52—— —. 2—0 —— 38 * E 5 2 — 1— —** 2.— 2.5 73 28.1— —— — +* 2 . 428 * 92 3—* 327 20 7.— 2 33——— 2 * 9 2 47 S — ———..—* * —2— —— 2 2——— 2 — —— 3.— —* * — — 35 —.— —. — 0 3— 2 725 70 3 * 40 2 — 2 —.— . *. —. — 2 13 4.— 9 .— Christliches Gelangbuch die evangelischen Gemeinden des Bürstenlums Minden und der Grafschaft Rauensberg. Mit durchgesehenem und vermehrtem Anhange. ——— Gütersloh. Druck und Verlag von C. Bertelsmann. XII. XIX. XX. XXI. XXII. XXIIII. XXIV. Anhalts-Berzeichnis. Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke: Nr. 1—18. Die Engel: 17. 18. Sünde und Erlösung: 19—24. Christi Ankanft; Advent: 25—41. Das neue Kirchenjahr: 40. 41. Christi Geburt; Weihnachten: 42—58. 640—642. Christi Name; Neujahr: 59—67. 643. Christi Erscheinung; Epiphanias: 68—80. Christi Leiden und Sterben; Passion: 81—108. 644—647. Christus im Grabe: 107. 108. Christi Auferstehung; Ostern: 109—127. 648—-650. Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit: 128—141. Ausgießung des h. Geistes; Pfingsten: 142—160. Trinitatis: 651. „Die Kirche Christi: 161—198. Gemeinschaft der Heiligen: 177—179. Christus das Haupt der Kirche: 180—184. Bei Einführung von Geistlichen: 185. Bei Einweihung von Kirchen: 186. Ausbreitung der Kirche; Mis⸗ sion: 187— 198. Gnadenmittel. 1. Wort Gottes: 199—215. Zu Anfang des Gottesdienstes: 205— 212. Zum Schluß des Gottesdienstes: 213—215. 2. Sakramente: 216—239. 652—655. Die heil. Taufe: 216—219. 652. 653. Konfirmationslieder: 220—224. 654. 686. Das heil. Abendmahl: 225—239. 655. Buße und Bekehrung: 240—269. „Glaube und Rechtfertigung: 270—289. 656—659. „Wiedergeburt und Heiligung: 290—305. 660—662. „Friede und Freude im. Geist Liebe zu Gott und Christo: 326—361. Beten, loben und danken: 362—451. 663—671. : 306—325. Allgemeine Fürbitte: 392. Für die Obrigkeit: 393. Für den Frieden: 394. Für den Ehestand: 395—398. Im Sommer: 399. Nach der Ernte: 400. 401. Am Sonntag⸗Morgen: 402—406. Am Morgen insgemein: 407—422. 663—-665. Vor dem Essen: 423—426. Nach dem Essen: 427431. Am Abend: 432—449. 666—668. Sonnabendslied: 450. Gewitter⸗ lied: 669. Abschied: 670. Reiselied: 451. 671. Christlicher Wandel: 452—478. Liebe: 475—477. Wahrhaftigkeit, Eid: 478. Geistlicher Kampf und Sieg: 479—505. Kreuz⸗ und Trostlieder: 506—552. 672-680. In großer und gemeinsamer Not: 547—551. In Krankheit: 552. Witwerlied: 679. Witwenlied: 680. Sterbelieder: 553—591. 681—681. Tod der Kinder: 683—684 Begräbnislieder: 592—610. 685. Bei Kindern: 605—-610. Das Reich der Herrlichkeit: 611—639. Christi Wiederkunft; Auferstehung der Toten; jüngstes Gericht: 611—619. Die Ewigkeit.: 620. 621. Ewiger Tod: 622. 623 Ewiges Leben: 64639. IV Inhalts-Verzeichnis. Gebete. Um wahre Andacht: 1. Um Geist und Gnade recht zu beten: 2. J. Morgen⸗ und Abendgebete: 3—18. Testament eines frommen Christen: 19. II. Festgebete: 20—33. Advent: 20. Weihnacht: 21. Zum Jahreswechsel: 22. Epipha⸗ nias: 23. Passionsgebete: 24. Ostern: 25. Himmelfahrt: 26. Pfingsten: 27. Trinitatis: 28. Michaelis: 29. Am Erntefest: 30. Am Reformationsfest: 31. Am Bußtage: 32. Am Ge⸗ dächtnistage der Verstorbenen: 33. III. Beicht⸗ und Kommuniongebete: 34—41. Um rechtschaffene Buße: 34. Bekenntnis: 35. Um Vergebung der Sünden: 36. Danksagung nach empfangener Vergebung: 37. Vor dem heiligen Abendmahl: 38. Im Hinzutreten: 39. Danksagung nach dem heiligen Abendmahl: 40. Um neuen Gehorsam: 41. IV. In besonderen Anliegen: 42—62. Um das tägliche Brot: 42. Für die Früchte des Feldes: 43. Um Regen: 44. Um Sonnenschein: 45. Beim Ungewitter: 46. Nach dem Ungewitter: 47. In Teurung: 48. In Seuchen und Sterbenszeiten: 49. In Kriegszeiten: 50. In Trübsal: 51. In Anfechtung: 52. In Krankheit: 53—55. Nach der Kranken⸗ kommunion: 56. Nach erlangter Genesung: 57. Bereitung zum seligen Sterben; 58. In Todesnöten: 59. 60. Wenn ein Christ verschieden ist: 61. Am Begräbnistage: 62. üü des Leidens und Sterbens unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. Beschreibung, wie das der Stadt Jerusalem angedrohete Gericht Gottes vollzogen und die Stadt zerstört wurde. Das nicänische Glaubensbekenntnis. Konfession oder Bekenntnis des Glaubens unserer evangelischen Väter zu Augsburg. Der kleine Katechismus D. Martini Lutheri. Episteln und Evangelien für die Sonn⸗ und Feiertage des Kirchenjahres. Melodien⸗Verzeichnis, welches zeigt, wie einige Lieder nach verschiedenen Melodien gesungen werden können. Alphabetisches Lieder⸗Register. ten die danken, ewiglic Wanker dein A was d Wohlev 3. O geborn Vaters war'n unsers tes, he Nimm Not: E 4. O tes Gr Tröster fortan 3 erlöset und bit unsern Dazu nic. Deci excelsif 2. W nen G und den M. R ten: 2. frommen Epipha⸗ ahrt: 26. Erntefest: Am Ge⸗ zergebung ergebung: eten: 39. m neuen [Ides: 43. itter: 46. uchen und 51. In Kranken⸗ tung zum ein Christ ides Jesu ht Gottes en Väter jenjahres. schiedenen I. Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Luk. 2, 14. I. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefall'n Gott an uns hat; Nun ist groß Fried ohne Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbe⸗ ten dich, Für deine Ehr wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessen ist dein Macht, Fort g'schieht, was dein Will hat bedacht; Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn ein⸗ geborn Deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die war'n verlorn, Du Stiller unsers Haders, Lamm Got⸗ tes, heilger Herr und Gott, Nimm an die Bitt von unsrer Not: Erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du größ⸗ tes Gut, Du all'rheilsamster Tröster, Vors Teufels G'walt fortan behüt, Die Jesus Christ erlöset Durch große Mart'r und bittern Tod; Abwend all unsern Jamm'r und Not! Dazu wir uns verlassen. Nic. Decius, st. 1529; nach Gloria in excelsis Deo, v. Hilarius, st. 368. 2. Wir glauben all an ei⸗ nen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, Der sich zum M. R. Gesangbuch. Vater geben hat, Daß wir sei⸗ ne Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; Allem Unfall will er wehren, Kein Leid soll uns widerfah⸗ ren; Er sorget für uns, hüt' und wacht, Es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Je⸗ sum Christ, Seinen Sohn und unsern Herren, Der ewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott von Macht und Ehren; Von Maria, der Jungfrauen, Ist ein wahrer Mensch geboren, Durch den heilgen Geist im Glauben, Für uns, die wir war'n verloren, Am Kreuz gestorben und vom Tod Wie⸗ der auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heil⸗ gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, Der aller Blöden Tröster heißt, Und mit Gaben zieret schöne; Die ganz Chri⸗ stenheit auf Erden Hält in ei⸗ nem Sinn gar eben. Hie all Sünd vergeben werden; Das Fleisch soll auch wieder leben; Nach diesem Elend ist bereit Uns ein Leben in Ewigkeit. Amen! Patrem credimus, aus d. 4. Jahrh., deutsch v. M. Luther, g. 1483, st. 1546. 3. Gott der Vater wohn uns bei Und laß uns nicht verder⸗ 2 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. ben; Mach uns aller Sünden frei Und helf uns selig sterben. Vor dem Teufel uns bewahr, Halt uns bei festem Glauben, Und auf dich laß uns bauen, Aus Herzensgrund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar, Mit allen rechten Christen Ent⸗ fliehn des Teufels Listen, Mit Waffen Gott's uns fristen. Amen, Amen, das sei wahr, So singen wir Halleluja! 2. Jesus Christus wohn uns bei Und laß uns nicht ver⸗ derben; Mach uns aller Sün⸗ den frei Und helf uns selig sterben. Vor dem Teufel uns bewahr, Halt uns bei festem Glauben Und auf dich laß uns bauen, Aus Herzens⸗ H grund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar, Mit allen rechten Christen Ent⸗ fliehn des Teufels Listen, Mit Waffen Gott's uns fristen. Amen, Amen, das sei wahr, So singen wir Halleluja! 3. Heiliger Geist wohn uns bei Und laß uns nicht ver⸗ derben; Mach uns aller Sün⸗ den frei Und helf uns selig sterben. Vor dem Teufel uns bewahr, Halt uns bei festem Glauben, Und auf dich laß uns bauen, Aus Herzens⸗ grund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar, Mit allen rechten Christen Ent⸗ fliehn des Teufels Listen, Mit Waffen Gott's uns fristen. Amen, Amen, das sei wahr, So singen wir Halleluja! AX. d. altdeutsch.Kirche, vrb. durch Euther. 4. Kyrie, Gott Vater in Ewig⸗ keit, Groß ist dein Barmher⸗ zigkeit; Aller Ding ein Schöp⸗ fer und Regierer: Eleison! 2. Christe, aller Welt Trost, Uns Sünder allein du hast erlöst. O Jesu, Gottes Sohn, Unser Mittler bist in dem höch⸗ sten Thron, Zu dir schreien wir aus Herzensbegier: Eleison! 3. Kyrie, Gott heiliger Geist, Tröst, stärk uns im Glauben allermeist, Daß wir am letz⸗ ten End Fröhlich abscheiden aus diesem Elend. Eleison! Joh. Spangenberg, g. 1484, st. 1550. 5. Heilig ist Gott der Vater, Heilig ist Gott der Sohn, Heilig ist Gott der heilge Geist! Er ist der Herre Zebaoth; Alle Welt ist seiner Ehre voll! Ho⸗ sianna in der Höhe! Gelobet sei, der da kommt Im Namen des Herren! Hosianna in der Höhe! Mel. Christ unser Herr zum. 6. Was alle Weisheit in der Welt Bei uns hier kaum kann lallen, Das läßt Gott aus dem Himmelszelt In alle Welt er⸗ schallen: Daß er alleine Kö⸗ nig sei, Hoch über alle Göt⸗ ter, Groß, mächtig, freund⸗ lich, fromm und treu, Der Frommen Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Personen. 2. Gott Vater, Sohn und heilger Geist Heißt sein hoch— Helger Name; So kennt, so nennt, so rühmt und preist Ihn der gerechte Same: Gott Abrahe Jakob, Zebaot Uns al Wunde 3. De keit De zeuget; Füll de gezeiget Zeit he vom S cher E ewig, g geteilter 4. Sie ist dein dem kei dein Fr Was di Der die Bild, d büßet, Glauber Kreuz d heilgen 5. Erh zu Und nen; bringt die See Liebe, A ewgen 8 allhier wird z Augen 6. We Heer, lendet, und sein wendet! Himmel schlossen Abraham, Gott Isaak, Gott Jakob, den er liebet, Herr Zebaoth, der Nacht und Tag Uns alle Gaben giebet Und Wunder thut alleine. 3. Der Vater hat von Ewig⸗ keit Den Sohn, sein Bild, ge⸗ zeuget; Der Sohn hat in der Füll der Zeit Im Fleische sich gezeiget. Der Geist geht ohne Zeit herfür Vom Vater und vom Sohne, Mit beiden glei⸗ cher Ehr und Zier, Gleich ewig, gleicher Krone Und un⸗ geteilter Stärke. 4. Sieh hin, mein Herz, das ist dein Gut, Dein Schatz, dem keiner gleichet; Das ist dein Freund, der alles thut, Was dir zum Heil E Der dich gebaut nach seinem Bild, Für deine Schuld ge⸗ büßet, Der dich mit wahrem Glauben füllt Und all dein Kreuz durchsüßet Mit seinem heilgen Worte. 5. Erheb dich stetig zu ihm zu Und lern ihn recht erken⸗ nen; Denn solch Erkenntnis bringt dir Ruh Und macht die Seele brennen In reiner Liebe, die uns nährt Zum ewgen Freudenleben, Da, was allhier kein Ohr gehört, Gott wird zu schauen geben Den Augen seiner Kinder. 6. Weh aber dem verstockten Heer, Das sich hierselbst ver⸗ lendet, Gott von sich stößt und seine Ehr Auf Kreaturen wendet! Dem wird gewiß des Himmels Thür Einmal ver⸗ schlossen bleiben; Denn wer Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Gott von sich treibt allhier, Den wird er dort auch treiben Von seinem heilgen Throne. 7. Ei nun, so gieb, du gro⸗ ßer Held, Gott 6 alle und der Erden, Daß alle Men⸗ schen in der Welt Zu dir be⸗ kehret werden. Erleuchte, was verblendet geht, Bring wie⸗ der, was verirret; Reiß aus, was in dem Wege steht Und freventlich verwirret Die Schwachen in dem Glauben. 8. Auf daß wir also allzu⸗ gleich Zur Himmelspforte dringen, Und dermaleinst in deinem Reich Ohn alles En⸗ de singen: Daß du alleine König seist, Hoch über alle Götter, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Der From⸗ men Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Personen. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 7. Hochheili e Dreieinigkeit, Die du so füß und milde Mich hast geschaffen in der Zeit Zu deinem Ebenbilde; Ach, daß ich dich von Her⸗ zensgrund Doch lieben möchte alle Stund! Drum komm doch und zeuch ein bei mir, Mach Wohnung und bereit mich dir. 2. O Vater, nimm ganz kräftig ein Das sehnende Ge⸗ müte; Mach es zu deinem innern Schrein Und deiner stillen Hütte. Vergieb, daß meine Seele sich So oft zer⸗ streuet jämmerlich; Versetze sie in deine Ruh, Daß nichts in ihr sei, als nur du. 1* 4 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 3. Gott Sohn, erleuchte den Verstand Mit deiner Weisheit Lichte; Vergieb, daß er sich oft gewandt Zu eitelem Ge⸗ tichte. Laß nunmehr nur in deinem Schein Mein einig Schaun und Wirken sein; Hreit mich, daß ich hier all⸗ ereit Entreiße mich von Ort und Zeit. 4. O heilger Geist, du Liebes⸗ feur, Entzünde meinen Wil⸗ len, Stärk ihn, komm mir zu Hülf und Steur, Den deinen zu erfüllen. Vergieb, daß ich so oft gewollt, Was sündlich, und ich nicht gesollt; Verleih, daß ich mit reiner Brunst Dich innig, ewig lieb umsonst. 5. O heilige Dreieinigkeit, Führ mich nun ganz von hinnen; Richt zu dem Lauf der Ewigkeit All äuß⸗ und innre Sinnen; Vereinge mich und laß mich hier Eins mit dir sein, daß ich mit dir Auch dort sei in der Herrlichkeit, O heiligste Dreieinigkeit. Joh. Scheffler, geb. 1624, st. 1677. Mel. Du unvergleichlichs Gut. S. Monarche aller Ding, Dem alle Seraphinen Voll Ehrerbietigkeit Und tiefster Demut dienen: Laß dein er⸗ habnes Angesicht Zu meiner Armut sein gericht'. 2. Du bist die Majestät Der höchsten Majestäten; Vor dei⸗ nem Glanze muß All Glanz und Pracht erröten. Doch bitt ich, zürne nicht mit mir,‚ Daß ich, der Staub, mich nah zu dir. 3. Du sprichst: Kommt her zu mir! Laßt euch nur nichts erschrecken; Ich will die Ma⸗ jestät Mit Vaterliebe decken. Drum komm ich auch an mei⸗ nem Teil, Von dir zu singen, schönstes Heil. 4. Du bist das A und O, Der Anfang und das Ende. Hilf, daß mein Herz zu dir, Dem Anfang, sich stets wen⸗ de, Und ich in allem, was ich thu, In dir, als meinem Ende, ruh. 5. Du bist das große Licht; Dein Licht geht niemals un⸗ ter; Der kleinste Strahl von dir Macht Leib und Seele munter. O daß in deiner Heiterkeit Erstürbe meine Dun⸗ kelheit! 6. Du bist die Liebe selbst, Die lauter Liebe quillet, Die aller Engel Herz Mit Lust und Lieb erfüllet. O Lieb, ergieß dich auch in mich, Daß ich als Liebe schmecke dich! 7. Du bist die Lebenskraft, Durch die sich alles reget, Was sich zum Guten nur In einger Art beweget. O daß dein Leben meinen Tod Ver⸗ schlänge ganz samt aller Not! 8. Du bist das höchste Gut, Nur du bist gut zu nennen. O laß mich außer dir Kein ander Gut erkennen! Mach aber meinen Sinn und Mut Durch dich und dein Erbar⸗ men gut. 9. So soll mein alles dich mich t her chts Ma⸗ ecken. mei⸗ ngen, id O, Ende. u dir, wen⸗ was einem Licht; ls un⸗ lvon Seele deiner e Dun⸗ selbst, t, Die 8kraft, reget, nur In O daß d Ver⸗ er Not! ste Gut, nennen. ir Kein Mach nd Mut Erbar⸗ les dich Mit Ruhm und Preis erhe⸗ ben, Ja, ich will selbst mich dir Zum ganzen Opfer ge⸗ ben; Und du wirst auch mit Lust in mir Dein Bild er⸗ blicken für und für. 10. Ehr sei dir, großer Gott, Du Herr der Himmelsheere! Es jauchzen ewig dir Der Selgen Jubelchöre. Ich jauch⸗ ze mit schon auf der Erd, Bis ich ein Himmelserbe werd. J. A. Freylinghausen, g. 1670, st. 1739. Mel. Wunderbarer König. 9. Unumschränkte Liebe, Gön⸗ ne blöden Augen, Die sonst kaum auf Erden taugen, Daß sie in die Strahlen Deiner Langmut blicken, Die den Erdkreis huldreich schmücken, Und zugleich Freudenreich Bö⸗ sen und den Deinen Wie die Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, Ja, dein ganz Gebiete Ist ein Schauplatz deiner Güte. Dei⸗ ner Langmut Ehre Wird durch neue Proben Immer herrlicher erhoben. O wie weit, O wie breit ÜUber Berg und Hügel Streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, Was wir sagen können, Ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden So viel Millionen Schulden Und da⸗ zu Ohne Ruh Lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen! 4. Du vergiebest Sünde, Hörst der Sünder Flehen, Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 5 Wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet Und erbarmt sich wieder, Legt die Pfeile gerne nieder. Tie⸗ fen Schmerz Fühlt dein Herz, Wenn durch ernste Strafen Du mußt Bessrung schaffen. 5. Herr, es hat noch keiner, Der zu dir gegangen, Statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen Sich mit Thränen senket, Dem wird Straf und Schuld ge⸗ schenket. Unser Schmerz Rührt dein Herz, Und du willst der Armen Gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, Daß du so verschonest Und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, Die so wohl regieret Und mit Ruhm den Sceepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Lang⸗ mut auszuüben Und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach, g. 1693, st. 17835. 10. Gott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke. Groß ist sein Nam, Und groß sind seine Werke, Und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, So sind und leben Welten; Und er gebeut, So fallen durch sein Schelten Die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid Und seine Wahl das beste. Er herrscht als Gott, Und seines Thrones Feste Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, Ein Meer 6 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. von Seligkeiten, Ohn Anfang Gott Und Gott in ewgen eiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich! 5. Was ist und war Im Himmel, Erd und Meere, Das kennet Gott, Und seiner Werke Heere Sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, Schafft, daß ich sicher ruhe; Er schafft, was ich Vor⸗ oder nachmals thue, Und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, Du sitzest oder gehest; Ob du ans Meer, Ob du gen Himmel flöhest, So ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn Und allen Rat der Seele; Er weiß, wie oft Ich Gutes thu und fehle, Und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, Was er mir geben wollte, Schrieb auf sein Buch, Wie lang ich leben sollte, Da ich noch un⸗ bereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, Das Gott nicht angehöre: Herr, immerdar Soll deines Namens Ehre, Dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht Von deinen Wundern fassen! Ein jeder Staub, Den du hast werden lassen, Verkün⸗ digt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm Ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, Ihr Auen, Thal und Hügel, Ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, Führst uns auf grüne Wei⸗ den, Und Nacht und Tag Und Korn und Wein und Freu⸗ den Empfangen wir aus dei⸗ ner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Col ohne deinen Willen: ollt ich mein Herz Nicht mit dem Troste stillen, Daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, Will Gott mein Retter wer⸗ den, So frag ich nichts Nach Hahe ie und nach Erden, Und iete selbst der Hölle Trutz. Chr. Fürchteg. Gellert, g. 1715, st. 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 11. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend über⸗ lege: So weiß ich von Be⸗ wundrung voll Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke; Der Himmel, präch⸗ tig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, Mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herr⸗ lichkeit. Gott, deine Güte estätꝰ terne? Winde t die chließt s„ Mit n? O Herr⸗ Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehrel Mich, ruft der Baum in sei⸗ ner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht: Bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunderbar be⸗ reitet; Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu er⸗ kennen leitet; Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn Und hoff auf ihn und dien ihm gern: Wer wollte Gott nicht dienen! Chr. Fürchteg. Gellert, g. 1715, st. 1769. Mel. Die Tugend wird durchs ꝛc. 12. Wie groß ist des All⸗ mächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem Gemüte si Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen Sei ewig meine größ⸗ te Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der mei⸗ ner nicht bedarf. Wer bat Gottes Wesen, Eigenschaften und Werle. 7 mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft ver⸗ warf. Wer stärkt den Frie⸗ den im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Guts ge⸗ nießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, Zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, Da⸗ mit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte ru⸗ fen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, Sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lie— ben Und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll voll⸗ kommen sein wie er. So weit ich dies Gebot erfülle, Stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe Mir immerdar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, Mein gan⸗ 8 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. zes Leben dir zu weihn; Sie tröste mich zur Zeit der H Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks, Und sie besieg in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks. Chr. Kürchteg. Gellert, g. 1715, st. 1769. Mel. Machs mit mir, Gott, nach ꝛc. 13. Nie bist du, Höchster, von uns fern, Du wirkst an an allen Enden; Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, Bin ich in deinen Händen; Durch dich nur leb und atme ich, Denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, merkest du, Du prüfest meine Seele; Du siehst es, wenn ich Gutes thu, Du siehst es, wenn ich fehle; Nichts, nichts kann dei⸗ nem Aug entfliehn, Und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Ein⸗ samkeit Mein Herz an dich ergebe Und, über deine Huld erfreut, Lobsingend dich er⸗ hebe, So hörst du es und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rat Verkehrte Wege wählet; Und bleibt auch eine böse That Vor aller Welt verhehlet, So weißt du sie, und strafest mich Zu meiner Bessrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seuf⸗ zern zu, Daß Hülfe mir er⸗ scheine; Voll Mitleid, Vater, zählest du Die Thränen, die ich weine; Du siehst und wä⸗ gest meinen Schmerz Und stärkst mit deinem Trost mein erz. 6. O drück, Allgegenwärti⸗ ger, Dies tief in meine Seele, Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, Mein Herz zur Zu⸗ flucht wähle, Daß ich dein heilig Auge scheu, Und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem Wort mich han⸗ deln, Und stärke mich dann auch mit Kraft, Vor dir ge⸗ trost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, Das tröst und bessre meinen Geist. Christoph Christian Sturm, geb. 1740, st. 1786. Mel. Es ist genug! So nimm ꝛc 14. Gott ist getreu! Sein Herz, sein Vaterherz Verläßt die Seinen nie. Gott ist ge⸗ treu! Im Wohlsein und im Schmerz Erfreut und trägt er sie. Mich decket seiner All⸗ macht Flügel: Stürzt ein, ihr Berge, fallt ihr Hügel! Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund; Dies weiß, dies hoff ich fest. Ich weiß gewiß, Daß er mich kei⸗ nen Feind Zu hart versuchen läßt. Er stärket mich nach seinem Bunde In meiner Prüfung trübsten Stunde. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir Den Weg zum Leben 2. uns rer Soh keit Dan derbe bor 6. ich e ewig Zuf daß nigt Und Chri getre 1. hat Kind Lust Glü ma wird endl Got 8 Her mꝛc Sein rläßt st ge⸗ d im trägt All⸗ neiner tunde. thut, sendet dieses Leben weist, So irr und gleit ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen, Sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er han⸗ delt väterlich, Und was er thut, ist gut; Die Trübsal auch. Mein Vater bessert mich Durch alles, was er thut. Die Trübsal giebt Geduld und Stärke Zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er hat uns selbst befreit Von uns⸗ rer Sündennot Durch seinen Sohn, Durch dessen Heilig⸗ keit Und blutgen Opfertod. Damit wir möchten nicht ver⸗ derben, Ließ er den Einge⸗ bornen sterben. Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Er, des ich ewig bin, Sorgt für mein ewig Wohl. Er rufet mich Zu seinem Himmel hin, Will, daß ich leben soll. Er rei⸗ nigt mich von allen Sünden Und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getreu! 7. Gott ist blie 2 Stets hat sein Vaterblick Auf seine Kinder acht. Er sieht mit Lust, Auch wenn ein irdisch Glück Sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen Und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Dich Gottes stets zu freun? Sei Gott getreu Und fürchte nichts, mag doch Die Welt voll Falschheit sein. Selbst falscher Brüder Neid und Tücke Gereicht am Ende mir zum Glücke. Gott ist getreu! 9. Gott ist getreu! Vergiß, o Seel, es nicht, Wie zärt⸗ lich treu er ist. Gott treu zu sein Sei deine liebste Pflicht, Weil du so wert ihm bist. Halt fest an Gott, sei treu im Glauben, Laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! Ehrenfried Liebich, geb. 1713, st. 1780. Mel. Wachet auflruft uns d. Stimme. 15. Gott, mein Gott, du bist lebendig Und in Unsterb⸗ lichkeit selbständig, Du ewge Quelle alles Lichts. Du, du kannst von nichts abhangen, Dein Leben hat nie ange⸗ fangen, Und von Verändrung weiß es nichts. Was lebt, das lebt von dir Im Him⸗ mel und auch hier, Gott der Geister! Du bists allein, Der Ruhm ist dein, Du warst und bist und wirst auch sein. 2. Du hast es dem Sohn gegeben, Auch er hat in sich selbst das Leben, Ward Fleisch und starb und lebet nun. Auch noch nach der Zeit des Falles Belebt dein Geist des Lebens alles, Was leben will und in dir ruhn. Mein Gott, ach lasse mich Jetzt und dann ewiglich In dir leben; So hats nicht Not Auch selbst — – sst 10 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. im Tod: Du bist der Leben⸗ den ihr Gott. M. Phil. Erdr. Hiller, g. 1699, st. 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 6. Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß! Erist unendlich, grenzen⸗ los In seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht ver⸗ gebens, Ihn auszusprechen; wer ermißt Die Dauer sei⸗ nes Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; Eh noch die Erde ward, war er, War, eh die Himmel waren. 3. Des Ewgen Thron um⸗ giebt ein Licht, Das ihn vor uns verhüllet; Ihn fassen alle Himmel nicht, Die seine Größ erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und doch offenbar In seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft Uns nicht gebil⸗ det hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, Der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, Und er umspannt mit seiner Hurn Die Erde samt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah? Ist er nicht fern? Weiß er nicht al⸗ ler Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsternis, Was ihr beginnt; er siehts gewiß, Er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, O Herr, vor sei⸗ nem Falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein Fittig über alle. Du bist voll Freund⸗ lichkeit, voll Huld, Barmher⸗ zig, gnädig, voll Geduld, Ein Vater, ein Verschoner. 7. Untadelhaft bist du und gut Und reiner, als die Sonne. Wohl dem, der dei⸗ nen Willen thut; Denn du vergiltst mit Wonne. Du hast Unsterblichkeit allein, Bist se⸗ lig, wirst es ewig sein, Hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, Ihr alle seine Heere. Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? Dr. Andr. Cramer, g. 1722, st. 1788. Die Engel. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 17. Herr, du hast in deinem Reich Große Scharen heilger Engel; Diesen bin ich noch nicht gleich, Denn mein Herz ist voller Mängel. Ach, wann werd ich doch so rein Wie die guten Engel sein! 2. Mich beschweret Fleisch und Blut: Hilf du, daß ich geistlich werde. Gieb mir ei⸗ nen Engelmut, Der sich trenne von der Erde, Daß ich, als dein liebes Kind, Allzeit himm⸗ lisch sei gesinnt. 3. Mache mir dein Wort bekannt Durch des heilgen Geistes Gabe, Daß ich Weis⸗ heit und Verstand Wie ein Engel Gottes habe, Bis wir einst in jenem Licht Völlig sehn dein Angesicht. 4. Herr, dein Wille soll ge⸗ schehn In dem Himmel und auf Erden, Darum laß uns dahin sehn, Daß wir dir ge⸗ horsam werden, Und verleih, daß ich dabei, Aller Engel Mitknecht sei. 5. Unsre Welt ist voll Ge⸗ fahr, Denn sie hat viel böse Stellen. Sende deiner Engel Schar, Daß mich niemand könne fällen; Und da, wo wir schlafen ein, Laß sie unsre Wächter sein. 6. Mach es, wie mit Lazaro, Wenn ich künftig werde ster⸗ ben; Und damit ich ebenso Möge Trost und Segen erben, Heiß die Engel mich zur Ruh Tragen nach dem Himmel zu. 7. Laß mich dann vor dei⸗ nem Stuhl Bei den Auser⸗ wählten stehen, Wenn die Bösen in den Pfuhl Mit dem Satan werden gehen; Und hernach in jenem Reich Mache mich den Engeln gleich. Kasp. Neumann, geb. 1648, st. 1715. Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 11 Mel. Nun komm der Heiden Heiland. 18. Aller Engel himmlisch Heer Singt Gott ewig Lob und Ehr. Heilig, heilig, hei⸗ lig! schallt, Daß der Himmel wiederhallt. 2. Cherubim und Seraphim Preisen ihn und dienen ihm, Helden, mächtig und ge⸗ schwind, Gleich als Feuer⸗ flamm und Wind. 3. Anzustaunen seine Macht, Seiner Werke hehre Pracht, Und zu thun, was er gebeut, Das ist ihre Seligkeit. 4. Der du sie zum Dienste schicktt Dem, auf den du gnädig blickst, Lasse sich ihr schirmend Heer Mächtig la⸗ gern um uns her. 5. Laß sie halten uns in Hut Vor der Abgefallnen Wut, Vor dem Fürsten die⸗ ser Welt, Wenn sein Trug uns Schlingen stellt. 6. Gieb, daß vieler Sünder Reu Dort im Himmel sie erfreu; Gieb, daß keiner mehr verübt, Was ihr heilig Aug betrübt. 7. Lieb und Hülf ist Engel⸗ amt, Dazu schufst du uns esamt; Daran mach uns hier schon reich, Hier schon deinen Engeln gleich. 8. Jesu, deinen Geist uns send. Daß bei unserm letzten End Engelhand uns sanft und süß Zu dir trag ins Paradies. Victor Strauß, geb 1809. 19. Nun freut euch, lieben Christen g'mein, Und laßt uns fröhlich springen, Daß wir getrost und all in ein Mit Lust und Liebe singen, Was Gott an uns gewendet hat, Und seine süße Wunder⸗ that; Gar teur hat ers er⸗ worben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, Im Tod war ich ver⸗ loren; Mein Sünd mich quä⸗ let Nacht und Tag, Darin ich war geboren; Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war kein Guts am Leben mein, Die Sünd hatt mich besessen. 3. Mein guten Werk die galten nicht, Es war mit ihn' verdorben; Der frei Will hasset Gott's Gericht, Er war zum Gut'n erstorben; Die Angst mich zu verzwei⸗ feln trieb, Daß nichts denn sterben bei mir blieb, Zur Höllen mußt ich sinken. Da jammert Gott in Ewigkeit Mein Elend über Maßen; Er dacht an sein Barmherzigkeit, Er wollt mir helfen lassen; Er wandt zu mir sein Vaterherz, Es war bei ihm fürwahr kein Scherz, Er ließ' sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lie⸗ ben Sohn: Die Zeit ist hie zu'rbarmen; Fahr hin, meins Herzens werte Kron, Und sei das Heil dem Armen Und II. Sünde und Erlösung. hilf ihm aus der Sünden⸗ not, Erwürg für ihn den bit⸗ tern Tod Und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward; Er kam zu mir auf Erden, Von einer Jungfrau rein und zart; Er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, Er ging in meiner armen G'stalt, Den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, Es soll dir jetzt gelingen. Ich geb mich sel⸗ ber ganz für dich, Da will ich für dich ringen; Denn ich bin dein und du bist mein, Und wo ich bleib, da sollst du sein, Uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, Dazu mein Leben rauben: Das leid ich alles dir zu gut, Das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, Mein Unschuld trägt die Sünde dein, Da bist du se⸗ lig worden. 9. Gen Himmel zu dem Va⸗ ter mein Fahr ich aus diesem Leben: Da will ich sein der Meister dein, Den Geist will ich dir geben, Der dich in Trübnis trösten soll Und leh⸗ ren mich erkennen wohl Und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und den⸗ bit⸗ mit Zater m zu ener Er 1Va⸗ iesem n der will ch in d leh⸗ Und 6 und gelehrt, Das sollst du thun und lehren, Damit das Reich Gott's werd gemehrt Zu Lob und seinen Ehren. Und hüte dich vor Menschen Satz, Davon verdirbt der edle Schatz; Das laß ich dir zur Letze.)„Labsal. AM. Luther, geb. 1483, st. 1546. 20. Durch Adams Fall ist ganz verderbt Menschlich Na⸗ tur und Wesen; Dasselb Gift ist auf uns geerbt, Daß wir nicht mocht'n genesen Ohn Gottes Trost, Der uns erlöst Hat von dem großen Scha⸗ den, Darin die Schlang Eva bezwang, Gott's Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Eva hat bracht, Daß sie ist abgefallen Von Gottes Wort, das sie veracht, Dadurch sie in uns allen Bracht hat den Tod, So war je Not, Daß uns auch Gott sollt geben Sein' lieben Sohn, Den Gna⸗ denthron, In dem wir möch— ten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld In Adam all verhöhnet: Also hat uns ein fremde Huld In Christo all versöhnet. Und wie wir all Durch Adams Fall Sind ewigs Tods gestorben: Also hat Gott Durch Christi Tod Verneut, das war verdorben. 4. So er uns denn sein' Sohn hat g'schenkt, Da wir sein' Feind noch waren, Der für uns ist ans Kreuz ge⸗ henkt, Getöt', gen Himmel Sünde und Erlösung. 13 g'fahren, Dadurch wir sein Von Tod und Pein Erlöst, so wir vertrauen In diesen Hort, Des Vaters Wort: Wem wollt vorm Sterben grauen. 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, Die Wahrheit und das Leben, Des Vaters Rat und ewig Wort, Den er uns hat gegeben Zu einem An ih Daß wir mit Trutz An ihn fest sollen glauben; Darum uns bald Kein Macht noch G'walt Aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verrucht, Sein Heil ist auch noch ferren, Der Trost bei einem Menschen sucht Und nicht bei Gott dem Herren. Denn wer ihm will Ein an⸗ der Ziel Ohn diesen Tröster stecken, Den mag gar bald Des Teufels G'walt Mit sei⸗ ner List erschrecken. 7. Wer hofft in Gott und dem vertraut, Der wird nim⸗ mer zu Schanden; Denn wer auf diesen Felsen baut, Ob ihm gleich geht zuhanden Viel Unfalls hie, Hab ich doch nie Den Menschen sehen fallen, Der sich verläßt auf Gottes Trost; Er hilft sein' Gläub⸗ gen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund, Du wollst nicht von mir nehmen Dein heilig Wort aus meinem Mund, So wird mich nicht beschämen Mein Sünd und Schuld; Denn in dein Huld Setz ich 14 Sünde und Erlösung. all mein Vertrauen. Wer sich nur fest Darauf verläßt, Der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein' Füßen ist dein hei⸗ lig Wort Ein brennende Lu⸗ cerne“*, Ein Licht, das mir den Weg weist fort. So die⸗ ser Morgensterne In uns auf⸗ geht, Sobald versteht Der Mensch die hohen Gaben, Die Gottes Geist Den' g'wiß verheißt, Die Hoffnung da⸗ rein haben. · Leuchte. Laz. Spengler, geb. 1479, st. 1534. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 21. Ach, mein Jesu, welch Verderben Wohnet nicht in meiner Brust! Denn mit an⸗ dern Adamserben Steck ich voller Sündenlust. Ach, muß dir nur bekennen, Ich bin Fleisch von Fleisch zu nennen. 2. Wie verkehrt sind meine Wege! Wie verderbt mein alter Sinn, Der ich zu dem Guten träge Und zum Bösen hurtig bin! Ach, wer wird mich von den Ketten Dieses Sündentodes retten! 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden Aus der ange⸗ erbten Not; Heile meinen Seelenschaden Durch dein Blut und Kreuzestod; Schla⸗ ge du die Sündenglieder Meines alten Adams nieder. 4. Ich bin unten von der Erden, Stecke in dem Sün⸗ dengrab; Soll ich wieder le⸗ bend werden, So mußt du von oben ab Mich durch dei⸗ nen Geist gebären Und mir neue Kraft gewähren. 5. Schaff in mir ein reines Herze, Einen neuen Geist gieb mir, Daß ich ja nicht länger scherze mit der Sünden Lust⸗ begier; Laß mich ihre Tück bald merken, Mich im Geist dagegen stärken. 6. Lehr mich wachen, beten, ringen, Und mein böses Fleisch und Blut Unters Joch des Geistes zwingen, Weil es doch thut nimmer gut; Was nicht kann dein Reich erer⸗ ben, Laß in deinem Tod er⸗ sterben. 7. Reize mich durch jene Krone, Die mir droben bei⸗ gelegt, Daß ich meiner nie⸗ mals schone, Wann und wo ein Feind sich regt; Sondern hilf mir tapfer kämpfen, Teu⸗ fel, Welt und Fleisch zu dämpfen. 8. Sollt h etwa unterlie⸗ gen, O so hilf mir wieder auf Und in deiner Kraft ob⸗ siegen, Daß ich meinen Le⸗ benslauf Unter deinen Sie⸗ geshänden Möge ritterlich vollenden. L. Andr. Gotter, geb. 1661, st. 1735. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 22. Ewge Liebe, mein Ge⸗ müte Waget einen kühnen Blick In den Abgrund dei⸗ ner Güte; Send ihm einen Blick zurück, Einen Blick voll Heiterkeit, Der die Finsternis zerstreut, Die mein blödes mir eines gieb inger Lust⸗ Tück Geist heten, leisch )des L es Was erer⸗ d er⸗ sternis hlödes Auge drücket, Wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, Daß du dich beweget hast Und aus einem freien Triebe Den erwünschten Schluß ge⸗ faßt, Der im Fluch versenk⸗ ten Welt Durch ein teures Lösegeld Und des eignen Soh⸗ nes Sterben Gnad und Frei⸗ heit zu erwerben. 3. O ein Ratschluß voll Erbarmen, Voller Huld und Freundlichkeit, Der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hülfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, Der in ihrem Schoße wohnt, Um zu retten die Rebellen Aus dem Pfuhl der tiefen Höllen! 4. Doch du hast, o weise Liebe, Eine Ordnung auch bestimmt, Daß sich der dar⸗ innen übe, Der am Segen Anteil nimmt. Wer nur an den Mittler gläubt Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Son⸗ dern Heil und Leben sehen. 5. Diesen Glauben anzu⸗ zünden, Der selbst Gottes Gabe heißt, Lässest du dich willig finden, Deinen heilgen bende Geist Denen, die ge⸗ euget stehn, Die ihr Unver⸗ mögen sehn Und zum Thron der Gnaden eilen, Gern und reichlich mitzuteilen. 6. Wo du nun vorher ge⸗ sehen, Daß ein Mensch auf dieser Erd Deinem Geist nicht widerstehen, Noch sein Werk Sünde und Erlösung. 15 verhindern werd, Sondern ohne Heuchelschein Werd im Glauben feste sein: Diesen hast du auserwählet Und den Deinen zugezählet. 7. Du hast niemand zum Verderben Ohne Grund in Bann gethan; Die in ihren Sünden sterben, Die sind sel⸗ ber Schuld daran. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, Der hat Fluch und Tod zum Lohn; Sein mutwillig Widerstreben Schleußt ihn aus vom Heil und Leben. 8. Liebe, dir sei Lob gesun⸗ gen Für den höchst gerechten Schluß, Den die Schar ver⸗ klärter Zungen Rühmen und bewundern muß, Den der Glaub in Demut ehrt, Die Vernunft erstaunend hört Und umsonst sich unterwindet, Wie sie dessen Tief ergründet. 9. Liebe, laß mich dahin streben, Meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben So nach deinem Willen ein, Daß des Glau⸗ bens Frucht und Kraft, Den dein Geist in mir geschafft, Mir zum Zeugnis dienen möge, Ich sei auf dem Him⸗ melswege. 10. Laß mich meinen Na⸗ men schauen In dem Buch des Lebens stehn; Dann so werd ich ohne Grauen Selbst dem Tod entgegen gehn. Keine Kreatur wird mich, Als dein Erbgut, ewiglich Deiner Hand entreißen können, Noch von deiner Liebe trennen. Joh. Jak. Rambach, g 1693, st. 1735 16 Sünde und Mel. Jesu, meine Freude. 23. Wort des höchsten Mundes, Engel meines Bun⸗ des, Jesu, unser Ruhm, Bald, da wir gefallen, Ließest du erschallen Evangelium, Eine Kraft, die Glauben schafft, Eine Botschaft, die zum Le⸗ ben Uns von dir gegeben. 2. Was dein Wohlgefallen Vor der Zeit uns allen Fest bestimmet hat, Was der Opfer Schatten Längst verkündigt hatten, Das vollführt dein Rat; Was die Schrift ver⸗ spricht, das trifft Alles ein in deinem Namen Und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet; Jesu Gnade wendet Allen Zorn und Schuld. Jesus ist ge⸗ storben, Jesus hat erworben Alle Gnad und Huld; Auch ist dies fürwahr gewiß: Je⸗ sus lebt in Preis und Ehre. Ach, erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünden Toten Machen Jesu Boten Dieses Leben kund. Lieblich sind die Teue Und die Lehren süße, euer ist der Bund. Aller Welt ist nun vermeldt Durch der guten Botschaft Lehre, Daß man sich bekehre. 5. Kommt, Uitern Se Her⸗ zen, Die in bittern Schmer⸗ zen Das Gesetz zerschlug, Kommt zu dessen Gnaden, Der für euch beladen Alle Schmerzen trug. Jesu Blut stärkt euren Mut: Gott ist hier, der euch geliebet Und die Schuld vergiebet. Erlösung. 6. Dieser Grund bestehet, Wenn die Welt vergehet, Fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen; So soll mein Vertrauen Evangelisch sein; Auch will ich nun würdig⸗ lich Dieser Kraft, die mir gegeben, Evangelisch leben. 7. Jesu, deine Stärke Schaf⸗ fet diese Werke; Stehe du mir bei. Nichts kann mich nun scheiden, Hilf denn, daß mein Leiden Cvangelisch sei. Laß auch mich einmal auf dich Als ein Kind, mit dir zu erben, Evangelisch sterben. H. C. Hecker, geb. 1699, st. 1743. Mel. O daß ich tausend Zungen ꝛc. 24. Geht hin, ihr gläu bigen Gedanken, Ins weite Feld der Ewigkeit, Erhebt euch über alle Schranken Der alten und der neuen Zeit; Erwägt, daß Gott die Liebe sei, Die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, Der Him⸗ mel war noch nicht gemacht, So hat Gott schon den Trieb geheget, Der mir das beste zugedacht; Da ich noch nicht geschaffen war, Da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben Durch seinen ein⸗ gebornen Sohn; Den wollt er mir zum Mittler geben, Den macht er mir zum Gna denthron; In dessen Blute⸗ sollt ich rein, Geheiliget un selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich bestehet, et, Fällt Darauf oll mein ke Schaf⸗ tehe du nn mich enn, daß lisch sei. mal auf mit dir th sterben. „st. 1743. Zungen ꝛc. ihr gläu Ins weite „Erhebt anken Der uen Zeit; die Liebe dewig neu. der Welt Der Him⸗ t gemacht, den Trieb das beste noch nicht a reicht er dar. 5 war, ich seinen ein⸗ Den wollt tler geben, zum Gna ssen Blute⸗ eiliget un he, die mich schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte Hinauf zu die⸗ ser Quelle steigt, Von welcher sich ein Strom der Güte Zu mir durch alle Zeiten neigt, Daß jeder Tag sein Zeugnis giebt; Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Mil⸗ lionen Der Kreaturen seiner Macht, Die in der Höh und Tiefe wohnen, Daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, Ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu ge⸗ arm⸗ herzigkeit, Womit, o Schöpfer aller Dinge, Mich deine Liebe stets erfreut; Ich bin, o Va⸗ ringe Der herzlichen Advent. wählte Vor allem Anbeginn der Welt Und mich zu ihren Kindern zählte, Für welche sie das Reich bestellt! O Va⸗ terhand, o Gnadentrieb, Der mich ins Buch des Lebens 17 ter, selbst nicht mein, Dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten dei⸗ ner Flügel Find ich die un⸗ estörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, Dies Wort der Wahrheit blei⸗ bet stehn. 9. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, Welch edles Lob⸗ lied stimmt ich an! Es soll⸗ ten Erd und Himmel hören, Was du, mein Gott, an mir gethan. Nichts ist so köstlich, nichts so schön, Als, höchster Vater, dich erhöhn. 10. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, Da mein durch dich erlöster Geist Im höhern Chor mit frohem Munde Dich, schönste Liebe, schöner preist. Drum eilt mein Herz aus dieser Zeit Und sehnt sich nach der Ewigkeit. J. Gottfr. Heermann, g. 1707, st. 1791. III. Christi Ankunft; Advent. Mel. Vom Himmel hoch, da ꝛc. 25. Komm, Heidenheiland, Lösegeld, Komm, schönste Son⸗ ne dieser Welt; Laß abwärts flammen deinen Schein, Denn so will Gott geboren sein! 2. Komm an von deinem Himmelsthron, Sohn Gottes Ind der Jungfrau Sohn; Komm an, du zweigestamm⸗ er Held, Geh mutig durch dhies Thal der Welt! M. R Gesangbuch. 3. Du nahmest erdwärts deinen Lauf Und stiegst auch wieder himmelauf; Dein Ab⸗ fahrt war zum Höllenthal, Die Rückfahrt in den Ster⸗ nensaal. 4. O höchster Fürst, dem Vater gleich, Besieg hier die⸗ ses Fleisches Reich; Denn unsers siechen Leibes Haft Sehnt sich nach deiner Him⸗ melskraft. 2 18 5. Es glänzet deiner Krip⸗ pen Strahl, Ein Licht leucht durch dies finstre Thal, Es giebt die Nacht so hellen Schein, Der da wird unver⸗ löschlich sein. nach d. Ambrosius(st. 397) veni redemptor gentium; v. J. Franck, g. 1618, st. 1677. 26. Gottes Sohn ist kom⸗ men Uns allen zu frommen 64 auf diese Erden In armen ebärden, Daß er uns von Sünde Freite und entbünde. 2. Er kommt auch noch heute Und lehret die Leute, Wie sie sich von Sünden Zur Buß sollen wenden, Von Irrtum und Thorheit Treten zu der Wahrheit. 3. Die sich sein nicht schä⸗ men Und sein' Dienst anneh⸗ men, Durch ein' rechten Glau⸗ ben Mit ganzem Vertrauen, Denen wird er eben Ihre Sünd vergeben. 4. Denn er thut ihn' schen⸗ ken In den Sakramenten Sich selber zur Speise, Sein Lieb zu beweisen, Daß sie sein ge⸗ nießen In ihrem Gewissen. 5. Die also bekleiben Und beständig bleiben, Dem Her⸗ ren in allem Trachten zu ge⸗ fallen, Die werden mit Freu⸗ den Auch von hinnen scheiden. 6. Denn bald und behende Kommt ihr letztes Ende, Da wird er vom Bösen Ihre Seel erlösen Und sie mit ihm führen Zu der Engel Chören. 7. Von dort wird er kom⸗ men, Wie dann wird ver⸗ Christi Ankunft. nommen, Wann die Toten werden Erstehn von der Er⸗ den Und zu seinen Füßen Sich darstellen müssen. 8. Da wird er sie scheiden, Die Frommen zur Freuden, Die Bösen zur Höllen, In peinliche Stellen, Da sie ewig müssen Ihr Untugend büßen. 9. Ei nun, Herre Jesu, Schick unsre Herzen zu, Daß wir, alle Stunden Rechtgläu⸗ big erfunden, Darinnen ver⸗ scheiden Zur ewigen Freuden. Böhmische Brüder. 27. Lob sei dem allmäch⸗ tigen Gott, Der unser sich er⸗ barmet hat, Gesandt sein' allerliebsten Sohn, Aus ihm geborn im höchsten Thron. 2. Auf daß er unser Heiland würd, Uns freite von der Sündenbürd Und durch seine Gnad und Wahrheit Führte zur ewigen Klarheit. 3. O große Gnad und Gü⸗ tigkeit! O tiefe Lieb und Mil⸗ digkeit! Gott thut ein Werk, das ihm kein Mann, Auch kein Engel verdanken kann. 4. Gott nimmt an sich unsre Natur, Der Schöpfer eine Kreatur, Verachtet nicht ein armes Weib, Zu werden Mensch in ihrem Leib. 5. Des Vaters Wort von Ewigkeit Wird Fleisch in aller Reinigkeit; Das A und O, Anfang und End, Giebt sich für uns in groß Elend. 6. Was ist der Mensch, was ist sein Thun, Daß Gott für ihn giebt seinen Sohn? Was darf unser das höchste Gut, P Daß es so unserthalben thut? 7. O weh dem Volk, das dich veracht, Der Gnad sich nicht teilhaftig macht, Nicht hören will des Sohnes Stimm, Denn auf ihm blei⸗ bet Gottes Grimm! 8. O Mensch, wie, daß du nicht verstehst Und dem König entgegen gehst, Der zu dir ganz demütig kommt Und sich so treulich dein annimmt! 9. Ei, nimm ihn heut mit Freuden an, Bereit ihm dei⸗ nes Herzens Bahn, Auf daß er komm in dein Gemüt, Und du genießest seiner Güt. 10. Unterwirf ihm deine Vernunft In dieser gnad⸗ reichen Zukunft, Untergieb seiner Herrlichkeit Die Werk deiner Gerechtigkeit. 11. Wo du dies thust, so ist er dein, Bewahrt dich vor der Höllen Pein; Wo nicht, so sieh dich eben für, Denn er schleußt dir des HimmelsThür. 12. Sein erste Zukunft in die Welt Ist in sanftmütiger Gestalt; Die andre wird er⸗ schrecklich sein, Den Gottlosen zu großer Pein. 13. Die aber jetzt in Christo stehn, Die werden dann zur Freud eingehn, Besitzen da der Engel Chör, Daß sie kein Übel mehr berühr. 14. Dem Vater in dem höchsten Thron, Samt seinem eingebornen Sohn, Dem heilgen Geiste gleicher Weis', Advent. Sei ewiglich Dank, Ehr und reis. Mich. Weiß, st. 1540. 88. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, Es kommt der Herr der Herrlich⸗ keit, Ein König aller König⸗ reich, Ein Heiland aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt; Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, Sein Königskron ist Heiligkeit, Sein Scepter ist Barmherzigkeit; All unsre Not zum End er bringt; Derhalben jauchzt, mit Freu⸗ den singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Heiland groß von That! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, So diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, Da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, Bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit! Eur Herz zum Tempel zubereit'! Die Zweiglein der Gottseligkeit Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; So kommt der König auch zu euch, Ja Heil und Leben mit zugleich. Ge⸗ lobet sei mein Gott, Voll Rat, voll That, voll Gnad! 2* 20 Christi Ankunft. 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ! Meins Herzens Thür dir offen ist. Ach, zeuch mit deiner Gnaden ein, Dein Freundlichkeit auch uns er⸗ schein, Dein heilger Geist uns führ und leit Den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, Sei ewig Preis und Ehr! Georg Weißel, geb. 1590, st. 1635. Mel. Nun komm, der Heiden ꝛc. 29. Gott sei Dank durch alle Welt, Der sein Wort be⸗ ständig hält Und der Sünder Trost und Rat Zu uns her⸗ gesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar Höchster Wunsch und Sehnen war, Was ihr Mund hat prophezeit, Ist erfüllt nach Herrlichkeit. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jung⸗ fraun Sohn, Der wohl zwei⸗ estammte Held Hat sich treu⸗ ich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna dir, mein Teil! Richte du auch eine Bahn Dir in meinem Her⸗ zen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, Es gehöret dir allein; Mach es, wie du gerne thust, Rein von aller Sünden Wust. 6. Und gleich wie dein Zu⸗ kunft war Voller Sanstmut, ohn Gefahr, Also sei auch jederzeit Deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, Weil ich schwach und blöde bin, Und des Satans schlaue List Sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, Daß ich, aller Angsten frei, Dir im Glauben um und an Selig bleibe zugethan. 9. Daß, wenn du, o Lebens⸗ fürst, Prächtig wiederkommen wirst, Ich dir mög entgegen gehn Und vor dir gerecht be⸗ stehn. Heinr. Held, um 1643. Mel. Ach, was soll ich Sünder ꝛc. 30. Kommst du, kommst du, Licht der Heiden? Ja, du kommst und säumest nicht, Weil du weißt, was uns ge— bricht. O du starker Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Thür Steht dir of⸗ fen, komm zu mir! 2. Ja, du bist bereits zu⸗ gegen, Du Weltheiland, Jung⸗ fraunsohn; Meine Sinne spüren schon Deinen gnaden⸗ vollen Segen, Deine Wunder⸗ Seelenkraft, Deine Frucht und Herzenssaft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin; Schaffe, daß mein Geist und Sinn Sich in deinem Lieben übe: Sonst zu lieben dich, mein Licht, Steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, Daß dich meines Herzens Grund Innig preise für die Güte, Die du mir, o Seelen⸗ gast, Lebenszeit erwiesen hast. ö ö * ch und Satans och für n Kopf Ingsten im und an. Lebens⸗ ommen tgegen echt be⸗ 11643. nder ꝛc. kommst Ja, du nicht, ins ge⸗ Trost meines dir of⸗ eits zu⸗ „Jung⸗ Sinne gnaden⸗ Bunder⸗ icht und h deine mein e, daß n Sich Sonst n Licht, en nicht. Hemüte, Mund, Herzens für die Seelen⸗ sen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, Durch Bereuung meiner Schuld Mich zu dir sein hoch erhaben: Dann so will ich singen dir Hosianna für und für. Ernst Chr. Homburg, geb. 1605, fl. 1681. Mel. Helft mir Gott's Güte preisen. 31. Mit Ernst, o Men⸗ schenkinder, Das Herz in euch bestellt, Damit das Heil der Sünder, Der große Wunder⸗ held, Den Gott aus Gnad allein Der Welt zum Licht und Leben Gesendet und ge⸗ geben, Bei euch auch kehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den Weg dem großen Gast, Macht seine Steige richtig, W Laßt alles, was er haßt; Macht alle Bahnen recht, Die Thal laßt sein erhöhet, Macht niedrig, was hoch ste⸗ het, Was krumm ist, gleich und schlecht.)*) schlicht. 3. Ein Herz, das Demut übet, Bei Gott am höchsten üchet Ein Herz, das Hochmut liebet, Mit Angst zu Grunde geht; Ein Herz, das richtig ist Und folget Gottes Lei⸗ ten, Das kann sich recht be⸗ reiten, Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Ar⸗ men Zu dieser heilgen Zeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein Vom Advent. 21 So werden Herz und Lippen Dir allzeit dankbar sein. Val. Thilo, geb. 1607, st. 1662. Mel. Helft mir Gott's Güte preisen. 32. Auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen, Der König kommt heran! Empfahet unverdrossen Den großen Wundermann. Ihr Christen geht herfür, Laßt uns vor allen Dingen Ihm Hosianna singen Mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Her⸗ zen, Der König ist sehr nah! Hinweg all Angst und Schmer⸗ zen, Der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher Ort Iu wir h ist zu nennen, a wir ihn finden können Im Nachtmahl, Tauf und ort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplag⸗ ten, Der König ist nicht fern! Seid fröhlich, ihr Verzagten, Dort kommt der Morgenstern! Der Herr will in der Not Mit reichem Trost euch speisen, Er will euch Hülf erweisen, Ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört, ihr frechen Sünder, Der König merket drauf, Wenn ihr verlorne Kinder Im vollen Lasterlauf Auf Arges seid bedacht, Ja thut es ohne Sorgen; Gar nichts ist ihm verborgen, Er giebt auf alles acht. 5. Seid fromm, ihr Unter⸗ thanen, Der König ist gerecht, Laßt uns den Weg ihm bah⸗ nen Und machen alles schlecht. Stall und von der Krippen, Fürwahr, er meint es gut; 22 Christi Ankunft. Drum lasset uns die Plagen, Die er uns schickt, ertragen Mit unerschrocknem Mut. 6. Und wenn gleich Krieg und Flammen Uns alles rau⸗ ben hin, Geduld! weil ihm zusammen Gehöret der Ge⸗ winn. Wenn gleich ein frü⸗ her Tod Uns, die uns lieb, genommen: Wohlan, so sind sie kommen Ins Leben aus der Not. 7. Frisch auf in Gott, ihr Armen, Der König sorgt für euch! Er will durch sein Er⸗ barmen Euch machen groß und reich. Der an ein Tier gedacht, Der wird auch euch ernähren; Was Menschen nur begehren, Das steht in seiner Macht. 8. Hat endlich uns betroffen Viel Kreuz, läßt er doch nicht Die, so auf ihn stets hof⸗ fen Mit rechter Zuversicht. Von Gott kommt alles her; Der lässet auch im Sterben Die Seinen nicht verderben, Sein Hand ist nicht zu wr 9. Frisch auf, ihr Hochbe— trübten, Der König kommt mit Macht! An uns, sein Herzgeliebten, Hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst und Pein, Noch Zorn hinfort uns schaden, Dieweil uns Gott aus Gna⸗ den Läßt seine Kinder sein. 10. So lauft mit schnellen Schritten, Den König zu be⸗ sehn, Dieweil er kommt ge⸗ ritten Stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, Den Heiland zu be⸗ uben Der alles Hien ver⸗ üßen Und uns erlösen kann. 11. Der König will bedenken Die, so er herzlich liebt, Mit köstlichen Geschenken, Als der sich selbst uns 3 25 Durch seine Gnad und Wort. König hoch erhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort. 12. Nun Herr, du giebst uns reichlich, Wirst selbst drum arm und schwach; Du liebest unvergleichlich, Du jagst den Sündern nach: Drum wolln wir all in ein Die Stimmen hoch erschwin⸗ gen, Dir Hosianna singen Und ewig dankbar sein. Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. 33 3. 9 mir Gott's Güte preisen. 3. auchzet all, ihr Birr 9530 dieser Gna⸗ denzeit, Weil unser Heil ist kommen, Der Herr der Herr⸗ lichkeit; Zwar ohne stolze Pracht, Doch mächtig zu ver— heeren Und gänzlich zu zer⸗ stören Des Teufels Reich und Macht. 2. Er kommt zu uns ge⸗ ritten Auf einem CEselein, Und stellt sich in die Mitten Für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut; Er will allein erwerben Durch seinen Tod und Sterben, Was ewig währen thut. 3. Kein Scepter, keine Krone Sucht er auf dieser Welt; Im hohen Himmelsthrone Ist ihm ** sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht Und Maje⸗ stät verhüllen, Bis er des Vaters Willen Gehorsamlich vollbracht. 4. Ihr Mächtigen auf Er⸗ den, Nehmt diesen König an, Soll euch geraten werden. Er ist die rechte Bahn, Die zu dem Himmel führt. Sonst, wo ihr ihn verachtet Und nur nach Hoheit trachtet, Des Höchsten Zorn euch rührt. 5. Ihr Armen und Elenden In dieser bösen Zeit, Die ihr an allen Enden Voll Angst und Jammer seid, Seid den⸗ noch wohlgemut. Laßt eure Lieder klingen, Dem König zu lobsingen; Der ist eur höchstes Gut. 6. Er wird nun bald er⸗ scheinen In seiner Herrlich⸗ keit Und all eur Klag und Weinen Verwandeln ganz in Freud. Er ist, der helfen kann. Halt' eure Lampen fertig Und seid stets sein ge⸗ wärtig; Er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer, geb. 1606, st. 1673. Matth. 21, 1—9. 34. Wie soll ich dich em⸗ pfangen? Und wie begegn ich dir? O aller Welt Verlangen! O meiner Seelen Zier! O Jesu, Jesu, setze Mir selbst die Fackel bei, Damit, was dich ergötze, Mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Pal⸗ men Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Advent. 23 Ermuntern meinen Sinn; Mein Herze soll dir grünen In stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid, Als mir das Reich genommen, Da Fried und Freude lacht, Da bist du, mein Heil, kommen Und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Ban⸗ den, Du kommst und machst mich los; Ich stund in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß, Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie irdisch Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben Zu mir vom Him⸗ melszelt, Als das geliebte Lieben, Damit du alle Welt In ihren tausend Plagen Und großen Jammerlast, Die kein Mund kann aussagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, Du hochbetrübtes Heer, Bei denen Gram und Schmer⸗ ze Sich häuft je mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet Die Hülfe vor der Thür; Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht be⸗ mühen, Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet iehen Mit eures Armes acht. Er kommt, er kommt 24 Christi Ankunft. mit Willen, Ist voller Lieb und Lust, All Angst und Not zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht er⸗ schrecken Vor eurer Sünden⸗ schuld; Nein, Jesus will sie decken Mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern Zum Trost und wahren Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien Der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zer⸗ streuen In einem Augenblick. Er kommt, er kommt ein Kö⸗ nig, Dem wahrlich alle Feind Auf Erden viel zu wenig Zum Widerstande sind. 10. Er kommt zum Welt⸗ gerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht; Mit Gnad und süßem Lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und hol uns Wyaun Zum ewgen Licht und Wonne In deinen Freudensaal! Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 35. Warum willst du drau⸗ ßen stehen, Du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir ein⸗ zugehen, Wohlgefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, Hilf, o Heiland, meinem Herzen Von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, Welchen oftmals Tag und Nacht Des aumier starker Hammer Mir mit sei⸗ nen Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, Die —— Gottes Zorn und Grimm Also tief ins Herze schläget, Daß sich all mein Blut beweget. 3. Dazu kommt des Teu⸗ fels Trügen, Der mir alle Gnad absagt, Als müßt ich nun ewig liegen In der Höl⸗ len, die ihn plagt. Ja, Ser⸗ was noch ärger ist, So martert und Gowine Mich mein eigenes Gewissen Mi vergiften Schlangenbissen. 4. Will ich dann mein Elend lindern Und erleichtern meine Not Bei der Welt und ihren Kindern, Fall ich vollends in den Kot; Da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, Gute Freun⸗ de, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig, Nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Ho⸗ heit, die ist flüchtig; Hab ich Reichtum, was ists mehr, Als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ist, das mich heut erfreue, Das mich mor⸗ gen nicht gereue? 6. Aller Trost und alle Freude Ruht in dir, Herr Fesu Christ. Dein Erfreuen ist die Weide, Da man sich recht fröhlich ißt. Leuchte mir, o Freudenlicht, Che mir mein Herze bricht. Laß mich, ie mir Advent. 25⁵ Herr, an dir erquicken; Jesu, komm, laß dich erblicken. 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, Jetzo kommt und zeucht er ein. Sein Gang ist zu dir gekehret, Heiß ihn nur willkommen sein Und bereite dich ihm zu, Gieb dich ganz zu seiner Ruh: Offne dein Gemüt und Seele, Klag ihm, was dich drückt und quäle. 8. Was du Böses hast be⸗ gangen, Das ist alles abge⸗ schafft. Gottes Liebe nimmt efangen Deiner Sünden acht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, Und was Böses in der Welt Sich will wider dich erregen, Wird zu lauter Glück und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, Was dir bös und schädlich scheint, Weil dich Christus angenommen Und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nun wieder treu, Ists gewiß und bleibt dabei, Daß du mit den En⸗ geln droben Ihn dort ewig werdest loben. paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 36. Hosianna! Davids Sohn Kommt in Zion ein⸗ Kheonn Ach bereitet ihm den ron, Setzt ihm tausend Chrenbogen Streuet Pal⸗ men, machet Bahn, Daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna! sei gegrüßt! gegen. Unser Herz ist schon erüst, Will sich dir zu Füßen egen. Zeuch zu unsern Tho⸗ ren ein; Du solls uns will⸗ kommen sein. 3. Hosianna! Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, Das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, Und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, Wir sind deine Reichsgenossen, Die du dir erwählet hast. Ach, so laß uns unverdrossen Deinem Scepter dienstbar sein; Herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! komme bald, Laß uns deine Sanftmut küssen. Wollte gleich die Knechtsgestalt Deine Majestät verschließen, Ei, so kennet 315 schon Gottes und auch avids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei! O Herr, hilf, laß wohlgelin⸗ gen, Daß wir ohne Heuchelei Dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, Der dir nicht. gehorchen kann. 7. Hosianna! laß uns hier An den Olberg dich begleiten, Bis wir einstens für und für Dir ein Psalmenlied bereiten. Dort ist unser Bethphage: Hosianna in der Höh! 8. Hosianna nah und fern! Eile bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, Wa⸗ rum willst du draußen stehen? Hosianna! bist du da? Ja, Komm, wir gehen dir ent⸗ du kommst! Halleluja! Henj. Schmolch, geb. 1672. st. 1737. 26 Christi Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ꝛc. „Dein Mittler kommt; auf, blöde Seele, Die Mosis Fluch und Donner schreckt, Die in der bangen Trauer⸗ höhle In Fesseln trüber Schwermut steckt. Der Fluch vergeht, die Bande springen, Es reißen Satans feste Creuit Ver Die den gefangnen Geist beklemmt; Du kannst nun Heil und Freiheit hoffen, Gott ist versöhnt, sein Schoß steht offen: Dein gnaden⸗ voller Mittler kömmt. 2. Dein Lehrer kommt; laß deine Ohren Auf seinen Mund gerichtet sein. Er zeigt den Weg, den du ver⸗ loren, Er flößt dir Licht und Wahrheit ein; Was unter dunkeln Schatten stecket, Das hat dir dein Prophet ent⸗ decket, Er hat das Reich der Nacht gehemmt. Er thut dir kund des Vaters Willen, Er giebt dir Kraft, ihn zu erfüllen: Dein weisheits⸗ reicher Lehrer kömmt. 3. Dein König kommt, doch ohne Prangen, Sein Auf⸗39 zug ist an Armut reich. Auf, deinen Fürsten zu empfangen, Der dir an tiefster Schwach⸗ heit gleich! Komm, Hand und Scepter dem zu küssen, Der dich wird so zu schützen wissen, Daß dich kein Angst⸗ strom überschwemmt. Thu wie getreue Unterthanen, Komm her und schwör zu seinen Fahnen: Dein längst⸗ Ankunft. 4. Dein Alles kommt, dich zu umfangen; Dein A und ist vor der Thür. Wer kann dies höchste Gut er⸗ langen, Vertauschet gern die Welt dafür. So greif denn zu mit beiden Händen, Da dich, mein Geist, von allen Enden Ein solches Gnaden⸗ meer umströmt. Nimm weg den Damm, thu auf die Thüren, Laß dich zu nehmen willig spüren: armes Nichts, dein Alles kömmt. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693, st. 1755. Mel. Heilig ist Gott der Vater. „Dein Köni kommt, o Zion, Er kehret bei dir ein; Auf, lasset uns ihm Palmen streun! Sanftmütig kommt er in sein Reich. Jauchzt ihm, alle Lande, freuet euch! 1˙ in der Hurgt Der herr ist da, Halleluja! Prei⸗ set seinen Namen! Hosianna! Amen! Amen! Fr. Ad. Arummacher, g. 1768, st. 1845. Mel. Ach Jesu, meiner Seelen Freude „Dein König kommt in niedern Hüllen Sanftmütig, auf der Es'lin Füllen: Em⸗ fang ihn froh, Jerusalem. Trag ihm entgegen Friedens⸗ weige, Bestreu mit Maien omte Steige, So ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Inge Gewaltger Käm⸗ pfer ohne Speere, O Friedens⸗ fürst von großer Macht! Oft verlangter König kömmt. el. el wollten dir der Erde Herren it, dich A und Wer ut er⸗ ern die f denn „ Da allen naden⸗ m weg uf die iehmen armes umt. st. 1755. Vater. umt, o ir ein; zalmen kommt Jauchzt t euch! el Der Prei⸗ ianna! st. 1845. Freude umt in mütig, : Em⸗ isalem. iedens⸗ Maien 8 dem errscher r Käm⸗ iedens⸗ )t! Oft Herren Den Weg zu deinem Throne sperren; Doch du gewannst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, Doch alle Erden⸗ reiche werden Dem, das du gründest, unterthan. Bewaff⸗ net mit des Glaubens Wor⸗ ten, Zieht deine Schar nach den vier Orten Der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest her⸗ gezogen, Da ebnen sich des Meeres Wogen, Es schweigt der Sturm von dir bedroht. Du kommst, auf den empör⸗ ten Triften Des Lebens neuen Das neue Kirchenjahr. Bund zu stiften, Und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, O komme du auch jetzt aufs neue Zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hieniedenKommst, zu erneuen deinen Frieden, Dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, Die Macht der Finsternis erliegen, Und lösch der Zwietracht Glimmen aus, Daß wir, die Völker und die Thronen, Vereint als Brüder wieder wohnen In deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert, geb. 1789, st. 1866. Das neue Kirchenjahr. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 40. Nun kommt das neue Kirchenjahr, Des freut sich alle Christenschar; Dein Kö⸗ nig kommt, drum freue dich, Du wertes Zion, ewiglich. Halleluja! 2. Wir hören noch das Gnadenwort Von Anfang wieder fort und fort, Das uns den Weg zum Leben weist: Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, Die unsern Glauben stets vermehrt, Laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja! Joh. Olearius, geb. 1611, st. 1684. Mel. Nun freut euch, lieben ꝛc. 41. Gottlob, ein neues Kirchenjahr Macht uns die große Treue Des ewgen Got⸗ tes offenbar; Und nun will er aufs neue Den alten hoch⸗ beschwornen Bund, Den ein⸗ zig festen Glaubensgrund Durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm Dem bhöch⸗ sten Herrn zu singen! Dein königliches Priestertum Muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort Die Christenheit und diesen Ort Zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld Des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, Die wir auf uns geladen, Nimmt unsern eignen Ruhm dahin; Denn sie bewies den alten Sinn, Noch stets mit neuen Sünden. 28 4. Ach Herr, gieb uns den neuen Geist Und mach uns durch die Güte, Die sich an uns aufs neu erweist, Er⸗ neuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh uns an, Der dir allein gefallen kann In seinem ganzen Leben. 5. Hierzu erhalt uns, Herr, dein Wort, Samt Tauf und Abendmahle, So wandern wir mit Freuden fort In diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, Laß Kirche, Schul, Tauf und Al⸗ tar Uns deine Wege zeigen. Christi Geburt. 6. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist Zu reiner Lehr und Leben, Dein Wort, das Got⸗ tes Weide heißt, Der Herde rein zu geben. Laß alle Hö⸗ rer Thäter sein, Damit kein heuchlerischer Schein Des Glaubens Kraft verleugne. 7. So halten und vollenden wir Das Kirchenjahr auf Er⸗ den; Dabei befehlen wir es dir, Wie wir es enden wer⸗ den. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; Kommt aber einst die Ewigkeit, Dann wird sie triumphieren. Heinr. Korn. Hecker, geb. 1699, st. 1743. IV. Christi Geburt; Weihnachten. 42. Dank sagn wir alle Gott, unserm Herrn Christo, Der uns mit seinem Wort Hat erleuchtet Und uns er⸗ löst hat Mit seinem Blute Von des Teufels Gwalt. 2. Dank sagn wir alle Gott, unserm Herrn Christo, Der uns mit seinem Wort 700 erleuchtet Und uns er⸗ öst hat Mit seinem Blute Von des Teufels Gwalt. 3. Den solln wir alle Mit seinen Engeln lobn mit Schalle, Singen: Preis sei Gott in der Höhe! (Grates nune omnes reddamus, von Rottzer Balbulus, st. 912; deutsch von Erasm. Alberus, st. 1553.) 43. Nun singet und seid froh, Jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne Liegt in der Krippen bloß Und leuchtet als die Sonne In seiner Mutter Schoß. Du bist A und O! Du bist A und O! 2. Sohn Gottes in der Höh, Nach dir ist mir so weh! Tröst mir mein Ge⸗ müte, O Kindlein zart und rein, Durch alle deine Güte, O liebstes Jesulein! Zeuch mich hin nach dir, Zeuch mich hin nach dir! 3. Groß ist des Vaters Huld, Der Sohn tilgt unsre Schuld. Wir waren all ver⸗ dorben Durch Sünd und Eitelkeit; So hat er uns er⸗ worben Die ewge Himmels⸗ freud. Eia, wärn wir da! Eia, wärn wir da! 4. Wo ist der Freuden Ort? Nirgends mehr denn dort, n Kraft hr und Herde Herde lle Hö⸗ nit kein Des ugne. lenden auf Er⸗ wir es m wer⸗ Kirche nt aber Dann „st. 1743. na bloß Sonne oß. Du bist A n Ort? dort, * Weihnachten. 29 Da die Engel singen Samt den Heiligen all, Und die Psalmen klingen Im hohen Himmelssaal. Eia, wärn wir da! Eia, wärn wir da! Uach Peter v. Dresden, st. 1440. 44. Ein Kindelein so löbe⸗ lich Ist uns geboren heute Von einer Jungfrau säuber⸗ lich, Zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kind⸗ lein nicht geborn, So wärn wir allzumal verlorn; Das Heil ist unser aller. Ei, du süßer Jesu Christ, Der du Mensch geboren bist, Behüt uns vor der Hölle! 2. Der Tag der ist so freu⸗ denreich, Zu loben Gottes Namen: Daß Christus von dem Himmelreich Auf Erden zu uns kommen. Groß ist die Demut, Huld und Gnad, Die Gott vom Himmel bei uns that: Ein Knecht ist er hie worden, In allem, do ohn Sünd, uns gleich, Da⸗ durch wir ewig werden reich; Trug unsre Sündenbürde. 3. Wohl dem, der dieses Glaubens ist, Mit ganzem Herzen trauet; Dem wird die Seligkeit gewiß. Wohl dem, der darauf bauet, Daß Christus hat genug gethan Für uns, darum er aus⸗ gegang'n Von Gott, dem ewgen Vater. O welche große Wunderthat! Christus trägt unsre Missethat! Und stillet unsern Hader! 4. Des dank ihm alle Chri⸗ stenheit Für solche große Güte, Und bitte sein Barmherzig⸗ keit, Daß er uns fort behüte Vor falscher Lehr und bösem Wahn, Der unsern Seelen schaden kann; Er woll all Schuld vergeben. Gott, Vater, Sohn und heilger Geist, Wir bitten von dir allermeist, Laß uns in Frieden leben. (Dies est lætitis, von Adam v. St. Victor, st. 1177; deutsch im 14. Jahrh. Vers 1 v. Luther, V. 2—4 v. e. Unbek.) 45. Gelobet seist du, Jesu Christ, Daß du Mensch ge⸗ boren bist Von einer Jung⸗ frau, das ist wahr! Des freuet sich der Engel Schar. Kyrieleis! 2. Des ewgen Vaters einig Kind Jetzt man in der Krip⸗ pen findt, In unser armes Fleisch und Blut Verkleidet sich das ewge Gut. Kyrieleis! 3. Den aller Weltkreis nie ch beschloß, Der liegt in Marien Schoß; Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding erhält allein. Kyrieleis! 4. Das ewge Licht geht da herein, Giebt der Welt ein neuen ein; Es leucht' wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hier ward; Und führt uns aus dem Jammerthal, Er macht uns Erben in seinm Saal. Kyrieleis! é 6. Er ist auf Erden kommen 30 Christi arm, Daß er unser sich er⸗ barm Und in dem Himmel mache reich Und seinen lie⸗ ben Engeln gleich. Kyrieleis! 7. Das hat er alles uns gethan, Sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit Und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis! Martin Luther, geb. 1483, st. 1546. Luk. 2, 1—14. 46. Vom Himmel hoch da komm ich her, Ich bring euch gute neue Mär; Der guten Mär bring ich so viel, Da⸗ von ich sing'n und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn Von einer Jung⸗ frau auserkorn, Ein Kinde⸗ lein so zart und fein: Das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führn aus aller Not; Er will eur Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Se⸗ ligkeit, Die Gott der Vater hat bereit, Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zei⸗ chen recht, Die Krippen, Windelein so schlecht, Da findet ihr das Kind gelegt, Das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröh⸗ lich sein, Und mit den Hirten gahn hinein, Zu sehn, was Gott uns hat beschert, Mit Geburt. und sieh dort hin, Was liegt dort in dem Krippelein? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. 8. Bis“ willekomm, du ed⸗ ler Gast! Den Sünder nicht verschmähet hast, Und kommst ins Elend her zu mir, Wie soll ich immer danken dir.*Sei 9. Ach, Herr, du Schöpfer aller Ding, Wie bist du wor⸗ den so gering, Daß du da liegst auf dürrem Gras! O Liebe ohne Ziel und Maß! 10. Und wär die Welt viel⸗ mal so weit, Von Edelstein und Gold bereit, So wär sie dir doch viel zu klein, Zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seiden dein, Das ist grob Heu und Windelein, Darauf du König groß und reich Hanmetef als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, Die Wahrheit anzuzeigen mir, Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut Vor dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. 13. Ach, mein herzliebes Jesulein, Mach dir ein rein sanft Bettelein, Zu ruhen in meins Herzens Schrein, Daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, Zu rühmen, singen immer frei, So lang ich auf der Erde wohn, Mit Herzenslust den süßen Ton. 15. Lob, Ehr sei Gott im seinem lieben Sohn verehrt. höchsten Thron, Der uns 7. Merk auf, mein Herz, schenkt seinen eingen Sohn! söhn sich, 5. so re lein, Kraf ter] 3 liegt Wes 12 Es du ed⸗ nicht ömmst zie soll * Sei höpfer wor⸗ du da 81 O Maß! t viel⸗ elstein är sie „Zu n. id die grob arauf reich dein fallen zeigen tacht, nichts thut. liebes rein en in Daß . hlich nmer fder Slust t im uns ohn! Des freuet sich der Engel Schar Und singet uns solch neues Jahr. Martin Luther, geb. 1483, st. 1546. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 47. Da Christus geboren war, Freute sich der Engel Schar, Sungen diesen süßen Ton: Ehr sei Gott im höch⸗ sten Thron. Gottes Sohn ist Mensch geborn, Hat versöhnt seins Vaters Zorn: Freu sich, dem sein Sünd ist leid. 2. Die Hirten erschraken ganz Vor der Engel hellem Glanz, Hörten fröhlich neue Mär, Daß Christus geboren wär. Gottes Sohn ist Mensch geborn, Hat versöhnt seins Vaters Zorn: Freu sich, dem sein Sünd ist leid. 3. Sie suchten das Kinde⸗ lein, Eingehüllt in Windelein, Wie der Engel hat vermeldt, Welches trägt die ganze Welt, Gottes Sohn ist Mensch ge⸗ born, Hat versöhnt des Va⸗ ters Zorn: Freu sich, dem sein Sünd ist leid. 4. Sie funden das Kindlein zart Liegen in der Krippen hart Bei dem Vieh im fin⸗ stern Stall, Welchs die Stern erschaffen all. Gottes Sohn ist Mensch geborn, Hat ver⸗ söhnt seins Vaters Zorn: Freu sich, dem sein Sünd ist leid. 5. Aus der Mutter Brust so rein Nährte sich das Kinde⸗ lein, Das durch sein göttliche Kraft Allem Vieh sein Fut⸗ Weihnachten. ter schafft. Gottes Sohn ist Mensch geborn, Hat versöhnt seins Vaters Zorn: Freu sich, dem sein Sünd ist leid. 6. Solch große Barmher⸗ zigkeit Laßt uns preisen alle⸗ zeit In Gottsfurcht und Glauben rein, Mit Geduld gehorsam sein. Gottes Sohn ist Mensch geborn, Hat ver⸗ söhnt seins Vaters Zorn: Freu sich, dem sein Sünd ist leid. Mich. Weiß, st. um 1546. 48. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich, In seinem höch— sten Thron, Der heut auf⸗ schleußt sein Himmelreich Und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, Er liegt dort elend, nackt und bloß In ei⸗ nem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner Gwalt, Wird niedrig und gering, Und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, Der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mut⸗ ter Brust, Ihr Milch ist seine Speis, An dem die Engel sehn ihr Lust, Denn er ist Davids Reis; 5. Das aus sein'm Stamm entsprießen sollt In dieser letzten Zeit, Durch welchen Gott aufrichten wollt Sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an Und giebt uns in seins Vaters Reich Die klare Gottheit dran. 32 Christi Geburt. 7. Er wird ein Knecht und über Wonne, Christus ist ich ein Herr: Das mag ein die Gnadensonne. Wechsel sein! Wie könnt es doch sein freundlicher, Das Herzens⸗Jesulein! 8. Heut schleußt er wieder 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder Fort und fort in Gnaden an; Schenke, was man bitten kann, Zu erquik⸗ auf die Thür Zum schönen ken deine Bruder; Gieb der Paradeis; Der Cherub steht nicht mehr dafür: Gott sei Lob, Ehr und Preis! Nik. Hermann, st. 1561. 49. Freuet euch, ihr Chri⸗ sten alle, Freue sich, wer immer kann; Gott hat viel an uns gethan. Freuet euch mit großem Schalle, Daß er uns so hoch geacht, Sich mit uns befreundt gemacht. Freu⸗ de, Freude über Freude! Christus wehret allem Lei⸗ de! Wonne, Wonne über Wonne! Christus ist die Gnadensonne. 2. Siehe, siehe, meine Seele, Wie dein Heiland kommt zu dir, Brennt in Liebe für und für, Daß er in der Krippen⸗ höhle Harte lieget dir zu gut, Dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne! Christus ist die Gnadensonne. 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir Meine Seligkeit herrühr. O laß mich von dir nicht wanken; Nimm mich dir zu eigen hin, So empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne ganzen Christenschar Frieden und ein selig Jahr. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne, Chri⸗ stus ist die Gnadensonne. Christian Keymann, geb. 1607, st. 1662. 50. Ermuntre dich, mein schwacher Geist, Und trage groß Verlangen, Ein kleines Kind, das Vater heißt, Mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam Und menschlich Wesen an sich nahm, Dadurch die Welt mit Treuen Als seine Braut zu freien. 2. Willkommen, Herr und Bräutigam, Du König aller Ehren! Willkommen, Jesu, Gottes Lamm! Ich will dein Lob vermehren; Ich will dir all mein Leben lang Von Her⸗ zen sagen Preis und Dank, Daß du, da wir verloren, Für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, Dein Himmelreich zu lassen, Zu kommen in die Welt hinein, Da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, Dein König⸗ reich, die Freudenpracht, Ja dein erwünschtes Leben, Für solche Feind hingeben? istus ist ch deiner fort in ke, was u erquik⸗ Gieb der Frieden Freude, Christus Wonne, e, Chri⸗ sonne. 07, ft. 1662. ich, mein nd trage n kleines ißt, Mit en. Dies es kam man sich Welt mit Braut zu Herr und nig aller Desu, will dein will dir Von Her⸗ d Dank, verloren, geboren. vie konnt elreich zu die Welt enn Neid nutest du n König⸗ acht, Ja en, Für n? 4. Ist doch, Herr Jesu, deine Braut Ganz arm und voller Schanden; Doch hast du sie dir selbst vertraut Am Kreuz in Todesbanden. Liegt sie doch, da sie Gott verließ, In Fluch und Tod und Finster⸗ nis; Doch willst du ihretwegen Dein Scepter von dir legen! 5. Du Fürst und Herrscher dieser Welt, Du Friedenswie⸗ derbringer, Du kluger Rat und tapfrer Held, Du starker Höllenzwinger, Wie ist es möglich, daß du dich Ernie⸗ drigest so jämmerlich, Daß du im ärmsten Orden Der Menschen Mensch geworden? 6. O großes Werk, o Wun⸗ dermacht, Dergleichen nie ge⸗ funden! Du hast den Heiland hergebracht, Der alles über⸗ wunden; Du hast gebracht den starken Mann, Der Feur und Wolken zwingen kann, Vor dem die Dimnuecl zittern Und alle Berg erschüttern. 7. O liebes Kind, das Gott uns gab, Holdselig von Ge⸗ berden; Mein Bruder, den ich lieber hab Als alle Schätz auf Erden! Komm, Schön⸗ ster, in mein Herz hinein; Komm eilend, laß die Krip⸗ pen sein; Komm, komm, ich will beizeiten Dein Lager dir bereiten! 8. Sag an, mein Herzens⸗ bräutigam, Mein Hoffnung, reud und Leben, Mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, as soll ich dir doch geben? Ach, nimm von mir Leib, M. R. Gesangbuch. Weihnachten. 33 Seel und Geist, Ja alles, was Mensch ist und heißt; Ich will mich dir verschreiben, Dir ewig treu zu bleiben. 9. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, Sei dir von mir gesungen, Daß du mein Bruder worden bist Und hast die Welt bezwun⸗ gen. Hilf, daß ich deine Gü⸗ tigkeit Stets preis in dieser Gnadenzeit, Und mög hernach dort oben In Ewigkeit dich loben. Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. 51. Fröhlich soll mein Herze springen Dieser Zeit, Da vor Freud Alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Choren Alle Luft Laute ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, Der die Welt Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind Das verbindt Sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun kön⸗ nen hassen, Der uns giebt, Was er liebt Über alle Ma⸗ ßen? Gott giebt, unserm Leid u wehren, Seinen Sohn Aus dem Thron Seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein ge⸗ kehret, Der sein Reich Und zugleich Sich selbst uns ver⸗ ehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, Der jetzt kommt, Von uns nimmt, Was uns will betrüben? 5. Hätte vor der Menschen 3 3⁴ Christi Orden Unser Heil Einen Greul, Wär er nicht Mensch worden; Hätt er Lust zu un⸗ serm Schaden, Ei, so würd Unsre Bürd Er nicht auf sich laden. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden Wir gethan, Giebt sich an, Unser Lamm zu wer⸗ den; Unser Lamm, das für uns stirbet Und bei Gott Für den Tod Gnad und Fried er⸗ wirbet. 7. Nun, er liegt in seiner Krippen, Ruft zu sich Mich und dich, Spricht mit süßen Lippen: Lasset fahrn, o lie⸗ ben Brüder, Was euch quält; Was euch fehlt, Bring ich al⸗ les wieder! 8. Ei, so kommt und laßt uns laufen; Stellt euch ein, Groß und Klein, Kommt mit großen Haufen; Liebt den, der vor Liebe brennet; Schaut den Stern, Der uns gern Licht und Labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in großen Leiden, Sehet, hier Ist die Thür Zu den wahren Freu⸗ den. Faßt ihn wohl, er wird euch führen An den Ort, Da hinfort Euch kein Kreuz wird rühren. 10. Wer sich findt beschwert im Herzen, Wer empfindt Seine Sünd Und Gewissens⸗ schmerzen, Sei getrost, hier wird gefunden, Der in Eil Machet heil Die vergiften Wunden. 11. Die ihr arm seid und elende, Kommt herbei, Füllet Geburt. frei Eures Glaubens Hände. Hier sind alle guten Gaben Und das Gold, Da ihr sollt Euer Herz mit laben. 12. Süßes Heil, laß dich umfangen; Laß mich dir, Meine Zier, Unverrückt an⸗ Huis Du bist meines Le⸗ ens Leben; Nun kann ich Mich durch dich Wohl zufrie⸗ den geben. 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken, Denn du hast Meine Last All auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden; Ich bin gar Rein und klar Aller meiner Sünden. 14. Ich bin rein um deinet⸗ willen; Du giebst gnug Ehr und Schmuck, Mich drin ein⸗ zuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen; O mein Ruhm, Edle Blum, Laß dich recht ge⸗ nießen. 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren, Ich will dir Leben hier, Dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schwe⸗ ben Voller Freud Ohne Zeit Dort im andern Leben. paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 52. Ich steh an deiner Krip⸗ pen hier, O Jesu, du mein Leben; Ich stehe, bring und schenke dir, Was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut; nimm alles hin Und laß dirs wohlge⸗ fallen. 2. Du hast mit deiner Lieb zugebre und W das w bens i schön f 5. Wé‚ Kumm Trost mir zu Ich til trauers Bein? Dinge Schuld 6. Jc den an satt seh erfüllt Mein Adern und Ge⸗ blüte; Dein schöner Glanz, dein süßes Bild Liegt mir stets im Gemüte. Und wie mag es auch anders sein? Wie könnt ich dich, mein Herzelein, Aus meinem Her⸗ zen lassen? 3. Da 5 noch nicht geboren war, Da bist du mir geboren Und hast mich dir zu eigen gar, Eh ich dich kannt, erko⸗ ren. Eh ich durch deine Hand gemacht, Da hat dein Herze schon bedacht, Wie du mein wolltest werden. 4. Ich lag in tiefer Todes⸗ nacht: Du wurdest meine Sonne, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht Des Glau⸗ bens in mir zugericht, Wie schön sind deine Strahlen! 5. Wenn oft mein Herz vor Kummer weint Und keinen Trost kann finden, Rufst du mir zu: Ich bin dein Freund. 53 Ich tilge deine Sünden. Was trauerst du, mein Fleisch und Bein? Du sollst ja guter Dinge sein, Ich zahle deine Schulden. 6. Ich sehe dich mit Freu⸗ den an, Und kann mich nicht satt sehen; Und weil ich nun nicht weiter kann, So bleib ich sinnend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär Und meine Seel ein weites Meer, Daß ich dich möchte fassen! 7. Du fragst zwar nicht nach Weihnachten. 35 Lust der Welt, Noch nach des Leibes Freuden; Du hast dich bei uns eingestellt, An unsrer Statt zu leiden; Suchst mei⸗ ner Seelen Trost und Freud Durch dein selbsteignes Her⸗ zeleid. Das will ich dir nicht wehren. 8. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, Mein Heiland, nicht versagen, Daß ich dich möge für und für In, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein; Komm, komm und lege bei mir ein Dich und all deine Freuden! 9. Zwar sollt ich denken, wie gering Ich dich bewirten wer⸗ de; Du bist der Schöpfer al⸗ ler Ding, Ich bin nur Staub und Erde; Doch bist du ein so lieber Gast, Daß du noch nie verschmähet hast Den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Den die Hirten lobten sehre. „Kommt und laßt uns Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren, Sin⸗ et fröhlich, laßt euch hören, Wertes Volk der Christenheit! 2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen; Wir, die unser Run annehmen, Werfen allen ummer hin. 3. Sehet, was hat Gott ge⸗ geben! Seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben Aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. Seine Seel ist uns ge⸗ 3* 36 Christi Geburt. wogen; Lieb und Gunst hat ihn gezogen, Uns, die Sata⸗ nas betrogen, Zu besuchen aus der 38 5. Jakobs Stern ist aufge⸗ Verhan Stillt das sehnliche Verlangen, Bricht den Kopf der alten Schlangen Und zer⸗ stört der Höllen Reich. 6. Unser Kerker, da wir saßen, Und mit Sorgen ohne Maßen Uns das Herze schier zerfraßen, Ist entzwei, und wir sind frei. 7. O gebenedeite Stunde, Da wir das von Herzens⸗ runde Glauben und mit un⸗ sem Munde Danken dir, o Jesu Christ. 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, Sei uns freund⸗ lich, bring uns alle Dahin, da mit süßem Schalle Dich der Engel Heer erhöht. paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ꝛc. 54. Schaut, welch ein Wun⸗ der stellt sich dar! Die schwarze Nacht wird hell und klar; Ein großes Licht bricht dort her⸗ ein, Ihm weichet aller Sterne Schein. 2. Es ist ein rechtes Wun⸗ derlicht, Und gar die alte Sonne nicht, Weils wider die Natur die Nacht Zu ei⸗ nem hellen Tage macht. 3. O schauet hin! des Him⸗ mels Heer, Das bringt uns jetzt die Freudenmär, Wie sich nunmehr hab 92975 Zu Bethlehem das Heil der Welt. 4. O Gütigkeit! was lange Jahr Sich hat der frommen Väter Schar Gewünscht und sehnlich oft begehrt, Des wer⸗ den wir von Gott gewährt. 5. Schaut hin! dort liegt im finstern Stall, Des Herr⸗ schaft gehet überall. Das Wort, so bald im Anfang war Bei Gott, selbst Gott, das lieget dar. 6. Dies ist die rechte Freu⸗ denzeit. Weg Trauern, weg, weg alles Leid! Trotz dem, der ferner uns verhöhnt! Gott selbst ist Mensch: Wir sind versöhnt. 7. Der Sündenbüßer ist nun bm⸗ Den Schlangentreter ha⸗ en wir, Der Höllen Pest, des Todes Gift, Des Lebens Fürsten man hier trifft. 8. Es hat mit uns nun keine Not, Weil Sünde, Teufel, öll und Tod Zu Spott und chanden sind gemacht In dieser großen Wundernacht. 9. O selig, selig alle Welt, Die sich an dieses Kindlein hält! Wohl dem, der dieses recht erkennt Und gläubig sei⸗ nen Heiland nennt! 10. Es danke Gott, wer dan⸗ ken kann, Der unser sich so hoch nimmt an Und sendet aus des Himmels Thron Uns, seinen Feinden, seinen Sohn. 11. Drum stimmt an mit der Engel Heer: Gott in der Höhe nun sei Ehr, Auf Er⸗ den Friede jederzeit, Den Men⸗ schen Wonn und Fröhlichkeit. paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. V 55. manug Gnada blum Jungf Herrn 2. W 3 lange ommen cht und es wer⸗ vährt. t liegt Herr⸗ Das Unfang Gott, Freu⸗ , weg, dem, höhnt! Wir ist nun ter ha⸗ Pest, Lebens t. dieses ig sei⸗ 4 dan⸗ sich so sendet Uns, Sohn. ummit in der if Er⸗ Men⸗ ichkeit. t. 1676. * Mel. Vom Himmel hoch, da komm ꝛc. 55. Wir singen dir, Im⸗ manuel, Du Lebensfürst und Gnadenquell, Du Rern, Du blum und Morgenstern, Du Jungfrausohn, Herr aller Herrn.. 2. Wir singen dir mit deinem Drei Aus aller Kraft Lob, reis und Ehr, Daß du, o lang gewünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, Hat so manch Herz nach dir gewacht; Dich hat gehofft so lange Jahr Der Väter und Propheten Schar. 4. Ach, daß der Herr aus Zion käm Und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hülfe 429— herein, So würde Jakob fröhlich sein! 5. Nun, du bist hier; da lie⸗ est du, Hältst in dem Kripp⸗ lein deine Ruh; Bist klein, und machst doch alles groß, Bekleidst die Welt und kommst doch bloß. 6. Du kehrst in fremder Hau⸗ sung ein, Und sind doch alle Himmel dein: Trinkst Milch aus einer Menschenbrust, Und bist doch aller Engel Lust. 7. Du hast dem Meer sein Wil gesteckt, Und wirst mit Windeln zugedeckt; Bist Gott, und liegst auf Heu und Stroh; Wirst Mensch, und bist doch A und O. 8. Du bist der Ursprung al⸗ ler Freud, Und duldest so viel Herzeleid; Bist aller Heiden Weihnachten. 37 Trost und Licht, Suchst selber Trost und findst ihn nicht. 9. Du bist der süßte Men⸗ schenfreund, Doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Herz hält dich für Greul, Und bist doch nichts als lau⸗ ter Heil. 10. Ich aber, dein geringster Knecht, Ich sag es frei und mein es recht: Sch liebe dich; doch nicht so viel, Als ich dich gerne lieben will. 11. Der Will ist da, die Kraft ist klein; Doch wird dir nicht zuwider sein Mein ar⸗ mes Herz; und was es kann, Wirst du in Gnaden neh⸗ men an. 12. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, Erwähltest, was die Welt veracht; Warst arm und dürftig, nahmst vor⸗ lieb Da, wo der Mangel dich hintrieb. 13. Du schliefst ja auf der Erde Schoß, So war dein Kripplein auch nicht groß; Der Stall, das Heu, das dich umfing, War alles schlecht und sehr gering. 14. Darum so 21 ich gu⸗ ten Mut, Du wirst auch hal⸗ ten mich für gut. O Jesu Christ, dein frommer Sinn Macht, daß ich so voll Tro⸗ stes bin. 15. Bin ich gleich sünd⸗ und lastervoll, Hab ich gelebt nicht, wie ich soll; Ei, kommst du doch deswegen her, Daß sich der Sünder zu dir kehr. ich dich nun 16. So fa 38 Christi Geburt. ohne Scheu; Du machst mich alles Jammers frei; Du trägst den Zorn, du würgst den Tod, Verkehrst in Freud all Angst und Not. 17. Du bist mein 99 Demn hinwiederum Bin ich dein Glied und Eigentum, Und will, so viel dein Geist mir giebt, Stets dienen dir, wie dirs beliebt. 18. Ich will dein Halleluja hier Mit Freuden singen für und für, Und dort in deinem Ehrensaal Solls schallen ohne Zeit und Zahl. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 56.) Dies ist die Nacht, da mir erschienen Des großen Gottes Freundlichkeit. Das Kind, dem alle Engel dienen, Bringt Licht in meine Dun⸗ kelheit; Und dieses Welt⸗ und Himmelslicht Weicht hundert⸗ tausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gnadenschein. Der Glanz in dieser kleinen Höhle Streckt sich in alle Welt hinein; Er treibet weg der Hölle Macht, Der Sünden und des Kreu⸗ zes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der kla⸗ ren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, Vielleicht noch in gar kurzer Zeit, Wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß mir indessen helle scheinen Dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht. Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen die⸗ sen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum Jesu, schöne Weih⸗ nachtssonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst; Dein Licht sei meine Weihnachtswonne Und lehre mich die Weih⸗ nachtskunst: Wie ich im Lichte wandeln soll Und sei des Weihnachtsglanzes voll. K. Fr. Nachtenhöfer, geb. 1624, st. 1685. Mel. Mein Freund zerschmelzt ꝛc. 57. O Liebe, die den Him⸗ mel hat zerrissen, Die sich zu mir ins Elend niederließ, Was für ein Trieb hat dich bewe⸗ gen müssen, Der dich zu mir ins Jammerthal verwies? Die Liebe hat es selbst ge⸗ than, Sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, Daß du für mich das größte Wunder thust; Die Liebe macht dir meinet⸗ wegen Schmerzen, Daß mir u gut du unter Dornen ruhst. 5 unerhörter Liebesgrad, Der selbst des Vaters Fleisch gesenket hat! 3. Die Liebe ist mein Anver⸗ wandter worden, Mein Bru⸗ der ist selbst die keit. Die Gottheit selbst lebt nun in meinem Orden, Die Ewigkeit vermählt sich mit ort ins der Z ist Me der He wir v 4. Mensa Reinig bracht der G Da sis angelg n helle ns⸗ und t Gott meinen, Sonne zen die⸗ u nicht der Zeit. Das Leben selbst ist Mensch geborn, Der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgesöhnet, Die Reinigkeit der Seelen wieder⸗ bracht; Sie wird als Braut der Gottheit nun gekrönet, Da sie der Himmel selbst so angelacht. Die Menschheit wird nun ganz erneut Und als ein reiner Thron der Gott⸗ heit eingeweiht. 5. Die Weisheit spielt nun wieder auf der Erden, Da⸗ durch das Paradies im Men⸗ schen grünt. Nun können wir 8 aus Gott geboren werden, Weil die Geburt des Herren dazu dient. Die neugeborne Seele spürt, Daß sie ein and⸗ rer Geist aus ihrem Ursprung rührt. 6. Kein Elend kann nun un⸗ serm Herzen schaden, Imma⸗ nuel ist bei uns in der Not; Ich gehe nur zu ihm, dem Quell der Gnaden, So dient mir selbst das Elend und der Tod. Der Jammer hängt mir nur noch an, Der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, Weil sie in Christo selbst ver⸗ dammet ist. Was schaden nun der Seele ihre Flam⸗ men, Weil Christi Blut und Wasser auf mich fließt? Im⸗ manuel löscht ihren Trieb; Weihnachten. 39 Er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Ein ewges Leben hab ich nun gefunden, Viel Reichtum, Ehr und Wonne schenkt er mir; Ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, Den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, Weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geist, ver⸗ giß die Trauerlieder, Erfreue dich in seiner Liebesmacht! Des Himmels Kraft und Glanz bestraͤhlt dich wieder, Und der Verlust ist völlig wiederbracht. ewig, ewig wohl ist mir, Daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür. Christ. Friedr. Richter, g. 1677, st. 1711. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ꝛc. 8. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd in aller Welt gedacht; Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, Bis daß die Zeit er⸗ füllet ward: Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still: Er betet an und er ermißt, Daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt; Nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, Er⸗ 40 Christi Name. scheinst im Fleisch, wirst un⸗ 8. Durch eines Sünde fiel ser Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir. Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern. Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch ge⸗ boren wirst, Immanuel und Friedefürst, Auf den die Vä⸗ ter hoffend sahn, Dich, Gott, Messias, bet ich an. 7. Du unser Heil und höch⸗ stes Gut, Vereinest dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. die Welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zag ich nun, wenn der mich schützt, Der in des Vaters Schoße sitzt? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der hei⸗ ligsten Geburt; Und Erde, die ihn heute sieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. Chr. Fürchteg. Gellert, g. 17 15, st. 1769. V. Christi Name; Neujahr. Mel. Herr Jesu Christ, meins ꝛc. 9. Das alte Jahr ver⸗ gangen ist. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du uns in so großer G'fahr Be⸗ wahret hast so manches Jahr. 2. Wir bitten dich, ewigen Sohn Des Vaters in dem höchsten Thron, Du wollst dein arme Christenheit Be⸗ wahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, Der Seelen ein⸗ gen Trost und Hort. Vor Un⸗ glaub und Abgötterei Behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Darneben gieb uns Fried und Ruh, Und was uns nö⸗ tig ist darzu; Durch deine 60 starke Gnadenhand Beschütze uns und unser Land. 5. All Sünd und Schwach⸗ heit uns verzeih, Ein gut Gewissen stets verleih. Gieb, daß wir deines Namens Ehr Ausbreiten immer mehr und mehr. 6. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, Uns abzufordern aus der Welt, So gieb ein selig Ende hier, Daß wir dort ewig sein bei dir. 7. O Jesu Christ, erbarme dich, Hör unsre Bitte gnädig⸗ lich: Durch dein Verdienst, durch deinen Tod Erlöse uns aus aller Not. V. 1 u. 2 Ih. Steuerlein, geb. 1546, st. 1613. V. 3 Jak. Capp, um 1620. Mel. Vater unser im Himmelreich „Nun treten wir ins neue Jahr: Herr Jesu Christ, uns auch bewahr; Gieb Gnad, daß wir dies ganze Jahr r; bringen mögen ohn Gefahr; nde fiel ists, der ich nun, Der in itzt? die ihr der hei⸗ rde, die m, dem . g, den verd in preise, ist Im m ist. st. 1769. Gieb, 18 Ehr r und „Herr, n aus selig dort barme nädig⸗ dienst, e uns . 1546, n 1620. Lreich rins hrist, Znad, r rz fahr; * Gieb Glück und Heil, gieb Fried und Ruh, Hernach die Seligkeit dazu. Nach G. Werner, st. 1671. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 61. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen, Laß das neue Jahr eht an; Laß es neue Kräfte bringen, Daß aufs neu ich wandeln kann. Laß mich dir befohlen sein, Auch daneben all das Mein. Neues Glück 62 und neues Leben Wollst du mir aus Gnaden geben. 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, Zu erkennen meine Sünd; Hilf, daß sie mir nim⸗ mer schade, Sondern bald Ver⸗ zeihung find. Auch durch deine Gnad verleih, Daß ich herz⸗ lich sie bereu, Herr, vor dir; denn du, mein Leben Kannst die Sünde mir vergeben. 3. Tröste mich mit deiner Liebe, Nimm, o Gott, mein Flehen hin, Weil ich mich oft sehr betrübe Und voll Angst und Zagen bin. Wenn 0 gleich schlaf oder wach, Sie du, Herr, auf meine Sach; Stärke mich in meinen Nö⸗ ten, Daß mich Sünd und Tod nicht töten. 4. Herr, du wollest Gnade eben, Daß dies Jahr mir heilig sei Und ich christlich könne leben, Ohne Trug und Heuchelei, Ich auch meinen Nächsten lieb Und denselben nicht betrüb, Damit ich all⸗ hier auf Erden Fromm und selig möge werden. Neujahr. 41 5. Jesu, laß mich fröhlich en⸗ den Dieses angefangne Jahr: Trage mich auf deinen Hän⸗ den, Halte bei mir in Gefahr; Steh mir bei in aller Not, Auch verlaß mich nicht im Tod. Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt verlassen. J. Rist, geb. 1607, st. 1667. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren Nun laßt uns gehn und treten Mit Singen und mit Beten Zum Herrn, der unserm Leben Bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wan⸗ dern Von einem Jahr zum andern; Wir leben und gedei⸗ hen Vom alten zu dem neuen. 3. Durch so viel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch Zagen, Durch Krieg und große Schrecken, Die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern In schweren Unge⸗ wittern Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß bewahret werden: 5. Also auch und nichts minder Läßt Gott ihm seine Kinder, Wenn Not und Trüb⸗ sal blitzen, In seinem Schoße sitzen. 6. Ach, Hüter unsers Lebens, Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm Thun und Machen, Wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue! Lob 42 Christi sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, O Vater, und bleib mitten In unserm Kreuz und Leiden Ein Brunnen 47 rer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß I die Jammer⸗ pforten, Und laß an allen Or⸗ ten Auf so viel Blutvergießen Die Friedensströme fließen. 11. Sprich deinen milden Se⸗ gen Zu allen unsern Wegen; Laß Großen und auch Kleinen Die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlassnen Va⸗ ter, Der Irrenden Berater, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kran⸗ ken, Gieb fröhliche Gedanken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das Meiste, Füll uns mit deinem Geiste, Der uns hier herrlich ziere Und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du ge⸗ ben, O meines Lebens Leben, Mir und der Christen Schare Zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Luk. 2, 21. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 3. Jesus ist der schönste Nam Aller, die vom Himmel kommen, Huldreich, prächtig, tugendsam, Den Gott selber angenommen. Seiner großen Name. Lieblichkeit Gleicht kein Name weit und breit. 2. Jesus ist das Heil der Welt, Meine Arznei für die Sünden. Jesus ist ein starker Held, Unsre Feind zu über⸗ winden. Wo nur Jesus wird geehrt, Wird des Teufels Reich zerstört. 3. Jesus ist es nur allein, Der Gesundheit giebt und Le⸗ ben. Jesus hilft von aller Pein, Die den Menschen kann umgeben. Schließe Jesum nur ins Herz, So verliert sich al⸗ ler Schmerz. 4. Jesus ist mein ewger Schatz Und ein Abgrund al⸗ les Guten. Jesus ist ein Freu⸗ denplatz Voller süßer Him⸗ melsfluten. Jesus ist ein küh⸗ ler Tau, Der erfrischt des Herzens Au. 5. Jesus ist der süße Bronn, Der die Seelen recht erquicket. Jesus ist die ewge Sonn, Deren Strahl uns ganz ent⸗ zücket. Willst du froh und freudig sein, Laß ihn nur zu dir hinein. 6. Jesus ist der liebste Ton, Den mir alle Welt kann sin⸗ gen; Ja, ich bin im Himmel schon, Wenn ich Jesum hör erklingen. Jesus ist meins Her⸗ zens Freud, Meine ewge Se⸗ ligkeit. 7. Jesus ist mein Himmels⸗ brot, Das mir schmeckt, wie ichs begehre. Er erhält mich vor dem Tod, Stärkt mich, daß ich ewig währe. Honig traurig soll al Name Joh. Mel. 64. lichkeit, tage, J seiner wiederr elent gelegt und Ki 2. He Die n Ermüd wir no⸗ unsers jetzo gr du 25 ethan 2 V neu J gen, Da sir Da ist aller) dein sichern ist er mir im Mund, Bal⸗ sam, wenn ich bin verwundt. 8. Jesus ist der Lebensbaum, Voller edler Tugendfrüchte. Wenn er findt im Herzen Raum, Wird das Unkraut ganz zu nichte. Alles Gift und Unheil weicht, Das sein Schatten nur erreicht. 9. Jesus ist das höchste Gut In dem Igram und auf Er⸗ den. Jesu Name macht mir Mut, Daß ich nicht kann traurig werden. Jesu Name soll allein Mir der liebste Name sein. Joh. Scheffler, geb. 1624, st. 1677. Mel. O Gott, du frommer Gott. 64. Ein Jahr der Sterb⸗ lichkeit, Der kurzen Lebens⸗ tage, Ist abermal dahin Mit seiner Lust und Plage, Und wiederum ein Teil Von unsrer Pilgerschaft Nunmehr zurück⸗ gelegt Durch Gottes Schutz und Kraft. 2. Herr, deine Güte machts, Die niemals uns zu lieben Ermüdet, noch vergißt, Daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank Denn jetzo gnädig an Für das, was du an uns In diesem Jahr gethan. 3. Wir schließen uns aufs neu In dein so treues Sor⸗ gen, In dein Erbarmen ein: Da sind wir wohl geborgen, Da ist das feste Schloß Vor aller Feinde Trutz, Da läuft dein Häuflein hin Und findet sichern Schutz. Neujahr. 43 4. Gieb mit dem neuen Jahr Uns neue Stärk im Glauben; Laß uns den alten Grund Der Wahrheit niemals rau⸗ ben. Erneure Herz und Sinn, Und das gegönnte Licht Des ewig wahren Worts Erlösche bei uns nicht. 5. Entzünde neue Lieb Und Sanftmut in uns allen; Und sollt uns dieses Jahr Auch neue Not befallen, So stärke die Geduld Und mache deine Treu, O Vater, über uns Mit jedem Tage neu. 6. Gieb, daß wir mehr und mehr Den alten Menschen tö⸗ ten. Verleih an Seel und Leib, Was jedem ist vonnöten; Und laß uns, Herr, mit dem, Was deine Weisheit thut, Stets wohl zufrieden sein: Du machst doch alles gut. 7. Wem du auf dieses Jahr Von 2 Welt zu scheiden labe 9 0 ast festgesetzt, Iu laß auf dich mit Freuden Im Glauben selig hier Beschließen seinen Lauf, Und nimm in deine Hand Die Seele gnä⸗ dig auf. Henr. Kath. v. Gersdorf, g. 1650, st.1726. Mel. Mein Salomo, dein freundliches. 65. Der du bist A und O, Anfang und Ende, Der Herr der Zeit und auch der Ewig⸗ keit, Dem alles steht zu sei⸗ nem Dienst bereit: Zu dei⸗ nem Thron, Jehovah, ich mich Iabret Da diese Zeit ein neues Jahr uns bringt, Und Zion dir ein Halleluja singt. 44 Christi Name. 2. Gelobet sei, o Höchster, deine Liebe, Die sonderlich auch im verflossnen Jahr Mich armen Staub, der des un⸗ würdig war, So merklich spü⸗ ren lassen ihre Triebe. Ich stelle mich dafür in meinem Sinn Dir, großer Gott, selbst zum Dankopfer hin. 3. O denke nicht an der vergangnen Zeiten Gemachte viel und überhäufte Schuld; Laß deine Gnad und milde Vaterhuld Zu meinem Trost in Christo sie bespreiten. Was ich gelebet hab, das decke zu; Was ich noch leben soll, re⸗ giere du. 4. Erneure mich, der du machst alles neue; Das Alte laß von nun an untergehn, Laß Heiligkeit an dessen Stelle stehn; Die neue Kreatur dich stets erfreue. Der Geist aus dir verändre Sinn und Mut, Nur dich zu lieben als das P höchste Gut. 5. Die Zeit fleucht hin: laß mich auch von ihr fliehen. Die Ewigkeit rückt näher stets herbei: Gieb, daß ich ihr im Geist recht nahe sei; Laß mich als eilend stets von hinnen ziehen. Es müsse mir nie kommen aus dem Sinn, Daß ich hier fremd, ein Gast und Pilgrim bin. 6. Ach, lehre mich recht meine Tage zählen, Daß ich sie all aufs best anwenden mag. Hilf mir auch tragen ihre Last und Plag, So werd des rech⸗ ten Zwecks ich nicht verfeh⸗ len. Ich werd dereinst mit der erkauften Schar Bei dir begehn das große neue Jahr. J. A. Freylinghausen, g. 1670, st. 1739. Mel. Mein Herzens Jesu, meine Lust. 66. Der Heiland heißet Je⸗ sus Christ, Von Gott selbst so genennet, Der mir und dir, und wer es ist, Das große Heil gegönnet. Ach nimm es ungesäumet an; Es freue sich, wer immer kann, Des freu⸗ denvollen Namens. 2. Dies ist der Name, der uns bringt Vor Gott aufs neu zu Ehren, Der, wie der Chor der Engel singt, Uns Freude kann bescheren; Der uns in Fried und Freiheit setzt, Mit Gnad und Gaben uns ergötzt Und in den Him⸗ mel hebet. 3. Denn Jesus ists, der unsre Schuld Samt aller Straf und lagen— O unerhörte Lieb und Huld!— Hat willig wol⸗ len tragen. Er war gerecht und ließ doch sich Zur Sünde machen, daß du dich In ihm gerecht könntst nennen. 4. Er ist der rechte Josua, Der uns zur Ruhe bringet; Er als der Priester ist nun da, Dem es so wohl gelinget, Daß er des Herren Tempel baut, An welchem man ihn selber schaut Als festen Grund⸗ und Eckstein. 5. Drum ist in keinem an⸗ dern Heil, Ist auch kein Nam gegeben, Darin wir könnten nehmen teil An Seligkeit und Leben; einge Leben sei sei 6. O mir T kläret; liegt i Herz e es beg tes G Bleibt 7. Le Kraft Und 3 schafft breiter denno Last i ich se ist mit zei dir Jahr. st. 1739. ine Lust. ßet Je⸗ selbst nd dir, große mm es ue sich, 3freu⸗ ie, der t aufs vie der „Uns ˖; Der Freiheit Gaben n Him⸗ r unsre af und te Lieb ig wol⸗ gerecht Sünde In ihm Josua, ringet; ist nun elinget, Tempel an ihn Grund⸗ em an⸗ n Nam könnten eit und Leben; Nur Jesus ist der einge Mann, Der uns das Leben schenken kann! Gelobet sei sein Name! 6. O Name, werde doch in mir Durch Gottes Geist ver⸗ kläret; Denn was verborgen liegt in dir, Kein menschlich Herz erfähret. Vernunft kann es begreifen nicht; Ohn Got⸗ tes Glanz und Gnadenlicht Bleibt es unaufgeschlossen. 7. Laß mich empfinden deine Kraft Und innre Süßigkeiten; Und was dein Name Gutes schafft, Laß sich in mir aus⸗ breiten: So wird der Sün⸗ dennot gewehrt, So wird die Last in Lust verkehrt, So bin ich selig. Amen! J. X. Freylinghausen, g. 1670, st. 1739. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 67. Ach, wie laufen doch die Jahre, Wie verschwindet doch die Zeit! Und ich bleibe von der Bahre Noch bis diesen Tag befreit. Ich weiß wohl, o Lebenslicht, Daß ein Tag zum andern spricht: Alles, was von Adams Erben, Groß und Kleine, müssen sterben. 2. Doch du hast durch deine Güte, Großer Schöpfer, mich bewacht, Daß der Tod die Leibeshütte Noch nicht in das Grab gebracht. Ach, mich lässest du noch stehn, Da doch andre schlafen gehn Und gar viele schon begraben, Die noch nicht mein Alter haben. 3. Herr, ich bin ja zu ge⸗ ringe Dieser großen Gütigkeit. Neujahr. 4⁵ Wenn ich meine Rechnung bringe Der bisher genossnen Mut⸗ So entfällt mir aller Mut, Weil die Rechnung gar nicht gut. Wie viel Jahre sind verdorben, Da ich nicht der Welt gestorben! 4. Ach, daß ich dies wohl bedenke, Und auf Buße sei bedacht! Jesu, meine Schuld versenke, Die ich bis hieher gemacht. Lieber Vater, steh mir bei, Daß nur keine Heu⸗ chelei Sich in meinem Herzen finde, Wenn ich mich des un⸗ terwinde. 5. Willt du mich noch ferner lassen Hier in dieser bösen Welt, Ach, so hilf mir alles hassen, Was dem Geiste nicht gefällt. Stärke mich von dei⸗ ner Höh, So wird auch das größte Weh, Das mir oft zu schwer geschienen, Mir zu meinem Besten dienen. 6. Steh mir allezeit zur Rech⸗ ten, Herr du bist ja Sonn und Schild. Hilf uns, deinen armen Knechten, Wie und wo und wann du willt. Wenn die Tage böse sein, Ach, so ruf ins Herz hinein: Lernt euch in die Zeiten schicken, So wird alles heilsam glücken. 7. Endlich, wenn der Lauf zum Ende, So befehl ich mei⸗ nen Geist Dir in deine treuen Hände, Dir, der Gott und Vater heißt. Ach, ich freu mich schon darauf, Daß ich nach vollbrachtem Lauf Dort der Freude soll genießen, Wo sich keine Zeit wird schließen. 68. Herr Christ, der einge Gott'ssohn, Vaters in Ewig⸗ keit, Aus seinem Herz'n ent⸗ sprossen, Gleichwie geschrie⸗ ben steht: Er ist der Morgen⸗ sterne, Sein' Glanz streckt er so ferne, Vor andern Ster⸗ nen klar. 2. Für uns ein Mensch ge⸗ boren Im letzten Teil der Zeit, Der Mutter unverloren hr jungfräulich Keuschheit, Hat er den Tod zerbrochen, Den Himmel aufgeschlossen, Das Leben wiederbracht. 3. Laß uns in deiner Liebe Und Kenntnis nehmen zu, Daß wir im Glauben blei⸗ ben Und dienen im Geist so, Daß wir hie mögen schmecken Dein Süßigkeit im Herzen Und dürsten stets nach dir. 4. Du Schöpfer aller Dinge, Du väterliche Kraft, Regierst von End zu Ende Kräftig aus eigner Macht; Das Herz uns zu dir wende, Und kehr ab unsre Sinne, Daß sie nicht irrn von dir. 5. Ertöt uns durch dein Güte, Erweck uns durch dein Gnad; Den alten Menschen kränke, Daß der neu leben mag Und hab schon hie auf Erden Den Sinn und all Begierden Und G'danken, Herr, zu dir. Elisabeth Creutziger, st. 1558. Luk. 2, 29—32. 69. Mit Fried und Freud ich fahr dahin In Gottes Wille; Getrost ist mir mein VI. Christi Erscheinung; Epiphanias. Herz und Sinn, Sanft und stille, Wie Gott mir verheißen hat; Der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus wahr' Gottessohn, Der treue Hei⸗ land, Den du mich, Herr, Dele lassen schaun Und machst ekannt, Daß er uns das Le⸗ ben sei Und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vorge⸗ stellt Mit großen Gnaden, Zu seinem Reich die ganze Welt Heißen laden Durch dein teuer heilsam Wort, An allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selge Licht Für all die Heiden, Zu rleuchten, die dich kennen nicht, Und zu weiden; Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. M. Luther, geb. 1483, st. 1546. Mel. Unser Herrscher, unser König. 70. Werde Licht, du Stadt der Heiden, Und du, Salem, werde Licht; Schaue, welch ein Glanz mit Freuden Über deinem Haupt anbricht. Gott hat derer nicht vergessen, Die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit, die mußte weichen, Als dies Licht kam in die Welt, Dem kein andres ist zu gleichen, Welches alle Ding erhält. Die nach diesem Glanze sehen, Dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir ver⸗ blendet, Ehe noch dies Licht mußter es an rechten Glanz 6. Al Ist der Haben gen, M Weh Ee ul es üb 7. V und eißen schlaf vahr“ Hei⸗ Herr, Llachst 8 Le⸗ und orge⸗ „ Zu brach an! Ja, da hatte sich gewendet Schier vom Himmel jedermann. Unsre Augen und Gebärden Klebten einzig an der Erden. 4. Irdisch waren die Gedan⸗ ken, Thorheit hielt uns gar verstrickt, Satan macht uns schändlich wanken, Wahre Tu⸗ gend lag verrückt. Fleisch und Welt hatt uns betrogen Und vom Himmel abgezogen. 5. Gottes Rat war uns ver⸗ borgen, Seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, Jedem fehlt es an dem Licht, Das zum rechten Himmelsleben Seinen Glanz uns sollte geben. 6. Aber wie hervorgegangen Ist der Aufgang aus der Höh, Haben wir das Licht empfan⸗ en, Welches so viel Angst und eh Aus der Welt hinweg⸗ etrieben, Daß nichts Dunk⸗ les überblieben. 7. Jesu, reines Licht der Seelen, Du vertreibst die Fin⸗ sternis, Die in dieser Sünden⸗ höhlen Unsern Tritt macht ungewiß. Jesu, deine Lieb und Segen Leuchten uns auf unsern Wegen. 8. Dieses Licht läßt uns nicht wanken In der rechten Glau⸗ bensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, Daß du hast so wohl gethan Und uns die⸗ sen Schatz geschenket, Der zu deinem Reich uns lenket. 9. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, Daß wir dir zu jeder Zeit Durch geliebte Glau⸗ Epiphanias. 47 benswerke Folgen in Gerech⸗ tigkeit, Und hernach im Freu⸗ denleben Heller als die Sterne schweben. 10. Dein Erscheinung müss' erfüllen Mein Gemüt in aller Not; Dein Erscheinung müsse stillen Meine Seele auch im Tod. Herr, in Freuden und im Weinen Müsse mir dein Licht erscheinen. 11. Jesu, laß mich endlich gehen Freudig aus der bösen Welt, Dein so helles Licht zu sehen, Das mir dort schon ist bestellt, Wo wir sollen unter Kronen In der schönsten Klar⸗ heit wohnen. Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. Mel. Nun freut euch, liebenChristen ꝛc. 71. Gott Lob, mein Jesus macht mich rein Von allen meinen Sünden; Was er büßt, muß bezahlet sein. Nun kann mich nicht mehr binden Der Sünden Strick, des Teufels Macht; Mein Glaube Höll und Tod veracht, Weil Jesus ist mein Leben. 2. Was traur ich denn? Er lebt ja noch, Der das Gesetz erfüllet, Der durch den Tod und Kreuzesjoch Des Vaters Zorn gestillet. Was er hat, das ist alles mein. Wie könnt doch größrer Reichtum sein, Als den mir Jesus schenket! 3. Weil Jesus mich von Sünden rein Durch sein Ver⸗ dienst will machen, Daß ich, los aller Qual und Pein, Nicht fürcht des Todes Ra⸗ 48 Christi Erscheinung. chen: So tröst' mich seine Hei⸗ ligkeit. Sein Unschuld und Gerechtigkeit Ist mein Schatz und mein Leben. 4. So kann ich auch mit Fried und Freud, Wie Si⸗ meon, mein Leben Beschließen, frei von allem Leid, Mich mei⸗ nem Gott ergeben. Sobald ich schließ die Augen zu, So wird der Tod mein Schlaf und Ruh; Ich seh des Him⸗ mels Freude. 5. Wie werd ich dann so fröhlich sein, Wann ich die Welt verlasse, Durch Christi Blut von Sünden rein, Ge⸗ führt zur Lebensstraße; Wann ich, entnommen allem Leid, Erlanget hab die Seligkeit, Die mir mein Gott bereitet! 6. Lere Gott, daß ich sei stets bereit; Laß mich nichts von dir wenden, Laß mich in Glaubensheiligkeit Den Le⸗ benslauf vollenden. Komm bald, hilf mir aus aller Not; ilf mir, Herr, durch dein lut und Tod; Ja, komm, sch Herr Jesu! Amen! Joh. Olearius, geb. 1611, st. 1684. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, allzugl. 72. Auf, Seele, auf und säume nicht, Es bricht das Licht herfür; Der Wunder⸗ stern giebt dir Bericht, Der Held sei vor der Thür. 2. Geh weg aus deinem Vaterland, Zu suchen solchen Herrn; Laß deine Augen sein dern. Auf diesen Morgen⸗ tern. 3. Gieb acht auf diesen hel⸗ len Schein, Der dir aufgan⸗ gen ist; Er führet dich zum Kindelein, Das heißet Jesus Christ. 4. Er ist der Held aus Da⸗ vids Stamm, Die teure Sa⸗ ronsblum, Das rechte, echte Gotteslamm, Israels Preis und Ruhm. ½ 5. Drum höre, merke, sei be⸗ reit, Verlaß des Vaters Haus, Die Freundschaft, deine Eigen⸗ heit, Geh von dir selber aus.) 6. Und mache dich behende auf, Befreit von aller Last, Und laß nicht ab von deinem Lauf, Bis du dies Kindlein ast. 7. Halt dich im Glauben an das Wort, Das fest ist und gewiß; Das führet dich zum Lichte fort Aus aller Fin⸗ sternis. 8. O sinke du vor seinem Glanz In tiefste Demut ein Und laß dein Herz erleuchten ganz Von solchem Freuden⸗ ein. 9. Gieb dich ihm selbst zum Opfer dar Mit Geiste, Leib und Seel, Und singe mit der Engel Schar: Hier ist Im⸗ manuel. ½ 10. O wunderbare Süßig⸗ keit, Die dieser Anblick giebt Dem, dessen Herz dazu bereit Und dieses Kindlein liebt!: 11. Die Engel in des Him⸗ mels Saal, Die freuen sich darob; Die Kinder Gottes all⸗ 999. Die bringen hier ihr ob. 2, Frieder terland Mich. Mel. Ach erfahre ist, D Christ fenbare Schah a 2. 6 Weisen aufgeh steht; preisen cht echt 3. D boren, bald E Die in Seine In de 4. A gen sein U schein, nachja M. 2 sen hel⸗ aufgan⸗ ich zum t Jesus us Da⸗ lre Sa⸗ e, echte 3 Preis sei be⸗ 5 Haus, e Eigen⸗ aus.: behende er Last, deinem eindlein üben an ist und ich zum er Fin⸗ seinem nut ein leuchten sreuden⸗ bst zum te, Leib mit der ist Im⸗ ck giebt u bereit iebtl:, Him⸗ uen sich ttes all⸗ hier ihr 12. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, Wo man zum Le⸗ ben•0 Hier ist des Para⸗ dieses Pfort, Die wieder of⸗ fen steht. 13. Hier fallen alle Sorgen hin, Zur Lust wird jede Pein: Es wird erfreuet Herz und Sinn, Denn Gott ist ja nun dein. 14. Der zeigt dir einen an⸗ dern Weg, Als du vorher er⸗ kannt, Den stillen Ruh⸗ und Friedenssteg Zum ewgen Va⸗ terland. ½ Mich. Müller, geb. 1673, st. 1704. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 73. Wer im Herzen will erfahren Und darum bemühet ist, Daß der König Jesus Christ Sich in ihm mög of⸗ fenbaren, Der muß suchen in der Schrift, Bis er diesen 12018 antrifft. 2. Er muß gehen mit den Weisen, Bis der Morgenstern aufgeht Und im Herzen stille steht; So kann man sich selig preisen, Weil des Herren An⸗ Hacht Glänzt von Klarheit, echt und Licht. 3. Denn wo Jesus ist ge⸗ boren, Da erweiset sich gar bald Seine göttliche Gestalt, Die im Herzen war verloren; Seine Klarheit spiegelt sich In der Seele kräftiglich. 4. Alles Fragen, alles Sa⸗ gen Wird von diesem Jesu sein Und von dessen Gnaden⸗ schein, Dem sie fort und fort nachjagen, Bis die Seele in M. R. Gesangbuch. Epiphanias. 49 der That Diesen Schatz ge⸗ funden hat. 5. Ach, wie weit sind die zurücke, Die nur fragen in der Welt: Wo ist Reichtum, Gut und Geld? Wo ist Ansehn bei dem Glücke? Wo ist Wol⸗ lust, Ruhm und Ehr? Und nach solcher Thorheit mehr. 6. Ja, unselig sind die Herzen Und in ihrem Wandel blind, Die also beschaffen sind, Weil sie diesen Schatz verscherzen Und erwählen einen Schein, Der nichts hilft in Todespein. 7. Jesu, laß mich auf der Erden Sonst nichts suchen, als allein, Daß du mögest bei mir sein, Und ich dir mög ähnlich werden In dem Le⸗ ben dieser Zeit Und in jener Ewigkeit. 8. So will ich mit allen Wei⸗ sen, So die Welt für Thoren acht, Dich anbeten Tag und Nacht Und dich loben, rüh⸗ men, preisen, Liebster Jesu, und vor dir Christlich wan⸗ deln für und für. Laurent. Laurenti, g. 1660, st. 1722. Mel. Machs mit mir, Gott, nach ꝛc. 74. Mir nach! spricht Chri⸗ stus, unser Held, Mir nach! ihr Christen alle. Verleugnet euch, verlaßt die Welt, Folgt meinem Ruf und Schalle: Nehmt euer Kreuz und Un⸗ gemach Auf euch, folgt mei⸗ nem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für Mit heilgem Tugendleben. Wer zu mir 50 Christi Erscheinung. kommt und folget mir, Darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, 0 weise wohl, Wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll De⸗ mütigkeit, Voll Liebe meine Seele. Mein Mund der fleußt zu jeder Zeit Von süßem Sanftmutsöle; Mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn Ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch, das, was schädlich ist, Zu fliehen und zu meiden, Und euer Herz von arger List Zu reingen und zu scheiden; Ich bin der See⸗ len Fels und Hort Und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, Ich steh euch an der Seite; Ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, Bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, Wenn er den Feldherrn sieht angehn! 6. Wer seine Seel zu finden meint, Wird sie ohn mich ver⸗ lieren; Wer sie hier zu ver⸗ lieren scheint, Wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, Ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn Mit Leib und Seel nachgehen Und wohl⸗ gemut, getrost und gern Bei ihm im Leiden stehen; Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron Des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler, geb. 1624, st. 1677. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht ꝛc. 75. Lasset uns mit Jesu ziehen, Seinem Vorbild fol⸗ en nach, In der Welt der elt entfliehen Auf der Bahn, die er uns brach; Immer fort zum Himmel reisen, Irdisch noch, schon himmlisch sein; Glauben recht und lieben fein, In der Lieb den Glauben wei⸗ sen. Treuer Jesu, bleib bei mir; Gehe vor, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu lei⸗ den, Seinem Vorbild werden gleich; Nach dem Leide folgen Freuden; Armut hier macht dorten reich, Thränensaat, die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld. Es kann leicht⸗ lich Gottes Huld Aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir; Dort teil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu ster⸗ ben. Sein Tod uns vom andern Tod Rettet und vom Seelverderben, Von der ewig⸗ lichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, Unser Fleisch, ihm sterben ab: So wird er uns aus dem Grab In des Himmels Leben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, Daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu le⸗ ben. Weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wieder⸗ geben. Jesu, unser Haupt du bist. Wir sind deines Leibes Glieder; Wo du lebst, da le⸗ ben wir. Ach, erkenn uns für und für, Trauter Freund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lel auch Siegm Mel. J 76. ungs all r lautre Aller 4 Die HK nen J kelheit tt nicht ꝛc. nt Jesu bild fol⸗ Velt der r Bahn, mer fort Irdisch sein; ben fein, ben wei⸗ leib bei olge dir. Jesu lei⸗ werden e folgen macht saat, die gtröstet leicht⸗ us dem . Jesu, Dort mir. esu ster⸗ 8 vom nud vom er ewig⸗ 3 töten, Fleisch, wird er In des Jesu, r, Daß zesu le⸗ iden ist, wieder⸗ aupt du Leibes „ da le⸗ m uns Freund, :s, dir * ich lebe hier, Dorten ewig auch bei dir. Siegm. v. Birken, geb. 1626, st. 1681. Mel. Wachet auf! ruft uns die ꝛc. 76. Heilger Jesu, Heil⸗ ungsquelle, Mehr als Kry⸗ Tal rein, klar und helle, Du lautrer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Cherubinen, Die Heiligkeit der Seraphi⸗ nen Ist gegen dich nur Dun⸗ kelheit. Ein Vorbild bist du mir. Ach, bilde mich nach dir, Du mein Alles! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich mag heilig sein, wie du! 2. Stiller Jesu, wie dein Wille Dem Willen deines Va⸗ ters stille Und bis zum Tod gehorsam war: Also mach auch gleichermaßen Mein Herz und Willen dir gelassen. Ach, stille meinen Willen gar! Mach mich dir gleichgesinnt, Wie ein gehorsam Kind, Still und folgsam. Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich fein stille sei, wie du! 3. Wacher Jesu, ohne Schlum⸗ mer, In großer Arbeit, Müh und Kummer Bist du gewesen Tag und Nacht; Mußtest täg⸗ lich viel ausstehen; Des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen Und hast gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, Daß ich zu dir allzeit Wach und bete. Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich stets wach⸗ sam sei, wie du! 4. 1. Wie Jesu, gnädig, ie liebreich bist du, ach wie Epiphanias. 51 wie gutthätig, Selbst gegen Feinde wie gelind! Deine Sonne scheinet allen, Dein Regen muß auf alle fallen, Ob sie dir gleich undankbar sind. Mein Gott, ach lehre mich, Damit hierinnen ich Dir nacharte! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich auch guͤtig sei, wie du! 5. Sanfter Jesu, warst un⸗ schuldig; Doch littst du alle Schmach geduldig, Vergabst und ließst nicht Rachgier aus. Niemand kann dein Sanft⸗ mut messen, Bei der kein Ei⸗ fer dich gefressen, Als den du hattst ums Vaters Haus. Mein Heiland, ach verleih Mir Sanftmut und dabei Guten Eifer! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich sanftmütig sei, wie du! 6. Würdger Jesu, Ehren⸗ könig, Du suchtest deine Ehre wenig Und wurdest niedrig und gering; Wandeltst ganz ertieft auf Erden, In Demut und in Knechtsgebärden Er⸗ hubst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr Mich auch je mehr und mehr Stetig üben. Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich demütig sei, wie du! 7. Keuscher Jesu, all dein Wesen War züchtig, keusch und auserlesen, Ein Bild der reinsten Sittsamkeit. Dein Gefühl, dein Denken, Sin⸗ nen, Blick, Wort und jeg⸗ liches Beginnen War voller lautrer Züchtigkeit. O mein 4* 52 Christi Erscheinung. Immanuel, Mach mir Geist, Leib und Seel Keusch und züchtig! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Auch keusch und rein zu sein, wie du! 8. Mäßger Jesu, deine Weise Im Trinken und Genuß der Speise Lehrt uns die rechte Mäßigkeit. Deine Speise wars, den Willen Des Va⸗ ters treulich zu erfüllen Und ihm zu dienen jederzeit. Herr, hilf mir meinen Leib Stets zähmen, daß ich bleib Dir stets nüchtern. Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich stets nüchtern sei, wie du! 9. Liebster Jesu, liebstes Le⸗ ben, Mach mich in allem dir recht eben Und deinem heil⸗ gen Vorbild gleich. Dein Geist und Kraft mich durchdringe, Daß ich viel Glaubensfrüchte bringe Und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach, zeuch mich ganz zu dir; Behalt mich für und für, Treuer Heiland! Jesu, Jesu, Laß mich wie du, Und wo du bist, einst finden Ruh! Harth. Krasselius, geb. 1667, st. 1724. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 77. Heiland, deine Men⸗ schenliebe War die Quelle deiner Triebe, Die dein treues r bewogen, Dich in un⸗ er Fleisch gezogen, Dich mit Schwachheit überdecket, Dich vom Kreuz ins Grab ge⸗ strecket. O der ungemeinen Triebe, Deiner treuen Men⸗ schenliebe! 2. Über seine Feinde weinen, Jedermann mit Hülf erschei⸗ nen, Sich der Blinden, Lah⸗ men, Armen Mehr als vä⸗ terlich erbarmen, Der Be⸗ trübten Klagen hören, Sich in andrer Dienst verzehren, Sterben für die ärgsten Sün⸗ der: Das ist Lieb, o Men⸗ schenkinder! 3. O du 5n wi der Elen⸗ den! Wer hat nicht von dei⸗ nen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, Wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, Das Gebetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu erquik⸗ ken, Zu den Kleinen dich zu bücken, Die Unwissenden zu lehren, Die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Täglich lieb⸗ reich zu dir locken, War, mit Schwächung deiner Kräfte, Dein gewöhnliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Da du für die ärmsten Armen Dein un⸗ schätzbar teures Leben In den ärgsten Tod gegeben; Da du in der Sünder Orden Aller Schmerzen Ziel gewor⸗ den, Und den Segen zu er⸗ werben, Als ein Fluch hast wollen sterben! 6. Deine Lieb hat dich ge⸗ trieben, Sanftmut und Ge⸗ duld zu üben, Ohne Schel⸗ ten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allenf Für di Für d beten vertrete H. m machte nem Diese ben O weinen, erschei⸗ „ Lah⸗ Us vä⸗ er Be⸗ „ Sich zehren, Sün⸗ Men⸗ rElen⸗ on dei⸗ Uf und zebeugt wie ist Wenn jen! O „ Das erguik⸗ ich zu hen zu en zu ie sich h lieb⸗ r, mit Allen freundlich zu begegnen, Für die Lästerung zu segnen, Für der Feinde Schar zu beten Und die Mörder zu vertreten. 7. Demut war bei Spott und Hohne Deiner Liebe Schmuck und Krone. Diese machte dich zum Knechte Ei⸗ nem sündlichen Geschlechte; Diese war nach Art der Tau⸗ ben Ohne Falsch, voll Treu und Glauben, Mit Gerech⸗ tigkeit gepaaret, Durch Vor⸗ sichtigkeit bewahret. 8. Konun, laß deine Liebe decken Meiner Sünden Meng und Flecken. Du hast das Gesetz erfüllet Und desselben Fluch gestillet; Laß mich wi⸗ der dessen Stürmen Deiner Liebe Schild beschirmen. Heil⸗ ge meines Herzens Triebe, Salbe sie mit deiner Liebe. Joh. Jak. Rambach, g. 1693, st. 1735. Mel. Vater unser im Himmelreich. 78. O Lehrer, dem kein andrer gleich, An Eifer, Lieb und Klugheit reich, Des ew⸗ gen Vaters bmt dr Rat, Pro⸗ phet, berühmt durch Wort und That, Den Gott zu un⸗ serm Heil gesandt Und ihn gesalbt mit eigner Hand. 2. Du kamst aus deines Vaters Schoß Und machtest alle Siegel los, Damit sein Rat umgeben war. Durch dich wird alles offenbar Und an das helle Licht gestellt, alt Finsternis umschlossen ält. Epiphanias. 53 3. Du wiesest uns die wahre Spur Zu Gott, dem den 20 der Natur. Du hast den Weg uns recht gezeigt, Auf wel⸗ chem man zum Himmel steigt. Was du vom Vater selbst fahsott Das hast du unver⸗ fälscht gelehrt. 4. Du sahest in der Gott⸗ heit Licht Mit aufgeklärtem Angesicht, Was nach des Him⸗ mels weisem Rat Man künf⸗ tig zu erwarten hat. Du sagst es deutlicher zuvor, Als jemals der Propheten Chor. 5. Die Lehre, die du hast geführt, Hast du mit Heilig⸗ keit geziert Und mit viel Wundern oft bestärkt, Dar⸗ aus man deine Allmacht merkt, Ja endlich, als es Gott geschickt, Ein blutig Siegel drauf gedrückt. 6. Nachdem du hingegangen bist, Wo aller Weisheit Ur⸗ sprung ist, So setzest du an jedem Ort Dein Lehramt durch die Knechte fort, Die dein Beruf herbeigeführt Und sie mit Gaben ausgeziert. 7. Du aber sendest deinen Geist, Den du den en Seolen verheißt, Der allen Seelen, die er liebt, Erkenntnis, Licht und Weisheit giebt Und der, wo man ihn nicht vertreibt, Dein Wort in Herz und Sin⸗ nen schreibt. 8. Ach, laß, o himmlischer Prophet, Mich scheuen deine Majestät. Mach mich von eignem Dünkel frei, Damit ich dir gehorsam sei. Du 54 Christi Erscheinung. sollst mein höchster Lehrer sein; Führ mich in deine Schule ein. J. Jak. Rambach, geb. 1693, st. 1735. Mel. Jesus, meine Zuversicht. „Jesu, großer Wunder⸗ stern, Der aus Jakob ist er⸗ schienen, Meine Seele will so gern Dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, Was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, Wie ichs von dir selber habe Und damit beschenket bin; So ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein In dem Kreuzesofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, Laß ihn gnädig dir enügen; Herz und Lippen sollen stets, Ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf Und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu. Ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, Daß ich Trost und Gnade finde Und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdm. Neumeister, geb. 1671, st. 1756. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. 80. We Wel mein Herz, verlaß die Welt, Dem, der für dich sich dargestellt, Nun Er wird auch deine Finsternis Durch seinen Glanz erhellen. 2. Ja du sollst ihm sein Tempel sein, Er selbst macht dich von Sünden rein Und hat Lust, hier zu wohnen. Auf, finstres Herz, auf, wer⸗ de Licht! Denn Jesus wohnt in Herzen nicht, Die noch der Lüste schanen⸗ 3. Was nur dem Fleische wohlgefällt, Das opfre die verkehrte Welt Dem Satan, ihrem Gotte. Sie erntet Schaden bloß für Müh, Für ihren Sündendienst wird sie Einst ewiglich zu Spotte. 4. Doch wer begehret Got⸗ tes Sohn, Vom Geist er⸗ weckt, wie Simeon, Zu sei⸗ nem Heil zu haben, Gott fürchtet, sich der Welt ent⸗ wöhnt, Aus ihr sich nach dem Himmel sehnt, Der opfert rechte Gaben. 5. Wer auf das Wort der Wahrheit baut, Im Glauben seinen Heiland schaut, Der kann in Frieden fahren. Der Pricht, hält, was er ver⸗ pricht, Er wird sich ihm in seinem Licht Dort herrlich offenbaren. 6. Herr, mache mich gerecht und rein, Herr, laß mich stets voll Glaubens sein, Allzeit im Geiste leben, Bis du auch mich, wenn dirs gefällt, In Ir den wirst aus dieser Welt n deine Wonn erheben. dich Lich darzustellen. Er ist das Licht, drum sei gewiß, Joh. Adolf Schlegel, g. 1721, st. 1793. VII. 81. 0 Gottes, Sünd unser! 2. Chr Der d Welt, 3. Chu Der du Welt, den! A S82. schuldie Kreuzes funden wurdes hast du ten wi dich ur 2. O isternis chellen. m sein macht nUnd ohnen. f,‚ wer⸗ wohnt och der Fleische re die Satan, erntet „ Für ird sie tte. t Got⸗ ist er⸗ zu sei⸗ Gott t ent⸗ ch dem opfert rt der lauben „Der Der rver⸗ hm in errlich es stets Allzeit u auch lt, In Welt n. st. 1793. 55 VII. Christi Leiden und Sterben; Passion. 81. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Gieb uns dein' Frie⸗ den! Amen! das Agnus Dei deutsch. S82. O Lamm Gottes, un⸗ schuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit funden geduldig, Wiewohl du wurdest verachtet: All Sünd hast du getragen, Sonst müß⸗ ten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes, un⸗ schuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit funden geduldig, Wiewohl du wurdest verachtet: All Sünd hast du getragen, Sonst müß⸗ ten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, un⸗ schuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit funden geduldig, Wiewohl du wurdest verachtet: All Sünd hast du getragen, Sonst müß⸗ ten wir verzagen. Gieb uns dein' Frieden, o Jesu! Nik. Decius, st. 1529. Mel. Christus, der uns selig macht. Leiden, Daß wir, dir stets unterthan, All Untugend mei⸗ den, Deinen Tod und sein Ursach Fruchtbarlich beden⸗ ken, Dafür, wiewohl arm und schwach, Dir Dankopfer schenken. Mich. Weiße, st. um 1540. 84. O wir armen Sün⸗ der! Unsre Missethat, Darin wir empfangen Und geboren sind, Hat gebracht uns alle In solch große Not, Daß wir unterworfen Sind dem ewgen Tod. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 2. Aus dem Tode konnten Unsre eigen Werk Nimmer uns erretten; Die Sünd war zu stark. Daß wir würd'n erlöset, Konnts nicht anders sein, Gottes Sohn mußt lei⸗ den Des Tods bittre Pein. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 3. So nicht wäre kommen Christus in die Welt Und an sich genommen Unsre arm Gestalt Und für unsre Sünde G'storben williglich, Hätten wir mußt werden Verdammt ewiglich. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 4. Solche große Gnaden Und väterlich Gunst Hat uns Gott erzeiget Lauterlich um⸗ sonst In Christo, sein m Soh⸗ ne, Der sich geben hat In den Tod des Kreuzes, Zu unsrer Wohlfahrt. Kyrie eleison! 83. O hilf Christe, Got⸗ tes Sohn, Durch dein bitter Christe eleison! Kyrie eleison! SS....!.!‚! 56 Christi Leiden und Sterben. 5. Des soll'n wir uns trö⸗ sten Gegen Sünd und Tod Und ja nicht verzagen Vor der Höllen Glut. Denn wir sind gerettet Aus all Fähr⸗ lichkeit Durch Christ, unsern erren, G'lobt in Ewigkeit. hrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 6. Darum woll'n wir loben, Danken allezeit Dem Vater und Sohne Und dem heilgen Geist. Bitten, daß er wolle B'hüten uns hinfort, Daß wir In W bleiben Bei sein'm heilgen Wort. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! Herm. Bonnus, geb. 1504, st. 1548. Mel. Herr Jesu Christ, m. Lebens ꝛc. 5. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist Und hast uns durch dein teures Blut Vor Gott gemacht gerecht und gut. 2. Und bitten dich, wahr' Mensch und Gott, Durch deine heilgen Wunden rot, Erlös uns von dem ewgen Tod Und tröst uns in der letzten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand Und reich uns dein allmächtge Hand, Daß wir im Kreuz geduldig sein, Uns trösten deiner schweren Pein: 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, Daß du uns wirst verlassen nicht, Sondern ganz treulich bei uns stehn, Bis wir durchs Kreuz ins Leben 86. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, Daß man ein solch scharf Urteil hat ge⸗ sprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten Bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, Ins An⸗ esicht geschlagen und ver⸗ höhnet, Du wirst mit Essig und mit Gall getränket, Ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich ge⸗ schlagen. Ich, ach Herr Je⸗ su, habe dies verschuldet, Was du erduldet! 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Dis leidet für die Schafe; ie Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, Für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt: Der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Der Mensch verwirkt den Tod und ist ent⸗ gangen: Du wirst gefangen. 6. Ich war vom Fuß auf voller Schand und Sünden, Bis zu dem Scheitel war nichts Guts zu finden. Da⸗ für hätt ich dort in der Hölle müssen Ewiglich büßen. 7. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, Die dich ge⸗ bracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, Und du mußt leiden. gehn. Christoph Vischer, st. 1600. 8. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, Wie kann ich gnu breiten verma dir zu 9. Sinne mit do verglei denn steht i die Be su, was ß man hat ge⸗ Schuld, en Bist lt und ns An⸗ d ver⸗ t Essig t, Ans huldet, ich ist r gute Schafe; Herre, nechte. yt, der indelt: wider ch ge⸗ traße! elt in ud du groß kann * ich gnugsam solche Treu aus⸗ breiten! Keins Menschen Was vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 9. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, Wo⸗ mit doch dein Erbarmung zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten Im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: Wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, Daß sie aufs neu mein Herze nicht ent⸗ zünden Mit alten Sünden. 11. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, Fest die Begierden an das Kreuz zu heften, So gieb mir dei⸗ nen Geist, der mich regiere, Zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, Aus Lieb zu dir die Welt für nichts mehr achten; Bemühen werd ich mich, Herr, deinen Wil⸗ len Stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, Kein Kreuz nicht achten, keine Schmach, noch Plagen, Nichts von Verfol⸗ gung, nichts von Todesschmer⸗ zen Nehmen zu Herzen. 14. Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, Wirst du es doch nicht gar beiseite setzen; In Gnaden wirst du dies von mir an⸗ Passion. 57 renkrone: Da will ich dir, wenn alles wird wohl klin⸗ gen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 87. Jesu, deine tiefen Wun⸗ den, Deine Qual und bittrer Tod Geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, Denk ich gleich an deine Pein; Die erlaubet meinem Herzen Mit der Sün⸗ de nicht zu scherzen. 2. Will sich denn in Wol⸗ lust weiden Mein verderbtes Fleisch und Blut, So gedenk ich an dein Leiden; Bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir Hef⸗ tig zu, halt ich ihm für Deine Gnad und Gnadenzeichen; Bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Wol⸗ führen Auf die breite Wol⸗ lustbahn, Da nichts ist als Jubilieren, Alsdann schau ich in an Deiner Marter Centnerlast, Die du ausge⸗ standen hast. So kann ich in Andacht bleiben, Alle böse Lust vertreiben. 4. Ja, für alles, was mich kränket, Geben deine Wunden Kraft; Wenn mein Herz hin⸗ ein sich senket, Krieg ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes nehmen, Mich nicht beschämen. 15. Wann dort, Herr wird vor deinem Throne Auf meinem Haupte stehn die Eh⸗ Jesu, Süßigkeit Wend't in mir das bittre Leid, Der du mir das Heil erworben, Da du bist für mich gestorben. — 58 Christi Leiden 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen; Du bist meine Zuversicht. Dein Tod hat den Tod zerhauen, Daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe Teil, Bringet mir Trost, Schutz und Heil; Deine Gnade wird mir ge⸗ ben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, Du Brunn aller Gü⸗ tigkeit, So empfind ich keine Schmerzen Auch im letzten Kampf und Streit. Ich ver⸗ berge mich in dich. Wer kann da verletzen mich? Wer sich legt in deine Wunden, Der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. Mel. Hilf Gott, daß mirs gelinge. Wenn meine Sünd mich kränken, O mein Herr Jesu Christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du ge⸗ storben bist Und alle meine SchuldenlastAm Stamm des heilgen Kreuzes Auf dich ge⸗ nommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, Wenn mans betrachtet recht! Es hat sich martern lassen Der Herr für seinen Knecht; Es hat sich selbst der wahre Gott Für mich verlornen Men⸗ schen Gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden Der Sünden große Gund Ich bin bei Gott in naden; Die Schuld ist all⸗ zumal Bezahlt durch Christi und Sterben. mehr darf fürchten Der Höl⸗ len Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herzen Jetzt und mein Leben lang Für deine Pein und Schmerzen, O Jesu, Lob und Dank, Für deine Not und Angstgeschrei, Für dein un⸗ schuldig Sterben, Für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Lei⸗ den Mich reizen für und für, Mit allem Ernst zu meiden Die sündliche Begier; Daß mir nie komme aus dem Sinn, Wie viel es dich ge⸗ kostet, Daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, Solls auch sein Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt Und folge dem Exempel, Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen jedermann Ohn Eigen⸗ nutz und Heuchelschein, Und, wie du mir erwiesen, Aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wun⸗ den Mich trösten kräftiglich In meinen letzten Stunden Und des versichern mich, Weil ich auf dein Verdienst nur trau, Du werdest mich anneh⸗ men, Daß ich dich ewig schau. Just. Gesenius, geb. 1601, ft. 1671. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 9. Herr Jesu, deine Angst teures Blut, Daß ich nicht und Pein Und dein betrüb⸗ tes Leid gen all; gen; 2 denlast en. chone 335 E 4. D Thron ganger Spott am Ki du fü Und 1 Bei G 5. 2 Dankl lobsing der E wirst! daselb samt heer 6. und Zustn uflu hier f tes Leiden Laß mir vor Au⸗ gen allzeit sein, Die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große Not Und deinen herben bittern Tod, Dieweil ich lebe, denken. 2. Laß deiner Seele Höllen⸗ qual, Dein angstvoll blutig Schwitzen Und übrig Elend allzumal, Darin du mußtest sitzen, Mir oft und ernstlich fallen ein Und eine starke Warnung sein Vor allen Missethaten. 3. Die Wunden alle, die du hast, Hab ich dir helfen schla⸗ gen; Auch meine große Sün⸗ denlast Dir aufgelegt zu tra⸗ en. Ach, liebster Heiland, shone mein, Laß diese Schuld oergessen sein, Laß Gnad für Recht ergehen! 4. Du hast verlassen deinen Thron, Bist in das Elend gangen, Ertrugest Schläge, Spott und Hohn, Mußtest am Kreuze hangen, Auf daß du für uns schafftest Rat Und unsre schwere Missethat Bei Gott versöhnen möchtest. 5. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit Von Herzen dir lobsingen; Und wenn du zu der Seligkeit Mich künfti wirst hinbringen, So will ic daselbst noch vielmehr Zu⸗ samt dem ganzen Himmels⸗ heer Dich ewig dafür loben. 6. Herr Jesu, deine Angst und Pein Und dein betrüb⸗ tes Leiden Laß meine letzte Rier 0 sein, Wenn ich von hier soll scheiden. Ach, hilf, Passion. 59 daß ich durch deinen Tod Fein sanft beschließe meine Not Und selig sterbe. Amen! Vor 1674. Mel. An Wasserflüssen Babylon 90. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld Der Welt und ihrer Kinder, Es geht und träget in Geduld Die Sünden aller Sünder; Es geht dahin, wird matt und krank, Ergiebt sich auf die Würgebank, Verzeiht sich aller Freuden; Es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod Und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund Und Heiland meiner Seelen; Den, den hat Gott zum Sündenfeind Und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an Der Kinder, die ich ausgethan Zur Straf und Zornesruten; Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß; Du kannst und sollst sie ma⸗ chen los Durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Vater, ja, von Her⸗ zensgrund, Leg auf, ich will dirs tragen. Mein Wollen Wirte an deinem Mund, Mein Zirken ist dein Sagen. O Wunderlieb! O Liebesmacht! Du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, Du streckest 60 Christi Leiden den ins Grab und Sarg, Vor dem die Felsen springen! 4. Du marterst ihn am Kreuzesstamm Mit Nägeln und mit Spießen; Du schlach⸗ test ihn als wie ein Lamm, Machst Herz und Adern flie⸗ ben Das Herze mit der Seuf⸗ zer Kraft, Die Adern mit dem edlen Saft Des purpurroten Blutes. O süßes Lamm, was soll ich dir Erweisen dafür, daß mir Erzeigest so viel utes! 5. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen; Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit Lie⸗ besarmen fassen. Du sollt sein meines Herzens Licht; und Sterben. mit den Schätzen dieser Welt Und allem, was dem Fleisch efällt! Ich hab ein Bessres funden. Mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, Ist dieses, was geflossen ist Aus deines Leibes Wunden. 8. Das soll und will ich mir zu Nutz Zu allen Zeiten machen; Im Streite soll es sein mein Schutz, In Trau⸗ rigkeit mein Lachen, In Fröh⸗ lichkeit mein Saitenspiel, Und wann mir nichts mehr schmek⸗ ken will, Soll mich dies Manna speisen. Im Durst solls sein mein Wasserquell, In Einsamkeit mein Sprach⸗ gesell, 30 Haus und auch auf Reisen. Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigentum Beständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieb⸗ lichkeit Bei Nacht und Tage singen, Mich selbst auch dir zu aller Zeit Zum Freuden⸗ opfer bringen. Mein Ba des Lebens soll sich dir Und deinem Namen für und für In Dankbarkeit ergießen; Und was du mir zu gut gethan, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein Gedächt⸗ nis schließen. 7. Erweitre dich, mein Her⸗ zensschrein, Du sollt ein S atz⸗ haus werden Der Schätze, die viel größer sein, Als Him⸗ mel, Meer und Erden. Weg 9. Was schadet mir des To⸗ des Gift? Dein Blut, das ist mein Leben. Wann mich der Sonne Hitze trifft, So kann mirs Schatten geben. Setzt mir des Wehmuts Schmerzen zu, So find ich bei dir meine Ruh, Wie auf dem Bett ein Kranker. Und wann des Kreuzes Ungestüm ch Mein Schifflein treibet um und um, So bist du dann mein Anker. 10. Wann endlich ich soll treten ein In deines Reiches Freuden, So soll dies Blut mein Purpur sein; Ich will mich darein kleiden. Es soll sein meines Hauptes Kron, In welcher ich will vor den Thron Des höchsten Vaters gehen Und dir, dem er mich anvertraut, Als eine wohl⸗ geschmi Seite Paul 6 Mel. Ac 91. und V und ve zum( einer 2 sonst se ster Eh hoch ve du mit 2. Dr vor so Das ge bist dr du so dein 2 2 än 3. D en, n, D Fi hir Des Güter, gethan geschmückte Braut An deiner Seite stehen. paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 91. O Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn! O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornenkron! O Haupt, sonst schön gekrönet Mit höch⸗ ster Ehr und Zier, 2195 aber hoch verhöhnet: Gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, Da⸗ vor sonst schrickt und scheut Das große Weltgewichte, Wie bist du so bespeit! Wie bist du so erbleichet; Wer hat dein Augenlicht, Dem sonst kein Licht nicht gleichet, So schändlich zugericht'? 3. Die Farbe deiner Wan⸗ en, Der roten Lippen Pracht st hin und ganz vergangen; Des blassen Todes Macht Hat alles hingenommen, Hat alles hinnerast, Und daher bist du kommen Von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, er⸗ duldet, Ist alles meine Last; Ich, ich hab es verschuldet, Was du getragen hast. Schau her, hie steh ich Armer, Der Zorn verdienet hat: Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad! 5. Erkenne mich, mein Hü⸗ ter; Mein Hirte, nimm mich an. Von dir, Quell aller Güter, Ist mir viel Guts gethan. Dein Mund hat mich Passion. 61 Hun Mit Milch und süßer ost, Dein Geist hat mich begabet Mit mancher Him⸗ melslust. 6. Ich will hie bei dir ste⸗ hen, Verachte mich doch nicht; Von dir will ich nicht gehen, Wann dir dein Herze bricht. Wann dein Haupt wird er⸗ blassen Im letzten Todesstoß, Alsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freu⸗ den Und kommt mir herzlich wohl, Wenn ich in deinem Leiden, Mein Heil, mich fin⸗ den soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, An deinem Kreuze hier Mein Leben von mir ge⸗ ben, Wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Her⸗ en, O Jesu, liebster Freund, ür deines Todes Schmerzen, Da dus so gut gemeint. Ach, gieb, daß ich mich halte Zu dir und deiner Treu, Und wann ich nun erkalte, In dir mein Ende sei. 9. Wann ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wann ich den Tod soll leiden, So tritt du dann her⸗ für. Wann mir am aller⸗ bängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Angsten Kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schil⸗ de, Zum Trost in meinem Tod Und laß mich sehn dein Bilde In deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Dich fest an 6²2 Christi Leiden und Sterben. mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676, nach d. h. Bernhard(st. 1153), Salve caput cruentatum. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 92. O Welt, sieh hier dein Leben Am Stamm des Kreu⸗ Segen; Dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest dich zum Bür⸗ gen, Ja lässest dich erwür⸗ gen Für mich und meine Schuld. Mir lässest du dich krönen Mit Dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit zes schweben, Dein Heil sinkt Geduld in den Tod! Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße: Sein Leib ist ganz mit Schweiße Des Blutes überfüllt. Aus seinem edlen erzen Vor unerschöpften chmerzen Ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschla⸗ en, Mein Heil, und dich mit lagen So übel zugericht'? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie wir und unsre Kinder, Von Übelthaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sün⸗ den, Die sich wie Körnlein finden Des Sandes an dem Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget, Und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen An Händen und an Füßen Gebunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden, Und was du ausgestanden, Das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken Die Lasten, so mich drücken, Viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen Verehrst du mir den eduld. 8. Du springst ins Todes Rachen, Mich frei und los zu machen Von solchem Un⸗ geheur. Mein Sterben nimmst du abe, Vergräbst es in dem Grabe. O unerhörtes Liebes⸗ feur! 9. Ich bin, mein Heil, ver⸗ bunden All Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, Das soll ich bil⸗ lig legen Allzeit an deinen Dienst und Ehr. 10. Nun, ich kann nicht viel geben In diesem armen Le⸗ ben; Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib und Seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich wills vor Augen setzen, Mich stets daran er⸗ götzen, Ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld und ein Siegel Der Lieb und mnberfälschten Treu. 12. Wie heftig unsre Sün⸗ den Den frommen Gott ent⸗ zünden, Wie Rach und Eifer gehn, Wie grausam seine Ruten, Wie zornig seine Flu⸗ ten, V Leiden 13. J ren, W zieren Mut, lieben, betrübe Bosheit 14. V chen, 9 4 zähmen will ich sten sein gern ur 15. Jc gegrüß geliebt betend etrüb doch so und lie da du Seele 2. J muß Bür⸗ rwür⸗ meine dich e dich 8 mit Todes los Un⸗ mmst dem iebes⸗ ver⸗ und und Seel h bil⸗ einen t viel n Le⸗ thun: eiden, eiden, herzen lugen n er⸗ )o ich ein und und Sün⸗ went⸗ Eifer seine Flu⸗ ten, Will ich aus deinem Leiden sehn. 13. Ich will daraus studie⸗ ren, Wie ich mein Herz soll zieren Mit stillem, sanftem Mut, Und wie ich die soll lieben, Die mich doch sehr betrüben Mit Werken, so die Bosheit thut. 14. Wenn böse Zungen ste⸗ chen, Mir Glimpf und Na⸗ men brechen, So will ich zähmen mich; Das Unrecht will ich dulden Dem Näch⸗ sten seine Schulden Verzeihen gern und williglich. 15. Ich will ans Kreuz mich schlagen Mit dir und dem ahsagen, Was meinem Fleisch elüst. Was deine Augen hasten, Das will ich fliehn und lassen, So viel mir im⸗ mer möglich ist. 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen Und die viel tau⸗ send Thränen, Die dir ge⸗ flossen zu, Die sollen mich am Ende In deinen Schoß und Hände Begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 93. Sei mir tausendmal gegrüßet, Der mich je und je geliebt; Jesu, der du selbst berrdt Das, womit ich dich etrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, Wenn ich knien und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest Und um meine Seele wirbest. 2. Ich umfange, herz und Passion. küsse Der gekränkten Wunden Zahl Und die purpurroten Flüsse Deiner Füß und Nä⸗ gelmal. O wer kann doch, schönster Fürst, Den so hoch nach uns gedürst, Deinen. Durst und Liebsverlangen Völlig fassen und umfangen! 3. Helle mich, o Heil der Seelen, Wo ich krank und trau⸗ rig bin; Nimm die Schmer⸗ zen, die mich quälen, Und den ganzen Schaden hin, Den mir Adams Fall gebracht Und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, Wird sich all mein Jammer setzen. 4. Schreibe deine blutgen Wunden, Jesu, in mein Herz hinein, Daß sie mögen alle Stunden Bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, Da mein gan⸗ zes Herze ruht. Laß mich hier zu deinen Füßen Deiner Lieb und Gunst genießen. 5. Diese Füße will ich hal⸗ ten Auf das Best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten Und mich selber freund⸗ lich an Von dem hohen Kreu⸗ zesbaum, Und gieb meiner Bitte Raum, Sprich: Laß all dein Trauern schwinden, Ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Jesu meines Lebens Leben. 94. Jesu, der du wollen büßen Für die Sünden aller Welt Durch dein teures Blut⸗ vergießen; Der du dich hast 6⁴ Christi Leiden dargestellt Als ein Opfer für die Sünder, Die verdammten Adamskinder: Ach, laß deine Todespein Nicht an mir ver⸗ loren sein! 2. Rette mich durch deine Plagen, Wenn mich meine Sünde plagt. Laß, ach laß mich nicht verzagen, Weil du selbst für mich gezagt. Hilf, daß mich dein Angstschweiß kühle, Wenn ich Drangsals⸗ hitze fühle. Ach, laß deine Todespein Nicht an mir ver⸗ loren sein! 3. Mache mich durch deine Bande Von des Satans Ban⸗ den frei. Hilf, daß dein er⸗ littne Schande Meine Kron und Ehre sei. Trost der Seelen, Heil der Erden, Laß mich nicht zu Schanden wer⸗ den. Ach, laß deine Todes⸗ pein Nicht an mir verloren seinl 4. Rede durch dein Stille⸗ schweigen, Liebster Jesu, mir das Wort, Wenn mich Sün⸗ den überzeugen Und verkla⸗ gen fort und fort, Wenn mein bös Gewissen schreiet Und mir mit Verdammnis dräuet. Ach, laß deine To⸗ despein Nicht an mir ver⸗ loren sein! 5. Laß mich Freudenrosen brechen, Liebster Jesu, meine Zier, Von den Dornen, die dich stechen. Jesu, nahe dich zu mir; Kröne mich mit Huld und Gnade, Daß kein Sün⸗ dendorn mir schade. Ach, laß deine Todespein Nicht an mir und Sterben. 6. Heile des Gewissens Strie⸗ men; Nimm von mir der Schmerzen Last Durch die Geißeln, durch die Riemen, Welche du gefühlet hast, Daß ich böser Knecht der Sünde Satans Streiche nicht em⸗ pfinde. Ach, laß deine To⸗ despein Nicht an mir ver⸗ loren sein! 7. Ach, laß deine tiefen Wunden Frische Lebensbrun⸗ nen sein, Wenn mir alle Kraft verschwunden, Wenn ich schmacht in Seelenpein. In den Abgrund deiner Gnaden Senk all Schuld, die mich beladen. Ach, laß deine To⸗ despein Nicht an mir ver⸗ loren sein! 8. Ach, zerbrich des Eifers Rute, Ach, erzeige Gnad und Huld. Tilge doch mit dei⸗ nem Blute Meine schwere Sündenschuld. Laß mich in der Angst der Sünden Ruh in deiner Seite finden. Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein! 9. Hilf, daß mir dein Dür⸗ sten. Das am Kreuze dich geplagt. Wenn ich lechze, wenn ich schwitze, Wenn Ge⸗ wissensangst mich jagt, Laß mich deines Dursts genießen, Laß mir Lebensströme fließen. Ach, laß deine Todespein Nicht an mir verloren sein! 10. Jesu, komm mich zu be⸗ freien Durch dein lautes Angst⸗ geschrei. enn viel tausend Sünden schreien, Ach, so steh verloren sein! mir Armen bei. Wenn mir Wort Laß m wallen. despein mel sei Joh. 4 Mel. Nu Erquick Mut. 3. De Angesi⸗ men in us Strie⸗ mir der urch die Riemen, ast, Daß Sünde icht em⸗ eine To⸗ nir ver⸗ e tiefen nsbrun⸗ nir alle Venn ich in. In Gnaden ie mich eine To⸗ nir ver⸗ n. Ach, icht an in Dür⸗ Kreuze lechze, nn Ge⸗ t, Laß nießen, fließen. n Nicht zu be⸗ Angst⸗ tausend so steh un mir Wort und Sprach entfallen, Laß mich sanft von hinnen wallen. Laß mir deine To⸗ despein Leben, Heil und Him⸗ mel sein! Joh. Frauck, geb. 1618, st. 1677. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 95. Die Seele Christi heil⸗ ge mich; Sein Geist versenke mich in sich; Sein heilger Leib, für mich verwundt, Der mach mir Leib und Seel ge⸗ sund. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß Des Speers aus seiner Seiten floß, Das sei mein Bad, und all sein Blut Erquicke mir Herz, Sinn und Mut. 3. Der Schweiß von seinem Angesicht Laß mich nicht kom⸗ men ins Gericht. Sein ganzes Leiden, Kreuz und Pein, Das wolle meine Stärke sein. 4. O Jesu Christ, erhöre mich; Nimm und verbirg mic ganz in dich! Schließ mich in deine Wunden ein, Daß ich vorm Feind mag sicher sein. 5. Ruf mir in meiner letz⸗ ten Not Und setz mich neben dich, mein Gott, Daß ich mit deinen Heilgen alln Laß ewig⸗ lich dein Lob erschalln. Joh. Scheffler, g. 1624, st. 1677. Nach d. h. Bernhard: Anima Christi sanctifica me. 96. O du Liebe meiner Liebe, Du erwünschte Selig⸗ keit, Die du dich aus höch⸗ M. R. Gesangbuch. Passion. 65 stem Triebe In das jammer⸗ volle Leid Deines Leidens, mir zu gute, Als ein Schlacht⸗ schaf eingestellt Und bezahlt mit deinem Blute Alle Misse⸗ that der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen An dem Ol⸗ berg sich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen Un⸗ aufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt: Den, so niemand konnte stillen, Hat dein Sterben hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen Alle Schmach und Hohn gehört; Liebe, die mit Angst und Schmerzen Nicht der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, Als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, Als sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die mit ihren Ar⸗ men Mich zuletzt umfangen wollt; Liebe, die aus Liebs⸗ erbarmen Mich zuletzt in höch⸗ ster Huld Ihrem Vater über⸗ lassen, Die selbst starb und für mich bat, Daß mich nicht der Zorn sollt fassen, Weil mich ihr Verdienst vertrat. 5. Liebe, die mit so viel Wunden Gegen mich, als seine Braut, Unaufhörlich sich verbunden Und auf ewig an⸗ vertraut: Liebe, laß auch meine Schmerzen, Meines Lebens Jammerpein In dem blutverwundten Herzen Sanft in dir gestillet sein. 6. Liebe, die für mich ge⸗ 5 66 Christi Leiden storben Und ein immerwäh⸗ rend Gut An dem Kreuzes⸗ holz erworben, Ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, Du verwundte Liebe du, Wenn ich in den letzten Stunden Sanft in deiner Seiten ruh! 7. Liebe, die sich tot gekrän⸗ ket Und für mein erkaltet fent In ein kaltes Grab ge⸗ enket, Ach, wie dank ich dei⸗ nem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben kann, Und der Seelen Heil erworben! Nimm mich ewig liebend an. J. Scheffler, geb. 1624, st. 1677. 97. Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, Der du dich für mich gegeben In die tiefste See⸗ lennot, In das äußerste Ver⸗ derben, Nur daß ich nicht möchte sterben: Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, Liebster Je⸗ su, Dank dafür! 2. Du, ach, du hast ausge⸗ standen Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, Du ge⸗ rechter Gottessohn, Mich Elen⸗ den zu erretten Von des Teu⸗ fels Sündenketten. Tausend, tausendmal 0 dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 3. Du hast lassen Wunden schlagen, Dich erbärmlich rich— ten zu, Um zu heilen meine Plagen Und zu setzen mich in Ruh. meinem Segen Lassen dich und Sterben. mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, Dich mit großem Schimpf belegt Und mit Dor⸗ nen gar gekrönet. Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergötzen, Mir die Ehrenkron aufsetzen. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, Lieb⸗ ster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast wollen sein ge⸗ schlagen Zur Befreiung mei⸗ ner Pein, Fälschlich lassen dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein; Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du sonder Trost gehangen. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, Lieb⸗ ster Jesu, Dank dafür! 6. Du hast dich in Not ge⸗ stecket, Hast gelitten mit Ge⸗ duld, Gar den herben Tod geschmecket, Um zu büßen meine Schuld; Daß ich würde losgezählet, Hast du wollen sein gequälet. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, Liebster Je⸗ su, Dank dafurt 7. Deine Demut hat gebüßet Meinen Stolz und Übermut, Dein Tod meinen Tod ver⸗ süßet. Es kommt alles mir zu gut; Dein Verspotten, dein Verspeien Muß zu Eh⸗ ren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte „Ach, du hast zu N Not. Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den her⸗ ben, b Zitter dein Für de Will is Ernst Ch Mel. Ch Will ig lest m Geist In de Jesu, du, u alle S 2. M Deine ne Sck Deine Geißel und N Tod, 6 957 er A 1n D mich Und di die Ur und n gemar de fin 4. I Dies Hilf,! Martꝛ Sollt Und Was mußt 5. V will 6 Jesu, ausend, Liebster hr hart großem ut Dor⸗ zas hat daß du n, Mir n. Tau⸗ r, Lieb⸗ r sein ge⸗ ig mei⸗ lassen könnte möchte ast du jebüßet ermut, d ver⸗ 8mir potten, ju Eh⸗ lusend, ziebster ir von esamte n, für n her⸗ ben, bittern Tod, Für dein Zittern, für dein Zagen, Für dein tausendfaches Plagen, Für dein Ach und tiefe Pein Will ich ewig dankbar sein. Ernst Chr. Homburg, g. 1605, st. 1681. Mel. Christus, der uns selig macht. 98. Jesu, deine Passion Will ich jetzt bedenken; Wol⸗ lest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, Wie du, unser Heil zu sein, Littest alle Schmerzen. 2. Meine Seele sehen mag Deine Angst und Bande, Dei⸗ ne Schläge, deine Schmach, Deine Kreuzesschande, Deine Geißel, Dornenkron, Speer⸗ und Nägelwunden, Und den Tod, o Gottessohn, Den du hast empfunden. 3. Aber laß mich nicht al⸗ lein Deine Marter sehen; Laß mich auch die Ursach fein Und die Frucht verstehen. Ach, die Ursach war auch ich, Ich und meine Sünde; Diese hat gemartert dich, Daß ich Gna⸗ de finde! 4. Jesu, lehr bedenken mich Dies mit Buß und Reue; Hilf, daß ich mit Sünde dich Martre nicht aufs Neue. Sollt ich dazu haben Lust Und nicht wollen meiden, Was mein Heiland büßen mußt Mit so großen Leiden? 5. Wenn mich meine Sünde will Schrecken mit der Hölle: Jesu, mein Gewissen still, Passion. 6² Dich ins Mittel stelle. Dich und deine Passion Laß mich gläubig fassen. Liebst du mich, o Gottes Sohn, Wie kann Gott mich hassen? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern Dir das Kreuz nach⸗ trage, Daß ich Demut von dir lern Und Geduld in Plage, Daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indes laß dies Lallen— Bessern Dank ich dorten geb, — Jesu, dir gefallen. Siegm. v. Birken, g. 1626, st. 1681. Mel. Herr Jesu Christ, meins ꝛc. 9. Herr Jesu Christ, dein teures Blut Ist meiner Seele höchstes Gut; Das stärkt, das labt, das macht allein Mein Herz von allen Sün⸗ den rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Dein Un⸗ schuld und Gerechtigkeit Macht, daß ich kann vor Gott bestehn Und zu der Himmelsfreud ein⸗ gehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, Dein teu⸗ res Blut, dein Lebenssaft Giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, Wenn mich schreckt Teu⸗ fel, Höll und Tod, So laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius, geb 1611, st, 1684. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 100. So gehst du, Jesu, williglich Dein Leiden anzu⸗ 5* 68 Christi Leiden treten, Mit heißen Thränen auch für mich Zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen hast, Gehst hin, um aller Sünden Last Auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezücket war, Stellst du dich seinen Streichen dar, Damit sie uns nicht schaden. 2. Du Held, der andern Stärke giebt, Was kann dich so erschüttern? Ach, seine Seele wird betrübt, Des Rn den Glieder zittern! Ach, hin⸗ Datet er auf die Knie, Ar⸗ eitet er in schwerer Müh Und kämpfet im Gebete! Er wünscht den bangen Kampf verkürzt. Wer sieht dies, und wird nicht bestürzt? O schauer⸗ volle Stätte! 3. Gott, wie bist du so wun⸗ derbar In allen deinen Wer⸗ ken! Ein Knecht, ein Engel muß sogar Den Herrn vom Himmel stärken. Er ringt; von seinem Angesicht Trieft Schweiß; Ach, wer entsetzt sich nicht! Für Schweiß trieft Blut zur Erden. Der du in reinster Unschuld prangst, Wie konntest du von solcher Angst, O Herr, bestürmet werden? 4. Ach, Herr, der Sünden⸗ knecht war ich. Ich sollte Blutschweiß schwitzen. Es sollten billig nur auf mich Der Rache Wetter blitzen. Ich Armer, wie entränn ich da? Vor Gottes Zorne müßt ich ja Ohn allen Trost ver⸗ sinken. Und da kömmst du, und Sterben. daß du ihn stillst, Sohn Got⸗ tes; du, du selber willst Den ganzen Zornkelch trinken. 5. Heil mir! der Sohn des Höchsten hat Für mich sich richten lassen. Gott, welch ein wundervoller Rat! Wer kann dein Thun doch fassen? Ach, da uns Fluch und Rache drohn, Da richtet Gott für uns den Sohn, Den er uns selbst gegeben. Nun jauchze, Seele; du kömmst nicht In Gottes schreckliches Gericht; Du dringst hindurch ins Leben. 6. Doch denk, um welchen teuren Preis Dein Heiland dich erkaufet. Für dich rang er im Todesschweiß, Für dich mit Blut getaufet. Ach, See⸗ le, sorge, daß dich nie Die Sünd inihreNetze zieh, Nichts deine Treu erschüttre! Reizt dich das Fleisch, ach, höre nicht! Schau hin ins furcht⸗ bare Gericht, Das Jesum traf, und zittre. Christ. Kortholt, geb. 1633, st. 1694. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 101. Meine Seel, er⸗ muntre dich; Deines Jesu Lieb bedenke; Wie er für dich giebet sich, Darauf deine An⸗ dacht lenke. Ach, erwäg die —.— Treue Und dich deines esu freue. 2. Sieh, der wahre Gottes⸗ sohn Ist für dich ans Holz gehänget; Sein Haupt trägt die Dornenkron, Sein Leib ist mit Blut besprenget, Er läßt sich für dich verwun⸗ helchen eiland rang ür dich „See⸗ e Die Nichts Reizt höre furcht⸗ Jesum äg die deines ottes⸗ Holz trägt Leib t, Er rwun⸗ den. Wo ist größre Lieb ge⸗ funden? 3. Du, du solltest große Pein Ewig leiden in der Hölle Und von Gott verstoßen sein Wegen vieler Sündenfälle; Aber Jesus trägt die Sünden Und läßt dich Genade finden. 4. Durch sein Leiden ist ge⸗ stillt Deines Gottes Zorn und Rache. Er hat das Gesetz erfüllt, Gut gemacht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod umschränket Und den Himmel dir geschenket. 5. Was zu thun, o liebes Herz? Wie sollst du dich recht anstellen? Jesu Leiden ist kein Scherz, Seine Liebe kein Verstellen. Denke drauf, was dir oblieget Gegen den, der für dich sieget. 6. Ich kann nimmer, nim⸗ mermehr Das Geringste nur vergelten; Er verbindt mich allzusehr. Meine Trägheit muß ich schelten, Daß ich ihn so schlecht geliebet Und wohl gar mit Sünd betrübet. 7. Was geschehen, soll nun nicht Hinfort mehr von mir geschehen. Mein Schluß sei nun fest gericht, Einen andern Weg zu gehen, Darauf ich nur Jesum suche Und, was ihn betrübt, verfluche. 8. Weg, ihr Sünden, weg von mir! Euch kann ich an mir nicht leiden; Denn ihr würdet mich sonst hier Und dort ewig von dem scheiden, Ohne welchen ist kein Leben, Keine Gnade, kein Vergeben. Passion. 69 9. Du, mein Jesu, du, mein Heil, Dir will ich mich ganz verschreiben, Daß ich dir, als meinem Teil, Ewig will ge⸗ treu verbleiben, Dir zu leben, dir zu leiden, Dir zu sterben, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, Den ich mir zum weck gesetzet. Wie du mein, o will ich dein Bleiben stets und unverletzet. Was du lie⸗ best, will ich lieben, Und was dich, soll mich betrüben. 11. Was du willst, das sei mein Will, Dein Wort mei⸗ nes Herzens Spiegel. Wenn du schlägest, halt ich still. Dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, Daß ich soll den Himmel erben. Darauf kann ich fröhlich sterben. 12. Nun, so bleib es fest dabei: Jesus soll es sein und bleiben, Dem ich lebe, des ich sei; Nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen; Ewig will ich dich umfassen. 13. Ist bereits schon RA hier Solche Freud und zu finden, Wenn im Glauben wir mit dir Uns, mein Jesu, recht verbinden; Schenkst du schon so viel auf Erden, Ei, was will im Himmel werden! 14. Was für Lust und Sü⸗ ßigkeit, Was für Freud und Jubilieren, Was für Ruhe nach dem Streit, Was für Ehre wird uns zieren! Ewig, ewig werd ich loben, Wenn ich ganz zu Gott erhoben. ger Sohn Erbleicht am Kreuz 70 Christi Leiden 15. Ach, ich freu mich alle Stund Auf dies freudenvolle Leben: Danke dir mit Herz und Mund. Du, o Jesu, hasts gegeben. Nur im Glau⸗ H ben laß michs halten, Und dein Kraft in mir stets walten. Joh. Kasp. Schade, geb. 1666, st. 1698. Mel. Ich hab mein Sach Gott ꝛc. 102. Nun ist es alles wohlgemacht, Weil Jesus ruft: es ist vollbracht! Der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, Der dir erwirbt Das Leben, das niemals verdirbt. 2. Der Herr der Herrlichkeit erbleicht, Der Lebensfürst, dem niemand gleicht. Was Wunder, daß die Erde kracht, Und es wird Nacht, Weil Got⸗ tes Sohn wird umgebracht! 3. Die Sonn verlieret ihren Schein, Des Tempels Vor⸗ hang reißet ein, Der Heilgen Gräber öffnen sich Ganz wunderlich, Sie stehen auf gar sichtbarlich. 4. Weil denn die Kreatur sich regt, So werd, o Mensch, hierdurch bewegt. Ein Fels zerreißt, und du wirst nicht Durch dies Gericht Bewogen, daß dein Herze bricht? 5. Du bist ja schuld, dies nimm in acht, Daß Jesus ist ans Kreuz gebracht. Ihm, der für dich sein Leben gab, Folg in das Grab Und stirb dem Greul der Sünden ab. 6. Ach, Vater, ach, dein ein⸗ und Sterben. mit Schmach und Hohn! Nun, dies geschieht für meine Schuld. Drum hab Geduld Buld zeig in Jesu Gnad und u 7. Töt, Jesu, selbst in mei⸗ ner Brust, Was sich noch findt von böser Lust Und al⸗ tem Menschen, daß ich streb Und mich erheb Gen Himmel und dir, Jesu, leb. 8. Ich will nun abgestorben sein Der Sünd und leben dir allein. Es hat dein Tod das Leben mir Gebracht herfür, Und aufgethan die Him⸗ melsthür. 9. O Jesu Christe, stärke mich In meinem Vorsatz kräf⸗ tiglich. Laß mich den Kampf so führen fort Nach deinem Wort, Daß ich die Kron er⸗ lange dort. 10. So will ich dich, Herr Jesu Christ, Daß du für mich gestorben bist, Von Herzen preisen in der Zeit Und nach dem Streit In Freud und Wonn in Ewigkeit. Laur. Laurenti, geb. 1660, st, 1722. 103. Der am Kreuz ist meine Liebe, Meine Lieb ist Jesus Christ! Weg, 20 argen Seelendiebe, Satan, Welt und Fleischeslüst! Eure Lieb ist nicht von Gott; Eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe! 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befrem⸗ dets dich, Daß ich treu zu und Geißel mich Gewa Ruhm Fürste ist m treu z 6. T Liebe! mein —5 eit erd Da, Lamn tigam Hohn! meine Geduld ad und in mei⸗ ha noch Ind al⸗ h streb himmel storben ben dir od das herfür, Him⸗ Reur Ut kräf⸗ Rampf deinem ron er⸗ Herr ir mich Herzen id nach d und st, 1722. euz ist Lieb ist argen elt und ieb ist Lieb ist 1Kreuz ich treu meine hefrem⸗ treu zu sein mich übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friedensschild, Aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe! 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du verlierst den Sturm. Weh mir, wenn ich den betrübe, Der statt meiner ward ein Wurm! Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Trät ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe! 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Schweig, Gewissen, zage nicht! Gott zeigt seine Liebestriebe, Wenn dich Sünd und Tod anficht. Schau, es floß auch dir zu gut Seines Sohnes teures Blut. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe! 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Keine Not, schwer, hart und groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, Nichts macht mich von Jesu los; Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum, Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe! 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn — einst wie Staub zerstiebe, erd mit Jesu ich vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, Meiner Seelen Bräu⸗ tigam. Der am Kreuz ist Passi on. meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe! Joh. Kleutzer, st. 1734. Mel. Herr und Altster deiner ꝛc. 104. Marter Gottes, wer kann dein vergessen, Der in dir sein Wohlsein findt! Unser Herze wünscht sich unterdessen Stets noch mehr zum Dank entzündt. Unsre Seele soll sich daran nähren, Unsre Ohren nie was liebers hören; Alle Tage kommt er mir Schöner in dem Bilde für. 2. Tausend Dank, du unser treues Herze! Leib und Geist bet' drüber an, Daß du unter Martern, Angst und Schmerze — 3 genug für uns gethan. Laß dich jedes um so heißer lieben, Als es noch im Glau⸗ ben sich muß üben, Bis es einst als deine Braut, Dich von Angesichte schaut. 3. Meine kranke und be⸗ dürftge Seele Eilet deinen Wunden re Da, da findet sie die sichre Höhle, Wo ihr fließen Fried und Ruh. Auf dein Kreuz, Herr, laß mich gläubig s—— Laß dein Mar⸗ terbild stets vor mir stehen: So geht mir bis in mein Grab Nichts von deinem Frieden ab. 4. Die wir uns allhier bei⸗ sammen finden, Schlagen unsre Marte ein, Uns auf deine Marter zu verbinden, Dir auf ewig treu zu sein. Und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne Deinem Herzen 72 Christi Leiden angenehm und schöne: Sage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Chr.Ren. v.Zinzendors, g. 1727, st. 1752. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 105. Sünder, freue dich von Herzen Über deines Jesu Schmerzen: Laß bei seinem Blutvergießen Süße Freuden⸗ thränen fließen. Er hat sich für dich gegeben. Such in seinem Tod das Leben. Unter seinem Kreuz zu liegen, Sei dein größestes Vergnügen. 2. Ach, wie groß ist dein Verderben! Ohne Jesum mußt du sterben. Blind und tot sind deine Kräfte, Sünde, das ist dein Geschäfte. Dein Verdienst ist Zorn und Rache. Es ist aus mit deiner Sache; Ja, im Himmel und auf Er⸗ den Kann dir nicht geholfen werden. 3. Nichts als Jesu Blut⸗ vergießen Konnte deine Schul⸗ den büßen. Den der Dor⸗ nenkranz gekrönet, Gott im Fleisch hat dich versöhnet. Seine Thränen, Schweiß und Wunden Haben Rat für dich gefunden; Und ihm bleibt allein die Ehre, Daß er dei⸗ nen Tod zerstöre. ö 4. Fühlst du nun die Macht der Sünden, Wie sie deine Seele binden, Wie sie dein Gewissen quälen, Wie der Jammer nicht zu zählen: O so komm mit deinen Ketten! Wag es nicht, dich selbst zu retten. Jesu Blut muß auf und Sterben. dich fließen, So wirst du das Heil genießen. 5. Sünder macht der Heiland anrr Sein Erbarmen ist un⸗ zählig. Er giebt Buße, er giebt Glauben, Er läßt auch die Lahmen rauben. Wer sich nur will retten lassen, Der soll das Vertrauen fassen: Alles Heil in Christi Wunden, Hab ich schon umsonst gefunden. 6. Glaube nur dem Wort der Gnaden, So ist deinem Seelenschaden Schon gehol⸗ fen, und die Liebe Schafft in dir ganz neue Triebe. Sind die Sünden erst vergeben, So kannst du auch heilig leben; Und der Gnade treues Walten Wird dich fördern und erhalten. 7. O so gieb dem Sohn die Ehre, Daß ihm aller Ruhm gehöre. Suche nicht erst zu verdienen, Was am Kreuz vollbracht erschienen. Suche nicht, was schon gefunden, Preise fröhlich seine Wunden, Und bekenn es bis zum Grabe, Daß er dich erlöset habe. E. G. Woltersdorf, geb. 1725, st. 1761. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. 106. Ruhe hier, mein Geist, ein wenig Und schau an dies Wunder groß, Wie dein Herr und Ehrenkönig Hängt am Kreuze bleich und bloß, Den sein Lieben Hat getrieben Zu dir aus des Vaters Schoß. 2. Wie dich Jesus liebt von Herzen, Kannst du hier am 4. Do sieget lenmac genüge vollbra dem Le ben Be 5. Ac 107 n eklage einig getrag 2. O du das Heiland ist un⸗ er giebt auch die sich nur der soll : Alles en, Hab funden. n Wort gehal gehol⸗ chafft in Sind ergeben, heilig e treues fördern zohn die Ruhm erst zu Kreuz Suche funden, Bunden, Grabe, habe. „ st. 1761. jrenkönig. „mein d schau 6, Wie enkönig ich und sen Hat us des iebt von hier am Kreuze sehn. Schau, wie bittre Todesschmerzen Ihm durch Leib und Seele gehn. Fluch und Schrecken Ihn be⸗ decken, Höre doch sein Klag⸗ getön. 3. Dies sind meiner Sünden Früchte, Die, mein Heiland, ängsten dich. Dieser Leiden schwer Gewichte Sollt zum Abgrund drücken mich. Diese Nöten, Die dich töten, Sollt ich fühlen ewiglich. 4. Doch du hast für mich be⸗ sieget Sünde, Tod und Höl⸗ lenmacht, Gottes ewgem Recht genüget, Seinen Willen ganz vollbracht Und mir eben Zu dem Leben Durch dein Ster⸗ Christus im Grabe. 73 Erden! Jesu, stirbst du mir zu gut? Soll dein Feind er⸗ löset werden Durch dein eigen Herzensblut? Ich muß schwei⸗ gen Und mich beugen Für dies unverdiente Gut. 6. Seel und Leben, Leib und Glieder, Alles giebst du für mich hin. Sollt ich dir nicht schenken wieder Alles, was ich hab und bin? Ich bin deine Ganz alleine; Dir verschreib ich Herz und Sinn. 7. Zeuch durch deines Todes Kräfte Mich in deinen Tod en Laß mein Fleisch und ein Geschäfte, Herr, mit dir Wille W. sein, Daß mein ille Werde stille, Und die Liebe heiß und rein. ben Bahn gemacht. 5. Ach, ich Sündenkind der Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. Christus im Grabe. 107. O Traurigkeit, O Balngen? Ist das nicht zu eklagen? Gott des Vaters einig Kind Wird ins Grab getragen. 2. O große Not! Gott Sohn liegt tot! Am Kreuz ist er estorben; Hat dadurch das Himmeletich Uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind! Nur deine Sünd Hat dieses an⸗ Misethe Da du durch die issethat Warest ganz ver⸗ nichtet. 4. Dein Bräutigam, Das Gotteslamm, Liegt hier mit Blut beflossen, Welches er ganz mildiglich Hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund! O Glau⸗ bensgrund! Wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, Muß dich ja be⸗ klagen. 6. O lieblich Bild, Schön, art und mild, Du Schmerz⸗ sohn der Jungfrauen! Nie⸗ mand kann dein heißes Blut Sonder Reu anschauen. 7. O selig ist Zu aller Frist, Der dieses recht bedenket, Wie der Herr der Herrlichkeit Wird ins Grab gesenket. 8. O Jesu, du Mein Hülf und Ruh, Ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab Nach dir möge sehnen. Joh. Nist, ger 1607, ft. 1667. 74 Christi Auferstehung. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 108. So ruhest du, O meine Ruh, In deiner Gra⸗ beshöhle Und erweckst durch deinen Tod Meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein Nach vieler Pein, Du, meines Le⸗ bens Leben. Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach, bist du kalt, Mein Aufenthalt? Das macht die heiße Liebe, Die dich in das kalte Grab Durch ihr Feuer triebe. 4. O Lebensfürst, Ich weiß, du wirst Mich wieder aufer⸗ wecken. Sollte denn mein gläubig Herz Vor der Gruft erschrecken? 5. Sie wird mir sein Ein Kämmerlein, Da ich auf Ro⸗ sen liege, Weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts verdirbt, Der Leib nur stirbt; Doch wird er auferstehen Und in ganz verklärter Zier Aus dem Grabe gehen. 7. Indes will ich, Mein Jesu, dich In meine Seele senken Und an deinen bittern Tod Bis zum Tod gedenken. Salomo Frauch, geb. 1659, st. 1725. VIII. Christi Auferstehung; Ostern. 109. Christ ist erstanden Von der Marter alle! Des sollen wir alle froh sein; Christus will unser Trost sein. Kyrieleis! 2. Wär er nicht erstanden, So wär die Welt vergangen. Seit daß er erstanden ist, So lob'n wir den Herren Jesum Christ. Kyrieleis! 3. Halleluja! Halleluja! Halleluja! Des sollen wir alle froh sein; Christus will unser Trost sein. Kyrieleis! Aus dem 12. Jahrhundert. 110. Christus ist erstanden Von des Todes Banden. Des freuet sich der Engel Schar, Singend im Himmel immer⸗ dar: Halleluja! 2. Der für uns sein Leben In den Tod gegeben, Der ist nun unser Osterlamm, Des wir uns freuen allesamt. Halleluja! 3. Der am Kreuz gehangen, Kein' Trost konnt erlangen, Der lebet nun in Herrlichkeit, Uns zu vertreten stets bereit. Halleluja! 4. Der so ganz verschwiegen Zur Höllen gestiegen, Den wohlgerüsten Starken band, Der wird nun in der Höh erkannt. Halleluja! 5. Der da lag begraben, Der ist nun erhaben; All sein Thun wird kräftig erweist Und in der Christenheit ge⸗ preist. Halleluja! 6. Er läßt uns verkünden Vergebung der Sünden, Und wie man sie durch rechte Buß — Nach se muß. H 7. O Speis Nimm that, und spa 111. banden geben; den U 5 ich sei dankba Hallel 2. De gen kon kindern unsre e war zu der To auch ul uns in Hallelu 9.— Gottes ist kom: abgeth genom: ein nichts, Stach' leluja! 4. Cs Krieg, runger behielt Tod va hat ve Tod d m mein er Gruft sein Ein auf Ro⸗ un durch d Grab übt, Der ch wird in ganz 8 dem Der ist 1, Des llesamt. band, er Höh graben, 1; All erweist eit ge⸗ künden u,‚ Und te Buß Nach seiner Ordnung suchen muß. Halleluja! 7. O Christe, Osterlamm, Speis uns heut allesamt; Nimm weg all unsre Misse⸗ that, Daß wir dir singen früh und spat: Halleluja! Böhmische Brüder. 111. Christ lag in Todes⸗ banden, Für unsre Sünd ge⸗ geben; Der ist wieder erstan⸗ den Und hat uns bracht das Leben. Des wir sollen fröh⸗ lich sein, Gott loben und ihm dankbar sein Und singen: Halleluja! Halleluja! 2. Den Tod niemand bezwin⸗ gen konnt Bei allen Menf en⸗ kindern. Das machet alles unsre Sünd, Kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod sobald Und nahm auch über uns Gewalt, Hielt uns in sein'm Reich g'fangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, wahr' Gottes Sohn, An unser statt ist kommen Und hat die Sünde abgethan, Damit dem Tod genommen All sein Recht und ein Gewalt. Da bleibet nichts, denn Todsgestalt; Den Stach'l hat er verloren. Hal⸗ leluja! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, Da Tod und Leben rungen. Das Leben, das behielt den Sieg, Es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, Wie da ein Tod den andern fraß; Ein Ostern. 75 Spott aus'm Tod ist wor⸗ den. Halleluja! 5. Hier ist das rechte Oster⸗ lamm, Davon wir sollen le⸗ ben, In den Tod an des Kreuzes Stamm Aus heißer Lieb gegeben. Des Blut zeichnet unsre Thür; Das hält der Glaub dem Tode für. Der Würg'r kann uns nicht rühren. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest Mit Herzensfreud und Wonne, Das uns der Herr erscheinen läßt. Er selber ist die Sonne, Der durch seiner Gnaden Glanz Erleuchtet unsre Herzen ganz. Der Sünd'n Nacht ist vergangen. Halleluja! 7. Wir essen nun und leben wohl, Zum süßen Brot ge⸗ laden. Der alte Sauerteig nicht soll Sein bei dem Wort der Gnaden. Christus selbst die Kost will sein Und spei⸗ sen unsre Seel allein; Der Glaub will keins and'rn leben. Halleluja! Martin Euther, geb. 1483, st. 1546. 112. Jesus Christus, unser Heiland, Der den Tod über⸗ wand, Ist auferstanden; Die Sünd hat er gefangen. Kyrie eleison! 2. Der ohn Sünden war geboren, Trug für uns Got⸗ tes Zorn; Hat uns versöh⸗ net, Daß uns Gott sein Huld gönnet. Kyrie eleison! 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, Alls in Händen 76 Christi Auferstehung. er hat, Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Kyrie eleison! Martin LKuther, geb. 1483, st. 1546, 113. Erschienen ist der herrlich Tag, Dran niemand sich g'nug freuen mag; Christ, unser Herr, heut triumphiert; All sein Feind er gefangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlang, auch Sünd und Tod, Die Höll, all Jammer, Angst und Not Hat überwunden Jesus Christ, er heut vom Tod erstan⸗ den ist. Halleluja! 3. An einem Sabbath ka⸗ men sie, Die Weiber,—1 zum Grabe früh, Zu salben da des Menschen Sohn, Der von dem Tod erstanden schon. Halleluja! 4. Wen sucht ihr da? der Engel sprach. Christ ist er⸗ standen, der hie lag; Seht die Schweißtücher liegen dort; Geht, sagts den Jüngern all sofort. Halleluja! 5. Der Jünger Furcht und Herzeleid Wird heut verkehrt in lante⸗ Freud; Sobald sie nur den Herren sehn, Muß alles Trauern bald vergehn. Halleluja! 6. Der Mite hält ein schön Gespräch Mit zween Jüngern auf dem Weg. Vor Freud das Herz im Leib ihn' brannt; Im Brotbrechen wird er er⸗ kannt. Halleluja! 7. Der rechte Simson, unser Pforten er hinträgt, Dem Teufel sein Gewalt er legt. Halleluja! 8. Jonas im Wallfisch war drei Tag; So lang im Grab auch Christus lag. Der Tod ihn länger keine Stund In seinem Rachen halten konnt. Halleluja! 9. Der Tod da seinen Raub verlor; Das Leben siegt und kam empor. Zerstört ist nun des Todes Macht; Christ hat das Leben wiederbracht. Hal⸗ leluja! 10. Erlöset aus der Feinde Baten Gehn wir ins rechte aterland Und können hier in Brot und Wein Des rech⸗ ten Osterlamms uns freun. Halleluja! 11. Auch denken wir der süßen Brot, Die Moses Got⸗ tes Volk* Kein Sauer⸗ teig soll bei uns sein, Daß wir von Sünden leben rein. Halleluja! 12. Der Würgengel vor⸗ über geht, Kein Erstgeburt er bei uns schlägt. Des Bun Thür hat Christi lut Besprenget; das hält uns in Hut. Halleluja! 13. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, Und was betrübet war zuvor, Das freut sich eut an diesem Tag: Der ürst der Welt darnieder lag. alleluja! 14. Drum wir auch billig fröhlich sein, Das Hen dich singen fein Und loben dich, Held, Christus, den starken L Der Höllen öwen fällt. Herr Jesu Christ; Zu Trost du uns luja! Mel. Ersa 114. Gottes Tod erst ßer Ma Des da t, Dem er legt. fisch war im Grab Der Tod tund In n konnt. en Raub iegt und t ist nun hrist hat cht. Hal⸗ r Feinde 18 rechte nen hier des rech⸗ 3freun. wir der ses Got⸗ Sauer⸗ n, Daß en rein. betrübet eut sich g: Der der lag. h billig alleluja en dich, u Trost du uns erstanden bist. Halle⸗ luja! Nik. Hermann, st. 1561. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 114. Heut triumphieret Gottes Sohn, Der von dem Tod erstanden schon, Mit gro⸗ ßer Macht und Herrlichkeit; Des dank'n wir ihm in Ewig⸗ keit. Halleluja! 2. Dem Teufel hat er seine Macht Zerstört, verheert mit großer Kraft, Wie pflegt zu thun ein starker Held, Der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja! 3. O süßer Herre Jesu Christ, Der du der Sünder Heiland bist, Führ uns durch dein Barmherzigkeit Mit Freuden in dein Herrlichkeit. Halleluja! 4. Hier ist doch nichts, denn Angst und Not. Wer glaubet und hält dein Gebot, Der Welt ist er ein Hohn und Spott, Muß leiden oft ein' schnöden Tod. Halleluja! 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr, Ob er gleich murret noch so sehr; Er liegt im Kot, der arge Feind, Da⸗ egen wir Gott's Kinder sind. alleluja! 6. Dafür danken wir alle leich Und sehnen uns ins Himmelreich. Es ist am End. Gott helf uns all, So sin⸗ gen wir mit großem Schall. Halleluja! 7. Gott Vater in dem höch⸗ sten Thron, Samt seinem eingebornen Sohn, Dem heil⸗ Ostern. 77 In Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja! Zafil. Förtsch, st. 1619. Dieser Gesang hat auch eine eigne Weise mit zweimaligem Halleluja nach je zwei Strophen. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 115. Früh mocan da die Sonn aufgeht, Mein Hei⸗ land Christus aufersteht. Ver⸗ trieben ist der Sünden Nacht; Licht, Heil und Leben wieder⸗ bracht. Halleluja! 2. Wenn ich oft lieg in Nacht und Not, Verschlossen, gleich als wär ich tot, Läßt du mir früh die Gnadensonn Aufgehn nach Trauern, Freud und Wonn. Halleluja! 3. Nicht mehr, als nur drei Tage lang Mein Heiland bleibt im Todeszwang; Am dritten Tag durchs Grab er dringt, Mit Ehren sein Siegsfähn⸗ lein schwingt. Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt Mit Ralt. 2 am Kreuz gefangen hält; Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, Darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja! 5. In.Me wach ich fröh⸗ lich auf; Mein Ostertag ist schon im Lauf. Ich wach auf durch des Herren Stimm, Veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja! 6. Am Kreuz läßt Christus öffentlich Vor allem Volke töten sich. Da er durchs Todes Kerker bricht, Läßt ers die Menschen sehen nicht. gen Geist in gleicher Weis' Halleluja! 78 Christi Auferstehung. 7. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, Kein groß Ge⸗ präng ihm hier gefällt. Was schlecht und niedrig geht her⸗ ein, Soll ihm das allerliebste sein. Halleluja! 8. Hier ist noch nicht ganz kund gemacht, Was er uns aus dem Grab gebracht, Der große Schatz, die reiche Beut, Drauf sich ein Christ so herz⸗ lich freut. Halleluja! 9. Der jüngste Tag wird zeigen an, Was er für Tha⸗ ten hat gethan, Wie er der Schlangen Kopf zertritt, Die Höll zerstört, den Tod zer⸗ drückt. Halleluja! 10. O Wunder groß! O starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angst⸗ stein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von des Her⸗ zens Thür. Halleluja! 11. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wenn mir gleich alle Welt stürb ab: Gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja! 12. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; Sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin! Weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja! 13. Durch seiner Auferste⸗ hung Kraft Komm ich zur Engel⸗Brüderschaft. Durch ihn bin ich mit Gott ver⸗ söhnt, Die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja! 14. Mein Herz darf nicht entsetzen sich; Gott und die Engel lieben mich. Die Freude, die mir ist bereit, Vertreibet Furcht und Trau⸗ rigkeit. Halleluja! 15. Für diesen Trost, o gro⸗ ßer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir auf bessre Weis' Erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 6. Triumph! Triumph! es kommt mit Pracht Der Siegesfürst heut aus der Schlacht. Wer seines Reiches Unterthan, Schau heute sein Triumphfest an. Halleluja! 2. Vor Freuden Thal und Wald erklingt, Die Erde fri⸗ schon Blumwerk bringt; Ihr schöner Schmuck zu dieser Frist Zeugt, daß ihr Schöp⸗ fer Sieger ist. Halleluja! 3. Die Sonne sich aufs schönste schmückt Und wieder durch das Blaue blickt. Die vor so schwarz im Trauer⸗ kleid, Beschaut den blutgen Todesstreit. Halleluja! 4. Das stille Lamm jetzt nicht mehr schweigt, Sich mutig als ein Löw' erzeigt; Kein harter Fels ihn hält und zwingt, Grab, Siegel, Riegel vor ihm springt. Hal⸗ leluja! 5. Der andre Adam heut erwacht Nach seiner harten Todesnacht; Aus seiner Sei⸗ ten er erbaut Uns, seine teur erlöste Braut. Halleluja! 6. Wie ausschlu und Ma get Fruck zohenpr Habalui 7. Nun kämpft, Gift ge ren Hat Bann V helfen ke 8. Du, gebürgt, erwürgt und gesek verheert, Halleluj 9. Her gesfürst, du schen Frieden, aus den 117. im Lebe Erlöser und die Die bereit, d Trau⸗ „o gro⸗ „dankt wollen Erheben Preis. st. 1647. lich Tag. iumph! ht Der us der Reiches ute sein eluja! jal und rde fri⸗ t; Ihr dieser Hja! aufs wieder kt. Die Trauer⸗ lutgen m jetzt „Sich erzeigt; n hält Siegel, t. Hal⸗ na heut harten er Sei⸗ ne teur uja! 6. Wie Aarons Rute schön ausschlug, Am Morgen Blüt und Mandeln trug; So trä⸗ get Frucht der Seligkeit Des hohenpriesters Leichnam heut. alleluja! 7. Nun ist die Heiligkeit er⸗ kämpft, Der Sünde Pest und Gift gedämpft. Der schwe⸗ ren Handschrift Fluch und Bann Vertilgt er, der mir helfen kann. Halleluja! 8. Du, liebe Seel, bist aus⸗ gebürgt, Der höllische Tyrann erwürgt! Sein Raubschloß und geschworne Rott Ist ganz verheert, der Tod ein Spott. Halleluja! 9. Herr Jesu, wahrer Sie⸗ gesfürst, Wir glauben, daß du schenken wirst Uns deinen Frieden, den du bracht Mit aus dem Grab und aus der Schlacht. Halleluja! 10. Triumph! Triumph! Dich ehren wir Und wollen mit dir kämpfen hier, Daß wir, als Reichsgenossen dort Dir folgen durch die Sieges⸗ pfort. Halleluja! Benj. Prätorius, um 1659. 117. Jesus, meine Zuver⸗ sicht Und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich: sollt ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt. Ich werd auch das Le⸗ ben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt: Warum Ostern. 79 sollte mir denn grauen? Läs⸗ set auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff⸗ nung Band Zu genau mit ihm verbunden; Meine starke Glaubenshand Wird in ihn gelegt befunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden; Das gesteh ich; doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird diese meine Haut Mich umgeben, wie ich gläube; Gott wird werden angeschaut Dann von mir in diesem Leibe; Und in diesem Fleisch werd ich Jesum sehen ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht Wird ihn, meinen Heiland, kennen. uich ich selbst, ein Fremder nicht, Werd in seiner Liebe brennen; Nur die Schwachheit um und an Wird von mir sein abgethan. 7. Was hier kranket, seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen; Irdis werd ich ausgesät, Himmlis werd ich auferstehen; Hier geh ich natürlich ein, Nach⸗ mals werd ich geistlich sein. 8. Seid getrost und hocher⸗ freut, Jesus trägt euch, seine Glieder! Gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Chri⸗ 80 stus ruft euch wieder, Wann einst die Posaun erklingt, Die auch durch die Gräber dringt. 9. Lacht der finstern Erden⸗ kluft! Lacht des Todes und der Höllen! Denn ihr sollt euch durch die Luft Eurem Heiland zug sellen. ann wird Schwachheit und Ver⸗ druß Liegen unter eurem Fuß. I 10. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden, Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr beige⸗ fügt wollt werden. Schickt ö das Herze da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. II Euise Henriette, Kurfürstin v. ZBranden⸗ 1 burg, geb. 1627, ft. 1667. ö Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 118. Auf, auf, mein Geist, danksage Dem Vater, der sein 1 liebes Kind Hat an dem drit⸗ + ten Tage Erwecket! ö Feinde sind träget Den Freudensieg davon. + dringt. * 2. Wie goldne und, Leib zusammen, Christi Auferstehung. seine — Zum Schemel hingeleget; Des Allerhöchsten Sohn, Der Lebensfürst, jetzt Heil uns! uns, seinen Brü⸗ dern, Der Herr den Sieg ö erringt; Vom Haupte zu den Gliedern Nun göttlich Leben immels⸗ flammen Die Engel leuchten für und für. Kommt Haupt Wer kann aussprechen solche Zier! N Mir weicht der Engel Or⸗ N den; Des höchsten Vaters Sohn, Der ist mein Bruder sum Christ gegeben. worden Und sitzet auf dem Thron. Vor dem die Engel stehen Zu seinem Dienst be⸗ reit, Den werd ich dort an⸗ sehen In seiner Herrlichkeit. 3. Auf meinem Grabe ste⸗ het, Der mein Herr und Erlöser ist. Wenn mein Ge⸗ sicht vergehet, So lebet doch mein Fesus Christ. Der läßt sein Kind nicht stecken Im bittern Todesschlund; Er wird mich schon erwecken, Wenn kommt die rechte Stund. Ich eh in vollen Freuden, Den od mein Herz veracht'; Mein Herr wird mich be— kleiden Mit neuer Himmels⸗ pracht. 4. Wann soll ich nach Ver⸗ langen, O Jesu, schönstes Le⸗ benslicht, Vor deinem Throne prangen Und stets dein kla⸗ res Angesicht In voller Freud erblicken? O, selig ist die Zeit, Wann er mich wird hinrücken Zu seiner Herrlichkeit. Auf, auf, laßt uns von hinnen Zum Himmel gehen ein Und mit dem Geist und Sinnen Bei Jesu ewig sein! Joh. Maukisch, geb. 1617, st. 1669. Mel. Nun freut euch, lieben ꝛc. 119. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herrlich hat nach diesem Krieg Durch Je⸗ die alte 2. Wie sträubte sich Schlang ihr kär Macht Jedenno Ob sie zertrete 3. Lebe hervor; gefange len Schl weg der Nichtsei eslauf halten überwur fen kann uns kla verworf 5. Der 6. Es Christ, wieder. erstande auf, die Christi Tod u bleibt; stirbet. M. R ie Engel ienst be⸗ dort an⸗ erlichkeit. rabe ste⸗ err und nein Ge⸗ ebet doch Der läßt cken Im Er wird „Wenn und. Ich den, Den veracht'; mich be⸗ Himmels⸗ ach Ver⸗ önstes Le⸗ Throne dein kla⸗ ller Freud t die Zeit, hinrücken eit. Auf, n hinnen ein Und d Sinnen I 17, st. 1669. lieben ꝛc. o ist dein )ist dein Vas kann fel thun, sich stelle? der uns rrlich hat Durch Je⸗ . ich die alte Schlang, Da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang; Jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Fersen sticht, So sieget sie darum doch nicht: Der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt hervor; Die Feind nimmt er gefangen, Zerbricht der Höl⸗ len Schloß und Thor, Trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Sie⸗ eslauf Den starken Held kann halten auf: All's liegt da überwunden. 4. Des Todes Gift, der Höllen Pest Ist unser Hei⸗ land worden. Wenn Satan auch noch ungern läßt Vom Wüten und vom Morden, Und da er sonst nichts schaf⸗ fen kann, Nur Tag und Nacht uns klaget an, So ist er doch verworfen. 5. Des Herren Rechte, die behält Den Sieg und ist er⸗ höhet; Des Herren Rechte mächtig fällt, Was ihr ent⸗ gegen stehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind Durch Christi Sieg gedämpfet sind; Ihr Zorn ist kraftlos worden. 6. Es war getötet Jesus Christ, Und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, Stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, Im Tod und Grabe der nicht bleibt; Er lebt, ob er gleich stirbet. M. R. Gesangbuch. Ostern. 81 7. Wer täglich hier durch wahre Reu Mit Christo auf⸗ erstehet, Ist dort vom andern Tode frei; Derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht Und unvergänglich Wesen. 8. Das ist die rechte Oster⸗ beut, Der wir teilhaftig wer⸗ den: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit Im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, Bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 9. Der alte Drach mit sei⸗ ner Rott Hingegen wird zu Schanden; Erlegt ist er mit Schimpf und Spott, Da Christus ist erstanden. Des Hauptes Sieg der Glieder ist: Drum kann mit aller Macht und List Uns Satan nicht mehr schaden. 10. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herrlich hat in diesem Krieg Durch Jesum Christ gegeben. Justus Gesenius, geb. 1601, st. 1671. 120. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden Nimm wahr, was heut geschicht Wie kommt nach großem Leiden Nun ein so großes Licht? Mein Hei⸗ land war gelegt, Da wo man uns hinträgt, Wenn von uns 82 Christi Auferstehung. 7. Ich hang und bleib auch hangen An Christo als ein Glied; Wo mein Haupt durch ist gangen, Da nimmt er mich auch mit. durch den Tod, Durch Welt, durch Sünd und Not; Er reißet durch die Höll, Ich bin stets sein Gesell. unser Geist Gen Himmel ist gereist. 2. Er war ins Grab ge⸗ senket, Der Feind trieb groß Geschrei. Eh ers vermeint und denket, Ist Christus wie⸗ der frei Und ruft: Viktoria! Schwingt fröhlich hie und da Sein Fähnlein als ein Held, Der Feld und Mut behält. 3. Der Held steht auf dem Grabe Und sieht sich munter um; Der Feind liegt un legt abe Gift, Gall und Un⸗ gestüm. Er wirft zu Christi Fuß Sein Höllenreich un muß Selbst in des Siegers Band Ergeben Fuß und Hand. 4. Das ist mir anzuschauen Ein rechtes Freudenspiel. Nun soll mir nicht mehr grauen Vor allem, was mir wil Benehmen meinen Mut, Zu⸗ famt dem edlen Gut, So mir durch Jesum Christ Aus Lieb erworben ist. 5. Die Höll und ihre Rot⸗ ten, Die krümmen mir kein Haar. Der Sünden kann ich spotten, Bleib allzeit ohn Gefahr. Der Tod mit seiner Macht Wird schlecht bei mir geacht; Er bleibet Todes Bild, Und wär er noch so wild. 6. Die Welt ist mir ein La⸗ chen Mit ihrem großen Zorn; Sie zürnt und kann nichts machen, All Arbeit ist ver⸗ lorn. Die mir nicht Mein Herz und Angesicht; Das Unglück ist Ehren: Ich fo nach Und darf mich gar nicht d kehren An einzig Ungemach. Es tobe, was da kann: Mein Haupt nimmt sich mein an; d Mein Heiland ist mein Schild, Der alles Toben stillt. Trübsal trübt von mir, Der mich beschweret? Wann öffnet sich Er reißet 8. Er dringt. Saal der g ihm immer 9. Er bringt mich an die Pforten, Die in den Himmel führt, Daran mit güldnen Worten Der Reim gelesen (wird: Wer dort wird mit verhöhnt, mit gekrönt; Wer dort mit sterben geht, Wird hier auch mit erhöht. Wird hier auch paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676, Mel. Christ lag in Todesbanden. 121. Ach Gott, mich drückt ein schwerer Stein! Wer will ihn von mir nehmen? Dir ist bekannt mein Schmerz und Pein Und mein geheimes Grämen. Jesus lebt— und ich bin tot! Ach, Vater, das ist meine Not! Und ich kann ihn vor Sünden Nicht finden. 2. Wer wälzet diesen Stein ch so hart mein Glück, Die Nacht mein des Grabes Thür? Wann Sonnenblick. wird mir Trost gewähret? Soll ich Durchbre melslicht von den 3. Betr nicht: D den, De macht ze Sündenb durch sei aus der dem Gei 4. Er heut, D stehen D Seligkeit ihm gehe sal, An durch de Zur Fre ben Dor 5. Dein zurück, X gen. Er und Str gefangen Grabe z gen und men dei Herzen. 6. Des bei dir, ten Und Lebensth dich strei Gekreuzi mit den ist von 7. Er i dengrab. erstander Hirtenste vorhand eib auch als ein t durch mmt er ir reißet Ich Welt, Not; Er Ich bin aal der immer gar nicht ngemach. n: Mein ein an; in Schild, illt. ch an die Himmel güldnen gelesen wird mit hier auch dort mit Hhier auch 306, st. 1676. desbanden. nich drückt Wer will nen? Dir Schmerz ugeheimes bt— und Vater, das d ich kann icht finden. esen Stein ich so hart öffnet sich r? Wann gewähret? Soll ich aus dem Tode nicht Durchbrechen zu dem Him⸗ melslicht? Wer will mich von den Ketten Erretten? 3. Betrübtes Herz, verzage nicht: Dein Jesus ist erstan⸗ den, Der Tod und Höllen⸗ macht zerbricht Und löst die Sündenbanden. Er wird auch durch seinen Tod Dich reißen aus der Sünde Not Und zu dem Geistesleben Erheben. 4. Er ist darum erstanden heut, Daß du mögst aufer⸗ stehen Durch seine Kraft zur Seligkeit Und fröhlich mit ihm gehen Durch viel Trüb⸗ sal, Angst und Qual Und durch das finstre Todesthal Zur Freud und Wonn erho⸗ ben Dort oben. 5. Dein Jesus läßt dich nicht zurück, Weil er ist vorgegan⸗ gen. Er wird zerreißen Band und Strick, In welchen du gefangen, Und dich aus dem Grabe ziehn Ohn alle Sor⸗ gen und Bemühn, Und neh⸗ men deine Schmerzen Vom Herzen. 6. Des Herren Engel sind bei dir, Die dich zu Jesu lei⸗ Wé ten Und auf dem Weg zur Lebensthür Mit Flammen für dich streiten. Suchst du den Ostern. 83 Mensch, dein Herz, Thu Buß in wahrer Reu und Schmerz: So ist der Stein gehoben Von oben. 8. Flieh aus dem Grab ins Himmelszelt, Da ist dein Heil zu finden; t im Glau⸗ ben aus der Welt, Verlasse, was dahinten: So wird Je⸗ sus sich in Eil Dir zeigen, als das beste Teil, Und wirst ihn nach Verlangen Umfangen. 9. O Jesu, laß mich auf⸗ erstehn Im Geist und mit dir leben, Bis du mich selig wirst erhöhn Und mir die Krone geben, Die mir ist nach dieser Zeit Bereit im Reich der Herrlichkeit. Herr, hör und laß mein Flehen Geschehen. Laur. Laurenti, geb. 1660, st. 1722. Mel. Nun freut euch, lieben ꝛc. 122. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, Die Sonn ist aufgegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, Den heube d zu empfangen, Der eute durch des Todes Thür Gebrochen aus dem Grab herfür, Der ganzen Welt zur onne! 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf Und such ein neues Leben. Vollführe dei⸗ Gekreuzigten? So geh hin nen Glaubenslauf Und laß mit den Heiligen, Wo Jesus dein Herz sich heben Gen Himmel, da dein Jesus ist, 7. Er ist nicht in dem Sün⸗Und such, was droben als dengrab. Nein, wer mit ihm ein Christ, Der geistlich auf⸗ erstanden Und folget seinem erstanden. Hirtenstab, Bei dem ist er 3. Quält dich ein schwerer ist von Banden Erstanden. vorhanden. Darum prüf, o Sorgenstein? Dein Jesus 6* ——thiAT 8⁴ Christi Auferstehung. Von allen Überwindern, Die überwunden durch dein Blut. Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, Daß wir auch wird ihn heben. Es kann ein Christ bei Kreuzespein In Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn Und sorge nicht; er ist nicht fern, Weil er ist auf⸗ erstanden. 4. Es hat der Löw aus Judas Stamm Heut siegreich über⸗ wunden, Und das erwürgte Gotteslamm Hat, uns zum Heil, gefunden Das Leben und Gerechtigkeit, Weil er nach uberstandnem Streit Die Feinde Schau getragen. 5. Drum auf, mein Herz! fang an den Streit, Weil Jesus überwunden. Er wird auch überwinden weit In dir, weil er gebunden Der Feinde Macht, daß du auf⸗ stehst Und in ein neues Leben gehst Und Gott im Glauben dienest. 6. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, Noch gar der Höl⸗ len Rachen. Dein Jesus lebt! es hat kein Not; Er ist noch bei den Schwachen Und den Geringen in der Welt Als ein gekrönter Siegesheld: Drum wirst du überwinden. 7. Ach, mein Herr Jesu, überwinden. Caur. Caurenti, geb. 1660, st. 1722. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 3. Der Tod ist tot, das Leben lebet, Das Grab ist selbst begraben nun. Mein Jesus, der sein Haupt erhe⸗ bet, Will ferner nicht im Ker⸗ ker ruhn Und stellt mir diese Losung für: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 2. Nun liegt der Tod zu meinen Füßen; Der Fürst des Lebens stirbt nicht mehr, Er weiß die Gräber aufzu⸗ schließen, Er stürzt das blasse Sündenheer. Das Sieges⸗ lied klingt herrlich hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 3. Mein Jesu, Wahrheit, Weg und Leben, Der Leben hat und Leben giebt, Wie soll ich den Triumph erheben, Der Rach an meinen Feinden übt? Sie liegen dort, du ru⸗ fest hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 4. Das Haupt belebet seine der du bist Von Toten auf⸗Glieder: Wer wollte denn erstanden, Rett uns aus Sa⸗ tans Macht und List Und aus des Todes Banden, Daß wir zusammen insgemein gestorben sein? Die Lebens⸗ sonne scheint uns wieder Und leuchtet bis ins Grab hin⸗ ein. Da lesen wir die Grab⸗ Dus neuen Leben gehen ein, Das du uns hast erworben. 8. Sei hochgelobt in dieser Zeit Von allen Gotteskindern, Und ewig in schrift hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 5. O toter Tod, wie kannst du schrecken? Mein Jesus der Herrlichkeit nimmt das Schrecken hin. Wie er wecken, weckt dr lebt, so und ihr Benj. S. Mel. Ein 0 Wort, e aller Si Feind er seinem bringt G Ehre ihr nun vol Osterzeit den!“ si 2. Er lenfreun errunger die Sch Versöhn Er stritt kämpfte Leibs⸗ 1 durch de er mir! 3. Er le sohn, 31 ten. Er hohen T schwache nun ewi schützet starker Widersto nicht un 4. Erel ergehn, Geber. nem Ar in unsre dern, Die Hdein Blut. ins Kraft wir auch 60, st. 1722. ungen hätte. t tot, das Grab ist n. Mein dupt erhe⸗ )t im Ker⸗ mir diese b und ihr Tod zu der Fürst icht mehr, der aufzu⸗ das blasse mSieges⸗ hier: Ich h mit mir. Wahrheit, Der Leben iebt, Wie )h erheben, en Feinden zrt, du ru⸗ und ihr lebet seine ollte denn hie Lebens⸗ vieder Und Grab hin⸗ die Grab⸗ eb und ihr wie kannst ein Jesus recken hin. Wie er sich selber kann er⸗ wecken, So werden wir er⸗ weckt durch ihn. Weil Jesus lebt, so leben wir. Ich leb und ihr lebt auch mit mir. Benj. Schmolck, geb. 1672, st. 1737. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. 124. Er lebt! o frohes Wort, er lebt, Der Heiland aller Sünder! Das Heer der Feind erschrickt und bebt Vor seinem Überwinder. Auf, bringt Gott Lobgesang! Bringt Ehre ihm und Dank, Da wir nun voller Freud In dieser Osterzeit:„Christ ist erstan⸗ den!“ singen. 2. Er lebt, der treuste See⸗ lenfreund, Der mich ihm selbst errungen, Der Gottes Zorn, die Schuld, den Feind— Versöhnt, bezahlt, bezwungen. Er stritt mit Heldenmut, Er kämpfte bis aufs Blut; Durch Leibs⸗ und Seelennot Und durch den Kreuzestod Erwarb er mir das Leben. 3. Er lebt, der starke Gottes⸗ sohn, Zu seines Vaters Rech⸗ ten. Er herrscht auf seinem hohen Thron Und hilft den schwachen Knechten. Er lebt nun ewiglich, Er lebt und schützet mich. Er thut mit starker Hand Den Feinden Widerstand, Duß sie mich nicht umstoßen. 4. Er lebt zu unserm Wohl⸗ ergehn, Der froh und milde Geber. Die Kraft von sei⸗ nem Auferstehn Dringt bis in unsre Gräber. Tragt mei⸗ Ostern. 85 nen Leib zur Ruh, Deckt ihn mit Erde zu, Gebt ihn den Würmern hin: Da ich in Jesu bin, Werd ich im Grab nicht bleiben. 5. Er lebt! Gott hat ihn auferweckt: Er wird auch mich erwecken. Der Tod, den Jesu Sieg erschreckt, Kann mich nun nicht erschrecken. Sein Stachel, seine Kraft, Die Sünd, ist weggeschafft. Der treue Zeuge spricht:„Wer glaubt, der stirbet nicht!“ Des tröst ich mich von Herzen. 6. Er lebt, er lebt, der tapfre Held! Besingt, ihr Engelchöre, Besingt, ihr Völ⸗ ker in der Welt, Des Heilands Sieg und Ehre! Besingt des Siegers Macht, Der von dem Tod erwacht, Der unsern Tod bezwingt, Der uns zum Leben bringt, Der uns zu Siegern machet! 7. Er lebt, er lebt! o laßt uns heut Und stets sein Lob erheben. Er lebt! o laßt uns allezeit Ihm wohlgefällig leben. Hier, Heland hast du mich; Befiehl mir, hier bin ich! Dein, dein will ich allein Tot und lebendig sein, Dein will ich ewig bleiben! Ehrenfried Liebich, geb. 1713, st. 1780. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 125. Erinnre dich, mein Geist, erfreut Des hohen Tags der Herrlichkeit; Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist. Halleluja! 86 Christi Auferstehung. 2. Schau über dich und bet ihn an. Er mißt den Ster⸗ nen ihre Bahn; Er lebt und herrscht mit Gott vereint Und ist dein König und dein Freund. Halleluja! 3. Macht, Ruhm und Ho⸗ heit immerdar Dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit Von nun an bis in Ewigkeit! Halleluja! 4. Mein Heiland ist für mich erhöht. Was ist der Erde Majestät, Wenn sie mein Geist mit der vergleicht, Die ich durch Gottes Sohn erreicht! Halleluja! 5. Vor seinem Thron, in seinem Reich, Unsterblich, hei⸗ lig, Engeln gleich Und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit istmein! Hallelujal 6. Du, der du in dem Him⸗ mel thronst, Ich soll da woh⸗ nen, wo du wohnst; Und du erfüllst einst mein Vertraun, In meinem Fleische dich zu schaun. Wuten 7. Ich soll, wenn du, o Le⸗ bensfürst, In Wolken göttlich kommen wirst, Erweckt aus meinem Grabe gehn Und rein zu deiner Rechten stehn. Halleluja! 8. Mit Engeln und mit Seraphim, Mit Thronen und mit Cherubim, Mit allen Frommen aller Zeit Soll ich mich freun in Ewigkeit. Hal⸗ leluja! 9. Nie komm es mir aus meinem Sinn, Was ich, mein Heil, dir schuldig bin, Da⸗ mit ich mich in Liebe treu Da deinem Bilde stets erneu. alleluja! 10. Er ists, der alles in uns schafft; Sein ist das Reich, Sein ist die Kraft. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist. Halleluja! Chr. F. Gellert, geb. 1715, st. 1769. Mel. Wachet auf! ruft uns die ꝛc. 126. Halleluja! jauchzt, ihr Chöre, Singt Jesu Chri⸗ sto Preis und Ehre! Wie groß und herrlich ist sein Tag! Er, der Held, ist von den Banden Des Todes sieg⸗ reich auferstanden, Er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht. Preis ihm, er hats vollbracht! Hal⸗ leluja! Er hats vollbracht, Er, der die Macht Des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, Hat mächtig Grab und Tod bezwungen, Von ihren Schrecken uns befreit. Wir von Gott gewichne Sün⸗ der Sind nun mit ihm ver⸗ söhnte Kinder Und Erben sei⸗ ner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, Entschlafen, Christe, dir, Ruhn in Frie⸗ den Die kurze Nacht, Bis deine Macht Das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken: Du wirst ihn herr⸗ lich auferwecken, Der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben Und Kraft ut ben, D teuer ist dein, G Halleluf Erschree Jesus, 4. Ja, freuen zerstreus bensfrie seines ewig ewig se Wir ge Durch Hin zur 900 3 hoch zu 5. Z6 der We sein, u Durch kel brie wir em und Fi Und ur mels L du Uns die Dei Gingst dir in Gottfr. Mel V 127. Das ge Der So we lang, 2 Niedere vorhan Wird ziebe treu ets erneu. alles in ist das zie Kraft. 8Jesum dem Tod eluja! 15, st. 1769. uns die ꝛc. jauchzt, desu Chri⸗ gre! Wie ist sein d, ist von odes sieg⸗ Er, der lag. Sein cht. Preis ücht! Hal⸗ vollbracht, des Todes at. der Held htig Grab jen, Von befreit. chne Sün⸗ ihm ver⸗ Erben sei⸗ ald, bald ntschlafen, in Frie⸗ acht, Bis Licht des nag Staub ihn herr⸗ er du des bist. Du Leben Und Kraft und Herrlichkeit ihm ge⸗ ben, Dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, Gerecht und selig sein. Halleluja! Tod und Gericht Erschreckt uns nicht: Denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Ja, er lebt, uns zu er⸗ freuen Und alles, alles zu zerstreuen, Was uns den Le⸗ bensfrieden raubt. Groß ist seines Namens Ehre Und ewig gültig seine Lehre, Und ewig selig, wer ihm glaubt. Wir gehn an seiner Hand Durch dieses Thränenland Hin zum Himmel; Und dort erhebt Er, der da lebt, Uns hoch zu Ehren ewiglich. 5. Tag des Lebens, Tag der Wonne, Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unsers Grabes Dun⸗ kel bricht! O, was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Finsternis verschwinden Und uns umstrahlt des Him⸗ mels Licht! Vollender, führe du Uns diesem Tage zu, Uns, die Deinen. Die Lebensbahn Gingst du voran; Wir folgen dir in deine Ruh. Gottfr. 3. Funk, g. 1734, st. 1814. Mel Wie schön leuchtet der ꝛc. 127. Halleluja! Halleluja! Das große Siegesfest ist da: Der Herr ist auferstanden! So weit die Erde breit und lang, Vom Aufgang bis zum Niedergang, Ist Freude nun vorhanden. Ewig, Herrlich Wird sie währen und sich Ostern. 87 mehren, bis in Chören Wir die Engel Gottes hören. 2. Er lebt, der große Men⸗ schensohn, Nun herrschend auf des Himmels Thron, Als Held und Überwinder! Von da ruft er in unser Grab Den süßen Lebenstrost hinab: Kehrt wieder, Menschenkin⸗ der! Tröstlich, Köstlich Ist die Wahrheit und die Klar⸗ heit dieser Worte, Offnend einst des Todes Pforte. 3. Gebenedeit sei dieser Gott! Was hat es nun mit uns für Not Im Leben und im Ster⸗ ben! Der Osterfürst, gleich stark und mild, Bleibt alle⸗ wege Schirm und Schild: Wir können nicht verderben. Klagen, Zagen Sind ver⸗ schwunden, und die Wunden, die uns drücken, Werden nicht das Ziel verrücken. 4. Und welcher Trost in je⸗ dem Schmerz! Der Heiland hat ein Menschenherz Mit sich hinaufgenommen! Jetzt wird er auch in Not und Pein Ein treuer Hoherpriester sein, Vom Mitgefühl ent⸗ glommen. Daran Kann man Sich erquicken und erblicken, welche Gaben Wir in Christo Jesu haben. 5. Sein ist die Weisheit, Kraft und Macht Samt Liebe, die beständig wacht, Daß er uns nicht verliere. Doch will er auch, daß ohne Krieg Und ohne Glaubenskampf und Sieg Hier keiner triumphiere. Willig, Billig Wird das Le⸗ 88 Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. ben hingegeben unserm König. Alles sei ihm unterthänig! 6. Und nimmt er unser Le⸗ ben hin, So ist das Sterben auch Gewinn Für seine Kreuz⸗ gemeinde. Denn sie hat ihn, der mächtig ist Und seiner Kirche nie vergißt, Zum Bräu⸗ tigam und Freunde. Bauet, Trauet Der Verheißung und Erweisung seiner Gnaden. Was kann uns hinfort noch schaden? 7. Sein Leiden, Sterben, Auferstehn Führt uns zu je⸗ nen lichten Höhn, Wo wir ihn selbst erblicken In unbe⸗ grenzter Herrlichkeit Und hol⸗ der Menschenfreundlichkeit. Wer schildert das Entzücken! Amen! Amen! Kommt mit Palmen und laßt Psalmen laut erschallen Durch des Himmels weite Hallen! F. Springmann, st. 1842. IX. Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. 128. Christ fuhr gen Him⸗ mel. Was sandt er uns her⸗ nieder? Den Tröster, den heiligen Geist, Zu Trost der armen Christenheit. Kyrieleis! 2. Wär er nicht hingangen, Der Tröster wär nicht kom⸗ men. Seit daß er hingangen ist, So haben wir den Geist durch Christ. Kyrieleis! 3. Halleluja! Halleluja! Halleluja! Des solln wir alle froh sein, Christus will unser Trost sein. Kyrieleis! V. 1. vor der Reformation. 129. Gen Himmel aufge⸗ fahren ist, Halleluja! Der Kön'g der Ehren, Jesus Christ. Halleluja! 2. Er sitzt zur rechten Got⸗ tes Hand; Halleluja! Herrscht über Himm'l und alle Land. Halleluja! 3. Nun ist erfüllt, was g'schrieben ist, Hallelujsal In Psalmen von dem Herren Christ. Halleluja! 4. Nun sitzt beim Herren Davids Herr, Halleluja! Wie zu ihm 9 gesagt der Herr. Halleluja! 5. Drum jauchzen wir mit großem Schall'n, Halleluja! Dem Herren Christ zum Wohl⸗ gefall'n. Halleluja! 6. Wir lob'n die heil'g Dreieinigkeit, Halleluja! Gott Vater, Sohn und heilgen Geist. Halleluja! Melch. Franck, um 1600, nach: Coelos asc. hodie, aus dem 15. Jahrhundert. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. 130. Nun freut euch, Got⸗ tes Kinder all, Der Herr fährt auf mit großem Schall; Lobsinget ihm, lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit lauter Stimm! 2. Die Engel und all Him⸗ melsheer Erzeigen Christo göttlich ihm mi thun d 3. D sus C sohn, 2 freuen gönner 4. D Stätt bleib'n ihm, le ihm u 5. melrei Engelt lieben ken mi 6. Es Herzer durch uns b 8. A 2 Selig an Erken 9.— Glaul Hoffn leucht fest U verläf 10. lieben von eit. Sterben, 18 zu je⸗ Wo wir In unbe⸗ Und hol⸗ idlichkeit. ntzücken! nmt mit Psalmen irch des len! st. 1842. ische Herren 1 Herren uja! Wie her Herr. wir mit dalleluja! m Wohl⸗ e heil'g ija! Gott heilgen ach: Coelos jahrhundert. en alle wir. uch, Got⸗ der Herr u Schall; nget ihm, t lauter all Him⸗ Christo Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. 89 göttlich Ehr Und jauchzen ihm mit frohem Schall; Das thun die lieben Engel all. 3. Daß unser Heiland Je⸗ sus Christ, Wahr' Gottes⸗ sohn, Mensch worden ist, Des freuen sich die Engel sehr Und gönnen uns gern solche Ehr. 4. Der Herr hat uns die Stätt bereit, Da wir soll'n bleib'n in Ewigkeit. Lobsinget ihm, lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit lauter Stimm! 5. Wir sind Erben im Him⸗ melreich, Wir sind den liehen Engeln gleich; Das sehn die lieben Engel gern Und dan⸗ ken mit uns Gott dem Herrn. 6. Es hat mit uns nun keine Not, Weil Satan, Sünd, der ewge Tod Allsamt zu Schan⸗ den worden sind Durch Got⸗ tes und Marien Kind. 7. Den heilgen Geist sendt er herab, Auf daß er unsre Herzen lab Und tröst uns durch das göttlich Wort Und uns behüt vor Teufels Mord. 8. Also baut er die Christen⸗ heit Zur ewgen Freud und Seligkeit; Allein der Glaub an Jesum Christ Die recht Erkenntnis Gottes ist. 9. Der heilge Geist den Glauben stärkt, Geduld und Hoffnung in uns wirkt, Er⸗ leucht und macht die Herzen fest Und uns in Trübsal nicht verläßt. 10. So danket nun dem lieben Herrn Und lobet ihn von Herzen gern; Lobsinget mit der Engel Chör, Daß man es in dem Himmel hör. 11. Gott Vater in der Ewig⸗ keit, Es sagt dir deine Chri⸗ stenheit Groß Ehr und Dank mit höchstem Fleiß, Zu allen Zeiten Lob und Preis. 12. Herr Jesu Christe, Got⸗ tes Sohn, Gewaltig, herr⸗ lich, prächtig, schön, Es dankt dir deine Christenheit Von nun an bis in Ewigkeit. 13. O heilger Geist, du wahrer Gott, Der du uns tröst' in aller Not, Wir rüh⸗ men dich, wir loben dich Und sagen dir Dank ewiglich. Erasm. Albert, st. 1553. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. 131. Es fähret heute Got⸗ tes Sohn Hinauf zu seines Vaters Thron; Er gehet ein zur Herrlichkeit, Die überall ist ausgebreit. 2. Er hat zerstört des Teu⸗ fels Macht, Sein Heer erlegt und umgebracht, Wie mit Gewalt ein starker Held Im Treffen seine Feinde fällt. 3. Zwing unser Fleisch, Herr Jesu Christ, Der du der Sün⸗ der Heiland bist, Daß wir, indem du uns machst rein, Teilhaftig deines Sieges sein. 4. Laß sein den Feind in uns gedämpft, Weil du uns hast das Heil erkämpft; Tilg aus sein Werk, daß er nicht mehr Sich wider unsre Seel empör. 5. Zeuch und führ uns mit dir zugleich Als Gottes Kin⸗ 90 Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. der in dein Reich, Da wir ein ewig Freudenlied Dir aufzuopfern sind bemüht. 6. Gott Vater, sei von uns gepreist Samt deinem Sohn und heilgen Geist! Der heilge unsrer Seelen Grund, Damit dir danke Herz und Mund. Mel. Nun freut euch, lieben ꝛc. 132. Auf Christi Himmel⸗ fahrt allein Ich meine Nach⸗ fahrt gründe Und allen Zwei⸗ fel, Angst und Pein Hiermit stets überwinde; Denn weil das Haupt im Himmel ist, Wird seine Glieder Jesus Christ Zur rechten Zeit nach⸗ holen. 2. Weil er Gabn himmelan Und große Gab'n empfangen, Mein Herz auch nur im Him⸗ mel kann, Sonst nirgends, Ruh erlangen; Denn wo mein Schatz gekommen hin, Da ist auch stets mein Herz und Sinn; Nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich Von deiner Auffahrt spüren, Daß mit dem wah⸗ ren Glauben ich Mög meine Nachfahrt zieren, Und dann einmal, wenn dirs gefällt, Mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen. Josua Wegelin, st. 1640 Mel. Ermuntre dich, mein schwacher ꝛc. 133. Du Lebensfürst, Herr Jesu Christ, Der du bist auf⸗ genommen Gen Himmel, da dein Vater ist Und die Ge⸗ mein der Frommen: Wie soll ich deinen großen Sieg, Den du durch einen schweren Krieg Erworben hast, recht preisen Und dir gnug Ehr erweisen! 2. Du hast die Höll und Sündennot Ganz ritterlich eit Du hast den Teu⸗ fel, Welt und Tod Durch deinen Tod verdrungen; Du 290 gesieget weit und breit. Wie werd ich solche Herr⸗ lichkeit, O Herr, in diesem Leben Gnug würdiglich er⸗ heben! 3. Du hast dich zu der rech⸗ ten Hand Des Vaters hin⸗ gesetzet, Der alles dir hat zu⸗ gewandt, Nachdem du, kaum verletzet, Die starken Feind hast umgebracht, Triumph und Sieg daraus gemacht, Ja gar auf deinem Wagen Gar herrlich Schau getragen. 4. Nun lieget alles unter dir, Den Vater ausgenom⸗ men; Es müssen Engel für und für Dich anzubeten kom⸗ men; Die Fürsten stehen auf der Bahn Und sind dir wil⸗ lig unterthan; Luft, Wasser, Feur und Erden Muß dir zu Dienste werden. 5. Du starker Herrscher fäh⸗ rest auf Mit Jauchzen und Lobsagen, Und gleich mit dir in vollem Lauf Viel hundert⸗ tausend Wagen. Du fährest auf mit Lobgesang, Es schal⸗ let der Posaunen Klang. Mein Gott, vor allen Dingen Will ich dir auch lobsingen. wir u deine Gliede zu un deinen Licht. das kannst Ja Fi 8. 2 nem Hirter uns 0 brot priest Hand von r frei 1 9. 2 melfa bereit t. die Ge⸗ Wie soll g, Den n Krieg preisen rweisen! öll und itterlich sen Teu⸗ Durch en; Du d breit. Herr⸗ diesem lich er⸗ er rech⸗ rs hin⸗ hat zu⸗ i, kaum Feind riumph jemacht, Wagen etragen. 5unter genom⸗ igel für en kom⸗ hen auf dir wil⸗ Wasser, tuß dir her fäh⸗ en und mit dir jundert⸗ fährest S schal⸗ g. Mein en Will . Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. 91 6. Du bist gefahren in die Höh, Hinführend die gefan⸗ gen, Die uns mit Thränen, Ach und Weh Genetzet oft die Wangen. Drum preisen wir mit süßem Schall, starker Gott, dich überall, Wir, die wir so viel Gaben Hierdurch empfangen haben. 7. Du bist das Haupt in der Gemein, Und wir sind deine Glieder. Du wirst der Glieder Schutz ja sein Und zu uns kommen wieder Mit deinem Trost und deinem Licht. Wenn uns vor Angst das Herz zerbricht, Dann kannst du Kraft und Leben, Ja Fried und Freude geben. 8. Du salbest uns mit dei⸗ nem Geist Und giebst getreue Hirten, Die Lehrer, we uns allermeist Mit Himmels⸗ brot bewirten. Du Hoher⸗ priester zeigest an, Daß deine Hand uns retten kann, Ja von der Höllen Rachen Uns frei und ledig machen. 9. Du hast durch deine Him⸗ melfahrt Die Straße uns bereitet; Du hast den Weg uns offenbart, Der uns zum Vater leitet. Und weil denn du, Herr Jesu Christ, Nun stets in deiner Wonne bist, So werden ja die Frommen Dahin zu dir auch kommen. 10. Ist unser Haupt im Himmelreich, Wie die Apostel schreiben, So werden wir, den Engeln gleich, Ja doch nicht draußen bleiben. Du wirst ja uns, die Glieder dein, Mein Gott, nicht lassen von dir sein, Die doch so fest vertrauen, Dein Herrlichkeit zu schauen. 11. Herr Jesu, zieh uns für O und fuͤr, Daß wir mit den Gemütern Nur oben wohnen stets bei dir In deinen Him⸗ melsgütern. Laß unsern Sitz und Wandel sein, Wo Fried und Wahrheit gehn Weien Laß uns in deinem Wesen, Das himmlisch ist, genesen. 12. Hilf, daß wir suchen unsern Schatz Nicht hier in diesem Leben, Hingegen dort, wo du den Platz Wirst Got⸗ tes Kindern geben. Ach, laß uns streben fest und wohl Nach dem, was künftig wer⸗ den soll; So können wir er⸗ lch gründen, Wo dein Gezelt zu finden. 13. Zieh uns nach dir, so laufen wir; Gieb uns des Glaubens Flügel. Hilf, daß wir fliehen weit von hier Auf Zions Freudenhügel. Mein Gott, wann fahr ich doch dahin, Woselbst ich ewi fröhlich bin? Wann werd ich vor dir stehen, Dein Ange⸗ sicht zu sehen? 14. Wann soll ich hin ins Paradies Zu dir, o Jesu, kommen? Wann kost ich doch das Engelsüß? Wann werd ich aufgenommen? Mein Hei⸗ land, komm und nimm mich an, Auf daß ich fröhlich jauchzen kann Und klopfen in die Hände: Gelobt sei Gott ohn Ende! Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. dd e. 92 Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 134. Ach, wundergroßer Siegesheld, Du Sündenträ⸗ ger aller Welt, Heut hast du dich gesetzet Zur Rechten dei⸗ nes Vaters Kraft, Der Feinde Schar gebracht zur Haft, Bis auf den Tod verletzet. Mäch⸗ tig, Prächtig Triumphierest, jubilierest; Tod und Leben Ist, Herr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cheru⸗ bim, Viel tausend hohe Sera⸗ phim Dich, Siegesfürsten, lo⸗ ben; Weil du den Segen wiederbracht, Mit Majestät und großer Pracht Zur Freu⸗ de bist erhoben. Singet, Klin⸗ get, Rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel Mit Posaunen und Getümmel. 3. Du bist das Haupt, hin⸗ gegen wir Sind Glieder; ja, es kommt von dir Auf uns Licht, Trost und Leben. Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft, Ja, was dem Herzen Labsal schafft, Wird uns von dir gegeben. Dringe, Zwinge, Ewge Güte, mein Gemüte, daß es preise, Dir Lob, Ehr und Dank erweise. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir. Hilf, daß wir forthin für und für Nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun und Wandel sein, Daß wir mit Demut gehn hinein, All Üppigkeit verach⸗ ten. Unart, Hoffart Laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schatz, Sei unser Ruhm und fester Platz, Darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist. Auf Erden wohnet Trug und List; Es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen Stündlich arme Chri⸗ stenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, Du Sieges⸗ fürst, Held, Davids Sohn, Komm, stille das Verlangen! Du bist uns allen ja zu gut, O Jesu, durch dein teures Blut Ins Heiligtum gegan⸗ gen. Komm schier, Hilf mir! Dann so sollen, dann so wol⸗ len wir ohn Ende Fröhlich klopfen in die Hände. E. Chr. Homburg, geb. 1605, st. 1681. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 135. Gott fähret auf gen Himmel Mit frohem Jubel⸗ schall, Mit prächtigem Ge⸗ tümmel Und mit Posaunen⸗ hall. Lobsingt, lobsinget Gott! Lobsingt, lobsingt mit Freu⸗ den Dem Könige der Heiden, Dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird aufge⸗ nommen; Der ganze Himmel lacht; Um ihn gehn alle Frommen, Die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein Die lautern Cherubinen; Den hellen Seraphinen Muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun die Stie⸗ ge, Die unser Haupt erhöht; Wir man Heila uns n zeiget bricht 4. M den, uns der E Schatz euch gange lange . dring gier; singer wir, Dich, ben, 3 Dich, 6. 2 Du T Tand Weiß Der Der Und Zu i d. scheh liebe den keit? du 1 nen! grüß doch Gottft 13 So! 8 t. r Schutz r Ruhm auf wir suchen t. Auf nd List; Straßen gst und „die da e Chri⸗ im, du Sieges⸗ Sohn, langen! zu gut, teures gegan⸗ If mir! so wol⸗ röhlich st. 1681. Grunde. luf gen Jubel⸗ m Ge⸗ aunen⸗ Gott! Freu⸗ heiden, aufge⸗ immel 1alle it frei Jesum hinen; Muß Stie⸗ höht; Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. 93 Wir wissen zur Genüge, Wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, Will uns nicht nach sich lassen; Er zeiget uns die Straßen, Er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch wer⸗ den, Der Herr macht selbst uns Platz; Wir gehen von der Erden Dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hinge⸗ gangen, Dahin sei das Ver⸗ langen, Dahin sei unser Lauf! 5. Laßt uns zum Himmel dringen Mit herzlicher Be⸗ gier; Laßt uns zugleich auch singen: Dich, Jesu, suchen wir, Dich, o du Gottes Sohn, Dich, Weg, dich, Wahrheit, Le⸗ ben, Dem alle Macht gegeben, Dich, unsers Hauptes Kron. 6. Ade mit deinen Schätzen, Du Truges volle Welt! Dein Tand kann nicht ergötzen. Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, Der Herr ist unsre Freude Und köstliches Geschmeide; Zu ihm geht unsre Reis'. 7. Wann soll es doch ge⸗ schehen, Wann kommt die liebe Zeit, Daß wir ihn wer⸗ den sehen In seiner Herrlich⸗ keit? Du Tag, wann wirst du sein, Daß wir zu sei⸗ nen Füßen Anbetend ihn be⸗ grüßen? Komm, stelle dich doch ein! Gottfr. Wilh. Sacer, geb. 1635, st. 1699. Mel. Ach Gott und Herr. 136. Zeuch uns nach dir, Verlangen Hin, da du bist, O Jesu Christ, Aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir In Liebsbegier Aus diesem Sün⸗ denleben, So dürfen wir Nicht länger hier In Not und Angsten schweben. 3. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ Uns deine Himmelsstege; Wir irrn sonst leicht Und sind verscheucht Vom rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach dir, So folgen wir Dir nach in dei⸗ nen Himmel, Daß uns nicht mehr Allhier beschwer Das böse Weltgetümmel. 5. Zeuch uns nach dir Nun für und für Und gieb, daß wir nachfahren Dir in dein Reich, Und mach uns gleich Den auserwählten Scharen. Eudämilia Elisab., Gräfin v. Schwarz⸗ burg-Rudolstadt, geb. 1640, st. 1672. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 137. Herr, auf Erden muß ich leiden Und bin voller Angst und Weh. Warum willst du von mir scheiden, Warum fährst du in die Höh? Nimm mich Armen doch mit dir, Oder bleibe du in mir, Daß ich dich und deine Ga⸗ ben Täglich möge bei mir haben. 2. Laß mir doch dein Herz zurücke Und nimm meines mit hinauf. Wenn ich Seuf⸗ zer zu dir schicke, Thue mir So laufen wir Mit herzlichem ich nicht beten kann, Rede du den Himmel auf; Und wenn 94 Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. den Vater an; Denn du sitzst zu seiner Rechten; Darum hilf uns, deinen Knechten. 8. Gede die Sinnen von der Erde Über alles Eitle hin, Daß ich mit dir himm⸗ lisch werde, Ob ich gleich noch sterblich bin, Und im Glau⸗ ben meine Zeit Richte nach der Ewigkeit, Bis wir auch zu dir gelangen, Wie du bist vorangegangen! 4. Dir ist alles übergeben; Nimm dich auch der Deinen an. Hilf mir, daß ich christ⸗ lich leben Und dir heilig die⸗ nen kann. Kommt der Sa⸗ tan wider mich, Ach, so wirf ihn unter dich Zu dem Sche⸗ mel deiner Füße, Daß er ewig schweigen müsse. 5. Meine Wohnung mache fertig Droben in des Vaters Haus, Da ich werde gegen⸗ wärtig Bei dir gehen ein und aus. Dahin bringe mich zur Ruh, Denn der Weg da⸗ hin bist du; Und nimm an dem letzten Ende Meinen Geist in deine Hände. 6. Komme, wenn es Zeit ist, wieder, Denn du hast es zugesagt, Und erlöse meine Glieder, Die der Tod im Grabe nagt. Richte dann die böse Welt, Die dein Wort für Lügen hält; Und nach ausgestandnem Leide Führ uns ein zu deiner Freude. Aasp. Neumann, geb. 1648, st. 1715. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 138. Siegesfürste, Ehren⸗ könig, Höchst verklärte Maje- bis zum Weltende. stät, Alle Himmel sind zu wenig, Du bist drüber hoch erhöht! Sollt ich nicht zu Fuße fallen Und mein Herz vor Freude wallen, Wenn mein Glaubensaug betracht Deine Herrlichkeit und Macht? 2. Seh ich dich gen Him⸗ mel fahren, Seh ich dich zur Rechten da, Seh ich, wie der Engel Scharen Alle rufen: Gloria! Sollt ich nicht zu Fuße fallen Und mein Herz vor Freude wallen, Da der Kntat jubiliert, Weil mein önig triumphiert? 3. Weit und breit, du Him⸗ melssonne, Deine Klarheit sich ergeußt Und mit neuem Glanz und Wonne Alle Him⸗ melsgeister speist. Prächtig wirst du eingenommen, Freu⸗ dig heißt man dich willkom⸗ men. Schau, ich armes Kind⸗ lein hier Schrei auch Ho⸗ sianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, Da ich deine Glorie seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, Da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, Nicht vor Welt und Teufel grauen, Nur in Jesu Namen mich Beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun über⸗ fließen; Drum wirk in mir kräftiglich, Bis zum Schemel deiner Füßen Alle Feinde le⸗ gen sich. Aus Zion den Scepter sende Weit und breit Mache 0 dir a Herzen 6. D ten N sein. J Pforte herein aller bei mi dir auf Erden Bahn, Alle Herzen unterthan. 6. Du kannst alles aller Or⸗ ten Nun erfülln und nahe sein. Meines armen Herzens Pforten Stell ich offen; komm herein! Komm, du König aller Ehren! Du mußt auch bei mir einkehren. Ewig in mir leb und wohn, Als in deinem Himmelsthron! 7. Deine Auffahrt bringt mir eben Gott und Himmel innig nah. Lehr mich nur im Geiste leben, Als vor deinen Augen da; Fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, Bei dir abgeschieden drinnen In das Himmelreich versetzt, Da mich Jesus nur ergötzt. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. 139. Einer ist König! Im⸗ manuel sieget! Bebet, ihr Feinde, und gebet die Flucht. Zion hingegen sei innig ver⸗ nüget, Labe dein Herze mit himmlischer Frucht. Ewiges Leben, unendlichen Frieden, Freude die Fülle hat er uns beschieden. 2. Stärket die Hände, er⸗ muntert die Herzen, Trauet mit Freuden dem ewigen Gott. Jesus, die Liebe, ver⸗ süßet die Schmerzen, Reißet aus Angsten, aus Jammer und Not. Ewig muß unsere Seele genesen In dem hold⸗ seligsten, lieblichen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Lei⸗ den fein stille, Schlage die Rute des Vaters nicht aus; Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. 95 Bitte und nimm aus der göttlichen Fülle Kräfte zu sie⸗ en im der Tin und Strauß. luten der Trübsal verrau⸗ schen, vergehen; Jesus, der treue, bleibt ewig dir stehen. 4. Zion, wie lange hast du nun geweinet? Auf und er⸗ hebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freu⸗ den erscheinet Tausendmal heller, als du es geglaubt. Jesus der lebet, die Liebe regieret, Die zu den Quellen des Lebens dich führet. 5. Laufet nicht hin und her; eilet zur Quelle. Jesus der bittet:„Kommt alle zu mir!“ Sehet, wie lieblich, wie lau⸗ ter und helle Fließen die Ströme des Lebens allhier! Trinket, ihr Lieben, und wer⸗ det erquicket; Hier ist Erlö⸗ sung für alles, was drücket. 6. Streitet nur unverzagt: seht auf die Krone, Die euch der König des Himmels an⸗ beut. Jesus wird selber den Siegern zum Lohne. Wahr⸗ lich, dies Kleinod belohnet den Streit. Streitet nur un⸗ verzagt, seht auf die Krone; Selbsten Jehovah wird Sie⸗ gern zum Lohne. 7. Herrliches Lämmlein, da, da wird man sehen Eine ge⸗ waltige siegende Schar Deine unendliche Hoheit un HOal⸗ Dir wird man bringen Hal⸗ leluja dar, Sehet, wie Throne und Kronen hinfallen; Höret, wie donnernde Stimmen er⸗ schallen. 96 Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. 8. Reichtum, Kraft, Weis⸗ Samen Denkest du mit vie⸗ heit, Preis, Stärke, Lob, Ehre, Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist! Wenn ich da stände, o, wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Fesseln zerreißt! Amen, die Liebe wird wahrlich er⸗ hören. Alles, was Odem hat, lobe den Herren. J. E. K. Xllendorf, geb. 1693, st. 1774. Mel. Alle Meuschen müssen sterben. 140. Großer Mittler, der zur Rechten Seines großen Vaters sitzt Und die Schar von seinen Knechten In dem Reich der Gnaden s Rüäß Den auf dem erhabnen Throne In der königlichen Krone Alles Heer der Ewigkeit Mit verhülltem Antlitz scheut: 2. Dein Geschäft auf dieser Erden Und dein Opfer ist vollbracht; Was vollendet sollen werden, Das ist gänz⸗ lich ausgemacht. Da du bist für uns gestorben, Ist uns Gnad und Heil erworben, Und dein siegreich Auferstehn Läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Ge⸗ schäfte In dem obern Heilig⸗ tum, Die erworbnen Segens⸗ kräfte Durch dein Evangelium Allen denen mitzuteilen, Die zum Thron der Gnaden eilen; Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zuge⸗ wandt. 4. Deines Volkes werte Na⸗ men Trägest du auf deiner Brust Und an den gerechten ler Lust. Du vertrittst, die an dich gläuben, Daß sie dir vereinigt bleiben, Und bittst in des Vaters Haus Ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, Die der Welt noch dienen, nicht, Weil dein Herz dir vor Erbarmen Über ih⸗ rem Elend bricht. Daß dein Vater ihrer schone, Daß er nicht nach Werken lohne, Daß er ändre ihren Sinn, Ach, da zielt dein Bitten hin. 6. Zwar in deines Fleisches Tagen, Da die Sünden aller Welt Dir auf deinen Schul⸗ tern lagen, Hast du dich vor Gott gestellt, Bald mit Seuf⸗ zen, bald mit Weinen Für die Sünder zu erscheinen; O, in welcher Niedrigkeit Batest du zur selben Zeit! 7. Aber nun wird deine Bitte Von der Allmacht un⸗ terstützt, Da in der vollkomm⸗ nen Hütte Die verklärte Menschheit sitzt. Nun kannst du des Satans Klagen Ma⸗ jestätisch niederschlagen, Und nun macht dein redend Blut Unsre böse Sache gut. 8. Großer Mittler, sei ge⸗ priesen, Daß du in dem Hei⸗ ligtum So viel Treu an uns bewiesen; Dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten; Sprich für uns in letzter Not, Wenn den Mund verschließt der Tod. Joh. J. Rambach, geb. 1693, st. 1735. Mel. Di 141. sushänd Wunder wirkt u Ende, 1 niemals seid ih Segnen rück; Ar Zwischer Seelen 2. Ihr hieniede ohn En⸗ auf sie Den ke trocknet X. Ai 142. fer, he das Her Mit Gn weißt, 2 vor dir 2. Der genannt Gabe te it. mit vie⸗ ittst, die sie dir nd bittst Ihnen auch der elt noch ein Herz Über ih⸗ daß dein Daß er yne, Daß in, Ach, hin. Fleisches hen aller Schul⸗ dich vor tit Seuf⸗ nen Für men; O, it Batest d deine acht un⸗ llkomm⸗ verklärte n kannst gzen Ma⸗ en, Und nd Blut it. sei ge⸗ dem Hei⸗ an uns re, Dank ns dein Wenn beten; tzter Not, erschließt 3, st. 1735. Ausgießung des heiligen Geistes; Pfingsten. 97 Mel. Die Tugend wird durchs ꝛc. 141. Ihr aufgehobnen Je⸗ sushände, Voll Heil, voll Wunderkraft des Herrn, Ihr wirkt und waltet bis ans Ende, Uns ungesehn, doch niemals fern. Im Segnen seid ihr aufgefahren, Im Segnen kommt ihr einst zu⸗ rück; Auch in des Glaubens Zwischenjahren Bleibt ihv der eelen Trost und Glück. 2. Ihr segnet Christi Schar hienieden Mit Freude, die ohn Ende währt; Ihr legt auf sie den hohen Frieden, Den keine Welt uns sonst beschert; Ja, segnend ruht ihr auf den Seinen. Dies beugt und stärkt uns bis ans Grab; Und wenn wir Sehn⸗ suchtsthränen weinen, So trocknet dies die Thränen ab. 3. Ihr zieht mit Gottes⸗ kraft die Herzen An sein so treues Herz hinauf; Ihr stillt, ihr heilt die Seelenschmerzen, Ihr helft der Schwachheit mächtig auf; Ihr brecht den Zwang, der Herzen kettet, Ihr faßt und stärkt des Pil⸗ gers Hand; Ihr hebt, ihr tragt und ihr errettet Und führet uns ins Vaterland. 4. Einst öffnet ihr die Him⸗ melsthore Der treuen Erden⸗ pilger Schar Und reicht dem Überwinderchore Des ewgen Lebens Kronen dar. Dann, dann mit jeder Gottesgabe, Mit jedem Heil begabt durch euch, Jauchzt eurem güldnen Königsstabe Des weiten Him⸗ mels Königreich. Karl Bernh. Garve, g. 1763, st. 1841. X. Ausgießung des heiligen Geistes; Pfingsten. 142. Komm, Gott, Schöp⸗ fer, heiliger Geist! Besuch das Herz der Menschen dein; Mit Gnaden sie füll, wie du weißt, Daß dein Geschöpf soll vor dir sein. 2. Denn du der Tröster bist genannt, Des Allerhöchsten Gabe teur, Ein geistlich Salb an uns gewandt, Des Lebens Brunnen, Lieb und Feur. 3. Du bist mit Gaben man⸗ nigfalt Der Fing'r an Got⸗ tes rechter Hand; Des Va⸗ ters Wort giebst du gar bald Mit 585850 frei in alle Land. 4. Zünd uns ein Licht an M. R. Gesangbuch. im Verstand, Gieb uns ins Herz der Liebe Brunst, Des Fleisches Schwachheit, dir be⸗ kannt, Stärk allzeit durch dein Kraft und Gunst. 5. Des Feindes List treib von uns fern; Den Frieden schaff in uns dein Gnad, Daß wir dein'm Leiten folgen gern Und meiden, was der See⸗ len schadt. 6. Den Vater uns wohl kennen lehr Und Jesum Chri⸗ stum, seinen Sohn, Daß wir auch geben gleiche Ehr Dir, beider Geist in einem Thron. 7. Gott, unser Vater, sei 98 Ausgießung des heiligen Geistes. allzeit Aus Herzensgrund von uns gepreist; Lob sei, Herr Jesu, dir bereit Mit Gott, dem werten heilgen Geist. M. Luther, g. 1483, st. 1546. Nach: Veni ereator, spiritus, um 800. 143. Heilger Geist, du Tröster mein, Hoch vom Him⸗ mel uns erschein Mit dem Licht der Gnaden dein! 2. Komm, ach komm zu Christi bmw Komm mit dei⸗ nen Gaben wert, Uns erleucht auf dieser Erd! 3. O du süßer Herzensgast, Der du Trost die Fülle hast, Uns erquick in aller Last! 4. O du selge Gnadensonn, Füll das Herz mit Freud und Wonn Aller, die dich rufen an! 5. Ohn dein' Beistand, Hülf und Gunst Ist all unser Thun und Kunst Vor Gott ganz und gar umsonst. 6. Wasch uns, Herr, von Sünden weiß, Unser dürres Herz begeuß, Die Verwund⸗ ten heil mit Fleiß. 7. Lenk uns nach dem Wil⸗ len dein, Wärm die kalten Herzen fein, Bring zurecht, die irrig sein. 8. Gieb uns, Herr, wir bit⸗ ten dich, Die wir glauben festiglich, Deine Gnade mil⸗ diglich. 9. Daß wir leben heiliglich, Alle sterben seliglich, Bei dir bleiben ewiglich. 144. Komm heiliger Geist! Erfüll die Herzen deiner Gläu⸗ bigen Und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, Der du durch Mannig⸗ faltigkeit der Zungen Die Völker der ganzen Welt ver⸗ sammelt hast In Einigkeit des Glaubens. Halleluja! Halleluja! Kl. Luther, g. 1483, st. 1546. Nach: Veni, sancte spiritus, reple, von König Robert von Frankreich, st. 1031. 145.Komm, heiliger Geist, Herre Gott! Erfüll mit deiner Gnaden Gut Deiner Gläubi⸗ gen Herz, Mut und Sinn, Dein brünstig Lieb entzünd in ihn'. O Herr, durch deines Lichtes Glanz Zu dem Glauben ver⸗ sammelt hast Das Volk aus aller Welt Zungen; Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja! Hallelujal 2. Du heiliges Licht, edler hort, Laß uns leuchten des Lebens Wort Und lehr uns Gott recht erkennen, Von Her⸗ zen Vater ihn nennen. O Daß behüt vor fremder Lehr, aß wir nicht Meister suchen mehr, Denn Jesum Christ mit rechtem Glauben Und ihm aus ganzer Macht ver⸗ trauen. hellae r Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, Nun Hil uns fröhlich und getrost In deinem Dienst beständig bleiben, Die Trüh⸗ sal uns nicht abtreiben. O nach: Veni, sancte spiritus, et emitte coelitus, von Robert, König von Frankreich, st. 1031. Herr, durch dein Kraft uns bereit Und stärk des Fleisches Blödigk terlich und Lel Halleluj Mart. Lut Veni, sar Rönig Rob 146. heiligen Glauber uns beh Wenn diesem( 2. Du uns dein Jesum Daß w Dem tr uns bre Vaterlat 3. Du deine G pfinden Daß wi Einande den auf Kyrieleis 4. Du aller No fürchten Daß in u verzagen wird de Kyrieleis Mart. Lutl aus d Mel. Kom: ters und den Eins Der ewi zer Geist! er Gläu⸗ in ihnen öttlichen Mannig⸗ sen Die Belt ver⸗ Einigkeit alleluja! 546. Nach: reple, von ich, st. 1031. ger Geist, tit deiner Gläubi⸗ inn, Dein in ihn'. 8 Lichtes Uben ver⸗ Volk aus Das sei iunge ht, edler chten des lehr uns Von Her⸗ men. O der Lehr, er suchen m Christ ben Und dacht ver⸗ zalleluja! nst, süßer 3 fröhlich m Dienst die Trüb⸗ eiben. O raft uns Fleisches Blödigkeit, Daß wir hie rit⸗ terlich ringen, Durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja! Halleluja! Mart. Luther, g. 1483, st. 1546. Nach Veni, sancte spiritus, reple, von Rönig Robert v. Frankreich, st. 1031. 146. Nun bitten wir den heiligen Geist Um den rechten Glauben allermeist, Daß er uns behüte An unserm Ende, Wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Kyrieleis! 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, Lehr uns Jesum Christ kennen allein, Daß wir an ihm bleiben, Dem treuen Heiland, Der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, Laß uns em⸗ pfinden der Liebe Brunst, Daß wir uns von Herzen Einander lieben Und in Frie⸗ den auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis! 4. Du höchster Tröster in aller Not, Hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, Daß in uns die Sinne Nimmer verzagen, Wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis! Mart. Luther, g. 1483, st. 1546. U. 1 aus dem 13. Jahrhundert. Mel. Komm, heiliger Geist, Herre ꝛc. 7. Komm, Geist des Va⸗ ters und des Sohns, Mit bei⸗ den Eins und Eines Throns, Der ewig von dem Vater Pfingsten. 99 wehet Und ewig von dem Sohn ausgehet! Du Strahl, der von des Höchsten Si Ausfährt mit Feur und hel⸗ lem Blitz! Du Strom, von Gottes Thron geflossen Und von des Lammes Stuhl er⸗ gossen! Halleluja! Halleluja! 2. O reines Wesen, nie ge⸗ sehn, Unendlich, wie des Him⸗ mels Höhn, Nichts ist, was dir verhehlet werde. Du füllst den Himmel und die Erde; Du schauest in der Gottheit Grund, All ihr Geheimnis ist dir kund; Du bists, der alles forscht und findet Und aller Menschen Herz ergrün⸗ det. Halleluja! Halleluja! 3. Du hast uns Christum ugesandt Und machst ihn aller zelt bekannt, Hast ihn mit Majestät verkläret Und pflan⸗ zest fort, was er gelehret. Du schreibst sein Wort in unser Herz; Du ziehst die Seelen himmelwärts, Ein Gott der Kräfte, Geist der Gaben, Ein Herr der Amter, die wir haben. Halleluja! Halleluja! 4. Du bist der wahren Kind⸗ schaft Geist, Der uns zum Vater treten heißt; Du lehrst uns seine Liebe kennen Und ihn von Herzen Abba nen⸗ nen, Vertrittst, wenn wir in Schwachheit stehn, Uns selbst mit deinem starken Flehn, Bist uns das Siegel seiner Gnade, Ein Führer auf dem Lebenspfade. Halleluja! Hal⸗ leluja! 100⁰ Ausgießung des 5. Gott, deine Frucht ist Gütigkeit, Zucht, Keuschheit, Demut, Freudigkeit. Du giebst uns Glauben, Trost dem Her⸗ zen, Fried, Hoffnung und Ge⸗ duld in Schmerzen; Und wo du deinen Tempel hast, Da wohnet Liebe, Ruh und Rast; Da kann ein Sünder schon auf Erden Mit Gott, dem Llunat Eines werden. Hal⸗ eluja! Halleluja! 6. O du, des wahren Erb⸗ teils Pfand, Führ uns an deiner Liebeshand; Treib uns zum Verlangen, Dir unverrücklich anzuhangen. Nimm, Herr, uns deinen Frieden nicht Und wend auf uns dein Angesicht, So wer⸗ den wir in Tod und Leben Dir ewig Preis und EChre geben. Halleluja! Halleluja! Mel. Durch Adams Fall ist ganz. 148. Heut ist das rechte Jubelfest Der Kirche ange⸗ gangen, Daran ein Glanz sich sehen läßt Des Geistes, den empfangen Der Jünger Schar, die offenbar Von die⸗ sem Himmelsregen Erquicket ist. Dies, o mein Christ, Kann Herz und Mut bewegen. 2. Heut hat der große Him⸗ melsherr Herolde ausgesendet. Schaut seine tapfren Predi⸗ ger! Die haben sich gewendet heiligen Geistes. 3. Es läßt die Kirche, Christi Braut, Sich hören auf den Wegen; Sie tritt hervor und rufet laut: Da kommt nun euer Segen! Macht auf die Thür! Jetzt geht herfür Der Geist mit Pracht und Chren; Der will in euch sein herr⸗ lich Reich Erbauen und ver⸗ mehren. 4. O Tag des Heils, o großer Tag, Desgleichen nie gesehen! O Tag, davon man sagen mag, Daß Wunder sind Rescheden Im Himmel⸗ reich, als auch zugleich Hier unten auf der Erden; Gott fähret auf; des Geistes Lauf Geht nieder zu der Erden. 5. O süßer Tag, nun wird der Geist Vom Himmel aus⸗ gegossen; Der Geist, der uns der Welt entreißt, Und uns, als Reichsgenossen, Der Sterb⸗ lichkeit sogar befreit, Zu Jesu lässet kommen. Ach, würd ich bald auch dergestalt An diesen Ort genommen! 6. O guter Geist, regiere doch Mein Herz, daß ich dich liebe, Daß meine Seel das Sündenjoch Hinfortnicht mehr betrübe. Herr, laß mich bald des Feurs Gewalt, Das himm⸗ lisch ist, empfinden, Und alle Not, ja selbst den Tod Durch solches überwinden. Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. An manchen Ort; da klingt ihr Wort: Thut Buß, ihr Leut auf Erden! Dies ist die Flit so euch befreit Und lässet elig werden. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 149. O heilger Geist, kehr bei uns ein Und laß uns deine Wohnung sein; O komm, du Her, melslich Bei un sein 3 Wonne Recht; und m ben vor 2. Gie deinem Feuer Bater ater, beider Für w Bleibe, das Ge ben Ur haft bl 3. D Weishe fromm deinen wir in andre i wahres re, Lel zu gew Guts weisen. 4. S deinem selbst d wir de Gieb v wir C und fü den m Was dir zu allein 5. Lo samkra „Christi auf den vor und imt nun auf die für Der Ehren; ein herr⸗ und ver⸗ heils, o chen nie hon man Wunder Himmel⸗ eich Hier n; Gott stes Lauf Erden. sun wird mel aus⸗ der uns Ind uns, )er Sterb⸗ Zu Jesu ch, würd estalt An en! „ regiere ß ich dich Seel das nicht mehr mich bald has himm⸗ Und alle od Durch „st. 1667. tet der ꝛc. Geist, kehr laß uns Okomm, du Herzenssonne! Du Him⸗ melslicht, laß deinen Schein Bei uns und in uns kräftig sein Zu steter Freud und Wonne; Daß wir In dir Recht zu leben uns ergeben und mit Beten Oft deshal⸗ ben vor dich treten. 2. Gieb Kraft und Nachdruck deinem Wort, Laß es wie Feuer immerfort In unsern Baner brennen, Daß wir den ater, seinen Sohn, Dich, beider Geist in einem Thron, Für wahren Gott bekennen. Bleibe, Treibe Und behüte das Gemüte, daß wir gläu⸗ ben Und im Glauben stand⸗ haft bleiben. 3. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, Die sich in fromme Seelen geußt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit Auch andre in der Christenheit Dein wahres Zeugnis lehren. Hö⸗ re, Lehre, Herz und Sinnen zu gewinnen, dich zu preisen, Guts dem Nächsten zu er⸗ weisen. 4. 31 7 uns stets bei mit deinem Rat Und führ uns selbst den rechten Pfad, Weil wir den Ben nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß D wir Getreu dir bleiben für und für, Wenn wir auch lei⸗ den müssen. Schaue, Baue, Was zerrissen und geflissen dir zu trauen Und auf dich allein zu bauen. 5. Laß uns dein edle Bal⸗ samkraft Empfinden und zur Pfingsten. 101 Ritterschaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem Schutz Begegnen aller Feinde Trutz, So lang wir sind auf Erden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, Alles Unglück überwinden. 6. Du füßer Himmelstau, laß dich In unsre Herzen kräftiglich Und schenk uns deine Liebe, Daß unser Sinn verbunden sei Dem Nächsten stets mit Liebestreu Und sich darinnen übe. Kein Neid, Kein Streit Dich betrübe; reine Liebe wollst du geben, Sanftmut und Demut da⸗ neben. 7. Hilf, daß in wahrer Hei⸗ ligkeit Wir führen unsre Le⸗ benszeit. Sei unsers Geistes Stärke, Daß uns forthin sei wohl bewußt, Wie eitel ist des Fleisches Lust Und seine Sün⸗ denwerke. Rühre, Führe Un⸗ ser Sinnen und Beginnen von der Erden, Bis wir Him⸗ melserben werden. Mich. Schirmer, g. 1606, st. 1673. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 150. Odu allersüßte Freu⸗ de, O du allerschönstes Licht, er du uns in Lieb und Leide Unbesuchet lässest nicht; Geist des Höchsten, höchster Fürst, Der du hältst und halten wirst Ohn Aufhören alle Dinge, Höre, höre, was ich singe! 2. Du bist ja die beste Ga⸗ be, Die ein Mensch nur nen⸗ 102 Ausgießung des heiligen Geistes. nen kann. Wenn ich dich er⸗UDaß ich Freund und Feinde wünsch und habe, Geb ich alles Wünschen an. Ach, er⸗ gieb dich, komm zu mir In mein Herze, das du dir, Da ich in die Welt geboren, Selbst zum Tempel auserkoren! 3. Du wirst aus des Him⸗ mels Throne Wie ein Regen ausgeschütt', Bringst vom Vater und vom Sohne Nichts als lauter Segen mit. Laß doch, o du werter Gast, Got⸗ tes Segen, den du hast Und verwaltst nach deinem Willen, Mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis' und voll Verstandes, Was geheim ist, ist dir kund; Zählst den Staub des kleinen Sandes, Gründst des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifels⸗ frei, Wie verderbt und blind ich sei; Drum gieb Weisheit und vor allen, Wie ich möge dir gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, Wo man rein und sauber ist; Fleuchst hingegen Schand und Sünden, Wie die Tauben rein du bist. Mache mich, o Gnadengquell, Durch dein Waschen rein und hell; Laß mich fliehen, was du fliehest, Gieb mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Schäf⸗ lein pfleget, Frommen Her⸗ zens, sanften Muts: Bleibst im Lieben unbeweget, Thust uns Bösen alles Guts. Ach, verleih und gieb mir auch Diesen edlen Sinn und Brauch, liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, Wenn du mich nur nicht verstößt; Bleib ich von dir ungeschieden, Ei, so bin ich gnug getröst'. Laß mich sein dein Eigentum; Ich ver⸗ sprech hinwiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. 8. Ich entsage, Herr, dem allen, Was dir deinen Ruhm benimmt. Meiner Seel soll nichts gefallen, Als allein, was von dir kömmt. Was der Satan will und sucht, Will ich halten als verflucht; Ich will seinen schnöden We⸗ ler Mich mit Ernst zuwider egen. 9. Nur allein, daß du mich stärkest Und mir treulich ste⸗ hest bei! Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir 566 nötig sei; Brich des ösen Fleisches Sinn, Nimm den alten Willen hin, Mach ihn allerdinges neue, Daß mein Gott sich meiner freue. 10. Sei mein Retter, halt mich eben; Wenn ich sinke, sei mein Stab; Wenn ich sterbe, sei mein Leben; Wenn ich liege, sei mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, Ei, so hilf mir, daß ich geh Hin, da du in ewgen Freu⸗ den Wirst dein' Auserwähl⸗ ten weiden. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Helf 151. Thoren, Gast, D Mich en hochgeli ters ur beiden 9 beiden 2. Zer pfinden Kraft,? Sünden schafft. Sinn, Geiste leiste, D 3. Ic ben: T macht. mein L umgebr erstickt, Mit de Der un 4. Di Dadure Leib u Herren ren Eic und P; den in Heiligtt 5. D 6. D Freude Feinde u liebst, in wohl nich nur ich von so bin aß mich Ich ver⸗ hier und gen Dir rr, dem n Ruhm Seel soll 3 allein, t. Was d sucht, erflucht; den We⸗ zuwider du mich ulich ste⸗ 1 Helfer, Jaß mir rich des , Nimm n, Mach ie, Daß ier freue. ter, halt ich sinke, Zenn ich n; Wenn n Grab. aufersteh, ich geh en Freu⸗ Serwähl⸗ 6, st. 1676. Pfingsten. Mel. Helft mir Gotts Güte preisen. 151. Zeuch ein zu meinen Thoren, Sei meines Herzens Gast, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren hast, O hochgeliebter Geist Des Va⸗ ters und des Sohnes, Mit beiden gleichen Thrones, Mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich em⸗ pfinden Und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr und Dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Re⸗ ben: Du hast mich gut ge⸗ macht. Der Tod durchdrang mein Leben: Du hast ihn umgebracht Und in der Tauf erstickt, Als wie in einer Flute, Mit dessen Tod und Blute, Der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilge Ole, Dadurch gesalbet ist Mein Leib und meine Seele Dem Herren Jesu Christ Zum wah⸗ ren Eigentum, Zum Priester und Propheten, Zum König, den in Nöten Gott schützt im Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, Wie man recht beten soll. Dein Beten wird er⸗ höret, Dein Singen klinget wohl; Es steigt zum Himmel an, Es steigt und läßt nicht abe, Bis der geholfen habe, Der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, Vom Trauern hältst 103 du nicht, Erleuchtest uns im Leiden Mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches⸗ mal Hast du mit süßen Wor⸗ ten Mir aufgethan die Pforten Zum güldnen Freudensaal! 7. Du bist ein Geist der Lie⸗ be, Ein Freund der Freund⸗ lichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feind⸗ schaft bist du feind, Willst, daß durch Liebesflammen Sich wieder thun zusammen, Die voller Zwietracht sind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen Die ganze weite Welt, Kannst Menschenherzen wen⸗ den, Wie dir es wohlgefällt: So gieb doch deine Gnad Mur Fried und Liebesbanden, Ver knüpf in allen Landen, Was sich getrennet hat. 9. O laß dein Volk erkennen Die Vielheit seiner Sünd, Auch Gottes Grimm so brennen, Daß er bei uns entzünd Den ernsten, bittern Schmerz Und Buße, die bereuet Das, des zuerst sich freuet Ein welt⸗ ergebnes Herz. 10. Erhebe dich und steure Dem Herzleid auf der Erd, Woßh wieder und erneure Die Wohlfahrt deiner Herd. Laß blühen, wie zuvor, Die Län⸗ der, so verheeret, Die Kirchen, so zerstöret Durch Krieg und Feuerszorn. 11. Beschirm die Obrigkeiten, Bau unsers Fürsten Thron, Steh ihm und uns zur Sei⸗ ten; Schmück, als mit einer Ausgießung des Kron, Die Alten mit Ver⸗ stand, Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfurcht und Tugend Das Volk im ganzen Land. 12. Erfülle die Gemüter Mit reiner Glaubenszier, Die Häu⸗ ser und die Güter Mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geist, Der dir sich wi⸗ dersetzet Und, was dein Herz ergötzet, Aus unsern Herzen reißt. 13. Gieb Freudigkeit und Stärke, Zu stehen in dem Streit, Den Satans Reich und Werke Uns täglich aner⸗ beut. Hilf kämpfen ritterlich, Damit wir überwinden Und ja zum Dienst der Sünden Kein Christ ergebe sich. 14. Richt uner ganzes Le⸗ ben Allzeit nach deinem Sinn, Und wenn wirs sollen geben Ins Todes Hände hin, Wenns mit uns hie wird aus: So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem Tod ererben Des ewgen Lebens Haus. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 152. Komm, o komm, du Geist des Lebens, Wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, Sie erfüll uns jederzeit; So wird Geist und Licht und Schein In dem dunklen Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Ver⸗ stand und Zucht, Daß wir an⸗ ders nichts beginnen, Als was nur dein Wille sucht. Dein heiligen Geistes. Erkenntnis werde groß Und mach uns vom Irrtum los. 3. Zeige, Herr, die Wohl⸗ fahrtsstege, Führ uns auf des Heiles Bahn; Räume ferner aus dem Wege, Was im Lau⸗ fen hindern kann. Wirke Reu an Sünden statt, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeug⸗ nis fühlen, Daß wir Gottes Kinder sind, Die auf ihn al⸗ leine zielen, Wenn sich Not und Drangsal findt; Denn des Vaters liebe Rut Ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten Frei mit aller Freu⸗ digkeit; Seufz auch in uns, wenn wir beten, Und vertritt uns allezeit, So wird unsre Bitt erhört Und die Zuver⸗ sicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, Daß das Herz oft ru⸗ fen muß: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! Ei, so mache den Beschluß: Sprich der Seele tröstlich zu Und gieb Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, Du gewisser, neuer Geist, Fördre in uns deine Werke. Wenn der Satan Macht beweist, Schenk uns Waffen in dem Krieg Und erhalt uns in dem Sieg. 8. Herr, bewahr auch un⸗ sern Glauben, Daß kein Teu⸗ fel, Tod noch Spott Uns den⸗ selben möge rauben; Du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleis Laß dein 9. Wen sterben, mehr, A Erben, I Ehr, Die Und nick Joach. N Mel. Wis 153. teskinder Mensche ihr arm Gott mit Tröster euch ind aus dief Helfen e 2. Uns kommen Freuden aller Fr und Zut Güt un Morgen uns all dort mi Joh. Ol Mel. Wi 154. vom S Tröster Gottes Wege T sein, W oß Und im los. Wohl⸗ auf des ferner im Lau⸗ rke Reu enn der n Zeug⸗ Gottes ihn al⸗ ich Not Denn Ist uns zu ihm Freu⸗ in uns, vertritt d unsre Zuver⸗ h Troste oft ru⸗ 1 Gott, Ei, so Sprich u Und id Ruh. aft und neuer 8 deine Satan nk uns g Und Neg. uch un⸗ in Teu⸗ ns den⸗ Du bist t. Sagt das Fleisch gleich immer nein, Laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, So versichre uns je mehr, Als des Himmelreiches Erben, Jener Herrlichkeit und Ehr, Die uns unser Gott erkiest Und nicht auszusprechen ist. Joach. Neander, g. 1640, st. 1680. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 153. Freuet euch, ihr Got⸗ teskinder, Freuet euch, ihr Menschen all! Freuet euch, ihr armen Sünder, Jauchzet Gott mit großem Schall! Euer Tröster kömmt zu euch, Der euch in das Freudenreich Will aus diesem Jammer bringen, Helfen euch den Sieg erringen. 2. Unsers Herzens Trost ist kommen, Gottes Geist, das Freudenlicht, Der Beschirmer aller Frommen, Unser Schutz und Zuversicht. Preiset seine Güt und Treu, Die noch alle Morgen neu; So wird er uns allen geben, Hin und dort mit ihm zu leben. Joh. Olearius, geb. 1611, st. 1684. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 154. Geist vom Vater und vom Sohne, Der du unser Tröster bist Und von unsers Gottes Throne Hülfreich auf uns Schwache siehst, Stehe du mir mächtig bei, Daß ich Gott ergeben sei; O so wird mein Herz auf Erden Schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein, Wenn ich bange Zweifel Pfingsten. 10⁵ hege, Deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig mei⸗ nen Sinn Auf mein wahres Wohlsein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, Werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Trie⸗ be, Daß ich über alles treu Meinen Gott und Vater liebe, Daß mir nichts so wichtig sei, Als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu er⸗ Drire Seinen Willen zu voll⸗ ringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo ur Sünde Mein Gemüt ver⸗ suchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, O so strafe selbst mein Herz, Daß ich unter Reu und Schmerz Mich vor Gott darüber beuge Und mein Herz zur Beßrung neige. 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, Wenn mir Hülfe nötig ist, Zu dem Gnaden⸗ stuhl zu treten. Gieb, daß ich auf Jesum Christ Als auf meinen Mittler schau Und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen Von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Lei⸗ den Stets mit deinem Troste bei, Daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelassen Herz; Laß mich selbst im Todesschmerz Bis zum frohen Überwinden Deines Trostes Kraft empfinden. NUach Gottfr.Hoffmann, g. 1658, st. 1712. Ausgießung des Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. 155. Es saß ein frommes Häuflein dort Und wollte nach des Herren Wort Einmütig Pfingsten halten. Ach, laß auch jetzt im Christenstand, Herr Jesu, deiner Liebe Band Bei frommen Gliedern walten! 2. Schnell fiel hernieder auf das Haus Ein starker Wind, der mit Gebraus Sich wun⸗ dersam erhoben. O Gottes⸗ hauch, ach, lasse dich Bei uns auch spüren mächtiglich Und weh uns an von oben! 3. Er füllete die Wohnung ganz, Zerteilter Zungen Feuer⸗ glanz Ließ sich auf jedem spü⸗ ren. Ach, nimm auch unsre Kirche ein, Laß feurig unsre Lehrer sein Und deine Sprach uns rühren! 4. Sie wurden all des Gei⸗ stes voll Und fingen an zu reden wohl, Wie er gab aus⸗ zusprechen. Erfüll auch uns mit heilger Glut, Daß wir des Herzens blöden Mut Mit freier Rede brechen! 5. Der Parther, Meder, Ela⸗ mit Kann, was zum Heil der Welt Hrrm.en In seiner Sprache hören. Ach, hebe Ba⸗ bels Irrsal auf; Gieb, Jesu, deinem Wort den Lauf, Daß dich die Völker ehren! 6. Die Welt zwar treibt nur ihren Spott, Und wer nicht merkt die Kraft aus Gott, Spricht leider: Sie sind trun⸗ ken. Den rechten Freuden⸗ wein uns gieb; Erquick, o heiligen Geistes. Herr, in deiner Lieb, Was vor in Angst versunken! 7. Dein Licht treib in des Herzens Haus Mit hellen Strahlen gänzlich aus Die alten Finsternisse, Daß Blind⸗ heit, Irrtum, falscher Wahn, Und was uns sonst verleiten kann, Auf ewig weichen müsse. 8. Dein Feuer töt in unsrer Brust, Was sich noch regt von Sündenlust, Erwecke reine Triebe, Auf daß wir schmek⸗ ken wahre Freud Anstatt der schnöden Eitelkeit In Jesu süßer Liebe. Schaffh. G.⸗B. 1730. Mel. Jesu meine Freude. 156. Schmückt das Fest mit Maien, Lasset Blumen streuen, Zündet Opfer an! Denn der Geist der Gnaden Hat sich eingeladen; Machet ihm die Bahn! Nehmt ihn ein, so wird sein Schein Euch mit Licht und Heil erfüllen Und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und That, Starker Gottesfinger, Friedensüber⸗ bringer, Licht auf unserm Pfad! Gieb uns Kraft und Lebenssaft, Laß uns deine teuern Gaben Nach Vergnü⸗ gen laben. 3. Laß die Teum brennen, Wenn wir Jesum nennen; Führ den Geist empor. Gieb uns Kraft zu beten Und vor Gott zu treten; Sprich du selbst uns vor. Gieb uns Mut, du höchstes Gut, Tröst uns krä der Feit 4. He Klarer ser Herz erquicke Uns zut dir 9 dein H net, Wi 5. Ge Schütte das Kir fließen, gießen, fällt; U deih, bringe 6. Se Über u Liebesg Wehen hen, De Laß ur joch Ni sich iehen. 7. Gie len un uns ei unsrer zens H Haus. uns be recht e ter ner 8. M Und i unser Hügelr flügeln Wenn b, Was iken! b in des t hellen aus Die iß Blind⸗ r Wahn, verleiten en müsse. in unsrer och regt ecke reine rschmek⸗ istatt der In Jesu 5.⸗B. 1730. reude. das Fest Blumen ofer an! Gnaden Machet hmt ihn ein Euch erfüllen tillen. etrübten, n, Geist Starker ensüber⸗ unserm raft und 8 deine Vergnü⸗ brennen, nennen; Fr. Gieb Und vor prich du ieb uns uUt, Tröst uns kräftiglich von oben Bei der Feinde Toben. 4. Helles Licht, erleuchte, Klarer Brunn, befeuchte Un⸗ ser Herz und Sinn; Gnadenöl, erquicke, O Magnet, entzücke Uns zum Himmel Hier Baue dir den Tempel hier, Daß dein Herd und Feuer bren⸗ net, Wo man Gott bekennet. 5. Goldner Himmelsregen, Schütte deinen Segen Auf das Kirchenfeld. Lasse Ströme fließen, Die das Land be⸗ gießen, Wo dein Wort hin⸗ fällt; Und verleih, daß es ge⸗ deih, Hundertfältig Früchte bringe Und ihm stets gelinge. 6. Schlage deine Flammen Über uns zusammen, Wahre Liebesglut; Laß dein sanftes Wehen Auch bei uns gesche⸗ hen, Iuns duez ch und Blut. Laß uns doch das Sünden⸗ joch Nicht mehr, wie vor die⸗ sem, ziehen Und das Böse fliehen. 7. Gieb zu allen Dingen Wol⸗ len und Vollbringen, Führ uns ein und aus: Wohn in unsrer Seele, Und des Her⸗ zens Höhle Sei dein eigen Haus. Wertes Pfand, mach uns bekannt, Wie wir Jesum recht erkennen Und Gott Va⸗ ter nennen. 8. Mach das Kreuze süße, Und in Finsternisse Sei du unser Licht. Trag nach Zions Hügeln Uns mit Glaubens⸗ Pfingsten. 107 Mit uns will zu Felde liegen, Daß wir fröhlich siegen. 9. Laß uns hier indessen Nimmermehr vergessen, Daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen Und im Gu⸗ ten grünen Als ein fruchtbar Land, Bis wir dort, du wer⸗ ter Hort, Bei den grünen Himmelsmaien Ewig uns er⸗ freuen. Beujam. Schmolck, geb. 1672, st. 1737. Mel. Erquicke mich, du Heil der ꝛc. 157. O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, Das uns im Todesschatten scheint, Du scheinst und lockst so lang ver⸗ gebens, Weil Finsternis dem Lichte feind. O Geist, dem keiner kann entgehen, Ich laß dich gern den Jammer sehen. 2. Entdecke alles und ver⸗ zehre, Was nicht in deinem Lichte rein, Wenn mirs gleich noch so schmerzlich wäre, Die Wonne folgt nach solcher Pein. Du wirst mich aus dem fin⸗ stern Alten In Jesu Klarheit umgestalten. 3. Dem Sündengift ist nicht zu steuern; Durchsalbe du mich, so geschichts. Du mußt von Grund auf mich erneuern, Sonst hilft mein eignes Trach⸗ ten nichts. O Geist, sei meines Geistes Leben, Ich kann mir selbst kein Gutes geben. 4. Du Atem aus der ewgen Stille, Durchwehe sanft der Seelen Grund; Füll mich mit fluͤgeln, Und verlaß uns nicht, aller Gottesfülle, Und da, wo Wenn der Tod, die letzte Not, Sünd und Greuel stund, Laß 108 Ausgießung des Glauben, Lieb und Ehrfurcht rünen, Im Geist und Wahr⸗ heit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen Sei kindlich folg⸗ sam deinem Trieb. Bewahr mein Herz und alle Sinnen Untadelig in Gottes Lieb. Dein In⸗mir⸗beten, Lehren, Kämpfen Laß mich auf keine Weise dämpfen. 6. O Geist, o Strom, der 159 uns vom Sohne Eröffnet und krystallenrein Aus Gottes und des Lammes Throne Nun quillt in stille Herzen ein, Ich öffne meinen Mund und sinke Hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen Von allem abgekehrt dir nah. Ich will die Welt und mich vergessen, Dies in⸗ nigst glauben: Gott ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, Man harret deiner nie vergebens. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769 · Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. „Komm, du sanfter Gnadenregen, Komm, du Geist der Herrlichkeit, Komm, du Segen aller Segen! Mache du mich selbst bereit, Dich mit wartendem Verlangen Hier begierig zu empfangen. 2. Fülle mich mit deinen Gaben. Ach, komm selbst zu mir herein; Denn ich muß dich selber haben! Laß mich heiligen Geistes. deinem Licht mich sehen Und aus Kraft in Kräfte gehen. 3. So kann ich den Herrn erkennen, Der mein Gottver⸗ söhner ist, Und ihn freudig Heiland nennen, Meinen Herrn und meinen Christ, Ja, so darf ich Abba beten Und als Kind zum Vater treten. Fr. Aug. Weihe, geb. 1721, st. 1771. Mel. Fröhlich soll mein Herze ꝛc. Hoöchster Tröster, komm hernieder! Geist des Fiu Sei nicht fern, Salbe esu Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus, hat Deinen Rat Seinem Volt versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, Jeder Schritt, Jeder Tritt Ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wich⸗ tig! Wer ist wohl, Wie er soll, Treu zu handeln tüchtig? 3. Weck uns auf vom Sün⸗ denschlafe, Rette doch Heute noch Die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Ver⸗ derben, Laß sie nicht Im Ge⸗ richt Der Verstockung sterben. 4. Geist der Weisheit, gieb uns allen Durch dein Licht Unterricht, Wie wir Gott ge⸗ fallen. Lehr uns recht vor Gott zu treten, Sei uns nah Und sprich ja, Wenn wir gläubig beten. 5. Hilf den Kampf des Glau⸗ bens kämpfen; Gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und deine Wohnung sein, Laß in Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst u Tod Nie 6. Hilf treben; Tugendl leben. stille ste Froh be u gehe 90 Sei Stütze, uns tre itze. d 106 det Unsern Freude. Ehrenf Mel. W 160. ter lieb deinen bitten, ihn bit fleh ich ihn aus nen Ge zum T 2. Ol Wissen Fruchtl bleibt Dienst er nich Gesinn ich dir zu dei 3. A erkenn 6 Tr errn dein E laß il ehen Und e gehen. en Herrn Gottver⸗ n freudig nen Herrn a, so darf als Kind 21, st. 1771. 1 Herze ꝛc. Tröster, Beist des n, Salbe der nie „ Jesus, nem Volk neuen tt, Jeder ergebens. ist wich⸗ Wie er Etüchtig? om Sün⸗ ch Heute Schafe hem Ver⸗ Im Ge⸗ sterben. heit, gieb ein Licht Gott ge⸗ echt vor uns nah enn wir es Glau⸗ mms Mut, ünd und Laß uns Leiden, Pfingsten. Angst und Not, Schmerz und Tod Nicht von Jesu scheiden. 6. Hilf uns nach dem Besten streben; Schenk uns Kraft, Tugendhaft Und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen; Treib uns an, Froh die Bahn Deines Worts zu gehen. 7. Sei bei Schwachheit unsre Stütze, Steh uns bei, Ma uns treu In der Prüfungs⸗ hitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, Unsern Geist Freudig in die Freude. Ehrenfr. Liebich, geb. 1713, st. 1780. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 160. Der du uns als Va⸗ ter liebest, Treuer Gott, und deinen Geist Denen, die dich bitten, giebest, Ja, uns um ihn bitten heißt; Demutsvoll fleh ich zu dir: Vater, send ihn auch zu mir, Daß er mei⸗ nen Geist erneue Und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; Und mein Herz bleibt dir entrissen Und dem Dienst der Welt geweiht, Wenn er nicht durch seine Kraft Die Gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich dem ergebe Und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit ech⸗ ter Treu Meinen Gott und Herrn dich nennen, Stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so 109 wirken, daß ich dich Glaubens⸗ voll als Mittler ehre Und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Gü⸗ ter, Hochgelobter Gottesgeist, Der du menschliche Gemüter Besserst und mit Trost er⸗ freust, Nach dir, Herr, ver⸗ langt auch mich; Ich ergebe mich an dich. Mache mich ch zu Gottes Preise Heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, Daß ich Gott, mein Behen Gut, Über alles möge ieben, Daß ich mit getrostem Mut Seiner Vaterhuld mich freu Und mit wahrer Kindes⸗ treu Stets vor seinen Augen wandle Und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, Bilde mich na deinem Sinn, Daß ich Lie und Sanftmut übe Und mirs rechne zum Gewinn, Wenn ich je ein Friedensband Knüpfen kann, wenn meine Hand Zur Erleichtrung von Beschwerden Kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Gieb mir wahre Selbst⸗ erkenntnis, Daß ich meine Fehler seh, Und durch de⸗ mutsvoll Bekenntnis Gott hie um Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, Sie 8 bessern, in mir neu; Zu em Heiligungsgeschäfte Gieb mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden Mein Gewissen nie⸗ laß ihn kräftiglich In mir derschlägt, Wenn sich in mir πά e Zweifel finden, Die mein Herz mit Kummer hegt, Wenn mein Aug in Nöten weint Und Gott nicht zu hören scheint: O dann laß es meiner Seelen Nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, Ist dein Gnadenwerk Die Kirche Christi. in mir; Selbst den Trieb hast du entzündet, Daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so setze durch dein Wort Deine Gna⸗ denwirkung fort, Bis sie durch ein selig Ende Herrlich sich an mir vollende. David Bruhn, st. 1782. XI. Die Kirche Christi. Psalm 46. 161. Ein feste Burg ist unser Gott, Ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind Mit Ernst ers jetzt meint; Groß Macht und viel List Sein grausam Rüstung ist; Auf Erd'n ist nicht seins⸗ gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren. Es streit' für uns der rechte Mann, Den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein andrer Gott; Das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär Und wollt uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr; Es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nicht Das macht, er ist gericht, Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn Und kein' Dank darzu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: Laß fahren dahin, Sie habens kein Gewinn; Das Reich muß uns doch bleiben. Eutheri Heldenlied. Psalm 124. 162. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit, So soll Js⸗ rael sagen, Wär Gott nicht mit uns diese Zeit, Wir hät⸗ ten mußt verzagen, Die so ein armes Häuflein sind, Ver⸗ acht' von so viel Menschen⸗ kind, Die an uns setzen alle. 2. Auf uns so n ist ihr Sinn, Wo Gott das hätt zu⸗ geben, Verschlungen hätten sie uns hin Mit ganzem Leib und Leben; Wir wär'n, als die ein Flut ersäuft Und über die groß Wasser läuft Und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, Daß ihr Schlund uns möcht fangen! Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, Ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei und wir sind fre steht ur Himm'l Martin 163. mel, sie des erl sind de lassen s Wort n wahr,2 25 enkin 2. Si Fy 9. ĩr He ist In det. T andre d ohn al schön v 3. Go gar, D lehren; offenba wills 1 ben Re Was eu mein. meiste 4. D muß sind v dringt ihr Kla sam W Getros an U Armen 5. Da sieben rieb hast ich, Herr, so setze ine Gna⸗ sie durch h sich an st. 1782. ns wohl t seinem Nehmen hr, Kind n dahin, nn; Das bleiben. eldenlied. nicht mit soll Is⸗ ott nicht Wir hät⸗ Die so ind, Ver⸗ kenschen⸗ tzen alle. ist ihr ätt zu⸗ hätten zem Leib r'n, als Ind über uft Und mmet. ank, der Schlund Wie ein mmt ab, tgangen. ind wir sind frei! Des Herren Name steht uns bei, Des Gottes Himm'ls und Erden. Martin Euther, geb. 1483, st. 1546. Psalm 12. 163. Ach, Gott vom Him⸗ mel, sieh darein Und laß dich des erbarmen! Wie wenig sind der Heilgen dein, Ver⸗ lassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, Der Glaub ist auch er⸗ loschen gar Ber allen Men⸗ schenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, Was eigner Witz erfindet; Ihr Herz nicht eines Sinnes ist In Gottes Wort gegrün⸗ det. Der wählet dies, der andre das; Sie trennen uns ohn alle Maß Und gleißen schön von außen. 3. Gott wollt ausrotten alle gar, Die falschen Schein uns lehren; Dazu ihr Zung stolz offenbar Spricht: Trotz! wer wills uns wehren? Wir ha⸗ ben Recht und Macht allein; Was wir setzen, das gilt ge⸗ mein. Wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, Die Armen sind verstöret, Ihr Seufzen . zu mir herein, Ich hab ihr Klag erhöret. Mein heil⸗ sam Wort soll auf den Plan, Getrost und frisch sie greifen an Und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feu'r siebenmal Bewährt, wird lau⸗ Die Kirche Christi. 111 ter funden: An Gottes Wort man warten soll Desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein; Da wird erkannt sein Kraft und Schein Und leucht' stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, be⸗ wahren rein Vor diesem ar⸗ gen G'schlechte; Und laß uns dir befohlen sein, Daß sichs in uns nicht flechte.“ Der 955 di Hauf sich umher findt, o diese losen Leute sind In deinem Volk erhaben. * einreiße. Martin Luther, geb. 1483, st. 1546. 164. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Und steur der Feinde List und Mord, Die Jesum Christum, deinen Sohn, Wollen stürzen von seinem Thron. 2. Beweis' dein Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr al⸗ ler Herren bist; Beschirm dein arme Christenheit, Daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, Gieb dein'm Volk ein'rlei Sinn auf Erd; Steh bei uns in der letzten Not, G'leit uns ins Leben aus dem Tod. Martin Luther, geb. 1483, st. 1546. 165. Verleih uns Frieden nädiglich, Herr Gott, zu un⸗ sern Zeiten; Es ist doch ja kein andrer nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du, unser Gott, alleine. Martin Euther, nach Gregor d. G. (st. 604) Da nobis pacem, Domine. 166. Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält, Wenn unsre Feinde toben, Und er nicht unsrer Sach zufällt Im Himmel hoch dort oben; Wo er Israels Schutz nicht ist Und selber bricht der Feinde List, So ists mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Witz anfäht, Soll billig uns nicht schrecken. Er sitzet an der höchsten Stätt; Der wird ihr'n Rat aufdecken. Wenn sie's aufs klügste greifen an, So geht doch Gott ein andre Bahn; Es steht in seinen Händen. 3. Sie wüten fast und fah⸗ ren her, Als wollten sie uns fressen; Zu würgen steht all ihr Begehr; Gott ist bei ihn' vergessen. Wie Meereswellen einhergehn, Nach Leib und Leben sie uns stehn; Des wird sich Gott erbarmen. 4. Sie stellen uns wie Ketzern nach, Nach unserm Blut sie trachten; Noch rühmen sie sich Christen hoch, Die Gott al⸗ lein groß achten. Ach Gott, der teure Name dein Muß ihrer Schalkheit Deckel sein! Du wirst einmal aufwachen. 5. Aufsperren sie den Rachen weit Und wollen uns ver⸗ schlingen. Lob und Dank sei Gott allezeit; Es wird ihn' nicht gelingen. Er wird ihr'n Strick zerreißen gar Und stür⸗ zen ihre falsche Lahr. Sie werdens Gott nicht wehren. 6. Ach, Herr Gott, wie reich tröstest du, Die gänzlich sind Die Kirche Christi. verlassen! Die Gnadenthür steht nimmer zu. Vernunft kann das nicht fassen; Sie spricht: Es ist nun alls ver⸗ lorn! Da doch das Kreuz hat neu geborn, Die deine Hülf erwarten. 7. Die Feind sind all in dei⸗ ner Hand, Dazu all ihr Ge⸗ danken; Ihr Anschläg sind dir wohl bekannt. Hilf nur, daß wir nicht wanken. Vernunft wider den Glauben ficht; Aufs künftge will sie trauen nicht, Da du wirst selber trösten. 8. Den Himmel und den Kreis der Erd'n Hast du, 20 Gott, gegründet. Dein Licht laß bei uns helle werd'n; Das Herz laß sein entzündet In rechter Lieb des Glaubens dein, Bis an das End be⸗ ständig sein. Die Welt laß immer murren. Just. Jonas, geb. 1493, st. 1555. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem ꝛc. 167. Ach, bleib bei uns, Herr Jesu Christ, Weil es nun Abend worden ist; Dein gött⸗ lich Wort, das helle Licht, Laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser letzt'n betrübten Zeit Verleih uns all'n Bestän⸗ digkeit, Daß wir dein Wort und Sakrament Behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt: Wir sind gar sicher, faul und kalt. Gieb Glück und Heil zu deinem Wort, Damit es schall an allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei dei⸗ nem Wor fels Trus deiner Kit Fried, E heben hor was neu deine reck 7. Die Jesu Chr dern dein steh du auf dich 8. Dein zens Trut wahrer E uns, liel nichts an 9. Gieb deinem V ner fahre aus dem in deinen Nik. Seln Mel. Chri 168. 2. Ach, Worte Be 3. Ach Glanze 2 M. R. adenthür Vernunft sen; Sie alls ver⸗ Rreuz hat ine Hülf Ul in dei⸗ Iihr Ge⸗ g sind dir nur, daß Vernunft cht; Aufs ien nicht, trösten. und den du, 20 hein Licht werd'n; entzündet Hlaubens End be⸗ Welt laß 3, st. 1555. i deinem ꝛc. bei uns, il es nun dein gött⸗ Licht, Laß n nicht. betrübten n Bestän⸗ ein Wort alten rein hein Kirch ar sicher, eb Glück m Wort, llem Ort. bei dei⸗ nem Wort Und wehr des Teu⸗ fels Trug und Mord. Gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu; Auf dieser Erd ist keine Ruh; Viel Sekten und viel Schwärmerei Auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, Die sich mit G'walt er⸗ heben hoch Und bringen stets was neues her, Zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, Nicht unser, son⸗ dern dein ja ist; Darum so steh du denen bei, Die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Her⸗ zens Trutz, Und deiner Kirchen wahrer Schutz; Dabei erhalt uns, lieber Herr, Daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Gieb, daß wir leb'n nach deinem Wort Und darauf fer⸗ ner fahren fort Von hinnen aus dem Jammerthal Zu dir in deinen Himmelssaal. Nik. Selnecker, geb. 1532, st. 1592. Mel. Christus, der ist mein Leben. 168. Ach, bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ach, bleib mit deinem Worte Bei uns, Erlöser wert, Daß uns beid, hie und dorte, Sei Güt und Heil beschert. 3. Ach, bleib mit deinem Glanze Bei uns, du wertes M. R. Gesangbuch. Die Kirche Christi. 113 Licht; Dein Wahrheit uns um⸗ xsü 4.e Damit wir irren nicht. 4. Ach, bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr; Dein Gnad und all Vermögen In uns reichlich vermehr. 5. Ach, bleib mit deinem Schutze Bei uns, du starker Held, Daß uns der Feind nicht trutze, Noch fäll die böse Welt. 6. Ach, bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit ver⸗ leihe, Hilf uns aus aller Not. Josua Stegmann, geb. 1588, st. 1632. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem ꝛc. 169. O Jesu Christe, wah⸗ res Licht, Erleuchte, die dich kennen nicht, Und bringe sie zu deiner Herd, Daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfüll mit deiner Gnaden Schein, Die in Irrtum ver⸗ führet sein; Auch die, so heim⸗ lich noch ficht an In ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst ver⸗ laufen hat Von dir, das suche du mit Gnad Und ihr ver⸗ wundt Gewissen heil; Laß sie am Himmel haben Teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör; Die Stummen richtig reden lehr, Die nicht beken⸗ nen wollen frei, Was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind ver⸗ blendt; Bring her, die sich von uns getrennt; Versamm⸗ le, die zerstreuet gehn; Mach feste, die im Zweifel stehn. 8 ‚B.·.=.᷑⸗i= 114 Die Kirche Christi. 6. So werden sie mit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich Hier zeitlich und dort ewiglich Für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. Jes. 49, 14—16. 170. Zion klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, Die er trägt in seinem Herzen, Die er ihm erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott Mich ver⸗ lassen in der Not Und läßt mich so harte pressen; Meiner hat er ganz vergessen! 2. Der Gott, der mir hat versprochen Seinen Beistand jederzeit, Der läßt sich ver⸗ gebens suchen Jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für Grausam zürnen uber mir? Kann und will er sich der Armen Jetzt nicht, wie vorhin, erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, Sprach zu ihr des Herren Mund, Zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; Doch stell al⸗ les Trauern ein! Wo mag eine Mutter sein, Die ihr eigen Kind kann hassen Und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möch⸗ test finden Einen solchen Mut⸗ tersinn, Da die Liebe kann verschwinden: So bleib ich doch, der ich bin. Meine Treu mein Herz besessen; Deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, Der sonst nichts als schrecken kann. Siehe, hier in meinen Händen Hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; Deine Mau⸗ ern will ich bauen Und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen, Du liegst mir in mei⸗ nem Schoß, Wie die Kind⸗ lein, die noch saugen; Meine Treu an dir ist groß. Dich und mich soll keine Zeit, Keine Not, Gefahr noch Streit, Ja der Satan selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du ꝛc 171. Herr, unser Gott, laß nicht zu Schanden werden Die, so in ihren Nöten und Be⸗ schwerden Bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen Und zu dir rufen. 2. Zu Schanden mache alle, die dich hassen, Die sich al⸗ lein auf ihre Macht verlassen. Ach, kehre dich mit Gnaden zu uns Armen; Laß dichs erbarmen! ö 3. Schaffe uns Beistand wi⸗ der unsre Feinde! Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; Sie müssen Wehr und Waffen niederle⸗ gen, Kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem bleibt gegen dir, Zion, o du meine Zier. Du hast mir wir uns vertrauen; Verge⸗ bens ist bauen; Thaten Die Fei 5. Du kann unt drängte ten. Wi schrein i Helfer! Joh. Hee Mel. Ko 172. Gideon, sein Wo Gustav Ade liedlein; d Jak. Fal Mel. Herz 173. deiner Kr und Ret scheine! 'ß. Dich eit, Keine treit, Ja t scheiden. n Leiden! 85, st. 1647. as hast du ꝛc Gott, laß erden Die, und Be⸗ und Nacht ffen Und nache alle, e sich al⸗ verlassen. t Gnaden Laß dichs istand wi⸗ Wenn du werden sie ie müssen niederle⸗ ehr regen. nand, dem n; Verge⸗ bens ist, auf Menschenhülfe bauen; Mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, Die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten Und das be⸗ drängte kleine Häuflein ret⸗ ten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen! Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. 172. Verzage nicht, du Häuflein klein, Obschon die Feinde willens sein, Dich gänz⸗ lich zu verstören, Und suchen deinen Untergang, Davon dir wird recht angst und bang: Es wird nicht lange währen! 2. Dich tröste nur, daß deine Sach Ist Gottes; dem befiehl die Rach Und laß es ihn nur walten. Er wird durch seinen Gideon, Den er wohl kennt, dir helfen schon, Dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, Muß Welt, Teufel und Höllenpfort Und K was dem thut anhangen, End⸗ lich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott: Den Sieg woll'n wir erlangen! Gustav Adolfs(g. 1594, st. 1632) Feld⸗ liedlein; durch des Königs Beichtvater, Jak. Fabricius, in Reime gebracht. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du ꝛc. 173. Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine, Mit Hülf und Rettung eilends uns er⸗ scheine! Den Feinden steure, Die Kirche Christi. 11⁵ ihre Blutgetichte Mache zu nichte! 2. Streite doch selber für dein arme Kinder; Dem Teu⸗ fel wehre, seine Macht ver⸗ hinder; Was alles kämpfet wider deine Glieder, Stürze darnieder. 3. In Kirch und Schulen Frieden uns beschere, Zugleich der Obrigkeit Frieden gewähre; Dem Herzen Frieden, Frie⸗ den dem Gewissen Gieb zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, Also wird ewig und ohn Ende loben Dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. Xpelles v. Löwenstern, g. 1594, st. 1648. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 174. Treuer Hirte deiner Herde, Deiner Glieder starker Schutz, Sieh doch, wie die Asch und Erde, Großer Gott, mit Grimm und Trutz Tobt und wütet wider dich Und vermißt sich freventlich, Deine irche zu zerstören Und dein Erbteil zu verheeren. 2. Du, Herr, bist ja unser König; Wir sind dein mit Leib und Seel. Menschen⸗ hülf ist hier zu wenig, Wo nicht du, Immanuel, der Deinen Rettung wachst Und dich selbst zu Felde machst, Für dein wahres Wort zu kämpfen Und der Feinde Rat zu dämpfen. 3. Es trifft deines Namens Ehre, Deiner Wahrheit Hei⸗ 8* ligtum, Jesu, deines Glau⸗ bens Lehre, Deines Leidens Kraft und Ruhm Und den Dienst, den dir allein Wir zu leisten schuldig sein. Dazu kannst du ja nicht schweigen; Deine Machthand wirst du zeigen. 4. Stärke nur den schwachen Glauben, Den, bei so betrüb⸗ ter Zeit, Fleisch und Satan uns zu rauben Und mit Furcht und Blödigkeit Uns zu schrek⸗ ken sind bemüht. Deine Weis⸗ heit kennt und sieht Deiner Kinder schwach Vermögen Und wird nicht zu viel auflegen. 5. Hilf den Deinen und be⸗ kehre Der Verfolger blindes Heer. Der Verfolgung steur und wehre, Daß sie uns nicht werd zu schwer. Nimm dich der Bedrängten an; Leit auch die auf rechter Bahn, Die noch jetzt durch Satans Lügen Sich selbst um ihr Heil betrügen. 6. Laß uns recht und red⸗ lich handeln Und in Tauben⸗ einfalt dir Ganz gelassen hei⸗ lig wandeln; Auch dabei uns klüglich hier Schicken in die böse Zeit Und vor falscher Heiligkeit, Vor der Feinde List und Wüten Uns mit Schlan⸗ genklugheit hüten. 7. Laß mit Beten und mit Wachen Stets uns stehn auf unsrer Hut Und nur dich, Herr, lassen machen, So wird alles werden gut. Jesus strei⸗ tet für uns hier Und vertritt Die Kirche Christi. uns dort bei dir, Bis wir auf der neuen Erden Bei ihm triumphieren werden. 8. Herr, wir warten mit Verlangen; Komm und mach uns nur bereit, Dich mit Freuden zu empfangen, Dein bedrängtes Häuflein schreit: Komm, Herr Jesu, zum Ge⸗ richt; Ach, verzeuch doch län⸗ ger nicht, Unsre Sache zu ent⸗ scheiden! Hol uns heim zu deinen Freuden! Henr. Kath. v. Gersdorf, g. 1650, st. 1726. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz ꝛc. 175. Preis, Lob und Dank sei Gott dem Herren, Der sei⸗ ner Menschen Jammer wehrt Und sammelt draus zu seinen Ehren Sich eine ewge Kirch auf Erd, Die er von Anfang schön erbauet Als seine aus⸗ erwählte Stadt, Die allezeit auf ihn vertrauet, Sich trö⸗ stet seiner großen Gnad. 2. Sie ist gebaut auf rech⸗ tem Grunde, Der Jünger und Propheten Lehr, Wie hoch be⸗ zeugt mit Einem Munde Der Auserwählten heilges Heer; Aus edeln und lebendgen Stei⸗ nen, Aus Perlen schön und feinem Gold, Aus Christi Leib, dem heilgen, reinen, Er⸗ füllt mit Glaub, Treu, Lieb und Huld. 3. Der heilge Geist darin regieret, Hat seine Hüter ein⸗ gesetzt; Die wachen stets, wie sichs gebühret, Daß Gottes Haus sei unverletzt; Die führn das Predigtamt darinnen Und zeigen an das ewge Licht, Darin winnen und Zu 4. Die wohnen, selig sei wird si Gottes Für sie gossen, nehmen tes Har ihm wi 5. Obn stehen 1 Tages f ein nich mit Go eint. C nur der Christun den nis draußer und Te 6. Alf Gemein der Zei schützt sie in dem Ti Aus C und G denreick auch u Mel. Dir 176. der erf der M stehn, nimme getrost gehn; Bei ihm ten mit ud mach sich mit en, Dein schreit: zum Ge⸗ doch län⸗ e zu ent⸗ heim zu 0, st. 1726. 9sKreuzꝛc. nd Dank Der sei⸗ er wehrt zu seinen Ige Kirch Anfang ine aus⸗ e allezeit Sich trö⸗ nad. auf rech⸗ nger und hoch be⸗ inde Der es Heer; gen Stei⸗ hön und Christi inen, Er⸗ reu, Lieb ist darin züter ein⸗ tets, wie Gottes Die führn men Und ge Licht, Darin wir Bürgerrecht ge⸗ winnen Durch Glauben, Lieb und Zuversicht. 4. Die recht in dieser Kirche wohnen, Die werden in Gott selig sein: Des Todes Flut wird sie verschonen, Denn Gottes Arche schließt sie ein. Für sie ist Christi Blut ver⸗ gossen, Das sie im Glauben nehmen an; Sie werden Got⸗ tes Hausgenossen Und sind ihm willig unterthan. 5. Obwohl die Pforten offen stehen Und hell das Licht des Tages scheint, Doch kann hin⸗ ein nicht jeder gehen, Zu sein mit Gott, dem Herrn, ver⸗ eint. Es ist kein Weg, denn nur der Glaube An Jesum Christum, unsern Herrn: Wer den nicht geht, der bleibet draußen, Von Gottes Haus und Tempel fern. 6. Also wird nun des Herrn Gemeine Gepflegt, erhalten in der Zeit; Gott, unser Hort, schützt sie alleine Und segnet sie in Ewigkeit. Auch nach dem Tod will er ihr geben Aus Christi Wohlthat, Füll und Gnad Das ewge freu⸗ denreiche Leben. Das gieb auch uns, Herr unser Gott. Böhm. Brüder. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. 176. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen, Die auf der Maur als treue Wächter stehn, Die Tag und Nächte nimmer schweigen Und die getrost dem Feind entgegen gehn; Ja, deren Schall die Die Kirche Christi. 117 ganze Welt durchdringt Und aller Völker Scharen zu dir bringt! 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Ach, Herr, au⸗ doch in deine Ernte Viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein: Die Ernt ist groß; die Zahl der Knechte klein! 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten Uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten Sich dei⸗ ner Kinder Herz und Sinn bewegt, Dich herzinbrünstig hierum anzuflehn; Drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. O gieb dein Wort mit großen Scharen, Die in der Kraft Evangelisten sein! Laß eilend Hülf uns widerfahren Und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis Dein Reich bald aus zu dei⸗ nes Namens Preis! 5. Ach, daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, Dein Volk aus dem Gefäng⸗ nis nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Him⸗ mel bald entzwei Und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald da⸗ durch mit Haufen Der Hei⸗ den Füll in alle Thore ein! Ja, wecke doch auch Jsrael bald auf Und also segne dei⸗ nes Wortes Lauf! 7. O bessre Zions wüste Stege; Und was dein Wort Gemeinschaft Mel.— du Liebe meiner Liebe. 177. Herz und Herz vereint zusammen Sucht in Gottes Hestlar Ruh. Lasset eure Lie⸗ esflammen Lodern auf den Heiland zu. Er das Haupt, wir seine Glieder; Er das Licht und wir der Schein; Er der Meister, wir die Brüder; Er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach, kommt ihr Gnadenkinder, Und erneuert euren Bund, Schwöret unserm Überwinder Lieb und Treu von Herzensgrund. Und wenn eurer Liebes kette Festigkeit und Stärke fehlt, O so flehet um die Wette, Bis sie Jesus wie⸗ der stählt. 3. Tragt es unter euch, ihr Glieder, Auf so treues Lie⸗ ben an, Daß ein jeder für die Brüder Auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, So zerfloß er dort im Blut; Denkt doch, wie es ihn betrübet, Wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 4. Einer reize doch den an⸗ dern, Unserm blutbefreundten Lamm Vor das Lager nach⸗ zuwandern, Das für uns zur Die Kirche Christi. im Laufe hindern kann, Das räum, ach räum aus jedem Wege! Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn; Und mach uns bald von jedem Mietling frei, Daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. K. Heinr. v. Zogatzky, g. 1690, st. 1774. der Heiligen. Schlachtbank kam. Einer soll den andern wecken, Alle Kräfte Tag für Tag Nach Vermögen dran zu strecken, Daß er ihm gefallen mag. 5. Halleluja! Welche Höhen, Welche Tiefen reicher Gnad, Daß wir dem ins Herze sehen, Der uns so geliebet hat; Daß der Vater aller Geister, Der der Wunder Abgrund ist, Daß du, unsichtbarer Meister, Uns so fühlbar nahe bist! 6. Ach, du holder Freund, vereine Deine dir geweihte Schar, Daß sie sich so herz⸗ lich meine, Wies dein letzter Wille war. Ja, verbinde in der Wahrheit, Die du selbst im Wesen bist, Alles, was von deiner Klarheit In der That erleuchtet ist. 7. So wird dein Gebet er⸗ füllet, Daß der Vater alle die, Welche du in dich verhüllet, Auch in seine Liebe zieh. Und daß, wie du eins mit ihnen, Also sie auch eines sein, Sich in wahrer Liebe dienen Und einander gern erfreun. 8. Liebe, hast du es geboten, Daß man Liebe üben soll, O so mach gen Geis an die L jeder seh von ein auch füt 9. Laß den, W; bist, Bis Erden mehr ist nem B Licht de die Wel deine J Uik. L. v. Mel. O 178. Reich d in uns darf un schaden uns erl König wider i 2. Hie König, gleichlie willig der Bů Wink,d Weil er 3. Kei zu nen vergebe nn, Das 18 jedem herr, den hn; Und n jedem dirch und ottes sei. 0, st. 1774. ziner soll le Kräfte ermögen er ihm e Höhen, r Gnad, rze sehen, hat; Daß ster, Der vist, Daß ster⸗ Uns Freund, geweihte so herz⸗ in letzter binde in du selbst les, was In der Hebet er⸗ alle die, verhüllet, ieh. Und lit ihnen, ein, Sich nen Und i. geboten, n soll, O Gemeinschaft so mache doch die toten, Trä⸗ gen Geister lebensvoll. Zünde an die Liebesflamme, Daß ein jeder sehen kann, Wir, als die von einem Stamme, Stehen auch für einen Mann. 9. Laß uns so vereinigt wer⸗ den, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist; Und allein von dei⸗ nem Brennen Nehme unser Licht den Schein: Also wird die Welt erkennen, Daß wir deine Jünger sein. Uik. E. v. Zinzendorf, g. 1700, st. 1760. Mel. O daß ich tausend Zungen. 178. Wie süß ist doch das Reich der Gnaden, Wo Jesus in uns wirkt und lebt! Hier darf uns gar kein Ding mehr schaden; Und was sich wider uns erhebt, Wird von dem König angesehn, Als sei es wider ihn geschehn. 2. Hier herrscht der allerbeste König, Dies ist ein unver⸗ gleichlich Reich; Hier ist man willig unterthänig, Und je⸗ der Bürger folget Aonle Dem Wink, den ihm der König giebt, Weil er ihn über alles liebt. 3. Kein Unterthan ist schwach zu nennen, Weil alle Schuld vergeben ist. Ihr Herz muß recht in Liebe brennen; Denn der Heiligen. 119 des Lammes rein. Die aller⸗ ärgsten Sündenknechte Heißt hier der König selig sein; Denn keiner wird hineinge⸗ bracht, Den nicht sein Geist gerecht gemacht. 5. Hier wohnt man in gar süßem Frieden Und ist mit Gott sehr wohl daran. Der König bleibet ungeschieden; Er ist uns Vater, Arzt und Mann, Der niemand Rat und Trost versagt, Wenn ihn sein Herz verdammt und plagt. 6. Hier ist der Geist, der Abba schreiet, Der immer in uns wohnt und bleibt, Der uns mit Licht und Trost er⸗ freuet, Der uns beständig zieht und treibt, Der Jesum immer mehr verklärt Und uns recht völlig glauben lehrt. 7. O welch ein süß und selig Leben! O wüßte das die arme Welt! Du, großer Heiland, kannst ihr geben, Du giebst umsonst und ohne Geld. Ach, giebs noch vielen einzusehn, Die sonst gewiß verloren gehn! 8. Kommt, Seelen, kommt ins Reich der Gnaden! Kommt, Ron mit hellen Haufen ein! ommt, laßt euch aller Schuld entladen! Kommt, ihr sollt alle selig sein! Kommt, glau⸗ bet unserm lieben Herrn! Er ruft, und sieht das Kommen jeder Bürger ist ein Christ, gern Nicht nach dem Schein, nein, in der That, Weil er den Geist, die Salbung hat. 4. Sein Volk sind eitel ganz ern. Friedr. Aug. Weihe, g. 1721, st. 1771. 179. Ihr Kinder des Höch⸗ sten, wie stehts um die Liebe? Gerechte, Sie sind im Blut Wie folgt man dem wahren Vereinigungstriebe? Bleibt ihr auch im Bunde der Einigkeit stehn? Ist keine Zertrennung der Geister geschehn? Der Va⸗ ter im Himmel kann Werßes erkennen; Wir dürfen uns Brüder ohn Liebe nicht nen⸗ nen; Die Flamme des Höch⸗ sten muß lichterloh brennen. 2. Sobald wir von oben aufs neue geboren, Da sind wir von Lreh zu Brüdern erkoren. Ein Vater, Ein Glaube, Ein Geist, Eine Tauf, Ein voller zum Him⸗ mel gerichteter Lauf Kann unsere Herzen vollkommen verbinden; Wir können nichts anders, als Süßigkeit finden; Verdacht, Neid und Argernis müssen verschwinden. 3. Die Mutter, die droben ist, hält uns zusammen Und schickt uns herunter die himm⸗ lischen Flammen. Kein Un⸗ terschied findet hier einige Statt, Weil Demut die Her⸗ zen vereiniget hat. Wo Eigen⸗ heit, Zank und Haß können regieren, Da kann man den Funken der Liebe nicht spüren, Noch in den Chor himmlischer Thronen ihn führen. 4. Die Zionsgesellschaft ver⸗ läßt die Verwandten, Setzt Brüder am höchsten vor al⸗ len Bekannten. Wer noch ist bezaubert von Liebe der Welt Und sich in der Falschheit zum Bruder verstellt, Den kann sie unmöglich als Bru⸗ der annehmen, Er müßt sich denn völlig zur Buße be⸗ Die Kirche Christi. quemen; Sie darf sich des red⸗ lichen Sinnes nicht schämen. 5. Seht aber, wie selig wir haben erwählet, Die wir sind zum Segen der Brüder ge⸗ zählet: Wir sind die erkaufete, seligste Schar⸗ Ach, lobet den Vater, ach, lobet ihn gar! Singt ihm mit vereinigten Herzen und Munde; Ohn Lo⸗ ben und Lieben vergeh keine Stunde; Wir stehn vor dem Herren als einer im Bunde. 6. Was ich bin, mein Bru⸗ der, das bist du auch wor⸗ den; Wir beide sind Erben des Himmels geworden. Ein jeder mit allen zum Vater⸗ land dringt; Die Kirche nach einem stets kämpfet und ringt. Wir müssen bereit sein, für Brüder zu sterben, Wie Jesus uns auch so gemacht hat zu Erben; Ein Glied fühlt und leidet des andern Verderben. 7. Ach, laßt uns einander erinnern und führen, Daß wir nicht die Krone des Le⸗ bens verlieren. Wenn Babel nun trunken wird von Zions Blut, So stehn wir vereinigt auf unserer Hut. Das Schreien der Kinder wird wahrlich er⸗ höret; Durch völlige Ein⸗ tracht wird Babel zerstöret. Wer ist, der verbundenen Geistern was wehret? 8. Drum lasset uns lieben und freuen von Herzen, Ver⸗ süßen einander die Leiden und Schmerzen, Dringt kräftig, ihr Geister, in eines hinein, Vermehret die Strahlen vom Mel. E 180 res He meine, Heilan dir al sen, st Wenn Zertrü Erhör, 2. L h des red⸗ schämen. selig wir wir sind üder ge⸗ erkaufete, ch, lobet ihn gar! ereinigten Ohn Lo⸗ geh keine vor dem 1 Bunde. iein Bru⸗ uch wor⸗ id Erben den. Ein m Vater⸗ rche nach ind ringt. sein, für Zie Jesus t hat zu uͤhlt und erderben. einander en, Daß des Le⸗ in Babel on Zions vereinigt Schreien hrlich er⸗ ige Ein⸗ zerstöret. hundenen 12 nus lieben zen, Ver⸗ eiden und kräftig, 8 hinein, hlen vom göttlichen Schein. Das lässet der Vater sich herzlich ge⸗ fallen; Im Loben kann auch sein Ruhm herrlich erschallen, Wenn Kinder, von Liebe ent⸗ zündet, nur lallen. 9. In jener Welt wird es noch besser hergehen; Da wird vor dem Vater die Brüder⸗ Christus das Haupt der Kirche. 124 schaft stehen In reinestem Feuer, in seligster Brunst, Die ziehet zusammen des Kö⸗ niges Gunst. Ach, drücket zusammen die Herzen und Hände Und bittet, daß Zion er Hülfe bald sende: So ken⸗ net die Liebe nicht Anfang noch Ende. Christ. Andr. Bernstein, st. 1799. Christus das Haupt der Kirche. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. O. O Jesu, einig wah⸗ res Haupt Der heiligen Ge⸗ meine, Die an dich, ihren Heiland, glaubt Und nur auf dir alleine, Als ihrem Fel⸗ sen, steht, Der nie untergeht, Wenn gleich die ganze Welt Erhör, erhür und zerfällt: rhör, erhör uns, Jesu! 2. Laß uns, dein kleines Häufelein, Das sich zu dir bekennet, Dir ferner anbe⸗ fohlen sein. Erhalt uns un⸗ getrennet. Wort, Tauf und Abendmahl Laß in seiner Zahl Und ersten Reinigkeit Bis an den Schluß der Zeit Zu unserm Troste bleiben. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit Mit reinem Herzen die⸗ nen. Laß uns das Licht der Seligkeit, Das uns bisher geschienen, Zur Buße kräftig sein Und zum hellen Schein, Der unsern Glauben mehrt, Der Sünden Macht zerstört Und fromme Christen machet. 4. Laß uns beim Evangelio Gut, Blut und Leben wagen; Mach uns dadurch getrost und froh, Das schwerste Kreuz u tragen. Gieb uns Be⸗ ständigkeit Daß uns Lust und Leid Von dir nicht scheiden mag, Bis wir den Jubeltag Bei dir im Himmel halten. 5. Auf unsers Landesvaters Haus Gieß von dem Gna⸗ denthrone Den Segen deines Blutes aus. Umstrahle seine Krone Mit deiner Herrlichkeit Ihm zur Sicherheit, Zu dei⸗ ner Feinde Trutz Und zum gewünschten Schutz Uns, dei⸗ nen armen Kindern. 6. Erbarm dich deiner Chri⸗ stenheit, Vermehre deine Her⸗ de; Für uns, dein armes Baltenn streit, Daß es er⸗ halten werde. Den Arger⸗ nissen wehr; Was dich haßt, bekehr; Was sich nicht beugt, zerbrich; Mach endlich selig⸗ lich An aller Not ein Ende. 7. Ach Jesu, ach, wir bitten dich In deinem Jesusnamen: Erhör, erhör uns gnädiglich, Sprich, Jesu, Ja und Amen! Willst du uns Jesus sein, 122 Die Kirche Sind wir, Jesu, dein, So halt dein Jesuswort, Und laß uns hier und dort Dar⸗ über jubilieren. Joh. Mentzer, geb. 1658, st. 1734. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 181. Jesus Christus herrscht als König; Alles wird ihm unterthänig, Alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, Dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Ge⸗ walten, Machten, die die Thronwacht halten, Geben ihm die Herrlichkeit. Alle errschaft dort im Himmel, ier im irdischen Getümmel, st 8 seinem Dienst bereit. 3. Sagt mir von erhabnen Thronen, Die beim ewgen Lichte wohnen: Nichts ist ge⸗ Rn Jesum groß. Nennt mir amen auf der Erden, Wenn sie auch vergöttert werden: Sie sind Teil aus seinem Los. 4. Gott, des Weltbaus gro⸗ ßer Meister, Hat die Engel wohl als Geister Und als Flammen um den Thron; Sagt er aber je zu Knechten: Setze dich zu meiner Rechten? Nein, er sprach es zu dem Sohn. 5. Gott ist Herr; der Herr ist einer, Und demselben glei⸗ chet keiner; Nur der Sohn ist ihm ganz gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, Des⸗ sen Leben unauflöslich, Dessen Reich ein ewig Reich. Christi. 6. Gleicher Macht und glei⸗ cher Ehren Sitzt er unter lichten Chören Thronend über Cherubim. In der Welt und Himmel Enden Hat er alles in den Händen; Denn der Vater gab es ihm. 7. Nur in ihm, o Wunder⸗ aben! Können wir Erlösung haben, Die Erlösung durch sein Blut. Hörts! das Leben ist erschienen, Und ein ewiges Versühnen Kommt in Jesu uns zu gut. 8. Alles dieses nicht alleine; Die begnadigte Gemeine Hat auch ihn zu ihrem Haupt. Er hat sie mit Blut erkaufet, Mit dem Geiste sie getaufet, Und sie lebet, weil sie glaubt. 9. Gebt, o Sünder, ihm die Herzen; Klagt, ihr Kranken, —— die Schmerzen; Sagt, ihr Armen, ihm die Not! Wunden müssen Wunden hei⸗ len; Heilöl weiß er auszu⸗ teilen, Reichtum schenkt er nach dem Tod. 10. Komm, zum Tod ver⸗ dammt Geschlechte, Der Ge⸗ rechte macht Gerechte, Heilge aus der Sünder Rott. Komm, du wirst noch angenommen; Komm getrost, er heißt dich kommen; Sag ihm nur: Mein Herr und Gott! 11. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen! Willst du Gnade? du sollst nehmen! Willst du Leben? das soll sein! Willst du erben? du sollst sehen! Soll der Wunsch aufs Höchste sum? e 12. A Tod ind glei⸗ unter end über elt und er alles »nn der Wunder⸗ zrlösung g durch is Leben wewiges in Jesu ne Han ine Hat Haupt. erkaufet, getaufet, glaubt. ihm die tranken, Sagt, ie Not! den hei⸗ auszu⸗ henkt er od ver⸗ ** e „Heilge Komm, ommen; eißt dich r: Mein cht Zeit illst du nehmen! oll sein! u sollst sch aufs Höchste Lit de Willst du Je⸗ sum? er ist dein! 12. Allen losgekauften See⸗ len Solls an keinem Gute fehlen; Denn sie glauben, Gott zum Ruhm. Werte Worte, teure Lehren! Möcht doch alle Welt dich hören, Süßes Evangelium! 13. Zwar das Kreuz drückt Christi Glieder Hier auf kurze Zeiten nieder, Und das Lei⸗ den geht zuvor; Doch Ge⸗ 18 duld! Es folgen Freuden; Nichts kann sie von Jesu scheiden, Und ihr Haupt zieht sie empor. 14. Gehen Ehr und Gut verloren, Wird auch gar der Tod geschworen: Schmach und Sterben ist Gewinn. Droht mit Schanden, schreckt mit Beilen: Die nach jenem Kleinod eilen, Sehen über alles hin. 15. Ihnen steht ein Himmel offen, Welcher über alles Hoffen, Über alles Wünschen ist. Die gereinigte Gemeine Weiß, daß eine Zeit erscheine, Wo sie ihren König küßt. 16. Auch bis dahin giebt er Nahrung Und die Decke zur Verwahrung; Denn er pflegt und liebet sie. Ja, bei seinem Kreuzesstamme Fraget sie, wer nun verdamme; Denn sie rühmet: Gott ist hie! 17. Jauchz ihm, Menge heil⸗ ger Knechte; Rühmt, vollen⸗ dete Gerechte, Und du Schar, die Palmen trägt, Und du Blutvolk in der Krone, Und Christus das Haupt der Kirche. 123 du Chor vor seinem Throne, Der die Gottesharfen schlägt! 18. Ich auch auf der tiefsten Stufen, Ich will glauben, reden, rufen, Ob ich schon noch Pilgrim bin. Jesus Christus herrscht als König, Alles sei ihm unterthänig! Ehret, lobet, liebet ihn! Ph. Fr. Hiller, geb. 1699, st. 1769. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 2. König, dem kein König gleichet, Dessen Ruhm kein Mund erreichet, Dem als Gott das Reich gebühret, Der als Mensch das Scepter füh⸗ ret, Dem das Recht Kehöct zum Throne, Als des Vaters ewgem Sohne, Den so viel Vollkommenheiten Krönen, zieren und begleiten! 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde Nebst der unge⸗ zählten Herde Der Geschöpfe in den Feldern In den Seen, in den Wäldern Sind, Herr über Tod und Leben, Dir um Eigentum gegeben. Tiere, enschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen Sieht man dich am schoͤnten glänzen, Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt erwählen, Die durchs Scepter deines Mundes, Nach dem Recht des Gnadenbundes, Sich von dir regieren lassen Und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner 124 Die Kirche Christi. Ehren Kann man stets dich loben hören Von dem himm⸗ lischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtes Antlitz schau⸗ en, Die dich unermüdet prei⸗ sen Und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. O Monarch in dreien Reichen, Dir ist niemand zu vergleichen An dem Überfluß der Schätze, An der Ordnung der Gesetze, An Vortrefflich⸗ keit der Gaben, Welche deine Bürger haben. Du beschützest deine Freunde, Du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen Über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schutz genießen; Laß mich dich im Glauben küssen, Ehren, fürchten, loben, lieben Und mich im Gehor⸗ sam üben; Hier mit leiden, hier mit streiten, Dort mit herrschen, dir zur Seiten. Joh. Jak. Rambach, g. 1693, st. 1735. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. 183. So lange Christus Christus ist, Wird seine Kirche dauern; Nicht Menschenwitz, noch Macht und List Zerstö⸗ ren ihre Mauern. Der starke Gottes Sohn Hoch auf des Vaters Thron, Der bleibt ihr Schutz und Hort; Vor seinem Geist und Wort Fliehn alle Höllenmächte. 2. Preis dir, o Kirchenober⸗ haupt! Noch währet deine Gnade. So lang an dich die Kirche glaubt, Verderbet sie kein Schade. Dank dir, Herr Jesu Christ, Daß du noch bei ihr bist, Dein Licht und Recht ihr gönnst, Sie noch zu segnen brennst. Wohl uns des Segensfürsten! 3. Mit deinem Wort, mit deinem Blut, Das unauflös⸗ lich bindet, Hast du ihr Haus, trotz Sturm und Flut, Auf Felsengrund gegründet. Die Kirche wähltest du Zum Sitze deiner Ruh; Du schmücktest sie mit Heil, Gabst ihr zum Erb und Teil Die reichen Himmelsgüter. 4. O sei und bleib ihr Schutz und Hort Zur Weltversu⸗ chungsstunde. Es schall in ihr dein Kreuzeswort Mit Kraft aus aller Munde. Erhalte dir zum Ruhm Auch unser Heiligtum. Sein Leuchter wanke nicht; Rein brenne dir sein Licht, Bis Erd und Him⸗ mel sinken. Karl Bernh. Garve, g. 1763, st. 1841. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 184. Halleluja! Wie lieb⸗ lich stehn Hoch über uns die Himmelshöhn, Seit du im Himmel sitzest. Seit du vom ewgen Zion dort Aussendest dein lebendig Wort Und deine Herde schützest! Fröhlich, Se⸗ lig Schaut der Glaube von dem Staube auf zum Sohne. Meine Heimat ist am Throne! 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; 2 sacher S Glanz de ten nur dir vor Ausgeht Sende, Lebensq Großes Glieder. 3. Ve düstre9 dort eit einst un einst fů Es ist! wach, scheinet. Nimme seit dur ten Ta 4. W Land 1 mel n Dein H Da ste bet, De Mel. 185 Herrlie Christe Herden erlöste es dir sie sel Sind gezähl segnen 2 it Kraft Erhalte h unser Leuchter nne dir d Him⸗ „st. 1841. der ꝛc. zie lieb⸗ uns die du im ju vom Isendest id deine ch, Se⸗ be von Sohne. hrone! mnohne Bei Einführung gahl; Was ist ihr tausend⸗ facher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schat⸗ ten nur von jenem Licht, Das dir vom holden Angesicht Ausgeht mit ewger Wonne! Sende, Spende Deine hellen Lebensquellen reichlich nieder, Großes Haupt, auf deine Glieder. 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht: Ich weiß, daß dort ein Auge wacht, Das einst um uns geweinet, Das einst für uns im Tode brach; Es ist dein Aug, es bleibet wach, Bis neu die Sonne von Geistlichen. 12⁵ und spät Vor Feindeslist und Schaden. Keiner Deiner Aus⸗ erwählten, Geistbeseelten bleibt verlassen; Treu will ihn dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, Zu dir, wenn sich das arme Herz Abhärmt in bittrer Reue; Du brichst nicht das zerstoßne Rohr, Und wenn der Docht sein Ol verlor, So tränkst du ihn aufs neue. Im Licht Soll nicht Eine fehlen von den Seelen, die zum Leben Dir dein Vater übergeben. 6. O selger König Jesu scheinet. O wer Nunmehr Nimmer klagte, nimmer zagte, seit du wachest Und aus Näch⸗ ten Tage machest! Christ, Wie wundervoll und heilig ist, Was uns in dir geschenket! In dir, der Got⸗ tes Kinder schirmt, Bleibt 4. Wohin wir ziehn durch unser Anker, wenn es stürmt, Land und Meer, Ein Him⸗ mel neigt sich drüber her, Dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Ge⸗ bet, Da wallt man sicher früh Bei Einführung Auf ewig eingesenket. Hier, hier Sind wir Festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile Dann hinauf zum ewgen Heile. Albert Knapp, geb. 1798, st. 1864. von Geistlichen. Siehe auch Nr. 176.) Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 185. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du König deiner Christenheit, Du Hirte deiner Herden, Du siehst auf die erlöste Welt, Regierst sie, wie es dir gefällt, Sorgst, daß sie selig werden. Von dir Sind wir Auch erwählet, zu⸗ gezählet den Erlösten, Die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, Nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, Die es zum Himmel führen Und die voll Eifer, Geist und Kraft, Voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft Das Herz der Sünder rühren. Treue Hir⸗ ten Laß den Seelen niemals fehlen und die Herden Mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand Den Lehrer, den du uns gesandt. Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, 126 Bei Einweihung von Kirchen. die sich ihm vertraun, Durch Lehr und Leben zu erbaun, Gieb Weisheit ihm und Kräf⸗ te. Lehr ihn, Hilf ihm Thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, Selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; Laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, Gieb uns ein Herz, das folg⸗ sam hört, Ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer Laß in Freundschaft und Gemein⸗ schaft feste stehen Und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß unsern Lehrer, unsern Freund, Uns dir entgegen führen. Du giebst ihm unter seine Hand Die Seelen als ein Unter⸗ pfand; Laß keine ihn verlieren. Jesu, Hilf du, Beut die Hände, daß am Ende Hirt und Herde Treu vor dir er⸗ funden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Du kommst im Namen unsers Herrn, In Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand; Führ uns zum ewgen Vater⸗ land. Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir Gehn wir Durch die Leiden dieser Zei— ten zu dem Leben, Das uns unser Gott will geben. J. Dan. Karl Bickel, g. 1737, st. 1809 Bei Einweihung von Kirchen. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 186. Gott Vater, aller Dinge Grund, Gieb deinen Vaternamen kund An diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die wi⸗ zen wallen auf zu dir; Hier ist des Himmels Pforte. Woh⸗ ne, Throne Hier bei Sün⸗ dern, als bei Kindern, voller Klarheit; Heilge uns in dei⸗ ner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, Dies Gotteshaus ist dir geweiht; O laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, Dein Segen walte fort und fort In die⸗ sen Friedenshallen. Einheit, Reinheit Gieb den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden; Heil uns ganz vom Sündenschaden. 3. Gott heilger Geist, du wertes Licht, Wend her dein göttlich Angesicht, Daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus Dich mit allmächtgen Flammen aus; Mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Water Kinder, Väter, früher, später ehts Rele Sterben. Hilf uns Fesu eich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis Sei dir von allen gleicherweis Für dies dein Haus gesungen. Du hasts g baut, 2 vertraut den, Zu 187. genädig gen geb mit he zum em erkenner ihm lie sus Chr Bekann und W hasts geschenkt und aufer⸗ baut, Dir ists geheiligt und vertraut Mit Herzen, Hän⸗ den, Zungen. Ach, hier Sind Ausbreitung der Psalm 67. 187. Es woll uns Gott genädig sein Und seinen Se⸗ gen geben; Sein Antlitz uns mit hellem Schein Erleucht zum ewgen Leben, Daß wir erkennen seine Werk Und was ihm lieb auf Erden, Und Je⸗ sus Christus Heil und Stärk Bekannt den Heiden werde Und sie zu Gott bekehre. 2. So danken, Gott, und lo⸗ ben dich Die Heiden überalle; Und alle Welt die freue sich Und sing mit großem Schalle, Daß du auf Erden Richter bist Und läßt die Sünd nicht walten; Dein Wort die Hut und Weide ist, Die alles Volk erhalten, In rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich Das Volk in guten Thaten; Das Land bring Frucht und beßre sich; Dein Wort laß wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne Gott der heilge Geist; Dem alle Welt die Ehre thu, Vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! M. Luther, geb. 1483, st. 1546. Mel. Errett mich, o mein lieber ꝛc. 188. O daß doch bald Ausbreitung der Kirche; Mission. 127 wir Noch in Hütten; Herr, wir bitten, stell uns droben In den Tempel, dich zu loben. Albert Anapp, geb. 1798, st. 1864. Kirche; Mission. aussprechlich Liebender, Und bald die ganze Welt erkennte, Daß du bist König, Gott und Herr! 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme Jetzt hier, jetzt dort, in Ost und West Dir, dem am Kreuz erwürg⸗ ten Lamme, Ein herrlich Pfingst⸗ und Freudenfest. 3. Und noch entzünden Him⸗ melsfunken So manches kalte, tote Herz Und machen Durstge freudetrunken Und heilen Sünd⸗ und Höllenschmerz. 4. Verzehren Stolz und Ei⸗ genliebe Und sondern ab, was unrein ist, Und mehren jener Flamme Triebe, Die nur auf dich gerichtet ist. 5. Erwecke, läutre und ver⸗ eine Des ganzen Christen⸗ volkes Schar Und mach in deinem Gnadenscheine Dein Heil noch jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, Allmächtig star⸗ ker Gotteshauch, Dein Feuer⸗ meer ström nicht vergebens; Ach, zünd in unsern Herzen auch. 7. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen Und baue deinen Tempel aus; Laß leuch⸗ dein Feuer brennte, Du un⸗ ten deine heilgen Flammen 128 Die Kirche Christi. Durch deines Vaters ganzes Haus. 8. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme Doch bald die ganze weite Welt Und zeig dich jedem Völkerstamme Als Heiland, Friedefürst und Held. 9. Dann tönen dir von Mil⸗ lionen Der Liebe Jubelhar⸗ monien Und alle, die auf Erden wohnen, Knien vor den Thron des Lammes hin. Joh. Eudw. Fricker, g. 1729, st. 1766. Mel. Fahre fort. 189. Reich des Herrn Brich hervor in vollem Tag! Deiner Strahlen Macht er⸗ helle, Was in Todesschatten lag. Wolk und Zweifelsnebel fälle; Sende Licht und Wär⸗ me nah und fern, Reich des Herrn. 2. Siege bald! 1 Komm, das kalte Reich der Nacht Aller Enden zu zerstören! Sieh, es sammelt seine Macht; Doch wer kann den Sieg dir weh⸗ ren? Denn die Sonne der Ge⸗ rechtigkeit Führt den Streit. 3. Gottes Held, Mit der Gnade Siegsgewalt Schlage Feind an Feind darnieder. Bring in deine Herrschaft bald Alles Abgefallne wie⸗ der. Dann umarmen Freud und Friede sich Ewiglich. 4. Überall„: Laß bis an der Welten Rand, Laß durch jeden Kreis der Erden Dei⸗ nen Namen hell erkannt, Deine Kraft verherrlicht wer⸗ den, Bis du als der Völker Friedefürst Herrschen wirst.: 5. Menschenhuld ½1 Klopft in deiner milden Brust; Un⸗ ter Menschenkindern wohnen, Das ist deines Herzens Lust. Nimm, o nimm die Nationen, Nimm zum Wohnsitz alle Län⸗ der ein; Sie sind dein! 7 6. Aber ihr, 1 Die der Kö⸗ nig ausgesandt, Geht voran in alle Zonen, Bahnt die Weg und macht bekannt Un⸗ ter allen Nationen, Wie die Gnade, wo der Herr regiert, Triumphiert. ½ 7. Welch ein Herr! ½1, Ihm zu dienen, welch ein Stand! Wenn wir seines Dienstes pflegen, Lohnt er unsrer schwachen Hand Armes Werk mit reichem Segen. Wallen wir, so wallt sein Friede mit Schritt vor Schritt. ½ 8. Kommt herbei, Frohe Zeiten, säumet nicht, Daß der Herr sich offenbare Als der Völker Recht und Licht. Kommt, daß alle Welt er⸗ fahre, Wie die Menschenherd ihr großer Hirt Weiden wird.: Karl Bernh Garve, g. 1763, st. 1841. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. 190. Walte, walte nah und fern, Allgewaltig Wort des Herrn, Wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt Schuf und in den Armen hält Und aus seinem Todes 7 nommen 4. Kräft Geist, 2 Himmel! „n Kr ringen 5. Wo und rein dein. V der Nac Tag erw 6. Au Welt! reife Fel Schnitte Garben 7. Herr gut, Wé und Mi allzumal tes Stre Jonath. F. Mel. 3 191. Hirt! 2 sein, o 4 erscheine du klein auf und hält, we 2. Hů lichkeit d mernd si M. R. ienstes Unsrer 3 Werk Wallen ede mit Heiland. e nah Wort seiner en für , der in den seinem Ausbreitung der Schoß herab Seinen Sohn zum 9998 uns gab. 3. Wort von des Erlösers uld, Der der Erde schwere chuld Durch des heilgen Todes That Ewig wegge⸗ nommen hat. 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, Der den Weg zum immel weist Und durch seine eilge Kraft Wollen und Voll⸗ ringen schafft. 5. Wort des Lebens, stark und rein, Alle Völker harren dein. Walte fort, bis aus der Nacht Alle Welt zum Tag erwacht. 6. Auf zur Ernt in alle Welt! Weithin wogt das reife Feld; Klein ist noch der Schnitter Zahl, Viel der Garben überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, Wirk zum Werke Lust und Mut, Laß die Völker allzumal Schauen deines Lich⸗ tes Strahl. Jonath. C. Bahnmeier, g. 1774, st. 1841. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 191. Eine Herde und ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, Wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde! Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, Und die Herr⸗ lichkeit des Herrn Nahet däm⸗ mernd sich den Heiden; Blinde M. R. Gesangbuch. Kirche; Mission. 129 Pilger flehn um Licht. Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, Daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie man⸗ ches Schäflein irrt Fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Ne⸗ bel flieht Vor des Morgen⸗ rotes Helle, Und der Sohn der Wüste kniet Durstend an der Lebensquelle; Ihn um⸗ leuchtet Morgenlicht. Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan. Rauscht, verdorrete Gebei⸗ ne; Macht dem Bundesengel Bahn! Großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herr⸗ lichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, Und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. F. Ad. Krummacher, g. 1768, st. 1845. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 192. Du Stern in allen Nächten, Du Schild in jedem Streit, Du Mann zu Gottes Rechten Im purpurfarbnen Kleid, Verlaß die ewge Hütte Und deiner Engel Reihn Und trag in unsre Mitte Heut deinen Stuhl hinein! 130⁰ Die Kirche Christi. 2. Du hast vom Marter⸗ hügel Uns huldreich ange⸗ blickt Und hast dein fürstlich Siegel Uns an die Stirn gedrückt; Drum wagen wirs und laden Dich ungescheut herbei; Die Allmacht deiner Gnaden Macht uns den Mut so frei. 3. Es ist ein froh Getöne Ringsum im Land erwacht; Drob, wie man uns auch Weini⸗ Das innre Herze lacht: einleselieder schwingen Sich durch die öde Welt, Un Sens' und Sicheln klingen In deinem Erntefeld. 4. Das klingt so wunder⸗ süße, Das dringt durch Mark und Bein. Ei, stünden unsre Füße Auch bei den Schnit⸗ tern dein! Ei, wär dein Gar⸗ benacker Auch unser Arbeits⸗ plan! Herr Jesu, mach uns wacker, Nimm unser Helfen an. 5. Ob wir gleich, kaum ge⸗ boren, Noch wie im Wieglein ruhn: Auch mit zerstoßnen Rohren Kannst du, Herr, Thaten thun. Sieht man auch kaum uns glimmen In deines Vaters Haus: Mit Blitzen, Donnern, Stimmen Kannst du uns rüsten aus. 6. Das war ja so dein We⸗ sen Von alten Tagen her, Daß du dir hast erlesen, Was schwach, gebeugt und leer, Daß mit Wnen en Stäben Du deine Wunder thatst Und mit geknickten Reben Die Feinde untertratst. 7. Zeigs, Herr, zu jeder Stunde Durch deine Taube an, Wie dir aus unserm Bunde Ein jedes dienen kann. Zeigs an, wen du erkoren, Greif in die Schar hinein. Dir sind wir zugeschworen; Dein sind wir, Amen! dein! Fr. W. Krummacher, g. 1796, st. 1868. Mel. Wie soll ich dich empfangen. 93. Der du zum Heil erschienen Der allerärmsten Welt Und von den Cherubi⸗ dnen Zu Sündern dich gesellt, Den sie mit frechem Stolze Verhöhnt für seine Huld, Als du am Marterholze Ver⸗ söhntest ihre Schuld. 2. Damit wir Kinder wür⸗ den, Gingst du vom Vater aus, Nahmst auf dich unsre Bürden Und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, Von Morgen ohne Zahl Sind Gäste nun beschieden Zu deinem Abend⸗ mahl. 3. Im schönen Hochzeitkleide, Von allen Flecken rein, Führst du zu deiner Freude Die Völkerscharen ein; Und wel⸗ chen nichts verkündigt, Kein Heil verheißen war, Die brin⸗ gen nun entsündigt Dir Preis und Ehre dar. 4. Du hast den ärmsten Sklaven, Wo heiß die Sonne glüht, Wie deinen andern Schafen Zu Liebe dich ge⸗ müht; Und selbst den öden Norden, Den ewigs Eis be⸗ drückt, Pforte rückt. 5.— werder Bis d Zu de du im gesöhn dir ge gestell 6. U sten J Stehn sten Auch In de Brunt dir ve 7. 0 erkar jeder Taube nserm kann. rkoren, hinein. voren; dein! st. 1868. angen. eil rmsten herubi⸗ gesellt, Stolze Huld, ze Ver⸗ rwür⸗ Vater unsre st uns en und Norgen te nun Abend⸗ tkleide, Führst e Die d wel⸗ „Kein e brin⸗ Preis rmsten Sonne andern ich ge⸗ öden dis be⸗ Ausbreitung der drückt, Zu deines Himmels Pforten Erbarmend hinge⸗ rückt. 5. Drum kann nicht Friede werden, Bis deine Liebe siegt, Bis dieser Kreis der Erden Zu deinen Füßen liegt, Bis du im neuen Leben Die aus⸗ gesöhnte Welt Dem, der sie dir gegeben, Vors Angesicht gestellt. 6. Und siehe, tausend Für⸗ sten Mit Völkern ohne Licht Stehn in der Nacht und dür⸗ sten Nach deinem Angesicht. Auch sie hast du gegraben In deinen Priesterschild, Am Brunngquell sie zu laben, Der dir vom Herzen quillt 7. So sprich dein göttlich „Werde!“ Laß deinen Odem wehn, Daß auf der finstern Erde Die Toten auferstehn, Daß, wo man Götzen frönet Und vor dem Teufel kniet, Ein willig Volk versöhnet Zu deinem Tempel zieht. 8. Wir rufen, du willst hö⸗ ren; Wir fassen, was du sprichst. Dein Wort muß sich bewähren, Womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zer⸗ brochen! Wie viele sinds noch nicht! O du, ders uns ver⸗ sprochen, Werd aller Heiden Licht. Albert Knapp, geb. 1798, st. 1864. Mel. Wachet auf! ruft uns die ꝛc. 194. Einer ists, an dem wir hangen, Der für uns in Kirche; Mission. 131 Unsre Leiber, unsre Herzen Gehören dir, o Mann der Schmerzen; In deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum; Bereite dir zum Ruhm Deine Kinder. Verbirg uns nicht Das Gna⸗ denlicht Von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich er⸗ Zahle) Du selbst hast unsre Zahl gezählet Nach deinem ewgen Gnadenrat. UnsreKraft ist schwach und nichtig, Und keiner ist zum Werke tüchtig, Der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; Denn Armut ist Ge⸗ winn Für den Himmel. Wer in sich schwach, Folgt, Herr, dir nach Und trägt mit Eh⸗ ren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, Die Ernt ist groß, Der Schnit⸗ ter wenig; Drum sende treue Zeugen aus. Send auch uns hinaus in Gnaden, Viel frohe Gäste einzuladen Zum Wohl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl Beruft zum Abendmahl Im Reich Gottes! Da ruht der Streit, Da währt die Freud Heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Mil⸗ lionen, Die noch im Todes⸗ schatten wohnen, Von deinem Himmelreiche fern. Seit Jahr⸗ tausenden ist ihnen Kein Evan⸗ gelium erschienen, Kein gna⸗ denreicher Morgenstern. Glanz den Tod gegangen Und uns der Gerechtigkeit, Geh auf! erkauft mit seinem Blut. denn es ist Zeit. Komm, 9* 132 Die Kirche Christi. Herr Jesu! Zeuch uns voran Und mach uns Bahn; Gieb deine Thüren aufgethan. 5. Deine Liebe, deine Wun⸗ den, Die uns ein ewges Heil erfunden, Dein treues Herz, das für uns fleht, Wollen wir den Seelen preisen Und auf dein Kreuz so lange wei⸗ sen, Bis es durch ihre Her⸗ zen geht. Denn kräftig ist dein Wort; Es richtet und durchbohrt Geist und Seele. Dein Joch ist süß, Dein Geist ewiß, Und offen steht dein aradies. 6. Heiland, deine größten Dinge Beginnest du still und geringe. as sind wir Ar⸗ men, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten Und uns mit deinen Augen lei⸗ ten; Auf deine Kraft ver⸗ trauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, Wächst end⸗ lich ohne Schein Doch zum Baume, Weil du, Herr Christ, Sein Hüter bist, Dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp, geb. 1798, st. 1864. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 195. Macht weit die Pfor⸗ ten in der Welt! Ein König ists, der Einzug hält, Um⸗ länzt von Gnad und Wahr⸗ heit Wer von der Sünde sich gewandt, Wer auf vom Todesschlafe stand, Der siehet seine Klarheit. Seht ihn Weit⸗ hin Herrlich schreiten, Licht verbreiten; Nacht zerstreut er, Leben, Fried und Wonne beut er. 2. Es jauchzt um ihn die frohe Schar, Die lang in schweren Fesseln war; Er hat sie frei gegeben. Blind waren sie und sehen nun; Lahm waren sie und gehen nun; Tot waren sie und leben. Köstlich, Tröstlich Allen Kran⸗ ken, ohne Wanken, ohne Schranken Walten seine Heils⸗ gedanken. 3. Noch liegt vor ihm so tief und schwer Der Sünden ungeheures. Heer, Das tau⸗ send Völker drücket. Um Rache schreit es auf zu Gott; Doch lebet er und hat die Not Der Sünder angeblicket, Betet, Rettet, Heilt und segnet und begegnet seinen Armen Als ein Heiland voll Erbarmen. 4. Längst ist in seinem ew⸗ Rei Rat Für sie zu seinem eich der Pfad Gezeichnet und gebahnet. Ohnmächtig droht der Feinde Hohn; Schnell n in Herrlichkeit sein Thron, o niemand es geahnet. Se⸗ lig, Selig, Wer da trauet, bis er schauet; wer sich mühet, Bis sein Gott vorüber ziehet! 5. Die ihr von Christi Hause seid, Kommt, schließet nun mit Freudigkeit Den Bund in seinem Namen. Laßt uns auf seine Hände schaun, An seinem Reiche mutig baun. Sein Wort ist Ja und Amen. Flehet, Gehet, Himmelserben anzuwerben. Harret, ringet; Jesus ist es, der euch dinget. Ausbreitung der 6. O du, den unsre Sünde schlug, Wann wird doch dei⸗ nes Lobs genug Auf dieser Welt erschallen! Wann wird der Völker volle Zahl Im ungetrübten Sonnenstrahl 50 deinem Tempel wallen, Wo dich Freudig Alle kennen, Je⸗ sus nennen, dir geboren, Dir auf ewig zugeschworen! 7. Wir harren dein; du wirst es thun; Dein Herz. voll Liebe kann nicht ruhn, Bis alles ist vollendet. Die Wüste wird zum Paradies Und bittre Quellen strömen süß, Wenn du dein Wort gesendet. Zu dem Sturme Sprichst du: Schweige! Meer verseige! Flammen zündet! Tempel Gottes, sei gegründet! Albert Anapp, geb. 1798, st. 1864. Mel. Gott des Himmels und der ꝛc. 96. Licht, das in die Welt gekommen, Sonne vol⸗ ler Glanz und Pracht, Mor⸗1 genstern, aus Gott entglom⸗ men, Treib hinweg die alte Nacht. Zeuch in deinen Wun⸗ derschein Bald die ganze Welt hinein. 2. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, Einen recht ge⸗ priesnen Lauf, Daß noch manches Knie sich beuget, Sich noch manches Full thut auf, Eh die Zeit erfüllet ist, Wo du richtest, Jesu Christ. 3. Heile die zerbrochnen Herzen, Baue dir Jerusalem Und verbinde unsre Schmer⸗ zen; Denn so ist dirs ange⸗ Kirche; Mission. 133 err, thu auf des Wortes Thür; Rufe allen: kommt zu mir! 4. Es sei keine Sprach noch Rede, Da man nicht die Stimme hört, Und kein Land so fern und öde, Wo nicht dein Gesetz sie lehrt. Laß den hellen Freudenschall, Laß ihn ausgehn überall. 5. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer, Laufe deinen Heldenpfad; Strahle Tröstung in den Jammer, Der die Welt umdunkelt hat. O er⸗ leuchte, ewges Wort, Ost und West und Süd und Nord. 6. Und erquick auch unsre Seelen; Mach die Augen hell und klar, Daß wir dich zum Lohn erwählen. Vor den Stolzen uns bewahr; Ja, laß deinen Himmelsschein Un⸗ sers Fußes Leuchte sein. Rud. Stier, geb. 1800, st. 1862. Mel. Wachet auf! ruft uns die ꝛc. 97. König Jesu, streite, siege, Daß alles bald dir un⸗ terliege, Was lebt und webt in dieser Welt.— Blick auf deine Friedensboten; Laß wehen deinen Lebensodem Durchs ganze weite Toten⸗ feld. Erhöre unser Flehn Und laß es bald geschehn. Amen! Amen! So rühmen wir Und jauchzen dir Ein Halleluja für und für. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 198. Es lebe Jesu Christi Ruhm! Sein ewges Evan⸗ gelium Müsß alle Welt durch⸗ nehm. 13⁴4 Gnadenmittel; Wort Gottes. tönen. Mit Engelschwingen Amen! Amen! Völker alle, fleucht es schon, Ruft durch folgt dem Schalle, daß die die Welt in süßem Ton: Laßt Erde Voll Erkenntnis Gottes euch mit Gott versöhnen! werde. XII. Gnadenmittel. 1. Wort Gottes. Mel. Es ist das Heil uns kommen ꝛc. 199. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, Was geist⸗ lich ist, untüchtig. Dein We⸗ sen, Wille und Gebot Ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich Wort und Licht Den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, Daß durch dieselben würd bekannt Dein heilger Will und Rechte. 201. letz⸗ ten ist dein einger Sohn, O Vater, von des Himmels Thron Selbst kommen uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, Dlaben Laß uns dabei ver⸗ leiben Und gieb uns deinen Wone Geist, Daß wir dem orte gläuben, Dasselb an⸗ nehmen jederzeit Mit Sanft⸗ mut, Ehre, Lieb und Freud, Als Gottes, nicht der Men⸗ schen. 4. Dal daß der losen Spöt⸗ ter Hauf Uns nicht vom Wort abwende; Denn ihr Gespött samt ihnen drauf Mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Worte Kraft, Daß deine Lehre in uns haft, Auch reichlich bei uns wohne. 5. Offn' uns die Ohren und das Herz, Daß wir dein Wort recht fassen, In Lieb und Leid, in Freud und Schmerz Es aus der Acht nicht lassen, Daß wir nicht Hörer nur allein Des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundert⸗ 16909 bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort Vom Teufel hingenom⸗ men; In Fels und Steinen kann das Wort Die Wurzel nicht bekommen; Der Same, der in Dornen fällt, Von Sorg und Wollust dieser Welt Verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich Dem guten fruchtbarn Lande, Und sein an guten Werken reich In unserm Amt und Stande, Viel Früchte bringen in Ge⸗ duld, Bewahren deine Lehr und Huld In feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, Den Weg der Sünder meiden. Gieb, daß wir halten fest an dir In Anfechtung und Leiden. Rott alle,‚ 5 die bottes Lehre chlich und Wort Leid, assen, nur dern dert⸗ wird nom⸗ einen zurzel dame, Von dieser ticket. wir guten sein In ande, Ge⸗ Lehr utem wir der daß In Rott Gnadenmittel; aus die Dornen allzumal, Hilf uns die Weltsorg über⸗ all Und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein Die Leuchte un⸗ sern Füßen. Erhalt es bei uns klar und rein. Hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, Daß wir im Leben und im Tod Beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu dei⸗ ner Ehr Dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr Erleuchten mög und leiten. O heilger Geist, dein göttlich Wort Laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. dav. Deniche, geb. 1603, st. 1680. Mel. Durch Adams Fall ist ganz ꝛc. 200. Herr Zebaoth, dein heilig Wort, Welchs du uns hast gegeben, Daß wir dar⸗ nach an allem Ort Solln richten Lehr und Leben, Ist worden kund aus deinem Mund, Und in der Schrift beschrieben Rein, schlecht und recht durch deine Knecht, Vom heilgen Geist getrieben. 2. Das Wort, welchs jetzt in Schriften steht, Ist fest und unbeweglich. Zwar Him⸗ mel und die Erd vergeht, Gotts Wort bleibt aber ewig; Kein Höll, Kein Plag, noch jüngster Tag Vermag es zu vernichten. Drum denen soll sein ewig wohl, Die sich dar⸗ nach recht richten. Wort Gottes. 135 3. Es ist vollkommen, hell und klar, Die Richtschnur reiner Lehre. Es zeigt uns auch ganz offenbar Gott, sei⸗ nen Dienst und Ehre, Und wie man soll hie leben wohl, Lieb, Hoffnung, Glauben üben. Drum fort und fort wir die⸗ ses Wort Von Herzen sollen lieben. 4. Im Kreuz giebts Luft, in Traurigkeit Zeigt es die Freudenquelle, Den Sünder, dem sein Sünd ist leid, Ent⸗ führet es der Hölle; Giebt Trost an Wem macht auch bekannt, Wie man soll willig sterben, Und wie zugleich das Himmelreich Durch Christum zu ererben. 5. Sieh, solchen Nutz, so große Kraft, Die nimmer ist zu schätzen, Des Herrn Wort in uns wirkt und schafft; Darum wir sollen setzen Zu⸗ rück Gold, Geld und was die Welt Sonst herrlich pflegt zu achten, Und jederzeit, in Lieb und Leid, Nach dieser Perle trachten. 6. Nun, Herr, erhalt dein Naaft Wort, Laß uns sein raft empfinden. Den Fein⸗ den steur an allem Ort, Zeuch uns zurück von Sünden; So wollen wir dir für und für Von ganzem Herzen danken. Herr, unser Hort, laß uns dein Wort Fest halten und nicht wanken. Chr. Anorr v. Rosenroth, g.1636, st. 1689. — 136 Mel. O du Liebe meiner Liebe. 201. Herr, dein Wort, die edle Gabe, Diesen Schatz er⸗ halte mir; Denn ich zieh es aller Habe Und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, Worauf soll der Glaube ruhn?f Mir ists nicht um tausend Welten, Aber um dein Wort zu thun. 2. Halleluja! Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, Daß ich mög in deinem Namen Fest bei deinem Worte stehn, Laß mich eifrig sein beflissen, Dir zu dienen früh und spat, Und mich stets zu deinen Füßen Sitzen, wie Maria that. Nik. Eudwig Graf v. Zinzendorf, geb. 1700, st. 1760. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 202. Prediger der süßen Lehre, Die ich mit Erstaunen höre; Großer Arzt der Men⸗ schenkinder, Du Cvangelist der Sünder Und Prophet des neuen Bundes, Laß die Worte deines Mundes, Deine Stim⸗ me an die Herden Mir zu Geist und Leben werden. 2. Deine beiden Testamente Mache mir zum Elemente. Sende deines Geistes Trei⸗ ben, Mir dein Wort ins Herz zu schreiben; Denn es ist auf alle Weise Meiner Seele beste Speise. Wer kann sonst vom ewgen Leben Meinem Herzen Nachricht geben? 3. Herr, dein Wort ist wie Gnadenmittel; Wort Gottes. ein Hammer, Schlägt und zeigt den Seelenjammer. Es erquickt mich, wie der Regen, Leuchtet mir auf allen We⸗ en, Stärket meines Geistes räfte, Schmeckt wie Milch und Honigsäfte, Ist ein Sta ür matte Glieder Und ein Schwert dem Feind zuwider. 4. Diesem Worte will ich trauen Und darauf beständig schauen; Sonst ist doch kein Licht vorhanden. Fremde Lehre macht zu Schanden; Aber dein Gesetz und Gnade Leitet mich im rechten Pfade. Herr, mein Glauben und mein Lieben Hat den Grund: es steht ge⸗ schrieben. 5. Lehre mich dein Wort betrachten, Mit Begierde dar⸗ auf achten. Lehre michs im Geist verstehen; Laß es mir zu Herzen gehen. Mache, daß ichs fröhlich glaube, Mir den Zweifel nie erlaube; Daß ichs mit Gehorsam ehre Und sonst keine Stimme höre. 6. Laß dein Wort mich kräf⸗ tig laben, Fest es in der Seele haben; Deine Wahrheit nicht zerrütten, Keine Kraft davon verschütten; Fest an der Ver⸗ heißung bleiben, Die Gebote willig treiben; Keinen Schritt vom Worte weichen, Deines Weges Ziel erreichen. 7. Was die Welt bekennt und lehret, Was mein Herz erdenkt und ehret, Was der böse Geist erdichtet, Wird von Gottes Wort gerichtet. Weg mit euch, ihr falschen Geister! — Mir ist ster! Wi verzehre Engel u 8. Sel len, Di erwähle Wort de ben nich Gottes sein He O ein Andre missen. 9. Lich und Fr im tieff allerlei ewiges dieses 2 andre andreen Wort b E. G. U Mel. Es! 203. Volk de selber uns so man m setz und let sei Und le 2. Wi manche Finsteri Gott a hören danke d Und be an, D geben. Schritt — Mir ist gnug an Einem Mei⸗ ster! Wißt, daß euch der Fluch verzehret, Wenn ihr selbst auch Engel wäret. 8. Selig, selig sind die See⸗ len, Die sich sonst kein Licht erwählen, Als allein das Wort des Lebens! Diese glau⸗ ben nicht vergebens, Weil sie Gottes Rat ergründen Und sein Herz im Worte finden. O ein Hueishent Wissen! Andre Weisheit kann ich missen. 9. Licht und Kraft und Mut und Freude, Wahrer Trost im tiefsten Leide, Schutz vor allerlei Gefahren Und ein ewiges Bewahren: Das sind dieses Wortes Früchte. Alles andre wird zunichte; Alles andre muß vergehen; Gottes Wort bleibt ewig stehen. E. G. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 203. Wie selig ist das Volk des Herrn, Weil er sie selber lehret! Wie sagt er uns so herzlich gern, Was man mit Freuden höret! Ge⸗ setz und Evangelium Erzäh⸗ let seines Namens Ruhm Und leuchtet unsern Wegen. 2. Wie manches Volk, wie manches Land Liegt noch in Finsternissen, Die das, was Gott an uns gewandt, Nicht hören und nicht wissen! So danke doch, wer danken kann, Und bete den mit Jauchzen an, Der uns sein Licht ge⸗ geben. Gnadenmittel; Wort Gottes. 137 3. Erwache, Volk, und schlafe nicht! Die Wohlthat ist zu teuer. Verächter frißt das Zorngericht Und straft mit ewgem Feuer. Wer seine Seele retten will, Der sei begierig, sanft und still Und lerne gleich den Kindern. 4. Wer Ohren hat, der höre zu! Die Augen lehret lesen Und laßt dem Herzen keine Ruh, Bis alles blinde Wesen Wie Schatten vor dem Licht entflieht, Ja, bis der Glaube Jesum sieht Und seine Gnade schmecket. 5. Wer so das Wort zu Herzen faßt Und seine Seele weidet, Dem wird die Sün⸗ denlust zur Last, Daß er sie flieht und meidet. Er kennt und sucht das höchste Gut, Und was er selber glaubt und thut, Das lehrt er seine Kinder. 6. Mein Abba, schenke sol⸗ chen Sinn Und recht gesun⸗ den Glauben Mir, der ich sonst so träge bin, Das Him⸗ melreich zu rauben. Ach, schütte deinen Segen aus, Daß durch dein Wort mein ganzes Haus Im Glauben selig werde. E. G. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. 204. Dein Wort, o Herr, ist milder Tau Für trostbe⸗ dürftge Seelen. Laß keiner Pflanze deiner Au Den Him⸗ melsbrunnen fehlen. Erquickt durch ihn Laß jede blühn Und 138 Gnadenmittel; in der Zukunft Tagen Dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, Ein Hamm'r, der Felsen spaltet, Ein Feuer, das im Herzen zehrt Und Mark und Bein durchschaltet. O laß dein Wort Noch fort und fort Der Sünde Macht zerschei⸗ tern Und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern Für unsre Pil⸗ gerreise. Es führt die Tho⸗ ren hin zum Herrn Und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht Verlösch uns nicht Und leucht in jede Seele, Daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; Da ward das Wort der Gnade Mein Lab⸗ Wort Gottes. sal, meine Zuversicht, Die Fackel meiner Pfade. Sie zeiget mir Den Weg 0 dir Und leuchtet meinen Schritten Bis zu den ewgen Hütten. 5. Auf immer gilt dein Se⸗ gensbund: Dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Herz und Mund Und nie von unserm Samen. Laß immerfort Dein helles Wort In allen Lebenszeiten Uns trösten, warnen, leiten. 6. O sende bald von Ort zu Ort Den Durst nach deinen Lehren. Send Hunger, Herr, dein Lebenswort Und deinen Geist zu hören; Und send ein Heer Von Meer zu Meer, Der Herzen Durst zu stillen Und dir dein Reich zu füllen. Karl Bernh. Garve, geb. 1763, st. 1841. Zu Anfang des Gottesdienstes. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem ꝛc. 205. O Gott, du höchster Gnadenhort, Verleih, daß uns dein göttlich Wort Von Oh⸗ ren so zu Kant dring, Daß es sein Kraft und Schein vollbring. 2. Der einge Glaub ist diese Kraft, Der fest an Jesu Christo haft; Die Werk der Lieb sind dieser Schein, Da⸗ durch wir Christi Jünger sein. 3. Verschaff bei uns auch, lieber Geut Daß wir durch deinen Geist je mehr In dein'r Erkenntnis nehmen zu Und endlich bei dir finden Ruh. Honr. Huber, um 1560. 206. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, Dein' heilgen Geist du zu uns send; Mit Hülf und Gnad er uns regier Und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu Uauf den Mund zum Lobe dein, Bereit das n zur Andacht fein; Den Glau⸗ ben mehr, stärk den Verstand, Daß uns dein Nam werd wohlbekannt; 3. Bis wir singen mit Got⸗ tes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! Und schauen dich von Angesicht In ewger— Freud und selgem Licht. 4. Ehr f dem Soh Geist in eiligen 90 und Wilhelm II Weimar, Mel. Gott! 207. 2 und webe Häusern und Stim Gott zu ihm, wer mit Lust 2. Spra unser Me aus nicht unsern L das Licht sind sein⸗ Seine S. 3. Gehet ten, Geht Gang. L Worten, Preis un Herr ist j und Güt 4. Gott der Erder 9eun G bei uns g selbst un Gieb uns Dich zu Joh. Fr Mel. Her Herzenst durch de ht, Die e. Sie zu dir Pchritten Hütten. dein Se⸗ rt ist Ja peich es Mund Samen. helles enszeiten „leiten. Ort zu deinen er, Herr, d deinen d send u Meer, u stillen u füllen. 3, st. 1841. Christ, „Dein ns send; er uns Weg zur ind as Herz n Glau⸗ zerstand, n werd nit Got⸗ eilig ist schauen n ewger icht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Samt heilgem Geist in einem Thron; Der heiligen Dreifaltigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit. wilhelm II., Herzog zu Sachsen- Weimar, geb. 1598, st. 1662. Mel. Gott des Himmels und der ꝛc. 207. Alle Welt, was lebt und webet Und in Feld und Häusern ist, Was nur Zung und Stimm erhebet, Jauchze Gott zu jeder Frist. Dienet ihm, wer dienen kann; Tret' mit Lust vor ihm heran. 2. Sprecht: Der 908 ist unser Meister; Er hat uns aus nichts gemacht, Er hat unsern Leib und Geister An das Licht hervorgebracht. Wir sind seiner Allmacht Ruhm, Seine Schaf und Eigentum. 3. Gehet ein zu seinen Pfor⸗ ten, Geht durch seines Vorhofs Gang. Lobet ihn mit schönen Worten, Saget ihm Lob, Preis und Dank; Denn der Herr ist jederzeit Voller Gnad und Gütigkeit. 4. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und 92un⸗ Geist, Daß dein Ruhm ei uns groß werde, Beistand selbst und Hülf uns leist. Gieb uns Kräfte und Begier, Dich zu preisen für und für. Joh. Franck, geb. 1618, st. 1677. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu ꝛc. „Herr, öffne mir die Herzensthür, Zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir. Laß Zu Anfang des Gottesdienstes. 139 mich dein Wort bewahren rein, Laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, Dein Wort macht Leib und Seel gesund, Dein Wort ists, das mein Herz erfreut, Dein Wort giebt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heilgen Geist in einem Thron; Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit. J. Olearius, geb. 1611, st. 1684. 209. Liebster Jesu, wir sind ber Dich und dein Wort anzuhören. Lenke Sinnen und Begier Auf die süßen Him⸗ melslehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Ver⸗ stand Ist mit Finsternis um⸗ hüllet, Wo nicht deines Gei⸗ stes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten, Mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, Mach uns alle⸗ samt bereit, Offne Herzen, Mund und Ohren. Unser Bitten, Flehn und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Tob. Clausnitzer, geb. 1619, st. 1684. Mel. Gott des Himmels und der ꝛc. 210. Thut mir auf die schöne Pforte, Führet mich in Zion ein. Ach, wie wird 140 Gnadenmittel; an diesem Orte Meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, Hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir ge⸗ kommen: Komme du nun auch zu mir. Wo du Woh⸗ nung hast genommen, Da ist lauter Himmel hier. Zeuch doch in mein Herz hinein, Laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten; Heilge du Leib, Seel und Geist, Daß mein Singen und mein Beten Ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, Zeuch das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, Wenn dein Samkorn auf mich fällt. Gieb mir Licht in dem Verstande, Und was mir wird vorgestellt, Präge meinem Herzen ein, Laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwa⸗ chen Glauben; Laß dein teu⸗ res Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rauben. Halte stets dein Wort mir für, Daß es mir zum Leitstern dient Und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören Und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, Wenn der Brunn des Lebens quillt. Speise mich mit Himmelsbrot, Tröste mich in aller Not. 7. Offne mir die grünen Auen, Daß dein Lamm sich weiden kann. Lasse mir dein Wort Gottes. Manna tauen, Zeige mir dil rechte Bahn Hier in diesem.— 5 Jammerthal Zu des Lammei bei uns bl Ehrensaal. nach Seel! Benj. Schmolck, geb. 1672, st. 1737. behüte seine Mel. Liebster Zesu, wir sind hier. Ubel—— 6 I1. Sende, Vater, deinen mier vicht Geist, Da ich vor dein Ant. Aer, ö litz trete, Daß, wie du mich. Wunm ud selber heißt, Ich im Geist er uns ew und Wahrheit bete. Lehrt mich dich recht erkennen Und dich Abba, Vater nennen. Mel. Ach Her 2. Süßer Jesu, hilf du mir, 213. L Daß ich bet in deinem Na. und bleiber men, Daß, was Gott verheißt und Herr. in dir, Mir auch werde I nichts treil und Amen. Sprich für mich reiner Lehr und laß mich sehen Dich zur nur nichte! Rechten Gottes stehen. Beständigkt 3. Heilger Geist, erleuchte! dir danken, kang, Daß ich es 9ul Uik. Selneche angen, Daß ich Gottes Hu durch dich Voller Inbrunst 214.1 mög empfangen. Brich die N Got Trägheit, zeuch die Sinnen segne Gott Aus der Welt zu dir von gleicherma hinnen. käglich B 4. Heilige Dreieinigkeit, Ur⸗ sprung ö 9 w 116 0 adiaken Laß mich wahre Freudigkeit Und im Herzen Zeugnis ha⸗ 216. G ben, Daß du stets nach dei⸗ zum Jord nem Willen Wollest meine nes Vate Bitt erfüllen. Sankt Jo J. H. Schrader, geb. 1684, st. 1737. nahm, Se 298— zu efülle Mel. Herr Jesu Christ, meins ꝛc. stiften uns „Brunn alles Heils, schen uns dich ehren wir Und öffnen säufen au unsern Mund vor dir. Aus Durch sei deiner Gottheit Heiligtum Dein hoher en. erleuchte mein Ver⸗ ottes Huld Inbrunst Brich die e Sinnen dir von igkeit, Ur⸗ Gaben, Freudigkeit Ugnis ha⸗ nach dei⸗ st meine 84, st. 1737. meins ꝛc. es Heils, id öffnen Dein hoher Segen auf uns komm. 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib. Er segne uns nach Seel und Leib, Und uns behüte seine Macht Vor allem Übel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, Uns leuchten laß 4 sein Angesicht, Daß wir ihn schaun und glauben frei, Daß er uns ewig gnädig sei. Zum Schluß des Gottesdienstes. 141 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, Sein Antlitz über uns erheb, Daß uns sein Bild werd eingedrückt, Und geb uns Frieden unverrückt. 5. Jehovah, Vater, Sohn und Geist, O Segensbrunn, der ewig fleußt, Durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl; Mach uns deins Lobs und Segens voll. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. Zum Schluß des Gottesdienstes. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 213. Laß mich dein sein und bleiben, Du treuer Gott und Herr. Von dir laß mich nichts treiben; Halt mich bei reiner Lehr. Herr laß mich nur nicht wanken, Gieb mir Beständigkeit: Dafür will ich dir danken, In alle Ewigkeit. Ui. Zelnecker, geb. 1532, st. 1593. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 214. Unsern Ausgang segne Gott, Unsern Eingang gleichermaßen; Segne unser täglich Brot, Segne unser Thun und Lassen; Segne uns mit selgem Sterben Und mach uns zu Himmelserben. Hartm. Schenk, geb. 1634, st. 1681. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 215. Geh auf du heller Morgenstern In allen Her⸗ zen nah und fern, Daß jeder dich erkenne; Daß deine gan⸗ ze Christenheit In Lieb und Glaubenseinigkeit, Und heil⸗ em Eifer brenne. Schöpfer, etter, Dein Erbarmen gab uns Armen neues Leben; Leben wollst du allen geben. 2. Sakramente. a. Die heilige Taufe. 216. Christ, unser Herr, zum Jordan kam Nach sei⸗ nes Vaters Willen; Von Sankt Johanns die Taufe nahm, Sein Werk und Amt zu'rfüllen. Da wollt er stiften uns ein Bad, Zu wa⸗ schen uns von Sünden, Er⸗ säufen auch den bittern Tod dir. Aus Durch sein selbst Blut und Heiligtum Wunden; Es galt ein neues Leben. 2. Sein' Jüngern heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, Daß sie ver⸗ lorn in Sünden ist, Sich soll zur Buße kehren. Wer gläu⸗ bet und sich taufen läßt, Soll dadurch selig werden; Ein neugeborner Mensch er heißt, 142 Der nicht mehr könne sterben, Das Himmelreich soll erben. 3. Das Aug allein das Wasser sieht, Wie Menschen Wasser gießen. Der Glaub im Geist die Kraft versteht Des Blutes Jesu Christi; Und ist vor ihm ein rote Flut, Von Christi Blut ge⸗ färbet, Die allen Schaden heilen thut, Von Adam her geerbet, Auch von uns selbst begangen. Martin Luther, geb. 1483, st. 1546. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 217. Liebster Jesu, hier sind wir, Deinem Worte nach⸗ zuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gegeben, Daß man sie zu dir hinführe; Denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist Dieses Wort in unsern Oh⸗ ren: Wer durch Wasser und durch Geist Nicht zuvor ist neu geboren, Wird von dir nicht aufgenommen Und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir. Nimm dies Pfand von un⸗ sern Armen; Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Him⸗ mel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut Von den angeerb⸗ ten Flecken; Und zugleich mit dieser Flut Laß es dein Ver⸗ dienst bedecken; Schenk ihm Gnadenmittel; Sakramente. deiner Unschuld Seide, Daß es ganz in dich sich kleide. 5. Mache Licht aus Finster⸗ nis, Setz es aus dem Zorn zur Gnade; Heil den tiefen Schlangenbiß Durch die Kraft im Wunderbade. Laß hier einen Jordan rinnen, So vergeht der Aussatz drinnen. 6. Hirte, nimm dein Schäf⸗ lein an; Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; Friede⸗ fürst, sei du sein Friede; Weinstock, hilf, daß dieser Rebe Stets im Glauben dich umgebe. 1. Nun, wir legen an dein Herz, Was von Herzen ist Hinrmeln Führ die Seufzer himmelwärts Und erfülle das Verlangen. Ja, den Namen, den wir geben, Schreib ins Lebensbuch zum Leben. genj. Schmolck, geb. 1672, st. 1737. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 218. Gott und Vater, nimm jetzund Dieses Kind von unsern Armen. Nimm es auf in deinen Bund Und erzeig ihm dein Erbarmen, Daß es alle Lebenstage Dei⸗ ner Kindschaft Zeichen traze. 2. Wasch es rein mit dei⸗ nem Blut, Treuer Jesu, von den Sünden. Laß in seiner Taufe Flut Den geerbten Fluch verschwinden, Und sein Leben auf der Erden Deinem Vorbild ähnlich werden. 3. Und du, werter heilger — * Geist, Sck denkräfte. Bund ver Mel. Wer 219. deinen N Sohn un bin 2— men, Zu heiligt h Christi T mit seine 2. Du h und Erbe ter, mick die Fruch ben, Me mir gew. aller No ter Geist 3. Doch Furcht Gehorsa be mich Dein Ei wagt; H ins Gral den Wer 4. Mei deiner 4 Bund w aber ich Mel. Je 220. len Lebe höchste mich jetz bis in de, Daß kleide. Finster⸗ m Zorn en tiefen die Kraft aß hier en, So drinnen. Schäf⸗ ch es zu elsweg, Friede⸗ Friede; ß dieser iben dich an dein herzen ist Seufzer fülle das Namen, hreib ins en. 2, st. 1737. sind hier. Vater, es Kind Nimm und Und rbarmen, age Dei⸗ en tragse. mit dei⸗ zesu, von in seiner geerbten Und sein Deinem den. r heilger * — Geist, Schenk ihm deine Gna⸗ denkräfte. Treibe, wie dein Bund verheißt, Selbst in ihm Der Ta Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 219. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist. Ich bin gezählt zu deinem Sa⸗ men, Zum Volk, das dir ge⸗ heiligt heißt. Ich bin in Christi Tod gesenkt, Ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Va⸗ ter, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Ster⸗ ben, Mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Not und Pein, O gu⸗ ter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab auch ich dir Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt. Ich ha⸗ be mich aus reinem Triebe Dein Eigentum zu sein 96 wagt; Hingegen jagt ich bis ins Grab Des Satans schnö⸗ den Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So Der Taufbund. 143 das Heilsgeschäfte, Daß es stets an Jesu Leibe Ein le⸗ bendig Gliedmaß bleibe. ufbund. laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, Wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, Der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternissen! Ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, Jedoch mit Jesu Blut be⸗ sprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es: ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsatz nim⸗ mer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist. Halt mich in deines Bundes Schran⸗ ken, Bis mich dein Wille ster⸗ ben heißt; So leb ich dir, so sterb ich dir, So lob ich dich dort für und für. Joh. Jak. Rambach, g. 1693, st. 1735. Konfirmationslieder. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 220. Jesu, meiner See⸗ len Leben, Meines Herzens höchste Freud, Dir will ich mich jetzt ergeben Ganz und Gott will ich dich nennen Und vor aller Welt bekennen, Daß ich dein bin und du mein; Ich will keines andern sein! 2. Deine Güt hat mich um⸗ bis in Ewigkeit. Meinen fangen Eh, als mich die Welt 144 empfing. Dir bin ich schon angehangen, Als an Mutter⸗ brust ich hing; Bin getauft auf deinen Namen, Bin ge⸗ zählt zu deinem Samen. Ich bin dein und du bist mein; Ich will keines andern sein! 3. Irr ich, sucht mich deine Viebe; Fall ich, hilfet sie mir F auf; Ist es, daß ich mich betrübe, Tröst' sie mich in meinem Lauf; Bin ich arm, giebt sie mir Güter; Haßt man mich, ist sie mein Huͤter. Ich bin dein, und du bist mein; Ich will keines andern sein. 4. Dein Geist zeiget mir das Erbe, Das mir droben bei⸗ gelegt. Ich weiß, wenn ich heute sterbe, Wo man meine Seel hinträgt: Zu dir, Jesu, in die Freude. 30 daß mich was von dir scheide! Ich bin dein und du bist mein: 3 Ich will keines andern sein! 5. Dieses alles ist gegründet Nicht auf mein Verdienst und Werk. Was mein Was an Trost empfindet, Was an Fried und Freud und Stärk, Herr, das dank ich deinem Blute, Das allein kommt mir zu 1in Ich bin dein und du bist mein; Ich will keines andern sein! 6. Drum, ich sterbe oder lebe, Bleib ich doch dein Eigentum. An dich ich mich ganz ergebe; Du bist meiner Seelen Ruhm, Meine Zuversicht und Freude, Meine Süßigkeit im Leide. Ich bin dein und du bist mein; Gnadenmittel; Sakramente. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich ꝛc. 21. Dir ewge Treue zu eloben, Sind wir versammelt hier im Heiligtum. Das Herz zu dir, o Herr, erhoben Bringt dir gerührt Anbetung, Preis und Ruhm. O Heiland, nimm dich unsrer Schwachheit an; ühr uns zum Licht, leit uns auf ebner Bahn. 2. Wir sind auf dich, o Herr, getaufet. Du nahmst uns schon als zarte Kinder an; Du hast so teuer uns erkaufet, Als einst dein Blut herab vom Kreuze rann. Wir glauben fest, du bist auch jetzt nicht fern Und hörest unser schwaches Flehen gern. 3. Dir schmücken heut sich unsre Herzen: Zieh ein, du König voller Herrlichkeit! Von Erdenfreuden, Erdenschmerzen ieh uns hinauf zum Glanz der Ewigkeit. Nimm unser Herz! Wir bringen dir es dar; Wir opfern dir es selbst jetzt am Altar.— 4. Wir flehen, Herr, in die⸗ ser Stunde: Weich nicht von uns, wenn uns Anfechtung naht. Erhalte uns in dei⸗ nem Bunde; Laß uns im Glauben gehn des Lebens Pfad. Dann stehn wir einst verklärt vor deinem Thron, Um zu empfahn des ewgen Lebens Kron. E. C. G. Langbecher, g. 1792, st. 1843. Mel. Seelenbräutigam. 222. Von des Himmels Ich will keines andern sein. Nach Christ. Scriver, g. 1629, st. 1693. Thron Sende, Gottes Sohn, * I Deiner Stärke heilgen zu wei 2. Me Gieb eu Glaub. dich un Dessen uns zu 3. Ri du auf Segen Kraft dann u 5. Gie Wie dei auflösl der glä wir dor Lob erh Sam. Mel. Wa 223. Mel. Esk 224. bleibt; Des gu euch geg und fleh Ein Lehr als eue M. R. will ich ꝛc. reue zu sammelt as Herz Vengt „ Preis „nimm eit an; )t, leit hich, o nahmst Kinder ler uns in Blut n. Wir st auch hörest n gern. ut sich in, du it! Von merzen Glanz unser dir es 5 selbst in die⸗ ht von chtung in dei⸗ 8 im Lebens r einst Thron, ewgen st. 1843. n. mmels Sohn, * * Deinen Geist, den Geist der Stärke. Gieb uns Kraft zum heilgen Werke, Dir uns ganz zu weihn, Ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit; Gieb uns Freudigkeit, Unsern Glauben zu bekennen Und dich unsern Herrn zu nennen, Dessen teures Blut Floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn Zu dem Himmel hin, Wenn wir unsern Bund erneuern Und gerührt vor dir beteu⸗ ern, Deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, M Segen zu empfahn, Wollest du auf unsre Bitten Uns mit Segen überschütten. Licht und Kraft und Ruh Strömen dann uns zu. 5. Gieb auch, daß dein Geist, Wie dein Wort verheißt, Un⸗ auflöslich uns vereine Mit der gläubigen Gemeine, Bis wir dort dich sehn Und dein Lob erhöhn. Sam. Mlarot, geb. 1770, st. 1865 Nachruf an Konfirmanden. 145 liebet, Gottes Sohn, Und zum Lohn Dir sein Herz er⸗ giebet! Selig, wer in jeder Stunde Mit Gebet Dir nach⸗ geht, Treu dem Gnadenbunde! 2. Dazu bist du ja gekom⸗ men, Herr, und hast Unsre Last Auf dein Haupt genom⸗ men. Dazu weiht uns deine Taufe Segnend ein, Stark zu sein In dem Siegeslaufe. 3. Lebensfürst und üÜber⸗ winder, Sieh uns an, Brich uns Bahn, Stärke deine Kin⸗ der. Nähr uns mit dem Himmelsbrote; Gieb uns ut, Liebesglut, Treue bis zum Tode. 4. Besser nie, ach, nie ge⸗ boren, Als dem Herrn, Fremd und fern, Und zuletzt verlo⸗ ren! Liebe, hilf uns liebend leben! Halt an dir Für und für, Weinstock, deine Reben! 5. Ewig währet deine Treue, Inniglich, Fasset dich Unser Herz aufs neue. Sprich dazu in deinem Namen Von dem Thron, Vater, Sohn, Geist, Mel. Warum sollt ich mich denn 100 auf ewig Amen! „Selig, wer dich ewig Albert Anapp, geb. 1798, st. 1864. Nachruf an Konfirmanden. Mel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. 224. Bleibt, Schäflein, bleibt; verlasset nicht die Hut Des guten Hirten, dem ihr euch gegeben! So bittet eu und fleht durch Christi Blut Ein Lehrer, der nichts wünscht, als euer Leben. Er ruft, M. R. Gesanabuch. weil ihn die heiße Liebe treibt: Bleibt, Schäflein, bleibt! 2. O Lämmer, bleibt! Ge⸗ denkt an jenen Tag, Da ihr ch es ihm vor allem Volk ver⸗ sprochen. Er klopfte an und hat durch manchen Schlag In Liebeskraft das harte 146 Gnadenmittel; Herz gebrochen. Ihr sagtet weinend:„Jesum nehm ich an.“ O denkt daran! 3. Er hats gehört, was euer Mund gesagt:„Ich will an Jesum glauben, Jesum lie⸗ ben.“ Er war dabei, so oft man euch gefragt, Und hat das Jawort in sein Buch ge⸗ schrieben. Er weiß auch alles, was man euch gelehrt; Er hats gehört. ö 4. O laßt ihn nicht! ihr habt euch gnug gewehrt Und euren Heiland lange warten lassen. Wie lange hat er schon das Herz begehrt! Wie hat er sich bemüht, euch recht zu fassen! Wie sehnlich suchte euch sein Angesicht! O laßt ihn nicht! 5. Bedenkt es doch, wie oft er angeklopft, Wie oft er euch vergeblich nachgegangen. Wie schändlich habt ihr Herz und Ohr verstopft! Was hats ge— kost', eh euch sein Arm um⸗ fangen! Wie lange flohet ihr sein sanftes Joch! Bedenkt es doch! 6. Er ließ euch nicht; er lief euch brünstig nach. Was hat sein Herz nicht für Geduld getragen! Er wartete, bis euer Sinn zerbrach Und eure Herzen ihm zu Füßen lagen. Ja, lieft ihr gleich vor sei⸗ nem Angesicht: Er ließ euch nicht. 7. Nun hat er euch, wofern es anders wahr, Was eure Lippen jedermann bezeugen. Das freuet ihn auch jetzt und Sakramente. immerdar; Nach vieler Mühe seid ihr nun sein eigen. J riefet:„Wir verlassen Satans Reich!“ Nun hat er euch! 8. Er hat euch lieb! Beden⸗ ket, was er that, Wie er am Kreuz im Blute da gehangen. Bedenket, wie er euch so zärt⸗ lich bat, Bis euer Fuß von Sodom ausgegangen. O wie viel stärker brennet nun sein Trieb! Er hat euch lieb. 9. Er nimmt euch an, so sündig, wie ihr seid, So blind und tot, so kalt und voller Schanden. Bringt gar nichts mit, denn alles ist bereit. Bei ihm ist Gnade, Licht und Kraft vorhanden. O kommt doch nur, ein jedes, wie es kann: Er nimmt euch an. 10. Er hat Geduld. Werst nicht den Mut dahin, Wenn ihr bald hie, bald da in Schuld gefallen. Er trägt euch gern nach seinem Vater⸗ sinn; Er liebt den größten Sünder unter allen. Kommt, küßt die Hand, so weiß er keine Schuld; Er hat Geduld. 11. Er pfleget euch. Er giebt mit Sorgen acht, Was euch gebricht und was ein jeder brauchet. Das Kranke wird von ihm gesund gemacht, Wenn ers im Blut und Was⸗ ser untertauchet. Dem Schwä⸗ chern ist er doppelt gnaden⸗ reich. Er pfleget euc 12. Ihr habt es gut; ja glaubt es ganz gewiß, So lang er euch als seine Schafe kennet. O wohl euch, wenn I— anstat funde nichts hinauf seine o Wort ein: S 15. ihn m er 17 en. Ihr.. Satans euch! Beden⸗ e er am ehangen. so zärt⸗ 12— von wie nun sein lieb. an, so So blind id voller ar nichts t bereit. se, Licht den. O in jedes, t euch an. Werst ⸗ n, Wenn da in r trägt Vater⸗ größten Kommt, weiß er Geduld. Er giebt Bas euch ein jeder nke wird gemacht, ind Was⸗ Schwä⸗ naden⸗ gut; ja viß, So e Schafe. ch, wenn anstatt der Finsternis Im Herzen Glaube, Fried und Freude brennet! So seid ihr auch im Tode wohlgemut. Ihr habt es gut. 13. Er läßt euch nicht. Das hat er selbst gesagt:„Nichts soll sie mir aus meinen Hän⸗ den reißen.“ Und wenn euch Lust und Furcht in Schrecken jagt, So will er selbst die Mauer sein und heißen. Wer nur mit Vorsatz nicht den Bund zerbricht, Den läßt er nicht. 14. So dringt nun ein und hört nicht eher auf, Bis daß ihrs wißt:„Ich habe Gnade funden.“ Könnt ihr sonst nichts, so seht zum Kreuz hinauf, Ja seht hinein in seine offnen Wunden. Sein Wort lockt alle Arme dahin⸗ ein: So dringt nun ein. 15. Wenn ihr ihn habt und ihn mit Freuden lobt, So hangt und klebt allein an seiner Gnade; Denn Satan geht umher, er lockt und tobt Und sein Vergnügen ist der Lämmer Schade. Sucht, daß ihr euch in Jesu tief ver⸗ grabt, Wenn ihr ihn habt. 16. Ihr seid sein Ruhm, sein Lob und seine Lust. Dazu ist er gestorben und geboren. Das wäre recht ein Schwert durch seine Brust, Wenn er sein teures Blut an euch verloren. Denn was ihr seid, ist doch sein Eigentum; Ihr seid sein Ruhm. 17. Ach, Jesus weint; Je⸗ Nachruf an Konfirmanden. 147 rusalem verdirbt, Jerusalem, das Volk von seinem Bunde. So oft ein Kind des Bundes ewig stirbt, So jammerts Jesum noch bis diese Stunde. Es kränket ihn, da ers so gut gemeint. Ach, Jesus weint! 18. Wo wollt ihr hin? ihr Schäflein, sagt es doch, Die ihr euch Jesu einmal hin⸗ gegeben. Er ist der Hirt; wo ist ein andrer noch, Bei dem die Schaf und Lämmer ewig leben? Wer hat doch solche Macht und Vatersinn? Wo wollt ihr hin? 19. O Lämmer, bleibt! Es ist kein ander Heil, Als nur in dieses Lammes Blut und Wunden. Ach, raubet ihm nicht sein bescheidnes Teil, Das er an euch, der kleinen Schar, gefunden. Verflucht sei das, was euch von Jesu treibt! O Lämmlein, bleibt! 20. Ach, wehe euch! ihr wäret doppelt tot, Wo ihr euch nun aus seinen Händen risset. Ihr häufet euch die Qual der ewgen Not, Wo 10 das Wort verachtet, das ihr wisset. Gott ist an Zorn, sowie an Gnade reich. Ach, wehe euch! 21. O Jesu, nein, laß du es ja nicht zu, Daß sie sich dir aus deinen Händen winden. Laß ihnen doch im heh keine Ruh, Als wenn sie sich in deinem Schoße finden. Wie? soll denn eins davon verloren sein? O Jesu, nein! 22. Bleibt, Kindlein, bleibt! 148 Gnadenmittel; o geht doch nicht zurück. Ihr seid mein Ruhm; ach, nehmt mir nicht die Krone. Was wäre mir das für ein Jam⸗ merblick! So käm ich künftig ganz allein zum aht Der euch, wenn ihr ihn haßt, zur Linken treibt. Bleibt, Kind⸗ lein, bleibt! 23. Mir wallt das Herz. Es schwimmt im Liebesmeer Und ist zuweilen gegen euch wie trunken. Das ist mein Thun, das denk ich hin und her: O wärt ihr doch im Gnaden⸗ meer versunken! Was euch verdirbt, das ist mein größ⸗ ter Schmerz; Mir wallt mein erz. 24. Ich faß euch an. O faßt mich wieder recht! So wollen wir zum Paradiese reisen. Da hab ich denn, als Jesu Sakramente. armer Knecht, Ihm viel ge⸗ fundne Schafe aufzuweisen, Daß er und ihr und ich mich freuen kann. Ich faß euch an. 25. Er wartet schon. Er schließt die Thüren auf, Er reicht euch seine Hände weit entgegen. Er lacht euch an; o seht doch hoch hinauf! Ihr steht zur Rechten; hört ihr nicht den Segen? Ach, eilet mutig bis vor seinen Thron; Er wartet schon. 26. So bleibt nun, bleibt! O bleibt in Ewigkeit Und laßt euch nichts von seiner Liebe trennen! Das ewge Le⸗ ben ist für euch bereit. Die aber weichen, werden ewig bren⸗ nen. O seht doch, wie euch Fluch und Segen treibt: So bleibt nun, bleibt! G. G. Woltersdorf, geb. 1725, st. 1761. b. Das heilige Abendmahl. 225. Jesus Christus, unser Goiteszs Der von uns den otteszorn wandt, Durch das bittre Leiden sein Half er uns aus der Höllenpein. 2. Daß wir nimmer des vergessen, Gab er uns sein' Leib zu essen, Verborgen im Brot so klein, Und zu trin⸗ ken sein Blut im Wein. 3. Wer sich. dem Tisch will machen, Der hab wohl acht auf sein Sachen. Wer unwürdig hinzugeht, Für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollst Gott den Vater vreisen, Daß er dich so wohl wollt speisen Und für deine Missethat In den Tod sein' Sohn geben hat. 5. Du sollst gläuben und nicht wanken, Das sei eine Speis der Kranken, Den' ihr Herz von Sünden schwer Und vor Angst ist betrübet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit Sucht ein Herz in großer Arbeit. Ist dir wohl,“ so bleib davon, Daß du nicht kriegest bösen Lohn. * Bist du fühllos, lebest in Sicherheit. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen! Laßt mich über euch erbarmen. Kein Arzt zensgr dem A nicht Nächst er dei dein 6 Nach J. Mel. 226 Preis Seeler mit d Brot und B viel ge⸗ zuweisen, ich mich euch an. on. Er auf, Er nde weit euch an; zuf! Ihr hört ihr lch, eilet“ Thron; „bleibt! eit Und n seiner ewge Le⸗ Die aber hig bren⸗ wie euch eibt: So 25, fi. 1761. für deine Tod sein' ben und sei eine Den' ihr jwer Und bet sehr. nad und t ein Herz Ist dir von, Daß en Lohn. Sicherheit. uch uber nich über ein Arzt— Das heilige ist dem Starken not, Sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. ů 8. Hättst du dir was konnt erwerben, Was durft ich denn für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, So du selber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Her⸗ zensgrunde Und bekennest mit dem Munde, So bist du recht wohl geschickt Und die Speise dein Seel erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben: Deinen Nächsten sollt du lieben, Daß er dein genießen kann, Wie dein Gott an dir hat gethan. Uach Joh. Huß(geb. 1373, st. 1415) Martin Euther. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 226. Herr Jesu, dir sei Preis und Dank Für diese Seelenspeis und Trank, Da⸗ mit du uns begabet. Im Brot und Wein dein Leib und Blut Kommt uns wahr⸗ haftig wohl zu gut Und unsre Herzen labet. Daß wir In dir Und nach allem Wohl⸗ gefallen heilig leben, Solches wollest du uns geben. 2. Du kehrest, o Immanuel, Ja selber ein in unsre Seel Und willst da Wohnung machen. Drum uns ein sol⸗ ches Herz verleih, O Gott, das frei und ledig sei Von allen eiteln Sachen. Bleibe, Treibe Unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten Alle Weltlust zu verachten. Abendmahl. 149 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht Dein wertes Nachtmahl bene Gericht! Ein jeder recht bedenke, Daß wir mit diesem Lebensbrot Im Glauben stillen unsre Not. Der Fels des Heils uns tränke, Züchtig, Tüchtig Dich dort oben stets zu loben, bis wir werden Zu dir kommen von der Erden. 4. O daß wir solche Selig⸗ keit Erwarten möchten alle⸗ zeit In Hoffnung und Ver⸗ trauen, Und folgends aus dem Jammerthal Eingehen in den Himmelssaal, Da wir Gott werden schauen, Tröst⸗ lich, Köstlich Uns als Gäste auf das beste bei ihm laben Und ganz volle Gnüge haben. 5. Das gieb du uns von deinem Thron, O Jesu Christe, Gottes Sohn, Giebs durch dein bitter Leiden. Dasselbe, weil wir leben hier, Laß uns betrachten für und für, Und alles böse meiden. Amen! Amen! Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sün⸗ den; Hilf uns fröhlich über⸗ winden. Bernh. v. Derschau, geb. 1591, st. 1639. Mel. Herr Jesu Christ, meins ꝛc. 227. O Jesu, du mein Bräutigam, Der du aus Lieb am Kreuzesstamm Für mich den Tod gelitten hast, Genommen weg der Sün⸗ den Last; 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, Verderbt durch 150 Gnadenmittel; Sakramente. manchen Sündenfall. Ich bin V krank, unrein, nackt und bloß, Blind und arm; ach, mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, Du bist der Herr, dem nichts gebricht, Du—— der Brunn der Heiligkeit, D bist das rechte Do n 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich, In meiner Schwach⸗ heit heile mich. Was unrein ist, das mache rein Durch deinen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, Zünd an die helle Glaubenskerz. Mein Armut 228 in Reichtum verkehr Und mir des Geistes Gaben mehr. 6. Daß ich das rechte Him⸗ . Dich, Jesu, wah⸗ rer Mensch und Gott, Mit höchster Ehrerbietung eß Und deiner Liebe nie vergeß. 7. Lösch alle Laster aus in mu, Mein Herz mit Lieb und Glauben zier; Und was sonst ist von Tugend mehr, Das pflanz in mir zu deiner Ehr. „Gieb, was nütz ist an Seel und Leib; Was schäd⸗ lich ist, fern von mir treib. Komm in mein Herz, laß mich mit dir Vereinigt blei⸗ ben für und für. 9. Hilf, daß durch deines Mahl es Kraft Das Bös' in mir werd abgeschafft, Erlassen alle Sündenschuld, Erlangt des Vaters Lieb und Huld. 10. Vertreibe du all meine Feind, Die mir zu schaden sind gemeint; Den guten Vorsatz, den ich führ, Durch deinen Geist fest mach in mir. II. Mein Leben,‚ Sitten, Sinn und Pflicht Nach dei⸗ nem heilgen Willen richt. Ach, laß mich meine Tag in Ruh Und Friede christlich bringen zu. 12. Bis du mich, o du Le⸗ bensfürst, Einst in den Him⸗ mel nehmen wirst, Daß ich bei dir dort ewig lich An dei⸗ ner Tafel freue mich. Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 0 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunn⸗ quell aller Gnaden, Wir kommen, deinen Leib und Blut, Wie du uns hast ge⸗ laden, Zu deiner Liebe Herr⸗ lichkeit Und unsrer Seelen Seligkeit Zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit Zu diesem hohen Werke. Schenk uns dein schönes Eh⸗ renkleid Durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein Und werden dir gepflanzet ein Zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir Auch bis ans Ende bleiben. Laß Sünd und Not uns für und für Von dir nicht wieder treiben, Bis wir durch deines Nachtmahls Kraft In deines Himmels Bürgerschaft Dort ewig selig werden. 229 liebe Sünde helle L herrlich der He den W laden. kann Herber 2. Ei gen, 2 gegen, denhar Herzen ald Red ih ten: dich g ner ni 3. Zu Warer Geld willst zuͤcken blicker „Durch in mir. Sitten, tach dei⸗ nricht. Tag in christlich du Le⸗ en Him⸗ Daß ich An dei⸗ 5„st. 1647. ich zu dir. Christ, Brunn⸗ 1, Wir ib und hast ge⸗ be Herr⸗ Seelen und zu 18 selbst n Werke. nes Eh⸗ Geistes würdge den dir ewgen daß wir s Ende und Not zon dir Bis wir htmahls himmels vig selig Das heilige Abendmahl. 151 229. Schmücke dich, o ser Speise Und die uner⸗ liebe Seele! Laß die dunkle forschte Weise Machet, daß Sündenhöhle, Komm ans helle Licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen Denn der Herr voll Heil und Gna⸗ den Will dich jetzt zu Gaste laden. Der den Himmel kann verwalten, Will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pfle⸗ gen, Deinem Bräutigam ent⸗ gegen, Der da mit dem Gna⸗ denhammer Klopft an deines Herzens Kammer. Offn' ihm bald des Geistes Pforten, Red ihn an mit schönen Wor⸗ ten: Komm, mein Heil, laß dich genießen, Laß mich dei⸗ ner nicht mehr missen. 3. Zwar in Kaufung teurer Waren Pflegt man sonst kein Geld zu sparen; Doch du willst fuͤr diese Gaben Deiner Huld kein Geld nicht haben, Weil in allen Bergwerksgrün⸗ den Kein solch Kleinod ist zu finden, Das die blutgefüllten Schalen Und dies Manna kann bezahlen. 4. Ach, wie hungert mein Gemüte, Minschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen Mich nach dieser Kost zu sehen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine Sich durch Gott mit Gott vereine. 5. Beides, Zittern und Ent⸗ zücken, Lässet sich in mir jetzt blicken. Das Geheimnis die⸗ ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der dein Allmacht sollt ergründen? 6. Nein, Vernunft die muß hier weichen, Kann dies Wun⸗ der nicht erreichen, Daß dies Brot nie wird verzehret, Ob es gleich viel Tausend näh⸗ ret. Und daß mit dem Saft der Reben Uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, Die nur Got⸗ tes Geist kann deuten! 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen: Hier fall ich zu deinen Füßen, Laß mich würdiglich genießen Dieser deiner Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise. 8. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel hautt dein ee Daß du willig hast dein Leben In den Tod für uns gegeben Und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, Das uns jetzt kann kräftig tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens, Oder mir vielleicht zum Schaden Sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen Deine Liebe recht ermessen, 152 Gnadenmittel Daß ich auch, wie jetzt auf Erden, Mög dein Gast im Himmel werden. Joh. Frauck, geb. 1618, ft. 1677. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 230. Ich komm jetzt als ein armer Gast, O Herr, zu deinem Tische, Den du für uns bereitet hast, Daß ich mein Herz erfrische, Wenn mich der Seelenhunger nagt, Wenn mich der Durst des Geistes plagt, Bis ich den Schweiß abwische. 2. Nun sprichst du, Seelen⸗ bischof, dort: Ich bin das Brot zum Leben. Dies Brot treibt auch den Hunger fort, Den sonst nichts mag auf⸗ heben. Ich bin der Trank; wer glaubt an mich, Dem wird der Durst nicht ewiglich Im Herzen Qualen geben. 3. Drum führe mich, o treuer Hirt, Auf deine Himmelsauen, Bis meine Seel erquicket wird, Wenn du sie lässest schauen Die Ströme deiner Gütigkeit, Die du für alle hast bereit, So deiner Hut vertrauen. 4. Ich armes Schäflein suche dich Auf deiner grünen Weide. Dein Lebensmanna speise mich um Trost in allem Leide; 8 tränke mich dein teures Blut, Auf daß mich ja kein falsches Gut Von deiner Liebe scheide. 5. Gleich wie des irsches mattes Herz Nach rischem Wasser schreiet, So schreiet auch mein Seelenschmerz: Sakramente. Ach, laß mich sein befreiet Von meiner schweren Sün⸗ denpein Und schenk den Le⸗ benstrank mir ein; Dann bin ich benedeiet. 6. Vor allem aber wirk in mir Ein ungefärbte Reue, Daß ich vor sündlicher Be⸗ gier Mit ganzem Ernst mich scheue. Zieh mir den Rock des Glaubens an, Der dein Verdienst ergreifen kann, Da⸗ mit mein Herz sich freue. 7. Entzünd in mir der An⸗ dacht Brunst, Daß ich die Welt verlasse Und deine Treue, Gnad und Gunst In dieser Speise fasse, Daß durch dein Lieben Lieb in mir Zu mei⸗ nem Nächsten wachs' herfür Und ich fort niemand hasse. 8. Ach, führe mich nur selbst von mir; Bei mir ist nichts denn Sterben. Nimm aber mich, o Berd zu dir; Bei dir ist kein Verderben. In mir ist lauter Höllenpein; In dir ist nichts denn Seligsein Mit allen Himmelserben. 9. Erneure mich, o Lebens⸗ stab, Gieb mir des Geistes Gaben. Laß mich die Sünde danken ab, Die mich sonst pflegt zu laben. Regiere meinen trägen Sinn, Daß er die Lüste werfe hin, Die er pflegt lieb zu haben. 10. So komm nun, o mein Seelenschatz; Dich kann ich nimmer missen. Mein Herze giebt dir Raum und Platz Und will von keinem wissen, Als nur von dir, o Gottes⸗ * befreiet en Sün⸗ den Le⸗ Dann wirk in e Reue, cher Be⸗ nst mich den Rock Der dein inn, Da⸗ freue. der An⸗ ich die ie Treue, zn dieser urch dein Zu mei⸗ herfür id hasse. ur selbst st nichts im aber Bei dir In mir In dir sein Mit Lebens⸗ Geistes e Sünde ich sonst Regiere Daß er Die er o mein kann ich in Herze id Platz i wissen, Gottes⸗ Das heilige lamm, Dieweil du mich am Kreuzesstamm Aus Not und Tod gerissen. 11. O liebster Heiland, gro⸗ ßen Dank Für deine Süßig⸗ keiten! Ich fühl der Sehn⸗ sucht heißen Drang Und wart auf jene Zeiten, In welchen du, o Lebensfürst, Mich samt den Auserwählten wirst Zur Himmelstafel leiten. Just. Sieber, geb. 1628, st. 1695. 2 Tim. 2, 8. Mel. Mein Herzens⸗Jesu, meine Lust. 231. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, O Mensch, der auf die Erden Vom Thron des Himmels kommen ist, Dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat angenommen Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtnis Je⸗ sum Christ, Der für dich hat gelitten, Ja gar am Kreuz estorben ist Und dadurch hat bettritten Welt, Sünde, Teu⸗ fel, Höll und Tod, Und dich erlöst aus aller Not. Dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtnis Je⸗ sum Christ, Der auch am dritten Tage Siegreich vom Tod erstanden ist, Befreit von Not und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht, Sein Un⸗ schuld Leben wiederbracht. Dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtnis Je⸗ sum Christ, Der nach den Abendmahl. 15³ dir 0 bereiten, Da du sollst bleiben allezeit Und sehen seine Herrlichkeit. Dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtnis Je⸗ sum Christ, Der einst wird wiederkommen Und sich, was tot und lebend ist, Zu richten vorgenommen. O denke, daß du da bestehst Und mit ihm in sein Reich eingehst, Ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann Mit wahrem Glau⸗ ben fassen Und nie, was du an mir gethan, Mög aus dem Herzen lassen, Daß des⸗ sen ich in aller Not Mich trösten mög und durch den Tod Zu dir ins Leben dringen. Cyriac. Günther. geb. 1649, st. 1704. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 232. Auf, mein Herz, auf, rüste dich! Jesus läßt zur Tafel laden; Seine Stimme ruft auch mich Voller Liebe, voller Gnaden: Komm zu mir, iß Himmelskost, Komm, trink Überfluß von Trost! 2. Sei willkommen, Him⸗ melsbrot, Sei willkommen, Trank voll Leben, Arznei wider Not und Tod, Die mir Jesu Hand gegeben! Teurer Leib, ach teures Blut, Mei⸗ ner Seelen höchstes Gut! 3. Ach, so senke dich in mich; Ich will mich in dich ver⸗ senken. Niemand trennt uns Leidenszeiten Gen Himmel aufgefahren ist, Die Stätt sicherlich, Weil wir uns ein⸗ ander schenken. Leib und 154 Gnadenmittel Blut ist hier dein Pfand, Meines Herze, Mund und and. 4. Du bist ja mein Fleisch und Blut; Ich ein Glied an deinem Leibe. Trotz sag ich der Höllenglut, Daß sie mich zum Zweifel treibe. Pfand und Siegel hab ich hier; Je⸗ sus wohnet selbst in mir. 5. Seele, denk an Jesu Pein Und an seine Todesschmerzen. Wandle vor dem Reinen rein, Gieb ihm Ruhm mit Mund und Herzen: So wirst du im Glauben schön Einst zur Him⸗ melstafel gehn. Benj. Schmolck, geb. 1672, st. 1737. Mel. Erquicke mich, du Heil der ꝛc. 233. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden In deiner letzten Trauernacht Uns hast die Früchte deiner Leiden In einem Testament vermacht; Es preisen gläubige Gemü⸗ ter Dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, Wird dein Gedächt⸗ nis bei uns neu. Man kann aus frischen Proben schließen, Wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen Verneuern sich in unserm Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen Ein neuesSiegel auf⸗ Daß unser Schuld⸗ brief sei zerrissen, Daß unsre Handschrift sei zerstückt, Daß wir Vergebung unsrer Sün⸗Freuden. Sakramente. den In deinen blutgen Wun⸗ den finden. 4. Das Band wird fester zu⸗ gezogen, Das dich und uns zusammenfügt. Die Freund⸗ schaft, die wir sonst gepflogen, Fühlt, wie sie neue Stützen kriegt. Wir werden mehr in solchen Stunden Mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dies Brot kann wahre Nahrung geben, Dies Blut erquicket unsern Geist. Es mehrt sich unser innres Le⸗ ben, Wenn unser Glaube dies Kuaft un Wir fühlen neue raft und Stärke In unserm Kampf und Glaubenswerke. 6. Wir treten in genaure Bande Mit deines Leibes Gliedern ein, Mit denen wir in solchem Stande Ein Herz und eine Seele sein. Der Geist muß mehr zusammen⸗ fließen, Da wir ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, Daß unser Fleisch, der Schwachheit voll, Einst herrlich aus dem Stau⸗ be grünen Und unverweslich werden soll, Ja, daß du uns ein ewig Leben Nach diesem kurzen werdest geben. 8. O teures Lamm, so edle Gaben Hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, Wie wohl ist unser Geist verpflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden Ein wahrer Vorschmack jener 9. Di Preis hoher daß al dessen Wird hoben, kommꝛ Joh. Mel. O 234 Blut seiner König Erzäh keit. er th rühm 2. D 2* Wun⸗ ster zu⸗ id uns sreund⸗ flogen, Stützen tehr in dir zu n. wahre Blut t. Es es Le⸗ be dies neue inserm verke. enaure Leibes en wir n Herz „Der mmen⸗ Fleisch ns zum Unser it voll, Stau⸗ veslich du uns diesem so edle Mahl bst zur ohl ist Dies Leiden k jener * 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein Verdient, daß aller Engel Zungen Zu dessen Ruhm geschäftig sein. Das heilige Abendmahl. 155⁵ 5. O gieb dein Manna mir zu essen, Dein Freudenwein erfülle mich. O laß mich dei⸗ ner nie vergessen. In mei⸗ nem Geist verkläre dich; So Wird unser Geist zu dir er⸗ halt ich täglich Abendmahl, hoben, So wird er dich voll⸗ kommner loben. ö Joh. Jak. Rambach, g. 1693, st. 1735. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 234. Dem König, welcher Blut und Leben Dem Leben seiner Völker weiht, Dem König werde Preis gegeben. Erzählt sein Lob der Ewig⸗ keit. Singt alle Wunder, die er thut; Doch über alles rühmt sein Blut. 2. Den König hat mein Herz gefunden; Wo anders als auf Golgatha? Da floß mein Heil aus seinen Wunden. Auch mich, auch mich erlöst er da. Für mich gab er sein Leben hin, Der ich aus seinen Fein⸗ den bin. 3. Wem anders sollt ich mich ergeben? O König, der am Holz verblich, Hier opfr' ich dir mein Blut und Leben. Mein ganzes Herz ergießet sich. Dir schwör ich zu der Kreuzesfahn Als Streiter und als Unterthan. 4. Mich dürstet, Herr, nach deinem Blute. Nach Regen lechzt dein dürres Land. Ach, außer dir, dem höchsten Gute, Ist keine Nahrung mir be⸗ kannt. Mein Geist ist elend und beklemmt, Bis daß dein Blut mich überschwemmt. Denn dein Verdienst ist ohne ahl. Erust G. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 35. Komm, mein Herz, in Jesu Leiden Deinen Hun⸗ ger satt zu weiden. Stille ——0 dein sehnlich Dürsten n dem Blut des Lebens⸗ fürsten. Daß ich einen Hei⸗ land habe Und in seinem Heil mich labe Und in sein Verdienst mich kleide: Das ist meines Herzens Freude. 2. Zwar ich hab ihn alle Tage, Wenn ich in sein Blut mich wage. Er ist auf der Himmelsreise Täglich mein Getränk und Speise. Daß ich einen Heiland habe, Bleibt mein Alles bis zum Grabe. Und ich mag nichts anders wissen, Als sein Leiden zu genießen. 3. Dennoch will ich mit Ver⸗ langen Auch sein Abendmahl empfangen. Hier darf Seel und Leib ihn essen. Und so kann ichs nicht vergessen, Daß ich einen Heiland habe, Der am Kreuz und in dem Grabe, Wie sein Wort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. 4. Weil der Unglaub uns besessen, Kann man nichts so 156 Gnadenmittel; leicht vergessen, Als den Til⸗ ger unsrer Sünden. Ja auch mir wills oft verschwinden, Daß ich einen Heiland habe. Und dann weiß ich keine Gabe Zur Versöhnung dar⸗ zubringen; Meine Schuld muß mich verschlingen. 5. Ach, wie werd ich da so müde! Wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, Wenn mir dieses Licht verschwunden, Daß ich einen Heiland habe, Der mit seinem Hirtenstabe Sanft und mild und voll Vergeben, Mir nichts ist, als Heil und Leben. 6. O ich Sünder, ich Ver⸗ dammter Und von Sündern Abgestammter; Was wollt ich von Troste wissen, Wäre geb dieses weggerissen, Daß ich einen Heiland habe, Dessen Blut mich Sünder labe! Bes⸗ ser wär es, nie geboren, Als dies teure Wort verloren. 7. Sei gesegnet, ewge Liebe, Daß du mir aus treuem Triebe, Da das Mißtraun mich vergiftet, Solch ein Denkmal selbs gestiftet: Daß ich einen Heiland habe, Der den Gang zum Kreuz und Grabe, Ja den Schritt ins Todes Rachen Gern gethan, mich los zu machen. 8. Heilges Brot sei mir ge⸗ segnet, Weil er mir mit dir begegnet, Dessen Leichnam voller Wunden Die Erlösung ausgefunden. Daß ich einen lass Heiland habe, Der erblaßt Sakramente. und tot im Grabe Auch für meine Schuld gelegen, Will ich schmecken und erwägen. 9. Heilger Wein sei mir ge⸗ segnet; Denn, wie Christi Blut geregnet Zur Vergebung aller Sünden, Das will ich in dir empfinden. Daß ich einen Heiland habe, Der die dürren Seelen labe, Wie kann mir das fremde dünken? Hab ich doch sein Blut zu trinken. 10. Er befiehlts, mich satt zu essen, Meines Jammers zu vergessen. Er gebeuts, mich satt zu trinken, Ganz in Freude zu versinken, Daß ich einen Heiland habe, Der sich selbst zur Opfergabe, Ja, sein Opfer mir zum Leben, Mir zu Speis und Trank ge⸗ eben. 11. Gott, was brauch ich mehr 4* wissen? Ja, was will ich mehr genießen? Wer kann nun mein Heil ermessen, Werd ich das nur nicht ver⸗ essen, Daß ich einen Heiland hube Ich bin frei vom Tod und Grabe. Wenn mich Sünd und Hölle schrecken, So wird mich mein Heiland decken. 12. Ja, mein Heiland, den ich nehme, Weil ich mich nicht knechtisch schäme. Nehmet hin! so rufst du allen. Darum soll es laut erschallen, Daß ich einen Heiland habe Und an ihm mich mutig labe. Trotz den Feinden, die mich hassen! Ich will mich nicht stören assen. 13. Will hinfort mich etwas quälé fehler zerrir nur Lewt ein l Thro Mir, E. Got Mel. 230 und belad mer, uch für „ Will ägen. mir ge⸗ Christi gebung will ich daß ich Der die zie kann nꝰ Hab trinken. ich satt ammers gebeuts, „ Ganz n, Daß be, Der übe, Ja, Leben, rank ge⸗ suuch ich a, was n?ꝰ Wer rmessen, icht ver⸗ Heiland dom Tod ch Sünd So wird decken. ind, den nich nicht jmet hin! rum soll Daß ich Und an e. Trotz h hassen! ht stören ich etwas * Das heilige quälen, Oder wird mir etwas fehlen, Oder wird die Kraft zerrinnen: So will ich mich nur besinnen, Daß ich einen Liwbis habe, Der vom Kripp⸗ ein bis zum Grabe, Bis zum Thron, wo man ihn ehret, Mir, dem Sünder, zugehöret. E. Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 236. Ich komme, Herr, und suche dich Mühselig und beladen. Gott, mein Erbar⸗ mer, würdge mich Des Wun⸗ ders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu ge⸗ trösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; Ich suche Ruh und finde sie Im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an: Du bist das Heil der Sünder, Du hast die Hand⸗ schrift abgethan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht Und an dein Wort: Es ist voll⸗ bracht! Du hast mir Heil erworben. Du hast für mich 23 dich dargestellt. Mit sich ver⸗ söhnte Gott die Welt, Da du für sie gestorben. 3. So freue dich, mein Oam⸗ in mir! Er tilget deine Sün⸗ den Und läßt an seinem Tische hier Dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er er⸗ hört dich schon, Spricht lieb⸗ reich: Sei getrost mein Sohn, Die Schuld ist dir vergeben. Abendmahl. 157 Du bist in meinen Tod ge⸗ tauft: Vergiß nicht, dem, der dich erkauft, Zu Ehren stets zu leben. 4. Dein, spricht er, ist die Seligkeit, Bewahr sie hier im Glauben Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben. Sieh, ich ver⸗ eine mich mit dir. Ich bin der Weinstock; bleib an mir, So wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg ge⸗ lingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot. Ich will es treu erfüllen Und bitte dich durch deinen Tod Um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an tüchtig sein, Mein ganzes Herz dir, Herr zu weihn Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir und der Welt beweisen. Chr. F. Gellert, g. 1715, st. 1769. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 7. Ich preise dich, o Lode mein Heil, Für deine odesleiden. Hab ich an ih⸗ ren Früchten teil, Was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst einOpfer auch für mich. O gieb, daß meine Seele sich Des ewig freuen möge. 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod Nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der größten Not, Ver⸗ 158 Gnadenmittel; Sakramente. gebung aller Sünden, Ge⸗Und alle Furcht und Lust wissensruh, zur Bess'rung Kraft, Das hast du, Herr, auch mir verschafft, Da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand Von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! O stärke mein Gemüte Zum gläubigen Ver⸗ traun auf dich, Daß ich, so lang ich lebe, mich An dei⸗ ner Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz Die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz Den großen Trost empfinden, Daß du aus großer Lieb und Huld Auch mir Vergebung meiner Schuld Auf Buße hast er⸗ worben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, Werd ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft, Auf allen meinen Wegen Nur das zu thun, was dir gefällt, 238. Gott sei gelobet und gebenedeiet, Der uns selber hat gespeiset Mit seinem Flei⸗ sche und mit seinem Blute; Das gieb uns, Herr Gott, zu gute. Kyrie eleison! Herr, durch deinen heiligen Leich⸗ nam, Der zu deiner ewgen Gottheit kam, Und dein teuer, heilig Blut Hilf uns, der Welt Standhaft zu über⸗ winden. 6. Die Liebe, die du mir er⸗ zeigt, Ist gar nicht zu er⸗ messen. O mache selbst mein Herz geneigt, Sie nimmer zu vergessen. Daß ich, aus ech⸗ ter Gegentreu, Dir bis zum Tod ergeben sei Und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens großen Zweck Mir stets vor Augen stehen. Nimm alle Hindernisse weg, Die ebne Bahn zu ge⸗ n Die mir dein heilig Vor⸗ ild weist Und die einst den erlösten Geist Zu deiner Freu⸗ de führet. 8. Zum ewgen Leben hast du dich Für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, Mit Ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu ge⸗ schickt, Und werd ich einst der Welt entrückt, So sei dein Tod mein Leben. Nach der Kommunion. Herr, aus aller Not. Kyrie eleison! J. Sam. Diterich, geb. 1721, st. 1797. 2. Der Dahe Leichnam ist für uns gegeben——0 Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte konnte er uns schenken, Dabei wir sein solln gedenken. Kyrie eleison! Herr, dein Lieb so groß dich zwun⸗ gen hat, Daß dein Blut an uns groß Wunder that Und bezahlte unsre Schuld, Daß uns Gott ist worden hold. Kyrie eleison! — d Lust u über⸗ mir er⸗ zu er⸗ st mein mer zu us ech⸗ is zum dir zur großen Augen dernisse zu ge⸗ ig Vor⸗ nst den r Freu⸗ hast du jegeben. ke mich, streben. azu ge⸗ h einst So sei st. 1797. nam ist m Tod, . Nicht 3. Gott geb uns allen sei⸗ ner Gnaden Segen, Daß wir gehn auf seinen Wegen In rechter Lieb und brüderlicher Treue, Daß uns die Speis nicht gereue. Kyrie eleison! Herr, dein' heilgen Geist uns immer laß, Der uns geb zu halten rechte Maß, Daß dein Wute Christenheit Leb in Fried und Einigkeit. Kyrie eleison! M. Luther, g. 1483, ft. 1546. Verbesse⸗ rung Tnes ulleren Liedes a. d. 14. Jahrh. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 239. O Jesu, meine Won⸗ ne, Du, meiner Seelen Sonne, Du Freundlichster auf Erden, Laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schätzen Dies himmelsüß Er⸗ götzen Und diese teuren Ga⸗ ben, Die uns gestärket haben! 3. Wie soll ich gnug dir danken, O Herr, daß du mich Kranken Gespeiset und ge⸗ tränket, Ja, selbst dich mir geschenket! 4. Ich lobe dich von Her⸗ zen Für alle deine Schmer⸗ zen, Für deine Schläg und Wunden, Die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, Den Ursprung meiner Freuden; Dir dank ich für dein Sehnen Und heiß ver⸗ goßne Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, Das standhaft ist ge⸗ Das heilige Abendmahl. blieben; Dir dank ich für dein Sterben, Das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Ge⸗ müte Dein übergroße Güte. Dies teure Pfand der Gnaden. Tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht ver⸗ gessen, Daß du mir zuge⸗ messen Die kräftge Himmels⸗ speise, Wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, Die ich annoch empfinde, Aus⸗ meinem Fleische treiben Und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet Von Sünden und vermählet Mit dir, mein liebstes Leben. Was kannst du werters geben! 11. Hilf, Herr, daß meine Seele Nur dich zum Leitstern wähle. Laß mich stets mit Verlangen An deiner Liebe hangen. 12. Laß mich die Sünde meiden, Laß mich geduldig leiden, Laß mich mit Andacht beten Und von der Welt ab⸗ treten. 13. In meinem ganzen Le⸗ ben Laß mir vor Augen schweben, Wie trefflich ich be⸗ glücket, Ja himmlisch bin er⸗ quicket. 14. Nun kann ich nicht ver⸗ derben. Drauf will ich selig sterben Und freudig aufer⸗ stehen, O Jesu, dich zu sehen. Joh Rist, geb. 1607, st. 1667. Psalm 130. 240. Aus tiefer Not schrei ich zu dir; Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein gnädig Ohr neig her zu mir, Halt meiner Bitt es offen. Denn so du willt das sehen an, Was Sünd und Unrecht ist gethan; Wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Gunst, Die Sünde u vergeben. Es ist doch un⸗ ser Thun umsonst Auch in dem besten Leben. Vor dir nie⸗ mand sich rühmen kann; Des muß dich fürchten jedermann Und deiner Gnaden leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein Verdienst nicht bauen. Auf ihn mein Herz soll lassen* sich Und sei⸗ ner Güte trauen, Die mir zusagt sein wertes Wort. Das ist mein Trost und treuer harre Des will ich allzeit arren.* verlassen. 4. Und ob es währt bis in die Nacht Und wieder an den Morgen; Doch soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, Der aus dem Geist erzeuget ward Und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sün⸗ den viel, Bei Gott ist viel mehr Gnade; Sein Hand zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, XIII. Buße und Bekehrung. Der Israel erlösen wird Aus seinen Sünden allen. M. Luther, geb. 1483, st. 1546. Ps. 51, 12—14. 241. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze Und gieb mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht Von deinem Angesicht ½ Und nimm deinen Henliaen Geist nicht von mir. 2. Tröste mich wieder mit deiner Hülfe, Und er, der freudige Geist, enthalte mich. Wasche mich wohl Von meiner Missethat ½ Und rei⸗ nige mich von meiner Sünde. 242. Allein zu dir, Herr Jesu Christ, Mein Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist; Kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, Auf Erden ist kein Mensch geborn, Der mir aus Nöten helfen kann. Dich ruf ich an, Auf den ich fest vertrauen kann. 2. Mein Sünd sind schwer und übergroß Und reuen mich von Herzen. Derselben mach mich frei und los Durch dei⸗ nen Tod und Schmerzen; Und zeig mich deinem Vater an, Daß du hast gnug für mich gethan, So werd ich los der Sündenlast. Herr, halt mir fest, Wes du dich mir ver⸗ sprochen hast. 3. Gieb mir durch dein Barm Christe deine lich o Dinge nen N Am l mir se Teufel 4. CEh sten T * vird Aus . st. 1546. . lir, Gott, Ind gieb gewissen nicht 5 t Und zen Geist eder mit er, der kte mich. Von Und rei⸗ Sünde. ir, Herr Hoffnung ch weiß, ter bist; lir sonst ginn ist Erden ist Der mir un. Dich Wich fest d schwer uen mich en mach urch dei⸗ zen; Und ater an, für mich los der halt mir nir ver⸗ ch dein Barmherzigkeit Den wahren Christenglauben, Auf daß ich deine Süßigkeit Mög innig⸗ lich anschauen, Vor allen Dingen lieben dich Und mei⸗ nen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hülf mir send, Damit behend Des Teufels List sich von mirwend. 4. Ehr sei Gott in dem höch⸗ sten Thron, Dem Vater aller Güte; Und Christo, seinem lieben Sohn, Der uns allzeit behüte; Und Gott dem hei⸗ ligen Geiste, Der uns sein Hülf allzeit leiste, Damit wir ihm gefällig sein, Hier in der Zeit Und folgends in der Ewigkeit. Joh. Schneesing, um 1534. Luk. 15, 11—24. Mel. Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. 243. Kehr um, kehr um, verlorner Sohn, Der du sehr übel hast gethan, Von Gott, dem Vater, dich gewandt, Bist kommen in ein fremdes Land. 2. Der du dein Erbgut hast verzehrt, In Schmach und Schanden dich genährt, Der Träber nicht kannst werden satt Und bist so hungrig und so matt! 3. Des Vaters Knechte leben wohl, Sein Haus ist aller Güter voll. Das Volk, so seinen Willen thut, Hats bei ihm über Maßen gut. 4. Geh wieder heim in Reu und Leid Und suche Gottes Gütigkeit; Eröffn ihm wieder M. R. Gesangbuch. Buße und Bekehrung. Herz und Mund Und gieb dich hin in seinen Bund. 5. Sprich: Vater, hab mit mir Geduld, Gedenk nicht meiner schweren Schuld. O nimm mich an für einen Knecht; Zu deinem Gut hab ich kein Recht. 6. Dein Vater hat für dich bereit Ein' Fingerreif und neues Kleid; Er richtet an ein schönes Fest Und will dir thun das allerbest; 7. Schenkt dir Gnad und Gerechtigkeit, Christi Verdienst zur Seligkeit, Das Heil, das du verloren hast, Und macht dich los von aller Last. 8. Erkenne nur, was dir gebricht. Geh heim, thu Buß und säume nicht; Denn willst du säumen bis zum Tod, So 31010 du schwerlich aus der ot. 9. O Gott, Vater im höch⸗ sten Thron, Nimm an deinen verlornen Sohn; Den heim⸗ gekehrten auch behüt Durch deine unnennbare Güt. Mich. Weiße, um 1540. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 244. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, Sieh doch, wie ich in meinem Mut Mit Schmerzen bin beladen Und in mir hab der Pfeile viel, Die im Gewissen ohne dm Mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in sol⸗ cher Last; Nimm sie aus mei⸗ nem Herzen, Dieweil du sie 162 Buße und Todesi hast Am Holz mit odesschmerzen, Auf daß ich nicht mit großem Weh In meinen Sünden untergeh, Noch ewiglich verzage. 3. Ach Gott, wenn mir das kommet ein, Was ich mein Tag begangen, So fällt mir auf das Herz ein Stein Und bin mit Furcht umfangen. Ja, ich weiß weder aus noch ein Und müßte stracks ver⸗ loren sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Allein dein heilsam Wort das macht Mit seinem süßen Singen, Daß mir das Herze wieder lacht Und fast beginnt zu springen, Dieweil es alle Gnad verheißt Denen, die mit zerknirschtem Geist Zu dir, o Jesu, kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, Wie ich zuvor geklaget, Auch ein betrübter Sünder bin, Den sein Ge⸗ wissen naget Und gerne möcht im Blute dein Von Sünden abgewaschen sein, Wie David und Manasse: 6. So komm ich auch zu dir allhie In meiner Not ge⸗ schritten Und thu dich mit gebeugtem Knie Von ganzem Herzen bitten: Vergieb es mir doch gnädiglich, Was ich mein Lebtag wider dich Auf Erden hab begangen. 7. O Herr, mein Gott, ver⸗ gieb mirs doch Um deines Namens willen Und thu in mir das schwere Joch Der Übertretung stillen, Daß sich Bekehrung. mein Herz zufrieden geb Und dir hinfort zu Ehren leb Im kindlichen Gehorsam. 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, Heil mich mit deinen Wunden. Wasch mich mit deinem Todesschweiß In meinen letzten Stunden Und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, Im wahren Glauben von der Welt Zu deinen Aus⸗ erwählten. Barth. Ringwaldt, geb. 1530, st. 1598. 245. Ach Gott und Herr, Wie groß und schwer Sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, Der helfen kann, In dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit Zu dieser Zeit Bis an der Welt ihr Enden Und wollt los sein Der Angst und Pein, Würd ich sie doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich; Verstoß mich nicht, Wie ichs wohl hab verdienet. Ach Gott, zürn nicht, Geh nicht ins G'richt; Dein Sohn hat mich ver⸗ sühnet. 4. Solls ja so sein, Daß Straf und Pein Auf Sünde folgen müssen, So fahr hie fort; Nur schone dort, Und laß mich ja jetzt büßen. 5. Gieb, Herr, Geduld; Ver⸗ gieb die Schuld; Gieb ein gehorsam Herze, Daß ich nur nicht, Wies wohl geschicht, Murrend mein Heil verscherze. 6. Handle mit mir, Wie's dünket dir; Durch dich bin ichs zufrieden. Laß mich nur V S — m. nit deinem mich mit Basch mich chweiß In inden Und wenn dirs n Glauben einen Aus⸗ 530, st. 1598. und Herr, wer Sind nden! Da elfen kann, finden. weit Zu der Welt lt los sein in, Würd venden. )) Verstoß wohl hab ott, zürn 8 G'richt; mich ver⸗ sein, Daß uf Sünde fahr hie dort, Und üßen. duld; Ver⸗ Gieb ein aß ich nur geschicht, verscherze. mir, Wie's dich bin mich nur V Buße und nicht Dort ewiglich Von dir sein abgeschieden. 6 7. Gleich wie sich fein Ein Vögelein In hohle Bäum verstedet, Wenns trüb her⸗ geht, Die Luft unstät, Men⸗ schen und Vieh erschrecket: 8. Also Herr Christ, Mein Wunden ist Die Höhle deiner unden. Wenn Sünd und Tod Mich bracht in Not, Hab ich mich drein 915.1 ö 9. Darin ich bleib. Ob hie der Leib Und Seel von an⸗ der scheiden, So werd ich dort Bei dir, mein Hort, Sein in ewigen Freuden. 10. Ehre sei nun Gott Va⸗ ter, Sohn Und heilgem Geist usammen. Ich zweifle nicht, eil Christus pricht: Wer gläubt, wird selig. Amen! v. 1—6 M. Rutilius, g. 1550, st. 1618. v. 7—10 Joh. Major, g. 1564, st. 1654. 246. O Christe, Morgen⸗Gut sterne, Leucht uns mit hellem Schein. Leucht uns vons Himmels Throne An diesem dunklen Ort Mit deinem rei⸗ nen Wort. 2. O Jesu, Trost der Ar⸗ men, Mein Herz heb ich zu dir. Du wirst dich mein er⸗ barmen, Dein Gnade schen⸗ ken mir; Das trau ich gänz⸗ lich dir. 3. Ich kann und mag nicht schlafen, Ich kann nicht fröh⸗ lich sein. Mir ist verwundt mein Seele Und fürcht der „Höllen Pein. O Christ, er⸗ barm dich mein! Bekehrung. 163 4. O Jesu, lieber Herre, Du einger Gottessohn, Von Her⸗ zen ich begehre, Du wollst mir Hülfe thun; Du bist der Gnaden Thron. 5. Du hast für uns ver⸗ gossen Dein rosinfarbnes Blut, Des laß mich, Herr, genießen; Tröst mich durch deine Güt. Hilf mir! das ist mein Bitt. 6.„Ist dir verwundt so sehre Die arme Seele dein? So dich. mir nur kehre; Ich will dein Helfer sein, Verge⸗ ben Schuld und Pein. 7. Laß du von Sünden abe Und sei ein frommer Christ. Ich will dich selber laben Und schenken meinen Geist, Der dich zum Himmel weist. 8. Ich will dich selber spei⸗ sen Mit meinem Leib und Blut, Mein Lieb an dir be⸗ weisen Und will dir teilen mit Mein Schatz und höchstes ut. 9. O Jesu, Lob und Ehre Sing ich dir allezeit. Den Glauben in mir mehre, Daß ich nach dieser 5. Mit dir eingeh zur Freud. Vafl. Förtsch, st. 1619. Psalm 6. 247. Herr, nicht schicke deine Rache Über meine böse Sache, Ob sie wohl durch Übelthat Großen Zorn ver⸗ dienet hat. Freilich muß ich es bekennen, Ursach hast du, sehr zu brennen; Doch du wolle jetzt allein Vater, und nicht Richter sein. 164 2. Schicke lieber doch mir Armen Für den Eifer dein Erbarmen. Heile mich; denn ich vorhin Schwach und la⸗ gerhaftig bin. Siehe, wie ich ab bin kommen, Wie mir alle Kraft genommen; Mache, Herr, es ja nicht lang, Mark und Bein ist sterbenskrank. 3. Vor den Sorgen, Pein und Euem Her Ist kein Trost in meinem Herzen. Mein Ge⸗ müte, das dich liebt, Ist bis in den Tod betrübt. Mein Trost, kannst du noch ver— weilen? Hat es keine Not zu eilen? Macht denn deine Güte dich Schwächer, als der Kummer mich? 4. Kehre wieder, wiederkehre, Eh ich mich in Angst verzehre! Reiche deine Hand, o Gott, Meiner Seele in der Not! hasser du möchtest sie wohl assen, Weil sie selber dich verlassen; Doch betrachte dies dabei, Was dein Heil und Güte sei. 5. Menschen, die nicht mehr im Leben, Die den Geist schon aufgegeben, Wissen nichts von Schuld und Pflicht Und ge⸗ denken deiner nicht. Denn wer kann dir Ehr erweisen, Wer vermag dich wohl zu preisen, Wenn er schon liegt ausgestreckt Und im tiefen Grabe steckt? 6. Meine müden Seufzer sagen, Was der Mund nicht weiß zu klagen; Durch mein Weinen alle Nacht Wird mein Lager naß gemacht. Meiner Buße und Bekehrung. Augen heiße Zähren, Die mir Ruh und Schlaf be⸗ schweren, Quellen als ein Wasserfluß, Daß mein Lager schwemmen muß. 7. Von der Pein, die ich em⸗ pfunden, Ist mein Antlitz ab⸗ geschwunden; Ungeduld macht die Gestalt Mir vor meinen Jahren alt; Denn ich muß auf allen Seiten Mit dem losen Haufen streiten, Der mir anthut Schmach und Spott Und mich quält bis auf den Tod. 8. Nun, ihr Übelthäter, zie⸗ het! Ihr Tyrannen, auf, und fliehet! Geht, ihr Volk der Eitelkeit, Hin, woher ihr kom⸗ men seid! Denn der Herr sieht, wenn ich weine, Daß ich es mit Treue meine, Meine Thränen fließen hin In sein der und beugen ihn. 9. Er, der Herr, hat schon mein Flehen Mit Genaden angesehen; Mein Gemüte, das mich regt, Hat ihm sei⸗ nes auch bewegt. Alsobald ich ihn gebeten, Ihm vor Augen hingetreten, Hat auch seine Güte sich Ausgebreitet über mich. 10. Vor der ganzen Welt auf Erden Sollen die noch schamrot werden, Zittern auch vor Gott und mir, Die mich hassen für und für. Weichen müssen sie zurücke Plötzlich und im Augenblicke, Und doch sehen auch dabei, Daß der Herr mein Heiland sei. Martin Opitz, geb. 1597, st. 1649. V * bren, Die chlaf be⸗ als ein ein Lager die ich em⸗ ntlitz ab⸗ duld macht or meinen ich muß Mit dem iten, Der ach und quält bis häter, zie⸗ I auf, und Volk der r ihr kom⸗ der Herr eine, Daß 1e meine, ließen hin eugen ihn. hat schon Genaden Gemüte, t ihm sei⸗ Alsobald Ihm vor Hat auch Sgebreitet zen Welt die noch ttern auch Die mich Weichen Plötzlich Und doch Daß der sei. 57, st. 1649. V Mel. Vater unser im Himmelreich. 248. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, Mir ist nicht lieb des Sünders Tod; Vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, Daß er von Sün⸗ den halte still, Von seiner Bosheit kehre sich Und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, Verzweiflenicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, Die Gott dir zugesaget hat, Und zwar mit einem teuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leid! ö 3. Doch hüte dich vor Sicher⸗ heit! Denk nicht: Zur Buß ist noch wohl Zeit; Ich will erst fröhlich sein auf Erd; Wann ich des Lebens müde werd, Alsdann will ich be⸗ kehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist wohl stets bereit Dem Sünder mit Barmherzigkeit; Doch wer auf Gnade sündigt hin, Fährt fort in seinem bösen Sinn Und seiner Seelen selbst nicht bnelo Der wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott Von wegen Christi Blut und Tod; 1—000 hat er nicht gewollt, Ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir kund; Verborgen ist die Todesstund. 6. Heut lebst du: heut bekehre dichl Eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heut ist frisch, Buße und Bekehrung. 165 gesund und rot, Ist morgen krank, ja wohl gar tot. So du nun stirbest ohne Buß, Dein Seel und Leib dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich noch heute komm zu dir Und Buße thu den Augenblick, Eh mich der schnelle Tod hinrück, Auf daß ich heut und jederzeit Zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann, geb. 1585, fl. 1647. Mel. Auf meinen lieben Gott. 249. Wo soll ich fliehen hin, Weil ich beschweret bin Mit viel und großen Sün⸗ den? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt her⸗ käme, Mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu, voller Gnad, Auf dein Gebot und Rat Kömmt mein betrübt Gemüte Zu deiner großen Güte. Laß du auf mein Gewissen Ein Gna⸗ dentröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, Werf alle meine Sünd, So viel ihr' in mir stecken Und mich so heftig schrecken, In deine tiefen Wunden, Da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, Die schöne rote Flut, Wasch ab all meine Sünde; Mit Trost mein Herz ver⸗ binde Und ihr' nicht mehr gedenke, Ins Meer sie tief versenke. 5. Du bist der, der mich tröst, Weil du mich hast er⸗ 166 Buße und löst. Was ich gesündigt habe, Hat du verscharrt im Grabe. D a thatst du es verschließen; Da wirds auch bleiben müssen. 6. Ist meine Bosheit groß, So werd ich ihr' doch los, Wenn ich dein Blut auffasse Und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, All 250 Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; Doch was ich haben will, Ist alles mir zu gute Erlangt mit deinem Blute, Womit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer Mir ganz entgegen wär, Darf ich doch nicht verzagen: Mit dir kann ich sie schlagen. Dein Blut darf ich nur zei⸗ gen, So muß ihr Trotz bald schweigen. 9. Dein Blut, der edle Saft, Hat solche Stärk und Kraft, Daß es kann ganz alleine Die Welt von Sünden reine, Ja gar aus Teufels Rachen Frei, los und ledig machen. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Deht kann ich nicht verderben. Dein Reich muß ich ererben; Denn du hast mirs erworben, Da du für mich gestorben. 11. Ach, führ mein Ge und Sinn Durch deinen eis da⸗ hin, Daß ich mög alles mei⸗ den, Was mich und dich kann scheiden; Daß ich an deinem Leibe Ein Gliedmaß ewig bleibe. Bekehrung. Sprech ich aus Herzensgrund: u wollest mich ja leiten, Auf daß ich deinen Namen Ewiglich preise. Amen! Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. „Du weinest um Je⸗ rusalem, Herr Jesu, heiße Zähren, Bezeugst, es sei dir angenehm, Wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß erschein Und über meine Sünden wein, So wäschst du ab aus lauter Gnad Die Missethat, So mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt Von wegen meiner Sünde; Zu deinen Thränen ich mich wend, Da ich Er⸗ quickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt: Wer damit seine Sünden netzt, Den blickt Gott an mit Gü⸗ tigkeit Zu jeder Zeit, Und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich noch im Thränenhaus Vor großer Angst oft weinen, Der Welt aushalten manchen Strauß; Sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, Fängt sie mit mir zu hadern an; Doch tröstet mich zu aller Frist, Herr Jesu Christ: In Not du auch ge⸗ wesen bist. 4. Du zählst die Thränen groß und klein. Ich weiß, sie sind gezählet; Und ob sie 12. Amen, zu aller Stund nicht zu zählen sein, Dennoch= Herr Christ, zu allen Namen dir ke vor di gel wol ensgrund: ja leiten, u Maen n Namen men! 585, st. 1647. Jesu Christ. t um Je⸗ su, heiße es sei dir under sich th vor dir Und über ein, So 8lauter „So mich ters Zorn en meiner Thränen ich Er⸗ zor Gott ätzt: Wer en netzt, mit Gü⸗ eit, Und erfreut. noch im großer Der Welt Strauß; »Deinen. wo sie t mir zu stet mich rr. Jesu auch ge⸗ Thränen h weiß, d ob sie Dennoch dir keine fehlet. So oft sie vor dir regen sich, So oft sie auch bewegen dich, Daß du dich mein erbarmen mußt, Wie dir bewußt, Denn du mir allzeit Hülfe thust. 5. Wer jetzund säet Thränen aus, 25— in Geduld Gott stille, Wird fröhlich sein in deinem Haus, Da Freude ist die Fülle; Ja solche Freude, die kein Mann Mit seiner Zung aussprechen kann, Und die da bleibt in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid Wird werden dort zu lauter Freud. 6. Für diese Thränen dank ich dir, Daß du die Freuden⸗ krone, Herr Christ, dadurch erworben mir Bei dir im Himmelsthrone. Wenn du mich holen wirst hinauf Zu deinem auserwählten Hauf, Dann will ich recht lobsingen dir, O höchste Zier, Für deine Thränen für und für. Joh. Heermann, geb. 1585, fl. 1647. 251. Herr, ich habe miß⸗ gehandelt; Ja, mich drückt der Sünden Last. Ich bin nicht den Weg gewandelt, Den du mir gezeiget hast; Und jetzt wollt ich gern aus Schrecken Mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allent⸗ halben sein. Wollt ich über See gleich ziehen, Stieg ich in die Gruft hinein, Hätt ich Flü⸗ gel gleich den Winden, Gleich⸗ wohl würdest du mich finden. Buße und Bekehrung. 167 3. Drum ich muß es nur bekennen, Herr, ich hab nicht gut gethan, Darf mich nicht dein Kind mehr nennen. Ach, nimm mich zu Gnaden an! Laß die Menge meiner Sün⸗ den Deinen Zorn nicht gar entzünden. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen An dem großen weiten Meer; Den⸗ noch würd es ihm wohl feh⸗ len, Daß er meiner Sünden Heer, Daß er alle mein Ge⸗ brechen Sollte wissen auszu⸗ sprechen. 5. Wein, ach, wein jetzt um die Wette, Meiner Augen Thränenbach! O daß ich gnug Zähren hätte, Zu betrauern meine Schmach! O daß aus dem Thränenbrunnen Käm ein starker Strom geronnen! 6. Dir will ich die Last auf⸗ legen: Wirf sie in die tiefe See. Wasch mich deines Lei⸗ dens wegen, Treuster Heiland, weiß wie Schnee. Lasse dei⸗ nen Geist mich treiben, Ein⸗ zig stets bei dir zu bleiben. Johann Franck, um 1649. 252. Ach, was soll ich Sünder machen! Ach, was soll ich fangen an! Mein Ge⸗ wissen klagt mich an; Es be⸗ ginnet aufzuwachen. Dies ist meine Zuversicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Zwar es haben meine Sünden Meinen Jesum oft betrübt; Doch weiß ich, daß er mich liebt, Und er läßt — 168 sich gnädig finden. Drum, ob mich mein Sünd anficht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Obgleich schweres Kreuz und Leiden, So bei Christen oft entsteht, Mir sehr hart entgegen geht, Soll michs doch von ihm nicht scheiden. Er ist mir ins Herz gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß un⸗ ser Leben Nichts als nur ein Nebel ist; Denn wir hier zu aller Frist Mit dem Tode sind umgeben; Und wer weiß, was heut geschicht! Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Sterb ich bald, so komm ich abe Von der Welt Be⸗ schwerlichkeit, Ruhe bis zu voller Freud Und weiß, daß im finstern Grabe Jesus ist mein helles Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Durch dich will ich wie⸗ der leben; Denn du wirst zur rechten Zeit Wecken mich zur Seligkeit, Die du mir wirst gnädig geben, Wenn ich gleich komm vors Gericht. Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Jesus soll mein Jesus bleiben, Bis ich werde wan⸗ dern fort Zu des Himmels Freudenport, Der mich ihm wird einverleiben, Nehmen in sein Freudenlicht. Meinen Jesum laß ich nicht. Johann Klittner, geb. 1618, st. 1678. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 253. Jesu, der du meine Buße und Bekehrung. tern Tod Aus des Teufels finstrer Höhle Und der schweren Sündennot Kräftiglich her⸗ ausgerissen Und mich solches lassen wissen Durch dein an⸗ genehmes Wort: Sei doch jetzt, öo Gott, mein Hort. 2. Treulich hast du ja ge⸗ suchet Die verlornen Schäfe⸗ lein, Als sie liefen ganz ver⸗ fluchet In der Hölle Pfuhl hinein. Ja, du Satans⸗Uber⸗ winder Hast die hochbetrüb⸗ ten Sünder So gerufen zu der Buß, Daß ich billig kom⸗ men muß. 3. Ach, ich bin ein Kind der Sünden! Ach, ich irre weit und breit! Es ist nichts an mir finden, Als nur Un⸗ gerechtigkeit. All mein Tich⸗ ten, all mein Trachten Heißet unsern Gott verachten. Bös⸗ lich leb ich ganz. und gar Und sehr gottlos immerdar. 4. Herr, ich muß es ja be⸗ kennen, Daß nichts Gutes wohn in mir; Das zwar, was wir Wollen nennen, Hab ich oftmals wohl in mir: Aber Fleisch und Blut zu zwingen Und das Gute zu vollbringen, Folget gar nicht, wie es soll; Was ich nicht will, thu ich wohl. 5. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, Wieviel meiner Feh⸗ ler sein. Mein Gemüt ist ganz zerrissen Durch der Sün⸗ den Schmerz und Pein, Und mein Herz ist matt von Sor⸗ gen. Ach, vergieb mir, was Seele Hast durch deinen bit⸗ verborgen! Rechne nicht die * es Teufels er schweren glich her⸗ ochbetrüb⸗ serufen zu billig kom⸗ Kind der irre weit nichts an nur Un⸗ iein Tich⸗ ten Heißet ten. Bös⸗ und gar mmerdar. es ja be⸗ 5 Gutes as zwar, men, Hab in mir: Blut zu Gute zu gar nicht, ich nicht unn nicht ner Feh⸗ emüt ist her Sün⸗ in, Und on Sor⸗ rir, was nicht dDie— Missethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. 6. Jesu, du hast weggenom⸗ men Meine Schulden dur dein Blut. Laß es, o Er⸗ löser, kommen Meiner Selig⸗ keit zu gut. Und dieweil du Buße und Bekehrung. so zerschlagen Hast die Sünd am Kreuz getragen: Ci, so sprich mich endlich frei, Daß ich ganz dein eigen sei. 7. Weil mich auch der Hölle Schrecken Und des Satans Grimmigkeit Vielmal pflegen aufzuwecken Und zu führen in den Streit, Daß ich schier muß unterliegen: Ach, so hilf, Herr Jesu, siegen! O du, meine Zuversicht, Laß mich ja verzagen nicht! 8. Du ergründest meine Schmerzen, Du erkennest mei⸗ ne Pein. Es ist nichts in meinem Herzen, Als dein herber Tod allein. Dies, mein Herz mit Leid vermen⸗ bes Das dein teures Blut esprenget, So am Kreuz ver⸗ ossen ist, Geb ich dir, Herr Fiu Christ. 9. Nun ich weiß, du wirst mir stillen Mein Gewissen, das mich plagt. Es wird deine Treu erfüllen, Was du selber hast gesagt: Daß auf dieser weiten Erden Keiner soll verloren werden, Son⸗ dern ewig leben wohl, Wenn er nur ist glaubensvoll. 10. Herr, ich glaube. Hilf mir Schwachen! Laß mich ja verderben nicht. Du, du kannst mich stärker machen, Wenn mich Sünd und Tod anficht. Deiner Güte will chich trauen, Bis ich fröhlich werde schauen Dich, Herr Jesu, nach dem Streit In der süßen Ewigkeit. Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 254. Ich will von meiner Missethat Du Herren mich bekehren. Du wollest selbst mir Hülf und Rat Hiezu, o Gott, bescheren Und deines guten Geistes Kraft, Der neue Herzen in uns schafft, Aus Gnaden mir gewähren. 2. Natürlich kann ein Mensch doch nicht Sein Elend selbst empfinden. Er ist ohn deines Wortes Licht Blind, taub, ja tot in Sünden; Verkehrt ist Will, Verstand und Thun. Des großen Jammers wollst du nun, O Vater, mich ent⸗ binden. 3. Klopf durch Erkenntnis bei mir an Und führ mir wohl zu Sinnen, Was Böses ich vor dir gethan. Du kannst mein Herz gewinnen, Daß ich aus Kummer und Be⸗ schwer Laß über meine Wan⸗ gen her Viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt Den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand; Du hast mich überladen Mit Ehr, Gesundheit, Ruh und Brot; Du machst, daß mir noch Buße und keine Not Bis hieher können schaden. 5. Du hast in Christo mich erwählt, Tief aus der Höl⸗ len Fluten. Es hat mir son⸗ sten nichts gefehlt An irgend einem Guten. Bisweilen bin ich auch dabei, Daß ich nicht sicher lebt und frei, Gestäupt mit Vatersruten. 6. Hab ich denn nun auch gegen dir Gehorsams mich beflissen? Ach, nein! Ein an⸗ ders saget mir Mein Herze und Gewissen. Darin ist lei⸗ der nichts gesund; An allen Orten ist es wund, Von Sünd und Reu Lopontet 7. Die Thorheit meiner Ju⸗ gendjahr Und alle schnöde Sachen Verklagen mich Ar. offenbar. Was soll ich Ar⸗ mer machen? Sie stellen, Herr, mir vors Gesicht Dein unerträglich Zorngericht, Der Hölle offnen Rachen. 8. Ach, meine Greuel all⸗ zumal Schäm ich mich zu bekennen. Ihr ist auch we⸗ der Maß noch Zahl, Ich kann sie all nicht nennen; Und ist ihr keiner noch so klein, Um welches willen nicht allein Ich ewig müßte brennen. 9. Bisher hab ich in Sicher⸗ heit Fast unbesorgt geschla⸗ fen, Gesagt: Es hat noch lange Zeit; Gott pflegt nicht bald zu strafen; Er fähret nicht mit unsrer Schuld So strenge fort; es hat Geduld Der Hirt mit seinen Schafen. 10. Jetzt aber alls zugleich Bekehrung. erwacht. Mein Herz will mir zerspringen. Ich sehe deines Donners Macht, Dein Feuer auf mich dringen. Du regest wider mich zugleich Des To⸗ des und der Höllen Reich; Die wollen mich verschlingen. 11. Wo bleib ich denn in solcher Not? Nichts helfen Thor und Riegel. Wo flieh ich hin? o Morgenrot, Er⸗ teil mir deine Flügel! Ver⸗ birg mich, o du fernes Meer! Bedecket mich, fallt auf mich H W᷑ Klippen, Berg und ügel! 12. Ach, alls umsonst! und wenn ich gar Könnt in den Himmel steigen Und wieder in die Höll, alldar Mich zu verkriechen neigen: Dein Auge drängt durch alles sich; Du wirst da meine Schand und mich Der lichten Sonne zeigen. 13. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein; Ich flieh zu dei⸗ nen Wunden. Laß mich da eingeschlossen sein Und blei⸗ ben alle Stunden. Dir ist ja, o du Gotteslamm, All meine Sünd am Kreuzesstamm Zu tragen aufgebunden. 14. Dies stell du deinem Vater für, Daß es sein Herze lenke, Daß er sich gnädig kehr zu mir, Nicht meiner Sünden denke Und wegen dieser Straf und Last, Die du auf dich genommen hast, Ins Meer sie alle senke. 15. Hierauf will ich zu je⸗ der Zeit Mit Ernst und Sorg⸗ falt meiden All böse Lust und 1* z will mir he deines ein Feuer Du regest Des To⸗ n Reich; schlingen. denn in 8 helfen Wo flieh trot, Er⸗ el! Ver⸗ es Meer! auf mich zerg und nst! und t in den dD wieder Mich zu ein Auge ich; Du and und e zeigen. im mich zu dei⸗ mich da nd blei⸗ ir ist ja, ll meine mim Zu deinem in Herze gnädig meiner wegen st, Die en hast, nke. zu je⸗ )Sorg⸗ ust und V * Buße und Eitelkeit Und lieber alles lei⸗ den, Denn daß ich Sünd aus Vorsatz thu. Ach, Herr, gieb du stets Kraft dazu, Bis ich von hier werd scheiden. Luise Henriette, Kurfürstin v. Hranden⸗ burg, geb. 1627, st. 1667. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 255. Vor G'richt, Herr Jesu, steh ich hie; Zu dir beug ich meins Herzens Knie. Kann mir selbst gar nicht raten. Mein groß und viele Missethat Mich hie und dort verdammet hat; Doch will ich nicht verzagen. Herr Je⸗ su Christ, dein Blut allein Macht mich von allen Sün⸗ den rein, Weil ich in wahrer Reu und Buß An dich glaub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ, Des dank ich Bekehrung. dir, Ich will mich bessern; hilf du mir! Joh. M. Dilherr, geb. 1604, st. 1669. Psalm 6. 256. Straf mich nicht in deinem Zorn, Großer Gott, verschone! Ach, laß mich nicht sein verlorn! Nach Verdienst nicht lohne. Hat die Sünd Dich entzünd: Lösch ab in dem Lamme Deines Grim⸗ mes Flamme. 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Hölle? Rette mich aus jener Pein, Der Verdammten Stelle, Daß ich dir Für und für Dort an jenem Tage, Höchster Gott, Lob sage. 174 3. Zeig mir deine Vaterhuld, Stärk mit Trost mich Schwa⸗ chen. Ach, Herr, hab mit mir Geduld. Mein Gebeine zagen. Heil die Seel Mit dem Ol Deiner großen Gna⸗ den; Wend ab allen Schaden. 4. Ach, sieh mein Gebeine an, Wie sie all erstarren. Meine Seele gar nicht kann Deiner 6121 harren. Ich verschmacht; Tag und Nacht Muß mein Lager fließen Von den Thränengüssen. 5. Ach, ich bin so müd und matt Von den schweren Pla⸗ gen. Mein Herz ist der Seuf⸗ zer satt, Die nach Mach fra⸗ den Wie so lang Machst du ang Meine arme Seele In der Schwermutshöhle! 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir!l Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier Vor sein Antlitz treten. Teufel, weich! Hölle fleuch! Was mich vor gekrän⸗ ket Hat mir Gott geschenket. 7. Vater, dir sei ewig Preis, Hier und auch dort oben, Wie auch Christo gleicher Weis', Der allzeit zu loben. Heilger Geist, Sei gepreist, Hochgerühmt, geehret, Daß du mich erhöret. Joh. G. Albinus, geb. 1624, st. 1697. Mel. Ach, Gott vom Himmel sieh ꝛc. 257. O Vater der Barm⸗ herzigkeit, Ich falle dir zu 0 11 Verstoß den nicht, der zu dir schreit Und thut recht⸗ 172 Buße und schaffne Buße. Was ich be⸗ gangen wider dich, Verzeilh mir alles gnädiglich Durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat Nimm von mir, was mich quälet. Durch deine Weisheit schaffe Rat, Worinnen mirs sonst fehlet. Gieb Willen, Mittel, Kräft und Stärk, Daß ich mit dir all meine Werk Anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast Am Kreuze für mich Ar⸗ men Getragen aller Sünden Last, Wollit meiner dich er⸗ barmen. O wahrer Gott, o Davids Sohn, Erbarm dich mein und mein verschon; Sieh an mein kläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden teu⸗ res Blut, Dein Todespein und Sterben Mir kommen kräftiglich zu gut, Daß ich nicht muß verderben. Bitt du den Vater, daß er mir Im Zorn nicht lohne nach Ge⸗ bühr, Wie ich es hab ver⸗ schuldet. 5. O heilger Geist, du wah⸗ res Licht, Regierer der Ge⸗ danken, Wenn mich die Sün⸗ denlust anficht, Laß mich von dir nicht wanken. Verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach Wollust, Geld und Ehr In meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stünd⸗ lein kommen ist, So hilf mir treulich kämpfen, Daß ich des Satans Trotz und List Durch Bekehrung. Christi Sieg mag dämpfen, Auf daß mir Krankheit, Angst Feind, der Tod, Nur sei die Thü Leb Thür zum Leben. Dav. Deniche, geb. 1603, st. 1680. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 258. O du Schöpfer aller Dinge, Höre, höre, mein Ge⸗ bet, Das ich jetzund vor dich bringe, Weil mein Herz in Angsten steht. Angst die Sün⸗ de machet mir; Darum komm ich auch zu dir Und bekenne meine Sünden. Ach, laß mich doch Gnade finden! 2. Weil du heißest alle kom⸗ men, Die beladen sind, zu dir, Bin ich auch nicht aus⸗ genommen, Noch gestoßen von der Thür Deiner Gnaden; sondern du Willst und wirst mich noch dazu Von den Sünden, die mich drücken, Ganz entbinden und erquicken. 3. Dein Wort bleibet unge⸗ brochen, Was du einmal hast eredt. Nun, du hast ein ort gesprochen: Such mein Antlitz im Gebet. Darum komm ich auch vor dich, Such dein Antlitz; ach, laß mich Vor dir, Herr, jetzt Gnade finden; Sprich mich los von meinen Sünden! 4. Sieh die Handschrift, die ich gebe Dir in deine Händ, o Gott. Hier sprichst du: So wahr ich lebe, Ich will nicht des Sünders Tod, Son⸗ dern daß er sich bekehr Von den Sünden und begehr Ewig⸗ und Not, Und dann der letzte dämpfen, eit, Angst der letzte r sei die „st. 1680. asserquelle. pfer aller lein Ge⸗ vor dich Herz in die Sün⸗ m komm bekenne laß mich alle kom⸗ ind, zu cht aus⸗ ßen von naden; nd wirst on den drücken, rquicken. t unge⸗ nal hast jast ein ch mein Darum „Such 5 mich Gnade os von ift, die Händ, st du: h will Son⸗ r Von Ewig⸗ — — * lich nur mir zu leben: So will ich die Sünd vergeben. 5. Nun wohlan, du wirst nicht lügen. Ich halt mich an deine Wort; Will darauf in Demut biegen Meine Knie vor dir, mein Hort, Und be⸗ kennen meine Sünd. Ich bin das verlorne Kind, Das, vom Satan oft verblendet, Deine Güter hat verschwendet. 6. Nun, was soll ich weiter sagen? Ich will nun an meine Brust Mit dem armen Zöll⸗ ner schlagen; Denn es ist dir wohl bewußt, Daß ich hab gesündigt dir. Ach, mein Gott, sei gnädig mir! Ich fall dir in deine Arme. Ach, dich über mich erbarme! 7. Ich verleugne nicht die Sünden, Ich verleugne nicht die Schuld; Aber laß mi Gnade finden, Trage nur mit mir Geduld. Alles, was ich schuldig bin, Will ich zahlen, nimm nur hin Die Bezah⸗ lung meines Bürgen, Der sich ließ für mich erwürgen. 8. Nun, o Vater aller Gna⸗ den, Siehe dessen Leiden an. Dieser hat ersetzt den Scha⸗ den Und für mich genug 00 than. Durch sein Blut bin ich erlöst; Dieses ist es, was mich tröst; Und in seinen tiefen Wunden Men ich Fried Buße und Bekehrung. 173 würdig ich genieß Dich, o Herr, und schmeck, wie süß Und wie freundlich du bist denen, Die sich, Jesu, nach dir sehnen. Joh. H. Calisius, geb. 1633, st. 1698. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 259. Mein Gott, das Herz ich bringe dir Zur Gabe und Geschenk. Du forderst dieses ja von mir; Des bin ich eingedenk. 2. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, sprichst du, Das ist mir lieb und wert; Du findest anders auch nicht Ruh Im Nan d1 und auf Erd. 3. Nun du, mein Vater, nimm es an, Mein Herz, veracht es nicht. Ich gebs, so gut ichs geben kann; Kehr ch zu mir dein Gesicht. 4. Zwar ist es voller Sün⸗ denwust Und voller Eitelkeit, Des Guten aber unbewußt, Der wahren Frömmigkeit. 5. Doch aber steht es nun in Reu, Erkennt sein' Übel⸗ stand Und träget jetzund vor dem Scheu, Darans zuvor Lust fand. 6. Hier fällt und liegt es dir Fuß Und schreit nur: Schlage zu! Zerknirsch, o Vater, daß ich Buß Recht⸗ schaffen vor dir thu! 7. Zermalm mir meine Här⸗ und Ruh gefunden. 9. Hienanf will ich nun ge⸗ nießen, Jesu, deinen Leib und Blut, Mir zur Tröstung im Gewissen, Weils mich macht gerecht und gut. Gieb, daß tigkeit, Mach mürbe meinen Sinn, Daß ich in Seufzen, Reu und Leid Und Thränen ganz zerrinn. 8. Sodann nimm mich, Herr 174 Buße und Jesu Christ, Tauch mich tief in dein Blut. h glaub, daß du gekreuzigt bist Der Welt und mir zu gut. 9. Stärk mein sonst schwache Glaubenshand, Zu fassen auf dein Blut, Als der Vergebung Unterpfand, Das alles ma⸗ chet gut. 10. Schenk mir nach deiner Jesushuld Gerechtigkeit und Heil; Nimm auf dich meine Sündenschuld Und meiner Strafe Teil. 11. In dich wollst du mich kleiden ein; Dein Unschuld zieh mir an, Daß ich, von allen Sünden rein, Vor Gott bestehen kann. 12. Gott, heilger Geist, nimm du auch mich In die Gemein⸗ schaft ein: Ergieß um Jesu willen dich Dieß in mein Herz hinein. 13. Dein göttlich Licht schütt in mich aus Und Brunst der reinen Lieb. Lösch Finsternis, Haß, Falschheit aus; Schenk mir stets deinen Trieb. 14. Hilf, daß ich sei von Herzen treu Im Glauben meinem Gott, Daß mich im Guten nicht mach scheu Der Welt List, Macht und Spott. 15. Hilf, daß ich sei von Gehnl fest In Hoffen und eduld, Daß, wenn du mich nur nicht verläßt, Mich tröste deine Huld. 16. Hilf, daß ich sei von Herzen rein Im Lieben und erweis', Daß mein Thun nicht Bekehrung. sei Augenschein, Durchs Werk zu deinem Preis. 17. Hilf, daß ich sei von Herzen schlicht, Aufrichtig, ohn Betrug, Auf Treue Wort und Werke richt Und nie⸗ mand schelt ohn Fug. 18. Hilf, daß ich sei von Lanft klein, Demut und Sanftmut halt, Daß ich, von aller Weltlieb rein, Vom Fall aufstehe bald. 19. Hilf, daß ich sei von Heuche fromm, Ohn alle euchelei, Damit mein gan⸗ zes Christentum Dir wohl⸗ gefällig sei. 20. Nimm gar, o Gott, zum Tempel ein Mein Herz hier in der Zeit; Ja, laß es auch dein Wohnhaus sein In je⸗ ner Ewigkeit. 21. Dir geb ichs ganz zu eigen hin; Brauchs, wozu dirs gefällt. Ich weiß, daß ich der Deine bin, Der Deine, nicht der Welt. 22. Drum soll sie nun und nimmermehr Dies richten aus bei mir, Sie lock und droh auch noch so sehr, Daß i soll dienen ihr. 23. In Ewigkeit geschieht das nicht, Du falsche Teufels⸗ braut. Gar wenig mich, Gott Lob! anficht Dein glänzend Schlangenhaut. 24. Weg, Welt! Weg, Sünd! Dir geb ich nicht Mein Herz; nur Jesu, dir Ist dies Ge⸗ schenke zugericht; Behalt es für und für. Joh. K. Schade, geb. 1666, st. 1698. sei von frichtig, ue Wort nd nie⸗ U. sei von ut und ich, von Vom sei von n alle wohl⸗ tt, zum erz hier es auch n je⸗ anz zu wozu 5, daß Deine, in und en aus ddroh aß i schieht Afels⸗ „Gott inzend zünd! Herz; e⸗ lt es 1698. chs Werk V Mel. Schwing dich auf zu deinem ꝛc. 260. Liebster Vater, ich, dein Kind, Komm zu dir ge⸗ eilet, Weil ich sonsten nie⸗ mand find, Der mich Armen heilet. Meine Wunden sind sehr groß, Groß sind meine Sünden; Mach mich von denselben los, Laß mich Gna⸗ de finden. e 2. Du bist Vater ja mit Recht Und hast Vatersitten: Ei, so hab ich Kindesrecht Und darf kühnlich bitten; Denn den Kindern steht es frei, Väter anzuflehen. Va⸗ ter, deine Vatertreu Laß mich Armen sehen. 3. Liebster Vater, willst du dich Vater lassen nennen, Ei, so mußt du lassen mich Va⸗ tersinn erkennen; Denn das wäre doch zu hart, Bloßen Namen führen Und nicht thun nach Vaterart, Was sich will gebühren. 4. Nun, so nimm dich mei⸗ ner an, Wie die Väter pfle⸗ gen; Meine Buß⸗ und Thrä⸗ nenbahn Laß dich doch be⸗ wegen. Meine Sünden brin⸗ ben Schmerz, Die ich s egangen: Ach, du liebstes Voterherz⸗ Laß mich Gnad erlangen! 5. Hast du doch in deinem Wort Gnade mir versprochen. Laß mich an die Gnadenpfort Nicht vergebens pochen; Laß der matten Seufzer Ton Durch die Wolken dringen Und von deinem Himmels⸗ thron Mir die Gnade bringen. Buße und Bekehrung. 17⁵· 6. Ich laͤß doch nicht eher ab, Bis du mir gewähret Gnade, die ich von dir hab Inniglich begehret. Segne: mich, ich lasse dich Eher nicht:; ich hange, Wie die Klett am Kleid, bis ich Gnad von dir⸗ erlange. 7. Du bist Gott und heißest gut, Weil du Gutthat übest Und, gleichwie ein Vater thut, Deine Kinder liebest. Dieser Gutthat laß mich auch, Va⸗ terherz, genießen; Laß auf mich nach deinem Brauch Deine Gnade fließen. 8. Ach, verzeih mir, ach, ver⸗ ieb, Was ich mißgehandelt, eil ich nach dem Sünden⸗ trieb Oftermals gewandelt! Meine Sünden ich versenk, Herr, in deine Wunden. Ach, derselben nicht gedenk! Laß sie sein verschwunden. 9. Klagt mich mein Gewissen an Und will mich verdam⸗ men; Will der Sünde dunkle Bahn Dich zur Rach ent⸗ flammen: Ei, so denke mit Geduld, Daß ich Staub und Aschen, Und daß mich von meiner Schuld Hab dein Blut gewaschen. Christoph Titius, geb. 1641, st. 1703. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 261. Ich armer Mensch, ich armer Sünder Steh hier vor Gottes Angesicht. Ach Gott, ach Gott, verfahr ge⸗ linder Und geh nicht mit mir ins Gericht! Erbarme dich, 176 Buße und erbarme dich, Gott, mein Er⸗ barmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herz⸗ lich bange Von wegen meiner großen Sünd! Hilf, daß ich Gnad von dir erlange, Ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach, erhör mein seuf⸗ zend Schreien, Du allerliebstes Vaterherz! Wollst alle Sün⸗ den mir verzeihen Und lin⸗ dern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Wie lang soll ich ver⸗ geblich klagen? Hörst du denn nicht? Hörst du denn nicht? Wie kannst du das Geschrei vertragen? Hör, was der arme Sünder spricht. Er⸗ barmedich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Wahr ist es, übel steht der Schade, Den niemand heilet, außer du. Ach, aber Gnade! Gnade! Gnade! Ich laß dir doch nicht eher Ruh. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Nicht, wie ich hab ver⸗ schuldet, lohne Und handle nicht nach meiner Sünd. O, treuer Vater, schone, schone! Erkenn mich wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 7. Sprich nur ein Wort, so Bekehrung. werd ich leben. Sag, daß der arme Sünder hör: Geh hin die Sünden sind verge⸗ en; Hinfürder sündge nur nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Er⸗ barmer, über mich! 8. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, Erhöret bin ich zwei⸗ felsfrei, Weil sich der Trost im Herzen mehret. Drum will ich enden mein Geschrei. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Titius, geb. 1641, st. 1703. Luk. 15, 1—10. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. 262. Ihr armen Sünder, kommt zu Hauf! Kommt ei⸗ lig, kommt und macht euch auf, Mühselig und beladen! hez öffnet sich das Jesus⸗ erz Für alle, die in Reu und Schmerz Erkennen ihren chaden. 2. Es heißt: er nimmt die Sünder an. Drum komm! dein Jesus will und kann Dich retten und umarmen. Komm, weinend, komm in wahrer Buß Und fall im Glauben ihm zu Fuß! Er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, Dems in der Irr an Hülf gebricht; Er sucht es mit Verlangen. Er lässet neun und neunzig stehn Und sie wohl in der Wüste gehn, Das eine zu umfangen. 4. Es sucht der liebste Jesus Christ Das Schäflein, das Sag, daß hör: Geh sind verge⸗ sündge nur arme dich, t, mein Er⸗ ch! cht, ich bin m ich zwei⸗ h der Trost tet. Drum in Geschrei, barme dich, rmer, über 1641, st. 1703. 10. nir, spricht ꝛt. en Sünder, Kommt ei⸗ macht euch id beladen! das Jesus⸗ dhie in Reu nnen ihren nimmt die im komm! und kann umarmen. komm in dᷓfall im Fuß! Er armen. rläßt sein ms in der hricht; Er mi Er inzig stehn der Wüste umfangen. bste Jesus lein, das verloren ist, Bis daß ers hat gefunden. So laß dich den, liebe Seel, Und flieh in Jesu Wundenhöhl: Noch sind die Gnadenstunden! 5. O Jesu, deine Lieb ist groß. Ich komm mühselig, nackt und bloß. Ach, laß mich Gnade finden! Ich bin ein Schaf, das sich verirrt. Ach, nimm mich auf, weil ich verwirrt Im Strick und Netz der Sünden. 6. Ach, wehe mir, daß ich von dir Gewichen bin zum Abgrund schier! Ach, laß mich wiederkehren Zu deiner Herde, nimm mich an Und mach mich frei vom Fluch und Bann, Dies ist mein Herz⸗ begehren. 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein; Sei du mein treuer Hirt allein Im Leben und im Sterben. Laß mich vom eitlen Weltgesind Ausgehn und mich als Gottes Kind Um deine Huld bewerben. 8. Ich will von nun an sagen ab Der Sündenlust bis in mein Grab Und in dem neuen Leben In heiliger Ge⸗ rechtigkeit Dir dienen noch die kurze Zeit, Die mir zum Heil gegeben. 9. Ach, nimm dein armes Schäflein ein Und laß es sicher bei dir sein In deinen Wundenhöhlen. Bewahre mich vor Sündenwerk Und gieb mir deines Geistes Stärk Am Leib und an der Seelen. Laur. Canrenti, geb. 1660, st. 1722. M. R. Gesanabuch. Buße und Bekehrung. fin⸗ 263 Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. „Der du die Macht, o Jesu, hast, Die Sünde zu vergeben: Befrei auch mich von meiner Last Und schenke mir das Leben. Ich liege hier Und beichte dir. Verdient hab ich zu sterben Und ewig zu verderben. 2. Mein Elend, Sünd und Missethat Ist leider nicht zu zählen; Und wäre nicht bei dir noch Rat, Müßt ich mich ewig quälen. Vot dein Ge⸗ bot, O große Not! Hab ich nicht nur geschändet, Die Gnad ist auch verschwendet. 3. Betracht ich des Gesetzes Sinn Nach den Geboten allen, Ist keines, dem ich ähnlich bin; So tief bin ich gefallen. Ach, von Natur Empfind ich nur Verblendung, Widerstre⸗ ben; So sündlich ist mein Leben. 4. Des ewgen Vaters Lieb und Huld, Dich selbst, für mich geschlachtet, Des Geistes Arbeit und Geduld Hab ich dazu verachtet. Gedenk ich dran, Was ich gethan Und was ich unterlassen, So muß ich selbst mich hassen. 5. Schau, hier ist nicht Ge⸗ rechtigkeit, Kein Licht und keine Kräfte. Was mich vom Untergang befreit, Ist deiner Huld Geschäfte. Blickst du mich an, Der helfen kann, So werd ich wieder leben Und dir die Ehre geben. 6. Hier werf ich alle meine Not, Erbarmer, dir zu Fuße. 12 178 Buße und Verleihe mir durch deinen Tod Die Gnade wahrer Buße. Nimm aus dem Sinn Die Tücke hin. Laß mich gebeugt zur Erden Und also gläubig werden. 7. Vergebung aller Sünden⸗ schuld, Den Frieden im Ge⸗ wissen, Versichrung deiner Lieb und Huld Laß mich um⸗ sonst genießen. Gedenke dran, Was du gethan. Das Heil in deinem Blute Kommt alles mir zu gute. 8. Du schließest auf und schließest zu, Machst los und machst gebunden. Ach, Herr, mein Herz eröffne du; Mir öffne deine Wunden. Bin ich in dir, Bist du in mir, So sei ich dir versiegelt, Der Sünd und Welt verriegelt. 9. Versprech ich viel,— in eigner Kraft Vermag ich nichts zu halten. Laß deinen Geist, der alles schafft, In meiner Seele walten. O höchstes Gut, Dein teures Blut Muß auch zum neuen Leben Mir Gnadenkräfte geben. 10. Sprichst du mich los, o Gottessohn, So geh ich hin und lebe. Doch bleib ich vor dem Gnadenthron, Weil ich an Gnade klebe. Ich beichte dir Noch täglich hier; Du wirst an mich gedenken Und täglich Gnade schenken. E. G. Woltersdorf, geb. 1725, st. 1761. Luk. 18, 4—14. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 264. O König, dessen Ma⸗ Bekehrung. Dem Erd und Meer zu Dien⸗ ste steht, Vor dem die Welt sich neiget; Der Himmel ist dein helles Kleid, Du bist voll Macht und Herrlichkeit, Sehr groß und wunderthätig; Ich armer Wurm vermag nichts mehr, Als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, Beschämet und von ferne. Ich ing; deine Hülf und Gnad, Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin Und, wo ich mich nur wende hin, Beschmutzet und unflätig: So schlag ich nieder mein Gesicht Vor dir, du reines Himmels⸗ licht. Gott sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, die ich mir iestät Weit über alles steiget, bewußt, Durchängsten mein Gewissen. Drum schlag ich reuig an die Brust Und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, gar nicht wert, Daß ich noch wandle auf der Erd; Doch weil du winkst, so bet ich Mit ganz zerknirschtem, bangen Geist, Der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Abba, schaue Je⸗ sum an, Den Gnadenthron der Sünder, Der für die Welt genug gethan, Durch den wir Gottes Kinder Im gläubigen Vertrauen sind. Der ists, bei dem ich Ruhe find; Sein Herz ist ja gut⸗ thätig. Ich fasse ihn und laß * X zu Dien⸗ die Welt pimmel ist Du bist errlichkeit, derthätig; vermag daß ich ruf tt sei mir ie ich mir ten mein chlag ich Und will Ich bin, ert, Daß der Erd; so bet irschtem, eichwohl t: Gott ig! wue Je⸗ enthron ur die * Buße und ihn nicht, Bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn In diesem ganzen Leben. Du bist mein Gott, und was ich bin, Bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, Laß mei⸗ nen Glauben immerdar Sein durch die Liebe thätig. Und will es nicht fort, wie es soll, So ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht Allein auf dei⸗ ner Gnade. Mir geh es gleich bös oder gut, Gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, So sei mir auf der Todesbahn, Mein Jesu, selbst beirätig; Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, So nimm den letzten Seufzer an: Gott sei mir Sünder gnädig! Dr. Ernst V. Löscher, g. 1673, st. 1749. Mel. O höchster Gott, o unser ꝛc. 265. Gottrufet noch! Sollt ich nicht endlich hören? Wie laß ich mich bezaubern und bethören! Die kurze Freud, die kurze 418 vergeht, Und meine Seel noch 0 gefähr⸗ lich steht. 2. Gott rufet noch! Sollt ich nicht endlich kommen? Ich hab so lang die treue Stimm vernommen. Ich wußt es wohl; ich war nicht, wie ich Bekehrung. 179 sollt. Er winkte mir; ich habe nicht gewollt. 3. Gott rufet noch! Wie, daß ich mich nicht gebe! Ich fürcht ein Joch, und doch in Ban⸗ den lebe. Ich halte Gott und meine Seele auf. Er ziehet mich. O armes Herze lauf! 4. Gott rufet noch! Ob ich mein Ohr verstopfet; Er stehet noch an meiner Thür und klopfet. Er ist bereit, daß er — noch empfang. Er wartet noch auf mich, wer weiß, wie lang! 5. Gieb dich, mein Herz, ieb einmal dich gefangen. o willst du Trost, wo willst du Ruh erlangen? Laß los! Laß los! Brich alle Band entzwei! Dein Geist wird sonst in Ewigkeit nicht frei. 6. Gott locket mich. Nun länger nicht verweilet! Gott will mich ganz. Nun länger nicht geteilet! Fleisch, Welt, Vernunft: sag immer, was du willt; Meins Gottes Stimm mir mehr, als deine gilt. 7. Ich folge Gott. Ich möcht ihn ganz vergnügen. Die Gnade soll im Herzen endlich siegen. Ich gebe mich. Gott soll hinfort allein Und unbe⸗ dingt mein Herr und Mei⸗ ster sein. 8. Ach, nimm mich hin, du Langmut ohne Maße! Er⸗ greif mich wohl, daß ich dich nie verlasse. Herr, rede nur; ich geb begierig acht. Führ, 180 ner Macht Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. 266. MeinHeiland, duhast mich gezogen Und oftmals schon mein Herz gerührt. Ach, würd ich dadurch recht be⸗ wogen Und zu dir völlig hin⸗ geführt! Drum fahre fort mit deinen Zügen Und laß dein Gnadenwerk nicht liegen; Nein, wirk und treib mich immer zu Und laß mich nun allhier auf Erden Nur fer⸗ ner nicht mehr ruhig werden, Bis ich in deinen Wunden ruh. 2. Die Feinde sind gar bald geschäftig Und schläfern uns gleich wieder ein; Die Rüh⸗ rung ist nicht mehr so kräf⸗ tig, Wenn wir nicht treu und wachsam sein. Wir machen Frieden, eh wir dald Und lassen uns gar bald begnü⸗ Hent Wenns nur ein wenig esser Roß Ach, das sind falsche Ruhestätten! So hilf, err, daß wir ernstlich beten. Daß nur kein falscher Fried entsteht. 3. Erweiche doch mein har⸗ tes Herze, Daß ich in Thrä⸗ nen ganz zerrinn Und mit der Sünde nicht mehr scherze. O beug und ändre meinen Sinn, Daß ich den Glauben wirken lasse Und redlich den Entschluß nun fasse, Recht eilend, eilend auszugehn Und auf den Ruf bald zuzufahren. Die ganze Zeit von meinen Buße und Bekehrung. wie du willst; ich bin in dei⸗ Opr Muß ja nur dir zum Opfer stehn. 4. Laß mich recht arm und elend werden Und decke mei⸗ nen Schaden auf, Den innern Greul, den Sinn der Erden, Und hemme meinen alten Lauf. Laß mich der Sünden Last empfinden. Laß sich den Durst nach dir entzünden, Daß ich nach nichts so schrei und fleh, Als nur nach dir, nach deiner Gnaden, Bis ich mich bei so tiefem Schaden Geheilt und recht erhöret seh. 5. Zerstöre ganz die falschen Stützen Der eignen Selbst⸗ gerechtigkeit, Daß ich mit nichts mich könne schützen Und mich in dich nur, als mein Kleid, Ganz nackt und bloß zu hüllen suche, Den falschen, eignen Schmuck ver⸗ fluche Und nur in deinem Blut allein Vergebung, Gnad und Kraft erlange, Mit eig⸗ ner Heiligkeit nicht prange, Nein, nur mit deiner Kreu⸗ zespein. 6. So leere mich von eignem Wesen, Von Selbstgefällig⸗ keit recht aus, Und laß mein Herze recht genesen; Ja, mach, o Herr, ein Ganzes draus, Daß ich nicht Gott und Welt vermenge, Nicht halb, nein, ganz an dich mich hänge; Drum nimm mein ganzes Herze hin. Wem sollt ichs denn wohl lieber geben, Als dir, mein allerliebstes Leben? Dies sei, o Herr, mein gan⸗ zer Sinn. ir dir zum arm und decke mei⸗ en innern ⸗ er Erden, en alten Sünden 6 sich den 10 schre o schrei nach dir, „Bis ich Schaden höret seh. e falschen * Selbst⸗ ich mit schützen nur, als nackt und Hhe, Den muck ver⸗ deinem ig, Gnad Mit eig⸗ prange, er Kreu⸗ meignem gefällig⸗ aß mein a, mach, draus, nd Welt b, nein, hänge; ganzes. llt ichs en, Als Leben? in gan⸗ * 7. Ich will der ganzen Welt entsagen,— Es muß einmal geschieden sein,— Auch deine Schmach, der Welt Spott, tragen. Und stellt die Men⸗ schenfurcht sich ein, So 5 mir mächtig überwinden. Ich kann doch keine Ruhe finden, Wenn ich die Welt noch lie⸗ ben kann. Gieb du mir dei⸗ nes Geistes Waffen. Laß mich mein Heil mit Zittern schaffen Und führe mich auf ebner Bahn. 8. Mein Jawort hast du nun bekommen; So nimm mein Herz nur gänzlich ein. Es soll nicht ferner dir ge⸗ nommen Und also nicht mehr meine sein. Herr, halte mich bei dem Versprechen, Und laß nichts mehr den Vorsa brechen. Ach, gieb nur auch Vollbringungskraft, Wie du das Wollen mir gegeben. Du bist es, der ein ander Leben, Ein rein und neues Herze schafft. 9. So laß mich ganz an mir verzagen Und nicht auf meine Kräfte baun. Auf dich allein laß mich es wagen Und deiner Macht und Gnade traun, Damit ich niemals mehr zurücke Auf Freud und Weltlust wieder blicke, Auch keinem, der mich hindern kann, Gehör und Eingang ferner gebe. Nein, nein, ich bleibe, weil ich lebe, Ja, ewig dir nur zugethan. C. H. v. Bogatzky, geb. 1690, st. 1774. Buße und Bekehrung. 181 267. Erleucht mich, Herr, mein Licht. Ich bin mir selbst verborgen Und kenne mich noch nicht. Ich merke dieses zwar, Ich sei nicht, wie ich war; Indessen fühl ich wohl, Ich sei nicht, wie ich soll. 2. Ich lebt in stolzer Ruh Und wußte nichts von Sor⸗ gen Vor diesem; aber nu Bin ich ganz voller Brast“ Und mir selbst eine Last. Was vormals meine Freud, Macht mir jetzt Herzeleid. * Beschwerde, Unruhe. 3. Kein zeitlicher Verlust Verursacht diese Schmerzen, So viel mir je bewußt. Mich liebt manch treuer Freund, Mich überwindt kein Feind; Der Leib hat, was er will, Gesundheit, Hüll und Füll. 4. Nein, es ist Seelenpein: Es kommt mir aus dem Her⸗ zen Und dringt durch Mark und Bein. Nur dies, dies liegt mir an, Daß ich nicht wissen kann, Ob ich ein wah⸗ rer Christ, Und du mein Je⸗ sus bist. 5. Es ist nicht so gemein, Ein Christe sein, als hei⸗ ßen. Ich weiß, daß der allein Des Namens fähig ist, Der seine liebste Lust Durch Christi Kraft zerbricht Und lebt ihm selber nicht. 6. Es ist ein Selbstbetrug, Mit diesem Wahn sich spei⸗ sen, Als ob dies schon genu Zur Glaubensprobe sei, Da man von Lastern frei, Die 182 Buße und auch ein blinder Heid Aus Furcht vor Schande meidt. 7. Der nur zieht Christum an, Der aus ihm selbst ge⸗ angen Und seines Fleisches Wahn, Vermögen, Lust und Rat, Gut, Ehr und was er hat, Von Herzen haßt und Uich. Nur Jesus ist mein icht. 8. Das ist des Glaubens Wort Und dürstiges Verlan⸗ en:% Jesu, sei mein ort, Versöhner, Herr und Schild, Und führ mich, wie du willt. Dein bin ich, wie ich bin; Nimm mich zu ei⸗ gen hin. 9. Wer dies nicht gründlich meint, Des Glaub ist noch untüchtig, Der bleibt noch Gottes Feind; Sein Hoff⸗ nungsgrund ist Sand Und hält zuletzt nicht Stand. Der einge Glaubensgrund Ist die⸗ ser Gnadenbund. 10. Hier, sorg ich, fehlt es mir: Die Lieb ist noch nicht richtig, Die ich, Herr Abrih 95 dir Jetzt habe, weil ich och, Beinah ein Christe, noch Die Welt und Lust noch mehr Geliebt, als deine Ehr. 11. Mein Herz, begreif dich nu: Ich muß es redlich wa⸗ Ruh Ich komm eh nicht zur Ruh. Sagst du hiemit der Welt Und, was dem Fleisch 268 gefällt, Rein ab und Christo an, So ist die Sach gethan. 12. Du Erdwurm, solltest du Dem Könge dich versa⸗ Bekehrung. Der allein weis' und reich, Der alles ist zugleich, Der selbst die ganze Welt Er⸗ schaffen und erhält? 13. Wenn alles wird ver⸗ gehn, Was Erd und Him⸗ mel heget, So bleibt er fest bestehn. Sein Wesen nimmt nicht ab; Die Gottheit weiß kein Grab. Und wen er ein⸗ mal kennt, Des Wohlstand nimmt kein End. 14. Wer aber in der Zeit Mit ihm sich nicht verträget, Der bleibt in Ewigkeit Von Gottes Vaterhaus Ganz, ganz geschlossen aus Vergöß er in dem Weh Auch einen Thrä⸗ nensee. 15. Wünscht nun Gott den Vertrag, Laß ihn dein Ja⸗ wort schlichten, O liebe Seel, und sag: Dir opfr ich gänz⸗ lich auf, O mein Gott, mei⸗ nen Lauf Und Geist und Leib und Blut, Lust, Ehre, Hab und Gut. 16. Thu, was du willst, mit mir, Werd ich nur zugerichtet G deinem Preis und Zier, in Faß der Herrlichkeit, Mit deinem Heil bekleidt, Gehei⸗ ligt jetzt und dann: Wohl mir! so ists gethan. Buchfelder. Mel. Herzlich lieb hab ich dich ꝛc. „Ich komme, Frie⸗ densfürst, zu dir; Erbarmend rufst du ja auch mir, Den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer. gen, Dem alles stehet zu, O laß mein Herz von Trost —23 elt Er⸗ sen nimmt theit weiß en er ein⸗ Wohlstand der Zeit verträget, gkeit Von Hanz, gan rgöß er in en Thrä⸗ Gott den dein Ja⸗ iebe Seel, ich gänz⸗ rott, mei⸗ und Leib hre, Hab villst, mit ugerichtet ind Zier, keit, Mit ö‚ Gehei⸗ : Wohl Hfelder. ch dich ꝛc. „ Frie⸗ harmend T, Den n. Der schwer. und rei ßleich, 0 * n Trost- nicht leer! Laß es die Ruh erlangen, Die du dem tief⸗ ebeugten Geist, Der zu dir fliehet, selbst verheißt! Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, Mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, Ver⸗ wirf, verwirf du mich doch nicht! 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir; Dein Antlitz neige du zu mir Und sei mir Sün⸗ der gnädig. Wenn mein Ver⸗ gehn um Rache schreit, So mache aus Barmherzigkeit Mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten hast, Du trugest ja auch meine Last, Als du zum Heil der Sünder starbst Und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Erlöse mich durch deinen Tod! 3. Du, du bist meine Zu⸗ versicht; Durch dich entflieh ich dem Gericht, Dem schwe⸗ ren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch ent⸗ gehn Und mich mit Gott ver⸗ einigt sehn Und ewigs Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil; Gieb mir an seinem Segen Teil. Er sei auch mir Beruhigung Und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ, Ich hoff auf dich, ich hoff auf dich; In dieser Hoffnung stärke mich. 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöst, mein Mittler, Buße und Bekehrung. 183 hast du mich, Dein Eigentum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts, Nichts einst am Tage des Gerichts, Nichts hier auf die⸗ ser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland Entzeuch mir niemals deine Hand. Zu dei⸗ nem Dienste stärke mich Und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Ein Leben sei mir einst der Tod. Nach Freylinghausen, g. 1670, st. 1739. 269. Kehre wieder, kehre wieder, Der du dich verloren hast! Sinke reuig bittend nie⸗ der Vor dem Herrn mit dei⸗ ner Last! Wie du bist, so darfst du kommen Und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, Und sein heilig Wort ver⸗ spricht Dir Vergebung, Heil und Segen. Kehre wieder; zaudre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zer⸗ streuung In die Einsamkeit zurück, Wo in geistiger Er⸗ neuung Deiner harrt ein neues Glück, Wo sich bald die Stür⸗ me legen, Die das Herz so wild bewegen, Wo des heil⸗ en Geistes Mahnen Du mit siilem Beben hörst, Und von neuem 0 den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz Beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sünden⸗ 184 Glaube und schmerz. Sieh, auf den, der voll Erbarmen Dir mit aus⸗ gestreckten Armen Winket von dem Kreuzesstamme. Kehre wieder! Fürchte nicht, Daß der Gnädge dich verdamme, Dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder! Neues Le⸗ ben Trink in seiner Liebes⸗ huld. Bei dem Herrn ist viel Vergeben, Große Langmut und Geduld. Faß ein Herz u seinem Herzen. Er hat Trost für alle Schmerzen; Er kann alle Wunden heilen, Macht von allem Aussatz Rechtfertigung. rein. Darum kehre ohne Wei⸗ len Zu ihm um und bei ihm ein. 5. Kehre wieder, endlich kehre In der Liebe Heimat ein, In die Fülle aus der Leere, In das Wesen aus dem Schein; Aus der Lüge in die Wahr⸗ heit, Aus dem Dunkel in die Klarheit, Aus dem Tode in ins Himmelreich! Doch, was Gott dir heut will geben, Nimm auch heute; kehre gleich. Rarl J. Ph. Spitta, g. 1801, st. 1859. XIV. Glaube und Rechtfertigung. 270. Es ist das Heil uns kommen her Von Gnad und lauter Güte. Die Werk, die helfen nimmermehr; Sie mö⸗ gen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an. Der hat gnug für uns all gethan; Er ist der Mittler worden. 2. Was Gott im G'setz ge⸗ boten hat, Da man es nicht konnt halten, Erhub sich Zorn nur ein Spiegel zart, Der uns anzeigt die sündig Art In unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, die⸗ selbig Art Aus eignen Kräf⸗ ten lassen, Wiewohl es oft versuchet ward; Doch mehrt sich Sünd ohn Maßen. Denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, Und jedem Fleisch der Sünde Schand Allzeit war angeboren. und große Not Vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, Vom G'setz erfordert aller⸗ meist. Es war mit uns ver⸗ loren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein G'setz drum geben, Als ob wir möchten selber frei Nach sei⸗ 5. Noch mußt das G'setz er⸗ füllet sein, Sonst wärn wir all verdorben. Drum schickt Gott seinen Sohn herein, Der selber Mensch ist wor⸗ den. Das ganze G'setz hat er erfüllt, Damit seins Va⸗ ters Zorn gestillt, Der über uns ging alle. 6. Und da es nun erfüllet nem Willen leben. So ist es ist Durch den, der es konnt das Leben, Aus der Welt ** ohne Wei⸗ und bei dlich kehre it ein, In Leere, In Schein; die Wahr⸗ kel in die ode in der Welt Doch, was ll geben, e; kehre 91, st. 1859. U. art, Der ndig Art erborgen. var, die⸗ ꝛen Kräf⸗ Hes oft ch mehrt n. Denn ott hoch n Fleisch Allzeit er über erfüllet 3konnt *α „Glaube und Rechtfertigung. halten: So lerne jetzt, mein frommer Christ, Des Glau⸗ bens recht Gestalten: Nicht mehr, denn: Lieber Herre mein, Dein Tod wird mir das Leben sein; Du hast für mich bezahlet. ö 7. Daran ich keinen Zweifel trag; Dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst du, daß kein Mensch verzag, Das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird ge⸗ tauft, Demselben ist der Himm'l erkauft, Daß er nicht wird verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, Der diesen Glauben fasset. Der Glaub giebt aus von ihm den Schein, So er die Werk nicht lässet. Mit Gott der Glaub ist wohl daran; Dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, Bist du aus Gott geboren. 9. Es wird die Sünd durchs G'setz erkannt Und schlägt das G'wissen nieder. Das Evangelium kommt zur Hand Und särtt den Sünder wie⸗ der. Es spricht: zum Kreuz herzu; Im G'setz ist weder Rast noch Ruh Mit allen seinen Werken. 10. Die Werke komm'n ge⸗ wißlich her Aus einem rech⸗ ten Glauben; Denn das nicht rechter Glaube wär, Dem man die Werk wollt rauben. Doch macht allein der Glaub gerecht. Die Werke sind des Nächsten Knecht, Dabei wir'n Glauben merken. nur komm 185 11. Die Hoffnung wart' der rechten Zeit, Was Gottes Wort zusage. Wann das ge⸗ schehen soll zur Freud, Setzt Gott kein g'wisse Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist Und braucht an uns kein arge List; Des solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, Laß dich es nicht erschrecken; Denn wo er ist am besten mit, Da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein; Und spräch dein Herz gleich lau⸗ ter Nein, So laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis Um dieser Gut⸗ that willen, Gott Vater, Sohn und heilgem Geist. Der woll mit Gnad erfüllen. Was er in uns ang'fangen hat, Zu Ehren seiner Maje⸗ stät, Daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm. Sein Will auf Erd G'scheh, wie ins Himmels Throne. Das täglich Brot ja heut uns werd. Gott unsrer Schuld verschone, Als wir thun un⸗ sern Schuldigern. Laß von uns sein Versuchung fern; Lös uns vom Übel. Amen! Paul Speratus, geb. 1484, st. 1554. Mel. Nun freut euch lieben Christen. 271. Such, wer da will, ein ander Ziel, Die Selig⸗ keit zu finden: Mein Nui allein bedacht soll sein, Auf 186 Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; sein Werk sind klar; Sein heilger Mund hat Kraft und Grund, All Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Not⸗ helfer viel, Die uns doch nichts erworben: Hier ist der Mann, der helfen kann, Bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Teil. Uns macht gerecht der treue Knecht, Der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, Die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr und keiner mehr, Der euch das Heil gevähret Sucht ihn all Stund von Herzensgrund. Sucht ihn allein; denn wohl wird sein Dem, der ihn herz⸗ lich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn Sollst du, Herr Jesu, bleiben. Laß mich doch nicht von deinem Licht Durch Eitelkeit vertrei⸗ ben. Bleib du mein Preis; dein Wort mich speis'. Bleib du mein Ehr; dein Wort mich lehr, An dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht; Laß mich im Kreuz nicht zagen. Weich nicht von mir, mein höchste Zier; Hilf mir mein Leiden tragen. dem mir zur Freud nach diesem Leid; Hilf, daß ich mag nach dieser Klag Dir ewig dort Lob sagen. Glaube und Rechtfertigung. Mel. Ermuntre dich, mein schw. ꝛ.. 272. Also hat Gott die Welt geliebt,(Das merke, wer es höret,) Die Welt, die Gott so hoch betrübt, Hat Gott so hoch geehret, Daß er den eingebornen Sohn, Den eingen Schatz, die einge Kron, Das einge Herz und Leben Mit Willen hingegeben. 2. Ach, wie muß doch ein einges Kind Bei uns hier auf der Erden, Da man doch nichts als Bosheit findt, So sehr geschonet werden! Wie hitzt, wie brennt der Vater⸗ sinn, Wie giebt und schenkt er alles hin, Eh als er an das Schenken Des Eingen nur will denken! 3. Gott aber schenkt aus freiem Mut Und treuem, mil⸗ den Herzen Sein einges Kind, sein schönstes Gut, In mehr als tausend Schmerzen. Er giebt ihn in den Tod hinein, Ja, in die Höll und große Pein, Zu unerhörten Leiden, Erwirbt uns ewge Freuden. 4. Warum doch das? Daß du, o Welt, Frei wieder möch⸗ test stehen Und durch ein teu⸗ res Lösegeld Aus deinem Kerker gehen. Denn du weißt wohl, du schnöde Braut, Wie, da dich Gott ihm anvertraut, Du wider deinen Orden Ihm allzu untreu worden. 5. Darüber hat die Sünd und Tod Und Satanas Ge⸗ sellen 5 bittrer Angst und harter Not Beschlossen in der G. Weißel, geb. 1590, st. 1635. Höllen. Und hier ist ja kein V ersehn höhne krönet 8. V zen. Er d hinein, id große Leiden, Freuden. 32 Daß er möch⸗ ein teu⸗ deinem zu weißt ut, Wie, ertraut, n Ihm Sünd as Ge⸗ gst und in der ja kein N andrer Rat Als der, den Gott gegeben hat; Wer den hat, wird dem Haufen Der Höllenfeind entlaufen. 6. Gott hat uns seinen Sohn verehrt, Daß aller Menschen Wesen, So mit dem ewgen 2 beschwert, Durch diesen soll genesen. Wen die Verdammnis hat umschränkt, Der soll durch den, den Gott Gaben Erlösung, Trost und Gaben Des ewgen Lebens haben. 7. Ach, mein Gott, meines Lebens Grund, Wo soll ich Worte finden? Mit was für Lobe soll mein Mund Dein treues Herz ergründen? Wie 88 doch können dies geschehn? as hast du an der Welt ersehn, Daß, die so sehr dich höhnet, Du so gar hoch ge⸗ krönet? 8. Warum behieltst du nicht dein Recht Und ließest ewig pressen Diejenge, die dein Recht geschwächt Und fre⸗ ventlich vergessen? Was hat⸗ test du an der für 94 Von welcher dir doch war bewußt, Daß sie für dein Verschonen Dir schändlich würde lohnen? 9. Das Herz im Leibe wei⸗ net mir Vor großem Leid und Grämen, Wenn ich be⸗ denke, wie wir dir So gar schlecht uns bequemen. Die meisten wollen deiner nicht, Und was du ihnen zugericht Durch deines Sohnes Büßen, Glaube und Rechtfertigung. 187 meinst es gut Mit allen Men⸗ schenkindern. Du ordnest dei⸗ nes Sohnes Blut Und reichst es allen Sündern; Willst, daß sie mit der Glaubens⸗ hand Das, was du ihnen zugewandt, Sich völlig zu er⸗ quicken, Fest in ihr Herze drücken. 11. Sieh aber, ist nicht im⸗ merfort Dir alle Welt zu⸗ wider? Du bauest hier, du bauest dort: Die Welt schlägt alles nieder. Darum erlangt sie auch kein Heil; Sie bleibt im Tod und hat kein Teil Am Reiche, da die Frommen, Die Gott gefolgt, hinkommen. 12. An dir, o Gott, ist keine Schuld, Du, du Fen nichts verschlafen. Der Feind und sach s. deiner Huld Ist Ur⸗ ach seiner Strafen, Weil er den Sohn, der ihm so klar Und nah ans 9300 gestellet war, Auch einzig helfen sollte, Durchaus nicht haben wollte. 13. So fahre hin, du tolle Schar! Ich bleibe bei dem Sohne; Dem geb ich mich, des bin ich gar, Und er ist meine Krone. Hab ich den Sohn, so hab ich gnug: Sein Kreuz und Leiden if mein Schmuck, Sein Angst ist meine Freude, Sein Sterben meine Weide. 14. Ich freue mich, so oft und viel Ich dieses 8 Lied gedenke. Dies ist mein Lied und Saitenspiel, Wenn ich Das treten sie mit Füßen. 10. Du, frommer Vater, mich heimlich kränke, Wenn meine Sünd und Missethat 188 Will größer sein, als Gottes Gnad, Und wenn mir mei⸗ nen Glauben Mein eigen Herz will rauben. 15. Ei, sprech ich, war mir Gott geneigt, Da wir noch Feinde waren. So wird er ja, der kein Recht beugt, Nicht feindlich mit mir fah⸗ ren Anjetzo, da ich 551 ver⸗ sühnt, Da, was ich böses je verdient, Sein Sohn, der nichts verschuldet, So viel für mich erduldet. 16. Fehlts hie und da,— ei, unverzagt! Laßt Sorg und Kummer schwinden! Der mir das Größte nicht versagt, Wird Rat zum Kleinsten fin⸗ den. Hat Gott mir seinen Sohn geschenkt Und für mich in den Tod gesenkt: Wie sollt er, laßt uns denken, Mit ihm nicht alles schenken! 17. Ich bins gewiß und sterbe drauf Nach meines Gottes Willen: Mein Kreuz und ganzer Lebenslauf Wird sich noch fröhlich stillen. Hier hab ich Gott und Gottes Sohn, Und dort bei Gottes Stuhl und Thron, Da wird fürwahr mein Leben In ew⸗ gen Freuden schweben. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 273. Einmal ist die Schuld entrichtet; Und das gilt auf immerhin. Mosis Opfer stehn vernichtet, Da ich nun voll⸗ endet bin. Einer hats auf Glaube und Rechtfertigung. sich für uns dar: Er, auf den beim Dienst der Frommen Schon vorlängst gedeutet war. 2. Ehe daß dem Herrn zur Gabe Gottes Lamm war dar⸗ gebracht, Ward aus aller unsrer Habe Weniger, als nichts gemacht. Dachte man bei dem Altare, Die Versöh⸗ nung sei geschehn, So hieß Gott nach einem Jahre Im⸗ mer wieder opfern gehn. 3. Was ists Wunder! Blut der Kälber Und die Asche von der Kuh Setzet freilich (denk nur selber,) Die Ge⸗ wissen nicht zur Ruh. Dein Versprechen, dein Abbitten, Hätt es gleich noch größern Schein, Als das Opfer in der Pesser Wird doch wohl nicht esser sein. 4. Alle unsre Schuldigkeiten, Die Gott von uns fordern kann, Sind hinaus auf alle Zeiten Schon auf einmal abgethan. Einer hat sie über⸗ nommen; Alles steht in Rich⸗ tigkeit; Und seitdem der Bürg gekommen, Ist es nicht mehr Zahlenszeit. 5. Man hat nichts mehr auszumachen; Es giebt nichts mehr abzuthun, Und bei al⸗ len unsern Sachen Lassen wir die Hände ruhn. Wir ge⸗ nießen nur die Früchte Des⸗ sen, was er ausgemacht, Da er uns in dem Gerichte Längst mit Ehren durchgebracht. 6. Wißt ihr dieses denn, ihr Seelen? Übt ihrs auch vors sich genommen, Einer bringt Vaters Thron? Man hat —— nichts un Man berꝛ — Aber Sachen e gemacht, morgen was zur 7. Da n — öhn Stunde verhöhn Schuld wieder man: 2 eben Gnade 8. Mat Büßen; That.? tes Fü hat. J treten, darauf mit B in Go darauf an seil Endlie träge, Stillef 10. 9 gewor saure zerron eht! an mit ei „ digkeiten, fordern auf alle einmal sie Uber⸗ in Rich⸗ er Bürg hht mehr smehr t nichts bei al⸗ ssen wir VBir g9e⸗ te Des⸗ 0, 0 Längst icht. nn, ihr h vors in hat XI nichts mehr zu verhehlen, Man beruft sich auf den Sohn. — Aber sind vor Gott die Sachen Schon auf heute aus⸗ gemacht, Was wollt ihr denn morgen machen, Wenn ihr was zur Schuld gebracht? 7. Da gehts wie im alten Bunde: Heute ist man aus⸗ gesöhnt, Und zu einer andern Stunde Wird die Freudigkeit verhöhnt. Diesmal ist die Schuld vergeben; Hat man wieder was gethan, Denkt man: Ach, nun kommt es eben Auf des Schöpfers Gnade an. 225 8. Man ergreift zwar Christi Büßen; Aber nur auf diese That, Die man jetzt zu Got⸗ tes Füßen Etwa abzubitten hat. Findt sich neues Uber⸗ bl treten, So kommts wieder darauf an, Ob man abermal mit Beten Sein Gewissen stillen kann. 9. Da, da gehts denn an ein Klagen, Da gehts an ein ernstlich Thun. Bald will mans aufs neue wagen Bald in Gottes Willen ruhn, Und darauf bald wieder rege Fort an seinen Frohndienst gehn; Endlich wird man dürr und träge, Endlich kommts zum Stillestehn. 10. Nun, was hat man da gewonnen? Unruh ist der saure Lohn. Euer Vorsatz ist zerronnen; Eure Hoffnung eht davon. Woran fehlts? an will nicht wissen, Daß mit einer Opfergab, Da man Glaube und Rechtfertigung. 189 ihm den Leib zerrissen, Chri⸗ stus uns vollendet hab. 11. Der im Namen aller Seelen Unsern Schuldbrief übernahm, Wußte alles her⸗ zuzählen, Als es zum Be⸗ zahlen kam. Was im Fleisch und Herz und Nieren Lange als verborgen schlief, Nächst dem, was wir wirklich spü⸗ ren, Stand schon alles in dem Brief. 12. O wir sind Gott viel zu schlechte! Er läßt sich mit uns nicht ein, Soll er über seinem Rechte Gegen uns be⸗ friedigt sein. Christus sprach zur rechten Stunde: Sieh, ich komm mit meinem Leib, Da im Volk von deinem Bunde Dleth. mehr dein Schuldner eib. 13. Kurz, mit Einer Opfer⸗ gabe Hat das Lamm so viel ethan, Daß das Volk von seuer Habe Sich vollendet nennen kann. Unsere Ge⸗ rechtigkeiten Wachsen nicht mit unsrer Kraft, Weil ihr Grund vor unsern Zeiten In dem Opfer Jesu haft. Jeh. Pischel, geb.1711, st. 1742. 274. Mein Jesu, dem die Seraphinen Im Glanz der bedrater Mäjestät Selbst mit edecktem Antlitz dienen, Wenn dein Befehl an sie ergeht: Wie sollten blöde Fleisches⸗ augen, Die der verhaßten Sünden Nacht Mit ihrem Schatten trüb gemacht, Dein helles Licht zu schauen taugen? 190 2. Doch gönne meinen Glau⸗ bensblicken Den Eingang in dein Heiligtum, Und laß mich deine Gnad erquicken Zu meinem Heil und deinem Ruhm. Reich deinen Scepter meiner Seele, Die sich in Demut vor dir neigt Und dir als deine Braut sich zeigt; Sprich: ja, du bists, die ich erwähle. 3. Sei gnädig, Jesu, voller Güte, Dem Herzen, das nach Gnade lechzt. Hör, wie die Zung in dem Gemüte: Gott sei mir Armen gnädig! ächzt. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen. Wie könntest du ungnädig sein Dem, den dein Blut von Schuld und Pein Erlöst, da es so reich geflossen? 4. Ich fall in deine Gnaden⸗ hände Und bitte mit dem Glaubenskuß: Gerechter Kö⸗ nig, wende, wende Die Gnade zu der Herzensbuß! Ich bin gerecht durch deine Wunden; Es ist nichts Sträflichs mehr an mir. Bin aber ich ver⸗ söhnt mit dir, So bleib ich auch mit dir verbunden. 5. Ach, laß mich deine Weis⸗ heit leiten Und nimm ihr Licht nicht von mir weg! Stell deine Gnade mir zur Seiten, Daß ich auf dir be⸗ liebtem Steg Beständig bis ans Ende wandle, Damit ich auch zu dieser Zeit In Lieb undHerzensfreundlichkeitNach deinem Wort und Willen handle. Glaube und Rechtfertigung. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe Und stärke mich durch deine Macht, Daß ich im Glauben sieg und stehe, Wenn Stärk und List der Feinde wacht. So wird dein Gnadenreich auf Erden, Das uns zu deiner Ehre führt Und endlich gar mit Kronen ziert, Auch in mir ausge⸗ breitet werden. 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen. Erwähl es, Herr, zu deinem Thron. Hast du aus Lieb ehmals verlassen Des Himmels Pracht und deine Kron, So würdge auch mein Herz, o Leben, Und laß es deinen Himmel sein, Bis du, wenn dieser Bau fällt ein, Mich wirst in deinen Himmel heben. 8. Ich steig hinauf zu dir im Glauben; Steig du in Lieb herab zu mir. Laß mir nichts diese Freude rauben. Erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, So lang in mir das Herz sich regt; Und wenn dasselb auch nicht mehr schlägt, So soll doch noch die Liebe währen. Wolfg. Chr. Deßler, geb. 1660, fl. 1722 Luk. 10, 38—42. 275. Eins ist not! Ach, Herr, dies eine Lehre mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und pla⸗ get Und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies setzt, So in allem 2. Seel⸗ finden, S tur. Laß, hinten; die Natr die Mens einet, V Fülle ers das beste Mein ECi mein sel 3. Wie Auf des sie sich z Andacht entbrant hören,2 land, sie alles we versenkt in einer 4. Als langen, nach di an dir zu fihr umkehr fen, St in Lie dein W und G man n 5. A Fülle liegt. mein Schran die Da gieret heit, d erz will ähl es, In. Hast derlassen cht und oge auch Und laß in, Bis nu fällt deinen f zu dir du in daß mir rauben. anz mit ürchten, lang in 3t; Und ht mehr noch die „ st. 1722 42. t! Ach, re mich andre, ja nur arunter nd pla⸗ wahres Erlang ich dies eine, das alles er⸗ setzt, So werd ich mit einem in allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden, Suchs bei keiner Krea⸗ tur. Laß, was irdisch ist, da⸗ hinten; Schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in einem ver⸗ einet, Wo alle vollkommene Fülle erscheinet, Da, da ist das beste, notwendigste Teil, Mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen Auf des Einigen Genieß, Da sie sich zu Jesu Füßen Voller Andacht niederließ; Ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, Was Jesus, ihr Hei⸗ land, sie wollte belehren; Ihr alles war gänzlich in Jesum versenkt, Und wurde ihr alles in einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Ver⸗ langen, Liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich. an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehrten zum größesten Hau⸗ fen, So will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen; Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt! 5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, Worinnen die Demut und Einfalt re⸗ gieret Und mich zu der Weis⸗ heit, die himmlisch ist, führet. Glaube und Rechtfertigung. 191 Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, So hab ich der Weisheit voll⸗ kommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, Als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen, Durch dein teures Opferblut. Die⸗ höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestor⸗ ben; Die Kleider des Heils ich da habe erlangt, Wo⸗ rinnen mein Glaube in Ewig⸗ keit prangt. 7. Nun, so gieb, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht. Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum öttlichen Wandel und Leben, Ni in dir, mein Heiland, mir alles gegeben. Entreiße mich aller vergänglichen Lust; Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ia, was soll ich mehr verlangen? Mich bedeckt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen In das Heilge durch dein Blut. Da hast du die ewge Erlösung erfun⸗ den, Daß ich nun der hölli⸗ schen Herrschaft entbunden. Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt; Im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude Jetzo meine Seel ergötzt, Weil auf eine frische Weide Mein Hirt Jesus mich 192 gesetzt. Nichts Süßers kann also mein Herze erlaben, Als wenn ich nur, Jesu, dich im⸗ C mer soll haben. Nichts, nichts ist, das also mich in⸗ nig erquickt, Als wenn ich dich, Jesu, im Glauben er⸗ blickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine Sollst mein Ein und Alles sein. Prüf, erfahre, wie ichs meine; Tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichen Stege, Und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege. Gieb, daß ich hier alles nur achte für Kot Und Jesum gewinne. Dies eine ist not. Joh. Heinr. Schröder, g. 1667, st. 1728. Mel. O Gott, du frommer Gott. 276. Versuchet euch doch selbst, Ob ihr im Glauben stehet, Ob Christus in euch ist, Ob ihr ihm auch nach— ehet In Demut und Geduld, Iu Sanftmut, Freundlichkeit, In Lieb dem Nächsten stets Zu dienen seid bereit. 2. Der Glaube ist ein Licht Glaube und Rechtfertigung. worden ist, Preist er die Chris. hoch, Bekennet Jesum ri 4. Er hofft in Zuversicht, Was Gott im Wort zusaget; Drum muß der Zweifel fort; Die Schwermut wird ver⸗ jaget. Sieh, wie der Glaube bringt Die Hoffnung an den Tag; Hält Sturm und Wet⸗ 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb. Weil man aus Gottes Händen Nimmt alle Dinge an, Will man nicht zürnen, schänden; Denn alles uns zu Nutz Und Besten ist gemeint. Drum dringt die Liebe durch Auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind: Er giebt uns seinen Sohne, Sein eingebornes Kind, Zu einem Gnadenthrone; Setzt Liebe gegen Haß. Wer gläu⸗ big dies erkennt, Wird bald in Lieb entzündt, Die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott gethan, Thun wir dem Nächsten eben. Droht er uns mit dem Tod: Wir zeigen ihm das Leben. Im Herzen tief verborgen, Fluch Bricht als ein Glanz hervor, Scheint als der helle Mor⸗ en, Erweiset seine Kraft, acht Christo gleichgesinnt, Verneuert Herz und Mut, Macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, Und will es in Einfalt Dem Nächsten wiedergeben. Die⸗ ucht er, so segnen wir. In Schande, Spott und Hohn Ist unser bester Trost Des Himmels Ehrenkron. 8. Setzt uns Gott auf die Prob, Ein schweres Kreuz zu tragen: Der Glaube bringt Geduld, Macht leichte alle Plagen. Statt Murren, Un⸗ geberd Wird das Gebet er⸗ weckt, Weil aller Angst und — weil er überreich In Christo ter aus, Besteht im Ungemach. * Not Von Gott ein Ziel gesteckt.* 9. Ma Sein C Wie au Hält ar Verzage trauet nichtet nur au 10. H dienst; Stärke, Zu übe ab von Verme Gottes schwere 11.S Ob C Denn nach d machet lig; n guten auch 12. dann Glaul Mach raube Schei Du b Bewoe J. J. Mel. 4 2⁷ Zuve und fall Herz völli den Wa M t er die et Jesum zuversicht, zusaget; eifel fort; vird ver⸗ er Glaube g an den und Wet⸗ Ungemach. vächst die 8 Gottes le Dinge t zürnen, es uns zu t gemeint. iebe durch uf Feind. es Feind: n Sohne, Rind, Zu, ne; Setzt Ber gläu⸗ Bird bald Die allen tt gethan, sten eben. sem Tod: 8 Leben. ien wir. ind Hohn ost Des — auf die 5 Kreuz be bringt hte alle en, Un⸗ zebet er⸗ igst und gesteckt.* Glaube und Rechtfertigung. 193 9. Man lernet nur dadurch 2. Wer sein Herz also stärkt Sein Elend recht verstehen,‚ Wie auch des Höchsten Güt; Hält an mit Bitten, Flehen; Verzaget an sich selbst Und trauet Christi Kraft; Ver⸗ nichtet sich zu Grund, Saugt nur aus Jesu Saft; 10. Hält sich an sein Ver⸗ dienst; Erlanget Geist und Stärke, In solcher Zuversicht Zu üben rechte Werke; Steht ab vom Eigensinn, Flieht die Vermessenheit, Hält sich in Gottesfurcht Im Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, Ob Christus in dir lebet; Denn Christi Leben ists, Wo⸗ nach der Glaube strebet. Erst machet er gerecht, Dann hei⸗ lig; wirket Lust Zu allem guten Werk. Sieh, ob du auch so thust. 12. Gieb, Herr, und mehre dann In mir den wahren Glauben, So kann mich keine Macht Der guten Werk be⸗ rauben. Wo Licht ist, geht der Schein Freiwillig davon aus. Du— mein Herr und Gott: Bewahr mich als dein Haus! J. J. Breithaupt, geb. 1658, st. 1732. Mel. Es ist das Heil uns kommen ꝛc. 277. Der Glaub ist eine Zuversicht Zu Gottes Gnad und Güte. Der bloße Bei⸗ fall thut es nicht. Es muß Herz und Gemüte Zu Gott völlig gerichtet sein Und grün⸗ den sich auf ihn allein Ohn Wanken und ohn Zweifel. M R. Gesangbuch. und steift In völligem Ver⸗ trauen, Und Jesum Christum recht ergreift, Auf sein Ver⸗ dienst thut bauen: Der hat des Glaubens rechte Art Und kann zur seligen Hinfahrt Sich schicken ohne Grauen. 3. Dies aber ist kein Men⸗ schenwerk; Der Glaub kommt von dem Herren. Drum bitt, daß er ihn in dir stärk Und täglich woll vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, Die guten Werke, an dir sein; Sonst ist dein Glau⸗ be eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, Des Glaubens sich wolln rühmen Und doch die Werke nehmen an, So Chri⸗ sten nicht geziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, Daß sein Glaub nur sei Heuchelei Und werd zur Höll ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein from⸗ mer Christ Mit Ernst sein angelegen, Daß er aufrichtig jeder Frist Sich halt in Got⸗ tes Wegen; Daß sein Glaub ohne Heuchelei Vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei Und vor dem Nächsten leuchte. Ludw. Andr. Gotter, g. 1661, st. 1735. 278. Mein Heiland nimmt die Sünder an, Die unter ihrer Last der Sünden Kein Mensch, kein Engel trösten kann. Die nirgend Ruh und Rettung finden. Den selbst die weite Welt zu klein, Die 194 Glaube und Rechtfertigung. sich und Gott ein Greuel sein; Den Moses schon den Stab gebrochen Und sie der Hölle zugesprochen, Wird diese Freistatt aufgethan. Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches erz Trieb ihn von seinem Thron auf Erden. Ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, An ihrer statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not Und schmeckte den verdienten Tod. Nun, da er dann sein eigen Leben Zur teuren Zahlung hingegeben Und seinem Vater gnug ge⸗ than, So heißts: Er nimmt die Sünder an. 3. Nun findet man in sei⸗ nem Schoß Ein sichres Schloß gejagter Seelen. Er spricht sie von dem Urteil los Und tilgt ihr jammervolles Quä⸗ len. Es wird ihr ganzes Sündenheer Ins unergründ⸗ lich tiefe Meer Durch seinen Tod und Blut versenket Und ihnen Gottes Geist geschenket, Der freudig Abba rufen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie dem Vater hin In seinen blut⸗ befloßnen Armen. Das neigt sodann den Vatersinn Zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie auf an Kindes statt; Ja alles, was er ist und hat, Wird ihnen eigen übergeben; Und selbst die Thür zum ewgen Leben Wird ihnen fröhlich aufgethan. Mein S Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. O solltest du sein Herze sehn, Wie sichs nach armen ündern sehnet, Sowohl wenn sie noch irre gehn, Als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie eilt er in Zachäi Haus, Streckt Herz und Hand nach Zöllnern aus! Wie stillt er jener Magdalenen Den milden Guß erpreßter Thrä⸗ nen, Denkt des nicht mehr, was sie gethan! Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, Ob er gleich noch so tief gefallen! Dies hat er nicht allein gethan, Da er auf Erden müssen wallen; Nein, er ist immer einerlei, Gerecht und fromm und ewig treu; Und wie er unter Schmach und Leiden, So ist er auf dem Thron der Freu⸗ den Den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt Und wen sein Sündengreul betrübet, Zu dem, der keinen von sich weist, Der sich gebeugt zu ihm be⸗ giebet. Wie, willst du dir im Lichte stehn Und ohne Not verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, Da, dich zu retten, er erschie⸗ nen? O nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt; Komm nur, so gut brünst komm heran die S 9. zu gr Güter und Er he laden nur r Fall soll binde noch wenn Mein Sün 10. Es i erstd wird Die ßen. höre den mmt die sein Herze uch armen Sowohl gehn, Als vor ihm in Zach und Hand Wie stillt nen Den 'ter Thrä⸗ icht mehr, Mein Hei⸗ ünder an. blickt er gleich noch ies hat er „Da er wallen; r einerlei, und ewig er unter n, So ist der Freu⸗ liebreich Heiland an. nn, wer wen sein ibet, Zu sich weist, ihm be⸗ t du dir nd ohne Willst 'r dienen, e erschie⸗ rlaß die Heiland du weißt zu kommen. Wenn dich die Last gleich nieder⸗ drückt, Wirst du auch krie⸗ chend angenommen. wie sein Herz dir offen steht, Und wie er dir entgegen geht! Wie oft hat er nicht voll Verlangen Gesucht dich brünstig zu umfangen! So komm denn, armes Herz, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: Ich habs zu grob gemacht Und alle Güter seiner Gnaden So lang und schändlich durchgebracht: Er hat mich oft umsonst ge⸗ laden. Wenn du es jetzt nur redlich meinst Und deinen Fall mit Ernst beweinst, So soll ihm nichts die Hände binden, Und du solltt jetzt noch Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit; Ich muß erst diese Lust genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut Die offne Gnadenpforte schlie⸗ ßen. Nein, weil er ruft, so höre du Und greif mit bei⸗ den Händen zu. Wer diesen Tag sein Heil verträumet, Hat eine Gnadenzeit versäu⸗ met, Die ihm den Himmel aufgethan. Heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, Holdselig süßer Freund der Sünder. Erfüll mit seh⸗ Glaube und Rechtfertigung. Sieh, b ö nender Begier Auch uns und 195 alle Adamskinder. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz Dein aufgeschloßnes Liebes⸗ herz. Und wenn wir unser Elend sehen, So laß uns ja nicht stille stehen, Bis daß ein jeder sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an! Leop. Franz Fr. Lehr, g. 1709, st. 1744. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 279. Jesus nimmt die Sün⸗ der an! Saget doch dies Trost⸗ wort allen, Welche von der rechten Bahn Auf verkehrten Weg verfallen. ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert, Doch hat er in seinem Worte Eidlich sich dazu er⸗ klärt. Sehet nur, die Gna⸗ denpforte Ist hier völlig auf⸗ gethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es ein treuer Hirte. 5 Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das Verirrte, Daß es nicht verderben kann. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, Kommet, ihr geängsten Sün⸗ der! Jesus rufet euch und er Macht aus Sündern Gottes⸗ kinder. Glaubets doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, Daß dies Wort mich 196 trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts. Ob die Sünden blut⸗ rot wären, Müssen sie, kraft deines Bluts, Sich dennoch in schneeweiß kehren, Da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen schreckt mich nicht; Moses darf mich nicht verklagen. Der mi frei und ledig spricht, Hat die Schulden abgetragen, Daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich auch hat er an⸗ genommen Und den Himmel aufgethan, Daß ich selig zu ihm kommen Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdm. Neumeister, geb. 1671, st. 1756. Mel. O, daß ich tausend Zungen ꝛc. 280. Ich habe nun den Grund gefunden, Der meinen Anker ewig hält. Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, Der Grund, der unbeweglich steht, Wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbar⸗ men, Das alles Denken über⸗ steigt; Es sind die offnen Liebesarme Des, der sich zu dem Sünder neigt, Dem alle⸗ mal das Herze bricht, Wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll Glaube und Rechtfertigung. eholfen sein. Deswegen kam sein Sohn auf Erden Und nahm hernach den Himmel ein; Deswegen klopft er für und für So stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden Durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden. Da findet kein Verdammen ch statt, Weil Christi Blut be⸗ ständig schreit: Barmherzig⸗ keit! Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläu⸗ big senken, Dem will ich mich getrost vertraun, Und wenn mich meine Sünden kränken, Nur bald nach Gottes Her⸗ zen schaun; Da findet sich zu aller Zeit Unendliche Barm⸗ herzigkeit. 6. Wird alles andre weg⸗ gerissen, Was Seel und Leib erquicken kann; Darf ich von keinem Troste wissen Und scheine völlig ausgethan; Ist die Errettung noch so weit: Mir bleibet doch Barmher⸗ zigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, Ja, häuft sich Kum⸗ mer und Verdruß, Daß ich mich noch in vielen Stücken Mit eitlen Dingen mühen muß; Werd ich 0 bof oft sehr zerstreut, So hoff ich auf Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, Darinnen ich ge⸗ wandelt bin, Viel Unvoll⸗ fallt wohl e bemerken, So fällt wohl alles Rühmen hin; — egen kam den Und Himmel fter für n unsers lcher alle risti Tod pas heißt erbinden. dammen Blut be⸗ mherzig⸗ n, So ꝛen hin; Doch ist auch dieser Trost bereit: Ich hoffe auf Barm⸗ herzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, Bei dem so viel Er⸗ barmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, Damit es das nur nicht vergißt, So stehet es in Lieb und Leid In, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, So lange mich die Erde trägt. Das will ich denken, thun und treiben, So lange sich ein Glied be⸗ wegt. So sing ich einstens höchst erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit. Joh. Andr. Rothe, geb. 1688, st. 1758. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt ꝛc. 281. Aus Gnaden soll ich selig werden. Herz, glaubst dus, oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd geberden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, So muß auch dieses Wahr⸗ heit sein: Aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen; Die eignen Werke fallen hin. Der Mitt⸗ ler, der im Fleisch erschienen, Da diese Ehre zum Gewinn, Daß uns sein Tod das Heil gebracht Und uns aus Gna⸗ den selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: Aus Gnaden! So oft dich deine Sünde plagt, So nichts mehr hoffen kann. oft dir will der Satan scha⸗ Glaube und Rechtfertigung. 197 den, So oft dich dein Ge⸗ wissen nagt. Was die Ver⸗ nunft nicht fassen kann, Das heut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden Und über⸗ nahm die Sündenlast. Was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sprich! wo du was zu rühmen hast. Wars nicht, daß er dein Bestes wollt Und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, So lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schrei⸗ ben, Was Gott in seinem Wort anpreist, Worauf all unser Glaube ruht, Ist: Gna⸗ de durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, Denk nicht: Wahr is ich greif auch zu. Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder Aus Gnaden zur ver⸗ heißnen Ruh; Doch nimmt er nicht zu Gnaden an, Der noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, Tret ab von aller Cünder Nur, wenn der Sünder sich bekehret, Dann lernt er erst, was Gnade sei. Beim Sündgen scheint die Gnad gering; Dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen Das Herz des Vaters aufgethan, Wenns unter größter Angst und Schmerzen Nichts sieht und 198 Glaube und Rechtfertigung. Wo nähm ich oftmals Stär⸗ kung her, Wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben. Ich glaube; darum ist mir wohl. Ich weiß mein sündliches Ver⸗ derben, Doch den auch, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, Weil mich die Gnade selig macht. 10. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel. Ich schwinge meine Glaubens⸗ fahn Und geh getrost, trotz allem Zweifel, Durchs rote Meer nach Kanaan. Ich laub, was Jesu Wort ver⸗ spricht Ich fühl es oder fühl es nichi. Christ. Eudw. Scheidt, st. 1759. Mel. Ringe recht, wenn Gottes ꝛc. 282. Ach, wo findet meine Seele, Wenn ihr Mosis Don⸗ S ner blitzt, Eine tiefe Felsen⸗ 4 Da der Glaube sicher itzt 2. Keine weiß ich, als die Wunden, Die man meinem 8s Slis schlug, Als er Mo⸗ is Fluch empfunden, Als er meine Sünden trug. 3. Wer kann mir die Frei⸗ statt sagen, Die dem Sün⸗ der offen steht, Wenn er un⸗ ter Furcht und Zagen Nach Errettung seufzt und fleht? 4. Keine weiß ich, als die Wunden, Welche Gottes Lamm empfing, Das, von Liebesmacht gebunden, In P des Todes Rachen ging. 5. Wohin soll ich mich ver⸗ stecken? Ach, wo treff ich Kleider an, Daß ich meine Schande decken Und vor Gott bestehen kann? 6. Keine weiß ich, als die Wunden, Die vom Haupte bis zum Fuß Meine Seel an dem gefunden, Der am Kreuz verbluten muß. 7. Aber meiner Schulden Menge(Ach, sie sind wie Sand am Meer!) Bringt mich heftig ins Gedränge, Schreit: wo kommt die Zah⸗ lung her? 8. Keine weiß ich, als die Wunden Und sein Blut, das Lösegeld. Schuld und Rech⸗ nung ist verschwunden. Er versöhnt die ganze Welt. 9. Weiß denn niemand eine Quelle, Die den Durst des Herzens löscht Und den chmutz der Sündenfälle Ganz von meiner Seele wäscht? 10. Keine weiß ich, als die Wunden Und des heilgen Lammes Blut. Ach, es labt mich alle Stunden! Ach, es macht mich rein und gut! 11. Wo ist aber eine Hütte, Tag und Nacht daheim zu sein, Daß mein Herz sich nicht zerrütte? Sagt, wo geh ich aus und ein? 12. Keine weiß ich, als die Wunden, Die der Herr dem Thomas wies. Wer sich da hineingefunden, Hat ein ewig E. G. Woltersdorf, geb. 1725, st. 1761 aradies. Mel. Hi 2 zerrisse vollbre lassen Fluch Not si welche ganzer 2. mich ver⸗ treff ich meine vor Gott • 90 die Haupte Seel an am Kreuz Schulden sind wie Bringt Bedränge, die Zah⸗ als die Blut, das nd Rech⸗ den. Er Welt. iand eine Durst des ind den ndenfälle r Seele als die heilgen es labt Ach, es gut! ie Hütte, heim zu sich nicht geh ich als die err dem sich da ein ewig 5„ st. 1761 Mel. Hilf, Gott, daß mirs gelinge. 283. Die Handschrift ist zerrissen, Die Zahlung ist vollbracht. Er hat michs lassen wissen, Den man zum Fluch gemacht, Dem meine Not sein Blut geraubt, An welchen meine Seele Von ganzem Herzen glaubt. 2. Ich weiß sonst nichts zu sagen, Als daß ein Bürge kam, Der meine Schuld ge⸗ tragen, Die Rechnung auf sich nahm Und sie so völlig hingezählt, Daß von der gan⸗ zen Menge Nicht das ge⸗ ringste fehlt. 52 3. Lamm, du hast meine Schulden, Die niemand zäh⸗ len kann, Durch schmerzliches Erdulden Auf ewig abgethan. Du hast an meine Not gedacht Und durch den Drang der Liebe Dich selbst zur Schuld gemacht. 4. Die Nägel deiner Wunden Zerstücken meinen Brief, Der alle Tag und Stunden An Zahlen höher lief. Dein völlig ausgeströmtes Blut, Dein heilges Thun und Lei⸗ den Macht alle Rechnung gut. 5. Ich setze dich zum Bürgen, Weil du es selbst gethan. Will Moses mich erwürgen, So zieh ich Jesum an. Wenn Satan mein Gewissen schreckt, So rettet mich der Glaube, Den Christi Blut bedeckt. 6. Wer Sünde thut und liebet, Der ist des Teufels Knecht. Wen seine Schuld betrübet, Der ist vor Gott Glaube und Rechtfertigung. 199 gerecht. Wer sich beim Richter selbst verklagt, Der wird von seinen Schulden Auf ewig losgesagt. 7. Wenn ich mich selbst be⸗ trachte, So wird mir angst und weh. Wenn ich auf Jesum achte, So steig ich in die Höh, So freut sich mein erlöster Geist, Der durch das Blut des Lammes Gerecht und selig heißt. 8. Lamm Gottes, deinen Wunden Verdank ichs Tag und Nacht, Daß sie den Rat gefunden, Der Sünder selig macht. Gelobet sei dein To⸗ desschweiß, Und allen deinen Schmerzen Sei ewig Ehr und Preis. E. G. Woltersdorf, geb. 1725, st. 1761. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir 284. Gelobet seist du, Je⸗ sus Christ, Daß du der Sün⸗ der Heiland bist, Und daß dein unschätzbares Blut An armen Sündern Wunder thut. 2. Gelobet sei des Vaters Rat, Der dich der Welt ge⸗ schenket hat, Und weil er viel Erbarmen hegt, Dir alle Schulden auferlegt. 3. Gelobet sei der heilge Geist, Der uns zu dir, o Jesu, weist; Zu dir, o Arzt, der jedermann Durch seine Wunden heilen kann. 4. Gott Lob! nun ist auch Rat für mich. Mein Gott und Herr, ich glaub an dich, An dich, der alles hingezählt, 200 Glaube und Was mir an meiner Rech⸗ nung fehlt. 5. Die Schulden sind mir angeerbt; Ich bin nicht halb, nein, ganz verderbt; Ich treff auch keinen Heller an, Den ich zur Lösung zahlen kann. 6. Gott Lob, daß ich nun weiß, wohin, Ich, der ich krank und unrein bin, Den Furcht und Scham und Zweifel quält, Und dem nicht mehr, als alles fehlt. 7. Mein Jesus nimmt die Sünder an. Ich komme zu ihm, wie ich kann; Denn wer sich selber besser macht, Von dem wird Christi Blut veracht. 8. Der Kranke wird nicht erst gesund, Er macht dem Arzt die Krankheit kund. So komm ich, Gottes Lamm, zu dir; Ich weiß, du thust dein Amt an mir. 9. Vergebung heilt mein anzes 9233 Sie tilgt die Furht, sie stillt den Schmerz, Sie bringt mir Ruhe, Kraft und Licht, Erfüllet mich mit Zuversicht. 10. Die Seele wird von Banden frei; Sie lobt und singt und fühlt dabei, Daß eines neuen Geistes Kraft Sie ganz belebt und Früchte chafft. 11. So macht der Glaub an Christi Blut In armen Sün⸗ dern alles gut, Und was noch Böses übrig bleibt, Ist Not, die uns zum Heiland treibt. 12. Gelobet seist du, Jesu Rechtfertigung. Locherh. bist Und daß du, hocherhabner Fürst, Der Sün⸗ der Heiland bleiben wirst. E. G. Woltersdorf, geb. 1725, st. 1761. Mel. Jesu, meine Freude. 285. Quälende Gedanken, 5— Furcht und Wanken, ört doch einmal auf. Laßt mich Jesum schauen, Seiner Gnade trauen; Hemmt mir nicht den Lauf. Christi Blut macht alles gut; Und was ich verschuldet habe, Liegt in seinem Grabe. 2. Freilich bin ich schnöde, Unrein, wüst und öde, Aller Sünden voll; Aber mein Er⸗ barmer, Dessen Blut ich Ar⸗ mer Gläubig schöpfen soll, Locket mich 0 stark zu sich, Daß ichs endlich wage Und ihm alles klage. 3. Weil ich denn die Sünde Tiefgebeugt empfinde, Die mein Herz beweint; Weil ich sie verfluche Und nichts an⸗ ders suche, Als den Seelen⸗ freund: So bin ich ganz sicherlich Schon mit dessen Blut bedecket, Der mein Herz erwecket. 4. Nicht vollkommne From⸗ men,— Sünder sollen kom⸗ men, Sünder nimmt er an. Die sich gottlos sehen Und um Gnade flehen, Die sind wohl daran. Wer die Kraft, die Gutes schafft, Gar nicht in sich selbst erblicket, Der wird hier erquicket. 5. Nun, so will ichs wagen, Christ, Daß du der Sünder Ganz getrost zu sagen: Jesu fröhlch — Blut i ich fun n wirst. 1725, st. 1761. Freude. Gedanken, d Wanken, auf. Laßt n, Seiner emmt mir risti Blut Und was e, Liegt in ch schnöde, öde, Aller mein Er⸗ ut ich Ar⸗ öpfen soll, irk zu sich, daß du, Der Sün⸗ fröhlich les klage. die Sünde nde, Die Weil ich nichts an⸗ n Seelen⸗ ich ganz nit dessen mein Herz ne From⸗ llen kom⸗ nt er an. hen Und Die sind ie Kraft, har nicht let, Der wagen, * n: Jesu Blut ist mein. Gnade hab ich funden Und durch seine Wunden Kann ich ruhig sein. Christi Huld hat meine Schuld, Meine Furcht und Tod ver⸗ schlungen. Ihm sei Lob ge⸗ sungen! 6. Quälende Gedanken, weifel, Fuͤrcht und Wanken, Störet mich nicht mehr. Wa⸗ rum soll ich zagen Und mich selber plagen? Jesus liebt mich sehr. Tag und Nacht bin ich bedacht, Mich im Glauben recht zu üben. So kann ich ihn lieben. E. G. Woltersdorf, geb. 1725, st. 1761. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich ꝛc. 286. Zu dir ist meine Seele stille, Mein Herr, mein Gott, auf den mein Glaube blickt. Aus deiner Gnaden reicher Fülle Fließt mir der Trost, der meinen Geist er⸗ quickt. Da alle Welt nicht raten, helfen kann, Treff ich bei dir, was mich beruhigt, an. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, Du weißt, wonach das arme Herz sich sehnt. Du siehst, wie unter bangen Sor⸗ gen Voll Kümmernis das Auge zu dir thränt. Dies liegt mir an: ich möchte gerne rein Und durch dein Blut, o Lamm, entsündigt sein. 3. Ich dank es ewig deiner Gnade, Die mich gesucht, die mich vom Schlaf erweckt, Die mir, wie tief mein innrer Schade, Durch deinen Geist recht deutlich aufgedeckt, Und Glaube und Rechtfertigung. 207 die zugleich, da mich mein Elend beugt, Mir Hülf und Rat in deinen Wunden zeigt. 4. Die sind doch auch für mich geschlagen. Wer Sün⸗ der heißt, den geht der Hei⸗ land an, Der alle Schulden abgetragen Und für die Welt auf ewig gnug gethan. Du rufst auch mich zu deinem Kreuze hin. Ich wags aufs Wort und komme, wie ich bin. 5. Mein Hoffnungsgrund ist dein Erbarmen. Ich weiß, dein Herz neigt gerne sich zu mir. Versöhner, Freund der geistlich Armen, Wer zu dir kommt, den stößt du nicht von dir. Dies hast du ja an keinem noch gethan: Ich bin gewiß, an mir fängst dus nicht an. 6. Nein, Jesu, du hast Lust zum Leben. Du rufst mir zu: Getrost, Sohn, du bist mein! Was du gesündigt, ist ver⸗ geben; Nun soll an dir 9— mehr verdammlich sein. Ich schenke dir mein reines Un⸗ schuldskleid Und schmücke dich mit meiner Heiligkeit. 7. So hab ich Gnad bei dir gefunden? Ja, Herr, dein Geist bezeugt es meinem Geist, Der, aller semer Last entbun⸗ den, Mit Dank und Ruhm aus allen Kräften preist, Wie wohl ihm ist, da deine Jesus⸗ macht Ihn unverdient zum Kindschaftsrecht gebracht. 8. Muß ich noch was am Fleische leiden, So duld ich es mit stillgelaßnem Mut. von dir scheiden, Von dir, in dem mein Glaube sicher ruht. Der Schmerz sei groß, ich bleibe doch gesetzt, Weil mich der Trost:„Ich habe Gnad!“ ergötzt. 9. Der ists, der in den letz⸗ ten Stunden Zum letzten Kampf mich stark und mutig macht. Da du den Tod längst überwunden Und dor⸗ ten mir mein Erbe zugedacht, So schlaf ich sanft auf dei⸗ nen Zuruf ein:„Du bist ge⸗ recht; nun sollst du herr⸗ lich sein.“ Andreas Rehberger, geb. 1716, st. 1769. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 287. Ich weiß von keinem andern Grunde, Als den der Glaub in Christo hat. Ich weiß von keinem andern Bunde, Von keinem andern Weg und Rat, Als daß man elend, arm und bloß Sich legt in Christi Seit und Schoß. 2. Ich bin zu meinem Hei⸗ land kommen Und eil ihm immer besser zu. Ich bin auch von ihm aufgenommen Und find in seinen Wunden Ruh. Er ist mein Schatz, mein Erb und Teil, Und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun erfunden Und bin in ihm gerecht und rein. Ich bleibe stets in seinen Wunden; Da kann ich immer sicher sein. Gott siehet mich in Christo Glaube und Rechtfertigung. Kann mich doch nichts mehr an, Daher mich nichts ver⸗ dammen kann. 4. Ich fühle zwar in mir noch Sünde; Allein die scha⸗ det mir nicht mehr, Dieweil ich mich in Christo finde; Doch aber beuget sie mich sehr, Und halt ich nichts ge⸗ ring und klein; Sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben; Doch gläubig und in Christi Kraft. Der alte Mensch muß täglich sterben, Der noch nicht tot am Kreuze haft; Jedoch dies macht mich arm und klein Und lehrt nach Christo ernstlich schrein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen Und seh in allem ihn nur an, Nach seinem Wink einher zu gehen, Daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, Daß ich dein rechter hötein sei. 7. Ich bleib im tiefsten De⸗ mutsgrunde Und will aus Christo nimmer gehn. Ich bleib im allgemeinen Bunde, In allgemeiner Liebe stehn Und hang an Christo ganz allein. Dies soll mein Grund auf ewig sein. 8. O ja, Herr, laß mich in dir bleiben Und nie aus dei⸗ nen Wunden gehn. Laß mich den Geist des Glaubens trei⸗ ben, Und fest in deinem Frie⸗ den stehn, Stets wachsam, still und niedrig sein; So rei⸗ ßet nichts den Grund mir ein. C. H. v. Bogatzky, geb. 1690, st. 1774. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 288. Das ist je gewißlich wahr Und ein Wort voll 237 und Leben, Daß sich esus ganz und gar Für die Sünder hingegeben, Und daß durch ihn jedermann Ewig selig werden kann. 2. O ein teuer wertes Wort, Das der Geist nicht nur an⸗ preiset; Sondern sich auch immerfort Noch bei dem als wahr beweiset, Der sich ganz verloren fiebt Und zu Fesu gläubig flieht. 3. Diese Botschaft ist es wert, Daß sie alle Welt annehme, Und daß jeder, der sie hört, Sich zu Christi Joch beque⸗ me; Denn die ganze Se⸗ ligkeit Ist für alle nun bereit. 4. Keinen schließt nun Jesus aus, Der sich nur nicht selbst will hindern. Seines Vaters Herz und Haus Hat er allen, allen Sündern, Die nur kom⸗ men, aufgethan. Er nimmt alle willig an. 5. Hört es, Menschen, hört es doch! Machet Jesu diese reude Und verlaßt das ndenjoch! Kommt zur Frei⸗ heit und zur Weide, Kommt zum Lebenswasser her, Kommt zum vollen Gnadenmeer! 6. Wollt ihr denn verloren gehn, Da ihr selig werden könnet? Wollt ihr dort zur Linken stehn, Da er euch die Rechte gönnet? Kann euch jene Qual und Pein Lieber als der Himmel sein? 7. Seelen, ach, bedenkt ihrs Glaube und Rechtfertigung. 203 nicht, Was zu eurem Heil gereichet? Denn wen habt ihr im Gericht, Wenn mein Jesus von euch weichet? Ist er hier nicht euer Freund, So ist er dort euer Feind. 8. Heute ruft sein teures Wort Jeden Sünder noch zur Buße. Komm, Verlorner, eile fort, Fall ihm demuts⸗ voll zu Fuße; Fühle wahren Seelenschmerz, Sage ihm dein ganzes Herz! 9. Du bist Jeiu nicht zu schlecht, Nicht zu alt in Sün⸗ den worden, Nicht zu gottlos, ungerecht, Wärst du auch gleich aus dem Orden Derer, die man in der Welt Für die größten Sünder hält. 10. Du hast noch ein Recht an ihn; Denn er ist auch dein Erbarmer. Was er dir erwarb, das nimm Nur im Glauben, als ein Armer, 0 1 Geschenk und Gabe an, o ist alles abgethan. 11. Niemand ist so sehr ver⸗ wundt, Jesus kann und will ihn heilen. Alle macht sein Blut gesund, Die zu seinen Wunden eilen. Wirf dein Elend da hinein, So wirst du von allem rein. 12. Auch du stolzer, der da schon Gut genug zu sein ver⸗ meinet, Beuge dich vor Jesu Thron, Da sein Gnadenlicht noch scheinet, Und wirf ein⸗ mal den Gewinn Deiner Werke vor ihn hin. 13. Wärst du noch so tu⸗ gendreich Und dabei doch ohne Glaube und Gnade, O was gleich! Wie dein Schade! aus Glauben geht, Sand, der nicht besteht. 14. Darum komm als arm und bloß, Jesus will dich selber zieren Und zu seines Vaters Schoß, Durch sein Blut geschmücket, führen. Dann bist du von i schön, Und dein Werk wird nicht vergehn. 15. Doch er sehnt sich auch nach dir, Der du oft zwar angefangen, Aber von der Gnadenthür Weg und ganz zurück gegangen. Komm, Abtrünniger, auch du, Und such einmal wahre Ruh! 16. Hast du oftmals deinen Bund, Den du angelobt, ge⸗ hülfe dir es gar verzagen. groß bliebe nicht deinen Schmerz Denn was nicht dir mit Freuden innen Rechtfertigung. Jesus kennet Und läßt sagen: Stelle Ist wie nur dein Trauern ein; Du sollst in mir selig sein. 20. Jesus kam auch dir zu 9.h Dir gilt sein verdienstlich eben. Dir gehört sein gan⸗ zes Blut, Das er für dich hingegeben. Ja, was nur dir durch seinen Geist. 21. Glaube nun, du bist ver⸗ söhnt; Gott will dich nicht weiter strafen. Dein Feind, der dich gnug verhöhnt, Hat mit dir nichts mehr schaf⸗ fen. Nimmt auch gleich der Tod dich hin, So ist Sterben dein Gewinn. 22. Nun hier bin ich, Herr mein Heil, Mich verlangt brochen, So hat doch sein nach deinen Gaben. Laß mich treuer Mund Noch ein Wort für dich gesprochen: Es fällt zwar das Weltgewicht; Aber meine Gnade nicht. 17. Fang nur heute redlich an; Brauche Ernst im Flehn und Wachen. Wird dir nicht 289 bald aufgethan, So laß dich nichts irre machen; Denn es wird des Herzens Grund Dir dadurch nur besser kund. 18. Lerne auch bei jeder Not, Die dich drückt, auf Jesum schauen Und auf sei⸗ nen Kreuzestod Voller Zuver⸗ sch sicht vertrauen: So erfährst G du mit der Zeit Größre Kraft und Seligkeit. 19. Aber ach, du blödes Herz, Sollst nicht ganz und Armen doch auch teil An den Seligkeiten haben. Mache mich schon selig hier Und dort ewig für und für. Aus MindenRavensberg 1780. Mel. Christus, der ist mein Leben. »Was ist des Men⸗ schen Leben? Ach, Schuld ge⸗ häuft auf Schuld! Bei Gott ist viel Vergeben Und namen⸗ lose Huld. 2. In Tugendstolz sich blä⸗ hen, Was ists, als Tugend⸗ spott? Zehn Fehle sind ge⸗ ehen Vor einem Werk in ott. 3. Herr, zögen nur Gerechte Zum Himmel, thatenschwer, Nur fehllos treue Knechte: Dein Himmel bliebe leer. sein Name heißt, Schenkt er * * 4. den Blinden Ton: S Da er o Hreud) ö 2. Dein, d Mel. Es 290. ein reit nung, 3. Ve gesicht dienet, ter, n versüh mer, sus kennet Und läßt ch dir zu erdienstlich sein gan⸗ für dich was nur eist. öhnt, Hat schaf⸗ gleich der t Sterben derg 1750. ein Leben. es Men⸗ huld ge⸗ Zei Gott namen⸗ sich blä⸗ Tugend⸗ ind g9e⸗ erk in HBerechte ischwer, inechte: leer. Schenkt er 4. Die Krüppel, Lahmen, Blinden Rufst du mit mildem Ton; Sie kommen her und finden, Ihr Plätzchen war⸗ tet schon. 5. Und ihre Schmach ver⸗ hüllet Der Gnade Feierkleid, Und ihren Mangel füllet Des Herrn Barmherzigkeit. 6. O Trost der Erdenpilger, Den Christus uns erwarb, Da er als Sündentilger Am Kreuze für uns starb! 7. friedevoller Glaube! Dein, dein bedarf mein Herz: Wiedergeburt und Heiligung. 205 Sonst sänk es hin zum Raube Dem hoffnungslosen Schmerz. 8. Denn, f auch meiner Seele Wird ihre Last zu schwer. Wer zählet meine Fehle Von meiner Jugend her? 9. Tilg aus mit deinem Blute All Sünden und Vergehn. Es komm auch mir zu gute Des Opferblutes Flehn. 10. O übersieh das Alte! Dein bin ich, wie ich bin. Herr, nimm mich und gestalte Mich ganz nach deinem Sinn. Karl Bernh. Garve, geb. 1763, st. 1841. XV. Wiedergeburt und Heiligung. Ps. 51, 12—14. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 290. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz; Mein Herz ist ganz verderbet. Es fühlt von Sünden großen Schmerz, Die ihm sind angeerbet Und die es noch thut ohne Scheu. Ach, mache, daß es wieder sei, Wie du es hast erschaffen. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, Der, wie du, sei gesinnet; Der stets dir anhangt allermeist Und was du willst, beginnet. Gieb, daß er hasse Fleisch und Blut, Den Glauben üb in sanftem Mut, Zucht, Demut, Hoff⸗ nung, Liebe. 3. Verwirf von deinem An⸗ gesicht, Ob ich es gleich ver⸗ dienet, Mich, allerliebster Va⸗ ter, nicht, Weil Jesus mich versühnet. Laß nimmer, nim⸗ mer, nimmermehr Mich fal⸗ len, als dein Kind, so sehr, Daß du es von dir werfest. 4. Dein heilgen Geist nimm nicht von mir; Den bösen Geist vertreibe, Daß ich, als nie entführt von dir, Stets deine sei und bleibe. Beherr⸗ sche du Herz, Sinn und Mut Durch deinen Geist, so ist es gut Im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, Hilf und vergieb die Sünden; Und sucht dann meine Seele dich, So laß dich von ihr finden Und dein Verdienst, 0 Jesu Christ, Darinnen Trost und Leben ist, Trotz Sünde, Tod und Teufel. 6. Dein heilger Geist erhalt mich doch Mit seinem Freu⸗ denöle, Damit nicht der Ver⸗ zweiflung Joch Verderbe mei⸗ ne Seele. Sei du mein Freund, 206 o Herr, allein. Ach, laß mich ganz dein eigen sein Und führe mich zur Freude. Eudämilia Elisab., Gräfin v. Schwarz⸗ durg-Rudolstadt, geb. 1640, st. 1672. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 291. O großer Gott, du reines Wesen, Der du die reinen Herzen dir sen⸗ steten Wohnung auserlesen, Ach, schaff ein reines Herz in mir; Ein Herz, das von der argen Welt Sich rein und unbefleckt erhält. 2. Vor allem mache mein Gemüte Durch ungefärbte Buße rein Und laß es, Herr, durch deine Güte Und Christi Blut gewaschen sein. Dann mache mich zur Reinigkeit Des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich nach deinem Geiste, Der mein getreuer Beistand sei Und mir er⸗ wünschte Hülfe leiste. Gott, stehe mir in Gnaden bei Und gieb mir einen solchen Geist, Der neu, gewiß und willig heißt. 4. Doch, weil ich meine Schwachheit merke, Mein Va⸗ ter, so verwirf mich nicht Und stoß mich wegen meiner Werke Ja nicht von deinem Ange⸗ sicht. Laß mich hier in der Gnade stehn Und dort in dei⸗ nen Himmel gehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, Ja nun und nimmermehr von mir Und leite mich durch seine Triebe, Durch seinen Beistand für Wiedergeburt und Heiligung. und für. Ja, führe du mich durch die Zeit Hin zu der selgen Ewigkeit. Joh. Olearius, g. 1611, st. 1684. Mel. Wer weiß, wie nahe mir meinꝛt. 292. Mein Gott, ach, lehre mich erkennen Den Selbstbe⸗ trug und Heuchelschein, Daß viele, die sich Christen nen⸗ nen, Mit nichten Christi Glie⸗ der sein. Mein Gott, Mein Gott, Ach, wirk zu deinem Ruhm In mir das wahre Christentum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben Und mir ganz abge⸗ saget sei. Laß mich mir ster⸗ ben, dir zu leben; Ach, mach in mir, Herr, alles neu. Mein Gott, Mein Gott, Ach, wirk zu deinem Ruhm In mir das wahre Christentum! 3. Reiß du mein Herz los von der Erden Und nimm mich von mir selber hin. Laß einen Geist mit dir mich wer⸗ den Und gieb mir meines Heilands Sinn. Mein Gott, Mein Gott, Ach, wirk zu dei⸗ nem Ruhm In mir das wahre Christentum! 4. Ach, führe mir Herz, Leib und Seele, Damit ich Christo folge nach, Daß ich den schma⸗ len Weg erwähle Und Ehre such in Christi Schmach. Mein Gott, Mein Gott, Ach, wirk zu deinem Ruhm In mir das wahre Christentum! 5. Hilf, daß ich Fleisch und Weltgeschäfte Ertöt und dir verbleibe treu, Daß ich an Christi K mir die Mein G wirk zu mir das 6. Laß Ruhm Christer Mel. H 293 ges Lie nem Ar Seelm leuchtet 2. Ert Lust, 8 de Wu mit Kr ten wi 3. Se neuen Gehor sonst, Herz 0 Ar nen ge edu mich zu der 11, st. 1684. mir meinz. ach, lehre Selbstbe⸗ ein, Daß sten nen⸗ isti Glie⸗ ptt, Mein deinem 8wahre dir allein unz abge⸗ mir ster⸗ Üch, mach eu. Mein ch, wirk In mir tum! Herz los d nimm hin. Laß nich wer⸗ meines ein Gott, k zu dei⸗ 8 wahre erz, Leib Christo n schma⸗ nd Ehre ch. Mein ch, wirk In mir im! isch und und dir ich an * V * Christi Kreuz mich heste Und mir die Welt gekreuzigt sei. Mein Gott, Mein Gott, Ach, wirk zu deinem Ruhm In mir das wahre Christentum. 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe Lebendig, fest und thätig sein, Daß ich bis an mein Sterben übe Das Christentum ohn Heuchel⸗ schein. Mein Gott, Mein Gott, Ach, wirk zu deinem Ruhm In mir das wahre Christen⸗ tum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde Des Paradieses Fried und Freud; Wenn ich mit Gott vereinigt werde, Schmeck ich des Himmels Se⸗ ligkeit. Mein Gott, Mein Gott, Ach, wirk zu deinem Ruhm In mir das wahre Christentum! Mel. Herr Jesu Christ, meins ꝛc. 293. Erneure mich, o ew⸗ ges Licht. Und laß von dei⸗ nem Angesicht Mein Herz und Seel mit deinem Schein Durch⸗ leuchtet und erfüllet sein. 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, Feg aus der alten Sün⸗ de Wust. Ach, rüst mich aus mit Kraft und Mut, Zu strei⸗ ten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, Der dir mit Lust Gehorsam leist Und nichts sonst, als was du willst, will. Ach, Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sin⸗ nen gehn; Laß sie nach dem, Wiedergeburt und Heiligung. 207 was droben, stehn, Bis ich dich schau, o ewges Licht, Von Angesicht zu Angesicht. Joh. Fr. Ruopp, st. 1708. 294. Der schmale Weg ist breit genug zum Leben. Wenn man nur sacht und grad und stille geht, So wird man nicht so leichtlich umgeweht. Man muß sich recht hinein begeben, So ist er breit ge⸗ nug zum frommen Leben. 2. Des Herren Weg ist vol⸗ ler Süßigkeiten, Wenn man es nur im Glauben recht be⸗ denkt, Wenn man das Herz nur fröhlich dazu lenkt. Man muß sich recht dazu bereiten, So ist der schmale Weg voll Süßigkeiten. 3. Wie kann ein Bär des Scha⸗ fes Sanftmut üben? Kein wil⸗ der Wolf giebt sich in Schran⸗ ken ein. Wie kann das Fleisch nach Gott gesinnet sein Und diesen Weg des Geistes lie⸗ ben? Es kann kein Bär des Schafes Sanftmut üben. 4. Du mußt erst Geist aus Geist geboren werden, Dann wandelst du des Geistes schma⸗ le Bahn; Sonst ist es schwer und gehet doch nicht an. Weg, schnöder Sinn, du Schaum der Erden! Ich muß erst Geist aus Geist geboren werden. 5. Wer die Geburt aus Chri⸗ sto hat erlanget, Der folgt allein dem Herren treulich nach. Er leidet erst, er trägt erst seine Schmach, Eh er mit ihm im Lichte pranget, 208 Wiedergeburt und Heiligung. Der Geburt aus Christo—4—1 nuch, Sunch un 9710 255 EE Wird mit ihm in sei⸗ bin noch weit! Dein schmale nen Tod begraben, Er wird Weg ist voller Süßigkeit; Das im Grab auf eine Zeit ver⸗ Gute folgt uns da mit Hau⸗ 3e Oinmehahnti Eer Wagt wun Air wachnamfent ie Himmelfahrt; Er krie darauf des Geistes Gaben, Chr. Friedr. Richter, g. 1676, st. 111. Zad ß er Hen mit ihm 5 990 Tod begraben. 295. Es glänzet der Chri⸗ . Derselbe Geist, der Chri⸗ sten iwvendiges Leben, Ob stum hier geübet, Derselbe gleich sie von außen die Son⸗ übt die Jünger Christi auch; ne verbrannt. Was ihnen der Der eine Geist hält immer König des Himmels gegeben, einen Brauch. Kein andrer Ist keinem, als ihnen nur Weg wird sonst beliebet, Der selber, bekannt. Was nie⸗ Rertwaber. wie Christus mand verspüret, Was nie ier geübet. ö mand berühret, Hat ihre er⸗ 8. Und ob es gleich 05 leuchteten Sinne gezieret Und Tod und Dornen gehet, osie zu der göttlichen Würde Ui0ht 585 nur 2 Irrl und gefichret. nicht das Herz. Die Traurig⸗ + ö‚ ö keit läßt keinen tiefen Schmerz; 1 Iladiesen Leute an — Tüienes duc Denaad Schauspiel der Engel, ein Ctel nd Holle ehet der Welt: Und innerlich sind 3— Da⸗ sanste Joch kann ja siie die lieblichsten Bräute, Der Kar ücken. Es wird Zierrat, die Krone, die Jesu A d. 235 Rrae⸗ gefällt. Das Wunder der drücht Der W. nsch Uond fre, Zeiten, Die hier sich bereiten, damit er nicht erstikt. Wer Dem König, dor unter den sich 1 5— in zu schik⸗ Lilien weidet, Zu dienen, in Emt Das zaust Foch gunn güldenen Stücken gekleidet. ja nicht harte drücken. 3. Sonst sind sie des Adams 10. Die leichte Last macht natürliche Kinder Und tragen nur ein leicht Gemüte. Das das Oie leid des Wlasch Herz hebt sich darunter hoch auch. wer 5 en durr Eie 5 empor; Der Geist kriegt Luft, wie nd ere un—. sein Wandel kommt in lor sen un trin en ch e Und schmeckt dabei des Her⸗ Brauch. In leiblichen 3 hen, ren Güte. Die leichte Last In Schlafen und em macht nur ein leicht Gemuͤte. Sieht man sie vor andern 11. Zeuch, Jesu, mich, zeuch nichts sonderlichs machen; Nur da Weltluf 4. Doc göttliche durch s ber gez fen! Zeuch ch mich; ich ein schmaler ßigkeit; Das a mit Hau⸗ mich, zeuch aufen! .1676, st. 1711. zet der Chri⸗ Leben, Ob⸗ en die Son⸗ us ihnen der els gegeben, ihnen nur Was nie⸗ Was nie⸗ Hat ihre er⸗ gezieret Und chen Würde von außen Leute, Ein igel, ein Ckel nnerlich sind Bräute, Der ne, die Jesu Vunder der sich bereiten, unter den dienen, in gekleidet. des Adams Und tragen 8 Irdischen am Fleische, der; Sie es⸗ lach nötigem chen Sachen, nd Wachen vor andern machen; Nur daß sie die Thorheit der Weltlust verlachen. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, Die Gott durch sein mächtig Wort sel⸗ ber gezeugt, Ein Funke und Flämmlein aus göttlicher lamme, Die oben Jerusa⸗ lem freundlich gesäugt. Die Engel sind Brüder, Die ihre Loblieder Mit ihnen gar freundlich und lieblich absin⸗ gen. Das muß denn ganz herrlich, ganz prächtig er⸗ klingen. 5. Sie wandeln auf Erden, und leben im Himmel; Sie bleiben ohnmächtig, und schüt⸗ zen die Welt; Sie schmecken den Frieden bei allem Ge⸗ tümmel; Sie kriegen, die ärm⸗ sten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, Sie bleiben in Freuden; Sie scheinen er⸗ tötet den äußeren Sinnen Und führen das Leben des Glaubens von innen. 6. Wenn Christus, ihr Le⸗ ben, wird offenbar werden, Wenn er sich einst, wie er ist, öffentlich stellt, So werden sie mit ihm, als Götter der Er⸗ den, Auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren Und ewig florieren, Den Himmel als prächtige Lichter auszieren. Da wird man die Freude gar offenbar spüren. 7. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, Dieweil du den göttlichen Samen ge⸗ neußt. Denn das ist Jehovah M R. Gesangbuch. Wiedergeburt und Heiligung. 209 sein göttliches Siegel, Zum Zeugnis, daß er dir noch Se⸗ gen verheißt: Du sollst noch mit ihnen Aufs prächtigste grünen, Wenn erst ihr ver⸗ borgenes Leben erscheinet, Wornach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 8. O Jesu, verborgenes Le⸗ ben der Seelen, Du heimliche Zierde der inneren Welt, Gieb, daß wir die heimlichen Wege erwählen, Wenngleich uns die Larve des Kreuzes verstellt. Hier übel genennet, Und we⸗ nig erkennet, Hier heimlich mit Christo im Vater gelebet; Dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet. Chr. Friedr. Richter, g. 1676, st. 1711 296. Es kostet viel, ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des reinen Geistes le⸗ ben. Denn der Natur geht es gar sauer ein, Sich im⸗ merdar in Christi Tod zu ge⸗ ben; Und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht, Das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, Die ihren Gift in unsre Fersen bringen. Da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, Daß nicht der Gift kann in die Seele drin⸗ gen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit Die Wichtigkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, Wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwä⸗ get, Die ewiglich ein solcher 14 210 Wiedergeburt und Heiligung. Mensch erfährt, Der sich hier stets aufs Himmlische gele⸗ get. Es hat wohl Müh; die Gnade aber macht, Daß mans nicht acht. 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, Ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird der Leib so stark, so hell und rein, So herrlich sein, so lieblich im Gesichte, Dieweil ihn da die wesentliche Pracht So schöne macht! 5. Da wird das Kind den Vater sehn, Im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden. Der lautre Strom wird es da ganz durchgehn Und es mit Gott—5 einem Geist ver⸗ binden. er weiß, was da im Geiste wird geschehn! Wer mags verstehn! 6. Da giebt sich ihm die Weisheit ganz, Die es hier stets als Mutter hat gespüret. Sie krönet es mit ihrem Per⸗ lenkranz; Nun wird die Braut dem Bräutgam zugeführet. Die Pas Dient wird da ganz offenbar, Die in ihr war. 7. Was Gott genießt, ge⸗ nießt es auch, Was Gott be⸗ sitzt, wird ihm in Gott ge⸗ geben; Der Himmel steht be⸗ reit ihm zum Gebrauch. Wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, Als Gott allein. 8. Auf, auf, mein Geist, er⸗ müde nicht, Dich durch die Macht der Finsternis zu rei⸗ ßen! Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Be⸗ denke, was für Kraft uns Gott verheißen! Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn! Wie wohl wirds thun! Chr. Friedr. Richter, g. 1676, st. 1711. Mel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. 297. Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, Sich im⸗ merdar in Christi Tod zu ge⸗ ben; Doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit Den schwe⸗ ren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, Du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau nur, wie gut ers meint! Das klein⸗ ste Kind kann ja die Mutter lieben! Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr: Es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, Daß er es selbst mit reiner Gnade fülle. Der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz; Die Unlust schafft in dir dein eigner Wille. Drum übergieb ihn willig in den Tod; So hats nicht not. 4. Wirf nur getrost den Kum⸗ mer hin, Der nur dein Herz vergeblich schwächt und pla⸗ get. Erwecke nur zum Glau⸗ ben deinen Sinn, Wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget. Sprich: Vater, schau mein E ists get 5. Erh Geduld des V Versieh aus eit daß du stärkest kindlich gescheh 6. La Glaub wird N du, daß cht? Be⸗ raft uns gut wird er Arbeit rds thun! 576, st. 1711. hrist zu sein. t schwer, Und nach en Geistes fatur geht ich im⸗ Cod zu ge⸗ die Gnade den schwe⸗ nur ein darfst ja ebe üben. chau nur, Das klein⸗ ie Mutter rchte dich sehr: Es dert nur es selbst ülle. Der dir gar ie Unlust ier Wille. willig in nicht not. hen Kum⸗ ein Herz und pla⸗ n Glau⸗ in Furcht es Herze r, schau mein Elend gnädig an! So ists gethan. 5. Erhalt dein Herz nur in Geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, So sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; So ist dein Fehl und kindliches Versehn Als nicht geschehn. ö 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, Wenn dich wird Nacht und Finsternis be⸗ decken. Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun; Vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken. Ja, siehst du endlich ferner keine Spur, So glaube nur. 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn Und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen. Was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; Drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wah⸗ rer Christ So selig ist! 8. Auf, auf, mein Geist! was säumest du, Dich deinem Gott ganz kindlich zu erge⸗ ben? Geh ein, mein Herz, geneuß die süße Ruh; In Frieden sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg und Last wirf nur getrost und kühn Allein auf ihn. Chr. Friedr. Richter, g. 1676, st. 1711. 298. Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder; Mein Geist sucht seinen Ursprung Wiedergeburt und Heiligung. 211 wieder. Laß dein erfreuend Angesicht Zu meiner Armut sein gericht! 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; Laß mich in dei⸗ nem Tode sterben. O könnte doch in deiner Pein Die Ei⸗ genheit ertötet sein. 3. Du wollest, Jesu, meinen Willen Mit der Gelassenheit erfüllen. Brich der Natur Gewalt entzwei Und mache meinen Willen frei. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe Und mich in deinen Wegen übe; Nur ist von der Unlauterkeit Die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden Durch deinen Geist geheiligt werden; Der Sinn muß tiefer in dich gehn, Der Fuß muß unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten; Hier gelten nichts der Menschen Thaten, Wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben; Du bist no immer treu geblieben. J weiß gewiß, du stehst mir bei Und machst mich von mir sel⸗ ber frei. 8. Indessen will ich treulich kämpfen Und stets die falsche Regung dämpfen, Bis du dir deine Zeit ersiehst Und mich aus solchen Netzen ziehst. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der 14³ 212 Wiedergeburt und Heiligung. Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit In seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorgen meiner Seelen Ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach, drücke tief in meinen Sinn, Daß ich in dir schon selig bin! 11. Wenn ich mit Ernst hier⸗ an gedenke Und mich in dei⸗ nen Abgrund senke, So werd ich von dir angeblickt, Und mein Herz wird von dir er⸗ quickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, So schmeck ich teils die süße Beute Und füh⸗ le, daß es Wahrheit ist, Daß du, mein Gott, die Liebe bist. Chr. Friedr. Richter, g. 1676, st. 1711. Mel. Eins ist not! Ach Herr, dies ꝛc⸗ 299. Herzog unsrer Selig⸗ keiten, Zeuch uns in dein Hei⸗ ligtum, Da du uns die Stätt bereiten Und hier im Triumph herum Als deine Erkauften siegprächtig willst führen; Laß unsere Bitte dein Herze jetzt rühren: Wir wollen dem Va⸗ ter als Opfer dastehn Und in der Gemeinschaft der Leiden hingehn. 2. Er hat uns zu dir ge⸗ zogen, Und du wieder zu ihm hin. Liebe hat uns überwo⸗ gen, Daß an dir hängt Mut und Sinn. Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben Dem ganzen natürlichen See⸗ lenverderben. Ach, pflanze und setz uns zum Tode hin⸗ zu, Sonst finden wir ewig kein Leben noch Ruh. 3. Aber hier erdenkt die Schlange So viel Ausflucht überall; Bald macht sie dem Willen bange, Bald bringt sie die Lust zu Fall. Es bleibet das Leben am Kleinsten oft kleben Und will sich nicht völ⸗ lig zum Sterben hingeben; Es schütet die besten Absich⸗ ten noch vor Und bauet so Höhen und Festung empor. 4. Drum, o Schlangentreter, eile, Führ das Todesurteil aus! Brich entzwei des Mör⸗ ch ders Pfeile, Wirf den Dra⸗ chen ganz hinaus! Ach, laß sich dein neues erstandenes Leben In unser verblichenes Bildnis eingeben! Erzeig dich hier Und bringe ein neues Geschöpfe herfür! 5. Führe die zerstreuten Sin⸗ nen In dich, Jesu, gänzlich ein, Daß sie neuen Raum ge⸗ 50 sein. Ach, lege die Mächte er Finsternis nieder Und bringe des Geistes verneuten Mut wieder, Der von dem verkläreten Jesu sich nähr Und gegen der Gottheit Ver⸗ ächter sich wehr. 6. Stärke deinen zarten Sa⸗ men, Der dein Mannesalter schafft, Daß wir hier in Jesu Namen Stehn vor Gott in Jünglingskraft, Den Böse⸗ wicht völlig in dir zu besie⸗ gen, Daß endlich die Feinde zu Füßen da liegen. So soll verkläret und herrlich noch winnen, Nur von dir erfüllt vir ewig h. denkt die Ausflucht t sie dem bringt sie 68 bleibet insten oft nicht völ⸗ hingeben; en Absich⸗ bauet so empor. gentreter, odesurteil des Mör⸗ den Dra⸗ Ach, laß rstandenes erblichenes Erzeig dich rlich noch ein neues uten Sin⸗ gänzlich Raum ge⸗ dir erfüllt ie Mächte der Und verneuten ich hr ich nähr theit Ver⸗ arten Sa⸗ nnesalter r in Jesu Gott in en Böse⸗ zu besie⸗ ie Feinde So soll aus dem Tode das Leben ent⸗ stehn Und hier noch in völ⸗ liger Mannheit aufgehn. 7. Lebe denn und lieb und labe In der neuen Kreatur, Lebensfürst, durch deine Gabe Die erstattete Natur. Erwek⸗ ke dein Paradies wieder im Grunde Der Seelen und brin⸗ ge noch näher die Stunde, Da du dich in all deinen Glie⸗ dern verklärst, Sie hier noch des ewigen Lebens gewährst. 8. Gönne uns noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, Deinem Bilde gleich zu werden Im Tod und zu nehmen ein Des Lebens voll⸗ kommene Freiheit und Rechte, Als eines vollendeten Hei⸗ lands Geschlechte. Der Un⸗ glaub mag denken, wir bitten zu viel, So thust du doch über der Bitten ihr Ziel. G. Arnold, geb. 1666, st. 1714. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 300. In Gottes Reich geht niemand ein, Er sei denn neu Datete Sonst ist er bei dem esten Schein Mit Seel und Leib verloren. Was fleisch⸗ liche Geburt verderbt, In der man nichts als Sünde erbt, Das muß Gott selbst ver⸗ bessern. 2. Soll man mit diesem höch⸗ sten Gut In der Gemeinschaft leben, Muß er ein ander Herz und Mut Und neue Kräfte geben; Denn nur sein gött⸗ lich Ebenbild Ist, was alleine Wiedergeburt und Heiligung. 213 vor ihm gilt. Dies muß er in uns schaffen. 3. Ach, Vater der Barmher⸗ zigkeit, Was Jesus uns er⸗ worben, Da er zu unsrer Se⸗ ligkeit Am Kreuz für uns estorben Und wieder aufer⸗ standen ist, So daß du nun versöhnet bist: Das laß auch uns genießen. 4. Dein guter Geist gebär uns neu, Er ändre die Ge⸗ müter, Mach uns vom Sün⸗ dendienste frei, Schenk uns die Himmelsgüter. Zwar in der Tauf ist es geschehn; Doch haben wirs nachher versehn Und solchen Bund gebrochen. 5. Drum wollest du nun durch dein Wort Uns aber⸗ mals erneuern. Wir wollen dir, o treuer Hort, Mit Herz und Mund beteuern, Von nun an nicht in Sicherheit, Viel⸗ mehr mit Fleiß, Beständigkeit Und Treu vor dir zu wandeln. 6. Nimm uns, o Vater, wie⸗ der an! Ob wir gleich schnöde Sünder, Die nicht, was du gewollt, gethan: So werden wir doch Kinder, Wenn uns dein Geist von neuem zeugt Und unser Gian zum Guten neigt Im Glauben und in Liebe. ö 7. Wir wollen denn, was du uns giebst, Hinfüro fester fas⸗ sen. Wir wollen dich, weil du uns liebst, Nicht aus dem Herzen lassen, Daß deine göttliche Natur In uns, der neuen Kreatur, Beständig sei und bleibe. 214 8. Nun, Herr, laß deine Va⸗ terhuld Uns jederzeit bedecken, Damit uns weder Sünden⸗ schuld, Noch Zorn und Stra⸗ fen schrecken. Mach uns der Kindschaft ganz gewiß Und schenk uns einst das Paradies, Das Erbe deiner Kinder. Konr. Gebh. Stübner, um 1727. Mel. Herr Christ, der einig Gotts ꝛc. 301. Herr Jesu, Gnaden⸗ sonne, Wahrhaftes Lebens⸗ licht, Laß Leben, Licht und Wonne Mein blödes Ange⸗ sicht Nach deiner Gnad er⸗ freuen Und meinen Geist er⸗ neuen. Mein Gott, versag mirs nicht! 2. Vergieb mir meine Sün⸗ den Und wirf sie hinter dich; Laß allen Zorn verschwinden, Und hilf mir gnädiglich; La deine Friedensgaben Mein ar⸗ mes Herze laben. Ach, Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner See⸗ len Des alten Adams Sinn Und laß mich dich erwählen, Auf daß ich mich forthin Zu deinem Dienst ergebe Und dir zu Ehren lebe, Weil ich er⸗ löset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis In mir, mein Seelenhort, Und öffne mein Verständnis Wiedergeburt und Heiligung. Auf daß ich für und für Der Sündenwelt absterbe Und nach dem Fleisch verderbe, Hingegen leb in dir. 6. Ach, zünde deine Liebe In meiner Seelen an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben kann, Und dir zum Wohlgefallen Beständig möge wallen Auf rechter Le⸗ bensbahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, Verleih mir Kraft und Mut; Denn das sind Gnadenwerke, Die dein Geist schafft und thut; Hingegen meine Sinnen, Mein Lassen und Beginnen Ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gna⸗ den, Du Vater aller Treu, Wend allen Seelenschaden 5ß Und mach mich täglich neu. Gieb, daß ich deinen Willen Stets suche zu erfüllen, Und steh mir kräftig bei. Eudw. Andr. Gotter, g. 1661, st. 1735. Mel. Mein Herzens⸗Jesu, meine ꝛc. 302. Ein neugebornes Gotteskind Schmeckt seines Baters Liebe, Der ihm in Christo alle Sünd Geschenkt aus reinem Triebe, Der es in seinen Gnadenbund, In welchem es vor diesem stund, Von neuem aufgenommen. Durch dein heiliges Wort, Da⸗ mit ich an dich gläube Und in der Wahrheit bleibe, Zu 1977 der Höllenpfort. 5. Le 2. Ein neugebornes Gottes⸗ kind Darf sich nicht knechtisch scheuen, Weil blöde Furcht it mich in dieser Wü⸗ ihm ganz verschwindt; Es sten Und kreuzge mein Be⸗ gier Samt allen bösen Lüsten, kann sich kindlich freuen. Der Geist der Kindschaft treibt den und für erbe Und verderbe, ne Liebe an, Daß ebe Dich Und dir Beständig echter Le⸗ leih mir ir Kraft das sind dein Geist Hingegen in Lassen böse und der Gna⸗ er Treu, alich nen. glich neu. en Willen llen, Und 661, st. 1735. u, meine ꝛc. Ugebornes ckt seines ihm in Geschenkt „Der es hund, In sem stund, ommen. 5 Gottes⸗ knechtisch de Furcht indt; Es uen. Der treibt den Sinn Zum Schoß des lieben Baters hin, Den es darf Ab⸗ ba nennen. 3. Ein neugebornes Gottes⸗ kind Wird seinen Vater lie⸗ ben, Und weil es ihm ist leichgesinnt, Sich im Gehor⸗ am üben. Es hält ihn für sein höchstes Gut Und lebt mit ihm durch Christi Blut In einem süßen Frieden. 4. Ein neugebornes Gottes⸗ kind Das liebt auch seine Brüder, Die auch von Gott geboren sind, Die auch sind Christi Glieder. Ja, seine Lieb ist allgemein; Es weiß nicht mehr, was Feinde sein, Sein Herz ist ganz durchsüßet. 5. Ein neugebornes Gottes⸗ kind Kämpft gegen alle Sün⸗ den. Es kann den Feind, der andre bindt, Durch Christum überwinden. Greift es der Arge Widernan an, So wird ihm Widerstand gethan, Der tapfre Glaube sieget. 6. Ein neugebornes Gottes⸗ kind Ist brünstig im Verlan⸗ en, Die Milch, die aus dem orte rinnt, Zur Nahrung zu empfangen. Durch dieses süße Lebenswort Wächst es im Guten munter fort Und wird am Geist gestärket. 7. Ein neugebornes Gottes⸗ kind Küßt seines Vaters Rute Und ruft, weil es sie lieb gewinnt: Du thust mir viel zu gute! Es unterwirft 5 ihrer Zucht Und läßt dadur Wiedergeburt und Heiligung. 21⁵ 8. Hier prüfe, meine Seele, dich, Ob du aus Gott ge⸗ boren. Vielleicht regt Eigen⸗ liebe sich Und bläst dir in die Ohren: Du sollest ohne Sorg und Pein Auf deine Taufe sicher sein Und nur das beste hoffen. 9. Ach, hast du deiner Taufe Kraft Durch Sündendienst ver⸗ loren, So ruh nicht, bis Gott Rat geschafft Und dich aufs neu geboren! So ruh nicht, bis der Kindschaftsgeist Dich durch sein Zeugnis überweist, Daß du sein Kind und Erbe! Joh. Jak. Rambach, g. 1693, st. 1735. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 303. Glaube, Lieb und offnung sind Der wahrhafte chmuck der Christen. Hier⸗ mit muß sich Gottes Kind Stets bestreben auszurüsten. Wo man Gott will eifrig dienen, Da muß dieses Klee⸗ blatt grünen. 2. Glaube legt den ersten Stein Zu des Heils bewähr⸗ tem Grunde, Sieht auf Je⸗ sum nur allein Und bekennt mit Herz und Munde Sich zu seines Geistes Lehren, Läßt sich keine Trübsal stören. 3. Liebe muß des Glaubens Frucht Gott und auch dem Nächsten zeigen; Unterwirft sich Christi Zucht Und giebt sich ihm ganz zu eigen, Lässet sich in allem Leiden Nicht von ihrem Jesu scheiden. des Geistes Frucht Zu größ⸗ rer Reife kommen. 4. Hoffnung macht der Liebe Mut, Alle Not zu überwin⸗ 21⁰ Wiedergeburt und Heiligung. den. Sie kann in der Trüb⸗ salsflut Ihren Anker fester gründen; Sie erwartet nach dem Leide Ewige vollkommne Freude. 5. Jesu, du mein Herr und Gott, Ach, bewahr in mir den Glauben! Mache du den Feind zu Spott, Der dies Kleinod denkt zu rauben. Laß das schwache Rohr nicht bre⸗ chen Und mein glimmend Docht nicht schwächen. 6. Mache meine Liebe rein, Daß sie nicht im Schein be⸗ stehe. Flöß mir Kraft des Glaubens ein, Daß sie mir von Herzen gehe, Und ich aus rechtschaffnem Triebe Dich und auch den Nächsten liebe. 7. Gründe meine Hoffnung fest, Stärke sie in allen Nöten. Wenn mich alle Welt verläßt, Wenn du mich gleich wolltest töten: Laß sie nach dem Him⸗ mel schauen Und auf das, was ewig, bauen. 8. Glaub und Hoffnung hö⸗ ren auf, Wenn wir zu dem Schauen kommen; Doch die Liebe dringt hinauf. Wo sie Ursprung hat genommen. Ach, da werd ich erst recht lieben Und die Liebe ewig üben. Benjam. Schmolck, geb. 1672, st. 1737. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ꝛc. 304. O Vaterherz, o Licht, o Leben, O treuer Hirt, Im⸗ manuel, Dir bin ich einmal übergeben, Dir, dir gehöret Leib und Seel! Ich will mich nicht mehr selber führen, Der Vater soll das Kind regieren! So geh nun mit mir aus und ein Und leite mich nach allen Tritten; Ich geh(ach, hör, o Herr, mein Bitten) Ohn dich nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vorbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat. Drum sei in groß⸗ und kleinen Din⸗ gen Mir immer selber Rat und That. Du willst dich meiner gar nicht schämen; Ich mag dich ja zu allem neh⸗ men, Du willst mir selber al⸗ les sein. So sollst du denn in allen Sachen Den Anfang und das Ende machen; Dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du leitest mich: ich kann nicht gleiten; Dein Wort muß ewig feste stehn. Du sprichst, dein Auge soll mich leiten, Dein Angesicht soll vor mir gehn; Ja, deine Güt und dein Erbarmen Soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nun recht kindlich sei, Bei allem gläubig zu dir flehe Und stets aus deinen Wink nur sehe! So spür ich täg⸗ lich neue Treu. 4. O daß ich auch im Klein⸗ sten merke Auf deine Weis⸗ heit, Güt und Treu, Damit ich mich im Glauben stärke, Dich lieb und lob und ruhig sei Und deine Weisheit lasse walten, Stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; Denn lauf ich vor, so lauf ich an. Drum mach im Besten mich gelassen, Nichts ohne dich mir anzuma thust, is 5. Du mich tr Ringen, Laß mi zen blei und Le Zuruf Furcht wallen; gekehret mir ei maufh ben, U regieren! mch aus lich nach geh(ach, tten Ohn eitt allein. schwaches Ich weiß at. Drum inen Din⸗ villst dich simen; Ich llem neh⸗ selber al⸗ du denn en Anfang en; Dann egen ein. ich kann Wort muß N sprichst, ich leiten, vor mir Güt und soll mich urmen. O indlich sei, u dir flehe nen Wink U ich täg⸗ im Klein⸗ ine Weis⸗ , Damit en stärke, und ruhig heit lasse ung, Maß n; Denn if ich an. sten mich dich mir elber Rat anzumaßen; Was du mir thust, ist wohlgethan. 5. Du wollst ohn Unterlaß mich treiben Zum Wachen, Ringen, Flehn und Schrein. Laß mir dein Wort im Her⸗ zen bleiben Und in mir Geist und Leben sein. Laß deinen Zuruf stets erschallen, Mit Furcht und als vor dir zu wallen; Laß mich stets ein⸗ gekehret sein. Vermehr in mir ein innres Leben, Dir unaufhörlich Frucht zu ge⸗ ben, Und laß nichts lau und träge sein. ö 6. Ach, mach einmal mich treu und stille, Daß ich dir immer folgen kann. Nur dein, nur dein vollkommner Wille Sei hier mein Schranken, Lauf und Bahn. Laß mich nichts mehr für mich verlangen; Ja, laß mir nichts am Herzen han⸗ gen, Als deines ohen Na⸗ mens Ruhm; Der sei allein mein Ziel auf Erden. Ach, laß mirs nie verrücket wer⸗ den; Denn ich bin ja dein Eigentum. 7. Laß mich in dir den Va⸗ 305 ter preisen, Wie er die Liebe selber ist. Laß deinen Geist mir klärlich weisen, Wie du von ihm geschenkt mir bist. Ach, offenbare deine Liebe Und wirke doch die heißen Triebe Der reinen Gegenlieb in mir. Durchdringe dadurch erz und Sinnen, Daß ich; mjort mein ganz Beginnen n deiner Lieb und Lob nur führ. ö Wiedergeburt und Heiligung. 217 8. Ich sehne mich, nur dir zu leben, Der du mein Herr und Bräutgam bist. as dir sich nicht will ganz er⸗ eben Und was nicht deines illens ist, Das strafe bald in dem Gewissen. Laß Blut und Wasser auf mich fließen Und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden, Und dann das Heil der armen Herden, Nach einer reinen Lieb im Geist. 9. So leb und lieb ich in der Stille Und lieg als Kind in deinem Schoß. Das Schäf⸗ lein trinkt aus deiner Fülle; Die Braut ist aller Sorgen los. Sie sorget nur allein in allem Dir, ihrem Bräut⸗ gam, zu gefallen; Sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach, zieh mich, zieh mich weit von hinnen! Was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, O reiner Glanz der Ewigkeit. Kl. Heinr. v. Bogatzky, g. 1690, st. 1774. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. „Nach meiner Seelen Seligkeit Laß, Herr, mich eif⸗ rig ringen. Sollt ich die kurze Gnadenzeit In Sicher⸗ heit verbringen? Wie würd ich einst vor dir bestehn! Wer in dein Reich wünscht ein⸗ zugehn, Muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn Auf seine Sün⸗ den sehen Und wenn man nicht mehr sündgen kann, Gott 218 Friede und Freude um Erbarmung flehen: Das ist der Weg zum Leben nicht, Den uns, o Gott, dein Un⸗ terricht In deinem Wort be⸗ zeichnet. 3. Du rufst uns hier zur Heiligung; Drum laß auch hier auf Erden Des Geistes wahre Besserung Mein Haupt⸗ geschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb! Nichts sei mir je so groß, so lieb, Mich davon abzuwenden. 4. Gewönn ich auch die gan⸗ e Welt Mit allen ihren Freu⸗ en, Und sollte das, was dir gefällt, O Gott, darüber mei⸗ den,— Was hülfe mirs! Nie kann die Welt Mit allem, was sie in sich hält, Mir dei⸗ ne Gnad ersetzen. 5. Was führt mich zur Zu⸗ friedenheit Schon hier in die⸗ ch d im heiligen Geist. sem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit In Not, im Tode geben? Nicht Men⸗ schengunst, nicht irdisch Glück; Nur Friede Gottes, und ein Blick Auf jenes Lebens Freu⸗ en. 6.Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich Vor allen Dingen trachten Und, was mir daran hinderlich Mit edlem Mut verachten. Daß ich auf dei⸗ nen Wegen geh Und im Ge⸗ richt dereinst besteh, Sei mei⸗ ne größte Sorge. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht Vor Trägheit mich beschützest Und mich so treu in dieser Pflicht Mit Kräften unterstützest! O stärke mich, mein Gott, dazu! So find ich hier schon wahre Ruh Und dort das ewge Leben. Diterich, st. 1797. XVI. Friede und Freude im heiligen Geist. 306. In dir ist Freude In allem Leide, O du süßer Jesus Christ! Durch dich wir haben Himmlische Gaben; Du der wahre Heiland bist: Hil⸗ fest von Schanden, Rettest von Banden. Wer dir vertrauet Hat wohl gebauet, Wird ewig bleiben. Halleluja! Zu dei⸗ ner Güte Steht unser Ge⸗ müte, An dir wir kleben Im Tod und Leben; Nichts kann uns scheiden. Halleluja! 2. Wenn wir dich haben, Kann uns nicht schaden Teu⸗ fel, Welt, Sünd, oder Tod. Du hasts in Händen, Kannst alles wenden, Wie nur heißen mag die Not. Drum wir dich ehren, Dein Lob vermehren Mit hellem Schalle, Freuen uns alle In dieser Stunde. Halleluja! Wir jubilieren Und ben Dein Macht dort oben Mit Herz und Munde. Halleluja! Joh. Eindemann, geb. 1580, st. 1630. Röm. 8. 31—39. Mel. Valet will ich dir geben. 307. Ist Gott für mich, so trete Gleich alles wider triumphieren, Lieben und lo⸗ mich. So oft ich ruf und bete, Weicht a ich das Und bin kann m Und Wi kann mir it In Not, ticht Men⸗ isch Glück; „ und ein ens Freu⸗ nod, Herr, en Dingen mir daran dlem Mut auf dei⸗ id im Ge⸗ „Sei mei⸗ rmag ich, r Trägheit d mich so flicht Mit st! O stärke dazu! So ge Leben. ch, st. 1797. »in Geist. en, Kannst nur heißen m wir dich vermehren le, Freuen er Stunde. ilieren Und »n und lo⸗ t oben Mit Halleluja! 1580, ft. 1630. 39. dir geben. für mich, lles wider f und bete, wahre Ruh — Weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt bero Freunde Und bin geliebt bei Gott, Was kann mir thun der Feinde Und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, Ich rühms auch ohne Scheu, Daß Gott, der Höchst und Beste, Mein Freund und Vater sei, Und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh Und dämpfe Sturm und Wellen Und was mir brin⸗ get Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd; Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Eh⸗ re, Mein Glanz und helles Licht. Wenn der nicht in mir wäre, So dürft und könnt ich nicht Vor Gottes Augen stehen Und vor dem strengen Sitz; Ich müßte stracks vergehen, Wie Wachs in Feuershitz. 5. Mein Jesus hat gelöschet, Was mit sich führt den Tod; Der ists, der mich rein wä⸗ schet, Macht schneeweiß, was blutrot. In ihm kann ich mich freuen, 455 einen Hel⸗ denmut, Darf kein Gerichte scheuen, Wie sonst ein Sün⸗ der thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Nichts nimmet mir mein Herz. Die Höll Friede und Freude im heiligen Geist. 219 und ihre Flammen, Die sind mir nur ein Scherz. Kein Urteil mich erschrecket, Kein Unheil mich betrübt, Weil mich mit Flügeln decket Mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Regieret meinen Sinn, Vertreibt mir Sorg und Schmerzen, Nimmt allen Kummer hin; Giebt Segen und Gedeihen Dem, was er in mir schafft; Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte Sich Furcht und Schwach⸗ heit findt, So seufzt und spricht er Worte, Die unaus⸗ sprechlich sind Mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, Der an des Herzens Grunde Ersiehet sei⸗ ne Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hülfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh, Und wie er hab erbauet Ein edle, neue Stadt, Da Aug und Herze schauet, Was es ge⸗ glaubet hat. 10. Da ist mein Teil, mein Erbe Mir prächtig zugericht. Wenn ich gleich fall und sterbe, Fällt doch mein Him⸗ mel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten Mit Thrä⸗ nen meine Zeit: Mein Jesus und sein Leuchten Durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem ver⸗ bindet, Den Satan fleucht 220 und haßt, Der wird verfolgt und findet Ein harte, schwere Last Zu leiden und zu tra⸗ gen, Gerät in Hohn und Spott; Das Kreuz und alle Plagen, Die sind sein täg⸗ lich Brot. 12. Das ist mir nicht ver⸗ borgen; Doch bin ich unver⸗ zagt. Dich will ich lassen sorgen, Dem ich mich zuge⸗ sagt. Es koste Leib und Le⸗ ben Und alles, was ich hab; An dir will ich fest kleben Und nimmer lassen ab. 13. Die Welt, die mag zer⸗ brechen; Du stehst mir ewig⸗ lich. Kein Brennen, Hauen, Stechen Soll trennen mich und dich; Kein Hunger und kein Dürsten, Kein Armut, keine Pein, Kein Zorn des großen Fürsten Soll mir ein Hindrung sein. 14. Kein Engel, keine Freu⸗ den, Kein Thron, kein Herr⸗ lichkeit, Kein Lieben und kein Leiden, Kein Angst, kein Herze⸗ leid, Was man nur kann er⸗ denken, Es sei klein oder groß, Der keines soll mich lenken, Aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud und Singen, Sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ; Das, was mich H singend machet, Ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Friede und Freude im heiligen Geist. Ps. 23. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. 308. Der Herr, der aller Enden Regiert mit seinen Händen, Der Brunn der ew⸗ gen Güter, Der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang ich diesen habe, Fehlts mir an keiner Gabe; Der Reichtum seiner Fülle Giebt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freu⸗ den Auf grüner Aue weiden, Führt mich zu frischen Quel⸗ len, Schafft Rat in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget Und sich mit Sorgen plaget Weiß er sie zu erquicken, Aus aller Not zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, Führt mich auf rechter Straßen, Läßt Furcht und Angst sich stillen, Um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor an⸗ dern Im finstern Thal muß wandern, Fürcht ich doch keine Tücke, Bin frei vorm Un⸗ gelücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, Schützst mich vor bösen Leuten; Dein Stab, Herr, und dein Stecken Be⸗ nimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, Machst, daß ich mich erfrische, Wenn mir mein Feind viel Schmerzen Erweckt in meinem erzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Ole Und füllest meine Seele, Die leer und durstig Friede und Freude t, dem Herren Ine Mit vollgeschenktem t senn 10. Barmherzigkeit und Gutes nn Den o Wird mein Herz guten Mu⸗ ew. tes, Voll Lust, voll Freud mein Hit und Lachen, So lang ich lebe, machen. iesen habe, 11. Ich will dein Diener ner Gabe; i be; bleiben Und dein Lob herr⸗ Ilnd— lich treiben Im Hause, da mit du wohnest Und Frommsein ue weiden wohl belohnest. ö schen O l 12. Ich will dich hier auf u scwan Erden Und dort, da wir dich eren werden Selbst schaun im Himmel droben, Hoch preisen, Seele zaget singn und loben. aen, 2ue paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. uhun 309. Mein Salomo, dein auf Hrn. freundliches Regieren Stillt Furcht 110 alles Weh, das meinen Geist Um sein beschwert. Wenn sich zu dir einss mein blödes Herze kehrt, So ich vor an⸗ läßt sich bald dein Friedens⸗ ö. st verspüren. Dein Gna⸗ im heiligen Geist. 221 leben, naht, Und schmeckt in dir die wundersüße Güte, Die alle Angst, die alle Not ver⸗ schlingt Und unsern Geist zu sanfter Ruhe bringt. 4. Gewiß, mein Freund, wenn deine Liebeszeichen Mein armes Herz so sänftiglich durchgehen, So kann in mir ein reines Herz entstehn, Durch das ich kann das Va⸗ terherz erreichen, In dem man nichts als nur Verge⸗ bung spürt, Da eine Gna⸗ denflut die andre rührt. 5. Je mehr das Herz sich zu dem Vater kehret, Je mehr es Kraft und Seligkeit genießt, Daß es dabei der Eitelkeit vergißt, Die sonst den Geist gedämpfet und be⸗ schweret; Je mehr das Herz den süßen Vater schmeckt, Je mehr wird es zur Heiligkeit erweckt. 6. Der Gnadenquell, der in geis 9 doc—. denblick zerschmelzet meinen Dovm. Suaun lUund ninmt die Furcht „ und Unruh von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund giebt st mir ur solche edle Gaben, Die alle Hm Cich Welt mir nicht verschaffen Stecken 8 han ihen Meihiumanf n Schrecken. schau ihren Reichtum an! „zu Tische, Seelen laben. 5 end vid 1— 0 er———8— Huche uß, Wenn alle Welt zurücke tin meinem 190— 3. üßer Freund, wie lest Haudßt wohl ist dem Gemüte, Das meme im Gesetz sich so ermüdet hat und durstig Er kann ja nicht die müden Mein Jesus Und nun zu dir, dem Seelen⸗ dein Herz in der Seele fließet, Der wird in ihr ein Brunn des Lebens sein, So in das Meer des Lebens springt hinein Und Lebensströme wieder von sich ießet. Behält in dir dies asser seinen Lauf, So geht in dir die Frucht des Geistes auf. 7. Wenn sich in dir des Dreul Klarheit spiegelt, Die Freundlichkeit aus seinem Angesicht, So wird da⸗ durch das Leben angericht, Die Heimlichkeit der Weis⸗ heit aufgesiegelt, Ja, selbst solches Bild -—— 222 Friede und Freude verklärt, Und alle Kraft der Sünden abgekehrt. ö 8. Was dem Gesetz unmöglich war zu geben, Das bringt alsdann die Gnade selbst herfür. Sie wirket Lust zur Heiligkeit in dir Und ändert nach und nach dein ganzes Leben, Indem sie dich aus Kraft in Kräfte führt Und mit Geduld und Langmut dich regiert. 9. Es müsse doch mein Herz nur Christum schauen! Be⸗ suche mich, mein Aufgang aus der Höh, Daß ich das Licht in deinem Lichte seh Und könne schlechterdings der Gnade trauen! Kein Fehler sei so groß und schwer in mir, Der mich von solchem Blick der Liebe führ. 10. Wenn mein Gebrech mich vor dir niederschläget Und deinen Geist der Kindschaft in mir dämpft, Wenn das Gesetz mit meinem Glauben kämpft Und lauter Angst und Furcht in mir erreget: So laß mich doch dein Mut⸗ terherze sehn Und neue Kraft und Zuversicht entstehn. 11. So ruh ich nun, mein feibf in deinen Armen; Du elbst sollst mir mein ewger Friede sein. Ich hülle mich in deine Gnade ein. Mein Element ist einig dein Er⸗ barmen. Und weil du mir mein ein und alles bist, So ists genug, wenn dich mein Geist genießt. Chr. Fr. Richter, geb. 1676, st. 1711. im heiligen Geist. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 310. O wie selig sind die Seelen, Die mit Jesu sich vermählen, Die durch seine Liebe sind So gewaltiglich getrieben, Daß sie ganz da⸗ selbst geblieben, Wo sich ihr Magnet befindt! 2. Denn wer fasset ihre Würde, Die bei dieser Lei⸗ besbürde Sich bei ihnen schon befindt? Alle Himmel sind zu wenig Für die Seelen, die der König So zur Gegenlieb entzündt. 3. Wenn die Seraphim sich decken Und vor seiner Macht erschrecken, Wird er doch von seiner Braut In der wunder⸗ vollen Krone Auf dem glo⸗ riösen Throne Ohne Decke angeschaut. 4. Sonst erfreut man sich mit Zittern Und bedienet mit Erschüttern Dieses Kö⸗ nigs Heiligkeit; Aber wer mit ihm vertrauet, Wird, wenn er sein Antlitz schauet, Doch gar sänftiglich erfreut. 5. Wenn Jehovah man ge⸗ nennet, Wird nichts Höhers mehr erkennet, Als die Herr⸗ lichkeit der Braut. Sie wird mit dem höchsten Wesen, Das sie sich zur Lust erlesen, Gar zu einem Geist vertraut. 6. Sie ist edler als Karfun⸗ kel; Diamanten sind zu dun⸗ kel Vor dem Glanz der Herr⸗ lichkeit, Der sie durch und durch erfüllet, Der wie Strö⸗ me aus ihr quillet, Der die Königin erfreut. 7. Dru was lie beständig wieder e 8. Sche Bitte M müte, E Alles ki W All Was un heißt. 9. So nicht a der Leib ich Jes ich keit Will ich Daß ick 10. Ol trauen, ihn zu zu mir in sein ewigen mit mi Chr. 311. 0 Frer ich in steige höhlen zu. Traue so an⸗ Liebe Hier! auf C tes Segen. g sind die Jesu sich urch seine ewaltiglich ganz da⸗ o sich ihr asset ihre dieser Lei⸗ hnen schon umel sind Seelen, die Gegenlieb aphim sich iner Macht r doch von er wunder⸗ dem glo⸗ hne Decke man sich bedienet itz schauet, 9 erfreut. h 190 ge⸗ yts Höhers 3die Herr⸗ Sie wird esen, Das lesen, Gar traut. ils Karfun⸗ nd zu dun⸗ z der Herr⸗ durch und wie Strö⸗ t, Der die * * Friede und Freude im heiligen Geist. 223 7. Drum, wer wollte sonst vergnüget werden, Der in was lieben Und sich nicht dir suchet Ruh und Lust? beständig ben, Des Monar⸗2. Die Welt mag meine chen Braut zu sein? Muß Feindin heißen: Es sei also! man gleich dabei was leiden, Ich trau ihr nicht, Wenn sie Sich von allen Dingen schei⸗ mir gleich will Lieb erweisen. den, Bringts ein Tag doch scht 23— Dir Hendutet sh ieder ein. icht. In dir vergnügt sie 1 enke, Herr, auf meine weine Seele; Du bist 1 Bitte Mir ein göttliches Ge⸗ it den 60 Luitd wenn müte, Lahn icichez Swar 5 mundschaft weicht Der Welt s kühn um dich zu wa⸗ Hdeicht, 300 Alem freudig abzusagen, Haß kann mich doch nicht 5 irdi llen, Weil in den stärksten 0 wur Welt und irdisch Emnalüaswellen Mir deine heißt. icht. 2 Co wil ih wich Kahn 5. Wuül uuch des Myns nicht achten. Sollte gleich Eifer drüceen, Blitt auf mich der Leib verschmachten, Bleib des Gesetzes Weh, Droht ich Jesu doch getreu. Sollt Straf und Hölle meinem ich keinen Trost erblicken, Rücken, So steig ich gläubig Will ich mich damit erquicken, in die Höh Und flieh zu dir Daß ich meine Jesu sei. und deinen Wunden; Da ha 108r dn de er emei ud den e rauen, Bis nt, o mi ihn zu schauen, Bis er sich treffen kann. Tritt alles zu mir gesellt, Bis ich ruh wider mich zusammen: Du in seinen Armen, In dem bist mein Heil, wer will ver⸗ ewigen Erbarmen, Und er dammen? Die Liebe nimmt mit mir Hochzeit hält. sich meiner an.*. Chr. Fr. Richter, geb. 1676, st. 1711. 4. Führst du mich in die Kreuzeswüsten: Ich folg und 311. Wie wohl ist mir, lehne mich auf dich. Du o Freund der Seelen, Wenn nährest aus den Wolkenbrüsten ich in deiner Liebe ruh! Ich Und labest aus dem Felsen steige aus der Schwermuts⸗ mich. Ich traue deinen höhlen Und eile deinen Armen Wunderwegen; Sie enden sich zu. Da muß die Nacht des in Glück und Segen. Genug, Trauerns scheiden, Wenn mit wenn ich dich bei mir hab. so angenehmen Freuden Die 9 weiß, wen du willst herr⸗ Liebe strahit aus deiner Brust. lich zieren Und uͤber Sonn Hier ist mein Himmel schon und Sterne führen, Den füh⸗ auf Erden, Wer wollte nicht rest du zuvor hinab. 22⁴ Friede und Freude 5. Der Tod mag andern düster scheinen: Mir nicht, weil Seele, Herz und Mut In dir, der du verlässest kei⸗ nen, O allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, Wenn er aus mördervollen Hecheit Gelan⸗ get in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden Aus dieser finstern Wildnis scheiden Zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, So wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, Weil du, mein Gott, vergnügest mich, Laß solche Ruh in dem Ge⸗ müte, Nach deiner unum⸗ schränkten Güte, Des Him⸗ mels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmei⸗ cheleien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O rei⸗ cher Trost: Mein Freund ist mein! Wolfg. Chr. Deßler, geb. 1660, st. 1722. Mel. Mein Freund zerschmilzt. 312. Wie herrlich ist's, ein Schäflein Christi werden Und in der Huld des treusten Hirten stehn! Kein höhrer Stand ist auf der ganzen Erden, Als unverrückt dem Lamme nachzugehn. Was alle Welt nicht geben kann, Das trifft ein solches Schaf Bei seinem Hirten an. 2. Hier findet es die ange⸗ nehmsten Auen; Hier wird ihm stets ein frischer Quell im heiligen Geist. entdeckt. Kein Auge kann die Gaben überschauen, Die es allhier in reicher schmeckt. Hier wird ein Leben mitgeteilt, Das voller Freude ist Und nie vorüber eilt. 3. Wie läßt sichs da so froh und ruhig sterben, Wenn hier das Schaf im Schoß des Hirten liegt! Es darf sich nicht vor Höll und Tod ent⸗ färben; Sein treuer Hirt hat Höll und Tod besiegt. Büßt gleich der Leib die Regung ein, So wird die Seele doch Kein Raub des Moders sein. 4. Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen, Wenn⸗ gleich vor Zorn der ganze Abgrund schnaubt. Es wird es ihm kein wilder Wolf ent⸗ wenden, Weil der allmächtig ist, an den es glaubt. Es kommt nicht um in Ewigkeit Und wird im Todesthal Von Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gute Tage sehen, Der mache sich zu dieses Hirten Stab. Hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen, Da ihm die Welt vorhin nur Träber gab. Hier wird nichts Gutes je vermißt, Dieweil der Hirt ein Herr Der Schätze Gottes ist. 6. Doch ist dies nur der Vorschmack größrer Freuden; Es folget noch die lange Ewigkeit. Da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, Wo der kristallne Strom das Wasser beut. Da sieht man erst recht klar und frei, Menge Wie sch Ein Sc Joh. Jak.! Mel. O 313. Wenn n net, We Teil, I Zu ein einem zärtlich ihr Br. mit vi Wegen 4. Ih: mächtie ihr ke Kann Sie bl kann die Die es Menge ein Leben r Freude eilt. a so froh Zenn hier arf si Tod ent⸗ Hirt hat gt. Büßt Regung eele doch ders sein. bleibt in n, Wenn⸗ er ganze Es wird Wolf ent⸗ llmächtig ubt. Es Cwigkeit thal Von freit. und gute nache sich tab. Hier duf süßer ihm die äber gab. Gutes je r Hirt ein zottes ist. nur der Freuden; hie lange as Lamm ) weiden, eStrom Da sieht und frei, Friede und Freude Wie schön und auserwählt Ein Schäflein Christi sei. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693, st. 1735. Mel. O Gott, du frommer Gott. 313. O große Seligkeit, Wenn man den Heiland ken⸗ net, Wenn ihn die Seel ihr Teil, Ihr Ein und Alles nennet! J Lamm ist ihr Grund; Des Lammes Blut ihr Kleid. Sie schmecket Fried und Ruh; Sie spüret Lust und Freud. 2. Sie kann in Zuversicht Zu Gottes Throne treten Und als ein liebes Kind Vor ihrem Vater beten. Ihr Hei⸗ land nimmt ihr Herz Zu seiner Wohnung ein, Und sie muß Gottes Ruh Und heilger Tempel sein. 3. Es wird aus Jesu Füll Ihr stündlich Kraft gegeben Zu einem lautern Sinn, Zu einem neuen Leben. Sehr zärtlich ist der Trieb, Womit ihr Bräutgam liebt, Der sie mit viel Geduld In seinen Wegen übt. 4. Ihr Hirte pfleget sie Auch mächtig zu bobahren, Daß ihr kein Schad und Leid Kann irgend widerfahren. Sie bleibt als Siegerin Au ihrem Kampfplatz stehn Und kann recht im Triumph Zur stolzen. 3 eingehn. 5. Dies, Jesu, hast du mir Mit deinem Blut erworben, Da du aus Liebe bist Für mich am Kreuz gestorben; Daher ich auch mein Heil M. R. Gesangbuch. 225 im heiligen Geist. Nicht besser fassen kann, Als wenn mein Auge dich Am Kreuze schauet an. 6. Da bist du wunderschön In deinem Blut und Wunden, Daß selbst des Vaters Aug Nichts Schöners je gefunden, Was ihn so hoch vergnügt Und ihm sein Herz durch⸗ glüht, Daß er auf diese Welt Nun voll Erbarmen sieht. 7. Auch mir, mir Sünder, kann Auf dieser ganzen Er⸗ den Nichts so ausnehmend schön Zum Trost gezeiget werden, Als wenn dein Wort dich mir, Das Heil der ganzen Welt, Am Kreuz, in Blut und Tod Vor meine Augen stellt. 8. Das ziehet in die Höh; Das richtet auf die Müden: Das bringet Heil und Kraft, Den wahren Seelenfrieden; Das machet recht getrost; Das giebt den stärksten Trieb; Da hat man, Jesu, dich Auch über alles lieb. 9. Da siehet man die Thür Zum Vaterherzen offen; Da kann man ohne Furcht Das allerbeste hoffen. Das, das versüßet auch Die Leiden die⸗ ser Zeit Und füͤhret friedens⸗ fvoll Zur frohen Ewigkeit. 10. Drum höre, Jesu, doch, Was ich hierbei noch flehe, Daß ich dich unverrückt An deinem Kreuze sehe, Daß ich mich ganz versöhnt, Gerecht und selig schau Und so mein ganzes Heil Auf freie Gna⸗ de bau. 15 226 Friede und Freude 11. Laß Leib und Seele stets In diesem Glauben le⸗ ben, Daß du dich selbst für mich Hast in den Tod ge⸗ geben. Nichts schmecke mei⸗ ner Seel, Nichts stärke mei⸗ nen Mut, Als dein verwundter Leib, Dein teures Jesusblut. 12. Herr Jesu, gieb dich so Mir immer zu genießen, Und laß dadurch in mich Stets neues Leben fließen. Dich laß ich nimmermehr; Denn du sollst doch allein In dei⸗ nem Blut und Tod Mein ewges Leben sein. Vor 1748. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 314. Ich weiß von keinen Plagen Bis diesen Tag zu sagen, Die Jesus mir ge⸗ macht. Nein, alle seine Wege, Je mehr ichs überlege, Sind gut gemeint und wohl bedacht. 2. Er hat noch nie vergessen, Mir reichlich zuzumessen, Was mir zum Segen sei. Kommt auch ein trüber Morgen, So bleib ich doch von Sorgen, Von Furcht und Mißvergnü⸗ gen frei. 3. Ich fürchte keine Strafe Und kriege, wie im Schlafe, Den Gnadenüberfluß. Wenn mancher denkt, ich leide, So mehrt sich meine Freude, Weil mirs zum besten dienen muß. 4. Ja, es wird Wuch dir bleiben, Daß, die sich dir verschreiben, O Jesu, selig im heiligen Geist. fahren lassen Und sich nur desto mehr erfreun. 5. Ach, könnt ich ohne Wan⸗ ken Dir unaufhörlich danken, Daß du so gnädig bist! O wie vergiebst du reichlich! Dein Herz ist unvergleichlich. Ach, daß mein Herz so fühl⸗ los ist! 6. Der Gaben ist kein Ende, Und deine treuen Hände Sind noch nicht müd und matt. Du fährest fort zu eben, Zu tragen und zu heben, Bis alle Zeit ein Ende hat. 7. O möcht ichs recht ver⸗ stehen, Auf alles aufzusehen, Was du mir schon gethan, Und dann auf das zu merken, Was 610 in deinen Werken Mir Glaubensstärkung wer⸗ den kann. 8. Ach, schärfe meine Augen, Damit sie endlich taugen, Recht hell und klar zu sehn! So seh ich aller Orten Mit güldnen Glaubensworten Die Schrift von deiner Gnade stehn. 9. Dann lob ich voller Freu⸗ den, Und säß ich auch im Leiden, Die Größe deiner Huld. Da weichet Furcht und Zagen, Da seh ich keine Plagen; Ich glaub in fröh⸗ licher Geduld. 10. Mein Hoffen ist leben⸗ dig, Von Jesu unabwendig, Und hält mich aufgericht. sein. Kann das die Welt Wie will ich ihn dort oben nicht fassen, Muß man sie Mit tausend Freuden loben! mir ge pfer 10 Daß et und 22 ür n 3. S glaube mit! Bin ie er ist mich l land. 4. dieser von Fang hinzuf dein L ler W 5. K nach A ich nur e Wan⸗ danken, bist! O eichlich! leichlich. so fühl⸗ in Ende, Hände uüd und fort zu und zu Beit ein echt ver⸗ fzusehen, gethan, merken, Werken ing wer⸗ e Augen, taugen, zu sehn! rten Mit yrten Die Gnade ler Freu⸗ auch im e deiner Furcht ich keine in fröh⸗ ist leben⸗ bwendig, ufgericht. ort oben n loben! * Denn weil ich glaube, fall ich nicht. E. G. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. Mel. Nun bitten wir den heiligen ꝛc. 315. Mein Trost und An⸗ ker in aller Not Ist, o Got⸗ teslamm, dein Kreuz und Tod; Denn du trugst die Sünden der ganzen Erde, Daß ich und alle Welt selig werde Durch dein Verdienst. 2. So weit hats Liebe zu mir gebracht, Die den Schö⸗ pfer selbst zum Opfer macht, Daß er seine Seele, sein Leib und Leben Mit tausend Schmerzen dahin gegeben Für meine Schuld. 3. So lang ich dieses noch glauben kann, Seh ich ihn mit tausend Freuden an. Bin ich gleich ein Sünder: er ist mein Heiland. Er liebt mich heute noch so, wie wei⸗ land. Halleluja! 4. Mein Herz erstaunet ob dieser Huld. Tief beschämt von aller meiner Schuld Fang ich an zu weinen und hinzufallen: Gnädiger König, dein Lob soll schallen In al⸗ ler Welt! 5. Kein Mensch beschreibt es nach Würdigkeit, Das aber ist eine selge Zeit, Wenn dein Strom der Liebe sich so er⸗ gießet, Daß mein Herz deiner im Geist genießet. O Freuden⸗ meer! 6. Wers nicht erfahren, der glaubt es nicht, Was für Lust von deinem Angesicht In die Friede und Freude im heiligen Geist. 227 Seele quillet, wenn man dich schmecket, Wenn dein Er⸗ barmen uns ganz bedecket Und selig macht. 7. Ich will von nun an nichts anders sehn, Als nur, was am Kreuz für mich ge⸗ schehn. Das it meine Freu⸗ de, mein Heil und Leben; Denn meine Sünden sind mir vergeben Durch Christi Blut. 8. Das beste Bild steht auf Golgatha. Herz und Augen, bleibt doch immer da; Schaut den Mann der Schmerzen, vom Haupt zum Fuße; Freuet euch ewig der schweren Buße, Die Jesus that!— 9. Verkündigt werde, o Herr, dein Tod! Rühmen will ich deine Leidensnot, Bis du selbst erscheinest; nichts will ich wissen, Als daß dein Tod mich herausgerissen Aus al⸗ ler Furcht. 10. In diesem Glauben be⸗ 2557 mich, So hab ich gnug ier und ewiglich. Dir sei Halleluja, Preis, Dank und Chre Für deine Wunden und für die Lehre Von deinem Kreuz! E. G. Woltersdorf, geb. 1725, ft. 1761 Mel. Machs mit mir, Gott, nach ꝛ0. 316. O Gottes Lamm, mein Element Ist einzig dein Erbarmen, Dein Herz, das zu mir wallt und brennt Mit offnen Liebesarmen, Dein Blut, wie es vom Kreuze floß Und alle Welt mit Heil begoß. 228 Friede und Freude 2. Ich weiß von keinem an⸗ dern Trost. Ich müßt in Sünden sterben. Der Feind ist wider mich erbost; Die Welt will mich verderben. Mein Herz ist unrein, blind und tot. O tiefes Elend, große Not. 3. Die eigene Gerechtigkeit, Das Thun der eignen Kräfte Macht mir nur Schand und Herzeleid, Verzehrt die Le⸗ benssäfte. O nein, es ist kein andrer Rat, Als der, den dein Erbarmen hat. 4. Wie wohl, ach Gott, wie wohl ist mir, Wenn ich da⸗ rein versinke! O Lebensquell, wenn ich aus dir Blut der Versöhnung trinke! Wenn dein Erbarmen mich bedeckt, Und wenn mein Herz Ver⸗ gebung schmeckt! 5. Da lebt mein Geist, ist froh und satt, Hat alles, was ihm fehlet. Bald aber wird er kalt und matt, Wenn er sich selber quälet, Wenn dein Erbarmen ihm entgeht, Wenn er auf fremdem Grunde steht. 6. Drum bleibe du mein Element, Du selbst und dein Erbarmen. Und wie mein Glaube dich erkennt, So kenne du mich Armen. Ich leb in deiner Gnad allein; Ich will in dir erfunden sein. 7. Das Element der armen Welt, Stolz, Geiz und Flei⸗ scheslüste, Und was sie sonst für wichtig hält, Das ist mir dürr und wüste, Das ist mir im heiligen Geist. Galle, Gift und Qual; Du schmeckst mir ein-und allemal. 8. Mein erster Odem, den ich zieh, Wenn ich vom Schlaf erwache, Ist dein Erbarmen, deine Müh, Die ich dir täg⸗ lich mache, Und die du schon auf mich gewandt, Da deine Lieb am Kreuz gebrannt. 9. Wenn ich aus meinem Bett aufsteh, So tret ich ins Erbarmen; Und wenn ich bald gen Himmel seh, Mein Himmel ist Erbarmen; Und wenn ich kniee, fällt mein Sinn, O Gott, in dein Er⸗ barmen hin. 10. Ich wasche mich, Imma⸗ nuel, Im blutigen Erbarmen; In dir erschein ich rein und hell; Mein Kleid ist dein Er⸗ barmen. Ich eß und trinke diese Kost: Erbarmen ist mein Brot und Most. 11. Ich sitz und geh und was ich thu, So thu ichs im Erbarmen. Mein Sitz, mein Grund und meine Ruh, Mein Ziel ist dein Erbarmen, Mein sichrer Weg, mein Licht und Kraft, Mein Wohnhaus in der Pilgrimschaft. 12. Leg ich des Abends mich zur Ruh: Mein Bett ist dein Erbarmen. Es langt auf allen Seiten zu, Es wärmt mich dein Erbarmen. In diese Decke hüll ich mich. Wie sanft, wie süße schläft es sich! 13. Erwach ich in der stillen Nacht, So lieg ich im Er⸗ barmen. Wenn mich die Unruh schlaflos macht, So ul; Du allemal. „den Schlaf armen, dir täg⸗ u schon sa deine nut. meinem ich ich enn i „ Mein Und t mein ein Er⸗ Imma⸗ harmen; ein und dein Er⸗ d trinke ist mein jehund ichs im mein „Mein n, Mein cht und haus in ds mich ist dein igt auf wärmt In diese . ie es sich! r stillen im Er⸗ ich die ht, So wiegt mich dein Erbarmen. Erschreckt mich Traum und Finsternis: Erbarmen leuchtet mir gewiß. 14. Ja, bis ins Grab und vors Gericht Begleitet mich Erbarmen. Von Tod und en weiß ich nicht; Mein eben ist Erbarmen. Hierin beschließ ich auch den Lauf Und fahre sterbend zu dir auf. 15. Und wenn ich vor dem Throne bin, Dein Anschaun zu genießen, So reißt mich dein Erbarmen hin, Im Lo⸗ ben zu zerfließen. Worin allhier mein Herz entbrennt, Das bleibt mein ewges Ele⸗ ment. E. G. Woltersdorf, geb. 1725, st. 1761. Mel. Valet will ich dir geben. 317. Sie jauchzet doch mit Freuden, Die heilge Gottes⸗ stadt, Die sich durch Jesu Leiden Vor nichts zu fürch⸗ ten den Denn Gott ist bei ihr drinnen, Das weiß sie sicherlich; Der Zweifel muß zerrinnen, Die Furcht ver⸗ lieret sich. 2. Laß andre wankend fra⸗ gen, Ob Gott ihr Vater sei: Ein Christ kann mutig sagen Und schwöret noch dabei: habe Gnade funden, Die Se⸗ ligkeit ist mein Und h des Lammes Wunden Ge ich zum Himmel ein. 3. Ein wahrer Christ ist se⸗ lig, Der 1000 recht er⸗ kennt, Der seine Schuld un⸗ zählig Und sich verloren nennt, Friede und Freude im heiligen Geist. 229 Der alles herzlich hasset, Was sonst dem Fleisch gefällt, Der Jesum gläubig fasset Und über alles hält. 4. Ja, selig sind die Christen, Die ohne Falsch bestehn! O daß es alle wüßten, Die noch zur Hölle gehn! Wer ist so reich und prächtig, So schön, vergnügt und satt, So fröh⸗ lich, stark und mösdtg, Als der den Glauben hat? 5. Schon hier in diesem Le⸗ ben Grünt seine mnian Was wird der Himmel ge⸗ ben! Da kommt die Erntezeit; Da schmeckt sein Herz voll⸗ kommen, Was hier im Vor⸗ schmack war, Und ist mit allen Frommen Im ewgen Jubeljahr. 6. Behalte, Welt, das Deine, Du arme, blinde Welt! Der Glaube bleibt das Meine, Der Christi Blut behält. Wenn alle Reichen darben, Wenn Fürsten betteln gehn, Will ich mit Freudengarben In Zions Thoren stehn. E. G. Woltersdorf, geb. 1725, st. 1761. Mel. Ringe recht, wenn Gottes ꝛc. 318. Wenn doch alle See⸗ len wüßten, Jesu, daß du ch kardward bist, Und der Zu⸗ stand wahrer Christen Unaus⸗ sprechlich selig ist! 2. O wie würden sie mit Freuden Aus der Weltgemein⸗ schaft gehn Und bei deinem Blut und Leiden Fest und unbeweglich stehn. E. G. Woltersdorf, geb. 1725, ft. 1761. 230 Friede und Freude Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 319. Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, de⸗ ren ich nicht wert! Das zähl ich zu dem Wunderbaren. Mein stolzes Herz hats nicht begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit! 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet, Und soll bei Gott in Gnaden sein. Gott hat mich mit ihm selbst versüh⸗ net Und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? Warum ge⸗ schichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen; Das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt. Ich kann es nur Er⸗ barmung nennen, So ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, Dies soll mein einzig rühmen sein. Auf dies Erbarmen will ich glau⸗ ben, Auf dieses bet ich auch allein, Auf dieses duld ich in der Not, Auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, Nimm dein Er⸗ barmen nicht von mir Und führe durch den Tod mich Armen, Durch meines Hei⸗ lands Tod zu dir. Da bin ich ewig recht erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699, st. 1769. im heiligen Geist. Mel. Der lieben Sonne Licht und ꝛc. 320. Mein Herz ist den⸗ noch wohlgemut. Es gehe, wie es gehe: Bei dir, mein Heil, gehts immer gut; Dein Wille, Herr, geschehe. Wohl mir, ich bin dein Knecht; Du heilig, gut, gerecht! So leite mich nach deinem Sinn; Ich gebe mich dir gänzlich hin. 2. Mein Herz ist dennoch wohlgemut. Die Sünde mag nur schrecken: Mich wäscht das teure Jesusblut. Die Gnade soll mich decken. Sie kann und will allein Mein Trost und Retter sein; Ich hange mich mit Flehen dran Und fasse sie, so gut ich kann. 3. Mein Hen ist dennoch wohlgemut. Bin ich gleich voll Gebrechen: Mein Hei⸗ land, ders verheißt und thut, Braucht nur ein Wort zu sprechen; Gleich richte ich mich auf Und komme in den Lauf; Dann gehts durch sein Erbarmen fort. Er selber thuts, sein Geist und Wort. 4. Mein Herz ist dennoch wohlgemut. Nhiich Gesetz auch fluchen: ich über⸗ schwemmt die Gnadenflut. Ich will nur Jesum suchen. Der spricht vom Fluch mich los, Ser mich auf seinen Schoß; Er nimmt mich zärt⸗ lich zu sich ein Und macht mich mehr als engelrein. 5. Mein Herz dennoch wohlgemut. Die Feinde mö⸗ gen toben, Welt, Sünde und die Höllenbrut: Ich bin wohl 6. Me wohlge gleich daß m Was u den?? Not? Tod? es wil halte 7. N wohlg heute sterb mu Mein Not: Tod. komm haftie Fr. ch kann. dennoch gleich in er: nd thut, zort zu hte ich in den rch sein selber Wort. dennoch Gesetz über⸗ denflut. suchen. h mich seinen ch zärt⸗ macht ein. ennoch de mö⸗ de und nwohl 2 aufgehoben In Jesu treuer and. Was er mir zuge⸗ wandt, Das ist ein Schatz, den nichts zerfrißt; Den raubt mir keine Macht, noch List. 6. Mein Herz ist dennoch wohlgemut. Drückt mi gleich Not und Leiden: Gnug, daß mein Herz in Jesu ruht. Was will mich von ihm schei⸗ den? Verfolgung, Angst und Not? Der längst besiegte Tod? Nein, alles gehe, wie es will: Ich fliehe nicht, ich halte still. 7. Mein Herz ist dennoch wohlgemut. Soll ich no heute sterben: Getrost! ich sterb auf Christi Blut Und muß den Himmel erben. Friede und Freude im heiligen Geist. 231 vor Gottes Thron; Er wird zum Erben und zum Sohn Vom Vater selbst ernennet. Laß mich Ewig Mit Verlan⸗ gen an dir hangen und mit Freuden Nur in dein Ver⸗ ch dienst mich kleiden! 3. Holdselig süßer Friede⸗ fürst, Wie hat dich nach dem Amn gedürst Der abgewichnen Kinder! Du stellest dich als Mittler dar, Verbindest, was getrennet war, Gott und ver⸗ dammte Sünder. Freude! Beide Werden eines! unge⸗ meines Werk der Güte! Je⸗ su, du bist unser Friede. 4. O Jesu Christ, dein treuer Sinn Nimmt Schuld und Strafe von mir hin: Sie Mein Freund hilft aus der liegt auf deinem Rücken. Du Not: Nun tötet mich kein blutest an des Kreuzes Pfahl, Tod. Wo Christus ist, da Da muß dich unerhörte Qual komm ich hin, Weil ich wahr⸗ Nach Leib und Seele drücken. haftig in ihm bin. Diese Süße Flut der Gnaden Fr.Aug. Weihe, geb. 1721, st. 1771. heilt den Schaden. Durch Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. die Wunden Hab ich Heil und Frieden funden. 321. Wo ist ein solcher 5. Mitleidender Immanuel, Gott, wie du! Du schaffst Es ist mein Leben, Leib und den Müden süße Ruh, Ruh Seel Voll Mängel und Ge⸗ 5 die nicht zu ergründen. Ein brechen: Doch ist dein Herz Abgrund der Barmherzigkeit auch voller Gnad; Willst Verschlingt ein Meer von weder Sünd noch Missethat Herzeleid: Du, 9 vergiebst Am armen Staube rächen. die Sünden. Läßt dich würgen als den die Triebe hier im Le a, du Jesu, Deine Reine, Treue Liebe Een en Bürgen, aller Sünden Mich Täglich reichlich zu vergeben. auf ewig zu entbinden. 6. Die Gnade führt das 2. Herr, unsere Gerechtigkeit. Regiment, Sie macht der Wie hoch wird dessen Geist Sklaverei ein End, Besiegt erfreut, Der dich im Glauben Gesetz und Sünden. Soll kennet! Du bist sein Schmu ck dein Herz frei und fröhlich 232 sein, So räum es ganz der Gnade ein; So kannst du Überwinden. Wenn dich Mäch⸗ Wé tig Sündenliebe, Fleisches⸗ triebe oft bestürmen, Wird die Gnade dich beschirmen. 7. Durch deines Blutes F Kraft, o Herr, Befreie du mich mehr und mehr Von Sünde und Verderben. Du hast mich dir, Immanuel, Gar teur erkauft mit Leib und Seel, Die Seligkeit zu erben. Kleiner, Reiner Muß ich werden noch auf Erden, bis ich droben Dich kann ohne Sünde loben. F. K. Allendorf, geb. 1693, st. 1773. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 322. Es ist etwas, des Heilands sein,„Ich dein, o Jesu, und du mein!“ In Wahrheit sagen können; Ihn seinen Hirten, Herrn und Ruhm, Und sich sein Schaf und Eigentum Ohn allen nmen nennen. Selig, Fröh⸗ ich Sind die Seelen, die er⸗ wählen ohn Bedenken, Ihrem Jesu sich zu schenken. 2. Schau an die Welt mit ihrer Lust Und alle, die an ihrer Brust In heißer Liebe liegen! Sie essen und sind doch nicht satt; Sie trinken und das Herz bleibt matt; Denn es ist lauter Trügen. Träume, Schäume, Schläg im Herzen, Höllenschmerzen, ewges Quälen Ist der Lohn betrogner Seelen. Friede und Freude im heiligen Geist. Jesu sein Und als ein Schäf⸗ lein aus und ein Auf seinen egen gehen. Auf diesen Auen ist die Lust, Die Got⸗ tesmenschen nur bewußt, Im Überfluß zu sehen: Weide, reude, Reine Triebe süßer Liebe, Fried und Leben, Stärke, Licht und viel Ver⸗ geben. 4. Schau, armer Mensch, zu diesem Glück Ruft stets dein Heiland dich zurück Von je⸗ nem Grundverderben. Er kam deswegen in die Welt, Er gab für dich das Lösegeld Durch Leiden und durch Sterben. Laß dich Willig Doch umarmen! Sein Erbar⸗ men, Blut und Leiden Sind ein Meer von Seligkeiten. 5. Das Wollen und Voll⸗ bringen schafft Des Wortes Jesu Gotteskraft: Mir nach, ihr armen Sünder! Ihr seid für 0 ich für euch da. Könnt ihr gleich nichts, doch bin ich nah; Nur folget mir als Kinder. Ist doch Mein Joch Sanft und heilig, nur daß freilich euer Wille Mir sich lasse in der Stille. 6. O kannst du den Imma⸗ nuel So vor der Thüre dei⸗ ner Seel Vergeblich rufen lassen? Sollt seine unermessne Pein Gerad an dir verloren sein? Das hieß das Leben Aonm O nein, Schäflein, omm und wende dich be⸗ hende zu den Wunden, Die 3. Ganz anders ists, bei dein Hirt für dich empfunden. 7. Man hat auch wohl ein * wenig S andres 1 Herrn z beleben uns ze ir nach, zhr seid uch da. , doch get mir )Mein g, nur le Mir Imma⸗ re dei⸗ rufen messne rloren Leben äflein, ch be⸗ „ Die unden. hleein —* Friede und Freude wenig Schmach Und ein und andres Ungemach Bei diesem Herrn zu leiden; Doch ists nicht wert der Ehr und Freud, Die er uns schon von Ewig⸗ keit Gedachte zu bereiten. Kronen, Thronen, Hosianna, himmlisch Manna, Sieges⸗ palmen Folgen auf die Kreu⸗ zespsalmen. 8. Ja, liebe Seele, denk da⸗ ran! Es steht so lang nicht einmal an. Schon hier auf dieser Erden Soll dir bei jedem Tritt und Schritt Geist, Kraft und Licht auf Jesu Bitt Zum frohen Pfande werden. Kräfte, Säfte Uns beleben, Wonne geben, Ta⸗ borsblicke Strahlen oft auf uns zurücke. 9. Von nun an kann ich nicht mehr mein, Des Teufels und der Sünde sein, Die mich bisher gebunden. Mein Herr, den ich so sehr betrübt, Der aber mich viel mehr geliebt, Der hat mich über⸗ wunden. Nimm mich Gänz⸗ lich, Meine Freude, dir zur Beute und zum Lohne Dei⸗ ner blutgen Dornenkrone. 10. Wallt noch in meiner im heiligen Geist. 233 ben, Auch im Leiden dein zu bleiben. ö 11. Ach, mach mich von mir selber frei Und stehe mir in Gnaden bei. Stärk meinen schwachen Willen, Durch dei⸗ nes werten Geistes Kraft Zu üben gute Ritterschaft, Den Vorsatz zu erfüllen, Bis ich Endlich Schön geschmücket und entrücket allen Leiden Darf bei dir, dem Lämmlein, weiden. Joh. Chr. Storr, geb. 1712, st. 1778. Mel. Nun bitten wir den heiligen ꝛc. 323. Ach, mein Herr Je⸗ su, dein Nahesein Bringt großen Frieden ins Herz hin⸗ ein; Und dein Gnadenanblick macht uns so selig, Daß auchs Gebeine darüber fröh⸗ lich Und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht Voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; Aber unsre Seele kanns schon gewahren; Du kannst dich fühlbar gnug offenbaren Auch ungesehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht Dein zu ge⸗ nießen recht wär bedacht! Adern Bach Ein Tröpfchen Bluts, das Jesu Schmach Und seinen Sinn wollt has⸗ sen: Das soll ans Kreuz zum Opfer hin; Ich will ehr, was ich hab und bin, Als meine Liebe lassen. Ewig Bleib ich Dir verschrieben. O dein Lieben soll mich trei⸗ Der hätte ohn Ende von Glück zu sagen, Und Leib und Seele müßt immer fra⸗ gen: Wer ist, wie du? 4. Barmherzig, gnädig, ge⸗ duldig sein, Uns täglich reich⸗ lich die Schuld verzeihn, Hei⸗ len, stillen, trösten, erfreun und segnen Und unsrerSeele EE—— 22 ———— DIDDDIIIIFIFFFIFFFIFIFFFFFF—— ———.—.— N, 234 als Freund begegnen Ist deine Lust. 5. Ach, gieb an deinem kost⸗ baren Heil Uns alle Tage vollkommen Teil; Und laß unsre Seele sich immer schik⸗ ken, Aus Not und Liebe nach dir zu blicken Ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald Mit deiner blutigen Todsgestalt; Ja, die laß uns immer vor Augen schweben, Und dein wahr⸗ haftiges Inunsleben Zu se⸗ hen sein. 7. Ein herzlichs Wesen und Kindlichkeit Sei unsre Zierde zu aller Zeit; Und die Blut⸗ besprengung aus deinen Wun⸗ den Erhalt uns solche zu al⸗ len Stunden Bei Freud und Leid. 8. So werd'n wir bis in Himmel hinein Mit dir ver⸗ gnügt wie die Kindlein sein. Muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen; Wenn sich das Herz nur an dir stets setzen Und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durch⸗ grabne Hand, Die so viel reue an uns gewandt, Daß wir beim Drandenken be⸗ schämt dastehen, Und unser Auge muß übergehen Vor Lob und Dank. Christ. Gregor, geb. 1723, st. 1801. Mel. Die Tugend wird durchs ꝛc. 324. Was wär ich ohne dich gewesen? Was würd ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und Angsten auser⸗ Friede und Freude im heiligen Geist. lesen, Ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; Die Zukunft wär ein dunkler Schlund; Und wenn mein Herz sich tief betrübte, Wem thät ich meine Sorgen kund? 2. Einsam verzehrt von hei⸗ ßem Sehnen, Erschien mir nächtlich jeder r ch folgte nur mit heißen Thränen Dem wilden Lauf des Lebens nach. Ich fände Unruh im Getüm⸗ mel Und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielte ohne Freund im Himmel, Wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, Und bin ich seiner erst gewiß, O dann verzehrt ein lichtes Leben Die boden⸗ lose Finsternis. Nun schau ich erst des Christen Würde; Mein Schicksal wird verklärt durch ihn; Und leicht ertrag ich jede Bürde, Seh in der Wüste Rosen blühn. 4. Das Leben wird zur Wonnestunde; Die neue Welt spricht Lieb und Lust; Und Balsam träuft in jede Wunde, Und frei und froh klopft jede Brust. Für alle seine tau⸗ send Gaben Bleib ich sein de⸗ mutvolles Kind, Gewiß, ihn unter uns zu haben, Wenn zwei auch nur versammelt sind. 5. O geht hinaus auf allen Wegen Und holt die Irren⸗ den herein. Streckt jedem eure Hand entgegen Und la⸗ det froh sie zu uns ein. Der Himmel ist bei uns auf Er⸗ — 909 V nichts. 3. Vi halten, walten 326 dich, sein v deiner Die g nicht, frag dich k n weiter 8wüßt liebte; dunkler n mein te, Wem en kund? von hei⸗ ien mir ch folgte en Dem ns nach. Getüm⸗ gslosen er hielte nel, Wer aus? nir kund ch seiner verzehrt e boden⸗ n schau ürde; verklärt t ertrag ) in der rd zur ue Welt t: Und Wunde, pft jede ne tau⸗ sein de⸗ Hiß, ihn — Liebe zu Gott den; Im Glauben schauen wir ihn an. Die eines Glau⸗ bens mit uns werden, Auch denen ist er aufgethan. F. E. v. Hardenberg, g. 1772, st. 1801. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 325. Herr, schaue auf uns nieder. Dir tönen unsre Lie⸗ der; Des Herzens Lust bist du. Ach, dich zum Freunde haben Ist mehr, denn alle Gaben, Ist ewges Leben, selge Wi 2. Du stillest das Verlan⸗ en, Und wenn wir an dir hangen, So fehlt dem Leben nichts. In deiner Gottes⸗ klarheit Sehn wir die ewge Wahrheit; Du leuchtest in uns, Quell des Lichts. 3. Von deinem Arm ge⸗ halten, Kann keine der Ge⸗ walten Der Welt uns dir und Christo. 235 entziehn. Wir ruhn an dei⸗ nem Herzen, Sind dein in Freud und Schmerzen. O möchten zu dir alle fliehn! 4. Sind wir aus dir gebo⸗ ren, In dich, o Herr, verlo⸗ ren, So bist du unser Ich. Aus dir quillt unser Leben; Du nährest, wie die Reben Der Weinstock, uns allein durch dich. 5. In uns ist heilge Stille, Dein Will ist unser Wille, Dein Wort ist unsre Kraft. Wir sind uns selbst gestorben Du hast uns dir erworhen Und neues Leben uns verschafft. 6. O schweiget, alle Triebe; Nur eines leb, die Liebe, Die Lieb, o Holle zu dir! Dann mag die Hölle stürmen, Rings⸗ um Gefahr sich türmen: Dir leben und dir sterben wir! Joh. Geibel, geb. 1776, st. 1853. XVII. Liebe zu Gott und Christo. 326. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. Ich bitt, wollst sein von mir nicht fern Mit deiner Hülf und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Himmel und Er frag ich nicht, Wenn ich nur dich kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, Bist du doch meine Zuver⸗ sicht, Mein Teil und meines Herzens Trost, Der mich durch sein Blut hat erlöst, Herr Jesu Christ, Mein Gott und Herr, Mein Gott und Herr, d In diesem In Schanden laß mich nim⸗ mermehr! 2. Es ist ja, Herr, dein G'schenk und Gab Mein Leib und Seel und was ich hab armen Leben. Damit ichs brauch zum Lobe dein, Zum Nutz und Dienst des Nächsten mein, Wollst mir dein Gnade geben. Be⸗ hüt mich, Herr, vor falscher ehr; Des Satans Mord und Lügen wehr. In allem Kreuz erhalte mich, Auf daß ichs trag geduldiglich. Herr 2.“. ++ 236 Jesu Christ, Mein Herr und Gott, Mein Herr und Gott, Tröst mir mein Seel in To⸗ desnot! 3. Ach Herr, laß dein lieb'n Engelein Am letzten End die Seele mein In Abrahams Schoß tragen; Den Leib in sein'm Schlafkämmerlein Gar sanft ohn einge Qual und Pein Ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, Daß meine Au⸗ gen sehen dich In aller Freud, o Gottes Sohn, Mein Hei⸗ land und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, Erhöre mich, Erhöre 9n Ich will dich preisen ewiglich. Mart. Schalling, geb. 1532, st. 1608. Psalm 45. 327. Wie schön leuchtet der Morgenstern Voll Gnad und Wahrheit von dem Iu& Die süße Wurzel Jesse! u Sohn Davids aus Ja⸗ kobs Stamm, Mein König und mein Bräutigam, Hast mir mein Herz besessen! Keb⸗ Liebe zu Gott und Christo. man merke In mir deines Geistes Stärke. Herz hinein, O du mein Herr und Gott allein, Die Flamme deiner Liebe, Daß ich in dir nur immer bleib Und mich kein Zufall von dir treib, Nichts kränke noch betrübe. In dir Laß mir Ohn Auf⸗ und Freude, Daß der Tod uns selbst nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, Wenn du mit deinem Angesicht Mich nädig thust anblicken. O Feu, du mein trautes Gut, Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Mich inner⸗ lich erguicken. Tröst mich Freundlich! Hilf mir Armen mit Erbarmen, hilf in Gna⸗ den! Auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, o mein star⸗ ker Held, Du hast mich ewig vor der Welt In deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, lich, Freundlich, Schön und herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben, Hoch und sehr prächtig erhaben! 2. O meines Herzens werte Kron,‚ Soln Gottes und Marien Sohn, Ein hochge⸗ borner König! Mit Freuden rühm ich deine Ehr; Deins eilgen Wortes süße Lehr st über Milch und Honig. Herzlich Will ich Dich.565 aß preisen und erweisen Er ist mein Schatz, ich bin sein Braut; Kein Unglück mich betrübet. Eia! Eia! Der mrr Leben wird er ge⸗ en mir dort oben! Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Singt unferm Gotte oft und viel Und laßt andächtig Saitenspiel Ganz freudenreich erschallen Dem hochgelobten Jesu mein, Des ich ol nun und ewig sein, Zu Ehren und Gefallen. Singet, Sprin⸗ 3. Geuß sehr tief in mein hören sich vermehren Lieb get, Jub dankt der der Köni 7. Wie lich froh ist das? fang und mich do Aufnehn Des klo Amen! ö schöne nicht la. mit Ver Pyil. Mel. 2 328. tes Sol mein Schatz, Wonne rede wé sonnen die S ir deines nein Herr Flamme ch in dir Ind mich dir treib, betrübe. Ohn Auf⸗ der T ide. 0 mt mir tes Gut, eist, dein ch inner⸗ öst mich Armen in Gna⸗ rt komm ein star⸗ ich ewig deinem n Sohn in mein ren Lieb Liebe zu Gott get, Jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren! Groß ist der Wed der Ehren! 7. Wie bin ich doch so herz⸗ lich froh, Daß mein Schatz ist das A und O, Der An⸗ fang und das Ende! Er wird mich doch zu seinem Preis Aufnehmen in das Paradeis! Des klopf ich in die Hände. Amen! Amen! Komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange! Deiner wart ich mit Verlangen. Phil. Nicolai, geb. 1556, st. 1608. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 328. O Jesu, Jesu, Got⸗ tes Sohn, Mein Bruder und mein Gnadenthron, Mein Schatz, mein Freud und Wonne! Du weißest, daß ich rede wahr; Vor dir ist alles sonnenklar Und klarer, als die Sonne. Herzlich Lieb ich Mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden Kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, Daß ich nicht gnug kann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag zu Tag entzündt, Je mehr ich lieb, je mehr ich find, Daß ich dich lieben sollte. Von dir Laß mir Deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, So wird sich die Lieb ergießen. und Christo. 237 anzen weiten Welt, Pracht, ollust, Ehre, Freud und Geld, Wenn ich es recht be⸗ sinne, Kann mich Ohn dich Gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe; Die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, Er⸗ freuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll, auf Erd, Wenn ihn—6 ganz das Kreuz verzehrt, Soll er doch dein genießen. Selig Ewig, Nach dem Leide Ales Freude wird er finden; Alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, Kein Mensch gesehen, noch gelehrt, Es kann nie⸗ mand beschreiben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit, Die in der Liebe bleiben. Gründ⸗ lich Läßt sich Nicht erreichen, noch vergleichen den Welt⸗ schätzen Dies, was uns dort wird ergötzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, O Jesu, meine Freude sein, Daß ich dich herzlich liebe; Daß ich in dem, was dir gesällt Und mir dein kla⸗ res Wort vermeldt, Aus Lie⸗ be mich stets übe, Bis ich Endlich Werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, Aller Trübsal ganz ent⸗ nommen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, Daß ich, so viel ich soll und will, Dich allzeit lieben könne. Nichts auf der 7. Da werd ich deine Sü⸗ ßigkeit, Das himmlisch Man⸗ na, allezeit In reiner Liebe 238 Liebe zu Gott und Christo. schmecken Und sehn dein lieb⸗söhnet, Der mich freiet vom reich Angesicht Mit unver⸗ Gericht. Meinen Jesum laß wandtem Augenlicht, Ohn sich nicht! alle Furcht und Schrecken. 6. Jesum laß ich nicht von Reichlich Werd ich Sein er⸗mir, Geh ihm ewig an der quicket und geschmücket vor Seiten. Christus läßt mich dein'm Throne Mit der schö⸗ für und für Zu dem Lebens⸗ nen Himmelskrone. bächlein leiten. Selig, wer Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! 329. Meinen Jesum laß Chr. Keymann, geb. 1607, st. 1662. ich nicht! Weil er sich für mich gegeben, So erfordert Mel. Ich ruf zu dir, Herr Oesu ꝛe. meine Pflicht, Unverrückt an 330. O Jesu Christ, mein ihm zu kleben. Er ist mei⸗ schönstes Licht, Der du in nes Lebens Licht: Meinen deiner Seelen So hoch mich Jesum laß ich nicht! liebst, daß ich es nicht Aus⸗ 2. Jesum laß ich nimmer Ciep kann noch zählen: nicht, Weil ich soll auf Erden ieb, daß mein Herz dich leben. Ihm hab ich voll Zu⸗ wiederum Mit Liebe und versicht, Was ich bin und Verlangen Mög umfangen hab, ergeben; Alles ist auf Und als dein Eigentum Nur ihn gericht. Meinen Jesum einzig an dir hangen. laß ich nicht! 2. Gieb, daß sons nichts in 3. Laß vergehen das Gesicht, meiner Seel, Als deine Liebe Hören, Schmecken, Fühlen wohne. Gieb, daß ich deine weichen; Laß das letzte Ta⸗Lie erwähl Als meinen geslicht Mich auf dieser Welt Schatz und Krone. Stoß erreichen; Wenn der Lebens⸗ alles aus, nimm alles hin, faden bricht: Meinen Jesum Was mich und dich will tren⸗ laß ich nicht! nen Und nicht gönnen, Daß 4. Ich werd ihn auch lassen all mein Mut und Sinn In nicht, Wenn ich nun dahin deiner Liebe brennen. gelanget, Wo vor seinem An⸗ 3. Wie freundlich, selig, süß gesicht Meiner Väter Glaube und schön Ist, Jesu, deine ranget; Mich erfreut sein Liebe! Wo diese steht, kann Angesicht. Meinen Jesum nichts bestehn, Das meinen laß ich nicht! Geist betrübe. Drum laß 5. Nicht nach Welt, nach nichts anders denken mich, Himmel nicht Meine Seele Nichts sehen, fühlen, hören, wünscht und sehnet; Jesum Lieben, ehren, Als deine Lieb wünscht sie und sein Licht, und dich, Der du sie kannst Der mich hat mit Gott ver⸗ vermehren. *** 4. O Gut Mö Odaß i Möchten Ach, hi und Na⸗ bewahre Die wi Aus S=. 5. Me mir zu gegange in dein für mic verspeit Ach laf Alle S Herzens verwur 6. Dei gossen und re gegen gleich laß do Mein Wohl sen L Liebe W; 7. nicht Sie i sein deine reiet vom sesum laß nicht von gan der läßt mich Lebens⸗ lig, wer Meinen 07, st. 1662. r Jesu ꝛc. rist, mein u 10 soch mi cht Aus⸗ zählen: derz dich be und mfangen um Nur 1. richts in ne Liebe ch deine meinen Stoß les hin, ill tren⸗ n, Daß inn In ig, suß deine kann meinen n laß mich, hören, ie Lieb kannst— Liebe zu Gott 4. O daß ich dieses hohe Gut Möcht ewiglich behalten! O daß in mir die edle Glut Möcht nimmermehr erkalten! Ach, hilf mir wachen Tag und Nacht Und diesen Schatz bewahren Vor den Scharen, Die wider uns mit Macht Aus Satans Reiche fahren. 5. Mein Heiland, du bist mir zu gut In Not und Tod gegangen Und hast am Kreu in deinem Blut Ein Fluch für mich gehangen, Verhöhnt, verspeit und sehr verwundt. Ach laß mich deine Wunden Alle Stunden Mit Lieb im Herzensgrund Auch reizen und verwunden. 6. Dein Blut, das dir ver⸗ gossen ward, Ist köstlich, gut und reine; Mein Herz hin⸗ gegen böser Art Und hart, gleich einem Steine. Ach, laß doch deines Blutes Kraft Mein hartes Herze zwingen, Wohl durchdringen, Und die⸗ sen Lebenssaft Mir deine Liebe bringen. 7. Was it, o Jesu, das ich nicht In deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, Mein Quell, da ich mich labe, Mein süßer Wein, mein Himmelsbrot, Mein Kleid vor Gottes Thro⸗ ne, Meine Krone, Mein Schutz und Christo. 239 mein Gut verloren. So gieb, daß ich dich, meinen Gast, Wohl such und bester Maßen Möge fassen Und, wenn ich dich gefaßt, In Ewigkeit nicht lassen. 9. Du hast mich je und je geliebt Und auch zu dir ge⸗ zogen; Eh ich noch etwas Guts geübt, Warst du mir schon gewogen. Ach, laß doch ferner, edler Hort, Mich diese Liebe leiten Und be⸗ gleiten, Daß sie mir immer⸗ fort Beisteh auf allen Seiten. 10. Laß meinen Stand, da⸗ rin ich steh, Herr, deine Liebe zieren, Und wo ich etwan irre geh, Alsbald zurechte führen. Laß sie mich allzeit guten Rat Und rechte Werke lehren, Steuren,* Der Sünd, und nach der That Bald wieder mich bekehren. 11. Laß sie sein meine Freud in Leid, In Schwachheit mein Vermögen; Und wenn ich nach vollbrachter Zeit Mich soll zur Ruhe legen, Alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, Daß ich getrost und frei Mög in dein Reich ein⸗ gehen. paul Gerhardt. geb. 1606, st. 1676. nach Joh. Arnd. in aller Not, Mein Haus, darin ich wohne. 8. Ach, liebste Lieb, wenn du entweichst, Was hilft mirs, sein geboren? Wenn du mir deine Lieb entzeuchst, Ist all hier im Leben bin. Er ist Mel. Alle Menschen müssen sterben. 331. Jesus schwebt mir in Gedanken, Jesus liegt mir stets im Sinn, Von ihm will ich nimmer wanken, Weil ich 24⁰ Liebe zu Gott und Christo. meiner Augen Weide, Mei⸗ nes Herzens höchste Freude, Meiner Seele schönste Zier. Jesum lieb ich für und für. 2. Jesus funkelt mir im Herzen, Wie ein güldnes Sternelein. Er vertreibt mir Angst und Schmerzen, Er ist mein und ich bin sein. Drum ergreif ich 50 mit Freuden, Wenn ich soll von hinnen scheiden; Er ist meines Le⸗ bens Licht. Jesum laß ich von mir nicht. 3. Jesu habe ich geschworen, Da ich von der Sünde rein Und von neuem ward ge⸗ boren In der heilgen Taufe mein. Ihm will ichs auch treulich halten, Ihn in allem lassen walten, Es sei Leben oder Tod. Jesus hilft aus Jes aller Not. 4. Jesum will ich bei mir haben, Wenn ich gehe aus und ein; Seines Geistes Trost und Gaben Ruhn in meines Herzens Schrein. Ja, wenn ich zu Bette gehe, Oder wiederum aufstehe, Bleibt doch Jesus früh und spat Ral. Seelen Schutz und at. 5. Jesum will ich lassen ra⸗ ten, Der am besten raten kann. Er gesegne meine Thaten, Die ich fröhlich fange an, Daß in seinem teuren Namen Alles glücklich sei und Amen; So wird alles 6. Jesus, meiner Jugend Leiter Und Regierer meiner Sinn, Wird auch sein mein Trostbereiter, Wenn ich all und kraftlos bin. Wenn sich krümmen meine Glieder Und die Lebenssonn geht nieder, Wenn verdunkelt mein Ge⸗ sicht: Meinen Jesum laß ich nicht. den Mein getreuer Beistand sein. Nichts, nichts soll mich von ihm scheiden; Es soll keine Herzenspein, Keine Trüb⸗ sal, keine Schmerzen Reißen ihn aus meinem Herzen; Ob mir gleich mein Herz erbricht, Laß ich dennoch Je⸗ Imm nicht. 8. Jesu leben, Jesu sterben, esu einzig eigen sein Und mit Jesu dorten erben, Dies ist mein Gewinn allein. Jesu will ich sein und bleiben, Nichts, nichts soll mich von ihm treiben. Laß ich gleich Gut, Blut und Ehr: Jesum laß ich nimmermehr. 332. Jesu, meine Freude, Meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Ach, wie lang, ach lange Ist dem Herzen bange Und verlangt nach dir! Gotteslamm, mein Bräu⸗ tigam, Außer dir soll mir auf Erden Nichts sonst lie⸗ bers werden. 2. Unter deinem Schirmen Bin ich vor den Stürmen werden gut, Wenn nur Je⸗ sus Hülß e thut. Aller Feinde frei. Laß den 7. Jesus soll in allem Lei⸗ Satan erschüt bei. Jugend er meiner sein mein n ich all Wenn sich ieder Und t nieder, ein Ge⸗ laß ich ellem Lei⸗ Beistand soll mich Es soll eine Trüb⸗ en Reißen Herzen; ein Herz nnoch Je⸗ u sterben, sein Und hen, Dies ein. Jesu bleiben, mich von ich gleich : Jesum . e Freude, de, Jesu, vie lang, H Herzen nach dir! Bräu⸗ soll mir sonst lie⸗ Schirmen Stürmen Laß den Satan wittern,“ Laß die Welt erschüttern, Mir steht Jesus 33 bei. Ob es itzt gleich kracht und 10 Obgleich Sünd und Hölle mich decken. * Unwetter, Trübsalswetter erregen. 3. Trotz dem alten Drachen! Trotz dem Todesrachen! Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe; Ich steh hier und singe In gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht. Erd und Abgrund müs⸗ sen schweigen Und vor ihm sich beugen. 4. Weg mit allen Schätzen! Du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren! Ich mag euch nicht hören; Bleibt mir unbewußt. Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, Das die Welt erlesen! Mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sün⸗ den! Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht! Dir sei ganz, du La⸗ sterleben, Gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister! Denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Betrüben Sanft und süße sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, Dennoch bleibst du auch im Leide, Je⸗ su, meine Freude. Joh. Franch, geb. 1618, st. 1677. M. R. Gesangbuch. Liebe zu Gott und Christo. chrecken: Jesus will Wé 241 Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 3. Ach, sagt mir nichts von Gold und Schätzen, Von Pracht und Schönheit dieser elt. Es kann mich ja kein Ding ergötzen, Was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freu⸗ de, Mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, An dem ich meine Augen weide Und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, Des Fleisches Schönheit dauert nicht; Die Zeit kann alles das verwü⸗ sten, Was Menschenhände zu⸗ gericht. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Er ist allein mein Licht und Leben, Die Wahrheit selbst, das ewge Wort. Er ist der Weinstock, ich sein Re⸗ ben; Er ist der Seelen Fels und Hort. Ein jeder liebe, was er will: Ic liebe Je⸗ sum, der mein Ziel. 5. Er ist der König aller Eh⸗ ren, Er ist der Herr der Herr⸗ lichkeit; Er kann mir ewges Heil gewähren Und retten mich aus allem Streit. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Sein Schloß kann keine Macht zerstören; Sein Reich vergeht nicht mit der Zeit; Sein Thron bleibt stets in 16 F P I III—I—III— 22*.———— 2 ———eseee/..p.—— —.—————————* W. 1 1 7* 242 Liebe zu Gott Den Ehren Von nun an is in Ewigkeit. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen; Sein allerschön⸗ stes Angesicht, Und was von Schmuck an ihm zu finden, Verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 8. Er will mich über alls erheben Und seiner Klarheit machen gleich; Er wird mir so viel Schätze geben, Daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 9. Muß ich gleich hier sehr viel entbehren, So lang ich wandre in der Zeit, So wird er mirs doch einst gewähren Im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, wie ich will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. Joh. Scheffler, geb. 1624, st. 1677. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 334. Ich will dich lieben, meine Stärke, Ich will dich lieben, meine Zier; Ich will dich lieben mit dem Werke Und immerwährender Begier; Ich will dich lieben, schön⸗ stes Licht, Bis mir zuletzt das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, Als meinen al⸗ lerbesten Freund; Ich will dich lieben und erheben, So lange mich dein Glanz be⸗ scheint; Ich will dich lieben, und Christo. Gotteslamm, Als meiner See⸗ len Bräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät er⸗ kennet, Du hochgelobte Schön⸗ heit du, Und dich nicht eher mein genennet, Du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, Daß ich dich hab so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, Ich suchte dich und fand dich nicht; Ich hatte mich von dir gewendet Und liebte das geschaffne Licht: Nun aber ists durch dich geschehn, Daß ich dich mir hab au wahne 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß du mich froh und frei ge⸗ macht; Ich danke dir, du süßer Mund, Daß du mich machest ganz gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen Und laß mich nicht mehr irre gehn. Laß meinen Fuß in deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn. Erleucht mir Leib und Seele ganz, Du reiner, starker Him⸗ melsglanz. 7. Gieb meinen Augen süße Thränen, Gieb meinem Her⸗ zen keusche Brunst. Laß mei⸗ ne Seele sich Wiche Zu üben in der Liebe Kunst. Laß meinen Geist, Sinn und Verstand Stets sein zu dir allein gewandt. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, Ich will dich meinen Gott; Ich will dich lieben,— einer See⸗ so spät er⸗ ote Schön⸗ nicht eher 1 höchstes ih! Es ist rübt, Daß it geliebt. und war te dich und hatte mich Ind liebte Nun aber hehn, Daß an wahne du wahre ein Glanz Ich danke ynne, Daß )frei ge⸗ dir, du du mich d. zuf deinen mich nicht aß meinen gen Nicht ille stehn. und Seele arker Him⸗ ugen süße inem Her⸗ Laß 3— 1 öhnen, Zu — Kunst. Sinn und in zu dir ben, meine ich liehen,— will dich lieben ohne Lohne Auch in der allergrößten Not; Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir zuletzt das Herze bricht. Joh. Scheffler, geb. 1624, st. 1677. Mel. Komm, o komm, du Geist des ꝛc. 335. Liebe, die du mich zum Bilde Deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich o milde Nach dem Fall hast wiederbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu blei⸗ ben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, Eh als ich erschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren Und mir gleich wardst und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelit⸗ ten Und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten Ewge Lust und Seligkeit: Lie⸗ be, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich Seelendo Mir zum Heil und Seelenhort: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu blei⸗ ben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat ge⸗ tl bunden An ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden Und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu blei⸗ ben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig lie⸗ bet, Die für meine Seele bitt; Liebe, die das Lösgeld giebet Liebe zu Gott und Christo. 243 Und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird er⸗ wecken Aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die au wird umstecken Mit dem Lau der Herrlichkeit: Liebe, dir er⸗ beb ich mich, Dein zu blei⸗ en ewiglich. Joh. Scheffler, geb. 1624, st. 1677. Mel. Komm, o komm, du Geist des ꝛc. 336. Meines Lebens beste Freude Ist der Himmel, Got⸗ tes Thron. Meiner Seelen Trost und Weide Ist mein Jesus, Gottes Sohn. Was mein Herze recht erfreut, Ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich erquicken An den Gütern dieser Welt: Ich will nach dem anr ge. blicken Und zu Jesu sein ge⸗ sellt; Denn der Erde Gut vergeht: Jesus und sein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgend werden, Als ich schon in Jesu bin; Alle Schätze dieser Er⸗ den Sind ein schnöder Angst⸗ gewinn. Jesus ist das rechte Gut, Das der Seele sanfte hut. 4. Glänzet gleich das Welt⸗ gepränge, Ist es lieblich an⸗ zusehn, Währt es doch nicht in die Länge Und. ist bald damit geschehn; Plötzlich pfle⸗ get aus zu sein Dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, Die mein Jesus inne 16²³ 24⁴ Liebe zu Gott und Christo. hat, Können Herz und Seele laben, Machen ewig reich und satt; Es vergeht zu keiner Zeit Jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Rost und Motten, Raub und Feuer Schaden auch der Freude nicht, Die mein Je⸗ sus, mein Getreuer, Und sein Himmel mir verspricht. Dort ist alles abgethan, Was die Seele kränken kann. 7. Einen Tag bei Jesu sitzen, Ist viel besser, als die Welt Tausend Jahr in Freuden nützen: Aber ewig sein ge⸗ stellt Zu des Herren rechter Hand, Bleibt ein auserwähl⸗ ter Stand. 8. Trinken, essen, tanzen, springen Labet meine Seele nicht; Aber nach dem Him⸗ mel ringen Und auf Jesum sein gericht, Ist der Seele schönste Zier, Geht auch aller Freude für. 9. Ach, so gönne mir die Freude, Jesu, die dein Him⸗ mel hegt! Sei du selber mei⸗ ne Weide, Die mich hier und dort verpflegt; Und in dir recht froh zu 1— Nimm mich in den Himniel ein. Salomo Liscov, geb. 1640, st. 1689. Mel. Valet will ich dir geben. 337. Schatz uͤber alle Schä⸗ e, O Jesu, liebster Schatz, n dem ich mich 1us In Hier hab ich einen Platz In meinem treuen Herzen Dir, Schönster, zugeteilt, Weil du mit deinen Schmerzen Mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach, Freude meiner Freu⸗ den, Du wahres Himmels⸗ brot, Damit ich mich kann weiden, Das meine Seelennot Ganz kräftiglich kann stillen Und mich in Leidenszeit Er⸗ freulich überfüllen Mit Trost und Süßigkeit: 3. Laß, Liebster, mich er⸗ blicken Dein freundlich Ange⸗ sicht, Mein Herze zu erquicken; Komm, komm, mein Freuden⸗ licht! Denn ohne dich zu le⸗ ben Ist lauter Herzeleid; Vor deinen Augen schweben Ist wahre Seligkeit. 4. O reiche Lebensquelle, O Jesu, süße Ruh, Du treuer Kreuzgeselle, Schlag nach Be⸗ lieben zu! Ich will geduldig leiden, Und soll mich keine Pein Von deiner Liebe schei⸗ den, Noch mir beschwerlich sein. 5. Mein Herze bleibt ergeben Dir immer für und für, Zu sterben und zu leben, Und will vielmehr mit dir Im tiefsten Feuer schwitzen, Als, Schönster, Hne dich Im Pa⸗ radiese sitzen, Veracht und jämmerlich. 6. O Herrlichkeit der Erden, Dich mag und will ich nicht! Mein Geist will himmlisch werden Und ist dahin gericht, Wo Jesus wird geschauet. Da sehn ich mich hinein, Wo Je⸗ sus Hütten bauet; Denn dort ist gut zu sein. 7. Nun, Jesu, mein Vergnü⸗ en, Komm, hole mich zu dir, n deinem Schoß zu liegen. Komm, meiner Seele Zier, er Freu⸗ immels⸗ ch kann eelennot n stillen zeit Er⸗ it Trost nch er⸗ h Ange⸗ quicken; sreuden⸗ )zu le⸗ id; Vor hen Ist lelle, O treuer ach Be⸗ jeduldig h keine e schei⸗ lich sein. ergeben ür, Zu 1, Und hir Im n, Als, Im Pa⸗ t und Erden, h nicht! nmlisch gericht, let. Da Wo Je⸗ nn dort Zergnü⸗ zu dir, liegen. e Zier, Und setze mich aus Gnaden In deine Freudenstadt; So kann mir niemand schaden, So bin ich reich und satt. Salomo Liscov, geb. 1640, st. 1689. Mel. Was mein Gott will, gescheh ꝛc. 338. Hier ist mein Herz, Herr, nimm es hin: Dir hab ich mich ergeben. Welt, im⸗ mer fort aus meinem Sinn Mit deinem schnöden Leben! Dein Thun und Tand hat nicht Bestand, Des bin ich worden innen; Drum schwingt aus dir sich mit Begier Mein freier Geist von hinnen. 2. Gott ist mein allerbestes Gut, Nach ihm steht mein Verlangen. Ach, könnt ich doch mit frohem Mut Nur meinem Gott anhangen! Ach, daß mir doch das Sünden⸗ joch Bald ganz würd abge⸗ nommen, Daß ich einmal in seinen Saal Des Himmels möchte kommen! 3. Ich sehe doch, daß in der Welt Und allen ihren Sachen, Was sie von Gütern in sich hält, So gar nichts ist zu machen. Ihr Gut verschwindt wie Staub und Wind, Ihr Lust die muß zerstieben; Nur Gott, mein Schatz, behält den Platz Und bleibet unvertrieben. 4. Was hab ich denn zuvor gethan, Daß ich den Erden⸗ lüsten Bin allzusehr gehangen an, Die doch nur einer Wü⸗ sten Ich gleiche nun, weil all ihr Thun, So gut es uns mag dünken, Macht Seelen⸗ Liebe zu Gott und Christo. 24⁵ not und nach dem Tod In ewge Pein versinken? 5. Was mag doch wohl die Ursach sein, Daß ich mich so bethöret? Die Sünd, die mich genommen ein, Hat meinen Sinn verkehret, Daß ich all⸗ hier mich, Gott, von dir Hab öfters lassen trennen. Dies lasse mich, ich bitte dich, Mit steter Reu erkennen. 6. Gieb, daß ich meinen Sinn u dir Hinauf gen Himmel schwinge Mit Lieb und herz⸗ licher Begier Und mich in kei⸗ nem Dinge Erfreue hier, als nur in dir, Gott, meiner Seele Leben. Du allermeist kannst meinem Geist Die beste Fülle geben. 7. Drum immer hin, was flüchtig ist! Ich will es lassen fahren. Gott einig hat mein Herz durchsüßt. Der wird mich wohl bewahren, Daß, was der Welt sonst wohl gefällt, Ich hasse und verlange Mit Gui und Mut das hancer ut Und ewig ihm anhange. Sebastian Franck, geb. 1606, st. 1668 Joh. 10, 12—16. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 339. Jesu, frommer Men⸗ schenherden Guter und ge⸗ treuer Hirt, Laß mich auch dein Schäflein werden, Das dein Stab und Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb dein Leben Für die Schafe hinge⸗ geben, Und du gabst es auch für mich! Laß mich wieder lieben dich. 2. Herden ihren Hirten lie⸗ 246 Liebe zu Gott und Christo. ben, Und ein Hirt liebt seine Herd. Laß uns auch so Liebe üben, Du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb her⸗ nieder, Soll dir meine schal⸗ len wieder; Wenn du rufst: ich liebe dich! Ruft mein Herz: dich liebe ich! 3. Schafe ihren Hirten ken⸗ nen, Dem sie auch sind wohl bekannt. Laß mich auch nach dir nur rennen, Wie du kamst zu mir gerannt. Da des Höl⸗ lenwolfes Rachen Eine Beut aus mir wollt machen, Rie⸗ fest du: ich kenne dich! Rief ich auch: dich kenne ich. 4. Herden ihren Hirten hö⸗ ren, Folgen seiner Stimm allein; Hirten auch zur Herd sich kehren, Wenn sie rufen Groß und Klein. Laß mich hören, wenn du schreiest, Laß mich laufen, wenn du dräuest, Laß mich horchen stets auf dich; Jesu, höre du auch mich! 5. Höre, Jesu, und erhöre Meine, deines Schäfleins, Stimm; Mich auch zu dir schreien lehre, Wenn sich naht des Wolfes Grimm. Laß mein Schreien dir gefallen, Dei⸗ nen Trost hernieder schallen; Wenn ich bete, höre mich; Jesu, sprich: ich höre dich! 6. Höre, Jesu, und erhöre, Wenn ich ruf, anklopf und schrei. Jesu, dich von mir nicht kehre, Steh mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst; in deinem Namen Ist ja al⸗ les Ja und Amen. Nun, ich glaub und fühle schon Dei⸗ nen Trost, o Gottes Sohn. Siegm. v. Birken, geb. 1626, st. 1681. 340. Seelenbräutigam, Jesu, Gotteslamm! Habe Dank für deine Liebe, Die mich zieht aus reinem Triebe Von dem Sündenschlamm, Jesu, Gotteslamm! 2. Deine Liebesglut Stärket Mut und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest Und an deine Brust mich drückest, Macht mich wohlgemut Dei⸗ ne Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod! Du bist darum Mensch geboren, d ersetzen, was verloren, urch dein Blut so rot, Wah⸗ rer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht Laß verlöschen nicht. Salbe mich mit Freudenöle, Daß hinfort in meiner Seele Ja verlösche nicht Meines Glau⸗ bens Licht. 5. So werd ich in dir Blei⸗ ben für und für. Deine Liebe will ich ehren Und in dir dein Lob vermehren, Weil ich für und für Bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm! Deine Liebesflamm Mich er⸗ nähre und verwehre, Daß die Welt mich nicht versehre, Ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 7. Großer Friedefürst! Wie hast du gedürst Nach der Men⸗ schen Heil und Leben Und dich in den Tod gegeben, Wie du — on Dei⸗ Sohn. 6, st. 1681. äutigam, Habe be, Die n Triebe chlamm, Stärket Zenn du ckest Und drückest, iut Dei⸗ nd Gott, od! Du geboren, Hherloren, * Wah⸗ ns Licht Salbe E, Daß zeele Ja 5 Glau⸗ dir Blei⸗ ne Liebe dir dein ich für Vin dir. Stamm! Nich er⸗ Daß die ehre, Ob held aus st! Wie er Men⸗ Ind dich Wie du Liebe zu Gott und Christo. 247 riesst: Mich dürst! Großer 15. Du mein Preis und Friedefrst. Ruhm, Werte Saronsblum! 8. Deinen Frieden gieb Aus In mir soll nun nichts er⸗ so großer Lieb Uns, den Dei⸗ schallen, Als was dir nur nen, die dich kennen Und nach kann gefallen, Werte Sarons⸗ dir sich Christen nennen; De⸗ blum, Du mein Preis und nen du bist lieb, Deinen Frie⸗ Ruhm. den gieb. Xdam drese, geb. 1630, st. 1718. 9. Wer der Welt abstirbt, Joh. 10, 12—16. Emsig sich bewirbt Um den Mel. O Gott, du frommer Gott. lebendigen Glauben, Der wird 341. Du bist ein guter bald empfindlich schauen, Daß Han. Und wirst es ewig blei⸗ niemand verdirbt, Der der ben. O Jesu, gieb, daß ich Welt abstirbt. Dies mög von Herzen gläu⸗ 10. Nun ergreif ich dich, Du, ben. Laß hören deine Stimm, mein ganzes Ich. Ich will Daß ich davon erwach Und nimmermehr dich lassen, Son⸗ als ein Schäflein dir Gehor⸗ dern gläubig dich umfassen, sam folge nach. Weil im Glauben ich Nun 2. Ich kenne deine Stimm ergreife dich. Und hör der Fremden keinen, 11. Wenn ich weinen muß, Die meine Seele nicht, Sich Wird dein Thränenfluß Nun aber selber meinen. Der Miet⸗ den meinen auch begleiten Und ling hält ohndies In Not bei zu deinen Wunden leiten, Daß mir nicht stand; Drum folg mein Thränenfluß Sich bald ich deiner Stimm Und deiner stillen muß. ů Hirtenhand. 12. Wenn ich mich aufs neu 3. Du bist getreu in Not. Wiederum erfreu, Freuest du Mein Herz soll sich verlassen dich auch zugleiche, Bis ich Auf dich, mein Hirt, und dich dort in deinem Reiche Ewig⸗Mit Glaubensarmen fassen. lich aufs neu Mich mit dir Bist du mein Hirt, so wird erfreu. Dein Schaf versorget sein 13. Hier durch Spott und Und auf der Weide gehn Hohn, Dort die Ehrenkron; Nach Willen aus und ein. Hier im Hoffen und im Glau⸗ 4. Ach, daß ich deine Treu ben, Dort im Haben und im Im Herzen möcht erkennen Schauen; Denn die Ehrenkron Und mich bis in den Tod Folgt auf Spott und Hohn. Dein frommes Schäflein nen⸗ 14. Jesu, hilf, daß ich All⸗ nen! Ach, daß ich deine Lieb hier ritterlich Alles durch dich Erwägen möchte so, Daß mich überwinde Und in deinem die Hirtenlieb Auch macht im Sieg empfinde, Wie so ritter⸗ Kreuze froh! lich Du gekämpft für mich. 5. O daß ich dir allein, Mein —— ìͤt 248 Liebe zu Gott und Christo. Hirte, wär ergeben, Der du für mich aus Lieb Gelassen hast dein Leben! O daß mein ganzes Herz Und was sich in mir regt, sere Gegenliebe würd Aus dieser Lieb bewegt! 6. Ach, hätt ich Schäfleins Art, Die sich um nichts be⸗ mühen, Noch sorgen, weil sie nicht Von enn Hirten flie⸗ hen! Sie gehen, wo der Hirt Sie führet hie und dort, Und folgen seiner Stimm An ei⸗ nem jeden Ort. 7. daß ich möcht auf dich, O Jesu, mein Anliegen Stets werfen und in dir Al⸗ lein mein Herz vergnügen; Hingegen stille fen Und sor⸗ gen ferner nicht, Weil du als Hirte weißt, Was deinem Schaf gebricht! 8. Ja, Herr, du willst und kannst Und wirst es also ma⸗ chen, Daß ich im Glauben dir Befehle meine Sachen. Du kommst ja von dir selbst Und führst die Schäflein ein, Daß sie ganz unbesorgt In deinem Schafstall sein. 9. O Jesu, leite mich Als ein getreuer Hirte, Der seiner Schäflein sich Annähm und sie bewirte, Selbst zu der bö⸗ sen Zeit, Da wenig Hirten mehr Getreu im Glauben sind, Noch leben nach der Lehr. 10. Führ du, o Jesu, mich Auf frischen Lebensauen, Und laß mein Glaubensaug Auf dich allein nur schauen, Und deine Stimme mich So hö— ren, daß ich dich Als meinen Hirten lieb Hier und dort ewiglich. Laurentins Caurenti, g. 1660, st. 1722. 342. O ursprung des Le⸗ bens, O ewiges Licht, Da niemand vergebens Sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, So lauter und helle Sich aus seinem heiligen Tem⸗ pel ergießt Und in die begie⸗ rigen Seelen einfließt! 2. Du sprichst: wer begehret Zu trinken von mir, Was ewiglich nähret, Der komme; allhier Sind himmlische Ga⸗ ben, Die süßiglich laben: Er trete im Glauben zur Quelle Dezeltg Hier ist, was ihn ewig eseligen kann. 3. Hier komm ich, mein Hir⸗ te; Mich dürstet nach dir. O Liebster, bewirte Dein Schäf⸗ lein allhier. Du kannst dein Versprechen Mir armen nicht brechen. Du siehest, wie elend und dürftig ich bin; Auch giebst du die Gaben aus Gna⸗ den nur hin. 4. Du süße Flut labest Geist, Seele und Mut, Und wen du begabest, Findt ewiges Gut. Wenn man dich amießet, Wird alles versüßet; Es jauchzet, es singet, es springet das Herz, Es weichet zurücke der traurige Schmerz. 5. Drum gieb mir zu trin⸗ ken, Wies dein Wort verheißt. Laß gänzlich versinken Den sehnenden Geist Im Meer dei⸗ ner Liebe. Laß heilige Triebe Mich immerfort treiben zum — und dort 60, st. 1722. 9 des Le⸗ icht, Da Sucht, Lebendige und helle gen Tem⸗ die begie⸗ 3t! iein Hir⸗ )dir. O n Schäf⸗ inst dein ien nicht vie elend 1: Auch us Gna⸗ est Geist, wen du es Gut. et, Wird jauchzet, get das ücke der zu trin⸗ herheißt. en Den Reer dei⸗ e Triebe jen zum dort ewig sich freuen mit dir. Liebe zu Gott Himmlischen hin; Es werde mein Herze ganz trunken darin. 6. Wenn du auch von Lei⸗ den Mir schenkest was ein, So gieb, dir mit Freuden Gehor⸗ sam zu sein. Denn alle die, welche Mit trinken vom Kel⸗ che, Den du hast getrunken im Leiden allhier, Die werden 7. Drum laß mich auch wer⸗ den, Mein Jesu, erquickt Da, wo deine Herden Kein Leiden mehr drückt, Wo Freude die Fülle, Wo liebliche Stille, Wo Wonne und Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, Wo heili⸗ ges Leben wird ewig belohnt. Christ. Jak. Koitsch, g. 1671, st. 1734. 249 und Christo. meint: Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich töten, Vergießt für mich sein eigen Blut; Er steht mir bei in allen Nöten; Er sagt für meine Schulden gut; Er hat mir niemals was ver⸗ neint: Mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein ba. Y. der mir sein Herze giebet, Mein Freund, der mein ist und ich sein, Mein Freund, der mich be⸗ ständig liebet, Mein Freund bis in das Grab hinein. Ach, hab ichs nun nicht recht ge— meint: Mein Jesus ist der beste Freund? Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 343. Der beste Freund ist in dem Himmel. Auf Erden sind nicht Freunde viel; Denn bei dem falschen Weltgetüm⸗ mel Steht Redlichkeit oft auf dem Spiel. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Je⸗ sus ist der beste Freund. 2. Die Welt ist gleich dem Rohr im Winde; Mein Je⸗ sus stehet felsenfest. Wenn ich mich ganz verlassen finde, Mich seine Freundschaft doch nicht n Freud und Schmerz ers redlich meint: Mein Je⸗ läßt. sus ist der beste Freund. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde! Sie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt ich hunderttausend Feinde, So krümmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nimmer Feind: Mein Jesus ist der beste Freund. genj. Schmolck, geb. 1672, st. 1737. 344. Meinen Jesum laß ich nicht! Ach, was wollt ich Bessres haben? Ruhe, Freu⸗ de, Trost und Licht Ist in seinem Schoß begraben; Al⸗ les, was Vergnügung giebt, Hab ich, weil mich Jesus liebt. 2. Er ist mein und ich bin 3. Die Welt verkaufet ihre sein; Liebe hat uns so ver⸗ Liebe Dem, der am nützen kann, Und scheinet dann meisten bunden. Er ist auch mein Heil allein Durch sein Blut das Glücke trübe, So steht und tiefe Wunden. Auf ihn die Freundschaft hinten an; Doch hier ist es nicht so ge⸗ nung, felsenfest, Voller Hoff⸗ bau ich die nicht läßt. 25⁰ Liebe zu Gott 3. Ohne Jesum würde mir Nur die Welt zur Höllen wer⸗ den. Hab ich ihn, so giebt er mir Schon den Himmel auf der Erden. Hungert mich, so setzt er mir Brot wie lau⸗ ter Manna für. 4. Eine Stunde, da man ihn Recht ins Herze sucht zu schließen, Giebt den seligsten Gewinn, Gnad und Friede zu genießen; Ein nach ihm ge⸗ schickter Blick Bringt viel tau⸗ send Lust zurück. 5. O wie wird mein Kreuz so klein, Weil er mir es selbst hilft tragen, Richtet es zum besten ein! Er will auch nicht immer schlagen; Nach der Rute kommt die Huld. Er begehret nur Geduld. 6. Führt er mich gleich wun⸗ derlich Rechts und links durch Freud und Schmerzen, Er hat dennoch über mich Immer et⸗ was Guts im Herzen; Ja, es führt die Wunderbahn Nir⸗ gend hin, als himmelan. 7. Von der treuen Liebes⸗ a. Offenbart sich lauter Lie⸗ e; Nichts beruht auf Unbe⸗ stand Bei dem treuen Liebes⸗ triebe. Jesus, immer einerlei, Ist und bleibet ewig treu. 8. Blinde Welt, such immer⸗ hin Rauch und Kot auf die⸗ ser Erden! Außer Jesu kann mein Sinn Niemals recht ver⸗ bi We werden. Also bleibts ei dieser Pflicht: Meinen Je⸗ sum laß ich nicht. Benj. Schmolck, geb. 1672, st. 1737. und Christo. Mel. Wer nur den lieben Gott. 345. Ach, wenn ich dich, mein Gott, nur habe! Nach Erd und Himmel frag ich nicht. Nichts ist, das meine Seele labe, Als du, mein Gott, mein Trost und Licht! Rühmt sich die Welt mit ih⸗ rer Lust, Ohn dich ist mir kein Trost bewußt. 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten: Ich hoffe doch getrost auf dich. Nichts will ich alle Plagen achten; An dir allein erquick ich mich. Regt sich auch alles wider mich,— Es bleibt dabei: Ich liebe dich. 3. Hab ich nur dich, so hab ich alles, Was meine Seele wünschen kann; Auch fürcht ich mich gar keines Falles. Liebst du mich nur, was ficht mich an? Drum spricht mein Herz: Du bist mein Teil, In dir ist meiner Seelen Heil. Benj. Schmolck, geb. 1672, st. 1787. Mel. Seelenbräutigam. 346. Wer ist wohl, wie du, Jesu, süße Ruh! Unter vielen auserkoren, Leben de⸗ rer, die verloren, Und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, Mich aus aller Not Zu erlösen, hat geschmecket, Meine Schulden ugedecket Und mich aus der ot Hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket, Und in unser Fleisch versenket In hen Gott. ich dich, be! R0 frag ich as meine Hu, mein nd Licht! t mit ih⸗ t mir kein Seele mir so hab ine Seele ich fürcht 5 Falles. was ficht icht mein Teil, In en Heil. 72, st. 1737. igam. hohl, wie 9! Unter Leben de⸗ Und ihr iße Ruh! od, Mich lösen, hat Schulden aus der Gott! rrlichkeit! zeit Zum iket, Und senket In Liebe zu Gott und Christo. 251 der Füll der Zeit, Glanz der die Seele gieb, Daß ich wa Herrlichkeit. chen mög und beten, Freudig 4. Großer Siegesheld! Tod, vor dein Antlitz treten. Unge⸗ Sünd, Höll und Welt, Alle färbte Lieb In die Seele gieb. Kraft des großen Drachen 12. Wenn der Wellen Macht Hast du wolln zu Schanden In der trüben Nacht Will machen Durch das Lösegeld des Herzens Schifflein decken, Deines Bluts, o Held. Wollst du deine Hand aus⸗ 5. Höchste Majestät, König strecken. Habe auf mich acht, und Prophet! Deinen Scepter Hüter in der Nacht. will ich küssen, Ich will sitzen 13, Einen Heldenmut, Der dir zu Füßen, Wie Maria da Gut und Blut Gern um thät, Wauis Majestät. deinetwillen lasse Und des 6. Laß mich deinen Ruhm, Fleisches Lüste hasse, Gieb Als dein Eigentum, Durch mir, höchstes Gut, Durch dein des Geistes Licht erkennen, teures Blut. Stets in deiner Liebe brennen 14. Solls zum Sterben gehn, Als dein Eigentum, Aller⸗ Wollst du bei mir stehn, Mich schönster Ruhm. durchs Todesthal begleiten 7. Zeuch mich ganz in dich, Und zur Herrlichkeit bereiten, Daß vor Liebe ich Ganz zer⸗Daß ich einst mag sehn Mich rinne und zerschmelze Und zur Rechten stehn. auf dich mein Clend wälze, J. X. Freylinghausen, g. 1670, fl. 1739. uu stets Sih dach. rn Zeuch Wal Sennnhehbabrie mich ganz in dich. el. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr 8. Deiner Sanftmut Schild 347. Herr Jesu Christ, Deiner Demut Bild Mir an⸗ mein höchstes Gut, Mein See⸗ lege, in mich präge, Daß kein lenschatz, mein Herzensmut, Zorn, noch Stolz sich rege. Und aller Sinnen Freude: Vor dir sonst nichts gilt, Als Ich bleibe dennoch stets an dein eigen Bild. dir; So ist auch nichts, das 9. Steure meinem Sinn, Der dich von mir Und unsre Liebe zur Welt will hin, Daß ich nicht scheide. Du machst mir dei⸗ Weg bekannt, Hältst mich dern bleiben in den Schran⸗ bei deiner rechten Hand, Re⸗ ken. Sei du mein Gewinn; ierst und führst den Le⸗ u bist mein Licht, zu dir fortsetze, Und mich nicht du bist mein Licht; Ich folge in seinem Netze Satan halte dir, so irr ich nicht. 252 beschlossen hat, Als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, So weiß ich dennoch, daß durch dich Der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn Nimmst du mich dort mit Ehren an, Wo mich vor deinem Thron erfreut Die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, Ach, mit Begier, ach, mit Begier Wünsch ich zu sein, mein Gott, bei dir. 3. Mein alles ist auf dich b gericht; Hab ich nur dich, so frag ich nicht Nach Himmel und nach Erden. Denn wär der Himmel ohne dich, So könnte keine Lust für mich In tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Er⸗ den mein, Möcht ich auch nicht auf Erden sein; Denn auch die ganze weite Welt Hat nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Christ, Wo du nicht bist, wo du nichtel bist, Ist nichts, das mir er⸗ freulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreu und Not, Durch Marter, dur Gewalt und Tod Auch Lei und Seel verschmachten: Dies alles wird, wenns auch noch Liebe zu Gott und Christo. Daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht und auf der Welt Dir nicht be⸗ ständig Glauben hält, Muß freilich wohl verderben Und kann, weil er die Lust und Pracht Des Fleisches hier zum Himmel macht, Den Himmel dort nicht erben. Wer Teu⸗ feln folgt und ärgerlich In Sünden lebet wider dich Und denket an die Buße nicht, Den ringst du um durch dein Gericht, Herr Jesu Christ, Und bist dabei, und bist da⸗ bei Dem, der dir treu ist, ewig treu. ö 6. Drum halt ich mich ge⸗ trost zu dir; Du aber Hält dich auch zu mir; Und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht Auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht In Freud und auch im Leide. Dein Thun soll alles und al⸗ ein Im Herzen mir und Munde sein, Bis ich dich kann mit Augen sehn. Ach, möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, Ich warte drauf, ich warte drauf. Komm, komm, mein Heiland, nimm mich auf mehr, Ja gar wie eine Hölle wär, Mein Glaube doch nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil Und meines Herzens Trost und Teil; So wird und muß durch dich al⸗ lein Auch Leib und Seele se⸗ lig sein. Herr Jesu Christ, Erdm. Neumeister, geb. 1671, st. 1756. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 348. Wo ist Jesus, mein Verlangen, Mein Geliebter und mein Freund? Ach, wo ist er hingegangen? Wo mag er zu finden sein? Meine Seel ist sehr betrübet Mit viel Ich hoffe fest, ich hoffe fest, Sünd und Ungemach. Wo mich nicht veicht und nicht be⸗ zält, Muß erben Und Lust und s hier zum n Himmel er Teu⸗ gerlich In r dich Und nicht, Den urch dein su Christ, treu ist, mich e⸗ ber Hält 80 ich etze Auf dich, t zerbricht im Leide. 28 und al⸗ mir und dich kann ch, möchte hn! Herr rte drauf, m, komm, mich aufl 71, st. 1756. ler Liebe. sus, mein Geliebter Ach, wo Wo mag eine Seel Mit viel ich. Wo Liebe zu Gott und Christo. 253 ist Jesus, den sie liebet, Den 3. Drum bleib ich stets bei sie suchet Nacht und Tag? diesem Herrn Und das von 2. Ach, ich ruf vor Pein und ganzem Herzen gern. Bei Schmerzen: Wo ist denn mein seinem Wort, in seinem Blut Jesus hin? Keine Ruh in Hats meine Seele ewig gut. meinem Herzen So lang, bis Erast G. Woltersdors,g. 125,fl. x761. ich bei ihm bin! Ach, wer giebt mir Taubenflügel, Daß„WMel. Wie schön leuchtet der ꝛt. ich kann zu jeder Frist Flie⸗ 350. Mein Herr ist über⸗ gen über Berg und Hügel, schwenglich gut, Und was er Suchen, wo mein Jesus ist. täglich an mir thut, Kann 3. Er vertreibt mir Angst niemand besser machen. Sein und Schmerzen, Er vertreibt— sein Wort, sein Geist, mir Sünd und Tod. Quält sein Blut, Sein duldender, mich was in meinem Herzen: sein sanfter Mut, Sind un⸗ Er hilft wiederum aus Not. erhörte Sachen. Laßt mich Darum will ich nicht ablas⸗Ewig Mit Verlangen an ihm sen, Will ihn suchen hin und hangen und mit Freuden Un⸗ her, In den Wäldern, auf ter denem Scepter weiden. den Straßen, Will ihn suchen 2. Wo ist ein solcher guter mehr und mehr. ö Herr, Der alle Tage freund⸗ 4. Liebster Jesu, laß dich fin⸗licher Sich gegen mich be⸗ den! Meine Seele ruft nach zeiget! Ich weiß, so wahr er dir. Ach, vergieb nun meine mir vergiebt, Ich weiß nicht, Sünden! Heiland, zieh mich was er an mir liebt, Und ganz zu dir. Stille, Jesu, was ihn zu mir neiget. Hef⸗ mein Verlangen. Sei und tig, Kräftig, Unbeschreiblich, bleibe du doch mein; Laß ganz ungläublich sind die Trie⸗ mich einzig dir anhangen Und be Seiner wunderbaren Liebe. auf ewig bei dir sein. 3. O lieber Herr, wer bin ich doch, Und was empfind Mel. Nun laßt uns den Leib ꝛc. ich heute noch In dem ver⸗ 349. Ich weiß noch keinen giften Herzen! Ists möglich, bessern Herrn: Was mir ge⸗bringt dich meine Not Durch fällt, das thut er gern. Doch Liebesmacht bis in den Tod, weiß ich keinen schlimmern In unerhörte Schmerzen? Knecht: Ich mach ihm keine Stündlich Sündlich, Blind Sache recht. und schändlich, unerkenntlich, 2. Gott Lob! daß mir mein wüst und öde: Ach, mein Herr vergiebt Und mich aus Herr, ich bin zu schnöde! freier Gnade liebt. Gott Lob, 4. So oft mein Herz sich daß er mich dulden kann. Gott selbst erblickt, So oft fühl ich Lob! er nimmt die Sünder an. mich ungeschickt Zu allen dei⸗ 254 Liebe zu Gott nen Sachen: Was aber dich nicht liebt und ehrt, Und was mein eignes Heil zerstört, Das kann ich balde machen. Kannst du, Jesu, Mich doch achten und betrachten und mich lie⸗ ben? Wahrlich, ja, es steht geschrieben? 5. Seht, wie er seine Arme dehnt Und sich am Kreuz nach Sündern sehnt, Die seines Bluts begehren! Wie wallt und brennt sein reines Herz Und wünscht, ich soll für all den Schmerz Ihm nur den Lohn gewähren, Daß ich Selbst mich Ihm verschreibe, bei ihm bleibe, Glauben fasse Und mich selig machen lasse. 6. Fürwahr, du bist der große Gott; Denn das be⸗ zeugt, dem Feind zu Spoit, Dein göttlich⸗großes Lieben. Du hast dich völlig mir ver⸗ traut Und dich der allerärm⸗ sten Braut Mit deinem Blut verschrieben. Herr! Herr! O der Treugesinnten, unergründ⸗ ten Gnadentriebe! Du bist Gott, du bist die Liebe. 7. Aus Gnaden bin ich, was ich bin, Verlobte Braut und Königin. Ich schäme mich mit Freuden. Mein Herr, der mich so hoch gebracht, Hat mich wll wich reich gemacht Und will mich selber weiden. Selig, Heilig, Schön und prächtig, stark und mächtig macht die Gnade, Wo ver⸗ zweifelt bös der Schade. 8. So wahr du lebst, mein Gott und Herr, Du wirst mir und Christo. täglich herrlicher; Je länger, desto lieber. Denn weil mein Glaube dich versteht, So weiß ich, wenns durch Proben geht, Die Proben gehn vorüber. Ewig Wird mich Mein Be⸗ gehren, dich zu ehren, nie ge⸗ reuen, Alle Tage mehr er⸗ freuen. 9. Was mir mein Herr ver⸗ geben kann, Das seh ich mit Erstaunen an; Es ist nicht auszusprechen. Wo ist ein Gott, der so verschont? Wo ist ein Herr, der so belohnt Bei allen meinen Schwächen? Was er Selber Meinem Le⸗ ben guts gegeben, will er prei⸗ sen Und mir tausend Gnad erweisen. 10. Halleluja! Preis, Ehr und Macht Sei meinem guten Herrn gebracht! Ich kann ihn nicht beschreiben. Es wisse, wer es wissen kann, Mir steht kein andrer Himmel an, Als ewig sein zu bleiben. Sin⸗ get, Springet! Herz und Glie⸗ der, liebt ihn wieder; laßt mich loben! Halleluja hier und droben! Erust G. Woltersdorf, g 1725, st. 1761. Mel. Jesu, meine Freude. 351. Allgenugsam Wesen, Das ich hab erlefen Mir zum höchsten Gut: Du vergnügst alleine Völlig, innig, reine Seele, Geist und Mut. Wer dich hat, ist still und satt; Wer dir kann im Geist an⸗ hangen, Darf nichts mehr verlangen. Be länger, weil mein „So weiß oben geht, vorüber. Mein Be⸗ en, nie ge⸗ mehr er⸗ Herr ver⸗ eh ich mit ist nicht o ist ein sont? Wo 0 belohnt chwächen? einem Le⸗ hill er prei⸗ end Gnad reis, Ehr der; laßt a hier und 725, st. 1761. freude. n Wesen, Mir zum dergnügst g9, reine ut. Wer nd satt; Beist an⸗ ts mehr Liebe zu Gott 2. Wem du dich gegeben, Kann im Frieden leben; Er hat, was er will. Wer im Herzensgrunde Lebt mit dir im Bunde, Liebet und ist still. Bist du da, uns innig nah, Muß das Schönste bald erblei⸗ chen, Und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein: Was Geschöpfe haben, Kann den Geist nicht laben; Du vergnügst allein. Was ich mehr als dich be⸗ gehr, Kann mein Seligsein nur hindern Und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag wer⸗ den Droben und auf Erden, Alles reicht nicht zu. Einer nur kann geben Freude, Ruh und Leben, Eins ist not: nur du! Hab ich dich nur wesent⸗ lich, So mag Leib und Seel verschmachten: Ich wills doch nicht achten. 5. Komm, du selges Wesen, Das ich mir erlesen, Werd mir offenbar! Meinen Hunger stille, Meinen Grund erfülle Mit dir selber gar! Bleib nur du mein Gut und Ruh, Bis du wirst in jenem Leben Dich mir völlig geben. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. Mel. Erquicke mich, du Heil der ꝛc. 352. Ich bete an die Macht der Liebe, Die sich in Jesu offenbart. Ich geb mich hin dem freien Triebe, Mit dem und Christo. 255 ken, Ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so sehr gewogen, Und wie verlangt dein 1 nach mir! Durch Liebe sanft und stark gezogen, Neigt sich mein Alles auch zu dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, Du hast mich, ich hab dich erlesen. 3. Ich fühls, du bists; dich muß ich haben. Ich fühls, ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Ga⸗ ben: Mein Ruhplatz ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen; Drum folg ich deinen selgen Zügen. 4. Für dich ist ewig Herz und Leben, Erlöser, du, mein einzig Gut. Du hast für mich dich hingegeben Zum Heil durch dein Erlösungsblut. O Lan des schweren, tiefen Fal⸗ es, Für dich ist ewig Herz und alles! 5. Ich liebt und lebte recht im Zwange, Als ich mir lebte ohne dich. Ich wollte dich nicht, ach, so lange! Doch liebtest du und suchtest mich. O wenn doch dies der Sün⸗ der wüßte! Sein Herz wohl bald dich lieben müßte. 6. O Jesu, daß dein Name bliebe Im Grunde! Drück ihn tief hinein. Möcht deine süße Jesusliebe In Herz und Sinn gepräget sein! In Wort und Werk, in allem Wesen Sei Jesus und sonst nichts zu lesen. ich Wurm geliebet ward. Ich will, anstatt an mich zu den⸗ 7. In diesem teuren Jesus⸗ 256 Liebe zu Gott und Christo. namen Das Vaterherze öffnet sich. Ein Brunn der Liebe, Fried und Freude Quillt nun so nah, so mildiglich. Mein Gott, wenns doch der Sün⸗ der wüßte! Sein Herz als⸗ bald dich lieben müßte. 8. Lob sei dem hohen Jesus⸗ namen, In dem der Liebe Quell entspringt, Von dem hier alle Bächlein kamen, Aus dem die selge Schar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende! Wie falten sie die frohen Hände!—(Wir beugen uns mit ohne Ende; Wir falten mit die frohen Hände.) Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 353. Nun so will ich denn mein Leben Völlig meinem Gott ergeben; Nun wohlan, es ist geschehn. Sünd, ich will von dir nichts hören; Welt, ich will mich von dir kehren, Ohne je zurück zu sehn. 2. Hab ich sonst mein Herz geteilet, Hab ich hie und da verweilet: Endlich sei der Schluß gemacht, Meinen Wil⸗ len ganz zu geben, Meinem Gott allein zu leben, Ihm zu dienen Tag und Nacht. 3. Herr, ich opfre dir zur Gabe All mein Liebstes, das ich habe; Schau, ich halte nichts zurück, Schau und prü⸗ fe meine Nieren; Solltest du was Falsches spüren, Nimm es diesen Augenblick. 4. Ich scheu keine Müh und Schmerzen; Gründlich und von ganzem Herzen Will ich folgen deinem Zug. Kann ich stetig und in allem Dei⸗ nen Augen nur gefallen: Ach, so hab ich ewig gnug. 5. Dich allein will ich er⸗ wählen: Alle Kräfte meiner Seelen Nimm nur ganz in deine Macht. Ja, ich will mich dir verschreiben! Laß es ewig feste bleiben, Was ich dir hab zugesagt. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769 Mel. Nun ruhen alle Wälder. 354. Mein alles, was ich liebe, Mein alles, was ich übe, Sei mein Herr Jesu Christ, Weil ich in ihm besitze, Was einer Seele nütze, Was einem Menschen köstlich ist. 2. Das Herz kann nichts er⸗ gründen, Das nicht in ihm zu finden; Da wird es satt und voll. Denn dies ist Got⸗ tes Wille, Daß alle Gottes⸗ fülle In ihm leibhaftig woh⸗ nen soll. 3. Ich harre und begehre Ohn Jesum keiner Ehre Und keines andern Lichts. Von Weisheit, von Ergötzen, Von Herrlichkeit und Schätzen Be⸗ gehr ich ohne Jesum nichts. 4. Nur er soll mir auf Er⸗ den Zur Kunst und Weisheit werden, Mein Leitstern in der Zeit, Mein Schatz, der ewig währe, Mein Frieden, meine Ehre, Mein Himmel, meine Seligkeit. 5. Wird einst die Seele schei⸗ den, Daß sie aus diesem Lei⸗ Will ich Kann em Dei⸗ en: Ach, g. b ich er⸗ e meiner ganz in ich will Laß es Was ich 7, st. 1769 Wälder. „was ich was ich err Jesu m besitze, itze, Was tlich ist. nichts er⸗ in ihm d es satt ist Got⸗ Gottes⸗ ftig woh⸗ begehre hre Und 8. Von zen, Von ätzen Be⸗ n nichts. auf Er⸗ Weisheit rn in der der ewig n, meine l, meine ꝛele schei⸗ :sem Lei⸗ den In Salems Thore tritt, Bring ich als Schmuck und Krone Sonst nichts vor Got⸗ tes Throne, Denn meines Jesu Namen mit. 6. Wenn ich das Weltgetüm⸗ mel, Die Erde und den Him⸗ mel, Nur Jesum nicht ver⸗ lier: So kann ich im Erkal⸗ ten Das beste doch behalten; An diesem Schatz genüget mir. 7. Ihr Selgen ohne Mängel, Ihr lichten Gottesengel, Ihr habt dies selbst bezeugt. Ihm jauchzen alle Geister, Es sind vor ihrem Meister Der Aus⸗ erwählten Knie gebeugt. 8. Ihm will ich mich erge⸗ ben, In diesem Namen leben Und in ihm gläubig sein; In ihm auch herzlich lieben, Ge⸗ duld in ihm nur üben; In Jesu bet ich auch allein. 9. Ich will in Fesu sterben, Ich will in Jesu erben, In Jesu auferstehn, In ihm gen immel fahren Und mit den elgen Scharen In seinem Licht ihn ewig sehn. Pyil. Fr. Hiller, geb. 1699, st. 1769. Mel. Ich wills wagen., 355. Halleluja! v½ Gott sei hoch gepreist! Jesus ist da ½ Dessen Name weist, Wie Gott lauter Seligkeit Uns in seinem Sohn bereit. Kut der Sünder, Freund der inder, Sei mir, was du heißt! 2. Dein Erbarmen ½ Giebt dich Sündern hin. Geistlich Armen ½ Schenkst du zum Gewinn Dich mit deinem Him⸗ M. R. Gesangbuch. Liebe zu Gott und Christo. 257 melreich. Wer ist solchen Ar⸗ men gleich? Jesu Bräute Sind die Leute, Ja die Königinn'. 3. Auserkorner„: Süßer Menschensohn, Du, verlor⸗ ner,: Armer Sünder Kron! Du, du kommst ins Jammer⸗ thal Und führst sie in Freu⸗ densaal; Du stirbst schmäh⸗ lich, Machst sie selig, Setzt sie auf den Thron. 4. Guter Hirte ½: Mein Im⸗ manuel, Ach, bewirte ½1 Mei⸗ ne matte Seel! Such und führe sie zur Ruh, Deinem Wei und Wunden zu. Süße eide, Ewge Freude Fließt aus diesem Quell. 5. Selge Augen 5 Die nur Jesum sehn! Was soll tau⸗ gen ½ Und vor Gott bestehn, Das muß wahrlich ganz al⸗ lein Jesus, nichts als Jesus sein. In dem Frommen Darf man kommen Und zum Va⸗ ter gehn. 6. Jesu, hefte Aug und Herz auf dich. Mein Ge⸗ schäfte Sei dies ewiglich: Dich, nur dich, mein Lamm, zu sehn. Erd und Himmel muß vergehn. Ich bleib ewig In dir selig: Herr, behalte mich! Stimmen aus Zion. 1740. Mel. Seelenbräutigam. 356. Teurer Bräutigam, Du mein Gott und Lamm, Sei mir tausendmal gegrüßet! Was mein Herz in dir ge⸗ nießet, Fühlt allein der Christ, Der in Gnaden ist. 2. Laß mich vor dir stehn. 17 258 Liebe zu Gott Du bist wunderschön; Schön in deiner Dornenkrone, Schön und prächtig auf dem Thro⸗ ne, Schön in Schmach und Spott, Schön als Mensch und Gott. 3. Du bist lauter Licht, Wie dein Zeugnis spricht. Du bist lauter Heil und Leben. D5 will ich dich erheben. Du bist groß und reich; Herr, wer ist dir gleich! 4. Groß bist du von Rat, Mächtig in der That, Reich von Wahrheit, Huld und Gnade; Ohne dich ist alles Schade. Du bists ganz allein; Du giebst Milch und Wein. 5. Deine Liebesglut Füllet Herz und Mut; Sie durch⸗ dringet Mark und Glieder, Tröstet und belebt mich wie⸗ der. Du machst reich und fatt: Wohl dem, der dich hat! 6. Zion, singe mit! Komm mit schnellem Schritt, Meinen Bräutigam zu preisen! Er will dich mit Manna speisen. Offne Herz und Ohr; Zion, tritt hervor. 7. Er trägt meine Schuld. Gnade und Geduld Ist vor seinem Angesichte; Er geht für mich ins Gerichte. Ich bin frei und los. Lamm, mein Heil ist groß. 8. Du bist ewig treu, Immer einerlei: Treu im Wachen und im Beten, Treu im Hel⸗ fen und Vertreten Auch noch Teurer auf dem Thron, Gottessohn. und Christo. Ich, der Wurm, bin dein. Du mein Leben, Lust und Sonne; Ich, der Staub, bin deine Wonne. Welch ein un⸗ gleich Paar! Doch ists ewig wahr! 10. O der großen Pracht, Die mich herrlich macht! Mein Schmuck und mein Brautgeschmeide Ist die reine, weiße Seide Der Gerechtig⸗ keit, Sein, des Lammes Kleid. 11. Unaussprechlich gut Ists in deinem Blut Hier schon auf der wüsten Erden. Hei⸗ land, was wirds dort wohl werden, Wo dein Glanz und Pracht Alles Luhmer macht! 12. Dich begehrt mein Sinn; Du bist mein Gewinn. Alles rechne ich für Schaden, Bin ich nur bei dir in Gnaden. Sei es, wie es soll: Mir ist immer wohl. 13. Welt, treib deinen Spott! Er bleibt ewig Gott. Dräue, locke, würge, brenne! Weil ich ihn in Kraft erkenne, Schreckt mich keine Not, Nicht der bittre Tod. 14. Heiland, halt mich fest! Wenn dich alles läßt, Kann und will ich doch nicht wei⸗ chen. Du hast nirgend deines⸗ gleichen, Du mein Gott und Lamm, Teurer Bräutigam. Fr. Xug. Weihe, geb. 1721, st. 1771. 9. Du bist gänzlich mein; Mel. Christus der ist mein Leben. 357. Nam über alle Na⸗ men, Mein Jesus A und O, Mein Jesus, Ja und Amen: Wie bin ich dein so froh! in dein. ust und ub, bin ein un⸗ sts ewig Pracht, macht! d mein die reine, Berechtig⸗ es Kleid. gut Ists ier schon en. Hei⸗ ort wohl lanz und 9 macht! ein Sinn; in. Alles den, Bin Gnaden. oll: Mir en Spott! t. Dräue, ne! Weil erkenne, ot, Nicht mich fest! ßt, Kann nicht wei⸗ id deines⸗ Gott und itigam. 21, st. 1771. lein Leben. alle Na⸗ und O, id Amen: froh! 2. Herr Jesu, meine Wonne, Mein Schmuck und meine Zier, Mein Heil und meine Sonne, Mein alles bist du mir. 3. Beugt euch, ihr Himmels⸗ chöre, Fr Menschen beugt euch hie Im Abgrund, ihm zur Ehre Beug alles seine Knie. 4. Wo dieser Name schallet, Wo man nur Jesum nennt, Da ists, wo mein Herz wal⸗ let, Da ist mein Element. 5. Wo man nicht Jesum eh⸗ ret, Und wärs das Paradies, Dahin verlangt, begehret Mein Herz nicht hin; gewiß! 6. Mir ists an jeder Stelle, Wo ich ihn schmähen hör, Als ob ich in der Hölle Und unter Teufeln wär. 7. Ich wünsche und begehre Nur ihn, nur ihn allein; Er soll mein Ruhm und Ehre, Mein ganzer Reichtum sein. 8. Nur er soll mir auf Er⸗ den Mein Trost in aller Not, Mir zur Erlösung werden, Zum Leben auch im Tod. 9. Es ist kein Heil, kein Le⸗ ben; In Jesu Namen nur Ist Seligkeit gegeben Der ganzen Kreatur. 10. Herr, laß an meinem Ende Mich meinen Namen sehn In deine Jesushände Dort eingezeichnet stehn. Chr. K. E. v. Pfeil, geb. 1712, st. 1784. Mel. Mir nach! spricht Christus ꝛc. 8. Du bist allein nur liebenswert, Du Bräutigam der Seelen. Liebe zu Gott und Christo. 259 nur dein begehrt! Wer könnt was Höhres wählen? Nichts reicht an deiner Liebe Wert; Du bist allein nur liebenswert. 2. Die Jünger, die bei klei⸗ nem Schein Schon Hütten wollten bauen, Erblickten end⸗ lich dich allein. O Glück, nur dich zu schauen, Der, wenn man fremdes Licht ver⸗ mißt, Uns dennoch allgenug⸗ sam ist. 3. Doch fühlt sich oft mein Herz so fern, So kalt in seinen Trieben. O möcht ich doch den guten Herrn Recht über alles lieben, Wie er mein armes Herz begehrt, Das doch gar keiner Liebe wertl 4. Das Feuer, das dein Herz entzündt, Als du dein gött⸗ lich Leben Zum Lösegeld für meine Sünd Freiwillig hin⸗ gegeben, Entzünde mich mit neuem Mut, Zur stärksten Gegenliebe Glut. 5. Ach läutre doch noch in der Zeit, Was deinen Flam⸗ menaugen Im klaren Licht der Ewigkeit An mir noch nicht kann taugen! Mach mich auch von dem Liebsten frei, Daß ich dein reines Opfer sei. 6. Dir weihet sich mit neuer Treu Geist, Seel und Leib und Leben, Um alles, was nicht deine sei, In deinen Tod zu geben, Daß sonst mein Auge nichts begehrt, Was nicht ganz deiner Liebe wert. O selig, wer 7. Ja, werde mir, mein teu⸗ 260 Liebe zu Gott res Lamm, In meiner Seele Faumn Entzünde deine reine 36 lamm In meinem Herzen besser, Bis mir dein Geist durchaus verklärt, Du seist allein nur liebenswert. Joh. Jak. v. Moser, geb. 1701, st. 1785. 359. Wenn ich ihn nur habe, Wenn er mein nur ist, Wenn mein Herz bis hin zum Grabe Seine Treue nicht vergißt: Weiß ich nichts von Leide, Fühle nichts, als An⸗ dacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, Laß ich alles gern, Folg an meinem Wanderstabe Treu⸗ gesinnt nur meinem Herrn; Lasse still die andern Breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, Schlaf ich fröhlich ein. Ewig wird zu süßer Labe Seines Herzens Flut mir sein, Die mit sanftem Zwingen Alles wird erweichen und durch⸗ dringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, Hab ich auch die Welt, Und des Himmels reiche Gabe Meinen Blick nach oben hält. Tief versenkt im Schauen, Kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, Ist mein Vaterland; Und es fällt mir jede Gabe Wie ein Erbteil in die Hand. Längst vermißte Brüder Find ich nun in seinen Jüngern wieder. Fr. L. v. Hardenberg, geb. 1772, st. 1801. und Christo. Mel. Befiehl du deine Wege. O. Wenn alle untreu werden, So bleib ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, Vergingst für mich in Schmerz; Drum geb ich dir mit Freu⸗ den Auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter wei⸗ nen, Daß du gestorben bist Und mancher von den Dei⸗ nen Dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen Hast du so viel gethan: Und doch bist du verklungen Und keiner denkt daran! 3. Du stehst voll treuer Lie⸗ be Noch immer jedem bei, Und wenn dir keiner bliebe, So bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, Am Ende fühlt man sie, Weint bitterlich und schmieget Sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden; O lasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts Und sinken liebend nieder Und fallen dir ans Herz. Fr. L. v. Hardenberg, geb. 1772, st. 1801. Mel. Herr und Altster deiner ꝛc. 361. Eines wünsch ich mir vor allem andern, Eine Speise früh und spät. Selig läßts im Vränenthal sich wandern, Wenn dies eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, Der mit blutgem Bege. untreu sir doch it auf ben sei. prungen Und en Und uer Lie⸗ em bei, bliebe, ch treu. jet, Am Weint jet Sich funden; r! Laß en Auf Einst r Auch Und r Und 2,st. 1801. iner ꝛc. ich mir »Speise g läßts acht s geht: Mann lutgem Beten, loben Schweiß und Todesgrauen Auf sein Antlitz niedersank Und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Au⸗ gen stehen, Wie er, als ein stilles Lamm, Dort so blutig und so bleich zu sehen, Hän⸗ end an des Kreuzes Stamm; die er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: Es ist voll⸗ bracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen Meine Schuld und deine Huld. Als ich in XVIII. Matth. 6, 362. Vater unser im Him⸗ melreich, Der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an, Und willst das Beten von uns hab'n: Gieb, daß nicht bet allein der Mund; Hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein. Dein Wort bei uns hilf halten rein, Daß wir auch leben heiliglich, Nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor fal⸗ scher Lehr, Das arm, ver⸗ führet Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit Und dort hernach in Ewigkeit. Der heilge Geist uns wohne bei Mit seinen Gaben mancherlei. Des Sa⸗ tans Zorn und groß Gewalt und danken. 261 der Finsternis gesessen, Tru⸗ est du mit mir Geduld; E längst nach deinem chaf getrachtet, Eh es auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit teurem Lösegeld Mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein! Sprich du darauf ein Amen. Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen Brennend in mein Herz hin⸗ ein. Mit dir alles thun und alles lassen, In dir leben und in dir erblassen, Das sei bis zur letzten Stund Un⸗ ser Wandel, unser Bund! Albert Knapp, geb. 1798, st. 1864. Beten, loben und danken. Zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich, Auf Erden, wie im Himmelreich. Gieb uns Geduld in Leidenszeit, Ge⸗ horsam sein in Lieb und Leid. Wehr und steur allem Fleisch und Blut, Das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täg⸗ lich Brot, Und was man darf zur Leibesnot. Behüt, Herr, vor Unfried und Streit, Vor Seuchen und vor teurer Fred Daß wir in gutem rieden stehn, Der Sorg und Geizes müssig gehn. 6. All unser Schuld vergieb uns, Rem Daß sie uns nicht betrübe mehr; Wie wir auch un⸗ sern Schuldigern Ihr Schuld 262 Beten, loben und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns all bereit In rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Ver⸗ suchung nicht, Wenn uns der böse Geist anficht. Zur lin⸗ ken und zur rechten Hand Hilf uns thun starken Wider⸗ stand, Im Glauben fest und wohlgerüst, Und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Übel uns er⸗ lös: Es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von dem ewgen Tod Und tröst uns in der letzten Not. Be⸗ scher uns auch ein selig End; Nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen! Das ist: es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, Auf daß wir ja nicht zweifeln dran, Was wir hiemit gebeten hab'n Auf dein Wort, in dem Namen dein; So sprechen wir das Amen fein. Martin Luther, geb. 1483, st. 1546. 363. Herr Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir danken dir! Dich, Gott Vater, in Ewigkeit, Ehret die Welt sehr weit und breit. All Engel und all Himmelsheer, Und was da dienet deiner Ehr, Auch Cherubim und Sera⸗ phim Singen immer mit ho⸗ her Stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Hent ist unser Gott, der erre m göftti 2. Dein göttlich Macht und und danken. Herrlichkeit Geht über Himm'l und Erden weit. Der hei⸗ ligen zwölf Boten Zahl Und die lieben Propheten all, Die teuren Märtrer allzumal, Lo⸗ ben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werte Chri⸗ stenheit Rühmt dich auf Er⸗ den allezeit; Dich, Gott Va⸗ ter im höchsten Thron, Dein' rechten und einigen Sohn, Den heilgen Geist und Trö⸗ ster wert Mit gleichem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du Kön'g der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewger Sohn du bist. Der Jungfrau Leib nicht hast ver⸗ schmäht, Zu erlösen das menschlich Geschlecht. Du hast dem Tod zerstört sein Macht Und all Christen zum Himmel bracht. Du sitzst M Rechten Gottes gleich, it aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zu⸗ künftig bist Allem, was tot und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Die mit dein'm teur'n Blut erlöset sein! Laß uns im Himmel haben Teil Mit den Heilgen in ewgem Heil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, Und Want was dein Erbteil ist! Wart und pfleg ihr' zu aller Zeit Und heb sie hoch in Ewigkeit. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich, Und ehr'n dein' Namen stetiglich. Behüt uns, Herr, du treuer Gott, Vor aller Sünd und Missethat. BX Himm'l her hei⸗ hl Und all, Die al, Lo⸗ großem te Chri⸗ auf Er⸗ bott Va⸗ Dein' Sohn, d Trö⸗ Dienst Ehren, Vaters t. Der ast ver⸗ en das t. Du ört sein ten zum u lich gleich, Vaters du zu⸗ was tot err, den deinm in! Laß sen Teil ewgem Volk, d segne, Wart ler Zeit wigkeit. 'tt, wir n dein' üt uns, Vor issethat. Sei uns gnädig, o Herre Gott, Sei uns gnädig in aller Not! Zeig uns deine Barmherzigkeit, Wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr; In Schanden laß uns nim⸗ mermehr. Amen! Je Deum laudamus, v. Ambrosius, st. 397; deutsch von Cuther, geb. 1483, st. 1546. Psalm 103. 364. Nun lob, mein Seel, den Nonen Was in mir ist, den Namen sein. Sein Wohl⸗ that thut er mehren; Vergiß es nicht, o Herze mein. Hat dir dein Sünd vergeben Und heilt dein Schwachheit groß; Errett' dein armes Leben, Nimmt dich in seinen Schoß, Mit reichem Trost beschüttet, Verjüngt, dem Adler gleich. Der Herr schafft Recht, be⸗ Beten, loben und danken. 263 men, So wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm Geschlechte, Er weiß, wir sind nur Staub, Gleich wie das Gras vom Felde, Ein Blum und fallend Laub. Der Wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da; Also der Mensch vergehet, Sein End, das ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine Steht fest und bleibt in Ewig⸗ keit Bei seiner lieb'n Gemeine, Die stets in seiner Furcht bereit, Die seinen Bund be⸗ halten. Er herrscht im Him⸗ melreich. Ihr starken Engel, waltet Seins Lobs und dient zugleich Dem großen Herrn zu Ehren Und treibt sein hei⸗ ligs Wort. Mein Seel soll auch vermehren Sein Lob an allem Ort. 5. Sei Lob und Preis mit hütet, Die leid'n in seinem Reich. 2. Er hat uns wissen lassen Sein heilig Recht und sein Gericht, Dazu sein Güt ohn Maßen; Es mangelt an Er⸗ barmung nicht, Sein' Zorn läßt er bald fahren, Straft nicht nach unsrer Schuld; Die Gnad thut er nicht spa⸗ ren, Den Blöden ist er hold, Sein Güt ist hoch erhaben Ob den, die fürchten ihn; So fern der Ost vom Abend, Ist unser Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen Ob ihrer jungen Kindelein, So thut der Herr uns Ar⸗ Ehren Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! Der woll in uns vermehren, Was er aus Gnaden uns verheißt, Daß wir ihm fest vertrauen, Uns ganz verlass'n auf ihn, Von Herzen auf ihn bauen, Daß unser Mut und Sinn Ihm allzeit mög anhangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen, wirwerd'ns erlangen, Glaubn, wir von Herzensgrund! Joh. Gramann, geb. 1487, st. 1554 . 5 v. e. Unbekannten, um 1600. 365..Nun preiset alle Got⸗ tes Barmherzigkeit! Lob ihn mit Schalle, Werteste Chri⸗ 264 Beten, loben stenheit! Er läßt dich freund⸗ lich zu sich laden: Freue dich, Israel, seiner Gnaden! 2. Der Herr regieret Über die ganze Welt; Was sich nur rühret, Froh ihm zu Fuße fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben; Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, Las⸗ set das Trauern sein! Zur grünen Weiden Stellet euch willig ein. Da läßt er uns sein Wort verkünden; Machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er giebet Speise Reichlich und überall; Nach Vaters Weise Sättigt er allzumal. Er schaffet früh und späten Regen; Füllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis und ehre Seine Barmherzigkeit! Sein Lob vermehre, Werteste Chri⸗ stenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden: Freue dich, Israel, seiner Gnaden! A. v. Cöwenstern, geb. 1594, st. 1648. „Sirach 50, 24—20. 366.pNun danket alle Gott, Mit Herzen, Mund und Hän⸗ den, Der große Dinge thut An uns und allen Enden; Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Und noch jetzund gethan. 2. Der ewig reiche Gott Woll uns bei unserm Leben und danken. in seiner Gnad Erhalten fort und fort Und uns aus aller Not Erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne Und dem, der beiden gleich, Im höchsten Himmels⸗ throne, Dem dreimaleinen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jetzund und immerdar! Martin Rinckart, geb. 1586, st. 1649. Mel Nun lob, mein Seel, den Herren. 367. Man lobt dich in der Stille, Du hocherhabner Zions⸗Gott! Des Rühmens ist die Fülle Vor dir, du starker Zebaoth! Du bist doch Herr auf Erden, Der From⸗ men Zuversicht; In Trübsal und Beschwerden Läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren Mein Mund vor jedermann Und deinen Ruhm vermehren, So lang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen Von ganzer Seel und jauchzen schnell, Die unauf⸗ hörlich schreien: Gelobt sei der Gott Israel! Sein Name werd gepriesen, Der große Wunder thut Und der auch mir erwiesen Das, was mir nütz und gut. Nun, das ist meine Freude, Daß ich an ihm stets kleb Und niemals von ihm scheide, So lang ich leb und schweb. 3. Herr, du hast deinen Na⸗ men Sehr herrlich in der Ein immer fröhlich Herz Und edlen Frieden geben Und uns Welt gemacht; Denn als die en fort 8 aller o dort. reis sei nd dem beiden mmels⸗ aleinen ich war n wird rl st. 1649. n Herren. r, sich eel und unauf⸗ obt sei Name große er auch as mir das ist ich an iemals ing ich en Na⸗ in der als die ** Beten, loben Schwachen kamen, Hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget: Nun, wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, So will ich für und für Den Kelch des Heils erheben Und prei⸗ sen weit und breit Dich, Herr, mein Gott, im Leben Und dort in Ewigkeit. Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. Sirach 50, 24—26. 368. Nun danket all und bringet Ehr, Ihr Menschen in der Welt, Dem, dessen Lob der Engel Heer Im Him⸗ mel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, Der seine Wun⸗ der überall Und große Din⸗ ge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an Frisch und gesund erhält Und, wo kein Mensch uns helfen kann, Sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Doch bleibet —9 Muts, Die Straf er⸗ äßt, die Schuld vergiebt Und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Sin Erfrische Geist und inn, Und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz Ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn In Israelis Land; Er gebe Glück zu unserm Thun Und Heil in allem Stand. und danken. 265 Güt Um, bei und mit uns gehn; Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, Sei er stets unser Heil, Und bleib auch, wenn wir von der Erd Abscheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, Uns unsre Augen zu Und zeig uns drauf sein An⸗ gesicht Dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 369. Sollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht fröhlich sein? Denn ich seh in allen Dingen, Wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, Das sein treues Woht regt, Das ohn Ende hebt und trägt, Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Ge⸗ fieder Über seine 1.0 7 streckt, Also hat auch hin und wieder Mich des Höch⸗ sten Arm gedeckt, Alsobald im Mutterleibe, Da er mir mein Wesen gab Und das Leben, das ich hab Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Got⸗ tes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer; Nein, er giebt ihn für mich hin, Daß er mich 7. Er lasse seine Lieb und vom ewgen Feuer Durch sein Beten, loben teures Blut gewinn. O du ungegründter Brunnen! Wie will doch mein schwacher Geist, Ob er sich gleich hoch befleißt, Deine Tief ergründen können! Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, Giebt er mir in sei⸗ nem Wort, Daß er werde mein Regierer Durch die Welt zur Himmelspfort, Daß er mir mein Herz erfülle Mit dem hellen Glaubens⸗ licht, Das des Todes Reich zerbricht Und die Hölle selbst macht stille. Alles 200 währt seine Zeit, Gottes Lie in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen Hat er ja recht wohl bedacht. Will dem Leibe Not zustehen, Nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen Nichts ver⸗ mag, nichts helfen kann, Kommt mein Gott und hebt mir an Sein Vermögen bei⸗ ulegen. Alles Ding währt zeme Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug hinkehre, Find ich, was mich nährt und hält, Tier und Kräuter und Getreide In den Gründen, in der Höh, In den Büschen, in der See, Überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. und danken. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen Und ermuntert mein Gemüt, Daß ich alle liebe Morgen Schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht ge⸗ leitet, wär ich nicht Aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Got⸗ tes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage Wird vom Satan her⸗ geführt, Die mich doch mein Lebetage Niemals noch bis— her berührt. Gottes Engel, den er sendet, Hat das Böse, was der Feind Anzurichten ist gemeint, In die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde Sein Herz niemals anz entzeucht, Ob es gleich isweilen Sünde Thut und aus der Bahne weicht: Also hält auch mein Verbrechen Mir mein frommer Gott zu gut, Will mein Fehlen mit der Rut Und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Din währt seine Zeit, Gottes Lieh in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, Ob sie mir gleich bitter sind, Dennoch, wenn ichs recht erwäge, Sind es Der mi daß mein Freund, er mich liebet, mein ge⸗ denke Und mich von der schnöden Welt, Die uns hart gefangen hält, Durch das — 2 e‚F wacht muntert ich alle e neue e mein sicht ge 1 E⸗ Aus 0 . Alles lit, Got⸗ schwere itan her⸗ dch mein och bis⸗ 5Engel, 8 Böse, zurichten e Ferne Ding Gottes seinem niemals 2s gleich hut und ht: Also rbrechen Gott zu en mit nit dem es Din ttes Licb „ seine ir gleich wenn Sind es Freund, iein ge⸗ on der ns hart ch das + Beten, loben Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Got⸗ tes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse Mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christen⸗ kreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein: Also wird auch nach der Pein, Wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Cwigkeit. 12. Weil denn weder Ziel, noch Ende Sich in Gottes Liebe findt, Ei, so heb ich meine Hände Zu dir, Vater, als dein Kind, Bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu um⸗ fangen Tag und Nacht Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob und lieb in Ewigkeit. paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. 370. Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, mei⸗ nes Herzens Lust. Ich sing und mach auf Erden kund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad Und ewge Quelle seist, Daraus uns al⸗ len früh und spat Viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir Auf dieser ganzen Erd, Das uns, o Vater, nicht und danken. 267 4. Wer hat das schöne Him⸗ melszelt Hoch über uns ge⸗ setzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most Zu seinen 54 findtꝰ 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit sei⸗ ner Hand Den güldnen, ed⸗ len, werten Fried In unserm Vaterland? 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir; Und du mußt alles thun, Du hältst die Wach an unsrer Thür Und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu Und stehst uns, wenn wir in Gefahr Geraten, herzlich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld Und schlägst nicht allzusehr; Ja, endlich nimmst du unsre Schuld Und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, Wirst du gar leicht erweicht Und giebst uns, was uns hoch erfreut Und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, Und was sein Kummer sei; Kein Zähr⸗ und Thränlein ist so klein, Du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit dem, was von dir Allein gegeben werd? ewig steht, Und führst uns 268 in des Himmels Haus, Wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring Und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, Ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, Dein Glanz und Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, Schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf Versorget und ernährt? Wie manchen schwe⸗ ren Unglückslauf Hat er zu⸗ rücgekehrt! 17. Er hat—05 niemals was versehn In seinem Re⸗ giment; Nein, was er thut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn fer⸗ ner thun Und red ihm nicht darein, So wirst du hier in Frieden ruhn Und ewig fröh⸗ lich sein. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Psalm 146. Mel. Valet will ich dir geben. 371. Du, meine Seele, singe, Wohlauf, und singe schön Dem, welchem alle Dinge Zu Dienst und Willen stehn! Ich will den Herren droben Hier preisen auf der Beten, loben und danken. Erd; Ich will ihn herzlich loben, So lang ich leben werd. 2. Ihr Menschen, laßt euch lehren, Es wird euch nützlich sein. Laßt euch doch nicht bethören Die Welt mit ihrem Schein. Verlasse sich ja kei⸗ ner Auf Fürstenmacht und Gunst, Weil sie, wie unser einer, Nichts sind, als nur ein Dunst. 3. Was Mensch ist, muß er⸗ blassen, Und sinken in den Tod. Er muß den Geist aus⸗ lassen, Selbst werden Erd und Kot. Allda ists dann gesche⸗ hen Mit seinem klugen Rat, Und ist ganz klar zu sehen, Wie schwach sei Mens chenthat. 4. Wohl dem, der einzig schauet Nach Jakobs Gott und Heil! Wer sich dem anver⸗ trauet, Der hat das beste Teil, Das höchste Gut erlesen, Den schönsten Schatz geliebt; Sein Herz und ganzes Wesen Bleibt ewig unbetrübt. 5. Hier sind die starken Kräf⸗ te, Die unerschöpfte Macht. Das weisen die Geschäfte, Die seine Hand gemacht, Der Himmel und die Erde Mit ihrem ganzen Heer, Der Fisch unzählge Herde Im großen, wilden Meer. 6. Hier sind die treuen Sin⸗ nen, Die niemand unrecht thun Und denen Gutes gönnen, Die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Frouden, Und was er spricht, geschicht; Und wer Gewalt muß leiden, Den schützt er im Gericht. herzlich en werd. aßt 9—— nützlich ch nicht it ihrem h ja kei⸗ cht und ie unser als nur muß er⸗ in den eist aus⸗ Erd sch n gesche⸗ gen Rat, su sehen, chenthat. r einzig Gott und n anver⸗ este Teil, sen, Den bt; Sein n Bleibt en Sin⸗ cht thun gönnen, n. Gott sreuden, schicht; leiden, Gericht. Beten, loben 7. Er weiß viel tausend Wei⸗ sen, Zu retten aus dem Tod; Er nährt und giebet Speisen — Zeit der Hungersnot; dacht schöne rote Wangen Oft bei geringem Mahl, Und die da sind gefangen, Die reißt er aus der Qual. 8. Er ist das Licht der Blin⸗ den, Erleuchtet ihr Gesicht, Und die sich schwach befinden, Die stellt er aufgericht. Er liebet alle Frommen, Und die ihm günstig seind, Die fin⸗ den, wenn sie kommen, An ihm den besten Freund. 9. Er ist der Fremden Hütte, Die Waisen nimmt er an, Erfüllt der Witwen Bitte, Wird selbst ihr Trost und Mann. Die aber, die ihn hassen, Bezahlet er mit Grimm; Ihr Haus, und wo sie saßen, Das wirft er um und um. 10. Ach, ich bin viel zu we⸗ nig, Zu rühmen seinen Ruhm! Der Herr allein ist König, Ich eine welke Blum. Jedoch weil ich gehöre Gen Zion, in sein Zelt, Ists billig, daß ich mehre Sein Lob vor al⸗ ler Welt. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 372. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, Lege mich vor deinen Thron. Schwache Thränen, kindlich Sehnen Bring ich dir, du Menschen⸗ sohn. Laß dich finden, laß dich finden Von mir, der ich und danken. 269 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, Lenke mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine; Dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich fin⸗ den, laß dich finden! Gieb dich mir und nimm mich hin! 3. Ich begehre nichts, o Her⸗ re, Als nur deine freie Gnad, Die du giebest, den du lie⸗ best, Und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat al⸗ les, wer dich hat. 4. Himmelssonne, Seelen⸗ wonne, Unbeflecktes Gottes⸗ lamm! In der„ o meine Seele Suchet dich, o Bräu⸗ tigam. Laß dich finden, laß dich finden, Starker Held aus Davids Stamm! 5. Hör, wie kläglich, wie be⸗ weglich Dir die arme Seele singt, Wie demütig und weh⸗ mütig Deines Kindes Stimme klingt! Laß dich finden, laß dich finden! Denn mein Herze zu dir dringt. 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud Sind nur Schmerzen meinem Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich fin⸗ den, laß dich finden! Großer Gott, mach mich bereit! Joach. Neander, geb. 1050, st. 1680. 373. Wunderbarer König, Herrscher von uns allen, Laß dir unser Lob gefallen. Dei⸗ nes Vaters Güte Hast du lassen triefen, Ob wir schon Asch und Thon! von dir wegliefen. Hilf uns —— .....r.. 270 Beten, loben noch! Stärk uns doch! Laß die Zungen singen, Laß die Stimmen klingen! 2. Himmel, lobe prächtig Deines Schöpfers Thaten, Mehr, als aller Menschen Staaten. Großes Licht der Sonne, Schieße deine Strah⸗ len, Die das große Rund be⸗ malen. Lobet gern, Mond und Stern! Seid bereit, zu ehren Einen solchen Herren. 3. O du meine Seele, Singe fröhlich, singe, Singe deine Glaubenslieder! Was den Odem holet, Jauchze, preise, klinge! Wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth! Er nur ist zu loben Hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, Wer den Herren kennet, Wer den Herren Jesum liebet. Halle⸗ luja singe, Welcher Christum nennet, Sich von Herzen ihm ergiebet. O wohl dir! Glau⸗ be mir, Endlich wirst du dro⸗ ben Ohne Sünd ihn loben. Joach. Neander, geb. 1650, st. 1680. 374. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, Meine geliebete Seele: das ist mein Begehren. Kom⸗ met zu Hauf! Psalter und Harfe, wacht auf! Lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Der dich auf Adelers Fitti⸗ chen sicher geführet, Der dich erhält, Wie es dir selber ge⸗ und danken. fällt. Hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich berei⸗ tet, Der dir Gesundheit ver⸗ liehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Not Hat nicht der gnädige Gott Über dir Flugel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der dei⸗ nen Stand sichtbar gesegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, Was der All⸗ mächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lob seinen Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht! Seele, vergiß es ja nicht! Lob ihn in Ewig⸗ keit! Amen! Joach. Ueander, geb. 1650, st. 1680. Wel. Nun danket alle Gott. 375. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Licht, mein Leben, Mein Schöpfer, der mir hat Mein Leib und Seel gegeben, Mein Vater, der mich schützt Von Mutterleibe an, Der alle Augenblick Viel Guts an mir gethan! 2. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Heil, mein Leben, Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich egeben, Der mich erlöset hat Mit seinem teuren Blut, Der mir im Glauben schenkt Sich selbst, das höchste Gut! 3. Gelobet sei der Herr, 5. 7 Freuẽ mit st dieses en, der ch berei⸗ heit ver⸗ geleitet. at nicht ber dir der dei⸗ gesegnet, nel mit geregnet! der All⸗ dir mit was in Namen! at, lobe nen! Er e, vergiß in Ewig⸗ 0,/ st. 1680. Gott. der Herr, ht, mein fer, der ind Seel ter, der itterleibe lick Viel il, mein liebster ir mich erlöset en Blut, schenkt ste Gut! rHerr, Beten, loben Mein Gott, mein Trost, mein Leben, Des Vaters werter Geist, Den mir der Sohn gegeben, Der mir mein Herz erquickt, Der mir giebt neue Kraft, Der mir in aller Not Rat, Trost und Hülfe schafft! 4. Gelobet sei der Pbet⸗ Mein Gott, der ewig lebet, Den alles rühmt und lobt, Was in den Lüften schwebet! Gelobet sei der Herr, Des Name heilig heißt, Gott Va⸗ ter, Gott der Sohn Und Gott der heilge Geist! 5. Dem wir Halleluja Mit Freuden lassen klingen Und mit der Engelschar Das Hei⸗ lig, Heilig singen, Den herz⸗ lich lobt und preist Die ganze Christenheit! Gelobet sei mein Gott In alle Ewigkeit! Joh. Olearius, geb. 1611, st. 1684. Mel. Zion klagt mit Angst und ꝛc. 376. Wenn dich Unglück hat betreten, Wenn du steckst in Angst und Not, Mußt du fleißig zu Gott beten; Beten hilft in Not und Tod, Daß du Gottes Angesicht Auch im Kreuz auf dich gericht Kannst aus seinem Wort erblicken Und dein Herz mit Trost er⸗ quicken. 2. Keiner wird ja nie zu Schanden, Der sich seinem Gott vertraut. Kommt dir gleich viel Not zu Handen, Hast du auf ihn wohl ge⸗ baut: Obs gleich scheint, als hört er nicht, Weiß er doch, was dir gebricht. Deine und danken. 271 Not mußt du ihm klagen Und in keiner Not verzagen. 3. Rufen, Schreien, Klopfen, Beten Ist der Christen beste Kunst. Allzeit gläubig vor ihn treten Findet Hülfe, Gnad und Gunst. Wer Gott fest vertrauen kann, Ist der allerbeste Mann; Der wird allzeit Rettung finden, Kein. Feind wird ihn überwinden. 4. Lerne Gottes Weise mer⸗ ken, Die er bei den Seinen hält. Er will ihren Glau⸗ ben stärken, Wenn sie Un⸗ glück überfällt. Unser Gott, der lebt ja noch; Schweigt er gleich, so hoͤrt er doch. Schrei getrost; du mußt nicht zagen; Dein Gott kann dir nichts versagen. 5. Laß dich Gottes Wort regieren; Merke, was die Wahrheit lehrt. Satan wird dich nicht verführen, Der die 50 e Welt verkehrt. Gottes ahrheit ist dein Licht, Dein Schutz, Trost und Zuversicht. Trau nur Gott, der kann nicht lügen. Bet! Du wirst gewiß obsiegen. Joh. Olearius, geb. 1611, st. 1684. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 377. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, Dem Va⸗ ter aller Güͤte, Dem Gott, der alle Wunder thut, Dem Gott, der mein Gemüte Mit seinem reichen Trost erfüllt, Dem Gott, der allen Jam⸗ die Ehre! mer stillt! Gebt unserm Gott ...Q..... 272 Beten, loben 2. Es danken dir die Him⸗ melsheer, O Herrscher aller Thronen; Und die auf Erden, Luft und Meer In deinem Schatten wohnen, Die prei⸗ sen deine Schöpfermacht, Die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch er⸗ halten; Darüber will er früh und spat Mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn in meiner Not: Ach Gott, ver⸗ nimm mein Schreien! Da alf mein Helfer mir vom Tod Und ließ mir Trost ge⸗ deihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir. Ach, danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! und danken. nun an ehren, Man soll, Gott, deinen Lobgesang An allen Orten hören. ein ganzes Herz ermuntre sich; Mein Geist und Leib erfreue dich. Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Na⸗ men nennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott. Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein An⸗ gesicht Mit jauchzenvollem Springen, Bezahlet die ge⸗ lobte Pflicht Und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht Und al⸗ les, alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jak. Schütz, geb. 1640, ft. 1690. Ps. 150. 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht Von Ianem Volk geschieden; Er bleibet ihre Zuversicht, Ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mut⸗ terhänden leitet er Die Sei⸗ nen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf er⸗ mangeln muß, Die alle Welt erzeiget, So kommt, so hilft der Überfluß, Der Schöpfer selbst und neiget Die Vater⸗ augen denen zu, Die sonsten nirgends finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, O Gott, von Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 378. Halleluja! Lob, Preis und Ehr Sei unserm Gott je mehr und mehr Für alle seine Werke! Von Cwigkeit zu Ewigkeit Sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget! Singet! Heilig,— hei⸗ lig, herrlich, heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaothl 2. Halleluja! Preis, Chr und Macht Sei auch dem Got⸗ teslamm gebracht, In dem wir sind erwählet, Das uns mit seinem Blut erkauft, Damit besprenget und ge⸗ an soll, sang An Mein tre sich; b erfreue Gott die hristi Na⸗ unserm „die ihr nt, Gebt hre! Die acht zu ist Gott! tt! Gebt hre! sein An⸗ hzenvollem et die ge⸗ laßt uns ott hat es t Und al⸗ acht! Gebt Chre! 1640, ft. 1690. htet der ꝛc. Lob, Preis serm Gott r Für alle na Ewigkeit 1 uns allen Weisheit, Klinget! errlich, hei⸗ g ist Gott, rr Zebaoth! is, Ehr und dem Got⸗ „In dem t, Das uns ut erkauft, ot und ge⸗ —— tauft Und sich mit uns ver⸗ mählet. Heilig, Selig Ist die Freundschaft und Ge⸗ meinschaft, die wir haben Und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja! Gott heilger Geist, Sei ewiglich von uns gepreist, Durch den wir neu eboren, Der uns mit Glau⸗ ben ausgeziert, Dem Bräuti⸗ am uns zugeführt, Den Hochzeitstag erkoren. Eia! Eia! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna Und ein ewig Hosianna! 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr Sei unserm Gott je mehr und mehr, Und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschar Und singet nun und immerdar Mit Freuden Amen! Amen! Klinget! Singet! Heilig, herr⸗ lich, heilig, herrlich, heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! Um 1700. 379. Dir, dir, Jehovah, will ich singen; Denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du! Dir will ich meine Lie⸗ der bringen. Ach, gieb mir deines Geistes Kraft dazu, Daß ich es thu im Namen Jesu Christ, So wie es dir durch ihn gefällig ist! 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir. Dein Geist in meinem Herzen wohne Und meine Sinnen und Verstand regier, M. R. Gesangbuch. Beten, loben und danken. 273 Daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl Und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, So wird gewiß mein Singen recht gethan, So klingt es schön in meinem Liede, Und ich bet dich in Geist und Wahrheit an; So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Pfal⸗ men sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich ind; Der 1 mich recht gläu⸗ big beten, Giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei, Daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Relden schallet Durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, So bricht dein Vater⸗ herz und wallet Ganz brün⸗ stig gegen mir vor heißer Lieb, Daß mirs die Bitte nicht versagen kann, Die 10 nach deinem Willen ha gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach deinem Willen eingericht, Und wird gewiß von dir er⸗ höret, Weil es im Namen deines Sohns geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin Und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin 18 ich voller Trost und Freudig⸗ keit Und weiß, daß alle gute Gabe, Die ich von dir ver⸗ lange jederzeit, Die giebst du und thust überschwen lich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir! ich bitt in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist alles Ja un Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schen⸗ kest solche Seligkeit! Barthol. Crasselius, um 1700. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 380. Bringt her dem Her⸗ ren Lob und Ehr Aus freu⸗ digem Gemüte! Ein leder Gottes Ruhm vermehr Und preise seine Güte! Ach, lobet, lobet alle Gott, Der uns be⸗ freiet aus der Not, Und dan⸗ ket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit Die großen Wunder⸗ werke, Die Maiestät und Herrlichkeit, Die Weisheit, Kraft und Stärke Die er beweist in aller Welt Und dadurch alle Ding erhält: Drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns er⸗ schaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben Aus lauter väterlicher Gnad Uns allen hat gegeben, Der uns durch seine Engel schützt Und täg⸗ 274 Beten, loben und danken. 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, Der für uns ist gestorben Und uns die selge Lebenskron Durch seinen Tod erworben, Der worden ist der Hölle Gift Und Frie⸗ den hat mit Gott gestift: Drum danket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist Den Glauben d angezündet Und alles Gute noch verheißt, Uns stärket, kräftigt, gründet, Der uns erleuchtet durch sein Wort, Regiert und treibet fort und fort: Drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch das gute Werk, So in uns an⸗ gefangen, Vollführen wird und geben Stärk, Das Klei⸗ nod zu erlangen, Das er hat allen dargestellt Und seinen Gläubgen vorbehält: Drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken und Thron Ihr Fürstentum und Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, Die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat! Ja, alles, was nur Odem hat, Das danke sei⸗ nem Namen! Cyriat. Günther, geb. 1649, ft. 1704. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 381. Bis hieher hat mich Gott gebracht Durch seine große Güte; Bis hieher hat er Tag und Nacht Bewahrt lich giebet, was uns nützt: Herz und Gemüte; Bis hie⸗ Drum danket seinem Namen! her hat er mich geleit, Bis schenkt ür uns fort und t seinem auch das uns an⸗ ren wird Das Klei⸗ das er hat ind seinen lt: Drum nen! was nur danke sei⸗ 1649, ft. 1704. r Höh sei Ehr. er hat mich durch seine hieher hat à9t Bewahrt e; Bis hie⸗ geleit, Bis hieher hat er mich erfreut, Bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank Für die bisherge Treue, Die du, o Gott, mir Lebenslang Bewiesen täglich neue. In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat große Ding gethan An mir und mir geholfen. 3. Hilf fernerhin, mein treuer Hort! Hilf mir zu allen Stun⸗ den! 227 mir an all und jedem Ort! Hilf mir durch Jesu Wunden! Hilf mir im Leben, Tod und Not Durch Christi Schmerzen, Blut und Tod! Hilf mir, wie du ge⸗ holfen. Amilie Juliane, Gräfin v. Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt, geb. 1637, st. 1706. Luk. 14, 16—24. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 382. Gott, des Scepter, Stuhl und Krone Herrschet über alle Welt, Der du dei⸗ nem liebsten Sohne Eine Hochzeit hast bestellt: Dir sei Dank ohn End und Zahl, Daß zu diesem Liebesmahl Von den Zäunen, an den Straßen Du auch mich hast laden lassen. 2. Herr, wer bin ich? und hingegen, Wer bist du? was deine Pracht? Ich ein Würm⸗ lein an den Wegen: Du der König großer Macht! Ich Staub, Erde, Asch und Kot: Du der Herr Gott Zebaoth! Ich ein Scherz und Spiel der Zeiten: Du der Herr der Ewigkeiten! Beten, loben und danken. 275 3. Ich grundbös und ganz verdorben: Du die höchste Heiligkeit. Ich verfinstert und erstorben: Du des Lebens Licht und Freud. Ich ein armes Bettelkind, Lahm und krumm, stumm, taub und blind: Du das Wesen, aller Wesen, Ganz vollkommen, auserlesen. 4. Und doch lässest du mich laden Zu dem großen Hoch⸗ zeitsmahl! O der übergroßen Gnaden! Ich soll in des Himmels Saal Mit dem lieben Gotteslamm, Meinem Herrn und Bräutigam, Bei der Engel Chor und Reihen Ewig mich, ach, ewig freuen! 5. Felder, Wälder, Bäum und Büsche, Hügel, Gründe, Berg und Thal, Vögel, Tiere, Vieh und Fische Und ihr Engel allzumal, Himmel, Erde, Land und Meer, Rüh⸗ met, singet, jauchzet sehr! Gott läßt zu dem Mahl der Gnaden Das elende Volk einladen! 6. Wen nun dürstet, soll sich laben Mit dem süßen Lebens⸗ quell; Wen nun hungert, der soll haben Brots genug für seine Seel. O ein subes Mahl und Ort, Da sich Got⸗ tes Herz und Wort Seiner Braut und dn Rian Giebt zur Speis und Trank zum besten! 7. O du großer Herr und König, Der du rufest: Kommt herbei! Ach, ich bin ja viel zu wenig Aller deiner Lieb 18* 276 Beten, loben und Treu. Ach, ich kann dir nimmermehr Danken gnug und also sehr, Wie ich schul⸗ dig bin und sollte Und wie ich wohl gerne wollte. 8. Zeuch du mich, dein Mahl zu schmecken, Aus der finstern Sündenkluft. Deine Stimme laß mich wecken, Die so sehn⸗ lich, lieblich ruft: Komm, o Mensch, komm, eile, komm! Komm zum Lebensquell und Strom; Komm zum Brot, davon zu zehren Und den Geist damit zu nähren! 9. Offn, ach, öffne meine Ohren Zu der Stimm, die also klingt, Die zu deinen Freudenthoren, O Jerusalem, mich bringt! Laß den, den du teur erkauft Und auf dich felbst hast getauft, Nicht zur Nahrung seiner Seelen Fer⸗ ner eitle Träber wählen. 10. Laß der eitlen Welt Ge⸗ tümmel, Das als Rauch bald wird entfliehn, Von des Lammes Mahl im Himmel, Das stets bleibt, mich nicht abziehn. Kleide, Jesu, in der Zeit Mich in dich, mein Hoch⸗ zeitskleid, Daß ich deiner Hochzeit Ehren Möge feiern ohn Aufhören. heinr. Georg Neuß, geb. 1654, st. 1716. Psalm 146. 383. Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod; Weil ich noch Stunden auf Erden und danken. Seel gegeben hat, Werde ge⸗ priesen früh und spat. Hal⸗ leluja! Ren sind 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, Und keh⸗ ren um zu ihrem Staub. Ihre Anschläge sind auch verloren, Wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, Rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja! Halleluja! 3. Selig, ja Ful ist der zu nennen, Des Weal der Gott Jakobs ist; elcher vom Glauben sich nichts läßt tren⸗ nen Und hofft Cir'i auf Jesum Christ. er diesen errn zum Beistand hat, indet am besten Rat und That. Halleluja! Halleluja! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden, Und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet wer⸗ den, Was er uns einmal ugedacht. Er ists, der Herr⸗ scer aller Welt, Welcher uns ewig Glauben hält. Halle⸗ luja! Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden: Er ists, der ihnen Recht verschafft. Hung⸗ rigen will er zur Speis be⸗ scheiden, Was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei; Seine Genad ist mancherlei. Halleluja! Halleluja! 6. Sehende Augen giebt er zähle, Will ich lobsingen mei⸗ uem Gott, Der Leib und den Blinden, Erhebt, die tief gebeuget gehn. Wo er kann SSSS S 8 — —2 SSSOSEGO — Beten, loben einige Fromme finden, Die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist der Frem⸗ den Trutz; Witwen und Wai⸗ sen hält er Schutz. Halleluja! Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte Kehrt er mit starker Hand zurück, Daß sie nur machen verkehrte Schritte Und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja! Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen Des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen Und Wur Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Halleluja! Halleluja! J. D. Herrnschmidt, g. 1675, st. 1723. 384. O daß ich tausend Zungen hätte Und einen tau⸗ sendfachen Mund, So stimmt ich damit in die Wette Vom allertiefsten Herzensgrund Ein Loblied nach dem andern an Von dem, was Gott an mir gethan! 2. O daß doch meine Stimme schallte Bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang es noch im Laufe geht! Ach, wär ein jeder Puls ein Dank Und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, und danken. 27⁷ braucht allen euren Fleiß Und 42 munter im Ge⸗ schäfte Zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich Und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, Bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, Ihr Blumen, laßt doch eure 19 Zu Got⸗ tes Ruhm belebet sein Und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach, alles, alles, was ein Leben Und einen Odem in sich hat, Soll sich mir zum Gehülfen geben; Denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu erhöhn, Die allenthalben um mich stehn. 6. Lob sei dir, treuer Gott und Vater, Für alles, was ich bin und hab! Lob sei dir! mildester Berater, 5 deiner Gnaden reiche Gab, Die du mir in der ganzen Welt Zu meinem Heile her bestellt! 7. Mein treuster Jesu, sei gepriesen, Daß dein erbar⸗ mungsvolles Herz Sich mir so hülfreich hat erwiesen Und mich durch Blut und Todes⸗ schmerz Von aller Teufel Grausamkeit Zu deinem Ei⸗ gentum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, O heilig werter Gottesgeist, Für deines Tro⸗ stes süße Lehre, Die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo was Guts von mir 278 Beten, loben geschicht, Das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Ze⸗ baoth! Du trägst mit mei⸗ ner Sündenschuld Unsäglich gnädige Geduld. 10. Vor andern küß ich deine Rute, Die du mir aufgebunden hast. Wie viel thut sie mir doch zu gute! Sie ist mir eine sanfte Last; Sie macht mich fromm und zeigt dabei, Daß ich von deinen Liebsten sei. 11. Ich hab es ja mein Lebe⸗ tage Schon so manch liebes Mal gespürt, Daß du mich unter vieler Plage Getreulich hast hindurchgeführt; Denn in der größesten Gefahr Ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 12. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden In deinem steten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leiden Nicht triumphierend einher⸗ ehn? Und fiele auch der Mumel ein, So will ich doch nicht traurig sein. 13. Drum reiß ich mich jetzt aus der Höhle Der schnöden Eitelkeiten los Und rufe mit erhöhter Seele: Mein Gott, du bist sehr hoch und groß! Kraft, Ruhm, Preis, Dank und Herrlichkeit Gehört dir jetzt und allezeit! 14. Ich will von deiner Güte singen, So lange sich die Zunge regt. Ich will dir und danken. Freudenopfer bringen, So lange sich mein N bewegt. Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, So stimm ich doch mit Seufzen ein. 15. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser wer⸗ den, Wenn ich bei deinen Engeln bin. Da Heb ich dir im höhern Chor Viel tausend Halleluja vor. Joh. Mentzer, geb. 1658, st. 1734. 385. Lasset uns den Her⸗ ren preisen Und vermehren seinen Ruhm! Stimmet an die süßen Weisen, Die ihr eid sein Eigentum! Ewig währet sein Erbarmen, Ewig will er uns umarmen Mit der süßen Liebeshuld, Nicht gedenken unsrer Schuld. Prei⸗ set ewig seinen Namen, Die 90 seid von Abrams Samen! Rühmet ewig seine Werke, Gebet ihm Lob, Ehr und Stärke! 2. Ehe noch ein Mensch ge⸗ boren, Hat er uns zuvor er⸗ kannt Und in Christo aus⸗ erkoren, Seine Huld uns zu⸗ gewandt. Selbst der Himmel und die Erden Müssen uns zu Dienste werden, Weil wir durch sein liebstes Kind Seine Kinder worden sind. Ewig solche Gnade währet, Die er uns in ihm bescheret. Ewig wollen wir uns üben, Über alles ihn zu lieben. ö 3. Ja, wir wollen nun mit ich dir ausend fl. 1734. n Her⸗ Uchren net an die ihr Ewig „Ewig n Mit Nicht 9. Prei⸗ n, Die Samen! Werke, hr und nsch ge⸗ wor er⸗ to aus⸗ uns zu⸗ Himmel sen uns Beil wir id Seine Ewig „Die er . Ewig n, Über nun mit Beten, loben Freuden Zu dem lieben Va⸗ ter gehn, Uns in seiner Liebe weiden, Wie die thun, so vor ihm stehn, Heilig, heilig, hei⸗ lig singen; Halleluja soll er⸗ klingen Unserm Gotte und dem Lamm, Unserm holden Bräutigam. Lasset seinen Ruhm erschallen Und erzählt sein Werk vor allen, Daß er ewig uns erwählet Und zu seinem Volk gezählet. 4. Lernet euren Jesum ken⸗ nen, Der euch teur erkaufet hat. Lernet ihn fein lieblich nennen Euren Bruder, Freund und Rat, Euren starken Held im Streiten, Eure Lust in Fröhlichkeiten, Euren Trost und euer Heil, Euer allerbe⸗ stes Teil. Ewig solche Güte währet, Die euch durch ihn widerfähret. Ewig soll das Lob erklingen, Das wir ihm zu Ehren singen. 5. Tretet nur getrost zum Throne, Da der Gnadenstuhl zu sehn. Es kann euch von Gottes Sohne Nichts, als Lieb und Huld geschehn. Er erwartet mit Verlangen, Bis er könne uns umfangen, Und das allerhöchste Gut Uns mit⸗ teilen durch sein Blut. Große Gnad ist da zu finden. Er will sich mit uns verbinden, Und soll niemals etwas können Uns von seiner Liebe trennen. und danten. 279 hiebei schämen, Sondern Gnad um Gnade nehmen. Wer ein hungrig Herze hat, Wird aus seiner Fülle satt. Ewig solche Fülle währet, Die uns so viel Guts bescheret. Wonne, die uns ewig tränket, Wird uns daraus eingeschenket. 7. Nun, o Vater, unser Lal⸗ len, Da wir schwachen Dank dir weihn, Laß dir gnädig wohlgefallen, Bis wir alle insgemein Ewig deine Gütig⸗ keiten Mit gesamtem Lob aus⸗ breiten, Da wir werden Glo⸗ ria Singen und Halleluja. Preis, Ehr, Ruhm, Dank, Macht und Stärke, Und was rühmet seine Werke, Werde unserm Gott gegeben! Laßt uns ihm zu Chren leben! Christian Jak. Koitsch, g. 1671, st. 1734. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 386. Womit soll ich dich wohl loben, Mächtiger Herr Zebaoth! Sende mir dazu von oben Deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts erreichen Deine Gnad und Liebeszeichen. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, Gro⸗ ßer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Ge⸗ müte, Daß ich deine Wunder⸗ macht, Deine Gnade, Treu und Güte Stets erhebe Tag und Nacht; Denn von deinen 6. Er hat nunmehr selbst die Fülle Seiner Gottheit aufgethan, Und es ist sein emier Wille, Daß nun komme jedermann. Keiner soll sich Gnadengüssen Leib und Seele eugen müssen. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, Großer Kö⸗ nig, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich ver⸗ 280 Beten, loben lassen Und gehäufet Schuld auf Schuld, So möcht i vor Scham erblassen Vor der Langmut und Geduld, Wo⸗ mit du, o Gott, mich Armen Dai getragen mit Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich überlege, Mit was Lieb und Gütigkeit Du durch so viel Wunderwege Mich geführt die Lebenszeit: So weiß ich kein Ziel zu fin⸗ den, Noch den Grund hier zu ergründen. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, Großer König, Dank dafür! 5. Du, Herr, bist mir nach⸗ gelaufen, Mich zu reißen aus der Glut; Denn da mit der Sünder Haufen Ich nur suchte irdisch Gut, Hießest du auf dies mich achten, Wornach man zuerst soll trachten. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, Gro⸗ ßer König, Dank dafür! 6. O wie hast du meine Seele Stets gesucht zu dir zu ziehn, Da Sündenhöhle Möchte zu den Wunden fliehn, Die mich aus⸗ gesöhnet haben Und mir Kraft zum Leben gaben. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 7. Ja, Herr, lauter Gnad und Wahrheit Sind vor dei⸗ nem Angesicht. Du, du trittst hervor in Klarheit, In Ge⸗ ch Großer König, Dank ß ich aus der d und danken. Tausend, tausendmal sei dir, dafür! 8. Wie du setzest jedem Dinge Zeit, Zahl, Maß, Gewicht und Ziel, Damit keinem zu geringe Möcht geschehen, noch zu viel: So hab ich auf tau⸗ send Weisen Deine Weisheit auch zu preisen. Tausend, taufendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 9. Bald mit Lieben, bald mit Leiden Kamst du, Herr, Herze zu bereiten, Sich ganz zu ergeben dir, Daß mein gänzliches Verlangen, Möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 10. Wie ein Vater nimmt und giebet, Nach dems Kin⸗ dern nützlich ist, So hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist, Und dich meiner angenommen, Wenns auch gleich aufs Höchste kom⸗ men. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank afür! 11. Mich hast du auf Adlers⸗ flügeln Oft getragen väter⸗ lich, In den Thälern, auf den Hügeln Wunderbar errettet Mich Wenn schien alles zu zerrinnen, Ward doch deiner Hülf ich innen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 12. Fielen tausend mir rechtigkeit, Gericht, Daß man soll aus deinen erken Deine Güt und Allmacht merken. doch begleiten Durch der En⸗ Seiten Und zur Rechten zehn⸗ mal mehr, Ließest du mich mein Gott, zu mir, Nur mein 13. zeiget tigkeit genei, lichkei Geist stets send, ßer K 14. sei dir, dafür! Dinge Hewicht iem zu m, noch luuf tau⸗ Zeisheit ausend, Großer 1„ bald 1, Herr, ur mein ich ganz ß mein „Möcht hangen. sei dir, dafür! nimmt ms Kin⸗ hast du err, mein Und dich „Wenns hste kom⸗ Usendmal ig, Dank f Adlers⸗ n väter⸗ „auf den errettet alles zu ch deiner Tausend, „Großer mir zur hten achn du mich h der En⸗ Beten, loben el starkes Heer, Daß den Röten, die mich drangen, Ich jedennoch bin entgangen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 13. Vater, du hast mir er⸗ zeiget Lauter Gnad und Gü⸗ tigkeit, Und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freund⸗ lichkeit, Und durch rd 0 Geist der Gnaden, Werd ich stets noch eingeladen. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, Gro⸗ ßer König, Dank dafür. 14. Tausendmal sei dir ge⸗ sungen, 5 un mein Gott, Preis, Lob und Dank, Daß es mir bisher gelungen! Ach, laß meines Lebens Gang Fer⸗ ner doch durch Jesu Leiten Nur gehn in die Ewigkeiten. Da will ich, Herr, für und für Ewig, ewig danken dir. Eudw. Andr. Gotter, g. 1661, st. 1735. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 387. An Gott will ich ge⸗ denken; Denn er gedenkt an mich. Wenn mich die Sorgen kränken, So hebt mein Herze sich Zu meinem Gott empor. Bald weichen alle Schmerzen; Denn er stellt meinem Herzen Nichts, als Vergnügen vor. 2. Denk ich an seine Liebe, Wie werd ich doch entzückt, Daß, wenn es noch so trübe, Mir gleich die Sonne blickt. Da kommt mir immer ein: Er hat sich hoch vermessen,“ Er will mein nicht vergessen. Wie könnt ich traurig sein? * mir fest versprochen. und danken. 3. Denk ich an seine Güte, Die alle Morgen neu, So freut sich mein Gemüte Bei solcher Vatertreu. Die Last werf ich auf ihn. So wird die Arbeit süße, Wenn ich gleich Schweiß vergieße; Denn Gott ist mein Gewinn. 4. Denk ich an sein Erbarmen, Er schenket mir sein Kind: O Gnade für mich Armen! Heißt das nicht treugesinnt? Gott ist in Christo mein. Gott müßte Christum hassen, Wenn er mich wollte lassen. Das kann unmöglich sein. 5. Drum will an Gott ich denken, Die Welt mag im⸗ merhin Den Sinn aufs Eitle lenken; Hier ist ein andrer Sinn. Ich trage Gott allein Im Herzen und im Munde, So kann mir keine Stunde Allhier zu lange sein. 6. An Gott will ich geden⸗ ken, So lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, So geh ich zwar die Bahn, Da mein die Welt vergißt; Doch Gott gedenkt noch meiner, Wenn auch auf Erden keiner Mein eingedenk mehr ist. henj. Schmolcͤk, geb. 1672, st. 1737. Mel. Wunderbarer König. 388. Gott ist gegenwärtig! Lasset uns anbeten Und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns künr de Und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, Wer ihn nennt: Schlagt hlen fas⸗ lassen. ltig, In⸗ nfte und dach mich ich dei⸗ mag in it. Laß ärts Wie Und in mir woh⸗ st auf Er⸗ tum noch du nahes r verkläre, lieb und 00 und 9 erblicken bücken. 1697, st. 1769 st uns die ꝛt. * Gott, wit var du be er Lieder „ * tzt dein Lob m Lob sind teur erkauft, O Seligkeit, Zu deinem lle Kreatur. Zu dir w ir m. In Geist is gethan. cht mit Chr⸗ ir Seraphim Der Engel Zahl. lle kennen, Dich eilig nennen der allzumal. bist du. Dir * Beten, loben jauchzet alles zu. Amen! Amen! Auch wir sind dein Und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein. 3. Droben knien vor deinem Throne Die Altesten mit gold⸗ ner Krone, Der Erstgebornen selge Schar, Samt den un⸗ zählbaren Frommen, Diedurch den Sohn zu dir gekommen; Sie bringen ihre Psalmen dar: Macht, Weisheit, Herr⸗ lichkeit, Preis, Dank in Ewig⸗ keit!l Amen! Amen! Auch wir sind dein Und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! 4. Alle preisen deine Werke, Die Weisheit, Liebe, Huld und Stärke, Die über alles Denken geht. Treue, Lang⸗ mut, Licht und Segen Ji, —13 in allen deinen Wegen, ein Lob ist, das dich gnug erhöht; Doch ist es einge⸗ prägt In alles, was sich regt. Amen! Amen! Auch wir sind dein Und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! 5. Komm, in uns dich zu verklären, Daß wir dich wür⸗ diglich verehren. Nimm un⸗ ser Herz zum Heiligtum, Daß es, ganz von dir erfüllet Und durch dein Nahesein gestillet, Auhm in deiner Gottheit Ruhm. Dich, unser höchstes Gut, Erhebe Geist und Mut. Amen! Amen! Im Freuden⸗ schein, In Leid und Pein Bleibst du, Gott, unser Gott allein. Nach Gerh. Tersteegen, g. 1697, st. 1769. 283 Mel. Christus, der ist mein Leben. 390. Ach, bleib mit deiner Gnade Bei mir, Herr Jesu Christ; Denn alles ist nur Schade, Was und wo du nicht bist. 2. Ach, bleib mit deinem Lichte Bei mir, du Licht der Welt, Damit, was ich verrich⸗ te, In dir Gott wohlgefällt. 3. Ach, bleib mit deinem Le⸗ ben, O Lebensfürst, bei mir. Dich freudig zu erheben, Herr Jesu, gieb du mir. 4. Ach, bleib mit deinem Frieden Mir immer innig nah. Bleib von mir unge⸗ schieden; Sei auch im Tode da. 5. Ach, bleib mit deinem Se⸗ Guu Mit deinem Kreuz und lut; Mit deinem Gnadenre⸗ gen Erquicke Herz und Mut. 6. Ach, bleib mit deinen Kräften, Mein Leben, meine Kraft, Zu göttlichen Geschäf⸗ ten, Zur guten Ritterschaft. 7. Ach, bleib mit deiner Treue; Mein Gott, verlaß mich nicht, Daß ich mich dei⸗ ner freue, Wenn Herz und Auge bricht. 8. Ach, bleib mein Ein und Alles, Mein Reichtum, Lust und Ruhm, Mein starker Trost des Falles, Mein ganzes Ei⸗ gentum. 9. Und laß mich bei dir bleiben; Herr Jesu, nimm und danken. mich hin. Laß mich auch ster⸗ bend gläuben, Daß ich ganz deine bin. Friedr. Aug. Weihe, g. 1721, st. 1771. Beten, loben Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. I. Betgemeine, heilge dich Mit dem heilgen Ole. Jesu Geist ergieße sich Dir in Herz und Seele. Laß den Mund Alle Stund Vom Gebet und Flehen Heilig übergehen. 2. Heilige den heilgen Brand, Deines Geists Verlangen, Dem, ders Blut an dich ge⸗ wandt, Heilig anzuhangen. Heilger Rauch Sei es auch, Der zu Gott aufgehet, Wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen Schar, Was sie fleht und bit⸗ tet, Das wird auf dem Rauch⸗ altar Vor Gott ausgeschüttet: Und da ist Jesus Christ Prie⸗ ster und Versühner Aller sei⸗ ner Diener. 4. Dieser Allerheilgen⸗Rauch Muß ja viel vermögen. Laßt uns unser Körnlein auch Auf die Kohlen legen. Schmelze doch Heute noch In der Lie⸗ be Flammen Aller Herz zu⸗ sammen. 5. Kann ein einiges Gebet Einer gläubgen Seelen, Wenns zum Herzen Gottes geht, Sei⸗ nes Zwecks nicht fehlen: Was wirds thun, Wenn sie nun Alle vor ihn treten Und zu⸗ sammen beten! 6. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Klei⸗ nen, Engel, Menschen mit Be⸗ gier Alle sich vereinen, Und es geht Ein Gebet Aus von ihnen allen: Wie muß das erschallen! und danken. 7. O der unerkannten Macht Von der Heilgen Beten! Ohne das wird nichts vollbracht, So in Freud, als Noöten. Schritt für Schritt Wirkt es mit, Wie zum Sieg der Freun⸗ de, So zum End der Feinde. 8. O so betet alle drauf, Betet immer wieder! Heilge ände hebet auf, 848 eure lieder! Gut aich as Gebet, Daß zu Gott sichs schwinget; Betet, daß es dringet. 9. Betet, daß die letzte Zeit Vollends übergehe, Daß man sche. Herrlichkeit Offenbaret sehe. Stimmet ein Insgemein Mit der Engel Sehnen Nach dem Tag, dem schönen. 10. Eure Bitten, die ihr thut bn Gott von der Erden, Sol⸗ e n eine heilge Glut Des Al⸗ tares werden; Aber eur Eig⸗ nes Feur Lasset weit von dan⸗ nen Von der heilgen Pfannen. 11. Das Gebet hat Christi Gunst, Wo mans ernstlich übet; Und das ist der Heil⸗ en Kunst: Beten, wie ers iebet, Das gescheh Je und je, Wie ers vorgenommen Auf sein endlich Kommen. 12. Dies Verlangen muß vorher In der Seele glim⸗ men, So macht aus den Bit⸗ ten er Donner, Blitz und Stimmen; Die ergehn Und Hesund Daß die Feinde be⸗ en Und Gott Ehre geben. Cyr. Harl Lud. v. Pseil,g.1712,fl. 1784.„ Segen g * Mel. N. 392. höre! B Ehre Ar Behüte a ner Alln Kirche, L 2. Ach, allen Noe len Zu Bewahr ten, Died ten; Beu den Trut 3. Gieb rer Und Die beid Pflanzen dein Ge ernte rei ze stehn. 5. Laß 0 Amt ge schaffe jed und Tre als Gna als dein 6. Ach, den Kries den, St — rüchte nichte, Macht Ohne lbracht, Nöten. Zirkt es Freun⸗ Feinde. drauf, Heilge igt eure= Gebet, winget; zte Zeit aß man fenbaret sgemein en Nach en. ihr thut »n, Sol⸗ Des Al⸗ eur Eig⸗ von dan⸗ zfannen. ——— ernstlich er Heil⸗ wie ers Je und nommen mmen. n muß le glim⸗ den Bit⸗ litz und hn Und einde be⸗ geben. 12,fl. 1784. 285 Allgemeine Fürbitte. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 392. Herr, höre, Herr, er⸗ höre! Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus. Behüte alle Stände Durch dei⸗ ner Allmacht Hände, Schütz Kirche, Obrigkeit und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen Noch ferner rein erschal⸗ len Zu unsrer Seelen Nutz. Bewahr uns vor den Rot⸗ ten, Die deiner Wahrheit spot⸗ ten; Beut allen deinen Fein⸗ den Trutz. 3. Gieb, Herr, getreue Leh⸗ rer Und unverdrossne Hörer, Die beide Thäter sein. Auf Pflanzen und Begießen Laß dein Gedeihen fließen Und ernte reiche Früchte ein. 4. Gieb unserm König Glük⸗ ke; Laß deine Gnadenblicke Auf den Gesalbten gehn; Schütz ihn auf seinem Thro⸗ ne, Laß Scepter, Reich und Krone In segensvollem Glan⸗ ze stehn. 5. Laß alle, die regieren, Ihr Amt getreulich führen, Und schaffe jedem Recht, Daß Fried und Treu sich küssen, Wir nichts als Gnade wissen; Segn uns als dein erwählt Geschlecht. 6. Ach, wend in allen Gna⸗ den Krieg, Feuer, Wasserscha⸗ den, Sturm, Seuch und H0 el ab. Bewahr des Landes rüchte Und mache nicht zu⸗ nichte, Was uns dein milder Segen gab. 7. Verleih uns Ruh und Friede, Mach alle Feinde müͤ⸗ de; Gieb uns gesunde Luft. Laß Not und teure Zeiten Sich nie bei uns ausbreiten, o man nach Brot aus Hun⸗ ger ruft. 8. Die Hungrigen erquicke Und bringe die zurücke, Die sonst verirret gehn. Die Wit⸗ wen und die Waisen Wollst du mit Troste speisen, Wenn sie zu dir um Hülfe flehn. 9. Sei Vater aller Kinder, Der Schwangern ihr Entbin⸗ der, Gieb Säugenden Gedeihn. 510. unsre zarte Jugend Zur römmigkeit und Tugend, Daß sich die Eltern ihrer freun. 10. Hilf, als ein Arzt, den Kranken, Und die im Glau⸗ ben wanken, Laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb und trage, Auf daß sie ihre Plage Und Not geduldig über⸗ stehn. 11. Bleib der Verfolgten Stütze, Die Reisenden be⸗ schütze, Die Sterbenden be⸗ Daß Mit deinen Engelscharen, aß sie in Frieden fahren Zu Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst er⸗ füllen, Was wir nach deinem Willen In Demut jetzt be⸗ ehrt. Wir sprechen nun das men In unsers Jesu Na⸗ men, So ist gewiß der Wunsch gewährt. Benj. Schmolck, geb. 1672, st. 1737 286 Beten, loben und danken. Für die Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 393. Jehovah, Herr und König Der Könige und Herrn, Dir ist man unterthänig, Du herrschest nah und fern. Du, Herr im Himmelszelt, Läßt unter deinem Leiten Bestehn die Obrigkeiten, Zu herrschen in der Welt. 2. Es zeugen deine Knechte, Daß keine Obrigkeit, Als nur durch deine Rechte Und deine Macht gebeut. Du hast sie hochgeschätzt; Wer ihr zuwi⸗ der lebet, Der trotzt und wi⸗ derstrebet Dem, was du selbst gesetzt. 3. Du Gott der Ordnung, lehre Mich selbst durch deinen Geist, Daß ich die Obern eh⸗ re, Wie uns dein Wort es 4. Verleihe deine Güte Und sende Recht und Licht. Gieb ihnen ins Gemüte Viel Weis⸗ sche zum Gericht. Du herr⸗ chest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten Kannst du wie Bäche leiten; Es steht in deiner Hand. 5. Gieb, daß durch ihr Re⸗ gieren Wir mit Zufriedenheit Ein ruhig Leben führen In wahrer Frömmigkeit. Laß— die Pfleger sein Der gläubi⸗ gen Gemeinde Und als ge⸗ treue Freunde Ihr helge 5. Die weihn. 6. Die uns allhier regieren, Herr, die regiere du. Laß dei⸗ nen Geist sie führen, Dein Rat sprech ihnen zu. Herr Gott, du segnest gern. O heißt. Sie tragen ja dein Bild. Gieb, daß ich Demut übe Und sie mit Ehrfurcht liebe, Wie du es haben willt. Für den Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 394. Gott Lob! nun ist erschollen Das edle Fried⸗ und Freudenwort, Daß nunmehr ruhen sollen Die Spieß un Schwerter und ihr Mord. Wohl auf, und nimm nun wieder Dein Saitenspiel her⸗ vor! O Deutschland, singe Lie⸗ der Im hohen, vollen Chor! Erhebe dein Gemüte Zu dei⸗ nem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte Bleibt dennoch ewiglich. d schnöde sind fürwahr geschlagen Mit walte du hienieden; Gieb dei⸗ nem Volke Frieden, Durch Jesum, unsern Herrn. Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699, st. 1769. Frieden. 2. Wir haben nichts verdie⸗ net, Als schwere Straf und ber un Zorn, Weil stets noch ei uns Einde Der freche, ündendorn. Wir harter, scharfer Rut, Und den⸗ noch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, Del daß sich bei uns löse Der Krieg und sein Geschrei. — 3. Sei taufendmal willkom⸗ men, T densga für Fri wohnen hat Go Glücker trübt u sich selb leids ir aus Ur Freuder nen Ha 4. Da⸗ Hen Herz hi ten Sch ler Sck vormal frischer aber lat re, wüf doller Helden rer Gle nicht 5. Hie Mel. 2 395 Herr J da dein heilger neigt les G deiner An die und A nes La 2. W auf di verrüch e Und Gieb (Weis⸗ u herr⸗ Das Kannst Ss steht ihr Re⸗ denheit ren In Laß sie gläubi⸗ als heilge regieren, Laß dei⸗ „ Dein 1. Herr ern. O Bieb dei⸗ „Durch n. 9, st. 1769. 8 verdie⸗ traf und stets noch er freche, n. Wir agen Mit Und den⸗ gen: Wer Wir sind Gott ist HZilft, daß Der Krieg (willkom⸗ — Für den men, Du teure, werte Frie⸗ densgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen Dein Beiuns⸗ wohnen in sich hab. In dir hat Gott versenket All unser Glück und Heil; Wer dich be⸗ trübt und kränket, Der drückt sich selbst den Pfeil Des Herz⸗ leids in das Herze Und löscht aus Unverstand Die güldne Freudenkerze Mit seiner eig⸗ nen Hand. 4. Das drückt uns niemand besser In unsre Seel und Herz hinein, Als ihr zerstör⸗ ten Schlösser Und Städte vol⸗ ler Schutt und Stein; Ihr vormals schönen Felder, Mit frischer Saat bestreut, Jetzt aber lauter Wälder Und dür⸗ re, wüste Heid; Ihr Gräber voller Leichen Und tapfrem Heldenschweiß, Der Helden, de⸗ rer Gleichen Auf Erden man nicht weiß. 5. Hier trübe deine Sinnen, Für den Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 395. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, Im Stande, da dein Segen ist, Im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab Und al⸗ les Gut so mild herab Aus deiner 9 Hleizig ha Wenn sich An dich Fleißig halten Jung und Alten, die im Orden Ei⸗ nes Lebens einig worden! 2. Wenn Mann und Weib auf dich, Herr, sehn Und un⸗ verrückt beisammen stehn Im Ehestand. 287 O Mensch, und laß den Thrä⸗ nenbach Aus beiden Augen rinnen! Geh in dein Herz und denke nach! Was Gott bisher gesendet, Das hast du nicht geacht; Nun hat er sich gewendet Und väterlich be⸗ dacht Vom Grimm und schar⸗ fen Dringen Zu deinem Heil zu ruhn, Ob er dich möchte zwingen Mit Lieb und Gu⸗ testhun. 6. Ach, laß dich doch er⸗ wecken, Wach auf, wach auf, du harte Welt! Eh, als das letzte Schrecken Dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, Sei unerschrocknes Muts. Der Friede, den er giebet, Be⸗ deutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, Da sollt ihr bei Gott leben In ewgem Fried' und Ruh. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Ehestand. Bunde reiner Treue: Da geht das Glück in vollem Lauf, Da sieht man, wie der Engel Hauf Im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, Kein Wurm Kann zerschlagen, kann zer⸗ nagen, was Gott giebet Dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Vor allem giebt er seine Gnad, In derer Schoß er früh und spat Sein Hochge⸗ liebten heget. Da spannt sein Arm sich täglich aus, Da faßt er uns und unser Haus, 288 Gleich als ein Vater pfleget. Da muß Ein Fuß Nach dem andern gehn und wandern, bis sie kommen In das Zelt und Sitz der Frommen. 4. Sei gutes Muts! wir sind es nicht, Die diesen Or⸗ den aufgericht: Es ist ein höhrer Vater. Der hat uns je und je geliebt Und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, Der beste Freund und Rater. Anfang, Ausgang Aller Sa⸗ chen, die zu machen wir ge⸗ denken, Wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl Ein Stünd⸗ lein, da man leidensvoll Die Thränen lässet fließen; Je⸗ dennoch, wer sich in Gedul Ergiebt, des Leid wird Got⸗ tes Huld In großen Freuden schließen. Sitze, Schwitze Nur z Beten, loben und danken. wird alles wohl gethan Und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut Ist allenthalben recht und gut Und muß uns auch ge⸗ deihen. 2. Gott ists, der das Ver⸗ mögen schafft, Das Gute zu vollbringen. Er giebt uns Segen, Mut und Kraft Und läßt das Werk gelingen, Daß uns ein reicher Zug ent⸗ steht Und dergestalt zur Nah⸗ rung geht, Daß wir die Fülle haben. 3. Wer erst 10 5 Gottes Reiche tracht Und bleibt auf seinen Wegen, Der wird gar leichtlich reich gemacht Durch Gottes milden Segen. Da d wird der Fromme voll und satt, Daß er von seiner Ar⸗ beit hat, Auch Armen Brot ein wenig; unser König wird behende Machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl her, mein König, nah herzu! Gieb Rat im Kreuz, in Nöten Ruh, In Angsten Trost und Freude! Des follst du haben Ruhm und Preis: Wir wollen singen bester Weis Und danken alle beide, Bis wir Bei dir Deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen Ewig loben werden. Amen! paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 396. In Gottes Namen fang ich an, Was mir zu Mit Gott thun gebühret. u geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, Er krönet sie mit Gnaden. Der bösen Welt Haß, Neid und Hohn Kann ihnen gar nicht scha⸗ den. Gott decket sie mit sei⸗ ner Hand, Er segnet ihre Stadt, ihr Land Und füllet sie mit Freuden. 5. Ach, mein Herr Jesu, stärke mich, Hilf mir in meinen Werken; Laß du mit deiner Gnade dich Bei meiner Ar⸗ beit merken. Gieb dein Ge⸗ deihen selbst dazu, Daß ich in allem, was ich thu, Ererbe deinen Segen. 6. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir. Die Werke mei⸗ ner Hä Heilan ie vol mens daß ie wünsch M. Sal Mel. K 397. 09011 gesetzet nes, se Glück, 2. W Macht sonst& daß kei Bei Eh 3. Gi treuer sichtes sucht; stets ei 4. Gi gesegn M. R en Brot Frommen Sr krönet her bösen nd Hohn icht scha⸗ mit sei⸗ znet ihre nd füllet esu, stärke meinen nit deiner leiner Ar⸗ dein Ge⸗ Daß ich in u, Ererbe omm und Werke mei⸗ * Für den ner Hände Befehl ich, liebster Heiland, dir. Hilf, daß ich sie vollende Zu deines Na⸗ mens Herrlichkeit Und gieb, daß ich zur Abendzeit Er⸗ wünschten Lohn empfange. M. Salomo Liscov, g. 1640, st. 1689. Mel. Herr Jesu Christ, meins ꝛc. 397. O Gott, des gnaden⸗ voller Rat Den Ehstand ein⸗ gesetzet hat, Der du ihn seg⸗ nest, schützest, liebst Und ihm Glück, Heil und Gnade giebst. 2. Wend ab des Satans Macht und List Und was sonst Ehen schädlich ist, Auf daß kein Bosheit, voller Gift, Bei Ehegatten Zwietracht stift. 3. Gieb Segen, wenn ihr treuer Fleiß Iu ihres Ange⸗ sichtes Schweiß Die Nahrung sucht; gieb, daß dabei Auch stets ein rein Gewissen sei. 4. Gieb, daß sie mit Gebet und Flehn In Lieb und Ein⸗ tracht zu dir gehn Und rufen dich um Segen an, Auf daß ihr Werk sei wohlgethan. 5. Und wenn sie Kreuz und Leiden drückt, So zeige, daß du es geschickt. Hilf bald und gieb, daß sie zuletzt Dein gnadenreicher Trost ergötzt. 6. Laß Eltern Schand und Sünde fliehn Und fromme Kinder auferziehn, Daß Ei⸗ nigkeit, Zucht, Scham und Treu Zu aller Zeit im Wachs⸗ tum sei. 7. Laß, die im Ehestande stehn, Sich, Herr, durch dich gesegnet sehn, Gieb, daß sie M. R. Gesangbuch. Ehestand. 289 deinen Willen thun Und un⸗ ter deinem Schutze ruhn. 8. O treuer Gott, wir bitten dich, Regiere sie stets Lebens⸗ lich, Erhalte sie die Lebens⸗ zeit In deiner Furcht und Heiligkeit. 9. So bringen sie dir lebens⸗ lang Für solche Gnade herz⸗ lich Dank, Bis dich, Gott Va⸗ ter, Sohn und Geist, Ihr fro⸗ her Mund dort ewig preist. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 398. Sorge doch für mei⸗ ne Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; Sind sie gleich vor dir nur Sünder, Sind sie dir doch zugethan Und durch dei⸗ nes Sohnez Blut Gleichwohl dein erworbnes Gut, In der Tauf dir übergeben, Dein zu sein in Tod und Leben. 2. Du hast sie bisher er⸗ nähret Und so manchem Un⸗ glückssall Mehr als väter⸗ lich gewehret, Welcher sonsten überall Leichtlich hätte sie ge⸗ stürzt, Ja, ihr Leben abge⸗ kürzt; Aber deine Vatertreue Bleibt bei ihnen täglich neue. 3. Sollt ich dir für solche Güte, Herr, nicht stets ver⸗ pflichtet sein, Und mit dankba⸗ rem Gemüte Solchen Glücks⸗ und Segensschein Rühmen und vor jedermann Deine Wohlthat zeigen an? Ach, so würd ich ganz vermessen Got⸗ tes, meines Heils, vergessen! 4. Herr, du bists, was mich ergötzet, Meiner Seelen Trost und Heil, Das mein Herz am 19 290 Beten, loben höchsten schätzet; Herr, du bist mein Gut und Teil. Blei auch meiner Kinder Gott, Laß sie doch in keiner Not, Auch im Glücke nicht verderben, Bis sie endlich selig sterben. 5. Schütze sie vor bösen Leu⸗ ten Und vor der Verführer Schar. Laß doch ihren Fuß nicht gleiten; Laß sie ihre Le⸗ bensjahr In der Gnade brin⸗ gen zu, Bis du sie, nach mir, zur Ruh Wirst ins kühle Grab versenken Und die Seligkeit uns schenken. 6. Können sie auf dieser Er⸗ den Deinem Reich, so dirs gefällt, Und dem Nächsten nützlich werden, So laß in der ganzen Welt, Ihnen, wo und danken. vor Augen stehn, Daß sie dich bin Thun und Lassen Stets in ihre Herzen fassen. 7. Endlich, wenn die Jahr verflossen, Daß sie diese Le⸗ benszeit Hier in Gottesfurcht genossen, Und sie in die Ewig⸗ keit Sollen ihren Eintritt thun: So laß alle Schmerzen ruhn, Und laß sie nach sanftem Sterben Glaubensvoll den Himmel erben. 8. Gönne mir die große Freude, Daß am lieben jüng⸗ sten Tag Nach so vielem Kreuz und Leide Ich mit Jauchzen sagen mag: Siehe, Vater, ich bin hier Nebst den Kindern, die du mir In der Welt einst hast gegeben! Ewig will ich sie immer gehn, Deine Furcht dich erheben! J. E. Schlosser, geb. 1702, st. 1754. Im Sommer. Mel. Heut singt die liebe Christenheit. 399. Geh aus, mein Herz, und suche Freud In dieser lieben Sommerzeit An deines Gottes Gaben. Schau an der schönen Gärten Zier Und siehe, wie sie mir und dir Sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket seinen Staub Mit einem grü⸗ nen Kleide. Narcissus und die Tulipan, Die ziehen sich viel schöner an, Als Salo⸗ monis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, Das Täublein fleucht aus seiner Kluft Und macht sich in die Wälder. Die hochbegabte Nachtigall Ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völk⸗ lein aus, Der Storch baut und bewohnt sein Haus, Das Schwälblein speist ihr Jun⸗ gen. Der schnelle— das leichte Reh Ist froh und kommt aus seiner Höh Ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand Und malen sich und ihren Rand Mit schat⸗ tenreichen Myrten. Die Wie⸗ sen liegen hart dabei Und klingen ganz von Lustgeschrei Der Schaf und ihrer Hirten 8. Ic nichter tes gr alle S weil was d meinet ie dich Stets Jahr ese Le⸗ furcht Ewig⸗ tthun: ruhn, anftem den große jüng⸗ Kreuz auchzen ater, ich rindern, zselt einst will ich „ st. 1754. achtigall t ihrem „ Thal hr Völk⸗ ch baut u8, Das hr Jun⸗ * roh und öh Ins sch schen in ilen sich it schat⸗ die Wie⸗ dei Und stgeschrei Hirten 6. Die unverdroßne Bienen⸗ schar Fleucht hin und her, sucht hier und dar Ihr edle Honigspeise. Des süßen Wein⸗ stocks starker Saft Bringt täg⸗ lich neue Stärk und Kraft In seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt; Darüber jauchzet jung und alt Und rühmt die große Güte Des, der so über⸗ flüssig labt Und mit so man⸗ chem Gut begabt Das mensch⸗ liche Gemüte. 8. Ich selbsten kann und mag nicht ruhn; Des großen Got⸗ tes großes Thun Erweckt mir alle Sinnen. Ich singe mit, weil alles singt, Und lasse, was dem Höchsten klingt, Aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hie so schön, Und läßt dus uns so lieblich gehn Auf dieser armen Erden: Was will doch wohl nach dieser Welt Dort in dem reichen Himmelszelt Und güldnen Schlosse werden! 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein Wird dort in Christi Garten sein! Wie muß es da wohl klingen, Da so viel tausend Seraphim Mit unverdroßnem Mund und Stimm Ihr Halleluja singen! 11. O wär ich da! o ständ Nach der Ernte. 291 ich schon, Ach süßer Gott, vor deinem Thron Und trüge meine Palmen; So wollt ich nach der Engel Weis' Erhö⸗ hen deines Namens Preis Mit tausend schönen Psalmen! 12. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch Hier trage die⸗ ses Leibes Joch, Auch nicht gar stille schweigen. Mein Herze soll sich fort und fort An diesem und as allem Ort Zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf nur, und segne mei⸗ nen Geist Mit Segen, der vom Himmel fleußt, Daß ich dir stetig blühe. Gieb, daß der Sommer deiner Gnad In meiner Seelen früh und spat Viel Glaubensfrücht er⸗ ziehe. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, Daß ich dir werd ein guter Baum, Den deine Kräfte treiben. Verleihe, daß zu deinem Ruhm Ich dei⸗ nes Gartens schöne Blum Und Pflanze möge bleiben. 15. Erwähle mich zum Pa⸗ radeis, Und laß mich bis zur letzten Reis' An Leib und Seele grünen: So will ich dir und deiner Ehr Allein, und sonsten keinem mehr, Hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Nach der Ernte. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. O. O Gott, von dem wir alles haben, Die Welt ist ein sehr großes Haus; Du aber teilest deine Gaben Recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich: Ach, lieber Gott, wer ist dir gleich! 2. Wer kann die Menschen 10³⁵ 292 Beten, loben alle zählen, Die heut bei dir zu Tische gehn! Doch dar die Notdurst keinem fehlen; Denn du weißt allem vorzu⸗ stehn Und schaffest, daß ein jedes Land Sein Brot em⸗ pfängt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet Und endli auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, Die Wolke, so das Land begießt, Des Himmels Tau, der Sonne Strahl Sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Men⸗ schen Speise; Der Acker selbst wird ihm zu Brot. Es meh⸗ ret sich vielfältger Weise, Was anfangs schien, als wär es tot, Bis in der Ernte jung und alt Erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, waß soll man mehr bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel! So viel, als du, kann niemand schenken, Und dein Erbarmen hat kein Ziel; Denn immer wird uns mehr beschert, Als wir Wawolen alle wert. 6. Wir wollens auch keinmal vergessen, Was uns dein Segen träget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, Soll deines Na⸗ mens Denkmal sein; Und Herz und danken. Der alte Gott lebt noch! fMan kann es deutlich mer⸗ ken An so viel Liebeswerken; Drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, Die uns das Feld bestellt Und oft ohn unsre Bitte Ge⸗ than, was uns gefällt; Die ch immer noch geschont, Obgleich wir gottlos leben; Die Fried und Ruh gegeben, Daß jeder sicher wohnt. 3. Er hat sein Herz geneiget, Uns Sünder zu erfreun; Ge⸗ nugsam sich bezeiget Durch Regen, Sonnenschein. Wards aber nicht geacht, So hat er sich verborgen Und durch ver⸗ borgnes Sorgen Zum Besten uns gebracht. 4. Zwar manchen schönen dnot, Hat böses Thun ver⸗ derbt, Den wir auf guten Wegen Noch hätten sonst ge⸗ erbt; Doch hat Gott mehr ge⸗ than Aus unverdienter Güte, Als Mund, Herz und Gemüte Nach Würden rühmen kann. 5. O allerliebster Vater, Du hast viel Dank verdient! Du mildester Berater Machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir Für abgewand⸗ ten Schaden, Für viel und große Gnaden; Herr Gott, und Mund soll lebenslang Für unsre Nahrung sagen Dank. Aasp. Neumann, geb. 1648, st. 17¹⁵. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 401. Die Ernt ist nun zu Ende, Der Segen eingebracht, Woraus Gott alle Stände Satt, reich und fröhlich macht. wir danken dir! 6. Zum Danke kommt das Bitten: Du wollest, frommer Gott, Vor Feuer uns behüten Und aller andern Not. Gieb friedenvolle Zeit; Erhalte dei⸗ ne Gaben, Daß wir uns damit laben; Regier die Obrigkeit. eneiget, n; Ge⸗ Durch Wards hat er rch ver⸗ Besten schönen un ver⸗ f guten sonst ge⸗ nehr ge⸗ er Güte, Gemüte n kann. iter, Du entl Du Wot daß ohlan, gewand⸗ hiel und r Gott, int das frommer behüten )t. Gieb alte dei⸗ 18 damit rigkeit. 7. Besonders laß gedeihen Dein reines wahres Wort, Daß wir uns dessen freuen, Und auch an unserm Ort Dies gute Samenkorn Ver⸗ langte Früchte bringe, Und wir in allem Dinge Recht fromme Leute sein. 8. Gieb, daß zu dir uns len⸗ ket, Was du zum Unterhalt Des Leibes hast geschenket; Daß wir dich mannigfalt In Am Morgen. 293 deinen Gaben sehn, Mit Her⸗ zen, Mund und Leben Dir Dank und Ehre geben; O laß es doch geschehn! 9. Kommt unsers Lebens Ende, So nimm du unsern Geist In deine Vaterhände, Da er der Ruh geneußt, Da ihm kein Leid bewußt: So ernten wir mit Freuden Nach ausgestandnem Leiden Die Garben voller Lust. Gottfr. Tollmann, um 1730. Am Morgen. a. Am Sonntag. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 402. Heut ist des Herren Ruhetag: Vergesset aller Sorg und Plag, Treibt eure Wo⸗ chenarbeit nicht, Kommt vor des Höchsten Angesicht: Hal⸗ leluja! 2. Kommt her und fallt auf eure Knie Vor Gottes Majestät allhie; Es ist sein Heiligtum und Haus, Wer Sünde liebt, gehört but u Halleluja! 3. Rühmt unsers Gottes Wunderthat, Da er aus nichts erschaffen hat Den Himmel und die ganze Welt, Und was dieselbe in sich hält. Halleluja! 4. Erkennt mit dankbarem Gemüt, Wie er allein durch seine Güt Uns täglich schützet und ernährt Und manches Un⸗ glück von uns kehrt. Hallelujal 5. Denkt auch, daß heut ge⸗ schehen ist Die Auferstehung lel Jesu Christ, Dadurch die wahre Freudigkeit In aller Not uns ist bereit. Halleluja! 6. Drum wollen wir begehn mit Fleiß Den Tag nach rechter Christen Weis'; Wir wollen aufthun unsern Mund Und sagen dies von Herzens⸗ grund: Halleluja! 7. O Gott, der du den Er⸗ denkreis Erschaffen hast zu deinem Preis, Uns auch be⸗ wahrt so manches Jahr In vieler Trübsal und Gefahr: Halleluja! 8. Hilf, daß wir alle deine Werk, Voll Weisheit, Güte, Macht und Stärk, Erkennen und je mehr und mehr Aus⸗ breiten deines Namens Ehr. Halleluja! 9. O liebster Heiland Jesu Christ, Der du vom Tod er⸗ standen bist, Richt unsre Her⸗ zen auf zu dir, Daß sich der Furdinschlaf verlier. Hal⸗ eluja! 10. Gieb deiner Auferstehung Kraft, Daß dieser Trost ja 294 Beten, loben drauf verlassen fest, Wenn uns nun alle Welt verläßt. Halleluja! 11. O heilger Geist, laß uns dein Wort So hören heut und immerfort, Daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. Halleluja! 12. Erleuchte uns, du wahres Licht, Entzeuch uns deine Gnade nicht; All unser Thun also regier, Daß wir Gott preisen für und für. Hal⸗ leluja! 13. Gott Vater, Sohn und Geist, verleih, Daß dieser Tag dir heilig sei, Wir auch die Sabbathsruh und Freud Erlangen drauf in Ewigkeit. Halleluja! Nik. Selnecker, geb. 1532, st. 1592. Mel. Du Geist des Herrn, der du ꝛc. 403. Auf, auf, mein Herz und du mein ganzer Sinn, Wirf alles heut, was Welt ist, von dir hin! Heut hat das Werk der Schöpfung an⸗ gefangen, Da diesem Rund das Licht ist aufgegangen. 2. Auf, auf, mein Herz, wirf alles Irdsche ab! Heut Jesus ist erstanden aus dem Grab. Heut hat er sein Erlösungs⸗ werk geendet; Heut hat er auch den Geist herabgesendet. 3. Dies heilig Heut heißt dich auch heilig sein; Gott diesen Tag bei dir will Arheit ein. So ruhe du von Arbeit und von Sünden, Daß er in dir mög seine Ruhe finden. und danken. 4. Gott giebet dir sechs Tage für den Leib: Der siebente der Seelen eigen bleib. Sie muß ja auch von sieben einen ha⸗ ben, Daß sie sich mög mit Himmelsspeise laben. 5. Viel Sünden dir die Woche ladet auf: An diesem Tag mit Bitten Gnade kauf. Leg ab die Last, geh, Gottes Wort hören; Dies laß dir heut ie Wochenwege lehren. 6. Sechs Tage dich Gott segnet, schützt und nährt; Heut er dafür mit Dank will sein geehrt. Der erste soll heut für die andern bitten, Daß Gott sie woll mit Se⸗ gen überschütten. 7. Gott wöchentlich giebt sie⸗ ben Tage dir: Gieb einen du, den ersten, ihm dafür. Der erste wird die andern sechse zieren, Wirst du heut Gott im Mund und Herzen führen. 8. Am ersten du nach Gottes Reiche tracht, Obschon die Welt nur deiner Andacht lacht. Der Schad ist ihr; dir aber wirds gedeihen, Gott alles Glück auf dich wird reichlich streuen. 9. An diesem Tag hab deine Lust am Herrn. Was wünscht dein Herz, wird er dir geben gern. Befiehl Gott heute deine Weg und Sachen Und hoff auf ün; gewiß, er wirds wohl machen. 10. Wirst du ihm aber acht men seinen Tag, So macht er dir die Woche voller Plag. 5 Tage nte der ie muß en ha⸗ ög mit Woche n Tag f. Leg Wort ir heut n. Gott nährt; unk will ste soll bitten, nit Se⸗ iebt sie⸗ einen dafür. andern du heut Herzen Gottes jon die htlacht. ir aber tt alles reichlich ib deine wünscht r geben heute en Und r wirds her neh⸗ macht r Plag. Wer ehret Gott, den ehrt er auch auf Erden; Wer ihn ver⸗ acht', soll auch verachtetwerden. Joh. Heinr. Calisius, geb. 1633, st. 1698 Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 404. Licht vom Licht, er⸗ leuchte mich Bei dem neuen Tageslichte. Gnadensonne, zeige dich Meinem muntern Angesichte; Wohne mir mit Glanze bei, Daß mein Sab⸗ bath fröhlich sei. 2. Brunnquell aller Selig⸗ keit, Laß mir deine Ströme fließen; Mache selbst mein Herz bereit, Deiner Gnade zu genießen; Streu das Wort mit Segen ein, Laß es hun⸗ dertfrüchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, Das auf meinen Lippen lieget. Sei mir Weisheit, Licht und 0 betz Daß kein Irrtum mich betrüget, Und kein fremdes Feuer brennt, Welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und alle⸗ zeit Heilig, heilig, heilig! singen, Und mich in die Ewig⸗ keit Mit des Geistes Flügeln schwingen. Gieb mir einen Vorschmack ein, Wie es mag im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir; Bau ein Paradies im Herzen. Offenbare dich doch mir Und geuß meiner Andacht Kerzen Immer neue Nahrung zu, Heilge Liebesflamme du. 6. Dieser Tag sei dir ge⸗ weiht. Weg mit allen Eitel⸗ keiten! Ich will deiner Herr⸗ lichkeit Einen Tempel zube⸗ Am Morgen. 295 reiten, Nichts sonst wollen, nichts sonst thun, Als in dei⸗ ner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr, als Sa⸗ lomon: Laß mich deine Weis⸗ heit hören. Ich will deinen Gnadenthron Mit gebeugten Knien ehren, Bis mir deine Sonne lacht Und den schön⸗ sten Sonntag macht. Leuj. Schmolck, geb. 1672, st. 1787. Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen. 405. Beschwertes Herz, leg ab die Sorgen! Erhebe dich, gebeugtes Haupt! Es kommt der angenehme Mor⸗ gen, Da Gott zu ruhen hat erlaubt, Da Gott zu ruhen hat befohlen Und selbst die Ruhe eingeweiht. Auf! auf! du hast vorhin viel Zeit Dem Dienst des Herren ab⸗ gestohlen. 2. Auf! laß Agyptens eitles Wesen, Die Stoppeln und die Ziegel stehn. Du sollst betautes Manna lesen Und in des Herren Tempel gehn, Ihm zu bezahlen deine Pflich⸗ ten Und zur Vermehrung sei⸗ nes Ruhms Die Werke dei⸗ nes Priestertums In tiefster Andacht zu verrichten. 3. Mein Gott, ich bin vor dir erschienen Und gebe auf dein Winken acht. Wie kann ich dir gefällig dienen, Wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie wird mein Herz in dir erfreuet, Wenn er nicht stillt der Sünden Qual? Wie bet ich, wenn er meine Schal 296 Beten, loben Mit reinem Weihrauch nicht bestreuet? 4. Kann meine Harfe lieblich klingen, Wenn sie dein Fin⸗ ger nicht berührt? Kann ich die düstre Nacht durchdringen, Wenn dieser Leitstern mich nicht führt? Kann ich ein süßes Opfer werden, Wenn diese Flamm nicht in mich fährt Und mich in deiner Lieb verzehrt Und hebet von dem Staub der Erden? 5. Mein Jesus hat mein Herz so teuer Zu seinem Tempel eingeweiht: Hier ist dein Herd, hier ist dein Feuer, Die Fülle deiner Herrlichkeit, Dein Heiligtum, dein Stuhl der Gnade, Dein Licht und Recht, das Himmelsbrot; Des Geistes Frucht und dein Gebot Erfüllen diese Bundeslade. 6. Wenn sich des Lebens Werktag enden, Ruh ich, von allem Frohndienst los, Mein Geist in deinen Vaterhänden, Mein Leib in seiner Mutter Schoß; Bis beides feiern wird dort oben, Wo man in sicherm Frieden ruht, Nichts denket, redet oder thut, Als dich zu lieben, dich zu loben. Chr. Wegleiter, 1659—1706 Mel. Gott des Himmels und derErden. 406. Halleluja! schöner Morgen, Schöner, als man denken mag! Heute fühl ich keine Sorgen; Denn das ist ein lieber Tag, Der durch seine Lieblichkeit Recht das Innerste erfreut. und danken. 2. Süßer Ruhetag der See⸗ len, Sonntag, der voll Lich⸗ tes ist, Heller Tag der dun⸗ keln Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt, Stunde vol⸗ ler Seligkeit: Du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck ich Got⸗ tes Güte Recht als einen Morgentau; Die mich führt aus meiner Hütte D. des Vaters grüner Au. Da hat wohl die Morgenstund Edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Welt⸗ geschäfte! Heute hab ich sonst zu thun. Denn ich brauche alle Kräfte, In dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich, Als nur Gotteswerk, für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, Daß ich Gott ge⸗ fallen mag? Jesus wird die Kleider schicken, Die ich ihm zu Ehren trag. Sein Blut und Gerechtigkeit Ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zions⸗ stille Heute voller Arbeit sein; Denn da sammle ich die Fülle Von den höchsten Schä⸗ tzen ein, Wenn mein Jesus meinen Geist Mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sinnen Und bereite selbst die Brust; Laß mich Lehr und Trost gewinnen, Gieb zu dei⸗ nem Manna Lust, Daß mir deines Wortes Hall Recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Lehren Mund. dich h Gnader man hi ches in 9. Gi Mel. Ch: 407 er See⸗ er dun⸗ in der de vol⸗ ertreibst ich Got⸗ 5einen ch führt . des a hat d Edlen Mund. e Welt⸗ ich sonst brauche eid. r Zions⸗ beit sein; ich die ten Schä⸗ in Jesus em Wort e meine selbst die zehr und eb zu dei⸗ Daß mir ul Recht fall. Knechte Lehren, Offne selber ihren Mund. Mach mit allen, die dich hören, Heute deinen Gnadenbund, Daß, wenn man hier bet' und singt, Sol⸗ ches in dein Herze dringt. 9. Gieb, daß ich den Tag Am Morgen. 297 beschließe, Wie er angefangen ist. Segne, pflanze und be⸗ Diee Der du Herr des Sab⸗ aths bist; Bis ich einst auf jenen Tag Ewig Sabbath hal⸗ ten mag. Jonathan Krause, st. 1732. b. Am Morgen insgemein. Mel. Christ, der du bist der helle Tag. 407. Die helle Sonn leucht jetzt herfür; Fröhlich vom Schlaf aufstehen wir. Gott Lob, der uns heut diese Nacht Behütet vor des Teufels Macht! 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt Vor Sünd und Schand durch deine Güt. Laß deine lieben Engelein Unsre Hüter und Wächter sein. 3. Daß unser Herz im G'hor⸗ sam leb, Dein'm Wort und Will'n nicht widerstreb, Daß wir dich stets vor Augen habn In allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk geraten wohl, Was ein jeder aus⸗ richten soll, Daß unsre Ar⸗ beit, Müh und Fleiß Gereich zu deinem Lob und Preis. Nik. Hermann, st. 1561. 408. Aus meines Herzens Grunde Sag ich dir Lob und Dank In dieser Morgen⸗ stunde, Dazu mein Lebenlang, O. Gott, in deinem Thron, Dir zu Lob, Preis und Eh⸗ ren Durch Christum, unsern Herren, Dein' eingebornen Sohn; 2. Daß du mich hast aus Gnaden In der vergangnen Nacht Vor G'fahr und allem Schaden Behütet und be⸗ wacht. Ich bitt demütiglich: Wollst mir mein Sünd ver⸗ geben, Womit in diesem Le⸗ ben Ich hab erzürnet dich. 3. Du wollst mich auch be⸗ hüten Gnädiglich diesen Tag Vor Teufels List und Wüten, VorSünden und vor Schmach, Vor Feur und Wassersnot, Vor Armut und vor Schan⸗ den, Vor Ketten und vor Banden, Vor bösem, schnel⸗ lem Tod. 4. Mein Seel, mein Leib und Leben, Gemahl, Gut, Ehr und Kind In deine Hand thu geben, Dazu mein Haus⸗ gesind,—'s ist dein Geschenk und Gab,— Mein Eltern und Verwandten, Geschwister und Bekannten Und alles, was ich hab. 5. Gott will ich lassen raten, Der alle Ding vermag; Er segne meine Thaten, Mein Vornehmen und Sach. Ihm hab ich heimgestellt Mein 298 Beten, loben Leib, mein Seel, mein Leben, Und was er sonst gegeben; Er machs, wies ihm gefällt. 6. Darauf so sprech ich Amen, Und zweifle nicht daran, Gott wird es all's zusammen In Gnaden sehen an; Und streck nun aus mein Hand, Greif an das Werk mit Freuden, Dazu mich Gott bescheiden In mein'm Beruf und Stand. Joh. Mathesius, geb. 1504, st. 1565. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 409. Brich an, du schö⸗ nes Morgenlicht Und mache munter mein Gesicht, Laß deine Strahlen glimmen! Brich an, du teure Andachts⸗ flamm, Aus deinem heißen Herzensstamm Ein Danklied anzustimmen! Weiset, Preiset Den mit Loben, der von oben mich behütet Und mit Segen überschüttet. 2. Ach Gott, mein Gott, ich danke dir Von ganzem Her⸗ zen, daß du mir Verliehen deine Güte Und mich in die⸗ ser finstern Nacht Durch deine Engel hast bewacht An Leib, Seel und Gemöte, Daß ich Fröhlich Meine Glieder habe wieder ohn Verletzen Mögen aus der Hieh; setzen. 3. Ach, gieb, — e 19 2 und Auch jetzund möge Schuld R und danken. Meine Sorgen diesen Mor⸗ gen so erwägen, Daß ich spüre deinen Segen. 4. Herr Jesu, leite meinen Gang, Daß ich forthin mein Lebenlang Nach deinem Wil⸗ len walle. Behüte mir mein Seel und Leib; Mich selbst in deine Hände schreib, Da⸗ gieb, Mein Lieb, Deine Wun⸗ den alle Stunden zu betrach⸗ ten Und die Welt für nichts zu achten. 5. Regiere mich mit deinem Geist, Der mir den Weg zum Himmel weist, Auf daß ich uberwinde Und deine reiche Segenshand In meiner Nah⸗ rung oder Stand Zu jeder Zeit empfinde, Bis ich End⸗ scheiden und mit Singen Dir ein neues Danklied bringen. Vor 1700. Mel. WoGGott zum Haus nicht giebt ꝛ. 410. Das walt Gott Va⸗ ter und Gott Sohn, Gott o treues Va⸗ terherz, Daß alle Sünden, Angst und Schmerz Mit die⸗ ser Nacht vergehen; Daß ich Huld ohne echt geistlich aufer⸗ stehen. Laß mich Christlich heilger Geist ins Himmels Thron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht; Wenns Licht anbricht, man vor dir steht. mit ich ja nicht falle. Ach, lich Werd mit Freuden davon 2. Drum beug ich diesen Morgen früh In rechter An⸗ dacht meine Knie Und ruf zu dir mit heller Stimm: Dein Ohr neig, meine Red verninm! 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, Weil du mich gnädig hast behüt, Daß ich — nun hab Ruh unz 4. Mein Christi B diesen Te liebsten& ter und 5. Dein Seel res seinen E mich her Daß ich bringen 6. Gieb und Pfli sen Tag Lob und meinem 7. Hilf. wiß M Händ u pen, Mi All bös' treib. 8. Ben Sünd 1 vom Ub Seel n schwer nicht ve 9. Mei heut be Ubel wi vor jäh wo mir 10. Au Christ, storben den nat ge Frei Martii en Mor⸗ daß ich e meinen hin mein em Wil⸗ nir mein ich selbst eib, Da⸗ le. Ach, ine Wun⸗ betrach⸗ ür nichts it deinem Weg zum f daß ich ne reiche iner Nah⸗ Zu jeder ich End⸗ den davon ngen Dir bringen. Jor 1700. nicht giebt ꝛr Gott Va⸗ hun, Gott Himmels kt dir, eh Wenns n vor dir ich diesen echter An⸗ Und ruf Stimm: meine Red yn Herzen du mich „Daß ich nun hab die finstre Nacht In Ruh und Friede zugebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Nimm mich auch diesen Tag in Hut; Laß deine liebsten Engelein Mein Wäch⸗ ter und Gefährten sein. 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier Und mich mit seinen Gaben zier; Er führ mich heut auf rechter Bahn, Daß ich was Guts voll⸗ bringen kann. 6. Gieb, daß ich meine Werk und Pflicht Mit Freuden die⸗ sen Tag verricht 9u deinem Lob und meinem Nutz, Und meinem Nächsten thue Guts. 7. Hilf, daß ich zu regieren wiß Mein Augen, Ohren, Händ und Füß, Mein Lip⸗ pen, Mund und ganzen Leib; All bös' Begierden von mir treib. 8. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, Daß ich, vom Übel abgewandt, Mein Seel mit Sünden nicht be⸗ schwer Und mein Gewissen nicht versehr. 9. Mein Aus⸗ und Eingang heut bewahr, Daß mir kein Übel widerfahr. Behüte mich vor jähem Tod Und hilf mir, wo mir Hülf ist not. 10. Amen! O mein Herr Jesu Christ, Der du für mich ge⸗ storben bist, Gieb aus Gna⸗ den nach dieser Zeit Die ew⸗ ge Freud und Seligkeit. Martin behemb. geb. 1557, st. 1622. Am Morgen. 299 Mel. Herr Jesu Christ, meins ꝛc. 411. O heilige Dreifaltig⸗ keit, Du hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heil⸗ ger Geist, Heut diesen Tag mir Beistand leist! 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, Daß mir kein Böses widerfahr, Daß mich der Satan nicht verletz, Noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick; Des Sohnes Güte mich erquick; Des heil⸗ gen Geistes Glanz und Schein Erleucht meins finstern Her⸗ zens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei! O mein Erlöser, hilf mir frei! O Tröster wert, weich nicht von mir; Mein Herz mit deinen Gaben zier! 5. Herr, segne und behüte mich! Erleuchte mich, Herr, gnädiglich! Herr, heb auf mich dein Angesicht Und dei⸗ nen Frieden auf mich richt! Martin Behemb. geb. 1557, st. 1622. Mel. Auf meinen lieben Gott. 412. Der schöne Tag bricht an, Die Nacht ist abgethan, Die Finsternis vergangen. Laß uns dein Licht umfangen, Du unsre Sonn und Leben, Der Welt zum Heil gegeben. 2. Befiehl der Engel Schar, Daß sie uns heut bewahr. Wenn du die Hand ausstrek⸗ kest Und uns damit bedeckest, So muß samt unsern Sün⸗ 300 den Das Übel von uns schwinden. 3. Laß uns in deiner Hut Das thun, was recht und lebe⸗ Und gleich als Kinder eben, Die dir sich ganz er⸗ geben, In deinen Wegen gehen Und fest im Glauben stehen. 4. Befällt uns Kreuz und Not, So hilf, du treuer Gott, Daß wir in allen Stücken Uns drein geduldig schicken; Denn dir nicht widerstreben Ist ja das beste Leben. 5. Gieb Speis und Trank dem Leib, Daß er bei Kräf⸗ ten bleib; Und soll die Seele scheiden, So seis zu deinen Freuden, Daß wir auf deinen Namen Getrost hinfahren. Amen! Aug. Buchner, geb. 1591, st. 1661. 413. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns schei⸗ nen heißt, Dessen starke Hand die Welt, Und was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von . Ra⸗ Daß du mich in die⸗ ser Nacht Vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen Hast be⸗ Pöien und bewacht, Daß des ösen Feindes List Mein nicht .an worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Ict mit dieser Nacht vergehn. err Jesu, laß mich finden Deine Wunden offen stehn, Wo alleine Hülf Beten, loben und danken. und Rat Ist für meine Mis⸗ sethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen Geistlich auferstehen mag Und für meine Seele sorgen, Daß, wenn nun dein großer Tag Uns erscheint und dein Gericht, Ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach dei⸗ nem Wort; Sei und bleibe du auch heute Mein Beschü⸗ tzer und mein Hort. Nir⸗ gends, als bei dir allein, Kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele Samt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Fein⸗ des Macht, List und Anschlä von mir wende Und mi halt in guter Acht, Der 990 endlich mich zur Ruh Trage nach dem Himmel zu. 8. Höre, Gott, was ich be⸗ gehre, Vater, Sohn und heil⸗ ger Geist! Meiner Bitte mi bitten hei Der du selbst mi itten heißt; So will ich di bu und dort Herzlich prei⸗ en fort und fort. Heinr. Albert, geb. 1604, st. 1668. 414. Die güldne Sonne, Voll Freud und Wonne Bringt unsern Grenzen Mit ihrem Glänzen Ein erzerquickendes, liebliches und Glie nieder; Bin mu Schaue meinem 2. Mein Gott geb ren Und sein Ver und groß men Dar Wenn sie hinnen 9 Erden v 3. Lasse Schöpfer Gaben; Alles se gesetzt. Sind un bare Lie und Wi sich am 4. Aber seine S mehren, Sind se eine Mis⸗ it diesem ne Seele nun dein erscheint sch davor herr, und nach dei⸗ nd bleibe Beschü⸗ rt. Nir⸗ r allein, hret sein. nd meine nnen und Hott, ich ine starke Schild, lich prei⸗ 4, st. 1668. Sonne, ie Bringt it ihrem„ lickendes, ferstehen Am Morgen. liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, Die lagen dar⸗ nieder; Aber nun steh ich, Bin munter und fröhlich, Schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, Was Gott gebauet Zu seinen Eh⸗ ren Und uns zu lehren, Wie sein Vermögen sei mächtig und groß, Und wo die From⸗ men Dann sollen hinkommen, Wenn sie mit Frieden Von hinnen geschieden Aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, Dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; Was wir nur haben, Alles sei Gotte zum Opfer Sud Die besten Güter Sind unsre Gemüter; Dank⸗ bare Lieder Sind Weihrauch und Widder, An welchen er sich am meisten ergötzt. 4. Abend und Morgen Sind seine Sorgen; Segnen und mehren, Unglück verwehren, Sind seine Werke und Tha⸗ ten allein. Wenn wir uns legen, So ist er zugegen; Wenn wir aufstehen, So läßt er aufgehen Uber uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich bn erhoben Zu dir hoch droben All meine Sin⸗ nen; Laß mein Beginnen Ohn allen Anstoß und glück⸗ lich ergehn. Laster und Schan⸗ de, Des Satanas Bande, Fal⸗ len und Tücke, Treib ferne zu⸗ rücke; Laß mich auf deinen Geboten bestehn. 301 Ohn alles Neiden Sehen den Segen, Den du wirst legen In meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, Unchristliches Ren⸗ nen Nach Gut mit Sünde, Das tilge geschwinde Von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, Was ists gewesen? In einer Stunde Geht es zu Grunde, Sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen Muß brechen und fallen; Himmel und Erden, Die müssen das werden, Was sie gewesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet; Gott aber stehet Ohn alles Wanken; Seine Gedanken, Sein Wort und Willen hat ewigen Grund, Sein Heil und Gnaden, Die nehmen nicht Schaden, Hei⸗ len im Herzen Die tödlichen Schmerzen, Halten uns zeit⸗ lich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, Ver⸗ gieb und schone! Laß meine Schulden In Gnad und Hul⸗ den Aus deinen Augen sein abegewandt. Sonsten regiere Mich, lenke und führe, Wie dirs gefället: Ich habe ge⸗ stellet Alles in deine Belie⸗ bung und Hand. 10. Willst du mir geben, Womit mein Leben Ich kann ernähren, So laß mich hören Allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das größte, Das schönste, das beste, Gott 6. Laß mich mit Freuden ist das süßte Und allerge⸗ wißte, Aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, Mit Gallen tränken, Und soll von Plagen Ich auch was tragen: Wohlan, so mach es, wie dir es beliebt! Was gut und tüchtig, Was schäd⸗ lich und nichtig Meinem Ge⸗ beine, Das weißt du alleine; Hast niemals keinen zu sehre etrübt. 12. Kreuz und Elende, Das nimmt ein Ende. Nach Mee⸗ resbrausen Und Windessau⸗ sen Leuchtet der Sonne ge⸗ wünschtes Gesicht. Freude die Fülle Und selige Stille Hab ich zu warten Im himmlischen Garten: Dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 415. Lobet den Herren Alle, die ihn ehren! Laßt. uns mit Freuden seinem Namen singen Und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lo⸗ bet den Herren! 2. Der unser Leben, Das er uns gegeben, In dieser Nacht so väterlich bedecket Und aus dem Schlaf uns fröhlich auf⸗ erwecket: Lobet den Herren! 3. Daß unsre Sinnen Wir noch brauchen können Und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, Das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren! 4. O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, Ach, laß doch ferner über unserm Leben Beten, loben und danken. Bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben! Lobet den Herren! 5. Gieb, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite Auf unsern Wegen unverhindert gehen Und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! 6. Treib unsern Willen, Dein Wort zu erfüllen. Lehr uns verrichten heilige Geschäfte, Und wo wir schwach sind, da gieb du uns Kräfte. Lo⸗ bet den Herren! 7. Richt unsre Herzen, Daß wir ja nicht scherzen Mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden Vor dei⸗ ner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! 8. Herr, du wirst kommen Und all deine Frommen, Die sich bekehren, gnädig dahin bringen, Da alle Engel ewig, ewig singen: Lobet den Herren! Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. 416. Wach auf, mein Herz, und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Gü⸗ ter, Dem frommen Menschen⸗ hüter! 2. Heut, als die dunkeln Schatten Mich ganz umfan⸗ gen hatten, Hat mich kein Leid versehret; Du, Vater, hasts verwehret. 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege O dem, der dich betrüge. Schlaf wohl, laß dir nicht grauen; Du sollst die Sonne schauen. ehen. schehen; noch seh befreiet, verneuet 5. Du ben: Hi Gaben; Farr un Gebet u 6. Die schmähet Herze sel daß zur Bessers 7. So den Dei senden, Tage Au 8. Spr Thaten, raten; und En besten u 9. Mit Mein H Dein W Bis ich Paul 6 417. Cwigkei schöpfte diese M. len zu durch de 2. Dei Fall ar sen. Le Lauter Und ere Immer dein Hut t! Lobet ite, Herr, if unsern t gehen r Gnade erren! len, Dein zehr uns jeschäfte, ach sind, ifte. Lo⸗ en, Daß zen Mit sondern Vor dei⸗ ühn auf erren! kommen nen, Die g dahin gel ewig, 1Herren! 6, st. 1676. em Herren. ein Herz, fer aller ller Gü⸗ kenschen⸗ dunkeln hl, ju sollst 4. an, Deh dar 53 8 schehen; ann das Li 109 sehen, Von Not bin ich befreiet, Dein Schutz hat mich verneuet. 5. Du willst ein Opfer ha⸗ ben: Hier bring ich meine Gaben; Mein Weihrauch, Farr und Widder Sind mein Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen; Du kannst ins Herze sehen Und weißt wohl, daß zur Gabe Ich ja nichts Bessers habe. 7. So wollst du nun vollen⸗ den Dein Werk an mir und senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, Hilf selbst das beste raten; Den Anfang, Mittl und Ende, Ach Herr, zum besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte, Mein Herz sei deine Hütte; Dein Wort sei meine Speise, Bis ich gen Himmel reise. paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 417. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom uner⸗ schöpften Lichte, Schick uns diese Morgenzeit Deine Strah⸗h len zu Gesichte Und vertreib durch deine Macht Unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau Fall auf unser matt Gewis⸗ sen. Laß die dürre Lebensau Lauter süßen Trost genießen, Und erquick uns, deine Schar, Immerdar. Am Morgen. 303 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut Unsre kalten Werke töte, Und erweck uns Herz und Mut Bei erstandner Morgen⸗ röte, Daß wir, eh wir gar vergehn, Recht aufstehn. 4. Laß uns ja das Sünden⸗ kleid Durch des Bundes Blui vermeiden, Daß uns die Ge⸗ rechtigkeit Möge als ein Rock bekleiden, Und wir so vor aller Pein Sicher sein. 5. Ach, du Aufgang aus der Höh, Gieb, daß auch am jüngsten Tage Unser Leich⸗ nam aufersteh Und, entfernt von aller Plage, Sich auf je⸗ ner Freudenbahn Freuen kann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, Du verklärte Gnaden⸗ sonne. Führ uns durch das Thränenfeld In das Land der süßen Wonne, Da die Lust, die uns erhöht, Nie vergeht. Chr. Anorr v. Rosenroth, 1636—1689. Mel. Herr, zu Zucht in deinem ꝛc. 418. Hüter, wird die Nacht der Sünden Nicht verschwin⸗ den? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Fin⸗ sternis der Sinnen Bald zer⸗ emnen⸗ Darein ich verwickelt in? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden Lichte werden! Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe: Jesu, Liebe, Komm, beschleu⸗ nige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, Da die Stunde Der Beten, loben und danken. Erscheinung kommen ist; Und ich muß mich stets im Schat⸗ ten So ermatten, Weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, Da du kommen; Aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, Auch erscheinen, Der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke Ohne Stärke In der Finsternis voll iehn? Wie kann ich die Liebe üben, De⸗ mut lieben Und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen Sich so quälen; 151 dein Feuer in mir an. aß mich finstres Kind der Erden Helle werden, Daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben Mir nicht geben: Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz an⸗ dlicken Und erquicken; Jesus du mich, höch muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen Kann nicht taugen; Seine Klarheit kann nicht ein. Wenn sein helles Licht den Seinen Soll erscheinen, Muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gieb gesunde Augen, Rühre Die was taugen; Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 419. Nun tret ich wieder aus der Ruh Und geh dem sauern Tage N. ie mir ist auferleget. Nicht weiß ich, was für neue Plag Mir heute noch begegnen mag; Doch weiß ich, daß mich trä⸗ sei Mein frommer Gott in einer Hut, Daß mir die Last nicht schaden thut. 2. Zwar meine Bürd ist täglich neu; Doch ist mein Gott auch täglich treu, Er träget meine Sorgen. Vor Abend keiner recht vernimmt, Was ihm den Tag all ist bestimmt. Es bahnt ein je⸗ der Morgen Mir einen fri⸗ schen Weg zur Pein; Der kann mit Gott erstiegen sein. 3. Wie wenig hab ich oft gedacht, Daß so würd sein u End gebracht Die saure agesbürde. Doch hab ich abends wohl gespürt, Daß ster Gott, ge⸗ führt, Daß mich dein Schein und Würde Geleitet, mir ge⸗ leuchtet hat Auf meinem Weg und Kreuzespfad. 4. Weil ich denn des ver⸗ sichert bin, Was trauerst du, verzagter Sinn, Die Bürd auf dich zu legen? Trag, was du ümutt; Gott träget mit meine Augen an; Denn das Und hilfet dir bei jedem ist die größte Plage, am nicht sehen kann. Chr. Fr. Richter, geb. 1676, st. 1711. Wenn Schritt Mit Tage Man das Licht und Segen. Gnade, Kraft Mit ihm geh ich denn frisch daran Und scheue nicht die Leidensbahn. Nun is M. R nnerwort. )wieder geh dem ie mir weiß ich, ig Mir nmag; mich trä⸗ Gott in mir die thut. Bürd ist ist mein treu, Er en. Vor dernimmt, g all ist nt ein je⸗ einen fri⸗ ein; Der iegen sein. ib ich ost würd sein 9 9 9 0 h hab i ürt, Daß Gott, ge⸗ ein Schein et, mir ge⸗ einem Weg n des ver⸗ rauerst du, Die Bürd Trag, was träget mit bei jedem ade, Kraft t ihm geh daran Und eidensbahn. 1 — 5. So ist getrost mein frischer Mut, Wenn ich mich in des Höchsten Hat Kann einge⸗ schlossen sehen; Doch daß ich des versichert sei, Muß ich von Sünden leben frei Und Gottes Wege gehen. Mein Gott geht nimmer meinen Steg, Wo ich nicht wandle seinen Weg. 6. Drum, lieber Gott, leit meinen Fuß, Daß ich dir folg in wahrer Buß, Und läutre mich von Sünden; So kann ich als ein kühner Wei Bestreiten diese böse elt, Mit dir sie überwin⸗ den; So tret ich mutig an den Tag Und scheue nicht, was kommen mag. 7. Ich leg auf dich, mein Gott und Herr, Was mir zu tragen wird zu schwer, Die Last, die mich gebogen. Ich lege meine Würd und Stand In deine große All⸗ machtshand, Die du mir nie entzogen, Mit der du hast von Jugend auf Geleitet meinen Lebenslauf. 8. Ich leg in deinen Schoß hinein All Freunde und Ver⸗ wandten mein, Da sind sie wohl beschlossen. Ich lege meine arme Seel In Jesu sichre Wundenhöhl; Du wirst sie nicht verstoßen, Wenn sie vom Leibe scheidt der Tod. Ich leg mich ganz in dich, mein Gott. X. U. Herz. v. Zraunschweig, 1633-1714. Mel. O Gott, du frommer Gott. 420. O Jesu, süßes Licht, Nun ist die Nacht vergangen, M. R. Gesangbuch. Am Morgen. 305 Nun hat dein Gnadenglanz Aufs neue mich umfangen; Nun ist, was an mir ist, Vom Schlafe aufgeweckt Und hat nun in Begier Zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, Mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnad einsenken Mit Leib, mit Seel, mit Geist Heut diesen ganzen Tag: Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, Da hast du meine Seele! Sie sei dein Eigen⸗ tum! Mit ihr dich heut ver⸗ mähle In deiner Liebeskraft. Da hast du meinen Geist! Darinnen wollst du dich Ver⸗ klären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib Zum Tempel dir erge⸗ ben, Zur Wohnung und zum Haus. Ach, allerliebstes Le⸗ ben, Ach, wohn, ach, leb in mir! Beweg und rege mich, So hat Geist, Seel und Leib Mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt Die Kleider angeleget. Laß meiner Seele sein Dein Bild⸗ nis eingepräget Im güldnen Glaubensschmuck, In der Ge⸗ rechtigkeit, So allen Seelen ist Das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesus, schmücke mich Mit Weisheit und mit Liebe, Mit Keuschheit, mit Geduld Durch deines Geistes Triebe; Auch mit der Demut mich 20 306 Beten, loben und danken. 5. So laß mich wandeln, wo ich bin, Vor deinem An⸗ gesicht; Mein Thun und Las⸗ sen immerhin Sei lauter, rein und licht. 6. Dein Auge leite meinen Ich Daß ich nicht irre geh. Ach, bleib mir nah mein Leben lang, Bis ich dich ewig seh! Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. Vor allem kleide an, So bin ich wohlgeschmückt Und köst⸗ lich angethan. 7. Gieb, daß doch diesen Tag Mir stets vor Augen schwebe, Daß dein Allgegen⸗ wart Mich wie die Luft um⸗ gebe, Auf daß mein ganzes Thun Durch Herz, durch Sinn und Mund Dich lobe innig⸗ lich, Mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach, segne, was ich thu, G Mel. Ich dank dir schon durch ꝛt. 4.⁷. Mein erst Geschäft Ja, rede und gedenke! Durch sei Preis und Dank; Erhebe deines Geistes Kraft Es also Gott, o Seele! Der Herr enke, Daß alles hört deinen Lobgesang; ob⸗ sing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, 110er und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht Und Ruhe für die Müden? Mel. Nun danket all und bringet Ehr. 3. Wer wacht, wenn ich von 421. Das äußre Sonnen⸗ mir nichts weiß, Mein Leben licht ist da Und leucht' mir zu bewahren? Wer starkt ins Gesicht. Gott ist noch mein Blut in seinem Fleiß mehr dem Geiste nah Mit Und schütztmich vor Gefahren seinem Lebenslicht. 4. Wer lehrt das Auge seine 2. Ach, wohn in mir, du Pflicht, Sich sicher zu bedek⸗ Gottessonn! Mein Geist dein ken? Wer ruft dem Tag und Himmel werd, Daß ich, o seinem Licht, Die Seele zu reine Seelenwonn, Werd ganz erwecken? in dich verklärt. 5. Du bist es, Gott und 3. Wenn sich die Sonne Herr der Welt, Und dein is offenbart, So weicht die unser Leben. Du bist es, der Dunkelheit. Vertreib durch es uns erhält, Und minz deine Gegenwart Die Sünd jetzt neu gegeben. und Eigenheit. 6. Gelobet seist du, Gott det 4. Du bist ein Licht und Macht, Gelobt sei deine Treut wohnst im Licht. Ach, mach Daß ich nach einer sanften mich licht und rein, Zu schau⸗ Nacht Mich dieses Tag en, Herr, dein Angesicht Und erfreue! dir vereint zu sein!. Laß deinen Segen au führ und ̃ nur gescheh, Zu deines Na⸗ mens Ruhm, Und daß ich unverrückt Verbleib dein Ei⸗ gentum. Joach. Lange, geb. 1670, st. 1744. mir ru wallen selber Wohlg. 8. Ni gnädig meine Retter wenn i 9. Gi Zuversi und R das sei willig Mel. Her 423. das täg und vor zürnet Barm lobn i Mel. He ⁵⁴4 Kinder vandeln, nem An⸗ und Las⸗ lauter, e meinen irre geh. rein Leben ewig seh! 57, st. 1769. n durch ꝛc. t Geschäft 335 er Herr Wer stärkt inem Fleiß rGefahren? „Auge seine er zu bedel⸗ m Tag und ie Seele zu Gott und Und dein ist bist es, du Und mirs . du, Gott der i deine Treue, einer sanften dieses Tag Segen au 5 mir ruhn, Mich deine Wege wallen; Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; Auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn und willig thue. Vor dem Essen. 307 10. Daß ich, als ein getreuer Knecht, Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine Gnade lebe. 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, Nie Fleiß und Arbeit scheue, Mich gern an andrer Wohlergehn Und ih⸗ rem Glauben freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht genieße Und meinen Lauf mit Freudigkeit In Jesu sanft beschließe. Chr. Fürchteg. Gellert, g. 1715, st. 1769. Vor dem Essen. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns ꝛc. 423. Bescher uns, Herr, das täglich Brot; Vor Teurung und vorHungersnotBehütuns durch dein' lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. 2. O Herr, thu auf dein milde Hand, Mach uns dein Gnad und Güt bekannt; Er⸗ nähr uns, deine Kindelein, Der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Ra⸗ ben Stimm: Drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm; Denn aller Ding du Schö—⸗ pfer bist Und allem Vieh sein Futter giebst. 4. Gedenk nicht unsrer Misse⸗ that Und Sünd, die dich er⸗ zürnet hat. Laß scheinen dein Barmherzigkeit, Daß wir dich lobn in Ewigkeit. Nik. Hermann, st. 1561. Mel. Herr Christ, der einig Gotts ꝛc. 424. Dich bitten wir, dein Kinder, O Vater, Herre Gott, Mach unser Sorgen minder, Gieb uns das täglich Brot, Erhalt uns unser Leben, Das du uns hast gegeben, Bis wir jen's erben dort. 2. Gesegne mit dein'm Mun⸗ de, Was du uns hast beschert, Daß es uns sei gesunde. Die Kraft werd uns gemehrt, In deinem Dienst bleiben, Die Werk der Lieb zu treiben Allzeit an jedermann. 3. Wollst deine Lieb beweisen Und allen schaffen Rat; All Hungerige speisen, Mit Gü⸗ tern machen satt, Daß wir dich alle loben, Dein Güt herab von oben Erkennen stets mit Dank. um 1550. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens. 425. Gesegn uns, Herr, die Gaben dein, Die Speis laß unsre Nahrung sein. Hilf, daß dadurch erquicket werd Der dürftge Leib auf dieser Erd. 20* Beten, loben 2. Denn dieses zeitlich Brot allein Kann uns nicht gnug zum Leben sein; Dein gött⸗ lich Wort die Seele speist, Hilft uns zum Leben aller⸗ meist. 3. Drum gieb uns beides, Herre Gott; Hilf endlich auch aus aller Not, So prei⸗ sen wir dein Gütigkeit Hier und auch dort in Ewigkeit. und danken. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 426. Speise, Vater, deine Kinder, Tröste die betrübten Sünder, Sprich den Segen zu den Gaben, Die wir jzetz⸗ und vor uns haben, Daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, Bis wir endlich mit den Frommen Zu der Himmels⸗ mahlzeit kommen. Joh. Heermann, geb. 1585, ft. 1647. Nach dem Essen. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. Dankt dem Herrn dir Dank in Ewigkeit. 42⁷7. heut und allezeit! Groß ist und Mildigkeit. Alles Fleisch er speist und erhält; Denn sein Geschöpf sein Güt ihm wohlgefällt. 2. Wenn über uns sein Ant⸗ Reg'n und die Erd befeucht, Als⸗ h dann wächst alles Laub und Gras; Sein Werk treibt er litz leucht, Der Tau ohn Unterlaß. 3. Wenn er aufthut sein milde Hand, So wächst die Füll in allem Land, Daß sich des freuet jedermann; Kein Mensch noch Vieh darf Man⸗ gel hab'n 4. Er hat kein Lust am star⸗ Kein Macht un ken ih Prach liebt, daß man ihn und traut. hofft, hat wohl gebaut. 5. Billig wird Wer auf ihn er von un gepreist, Daß er uns also im Glaub reichlich speist. O Vater, für rauf vertrauen. dein Gütigkeit Sag'n wir Nik. Hermann, st. 1561. dem Herren, Dank sagen und ihn ehren Von wegen seiner aben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben Hat er allein uns geben, Dieselben zu bewahren, Thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung giebt er dem Leibe; Die Seele muß auch bleiben, Wiewohl toͤdliche Wunden Sind kommen von den Sünden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, d Der selber ist das Leben; t ihm wohlgefällt. Er Christ, der für uns gestorben, fürcht Hat uns das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf sein Nachtmahl Dient widen 3 allen Unfall; Der heilge Geif 428. Nun laßt uns Gott, Gaben, Die wir empfangen — Herrn, en Lehrt uns do mehr 6. Du ben Di Leben; wir ho große( 7. Wi Mel.Nun 429. Freund deine K zu jede das G freund, hast u Und u 2. Laß mes T uns ess ben mi uns wi man 1 Ehr; nimme aufhör Joh Mel. He 430 für se von i Und ehe Seele. er, deine Hetrübten u Stärke, g geben, mit den himmels⸗ 85, fl. 1647. an wir eit. „ st. 1561. uns Gott, sagen und gen seiner empfangen Seel, das uns geben, hren, Thut en. bt er dem muß auch hl. toͤdlich ymmen von ins gegeben, das Leben; 8 gestorben, il erworben, sein Tauf Dient widen heilge Geis hrt uns da 6. Durch ihn ist uns verge⸗ ben Die Sünd, geschenkt das Leben; Den Himmel soll'n wir haben. O Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte: Wollst uns hinfort behüten, Die großen mit den klei⸗ nen; Du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahr⸗ heit, Gieb ewigliche Freiheit, Iu preisen deinen Aurch JesumChristum. Amen! Eudw. Helmbold, geb. 1532, st. 1598. Mel. Nun freut euch, liebenChristen ꝛc. 429. Wie groß ist deine Freundlichkeit! Wie herrlich deine Güte, Die da versorgt zu jeder Zeit Den Leib und das Gemüte! Du Lebens⸗ freund, du Menschenlust, Du hast uns allen Rat gewußt Und uns sehr wohl gelabet. 2. Laß endlich bei des Lam⸗ mes Tisch In deinem Reich uns essen, Wo tausend Ga⸗ ben mild und frisch Du selbst uns wirst zumessen. Da wird man schmecken Freud und Ehr; Und wir, Herr, wollen nimmermehr Zu preisen dich aufhören. Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. 430. Wir danken Gott für seine Gab'n, Die wir von ihm empfangen hab'n, Und bitten unsern lieben Herrn, Er woll hinfort uns mehr beschern. Nach dem Essen. Namen 2. Er woll uns speis'n mit seinem Wort, Daß wir satt werden hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns geb'n Nach dieser Welt das ewge Leb'n! 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du unser Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht not; Du bist das rechte Lebensbrot. M. Prätorius. 1571—1621. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen ꝛc. 431. Danke dem Herren, o Seele, dem Ursprung der Güter, Der uns erquicket die Leiber und stärkt die Gemü⸗ ter. Gebet ihm Ehr! Liebet den Gütigen sehr! Stimmet an dankende Lieder! 2. Du hast, o Güte, dem Leibe die Notdurft bescheret: Laß doch die Kräfte im Gu⸗ ten nur werden verzehret. Alles ist dein, Seelen und Leiber, allein Werd auch durch beide inrmi 3. Lebenswort, Jesu, komm, speise die schmachtenden See⸗ len. Laß in der Wüste uns nimmer das Nötige fehlen. Gieb nur, daß wir Innig stets dürsten nach dir, Ewig zum Heil dich erwählen. 4. Nimm die Begierden und Sinnen in Liebe gefangen, Daß wir nichts neben dir, Jesu, auf Erden verlangen. Laß uns mit dir Leben ver⸗ borgen allhier Und dir im Geiste anhangen. 5. Laß deinen Lebensgeist kräftig und tief uns durch⸗ 310 Beten, loben und danken. dringen Und uns ein gött⸗ liches Leben und Heiligung bringen, Bis einst wird sein In uns dein Leben kunen. Jesu, du kannst es vollbringen. 6. Gütigster Hirte, du wol⸗ lest uns stärken und leiten Und zu dem himmlischen Mahle recht würdig bereiten. Bleib uns hier nah, Bis wir dich ewig allda Schmecken und schauen in Freuden. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1760. Am Abend. 432. Christe, der du bist Tag und Licht, Vor dir ist, Herr, verborgen nichts. Du väterlichen Lichtes Glanz, Lehr uns den Weg der Wahr⸗ heit ganz. 2. Wir bitten dein göttliche Macht, Behüt uns, Herr, in dieser Nacht; Bewahr uns, Herr, vor allem Leid, Gott, Vater der Barmherzigkeit. 3. Vertreib den schweren Schlaf, Herr Christ, Daß uns nicht schad des Feindes List. Das Fleisch in Züchten reine sei, So sind wir mancher Sorgen frei. 4. So unsre Augen schlafen hier, Laß unser Herz wachen zu dir. Beschirm uns, Gottes rechte Hand, Und lös uns von der Sünden Band. 5. Beschirmer, Herr der Chri⸗ stenheit, Dein Hülf uns all⸗ zeit sei bereit. Hilf uns, Dur Christ, aus aller Not Durch deine heilgen Wun⸗ den rot. 6. Gedenk, o Herr, der schwe⸗ ren Leih Darin gefangen liegt der Leib. Der Seele, die du 7. Gott Vater sei Lob, Ehr und Preis, Des Sohnes Weisheit gleicher Weis, Des heilgen Geistes Gütigkeit, Von nun an bis in Ewigkeit! Nach: Christe, qui lux es et dies, von Wolfgang Meußlin, geb. 1497, st. 1563. 433. Die Nacht ist kom⸗ men, Drin wir ruhen sollen; Gott walts zu Frommen, Nach sein'm Wohlgefallen, Daß wir uns legen In sein m G'leit und Segen, Der Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns fern Die unreinen Geister; Halt die Nachtwach gern, Sei selbst unser Schutzherr, Schirm beid, Leib und Seel, Unter deine Flügel; Send uns dein Engel. 3. Laß uns einschlafen Mit guten Gedanken, Fröhlich aufwachen Und von dir nicht wanken; Laß uns in Züchten Unser Prei und Tichten Zu dein'm Preis richten. 4. Pfleg auch der Kranken Durch deinen Geliebten; Hilf den Gefangnen, Tröste die Betrübten; Pfleg auch der hast erlöst, Gieb, o Herr Nsu, deinen Trost. Kinder, Sei selbst ihr Vor⸗ münder hinder. 5. Va von un zukomn beweise Wollst Erlös Mel. Erk 434 Sonne Nacht Leucht wahres Finstert 2. Dir den Ta⸗ und n deine( Gnad 3. Wi‚ net did gnädig rer Se fen un 0 3 a böse F Leibes Behüt leiten lischen ereiten. zis wir mecken en. st. 1760. ob, Ehr Sohnes 18, Des ütigkeit, wigkeit! tdies, von 7,st. 1563. ist kom⸗ sollen; rommen, gefallen, ;n seinm der Ruh uns fern er; Halt rn, Sei r, Schirm l, Unter uns dein afen Mit Fröhlich dir nicht n Züchten ichten Zu n r Kranken bten; Hilf Tröste die auch det ihr Vor⸗ hinder. münder; Des Feinds Neid 5. Vater, dein Name Werd von uns gepreiset: Dein Reich zukomme, Dein Will werd beweiset; Frist unser Leben, Wollst die Schuld vergeben; Erlös uns. Amen. Böhmische Brüder, 1540. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem ꝛc. 434. Hinunter ist der Sonne Schein, Die finstre Nacht bricht stark herein. Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, Daß wir im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag Vor Schaden, G'fahr und mancher Plag Durch deine Engel hast behüt Aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir hab'n erzür⸗ net dich. Dasselb verzeih uns gnädiglich Und rechn' es uns⸗ rer Seel nicht zu; Laß schla⸗ fen uns in Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wach bestell, Daß uns der böse Feind nicht fäll. Vor Leibes⸗ und vor Seelennot Behüt uns heut, o treuer Gott. Uik. Hermann, st. 1561. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 435. O Jesu, treuster Hei⸗ land mein, Ich geh in mein Schlafkämmerlein, Ich will mich anl in die Ruh; Schleuß du die Thür selbst nach mir zu. 2. Verzeih mein Sünd'n aus Gnaden mir, Treib alle bö⸗ Am Abend. über mich dein Flügel aus, So stehn die Engel um das Haus. 3. Behüt vor Feur und Wassersnot, Vor einem bö⸗ sen, schnellen Tod. Vor allem Übel und Gefahr Mich und all fromm Christen bewahr. 4. Wenn ich nun schlaf, wach du für mich; Treib alles Unglück hinter sich. Laß mich u deinem Lob aufstehn Und fröhlich an mein Arbeit gehn. Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu ꝛc. 436. Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet Und, was sie soll, auf diesen Tag vollendet. Die dunkle Nacht dringt allenthalben zu, Bringt Menschen, Vieh und alle Welt zur Ruh. 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage, Daß du mich heut vor aller Not und Plage Durch deine Hand und hochberühmte Macht Hast unverletzt und frei hindurch gebracht. 3. Vergieb, wo ich bei Tage so gelebet, Daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet. Laß alle Schuld durch deiner Gnade Schein In Ewigkeit bei dir verloschen sein. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, In⸗ des ich mich der trüben Nacht vertraue, Und daß der Leib auf diesen schweren Tag Sich seiner Kraft fein sanft er⸗ holen mag. sen Träum von hier; Breit 5. Vergönne, daß der lieben 312 Beten, loben Engel Scharen Mich vor der Macht der Finsternis bewah⸗ ren, Auf daß ich vor der List und Tyrannei Der argen Feind im Schlafe sicher sei. 6. Herr, wenn mich wir die lange Nacht bedecken Und in die Ruh des tiefen Gra⸗ bes strecken, So blicke mich mit deinen Augen an, Dar⸗ aus ich Licht im Tode neh⸗ men kann. 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen Mich zu dem Glanz des andern Le⸗ bens kommen, Da du uns hast den großen Tag bestimmt, Dem keine Nacht sein Licht und danken. geht herfür, Daß ihr preiset Gottes Güte, Die er hat ge⸗ than an mir, Da er mich den ganzen Tag Vor so mancher Not und Plag Hat behütet d und in Gnaden Abgewendet allen Schaden. 2. Lob und Dank sei dir ge⸗ sungen, Vater der Barmher⸗ Woertr Daß mir ist mein erk gelungen, Daß du mich vor allem Leid Und vor Sün⸗ den Last ben Art So getreu⸗ lich hast bewahrt, Auch den Feind hinweg getrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann aus⸗ rechnen, Herr, dein Güt und und Klarheit nimmt. Josua Stegmann, geb. 1588, st. 1632. Mel. Herr Jesu Christ, meins ꝛc. 437. O wertes Licht der Christenheit, O heilige Drei⸗ einigkeit, Weil jetzt die Sonne von uns weicht, Durch dein Licht unser Herz erleucht! 2. Am Morgen früh da danken wir, Des Abends be⸗ ten wir zu dir; Auch unser armer Lobgesang Dich rüh⸗ met unser Leben lang. 3. Lob, Ehr und Dank sei dir erweist, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Du drei⸗ fach einig wahrer Gott, Tröst unser Herz in aller Not. Xpelles v. Löwenstern, geb. 1594, st. 1648. Nach: O lux beata trinitas v. Ambrosius, st. 397. 438. Werde munter, mein Gemüte, Und ihr Sinnen, Wunderthat; Ja, kein Redner kann aussprechen, Was dein Hand erwiesen hat. Deiner Wohlthat ist zu viel; Ihr ist weder Maß noch Ziel. Herr, du hast mich so ge⸗ führet, Daß kein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun ver⸗ angen, Die betrübte Nacht richt an. Es ist hin der Sonne Prangen, So uns all erfreuen kann. Stehe mir, o Vater, bei, Daß dein Glanz stets vor mir sei Und mein kaltes Herz erhitze, Ob ich gleich im Finstern sitze. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden Alle Sünd und Missethat, Damit sich mein Herz beladen Und dich hoch erzürnet hat. Treib des Sa⸗ tans List und Tück, Gott, durch deine Kraft zurück; Laß es ihm ja nicht gelingen, Daß er bringen 6. Bii gewiche wieder dein S sein A Ich verl Aber de Ist viel Welche 7. Seelen, Ewigkei ganz b und al mein E finstern mich m kein Ur 8. Sck fels Ne der Fin des Na Nben ich, o merme Wenn Herzen, eelen 9. We machen fen ein Herze gerichte ken, me merfort nichts ich aud 10. Le empfind süße verschw preiset hat ge⸗ ich den tancher behütet wendet dir ge⸗ rmher⸗ mein zun ver⸗ te Nacht hin der 3o uns Stehe haß dein sei Und hitze, Ob n sitze. mir aus nd und ich mein dich hoch des Sa⸗ k, Gott, zurück; gelingen, Daß er mich in Not könn bringen. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, Stell ich mich doch wieder ein. Hat uns 1 dein Sohn verglichen Durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; Aber deine Gnad und Huld Ist viel größer als die Sünden, Welche sich in mir befinden. 7. O du Licht der frommen Seelen, O du Glanz der Ewigkeit, Dir will ich mich ganz befehlen Diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir In dem finstern Thal allhier; Tröste mich mit deiner Liebe, Daß kein Unfall mich betrübe. 8. Schütze mich vors Teu⸗ fels n Vor der Macht der Finsternis, Die mir oft des Nachts zusetzen Und er⸗ Naben Kümmernis. Laß mich ich, o wahres Licht, Nim⸗ mermehr verlieren nicht. Wenn ich dich nur hab im Herzen, ßühl ich nicht der Seelen Schmerzen. 9. Wenn die Tageswerk gleich machen, Daß die Augen schla⸗ fen ein, So laß doch mein Herze wachen Und zu dir gerichtet sein. Mein Gedan⸗ ken, meine Sinn Gehen im⸗ merfort dahin, Daß mich nichts von dir abtreibe Und ich auch im Schlaf dein bleibe. 10. Laß mich diese Nacht empfinden Eine sanft und süße Ruh; Alles Übel laß verschwinden, Deine Gnade Am Abend. 313 deck mich zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freun⸗ de, Feind und Hausgenossen. Sein in deinen Schutz ge⸗ schlossen. 11. Ach, bewahre mich vor Schrecken, Schütze mich vor Überfall, Laß mich Krankheit nicht aufwecken, Treibe weg des Krieges Schall, Wend ab Feur⸗ und Wassersnot, Pest und bösen schnellen Tod, Laß mich nicht in Sünden sterben, Noch an Leib und Seel verderben. 12. O du großer Gott, er⸗ höre, Was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets ver⸗ ehre, Bleibe du mein Schutz und Rat! O du werter heil⸗ ger Geist, Stärke du mich allermeist! Herr, erhöre dies mein Flehen! Amen! ja es soll geschehen. Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. 439. Nun ruhen alle Wäl⸗ der, Vieh, Menschen, Städt und Felder; Es schläft die anze Welt. Ihr aber, meine innen, Auf, auf! ihr sollt beginnen, Was eurem Schö⸗ pfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blie⸗ ben? Die Nacht hat dich ver⸗ trieben, Die Nacht, des Ta⸗ ges Feind. Fahr hin! ein andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun ver⸗ gangen, Die güldnen Stern⸗ ö ‚ 314 Beten, loben und danken. lein prangen Am——⁷ Stell euch die güldnen Waf⸗ Himmelssaal. Also werd ich fen Ums Bett und seiner Hel⸗ Wenn mich wird den Schar. heißen gehen Mein Gott aus paul Gerhardt, geb. 1606, fl. 1676. lichkeit. Die zieh ich anlegen Den Rock der Ehr Erleuchte mich, ach Herr, denn und Herrlichkeit. es ist Zeit. 5. Das Haupt, die Füß und 2. Lob, Preis und Dank sei Hände Sind froh, daß nun dir, mein Gott, gesungen! zum Ende Die Arbeit kom⸗Dir sei die Ehr, daß alles men sei. Hen⸗ freu dich, du wohl gelungen Nach deinem sollst werden Vom Elend Rat, ob ichs gleich nicht ver⸗ dieser Erden Und von der steh. Du bist gerecht; es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, das mich Glieder, Geht hin und legt empfindlich quälet: Bestän⸗ 90 digkeit im Guten mir noch begehrt. Es kommen Stund fehlet. Das weißt du wohl, o und Zeiten, Da man euch Herzenskündiger: Ich strauch⸗ wird bereiten Zur Ruh ein le noch, wie ein Unmündiger. 4. Vergieb es, Herr, was mir 7. Mein Augen stehn ver⸗ sagt mein Gewissen! Welt, drossen, Im Hui sind sie geschlossen! Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, Sei gut für ist die Hand: Du mein und allen Schaden, Du Aug und ich bin dein! Wächter Israel. 5. Israels Schutz, mein 8. Breit aus die Flügel beide, Hüter und mein Hirte, Zu O Jesu, meine Freude, Und meinem Trost dein sieghaft nimm dein Küchlein ein! Will Schwert umgürte. Bewahre Satan mich verschlingen, So mich durch deine große Macht, laß die Englein singen: Dies Wenn Belial nach meiner Kind soll unverletzet sein. Seele tracht. 9. Auch euch, ihr meine Lie⸗ 6. Du schlummerst nicht, ben, Soll heute nicht betrü⸗ wenn matte Glieder schlafen. ben Kein Unfall noch Gefahr. Ach, laß die Seel im Schlaf Gott laß euch ruhig schlafen, auch Gutes s chaffen! OLebens⸗ sonn, e Dich le Der T Joach. 441 Licht den La. hat sie Thu, e ret! T thür U für! L und S gericht 2. Ih tet wol und S Nacht noch zu heller Himm meiner Schutz Eigent 3. D schen schen einer Bei di Waf⸗ r Hel⸗ st. 1676. hin; bleibe! zünden auf in tigkeit! r, denn ank sei ungen! 5 alles deinem cht ver⸗ s gehe, as mich Bestän⸗ ir noch wohl, o strauch⸗ Undiger. was mir Welt, nich von mir leid; ein. Da nein und 3, mein irte, Zu sieghaft Bewahre ße Macht, ) meiner rst nicht, schlafen. im Schlaf O Lebens⸗ sonn, erquicke meinen Sinn! Dich laß ich nicht, mein Fels. Der Tag ist hin. Joach. Neander, geb. 1650, st. 1680. 441. Der lieben Sonne Licht und Pracht Hat nun den Lauf vollführet; Die Welt hat sich zur Ruh gemacht. Thu, Seel, was dir gebüh⸗ ret! Tritt an die Himmels⸗ thür Und bring ein Lied her⸗ für! Laß deine Augen, Herz und Sinn Auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne, leuch⸗ tet wohl Und glänzt mit Licht und Strahlen; Ihr macht die Nacht des Glanzes voll. Doch noch zu tausend malen Scheint heller in mein Herz Die ewge Himmelskerz, Mein Jesus, meiner Seele Ruhm, Mein Schutz, mein Schatz, mein Eigentum. 3. Der Schlaf wird herr⸗ schen diese Nacht Bei Men⸗ schen und bei Tieren; Doch einer ist, der droben wacht, Bei dem kein Schlaf zu spü⸗ ren. Es schlummert, Jesu, nicht Dein Aug, auf mich ge⸗ richt. Drum soll mein Herz auch wachend sein, Daß Je⸗ sus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dies schlechte Lied, Das ich dir, Jesu, singe. In meinem Her⸗ zen ist kein Fried, Bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann. Ach, nimm es gnädig an! Es ist doch Am Abend. 315 herzlich gut gemeint, O Jesu, meiner Seelen Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, Dir will ich mich be⸗ fehlen. Du wirst, mein Hü⸗ ter, auf mich sehn Und raten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, Kein Hölle, Welt, noch Tod; Denn wer mit Jesu schlafen geht, Mit Freu⸗ den wieder aufersteht. 6. Ihr Höllengeister, fort mit euchl Hier habt ihr nichts zu schaffen. Dies Haus gehört in Jesu Reich: Laßt es ganz sicher schlafen! Der Engel starke Wacht Hält es in— ter Acht, Ihr Heer und La⸗ ger ist sein Tufehn Drum sei auch allen Teufeln Trutz. 7. So will ich denn nun schlafen ein, Jesu, in deinen Armen. Dein Aufsicht soll die Decke sein, Mein Bette dein Erbarmen, Mein Kissen deine Brust, Mein Traum die süße Lust, Die aus dem Wort des Lebens fleußt Und dein Geist in mein Herze geußt. 8. So oft die Nacht mein Ader schlägt, Soll dich mein Geist umfangen; So viel mal sich mein Herz bewegt, Soll dies sein mein Verlangen, Daß ich mit lautem Schall Mög rufen überall: O Jesu Jesu, du bist mein, Und ich auch bin und bleibe dein! 9. Nun, matter Leib, schick dich zur Ruh Und schlaf fein sanft und stille. Ihr müden Augen schließt euch zu; Denn das ist Gottes Wille. Schließt ö — 316 Beten, loben aber dies mit ein: Herr Je⸗ su, ich bin dein! So ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, liebster Jesu, gute Nacht! Christian Striver, geb. 1629, st. 1693. 442. Nun sich der Tag geendet hat Und keine Sonn mehr scheint, Schläft alles, was sich abgematt' Und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, Du schläfst, noch schlummerst nicht; Die Fin⸗ sternis ist dir verhaßt, Weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich In dieser schwarzen Nacht Und schenke mir genä⸗ diglich Den Schirm von dei⸗ ner Wacht. 4. Wend ab des Satans Wüterei Durch deiner Engel Schar, So bin ich aller Sor⸗ gen frei, Und bringt mir nichts Gefahr. 5. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, Die mich bei dir klagt an: Ach, aber dei⸗ nes Sohnes Huld Hat gnug für mich gethan. 6. Den setz ich dir zum Bür⸗ gen ein, Wenn ich muß vors Gericht; Ich kann ja nicht verloren sein In solcher Zu⸗ versicht. 7. Drauf thu ich meine Au⸗ gen zu Und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh; Wer wollte traurig sein? 8. Weicht, nichtige Gedanken, hin, Wo ihr habt euren Lauf: und danken. Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 9. Soll diese Nacht die letzte sein In diesem Jammerthal, So führ mich, Herr, zum Himmel ein Zur auserwähl⸗ ten Schar. 10. Und also leb und sterb ich dir, Du Herr Gott Ze⸗ baoth; Im Tod und Leben hilfst du mir Aus aller Angst und Not. Joh. Fr. Hertzog, geb. 1647, st. 1699. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 443. Nun sich der Tag geendet, Mein Herz zu dir sich wendet Und danket innig⸗ lich. Dein holdes Angesichte Zum Segen auf mich richte; Erleuchte und entzünde mich. 2. Ich schließe mich aufs neue In deine Vatertreue Und Schutz und Herze ein. Die fleischlichen Geschäfte Und al⸗ le finstern Kräfte Vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich herzlich lie⸗ best, Daß du mich stets um⸗ giebest Und rufst zu dir hin⸗ ein, Daß du vergnügst alleine So wesentlich und reine, Laß allezeit mir heilig sein. 4. Ein Tag der sagts dem andern, Mein Leben sei ein Wandern Zur großen Ewig⸗ keit. O Cwigkeit du schöne, Mein— an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in die⸗ ser Zeit. Cersteegen, g. 1697, st.1769. Mel. Werde munter, mein Gemütte. 444. Herr, es ist von mei⸗ nem Leben Wiederum ein Tag Sinn letzte rthal, zum wähl⸗ ; 38 tt Ze⸗ Leben Angst st. 1699. älder. r Tag zu dir innig⸗ gesichte richte; e mich. ss neue e Und 1. Die Und al⸗ ertreibe zlich lie⸗ ets um⸗ dir hin⸗ t alleine ine, Laß n. gts dem sei ein n Ewig⸗ schöne, ewöhne! in die⸗ 97, st.1769. n Gemüte. von mei⸗ iein Tag dahin. Lehre mich nun Ach⸗ tung geben, Ob ich fromm gewesen bin. Zeige mirs au selber an, So ich was nicht recht gethan; Und hilf jetzt in allen Sachen Guten Feier⸗ abend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, Was dir nicht gefallen hat; Denn ich bin noch voller Sünden In Gedanken, Wort und That, Und vom Morgen bis jetzund Pfleget Herze, Hand und Mund So geschwind und oft zu fehlen, Daß ichs sel⸗ ber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gna⸗ den, Habe noch einmal Ge⸗ duld. Ich bin freilich schwer beladen; Doch vergieb mir alle Schuld. Deine große Vater⸗ treu Werde diesen Abend neu, So will ich noch deinen Wil⸗ len Künftig mehr, als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, Daß der Schlaf nicht sünd⸗ lich sei; Decke mich mit dei⸗ ner Güte; Auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus Und bewahre selbst das Haus, Daß ich morgen mit den Meinen Nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leu⸗ ten, Die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten, Uns zu schaden, wenn wir ruhn, So zerstöre du den Rat Und verhindere die That; Wend auch alles andre Schrecken, Das der Satan kann erwecken. Am Abend. 317 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, Wenn es bei uns Abend ch wird; Denn du bleibest ewig munter Und bist wie ein gu⸗ ter Hirt, Der auch in der finstern Nacht Über seine Her⸗ de wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, Daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund er⸗ wachen, Wenn es rechte Zeit wird sein, Daß ich ferner meine Sachen Richte dir zu Ehren ein. Oder hast du, lieber Gott, Heut bestimmet meinen Tod, So befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann, geb. 1648, st. 1715. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 445. Ach, mein Jesu, sieh ich trete, Da der Tag nun⸗ mehr sich neigt, Und die Fin⸗ sternis sich zeigt Hin zu dei⸗ nem Thron und bete. Neige du zu deinem Sinn Auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn ge⸗ schwinde, Wie ein Pfeil, zur Ewigkeit, Und die allerlängste Zeit Saust vorbei als wie die Winde, Fleußt dahin als wie ein Fluß Mit dem schnell⸗ sten Wasserguß. ů 3. Und, mein Jesu, sieh, ich Armer Nehme mich doch nicht in Acht, Daß ich dich bei Tag und Nacht Herzlich suchte. Mein Erbarmer! Mancher Tag geht so dahin, Da ich nicht recht wachsam bin. 4. Ach, ich muß mich herz⸗ lich schämen! Du erhältst, du schützest mich Tag und Nacht so gnädiglich: Und ich will mich nicht beguemen, Daß ich ohne Heuchelei Dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun ich komme mit Ver⸗ langen, O mein Herzens⸗ freund, zu dir. Neige du dein Licht zu mir, Da der Tag nunmehr vergangen; Sei du selbst mein Sonnenlicht, Das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zäh⸗ len, Die du mir noch gönnen willt. Mein Herz sei mit dir erfüllt, So wird mich nichts können quälen; Denn wo du bist Tag und Licht, Schaden uns die Nächte nicht. 7. Nun, mein treuer Hei⸗ land, wache, Wache du in die⸗ ser Nacht! Schütze mich mit deiner Macht! Deine Liebe mich anlache. Laß mich selbst auch wachsam sein, Ob ich gleich jetzt schlafe ein. Levin Joh. Schlicht, g. 1681, st. 1723. Mel. Jesu, meine Freude. 446. Hirte deiner Schafe, Der von keinem Schlafe Et⸗ was wissen mag, Deine Wun⸗ dergüte War mein Schild und Hüte Den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht Und laß mich von dei⸗ nen Scharen Um und um bewahren. 2. Decke mich von oben Vor der Feinde Toben Mit der Beten, loben und danken. Ach, vergieb die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon Durch die tiefgeschlagnenWun⸗ den Gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben Keine Not betrüben; Sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen In den Va⸗ terarmen Wohlgeborgen ein. Du bei mir und ich bei dir: Also sind wir ungeschieden, Und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kam⸗ mer Und laß allen Jammer Ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, Unter deine Flügel Nimm dein Küch. lein ein. Decke zu mit Schutz und Ruh, So wird uns kein Grauen wecken, Noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette Euld zum Grabe hätte? Wie ald rot, bald tot! Herr, hast dus beschlossen, Daß mein Ziel verflossen, Kommt die odesnot: So will ich nicht wider dich. Lieg ich nur in Jesu Wunden, Sterb ich alle Stunden. 6. Nun, wohlan, ich thue In vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben Hut ich dir erge⸗ ben, O du Hüter du. Gute Nacht! nimm mich in Acht! Und erleb ich ja den Mor⸗ gen, Wirst du weiter sorgen. genj. Schmolck, geb. 1672, ft. 1737. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 447. Der Tag ist hin. Vaterhuld; Ein aen Ge⸗ wissen Sei mein Ruhekissen. Mein Geist und Sinn Sehnt sich — uns 1 von 6 2. D mir 1 Kerzer Dunk nun h minde Verän flimm jener nen se 6. X beweg Werke stiller ö merke ö 7. Ei Still gen. Zeit, mt die ch nicht nur in ich alle ch thue Mund le, Leib ir erge⸗ . Gute in Acht! n Mor⸗ sorgen. 2, fl. 1737. Herzeleid. ist hin. n Sehnt sich nach jenem Tage, Der uns völlig machen wird Frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da. Sei du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen; Treib der Sünden Dunkelheit Weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonne Licht Uns jetzt gebricht. O unerschaffne Son⸗ ne, Brich mit deinem Licht hervor, Mir zur Freud und Wonne. 4. Des Mondes Schein Fällt nun herein, Die Finsternis zu mindern. Ach, daß nichts Veränderlichs Meinen Lauf möcht hindern! 5. Das Sternenheer 0 Got⸗ tes Ehr Am blauen Himmel flimmert. Wohl dem, der in jener Welt Gleich den Ster⸗ nen schimmert! 6. Was sich geregt Und vor bewegt, Ruht jetzt von seinen Werken. Laß mich, Herr, in stiller Ruh Dein Werk in mir merken. 7. Ein jeder will Bei solcher Still Der süßen Ruhe pfle⸗ gen. Laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen. 8. Ich selbst will auch Nach meinem Brauch Nun in mein Bettlein steigen. Laß mein Herz zu deinem sich Als zum Bettlein neigen. 9. Halt du die Wach, Damit kein Ach Und Schmerz den Geist berühre. Sende deiner Engel Schar, Die mein Bett⸗ lein ziere. 10. Wann aber soll Der Sonnabendslied. 319 Wechsel wohl Der Tag und Nächte weichen? Wann der Tag anbrechen wird, Dem kein Tag zu gleichen. 11. In jener Welt, Da diese fällt, Die Zion noch macht weinen, Soll noch heller sie⸗ benmal Mond und Sterne scheinen. 12. Alsdann wird nicht Der Sonne Licht Jerusalem ver⸗ lieren; Denn das Lamm ist selbst das Licht, Das die Stadt wird zieren. 13. Halleluja! Ei, wär ich da, Da alles lieblich klinget, Da man ohn Abwechselung Heilig, Jeu singet! 14. O Jesu du, Mein Hülf und Ruh, Laß mich dahin gelangen, Daß ich mög in deinem Glanz Vor dir ewig prangen. J. A. Freylinghausen, g. 1670, st. 1739. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. „Für alle Güte sei gepreist, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, Den Lobgesang, Den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, Hast Großes heut an mir gethan, Mir mein Gebet gewähret; Hast väter⸗ lich Mein Haus und mich Beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk: Der Geist, mit dem ich dein gedenk, Ein ru⸗ higes Gemüte, Was ich ver⸗ mag Bis diesen Tag, F al⸗ les deine Güte. 320 Beten, loben und danken. 4. Sei auch nach deiner Lieb than, Sieh es, lieber Gott, und Macht Mein Schutz und nicht an. Christi Blut Macht ja allen Schaden gut. Schirm in dieser Nacht; Ver⸗ gieb mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Ze⸗ baoth, So laß mich Gnade finden. Chr. Fürcht. Gellert, geb. 1715, st. 1769. Für Kinder. 449. Müde bin ich, geh zur Ruh, Schließe beide Aug⸗ lein zu. Vater, laß die Augen dein Über meinem Bette sein. 2. Hab ich Unrecht heut ge⸗ Deine Gnad und 3. Alle, die mir sind ver⸗ wandt, Gott, laß ruhn in dei⸗ ner Hand; Alle Menschen, groß und klein, Sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, Nasse Augen schließe zu. Laß den Mond am Himmel stehn Und die stille Welt besehn. Euise Hensel, geb. 1798, st. 1877. Sonnabendslied. Mel. Herzlich thut mich verlangen. x 450. Die Woche geht zu Ende, Nicht aber Gottes Treu; Denn wo ich mich hinwende, Da ist sie immer neu. Die Zeit kann wohl verschwinden, Nur Gottes Güte nicht; Sie läßt sich täglich finden Und giebet Trost und Licht. 2. O gnädigster Erhalter Von allem, was ich bin, Hör meines Mundes Psalter Und nimm das Opfer hin. Es sind ja deine Gaben, Die nicht zu zählen sein, Und was ich nur kann haben, Das ist ja alles dein. 3. Die ganze Woche zeuget Von deiner Gütigkeit, Die du zu mir geneiget; Ja, meine Lebenszeit Vom Anfang bis jetzunder Auf diesen Augenblick Rühmt deine Gnadenwunder Im Glück und Ungelück. 4. Allein mein Herze bebet, Wenn es zurücke denkt, Wie übel ich gelebet Und dich, mein Gott, gekränkt. Je mehr du mich geliebet Und meiner hast verschont, Je mehr ich dich betrübet Und nur mit Haß belohnt. 5. Ach, strafe nicht im Grim⸗ me Gehäufte Missethat! Weil deine Vaterstimme Mich selbst gerufen hat, So schrei ich Herr, erbarme, Erbarm dich uͤber mich! Ich fall dir in die Arme, Ach, schone gnädiglich! 6. Mein Glaube heißt mich hoffen, Es sei durch Christi Blut Ein neuer Bund getrof⸗ fen Und alles wieder gut. Drum will ich dir geloben Auf ewig treu zu sein; Dein — guter Geist von oben Wird mir die Kraft verleihn. 7. Ich bin dein Kind aufs neue: Drum gieb, daß diese Nacht Mich auch dein Schut erfreue Und alles sicher mach. Ich werde gleichsam sterben, Wort z Der S Doch ben: 5 Gott. 8. n wachen Glich eich! Dein K pfinden mel wä dir fin Engel 9. Du sorgen, Mel. Di 451. fahren Gnad Vaters Bewahr Leib. 4 2.Chri mann, auf der uns de 452. Jesu C mein K Gnad mich dol rechten mein, geben, Nächste 2. Ich M. R. Gott, id und a allen ud ver⸗ in dei⸗ enschen, llen dir Ide Ruh, zu. Laß iel stehn hesehn. st. 1877. nd dich, Je mehr d meiner mehr ich nur mit im Grim⸗ hat! Weil Nch selbst chrei ich barm dich dir in die nädiglich! heißt mich rch Christi nd getrof⸗ ieder gut. ir geloben sein; Dein hben Wird eihn. Kind aufs „daß diese dein Schutz sicher mach. Aam sterben, Der Schlaf ist wie ein Tod; Doch kann ich nicht verder⸗ ben: Du lebst in mir, mein Gott. 8. Ja du, mein Gott, wirst wachen, Ich werde ruhig sein. So mag der Höllen Rachen Gleich Donner auf mich spein: Dein Kind wird nichts em⸗ pfinden Als wenns im Him⸗ mel wär; Schutz werd ich bei dir finden; Mich deckt der Engel Heer. 9. Du willst auch die ver⸗ sorgen, Die mein und deine Christlicher Wandel. 321 sein: So wird uns alle Mor⸗ en Auch deine Kraft erfreun. ir werden Opfer bringen Mit Herzen, Mund und Hand, Und dir ein Loblied singen, Wo du, Herr, bist bekannt. 10. Soll das in diesem Leben Die letzte Woche sein, Will ich nicht widerstreben Und mich im Geiste freun Auf einen Feierabend, Den Christi Tod Babensle Und diese Hoffnung habend Sprech ich nun: Gute Nacht! Benj. Schmolck, geb. 1672, st. 1737. Reiselied. Mel. Dies sind die h. zehn Gebot. 451. In Gottes Namen fahren wir, Sein Hülf und Gnad begehren wir. Des Vaters Güt behüt uns heut, Bewahr auch unsre Seel und Leib. Kyrieleis! 2.Christus sei unser Geleits⸗ mann, Bleib stetig bei uns auf der Bahn Und wend von uns des Feindes List, Auch was sein'm Wort zuwider ist! Kyrieleis! 3. Der heilge Geist auch ob uns halt Mit seinen Gaben mannigfalt. Er tröst und stärk uns in der Not Und führ uns wieder heim zu Gott. Kyrieleis! Nic. Hermann, st. 1561; nach einem Schiffer- und Wallfahrtsliede aus d. 13. Jahrhundert. XIX. Christlicher Wandel. 452. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, Ich bitt, erhör mein Klagen! Verleih mir Gnad zu dieser Frist, Laß mich doch nicht verzagen! Den rechten Glauben, Herr, ich mein, Den wollest du mir geben, Dir zu leben, Dem Nächsten nütz zu sein, Dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Her⸗ M. R. Gesangbuch. re Gott, Du kannst es mir wohl geben: Daß ich werd nimmermehr zu Spott, Die Hoffnung gieb daneben; Vor⸗ aus, wenn ich muß hier da⸗ von: Daß ich dir mög ver⸗ trauen Und nicht bauen Auf all mein nichtig Thun; Sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Her⸗ zensgrund Mein' Feinden mög 21 Christlicher vergeben. amd. mir auch zu dieser Stund, Schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg sein, Damit mein Seel zu nähren, Mich zu wehren, Wenn Un⸗ Dald geht herein, Das mich ald möcht abkehren. 4. Laß mich kein Lust, no Furcht von dir In dieser Welt abwenden. Beständig sein ans End gieb mir: Du hasts al⸗ lein in Händen; Und wem dus giebst, der hats umsonst. Es mag niemand ererben, Noch erwerben Durch Werke deine Gunst, Die uns errett' vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb: Hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb; Du kannst mich stärker machen. Kömmt nun Anfechtung her, so wehr, Daß sie mich nicht umstoße. Du kannsts machen, Daß mirs nicht bringt Gefahr. Ich weiß, du wirsts nicht las⸗ sen. paul Speratus, geb. 1484, st. 1554. 453. Kommit her zu mir, spricht Gottes Sohn, All, die ihr seid beschweret nun, Mit Sünden hart beladen! Ihr Jungen, Alten, Frau und Mann, Ich will euch geben, was ich kann, Will heilen euren Schaden. 2. Mein Joch ist süß, mein Last gering; Wer mirs nach⸗ trägt in dem Geding', Daß er der Höll entweiche: Ich Wandel. will ihm treulich helfen trag'n, Mit meiner Hülf wird er er⸗ jagn Das ewge Himmelreiche. * im Vertrauen auf die Verheißung. 3. Was ich gethan und g'lt⸗ ten hie In meinem Leben spät und früh, Das sollt ihr auch erfüllen. Was ihr ge⸗ ch. denkt, ja red't und thut, Das wird euch alles recht und gut, Wenns g'schieht nach Gottes Willen. 4. Gern wollt die Welt auch selig sein, Wenn nur nicht wär die Schmach und Pein, Die alle Christen leiden. Doch kann und mags nicht anders sein; Darum ergeb sich nur darein, Wer ewge Pein will meiden. 5. All Kreatur bezeuget das: Was lebt im Wasser, Laub und Gras, Sein Leiden kanns nicht meiden. Wer denn in Gottes Nam'n nicht will, Zuletzt muß er des Teufels Ziel Mit schwer'm Gewissen leiden. 6. Heut ist der Mensch schön, jung und schlank, Und mor⸗ gen ist er schwach und krank, Bald muß er auch gar ster⸗ ben. Gleichwie die Blumen auf dem Feld, Also muß auch die schnöde Welt In einem Hui verderben. 7. Die Welt erzittert ob dem Tod. Liegt einer in der letz ten Not, Dann will er erst fromm werden. Einer schafft dies, der andre das; Sein r armen Seel er ganz vergaß, Dieweil er lebt auf Erden. rag'n, Cr er⸗ lreiche. heißung. d g'lit⸗ Leben ollt ihr ihr ge⸗ t, Das nd gut, Gottes elt auch r nicht d Pein, n. Doch anders sich nur ein will get das: r, Laub m kanns denn in ht will, Teufels Gewissen sch schön, ind mor⸗ nd krank, gar ster⸗ Blumen muß auch In einem rt ob dem der letzͤ ill er erst ner schafft 37 Seinr nz vergaß, f Erden. — 8. Und wenn er nicht mehr leben mag, So hebt er an ein große Klag, Will sich nun Gott ergeben. Ich fürcht fürwahr, die göttlich Gnad, Die er allzeit verschmähet hat, Wird schwerlich ob ihm schweben. 9. Dem Reichen hilft doch nicht sein Gut, Dem Jungen nicht sein stolzer Mut: Er muß aus diesem Maien. Wenn einer hätt die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld: Doch muß er an den Reihen. 10. Dem G''lehrten hilft doch nicht sein Kunst, Die weltlich Pracht ist gar umsonst: Wir müssen alle sterben. Wer sich in Christo nicht bereit', Weil er lebt in der Gnadenzeit: Ewig muß er verderben. 11. Drum hört und merkt, ihr lieben Kind, Die jetzo Gott ergeben sind: Laßt euch die Müh nicht reuen; Halt' stets am heilgen Gotteswort, Das ist eur Trost und höch⸗ ster Hort; Gott wirds euch schon betreuen. 12. Nicht Übel ihr um Ubel gebt; Schaut, daß ihr hier unschuldig lebt; Laßt euch die Welt nur äffen. Gebt Gott die Rach und alle Ehr; Den engen Steg geht immer her: Gott wird die Welt schon strafen. 3. Wenn es euch ging nach Fleisches Mut, In Gunst, Ge⸗ sundheit, großem Gut, Würd't ihr gar bald erkalten. Darum Christlicher Wandel. 323 schickt Gott die Trübsal her, Damit eur Fleisch gezüchtigt werd, Zur ewgen Freud er⸗ halten. 14. Ist euch das Kreuz bit⸗ ter und schwer: Gedenkt, wie heiß die Hölle wär, Darein die Welt thut rennen, An Leib und Seel muß leidend sein Ohn Unterlaß die ewge Pein, Und mag doch nicht verbrennen. 15. Ihr aber werd't nach dieser Zeit Mit Christo haben ewig Freud; Dahin sollt ihr gedenken. Kein Mensch lebt, der aussprechen kann Die Glo⸗ rie und den ewgen Lohn, Den uns der Herr wird schenken. 16. Und was der ewig gütge Gott In seinem Wort verspro⸗ chen hat, Geschworen bei sein'm Namen, Das hält und giebt er g'wiß fürwahr. Der helf uns zu der Engelschar Durch Jesum Christum. Amen! Jörg Birkenmeyer, um 1536, oder Hans Witzstadt. 454. O Gott, du frommer Gott, Du Brunnquell guter Gaben, Ohn den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben: Gesunden Leib gieb mir, Und daß in solchem Leib Ein unverletzte Seel Und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich 00 mit Fleiß, Was mir zu thun ge⸗ bühret, Wozu mich dein Be⸗ fehl In meinem Stande füh⸗ ret. Gieb, daß ichs thue bald, Zu der Zeit, da ich soll; Und 21*⁷ 324 wenn ichs thu, so gieb, Daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen. Laß kein unnützes Wort Aus mei⸗ nem Munde gehen. Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß, So gieb den Worten Kraft Und Nachdruck, ohn Verdruß 4. Findt So laß mich nicht verzagen. Gieb einen Heldenmut; Das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind Mit Sanftmut überwind Und, wenn ich Rat bedarf, Auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann In Fried und Freundschaft leben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas ge⸗ ben An Reichtum, Gut und Geld, So gieb auch dies da⸗ bei, Daß von unrechtem Gut Nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt Mein Leben höher bringen, Durch manchen sauern Tritt indurch ins Alter dringen: o gieb, o Herr, Geduld; Vor Sünd und Schand be⸗ wahr, Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End Auf Christi Tod abscheiden. Die Seele nimm zu dir Hin⸗ auf zu deinen Freuden. Dem Leib ein Räumlein gönn Bei seiner Eltern Grab, Auf daß er seine Ruh An ihrer Sei⸗ ten hav. 8. Wenn du an jenem Tag sich Gefährlichkeit, 45 Christlicher Wandel. Die Toten wirst erwecken, So thu auch deine Hand Zu mei⸗ nem Grab ausstrecken. Laß hören deine Stimm Und mei⸗ nen Leib weck auf Und führ ihn schön verklärt Zum aus⸗ erwählten Hauf. Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. Matth. 5, 1—10. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 5. Kommt, laßt euch den Herren lehren, Kommt, und lernet allzumal, Welche die sind, die gehören Zu der rechten Christenzahl: Die be⸗ kennen mit dem Mund, Glau⸗ ben fest von Herzensgrund Und bemühen sich daneben, Guts zu thun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demut ha⸗ ben Und sind allzeit arm im Ge Rühmen sich gar keiner Gaben, Daß Gott werd allein ür und Danken dem auch ür und für; Denn das Him⸗ melreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren setzen, Die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tra⸗ gen, Da sich göttlich Trauern findt, Die beseufzen und be⸗ klagen Ihr und andrer Leute Sünd. Die deshalben trau⸗ rig gehn, Oft vor Gott mit Thranen stehn, Diese sollen noch auf Erden Und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, Da man Sanftmut spüren kann, Welche Hohn und Trotz verschmerzen, Wei⸗ chen gerne jedermann. Die nicht suchen eigne Rach Und 7 se sollen ⸗ d dann . frommen 9. 500 e Hohn jen, 4 un. Die tach nd 7 befehlen Gott die Sach, Diese will der Herr so schützen, Daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben Nach Gerechtigkeit und Treu, Daß in ihrem Thun und Leben Kein Gewalt, noch Unrecht sei. Die da lieben gleich und recht, Sind auf⸗ richtig, fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen, Die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Er⸗ barmen Sich annehmen frem⸗ der Not, Sind mitleidig mit den Armen, Bitten treulich für sie Gott. Die behülflich sind mit Rat, Auch, wo mög⸗ lich, mit der That, Werden wieder Hülf empfangen Und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden Reines Herzens jeder⸗ zeit, Die im Werk, Wort und Gebärden Lieben Zucht und Heiligkeit. Diesen, welchen nicht gefällt Die unreine Lust der Welt, Sondern sie mit Ernst vermeiden, Werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Friede machen Und drauf sehn ohn Unterlaß, Daß man mög in allen Sachen Fliehen Hader, Streit und Haß. Die da stif⸗ ten Fried und Ruh, Raten allerseits dazu, Sich des Frie⸗ dens selbst befleißen, Werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, Da sie es Christlicher Wandel. 325 doch nicht verschulden Und Runze erfunden sein. Ob des reuzes gleich ist viel, Setzet Gott doch Maß und Ziel, Und hernach wird ers belohnen Ewig mit den Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten Meinen Wandel auf der Erd, Daß ich solcher Se⸗ ligkeiten Hier aus Gnaden fähig werd. Gieb, daß ich mich acht gering, Meine Klag oft vor dich bring, Sanftmut auch an Feinden übe, Die Gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ich Armen helf und diene, Immer hab ein reines Herz, Die in Unfried stehn, versühne, Dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, Daß ich glaub an deinen Sohn Und durch deines Geistes Stärke Mich befleiße guter Werke. Nach Joh. Heermann, g. 1585, st. 1647, von Dav. Beniche, geb. 1603, st. 1680. Mel. Was mein Gott will, gescheh ꝛc. 456. Ach, höchster Gott, verleihe mir, Daß ich nur di begehre, Daß deine Gnad mi für und für In Christo neu gebäre; Daß ich, dein Kind, dich such und find In allem Kreuz und Leiden, Damit nicht Tod, noch Höllennot Mich je⸗ mals von dir scheiden. 2. Gieb meinem Herzen wah⸗ re Reu Und Thränen meinen Augen, Daß ich forthin das Böse scheu, Und meine Werke taugen. Hilf, daß ich sei ohn Heuchelei, Ein Schutz und 326 Trost der Armen, Auch jeder⸗ zeit voll Freundlichkeit Mich ihrer mög erbarmen. 3. Lösch aus in mir des Fleisches Wust, Daß ich in deiner Liebe, Nicht in der Welt, empfinde Lust Und stets mich also übe Nach deinem Wort, an allem Ort, In tu⸗ gendlichen Dingen: So wird mein Geist sich allermeist Zu dir, Herr Jesu, schwingen. 4. Treib aus von mir den stolzen Sinn, Laß mich in De⸗ mut leben. Rach, Neid und Zorn nimm von mir hin; So kann ich bald vergeben. Wenn schon durch List mein Neben⸗ christ Ins Elend mich getrie⸗ ben, Weiß ich doch wohl, daß man auch soll Die ärgsten Feinde lieben. 5. Herr, gieb mir diese dreier⸗ lei: Erst einen festen Glau⸗ ben, Bei welchem rechte Treue sei Die nimmer steh auf Schrauben: Daß ich mich üb in wahrer Lieb— Und hoff auf deine Güte, Die mich, o Gott, vor Schand und Spott Auch bis ins Grab behüte. 6. Nach irdschem Reichtum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Gieb, daß ich alle Pracht der Welt Mög inniglich verachten, Auch nim⸗ mermehr nach hoher Ehr Und großem Namen strebe, Beson⸗ ders nur nach rechter Spur Der wahren Christen lebe. 7. Vor Schmeicheln, List und Heuchelei Bewahre meine Sin⸗ nen, Und laß mich ja durch Christlicher Wandel. Gleißnerei Den Nächsten nicht gewinnen. Laß Ja und Nein mein Antwort sein, Darnach man sich zu richten; Denn dieses kann bei jedermann Die Sachen leichtlich schlichten. 8. Herr, säubre doch von Eitelkeit Mein sündliches Ge⸗ müte, Daß ich in dieser kur⸗ zen Zeit Vor schnöder Lust mich hüte. Der Herzens⸗ grund sei wie der Mund, Dem Nächsten nicht zu scha⸗ den, So werd ich nicht, wie sonst geschicht, Mit Schmähen überladen. 9. Gieb, daß ich ja den Müßiggang Samt aller Träg⸗ heit hasse; Dagegen, Herr, mein Lebelang Mein Arbeit so verfasse, Daß ich zur Not mein täglich Brot Mit Ehren mög erwerben, Und, wenn ich soll, fein sanft und wohl In dir, Herr Jesu, sterben. 10. Ach, gieb mir deinen gu ten Geist, Daß ich die Laster fliehe Und nur um das, was christlich heißt, Von Herzen mich bemühe: So kann kein Leid in diefer Zeit Aus dei⸗ ner Hand mich treiben, Und so werd ich dann ewiglich Bei dir, Herr Jesu, bleiben Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. Mel. Komm, o komm, du Geist ꝛc. 457. Jesus, Jesus, nichts als Jesus Soll mein Wunsch sein und mein Ziel! Jetzund mach ich ein Verbündnis, Daß ich will, was Jesus will. Denn mein Herz, mit inicht I Arna Denn mann ichten. von es Ge⸗ r kur⸗ r Lust erzens⸗ Mund, scha⸗ jt, wie mähen wenn d wohl sterben. n, Und ewiglich bleiben . 1667. Geist ꝛc. „ nichts Wunsch Jetzund zündnis, Jesus erz, mit —— ihm erfüllt, Rufet nur: Herr, wie du willt! 2. Einer ist es, dem ich lebe, Den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, dem ich gebe, Was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt: Führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, Und ist doch zuwider dir, Ach, so nimm es bal zurücke; Jesu, gieb, was nützet mir. Gieb dich mir, Herr Jesu mild; Nimm mich dir, Herr, wie du willt. 4. Und vollbringe deinen Willen In mir, durch mich, Christlicher Wandel. 327 3. Drum so töt und schlachte hin Meinen Willen, meinen Sinn; Reiß mein Herz aus meinem Herzen, Sollts auch sein mit tausend Schmerzen. 4. Trage Holz auf den Al⸗ tar, Und verbrenn mich ganz und gar. O du allerliebste Liebe, Wenn doch nichts mehr von mir bliebe! 5. Also wird es wohl ge⸗ d schehn, Daß der Herr es wird ansehn. Also werd ich noch auf Erden Gott ein liebes Opfer werden. Joh. Scheffler, geb. 1624, st. 1677. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. an mir, Gott. Deinen Wil⸗ len laß erfüllen Mich im Leben, Freud und Not; Ster⸗ ben als dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt. 5. Sei auch, Jesu, stets ge⸗ priesen, Daß du dich und viel dazu Hast geschenkt und mir erwiesen, Daß ich sing in selger Ruh: Es geschehe mir, mein Schild, Wie du willt, Herr, wie du willt. Eudäm. Elisabeth, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt, geb. 1640, st. 1672. 459. Herr, deine Rechte und Gebot, Darnach wir sollen leben, Wollst du mir, o du treuer Gott, Ins Herze selber geben: Daß ich zum Guten willig sei, Mit Sorg⸗ falt und ohn Heuchelei, Was du befiehlst, vollbringe. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau, Allein dich fürcht und liebe, Auf Menschentrost und Hülf nicht bau, Noch mich darum betrübe; Daß großer Leute Gnad und Gunst, Gewalt, Pracht, Reichtum, 458. Höchster Priester, der Witz und Kunst Mir nicht du dich Selbst geopfert hast z für mich, Laß doch, bitt ich, noch auf Erden Auch mein denbund Herz dein Opfer werden. um Abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen Gna⸗ Aus deinem Wort erkenne, Auch niemals dich 2. Denn die Liebe nimmt mit meinem Mund Ohn Her⸗ nichts an, Was du, nicht gethan; Liebe, zensandacht nenne; Daß ich Was durch bedenke alle Tag, Wie stark deine Hand nicht gehet, Wird mich meine Taufzusag Zum zu Gott auch nicht erhöhet. Dienste dir verbinde. 328 4. Am Tage deiner heilgen Ruh Laß mich früh vor dich treten, Die Nt auch heilig bringen zu Mit Danken und mit Beten; Daß ich hab meine Lust an dir, Dein Wort gern höre und dafür Herzinniglich dich preise. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrig⸗ keit, So vorgesetzt mir wer⸗ den, Laß mich ja ehren, alle⸗ zeit, Daß mirs wohlgeh auf Erden. Für ihre Treu und Sorg laß mich, Auch wenn sie werden wunderlich, Ge⸗ horsam sein und dankbar. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach Aus Zorn und Feindschaft übe, Dem, der mir anthut 10 und Schmach, Verzeihe und ihn liebe, Sein Glück und Wohlfahrt jedem gönn, Schau, ob ich jemand dienen könn, Und thu es dann mit Freuden. 7. Unreine Werk der Fin⸗ sternis Laß mich mein Lebtag meiden, Daß ich nicht für die Lustseuch müß Der Höl⸗ len Qual dort leiden. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, Daß ich schandbare Wort und Scherz, Auch Fres⸗ sen haß und Saufen. 8. Verleih, daß ich mich red⸗ lich nähr, Der bösen Ränk l mich schäme, Mein Herz vom Geiz und Unrecht kehr Und fremdes Gut nicht nehme, Und von der Arbeit meiner Händ, Was übrig ist, auf Arme wend Und nicht auf Pracht und Hoffart. Christlicher Wandel. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Glimpf Zu retten mich befleiße, Von ihm ab⸗ wende Schmach und Schimpf, Doch Böses nicht gut heiße. Gieb, daß ich lieb Aufrichtig⸗ keit Und hab ein Abscheu jederzeit Am Lästern und am Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut Nicht wün⸗ henz noch begehren; Was aber mir vonnöten thut, Des wollst du mich gewähren; Doch, daß es niemand schäd⸗ lich sei, Ich auch ein ruhig erz dabei Und deine Gnad ehalte. 11. Ach Herr, ich wollte deine Recht Und deinen heil⸗ gen Willen, Wie mir gebüh⸗ ret, deinem Knecht, Ohn Mangel gern erfüllen; Doch fühle ich, was mir gebricht, Und wie ich das Geringste nicht Vermag aus eignen Kräften. 12. Drum gieb du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke. Verleih, o Jesu, Gottes Sohn, Daß ich thu rechte Werke. O, heil⸗ ger Geist, hilf, daß ich dich Von Dyn da erzen und als mich Ohn Falsch den Nächsten iebe. dav. Deniche, g. 1603, ft. 1680. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 460. Kinder, die ihr Chri⸗ sti Glieder Und nach Gottes Bilde seid, Übet gegen eure Brüder Christliche Gerechtig⸗ keit. Meint es mit dem * — Werk unter einar Liebe stets 4 0 schre lich Verz Bitte sten teines retten n ab⸗ impf, heiße. ichtig⸗ bscheu ud am ebricht, ringste eignen ir von Vater, Zerleih, „Daß O, heil⸗ ich dich ind als ächsten ft. 1680. ne Seele. r Chri⸗ Gottes en eure rechtig⸗ it dem — Nächsten gut, Wie ihr wollt, daß man euch thut. Diese Lehre, so zu leben, Hat der Heiland uns gegeben. 2. Dient einander mit den Gaben, Welche Gott in euch gelegt; Denn den Baum will Gott nicht haben, Welcher keine Früchte trägt. Helft einander aus dem Kreuz, Sonder Eigennutz und Geiz. Gebt und ratet und beden⸗ ket, Daß euch alles Gott ge⸗ schenket. 3. Ohne Falsch, gleichwie die Tauben, Sucht einander bei⸗ zustehn, Und aus ungefärb⸗ tem Glauben Lasset eure Werke gehn. Habt Vertrauen unter euch, Seid am Sinn einander gleich, Haltet an der Liebe feste, Denkt und hoffet stets das Beste. 4. Lasset über euch nicht schreien, Daß ihr unversöhn⸗ lich seid; Seid begierig zum Verzeihen, Langsam zu der Bitterkeit, Sprecht den Näch⸗ sten freundlich an, Hat er was nicht recht gethan, Und gewinnet sein Gemüte Selbst mit Freundlichkeit und Güte. 5. Lasset uns nicht übel sprechen, Wenn wir andrer Mängel sehn. Denkt, wir haben auch Gebrechen, Die uns wieder können schmähn. Höret, was der Heiland spricht: Richtet und verdammet nicht! Daß wir nicht noch hier auf Erden Selbst vor Gott ver⸗ werflich werden. 6. Gönnt einander alles Gute, Christlicher Wandel. 329 Segnet und verfluchet nicht. Christus hat mit seinem Blute Ein Erlösung aufgericht, Und Ein Vater giebt uns Brot; Unsre Zeit beschließt der Tod, Und Ein Himmel ist dort oben Den Gerechten aufgehoben. 7. Höchster, schmück uns mit dem Kleide Heiliger Gerech⸗ tigkeit. Mach uns zu der ewgen Freude, Zu des Lam⸗ mes Mahl bereit. Mach uns hier und dort gerecht. Sprich einst: du getreuer Knecht, Komm, ich will dich hier er⸗ götzen Und dich über vielesetzen. Konrad Hubert, st. 1686. Mel. O Gott, der du ein Heerfürst bist. 461. Mein Leben ist ein Pilgrimstand; Ich reise nach dem Vaterland, Nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt Aufs Bundesblut gegründet hat; Da werd ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand; Ich reise nach dem Vaterland. 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, Läuft schnell meins Lebens Stundenglas, Und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit. Herr Jesu, mach mich nur bereit, Eröffne meine Laltuh in, Daß ich, was zeitlich ist, veracht Und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Un⸗ gemach. Der Lebensweg hat auch sein Ach; Man wan⸗ delt nicht auf weichen Rosen. 330 Der Steg ist eng, der Feinde viel, Die mich abreißen von dem Ziel. Ich muß mich oft an Dornen stoßen; Ich muß durch dürre Wüsten gehn Und kann selbst keinen Aus⸗ weg sehn. 4 Der Sonnenglanz mir oft gebricht, Der Sonne, die ihr Gnadenlicht In unverfälschte Herzen strahlet. Wind, Re⸗ en stürmen auf mich zu, ein matter Geist findt nir⸗ gends Ruh. Doch alle Müh ist schon bezahlet, Wenn ich das goldne Far Mir stell in Glaub und Hoff⸗ nung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, Der du ein Pilgrim worden bist, Da du mein Fleisch hast angenommen: Zeig mir im Worte deine Tritt, Laß mich bei einem jeden Schritt Zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach, eile du Und fleuch mit Gnad und Hülf herzu! 6. Durch deinen Geist mich heilig leit; Gieb in Geduld Beständigkeit; Vor Straucheln meinen Fuß bsisr mi Ich falle stündlich; hilf mir auf, Zeuch mich, damit ich dir nachlauf. Sei mir ein Schirm in Trübsalshitze; Laß dei⸗ nen süßen Gnadenschein In Finsternis nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, Vor Durst na dir verschmachten will, So laß mich dich zum Labsal Christlicher Wandel. finden; Und wenn ich schließ die Augen zu, So bring mich zu der stolzen Ruh, Da Streit und alle Müh verschwinden. Laß mich da sein in Abrams Schoß Dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem Mesechs⸗ land Der blinden Welt gleich unbekannt: Dort sind die Freunde, die mich kennen; Dort werd ich mit der Him⸗ melsschar Dir jauchzend die⸗ nen immerdar Und in der reinsten Liebe brennen. Herr Jesu, komm, o bleib nicht lang! In Kedars Hütten wird mir bang. Friedr. Adolf LCampe, g. 1683, st. 1729. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 462. Himmelan geht unsre Bahn. Wir sind Gäste nur auf Erden, Bis wir dort in Kanaan Durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimstand, Droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; Denn du bist ein himmlisch Wesen Und kannst das, was irdisch heißt, Nicht zu deinem Zweck er⸗ lesen. Ein von Gott erleuch⸗ ter Sinn Kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, Wenn ich ihn im Worte ——4 Das weist mir den rt der Ruh, Wo ich einmal ch hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, Halt ich eine Himmelfahrt. N Henja 9 46 du d ser 4 — zehr Nic sum and 2. Si auf zum in — chließ mich Streit nden. rams und sechs⸗ gleich )die nnen; Him⸗ d die⸗ na der Herr nicht Hütten . 1729. sicht. tunsre te nur ort in Wüste ier ist Droben g dich, su bist Und heißt, eck er⸗ rleuch⸗ seinen er mir Worte ir den einmal dieses ich eine . + 4. Himmelan! denk ich all⸗ zeit, Wenn er mir die Tafel decket, Und mein Geist hier allbereit Eine Kraft des Him⸗ mels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal Folgt des Lammes Hochzeitsmahl. 5. Himmelan! mein Glaube zeigt Mir das schöne Los von ferne, Daß mein Herz schon aufwärts steigt Über Sonne, Mond und Sterne; Denn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod In die rechte Heimat führen, Da ich über alle Not Ewig werde triumphieren. Jesus geht mir selbst voran, Daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach, himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn Durch die Himmelslust ver⸗ treiben. Himmelan steht nur mein Sinn, Bis ich in dem Himmel bin. Benjam. Schmolck, geb. 1672, fl. 1737. Wel. Jesus, meine Zuversicht. 463. Seele, was ermüdst du dich In den Dingen die⸗ ser Erden, Die doch bald ver⸗ zehren sich Und zu lauter Nichtes werden? Suche Je⸗ sum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Laß ihn sich zu Gott aufschwingen; Richt ihn stets zum Himmel hin, Laß ihn in die Gnad eindringen. Christlicher Wandel. 331 Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, Dein betrübtes Herz zu laben: Eil zur Lebensquell hinzu, Da kannst du sie reich⸗ lich haben. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, So das finstre Reich gebieret; Laß nur den dein Labsal sein, Der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 5. Ach, es ist ja schlecht ge⸗ nug, Daß du sonst viel Zeit verdorben Mit nichtswürdi⸗ gem Gesuch, Dabei du fast bist erstorben. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 6. Geh einfältig stets ein⸗ her, Laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer Dich, den erquicken. Kranken, wohl Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt Ein ganz ander Wesen heget, Als dem Höchsten wohlgefällt Und dein Ur⸗ sprung dir vorlegete Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 8. Du bist ja ein Hauch aus Gott Und aus seinem Geist geboren. Darum liege nicht im Kot; Bist du nicht zum Reich erkoren? Suche Jesum 332 und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 9. Schwinge dich fein oft im Geist Über alle Himmelshö⸗ hen. Laß, was dich zur Erde reißt, Weit von dir ent⸗ fernet stehen. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 10. Nahe dich dem lautern Strom, Der vom Thron des Lammes fließet Und auf die, so keusch und fromm, Sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 11. Laß dir seine Majestät Immerdar vor Augen schwe⸗ ben; Laß mit 12 erz zu ihm Suche Fesam und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 12. Sei im übrigen ganz still, Du wirst schon zum Ziel gelangen; Glaube, daß sein Liebeswill Stillen werde dein Verlangen. Drum, such Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf, geb. 1683, st. 1754. Gebet Sich dein erheben. Mel. Seelenbräutigam. 464. Jesu, geh voran Auf der Lebensbahn; Und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen, Führ uns an der Hand Bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Nie⸗ mals über Lasten klagen; Christlicher Wandel. Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz Irgend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden: O so gieb Geduld zu beiden. Richte unsern Sinn Auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Lieb⸗ ster, lebenslang. Führst du uns 21— rauhe Wege, Gieb uns auch die nötge Pflege. Thu uns nach dem Lauf Deine Thüre auf. Nik. E. Graf v. Zinzendorf, 1700-1760. Matth. 5, 1—10. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛc. 5. Kron und Lohn be⸗ herzter Ringer, Der Seligkeit Har der Herul Herr Jesu, err der Herrlichkeit, Schau vor deines Thrones Stufen Uns Arme, welche zu dir rufen: Wir wären gerne be⸗ nedeit! Du segnest ja so gern, Gesegneter des Herrn, Wir begehrens. So komm her⸗ ein, Wir sind ja dein— Und laß uns recht gesegnet sein. 2. Brunnquell aller Selig⸗ keiten, Ach, fahre fort, uns zu bereiten, So wie es dir gefällig ist. Wir, als von Natur verdorben, Wir sind dem Leben abgestorben, Da⸗ rinnen du zu finden bist. So töte doch den Feind, Der uns zu stürzen meint, Unser Leben! Wir wollen nun Nichts selber thun. Laß uns in deinem Tode ruhn. 3. Selig sind die geistlich Armen! Sie finden leichtlich dein Erbarmen, Das Land der Himmel bleibet ihr; Da im Gegenteil die Reichen Und die gar satt sind, ferne weichen Von deines König⸗ reiches Zier. Ach, mach uns Arme reich, Doch deiner Ar⸗ mut gleich! Gieb uns, Jesu, Den reichen Mut, Der einzig ruht In dir, dem höchsten, ewgen Gut. 4. Selig sind, die Leide tra⸗ gen! Sie sollen Trosts ge⸗ nug erjagen; Ihr Herzog ging den Weg voran. Stieg er auf durch Kreuz und Leiden, Will er auch uns den Kelch bescheiden, Der ihm hienieden gut gethan. Uns ist in die⸗ ser Zeit Kein Feiertag bereit: Hier gilts weinen. Beim Hochzeitmahl Ist keine Qual; Wir aber gehn durchs Jam⸗ merthal. 5. Selig sind die sanften Geister! Sie sind auf Erden Herrn und Meister, Und nie⸗ mand sieht es ihnen an, Da sie doch durch stillen Wandel In allerlei Geschäft und Handel Ihr Lammeswesen dargethan. Es ist ihr Bräuti⸗ am, Das erstgeborne Lamm, amm und Löwe, Gar sanft und weich, Doch stark zugleich. So sind auch die aus seinem Reich. 6. Selig, gleich dem Lebens⸗ fürsten, Sind alle Seelen, welche dürsten Und hungern nach Gerechtigkeit! Sättigung soll ihnen werden, Wie einst Christlicher Wandel. 333 ihr Heiland hier auf Erden Gedürstet in der Leidenszeit, Dann nach der Himmelfahrt Vollauf gesättigt ward Bei dem Vater. Wer in der That So Hunger hat Und also dürstet, der wird satt. 7. Selig sind barmherzge Seelen! Barmherzigkeit wird sich vermählen Dereinst mit ihrer Dürftigkeit. Wer ein Tröpflein Wasser giebet, Wird um des Tröpfleins auch ge⸗ liebet Und wohl belohnt zu seiner Zeit. Wohl also jeder⸗ mann, Der hier viel Guts gethan! Wehe denen, Die sich durch Pracht Darum ge⸗ bracht! Vor Gott wird ihrer schlecht gedacht. 8. Selig sind die reinen Her⸗ zen, Die ihre Krone nicht verscherzen! Sie werden Gott im Frieden uben Alle un⸗ befleckten. Tauben, Die an den Freund der Seele glau⸗ ben Und in der Reinigkeit bestehn, Die sehen einst im Licht Sein selig Angesicht Voller Gnaden. Herr, wir sind dein! Ach, mach uns rein Und lehr uns dir recht ähnlich sein! 9. Selig, die in allen Sachen Von Herzen gerne Frieden machen! Gott siehet sie als Kinder an. Nichts wird ja ihr Heil zertrümmern; Im Friedensschmucke selber schim⸗ mern, Die hier zum Frieden viel gethan. Wer ließe sich denn nun Nicht lieber unrecht thun? Friede, Friede Hat —.. +— 334 Christlicher Wandel. unsre Gunst, Ist unsre Kunst; Der reichste Zankgewinn ist Dunst. 10. Selig sind, die voller Freuden Hier um des Guten willen leiden Und sprechen: du bist ja der Herr! Dulden wir um deinetwillen, So wird der Leiden Maß 1 fül⸗ len Aus Liebe niemals uns zu schwer. Wie glücklich wä⸗ ren wir, O Jesu, wenn wir hier Um dich litten! So geh voran! Wir dringen an Auf dieser Kriegs- und Sieges⸗ bahn! 11. Also müssen wir auf Erden Nie, als in dir er⸗ funden werden; Du hast uns je und je geliebt. Du hast erst um uns geworben Und bist aus Liebe gar gestorben; Wer ist, der solche Proben giebt? Wohlan, wir lieben dich, O Liebe, inniglich! Unsre Liebe Ist nur ein Bild, So lang es gilt, Wie du uns ewig lieben willt. Nik. E. Graf v. Zinzendorf, 1700-1760. Mel. Valet will ich dir geben. 466. In unsers Königs Namen Betreten wir die Bahn. Ihr, ihr von seinem Samen, O schließt euch freu⸗ dig an! Wir ziehn zum Frie⸗ denslande, Ein Leib, Ein Herz, Ein Geist. Wohl dem, der alle Bande Voll Helden⸗ mut zerreißt! 2. Der Weg ist schmal, doch eben Und führt zur Seligkeit. Die Straße dort daneben Ist zwar bequem und breit: Doch wer sie geht, muß ster⸗ ben; An ihrem Ende droht Ein ewiges Verderben, Fluch, Zorn und Qual und Tod. 3. Wir folgen deinem Locken, Du ewig treuer Freund. Wer könnte sich verstocken? Du hasts so gut gemeint. Wir wandern abgeschieden, Und jeder trägt sein Kreuz Ergeben und zufrieden: Für Piger hat es Reiz. 4. Der große Hirt der Herde Geht seinem Volk voran. Sein Allmachtswort: Es werde! Bereitet selbst die Bahn; Es lähmt erzürnten Feinden 8 Zunge, Fuß und Hand Knüpft zwischen frommen Freunden Der Liebe Bruderband. 5. So wandeln wir ent⸗ schlossen Dem Himmelsführer nach Und dulden unverdros⸗ sen Und tragen seine Schmach Und flehn im finstern Thale: O Jesu, steh uns bei Und mach im Hochzeitssaale Bald alles, alles neu! 6. Seht, wie die Krone schimmert, Die unser Haupt einst schmückt! Und wird der Leib zertrümmert, Der Wel⸗ tenbau zerstückt, Erlöschen Sonn und Sterne: Kein Pilger werde matt. Dort glänzt uns schon von ferne Des großen Königs Stadt. 7. Hinan! hinan! ihr From⸗ men. Es koste Schweiß und Blut! Hinan, hinan geklom⸗ men Mit wahrem Helden⸗ —. mut! Sehn Grab Thrär be ab Joh. Er Mel. H 46² mein Vater mir d seinen melsy 4. für geopf. Gewi ewige 5 C mich kräfti deine werd 6. J ster d für viel Das aufge 7. regien ich di mut! Bald hebt uns unser Sehnen Hoch über Tod und Grab; Bald trocknet unsre Thränen Die Hand der Lie⸗ be ab. Joh. Eudw. Fricker, geb. 1729, st. 1766. Mel. Herr Jesu Christ, meins Leb. ꝛc. 467. Herr Jesu Christe, mein Prophet, Der aus des Vaters Schoße geht: Mach mir den Vater offenbar Und seinen heilgen Willen klar. 2. Lehr mich in allem, weil ich blind; Mach mich dir ein gehorsam Kind, Andächtig und stets eingekehrt, So werd ich wahrhaft gottgelehrt. 3. Gieb, daß ich auch vor jedermann Von deiner Wahr⸗ heit zeugen kann Und allen zeig mit Wort und That Den schmalen, selgen Him⸗ melspfad. 4. Mein Hoherpriester, der für mich Am Kreuzesstamm geopfert sich: Mach mein Gewissen still und frei, Mein ewiger Erlöser sei. 5. Gesalbter Heiland, segne mich Mit Geist und Gnaden kräftiglich; Schließ mich in deine Fürbitt ein, Bis ich werd 0 vollendet sein. 6. Ich opfre auch als Prie⸗ ster dir Mich selbst und alles für und für. Schenk mir viel Rauchwerk zum Gebet, Das stets im Geist zu dir aufgeht. 7. Mein Himmelskönig, mich regier; Mein Alles unterwerf ich dir. Rett mich von Sa⸗ Christlicher Wandel. 335 tan, Welt und Sünd, Die mir sonst gar zu mächtig sind. 8. Ja, komm du in mein Herz hinein Und laß es dir zum Throne sein; Vor allem Übel und di Mich als dein Eigentum bewahr. 9. Hilf mir im königlichen Geist Mich selbst beherrschen allermeist, Begierden, Willen, Lust und Sünd, Und daß mich nichts Geschaffnes bind. 10. Du hocherhabne Maje⸗ stät, Mein König, Priester und Prophet, Sei du mein Ruhm, mein Schatz und Freud Von nun an bis in Ewigkeit. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 468. Kommt, Kinder, laßt uns gehen; Der Abend kommt herbei! Es ist gefährlich ste⸗ Un In dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut, Zur Ewigkeit zu wandern, Von einer Kraft zur andern; Es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem! Ein jeder sein Gesichte Mit ganzer Wendung richte Fest nach Jerusalem! 3. Der Ausgang, der ge⸗ schehen Ist uns 4 ben nicht leid. Es soll noch besser ge⸗ hen 55 Abgeschiedenheit. Nein, Kinder, seid nicht bang! Verachtet tausend Welten, Christlicher Wandel. Ihr Locken und ihr Schelten Und geht nur euren Gang. 4. Gehts der Natur entge⸗ gen, So gehts gerad und fein. Die Fleisch und Sin⸗ nen pflegen, Noch schlechte Pilger sein. Verlaßt die Kreatur, Und was euch sonst will binden; Laßt gar euch selbst dahinten; Es geht durchs Sterben nur. 5. Man muß wie Pilger wandeln, Frei, bloß und wahr⸗ lich leer. Viel sammeln, halten, handeln Macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag sich tot! Wir reisen abgeschieden, Mit Wenigem zufrieden, Was man gebraucht zur Not. 6. Schmückt euer Herz aufs beste, Sonst weder Leib noch Haus. Wir sind hier fremde Gäste Und ziehen bald hin⸗ aus. Gemach bringt Unge⸗ mach. Ein Pilger muß sich schicken, Sich dulden und sich bücken Den kurzen Pil⸗ gertag. 7. Laßt uns nicht viel be⸗ sehen Das Kinderspiel am Weg. Durch Säumen und durch Stehen Wird man ver⸗ strickt und träg. Es geht uns alls nicht an. Nur fort, nur fortgerungen, Durch al⸗ les durchgedrungen! Es ist so bald gethan. 8. Ist gleich der Weg was enge, So einsam, krumm und Menge Der Dornen in der enge Und manches Kreuze trägt: Es ist doch nur ein Weg. Laß sein! wir gehen weiter, Wir folgen unserm Leiter Und brechen durchs Gehäg. 9. Was wir hier hörn und sehen, Das hörn und sehn wir kaum. Wir lassens da und gehen; Es irret uns kein Traum. Wir gehn ins Ewge ein. Mit Gott muß unser Wandei Im Himmel unser Wandel Und Herz und alles sein. 10. Wir wandeln eingekehret, Veracht und unbekannt. Man siehet, kennt und höret Uns kaum im fremden Land; Und höret man uns ja, So höret man uns singen Von all den großen Dingen, Die auf uns warten da. 11. Kommt, Kinder, laßt uns gehen; Der Vater gehet mit! Er selbst will bei uns stehen In jedem sauren Tritt. Er will uns machen Mut, Mit süßen Sonnenblicken Uns locken und erquicken. Ach ja, wir habens gut! 12. Ein jeder munter eile; Wir sind vom Ziel noch fern. Schaut auf die Feuersäule, Die Gegenwart des Herrn! Das Aug nur eingekehrt, Da uns die Liebe winket Und dem, der folgt und sinket, Den wahren Ausgang lehrt. 13. Des süßen Lammes We⸗ sen Wird uns da eingedrückt. Man kanns am Wandel lesen, Wie kindlich, wie beglückt, Wie sanft, gerad und still Die Lämmer vor sich sehen gehen nserm Hurchs n und osehn ns da uns n ins muß immel rz und ekehret, . Man t Uns 5; Und o höret on all die auf aßt uns het mit! 5 stehen itt. Er it, Mit Uns Ach ja, ter eile; och fern. lersäule, Herrn! hrt, Da ket Und d sinket, ng lehrt. mes We⸗ igedrückt. del lesen, beglückt, und still ich sehen Und ohne Forschen gehen So, wie ihr Führer will. 14. Kommt, Kinder, laßt uns wandern; Wir gehen Hand in Hand! Eins freuet sich am andern In diesem wilden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, Uns auf dem Weg nicht streiten! Die Engel uns begleiten Als unsre Brü⸗ derlein. 15. Sollt wo ein Schwacher fallen, So greif der Stärkre zu. Man trag, man helfe allen, Man pflanze Fried und Ruh. Kommt, bindet fester an! Ein jeder sei der kleinste, Doch auch wohl gar der reinste Auf unsrer Pilgerbahn. 16. Kommt, laßt uns munter wandern; Der Weg kürzt immer ab! Ein Tag, der folgt dem andern; Bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, Nur noch ein wenig treuer, Von allen Dingen freier, Gewandt zum ewgen Gut! 17. Es wird nicht lang mehr währen; Halt' noch ein we⸗ nig aus! Es wird nicht lang mehr währen, So kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn. Wenn wir mit allen Frommen Daheim zum Vater kommen: Wie wohl, wie wohl wirds thun! 18. Drauf wollen wirs denn wagen, Es ist wohl wagens⸗ wert, Und gründlich dem ab⸗ sagen, Was aufhält und be⸗ schwert. Welt, du bist uns zu klein! Wir gehn durch M. R. Gesangbuch. Christlicher Wandel. 337 Jesu Leiten Hin in die Ewig⸗ keiten: Es soll nur Jesus sein. 19. O Freund, den wir er⸗ lesen, O allvergnügend Gut, O ewig⸗bleibend Wesen, Wie reizest du den Mut! Wir freuen uns in dir, Du unsre Wonn und Leben, Worin wir ewig schweben, Du unsre gan⸗ ze Zierl Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769 Mel. Nun danket all und bringet Ehr. 469. Wie gut ists, von der Sünde frei! Wie selig Christi Knecht! Im Sünden⸗ dienst ist Sklaverei; In Christo Kindesrecht. 2. Im Sündendienst ist Fin⸗ sternis, Den Weg erkennt man nicht: Bei Christo ist der Gang gewiß, Man wan⸗ delt in dem Licht. 3. Im Sündendienst ist Haß und Leid, Man plagt und wird betrübt: In Christi Reich ist Freudigkeit, Man liebt und wird geliebt. 4. Die Sünde giebt den Tod um Lohn; Das heißt ja schlimm gedient! Das Leben aber ist im 2—— Der uns mit Gott versühnt. 5. O Heiland, dir nur dien ich gern, Denn du hast mich erkauft. Ich weiß und will sonst keinen Herrn; Auf dich bin ich getauft. 6. Wen du frei machst, der ist recht frei; Du schenkst ihm alle Schuld: Und darum dank ich deiner Treu Und rühme deine Huld. 22 338 7. Ich bete an, Herr Jesu Christ, Und sage: ich bin dein! Nimm mich zu dir; denn wo du bist, Soll auch dein Diener sein. Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699, st. 1769. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 470. Wir sind noch von der Heimat fern, Wir wallen aber unserm Herrn. Das nie gesehne Vaterland Ist uns aus seinem Wort bekannt. 2. Man seh uns an, für was man will: Wir wallen fort und leiden still. Wenn gleich der Satan auf uns stößt: Wir sind des Herrn, wir sind getröst. 3. So macht uns keine Furcht verzagt, Wenn uns die Welt verhöhnt und plagt; Und wen auch auf der Welt nichts freut, Der hat in Gott doch Freudigkeit. 4. Herr Jesu, halt auch mich dafür, Daß ich dein sei und walle dir, So wall ich ganz getrost dahin, So lang ich in der Hütte bin. 5. Du gingst mir selbst zum Vater vor: Richt Aug und Herz zu dir empor, Daß ich erkenn, wohin ich geh, Und auf dein Wort und Vorbild seh. 6. Wall ich nur, wie es dir gefällt: Was ists, wenn mans für Thorheit hält? Komm ich doch heim. Bei dir ist Ruh; Was dir gefällt, belohnest du. 7. Da ziehest du uns Kleider an, Die jetzt kein Pilgrim Christlicher Wandel. zeigen, wer man ist, Wenn man auch da lebt, wo du bist. 8. Mein Herr, dem ich einst Blut gekost, Mach mich im Tode selös getrost Und ruf in Gnaden mich nach Haus, So geht mein Wallen selig aus. Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699, st. 1769. Mel.Schwing dich auf zu deinem Gott. 471. Sollt ich jetzt noch, da mir schon Deine Güt erschie⸗ nen, Dich verlassen, Gottes Sohn, Und der Sünde die⸗ nen? Mit den Lüsten dieser Zeit Wieder mich beflecken Und nicht mehr die Süßig⸗ keit Deiner Liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein bei dir Meine Ruh gefunden; Heiland, heiltest du doch mir Alle meine Wunden: Und ich sollte dein Gebot, Mein 1. Jesu, hassen Und mein Recht an deinen Tod Wieder fah⸗ ren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, Folge deinen Leh⸗ ren, Lasse weder Macht, noch List Mich im Glauben stören. An dir hang ich festiglich; Mags die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich Mir doch gönnen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, Den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottesfrieden? Giebt sie mir die Zuversicht, Daß ich überm Grabe Ewig Heil und selig Licht Zu erwarten habe? tragen kann; Da wird sichs 5. Rettet sie mich, wenn vor V Wenn u bist. )einst ich im id ruf Haus, gaus. t. 1769. mott. ch, da rschie⸗ Hottes de die⸗ dieser flecken lecken? in bei inden; ch mir ind ich Herr 9 rfah⸗ bleib n Leh⸗ t, noch stören. iglich; ießen! in auf Hel Heil, ft den ängten indern ie mir überm selig he? nn vor dir Einst die Völker stehen, Und in deines Reiches Thür Nur die Frommen gehen? Wenn der Sichre nun zu spät Aus dem Schlaf er⸗ wachet, Und der Spötter, der hier schmäht, Glaubt und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße! Da ich weiß, auf wessen Wort J die Hoffnung gründe, Da auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden Sollen mich, mein Herr und Gott, Jemals von dir scheiden. Welt und Sünd und Eitelkeit Und des Flei⸗ schesTriebe, Alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe. Balth. Münter, geb. 1735, st. 1793. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 472. Herr, ich bin dir ganz leibeigen Und ich will es ewig sein; Denn dein lieb⸗ liches Bezeugen Nimmt mein Herze völlig ein. Du führst mich von Jugend an Auf die schmale Lebensbahn: O wie 473 sollt ich denn verweilen, Täg⸗ lich mehr zu dir zu eilen? 2. Einem will ich immer dienen; Zween Herrn gehör ich nicht. Jesu, weil du mir erschienen, Bin ich ganz zu dir gericht. Von des Satans Sklaverei Macht dein Liebes⸗ dienst mich frei, Und die Christlicher Wandel. 339 Welt mit ihrem Blenden Soll mich nicht mehr von dir wenden. 3. Geh, mein Heiland, wo ich gehe, Jesu, gehe stets mit mir. Weich nicht von mir, wo ich stehe; O so leb und sterb ich dir. Drücke mich an deine Brust, Jesu, meiner Seelen Lust. Laß mich dich niemals verlieren, So wird mich kein Feind verführen. 4. Zähle mich, Herr, zu den Deinen, Die sich von der Welt getrennt, Die es mit dir treulich meinen, Deren Herz in Liebe brennt. Ich will sonst mehr nirgends sein, Als in und bei dir allein. Wasche mich nur rein von Sünden, Die sich noch in mir befinden. 5. Süßer Bräutgam meiner Seelen, Mache mich nur recht getreu; Zeig den Feinden, die mich quälen, Daß ich längst dein eigen sei. Hilf, daß mir in diezer Welt Nichts von ihrer Pracht gefällt; Und in letzten Kampfesstunden Schließe mich in deine Wunden. Mel. Seele, was ist Schöners wohl? „Himmelan, nur him⸗ melan Soll der Wandel gehn. Was die Frommen wünschen, kann Dort erst ganz geschehn; Auf Erden nicht. Freude wechselt hier mit Leid; Richt hinauf zur Herrlichkeit Dein Angesicht. 2. Himmelan schwing deinen Geist Jeden Morgen auf. 22* — 340 Kurz, ach, kurz ist, wie du weißt, Unser Pilgerlauf. Fleh täglich neu:„Gott, der mich zum Himmel schuf, Präg ins Herz mir den Beruf; Mach unch getreu!“ 3. Himmelan hat er dein iel Selbst hinaufgestellt. org nicht mutlos, nicht zu viel Um den Tand der Welt. Flieh diesen Sinn. Nur was du dem Himmel lebst, Dir von Schätzen dort er⸗ strebst, Das ist Gewinn. 4. Himmelan erheb dich gleich, Wenn dich Kummer drückt, Weil dein Vater treu und reich, Stündlich auf dich blickt. as quält dich so? Droben in dem Land des Lichts Weiß man von den Sorgen nichts; Sei himm⸗ lisch froh. 5. Himmelan wallt neben dir Alles Volk des Herrn, Trägt im Himmelsvorschmack 171 Seine Lasten gern. chließ dich an! Kämpfe drauf, wie sichs gebührt; Denke, auch durch Leiden führt Die Himmelsbahn. 6. Himmelan ging Jesus Christ Mitten durch die Schmach. Eil, weil du sein Jünger bist, Seinem Vorbild nach. Er litt und schwieg. Halt dich fest an Gott, wie er; Statt zu klagen, bete mehr; Erkämpf den Sieg. 7. Himmelan führt seine Zche Durch die Wüste dich, iehet dich im Prüfungsstand Näher hin zu sich Im Him⸗ Christlicher Wandel. melssinn. Von der Weltlust freier stets, Und mit ihm vertrauter gehts Zum Him⸗ mel hin. 8. Himmelan führt dich zu⸗ letzt Selbst die Todesnacht. Seis, daß sie dir, sterbend jetzt, Kurze Schrecken macht: Harr aus, harr aus! Auf die Nacht wirds ewig hell; Nach dem Tod erblickst du schnell Des Vaters Haus. 9. Halleluja! Himmelan Steig dein Dank schon hier. Einst wirst du mit Scharen nahn, Und— Gott naht zu dir, In Ewigkeit. Aller Jam⸗ mer ist vorbei,— Alles preist verklärt und neu, In Ewigkeit. 10. Halleluja singst auch du, Wann du Jesum siehst, Unter Jubel ein zur Ruh In den Himmel ziehst. Gelobt sei er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, 64155 dir zu deinem Sieg. Gelobt sei er! Joh. Gottf. Schöner, geb. 1749, st. 1818. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 474. Wie freu ich mich mit Beben, Bis einst das volle Leben In meinem Geist beginnt, Wenn vor der Liebe Sehnen Das Todeseis in Thränen, Die Nacht in ew⸗ gen Tag zerrinnt; 2. Wenn ich nach langen Mühen Nun aus dem Dienst⸗ haus fliehen, In Freiheit wandern kann; Wenn ihr so golden blinket Und mir her⸗ über winket, Ihr Berg und Thäler Kanaan! — — — — 3. O welche schöne Reise, Auf der mich Himmelsspeise Und Himmelstrank erquickt; Wo mich ein Freund geleitet, Die Hand mir überbreitet, Daß keine Sonnenglut mich drückt! 4. Mein Freund ist nun ge⸗ kommen, Er hat mich hin⸗ genommen Und ganz sich mir geschenkt. Viel Wonne, Licht und Frieden Hat er mir zu⸗ beschieden Und meinen Pfad zu sich gelenkt. 5. Er wusch den Leib mir reine, Am Abend dann alleine Wäscht er die Füße mir. Zwar kann ich nur mich schämen, Doch darf ich mich nicht grä⸗ men;— Mit Freuden, spricht er, thu ichs dir! 6. Er zeigt mir alle Wege, Am steilen Felsenstege Trägt er so sicher mich; Und da beim Niederschauen Dem Kind nicht möge grauen, Heißt er mich schauen nur auf sich. 7. Zwar mag ich leicht mich ritzen An scharfen Dornen⸗ spitzen, Die mir entgegenstehn; Doch wenn ich ihn nur fasse Und seine Hand nicht lasse, Muß es mit Freuden fürder gehn. Liebe. 5ßihn sehn. 341 8. Oft, wenn ich mich ver⸗ irrte, Rief mich mein treuer Hirte In tiefer Mitternacht; Und kam ich nur mit Reue, So hat der Ewigtreue Der Sünde nimmermehr gedacht. 9. Er hat für mich gelitten, Er hat für mich gestritten, Für mich ist er erblaßt; Für mich sein Herz durchstoßen, Für mich sein Blut geflossen, Und meine Schuld war seine Last. 10. O möcht ich diesen Einen Umfangen, und sonst Keinen, Der mich so hoch geliebt, Der mich so hoch geachtet, Den ich so tief verachtet Und bitterlich zum Tod betrübt! 11. Er hält sein Herz mir offen; Ich soll nur kindlich hoffen Und glaubend auf Wenn ichs nur auf ihn 0 So soll es alle Tage Von Klarheit in die Klarheit gehn. 12. Herr Jesu, dieses Leben Wollst du mir Armen geben. Drauf will ich dir vertraun, Bis ich, nach deinem Bilde Erwachend, dir ins milde Versöhnerauge werde schaun. Albert Knapp, geb. 1798, st. 1864. Liebe. 1 Kor. 13. der sie heilt, Wie ein Stern, Mel. Sollt ich meinem Gott nicht ꝛc. der herrlich blinket, Wie ein 475. Unter jenen Hrhus Kleinod, dessen Preis Nie⸗ Gütern, Die uns C ristus mand zu benennen weiß, zugeteilt, Ist die Lieb in den Wie die Schönheit, die uns Gemütern Wie ein Balsam, winket, Und die Lust, die 342 jedermann Zwingen und ver⸗ gnügen kann. 2. Liebe kann uns alles ge⸗ ben, Was auf ewig nützt und ziert, Und zum höchsten Stand erheben, Der die Seelen auf⸗ wärts führt. Menschen⸗ oder Euhelbndtr Wo sich keine Liebe findt, Wie beredt sie sonst auch sind, Wie beherzt sie angedrungen, Sind ein flüchtiger Gesang, Sind ein Erz⸗ und Schellenklang. 3. Was ich von der Weis⸗ heit höre, Der Erkenntnis tiefer Blick, Die geheimnis⸗ volle Lehre Und des Glau⸗ bens Meisterstück, So der Berge Grund versetzet, Und was sonst den Menschen ehrt: Das verlieret seinen Wert; Alles wird für nichts ge⸗ schätzet, Wenn sich nicht da⸗ bei der Geist, Der die Liebe wirkt, erweist. 4. Hätt ich alle meine Gabe Armen Brüdern zugewandt, Opfert ich mich selbst dem Grabe, Scheut ich nicht der Flammen Brand, Gäb ich meinen Leib auf Erden Ihnen u verzehren hin, Und be⸗ hielte meinen Sinn: Würd ich doch nicht besser werden, Bis mich wahre Lieb erfüllt, Die aus Gottes Herzen quillt. 5. Glaubenssieg und Hoff⸗ nungsblüte Führt uns trö⸗ stend durch die Welt, Bis das irdische Gebiete Und der Schöpfungsbau zerfällt. Doch der Liebe weite Grenzen Strecken sich in Ewigkeit; Christlicher Wandel. Alle, die sich ihr geweiht, Werden unaufhörlich glänzen. Glaub und Hoffnung bleiben hier: Liebe währet für und für. 6. O du Geist der reinen Liebe, Der von Gott du ge⸗ hest aus, Laß mich spüren deine Triebe, Komm in mei⸗ nes Herzens Haus! Was in mir sich selbst nur suchet, Es nicht treu mit andern meint, Mag es Feind sein oder Freund, Laß mich hal⸗ ten als verfluchet. Lenke meinen ganzen Sinn, Geist der Lieb, zur Liebe hin. Ernst Lange, geb. 1650, st. 1727. Mel. Wunderbarer König. 476. Kommt ins Reich der Liebe, O ihr Gotteskinder, Ihr im Blut gewaschnen Sünder! Lernt von eurem Lamme Eure Brüder lieben Und euch recht darinnen üben. Folgt dem Herrn; Traget gern, Was nach Jesu fraget, Wenns auch fällt und klaget. 2. Sünde zu vergeben Und auch zu vergessen, Das hat keiner so besessen, Als der Freund der Sünder, Der mit eignem Blute Seinen Feinden selbst zu gute Alle Schuld,— O der Huld!— Ewiglich begraben, Völlig . 3. Wirft der Feind der See⸗ len Zwischen eure Herzen Streit, Verdacht und Hader⸗ schmerzen: O so seid nicht stille; Wartet nicht so lange weiht, änzen. leiben 1d für. reinen du ge⸗ püren imei⸗ zas in suchet, imdern sein h hal⸗ Lenke Geist t. 1727. ig. ich der kinder, schnen eurem lieben rinnen herrn; 9Jesu t und Und 8 hat ls der Der Seinen Alle [d!— Völlig r See⸗ Herzen Hader⸗ nicht lange Bis zum Sonnenuntergange! Tötet bald Die Gewalt Aller G wistigkeiten, Die den Fall ereiten. 8 4. Bleibt nicht so beständig Auf dem eignen Rechte, Wer⸗ det gern der andern Knechte; Denn die süße Liebe Deckt der Sünden Menge, Duldet ohne Maß der Länge. Liebt euch sehr, Liebet mehr! Nährt das Liebesfeuer Alle Tage treuer. 5. Soll das Reich des Soh⸗ nes, Voll von großen Her⸗ den, Fest und reich gesegnet werden: O so laßt uns lie⸗ ben Und in Liebe brennen. Jesu, hilf, daß wir es kön⸗ nen! Satan wehrt; Denn das Schwert Fest verbundner Liebe Schlägt ihm tiefe Hiebe. 6. Abba, lieber Vater, Sohn und Geist der Gnaden, Heile allen unsern Schaden. Falsch⸗ heit, Schein und Tücke, Stol und Eigenliebe Kreuzige dur deine Triebe. Satans Macht Wird verlacht, Wenn wir dich nur kennen Und in Liebe brennen. C. G. Woltersdorf, geb. 1725, st. 1761. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. 477. Ach komm, füll unsre Seelen Deal Du gnadenrei⸗ cher Liebesglanz, Du väter⸗ Wahrhaftigkeit, Eid. 343 61 Erbarmen. Von deiner ut Laß Herz und Mut Recht inniglich erwarmen. 2. Du willst den Tod des Sünders nicht, Du gehst mit uns nicht ins Gericht: Wie dürften wir denn richten?— Laß immer mild Des Bruders Bild Durch unser Wort sich lichten. 3. Das ist der Liebe freund⸗ lich Amt, Daß sie zurecht bringt, nicht verdammt. Ach, wer steht unbescholten? Und was sind wir, Herr Gott, vor dir, Daß wir verdammen sollten? 4. Herr, leucht in uns mit deiner Gnad, Wenn uns des Nächsten Wort und That Bringt Kränkung, Leid und Schmerzen. Laß ganz und rein Uns ihm verzeihn In Wahrheit und von Herzen. 5. Du reicher Geber aller Hab, All unser Gut ist deine Gab; O hilf das Herz er⸗ schließen! Laß sie gemein Durch Liebe sein Und reich der Armut fließen. 6. Ach komm, füll unsre Herzen ganz, Du gnaden⸗ reicher Liebesglanz, Du vä⸗ terlich Erbarmen! Von dei⸗ ner Glut Laß Herz und Mut Recht inniglich erwarmen viktor Strauß, geb. 1809. Wahrhaftigkeit, Eid. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. Falschheit Greuel ist Und jede 478. Gott, der du Her⸗Lüg Verbrechen: Kein Wort zenskenner bist, Herr, dem die spricht je ein falscher Mund, 344 Das dir, Allwissender, nicht kund; Du, Heiliger, wirsts rächen! Laß jederzeit mein Ja und Nein, Wies Christen ziemt, aufrichtig sein. 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, Dir in dein hei⸗ lig mecl hehe, Die Hand zum Himmel hebe, Wenn ich zum Zeugen feierlich Anrufe, Hoch⸗ erhabner, dich, Durch den ich bin und lebe: Dann sei von Trug und Heuchelei Mein Herz und meine Wiebio frei. 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn Und frech mit Lügen vor dir stehn, Dann laß mein Herz erschrecken. Weh dem, der Gott und Gottes Macht Zum Siegel seiner Bos⸗ heit macht, Sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Gott mit Zittern an, Der Seel und Leib verderben kann! 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, Dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, Dein Himmel nicht mein Er⸗ Geistlicher Kampf und Sieg. be; Wenn mich beim Leiden dieser bem Kein Trost vom immel mehr erfreut, Kein Trost mehr, wenn ich sterbe; Wenn Gott und Jesus nicht mehr mein: Dann besser, nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, Kein Fürsten⸗ tum und keine Welt Soll mich so weit verführen! Um alle Leiden dieser Zeit Will ich doch Gott und Seligkeit Mutwillig nicht verlieren. Wie klein mein Glück auch immer sei: Nur Gott und reines Herz dabei! 6. Gott, lehre mich bei jedem Eid Aus Furcht vor deiner Heiligkeit Die Wahrheit treu⸗ ich hrrechen. Beschwör ich lag Amt und Pflicht, So aß mich auch im Kleinsten nicht Die teure Zusag brechen. Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein: Erhalt mich ewig, ewig dein! Joh. RKarl Dan. Bickel, g. 1737, st. 1809. XX. Geistlicher Kampf und Sieg. Mel. Durch Adams Fall ꝛc. 479. Willst du bei Gott dein Wohnung habn Und sei⸗ nen Himmel erben, So halt dich stets auf seiner Bahn; Mit Christo mußt du sterben. Du mußt dein Herz— es gilt kein Scherz— Mit gan⸗ zem Leib und Leben, Dein Hab und Gut, auch Fleisch und Blut Gänzlich an Gott ergeben. 2. Ohn alle Furcht und wei⸗ bisch Art Sollst dich seins Willens halten, Ihn frei be⸗ kennen ungespart Und ihn dar⸗ nach lass'n walten. Greifs tapfer an! Du mußt doch dran. Kehr dich an niemands Wüten! Dein Kreuz nicht meid; auf Christum streit! Gott wird dich wohl behüten. 3. Pracht, Adel, Stärk, Ge⸗ walt und Kunst Mag dich zu Will ligkeit 1. Wie mmer reines jedem deiner t treu⸗ or ich t, So insten echen. ur ich mich st. 1809. Bott nicht bringen; Gilt nichts vor ihm und ist umsonst; Nach Demut mußt du ringen. Die Welt veracht, auf Chri⸗ stum tracht! Das macht dich fröhlich laufen Aufs Herren Straß all Ziel und Maß; Das heißt all Ding verkaufen. 4. Hast du Gott lieb, kennst 4 seinen Sohn, Als du dich rühmst mit Worten, So mußt du auch sein' Willen thun Auf Erd an allen Orten. Hier hilft kein Gloß,“* die Schrift ist bloß;:“* Ich kanns nicht anders sehen: Wer Gott hängt an, gewiß, der kann Nicht Satans Grimm entgehen. * Kein Drehen u. Deuten.“ deutlich. 5. Ja! spricht die Welt, es ist nicht not; Sollt ich mit Christo leiden? Er litt doch selbst für mich den Tod, Drum kann ichs Kreuz wohl meiden. Er zahlt für mich; dasselb glaub ich; Damit ists aus⸗ gerichtet; O Bruder, nein! es ist ein Schein; Der Teu⸗ fel hats erdichtet. 6. Ja, wär es gnug mit sol⸗ chem Wort, So hätt die Welt schon g'wonnen. Glaub ist doch viel ein edler Hort; Wen der hat eingenommen, Der ist bereit, spart kein Arbeit, Den Willen Gott's zu halten; Der duldt und leidt,— es ist sein Freud,— Und sollts das Le⸗ ben gelten. ö 7. O Jesu, der du Kraft und Licht Den Deinen schenkst von oben, Bewahre mich, daß ich doch nicht Scheu Satans Wut Geistlicher Kampf und Sieg. 345 und Toben. Ficht er mich an auf deiner Bahn, So hilf mir fröhlich kämpfen. Muß leiden ich gleich Fersenstich, So werd ich ihn doch dämpfen. Hans Witzstadt, 1540. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. O. Sei getreu bis an das Ende! Daure redlich aus den Kampf! Leidest du gleich harte Stände, Duldest du gleich manchen Dampf: Ach, das Leiden dieser Zeit Ist nicht wert der Herrlichkeit, So dir wird dein Jesus geben Dort in jenem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glauben! Baue deiner Seele Grund Nicht auf zweifelhafte Schrauben. Sage den Ge⸗ wissensbund, So geschlossen in der Tauf, Deinem Gott nicht wieder auf. Der ist gottlos und verloren, Wer meineidig dem geschworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe, Ob er dich gleich hat betrübt. Denke, wie dein Heiland that, Als er für die Feinde bat. So mußt du verzeihen eben, Soll st Gott anders dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Lei⸗ den! Lasse dich kein Ungemach Von der Liebe Jesu scheiden; Murre nicht in Weh und Ach! Hilft denn was die Unge⸗ duld? Ach, sie häufet nur die Schuld. Der trägt leichter, der da träget Mit Geduld, was Gott aufleget. 5. Sei getreu in deinem Hof⸗ fen! Hilft Gott gleich nicht‚ h wie du willt: Er hat bald ein Mittel troffen, Daß dein Wünschen wird erfüllt. Den⸗ ke, wie er manche Zeit Dir 0 helfen war bereit, Qbschon u dein Ohr verstopfet, Wenn er bei dir angeklopfet. 6. Sei getreu in Todesnöten! Fechte frisch den letzten Ruck, Sollt dich gleich der Herr auch töten; Das ist ja der letzte Druck. Wer da recht mit Jesu ringt Und wie Jakob ihn bezwingt, Der gewißlich ob ihm sieget Und die Lebens⸗ krone krieget. 7. Drum getreu, getreu aus⸗ halten Mußt du deinem lie⸗ ben Gott. Ihn mußt du es lassen walten, Willst du wer⸗ den nicht zu Spott. Rufe nur: er ist schon hier; Sein Herz bricht ihm gegen dir. Rufe nur! Gott ist vorhanden. Echanden macht ja nicht zu chanden. Prätorius, um 1659. Mel. Machs mit mir, Gott, nach ꝛc. 481. Auf, Christenmensch, auf, auf zum Streit! Auf, auf um Überwinden! In dieser elt, in dieser Wer Ist keine Ruh zu finden. Wer nicht will streiten, trägt die Kron Des ewgen Lebens nicht davon. 2. Der Teufel kommt mit seiner List, Die Welt mit Pracht und Prangen, Das Fleisch mit Wollust, wo du bist, Zu fällen dich und fan⸗ gen. Streitst du nicht wie Geistlicher Kampf und Sieg. ein tapfrer Held, So bist du in und schon gefällt. 3. Gedenke, daß du zu der Fahn Deins Feldherrn hast geschworen. Denk ferner, daß du als ein Mann Zum Streit bist auserkoren. Ja, denke, daß ohn Streit und Sieg Nie keiner zum Triumph aufstieg. 4. Wie spöttlich, wenn ein Kriegesmann Dem Feind den Rücken kehret! Wie schmäh⸗ lich, wenn er von dem Plan Entflieht und sich nicht weh⸗ ret! Wie schändlich, wenn er gar mit Fleiß Aus Zagheit wird dem Feind zum Preis! 5. Bind an! der Teufel ist bald hin; Die Welt wird leicht verjaget; Das Fleisch muß endlich aus dem Sinn, Wie sehr dichs immer plaget. O 0 8 Schande, wenn ein Held Vor diesen dreien Fein⸗ den fällt! 6. Wer überwindt und kriegt den Raum Der Feinde, die vermessen, Der wird im Pa⸗ radies vom Baum Des ew⸗ gen Lebens essen. Wer über⸗ windt, den soll kein Leid Noch Tod berührn in Ewigkeit. 7. Wer überwindt und sei⸗ nen Lauf Mit Ehren kann vollenden, Dem wird der Herr alsbald darauf Verborgnes Manna senden, Ihm geben einen weißen Stein Und ei⸗ nen neuen Namen drein. 8. Wer überwindt, bekommt Gewalt, Mit Christo zu re⸗ gieren, Mit Macht die Völker mannigfalt Nach Gottes Rat ist du u der hast „ daß Streit denke, g Nie fstieg. n ein d den mäh⸗ Plan weh⸗ nn er agheit Greis! fel ist 1. Fleif Sinn, laget. n ein Fein⸗ kriegt e, die n Pa⸗ ew⸗ über⸗ Noch eit. zu führen. Wer überwindt, bekommt vom Herrn Zum Feldpanier den Morgenstern. 9. Wer überwindet, der soll dort In weißen Kleidern ge⸗ hen; Sein guter Name soll sofort Im Buch des Lebens stehen; Ja, Christus wird den⸗ selben gar Bekennen vor der Engelschar. 10. Wer überwindt, soll ewig nicht Aus Gottes Tempel ge⸗ hen, Vielmehr drin wie ein englisch Licht Und güldne Säule stehen. Der Name Got⸗ tes, unsers Herrn Soll leuch⸗ ten von ihm weit und fern. 11. Wer überwindt, soll auf dem Thron Mit Christo Jesu sitzen, Soll glänzen wie ein Gottessohn Und wie die Son⸗ ne blitzen; Ja, ewig herr⸗ schen und regiern Und im⸗ merdar den Himmel ziern. 12. So streit denn wohl, streit keck und kühn, Daß du mögst überwinden! Streng an die Kräfte, Mut und Sinn, Daß du dies Gut mögst fin⸗ den! Wer nicht will streiten um die Kron, Bleibt ewiglich in Spott und Hohn. Joh. Scheffler, geb. 1624, st. 1677. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 82. Ach, was sind wir ohne Jesum? Dürftig, jäm⸗ merlich und arm. Ach, was sind wir? voller Elend! Ach, Herr Jesu, dich erbarm! Laß dich unsre Not 11. Die wir dir vor Augen legen. 2. Wir sind nichts ohn dich, Geistlicher Kampf und Sieg. 347 Herr Jesu; Hier ist lauter Finsternis. Dazu quälet uns gar heftig Der vergifte Schlan⸗ genbiß. Dieses Gift steigt zu dem Herzen Und verursacht stete Schmerzen. 3. Ach, ohn dich, getreuer Jesu, Schreckt der Teufel und die Höll; Die Verdammnis macht mich zittern, Da ich steh auf dieser Stell. Mein Ge⸗ wissen ist erwachet, Und der Abgrund flammt und krachet. 4. Ohne dich, herzliebster Je⸗ su, Kommt man nicht durch diese Welt. Sie hat fast auf allen Wegen Unsern Füßen Netz gestellt; Sie kann 9. Halt sie kann heucheln Und hält uns mit ihrem Schmeicheln. 5. Ach, wie kraftlos, Herzens⸗ Jesu, Richten sich die Kranken auf! Unsre Kraft ist lauter Ohnmacht In dem müden Le⸗ benslauf; Denn man sieht uns, da wir wallen, Ofters straucheln, öfters fallen. 6. Darum stärk uns, liebster Jesu, Sei in Finsternis das Licht; Offne unsre Herzens⸗ augen, Zeig dein freundlich Angesicht. Strahl, o Sonn, mit Lebensblicken, So wird sich das Herz erquicken. 7. Tritt den Satan, starker Jesu, Unter unsern schwachen Fuß. Komm zu deiner Braut egangen, Biet ihr deinen Friedensgruß, Daß sie Him⸗ melsfreud verspüre Und kein Leid sie mehr berühre. 8. Faß uns an, o süßer Jesu, Führ uns durch die Pilger⸗ straß, Daß wir auf den rech⸗ ten Wegen Gehen fort ohn Unterlaß. Laß uns meiden alle Stricke Und nicht wieder sehn zurücke. 9. Laß den Geist der Kraft, G Jesu, Geben unserm Geiste Kraft, Daß wir brün⸗ stig dir nachwandeln, Nach der Liebe Eigenschaft. Ach, err, mach uns selber tüchtig, o ist unser Leben richtig. 10. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, Schallen aus des Herzens Grund. Dann wird alles jubilieren Und dir singen Herz und Mund. Dann wird auf der ganzen Erden Jesus hochgelobet werden. Peter Cackmann, st. 1713. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 483. O Durchbrecher aller Bande, Der du immer bei uns bist, Bei dem Schaden, Spott und Schande Lauter Lust und Himmel ist: Übe ferner dein Gerichte Wider unsern Adamssinn, Bis uns dein so treu Gesichte Führet aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deines Vaters Wille, Daß du endest dieses Werk. Hierzu wohnt in dir die Fülle Aller Weisheit, Lieb und Stärk: Daß du nichts von dem verlierest, Was er dir geschenket hat, Und es von dem Treiben führest Zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns voll⸗ enden, Willst und kannst ja anders nicht; Denn wir sind Geistlicher Kampf und Sieg. in deinen Händen, Dein Herz ist auf uns gericht, Ob wir wohl vor allen Leuten Als gefangen sind geacht, Weil des Kreuzes Niedrigkeiten Uns veracht und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ket⸗ ten, Da wir mit der Kreatur Seufzen, ringen, schreien, be⸗ ten Um Erlösung von Natur, Von dem Dienst der Eitel⸗ keiten, Der uns noch so harte drückt, Ungeacht der Geist in Zeiten Sich auf etwas Bes⸗ sers schickt. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, Sich einmal zu reißen los Und durch alle Weltge⸗ schäfte Durchgebrochen stehen bloß. Weg mit Menschen⸗ furcht und Zagen! Weich, Vernunft⸗Bedenklichkeit! Fort mit Scheu vor Schmach und Plagen! Weg des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Herr, zermalme, brich und reiße Die verboste Macht ent⸗ Mem Denke, daß ein armer ensche Dir im Tod nichts nütze sei. Heb uns aus dem Staub der Sünden, Wirf die Schlangenbrut hinaus; Laß uns wahre Freiheit finden In des Vaters Hochzeitshaus. 7. Wir verlangen keine Ruhe Für das Fleisch in Ewigkeit. Wie dus nötig findst, so thue Noch vor unsrer Abschiedszeit. Aber unser Geist der bindet Dich im Glauben, läßt dich nicht, Bis er die Erlösung fin⸗ det, Da ihm Zeit und Maß gebricht. Herz wir Als Weil tacht lacht. eKet⸗ eatur n, be⸗ atur, Eitel⸗ harte ist in Bes⸗ latten eißen eltge⸗ stehen schen⸗ Leich, Fort und isches h und t ent⸗ D 8. Herrscher, herrsche! Sie⸗ ger, siege! König, brauch dein Regiment! Führe deines Rei⸗ ches Kriege, Mach der Skla⸗ verei ein End! Laß doch aus der Grub die Seelen Durch des neuen Bundes Blut! Laß uns länger nicht so quälen; Denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst ge⸗ fangen In Lust und Gefällig⸗ keit: Ach, so laß uns nicht stets hangen In dem Tod der Eitelkeit. Denn die Last treibt uns zu rufen; Alle schreien wir dich an; Zeig doch nur die ersten Stufen Der ge⸗ brochnen Freiheitsbahn! 10. Ach, wie teur sind wir erworben, Nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist gestorben, Mußt du uns auch machen rein, Rein und frei und ganz voll⸗ kommen, Nach dem besten Bild gebildt. Der hat Gnad um Gnad genommen, Wer aus deiner Füll sich füllt. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben! Laß mit dir ge⸗ kreuzigt sein, Was dein Reich nicht kann ererben; Führ ins Paradies uns ein. wohlan! du wirst nicht säu⸗ men, Wo wir nur nicht lässig sein. Werden wir doch als wie träumen, Wenn die Frei⸗ Geistlicher Kampf und Sieg. 349 stentum, Die nichts konnte überwinden, Seht nur an ihr Martertum, Wie in Lieb sie lühen, Wie sie Feuer sprü⸗ be Daß sich vor der Ster⸗ enslust Selbst der Satan fürchten mußt! 2. In Gefahren unerschrocken Und von Lüsten unberührt, Die aufs Eitle konnten locken, War man damals. Die Be⸗ ierd Ging nur nach dem Dumelz Fern aus dem Ge⸗ tümmel War erhoben Herz und Sinn, Gab, was zeitlich, gern dahin. 3. Ganz großmütig sie ver⸗ lachten, Was die Welt für Vorteil hält, Und wornach die Meisten trachten, Es mocht sein Ehr, Wollust, Geld. Furcht war nicht in ihnen; Auf die Kampfschaubühnen Sprangen sie mit Freudigkeit, Hielten mit den Tieren Streit. 4. O daß ich, wie diese wa⸗ ren, Mich befänd auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund erfahren Deine Gott reich starke Hand, Mein Gott, recht lebendig. Gieb, daß ich beständig Bis in Tod durch deine Kraft Übe gute Ritter⸗ Doch, schaf aft. 5. Gieb, daß ich mit Geistes⸗ waffen Kämpf in Jesu Lö⸗ wenstärk Und hier niemals möge schlafen, Daß mir die⸗ heit bricht herein. Gottfr. Arnold, geb. 1666, st. 1714. 484. Löwen, laßt euch wie⸗ derfinden, Wie im ersten Chri⸗ ses große Werk Durch dich mög gelingen Und ich tapfer ringen, Daß ich in die Luft nicht streich, Sondern bald das Ziel erreich. 6. Es dürft wieder dazu kommen, Daß des Feindes tolle Wut Zu der Schlacht⸗ bank deine Frommen Führte und vergöß ihr Blut. Nach gemeiner Sage Große Trüb⸗ salstage Werden kommen uns zu Haus, Und noch ein sehr harter Strauß. 7. Ei wohlan, nur fein stand⸗ haftig! O ihr Brüder, tapfer drauf! Lasset uns doch recht herzhaftig Folgen jener Zeu⸗ gen Hauf! Nur den Leib be⸗ rühret, Was ihm so gebüh⸗ ret; Er hats Leiden wohl verdient, Und die Seel dar⸗ unter grünt. 8. Fort, fort mit dem Sinn der Griechen, denen Kreuz nur Thorheit ist! O laßt uns zurück nicht kriechen, Wenn ans Kreuz soll Jesus Christ! Steht in Jesu Namen, Wenn der Schlangensamen Sich dem Glauben widersetzt Und das Schlachtschwert auf uns wetzt! 9. Gebt euch in das Leiden wacker! Mit dem Blut der Märtyrer Wird gedüngt der Kirchenacker. Diese Feuchtung treibet sehr Und macht stark aussprossen, Was damit be⸗ gossen. O dann trägt er reichlich Frucht, Eine schöne Gartenzucht! 10. Feuchte vor, o 1* Regen, Uns, dein Erb, die dürre Erd, Daß wir dir ge⸗ treu sein mögen Und nicht achten Feur und Schwert, Als in Liebe trunken Und in dir versunken! Mach dein Kirch Geistlicher Kampf und Sieg. an Glauben reich, Daß das End dem Anfang gleich! Anmutiger Blumenkranz 1712. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn 485. Mache dich, mein Geist, bereit; Wache, fleh und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete; Denn es ist Satans List Über viele Frommen Zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf Von dem Sündenschlafe; Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe; Und die Not Samt dem Tod Möchte dich in Sünden Unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht Unser Herr erleuchten. Wache, sonsten wird dein Licht Dir noch ferne däuchten; Denn Gott will Für die Füll Sei⸗ ner Gnadengaben Offne Au⸗ gen haben. 4. Wache, daß dich Satans List Nicht im Schlaf erblicke, Weil er sonst behende ist, Daß er dich berücke. Und Gott giebt, Die er liebt, Oft in seine Strafen, Wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe. Wach und sieh, Es fehlt nie Hier an falschen Brüdern Unter Christi Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, Für dein Fleisch und Herze, Damit es nicht freventlich — versel Herze, entlich Gottes Gnad verscherze; Denn es ist Voller List Und kann sich bald heucheln Und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei Mit⸗ ten in dem Wachen; Denn der Herre muß dich frei Von dem allen machen, Was dich drückt Und bestrickt, Daß du schläfrig bleibest Und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, Wenn er was soll geben; Er verlanget unser Schrein, Wenn wir wollen leben Und durch ihn Unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden Kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon Alles glücklich ge⸗ hen, Wenn wir ihn durch sei⸗ nen Sohn Im Gebet anfle⸗ hen; Denn er will Uns mit Füll Seiner Gunst beschütten, Wenn wir gläubig bitten. 10. Drum so laßt uns im⸗ merdar Wachen, flehen, beten, Weil die Angst, Not und Ge⸗ fahr Immer näher treten; Denn die Zeit Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten Und die Welt vernichten. Joh. Burkh. Freystein, st. 1720. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛc. 486. Rustet euch, ihr Chri⸗ stenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute; Ja, Satan selbst hat eur begehrt. Wapp⸗ net euch mit Gottes Worte Und kämpfet frisch an jedem Orte, Damit ihr bleibet un⸗ versehrt. Ist euch der Feind Geistlicher Kampf und Sieg. 351 zu schnell: Hier ist Immanuel! Hosianna! Der Starke fällt Durch diesen Held, Und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten; Besieget sie, die ihr seid Christen, Und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, Daß ihr nicht strauchelt, wie die Lahmen. Wo ist des Glau⸗ bens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, Der schaue auf das Ziel. Da ist Freude. Wohlan, so seid Zum Kampf bereit! So krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wengen Jahre, Eh ihr kommt auf die unser Leben⸗ Kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, Und Christus wird die Welt er⸗ schrecken, So stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob! wir sind versöhnt. Daß uns die Welt noch höhnt, Währt nicht lange; Und Gottes Sohn Hat längstens schon Uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder Und mach aus denen über⸗ winder, Die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, Dadurch die Liebe fleußt In die Herzen, So halten wir Getreu an dir Im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasm. Arends, st. 1721. nicht r Lust st du 50 ver⸗ acht die „ frech deg des nichts, yrt mit Grab tet sich zucht in es. t Christi uf ihrer er Wol⸗ )selber viel zu Lachen: 8, wenn „Lauter yr kommt n Augen⸗ der letzte mpen ins neues Ol Welt im yt Sodom. „wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 19. Eile, wo du dich erretten Und nicht mit verderben willt. Mach dich los von allen Ket⸗ Wüid als ein gejagtes Wild. 20. Lauf der Welt doch aus den Händen, Dring ins stille Zoar ein. Eile, daß du mögst vollenden, Mache dich von allem rein. 21. Laß dir nichts am Her⸗ zen kleben, Fleuch vor dem verborgnen Bann. Such in Gott geheim zu leben, Daß dich nichts beflecken kann. 22. Eile, zähle Tag und Stunden, Bis dein Bräutgam kommt und winkt Und, wenn du nun überwunden, Dich zum Schauen Gottes bringt. 23. Eile, lauf ihm doch ent⸗ gegen, Sprich: Mein Licht, ich bin bereit, Nun mein Düri lein abzulegen; Mich dürst nach der Ewigkeit! Joh. Jos. Winkler, geb. 1670, st. 1722. Mel. Meine Hoffnung stehet feste. 8. Auf, ihr Christen, Christi Glieder, Die ihr noch hangt an dem Haupt! Auf, wacht auf, ermannt euch wie⸗ der, Eh ihr werdet hinge⸗ raubt! Satan beut An den Streit Christo und der Chri⸗ 12. Lar 2. Auf! folgt Christo, eurem Helde, Trauet seinem tarken Arm! Liegt der Satan gleich zu Felde Mit dem ganzen Höllenschwarm: Sind doch M. R. Gesangbuch. Geistlicher Kampf und Sieg. 353 der Noch viel mehr, Die da stets sind um uns her. 3. Nur auf Christi Blut ge⸗ waget Mit Gebet und Wach⸗ samkeit! Dieses machet un⸗ verzaget Und recht tapfre Krie⸗ gesleut. Christi Blut Giebt uns Mut Wider alle Teu⸗ felsbrut. 4. Christi Heeres Kreuzes⸗ fahne, So da weiß und rot besprengt, Ist schon auf dem Siegesplane Uns zum Troste aufgehängt. Wer hier kriegt, Nie erliegt, Sondern unterm Kreuze siegt. 5. Diesen Sieg hat auch em⸗ pfunden Vieler Heilgen star⸗ ker Mut, Da sie haben über⸗ wunden Fröhlich durch des Lammes Blut. Sollten wir Denn allhier Nicht auch strei⸗ ten mit Begier? 6. Wer die Sklaverei nur liebet In der En und Ewig⸗ keit Und den Sünden sich er⸗ giebet, Der hat wenig Lust zum Streit; Denn die Nacht, Satans Macht, Hat ihn in den Schlaf gebracht. 7. Aber wen die Weisheit lehret, Was die Freiheit für ein Teil, Dessen Herz zu Gott sich kehret, Seinem allerhöch⸗ sten Heil, Sucht allein, Ohne Schein, Christi freier Knecht zu sein. 8. Denn vergnügt auch wohl das Leben, So der Freiheit mangeln muß? Wer sich Gott nicht ganz ergeben, Hat nur Müh, Angst und Verdruß. Der, der kriegt Recht ver⸗ 23 354 gnügt, Wer sein Leben selbst besiegt. 9. Drum auf! laßt uns über⸗ winden In dem Blute Jesu Christ Und an unsre Stirne binden Sein Wort, so ein Zeugnis ist, Das uns deckt Und erweckt Und nach Gottes Liebe schmeckt. 10. Unser Leben sei verbor⸗ gen Mit Christo in Gott al⸗ lein, Auf daß wir an jenem Morgen Mit ihm offenbar auch sein, Da das Leid Die⸗ ser Ire Werden wird zu lau⸗ ter Freud; 11. Da Gott seinen treuen Knechten Geben wird den D88 Guuchte Und die Hütten der Gerechten Stimmen an den Siegeston; Da fürwahr Gottes Schar Ihn wird lo⸗ ben immerdar. Just. Falckner, st. 1724. 489. Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens! Sieh, wie die Finsternis dringet herein; Wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens Mächtig aufführet, mir schädlich zu sein! Satan der sinnet auf allerhand Rän⸗ ke, Wie er mich sichte, ver⸗ führe und kränke. 2. Jesu, hilf siegen! ach, wer muß nicht klagen? Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir. Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, Die mein Gewissen mir täglich hält für. Ach, laß mich schmecken dein kräftig Versühnen, Und dies zu meiner Demütigung dienen. Geistlicher Kampf und Sieg. 3. Jesu, hilf siegen! wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt; Wenn ich die Last der Begierden empfinde Und sich mein tiefes Verderben dar⸗ legt: So hilf, daß ich vor mir selbst mag erröten Und durch dein Leiden mein sünd⸗ lich Fleisch töten. ö 4. Jesu, hilf siegen! Last lege gefangen In mir die Lüste des Fleisches und gieb, Daß bei mir lebe des Geistes Ver⸗ langen, Aufwärts sich schwin⸗ gend durch heiligen Trieb. Laß mich eindringen ins göttliche Wesen, So wird wefe Geist, Leib und Seele genesen. 5. Jesu, hilf Wile hilf, daß 5 auch mein Wille Dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt, Und ich mich stets in dein Wollen verhülle, Wo sich die Seele zur Ruhe hin⸗ lenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, Daß ich mich zählen kann unter die Deinen. 6. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn Und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, Laß doch viel heller dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meister! Lehre mich kämpfen und prü⸗ fen die Geister. 7. Jesu, hilf siegen im Wa⸗ chen und Beten! Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet Joh. Hei Mel. A 490 will er fen, w Krone muß ke wenn genlieb, nst sich Zast der Ind sich mn dar⸗ ich vor en Und n sünd⸗ unter und laß enn sich ufblähn ine der ken, Laß n deine nir zur Meister! ind prü⸗ im Wa⸗ iter, du Ummerst 1 Gebet mich unendlich vertreten, Der du versprochen, mein Für⸗ sprech zu sein. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, Wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 8. Jesu, hilf siegen! wenn alles verschwindet Und ich mein Nichts und Verderben nur seh. Wenn kein Vermö⸗ gen zu beten sich findet, Wenn ich muß sein ein verschüchter⸗ tes Reh: Ach, Herr, so wollst du im Grunde der Seelen Dich mit dem innersten Seuf⸗ zen vermählen. 9. Jesu, hilf siegen! ach, laß mirs gelingen, Daß ich das Zeichen des Sieges erlang, So will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Hei⸗ land, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da wer⸗ den gepriesen, Wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! 10. Jesu, hilf siegen! wenn ich nun soll scheiden Von die⸗ ser jammer⸗ und leidvollen Welt, Wenn du mich rufest: gieb, daß ich mit Freuden Zu dir mög fahren ins himm⸗ lische Zelt. Laß mich, ach Jesu, recht ritterlich ringen Und durch den Tod in das Leben eindringen. Joh. Heinr. Schröder, g. 1666, ft. 1728. Mel. Alle Menschen müssen sterben. O. Wer das Kleinod will erlangen, Der muß lau⸗ fen, was er kann. Wer die Krone will empfangen, Der muß kämpfen als ein Mann. Geistlicher Kampf und Sieg. 355 Dazu muß er sich in Zeiten Auf das beste zubereiten, Al⸗ les andern müssig gehn, Was ihm kann im Wege stehn. 2. Herzens⸗Jesu, deine Güte teckt mir auch ein Kleinod für; Das entzündt mir mein Gemüte Durch den Reichtum seiner Zier. O wie glänzt die schöne Krone Von dem hohen Ehrenthrone, Die du in der Herrlichkeit Deinen Streitern hast bereit! 3. Mich verlangt von gan⸗ zem Herzen, Auch nicht weit davon zu sein; Ja, ich ziele recht mit Schmerzen Auf den freudenvollen Schein. Doch das Laufen macht mich bange, Und der Kampf wird mir zu lange; Der geschminkte Er⸗ denwust Nimmt mir öfters alle Lust. 4. Mein verderbter Eigen⸗ wille Hat bald dies, bald das zu thun, Hält im Laufen viel⸗ mals stille Und will in dem Streite ruhn. Satan macht mich auch fast mürbe, Daß mir auch der Sieg verdürbe, Wo mir deine treue Kraft Nicht gewünschte Hülfe schafft. 5. Drum, mein Jesu, steh mir armen In so großer Schwachheit bei. Laß dich meine Not erbarmen! Mache mich von allem frei, Was mir will mein Ziel verrücken. Komm, mich selbst recht zu⸗ zuschicken; Gieb mir Kraft und Freudigkeit, Fördre mei⸗ nen Lauf und Streit. 6. Es verlohnt sich wohl der 23* 356 Mühe, Ob es mir auch sauer wird, Wenn ich mich der Welt entziehe, Die mich stets zurücke führt. Deine teure Gnaden⸗ krone Ist mir übergnug zum Lohne. Wirst du nur mein Beistand sein, So ist sie in kurzem mein. Joh. Mentzer, geb. 1658, st. 1734. Phil. 2, 12. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 491. Schaffet, schaffet, Menschenkinder, Schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie freche Sünder, Nur auf ge⸗ enwärtge Zeit; Sondern sanet über euch, Ringet nach dem Himmelreich Und bemü⸗ het euch auf Erden, Wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög ge⸗ schehen, Müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut Und des⸗ selben Neigung gehen; Son⸗ dern was Gott will und thut, Das muß ewig und allein Eures Lebens Richtschnur sein, Es mag Fleisch und Blut in allem Übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach, zu be⸗ kennen, Daß in euch no Sünde steckt, Daß ihr Fleis vom Fleisch zu nennen, Daß euch lauter Elend deckt, Und daß Gottes Gnadenkraft Nur allein das Gute schafft; Ja, daß außer seiner Gnade In euch nichts, denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glau⸗ ben kämpfet! Selig, wer im Kampf besteht Und die Sün⸗ den in sich dämpfet! Selig, Geistlicher Kampf und Sieg. wer die Welt verschmäht! Un⸗ ter Christi Kreuzesschmach Ja⸗ get man dem Frieden nach. Wer den Himmel will erer⸗ ben, Muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg und lässig sein, Eure Neigung zu bezwingen, So bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg Folget nie⸗ mals rechter Sieg. Wahren Siegern wird die Krone Nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen, Hat bei Christen kei⸗ ne Statt; Fleischlich reden, thun und lachen Schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn Geht es wahrlich niemals an, Daß man noch mit frechem sherter Sicher wolle thun und cherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen; Denn er kann mit Leib und Seel Uns zur Höllen niederschlagen. Er ists, der des Geistes Ol Und, nachdem es ihm beliebt, Wol⸗ len und Vollbringen giebt. O so laßt uns zu Eöm ehen, Ihn um Gnade anzuflehen! 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, Welche Adam in euch regt, In den Kreuzes⸗ tod darnieder, Bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab; Was euch är⸗ gert, senkt ins Grab Und denkt oft an Christi Worte: Dringet durch die enge Pfortel— iht! Un⸗ iach Ja⸗ n nach. ill erer⸗ Christo treulich äg und gung zu ht eure tapfern lget nie⸗ Wahren one Nur ne. ch lustig isten kei⸗ )reden, öchwächt hn matt. uzesfahn nals an, frechem hun und nan vor Denn er zeel Uns igen. Er Und, bt, Wol⸗ 9. Zittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, Auf daß ich in Jesu Namen So den Glaubens⸗ kampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk Und regiere selbst das Werk, Daß ich wa⸗ che, bete, ringe Und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter, g. 1661, st. 1735. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 492. Auf, ihr Streiter, durchgedrungen! Auf, und folgt dem Lamme nach, Das durch Marter, Hohn und Schmach Sich auf Zions Berg geschwungen! Nach! das Haupt hat schon gesiegt! Fau⸗ les Glied, das müssig liegt! 2. Fort! nur nach mit Wa⸗ chen, Beten! Fort! was seid ihr so verzagt? Christus hat den Sieg erjagt Und den Schlangenkopf zertreten. Tre⸗ tet nach in seiner Kraft! Chri⸗ stus ists, der Sieg verschafft. 3. Niemand soll in Zion spre⸗ chen: Ich bin elend, arm und schwach Und durch so viel Ungemach Kann kein armer Sünder brechen;— Denn der Herr ists, der uns heilt, Und den Schwachen Kraft erteilt. Geistlicher Kampf und Sieg. 357 4. Sind wir schwach— das Lamm hat Stärke; Sind wir arm— der Herr ist reich. Wer ist unserm König gleich? Unser Gott thut Wunder⸗ werke. Sagt, ob der nicht helfen kann, Dem die Him⸗ mel unterthan? 5. Ja, er kann und will uns schützen. Drum, so dringet mutig ein; Schämet euch, so träg zu sein Und aus Zag⸗ heit still zu sitzen! Schmach, wem noch vorm Feinde graut, Weil er Jesu nicht vertraut! 6. Niemand wird zu Salem thronen, Der nicht recht mit Jesu kämpft Und die Enaks⸗ kinder dämpft, Weil wir in der Wüsten wohnen. Nur durch Ringen, Kampf und Streit Kommet man zur Sicherheit. 7. Nun so wachet, kämpft und ringet, Streitet mit Ge⸗ bet und Flehn, Bis wir auf dem Berge stehn, Wo das Lamm die Fahne schwinget. Ist die Wochenlast gethan, Alsdann geht der Sabbath an. Um 1730. Mel. Valet will ich dir geben. 493. Auf, auf! mein Geist, betrachte: Wie ists mit dir bewandt? Wach auf, wach auf! verachte Die Welt und ihren Tand! Denn ihre Lust vergehet, Und folget großes Leid; Im Gegenteil bestehet Ein Christ in Ewigkeit. 2. Du bist von Gott gebildet Zu seiner Ähnlichkeit; Nun aber ganz verwildet Und vol⸗ 358 ler Sicherheit. Auf, auf! die Zeit verschwindet Und alles mit der Zeit! Wer hier nicht überwindet, Bleibt in der Dienstbarkeit. 3. Gewalt und Ernst besieget Den Himmel, spricht dein heil. Wer hier nicht männ⸗ ich krieget, Hat dorten keinen Teil. Drum auf! denn deine 77 Verändern die Gestalt: ft thun sie gleich als Freun⸗ de, Oft brauchen sie Gewalt. 4. Vergleiche dieses Leben Mit dem, was Gottes Geist Aus Gnaden uns zu geben, In seinem Wort verheißt: So wirst du bald erkennen, Daß jenes in der That Kein Leben sei zu nennen, Wie viels auch Gönner hat. 5. Du suchest Gunst und Ehre Und willst gesehen sein. Als wenn nichts Bessers wäre In Christi Tod und Pein, Der doch, weil er gestorben, Dir hat ein Königreich Und Prie⸗ stertum erworben, Dem nichts zu schätzen gleich! 6. Du liebest Gold und Ga⸗ ben, Und was der Welt be⸗ liebt. Willst du den Schatz nicht haben, Den Jesus allen iebt, Die sich an ihn erge⸗ en Und stets geflissen sein, Nur einzig ihm zu leben Und sich in ihm zu freun? 7. Du wählst dir Lust und reuden, Der Sinnen Gaukel⸗ piel: Die hier doch schon mit Leiden Und Schmerzen groß und viel Sich allzu oft nur enden Und dein Herz mehr und Geistlicher Kampf und Sieg. mehr Vom höchsten Gute wen⸗ den Und es verwüsten sehr. 8. Gott ist die rechte Quelle, Draus reine Wollust fleußt, Die lauter, klar und helle Sich in die Seelen geußt. Ohn ihn ist kein Vergnügen; Was sein Licht nicht anblickt, Das bleibt im Staube liegen Und ewig unerquickt. 9. Drum auf! mein Geist, laß fahren, Was Gott nicht sel⸗ ber heißt, Weil alles mit den Jahren Sich deinem Brauch entreißt. Gott aber bleibet stehen, Wenn alles in der Welt Wird fallen und ver⸗ gehen, Was jetzo dir gefällt. 10. Ach, mache Herz und Sinnen, O Gott, von allem frei, Und gieb, daß mein Be⸗ ginnen Aufwärts gerichtet sei! Die Welt kann doch nichts ge⸗ ben, Das wahre Ruhe brächt: Wer dich zur Ruh und Leben Erwählet, der triffts recht. Christian Eudwig Edeling, st. 1742. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt ꝛc. 494. Was hinket ihr, be⸗ trogne Seelen, Noch immer hin auf beider Seit? Fällts euch— schwer, das zu Immels len, Was euch des Himmels Ruf anbeut? O sehts mit off⸗ nen Augen an Und brechet durch auf schmaler Bahn! 2. Bedenkt, es sind nicht Kai⸗ serkronen, Nicht Reichtum, Ehr und Lust der Welt, Womit euch Gott will ewig lohnen, Wenn euer Kampf den Sieg erhält: Gott selbst ists und die E Ruh, 3. D bierte kein g sich macht Schm diente dort 66 4. V Ringe schied chen und der K auf d 5 ö Schli sem f und Und! auf. falsch geht A 2„ zur anblickt, e liegen 'eist, laß icht sel⸗ mit den Brauch bleibet in der nd ver⸗ gefällt. erz und n allem iein Be⸗ chtet sei!= . ge⸗ brächt: id Leben recht. 5„ st. 1742. ott läßtꝛc. ihr, be⸗ en Sieg sts und— die Ewigkeit Voll Lust und Ruh, voll Seligkeit. 3. Drum gilt hier kein hal⸗ biertes Leben, Gott krönet kein geteiltes Herz; Wer Jesu sich nicht ganz ergeben, Der macht sich selber Müh und Schmerz Und träget zum ver⸗ dienten Lohn Hier Qual und dort die Höll davon. 4. Wer aber mit Gebet und Ringen Auf ewig allem Ab⸗ schied giebt Und den Monar⸗ chen aller Dingen Von Herzen und alleine liebt, Der wird der Krone wert geschätzt Und auf des Königs Stuhl gesetzt. 5. Zerreißet die gelegten Schlingen, Die euch in die⸗ sem schönen Lauf Verhindern und zum Säumen bringen, Und rafft euch heut von neuem auf. Auf, auf, verlaßt die falsche m 9 Auf, auf, es geht dem Himmel zu. 6. Auf, auf! ist dieser Weg schon enge, Voll Dornen und voll rauher Stein; Bringt euch die Welt oft ins Ge⸗ dränge, Stellt Satan sich ge⸗ harnischt ein, Erhebet sich sein ganzes Reich: Immanuel ist auch bei euch. 7. Gott fordert nichts, ge⸗ liebte Seelen, Als daß ihr euch nur zu ihm halt' Und ohne heuchlerisch Verhehlen Vor ihm die schwachen Hände falt'. Er streit' für euch, er macht die Bahn. Trotz dem, der euch besiegen kann! 8. Die Allmacht stehet euch zur Seiten, Die Weisheit hält Geistlicher Kampf und Sieg. 359 bei euch die Wach, Die Gott⸗ heit selber will euch leiten; Folgt nur mit treuen Schrit⸗ ten nach. Wie manchen hat nicht diese Hand Schon durch⸗ geführt ins Vaterland! 9. Nur spart es nicht auf andre Zeiten; Es ist schon jetzt so viel versäumt. Ihr mehrt euch selbst die Schwie⸗ rigkeiten, Wenn ihr das süße Heut verträumt. Eilt, eilet, denn die Gnadenzeit Rennt zügellos zur Ewigkeit. 10. Laßt euch das Fleisch nicht träge machen, Verfluchet seine Zärtlichkeit. Ihr gebt euch ja um eitle Sachen In tausend Müh und Fährlich⸗ keit. Wie, daß ihr um das höchste Gut So faul, verzagt und sorglos thut? 11. Ach, sehet nicht das arme Leben Und den geringen Haus⸗ rat an! Will Joseph euch doch Gosen geben Und mehr, als Erd und Himmel kann. Wer ist um Thon und Sand be⸗ trübt, Wenn man ihm Gold und Silber giebt? 12. Eilt, faßt einander bei den Händen! Seht, wie ist unser Ziel so nah! Wie bald wird unser Kampf sich enden! Da steht dann unser König da; Der führt uns ein zur stillen Ruh Und teilet uns das Kleinod zu. Leop. Franz Fr. Lehr, g. 1709, ft. 1744. Offenb. Joh. 2 u. 3. 495. Fahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Lichtl 360 Mache deinen Leuchter helle, Laß die erste Liebe nicht, Su⸗ che stets die Lebensquelle! Zi⸗ on, dringe durch die enge Pfort! Fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zi⸗ on, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne! Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen 95.8 Leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Bien folge nicht der Welt, ie dich suchet groß ür ma⸗ chen! Achte nichts i und Geld, Nimm nicht an den Stuhl des Drachen!“* Zi⸗ on, wenn sie dir viel Lust verspricht, Folge nicht, folge nicht!»Laß kein heidnisches We⸗ sen unter dir Platz greifen. 4. Prüfe recht, prüfe recht, Dar prüfe recht den Geist, er dir ruft zu beiden Sei⸗ ten! Thue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Stern dich leiten! Zion, beide, das, was krumm und schlecht,“ Prüfe recht, prüfe recht. * schlicht, grade. 5. Dringe ein, dringe ein, ion, dringe ein in Gott! Stärke dich mit Geist und Le⸗ ben, Sei nicht, wie die an⸗ dern, tot; Sei du gleich den rünen Reben. Zion, in die raft für Heuchelschein Drin⸗ S ge ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Weil brich herfür in Kraft! eil die Bruderliebe brennet, Zeige, was der in dir schafft, oyr Gut 496 Geistlicher Kampf und Sieg. Der als seine Braut dich ken⸗ net. Zion, durch die dir gegeb⸗ ne Thür Brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zi⸗ on, halte deine Treu! Laß dich ja nicht laulich finden! Auf, das Kleinod rückt her⸗ bei! Auf, verlasse, was da⸗ hinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß Halte aus, halte aus! Joh. Eus. Schmidt, geb. 1669, st. 1745. Mel. Durch Adams Fall ist ganz ꝛc. Wer sich auf seine Schwachheit steurt, Der bleibt in Sünden liegen. Wer nicht Herz, Sinn und Mut erneurt, Bird sich gewiß be⸗ trügen. Den Himmelsweg und schmalen Steg Hat er nie angetreten; Er weiß auch nicht in Gottes Licht, Was kämpfen sei und beten. 2. Was jetzt die Welt nur Schwachheit heißt, Ist ihrer Bosheit Stärke; Dadurch mehrt dann der Höllengeist Sehr mächtig seine Werke. Auf, Seele, auf, richt deinen Lauf Zur Allmacht, die dich rettet! Des Heilands Blick zerreißt die Strick, Womit du angekettet. 3. Der erste Schritt im Christentum Macht von der ünde scheiden. Bei einem wahren Glaubensruhm Muß man die Weltlust meiden. Wenn Christi Geist die Seel entreißt Von ihren Todes⸗ banden So spürt sie Kraft, — st. 1745. ganz ꝛc. f seine bleibt Wer 5Mut viß be⸗ elsweg 1—. iß au Was lt nur t ihrer adurch lengeist Werke. deinen ie dich Blick mit du — die Jesus schafft, Mit dem sie auferstanden. 4. Mein Weu fördre selbst dein Werk, Laß mich bekräftigt werden; Es ist Gerechtigkeit und Stärk Mein bestes Teil auf Erden. Du machst gerecht uns, dein Ge⸗ schlecht, Und willst zugleich uns stärken, Daß wir in dir des Glaubens Zier, Die Macht der Gnade, merken. 5. Brich durch, o starker Gottessohn, Damit auch wir durchbrechen! Laß uns in dir o Gnadenthron, Nicht mehr von Schwachheit sprechen, Wenn deine Hand das teure Pfand Des Geistes uns ge⸗ geben, Dadurch wir frei von Heuchelei Im Streit stets sieg⸗ reich leben. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr ist! Gieb Kraft, das Fleisch zu dämpfen! Gieb Kraft, wenn Satans Macht und List Uns schwä⸗ chen will im Kämpfen! Wenn uns die Welt viel Anstoß stellt, Gieb Kraft sie zu ver⸗ nichten; So wird in Not, ja selbst im Tod Uns deine Kraft aufrichten. 6. W. Marperger, geb. 1682, st. 1746. Mel. Jesu, meine Freude. 497. Gottes liebste Kin⸗ der Gehn als arme Sünder In den Himmel ein. Und der rohe Haufen Kann so sicher laufen Und so sorglos sein! Ach, wie ist die Welt so wüst! Wie viel trägt, Herr, Geistlicher Kampf und Sieg. 361 dein Erbarmen! Trag doch auch mich Armen. 2. Wie viel rauhe Wege, Wie viel tausend Schläge Kostet dir mein Herz! Und wie viele Stricke Der ver⸗ borgnen Tücke Mehren noch den Schmerz, Daß ich oft fast ausgehofft Und der Mut mir will verschwinden Bei so vielen Sünden. 3. Wie würd ich bestehen, Sollt ich heute gehen Vor dein Angesicht! Schlecht bab ich gestritten, Schlecht hab ich gelitten; Das verhehl ich nicht. Laß mich, Gott, doch nicht zum Spott Dein und meiner Feinde werden. Bessre mich auf Erden. 4. Was vorhin Periehen Was auch noch versehen, Rechne mir nicht zu. Nur in deinen Wunden Hab ich noch gefunden, Jesu, meine Ruh. Das jedoch ich wollte noch, Daß du möchtest Freud erleben An mir wildem Reben. 5. Drum, o meine Freude, Nimm hinweg und scheide, Was dir nicht gefällt. Wirst du nicht, mein Leben, Kraft und Gnade geben, Läßt mich nicht die Welt. Nimm mich hin; gieb deinen Sinn Mir, so will ich denn mit Freuden Von der Erde scheidez 740. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 498. Herr, wie mancherlei Gebrechen Mußt du nicht an mir noch sehn! Auf mein tägliches Versprechen Folgt 362 Geistlicher Kampf und Sieg. ein tägliches Vergehn. Ach, daß ich doch fester stände Und mich nicht so wankend fände! Hörte doch in meinem Lauf Unbestand und Leichtsinn auf. 2. Herr, die Schwachheit meiner Kräfte, Meines Her⸗ zens böser Grund Und die listigen Geschäfte Meiner Feinde sind dir kund. Nie darf ich mir selber trauen, Nicht auf mein Versprechen bauen. Meines Herzens Falschheit droht Alle Tage mir den Tod. 3. Ist schon ein Feind über⸗ wunden, Stellt sich bald ein andrer ein. Ja, sie wollen oft verbunden Meiner Seele Mörder sein. O, wie oft werd ich besieget, Wenn mein Herz nicht wacht und krieget! Denn der Angriff geht dahin, Wo ich noch amschwächsten bin. 4. Dann muß ich die Freude missen, Als ein Kind zu Gott zu flehn; Und das klagende Gewissen Läßt mich nur mein Elend sehn, Spricht: du kommst doch nicht zum Ziele, Der Gefahren sind zu viele: Schon bist du zu schlimmer Art, Und der Kampf ist dir zu hart. 5. Doch zur Welt kann ich nicht treten, Denn sie giebt mir keine Ruh. Darum sag ich dann mit Beten Neuen Ernst und Treue zu. Auch empfind ich Glaubenstriebe; Denn des Vaters ewge Liebe Heißet mich nur zu ihm gehn 49 6. Herr, wie muß ich mich dann beugen, Wenn du mir so viel vergiebst! Ja, ich muß vor Scham nur schweigen, Wenn du mich so zärtlich liebst. Und ich sollte dich betrüben? Undankbar noch Sünden lieben? Dir mein ganzes Herz nicht weihn? Ewig nicht dein eigen sein? 7. Nein, mein Vater, dein zu bleiben, Ist mein Wunsch auf dieser Welt. Laß mich deinen Geist nur treiben Zu dem, was dir wohlgefällt. Ich will an mir selbst ver⸗ zagen, Nie auf meine Kraft was wagen. Gieb du mir nur Mut und Kraft, So wird mir der Sieg verschafft. 8. Will mein Fuß aufs neue leiten, Regt sich Lust und urcht in mir: Ach, so warne mich beizeiten Und zeuch mich dann bald zu dir. Laß mich nicht mir selber leben, Son⸗ dern dir mich übergeben: So werd ich in Christo rein Und dein ganzes Opfer sein. 9. Will im Kampf die Kraft verschwinden, Werden meine Hände matt, So laß mich dein Herz nur finden, Das für mich noch Kräfte hat. Gründe, stärke und vollende Mich im Kämpfen bis ans Ende; Fördre selber meinen Lauf Und hilf meiner Schwachheit auf. Nach Joh. Dan. Hense, st. 1753. Mel. Mein Herzens⸗Jesu, meine ꝛc. 9. Zeuch, Israel, zu Und um neue Gnade flehn. deiner Ruh; Dein Erbteil ist )mich u mir h muß heigen, ärtlich e dich noch mein heihn? sein? „dein Vunsch mich n Zu zefällt. st ver⸗ Kraft mir 7990 chafft. 5 neue t und warne mich mich Son⸗ : So Und dort oben! Dein Jesus schwö⸗ ret es dir zu, Es sei dir auf⸗ gehoben. Er gehet selber gar voran Und bricht die rauhe Pilgerbahn. Zeuch, JIsrael, in Frieden! 2. Wir folgen dir, du Gottes⸗ — Als wahre Streitgenos⸗ en. Der Glaube fürchtet sich nicht mehr, Die Lieb ist un⸗ verdrossen. So stehen wir für einen Mann! Ein jeder ringe, was er kann, Das Kleinod zu erlangen. 3. Wir sehn auf dich, du A und O, Mit unverwandten Blicken. Dein Dasein macht uns immer froh, Dein Wort kann uns erquicken, Dein Kreuz ist unser Siegspanier. Wir schwören Treu und fol⸗ ur dir Durch diese öden üsten. 4. Die Krone bleibt uns im Gesicht, Die dort die Sieger tragen; Und darum scheuen wir auch nicht Tod, Ungemach und Plagen. Es hat uns unser Siegesheld Nicht bloß für diese Welt bestellt; Wir sind nur für den Himmel. 5. Man drückt uns, wir verzagen nicht; Man schilt uns, und wir segnen. Wir müssen auch nach unsrer Pflicht Den Feinden sanft begegnen. Wir sind der Welt hier unbekannt, Und haben doch ein Vaterland; Gott kennt uns als die Seinen. 6. Wen noch ein Bann ge⸗ Geistlicher Kampf und Sieg. 363 Furcht vor dieser Welt Am fremden Joche ziehet, Und wer die Hand am Pflug Klete legt Und doch verbotne ust noch hegt, Der ist kein rechter Streiter. 7. Wir aber geben ganz um ganz, Verleugnen alle Sachen, Die uns den schönen Sieges⸗ kranz Noch könnten streitig machen, Und unsre Seele glaubet fest: Was man da⸗ rum hier fahren läßt, Ist nicht wert jenes Erbes. 8. Die Kraft dazu liegt nicht in uns; Wir sind gar bald verloren. Zur Quelle alles unsers Thuns Ist uns das Lamm erkoren; Das Lamm, das alles schon vollbracht Und unsre Sache gut gemacht, Dem ist es zu verdanken. 9. Drum soll es unsre Lo⸗ sung sein: Wir nichts und Jesus alles! Ihm räumen wir die Ehre ein, Ihm, unserm Trost des Falles. Er segne ferner unsern Lauf Und nehme unsre Seelen auf, Wenn wir nun ausgestritten. Joh. Dan. Hense, st. 1753 Mel. Ach Gott und Herr. 500. Ach, Herr, gieb acht! In unsrer Macht Stehts nicht, wohin wir gehen; Darum Auf du Dein Licht mir zu, uf daß ich möge sehen. 2. Wo du nicht bist, Ist Satans List Uns Schwachen überlegen; Drum bleib bei mir Stets für und für Auf fangen hält, Wer Jesu Kreu noch fliehet, Wer noch durch allen meinen Wegen. 364 Geistlicher Kampf und Sieg. 3. Drei Feinde sind, Die mich geschwind In Unfall mögen setzen Und mir mein Heil, Das schöne Teil, In schneller Eil verletzen. 4. Die eitle Welt Zeigt Gut und Geld Samt Würd und süßen Lüsten. Wen sieht man wohl So, wie er soll, Dagegen sich stets rüsten? 5. Der Teufel lacht Dazu und wacht Mit Fleiß auf mein Verderben, Weist Bahn und Ort Bald hie, bald dort, Wo man kann doppelt sterben. 6. Mein Fleisch und Blut Stärkt ihm den Mut, Erregt mir Streit und Kämpfen. Ach, ach, wie soll Ich Schwa⸗ cher wohl So schlimme Feinde dämpfen? 7. Durch dich, Herr Christ, Der du uns bist Zum Sie⸗ gesheld gegeben, Durch dich will ich Ganz ritterlich Dem Argen widerstrrben. 8. Drum lagre dich Bestän⸗ diglich Um Augen, Mund und Ohren, Daß nicht die Welt, Wies ihr gefällt, Schleich ein zu ihren Thoren. 9. Dich setz ich mir Zum Hüter hier Der Sinnen und Gedanken; Leg du dich drein Und halte fein Sie in ge⸗ hörgen Schranken. 10. Geh aus und ein, O Le⸗ bensschein, Mit mir, und laß mich wallen So, wie dein Geist Uns unterweist, Nach deinem Wohlgefallen. 11. So soll mein Mund Und tiefster Grund Des Herzens dich erheben, Du edler Hort, Allhier und dort In jenem Freudenleben. 17¹⁴. 501. Zum Ernst, zum Ernst! ruft Jesu Geist in⸗ wendig; Zum Ernst! ruft auch die Stimme seiner Braut. Getreu und ganz und bis zum Tod beständig! Ein rei⸗ nes Herz allein den Reinen schaut. 2. Ich höre dich, o Wort, das mich erwecket; Ich merke dich, o Kraft, die mich be⸗ rührt; Mein alles sich zum Ernst aufs neue strecket, Wo nur dein Geist den Ernst erhält und führt. 3. Dir, dir, mein Gott, will ich hinfort nur leben; Nein, nicht mir ch und nicht der Kreatur. Ich hab mich dir mit Leib und Seel ergeben; Der Ewigkeit bin ich gewidmet nur. 4. Jegt fang ich an. Laß nichts den Geist ermatten; Nimm hin, was mich ver⸗ bildet und verstrickt. Weg, fremde Welt! weg, bald ver⸗ schwundner Schatten! Zur Ewigkeit mein Herz und Lauf sch schict 5. Ich will vom Leib noch vor dem Tod mich scheiden, Sein Wohl und Weh nur wie von weitem sehn. Dich soll er ehr'n durch Arbeit, Schmach und Leiden, In deinem Dienst dem Geist zu Dienste stehn. 6. Ich such nicht Ruh, Ge⸗ mach, noch Lust der Sinnen; Ich muß im Geist und nicht natürlich gehn. Ich folge dir und bleib im Lichte drin⸗ nen, Da scheidet sich, was dort nicht kann bestehn. 7. Mein ganzes Herz, mein innig Liebesneigen Dir hange an in Abgeschiedenheit. Du bist mein Gott, vor dir will ich mich beugen; Du bist mein Gut, nicht die Vergänglichkeit. 8. Nach dir mein Herz in Lieb und Leid sich schmiege; Ich sei ein Mensch nach dei⸗ nem Herzen hier. Ich bin vergnugt, wenn ich nur dich vergnüge; Mein Seligsein fürwahr ist ganz in dir. 9. Es sei für dich mein Le⸗ ben, Zeit und Kräfte, Es werd für dich auch alles nur verzehrt; Gewöhne mich zu jener Welt Geschäfte, Zu fan⸗ gen an, was droben ewig währt. 10. O schönes Werk, zu dir im Geist mich nahen, Vor dir, mein Gott, mit tiefer Ehrfurcht stehn; Dich beten an, dich lieben und umfahen; In dir mich freun, dich Tag und Nacht erhöhn! Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 502. Steil und dornig ist der Pfad, Der uns zur Voll⸗ endung leitet. Selig ist, wer ihn betrat Und im Namen Jesu streitet! Selig, wer den Lauf vollbringt Und nicht kraftlos niedersinkt! 2. Überschwenglich ist der Lohn Geistlicher Kampf und Sieg. 365 Der bis in den Tod Getreuen, Die, der Lust der Welt ent⸗ flohn, Ihrem Heiland ganz sich weihen; Deren Hoffnung unverrückt Nach der Sieges⸗ krone blickt. 3. Den am Kreuz wir bluten sehn, Der hat uns den Lohn errungen Und zu seines Him⸗ mels Höhn Sich vom Staub emporgeschwungen. Sieger in des Todes Nacht, Sprach er selbst: es ist vollbracht! 4. Zeuch, o Herr, uns hin zu dir, Zeuch uns nach, die Schar der Streiter! Sturm und Nacht umfängt uns hier; Droben ist es still und heiter. Jenseits, hinter Grab und Tod, Strahlt des Lebens Morgenrot. 5. Auf denn, Mitgenossen, eht Mutig durch die kurze üste! Seht auf Jesum, wacht und fleht, Daß Gott selbst zum Kampf euch rüste. Der in Schwachen mächtig ist, Giebt uns Sieg durch Jesum Christ. S. G. Bürde, geb. 1753, st. 1831. Mel. Lobet den Herren, alle, die ꝛc. 503. Der Glaube siegt! hoch wehn des Kreuzes Fah⸗ nen; Sie dringen kämpfend durch die Dornenbahnen, Um die empfangnen Worte zu bewähren, Zur Burg der Ehren. 2. O blick auf deine Strei⸗ ter, Herr der Gnade! Gieb Miad Kraft, zu wandeln deine fade! Früh oder spät laß 366 Geistlicher Kampf und Sieg. sie doch überwinden Den Fürst der Sünden! 3. Du gabst dem Arme Da⸗ vids deinen Segen, Daß er des Riesen Stärke konnt er⸗ legen: O, schütz uns gegen unsrer Feinde Tücke Mit dei⸗ nem Blicke! 4. Laß deine Wunden uns im Busen tragen; Ja, laß dein Blut in unsern Herzen schlagen. Daß wir nicht za⸗ gen, zeig uns hoch die Krone Zum Siegeslohne. 5. Mit Christi Waffen trotz ich den Gefahren, Dir, Hölle, Sünd und Tod und euren Scharen. Uns wird bewah⸗ ren, seine treuen Knechte, Des Herren Rechte. 6. Er selber lenket seiner Streiter Reihen; Er selber schenket unserm Kampf Ge⸗ deihen, Bis er zur neuen Stadt, die er verheißen, Uns wird entreißen. 7. Schon schwingt die Fahne hoch der Fürst der Ehren. Bald wird der Feinde Schar den Rücken kehren; Bald sich bewähren, strahlend ohne Hülle, Des Wortes Fülle. 8. Der Glaube siegt! hoch wehn des Kreuzes Fahnen; Sie dringen kämpfend durch die Dornenbahnen, Um die empfangnen Worte zu be⸗ währen, Zur Burg der Ehren. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 04. Stark ist meines Jesu Hand, Und er wird mich ewig fassen; Hat zu viel an mich gewandt, Um mich wie⸗ der los zu lassen. Mein Er⸗ barmer läßt mich nicht; Das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmut auch Gefahr, Fürcht ich auch zu unterliegen: Christus beut die Hand mir dar, Christus hilft dem Schwachen siegen. Daß mich Gottes Held verficht, Das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich ver⸗ klagt, Christus hat mich schon vertreten. Wenn er mich zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Mittler für mich spricht, Das ist meine Zuversicht. 4. Würd es Nacht vor mei⸗ nem Schritt, Daß ich keinen Ausgang wüßte Und mit ungewissem Tritt, Ohne Licht verzagen müßte: Christus ist mein Stab und Licht; Das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Miß⸗ geschick Beben oder ängstlich klagen! Ohne Halt ist all ihr Glück; Wahrlich, sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, Das ist meine Zuversicht. 6. Will der Herr durch strenge Zucht Mich nach seinem Bild gestalten, Dennoch will ich ohne Flucht Seiner Hand nur stille halten. Er übt Gnad auch im Gericht; Das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts. Wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst versprichts. Sollt ich seinen Jesus Das Rarl Be Mel 50 heilge der 6 treue Christ rast Freur weitet 500 nicht gnad mein weiß Kuns Die! Gott Kreuz⸗ und seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht; Das ist meine Zuversicht. Karl gernh. Garve, geb. 1763, st. 1841. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 505. Von neuem eilt zum heilgen Streit! Die Krone der Gerechtigkeit Empfangen treue Streiter. Nie ruht der Christen arger Feind: So rast auch nimmer, Christi Freund, Dring alle Tage weiter, Höher, Näher Zu dem Trostlieder. 367 Throne, bis die Krone dort errungen, Bis ihr ganz hin⸗ durchgedrungen. 2. O wohl euch, wenn der letzte Feind Besiegt ist, wenn der Tag erscheint, Der ewig euch wird krönen! Wenn ihr von selgen 1 singt Und ewig eure Palmen schwingt, Wie herrlich wird das tönen! Ringet, Singet! Singet Psal⸗ men, schwinget Palmen sel⸗ ger Siege Nach der Arbeit schwerer Kriege! Aug. Döring, geb. 1783, st. 1844. XXI. Kreuz⸗ und Trostlieder. 506. Mag ich Unglück nicht widerstahn, Muß Un⸗ gnad habn Der Welt für mein recht'n Glauben: So weiß ich doch, es ist mein Kunst, Gotts Huld und Gunst, Die muß man mir erlauben. Gott ist nicht weit; ein kleine Zeit Er sich verbirgt, bis er erwürgt, Die mich seins Worts berauben. 2. Richt, wie ich woll, jetz⸗ und mein Sach, Weil ich bin schwach Und Gott mich Furcht läßt finden: So weiß ich, daß kein Gwalt bleibt fest, Ists allerbest, Das Zeitlich muß verschwinden. Das ewig Gut macht rechten Mut; Dabei ich bleib, wag Gut und ib. Gott helf mir überwinden. 3. All Ding ein Weil! ein Sprichwort ist. Herr Jesu Christ, Du wirst mir stehn zur Seiten Und sehen auf das Unglück mein, Als wär es dein, Wenns wider mich wird streiten. Muß ich denn dran auf dieser Bahn: Welt, wie du willt! Gott ist mein Schild; Der wird mich wohl geleiten. der Königin Maria von Ungarn Lird, von Martin Enther, geb. 1483, st. 1546. 507. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit; Sein Will der ist der beste, Zu helfen dem er ist bereit, Der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, Er züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, Den will er nicht ver⸗ lassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, Mein Hoffnung und mein Leben. Was mein Gott will, daß mir geschicht, Will ich nicht widerstreben. 368 Kreuz⸗ und Sein Wort ist wahr; denn all mein Haar Er selber hat gezählet. Er hüt' und wacht, stets für uns tracht', Au daß uns gar nichts fehlet. 3. Und muß ich Sünder von der Welt Hinfahrn nach Gottes Willen Zu meinem Gott: wanns ihm gefällt, Will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl In meiner letzten Stun⸗ den. Du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod Hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten 3420 Du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Geist anficht, Laß, Hilf, mich nicht verzagen. ilf, steur und wehr, a Gott, mein Herr, Zu Ehren deinem Namen! Wer das be⸗ gehrt, dem wirds gewährt. Drauf sprech ich ‚ Amen! Albrecht, Markgraf von Brandenburg-Culmbach, 1522-1557. Mel. Was mein Gott will, gescheh ꝛc. 508. Wies Gott gefällt, so g'fällts mir auch, Und la mich gar nicht irren. Ob mich. zu Zeiten beißt der Rauch, Und wenn sich schon verwirren All Sachen gar, weiß ich für⸗ wahr, Gott wirds zuletzt wohl richten. Wie ers will habn, so muß bestahn. Solls sein, so seis ohn Tichten. 2. Wies Gott gefällt,—— ich bin, Das Übrig laß i fscheren. röhlich: Ich Trostlieder. mich recht erfahren, Ob ich auch will ihm halten still; Wird doch wohl Gnad be⸗ Ich zweifle nicht. Solls sein, man spricht, So seis! wer kanns Gott wehren? 3. Wies Gott m10 so g'fällts mir wohl In allen meinen Sachen. Was Gott versehen hat einmal, Wer kann das anders machen? Drum ist umsonst Weltwitz und Kunst; Hilft auch nicht Haarausraufen; Man murr od'r beiß. Solls sein, so seis! Wird doch sein Weg nauslaufen. 4. Wies Gott gefällt, laß ichs ergehn, Will mich darein ergeben. Wollt ich sein m ch Willen widerstehn, So müßt ich bleiben kleben, Weil gwiß und wahr all Tag und Jahr Bei Gott sind ausgezählet. schick mich drein; es scheh! solls sein, So seis ei mir erwählet. 5. Wies Gott gefällt, ergehn es mag In Lieb und auch im Leide. Dahin ich hab gestellt 5mein Sach, Daß sie mir sol⸗ len beide Gefallen wohl; drum mich auch soll Ja oder Nein nicht schrecken. Schwarz, oder weiß! solls sein, so seis! Gott wird schon Gnad erwecken. 6. Wies Gott gefällt, so läufts hinaus. Ich aß die Vöglein sorgen. Ob mirs ch Gluͤck heut nicht kommt zu So wart ich sein auf fahren; Was nicht soll sein, stell ich dahin. Gott will Haus, morgen. Was mir ist b'schert, weiter sonst Sach will ich Joh. Frit 509 hoffet, nicht zu ewiglid ich did dir, der 2. Dei 5. mir/ ich he — erre eh J mir in 3. Me steh m Burg, M. R. Ob ich en still; nad be⸗ e nicht. icht, So wehren? ällt, so In allen as Gott , Wer machen? Weltwitz uch nicht an murr sein, so ein Weg illt, laß ch darein sein'm So müßt zeil g'wiß nd Jahr sgezählet. ein; es So seis t, ergehn auch im ib gestellt mir sol⸗ wohl; Ja oder Schwarz, sein, so on Gnad fällt, so laß die Ob mirs kommt zu sein auf st b'schert, bleibt unverwehrt, Ob sichs schon thut verziehen. Dank Gott mit Fleiß. Solls sein, so seis! Er wird mein Glück Seit wohl fügen. 7. Wies Gott gefällt! nichts weiters will Von Gott ich sonst begehren. Hat meiner Sach gesteckt ein Ziel, Dem will ich nimmer wehren. Das Leben mein setz ich auch drein, Auf guten Grund zu bauen Und nicht auf Eis. Solls sein, so seis! Will Gott allein vertrauen. 8. Wies Gott gefällt, so nehm ichs an; Will um Ge⸗ duld ihn bitten. Er ist allein, der helfen kann; Und wenn ich schon wär mitten In Angst und Not, läg gar im Tod, So wird er mich wohl retten Gewaltger Weis'. Solls sein, so seis! Ich g'winns! Wer nun will wetten? Joh. Friedrich, Kurf. zu Sachsen, 1547. Psalm 31, 1—6. 509. In dich hab ich ge⸗ hoffet, Herr, Hilf, daß ich nicht zu Schanden werd, Noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: Erhalte mich In dir, dem treuen Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig her mir, Erhör mein Bitt, thu ich herfür, Eil bald, mich — erretten! In Angst und eh Ich lieg und steh: Hilf mir in meinen Nöten! 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, Sei mir ein Kreuz⸗ und Trostlieder. terlich mög streiten, Ob auch der Feind Mit Macht er⸗ scheint, Anstürmt auf beiden eiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, Mein Schild, mein Kraft— so sagt dein ort— Mein Hülf, mein Heil, mein Leben, Mein star⸗ ker Gott In aller Not: Wer mag dir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüg⸗ lich gericht Mit Lügen und falschem Gedicht Viel Netz und heimlich Stricke. Herr, nimm mein wahr In dieser G'fahr; B'hüt mich vor fal⸗ scher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir. Mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, Nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, Aus aller Not Hilf mir am letzten Ende! 7. Glorie, Lob, Ehr und Herrlichkeit Sei Vater, Sohn und Geist bereit, Lob seinem heilgen Namen! Die göttlich Kraft Mach uns sieghaft Durch Jesum Christum. Amen! Adam neißner, geb. 1471, st. 1563. 510. Warum betrübst du dich, mein Herz? Bekümmerst dich und trägest Schmerz Nur um das zeitlich Gut? Ver⸗ trau du deinem Herrn und Gott, Der alle Ding erschaf⸗ fen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht; Er weiß gar Burg, darin ich frei Und rit⸗ M. R. Gesangbuch. wohl, was dir gebricht: Him⸗ 24 370 Kreuz⸗ und Trostlieder. mel und Erd ist sein. Mein nem Angesicht Verstoßen wer⸗ Bater und mein Herre Gott, den ewig nicht. Der mir beisteht in aller Not! Haus Sachs, geb. 1494, st. 1576. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, Dein Kind wirst Mel. Vater unser im Himmelreich du verlassen nicht, Du väter⸗ 511. Ach Gott, wie man⸗ liches Herz! Ich bin ein armer ches Herzeleid Begegnet mir Erdenkloß; Auf Erden weiß W8 dieser Zeit! Der schmale ich keinen Trost. eg ist truͤbsalsvoll, Den ich 4. Der Reich' verläßt sich auf zum Himmel wandern soll. sein Gut, Ich aber trau auf Wie schwer doch läßt sich dich, mein Gott. Ob ich gleich Fleisch und Blut Bezwingen werd veracht', So weiß und zu dem ewgen Gut! glaub ich festiglich: Wer Gott 2. Wo soll ich mich denn vertraut, dem mangelts nicht. wenden hin? Zu dir, Herr 5. Ach Gott, du bist so reich Jesu, steht mein Sinn. Bei noch heut, Als du gewes'n in dir mein Herz Trost, Hülf Ewigkeit; Mein Traun steht und Rat Allzeit gewiß ge⸗ ganz zu dir. Mach mich nur funden hat. Niemand jemals an der Seele reich, So hab verlassen ist, Der nur getraut ich gnug hie und ewig. auf Jesum Christ. 6. Zeitlicher Ehr ich gern 3. Du bist der rechte Wun⸗ entbehr; Das Ewige mir nur dermann; Das zeigt dein ewähr, Das du erworben Amt und dein Person. hast Durch deinen herben, bit⸗ Wunderwerk, so wir erfahrn, tern Tod: Das bitt ich dich, Daß du, mein Gott, bist mein Herr und Gott! Mensch geborn Und führest 7. Alles, was ist auf dieser uns durch deinen Tod Ganz Welt, Es sei Gold, Silber wunderlich aus aller Not! oder Geld, Reichtum und zeit⸗ 4. Jesu, mein Herr und Gott lich Gut, Das währet nur allein, Wie süß ist mir der ein kleine Zeit Und hilft doch Name dein! Es kann kein nicht zur Seligkeit. Trauern sein so schwer, Dein 8. Ich dank dir, Christe, süßer Nam erfreut vielmehr. Gottes Sohn, Daß du mir Kein Elend mag so bitter solches kund gethan Durch sein, Dein süßer Nam der dein göttliches Wort. Verleih linderts fein. mir auch Beständigkeit Zu§. Ob mir gleich Leib und meiner Seelen Seligkeit. Seel verschmacht, So weißt 9. Lob, Ehr und Preis sei du, Herr, daß ichs nicht acht. dir gesagt, Daß du hast alles Wenn ich dich hab, so hab wohl gemacht. Ich bitt de⸗ mütiglich: Laß mich von dei⸗ freuen soll. Dein n ich ja — ich wohl, Was iu hin er⸗ X ßen wer⸗ 4, st. 1576. mmelreich bie man⸗ gnet mir schmale „Den ich ern soll. läßt sich hezwingen nich denn ir, Herr inn. Bei öst, Hülf zewiß ge⸗ nd jemals ur getraut hte Wun⸗ zeigt dein erson. ir erfahrn, Hott, bist ud führest Tod Ganz ler Not! r und Gott st mir der kann kein wer, Dein vielmehr. so bitter Nam der ) Leib und So weißt nicht acht. b, so hab 10 mich er⸗ bin ich ja mit Leib und Seel: Was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 6. Kein besser Treu auf Er⸗ den ist, Denn nur bei dir, H Herr Jesu Christ. Ich weiß, daß du mich nicht verläßt; Dein Wahrheit bleibt mir ewig fest. Du bist mein rech⸗ ter treuer Hirt, Der ewig mich behüten wird. 7. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, Meins Her⸗ zens Schatz und mein Reich⸗T tum: Ich kanns doch ja nicht zeigen an, Wie hoch dein Nam erfreuen kann. Wer Glaub und Lieb im Herzen hat, Der wirds erfahren mit der That. 8. Drum hab ich oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, Wollt ich den Tod schier wünschen her, Ja, daß ich nie geboren wär. Denn wer dich nicht im Her⸗ zen hat, Der ist gewiß leben⸗ dig tot. 9. Jesu, du edler Bräutgam wert, Mein höchste Zierd auf dieser Erd: An dir allein ich mich ergötz, Weit über alle goldne Schätz. So oft ich nur gedenk an dich, All mein Gemüt erfreuet sich. 10. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, So fühl ich Fried und Trost in mir. Wenn ich in Nöten bet und sing, So wird mein Herz recht guter Ding. Dein Geist bezeugt, daß solches frei Des ewgen Kreuz⸗ und Trostlieder. 371 lebe noch, Das Kreuz dir willig tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit; Es dient zum Besten allezeit. ilf mir mein Sach recht greifen an, Daß ich mein' Lauf vollenden kann. 12. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, Vor Sünd und Schanden mich behüt; Erhalt mein Herz im Glau⸗ ben rein, So leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier: O mein Heiland, wär ich bei dir! Konr. Hojer, um 1585. Psalm 23. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. „Der Herr ist mein getreuer Hirt, Hält mich in Hut und Weide: Darum mir nie es mangeln wird An ir⸗ gend einer Freude. Jetzt bin ich aller Sorgen frei, Weil Gottes Sohn mir stehet bei, Mich schützet und regieret. 2. Er weidet mich mit seinem Wort Auf einer grünen Auen, Und läßt sich bei mir fort und fort In wahrem Glau⸗ ben schauen Dazu mein Herz mit Trost berührt Und mich an frische Wasser führt, Zum Brunnen seiner Gnaden. 3. In Whlst und Not er mich erquickt Mit seinem wahren Munde, Und mir von oben Hülfe schickt Zur rechten Zeit und Stunde. Er führt mich auch ohn Unterlaß An seiner Lebens Vorschmack sei. 11. Drum will ich, weil ich Hand auf rechter Straß Um seines Namens willen. 24* 372 4. Er leitet mich bei Tag und Nacht Mit seinem Hir⸗ tenstabe; Mit Fleiß er Leib und Seel bewacht, Treibt alles Unglück abe. Ich fürchte nichts im finstern Thal, Denn Gott ist bei mir überall Auf allen meinen Wegen. 5. Er deckt den Tisch für meine Seel, Mags auch den Feind verdrießen. Er salbet mich mit Freudenöl Und bis bes Überfließen Schenkt er es Trostes Becher voll, Auf daß ich ja nicht zweifeln soll An seiner Huld und Gnade. 6. Viel Gutes und Barm⸗ herzigkeit Wird über mir stets schweben, Und große Gnade jederzeit Nachfolgen in dem Leben; Und werd also ganz offenbar Im Hause Gottes immerdar Hier und dort ewig bleiben. 7. Das hilf mir, o Herr Jesu Christ, Durch deine große Güte, Und mich vors Teu⸗ fels Macht und List Genä⸗ diglich behüte, Auf daß ich, als dein liebes Schaf, Im rechten Glauben sanft ein⸗ schlaf Und ewig mit dir lebe. Sarthol. Ringwaldt, geb. 1531, st. 1600. Kreuz⸗ und Trostlieder. 2. Wenn sich der Menschen Hulde Und Wohlthat all ver⸗ kehrt, So findt sich Gott gar balde, Sein Macht und Gnad bewährt; Hilft mir aus aller Not, Errett von Sünd und Schanden, Von Ketten und von Banden, Und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren Zeit; Es kann mich nicht gereuen, Er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; Mein Leib, mein Seel, mein Leben Sei Gott dem Herrn ergeben; Er machs, wies ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts ge⸗ fallen, Denn was mir nütz⸗ lich ist. Er meints gut mit uns allen; Schenkt uns den Herren Christ, Sein nen Sohn. Durch ihn er uns bescheret, Was Leib und Seel ernähret. Lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde Für das, was er uns schenkt! Das ist ein selge Stunde, Darin man sein ge⸗ denkt. Nichts nützt sonst alle e Die wir zubring'n auf orden. Wir sollen selig wer⸗ den Und leb'n in Ewigkeit. * 513. Von Gott will ich nicht lassen; Denn er läßt nicht von mir, Führt mich auf rechter Straßen, Da ich ging in der Irr. Er reicht mir seine Hand; Den Abend, wie den Morgen Will er mich wohl versorgen, Sei, wo ich woll, im Land. 6. Auch wenn die Welt ver⸗ ehet Mit ihrem Stolz und Pracht, Kein Ehr, noch Gut bestehet, Das vor war groß geacht. Wir werden nach dem Tod Tief in die Erd be⸗ raben. Wenn wir geschlafen haben, Will uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unver⸗ Menschen t all ver⸗ Bott gar nd Gnad aus aller und und ten und wenns hertrauen Zeit; Es euen, Er Ihm sei ein Leib, eben Sei eben; Er efällt. nichts ge⸗ mir nütz⸗ gut mit uns den ihn er Leib und t ihn ins Herz und as er uns ein selge n sein ge⸗ sonst alle ing'n auf selig wer⸗ Ewigkeit. Welt ver⸗ Stolz und noch Gut war groß rden nach ie Erd be⸗ geschlafen ecken Gott. ibt unver⸗ * loren, Geführt in Abrams Schoß; Der Leib wird neu geboren, Von aller Sünde los, Ganz heilig, rein und zart, Ein Kind und Erb des Herren. Daran muß uns nicht irren Des Teufels li⸗ stig Art. 8. Darum, ob ich schon dul⸗ de Hie Widerwärtigkeit, Wie ich auch wohl verschulde: Kommt doch die Ebwigkeit, Ist aller Freuden voll. Die⸗ selb ohn einig Ende, Dieweil ich ahren kenne, Mir wi⸗ derfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, Der uns geschaffen hat; Sein Sohn hat Guts die Fülle Er⸗ worben und Genad; Auch Gott der heilge Geist Im Glauben uns regieret, Hren Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Eudw. Helmbold, geb. 1532, st. 1598. 514. Auf meinen lieben Gott Trau ich in Angst und Not. Der kann mich allzeit retten Aus Trübsal, Angst und Nöten. Mein Unglück kann er wenden; Steht alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd an⸗ ficht, Will ich verzagen nicht. Auf Christum will ich bauen Und ihm allein vertrauen; Ihm will ich mich ergeben Im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Sterben ist mein Gewinn, Und hab i0 ist mein Leben; Dem hab ich mich ergeben. Kreuz⸗ und Trostlieder. 373 Ich sterb, heut oder morgen, Mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, Der du so Kleng bist Für mich am Kreuz gestorben: Hast mir das Heil erworben, Auch uns allen zugleiche Das ewge Hhreguddum 5. Erhöre gnädig mich! Mein Trost, das bitt ich dich. Hilf mir am letzten Ende! Nimm mich in deine Hände, Daß ich selig abscheide Zu deiner Himmelsfreude. 6. Amen! zu aller Stund Sprech ich aus ulesten Herr Du wollest uns geleiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, Auf daß wir deinen Namen Ewig⸗ lich preisen. Amen. Siegm. Weingürtner, um 1600. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten 20 515. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not! Erbarm dich mein, o treuer Gott! Ich bin ja doch dein liebes Kind, Trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott, mein Herr. Wenn ich di hab, was will ich mehr? J hab ja dich, Herr Jesu Christ; Du mein Gott und Erlöser bist. 3. Des freu ich mich von Herzen fein, Bin gutes Muts und harre dein, Verlaß mich änzlich auf dein“ Nam'n. 10 Helfer, hilf! Drauf prech ich: Am'n! Martin Moller, geb. 1547, st. 1606. Mel. Was mein Gott will, gescheh ꝛc. 516. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut Im Himmel 37⁴4 Kreuz⸗ und und auf Erden. Wer sich verläßt auf Jesum Christ, Dem muß der Himmel wer⸗ den. Darum auf dich allein hoff ich Mit ganz getrostem Herzen; Herr Jesu Christ, mein Trost du bist In Todes⸗ not und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr Und aller Welt zuwider: Dennoch so bist du, Jesu Christ, Der sie all schlägt darnieder. Un wenn ich dich nur hab um mich Mit deinem Geist und Gaben, So kann fürwahr mir ganz und gar Kein To noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich) Denn du kannst mir wohl geben, Was mir ist not, du treuer Gott, In dies'm und jenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, Errette Leib und Seele! Ach höre, H Und laß mein Bitt nicht fehlen Joh. Mühlmann, geb. 1573, st. 1613. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 517. In allen meinen Tha⸗ ten Laß ich den Höchsten ra⸗ ten, Der alles kann und hat. Er muß zu allen Dingen, Solls anders wohl gelingen, Selbst geben Segen, Rat und That. 2. Nichts ist es spät und Mühe; ich ihn sorgen; Er weiß al⸗ frühe Um alle meine Mühe Mein Sorgen ist umsonst. Er mags mit meinen Sachen—0 seinem Willen machen; stells in seine Lieb und Gunst err, dies mein Begehr, Trostlieder. 3. Es kann mir nichts ge⸗ schehen, Als was er hat ver⸗ sehen, Und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; Was ihm von mir beliebet, Das hab auch ich mir aus⸗ erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden, Vor allem üÜbel schützt. Leb ich nach seinen Sätzen, So wird mich nichts verletzen, d Nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden In Gnaden mich entbinden, d Durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbre⸗ chen Nicht stracks das Urteil sprechen Und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, Erwach ich frühe wieder, Lieg, oder zieh ich fort, In Schwach⸗ heit und in Banden, Und was mir stößt zu Handen: So tröstet mich sein teures Wort. 7. Hat er es denn beschlos⸗ sen, So will ich unverdrossen An mein Verhängnis gehn. Kein Unfall unter allen Wird mir zu harte fallen; Ich will mit Gott ihn überstehn. 5 sterben und 0 leben, So ald er mir gebeut. Es sei heut oder morgen: Dafür laß lein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine, Und traue dem alleine, Der 8. Ihm hab ich mich ergeben, dich geschaffen hat. Es gehe, mir ni leitest meinet mir di Welt, Strick 4. T schläf Dein ob de⸗ sich i Kreuzf o Jes 5. D lichts ge⸗ hat ver⸗ selig ist. giebet; beliebet, mir aus⸗ Gnaden, Schaden, ützt. Leb tzen, Se verletzen, mir ewig r Sünden entbinden, le Schuld. n Verbre⸗ has Urteil i noch mit äte nieder, eder, Lieg, Schwach⸗ den, Und 1 Handen: ein teures n beschlos⸗ werdrossen is gehn. allen Wird Ich will rstehn. ich ergeben, leben, So Ut. Es sei Dafür laß ir weiß al⸗ it. ö zeele, seine, lleine, Der Es gehe, wie es gehe, Dein Vater in der Höhe, Der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Flemming, geb. 1609, st. 1640. Psalm 121. 518. Wenn ich in Angst und Not mein Augen heb empor, Zu deinen Bergen, Herr, mit Seufzen und mit Flehen, So neigst du mir dein Ohr, Daß ich nicht darf betrübt von deinem Antlitz gehen. 2. Mein Schutz und Hülfe kommt, o treuer Gott, von dir, Der du das Firmament und Erdreich hast gegründet. Kein Mensch kann helfen mir. Vor deinem Gnadenthron allein man Rettung findet. 3. Du schaffest, daß mein Fuß mir nicht entgleiten kann, Du leitest selber mich auf allen meinen Wegen Und zeigest mir die Bahn, Wenn mir die Welt, der Tod und Teufel d Stricke legen. 4. Du Hüter Israel, du schläfst noch schlummerst nicht, Dein Augen Tag und Nacht ob denen offen bleiben, Die sich in dieser Pflicht Zur Kreuzfahn sen dein Blut, o Jesu, lassen schreiben. 5. Der Herr behüte mich vor allem Ungelück; Besonders meine Seel er väterlich be⸗ wahre Vors Teufels List und Tück, Auf daß hinfüro mir kein Übel widerfahre. 6. Herr, segne meinen Tritt, wo ich geh aus und ein, Und Kreuz⸗ und Trostlieder. 375 was ich red und thu, laß al⸗ les wohlgelingen Und dir befohlen sein; So kann ich meinen Lauf hier seliglich vollbringen. 7. Und wenn ich aus der Welt nach deinem Willen geh, So hilf, daß ich in dir fein sanft von hinnen scheide Und fröhlich aufersteh; Dann führe mich hinauf in deine Wonn und Freude. Apelles v. Löwenstern, g. 1594, st. 1648. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 519. Ach Gott, dir muß ichs klagen: Mein Unglück ist zu groß. Ein ganzes Herz voll Plagen Schütt ich in deinen Schoß. Die Not nur will nicht lassen Mich sonst verlaßne Seel. Dir ichs mit Wangen nassen, Mit blassem Mund erzähl. 2. Zum Leiden bin geboren Ich, dein elendes Kind. Bei ir, den ich verloren, Ich Trost, o Vater, find. Wenn Menschenhülf aufhöret, So hebt die deine an; Wenn alles mich verstöret, Dein Hand mich bauen kann. 3. Kann ich was Trost noch fassen? Die Angst zum Her⸗ zen bricht. Die Freunde mich verlassen Und achten meiner nicht. Kein Hülf seh ich auf Erden. Ich schaue himmel⸗ auf. Dorther mir Hülf soll werden, Die ich mit Thränen kauf. 4. Die Angst in meinem Herzen Legt mir die Zung in 376 Kreuz⸗ und Trostlieder. Band. Du kennest meine Schmerzen, Dem nichts ist unbekannt. Ich kann nur sehn⸗ lich sagen: Herr, zeig mir deine Huld! Soll ich denn länger klagen, Gieb Hoffnung und Geduld! 5. Der Glaub läßt nicht ver⸗ derben; Ich hoff in meiner Not. Drauf will ich fröhlich sterben. Mich löset auf der Tod Von allem Jammer⸗ wesen, Setzt mich in deine Händ. Gott, laß mich so gene⸗ sen! Mein Elend wend und endl Maria Elisabeth, Markgräfin zu Bran⸗ denburg-Culmbach, geb. 1628, st. 1666. — Psalm 37, 5. 520. Besiehl du deine Wege, Und was dein Herze kränkt, Der allertreusten Pflege Des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Win⸗ den Giebt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege finden, Da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, Wenn dirs soll wohl⸗ ergehn; Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbst⸗ eigner Pein Läßt Gott ihm gar nichts nehmen; Es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, O Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geblüt; Und was du dann erlesen, Das treibst du, starker Held, Und bringst zu Stand und Wesen, Was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, An Mitteln fehlts dir nicht; Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht! Dein Werk kann niemand hindern, Dein Arbeit darf nicht ruhn, Wenn du, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel Hie wollten widerstehn, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er ihm vorgenommen Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, Hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, Da dich der Kummer plagt, Mit großen Gnaden rücken; Er⸗ warte nur die Zeit, So wirst du schon erblicken Die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf! auf! gieb deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht! Laß fahren, was dein Herze Betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Re⸗ gente, Der alles führen soll: Gott sitzt im Regimente Und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten! Er ist ein weiser Fürst Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wunderbarem Rat Die Sach hinausgeführet, Die dich bekümmert hat. geschre Wesen, illt. wegen, nicht; Segen, Licht! iemand it darf ,„ was ßlichist, luß doch seinem e Seele, zt! Gott hle, Da gt, Mit en; Er⸗ So wirst ie Sonn deinem gen gute vas dein traurig nicht Re⸗ ren soll: nte Und hun und iser Fürst erhalten, rn wirst, Rat Di at Die ret, Die Kreuz⸗ und 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost verziehn Und thun an seinem Teile, Als hätt in seinem Sinn Er deiner sich begeben, Als sollst du für und für In Angst und Nöten schweben, Als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befin⸗ den, Daß du ihm treu ver⸗ bleibst, So wird er dich ent⸗ binden, Da dus am mindsten niß Er wird dein Herze ösen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Bö⸗ sen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! Du hast und trägst davon Mit Ruhm und Dank⸗ geschreie Den Sieg, die Eh⸗ renkron. Gott giebt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du singst Freuden⸗ psalmen Dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende An aller unsrer Notl Stärk unsre Füß und Hände Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu empfohlen sein, So gehen unsre Wege Ge⸗ wiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher ꝛc. 521. Du bist ein Mensch; das weißt du wohl. Was strebst du denn nach Dingen, Die Gott der Höchst alleine soll Und kann zuwege brin⸗ 750 Du fährst mit deinem Witz und Sinn Durch so viel Trostlieder. 377 tausend Sorgen hin Und denkst: wie wills auf Erden Doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst! du wirst fürwahr Mit allem deinem Dichten Auch nicht ein einges kleines Haar In aller Welt ausrichten; Und dient dein Gram sonst nirgends zu, Als daß du dich aus deiner Ruh In Angst und Schmerzen stürzest Und selbst das Leben kürzest. 3. Wie oft bist du in große Not Durch eignen Willen kommen, Da dein verblend⸗ ter Sinn den Tod Fürs Leben angenommen! Und hätte Gott dein Werk und That Ergehen lassen nach dem Rat, In dem dus angefangen, Du wärst zu Grunde gangen. 4. Und dennoch soll dein An⸗ gesicht Dein ganzes Leben führen? Du traust und glau⸗ best weiter nicht, Als was die Augen spüren? Was du be⸗ ginnst, da soll allein Dein Kopf dein Licht und Meister sein? Was der nicht auser⸗ koren, Das hältst du als verloren? 5. Willst du was thun, was Gott gefällt Und dir zum Heil gedeihet, So wirf dein Sor⸗ gen auf den Held, Den Erd und Himmel scheuet, Und gieb dein Leben, Thun und Stand Nur fröhlich hin in Gottes Gen So wird er deinen Sa⸗ en Ein fröhlich Ende machen. Ach, wie so oftmals 6. schweigt er still Und thut doch, 378 Kreuz⸗ und was uns nützet, Da unter⸗ dessen unser Will Und Herz in Angsten sitzet, Sucht hier und da und findet nichts Will sehn und mangelt doch des Lichts, Will aus der Angst sich winden Und kann den Weg nicht finden. 7. Gott aber geht gerade fort Auf seinen weisen Wegen; Er eht und bringt uns an den Port, Da Sturm und Wind sich legen. Hernachmals, wenn das Werk geschehn, Da kann der Mensch alsdann erst sehn, Was der, so ihn regieret, In seinem Rat geführet. 8. Drum, liebes Herz, sei wohlgemut Und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, Dein Bestes vorzunehmen. Er kanns nicht lassen, glaube mir; Sein Vaterherz ist gegen dir Und uns hier allzusammen Voll allzusüßer Flammen. 9. Thu als ein Kind und lege dich In deines Vaters Arme; Bitt ihn und flehe, bis er sich Dein, wie er pflegt, erbarme: So wird er dich durch seinen Geist Auf Wegen, die du al nicht weißt, Nach wohlgehaltnem Ringen Aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 522. Schwing dich auf zu deinem Gott, Du betrübte Seele! Warum liegst du, Gott zum Spott, In der Schwer⸗ mutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will Trostlieder. durch sein Kämpfen Deinen Trost, den Jesus Christ Dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf, und sprich: Fleuch, du alte Schlan⸗ ge! Was erneust du deinen Stich, Machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, Und ich bin durchs Leiden Meines Heilands dir entrückt In den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Sünd⸗ gen für? Wo hat Gott be⸗ fohlen, Daß mein Urteil über mir Ich bei dir soll holen? Wer hat dir die Macht ge⸗ schenkt, Andre zu verdammen, Der du selbst doch liegst ver⸗ senkt In der Höllen Flammen? 4. Hab ich was nicht recht ethan, Ist mirs leid von erzen; Dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmer⸗ zen. Denn das ist das Löse⸗ eld Meiner Missethaten; enn mein Glaub dies Gott vorhält, Ist mir wohl geraten. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, Sein Recht meine Krone, Sein Verdienst mein Eigentum, Darin ich frei wohne, Als in einem festen Schloß, Das kein Feind kann fällen, Brächt er gleich davor Geschoß Und Gewalt der Höllen. 6. Stürme, Teufel, und du, Tod! Was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden: Der Gott, der mir seinen Sohn Selbst verehrt aus L Spott dort be 7. Ich mein! de? D Deinen rist Dir pf, und Schlan⸗ deinen gst und er Kopf durchs nds dir aal der Sünd⸗ gott be⸗ teil über holen? acht ge⸗ ammen, egst ver⸗ ammen? cht recht eid von nehm ich Schmer⸗ as Löse⸗ sethaten; ies Gott geraten. ist mein t meine nst mein ich frei m festen ind kann ich davor halt der und du, ihr mir doch in nit seiner der mir verehrt Kreuz⸗ und aus Liebe, Daß der ewge Spott und Hohn Mich nicht dort betrübe. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein! Wer ist, der uns schei⸗ de? Dringt das liebe Kreuz herein Mit dem bittern Leide: Laß es dringen; kommt es doch Von geliebten Händen! Schnell zerbricht des Kreu⸗ zes Joch, Wenn es Gott will wenden. 8. Kinder, die der Vater soll Ziehn zu allem Guten, Die edeihen selten wohl Ohne Jucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind: Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner Sünd Auf was Guts will ziehen. 9. Es ist herzlich gut 6. meint Mit der Christen Pla⸗ gen. Wer hier zeitlich wohl geweint, Darf nicht ewig klagen; Sondern hat voll⸗ kommne Lust Dort in Chri⸗ sti Garten, Wo ihm anders nichts bewußt, Endlich zu er⸗ warten. 10. Gottes Kinder säen zwar Traurig und mit Thränen; Aber endlich bringt das Jahr, Wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, Da sie Garben machen: Da wird all ihr Gram und Leid Lau⸗ ter Freud und Lachen. 11. Ei, so faß, o Christen⸗ herz, Alle deine Schmerzen! Wirf sie fröhlich hinterwärts, Laß des Trostes Kerzen Dich entzünden mehr und mehr! Gieb dem großen Namen Dei⸗ Trostlieder. 379 nes Gottes Preis und Ehr. Er wird helfen! Amen! Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676 523. Gieb dich zufrieden und sei stille In dem Gotte deines Lebens. In ihm ruht aller Freuden Fülle; Ohn ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Son⸗ ne, Scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zu⸗ frieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, Ungefärbten, treuen Herzens; Wo er steht, thut dir keinen Schaden Auch die Pein des größten Schmer⸗ zens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, Ja, auch den Tod hat er in Hän⸗ den. Gieb dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe, Ist ihm wahrlich nicht verborgen. Er sieht und ken⸗ net aus der Höhe Der be⸗ trübten Herzen Sorgen. Er ählt den Lauf von heißen hränen Und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gieb dich zufrieden. 4. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, Dessen Treue du darfst trauen, Alsdann will er dein Tröster werden Und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heim⸗ lich Grämen; Auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gieb dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer dei⸗ ner Seelen Und des Herzens stilles Klagen, Und was du 380 Kreuz⸗ und Trostlieder. keinem darfst erzählen, Magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, Hört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend 1 f0 bezwingen; Halt an Gott, so wirst du siegen. Ob alle Flu⸗ ten einhergingen, Dennoch mußt du oben liegen; Denn wenn du wirst 6 hoch be⸗ schweret, Hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich ns tore 7. Was sorgst du für dein armes Leben, Wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, Wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand voll aller Gaben, Da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden. 8. Der allen Vögeln in den Wäldern Ihr bescheidnes Körnlein weiset, Der Schaf und Rinder auf den Feldern Alle Tage tränkt und speiset, Der wird vielmehr dich eingen füllen Und dein Begehr und Notdurft stillen. Gieb dich zufrieden. 9. Mitel nicht: Ich ch kei⸗ ne Mittel; Wo ich such, ist nichts zum Besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel: Helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, So schickt er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden. 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, Wird sie dennoch endlich kommen. Macht dir das Harren angst und bange, Glaube mir, es ist dein From⸗ men. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, Und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden. 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten Deiner Feinde von dir dichten. Laß sie nur immer weidlich spotten; Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und dei⸗ ner Sachen, Was kann dein Feind, der Mensch, groß ma⸗ chen? Gieb dich zufrieden. 12. Hat er doch auch wohl selbst das Seine, Wenn ers sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, Dem nicht etwas fehlen soll⸗ te? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durch⸗ aus von keinen Plagen? Gieb dich zufrieden. 13. Es kann und mag nicht anders werden: Alle Menschen müssen leiden. Was webt und lebet auf der Erden, Kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden Bis in das Grab; da wird sichs enden Gieb dich zufrieden. 14. Es ist ein Ruhetag vor handen, Da uns unser Gott wird lösen. Er wird uns reißen aus den Banden Die⸗ ses Leibs von allem Bösen. Es wird einmal der Tod her⸗ springen Und aus der Qual uns sämtlich bringen. Gieb dich zufrieden. 15. E den S und G Frieder 18, das 5ß durch⸗ n? Gieb 'ag nicht Nenschen hebt und „Kann meiden. schlägt in das enden tag vor ser Gott ird uns hen Die⸗ Bösen. Tod her⸗ er Qual 1. Gieb 15. Er wird uns bringen zu den Scharen Der Erwählten und Getreuen, Die hier mit Frieden heimgefahren Sich auch nun in Frieden freuen, Da sie den Grund, der nicht kann brechen, Den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 524. Nicht so traurig, nicht so sehr, Meine Seele, sei be⸗ trübt, Daß dir Gott Glück, Gut und Ehr Nicht so viel wie andern giebt! Nimm vorlieb mit deinem Gott. Hast du Gott, so hats nicht not. 2. Du noch sonst ein Men⸗ schenkind Hast ein Recht in dieser Welt. Alle, die ge⸗ schaffen sind, Sind nur Gäst im fremden Zelt. Gott ist Herr in seinem Haus; Wie er will, so teilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, Daß du Erde haben sollt. Schau den Himmel über dir! Da, da ist dein edles Gold; Da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn Ende, Ehr ohn Neid! 4. Der ist albern, der sich kränkt Um ein handvoll Eitel⸗ keit, Wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Bestän⸗ digkeit. Bleibt der Zentner dein Gewinn, Fahr der Heller immer hin. 5. Schaue alle Güter an, Die dein Herz für Güter hält! Keines mit dir gehen kann, Wenn du gehest aus der Welt; Kreuz⸗ und Trostlieder. 381 Alles bleibet hinter dir, Wenn du trittst ins Grabes Thür. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, Wird von keiner Zeit verzehrt, Ist und bleibet all⸗ zeit gut. Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut das schwindet nicht. 7. Wüßte, der im Himmel lebt, Daß dir wäre nütz und ut, Wornach so begieri strebt Dein verblendtes Fleis und Blut, Würde seine Fröm⸗ migkeit Dich nicht lassen un⸗ erfreut. 8. Gott ist deiner Liebe voll Und von ganzem Herzen treu. Wenn du wünschest, prüft er wohl, Wie dein Wunsch be⸗ schaffen sei. Ist dirs gut, so geht ers ein; Ists dein Schade, spricht er nein. 9. Unterdessen trägt sein Geist Dir in deines Herzens shen Manna, das die Engel peist, Ziert und schmückt es herrlich aus; Ja, er wählet, dir zum Heil, Dich zu seinem Gut und Teil. 10. Ei, so richte dich empor, Du betrübtes Angesicht! Laß das Seufzen, nimm hervor Deines Glaubens Freuden⸗ licht! Das behalt, wenn dich die Nacht Deines Kummers traurig macht. 11. Setze, als ein Himmels⸗ sohn, Deinem Willen Maß und iel. Rühre stets vor Gottes hron Deines Dankes Saiten⸗ spiel, Weil dir schon gegeben ist Mehres, als du würdig bist. 382 Kreuz⸗ und 12. Führe deines Lebens Lauf Allzeit Gottes eingedenk. Wie es kommt, nimm alles auf, Als ein wohlbedacht Ge⸗ schenk. Geht dirs widrig, laß es gehn! Gott und Himmel bleibt dir stehn! paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Was mein Gott will, gescheh ꝛc. 525. Ich hab in Gottes Herz und Sinn Mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn; Der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron Des Himmels aufge⸗ zogen. Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, Bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr: Mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, So will er mich nur üben Und mein Gemüt in sei⸗ ner Güt Gewöhnen fest zu stehen. Halt ich dann Stand, weiß seine Hand Mich wieder zu erhöhen. 3. Woher sollt ich den Auf⸗ enthalt Auf dieser Erd er⸗ langen? Ich wäre längstens tot und kalt, Wo mich nicht Gott umfangen Mit seinem Arm, der alles warm, Gesund und fröhlich machet. Was er nicht hält, das bricht und fällt; Was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand Bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt Zu thun und Trostlieder. auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid Uns, seinen Kindern, diene; Und was er thut, ist alles ut, Obs noch so traurig iene. 5. Das Feld kann ohne Un⸗ gestüm Gar keine Früchte tra⸗ gen: So fällt auch Menschen⸗ wohlfahrt. um Bei lauter gu⸗ ten Tagen. Die Aloe bringt bittres Weh, Macht gleihwohl rote Wangen: So muß ein — durch Angst und Schmerz u seinem Heil gelangen. 6. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir Getrost in deine Hände. Nimm mich und mach du es mit mir Bis an mein letztes Ende, Wie du wohl weißt, daß meinem Geist Da⸗ durch sein Nutz entstehe, Und deine Ehr je mehr und mehr Sich in ihr selbst erhöhe. 7. Willst du mir geben Son⸗ nenschein, So nehm ichs an mit Freuden; Solls aber Kreuz und Unglück sein, Will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür Noch ferner offen stehen: Wie du mich führst und führen wirst, So will ich gern mitgehen. 8. Soll ich denn auch des Todes Weg Und finstre Straße reisen: Wohlan, so tret ich Bahn und Steg, Den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird Zu solchem Ende kehren, Daß ich einmal in deinem Saal Dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 526 mich d doch Cl mir de mir der mir sch gelegt 2. Na Boden, nahm Nacken hen, N Erd A 3. Gu und Li Gott 6 geben. kehren, will i ehren. 4. Sd zu tro Angst drum schickt, Er wei All me 5. Go Tagen jetzt Ar Fromn mit Kann gar ve 6. So Rotten mehr spotten sie lach Wird den m 7. Un en So wann uLeid diene; alles raurig ie Un⸗ te tra⸗ uschen⸗ ter gu⸗ Hpoht chwohl uß ein chmerz gen. tt, so deine d mach umein wwohl st Da⸗ e, Und d mehr öhe. n Son⸗ chs an aber n, Will oll mir r Noch Vie du wirst, tgehen. ich des Straße tret ich en mir du bist ird Zu daß ich U Dich st. 1676. 526. Warum sollt ich mich denn grämen? Wir ich doch Christum noch: Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Bei⸗ gelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, Da ich kam, Da ich nahm Meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hinzie⸗ hen, Wenn ich werd Von der Erd Als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben Ist nicht mein; Gott allein Ist es, ders ge⸗ geben. Will ers wieder zu sich kehren, Nehm ers hin; J will ihn Dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein, Sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden. Er weiß wohl, Wie er soll All mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen Oft ergötzt; Sollt ich jetzt Auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen Sein Gericht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten Können mir Nichts mehr hier Thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, Wird in Eil Sie zu Schan⸗ den machen. 7. Unverzagt und ohne Gran⸗ en Soll ein Christ, Wo er Kreuz⸗ und Trostlieder. ist, Stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod auf⸗ reiben, Soll der Mut Dennoch gut Und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten; Sondern reißt Unsern Geist Aus viel tau⸗ send Nöten, Schleußt das Thor der bittern Leiden Und macht Bahn, Da man kann Gehn zur Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schä⸗ tzen Ich mein deh Auf den Schmerz Ewiglich ergötzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; Was die Welt In sich hält, Muß im Hui ver⸗ ch schwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand Voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Ga⸗ ben, Da mein Hirt, Christus, wird Mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hin⸗ gelangen, Da du mich Und ich dich Lieblich werd umfangen! Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 527. Meine Hoffnung ste⸗ het feste Auf den lebendigen Gott. Er ist mir der allerbeste, Der mir beisteht in der Not. 383 384 Kreuz⸗ und Er allein Soll es sein, Den ich nur von Herzen mein. 2. Sagt mir, wer kann doch vertrauen Auf ein schwaches Menschenkind? Wer kann feste Schlösser bauen In die Luft und in den Wind? Es ver⸗ geht, Nichts besteht, Was ihr auf der Erden seht. 3. Aber Gottes Güte währet Immer und in Ewigkeit. Vieh und Menschen er ernähret Durch erwünschte Jahreszeit. Alles hat Seine Gnad Dar⸗ gereichet früh und spat. 4. Giebet er nicht alles reich⸗ lich Und mit großem Über⸗ fluß? Seine Lieb ist unver⸗ Waneram Wie ein starker Wasserguß. Luft und Erd Uns ernährt, Wenn es Got⸗ tes Gunst begehrt. 5. Danket nun dem großen Schöpfer Durch den wahren Menschensohn, Der uns wie ein freier Töpfer Hat gemacht aus Erd und Thon. Groß von Rat, Stark von That Ist, der uns erhalten hat. J. Neander, geb. 1650, st. 1680. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 528. Zion, gieb dich nur zufrieden; Gott ist noch bei dir darin. Du bist nicht von ihm geschieden; Er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch; Dies ist Gottes steter Brauch. Zion, lerne dies bedenken. Warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meeres⸗ wellen In der wilden, tiefen Trostlieder. See, Wollen sie dich gar zer⸗ schellen, Daß du rufest Ach und Weh; Schweigt dein Hei⸗ land still dazu, Gleich als schlafend in der Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen Bald wird Sturm und Flut sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, Ob sie noch so feste stehn, Ja, die ganze Welt des⸗ gleichen Möchte gar auch un⸗ tergehn: Dennoch hat es keine Not In dem Leben und im Tod. Zion, du mußt ja nicht wanken Aus den vorgeschrieb⸗ nen Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen Oft dein Trank und Speise sein; Stimmt dein Seufzen und dein Stöhnen Auch mit deinen Liedern ein; Kränkt der Neid dir Herz und Mut, Kommst du hier um Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht lre scha Du sollst Gottes Hülfe schauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, Mit viel Qual und Herzeleid; Den⸗ noch wirst du nicht zu Schan⸗ den; Denk nur an die Ewig⸗ keit. Sei getrost und wohlge⸗ mut; Denn der Herr ists, der es thut. Zion, auf Gott mußt du merken; Der wird dich in Schwachheit stärken. 6. Freue dich! es kommt das Ende Und der Abend schon⸗ herbei. Gieb dich nur in Got⸗ tes Hände; Der macht dich von allem frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn Giebt er dir die Fre dein S die 90 7. Ha Bricht für; De sonne, u dir, engru Frieden dein Kl von Fr 8. Fre erben, hier! T ten ster und füt Angst u nen Hin will dick Lamm 529. Gott le auf ihn wunder Kreuz u Gott de Der he gebaut. 2. Wa⸗ ren So unser X hilft es gen Be mach? Kreuz v durch d 3. Mat stule U selbst ve Gottes M R. die Freudenkron. Zion, Gott, dein Schutz wird wachen Und die Welt zu Schanden machen. 7. Halleluja! deine Wonne Bricht anjetzt mit Macht her⸗ für; Denn die schöne Gnaden⸗ sonne, Jesus Christus, naht u dir, Giebt dir einen Freu⸗ engruß Und den rechten Friedenskuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freuden sagen. 8. Freuet euch, ihr Himmels⸗ erben, Freuet euch mit Zion hier! Die vor Jammer woll⸗ ten sterben, Sollen leben für und für. Dort ist nicht mehr Angst und Qual In dem schö⸗ nen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden Von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli, 1663. 529. Wer nur den lieben Gott läßt walten Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderlich erhalten In allem Kreuz und Traurigkeit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, Der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schwe⸗ ren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Mor⸗ gen Beseufzen unser Unge⸗ mach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein weni ule Und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unsers Gottes Gnadenwille, Wie sein M R. Gesangbuch. Kreuz⸗ und Trostlieder. 385 Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freu⸗ denstunden, Er weiß wohl, wann es nützlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden Und merket keine Heuchelei, So kommt Gott, eh wirs uns versehn, Und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, Daß du von Gott verlassen seist, Und daß der Gott im Schoße sitze, Der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel Und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr schlechte? Sachen Und ist dem Höchsten alles gleich, Den Reichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, Der bald er⸗ höhn, bald stürzen kann. *geringe, leichte. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, Verricht das Deine nur getreu Und trau des Himmels reichem Segen, So wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zu⸗ versicht Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark. geb. 1621, st. 1681. Mel. Jesu, meine Freude. 530. Meine Seel ist stille Zu Gott, dessen Wille Mir zu helfen steht. Mein Herz ist vergnüget Mit dem, wies Gott 25 386 Kreuz⸗ und füget, Nimmt an, wie es geht. Geht es nur zum Himmel zu Und bleibt Jesus ungeschie⸗ den, So bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget An dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein Aller Ort und Zeiten, Und mag keinen lei⸗ den, Der ihr redet ein. Von der Welt, Ehr, Lust und Geld, Wornach sind so viel beflissen, Mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein! nur einer, Sagt sie, und sonst keiner Wird von mir geliebt. Jesus, der Getreue, In dem ich mich freue, Sich mir ganz ergiebt. Er allein, er soll es sein, Dem ich wieder mich ergebe Und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge Und dich gläubig lege Sanft in seinen Schoß. Lerne ihm ver⸗ trauen, So wirst du bald schauen, Wie die Ruh so groß, Die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, Den kann er erquicken. 5. Meine Seele harret Und sich ganz verscharret Tief in Jesu Brust. Sie wird stark durch Hoffen; Was sie je be⸗ troffen, Träget sie mit Lust; Fasset sich ganz männiglich Durch Geduld und Glauben feste. Am End kömmt das Beste. 6. Amen! es geschiehet. Wer zu Jesu fliehet, Wird es recht erfahrn, Wie Gott seinen Kin⸗ dern Pflegt das Kreuz zu min⸗ dern Und das Glück zu sparn Bis zu End; alsdann sich Trostlieder. wendt Das zuerst gekost'te Lei⸗ den, Und gehn an die Freuden. Joh. Kasp. Schade, geb. 1666, st. 1698. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 531. Meine Sorgen, Angst und Plagen Laufen mit der Zeit zu End. Alles Seufzen, alles Klagen, Das der Herr alleine kennt, Wird, gottlob! nicht ewig sein. Nach dem Regen wird ein Schein Von viel tausend Sonnenblicken Meinen matten Geist er⸗ quicken. 2. Meine Saat, die ich ge⸗ säet, Wird zur Freude wach⸗ sen aus. Wenn die Dornen abgemähet, So trägt man die Frucht nach Haus. Wenn ein Wetter ist vorbei, Wird der Kunmpie wieder frei. Nach dem ämpfen, nach dem Streiten Kommen die zeiten. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, Muß man leiden in der Still, Daß uns auch die Dornen stechen. Es geht alles, wie Gott will; Er hat uns ein Ziel gezeigt, Das man nur im Kampf erreicht. Will man hier das Kleinod finden, So muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, Der mit Kreuzen ist besetzt. Hier muß man sich nicht entfernen, Ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit Kommt kein Mensch hin ohne Streit. Die in Salems Mauern woh⸗ Erquickungs⸗ — nen, 3 kronen. 5. Es Fromme Klarheit sal herge het mar Lammes Prangen Und mit Weil sie 6. Got feste Und rückt: 6 Hochzeits dem Str erhält de tem Kan erretten. sich. No Donnerse genehmer folgt der Freude n 532. weilen so Gott die und weiß endlich di 2. Hülfe, Hat er d ben. Hil Frist, Hi nötig ist. 3. Gleie bald gebe te Lei⸗ euden. 1. 1698. quelle. ch dem reiten Ungs⸗ will leiden auch 5geht Er hat Das reicht. leinod n erst ch den zen ist n sich gleich dem ommt Streit. woh⸗ — nen, Zeigen ihre Dornen⸗ kronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, Die des Himmels Klarheit sehn, Aus viel Trüb⸗ sal hergekommen. Darum sie⸗ het man sie stehn Vor des Lammes Stuhl und Thron Prangend in der Ehrenkron Und mit Palmen ausgezieret, Weil sie glücklich triumphieret. 6. Gottes Ordnung stehet feste Und bleibt ewig unver⸗ rückt: Seine Freund und Hochzeitsgäste Werden nach dem Streit beglückt; Jsrael erhält den Sieg Nach 5 tem Kampf und Krieg; Ka⸗ naan wird erst gefunden Nach⸗ dem alles überwunden. 7. Darum trage deine Ket⸗ ten, Meine Seel, und dulde dich. Gott wird dich gewiß erretten. Das Gewitter leget sich. Nach dem Blitz und Donnerschlag Folgt ein an⸗ genehmer Tag. Auf den Abend folgt der Morgen Und die Freude nach den Sorgen. um 1700. 532. Sollt es gleich bis⸗ weilen scheinen, Als verließe Gott die Seinen, Ei, so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, Hat er drum nicht aufgeho⸗ ben. Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht Kreuz⸗ und Trostlieder. 387 der streben, So hält Gott auch Maß und Ziel; Er giebt, wie und wann er will. 4. Seiner kann ich mich ge⸗ trösten, Wenn die Not am allergrößten; Er ist gegen mich, sein Kind, Mehr als väterlich gesinnt. 5. Trotz dem Teufel! trotz dem Drachen! Ich kann ihre Macht verlachen. Trotz dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Trotz des bittern Todes Zähnen! Trotz der Welt und allen denen, Die mir sind ohn Ursach feind! Gott im Him⸗ mel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, Ei, so 1 ich nichts danach. Gott ist Rich⸗ ter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, Muß mir doch der Himmel bleiben. Wenn ich nur den Himmel krieg, Hab ich alles zur Genüg. 9. Welt, ich will dich gerne lassen; Was du liebest, will ich hassen. Deine Güter brin⸗ gen Not; Lasse mir nur mei⸗ nen Gott! 10. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, Sag ich allem an⸗ dern abe. Legt man mich gleich in das Grab, Gnug, Herr, wenn ich dich nur hab. Christoph Titius, geb. 1613, st. 1704. 533. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Es bleibt ge⸗ bald geben, Wonach ihre Kin⸗ recht sein Wille. Wie er fängt 25* Kreuz⸗ und meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Trostlieder. Gott mich Ganz väterlich In seinen Armen halten; Drum Mich laß ich ihn nur walten. Gott, Der in der Not Mi wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er wird mi nicht betrügen. Er führet 2— auf rechter Bahn: So la ich mich begnügen An seiner Huld Und Hab Geduld. Er wird mein Unglück wenden; Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er wird mi wohl bedenken; Er, als mein Arzt und Wundermann, Wird mir nicht Gift einschenken Für Arzenei. Gott ist getreu; Drum will ich auf ihn bauen Und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er ist mein Licht und Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann. Ich will mich ihm ergeben In Freud und Leid. Es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrek⸗ ken, Weil doch zuletzt Ich werd ergötzt Mit süßem Trost im erzen; Da weichen alle chmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Dabei will i verbleiben. Es mag mich die rauhe Bahn Not, Tod ch ein End. Der auf Sam. Rodigast, geb. 1649, st. 1708 534. Nur frisch hinein; ch es wird so tief nicht sein. Das rote Meer wird dir schon mers vergönnen. Was wim⸗ merst du? Sollt der nicht elfen können, Der nach dem litz giebt heitern Sonnen⸗ schein? Nur frisch hinein 2. Der Herr der Welt hat ch einen Weg bestellt, Den nie⸗ mand weiß. Eh sein Volk sollte sinken, Muß selbst das Meer auf seines Schöpfers Winken Wie Mauern sein. Er dämmt das Flutenfeld, Der Herr der Welt. zeit bereit, Durch Kreuz und Schmach und durch die krau⸗ sen Wellen Zu dringen durch; kein Sturmwind kann sie fäl⸗ len. Sie hält uns fest in steter Sicherheit, Die Tapferkeit. 4. Ein Kriegesmann muß tapfer halten an. Es steht nicht wohl, wenn Krieger wol⸗ len stehen, Weil sie das End des Krieges nicht ersehen. Ein Christ ist auch, der tapfer käm⸗ 5. Der Kampf hört auf, wenn hier dein Pilgerlau Das Ziel erreicht. Was ein⸗ mal angefangen, Das nimmt Herr ist vor⸗ gegangen. Du folge nach und tritt nur tapfer drauf. Cs und Elend treiben, So wird höret auf. 3. Die Tapferkeit ist jeder⸗ pfen kann, Ein Kriegesmann. 6. Die nicht en Kelch,! get; M wenn al laß dir bens se 7. Die doch eir hindurd Führer. Erd⸗ ur schreitet dich in 8. Er nicht la sein Sck tragen. dich der sichern verirrt: 9. Auf allen Kr dich, die Kommt dein Je Und hel dein Ge Sinn! 10. De⸗ also ber Kreuz d jlagen. unser K Kreuzes Kinderte stand! 11. We oftmals Berg v Gründe ein Chi Himmel ich In Drum n. st. 1708 hinein; t sein. r schon wim⸗ r nicht ich dem onnen⸗ nein! zelt hat en nie⸗ n Volk bst das höpfers n sein. tenfeld, st jeder⸗ euz und ie krau⸗ n durch; sie fäl⸗ in steter erkeit. n muß Ls steht ger wol⸗ das End hen. Ein fer käm⸗ esmann. zrt auf, ilgerlauf Vas ein⸗ 8 nimmt ist vor⸗ nach und auf. CEs 6. Die Kreuzespein wird ja nicht ewig sein. Es ist ein W. Kelch, der seinen Boden zei⸗ get; Man sieht den Grund, wenn alles ausgeneiget. Drum laß dir einen Trank des Le⸗ bens sein Die Kreuzespein. 7. Die größte Not zerbricht doch einst der Tod. Hindurch, hindurch! und folge deinem Führer. Dein Jesus ist der Erd⸗ und Meerregierer; Der schreitet durch und tritt für dich in Kot Die größte Not. 8. Er ist dein Hirt, der dich nicht lassen wird; Er wird J sein Schaf auf seinen Achseln tragen. Es wartet schon auf dich der Engel Wagen Zum sichern Schutz. Und ob du dich verirrt: Er ist dein Hirt. 9. Auf blöder Sinn! wirf allen Kummer hin Und schicke dich, die Tiefe durchzuwaten. Kommt schon ein Sturm: dein Jesus wird dir raten Und helfen aus. Der Tod ist dein Gewinn. Auf, blöder Sinn! 10. Der Christenstand ist hier also bewandt: Es muß ein Kreuz das andre Kreuz ver⸗ jagen. So ging es dem, der unser Kreuz getragen Am Kreuzesstamm. Es ist kein Kindertand, Der Christen⸗ stand! 11. Wer wandern soll, muß oftmals trauernsvoll Durch Berg und Thal und tiefe Gründe dringen. So muß ein Christ auch nach dem Himmel ringen Und leiden Kreuz⸗ und Trostlieder. viel. Der geht oft mühevoll, er wandern soll. 12. Ach, mein Herr Christ, wenn du nur bei mir bist, So will ich auch mein Leben willig enden. Zu dir, mein Gott, will ich mich gänzlich wenden Und tragen, was mir auferleget ist. Ach, mein Herr Christ! Mlich. Kongehl, geb. 1646, st. 1710. Mel. Der Herr, mein Licht, ist und ꝛc. 535. So führst du doch recht selig, Herr, die Deinen; a, selig— und doch mei⸗ stens wunderlich! Wie könn⸗ test du es böse mit uns mei⸗ nen, Da deine Treu nicht kann verleugnen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, Darauf du läßt die Kinder zu dir gehn. Da pflegt es wunderseltsam aus⸗ zusehn; Doch triumphiert zu⸗ letzt dein hoher Rat. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Gesetzen, So die Vernunft und gute Meinung stellt. Den Zweifelsknoten kann dein Schwert verletzen Und lösen auf, nachdem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band' entzwei; Was sich entgegensetzt, muß sinken hin; Ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn: Dann geht dein Fuß auch durch Umwege frei. 3. Was unsre Klugheit will Vorstand in Oi Teilt dein erstand in Ost und Westen aus. Was mancher unter Joch Kreuz⸗ und und Last will biegen, Setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt,— und du verknüpfst in Kraft; Sie bricht,— du baust; sie baut,— du reißest ein; Ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein. Dein Geist bei Toten Kraft und Leben schafft. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, So hast dus schon aus deinem Buch gethan. Wem aber nie⸗ mand will dies Zeugnis wei⸗ sen, Den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn Und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß, was öfters deine Ab⸗ sicht sei? Wer kann der tief⸗ sten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, Was nichts in deinen Augen; Was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb. Der Worte Pracht und Ruhm mag dir nicht tau⸗ gen; Du giebst die Kraft und Nachdruck durch den Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob; Sie sind versteckt; der Blinde geht vorbei; Wer Augen hat, sieht sie doch nicht so frei. Die Sachen sind zu klar, der Sinn zu grob. 6. O Herrscher, sei von uns gebenedeiet, Der du uns tö⸗ test und lebendig machst. Wenn uns dein Geist der Weisheit Schatz verleihet, So sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weis⸗ heit spielt bei uns; wir spie⸗ Trostlieder. len mit. Bei uns zu wohnen ist dir lauter Lust; Die reget sich in deiner Vaterbrust Und gängelt uns mit zartem Kin⸗ derschritt. 7. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen, Bald fährest du mit uns ganz säu⸗ berlich. Geschiehts, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, So weist die Zucht uns wie⸗ der hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden Augen hin; Du küssest uns; wir sa⸗ gen Bessrung zu: Drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh Und hält im Zaumden ausgeschweiften Sinn. 8. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, Die Ohn⸗ macht und der Sinnen Un⸗ verstand; Man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, Wie es um schwache Kinder sei bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, Brauchst Vaterrecht und zei⸗ gest Muttertreu. Wo niemand meint, daß etwas deine sei, Da hegst du selbst dein Schäf⸗ lein je und je. 9. Also gehst du nicht die gemeinen Wege; Dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, Damit du sehst, was sich im Huntel rege, Wenn du in unkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar Von dem, was du in deinem Sinne hast. Wer meint, er hab den Vor⸗ satz recht gefaßt, Der wird am End ein andres oft gewahr. 10. O noch He des scha Der die terscheid von deir mein H stern nie den W; Erweck dir erg dein he 11. Wi dir wid telt ihr Weg, festgung ihre Hö leg, Kei in mir dich i möcht, gefallen dein Lich 12. So ein in trag u armes Zeugnis len, D und Lü mein al ist mei ganz kr brenne begier. deiner 4 13. Dy 40 sche E 6 schaft si vor di Sind öhnen reget Und Kin⸗ etwas Bald z säu⸗ unser deifen, 3 wie⸗ gehn Augen vir sa⸗ schenkt wieder umden „wohl e Ohn⸗ n Un⸗ ns fast n, Wie her sei tdu zu st sie, nd zei⸗ iemand ine sei, Schäf⸗ bi. m.duß 10. O Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, Gieb mir des scharfen Blickes Sicherheit, Der die Natur von Gnade un⸗ terscheidet, Das eigne Licht von deiner Heiterkeit. Laß doch mein Herz dich niemals mei⸗ stern nicht; Brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt; Erweck die Lust, die sich nur dir ergiebt Und tadelt nie dein heimliches Gericht. 11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen Und schüt⸗ telt ihren Kopf zu deinem Weg, So wollst du die Be⸗ festgung niederbrechen, Daß ihre Hin sich nur beizeiten leg, Kein fremdes Feuer sich in mir IIThoe Das ich vor dich in Thorheit bringen möcht, Und dir wohl gar so zu gefallen dächt. Ach, selig, wer dein Licht ergreift und findt! 12. So zieh mich denn hin⸗ ein in deinen Willen Und trag und heb und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stil⸗ len, Dein Geist die Furcht und Lüste überwind. Du bist mein alles; denn dein Sohn ist mein. Dein Geist reg sich ganz kräftiglich in mir. Ich brenne nun nach dir in Liebs⸗ begier. Wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, Kein En⸗ ch schämt nun der Gemein⸗ chaft sich; Die Geister, die vor dir vollendet grünen, Sind meine Brüder und er⸗ Kreuz⸗ und Trostlieder. 391 warten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, Das dich und mich und alle Chri⸗ sten liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell! Weich ewig, aller Schmerz! Gottfr. Aruold, geb. 1666, st. 1714. 536. Gott lebet noch! See⸗ le, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen Alle Hülf auf Erden thut, Der mit Macht und starken Armen Machet alles wohl und gut. Gott kann besser, als wir denken, Alle Not zum besten lenken. Seele, so be⸗ denke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, Der das Aug hat zugericht? Der die Ohren hat erschaffen, Sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, Wo den Frommen Weh geschie⸗ 225 Seele, so bedenke doch: ebt doch unser Herrgott noch! 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet Mit den Wolken weit und breit, Der die ganze Welt erfüllet, Ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist 392 du schwer mit Kreuz beladen, Nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott ist groß und reich von Gnaden, Hilft dem Schwachen gnädig auf. Got⸗ tes Gnade währet immer, Seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, Dein Verbrechen quält dich sehr: Komm zu Gott; er wird versenken Deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen Kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch un⸗ ser Herrgott noch! 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, Weißt du weder aus, noch ein: Gott wird dennoch dich umfassen Und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich mei⸗ net, Wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr⸗ gott noch! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel samt der Erden Immerhin in Trümmer gehn, Laß die Höll entzündet wer⸗ den, Laß den Feind erbittert stehn, Laß den Tod, den Ab⸗ grund blitzen: Wer Gott traut, den will Gott schützen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 8. Gott lebet noch! Seele, Kreuz⸗ und Trostlieder. was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen Auf der harten Dornenbahn: Es ist Gottes Wohlgefallen, Dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! Joh. Friedr. Zihn, geb. 1650, st. 1719. Mel. Der lieben Sonne Licht und ꝛc. 537. Frisch, frisch hinnach, mein Geist und Herz, Auf Jesu Dornenwegen! Bekrieget mich hier Leid und Schmerz: Auf Siegen folget Segen. Nur fröhlich l Ds L Die leichte Liebeslast! Das Leiden dieser kurzen Zeit Ist doch nicht wert der Herrlichkeit. 2. Du kennest, liebster Jesu, wohl Der Schultern Stärk, Vermögen; Du weißt schon, was ich tragen soll, Und was du sollst auflegen. Leg auf, ich halte dir! Dein Will ge⸗ scheh in mir! Dein Will, an dem mein Wollen hangt, Das nichts, als was du willst, verlangt. 3. Du gingest selbst zu Eh⸗ ren ein Durch Schmerz, Ge⸗ duld und Leiden: Sollt ich nun, Jesu, besser sein Und hier in Rosen weiden? Der Himmelslilienglanz Wächst aus dem Dornenkranz. Dem, der den Rock des Kreuzes trägt, Wird dort der Purpur angelegt. 4. Wo blieb des Herzens Gartenpracht, Wenn Süd und lich G Nord st bewölkt seine A bleibest densehr fassen. Last, de Wohlse hier ge gekrönt Pand Freude 7. Wo Geduld leiden! deiner wirst 1 erblick heißne Geduld es gil Wolfg. C Mel. W 538 doch füj Imme sorgen krieget hmerz: Segen. ßt Die Leiden t doch hkeit. + Jesu, Stärk, t schon, nd was eg auf, Bill ge⸗ Zill, an gt, Das willst, zu Eh⸗ erz, Ge⸗ dollt ich in Und n? Der Wächst z. Dem, Kreuzes Purpur Herzens Süd und Kreuz⸗ und Nord stets schliefen? Nur das bewölkte Wehen macht, Daß seine Würze triefen. Indessen bleibest du Doch meine Sonn und Ruh, Die mich mit ih⸗ rem Licht ergötzt, Wenn mich des Kreuzes Sturm benetzt. 5. Denn du, mein Gott, bist Sonn und Schild Der Gläubigen auf Erden, Die deinem Kreuz und Marter⸗ bild Hier sollen ähnlich wer⸗ den, Eh sie die Herrlichkeit Mit ihrer Kron erfreut Und der Geduld die Palmen bringt, Die sie nach Sieg des Lei⸗ dens schwingt. 6. Mein Herz kann diese Lei⸗ densehr, O Jesu, fast nicht fassen. So komm, du liebe Last, denn her! Wer will sein Wohlsein hassen? Mit Jesu hier gehöhnt: Mit Jesu dort gekrönt! Mit Jesu hier ans Teend gedrückt: Mit Jesu Freude dort erquickt! 7. Wohlan, so will ich in Geduld Nach deinem Willen leiden! Der Becher fließt von deiner Huld, Den du mir wirst bescheiden. Im Kreuz erblick ich schon Die mir ver⸗ heißne Kron. Du leuchtest in Geduld mir vor: Ich folg; es gilt zum Sternenthor. Wolfg. Christoph Deßler, g.1660, st. 1722. Matth. 6, 24—34. Mel. Warum sollt ich mich denn ꝛc. 538. Warum willst du doch für morgen, Armes Herz, Immerwärts Als ein Heide sorgen? Wozu dient dein täg⸗ lich Grämen, Weil Gott will Trostlieder. 393 In der Still Sich der Not annehmen? 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel und Leib; Darum bleib Ihm allein ergeben. Er wird ferner alles schenken. Traue fest, Er verläßt Nicht, die an ihn denken. 3. Sage nicht: was soll ich essen? Gott hat dir Schon allhier, So viel Gnanniere Daß der Leib sich kann er⸗ nähren; Übriges Wird indes Gottes Hand bescheren. 4. Es ist mehr, als Trank und Speisen, Dieser Leib; Darum gläub, Daß Gott wird erweisen, Daß er Speis und Trank kann geben Dem, der sich Festiglich Ihm ergiebt im Leben. 5. Sorgst du, wie du dich sollst kleiden? Jesus spricht: Sorge nicht! Solches thun die Heiden. Schau die Blumen auf den Feldern, Wie so schön Diese stehn, Und die Bäum in Wäldern. 6. Sorgt ein Vogel auf den Zweigen, Wenn er singt, Hüpft und 101 Wer ihm soll anzeigen, Was er essen soll und trinken? Nein, ach nein! Er allein Folgt des Himmels Winken. 7. Ach, der Glaube fehlt auf Erden! Wär er da, Müßt uns ja, Was uns not ist, werden. Wer Gott kann im Glauben fassen, Der wird nicht, Wenns gebricht, Von ihm sein verlassen. 8. Wer Gerechtigkeit nach⸗ 394 Kreuz⸗ und trachtet Und zugleich Gottes Reich Über alles achtet, Der wird wahrlich nach Verlangen Speis und Trank Lebenslang Wie im Schlaf empfangen. 9. Laß die Welt denn sich be⸗ mühen Immerhin! Ach, mein Sinn Soll zu Jesu fliehen. Er wird geben, was mir feh⸗ let; Ob ers oft Unverhofft Eine Weil verhehlet. 10. Will er prüfen meinen Glauben, Und die Gab, Die ich hab, Mir gar lassen rau⸗ ben: So muß mir zum be⸗ sten kommen, Wenn Gott mir Alles schier Hat hinwegge⸗ nommen. 11. Er kann alles wiederge⸗ ben. Wenn er nimmt, So bestimmt Er sein Wort zum Leben. Ach, wie viele fromme Seelen Leben so Und sind froh, Ohne Sorg und Quälen! 12. Sie befehlen Gott die Sorgen, Wie er will, Und sind still Immer im Verbor⸗ en, Was Gott will, ist ihr Vergnügen, Und wies er Un⸗ gefähr Will mit ihnen fügen. 13. Doch kann ihnen nicht versagen Gott ihr Brot In der Not, Wenn er hört ihr Klagen. Er kommt wahrlich sie zu trösten, Eh mans meint, Und erscheint, Wenn die Not am größten. 14. Ihre Sorg ist für die Seelen, Und ihr Lauf Geht hinauf Zu den Felsenhöhlen, Zu des Herren Jesu Wun⸗ den. Hier sind sie Aller Müh Und der Not entbunden. Trostlieder. 15. Nun, Herr Jesu, meine Freude, Meine Sonn, Meine Wonn, Meiner Seelen Weide: Sorge nur für meine Seelen, So wird mir Auch allhier Nichts am Leibe fehlen. 16. Alles sei dir unverhohlen, Was mir fehlt, Was mich quält, Großer Gott, befohlen. Sorge du, so will ich schwei⸗ hun Und vor dir Nach Ge⸗ ühr Meine Kniee beugen. 17. Ich will dir mit Freuden danken Fort und fort, Hier und dort, Und will nimmer wanken. Lob und Preis sei deinem Namen! Sei mein Teil, Hülf und Heil, Liebster Jesu! Amen! Laurentius Laurenti, g. 1660, st. 1722. 539. Gott wills machen, Daß die Sachen Gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wel⸗ len Sich verstellen, Wenn du nur bei Jesu bist. 2. Wer sich kränket, Weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, Wird mit Klagen Nur sich plagen, Daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter, Gott, dein Wächter, Schläfet ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen Aufzusehen, Wäre dei⸗ ne Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen Und im Ei⸗ len Bleibt er stets dein Vater⸗ schei Laß dein Weinen Bitter cheinen; Dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, Daß das beste Über dich beschlossen sei. meine Meine Weide: Seelen, allhier en. hohlen, 18 mich efohlen. schwei⸗ ach Ge⸗ pugen. Freuden hrt, Hier nimmer Preis sei sei mein Liebster 0, st. 1722. machen, hen, wie die Wel⸗ Wenn du „Weil er in dem agen Nur Unglaub hott, dein ja noch Zu den Wäre dei⸗ Ind im Ei⸗ ein Vater⸗ nen Bitter chmerz ist nerz. „Daß das hlossen sei. Wenn dein Wille Nur ist stil⸗ le, Wirst du von dem Kum⸗ mer frei. 6. Laß dir süße Sein die Küsse, Die dir Jesu Rute giebt. Der sie führet Und regieret, Hat nie ohne Frucht betrübt. 7. Willst du wanken In Ge⸗ danken, Faß dich in Gelassen⸗ heit. Laß den sorgen, Der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 8. Gottes Hände Sind ohn Ende, Sein Vermögen hat kein Ziel. Ists beschwerlich, Scheints gefährlich: Deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder Sind der Zunder, Da der Glaube Fun⸗ ken fängt. Alle Thaten Sind geraten Jedesmal, wie ers verhängt. 10. Wenn die Stunden Sich gefunden, Bricht die Hülf mit Macht herein; Und dein Grä⸗ men h beschämen, Wird es unversehens sein. 11. Eignen Willen Zu erfül⸗ len, Leidets sich noch ziemlich wohl. Da ist Plage, Not und Klage, Wo man leiden muß und soll. 12. Drum wohl denen, Die sich sehnen Nach der stillen Willensruh! Auf das Wollen Fällt dem Sollen Die Voll⸗ ringungskraft bald zu. 13. Mehr zu preisen Sind die Weisen, Die schon in der Übung stehn, Die das Leiden Und die Freuden Nur mit Hiobs Aug ansehn. 14. Nun so trage Deine Pla⸗ Krenz⸗ und Trostlieder. 395 ge Fein getrost und mit Ge⸗ duld. Wer das Leiden Will vermeiden, Häufet seine Sün⸗ denschuld. 15. Die da weichen Und das Zeichen Ihres Bräutigams verschmähn, Müssen laufen Zu den Haufen, Die zur lin⸗ ken Seite stehn. 16. Aber denen, Die mit Thränen Küssen ihres Jesu Joch, Wird die Krone Auf dem Throne Ihres Heilands werden noch. 17. Amen! Amen! In dem Namen Meines Jesu halt ich still. Es geschehe Und er— gehe, Wie und wann und was er will. Joh. Dan. Herrnschmidt, g.1675, st.1723. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. 540. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Drum laß dichs nicht betrüben, Wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein Die Kinder, die ihn lie⸗ ben. Je lieber Kind, Je ern⸗ ster sind Des frommen Va⸗ ters Schläge. Schau, das sind Gottes Wege! 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Gott wills nicht anders haben. Auch dieses Lebens Not und Pein Sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein, So 960 es ein. Es kommt von Liebeshänden; Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das Kreuz lehrt fleißig beten, Zieht ab vom eitlen Trug und Schein Und 396 Kreuz⸗ und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin Mit sprödem Sinn, Wenns nun zu dir ge⸗ kommen; Es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das muß uns im⸗ mer wecken; Wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, Wenn unbe⸗ reit Die Ewigkeit Und der Posaunen Schallen Uns wür⸗ de überfallen! 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Es lehrt die Sünde hassen Und unsern lieben Gott allein Mit rechter Lieb um⸗ fassen. Die Welt vergeht Und Gott besteht. Bedenks und laß dich üben, Das ewge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein. Was Gott schickt, will ich tragen. Schickts doch der liebste Vater mein, Sinds doch nur kurze Plagen Und wohlgemeint! Wer gläubig weint, Lebt dort in steten Freuden. Ich will mit Christo leiden. Dav. Nerreter, geb. 1649, st. 1726. Psalm 62. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 541. Was von außen und von innen Täglich meine See⸗ le drückt Und hält Herz, Ge⸗ müt und Sinnen Unter sei⸗ ner Last gebückt: In dem al⸗ len ist dein Wille, Gott, der aller Unruh wehrt; Und mein Herz hält in der Stille, Bis es deine Hülf erfährt. 2. Denn du bist mein Fels Trostlieder. auf Erden, Da ich still und sicher leb. Deine 9 uu muß mir werden, So ich mich dir übergeb. Dein Schutz ist mein Trutz alleine Gegen Sünde, Not und Tod; Denn mein Leiden ist das deine, Weil ich dein bin, o mein Gott. 3. Auf dich harr ich, wenn das Leiden Nicht sobald zum Ende eilt. Dich und mich kanns nimmer scheiden, Wenns gleich noch so lang verweilt. Und auch dies mein gläubges Hoffen Hab ich nur allein von dir; Durch dich steht mein Herz dir offen, Daß du solches schaffst in mir. 4. Bei dir ist mein Heil und Ehre, Meine starke Zuversicht. Willst du, daß die Not sich mehre, Weiß ich doch, du läßt mich nicht. Meint der Feind mich zu erreichen Und zu wer⸗ fen unter sich, Will ich auf den Felsen weichen; Der wirft alles unter mich. 5. Lieben Leute, traut bestän⸗ dig Auf ihn, als auf euern hort. Er ist Gott und heißt ebendig, Ist euch nah an je⸗ dem Ort. Wann und wo euch Hülfe nötig, Da klopft an; er ist zu Haus, Kommt und ist zur Hülf erbötig; Schütt' das Herz nur vor ihm aus. 6. Aber wie kanns dem ge⸗ lingen, Der auf Fleisch sein Hosuung richt? Große Leut sind samt geringen In der Not gar ohn Gewicht. Traut doch lieber auf den einen, Welcher Lieb und Allmacht gethan 9. B llund e muß ich dir st mein ünde, mein Beil ich t wenn ild zum d mich Wenns erweilt. läubges allein steht Daß du heil und versicht. Not sich du läßt er Feind zu wer⸗ ich auf der wirft t bestän⸗ uf euern nd heißt ih an je⸗ wo euch opft an; nmt und Schütt' hm aus. dem ge⸗ eisch sein oße Leut In der )t. Traut n einen, Allmacht Kreuz⸗ und hat, Daß er helfen kann den Seinen, Und beweisets mit der That. 7. Auf dich, mein Gott, bau ich feste, Geh in aller Stille hin; Denn zuletzt kommt doch das beste Und das End ist mein Gewinn. Deine All⸗ macht hilft mir tragen, Deine Lieb versüßet mir Alles bittre, alle Plagen: Darum bin ich still zu dir. 8. Laß, o Seele, es nur ge⸗ hen, Wie es geht, und sorge nicht. Endlich wirst du den⸗ noch sehen, Daß Gott übt ein recht Gericht. Jetzo ist er deine Stärke, Daß dir gar nichts schaden kann; Dort vergilt er alle Werke, So ein Jeder hat gethan. 9. Breit, o Herr, doch deine Güte Über mich, nimm mich in dich, So wird hinfort mein Gemüte Stille bleiben ewig⸗ lich. Werde alles und in al⸗ len, Gieb uns, daß wir dir allein Allzeit trachten zu gefal⸗ len, So wird alles stille sein. Aug. Herm. Franche, g. 1663, st. 1727. Mel. Nun freut euch, liebenChristen ꝛc. 542. Wie Gott mich führt, so will— gehn Ohn alles Eigenwählen. Geschieht, was er mir ausersehn, Wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit Und fol⸗ e willig Schritt vor Schritt n kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still Und folge Linem Leiten, Obgleich im Fleisch Trostlieder. 397 der Eigenwill Will öfters wi⸗ derstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, In Zeit und auch in Ewigkeit Stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich 21 bin ich vergnügt; Ich ruh in sei⸗ nen Händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, Wie ers will kehrn und wenden, Sei ihm hiermit ganz heimgestellt; Er mache, wie es ihm gefällt, Zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich In seinen Va⸗ terwillen. Scheints der Ver⸗ nunft gleich wunderlich, Sein Rat wird doch erfüllen, Was er in Liebe hat bedacht, Eh er mich an das Licht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu Im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, Was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest. Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Es geh durch Dorn und Hecken. Kann ichs auch anfangs nicht verstehn, Zuletzt wird er aufdecken, Wie er nach seinem Vaterrat Mich treu und wohl geführet hat. Dies sei mein Glaubensanker. Lambert Gedicke, geb. 1683, st. 1735. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 543. Endlich, endlich muß es doch Mit der Not ein Ende Kreuz⸗ und nehmen. Endlich bricht das harte Joch, Endlich schwindet Angst und Grämen, Endlich wird der Sorgenstein Doch einmal gehoben sein. 2. Endlich bricht man Rosen ab, Endlich kommt man durch die Wüsten. Endlich kann der Wanderstab Sich zum Vater⸗ hause rüsten. Endlich bringt die Thränensaat, Was die Freudenernte hat. 3. Endlich sieht man Kanaan Nach Agyptens Diensthaus liegen. Endlich trifft man Tabor an, Wenn der Olberg überstiegen. Endlich zieht ein Jakob ein, Wo kein Esau mehr wird sein. 4. Endlich! o du schönes Wort! Du kannst alles Kreuz versüßen! Wenn der Felsen ist durchbohrt, Läßt er end⸗ lich Wasser fließen. Ei, mein Herz, drum merke dies: End⸗ lich, endlich kommt gewiß! Benj. Schmolck, geb. 1672, st. 1737. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich ꝛc. 544. Ein Blick nach jenen Zionshöhen Versüßt mir alle Leiden dieser Zeit. Wie wird mir da so wohl geschehen Nach allem hier bestandnen Kampf und Streit! Wie süß wird doch nach Ungemach und Pein Die mir verheißne ewge Ruhe sein! 2. Hier muß ich in dem Thal der Thränen Noch manche sor⸗ genvolle Tritte thun: Dort endet sich mein banges Seh⸗ nen; Die müde Seele wird Trostlieder. im Frieden ruhn. Hier wird mein Geist durch manche Last gedrückt: Dort aber ohne En⸗ de sanft erquickt. 3. Mein täglich Kreuz sind meine Sünden, Darunter ich oft klagend seufzen muß: Wer wird mich Elenden entbinden, Und wer befreiet den umstrick⸗ ten Fuß! Dort ist die Sünde völlig abgelegt, Wo sich auch keine böse Lust mehr regt. 4. Mich will der Tod zuwei⸗ len schrecken; Der letzte Kampf, der letzte Fersenstich, Will mir noch manche Furcht erwecken; Doch Christi Kampf und Blut⸗ schweiß stärket mich. Dort ist auch dieser letzte Feind be⸗ siegt, Wenn er einst unter meinen Füßen liegt. 5. Ich muß in Kedars Hüt⸗ ten wandeln Und unter Mesech noch ein Fremdling sein; Die Welt schenkt durch ihr Thun und Handeln Mir manchen Wermutsbecher hier noch ein: Dort wird der alten Welt nicht mehr gedacht; Gott spricht: Ich habe alles neu gemacht. 6. Mein Geist sehnt sich nach jenem Tage Und wartet auf die frohe Ewigkeit; Und da ich diesen Leib noch trage, So schickt er sich zu der Er⸗ lösungszeit, Bis mich mein Heiland zu sich kommen heißt Und aller Last der argen Welt entreißt. 7. Soll ich indes auf dieser Erden Auch noch durch man⸗ che rauhe Wege gehn, So bleibt in Trübsal und Be⸗ Sorgen morgen Mann. Frieden schieden Schreit mer: G wird e Last e En⸗ ö 10 er i Wer inden, istrick⸗ Sünde h auch egt. zuwei⸗ tampf, ill mir vecken; Blut⸗ dort ist d be⸗ unter 3 Hüt⸗ Mesech n; Die Thun lanchen ch ein: t nicht spricht: emacht. ch nach tet auf Ind da trage, der Er⸗ mein n heißt in Welt f dieser 9 man⸗ n, So nd Be⸗ schwerden Mein Herz den⸗ noch auf diesem Grunde stehn: Nichts schadet mir, was mei⸗ nes Vaters Hand Von Leiden mir nur jemals zuerkannt. 8. Ich bin ein 2—. in sei⸗ nen Händen Und halte seiner treuen Führung still. Er mag mich drehen, werfen, wenden, So oft und wundersam er immer will; Ja, wenn er sein Gefäß auch gar zerbricht: Ver⸗ wirft er mich nur nicht, so schadets nicht. 9. Bei allen neuen Leidens⸗ proben Sieht doch mein Au⸗ ge ihn stets kindlich an. Ich will ihn lieben und auch lo⸗ ben Für alles, was er nur an mir gethan. Bin ich ja blind, die Wege einzusehn, So will ich mit verbundnen Augen gehn. 10. In Hoffnung seh ich doch das Erbe Und freue mich auf jene Herrlichkeit; Und wenn ich endlich selig sterbe, So enden sich die Leiden dieser Zeit. Wie wohl wird mir die Ewigkeit doch thun! Wie wohl wird sichs dort nach der Arbeit ruhn! Joh. Daniel Hense, st. 1753. — Mel. Jesu, meine Freude. 545. Weicht, ihr finstern Sorgen! Denn auf heut und morgen Sorgt ein andrer Mann. Laßt mich nun mit Frieden! Dem hab ichs be⸗ schieden, Der es besser kann. Schreit die Welt gleich im⸗ mer: Geld! Ich will Hosi⸗ Kreuz⸗ und Trostlieder. anna schreien, Glauben und mich freuen. 2. Gott hat zu bezahlen. Das ist ohne Prahlen Mein ge⸗ wisser Schatz. Alles fällt vom Himmel, Sorgendem Gewim⸗ mel Geb ich keinen Platz. Son⸗ nenschein und Fröhlichsein, Milder Tau und kühler Re⸗ gen Ist des Himmels Segen. 3. Hab ich keinen Heller, We⸗ der Brot, noch Teller, Weder Dach, noch Fach; Reißen mei⸗ ne Kleider, Sagen andre: Lei⸗ der! Schreien Weh und Ach: Sing ich 25 und glaube noch. Ich will ruhen, trinken, spei⸗ sen Und den Vater preisen. 4. Der die Haare zählet, Dem kein Sperling fehlet, Der die Raben speist: Der hat mich geschaffen, Der be⸗ darf kein Schlafen, Der ist nicht verreist. Der den Sohn so lange schon Für mein Heil dahin gegeben, Der ist noch am Leben. 5. Mir den Erben schenken Und sich doch bedenken, Wenas am Brote fehlt: Das ist ohne Zweifel Ein Gedicht vom Teu⸗ fel, Der die Herzen quält. Bö⸗ sewicht, begreifst dus nicht? Der sein Kind nicht abgeschla⸗ gen, Was wird der versagen? 6. Der die Seele speiset Und ihr mehr erweiset, Als den Wert der Welt; Der mir Leib und Leben Wunderbar gege⸗ ben, Wunderbar erhält; Der es kann und ders gethan, Diesen traget erst 6 Grabe, Eh ich Mangel habe. 400⁰ Kreuz⸗ und 7. Wenn ich ihn erkenne Und ihn Abba nenne, Wie sein Geist mich lehrt, So bin ich, der Sünder, In der Zahl der Kinder, Die er bitten hört. Mein Gebet wird nicht verschmäht. Vater heißen, Kinder haben, Das erfordert Gaben. 8. Bin ich wert geachtet, Daß man den geschlachtet, Der mein Bürge war; Zählt sein heißes Bluten Unschätzbare Fluten Mir zur Lösung dar; Giebt er sich zum Fluch für mich: O so gelt ich ohne Kro⸗ nen Mehr als Millionen. 9. Der für mich gefastet, Selten recht gerastet, Oft mit Kummer aß; Der sich arm deneceie Und im ganzen Le⸗ en Eignes nicht besaß: Got⸗ tes Lamm, mein Bräutigam, Untersagt mir alle Sorgen. Er sorgt heut und morgen. 10. Er hat mich erkaufet, Durch sein Blut getaufet Und u sich bekehrt. Ach, wie hat sein Lieben Ihn nach mir getrieben, Bis ich ihn ge⸗ hört! Sollt er nun so lieblos thun? Sollt er eins von sei⸗ nen Schafen Mit Verhungern strafen? 11. Nein, er wird mich klei⸗ den, Speisen, tränken, weiden, Mein Versorger sein. Steht er gleich von ferne: Wenn ich warten lerne, Kehrt er bei mir ein. Ist es leer, so giebt er her; Und nach überstand⸗ nen Proben Werd ich fröh⸗ lich loben. Trostlieder. 12. Nun, so weicht, ihr Sor⸗ gen! Denn auf heut und mor⸗ 7 Sorgt ein andrer Mann. ch will ruhig bleiben, Meine Arbeit treiben, Wie ich im⸗ mer kann. Christi Blut stärkt meinen Mut Und läßt mich in Not und Plagen Nimmer⸗ mehr verzagen. E. G. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ꝛc. 546. Umschließ mich ganz mit deinem Frieden, Mein treu erkannter Seelenfreund. Halt mich von allem abge⸗ schieden, Was du nicht bist, was dich nicht meint. Ich wünsche mir kein andres Le⸗ ben, Als das dein Sterben mir gegeben, Und du am beug all meinen Eigenwillen, Daß er sich göttlich möge stil⸗ len Bei deines Kreuzes leich⸗ ter Last. 2. Mein König, laß mich nichts vertreiben Aus dieser Burg, die Friede heißt. O laß mirs ewig teuer bleiben, Daß du stets bei den Deinen seist! Kein Heil ist hiermit zu vergleichen; Vernunft, die kann es nicht erreichen, Weils durch des Geistes sanftes We⸗ hen Kann ich etwas davon verstehen, Daß du mein ew⸗ ger Friede bist. 3. In dieser Tashn laß mich bleiben, So lang mein Blut in Adern schlägt. Dies laß mich denken, lieben, treiben, Kreuz erworben hast. Drum über alles Denken ist. Nur yr Sor⸗ d mor⸗ Mann. „Meine ich im⸗ t stärkt ßt mich immer⸗ 5„ st. 1761. Freund ꝛc. ich ganz „Mein nfreund. abge⸗ cht bist, nt. Ich dres Le⸗ Sterben du am Drum enwillen, nöge stil⸗ zes leich⸗ laß mich us dieser heißt. O r bleiben, n Deinen t hiermit nunft, die en, Weils ist. Nur nftes We⸗ as davon mein ew⸗ g laß mich nein Blut Dies laß „ treiben, So lang mich deine Gnade trägt. Bewahre du selbst Herz und Sinnen: Laß all mein Denken und Beginnen Ein Zeugnis deines Friedens sein. Komm, all dein Wesen in mich lege! Komm, für die Ewigkeiten präge Mir deines Lebens Bildnis ein! 4. Halleluja! es sei gewaget, Durch Not und Tod dir nach⸗ In großer und gemeinsamer Not. 401 zugehn! Ich folge, Herr, dir unverzaget Mit unablässig heißem Flehn. Ich nehme deines Kreuzes Bürde Und die damit verbundne Würde Und lehne mich auf dich, mein Freund. Ich weiß, du trägst mich durchs Gedränge, Mit aller meiner Lasten Men⸗ ge, Bis mir dein Antlitz einst erscheint. 6. Clemens, fl. 1776. In großer und gemeinsamer Not. Die Litanei. 547. Kyrie, eleison! Chri⸗ ste, eleison! Kyrie, elei⸗ son! Christe, erhöre uns! Herr Gott, Vater im Him⸗ mel, Erbarm dich über uns! Herr Gott Sohn, der G Welt Heiland, Erbarm dich über uns! Herr Gott, hei⸗ liger Geist, Erbarm dich über uns! Sei uns gnädig! Verschon uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnä⸗ dig! Hilf uns, lieber Herre Gott! Vor allen Sünden, Vor allem Irrtum, Vor allem Übel, Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem, schnellem Tod, Vor Pestilenz und teurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Feur und Wassersnot, Vor Hagel und Ungewitter, Vor dem ewigen Tod Behüt uns, lieber Herre Gottl Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und blu⸗ tigen Schweiß, Durch dein M. R. Gesangbuch. Kreuz und Tod, Durch dein heiliges Auferstehn und Him⸗ melfahrt, In unserer letzten Not, Am jüngsten Gericht Hilf uns lieber Herre ott! Wir armen Sünder bitten, Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Alle Bischöfe, Pfarr⸗ herren und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten, Allen Rotten und Argernissen wehren, Alle Irrige und Verführte wie⸗ derbringen, Den Satan unter unsre Füße treten, Treue Ar⸗ beiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrüb⸗ ten und Blöden helfen und sie trösten, Erhör uns, lie⸗ ber Herre Gott! Allen christlichen Königen und Für⸗ sten Fried und Eintracht ge⸗ ben, Unserm König steten Sieg wider deine Feinde gön⸗ 26 402 Kreuz⸗ und nen, Unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen lei⸗ ten und schützen, Unsern Rat, Schul und Gemeine segnen und behüten, Erhör uns, lieber Herre Gott! Al⸗ len, so in Not und Gefahr sind, mit Hülf erscheinen, Al⸗ len Schwangern und Säu⸗ gern fröhliche Frucht und Ge⸗ deihen geben, Aller Kinder und Kranken pflegen und war⸗ ten, Alle unschuldig Gefang⸗ ne los und ledig lassen, Alle Witwen und Waisen vertei⸗ digen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Un⸗ sern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie be⸗ kehren, Die Früchte auf dem Lande segnen und bewahren Und uns gnädiglich erhören! Erhör uns, lieber Herre Gott! O Jesu Christe, Got⸗ tes Sohn, Erhör uns lie⸗ ber Herre Gott! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! O du Gottes⸗ lamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Verleih uns steten Fried! Christe, erhöre uns! Kyrie, eleison! Christe, eleison! Kyrie, eleison! Amen! von Mart. Luther aus dem Lateini⸗ schen am 13. März 1529 übersetzt. 2 Chron. 20, 12. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem ꝛc. Trostlieder. nicht, wo aus, noch ein, Und finden weder Hülf noch Rat, Ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, Daß wir zusammen insgemein Dich anrufen, o treuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Not; 3. Und heben unser Aug und Herz Zu dir in wahrer Reu und Schmerz Und such'n der Sünden Vergebung Und al⸗ ler Strafen Linderung; 4. Die du verheißest gnädig⸗ lich Allen, die darum bitten dich Im Namen deins Sohns Jesu Christ, Der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, Und klagen dir all unsre Not, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sün⸗ den groß, Sprich uns der⸗ selb'n aus Gnaden los; Steh uns in unserm Elend bei, Mach uns von allen Plagen frei; 7. Auf daß von Herzen kön⸗ nen wir Nachmals mit Freu⸗ den danken dir, Gehorsam sein nach deinem Wort, Dich allzeit preisen hier und dort. paul Eber, geb. 1511, st. 1569. Mel. Vater unser im Himmelreich. 549. Nimm von uns, Herr, du treuer Gott, Die schwere Straf und große Not, Die wir mit Sünden ohne Zahl Verdienet haben allzumal! 548. Wenn wir in höch⸗ sten Nöten sein Und wissen Behüt vor rieg und teurer Rettun weis ar Und str rer Th deiner und Gr 4. Ged bittern heilgen sind ja Die 30 geld. allezeit herzigke 5. Leit bei dir Marti Mel. Si 550 rael, D Seel, Leid D heit, O nicht& und dort. „st. 1569. immelreich. uns, Herr, ie schwere Not, Die hne Zahl allzumal! ind teurer Zeit, Vor Seuchen, Feur und großem Leid! 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht! Wir bitten Gnad und nicht das Recht; Denn so du, Herr, den rechten Lohn Uns geben wolltst nach unserm Thun, So müßt die ganze Welt vergehn, Und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach, Herr Gott, durch die Treue dein Mit Trost und Rettung uns erschein! Be⸗ weis an uns dein große Gnad Und straf uns nicht nach uns⸗ rer That. Wohn uns mit deiner Güte bei; Dein Zorn und Grimm fern von uns sei. 4. Gedenk an deins Sohns bittern Tod; Sieh an sein heilgen Wunden rot! Die sind ja für die ganze Welt Die Zahlung und das Löse⸗ geld. Des trösten wir uns allezeit Und hoffen auf Barm⸗ herzigkeit. 5. Leit uns mit deiner rech⸗ ten Hand Und segne gnädig Stadt und Land. Gieb uns allzeit dein heilges Wort; Be⸗ hüt vors Teufels List und Mord. Bescher ein selig Stündelein, Auf daß wir ewig bei dir sein. Martin Moller, geb. 1547, st. 1606. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 550. Treuer Wächter Js⸗ rael, Des sich freuet Leib und Seel, Der du weißest alles Leid Deiner armen Christen⸗ heit, O du Wächter, der du nicht Schläfst noch schlum⸗ In großer und gemeinsamer Not. 403 merst: zu uns richt Dein hülfreiches Angesicht! 2. Schau, wie große Not und Qual Trifft dein Volk jetzt überall! Täglich wird der Trübsal mehr. Hilf, ach hilf; schütz deine Ehr! Wir ver⸗ derben, wir vergehn! Nichts wir sonst vor Augen sehn, Wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester, Jesu Christ, Der du eingegangen bist In den heilgen Ort zu Gott Durch dein Kreuz und bittern Tod, Uns versöhnt mit deinem len Glut, Wiederbracht das höchste Gut; 4. Sitzest jetzt ins Vaters Reich, Ihm an Macht und Ehren gleich; Unser einger Gnadenthron, Gottes aller⸗ liebster Sohn, Den er in dem Herzen trägt, Dessen Fürbitt ihn bewegt, Daß er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, Klopfen an die Gnaden⸗ thür, Als die du mit höch⸗ stem Ruhm Hast erkauft zum Eigentum. Herr, wir sind nach dir genennt! Deines Vaters Zorn abwend, Der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Deine Wunden, die so rot, 20d ihm vor samt deinem od, Und was du hast mehr gethan, Zeig ihm unsertwe⸗ gen an. Sage, daß du unsre Schuld Hast bezahlet in Ge⸗ duld, Uns erlanget Gnad und Huld. 177. Jesu, der du Jesus heißt, 26* Blut, Ausgelöscht der Höl⸗ 404 Als ein Jesus Hülfe leist. Hilf mit deiner starken Hand; Menschenhülf hat sich gewandt. Eine Mauer um uns bau, Daß dem Feinde davor grau, Er mit Zittern sie anschau. 8. Höchster Hort, Immanuel, Du Beschützer Leibs und Seel, Gott mit uns in aller Not, Um uns und auch in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit: Trotz dem, der uns thut ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 9. Deines Vaters starker Arm, Komm und unser dich erbarm! Laß jetzt sehen deine Macht, Drauf wir hoffen Tag und Nacht! Aller Feinde Rot⸗ ten trenn, Daß dich alle Welt erkenn, Aller Herren Herrn dich nenn. 10. Andre traun auf ihre Kraft, Auf ihr Glück und Ritterschaft: Deine Christen traun auf dich; Wir auch trauen festiglich. Laß uns werden nicht zu Schand! Hilf uns und dem ganzen Land! Unsre Not ist dir bekannt. 11. Gürte dein Schwert an die Seit, Als ein Held, und für uns streit. Ach, zer⸗ schmettre deine Feind, Und die uns zuwider sind! Auf die Hälse tritt du ihn', Leg sie dir zum Schemel hin Und brich ihren stolzen Sinn! 12. Du bist ja der Held und Mann, Der den Kriegen steu⸗ ern kann, Der da Spieß und Schwert zerbricht, Der die Bogen macht zunicht, Der die Kreuz⸗ und Trostlieder. Wagen gar verbrennt Und der Menschen Herzen wendt, Daß der Krieg gewinnt ein End! 13. Jesu, wahrer Friedefürst, Der der Schlange hat zer⸗ knirscht Ihren Kopf durch sei⸗ nen Tod, Frieden wiederbracht bei Gott: Gieb uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk freuen sich Und dich preisen ewiglich. Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt ꝛc. 551. Wir liegen hier zu deinen Füßen, Ach, Herr, von großer Güt und Treu, Und fühlen leider im Gewissen, Wie sehr dein Zorn entbren⸗ net sei. Das Maß der Sün⸗ den ist erfüllt; Ach, weh uns, wenn du strafen willt! 2. Du bist gerecht; wir lau⸗ ter Sünder. Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungeratnen Kinder, Die Wege des Verderbens gehn, Die würdig, daß uns Pest und Schwert Und Hunger längstens aufgezehrt. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen, Gedenk an deinen lieben Sohn! Dein Wort ist immer Ja und Amen, Dein Eidschwur zeu⸗ get selbst davon: Du wollst den Tod des Sünders nicht; Drum geh mit uns nicht ins Gericht. 4. Wir liegen vor dir in dem Staube, O Vater, mit Geist. Uns trö⸗ tet ganz allein der Glaube, dich ge heit str nd der t, Daß End! Hhefürst, at zer⸗ rch sei⸗ rbracht Frieden d dein id dich st. 1647. tt läßt ꝛc. hier zu err, von U, Und ewissen, entbren⸗ er Sün⸗ heh uns, t! wir lau⸗ len wir Lir sind her, Die 1s gehn, ms Pest Hunger denk an denk an Dein Ja und wur zeu: du wollst ers nicht; nicht ins r dir in ater, mit Uns trö⸗ r Glaube, Daß du doch der Erbarmer seist. Du hast ja noch ein Vaterherz: So siehe denn auf unsern Schmerz. 5. Der Mittler selbst tritt in W die Mitten; Ach, schaue seine Wunden an! Schau das, was er für uns erlitten, Wodurch er dir schon gnug gethan! Wirst du nicht auf sein Opfer sehn, So müssen wir ver⸗ loren gehn. 6. Das teure Blut von dei⸗ nem Sohne Schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau nieder von dem Gnadenthro⸗ ne Und denke doch der alten Zeit, Da du auch Gnad und Huld erzeigt, Dein Herz den Sündern zugeneigt! 7. Ach, laß die wohlverdiente Strafe Nicht über unsre Häup⸗ ter gehn, Daß wir nicht als verlorne Schafe Von deiner Hut verlassen stehn! Ach, sammle uns in deinen Schoß In Krankheit. 40⁵ Und mach uns aller Pla⸗ gen los! 8. Steck ein das Schwert, das uns sollt fressen; Den ürger laß vorüber gehn; Laß uns das Brot in Frieden essen; Laß keine solche Zeit entstehn, Die uns dein Wort so teuer macht, Daß unser Herz dabei verschmacht'. 9. Gieb Fried im Land und im Gewissen, Gesunde Luft, wohlfeile Gub Und laß uns deinen Schutz genießen; Be⸗ fördre die Gerechtigkeit; Krön unser Feld mit deinem Gut; Nimm Kirch und Haus in deine Hut. 10. So wollen wir dir Op⸗ fer bringen Und dein nur sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel drin⸗ en, Und dein erlöstes Israel ird mit vereinten Stimmen schrein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! Benj. Schmolck, geb. 1672, st. 1737. In Krankheit. 552. Gott, den ich als Liebe kenne, Der du Krank⸗ heit auf mich legst Und des Leidens Flamm erregst, Daß ich j davon hitz und brenne: Bren⸗ ne doch das Böse ab, Das den Geist bisher gehindert, Das der Liebe Regung mindert, Die ich öfters von dir hab. 2. In der Schwachheit sei du kräftig, In den Schmerzen sei mir süß; Schaffe, daß ich dich genieß, Wenn die Krank⸗ heit streng und heftig. Denn was jetzt den Leib bewegt, Was mein Fleisch und Mark deht beich Was den Körper 1630 eschweret, Hat die Liebe selbst erregt. 3. Leiden ist jetzt mein Ge⸗ schäfte; Andres kann ich jetzt nicht thun, Als nur in dem Leiden ruhn. Leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Gewinst; Das ist jetzt des Vaters Wille, Den ver⸗ ehr ich sanft und stille; Lei⸗ den ist mein Gottesdienst. 406 4. Gott, ich nehms aus dei⸗ nen Händen Als ein Liebes⸗ zeichen an; Denn in solcher Leidensbahn Willst du mei⸗ nen Geist vollenden. Auch die Labung, die man mir Zu des Leibes Notdurft giebet, Kommt von dir, der mich ge⸗ liebet; Alles kommt, mein Gott, von dir. 5. Laß nur nicht den Geist ermüden Bei des Leibes Mat⸗ tigkeit, Daß er sich zu aller Zeit In dich senk in Lieb und Frieden. Laß des Leibes Angst und Schmerz Nicht der Seelen Auffahrt hindern Und die Ruhe in mir mindern; Unterstütze du das Herz. Sterbelieder. 6. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden, Ganz in Ruh mit Freundlichkeit, Sanfte mit Ge⸗ horsamkeit Mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, Wird er⸗ rettet von den Sünden, So den Körper oft entzünden, Und an seinem Geist erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben, Und dem Kreuze mei⸗ nen Leib. Gieb, daß ich mit Freuden bleib An dich völli uͤbergeben. Denn so weiß ich festiglich, Ich mag leben oder sterben, Daß ich nicht mehr kann verderben; Denn die Liebe reinigt mich. Chr. Fr. Richter, geb. 1676, st. 1711. XXII. Sterbelieder. 553. Mitten wir im Le⸗ ben sind Mit dem Tod um⸗ fangen. Wen such'n wir, der Hülfe thu, Daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Mis⸗ sethat, Die dich, Herr, erzür⸗ net hat. Heiliger Herre Gott, eiliger, starker Gott, Hei⸗ iger, barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht versinken In des bittern Todes Not! Kyrieleison! 2. Mitten in dem Tod an⸗ ficht Uns der Höllen Rachen. Wer will uns aus solcher Not Frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmher⸗ zigkeit Unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, Heiliger, starker Gott, Hei⸗ liger, barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen Höllen Glut! Kyrieleison! 3. Mitten in der Höllen Angst Unsre Sünd uns treiben. Wo solln wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Ver⸗ gossen ist dein teures Blut, Das gnug für die Sünde thut. Heiliger, starker Gott, Hei⸗ liger, barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Trost! Kyrieleison! Martin Enther, geb. 1483, st. 1546; nach: Media vita in morte sumus, von Notker Balbulus, st. 912. Heiliger Herre Gott, * 554 lassen! Straße land. aufgeb aader gnädge 2.MN det, D det, St Kein 2 Das C Mit Fi dahin. 3. Ob gen D zogen? berei: agen, sagen, vergebe 9 ganz uh mit mit Ge⸗ neinem er hier ird er⸗ en, So zünden, erneut. in mein ze mei⸗ ich mit h völli weiß i en oder ht mehr enn die 5, st. 1711. tt, Hei⸗ Heiland, Laß uns er tiefen eison! len Angst ben. Wo hen hin, ben? Zu ine. Ver⸗ res Blut, e Sünde re Gott, ott, Hei⸗ Heiland, Laß uns es rechten hrieleison! 3, st. 1546; orte sumus, st. 912. 554. O Welt, ich muß dich lassen! Ich fahr dahin mein Straßen Ins ewge Vater⸗ land. Mein' Geist will ich aufgeben, Dazu mein Leib und Leben Setzen in Gottes 921e Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollen⸗ det, Der Tod das Leben en⸗ det, Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, Das Ewge muß mir werden; Mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob mich gleich hat betro⸗ gen Die Welt, von Gott ge⸗ zogen Durch Schand und Bü⸗ berei: Will ich doch nicht ver⸗ agen, Sondern mit Glauben sanen, Daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Ver⸗ trauen, Sein Antlitz will ich schauen Wahrlich durch Jesum Christ, Der für mich ist gestorben, Des Vaters Huld erworben; Mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden, Erlöst bin ich aus Gnaden, Umsonst, durch Chri⸗ sti Blut. Kein Werk kommt mir zu frommen: So will ich zu ihm kommen Allein durch wahren Glauben gut. 6. Ich bin ein unnütz Knechte; Mein Thun ist viel zu schlech⸗ te, Denn daß ich ihm bezahl Damit das ewge Leben; Um⸗ sonst will er mirs geben, Und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl. Sterbelieder. sterben, Das Himmelreich er⸗ erben, Wie er mirs hat be⸗ reit. Hie mag ich nicht mehr bleiben, Der Tod thut mich vertreiben; Mein Seele sich vom Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hin⸗ nen. O Welt, thu dich be⸗ sinnen; Denn du mußt auch Lehren Thu dich zu Gott ekehren Und von ihm Gnad begehren; Im Glauben sei du auch nicht schwach. 9. Die 85— ist schon vor⸗ handen. Hör auf von Sünd und Schanden Und richt dich auf die Bahn Mit Beten und mit Wachen. Laß fahrn all irdschen Sachen Und fang ein göttlich Leben an. 10. Das schenk ich dir am Ende. Ade! zu Gott mich wende, Zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen; Nimm mein' Abschied zu Herzen. Meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Joh. Hesse, geb. 1490, st. 1547. Mel. Wenn mein Stündlein ꝛc. 555. O Mensch, bedenk zu dieser Frist, Was dein Ruhm ist auf Erden; Denn nicht allhie dein Bleiben ist: Du mußt zur Leiche werden. Es ist dein Leben wie ein Heu Und fleucht Belne gleichwie die Spreu, Welche der Wind verjaget. 2. Gedenk, du bist hier nur ein Gast Und kannst nicht länger bleiben. Die Zeit läßt 7. Drauf will ich fröhlich dir nicht Ruh noch Rast, Bis 408 sie dich thut vertreiben. So eile zu dem Vaterland, Das dir hat Christus zugewandt Durch sein heiliges Leiden. 3. Daselbst wird rechte Bür⸗ gerschaft Den Gläubigen ge⸗ geben, Dazu der Engel Brü⸗ derschaft, Ein gar herrliches Leben, Mit solcher Wonne, Freud und Lust, Die auch kein Mensch hier hat gekost', Noch nie kein Herz erfahren. 4. Nun laßt uns wachen alle Stund Und dies gar wohl betrachten. Die Lust der Welt eht gar zu Grund; Die sol⸗ en wir verachten Und war⸗ ten auf das höchste Gut, Das ewig uns erfreuen thut. Das helf uns Christus! Amen! Joh. Hesse, geb. 1490, st. 1547. 556. Wenn mein Stünd⸗ lein vorhanden ist, Und soll hinfahrn mein Straße, So g'leit du mich, Herr Jesu Christ, Mit Hülf mich nicht verlasse. Mein Seel an mei⸗ nem letzten End Befehl ich, Herr, in deine Händ; Du wollst sie mir bewahren. 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, Mein G'wissen wird mich nagen; Denn ihr sind viel, wie Sand am Meer: Doch will ich nicht verzagen. Gedenken will ich an dein Tod, Herr Jesu, und dein Wunden rot; Die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an dei⸗ nem Leib; Des tröst ich mich von Herzen. Von dir ich un⸗ geschieden bleib In Todesnot Sterbelieder. und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; Ein ewigs Leben hast du mir Durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstan⸗ den bist, Werd ich im Grab nicht bleiben. Mein höchster Trost dein Auffahrt ist; Tods⸗ furcht kann sie vertreiben. Denn wo du bist, da komm ich hin, Daß ich stets bei dir leb und bin: Drum fahr ich hin mit Freuden. 5. So fahr ich hin zu Jesu Christ; Mein Arm thu ich ausstrecken. So schlaf ich ein und ruhe fein; Kein Mensch kann mich aufwecken. Denn Jesus Christus, Gottes Sohn, Der wird die Himmelsthür aufthun, Mich führn zum ew⸗ gen Leben. babor, sed non perturbabor, von Augustinus. Eig. Mel. Oder: Vater unser im H. 557. Herr Jesu Christ, wahr' Mensch und Gott, Der du littst Marter, Angst und Spott, Für mich am Kreuz auch endlich starbst Und mir deins Vaters Huld erwarbst: Ich bitt durchs bittre Leiden dein, Du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot Und ringen wer⸗ de mit dem Tod; Wenn mir vergeht all mein Gesicht Und meine Ohren hören nicht; Wenn meine Zunge nichts mehr spricht Und mir vor Angst mein Herz zerbricht; Nic. Hermann, st. 1561: nach: Tur- 3. W nichts mensch komm, hend letzten aus de kürz m 4. D mir tr stets b die Se So ni Erd i rd se jüngste 5. Ei verlei mein 8 ner Sü Aus G schenk. get m das tr 6. Fů sage hält Der w Gerich schmech schon! nichte 7. Sig ker Ha Todes nehme 5 In Dazu 8. A unsre warte Stünd i enn ich ich dir; tdu mir worben. d erstan⸗ m Grab höchster st; Tods⸗ rtreiben. ja komm 3bei dir fahr ich zu Jesu thu ich af ich ein Mensch 1. Denn tes Sohn, melsthür zum ew⸗ nach: Tur- babor, von unser im H. u Christ, Gott, Der Ingst und am Kreuz Und mir erwarbst: ttre Leiden ir Sünder komm in ingen wer⸗ Wenn mit Hesicht Und ren nicht; nge nichts mir vor zerbricht; 3. Wenn mein Verstand sich nichts besinnt, Und mir all D menschlich Hülf zerrinnt: So komm, Herr Uir aw mir be⸗ hend Zu Hülf an meinem letzten End Und führ mich aus dem Jammerthal, Ver⸗ kürz mir auch des Todes Qual. 4. Die bösen Geister von mir treib; Mit deinem Geist stets bei mir bleib, Bis sich die Seel vom Leib abwendt, So nimm sie, Herr, in deine Erd r Der Leib hab in der rd sein Ruh, Bis naht der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih; Am jüngsten G'richt mein Fürsprech sei Und mei⸗ ner Sünd nicht mehr gedenk: Aus Gnaden mir das Leben schenk. Wie du hast zugesa⸗ get mir In deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, 559 Der wird nicht kommen ins Gericht Und den Tod ewig schmecken nicht. Und ob er schon hier zeitlich stirbt, Mit nichten er drum gar verdirbt; 7. Sondern ich will mit star⸗ ker Hand Ihn reißen aus des Todes Band Und zu mir nehmen in mein Reich; Da soll er dann mit mir zugleich In Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja ernieh al 8. Ach, Herr, vergieb all unsre Schuld; Hilf, daß wir warten mit Geduld, Bis unser Stündlein kommt herbei; Auch Sterbelieder. unser Glaub stets wacker sei, )ein m Wort zu trauen fe⸗ stiglich, Bis wir einschlafen seliglich. Paul Eber, geb. 1515, st. 1569. Mel. Vater unser im Himmelreich. 558. In Christi Wunden schlaf ich ein; Die machen mich von Sünden rein; Chri⸗ sti Blut und Gerechtigkeit, Das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; Damit will ich vor Gott bestehn, Wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud ich fahr dahin; Ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, o Tod, du förderst mich; Ins ewge Leben wandre ich, Mit Christi Blut gereinigt fein. Dam Jesu, stärk den Glau⸗ en mein. Paul Eber, geb. 1515, st. 1569. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. „Herr, wie du willst, so schicks mit mir Im Leben und im Sterben. Allein zu dir steht mein Begier; Laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld; Sonst, wie du willst. Gieb mir Geduld; Dein Will, der ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu ver⸗ leih mir, Herr, Und Lieb zu deinem Worte. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr Und gieb mir hier und dorte, Was dient zu meiner Seligkeit. Wend ab all Ungerechtigkeit In meinem ganzen Leben. 410 Sterbelieder. 3. Soll ich einmal nach dei⸗ nem Rat Von dieser Welt abscheiden: Verleih mir, Herr, nur deine Gnad, Daß es ge⸗ scheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; O Herr, ein selig End gieb mir Durch JesumChristum! Amen! 561 K. Bienemann, geb. 1540, st. 1591. 560. Christus, der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; Ihm hab ich mich ergeben, Mit Freud fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen Zu Christ, dem Bru⸗ der mein, Daß ich mög zu ihm kommen Und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; Durch seine heilgen Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte bre⸗ chen, Mein Atem hemmt den Lauf, Und kann kein Wort mehr sprechen: Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken Vergehn, als wie ein Licht, Das hin und her thut wanken, Wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Nach laß mich schlafen ein, Nach deinem Rat und Willen, Wenn kommt mein Stündelein. 7. Und laß mich an dir kle⸗ ben, Wie eine Klett am Kleid, Und ewig bei dir leben Ins Himmels Wonn und Freud. 8. So sing ins Himmels Throne Ich dir Lob, Ehr und Preis, Dieweil ich bei dir wohne Im schönen Pa⸗ radeis. Vor 1604. Mel. Herr Achrist⸗ mein Lebens ꝛc. „Ich armer Mensch doch gar nichts bin, Gotts Sohn allein ist mein Gewinn; Daß er al worden, ist mein Trost; Er hat mich 2— sein Blut erlöst. ch Gott Vater, regier du mich Mit deinem Geist be⸗ meim Troi Laß deinen Sohn, mein Trost und Leb'n, All⸗ zeit in meinem Herzens chweb' n. 3. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, Nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ; Denn ich bin dein und du bist mein. Wie gern wollt ich bald bei dir sein. 4. Herr Jesu Christe, hilf du mir, Daß ich ein Zweiglein bleib an dir Und nachmals mit dir aufersteh, Zu deiner Herrlichkeit eingeh. Joh. Leo, 1600, nach Ph. Melanchthons: Nil sum, nulla miser novi solatia. 562. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt; mit mir, Soll ich allhier noch länger leb'n: Nicht widerstreb'n, Sein'm Will'n will ich mich ganz ergeb'n. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; Ich schreib ihm nicht vor Maß, noch Ziel. Es sind gezählt all Här⸗ Er machs wies ihm gefällt. lein m klein; Willen 3. Cs merthe Trübse bens i Müh bedenk + allenth 7. M andern Augen Welt Jung Ehren 8. Ac denken sterblig allhie Müss' reich, 9. D treuer komm nimm immels b, Ehr ich bei ien Pa⸗ r 1604. Lebens ꝛc. Mensch „Gotts Sewinn; st. egier du heist be⸗ m Sohn, mn, All⸗ schweb'n. tündlein i mich zu t; Denn zist mein. bald bei e, hilf du zweiglein nachmals zu deiner elanchthons: Vi solatia. iein Sach Er machs n gefällt. ch länger herstreb'n, ich mich Stund ist, ch schreib aß, noch t all Här⸗ ö lein mein, Beid, groß und klein; sen. keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhier ein Jam⸗ merthal, Angst, Not und Trübsal überall. Des Blei⸗ bens ist ein kleine Zeit, Voll Müh und Leid; Und wers bedenkt, ist imm'r im Streit. 4. Was ist der Mensch? ein Erdenkloß. Auf Erden kommt er nackt und bloß, Bringt nichts mit sich auf diese Welt, Kein Gut, noch Geld; Nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. 5. Es hilft kein Reichtum, Geld noch Gut, Kein Kunst, kein Gunst noch stolzer Mut; Fürn Tod kein Kraut gewach⸗ sen ist, Mein frommer Christ! Alles, was lebet, sterblich ist. 6. Heut sind wir frisch, ge⸗ sund und stark,— Morgen tot und liegen im Sarg. Heut blühn wir, wie die Rosen rot, — Bald krank und tot! Ist allenthalben Müh und Not. 7. Man trägt eins nach dem andern hin: Wohl aus den Augen, aus dem Sinn. Die Welt vergisset unser bald, Jung oder alt, Auch unsrer Ehren mannigfalt. 8. Ach, Herr,——1 uns be⸗ denken wohl, Daß wir sind sterblich allzumal Und wir allhier kein Bleiben hab'n; Müss'n all davon, Gelehrt, reich, jung, alt oder schön. 9. Das macht die Sünd, o treuer Gott; Dadurch ist komm'n der bittre Tod. Der nimmt und frißt all Menschen⸗ Sterbelieder. kind, Wie er sie findt; Fragt nicht, wes Stands und Ehr'n sie sind. 10. Ich hab hier wenig guter Tag; Mein täglich Brot ist Müh und Plag. Wenn mein Gott will, so will ich mit Gamimt in Fried; Sterb'n ist ewinn und schadt mir nicht. 11. Und ob mich schon mein Sünd anficht, Dennoch will ich verzagen nicht. Ich weiß, daß mein getreuer Gott Für mich in Tod Sein lieben Sohn gegeben hat. 12. Derselbe, mein Herr Je⸗ sus Christ, Für all mein Sünd gestorben ist Und auf⸗ erstanden mir zu gut, Der Hölle Glut Gelöscht mit sei⸗ nem teuern Blut. 13. Dem leb und sterb ich allezeit; Von ihm mich auch der Tod nicht scheidt. Ich leb od'r sterb, so bin ich sein; Er ist allein Der einge Trost und Helfer mein. 14. Das ist mein Trost zu aller Zeit, In allem Kreuz und Traurigkeit. Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag Ohn alle Klag Werd auferstehn aus meinem Grab. 15. Mein lieber, frommer, treuer Gott All mein Gebein bewahren thut; Da wird nicht eins vom Leibe mein, Groß, oder klein, Umkommen, noch verloren sein. 16. Mein' lieben Gott von Angesicht Werd ich anschaun, dran zweifl' ich nicht, In ewger Freud und Herrlichkeit, —p...·.·.jpjp—ä[‚‚‚34—4—4—4—4— 412 Sterbelieder. Die mir bereit. Ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! 17. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Der du für mich hast gnug gethan: Ach, schleuß mich in die Wunden dein! Du bist allein Der einge Trost und Helfer mein. 18. Amen! Mein lieber, frommer Gott, Bescher uns alln ein' selgen Tod. Hilf, daß wir mögen allzugleich Bald in dein Reich Kommen und bleiben ewiglich. Joh. Pappus, geb. 1559, st. 1610. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 563. Freu dich sehr, o meine Seele, Und vergiß all Not und Qual, Weil dich nun Christus, dein Herre, Ruft aus diesem Jammer⸗ thal. Aus Trübsal und großem Leid Sollst du fah⸗ ren in die Freud, Die kein Ohr je hat gehöret, Die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen Zu dem Herren, mei⸗ nem Gott, Weil mich stets viel Kreuz betroffen, Daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann Nach dem Ende seiner Bahn, So hab ich gewünschet eben, Daß sich enden möcht mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen Unter Dornen spitzig gar, Also auch die Christen gehen Stets in Angsten und Gefahr. Wie die Meeres⸗ wellen sind Unter ungestümem Wind, Also ist allhier auf Erden Unser Lauf voller Be⸗ schwerden. 4. Welt, Tod, Teufel, Sünd und Hölle, Unser eignes Fleisch und Blut 6 Han stets hier unsre Seele, Lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag; Lauter Kreuz sind unsre Tag. Wenn wir nur geboren werden, Jammer gnug findt sich auf Erden. 5. Wenn die Morgenröt her⸗ leuchtet, Und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher streichet; Müh findt sich an allem End. Unsre Thränen sind das Brot, So wir essen früh und spat. Wenn die Sonn nicht mehr thut scheinen, Ist es Klagen nur und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, Der du ewig⸗ lich aufgehst, Sei von mir jetzund nicht ferne, Weil mich dein Blut hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud Mög von hinnen fahren heut. Ach, sei du mein Licht und Straße; Mich mit Beistand nicht verlasse. 7. In dein Seite will ich fliehen An mein'm bittern Todesgang; Durch dein Wun⸗ den will ich ziehen Ins himm⸗ lische Vaterland. In das schöne Paradeis, Drein der Schächer that sein Reis', Wirst du mich, Herr Christ, einführen Und mit ewger Klarheit Auen ö 8. Ob mir schon die Augen wahren sein'm deinem Freud Leib ko Und 5 10. Fr Seele, und QO Christus aus Seine Sollst! Mit de In Ew Kaspf 564 verlang End, A fangen Elend. scheiden Welt, gen Fre nur ba hier auf ller Be⸗ „Sünd 8Fleisch ts hier uns bei d voller Lauter Wenn werden, sich auf tröt her⸗ hlaf sich org und et; Müh m End. as Brot, nd spat. ht mehr Klagen rist, du icht und Beistand will ich bittern ein Wun⸗ 18 himm⸗ In das rein der is', Wirst einführen eit zieren. ie Augen brechen, Das Gehör auch gar verschwindt, Ob mein Zung nicht mehr kann sprechen, Mein Verstand sich nicht be⸗ sinnt: Bist du doch mein Licht und Hort, Das Leben, der Weg, die Pfort, Du wirst selig mich regieren Und die Bahn zum Himmel führen. 9. Laß dein Engel mit mir fahren Auf Elias Wagen rot, Und mein Seele wohl be⸗ wahren, Wie Lazarum nach sein'm Tod. Laß sie ruhn in deinem Schoß; Fülle sie mit Freud und Trost, Bis der Leib kommt aus der Erde Und mit ihr vereinigt werde. 10. Freu dich sehr, o meine Seele, Und vergiß all Not und Qual, Weil dich nun Christus, dein Herre, Ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit Und Sollst du sehn in Ewigkeit, Mit den Engeln jubilieren, In Ewigkeit triumphieren. Kaspar v. Warnberg, vor 1620. 564. Herzlich thut mich End. We Nach einem selgen End, Weil ich hier bin um⸗ fangen Mit Trübsal und Elend. Ich hab Lust abzu⸗ scheiden Von dieser argen Welt, Sehn mich nach ew⸗ gen Freuden. O Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja erlö⸗ set, Von Sünd, Tod, Teufel, Höll. Es hat dein Blut ge⸗ kostet; Drauf ich mein Hoff⸗ nung stell. Warum sollt mir Sterbelieder. 413 denn grauen Vor Teufel, Tod und Sünd? Weil ich auf dich kann bauen, Bin ich ein seligs Kind. 3. Wenngleich süß ist das Leben, Der Tod sehr bitter mir, Will ich mich doch er⸗ eben, Zu sterben willig dir. ch weiß ein besser Leben, Da meine Seel fährt hin. Des freu ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Er⸗ den Zu Staub und Asche kehrt, Doch auferweckt soll werden Durch Christum schön verklärt; Wird leuchten, als die Sonne, Und leben ohne Not In Himmelsfreud und Wonne. as schadt mir denn der Tod? 5. Ob mich die Welt gleich reizet, Länger zu bleiben hier, nd mir auch immer zeiget Chr, Geld, Gut, all ihr Zier: Doch ich es gar nicht achte; Es währt ein kleine Zeit. Das Himmlisch ich betrachte; Das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide Von meinen Freunden Leiß Das mir und ihn' bringt eide: Doch tröstet mich mein Mut, Daß wir in großen Freuden Wy miche n werden komm'n, Wo nichts uns mehr wird scheiden, Im himme⸗ lischen Thron. 7. Ob ich auch hinterlasse Betrübte Waiselein, Der'n Not mich üb'r die Maße Jam⸗ mert im Herzen mein: Will ich doch gerne sterben Und trauen meinem Gott. Er wird sie wohl versorgen, Ret⸗ ten aus aller Not. 8. Was thut ihr so verza⸗ gen, Ihr armen Waiselein? Sollt euch Gott Hülf versa⸗ gen, Der speist die Raben klein? Frommen Witwen und Waisen Ist Gott der Vater treu. Er wird es euch be⸗ weisen; Das glaubet ohne Scheu. 9. Gesegn euch Gott der Trant Ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzusehre Uber den Abschied mein. Beständig bleibt im Glauben! Wir werd'n in kurzer Zeit Ein⸗ ander wieder schauen Dort in der Ewigkeit. 10. Nun ich mich gänzlich wende Zu dir, Herr Christ, allein. Gieb mir ein seligs Ende; Send mir dein' Enge⸗ lein; Führ mich ins ewge Leben, Das du erworben hat, Da du dich hingegeben Für meine Sündenlast. 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke Von dir, Herr Jesu Christ. Den schwachen Glau⸗ ben stärke In mir zu aller Frist. Hilf mir 5 mich ringen. Dein Hand mi halt in acht, Daß ich mög fröhlich singen: Gott Lob, es ist vollbracht! Christoph Knoll, geb. 1563, st. 1621 565. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht, Mein höchster Trost, mein Zuversicht! Auf Erden bin ich nur ein Sterbelieder. Gast, Und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis' Zu dir ins himmlisch Paradeis; Da ist mein rechtes Vaterland, Da⸗ ran du hast dein Blut gewandt. 3. Zur Reis' ist mir mein Herz sehr matt, Der Leib gar wenig Kräfte hat; Allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein In meiner letzten Todespein. Dein Hohn und Spott, dein Dornenkron Laß sein mein Ehre, Freud und Wonn. 5. Dein Durst und Gallen⸗ trank mich lab, Wenn ich sonst keine Stärkung hab. Dein Angstgeschrei komm mir zu gut, Bewahr mich vor der Höllen Glut. 6. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, Dein Geist in meinem Herzen schrei. Him daß mein Seel den immel findt, Wenn meine Augen werden blind. 7. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, Wenn mir der Tod das Herz zerbricht. Behüte mich vor Ungeberd, Wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 8. Dein Kreuz laß sein mein' Wanderstab, Mein Ruh und Rast dein heilges Grab; Die reinen Grabetücher dein Laß meine Sterbekleider sein. 9. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, Darauf mein letzte Heimfa die Hin Wenn bens L 10. Ar mein' L zur Rer nicht tr ein erse 11. Al neure g wie der ähnlich Und gl geln ble 12. W fröhlich den Eng Auserw ewiglich Martin 566. geben, 2 Dein sü Durcha Im Hin Hinauf Da wir Dem, d 2. Ra Herzen, Soll id zen, H davon; Leiden, Mut; den, Se 3. In de Dei allein Stunde h sehr ir ein ir ins Da ist d, Da⸗ wandt. r mein eib gar n mein err, hol zu dir! durch meiner n Hohn nenkron Freud Gallen⸗ ich sonst Dein mir zu vor der id nicht in Geist schrei. eel den n meine ort laß nn mir erbricht. ngeberd, Ppt nun sein. ed, Herr, ein letzte Heimfahrt bau. Thu mir die Himmelsthür weit auf, Wenn ich beschließ meins Le⸗ bens Lauf. 10. Am b. Hi Tag erweck mein' Leib; Hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, Daß mich nicht treffe dein Gericht, Das ein erschrecklich Urteil spricht. 11. Alsdann mein' Leib er⸗ neure ganz, Daß er leucht, wie der Sonne Glanz, Sei ähnlich deinem klaren Leib, Und gleich den lieben En⸗ geln bleib. 12. Wie werd ich dann so fröhlich sein! Werd singen mit den Engeln dein Und mit der Auserwählten Schar Schaun ewiglich dein Antlitz klar! Martin Behemb, geb. 1557, st. 1622. 566. Valet“ will ich dir geben, Du arge, falsche Welt! Dein sündlich, böses Leben Durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen; Hinauf steht mein Begier. Da wird Gott ehrlich lohnen Dem, der ihm dient allhier. Abschied. 2. Rat mir nach deinem Herzen, O Jesu, Gottes Sohn. Soll ich ja dulden Schmer⸗ zen, Hilf mir, Herr Christ, davon; Verkürz mir alles Leiden, Stärk meinen blöden Mut; Laß mich selig abschei⸗ den, Setz mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grun⸗ de Dein Nam und Kreuz allein Funkelt allzeit und Stunde; Drauf kann ich fröh⸗ Sterbelieder. 415 lich sein. Erschein mir in dem Bilde, Zum Trost in meiner Not, Wie du, Herr Christ, so milde Dich hast geblut' zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden In deine offne Seit; Rück sie aus allem Schaden In deine Herrlichkeit. Der ist wohl hie gewesen, Wer kommt ins Himmels Schloß. Der ist ewig genesen, Wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam'n aufs beste Ins Buch des Le⸗ bens ein. Und bind mein Seel fein feste Ins schöne Bündelein Der, die im Him⸗ mel grünen Und vor dir leben frei: So will ich ewig rüh⸗ men, Daß dein Herz treue sei. Valerius Herberger, geb. 1562, st. 1627. 567. Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf; Mein Zeit zum End sich nei⸗ get. Ich hab vollendet mei⸗ nen Lauf, Des sich mein Seel sehr freuet. Hab gnug gelitten, Mich müd gestritten, Schick mich fein zu Zur ew⸗ gen Ruh; Laß fahren, was auf Erden, Will lieber selig werden. 2. Wie du mir, Herr, be⸗ fohlen hast, Hab ich mit wah⸗ rem Glauben Mein' lieben Heiland aufgefaßt In mein' Arm' dich zu schauen. Hoff zu bestehen; Will frisch ein⸗ ehen Aus'm Thränenthal Fn Freudensaal; Laß fahren, was auf Erden, Will lieber selig werden. 416 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon, Im Frieden zu dir fahren. Befiehl mich Christo, deinem Sohn; Der wird mich wohl bewahren. Wird mich recht führen, Im Himmel ieren Mit Ehr und Kron; Fahr drauf davon; Laß fah⸗ ren, was auf Erden, Will lieber selig werden. Joh. Kiel, geb. 1584, st. 1627. 568. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt, Hilf mir in meinem Leiden! Ver⸗ sag mir nicht, was ich dich bitt: Wenn sich mein Seel soll scheiden, So nimm sie, Herr, in deine Händ. Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, lie⸗ ber Herr: Du wirst mir nichts verderben; Denn du bist ja von mir nicht fern, Ob ich gleich hie muß sterben, Ver⸗ lassen meine lieben Freund, Die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, Die Seel zu dir sich schwinget, In deine Hand sie unversehrt Durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Not und Trübsal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd Mir können nicht mehr schaden. Bei dir, o Herr, ich Rettung find; Ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld Für mich bezahlt hat alle Schuld. Sterbelieder. 5. Warum sollt ich denn trau⸗ rig sein, Weil ich so wohl be⸗ stehe, Bekleidt mit Christi Un⸗ schuld rein, Wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! Bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Herm. Schein, geb. 1587, st. 1630. Mel. Herzlich thut mich verlangen. „Ich hab mich Gott ergeben, Dem liebsten Vater mein. Hier ist kein Immer⸗ leben; Es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, Er ist nur mein Ge⸗ winn. In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vor⸗ über. O Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, Da muß ich trachten ein, Mich nicht zu sehr bela⸗ den, Weil ich wegfertig bin. In Gottes Fried und Gna⸗ den Fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und Won⸗ ne Hat mir der Herr bereit, Da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, Weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, Ihr Liebsten allzu⸗ mal! Um mich sollt ihr nicht weinen: Ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port“ noch heute Nehmt fleißig ja in acht! In Gottes Fried und von alle anz u Freudenl 6. Frien Ledig sei auf alle dürfen st werden, J 7. Mir man Soa schöne K denlohne götzet U in trau⸗ ohl be⸗ isti Un⸗ Braut wohl, ei Gott „st. 1630. erlangen. ch Gott Vater Immer⸗ schieden ur nicht lein Ge⸗ ied und t Freud etzt vor⸗ acht ich ist mir trachten hr bela⸗ etig bin. id Gna⸗ ihr nicht )n keiner Port“ fleißig ja zried und ghötzet Und zur Ruh gesetzet. Freude Fahrt mir bald alle nach.* Hafen. Joh. Siegfried, geb. 1564, st. 1637. Mel. Gottes Sohn ist kommen. 570. Herr, nun laß in Friede, Lebenssatt und müde, Deinen Diener fahren 90 den Himmelsscharen, Selig und im Stillen, Doch nach deinem Willen. 2. Gerne will ich sterben Und den Himmel erben. Christus mich geleitet, Wel⸗ chen Gott bereitet Zu dem Licht der Heiden, Das uns setzt in Freuden. 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, Ritterlich gekämpfet, Manchen Feind edämpfet, Glauben auch ge⸗ halten Richtig mit den Alten. 4. Thränen mußt ich lassen, Weinen ohne Maßen, Schwere Gänge laufen Mit der Chri⸗ sten deen Über Sünde kla⸗ gen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll es wenden, Kampf und Lauf sich enden; Gott will mich erlösen Bald von allem Bösen; Mich soll anz umgeben Himmlisch Freudenleben. 6. Frieden werd ich finden, Ledig sein von Sünden, Und auf allen Seiten Nicht mehr dürfen streiten; Es soll besser werden, Als es war auf Erden. 7. Mir ist beigeleget, Wo man Scepter träget, Eine schöne Krone Mit dem Gna⸗ denlohne; Da werd ich er⸗ Sterbelieder. 417 8. Mein Erlöser lebet, Der mich selber hebet Aus des Todes Kammer; Da liegt al⸗ ler Jammer. Fröhlich, ohne Schrecken, Will er mich er⸗ wecken. 9. Dieser Leib soll gehen Und in Klarheit stehen, Wenn die Toten werden Erstehn von der Erden. Christum werd ich schauen; Darauf kann ich trauen. 10. Ihm drum will ich sin⸗ gen, Lob und Ehre bringen, Rühmen seine Güte Mit Seel und Gemüte, Preisen seinen Namen Ohn Aufhören. Amen! David Böhm, geb. 1605, st. 1657. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 571. Die Herrlichkeit der Erden Muß Staub und Asche werden; Kein Fels, kein Erz kann stehn. Dies, was uns kann ergötzen, Was wir für ewig schätzen, Wird als eir leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, Die uns ein Herze machen, Als schlechte Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben, Das stets umher muß schweben, Als eine Phantasie der Zeit? 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, Den wir unsterblich achten, Ist nur ein falscher Wahn; Sobald der Geist ge⸗ wichen Und dieser Mund er⸗ blichen, Fragt keiner, was man hier gethan. 4. Es hilft nicht Kunst, noch Wissen; Wir werden hinge⸗ M. R. Gesangbuch. rissen Ohn einen Unterschied. 27 418 Was nützt der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, Dem wird ein en⸗ ges Grab zu weit. 5. Dies alles wird zerrinnen, Was Müh und Fleiß gewinnen Und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, Kann für den Tod nicht nü⸗ tzen; Dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 6. Ist eine Lust, ein Scher⸗ zen, Das nicht ein heimli Schmerzen Mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, Die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 7. Was pocht man auf die Throne, Da keine Macht noch Krone Kann unvergänglich sein? Es mag vom Toten⸗ reihen Kein Scepter dich be⸗ freien, Kein Purpur, Gold, noch edler Stein. 8. Wie eine Rose blühet, Wenn sie die Sonne siehet Begrüßen diese Welt, Die, eh der Tag sich neiget, Eh sich der Abend zeiget, Ver⸗ welkt und unversehns abfällt: 9. So wachsen wir auf Er⸗ den Und hoffen groß zu wer⸗ den, Von Schmerz und Sor⸗ gen frei; Doch eh wir zuge⸗ nommen Und recht zur Blüte kommen, Bricht uns des To⸗ des Sturm entzwei. 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre; Indessen wird die Bahre Uns vor die Thür ge⸗ bracht. Drauf müssen wir von hinnen Und, eh wir uns Welt; Sterbelieder. besinnen, Der Erden sagen gute Nacht. 11. Weil uns die Lust er⸗ götzet, Und Stärke frei uns Hacht; Und Jugend sicher macht, Hat uns der Tod be⸗ stricket, Die Wollust fortge⸗ schicket Und Jugend, Stäͤrk und Mut verlacht. 12. Auf! Herz, wach und be⸗ denke, Daß dieser Zeit Ge⸗ schenke Den Augenblick nur dein. Was du zuvor genos⸗ sen, Ist als ein Strom ver⸗ schossen; Was künftig,— wessen wird es sein? 13. Verachte Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre, Und fleuch den Herren an, Der immer König bleibet, Den keine Zeit vertreibet, Der einig ewig machen kann. 14. Wohl dem, der auf ihn trauet! Er hat recht fest ge⸗ bauet; Und ob er hier gleich fällt, Wird er doch dort be⸗ stehen, Und nimmermehr ver⸗ gehen, Weil ihn die Stärke selbst erhält. Andr. Gryphius, geb. 1616, st. 1664. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 572. Ich bin ein Gast auf Erden Und hab hier keinen Stand. Der Himmel soll“ mir werden; Da ist mein Vaterland. Hier reis' ich aus und abe: Dort in der ewgen Ruh Ist Gottes Gnadengabe; Die schleußt all Arbeit zu. 2. So will ich zwar nun treiben Mein Leben durch die„ Doch denk ich nicht Sterbelieder. n sagen zu bleiben In diesem frem⸗ ich stets freudenvoll Gleich den Zelt. Ich wandre meine als die helle Sonne Nächst Lust er⸗ Straße, Die zu der Heimat andern leuchten soll. frei uns führt. Da mich ohn alle Ma⸗ 8. Da will ich immer woh⸗ 1d sicher ße Mein Vater trösten wird. nen, Und nicht nur als ein Tod be⸗ 3. Mein Heimat ist dort Gast, Bei denen, die mit t fortge⸗ oben, Da aller Engel Schar Kronen Du ausgeschmücket d, Stärk Den großen Herrscher loben, hast. Da will ich herrlich Der alles ganz und gar In singen Von deinem großen h und be. seinen Händen träget Und Thun Und frei von schnöden eit Ge. für und für erhält, Auch al⸗ Dingen In meinem Erb⸗ blick nur les hebt und leget, Nachdems teil ruhn. or geno⸗ ihm wohlgefällt. paul Gerhardt, geb. 1606, fl. 1676. trom ver⸗ 4. Zu dem steht mein Ver⸗ aftig,— langen; Da wollt ich gerne 573. Welt, ade! ich bin 12 hin. Die Welt bin ich durch⸗ dein müde; Ich will nach und Ehre, gangen, Daß ichs fast müde dem Himmel zu. Da wird zunst und bin. Je länger ich hier walle,‚ sein der rechte Friede Und en Herren Je wenger find ich Freud, die stolze Seelenruh. Welt, lig bleibee, Die meinem Geist gefalle; bei dir ist Krieg und Streit, vertreibet, Das meist ist Herzeleid. Nichts, denn lauter Eitelkeit: chen kann. 5. Die Herberg ist zu böse,. In dem Himmel allezeit Frie⸗ er auf in Der Trübsal ist zu viel. Ach de, Freud und Seligkeit. t fest ge. komm, mein Gott, und löse 2. Wann ich werde dahin ier gleich Mein Herz, wenn dein Herz kommen, Bin ich aller Krank⸗ h dort be. will! Komm, mach ein seligs heit los Und der Traurigkeit rmehr ver⸗ Ende An meiner„Wander⸗ entnommen, Ruhe sanft in die Stärke schaft, Und was mich kränkt, Gottes Schoß. Welt, bei dir das wende Durch deinen Arm ist Angst und Not, Endlich 1616, st. 161. und Kraft! gar der bittre Tod; Aber 6. Wo ich bisher gesessen, dort ist allezeit Friede, Freud ch verlangen. Ist nicht mein rechtes Haus. und Seligkeit. n Gast auf Wenn mein Ziel ausgemessen, 3. Was ist doch der Erden hier keinnn So tret ich dann hinaus; Freude? Nebel, Dampf und mmel soll Und was ich hier gebrauchet, Herzeleid. Hier auf dieser ist mein Das leg ich alles ab; Und schwarzen Heide Sind die eis' ich aus wenn ich ausgehauchet, So Laster ausgestreut. Welt, bei der ewgen scharrt man mich ins Grab. dir ist aun und Streit, nadengabe; 7. Du aber, meine Freude, Nichts, denn lauter Eitelkeit: Arbeit zu. Du meines Lebens Licht, Du In dem Himmel allezeit Frie⸗ zwar nun euchst mich, wenn ich scheide, de, Freud und Seligkeit. en durch diex, Hin vor dein Angesicht, Ins 4. Unaussprechlich schöne sin⸗ k ich nicht Haus der ewgen Wonne, Da get Gottes auserwählte Schar; ö 27.⁷ 420 Heilig! heilig! heilig! klin⸗ get In dem Himmel immer⸗ dar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn Und ein steter Jammerlohn: In dem Him⸗ mel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 5. Nichts ist hier, denn lau⸗ ter Weinen, Keine Freude bleibet nicht. Will uns gleich die Sonne scheinen, So ver⸗ hemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Not, Sorgen und der bittre Tod: In dem Himmel alle⸗ zeit Friede, Freud und Se⸗ ligkeit. 6. Nun, es wird dennoch geschehen, Daß ich auch in kurzer sche Meinen Heiland werde sehen In der großen Welt, bei dir und errlichkeit. ist lauter Not, Müh Furcht, zuletzt der Tod: In dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 7. O wer nur dahin gelan⸗u get, Wo jetzund der schöne Chor In vergüldten Kronen pranget Und die Stimme schwingt empor! Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Nichts, denn lauter Eitelkeit: In dem Himmel allezeit Frie⸗ de, Ruh und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr, Drinnen ich mich kann besprechen Mit dem Schönsten für und für? Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Lauter Qual und Traurig⸗ keit: In dem Himmel alle⸗ Sterbelieder. zeit Friede, Freud und Se⸗ ligkeit. 9. Jetzt will ich mich fertig machen, Daß mein Thun vor Gott besteht, Daß, wenn alles wird zerkrachen, Es heißt: kommet! und nicht: geht! Welt, bei dir ist Angstgeschrei, Sorge, Furcht und Heuchelei: In dem Himmel allezeit Frie⸗ de, Ruh und Seligkeit. J. G. Albinus, geb. 1624, st. 1679. 574. Alle Menschen müssen sterben, Alles Fleisch vergeht, wie Heu. Was da lebet, muß verderben, Soll es an⸗ ders werden neu. Dieser Leib der muß verwesen, Wenn er anders soll genesen Der so großen Herrlichkeit, Die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, Wann es meinem Gott beliebt, Auch ganz wil⸗ 10 von mir geben; Bin dar⸗ über nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden Hab ich schon Erlösung funden, Und mein Trost in Todesnot Ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich ge⸗ storben, Und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben; Drum fahr ich mit Freuden hin, Hin aus diesem Weltgetüm⸗ mel In den schönen Gottes⸗ himmel, Da ich werde alle⸗ zeit Schauen die Dreieinigkeit. 4. Da wird sein das Freu⸗ denleben, Da viel tausend. Seelen schon Sind mit Him⸗ und Se⸗ ch fertiß hun vor enn alles 3heißt: : geht! tgeschrei, Heuchelei: eit. 4, st. 1679. n müssen vergeht, 3a lebet, ll es an⸗ Dieser en, Wenn ůesen Der keit, Die ereit. zeit Frie⸗ ich dieses meinem ganz wil⸗ Bin dar⸗ Denn in iden Hab funden, Todesnot su Tod. mich ge⸗ Tod ist hat mir n; Drum uden hin, Zeltgetüm⸗ n Gottes⸗ verde alle⸗ eieinigkeit. das Freu⸗ tausend mit Him⸗ * melsglanz umgeben, Dienen Gott vor seinem Thron, Da die Seraphinen prangen Und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen woh⸗ nen, Die Propheten allzumal; Wo auf ihren Ehrenthronen Sitzt der zwölf Apostel Zahl; Wo in so viel tausend Jah⸗ ren Alle Frommen hingefah⸗ ren, Da wir unserm Gott zu Ehrn Ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du Schöne, Ach, wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne 85 man da in süßer Ruh! der großen Freud und Wonne! Jetzo gehet auf die Sonne, Jetzo gehet an der Tag, Der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon er⸗ blicket Diese große Herrlich⸗ keit. Jetzo werd ich schön eschmücket Mit dem weißen Himmelskleid. Mit der güld⸗ nen Ehrenkrone Steh ich da vor Gottes Throne, Schaue solche Freude an, Die ich nicht beschreiben kann. 8. Nun, hier will ich ewig wohnen. Meine Lieben, gute Nacht! Eure Treu wird Gott belohnen, Die ihr habt an mir vollbracht. Liebste Kin⸗ der und Verwandte, Brüder, Freunde und Bekannte, Lebet wohl, zu guter Nacht! Gott sei Dank, es ist vollbracht! J. G. Albinus, geb. 1624, st. 1679. Sterbelieder. 421 575. Ach, was ist doch unsre Ranch Flüchtigkeit, Ne⸗ el, Rauch und Wind und Schatten! Menschen können nicht bestehn, Sie vergehn, Wie die Blumen auf den Matten. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 2. Menschen sind zerbrechlich Glas, Nichtig Gras, Blumen, die nicht lange 3af Ach, wie bald wird ihre Kraft Hinge⸗ rafft, Wenn die Todeslüfte wehen! Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 3. Jugend, die den Rosen gleicht, Die verbleicht; Ihre Schöne muß verschwinden. Es vergeht durch Todesnacht Alle Pracht, Die wir an den Menschen finden. Unser Le⸗ ben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 4. Menschen sind der Zeiten Spiel Und ein Ziel, Drauf die Todespfeile fliegen. Die wie schlanke Cedern stehn, Groß und schön, Müssen durch den Tod erliegen. Un⸗ ser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Endel 5. Ach, der Tod ist dir ge⸗ wiß; Drum vergiß Alles Eitle dieser Erden. Lenke dich zur Ewigkeit Jederzeit, Willst du dort unsterblich werden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 6. Schwinge dein Gemüt und Herz Himmelwärts, Wo nicht? 422 Sterbelieder. Tod, nicht Not, nicht Leiden. Denk an das, was ewig ist, Lieber Christ, Soll dich einst der Himmel weiden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! Um 1692. Mel. Ich hab mein Sach Gott ꝛc. 576. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit! Doch wer bedenkt die letzte Stund Von Hievon der iea Wie schweigt hievon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, Ein nichtger, leerer Wasserschaum. m Augenblick es bald vergeht Und nicht besteht, So wie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir Das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin: Mir ists Gewinn, Wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hüt⸗ ten wohn, So lehre mich, o Gottes Sohn. Gieb, daß ich zähle meine Tag Und munter wach, Daß, eh ich sterb, ich sterben 1 25 5. Was hilft die Welt in letzter Not? Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schat⸗ ten zu. Bedenk es du! Du kommst sonst nicht zur wah⸗ ren Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut »bewußt; Das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh Und dort vor dei⸗ nem Throne steh! Du unter⸗ dessen lehre mich, Daß stetig ich Mit klugem Herzen suche dich. Joach. Neander, geb. 1650, st. 1680. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 577. Bedenke, Mensch, das Ende! Bedenke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende. Der heute frisch und rot, Kann morgen und geschwin⸗ der Hinweg gestorben sein: Drum bilde dir, o Sünder, Ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende! Bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände Vor Jesu Angesicht. Kein Mens ist ausgenommen; Hier mu ein jeder dran Und wird den Lohn bekommen, Nachdem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, Der Höllen Angst und Leid, Daß dich nicht Satan blende Mit seiner Eitelkeit! Hier ist ein kurzes Freuen; Dort aber ewiglich Ein kläg⸗ lich Schmerzensschreien. Ach, Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende! Bedenke doch die Zeit, Daß dich ja nichts abwende Von jener Herrlichkeit, Wo⸗ mit vor Gottes Throne Die Seele wird gepflegt. Dort ist die Lebenskrone Den From⸗ men beigelegt. 5. He Der Z He na erze den Te auch R auch n len 5 6. Hi Zeiten Tag 3 Und te Tod u mir. bitt du nur m 3. H4 End h einma in Je ja nig Mein bitt d nur O mein zeuch in, wenn vor dei⸗ unter⸗ stetig ich uche dich. 50, st. 1680, verlangen. einsch, das nen Tod! behende. und rot, geschwin⸗ ben sein: Sünder, mwein. scch, das Gericht! ände Vor n Mensch Hier muß wird den achdem er sch, das lngst und ht Satan Eitelkeit! Freuen; Ein kläg⸗ ien. Ach, sch, das die Zeit, abwende keit, Wo⸗ rone Die gt. Dort hen From⸗ * 5. Herr, lehre mich bedenken Der Zeiten letzte Zeit, Daß, sich nach dir zu lenken, Mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten Und dei⸗ nen Richterstuhl; Laß mich auch nicht verachten Der Höl⸗ len Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten Auf meinen letzten Tag Mit Buße mich bereiten Und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte Steh mir, o Jesu, bei, Daß ich im Himmelslichte Zu wohnen würdig sei. Salomo Liscov, geb. 1640, st. 1689. 578. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach, wie geschwinde und be⸗ Iyde Kann kommen meine odesnot! Mein Gott, Mein Gott, Ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit mei⸗ nem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war; Denn weil ich leb auf dieser Erden, Leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, Mein Gott, bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, Und wenn ich einmal sterben muß, Die Seel in Jesu Wunden senken Und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, Mein Gott, Ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. Sterbelieder. 423 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für Und sage stets in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. Mein Gott, Mein Gott, Ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem En⸗ de gut. 5. Mach mir stets honigsüß den Himmel, Und gallenbitter diese Welt. Gieb, daß mir in dem Weltgetümmel Die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, Mein Gott, Ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde Mit dem Verdienste Christi zu, Darein ich mich fest gläubig winde; Das giebt mir recht gewünschte Ruh. Mein Gott, Mein Gott, Ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden Hab ich mich recht und wohl gebett'; Da find ich Trost in Todesstun⸗ den Und alles, was ich gerne hätt. Mein Gott, Mein Gott, Ich bitt durch Christi Blut: Ich Machs nur mit meinem En⸗ de gut. 8. Nichts ist, was mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg die une in seine Seite Und age: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, Mein Gott, Ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem En⸗ de gut. 42⁴4 9. Ich habe Jesum angezo⸗ gen Schon längst in meiner heilgen Tauf; Du bist mir auch daher gewogen, Hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, Mein Gott, Ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem En⸗ de gut. 10. Ich habe Jesu Leib ge⸗ gessen, Ich hab sein Blut ge⸗ trunken hier. Nun kannst du meiner nicht vergessen; Ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, Mein Gott, Ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 11. So komm mein End heut oder morgen, Ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; Ich bin und bleib in allen Sor⸗ gen Mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, Mein Gott, Ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 12. Ich leb indes in dir ver⸗ gnüget Und sterb ohn alle Kümmernis; Mir gnüget, wie mein Gott es füget. laub und bin es ganz gewiß, ein Gott, mein Gott, Durch Christi teures Blut: Machst dus mit meinem Ende gut. Amilie Juliane, Grüfin von Schwarz⸗ durg-Rudelstadt, geb. 1637, st. 1706. Mel. Wer nur den lieben Gott läͤßt ꝛc. 579. Auf meinen Jesum will ich sterben, Getrost, voll Fried und Freudigkeit. In seinem Blute will ich färben Mein allerschönstes Hochzeits⸗ ch der Augen Licht. Sterbelieder. kleid. Mein Jesus ist mein Trost allein; Auf Jesum leb und schlaf ich ein. 2. Auf meinen Jesum will ich sterben. In seinen Wun⸗ den stirbt sichs gut. Er läßt mich nimmermehr verderben; Ich wasche mich in seinem Blut. Mein Jesus ist mein Trost allein; Auf Jesum leb und schlaf ich ein. 3. Auf meinen Jesum will ich sterben. In seine Seite schließ ich mich, Das Para⸗ dies bald zu ererben. Brich immerhin, mein Herze, brich! Mein Herz und Schatz soll Jesus sein; Auf Jesum leb und schlaf ich ein. 4. Auf meinen Jesum will ich sterben. Er bleibt, wenn alles mich verläßt. Weil er mit Blut mich wollen wer⸗ ben, Steh ich in Treue bei ihm fest. Sein Kreuz soll meine Hoffnung sein; Auf Jesum leb und schlaf ich ein. 5. Auf meinen Jesum will ich sterben. icht. W mir Mend enn Mund und Lippen sich entfärben, Und wenn mir auch mein Herze bricht, Soll Jesus aun und Leben sein; Auf Jesum leb und schlaf ich ein. 6. Auf meinen Jesum will ich sterben. Ach Jesu, hilf in letzter Not! Laß mich das beste Teil ererben, Versüße mir den bittern Tod. Dein Tod soll mir das Leben sein; Dir leb und schlaf ich selig ein. Sal. Franck, geb. 1659, st. 1725. Mel. Me 580. zur En 3. Vo: 5. Un Geistes gegosser von in dir zer mir de meine“ fröhlich 6. Ko 4 t mein um leb Er läßt derben; seinem st mein um leb m will Seite Para⸗ Brich „brich! Itz soll um leb m will „wenn Weil er n wer⸗ eue bei uz soll Auf ich ein. m lich ir glei Mund färben, l us Hei Jesum im will u, hilf lich das Versüße Dein en sein; elig ein. ft. 1725. 4 Mel. Mein Herzens⸗Jesu, meine ꝛc. 580. Gottlob! ein Schritt zur Ewigkeit Ist abermal vollendet. Zu dir im Fort⸗ gang dieser Zeit Mein Herz sich sehnlich wendet, O Quell, daraus mein Leben fleußt Und alle Gnade sich ergeußt In meine Seel zum Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, Und wird mir allzulange, Bis es erscheine, daß ich gar, O Leben, dich umfange, Damit, was sterb⸗ lich ist in mir, Verschlungen werde ganz in dir, Und ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht Mein Herz, daß sich entzündet, Was in mir ist, und mein Gemüt Sich so mit dir verbindet, Daß du in mir und ich in dir, Und ich doch immer noch allhier Will nä⸗ her in dich dringen. 4. O daß du faher kämest bald! Ich zähl die Augen⸗ blicke. Ach, komm, eh mir das Herz erkalt' Und sichs zum Sterben schicke! Komm doch in deiner Herrlichkeit! Schau, deine Braut hat sich bereit; Die Lenden sind um⸗ gürtet!. 5. Und weil das Ol des Geistes ja Ist in mir aus⸗ gegossen, Du mir auch selbst von innen nah Und ich in dir zerflossen: So leuchtet mir des Lebens Licht, Und meine Lamp ist zugericht, Dich fröhlich zu empfangen 6. Komm! ist die Stimme Sterbelieder. 42⁵⁵ deiner Braut, Komm! rufet deine Fromme. Sie ruft und schreiet überlaut: Komm bald, ach Jesu, komme! So komme denn, mein Bräutigam! Du kennest mich, o Gotteslamm, Daß ich dir bin vertrauet. 7. Doch sei dir ganz anheim gestellt Die rechte Zat und Stunde, Wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, Daß ich mit Herz und Munde Dich kom⸗ men heiße und darauf Von. nun an richte meinen Lauf, Daß ich dir komm entgegen. 8. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann Von deiner Liebe trennen, Und daß ich frei vor jedermann Dich darf den Bräutgam nennen, Und du, o teurer Lebensfürst, Dich dort mit mir vermählen wirst Und mir mein Erbe schenken. 9. Drum preis' ich dich aus Dankbarkeit, Daß sich derTag“) eendet, Und also auch von die⸗ 1 Zeit Ein Schritt nochmals vollendet; Und schreite hurtig weiter fort, Bis ich gelange an die Pfort Jerusalemsdort oben. *) Die Nacht, die Woch, das Jahr. 10. Wenn auch die Hände lässig sind Und meine Kniee wanken, So biet mir deine Hand geschwind In meines laubens Schranken, Damit durch deine Kraft mein Herz Sich stärke und ich himmel⸗ wärts Ohn Unterlaß aufsteige. 11. Geh, Seele, frisch im Glauben dran Und sei nur unerschrocken. Laß dich nicht von der rechten Bahn Die D 426 Sterbelieder. Lust der Welt ablocken. So dir der Lauf zu langsam eucht So eile, wie ein Adler fleucht, Mit Flügeln süßer Liebe. 12. O Jesu, meine Seele ist Zu dir schon aufgeflogen. Du hast, weil du voll Liebe bist, Mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, Weil ich in Jesu lebe. Aug. Herm. Francke. g. 1663, st. 1727. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 581. Ich sterbe täglich, und mein Leben Eilt immer⸗ fort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, Ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kömmt her; Ach, daß ich immer fertig wär! 2. Ein Mensch, durch Sicher⸗ heit verführet, Ist immer reif zu Sarg und Grab. Die Frucht, die jetzt den Baum vert ieret, Fällt oftmals un⸗ verse 1 keinen aus. Mein Leib ist ein zerbrechlich Haus. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten; Er kommet oft unangemeldt Und fordert uns ins Land der Toten. Wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Glück und ewig Leid Hängt nur an einer kurzen Zeit. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben Hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, Das ist ens ab. Der alte Bund f und bleibt mir unbekannt. I daß ich jeden Glocken⸗ chlag An meinen Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abend an⸗ ders werden, Als es am Morgen mit mir war. Den einen Fuß hab ich auf Er⸗ den, Den andern auf der Totenbahr. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, Wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, Und Fall und Tod beisammen sein. Doch schlage nur mit Vaterhänden Und schleuß in Christi Tod mich ein, Daß, wenn der Leib zu Boden fällt, Die Seele sich an Jesum hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, Wenn Au⸗ e, Mund und Ohr sich schleußt. Drum bet ich bei Deh Tagen: Herr, dir efehl ich meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, So rede Christi Blut r mich. 8. Seh ich dann sterbend auf die Meinen, So segne du sie mehr, als ich; Und wenn sie um mich stehn und weinen, O Tröster, 10 erbarme dich Und laß doch der Verlass'nen Schrein Vor dir, o Gott, erhöret sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, So schließe mir den Himmel auf. Verkürze mir die Todesschmerzen Und hole mich 1 dir hinauf, So wird mein Abschied keine Pein Und ei mel sei Benj. 5 Mel. Wie 582. Augen Frieden deinen Und se⸗ bein. E nen Ar und Fr mich ve Sanft; terland. Chr. R. v. Mel. Cl 583. schon dr wär ich ren lobe kannt. locken⸗ schied id an⸗ am Den uf Er⸗ F der Schritt ha der kann und Doch änden i Tod er Leib Seele h kein in Au⸗ r sich ch bei r, dir Geist! Lippen i Blut nd auf du sie enn sie veinen, ne dich ass'nen Gott, e Stoß ße mir erkürze n Und uf, So ie Pein Und eine Thür zum Him⸗ mel sein. Benj. Schmolck, geb. 1672, st. 1737. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen ꝛc. 2. Laß mir, wenn meine Augen brechen, Herr, deinen Frieden fühlbar sein. Komm, deinen Trost mir zuzusprechen Und segne du mein matt Ge⸗ bein. Gieb Ruhe mir in dei⸗ nen Armen, Darin ich Gnad und Frieden fand, Und trag mich vollends mit Erbarmen Sanft zu dir heim ins Va⸗ terland. Chr. R. v. Zinzendorf, g. 1727, st. 1752. Mel. Christus, der ist mein Leben. 583. Ach wär ich doch schon droben! Mein Heiland, wär ich da, Wo dich die Scha⸗ ren loben, Und säng Halleluja! 2. Wo wir dein Antlitz schau⸗ en, Da sehn ich mich hinein, Da will ich Hütten bauen; Denn dort ist gut zu sein. 3. Da werd ich alles sehen: Den großen Schöpfungsrat, Was durch dein Blut gesche⸗ hen, Und deines Geistes That. 4. Da feiern die Gerechten, Die ungezählte Schar, Mit allen deinen Knechten Das große Jubeljahr. 5. Mit göttlichsüßen Weisen Wird mein verklärter Mund Dich ohne Sünde preisen, Du, meines Lebens Grund. 6. Da werden meine Thrä⸗ nen Ein Meer voll Freude 585 sein. Ach, stille bald mein Seh⸗ nen Und hole mich hinein! Sterbelieder. 427 Mel. Nun laßt uns Gott, dem ꝛc. 584. Der Hirt, am Kreuz gestorben, Hat Fried und Heil erworben; Nun heißt bei sei⸗ nen Schafen Das Sterben ein Entschlafen. 2. Sie gehn nicht als Ver⸗ brecher Zur Strafe vor den Rächer; Sie gehn nur hin und liegen, Wie Streiter nach dem Kriegen. 3. Ohn Angst vor ewgem Jammer Gehn sie in ihre Kammer, Zur Ruh sich zu be⸗ geben Auf frohes Wiederleben. 4. Sie legen ihre Glieder In Ruhebettlein nieder Und fal⸗ len ohne Kummer Wie Kind⸗ lein in den Schlummer. 5. Auf göttliches Erbarmen, In des Erlösers Armen, Er⸗ wählt zu Gottes Erben, Läßt sichs gar sanft hinsterben. 6. O Jesu, deine Gnade Macht, daß kein Sterben scha⸗ de. Laß auf dein Todesleiden Mich einst im Frieden scheiden. 7. Laß mir auf dein Verspre⸗ chen Mein Herz im Glauben brechen. Bewahre mein Gebei⸗ ne, Bis ich vor dir erscheine. 8. Dann laß mich froh er⸗ wachen, Mach meinen Mund voll Lachen Und gieb mir, daß ich glänze, Wie Lilien in dem Lenze. Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699, st. 1769. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. „Herz, freue dich der Ewigkeit: Du sollst auf Je⸗ sum sterben! Was dich als 6. 6. Woltersdorf, geb. 1725, fl. 1761. Kind im Hoffen freut, Wirst 428 Sterbelieder. du vollkommen erben. Was du gewünscht, das soll ge⸗ schehn; Den du geglaubt, den wirst du sehn, Und so solls ewig bleiben. 2. Ein Blick auf unsers Hei⸗ lands Thron Ein Strahl von jener Sonne, Ein schwacher Klang vom Harfenton, Ein Vorschmack jener Wonne, Ein Tröpflein von dem Lebens⸗ quell Ist hier schon wunder⸗ schön und hell; Doch kanns hier so nicht bleiben. 3. Es ist ein froher Augen⸗ blick; Der bald uns muß ver⸗ lassen. Das Sterbliche hält uns zurück; Wir könnens jetzt nicht fassen. Doch feurt er uns den Glauben an, Daß sich das Herz erfreuen kann; Dort soll es ewig bleiben. 4. Nimm, Jesu, mir das Herz ganz ein Mit diesen gro⸗ ßen Dingen, Mich unaufhör⸗ lich und allein Zur Ewigkeit zu schwingen. Bleibst du mit deinem Geist in mir, So blei⸗ bet auch mein Herz in dir; Und so wirds ewig bleiben. Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699, st. 1769. Mel. Christus, der ist mein Leben. 586. Wie Simeon ver⸗ schieden, Das liegt mir oft im Sinn: Ich führe gern im Frieden Aus diesem Leben hin. 2. Ach laß mir meine Bitte, Mein treuer Gott, geschehn: Laß mich aus dieser Hütte In deine Wohnung gehn. 3. Dein Wort ist uns ge⸗ schehen, An diesem nehm ich Teil: Wer Jesum werde sehen, Der sehe Gottes Heil. 4. Ich seh ihn nicht mit Au⸗ en, Doch an der Augen statt ann mir mein Glaube tau⸗ gen, Der ihn zum Heiland hat. 3. W ihn nicht in Ar⸗ men, Wie jener Fromme da; Doch ist er voll Erbarmen Auch meinem Herzen nah. 6. Mein Herz hat ihn gefun⸗ den; Es rühmt: mein Freund ist mein. Auch in den letzten Stunden Ist meine Seele sein. 7. Ich kenn ihn als mein Leben; Er wird mir nach dem Tod Bei sich ein Leben geben, Dem nie der Tod mehr droht. 8. Mein Glaube darf ihn fassen, Sein Geist giebt Kraft dazu. Er wird auch mich nicht lassen, Er führt mich ein zur Ruh. 9. Wenn Aug und Arm erkalten, Hängt sich mein Herz an ihn. Wer Jesum nur kann halten, Der fährt im Frieden hin. Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699, st. 1769. Mel. Thu, Herr, mein Geschrei ꝛc. 587. Unter Lilien jener Freuden Sollst du weiden: Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleuch behende! Jesu Hände Offnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen Zu dem Haufen Derer, die des Lammes Thron Nebst dem Chor der Seraphinen Schon bedienen Mit dem rein⸗ sten Jubelton. 3. Lös Doch di leins; sichern Schafe rücket 4. Ni zen kleb die Er ich no Länger ins Hi Glaube Glaube dringt. ch v ö ich vo 6. 0 ö machen ser Mr kannst Träu uns au 7. D getrage M verstre u de as id „mich üch ein Arm mein im nur rt im st. 1769. chrei ꝛc. jener veiden: empor! ehende! jon das ßt mich Derer, n Nebst Phinen mrein⸗ 3. Löse, erstgeborner Bruder, Doch die Ruder Meines Schiff⸗ leins; laß mich ein In den sichern Friedenshafen, Zu den Schafen, Die der Furcht ent⸗ rücket sein. 4. Nichts soll mir am 20 zen kleben, Süßes Leben, Was die Erde in sich hält. Sollt ich noch in dieser Wüsten Länger fristen? Nein, ich eil ins Herzensheil 5. Herzensheiland, schenke Glauben Deiner Tauben, Glauben, der durch alles dringt. Nach dir girret meine Seele In der Höhle, Bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst du es machen, Daß mit Lachen Un⸗ b ser Mund erfüllet sei! Du kannst durch die Todesthüren Träumend führen Und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen, Furcht und Zagen Muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt dar⸗ nieder! Meine Glieder Wer⸗ den fröhlich auferstehn. 8. Herzenslamm, dich will ich loben Hier und droben In der zartsten Liebsbegier. Du hast dich zum ewgen Le⸗ ben Mir gegeben; Hole mich, mein Lamm, zu dir. J. E. K. Allendorf, geb. 1693, st. 1773. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 588. Meine Lebenszeit verstreicht; Stündlich eil ich 0 dem Grabe. Und was ists, as ich vielleicht Hier annoch Sterbelieder. 429 zu leben habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod! Säume nicht; denn eins ist not! 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun; Diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, Nur ein ruhiges Ge⸗ wissen, Das vor Gott dir Zeugnis giebt, Wird dir dei⸗ nen Tod versüßen. Dieses Herz, von Gott erneut, Giebt zum Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Not Freunde hülflos um dich eben, Dann wird über Welt und Tod Dich dies reine Herz erheben; Dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz er⸗ wirbst, Fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; Deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun: Lern auch seiner dich erfreun. 6. Überwind ihn durch Ver⸗ traun; Sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, Und ich weiß, ich werd ihn schaun Einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht! Nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, Siehe dein Gebein versenken; Sprich: Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich recht bedenken: Lehre du michs 430 jeden Tag, Daß ich weiser werden mag. Chr. Fürcht. Gellert, geb. 1715, st. 1769. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 9. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub! Müh Und dennoch schmeichelt er sich gern, Der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, Der Mann noch seiner Jahre viel, Der Greis zu vielen noch ein Jahr, Und keiner nimmt den Irrtum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Not Im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, Hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewig⸗ keit, Zu thun, was uns der Pens gebeut; Und unsers Le⸗ ens kleinster Teil Ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht; Da bringt Gott alles an das Licht Und macht, was hier verborgen war, Den Rat der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, So sei doch wacker und bereit. Prüf dei⸗ nen Glauben als ein Christ, Ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Not, Ein Wunsch, durch des Erlösers Tod Vor Gottes Thron gerecht zu sein, Dies macht dich nicht von Sün⸗ den rein. Sterbelieder. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, Ihm folgt und sich vom Bösen kehrt, Ein gläubig Herz, von Lieb er⸗ füllt: Dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert üh. Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, Dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, Und was dir ewig Glück ver⸗ schafft, Ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, Heißt eingedenk des Todes sein; Und wachsen in der Heiligung Ist wahre Todserinnerung. 12. Wie leicht vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht! An meinen Tod erinnre mich, Daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag Vor dir, o Gott, erforschen mag, Ob Glaube, Demut, Lieb und Treu, Die Frucht des Geistes, in ihm sei. 14. Daß ich zu dir um Gna⸗ de fleh, Stets meiner Schwach⸗ heit widersteh Und einstens in des Glaubens Macht Mit Freu⸗ den ruf: es ist vollbracht! Chr. Fürcht. Gellert, geb. 1715, st. 1769 Mel. Herzlich thut mich verlangen. „Die auf der Erde wallen, Die Sterblichen, sind Staub; Sie blühen auf und fallen, Raub. 2 de, Da Doch jed näher v 2. Get der Di Zu der! zweiflun selbst de mehr zu dir, Got zittert 1 3. Wer Dein V Wenn * schmerz ottes und Ein er⸗ 8 in uicht nicht, aber wäre bens, hstes rebst, ver⸗ des Tage des n in ahre diese mir inen ich mit Hott, zube, Die n sei. Bna⸗ vach⸗ 18 in 5reu⸗ t! 1769 ngen. Erde sind fallen, Des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stun⸗ de, Da Gottes Stimme ruft; Doch jede, jede Stunde Bringt näher uns der Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kin⸗ der Die öde, dunkle Bahn, Zu der verstockte Sünder Ver⸗ 591 zweiflungsvoll sich nahn, Wo selbst der freche Spötter Nicht mehr zu spotten wagt, Vor dir, Gott, seinem Retter, Er⸗ zittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen Dein Will einst mir gebeut, Wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, Wenn meine Kräfte beben Und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, O dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, Nur dem in solcher Angst, ür den du, Heil der Sün⸗ der, Selbst mit dem Tode rangst. Und wenn des Kam⸗ pfes Ende Gewaltiger mich faßt, Nimm mich in deine Hände, Den du erlöset hast. 5. Des Himmels Wonn und Freuden Ermißt kein sterb⸗ lich Herz. O Trost für kurze Leiden, Für kurzen Todes⸗ schmerz! Dem Sündenüber⸗ winder Sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder Den Kelch des Todes trank! „6. Heil denen, die auf Er⸗ den, Sich schon dem Himmel weihn, Die aufgelöst zu wer⸗ den Mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu ge⸗ Sterbelieder. 431 ben, Wenn Gott, ihr Gott, gebeut, Gehn sie getrost durchs Leben Hin zur Un⸗ sterblichkeit. Gottfr. Bened. Funk, geb. 1734, st. 1814. Mel. Ich hab mein Sach Gott ꝛc. 1. O selig, wer das Heil erwirht, Daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, Die Gottesstadt, Die droben ist, gefunden hat! 2. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und— Eins ist not! Die Welt beut ihre Güter feil: Denk an dein Heil Und wähl in Gott das beste Teil. 3. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz. Schau himmel⸗ wärts! Da, wo der Schatz ist, sei dein Herz. 4. Mit Gott bestell dein — bei Zeit, Eh dich der od an Tote reiht. Sie ru⸗ fen: Gestern wars an mir, Star ists an dir! Hier ist kein tand, kein Bleiben hier. 5. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, Aus Wieg und Bett in Sarg und Grab: Wann, wo und wie, ist Gott bewußt. Schlag an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch! du mußt! 6. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, Kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm; Da blüht zu schön kein Wangenrot: Im 432 Finstern droht Der Tod und überall der Tod. 7. Ach, banges Herz im Lei⸗ chenthal, Wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht Aus Grabesnacht Das Leben hat ans Licht gebracht. 8. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr. Begräbnislieder. Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, Dein Himmel⸗ gehn Läßt uns den Himmel offen sehn. 9. Wohl dem, der Jesu sich vertraut, Schon hier die ew⸗ gen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern Und kämpfet gern Und harrt der Zukunft seines Herrn. Chr. Fr. H. Sachse, g. 1785, st. 1860. XXIII. Begräbnislieder. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 592. Hört auf mit Trau⸗ ern und mit Klag; Ob sol⸗ chem Tod niemand verzag. Er ist gestorben als ein Christ, Sein Tod ein Gang zum Le⸗ ben ist. 2. Drum Sarg und Grab auch wird geziert; Der Leib in Ehr begraben wird, Zu zeigen an, er ist nicht tot, Er schläft und ruhet sanft in Gott. 3. Wohl scheints, es sei nun alles hin, Weil er da liegt ohn Mut und Sinn; Doch sollen neuer Lebenskraft Die Glieder werden bald teilhaft. 4. Bald werden diese Toten⸗ bein Erwarmen und sich fügen fein Zusammen, daß sie neu belebt Aufschwingen sich, wo Christus lebt. 5. Der Leichnam, der jetzt liegt und starrt, Wird ald gar hoch in schneller Fahrt Schweben in Lüften unver⸗ sehrt, Gleichwie die Seele leicht hinfährt. 6. Ein Weizenkörnlein in der Erd Liegt erst ganz tot, dürr und unwert; Doch kommts hervor gar schön und zart Und bringt viel Frucht nach seiner Art. 7. Der Leib, gemacht vom Erdenkloß, Soll liegen in der Erden Schoß Und soll da ru⸗ Ueß ohne Leid, Bis auf die iebe jüngste Zeit. 8. Es war der Seelen Häu⸗ selein, Die blies Gott mit sein'm Odem drein; Ein edel Herz, recht Mut und Sinn War durch die Gabe Chri⸗ sti drin. 9. Den Körper nun die Erd bedeckt, Bis ihn Gott wieder auferweckt, Der seins Ge⸗ schöpfs gedenken wird, Das er mit seinem Bild geziert. 10. Ach, daß nun käm der⸗ selbig Tag, Da Christus nach seiner Zusag Hervor wird bringen ganz und gar, Was' in der Erd verscharret war! Nik. Hermann, st. 1561. Nach Jam moesta quiesce querela, v. Aur. Prudentius, st. 405. Mel. Sch hab ich kämpfet gnädigli dämpfet Lebensle det Und Christo 2. Fort Der Ger wahre 7 Himmels meines ich hier Gottes Seele so 594. Leib beg nen Zwe am juͤng unverwe forben storben u Klag; D zum jüne chem Got ewger Fre b, dein immel⸗ himmel su sich die ew⸗ sieht on Und rrt der st. 1860. t, dürr ommts d zart t nach t vom in der da ru⸗ zuf die uHäu⸗ tt mit in edel Sinn Chri⸗ ie Erd wieder 8 Ge⸗ „Das eziert. m der⸗ 8 nach wird „Was' t war! ach Jam v. Aur. Mel. Schwing dich auf zu deinem ꝛc. „Einen guten Kampf hab ich Auf der Welt ge⸗ kämpfet; Denn mein Gott hat gnädiglich All mein Leid ge⸗ dämpfet, Daß ich meinen Lebenslauf Seliglich vollen⸗ T det Und die Seele himmelauf Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir beigelegt Der Gerechten Krone, Die mir wahre Freud erregt In des Himmels Throne; Forthin meines Lebens Licht, Dem ich hier vertrauet, Nämlich Gottes Angesicht, Meine Seele schauet. Begräbnislieder. 433 3. Dieser schnöden bösen Welt Jämmerliches Leben Mir nun länger nicht gefällt. Drum ich mich ergeben Mei⸗ nem Jesu, da ich bin Jetzt in lauter Freuden; Denn sein od ist mein Gewinn, Mein Verdienst sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund! Ihr, o meine Lieben, Alle, die ihr um mich weint, Laßt euch nicht betrüben Die⸗ sen Hingang, den ich thu In die Erde nieder. Schaut, die Sonne geht zur Ruh, Kommt doch morgen wieder! einrich Albert, geb. 1604, fl. 1668. 594. Nun laßt uns den Leib begraben: Und dran kei⸗ nen Zweifel haben: Er wird am juͤngsten Tag aufstehn Und unverweslich hervorgehn. 2. Erd ist er und von der Erden, Wird auch wieder zu Erd werden Und von der Erd wieder aufstehn Wenn Got⸗ tes Posaun wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, Der sie allhier aus lau⸗ W ter Gnad Von aller Sünd und Missethat Durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend Ist kommen zu ein'm selgen End: Er hat loben Christi Joch, Ist ge⸗d orben und lebet noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag; Der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, An wel⸗ chem Gott ihn verklären Und ewger Freud wird gewähren. M. R. Gesangbuch. 595. So grabet mich nun immerhin, Da ich so lang verwahret bin, Bis Gott, mein treuster Seelenhirt, Mich wieder auferwecken wird. 2. Ja freilich werd ich durch den Tod Zu Aschen, Erden, Staub und Kot; Doch wird das schwache Fleisch und Bein Von meinem Gott verwahret sein. 3. Mein Leib wird hier der ürmer Spott, Die Seele lebt bei meinem Gott, Der durch seins Todes Bitterkeit Sie hat erlöst zur Seligkeit. 4. Was hie für Trübsal mich mele Wird jetzt mit Him⸗ melslust ersetzt. Die Welt ist och ein Jammerthal: Dort ist der rechte Freudensaal. 5. Wenn alle Welt durchs Feur zerbricht, Und Gott wird halten sein Gericht, So wird mein Leib verkläret stehn Und in das Himmelreich eingehn. 28 — 1— 43⁴ Begräbnislieder. 6. Hier ist er in Angst ge⸗ wesen; Dort aber wird er ge⸗ nesen, In ewiger Freud und Wonne Leuchten, wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen Und gehn all heim unser Straßen, Schicken uns auch mit allem Fleiß; Denn der Tod kömmt uns gleicherweis. 6. Wie manche Widerwärtig⸗ keit Betraf mich in der Le⸗ benszeit; Nun aber ist mir nichts bewußt, Denn ewig⸗ liche Himmelslust. 7. So laßt mich nun in meiner Ruh Und geht nach euern Häusern zu. Ein jeder denke Nacht und Tag, Wie er auch selig sterben mag. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, Der uns durch sein Blut hat erlöst Von Teufels G'walt und ewger Pein. Ihm sei Lob, Preis und Ehr allein. Mich. Weiße, um 1540. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 596. Komm, Sterblicher, T betrachte mich! Du lebst, ich lebt auf Erden. Was du jetzt bist, das war auch ich; Was ich bin, wirst du werden. Du mußt hernach, ich bin vorhin. Gedenke nicht in deinem Sinn, Daß du nicht dürfest sterben. 2. Bereite dich, stirb ab der Welt, Denk an die letzten Stunden. Wenn man den Tod verächtlich hält, Wird er sehr oft gefunden. Es ist die Reihe heut an mir; Wer weiß, vielleicht gilts morgen dir. Noch mancher stirbt heut abend. 3. Sprich nicht: Ich bin noch lun zu jung, Ich kann noch lange leben. Ach nein, du bist schon alt genung, Den Geist von dir zu geben. Es ist gar bald um dich gethan. Es sieht der Tod kein Alter an. Auch junge Leute sterben. 4. Dein Leben ist ein Rauch, ein Schaum, Ein Wachs, ein Georg Neumark, geb. 1621, st. 1681. Schnee, ein Schatten, Ein au, ein Laub, ein leerer Traum, Ein Grab auf dür⸗ ren Matten. Wenn mans am wenigsten bedacht, So heißt es wohl schon: gute Nacht! Ich bin nun hier gewesen! 5. Indem du lebest, lebe so, Daß du kannst selig sterben. Du weißt nicht, wann, wie oder wo Der Tod wird um dich werben. Ach denk, ach denke doch zurück! Ein Zug, ein kleiner Augenblick Führt dich in Ewigkeiten. 6. Du seist dann fertig oder nicht, So mußt du gleichwohl wandern, Wenn deines Le⸗ bens Ziel einbricht; Es geht dir, wie den andern. Drum laß dirs eine Warnung sein! Dein Auferstehn wird über⸗ ein Mit deinem Sterben kommen. 7. Ach denke nicht: es hat nicht not; Ich will mich schon bekehren, Wenn mir die Krankheit zeigt den Tod; Gott wird m weiß, kömmst ein En alsdam 8. Zud den frer bauet, barmhe vertrau ben, eh ewigen Gott d 10. S Dildoe wird k Sterbe ewig a dich, a schließe O Me Goltfr. Mel. N 597 schläfe schwer nun d deines 2. Se emacd Pein ist vol lieblid ärtig⸗ er Le⸗ st mir ewig⸗ n Zug, Führt tig oder ichwohl nes Le⸗ 8s geht Drum ig sein über⸗ Sterben es hat ch schon ir die d; Gott + wird mich wohl erhören. Wer weiß, ob du zur Krankheit kömmst, Ob du nicht schnell ein Ende nimmst? Wer hilft alsdann dir Armen? 8. Zudem, wer sich in Sün⸗ den freut Und doch auf Gnade bauet, Der wird mit Un⸗ barmherzigkeit Der Hölle an⸗ vertrauet. Drum lerne ster⸗ ben, eh du stirbst, Damit du H. ewig nicht verdirbst, Wenn Gott die Welt wird richten. 9. Zum Tode mache dich ge⸗ schickt. Gedenk in allen Din⸗ gen: Werd ich hierüber hin⸗ gerückt, Sollt mir es auch gelingen? Wie, könnt ich jetzt zu Grabe gehn? Wie, könnt ich jetzt vor Gott bestehn? So wird dein Tod zum Leben. 10. So wirst du, wenn mit Feldgeschrei Der große Gott wird kommen, Von allem Sterben los und frei Sein ewig aufgenommen. Bereite dich, auf daß dein Tod Be⸗ H schließe deine Pein und Not. O Mensch, gedenk ans Ende! Gottfr. Wilh. Sacer, geb. 1635, st. 1699. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 597. Ach, wie so sanfte schläfest du Nach manchem schweren Stand, Und liegst nun da in süßer Ruh, In deines Heilands Hand! 2. Sein Leiden hat dich frei emacht Von aller Angst und Hein: Sein letztes Wort: Es ist vollbracht! Das singt dich lieblich ein. 3. Du läßt dich zur Ver⸗ Begräbnislieder. 435 wandelung In diese Felder sän, Mit Hoffnung und Ver⸗ sicherung Viel schöner auf⸗ zustehn. 4. Verbirg dich unserm Ange⸗ sicht Im kühlen Erdenschoß. Du hast das Deine ausge⸗ richt, Empfängst ein selig Los. o. Wir wissen, daß der Bräutigam Und allerliebste hirt Dich, sein schon hier ge⸗ liebtes Lamm, Dort schön empfangen wird. 6. Er führe seine ganze Herd, Die sich zu ihm gesellt, Und die ihm doch so teur und wert, Auch vollends durch die Welt. Gottfr. Neumann, geb. 1736. Mel. Jesus, meine Zuversicht. Oeute mir, und morgen dir! So hört man die Glocken klingen, Wenn wir die Verstorbnen hier Auf den Gottesacker bringen. Aus den Gräbern rufts herfür: eute mir und morgen dir! 2. Heute rot und morgen tot! Unser Leben eilt auf Flügeln; Und wir habens täglich not, Daß wir uns an andern spiegeln. Wie bald ruft des Herrn Gebot! Heute rot und solat tot! 3. Einer folgt dem andern nach. Niemand findet einen Bürgen; Und was Adam einst verbrach, Wird uns alle noch erwürgen. Jeder findt sein Schlafgemach. Einer folgt dem andern nach. 4. Mensch, es ist der alte Bund; Und der Tod zählt 28* 436 Begräbnislieder. keine Jahre. Bist du heute noch gesund, Denk an deine Totenbahre. Jedem kommt die letzte Stund. Mensch, das ist der alte Bund. 5. Ach, wer weiß, wie h mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe; So wird mir die letzte Not, Wenn sie kommt, doch nicht so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott! Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 6. Selig, wer in Christo stirbt! Denn ihm wird der Tod zum Leben. Der das Le⸗ ben hier erwirbt, Dem nur wird es dort gegeben. Wer nicht lebet, der verdirbt. Se⸗ lig, wer in Christo stirbt! henj. Schmolch, geb. 1672, st. 1737. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. 599. Aller Gläubgen Sammelplatz Ist da, wo ihr I und Schatz, Wo ihr Hei⸗ and Jesus Christ, Und ihr Leben hier schon ist! 2. Eins geht da, das andre dort In die ewge Heimat fort, Ungefragt, ob die und der Uns nicht hier noch nützlich wär. 3. Doch der Herr kann nichts versehn. Läßt er etwas denn deau Hat man nichts da⸗ ei zu thun, Als zu schwei⸗ gen und zu ruhn. 4. Manches 1 das nicht mehr da, Geht uns freilich innig nah; Doch, o Liebe, wir sind dein, Und du willst uns alles sein. v. 1, 3, 4 Nikol. Eud. Graf v. Zinzen⸗ dorf, geb. 1700, st. 1760. v. 2 Chr. Gregor, geb. 1723, st. 1801. Mel. Der lieben Sonne Licht und ꝛc. 600. Die Christen gehn von Ort zu Ort Durch man⸗ nigfaltgen Jammer Und kom⸗ men in den Friedensport Und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf In seinen Armen auf. Das Weizenkorn wird in sein Beet Auf Hoffnung schöner Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist! Gelobt sein eure Schritte, Du friedevoll be⸗ freiter Geist, Du jetzt ver⸗ lassne Hütte! Du Seele, bist beim Herrn; Dir aGi der Morgenstern. Euch, Glieder, deckt mit sanfter Ruh Der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Ge⸗ lassenheit Der großen Offen⸗ barung. Indessen bleibt das Pilgerkleid In heiliger Ver⸗ wahrung. Wie ist das Glück so groß In Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führt uns leiche Bahn, So tief hinab, o hoch hinan. Nu. L. v. Zinzendorf, g. 1700, st. 1760. 601. Auferstehn, ja aufer⸗ stehn wirst du, Mein Staub, nach 90 Ruh! Unsterblichs Leben Wird, der dich schuf, dir geben. Gelobt sei er! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht Und sammelt Garben Uns ein, die in ihm star⸗ ben. Gelobt sei er! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag! Du meines ich im E mert he Wi 4. wirds Jesu g Freude Leiden 5. Ad führt dann le Zu sei Hallel Fr. Gottl Mel. 602 7 in d Von d Denn Friede süße R und ꝛe. gehn man⸗ d kom⸗ rt Und Gott Lauf Das sein schöner o wohl eure oll be⸗ n star⸗ 5„ der Du L meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe Genug geschlum⸗ mert habe, Erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein Zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden Sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich Mein Mittler; dann leb ich Im Heiligtume, Zu seines Namens Ruhme, Halleluja. Fr. Gottl. Klopstock, geb. 1724, st. 1803. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 602. Geht nun hin und rabt mein Grab; Denn ich bin des Wanderns müde. Von der Erde scheid ich ab; Denn mir ruft des Himmels Friede, Denn mir ruft die süße Ruh Von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab. Meinen Lauf hab ich vollendet, Lege nun den Wanderstab Hin, wo al⸗ les Irdsche endet; Lege selbst mich nun hinein In das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch In dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch Wir auch stel⸗ len unsre Sachen, Muß es doch wie Sand zergehn, Wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl! Laß mich nun in Frieden scheiden. Deine Hoffnung, ach, ist hohl, Deine Freuden sel⸗ 603 ber Leiden, Deine Schönheit Begräbnislieder. 437 Unbestand, Eitel Wahn und 23.8 und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eu⸗ rer Pracht; Denn ich reis' in weite Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Worin ihr ver⸗ schwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern eht, Fahret wohl, ihr lieben Feunde! Was von oben niederweht, Tröstet ja des Herrn Gemeinde. Weint nicht ob dem eitlen Schein; Dro⸗ ben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will Von der Welt den Ab⸗ schied nehmen; Daß ich aus dem Irrtum will, Aus den Schatten, aus den Schemen, Aus dem Eitlen, aus dem Nichts Hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! mein süßes Heil, Meinen Heiland hab ich funden, Und ich habe auch mein Teil In den warmen Herzenswunden, Woraus einst sein heilig Blut Floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht! mein Er⸗ löser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube Hell empor die Hoffnung schwebt, Und der Himmelsheld, der Glaube, Und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht. Ernst Moritz Arndt, g. 1769, st. 1860. Mel. Nun laßt uns den Leib ꝛc. „Nun bringen wir den Leib zur Ruh Und decken nm,,.r1·1 ·. 438 Begräbnislieder. ihn mit Erde zu, Den Leib, der nach des Schöpfers Schluß Zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, Nicht immer der Verwesung Raub; Er wird, wenn arener einst erscheint, Mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist. Schau hier, was 60 unser Leben ist: Nach Sor⸗ e, Furcht und mancher Not ommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit, Aufs Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, So folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichtum, Ehr und Glück, Wie wir selbst, einen Augenblick; So währt auch Kreuz und Traurigkeit, Wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, Bedenke, daß du sterben mußt. 7. Dun wo wir bei den Gräbern stehn, Soll jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, Machs einst mit meinem En⸗ de gut. 8. Laß alle Sünden uns be⸗ reun, Vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; Nehm jeder seiner Seele wahr. 9. Wenn unser Lauf vollen⸗ det ist, So sei uns nah, Herr Jesu Christ. Mach uns das Sterben zum Gewinn, Zeuch unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, Die Gräber mächtig öffnen wirst, Dann laß uns fröhlich auferstehn Und ewiglich dein Antlitz sehn. Mel. Nun laßt uns den Leib ꝛc. 4. So gieb denn jetzt, du Christenschar, Der Erde das, was Erde war; Ver⸗ schaff dem Müden in dem Sand Die Ruh, die er bisher nicht fand. ö 2. O Ruhe, Wunsch des Kämpfenden, Du letzter Trost des Weinenden, Wo Erdennot zu Ende ist, Wo keine Thrä⸗ ne weiter fließt! 3. Hier endigt sich der Feinde Trutz, Hier findet der Ge⸗ drängte Schutz; Hier wird im süßen Schlaf erguickt, Den manche Hitz und Last gedrückt. 4. Doch hier ist auch die düstre Pfort Zum ungesehnen Schreckensort, Wo, wer sein Heil nicht hat gesucht, In ewger Pein sich selber flucht. 5. Hier weichet Hoheit, Ruhm und Glück; Der bloße Mensch bleibt nur zurück. Die Bretter und das Leichenkleid Sind nun die ganze Herr⸗ lichkeit. 6. Hier hört der Kampf des Christen auf, Vollendet ist sein saurer Lauf. Der Geist eilt in sein Vaterland, Ist ganz be⸗ glückt in Gottes Hand. 7. Gel Siegend Tausent Gott n seinem 8. Hie Sünder Glaube legt ma in der Mel. O 605 ist kom genomn deis. klagen; sagen: Ehr ur 2. Ku ben; Ehren 4. V ret M spüret migkei und 7 Strick zu jed 5.J Mich n dem bisher h des r Trost dennot Thrä⸗ 7. Gebracht zur Schar der Siegenden Und zu der Engel Tausenden, Schaut solcher Gott nun, wie er ist, In seinem Heiland Jesu Christ. 8. Hier fängt die Qual der Sünder an, Die nicht im Glauben Buß gethan. Hier legt man viele Behes ein, Die in der Hölle Wehe schrein. Bei Ki Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 605. Gottlob! die Stund ist kommen, Da ich werd auf⸗ genommen Ins schöne Para⸗ deis. Ihr Eltern dürft nicht klagen; Mit Freuden sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis! 2. Kurz ist mein irdisch Le⸗ ben; Ein bessres wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr ster⸗ ben, In keiner Not verder⸗ ben Mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Gott eilet mit den Sei⸗ nen, Läßt sie nicht lange wei⸗ nen In diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Ster⸗ ben Ist, schnell und glücklich erben Des schönen Himmels Ehrensaal. 4. Wie öfters wird verfüh⸗ ret Manch Kind, an dem man spüret Rechtschaffne Fröm⸗ migkeit! Die Welt voll List und Tücke Legt heimlich ihre Stricke Bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 5. Ihr Netze mag sie stellen; Mich wird sie nun nicht fäl⸗ Bei Kindern. 439 9. So nimm auch diesen Leib, o Gruft, Bis ihn einst Jesus Christus ruft Und stellt in seiner Wahrheit Licht Die Toten alle vors Gericht. 10. Und uns erinnre jeder⸗ zeit, O Gott, an Tod und Ewigkeit, Damit wir deinen Ruf verstehn Und freudig in das Grab einst gehn. udern. len, Sie wird mir thun kein Leid. Denn wer kann den verletzen, Den Christus hier wird setzen Ins Schloß voll⸗ kommner Sicherheit? 6. Zuvor bracht ich euch Freude, Jetzt, nun ich von euch scheide, Betrübt sich euer Hard Doch, wenn ihr recht etrachtet Und, was Gott thut, hoch achtet, Wird sich bald lindern aller Schmerz. 7. Gott zählet alle Stunden, Er schlägt und heilet Wunden, Er kennet jedermann. Nichts ist ja je geschehen, Was er nicht vor gesehen; Und was er thut, ist wohl gethan. 8. Wenn ihr mich werdet finden Vor Gott, frei aller Sünden, In weißer Seide stehn Und tragen Siegespal⸗ men In Händen und mit Psalmen Des Herren Lob und Ruhm erhöhn: 9. Da werdet ihr euch freuen, Es wird euch herzlich reuen, Daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Wil⸗ len Gedenket zu erfüllen, Und ihm ergiebt! in Geduld si 440 10. Lebt wohl nun, seid be⸗ segnet! Was euch jetzund be⸗ gegnet, Ist andern auch ge⸗ schehn. Viel' müssens noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. 2 Mel. Ermuntre dich, mein ꝛc. 606. Du bist zwar mein und bleibest mein; Wer will mirs anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein: Der Herr von ewgen Tagen, Der hat das meiste Recht an dir, Der fordert und erhebt von mir Dich, o mein Sohn, mein Wille, Mein Herz und Wunsches Fülle! 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, Du Sternlein meiner Seelen, Vor allem Weltgut ewiglich Mir wün⸗ schen und Mleih he Ich woll⸗ te sagen: Bleib bei mir! Du sollst sein meines Hauses Zier, An dir will ich mein Lieben Bis an mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut: In Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr: Gott ist der Väter Haupt und Ehr, Ein Quell, da Alt und Jungen In aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach mei⸗ nem Sohn, Und der mir ihn gegeben, Will, daß er nah Begräbnislieder. mel solle leben. Ich sprech: ach, weh, mein Licht ver⸗ schwindt! Gott spricht: will⸗ komm, du liebes Kind; Dich will ich bei mir haben Und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort Und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, Kein Unglück und kein Kränken, Kein Angst, kein Mangel, kein Versehn; Bei Gott kann keinem Leid geschehn; Wen Gott versorgt und liebet, Wird nimmermehr betrübet. 6. Wir Menschen sind ja auch bedacht, Die Unsrigen zu zieren; Wir gehn und sor⸗ gen Tag und Nacht, Wie wir sie wollen führen In ei⸗ nen feinen selgen Stand, Und ist doch selten so bewandt Mit dem, wohin sie kom⸗ men, Als wirs uns vorge⸗ nommen. 7. Wie manches junges, frommes Blut Wird jämmer⸗ lich verführet Durch bös Exempel, daß es thut, Was Christen nicht gebühret. Da 290 denn Gottes Zorn zu ohn, Auf Erden nichts, als Spott und Hohn; Der Vater muß mit Grämen Sich seines Kindes schämen. 8. Ein solches darf ich ja nun nicht An meinen Sohn erwarten; Der steht vor Got⸗ tes Angesicht Und geht in Christi Garten, Hat Freude, die ihn recht erfreut, Und an seinem Thron Im Him⸗ ruht von allem Herzeleid; Er sieht u Die un 9. Er Engel? hilft se Weishe Und re Die u weiß, Fleiß u wir si. ausstut 10. 2 ferne f nig hö sich ert men et lig, 5 * sprech: cht ver⸗ 2* Dich 0 en Und schönes als wir ja kein 2 300 ngst, zersehn; m Leid persorgt ermehr ind ja nsrigen nd sor⸗ „Wie In ei⸗ d, Und ewandt e kom⸗ vorge⸗ junges, immer⸗ bös „ Was t. Da rn zu 8, als Vater seines sieht und hört die Scharen, Die uns allhie bewahren. 9. Er sieht und hört der Engel Mund, Sein Mündlein hilft selbst singen; Weiß alle Weisheit aus dem Grund Und redt von solchen Dingen, Die unser keiner noch nicht weiß, Die auch durch unsern Fleiß und Schweiß Wir, weil wir sind auf Erden, Nicht ausstudieren werden. 10. Ach, sollt ich doch von ferne stehn Und nur ein we⸗ nig hören, Wenn deine Sinne sich sehren Und Gottes Na⸗ men ehren, Der heilig, hei⸗ lig, heilig ist, Durch den auch du geheiligt bist! Ich weiß, ich würde müssen Vor Freu⸗ den Thränen gießen. 11. Ich würde sprechen: bleib allhier! Nun will ich nicht mehr klagen: Ach, mein Sohn, wärst du noch bei mir! Nein, sondern komm, du Wagen Eliä, hole mich eschwind Und bring mich da⸗ bm, da mein Kind Und so viel liebe Seelen So schöne Ding erzählen! 12. Nun, es sei ja und bleib also, Ich will dich nicht mehr weinen. Du lebst und bist von Herzen froh, Siehst lau⸗ ter Sonnen scheinen, Die Sonnen ewger Freud und Ruh. Hier leb und bleib nur immerzu! Ich will, wills Gott, mit andern Recht balde dir nachwandern. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Bei Kindern. 4⁴1 Mel. Valet will ich dir geben. 607. So hab ich obgesie⸗ get, Mein Lauf ist nun voll⸗ bracht! Ich bin gar wohl ver⸗ gnüget, Zu tausend guter Nacht! Ihr aber, meine Lie⸗ ben, Thut nicht so ängstig⸗ lich. Was wollt ihr euch be⸗ trüben? Stehts doch sehr gut um mich. 2. Denkt, Vater, wieviel Sorgen, Wie manche wache Nacht, Wie manchen düstern Morgen Ein liebes Kind oft macht! Was ihm kann wider⸗ fahren, Das fürchtet, der es liebt. Den Kummer könnt ihr sparen; Drum seid nicht so betrübt. 3. Auch Mutter, laßt die Zähren, Stellt eure Klagen ein! Des höchsten Gotts Be⸗ gehren, Das muß erfüllet sein. Warum ihr jetzo weinet Und gar zu 081 aen thut, Das it sehr wohl gemeinet; Gott machet alles gut. 4. Die Freude, die sich reget Bei einem Wandersmann, Wenn er die Reis' hinleget Und kömmet glücklich an; Die Freude, die empfindet Ein Schiffer, wenn er schier Den sichern Hafen findet: Die spür ich jetzt bei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, Fahr immer, im⸗ mer hin! Ich freue mich von S0 let Daß 15 erlöset bin. ch leb in tausend Freuden In meines Schöpfers Hand; Da trifft, noch rührt kein Lei⸗ den, So dieser Welt bekannt. 442 6. Die noch auf Erden wal⸗ len In irrtumsvoller Zeit, Vermögen kaum zu lallen Von froher Ewigkeit. Viel k besser, wohl gestorben, Als in der Welt gelebt. Die Schwachheit ist verdorben, Worinnen ich geschwebt. 7. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, Wie sonst ein Siegsmann prangt. Aus je⸗ nen Himmelslenzen Hat mei⸗ ne Seel erlangt Die ewig grüne Krone. Die werte Sie⸗ gespracht Rührt her von Got⸗ tes Sohne; Der hat mich so bedacht. 8. Noch netzet ihr die Wan⸗ gen, Ihr Eltern, über mir; Euch hat das Leid umfan⸗ gen, Das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe Sieht sehnlich in mein Grab, Die Mutter siehet trübe Und kehrt die Augen ab. 9. Ich war euch nur gelie⸗ hen Auf eine kurze en, Will Gott mich zu sich ziehen, So werfet hin das Leid Und sprecht: Gott hats gegeben! Gott, nimms; du hast es Recht. Bei dir steht Tod und Leben; Der Mensch ist Got⸗ tes Knecht. 10. Daß ihr mein Grab müßt sehen, Zeigt unsern Begräbnislieder. 11. Schein ich zu früh ent⸗ nommen? Sag jemand: kann man auch Zu früh in. ommen? Gott bleibet bei dem Brauch: Er eilet mit den Seinen Zur schönen Him⸗ melspracht. Wer mag nun den beweinen, Der bei den Engeln lacht. Nachruf der Betrübten. 12. Fahr wohl, o liebe Seelel Geneuß der süßen Lust! Uns in der Trauerhöhle Ist nichts hievon bewußt. Wann wird doch angelangen Des⸗ selben Tages Schein, Daß du uns wirst empfangen? O möcht es heute sein? Gottfr. Wilh. Sater, g. 1635, st. 1699. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 608. Wie kurz ist doch der Menschen Leben, Wie schleu⸗ nig wird es hingerafft! Wir sind mit Sterblichkeit umge⸗ ben. Wie bald versiegt der Lebenssaft! Wir blühen auf und fallen ab, Wir steigen aus der Wieg ins Grab. 2. Wohl aber dem, der also stirbet, Daß ihn sein Sterben nicht betrübt; Den Gott ent⸗ rückt, eh er verdirbet, Und ihm ein ewges Leben giebt, Ein Leben in der bessern Welt, Die keinen Jammer in sich schwachen Stand; Daß es so hält! bald geschehen, Thut Gottes Vaterhand. Gott wird das Leid euch stillen. Ich sterbe nicht zu jung; Wer stirbt nach Gottes Willen, Der stirbt ält! 3. Ach, weinet nicht, daß ich gestorben! Ich habe ja nun ausgekrankt. Was mir mein Jesus hat erworben, Das schon alt genung. J9 ich in dem Tod erlangt. Ich bin an einen Ort ge⸗ anziehn —0* auch i 6. Ic entflog oft bet Herr; mich v liebt. gesicht. weinet 609 Kind! dert d ν bracht, Wo meine Seel in Frieden lacht. 4. Wie wohl bin ich dort aufgehoben! Wie wohl hat mich doch Gott versorgt! Ihn soll ich nun mit Freuden lo⸗ ben; Euch war ich nur von ihm geborgt. Nun hat er mich der Erd entwandt Und mir den Himmel zuerkannt. 5. Verwelkt der Leib gleich in der Erden, Er wird doch künftig wieder blühn, Von Jesu schön verkläret werden; Der wird ihm seinen Glanz anziehn; Da werd ich wie ein Engel sein. Des sollt auch ihr euch noch erfreun. 6. Ich bin der bösen Welt entflogen, In welcher ihr euch oft betrübt. Mich hat der Herr zu sich gezogen, Der mich viel mehr, als ihr, ge⸗ liebt. Ich schaue Jesu An⸗ gesicht. Daran gedenkt und weinet nicht. Mel. Es ist genug! 609. Zeuch hin, mein Kind! Denn Gott selbst for⸗ dert dich Aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, Dein Tod betrübet mich; Doch weil es Gott gefällt, So unterlaß ich alles Klagen Und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir Nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist weg; Darum be⸗ fiehlt er dir, Jetzt wieder 600 zott zuziehn. Zeuch hin! Bei Kindern. 443 hat es so ersehen; Was die⸗ ser will, das muß geschehen. Zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, Was dir die Welt versagt; Denn nur bei Gott Ist wahrer Trost und Ruh, Da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Angsten schwe⸗ ben, Dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! 4. Rolee hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, Sobald es Gott befiehlt. Du eilest fort, Eh dein* Ungemach In spätern ahren fühlt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide. Wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 5. Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten schon Auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, Wie Gottes lie⸗ ber Sohn Dir schon die Kro⸗ ne weist. Nun wohl, dein Seelchen ist entbunden, Du hast im Herren überwunden. Zeuch hin, mein Kind! Gottsr. Hoffmann, geb. 1658, st. 1712. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 610. Wenn kleine Him⸗ melserben In ihrer Unschuld sterben, So büßt man sie nicht ein; Sie werden nur dort oben Vom Vater auf⸗ lorenrsel Damit sie unver⸗ oren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe Zu ihrem Christenlaufe Für 444 Jesum eingeweiht Und noch bei Gott in Gnaden: Was sollt es ihnen schaden, Wenn er nun über sie gebeut? 3. Der Unschuld Glück ver⸗ scherzen, Stets kämpfen mit den Schmerzen, Mit so viel Seelennot, Im Angstgefühl der Sünden Das Sterben schwer empfinden:— Davor bewahrt ein früher Tod. 4. Zwar wer in seiner Ju⸗ end Den Weg zur wahren Tugend Durch Jesum Chri⸗ stum findt, Und sich den ersten Glauben Hat niemals lassen rauben, Der lebt und stirbt auch wie ein Kind. 5. Allein, wo sind die Rei⸗ nen, Die jetzt noch so er⸗ Das Reich der Herrlichkeit. scheinen, Wie sie das Was⸗ serbad Vor Gottes Augen stellte, Und die die Welt nicht fällte, Ja, wohl noch jetzt im Netze hat? 6. Wie leicht geht nicht bei Kindern Von uns erwachs'nen Sündern Das fremde Feuer an! Sind sie der Welt ent⸗ rissen, Dann können wir erst wissen, Daß sie die Welt nicht fällen kann. 7. O wohl auch diesem Kin⸗ de! Es stirbt nicht zu b. schwinde. Zeuch hin, du le⸗ bes Kind! Du gehest ja nur schlafen Und bleibest bei den Schafen, Die ewig unsers Jesu sind. Joh. Andr. Rothe, geb. 1688, st. 1758. XXIV. Das Reich der Herrlichkeit. Christi Wiederkunft; Auferstehung der Toten; jüngstes 611. Tag des Zornes, den wir gläuben, Wirst die Welt in Ashe stäuben, Wie uns die Propheten schreiben. 2. Welch ein Zittern wird dann werden, Wenn der Rich⸗ ter kommt auf Erden, Rächer aller Sünd zu werden! 3. Die Posaun mit mächtgem Schalle, Rufend durch der Gräber Halle, Treibet vor den Thron hin alle. 4. Tod und Schöpfung wer⸗ den beben, Wenn die Leichen sich erheben, Antwort im Ge⸗ richt zu geben. 5. Und ein Buch wird sich Gericht. entfalten, Drin der Menschen Schuld enthalten, Wonach Gott Gericht wird halten. 6. Wird der Herr nun rich⸗ tend sitzen, Dann wird Licht ins Dunkle blitzen, Nichts vor seinem Zorne schützen. 7. Was soll dann ich armer sagen? Welchen Fürsprech mir erfragen, Wo selbst die Gerech⸗ ten zagen? 8. König, schrecklich, groß von Ehren, Du rettst, was errett' soll werden; Rett auch mich, Heiland der Erden! 9. Treuer Jesu, wollst be⸗ denken, Daß du kamst, mir C eil zu micht un 10. Ha des Lebe Kreuz v Müh sei 11.Ric che, De haft mo richt ern 12.6 nen Sd Nabend ehen 512. D Marien hast ve offnu 27 Y nicht t denvoll vom er 15. X mich st Dechte echte 16. V entglo ui mich 1 17.9 wende Hände mein 18.2 Tage und schwer Gott, From uns Name ilberst von Heil zu schenken! Wollst mich nicht zum Abgrund senken! 10. Hast gesucht mich Zeit des Lebens, Mich erlöst am Kreuz voll Bebens; So viel Müh sei nicht vergebens. 11.Richter der gerechten Ra⸗ che, Deiner Huld mich teil⸗ haft mache, Eh ich zum Ge⸗ richt erwache. 12. Schwer beseufz ich mei⸗ nen Schaden, Ich erröt von Schuld beladen; Schenk dem Flehenden, Herr, Gnaden! 13. Du, der lossprach einst Marien Und dem Schächer hast verziehen, Hast auch mir Hoffnung verliehen. 14. Mein Gebet gilt zwar nicht teuer; Doch, du Gna⸗ denvoller, Treuer, Rette mich vom ewgen Feuer! 15. Von den Böcken weg mich stelle, Zu den Schafen mich geselle, Mich zu deiner Rechten stelle. 16. Wann die Flammen, heiß entglommen, Die Verdamm⸗ ten hingenommen, Dann ruf mich mit deinen Frommen. 17. Mit zerknirschtem Herzen wende Flehend ich zu dir die Hände: Sorge gnädig für mein Ende! 18. Ach, wenn wir an jenem Tage Auferstehn mit Thrän und Klage Zum Gericht be⸗ schwert mit Sünden: Herr Gott, laß uns Gnade finden! Frommer Jesu, ach schenk uns Ewge Ruh in deinem Namen! Amen! übersetzung des Dies irae, dies iUla, von Thomas v. Celano, um 1250. Christi Wiederkunft; Auferstehung und Gericht. 445 612. Es ist gewißlich an der Zeit, Daß Christ, der Herr, wird kommen In sei⸗ ner großen Herrlichkeit, Zu richten Bös' und Frommen. Da wird das Lachen werden teur, Wenn alles wird ver⸗ gehn durchs Feur, Wie Got⸗ tes Wort bezeuget. 2. Posaunen wird man hö⸗ ren gehn An aller Welten En⸗ de; Denn Gott wird fordern vor sein' Thron All Menschen gar behende. Da wird der Tod erschrecken sehr, Wenn er wird hören neue Mär, Daß alles Fleisch soll leben. 3. Ein Buch wird da gelesen bald, Darin so steht geschrie⸗ ben, Wie Gott will richten jung und alt; Soll nichts verborgen liegen. Da wird ein'm jeden komm'n zu Haus, Was er hie hat gerichtet aus In seinem ganzen Leben. 4. Was werd ich armer Sün⸗ der dann Vor deinem Richt⸗ stuhl sagen? Was werd ich für ein Fürsprech' hab'n, Der mein Sach wird austragen? Das wirst du thun, Herr Je⸗ su Christ, Dieweil daß du ge⸗ kommen bist, All Sünder zu erlösen. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit, Von wegen deiner Wun⸗ den, Daß ich im Buch der Seligkeit Werd angezeichnet funden. Nun, Herr, ich dran auch zweifle nicht; Denn du hast ja den Feind gericht Und meine Schuld bezahlet. 6.Herr Jesu Christ, du machst 446 Das Reich der Herrlichkeit. es lang In diesen bösen Ta⸗ gen. Auf Erden ist den Leu⸗ ten bang; Laß sie doch nicht verzagen. Schick den Tröster, den heilgen Geist, Der sie in alle Wahrheit leit, Durch Je⸗ sum Christum. Amen! Frederus, 1550, u. Barth. Ringwaldt, geb. 1531, st. 1598; nach: Dies irae, Aies illa, v. Chom. v. Celano, st. 1255. 613. Wachet auf! ruft uns die Stimme Der Wächter sehr hoch auf der Zinne: Wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stun⸗ de! Sie rufen uns mit hel⸗ lem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohl⸗ auf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit Zu der Hochzeit! Ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen, Das Herz thut ihr vor Freuden springen; Sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Got⸗ tes Sohn! Hosianna! Wir fol⸗ gen all Zum Freudensaal Und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen Mit Menschen⸗ und mit En⸗ gelzungen, Mit Harfen und im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, Kein Ohr hat je gehört Solche Freude. Drum jauchzen wir Und singen dir Das Halleluja für und für. Phil. Nicolai, geb. 1556, st. 1608. 614. Wach auf, wach auf, du sichre Welt! Der letzte Tag wird wahrlich kommen! Denn was im Himmel ist bestellt, Wird durch die Zeit nicht hin⸗ enommen. Ja, was der Hei and selbst geschworen, Soll endlich allzumal geschehn. Ob⸗ gleich die Welt muß unter⸗ gehn, So wird sein Wort doch nicht verloren. 2. Wach auf, der Herr kommt zum Gericht! Er wird sehr prächtig lassen schauen Sein richterlichesAngesicht, Das die Verdammten machet grauen. Seht, den der Vater lässet sitzen Zu seiner Rechten, der die Welt Zu seinen Füßen hat gestellt, Der kommt mit Donner, Feur und Blitzen. 3. Wach auf, wach auf, du sichre Welt! Gar schnell wird dieser Tag einbrechen. Wer weiß, wie bald es Gott ge⸗ fällt? Sein Will ist gar nicht auszusprechen. Ach, hüte dich vor Geiz und Prassen! Gleich⸗ wie das Vöglein wird berückt Noch eh es seinen Feind er⸗ blickt; So schnell wird dieser Tag dich fassen. mit Cymbeln schön! Von zwölf Perlen sind die Thore An deiner Stadt; wir stehn 4. Der Herr verzeucht die letzte Zeit, Dieweil er uns so herzlich liebet Und nur kaume Gedul enden Pilger dahine och um Aug hat hat je Drum gen dir nd für. fl. 1608. ach auf, tzte Tag Denn bestellt, cht Her Oer Hei⸗ n, Soll hn. Ob⸗ unter⸗ Wort kommt rd sehr Sein Das die grauen. aus lauter Freundlichkeit Uns Frist und Raum zur Buße giebet. Er weiß 60 sanft mit uns zu fahren, Hält auf den lieben jüngsten Tag, Daß sich der Frommen Glaube mag Samt Lieb und Hoffnung offenbaren. 5. Erscheinen wird das lieb⸗ lich Teil, Der Tag des Rich⸗ ters euch, ihr Frommen, An welchem eur erwünschtes Heil, Euch frei zu machen, ist ge⸗ kommen. Der rechte Josua wird bringen Die Seinigen mit starker Hand In das ge⸗ wünschte Vaterland, Ein Sie⸗ geslied daselbst zu singen. 6. Sind auch die Zeiten so verkehrt, Daß wir vor Unmut schier vergehen; Wird schon die Trübsal so vermehrt, Daß kaum ein Ziel davon zu sehen: Geduldet euch! Bald wird sich enden Des Lebens schwere Pilgerschaft, Bald werden wir dahingerafft, Wo sich die Pla⸗ gen von uns wenden. 7. Der Frühling ist schon vor der Thür, Der Feigen⸗ baum will Laub gewinnen, Die Blümlein schießen auch herfür, Die Zeit erneuert uns die Sinnen. Bald kommt das rechte Sommerleben, In welchem unser Leib wird sein Verkläret, wie der Sonnen⸗ schein, Den uns der jüngste Tag wird geben. 8. Wohlan, wir wollen Tag und Nacht Im Geist und un⸗ Christi Wiederkunft; Auferstehung und Gericht. 447 Aonm und vor ihn treten. ommt, lasset uns entgegen gehen Dem Bräutigam zu rechter Zeit, Damit wir in der Ewigkeit Samt allen En⸗ geln vor ihm stehen. Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. Mel. Valet will ich dir geben. 615. Laßt ab von Sünden alle! Laßt ab und zweifelt nicht, Daß Christus wird mit Schalle Bald kommen zum Gericht! Sein Stuhl ist schon bereitet. Der Herr kommt of⸗ fenbar; Er kommt, und wird begleitet Von einer großen ar. 2. Erschrick, o sichre Seele! Dies ist der letzte Tag. Dein Leib kommt aus der Höhle, Darin er schlafend lag. Da mußt du stehn entkleidet Und hören an mit Scheu, Wie Christus selber scheidet Den Weizen von der Spreu. 3. Wohl dir, wenn du ge⸗ schmücket In wahrem Glau⸗ ben bist! Alsdann wirst du ge⸗ rücket Hinauf zu Jesu Christ. Weh aber deinem Herzen, Wo du bist unbereit! Du mußt erleiden Schmerzen Und Pein in Ewigkeit. 4. Was wird der Richter machen? Der richtet nicht al⸗ lein, Er wird zugleich in Sa⸗ chen Dein wahrer Zeuge sein. Dann wirst du sehr erschrecken, Wenn auf dem Urteilsplan Der Richter wird aufdecken, ablässig beten; Wir wollen immer geben acht Auf unsern Was heimlich du gethan. 5. Wie willst du doch beste⸗ 448 hen Vor seinem großen Zorn, Wenn er dich läset sehen Die Wunden, Schläg und Dorn, Und was er mehr getragen, O schnöder Mensch, für dich? Da wird dich Christus fra⸗ gen: Warum, Mensch, schlugst du mich? 6. Hab ich nicht gern vergossen Mein Blut für deine Schuld? Ward ich nicht fest geschlossen? Litt ich nicht mit Geduld Die nie verdienten Strafen Und Marter Tag und Nacht, Bis ich am Kreuz entschlafen Hab alles vollenbracht? 7. Wie hast du nun vergol⸗ ten Mir, was ich dir gethan? Oft hast du mich gescholten, Bist oft die Sündenbahn Mit dem verfluchten Haufen, Nur mir zu Spott und Hohn, In Sicherheit gelaufen? War das dafür mein Lohn? 8. Wie wird der Sünder schreien, Wenn ihn der Rich⸗ ter fragt, Warum er nicht mit Treuen Gethan, was ihm gesagt! Wie wird er können schauen Ein solches Angesicht, Das ihm mit Angst und Grauen Leib, Seel und Geist zerbricht? 9. O Himmel! es erschallet Der Sünder Klaggeschrei: Ihr Berg und Hügel, fallet Und knirschet uns entzwei! Bedeckt uns vor dem Pfuhle, Dieweil zu dieser Frist Das Lamm auf Gottes Stuhle So sehr ergrimmet ist! 10. Herr, lehre mich beden⸗ ken Doch diesen großen Tag, Das Reich der Herrlichkeit. Daß ich zu dir mich lenken Und christlich leben mag. Und wenn ich dort soll stehen Vor deinem Angesicht, So laß mich alsdann sehen Dein kla⸗ res Himmelslicht. Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. 616. Du siehest, Mensch, wie fort und fort Der eine hier, der andre dort Uns gute Nacht muß geben. Der Tod hält keinen andern Lauf; Er sagt zuletzt die Wohnung auf Uns allen, die wir leben. 2. Bedenk es weislich in der Zeit Und fleuch den Schlaf der Sicherheit, Sei augen⸗ blicklich wacker; Denn wiss', es bleibet nicht dabei, Daß hier dein Leib vergraben sei Auf einem Gottesacker. 3. Wir werden aus den Grä⸗ bern gehn Und alle vor Ge⸗ richte stehn, Das Christus selbst wird hegen, Wenn auf der Engel Feldgeschrei Die Glut das große Weltgebäu Wird in die Asche legen. 4. Alsdann wird erst der ganzen Welt Belohnung wer⸗ den bunen n Die Sünder sol⸗ len büßen, Und ihnen ohn Be⸗ trug und Schein Selbst Klä⸗ ger, Richter, Henker sein, Ver⸗ dammt durch ihr Gewissen. 5. Ach Gott, kommt mir dies Urteil vor, So steigen mir die Haar empor; Mein Herz fühlt Angst und Schrecken. Ihr hohen Hügel, heb ich an, Ihr Berg, und was sich stür⸗ C zen kann bedecken 6. Herr sicht, Ach Weltgeri nicht sch Vater d ich künf süßen S . Giel gutem noch bei zum Abf mag na Seelen Aus lau 8. Mel. V 617. 0 Frommeir pen Sche Hiihen richt ein emachet Pracht. und wack ternacht. 2. Mach Und fül seid des reitet Le Wächter Bräutige ihm im Halleluje 3. Ihr alle, He empor Y Schalle chor. 2 schlossen, reit, Au —— hlenken ug. Und en Vor So laß dein kla⸗ k. 1667. pricht ꝛc. V ensch, ser eine ns gute ser Tod uf; Er ng auf ben. in der Schlaf ihm im Reihen Und singt J Halleluja! reit, Auf, auf, ihr Reichs⸗ zen kann, Fallt her, mich zu bedecken! 6. Herr Jesu, meine Zuver⸗ sicht, Ach, laß dein strenges Weltgericht, Ach, laß es mir nicht schaden! Zeig an dem Vater den Vertrag, Damit ich künftig hören mag Den süßen Spruch der Gnaden. 7. Gieb, daß ich mich bei gutem Sinn, Und weil ichel noch bei Kräften bin, Bereite zum Absterben, Auf daß ich mag nach dieser Zeit Der Seelen Heil und Seligkeit Aus lauter Gnad ererben. S. Dach, geb. 1605, st. 1659. Mel. Valet will ich dir geben. 617. Ermuntert euch, ihr Frommen! Zeigt eurer Lam⸗ pen Schein! Der Abend istef ekommen, Die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich auf⸗ emachet Der Bräutigam mit Iracht. Auf, betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mit⸗ ternacht. 2. Macht eure Lampen fertig Und füllet sie mit Ol Und seid des Heils gewärtig; Be⸗ reitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah! Begegnet 3. Ihr klugen Jungfraun alle, Hebt nun das Haupt empor Mit Jauchzen und mit Schalle Zum frohen Engel⸗ chor. Die Thür ist aufge⸗ schlossen, Die Hochzeit ist be⸗ Christi Wiederkunft; Auferstehung und Gericht. 449 genossen, Der Bräutgam ist nicht weit! 4. Er wird nicht lang ver⸗ ziehen; Drum schlafet nicht mehr ein. Man sieht die Bäume blühen; Der schönste Frühlingsschein Verheißt Er⸗ quickungszeiten; Die Abend⸗ röte zeigt Den schönen Tag von weiten, Davor das Dunk⸗ e weicht. 5. Wer wollte denn nun schla⸗ fen? Wer klug ist, der ist wach. Gott kömmt, die Welt zu stra⸗ fen, An üben Grimm und Rach An allen, die nicht wa⸗ chen Und die des Tieres Bild Anbeten samt dem Drachen. Drum auf! der Löwe brüllt. 6. Begegnet ihm auf Erden, Ihr, die ihr Zion liebt, Mit reudigen Geberden Und seid nicht mehr betrübt. Es sind die Freudenstunden Gekom⸗ men, und der Braut Wird, weil sie überwunden, Die Krone nun vertraut. 7. Die ihr Geduld getra⸗ gen Und mit gestorben seid, Sollt nun nach Kreuz und Plagen In Freuden sonder Leid Mit leben und regieren Und vor des Lammes Thron Mit Jauchzen triumphieren n eurer Siegeskron. 8. Hier sind die Siegespal⸗ men, n ist das weiße Kleid; ier stehn die Weizenhalmen In Frieden nach dem Streit Und nach den Wintertagen; Hier grünen die Gebein, Die dort der Tod erschlagen; Hier M. R. Gesangbuch. schenkt man Freudenwein. 29 150 Das Reich der Herrlichkeit. 9. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, Wo die Erlösten weiden; Hier ist die sichre Pfort, Hier sind die güldnen Gassen; Hier ist das Hochzeitsmahl, Hier soll sich niederlassen Die Braut im Rosenthal. 10. O Jesu, meine Wonne, Komm bald und mach dich auf! Geh auf, verlangte Son⸗ ne, Befördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende Und führ uns aus dem Streit! Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungszeit. kaurentius Laurenti, g. 1660, st. 1722. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 618. Erhöhter Jesu, Got⸗ tes Sohn, Der du schon längst der Himmel Thron Als Herr⸗ scher eingenommen, Du wirst dereinst zu rechter Zeit In großer Kraft und Herrlichkeit Vom Himmel wiederkommen. Gieb, daß dann froh und mit Vertraun Dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland, Tht die Pracht, Die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen, Wenn du auf lichten Wolken einst Mit deiner Engel Heer erscheinst, Die sich vor dir, Herr, beugen! Dann sieht die Welt die Majestät, Dazu dich Gott, dein Gott, Khöht. 3. Dann tönt dein Ruf in 61 jedes Grab Mit allmachts⸗ voller Kraft hinab Und schafft ein neues Leben. Auf dei⸗ nen Wink muß Erd und Meer Das große unzählbare Heer Der Toten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, nen beseelt Nun alle auf, und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor dei⸗ nen Thron, Um jedem den bestimmten Lohn Nach seiner That zu geben. Dann trifst den Bösen Schmach und Pein, Den Frommen aber führst du ein In das verheißne Leben. Wer leugnet dann noch, Jesu Christ, Daß du der Erde Rich⸗ ter bist? 5. O gieb, wenn nun dein Tag erscheint, Daß ich in dir dann meinen Freund Und Heiland wiederfinde; Daß ich mit Freuden vor dir steh Und mit dir in den Himmel geh, Ganz frei von Fluch und Sünde! Laß mich im Glau⸗ ben wachsam sein Und auch die kleinste Sünde scheun. 6. Dein Name sei mir ewig wert, Und was dein Wort von mir begehrt, Daß laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, Dich, den schon jetzt der Himmel preist, Aus aller Kraft zu lieben: So hab ich in der Ewigkeit Auch teil an deiner Herrlichkeit. Chr. Sam. Ulber, geb. 1714, st. 1776. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 9. Schon ist der Tag von Gott bestimmt, Da, wer auf Erden wandelt, Sein Los aus Gottes Händen nimmt, 2. Hie⸗ Ewigkei lionen, Tag det Dohnen den bek am Me stehn sie 3.Hier der We terlieger die Wa Sünde Buße n Dier g. Hier gi 4. Der Himmel Völker und tie erbt do So spri wensti spenstig von sich 5. O H jestät Schiff z Pfeil v err, neu nir ewig in Wort Daß laß Niemals ist, Dich, Himmel traft zu in der n deiner 4, ft. 1776. mmen her. der Tag Da, wer Sein Los nimmt, —— Nach dem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn! Er kommt, und Wolken sind sein Thron, Der Erden Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, Hier stehn die Mil⸗ lionen, Die seit dem ersten Tag der m Auf dieser Erde Vohnen, ur dem Allwissen⸗ den bekannt, Unzählbar, wie am Meer der Sand; Hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt Der Wahrheit un⸗ terliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, Wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; Hier gilt nicht mehr Betrug und List; Hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, Und alle Völker hören Erwartungsvoll und tief Recche d Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schar; Doch die, die wider⸗ spenstig war, Heißt er nun von sich weichen. 5. O Herr, mit welcher Ma⸗ jestät Wirst du dies Urteil Die Ewigkeit. 451 fällen! Die Sünder, die dich hier verschmäht, Gehn dann gewiß zur Höllen. Dort trifft sie unerforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Retter sein? Ihr Warten ist verloren. 6. Sie, die Gerechten, leuch⸗ ten dann So, wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst sie zu Ehren an. O welch ein froh Getümmel! Nun sehn sie mit erstauntem Blick, Daß Glaub und Lieb das höchste Glück Aus Gottes Gnad er⸗ erben. 7. Sie gehn nun in das selge Reich, Das Gott für sie be⸗ reitet, Und sehn auf ewig, Engeln gleich, Ihr Wohlsein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit, Kein Kummer, keine Traurigkeit Stört ihre ewge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht Oft und mit Ernst bedenken! Es stärke meine Zuversicht, Wenn mich die Leiden kränken. Es reize mich, gewissenhaft Und ein⸗ gedenk der Rechenschaft Nach deinem Wort zu wandeln. Joh. Sam. Diterich, geb. 1721, st. 1797. Die Ewigkeit. Mel. Vater unser im Himmelreich. 620. O Ewigkeit, o Ewig⸗ keit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! Doch eilt zu dir schnell unsre Zeit, Gleichwie das Heerpferd zu dem Streit, Nach Haus der Bot', das Schiff zum Port, Der schnelle Pfeil vom Bogen fort. 2. O Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! Gleich wie an einer Kugel rund Kein Anfang und kein End ist kund, Also, o Ewig⸗ keit, an dir Nicht Ein⸗ noch Ausgang finden wir. ö 3. O Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! 29* 452 Du bist ein Ring, unendlich weit, Dein Mittelpunkt heißt „Allezeit“,„Niemal“ der wei⸗ te Umkreis dein, Weil deiner nie kein End wird sein. 4. O Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! Wegnehmen könnt ein Vög⸗ lein klein All ganzer Welt Sand, Berg und Stein, Wenns auch nur käm all tausend Jahr: Von dir wär noch nichts weg, fürwahr! 5. O Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! In dir, wenn nur all tausend Jahr Ein Aug vergöß ein kleine Josc ürd wachsen Wasser solche Meng, Daß Erd und Himmel wär zu eng. 6. O Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! Hör, Mensch: so lange Gott wird sein, So lang wird sein der Höllen Pein, So lang wird sein des Himmels Freud! O lange Freud, o langes Leid! 7. O Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! Verständig ist, der dich be⸗ tracht, Des Fleisches Lust er leicht veracht; Bei ihm die Welt nicht Platz mehr findt; Die Lieb zum Eiteln bald Wer die Zu verschwenden hat gesucht verschwindt. 8. O Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! Wer dich besinnt, zu Gott so spricht: Hie brenn, hie schneid, Das Reich der Herrlichkeit. Wie lang bist du, o Ewigkeitl O Mensch, oft deine Sinnen stell, Zu denken an die Qual der Höll Und an der From⸗ men Herrlichkeit: Es währet beides ohne Zeit! Bedenk, o Mensch, die Ewigkeit! 5.1—6 v. e.Unbekannten a. d. 16. Ihrh.; v.7—9 v. Dan.Wülffer, g. 1617, st. 1685. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 621. Ewig, ewig! heißt das Wort, Das wir wohl bedenken müssen. Zeitlich hier und ewig dort, Das ist, was wir alle wissen; Denn nach dieser kurzen Zeit Folgt die lange Ewigkeit. 2. Es wird endlich alle Zeit Von der Ewigkeit verschlun⸗ 9. Diese bringet Freud und eid. Wie man hier darnach erungen, Was wir in der Zeitgethan, Schreibt die Ewih⸗ keit uns an. 3. Ewig wird das Erbe sein Derer, die an Christum gläuben Und ohn allen Heu⸗ chelschein Treu in seiner Lie⸗ be bleiben. Für das Leiden dieser Zeit Krönet sie die Ewigkeit. 4. Ewig aber ist verflucht, eit in seinem Leben Und sich eitler Lust ergeben. Diesem bringt die Ewigkeit Endlich ein unendlich Leid. 5. Mein Gott, laß mich in hie straf und richt, Hie handle der Zeit An die Ewigkeit 1 i⸗ nach Gerechtigkeit; Verschon denken, Und durch keine nur in der Ewigkeit! cherheit Mir das rechte Ziel 9. O Ewigkeit, o Ewigkeit, verschränken, Daß mich, eh— die Zei Ewigkei 6. Ewi Wenn gelebet! 622. nerwor durch d fang so keit, Ze vor gri wo ich ganz er Daß m men kl 2. Kei Welt, Zeit nie aufgehr hat ke fort ur reich tr wigkeitl Sinnen die Qual* er From⸗ 5währet edenk, 0 2 d. 16. Ihrh.; 17, st. 1685. versicht. g heißt dir wohl tlich hier ist, was enn nach Folgt die alle Zeit derschlun⸗ reud und darnach r in der die Ewig⸗ as Erbe Christum llen Heu⸗ iner Lie⸗ 8 Leiden sie die verflucht, em Leben t gesucht= ergeben. Ewigkeit h Leid. aen in igkeit ge⸗ eine G chte Ziel mich, eh— Ewigkeit ergreift. 6. Ewig, ewig! süßer Schall, Wenn man hier hat fromm gelebet! Ewig, ewig! Schrek⸗ Ewiger Tod. 45⁵³ die Zeit verläuft, Nicht die kenshall, Wenn man Gott hat widerstrebet! Steh mir, Gott, in Gnaden bei, Daß daz Wort mir Jubel sei. Benj. Schmolck, geb. 1672, st. 1737. Ewiger Tod. 622. O Ewigkeit, du Don⸗ nerwort! O Schwert, das durch die Seele bohrt! O An⸗ fang sonder Ende! O Ewig⸗ keit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Mein anz erschrocknes Herz erbebt, aß mir die Zung am Gau⸗ men klebt. 2. Kein Unglück ist in dieser Welt, Das endlich mit der Zeit nicht fällt Und ganz wird aufgehoben. Die Ewigkeit nur hat kein Ziel; Sie treibet fort und fort ihr Spiel, Läßt nimmer ab zu toben. Ja, wie mein Heiland selber spricht: Aus ihr ist kein Erlösung nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang! Hier Dr fürwahr kein Dese dan⸗ rum, wenn ich diese lange Nacht Zusamt der großen Pein betracht, Erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit So schrecklich als die Ewigkeit. 4. Wenn der Verdammten große Qual So manches Jahr, als an der Zahl Hie Men⸗ schen sich ernähren, Als man⸗ chen Stern der Himmel hegt, Als manches Laub das Erd⸗ reich trägt, Noch endlich sollte währen: So wäre doch der Pein zuletzt Ihr recht be⸗ stimmtes Ziel gesetzt. 5. Nun aber wenn du die Gefahr Viel hundert tausend tausend Jahr Hast kläglich ausgestanden, Und von der Pein zu solcher Frist Ganz rausamlich Eehlut r⸗ bist, st doch kein Schluß vorhan⸗ den. Die Zeit, so niemand zählen kann, Die fänget stets von neuem an. 6. Ach Gott, wie bist du so D5feng Wie strafest du die ösen Knecht Im heißen Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt Hast du so lange Pein gestellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen Und merk auf dies, o Menschen⸗ kind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind! 7. Ach, fliehe doch des Teu⸗ fels Strick! Die Wollust kann ein' Augenblick, Und länger nicht, ergötzen. Dafür willst du dein arme Seel Hernach⸗ mals ewig in der Höll In roße Trübsal setzen? Ja, schöner Tausch! Ja, wohl ge⸗ wagt! Das bei dem Teufel wird beklagt. 8. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf! Ermuntre dich, 4⁵4 Das Reich der Herrlichkeit. verlornes Schaf, Und beßre bald dein Leben! Wach auf! es ist sehr hohe Zeit! Es kommt heran die Ewigkeit, Dir deinen Lohn zu geben! Vielleicht ist heut der letzte Tag! Wer weiß, wie man noch sterben mag? 9. Ach, laß die Wollust dieser Welt, Pracht, Hoffart, Reich⸗ tum, Ehr und Geld Dir länger nicht gebieten! Schau an die große Sicherheit Die falsche Welt und böse Zeit, Zusamt des Teufels Wüten! Vor allen Dingen hab in acht Die vorerwähnte lange Nacht! 10. O Ewigkeit, du Donner⸗ wort! O Schwert, das durch die Seele bohrt! O Anfang, sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu in dein Himmels⸗ zelt! Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 623. Viel besser, nie ge⸗ boren, Als ewiglich verloren, Von Gott getrennt sich sehn, Von keinem Heil nichts wis⸗ sen, Vom Licht zu Finster⸗ nissen, Vom Leben zu dem Tode gehn. 2. Vom Singen in das Kla⸗ gen, Vom Hoffen ins Ver⸗ agen, Von Freuden in die ein, Von u Chre in die Banden, Von Ehren in die Schanden, Von Ruhe in die Qual hinein; 3. Im Fluch auf ewig bren⸗ nen, Gott seinen Gott nicht nennen: O das ist hoch be⸗ trübt! Ach Gott, ich flieh ge⸗ rade Allein zu deiner Gnade, Mein Gott, der du die Welt geliebt. 4. Du hast den Sohn gege⸗ ben, Im Sohn ein ewig ben; Im Sohn will ich dich flehn, Dich flehn um deine— Liebe, Dich flehn aus heißem Triebe: Laß mich das Heil in Jesu sehn! 5. Ich war dem Tod zum Raube: Nun gieb mir, daß ich glaube. Wer glaubt, wird selig sein. So geh ich nicht verloren, So bin ich neu ge⸗ boren, So dring ich in das Leben ein. Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699, st. 1769. Ewiges Leben. 624. Jerusalem, Du hoch-Schwingt es sich über alle gebaute Stadt, Wollt Gott, Und eilt aus dieser Welt. ich wär in dir! Mein sehn⸗ 2. O schöner Tag Und noch lich Herz So groß Verlangen viel schönre Stund, Wann hat Und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, Weit über blaches Feld wirst du kommen schier, Da ich mit Lust, Mit freiem Freu⸗ denmund Die Seele geb von —4*.—8— 4. O gegrüße Gnader Zeit H dir, El Aus je jener Gott! der Er 5. W für ei dort g der W; war, L Die 7 Entges noch nem 6. Pi triarck insger Truge der 2 ich ir Freihe heit nenlie 7. W gelan radei Finster⸗ zu dem das Kla⸗ ns Ver⸗ in die in die in die de in die pig bren⸗ ott nicht luch be⸗ le ge⸗ Gnade, die Welt hn ge 2 ewig · ich dich m deine heißem das Heil od zum nir, daß bt, wird ich nicht neu ge⸗ in das 9, st. 1769. ber alle Welt. nd noch Wann ier, Da m Freu⸗ geb von hts wis⸗ Zum auserwählten Pfand, Daß sie mit Heil anlände In jenem Vaterland! 3. Im Augenblick Wird sie erheben sich Bis an das Fir⸗ mament, Wenn sie verläßt So sanft, so wunderlich Die Stätt der Element; Fährt auf Eliä Wagen Mit froher Engelschar, Die sie in Hän⸗ den tragen, Umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, Sei nun gegrüßet mir! Thu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit Hat mich verlangt nach dir, Eh ich bin kommen fort Aus jenem bösen Leben, Aus jener Nichtigkeit, Und mir Gott hat gegeben Das Erb der Ewigkeit! 5. Was für ein Volk, Was für ein edle Schar Kommt dort gezogen schon? Was in der Welt Von Auserwählten war, Seh ich; die beste Kron, Die Jesus mir, der Herre, Entgegen hat gesandt, Da ich noch war so ferne In mei⸗ nem Thränenland. 6. Propheten groß Und Pa⸗ triarchen hoch, Auch Christen insgemein, Die weiland dort Trugen des Kreuzes Joch Und der Tyrannen Pein, Schau ich in Ehren schweben, In Freiheit überall, Mit Klar⸗ heit hell umgeben, Mit son⸗ nenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt Ich an⸗ Ewiges Leben. 45⁵ mir In Gottes treue Hände Erfüllet wird der Sinn, Der Mund voll Lob und Preis. Das Halleluja reine Singt man in Heiligkeit, Das Ho⸗ sianna feine Ohn End in Ewigkeit. 8. Mit Jubelklang, Mit In⸗ strumenten schön, In Chören ohne Zahl, Daß von dem Schall Und von dem süßen Ton Erbebt der Freudensaal; Mit hunderttausend Zungen, Mit Stimmen noch vielmehr, Wie von Anfang gesungen Des Himmels selig Heer. M. Meyfart, geb. 1590, st. 1642. 625. O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, Die ihr durch den Tod zu Gott ge⸗ kommen! Ihr seid entgangen Aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hie doch wie im Kerker leben, Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben. Was wir hie ken⸗ nen, Ist nur Müh und Her⸗ zeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eu⸗ rer Kammer Sicher und be⸗ freit von allem Jammer; Kein Kreuz und Leiden Ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen, Habt das schon, wonach wir uns erst sehnen; Euch wird gesungen, Was durch keines Ohr allhie ge⸗ drungen. ͤ 5. Ach, wer wollte denn nicht gelanget bin Im schönen Pa⸗hgerne sterben Und den Him⸗ radeis: Von höchster Freud mel für die Welt ererben? 22223225*“'iílc 456 Das Reich der Herrlichkeit. Wer wollt hie bleiben, Sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm uns auszuspannen! Lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, Ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach, geb. 1605, st. 1659. Mel. Valet will ich dir geben. 626. Ein Tröpflein von den Reben Der süßen Ewig⸗ keit Kann mehr Erquickung geben, Als dieser eitlen Zeit Gesamte Wollustflüsse; Und wer nach jenem strebt, Tritt unter seine Füße, Was hier die Welt erhebt. 2. Wer von dir möchte sehen Nur einen Blick, o Gott, Wie wohl würd ihm geschehen! Die Welt wär ihm ein Spott Mit allem ihrem Wesen. So herrlich und so rein, So lieb⸗ lich, so erlesen Ist deiner Au⸗ gen Schein. 3. Den wahren Gott zu schauen, Das ist die Selig⸗ keit Und aller Himmelsauen Ihr schönstes Blumenkleid. Wie war nach seinen Blicken Doch Abraham so froh! Wie wünscht er zu erquicken Sich an dir, A und O! 4. Du reichlichste Belohnung Der Auserwählten Zahl, Wie lieblich ist die Wahnung, Da deiner Gottheit Strahl Sich offenbarlich zeiget! O herrlich⸗ edler Tag, Dem diese Sonne steiget Und ihn erleuchten mag! 5. O Licht, das ewig bren⸗ net, Dem keine Nacht bewußt, Das keinen Nebel kennet, Ge⸗ sellschaft, reich an Lust, Da Gott und Engel kommen Mit Menschen überein, Und ewig⸗ lich die Frommen Gesegnet werden sein! 6. Vollkommne Liebe bringet Dort immer neue Freud; Aus ewger Lieb entspringet Ein ewge Fröhlichkeit. Gott selbst ist solche Wonne, Ist solcher Liebe Preis, Ist seiner Blu⸗ men Sonne Im bunten Pa⸗ radeis. 7. Sein Licht wird in uns leuchten, Sein Ol und Honig⸗ saft Soll unsre Lippen feuch⸗ ten Von seiner Stärke Kraft, Mit Weisheit, Schönheit wer⸗ den Wir ganz erfüllet sein Und spiegeln die Geberden In seinem hellen Schein. 8. Was wünschest du für Gaben? Du wirst sie fin⸗ den dort Und in dir selber haben Den Reichtum fort und fort; Denn Gott, vor welchem Kronen Und Perlen Staub und Spott, Wird selber in uns wohnen, Und wir in unserm Gott. 9. Wann werd ich einmal kommen Zu solcher Freuden⸗ quell? Wär ich doch aufge⸗ nommen Und schon bei dir zur Stell! Herr Christe, nimm mein Flehen So lang indes⸗ sen an, Bis ich dich selbst ersehen Und recht beschauen kann. Erasm. Franzisci, geb. 1627, st. 1694. 5 — Mel. O 627 denwo fort 1 sonder Freud vor 5 nichts sonst Weil; 2. Ke Welt, Zeit muß nur bet fe Bleib wie d Jre ig bren⸗ bewußt, net, Ge⸗ ust, Da nen Mit d ewig⸗ Gesegnet bringet d; Aus get Ein ptt selbst t solcher er Blu⸗ ten Pa⸗ in uns Honig⸗ n feuch⸗ e Kraft, heit wer⸗ et sein heberden hein. du für sie fin⸗ rselber ort und velchem Staub lber in wir in einmal reuden⸗ aufge⸗ bei dir „nimm indes⸗ ) selbst schauen st. 1694. * —5 Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 627. O Ewigkeit, du Freu⸗ denwort, Das mich erquicket fort und fort! O Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid! Ich weiß vor Herzensfröhlichkeit Gar nichts mehr vom Elende, Das sonst in diesem Leben plagt, Weil mir die Ewigkeit behagt. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, Die endlich mit der Zeit nicht fällt Und gänzlich muß vergehen. Die Ewigkeit nur hat kein Ziel, Sie trei⸗ bet fort und fort ihr Spiel, Bleibt unverändert stehen; Ja, wie der heilge Petrus spricht: Ihr Erbe das verwelket nicht. 3. O Ewigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, Weiß ich, daß dies aufhöret. Drum, wenn ich diese lange Zeit Erwäge samt der Seligkeit, Die nich⸗ tes nicht zerstöret: So acht ich alles Leiden nicht, Welchs kaum ein' Augenblick anficht. 4. Was ist doch aller Christen Qual, Die Pein der Märtrer allzumal, So vieles Kreuz und Leiden! Wenn man es gleich zusammen trägt Und alles auf die Wage legt, So⸗ dann zur andern Seiten Dort jenes Lebens Herrlichkeit: Wie wird es überwogen weit! 5. Sieht man dann die Ver⸗ dammten an, Wie lang ihr Marter währen kann, Wie grausam sie geplaget, Nur immer sterben ohne Tod, Und Ewiges Leben. 4⁵7 Vom Feur und Wurm bena⸗ get: Was ist das nicht für hen en bef Von diesem al⸗ en sein befreit! 6. Im Himmel lebt der Chri⸗ sten Schar Bei Gott viel tau⸗ send tausend Jahr Und wer⸗ den des nicht müde; Sie stimmen mit den Engeln ein, Sie sehen stets der Gottheit Schein, Sie haben güldnen Frieden, Da Christus giebt, wie er verheißt, Das Manna, das die Engel speist. 7. Ach, wie verlanget doch nach dir Mein mattes Herze mit Begier, Du überseligs Le⸗ ben! ann werd ich doch einmal dahin Gelangen, wo mein schwacher Sinn Stets pfleget nach zu streben! Ich will der Welt vergessen ganz, Mich sehnen nach des Him⸗ mels Glanz. 8. Fahr hin, du schnöde Zucht und Pracht, Du tolle din fartskleidertracht; Fahr hin, du sündlich Wesen, Du falsch entzündte Liebesbrunst, Du Gold⸗ und Silberreichtums⸗ dunst, Und was die Welt erlesen Gleich als ihr einig höchstes Gut! Das Ewge macht mir bessern Mut. 9. O Ewigkeit, du Freuden⸗ wort, Das mich erquicket fort und fort! O Anfang, sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid! Ich weiß von keiner Traurigkeit, Wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gieb mir solchen Sinn, Beharrlich, leben in der höchsten Not, bis ich komm dahin. Erasm. Franzisci. geb. 1627, ft. 1694. ‚P‚I‚I‚I‚I‚I‚I‚I‚I‚I‚I‚I‚e‚eeeeeeeeee 158 628. Wie schön ist unsers Königs Braut, Wenn man sie nur von ferne schaut! Wie wird sie nicht so herrlich sein, Wenn sie mit ihm einst bricht herein! Triumph! Wir sehen sie, wir singen ihr. Wohl dem, der mit dazu gehört schon hier! 2. Ich grüße dich, du goldne Stadt, Die lauter Thor von Perlen hat. Führ deine Mau⸗ ern hoch hervor; Sie heben deine Pracht empor. Dein Licht ists Lamm; es deckt dich keine Nacht. O wär ich nur bald auch dahin gebracht! 3. Ach, wundre sich nun nie⸗ mand nicht, Daß ich darauf allein gericht. Ein Braut⸗ herz kann in sonst nichts ruhn; Es hat mit seinem Schmuck zu thun. Wer seinen Hoch⸗ zeitstag schon vor sich sieht, Der ist um andern Tand nicht mehr bemüht. 4. Wenn ich nun vollends umgekehrt Und klein, als wie ein Kindlein werd, So ist Jerusalem auch mein; Denn solche Bürger müssens sein. Da bin ich dann daheim in Gottes Haus Und darf auch ewiglich nicht mehr heraus. Gottfr. Arnold, geb. 1666, st. 1714. Psalm 126. 629. Wenn endlich, eh es Zion meint, Die sehr er⸗ wünschte Stund erscheint, Danl Gott wird die Aerter h ge⸗ ben, Die unsern Kerker bricht entzwei Und machet die Ge⸗ D˖⸗e⸗eeeee Das Reich der Herrlichkeit. fangnen frei: Was Freude wird man da erleben! 2. Die plötzlich eingebrochne Wit Und übergroße Seligkeit, ird über unsre Sinne ge⸗ Irar Wir werden sein, wie räumende, Erstaunt, obs in der That gescheh, Obs wahr sei, was die Augen sehen. 3. Das Volk, das jetzt uns nur verlacht, Und unsre Wicd nung gar nicht acht, Wird dann voll Reu bekennen müs⸗ sen, Daß Zions Reich nicht Narrentei, Kein süßer Traum gewesen sei, Wie sie es jetzt zu lästern wissen. 4. Die ganze Welt wird Zeu⸗ e sein, Wenn sich die große Freud allein Wird über Got⸗ tes Volk verbreiten. Der Herr hat große Ding gethan An ihnen, wie man sehen kann, Das wird man sagen bei den Heiden. 5. Vielmehr bei deinem Js⸗ rael Wird alles, was an Leib und Seel, Das große Halle⸗ luja singen: Der Herr hat großes uns gethan, Des sind wir fröhlich! jedermann Laß dieses ewiglich erklingen. 6. Ach, aber, Herr, ach Herr, wie lang, Geschieht uns noch in Babel Drang! Erlöse uns von ihren Banden! Das ist dir eine leichte Sach, Als wenn du einen seichten Bach Vertrocknest in den Mittags⸗ anden.— 7. Allein es ist dein Gna⸗ denrat, Daß erst gescheh die Thränensaat, Eh man die *.* Freude rochne igkeit, E ge⸗ „wie obs in wahr hen. t uns Did ird müs⸗ nicht raum 8 jetzt Zeu⸗ große Got⸗ rHerr nAn kann, ei den n Is⸗ X Leib Halle⸗ hat sind Laß —5— Ewiges Ernte seh der Freuden. Jetzt tragen wir nach deinem Sinn Annoch den edlen Samen hin, Da viele Thränen uns begleiten. 8. Der Winter ist nun bald davon, Die volle Blüte zeigt sich schon. Wie wenig Tage sind zu zählen, So kommt der ganze Hauf erfreut, Bringt seine Garben heim und schreit: Ach, unsre Hoffnung konnt nicht fehlen. Gottl. A. Astmann, geb. 1696, st. 1745. Mel. Lasset uns den Herren preisen. 630. Offne mir die Per⸗ lenthore, O du Schmuck der Himmelsstadt, Licht vom Licht, um Licht erkoren, Eh die Welt en Anfang hat. Eile, Lieb⸗ ster, heimzuführen Meine See⸗ le, deine Braut, Die du dir hast anvertraut. Laß mich diese Klarheit zieren, Wo mich keine Sündenmacht Mehr be⸗ trübt und finster macht. 2. Ich lieg schon in deinen Armen Durch den Glauben festgeschränkt, Und durch dei⸗ ner Lieb Erbarmen wird mir Freude eingeschenkt, Die nach Himmelsmanna schmek⸗ ket, Das du in der Ewigkeit Meiner Seele hast bereit. Aber diese Lust erwecket Durst, den nichts, mein Gott, als du, Sättiget in voller Ruh. 3. Es verlanget mich zu se⸗ hen Ohne Decke dein Gesicht Und von Sünden frei zu ste⸗ hen, Reines Lamm, in dei⸗ Leben. 459 nichts vorschreiben, Und mein Himmel ist schon hier, Wirst du, meiner Seele Zier, Nur mit mir vereinigt bleiben. Denn wie sollt auch ohne dich Himmelslust vergnügen mich? 4. Du bist meiner Seelen Wonne, Wenn mich Angst be⸗ trüben will. Mein Herz nennt dich seine Sonne, Und das Sorgenmeer wird still, Wenn mir deine Blicke lachen, De⸗ ren liebumkränzter Strahl Trennet alle Nacht und Qual. Du kannst mich vergnüget machen; In dir hab ich Him⸗ melsfreud, Außer dir Ver⸗ druß und Leid. 5. Laß mich, Baum des Le⸗ bens, bleiben An dir einen grünen Zweig, Der, wenn ihn hier Stürme treiben, Stärker werd und höher steigt, Auch im Glauben Früchte bringe; Und versetz mich nach der Zeit In das Feld der Ewigkeit, Da ich mich in dir verjünge, Wenn des Leibes welkes Laub Wie⸗ der grünt aus seinem Staub. 6. Gieß indessen in die Seele Deinen süßen Lebenssaft, Le⸗ ben, dem ich mich vermähle, Und laß deiner Liebe Kraft Mich ganz gnadenvoll erla⸗ ben. Bleibe mein, ich bleibe dein; Dein will ich auch ewig sein. Dich, mein Jesu, will ich haben. Erd und Him⸗ mel acht ich nicht Ohne dich, mein Trost und Licht! nem Licht. Doch ich will dir Wolfg. Chr. Deßler, geb. 1660, st. 1722. 460 Mel. Gott des Himmels und der ꝛc. 31. Wer sind die vor Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? Träget jeder eine Krone, Glänzen, wie die Sterne klar; Halleluja singen all, Loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen, Wie ein Sieger in der Hand, Wenn er seinen Feind geschlagen, Ducher S in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg Hat ge⸗ zeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide Göttlicher Gerechtig⸗ keit, Angethan mit weißem Kleide, Das bestäubet keine Zeit, Das veraltet nimmer⸗ mehr? Wo sind diese kom⸗ men her? 4. Es sind die, so wohl ge⸗ rungen Für des großen Got⸗ tes Ehr, Haben Welt und Tod bezwungen, Folgend nicht dem sündgen Heer; Die er⸗ langet auf den Krieg Durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel er⸗ litten, Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, Im Gebet auch oft gestritten Mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End; Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, Der uns Huld und Heil gebracht; Haben in dem Blut des Lammes Ihre Klei⸗ der hell gemacht; Sind ge⸗ schmückt mit Heiligkeit, Pran⸗ gen nun im Ehrenkleid. Das Reich der Herrlichkeit. 7. Es sind die, so stets er⸗ schienen Hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern. Nun sie stehen all herum Vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Wie ein Hirsch am Mit⸗ tag lechzet Nach dem Strom, der frisch und hell, So hat ihre Seel geächzet Nach dem rechten Lebensquell. Nun ihr Durst gestillet ist, Da sie sind bei Jesu Christ. 9. Auf dem Zionsberg sie weidet Gottes Lamm, die Le⸗ benssonn, Mitten in dem Stuhl sie leitet Zu dem rech⸗ ten Lebensbronn; Hirt und Lamm, das ewge Gut, Lieb⸗ lich sie erquicken thut. 10. Dahin streck auch ich die Hände, O Herr Jesu, zu dir aus. Mein Gebet ich zu dir wende, Der ich noch in dei⸗ nem Haus Hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit. 11. Hilf mir in dem Kampfe siegen Wider Sünde, Höll und Welt. Laß mich nicht darnieder liegen, Wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Gotl mein Fels, mein treuer Gott. 12. Gieb, daß ich sei neu ge⸗ boren, An dir als ein grünes Reis Wachse und sei auser⸗ koren Durch dein Blut ge⸗ waschen weiß, Meine Kleider wahre rein, Meide allen fal⸗ schen Schein; +. 13. Daß mein Teil sei bei den Frommen, Welche, Herr, dir ähnlich sind, Und auch ich, der Not entnommen, Als dein dir getreues Kind, Dann, genahet zu dem Thron, Neh⸗ me den Verheißnen Lohn. 14. Welches Wort faßt diese Wonne, Wenn ich mit der heilgen Schar In dem Strahl der reinen Sonne Leucht auch, wie die Sterne klar! Amen! Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Theodor Schenk, st. 1727. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 632. Nach einer Prü⸗ fung kurzer Tage Führst du uns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage In himmlischer 1*— friedenheit. Hier übt der Glaube seinen Fleiß, Und dort reichst du ihm selbst den Preis. 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Erden Schon man⸗ chen selgen Augenblick; Doch alle Freuden, die ihm werden, Sind ihm noch kein vollkomm⸗ nes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh Nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Kör⸗ pers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt, Bald D kämpft in seinem eignen Herzen Ein Feind, der öfter siegt, als fällt; Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld In Kummer und in Un⸗ geduld. Ewiges Leben. 461 4. Hier, wo der Fromme öf⸗ ters leidet, Der Böse öfters glücklich ist, Wo man den Glücklichen beneidet Und des Bekümmerten vergißt, Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; Dort werd ich heilig und verklärt Des Glaubens ganzen Wert em⸗ pfinden, Den unaussprechlich Hroßen Wert. Dich, Gott der Liebe, werd ich sehn, Dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o Herr, dein heilger Wille Mein Will und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle An deinem Throne mich er⸗ freun; Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich füh⸗ len, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah; Das wunderbar und heilig nennen, Was un⸗ erforschlich hier geschah; Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Thro⸗ ne dringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart; Ein Hei⸗ lig, Heilig, Heilig singen em Lamme, das erwürget ward. Und Cherubim und Seraphim Und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen Mich ihnen gleich und heilig sehn; Das nie 462 gestörte Glück erfahren, Mit Frommen stets fromm um⸗ zugehn. Da wird durch jeden Augenblick Ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, Der Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu millionen Malen Noch segnen, daß er mir ihn wies; Da find ich, Herr, in deiner Hand Den Freund, den ich S auf Erden fand. 11. Da ruft(o möchtest du es geben!) Vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir! denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück erfreun, Der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr Leiden die⸗ ser Erden Doch gegen jene Herrlichkeit, Die an uns offei⸗ bar soll werden Von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie Ist doch ein Augenblick voll Müh! Chr. Fürcht. Gellert, geb. 1715, st. 1769. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ꝛc. 3. Die Seele ruht in Jesu Armen, Der Leib schläft sanft im Erdenschoß. Nun kann sich Herz an Herz er⸗ warmen. Die Ruh ist unaus⸗ sprechlich groß, Die sie nach wenig Kampfesstunden Bei ihrem holden Freund gefun⸗ den; Sie schwimmt im stillen Friedensmeer. Gott hat die Thränen abgewischet, Ihr Das Reich der Herrlichkeit. erfrischet, Des Lammes Glanz ist um sie her. 2. Sie ist nun aller Not entnommen, Ihr Schmerz und Seufzen ist dahin; Sie ist zur Freudenkrone kommen, Sie steht als Braut und Königin Im Golde ewger .min Dem großen önig an der Seiten, Sie sieht sein klares Angesicht. ein freudenvolles, lieblich Wesen Macht sie nun durch und durch genesen; Sie ist ein Licht im großen Licht. 3. Sie lauchnt den Sterb⸗ lichen entgegen: Ja, ja, nun ist mir ewig wohl! Ich bin durch meines Mittlers Se⸗ en Des Lebens, Lichts und Freude voll. Mein schönes Erbteil ist mir worden, Viel Tausend aus der Selgen Orden Bewundern jauchzend meine Pracht. Man kann in allen Himmelschören, Gleich⸗ wie mit Donnerstimmen, hö⸗ ren: Der Herr hat alles wohl gemacht. 4. Ja, wohl gemacht durchs ganze Leben; Recht wohl in meiner Todespein! Sein müt⸗ terliches Tragen, Heben Bracht mich heraus, hindurch, hinein: Heraus aus dieser Erde Lü⸗ sten, Hindurch durch die Ver⸗ suchungswüsten, Hinein ins schöne Kanaan, Da ich auf ilch- und Honigauen Den rechten Josuam kann schau⸗ en, Der große Ding an mir gethan. Geist wird durch und durch 5. Das war ein Tag der lichkeit durchd süßten Wonne! Das war ein lang gewünschtes Hensf Da Jesus, meine Lebenssonne, Den ersten Blick der Herr⸗ lichkeit Zum freudenvollen Übergehen Ließ meine Seel durchdringend sehen! Ich eilte meinem Freunde zu; Mein Geist schwang sich mit Ju⸗ belscharen, Die um mein Sterbebette waren, Ins Va⸗ ters Haus, zur stolzen Ruh. 634 6. Nun kann das Kind den Vater sehen, Es fühlt den süßen Liebestrieb. Nun kann es Jesu Wort verstehen: Er selbst, der Vater, hat dich lieb! Ein unergründlich Meer des Guten, Ein Abgrund ewger Segensfluten Entdeckt sich dem verklärten Geist; Er schauet Gott von Angesichte Und weiß, was Gottes Erb im Lichte Und ein Miterbe Christi heißt. 7. Der matte Leib ruht in der Erden, Er schläft, bis Jesus ihn erweckt. Da wird der Staub zur Sonne wer⸗ den, Den jetzt die finstre Gruft bedeckt. Wie fröhlich wird er auferstehen, Wie wird man ihn vereinigt sehen; Mit dem verklärten Seelengeist: Da wird an den erlösten beiden, An jenem Tag der Hochzeits⸗ freuden, Des Lammes Herr⸗ lichkeit gepreist. 8. Wir, die wir noch durch Mara reisen, Wir sehnen uns im Glauben nach. Wir den⸗ ken unter Thränenspeisen An jenes schöne Brautgemach, Ewiges Leben. 46³ Allwo wir mit der Schar der Frommen, Wer weiß, wie bald! zusammen kommen Und bei dem Herrn sein allezeit. Da wollen wir ihn ewig sehen. Wie wohl, wie wohl⸗ wird uns geschehen! Herr Jesu, komm, mach uns bereit! J. K. Allendorf, geb. 1693, st. 1773. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ꝛc. „Es ist noch eine Ruh vorhanden! Auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen Banden, Und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden Dort wird vor seinem Stuhle weiden! Wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der heiße Kampf geendet, Bald, bald der saure Lauf vollendet: So gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott aus⸗ erkoren, Die Ruhe, die kein Ende nimmt. Es hat, da noch kein Mensch geboren, Die Liebe sie uns schon be⸗ stimmt. Das Gotteslamm wollt darum sterben, Uns diese Ruhe zu erwerben; Es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr hnkaweut Versäumet nicht, eut einzukommen Zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, Die manche Last und Bürde drückt. Eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, gebückt! Ihr habt des Tages Geht nicht mehr müde und 464 Das Reich der Herrlichkeit. Last getragen; Dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein. Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben; Ob Sünde, Welt und Teufel toben, Seid nur ge⸗ trost und gehet ein. 4. Was mag wohl einen Kranken laben Und einen mü⸗ den Wandersmann? Wenn jener nur ein Bettlein haben Und sanfte darauf ruhen kann; Wenn dieser sich darf niedersetzen, An einem frischen Trunk ergötzen: Wie sind sie beide dann vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden: Es wird noch eine Ruh ge⸗ funden Dort, wo an Jesu Brust man liegt. 5. Da wird man Freuden⸗ garben bringen; Denn unsre Thränensaat ist aus. O welch ein Jubel wird erklingen Und süßer Ton ins Vaters Haus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen Wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehn. Es wird beim Brünnlein uns erfrischen. Die Thränen von den Augen wi⸗ schen. Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! 6. Kein Durst, noch Hunger wird uns schwächen; Denn die Erquickungszeit ist da. Die Sonne wird uns nicht mehr stechen. Das Lamm ist seinem Volke nah; Es will selbst über ihnen woh⸗ nen Und ihre Treue wohl belohnen Mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es wer⸗ den die Gebeine grünen. Der große Sabbath ist erschienen, Da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind in Frieden Und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden: Legt euch dem Lamm in seinen Schoß! Ach, Flügel her! wir müssen eilen Und uns nicht länger hier verweilen; Dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubi⸗ lieren! Auf, gürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Joh. Sig. Kunth, geb. 1700, st. 1779. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 635. Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, Wenn er nach jenem Himmel blickt, Den du für uns bereitet; Wo deine milde Vaterhand Aus neuen Wundern wird erkannt, Die du daselbst ver⸗ breitet. Mächtig Fühl ich Mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, Das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, Die dort bei dir u finden! Du stellst uns hier auf Erden zwar Viel Wunder deiner Güte dar, um fröhlichen Empfinden: och hier Sind wir Bei den Freuden doch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist voll⸗ kommnes Leben. 3. Kei und kei schest du deiner 4 10 kein rei; machst ist verg dort V knechte zur Pr 4. In tum S hoher R hen 3 die He Hier se mehr sie ga Giebt den CE Der,! nennen. 5. Vor deln sie aller seine C Frieden tausend liches Kein S reiner Die hin 6. Go vereint hier be ewig u deine 9 Liebe h deine ich, Fr mit En M. ort ist, euden n jene ei dir uns Viel dar, nden: ei den stets voll⸗ Ewiges Leben. 465 3. Kein Tod ist da mehr gen. O ein Umgang voller und kein Grab. Dort wi⸗ schest du die Thränen ab Von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Ge⸗ schrei; Denn du, o Herr, machst alles neu; Das alte ist vergangen. Hinfort Sind dort Von gerechten Gottes⸗ knechten keine Plagen Mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heilig⸗ tum Schallt seines Namens hoher Ruhm Von lauter fro⸗ hen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; Hier schaut man sie nicht mehr von fern; Hier wird sie ganz besungen. Völlig, Giebt sich, Sie zu trösten, den Erlösten zu erkennen Der, den sie schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wan⸗ deln sie, Auf ewig frei von aller Müh, Und schmecken Hier stört den seine Güte. ö Frieden ihrer Brust Und ihre tausendfache Lust Kein feind⸗ liches Gemüte. Kein Neid, Kein Streit Hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, Die hinfüro nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen die ich hier beweint, Die find ich ewig wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, Die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder.—— Werd ich, Frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pfle⸗ M. R. Gesangbuch. Segen! 7. Dort ist mein Freund, des Höchsten Sohn, Der mich geliebt. Wie glänzt sein Thron In jenen Himmels⸗ höhen! Da werd ich dich, Herr Jesu Christ, So men⸗ schenfreundlich, als du bist, Auch mit Entzücken sehen. Da wird, Mein Hirt, Von den Freuden nichts mich schei⸗ den, die du droben Deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, Die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du hast die Stätt auch mir bereit; Sb sie mir auch ererben! Laß mich Eifrig Darnach streben, und so leben auf der Erde, Daß ich dort dein Erbe werde. Joh. Sam. Diterich, geb. 1721, st. 1797. Uach Ahasverus Fritsch, g. 1629, st.1701. Mel. Jesu, der du meine Seele. 36. O wie fröhlich, o wie selig Werden wir im Himmel sein! Droben ernten wir unzählig Unsre Freuden⸗ garben ein. Gehen wir hier hin und weinen, Dorten wird die Sonne scheinen; Dort ist Tag und keine Nacht, Dort, wo man nach Thränen lacht. 2. Es ist doch um dieses Leben Nur ein jämmerliches Thun, Und die Not, die uns umgeben, Lässet uns gar sel⸗ ten ruhn. Von dem Abend 30 466 wir mit lauter Sorgen, Und die überhäufte Not Heißet unser täglich Brot. 3. Ach, wer wollte sich nicht sehnen, Dort in Zion bald zu stehn, Und aus diesem Thal der Thränen An den Freudenort zu gehn, Wo das Kreuze sich in Palmen, Unser Klagelied in Psalmen, Unsre Last in Lust verkehrt Und das Jauchzen ewig währt. 4. Da wird unser Aug er⸗ blicken, Was ganz unvergleich— lich ist; Da wird unsern Mund erquicken, Was aus Gottes Herzen fließt; Da wird unser Ohr nur hören, Was die Freude kann vermehren; Da empfindet unser Herz Lauter Labsal ohne Schmerz. 5. O wie werden wir so schöne Bei der Klarheit Got⸗ tes sein! Wie wird uns das Lobgetöne Seiner Engelschar'n erfreun! Wie wird unsre Kro⸗ ne glänzen Bei so vielen Sie⸗ Alend io re Wie wird unser Kleid so rein, Heller, als die Sonne sein! 6. Manna wird uns dorten tauen, Wo Gott selbst den Tisch gedeckt, Auf den immer grünen Auen, Die kein Gift⸗ hauch mehr befleckt. wird wie Ströme Füßen Nur auf lauter Rosen gehn, Die in Edens Garten stehn. Das Reich der Herrlichkeit. bis zum Morgen Kämpfen Antlitz schau! Werd ich nicht bald aufgenommen In den schönen Himmelsbau, Dessen Grund den Perlen gleichet, Dessen Glanz die Sonne weichet, Dessen wundervolle Pracht Alles Gold beschämet macht? 8. Nun, so stille mein Ver⸗ langen, O du großer Lebens⸗ fürst! Laß mich bald dahin gelangen, Wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden Schon mein Herze himmlisch werden, Bis mein Los in jener Welt Auf das allerschönste fällt. Benj. Schmolck, geb. 1672, st. 1737. Mel. Nun preiset alle. 637. Ich hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt Und hätte gerne Mein Herz vorausgeschickt Und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben. 2. Das war so prächtig, Was ich im Geist gesehn. Du bist allmächtig; Drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen Doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur ich bin sündig, Der„ Erde noch geneigt. Das hat Wonne mir bündig Dein heilger Geis fließen, gezeigt. Und wir werden mit den genug gereinigt, No ch bin Roc 1 9 nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich kein Bann erschreckt. I 7. Ach, wann werd ich da- bin schon selig, Seitdem ich hin kommen, Daß ich Gottes das entdeckt. Ich will mich noch im zeitleben. 5 die Sta Ermüder gehn Un . N nen Gaf aus den J. C.4 Mel. O 638. Geschleck des Herr unsers C auf eure chet dock ben; Es allein. Würden mehr, a 2. Die hinget! bylon, und sin Siegestt Jammer zur Wel Volk Wer is stört? 3. Dro sitzen Je und Lich blitzen 1 gesicht!! Ende, C er sich; 235 önigli 4. Dro winden, schon S dessen laß ein Herze Bis mein Auf das 2, st. 1787. alle. on ferne, n erblickt“ dein Herz hätte gern Schöpfer ngegeben. Pprächtig, t gesehn. Drum ist 1. Könnt Thronen heute an ndig, Der„ Das hat ilger Geist 1. nicht Noch nicht vereinigt. hlich, Daß hreckt. Ich eitdem ich= will mich noch im Leiden üben Und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, Daß ich die Stadt gesehn; Und ohn Ermüden Will ich ihr näher gehn Und ihre hellen, gold⸗ nen Gassen Lebenslang nicht aus den Augen lassen. J. C. Hermes, geb. 1738, st. 1821. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 638. Auf, du priesterlich s Geschlechte, Das den Bund des Herrn bewahrt, Und ihr, unsers Gottes Knechte, Schaut auf eure Himmelfahrt! Su⸗ chet doch nur das, was dro⸗ ben; Es verdients ja ganz allein. Sollt ich das nach Würden loben, Müßt ich mehr, als Engel sein. 2. Die ihr sonst die Harfen hinget An die Weiden Ba⸗ bylon, Nehmt sie wieder ab und singet Zions Lied im Siegeston. Sollt uns unser Jammer hindern, Der ja nur zur Welt gehört, Uns, ein olk aus Königskindern? Wer ist, der die Freude stört? 3. Droben seht zur Rechten sitzen Jesum 15 voll Glanz und Licht; Sehet seine Augen blitzen Und sein Sonnen⸗An⸗ gesicht! A und O, Anfang und Ende, Erst⸗ und Letzter nennt er sich; Er beherrscht die Höl⸗ lenschlünde Als ein Sieger königlich. 4. Droben, wenn wir über⸗ winden, Wird im Paradiese schon Sich das Holz des Le⸗ Ewiges Leben. 467 bens finden Und die goldne Lebenskron. Himmlisch Man⸗ na, neue Namen, Die nur der weiß, der sie trägt, Gu⸗ tes Zeugnis; dies zusammen Wird den Siegern beigelegt. 5. Droben sind sie ange⸗ schrieben In dem Lebensbuch des Herrn Alle, die den Hei⸗ land lieben, Und bei aller Schmach sich gern Doch nach einem Namen nennen. Diese ziert das weiße Kleid, Und er wird sie laut bekennen Auf dem Thron der Herrlichkeit. 6. Droben soll in Salems Höhen, Wo der Tempel Got⸗ tes prangt, Als ein Grund und Pfeiler stehen, Wer den Siegeskranz erlangt. Wessen Streiter er gewesen, Dessen Namen wird man hell Einst auf seiner Stirne lesen: Zion! Gott! Immanuel! 7. Droben sind unzählge Na⸗ men, Palmenträger, weiß ge⸗ kleidt, Die aus großer Trüb⸗ sal kamen, Und nun singen sie erfreut: Heil sei Gott und unserm Lamme, Das in Gna⸗ den uns erwählt, Und aus jedem Volk und Stamme Uns den Seinen zugezählt! 8. Droben schickt sich, neu zu werden, Schon der weite Himmel an. Dann wird Himmel, Meer und Erden Als veraltet abgethan. Bald wird sie hernieder kommen, Neu⸗Jerusalem, die Braut, Als die Königsstadt der From⸗ men, Die Gott ihnen selbst erbaut. 30² 468 Das Reich der Herrlichkeit. 9. Droben ruft er voll Ver⸗ Mel. Jerusalem, Du hochgebaute ꝛe. langen: Höre, Braut, ich 639. Stadt unsres Herrn, komme bald! Selig, wem, Wir schaun zu dir empor So ihn zu empfangen, Schon lechzend, müd und matt. Wann das Hers entgegen wallt! Er ziehn wir ein In dein hoch⸗ wird nimmer lang verweilen heili Thor, Du stille Frie⸗ Und bringt seinen Lohn mit densstadt! Wann enden unsre sich. Komm! dein 2 Plagen, Wann bricht sich heißt dich eilen; Meine eel Pharaos Macht? Wann darf erwartet dich! Israel sagen: Agypten, gute Fr. Chr. Steinhofer, geb. 1640, st. 1692. Nacht? —52— — 640 Krippl. da me ist der Wort persönl 2. S Macht mel S den w quell J fel, H darnied 3. Dr Wer d Muts trüben. Dich ih nicht al dich lie 4. De oft da macht! ten, gute„ — Kripplein ist Mein Paradeis, da meine Seele weidet. Hier ist der Ort, Hier liegt das Wort Mit unserm Fleisch persönlich angekleidet. 2. Sein Licht und Heil Macht alles heil, Der Him⸗ mel Schatz bringt allen Scha⸗ den wieder. Der Freuden⸗ guell Immanuel Schlägt Teu⸗ fel, Höll und all ihr Reich darnieder. 3. Drum, frommer Christ, Wer du auch bist, Sei gutes Muts und laß dich nicht be⸗ trüben. Weil Gottes Kind Dich ihm verbindt, So kanns nicht anders sein, Gott muß dich lieben. 4. Dein blöder Sinn Geht oft dahin, Ruft Ach und Weh! läßt allen Trost ver⸗ schwinden: Komm her und richt Dein Angesicht Zum Kripplein Christi, da, da wirst dus finden. 5. Tritt* ihm zu, Such Hilf und Ruh, Er wirds so machen, daß du ihm wirst danken, Er weiß und kennt, Was beißt und brennt, Ver⸗ steht wohl, wie zu Mute sei dem Kranken. 6. Mit einem Wort: Er ist die Pfort Zu dieses und des andern Lebens Freuden. Er macht behend Ein seligs End Anhang. Weihnachten. 640. O Jesu Christ! Dein An alle dem, was fromme Herzen leiden. 7. Laß aller Welt Ihr Gut und Geld, Und siehe nur, daß dieser r feß dir bleibe. Wer den hier fest Hält und nicht läßt, Den ehrt und krönt er dort an Seel und Leibe. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen. 641. Jauchzet, ihr Him⸗ mel, frohlocket, ihr englischen Chöre, Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen zur Ehre! Sehet doch da! Gott will so freundlich und nah Zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Er⸗ den! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden; Friede und Freud Wird uns verkündiget heut: Freuet euch, Hirten und Herden. 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beu⸗ get; Sehet die Liebe, die end⸗ lich als Liebe sich zeiget! Gott wird ein Kind, Träget und hebet die Sünd; Alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimnis verste⸗ hen? Hier ist die Pforte des 470⁰ Anhang. Weihnachten. Neujahr. Lebens nun offen zu sehen: für dich, wer will dich ferner te doch Gehet hinein, Macht euch kränken? Halleluja! Sein neue gu dem Kinde gemein, Die ihr Sohn ist da! Wie sollt e.— 2. Alle zum Vater wollt gehen. uns mit ihm nicht alles Frucht, ö 5. Hast du denn, Höchster, schenken? tragen? V auch meiner noch wollen ge⸗ 2. Klagt Moses an, Was umsonst denken? Du willst dich selber, du gethan? Will Satan dich müssen NN dein Herze der Liebe, mir in seine Fesseln schränken?— weh, we IN schenken: Sollt nicht mein Hier ist der Sohn, Dein der Fru IIM Sinn Innigst sich freuen da. Gnadenthron, Wie sollt dir 3. Ha Ie rin Und sich in Demut er⸗ Gott mit ihm nicht Freiheit— kahlen Wu senken? schenken? te träge II 6. König der Ehren, aus 3. Ist deine Kraft Gar man⸗ dern Se i Liebe geworden zum Kinde, gelhaft, Mußt du mit Scham Todl de I Dem ich auch wieder mein an deine Schwäche denken: leg die! Aut Herze in Liebe verbinde; Du Der so dir giebt Das, was einen S VN sollst es sein, Den ich er⸗ er liebt, Wird dir mit ihm * 1 wähle allein; Ewig entsag auch wahrlich Kräfte schenken. A ich der Sünde. 4. Wie? kommst du dir Zu Mel. + 7. Süßer Immanuel, werd albern für, Um zu entgehn 6⁴44 * V auch geboren inwendig Komm der Feinde schlauen Ränken? jeder MAN doch, mein Heiland, und laß Erschrecke nicht, Gott ist dein Christo N mich nicht länger elendig; Licht; Er wird dir mit dem bath Wohne in mir, Mach mich Sohn schon Weisheit schenken. ruht IIu Hele eines mit dir, Und mich 5. Gebricht es dir Bald da, Bis ko WumW elebe beständig. bald hier, Und sorgst, wer tag: U 8. Menschenfreund, Jesu, dich noch speisen wird und nicht dich lieb ich, dich will ich er⸗tränken? Hab guten Mut! den e heben; Laß mich doch einzig Das höchste Gut Wird dir 2. D * nach deinem Gefallen nun ja mit dem Sohn die Not⸗ kleine leben; Gieb mir auch bald, durft schenken. auf Jesu, die Kindergestalt, An 6. Wirf, blöder Sinn, Den Angst dir alleine zu kleben. Kummer hin, Der dich will betrüb * Gerh. Cerstergen, geb. 1697, f. 1769. in das Meer der Sorgen macht 4** senken. Der Sohn ist da!„ Schul Mel. Wir Christenleut ꝛc. Halleluja! Wie sollt uns Gott Kreuz 642. Wirf, blöder Sinn, mit ihm nicht alles schenken? ren C Den Kummer hin; Gott ist Zoh. Jak. Rambach, geb. 1693, st. 1735 in ir z Neujahr. wegge Mel. Wachs. mit mir Gott nach ꝛc. keit entgegen. Ach! möchte jetzt g 643. Ein Jahr geht nach doch der träge Sinn Dies unser dem andern hin, Der Ewig⸗ fleißiger erwägen. Ach! bräch Dan sollt er Freiheit ar man⸗ Scham denken: s, was mit ihm chenken. dir Zu ist dein mit dem schenken. Bald da, zst, wer ird und n Mut! Dird dir die Not⸗ nn, Den dich will Sorgen ist dal! ms Gott chenken? 3, ft. 1735. möchte in Dies h! bräch⸗ Passion. 471 te doch ein jedes Jahr Viel 4. Allein der treue Heiland neue gute Früchte dar! spricht: Laß ihn dies Jahr 2. Allein wo ist, wo ist die noch stehen! Trägt er noch Frucht, Die wir bisher ge⸗ keine Früchte nicht, Ich hoff tragen? Wie oft hat Gott sie noch zu sehen. Ach, halt des umsonst gesucht, Wie hat er strengen Urteils Lauf Doch dies müssen klagen! Es that ihm Jahr noch, mein Vater, auf. weh, wenn seine Hand Anstatt 5. So gieb denn, lieber Hei⸗ der Frucht nur Blätter fand. land, Kraft, Dies Jahr viel 3. Haut ab, spricht er, den Frucht zu bringen. Ach, laß kahlen Baum, Der keine Früch⸗ doch deines Geistes Saft In te träget! Was nimmt er an⸗ unsre Zweige dringen. Schütt dern Saft und Raum? Komm, auch auf unser Herz und Tod! der alles schläget, Komm, Haus Viel Gnade, Kraft und leg die Axt der Wurzel an, Thu Segen aus. einen Streich, so ists gethan. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693, ft. 1735. Passion. Mel. Wenn mein Stündlein ꝛc. Ruhbettlein, Darin gar sanft 644. Am Freitag muß ein wir schlafen ein, Bis uns jeder Christ Sein Kreuz mit der Herr aufwecket. Christo tragen, Bis der Sab⸗ 4. Dann kommt der fröhlich bath vorhanden ist, Dann Ostertag, So werd'n wir all ruht er in sein'm Grabe, aufstehen! Der Tod dann uns Bis kommt der fröhlich Oster⸗ tag: Dann ihn das Grab nicht halten mag, Mit Freu⸗ den er aufwachet! 2. Der Freitag währt die kleine Zeit, Weil wir leben auf Erden, Mit Jammer, Angst und Herzeleid Daran betrübt wir werden, Das macht Adams und unsre Schuld! Wohl dem, der sein Kreuz mit Geduld Dem Her⸗ ren Christ nachträget. 3. Am Sabbath kommen wir zu Ruh, weggenommen, Wenn uns jetzt gehn die Augen zu Und unser Stund ist kommen: Dann trägt man uns ins 3. nicht halten mag; Entgegen werd'n wir gehen Christo, und mit ihm in sein'm Reich Leben in Freuden ewiglich: Herr Christ, das hilf uns! Amen. Nik. Hermann, st. 1561. Mel. Zeuch uns nach dir. 645. Fünf Brünnlein sind, Daraus mir rinnt Fried, Freud, Heil, Trost und Leben; In Angst und Not Bis in den Tod Mir solche Labsal geben. 2. Der Quell du bist, Herr All Kreuz wird Jesu Christ! Die Brünnlein deine Wunden: Daraus ich mich Lab inniglich In heißen Kreuzesstunden. Laß mir stets sein Das 472 Anhang. Leiden dein Ein Regel, Rie⸗ gel, Spiegel, Daß ich nach dir Mein Fleisch regier Und laß ihm nicht den Se 4. O Gotteslamm, O Lie⸗ besflamm, O meiner Seelen Freude: Nimm hin die Sünd, Das Herz entzündt, Daß mich von dir nichts scheide. 5. So werde ich Recht selig⸗ lich Den Lebenslauf voll⸗ bringen, Und fröhlich hier, O Gott, mit dir Das Kon⸗ summatum) singen. *) es ist vollbracht. 1672. Mel. Jesu, deine Passion. 646. Seele mach dich hei⸗ lig auf, Jesum zu begleiten Gen Jerusalem hinauf, Tritt ihm an die Seiten. In der Andacht folg ihm nach Zu dem bittern Leiden, Bis du aus dem Ungemach Zu ihm wirst verscheiden. 2. Seele, siehe, Gottes Lamm Gehet zu dem Leiden, Deiner Seelen Bräutigam, Als zur Hochzeit Freuden. Geht, ihr Töchter von Zion, Jesum zu empfangen; Sehet ihn in seiner Kron Unter Dornen prangen. 3. Du zeuchst als ein König ein, Wirst dafür empfangen: Aber Bande warten dein, Dich damit zu fangen. Für die Ehre Hohn und Spott Wird man dir, Herr, geben, Bis du durch des Kreuzes Tod Schließen wirst dein Leben. 4. Das Kreuz ist der Kö⸗ nigsthron, Drauf man dich wird setzen, Dein Haupt Passion. mit der Dornenkron Bis in Tod verletzen. Jesu, dein Reich auf der Welt Ist in lauter Leiden; So ist es von dir bestellt Bis zum letzten Scheiden. 5. Du wirst, Herr der Herr⸗ lichkeit, Ja wohl müssen ster⸗ ben, Daß des Himmels Ewig⸗ keit Ich dadurch mög erben. Aber ach, wie herrlich glänzt Deine Kron von ferne, Die dein siegreich Haupt bekränzt, Schöner als die Sterne! 6. Liebster Jesu, nun Glück zu! Es muß dir gelingen; Nach der Guten⸗Freitags⸗Ruh Wirst du Freude bringen. Tritt nur auf die Todesbahn: Die gestreuten Palmen Bil⸗ den dir den Sieg voran Aus den Osterpsalmen. 7. Laß mich diese Leidens⸗ 50 Fruchtbarlich bedenken, Zoller Andacht, Reu und Leid, Und darüber kränken. Auch dein Leiden tröste mich Bei so vielem Jammer, Bis nach allem Leiden ich Geh zur Ruhekammer. Abrah. KRlesel, geb. 1635, st. 1702. Mel. Jesu, deine Passion. 647. Siehe, mein gelieb⸗ ter Knecht, Der wird weislich handeln, Ohne Tadel schlecht und recht Auf der Erden wan⸗ deln; Sein getreuer, frommer Sinn Wird in Einfalt gehen; Aber dennoch wird man ihn An das Kreuz erhöhen. 2. Hoch am Kreuze wird mein Sohn Große Marter leiden, mit He meiden Blut 2 gen, 1 Gut J 3.Kör Gegen innerm Hände taube hören Ehr J 4. A Sünd Mel. Er 648 weils Pilgrit zu all lieber 3. Es geneig von fe lest du Armer Hallel Bis in dein Ist in es von letzten Herr⸗ nn ster⸗ Ewig⸗ erben. glänzt „Die id Leid, mmer gehen; m ihn 1 wird Marter leiden, Und viel werden ihn mit Hohn Als ein Scheusal meiden. Aber also wird sein Blut Auf viel Heiden sprin⸗ gen, Und das ewge, wahre Gut In ihr Herze bringen. 3. Kön'ge werden ihren Mund Gegen ihn zuhalten Und aus innerm Herzensgrund Ihre Hände falten. Das verblendte taube Heer Wird ihn sehn und hören Und mit Lust zu seiner Ehr Ihren Glauben mehren. 4. Ach er ist für fremde Sünd In den Tod gegeben, Ostern. 47³ Auf daß du, o Menschenkind, Durch ihn möchtest leben, Daß er pflanzte sein Ge⸗ schlecht, Den gerechten Samen, Der Gott dient und Opfer brächt Seinem heilgen Namen. 5. Denn das ist sein höchste Freud Und des Vaters Wille, Daß den Erdkreis weit und breit Sein Erkenntnis fülle, Damit der gerechte Knecht, Der vollkommne Sühner, Gläubig mache und gerecht Alle Sündendiener. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Ostern. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 648. Wo willt du hin, weils Abend ist, O liebster Pilgrim, Jesu Christ! Komm, laß mich so glückselig sein, Und kehr in meinem Herzen ein. Halleluja! 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, Dieweil es ist so gut gemeint; Du weißt, daß du zu aller Frist Ein herzens⸗ lieber Gast mir bist. Halleluja! 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, Die Nacht sich schon von ferne zeigt: Drum wol⸗ lest du, o wahres Licht, Mich Armen ja verlassen nicht. Halleluja! 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn Zum Himmel sicher finden kann, Damit die dunkle Sündennacht Mich nicht ver⸗ führt noch irre macht. Halle⸗ luja! 5. Bevorab aus der letzten Not Hilf mir durch einen sanften Tod. Herr Jesu! bleib, ich halt dich fest; Ich weiß, daß du mich nicht ver⸗ läßt. Halleluja! 1674. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 9. Zween der Jünger gehn mit Sehnen Über Feld nach Emmaus; Ihre Augen sind voll Thränen, Ihre Seele voll Verdruß, Man hört ihre Klageworte; Doch es ist von ihrem Orte Unser Jesus gar nicht weit Und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen Ihrem stillen Kum⸗ mer nach; Sie bejammern ihre Schmerzen, Ihre Not und Ungemach, Manches wan⸗ dert gar alleine, Daß es nur zur Gnüge weine: Doch mein Jesus ist dabei, Fragt, was man so traurig sei? 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, So ist er der dritte Anhang. Mann; Er bemerket die Ge⸗ brechen, Redet, was uns trö⸗ sten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, Wie wir glaubenslos oft träumen: Er hat alles im Gesicht, Sei⸗ ne Treu verläßt uns nicht. 4. Treuster Freund von al⸗ len Freunden! Bleibe ferner — bei mir. Kommt die Welt mich anzufeinden: Wil so sei du auch allhier. Will der Teufel auf mich blitzen, Wollst du trösten und be⸗ schützen. Komm, in meinem Geist zu ruhn: Was du willst, das will ich thun. 5. Bin ich traurig und be⸗ trübet, So gieb nur in mei⸗ nen Sinn, Daß mich deine Seele liebet Und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort Pfingsten. mich feste gründen; Laß es auch mein Herz entzünden, Daß es voller Liebe brennt Und dich immer besser kennt. 6. Tröst auch andre fromme Seelen, Wenn sie tief in Kum⸗ mer stehn, Wenn sie in ver⸗ borgnen Höhlen, Kammern, Feld und Wäldern gehn, Ih⸗ rem Kummer nachzusinnen, Daß sie satt sich weinen kön⸗ nen; So sprich ihrer Seele zu: Liebes K ind, was trauerst du? 7. Kannst du bei der Welt nicht weilen, Ach, 10 nimm mich auch mit dir; Laß mich deine Freuden teilen, Sei und bleibe stets bei mir. Bleibe doch in unsrer Mitten, Wie dich deine Kinder bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, Daß du mich getröstet hast. Joh. Neunherz, geb. 1653, st. 1737. Pfingsten. Mel. Werde munter mein Gemüte. 650. Gott, gieb einen mil⸗ den Regen, Denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gieb vom Himmel Segen, Tränke du dein durstig Land. Laß des heilgen Geistes Gabv Über mich von oben ab Wie die starken Ströme fließen Und mein ganzes Herz durch⸗ gießen. 2. Kann ein Vater hier im Leben, Der doch bös ist von Natur, Seinen lieben Kindern geben Nichts als gute Gaben nur: Solltest du denn, der du heißt Guter Vater, deinen Geist Mir nicht geben und nes Herzens: wirf hinaus mich laben Mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen Dai dem Vater, sende mir einen Geist, den mit Ver⸗ langen Ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich Bei mir sein, und lehren mich, In der Wahr⸗ heit fest zu stehen Und auf dich im Glauben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, Kehre bei mir Armen ein Und sei tausend⸗ mal willkommen; Laß mich deinen Tempel sein. Säubre du nur selbst das Haus Mei⸗ Alles scheid. melsf 5. nen 6 rein wahr deinet mir lige Lehre 65/1 mire l Licht Bis Hier Vor Und Für Du! sei: mir 2. mich Blut Und Schli In d guten angen eSmir Ver⸗ Herr, röster und Wahr⸗ d auf Kraft i mir usend⸗ mich äubre Mei⸗ inaus Trinitatis. Alles, was mich hier kann scheiden Von den süßen Him⸗ melsfreuden. 5. Schmücke mich mit dei⸗ nen Gaben, Mache mich neu, rein und schön; Laß mich Gnadenmittel. 475 treten Und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir er⸗ geben; Dir zu Ehren soll mein Sinn Dem, was himm⸗ lisch ist, nachstreben, Bis ich wahre Liebe haben Und in werde kommen hin, Da mit deiner Gnade stehn. Gieb mir einen starken Mut, hat lige mein Fleisch und Blut Lehre mich vor Gott hin⸗ Vater und dem Sohn Dich im höchsten Himmelsthron Ich erheben kann und preisen Mit den süßen Engelweisen. Maurit. Kramer, geb. 1646, st. 1702. Trinitatis. 651. Mein Schöpfer, steh 3. Mein Tröster, gieb mir mir bei, Sei meines Lebens Licht; Dein Auge leite mich, Bis mir mein Auge bricht. Kraft, Wenn sich Versuchung zeigt, Regiere meinen Geist, Wenn er zur Welt sich neigt. Hier leg ich Herz und Glieder Lehr mich den Sohn erken⸗ Vor dir zum Opfer nieder, nen, Ihn meinen Herren nen⸗ Und widme meine Kräfte Für dich und dein Geschäfte. Du willst ja, daß ich deine sei: Drum Schöpfer, steh mir bei. ö 2. Mein Heiland, wasche mich Durch dein so teures Blut, Das alle Flecken tilgt Und lauter Wunder thut. Schließ die verirrte Seele In deine Wundenhöhle, Daß sie von Zorn und Sünde —7 wahre Freiheit finde. Ich in ein Scheusal ohne dich: Mein Heiland wasche mich! nen, Sein Gnadenwort ver⸗ stehen, Auf seinen Wegen gehen. Du bists, der alles Gute schafft: Mein Tröster, gieb mir Kraft. 4. Gott Vater, Sohn und Geist, Dir bin ich, was ich bin, Ach, drücke selbst dein Bild Recht tief in meinen Sinn. Erwähle mein Gemüte Zum Tempel deiner Güte, Verkläre an mir Armen Dein gnaden⸗ reich Erbarmen. Wohl mir, wenn du der Meine heißt, Gott Vater, Sohn und Geist! Gnadenmittel. a. Die heilige Taufe. Mel. Es ist das Heil uns kommen ꝛc. 652. Du Volk, das du getaufet bist Und deinen Gott erkennest, Auch nach dem Na⸗ men Jesu Christ Dich und die Deinen nennest: Nimms wohl in acht und denke dran, Wie viel dir Gutes sei ge⸗ than Am Tage deiner Taufe. 2. Es macht dies Bad von Sünden los Und giebt die 476 Anhang. rechte Schöne. Die Satans Kerker vor beschloß, Die wer⸗ den frei und Söhne Des, der da trägt die höchste Kron: Der läßt sie, was sein eigner Sohn Ererbt, auch mit ihm erben. 3. Was von Natur verma⸗ ledeit Und mit dem Fluch umfangen, Das wird hier in der Tauf erneut, Den Segen zu erlangen. Hier stirbt der Tod und würgt nicht mehr, Hier bricht die Höll und all ihr Heer Muß uns zu Füßen liegen. 4. Hier ziehn wir Jesum Christum an Und decken unsre Schanden Mit dem, was er für uns gethan Und willig ausgestanden. Hier wäscht uns sein hochteures Blut Und macht uns heilig, fromm und gut In seines Vaters Augen. 5. O großes Werk! o heil⸗ ges Bad! O Wasser, dessen leichen Man in der ganzen Welt nicht hat! Kein Sinn kann dich erreichen. Du hast recht eine Wunderkraft; Und die hat der, so alles schafft, Dir durch sein Wort geschenket. 6. Du bist kein schlechtes Wasser nicht, Wies unsre Brunnen geben. Was Gott mit seinem Munde spricht, Das hast du in dir leben. Du bist ein Wasser, das den Geist Des Allerhöchsten in sich schleußt Und seinen gro⸗ ßen Namen. 7. Das halt, o Mensch, in Gnadenmittel. allem wert Und danke für die Gaben, Die dein Gott dir darin beschert, Und die uns alle laben, Wenn nichts mehr sonst uns laben will; Die laß, bis daß des Todes Ziel Dich trifft, nicht ungepreiset. 8. Brauch alles wohl, und weil du bist Nun rein in Christo worden, So leb und thu auch als ein Christ Und halte Christi Orden; Bis daß dort in der ewgen Freud Er dir das Ehr⸗ und Freuden⸗ kleid Um deine Seele lege. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 653. Lasset mich voll Freu⸗ den sprechen: Ich bin ein ge⸗ taufter Christ, Der bei mensch⸗ lichen Gebrechen Dennoch ein Kind Gottes ist. Was sind alle Schätze nütze, Da ich ei⸗ nen Schatz besitze, Der mir alles Heil gebracht Und mich ewig selig macht! 2. Keine Sünde macht mir bange: Ich bin ein getaufter Christ; Denn ich weiß gewiß: so lange Dieser Trost im Herzen ist, Kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, Weil das teure Wasserbad Mich damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sa⸗ gen: Ich bin ein getaufter Christ! Und damit kann ich dich schlagen, Ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, Ist dir alle Macht genommen Und Die heilige Taufe. von deiner Tyrannei Machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich 65 sterbe: Ich bin ein getaufter Christ! Denn das bringet mich zum Erbe, Das im Himmel droben ist: Lieg ich gleich im Todesstaube, So versichert mich der Glaube, Daß mir auch der Taufe Kraft, Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun so soll ein solcher Segen Mir ein Trost des Le⸗ bens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, Schlaf ich auch auf solchen ein; Ob mir Herz und Auge brechen, Soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, Der nun ewig selig ist! Erdm. Neumeister, geb. 1671, st. 1756. b. Konfirmation. 654. Nun so bleibt es fest dabei, Daß ich Jesu eigen sei: Welt und Sünde fahret hin, Weil ich schon versprochen bin. 2. Jesus ist mein höchstes Gut, Denn er gab sein teu⸗ res Blut Auch für mich ver⸗ lornes Kind, Daß mein Glau⸗ be Gnade find. 3. Herr, ich hang allein an dir, Nimm nur alles selbst von mir, Was dir nicht ge⸗ fällig ist, Weil du doch mein Alles bist. 4. Amen, ja du hörest mich, Und ich Armer lobe dich; Ja, zum voraus will ich schrein: Jesus wird mein Helfer sein! C. 6 Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. Konfirmation. Abendmahl. 477 C. Abendmahl. Mel. Gott sei gelobet und gebenedeiet. 5. Herr Jesu Christe, mein getreuer Hirte, Komm, mit Gnaden mich bewirte. Bei dir alleine find ich Heil und Leben: Was ich darf, kannst du mir geben. Kyrie eleison. Dein arm Schäflein wollest du weiden Auf Is⸗ raels Bergen mit Freuden, Und zum frischen Wasser führn, Da das Leben her thut rührn. Kyrie eleison. 2. All ander Speis und Trank ist ganz vergebens, Du bist selbst das Brot des Lebens. Kein Hunger plaget den, der von dir isset, Alles Jammers er vergisset. Kyrie eleison. Du bist die lebendige Quelle: Zu dir ich mein Herzkrüglein stelle. Laß es mit Trost flie⸗ ßen voll, So wird meiner Seelen wohl. Kyrie eleison. 3. Greulich beflecket ist mein arm Gewissen: Ach! laß ein Blutströpflein fließen Aus deinen Wunden, welche du empfangen, Da du bist am Kreuz gehangen. Kyrie eleison. Wann mein Herz damit wird gerühret, Wirds von Stund an rein und gezieret Durch dein Blut mit Glauben schön: Kann in dir vor Gott bestehn. Kyrie eleison. 4. Der darf des Arztes, den die Krankheit plaget: Mit Begier er nach ihm fraget. O süßer Jesu, schau wie tiefe Wunden Werden auch in mir gefunden! Kyrie eleison. Du 478 Anhang. Glaube bist ja der Arzt, dem ich rufe, Auf den mit Verlangen ich hoffe. Hilfeo wahrer Mensch und Gott! Hilfst du nicht, so bin ich tot. Kyrie eleison. 5. Komm, meine Freude! komm du schönste Krone! Jesu, komm und in mir woh⸗ ne! In mir will ich dich mit Gebet oft grüßen, Ja mit Lieb und Glauben küssen. Kyrie eleison. Bringe mit, was alle Welt erfreut, Deiner Liebe füße Lieblichkeit, Deine Sanft⸗ mut und Geduld, Die Frucht und Rechtfertigung. deiner Gnad und Huld. Kyrie eleison. 6. Dies sind die Blümlein, die mich können heilen, Und mir Lebenssaft erteilen, Daß ich nun aus mir all Untu⸗ gend reiße, Dir zu dienen mich befleiße. Kyrie eleison. In dir hab ich alles, was soll: Deiner Gnaden Brünnlein ist stets voll. Laß mich ewig sein in dir, Und bleib ewig auch in mir. Kyrie eleison. Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. E Glaube und Rechtfertigung. Mel. Allein Sott in der Höh sei Ehr. ich mich Und komm zu dir 656. Wenn dein herzlieb⸗ mit Freuden, Ich suche Gnad ster Sohn, o Gott, Nicht wär demütiglich: Von dir soll mich auf Erden kommen, Und hätt, nichts scheiden: Was mir er⸗ da ich in Sünden tot, Mein Fleisch nicht angenommen, So müßt ich armes Würmelein Zur Hölle wandern in die Pein Um meiner Sünde willen. 2. Jetzt aber hab ich Ruh und Rast, Darf nimmermehr verzagen, Weil er die schwere Sündenlast Für mich hat selbst getragen: Er hat mit dir versöhnet mich, Da er am Kreuz ließ töten sich, Auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getrost mein Herz und Mut Mit kindlichem Vertrauen: Auf dies sein rosenfarbnes Blut Will ich mein Hoffnung bauen, Das er für mich vergossen hat Gewaschen ab die eworben Und mir das Heil erworben. 4. In seinem Blut erquick worben hat dein Sohn Durch seinen Tod und Marterkron, Kann mir kein Teufel rauben. 5. Nichts hilft mir die Ge⸗ rechtigkeit, Die vom Gesetz herrühret: Wer sich in eig⸗ nem Werk erfreut, Wird jäm⸗ merlich verführet: Des Her⸗ ren Jesu Werk allein Das machts, daß ich kann selig sein, Der ichs mit Glauben fasse. Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. Mel. Wie schön ist unsers Königs ꝛc. 657. Du unser auserwähl⸗ tes eglar An welches unsre Seele glaubt, Laß uns in dei⸗ ner Nägel Mal Erblicken unsre Gnadenwahl, Und durch der aufgespaltnen Seite Schrein Führ unsre Seelen aus und durch und ein. 2. Di Ding, zu geri ein Ma wohl Daran kleine: man u 3. W ter he beschol kaum, Was Mut, selbst! blinde 4. U Glanz und s Und g an, W er kar ber vi lernet . Kind lutior glaub freue und ö Gott 2. Dies ist das wundervolle Ding, Erst dünkts für Kinder zu gering, Und dann zergläubt ein Mann sich dran, Und stirbt wohl eh ers glauben kann; Daran erkennt man hier das kleine Heer, Und davon singt man noch am gläsern Meer. 3. Wenn einer von der Mut⸗ ter her Vielleicht noch un⸗ bescholten wär, Und wüßte kaum, was Fleisch und Blut, Was Geiz sei, oder hoher Mut, Und in dem allen sich selbst helfen kann, Der ist ein blinder und ein armer Mann. 4. Und wer auch in dem Glanz des Lichts Sich sieht, und sieht, er tauge nichts, Und geht und greift die Sache an, Will eher Guts thun, als er kann, Und müht sich sel⸗ ber viel und mancherlei, Der lernet nie, was ein Erlöser sei. 5. Wenn aber ein verlornes Kind Vom Tod erwacht, sich 658 krümmt und windt, Und sieht das Bös' als böse an, Und glaubt nur, daß es sonst nichts kann, Verzagt an sich, es geht ihm aber nah, Kaum sieht sichs um, so steht der Heiland da: 6.„Wie geht dirs?“ O es geht nicht gut, Ich liege hier in meinem Blut! Da spricht der Menschenfreund:„Mein Glaube und Rechtfertigung. 479 Genossenschaft, Und bleiben immer ungetrennt Im Herzen, das den Heiland kennt; Da. geht kein guter Wille mehr zurück, Denn ihre Arbeit ist ein ewges Glück. 8. Erst heißt der Freund die Seele ruhn, Dann essen und hernach was thun; So übt er ihre Glaubenskraft In ei⸗ ner treuen Ritterschaft. Sie thuts und wenn sie dann ihr Werk gethan, Denkt sie ge⸗ meiniglich nicht weiter dran. 9. Und würde man ja irgend⸗ wo Der eignen Gnadenarbeit froh, So kommt die heilge Scham herbei, Die zeiget uns so mancherlei, Daß man Gott dankt, wenn man sich selbst vergißt, Und denkt an nichts, als daß ein Heiland ist. Nu. L. v. Zinzendorf, geb. 1700, st. 1760. Mel. Wie schön ist unsers Königs ꝛc. „Wer ist der Braut des Lammes gleich? Wer ist so arm, und wer so reich? Wer ist so häßlich und so schön! Wem kanns so wohl und übel gehn? Lamm Got⸗ tes, du und deine selge Schar Sind Menschen und auch En⸗ geln wunderbar! 2. Aus Gnaden weiß ich auch davon, Ich bin ein Teil von Sohn, Nimm hin die Abso⸗Tdeinem Lohn, So elend, als lution, Und sieh mich an und glaub und stehe auf, Und mans kaum erblickt, So herr⸗ lich, daß der Feind erschrickt, freue dich und zieh dich an So gottlos, daß wohl alle und lauf!“ 7. Die Sünderscham und besser sind, Und so gerecht als du, des Vaters Kind. Gotteskraft, Die machen gleich 3. Ein Wurm, bis in den .—...— 48⁰ Anhang. Staub gebeugt, Der auf den Thron des Königs steigt, Be⸗ kümmert, trübe, bloß und krank, Und doch voll lauter Lobgesang; So schwach, daß meine Kunst in nichts besteht, So stark, daß Satan aus dem Wege geht. 4. Verfolgt, verlassen und verflucht, Doch von dem Herrn hervorgesucht, Ein Narr vor aller klugen Welt, Bei dem die Weisheit Lager hält; Verdrängt, verjagt, be⸗ siegt und ausgefegt, Und doch ein Held, der ewge Pal⸗ men trägt. 5. Wer bin ich, wenn es mich betrifft? Ein Abgrund voller Sündengift. Wer bin ich, Lamm, in deiner Pracht? Ein Mensch, der Engel wei⸗ chen macht; So weiß, so rein, so schön, so auserwählt, Daß mirs an Worten zur Beschrei⸗ bung fehlt. 6. O Sündenschuld, wie beugst du mich! O Glaube, wie erhebst du dich! Wer faßt hier den geheimen Rat? Nur wer den Geist des Glaubens hat, Der durch des Lammes Blut zusammenschreibt, Was sonst wohl himmelweit ge⸗ schieden bleibt. 7. Das ist der Gottheit Wun⸗ derwerk Und seines Herzens Augenmerk, Ein Meisterstück, aus nichts gemacht; So weit hats Christi Blut gebracht. Hier forscht und betet an, ihr Seraphim, Bewundert uns und jauchzt und danket ihm. E. G. Woltersdorf, geb. 1725, st. 1761. Glaube und Rechtfertigung. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 659. Wie bist du mir so innig Wie Mein Hoherpriester du! Wie teur und kräftig ist dein Blut! Es setzt mich stets in Ruh. 2. Wenn mein Gewissen za⸗ gen will Vor meiner Sün⸗ denschuld, So macht dein Blut mich wieder still, Setzt mich bei Gott in Huld. 3. Es giebet dem bedrückten Sinn Freimütigkeit zu dir, Daß ich in dir vergnüget bin, Wie arm ich bin in mir. 4. Hab ich gestrauchelt hie und da Und will verzagen fast, So spür ich dein Ver⸗ sö hnblut nah, Das nimmt mir meine Last. 5. Es sänftigt meinen tiefen Schmerz Durch seine Bal⸗ samkraft; Es stillet mein gestörtes Herz Und neuen Glauben schafft. 6. Da kriechet denn mein blöder Sinn In deine Wun⸗ den ein; Da ich dann ganz vertraulich bin: Mein Gott! wie kann es sein? 7. Ich hab vergessen meine Sünd, Als wär sie nie ge⸗ schehn; Du sprichst: lieg still in mir, mein Kind, Du mußt auf dich nicht sehn. 8. Weg Sünde! bleib mir unbewußt. Kommt dieses Blut ins Herz, So stirbet alle Sündenlust, Der Sinn geht himmelwärts. 9. O nein! ich will und kann nicht mehr, Mein Freund, be⸗ trüben dich: Dein Herz ver⸗ bindt 1 bind m 10. Ze söhnend Mel. Rin 660. denwun größte Liebeszt alleine Wind, zu Sche Einfalt 6. Ei Wunde Gottes hat ge von di 7. We sus sch Jesum nur Je außer n mein ie Wun⸗ nn ganz n Gott! n meine nie ge⸗ lieg still Ju mußt eib mir dieses stirbet r Sinn nd kann und, be⸗ erz ver⸗ Wiedergeburt und Heiligung. 1481 bindt mich allzusehr, Ach, tief hinein; Laß es in aller bind mich ewiglich. Not und Schmerz Mein 10. Zeuch mich in dein ver⸗Schloß und Zuflucht sein. söhnend Herz, Mein Jesu, Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. Wiedergeburt und Heiligung. Mel. Ringe recht, wenn Gottes ꝛc. 660. Heilge Einfalt, Gna⸗ denwunder! Tiefste Weisheit, größte Kraft! Schönste Zierde, Liebeszunder, Werk, das Gott alleine schafft. 2. Alle Freiheit geht in Ban⸗ den, Aller Reichtum ist nur Wind, Alle Schönheit wird zu Schanden, Wenn wir ohne Einfalt sind. 3. Wenn wir in der Einfalt stehen, Ist es in der Seele licht; Aber wenn wir doppelt sehen, So vergeht uns das Gesicht. 4. Einfalt ist ein Kind der Gnade, Eine kluge Ritterschaft, Die auf ihrem schmalen Pfade Nicht nach dem und jenem gafft. Mel. 661. O der alles hätt 5. Einfalt denkt nur auf das eine, In dem alles andre steht; Einfalt hängt sich ganz alleine An den ewigen Magnet. 6. Einfalt quillt aus Jesu ihm beliebet, Wer nur kann, was Jesus will: 9. Wer ihn so mit Inbrunst liebet, Daß er seiner selbst vergißt, Wer sich nur um ihn betrübet, Und in ihm nur fröhlich ist; 10. Wer allein auf Jesum trauet, Wer in Jesu alles findt: Der ist auf den Fels erbauet, Und ein selges Gna⸗ denkind. 11. Wohl dem, der den Herrn läßt machen, Wohl ihm, der Herr ist sein Hirt! Jesus wartet seiner Sachen, Daß man sich verwundern wird. X. G. Spangenberg, geb. 1704, st. 1792. Mel. Ringe recht, wenn Gottes ꝛc. verloren, Auch sich selbst; der allezeit Nur das Ein hätt auserkoren, So Herz, Geist und Seel erfreut! Wunden, Mit dem teuren 2. O der alles hätt ver⸗ Gottesblut; Wer sie da nicht gessen; Der nichts wüßt, als hat gefunden, Der ist fern Gott allein, Dessen Güte un⸗ von diesem Gut. ermessen, Macht das Herz 7. Wem sonst nichts als Je- still, ruhig, rein! sus schmecket, Wer allein auf 3. O der alles könnte lassen, Jesum blickt, Wessen Ohr Daß er, frei vom Citeln all, nur Jesus wecket, Wen nichts Wandern möcht die Friedens⸗ außer ihm erquickt: straßen Durch dies Thränen⸗ 8. Wer nur hat, was Jesus Jammerthal; giebet, Wer nur lebt aus sei⸗ 4. O wär unser Herz ent⸗ ner Füll, Wer nur will, was nommen Dem, was lockt durch M. R. Gesangbuch. 31 482 Anhang. Beten, eiteln Glanz Und hält ab, zu Gott zu kommen, In dem alle Güt ist ganz! 5. O daß wir Gott möchten finden In uns durch der Liebe Licht, Und uns ewig ihm ver⸗ binden! Außer ihm ist eitel Nicht. 6. O wär unser Aug der Seelen Stetig nur auf Gott gewendt! So hätt auch das sorglich Quälen Im Gewissen ganz ein End. 7. O du Abgrund aller Güte, Zeuch durchs Kreuz in dich hinein Geist, Seel, Herz, Sinn und Gemüte, Ewig mit dir eins zu sein! Gottfr. Arnold, geb. 1665, st. 1714. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 662. Liebster Heiland, nahe dich, Meinen Grund berühre, Und aus allem kräftiglich Mich in dich einführe, Daß ich dich Inniglich Mög in Liebe fassen, Alles andre lassen. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Treuer Hirt der See⸗ len! Denn wenn ich in dir nicht bin, Muß mein Geist sich quälen. Kreatur Angstet nur, Beten, loben a. Morgenlieder. Mel. Schwing dich auf zu deinem ꝛc. 663. Fang dein Werk mit loben und danken. Du allein kannst geben Ruhe, Freud und Leben. 3. Mache mich von allem frei, Gründlich abgeschieden, Daß ich eingekehret sei Stets in deinem Frieden, Kindlich rein, Sanft und klein Dich in Unschuld sehe, In dir leb und stehe. 4. Menschenfreund, Imma⸗ nuel, Dich mit mir vermähle; O du sanfter Liebesquell! Salbe Geist und Seele, Daß mein Will Sanft und still Ohne Widerstreben Dir sich mag ergeben. 5. Kreaturen, bleibet fern, Und was sonst kann stören! Jesu, ich will schweigen gern Und dich in mir hören: Schaffe du Wahre Ruh, Wirke nach Gefallen, Ich halt still in allem. 6. Was noch flüchtig, sammle du! Was noch stolz ist, beuge; Was verwirret, bring zur Ruh; Was noch hart, er⸗ weiche; Daß in mir Nichts hinfür Lebe noch erscheine, Als mein Freund alleine. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. und danken. fen; Führ mit Jesu deinen Lauf, Lasse Jesum schaffen. 2. Morgens soll der u. 200 Jesu an: Jesus hats in Hän⸗sein, Jesum anzubeten, Da den; Jesum ruf zum Bei⸗ stand an: Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu mor⸗ gens auf, Geh mit Jesu schla⸗ er woll dein Helfer sein Stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht Will er stehn zur Seiten, Wenn des Sat Dich sur 3. Wen ist, Laß Er wird Schützen nur das sein A glaub si dein Un 4. Wer also Mi Ei, so he den Zwe folgen& in diesen dir Gott Himmel 5. Nun Sach Se nach de Auch in All meit an, Jesi Laß es d Ich spre Mel. Kom: Jesus g Thüren wo mar Herr Je 2. Nun dorten, Herzens ihn mit Jesu, kel 3. Wol bleiben, treiben, en Ruhe, n allem eschieden, ei Stets Kindlich Dich in dir leb Imma⸗ ermähle; besquell! ele, Daß und still Dir sich bet fern, n stören! igen gern hören: re Ruh, Ich halt „sammle st, beuge; ring zur hart, er⸗ r Nichts erscheine, lleine. 97, st. 1769. u deinen schaffen. rAnfan ten, D0h ein Stets Morgens, icht Will „ Wenn des Satans List und Macht Dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, Laß die Feinde wüten: Er wird dich vor ihrer List Schützen und behüten. Setz nur das Vertrauen dein In sein Allmachtshände Und glaub sicher, daß allein Er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach also Mit Gott angefangen: Ei, so hat es keine Not, Wirst den Zweck erlangen; Es wird folgen Glück und Heil Hier in diesem Leben, Endlich wird dir Gott dein Teil Auch im Himmel geben. 5. Nun Herr Jesu, all mein Sach Sei dir übergeben: Es nach deinem Willen mach Auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Jesu, in dein'm Namen; Bl Laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf Amen. Um 1720. Mel. Kommt und laßt uns Christum. 664. Früh am Morgen Jesus gehet Und vor allen Thüren stehet, Klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun so lasset ihn nicht dorten, Thut ihm auf des Herzens Pforten Und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, kehre ein! Morgenlieder. 3. Wollest täglich bei uns bleiben, Alle Feinde von uns treiben, Uns ins Buch des 483 Lebens schreiben Und der gute Weg sein; 4. Weiden uns auf grüner Auen, Daß wir deine Fülle schauen Und auf deinen Reich⸗ tum bauen, Mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja, es soll gesche⸗ hen! Jesus wird heut mit uns gehen Und wir werden fröhlich sehen, Daß er uns nicht läßt allein. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 665. D Des Morgens wenn ich früh aufsteh, Und des Abends zu Bette geh, Sehn meine Augen,. auf dich, Herr Jesu, dir befehl ich mich. 2. In den heilgen fünf Wun⸗ den dein Da kann ich ruhn und sicher sein Mit Leib und Seele, Hab und Gut: Mein Schutz ist nur dein heilges ut. 3. Denn, o Herr Christ! am Kreuzesstamm Dein heilges Blut die Sünd hinnahm; Drum ich wach oder schlafe ein, Wollst du, Herr, allzeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halten Wacht; Drum ich Tod, Teu⸗ fel, Höll nicht acht, Denn wo ich bin, bist du bei mir: Mein Glück und Kreuz kommt alls von dir. 5. Ich leb od'r sterb, so bin ich dein; Darum ich dir die Seele mein Befehl jetzund und auch im Tod: Nimm sie zu dir, o treuer Gott! Dresd. Gesangbuch, 1593 184 Anhang. Beten, b. Abendlieder. 666. Die Nacht ist vor der Thür Und liegt schon auf der Erden: Mein Jesu! tritt her⸗ für Und laß es helle wer⸗ den; Bei dir, o Jesulein, Ist lauter Sonnenschein. 2. Gieb deinen Gnadenschein In mein verfinstert Herze, Laß in mir brennend sein Die schöne Glaubenskerze. Vertreib die Sündennacht, Die mir viel Kummer macht. 3. Ich habe diesen Tag Viel Eitelkeit getrieben; Du hast den Überschlag Gemacht und aufgeschrieben; Ich selber stelle mir Die schwere Rech⸗ nung für. 4. Sollt etwa meine Schuld Noch angeschrieben Die So laß durch deine Huld, Dieselbe doch vergehen; Dein rosin⸗ farbnes Blut Macht alle Rech⸗ nung gut. 5. Wohlan ich lege mich In deinem Namen nieder, Und morgen ruf du mich Zu mei⸗ ner Arbeit wieder; Denn du loben und danken. Jesu, halte Wacht, Mein Jesu: gute Nacht! Kasp. Ziegler, geb. 1621, st. 1690. 667. Mein schönste Zier und Kleinod bist Auf Erden du, Herr Jesu Christ! Dich will ich lassen walten, Und allezeit In Lieb und Leid Im Herzen dich behalten. 2. Dein Lieb und Treu für alles geht, Kein Ding auf Erd'n so fest besteht: Solchs muß man frei bekennen; Drum soll nicht Tod, Nicht Angst, nicht Not Von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht Und hält gewiß, was es verspricht, Im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein Und ich bin dein, Dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, o schönste Zier! Herr Jesu Christ, bleib du bei mir; Es will nun Abend werden: Laß doch dein Licht Auslöschen nicht Bei uns allhie auf Erden. 1639. hist F Fnof bist Tag und Nacht Auf mei⸗ Mel. Nun sich der Tag geendet hat. nen Nutz bedacht. 6. Ich schlafe: wache du; Ich schlaf in Jesu Namen; Sprich du zu meiner Ruh Ein kräf⸗ tig Ja und Amen; Und also stell ich dich Zum Wächter üͤber mich. 7. Ich schließ die Augen zu, Weil Jesus mich bewachet: Ich schlaf in guter Ruh, Weil Jesus mich anlachet. Mein 668. Nun bricht die finst⸗ re Nacht herein, Des Tages Glanz ist tot: Jedoch mein Herz, schlaf noch nicht ein, Geh, rede vor mit Gott. 2. O Gott, du großer Herr der Welt, Den niemand sehen kann, Du siehst ja mich in deinem Zelt, Hör auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nunmehr geschehn und Ble ters zu der Wil 5. Nun denthror Buße, „Mein 1, st. 1690. iste Zier If Erden st! Dich en, Und Leid Im 2 Treu für )hing auf Solchs hekennen; d, Nicht )n deiner vahr und ilt gewiß, Im Tod Du bist bin dein, rgeben. nt ab, o err Jesu mir; Cs den: Laß Iuslöschen Ülhie auf 1639. geendet hat. t die finst⸗ des Tages doch mein nicht ein, Gott. roßer Herr iand sehen a mich in auch mein h nunmehr 2—.— Abendlieder. vollbracht, Der war besonders dein; Drum hätt er auch bis in die Nacht Dir sollen hei⸗ lig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn; Denn ich bin Fleisch und Blut Und pfleg es öf⸗ ters zu versehn, Wenn gleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gna⸗ denthron: Sieh meine Schuld nicht an Und denke, daß dein lieber Sohn Für mich genug gethan. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, In unsre Her⸗ zen ein Und lasse die, so es gehört, Dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort Und thu uns immer wohl, Damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh: O Vater, steh mir bei Und gieb mir deinen Engel zu, Daß er mein Wächter sei. 9. Und endlich führe, wenn es Zeit, Mich in den Him⸗ mel ein; Da wird in deiner Herrlichkeit Mein Sabbath ewig sein. Kasp. Ueumann, geb. 1648, st. 1715. C. Gewitterlied. Mel. Auf meinen lieben Gott. 69. Ein Wetter steiget auf! Mein Herz, zu Gott hin⸗ auf! Fall ihm geschwind zu Fuße Durch wahre Reu und Buße, Damit gleich deine Gewitterlied. Abschied. 48⁵ Sünden Durch Christi Tod verschwinden. 2. Herr, der du gut und fromm, Zu dir ich gläubig komm; Bitt mir aus dein Erbarmen, Hab Christum auf den Armen: Um dessen wil⸗ len schone, Mir nicht nach Sünden lohne. 3. Durch Christi teures Blut Mach mir ein Herz und Mut, Das sich nicht knechtisch scheue, Das vielmehr deiner Treue In allem kindlich traue Und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, Dir ganz gelassen sein: Dein Flügel wird uns decken, Verjagen alles Schrecken Und lassen uns aus Gnaden Das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan, verlaß uns nicht; Bleib unsre Zuversicht Und laß dein Vaterlieben Auch jetzt an uns sich üben, So wolln wir, weil wir leben, Dir Preis und Ehre geben. Xmilia Juliana, Grüfin von Schwarz⸗ burg-Rudolstadt, geb. 1637, st. 1706. d. Abschied. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛc. 670. Zieht in Frieden eure Pfade! Mit euch des großen Gottes Gnade Und seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, Gehts unter Sonnenschein und Stürmen Getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern, Spät und frühe! Ver⸗ Reiselied. geßt uns nicht In seinem Licht, Und wenn ihr sucht sein Angesicht! G. Rnak, geb. 1806, st. 1878. e. Reiselied. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 671. Wer nur mit seinem Gott verreiset, Dem wird von ihm auch Bahn gemacht, Weil er ihm lauter Wege weiset, Auf welchen stets sein Auge wacht. Hier gilt die Losung früh und spat: Wohl dem, der Gott zum Führer hat. 2. Wenn Jakob durch die Wüsten gehet, Trifft er ein liebes Bethel an; Wenn Is⸗ rael am Jordan stehet, Zeigt ihm der Herr ein Kangan; Geht David in das Thal hinab, So lehnt er sich auf Gottes Stab. 3. Er ist uns Wolk und Feuersäule Sowohl bei Tag als bei der Nacht, Durch ihn wird uns die längste Meile Zu einem Schritte nur ge⸗ macht; Kein Stein wird in den Weg gelegt, Den er nicht auf die Seite trägt. 486 Anhang. Kreuz⸗ und Trostlieder. der Erden, Wo wir nur lau⸗ ter Pilger sein, Bis uns das Vaterland wird werden; Da gehen wir zum Himmel ein; Ein selger Tod zeigt uns die Bahn, Wie man zur Heimat kommen kann. 5. Wir reisen, Sei in dei⸗ nem Namen, Sei du Ge⸗ fährte, Weg und Stab; Die Helden, die zu Jakob kamen, end auch zu unserm Schutz herab. Mach Aus⸗ und Ein⸗ gang so beglückt, Daß uns kein Fall das Ziel verrückt. 6. Bleib bei uns, wenns will Abend werden, Gieb Licht durch deine Gegenwart; Sei unser Leitstern hier auf Er⸗ den, Und ist der Kreuzweg schwer und hart, So tröst uns mit der Rosenbahn, Die man dort oben laufen kann. 7. Wirst du mit uns auf diesem Wege Durch deinen Schutz und Leitung sein Und auch indessen deine Pflege Den Heimgebliebenen ver⸗ leihn, So soll das unser Opfer sein: Gelobet sei der Herr allein. 4. So wallen wir hier auf Kreuz⸗ und Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 672. Auf den Nebel folgt die Sonn, Auf das Trauern Freud und Wonn; Auf die schwere bittre Pein Stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor Sank bis zu dem Höllenthor, Steigt nun bis zum Himmelschor. Henj. Schmolck, geb. 1672,st. 1737. Trostlieder. 2. Der, vor dem die Welt erschrickt, Hat mir meinen Geist erquickt; Seine hohe starke Hand Reißt mich aus der Höllen Band. Alle seine Lieb und Güt Überschwemmt mir mein Gemüt Und er⸗ frischt mir mein Geblüt. 3. Hab ich vormals Angst gefühlt, Herz zer mer mi Satan bin ich und Treu 6 lich bei 4. Nut Feind, mir ger lich mie Netz zu ich dir du, eh zum Fa 5. Ich Da du beleugst Und m Spott. du um; kehrt de Vaterst 6. Hel Mund! Gottes tes Ane helle seiner und w mir in 7. Go stehn rücke g eigen se Herze sein H endlich Leib u 8. Ko man m . sur lau⸗ uns das jen; Da nel ein; uns die Heimat in dei⸗ du Ge⸗ ab; Die kamen, n Schutz und Ein⸗ daß uns verrückt. wenns zieb Licht art; Sei auf Er⸗ treuzweg So tröst Mn, Die en kann. uns auf ) deinen sein Und e Pflege lien ver⸗ 8 unser t sei der 72, fl. 1737. die Welt meinen ine hohe mich aus Ille seine chwemmt Und er⸗ eblüt. i1s Angst Kreuz⸗ und gefühlt, Hat der Gram mein Herz zerwühlt, Hat der Kum⸗ mer mich beschwert, Hat der Satan mich bethört: Ei, so bin ich nunmehr frei; Heil und Rettung, Schutz und Treu Steht mir wieder treu⸗ lich bei. 4. Nun erfahr ich, schnöder Feind, Wie dus habst mit mir gemeint! Du hast wahr⸗ lich mich mit Macht In dein Netz zu ziehn gedacht. Hätt ich dir zu viel getraut, Hättst du, eh ich zugeschaut, Mir zum Fall ein Sieb gebaut.“) 4*) Luk. 22, 31. 5. Ich erkenne deine List, Da du mit erfüllet bist. Du beleugst mir meinen Gott Und machst seinen Ruhm zu Spott. Wenn er setzt, so wirfst du um; Wenn er spricht, ver⸗ kehrt dein Grimm Seine süße Vaterstimm. 6. Heb dich weg, verlogner Mund! Hier ist Gott und Gottes Grund; Hier ist Got⸗ tes Angesicht Und das schöne, helle Licht Seines Segens, seiner Gnad; All sein Wort und weiser Rat Steht vor mir in voller That. 7. Gott läßt keinen traurig stehn Noch mit Schimpf zu⸗ rücke gehn, Der sich ihm zu eigen schenkt Und ihn in sein Herze senkt. Wer auf Gott sein Hoffnung setzt, Findet endlich und zuletzt, Was ihm Leib und Seel ergötzt. 8. Kommts nicht heute, wie man will, Sei man nur ein Trostlieder. 48⁷ wenig still: Ist doch morgen auch ein Tag, Da die Wohl⸗ fahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt; Wenn die kommt, kommt unsre Bitt Und die Freude reichlich mit. 9. Ich will gehn in Angst und Not, Ich will gehn bis in den Tod; Ich will gehn ins Grab hinein Und doch allzeit fröhlich sein: Wem der Stärkste bei will stehn, Wen der Höchste will erhöhn, Kann nicht ganz zu Grunde gehn. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 673. Auf! hinauf zu dei⸗ ner Freude, Meine Seele, Herz und Sinn! Weg, hinweg mit deinem Leide: Hin zu deinem Jesu hin! Er ist dein Schatz; Jesus ist dein einzigs Leben; Will die Welt kein Ort dir geben: Bei ihm ist Platz. 2. Fort, nur fort, steig im⸗ mer weiter In die Höh zu Jesu auf; An, hinan die Glaubensleiter Klettre mit geschwindem Lauf. Gott ist dein Schutz; Jesus bleibet dein Beschirmer Wider alle Seelbestürmer Und bietet Trutz. 3. Fest, fein fest dich ange⸗ halten An die starke Jesus⸗ treu! Laß du, laß du Gott nur walten: Seine Güt ist täglich neu; Er meints recht gut. Wenn die Feinde dich anfallen, Müssen sie zurücke prallen: Hab guten Mut. 4. Ein, hinein in Gottes Kammer, Die dir Jesus auf⸗ 488 Anhang. Kreuz⸗ und Trostlieder. gethan; Klag und sag ihm deinen Jammer, Schreie ihn um Hilfe an. Er steht dir bei; Wenn dich alle Menschen hassen, Kann und will er dich nicht lassen: Das glaube frei. 5. Hoch, so hoch du kannst erheben Deine Sinnen von der Erd, Schwinge dich dem zu ergeben, Was du hast, der dein ist wert. Dein Jesus ist, Der um dich so treulich wirbet Und für dich aus Liebe stirbet; Drum sein du bist. 6. Auf, hinauf! was droben, suche; Trachte doch allein da⸗ hin, Wo dein Jesus; sonst verfluche Allen schnöden Sün⸗ densinn. Zum Himmel zu! Welt und Erde muß ver⸗ schwinden: Nur bei Jesu ist zu finden Die wahre Ruh. Joh. Aasp. Schade, geb. 1666, st. 1698. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 674. Je größer Kreuz, je näher Himmel: Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; Bei Sündenlust und Weltgetüm⸗ mel Vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschätzt, Den Gott in Kreuz und Trübsal setzt! 2. Je größer Kreuz, je besser Christe. Gott streicht uns an den Probestein; Wie mancher Garten lieget wüste, Wo keine Thränenregen sein. Das Gold wird auf dem Feuerherd, Ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärk⸗ rer Glaube; Die Palme wäch⸗ set bei der Last, Die Süßig⸗ keit fleußt aus der Traube, Wenn du sie wohl gekeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Mut, Wie Perlen in gesalzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je grö⸗ ßer Liebe; Der Wind bläst nur die Flammen auf; Und scheinet gleich der Himmel trübe, So lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz ver⸗ mehrt der Liebe Glut, Gleich⸗ wie das Ol im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete: Geriebne Kräuter riechen wohl; Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, So fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Da⸗ vids Psalmen her, Wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen: Im Thale steiget man bergan; Wer durch die Wüsten oft gegangen, Der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findt es hier nicht Ruh, So fleucht es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben: Man freut sich recht auf seinen Tod; Denn man Eudt a dem Verderben, Es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuze, das die Gräber ziert, Bezeugt, man habe tri⸗ umphiert. 8. Je größer Kreuz, je schöner Krone, Die Gottes Schatz uns beigelegt, Und die einmal vor seinem Throne Der Überwin⸗ der Scheitel trägt. Ach, die⸗ ses teure Kleinod macht, Daß dort m trägt. henj. Mel. 675. sich Hir Hände lich Se Ende,‚,L und bl Vaters 2. Mei Ist mit Was d Ist zum Was di in Chr 3. Me Will v denken Dorne den nu gen hö Meine 4. Mi nicht, Leiden Bleibt 5. Me Denn Nöten Traube, gekeltert wächset Perlen Himmel doch die Kräuter um das je mehr le steiget urch die n, Der an. Das ier nicht nach der je lieber sich recht nn man ben, Es lle Not. Gräber habe tri⸗ e schöner chatz uns mal vor Iberwin⸗ Ach, die⸗ cht, Daß Kreuz⸗ und man das größte Kreuz nicht acht.. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze Je länger und je lieber sein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, So pflanz ein sol⸗ ches Herz mir ein, Das Glau⸗ be, Liebe, Hoffnung hegt, Bis dort mein Kreuz die Krone trägt. henj. Schmolck, geb. 1672, st. 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 675. Meine Seele senket sich Hin in Gottes Herz und Hände Und erwartet ruhig⸗ lich Seiner Wege Ziel und Ende, Liegt fein stille, nackt und bloß In des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, Ist mit allem wohl zufrieden; Was der eigne Wille spricht, Ist zum Tode schon beschieden; Was die Ungeduld erregt, Ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele songet nicht, Will vielmehr an nichts ge⸗ denken, Was gleich spitzen Dornen sticht Und den Frie⸗ den nur kann kränken: Sor⸗ gen hört dem Schöpfer zu, Meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, Liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, Trifft und äng⸗ stet nur die Heiden: Wer Gott in dem Schoße liegt, Bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, Denn sie weiß von keinen Nöten, Hangt an Gottes Trostlieder. 489 Angesicht Auch alsdann, wenn er will töten: Wo sich Fleisch und Blut beklagt, Wird das Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, Und die Zunge bleibt gebunden: Also hab ich al⸗ len Spott, Alle Marter über⸗ wunden, Bin gleich wie ein stilles Meer Voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Jos. Winchler, geb. 1670, st. 1722. Eigene Mel. oder: Nun preiset alle Gottes ꝛc. 676. Wie bist du Seele In mir so gar betrübt? Dein eriuch lebet, Der dich so erzlich liebt. Ergieb dich gänzlich seinem Willen, Er kann allein dein Trauern stillen. 2. Bist du in Nöten: Ach harre nur auf Gott, Ihm dich vertraue In Seel- und Lei⸗ besnot: Der vormals Her— zensangst gewendet, Der ist's, der noch dir Hülfe sendet. 3. Bist du in Jesu, In deinem Heiland reich: Kein Kaiser, König Ist diesem Reichtum gleich. Hast du nicht, was dich hier ergötzet: Gnug, wenn der Himmel dies ersetzet. 4. Sei doch zufrieden, O du betrübte Seel! Wirf auf den Herren, Was dich auch immer quäl. Wer ist jemals zu Schanden worden, Der sich ergiebt des Kreuzes Orden? 5. Drum, liebe Seele, Wirf alles Trauern hin, Geduldig leide, Nicht kränke deinen 490 Anhang. Sinn, Ergieb du dich hier Gottes Willen, Dort wird er dich mit Freud erfüllen. CTobias Zeutschner, st. 1675. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 677. Wie der Hirsch in großen Dürsten Schreiet und frisch Wasser sucht, Also sucht dich, Lebensfürsten, Meine Seel auf ihrer Flucht. Meine Seele brennt in mir, Lechzet, dürstet, trägt Begier Nach dir, o du süßes Leben, Der mir Leib und Seel gegeben. 2. Ach! wann werd ich dahin kommen, Daß ich Gottes An⸗ gesicht, Das gewünschte Licht der Frommen, Schau mit meiner Augen Licht? Meine Thränen sind mein Brot Tag und Nacht in meiner Not, Wenn mich schmähen meine Spötter: Wo ist nun dein Gott und Retter? 3. Wenn ich dann des inne werde, Schütt ich mein Herz bei mir aus: Wollte gerne mit der Herde Deiner Kinder in dein Haus, Ja, in dein Haus wollt ich gern Gehen und dich, meinen Herrn, In der Schar, die Opfer bringen, Mit erhobner Stimme singen. 4. Was bist du so hoch be⸗ trübet Und voll Unruh, meine Seel? Harr auf Gott, der herzlich liebet Und wohl sie⸗ het, was dich quäl! Ei, ich werd ihm dennoch hier Fröh⸗ lich danken, daß er mir, Wenn mein Herz ich zu ihm richte, Hilft mit seinem Angesichte. paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Kreuz⸗ und Trostlieder. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 678. Treuer Gott, ich muß dir klagen Meines Herzens Jammerstand, Ob dir wohl sind meine Plagen Besser, denn mir selbst, bekannt: Große Schwachheit ich bei mir In Anfechtung oftmals spür, Wann der Satan allen Glauben Will aus meinem Herzen rauben. 2. O mein Gott, vor den ich trete Jetzt in meiner großen Not! Höre, wie ich sehnlich bete! Laß mich werden nicht zu Spott; Mach zunicht des Teufels Werk; Meinen schwa⸗ chen Glauben stärk, Daß ich nimmermehr verzage, Chri⸗ stum stets im Herzen trage. 3. Jesu, du Brunn aller Gnaden, Der du niemand von dir stößt, Der mit Schwach⸗ heit ist beladen, Sondern deine Jünger tröst: Sollt ihr Glauben auch so klein Wie ein kleines Senfkorn sein, Wollst du sie doch würdig schätzen, Große Berge zu ver⸗ setzen. 4. Laß mich Gnade vor dir finden, Der ich bin voll Trau⸗ rigkeit! Hilf du mir selbst Überwinden, So oft ich muß in den Streit. Meinen Glau⸗ ben täglich mehr, Deines Gei⸗ stes Schwert verehr, Damit ich den Feind kann schlagen, Alle Pfeile von mir jagen. 5. Heilger Geist im Him⸗ melsthrone, Gleicher Gott von Ewigkeit Mit dem Vater und dem Sohne, Der Be⸗ trübten Der dr So viel Über m Ferner 6. Dei O du ed das gut du an das kle daß na Allen 2 Ich des 7. Re Kinde,“ steht, 2 schwind über ge gängle nicht rů solch H dich sei Joh. 3 Mel.“ 679. in Tre lends h Schmei ständig Weiner Angst 3. Be le Seele. ch muß Herzens r wohl Besser, ekannt: ich bei oftmals in allen meinem den ich großen sehnlich schwach— dondern ollt ihr in Wie n sein, würdig zu ver⸗ vor dir ll Trau⸗ r selbst ich muß u Glau⸗ ies Gei⸗ Damit chlagen, jagen. nHim⸗ r Gott n Vater der Be⸗ Witwerlied. 49¹ trübten Trost und Freud! ser Welt Rechtschaffne Liebe Der du in mir angezündt, So viel ich an Glauben find: Über mir mit Gnaden walte, Ferner deine Gab erhalte. 6. Deine Hilfe zu mir sende, O du edler Herzensgast! Und das gute Werk vollende, Das du angefangen hast. Blas das kleine Fünklein auf, Bis daß nach vollbrachtem Lauf Allen Auserwählten gleiche, Ich des Glaubens Zielerreiche. 7. Reiche deinem schwachen Kinde, Das auf matten Füßen steht, Deine Gnadenhand ge⸗ schwinde, Bis die Angst vor⸗ über geht. Wie die Jugend gängle mich, Daß der Feind nicht rühme sich, Er hätt ein solch Herz gefället, Das auf dich sein Hoffnung stellet. Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. Witwerlied. Mel. Wenn mein Stündlein ꝛc. 679. Ach Gott, ich muß in Traurigkeit Mein Leben nun beschließen: Dieweil der Tod von meiner Seit So ei⸗ lends hat gerissen Mein treues Herz, der Tugend Schein; Des muß ich jetzt beraubet sein. Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freund⸗ lichkeit Gedenk in meinem Her⸗ zen, Die sie mir hat zu jeder Zeit, In Freud und auch in Schmerzen, Erwiesen ganz be⸗ ständiglich: Mein Kreuz und Weinen mehret sich. Vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf die⸗ finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält: Die Treu will gar verschwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: Die best ist doch getraute Treu! Der muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr, mir geht ein scharfes Schwert Jetzund durch meine Seele, Die abzuschei⸗ den oft begehrt Aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, Herre Jesu Christ, In sol⸗ chem Kreuz mein Tröster bist, Muß ich in Leid verzagen. 5.O treugeliebtes seligs Herz, Zu dir will ich mich wenden In diesem meinem großen Schmerz, Ob sich mein Angst möcht wenden. Ich will be⸗ trachten deinen Stand, Wie Gott dir alles Kreuz gewandt In höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, kein Trübsal, Weh und Not Kann dich jetz⸗ und verletzen. Im Himmel thut der fromme Gott Mit Liebe dich ergötzen. Die Seele schaut mit Lust und Freud Die heilige Dreifaltigkeit Mit allen Auserwählten. 7. Der Höchst hat dich auf seinem Schoß Und wischt ab alle Thränen, Erfüllet dich mit Freuden groß, Darnach wir uns auch schnen Du ste⸗ hest bei der Engel Schar, Lob— singest Gott, frei von Gefahr, Mit süßem Ton und Schalle. 8. Der Leib der ruht gar sanft und fein Ohn alle Qual und Sorgen; Vor allem Un⸗ glück groß und klein Liegt 492 Anhang. er darin verborgen; Kein Beinlein, ja kein Stäubelein, Wird dir davon verloren sein: Die Engel dich bewahren. 9. In kurzer Zeit wird Je⸗ sus Christ Dich wieder auf⸗ erwecken; Und weil du au sein Schäflein bist, Wird er die Hand ausstrecken, Dich führen in sein Himmelreich, Daß du mit Leib und Seel zugleich Bei ihm sollt ewig bleiben. 10. Du kommst nicht wieder her zu mir In dies betrübte Leben: Ich aber komm hin⸗ auf zu dir. Da werd ich mit dir schweben In höchster Freude, Wonn und Lust, Die deine Seele täglich kost, Drauf ich mich herzlich freue. 11. O wie mit großer Freu⸗ digkeit Wolln wir einander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit Der bittre Tod mehr trennen. Ach welche Freude wird dann sein, Wenn ich dich, die ich jetzt bewein, Mit Freuden werd umfangen! 12. Dies will ich stets in meinem Leid Mir zu Gemüte führen, Erwarten in Geduld der Hren Wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes, steh bei mir, Und mich durch seinen Geist regier Zu seines Namens Ehren! Joh. Heermann, geb. 1585, fl. 1647. Witwenlied. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 680.ᷣNichts Betrübters ist auf Erden, Nichts kann so Kreuz⸗ und Trostlieder. zu Herzen gehn, Als wenn arme Witwen werden, Wenn verlassne Waisen stehn Ohne Vater, ohne Mut, Ohne Freunde, ohne Gut. Witwen sind verlassne Frauen; Wer ch thut auf die Waisen schauen? 2. Wo die Zäune sind zer⸗ lücket, Jedermann hinüber⸗ steigt. Auch ein Kind die Früchte pflücket, Da die AÄste sind gebeugt. Wo die Mau⸗ ern sind zerspalt, Da findt sich der Feind gar bald. Wem der Schirm und Schatten weichet, Den die Hitze bald erreichet. 3. Also müssen stets die Ar⸗ men Leiden lauter Ungemach. Wenig ihrer sich erbarmen. Witwen schreien Weh und Ach Über den, der sie oft preßt Und in Nöten stecken läßt. Waisen müssen sich nur schmiegen Und der Welt zu Füßen liegen. 4. Also muß es hier ergehen In der Welt auch mir und dir. Waisen müssen traurig stehen, Witwen müssen leiden hier. Denn wie könnte Gott denn mein Und der Deinen Vater sein? Sonsten wäre Gott nicht Richter Und der Waisen Sachen Schlichter. 5. Zwar der armen Witwen Zähren Fließen auf die Backen los; Aber ihre Seufzer keh⸗ ren Sich zu Gottes Sternen⸗ schloß, Schreien über diesen Mann Der die Witwen äng⸗ sten kann, Bis der höchste * eins so gerechte tes Aus men W Witwen — 681. nöten b 2. Cs Leid, ke Geheile Tod n winnst, flucht Schatz, 3. Er Händ lich zu! er neig herzlich Seit e Daß ic süß Se Treue. 4. Di Gnade wenn „Wenn n Ohne Ohne Witwen n; Wer chauen? ind zer⸗ hinüber⸗ ind die die Aste die Ar⸗ igemach. barmen. eh und sie oft stecken sich nur Welt zu ergehen mir und traurig en leiden nte Gott Deinen en wäre Und der lichter. Witwen ie Backen fzer keh⸗ Sternen⸗ er diesen ven äng⸗ höchste * Witwenlied. Sterbelieder. 493 Gott das ende Und den Wit⸗ 7. Wenn sie bleiben in den wen Hülfe sende. 6. Witwen sind in Gottes Armen, Waisen sind in Got⸗ tes Schoß; Ihrer will er sich erbarmen, Wär die Not noch eins so groß. Ein solch un⸗ gerechter Mann Tastet Got⸗ tes Augen an. Der die ar⸗ men Waisen drücket Und der Witwen Herz bestricket. Schranken, Darin Gott sie hat gestellt, Und von seiner Treu nicht wanken, Weil er sich zu ihnen hält, Sollen sie im Himmelsschloß Werden alles Kummers los: Da soll nicht mehr, wie auf Erden, Witwennot gehöret werden. Mich. Hunold, geb. 1621, st. 1672. Sterbelieder. Eigene Mel. oder: Wenn mein Stündlein ꝛc. 681. Wenn ich in Todes⸗ nöten bin Und weiß kein Rat zu finden, So nehm ich meine Zuflucht hin Zu Christi Tod und Wunden, Darinnen find ich Hülf und Rat Wid'r Got⸗ tes Zorn und Missethat, Auch wider Tod und Hölle. 2. Es ist kein Schmerz, kein Leid, kein Not, Kein Angst so groß auf Erden, So nicht durch Christi Wunden rot Geheilet könnte werden, Sein Tod mein Leben und Ge⸗ winnst, Mein Hoffnung, Zu⸗ flucht und Verdienst, Mein Schatz, mein Ehr und Kron. 3. Er streckt am Kreuz aus Händ und Füß Mich freund⸗ lich zu umfangen; Sein Haupt er neiget mir zum Kuß Aus herzlichem Verlangen; Die Seit er ihm eröffnen ließ, Daß ich darin möcht schauen süß Sein Herz, sein Lieb und Treue. 4. Das ist die Thür der Gnaden fest, Die uns stets offen stehet. Gleichwie Gott Noah bauen läßt Ein'n Ka⸗ sten, drein er gehet Zur Sünd⸗ flut mit den Seinen all: Also sind Christi Wundenmal Die Thür zum Gnadenthore. 5. Darein will ich mich fin⸗ den ein Und mich darin ver⸗ decken, Gleichwie ein kleins Waldvögelein Im hohlen Baum, verstecken, Bis Un⸗ gewitt'r vorübergeht, Also will ich mich finden stet Zu Christ, dem Baum des Le⸗ bens. 6. Mose schlug einen Felsen hart, Daß Wasser draus thät fließen: Also ward Christi Seite zart Mit einem Speer durchrissen, Daraus viel Blut und Wasser floß, Der Gna⸗ denbrunn sich da ergoß, Der mich im Tod erquicket. 7. O Vater in des Himmels Thron, Laß selig mich ab⸗ scheiden; O Jesu Christe, Got⸗ tes Sohn, Geleit mich durch dein Leiden; O heilger Geist, thu auf die Thür, Und mich zum Baum des Lebens führ, 7.ẽ— ũ+ , W, I. 0 49⁴4 Anhang. Und zu dem Brunn der Gna⸗ den. 8. Nun fühl ich Schutz, Trost, Ruh und Freud In deinen heilgen Wunden; Nun ist mein Leid und Traurigkeit Aus meiner Seel verschwun⸗ den: So fahr ich hin; Gott wartet mein Mit seinen lie⸗ ben Engelein, Führt mich zur Himmelsfreude. Joh. RKempf, st. 1625. Mel. Wenn mein Stündlein ꝛc. 682. Ein Würmlein bin ich arm und klein, Mit To⸗ desnot umgeben; Kein Trost weiß ich in Mark und Bein Im Sterben und im Leben, Denn daß du selbst, Herr Jesu Christ, Ein armes Würm⸗ lein worden bist. Ach Gott! erhör mein Klagen! 2. Laß mich, Herr Christ, an deinem Leib Ein grünes Zweig⸗ lein bleiben: Mit deinem Geist Herr bei mir bleib, Wenn sich mein Seel soll scheiden! Wenn mir vergeht all mein Gesicht, Und meines Bleibens ist mehr nicht Allhier auf dieser Erden: 3. So laß mich nicht in die⸗ ser Not Umkommen noch ver⸗ zagen; Komm mir zu Hilf, du treuer Gott: Mein Angst hilf mir du tragen. Denk, daß ich bin am Leibe dein Ein Glied und grünes Zwei⸗ gelein: Im Fried laß mich hinfahren. 4. Gedenk, Herr, an den teuren Eid, Den du selbst hast geschworen, So wahr du lebst Sterbelieder. von Ewigkeit, Ich soll nicht sein verloren; Ich soll nicht kommen ins Gericht, Den ewigen Tod schmecken nicht; Dein Heil willst du mir zeigen. 5. Ach Gott, laß mir ein Leuchte sein Dein Wort zum ewgen Leben; Ein seligs Ende mir verleih: Ich will mich dir ergeben; Ich traue dir, mein Herr und Gott, Denn du verläßt in keiner Not, Die deiner Hilf thun warten. 6. Drauf will ich nun be⸗ fehlen dir Mein Seel in deine Hände! Ach! treuer Gott, steh fest bei mir, Dein' Geist nicht von mir wende; Und wenn ich nicht mehr reden kann, So nimm den letzten Seufzer an Durch Jesum Christum. Amen. Harth. Fröhlich, st 1590. Tod der Kinder. 683. Ihr Eltern, laßt mich fort: Mich heißet Jesus kom⸗ men; Verwehrt mir nicht den Ort, Da ich werd aufgenom⸗ men. Ich gehe aus von Lei⸗ den Und komm zu Himmels⸗ freuden. 2. Laßts, Eltern, laßts ge⸗ schehn, Daß ich die Schiff⸗ fahrt ende, Wo Sturm und Unglück wehn, Und in dem Port“) anlände; Ich wähle statt der Wellen Die sichern Ruhestellen.) Hafen. 3. Laßt, laßt die Zähren sein, Wo ihr mir Gutes gönnet: Was macht ihr mit der Pein, Die ihr den Himmel kennet? Kanns Gott denn mit den Seinen meinen? 4. Wo Mein J. men; U Ich bin Es wird Daß wi Mel. An 684. weint ih mich gel ihr euch? Ich bin sollt ihr Und wie erhöht,? hoben:“ anders Seele sü rem M 2. Nun Lob und ein ande mir, we Ich nid Ein ga Licht, Ei Angesich die Son ges Fre nur die 7 voller V 3. Wer ßet zu J merthorg er sich z Engelcho kriegt F das Fle Seel J den. E Inicht nicht Den nicht; zeigen. nir ein t zum 8 Ende mich ue dir, Denn ot, Die tt, steh ist nicht 9wenn kann, Seufzer hristum. , st 1590. r. ißt mich us kom⸗ icht den fgenom⸗ bon Lei⸗ immels⸗ ißts ge⸗ Schiff⸗ rm und in dem ) wähle sichern Hafen. ren sein, gönnet: er Pein, kennet? mit den * Seinen Wohl jemals besser meinen? 4. Wohlan, so lasset mich: Ros Mein Jesus heißt mich kom⸗ men; Und glaubet sicherlich: Ich bin euch nicht genommen; Es wird gar bald geschehen, Daß wir uns wiedersehen. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 4. Mein herzer Vater, weint ihr noch, Und ihr, die mich geboren? Was grämt ihr euch? was macht ihr doch? Ich bin ja unverloren. Ach, sollt ihr sehen, wie mirs geht Und wie mich der so hoch erhöht, Der selbst so hoch er⸗ hoben: Ich weiß, ihr würdet anders thun Und meiner Seele süßes Ruhn Mit eu⸗ rem Munde loben. 2. Nun bin ich durch, Gott Lob und Dank! Hier kommt ein ander Leben; Hier wird mir, was mein Leben lang Ich nicht gesehn, gegeben: Ein ganzer Himmel voller Licht, Ein Licht, davon mein Angesicht So schön wird als die Sonne. Hier ist ein ew⸗ ges Freudenmeer: Wohin ich nur die Augen kehr, Ist alles voller Wonne. 3. Wer selig stirbt, der schleu⸗ ßet zu Die schwarzen Jam⸗ merthore; Hingegen schwingt er sich zur Ruh Im güldnen Engelchore, Legt Aschen weg, kriegt Freudenöl, Zeucht aus das Fleisch und schmückt die Seel In reiner, weißer Sei⸗ den. Er läßt die Erd und Tod der Kinder. Begräbnislied. 49⁵ nimmet ein Die Lust, da Christi Schäfelein In lauter osen weiden. 4. So gebt, ihr Liebsten, euch doch schlecht Dahin in Gottes Willen. Sein Rat ist gut, sein Thun ist recht, Und wird wohl wieder stil⸗ len Den Schmerzen, den er euch gemacht; Und hiermit sei euch gute Nacht Von eu⸗ rem Sohn gegönnet. Es kommt die Zeit, da mich und euch Vereingen wird in sei⸗ nem Reich, Der euch und mich getrennet. 5. Da will ich eure Treu und Müh Und was ihr eu⸗ rem Kranken Erwiesen habt, im Himmel hie, So bald ihr kommt, verdanken. Ich will erzählen, wie ihr habt Euch selbst betrübt und mich ge⸗ labt, Vor Christo und vor allen. Und für den heißen Thränenfluß Will ich, mit mehr als einem Kuß, Um euren Hals euch fallen. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Begräbnislied. 685. wohl, ihr Totenbeine In der stillen Einsamkeit! Ruhet, bis das End erscheine, Da der Herr euch zu der Freud Rufen wird aus euren Klüften Zu den freien Himmelslüften. 2. Nur getrost: ihr werdet leben; Weil das Leben, euer Hort, Die Verheißung hat gegeben Durch sein teuer Anhang. wertes Wort: Die in seinem Namen sterben, Sollen nicht im Tod verderben. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben, Der ein Tempel Got⸗ tes war? Den der Herr ließ einverleiben Seiner auser⸗ wählten Schar, Die er selbst durch Blut und Sterben Hat gemacht zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, Die des Herren Glieder sind! Muß der Leib im Grab erkalten, Da man nichts als Asche findt: Wenn Konfirmationslied. des Herren Hauch drein blä⸗ set, Grünet neu, was hier verweset. 5. Jesus wird, wie er er⸗ standen, Auch die Seinen einst mit Macht Führen aus des Todes Banden, Führen aus des Grabes Nacht Zu dem ewgen Himmelsfrieden, Den er seinem Volk beschieden. 6. Ruhet demnach in dem Kühlen Eine noch so kurze Zeit: Es will schon den Auf⸗ zug spielen Die so nahe Ewig⸗ keit, Da ihr sollt mit euren Leibern Vor dem Stuhl des Lamms erscheinen. Fr. Konr. Hiller, geb. 1662, st. 1726. Konsfirmationslied(Wechselgesang). Mel. Vom Himmel hoch ꝛc. Gemeine(m. stark. Orgelbegleitung.) 686. Auf! Kinder Gottes, freuet euch, Ihr gehet ein in Jesu Reich!— Doch in dies Reich geht niemand ein, Er muß denn reines Herzens sein. Kinder(mit sanfter Begleitung). 2 Ach, reines Herzens sind wir nicht.— Herr, geh mit uns nicht ins Gericht! Doch wollen wir von nun an fliehn, Was uns kann deiner Gnad entziehn; 3. Das Unrecht und die Sün⸗ de scheun, Uns Jesu, unserm Heiland, weihn, Dem, der für uns am Kreuze starb, Und uns so großes Heil erwarb. 4. O Jesu Christ, hier kom⸗ men wir, Und bringen uns Opfer gnädig an, Und leit uns stets auf deiner Bahn. Gemeine(mit starker Begleitung). 5. Das Reich der Gnad und Herrlichkeit Ist, Kinder, auch für euch bereit; Geht ein, geht ein in Jesu Reich, Wir alle schließen uns an euch. G. A. RKottmeier, st. 1768. ium Opfer dir: Nimm dieses 1. Ur Lieber wir so f zum we des Her; Reizen, Verheiße Gebet! d undankbe lieber H den Gla 2. Um x Heilig Vater len befohlen unsre B heißen h gerne zu ich von deswegen ich beten dich: gie Gnaden mein ka 3. Täg Das der mic walte Herr Je erlöset der heili die heili das göt hat! Da M. 9 as hier er er⸗ Seinen ren aus Führen icht Zu 5frieden, schieden. in dem so kurze hen Auf⸗ he Ewig⸗ it euren tuhl des 2, fl. 1726. „unserm , der für rb, Und erwarb. jier kom⸗ igen uns im dieses Und leit r Bahn. egleitung). znad und der, auch heht ein, eich, Wir m euch. st. 1768. * 4 Gebete. 1. Um wahre Andacht. Lieber Herr Gott! O daß wir so fleißig wären zu beten, zum wenigsten mit Seufzen des Herzens, als du bist mit Reizen, Locken und Gebieten, Verheißen und Nötigen zum Gebet! Ach, wir sind faul und undankbar, das vergieb du uns, lieber Herr, und stärke uns den Glauben. Amen. Luther. 2. Um Geist und Gnade recht zu beten. Heiliger Gott, barmherziger Vater! weil du uns zu beten befohlen und gelehret, auch unsre Bitte zu erhören ver⸗ heißen hast, so wollte ich auch gerne zu dir beten. Nun bin ich von Natur dazu träg, weiß deswegen nicht, was oder wie ich beten soll. Darum bitte ich dich: gieb mir den Geist der Gnaden und des Gebets, der mein kaltes Herz entzünde, meinen Verstand erleuchte, auch in brünstiger Andacht und festem Vertrauen auf deines lieben Sohnes Verdienst und Für⸗ bitte mich recht beten lehre, ja mit seinem unaussprechlichen Seufzen selbst bei dir vertrete und einer gnädigen Erhörung versichere. Erwecke meine Seele und Gemüt, daß ich nicht al⸗ lein mit meinem Munde zu dir nahe, und dich nur mit den Lippen ehre, aber das Herz ferne von dir sei; sondern ver⸗ leihe Gnade, daß ich dich im Geist und in der Wahrheit an⸗ rufe, mit herzlicher Aufmer⸗ kung meines Gemüts, ohne Heuchelei und Ehrgeiz, um das, was dein göttlicher Wille, dein Lob und Ehre, dazu meiner Seelen Seligkeit ist; um Jesu Christi meines einigen Erlö— sers und Seligmachers willen. Amen, Amen.(R. I. Morgen⸗ und Abendgebete. 3. Täglicher Morgensegen. Das walte Gott der Vater, der mich erschaffen hat! Das walte Gott der Sohn, mein Herr Jesus Christus, der mich erlöset hat! Das walte Gott der heilige Geist, der mich durch die heilige Taufe und durch das göttliche Wort geheiligt hat! Das walte die allerheilig⸗ M. R. Gesangbuch. ste Dreieinigkeit, die bewahre mich diesen Morgen und alle⸗ zeit vor des Teufels Betrug und Gefährlichkeit, dieselbe sei herzlich geliebet und höchlich gelobet von nun an bis in Ewigkeit! O Herr mein Gott, dir be⸗ fehle ich mich heute diesen Tag und allezeit meines Lebens. O Gott himmlischer Vater, nimm 32 — 2 Morgen⸗ und Abendgebete. von mir, was mich wendet von dir wenden und dir in deinem dir. O Herr Jesu Christ, gieb Lichte dienen und gefallen kön⸗ mir, was mich wendet zu dir. nen. O Herr Jesu Christe, du O Gott heiliger Geist, bereite Sonne der Gerechtigkeit, gehe mich heute und allezeit in dieser du mir auf als ein Morgen⸗ Zeit, wie du mich dort willst stern, und schenke mir dein Heil gaben in der ewigen Seligkeit. unter deinen Flügeln, damit Amen. G.) mir alle Tage meines Lebens —— zu rechten Sonntagen werden. B Abendsegen. Lehre mich aufwachen vom In deinem Namen, mein Schlaf meiner natürlichen Si⸗ lieber Herr Jesu, lege ich mich cherheit, und aufstehen von allen jetzt zu dieser meiner zeitlichen toten Werken und Gesellschaf⸗ Ruhe. Gieb mir aus Gnaden ten, damit du mich, Jesu, er⸗ auch einmal die ewige Ruhe, leuchten mögest. Du bist der daß ich in dir möge selig ein⸗ Glanz der Herrlichkeit, ach so schlafen, fröhlich wieder auf⸗ lasse mich nicht mir selber le⸗ erstehen und zur ewigen Herr⸗ ben, sondern dir, der du für lichkeit eingehen. Amen. mich gestorben und heute wieder Löhe, geb. 1808, st. 1872. auferstanden bist. O brich an, x du helles Licht, in meinem — 5. Morgengebet am Sonntag. Herzen, und herrsche über all O du Vater des Lichtes, i deine Feinde in uns, die du der du das natürliche Licht in deiner Auferstehung bezwun⸗ dieser Welt uns scheinen läs⸗ gen hast. Und, o heiliger Geist, sest, sende doch auch heute und schicke mein Herz heute zu, daß allezeit das wahrhaftige Licht, es dein Tempel werde, darin Jesum Christum, in mein Herz,‚ du den ganzen Tag lehren kön⸗ und laß ihn darein leuchten nest. Heilige alle Gedanken und und alle Finsternisse vertreiben, Sinne, dein Wort zu fassen damit ich dich, o ewiger Gott, und zu behalten, auch dir ohne in deinem lieben Sohn erkenne falsch zu gehorchen, und in und lieb gewinne. Sieh, ich täglicher Buße diese Woche fort⸗ bin durch die Sünde in der zugehen. Halte selbst deinen Finsternis der Eitelkeit gefan⸗Sabbath oder Ruhetag in uns, ö gen und verdunkelt. Darum und habe dein Werk in unsern lehre du mich selber durch dei Herzen, daß wir dir gefällig nen heiligen Geist aus deinem seien in Zeit und Ewigkeit. heiligen Worte, wie ich mich Amen. Aus Porst. zu dir bekehren und dir im 6 Glauben gehorsam werden kön⸗ 6. Abendgebet am Sonntag ne. So werde ich mich erst Ich dauke dir, du Sonne recht mit Lob und Dank zu der Gerechtigkeit, Christe Jesn und dein in dem h mich nie gangener gesundhe und vor tet und k zuvörder und Her und allei gespeiset bitte dick Seele, diese Na meines fahr Lei gnädiglie ren, ur Augen se 0 Christe wachend allen sche giftigen fels, sar Werkzeu ich wied Tageslic diesem und rech bath mi in alle Das w' grundgü land un dens, E Auferste du woll 1 deinem llen kön⸗ riste, du eit, gehe Morgen⸗ dein Heil „ damit 8 Lebens werden. en vom ichen Si⸗ von allen esellschaf⸗ Jesu, er⸗ bist der it, ach so selber le⸗ r du für ute wieder brich an, meinem über alle 3„ die du g bezwun⸗ iger Geist, te zu, daß rde, darin ehren kön⸗ anken und zu fassen hh dir ohne „ und in Woche fort⸗ bst deinen ag in uns, in unsern zir gefällig Ewigkeit. lus Porst. Sonntag. du Sonne hriste Jesn und deinem himmlischen Vater in dem heiligen Geiste, daß du mich nicht allein diesen ver⸗ gangenen Sonntag mit Leibes⸗ gesundheit so gnädiglich beseligt und vor allem Unglück behü⸗ tet und bewahret, sondern auch zuvörderst, daß du meine Seele und Herz mit deinem heiligen und allein seligmachenden Wort gespeiset und versorget hast. Ich bitte dich von Grund meiner Seele, du wollest mich auch diese Nacht und die ganze Zeit meines Lebens vor aller Ge⸗ fahr Leibes und der Seelen gnädiglich behüten und bewah⸗ ren, und wenn gleich meine Augen schlafen ein, so laß doch, o Christe Jesu, mein Herz stets wachend sein. Behüte mich vor allen schändlichen Träumen und giftigen Mordpfeilen des Teu⸗ fels, samt allem Anlauf seiner Werkzeuge, böser Leute, damit Morgen⸗ und Abendgebete. 3 und Sinn mit deinem heiligen Geist erfüllen, damit ich allein das denke, rede und thue, was du selber in mir willst und wirkest. Ach vereinige meine Gedanken und Begierden mit dir durch die Liebe Christi, und reinige mein Gewissen durch sein Blut, damit ich in deinem heiligen Gehorsam einhergehe. Siehe, ich übergebe mich dir auf die ganze Woche, ja auf mein lebenlang; stärke mich mit deiner Kraft, mache mich auf⸗ richtig, dir und meinem Näch⸗ sten in Liebe zu dienen. Lehre mich wider alle Verführungen meines verderbten Herzens und böser Menschen streiten. Mache mir die Eitelkeit recht bitter, daß du mir desto süßer wer⸗ dest. Hilf mir die Last dieser Woche tragen; leite mich, wie ein lieber Vater, und mache mich kindlich gehorsam. Sprich ich wiederum unversehrt das selbst deinen Segen über meine Tageslicht anschauen, und nach diesem Sabbath den großen I Arbeit, und gehe mir mit dei⸗ ner Weisheit vor, damit ich und rechten sonntäglichen Sab⸗ fröhlich und getrost darinnen, bath mit allen Auserwählten aber auch gewissenhaft und treu in alle Ewigkeit feiern möge. sei. Ja, werde du selbst in mir Das wollest du thun, o du und allen meinen Dingen An⸗ grundgütiger barmherziger Hei⸗fang, Mittel und Ende zu dei⸗ land um deines bittern Lei- nem Preis und meinem Heil. dens, Sterbens und fröhlichen Auferstehens willen, Amen. (R.) 7. Morgensegen am Montag. Bei diesem Anfang der Wo⸗ che ruf' ich zu dir, o heiliger Vater, im Namen Jesu Christi, Amen. Gottfried Arnold, geb. 1666, st. 1714. 8. Abendsegen am Montag. Herr, allmächtiger Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich diesen Tag väterlich er⸗ halten, und sehr viel Wohl⸗ du wollest mein Herz, Mut thaten erzeiget hast; frisch und 32* gesund hast du mich behütet und durch deine Engel beschüt⸗ zet, vor des Teufels List be⸗ wahret, mein täglich Brot be⸗ scheret und an Leib und Seel gesättiget, welches ich von Her⸗ zen rühme, und sage: Ich bin viel zu geringe aller deiner mir erzeigten Wohlthat. Ich bitte aber ferner, o Gott, mein Herr, du wollest mich auch diese Nacht ruhig schlafen lassen und unter deinem göttlichen Gnaden⸗ schutz sicher vor der Gewalt und List des bösen Feindes be⸗ wahren, allen ängstlichen Sor⸗ gen wehren und mir Gnade geben, ganz und gar in dei⸗ nem Willen zu ruhen, damit ich in dem Licht des seligma⸗ chenden Glaubens erhalten und in der Finsternis dieser argen Welt von ihrem Fürsten nicht überwältiget, noch zu Sünden und Schanden angetrieben wer⸗ de. Schaffe, o Herr, eine solche Stille in mir, daß ich feire und ruhe von Sünden, und in dem Gehorsam deiner Ge⸗ bote richtig erfunden werde. Wenn die Augen schlafen ein, so laß das Herze wacker sein, laß auch deine heiligen Engel eine feurige Wagenburg um mich her sein und mich und die Meinigen vor des Teufels Gewalt beschützen. Denn ich befehle dir meinen Geist, du hast mich erlöset, o Herr, du ge⸗ treuer Gott. Alles, was du mir aus Gnaden gegeben hast, das opfere ich dir hinwiederum und übergebe es in deine Hände; Morgen⸗ und Abendgebete. wache du für mich, du getreuer Hirte, und hilf mir, daß ich nicht im Tode entschlafe, son⸗ dern des Morgens gesund wie⸗ derum erwache, und das Tages⸗ licht also gebrauche, daß ich ja das Licht deiner Gnaden und den Glanz deiner Herrlichkeit nicht verliere, sondern also in der Wahrheit wandele, daß ich bei dir in jener Welt ewig sein und bleiben möge durch Je⸗ sum Christum unsern Herrn. Amen. G. Rost.(R.) 9. Morgensegen am Dienstag. Gelobet seist du, Gott, mein Schöpfer! gelobet seist du, o Gott, mein Heiland, gelobet seist du, o Gott, mein Tröster, der du mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz bist und mich die vergangene Nacht wiederum vor allen mei⸗ nen geistlichen und leiblichen Feinden so väterlich bewahret hast. Ich bitte dich demitiglich, du wollest auch diesen Tag deine Güte über mich ausbreiten und mit deiner Barmherzigkeit mich erfüllen, auch vor Sünden und allem Ubel gnädiglich behüten. Umgieb mich, o Herr, rings mit deinem Schild, daß der Satan und seine Werkzeuge, die mir auf allen Seiten nach⸗ stellen, mit all ihrer Gewalt und Bosheit, Lüsten und Tül⸗ ken innerlich und äußerlich, heimlich und öffentlich mir kei⸗ nen Schaden zufügen mögen. Erhalte mich in deiner Furcht, daß ich nicht sündige, sondern dich her Knecht mir aud die Wer lich und dein Ged Stand, Segneen und rich Thun u Lob, au und ewi von mir heiten u und Leib sonderhe einem bi vor alle heiliger von mir allezeit; meinen Hand a Deine( ewiglich Zeäm schweng diesen T Decke u sen ist. hätten Sünden nichts d dient. 2 um dei deines ganzen zetreuer daß ich fe, son⸗ nd wie⸗ Tages⸗ 5; ich ja jen und rlichkeit also in daß ich wig sein rch Je⸗ Herrn. t. G.) ienstag. tt, mein t du, o gelobet Tröster, nd Horn n Schutz rgangene Len mei⸗ leiblichen bewahret nitiglich, ag deine ꝛiten und keit mich iden und behüten. r, rings daß der zerkzeuge, ten nach⸗ Gewalt ind Tük⸗ iußerlich, mir kei⸗ 1 mögen. r Furcht, „sondern dich herzlich liebe und dein Knecht sei ewiglich. Verleihe mir auch deine Gnade, daß ich die Werke meines Berufs treu⸗ lich und fleißig ausrichte. Gieb dein Gedeihen zu meinem Amt, Stand, Handel und Wandel. Segne mein Brot und Wasser und richte all mein Vorhaben, Thun und Arbeit zu deinem Lob, auch zu meiner zeitlichen und ewigen Wohlfahrt, wende von mir ab alle böse Krank⸗ heiten und was mir an Seel und Leib schädlich sein mag. In⸗ sonderheit aber behüte mich vor einem bösen schnellen Tod, und vor allerlei Herzeleid. Dein heiliger Geist weiche nur nicht von mir, dein guter Engel sei allezeit zwischen mir und allen meinen Feinden, daß sie keine Hand an mich legen können. Deine Gnade und Segen sei ewiglich ob mir. Amen. Zeämann, geb. 1580, st. 1638. (H. M. R.) 10. Abendsegen am Dienstag. Herr Jesu, mein Heiland und Seligmacher, dir sei Lob und Dank für deine über⸗ schwengliche Gnade, welche auch diesen Tag mein Himmel, meine Decke und mein Schutz gewe⸗ sen ist. Denn von Rechts wegen hätten meine mannigfaltigen Sünden und Übertretungen nichts denn eitel Strafe ver⸗ dient. Die wollest du mir aber um deiner heiligen Wunden, deines vergossenen Bluts und ganzen teuren Verdienstes wil⸗ Morgen⸗ und Abendgebete. 5 len gnädiglich vergeben und mir diese Nacht eine friedliche Ruhe und sanften Schlaf verleihen. Ich lege mich schlafen, mein Herr Jesu, mit dem Leib ins Bette, mit der Seele aber an dein gnädiges Herz. Du bist bei mir auch in der Finsternis der Nacht mit deiner Macht und Gnade. Wolltest du aber etwa diese Nacht mich aus der Welt abfordern, wie ich denn deinen verborgenen Willen, zu meinem eigenen Besten, nicht wissen kann; so wollest du mich, erhöhter Heiland, gezeichnet mit deinem Blut zum ewigen Leben einführen. Wo nicht, soll ich nach deinem göttlichen Gefallen noch länger leben, so laß mich morgen durch deine Gnade ge— sund und fröhlich wieder auf⸗ wachen und aufstehen und dich mit freudigem Herzen loben und preisen. Hilf, daß die höl⸗ lischen Feinde, die du selbst überwunden hast, in dieser Nacht und allezeit weder an mir, noch an den lieben Mei⸗ nigen, noch an allen frommen Christen einige Macht und Ge⸗ walt finden mögen. So segne mich denn nun, Gott Vater, der du mir Leib und Seele gegeben und mich bisher gnädig erhalten hast. Es segne mich Gottes Sohn, Chri⸗ stus Jesus, der meinen Leib und Seele durch sein Blut sich zum Eigentum erkauft hat. Es segne mich Gott der heilige Geist, der meinen Leib und Seele durch sich selbst zum ewi⸗ D c*—. gen Leben versiegelt hat! Die⸗ sem dreieinigen Gott sei Lob, Preis und Dank in Ewigkeit! Amen. Chr. Scriver, geb. 1629, st. 1693. (AI. 1703. O.) 11. Morgensegen am Mitt⸗ woch. Gelobet sei mein Gott, der große Herr Himmels und der Erden, Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der hei⸗— lige Geist, die hochgebenedeiete Dreieinigkeit, daß sie mich schwa⸗ chen Menschen und großen Sün⸗ der aus lauter Gnade diese Nacht überleben und das Ta⸗ geslicht wieder anschauen las⸗ sen. Ach, gieb mir, Herr, Gna⸗ de, daß ich mich diesen Tag vom Teufel, der Welt und meinem Fleisch und Blut nicht lasse zu Sünden verführen, sondern stetig gedenke an mei⸗ nen Taufbund, darinnen ich allem abgesagt, was dir zuwider ist. Laß mir allezeit vor Augen schweben meine letzte Todes⸗ stunde, daran die unendliche Ewigkeit hängt. Schenke mir den seligen Himmel, behüte mich vor der traurigen Hölle. Laß Sicherheit und Sünden⸗ lust ferne von mir sein. Die Werke meines Berufes laß mich treulich und redlich verrichten. Alles Widrige laß mich mit geduldigem Herzen ertragen. Mein Leib und Seel, mein Sinnen und Trachten, mein Stehen und Gehen, alles, was Morgen⸗ und Abendgebete. sonders aber deine liebe Kirche, ordentliche Obrigkeit und die ganze werte Christenheit befehle ich dir zu treuen Händen. Soll⸗ te auch etwa, Gott und Vater meines Lebens, dieses mein letzter Tag in dieser Welt sein, so ist mein einiges Seufzen, du wollest mich mit Trost und Schutz nicht verlassen, sondern mich herausreißen und zu mei⸗ nem Herrn Christus bringen. O du heilige Dreieinigkeit, er⸗ barme dich mein und laß mich ewig bei dir sein. Amen. (I.) 1798. 12. Abendsegen am Mittwoch. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du Tag und Nacht geschaffen, Licht und Fin⸗ sternis unterschieden hast, den Tag zur Arbeit und die Nacht zur Ruhe, auf daß sich deine Kreatur darin erquicken möch⸗ te. Ich lobe und preise dich in allen deinen Wohlthaten und Werken, daß du mich durch deine göttliche Gnade und Schutz den vergangenen Tag hast vol⸗ lenden, und seine Last und Plage überwinden und zurück⸗ legen lassen. Es ist ja genug, lieber Vater, daß ein jeder Tag seine eigne Plage habe. Du hilfst ja immer eine Last nach der andern ablegen, bis wir endlich zur Ruhe und zu dem ewigen Tage kommen, da alle Plage und Not aufhören wird. Ich danke dir von Her⸗ ich bin, habe und vermag, be⸗ zen für alles das Gute, das ich diesen empfang bin zu Barmher an mir auch für Bösen, s begegnen daß ich des Höch des All Unglück den behi bitte dic vergieb: die ich habe m und We ich geth ich versä dig, mei Laß her mit mi daß ich heiliger, ter wied Schlaf sondern meine! zu dir handle. wie de da er i leiter s gel und daß ich mich zu denke, dein No meinen oder sch nicht er des Na be Kirche, und die eit befehle den. Soll⸗ ind Vater ses mein Welt sein, Seufzen, Trost und „ sondern d zu mei⸗ bringen. igkeit, er⸗ Hlaß mich Amen. +.) 1798. Mittwoch. diger Gott e dir Lob Tag und und Fin⸗ hast, den die Nacht sich deine ken möch⸗ ise dich in haten und lich durch ind Schutz hast vol⸗ Last und nd zurück⸗ ja genug, ein jeder age habe. eine Last egen, bis je und zu mmen, da aufhören von Her⸗ Zute, das Morgen⸗ und Abendgebete. ich diesen Tag von deiner Hand fürchte vor dem plötzlichen empfangen habe. Ach Herr, ich bin zu geringe aller deiner Barmherzigkeit, die du täglich an mir thust. Ich danke dir auch für die Abwendung des Bösen, so mir diesen Tag hätte begegnen können, und dafür, daß ich unter dem Schatten des Höchsten und dem Schirme des Allmächtigen vor allem Unglück und vor schweren Sün⸗ den behütet geblieben bin. Ich bitte dich herzlich und kindlich, vergieb mir alle meine Sünde, die ich diesen Tag begangen habe mit Gedanken, Worten und Werken. Viel Böses habe ich gethan, viel Gutes habe ich versäumt. Ach sei mir gnä⸗ dig, mein Gott, sei mir gnädig! Laß heute alle meine Sünde mit mir absterben und gieb, daß ich immer gottesfürchtiger, heiliger, frömmer und gerech⸗ ter wieder aufstehe, daß mein Schlaf kein Sündenschlaf sei, sondern ein heiliger Schlaf, daß meine Seele und Geist immer zu dir wache, mit dir rede und handle. Segne meinen Schlaf wie den des Erzvaters Jakob, da er im Traume die Himmels⸗ leiter sah und die heiligen En⸗ gel und den Segen empfing; daß ich von dir rede, wenn ich mich zu Bette lege, an dich ge⸗ denke, wenn ich erwache; daß dein Name und Gedächtnis in meinem Herzen bleibe, ich wache oder schlafe. Gieb mir, daß ich nicht erschrecke vor dem Grauen des Nachts, daß ich mich nicht Schrecken, sondern sanft schlafe. Behüte mich vor schrecklichen Träumen, vor Einbruch der Feinde, vor Feuer und Was⸗ sersgefahr. Siehe, der uns be⸗ hütet, schläft nicht; siehe der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Laß deine heiligen Wächter mich behüten und deine Engel sich um mich lagern und mir aushelfen. Wecke mich morgen zur rechten Zeit wieder auf zu deinem Lo⸗ be und Preise, daß ich mit neuen Kräften dir dienen möge. Wenn aber diese Nacht nach deinem unerforschlichen Rat⸗ schluß die letzte sein soll und mein Stündlein vorhanden ist, so verleihe mir einen seligen Schlaf und eine selige Ruhe in Jesu Christo, meinem Herrn, Amen. Johann Arnd, geb. 1555, st. 1621.(C.) 13. Morgensegen am Donnerstag. O Herr Jesu, der du bist das ewige wahrhaftige Licht, die Sonne der Gerechtigkeit, der Aufgang aus der Höhe, der schöne, hellleuchtende Morgen⸗ stern, in deinem Namen stehe ich auf, frühe wache ich zu dir, frühe rufe ich zu dir, ich danke dir herzlich, daß du mich in der Finsternis dieser Nacht mit deiner Hand hast bedecket, und das Licht des Tages wiederum erleben lassen. Komm mir, o ge⸗ treuer Heiland, in dieser Früh⸗ stunde zuvor mit deiner un⸗ iieexxCCCCCdddd.i.::ĩdtc·⸗ccm:̃oĩcPꝛqmwa —ñj 22———p IIIIII‚IIIIII‚eee endlichen Güte und Glanz, und regiere mich diesen ganzen Tag in allem meinem Thun und Lassen, weil ich ja ohne dich nichts vermag; laß deine Barm⸗ herzigkeit hervorbrechen, wie die schöne Morgenröte, und deine Gnade über mir auf⸗ gehen, wie eine Tauwolke des Morgens, und wie ein Tau, der frühe morgens sich aus⸗ breitet. O du ewiges Licht, er⸗ leuchte meinen verfinsterten Ver⸗ stand, befreie mich von aller Unwissenheit und Blindheit des Herzens und verleihe mir mit dem jetzt angehenden Tage das Licht des wahren Glaubens, daß ich alle meine Werke in deinem Namen christlich an⸗ fange und seliglich vollführe, und das Licht dieses Tages ja nicht zur Sünde und Eitelkeit mißbrauche, noch mit den un⸗ fruchtbaren Werken der Fin⸗ sternis eine Gemeinschaft habe, sondern vielmehr als ein Kind des Lichts einher wandele und vom Schlaf der Sünden auf⸗— stehe. Und ob ich gleich im Finstern sitze, so sei doch du, Herr, mein Licht, deine heilige Unschuld beschirme mich, deine große Marter, so du für mich armen Sünder erlitten hast, bewahre mich, dein bitterer Tod stärke und tröste mich in aller Not, deine heilige Auf⸗ erstehung und Himmelfahrt öffne mir die Thür durch das finstre Todesthal in den himm⸗ lischen Freudensaal und Herr⸗— Morgen⸗ und Abendgebete. lichkeit, da du, mein treuer Heiland, mein ewiges Licht und Preis sein wirst und die Tage meines Leidens ein Ende haben werden. O Herr Jesu, hilf, daß ich auch zu solchem un⸗ vergänglichen, ewigen Licht nach der Finsternis dieser Welt ge⸗ langen möge. Amen. Zeämann, geb. 1580, st. 1638.(R.) 14. Abendsegen am Donnerstag. Wo soll ich mich nun hin⸗ wenden, o Gott meines Lebens, als zu dir, da nun die Finster⸗ nis und so manches Böse ein⸗ bricht? Offne mir doch dein freundlich Herz in Christo Je⸗ su, und lasse mich in seiner offenen Seite ruhen. Denn ich will nun meinen Schlaf nur in deiner Liebe und Ver⸗ einigung vornehmen, damit er mir in dir gesegnet und nütz⸗ lich sei. Laß auch den Satan mich durch keine böse Lust rei⸗ zen, sondern das Fleisch in Züchten reine sein. Dagegen zünde deine Liebe in mir an, so kann ich die ganze Nacht mit dir im Gemüte zu thun haben, o mein Licht und Heil, wenngleich der Leib schläft. Deswegen versenke ich mich ganz und gar in deine Erbar⸗ mung, und begehre nur in deiner Kraft zu ruhen nebst allen deinen Freunden, an denen du sowohl als an mir Armen deine Barmherzigkeit wollest groß machen in Zeit und Ewigkeit. Amen. Aus Porß. 7 15. Morg In der kreuzigter bin ich aufgestan! am Stam zes, als Schlachtle lichsten T mit deine meinen E und Höl danke di Frühstun! daß du r Nacht unt Schatten schlafen u blicken la Tag und durch deir frische es Tau dein mich mit und verb Seele in den. W meinen E halte mick ken und Jammer die ewige keit, du Christe, und Hoff Rigische 16. Abe O He geduldige heiliges meine S meine, icht und ie Tage he haben u, hilf, em un⸗ icht nach Welt ge⸗ 638.(R.) am iun hin⸗ Lebens, Finster⸗ Zöse ein⸗ och dein risto Je⸗ n seiner Denn Schlaf ind Ver⸗ damit er ind nütz⸗ 1 Satan Lust rei⸗ leisch in Dagegen mir an, ze Nacht zu thun nd Heil, schläft. ich mich e Erbar⸗ nur in en nebst an denen rArmen wollest eit und us Porst. 7 15. Morgensegen am Freitag. In deinem Namen, du ge⸗ kreuzigter Herr Jesu Christe, bin ich armer Sünder jetzt aufgestanden, der du für mich am Stamme des heiligen Kreu⸗ zes, als das rechte geduldige Schlachtlamm, den allerschmerz⸗ lichsten Tod erlitten und mich mit deinem Blute von allen meinen Sünden, Tod, Teufel und Hölle erlöset hast. Ich danke dir anjetzo in dieser Frühstunde, liebster Herr Jesu, daß du mich in dieser finstern Nacht unter deinem Schutz und Schatten hast sicher ruhen und schlafen und das Tageslicht er— blicken lassen. Regiere diesen Tag und allezeit mein Herz durch deinen heiligen Geist, er⸗ frische es mit dem himmlischen Tau deiner Gnaden, bewahre mich mit deiner göttlichen Liebe und verbirg mich mit Leib und Seele in deine heiligen Wun⸗ den. Wasche mich von allen meinen Sünden rein ab, er⸗ halte mich in allen guten Wer⸗ ken und führe mich aus dem Jammerthal dieser Welt in die ewige Freude und Herrlich⸗ keit, du getreuer Heiland Jesu Christe, mein einiger Trost und Hoffnung. Amen. Rigisches Gebetbuch 1707.(R.) 16. Abendsegen am Freitag. O Herr Jesu Christe! du geduldiges Lamm Gottes und heiliges Sühnopfer für alle meine Sünde, nicht allein für meine, sondern auch für der Morgen⸗ und Abendgebete. 9 ganzen Welt, dir danke ich abermal von Grund meines Herzens, daß du mich an Leib und Seele diesen Tag väter⸗ lich beschützet hast, und bitte dich, du wollest mir alle meine Sünde, so ich heute diesen Tag gethan habe, welche mein Herz und Gewissen beschweren, gnä⸗ diglich verzeihen und vergeben. Und weil ich mich nun zur Ruhe im Schlaf will nieder⸗ legen, wollest du deine Gna⸗ denflügel über mich ausbreiten und helfen, daß ich darunter in Friede und Ruhe diese Nacht mit dem Leibe schlafe, mit der Seele aber allezeit zu dir wache, und deiner herrlichen Zukunft zum jüngsten Gericht wahr⸗ nehme und mit herzlichem Seufzen auf dich warte, bis ich dermaleinst gar zu dir selig⸗ lich von hinnen fahre. Dazu hilf mir, o mein treuer Gott, mit deinem lieben Sohn und heiligen Geiste, hochgelobet in alle Ewigkeit. Amen. J. Olearius, geb. 1611, st. 1684.(R.) 17. Morgensegen am Sonn⸗ abend. Herr Gott, himmlischer Va⸗ ter, in dieser Morgenstunde be⸗ fehle ich dir meinen Leib und meine Seele in deine liebreiche Regierung, in deinen mächti⸗ gen Schutz, in deine väterliche Aufsicht und Treue. Laß mir und den lieben Meinigen nichts Übles begegnen und keine Plage unserem Hause sich nahen. Laß deinen heiligen Geist uns kräf⸗ —.—..—.—....—. SDRREecxceee---:nr... V. II tig regieren und unser Herz zum kindlichen Gehorsam len⸗ ken, daß wir von den Wegen der wahren Gottseligkeit nicht abweichen. Segne mich heute an Leib und Seele, segne mei⸗ nen Ausgang und Eingang, segne meine Haushaltung und Nahrung. Laß mir in allen meinen Geschäften und Vor⸗ nehmen dein himmlisches Licht leuchten, deine Kraft mich stär⸗ ken, deine Liebe mich dringen, daß ich in Gerechtigkeit wand⸗ le, meinen Taufbund stets vor Augen habe und meinem Näch⸗ sten mit aufrichtiger Liebe be⸗ gegne. Gieb, daß ich die Zeit, die ich noch zu leben habe, wohl und christlich anwende, zu dei⸗ nes herrlichen Namens Ehre, meines Nächsten Dienst und meiner selbst Besserung. Gieb mir auch die Gnade, daß ich mich meiner Sterblichkeit stets erinnere und meine Gedanken allezeit aus dem Zeitlichen in das Himmlische und Ewige richte. Und wenn ich dann mei⸗ nen Lauf vollendet und das Ziel, welches du mir in Gnaden gesetzt, erreicht habe: so verleih mir nach deiner großen Barm⸗ herzigkeit, um Jesu Christi willen, ein sanftes, fröhliches und seliges Ende. Amen. Hannov. Gesangb. 18. Abendsegen am Sonn⸗ abend. O du gütiger Gott, es endet sich nun die Woche und zugleich mit der kommenden Nacht auch Morgen⸗ und Abendgebete. alle ihre Mühe und Arbeit. Mit welchen Worten soll ich dir, mein Gott, meinen Dank aussprechen, daß du mich mit so viel Wohlthaten begnadet hast? Meinem Leibe hast du Nahrung und Kleider beschert, meiner Seele hast du die himm⸗ lische Wahrheit zu erkennen gegeben, mein Gebet hast du gnädig angehört, meine Bitte mir gewährt, soviel du gewußt, daß es mir nützlich und selig sei. Sei derowegen gelobet, o du mein großer Gutthäter, sei gerühmet, o du mein mäch⸗ tiger Schutzherr, sei gepreiset, o du mein liebreicher Vater, sei auch inbrünstig gebeten, o du mein trautster Erbarmer, daß du mir meine heimliche und öffentliche Sünden, so ich diese Woche und die ganze vorher⸗ gehende Zeit meines Lebens begangen habe, gnädiglich ver⸗ geben, in die Tiefe des Meeres werfen und derselben nimmer⸗ mehr gedenken wollest. Ge⸗ denke aber, mein Gott! meiner im besten um des großen Ge⸗ dächtnisses willen, das dein Sohn Jesus Christus mit Auf⸗ opferung seines Leibes und mit Vergießung seines Blutes in den Tagen seines Fleisches williglich gestiftet hat. Um des⸗ selbigen, wie auch um seiner heiligen Ruhe willen, die er den siebenten Tag in der Mar⸗ terwoche nach seinem bittern, schmerzlichen Leiden und blu⸗ tigen Sterben in dem Grabe gehabt, verleihe mir auch eine heilige Ri zwar schl. allezeit it zu dir we Zeit mich die liebe wieder fr fröhlich ehe sie au wann da dir und m mit chrif und wenn ne meine wird, so finstere T Leben, ur göttlichen Amen, in Amen. 19. Testa Ach li ich lebe lange, ie weiß nic himmlisch Wohlan, (oder die die) letzte Herr, se der ja der beste deinem he allezeit b 0 O He sich billi Christenk 52995——23— Arbeit. soll ich en Dank nich mit begnadet hast du beschert, e himm⸗ erkennen hast du ne Bitte gewußt, nd selig gelobet, utthäter, in mäch⸗ gepreiset, Vater, ten, o du ner, daß iche und ich diese vorher⸗ Lebens lich ver⸗ Meeres nimmer⸗ st. Ge⸗ meiner ßen Ge⸗ as dein mit Auf⸗ und mit lutes in Fleisches Um des⸗ m seiner „die er der Mar⸗ bittern, ind blu⸗ n Grabe nuch eine heilige Ruhe, darin der Leib zwar schläft, aber die Seele allezeit im wahren Glauben zu dir wache. Wecke zu rechter Zeit mich wieder auf, daß ich die liebe Sonne aufs neue wieder frisch und gesund und fröhlich anschaue, dir danke, ehe sie aufgehet, vor dich trete, wann das Licht anbricht, und dir und meinem Nächsten ferner mit christlichem Eifer diene, und wenn dermaleinst die Son⸗ ne meines Lebens untergehen wird, so leuchte mir durch das finstere Todesthal zum ewigen Leben, um deines hochgelobten göttlichen Namens Ehre willen. Amen, in Jesu Namen, Amen, Amen.(R.) 19. Testament eines frommen Christen. Ach lieber Herr und Gott, ich lebe und weiß nicht wie lange, ich muß sterben, und weiß nicht wann; du, mein himmlischer Vater, weißt es. Wohlan, soll dieser Tag der (oder diese Nacht und Stunde die) letzte meines Lebens sein, Herr, so geschehe dein Wille, der ja allezeit und allewege der beste ist. Nach demselben deinem heiligen Willen laß mich allezeit bereit sein, in wahrem Festgebete. 11 Glauben an meinen Erlöser Jesum Christum zu leben und zu sterben. Allein mein from⸗ mer Gott, gewähre mich dieser Bitte, daß du mich nicht plötz⸗ lich in meinen Sünden sterben und verderben lässest. Gieb mir, mein Gott, nach deiner Gnade und Barmherzigkeit, immerfort herzliche Reue und Leid über meine begangene Sünde, auf daß sie mir hie vergeben und nicht am jüng⸗ sten Tage zu meiner Verdam⸗ mung vorgestellt werde. Verleihe mir so viel Zeit, Raum, Verstand und Andacht zur wahren Buße, daß ich meine Übertretungen von Her⸗ zen erkennen, bekennen und bereuen, und derselben Ver⸗ gebung und Trost zu meiner Seligkeit erlangen möge. Ach, barmherziger Vater, verlaß mich nicht und nimm ja deinen hei⸗ ligen Geist nicht von mir. Mein Herz und meines Herzens Zu⸗ versicht ist allein zu dir. Laß mich sterben, wenn du willst, verleihe mir nur ein vernünf⸗ tiges, sanftes und seliges Ende. Amen. Ach Herr Jesu, nimm meine Seele in deine Hände und laß sie dir befohlen sein. Amen.(NI. 1703.) II. Festgebete. 20. Advent. O Herr Christe, heut freut sich billig die ganze werte Christenheit, weil sie deinen heiligen Advent festlich begeht. Die liebe Kirche jauchzt als deine Braut, weil du, ihr lieber himmlischer Bräutigam, zu ihr kommst. Wir irrenden Schäf⸗ lein frohlocken, daß du, o Hirt und Bischof unserer Seelen, mitten unter uns deine gnä⸗ dige Gegenwart sehen lässest. Wir Kranken freuen uns, weil du uns besuchest, o heilsamer Arzt aller Menschen. Wir Ar⸗ men jubeln, weil du, obwohl ein reicher Herr, dennoch so brüderlich mit großen, herrli⸗ chen Geschenken bei uns ein⸗ kehrst. Ach Herr, weiche nicht von uns mit deiner Gnade, laß uns die Zeit deiner gnä⸗ digen Heimsuchung dankbar er⸗ kennen und deine Zukunft stets gnadenreich und heilsam sein. Komm täglich zu uns in un⸗ sere Kirchen, in unsere Schu— len, auf unsere Rathäuser und in unsere Wohnungen, mit deinem reinen Wort, mit deinen heiligen Sakramenten, mit dei⸗ ner Weisheit, mit Beistand, Glück, Segen und Gnade. Ja, weil du bereits in unsere Her⸗ zen gekommen bist, laß uns dich nie wieder verlieren und nimmer ohne Trost erfunden werden. Endlich, weil du ein⸗ mal kommen wirst zu richten die Lebendigen und die Toten, so regiere uns, daß wir uns bereiten und unseren Beruf also beschließen, daß wir deine Zu⸗ kunft mit Freuden erwarten und dich nicht als einen ge⸗ strengen Richter, sondern als einen freundlichen Erlöser an⸗ schauen und Erben deines Rei⸗ ches werden mögen. Amen. Sigism. Scheretz, geb 1584, st. 1639. Festgebete. 21. Weihnacht. Herr Jesu Christe, mein Heiland, des Güte nicht zu zählen, ich bete dich an als die allerteuerste Gabe des himm⸗ lischen Vaters, die er mir und aller Welt mit dir geschenkt hat, daß er dich in der Fülle der Zeit zu uns armen Sün⸗ dern als den Sohn der Liebe aus seinem Schoß vom Him⸗ mel auf die Erde gesendet und von der Jungfrau Maria hat lassen geboren werden. Nun bist du ganz unser mit deiner Gottheit und Menschheit. Ei⸗ nen solchen Heiland sollten wir haben, der uns tiefgefallne Sünder von allen unsern Sün⸗ den und dem damit verbun⸗ denen Elend des Leibes und der Seelen in Zeit und Ewig⸗ keit vollkommen erlösete. Nun können wir mit Freuden aus⸗ rufen: Alles und in allem Christus! Denn du bist das wahre Lebensbrot, so kann meine Seele nicht hungern. Du bist der Brunnen des le⸗ bendigen Wassers, so kann meine Seele nicht dürsten. Du bist mein Licht, so kann sie nicht in Finsternis bleiben. Du bist meine Freude, wer kann mich betrüben? Du bist mein Beistand, wer kann mirs abgewinnen? Du bist meine Wahrheit, wer kann mich ver⸗ führen? Du bist mein Weg, wie kann ich mich verirren? Du bist meine Weisheit, wer kann mich betrügen? Du biss meine Ger mich verd. meine Hei mich verwe Erlösung, fangen hal Friede, wer machen? 7 denthron, ten? Du wer kann Ungnade mein Für mich verkle König, w deinem Re mein Hohe dein Opfe bist mein kann mich Wie könnt schenk hab ist mehr n würdiger Menschen, aller Wel und Elend Ach sen von deine deiner Krij Herz, daß Glauben e wäre mir und kein K du bist in dir ist all. Leben oder Gegenwär künftige. aber bin Gottes. A dieses grof nehmen. K „ mein nicht zu wals die himm⸗ mir und geschenkt er Fülle n Sün⸗ er Liebe m Him⸗ idet und aria hat 1. Nun t deiner eit. Ei⸗ sollten fgefallne »n Sün⸗ verbun⸗ hes und d Ewig⸗ te. Nun en aus⸗ 1 allem bist das o kann sungern. des le⸗ o kann ten. Du kann sie bleiben. de, wer Du bist un mirs st meine nich ver⸗ in Weg, erirren? heit, wer Du bist meine Gerechtigkeit, wer kann mich verdammen? Du bist meine Heiligung, wer kann mich verwerfen? Du bist meine Erlösung, wer kann mich ge⸗ fangen halten? Du bist mein Friede, wer kann mich unruhig machen? Du bist mein Gna⸗ denthron, wer kann mich rich⸗ ten? Du bist mein Mittler, wer kann mich bei Gott in Ungnade bringen? Du bist mein Fürsprecher, wer kann mich verklagen? Du bist mein König, wer kann mich aus deinem Reich stoßen? Du bist mein Hoherpriester, wer kann dein Opfer verwerfen? Du bist mein Seligmacher, wer kann mich unglücklich machen? Wie könnte ich ein größer Ge⸗ schenk haben? Dies Geschenk ist mehr wert, als ich nichts⸗ würdiger Sünder, als alle Menschen, als alle Welt, als aller Welt Sünde, Jammer und Elend. Ach senke doch einen Strahl von deiner Herrlichkeit aus deiner Krippe in mein finsteres Herz, daß ich dich in völligem Glauben erkennen lerne. Dann wäre mir kein Zufall zu groß und kein Kreuz zu schwer. Denn du bist in mir alles, und in dir ist alles mein, es sei das Leben oder der Tod, es sei das Gegenwärtige oder das Zu⸗ künftige. Alles ist mein; ich aber bin dein; du aber bist Gottes. Ach, so laß mich denn dieses großen Heils recht wahr⸗ nehmen. Heilige mich dir selbst Festgebete. 13 zum Opfer dafür. Laß mich stets in dieser deiner Liebe ru⸗ hen; laß mich durch die Freu⸗ de an dir all meines Elendes vergessen, die Sünde hassen, die Welt verschmähen mit ihrer Lust, dir im Glauben gehor⸗ sam und in meinem letzten Stündlein nur in dir erfun⸗ den werden: alles um deines Namens willen, du Seligma⸗ cher aller in sich selbst verlo⸗ renen Sünder. G. Arnold, geb. 1665, st. 1714.(O.) 22. Zum Jahreswechsel. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger, lieber Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgrimschaft in diesem irdischen Leben zu Ende ge⸗ bracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach Herr und Gott, wie groß ist deine Güte, die du uns bis⸗ her aus väterlichem Herzen bewiesen hast. Dein heiliges Wort hast du uns samt dem rechten Gebrauch der heiligen Sakramenterein erhalten, fried⸗ liches Regiment beschert, täg⸗ lich Nahrung gegeben, unsere Herzen mit Speise und Freude erfüllt, allerlei Seuchen, Pe⸗ stilenz, feindlichen Unfall und viel Unglück in dieser betrüb⸗ ten Zeit von uns gnädiglich abgewendet. Du hast uns zwar gezüchtigt um unserer vielfäl⸗ tigen Sünden willen, aber deine Gnade hast du nicht von uns gewendet. Für solche deine Barmherzigkeit sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich demütiglich, rechne uns nicht zu unsere vorige und alte Sün⸗ de, womit wir dich so oft er⸗ zürnt haben, sondern vergieb sie uns um unsers Herrn Je⸗ su willen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit und Missethat in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus⸗ und den neuen anziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, lieber Vater, uns aufs neue zu segnen. Gieb uns neugeborne Herzen, erneuere deine väterliche Rebe Nimm von uns alles Herze⸗ leid und wohlverdiente Stra⸗ fen, und weil keine Stunde noch Augenblick vergeht, da wir ohne deinen Schutz nicht in groß Elend geraten könnten, so halte deine Gnadenhand vä⸗ terlich über uns. Barmher⸗ ziger Gott und Vater, erhöre ö unser Gebet, erbarme dich aller Menschen, erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger, erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre, stärke alle treuen ö Regenten, fördere guten Rat und That; segne Väter und Mütter, regiere Kinder und Gesinde; bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, wen⸗ de ab Pest und Teurung; steure dem Grimme des Teu⸗ fels, sende uns deine heiligen Engel; kröne das Jahr mit deinem Gut; gieb Frieden im ᷓDDi e Festgebete. und Treue an uns, gieb hei⸗ ö ligen Mut und rechte Werke. Sigism. Scheretz, Lande, unserm Herzen Freude, unserm Leibe Gesundheit, un⸗ serer Stadt(Gemeinde) Einig⸗ keit; benedeie unsere Nahrung, fördere das Werk unserer Hän⸗ de, nähre treue Arbeiter; be⸗ kehre die Sünder, kräftige die Frommen, bringe zurecht die Irrigen; schütze Witwen und Waisen, tröste die Elenden, erfreue die Traurigen, pflege der Kranken, hilf den Hilf⸗ losen, errette die Bedrängten, sei bei den Sterbenden; durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unseren Heiland und Erlöser. Amen. geb. 1584, st. 1639 23. Epiphanias. Herr, heiliger Vater, all⸗ mächtiger, ewiger Gott, wir danken deiner göttlichen Maje⸗ stät, daß du den Weisen aus dem Morgenlande deinen hei⸗ ligen und eingebornen Sohn Jesum Christum hast offen⸗ baret, und daß du auch uns arme Heiden durch den Stern deines seligmachenden Wortes zu seiner heilsamen Erkenntnis hast kommen lassen. Lob, Ehre, Preis und Dank sei dir, barm⸗ herziger, gütiger Gott, für diese und alle deine großen Wohl⸗ thaten. Wir bitten dich herzlich, regiere uns mit deinem heili⸗ gen Geiste, daß wir trotz aller Hinderungen deinen Sohn, un⸗ sern Heiland und Seligmacher suchen, finden und erkennen, insonders in deinem heiligen Worte, und ihn in seinen Glie⸗ — dern nähre uns im G die ganze sere Füße des leuchte Worts rie neu christl führen mi segne uns und die ga alle betrü ringende sie mit dei und wenn Leben verl uns vorle Wort, de und Tode der Gerech Sohn sehr Geburt u alle Anfe trösten ur Amen. Joachim En der du ur Sündern unschuldit deinem he worben u wiedergeb ken dir a⸗ deine Liel Not, de Tod und uns ewit im Lobe gieb uns Wohlthat Freude, it, un⸗ Einig⸗ ihrung, er Hän⸗ er; be⸗ tige die echt die en und lenden, „ypflege n Hilf⸗ rängten, 1; durch n lieben nd und 1/ st. 1639 8. er, all⸗ ytt, wir n Maje⸗ isen aus nen hei⸗ n Sohn st offen⸗ iuch uns n Stern Wortes kenntnis ob, Ehre, r, barm⸗ für diese n Wohl⸗ herzlich, em heili⸗ rotz aller zohn, un⸗ ligmacher erkennen, heiligen nen Glie⸗ dern nähren und erhalten. Laß uns im Glanz des Lichts, das die ganze Welt erleuchtet, un⸗ sere Füße nach dem Schein des leuchtenden Sterns deines Worts richten, daß wir ein neu christlich Leben beständig führen mögen. Regiere und segne unsere liebe Obrigkeit und die ganze Gemeine. Tröste alle betrübte, mit dem Tode ringende Herzen und erfülle sie mit deiner Himmelsfreude; und wenn wir dieses elende Leben verlassen sollen, so laß uns vorleuchten dein heiliges Wort, daß wir im Finstern und Todesschatten die Sonne der Gerechtigkeit, deinen lieben Sohn sehen, und uns seiner Geburt und Verdienstes wider alle Anfechtung freuen und trösten und also selig werden. Amen. Joachim Embden, geb. 1595, st 1650. 24. Passionsgebete. O Herr Jesus Christus, der du uns armen verlorenen Sündern durch dein heiliges unschuldiges Leiden Gnade bei deinem himmlischen Vater er⸗ worben und das ewige Leben wiedergebracht hast, wir dan⸗ ken dir aus Herzensgrund für deine Liebe, deine Angst und Not, deinen seligmachenden Tod und bitten dich, erhalte uns ewig in der Liebe und im Lobe deines Leidens und gieb uns Gnade, die ewige Wohlthat der teuren Erlösung Festgebete. 15 mit dankbarem Herzen zu er⸗ kennen und zu preisen. Laß uns dadurch im Glauben stär⸗ ker, in der Hoffnung fröhlicher, in der Liebe heißer, in der Geduld getroster, im Gehor⸗ sam williger und beständiger werden und unsern Sünden absterben. Hilf auch, daß wir an unserm Ende deines blu⸗ tigen Todes uns zur ewigen Seligkeit freuen und trösten, o Herr Jesus Christus. Amen. Friedberger Kirchenordnung, 1704. 2) O barmherziger, gnädi⸗ ger Gott und Vater, wir dan⸗ ken dir von Herzen, daß du deinen lieben Sohn Jesum Christum für uns den schmäh⸗ lichen Tod des Kreuzes hast leiden und ihn unsere Sünde an seinem Leibe auf dem Holze tragen lassen, auf daß wir durch seine Wunden heil wer⸗ den möchten; und bitten dich demütiglich, gieb, daß wir uns solches seines Leidens und Ster⸗ bens wider alle Anfechtung des Teufels, der Welt und un⸗ seres Fleisches kräftiglich trö⸗ sten, nach seinem Exempel in allerlei Kreuz und Leiden Ge⸗ duld und gegen unsern Näch⸗ sten herzliche Liebe und Treue beweisen, und nachdem wir so teuer erlöset worden, nimmer⸗ mehr sicher oder vermessen wer⸗ den, sondern als deine Kinder allezeit in deiner Furcht und Liebe wandeln mögen, bis wir endlich, von allem Ubel erlöset, ewig selig werden durch den⸗ selben deinen Sohn unsern Herrn. Amen. Hannov. Gesangb. 1697. 3) Am Karfreitag. O du heiligster und hold⸗ seligster Herr Jesu Christe! wir danken dir für deine herz⸗ liche Traurigkeit, da deine Seele um unsertwillen betrübt ward bis in den Tod, auf daß du die ewige Traurigkeit von uns abwendetest und uns die ewige Freude erwürbest; für deinen demütigen Fußfall, so du dei⸗ nem himmlischen Vater thatest, da du auf die Erde fielest auf dein heiliges Angesicht, auf daß du für uns Gnade erlangtest und unsre Angesichter nicht beschämt würden; für dein allerheilig⸗ stes Gebet und deinen heiligen Gehorsam, da du deinen Wil⸗ len deinem himmlischen Vater ganz aufopfertest und sprachest: Nicht was ich will, sondern was du willst! auf daß du unsern bösen Willen büßetest und heiltest und uns in dem Willen Gottes heiligtest; für deinen harten, bittern Todes⸗ kampf, damit du dem Tode die Macht genommen und ihn kraftlos gemacht und überwun⸗ den; für deinen heiligen blu⸗ tigen Schweiß, welcher mildig⸗ lich aus deinem Leibe gedrun⸗ gen und auf die Erde gefallen, auf daß du unsern kalten To⸗ desschweiß heiligtest und die Angst des Todes in einen sanf⸗ Festgebete. beflecktes Lamm Gottes, wir danken dir, daß du um unsert⸗ willen bist gefangen, auf daß wir erlöset würden, gebunden, freit würden, fälschlich verklagt, auf daß wir von dem stren⸗ gen Gericht Gottes freigelassen würden, in dein heiliges An⸗ gesicht geschlagen, auf daß wir Frieden hätten. O du aller⸗ geduldigstes und sanftmütig⸗ stes Herz! Wir danken dir, daß du um unsertwillen bist verspottet, auf daß du uns gemacht würdest zur ewigen Weisheit; verspeiet, auf daß du uns von unsern Schanden erlösetest; gelästert, auf daß wir in dir zu Ehren gebracht würden; gegeißelt, auf daß du unsern Ungehorsam büßtest. O du König der Ehren und Herr der Herrlichkeit! wir dan⸗ ken dir, daß du um unsert⸗ willen zum Hohn und zur Schmach bist mit Purpur be⸗ kleidet, auf daß du uns das hochzeitliche Ehrenkleid erwür⸗ best; mit Dornen gekrönt, auf daß du uns die Krone der Gerechtigkeit aufsetztest; hast ein Rohr in deine rechte Hand ge⸗ nommen, auf daß du das schwache Rohr nicht vollends zerbrächest, und dein heiliges Haupt damit lassen schlagen, auf daß wir unsere Häupter mit Freuden möchten aufrichten. O du allerliebreichster und freundlichster Herr! wir danken ten Schlaf umwandeltest. O du unschuldiges und un⸗ dir von Herzen für deine Vor⸗ stellung vor das Volk, da Pi⸗ auf daß wir von Sünden be⸗ latus sprac Mensch! a lischer Vat sähe und unser erbo siehe, wele Allerlieblic deinem Ve verleugnet, gläubigen würdest. willen zur auf daß di teil des machtest. O du demütigster allergehorse Vaters! n du dein Kr ligen Tode gen, auf unser Kreu zu nehmet Händen un auf daß d dest für 1 zwischen zu kreuzigt u thäter gerec unrecht get Betrug in funden, au deine Unsch große Läste am Kreuze du uns vor de erlösetef O du G wir danker Fluch am Nauf daß i auf Erder 8, wir unsert⸗ auf daß bunden, uden be⸗ derklagt, n stren⸗ igelassen ges An⸗ daß wir u aller⸗ ftmütig⸗ ken dir, llen bist du uns ewigen auf daß chanden auf daß gebracht fdaß du üßtest. jren und wir dan⸗ 1 unsert⸗ und zur rpur be⸗ uns das d erwür⸗ önt, auf rone der ; hast ein Hand ge⸗ du das vollends heiliges schlagen, Häupter ufrichten. hster und ir danken ine Vor⸗ k, da Pi⸗ latus sprach: Sehet, welch ein Mensch! auf daß dein himm⸗ lischer Vater unser Elend an⸗ sähe und um deinetwillen sich unser erbarmete. Ach Vater, siehe, welch ein Mensch! Du Allerlieblichster, du bist von deinem Volke verworfen und verleugnet, auf daß du deiner gläubigen Kirche zum Eckstein würdest. Du bist um unsert⸗ willen zum Tode verurteilt, auf daß du uns von dem Ur⸗ teil des ewigen Todes los machtest. O du allergerechtester und demütigster Knecht Gottes, du allergehorsamster Sohn deines Vaters! wir danken dir, daß du dein Kreuz zu deinem hei⸗ ligen Tode selbst hast getra⸗— gen, auf daß du uns lehrtest unser Kreuz williglich auf uns zu nehmen; bist daran mit Händen und Füßen angenagelt, auf daß du ein Opfer wür⸗ dest für unsere Sünde; bist zwischen zweien Mördern ge⸗ kreuzigt und unter die ÜUbel⸗ thäter gerechnet, da du niemand unrecht gethan und auch kein Betrug in deinem Munde er⸗ funden, auf daß du uns durch deine Unschuld versöhntest hast große Lästerung und Schmach am Kreuze gelitten, auf daß du uns von der ewigen Schau⸗ de erlösetest. O du Gesegneter des Herrn! wir danken dir, daß du ein Fluch am Holz bist worden, mauf daß in dir alle Völker auf Erden gesegnet würden. M. R. Gesangbuch. Festgebete. 17 Du bist worden als ein Wurm, und bist doch der Schönste unter den Menschenkindern, auf daß du uns lieblich machtest vor Gott. Du bist worden der allerverachtetste unter den Men⸗ schen, auf daß du uns herr⸗ lich machtest; du bist ganz trostlos am Kreuze gehangen, auf daß wir ewig getröstet würden; du hast bloß und blutig am Leibe sterben müssen, auf daß du uns mit dem Klei⸗ de des Heils und mit dem 8 der Gerechtigkeit bekleide⸗ test. O du unser ewiger Hoher⸗ priester und einiger Mittler! wir danken dir, daß du am Kreuz für uns gebeten hast. auf daß du dich mit starkem Geschrei und mit Thränen dei⸗ nem himmlischen Vater für uns opfertest. Wir danken dir für das tröstliche Wort: Heute wirst du mit mir im Para⸗ diese sein! damit hast du den armen Sündern das Paradies aufgeschlossen. Wir danken dir für deine Angst und Not, da du schrieest: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! auf daß wir nicht sollten ewig von Gott verlassen werden. Wir danken dir für deinen heiligen Durst am Kreuz und den herben Essigtrank, da⸗ mit du uns vom ewigen Durst und von der Höllen Bitterkeit erlöset hast. Wir danken dir für dein tröstliches Wort: Es ist vollbracht! das ist: die Sünde ist nun getilgt, Gott 33 ist versöhnt, die Schrift ist er⸗ füllt, und eine ewige Erlösung erfunden. Wir danken dir für deinen heiligen Tod und für dein letztes Wort am Kreuz; denn damit hast du alle un⸗ sere Sünde bezahlt, das Leben wiedergebracht, und aller Gläu⸗ bigen Seelen in die Hände des himmlischen Vaters überant⸗ wortet. O du allerliebreichster, ge⸗ benedeiter König, laß uns um deinen heiligen Leichnam mit Joseph von Arimathia bitten, denselben in eine reine Leine⸗ wand unseres Glaubens ein⸗ wickeͤln, mit Myrrhen und Aloe salben, das ist mit herz⸗ licher Reue und Leid über unsere Sünde in unsre Andacht aufnehmen, und in ein neues gereinigtes Herz durch den Glauben, als in ein neues Grab legen, daß er allein und sonst keiner mehr darin ruhe. Und versiegle du dies Grab mit deinem heiligen Geiste, daß dich niemand, weder Welt noch Teufel, aus unserm Her⸗ zen stehle, daß wir dich nicht verlieren, sondern daß wir mit dir sterben, auferstehen, leben, gen Himmel zu dir fahren, und ewig bei dir sein und bleiben mögen. Amen. Joh. Arnd, geb. 1555, st. 1621. 25. Ostern. Herr Jesu Christe, du star⸗ ker Löwe vom Stamme Juda, du unüberwindlicher Held, du mächtiger Siegesfürst, du Sün⸗ Festgebete. dentilger, Uberwinder des To⸗ des, du Schlangentreter und Zerstörer der Hölle, ich sage dir herzlichen Dank für deine sieghafte, fröhliche Auferstehung, dadurch du dem Tode die Macht genommen und ewiges, unver⸗ gängliches Wesen wieder ans Licht gebracht. Du hast dich bewiesen als ein allmächtiger Herr, der da hat die Schlüssel der Hölle und des Todes, der da aufschließt und niemand zuschließt. Du warest tot, und siehe, nun lebest du von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit. Du hast dein Volk vom Tode errettet und aus der Hölle erlöset. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Dir sei Dank, daß du uns den Sieg gegeben hast. Du hast den Tod verschlungen ewiglich und alle unsere Thränen von un⸗ sern Augen abgewischt. Kom⸗ met, lasset uns zum Herrn gehen: er hat uns geschlagen, er wird uns wieder verbinden. Er hat uns verwundet, er wird uns wieder aufrichten nach dreien Tagen; er wird uns lebendig machen, daß wir vor ihm leben werden. Darum freuetz sich mein Herz, und meine Seele ist fröhlich. Denn Gott hat seine Seele nicht in der Hölle gelassen und nicht zugegeben, daß sein Heiliger die Verwesung sehe. Du bist eine kleine Zeit von Gott ver⸗ lassen gewesen, aber nun mit Ehren und Schmuck gekröngt. Du bist aus der Angst und Gericht will dein reden?: Bauleute zum Ecks vom Heri ein Wun gen. Ma in den H Die recht ist erhöhe des Herr Ich werde dern leben verkündige haftig die das Leben. wird leben Du bist d darum kön sterben. 2 stirbest ni sie ihr Leh Ach me vorgebroch Morgenrö deinen Gl gen Friede lischen Gi Gottes H ö gebung de tigkeit, O Freude, er reicher, ho lebendiger, edle Fruch Jesu Chri Herz, erf Denn übe man sich f freuet in fröhlich ist austeilt. —— des To⸗ ter und ich sage ir deine stehung, ie Macht „unver⸗ der ans hast dich nächtiger Schlüssel des, der niemand tot, und n Ewig⸗ hast dein ttet und t. Tod, Hölle, Dir sei den Sieg hast den glich und von un⸗ jt. Kom⸗ m Herrn jeschlagen, Herbinden. t, er wird jten nach wird uns wir vor Darum erz, und ich. Denn e nicht in und nicht 1 Heiliger Du bist Gott ver⸗ nun mit k gekrönet. Angst und Gericht hinweggerissen, wer will deines Lebens Länge aus⸗ reden? Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein worden; das ist vom Herrn geschehen und ist ein Wunder vor unsern Au⸗ gen. Man singet mit Freuden in den Hütten der Gerechten: Die rechte Hand des Herrn ist erhöhet; die rechte Hand des Herrn behält den Sieg. Ich werde nicht sterben, son⸗ dern leben und des Herrn Werk verkündigen. Du bist wahr⸗ haftig die Auferstehung und das Leben. Wer an dich glaubt, wird leben, ob er gleich stürbe. Du bist der Gläubigen Leben, darum können sie nimmermehr sterben. Denn du, ihr Leben, stirbest nicht, darum können sie ihr Leben nicht verlieren. Ach mein Herr, du bist her⸗ vorgebrochen wie die schöne Morgenröte. Nun giebst du deinen Gläubigen deinen ewi⸗ gen Frieden, welcher alle himm⸗ lischen Güter in sich begreift, Gottes Huld und Gnade, Ver⸗ gebung der Sünden, Gerech— tigkeit, Sieg, Trost, ewige Freude, ewiges Leben. O lieb⸗ reicher, holdseliger, tröstlicher, lebendiger, ewiger Friede, du edle Frucht der Auferstehung Jesu Christi, komm in mein Herz, erfreue meine Seele. Denn über diesen Frieden wird man sich freuen, wie man sich freuet in der Ernte; wie man fröhlich ist, wenn man Beute ne Feinde geleget zum Schemel austeilt. Festgebete. 19 Laß uns auch, Herr, mit dir durch wahre Buße aufer⸗ stehen. Laß uns teil haben an der ersten Auferstehung, auf daß der andere Tod an uns nicht Macht habe. Stehe du in uns auf, lebe du in uns, siege und überwinde in uns die Welt, Sünde, Tod, Teu⸗ fel und Hölle. Tröste unsere Seele in Angst und Traurig⸗ keit durch dein Wort und den Geist des Friedens. Erwecke auch am jüngsten Tage durch Kraft deiner Auferstehung mei⸗ nen Leib zum ewigen Leben. Ja Herr, da wirst du sagen: Wachet auf und rühmet, die ihr schlafet unter der Erde! Denn mein Tau ist ein Tau eines grünen Feldes. Alsdann wird mein nichtiger, verwes⸗ licher, sterblicher Leib anziehen Unverweslichkeit, Unsterblich⸗ keit, Kraft und Ehre, und wird ähnlich sein deinem ver⸗ klärten Leibe; denn unser Le⸗ ben ist in dir verborgen. Wenn du aber, unser Leben, wirst offenbar werden, so werden wir auch mit dir offenbar werden in der Herrlichkeit. Amen. Joh. Arnd, geb. 1555, st. 1621.(O.) 26. Himmelfahrt. Herr Jesu Christe, du all⸗ mächtiger Siegesfürst, der du dich durch deine sieghafte und fröhliche Himmelfahrt gesetzet hast zur Rechten der Majestät und Kraft Gottes und alle dei⸗ 33* — 53 59gaereeee ——— ——eeee——— S... 4—.— 20 Festgebete. deiner Füße, nämlich die Sün⸗ de, Tod, Teufel, Hölle und die Welt! Wie soll ich diesen Tri⸗ umph, diesen Sieg, diese Herr⸗ lichkeit, diesen deinen hohen Namen genugsam und wür⸗ diglich rühmen und preisen? Denn nachdem du gemacht hast die Reinigung unserer Sün⸗ den durch dich selbst, hast du dich in den Himmel gesetzet zur Rechten der Majestät Got⸗ tes, so viel besser worden denn die Engel, so gar viel einen höhern Namen du vor ihnen geerbet hast. Denn zu welchem Engel hat Gott jemals gesagt: Setze dich zu meiner Rechten? Dein himmlischer Vater hat dir alles unter deine Füße ge⸗ than, nichts ausgenommen, denn sich selbst. Du hast dir unterthan gemacht die Engel, die Gewaltigen, die Fürsten⸗ tümer und die Kräfte. Auch hast du in diesem herrlichen sieghaften Triumph ausgezogen die höllischen Fürstentümer und Gewaltigen, sie öffentlich Schau getragen, und einen Triumph aus ihnen gemacht durch dich selbst. Du, starker Gott, fäh⸗ rest auf mit Jauchzen, und der Herr mit heller Posaune. Lob⸗ singet unserm Gott, lobsinget ihm klüglich. Der Wagen Got⸗ tes sind viel tausend mal tau⸗ send. Du bist aufgefahren in die Höhe, und hast das Ge⸗ fängnis gefangen geführet. Du hast Gaben empfangen für die über alle Gewalt und Macht, über alles, was in dieser und jener Welt mag genennet wer⸗ den. Gott hat dich zum Haupt gesetzet deiner Gemeine, die da ist dein Leib, und die Fülle des, der alles in allem erfüllet. Du bist unser ewiges einiges Haupt, der seinen Leib und seine Glieder mit Leben, Licht, Trost, Kraft, Stärke, Sieg, Friede und Freude erfüllet. Du bist unser ewiger Hohe⸗ priester, salbest uns mit deinem Heiligen Geist, giebst Evan⸗ gelisten, Apostel, Hirten und Lehrer, auf daß dein geistlicher Leib erbauet werde. Ach, sende solche Bauleute, die du mit dem Geist der Weisheit und des Verstandes erfüllet hast. Du hast ein ewiges Hohe⸗ priestertum; darum kannst du allezeit selig machen, Gebet er⸗ hören derer, die zu dir kommen, und zu dir rufen. Du hast uns durch deine Himmelfahrt den Weg gezeiget, den Himmel und Paradies eröffnet und die Stätte im Himmel bereitet. Weil du nun als unser Haupt im Himmel bist, so werden auch gewiß deine Glieder nicht draußen bleiben. Du wirst und alle nachholen, auf daß wir seien, wo du bist, daß wir deine Herrlichkeit sehen. Da⸗ durch ist unsere selige Hoffnung bestätigt, daß wir gewiß zu dir kommen werden. Dadurch ist unsere Gerechtigkeit bekräf— Menschen. Du bist erhöhet über alle Engel und Fürstentum, tiget. Denn darum erscheinst du vor deinem himmlischen —....— Vater, 3 durch de heiligste eine ewis und die wieder uns nack unsern 6 himmlisce wandeln daß wir haben, d und suche nicht, w wir verg ist, und f was zuki nach dir, uns Flü Morgenri Verlange zu dir fl ich dahi dein Ang dir auffa und zu r nem Go Gottꝰ K nimm n Joh. Ar 2 Große du Vater auch verl nen bei mütigen fürchten o schaffe Herz, gie vor dei hülfe un tur, we Macht, er und et wer⸗ Haupt die da e Fülle erfüllet. einiges ib und „ Licht, „Sieg, erfüllet. Hohe⸗ deinem Evan⸗ ten und eistlicher ch, sende du mit eit und et hast. Hohe⸗ mnst du Zebet er⸗ ommen, Du hast melfahrt Himmel und die bereitet. er Haupt werden oder nicht wirst und daß wir daß wir n. Da⸗ Hoffnung gewiß zu Dadurch it bekräf⸗ erscheinst mmlischen Vater, zum Zeugnis, daß du durch dein Blut ins Aller⸗ heiligste eingegangen bist, und eine ewige Erlösung erfunden und die ewige Gerechtigkeit wieder gebracht hast. Ziehe uns nach dir, daß wir mit unsern Gemütern bei dir im himmlischen Wesen und Leben wandeln und wohnen mögen; daß wir auch allda unser Herz haben, da unser Schatz ist, und suchen, was droben, und nicht, was drunten ist; daß wir vergessen, was dahinten ist, und strecken uns nach dem, was zukünftig ist. Ziehe uns nach dir, so laufen wir. Gieb uns Flügel der himmlischen Morgenröte und des heiligen Verlangens nach dir, daß wir zu dir fliehen. O wann werde ich dahin kommen, daß ich dein Angesicht sehe, und mit dir auffahre zu deinem Vater und zu meinem Vater, zu dei⸗ nem Gott und zu meinem Gott? Komm, Herr Jesu, und nimm mich zu dir! Amen. Joh. Arnd, geb. 1555, st. 1621. 27. Pfingsten. Großer und erhabener Gott, du Vater in der Höhe, der du auch verheißen hast, zu woh⸗ nen bei denen, die eines de⸗ mütigen Herzens sind und sich fürchten vor deinem Worte: o schaffe in uns solch demütig Herz, gieb uns heilige Furcht vor deinen Geboten. Festgebete. 21 göttlichen Lebens durch den Geist Jesu Christi sollten teil⸗ haftig werden? Was würden wir am Ende dieses zeitlichen Lebens übrig haben, wenn wir dich nicht haben sollten, du wahres und ewiges Leben un⸗ serer unsterblichen Seele? Herr, du weißt, welche zer⸗ streute Herzen wir haben: o so sammle uns! Du weißt, welche harte und tote Herzen wir haben: o rühre und er⸗ wecke uns! Du weißt, wie wir noch widerstreben deinem Wor⸗ te, und wie wir uns von Na⸗ tur nicht unter dein Scepter beugen wollen. Darum, o Herr, beweise deine Macht; sende deinen Geist aus der Höhe, daß er unter uns wirke, dir unsere Herzen unterthan und uns tüch⸗ tig mache, ganz mit dir, un⸗ serm Heil, vereinigt zu leben und deiner Gnade uns gänz⸗ lich zu überlassen. O komm, heiliger Geist, und entzünde unsere Herzen zu heiliger Lie⸗ be; komm, du Geist der Kraft, und errege unsere Seelen, daß sie hungern und dürsten nach dir, dem rechten und wahren Führer, daß ihnen geholfen werde durch deine allvermͤ— gende Gnade. Mache dich auf, du Geist des Lebens, daß wir durch dich beginnen zu leben; ergieße dich über uns und schaffe uns zu Menschen nach dem Herzen Was Gottes, erneuert zum Bilde hülfe uns das Leben der Na⸗Christi und von einer Klar⸗ tur, wenn wir nicht deines heit zur andern übergehend. O Geist, der du die Tiefe der Gottheit erforschest, laß uns erfahren, was wir an unserm Gott und Heiland ha⸗ ben, damit wir durch seine lebendigmachende Erkenntnis in der Liebe brünstig gemacht und durch dieselbe ihm unbeweglich anzuhangen kräftig gestärket werden. O wirke in uns die Befrei⸗ ung von allem Irdischen und reine Liebe gegen einander; wirke in uns die Aufrichtung des Königreichs Jesu Christi, durch die Mitteilung deiner Gerechtigkeit, deines Friedens und deiner heiligen Freude. Komm, du Strom der Ewig⸗ keit, der von dem Throne Got⸗ tes mächtig hervorbricht, und überströme unsere Herzen; til⸗ ge in uns alles Wesen der Welt, alles, was im Paradiese Gottes nicht bestehen kann. Komm und gieße dich aus in tausend Herzen, die bis dahin ohne Leben und Gnade gewe⸗ sen sind Laß dir Kinder ge⸗ boren werden, wie der Tau aus der Morgenröte. Laß den Tau deiner Gnaden auf die dürren Herzen reichlich nieder⸗ fallen, daß noch viele mögen erwecket, viele zum Himmel⸗ reich geboren werden. O Gott, du höchstes Gut, mache dich uns bekannt und verherrliche dich an unserem Inwendigen. Erbarme dich über uns; laß unserer Gerechtigkeit wegen dei⸗ nen Segen von uns nicht ab— gewendet werden; thue mehr, Festgebete. als wir zu bitten vermögen. Begleite mit deiner Kraft un⸗ sere Herzen, damit sie reiche Frucht bringen zu deines Na⸗ mens Ehre. Erhöre uns um dein selbst willen, nicht um unsers armen Gebets willen; erhöre uns um Jesu Christi willen. Er, unser Mittler, vereinige sein kräftiges Gebet mit unseren schwachen Seuf⸗ zern, und du, o Herr, ver⸗ siegele es mit einem ewigen Ja und Amen. G. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769.(O.) 28. Trinitatis. O du heilige Dreifaltigkeit, Gott Vater, Sohn und heili⸗ ger Geist, wir danken dir, daß du dich in deinem Worte uns hast zu erkennen gegeben. Ach, du großer Gott, erhalte uns und unsern Nachkommen sol⸗ ches dein seligmachendes Er⸗ kenntnis, laß uns auch bei demselben fest beharren und nichts davon abwendig machen. O heilige, hochgelobte Drei⸗ faltigkeit, wir rühmen, ehren und preisen dich: Heilig, hei⸗ lig, heilig ist unser Gott, der Herr Zebaoth! Alle Lande, Himmel und Erden sind sei⸗ ner Herrlichkeit und Ehren voll. O Gott Vater, sei uns gnä⸗ dig und erfreue uns mit dei⸗ ner Liebe! O Gott Sohn, sei uns gnädig und erhalte uns durch dein Verdienst. O Gott heiliger Geist, sei uns gnädig, erquicke und tröste uns mit deiner heiligen Beiwohnung! O du heil uns gnäd glauben, duldig leid die rechte sterben, d Engeln ur von Ang schauen u ben, lober Amen,‚, H Namen,! gel des 2 mich zu r zem Herz deinem( daß sich mel freue heilig und daß ich se lich vor nige von Fleisches fortfahre deiner F sind geistl Natur; h im Geist schen übe Gemüte Sie sind daß ich mitig se nem Ber jenigen, stets getre Befiehl d mich beh nen Weg Geist de nögen. ift un⸗ reiche es Na⸗ is um ht um willen; Christi Nittler, Gebet Seuf⸗ r, ver⸗ ewigen 769.(C.) ltigkeit, d heili⸗ zir, daß rte uns n. Ach,‚ te uns ien sol⸗ es Er⸗ uch bei n und machen. Drei⸗ „ehren lig, hei⸗ ott, der Lande, ind sei⸗ ren voll. 18 gnä⸗ nit dei⸗ ohn, sei Ite uns O Gott gnädig, ns mit hnung! O du heilige Dreifaltigkeit, sei uns gnädig, hilf uns recht glauben, christlich leben, ge⸗ duldig leiden und endlich, wenn die rechte Zeit kommt, selig sterben, damit wir mit allen Engeln und Auserwählten dich von Angesicht zu Angesicht schauen und daselbst ewig lie⸗ ben, loben und preisen mögen. Amen, Herr Jesu, in deinem Namen, Amen. 29. Michaelis. Herr Jesu, du großer En⸗ gel des Bundes, hilf, daß ich mich zu dir bekehre, von gan⸗ zem Herzen Buße thue und deinem Evangelium glaube, daß sich die Engel im Him⸗ mel freuen. Deine Engel sind heilig und rein; hilf auch mir, daß ich sei heilig und unsträf⸗ lich vor dir; daß ich mich rei⸗ nige von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes und fortfahre mit der Heiligung in deiner Furcht. Deine Engel sind geistlicher und himmlischer Natur; hilf, daß auch ich mich im Geistlichen und Himmli⸗ schen übe und mit meinem Gemüte im Himmel wohne. Sie sind demütig; gieb mir, daß ich auch von Herzen de⸗ mütig sei. Laß mich in mei⸗ nem Beruf bleiben und des⸗ jenigen, was mir befohlen, stets getreulich mich annehmen. Befiehl deinen Engeln, daß sie mich behüten auf allen; mei⸗ nen Wegen. Verleihe mir den Geist der Gnaden und des Festgebete. 23 Gebets, daß ich dich allezeit anrufe im Geist und in der Wahrheit, auch dein Lob im⸗ merdar in meinem Munde sei, und mit den Engeln allezeit sage: Ehre sei Gott in der Höhe! Heilig, heilig ist unser Gott, der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll. Laß mich ihnen auch dort gleich werden, und wenn meine Seele von diesem Leibe wird scheiden, so laß deine heiligen Engel mich tragen in Abrahams Schoß, daß ich dein Angesicht schaue in Gerechtigkeit. Be⸗ schütze auch in dieser Welt die ganze Christenheit durch diese deine heiligen Wächter; behüte durch sie meinen Eingang und Ausgang bis in Ewigkeit. Er⸗ höre mich, Jesu, mein Herr und mein Gott, um dein selbst willen. Amen. J. Lassenius, geb. 1636, st. 1662.(O.) 30. Am Erntefest. Herr Gott Himmels und der Erde! Du bedeckest den Himmel mit Wolken, giebst Regen auf Erden und machest sie fruchtbar, daß sie giebt Sa⸗ men zu säen und Brot zu essen; du erfüllest die Herzen mit Speise und Freude und giebst uns allerlei Gutes reich⸗ lich zu genießen. Du hast verheißen: So lange die Erde steht, soll nicht aufhören Sa⸗ men und Ernte, und dieses dein Wort hast du, gnädiger Gott, auch an uns in diesem Jahre kräftiglich erfüllt. Un⸗ sern Samen haben wir auf Hoffnung ausgesäet, und siehe, nun ernten wir durch deinen Segen reichlich ein. Für solche deine Gnade und Wohlthat danken wir dir heute in dei⸗ nem Hause mit allem deinem Volk und sagen: Nun danket alle Gott, der große Dinge thut an allen Enden, der uns von Mutterleibe an lebendig erhält und thut uns alles Gu⸗ tes. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott! Dank sei dir, o treuer Gott, daß du unseren Saaten Re⸗ gen und Sonnenschein verlie— hen, und die Ernte so treulich behütet und uns und unseren Kindern wieder für ein Jahr Brot gegeben hast. Bewahre nun ferner, lieber Gott, was du gegeben hast, und gieb Gna⸗ de, daß wir es anwenden uns und unseren dürftigen Näch⸗ sten zur Erhaltung und dir zu Lob und Preis. Hilf, daß wir als deine Kinder dich stets vor Augen haben und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, einst aber wie reife Garben heimgeholt und am jüngsten Tage durch deine heiligen Engel als guter Wei⸗ zen in deine Scheuern gesam⸗ melt werden; so wollen wir dir mit allen Heiligen ein ewi⸗ ges Dankopfer bringen und sagen: Hochgelobet sei Gott in alle Ewigkeit! Amen. J. Embden, geh. 1595, st. 1650. Festgebete. 31. Am Reformationsfest. Allmächtiger und grundgü⸗ tiger Gott, wir danken dir von Herzen, daß du deiner Kirche dich gnädiglich angenom⸗ men, das Gefängnis deines Volkes gewendet und am Abend der Welt unserm werten Va⸗ terlande durch dein teures Rüst⸗ zeug Martin Luther ein gro⸗ ßes Licht angezündet hast. In deines Geistes Kraft hat er den Brunnen Israels gerei⸗ nigt, die seligmachende Wahr⸗ heit von aller Verführung ab⸗ gesondert, die heilige Schrift deutlich übersetzt, den Stand der lieben Obrigkeit gerettet und viel Gutes mehr zu dei⸗ ner Ehre und deiner lieben Gemeinde Erbauung und zur Beruhigung der geängstigten Gewissen ausgerichtet. Danket dem Herrn Zebaoth, daß er so gnädig ist und thut immer⸗ dar Gutes. Preise, Jerusa⸗ lem, den Herrn; lobe, Zion, deinen Gott, der sein Wort giebt mit großen Scharen Evan⸗ gelisten; und alle die den Herrn fürchten, sollen sagen: Seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Nun, du treuer Gott, du hast uns bisher wider so manche Ge⸗ fahr, Verfolgung und Verwir⸗ rung in diesem Licht gnädig erhalten, so bewahre es ferner und erhalte den Heilsbrunnen der allein seligmachenden Lehre in Fried und Ruhe bei uns und unseren Kindern, daß die Stadt Ge mit ihre wecke aue Gottseligl ten, was sern Sch dank ver evangelis. leben ur Gott, V ligen Gei mögen in Brander 32. Barm und Vat su Christ mels un me, eler vor deine gesichte, unsern 2 wir miße gewesen 1 schweren gerechten Strafen, tergang haben. gene Sü von Herz ser aller Gott bist nem Wa „So wa habe kei des Gott zu dein herzlicher demütig nicht ged serer Ju nsfest. rundgü⸗ ken dir deiner igenom⸗ deines n Abend ten Va⸗ es Rüst⸗ in gro⸗ ast. In hat er 3gerei⸗ Wahr⸗ ung ab⸗ Schrift Stand gerettet zu dei⸗ lieben und zur ngstigten Danket daß er immer⸗ Jerusa⸗ „ Zion, n Wort n Evan⸗ n Herrn : Seine t waltet Nun, hast uns iche Ge⸗ Verwir⸗ gnädig es ferner brunnen en Lehre bei uns daß die Stadt Gottes fein lustig bleibe mit ihrem Brünnlein. Er⸗ wecke auch bei uns allen wahre Gottseligkeit, daß wir behal⸗ ten, was wir haben, und un⸗ sern Schatz nicht durch Un⸗ dank verscherzen, sondern recht evangelisch, desselben würdig leben und dort dich ewigen Gott, Vater, Sohn und hei⸗ ligen Geist, loben und preisen mögen in alle Ewigkeit. Amen. Brandenburg. Gebetbuch 1613. 32. Am Bußtage. Barmherziger, ewiger Gott und Vater unseres Herrn Je⸗ su Christi, ein Herr des Him⸗ mels und der Erden, wir ar⸗ me, elende Sünder bekennen vor deinem allerheiligsten An⸗ gesichte, daß wir leider mit unsern Vätern gesündigt, daß wir mißgehandelt und gottlos gewesen mit unsern vielfältigen schweren Sünden, auch deinen gerechten Zorn und allerlei Strafen, ja den endlichen Un⸗ tergang gar wohl verdienet haben. Solche unsere began⸗ gene Sünden aber reuen uns von Herzen; und weil du un⸗ ser aller Vater und liebreicher Gott bist, der du dich in dei⸗ nem Worte also erklärt hast: „So wahr als ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen!“ so fliehen wir zu deiner inbrünstigen und herzlichen Barmherzigkeit mit demütiger Bitte: du wollest Festgebete. 25 serer Ubertretung, sondern viel⸗ mehr eingedenk sein deiner grundlosen Güte, Gnade und Barmherzigkeit. Ach Vater und Herr, strafe uns nicht in dei⸗ nem Zorn, züchtige uns nicht in deinem Grimm! Ach Herr, sei uns gnädig! Verstoß uns nicht von deinem Angesicht und laß es nicht mit uns gar aus sein; sondern wie sich ein Va⸗ ter über seine Kinder erbar⸗ met, also erbarme du dich auch über uns. Erweise uns deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die auf dich hoffen, und laß unser Angesicht nicht zu schanden werden. Sei du un⸗ sere Hülfe in den großen Nö⸗ ten, die uns betreffen. Ach Herr Gott Zebaoth, sei du mit uns! ach Gott, sei du unser Gott! Mache dich auf zu rich⸗ ten und hilf allen Elenden und Bedrängten auf Erden. Gestatte ja nicht, getreuer Gott und Vater, daß dein Wein⸗ berg, den du unter uns ge⸗ pflanzet hast, verwüstet werde. Stehe auf, Herr, und hilf uns mit deiner starken Hand und allmächtigem Arm; thue wohl diesem und allen andern Lan⸗ den, in welchen du mit dei⸗ nem Wort deine Wohnung hast. O lieber Herr und Gott, sei und bleibe du bei und un⸗ ter uns. Stärke und erwei⸗ tere dein Reich, das du auf⸗ gerichtet hast, denn es ist dein Werk. Erhalte uns und un⸗ nicht gedenken der Sünden un⸗ sere lieben Nachkommen bei serer Jugend, noch aller un- reiner, gesunder Lehre und bei gewünschtem Frieden. Ver⸗ schone unser, o treuer Gott und Vater, mit Krieg, Auf⸗ ruhr und Empörung, mit Pe⸗ stilenz und anderen gefährli⸗ chen Seuchen. Wende ab alle Teurung, Mißwachs, schädli⸗ ches Gewitter und andere Pla⸗ gen. Erleuchte unsere Herzen, daß wir rechtschaffene, wahre Buße thun, alle wissentliche und vorsätzliche Sünden flie⸗ hen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben und also dem wohlverdienten Verderben zeitlich und ewiglich entgehen mögen. Das alles wollest du thun, o treuer, barmherziger Gott und Vater, um des teu⸗ ren Verdienstes und der kräf⸗ tigen Fürbitte deines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn und Heilandes willen. Amen. Aus Cubach 1658.(O.) 33. Am Gedächtnistage der Verstorbenen. O Herr Jesu Christe, gieb mir ein herzlich Sehnen und Verlangen nicht nach allem dem, was die Welt herrlich, groß und köstlich hält, sondern allein nach deinem Reich, daß ich zu dir möge kommen und der ewigen Seligkeit teilhaftig werden. O selig, überselig, wen du in dein Reich aufge⸗ nommen und deiner ewigen Güter teilhaftig gemacht hast. Nur eins bitte ich von dir, Herr Jesu Christe, mach es hier in diesem Leben mit mir, Festgebete. wie du willst, gieb mir, was dir wohlgefällig, allein laß mich in deinem Hause woh⸗ nen, nimm mich auf in deine ewigen Hütten. Hier ist doch nichts als Eitelkeit, alles ver⸗ gänglich, Asche und Staub. Wer kann aber deines ewigen Reiches Freude und Herrlich⸗ keit aussprechen? O Herr, re⸗ giere und leite mich durch dei⸗ nen Geist, daß ich dieser Herr⸗ lichkeit nicht beraubet werde. Erhalte mich in deiner Furcht, Liebe und Erkenntnis, daß ich nach diesem Leben auch möge eingehen zu der zukünftigen Herrlichkeit, welche größer ist als jetzund jemand kann den⸗ ken oder davon reden. O Herr Christe, verleihe mir Geduld, daß ich alle Trübsal und Wi⸗ derwärtigkeit dieses Lebens mö⸗ ge überwinden, in der Hoff⸗ nung der großen Herrlichkeit, welche du uns bereitet hast. Und weil es nicht anders sein kann, denn daß wir durch viel Trübsal, Angst und Wider⸗ wärtigkeit müssen eingehen zum ewigen Leben, laß uns alles gering oder vielmehr für gar nichts halten, was wir hier müssen leiden und ausstehen, und allein unser Herz und Gedanken wenden auf die fol⸗ gende Freude und Herrlichkeit. Laß mich ja kein Unglück, Kreuz oder Widerwärtigkeit, auch keine zeitliche Lust und Liebe von diesem deinem Reich abwenden, sondern gieb mir deine Gnade, daß ich Tag und Nacht da⸗ nach denke nen Trost nung dah dem recht II 34. Um Herr, daß ich n nunft un Buße kon nen Herr glauben k rühre du deinen hei daß meit Heuchelei nicht false fen und seinen Fr gespürt 1 Amen! Pommersch 35. Buß Ich a bekenne 1 Gott, daf pfangen daß in Gutes, wohnt, geborene oft zu F liche Sü Worten die erste Tafel des erkenne ich den irch viel Wider⸗ jen zum i8 alles für gar ir hier isstehen, rz und die fol⸗ rlichkeit. k, Kreuz uch keine be von wenden, Gnade, icht da⸗ — Beichtgebete. 27 nach denke und trachte, all mei⸗ herzliches Verlangen habe, nicht nen Trost, Freude und Hoff⸗ anders als ein Hirsch nach nung dahin stelle und nach dem frischen Wasser. Amen. dem rechten Vaterlande ein Minsinger, geb. 1517, st. 1588. III. Beicht⸗ und Kommuniongebete. 34. Um rechtschaffene Buße. Herr, mein Gott! Ich weiß, daß ich nicht aus eigener Ver⸗ nunft und Kraft zu wahrer Buße kommen, noch an mei⸗ nen Herrn Jesum Christum glauben kann. Ich bitte dich, rühre du mir mein Herz durch deinen heiligen Geist, und gieb, daß meine Bekehrung nicht Heuchelei und mein Glaube nicht falsch, sondern rechtschaf⸗ fen und herzlich sei und an seinen Früchten allezeit möge gespürt und erkannt werden. Amen! Pommersches Gesangb.(Bollhagen.) 35. Bußfertiges Bekenntnis der Sünde. Ich armer sündiger Mensch bekenne und klage dir meinem Gott, daß ich in Sünden em⸗ pfangen und geboren bin, also daß in mir von Natur nichts Gutes, sondern eitel Sünde wohnt, und daß dieselbe an⸗ geborene Sünde mich leider oft zu Falle bringt in wirk⸗ liche Sünde, mit Gedanken, Worten und Werken, wider die erste und wider die andere Tafel des Gesetzes Gottes. Ich erkenne und bekenne auch, daß ich den bösen Lüsten meines Fleisches nicht mit allem Fleiß widerstrebe, sondern leider die Sünde oft in mir herrschen lasse und dadurch den heiligen Geist betrübe. Ja, wenn ich gleich einen guten Vorsatz ha⸗ be, hanget mir doch das Böse an, daß ich zum Guten un⸗ willig, kalt, faul und über⸗ drüssig bin; der Glaube ist schwach, die Liebe ist kalt. Ich erkenne aber und weiß auch, daß der Sünden Sold ist Got⸗ tes Zorn und der ewige Tod. Derhalben gereuen mich meine Sünden und sind mir leid; allein das klage ich, daß ich dieselben, wenn ich sie gleich erkenne, mir nicht lasse so leid sein, wie es mein lieber Gott von mir haben will. Weil aber Jesus Christus in die Welt gekommen ist, die Sünder se⸗ lig zu machen, und mein from⸗ mer, treuer Gott spricht: So wahr ich lebe, ich will nicht den Tod des Sünders, son⸗ dern daß er sich bekehre und lebe; so kehre und wende ich mich in wahrer Buße durch rechten Glauben zu meinem lieben Mittler und Erlöser Jesu Christo, und bitte dich, du mein himmlischer Vater, du wollest mir aus Gnaden um desselben deines lieben Sohnes willen alle meine Sün⸗ de vergeben und wollest durch deinen heiligen Geist wahre Buße, rechten Glauben und beständige Besserung in mir anzünden, stärken, mehren und erhalten. Amen. M. Chemnitz, g. 1522, st. 1585.(H.) 36. Um Vergebung der Sünden. Ach, mein himmlischer Va⸗ ter, hier komme ich zu dir. und bringe mit deinen lieben Sohn, meinen Beistand, Ver⸗ treter, Mittler und Hohen⸗ priester, in gewisser Zuversicht und Hoffnung, daß du mich armen Sünder in seinem Na⸗ men werdest in großer Gnade annehmen, mir von wegen sei⸗ ner Genugthuung und reicher überflüssiger Bezahlung alle meine Sünde vergeben und nimmermehr zurechnen, und ob ichs wohl um dich mit mei⸗ ner Sünde und vielfältigen Übertretung verdienet, daß du mich von dir stießest und mich teine Gnade bei dir finden ließest, so bin ich doch der ge⸗ wissen Zuversicht: weil ich in deinem lieben Sohn zu dir komme, nicht in meinem, son⸗ dern in seinem Namen, nicht in meiner, sondern in seiner Gerechtigkeit, du werdest mich mit großer Gnade annehmen und mir deine väterliche Güte und Barmherzigkeit erzeigen von wegen deines lieben Soh⸗ nes. Wahr ist es, Herr, meine Sünden sind groß und schwer. Beichtgebete. Aber nur ein Tröpflein Bluts deines geliebten Sohnes, am Stamme des Kreuzes für mich armen Sünder vergossen, ist eine überflüssige und reiche Be⸗ zahlung für alle meine Sün⸗ de. Groß ist meine Ungerech⸗ tigkeit, aber viel größer ist die Gerechtigkeit deines lieben Soh⸗ nes, welcher ich mich allent⸗ halben annehme, als meiner eigenen, sintemal du selber, du frommer getreuer Gott, mir deinen lieben Sohn mit allem seinem Verdienst, Heiligkeit, Gerechtigkeit und allem, was er hat und sein ist, hast ge⸗ schenken und gegeben. Darum bitte ich dich von Herzen, du wollest deines geliebten Soh⸗ nes verwundete Seiten, Hände und Füße ansehen und dies Sündopfer für meine und der ganzen Welt Missethat, am Stamm des Kreuzes geschehen, mit Gnaden annehmen, alle meine Missethat mir gnädig⸗ lich verzeihen und vergeben, dieselbige in die Tiefe des Meeres werfen und mir in Ewigkeit nimmermehr zurech⸗ nen. Amen. A. Musculus, geb. 1514, st. 1581. 37. Danksagung nach em⸗ pfangener Vergebung. O Herr Gott, himmlischer Vater, der du gnädig, barm⸗ herzig und von großer Güte bist, ich danke dir für deine große Güte, daß du dich über mich elenden Sünder so gnä⸗ diglich erbarmt und mir heute die Verge Sünden n Mit Sch bin ich hei ger aufgest aber kann denn dein über mich deinen Zot hast mich Ich sollte du hast m überschütte Hölle vers du hast m gehoben. Denn nen Dien ledig wor dir in Ge Gesegneter soll nun Auserwa Ach, wie Stimme ich hörte: den, dir vergeben! dieser Tr Herzen, und Tod den verge Nun k Freuden ich deine und mid Vaterschr laß ja d der gnäd meiner Q meinem mich in schlafen 1 Bluts es, am ür mich sen, ist iche Be⸗ e Sün⸗ ngerech⸗ r ist die en Soh⸗ allent⸗ meiner lber, du tt, mir it allem eiligkeit, n, was hast ge⸗ Darum zen, du n Soh⸗ „Hände nd dies und der at, am eschehen, in, alle gnädig⸗ ergeben, iefe des mir in zurech⸗ st. 1581. ich em⸗ ung. imlischer „barm⸗ er Güte ür deine dich über so gnä⸗ rir heute — die Vergebung aller meiner Sünden mitgeteilt hast. Mit Schmerzen und Trauern bin ich heute von meinem La⸗ ger aufgestanden, mit Freuden aber kann ich mich niederlegen; denn deine Gnade ist groß über mich gewesen. Ich hatte deinen Zorn verdienet und du hast mich mit Gnade gekrönet. Ich sollte verflucht sein, und du hast mich mit viel Segen überschüttet. Ich sollte zur Hölle verstoßen werden, und du hast mich in den Himmel gehoben. Denn indem ich durch dei⸗ nen Diener der Sünden bin ledig worden, bin ich ja bei dir in Gnaden und bin ein Gesegneter des Herrn; ja, ich soll nun haben teil mit den Auserwählten am ewigen Heil. Ach, wie lieblich klang doch die Stimme in meinen Ohren, da ich hörte: Gehe hin mit Frie⸗ den, dir sind deine Sünden vergeben! Wie süß schmecket dieser Trost noch in meinem Herzen, daß in Christi Blut und Tod mir alle meine Sün⸗ den vergeben sind! Nun kann ich mich ja mit Freuden niederlegen, nachdem ich deinem Namen gedanket und mich in deinen gnädigen Vaterschutz befohlen habe. Ach, laß ja diesen herzlichen Trost der gnädigen Vergebung aller meiner Sünden niemand aus Kommuniongebete. 29 gesund wieder erwachen, da⸗ mit ich morgen in dein Haus könne wallen und dir in dei⸗ nen Vorhöfen weiter danken, auch zur Stärkung meines Glaubens mich speisen und tränken lassen mit meines Herrn Jesu Leib und Blut, mir zum Leben und zur ewigen Selig⸗ keit. Amen. G. Arnold, geb. 1665, st. 1714.(O.) 38. Vor dem heiligen Abend⸗ mahl. Herr Jesu Christe, mein getreuer Hirt und Bischof mei⸗ ner Seele, der du gesagt hast: Ich bin das Brot des Lebens; wer von mir isset, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubet, den wird nim⸗ mermehr dürsten: Ich komme zu dir und bitte dich demütig⸗ lich, du wollest mich durch wahren Glauben bereiten und zum würdigen Gaste machen dieser himmlischen Mahlzeit. Du wollest mich, dein armes Schäflein, heute weiden auf der grünen Aue und zum fri⸗ schen Wasser des Lebens füh⸗ ren. Du wollest meine Seele erquicken und mich auf rechter Straße führen um deines Na⸗ mens willen; du wollest mich würdig machen zu deinem Tisch, und mir voll einschen⸗ ken den Becher deiner Liebe und Gnade. Ich armes Schäf⸗ meinem Herzen reißen. Laß mich in Frieden darauf ein⸗ lein komme zu deiner Weide, zum Brot des Lebens, zum lebendigen Brunnen. Ach, du schlafen und mit Freuden und wahres süßes Himmelsbrot, er⸗ wecke in mir einen geistlichen Hunger und heiligen Durst, daß ich nach dir schreie, wie ein Hirsch schreiet nach frischem Wasser. Vor allen Dingen aber gieb mir wahre, herzliche Reue und Leid über meine Sünde, und lege mir an das rechte hoch⸗ zeitliche Kleid des Glaubens, durch welchen ich dein heiliges Verdienst ergreife und dasselbe festhalte und bewahre, damit ich nicht ein unwürdiger Gast bin. Gieb mir ein demütiges, versöhnliches Herz, daß ich mei⸗ nen Feinden von Herzensgrund vergebe. Tilge aus meinem Herzen die Wurzel aller Bitter⸗ keit und Feindseligkeit. Pflan⸗ ze dagegen in meine Seele Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Nächsten, ja alle Menschen in dir lieb habe. Das Himmelsbrot mußte in einem goldenen Gefäße auf⸗ gehoben werden zum Gedächt⸗ nis in der Lade des Bundes. Ach, wollte Gott, ich möchte dich in einem ganz reinen Her⸗ zen bewahren! Ach, mein Herr, du hast ja selbst gesagt: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ach, ich bin krank, ich bedarf deiner, als meines himmlischen Seelenarztes. Du hast ja ge⸗ sagt: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Ach Herr, ich komme, mit vie⸗ len Sünden beladen; nimm sie von mir, entledige mich die⸗ Kommuniongebete. ser großen Bürde. Ich komme als ein Unreiner, reinige mich; als ein Blinder, erleuchte mich; als ein Armer, mache mich an meiner Seele reich; als ein Verlorner, suche mich; als ein Verdammter, mache mich selig. Ach Jesu, treuester Freund meiner Seele, führe mich von mir selber ab und nimm mich auf zu dir, ja in dich. Denn in dir lebe ich; in mir selber bin ich tot. In dir bin ich gerecht; in mir bin ich eitel Sünde. In dir bin ich selig; in mir bin ich lauter Ver⸗ dammnis. In dir habe ich volle Genüge, du bist mir al⸗ les. Bleibe ewig in mir und laß mich ewig in dir bleiben, wie du gesagt hast: Wer mein Fleisch isset und mein Blut trinket, der bleibet in mir und ich in ihm und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Amen. Joh. Arnd, geb. 1555, st. 1621.(. 39. Im Hinzutreten. O Herr Jesu Christe, ich bin nicht würdig, daß du ein⸗ gehest in mein sündiges Herz, du weißt aber und erkennst meine große Armut und Not, darum ich von Herzen begehre deiner Gegenwart, zu speisen, zu trösten und zu stärken meine arme Seele. Sprich sie an mit einem Wort, so wird sie gesund. Amen. Ich lasse dich nicht, du seg⸗ nest mich denn. Gebete der Kirche 1545. Bei D ) Sei du süßer mit der allerheilig mir mit d zu essen g mich in d Diese Sy ewigen Lel 2) Her heiliger Le re mich i zum ewig Beim Se du seliger mit dem rosenfarbe mir jetzt ken giebst am Kreu Vergebun laß mir gedeihen. 2) He heiliges wahre m ben zum K. Bienem Im Dein! su Christ teuer Bl bitteres stärke mi ste, erhör selig. yreund ch von n mich Denn selber in ich h eitel selig; rVer⸗ abe ich nir al⸗ ir und leiben, r mein Blut iir und rde ihn 1Tage. 621.(0.) ten. te, ich du ein⸗ 8 Herz, erkennst 1d Not, begehre speisen, meine sie an vird sie du seg⸗ 1545. Bei Darreichung des Brotes. 1) Sei mir willkommen, du süßer Herr Jesu Christe, mit der edlen Speise deines allerheiligsten Leibes, den du mir mit dem gesegneten Brote zu essen giebst, wie du ihn für mich in den Tod gegeben hast. Diese Speise laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Amen. 2) Herr Jesu Christe, dein heiliger Leib stärke und bewah⸗ re mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Beim Empfang des Kelches. )) Sei mir willkommen, du seliger Herr Jesu Christe, mit dem edlen Tranke deines rosenfarbenen Blutes, das du mir jetzt im Weine zu trin⸗ ken giebst, wie du es für mich am Kreuze vergossen hast zur Vergebung der Sünden. Das laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Amen. 2) Herr Jesu Christe, dein heiliges Blut stärke und be⸗ wahre mich im rechten Glau⸗ ben zum ewigen Leben. Amen. K. Bienemann, 1540— 1591.(M. H.) Im Hinweggehen. Dein heiliger Leib, Herr Je⸗ su Christe, speise mich, dein teuer Blut tränke mich, dein bitteres Leiden und Sterben stärke mich. Herr Jesu Chri⸗ ste, erhöre mich; in deine hei⸗ Kommuniongebete. 31 ligen Wunden verberge ich mich; laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden. Vom bö— sen Feind errette mich, im wahren Glauben erhalte mich, auf daß ich samt allen Aus⸗ erwählten dich lobe und preise hier zeitlich und dort ewiglich Amen. Bei Kegel 1647. 40. Danksagung nach dem Abendmahl. Ach, du freundlicher, lieb⸗ reicher Herr Jesu Christe! Dir sage ich von Herzen Dank, daß du mich mit der köstlichen und teuren Speise und dem Trank deines heiligen Leibes und Blu⸗ tes gespeiset und erquicket hast. Ach, wer bin ich, daß du mich Unwürdigen gewürdiget hast, von deinem Tische zu essen! Ach, wie könntest du mir doch ein höheres Pfand geben dei⸗ ner Liebe und eine größere Versicherung meiner Erlösung, der Vergebung der Sünden und des ewigen Lebens! Gieb, daß ich deine große Liebe nimmermehr vergesse, dei⸗ nes heiligen Todes stetiglich gedenke. Dein heiliger Leib und dein teures Blut heilige und segne meinen Leib und behüte mich vor allen Sünden. Ach, mein Erlöser und Selig⸗ macher, lebe du in mir und ich in dir. Bleibe du in mir und ich in dir. Vertreib aus mei⸗ nem Herzen alle Untugend; behalte und besitze du allein das Haus meines Herzens. Meine arme Seele hat sich mit dir verbunden als deine Braut, und du hast dich mit ihr verlobet und vereiniget in Ewigkeit, und ist nun eine Königin worden, weil du selbst, der König aller Könige, dich mit ihr vermählet hast. Wie sollte sie sich wieder zur Dienst⸗ magd erniedrigen so vieler Sünden und Unsauberkeit! Wie sollte sie sich ihres Adels wie⸗ der verlustig machen durch die Eitelkeit und Nichtigkeit der Sünden und sich selbst unwür⸗ dig einer so hohen Ehre! Ach, schmücke und ziere meine Seele mit geistlichem Schmuck, mit himmlischer Schönheit, mit star⸗ kem Glauben, feuriger Liebe, brennender Hoffnung, mit tie⸗ fer Demut, heiliger Geduld, brünstigem Gebet, holdseliger Sanftmut, sehnlichem Verlan⸗ gen nach dir allein und nach dem ewigen Leben, daß ich mit dir allein Gemeinschaft habe, ich esse oder trinke, schlafe oder wache, lebe oder sterbe; daß du bei mir und in mir, und ich bei dir und in dir ewig bleibe, in dir esse und trinke, von dir rede, singe und sage, ohne Unterlaß an dich gedenke: daß ich möge in diesem Glauben einschlafen, am jüngsten Tage fröhlich auferstehen und in die ewige Freude eingehen. Amen. Joh. Arnd, geb. 1555, st. 1621.(O.) 41. Um neuen Gehorsam. Nun, mein Heiland, in dei⸗ ner Kraft will ich hingehen Kommuniongebete. Fleische zu leben, nach deinem Willen zubringen. Weil es aber nicht in eines Menschen Kraft stehet, wie er wandele und seinen Gang richte, so gieb du mir das Vollbringen. Regiere mich durch deinen hei⸗ ligen Geist, laß deine Güte und Treue mich allewege be⸗ hüten. Laß mich empfinden, daß du durch den Glauben in mir wohnest, durch die Liebe in mir lebest, und durch die Hoffnung mich täglich stärkest. Gieb, daß ich ohne Heuchelei in Sanftmut und Demut be⸗ ständig einhergehe, damit dein Leben in mir offenbar werde. Gieb mir alle Tage neue Kraft, daß ich mich verleugne, die Welt verschmähe, dein Kreuz auf mich nehme und dir be⸗ ständig nachfolge. Gieb mir Mut und Stärke, daß ich mei⸗ nen Feinden getrost wider⸗ spreche, die Werke des Teufels in mir beständig töte, auch die Welt und was in der Welt ist, als Augenlust, Flei⸗ scheslust und hoffärtiges We⸗ sen mutig untertrete. Laß mich in allen Stücken an dir, mei⸗ nem Haupte, wachsen und fruchtbar sein in allen guten Werken. Vollführe du selbst das gute Werk, welches du in mir angefangen hast. Blei⸗ be in mir und laß mich in dir bleiben; laß mich in dei⸗ ner Liebe und Erkenntnis zu⸗ nehmen, daß ich im Glauben bleibe, einen guten Kampf und, was noch übrig ist im kämpfe und in das ewige Le⸗ —: ben dringe, Fülle und l deiner Recht ich denn mit ten vor deir 42. Um d Allmächtt ö lischer, getre ich, dein arn klagen, daf Unglaubeen zu zweifeln, ner gnädig mein Stückl werdest; da demütig, d schwachen G ich auf deir dige Zusage lassen möge weichen. Un mir befohler Brot dich a ich dich, du selbe bis an gnädiglich vor allem deinem heil! ren. Armt gieb mir ni mein besche dahinnehmet dein Wille i durft. Laß genießen ut Frieden bis Ende dein! ter und reit lehren und len wir dich M. R. G einem eil es uschen andele te, so ingen. n hei⸗ Güte ge be⸗ inden, ben in Liebe ch die tärkest. uchelei ut be⸗ it dein werde. Kraft, ‚, die lis zu⸗ lauben Kampf ige Le⸗ ben dringe, wo Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich ist, da ich denn mit allen Auserwähl⸗ ten vor deinem Throne stehen IV. In besond 42. Um das tägliche Brot. Allmächtiger Gott, himm⸗ ö lischer, getreuer, lieber Vater, — ich, dein armes Kind, muß dir klagen, daß mich leider der Unglaube nicht wenig bewegt zu zweifeln, daß du nach dei⸗ ner gnädigen Vorsorge mir mein Stücklein Brot bescheren werdest; darum bitte ich dich demütig, du wollest meinen schwachen Glauben stärken, daß ich auf dein Wort und gnä⸗ dige Zusage mich gänzlich ver⸗ lassen möge und nicht davon weichen. Und dieweil du selbst mir befohlen, um das tägliche Brot dich anzurufen, so bitte ich dich, du wollest mir das⸗ selbe bis an mein letztes Ende gnädiglich geben, auch mich vor allem geistlichen Ekel an deinem heiligen Worte bewah⸗ ren. Armut und Reichtum gieb mir nicht, laß mich aber mein bescheiden Teil Speise dahinnehmen. Gieb mir, was dein Wille ist, zu meiner Not⸗ durft. Laß uns unserer Arbeit genießen und in Ruhe und Frieden bis an unser seliges Ende dein heiliges Wort lau⸗ ter und rein und ungehindert lehren und lernen. So wol⸗ len wir dich dreieinigen Gott M. R. Gesangbuch. In besonderen Anliegen. 33 und singen werden Lob, Preis und Dank und Weisheit und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit. Amen. Rittmeyer 1705. eren Anliegen. rühmen und loben hie zeitlich und dort ewiglich. Amen. (II. 1703.) 43. Für die Früchte des Feldes. Herr, allmächtiger Gott, ein König Himmels und der Er⸗ de, der du durch deine über⸗ schwengliche Güte den ganzen Erdboden mit allerlei Früch⸗ ten zierest und erfüllest, von welchen Menschen und Vieh ihre Nahrung haben: wir bit⸗ ten dich um deiner Barmher⸗ zigkeit willen, du wollest un⸗ ser Land segnen, daß es seine Früchte und Vermögen gebe, sintemal wir von uns selber nicht ein Körnlein aus der Erde hervorbringen oder dem⸗— selben helfen können, wo du nicht das Gedeihen giebst. Da⸗ rum verleih den lieben Früch⸗ ten eine gnädige Witterung, daß sie wachsen und wohl ge⸗ raten. Behüte sie vor Hagel und Ungewitter, vor Verhee⸗ rung, vor allem Ungeziefer und Schaden. Laß das Land nicht feiern in deinem Zorne, laß es nicht wüste liegen und un⸗ fruchtbar bleiben. Schließ den Himmel in deinem Grimme um unserer Sünde willen nicht zu, daß er nicht wie Ei⸗ 34 In besonderen Anliegen. dir nicht gehorchen, so willst erquickt du den Himmel wie Eisen und mit Da Erhaltu sen und die Erde so hart wie ö Erz werde; sondern gieb uns ö Früh⸗ und Spätregen, dazu die Erde wie Erz machen, daß fruchtbare Zeiten, suche das es nicht regnen soll noch die bens fr ö Land heim und wässere es und Früchte auf dem Lande gedei⸗ und in I mache es sehr reich. Deine hen. Wiederum aber hast du Himmel Brünnlein haben Wassers die verheißen: wenn wir dir ge⸗ erhalten Fülle, so laß denn unser Ge⸗Hhorchen, dich lieben und dir zeitlich1 * treide wohl geraten und baue von ganzem Herzen dienen, so und pre selbst das Land, tränke seine wollest du unserm Lande Re⸗ J. Emt ö Furchen und segne sein Ge⸗ gen geben zu seiner Zeit. Nun 45. U I. wächs und kröne das Jahr sehen wir leider mit Schmer⸗ zun mit deinem Gut. Laß dir, lie⸗Wzen, daß die lieben Früchte, ber Gott, den Samen und die du aus deiner milden Hand Allm. alle Früchte des ganzen Erd⸗ bescheret hast, von der Son⸗ Gott, hi ö reichs in deinen gnädigen Schutz nenhitze hart austrocknen und haben es 0 befohlen sein. Behüte uns vor schier keinen Saft mehr haben, wohl ver Mißwachs, Teurung, Hunger weil die fruchtbaren Regen aus⸗ jetzt mit und Kummer. Siehe, wir be⸗ bleiben. Solches alles haben Regen 1 kennen unsere Sünden mit wir mit unsern vielfältigen Wetter st reuigem Herzen und schreien Sünden als eine Strafe und Aber hil zu dir, unserm Gott, du wol⸗ Rute wohl verdient, und wä⸗ mens wi lest hören im Himmel, in dem ren wohl wert, daß du uns Sonneen Sitze, da du wohnest, und gnä-nicht ein Körnlein ließest aus leuchten, dig sein der Sünde deines Vol⸗der Erde wachsen. Nun wissen leidenden kes und uns nicht mit leibli⸗ wir kein ander Mittel, mit wir solch cher Nahrung verlassen, son⸗ welchem wir deinen Zorn könn⸗ unserer dern unser Leben erhalten und ten stillen und die brennende bringen uns mit aller Notdurft ver⸗Hitze abwenden, denn daß wir in Fried sorgen, auf daß wir in allen mit einem ernsten, glänbigen Unsere K Dingen deine göttliche Kraft Gebet, welches die Wollen unser Tr und milde Hand mit Dank⸗ durchdringt und vor dein An⸗ flucht ist sagung erkennen und dich prei⸗ gesicht kommt, auch bei dir der Himn sen, der du uns an Leib und viel ausrichtet, dir in die Rute hat. Hilf Seele hier zeitlich und dort ewig⸗ fallen. Bitten deshalb deine Heils! 2 lich reichlich ernährest. Amen. unendliche Barmherzigkeit, du 46. X Habermann, geb. 1516, st. 1590. wollest den Himmel mnieder ;—+W 8— aufschließen und einen liebrei⸗ ö O du 44. Um einen gnädigen schen, fruchtbaren Regen be. licher Got Regen. scheren(wie denn Elias auh Schnee, Ach, himmlischer Vater, all⸗ mit seinem Gebete erlangte, winde die mächtiger Gott, du hast in dei⸗ daß es regnete), damit die auf den nem Worte gesagt: wenn wir Früchte der Erde erfrischt und auf einen so willst Eisen und chen, daß noch die ide gedei⸗ r hast du ir dir ge⸗ und dir dienen, so dande Re⸗ geit. Nun Schmer⸗ Früchte, lden Hand der Son⸗ cknen und ehr haben, Regen aus⸗ lles haben ielfältigen 5trafe und „ und wä⸗ 5 du und ließest aus eun wissen ittel, mit Zorn könn⸗ brennende in daß wir glänbigen ie Wolken r dein An⸗ ich bei dir in die Rute halb deine rzigkeit, du nel wieder nen liebrei⸗ Regen be⸗ Elias auch e erlangte, damit die — erquickt werden, und wir sie mit Dankbarkeit einernten, zur Erhaltung unsers zeitlichen Le⸗ bens fruchtbarlich gebrauchen und in deinem Segen vom Himmel an Leib und Seele erhalten werden und dich hie zeitlich und dort ewiglich loben und preisen mögen. Amen. J. Embden, geb. 1595, st. 1650. 45. Um den lieben Sonnen⸗ schein. Allmächtiger, barmherziger Gott, himmlischer Vater, wir haben es mit unsern Sünden wohl verschuldet, daß du uns jetzt mit vielem überflüssigen Regen und betrübtem nassen Wetter strafest und heimsuchest. Aber hilf doch um deines Na⸗ mens willen und laß die liebe Sonne wiederum scheinen und leuchten, damit sich die not— leidenden Früchte erholen und wir solchen deinen Segen zu unserer Notdurft wohl ein⸗ bringen und mit Danksagung in Frieden genießen mögen. Unsere Hoffnung und Hilfe, unser Trost und unsere Zu⸗ flucht ist und bleibt in dir, der Himmel und Erde gemacht hat. Hilf uns, o Gott unseres Heils! Amen.(I.) 46. Beim Ungewitter. O du großer und erschreck⸗ licher Gott, dem Feuer, Hagel, Schnee, Dampf und Sturm⸗ winde dienen müssen; der du auf den Wolken fährst wie frischt ud auf einem Wagen und deinen In besonderen Anliegen. 35 Donner mit Hagel und Blitz auslässest. Wir armen Men⸗ schen müßten ja in einem Au⸗ genblick verderben, wenn du deine Donnerstrahlen auf uns gehen ließest. Denn die Erde bebet und wird beweget, die Grundfesten der Berge regen sich und beben, wenn du zor⸗ nig bist. Herr, wir sehen und hören deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschreck— lichen Prasseln deines Don⸗ ners. Ach, gedenke nicht un⸗ serer Sünden und Missethaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem Wetter, und zer⸗ schmettere uns nicht mit dei⸗ nen Donnerschlägen. Bewahre uns Leib und Seele, Haus, Hof, Vieh und die lieben Früch⸗ te auf dem Felde. Behüte uns vor grausamem Schrecken und einem bösen schnellen Tode. Nimm von uns alle Kleinmü⸗ tigkeit und ungläubige Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Hoff⸗ nung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Un⸗ wetter vorübergehe; und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines grimmigen Zorns, wo⸗ mit du die Gottlosen dermal⸗— einst in das höllische Feuer werfen wirst, in Ewigkeit nim⸗ 34* Reich, daß wir dich, samt deinem Sohne Jesu Chri⸗ sto und dem heiligen Geiste, den einigen wahren Gott in Ewigkeit preisen mögen. EN 2 47. Nach dem Ungewitter. Barmberziger, getreuer Gott, ich danke dir von ganzem Her⸗ zen, daß du das Ungewitter so gnädig abgewendet und uns so väterlich verschonet hast. Du hast uns deine große acht gezeiget und deinen Donner mit Hagel und Blitzen aus⸗ In besonderen Anliegen. gelassen. O wie bald wäre es II um uns arme Menschen ge⸗ II schehen, wenn du deine Strah⸗ I len auf uns schießen und uns 114 zerstreuen wolltest! Wie sollte I½ doch ein Mensch noch an dei⸗ ö ner göttlichen Macht und mäch⸗ 1½ tigen Vorsehung zweifeln? Ach, N Herr, regiere doch unser aller + Herzen, daß wir dich, je län⸗ ö ger je mehr, recht erkennen, fürchten und ehren, in deinen Schatten deiner Flügel Zuver⸗ sicht suchen und alle Sicherheit und gottloses Wesen von Her⸗ zen meiden, damit du nicht über uns dermaleinst Blitz, Feuer und Schwefel regnen lässest. Schrecklich ist es, wenn du uns deine Donner hören, sehen, und dein Erdbeben füh⸗ len lässest. Wieviel schrecklicher wird dann der Tag des jüng⸗ mermehr hören müssen, son⸗ sten Gerichts sein, wenn der dern nimm uns auf in dein Herr Jesus mit Feuerflammen, Vater, mit einem Feldgeschrei und mit der Stimme des Erzengels kommen wird, wenn der Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden. Hilf, lie⸗ ber Gott, daß wir geschickt seien mit heiligem Wandel und gott⸗ seligem Wesen, damit wir un⸗ befleckt und unsträflich erfun⸗ den werden und mit Freuden in das Reich der ewigen Herr⸗ lichkeit zu dir eingehen mögen. Amen.(H.) 48. In Teurung. Ach Herr, du großer und gewaltiger Gott, reich über alle, die dich anrufen, wir bekennen dir von Grund unserer Herzen, daß wir die Teurung und Hungersnot, die uns betroffen, mit unsern vielfältigen Sünden wohl verdient haben. Du, Herr, hast dich nicht unbezeugt ge⸗ lassen, sondern uns viel Gutes gethan und bisher fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Her⸗ Wegen wandeln und in dem zen erfüllt mit Speise und x Wir aber haben für olche deine Wohlthaten dir nicht gedankt noch gedient. Da⸗ rum, o gerechter Gott, hast du uns billig solchen Segen ent⸗ zogen und den Stab des Bro⸗ tes zerbrochen. Ach Herr, sei uns gnädig und vergieb uns deine Wassergüsse und Hagel unsere Sünden um Jesu Chri⸗ sti willen. Thu deine milde Hand auf und sättige uns wie⸗ der nach deinem Wohlgefallen. 7 Suche wässere bar; de haben 3 Laß das baue da⸗ Gewächs deinem rufen ke ist, daß Vieh sei jungen rufen; l- die wir geschaffer getauft, Blute& Sohnes, schmachte wieder, gen sehen dich hat! mert, de bei dir v gelitten h auch un die wir Kummer der an deiner K Herr, seg ewiglich. allen wa und regie Geist, de liche Güte deine Ga mit größe brauchen. aber spei lichen B Wortes und laß nn der ammen, ei und rzengels m der zergehen or Hitze Hilf, lie⸗ ickt seien ind gott⸗ wir un⸗ h erfun⸗ Freuden en Herr⸗ i mögen. H.) ng. er und über alle, bekennen r Herzen, ing und betroffen, Sünden Du, Herr, zeugt ge⸗ iel Gutes fruchtbare isere Her⸗ eise und zaben für haten dir ient. Da⸗ t, hast du zegen ent⸗ des Bro⸗ Herr, sei rgieb uns Jesu Chri⸗ ine milde uns wie⸗ hlgefallen.— Suche das Land heim und wässere es und mache es frucht⸗ bar; deine Brünnlein, Herr, haben ja Wassers die Fülle. Laß das Getreide wohl geraten, baue das Land und segne sein Gewächs, kröne das Jahr mit deinem Gute. Gott, der du rufen kannst dem, das nicht ist, daß es sei, der du dem Vieh sein Futter giebst, den jungen Raben, die dich an— rufen; laß doch uns Menschen, die wir nach deinem Ebenbilde geschaffen, auf deinen Namen getauft, ja mit dem teuren Blute Jesu Christi, deines Sohnes, erkauft sind, nicht ver⸗ schmachten. Erquicke uns doch wieder, denn unser aller Au⸗— gen sehen auf dich. Herr Jesu, dich hat ja des Volkes gejam— mert, das nur etliche Tage bei dir verharrt und Hunger gelitten hatte; so laß dich doch auch unser Elend jammern, die wir jetzt Teurung und Kummer leiden. Hebe doch wie— der an zu segnen die Hände deiner Knechte; denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich. Verleihe auch uns allen wahre, herzliche Buße und regiere uns durch deinen Geist, daß wir deine väter⸗ liche Güte besser erkennen und deine Gaben und Wohlthaten mit größerer Dankbarkeit ge⸗ brauchen. Vor allen Dingen aber speise uns mit dem geist⸗ In besonderen Anliegen. 37 dem, was droben ist, da Chri⸗ stus ist, damit wir dermaleinst mit ihm seiner⸗ himmlischen Güter genießen mögen in alle Ewigkeit. Amen.(H.) 49. In Seuchen und Ster⸗ benszeiten. Ach Herr Gott, gnädig und barmherzig, von großer Güte und Treue, wir erkennen dei⸗ nen gerechten Zorn, welchen wir mit unsern Sünden wider uns erweckt haben. Ach schone unser, lieber Vater, um dei⸗ nes lieben Sohnes Jesu Chri⸗ sti willen. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsere Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. Wende deine Plage von uns, daß wir nicht verschmachten von der Strafe deiner Hand. Wende dich, o Herr, und er⸗ rette uns. Hilf uns um deiner Güte willen. Heile, Herr, alle Schwachen und Kranken. Sei bei ihnen in der Not. Reiße sie heraus und zeige ihnen dein Heil. Nimm dich ihrer Seelen herzlich an und vergieb ihnen alle ihre Sünde. Lehre uns hierbei alle bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden und mit Furcht und Zittern unsere Se⸗ ligkeit schaffen. Laß uns, wenn lichen Brote deines heiligen Wortes zu unserer Seligkeit und laß uns trachten nach unser Stündlein kommt, an deinem Worte festhalten, in Frieden hinfahren und den Tod nicht sehen ewiglich. Er⸗ In besonderen Anliegen. schütze uns, daß wir nicht höre uns, erhöre uns; erhöre durch der Feinde Schwert fal⸗ unsere Bitte, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Darnach lies Psalm 90. 91. Nach Löhe. 50. In Kriegszeiten. Herr, allmächtiger Gott, du starker, unüberwindlicher König aller Könige und Herr aller Herren, der du gesagt hast, es solle nicht ein Härlein von unserm Haupte fallen ohne deinen Willen; der du den Kriegen steuerst in aller Welt, Bogen zerbrichst, Spieße zer⸗ schlägest und Wagen mit Feuer verbrennest. Sei du unsre Hilfe, Schutz und Stärke, unser Fels und Burg und errette uns. Laß Kirchen und Schulen nicht verstöret, Land und Leute nicht verderbet und verwüstet wer⸗ den, da deine Ehre wohnet. Gieb aller christlichen Obrig⸗ teit und Unterthanen bestän⸗ digen Frieden und Einigkeit. Deine Hilfe ist ja nahe denen, die dich fürchten, daß in un⸗ sern Landen Ehre wohne, daß uns der Herr Gutes thue, damit unser Land sein Gewächs gebe; daß Gerechtigkeit bei uns bleibe und im Schwange gehe. Befiehl deinen Engeln, daß sie um unser liebes Vaterland, Leib, Ehre und Gut sich la⸗ gern und eine Wagenburg schlagen. Sei du eine feurige Mauer um uns her und be⸗ len, beraubet, verheeret, ver⸗ trieben, an Leib, Ehre und Gut gehöhnet und geschänder werden. Gieb, daß wir uns nicht verlassen auf Wagen und Roß, sondern auf deinen hei⸗ ligen Namen, welcher ist eine feste Burg; dahin wird der Gerechte fliehen und erretter werden. Gieb uns Herz und Mut wider unsere Feinde, rüste uns mit deiner Macht, denn mit dir können wir Kriegsvolk zerschmeißen und mit dir, un⸗ serm Gott, über die Mauern springen; denn du bist ein Schild aller, die dir vertrauen. Darum ziehe uns an mit dei⸗ ner Kraft und laß uns in dir stark sein und in der Macht deiner Stärke. Zerstreue die Völker, die Krieg im Sinne haben und mache ihre bösen Anschläge zu nichte und ihre Klugheit zu Thorheit. Du bist ja herrlicher und mächtiger, denn die Raubeberge. Die Stolzen müssen beraubet wer⸗ den und entschlafen, und alle Krieger müssen die Hand lassen sinken. Von deinem Schelten, Gott Jakobs, sinket in den Schlaf beides, Roß und Wagen. Du bist erschrecklich, wer kann vor dir bestehen, wenn du zürnest? Wenn du das Urteil hören lässest vom Himmel, so erschrickt das Erdreich und wird stille, wenn Gott sich aufmacht zu richten, daß er helfe allen Elenden auf Erden. Laß den Geringer davon ge und Ele Namen. führe au⸗ an die e lich von fähret. e Gewalt, lassen, sie flieher nimm il mach sie sie Furch fallen, Schlage die Syr laß sien dem Wi des Herr schirme treibe sie wie Rau ben wird Feuer z fröhlich f des Her rechte He den Sie Johann A 5¹ Barn bist die die Kraf Trost de de der TZ der Ver Angefoch Sterben! nen, die ge, und nicht ert fal⸗ et, ver⸗ jre und schänder vir uns gen und nen hei⸗ ist eine ird der errettet erz und de, rüste t, denn riegsvolk dir, un⸗ Mauern bist ein ertrauen. mit dei⸗ 18 in dir r Macht treue die n Sinne re bösen und ihre Du bist nächtiger, ge. Die Übet wer⸗ und alle und lassen Schelten, t in den id Wagen. wer kann wenn du das Urteil immel, so Und wird aufmacht helfe allen Laß den —7 Geringen nicht mit Schanden davon gehen, denn die Armen und Elenden rühmen deinen Namen. Mache dich auf, Gott, führe aus deine Sache, gedenke an die Schmach, die dir täg⸗ lich von den Thoren wider⸗ fähret. Stürze ihre Macht und Gewalt, darauf sie sich ver⸗ lassen, wie den Pharao, daß sie fliehen müssen wie Sissera, nimm ihnen Herz und Mut, mach sie feig und verzagt, laß sie Furcht und Schrecken über⸗ fallen, wie die Midianiter. Schlage sie mit Blindheit, wie die Syrer zu Elisä Zeiten, laß sie werden wie Spreu vor dem Winde und der Engel des Herrn stoße sie weg. Be⸗ schirme unsere Grenze, ver⸗ treibe sie aus unsern Landen, wie Rauch vom Wind vertrie⸗ ben wird und wie Wachs vom Feuer zerschmilzt. Laß uns fröhlich sagen: die rechte Hand des Herrn ist erhöhet, die rechte Hand des Herrn behält den Sieg. Amen. Johann Arnd, geb. 1555, st. 1621. 51. In Trübsal. Barmherziger Gott, der du bist die Stärke der Schwachen, die Kraft der Mühseligen, der Trost der Betrübten, die Freu⸗ de der Traurigen, die Zuflucht der Verlassenen, die Hilfe der Angefochtenen, das Leben der Sterbenden: ich weiß, daß de⸗ nen, die dich lieben, alle Din⸗ ge, und also auch allerlei In besonderen Anliegen. 39 Trübsal und Widerwärtigkeit, zum Besten dienen müssen. Denn Trübsal bringt Geduld, Geduld bringt Erfahrung, Er⸗ fahrung bringt Hoffnung, Hoff⸗ nung aber läßt nicht zu Schan⸗ den werden. Darum danke ich dir, daß du mit dem lieben Kreuz mich auch so väterlich heimsuchst, und bitte dich herz⸗ lich, du wollest mich im Glau⸗ ben und christlicher Geduld fest erhalten, daß ich allein darauf hoffe, daß du so gnä⸗ dig bist, und mein Herz sich freue, daß du so gern hilfst. Du, Herr, bist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf dich hoffen; denn du bist freundlich dem, der auf dich harret, und der Seele, die nach dir fragt. Es ist ein köstlich Ding einem Manne, daß er das Joch seiner Ju⸗ gend trage, daß ein Verlassener geduldig sei und in der Hoff⸗ nung harre. Denn du wirst des Armen nicht so ganz ver⸗ gessen, und die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich; sondern ihr Ver⸗ langen hörst du, Herr; ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket. Darauf will ich leben und sterben; stärke, o Herr, das in mir angefan⸗ gene Werk im Glauben und meine Arbeit in der Liebe und meine Geduld in der Hoff⸗ nung, welche ist mein Herr Jesus Christus, mein Leben und ewiger Trost. Amen. Dr. G. Seämann(aus Cubach), 1688 52. In Anfechtung. 1) O Jesu Christe, du mäch⸗ tiger Herr und einiger Helfer, der du dich um unsertwillen und uns zu gut hast lassen versuchen, auf daß du den Teufel überwändest, wir bitten dich, rüste uns mit geistlichen Waffen, damit wir bestehen können unter dem Schilde des Glaubens gegen die listigen Anläufe des Teufels; mach uns stark in der Macht deiner göttlichen Stärke, daß wir der Welt obsiegen; hilf uns das Fleisch durch Fasten und Be⸗ ten betäuben und im Zaum halten, damit wir unumge⸗ stoßen in deinem Dienste blei⸗ ben und als christliche Ritter uns wehren mit dem geistlichen Schwerte deines Wortes und endlich die Krone des Lebens davon bringen, welche du uns geben wirst um deiner Barm⸗ herzigkeit willen. Amen. 2) O mein Herr Jesu Chri⸗ ste, ich bitte dich von Grund meines Herzens, sprich mir diese Himmelsfreude allezeit in mein Herz, und schreib sie an mit der goldenen Schrift des Glaubens in mein Gemüt, In besonderen Anliegen. alle Anfechtung und Wider⸗ wärtigkeit mit fröhlicher Ge— duld überwinde, dem Teufel mit fröhlichem Glauben wider⸗ stehe, mit fröhlicher Zuversicht bete, alle Mühseligkeit meines Berufes mit Freuden dulde, und einmal, wenn du willst, in fröhlicher Hoffnung ein se⸗ ligesEnde nehmen möge. Amen. J. Olearius, geb. 1611, st. 1689.(C.) 53. In Krankheit. 1) Allmächtiger Gott, himm⸗ lischer Vater, weil du uns ge⸗ boten hast und gesprochen: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erhören und du sollst mich preisen,“ deswegen schreie ich zu dir in dieser mei⸗ ner großen Not, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, und bitte dich, du wollest mich armen sündigen Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krankheit nicht zum Tode ist, so hilf mir auf, daß ich genese, um deiner Barmherzigkeit wil⸗ len, auf daß ich deine Macht und Kraft an mir verkündige und preise. Wo es mir aber nützlicher ist, zeitlich zu sterben, denn allhier in diesem Jammer⸗ sthal und elenden Leben zu daß du mein Jesus, mein bleiben, so geschehe, Herr, dein Heiland, mein Helfer, mein göttlicher Wille, wie im Him⸗ Erlöser, mein Gott und Herr mel, also auch auf Erden. seiest, damit ich als ein Kind Verleihe mir nur Guade, daß Gottes und Erbe des ewigen ich mich in deinen Willen, der Lebens in diesem Elend dich, allezeit der beste ist, gänzlich den Bru nquell aller Freude ergebe. Erhalte mich fest im und Trostes, allezeit in mei⸗(christlichen Glauben und wah⸗ nem Herzen trage, auf daß ich rer Erkenntnis bis an mein deinen Christu J. Ha 9. hast dei schickt, Krankh ermahn Herr, i digen und kel Gott, einen armes O Her an un vor did dir, m gut und soll: n und hil gesunde bis an dirs ni dern da soll: nꝛ So kon nimm Hände. M. Moll 3) N nach dei Willen ses Kra dadurch meinen Sünder Wider⸗ er Ge⸗ Teufel wider⸗ uversicht meines dulde, 1 willst, ein se⸗ „Amen. 689.(O.) it. „himm⸗ uns ge⸗ prochen: er Not, und du eswegen ser mei⸗ )Jesum Sohn, lest mich hen nicht se meine Tode ist, genese, keit wil⸗ e Macht rkündige nir aber sterben, zammer⸗ eben zu err, dein im Him⸗ Erden. ade, daß llen, der gänzlich fest im ind wah⸗ an mein — Ende. Laß mich von dir nim⸗ mermehr abgeschieden werden, sondern nimm meine Seele zu dir in dein Reich, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. J. Habermann, 1516—1590.(O.) 2) Herr Jesu Christe, du hast deinen Boten zu mir ge⸗ schickt, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen lassen. Sieh, mein Herr, ich erkenne deinen gnä⸗ digen Willen, bin gehorsam und kehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten: nämlich mein armes Gebet und Seufzen. O Herr, nimm mein Flehen an und laß mein Seufzen vor dich kommen! Gefällt es dir, mein Erlöser, ist's mir gut und selig, daß ich leben soll: nun so richte mich auf und hilf, daß es ein neues, gesundes, christliches Leben sei bis an mein Ende. Gefällt dirs nicht, daß ich lebe, son⸗— dern daß dies mein Ende sein soll: nun, so sei es ein seliges. So komm, o Herr Jesu, und nimm meine Secle in deine Hände. Amen. M. Moller, geb. 1547, st. 1606.(O.) 3) Mein Gott, es hat dir nach deinem heiligen Rat und Willen gefallen, mich auf die⸗ ses Krankenbett zu legen und dadurch nicht allein mich von meinen Geschäften, meinen In Krankheit. 41 wohnheiten abzuschneiden, son⸗ dern mich auch an meinen Tod zu erinnern, mich auf⸗ merksam zu machen, daß ich ein sterblicher Mensch sei. Siehe, meine Tage sind eine Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir; ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen, die doch so sicher leben! Ich weiß auch, daß dem Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach das Gericht. Doch vergesse ichs nur zu leicht wieder. Darum bitte ich dich: Ach Herr, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Ich weiß auch, daß ich alles muß ver⸗ lassen, meine Habe, Gut, Ehre, Glück und was ich in der Welt besitze. Ich habe hier keine bleibende Stätte, sondern die zukünftige suche ich. Daran möge mich meine Krankheit erinnern, damit ich mich mit Gebet, mit Buße und Glau⸗ ben, mit wahrer Prüfung mei⸗ nes bisherigen Lebens zum seligen Sterben bereite und also von Welt und Sünden abgezogen, und mein Leben, Geist und Seele dir geheiligt werde. Siehe, mein Gott, hie bin ich, nimm meine Seele hin; aber bereite mich zuvor recht in der Zeit, daß, wenn ich sterbe, ich möge in dei⸗ ner Gnade und selig sterben. Amen. Sünden und sündlichen Ge⸗ 3.F. Stark, geb. 1680, st. 1756.(O.) 54. Morgengebet eines Kranken. O allmächtiger, ewiger Gott, ich sage dir Lob und Dank, daß du mich diese vergangene Nacht in meiner schweren Krank⸗ heit so väterlich bewachet und bewahret hast, und bitte dich demütiglich, du wollest mir aus Gnaden um Jesu Christi willen meine Sünde verzeihen, wo ich sonderlich während dieser Krank⸗ heit, wie Fleisches und Blutes Art ist, ungeduldig gewesen, und diesen angehenden Tag auch bei mir stehen, und mich in meiner Krankheit stärken, trösten, Geduld und Beständig⸗ keit verleihen, die Schmerzen mildern und mir endlich hel⸗ fen, es sei zu dem gegenwär⸗ tigen oder ewigen Leben, wie es dein göttlicher Wille, welcher allezeit der beste ist. Dein hei⸗ liger Engel sei mit mir, auf daß der böse Feind und all sein Anhang und teuflisch Un⸗ geheuer keine Macht noch Ge⸗ walt an mir und all dem Meinen finden. Amen. Aus Löhe. 55. Abendgebet eines Kranken. O Gott und Vater, ich danke dir, daß du durch diesen Tag so gnädig geholfen, und bitte dich von Grund meines Herzens, hilf mir krankem und schwachem Menschen auch durch diese Nacht mit deiner Gnade, mit deiner Kraft, mit deinem In Krankheit. Ich befehle dir meinen kranken, schwachen Leib und meine Seele in deine Hände, dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde, durch Jesum Chri⸗ stum, deinen lieben Sohn, un⸗ sern Herrn in Kraft des hei⸗ ligen Geistes. Amen. Aus Löhe. 56. Nach der Kranken⸗ kommunion. Lieber Gott und Vater, ich sage dir Dank von Grund meines Herzens, daß du mich aus deinem Wort hast reich⸗ lich trösten lassen und durch eine gnädige Absolution los⸗ gesprochen von allen meinen Sünden und endlich zur Stär⸗ kung meines Glaubens mit dem Leibe und Blute Jesu Christi erquicket hat. So hast du mich allenthalben genugsam vergewissert, daß mir alle mei⸗ ne Sünde wahrhaftig verziehen und vergeben sein soll und ich in deiner Gnade stehe. So will ich denn dir, meinem lieben himmlischen Vater, alle meine Sache auf deine gnadenreiche Zusage befehlen. Du wirst als ein getreuer Gott und Vater meine Krankheit sonder Zwei⸗ fel zum allerbesten wenden, als es mir nützlich und gut ist an Leib und Seele. Darum bin ich getrost und spreche immerdar: Herr, himmlischer Vater, hie bin ich, dein liebes Kind und dein Diener, mache Trost und mit deinem Geiste. es mit mir nach deinem Wil⸗ —. Versuch von all Nach der 57. Nat 1) Sünde tiget, übergebe o Herr, erzürnet Grimm hast mi Minsi 2) H Trost, einziger ich von für de vielfälti mir ar hast, so in mein heit und den an stärket, und mi aufgeho dir, He über m dein Zo daß du tröstest. es, daf hast: di mich ge⸗ mit de dammet mir sehr hast dich inken, Seele iliger 5der jt an Chri⸗ „ un⸗ 8 hei⸗ Löhe. ken⸗ er, ich Hrund mich reich⸗ durch 1los⸗ neinen Stär⸗ 8 mit Jesu o hast ugsam e mei⸗ rziehen und ich So lieben meine nreiche irst als Vater Zwei⸗ henden, ud gut Darum spreche nlischer liebes mache u Wil⸗ — — len, allein führe mich nicht in Versuchung, sondern erlöse mich von allem Übel. Amen. Nach der Braunschweig⸗Lüneburger Kirchenordnung. 57. Nach erlangter Genesung. ) Der Herr, welcher die Sünde strafet, hat mich gezüch⸗ tiget, doch dem Tode nicht übergeben. Ich will dir danken, o Herr, denn du bist auf mich erzürnet gewesen und dein Grimm hat sich gewendet und hast mich getröstet. Amen. Minsinger, geb. 1517, st. 1588. 2) Herr mein Gott, mein Trost, mein Erretter, mein einziger Nothelfer, dir danke ich von Grund meines Herzens für deine unaussprechlichen, vielfältigen Wohlthaten, die du mir armen Sünder erzeiget hast, sonderlich aber, daß du in meiner großen Not, Krank⸗ heit und Elende mich in Gna⸗ den angesehen, mein Herz ge— stärket, mein Gebet erhöret und mir so väterlich wiederum aufgeholfen hast. Ich danke dir, Herr, daß du so zornig über mich gewesen bist, und dein Zorn sich so gewendet hat, daß du mich nun wiederum tröstest. Ach wie gut ist mir es, daß du mich gedemütigt hast: du hast, o lieber Vater, mich gezüchtiget, damit ich nicht mit der gottlosen Welt ver⸗ dammet werde. Um Trost war mir sehr bange, aber Herr, du hast dich meiner Seele herzlich In Krankheit. 43 angenommen, wie soll ich dir vergelten alle das Gute, das du an mir gethan hast? Ich will dir danken mein lebenlang und deinen Ruhm verkündigen für und für. Da ich dich, Herr, suchte, antwortetest du mir und errettetest mich aus meiner Not. Du verlässest die nicht, die dich suchen, du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Du bist nahe denen, die zerbrochenen Her⸗ zens sind, und hilfst denen, die zerschlagenes Gemüt haben. Ach, mein Gott, verleihe mir eine herzliche, beständige Buße durch die Kraft des heiligen Geistes um Jesu Christi willen, damit ich hinfort nicht mehr sündige, auf daß mir nicht etwas Argeres widerfahre, son⸗ dern, daß ich mein lebenlang vor solcher Betrübnis meiner Seele mich scheue.— Beschütze mich auch hinfort durch deine heiligen Engel, daß sie mich bewahren auf allen meinen Wegen, und dieweil ich doch endlich dieses Leben werde ge— segnen und sterben müssen, so erhalte und vermehre in mir den wahren und seligmachen⸗ den Glauben, Gottesfurcht und Trost, damit ich ritterlich käm⸗ pfen, selig überwinden und fröh⸗ lich in dein himmlisches Reich eingehen möge, dich, o Vater aller Barmherzigkeit, samt dei⸗ nem Sohne und dem heiligen Geiste, den einigen, wahren Gott ewiglich zu preisen. Dir, o allerhöchster Gott, sei Lob, Ehre und Dank gesagt in alle Ewigkeit. Amen.(I.) 58. Bereitung zum seligen Sterben. Du frommer und getreuer Gott und Vater unseres lieben Herrn Jesu Christi, ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Not nicht ver⸗ lassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntnis er— leuchten, daß ich in demselben aus dieser Finsternis zu dir, dem ewigen Licht, möge wan⸗ deln. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll; stehe du mir zu meiner rechten Hand, wenn ich soll meinen Geist aufgeben; errette mich aus der Hand des Feindes, tröste und stärke mich, erhalte mich in deiner Erkenntnis und festem, starkem Vertrauen auf deine große Gnade und Barmherzig⸗ keit. Ach Herr Gott, laß das letzte Wort deines lieben Soh— nes am Stamme des Krenzes auch mein letztes Wort sein, daß ich mit starkem und gläu⸗ bigem Vertrauen im Herzen darf sagen: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit und Größe meiner Krankheit solches mit dem Munde nicht könnte aus⸗ reden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir ru⸗ fen und seufzen. Amen. A. Musculus, geb. 1514, st. 1581.(O.) Sterbegebete. 59. In Todesnöten. 1) Herr Jesu, du Heiland aller derer, die auf dich trauen, verlaß mich nicht, der ich meine Hoffnung allein auf deine Barmherzigkeit setze. Laß mich nun die lieblichen Worte hören und in meinem Herzen er⸗ schallen, welche du zu dem Schächer am Kreuze gespro⸗ chen: Heute wirst du mit mir in dem Paradiese sein. Denn, Herr Jesu, ich wünsche von Herzen aufgelöset und bei dir in der ewigen Seligkeit zu sein. Amen. Pommersch. Gesangbuch 2) Joh. 3, 16. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Ach lieber Gott und Vater, laß mich jetzt auf Jesum Chri⸗ stum sanft und selig von hin⸗ nen scheiden! Ich weiß, du hast auch mich geliebt und auch mir deinen Sohn gegeben; ich werde in ihm verharren bis an den letzten Augenblick mei⸗ nes Lebens. Ach, versichre mich durch deinen heiligen Geist, ich werde nicht verloren wer⸗ den. Stärke mich in solchem Glauben, daß ich bald, was ich geglaubt, in dem ewigen Leben schauen möge. Ach Jesu, stehe mir bei, ach, verlaß mich nicht. J. F. Stark, geb. 1680, st. 1756. 3) 1 Joh. 2, 1. 2. Ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürspreg sum Ch Und der nung für allein ab auch fü Sünde. O gr kommt dieser Z dein Ge himmlis dich über als dei schaffen Gnaden für mich ler, Fürb Nimm en kleide m keit, so b heiliger in mein mich zu wohnune 4) Jo Schafe und ich gen mir das ewie den nim und nie meiner Ach j bringe m lein nur laß den deiner H keinen T mir, abe ich gewe ꝛiland auen, meine deine mich hören n er⸗ dem espro⸗ t mir Denn, e von ei dir sein. ngbuch t Gott seinen „ auf uben, ndern plchem das ich Leben stehe nicht. 1756. mand einen !—— Fürsprecher bei dem Vater, Je⸗ sum Christum, der gerecht ist. Und derselbige ist die Versöh⸗ nung für unsere Sünden; nicht allein aber für unsere, sondern auch für der ganzen Welt Sünde. O großer Gott, die Zeit kommt herbei, daß ich aus dieser Zeit abscheiden und vor dein Gericht treten soll; ach himmlischer Vater, erbarme dich über mich und nimm mich als dein Kind, das du er⸗ schaffen und geliebt hast, in Gnaden auf. O Jesu, bitte für mich, du bist mein Mitt⸗ ler, Fürbitter und Seligmacher. Nimm meine Sünden hinweg, kleide mich in deine Gerechtig⸗ keit, so bin ich selig. O werter, heiliger Geist, wohne und bleibe in meinem Herzen, daß du mich zu der ewigen Himmels⸗ wohnung bringest. Amen. Stark. 4) Joh. 10, 27, 28. Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie und sie fol⸗ gen mir und ich gebe ihnen das ewige Leben und sie wer⸗ den nimmermehr umkommen und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Ach ja, mein Hirte Jesu, bringe mich, dein armes Schäf⸗ lein nun zur Himmelsfreude; laß den Satan mich nicht aus deiner Hand reißen. Satan hat keinen Teil und kein Recht an mir, aber dein Eigentum bin ich gewesen und will es auch Sterbegebete. 45 ewig sein. Ach nimm meine Seele wie ein mattes Schäf⸗ lein in deine Arme und bringe es zur ewigen Wonne. O wie wohl, o wie selig, wenn ich bei meinem Jesu bin! Stark. 5) Jes. 41, 10. Fürchte dich nicht; ich bin bei dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott: ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich auch durch die rechte Hand meiner Ge⸗ rechtigkeit. O Jesu, mein einziger Für⸗ bitter bei deinem himmlischen Vater, der du zu der Rechten Gottes sitzest und vertrittst uns: ach bitte auch für mich armen Sünder jetzt und in der Stunde meines Todes; ich fürchte mich nicht, weil du bei mir bist. Ja du werter, heiliger Geist, du Tröster in aller Not, bleibe bei mir mit deinem Trost bis an mein letztes Ende. Ich habe einen starken Beistand, mein Vater ist bei mir, mein Jesus ist bei mir, der heilige Geist ist bei mir, ja auch die Engel sind bei mir, so will ich mit Freuden sterben. Stark. 6) Ps. 73, 23. Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand; du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an. Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß hilf mir, lieber Herr Gott! ich weiche nicht von dir, ach bleibe du auch bei mir. Jesu, wenn mein Kampf beginnt, so hilf mir siegen und überwinden. Ich bin ja dein Eigentum, darum führe mich durch alle Angst hindurch zur Freude, zur Wonne und zur Herrlich⸗ keit. Bist du mit mir, so fürchte ich mich nicht, so bin ich selig, so werde ich zur Freude ein⸗ gehen. Stark. 60. Seufzer während des Todeskampfes. 1) Ach, Herr Jesu, sei mir gnädig, erbarme dich mein, er⸗ halte mich durch dein teures Blut; nimm mich auf zu dir in dein ewiges Himmelreich. In deine Hände befehle ich meinen Geist. Hilf mir durch Sterbegebete. stum erworben hast; führe mich nach deinem Wort ins ewige Vaterland. 5) Herr, laß mich deinen Diener ewig sein und bleiben und mich in Frieden hinfahren. Laß meine Glaubensaugen dei⸗ nen Heiland sehen, als mein Licht mir vorzuleuchten bis in die Ewigkeit. G. Arnold, geb. 1666, st. 1714. 6) O mein Jesu, dein letz⸗ tes Wort am Kreuz soll auch mein letztes Wort in meinem Leben sein: In deine Hände befehle ich meinen Geist. Herr Jesu, dir leb ich, dir sterb ich, dein bin ich tot und lebendig. Stark. 61. Wenn ein Christ ver⸗ deine Barmherzigkeit. Pommersches Gesangbuch. 2) Herr Jesu, dein bitter Leiden und Sterben komme mir zu Hilfe in meiner letzten Todesstunde und vor deinem Gericht. 3) Deine Wunden, mein Heiland, seien mir ein Labsal in allen meinen Schmerzen. Erhalte mich Elenden und ma⸗ che mich ein ewiges Opfer durch die Kraft deines bitteren Todes. 4) Herr ich warte auf dein Heil, das du mir durch Chri⸗ schieden ist. Barmherziger, ewiger Gott, dem allein gebühret zu helfen nach dem Tode, verleihe gnä⸗ diglich, daß die Seele dieses Menschen, so jetzt von seinem Leibe geschieden ist, deinen lie⸗ ben Engeln und Auserwähl⸗ ten in deinem Reiche zuge⸗ sellet werde und daß sein toter Leib wieder erwecket werde am jüngsten Tage zum ewigen Le⸗ ben durch deinen lieben Sohn, unsern Herrn Jesum Chri⸗ stum, der mit dir lebet und herrschet in Einigkeit des hei⸗ ligen Geistes, ein wahrer Gott in Ewigkeit. Amen. M. 1703. 4 62. Alli durch! die Si nichte ö heiliges und e bracht der G löset ur Auferst lichen 0 unse WV Si Ps. 40 Tode e will di 1. Anh Es der süß heißet. seinen daß na wird, u wird üb er gekre mein his in 17¹4. n letz⸗ auch einem Hände Herr rb ich, endig. ötark. ver⸗ Gott, helfen e gnä⸗ dieses seinem en lie⸗ rwähl⸗ zuge⸗ n toter rde am gen Le⸗ Sohn, Chri⸗ et und es hei⸗ r Gott 1703. ———. 4 62. Allmächtiger Gott, der du durch den Tod deines Sohnes die Sünde und den Tod zu⸗ nichte gemacht und durch sein heiliges Auferstehen Unschuld und ewiges Leben wiederge⸗ bracht hast, auf daß wir von der Gewalt des Teufels er⸗ löset und durch die Kraft seiner Auferstehung auch unsre sterb⸗ Am Begräbnistage. lichen Leiber vom Tode zum Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 47 ewigen Leben auferweckt sollen werden, in deinem Reiche ewig zu leben. Verleihe uns, daß wir solches festiglich und von ganzem Herzen glauben, und in solchem Glauben allezeit beständig bleiben und die fröh⸗ liche Auferstehung unserer Lei⸗ ber samt allen Seligen erlan⸗ gen mögen durch denselben deinen lieben Sohn Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Lüneburger Kirchenordnung. Geschichte des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi, aus den vier Evangelisten zusammengezogen. Erstes Hauptstück. Das Osterlamm. Siehe, ich komme; im Buche ist von mir geschrieben. Ps. 40, 8. Tode erretten. will dir eine Pestilenz sein. Ich will sie erlösen aus der Hölle und vom Tod, ich will dir ein Gift sein; Hölle, ich Hos. 13, 14. Nr. 98. V. 1. Mel. Christus, der uns selig macht. Jesu, deine Passion Will ich jetzt bedenken. Wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem erzen, Wie du, unser Heil zu sein, Littest alle Schmerzen. 1. Ankündigung des Leidens. Es war aber nahe das Fest der süßen Brote, das da Ostern heißet. Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gekreuziget werde.“) Da ver⸗ sammelten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Al⸗ testen im Volk, in dem Palast des Hohenpriesters, der da hieß Kaiphas, und hielten Rat, wie sie Jesum mit List griffen und töteten, denn sie fürchteten sich vor dem Volk. Sie sprachen aber: 1) Sut. 22, 1. Matth. 26, 1. 2. 48 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Ja nicht auf das Fest, daß nicht ein Aufruhr im Volke werde.!) 2. Die Salbung. Da nun Jesus war zu Be⸗ thanien, im Hause Simonis des Aussätzigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit ungefälschtem und köstlichem Nardenwasser; und sie zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt, da er zu Tische saß. Da das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig und spra⸗ chen: Wozu dient dieser Unrat? Man könnte das Wasser mehr denn um dreihundert Groschen verkauft haben und dasselbe den Armen geben. Und mur⸗ reten über sie. Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Lasset sie mit Frieden, was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gut Werk an mir gethan. Ihr habt alle⸗ zeit Arme bei euch und wenn ihr wollet, könnet ihr ihnen Gutes thun, mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie konnte; sie ist zuvor kommen meinen Leichnam zu salben zu meinem Begräbnis. Wahrlich, ich sage euch: Wo dies Evan⸗ gelium geprediget wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, das sie jetzt gethan hat.?) Nr. 92. V. 9. Ich bin, mein Heil, verbunden All Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit an deinen Dienst und Ehr. 1) Matth. 26, 3—5. 2) Math. 26,6—13. Mark. 14,5—9. 3. Der Verräter. Es war aber der Satanas gefahren in den Judas, genannt Ischariot, der da war aus der Zahl der Zwölfe. Und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, daß er ihn ver⸗ riete, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Da sie das höreten, wurden sie froh, und sie boten ihm dreißig Silber⸗ linge; und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn über⸗ antwortete ohne Rumor.) 4. Bereitung des Osterlammes. Die Fußwaschung. Aber am ersten Tage der süßen Brote, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und dir be⸗ reiten das Osterlamm zu essen? Und er sandte Petrum und Johannem und sprach: Gehet hin in die Stadt, sehet, wann ihr hinein kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folget ihm nach in das Haus, da er hin⸗ eingehet, und saget dem Haus⸗ wirt: Der Meister läßt dir sa⸗ gen: meine Zeit ist herbeikom⸗ men; ich will bei dir die Oslern halten; wo ist das Gasthaus, darinnen ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jün⸗ 1) Luk. 22, 3—6. Matth. 26, 15. 1..17 Ge gern 7 U großen, gen; das gingen k er ihnen reiteten! am Aber sich zu 2 Aposteln. ihnen: 2 langet, euch zu es Denn ich fort nich werde, bi im Reich nahm de sprach: N teilet ihn ich sage nun an: Gewächs ken, bis neu trink meines ü Schmücke Laß die du Komm an⸗ Hend herr Denn der x Will dich Der den Will jetzt Und be schon der! Simonis gegeben, wußte Jef hatte alle geben, un kommen! stand er legte seine ) Mark. M. R. itanas nannt us der ud er it den t den uver⸗ wollt llihn e das mmes. ge der man gern? Und er wird euch einen großen, gepflasterten Saal zei⸗ gen; daselbst bereitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und be⸗ reiteten das Osterlamm. Und am Abend kam er und setzte sich zu Tische mit den zwölf Aposteln. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich ver⸗ langet, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hin⸗ fort nicht mehr davon essen werde, bis daß es erfüllet werde im Reich Gottes. Und Jesus nahm den Kelch, dankete und sprach: Nehmet denselbigen und teilet ihn unter euch. Denn ich sage euch, ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trin⸗ ken, bis an den Tag, da ich's neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.) Nr. 229. V. 1. Schmücke dich, o liebe Seele! Laß die dunkle Sündenhöhle; Komm ans helle Licht gegangen, Hend herrlich an zu prangen, Denn der Herr voll Heil und Gnaden Will dich jetzt zu Gaste laden. Der den immel kann verwalten, Will jetzt Herberg in dir halten. Und bei dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischariot ins Herz gegeben, daß er ihn verriet, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände ge⸗ geben, und daß er von Gott ge⸗ kommen war und zu Gott ging, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm 1) Mark.14,12—16. Luk.22,7—16. M. R. Gesangbuch. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 49 einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an, den Jün⸗ gern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro; und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirsts aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl, darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße ge⸗ waschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr, und saget recht daran, denn ich bins auch. So nun ich, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, sollt ihr auch euch unter⸗ einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. 35 50 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Nr. 88. V. 7 Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen jedermann, Ohn Eigennutz und Heuchelschein, Und wie du mir erwiesen, Aus reiner Lieb allein. 5. Anzeige des Verrates. Und da sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch, einer unter euch wird mich verraten. Und sie wurden sehr betrübt und huben an ein jeglicher unter ihnen und sagten zu ihm: Herr, bin ich's? Und der an⸗ dere: Bin ich's? Er antwor⸗ tete und sprach: Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verraten. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm geschrieben stehet; doch wehe dem Menschen, durch wel⸗ chen des Menschen Sohn ver⸗ raten wird. Es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch noch nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn ver⸗ riet, und sprach: Bin ich's, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagest es.) Nr. 92. V. 5. Ich bins, ich sollte büßen An Händen und an 1 Gebunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden, Und was du ausgestanden, Das hat verdienet meine Seel. 6. Einsetzung des Abendmahls. Und indem sie aßen in der Nacht, da er verraten ward, nahm der Herr Jesus das Brot, dankete, brach's und gab's den Jüngern und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Des⸗ selbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; die⸗ ser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden; sol⸗ ches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Und sie tranken alle daraus.) Nr. 91. V. 5. Erkenne mich, mein Hüter, Mein Hirte, nimm mich an. Von dir, Quell aller Güter, Ist mir viel Guts gethan. Dein Mund hat mich gelabet Mit Milch und süßer Kost, Dein Geist hat mich begabet Mit mancher Himmelslust. 7. Bezeichnung des Verräters. Doch siehe, die Hand meines Verräters ist mit mir über Tische. Da Jesus solches ge⸗ sagt hatte, ward er betrübt im Geist und zeugete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, einer unter euch, wird mich verraten. Da sahen sich die Jünger unter einander an und ward ihnen bange, von welchem er redete. Es war aber einer unter seinen Jün⸗ gern, der zu Tische saß an der 1) Matth. 26, 21—25. Mark. 14, 1) Matth. 26, 26—29. Mark. 14 22—24. Luk. 22, 19—22. 7 Bissen e er tauch gab ihn riot. fuhr de sprach J thust, d selbige über der ihm sag dieweil Jesus sp was un— oder, da gäbe. D genomm hinaus. Mel. Drum u Doch ver 3. Anzei Da er war, spr des Men und Gott Ist Gott wird ihn in ihm bald verkle ich bin n bei euch. —— ward, Brot, 8Hden ehmet, her für thut Des⸗ rauch dmahl, n und 183 die tament ür euch n wird räters. meines ir über ches ge⸗ rübt im sprach: ich sage „ wird ihen sih nder an ge, von Es war n Jün⸗ 6 an der Mark. 14 4 Brust Jesu, welchen Jesus lieb gatte. Dem winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte. Denn derselbige lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr, wer ists? Jesus antwor⸗ tete: Der ist es, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein, und gab ihn Juda Simonis Ischa⸗ riot. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald. Das⸗ selbige aber wußte niemand über dem Tische, wozu er's ihm sagte. Etliche meineten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns not ist auf das Fest, oder, daß er den Armen etwas gäbe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er sobald hinans. Und es war Nacht.) Mel. Jesus meine Zuversicht. O Herr, habe acht auf mich, Daß ich nicht verloren gehe. Hab ich doch gekostet dich Viele Müh und Arbeitswehe, Drum wär um so größre Pein, Doch verloren einst zu sein. 8. Anzeige der Verleugnung. Da er aber hinausgegangen war, spricht Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verkläret und Gott ist verkläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm: so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst und wird ihn bald verklären. Lieben Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich ) Luk. 22, 21. Joh. 13, 21—30. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 51 suchen, und wie ich zu den Juden sagte, wo ich hingehe, da könnet ihr nicht hinkommen. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hin⸗ gehe, kannst du mir auf dies Mal nicht folgen, aber du wirst mir hernachmals folgen. Pe⸗ trus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir auf dies Mal nicht folgen? Ich will mein Leben bei dir lassen. Je⸗ sus antwortete ihm: Solltest du dein Leben bei mir lassen? Und er sprach zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir. Denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auferstehe, so will ich vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber ant⸗ wortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Simon, Simon, siehe, der Satan hat euer be⸗ gehret, daß er euch möchte sichten, wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glau⸗ be nicht aufhöre. Und wenn du dich dermaleinst bekehrest, so stärke deine Brüder.— Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit mit dir in das Ge⸗ fängnis und in den Tod zu gehen. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal krähet, wirst du 35 52 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht ver⸗ leugnen. Desselbigen gleichen sagten alle Jünger.“) 9 Matth. 26, 30—35. Mark. 14, 26—31. Luk. 22, 31—34. Joh. 13, 31—33 und 36—38. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Laß mich beten, laß mich wachen, Bis mein letzter Tag anbricht; Laß mich ja nichts schläfrig machen, Bleibe du bei mir, mein Licht; Laß stets deiner Gnaden Schein Leuchten in mein Herz hinein; Hilf mir ringen, hilf mir kämpfen Und die falsche Regung dämpfen. Zweites Hauptstück. Vom geistlichen Leiden Christi am Olberge. Siehe, das ist Gotles Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Joh. 1, 29. 9. Zesu Betrübnis und Gebet. Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron, an den Olberg. Da war ein Garten, darein gingen Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verriet, wußte den Ort auch; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Setzet euch hier, bis daß ich dort hin⸗ gehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum und Jakobum und Johannem, die zween Söh⸗ ne Zebedäi, und fing an zu trauern und zu zittern und zu zagen. Und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod, bleibet hier und wachet mit mir; betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und kniete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich; überhebe mich dieses Kelchs. Doch nicht was ich will, sondern was du willst. Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon, schläfst du? Vermagst du nicht, eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.)) Mel. Straf mich nicht in deinem ꝛc. Mache dich, mein Geist, bereit; Wache, fleh und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete; Denn es ist Satans List Über viele Frommen Zur Versuchung kommen. 10. Zesu Todeskampf. Zum andern Mal ging er aber hin, betete und sprach: Mein 1) Matth. 26, 30.36—41. Mark.1 32—36. Luk. 22, 40. 41. Joh. 18, 1 0 Vater, dieser trinke i Wille. fand f und ih Schlafs sie ihm ließ sie und be dieselbig Vater r sen Kele mein, si schehe. ein Eng stärkte i er mit betete he sein Schi die fiele Jesu, n Jesu, m Der du In die In das Nur, de Tausend Liebster II. Jesn. Und e bet und gern und Traurigk nen: Ach und ruhe Es ist ger de ist kon schen Soh in der S. 1) Mattl 37—40. L rquelle achen, cht; machen, cht; ochein in; kämpfen mpfen. ge. Sünde Stunde h: Abba, dir alles ich dieses was ich u willst. Jüngern nd, und n, schläf icht, eine wachen? ihr nicht er Geist Fleisch ist deinem ꝛc bereit; e Zeit ist en. mpf. ö inger aber Mein 1. Mark.II, Boh. 18, J. Vater, ist's nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Und Jesus kam und fand sie abermals schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, ging abermal hin und betete zum dritten Mal dieselbigen Worte und sprach: Vater willst du, so nimm die⸗ sen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille ge— schehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde.) Nr. 97. V. 1. Zesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, Der du dich für mich gegeben In die tiefste Seelennot, In das äußerste Verderben, Nur, daß ich nicht möchte sterben: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 11. Jesus geht seinen Feinden entgegen. Und er stand auf vom Ge⸗ bet und kam zu seinen Jün⸗ gern und fand sie schlafend vor Traurigkeit und sprach zu ih⸗ nen: Ach! wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug: sehet, die Stun⸗ de ist kommen, und des Men⸗ schen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände. Stehet 1) Matth. 26, 42—44. Mark. 14, 37—40. Luk. 22. 42—44. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 53 auf, laßt uns gehen; siehe, der mich verrät, ist nahe; betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und alsbald da er noch redete, siehe Judas, der Zwöl⸗ fen einer, da er nun zu sich hatte genommen die Schar und Diener der Hohenpriester und Pharisäer, der Altesten und Schriftgelehrten, ging er zuvor der Schar, und kommt dahin mit Fackeln, Lampen, mit Schwertern und Stangen. Der Verräter aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's, den greifet und führet ihn gewiß. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ih⸗ nen: Ich bin's. Judas aber, der ihn verriet, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin's, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich hab's euch ge⸗ sagt, daß ich's sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese ge⸗ hen; auf daß das Wort er⸗ füllet würde, welches er sagete: Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast.“) Mel. Christus, der ist mein Leben. Ach, bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, 1) Matth. 26, 45—48. Mark 14, 41—44. Luk. 22 45—47. Joh. 18,3—9. Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. x Ach bleib mit deinem Schutze ö Bei uns, du starker Held, Daß uns der Feind nicht trutze, Noch fäll die böse Welt. 12. Die Gefaugennahme Jesu. Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen, und als⸗ bald trat er zu ihm und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi, und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, wa⸗ rum bist du kommen? Juda, verrätst du des Menschen Sohn N mit einem Kuß? Da traten sie hinzu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, ö sollen wir mit dem Schwert ö drein schlagen? Da hatte Si⸗ IN mon Petrus ein Schwert, und ö ————P‚— ů zogs aus und schlug nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab; und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferner ma⸗ 54 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also gesche⸗ hen. Und er rührete sein Ohr an und heilete ihn.) 13. Die Macht der Finsternis. Zu der Stunde sprach Je⸗ sus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Altesten, die über ihn kommen waren: Ihr seid, als zu einem Mörder, mit Schwer⸗ tern und mit Stangen aus⸗ gegangen, mich zu fahen; bin ich doch täglich gesessen bei euch im Tempel und ihr habt keine Hand an mich geleget. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis, auf daß die Schrift erfüllet würde. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüng⸗ ling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand belkleidet auf der bloßen Haut; und die Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren und flohe bloß von ihnen.) Nr. 96. B. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen chen! Und sprach zu Petro: Stecke dein Schwert in die —————m————— An dem Omit Biur betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen Scheide, denn wer das Schwert 9 ö nimmt, der soll durchs Schwert Liede, die mi alen W. en umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zu⸗ schickte mehr denn zwölf Le⸗ gionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir Gottes Zorn und Eifer trägt: Den, so niemand konnte stillen, Hat dein Sterben hingelegt. 5) Matth. 26, 51—54. Mark. 14, 45—47. Luk. 22, 47—51. Joh. 18, 10. 2) Matth. 26, 55. 56. Mark. 1, 48—52. Luk. 22, 52. 53. Ch/ lassen, keine Si erfunden nicht dri da recht an seine gestorben seid heil 14. Das Die 6 Oberhau ner der! und bant ihn aufs war Kai cher des war. Es der den gut, daß umgebrae mon Peti nach, und Derselbig Hohenpri mit Jesu priesters stund dre Da ging der dem war, hin hat? schrift zesche⸗ Ohr ernis. h Je⸗ n und 8 cund ihn d, als chwer⸗ aus⸗ 1; bin ei euch t keine Aber nd die uf daß e. Da er und Jüng⸗ ch, der ekleidet und n. Er fahren * ien.?) Thränen t ehnen ägt: illen, t. Nark. 14, h. 18, 10. Nark. 14, Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 55 Drittes Hauptstück. Das Leiden Jesu vor dem geistlichen Gericht. Christus hat gelitten für uns und uns ein Vorbild ge⸗ lassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; welcher uns ere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde ab⸗ gestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. 1 Petri 2, 21—24. Nr. 83. Mel. Christus, der uns selig macht. O hilf, Christe, Gottes Sohn, Durch dein bitter Leiden, Daß wir, dir stets unterthan, All Untugend meiden, Deinen Tod und sein Ursach Dafdr⸗ wiens bedenken, afür, wiewohl arm und schwach, Dir Dankopfer schenken. 14. Das verhör vor Hannas. Die Schar aber und der Oberhauptmann und die Die⸗ ner der Juden nahmen Jesum und banden ihn. Und führeten ihn aufs erste zu Hannas, der war Kaiphas Schwäher, wel⸗ cher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Kaiphas, der den Juden riet, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Si⸗ mon Petrus aber folgete Jesu nach, und ein anderer Jünger. Derselbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und ging mit Jesu hinein in des Hohen⸗ priesters Palast. Petrus aber stund draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin und führete Petrum hinein. Aber der Hohe⸗ priester fragte Jesum um seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt. Ich habe alle⸗ zeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammenkommen, und habe nichts im Verborgenen geredet. Was fragst du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen ge⸗ redet habe; siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei stunden, Jesu einen Backen⸗ streich und sprach: Sollst du dem Hohenpriester also ant⸗ worten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so 56 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. beweise es, daß es böse sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich?) Nr. 88. V. 5. Mich laß dein bitter Leiden eich reizen für und für, Mit allem Ernst zu meiden Die sündliche Begier; Daß mir nie komme aus dem Sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 15. Pas verhör vor Kaiphas. Uld Hannas sandte ihn ge⸗ bunden zu dem Hohenpriester Kaiphas, dahin die Schrift⸗ gelehrten und Altesten sich ver⸗ sammelt hatten. Die Hohen⸗ priester aber und Altesten, und der ganze Rat suchten falsch Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihn töteten. Und fan⸗ den keins, wiewohl viele falsche Zeugen herzutraten; denn ihre Zeugnisse stimmten nicht über. ein. Zuletzt traten herzu zwei falsche Zeugen und sprachen: Wir haben gehört, daß er sagte: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und ihre Zeug⸗ nisse stimmten noch nicht über⸗ ein. Und der Hohepriester stand auf unter sie und fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich, bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes. Jesus sprach: Du sagest es; ich bin's! Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sitzen zur rech⸗ ten Hand der Kraft und lommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert; was dürfen wir weiter Zeugnis? Siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehöret. Was dünket euch? Sie aber verdammten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Die Männer aber, die ihn hielten, verspotteten ihn und speieten aus in sein An⸗ gesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber verdeckten ihn und schlugen ihn ins An⸗ gesicht und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist's, der dich schlug? Und viele andere Lä⸗ sterungen sagten sie wider ihn.) Nr. 92. V. 3 u. 4. Wer hat dich so geschlagen, Mein Heil, und dich mit Plagen So übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder Wie wir und unsre Kinder, Von Abelthaten weißt du nicht. Ich, ich und meine Sünden, Die sich wie Körnlein finden Des Sandes an dem Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget, Und das betrübte Marterheer. 1) Matth. 26, 57—67. Mark. 14, 1) Joh. 18, 12—13. 19—23. 53—65. Joh. 18, 24. G 16. Es fü und D Kohlfeu ten im kalt, un aber sta mete sie es hina: aber de Thürhüt dem Lick und sal sprach: mit den Bist du schen Jii nete aber sprach: Ich kenn auch nich über ein hinausgi krähete andere A abermals die dabei auch mit zareth. Bist du einer?ꝰ U Du bist er leugne dazu un! bin's nid Mensche kleine W bekräftige denen, sprach: A der einen Galiläer verrãt di Sohn hwöre Gott, u seist ottes. Sz ich Von n des rech⸗ mmen imels. rseine r hat en wir „ jetzt terung euchꝰ? n alle Todes aber, en ihn n An⸗ n mit deckten 18 An⸗ eissage der dich ere Lä⸗ r ihn.Y½ „, Plagen der x, nicht. en, den er, äget, heer. Nark. 14, 16. Die verlengnung. Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlfeuer gemacht danieden mit⸗ ten im Palast, denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber stand bei ihnen und wär⸗ mete sich, auf daß er sehe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sahe Petrum bei dem Licht, da er sich wärmete und sahe eben auf ihn und sprach: Und du warest auch mit dem Jesu von Galiläa. Bist du nicht auch dieses Men⸗ schen Jünger einer? Er leug⸗ nete aber vor ihnen allen und sprach: Weib, ich bin's nicht. Ich kenne sein nicht, ich weiß auch nicht, was du sagest. Und über eine kleine Weile, als er hinausging nach dem Vorhof, krähete der Hahn. Und eine andere Magd sah ihn und hub abermals an zu sagen denen, die dabei stunden: Dieser war auch mit dem Jesu von Na⸗ zareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete abermals und schwur dazu und sprach: Mensch, ich bin's nicht und kenne auch des Menschen nicht. Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräftiget's ein anderer mit denen, die da standen und sprach: Wahrlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Galiläer und deine Sprache verrät dich. Spricht des Hohen⸗ Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 57 priesters Knecht, ein Gefreun⸗ deter des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sahe ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne des Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, krähete der Hahn zum andern Mal. Und der— Herr wandte sich und sahe Pe⸗ trum an. Da gedachte Petrus an die Worte Jesu, als er zu ihm gesagt hatte: Ehe denn der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen, und ging hinaus und weinete bit⸗ terlich.) Nr. 240. V. 1. Aus tiefer Not schrei ich zu dir; Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein gnädig Ohren kehr zu mir, Und meiner Bitt sie öffen. Denn so du willst das sehen an, Was Sünd und Unrecht ist gethan. Wer kann, Herr, vor dir bleiben? 17. Jesus vor dem Hohen Rat. Des Morgens aber sam⸗ melten sich alle Hohenpriester, Schriftgelehrten und Altesten des Volkes, dazu der Rat über Jesum, daß sie ihm zum Tode hülfen und führeten ihn hin⸗ auf vor ihren Rat und spra⸗ chen: Bist du Christus? Sage es uns! Er aber sprach zu ihnen: Sage ich's euch, so glau⸗ bet ihr nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich doch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen 1) Matth. 26, 69—75. Mark. 14, 66—72. Luk. 22,55—61. Joh. 18, 17. 18, 25—27. chen sie alle: Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr saget's, denn ich bin's. Sie aber sprachen: Was Bist du geraten? dürfen wir weiter Zeugnis? Wir haben's selbst gehört aus seinem Munde.) 22, 66—71. 1) Matth. 27, 1. Mark. 15, 1. Luk. 58 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da spra⸗ 2 Bist du denn Daß man ein solch scharf Urteil hat Nr. 86. V. 1. 4. Herzliebster Jesu, was hast du ver⸗ roch gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten Wie wunderhart. ist doch diese rafe Der gute Hirte leidet fur die Schafe: Die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, Für seine Knechte. Viertes Hauptstück. Das Leiden Jesu vor dem weltlichen Gericht. Ich hielt meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften; mein Angesicht ver⸗ barg ich nicht vor Schmach und Speichel. Jes. 50, 6. Mel. O Gott, du frommer Gott. Seht, welch ein Mensch ist das! O Blicke voller Thränen, O Antlitz voller Schmach, O Lippen voller Sehnen, O Celer voll Todesschweiß, O Seele voller Not, O Herze voll Geduld, O Neb voll Angst und Tod! 18. Das Ende des Judas. Und der ganze Haufe stand auf und banden Jesum, füh⸗ reten ihn von Kaiphas vor das Richthaus und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato; und es war noch frühe. Da das Judas sahe, der ihn verraten hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Altesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich un⸗ schuldig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was gehet's uns an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon, ging hin und erhenkte sich selbst und ist mitten entzwei geborsten und alle seine Eingeweide ausge⸗ schüttet. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rat und kauften um diese Silber⸗ linge, um den Lohn der Un⸗ gerechtigkeit, einen Töpfersacker, zum Begräbnis der Pilger. Und G es ist kt zu Jert daß der wird ar dama, bis auf ist erfül durch det da er si nommei damit b kaufte,! den Kint sie gegel Acker, fohlen h Mitten in Unsre Sü Wo solln Da wir u Zu dir. K Vergossen Das gnug Feiliger eiliger, Heiliger, Du ewige Laß uns Von des Kyrie elei 19. Die J in das 9 nicht un die Oste ging Pil und spra für eine Mensche und spre dieser nig hätten ih wortet. 1) Matt Luk. 28,1.J —. ver⸗ il hat 6 für diese chafe: e, der Ind er n den „ ging st und en und ausge⸗ priester je und t, daß Skasten utgeld. n Rat Silber⸗ er Un⸗ rsacker, er. Und es ist kund worden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache Hakel⸗ dama, das ist ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das da gesagt ist durch den Propheten Jeremiam, da er spricht: Sie haben ge⸗ nommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Ver⸗ kaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel und haben sie gegeben um eines Töpfers Acker, als mir der Herr be⸗ fohlen hat.) Nr. 553. V. 3. Mitten in der Höllen Angst Unsre Sünd uns treiben, Wo solln wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, Das gnug für die Sünde thut. Heiliner Herre Gott, eiliger, starker Gott, Heiliger, barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Trost! Kyrie eleison! 19. Zesus vor pilatus. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Ubelthäter, wir hätten ihn dir nicht überant⸗ wortet. Da sprach Pilatus zu 1) Matth. 27, 2—10. Mark. 15, 1. Luk. 28,1. Joh. 18,28.Apostelg. 1,18.19. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 59 ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten; auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde.!) 20. Zesus ein König. Da fingen an die Hohen⸗ priester und die Altesten ihn hart zu verklagen und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet und verbeut, den Schoß dem Kaiser zu ge⸗ ben und spricht, er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und rief Jesu und fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben's dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener wür⸗ den drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet wür⸗ de. Aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagest es. Ich bin ein König, ich bin dazu geboren und in die Welt ge⸗ 1) Joh. 18, 28—32. 60 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. kommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahr⸗ heit ist, der höret meine Stim⸗ me. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden und sprach zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.) Nr. 182. V. 1. u 6. König, dem kein König gleichet, Dessen Ruhm kein Mund erreichet, Dem als Gott das Reich gebühret, Der als Mensch das Scepter führet, Dem das Recht gehört zum Throne, Als des Vaters eingem Sohne, Den so viel Vollkommenheiten Krönen, zieren und begleiten: Herrsche auch in meinem Herzen Über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schutz genießen; Laß mich dich im Glauben küssen, Ehren, fürchten, loben, lieben Und mich im Gehorsam üben, ot mit leiden, hier mit streiten, ort mit herrschen dir zur Seiten. 21. Jesus vor Herodes. Und da er verklaget ward von den Hohenpriestern und Altesten, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn aber⸗ mals und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen! Hörest du nicht? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also, daß sich der Landpfleger auch sehr verwunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget, damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Land und hat in Galiläg angefan⸗ gen, bis hieher. Da aber Pila⸗ Luk. 23. 2—4. Joh. 18, 33—38. tus Galiläam hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodes Obrigkeit war, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gern gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret und er hoffete, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohen⸗ priester aber und Schriftge⸗ lehrten standen und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesind verlachte und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander; denn zuvor waren sie einander feind. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt die⸗ sen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende. Und siehe, ich habe ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der Sachen keine, deren ihr ihn beschuldigt; He⸗ rodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt. Und siehe, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes wert sei. Darum will ich ihn züch⸗ tigen und los lassen.) 41) Matth.27, 12—14. Mark.14,4.5. Luk. 23, 5—16. Tausend Liebster 22.8 Auf der Lan! heit, der genen l begehrter der Zei einen so der hieß um eine Stadt g eines M fängnis Volk gin er thäte, da sie ve wortete habt ein einen l Welchen losgebeꝰ sum, de den ma Denn er Hohenpri antworte auf dem sein Wei ihm sage schaffen denn ich l im Tra Aber di Altesten ten das ragte äre? 5 er war, odes, agen Da ward e ihn n er t und eichen fragte ortete ohen⸗ riftge⸗ lagten mit e und m ein sandte Auf 8 und ander; tander sef die bersten n und bt die⸗ bracht, wende. jn vor in dem keine, t; He⸗ ch habe Und zuf ihn es wert n züch⸗ rk.14,4.5. — Nr. 97. V. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, Dich mit Donuen Schimpf belegt Und mit Dornen gar gekrönet. Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergötzen, Mir die Ehrenkron aufsetzen, Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 22. Zesus und Barrabas. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger, nach Gewohn⸗ heit, dem Volk einen Gefan⸗ genen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barrabas, welcher war um eines Aufruhrs, so in der Stadt geschehen war, und um eines Mordes willen ins Ge— fängnis geworfen. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, ant⸗ wortete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich einen los gebe auf Ostern. Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam oder Je⸗ sum, den König der Juden, den man nennet Christus? Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid über⸗ antwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und Altesten überredeten und reiz⸗ ten das Volk, daß sie um Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 61 Barrabam bitten sollten und Jesum umbrächten. Da ant⸗ wortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll los geben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barrabam los! Da rief Pilatus abermals zu ihnen und wollte Jesum los lassen und sprach: Was soll ich denn mit Jesu machen, den man Christus nennet? Sie schrieen abermals: Kreuzige, kreuzige ihn! Er aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat er denn Übles ge⸗ than? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Aber sie schrieen noch viel mehr und sprachen: Kreu⸗ zige ihn! Und sie lagen ihm an mit großem Geschrei und forderten, daß er gekreuzigt würde. Und ihr und der Hohen⸗ priester Geschrei nahm über⸗— hand.! Nr. 86. V. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt: Der Böse lebt, ltainn Gott miß⸗ elt andelt. Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen: Gott wird gefangen. 23. Die Geißelung. Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die Kriegs⸗ knechte aber des Landpflegers führeten ihn hinein in das 1) Matth. 27, 15—23. Mark. 15, 16—19. Joh. 19, 1—13. 62 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Richthaus und riefen zusam⸗ men die ganze Rotte, und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Krone von Dor⸗ nen, und setzten sie auf sein Haupt und gaben ihm ein Rohr in seine Hand und beugten die Kniee vor ihm und spotteten ihn und fingen an ihn zu grüßen und sprachen: Gegrüßet seist du, König der Juden! Und schlugen ihn ins Angesicht und speieten ihn an und nah⸗ men das Rohr und schlugen damit sein Haupt und fielen auf die Knie und beteten ihn an.) Nr. 97. V. 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Ban⸗ Du gerechter Gottessohn,[den, Mich Elenden zu erretten Von des Teufels Sündenketten. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 24. Sehet, welch ein Mensch. Da ging Pilatus wieder her⸗ aus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und Purpur⸗ kleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrien sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus sprach zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und kreu⸗ ziget ihn; denn ich finde keine 1) Matth. 27, 27—30. Mark. 15, 16—19. Joh. 19, 1—3. Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn ge⸗ macht. Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch viel mehr und ging wieder hinein in das Richthaus und sprach zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pi⸗ latus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreu⸗ zigen, und Macht habe, dich los zu geben? Jesus antwor⸗ tete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben: darum, der mich dir überant⸗ wortet hat, der hats größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn los ließe.) Nr. 91. V. 1. O Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn; O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornenkron; O Haupt, sonst schön gekrönet Mit höchster Ehr und Zier, Jetzt aber hoch verhöhnet: Gegrüßet seist du mir! 25. Die Verurteilung. Die Juden aber schrien und sprachen: Lässest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht! Denn wer sich zum Kö⸗ nig macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum her⸗ aus und setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die 9 Joh. 19, 4—12. E da hei Hebräise war abe Ostern Und er Sehet, Sie schr mit dem Pilatus euren K Hohenpr haben ke Kaiser. daß eren daß viel ward, g genug zu daß ihre Wasser, vor dem bin unsch J Mit eine werden. 26. Der Da na Jesum, z aus und der an daß sie il trug sein den ben esetz hat ge⸗ Jort noch eder und men ihm Pi⸗ nicht daß kreu⸗ dich wor⸗ Nacht nicht eben: rant⸗ ößere ichtete ieße.) unden, hn; den et g. n und n los, Freund m Kö⸗ er den 3 Wort m her⸗ uf den tte, die da heißet Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in den Ostern um die sechste Stunde. Und er sprach zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrien aber: Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, gedachte er dem Volk genug zu thun und urteilete, daß ihre Bitte geschehe, nahm Wasser, und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 63 dieses Gerechten; sehet ihr zu! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kin⸗ der! Da gab er ihnen Barra⸗ bam los, der um Aufruhrs und Mordes willen war ins Gefängnis geworfen, um wel⸗ chen sie baten; Jesum aber, gegeißelt und verspottet, über⸗ gab er ihrem Willen, daß er gekreuziget würde.) Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Jesu, du hast weggenommen Meine Schulden durch dein Blut; Laß es, o Erlöser, kommen Meiner Seligkeit zu gut; Und dieweil du so zerschlagen, Hast die Sünd am Kreuz getragen, Ach, so sprich mich endlich frei, Daß ich ganz dein eigen sei. 1) Matth. 27, 24—26. Mark. 15, 15. Joh. 19, 12—16. Luk. 23, 24. 25. Fünftes Hauptstück. Jesu Kreuzigung, Tod und Begräbnis. Mit einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet, die geheiliget werden. Hebr. 10, 14. Nr. 90. V. 1. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld, Der Welt und ihrer Kinder; Es geht und träget in Geduld, Die Sünden aller Sünder. Es geht dahin, wird matt und krank, Ergiebt sich auf die Würgebank, Verzeiht sich aller Freuden; Es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod Und spricht: Ich wills gern leiden. 26. Der Gang nach Golgatha. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Klei⸗ der an und führten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Krenz. Und indem sie hinaus gingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging, von Cyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater Alexandri und Rufi war; den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, 64 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge. Es folgete ihm aber nach ein gro⸗ ßer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kin⸗ der. Denn sehet, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Un⸗ fruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben! Dann werden sie anfahen zu sa⸗ gen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Bedecket uns! Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden?) Nr. 98. V. 3. Aber laß mich nicht allein Deine Marter sehen; Laß mich auch die Ursach fein Und die Frucht verstehen. Ach die Ursach war auch ich, Ich und meine Sünde; Diese hat gemartert dich, Daß ich Gnade finde! 27. Die Kreuzigung. Es wurden aber auch hin⸗ geführet zween andere Übel⸗ thäter, daß sie mit ihm ab⸗ gethan würden. Und sie brach⸗ ten ihn an die Stätte, die da heißt auf Hebräisch Golgatha, das ist verdolmetscht Schädel— stätte. Und sie gaben ihm ver⸗ myrrheten Wein(Essig mit Galle) zu trinken, und da er es schmeckete, wollte ers nicht trinken. Und sie kreuzigten ihn an der Stätte Golgatha, und zween Übelthäter mit ihm, einen zur rechten und einen zur linken Hand, Jesum aber mitten inne. Und die Schrift ist erfüllet, die da saget: Er ist unter die Ubelthäter ge⸗ rechnet.) Nr. 92. V. 1. Mel. Nun ruhen alle Wälder. O Welt, sieh hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. Und es war die dritte Stun⸗ de, da sie ihn kreuzigten. Jesus aber sprach: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun.?) Nr. 242, V. 2. Mein Sünd' sind schwer und über⸗ Und reuen mich von Herzen;(groß Derselben mach mich frei und los Durch deinen Tod und Schmerzen; Und zeig mich deinem Vater an, Daß du hast gnug für mich gethan, So werd ich frei der Sündenlast. 8 halt mir fest, es du dich mir versprochen hast. 25. Die überschrist. Pilatus aber schrieb eine Aberschrift, geschrieben, was man ihm schuld gab, die Ur⸗ sache seines Todes, und setzete sie auf das Kreuz, oben zu seinem Haupt. Es war aber geschrieben: Jesus von Naza⸗ reth der Juden König. Diese Matth. 27,31. 32. Mark. 15, 20. 21. Luk. 25, 26—31. Joh. 10, 17. 1) Matth. 27, 33.34. Mark. 15,22. 23. Luk. 23, 32. 33. Joh. 19, 17. 18. 2) Luk. 23, 34. Ge Überschri denn die der Stad ist. Und auf hebr. lateinisch chen die; den zu P Der Ju daß er g der Juder wortete: habe, das Die Krie sum gekre sie seine vier Teil Kriegskne auch den war unge gewirket d sprachen Lasset un sondern d sein soll, de die S Sie habe ter sich über mei geworfen. und hüte thaten die das Volk Nun, wag⸗ — alles ich 27 du au he Der Zorr Gieb mir Den Anb ) Matth 26. Luk. 23, M. R. nicht izigten gatha, t ihm, einen naber Schrift t: Er er ge⸗ ilder. en hweben, 1 großem t. Stun⸗ Jesus vergieb 1 nicht, ud über⸗ Igroß und los hmerzen; er an, h gethan, denlast. hen hast. st. eb eine 1, was die Ur⸗ d setzete oben zu har aber 1 Naza⸗ Diese rk. 15, 22. 9, 17.18. — Überschrift lasen viele Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. Und es war geschrieben auf hebräische, griechische und lateinische Spruche. Da spra⸗ chen die Hohenpriester der Ju⸗ den zu Pilato: Schreibe nicht: Der Juden König; sondern daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus ant⸗ wortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Die Kriegsknechte, da sie Je— sum gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, einem jeglichen Kriegsknecht ein Teil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Lasset uns den nicht teilen, sondern darum losen, wes er sein soll, auf daß erfüllet wür⸗ de die Schrift, die da saget: Sie haben meine Kleider un⸗ ter sich geteilet, und haben über meinen Rock das Los geworfen. Und saßen allda und hüteten sein. Solches thaten die Kriegsknechte, und das Volk stand und sahe zu.) Nr. 91, V. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, Ist alles meine Last. Ich, ich hab es verschuldet, Was du getragen hast. Schau her! hier steh ich Armer, Der Zorn verdienet hat. Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad! — ö 9 Matth. 27,38.34. Mark. 15, 24. 26. Luk. 23, 34. 38. Joh. 19, 19—24. M. R. Gesangbuch. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 6⁵ 29. Die Verspottung. „Die aber vorüber gingen, lästerten ihn und schüttelten die Köpfe und sprachen: Pfui dich,‚ wie fein zerbrichst du den Tem⸗ pel und bauest ihn in dreien Tagen! Hilf dir selber. Bist du Gottes Sohn, so steig her⸗ ab vom Kreuz. Desgleichen auch die Hohenpriester verspot⸗ teten ihn unter einander mit den Schriftgelehrten und Al-— testen samt dem Volk und spra⸗ chen: Er hat andern geholfen und kann ihm selber nicht hel⸗ fen. Ist er Christus, der Kö⸗ nig von Israel, der Auser⸗ wählte Gottes, so helf er ihm selber und steige nun vom Kreuz, auf daß wir sehen und glauben ihm. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, lüstet es ihn! Denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Dasselbige rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gekreuziget waren, und ver⸗ schmäheten ihn. Es verspot⸗ teten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber!/½ Nr. 93. B. 1. Sei mir tausendmal gegrüßet, Der mich je und je geliebt; Jesu, der du selbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, Wenn ich knien und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest Und um meine Seele wirbest. 1) Matth. 27, 39—44. Mark. 15, 29—32. Luk. 23, 35—37. 36 66 30. Der Schächer. Aber der Ubelthäter einer, die da gehenket waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns! Da antwortete der andere, strafete ihn und sprach: Und du fürch⸗ test dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Ver⸗ dammnis bist? Und zwar wir sind billig drinnen; denn wir empfahen, was unsere Thaten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein!)) Nr. 278. V. 1. Mein Heiland nimmt die Sünder an, Die unter ihrer Last der Sünden Kein Mensch, kein Engel trösten kann, Die nirgend Ruh und Rettung finden. Den selbst die weite Welt zu klein, Die sich und Gott ein Greuel sein; Den Moses schon den Stab gebrochen Und sie der Hölle zugesprochen, Wird diese Freistatt aufgethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an! 31. Jesus und seine Mutter. Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Ma⸗ ria, Kleophas Weib, und Ma⸗ ria Magdalena. Da nun Je⸗ sus seine Mutter sahe und den Jünger dabei stehen, den er sehr lieb hatte, sprach er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Darnach sprach er zu dem Jünger: 9 Luk. 23, 39—43. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Siehe, das ist deine Mutter! Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich.) Mel. Wer nur den lieben Gott läßt. Ich bins gewiß, mich kann nichts scheiden Von meinem Heil, von meinem Gott; Was frag ich nach Welt, Kreuz und Leiden, Was acht ich Not, Tod, 0 und Spott Mir bleibt gewiß, was Gott ver⸗ richt; Ich weiß: mein Jesus läßt mich nicht. 32. Die Gottverlassenheit. Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Finster⸗ nis über das ganze Land, bis an die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, Lama Asabthani! Das ist verdolmetschet: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen![Matth. 27, 45. 46.] Etliche aber, die da standen, da sie das höreten, sprachen sie: Der rufet dem Elias.) Nr. 88. V. 2. O Wunder ohne Maßen, Wenn mans betrachtet recht! Es hat sich martern lassen Der Herr für seinen Knecht; Es hat sich selbst der wahre Gott Für mich verlornen Menschen Gegeben in den Tod! 33. Der Tod Jesu. Darnach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, sprach er: Mich dürstet![Joh. Joh. 19, 25—27. 2) Matth. 27, 45—47. Mark. 15, 4 33. 35. Luk. 23, 44. 45. Kraft deiner Ge 19, 28. voll Essi⸗ unter ihn Schwami Essig, un Rohr und Mund, u andern a laß sehen und ihn 5 8 um Der——— Und die pr Deiner Fü O wer kar Den so ho— Deinen Di Völlig fass Da nu genommen Es ist vollb Und abe und sprach meinen Ge Luk. 23, das gesagt, und gab se N Wann ich ei So scheide n Wann ich de So tritt du Wann mir a Wird um da So reiß mick 34. Die Wu Und sieh im Tempe Stücke, vor aus. Und und die Fe 9 Matth.2 36. 37. Joh. utter! hm sie tt läßt. nichts n Gott; reuz und ohn und ott ver⸗ lich nicht. heit. sechste Finster⸗ nd, bis und die Schein. Stunde sprach: abthani! : Mein rum hast atth. 27, „die da höreten, fet dem cht! icht hre'Gott schen esu. 8 wußte, acht war, et würde, tet! Joh. Mark. 15, 19, 28.] Da stund ein Gefäß voll Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Essig, und steckte ihn auf ein Rohr und hielts ihm dar zum Mund, und tränkete ihn. Die andern aber sprachen: Halt, laß sehen, ob Elias komme und ihn herabnehme. Nr. 93. V. 2. Der geitäntten Wunden l Und die purpurroten Flüsse Deiner Füß und Nägelmal. O wer kann doch, schönster Fürst, Den so hoch nach uns gedürst, Deinen Durst und Liebsverlangen Völlig fassen und umfangen! Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht![Joh. 19, 30.] Und abermals rief er laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Luk. 23, 46.] Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und gab seinen Geist auf.) Nr. 91. V. 9. Wann ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wann ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür; Wann mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Angsten, Kraft deiner Angst und Pein. 34. Die Wunder bei Zesu Tode. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebete, und die Felsen zerrissen, und 1) Matth. 27, 48—50. Mark. 15, 36. 37. Joh. 19, 28—30. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 67 die Gräber thaten sich auf; und stunden auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahre⸗ ten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei ver⸗ schied, und sahen das Erdbeben, und was da geschah, erschraken sie sehr, und preiseten Gott und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch ge⸗ wesen und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust, und wandten wieder um.“)) Nr. 85. V. 1 u. 2. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist Und hast uns durch dein teures Blut Vor Gott gemacht gerecht und gut. Und bitten dich, 2156ott, l. und ott, Durch deine heilgen Wunden rot, Erlös uns von dem ewgen Tod Und tröst uns in der letzten Not. 35. Die Durchstechung der Seite Jesu. Es standen aber alle seine Verwandte von fern, und viel Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, und sahen das alles. Unter welchen war Maria Magdalena und Ma⸗ ria, des kleinen Jakobs und ) Matth. 27, 51—54. Mark. 15, 38. 39. Luk. 23, 45. 47. 48. 36* ————————————————m——m—————————— 2—2 —— 4 —e 68 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebe⸗ däi, welche ihm nachgefolget waren, da er in Galiläa war, und gedienet, und viel andere, die mit ihm hinauf gen Je⸗ rusalem gegangen waren. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname an dem Kreuz blieben am Sabbath(denn desselbigen Sabbaths Tag war groß), ba⸗ ten sie Pilatum, daß ihre Ge⸗ beine gebrochen und abgenom⸗ men würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine, und dem an⸗ dern, der mit ihm gekreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon ge⸗ storben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugnis ist wahr, und derseldige weiß, daß er die Wahrheit sagt, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift er⸗ füllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermals spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben.“) Nr. 95. V. 1 u. 2. Die Seele Christi heilge mich, Sein Geist versenke mich in sich, Sein heilger Leib, für mich verwundt, Der mach mir Leib und Seel gesund. Matth.27,55.56. Mark.15,40.41. Luk. 23, 49. Joh. 19, 31—37. Das Wasser, welches auf den Stoß Des Speer s aus seiner Seiten floß, Das sei mein Bad und all sein Blut Erquicke mir Herz, Sinn und Mut 36. Die Krenzabnahme. Darnach am Abend, dieweil es der Rüsttag war, welcher ist der Vorsabbath, kam Jo⸗ seph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Ratsherr, ein guter from⸗ mer Mann; der hatte nicht gewilligt in ihren Rat und Handel; welcher auf das Reich Gottes wartete, denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden. Der wagte es und ging hin⸗ ein zu Pilato und bat, daß er möchte abnehmen den Leich⸗ nam Jesu. Pilatus aber ver⸗ wunderte sich, daß er schon tot war, und rief den Hauptmann und fragete ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als ers erkundet von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu.) 37. Das Begräbnis. Und Joseph kaufte eine Lein⸗ wand. Es kam aber auch Niko⸗ demus, der vormals bei der Nacht zu Jesu kommen war, unter einander, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abgenom⸗ men war, und wickelten ihn in eine reine Leinwand, und ban⸗ den ihn in leinene Tücher miit ) Matth. 27, 57. 58. Mark. 15 42—45. Luk. 23,50—52. Joh. 10, und brachte Myrrhen und Aloe Ges Spezereie gen zu be an der S ward, ei Garten ei Josephs, hauen in ches niem Daselbst um des Juden, d brach und Und wäl Stein vo bes und war aber dalena, u setzten sie Auch and Jesu war Galiläa, und wie se Sie kehr bereiteten Salben, über war Gesetz.) Nr. Mel. O D So ruhest In deiner Und erwecktf Meine tote 1) Matt 46.47. Lyk. n Stoß en floß, in Blut id Mut ne. dieweil welcher m Jo⸗ Stadt Mann, from⸗ e nicht at und 8 Reich er war eimlich, Juden. ng hin⸗ at, daß in Leich⸗ ber ver⸗ schon tot üptmann r längst als ers ptmann, Leichnam nis. ine Lein⸗ uch Niko⸗ bei der nen war, und Aloe hundert n sie den abgenom⸗ en ihn in und ban⸗ ücher mit Mark. 15, Joh. 19,38 Spezereien, wie die Juden pfle⸗ gen zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuzigt ward, ein Garten, und im Garten ein neu Grab; das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einen Fels, in wel⸗ ches niemand je geleget ward. Daselbst hin legten sie Jesum, um des Rüsttags willen der Juden, daß der Sabbath an⸗ brach und das Grab nahe war. Und wälzeten einen großen Stein vor die Thür des Gra⸗ bes und gingen davon. Es war aber allda Maria Mag⸗ dalena, und Maria Joses, die setzten sich gegen das Grab. Auch andere Weiber, die da Jesu waren nachgefolget von Galiläa, beschaueten, wohin und wie sein Leib geleget ward. Sie kehreten aber um und bereiteten die Spezereien und Salben, und den Sabbath über waren sie still nach dem Gesetz.) Nr. 108. V. 1 u. 7. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. So ruhest du, o meine Ruh, In deiner Grabeshöhle, Und erweckst durch deinen Tod Meine tote Seele. ) Matth. 27, 59—61. Mark. 15, 46.47. Lrk. 23,56.57. Joh. 19,39—42. Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu Christi. 69 Indes will ich, mein Jesu, dich In meine Seele senken, Und an deinen bittern Tod Bis zum Tod gedenken, 38. Die versiegelung des Grabes. Des andern Tages, der da folget nach dem Rüsttag, ka⸗ men die Hohenpriester und Pharisäer sämtlich zu Pilato und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebete: Ich will nach dreien Tagen auf⸗ erstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen zum Volk: Er ist auferstanden von den Toten; und werde der letzte Betrug ärger denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter; gehet hin und verwahrets, wie ihr wisset. Sie gingen hin und ver⸗ wahreten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein.) Nr. 97. V. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not; Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben, bittern Tod, Für dein Zittern, für dein Zagen, Für dein tausendfaches Plagen, Für dein Ach und tiefe Pein Will ich ewig dankbar sein. 1 Matth. 27, 62—66. —.....‚.‚.‚.‚.‚‚‚‚‚.‚‚——‚.‚.————— '?᷑,;“,¶fRä —..————— ——A———3 — Beschreibung, wie das der Stadt Jerusalem angedrohte Gericht Gottes vollzogen, und die Stadt zerstört wurde. Als das vormals von Gott so hoch begnadigte Volk der Juden das Maß seiner Sünden durch die Ver⸗ werfung des Sohnes Gottes erfüllt hatte, ward es von den Strafgerich⸗ ten Gottes getroffen, die durch Mo⸗ sen und die Propheten und von dem Sohne Gottes selber ihm zuvor an⸗ Sei in waren. Das Werkzeug hier⸗ ei in Gottes Hand waren die Rö⸗ mer, ein Volk von ferne her, des Sprache sie nicht kannten, das wie ein Adler flog, ein freches Volk, das nicht ansah die Person der Al⸗ ten, noch schonte der Jünglinge; wie denn schon Moses bezeugt hatte, daß ein solches Volk über sie kom⸗ men würde, wenn sie der Stimme ihres Gottes nicht gehorchten.(5 Mos. 28, 49.) Das Strafgericht sel⸗ ber ward aber also vollzogen. Nachdem die Juden Jesum Chri⸗ stum verworfen und gekreuzigt hat⸗ ten, wurden sie hingegeben in ver⸗ kehrten Sinn, zu thun, was nicht taugt. Sie übertraten immer augen⸗ fälliger die heiligen Gebote Gottes und setzten ihre ganze Religion nur in eine abergläubische Beobachtung äußerlicher Gebräuche. Die Unge⸗ rechtigkeit nahm zu, und die Liebe erkaltete. Vornehme und Geringe überließen sich mit frechem Leichtsinn allen Lastern. Uppigkeit, Unordnun⸗ gen und Spaltungen zeigten sich allenthalben. Jerusalem und das anze Land ward mit Räubern und ördern angefüllt. Der Greuel der Verwüstung stand an der heiligen Stätte. Die römischen Landpfleger steuerten solchen Unordnungen nicht nur nicht, sondern förderten sie wohl ar, um dann bei dem nachherigen inschreiten desto größere Erpres⸗ sungen und Gewaltthätigkeiten sich erlauben zu können. So nahm z. B. der Landpfleger Gessius Florus ein⸗ mal bei Unterdrückung eines Auf⸗ standes einen Teil des Tempel⸗ schatzes für sich weg, ließ 3000 Ju⸗ den in Jerusalem niederhauen und viele Vornehme geißeln und kreu⸗ zigen. Solch Verfahren erbitterte denn wieder die Juden und reizte sie um so mehr, das ohnehin ver⸗ haßte Joch der Römer abzuwerfen, so daß Rotten und Aufruhr nichts Seltenes waren. Als nun gar die Juden über Cestius, den Landpfleger von Syrien, der auch einmal zur Unterdrückung eines solchen Auf⸗ ruhrs herbeigekommen war, einen kleinen Sieg davongetragen hatten und überdies gerade damals die An⸗ kunft eines weltlichen Messias recht zuversichtlich erwarteten, brach der Aufstand im ganzen Lande aus und ward der Krieg gegen die Römer beschlossen. Die Mauern Jerusalems wurden ausgebessert und befestigt, der Feldherr Josephus mit einem Heere von 100 000 Mann nach Ga⸗ liläa geschickt, um dort den Römern entgegen zu treten, wenn sie von Syrien aus ins Land kommen wür⸗ den; und alles übte sich in den Waffen. Die Christen in Jerusalem jedoch, eingedenk der Weissagung und des Besehls des Herrn, sahen das Gericht Gottes herannahen und flohen über die Berge nach Pella am jenseitigen Ufer des Jordan. Die Römer ließen nicht lange auf sich warten, und die Adler sammel⸗ ten sich. Der römische Feldherr Ve⸗ spasianus drang mit einem mächti⸗ gen Heere in Galiläa ein und un⸗ terwarf eine Stadt nach der andern. Josephus, der sich im offnen Felde nicht halten konnte, warf sich in die starke Veste Jotapata bei Tiberias und widerstand dort sieben Wochen lang dem Feinde. Da erstiegen aber in einer neblichten Nacht die römi⸗ schen Soldaten die Mauern, und alles, was Waffen trug, ward nie⸗ dergemetzelt. Josephus selber ent⸗ kam und flüchtete mit 29 Juden in die trocknen Wasserleitungen der Stadt, wo einige mitleidige Frauen ihn und se ernährten. von den R Begleiter t nicht den fallen; Jo gefangen Vespasian als Gefar bleiben mu wiß nicht denn Gott ben, der d richte aller und Josep Feldherr, ter Geschic auch die e und der Ze Augenzeuge drang nun ein und we Jerusalem Rom zum Er eilte überließ di Krieges sei um Jerusf schlug. In Jeruf von allerle send Jude teils um teils um h ern Schutz aber in der tracht. D standen sie 1) die Par Die An die Außen hatte; 2) d die unter fers für de heit die gri übten, und des Johan mittlere S 3) die Pau 20 000 Id Tempels sig drei Parteig seitig mit den Joseph seiner Zeit tracht herz ottes ten und id kreu⸗ rbitterte d reizte hin ver⸗ werfen, r nichts gar die Idpfleger mal zur en Auf⸗ „ einen 1 hatten die An⸗ ias recht rach der aus und Römer cusalems befestigt, it einem nach Ga⸗ Römern sie von ien wür⸗ in den erusalem issagung , sahen ahen und ch Pella rdan. lange auf sammel⸗ herr Ve⸗ 1 mächti⸗ und un⸗ r andern. len Felde sich in die Tiberias 1 Wochen egen aber die römi⸗ rn, und vard nie⸗ ber ent⸗ Juden in igen der ze Frauen ihn und seine Begleiter insgeheim ernährten. Er ward jedoch auch hier von den Römern entdeckt; seine 29 Begleiter töteten sich gegenseitig, um nicht den Heiden in die Hände zu fallen; Josephus selber aber ließ sich gefangen nehmen und ward von Vespasian dahin begnadigt, daß er als Gefangener in seinem Zelte bleiben mußte. Und das geschah ge⸗ wiß nicht ohne göttliche Zulassung; denn Gott wollte einen Zeugen ha⸗ ben, der die Erfüllung seiner Ge⸗ richte aller Welt verkündigen könnte; und Josephus war nicht bloß ein Feldherr, sondern auch ein gelehr⸗ ter Geschichtschreiber und hat denn auch die Geschichte dieses Krieges und der Zerstörung Jerusalems als Augenzeuge beschrieben. Vespasian drang nun weiter siegreich in Judäa ein und war schon in die Nähe von Jerusalem gekommen, als er in Rom zum Kaiser ausgerufen ward. Er eilte deshalb nach Rom und überließ die weitere Führung des Krieges seinem Sohne Titus, der um Jerusalem eine Wagenburg schlug. In Jerusalem selber wimmelte es von allerlei Volk; denn viele tau⸗ send Juden waren dorthin geeilt, teils um die Stadt zu schützen, teils um hinter ihren starken Mau⸗ ern Schutz zu suchen. Es herrschte aber in der Stadt die größte Zwie⸗ tracht. Drei Parteien insonderheit standen sich einander gegenüber: 1) die Partei Simons, eines vor⸗ maligen Räuberhauptmanns, der die Außenwerke der Stadt inne hatte; 2) die Zeloten, d. h. Eiferer, die unter dem Vorwande des Ei⸗ fers für den Glauben und die Frei⸗ heit die größten Grausamkeiten ver⸗ übten, und die unter Anführung des Johannes von Giscala die mittlere Stadt besetzt hielten, und 3) die Partei Eleasers, der, von 20 000 Idumäern unterstützt, des Tempels sich bemächtigt hatte. Diese drei Parteien bekämpften sich gegen⸗ seitig mit Schwert, Feuer und Dolch. Der Hohepriester Ananias, den Josephus als den besten Mann seiner Zeit schildert und der Ein⸗ tracht herzustellen suchte, ward nebst Von der Zerstörung der Stadt Jerusalem. 71 12 000 angesehenen Einwohnern um⸗ gebracht. Johannes von Giscala drang mit seinen Bewaffneten in den Tempel ein, den Eleaser geöffnet hatte, um das Volk zum Opfer zu⸗ zulassen, bemächtigte sich des Tem⸗ pels und richtete ein entsetzliches Blutbad an, worin Tausende um⸗ kamen, wie jene Galiläer, deren Blut Pilatus samt ihrem Opfer vermischt hatte. Tag und Nacht hörte man nichts als das Geschrei der Kämpfenden und den Jammer der Trauernden. Die Töchter Je⸗ rusalems weinten über sich selbst und über ihre Kinder. Inzwischen hatte nun auch Titus die Stadt von außen belagert und an allen Orten geängstet. Am 15. Tage stießen die Römer mit ihren Sturmböcken, die ein Rabbiner jener Zeit das Schwert des Würgengels nennt, die äußerste Mauer ein; und neun Tage nachher ward auch die innere Mauer erobert. Die Römer drangen in den zunächst gelegenen Teil der Stadt, und Ströme Bluts flossen in den engen Gassen. Dar⸗ auf richtete Titus seinen Angriff gegen den Tempel und die Burg Intonia. Um den Tempel zu er⸗ halten und das Blutvergießen zu vermeiden, ließ er zuvor den Ju⸗ den Frieden anbieten, wenn sie sich ergeben wollten; allein die Juden wollten nichts von einer Übergabe wissen. Und doch war die Not in der Stadt aufs höchste gestiegen. Eine furchtbare Hungersnot pei⸗ nigte die Verteidiger. Bewaffnete drangen in alle Häuser, Lebensmit⸗ tel aufzusuchen. Eltern und Kinder rissen einander die Speise vor dem Munde weg. Man aß das Leder der Schuhsohlen und die Riemen an den Schilden. Man suchte in den Düngerhaufen nach Knochen. Leichen Verhungerter lagen in den Straßen und verpesteten die Luft. Ja, es geschah, was Moses auch zuvor verkündigt hatte: eine vor⸗ nehme Frau,„ein Weib, das zuvor zärtlich und in Lüsten gelebt, daß sie nicht hat versucht ihre Füße auf die Erde zu setzen vor Zärt⸗ lichkeit und Wollust, hat ihr ei⸗ gen Kind beimlich geschlachtet und 72 Von der Zerstörung der Stadt Jerusalem. gegessen in dem Mangel, Angst und Not, womit die Stadt von den Feinden gedrängt ward.“ Als dies Titus hörte, 900 er seine Hände gen Himmel und rief Gott zum Zeugen an, daß er unschuldig an diesen Greueln sei, da er wieder⸗ holt Frieden angeboten habe. Viele Juden in Jerusalem suchten dem Elend dadurch zu entgehn, daß sie des Nachts heimlich aus der Stadt flohen. Allein sie wurden von den Römern ergriffen und fanden keine Gnade bei ihnen. Als sich einst das Gerücht verbreitete, die geflüchteten ZJuden hätten Gold verschluckt, schnitten die römischen Soldaten in einer Nacht 2000 gefangenen Juden die Bäuche auf, um Gold in ihren Eingeweiden zu suchen. Die meisten der Geflüchteten wurden aber von den Römern gekreuzigt, das Ange⸗ sicht gegen die Tempelmauern ge⸗ richtet, so daß nach kurzer Zeit die Juden von der Zinne ihres Tempels Tausende ihrer Brüder am Kreuze mußten hängen sehn. Das Blut des auf Golgatha von ihnen Ge⸗ kreuzigten kam über sie und über ihre Kinder. Titus hatte unterdes die Belage⸗ rung fortgesetzt und auch die Bur Antonia erobert, so daß nur noch der Tempel mit seinen Nebengebäu⸗ den und einigen Mauertürmen in der Gewalt der Juden waren. Um Tempel und Menschen zu schonen, ließ Titus den Juden nochmals Frieden anbieten und ihnen na⸗ mentlich vorstellen, wie ihr Heilig⸗ tum zu Grunde gehen würde, wenn der Kampf fortgesetzt werde. Allein abermals vergebens!„Nun, so sei es denn!“ rief Titus.„Wir wol⸗ len den Kampf fortsetzen; aber den Tempel will ich auch gegen euern Willen erhalten.“ Doch er konnte mit aller seiner Macht nicht das Haus erhalten, von dem der Herr gesagt hatte, daß an ihm kein Stein auf dem andern bleiben sollte.— Die Römer berannten von neuem die Mauern und eroberten bald die beiden nördlichen Vorhallen des Tempels, die eine Beute der Flam⸗ men wurden. Nach sechs Tagen unaufhörlichen Stürmens wurden endlich auch die östlichen Vorhallen erobert und niedergebrannt. Dar⸗ auf ging es an den Tempel selbst. Titus hatte verboten, Feuer an das Gebäude zu legen; ein Soldat stieg aber dennoch, als der Kampf am hitzigsten war, einem andern auf die Schultern und warf einen Feuerbrand durch das Lanan Fen⸗ ster in den Tempel. Es zündete; die Flammen griffen um sich, und in kurzer Zeit brannte der Tempel lichterloh, daß an ein Löschen nicht zu denken war. Da stieg die Wut und Verzweiflung der Juden aufs höchste. Der ganze Tempelberg ward ein Leichenhaufen. In wenigen Stunden lag der Tempel in Asche. 6000 Weiber und Kinder, die ein falscher Prophet auf die flachen Dächer des Tempels, als auf eine sichere Burg, geführt hatte, kamen in den Flammen um. Und das ge⸗ schah am 10. August des Jahres 70 nach Christi Geburt. Da Titus sah, daß der Tempel, „das Prachtstück des römischen Rei⸗ ches“, wie er ihn nannte, zerstört war, gab er Befehl, nun auch die ganze Stadt niederzubrennen und dem Erdboden gleich zu machen. Nur drei Mauertürme sollten ste⸗ hen bleiben, aus denen die Juden zuletzt selbst geflohen waren und die so fest waren, daß Titus, als er sie besichtigte, ausrief:„Gott selbst hat die Juden aus diesen Bollwer⸗ ken getrieben; denn was hätten wir mit unsern Werkzeugen gegen solche Türme ausrichten können!“ Der Befehl des Titus ward so pünktlich vollzogen, daß man, wie Josephus berichtet, bald nicht mehr glauben konnte, es habe hier je eine Stadt gestanden. Jerusalem ward zer⸗ treten von den Heiden und geschleift, und ward kein Stein auf dem an⸗ dern gelassen. Mehr als eine Mil⸗ lion 300 000 Juden sind in diesem Kriege getötet; 97 000 sind eiusiet und von diesen die einen gekreuzigt, die andern den wilden Tieren vor⸗ geworfen, und die jungen Kinder als Sklaven verkauft. Von der Zeit an ist Jsrael ohne König, ohne Fürsten, ohne Opfer, ohne Altar, ohne Priester und ohne Heiligtum Und der 4 streut unte (5 Mos. 23 ter allen gleichwie sichtet.(A zu einem emacht u Ros. 28, bebendes schmachtete rete Seele kern kein und ihre den.(5 M gen sind wr wierig gen Ihr Haus den. Und hallen Dar⸗ selbst. an das at stieg pf am n auf einen e Fen⸗ indete; „und empel n nicht e Wut aufs delberg henigen Asche. die ein flachen uf eine kamen das ge⸗ hres 70 empel, n Rei⸗ zerstört luch die n und nachen. en ste⸗ Juden und die als er t selbst ollwer⸗ ten wir inktlich osephus lauben Stadt d zer⸗ schleift, em an⸗ e Mil⸗ diesem efangen reuzigt, in vor⸗ Kinder el ohne Opfer/ id ohne Heiligtum geblieben.(Hof. 3, 4.) Und der Herr hat das Volk zer⸗ streut unter alle Reiche auf Erden. (5 Mos. 28, 25.) Und hat sie un⸗ ter allen Heiden sichten lassen, gleichwie man mit einem Siebe sichtet.(Amos 9, 9.) Und hat sie zu einem Sprichwort und Spott emacht unter allen Vörkern.(5 kos. 28, 37.) Und hat ihnen ein bebendes Herz gegeben und ver⸗ schmachtete Augen und eine verdor⸗ rete Seele, daß sie unter den Völ⸗ kern kein bleibendes Wesen haben und ihre Fußsohlen keine Ruhe fin⸗ den.(5 Mos. 28, 65.) Ihre Pla⸗ gen sind wunderlich, groß und lang⸗ wierig gewesen.(5 Mos. 28, 59.) Ihr Haus ist ihnen wüste gewor⸗ den. Und das alles ist über sie ge⸗ Von der Zerstörung der Stadt Jerusalem. 73 kommen darum, daß sie den Rat⸗ schluß Gottes von ihrer Seligkeit verachtet und, statt sich von dem verheißenen Heiland Jesu Christo sammeln zu lassen unter seine Flü⸗ gel, ihn, den Sohn Gottes, ver⸗ worfen und gekreuzigt haben. Und ihr Haus wird ihnen wüste gelassen werden, bis sie sprechen: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!(Matth. 23, 39.) Der du dies liesest, siehe dich wohl vor, daß du nicht auch den Sohn Gottes verachtest und mit Sünden kreuzigest. Schaue die Güte und den Ernst Gottes! Den Ernst an denen, die gefallen sind; die Güte aber an. dir, soferne du an der Güte blei⸗ best; sonst wirst du auch abgehauen werden.(Röm. 11, 22.) Ich glaube an einen einigen, allmächtigen Gott, den Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, alles, das sichtbar und unsichtbar ist. Und an einen einigen Her⸗ ren Jesum Christum, Gottes einigen Sohn, der vom Vater geboren ist vor der ganzen Welt, Gott von Gott, Licht von Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, mit dem Vater in einerlei Wesen, durch wel⸗ chen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist, und leibhaftig worden durch den heiligen Geist von der Jungfrau Maria, und Mensch worden, auch für uns gekreuziget unter Pontio Pilato, gelitten und Das Nicänische Bekenntnis. begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Him⸗ mel, und sitzet zur Rechten des Vaters, und wird wieder⸗ kommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten, dessen Reich kein Ende haben wird. Und an den Herrn den heiligen Geist, der da lebendig macht, der vom Vater und dem Sohne ausgehet, der mit dem Vater und dem Sohn zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat. Und eine einige hei⸗ lige christliche apostolische Kirche. Ich bekenne eine einige Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferste⸗ hung der Toten, und ein Leben der zukünftigen Welt. Amen. Beichtgebet. Ich armer sündiger Mensch klage und bekenne Gott, meinem himmlischen Vater, daß ich nicht allein in Sünden empfangen und geboren bin, sondern auch die ganze Zeit meines Lebens viele wirkliche Sünden begangen und die allerheiligsten Gebote Gottes gröblich und mannigfal— tig, wissentlich und unwissentlich übertreten, mit sündlichen Ge⸗ danken, Worten und Werken; damit ich den frommen Gott erzürnet und mich selbst zeit⸗ licher und ewiger Strafe schul⸗ dig gemacht habe: Solches alles reuet mich, und ist mir von Herzen leid. Und bitte dich, mein Herr und mein Gott, du wollest dich meiner in Gnaden erbarmen, und um des teuren Verdienstes deines lieben Soh⸗ nes Jesu Christi willen alle meine Sünde mir aus Gnaden verzeihen und vergeben, und nun hinfort zur Besserung mei⸗ nes Lebens deinen heiligen Geist mildiglich verleihen! Amen. Ach Gott, sei mir armen Sünder gnädig und barmherzig. Amen. unserer Anug De Erstlich ret und g Concilii göttlich V wird und sind doch d einigen gi waltig, Gott Sol alle drei ohne Stüe licher Ma ein Schöp sichtbaren Und wird verstanden eine Eiger sondern de die Väter Wort gebr Derhalb Ketzereien, sind, als Götter ge und einen niani, Ar metisten, Samosate eine Perso zweien, X Sophistere es nicht 2 sonen sein leiblich W der heilige gung in K Der daß nach 2 so natürl Sünden 9 werden, d Mutterleil Neigung tesfurcht, A Gott von Tage rift, Him⸗ chten eder⸗ zu )die Ende den ndig dem dem Meich ehret heten ehei⸗ irche. aufe nden erste⸗ deben men. alles von dich, t, du iaden euren Soh⸗ alle naden und mei⸗ Geist 1. Ach ünder Imen. Konfession oder Bekenntnis unserer evangelischen väter, geschehen auf dem Reichstage zu Augsburg, am 25. Juni 1530 vor Kaiser und Reich. Artihkel des Glaubens und der Lehre. Der erste Artikel. Von Gott. Erstlich wird einträchtiglich geleh⸗ ret und gehalten, laut Beschluß des Concilii Nicaeni, daß ein einig göttlich Wesen sei, welches genannt wird und rei Perione ist Gott, und sind doch drei Personen in demselben einigen göttlichen Wesen, gleich ge⸗ waltig, gleich ewig, Gott Vater, Gott Sohn, Gott heiliger Geist; alle drei ein göttlich Wesen, ewig, ohne Stück, ohne Ende, unermeß⸗ licher Macht, Weisheit und Güte, ein Schöpfer und Erhalter aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und wird durch das Wort persona verstanden nicht ein Stück, nicht eine Eigenschaft in einem andern, sondern das selbst besteht; wie denn die Väter in dieser Sachen dies Wort gebraucht haben. Derhalben werden verworfen alle Ketzereien, so diesem Artikel zuwider sind, als Manichaei, die zween Götter gesetzt haben, einen bösen und einen guten. Item Valenti- niani, Ariani, Eunomiani, Maho⸗ metisten, und alle dergleichen, auch Samosateni, alt und neu, so nur eine Person setzen, und von diesen zweien, Wort und heiligem Geist, Sophisterei machen und sagen, daß es nicht müssen unterschiedene Per⸗ sonen sein, sondern Wort bedeute leiblich Wort oder Stimme, und der heilige Geist sei erschaffne Re⸗ gung in Kreaturen. Der zweite Artikel. Von der Erbsünde. Weiter wird bei uns Lenichen, daß nach Adams Fall alle Menschen, so natürlich geboren werden, in Sünden empfangen und geboren werden, das ist, daß sie alle von Mutterleibe an voller böser Lust und Neigung sind und keine wahre Got⸗ tesfurcht, keinen wahren Glauben an Gott von Natur haben können; daß auch dieselbige angeborne Seuche und Erbsünde wahrhaftiglich Sünde sei und verdamme alle die unter den ewigen Gottes Zorn, so nicht durch die Taufe und heiligen Geist wie⸗ derum neu geboren werden. Hierneben werden verworfen die Pelagianer und andere, so die Erb⸗ sünde nicht für Sünde halten, da⸗ mit sie die Natur fromm machen durch natürliche Kräfte zu Schmach dem Leiden und Verdienst Christi. Der dritte Artikel. Von dem Sohne Gottes. Item, es wird gelehret, daß Gott der Sohn sei Mensch worden, ge⸗ boren aus der reinen Jungfrau Ma⸗ ria, und daß die zwei Naturen, göttliche und menschliche in einer Person, also unzertrennlich ver⸗ einigt, ein Christus sind, welcher wahrer Gott und Mensch ist, wahr⸗ haftig geboren, gelitten, gekreuziget, Byfer w und begraben, daß er ein pfer wäre nicht allein für die Erb⸗ sünde, sondern auch für alle andere Sünde, und Gottes Zorn versühnet. Item, daß derselbige Christus sei abgestiegen zur Hölle, wahrhaftig am dritten Tage von den Toten aufer⸗ standen, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, daß er ewig herrsche über alle Kreaturen und regiere; daß er alle, so an ihn glauben, durch den heiligen Geist heilige, reinige, stärke und tröste, ihnen auch Leben und allerlei Ga⸗ ben und Güter austeile und wider den Teufel und wider die Sünde schütze und beschirme. Item, daß derselbige Herr Chri⸗ stus endlich wird öffentlich kommen, zu richten die Lebendigen und die Toten, laut des symboli aposto- lorum. Der vierte Artikel. Von der Rechtfertigung. Weiter wird gelehret, daß wir Vergebung der Sünden und Gerech⸗ 76 Augsburgische Konfession. tigkeit vor Gott nicht erlangen mö⸗ gen durch unser Verdienst, Werk und Genugthun, sondern daß wir Vergebung der Sünden bekommen und vor Gott gerecht werden aus Gnaden um Christi willen durch den Glauben, so wir glauben, daß Christus für uns gelitten hat, und daß uns um seinetwillen die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird. Denn diesen Glauben will Gott für Gerechtigkeit vor ihm halten und zurechnen, wie St. Paulus sagt Röm. 3 u. 4. Der fünfte Artikel. Von dem Predigtamte. Solchen Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt eingesetzt, Evangelium und Sakrament gege⸗ ben, dadurch er als durch Mittel den heiligen Geist giebt, welcher den Glauben, wo und wann er will, in denen, so das Evangelium hören, wirket, welches da lehret, daß wir durch Christi Verdienst, nicht durch unser Verdienst, einen gnädigen Gott haben, so wir solches glauben. Und werden verdammt die Wie⸗ dertäufer und andere, so lehren, daß wir ohne das leibliche Wort des Evangelii den heiligen Geist durch eigene Bereitung, Gedanken und Werke erlangen. Der sechste Artikel. Vom neuen Gehorsam. Auch wird gelehret, daß solcher Glaube gute Früchte und gute Werke Werket soll, und daß man müsse gute Werke thun allerlei, so Gott geboten hat, um Gottes willen; doch nicht auf solche Werke zu vertrauen, dadurch Gnade vor Gott zu verdienen. Denn wir empfahen Vergebung der Sünde und Gerechtigkeit durch den Glauben an Christum, wie Christus selbst spricht: So ihr dies alles gethan habt, sollt ihr sprechen: Wir sind untüchtige Knechte. Also lehren auch die Väter; denn Ambrosius spricht: Also ists beschlossen bei Gott, daß wer an Christum glaubet, selig sei, und nicht durch Werke, sondern allein durch den Glauben, ohne Verdienst Vergebung der Sünden habe. Der siebente Artikel. Von der Kirche. Es wird auch gelehret, daß alle⸗ zeit müsse eine heilige christlicht Kirche sein und bleiben, welche ist die Versammlung aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakra⸗ mente laut des Evangelii gereicht werden. Denn dieses ist genug zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, daß da einträchtiglich nach reinem Ver⸗ stand das Evangelium gepredigt und die Sakramente dem göttlichen Worte gemäß gereicht werden. Und ist nicht not zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, daß allenthalben leichförmige Ceremonien, von den kenschen eingesetzt, gehalten wer⸗ den, wie Paulus spricht, Eph. 4: Ein Leib, ein Geist, wie ihr beru⸗ fen seid, zu einerlei Hoffnung eures Berufs; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. Der achte Artikel. Was die Kirche sei? Item, wiewohl die christliche Kirche eigentlich nichts anders ist, denn die Versammlung aller Gläu⸗ bigen und Heiligen, jedoch, dieweil in diesem Leben viel falscher Chri⸗ sten und Heuchler sind, auch öffent⸗ liche Sünder unter den Frommen bleiben, so sind die Sakramente gleichwohl kräftig, obschon die Prie⸗ ster, dadurch sie gereicht werden, nicht fromm sind, wie denn Chri⸗ stus selbst anzeigt: Auf dem Stuhl Mosis sitzen die Pharisäer ꝛc. Dero⸗ halben werden die Donatisten und alle andre verdammt, so anders halten. Der neunte Artikel. Von der Taufe. Von der Taufe wird bei uns ge⸗ lehret, daß sie nötig sei, und daß dadurch Gnade angeboten werde; daß man auch die Kinder taufen soll, welche durch solche Taufe Gott über⸗ antwortet und gefällig werden. Derohalben werden die Wieder⸗ täufer verworfen, welche lehren, daß die Kindertaufe nicht recht sei. Der zehnte Artikel. Vom heiligen Abendmahl. Vom 29 au0 Abendmahl des Herrn wird also gelehret, daß wah⸗ rer Leib und Blut Christi wahrhaf⸗ tiglich unter der Gestalt des Brots und Weins wärtig sei, genommen auch die G er ret, daß ma absolution halten und Wiewohl i ist, alle M erzählen, 1 möglich ist, Missethat? Der Von der diejenigen, digt haben, Buße komu der Sünden Absolution geweigert rechte Buß Leid, oder Sünde, un an das Eva daß die Si Christum G cher Glaub tröstet und Danach last und asse; denr der Buße se Matth. 3 Früchte der Hier we lehren, daß fromm wor mögen. Dagegen die Novati tion denen sündigt hat Auch we nicht lehre ben Vergeb sondern dur wird gelehn eingesetzt si daß sie Ze und Weins im Abendmahl gegen⸗ wärtig sei, und da ausgeteilet und genommen wird. Derhalben wird auch die Gegenlehre verworfen. Der elfte Artikel. Von der Beichte. Von der Beichte wird also geleh⸗ ret, daß man in der Kirche privatam absolutionem(Privatbeichte) er⸗ halten und nicht fallen lassen soll. Wiewohl in der Beichte nicht not ist, alle Missethat und Sünden zu erzählen, dieweil doch solches nicht möglich ist, Ps. 19: Wer kennet die Missethat? Der zwölfte Artikel. Von der Buße. Von der Buße wird gelehret, daß diejenigen, so nach der Taufe gesün⸗ digt haben, zu aller Zeit, so sie zur Buße kommen mögen, Vergebung der Sünden erlangen und ihnen die Absolution von der Kirche nicht soll geweigert werden. Und ist wahre rechte Buße eigentlich Reue und Leid, oder Schrecken haben über die Sünde, und doch daneben glauben an das Evangelium und Absolution, daß die Sünde vergeben und durch Christum Gnade erworben sei, wel⸗ cher Glaube wiederum das Herz tröstet und zufrieden machet. Danach soll auch Besserung fol⸗ gen, und daß man von Sünden lasse; denn dies sollen die Früchte der Buße sein, wie Johannes spricht: Matth. 3: Wirket rechtschaffne Früchte der Buße. Hier werden verworfen die, so lehren, daß diejenigen, so einst sind fromm worden, nicht wieder fallen mögen. Dagegen werden auch verdammt die Novatiani, welche die Absolu⸗ tion denen, so nach der Taufe ge⸗ sündigt hatten, weigerten. Auch werden die verworfen, so nicht lehren, daß man durch Glau⸗ ben Vergebung der Sünden erlange, sondern durch unser Genugthun. Der dreizehnte Artikel. Vom Gebrauch der Sakra⸗ mente. Vom Brauch der Sakramente wird gelehret, daß die Sakramente eingesetzt sind, nicht allein darum, daß sie Zeichen seien, dabei man Augsburgische Konfession. äußerlich die Christen kennen möge, sondern daß es Zeichen und Zeug⸗ nis sind göttlichen Willens gegen uns, unsern Glauben dadurch zu erwecken und zu stärken; derhalben sie auch Glauben fordern: und dann recht gebraucht werden, so man es im Glauben empfähet und den Glauben dadurch stärket. Der vierzehnte Artikel. om Kirchenregiment. Vom Kirchenregiment wird ge⸗ lehret, daß niemand in der Kirche öffentlich lehren, oder predigen, oder Sakrament reichen soll ohne ordent⸗ lichen Beruf. Der fünfzehnte Artikel. on Kirchenordnungen. Von Kirchenordnungen, von Men⸗ schen gemacht, lehret man diejenigen halten, so ohne Sünde mögen ge⸗ halten werden und zu Frieden, zu guter Ordnung in der Kirche die⸗ nen, als gewisse Feiern, Feste und dergleichen. Doch geschieht Unter⸗ richt dabei, daß man die Gewissen nicht damit beschweren soll, als sei solch Ding nötig zur Seligkeit. Darüber wird gelehrt, daß alle Satzungen und Traditionen, von Menschen dazu gemacht, daß man dadurch Gott versöhne und Gnade verdiene, dem Evangelio und der Lehre vom Glauben an Christum entgegen sein. Derhalben sind Klo⸗ stergelübde und andere Traditio⸗ nen von Unterschied der Speisen, Tage ꝛc., dadurch man vermeinet, Gnade zu verdienen und für Sünde Ing Epangelt untüchtig und wider das Evangelium. Der sechzehnte Artikel. Von Polizei⸗ und weltlichem Regiment. Von Polizei⸗ und weltlichem Re⸗ iment wird gelehret, daß alle brigkeit in der Welt und geord⸗ nete Regiment und Gesetze, gute Ordnung von Gott geschaffen und eingesetzt sind, und daß Christen mögen in Obrigkeit⸗, Fürsten⸗ und Richteramt ohne Sünde sein, nach kaiserlichen und andern üblichen Rechten Urteil und Recht sprechen, Abelthäter mit dem Schwert stra⸗ fen, rechte Kriege führen, streiten, kaufen und verkaufen, aufgelegte ——— 78 Augsburgische Konfession. Eide thun, Eigenes haben, ehelich sein ꝛc. Hier werden verdammet die Wie⸗ dertäufer, so lehren, daß der oban⸗ gezeigten keines christlich sei. Auch werden diejenigen verdam⸗ met, so lehren, daß christliche Voll⸗ kommenheit sei, Haus und Hof, Weib und Kind leiblich verlassen und sich der vorberührten Stücke äußern; so doch dies allein rechte Vollkommen⸗ heit ist, rechte Furcht Gottes und rechter Glaube an Gott. Denn das Evangelium lehret nicht ein äußer⸗ lich zeitlich, sondern innerlich ewig Wesen und Gerechtigkeit des Her⸗ zens, und stoßt nicht um weltlich Re⸗ giment, Polizei und Ehestand, son⸗ dern will, daß man solches alles halte als wahrhaftige Gottes Ord⸗ nung, und in solchen Ständen christ⸗ liche Liebe und rechte gute Werke, ein jeder nach seinem Beruf beweise. Derohalben sind die Christen schul⸗ dig, der Obrigkeit unterthan und ihren Geboten gehorsam zu sein in allem, so ohne Sünde geschehen mag. Denn so der Obrigkeit Gebot ohne Sünde nicht geschehen mag, soll man Gott mehr gehorsam sein, denn den Menschen. Apost. 4. Der siebenzehnte Artikel. Von Christi Wiederkunft zum Gerichte. Auch wird gelehret, daß unser Herr Jesus Christus am jüngsten Tage kommen wird, zu richten, und alle Toten auferwecken, den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Strafe verdammen. Derhalben werden die Wieder⸗ täufer verworfen, so lehren, daß die Teufel und verdammte Men⸗ schen nicht ewige Pein und Qual haben werden. Item, hie werden verworfen et⸗ liche jüdische Lehren, die sich auch jetzund ereignen, daß vor der Auf⸗ erstehung der Toten eitel Heilige, Fromme ein weltlich Reich haben und alle Gottlosen vertilgen werden. Der achtzehnte Artikel. Vom freien Willen. Vom freien Willen wird gelehret, daß der Mensch etlichermaßen einen freien Willen hat, äußerlich ehrbar zu leben und zu wählen unter den Dingen, so die Vernunft begreift. Aber ohne Gnade, Salnt und Wir⸗ kung des heiligen Geistes vermag der Mensch nicht, Gott gefällig zu werden, Gott herzlich zu fürchten, oder an glauben, oder die angeborne böse Lust aus dem Herzen zu wer⸗ fen, sondern solches geschieht durch den heiligen Geist, welcher durch Gottes Wort gegeben wird, denn Paulus spricht 1 Kor. 2: Der na⸗ türliche Mensch vernimmt nichts vom Geiste Gottes. Und damit man erkennen möge, daß hierin keine Neuigkeit gelehret werde, so sind das die klaren Worte Augustini vom freien Willen, wie jetzund hiebei geschrieben aus dem 3. Buch Hypognostikon: Wir beken⸗ nen, daß in allen Menschen ein freier Wille ist, denn sie haben je alle natürlichen angebornen Ver⸗ stand und Vernunft; nicht, daß sie etwas vermögen, mit Gott zu han⸗ deln, als Gott von Herzen zu lie⸗ ben, zu fürchten, sondern allein in äußerlichen Werken dieses Lebens haben sie Freiheit, Gutes oder Bö⸗ ses zu wählen. Gut mein ich, das die Natur vermag, als auf dem Acker zu arbeiten oder nicht, zu essen, zu trinken, zu einem Freunde zu gehen oder nicht, ein Kleid an⸗ oder auszuthun, zu bauen, ein Weib zu nehmen, ein Handwerk zu treiben und dergleichen et was Nützliches und Gutes zu thun, welches alles doch ohne Gott nicht ist, noch be⸗ stehet, sondern alles aus ihm und durch ihn ist. Dagegen kann der Mensch auch böses aus eigner Wahl vornehmen, als vor einem Abgott nieder zu knieen, einen Totschlag zu thun ꝛc. Der neunzehnte Artikel. Von der Ursach der Sünden. Von Ursach der Sünden wird bei uns gelehret, daß, wiewohl Gott der Allmächtige die ganze Natur geschaffen hat und erhält, so wirket doch der verkehrte Wille die Sünde in allen Bösen und Verächtern Got⸗ tes, wie denn des Teufels Wille ist und aller Gottlosen, welcher als⸗ bald, so Gott die Hand abgethan, sich von Go hat, wie C Der Teufel eigenen. Der zw Vom G! Den Unse heit aufgele verbieten; den zehn G weisen, daf lichen Stär nützlichen X ethan habe Zeit wenig allermeist i kindische un senkränze, werden, Wa Feier, Brü Solche unn unser Wide hoch, als a sie auch gel ben zu red Vorzeiten 9 ben, lehren nicht allein den vor Ge Glauben a chen, Glau uns gerecht mehr Troste so man alle vertrauen. Dieweil Glauben, d christlichem wie man be trieben word lehre an all so ist davon Unterricht e Erstlich, nicht möge und Gnade ches geschiel ben, so mar Christus w geben werd Mittler ist, Wer nun Werke aus; verdienen, und suchet Gott wider sich von Gott zum Argen gewandt hat, wie Christus spricht Joh. 8: Der Teufel redet Lügen aus seinem eigenen. Der zwanzigste Artikel. Vom Glauben und guten Werken. Den Unsern wird mit Unwahr⸗ heit aufgelegt, daß sie gute Werke verbieten; denn ihre Schriften von den zehn Geboten und andere be⸗ weisen, daß sie von rechten christ⸗ lichen Ständen und Werken guten nützlichen Bericht und Vermahnung ethan haben, davon man vor dieser Zeit wenig gelehret hat, sondern allermeist in allen Predigten auf kindische unnötige Werke, als Ro⸗ senkränze, krahrten, nesef Mönch⸗ werden, Wallfahrten, gesetzte Fasten, Feier, Brüderschaften ꝛc. getrieben. Solche unnötige Werke rühmet auch unser Widerpart nun nicht mehr so hoch, als vor Zeiten; dazu haben sie auch gelernet, nun vom Glau⸗ ben zu reden, davon sie doch in Vorzeiten gar nichts gepredigt ha⸗ ben, lehren dennoch nun, daß wir nicht allein aus Werken gerecht wer⸗ den vor Gott, sondern setzen den Glauben an Christum dazu, spre⸗ chen, Glauben und Werke machen uns gerecht vor Gott, welche Rede mehr Trostes bringen möge, denn so man allein lehret, auf Werke zu vertrauen. Dieweil nun die Lehre vom Glauben, die das Hauptstück ist in christlichem Wesen, so lange Zeit, wie man bekennen muß, nicht ge⸗ trieben worden, sondern allein Werk⸗ lehre an allen Orten geprediget ist, so ist davon durch die Unsern solcher Unterricht geschehen: Erstlich, daß uns unsere Werke nicht mögen mit Gott versöhnen und Gnade erwerben, sondern sol⸗ ches geschieht allein durch den Glau⸗ ben, so man glaubet, daß uns um Christus willen die Sünden ver⸗ geben werden, welcher allein der Mittler ist, den Vater zu versöhnen. Wer nun meinet, solches durch Werke auszurichten und Gnade zu verdienen, der verachtet Christum und suchet einen eignen Weg zu Gott wider das Evangelium. Augsburgische Konfession. 79 Diese Lehre vom Glauben ist öf⸗ fentlich und klar im Paulo an vie⸗ len Orten gehandelt, sonderlich zu den Ephesern am 2.: Aus Gnaden seid ihr sekig worden durch den Glauben, und dasselbige nicht aus euch, sondern es ist Gottes Gabe, nicht aus den Werken, damit sich niemand rühme ꝛc. Und daß hierin kein neuer Verstand eingeführet sei, kann man aus Augustino beweisen, der diese Sache fleißig handelt und auch also lehret, daß wir durch den Glauben an Christum Gnade er⸗ langen und vor Gott gerecht wer⸗ den, und nicht durch Werke, wie sein ganzes Buch de Spiritu et Litera ausweiset. Wiewohl nun diese Lehre bei unversuchten Leuten sehr verachtet wird, so findet sich doch, daß sie den blöden und erschrockenen Gewissen sehr tröstlich und heilsam ist; denn das Gewissen kann nicht zu Ruhe und Frieden kommen durch Werke, sondern allein durch Glau⸗ ben, so es bei sich gewißlich schließt, daß es um Christus willen einen Ine pri Gott habe, wie auch Pau⸗ us spricht Röm. 5: So wir durch den Glauben sind gerecht worden, so haben wir Frieden mit Gott. Diesen Trost hat man vor Zeiten nicht getrieben in Predigten, son⸗ dern die armen Gewissen auf eigene Werke getrieben, und sind mancher⸗ lei Werke vorgenommen; denn et⸗ liche hat das Gewissen in die Klö⸗ ster gejagt, der Hoffnung, daselbst Gnade zu erwerben durch Kloster⸗ leben; etliche haben andere Werke erdacht, damit Gnade zu verdienen und für die Sünde genug zu thun. Derselbigen viel haben erfahren, daß man dadurch nicht ist zu Frieden kommen. Darum ist not gewesen, diese Lehre vom Glauben an Chri⸗ stum zu predigen und fleißig zu treiben, daß man wisse, daß man allein durch den Glauben, ohne Verdienst, Gottes Gnade ergreifet. Es geschieht auch Unterricht, daß man hier nicht von solchem Glau⸗ ben redet, den auch die Teufel und Gottlosen haben, die auch die Hi⸗ storien glauben, daß Christus ge⸗ litten habe und auferstanden sei von den Toten; sondern man redet vom 8⁰ Augsburgische Konfession. wahren Glauben, der da glaubet, daß wir durch Christum Gnade und Vergebung der Sünde erlangen, und der nun weiß, daß er einen nädigen Gott durch Christum hat, kennet also Gott, rufet ihn an und ist nicht ohne Gott, wie die Heiden. Denn der Teufel und Gottlose glauben diesen Artikel, Vergebung der Sünde, nicht; darum sind sie Gott feind, können ihn nicht anru⸗ fen, nicht gutes von ihm hoffen. Und also, wie jetzt angezeigt ist, redet die Schrift vom Glauben und heißet glauben nicht ein solches Wissen, das Teufel und gottlose Menschen haben, denn also wird vom Glauben gelehret zu Hebräern am 11: daß glauben sei nicht al⸗ lein, die Historien wissen, sondern Zuversicht haben zu Gott, seine Zu⸗ sage zu empfangen. Und Augusti⸗ nus erinnert uns auch, daß wir das Wort(Glauben) in der Schrift ver⸗ stehen sollen, daß es heiße Zuver⸗ sicht zu Gott, daß er uns gnädig sei, und heiße nicht allein, solche Historien wissen, wie auch die Teu⸗ fel wissen. Ferner wird gelehret, daß gute Werke sollen und müssen geschehen, nicht, daß man darauf vertraue, Gnade damit zu verdienen, sondern um Gottes willen und Gott zu Lob. Der Glaube ergreift allezeit allein Gnade und Vergebung der Sünde. Und dieweil durch den Glauben der heilige Geist gegeben wird, so wird auch das Herd ge⸗ schickt, gute Werke zu thun. enn zuvorn, dieweil es ohne den heiligen Geist ist, so ist es zu schwach; dazu ist es ins Teufels Gewalt, der die arme menschliche Natur zu vielen Sünden treibet. Wie wir sehen in den Philosophen, welche sich unter⸗ standen, ehrlich und unsträflich zu leben, haben aber dennoch solches nicht ausgerichtet, sondern sind in viel große öffentliche Sünden ge⸗ fallen. Also gehet es mit dem Menschen, so er außer dem rechten Glauben ohne den heiligen Geist ist und sich allein durch eigene mensch⸗ liche Kräfte regieret. Derhalben ist die Lehre vom Glauben nicht zu schelten, daß sie gute Werke verbiete, sondern vielmehr zu rühmen, daß sie lehre, gute Werke zu thun, und Werf⸗ anbiete, wie man zu guten Werken kommen möge. Denn außer dem Glauben und außerhalb Christo ist menschliche Natur und Vermögen viel zu schwach, gute Werke zu thun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im Leiden, den Nächsten zu lieben, befohlene Amter fleißig auszurichten, gehorsam zu sein, böse Lust zu mei⸗ den. Solche hohe und rechte Werke Sime⸗ nicht geschehen ohne die Hülfe Christi, wie er selbst spricht Joh. 15: Ohne mich könnet ihr nichts thun ꝛc. Der einundzwanzigste Artikel. Von dem Dienst der Heiligen. Vom Heiligendienst wird von den Unseren also gelehret, daß man der Heiligen gedenken soll, auf daß wir unsern Glauben stärken, so wir se⸗ hen, wie ihnen Gnade widerfahren, auch wie ihnen durch Glauben ge⸗ holfen ist; dazu, daß man Exempel nehme von ihren guten Werken, ein jeder nach seinem Beruf, gleichwie die Kaiserliche Majestät seliglich und göttlich dem Exempel Davids folgen mag, Kriege wider den Tür⸗ ken zu führen; denn beide sind sie in königlichem Amte, welches Schutz und Schirm ihrer Unterthanen for⸗ dert. Durch Schrift aber mag man nicht beweisen, daß man die Heiligen anrufen oder Hülfe bei ihnen suchen soll. Denn es ist allein ein einiger Versöhner und Mittler gesetzt zwi⸗ schen Gott und den Menschen, Je⸗ sus Christus, 1 Tim. 2, welcher ist der einige Heiland, der einige oberste Priester, Gnadenstuhl und Für⸗ sprecher vor Gott, Röm. 8. Und der hat allein zugesagt, daß er unser Gebet erhören wolle. Das ist auch der höchste Gottesdienst nach der Schrift, daß man denselbigen Je⸗ sum Christum in allen Nöten und Anliegen von Herzen suche und an⸗ rufe, 1 Joh. 2, 1: So jemand sün⸗ diget, haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der gerecht ist, Jesum. Dies ist fast die Summa der Lehre, welche in unsern Kirchen zu rechtem christlichen Unterricht und Trost der Gewissen, auch zur Besse⸗ rung der Gläubigen gepredigt und gelehret if eigene Se⸗ gern woll brauch göt tes in die setzen, ode Nachkomm denn so der und christ fällen oder bige in hei det, und d licher, ja so viel au vermerken, gegen ist, idersache zeigten Art uns sein. jenigen gar da er So nun Glaubens gelehret w Schrift, o Kirche, sor bräuche geo Teil mit d zum Teil: fordert uns zu erzählen warum hie ist, damit kennen mög christlich od sondern dat bot, welches denn alle seien, solche Der zwe Von beid Den Laie Gestalt des aus dieser! klarer Befe Matth. 261 Da gebeut Worten von daraus trin Und dam anfechten ur gehöre es so zeiget Pa M. R. 6 n, daß un, und u guten n außer Christo rmögen usthun, u haben lieben, trichten, zu mei⸗ e Werke ne die spricht net ihr Irtikel. iligen. von den nan der daß wir wir se⸗ rfahren, tben ge⸗ Lxempel ken, ein leichwie seliglich Davids en Tür⸗ sind sie Schutz nen for⸗ lag man Heiligen n suchen Icher ist e oberste d Für⸗ 3. Und er unser ist auch ach der gen Je⸗ en und ind an⸗ nd sün⸗ igt und Nachkommen eine andere fällen oder erben. jenigen ganz unfreundlich, geschwind Augsburgische Konfession. gelehret ist, wie wir denn unsere eigene Seele und Gewissen ja nicht gern wollten vor Gott mit Miß⸗ brauch göttlichen Namens oder Wor⸗ tes in die höchste und größte Gefahr setzen, oder auf unsere nne und ehre, denn so dem reinen, göttlichen Wort und christlicher Wahrheit gemäß, So denn diesel⸗ bige in heiliger Schrift klar gegrün⸗ det, und dazu auch gemeiner christ⸗ licher, ja auch Römischer Kirchen, so viel aus der Väter Schrift zu vermerken, nicht zuwider, noch ent⸗ gegen ist, so achten wir auch, unsre idersacher können in oben ange⸗ zeigten Artikeln nicht uneinig mit uns sein. Derhalben handeln die⸗ und wider alle christliche Einigkeit und Liebe, so die Unsern derhalben als Ketzer abzusondern, zu verwer⸗ fen und zu meiden, ihnen selbst ohne einigen beständigen Grund göttlicher Gebote oder Schrift vornehmen. Denn die Irrung und Zank ist vor⸗ nehmlich über etliche Traditionen und Dguntartirel So denn nun an den Hauptartikeln kein befindlicher Ungrund oder Mangel, und dies unser Bekenntnis göttlich und christ⸗ lich ist, sollten sich billig die Bi⸗ schöfe, wann schon bei uns der Tra⸗ dition halben ein Mangel wäre, gelinder erzeigen, wiewoht wir ver⸗ hoffen, beständigen Grund und Ur⸗ sache darzuthun, warum bei uns etliche Traditionen und Mißbräuche geändert sind. Artisel, von weschen Bwiespalt ist, da erzählt werden die Mißbräuche, so geändert sind. So nun von den Artikeln des Glaubens in unsern Kirchen nicht gelehret wird zuwider der heiligen Schrift, oder gemeiner christlichen Kirche, sondern allein etliche Miß⸗ bräuche geändert sind, welche zum Teil mit der Zeit selbst eingerissen, zum Teil mit Gewalt aufgerichtet: fordert unsere Notdurft, dieselbigen zu erzählen und Ursach darzuthun, warum hierin Anderung geduldet ist, damit Kaiserliche Majestät er⸗ kennen möge, daß nicht hierin un⸗ hristlich oder freventlich gehandelt, sondern daß wir durch Gottes Ge⸗ bot, welches billig höher zu achten, denn alle Gewohnheit, gedrungen seien, solche Anderung zu gestatten. Der zweiundzwanzigste Ar⸗ tikel ikel. Von beider Gestalt des Sa⸗ kraments. Den Laien wird bei uns beide Gestalt des Sakraments gereicht, aus dieser Ursach, daß dies ist ein klarer Befehl und Gebot Christi, Matth. 26: Trinket alle daraus. Da gebeut Christus mit klaren Worten von dem Kelch, daß sie alle daraus trinken sollen. Und damit niemand diese Worte anfechten und glossieren könne, als gehöre es allein den Priestern zu, so zeiget Paulus 1 Kor. 11 an, daß M. R. Gesangbuch. die ganze Versammlung der Korin⸗ ther Kirche beide Gestalt gebraucht hat. Und dieser Brauch ist lange Zeit in der Kirche blieben, wie man durch die Historien und der Väter Schriften beweisen kann. Cyprianus gedenkt an vielen Orten, daß den Laien der Kelch die Zeit gereicht sei. So spricht St. Hieronymus, daß die Priester, so das Sakrament reichen, dem Volk das Blut Christi austeilen. So gebeut Gelasius, der Papst selbst, daß man das Sakra⸗ ment nicht teilen soll, Distinct. 2. de Conséer. cap. Oomperimus. Man findet auch nirgend keinen Kanon, der da gebiete, allein eine Gestalt zu nehmen. Es kann auch niemand wissen, wann oder durch welche diese Gewohnheit, eine Ge⸗ stalt zu nehmen, eingeführt ist, wie⸗ wohl der Kardinal Cusanus ge⸗ denkt, wann diese Weise approbiert sei. Nun ist's öffentlich, daß solche Gewohnheit, wider Gottes Gebot, auch wider die alten Kanones ein⸗ eführt, unrecht ist. Derhalben hat sich nicht gebühret, derjenigen Ge⸗ wissen, so das heilige Sakrament nach Christus' Einsetzung zu gebran⸗ chen begehrt haben, zu beschweren und zu zwingen, wider unsers Herrn Christi Ordnung zu handeln. Und dieweil die Teilung des Sa⸗ 37 82 Augsburgische Konfession. kraments der Einsetzung Christi entgegen ist, wird auch bei uns die dramtent un Prozession mit dem Sa⸗ rament unterlassen. Der dreiundzwanzigste Artikel. Vom Ehestande der Priester. Es ist bei jedermann, hohen und niedren Standes, eine große mäch⸗ tige Klage in der Welt gewesen von großer Unzucht und wildem Wesen und Leben der Priester, so nicht vermochten, Keuschheit zu halten, und war auch je mit solchen gräu⸗ lichen Lastern aufs höchste kommen. So viel häßliches groß Argernis, Ehebruch und andere Unzucht zu vermeiden, haben sich etliche Priester bei uns in ehelichen Stand begeben. Dieselben zeigen an diese Ursachen, daß sie dahin gedrungen und be⸗ wegt sind, aus hoher Not ihrer Ge⸗ wissen, nachdem die Schrift klar meldet, der eheliche Stand sei von Gott dem Herrn eingesetzt, Unzucht zu vermeiden, wie Paulus sagt 1 Kor. 7: Die Unzucht zu vermei⸗ den, hab ein jeglicher sein eigen Eheweib. Item: Es ist besser, ehe⸗ lich werden, denn brennen. Und nachdem Christus sagt Matth. 19: Sie fassen nicht alle das Wort, da zeigt Christus an(welcher wohl ge⸗ wußt hat, was am Menschen sei), daß wenig Leute die Gabe, keusch zu leben, haben, denn Gott hat den Menschen, Männlein und Fräulein, geschaffen, 1 Mos. 1. Ob es nun in menschlicher Macht oder Vermögen sei, ohne sonderliche Gabe und Gnade Gottes, durch eigen Vornehmen oder Gelübde, Gottes, der hohen Maje⸗ stät, Geschöpfe besser zu machen oder zu ändern, hat die Erfahrung allzu klar gegeben. Denn was Gutes, was ehrbar züchtiges Leben, was christ⸗ lichen, ehrlichen oder redlichen Wan⸗ dels an vielen daraus erfolget, wie gräuliche, schreckliche Unruhe und ual ihrer Gewissen viele an ihrem letzten Ende derhalben gehabt, ist am Tage, und ihrer viele haben es selbst bekannt. So denn Gottes Wort und Gebot durch kein mensch⸗ lich Gelübde oder Gesetz mag ge⸗ ändert werden, haben aus dieser und andern Ursachen und Gründen die Priester und andere Geistliche Eheweiber genommen. So ist es auch aus den Historien und der Väter Schriften zu bewei⸗ sen, daß in der christlichen Kirche vor Alters der Brauch gewesen, daß die Priester und Diakonen Ehewei⸗ ber gehabt. Darum sagt Paulus, 1 Tim. 3: Es soll ein Bischof un⸗ sträflich sein eines Weibes Mann. Es sind auch in Deutschland erst vor vierhundert Jahren die Priester zum Gelübde der Keuschheit vom Ehestande mit Gewalt abgedrungen, welche sich dagegen sämtlich auch so den ernstlich und hart gesetzet ha⸗ en, daß ein Erzbischof zu Mainz, welcher das päpstliche neue Edikt derhalben verkündiget, gar nahe in einer Empörung der ganzen Priester⸗ schaft in einem Gedränge wäre um⸗ gebracht. Und dasselbige Verbot ist bald im Anfang so geschwind und unschicklich vorgenommen, daß der Papst der Zeit nicht allein die künf⸗ tige Ehe den Priestern verboten, sondern auch die Ehe derjenigen, so schon in dem Ehestande lange gewe⸗ sen, zerrissen, welches doch nicht al⸗ lein wider alle göttliche, natürliche und weltliche Rechte, sondern auch den Kanonibus(so die Päpste selbst gemacht) und den berühmtesten Kon⸗ ciliis ganz entgegen und zuwider ist. Auch ist bei viel hohen, gottes⸗ fürchtigen, verständigen Leuten der⸗ gleichen Rede und Bedenken oft ge⸗ hört, daß solcher gedrungener Cöli⸗ bat und Beraubung des Ehestandes (welchen Gott selbst eingesetzt und frei gelassen), nie kein Gutes, son⸗ dern viel größere böse Laster und viel Arges eingeführt habe. Es hat auch einer von den Päpsten, Pius II., selbst, wie seine Historie anzeigt, diese Worte oft geredet und von sich schreiben lassen: Es möge wohl etliche Ursachen haben, warum den Geistlichen die Ehe verboten sei; es habe aber viel höhere, größere und wichtigere Ursachen, warum man ihnen die Ehe solle wieder frei las⸗ sen. Ungezweifelt, es hat Papst Pius als ein verständiger, weiser Mann dies Wort aus großem Be⸗ denken geredet. Derhalben wollen wir uns in Unterthäni iestät vertt als ein Kaiser gnä daß jetzun und Tagen meldet, di und die M schwächer n Derhalbe lich und ch Einsehung Ehestand v schändlicher deutschen L. Denn es eu mand weis oder machen welcher der Gebrechlicht zu wehren, die alten K zu Zeiten d lindern und licher Schn geres zu ve Nun wä auch wohl vonnöten. 2 ster und d der allgeme nachteilig se herren und dienen soller tig an Prie mangeln, so Ehestandes So nun Priester und lich werden öttliche We Historien be ehelich gew. lübde der 5 liche, unchri Ehebruch, sch zucht und g Domherr da omherren, Rom solches kläglich ange im Klero z Macht Gott werden; so man den chr allein verbot Orten aufs Beistliche historien u bewei⸗ n Kirche sen, daß Ehewei⸗ Paulus, chof un⸗ Mann. and erst Priester jeit vom drungen, auch so setzet ha⸗ Mainz, ue Edikt nahe in Priester⸗ väre um⸗ Zerbot ist Hind und daß der die künf⸗ verboten, nigen, so ige gewe⸗ nicht al⸗ iatürliche ern auch ste selbst sten Kon⸗ wider ist. „ gottes⸗ uten der⸗ n oft ge⸗ ner Cöli⸗ hestandes setzt und tes, sou⸗ aster und . Es hat n, Pius e anzeigt, und von iöge wohl arum den n sei; es yßere und um man frei las⸗ at Papst r, weiser oßem Be⸗ uns in Unterthänigkeit zu Kaiserlicher Ma⸗ iestät vertrösten, daß Ihre Majestät als ein christlicher Hochlöblicher Kaiser gnädiglich beherzigen werde, daß jetzund in den letzten Zeiten und Tagen, von welchen die Schrift meldet, die Welt immer je ärger und die Menschen gebrechlicher und schwächer werden. Derhalben wohl hochnötig, nütz⸗ lich und christlich ist, diese fleißige Einsehung zu thun, damit, wo der Ehestand verboten, nicht ärgere und schändlichere Unzucht und Laster in deutschen Landen möchten einreißen. Denn es wird je diese Sachen nie⸗ mand weislicher oder besser ändern oder machen können, denn Gott selbst, welcher den Ehestand, menschlicher Gebrechlichkeit zu helfen und Unzucht zu wehren, eingesetzt hat. So sagen die alten Kanones auch, man müsse zu Zeiten die Schärfe und Rigorem lindern und nachlassen, um mensch⸗ licher Schwachheit willen und aͤr⸗ geres zu verhüten und zu meiden. Nun wäre das in diesem Fall auch wohl christlich und ganz hoch vonnöten. Was kann auch der Prie⸗ ster und der Geistlichen Ehestand der allgemeinen christlichen Kirche nachteilig sein, sonderlich der Pfarr⸗ herren und anderer, die der Kirche dienen sollen? Es würde wohl künf⸗ tig an Priestern und Pfarrherren mangeln, so dies harte Verbot des Ehestandes länger währen sollte. So nun dieses, nämlich, daß die Priester und Geistlichen mögen ehe⸗ lich werden, gegründet ist auf das göttliche Wort und Gebot, dazu die Historien beweisen, daß die Priester ehelich gewesen; so auch das Ge⸗ lübde der Keuschheit so viel häß⸗ liche, unchristliche Argernis, so viel Ehebruch, schreckliche, unerhörte Un⸗ zucht und gräuliche Laster hat an⸗ Dombert daß auch etliche unter den omherren, auch Kurtisanen zu Rom solches oft selbst bekannt und kläglich angezogen, wie solche Laster im Klero zu gräulich, und über Macht Gottes Zorn würde erreget werden; so ist's je erbärmlich, daß man den christlichen Ehestand nicht allein verboten, sondern an etlichen Augsburgische Konfession. 83 große Ubelthat, zu strafen sich unter⸗ standen hat. So ist auch der Ehestand in kai⸗ terlichen Rechten und in allen Mo⸗ narchien, wo je Gesetz und Recht Zeit deimnet gelobet. Allein dieser Zeit beginnet man, die Leute un⸗ schuldig, allein um der Ehe willen, zu martern, und dazu Priester, der man vor andern schonen sollte. Und Iteh nicht allein wider göttliche techte, sondern auch wider die Ka⸗ nones. Paulus, der Apostel, 1 Tim. 4, nennet die Lehre, so die Ehe ver⸗ bietet, Teufelslehre. So sagt Chri⸗ stus selbst, Joh. 8: der Teufel sei ein Mörder von Anbeginn, welches denn wohl zusammen stimmet, daß es freilich Teufelslehren sein müssen, die Ehe verbieten und sich unter⸗ stehen, solche Lehre mit Blutver⸗ gießen zu erhalten. Wie aber kein menschlich Gesetz Gottes Gebot kann wegthun oder ändern, also kann auch kein Gelübde Gottes Gebot ändern. Darum giebt auch St. Cyprianus den Rat, daß die Weiber, so die gelobte Keusch⸗ heit nicht halten, sollen ehelich wer⸗ den, und sagt L. I. Epist. 11 also: So sie aber Keuschheit nicht halten wollen, oder nicht vermögen, so ist's besser, daß sie ehelich werden, denn daß sie durch ihre Lust ins Feuer fallen, und sollen sich wohl vorsehen, daß sie den Brüdern und Schwe⸗ stern kein Argernis anrichten. Zudem, so brauchen auch alle Ka⸗ nones größere Gelindigkeit und Aqui⸗ tät gegen diejenigen, so in der Ju⸗ end aund Möge wie denn Priester und önche des mehren Teils in der Jugend in solchen Stand aus Unwissenheit kommen sind. Der vierundzwanzigste Artikel. Von der Messe. Man leget den Unsern mit Un⸗ recht auf, daß sie die Messe sollen abgethan haben. Denn das ist öf⸗ fentlich, daß die Messe, ohne Ruhm zu reden, bei uns mit größerer An⸗ dacht und Ernst gehalten wird, denn bei den Widersachern. So werden auch die Leute mit höchstem Fleiß zum öftern Mal unterrichtet vom heiligen Sakrament, wozu es Orten aufs geschwindeste, wie um eingesetzt und wie es zu gebrauchen 37. 8⁰⁴ Augsburgische Konfession. sei, als nämlich, die erschrockenen Gewissen damit zu trösten, dadurch das Volk zur Kommunion und zur Messe gezogen wird. Dabei geschieht auch Unterricht wider andre unrechte Lehre vom Sakrament. So ist auch in den öffentlichen Ceremonien der Messe keine merkliche Anderung ge⸗ schehen, denn daß an etlichen Orten deutsche Gesänge(das Volk damit zu lehren und zu üben) neben latei⸗ nischem Gesang gesungen werden, sintemal alle Ceremonien vornehm⸗ lich dazu dienen sollen, daß das Volk daran lerne, was ihm zu .„ von Christo not ist. Nachdem aber die Messe auf man⸗ cherlei Weise vor dieser Zeit gemiß⸗ braucht, wie am Tage ist, daß ein Jahrmarkt daraus gemacht, daß man sie gekauft und verkauft hat, und daß sie mehrenteils in allen Kirchen um Geldes willen gehalten worden, ist solcher Mißbrauch zu mehrmalen, auch vor dieser Zeit, von gelehrten und frommen Leuten gestraft worden. Als nun die Pre⸗ diger bei uns davon gepredigt und die Priester erinnert sind der schreck⸗ lichen Bedräuung, so denn billig einen jeden Christen bewegen soll, daß, wer das Sakrament unwürdig⸗ lich brauchet, der sei schuldig am Leibe und Blute Christi, darauf sind solche Kaufmessen und Winkelmessen (welche bis anher aus Zwang um Geldes und der Präbenden willen gehalten worden) in unsern Kirchen gefallen. Dabei ist auch der gräuliche Irr⸗ tum gestrafet daß man gelehret hat, unser Herr Christus habe durch seinen Tod allein für die Erbsünde genng gethan und die Messe einge⸗ setzt zu einem Opfer für die anderen Sünden, und also die Messe zu ei⸗ nem Opfer gemacht für die Leben⸗ digen und Toten, dadurch Sünde wegzunehmen und Gott zu versöh⸗ nen. Daraus ist weiter gefolget, daß man disputiert hat, ob eine Messe für viele gehalten, also viel verdiene, als so man für einen jeg⸗ lichen eine sonderliche hielte? Daher ist die große unzähliche Menge der Messen gekommen, daß man mit diesem Wert hat wollen bei Gott alles erlangen, das man bedurft hat, und ist daneben des Glaubens an Christum und des rechten Got⸗ tesdienstes vergessen worden. Darum ist davon Unterricht ge⸗ schehen, wie ohne Zweifel die Not gefordert, daß man wüßte, wie das Sakrament recht zu gebrauchen wäre. Und erstlich, daß kein Opfer für Erbsünde und andere Sünde sei, denn der einige Tod Christi, zeiget die Schrift an vielen Orten an. Denn also stehet geschrieben zu den Hebräern, daß sich Christus einmal geopfert hat und dadurch für alle Sünde genug gethan. Es ist eine unerhörte Neuigkeit, in der Kirche lehren, daß Christi Tod —— 3 allein für die Erbsünde, und onst nicht auch für andere Sünden enug gethan haben; derhalben zu 191 daß männiglich verstehe, daß solcher Irrtum nicht unbillig gestraft sei. Zum andern, so lehret St. Pau⸗ lus, daß wir vor Gott Gnade er⸗ langen durch den Glauben und nicht durch Werke. Dawider ist öffentlich dieser Mißbrauch der Messe, so man vermeint, durch dieses Werk Gnade zu erlangen, wie man denn weiß, daß man die Messe dazu ge⸗ braucht, dadurch Sünde abzulegen und Gnade und alle Güter bei Gott zu erlangen, nicht allein der Priester für sich, sondern auch für die ganze Welt und für andere Le⸗ bendige und Tote. Zum dritten, so ist das heilige Sakrament eingesetzt, nicht damit für die Sünde ein Opfer anzurichten (denn das Opfer ist zuvor geschehen), sondern daß unser Glaube dadurch erweckt, und die Gewissen getröstet werden, welche durchs Sakrament erinnert werden, daß ihnen Gnade und Vergebung der Sünde von Christo zugesagt ist. Derhalben for⸗ 4— das Sakrament Glauben, und wird ohne Glauben vergeblich ge⸗ braucht. Dieweil nun die Messe nicht ein Opfer ist für andere, Lebendige oder Tote, ihre Sünde wegzunehmen, sondern soll eine Kommunion sein, da der Priester und andere das Sa⸗ krament empfahen für sich, so wird diese Weise man an F Kommunik und etliche municieren uns in ihr sie vor Zei ten, wie St. Paulo aus vieler Chrysostom ster täglich zur Komm er, hinzuz alten Kane Amt gehal Priester u cieret. Der im Canone sollen nach das Sakra schof oder So ma hierin, die nicht gewe und in den der Messen geschehen i unnötigen Mißbrauch Pfarrmesse diese Weise für ketzeris dammet we Zeiten auch da viel Vi die Tage, kam, nicht wie Tripat zeiget, daß Mittwoch elesen un sonst alle ohne die M Der fün Vo Die Beick dieses Teilt diese Gewo halten, de reichen dene und absolvi Volk fleißi lich das wie hoch 1 zu achten; bedurft laubens n Got⸗ icht ge⸗ die Not wie das hrauchen nOpfer Sünde Christi, 1 Orten ieben zu Christus dadurch an. Es „in der sti Tod de, und Sünden [ben zu verstehe, unbillig 5t. Pau⸗ nade er⸗ ind nicht 5ffentlich esse, so es Werk tan denn dazu ge⸗ bzulegen üter bei llein der auch für idere Le⸗ 8 heilige yt damit zurichten eschehen), dadurch etröstet akrament n Gnade nde von lben for⸗ ben, und blich ge⸗ nicht ein dige oder unehmen, ion sein, das Sa⸗ „so wird diese Weise bei uns gehalten, daß man an Feiertagen(auch sonst, so Kommunikanten da sind) Messe hält, und etliche, so das begehren, kom⸗ uns in ihrem rechten Brauch, wie sie vor Zeiten in der Kirche gehal⸗ ten, wie man beweisen mag aus St. Paulo, 1 Kor. 11, dazu auch aus vieler Väter Schriften. Denn Chrysostomus spricht, wie der Prie⸗ zur Kommunion, etlichen verbiete er, hinzuzutreten. Auch zeigen die alten Kanones an, daß einer das Amt gehalten hat, und die andern Priester und Diakonen kommuni⸗ cieret. Denn also lauten die Worte im Canone Nicaeno: Die Diakonen sollen nach den Priestern ordentlich das Sakrament empfahen vom Bi⸗ schof oder Priester. So man nun keine Neuigkeit hierin, die in der Kirche vor Alters nicht gewesen, vorgenommen hat und in den öffentlichen Ceremonien der Messen keine merkliche Anderung geschehen ist, allein, daß die andern unnötigen Messen, etwa durch einen Mißbrauch gehalten, neben der Pfarrmesse, Rane sind, soll billig diese Weise, Messe zu halten, nicht für ketzerisch und unchristlich ver⸗ dammet werden. Denn man hat vor Zeiten auch in den großen Kirchen, da viel Volks gewesen, auch auf die Tage, so das Volk zusammen kam, nicht täglich Messe gehalten, wie Tripartita historia lib. 9 an⸗ zeiget, daß man zu Alexandria am Mittwoch und Freitag die Schrift elesen und ausgeleget habe, und sonst alle Gottesdienste gehalten, ohne die Messe. Der suftnkiten te Ar⸗ kel. Von der Beichte. Die Beichte ist durch die Prediger dieses Teils nicht abgethan. Denn diese Gewohnheit wird bei uns ge⸗ halten, das Sakrament nicht zu reichen denen, so nicht zuvor verhört und absolviert sind. Dabei wird das Volk fleißig unterrichtet, wie tröst⸗ lich das Wort der Absolution sei, wie hoch und teuer die Absolution rie⸗ zu glauben, nicht weniger, ster täglich stehe und fordere etliche Augsburgische Konfession. 85 gegenwärtigen Menschen Stimme oder Wort, sondern Gottes Wort, der da die Sünde vergiebt, denn et begeh„sie wird an Gottes Statt, und aus municieren. Also bleibt die Messe bei Gottes Befehl gesprochen. Von die⸗ sem Befehl und Gewalt der Schlüs⸗ sel, wie tröstlich, wie nötig sie sei den erschrockenen Gewissen, wird mit großem Fleiß gelehret, dazu, wie Gott fordert, dieser Absolution denn so Gottes Stimme vom Himmel er⸗ schölle, und uns deren fröhlich trö⸗ sten und wissen, daß wir durch sol⸗ chen Glauben Vergebung der Sün⸗ den erlangen. Von diesen nötigen Stücken haben vor Zeiten die Pre⸗ diger, so von der Beichte viel leh⸗ reten, nicht ein Wörtlein berühret, sondern allein die Gewissen gemar⸗ tert mit langer Erzählung der Sünden, mit Genugthun, mit Ab⸗ laß, mit Wallfahrten und derglei⸗ chen. Und viel unsrer Widersacher bekennen selbst, daß dieses Teils von rechter christlicher Buße schick⸗ licher, denn zuvor in langer Zeit, geschrieben und gehandelt sei. Und wird von der Beichte also elehret, daß man niemand dringen soll, die Sünde namhaftig zu er⸗ zählen, denn solches ist unmöglich, wie der Psalm spricht: Wer kennet die Missethat! Und Jeremias spricht: Des Menschen Herz ist so arg, daß man es nicht auslernen kann. Die elende menschliche Natur stecket also tief in Sünden, daß sie dieselben nicht alle sehen oder kennen kann, und sollten wir allein von denen absolviert werden, die wir zählen können, wäre uns wenig geholfen. Derhalben ist nicht not, die Leute zu dringen, die Sünde namhaftig zu erzählen. Also haben's auch die Väter gehalten, wie man findet Distinct. 1. de Poenitentia, da die Worte Chrysostomi angezogen werden: Ich sage nicht, daß du dich selbst sollst öffentlich dargeben, noch bei einem andern dich selbst ver⸗ klagen, oder schuldig geben, sondern gehorche dem Propheten, welcher Wenr⸗ Offenbare dem Herrn deine ege. Derhalben beichte Gott dem Herrn, dem wahrhaftigen Richter, zu achten; denn es sei nicht des neben deinem Gebet, nicht sage 86 Augsburgische Konfession. deine Sünde mit der Zunge, son⸗ dern in deinem Gewissen. Hie siehet man klar, daß Chrysostomus nicht zwinget, die Sünde namhaftig zu erzählen. So lehret auch die Glossa in Deeretis de Poenitentia, daß die Beichte nicht durch die Schrift geboten, sondern durch die Kirche eingesetzet sei. Doch wird durch die Prediger dieses Teils fleißig geleh⸗ ret, daß die Beichte von wegen der Absolution, welche das Hauptstück und das Vornehmste darin ist, zu Trost der erschrockenen Gewissen, dazu um etlicher andern Ursachen willen zu erhalten sei. Der iechtitel. 5 Ar⸗ e Vom Unterschied der Speisen. Vorzeiten hat man also gelehret, geprediget und geschrieben, daß Un⸗ terschied der Speisen und dergleichen Traditionen, von Menschen ange⸗ setzt, dazu dienen, daß man dadurch Gnade verdiene und für die Sünde genug thue. Aus diesem Grunde hat man täglich neue Fasten, neue Ce⸗ remonien, neue Orden und der⸗ gleichen erdacht, und auch solches heftig und hart getrieben, als seien solche Dinge nötige Gottesdienste, dadurch man Gnade verdiene, so mans halte, und große Sünde ge⸗ schehe, so mans nicht halte. Daraus sind viel schädliche Irrtümer in der Kirche gefolgt. Erstlich ist dadurch die Gnade Christi und die Lehre vom Glauben verdunkelt, welche uns das Evan⸗ gelium mit großem Ernst vorhält und treibt hart darauf, daß man das Verdienst Christi hoch und teuer achte und wisse, daß Glauben an Wertt n hoch und weit über alle Werke zu setzen sei. Derhalben hat St. Paulus heftig wider das Gesetz Mosis und menschliche Traditionen gefochten, daß wir lernen sollen, daß wir vor Gott nicht fromm werden aus unsern Werken, sondern allein durch den Glauben an Chri⸗ stum, daß wir Gnade erlangen, um Christus willen. Solche Lehre ist schier ganz verloschen dadurch, daß man gelehrt, Gnade zu verdienen mit Gesetzen, Fasten, Unterschied der Speise ꝛc. Zum andern haben auch solche Traditionen Gottes Gebot verdun⸗ kelt. Denn man setzt diese Tradi⸗ tionen weit über Gottes Gebot. Dies hielt man allein für christlich Leben; wer diese Feier also hielte, also betete, also fastete, also geklei⸗ det wäre, das nennet man geistlich, christlich leben. Daneben hielt man andere nötige gute Werke für ein weltlich, ungeist⸗ lich Wesen, nämlich diese, so jeder nach seinem Beruf zu thun schuldig ist, als, daß der Hausvater arbeitet, Weib und Kind zu ernähren und zu Gottesfurcht aufzuziehen, die Haus⸗ mutter Kinder gebieret und wartet ihrer, ein Fürst und Obrigkeit Land und Leute regiert ꝛc. Solche Werke, von Gott geboten, mußten ein welt⸗ lich und unvollkommen Wesen sein, aber die Traditionen mußten den prächtigen Namen haben, daß sie allein heilige, vollkommene Werke heißen. Derhalben war kein Maß noch Ende, solche Traditionen zu machen. Zum dritten sind solche Traditio⸗ nen zu hoher Beschwerung der Ge⸗ wissen geraten. Denn es war nicht möglich, alle Traditionen zu halten, und waren doch die Leute der Mei⸗ nung, als wäre solches ein nötiger Gottesdienst. Und schreibt Gerson, daß viele hiermit in Verzweiflung gefallen, etliche haben sich auch selbst umgebracht, derhalben, daß sie kei⸗ nen Trost von der Gnade Christi gehöret haben. Denn man siehet bei den Summisten und Theologen, wie die Gewissen verwirret, welche sich unterstanden haben, die Tradi⸗ tionen zusammen zu ziehen und SNπ-πeνιμε(mildernde Deutungen) esucht, daß sie den Gewissen hüll⸗ fen, haben so viel damit zu thun gehabt, daß, dieweil alle heilsame christliche Lehre von nötigern Sa⸗ chen, als vom Glauben, von Trost in hohen Anfechtungen und derglei⸗ chen darnieder gelegen ist. Darüber haben auch viele fromme Leute vor dieser Zeit sehr geklagt, daß solche Traditionen viel Zants in der Kirche anrichten, und daß fromme Leute damit verhindert, zur rechten Er⸗ kenntnis Christi nicht kommen möch⸗ ten. Gerson und etliche mehr haben heftig dari auch Auguf die Gewiss nibus bese bei Unterri für nötige Darum aus Freve licher Genr Not gefe ö got geford von oben welche aus tion erwe Evangeliut Lehre vom in der Kir nicht mag man verme Werke Gn also davon Haltung g dition nich oder Gott! genug thu nötiger Ge werden. D heiligen stus, Ma Apostel, d tionen nie spricht dab geblich mi er nun Dienst ner sein. Und Munde eir Menschen lus, Rön stehet 22 Kol. 2: in Speise Apost. 15 versuchet des Jochs welches w wir haben wir glaub sers Herr werden. 7 man die soll mit 1 nien, es Und 1 Ti bote, als e bieten ꝛc. Denn dies h solche verdun⸗ Tradi⸗ Gebot. christlich hielte, geklei⸗ geistlich, e nötige ungeist⸗ so jeder schuldig arbeitet, und zu e Haus⸗ )wartet eit Land Werke, in welt⸗ sen sein, ten den daß sie eWerke NRaß noch machen. raditio⸗ der Ge⸗ ar nicht halten, er Mei⸗ nötiger Gerson, veiflung ich selbst sie kei⸗ Christi n siehet eologen, „welche Tradi⸗ jen und tungen) sen Hul⸗ zu thun heilsame rn Sa⸗ n Trost derglei⸗ Darüber ute vor ß solche r Kirche ne Leute ten Er⸗ n möch⸗ r haben heftig darüber geklagt. Ja, es hat auch Augustinus mißfallen, daß man die Gewissen mit so viel traditio- nibus beschweret, derhalben er da⸗ bei Unterricht giebt, daß mans nicht für nötige Dinge halten soll. Darum haben die Unsern nicht aus Frevel oder Verachtung geist⸗ licher Gewalt von diesen Sachen elehret, sondern es hat die hohe Not gefordert, Unterricht zu thun von oben angezeigten Irrtümern, welche aus Mißverstand der Tradi⸗ tion erwachsen sind. Denn das Evangelium zwinget, daß man die Lehre vom Glauben solle und müsse in der Kirche treiben, welche doch nicht mag verstanden werden, so man vermeint, durch eigene erwählte Werke Gnade zu verdienen. Und ist also davon gelehret, daß man durch Haltung gedachter menschlicher Tra⸗ dition nicht kann Gnade verdienen, oder Gott versöhnen, oder für Sünde genug thun; und soll derhalben kein nötiger Gottesdienst daraus gemacht werden. Dazu wird Ursach aus der heiligen Schrift angezogen. Chri⸗ stus, Matth. 15, entschuldigt die Apostel, daß sie altenußabe Tradi⸗ tionen nicht gehalten haben, und spricht dabei: Sie ehren mich ver⸗ geblich mit Menschengeboten. So er nun dies einen vergeblichen Dienst nennet, muß er nicht nötig sein. Und bald hernach: Was zum Munde eingehet, verunreinigt den Menschen nicht. Item spricht Pau⸗ lus, Röm. 14: Das Himmelreich stehet nicht in Speise oder Trank; Kol. 2: Niemand soll euch richten in Speise, Trank, Sabbath ꝛc. Apost. 15 spricht Petrus: Warum versuchet ihr Gott mit Auflegung des Jochs auf der Jünger Hals, welches weder unsere Väter, noch wir haben mögen tragen? sondern wir glauben, durch die Gnade un⸗ sers Herrn Jesu Christi selig zu werden. Da verbeut Petrus, daß man die Gewissen nicht beschweren soll mit mehr äußerlichen Ceremo⸗ nien, es sei Mosis oder andern. Und 1 Tim. 4 werden solche Ver⸗ bote, als Speise verbieten, Ehe ver⸗ bieten ꝛc. Teufelslehre genennet. Denn dies ist stracks dem Evangelio Augsburgische Konfession. 87 entgegen, solche Werke einsetzen, oder thun, daß man damit Vergebung der Sünden verdiene, oder als möge nie⸗ mand Christ sein ohne solche Dienste. Daß man aber den Unsern die Schuld giebt, als verböten sie Ka⸗ steiung und Zucht, wie Jovinianus, wird sich viel anders aus ihren Schriften befinden. Denn sie haben allezeit gelehret vom heiligen Kreuz, das Christen zu leiden schuldig sind, und dieses ist rechte, ernstliche und nicht erdichtete Kasteiung. Daneben wird auch gelehret, daß ein jeglicher schuldig ist, sich mit leiblicher ÜUbung als Fasten und anderer Übung, also zu halten, daß er nicht Ursach zu Sünden gebe, nicht daß er mit solchen Werken Gnade ver⸗ diene. Diese leibliche Ubung soll nicht allein etliche bestimmte Tage, sondern stetig getrieben werden. Davon redet Christus: Hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Völlerei. Ferner: Die Teufel werden nicht ausgeworfen, denn durch Fasten und Gebet Und Paulus spricht: Er kasteie seinen Leib und bringe ihn zu Gehorsam, damit er anzeigt, daß Kasteiung dienen soll, nicht damit Gnade zu verdienen, sondern den Leib geschickt zu halten, daß er nicht verhindere, was einem jeglichen nach seinem Beruf zu schaffen befohlen ist. Und wird also nicht das Fasten verwor⸗ fen, sondern daß man einen nötigen Dienst daraus, auf bestimmte Tage und Speisen, zur Verwirrung der Gewissen gemacht hat. Auch werden dieses Teils viel Ceremonien und Traditionen gehal⸗ ten, als Ordnung der Messe und andere Gesänge, Feste ꝛc., welche dazu dienen, daß in der Kirche Ord⸗ nung gehalten werde. Daneben aber wird das Volk unterrichtet, daß solcher äußerlicher Gottesdienst nicht fromm macht vor Gott, und daß mans ohne Beschwerung des Gewis⸗ sens halten soll, also, daß, so man es nachläßt ohne Argernis, nicht daran gesündigt wird. Diese Frei⸗ heit in äußerlichen Ceremonien ha⸗ ben auch die alten Väter gehalten. Denn im Orient hat man das Osterfest auf andere Zeit, denn zu 88 Augsburgische Konfession. Rom, gehalten; und da etliche diese Ungleichheit für eine Trennung in der Kirche halten wollten, sind sie vermahnet von andern, daß nicht not ist in solchen Gewohnheiten Gleichheit zu halten, und spricht Irenäus also: Ungleichheit in Fa⸗ sten trennt nicht die Einigkeit des Glaubens. Wie auch Distinct. 12 von solcher Ungleichheit in mensch⸗ lichen Ordnungen geschrieben, daß sie der Einigkeit der Christenheit nicht zuwider sei. Und Tripartita historia lib. 9 zeucht zusammen viele ungleiche Kirchen⸗Gewohnhei⸗ ten und setzt einen nützlichen, christ⸗ lichen Spruch: Der Apostel Mei⸗ nung ist nicht gewesen, Feiertage einzusetzen, sondern Glauben und Liebe zu lehren. Der en untizel. ite Ar⸗ e Von Klostergelübden. Von Klostergelübden zu reden, ist not, erstlich, zu bedenken, wie es bis anher damit gehalten, welch Wesen sie in Klöstern gehabt, und daß sehr viel darin täglich nicht allein wider Gottes Wort, sondern auch päpstlichen Rechten entgegen gehan⸗ delt ist. Denn zu St. Augustini Zeiten sind Klosterstände frei gewe⸗ sen, folgend, da die rechte Zucht und Lehre zerrüttet, hat man Kloster⸗ gelübde erdacht, und damit eben, als mit einem erdachten Gefängnis, die Zucht wieder aufrichten wollen. Überdies hat man neben den Klo⸗ stergelübden viel andere Stücke mehr aufgebracht, und mit solchen Banden und Beschwerden ihrer viele, auch vor gebührenden Jahren, beladen. So sind auch viele Personen aus Unwissenheit zu solchem Klosterleben gekommen, welche, wiewohl sie sonst nicht zu jung gewesen, haben doch ihr Vermögen nicht genugsam er⸗ messen und verstanden. Dieselben alle, also verstrickt und verwickelt, sind gezwungen und gedrungen, in solchen Banden zu bleiben, ungeach⸗ tet des, daß auch päpstliches Recht ihrer viele frei giebt. Und das ist beschwerlicher gewesen in Jung⸗ frauenklöstern, denn in Mönchs⸗ klöstern, so sich doch geziemet hätte, der Weibsbilder, als der Schwachen, zu verschonen. Dieselbe Strenge und ärtigkeit hat auch vielen frommen Leuten in vorigen Zeiten mißfallen; denn sie haben wohl gesehen, daß beide, Knaben und Mägdlein, um Erhaltung willen ihres Leibs in die Klöster sind versteckt worden. Sie haben auch wohl gesehen, wie übel dasselbe Vornehmen geraten ist, was Argernis, was Beschwerung der Gewissen es gebracht, und ha⸗ ben viel Leute geklagt, daß man in solcher gefährlichen Sache die Ka⸗ nones so gar nicht geachtet. Zudem, so hat man eine solche Meinung von den Klostergelübden, die un⸗ chenzüden ist, die auch vielen Mön⸗ chen übel gefallen hat, die ein we⸗ nig Verstand gehabt haben. enn sie gaben vor, daß Kloster⸗ gelübde der Taufe gleich wären, und daß man mit dem Klosterleben Vergebung der Sünde und Recht⸗ fertigung vor Gott verdiente, ja, sie setzten noch mehr dazu, daß man mit dem Klosterleben verdiente nicht allein Gerechtigkeit und Frömmig⸗ keit, sondern auch, daß man damit hielte die Gebote und Räte, so im Evangelio verfaßt; und wurden also die Klostergelübde höher ge⸗ preiset, denn die Taufe. Ferner, daß man mehr verdiente mit dem Klosterleben, denn mit allen andern Ständen, so von Gott geordnet sind, als Pfarrherren- und Prediger⸗ stand, Obrigkeit⸗, Fürsten⸗, Her⸗ renstand und dergleichen, die alle nach Gottes Gebot, Wort und Be⸗ fehl in ihrem Beruf ohne erdichtete Geistlichkeit dienen; wie denn dieser Stücke keines verneint werden mag, denn man findets in ihren eigenen Büchern. Überdies, wer also ge⸗ fangen und ins Kloster gekommen, lernet wenig von Christo. Ehemals hat man Schulen der heiligen Schrift und anderer Künste, so der christlichen Kirche dienstlich sind, in den Klöstern gehalten, da man aus den Klöstern Pfarrherren und Bischöfe genommen hat. Jetzt aber hats eine viel andere Gestalt. Denn vor Zeiten kamen sie der Meinung zusammen im Kloster⸗ leben, daß man die Schrift lernete. + Jetzt gebe sei ein so tes Gnat Gott dan Stand d setzens de Gott eine wird dar Verungli desto besse möge, u predigen Erstlich nen, die alle die, si geschickt si haben, si die Gelüb Ordnung Nun lar 1 Kor. 7 habe ein und eine Mann. 2 treibet ni sondern 0 Ordnung die ohne der Gabe begnadet Gottes se nicht gut sei; wir! machen,! Was u bringen? und Pflic man mu kann, so erzwingen durch auf toren sag wider des sind, wie binden, S der Gotte Wo di keine and sie möchte hätten die dispensier gebühret k so aus gö zu zerrei Päpste we Pflicht eit werden, u chwachen, enge und frommen lißfallen; jen, daß ein, um ibs in die jhen. Sie wie übel aten ist, chwerung und ha⸗ man in die Ka⸗ Zudem, Meinung die un⸗ en Mön⸗ ein we⸗ Kloster⸗ wären, 'sterleben d Recht⸗ nte, ja, daß man mnte nicht römmig⸗ in damit „ so im wurden öher ge⸗ Ferner, mit dem n andern net sind, rediger⸗ 1, Her⸗ die alle und Be⸗ erdichtete nun dieser hen mag, meigenen also ge⸗ kommen, ilen der Künste, zienstlich ten, da rrherren t. Jetzt Gestalt. sie der Kloster⸗ lernete. —4 Augsburgische Konfession. 89 Jetzt geben sie vor, das Klosterleben sei ein solch Wesen, daß man Got⸗ tes Gnade und Frömmigkeit vor Gott damit verdiene, ia, es sei ein Stand der Vollkommenheit, und setzens den andern Ständen, so von Gott eingesetzt, weit vor. Das alles wird darum angezogen, ohne alle Verunglimpfung, damit man je desto besser vernehmen und verstehen möge, was und wie die Unsern predigen und lehren. Erstlich lehren sie bei uns von de⸗ nen, die zur Ehe greifen, also, daß alle die, so zum ledigen Stande nicht geschickt sind, Macht, Fug und Recht haben, sich zu verehelichen. Denn die Gelübde vermögen nicht, Gottes Ordnung und Gebot aufzuheben. Nun lautet Gottes Gebot also, 1 Kor. 7: Um der Hurerei willen habe ein jeglicher sein eigen Weib, und eine jegliche habe ihren eignen Mann. Dazu dringet, zwinget und treibet nicht allein Gottes Gebot, sondern auch Gottes Geschöpf und Ordnung alle die zum Ehestand, die ohne sonder Gottes Werk mit der Gabe der Jungfrauschaft nicht begnadet sind, laut dieses Spruches Gottes selbst, 1 Mos. 2: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; wir wollen ihm einen Gehülfen machen, der um ihn sei. Was mag man nun dawider auf⸗ bringen? Man rühme das Gelübde und Pflicht, wie hoch man wolle, man mutze es auf, so hoch man kann, so mag man dennoch nicht erzwingen, daß Gottes Gebot da⸗ durch aufgehoben werde. Die Dok⸗ toren sagen, daß die Gelübde, auch wider des Papstes Recht, unbündig sind, wie viel weniger sollen sie denn binden, Statt und Kraft haben wi⸗ der Gottes Gebot! Wo die Pflichten der Gelübde keine andere Ursachen hätten, daß sie möchten aufgehoben werden, so hätten die Päpste auch nicht dawider dispensieret oder erlaubt; denn es gebühret keinem Menschen, die Pflicht, so aus göttlichen Rechten herwächst, zu zerreißen. Darum haben die Päpste wohl bedacht, daß in dieser Pflicht eine Aquität soll gebraucht werden, und haben zum öftern dis⸗ pensiert, als mit einem Könige von Arragon und vielen andern. So man nun zur Erhaltung zeitlicher Dinge⸗ dispensiert hat, soll viel billiger dispensiert werden um Notdurft willen der Seelen. Folgends, warum treibet der Ge⸗ genteil so hart, daß man die Ge⸗ lübde halten muß, und siehet nicht zuvor an, ob das Gelübde seine Art habe? Denn das Gelübde soll in möalichen Sachen willig und unge⸗ zwungen sein. Wie aber die ewige⸗ Keuschheit in des Menschen Gewalt und Vermögen stehe, weiß man wohl. Auch sind wenig, beide, Manns⸗ und Weibspersonen, die von sich selbst, willig und wohlbe⸗ dacht, das Klostergelübde gethan haben. Ehe sie zum rechten Ver⸗ stande kommen, so überredet man sie zum Klostergelübde. Zuweilen werden sie auch dazu gezwungen und gedrungen. Darum ist es je nicht billig, daß man so geschwind und hart von der Gelübdepflicht dis⸗ putiere, angesehen, daß sie alle be⸗ kennen, daß solches wider die Na⸗ tur und Art des Gelübdes ist, da es nicht williglich und mit gutem Rat und Bedacht gelobet wurde. Etliche Kanones und päpstliche Rechte zerreißen die Gelübde, die unter fünfzehn Jahren geschehen sind; denn sie haltens dafür, daß man vor derselbigen Zeit so viel Verstand nicht hat, daß man die Ordnung des ganzen Lebens, wie dasselbe anzustellen, beschließen könne Ein andrer Kanon giebt der menschlichen Schwachheit noch mehr Jahre zu; denn er verbeut, das Klostergelübde unter achtzehn Jah⸗ ren zu thun. Daraus hat der meiste Teil Entschuldigung und Ursache, aus den Klöstern zu gehen; denn sie des mehrern Teils in der Kindheit vor diesen Jahren in Klö⸗ ster kommen sind. Endlich, wenn⸗ gleich die Brechung des Klosterge⸗ lübdes möchte getadelt werden, so lönnte aber dennoch nicht daraus erfolgen, daß man derselben Ehe zerreißen sollte. Denn St. Augu⸗ stinus sagt, 27. quaest. 1. cap. Nuptiarum, daß man solche Ehe nicht zerreißen soll. Nun ist ja St. 9⁰ Augsburgische Konfession. Augustin nicht im geringen Ansehn in der christlichen Kirche, obgleich etliche hernach anders gehalten. Wiewohl nun Gottes Gebot von dem Ehestande ihrer sehr viele vom Klostergelübde frei und ledig ge⸗ macht, so wenden doch die Unsern noch mehr Ursachen vor, daß Klo⸗ stergelübde nichtig und unbündig seien. Denn aller Gottesdienst, von den Menschen ohne Gottes Gebot und Befehl eingesetzt und erwählet, Gerechtigkeit und Gottes Gnade zu erlangen, sei wider Gott und dem Evangelio und Gottes Befehl entge⸗ en. Wie denn Christus selbst sagt, Matth. 15: Sie dienen mir vergeb⸗ lich mit Menschengeboten. So leh⸗ rets auch St. Paulus überall, daß man Gerechtigkeit nicht soll suchen aus unsern Geboten und Gottes⸗ diensten, so von Menschen erdichtet sind, sondern daß Gerechtigkeit und Frömmigkeit vor Gott kommt aus dem Glauben und Vertrauen, daß wir glauben, daß uns Gott um sei⸗ nes einigen Sohnes Christus willen zu Gnaden annimmt. Nun ist es je am Tage, daß die Mönche gelehret und 2 Geint haben, daß die er⸗ dachte Geistlichkeit genug thue für die Sünde und Gottes Gnade und Gerechtigkeit erlange. Was ist nun dies anders, denn die Herrlichkeit und Preis der Gnaden Christi ver⸗ mindern und die Gerechtigkeit des Glaubens verleugnen? Darum fol⸗ get aus dem, daß solche gewöhnliche Gelübde unrechte, falsche Gottes⸗ dienste gewesen. Derhalben sind sie auch unbündig. Denn ein gottlos Gelübde, und das wider Gottes Gebot geschehen, ist unbündig und nichtig, wie auch die Kanones leh⸗ ren, daß der Eid nicht soll ein Band zur Sünde sein. St. Paulus sagt, Gal. 5: Ihr seid ab von Christo, die ihr durch das Gesetz rechtfertig werden wollt, und habt der Gnaden gefehlet. Der⸗ halben auch die, so durch Gelübde wollen rechtfertig werden, sind von Christo ab und fehlen der Gnade Gottes. Denn dieselben rauben Christo seine Ehre, der allein ge⸗ recht macht, und geben solche Ehre ihren Gelübden und Klosterleben. Man kann auch nicht leugnen, daß die Mönche gelehrt und gepre⸗ digt haben, daß sie durch ihre Ge⸗ lübde und Klosterwesen und Weise gerecht werden und Vergebung der Sünden verdienen, ja, sie haben noch wohl ungeschicktere Dinge erdichtet und gesagt, daß sie ihre guten Werke den andern mitteilen. Wenn nun einer dies alles wollte unglimpflich treiben und aufmutzen, wie viel Stücke könnte er zusammen bringen, deren sich die Mönche jetzt selbst schämen und nicht wollen debbar haben? Uber das alles haben sie auch die Leute überredet, daß die erdichteten geistlichen Ordensstände sind christliche Vollkommenheit. Dies ist ja die Werke rühmen, daß man dadurch gerecht werde. Nun ist es nicht ein gering Argernis in dertchristlichen Kirche, daß man dem Volk einen solchen Gottesdienst vor⸗ trägt, den die Menschen ohne Got⸗ tes Gebot erdichtet haben, und leh⸗ ren, daß ein solcher Gottesdienst die Menschen vor Gott fromm und gerecht macht. Denn Gerechtigkeit des Glaubens, die man am meisten in der Kirche treiben soll, wird ver⸗ dunkelt, wenn den Leuten die Au⸗ gen aufgesperrt werden mit dieser seltsamen Engelsgeistlichkeit und falschem Vorgeben der Armut, De⸗ mut und Keuschheit. Aberdies werden auch die Gebote Gottes und der rechte und wahre Gottesdienst dadurch verdunkelt, wenn die Leute hören, daß allein die Mönche im Stande der Voll⸗ kommenheit sein sollten. Denn die christliche Vollkommenheit ist, daß man Gott von Herzen und mit Ernst fürchtet, und doch auch eine auch Se Zuversicht und Glauben, auch Vertrauen fasset, daß wir um Christus willen einen gnädigen, barmherzigen Gott haben, daß wir mögen und sollen von Gott bitten und begehren, was uns not ist, und Hülfe von ihm in allen Trübsalen gewißlich nach eines jeden Beruf und Stand gewarten. Daß wir auch indes sollen äußerlich mit Fleiß gute Werke thun und unsers Berufs warten: darin stehet die rechte Voll⸗ kommenheit und der rechte Gottes⸗ Ehestand gemeine A ler allei kann er Sünde G möge. O nur ein? get, daß nicht Sü Rache zu Rache g nicht, aug lieset au etliche V Regiment sie gester ie gesagt En und Gott bess Leben. S wissen, d den Gebo und nicht Menschen das ein Stand de Gebot fü gefährlich Gottes 6 Von so gewesen, 5 thun. orzeiten von der X zeucht an ses eine das Klo Vollkome Aeben i leben in sie sollen vor Gott liche Vo daß man liums R sie haben die man Diewei eitel und leugnen, d gepre⸗ ihre Ge⸗ id Weise zung der üben noch erdichtet en Werke enn nun limpflich wie viel bringen, tzt selbst ö Den ge haben sie daß die nsstände menheit. nen, daß e. 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Man lieset auch der Exempel viel, daß etliche Weib und Kind, auch ihr Regiment verlassen, und sich in Klö⸗ ster gesteckt haben. Dasselbe, haben sie gesagt, heißt aus der Welt flie⸗ Gu und ein solch Leben suchen, das Gott besser gefiele, denn der andern Leben. Sie haben auch nicht können wissen, daß man Gott dienen soll in den Geboten, die er gegeben hat, und nicht in den Geboten, die von Menschen erdichtet sind. Nun ist je das ein guter und vollkommener Stand des Lebens, welcher Gottes Gebot für sich hat; das aber ist ein gefährlicher Stand des Lebens, der Gottes Gebot nicht für sich hat. Von solchen Sachen ist von nöten gewesen, den Leuten guten Bericht zu thun. Es hat auch Gerson in Vorzeiten den Irrtum der Mönche von der Vollkommenheit gestraft und zeucht an, daß bei seinen Zeiten die⸗ ses eine neue Rede gewesen sei, daß das Klosterleben ein Stand der Vollkommenheit sein soll. So viel Aeben z Meinung und Irrtum leben in den Klostergelübden, daß sie sollen rechtfertigen und fromm vor Gott machen, daß sie die christ⸗ liche Vollkommenheit sein sollen, daß man damit beide, des Evange⸗ liums Räte und Gebot halte, daß sie haben das Übermaß der Werke, die man Gott nicht schuldig sei. Dieweil denn solches alles falsch, eitel und erdichtet ist, so macht es Augsburgische Konfession. ö 91 auch die Klostergelübde nichtig und unbündig. ö Der achtundzwanzigste Artikel. Von der Bischöfe Gewalt. Von der Bischöfe Gewalt ist vor Zeiten viel und mancherlei geschrie⸗ ben und haben etliche unschicklich die Gewalt der Bischöfe und das weltliche Schwert unter einander gemengt, und sind aus diesem un⸗ ordentlichen Gemeng sehr groß⸗ Kriege, Aufruhr und Empörung er⸗ folget, aus dem, daß die Bischöfe im Schein ihrer Gewalt, die ihnen von Christo gegeben, nicht allein neue Gottesdienste angerichtet ha⸗ ben und mit Vorbehaltung etlicher Fälle und mit gewaltsamem Bann die Gewissen beschwert, sondern auch sich unterwunden, Kaiser und Kö⸗ nige zu setzen und entsetzen ihres Gefallens. Welchen Frevel auch lange Zeit hievor gelehrte und got⸗ tesfürchtige Leute in der Christen⸗ heit gestraft haben. Derhalben die Unsern zu Trost der Gewissen ge⸗ zwungen sind worden, den Unter⸗ schied der geistlichen und weltlichen Gewalt, Schwerts und Regiments anzuzeigen, und haben gelehret, daß man beiderlei Regiment und Ge⸗ walt um Gottes Gebots willen mit aller Andacht ehren und wohl hal⸗ ten soll als zwo höchste Gaben Got⸗ tes auf Erden. Nun lehren die Unsern also, daß die Gewalt der Schlüssel oder der Bischöfe sei, laut des Evangeliums, eine Gewalt und Befehl Gottes, das Evangelium zu predigen, die Sünde zu vergeben und zu behal⸗ ten, und die Sakramente zu reichen und zu handeln. Denn Christus hat die Apostel mit dem Befehl aus⸗ gesandt: Gleich wie mich mein Va⸗ ter gesandt hat, also sende ich euch auch. Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden erlassen werdet, denen sollen sie erlassen sein, und denen ihr sie vorbehalten werdet, denen sollen sie vorbehalten sein. Dieselbe Gewalt der Schlüssel oder Bischöfe übet und treibet man allein mit der Lehre und Predigt Gottes Worts und mit Handreichung der Sakramente gegen viele oder einzelne Personen, darnach der Be⸗ 92 ö Augsburgische Konfession. ruf ist. Denn damit werden gege⸗ ben nicht leibliche, sondern ewige Dinge und Güter, als nämlich ewi⸗ ge Gerechtigkeit, der heilige Geist und das ewige Leben. Diese Güter kann man anders nicht erlangen, denn durch das Amt der Pre igt und durch die Handreichung der hei⸗ ligen Sakramente. Denn St. Pau⸗ lus spricht: Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, selig zu machen alle, die daran glauben. Dieweil nun die Gewalt der Kirchen oder Bi⸗ schöfe ewige Güter giebt und allein durch das Predigtamt geübt und ge⸗ trieben wird, so hindert sie die Po⸗ lizei und das weltliche Regiment nichts überall. Denn das weltliche Regiment gehet mit vielen andern Sachen um, denn das Evangelium; welche Gewalt schützt nicht die See⸗ len, sondern Leib und Gut wider äußerliche Gewalt mit dem Schwert und leiblichen Pönen. Darum soll man die zwei Regi⸗ mente, das geistliche und weltliche, nicht in einander mengen und wer⸗ fen. Denn die geistliche Gewalt hat ihren Befehl, das Evangelium zu predigen und die Sakramente zu rei⸗ chen, soll auch nicht in ein fremd Amt fallen, soll nicht Könige setzen oder entsetzen, soll weltlich Gesetz und Gehorsam der Obrigkeit nicht aufheben oder zerrütten, soll welt⸗ licher Gewalt nicht Gesetze machen und stellen von weltlichen Händeln. Wie denn auch Christus selbst ge⸗ sagt hat: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Item: Wer hat mich zu einem Richter zwischen euch ge⸗ setzt. Und St. Paulus, Phil. 3: Unsere Bürgerschaft ist im Himmel. Und in 2 Kor. 10: Die Waffen uns⸗ rer Ritterschaft sind nicht fleischlich, sondern mächtig vor Gott, zu ver⸗ stören die Anschläge und alle Höhe, die sich erhebt wider die Erkenntnis Gottes. Dieser Gestalt unterscheiden die Uusern beiderlei Regiment und Ge⸗ waltamt, und heißen sie beide, als die höchste Gabe Gottes auf Erden, in Ehren halten. Wo aber die Bi⸗ schöfe weltlich Regiment und Schwert haben, so haben sie dieselben nicht sondern aus menschlichen, kaiserli⸗ chen Rechten, geschenkt von Kaisern und Königen zu weltlicher Verwal⸗ tung ihrer Güter, und gehet das Amt des Evangeliums gar nichts an. Derhalben ist das bischöfliche Amt nach göttlichen Rechten, das Evangelium predigen, Sünde ver⸗ eben, Lehre urteilen und die Lehre, 10 dem Evangelio entgegen, ver⸗ werfen und die Gottlosen, deren gottlos Wesen offenbar ist, aus christ⸗ licher Gemeine ausschließen, ohne menschliche Gewalt, sondern allein durch Gottes Wort. Und diesfalls sind die Pfarrleute und Kirchen schuldig, den Bischöfen gehorsam zu sein, laut dieses Spruchs Christi, Luk. 10: Wer euch höret, der höret mich. Wo sie aber etwas dem Evan⸗ gelio entgegen lehren, setzen, oder aufrichten, haben wir Gottes Befehl in solchem Fall, daß wir nicht ollen gehorsam sein, Matth. 7: Sehet euch vor vor den falschen Propheten. Und St. Paulus Gal. 1: So auch wir, oder ein Engel vom Himmel euch ein ander Evangelium predigen wür⸗ de, denn das wir euch geprediget haben, der sei verflucht. Und in 2 Kor. 13: Wir haben keine Macht wider die Wahrheit, sondern für die Wahrheit. Item: Nach der Macht, welche mir der Herr zu bessern und nicht zu verderben gegeben hat. Also. gebeut auch das geistliche Recht in cap. Sacerdotes und in cap. Oves Und St. Augustin schreibt in der Epistel wider Petilianum: Man soll auch den Bischöfen, so ordentlich ge⸗ wählet, nicht folgen, wo sie irren, oder etwas wider die heilige gött⸗ liche Schrift lehren oder ordnen. Daß aber die Bischöfe sonst Ge⸗ walt und Gerichtszwang haben in etlichen Sachen, als nämlich Ehe⸗ sachen oder Zehenden, dieselben haben sie aus Kraft menschlicher Rechte. Wo aber die Ordinarien nachlässig in solchem Amt, so sind die Fürsten schuldig, sie thun es gern oder un⸗ gern, hierin ihren Unterthanen um Friedens willen Recht zu sprechen, zur Verhütung von Unfrieden und großer Unruhe in Ländern. Weiter disputiert man: Ob auch als Bischöfe aus göttlichen Rechten, Bischöfe Macht haben, Ceremonien in der Ki chen Satz tagen, vo der Kirch Bischöfen diesen Sp Ich habe ihr aber wenn abe kommen u Wahrheit auch das sie Blut u ben. So daß der verwande Gebote, wird kein und ange lung des mit erha Kirchen g zehn Gebe daran ver Aber di Frage alf Macht ha gelium zi wie denn geistlichen neunte T dieses öff fehl und setze zu 1 daß man nug thue es wird Christi v mit solche Gnade z am Tage willen in liche Au hand gen die Lehre rechtigkei terdrückt neue Fei ten, neue erbietung solchen; Guts be die menf thun aue bot, daß Speise, Dingen: kaiserli⸗ Kaisern Verwal⸗ ehet das r nichts schöfliche ten, das ude ver⸗ ie Lehre, en, ver⸗ „ deren 18 christ⸗ n, ohne n allein diesfalls Kirchen rsam zu Christi, er höret n Evan⸗ n, oder 8 Befehl t soͤllen het euch en. Und ich wir, tel euch en wür⸗ prediget Und in Macht für die Macht, rn und t. Also. techt in 5. Oves in der an soll lich ge⸗ eirren, e gött⸗ nen. nst Ge⸗ ben in ch Ehe⸗ haben Rechte. chlässig Fürsten er un⸗ Hen um rechen, n und b auch nonien in der Kirche aufzurichten, desglei⸗ chen Satzungen von Speise, Feier⸗ tagen, von unterschiedlichen Orden der Kirchendiener? Denn die den Bischöfen diese Gewalt geben, ziehen diesen Spruch Christi an, Joh. 16: Ich habe euch noch viel zu sagen, ihr aber könnets jetzt nicht tragen, wenn aber der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit führen. Darzu führen sie auch das Exempel Apg. 15 an, da sie Blut und Ersticktes verboren ha⸗ ben. So zeucht man auch das an, daß der Sabbath in Sonntag ist verwandelt worden wider die zehen Gebote, dafür sie es achten, und wird kein Exempel so hoch getrieben und angezogen, als die Verwand⸗ lung des Sabbaths, und wollen da⸗ mit erhalten, daß die Gewalt der Kirchen groß sei, dieweil sie mit den zehn Geboten dispensieret und etwas daran verändert hat. Aber die Unsern lehren in dieser Frage also: Daß die Bischöfe nicht Macht haben, etwas wider das Evan⸗ gelium zu setzen und aufzurichten, wie denn oben angezeigt ist, und die geistlichen Rechte durch die ganze neunte Distinktion lehren. Nun ist dieses öffentlich wider Gottes Be⸗ fehl und Wort, der Meinung Ge⸗ setze zu machen, oder zu gebieten, daß man dadurch für die Sünde ge⸗ nug thue und Gnade erlange; denn es wird die Ehre des Verdienstes Christi verlästert, wenn wir uns mit solchen Satzungen unterwinden, Gnade zu verdienen. Es ist auch am Tage, daß um dieser Meinung willen in der Christenheit mensch⸗ liche Aufsatzungen unzählig über⸗ hand genommen haben, und indes die Lehre vom Glauben und die Ge⸗ rechtigkeit des Glaubens gar ist un⸗ terdrückt gewesen. Man hat täglich neue Feiertage, neue Fasten gebo⸗ ten, neue Ceremonien und neue Ehr⸗ erbietung der Heiligen eingesetzt, mit solchen Werken Gnade und alles Guts bei Gott zu verdienen. Item, die menschliche Satzung aufrichten, thun auch damit wider Gottes Ge⸗ bot, daß sie Sünde setzen in der Speise, in Tagen und dergleichen Dingen und beschweren also die Chri⸗ Augsburgische Konfession. 93 stenheit mit der Knechtschaft des Ge⸗ setzes, eben als müßte bei den Chri⸗ sten ein solcher Gottesdienst sein, Gottes Gnade zu verdienen, der gleich wäre dem levitischen Gottes⸗ dienste, welchen Gott sollte den Apo⸗ steln und Bischöfen befohlen haben aufzurichten, wie denn etliche davon schreiben; stehet auch wohl zu glau⸗ ben, daß etliche Bischöfe mit dem Exempel des Gesetzes Mosis sind betrogen worden, daher so unzählige Satzungen kommen sind, daß eine Todsünde sein soll, wenn man an Feiertagen eine Handarbeit thue, auch ohne Argernis der andern; daß eine Todsünde sei, wenn man die Siebenzeit nachläßt, daß etliche Spei⸗ se das Gewissen verunreinige, daß Fasten ein solch Werk sei, damit man Gott versöhne, daß die Sünde in einem vorbehaltenen Fall werde nicht vergeben, man ersuche denn zuvor den Vorbehalter des Falls, unangesehen, daß die geistlichen Rechte nicht von Vorbehaltung der Schuld, sondern von Vorbehaltung der Kir⸗ chenpön reden. Woher haben denn die Bischöfe Recht und Macht, solche Aufsätze der Christenheit aufzulegen, die Gewis⸗ sen zu verstricken? Denn St. Peter verbeut in der Apostelgeschichte 15, das Joch auf der Jünger Hälse zu legen, und St. Paulus sagt zu den Korinthern, daß ihnen die Gewalt, zu bessern und nicht zu verderben gegeben sei. Warum mehren sie denn die Sünde mit solchen Aufsätzen Doch hat man helle Sprüche der göttlichen Schrift, die da verbieten, solche Aufsätze aufzurichten, die Gna⸗ de Gottes damit zu verdienen, oder als sollten sie vonnöten zur Selig⸗ keit sein. So sagt St. Paulus, Kol. 2: So laßt nun niemand euch Ge⸗ wissen machen über Speise, oder über Trank, oder über bestimmten Tagen, nämlich den Feiertagen, oder neuen Monden, oder Sabbathen, welches ist der Schatten von dem, das zu⸗ künftig war, aber der Körper selbst ist in Christo. Item, so ihr denn gestorben seid mit Christo von den weltlichen un faugen was lasset ihr euch denn fangen mit Satzun⸗ gen, als wäret ihr lebendig, die da sagen: Du sollst das nicht anrüh⸗ ren, du sollst das nicht essen, noch trinken, du sollst das nicht anlegen, welches sich doch alles unter Hän⸗ den verzehret, und sind Menschen⸗ gebot und Lehre und haben einen Schein der Wahrheit. Item, St. Paulus, Tit. 1, verbeut öffentlich, man soll nicht achten auf jüdische Fabeln und Menschengebot, welche die Wahrheit abwenden. So redet auch Christus selbst, Matth. 15, von denen, so die Leute auf Menschengebot treiben: Laßt sie fahren, sie sind der Blinden blinde Leiter, und verwirft solchen Gottes⸗ dienst und sagt: Alle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht ge⸗ pflanzet hat, die werden ausgereutet. So nun die Bischöfe Macht haben, die Kirchen mit unzähligen Auf⸗ sätzen zu beschweren und die Ge⸗ wissen zu verstricken, warum ver⸗ beut dann die göttliche Schrift so oft, die menschlichen Aufsätze zu ma⸗ chen und zu hören? warum nennet sie dieselben Teufelslehren? Sollt denn der heilige Geist solches alles vergeblich verwarnet haben? Derhalben, dieweil solche Ord⸗ nungen als nötig aufgerichtet, da⸗ mit Gott zu versöhnen und Gnade zu verdienen, dem Evangelio ent⸗ gegen sind, so ziemet sich keineswegs den Bischöfen, solche Gottesdienste zu erzwingen. Denn man muß in der Christenheit die Lehre von der christlichen Freiheit behalten, als nämlich, daß die Knechtschaft des Gesetzes nicht nötig ist zur Recht⸗ fertigung, wie denn St. Paulus, Gal. 5, schreibet: So bestehet nun in der Freiheit, damit uns Christus befreiet hat, und laßt euch nicht wieder in das knechtische Joch ver⸗ knüpfen. Denn es muß je der vor⸗ nehmste Artikel des Evangeliums erhalten werden, daß wir die Gnade Gottes durch den Glauben an Chri⸗ stum ohne unser Verdienst erlangen und nicht durch Dienste, von Men⸗ schen eingesetzt, verdienen. Was soll man denn halten vom Sonntag und dergleichen andern Kirchenordnungen und Ceremonien? Darzu geben die Unsern diese Ant⸗ Augsburgische Konfession. wort: Daß die Bischöfe oder Pfarr⸗ herren mögen Ordnung machen, da⸗ mit es ordentlich in der Kirche zu⸗ gehe, nicht, damit Gottes Gnade zu erlangen, auch nicht, damit für die Sünde genug zu thun, oder die Ge⸗ wissen damit zu verbinden, solches für nötigen Gottesdienst zu halten, und es dafür zu achten, daß sie Sünde thäten, wenn sie ohne Ar⸗ gernis dieselben brechen. Also hat St. Paulus zu den Korinthern ver⸗ ordnet, daß die Weiber in der Ver⸗ sammlung ihr Haupt sollen decken. Item, daß die Prediger in der Ver⸗ sammlung nicht zugleich alle reden, sondern ordentlich einer nach dem andern. Solche Ordnung gebührt der christ⸗ lichen Versammlung um der Liebe und Friedens willen zu halten, und den Bischöfen und Pfarrherren in diesen Fällen gehorsam zu sein und dieselben so fern zu halten, daß ei⸗ ner den andern nicht ärgere, damit in der Kirche keine Unordnung oder wüstes Wesen sei. Doch also, daß die Gewissen nicht beschwert werden, daß mans für solche Dinge halte, die not sein sollten zur Seligkeit, und es dafür achte, daß sie Sünde thäten, wenn sie dieselben ohne der andern Argernis brechen, wie denn niemand sagt, daß das Weib Sünde thue, die mit bloßem Haupte ohne Argernis der Leute ausgehet. Also ist die Ordnung vom Sonntage, von der Osterfeier, von den Pfingsten und dergleichen Feier und Weise. Denn die es dafür achten, daß die Ordnung vom Sonntage für den Sabbath als nötig aufgerichtet sei, die irren sehr; denn die heilige Schrift hat den Sabbath abgethan und lehret, daß alle Ceremonien des alten Gesetzes nach Eröffnung des Evangeliums mögen nachgelassen werden; und dennoch, weil vonnöten gewesen ist, einen gewissen Tag zu verordnen, auf daß das Volk wüßte, wann es zusammen kommen sollte, hat die christliche Kirche den Sonn⸗ tag dazu verordnet und zu dieser Veränderung desto mehr Gefallens und Willens gehabt, damit die Leute ein Exempel hätten der christlichen Freiheit, daß man wüßte, daß we⸗ der die Ha eines ande Es sind tionen vo Gesetzes, Neuen Te änderung entsprunge irriger Ma in der C Gottesdier schen oder mäß wäre den Aposte haben, ne ken, die zu Dieselben die Christ man die G nicht laut gepredigt also vom halten m Ant. 10 Naß, wie arbeiten Disputati stricke des wohl sie sie Aufsätze zu so kann m treffen, so und bleibe sein. Nur bleiben, w der Gerech von der Apostel ha sich entha stickten. V dennoch th es nicht haben aug wollen bese schaft, son willen ein man muß Satzung e licher Lehr nicht aufg Man he nes, wie derselben auch bei! allerfleißi den Gewi fen, wo di Pfarr⸗ jen, da⸗ rche zu⸗ nade zu für die die Ge⸗ solches halten, daß sie ne Ar⸗ lso hat rn ver⸗ er Ver⸗ decken. er Ver⸗ reden, ch dem uchrist⸗ Liebe n, und ren in in und daß ei⸗ damit goder „ daß erden, halte, ligkeit, Sünde ne der e denn Sünde e ohne Also e, von ngsten eise. 5 die rden et sei, heilige zethan en des g des lassen nöten ag zu üßte, sollte, onn⸗ dieser llens Leute lichen we⸗ der die Haltung des Sabbaths, noch eines andern Tages vonnöten sei. Es sind viel unrichtige Disputa⸗ tionen von der Verwandlung des Gesetzes, von den Ceremonien des Neuen Testaments, von der Ver⸗ änderung des Sabbaths, welche alle entsprungen sind aus falscher und irriger Meinung, als müßte man in der Christenheit einen solchen Gottesdienst haben, der dem leviti⸗ schen oder jüdischen Gottesdienst ge⸗ mäß wäre, und als sollte Christus den Aposteln und Bischöfen befohlen haben, neue Ceremonien zu erden⸗ ken, die zur Seligkeit nötig wären. Dieselben Irrtümer haben sich in die Christenheit eingepflochten, da man die Gerechtigkeit des Glaubens nicht lauter uud rein gelehrt und gepredigt hat. Etliche disputieren also vom Sonntag, daß man ihn halten müsse, wiewohl nicht aus göttlichen Rechten, stellen Form und Naß, wiefern man am Feiertage arbeiten mag. Was sind aber solche Disputationes anders, denn Fall⸗ stricke des Gewissens? Denn wie⸗ wohl sie sich unterstehen, menschliche Aufsätze zu lindern und eplizieren, so kann man doch keine Linderung treffen, so lange die Meinung stehet und bleibet, als sollten sie vonnöten sein. Nun muß dieselbe Meinung bleiben, wenn man nichts weiß von der Gerechtigkeit des Glaubens und von der christlichen Freiheit. Die Apostel haben geheißen, man solle sich enthalten des Bluts und Er⸗ stickten. Wer hälts aber jetzo? Aber dennoch thun die keine Sünde, die es nicht halten; denn die Apostel haben auch selbst die Gewissen nicht wollen beschweren mit solcher Knecht⸗ schaft, sondern habens um Argernis willen eine Zeitlang verboten. Denn man muß Achtung haben in dieser Satzung auf das Hauptstück christ⸗ licher Lehre, das durch dieses Dekret nicht aufgehoben wird. Man hält schier keine alte Kano⸗ nes, wie sie lauten, es fallen auch derselben Satzung täglich viel weg, auch bei denen, die solche Aufsätze allerfleißigst halten. Da kann man den Gewissen nicht raten noch hel⸗ sen, wo diese Linderung nicht gehal⸗ Augsburgische Konfession. 9⁵ ten wird, daß wir wissen, solche Auf⸗ sätze also zu halten, daß mans nicht dafür halte, daß sie nötig seien, daß auch den Gewissen unschädlich sei, obgleich solche Aufsätze fallen. Es würden aber die Bischöfe leichtlich den Gehorsam erhalten, wo sie nicht darauf drängen, diezenigen Satzun⸗ gen zu halten, so doch ohne Sünde nicht mögen gehalten werden. Jetzo aber thun sie ein Ding und verbie⸗ ten beide Gestalten des heiligen Sa⸗ kraments, item, den Geistlichen den Ehestand, nehmen niemand auf, ehe⸗ er denn zuvor einen Eid gethan ha⸗ be, er wolle diese Lehre, so doch ohne⸗ Zweifel dem heiligen Evangelio ge⸗ mäß ist, nicht predigen. Unsere Kirchen begehren nicht, daß die Bischöfe mit Nachteil ihrer Ehre⸗ und Würden wiederum Friede und den Disc machen,(wiewohl solches den Bischöfen in der Not auch zu thun gebühret), allein sie bitten da⸗ rum, daß die Bischöfe etliche un⸗ billige Beschwerungen nachlassen, die doch vor Zeiten auch in der Kirche nicht gewesen und angenommen sind wider den Gebrauch der christlichen gemeinen Kirche, welche vielleicht im Anheben etliche Ursache gehabt; aber sie reimen sich nicht zu unsern Zei⸗ ten. So ist es auch unleugbar, daß etliche Satzungen aus Unverstand angenommen sind. Darum sollten. die Bischöfe der Gütigkeit sein, die⸗ selben Satzungen zu mildern, sinte⸗ mal eine solche Anderung nicht scha⸗ det, die Einigkeit christlicher Kirchen zu erhalten; denn viel Satzungen, von den Menschen aufgekommen, sind mit der Zeit selbst gefallen, und nicht nötig zu halten, wie die päpstlichen Rechte selbst zeugen. Kanns aber je nicht sein, es auch bei ihnen nicht zu erhalten, daß man solche mensch⸗ liche Satzungen mäßige und abthue, welche man ohne Sünde nicht kann halten, so müssen wir der Apostel Regel folgen, die uns gebeut: Wir sollen Gott mehr gehorsam sein, denn den Menschen. St. Peter verbeut den Bischöfen die Herrschaft, als hätten sie Ge⸗ walt, die 1. et; wozu sie wollen, zu zwingen. Jetzt gehet man nicht damit um, wie man den Bischöfen 96 ihre Gewalt nehme, sondern man bittet und begehret, sie wollten die Gewissen nicht zu Sünden zwingen. Wenn sie aber solches nicht thun werden und diese Bitte verachten, so möchten sie gedenken, wie sie wer⸗ den deshalb Gott Antwort geben miissen, dieweil sie mit solcher ihrer Härtigkeit Ursache geben zu Spal⸗ tungen und Schis ma, das sie doch billig sollen verhüten helfen. Dies sind die vornehmsten Artikel, die für streitig geachtet werden. Denn wiewohl man viel mehr Mißbräuche und Unrichtigkeit hätte anziehen kön⸗ nen, so haben wir doch, die Weit⸗ läufigkeit und Länge zu verhüten, allein die vornehmsten vermeldet, daraus die andern leichtlich zu er⸗ messen. Denn man in Vorzeiten sehr geklagt über den Ablaß, über Wallfahrten, über Mißbrauch des Bannes. Es hatten auch die Pfar⸗ rer unendlich Gezänk mit den Mön⸗ chen von wegen des Beichthörens, des Begräbnis, der Leichenpredigten und unzähliger anderer Stücke mehr. Solches alles haben wir im besten und Glimpfs willen übergangen, damit man die vornehmsten Stücke in dieser Sachen desto besser ver⸗ merken möchte. Dafür soll es auch nicht gehalten werden, daß in dem jemand etwas zu Haß, wider oder Unglimpf geredet oder angezogen sei, sondern wir haben allein die Stück Augsburgische Konfession. erzählet, die wir für nötig anzuzie⸗ hen und zu vermelden geachtet ha⸗ ben, damit man daraus desto besser zu vernehmen habe, daß bei uns nichts, weder mit Lehr noch mit Ceremonien, angenommen ist, das entweder der heiligen Schrift, oder gemeiner christlichen Kirche entge⸗ gen wäre. Denn es ist je am Tage und offenbar, daß wir mit allem Fleiß mit Gottes Hülfe(ohne Ruhm zu reden) verhütet haben, damit je keine neue und gottlose Lehre sich in unsrer Kirche einflechte, einreiße und überhand nehme. Die obgemeldeten Artikel haben wir, dem Ausschreiben nach, über⸗ geben wollen zu einer Anzeigung unser Bekenntnis und der Unsern Lehre. Und ob jemand befunden würde, der daran Mangel hätte, dem ist man ferner Bericht, mit Grund göttlicher heiliger Schrift, zu thun erbötig. C. Kaiserl. Majestät unterthänigste Johannes, Herzog zu Sachsen, Kurfürst. Georg, Markgraf zu Branden⸗ burg. Er nst, Herzog zu Lüneburg. Philipp, Landgraf zu Hessen. Wolfgang, Fürst zu Anhalt. Die Stadt Nürnberg. Die Stadt Reutlingen. Der kl Erstes Wie sie e Da Ich bin Du sollst n den neben Was Wir solle fürchten lie Das Du sollst deines Ho führen, der nicht unge RNamen m Was Wir solle ben, daß wi fluchen, schr oder trügen allen Nöten und danken. Das Du sollst d Was Wir sollet ben, daß wi Wort nicht selbe heilig lernen. Das Du sollf deine Mut dir's wohl lebest auf Was i Wir solle hen, daß n Herren nich nen; sonder ihnen diener wert haben. Das Du sollst M. R. —4 anzuzie⸗ htet ha⸗ to besser bei uns och mit ist, das ft, oder entge⸗ m Tage it allem e Ruhm amit je e sich in iße und haben „über⸗ zeigung Unsern efunden hätte, )t, mit Schrift, t dachsen, anden⸗ rg. essen. nhalt. —4 Der kleine Katechismus D. Martini Lutheri. Erstes Hauptstück. Die zehn Gebote Gottes. Wie sie ein Hausvater seinem Gesinde aufs einfältigste vor⸗ halten soll. 2. Mos. 20, 3 u. f. Das erste Gebot. Ich bin der Herr, dein Sott. Du sollst nicht andere Götter ha⸗ den neben mir. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten lieben und vertrauen. Das andere Gebot. Du sollst den RNamen des Herrn deines Hottes nicht unnützlich führen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lie⸗ ben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lie⸗ ben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern das— selbe heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohl gehe und du lange lebest auf Erden. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lie⸗ ben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzür⸗ nen; sondern sie in Ehren balten,‚ ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben. Das fünfte Gebot. Du sollst nicht töten. M. R. Gesangbuch. 5. Mos. 5, 7 u. f. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lie⸗ ben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöten. Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lie⸗ ben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein jeg⸗ licher sein Gemahl lieben und ehren. Das siebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lie⸗ ben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lie⸗ ben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten afterreden oder bösen Leumund machen, sondern sollenihn entschuldigen. Gutes von ihm reden, und alles zum besten kehren. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Rächsten Haus. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lie⸗ ben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, und mit einem Schein des Rechts an uns bringen, sondern 38 98 Der kleine Kate ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich sein. Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd Vieh, oder alles, was sein ist. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lie⸗ ben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh ab⸗ spannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Ge⸗ boten allen? Antwort. Er sagt also: Ich, der Herr, dein Zweites Hauptstück. chismus Lutheri. Gott, bin ein eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sün⸗ de der Väter heimsuchet an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl in kausend Glied. Was ist das? Antwort. Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten; darum sol⸗ len wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne thun nach seinen Geboten. Der christliche Glaube. Wie ein Hausvater denselben seinem Gesinde aufs einfältigste vorhalt Der erste Artikel. Von der Schöpfung. Ich glaube an Golt, den Va⸗ ter, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden. Was ist das? Antwort. Ich glaube, daß mich Gott ge⸗ schaffen hat samt allen Kreaturen, en soll. Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geiste, geboren von ner Zungfrau Maria, gelitten unter Vontio Bilato, geßtreuzigt, gestorben und begraben; nieder⸗ gefahren zur Höllen, am dritten Tage wiederauferstanden von den Toten, aufgesahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des mir Leib und Seele, Augen, Ohren allmächtigen Baters, von dannen und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter, mit aller Notdurft und Nahrung dieses Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wi⸗ er sommen wird zu richten die Tebendigen und die Toten. Was ist das? Antwort. Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahr⸗ haftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der der alle Fährlichkeit beschirmet und vor allem Übel behütet und bewah⸗ ret; und das alles aus lauter vä⸗ terlicher, göttlicher Güte und Barm⸗ mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, ge—⸗ wonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teu⸗ herzigkeit, ohn all mein Verdienst fels, nicht mit Gold oder Silber, und Würdigkeit; des alles ich ihm sondern mit seinem heiligen, teuren zu danken und zu loben, und dafür Blut und mit seinem unschuldigen zu dienen und gehorsam zu sein schul⸗ Leiden und Sterben, auf daß ich sein dig bin. Das ist gewißlich wahr. im 20 und 19 seinem Reiche unter . ihm lebe und ihm diene in ewiger Rer n. ähn Gerechtigkeit, Unschuld und Selig⸗ Von der Erlösung. keit, gleichwie er ist auferstanden Ich glaube an Jesum Christum, vom Tode, lebet und regieret in Hottes eingebornen Hohn, unsern Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Der Von Sch gla Eine heili Gemeine d der Sünd Fleisches Amen. Was Ich glar eigener V Jesum Cl glauben, o sondern de Dr Wie ein Vater Himmel. Was Gott wi wir glaube ter Vater, Kinder, ar mit aller len, wie lieben Vat, D Geheili Was Gottes selbst heili diesem Geb heilig werd Wie ges Wo das rein gelehr heilig als nach leben. Vater im H lehret und Gottes lehr uns den Nâ hüte uns, Die Dein Re Was Gottes R nnser Gebe ott, der die Sün⸗ an den id vierte h lieben . thue rt. lle, die rum sol⸗ seinem Gebote ade und Gebote hn auch rne thun be. ältigste ist von ren von gelitten reuzigt, nieder⸗ dritten von den zimmel, es, des dannen ten die n. 1. Thristus, Zater in )wahr⸗ ungfrau err, der ammten ben, ge⸗ i, vom es Teu⸗ Silber, „teuren huldigen ich sein he unter ewiger Selig⸗ rstanden ieret in h wahr. 99 durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuch⸗ tet, heiliget und bei Jesu Christo erhält, im rechten, einigen Glauben. In welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergiebt und am jüngsten Tage mich und alle Toten aufer⸗ wecken wird, und mir samt allen Der kleine Katechismus Lutheri. Der dritte Artikel. Won der Heiligung. Ich glaube an den heiligen geist, Eine heilige, christliche Kirche, die Hemeine der Heiligen. Vergebung der Hünden, Auferstehung des Sleisches und ein ewiges Leben. Amen. Was ist das? Antwort. Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an ZJesum Christum, meinen Herrn, Gläubigen in Christo ein ewiges glauben, oder zu ihm kommen kann; Leben geben wird. Das ist gewiß⸗ sondern der heilige Geist hat mich lich wahr. Drittes Hauptstück. Das Vater Unser. Wie ein Hausvater dasselbe seinem Gesinde aufs einfältigste vorhalten soll. bist im wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Antwort. Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist giebt, daß wir Vater unser, der du Himmel. Was ist das? Antwort. Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rech⸗ sei ter Bater, und wir seine rechten seinem heiligen Worte durch seine Kinder, auf daß wir getrost und Gnade glauben und göttlich leben, mit aller Zuversicht ihn bitten sol⸗ hier zeitlich und dort ewiglich. len, wie die lieben Kinder ihren Die dritte Bitte. lieben Bater. Dein Wille geschehe, wie im Die erste Bitte. Himmel, also auch auf Erden. Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Uäniter ai 8 ist das? Gottes guter gnädiger ille Wus dit Antwurt geschieht wohl ohne unser Gebet; „HSottes Name ist zwar an ihaber wir bitten in diesem Gebet, selbst Geber— wir— 46 daß er auch bei uns geschehe. helig wwerde. Wer anchheen Wie geschieht das? Antwort. i 1 9 7 Wenn Gott allen bösen Rat und r, 6.. Willen bricht und hindert, so uns Wo das Wort Gottes lauter und den Namen Gottes nicht heiligen rein gelehret wird, und wir auch und sein Reich nicht kommen lassen heilig als die Kinder Gottes dar⸗ wollen, als da ist des Teufels, der nach leben. Das hilf uns, lieber Welt und unsers Fleisches Wille; Vater im Himmel! Wer aber anders sondern stärket und vehält uns fest lhret und lebet, denn das Wort in seinem Wort und Glauben bis Gottes lehret, der entheiliget unter an unser Ende; das ist sein gnädi⸗ uns den Namen Gottes. Davor be⸗(ger, guter Wille. üte hi ischer Vater! ö ‚ hüte uns, himmlischer Vater Die vierte Bitte. Die andere Bitte. Anser täglich Brot gieb uns Dein Reich komme. heute. Was ist das? Antwort. Gottes Reich kömmt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst; aber Was ist das? Antwort. „Gott giebt täglich Brot, auch wohl ohne unsere Bitte, allen 10⁰ Der kleine Katechismus Lutheri. bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er's uns erkennen lasse, und mit Danksagung em⸗ pfangen unser täglich Brot. Was heißt denn täglich Brot? Antwort. Alles, was zur Leibes Nahrung und Notdurft gehört, als Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieb, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und treue Ober⸗ herren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Die fünfte Bitte. And vergieb uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schul⸗ digern. Was ist das? Antwort. Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünden, und um der⸗ selben willen solche Bitten nicht versa⸗ gen; denn wir sind der keins wert, das wir bitten, haben's auch nicht verdient: sondern er wolle uns al⸗ les aus Gnaden geben; denn wir täglich viel sündigen und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohlthun denen, die sich an uns versündigen. Die sechste Bitte. YAnd führe uns nicht in Ver⸗ suchung. Was ist das? Antwort. Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und ver⸗ führe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und La⸗ ster; und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich ge⸗ winnen und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. 51. erlöse uns von dem el. Was ist das? Antwort. Wir bitten in diesem Gebet, als in der Summa, daß uns der Va⸗ ter im Himmel von allerlei Abel Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse und zuletzt, wenn unser Stündlein kömmt, ein seliges Ende beschere und mit Gnaͤden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Der Beschluß. Denn dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigfeit. Amen. Was heißt Amen? Antwort. Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret; denn er selbst hat uns geboten, also zu be⸗ ten, und verheißen, daß er uns wolle erhören. Amen! Amen! das heißt, Ja! Ja! es soll also ge⸗ schehen. Viertes Hauptstück. Das Sakrament der heiligen Taufe. Wie ein Hausvater dasselbe seinem Gesinde aufs einfältigste vorhalten soll. Zum ersten. Was ist die Taufe? Antwort. Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset, und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn solch Wort Gottes? Antwort. Da unser Herr Christus spricht, Matthäi am letzten: Gehet hin in alle Welt lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Zum andern. Was giebt oder nützt die Taufe? Antwort. Sie wirket Vergebung der Sün⸗ den, erlöse und giebt die es glar Verheißune Welches si Verheißu Da unse Marci am und getau werden; w wird verde Wie kar Ding Wasser tl das Worte Wasser ist, chem Worte Denn ohn Wasser sch Taufe; abe ist es eine denreich W Bad der n Geist. wie im dritten selig durcht Fünfte Wie dasf Was ist dat Es ist de unsers Her dem Brote zu essen un selbst einge Wo ste So schrei gelisten, M und St. P Anser& der Nacht. nahm er d brach's ut gern und und esset; für euch thut zu m rt. nd; aber daß uns lten, auf elt und und ver⸗ weiflung und La⸗ jefochten lich ge⸗ ten. —2 on dem rt. het, als der Va⸗ lei Abel tes und un unser es Ende en von h nehme ch, und hReit in vort. „ solche Himmel henn er )zu be⸗ er uns en! das also ge⸗ ligen ältigste hin in ker und Vaters heiligen Taufe? den, erlöset vom Tode und Teufel und giebt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottes? Antwort. Da unser Herr Christus spricht, Marci am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Zum dritten. Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Antwort. Wasser thut's freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so sol⸗ chem Worte Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das keine Wasser schlecht Wasser und Taufe; aber mit dem Worte Gottes ist es eine LNaufe, das ist ein gna⸗ denreich Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist. wie St. Paulus sagt zu Tito Der kleine Katechismus Lutheri. 101 und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegosser hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Zum vierten. Was bedeutet denn solch Wasser⸗ taufen? Antwort. „Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäufet werden, und ster⸗ ben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich heraus⸗ kommen und auserstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Antwort. St. Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind samt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist von den Toten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also im dritten Kapitel: Gott macht uns sollen auch wir in einem neuen Le⸗ selig durch das Bad der Wiedergeburt ben wandeln. Fünftes Hauptstück. Das Sakrament des Altars. Wie dasselbe ein Hausvater seinem Gesinde aufs einfältigste vorhalten soll. Was ist das Sakrament des Altars? Antwort. Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brote und Weine uns Christen zu essen und zu trinken von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? Antwort. So schreiben die heiligen Evan⸗ gelisten, Matthäus, Markus, Lukas, und St. Paulus: Anser Herr Zesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Prot, dankete und brach's und gab's seinen Jün⸗ gern und sprach: Rehmet bin und esset; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abend⸗ mahl, dankete und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Festament in meinem Blute, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Hünden; solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis. Was nützet denn solch Essen und Trinken? Antwort. Das zeigen uns die Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Ver⸗ gebung der Sünden. Nämlich, daß uns im Sakrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird; denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. 102 Der kleine Katechismus Lutheri. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge thun? Antwort. Essen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und ver⸗ Wilch zur Vergebung der Sünden. elche Worte sind neben dem leib⸗ lichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sakrament; und wer denselben Worten glaubet, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich Vergebung der Sünden. Wer empfähet denn solch Sakrament würdiglich? Antwort. Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl geschickt, wer den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sün⸗ den. Wer aber diesen Worten nicht glaubet, oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn das Wort für euch fordert eitel gläu⸗ bige Herzen. Die Lehre von der Beichte. Wie man die Einfältigen davon unterweisen, und wie ein Hausvater dieselbe seinem Gesinde vorhalten soll. Was ist die Beichte? Antwort. Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: eines, daß man die Sünde bekenne; das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtvater empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifele, sondern fest glaube, die Sünde sei da⸗ durch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünden soll man denn beich⸗ ten? Antwort. Vor Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun; aber vor dem Beich⸗ beker sollen wir allein die Sünde bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welches sind die? Antwort. Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht, Magd seiest; ob du ungehor⸗ sam, untreu, unfleißig gewesen seiest; ob du jemand leid gethan habest mit Worten oder Werken, ob du gestohlen, versäumet, verwahrloset, oder Schaden gethan habest ꝛc. Lieber, stelle mir vor eine kurze Weise zu beichten. Antwort. So sollst du zum Beichtiger sagen: Würdiger, lieber Herr, ich bitte euch, ihr wollt meine Beichte hören und mir die Vergebung der Sünden prechen um Gottes willen. Sage an: Ich armer Sünder bekenne mich vor Gott aller Sünden schuldig, insonderheit bekenne ich vor euch, daß ich ein Knecht, Magd ꝛc. bin: aber ich diene leider untreulich mei⸗ nem Herrn, denn da und da hab ich nicht gethan, was sie mich ge⸗ heißen, habe sie erzürnet und zu l chen beweget, habe versäumet und Schaden lassen geschehen, bin auch in Worten und Werken schandbar gewesen, habe mit meinesgleichen gezürnet, wider meinen Herrn und rauen gemurrt, geflucht ꝛc., das alles ist mir leid, und bitte um Gnade, ich will mich bessern. Ein Herr oder Frau sage also: Insonderheit bekenne ich vor euch, daß ich mein Kind und Gesinde nicht treulich erzogen habe zu Got⸗ tes Ehren. Ich habe gefluchet, böse Exempel mit unzüchtigen Worten und Werken gegeben, meinen Nach⸗ barn Schaden gethan: übel nach⸗ geredet, nicht ganze Ware gegeben, meinen Nächsten im Kaufen und Verkaufen übervorteilt ꝛc. Und was er mehr wider die Gebote Gottes und seinen Stand gethan hat. Wenn aber jemand sich nicht be⸗ findet beschweret mit solchen oder größern Sünden, der soll nicht sor⸗ gen, oder weiter Sünden suchen oder dichten, und damit eine Marter aus der Beichte machen, sondern erzähle eine oder zwei, die er weiß, also: Insonderheit bekenne ich, daß ich einmal oder jen lasse er aber gat sollte n keine in die Ve Beichte, den Bei Dara Gott deinen Glaubef gebung Ja, l Die L Wie n Welches Die sind die Jesus C gelio ei Sünder den u: Sünde Christi Wie 1 lassen, denen si Was ge sir Das denen ih sind sie Gläubie im Nar nen 1 geeigne gestärket und ru Sakrament ort. ch bereiten iche Zucht; und wohl ben hat an egeben und der Sün⸗ umWorten elt, der ist denn das eitel gläu⸗ wie ein K. kenne mich schuldig, vor euch, 3d ꝛc. bin: ulich mei⸗ nd da hab e mich ge⸗ ind zu flu⸗ iumet und „bin auch schandbar nesgleichen Herrn und vor euch, d Gesinde se zu Got⸗ uchet, böse n Worten inen Nach⸗ übel nach⸗ e gegeben, ufen und Und was ote Gottes nicht sor⸗ suchen oder Rarter aus rn erzähle eiß, also: „ daß ich einmal gefluchet; item, daß ich dies oder jenes versäumet habe ꝛc. Also lasse er's genug sein. Weißt du aber gar keine(welches doch nicht sollte möglich sein), so sage auch keine insonderheit, sondern nimm die Vergebung auf die gemeine Beichte, so du für Gott thust gegen den Beichtiger. Darauf soll der Beichtiger sagen: Gott sei dir gnädig und stärke deinen Glauben. Amen. Weiter: Glaubest du auch, daß meine Ver⸗ gebung Gottes Vergebung sei? Antwort. Ja, lieber Herr. Der kleine Katechismus Lutheri. 103 Darauf spreche er: Wie du glaubest, so geschehe dir. Und ich, auf Befehl unsers Herrn Jesu Christi, vergebe dir deine Sün⸗ den im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Gehe hin in Frieden. Welche aber große Beschwerung des Gewissens haben, oder betrübt und angefochten sind, die wird ein Beichtiger wohl wissen mit mehr Sprüchen zu trösten und zum Glau⸗ ben zu reizen. Das soll allein eine allgemeine Weise der Beichte sein für die Einfältigen. Die Lehre vom Amt eichö. isfet des Himmel⸗ reichs. Wie man den Einfältigen, und ein Hausvater seinem Ge⸗ sinde dieselbe vorhalten soll. Welches sind die Schlüssel des Him⸗ melreichs? Antwort. Die Schlüssel des Himmelreichs sind die Gewalt, die unser Herr Jesus Christus auf Erden im Evan⸗ gelio eingesetzt hat, den bußfertigen Sündern die Sünde zu vergeben, den unbußfertigen Sündern die Sünde zu behalten, wie die Worte Christi lauten. Wie lauten die Worte Christi? Antwort. Unser Herr Christus spricht Joh. 20: Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie er⸗ lassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Was geben die Schlüssel oder wozu sind sie nütze? Antwort. Das zeigen uns diese Worte: denen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen: nämlich, daß den Gläubigen Vergebung der Sünden im Namen Jesu Christi, durch sei⸗ nen Tod und Blut erworben, zu⸗ geeignet wird, auf daß der Glaube gestärket, das Gewissen versichert und ruhsam gemacht werde; denn dem Glauben folget Friede im Her⸗ zen, wenn die Sünde vergeben ist. Wie kann der Mensch Sünde ver⸗ geben? Antwort. Der Mensch thut es freilich nicht, ein Mensch von sich selbst, sondern von amtswegen auf des Herrn Christi Befehl, wie die Worte lau⸗ ten: Welchen ihr die Sünden er⸗ lasset, denen sind sie erlassen. Neh⸗ met hin den heiligen Geist. Denn Erder wie des Menschen Sohn auf rden Macht hat Sünde zu ver⸗ geben, also hat er dieselbe Macht im Predigtamt eingesetzt, da er spricht: Wie mich mein Vater ge⸗ sandt hat, also sende ich euch. Joh. 20. Item: Wer euch höret, der höret mich. Luk. am 10. Kap. Welchen soll man die Sünde ver⸗ geben? Antwort. Denen, die in wahrhaftiger Buße ihre Sünden bekennen, und mit demütigem, gläubigem Herzen durch Jesum Christum Gnade und Trost begehren, wie der Herr Christus Matth zu dem Gichtbrüchigen, atth. 9: Mein Sohn, glaube fest, dir sind deine Sünden vergeben. Und zu der bußfertigen Sünderin 104 Der kleine Katechismus Lutheri. Luk. 7: Dir find deine Sünden vergeben, dein Glaube hat dir ge⸗ holfen. Welchen soll man die Sünde be⸗ halten? Antwort. Allen Unbußfertigen und Ungläu⸗ bigen, die in Sünden mutwillig stecken bleiben, und alle christliche Ermahnung verachten, wie unser Herr Christus lehrt Matth. 18: Sündiget dein Bruder an dir, so gehe hin, und strafe ihn zwischen dir und ihm allein; höret er dich, so Hor du deinen Bruder gewonnen. vöret er dich nicht, so nimm noch einen oder zween zu dir, auf daß alle Sache bestehe auf zweier oder dreier Zeugen Munde. Höret er die nicht, so sage es der Gemeine. Höret er die Gemeine nicht, so halte ihn als einen Heiden und Zöllner. Etliche Fragestücke D. Martini Lutheri, für die, so zum Sakrament gehen wollen, mit ihren Antworten. Nach gethaner Beichte und Unter⸗ richt von den zehn Geboten, Glau⸗ ben, Vater Unser und den Worten der Taufe und Sakrament, so mag der Beichtvater oder einer sich selbst fragen: Die erste Frage. 1. Glaubst du, daß du ein Sünder seist? Antwort. Ja, ich glaube es, ich bin ein Sünder. 2. Woher weißt du das? Antwort. Aus den heiligen zehn Geboten, die hahe ich nicht gehalten. 3. Sind dir deine Sünden auch leid? Antwort. Ja, es ist mir leid, daß ich wider Gott gesündigt habe. 4. Was hast du mit deinen Sünden bei Gott verdient? Antwort. Seinen Zorn und Ungnade, zeit⸗ lichen Tod und ewige Verdammnis. 5. Hoffest du auch selig zu werden? Antwort. Ja, ich hoffe es. 6. Wes tröstest du dich denn? Antwort. Meines lieben Herrn Jesu Christi. 7. Wer ist Christus? Antwort. Gottes Sohn, wahrer Gott und Mensch. 8. Sind denn viele Götter? Antwort. Nein, nur ein Gott, aber drei Personen, Vater, Sohn und hei⸗ liger Geist. 9. Was hat denn Christus für dich gethan, daß du dich seiner tröstest? Antwort. Er ist für mich gestorben und hat sein Blut am Kreuze für mich ver⸗ gossen zur Vergebung der Sünden. 10. Ist der Vater auch für dich ge⸗ storben? Antwort. Nein, denn der Vater ist nur Gott, der heilige Geist auch; aber der Sohn ist wahrer Gott und wah⸗ rer Mensch für mich gestorben, und hat sein Blut für mich vergossen. 11. Wie weißt du das? Antwort. Aus dem heiligen Evangelio und aus den Worten vom Sakrament, und bei seinem Leib und Blut im Sakrament mir zum Pfande gegeben. 12. Wie lauten die Worte? Antwort. Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankete und brach's und gab's seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch ge⸗ geben wird. Solches thut zu mei⸗ nem Gedächtnis. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so ost ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis 13. Gla der wahr Ja, ich 14. Was Die W esset, daß daraus, 15. Was seinen L trinken u Seine verkündis uns gele oft ihr's 16. War gedenken Daß keine K thun für stus, wa daß wir sern Sü frus ach reuen u denselben 17. Was deine Sü ö Die ge zu mir wie ges Röm. 5. 18. End zum So Auf d Christus 400 gro esagt 1 lane lieben. Wi — Des 2 . Bette fi mit den n dir, so vischen dir dich, so gewonnen. imm noch auf daß veier oder Höret er Gemeine. „ so halte Zöllner. , tworten. für dich tröstest? und hat mich ver⸗ Sünden. ̃ĩ dich ge⸗ ist nur ich; aber und wah⸗ ben, und rgossen. Antwort. jelio und krament, Blut im gegeben. Antwort. stus, in n ward, kete und Jüngern, nd esset, ner auch ndmahl, n, und nket alle as neue das für ergebung so oft zächtnis 13. Glaubst du, daß im Sakrament der wahre Leib und Blut Christi sei? Antwort. Ja, ich glaube es. 14. Was bewegt dich, das zu glau⸗ ben? Antwort. Die Worte Christi: Nehmet hin, esset, das ist mein Leib; trinket alle daraus, das ist mein Blut. 15. Was sollen wir thun, wenn wir seinen Leib essen, und sein Blut trinken und das Pfand also nehmen? Antwort. Seinen Tod und Blutvergießen verkündigen, und gedenken, wie er uns gelehret hat: Solches thut, so oft ihr's thut, zu meinem Gedächtnis. 16. Warum sollen wir seines Todes gedenken und denselben verkündigen? Antwort. Daß wir lernen dennen daß keine Kreatur hat können genug thun für unsre Sünde, denn Chri⸗ stus, wahrer Gott und Mensch, und daß wir lernen erschrecken vor un⸗ sern Sünden, und dieselben lernen roß achten, und uns Sein allein frenen und trösten, und also durch denselben Glauben selig werden. 17. Was hat ihn denn bewegt, für deine Sünden zu sterben und genug zu than? Antwort. Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und zu andern Sündern, wie geschrieben stehet: Joh. 14. Röm. 5. Gal. 2. Ephes. 5. 18. Endlich aber, warum willst du zum Sakrament gehen? Antwort. Auf daß ich lerne glauben, daß Christus um meiner Sünde willen aus großer Liebe gestorben sei, wie Reine und darnach von ihm auch erne Gott und meinen Nächsten lieben. Der kleine Katechismus Lutheri. 10⁵ 19. Was soll einen Christen ver⸗ mahnen und reizen, das Sakrament des Altars oft zu empfangen? Antwort. Von Gottes wegen soll ihn beide, des Herrn Christi Gebot und Ver⸗ heißung, darnach auch seine eigene Not, so ihm auf dem Halse lieget, treiben, um welcher willen solch Gebieten, Locken und Verheißen ge⸗ schiehet. 20. Wie soll ihm aber ein Mensch thun, wenn er solche Not nicht füh⸗ len kann, oder leinen Hunger noch Durst des Sakraments empfindet? Antwort. Dem kann nicht besser geraten werden, denn daß er erstlich in sei⸗ nen Busen greife, und fühle, ob er auch noch Fleisch und Blut habe, und glaube doch der Schrift, was sie davon saget. Gal. 5. Röm. 7. Zum andern, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sei, und denke, daß es an Sünde und Not nicht fehlen werde, wie die Schrift saget. Joh. 15 und 16. 1 Joh. 2 und 5. Zum dritten, so wird er ja auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äußerlich lassen wird, wie ihm die Schrift nennet. Joh. am 8. u. 15. 1 Petri 5. Eph. 6. 2 Tim. 2. (Nota.) Diese Aunderspiel und Antworten ist kein Kinderspiel, son⸗ dern von dem ehrwürdigen und frommen Mann Gottes, D. Martin Luther, für die Jungen und Alten aus einem großen Ernst vorgeschrie⸗ ben. Ein jeder sehe sich wohl vor, und lasse es sich auch einen Ernst sein, denn St. Paulus zu den Ga⸗ latern 6 spricht: Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Wie ein Hausvater sein Gesinde soll lehren morgens und abends sich segnen. Der Morgensegen. Des Morgens, wenn du aus dem Bette fährest, sollst du dich segnen mit dem heiligen Kreuz und sagen: Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Darauf kniend oder stehend den Glauben und Vater Unser. Willst 106 du, so magst du dies Gebetlein dazu sprechen: Ich danke dir, mein himm⸗ lischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich heute diesen Tag auch behüten vor Sünde und allem Abel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, mein Leib und Seele und alles in deine Hände, dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Und alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen, und etwa ein Lied gesungen, als: Die zehn Gebote oder was deine Andacht giebt. Der Abendsegen. Des Abends, wenn du zu Bette Der kleine Katechismus Lutheri. ehest, sollst du dich segnen mit dem eiligen Kreuz und sagen: Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Darauf kniend oder stehend den Glauben und Vater Unser. Willst du, 5 magst du dies Gebetlein dazu sprechen: Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich be⸗ hütet hast, und bitte dich, du wol⸗ lest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, mein Leib und Seele und alles in deine Hände, dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Und alsdann flugs und fröhlich eingeschlafen. Wie ein Hausvater sein Gesinde soll lehren das Gebet vor und nach der Mahlzeit zu sprechen. Kinder und Gesinde sollen mit efalteten Händen züchtig vor den Tisch treten und sprechen: Aller Augen warten auf dich, err, und du giebest ihnen ihre peise zu seiner Zeit: du thust deine milde Hand auf, und sättigest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. (Anmerk.) Wohlgefallen heißet, daß alle Tiere so viel zu essen krie⸗ en, daß sie fröhlich und guter inge darüber sind, denn Sorgen und Geiz hindert solch Wohlgefallen. Darnach das Vater Unser und dies folgende Gebet: Herr Gott, himm⸗ lischer Vater, segne uns und mil⸗ deine Gaben, die wir von deiner mi den Güte zu uns nehmen, durch Je⸗ sum Christum, unsern Herrn. Amen. Nach der Mahlzeit. 3e auch nach dem Essen sollen sie gleicherweise thun, züchtig und mit gefalteten Händen sprechen: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich, der allem Fleische Speise giebt, der dem Vieh sein Futter giebt, den jungen Raben, die ihn Stärle r hat nicht Lust an der Stärke des 3· Dein noch Gefallen an jemandes Beinen. Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, und auf seine Güte warten. Darnach das Vater Unser und dies nachfolgende Gebet: Wir danken dir, ZDem Gott, himmlischer Vater, durch esum Christum, unsern Herrn, ef alle deine Wohlthaten, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. — mit aller Etliche dieselbig Den Bi Ein B eines mäßig, als ein ein Wei unehrlich dern geli geizig, de vorstehe, ling, de gewiß ist er mächt die heilf die Wide Tit. 1, Was die Seelsorg Esset! denn ein wert. L befohlen, verkündi gelio ne unterrich der teil der ihn nicht, Gal. 6, wohl vo facher E arbeiten denn er sollst de nicht de ein Arb 1 Tim. bitten e erkennet die euc und eu lieber u seid fri 12. 13. und fol über eu n mit dem er, Sohn 22 ehend den r. Willst Gebetlein dir, mein ch Jesum Sohn, daß diglich be⸗ du wol⸗ ne Sünde, abe, und h behüten. mein Leib ne Hände, mit mir, Macht an d fröhlich sen sollen htig und sprechen: n er ist währet )e Speise 1 Futter die ihn st an der Gefallen er Herr die ihn warten. und dies nken dir, er, durch rrn, en du lebest Amen. Der kleine Katechismus Lutheri. Die Haustafel. Etliche Sprüche für alle heilige Orden und Stände, dadurch dieselbigen als durch ihre eigene Lektion ihres Amts und Dienstes zu ermahnen. Den Bischöfen, Pfarrherren und Predigern. Ein Bischof soll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, mäßig, sittig, gastfrei, lehrhaftig, als ein Haushalter Gottes, nicht ein Weinsäufer, nicht beißig, nicht unehrliche Hantierung treiben, son⸗ dern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eignen ause wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neu⸗ ling, der ob dem Worte halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher. 1 Tim. 3, 2—6. Tit. 1, 7—9. Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsorgern zu thun schuldig sind. Esset und trinket, was sie haben, denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. Luk. 10, 7. Der Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evan⸗ gelio nähren. 1 Kor. 9, 14. Der unterrichtet wird mit dem Worte, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Gal. 6, 6. 7. Die Altesten, die wohl vorstehen, die halte man zwie⸗ facher Ehren wert, sonderlich, die da arbeiten im Wort und in der Lehre, denn es spricht die Schrift: Du sollst dem Ochsen, der da drischet, nicht das Maul verbinden. Item, ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. 1 Tim. 5, 17. 18. Luk. 10, 7. Wir bitten euch, lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbeiten, und die euch vorstehen in dem Herrn und euch ermahnen, habt sie desto lieber um ihres Werkes willen, und seid friedsam mit ihnen. 1 Thess. 5, 12. 13. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen, denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechen⸗ schaft dafür geben sollen, auf daß sie es mit Freuden thun und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut. Hebr. 13, 17. Von weltlicher Obrigkeit. Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat; denn es ist keine Bukateit ohne von Gott, wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wider die„ur d. setzet, der wider⸗ strebt Gottes Ordnung. Die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfahen. Denn sie träget das Schwert nicht e Rahhe sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. Röm. 13, 1. 2. 4. Von den Unterthanen. Gebet dem Kaiser, was des Kai⸗ sers ist, und Gott, was Gottes ist. Matth. 22, 21. So seid nun aus Not unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen, derhalben müsset ihr auch Schoß geben, denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid, Schoß, dem der Schoß gebühret, Zoll, dem der Zoll gebühret, Furcht, dem die Furcht gebühret, Ehre, dem die Ehre gebühret. Röm. 13, 5. 6. 7. So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Ge⸗ bet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, daß wir ein ru⸗ higes und stilles Leben führen mö⸗ en in aller Gottseligkeit und Ehr⸗ arkeit, denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott unserm Heiland. 1 Tim. 2, 1. 2. 3. Er⸗ innere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit unterthan und gebor⸗ sam sein. Tit. 3, 1. Seid unter⸗ than aller menschlichen Ordnung 108 Der kleine Katechismus Lutheri. um des Herrn willen, es sei dem Könige als dem Obersten, oder den Hauptleuten als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Ubelthäter, und zu Lobe den Frommen. 1 Petr. 2, 13. 14. Den Ehemännern. Ihr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft, und gebet dem weiblichen als dem schwächsten Werkzeug seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. 1 Petr. 3, 7. Ihr Männer, liebet eure Weiber, gleichwie Christus ge⸗ liebet hat die Gemeinde. Epheser 5, 25. Und seid nicht bitter gegen sie. Kol. 3, 19. Den Ehefrauen. Die Weiber seien unterthan ihren Männern als dem Herrn, wie Sara Abraham gehorsam war, und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr ge⸗ worden seid, so ihr wohlthut, und nicht so schüchtern seid. Ephes. 5, 22. 1 Petr. 3, 6. Den Eltern. Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, daß sie nicht scheu werden, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn. Ephes. 6, 4. Kol. 3, 21. Den Kindern. Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist billig. Ehre Bater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Ver⸗ heißung hat, nämlich daß dirs wohl⸗ Eb und du lange lebest auf Erden. ph. 6, 1. 2. 3. Den Knechten, Mägden, Tagelöhnern und Ardeitern. Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Her⸗ zens, als Christo, nicht im Dienst allein vor Augen, als den Menschen u gefallen, sondern als die Knechte hristi, daß ihr solchen Willen Got⸗ tes thut von Herzen mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn und nicht den Menschen dienet, und wisset, was ein jeglicher Gutes thut, das wird er von dem Freier empfahen, er sei Knecht oder reier. Epheser 6, 5. 6. 7. Den Hausherren und Hausfrauen. Ihr Herren, thut auch dasselbige gegen ihnen, und lasset das Drohen, und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Eph. 6, 9. Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen, seid den Alten un⸗ terthan und haltet fest an der De⸗ mut. Denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen giebt er Gnade. So demüitigt euch nun unter die gewaltige Hand Got⸗ tes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1 Petr. 5, 5. 6. Den Witwen. Das ist eine rechte Witwe, die einsam ist, die ihre Horinung auf Gott stellet, und bleibet am Gebet und Flehen Tag und Nacht. Welcht aber in Wollüsten lebet, die ist le⸗ bendig tot. 1 Tim. 5, 5. 6. Die Gemeine. Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst, in diesen Worten sind alle Gebote verfasset. Röm. 13, 9. Und haltet an mit Beten für alle Menschen. 1 Tim. 2, 1. Ein jeder lern sein Lektion, So wird es wohl im Hause stohn. (Nämlich im Gotteshause, Rat⸗ hause und Wohnhause.) a. A Wah billig wir dir/ tiger V zeit und Den her ver erschiene deiner Augen Fleische uns zuy Güter Dar und Er nen und dem ga singen einen L ohn Er b. A Wah billig wir dir tiger V zeit un Den hat un unsterb da er i lichkeit Dar und Ei nen u dem ge singen einen ohn E ures Her⸗ im Dienst Menschen ie Knechte llen Got⸗ it gutem „ daß ihr Menschen jeglicher von dem iecht oder . usfrauen. dasselbige Drohen, en Herrn bei ihm Eph. 6, 9. id. [Iten un⸗ der De⸗ ehet den emütigen tigt euch ind Got⸗ zu seiner we, die ung auf n Gebet Welche ꝛe ist le⸗ 5. lieben, Worten Röm. t Beten 2, 1. e stohn. „Rat⸗ Die Präfationen. a. Auf Weihnachten. Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist's, daß wir dir, heiliger Herr, allmäch⸗ tiger Vater, ewiger Gott, alle⸗ zeit und überall danksagen. Denn was von der Welt her verborgen war, ist heute erschienen, und ein neu Licht deiner Herrlichkeit hat unsre Augen erleuchtet. Sichtbar im Fleische wir Gott schauen, der uns zur Liebe der unsichtbaren Güter erwecket. Darum mit allen Engeln und Erzengeln, mit den Thro⸗ nen und Herrschaften und mit dem ganzen himmlischen Heere singen wir deiner Herrlichkeit einen Lobgesang, und sprechen ohn Ende: b. Auf Epiphanias. Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist's, daß wir dir, heiliger Herr, allmäch⸗ tiger Vater, ewiger Gott, alle⸗ zeit und überall danksagen. Denn dein eingeborner Sohn hat uns durch das Licht seines unsterblichen Wesens erneuert, da er im Leibe unserer Sterb⸗ lichkeit erschienen. Darum mit allen Engeln und Erzengeln, mit den Thro⸗ nen und Herrschaften und mit dem ganzen himmlischen Heere singen wir deiner Herrlichkeit einen Lobgesang, und sprechen ohn Ende: C. In der Passionszeit. Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist's, daß wir dir, heiliger Herr, allmäch⸗ tiger Vater, ewiger Gott, alle⸗ zeit und überall danksagen. Der du das Heil des mensch⸗ lichen Geschlechtes am Stamme des Kreuzes vollbracht hast; auf daß vom Holz das Leben wieder entsprösse, wie der Tod vom Holze den Anfang genommen hat, und der am Holze den Sieg gewonnen, ihn am Holze wieder verlöre, durch Christum, unsern Herren, durch welchen deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herrschaften, fürch⸗ ten die Mächte, die Himmel und aller Himmel Kräfte samt den seligen Seraphim mit einhel⸗ ligem Jubel preisen. Mit ihnen laß auch unsre Stimmen uns vereinen, und anbetend zu dir sprechen: d. Auf Ostern. Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist's, daß wir dich, Herr, zu aller Zeit, sonderlich aber an diesem Tage herrlicher preisen. Denn es ist geopfert unser Osterlamm Chri⸗ stus. Er ist das wahrhaftige Gotteslamm, welches die Sün⸗ den der Welt getragen, unsern Tod durch seinen Tod zerstöret, und durch sein Auferstehn das Leben herwieder gebracht hat. Darum mit allen Engeln 110 Die Präfationen. und Erzengeln, mit den Thro— nen und Herrschaften und mit dem ganzen himmlischen Heere singen wir deiner Herrlichkeit einen Lobgesang, und sprechen ohn Ende: e. Himmelfahrt. Wahrhaft würdig und recht, villig und heilsam ist's, daß wir dir, heiliger Herr, allmäch⸗ tiger Vater, ewiger Gott, alle⸗ zeit und überall danksagen durch Christum unsern Herrn, der nach seiner Auferstehung allen seinen Jüngern offenbarlich er⸗ schienen, und vor ihren Augen aufgehoben ist gen Himmel, daß er uns seiner Gottheit teilhaft machte. Darum mit allen Engeln und Erzengeln, mit den Thro⸗ nen und Herrschaften und mit dem ganzen himmlischen Heere singen wir deiner Herrlichkeit einen Lobgesang, und sprechen ohn Ende: f. Auf Pfingsten. Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist's, daß wir dir, heiliger Herr, allmäch⸗ tiger Vater, ewiger Gott, alle⸗ zeit und überall danksagen durch Christum unsern Herrn, denn er ist aufgefahren über alle Himmel und hat sich gesetzt zu deiner Rechten und ausgegossen heut den verheißenen Geist über die auserwählten Kinder. Des freut sich und frohlocket der Erdkreis mit lautem Schalle, und die oberen Kräfte und himmlischen Mächte singen dei⸗ ner Herrlichkeit einen Lobgesang und sprechen ohn Ende: g. Auf alle Sonntage. Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist's, daß wir dir, heiliger Herr, allmäch⸗ tiger Vater, ewiger Gott, alle⸗ zeit und überall danksagen durch Christum unsern Herrn, durch welchen deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herr⸗ schaften, fürchten die Mächte, die Himmel und aller Himmel Kräfte samt den seligen Sera⸗ phim mit einhelligem Jubel preisen. Mit ihnen laß auch unsre Stimmen uns vereinen und anbetend zu dir sprechen: Der große Lobgesang. Wir loben dich, wir benedeien dich, wir beten dich an, wir preisen dich, wir sagen dir Dank um deiner großen Ehre willen, Herr Gott, himmlischer König, Gott, allmächtiger Vater, Herr, eingeborner Sohn, Jesu Christe, du Allerhöchster! Und dir, o heiliger Geist! Herr Gott, du Lamm Gottes, ein Sohn des Vaters, der du hinnimmst die Sünde der Welt, erbarm dich unser. Der du hinnimmst die Sünde der Welt, nimm auf unser Gebet. Der du sitzest zur Rechten des Vaters, erbarm dich unser, denn du allein bist heilig, du bist allein der Herr, du bist allein der Höchste, Jesus Christus mit dem heiligen Geist in der Herrlichkeit deines Vaters. Amen. — Am 1.S Episte Unden nämlich Stunde vom Sd Heil jetzt wir glöä Nacht ist aber na lasset un der Fin die Waff uns ehr am Tac und Sa mern u Hader ziehet a Christ, u doch al werde. bgesang 62 ttage. nd recht, 8, daß Ulmäch⸗ tt, alle⸗ en durch „‚ durch t loben e Herr⸗ Mächte, Himmel 1 Sera⸗ Jubel iß auch ereinen Hhrechen: ang. nedeien n, wir ir Dank willen, König, r, Herr, Christe, dir, o ott, du hn des mst die m dich mst die m auf sitzest erbarm in bist vHerr, „Jesus n Geist Baters. „Episteln und Evangelien für die Sonn⸗ und Feiertage des Kirchenjahrs. Am 1. Sonntage des Advent. Evangelium Matth.21,1-9. ö 3—— Da sie nun nahe an Je⸗ Ebister Röm. 13, 11 119 awsalem kamen, gen Beth⸗ Und weil wir solches wissen, phage, an den Olberg, sandte nämlich die Zeit, daß die Jesus seiner Jünger zween, Stunde da ist, aufzustehen und sprach zu ihnen: Gehet vom Schlaf; sintemal unser hin in den Flecken, der vor Heil jetzt näher ist, denn da euch liegt; und alsbald wir gläubig wurden; die werdet ihr eine Eselin finden Nacht ist vorgerückt, der Tag angebunden und ein Füllen aber nahe herbeikommen: so bei ihr; löset sie auf und lasset uns ablegen die Werke führet sie zu mir. Und so der Finsternis und anlegen euch jemand etwas wird die Waffen des Lichtes. Lasset sagen, so sprechet: Der Herr uns ehrbarlich wandeln als bedarf ihrer; sobald wird er am Tage: nicht in Fressen sie euch lassen. Das geschah und Saufen, nicht in Kam- aber alles, auf daß erfüllet mern und Unzucht, nicht in würde, das gesagt ist durch Hader und Neid; sondern den Propheten, der da spricht: ziehet an den Herrn Jesum„Saget der Tochter Zion: Christ, und wartet des Leibes. Siehe, dein König kommt zu doch also, daß er nicht geil dir sanftmütig, und reitet werde. auf einem Esel und auf 11² einem Füllen der lastbaren Eselin.“ Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider drauf, und setzten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nach— folgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Am 2. Sonntage des Advent. Epistel. Röm. 15,4—13. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Christ, auf daß ihr ein⸗ mütiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahr⸗ heit willen Gottes, zu be— Episteln und Evangelien stätigen die Verheißungen, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet:„Da⸗ rum will ich dich loben unter den Heiden, und dei— nem Namen singen.“ Und abermal spricht er:„Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk!“ und abermal;„Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker!“ und abermals spricht Je⸗ saias:„Es wird sein die Wurzel Jesses, und der auf⸗ erstehen wird, zu herrschen über die Heiden; auf den werden die Heiden hoffen.“ Der Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Evan gelium. Luk.21,25-36. Und es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen; und das Meer und die Wasserwogen werden brausen; und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte werden sich bewegen. Und alsdann wer⸗ den sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke — mit grof lichkeit. anfänget sehet au Häupter eure Er er sagte Sehet und alle jetzt aus ihr's an daß jetzt ist. Also dies alle wisset, de nahe ist. euch: D nicht ver alles ges Erde we meine W Hütet eu Herzen en den mit und mit rung, un schnell ü ein Fall men über wohnen. allezeit, würdig entfliehen geschehen vor des Am 3. S Episte Dafür mann: und Hau Geheimni M. R. ungen, n; daß t loben willen, „Da⸗ nd dei⸗ Und „Freuet seinem „Lobet n, und zölker!“ ht Je⸗ ein die der auf⸗ errschen uf den hoffen.“ offnung Freude lauben, offnung ft des 25-36. Zeichen ne und ; und Leuten werden er und werden tenschen n vor ten der sollen ich der sen sich in wer⸗ enschen Wolke mit großer Kraft und Herr⸗ lichkeit. Wenn aber dieses anfänget, zu geschehen, so sehet auf, und erhebt eure Häupter, eure Erlösung nahet. Und Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie sehet jetzt ausschlagen, so Episteln und Evangelien. nicht mehr an den Haus⸗ haltern, denn daß sie treu er⸗ funden werden. Mir aber ist's ein Geringes, daß ich darum daß sich von euch gerichtet werde oder ö von einem menschlichen Tage; er sagte ihnen ein Gleichnis: ihr's an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so nahe ist. Wahrlich, ich sage auch richte ich mich selbst nicht. Denn ich bin mir nichts bewußt; aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ist's aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird wisset, daß das Reich Gottes euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.— 25 Evangelium. Mtth. 11,2-10. Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht beschweret wer— ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offen⸗ baren; alsdann wird einem jeglichen von Gott das Lob den mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nah⸗ rung, und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fallstrick wird er kom⸗ men über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen nded die Aussätzigen werden rein, vor des Menschen Sohn. Am 3. Sonntage des Advent. Epistel. 1.Kor. 4, 1—5. Dafür halte uns widerfahren. Da aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi hörete, sandte er seiner Jün⸗ ger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kom⸗ men soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Johannes wieder, was ihr sehet und höret: Die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, und die Tauben hören, die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium mann: für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man M. R. Gesangbuch. geprediget; und jeder⸗ selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingingen, fing Jesus an, zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seid 39 114 Episteln und ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und Oder was seid ihr hinaus— gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus⸗ gegangen zu sehen? Wolltet die uns gesandt haben. Was ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn! wie der Prophet Jesaias ge— Denn dieser ist's, von dem geschrieben stehet:„Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.“ Am 4. Sonntage des Advent. Epistel. Phil. 4, 4—7. Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lin⸗ set kund sein allen digkeit lass Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu! Evangelium. Joh. 1,19-28. Und dies ist das Zeugnis des Johannes, da die Juden sandten von Jerusalem Prie⸗ her webt? Nein. Evangelien. ster und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte, und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: was denn? bist du Elias? er sprach: Ich bin's nicht. Bist du der Prophet? und er antwortete: Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme sagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern; und fragten ihn und sprachen zu ihm: Wa⸗ rum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch der Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, des ich nicht wert bin, daß ich seine Schuhriemen auf⸗ löse. Dies geschah zu Be⸗ thabara, jenseit des Jordans, da Johannes taufte. Am 1. Christtage. Epistel. Tit. 2, 11—14. Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen daß wir das ung die weltli gerecht 1 in dieser auf die s Erscheinu des große Heilande sich selbf hat, auf von aller reinigte zum Eig wäre zu Evange Es beg Zeit, daß Kaiser 2 daß alle 2 Und diese allererste, Zeit, da pfleger in jedermant schätzen 1 in seine sich auf Galiläa, Davids, lehem, d dem Hau Davidse n schätzen seinem» die war als sie de die Zeit, sollte. U ersten S — ihn in X sie ihn Und eugnete te: Ich Und sie vortete: sie zu denn? denen, I. Was ost? Er Stimme Wüste: Herrn! lias ge⸗ gesandt von den gten ihn n: Wa⸗ „so du noch rophet? e ihnen ufe mit mitten den ihr st's, der wird, esen ist, in, daß en auf⸗ zu Be⸗ ordans, ge. —14. nen die es allen Episteln und Evangelien. 11⁵ Menschen, und züchtiget uns, ihn in eine Krippe; denn sie daß wir sollen verleugnen hatten sonst keinen Raum in das ungöttliche Wesen und der Herberge. Und es waren die weltlichen Lüste, und züchtig, Hirten in derselbigen Gegend gerecht und gottselig leben auf dem Felde bei den Hür⸗ in dieser Welt, und warten den, die hüteten des Nachts auf die selige Hoffnung und ihrer Herde. Und siehe, des Erscheinung der Herrlichkeit Herrn Engel trat zu ihnen, des großen Gottes und unsers und die Klarheit des Herrn Heilandes, Jesu Christi, der leuchtete um sie; und sie sich selbst für uns gegeben fürchteten sich sehr. Und der hat, auf daß er uns erlösete Engel sprach zu ihnen: Fürchtet von aller Ungerechtigkeit, und euch nicht; siehe, ich ver⸗ reinigte ihm selbst ein Volk kündige euch große Freude, zum Eigentum, das fleißig die allem Volk widerfahren wäre zu guten Werken. wird; denn euch ist heute — der Heiland geboren, welcher Evangelium. Luk. 2, 1-14. ist Christus, der Herr, in ber Es begab sich aber zu der Stadt Davids. Und das Zeit, daß ein Gebot von dem habt zum Zeichen: Ihr wer— Kaiser Augustus ausging, det finden das Kind in daß alle Welt geschätzt würde. Windeln gewickelt und in Und diese Schätzung war die einer Krippe liegen. Und allererste, und geschah zur alsbald war da bei dem Zeit, da Cyrenius Land⸗Engel die Menge der himm— pfleger in Syrien war. Und lischen Heerscharen, die lobten jedermann ging, daß er sich Gott und sprachen: Ehre sei schätzen ließe, ein jeglicher Gott in der Höhe, und Friede in seine Stadt. Da machte auf Erden, und den Men⸗ sich auf auch Joseph aus schen ein Wohlgefallen! Galiläa, aus der Stadt Davids, die 1 dahre Beth⸗ Am 2. Christtage. lehem, darum daß er von. dem Hause und Geschlechte Epistel. Tit. 3,4—7. Davids war, auf daß er sich. Da abererschien dieFreund⸗ schätzen ließe mit Maria, lichkeit und Leutseligkeit Got⸗ seinem vertraueten Weibe, tes, unsers Heilandes,— die war schwanger. Und nicht um der Werke willen als sie daselbst waren, kam der Gerechtigkeit, die wir die Zeit, daß sie gebären gethan hatten, sondern nach sollte. Und sie gebar ihren seiner Barmherzigkeit machte ersten Sohn, und wickelte er uns selig durch das Bad ihn in Windeln, und legte der Wiedergeburt und Er— 99* ——— TT 116 neuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christ, unsern Heiland, auf daß wir durch des⸗ selbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Evangelium. Luk. 2, 15-20. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter ein⸗ ander: Laßt uns nur gehen gen Bethlehem, und die Ge— schichte sehen, die da ge⸗ schehen ist, die uns der Herr kund gethan hat. Und sie kamen eilend, und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber ge⸗ sehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kind ge⸗ sagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte, und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, das sie ge— höret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Episteln und Am Sonntage nach dem Christtage. Epistel. Gal. 4, 1—7. Ich sage aber, solange Evangelien. der Erbe unmündig ist, so ist zwischen ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pfle⸗ gern bis auf die Zeit, die der Vater bestimmt hat. Also auch wir, da wir un⸗ mündig waren, waren wir gefangen unter den äußer⸗ lichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlöste, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohns in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hie kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder; sind's aber Kinder, so sind's auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium. Luk. 2, 33-40. Und sein Vater und Mutter wunderten sich des, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mut⸗ ter: Siehe, dieser wird ge—⸗ setzt zu einem Fall und Auf⸗ erstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird,(und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen,) auf daß vieler Herzen Gedanken offen⸗ 7 bar werd eine Prof Tochter schlecht A betaget, sieben Jah nach ihr— und war bei vier u die kam ni diente Go Beten Ta selbige tr derselbiger den Herrr ihm zu al Erlösung teten. Un vollendet Gesetz des sie wieder ihrer Stat das Kind stark im heit; und bei ihm. Am Epistel. Ehe den kam, wurd Gesetz ver schlossen 6 der da so den. Als unser Zue auf Christu den Glaub— Nun aber men ist, sin unter de Denn ihr ist, so einem ied, ob t aller t unter d Pfle⸗ eit, die t hat. bir un⸗ 'n wir äußer⸗ a aber sandte jeboren unter uf daß Gesetz wir die Weil d, hat t seines »n, der Vater! Knecht Kinder; sind's durch 33.40. Mutter as bon Und „Hund r Mut⸗ ird ge⸗ id Auf⸗ Israel u, dem und es h deine if daß — offen⸗ Denn bar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Ge⸗ schlecht Asser; die war wohl betaget, und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft; und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren; die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Die⸗ selbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde, und pries den Herrn, und redete von ihm zu allen, die da auf die Erlösung zu Jerusalem war— teten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehreten sie wieder gen Galiläa zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward start im Geist, voller Weis⸗ heit; und Gottes Gnade war bei ihm. Am Neujahrstage. Epistel. Gal. 3, 23—29. Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und ver— schlossen auf den Glauben, der da sollte offenbart wer⸗ den. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kom⸗ men ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. ihr seid alle Gottes Episteln und Evangelien. 117 Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viel euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Same und nach der Verheißung Erben. Evangelium. Luk. 2, 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kind be— schnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Am Sonntage nach dem Neujahrstage. Epistel. 1. Petri 4, 12—19. Ihr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden,(die euch wider— fähret, daß ihr versucht wer⸗ det.) als widerführe euch et— was Seltsames, sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit FreudeundWonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmähet werdet über dem Namen Christi: denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei 118 ihnen ist er verlästert, bei euch ist er gepriesen. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übelthäter, oder der in ein fremd Amt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht; er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfange das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zu— erst an uns, was will's für ein Ende werden mit denen, aber Zeit, die dem Evangelium Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre als dem Seelen befehlen, treuen Schöpfer, Werken. in guten Evangelium. Mtth.2,13-23. Da sie aber hinweg ge— zogen waren, siehe, da er— schien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm Mutter zu dir, seine hin in das Land und fleuch sind gestorben, die dem Kinde das Kindlein und Muttex zu dir, nach Agyptenland, und bleib allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe Und er stund 2 umzubringen. auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich nach Agyptenland; da bis nach dem Tod des Episteln und Evangelien. Herodes, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt, hat, der da spricht:„Aus Agyp⸗ ten hab ich meinen Sohn gerufen.“ Da Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem töten und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und drunter waren, nach der die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jere— mias, der da spricht:„Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens; Rahel beweinte ihre Kinder, und wollte sich nicht trösten lassen; denn es war aus mit ihnen.“ Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Agyytenland, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine und blieb all⸗ er sich, und zeuch Israel; sie nach dem Leben stunden. Und er stund auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt sei⸗ nes Vaters Herodes, fürchtete dahin zu kommen. Und im Traum empfing er — Befehl vi in die Ou Landes, 1 in der S Nazareth würde, durch die Nazarenu Am Fest Christi, Epistel Mache licht; den und die H gehet auf siehe, Fi Erdreich, Völker; auf der Herrlichkei dir. Und in deine und die der über deine Aut umher! melt kom Söhne IX kommen, auf dem werden. deine Lu brechen, 1 sich wund wenn sie Meer zu die Mach kommt. der Kam decken, d aus Midi erfüllet durch t. hat, Agyp⸗ Sohn es nun Weisen er sehr 8, und hlehem abden ijährig ach der iß von hatte. gesagt FJere⸗ „Auf un ein lagens, Rahel „ und lassen; hnen.“ storben en der Joseph nland, f, und d seine zeuch lel; sie Kinde unden. nahm Mutter Land hörete, dischen att sei⸗ irchtete mmen. ing er Befehl von Gott, und zog in die Orter des galiläischen Landes, und kam und wohnte in der Stadt, die da heißt Nazareth; auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Am Feste der Erscheinung Christi, oder Epiphanias. Epistel. Jes. 60, 1—6. Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir! Denn siehe, Erdreich, Völker; aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. deine Augen auf, umher! Hebe melt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter auf dem Arme hergetragen wirst du werden. Dann deine Lust sehen, und aus-⸗ brechen, und dein Herz wird sich wundern, und ausbreiten, wenn sich Meer zu kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich be⸗ decken, die jungen Kamele aus Midian und Epha. Sie und siehe i Diese alle versam⸗ Episteln und Evangelien. 119 werden aus Saba alle kom⸗ men, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Evangelium. Mtth. 2, 112. Da Jesus geboren war zu Bethlek hem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Je— rusalem, und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgen⸗ land, und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der Finsternis bedeckt das und Dunkel die König Herodes hörete, er— schrak er und mit ihm das ganze Jerusalem; und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten:„Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir soll mir kom⸗ men der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei.“ Da berief Herodes die die Menge am dir bekehret und die Macht der Heiden zu dir Weisen heimlich, und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und wies sie gen Bethlehem, und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's 12⁰ Episteln und Evangelien. findet, so saget mir's wieder. Denn ich sage durch die daß ich auch komme, und es Gnade, dir mir gegeben ist, anbete. Als sie nun den jedermann unter euch, daß König gehöret hatten, zogen niemand weiter von sich sie hin. Und siehe, der Stern, halte, denn sich's gebührt den sie im Morgenland ge- zu halten; sondern daß er sehen hatten, ging vor ihnen von sich mäßiglich halte, ein hin, bis daß er kam und jeglicher, nach dem Gott aus⸗ stund oben über, da das geteilet hat das Maß des Kindlein war. Da sie den Glaubens. Denn gleicher Stern sahen, wurden sie Weise, als wir in Einem hoch erfreuet, und gingen in Leibe viel Glieder haben, das Haus, und fanden das aber alle Glieder nicht einer— Kindlein mit Maria, seiner lei Geschäft haben, also sind Mutter, und fielen nieder, wir Ein Leib in Christo, und beteten es an, und aber unter einander ist einer thaten ihre Schätze auf, und des andern Glied; und haben schenkten ihm Gold, Weih- mancherlei Gaben nach der rauch und nen int Und Gnade, die uns gegeben ist. Gott befahl ihnen im Traum, daß sie hich nicht sollten Evangelium. Luk. 2, 41-52. wieder zu Herodes lenken; Und seine Eltern gingen und zogen durch einen andern alle Jahre gen Jerusalem Weg wieder in ihr Land. auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahre alt war, Am 1. Sonntage nach der gingen sie hinauf gen Je⸗ Erscheinung Christi. den nach 3Und da die —— des Festes. nd da die Epistel. Röm. 12, 1—6. Tage vollendet waren, und Ich ermahne euch nun, sie wieder zu Hause gin⸗ lieben Brüder, durch die gen, blieb das Kind Jesus Barmherzigkeit Gottes, daß zu Jerusalem, und seine ihr eure Leiber begebet zum Eltern wußten's nicht. Sie Opfer, das da lebendig, heilig meineten aber, er wäre und Gott wohlgefällig sei, wel- unter den Gefährten, und ches sei euer vernünftiger Got- kamen eine Tagereise weit, tesdienst. Und stellet euch nicht und suchten ihn unter den dieser Welt gleich, sondern ver⸗ Gefreundten und Bekannten. ändert euch durch Erneurung Und da sie ihn nicht fanden, eures Sinnes, auf daß ihr gingen sie wiederum gen prüfen möget, welches da Jerusalem, und suchten ihn. sei der gute, wohlgefällige Und es begab sich, nach und vollkommene Gotteswille. dreien Tagen fanden sie ihn — im Tem den Lel zuhörete Und all verwun stands 1 Und da setzten Mutter Sohn, das ga Vater mit Sch er spr ist's, d habtꝰ ich sein meines verstund das er Und er und kar war ihr seine M Worte i Jesusen Alter uv und der Lehret der Lehr so wart Giebt einfältig so sei irch die eben ist, ch, daß on sich gebührt daß er lte, ein ott aus⸗ daß des gleicher Einem haben, st einer— lso sind Christo, ist einer d haben ach der ben ist. „41-52. gingen vusalem Ind da twar, en Je⸗ ohnheit da die , und se gin⸗ Jesus seine t. Sie wäre 1, und e weit, ter den annten. fanden, m gen en ihn. „ nach sie ihn —. im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragete. Und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Ver⸗ stands und seiner Antworten. Und da sie ihn sahen, ent⸗ setzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Am 2. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel. Röm. 12, 7—16. Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ge⸗ mäß. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Giebt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. Übet Episteln und Evangelien. 121 jemand Barmherzigkeit, so thue er's mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten. an. Die brüderliche Liebe— unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geiste. Schicket euch in die— Zeit. Seid fröhlich in Hoff— nung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Notdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und— weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium. Joh. 2, 1-11. Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaf— fen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steiner— ne Wasserkrüge gesetzt nach der Zeichen, das Jesus that, Epistel. 12² Episteln und Weise der jüdischen Reinigung, und ging in je einen zwei Evangelien. Raum dem Zorn(Gottes!; denn es stehet geschrieben: oder drei Maß. Jesus spricht„Die Rache ist mein, Ich zu ihnen: Füllet die Wasser⸗ krüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bringet's dem Speisemeister. Und sie brach— ten's. Als aber der Speise— meister kostete den Wein, der Wasser gewesen war und wußte nicht, von wannen er kam,(die Diener aber wußten's, die das Wasser geschöpft hatten,) rufet der Speisemeister dem Bräuti⸗ gam, und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, als⸗ dann den geringern; du hast den guten Wein bisher be⸗ halten. Das ist das erste geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herr⸗ lichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Am 3. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Röm. 12, 17—21. Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, Gabe, will vergelten, spricht der Herr.“ So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dür⸗ stet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige e auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, son⸗ dern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelinm. Mtth. 8, 1-13. Da er vom Berge Herah⸗ ging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aus⸗ sätziger kam, und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an, und sprach: Ich will's thun, sei gereiniget! Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die die Moses befohlen hat, zu einem Zeugnis über sie. Da aber Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Haupt⸗ mann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gicht⸗ brüchig, und hat große 8⁰ so viel an euch ist, so habt Jesus sprach zu ihm: mit allen Menschen Frieden. will kommen, nicht, sund machen. meine Liebsten, sondern gebet mann antwortete und sprach: Rächet euch selber und ihn 90 Der Haupt⸗ Herr, ie du unte sondern so wird Denn der Ob habe ur und we Gehe hi zum a so komn Knecht: verwun sprach nachfole sage er hab ich funden. Vieleer Morger und mit und Je sitzen; des R gestoßer hinaus; und Jesus mann: schehe, hast. ward e Stunde keine Bottes!]; hrieben: in, Ich cht der n Feind n; dür⸗ Wenn irst du Haupt 9 nicht n, son⸗ 5 Böse 8,1-43. herab⸗ Volks Aus⸗ tete ihn so du h wohl streckte rte ihn will's Und seinem Jesus he zu, ondern ch dem re die efohlen 5 über inging Haupt⸗ at ihn n ge⸗ Haupt⸗ prach: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte; und wenn ich sage zu einem: Gehe hin! so gehet er; und zum andern: Komm her! so kommt er; und zu meinem Knecht: Thu das! so thut er's. Da das Jesus hörte, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben hab ich in Israel nicht ge— funden. Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen; aber die Kinder des Reichs werden aus⸗ gestoßen in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappen. Und Jesus sprach zu dem Haupt⸗ mann: Gehe hin, dir ge— schehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Am 4. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel. Röm. 13, 1—10. Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt das Gesetz erfüllet. Denn es ist das da gesagt ist:„Du sollst über ihn hat. keine Obrigkeit, ohne Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Episteln und Evangelien. von nicht ehebrechen; 123 Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der wider⸗— strebet Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfahen. Denn die Gewaltigen sind nicht den guten Werken, sondern den bösen zu fürch— ten. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrig— keit, so thue Gutes, so wirst du Lob von derselbigen haben. Denn sie ist Gottes Dienerin dir zu gut. Thust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. Da⸗ rum ist's not, unterthan zu sein, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. Derhalben müsset ihr auch Schoß geben, denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebührt: Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt. Seid niemand nichts schul— dig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den andern liebet, der hat Denn du sollst ärri 12⁴ nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; dich soll nichts gelüsten;“ und so ein andres Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort zu⸗ sammen gefasset:„Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst.“ Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangelium.Mtth.8, 23-27. Und er trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und siehe, da erhub sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward; und Er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf, und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben! er zu ihnen: Ihr Klein⸗ gläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stund auf, und bedräuete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Am 5. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel. Kol. 3, 12—17. So ziehet nun an, als die Auserwähleten Gottes, Heili⸗ gen und Geliebeten, herzliches Episteln und Evangelien. Da sagt Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld, und vertrage einer den an⸗ dern, und vergebet euch unter einander, so jemand Klage hat wider den andern; gleich wie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit; und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe; und seid dank⸗ bar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Lie— dern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangel. Matth. 13, 24-30. Er legte ihnen ein ander Gleichnis vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und säete Unkraut zwischen den Weizen, und ging da— von. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Un⸗ kraut. Da traten die Knechte zu den sprachen guten 4 Acker ge denn sprach 3 der Fein die Kneo daß wi ausjäter auf daf den Wa so ihr d Lasset wachsen und un ich zu d Samme und bin daß n aber d mir in Am 6. Ersi Epistel Denn abeln 610 ku: Kraft u Herrn wir hab ber gese Gott,‚ d Preis me, die der gro ist mei dem Je Und 1 wir g gescheh lichkeit, Beduld,‚ en an⸗ h unter Klage gleich rgeben Uber n die Band nd der re in helchem eid in dank⸗ Christi ohnen et und t mit sängen n Lie⸗ Herrn alles, Lorten thut Herrn t und 24:30. ander prach: gleich guten Acker Leute Feind, ischen da⸗ Kraut achte, Un⸗ nechte 7 zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen, und es ausjäten? Er sprach: Nein! auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, Lasset beides wachsen bis zu der Ernte; und um der Ernte Zeit will die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. es verbrenne; aber den Weizen sammelt ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man mir in meine Scheuer. Am 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel. 2. Petr. 1, 16—21. Denn wir sind nicht klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unseres Herrn Jesu Christi, wir haben seine Herrlichkeit sel⸗ ber gesehen, da er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stim⸗ me, die zu ihm geschah von der großen Herrlichteit:„Dies ist mein lieber Sohn, an dem Ich Wohlgefallen Habe Und diese Stimme haben wir gehöret vom Dimmel geschehen, da wir mit ihm der Schrift so ihr das Unkraut ausjätet. mit einander sagung aus menschlichem Wil⸗ sondern Episteln und Evangelien. 12⁵ waren auf dem heiligen Berge Und wir haben desto fester das prophetische? Wort, und ihr thut wohl, daß ihr drauf achtet als auf ein Licht das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern auf⸗ gehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wis⸗ sen, daß keine Weissagung in geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie keine Weis— len hervorgebracht, sondern Evan gelium Matth.17,1-9 Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, und führte sie beiseits auf einen hohen Berg; und ward verkläret vor ihnen; und sein An⸗ gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber ant⸗ wortete und sprach zu Jesu: Herr, hie ist gut sein; willst du, so wollen wir hie drei Hütten machen, dir eine, Moses eine und Elias eine— Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stim⸗ me aus der Wolke sprach: Episteln und Evangelien. Dies ist mein lieber Sohn. Morgen ausging, Arbeiter an welchem ich Wohlgefallen zu mieten in seinen Wein⸗ habe; den sollt ihr hören. berg. Und da er mit den Da das die Jünger höreten, Arbeitern eins ward um fielen sie auf ihr Angesicht, einen Groschen zum Taglohn, und erschraken sehr. Jesus sandte er sie in seinen Wein⸗ aber trat zu ihnen, rührte berg. Und ging aus um sie an, und sprach: Stehet die dritte Stunde, und sah auf, und fürchtet euch nicht! andere an dem Markte müßig Da sie aber ihre Augen stehen, und sprach zu ihnen: aufhuben, sahen sie niemand Gehet ihr auch hin in den denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herab— gingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist. Am Sonntage Septuagesimä. Epistel. 1. Kor. 9, 24— 27. Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es er— greifet. Ein jeglicher aber, Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hie den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedin⸗ get. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. der da kämpfet, enthält sich Da es nun Abend ward, alles Dinges; jene also, daß sprach der Herr des Wein⸗ sie eine vergängliche Krone bergs zu seinem Schaffner: empfahen, wir aber eine un⸗ Rufe den Arbeitern, und gieb vergängliche. Ich laufe aber ihnen den Lohn, und heb also, nicht als aufs Ungewisse; an an den letzten bis zu ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet; sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige und selbst verwerflich werde. Evangelium. Mtth.20,1-16. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde ge— dinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie würden mehr empfahen; und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Haus Diese let Stunde hast sie die wir die Hitze antworte zu einem Freund, Unrecht. mir ein Groschen ist, und aber di gleich w ich nicht was ich nen? scheel, de Also we Ersten, Letzten s. berufen, auserwä Am So Epistel Es ist nichts n kommen Offenbar Ich ken in Christ ren list wesen, oder ist gewesen, nicht; K derselbig den dri ich kenn schen(o rbeiter Wein⸗ it den d um glohn, Wein⸗ 85 um d sah müßig ihnen: n den euch Und ermal sechste d that elfte 5„ und n, und stehet Tag wihm: gedin⸗ hnen: uden recht rden. ward, Wein⸗ ffner: gieb heb 8 zu „die ge⸗ pfing schen. men, mehr ngen einen den vider den Hausvater, und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und die Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin! Ich will aber diesem Letzten geben gleich wie dir. Oder habe ich nicht Macht, zu thun, was ich will, mit dem Mei⸗ nen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Am Sonntage Sexagesimä. Epistel. 2. Kor. 12, 1—10. Es ist mir ja das Rühmen nichts nütze; doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jah⸗ ren(ist er in dem Leibe ge⸗ wesen, so weiß ich's nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich's auch nicht; Gott weiß es) ward derselbige entzücket bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Men⸗ Episteln und Evangelien. 127 oder außer dem Leibe ge⸗ wesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es). Er ward entzücket in das Paradies, und hörte unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Für denselbigen. will ich mich rühmen; für mich selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich da⸗ rum nicht thörlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarungen überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satanas Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Da— für ich dreimal dem Herrn. geflehet habe, daß er von mir wiche; und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwa⸗ chen mächtig. Darum will. ich mich am allerliebsten rüh— men meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich gutes Muts in Schwachheiten, in Schmachen, in Nöten, in Verfolgungen, in Angsten, um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. schen(ob er in dem Leibe 128 Evangelium. Luk. 8, 4-15. Da nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen; und in⸗ dem er säete, fiel etliches an ward ver⸗ den Weg, und treten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf, Und etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrte es, darum daß es nicht Saft hatte. Und et⸗ liches fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf, und erstickten's 8. Und etliches fiel auf ein gut Land; und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, der höre! was Er aber sprach: gegeben, zu wissen chen, wäre? Euch ist's Es Ragten ihn aber seine Jünger und spra⸗ dies Gleichnis oder eine klingende Schelle. das Geheimnis des Reichs Gottes; den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht also daß ich Berge versetzte, sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, es schon hören. aber das Gleichnis: Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; nach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. ob sie Das ist Der dar⸗ Episteln und Evangelien. Die aber auf dem Fels, sind die: wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel; eine zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen. hin unter den Sorgen, Reichtum und Wol— lust dieses Lebens, und er⸗ sticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Land sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Am Sonntage Quingua⸗ gesimä oder Estomihi. Epistel. 1. Kor. 13. Wenn ich mit Menschen⸗ und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Ge⸗ heimnisse und alle Erkennt⸗ nis, und hätte allen Glauben, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe mei⸗ nen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freundlich die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähe sich nicht nicht da nicht er das Bös sich nicht sie freuet heit; sie glaubet sie dulde höret nin die Weis werden, aufhören Erkenntn Denn ur werk, un ist Stück kommen 1 ne, so n aufhören. war, da Kind, u Anschläge Mann u was kindi jetzt dure einem du aber von gesichte. stückweise ich erkenr erkannt bi Glaube, diese dre ist die g Evangel Er nah Zwölfe, u Sehet, wi Jerusalem alles voll M. R. , sind hören, rt mit haben zeitlang er Zeit sie ab. Dornen hören, er den d Wol⸗ nd er⸗ keine if dem ie das Uten in Herzen, eduld. nqua⸗ ihi. 13. nschen⸗ redete, nicht, nd Erz Schelle. issagen lle Ge⸗ rkennt⸗ lauben, ersetzte, icht, so wenn se den ße mei⸗ d hätte e mir's iebe ist undlich ht, die twillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie lässet sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahr— heit; sie verträget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stück⸗ werk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkomm⸗— ne, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von Angesicht zu An⸗ gesichte. Jetzt erkenne ich's Episteln und Evangelien. 129 geschrieben ist durch die Pro⸗ pheten von des Menschen Sohn. Denn er wird über— antwortet werden den Heiden; und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet wer— den: und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber ver— nahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das Gesagte war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörte das Volk, das hindurch ging, forschte er, was das wäre. Da ver⸗ kündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Die aber vornean gingen, bedräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein! Jesus aber stund stille, und stückweise; dann aber werde hieß ihn zu sich führen. Da ich erkennen, gleich wie ich sie ihn aber nahe zu ihm erkannt bin. Nun aber bleibt brachten, fragte er ihn und Glaube, Hoffnung, Liebe, sprach: Was willst du, daß diese drei; aber die Liebe ich dir thun soll? Er sprach: ist die größte unter ihnen. Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Evangelium. Luk. 18,31-43. Sei sehend! dein Glaube Er nahm aber zu sich die hat dir geholfen. Und also— Zwölfe, und sprach zu ihnen: bald ward er sehend, und Sehet, wir gehen hinauf gen folgte ihm nach, und pries Jerusalem, und es wird Gott. Und alles Volk, das alles vollendet werden, das solches sah, lobte Gott. M. R. Gesangbuch. 40 Episteln und 130 Am 1. Sonntage in der; Fasten, Invocavit. Epistel. 2. Kor. 6, 1—10. Wir ermahnen aber euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: „Ich habe dich in der ange⸗ nehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen.“ Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Und wir geben niemand irgend ein Argernis, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen be⸗ weisen wir uns als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Angsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Er⸗ tenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, in dem hei⸗ ligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtig⸗ keit zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte Evangelien. die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangelium. Matth.4,-11. Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel ver⸗ sucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hun⸗ gerte ihn. Und der Ver⸗ sucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er ant⸗ wortete und sprach: Es stehet geschrieben:„Der Mensch lebet nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet.“ Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tem⸗ pels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben:„Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Wenenn tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Da sprach Stein stoßest.“ und gute Gerüchte; als die Jesus zu ihm: Wiederum Verführer, haftig; als die und doch bekannt; und doch wahr⸗ stehet auch geschrieben:„Du Unbekannten, als die nicht versuchen.“ deinen Herrn sollst Wiederum Gott, Sterbenden, und siehe, wir führte ihn der Teufel mit leben; und doch nicht ertötet; die Traurigen, als die Gezüchtigten, sich als Berg, aber allezeit Reiche fröhlich; als die Armen, aber Herrlichkeit, auf einen sehr hohen und zeigte ihm alle der Welt und ihre und sprach zu ihm: geben, s mich a Jesus zui von mi stehet ge anbeten und ihm verließ i siehe, de zu ihm, Am 2. Faste Epistel Weiter ten wir in dem dem ihr habt, wie und Gott immer vö ihr wisse wir euch e den Herr das ist eure Heili, die Hurer unter eue zu behalte Ehren, n⸗ der Lust, die von und daß greife, noc Bruder i der Herr i das alles, vor gesag. ben. Der nicht beruf sondern zu achen; haben, 4.1-11. 1 Geist t, auf el ver⸗ da er vierzig hun⸗ Ver⸗ „ und Sohn, Steine er ant⸗ 5 stehet Mensch allein, eglichen Mund führte sich in stellte 5 Tem⸗ ihm: so laß stehet oseinen lthun, auf den daß du ieinen sprach ederum 1:„Du Herrn ederum fel mit hohen m alle d ihre dach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfällst, und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Heb dich weg von mir, Satan! denn es stehet geschrieben:„Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen.“ Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. Am 2. Sonntage in der Fasten, Reminiscere. Epistel. 1. Thess. 4, 1—12. Weiter, lieben Brüder, bit⸗ ten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesu,(nach Episteln und Evangelien. 131 nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen heiligen Geist ge⸗ geben hat in euch. Von der brüderlichen Liebe aber ist nicht not, euch zu schreiben; denn ihr seid selbst von Gott gelehret, euch unter einander zu lieben. Und das thut ihr auch an allen Brüdern, die in ganz Macedonien sind. Wir ermahnen euch aber, lieben Brüder, daß ihr noch völliger werdet, und ringet darnach, daß ihr stille seid, und das Eure schaffet, und arbeitet mit euren eignen Händen, wie wir euch ge⸗ boten haben, auf daß ihr — dem ihr von uns empfangen ehrbarlich wandelt gegen die, habt, wie ihr solltet wandeln die draußen sind, und ihrer und Gott gefallen.) daß ihr keines bedürfet. immer völliger werdet. Denn— ihr wisset, welche Gebote Evangel. Matth. 15,2128. wir euch gegeben haben durch. Und Jesus ging aus von den Herrn Jesum. Denn dannen, und entwich in die das ist der Wille Gottes, Gegend von Tyrus und eure Heiligung, daß ihr meidet Sidon. Und siehe, ein kana⸗ die Hurerei, und ein jeglicher näisch Weib ging aus der⸗ unter euch wisse sein Gefäß selben Grenze, und schrie zu behalten in Heiligung und ihm nach und sprach: Ach Ehren, nicht in der Brunst Herr, du Sohn Davids, er⸗ der Lust, wie die Heiden, barme dich mein! Meine die von Gott nichts wissen: Tochter wird vom Teufel und daß niemand zu weit übel geplaget. Und er ant⸗ greife, noch vervorteile seinen wortete ihr kein Wort. Da Bruder im Handel; denn traten zu ihm seine Jünger, der Herr ist der Rächer über baten ihn und sprachen: Laß das alles, wie wir euch zu⸗sie doch von dir, denn sie vor gesagt und bezeuget ha-schreiet uns nach. Er ant⸗ ben. Denn Gott hat uns wortete aber und sprach: Ich nicht berufen zur Unreinigkeit. bin nicht gesandt denn nur — sondern zur Heiligung. Wer zu den verlornen Schafen 40* 3 —— Episteln und 132 von dem Hause Israel. Sie kam aber, und siel vor ihm nieder, und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Bro⸗ samlein, die von ihrer Herrn Tisch fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr:— Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward ge— sund zu derselbigen Stunde. Am 3. Sonntage in der Fasten, Oculi. Epistel. Ephes. 5, 1—9. So seid nun Gottes Nach⸗ folger als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleich wie Christus uns hat geliebet, und sich selbst dar⸗ gegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Hei⸗ ligen zustehet, auch nicht schandbare Worte und Nar⸗ renteidinge oder Scherz, wel⸗ che euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn kein das sollt ihr wissen, daß Evangelien. Lasset euch niemand verfüh⸗ ren mit vergeblichen Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mit⸗ genossen. Denn ihr waret weiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts; die Frucht des Geistes ist allerlei Gütig⸗ keit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangelium Luk. 11,14-28. Und er trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stum⸗ me. Und das Volk ver⸗ wunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andre. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teusel aus durch Beelze— Hurer oder Unreiner oder bub. So aber ich die Teufel Geiziger, welcher ist ein Götzen— durch Beelzebub austreibe, diener, Erbe hat in Reich Christi dem und Gottes. durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum wer⸗ * den sie er ich aber die Teufe ja das 9 Wenn ein seinen P bleibt da⸗ Wenn 6 über ihn windet il seinen H sich verli Raub ar mir ist, und wer melt, der der unsar Menschen wandelt sucht Rul nicht; so wieder 1 Haus, de bin. Un! so findet gekehret Dann ge nimmt sie die ärger und wenr wohnen hernach m schen ärge es begab redete, er Volk die E zu ihm: der dich die Brüst hast. Er selig sind Gottes hö erfüh⸗ orten; willen über übens. Mit⸗ waret Naber dem e die Frucht Gütig⸗ Wund 14.28. Teufel Und Teufel Stum⸗ k ver⸗ c aber : Er durch en der aber ehrten vom rnahm sprach Reich, uneins e, und r das spatanas uneins, stehen? treibe Beelze⸗ Teufel Streibe, ie eure n wer⸗ den sie euer Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt ja das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibt das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt, und über⸗ windet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und teilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sam⸗ melt, der zerstreuet. Wenn der unsaubre Geist von dem Menschen ausfähret, so durch— wandelt er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er's mit Besemen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind denn er selbst: und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Men⸗ schen ärger denn vorhin. Und Episteln und Evangelien. Am 4. Sonntage in der Fasten, Lätare. Epistel. Röm. 5, 1—11. tun wir denn sind ge⸗ recht worden durch den Glauben, so haben wir Frie⸗ den mit Gott durch unsern Herrn Jesum Christ, durch welchen wir auch den Zu⸗ gang haben im Glauben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben soll. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen, daß Trübsal Geduld bringet; Geduld aber bringet Erfahrung; Erfah⸗ rung aber bringet Hoffnung; Hoffnung aber läßt nicht zu schanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist. Denn auch Christus, da wir noch schwach waren nach der Zeit, ist für uns Gottlose gestorben. Nun stirbet kaum jemand um eines Gerechten willen; um des es begab sich, da er solches Guten willen dürs te vielleicht redete, erhub ein Weib im Volt die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. jemand sterben. Darum prei⸗ set Gott seine Liebe gegen uns, daß Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren. So werden Ja, wir ja viel mehr durch ihn bewahret werden vor dem Zorn, nachdem wir durch 134 Episteln und sein Blut gerecht worden sind. Denn so wir Gott versöhnet sind durch den Tod seines Sohns, da wir noch Feinde waren, viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nun ver⸗ söhnet sind. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch un⸗ sern Herrn Jesum Christ, durch welchen wir nun die Versöhnung empfangen haben. Evangelium. Joh. 6, 1-15. Darnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kran⸗ ken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, daß diese essen?(Das sagte er aber, ihn zu versuchen; denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus ant⸗ wortete ihm: Für zweihundert Groschen Brot ist nicht ge— nug unter sie, daß ein jeg⸗ licher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus: Evangelien. Es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gerstenbrote und zween Fische; aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jesus aber nahm die Brote, dankte, und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; des⸗ selbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel sie wollten. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übri⸗ gen Brocken, daß nichts um⸗ komme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Am 5. Sonntage in der Fasten, Judica. Epistel. Hebr. 9, 11—15. Christus aber ist kommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, und ist durch vollkomm mit der ist, die Schöpfun durch dei Blut, sor gen Blu Heilige ei eine ewi den. D und der Asche von heiliget! leiblichen viel meh Christi, allen Feh Geist Go ser Gew den toten dem lebe darum ist des neue daß dure schehen is den Über dem erste die, so be heißne em Evange! Welchet mich ein So ich er heit sage ihr mir Gott ist, Worte; nicht, de von Gott die Juder ihm: Sag r hat ween das aber sich war dem bei Jesus ikte gern, „die des⸗ von 1sie satt einen übri⸗ um⸗ n sie NRörbe fünf ieben rden. das esus 8 ist der soll. daß d ihn zum ch er B, er der 15. imen, riester und Episteln und ist durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht, das ist, die nicht von dieser Schöpfung ist, auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern durch sein ei⸗ gen Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfun— den. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche von der Kuh, gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Fehl durch den ewigen Geist Gott geopfert hat, un— ser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so ge— schehen ist zur Erlösung von den Übertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das ver⸗ heißne ewige Erbe empfahen. Evangelium. Joh. 8, 46-59. Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahr⸗ heit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Worte; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß Evangelien. 135⁵ du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus ant⸗ wortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre mei⸗ nen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet, und richtet. Wahr⸗ lich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Prophe— ten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr denn unser Vater Abraham, wel⸗ cher gestorben ist? und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So Ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, von welchem ihr sprecht, er sei euer Gott; und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr seid. Aber Ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn, und freute sich Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und hast Abraham 136 Episteln und Evangelien. gesehen? Jesus sprach zu sprach zu ihnen: Gehet hin ihnen: Wahrlich, wahrlich, in den Flecken, der vor euch ich sage euch: ehe denn liegt; und alsbald werdet Abraham ward, bin Ich. Da ihr eine Eselin finden an⸗ huben sie Steine auf, daß gebunden und ein Füllen sie auf ihn würfen. Aber bei ihr; löset sie auf, und Jesus verbarg sich, und ging führet sie zu mir. Und so zum Tempel hinaus. euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr Am Palmsonntage. sse euch ast sobald wird er 4 5.— ie euch lassen. Das gescha Epistel. Phil. 2, 11. aber alles, auf daß ersülle Ein jeglicher sei gesinnet,‚ würde, das gesagt ist durch wie Jesus Christus auch war, den Propheten, der da spricht: welcher, ob er wohl in gött⸗„Saget der Tochter Zion: licher Gestalt war, hielt er's Siehe, dein König kommt zu nicht für einen Raub, Gott dir sanftmütig, und reitet auf gleich sein, sondern äußerte einem Esel und auf einem sich selbst, und nahm Knechts⸗ Füllen der lastbaren Eselin.“ gestalt an, ward gleich wie Die Jünger gingen hin, und ein andrer Mensch, und an thaten, wie ihnen Jesus be— Gebärden als ein Mensch fohlen hatte; und brachten erfunden: erniedrigte sich die Eselin und das Füllen, selbst, und ward gehorsam und legten ihre Kleider drauf, bis zum Tode, ja zum Tode und setzten ihn drauf. Aber am Kreuz. Darum hat ihn viel Volks breitete die Kleider auch Gott erhöhet, und Hut mui den Weg; die andern ihm einen Namen gegeben, hieben d von den Bäu⸗ der über alle Namen ist, daß men, und streueten sie auf in dem Namen Jesus sich den Weg. Das Volk aber, beugen sollen alle derer Kniee, das vorging und nachfolgte, die im Himmel und auf schrie und sprach: Hosianna Erden und unter der Erde dem Sohn Davids; Gelobet sind, und alle Zungen beken⸗sei, der da kommt in dem nen sollen, daß Jesus Christus Namen des Herrn! Hosianna der Herr sei, zur Ehre Gottes, in der Höhe! des Daters. Oder: Joh. 12, 12.18. Evangelium Matth.21,1-9. Des andern Tages, da Da sie nun nahe an Jeru⸗ viel Volks, das aufs Fest salem kamen, gen Bethphage, kommen war, hörte, daß an den Olberg, sandte Jesus Jesus käme gen Jerusalem, seiner Jünger zween, und nahmen sie Palmenzweige, und ginge gegen, und Gelobet sa in dem der König aber üben und ritt d schrieben st nicht, du T dein Köni auf einem ches aber Jünger zu da Jesus u dachten sie war von und sie so hatten. D mit ihm u aus dem von den rühmete d ging ihm entgegen, d hätte solche Am Er Epistel. Ich habe empfangen, geben habe Jesus, in verraten 1 Brot, dan und sprac das ist m euch gebro thut zu m Desselbige Kelch nach und sprach das neue hin euch erdet an⸗ üllen und d so wird Herr rd er schah üllet urch icht: ion: t zu tauf inem lin.“ und be⸗ chten llen, rauf, lber ider dern Bäu⸗ auf über, lgte, nna obet dem nna und gingen hinaus ihm ent⸗ gegen, und schrieen; Hosianna! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber überkam ein Eselein, und ritt drauf; wie denn ge⸗ schrieben stehet:„Fürchte dich nicht, du Tochter Zion; siehe, dein König kommt reitend auf einem Eselsfüllen.“ Sol⸗ ches aber verstunden seine Jünger zuvor nicht; sondern da Jesus verkläret ward, da dachten sie dran, daß solches war von ihm geschrieben, und sie solches ihm gethan hatten. Das Volk aber, das mit ihm war, da er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmete die That. Darum ging ihm auch das Volk entgegen, daß sie höreten, er hätte solches Zeichen gethan. Am Gründonnerstage. Epistel. 1 Kor. 11, 23—32. Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch ge— geben habe. Denn der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm das Brot, dankte, und brach's, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in mei⸗ Episteln und Evangelien. 137 nem Blut; solches thut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächnis. Denn so oft ihr von diesem Brot esset, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod ver⸗ kündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot isset, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brot, und trinke von diesem Kelch. Denn welcher un⸗ würdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber zum Gericht, damit, daß er⸗ nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch viel Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt ver⸗— dammt werden. Evangelium. Joh. 13,1-15. Vor dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und bei dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem 138 Judas, Simons Sohn, dem Ischarioth, ins Herz gegeben, daß er ihn verriete, und Jesus wußte, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war, und zu Gott ging: stund er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz, und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurze, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petrus; und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht; du wirst's aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmer⸗ mehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der bedarf nichts, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße ge⸗ Episteln und waschen hatte, nahm er seine Evangelien. Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr, und saget recht dran, denn ich bin's auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter ein⸗ ander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Am Karfreitage. Epistel Jes. 53. Aber wer glaubt unsrer Predigt? Und wem wird der Arm des Herrn offen⸗ baret? Denn er schoß auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Ge⸗ stalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Ge⸗ stalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwertste, voller Schmer⸗ zen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsre Krankheit, und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt, und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missethat willen verwundet, und um unsrer Sünde willen —4 zerschlag auf ihn den hät Wunde Wir gir wie S auf seir Herr we auf ihn. gemarte nen Mu Lamm, bank ge ein Sch vor sei seinen Er ist und Gey will sei ausreder dem La weggeris Missetha plagt w ihm bei und bei ben wa mand noch Bet de gewe Herr w schlagen er sein opfer ge er Sam die Län Herrn V seine Har daß sei! hat, wir und die durch se er, mei wieder übermal r, was 7Ihr id Herr, , denn nun ich, er, euch habe, so iter ein⸗ vaschen. ich euch ut, wie — unsrer nawird 1 offen⸗ oß auf is und dürrem eine Ge⸗ ir sahen ine Ge⸗ n hätte. achtetste Schmer⸗ Er war an das erbarg; nichts er trug d lud merzen. für den, on Gott martert unsrer wundet, e willen 4 Episteln und Evangelien. 139 zerschlagen. Die Strafe liegt rechte, viele gerecht machen; auf ihm, auf daß wir Frie⸗ denn er trägt ihre Sünden. den hätten; und durch seine Darum will ich ihm große Wunden sind wir geheilet. Menge zur Beute geben, und Wir gingen alle in der Irre er soll die Starken zum Raube wie Schafe, ein jeglicher sah haben, darum daß er sein auf seinen Weg; aber der Leben in den Tod gegeben Herr warf unser aller Sünde hat, und den Übelthätern auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er sei⸗ nen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlacht⸗ bank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer, und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Volks ge⸗ plagt war. Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab, und bei Reichen, da er gestor⸗ ben war, wiewohl er nie⸗ mand unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Mun⸗ de gewesen ist. Aber der Herr wollte ihn also zer⸗ schlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuld⸗ opfer gegeben hat, so wird er Samen haben, und in die Länge leben, und des Herrn Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen‚ und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Ge⸗ gleich gerechnet ist, und er vieler Sünde getragen hat, und für die Übelthäter ge— beten. Evangelium. Siehe Leidensgeschichte S. 63. Am heiligen Ostertage. Epistel. 1. Kor. 5, 7—8. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bos⸗ heit und Schalkheit, sondern in dem Süßteig der Lauter⸗ keit und der Wahrheit. Evangelium. Mark. 16,1-8. Und da der Sabbath ver⸗ gangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Spezerei, auf daß sie kämen, und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe am ersten Tage der Woche sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? 140 Episteln und Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist aus⸗ erstanden, und ist nicht hie; siehe da die Stätte, da sie ihn hin legten. Gehet aber hin, und sagt's seinen Jün⸗ gern und Petrus, daß er vor euch hin gehen wird nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch ge— sagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Entsetzen ankommen; und sagten nie⸗ mand nichts; denn sie fürch⸗ teten sich. Am 2. Ostertage. Epistel. Apg. 10, 34—41. Petrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet, und recht thut, der ist ihm an⸗ genehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel ge⸗ sandt hat, und verkündigen Evangelien. lassen den Frieden durch Jesum Christum,(welcher ist ein Herr über alles,) die durchs ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte: wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft; der umhergezogen ist, und hat wohlgethan, und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles des, das er gethan hat im jüdischen Lande und zu Jeru⸗ salem. Den haben sie ge— tötet, und an ein Holz ge⸗ hangen. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offen⸗ bar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwähle— ten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten. Evangelium. Luk.24,13-35. Und siehe, zween aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feld Wegs weit, des Name heißt Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten, und be⸗ fragten sich mit einander, nahte Jesus zu ihnen, und wandelte ihre Aug daß sie Er spra Was sin die ihr z unterweg Da ant Namen 5 zu ihm: den Fre salem, d in diesen schehen zu ihnen sprachen Jesu vo war ein von Th vor Got wie ihn und Ob haben z Todes, 1 aber hof erlösen. ist heute solches haben Weiber frühe ba haben funden, sie hah Engel g er lebe uns gin und f Weiber sahen f zu ihne träges durch ser ist die Land ngen Caufe, wie von mit und en ist, und evom baren; ihm. alles hat im Jeru⸗ dritten offen⸗ 1 Volk, wähle⸗ t, die und dem er n den 13-35. 3 ihnen 1Tage rawar 9 Feld e heißt redeten diesen jeschah, ud be⸗ lander, n, und Episteln und wandelte mit ihnen. ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegen, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter ö Aber Evangelien. 14¹ alle dem, das de Propheten geredet haben; mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeiteingehen? Und fing an von Moses und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen: und er den Fremdlingen zu Jeru- stellte sich, als wollte er salem, der nicht wisse, was fürder gehen. Und sie nötig⸗ in diesen Tagen drinnen ge⸗ schehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsre Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammnis des Todes, und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern; die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht ge— funden, kommen, und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden's also, wie die Weiber sagten; aber ihn sahen sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben 4 ihn und sprachen: Bleib bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankte, brach's, und gab's ihnen. Da wur⸗ den ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter ein⸗ ander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie stunden auf zu derselbigen Stunde, kehre— ten wieder gen Jerusalem und fanden die Elfe ver⸗ sammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig aufer⸗ standen und Simon erschie⸗ nen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brot brach. 14² Episteln und Evangelien. Am 1. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Epistel. 1. Joh. 5, 1—5. Wer da glaubet, daß Jesus sei der Christ, der ist von Gott geboren; und wer da liebet den, der ihn geboren hat, der liebet auch den, der von ihm geboren ist. Daran erkennen wir, daß wir Gottes wenn wir Kinder lieben, Gott lieben, und seine Ge— bote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt über⸗ windet, wenn nicht der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Evangelium Joh.20,19-31. Am Abend aber desselbi⸗ gen ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Thüren verschlossen Gleich wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das gesagt hatte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwölfe einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jün⸗ ger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale, und lege meinen Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich's nicht glauben. Und über acht Tage waren aber⸗ mal seine Jünger drinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein, und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her, und siehe meine waren aus Furcht vor den Hände, und reiche deine Hand Juden, kam Jesus, und trat her, und lege sie in meine mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wur⸗ den die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Seite, und sei nicht ungläu⸗ big, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Die⸗ weil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben. Auch viel ander vor seinen geschrieber Buch. D schrieben, Jesus sei Gottes, u den Glaul in seinem Am 2. So Miseri Epistel. Denn rufen; sin gelitten! uns ein daß ihr se Fußstapfe Sünde g kein Betri erfunden; schalt, da nicht drä stellte es da recht r Sünden s hat an sa Holz, auf abgestorb leben; d ihr seid! ihr ware Schafe; bekehret Bischofe Evange Ich b Der gu Leben fü Mietling Bater enich esagt und t hin lchen penen lchen sind aber, r da nicht kam. Jün⸗ den aber denn, inden und die neine will Und aber⸗ nnen, hnen. hüren tritt friede pricht einen neine Hand neine gläu⸗ omas ihm: Bott! Die⸗ hast, du. ehen, Auch Episteln und Evangelien. 143 viel andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben Buch. schrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christ, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen. Am 2. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini. Epistel. 1. Petr. 2, 21—25. Denn dazu seid ihr be— rufen; sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht dräute, da er litt, er stellte es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. Evangelium. Joh. 10,12-16. Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässet sein Leben für die Schafe. Der ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, sind in diesem und verlässet die Schafe, und Diese aber sind ge⸗ fleucht; und der Wolf er⸗ haschet und zerstreuet die Schafe. Der Mietling aber fleucht; denn er ist ein Miet⸗ ling, und achtet der Schafe nicht. Ich bin der gute Hirte, und erkenne die Mei⸗ nen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden. Am 3. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Epistel. 1. Petr. 2, 11—20. Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrime: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von UÜbelthätern, eure guten Werke sehen, und Gott preisen, wenn's nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlicher Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, Mietling aber, der nicht Hirte als dem Obersten oder den Hauptleuten, als ihm gesandt sind zur Rache über die Übelthäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun ver⸗ stopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thuet Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und geinden⸗ son⸗ dern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewiß ens willen zu. Gott das Übel verträgt, und leidet das Un⸗ recht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche lei— det? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Evangelium. Joh. 16,16-23. Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er saget zu uns: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, Episteln und Evangelien. die von so werdet ihr mich sehen, und: Ich gehe zum Vater? Da sprachen sie: Was ist das, das er saget: Über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter⸗ einander, daß ich gesagt habe: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen. und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein; doch euxe Traurigkeit soll in Freu⸗ de verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist kommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder— sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Am 4. Sonntage nach Ostern, Cantate. Epistel. Jak. 1, 16—21. Irret nicht, lieben Brüder. Alle gute Gabe und alle vollkomm von oben Vater des ist keine Wechsel d Finsternis zeuget n durch das heit, auf Erstlinge Darum, I jeglicher? zu hören; reden, u Zorn. D Zorn thu Gott rech leget ab und alle B das Wor mut, das ist, welches selig mach Evangeli Nun ab dem, der und niem fraget mie hin? Sor solches zu ist euer He worden. die Wahrl gut, daß ie so ich nicht der Tröste so ich aber zu euch ser derselbige die Welt Sünde und keit und 1 M. N. C sehen, Zater? as ist er ein nicht, merkte leines, sehen. h sage veinen Welt aber doch Freu⸗ Ein ert, so n ihre Wenn eboren hrean Freude ch zur id ihr igkeit; ieder⸗ 3 soll sreude ehmen. Tage ragen. Pstern, 21. srüder. d alle „Sünde und um die Gerechtig⸗ volltommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er hat uns ge⸗ zeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahr— heit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell, zu hören; langsam aber, zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmt das Wort an mit Sanft⸗ mut, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium. Joh. 16,5-15. Nun aber gehe ich hin zu Episteln und Evangelien. 14⁵ um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet; um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnet's jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit kom-— men wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Der⸗ selbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er's nehmen, und euch ver⸗ kündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum hab ich gesagt: Er wird's von dem Meinen neh— men, und euch verkündigen. dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn, so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; Am 5. Sonntage nach Ostern, Rogate. ö Eͤpistel. Jak. 1,22—27. Seid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, dadurch ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist so ich aber gehe, will ich ihn gleich einem Mann, der sein zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die keit und um das Gericht: M. N. Gesangbuch. leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn, nachdem er sich beschauet hat, gehet er davon und vergisset von Stund an, wie er gestaltet 41 146 Episteln und Evangelien. war. Wer aber durchschauet daß ihr mich liebet, und in das vollkommne Gesetz glaubet, daß ich von Gott der Freiheit, und darinnen äusgegangen bin. Ich bin beharret, und ist nicht ein vom Vater ausgegangen, und vergeßlicher Hörer, sondern kommenin die Welt; wiederum ein Thäter, derselbige wird verlasse ich die Welt, und selig sein in seiner That. gehe zum Vater. Sprechen So sich jemand unter euch zu ihm seine Jünger: Siehe, lässet dünken, er diene Gott, nun redest du frei heraus, und hält seine Zunge nicht und sagest kein Sprichwort. im Zaum, sondern täuschet Nun wissen wir, daß du alle sein Herz, des Gottesdienst Dinge weißt, und bedarsst ist eitel. Ein reiner und nicht, daß dich jemand frage; unbefleckter Gottesdienst vor darum glauben wir, daß du Gott, dem Vater, ist der: von Gott ausgegangen bist. die Waisen und Witwen in Jesus antwortete ihnen: Jetzt ihrer Trübsal besuchen, und glaubet ihr. Siehe, es kommt sich von der Welt unbefleckt die Stunde, und ist schon behalten. kommen, daß ihr zerstreuet —3———— werdet, ein jeglicher in das Evangelium. Joh.16,23-33. Seine, und mich allein lasset. Wahrlich, wahrlich, ich sage Aber ich bin nicht allein; euch: So ihr den Vater denn der Vater ist bei mir. etwas bitten werdet in mei⸗Solches habe ich mit euch nem Namen, so wird er's geredet, daß ihr in mir euch geben. Bisher habt Frieden habet. In der Welt ihr nichts gebeten in meinem habet ihr Angst; aber seid Namen. Bittet, so werdet getrost, ich habe die Welt ihr nehmen, daß eure Freude überwunden. vollkommen sei. Solches hab ich zu euch durch Sprich⸗ Am Feste der Himmelfahrt wörter geredet. 6 kommt Christi. aber die Zeit, daß ich nicht Epif mehr durch Sprichwörter mit Epistel. Apostelg. I, 1— 1. euch reden werde, sondern Die erste Rede hab ich euch frei heraus verkündigen gethan, lieber Theophilus, von meinem Vater. An von alle dem, das Jesus demselbigen Tage werdet ihr anfing, beide, zu thun und bitten in meinem Namen. zu lehren, bis an den Tag, Und ich sage euch nicht, daß da er aufgenommen ward, Ich den Vater für euch bitten nachdem er den Aposteln will; denn er selbst, der(welche er hatte erwählet) Vater, hat euch lieb, darum durch den heiligen Geist Be⸗ fehl get er sich lebendig mancherl ließ sich vierzig redete m Gottes. sammelt ihnen, da salem win ten auf Vaters, höret(sp denn Ii Wasser sollt mit getauft u nach diese so zusamt fragten i Herr, w Zeit wied Reich Is aber zu 1 euch nicht oder Sti Vater seit halten hat det die„ Geistes e auf euch k werdet m zu Jerusa Judäa un bis an da Und da ward er sehends, nahm ihn Augen we ihm nachse fahrend, f und Gott h bin „ und derum und rechen Siehe, eraus, hwort. hu alle edarfst frage; daß du n bist. : Jetzt kommt schon streuet in das lasset. allein; ei mir. t euch nà mir r Welt er seid Welt elfahrt 111. ab ich philus, Jesus m und n Tag, ward, lposteln wählet) — seist Be⸗ Episteln und Evangelien. 14⁷ fehl gethan hatte, welchen bei ihnen zween Männer in er sich nach seinem Leiden weißen Kleidern, welche auch lebendig erzeiget hatte durch sagten: Ihr Männer von mancherlei Erweisungen, und Galiläa, was stehet ihr, und ließ sich sehen unter ihnen sehet gen Himmel? Dieser vierzig Tage lang, und Jesus, welcher von euch ist redete mit ihnen vom Reich aufgenommen gen Himmel, Gottes. Und als er sie ver⸗ wird kommen, wie ihr ihn sammelt hatte, befahl er gesehen habt gen Himmel ihnen, daß sie nicht von Jeru- fahren. salem wichen, sondern warte⸗ ten auf die Verheißung des Evangelium. Mk. 16, 14.·2⁰. Vaters, welche ihr habt ge⸗ Zuletzt, da die Elfe zu höret(sprach er! von mir; Tische saßen, offenbarte er denn Johannes hat mit sich, und schalt ihren Un⸗ Wasser getauft; ihr aber glauben und ihres Herzens sollt mit dem heiligen Geiste Härtigkeit, daß sie nicht ge⸗ getauft werden nicht lange glaubt hatten denen, die ihn nach diesen Tagen. Die aber, gesehen hatten auferstanden. so zusammenkommen waren, Und sprach zu ihnen: Gehet fragten ihn und sprachen: hin in alle Welt, und predi⸗ Herr, wirst du auf diese get das Evangelium aller Zeit wieder aufrichten das Kreatur. Wer da glaubet Reich Israel? Er sprach und getauft wird, der wird aber zu ihnen: Es gebührt selig werden; wer aber nicht euch nicht, zu wissen Zeit glaubet, der wird verdammt oder Stunde, welche der werden. Die Zeichen aber, Vater seiner Macht vorbe- die da folgen werden denen, halten hat; sondern ihr wer- die da glauben, sind die: det die Kraft des heiligen In meinem Namen werden Geistes empfahen, welcher sie Teufel austreiben, mit auf euch kommen wird, und neuen Zungen reden, Schlan⸗— werdet meine Zeugen sein gen vertreiben, und so sie zu Jerusalem und in ganz etwas Tödliches trinken, wird's Judäa und Samarien und ihnen nicht schaden; auf die bis an das Ende der Erde. Kranken werden sie die Hände Und da er solches gesagt,‚ö legen, so wird's besser mit ward er aufgehoben zu- ihnen werden. Und der Herr, sehends, und eine Wolke nachdem er mit ihnen ge⸗ nahm ihn auf vor ihren redet hatte, ward er auf— Augen weg. Und als sie gehoben gen Himmel, und ihm nachsahen gen Himmel sitzet zur rechten Hand Gottes. fahrend, siehe, da stunden Sie aber gingen aus, und 41² 148 Episteln und predigten an allen Orten; und der Herr wirkte mit ihnen, und berträftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Am 6. Sonntage nach Ostern, Exaudi. Epistel. 1. Petr. 4, 8—11. So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe deekt auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln. Und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haus⸗ halter der mancherlei Gnade So jemand redet, sten erf Gottes. Evangelien. werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tötet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst dran. Und solches werden sie euch da⸗ rum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich er⸗ kennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, ihr dran gedenket, daß ich's euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von An⸗ fang nicht gesagt; denn ich war bei euch. Am heiligen Pfingsttage. Epistel. Apostelg. 2, 1—13. Und als der Tag der Pfing⸗ üllet war, waren sie daß er's rede als Gottes alle einmütig bei einander. Wort. So jemand ein Amt Und es geschah schnell ein hat, daß er's thue als aus Brausen vom Himmel, als dem Vermögen, das Gott eines gewaltigen Windes, darreichet, auf daß in allen und erfüllte das ganze Haus, Dingen Gott gepriesen werde da sie saßen. Und es er⸗ durch Jesum Christ, welchem schienen ihnen Zungen zer⸗ sei Ehre und Gewalt von teilet wie von Feuer; und Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. er setzte sich auf einen jeg⸗ 7*— n lichen unter ihnen; und Evangel. Joh. 15, 26-16, 4. wurden alle voll des heiligen Wenn aber der Tröster Geistes, und fingen an, zu kommen wird, welchen ich predigen mit andern Zungen, euch senden werde vom Vater, nach dem der Geist ihnen der Geist der Wahrheit, der gab auszusprechen. Es wa⸗ vom Vater ausgehet, der ren aber Juden zu Jerusalem wird zeugen von mir. Und wohnend, die waren gottes⸗ ihr werdet auch zeugen; fürchtige Männer, aus aller⸗ denn ihr seid von Anfang lei Volk, das unter dem bei mir gewesen. Solches Himmel ist. Da nun diese hab ich zu euch geredet, daß Stimme geschah, kam die ihr euch nicht ärgert. Sie Menge zusammen, und wur⸗ den bestü ein jeglick ner Spra entsetzten wunderter unter eine nicht diese aus Gali wir denn Sprache, boren sin Meder ur die wir potamien Kappadoei Asien, Pk phylien, den Ende Kyrene ur Rom, Ju genossen, wir hörer Zungen d Gottes red sich aber irre, und dem ander werden? hatten's i sprachen: Weins. Evangel Jesus ar zu ihm: der wird 1 und mein lieben, un ihm komm bei ihm n mich nicht meine W das Wort inn die tet, zott Ind da⸗ der er⸗ abe daß, ird, ich's ches An⸗ Hich ge. —13. fing⸗ n sie uder. ein als udes, haus, er⸗ zer⸗ und jeg⸗ und iligen n, zu ngen, ihnen 5wa⸗ salem zottes⸗ aller⸗ dem diese m die )wur⸗ den bestürzt; denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit sei— ner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, ver⸗ wunderten sich, und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir ge— boren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Meso⸗ potamien und in Judäa und Kappadocien, Pontus und Asien, Phrygien und Pam⸗ phylien, Agypten und an den Enden von Libyen bei Kyrene und Ausländer von Rom, Juden und Juden⸗ genossen, Kreter und Araber: wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten's ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Evangelium Joh.14,23-31. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, Episteln und Evangelien. 149 ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches hab ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hät⸗ tet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich ge— sagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer denn ich. Und nun hab ich's euch gesaget, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, ihr glaubet. Ich werde nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater ge⸗ boten hat: stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. Am 2. Pfingsttage. Epistel. Apostelg. 10, 42-48. Und er hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeu⸗ 150 gen, daß er von Gott ein Richter der Lebendigen und der Toten. Von diesem zeugen alle Pro⸗ pheten, daß durch seinen Na⸗ men alle, die an ihn glau⸗ ben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus kommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward; denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch prie⸗ sen. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Was⸗ ser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den hei⸗ ligen Geist empfangen haben, gleich wie auch wir? Und befahl, sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium. Joh. 3, 16-21. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen ein— gebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, son⸗ dern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, son— dern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht ge⸗ Episteln und Evangelien. ist verordnet denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohns Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsternis mehr denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestrafet werden. Wer aber die Wahr⸗ heit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offen⸗ bar werden; denn sie sind in Gott gethan. Am Sonnt. Trinitatis, oder am Feste der h. Dreieinigkeit. Epistel. Röm. 11,33—36 O welch eine Tiefe des Reichtums, beide, der Weis⸗ heit und Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforsch⸗ lich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? oder wer ist sein Ratgeber gewesen? oder wer hat ihm was zuvor gegeben, daß ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Evangelium. Joh. 3, 1-15. Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit richtet; wer aber nicht glau⸗ Namen Nikodemus, ein Ober⸗ bet, der ist schon gerichtet; ster unter den Juden; der kam zu Je und sprach wir wissen Lehrer vo denn niem chen thun, sei denn Jesus antu zu ihm: 2 ich sage d daß jeman boren wer Reich Go Nikodemus Wie kann boren wer ist? Kann in seiner A und gebore antwortete: lich, ich denn, daß werde aus so kann er Gottes kor Fleisch get ist Fleisch Geist gebo Geist. Laß dern, daf habe: Ihr geboren w bläset, wo hörest sein aber du wannen er hin er fä jeglicher, geboren ist wortete ur Wie mag Jesus antꝛ zu ihm: Bi an ien ber icht ind die as ren der imt daß afet ihr⸗ das fen⸗ sind der keit. 36. des zeis⸗ tes! sind rsch⸗ wer unt? jeber ihm ihm ten? zurch alle in 15. ens ch mit Ober⸗ der kam zu Jesu bei der Nacht, J und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott kommen; denn niemand kann die Zei⸗ chen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem ge— boren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch ge— boren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahr— lich, ich sage dir: Es sei deun. daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wun⸗ dern, daß 10 dir gesagt habe: Ihr müsset n neuem L Der Wind geboren werden. bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl; Episteln und Evangelien. aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wo⸗ hin er fähret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. wortete und sprach zu ihm: Nikodemus ant⸗ 151 Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wis⸗ sen, und zeugen, das wir ge— sehen haben; und ihr nehmet unser Zeugnis nicht an. Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel her⸗ nieder kommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet wer⸗ den, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Am 1. Sonntage n. Trinit. Epistel. 1. Joh. 4, 16—21. Und wir haben erkannt und geglaubet die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Darinnen ist die Liebe völlig bei uns, daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denmt gleich wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist 152 Episteln und nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bru⸗ der, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium. Luk. 16,19-31. Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Lein— wand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte, sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde, und lecketen ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward ge— tragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Rei⸗ che aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hub er seine Augen auf, und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarus, daß er das Außerste seines Fingers ins Wasser Evangelien. tauche, und kühle meine Zun⸗ ge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfan⸗ gen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, könnten nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüberfahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Moses und die Propheten; laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern, wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Moses und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten auf⸗ stünde. Am 2. Sonntage n. Trinit. Epistel. 1. Joh. 3, 13—18. Verwundert euch nicht, mei⸗ ne Brüder, ob euch die Welt hasset. aus der kommen die Bri der nic im Tod der haf schläger ein Tot ewige L Daran die Liel für un⸗ wir sol für die aber 1 Güter k Bruder sein He wie ble bei ihm laßt ut Worten. sondern mit der Evang Er Es wa machte und lu sandte Stunde sagen do denn e sie fing ander, Der e Ich hal und mi ihn be entschul andere Zun⸗ ein in raham Sohn, npfan⸗ Leben, n hat n aber nd du über uns Kluft vollten ren zu id auch u uns sprach Vater, meines h habe daß er daß sie diesen ũraham haben pheten; hören. „Vater wenn Hihnen Buße ihm: ud die werden en, ob en auf⸗ Trinit. 3—18. ht, mei⸗ ie Welt hasset. Episteln und Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind; denn wir lieben die Brüder. der nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bru⸗ der hasset, der ist ein Tot⸗ schläger; und ihr wisset, daß ein Totschläger hat nicht das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß Er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu,— wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laßt uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit Evangelium. Luk.14,16-24. Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit! Und sie fingen an alle nach ein⸗ ander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinausgehen, und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf denn ich bitte dich, Wer den Bru⸗ Evangelien. 1⁵3 Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zor⸗ nig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du be— fohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nötige sie, hereinzukommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmek⸗ ken wird. Am 3. Sonntage n. Trinit. Epistel. 1. Petr. 5, 5—11. Allesamt seid unter ein⸗ ander unterthan, und haltet fest an der Demut. Denn Gott widerstehet den Hof⸗ färtigen; aber den Demütigen giebt er Gnade. So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; Er sorget für euch. 15⁴4 Episteln und Evangelien. Seid nüchtern, und wachet; Schaf gefunden, das ver⸗ denn euer Widersacher, der loren war. Ich sage euch: Teufel, gehet umher wie ein Also wird auch Freude im brüllender Löwe, und suchet, Himmel sein über einen Sün⸗ welchen er verschlinge. Dem der, der Buße thut, vor widerstehet, fest im Glauben, neunundneunzig Gerechten, und wisset, daß eben die⸗ die der Buße nicht bedürfen. selbigen Leiden über eure Oder welch Weib ist, die Brüder in der Welt gehen. zehn Groschen hat, so sie Der Gott aber aller Gnade, der einen verlieret, die nicht der uns berufen hat zu seiner ein Licht anzünde, und kehre ewigen Herrlichkeit in Christo das Haus, und suche mit Jesu, derselbige wird euch, Fleiß, bis daß sie ihn finde? die ihr eine kleine Zeit leidet, Und wenn sie ihn gefunden vollbereiten, stärken, kräftigen, hat, rufet sie ihren Freun⸗ gründen. Demselbigen sei dinnen und Nachbarinnen, Ehre und Macht von Ewig— und spricht: Freuet euch mit keit zu Ewigkeit! Amen. mir; denn ich habe meinen — Groschen gefunden, den ich Evangelium Luk. 15, 1-10. verloren hatte. Also auch, Es naheten aber zu ihm sage ich euch, wird Freude allerlei Zöllner und Sünder, sein vor den Engeln Gottes daß sie ihn höreten. Und über einen Sünder, der die Pharisäer und Schrift- Buße thut. gelehrten murreten und spra⸗ chen: Dieser nimmt die Sün⸗ Am 4. Sonntage n. Trinit. der an, und isset mit ihnen. Eni 97 Er sagte aber zu ihnen dies Epistel. Röm. 8, 18—27. Gleichnis, und sprach: Wel⸗ Denn ich halte es dafür, cher Mensch ist unter euch, daß dieser Zeit Leiden der der hundert Schafe hat, und Herrlichkeit nicht wert sei, die so er der eines verlieret, der an uns soll offenbaret werden. nicht lasse dieneunundneunzig Denn das ängstliche Harren in der Wüste, und hingehe der Kreatur wartet auf die nach dem verlornen, bis daß Offenbarung der Kinder Got⸗ er's finde? Und wenn er's tes. Sintemal die Kreatur gefunden hat, so leget er's unterworfen ist der Eitelkeit auf seine Achseln mit Freu- ohne ihren Willen, sondern den. Und wenn er heim um des willen, der sie unter⸗ kommt, rufet er seinen Freun⸗ worfen hat, auf Hoffnung. den und Nachbarn, und Denn auch die Kreatur frei spricht zu ihnen: Freuet euch werden wird von dem Dienst mit mir; denn ich habe mein des vergänglichen Wesens zu der her Kinder wissen, sehnet f ängstet Nicht all auch wir des Gei uns aue der Kin auf unst Denn u doch in Hoffnun, siehet, denn u hoffen, d wir abe wir nich wir sein selbigen Geist hi heit auf nicht, w wie sich' der Geis aufs bes lichem e die Herze was des denn er nach den Evange Darur wie auck herzig if werdet i tet. V werdet i Vergebet geben. gegeben. ver⸗ euch: e im Sün⸗ vor chten, irfen. die o sie nicht kehre mit inde? inden reun⸗ nnen, h mit leinen n ich auch, reude rottes der rinit. 27. dafür, der i, die erden. jarren If die r Got⸗ reatur itelkeit ndern unter⸗ nung. r frei Dienst ens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Denn wir sind wohl selig, doch in der Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man siehet, ist nicht Hoffnung: denn wie kann man des hoffen, das man siehet? So wir aber des hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein durch Geduld. Des⸗ selbigen gleichen auch der 9⸗ den Splitter aus deinem Geist hilft unsrer Schwach heit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprech— lichem Seufzen. Der aber die Herzen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn sei; denn er vertritt die Heiligen nach dem, das Gott gefällt. Evangelium. Luk. 6,36-42. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barm— herzig ist Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerich— tet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebet, so wird euch ver⸗ geben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, Episteln und Evangelien. gebührt, sondern gerüttelt und überflüssig Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen Und er sagte ihnen ein Gleich⸗ nis: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fal— len? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zeuch zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Am 5. Sonntage n. Trinit. Epistel. 1. Petr. 3, 8—15. Endlich aber seid allesamt gleich gesinnet, mitleidig, brü— derlich, barmherzig, freund— lich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern da⸗ gegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen erbet. Denn 156 Episteln und Evangelien. wer leben will, und gute Zug thut. Und Simon ant⸗ Tage sehen, der schweige wortete und sprach zu ihm: seine Zunge, daß sie nichts Meister, wir haben die ganze Böses rede, und seine Lippen, Nacht gearbeitet, und nichts daß sie nicht trügen. Er gefangen; aber auf dein wende sich vom Bösen, und Bort will ich das Netz aus⸗ thue Gutes; er suche Frieden, werfen. Und da sie das und jage ihm nach. Denn thaten, beschlossen sie eine die Augen des Herrn merken große Menge Fische, und auf die Gerechten, und seine ihr Netz zerriß. Und sie Ohren auf ihr Gebet; das winketen ihren Gesellen, die Angesicht aber des Herrn im andern Schiff waren, stehet wider die da Böses daß sie kämen, und hülfen thun. Und wer ist, der euch ihnen ziehen. Und sie kamen, schaden könnte, so ihr dem und fülleten beide Schiffe Guten nachkommet? Und ob voll, also daß sie sanken. ihr auch leidet um Gerechtig- Da das Simon Petrus sah, keit willen, so seid ihr doch fiel er Jesu zu den Knieen, selig. Fürchtet euch aber und sprach: Herr, gehe von vor ihrem Trotzen nicht, und mir hinaus! ich bin ein erschreckt nicht; heiliget aber sündiger Mensch. Denn es Gott den Herrn in euren war ihn ein Schrecken an— Herzen. kommen und alle, die mit ihm waren, über diesem Evangelium. Luk. 5, 1.11. Fischzug, den sie mit enaudrr Es begab sich aber, da gethan hatten; desselbigen sich das Volt zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und er stund am See Gene⸗ zareth, und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Netze; trat er in der Schiffe eines, welches Simons war, und bat ihn, daß er's ein wenig vom Lande führte. Und er setzte sich, und lehrte das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehört, zu reden, sprach er zu Simon: Fahre gleichen auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande, und ver⸗— ließen alles, und folgeten ihm nach. Am 6. Sonntage n. Trinit. Epistel. Röm. 6, 3—11. Wisset ihr nicht, daß alle, auf die Höhe, und werfet die wir in Jesum Christ ge⸗ eure Netze aus, daß ihr einen tauft sind, die sind in seinen Tod get ja mit die Tau daß, gle auferwer durch Vaters, in einem deln. ihm ge gleichem wir auch gleich sei daß uns ihm gekr der sün daß wir nicht die storben fertiget Sind w gestorber daß wir werden, Christus wecket, der Tod ihn nie das er er der einem lebet, Also ar dafür, gestorber Gott in Herrn. Evang Denn sei den besser de ten und n ant⸗ ihm: ganze nichts dein aus⸗ das eine und id sie n, die varen, hülfen amen, Schiffe anken. 5 sah, tnieen, je von na ein un es n an⸗ ie mit diesem iander lbigen und e des osellen. imon: in von nschen en die )ver⸗ [Igeten rinit. 11. 6 alle, ist ge⸗ seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleich wie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wan⸗ deln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch seiner Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer ge— storben ist, der ist gerecht— fertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Toten er⸗ wecket, hinfort nicht stirbet; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einem Mal; das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangel. Matth. 5, 20-26. Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser denn der Schriftgelehr⸗ ten und Pharisäer, so wer⸗ Episteln und Evangelien. 15⁷ det ihr nicht in das Himmel⸗ reich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zür⸗ net, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf den Altar opferst, und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder, und als-— dann komm, und opfre deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Wider⸗ sacher nicht dermaleins über— antworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen heraus⸗ kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Am 7. Sonntage n. Trinit. Epistel. Röm. 6, 19—23. Ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleich 158 Episteln und wie ihr eure Glieder begeben habet zu Dienste der Un⸗ reinigkeit und von einer Un⸗ gerechtigkeit zu der andern, also begebet auch nun eure Glieder zu Dienste der Ge— rechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Ge⸗ rechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangel. Matth. 9, 35-38. Und Jesus ging umher in alle Städte und Märkte, lehrte in ihren Schulen, und predigte das Evangelium von dem Reich, und heilete aller— lei Seuche und allerlei Krank—⸗ heit im Volke. Und da er das Volk sah, jammerte ihn desselbigen, denn sie waren verschmachtet und zerstreuet wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: die Ernte ist groß, aber wenig sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende. Evangelien. Am 8. Sonntage n. Trinit. Epistel. Röm. 8, 12—17. So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, daß wir nach dem dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Ge⸗ schäfte tötet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist em— pfangen, daß ihr euch aber⸗ mal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist giebt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangel. Matth. 7, 13-23. Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführet; und ihrer sind viele, die drauf wandeln. Und die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leben führet; und wenig ist ihrer, die ihn finden. Sehet euch ve Prophet kleidern wendig Wölfe. sollt ihr man au den Di von der jeglicher gute Fr Baum! Ein gu arge F ein fau gute Fi jeglicher gute Fe abgehau geworfe Früchter Es wer zu mir in das sondern meines Es we sagen a⸗ Herr, deinem Haben Namen Haben Namen Dann kennen: nie erka mir, ihr Am 9.4 Episte Ich u Brüder, rinit. —17. lieben st dem dem Denn Fleisch terben durch 5 Ge⸗ t ihr Geist Bottes t nicht t em⸗ aber⸗ ndern Geist elchen lieber giebt daß sind. r, so imlich erben mit auch hoben 3-23. enge forte g ist mnis sind ideln. und zum ig ist Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafs⸗ kleidern zu euch kommen, in⸗ wendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun Episteln und Evangelien. 159 unsre Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle auf Moses getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einer— lei geistlichen Trank getrun— ken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mit— folgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohlgefallen; denn sie wurden niedergeschlagen in der Wüste. Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir nicht uns gelüsten lassen des Bösen, gleich wie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleich wie jener etliche wurden, als geschrieben stehet:„Das Volk setzte sich nieder, zu essen meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen be— kennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übelthäter! Am 9. Sonntage n. Trinit. Epistel. 1. Kor. 10, 1—13. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß und zu trinken, und stund auf, zu spielen.“ Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tau⸗ send. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn ver— suchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleich wie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr jenen zum Vor⸗ bilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen wer sich lässet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine denn ist. Darum, menschliche Versuchung be— treten; aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr's könnt ertragen. Evangelium. Luk. 16, 1-12. Er sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thu Rech⸗ nung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht Haushalter sein. Der Haus⸗ halter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben kann ich nicht, so schäme ich mich, zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn gewesen, Episteln und Evangelien. zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hatte; denn die Kin⸗ der dieser Welt sind klüger denn die Kinder des Lichtes in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem un⸗ gerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewgen Hütten. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht. So ihr nun in dem ungerech— ten Mammon nicht treu seid, wer will euch das Wahr⸗ haftige vertrauen? Und so ihr in dem Fremden nicht treu seid, wer wird euch geben, das euer ist? Am 10. Sonntage n. Trinit. Epistel. 1. Kor. 12, 1—11. Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid und hingegangen schuldig? Er sprach: Hundert zu den stummen Götzen, wie Tonnen OÖls. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich, und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er ihr geführt wurdet. Darum thu ich euch kund, daß nie⸗ mand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und nie einen§ durch n Es sind aber es es sind aber es es sind aber es wirket 0 einem je die Gab gemeiner gegeben reden vo andern reden v nach dem andern d selbigen die Gabe in demse andern, einem at einem a unterschei mancherl! andern, zulegen. wirket de und teil seines zu Evange Und o6 kam, sah und weii sprach: 2 erkennetef Zeit, was dienet! n deinen Denn es M. R. aber, ldig? alter h zu Brief, d der chten iglich Kin⸗ lüger ichtes Und achet un⸗ daß, sie wgen gsten im rim der recht. erech⸗ seid, zahr⸗ d so nicht euch init. 11. zaben ieben Ihr seid ingen „wie arum nie⸗ der edet; und niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben; aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Amter; aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutz. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntnis nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube in dem⸗ selbigen Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern, Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem andern, Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen aus— Episteln und Evangelien. 161 dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich be⸗ lagern, und an allen Orten ängsten; und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, da⸗ rum daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die da⸗ rinnen vertauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es ste⸗ het geschrieben:„Mein Haus ist ein Bethaus,“ ihr aber habt's gemacht zur Mörder-— grube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohen⸗ priester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörte ihn. zulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist,‚ und teilet einem jeglichen seines zu, nach dem er will. Evangelium. Luk. 19,41-48 Und als er nahe hinzu kam, sah er die Stadt an, und weinte über sie, und sprach: Wenn doch auch du erkennetest zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet! Aber nun ist's vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über M. R. Gesangbuch. Am 11. Sonntage n. Trinit. Ehpistel. 1. Kor. 15, 1—10. Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evan-— geliums, das ich euch ver— kündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig wer— det: welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr's behalten habt; es wäre denn, daß ihr's umsonst ge⸗ 42 Episteln und Denn ich hättet. habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsre Sünden, nach glaubet der Schrift; und daß er be⸗ graben sei, und daß er auf⸗ erstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch viel leben, etliche aber sind ent⸗ schlafen. Darnach ist er ge⸗ sehen worden von Jakobus, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer un⸗ zeitigen Geburt, gesehen wor⸗ den. Denn ich bin der ge⸗ ringste unter den Aposteln, als der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet denn sie alle; nicht aber ich, son⸗ dern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium. Luk. 18,9-14. Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und ver⸗ achteten die andern, ein solch Gleichnis: Es gingen zween Evangelien. Menschen hinauf in den Tem⸗ pel, zu beten, einer ein Pharisäer, der andre ein Zöllner. Der Pharisäer stund, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner; ich faste zwei⸗ mal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stund von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Am 12. Sonntage n. Trinit. Epistel. 2. Kor. 3, 4—9. Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern, daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buch⸗ stabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht leben⸗ dig. So aber das Amt, das di tötet, u gebildet, daß die konnten gesicht i Klarheit gesichtes wie soll das Am giebt, Kl so das dammnie hat, viel das die 6 überschwe Evange Und de von den und Side galiläische das Gebi Und sie einen Ta war, und er die Ha Und eren Volk beso ihm die F. und spützt. Zunge, u Himmel, f zu ihm: 5 Thu dich 0 thaten sich und das B ward los, recht. Und sie sollten's Je mehr e mehr sie es wunderten em⸗ ein ein ind, lso: ich hern chte, wie wei⸗ gebe das (lner auch eben hlug rach: idig! ging sein wer wird wer der init. 9. aber m zu ichtig s zu elber, sind, auch das euen Amt, Episteln und Evangelien. 163 das durch die Buchstaben ßen, und sprachen: Er hat tötet, und in die Steine ist alles wohl gemacht; die gebildet, Klarheit hatte, also Tauben macht er hörend daß die Kinder Israel nicht und die Sprachlosen redend. konnten ansehen das An⸗ Kulih des Mn se um der Am 13. Sonntage n. Trinit. Klarheit willen seines An⸗ gesichtes, die doch aufhöret, Epistel. Röm. 3, 21—28. wie sollte nicht viel mehr. Nun aber ist ohne Zuthun das Amt, das den Geist des Gesetzes die Gerechtigkeit, giebt, Klarheit haben! Denn die vor Gott gilt, offenbaret, so das Amt, das die Ver⸗ und bezeuget durch das Ge⸗ dammnis prediget, Klarheit setz und die Propheten. Ich hat, viel mehr hat das Amt, sage aber von solcher Ge— das die Gerechtigkeit prediget, rechtigkeit vor Gott, die da überschwengliche Klarheit. kommt durch den Glauben * an Jesum Christ zu allen Evangel. Mark. 7, 31-37. und auf alle, Dedagienben Und da er wieder ausging Denn es ist hie kein Unter⸗ von den Grenzen von Tyrus schied; sie sind allzumal Sün⸗ und Sidon, kam er an das der, und mangeln des Ruh⸗ galiläische Meer, mitten in mes, den sie an Gott haben das Gebiet der zehn Städte. sollten; und werden ohne Und sie brachten zu ihm Verdienst gerecht aus seiner einen Tauben, der stumm Gnade durch die Erlösung, war, und sie baten ihn, daß so durch Christum Jesum er die Hand auf ihn legte. geschehen ist, welchen Gott Und er nahm ihn von dem hat vorgestellet zu einem Volk besonders, und legete Gnadenstuhl durch den Glau⸗— ihm die Finger in die Ohren, ben in seinem Blut, damit und spützte, und rührte seine er die Gerechtigkeit, die vor Zunge, und sah auf gen ihm gilt, darbiete in dem, Himmel, seufzte, und sprach daß er Sünde vergiebt, zu ihm: Hephata! das ist: welche bis anher blieben Thu dich auf! Und alsbald war unter göttlicher Geduld; thaten sich seine Ohren auf auf daß er zu diesen Zeiten und das Band seiner Zunge darböte die Gerechtigkeit, die ward los, und er redete vor ihm gilt; auf daß er recht. Und er verbot ihnen, allein gerecht sei, und gerecht sie sollten's niemand sagen. mache den, der da ist des Je mehr er aber verbot, je Glaubens an Jesum. Wo mehr sie es ausbreiteten, und bleibt nun der Ruhm? Er ist wunderten sich über die Ma- ausgeschlossen. Durch welch 42 164 Episteln und Evangelien. Gesetz? durch der Werke Ge⸗ gen Jericho, und fiel unter setz? Nicht also, sondern die Mörder; die zogen ihn durch des Glaubens Gesetz. aus, und schlugen ihn, und So halten wir nun dafür, daß der Mensch gerecht wer⸗halb tot liegen. sich aber ohngefähr, daß ein de ohne des Gesetzes Werke,‚ allein durch den Glauben. Evangelium. Luk. 10,23-37. Und er wandte sich zu seinen Jüngern, und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben's nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und haben's nicht ge— höret. Und siehe, da stund ein Schriftgelehrter auf, ver⸗ suchte ihn und sprach: Mei⸗ ster, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er ant⸗ wortete und sprach:„Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte, und deinen Nächsten als dich selbst.“ Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, Priester gingen davon und ließen ihn Es begab dieselbige Straße hinabzog; und da er ihn sah, ging er vorüber. Des⸗ selbigen gleichen auch ein Levit, da er kam zu der Stätte, und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reiste, und kam dahin; und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, ver⸗ band ihm seine Wunden, und goß drein Ol und Wein, und hub ihn auf sein Tier, und führte ihn in die Herberge, und pflegte sein. Des andern Tages reiste er, und zog heraus zween Gro— schen, und gab sie dem Wirte, und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst darthun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder ge⸗ fallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thu desgleichen. und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein ging von Jerusalem hinab Mensch, der Am 14. Sonntage n. Trinit. Epistel. Gal. 5, 16—24. Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste bringet gelüste den Ge dieselbi ander, was euch a ihr nie Offenbe des Fl Ehebru keit, I Zauber Neid, 3 Rotten, Fressen welchen gesagt,‚ daß, dii den das erben. Geistes Friede, keit, Güt mut, Keu ist das aber Ch kreuzigen den Lüst Evange Und e reisete g er mittes und Gal in einen gegneten Männer, ferne, und mie und Meister, Und da inter ihn und ihn egab ein traße ihn Des⸗ ein der ging ariter ahin; merte ver⸗ inden, und If sein in die sein. ste er, Gro⸗ dem ihm: u was ill ich n ich dünkt dreien dem, er ge⸗ : Der ihm us zu ud thu Trinit. 24. andelt ihr die Episteln und Lüste des Fleisches nicht voll⸗ bringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch; dieselbigen sind wider ein-⸗ ander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinig⸗ keit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, Evangelien. 16⁵ er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hin⸗ gingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund wor— den war, kehrte er um, und pries Gott mit lauter Stim⸗ me, und fiel auf sein An⸗ gesicht zu seinen Füßen, und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die Neune? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er daß, die solches thun, wer⸗ sprach zu ihm: Stehe auf, den das Reich Gottes nicht gehe hin; dein Glaube hat erben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude‚ Friede, Geduld, Freundlich⸗ keit, Gütigkeit, Glaube, Sanft⸗ mut, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. Evangelium. Luk.17,11-19. Und es begab sich, da er reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, be⸗ gegneten ihm zehn aussätzige Männer, die stunden von ferne, und erhuben ihre Stim— mie und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach dir geholfen. Am 15. Sonntage n. Trinit. Epistel. Gal. 5, 25—6, 10. So wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eiteler Ehre geizig sein, ein— ander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehl übereilet würde, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid; und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, 166 Episteln und Evangelien. so er doch nichts ist, der ihr anziehen werdet. Ist betrüget sich selbst. Ein jeg⸗ nicht das Leben mehr denn licher aber prüfe sein eigen die Speise? und der Leib Werk, und alsdann wird er mehr denn die Kleidung? an ihm selber Ruhm haben, Sehet die Vögel unter dem und nicht an einem andern. Himmel an; sie säen nicht, Denn ein jeglicher wird seine sie ernten nicht, sie sammeln Last tragen. Der aber unter⸗ nicht in die Scheunen; und richtet wird mit dem Wort, euer himmlischer Vater näh⸗ der teile mit allerlei Gutes ret sie doch. Seid ihr denn dem, der ihn unterrichtet. nicht viel mehr denn sie? Irret euch nicht, Gott läßt Wer ist aber unter euch, der sich nicht spotten. Denn, seiner Länge eine Elle zu⸗ was der Mensch säet, das setzen möge, ob er gleich wird er ernten. Wer auf darum sorget? Und warum sein Fleisch säet, der wird sorget ihr für die Kleidung? von dem Fleisch das Ver⸗ derben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangel. Matth. 6, 24-34. Niemand kann zweien Her— ren dienen. Entweder er wird den einen hassen, und den andern lieben; oder wird dem einen anhangen, und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euren Leib, was und sagen: Was Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen, sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht be— kleidet gewesen ist, als der⸗ selbigen eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet, und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht vielmehr euch thun, o ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach sol⸗ chem allen trachten die Hei—⸗ den. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürft. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für d denn d für de ist ger Tag si Am 16 Epi Dar nicht m Trübse euch le Ehre f ich me Vater Christi, ist übe der he auf E Kraft tum se zu wer an den schen, durch d Herzen, Liebe e gründet begreife Heiligen Breite die Tie auch erke die doch trifft, 6 werdet fülle. 7 schwengl alles, d versteher die da sei Ehr Ist denn Leib ung? dem nicht, imeln und näh⸗ denn sie? 9, der e zu⸗ gleich harum zung? fdem n, sie hinnen Felde heute den sollte reuch igen? sorgen perden verden verden ch sol⸗ e Hei⸗ lischer r des et am Gottes tigkeit, alles t nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigne Plage habe. Am 16. Sonntage n. Trinit. Epistel. Eph. 3, 13—21. Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee vor dem Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kin⸗ der heißet im Himmel und auf Erden, daß er euch an dem inwendigen Men⸗ schen, daß Christus wohne durch den Glauben in euren Herzen, und ihr durch die Liebe eingewurzelt und ge⸗ gründet werdet, auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe: auch erkennen die Liebe Christi, die doch alle Erkenntnis über⸗ trifft, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottes⸗ fülle. Dem aber, der über⸗ schwenglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, Episteln und Evangelien. 167 die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium. Luk. 7, 11-17. Unnd es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viel mit ihm und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Toten her⸗ aus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und viel Volts aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn der— selbigen, und sprach zu ihr: Kraft gebe nach dem Reich⸗ tum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an; und die Träger stunden. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Tote richtete sich auf, und fing an, zu reden; und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegenden Länder. Am 17. Sonntage n. Trinit. Epistel. Eph. 4, 1—6. So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, 168 Episteln und daß ihr wandelt, wie sich's gebührt eurem Beruf, da⸗ rinnen ihr berufen seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Be⸗ rufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater unser aller, der da ist über euch allen und durch euch alle und in euch allen. Evangelium Luk. 14, 1-11. Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Ober⸗ sten der Pharisäer auf einen Sabbath, das Brot zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wasser— süchtig. Und Jesus ant⸗ wortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Phari⸗ säern und sprach: Ist's auch recht, auf den Sabbath hei⸗ len? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an, und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszeucht am Sabbath⸗ tage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Evangelien. Gleichnis zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwähleten, obenan zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht obenan, daß nicht etwaͤ ein Vornehmerer denn du, von ihm geladen sei, und dann komme, der dich und ihn geladen hat, und spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Scham untenan sitzen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und setze dich untenan, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, er spreche zu dir: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Am 18. Sonntage n. Trinit. Epistel. 1. Kor. 1,4—9. Ich danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch ge— geben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre und in aller Erkenntnis; wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und war⸗ tet nur auf die Offenbarung Herrn. Evan. Da höreten cäern hatte, Und e Schrift und sp⸗ ist das Gesetz? zu ihn Gott, ganzem Seele müte.“ nehmste Das gleich: sten lie In die hanget die Pre Pharise fragte s Wie düt Wes sprachen zu ihne denn D Herrn, Herr he Herrn: denen, sitzen. höhet, rden; driget, n. rinit. —9. Gott ir die ch ge⸗ Jesu, n an macht, waller n die euch o daß bt an war⸗ arung unsers Herrn Jesu Christi, welcher auch wird euch fest erhalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohns Jesu Christi, unsers Herrn. Evangel. Matth. 22, 34-46. Da aber die Pharisäer höreten, daß er den Saddu— eäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm:„Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Ge⸗ Episteln und Evangelien. 169 Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße?“ So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und wagte auch niemand von dem Tage an hinfort, ihn zu fragen. Am 19. Sonntage n. Trinit. Epistel. Eph. 4, 22—32. So leget nun von euch ab nach dem vorigen Wan⸗ del den alten Menschen, der durch Lüste im Irrtum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts, und ziehet den neuen Men⸗ schen an, der nach Gott ge⸗ schaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lüge ab, und redet die Wahrheit, ein müte.“ Dies ist das vor⸗ nehmste und größte Gebot. Das andre aber ist dem gleich:„Du sollst deinen Näch⸗ sten lieben als dich selbst.“ In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dünkt euch um Christus? Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nen ret ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt:„Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet, und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Läste⸗ rer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe, zu geben dem Dürftigen. Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern was nützlich zur Besserung ist, da es not thut, daß es holdselig sei zu hören. Und betrübet nicht Episteln und den heiligen Geist Gottes, damit ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung. Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung sei ferne von euch samt aller Bosheit. Seid aber unter einander freund⸗ lich, herzlich, und vergebet einer dem andern, gleich wie Gott euch vergeben hat in Christo. Evangelium. Matth. 9, 1-8. Da trat er in das Schiff, und fuhr wieder herüber, und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gicht⸗ brüchigen: Sei getrost, m.ein Sohn; deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schrift⸗ gelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Ge⸗ danken sah, sprach er: Wa⸗ rum denkt ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist wandle? wisset, Evangelien. Da das Volk das sah, verwunderte es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. und ging heim. Am 20. Sonntage n. Trinit: Epistel. Eph. 5, 15—21. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen, und kaufet die Zeit aus; denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, da⸗ raus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes; redet unter einander in Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in euren Herzen, und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi; und seid unter ein⸗ ander unterthan in der Furcht Gottes. leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stehe auf, und Auf daß ihr aber redete abermal durch Gleich⸗ daß des Menschen nisse zu ihnen, und sprach: Evangel. Matth. 22, 1-14. Und Jesus antwortete und Sohn Macht habe auf Erden, Das Himmelreich ist gleich die Sünden zu vergeben— einem Könige, er zu dem Gicht⸗ brüchigen: Stehe auf, heb dein Bette auf, und gehe Und er stund auf, sprach heim! der seinem Sohn Hochzeit machte; und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit rufeten; und sie wollten nicht komm ander sprach Siehe, ich be und 1 schlach kommt sie ver gen h Acker, Hantie griffen ten un der K zornig Heere Mörde ihre S er zu Hochzei die Gä Darum Straͤße zeit, n die Kn die St zusamn Böse Tische ging d Gäste; allda e hatte k an, u Freund kommen hochzeit aber ve der Kön Bindet und we— nis hin das iderte „ der uschen rinit; 21. ie ihr nicht ndern kaufet üngen, singet rn in saget 5Gott dem Jesu r ein⸗ Furcht 1·14. te und Gleich⸗ prach: gleich seinem mund 8, daß hochzeit n nicht Episteln und Evangelien. 17¹ kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe meine Ochsen ich bereitet, und mein Mastvieh ist ge⸗ schlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit! sie verachteten das, und gin— gen hin, einer auf seinen Acker, der andre zu seiner Hantierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhne⸗ ten und töteten sie. Da das der König hörte, ward er zornig, und schickete seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren's nicht wert. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hoch⸗ zeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein kommen, und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die Finster⸗ nis hinaus! da wird sein Aber Da sprach den Helm Heulen und Zähneklappen; denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Am 21. Sonntage n. Trinit. Epistel. Eph. 6, 10—17. Zuletzt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Got⸗ tes, daß ihr bestehen könnt gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herrn der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit, den bösen Geistern unter dem Himmel. Um des willen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit und angezogen mit dem Pan⸗ zer der Gerechtigkeit, und an den Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evan— gelium des Friedens. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurige Pfeile des Bösewichtes; und nehmet des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. —— Episteln und Evangelium. Joh. 4, 47-54. alle meinem Gebet für euch Und es war ein Königischer, des Sohn lag krank zu Ka⸗ pernaum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judäa nach Galiläa, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinabkäme und hülfe seinem Sohn; denn er war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubete dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinabging, begeg— neten ihm seine Knechte, ver⸗ kündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde, verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andre Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa nach Galiläa kam. Am 22. Sonntage n. Trinit. Epistel. Phil. 1,311. Evangelien. (welches ich allezeit thue in alle, und thue das Gebet mit Freuden,) über eurer Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bis her; und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch voll⸗ führen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum daß ich euch in meinem Herzen habe in diesem meinem Ge⸗ fängnis, darin ich das Evan— gelium verantworte und be⸗ kräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade teilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt von Herzensgrund in Jesu Christo. Und da⸗ rum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntnis und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen in euch zu Ehre und Lob Gottes. Evangel. Matth. 18, 21-35. Da trat Petrus zu ihm, und sprach: Herr, wie oft muß ich denn meinem Bru⸗ der, der an mir sündiget, Ich danke meinem Gott, vergeben? Ist's genug sieben⸗ so oft ich euer gedenke, mal? Jesus sprach zu ihm: Ich sae sondert mal. reich der n rechnen anfing einer ve tausend er's ni zahlen, kaufen und sei was er Da fie und be sprach: mit mitr bezahler Herrn und lie Schuld Da gin hinaus, seiner 9 ihm hur dig; un und wü Bezahle schuldig Mitknech ihn und mit mir, bezahlen nicht, sor warf ihn daß er schuldig seine Mit wurden kamen, ihren He begeben e in euch zebet Urer lium her; zuter euch gute voll⸗ Jesu mir aßen mrum erzen Ge⸗ van⸗ be⸗ mit seid. euge, allen rund da⸗ Liebe reich ütnis ihr Beste auter Tag chten durch n in Ottes. 1·35. ihm, e oft Bru⸗ diget, eben⸗ ihm: Episteln und Evangelien. 173 Ich sage dir, nicht siebenmal,‚ ihn sein Herr vor sich, und sondern siebenzigmal sieben⸗ sprach zu ihm: Du Schalks⸗ mal. Darum ist das Himmel⸗ knecht, alle diese Schuld habe reich gleich einem Könige, ich dir erlassen, dieweil du der mit seinen Knechten mich batest: solltest du denn rechnen wollte. Und als er dich nicht auch erbarmen anfing zu rechnen, kam ihm über deinen Mitknecht, wie einer vor, der war ihm zehn⸗ ich mich über dich erbarmet tausend Pfund schuldig. Da habe? Und sein Herr ward er's nun nicht hatte, zu be⸗ zornig, und überantwortete zahlen, hieß der Herr ver⸗ihn den Peinigern, bis daß kaufen ihn und sein Weib er bezahlte alles, was er und seine Kinder und alles, ihm schuldig war. Also was er hatte, und bezahlen. wird euch mein himmlischer Da fiel der Knecht nieder, Vater auch thun, so ihr nicht und betete ihn an, und vergebet von eurem Herzen, sprach: Herr, habe Geduld ein jeglicher seinem Bruder mit mir, ich will dir's alles seine Fehle. bezahlen. Da jammerte den Herrn bun ls. Knechts, Am 23. Sonntage n. Trinit. und ließ ihn los, und die——7— Schuld erließ er ihm auch. Epistel. Phil. 3, 17—21. Da ging derselbige Knecht Folget mir, lieben Brüder, hinaus, und fand einen und sehet auf die, die also seiner Mitknechte, der war wandeln, wie ihr uns habt ihm hundert Groschen schul⸗ zum Vorbilde. Denn viele dig; und er griff ihn an, wandeln, von welchen ich und würgte ihn, und sprach: euch oft gesagt habe, nun Bezahle mir, was du mir aber sage ich auch mit Weinen, schuldig bist! Da fiel sein daß sie sind die Feinde des Mitknecht nieder, und bat Kreuzes Christi, welcher Ende ihn und sprach: Hab Geduld ist die Verdammnis, welchen mit mir, ich will dir's alles der Bauch ihr Gott ist, und bezahlen. Er wollte aber ihre Ehre zu Schanden wird, nicht, sondern ging hin, und derer, die irdisch gesinnet warf ihn ins Gefängnis, bis sind. Unser Wandel aber ist daß er bezahlte, was er im Himmel, von dannen wir schuldig war. Da aber auch warten des Heilands seine Mitknechte solches sahen, Jesu Christi, des Herrn, wurden sie sehr betrübt, und welcher unsern nichtigen Leib kamen, und brachten vor verklären wird, daß er ähn— ihren Herrn alles, das sich lich werde seinem verkläreten begeben hatte. Da forderte Leibe nach der Wirkung, da— mit er kann auch alle Dinge sich unterthänig machen. Evangel. Matth. 22, 15-22. Da gingen die Pharisäer hin, und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre Jünger samt Herodes Dienern, und sprachen: Mei⸗ ster, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Da⸗ rum sage uns, was dünkt dich? Ist's recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? weiset mir die Zinsmünze! Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Überschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn, und gingen davon. Am 24. Sonntage n. Trinit. Epistel. Kol. 1, 9—14. Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wir's ge⸗ höret haben, hören wir nicht Episteln und Evangelien. auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntnis seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand, daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn, zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntnis Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht zu aller Geduld und Langmütigkeit mit Freuden, und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis, und hat uns ver⸗ setzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden. Evangel. Matth. 9, 18-26. Da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt ge— storben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stund auf, und folgte ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Wng ich gesi Jesus sprach: Tochter dir gehr ward g Stunde. Oberster sah die tümmel zu ihnen Mägdlei dern ee verlachte das Vol ging er sie bei d das Me dies Ger selbige g Am 25.4 Epistel. Wir lieben B halten vi schlafen, traurig se die keine Denn so Jesus ge erstanden auch, die durch Jesu Denn das als ein daß wir, überbleiber des Herrn nicht vork schlafen. und üllet ines cher daß dem llen, lllen hset ttes, Aler chen und den, ater, hat igen ettet der ver⸗ ines hem urch hung 26. gnen der vor herr, ge⸗ und „so sesus ihm Und wölf habt, und aum i ihr sein Episteln und Evangelien. 17⁵ Kleid anrühren, so würde der Herr, wird mit einem ich gesund. Da wandte sich Feldgeschrei und Stimme des Jesus um, und sah sie, und Erzengels und mit der Po⸗ sprach: Sei getrost, meine saune Gottes hernieder kom⸗ Tochter, dein Glaube hat men vom Himmel, und die dir geholfen. Und das Weib Toten in Christo werden ward gesund zu derselbigen auferstehen zuerst. Darnach Stunde. Und als er in des wir, die wir leben und über⸗ Obersten Haus kam, und bleiben, werden zugleich mit sah die Pfeifer und das Ge⸗ denselben hingerückt werden tümmel des Volks, sprach er in den Wolken, dem Herrn zu ihnen: Weichet! denn das entgegen in der Luft, und Mägdlein ist nicht tot, son⸗ werden also bei dem Herrn dern es schläft. Und sie sein allezeit. So tröstet euch verlachten ihn. Als aber nun mit diesen Worten unter das Volk ausgetrieben war, einander. ging er hinein, und ergriff— si dei der Hand; da stund Evangel. Matth. 24, 15-28. das Mägdlein auf. Und Wenn ihr nun sehen wer⸗ dies Gerücht erscholl in das⸗ det den Greuel der Ver-— selbige ganze Land. wüstung,(davon gesagt ist durch den Propheten Daniel Am 25. Sonntage n. Trinit. 0 er 0pr 82 der heiligen 4 Stätte,(wer das lieset, der Epistel. 1. Thess. 4, 13—18. merke drauf!) alsdann fliehe Wir wollen euch aber, auf die Berge, wer im jüdi⸗ lieben Brüder, nicht ver⸗ schen Lande ist; und wer halten von denen, die da auf dem Dach ist, der steige schlafen, auf daß ihr nicht nicht hernieder, etwas aus traurig seid, wie die andern, seinem Hause zu holen; und die keine Hoffnung haben. wer auf dem Felde ist, der Denn so wir glauben, daß kehre nicht um, seine Kleider Jesus gestorben und auf⸗ zu holen. Weh aber den erstanden ist, also wird Gott Schwangern und Säuge⸗ auch, die da entschlafen sind rinnen zu der Zeit! Bittet durch Jesum, mit ihm führen. aber, daß eure Flucht nicht Denn das sagen wir euch, geschehe im Winter oder am als ein Wort des Herrn., Sabbath. Denn es wird daß wir, die wir leben und alsdann eine große Trübsal überbleiben auf die Zukunft sein, als nicht gewesen ist des Herrn, werden denen von Anfang der Welt bis nicht vorkommen, die da her, und als auch nicht schlafen. Denn er selbst. werden wird. Und wo diese 176 Episteln und Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwähleten willen werden die Tage ver— kürzt. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hie ist Christus, oder: da, so sollt ihr's nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten auf⸗ stehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß ver⸗ führet werden in den Irrtum (wo es möglich wäre) auch die Auserwähleten. Siehe, ich habe es euch zuvor ge— sagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubt nicht. Denn gleich wie der Blitz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zu⸗ kunft des Menschensohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Am 26. Sonntage n. Trinit. Epistel. 2. Thess. 1, 310. Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brü⸗ der, wie es billig ist; denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander, also daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinen Gottes über eurer Geduld und Glauben in allen euren Verfolgungen Evangelien. und Trübsalen, die ihr dul⸗ det; welches anzeiget, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reich Gottes, über welchem ihr auch leidet; nach dem es recht ist bei Gott, zu ver— gelten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen, euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird offen⸗ bart werden vom Himmel samt den Engeln seiner Kraft und mit Feuerflammen, Rache zu geben üher die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelium unsers Herrn Jesu Christi; welche werden Pein leiden, das ewige Ver⸗ derben von dem Angesichte des Herrn und von seiner herrlichen Macht, wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugnis an euch von dem— selbigen Tage habt ihr ge— glaubet. Evangel. Matth. 25, 31-46. Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und wer⸗ den vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander icheiden, gleich als ein Hirte — die Se scheidet Schafe stellen Linken. König seiner! ihr Gese ererbet bereitet Welt! gewesen gespeise gewesen getränke gewesen beherbe— gewesen bekleidet wesen, besucht. gewesen mir kon ihm die und sa haben n sehen, speiset? haben d haben 1 gesehen, oder na bekleidet dich krar sehen, u— men? 1 antworte ihnen: euch: W einem u geringster ihr mir er auch M. R. euch leidet, nun offen⸗ immel Kraft Rache Gott er die, dem Herrn herden Ver⸗ esichte seiner nn er errlich eiligen allen unser dem⸗ r ge⸗ 3146. nschen seiner heilige wird Stuhl wer⸗ Völker Und iander Hirte Episteln und Evangelien. 177⁷ die Schafe von den Böcken Linken: Gehet hin von mir, scheidet. Und wird die ihr Verfluchten, in das ewige Schafe zu seiner Rechten Feuer, das bereitet ist dem stellen und die Böcke zur Teufel und seinen Engeln! Linken. Da wird dann der Ich bin hungrig gewesen, König sagen zu denen zu und ihr habt mich nicht ge⸗ seiner Rechten: Kommt her, speiset. Ich bin durstig ge⸗ ihr Gesegneten meines Vaters, wesen, und ihr habt mich ererbet das Reich, das euch nicht getränket. Ich bin ein bereitet ist von Anbeginn der Gast gewesen, und ihr habt Welt! Denn ich bin hungrig mich nicht beherberget. Ich gewesen, und ihr habt mich bin nacket gewesen, und ihr gespeiset. Ich bin durstig habt mich nicht bekleidet. gewesen, und ihr habt mich Ich bin krank und gefangen getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich gewesen, und ihr habt mich nicht besucht. Da werden beherberget. Ich bin nacket sie ihm auch antworten und gewesen, und ihr habt mich sagen: Herr, wann haben bekleidet. Ich bin krank ge⸗ wir dich gesehen hungrig, wesen, und ihr habt mich oder durstig, oder einen Gast, besucht. Ich bin gefangen oder nacket, oder krank, oder gewesen, und ihr seid zu gefangen, und haben dir mir kommen. Dann werden nicht gedienet? Dann wird ihm die Gerechten antworten er ihnen antworten und und sagen: Herr, wann sagen: Wahrlich ich sage haben wir dich hungrig ge— euch: Was ihr nicht gethan sehen, und haben dich ge⸗ habt einem unter diesen Ge— speiset? oder durstig, und ringsten, das habt ihr mir haben dich getränket? wann auch nicht gethan. Und sie haben wir dich einen Gast werden in die ewige Pein gesehen, und beherberget? gehen; aber die Gerechten oder nacket, und haben dich in das ewige Leben. bekleidet? wann haben wir dich krank oder gefangen ge⸗ Am 27. Sonntage n. Trinit. sehen, und sind zu dir kom⸗. 80 men? Und der König wird Epistel. 2. Petr. 3,3—14. antworten und sagen zu Und wisset das aufs erste, ihnen: Wahrlich, ich sage daß in den letzten Tagen euch: Was ihr gethan habt kommen werden Spötter, die einem unter diesen meinen nach ihren eignen Lüsten geringsten Brüdern, das habt wandeln, und sagen: Wo ihr mir gethan. Dann wird ist die Verheißung seiner er auch sagen zu denen zur Zukunft? Denn nachdem die M. R. Gesangbuch. 43 178 Episteln und Evangelien. Väter entschlafen sind, bleibet Wesen, daß ihr wartet, und es alles, wie es von Anfang eilet zu der Zukunft des der Kreatur gewesen ist. Tages des Herrn, in welchem Aber Mutwillens wollen sie die Himmel vom Feuer zer⸗ nicht wissen, daß der Himmel gehen, und die Elemente vor Zeiten auch war, dazu vor Hitze zerschmelzen wer— die Erde aus Wasser, und den? Wir warten aber eines im Wasser bestanden durch neuen Himmels und einer Gottes Wort; dennoch ward neuen Erde nach seiner Ver⸗ zu der Zeit die Welt durch heißung, in welchen Gerechtig⸗ dieselbigen mit der Sintflut keit wohnet. Darum, meine verderbet. Also auch der Lieben, dieweil ihr darauf Himmel, der jetzund ist, und warten sollet, so thut Fleiß, die Erde werden durch sein daß ihr vor ihm unbefleckt Wort gesparet, daß sie zum und unsträflich in Frieden Feuer behalten werden auf erfunden werdet. den Tag des Gerichts und Verdammnis der gottlosen Evangel. Matth. 25, 1.13. Menschen. Eines aber sei Dann wird das Himmel⸗ euch unverhalten, ihr Lieben, reich gleich sein zehn Jung⸗ daß ein Tag vor dem Herrn frauen, die ihre Lampen ist wie tausend Jahre, und nahmen, und gingen aus, tausend Jahre wie ein Tag. dem Bräutigam entgegen. Der Herr verzieht nicht die Aber fünf unter ihnen waren Verheißung, wie es etliche thöricht, und fünf waren für einen Verzug achten, klug. Die thörichten nahmen sondern er hat Geduld mit ihre Lampen; aber sie nah⸗ uns, und will nicht, daß men nicht Ol mit sich. Die jemand verloren werde, son- klugen aber nahmen Ol in dern daß sich jedermann zur ihren Gefäßen samt ihren Buße kehre. Es wird aber Lampen. Da nun der Bräuti⸗ des Herrn Tag kommen als gam verzog, wurden sie alle ein Dieb in der Nacht, in schläfrig, und entschliefen. welchem die Himmel zergehen Zur Mitternacht aber ward werden mit großem Krachen; ein Geschrei: Siehe, der die Elemente aber werden Bräntigam kommt; gehet vor Hitze schmelzen, und die aus, ihm entgegen! Da Erde' und die Werke, die stunden diese Jungfrauen darauf sind, werden ver- alle auf, und schmückten ihre brennen. So nun das alles Lampen. Die thörichten aber soll zergehen, wie sollt ihr sprachen zu den klugen: denn geschickt sein mit heili-⸗ Gebt uns von eurem Ole, gem Wandel und gottseligem denn unsre Lampen ver⸗ kluge welche mit ilh und! schlosse die an sprache uns ar und f sage e nicht ihr wi Stunde schen Am Episte Und Streit und sei dem 2 Drache und sieg ihre St funden es wart große Dr ge, die und Sat Welt ve geworfen seine En dahin ge — hörte ei! die sprack und des chem zer⸗ nente wer⸗ eines einer Ver⸗ chtig⸗ meine arauf Fleiß, efleckt cieden 113. nmel⸗ Jung⸗ impen aus, gegen. waren waren hmen nah⸗ Die Ol in ihren sräuti⸗ ie alle liefen. ward der gehet Da frauen nihre naber lugen: Ole, ver⸗ Episteln und Evangelien. löschen. Da antworteten die ist das Heil und die Kraft klugen und sprachen: Nicht und das Reich unsers Gottes also, auf daß nicht uns und worden, und die Macht euch gebreche; gehet aber seines Christus, weil der hin zu den Krämern, und Verkläger unserer Brüder kaufet für euch selbst. Und verworfen ist, der sie ver⸗ da sie hingingen, zu kaufen,‚ klagte Tag und Nacht vor kam der Bräutigam; und Gott. Und sie haben ihn welche bereit waren, gingen überwunden durch des Lam-— mit ihm hinein zur Hochzeit; mes Blut und durch das und die Thüre ward ver⸗ Wort ihres Zeugnisses, und schlossen. Zuletzt kamen auch haben ihr Leben nicht geliebet die andern Jungfrauen und bis an den Tod. Darum sprachen: Herr, Herr, thu freuet euch, ihr Himmel, und uns auf! Er antwortete aber die darinnen wohnen! Weh und sprach: Wahrlich, ich denen, die auf Erden wohnen sage euch: Ich kenne euer und auf dem Meer! denn nicht Darum wachet; denn der Teufel kommt zu euch ihr wisset weder Tag noch hinab, und hat einen großen Stunde, in welcher des Men⸗ Zorn, und weiß, daß er schen Sohn kommen wird. wenig Zeit hat. Am St. Michaelistag. Evangel. Matth. 18, 1-11. — ffenb. 12.7—12 Zu derselbigen Stunde Epistel. Offenb. 12,7—12. traten die Jünger zu Jesu, Und es erhub sich ein und sprachen: Wer ist doch Streit im Himmel: Michael der Größte im Himmelreich? und seine Engel stritten mit Jesus rief ein Kind zu sich, dem Drachen; und der und stellte das mitten unter Drache stritt und seine Engel, sie, und sprach: Wahrlich, und siegeten nicht, auch ward ich sage euch: Es sei denn, ihre Stätte nicht mehr ge- daß ihr euch umkehret, und funden im Himmel. Und werdet wie die Kinder, so es ward ausgeworfen der werdet ihr nicht ins Himmel⸗ große Drache, die alte Schlan⸗ reich kommen. Wer nun sich ge, die da heißt der Teufel selbst niedriget wie dies und Satanas, der die ganze Kind, der ist der Größte im Welt verführet, und ward Himmelreich. Und wer ein geworfen auf die Erde, und solches Kind aufnimmt in seine Engel wurden auch meinem Namen, der nimmt dahin geworfen. Und ich mich auf. Wer aber ärgert hörte eine große Stimme, dieser Geringsten einen, die die sprach im Himmel: Nun an mich glauben, dem wäre 43* 18⁰ Episteln und Evangelien. besser, daß ein Mühlstein an lebet, mit Wohlgefallen. Der seinen Hals gehänget, und Herr ist gerecht in allen er ersäuft würde im Meer, seinen Wegen, und heilig in da es am tiefsten ist. Weh allen seinen Werken Der der Welt der Argernis hal-Herr ist nahe allen, die ihn ben! Es muß ja Argernis anrufen, allen, die ihn mit kommen; doch weh dem Men⸗Ernst anrufen. Er thut, schen, durch welchen Arger- was die Gottesfürchtigen be— nis kommt! So aber deine gehren, und höretihr Schreien, Hand oder dein Fuß dich und hilft ihnen. Der Herr ärgert, so haue ihn ab, und behütet alle, die ihn lieben, wirf ihn von dir. Es ist und wird vertilgen alle Gott⸗ dir besser, daß du zum losen. Mein Mund soll des Leben lahm oder ein Krüppel Herrn Lob sagen, und alles eingehest, denn daß du zwo Fleisch lobe seinen heiligen Hände oder zween Füße Namen immer und ewiglich. habest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und Evangelium. Luk.12,15-21. so dich dein Auge ärgert, Sehet zu, und hütet euch reiß es aus, und wirf's von vor dem Geiz; denn niemand dir. Es ist dir besser, daß lebet davon, daß er viel du einäugig zum Leben ein⸗Güter hat. Und er sagte gehest, denn daß du zwei ihnen ein Gleichnis, und Augen habest, und werdest sprach: Es war ein reicher in das höllische Feuer ge⸗ Mensch, des Feld hatte wohl worfen. Sehet zu, daß ihr getragen. Und er gedachte nicht jemand von diesen bei ihm selbst und sprach: Kleinen verachtet Denn ich Was soll ich thun? Ich habe sage euch: Ihre Engel im nicht, da ich meine Früchte Himmel sehen allezeit das hin sammle. Und sprach: Angesicht meines Vaters im Das will ich thun; ich will Himmel. Denn des Menschen meine Scheunen abbrechen, Sohn ist kommen, selig zu und größere bauen, und machen, das verloren ist. will drein sammeln alles, was mir gewachsen ist, und Am Erntedanffest. meine Güter; und will sagen 9 93. zu meiner Seele: Liebe See— Epistel. Ps. 145, 15—21. le, du hast einen großen Aller Augen warten auf Vorrat auf viel Jahre; habe dich, und du giebst ihnen nun Ruhe, iß, trink, und ihre Speise zu seiner Zeit. habe guten Mut. Aber Gott Du thust deine Hand auf, sprach zu ihm: Du Narr, und erfüllest alles, was diese Nacht wird man deine Ep So Freihe befreie nicht 1 tische ich P. ihr er so nütz Ich 3 jeden, lässet,‚ Gesetz Ihr he die ihr recht w von d Wir al durch d rechtigke mußh. gilt wer Vorhau Glaube, thätig Wer he der We horchen! ist nicht berufen Sauertet zen Teig zu euch werdeten sein. V Der len in Der ihn mit hut, be⸗ ien, Herr ben, zott⸗ des Alles igen jlich. —21. euch land viel agte und icher oßen habe und Gott karr, peine Episteln und Evangelien. Seele von dir fordern; und machet, der wird sein Urteil wes wird's sein, daß du be⸗ tragen, er sei, wer er wolle. reitet hast? Also gehet es, Ich aber, lieben Brüder, so wer sich Schätze sammelt, ich die Beschneidung noch und ist nicht reich in Gott. predige, warum leide ich denn Verfolgung? So hätte Am Reformationsfest. ia 16h Lennnn Dolt Kreuzes FBl al'5 Ins aufgehöret. ollte Gott, Epistel. Gal⸗5, 1—15 daß sie auch ausgerottet So bestehet nun in der würden, die euch verstören! Freiheit, damit uns Christus Ihr aber, lieben Brüder, befreiet hat, und lasset euch seid zur Freiheit berufen; nicht wiederum in das knech⸗allein sehet zu, daß ihr durch tische Joch fangen. Siehe, die Freiheit dem Fleisch nicht ich Paulus sage euch: Wo Raum gebet, sondern durch ihr euch beschneiden lasset, die Liebe diene einer dem so nützet euch Christus nichts. andern. Denn alle Gesetze Ich zeuge abermal einem werden in einem Wort er⸗ jeden, der sich beschneiden füllet, in dem:„Liebe deinen lässet, daß er das ganze Nächsten als dich selbst.“ Gesetz schuldig ist zu thun. So ihr euch aber unter ein— Ihr habt Christum verloren, ander beißet und fresset, so die ihr durch das Gesetz ge⸗ sehet zu, daß ihr nicht unter recht werden wollt, und seid einander verzehret werdet. von der Gnade gefallen. ‚ Wir aber warten im Geist Evan gelium.Matth.5,1-12. durch den Glauben der Ge⸗ Da er aber das Volk sah, rechtigkeit, der man hoffen ging er auf einen Berg, und muß. Denn in Christo Jesu setzte sich; und seine Jünger gilt weder Beschneidung noch traten zu ihm. Und er that Vorhaut etwas, sondern der seinen Mund auf, lehrte sie Glaube, der durch die Liebe und sprach: Selig sind, die thätig ist. Ihr liefet fein. da geistlich arm sind; denn Wer hat euch aufgehalten, das Himmelreich ist ihr. der Wahrheit nicht zu ge⸗Selig sind, die da Leid horchen? Solch Überreden tragen; denn sie sollen ge⸗ ist nicht von dem, der euch tröstet werden. Selig sind berufen hat. Ein wenig die Sanftmütigen; denn sie Sauerteig versäuert den gan⸗ werden das Erdreich besitzen. zen Teig. Ich versehe mich Selig sind, die da hungert zu euch in dem Herrn, ihr und dürstet nach der Ge⸗— werdet nicht anders gesinnet rechtigkeit; denn sie sollen sein. Wer euch aber irre satt werden. Selig sind die Episteln und Barmherzigen; denn sie wer— den Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reines Her⸗ zens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um Gerechtig⸗ keit willen verfolget werden; denn das Himmelreich ist ihr. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinet—⸗ willen schmähen und ver— folgen, und reden allerlei Übels wider euch, so sie da— ran lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl belohnet werden. Denn also haben sie verfolget die Propheten, die vor euch gewesen sind. Am Bußtage. Epistel. Röm. 2, 1—11. Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du auch bist, der da richtet; denn worinnen du einen andern richtest, ver— dammst du dich selbst; sinte⸗ mal du eben dasselbige thust, was du richtest. Denn wir wissen, daß Gottes Urteil ist recht über die, so solches thun. Denkest du aber, o Mensch, der du richtest die, so solches thun, und thust auch dasselbige, daß du dem Urteil Gottes entrinnen wer— dest? Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmütigkeit? Evangelien. Weißt du nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet? Du aber nach deinem ver— stockten und unbußfertigen Herzen häufest dir selbst den Zorn auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, welcher geben wird einem jeglichen nach seinen Werken: Preis und Ehre und un⸗ vergängliches Wesen denen, die mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben; aber denen, die da zänkisch sind, und der Wahrheit nicht gehorchen, ge— horchen aber der Ungerechtig⸗ keit, Ungnade und Zorn; Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses thun, vornehmlich der Juden und auch der Griechen; Preis aber und Ehre und Friede allen denen, die da Gutes thun, vor⸗ nehmlich den Juden und auch den Griechen. Denn es ist kein Ansehen der Per⸗ son vor Gott. Evangelium. Luk. 13, 1—9. Es waren aber zu der⸗ selbigen Zeit etliche dabei, die verkündigten ihm von den Galiläern, welcher Blut Pilatus samt ihrem Opfer vermischet hatte. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder gewesen sind, die⸗ weil sie das erlitten haben? Ich s ihr e ihr al Oder achtze Turn erschl gewes die zi Ich ihr er ihr al Er s Gleich einen gepfla berge; dich etꝰ her⸗ gen den rus des tes, nem ken: un⸗ nen, Uten dem nen, der ge⸗ tig⸗ orn; alle die ilich der und ien, or⸗ und enn Zer⸗ Episteln und Evangelien. 183 Ich sage: Nein; sondern, so Frucht darauf, und fand sie ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen. Oder meinet ihr, achtzehn, auf welche der Turm in Siloah fiel, und erschlug sie, seien schuldig gewesen vor allen Menschen, die zu Jerusalem wohnen? Ich sage: Nein; sondern, so daß die ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen. Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einen Feigenbaum, der war einer gepflanzt in seinem Wein⸗ berge; und kam, und suchte nicht. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang alle Jahre kommen, und habe Frucht gesucht auf diesem Feigenbaum, und finde sie nicht; haue ihn ab; was hindert er das Land? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, laß ihn noch dies Jahr, bis daß ich um ihn grabe, und bedünge ihn, ob er wollte Frucht bringen; wo nicht, so haue ihn dar— nach ab. —— Verzeichnis der neuen Episteln und Evangelien und der alttestamentlichen Perikopen. Am 1. S. d. Advent. Am 2. S. d. Advent. Am 3. S. d. Advent. Am 4. S. d. Advent. Am 1. Christtage. Am 2. Christtage. Am S. n. d. Christtage. ö Am Neufjahrstage. Am S. n. d. Neujahrst. Am Feste d.Erscheinung Christi, od. Epiphanias. Am 1. S. n. d. Erschei⸗ nung Christi. Am 2. S. n. d. Erschei⸗ nung Christi. Am 3. S. n. d. Erschei⸗ nung Christi. Am 4. S. n. d. Erschei⸗ nung Christi. Am 5. S. n. d. Erschei⸗ nung Christi. Am 6. S. n. d. Crschei⸗ nung Christi. Am S. Septuagesimä. Am S. Sexagesimä. Am S. Quinauagesimä oder Estomihi. Ep. Ev. Ep. Ev. Ep. Ev. Ep. Ev. Ep. Ev. Ep. Ev. Ep. Ev. Ebr. 10, 19—25. Luk. 1. 68—79. .2. Petr. 1, 3—11. Luk. 17, 20—30. 2. Tim. 4, 5—8. Matth. 3, 1—11. .1. Joh. 1, 1—4. Joh. 1, 15—18. 1. Joh. 3, 1—5. Matth. 1, 18—23. Ebr. 1, 1—6. Joh. 1, 1—14. .2. Kor. 5, 1—9. Luk. 2, 25-32. (Joh. 12, 35—41.) Röm. 8, 24—32. Luk. 4, 16-21. Jak. 4, 13—17. Matth. 16. 1—4. 2. Kor. 4, 3-6. Matth. 3, 13—17. .2. Kor. 6, 14-7, 1 Joh. 1, 35-42. .I. Kor. 2, 6—-16. Joh. 1, 43—51. Röm. 1, 13- 20. Joh. 4, 5—14. Röm. 7, 7—16. Joh. 4, 31—42. .Röm. 8, 1—9. Matth. 7, 24—29. 2. Kor. 3, 12—18. Joh. 5, 39—47. Phil. 1, 27—2, 4. Luk. 10, 38-42. Phil. 1, 12—21. Joh. 11, 20—27. 1. Kor. 1, 21—31. Mark. 10, 35—45. (Joh. 11, 47-57.) Jerem. 31, 31—34. Maleachi 3, 19—24. Jes. 40, 1—8. 5. Mos. 18, 15— 19. Jes. 9, 5—6(6—7.) Micha 5, 1—3. Jes. 63, 7—16. Psalm 90, 1 17. (Psalm 121.) Psalm 73, 23—28. Jes. 2, 2—5. Psalm 122. Jes. 61, 1—6. 2. Kön. 5, 1—19a. Psalm 93. Hesek. 33, 10—16. 2. Mos. 3, 1—6. Jer. 9, 22. 23(23. 2. Amos 8, 11—12. Jer. 8, 4—9. Am L Am Mis Am Am Am Am Am Am Am Am Am Am? Am 3 Am Am 5 er Am 1. S. in d. Fasten, Invocavit. Am 2. S. in d. Fasten, Reminiscere. Am 3. S. in d. Fasten, culi. Am 4. S. in d. Fasten, Lätare. Am 5. S. in d. Fasten, Judica. Am Palmsonntage. Am Gründonnerstage. Am Karfreitage. Am heiligen Ostertage. Am 2. Ostertage. Am 1. S. n. Ostern, Quasimodogeniti. Am 2. S. n. Ostern, Misericordias Domini. Am 3. S. n. Ostern, Jubilate. Am 4. S. n. Ostern, Cantate. Am 5. S. n. Ostern, Rogate. Am Feste der Himmel⸗ fahrt Christi. Am 6. S. n. Oste ern, Exaudi. Am heil. Pfingsttage. Am 2. Pfingsttage. Am S. Trinitatis. Am 1. S. n. Trinit. Am 2. S. n. Trinit. Am 3. S. n. Trinit. Am 4. S. n. Trinit. Am 5. S. n. Trinit. Ehp. Ebr. 4, 15—16. Ev. Matth. 16, 21—26. (Luk. 22, 39—46.) Ehp. 1. Joh. 2, 12—17. Cv. Luk. 10, 17—20. (Luk. 22, 54 62.) Ey. 1. Vetr. 1, 13—16. Ev. Luk. 9, 51—56 (Luk 22, 63—71.) Ep. 2. Kor. 7, 4—10. Ev. Joh. 6, 47—57. (Matth 27, 15—31.) Ep. 1. Petr. 1, 17—25. Ev. Joh. 13, 31—-35. (Luk. 23, 27—34a.) Ep. Ebr. 12, 1—6. Ev. Joh. 12, 1—8. Eh. 1. Kor. 10, 16. 17. ECv. Luk. 22, 14— 20. Ehp. 2. Kor. 5, 14—21. Ev. Luk. 23, 39—46. Ev. Matth. 28, 1—10. Ep. 1. Kor. 15, 54-58. Cv. Joh. 20, 11—18. Ep. 1. Petr. 1, 3—9. Ev. Joh. 21, 15—19. Ep. Eph. 2,4—10. Ev. Joh. 14, 1—6. Ep. 1. Joh. 4, 9—14. Ev. Joh. 12, 20— 26. Ep. 2. Tim. 2, 8— 13. Ev. Joh. 61, 60- 69. .1. Tim. 2, 1—6. Ev. Luk. 11, 5—13. Ep. Kol. 3, 1—4. Ev. Luk. 24, 50—53 JCoh. 17, 11—26.) Ep. Eph. 1, 15—-23. Ev. Joh. 7, 33—39. Ep. Eph. 2, 19—22. Ev. Joh. 14, 15—21. Ep Eph. 4, 11—16. Ev. Joh. 15, 9—16. Ep. Eph. 1, 3—14. —.— Ev. Matth. 28, 16—-20. Ep. Apg. 4, 32—35. Ev. Matth. 13, 31—35. Ep. Röm. 10, 1—-15. Ev. Matth. 9, 9— 13. Ep. Apg. 3, 1—16. Ev. Luk. 15, 11—32. Ep. Apg. 4, 1—12. Ev. Matth. 5, 13— 16. Ep. Apg. 5, 34—42. Eny. Luk. 9. 18—26. Ep. I. Kor. 15. 12—20. (2. Kor. 13, 11—13) Jes. 65, 17—19. 24. 25. ————— 1. Mos. 22, 1—14. 2. Mos. 33, 17—23. Jer. 26, 1—15. Jes. 52, 7—10. 4. Mos. 21,4-9. Sach. 9, 812. Psalm 111. Psalm 22, 2- 20. Psalm 118, 14-21. Psalm 16, 8—I1. 1 Mos. 32.22—31. Psalm 23. Jes. 40, 26—31. Psalm 98. Jes. 55, 6—11. Psalm 110, 1—4. Psalm 42. Sesek. 36, 22—28. Jes. 44, 1—6. Jes. 6, 1—8. (4. Mos. 6, 22- 27.) 5. Mos. 6, 4 13. Spr. Sal. 9, 1—10. es. 12. — Klagl. Jer. 3, 22- 32. 186 Am 6. S. n. Trinit. Am 7. S. n. Trinit. Am 8. S. n. Trinit. Am 9. S. n. Trinit. Am 10. S. n. Am 11. S. n Am 12. S. n Am 13. S. n Am 14. S. n. Am 15. S. n Am 16. S. n. Am 17. S. n Am 18. S. n Am 19. S. n Am 20. S. n Am 21. S. n Am 22. S. n Am 23. S. n Am 21. S. n Am 25. S. n Am 26. S. n Am 27. S. n. Am St. Michaelistage. Ep. Trinit. „Trinit. Trinit. Trinit. Trinit. Trinit. Trinit. Trinit. Trinit. Trinit. „Trinit. Trinit. Trinit. Trinit. Trinit. Trinit. Trinit. Trinit. Am Erntedankfeste. v Am Reformationsfeste. Ep. Ev Am Bußtage. Apg. 8, 26—38. Matth. 21,28— 32. 1. Tim. 6, 6— 12. Mark. 4, 26— 29. .Apg. 16, 16—32. Matth. 12, 46- 50. Apg. 17, 16—34. Matth. 13, 44—46. Apg. 20, 17—38. Matth. 23, 34-39. Röm. 8, 33-39. Luk. 7, 36- 50. Apg. 16, 9- 15. „Joh. 8, 31—36. .1. Petr. 2, 1—10. Mark. 12, 41—44. 1. Tim. 1, 12—17. „ Joh. 5, 1—14. .2. Thess. 3, 6 13. Joh. 11, 1—11. „Ebr. 12, 18— 24. Matth. 11, 25—30. p. Ebr. 4, 9—13. Matth. 12, 1—8. Jak. 2, 10—17. Mark. 10, 17—-27. Jak. 5, 13—20. Joh. 9, 24—41. Röm. 14, 1—9. Joh. 15, 1—8. Eph. 6, 1—9. „Mark. 10, 13—16. Ebr. 13, 1—-9. Luk. 9, 57—62. 1. Tim. 4, 4— 11. Matth. 10, 24-33. 1. Thess. 5, 14— 24. „Joh. 10, 23—30. Ebr. 10, 32—-39. Joh. 5, 19—29. „Offb. Ih. 2,811. Luk. 19, 11—27. „Offb. Ih. 7, 9—17. Luk. 12, 35— 43. Offenb. 5, 11—14. Joh. 12, 28—32 .2. Kor. 9, 6- 11. Joh. 6, 24— 29. 1. Kor, 3, 11—23. Ev. Job. 2, 13—17. Ep. Ev. Ebr. 12, 12—17. Matth. 11, 16— 24. Psalm 1. Jes. 62, 6—12. Jer. 23, 16—- 29. Spr. Sal. 16, 1—9. Jer. 7, 1—11. Dan. 9, 15—18. Jes. 29, 18-21. Sach. 7, 4-10. Psalm 50, 14- 23. 1. Kön. 17, 8-16. Hiob 5, 17—26. Psalm 75, 5—8. 2. Chron. 1, 7—12. Psalm 32, 1—7. Spr. Sal. 2, 1—8. 2. Sam. 7, 17—29. Spr. Sal. 24, 14—20. Psalm 85, 9—14. Psalm 39, 5- 14. Hiob 14, 1—5. Psalm 126. Jes. 35, 3-10. 1. Mos. 28, 10—22. Psalm 34, 2—9. Psalm 46. Psalm 130. * Melodien⸗Register, welches Mete wie einige Lieder nach verschiedenen Melodien gesungen werden können. Ach Gott vom Himmel, sieh darein Aus tiefer Not schrei ich zu dir Ach Herr, mich armen Sünder Befiehl du deine Wege Balet thut mich verlangen Valet will ich dir geben Wie soll ich dich empfangen Allein Gott in der Höh sei Ehr Es ist das Heil uns kommen her Es ist gewißlich an der Zeit Es spricht der Unweisen Mund wohl Mein Herzens-⸗Jesu, meine Lust Nun freut euch, lieben Christen gmein Wär Gott nicht mit uns diese Zeit Wenn mein Stündlein vorhanden ist Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält Alle Menschen müssen sterben Jesu, meines Lebens Leben An Wasserflüssen Babylon Der Tag der ist so freudenreich Aus meines Herzens Grunde Helft mir Gotts Güte preisen Aus tiefer Not schrei ich zu dir Ach Gott vom Himmel sieh darein Befiehl du deine Wege Ach Herr, mich armen Sünder Valet will ich dir geben Wie soll ich dich empfangen Christ, der du bist der helle Tag Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Dem Jesu Christ, meins Lebens Licht om Himmel hoch da komm ich her Wo Gott zum Haus nicht giebt ꝛc. Christ, unser Herr, zum Jordan kam Es wolle Gott uns gnädig sein Christus, der uns selig macht Schwing dich auf zu deinem Gott Da Jesus an des Kreuzes Stamm In dich hab ich gehoffet, Herr Der am Kreuz ist meine Liebe Werde munter, mein Gemüte Wie nach einer Wasserquelle Zion klagt mit Angst und Schmerzen Der Tag, der ist so freudenreich An Wasserflüssen Babylon Ein Kindelein so löbelich Durch Adams Fall ist ganz verderbt O Herre Gott, dein göttlich Wort Was mein Gott will, gescheh allzeit Einer ist König, Immanuel sieget Jesu hilf siegen, du Fürste des ebens Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Christ, der du bist der helle Tag err Jesu Christ, dich zu uns wend err Jesu Christ, meins Lebens Licht Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist Nun laßt uns den Leib begraben Wo Gott zum Haus nicht giebt ꝛc. Es ist das Heil uns kommen her Allein Gott in der Höh sei Ehr Es ist gewißlich an der Zeit Mein Herzens⸗Zeu, meine Lust Nun freut euch, lieben Christen gmein Es ist gewißlich an der Zeit Nun freut euch, lieben Christen gmein Es spricht der Unweisen Mund wohl Es ist gewißlich an der Zeit Mein Herzens-Jesu, meine Lust Es wolle Gott uns gnädig sein Christ, unser Herr, zum Jordan kam Fröhlich soll mein Herie springen Warum sollt ich mich denn grämen Gott des Himmels und der Erden Komm, o komm, du Geist des ꝛc. Herzliebster Jesu, was hast du ꝛc. Lobet den Gotts alle die ihn ehren Ault mir Gotts Gitte preisen uf, auf, ihr Reichsgenossen Aus meines Herzens Grunde Mit Ernst, o Menschenkinder Herr Gott, dich loben all wir Nun laßt uns den Leib begraben Derr Jesu Christ, dich zu uns wend err Jesu Christ, meins Lebens Licht Wo Gott zum Haus nicht giebt ꝛc. Herr, 0 habe mißgehandelt Unser Herrscher, unser König Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Nun laßt Christ, meins Lebens Licht un laßt uns den Leib begraben Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 188 Herr, zur Zucht in deinem Grimme 10 wird die Macht der Sünden deine Armut macht mich schreien Heut singt die liebe Christenheit Kommt her zu mir, spricht Gottes ꝛc. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht O Gott, der du ein Heerfürst bist Jesu hilf siegen, du Fürste des Lebens Einer ist König, Immanuel sieget Jesu, meines Lebens Leben Alle Menschen müssen sterben Jesus meine Zuversicht Meinen Jesum laß ich nicht In dich hab ich gehoffet, Herr Da Jesus an des Kreuzes Stamm Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist Herr Jesu Christ, dich zu uns wend err Jesu Christ, meins Lebens Licht Nun laßt uns den Leib begraben Komm, o komm, du Geist des Lebens Gott des Himmels und der Erden Kommt her zu mir, spricht Gottes ꝛc. Heut singt die liebe Christenheit Lobet den Herren, alle die ihn ehren Herzliebster Jesu, was hast du ꝛc. Lobt Gott, ihr Christen allzugleich Nun danket all und bringet Ehr Meinen Jesum laß ich nicht Jesus meine Zuversicht Mein Herzens⸗Jesu, meine Lust Es ist das Heil uns kommer her Es ist gewißlich an der Zeit Nun danket alle Gott O Gott, du frommer Gott Nun danket all und bringet Ehr Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich Nun freut euch, lieben Christen gmein Es ist das Rlich uns kommen her Es ist gewißlich an der Zeit Mein Fene d meine Lust Nun laßt uns den Leib begraben Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Nun sich der Tag geendet hat Nun danket all und bringet Ehr O daß ich tausend Zungen hätte Wer nur den lieben Gott läßt walten O der alles hätt verloren Ringe recht, wenn Gottes Gnade O Gott, der du ein Heerfürst bist Ich bin ja, Herr, in deiner Macht O du Liebe meiner Liebe Gant, bnf Regieren O Gott, du frommer Gott Nun danket alle Gott Melodien-⸗Register. O Herre Gott, dein göttlich Wort Durch Adams Fall ist ganz verderbt Was mein Gott will, das gscheh ꝛc. Ringe recht, wenn Gottes Gnade O der alles hätt verloren Schwing dich auf zu deinem Gott Christus, der uns selig macht Unser Herrscher, unser König Herr, ich habe mißgehandelt Valet will ich dir geben Ach Herr, mich armen Sünder Befiehl du deine Wege Wie soll ich dich empfangen Vom Himmel hoch da komm ich her 20 Gott, dich loben alle wir o Gott zum Haus nicht giebt ꝛc. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit Es Heree an der Zeit Mein Herzens⸗Jesu, meine Lust Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält Warum sollt ich mich denn grämen Was mei soll mein Herze springen as mein Gott will, das gscheh ꝛc. Durch Adams Fall ist ganz verderbt O Herre Gott, dein göttlich Wort Wenn meine Sünd mich kränken Hilf Gott, daß mirs gelinge Wenn mein Stündlein vorhanden ist Es ist gewißlich an der Zeit Mein Herzens⸗Jesu, meine Lust Such wer da will ein ander Ziel Wenn wir in höchsten Nöten sein Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Nan Jesu Christ, meins Lebens Licht un laßt uns den Leib begraben Wer nur den lieben Gott läßt walten O daß ich tausend Zungen hätte Werde munter, mein Gemüte Der am Kreuz ist meine Liebe Wie nach einer Wasserquelle Zion klagt mit Angst und Schmerzen Wie soll ich dich empfangen Ach Herr, mich armen Sünder Besiehl du deine Wege Valet will ich dir geben Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält Es ist das Heil uns kommen her Es ist gewißlich an der Zeit Mein Herzens⸗Zesu, meine Lust Wär Gott nicht mit uns diese Zeit Zion klagt mit Angst und Schmerzen Der am Kreuz ist meine Liebe. Alphabetisches Register. A. Ach bleib bei uns, Herr Ach, bleib mit deiner Gnade Bei mir, Herr Jesu Ach, bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu. Ach Gott, dir muß ichs Ach Gott, ich muß in Ach Gott, mich drückt ein Ach Gott und Herr, Wie Ach Gott, vom Himmel Ach Gott, wie manches. Ach Herr, gieb acht, in. Ach höchster Gott, verleihe Ach komm, füll unsre.. Ach mein Herr Jesu, dein Ach mein Jesu, sieh, ich Ach mein Jesu, welch.. Ach, sagt mir nichts von Ach, wär ich doch schon. Ach, was ist doch unsre 5 Ach, was sind wir ohne Ach, was soll ich Sünder Ach, wenn ich dich, mein Ach, wie laufen doch die Ach, wie so sanfte schläfest Ach, wo findet meine.. Ach wundergroßer Sieges. „Allein Gott in der Höh Allein zu dir, Herr Jesu Alle Menschen müssen Aller Engel himmlisch. Aller Gläubgen Sammel. Alle Welt, was lebt und Allgenugsam Wesen... Also hat Gott die Welt. Am Freitag muß ein jeder An Gott will ich gedenken Auf, auf ihrReichsgenossen Auf, auf, mein Geist, betr. Auf, auf, mein Geist, dank. Auf, auf, mein Herz, mit Auf, auf, mein Herz, und Auf, Christenmensch, auf, Auf Christi Himmelfahrt Auf den Nebel folgt die Auf, du priesterlich Geschl. Auferstehn, ja auferstehn 6 Auf, hinauf zu deiner Auf, ihr Christen, Christi Auf, ihr Streiter, durchg. Auf, Kinder Gottes. Auf meinen Jesum will ich Auf meinen lieben Gott Auf, mein Herz, auf, rüste Auf, Seele, auf und säume Aus Gnaden soll ich selig 281 Aus meines Herzens.. 408 Aus tiefer Not schrei ich 240 B. Bedenke, Mensch, das Ende 577 Befiehl du deine Wege. 520 Bescher uns, Herr, das 423 Beschwertes Herz, leg ab 405 Betgemeine, heilge dich. 391 Bis hieher hat mich Gott 381 Bleibt, Schäflein, bleibt 224 Brich an, du schönes.. 409 Bringt her dem Herren. 380 Brunn alles Heils, dich 212 C. Christe, der du bist Tag 432 Christe, du Beistand deiner 173 Christe, du Lamm Gottes 81 Christ fuhr gen Himmel 128 Christ ist erstanden. Christ lag in Todesband. Christ, unser Herr, zum 216 Christus, der ist mein Christus ist erstanden.. D. Da Christus geboren war 47 Danke dem Herrn, o Seele 431 Dank sagen wir alle. 42 Dankt dem Herrn heut„427 Das alte Jahr vergangen 59 Das äußre Sonnenlicht ist 421 Das ist je gewißlich wahr 288 Das walt Gott Vater und 410 Dein König kommt in. 39 Dein König kommt, oZion 38 Dein Mittler kömmt; auf, 37 Dein Wort, o Herr, ist. 204 Dem König, welcher Blut 234 Der am Kreuz ist meine 103 Alphabetisches Register. Nro. Der du bist A und O. Der du uns als Vater. Der du zum Heil erschienen Der Glaube siegt, hoch. Der Glaub ist eine Zuvers. Der Heiland heißet Jesu Der Herr, der aller Enden Der Herr ist Gott und. Der Herr ist mein getreuer Der Hirt, am Kreuz gest. Der lieben Sonne Licht Der schmale Weg ist breit Der schöne Tag bricht an Der Tag ist hin, mein. Der Tag ist hin, Mein. Der Tod ist tot, das Leben Des Morgens, wenn ich Dich bitten wir, dein.. Die Christen gehn von Ort Die Ernt ist nun zu Ende Die güldne Sonne, Voll Die helle Sonn leucht jetzt Die Herrlichkeit der Erden Die Nacht ist kommen. Die Nacht ist vor der.. Der beste Freund ist in 343 Die Seele Christi heilge Die Seele ruht in Jesu Dies ist der Tag, den Gott Dies ist die Nacht, da mir Die Sonn hat sich mit. Die Woche geht zu Ende Dir, dir, Jehovah, will ich Dir ewge Treue zu geloben Du bist allein nur. Du bist ein guter Hirt. Du bist ein Mensch, das Du bist zwar mein und Du Lebensfürst, Herr Jesu Du, meine Seele, singe Der du die Macht, o Jesu,? Die auf der Erde wallen 5 Die Handschrift ist zerrissen 2 * Durch Adams Fall ist. Du siehest, Mensch, wie Du Stern in allen Nächten Du unser auserwähltes. Du Volk, das du getaufest Du weinest um Jerusalem E. Ein Blick nach jenen.. Ein Christ kann ohne Kreuz Eine Herde und ein Hirt Einen guten Kampf hab Einer ist König! Imman. Einer ists, an dem wir Eines wünsch ich mir vor Ein feste Burg ist unser Ein Jahr der Sterblichk. Ein Jahr geht nach dem Ein Kindelein, so löbelich Ein Lämmlein geht und Einmal ist die Schuld. Ein neugebornes Gottesk. Eins ist not; ach Herr. Ein Tröpflein von den. Ein Wetter steiget auf. Ein Würmlein bin ich arm Endlich, endlich muß es Erhalt uns, Herr, bei Erhöhter Jesu, Gottes. Erinnre dich, mein Geist Er lebt! O frohes Wort Erleucht mich, Herr, mein Ermuntert euch, ihr... Ermuntre dich, mein.. Erneure mich, o ewges. Erschienen ist der herrlich Es fähret heute Gottes. Es glänzet der Christen. Es ist das Heil uns kommen Es ist etwas, des Heilands Es ist gewißlich an der. Es ist nicht schwer, ein. Alphabetisches Register. Nro. 20 616 192 Es ist noch eine Ruh.. Es kostet viel, ein Christ Es lebe Jesu Christi Ruhm Es saß ein frommes Häufl. Es woll uns Gott genädig Ewge Liebe, mein Gemüte Ewig, ewig heißt das Wort F. Fahre fort, Zion, fahre. Fang dein Werk mit Jesu Freu dich sehr, o meine. Freuet euch, ihr Christen Freuet euch, ihr Gottesk. Frisch, frisch hinnach, mein Fröhlich soll mein Herze Früh am Morgen Jesus Frühmorgens, da die Sonn Fünf Brünnlein sind. Für alle Güte sei gepreist G. Geh auf, du heller... Geh aus, mein Herz, und Geht hin, ihr gläubigen Geht nun hin und grabt Geist vom Vater und vom Gelobet sei der Herr. Gelobet seistdu, JesuChrist, Daß du der Sünder. Gelobet seistdu, JesuChrist, Daß du Mensch geboren Gen Himmel aufgefahren Gesegn uns, Herr, die. Gieb dich zufrieden und Glaube, Lieb und Hoffnung Gott, den ich als Liebe. Gott, der du Herzenskenner Gott der Vater wohn uns Gott des Himmels und der Gott, des Scepter, Stuhl Gottes liebste Kinder.. Gottes Sohn ist kommen 192 Gott fähret auf gen Himm. Gott, gieb einen milden Gott ist gegenwärtig Gott ist getrem Gott ist mein Lied. Gott lebet noch Gott Lob, die Stund ist Gott Lob, ein neues Gott Lob, ein Schritt zur Gott Lob, mein Jesus. Gott Lob, nun ist erscholl. Gott, mein Gott, du bist Gott rufet noch; sollt ich Gott sei Dank durch alle Gott sei gelobet und.. Gott und Vater, nimm Gott Vater, aller Dinge Gott wills machen, daß Großer Gott, wir fallen Großer Mittler, der zur H. Halleluja!:: Das große Halleluja!:, Gott sei hoch Halleluja! Jauchzt ihr. Halleluja! Lob, Preis und Halleluja! Schöner Morg. Halleluja! Wie lieblich. Halt im Gedächtnis Jesum Heiland, deine Menschenl. Heilge Einfalt, Gnadenw. Heilger Geist, du Tröster Heilger Jesu, Heilgungsg. Heilig ist Gott der Vater Herr, auf Erden muß ich Herr Christ, der einig. Herr, deine Rechte und. 2* Herr, dein Wort, die edle? Herr, du hast in deinem Herr, es ist von meinem Herr Gott, dich loben wir Herr Gott, nun schleuß. Nro. 135 650 . 388 14 10 536 605 41 580 71 394 15 265 29 238 Alphabetisches Register. Herr, höre, Herr, erhöre Herr, ich bin dir ganz. Herr, ich habe mißgehandelt Herr Jesu Christ, dein. Herr Jesu Christ, dich zu Herr Jesu Christ, du höch⸗ stes Gut, Du Brunn⸗ quell aller Gnaden, Sieh Herr Jesu Christ, du höch⸗ stes Gut, Du Brunn⸗ quell aller Gnaden, Wir Herr Jesu Christe, mein getreuer Hirte Herr Jesu Christe, mein Prophe·tt Herr Jesu Christ, mein. Herr Jesu Christ, meins Herr Jesu Christ, wahr Herr Jesu, deine Angst. Herr Jesu, dir sei Preis Herr Jesu, Gnadensonne Herr, nicht schicke deine. Herr, nun laß in Fried. Herr, öffne mir die. Herr, schaue auf uns.. Herr, unser Gott, laß nicht Herr, wie du willt, so. Herr, wie mancherlei Gebr. Herr Zebaoth, dein heilig? Herz, freue dich in Ewigk.! Herzlich lieb hab ich dich, o Herzlich thut mich verlang. Herzliebster Jesu, was hast Herzog unsrer Seligkeiten Herz und Herz vereint zus. Heute mir, und morgen 5 Heut ist das rechte Jubelf. Heut ist des Herren Ruhet. Heut triumphieret Gottes Hier ist mein Herz, Herr, Hier legt mein Sinn sich Hilf, Helfer, hilf in Angst Jesu, Jesu, M. öre 3 delt un zu jch⸗ un⸗ zieh öch⸗ un⸗ Vir ein Nro. 392 472 251 99 206 244 228 .. 655 ein in. ins ahr st. eis ne . ied. icht ; br. lig gk. „ 0 ng. ast ten us. jen elf. et. tes rr, sich igst 467 347 565 557 89 226 301 247 570 208 325 171 559 498 200 585 326 564 86 299 177 598 148 402 114 338 298 515 Hilf, Herr Jesu, laß gel. Himmelan geht unsre B. Himmelan, nur himmelan Hinunter ist der Sonne Hirte deiner Schafe Hochheilige Dreieinigkeit. Höchster Priester, der du Höchster Tröster, komm. Hört auf mit Trauern. Hosianna Davids Sohn Hüter, wird die Nacht der J. Jauchzet ihrHimmel, frohl. Ich armer Mensch doch gar Ich armer Mensch, ich. Ich bete an die Macht der Ich bin ein Gast auf.. Ich bin getauft auf deinen Ich habe nun den Grund Ich hab in Gottes Herz Ich hab mein Sach Gott Ich hab mich Gott ergeben Ich hab von ferne, Herr, Ich komme, Friedensfürst, Ich komme, Herr, und.2 Ich komm jetzt als ein. Ich preise dich, o Herr, Ich ruf zu dir, Herr Jesu Ich singe dir mit Herz und Ich steh an deiner Krippen Ich sterbe täglich, und Ich weiß noch keinen.. Ich weiß von keinem.. Ich weiß von keinen.. Ich will dich lieben, meine Ich will von meiner.. Je größer Kreuz, je näher Jehovah, Herr und König Jerusalem, Du hochgebaute Jesu, deine Passion.. Jesu, deine tiefe Wunden M. R. Gesangbuch. 61 462 473 434 446 7 458 Jes 159 592 36 418 641 561 261 352 572 98 87 Alphabetisches Register. Nro. Jesu, der du meine Seele Jesu, der du wollen büßen Jesu, frommer Menschenh. Jesu, geh voran Jesu, großer Wunderstern Jesu, hilf siegen, du Fürste esu, meine Freude. Jesu, meiner Seelen Leben Jesu, meines Lebens Leben Jesus Christus herrscht als Jesus Christus, unser Hei⸗ land, Der den Tod Jesus Christus, unser Hei⸗ land, Der von uns den Jesus, Jesus, nichts als Jesus ist der schönste Nam Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder Jesus schwebt mir in Ged. Ihr armen Sünder, kommt Ihr aufgehobnen Jesush. Ihr Eltern, laßt mich fort Ihr Kinder des Höchsten, In allen meinen Thaten In Christi Wunden schlaf In dich hab ich gehoffet, In dir ist Freude In Gottes Namen fahren In Gottes Namen fang In Gottes Reich geht In unsers Königs Namen Ist Gott für mich, so trete K. Kehre wieder, kehre wieder Kehr um, kehr um, verl. Kinder, die ihr Christin. Komm, du sanfter Gnaden. Komm, Geist des Vaters Komm, Gott Schöpfer,. Komm, Heidenheiland,. Komm, heiliger Geist, erf. 44 194 Komm,, heiliger Geist, Komm, mein Herz, in. Komm, o komm du Geist Komm, Sterblicher, betr. Kommst du, kommst du, Kommt her zu mir spricht Kommt ins Reich der Liebe Nro. 145 235 152 596 30 45⁵53 476 Kommt, Kinder, laßt uns 468 Kommt, laßt euch den Kommt und laßt uns König, dem kein König. König Jesu, streite, siege Kron und Lohn beherzter Kyrie eleison(Litanei) Kyrie Gott Vater in. L. Laß mich dein sein und Laß mir, wenn meine Lasset mich voll Freuden Lasset uns den Herren Lasset uns mit Jesu ziehen Laßt ab von Sünden alle Licht, das in die Weit Licht vom Licht erleuchte Liebe, die du mich zum. Liebster Heiland, nahe dich Liebster Jesu, hier sind wir Liebster Jesu, wir sind hier Liebster Vater, ich dein Kind Lobe den Herren, den mächt. Lobe den Herren, o meine Lobet den Herren alle, die Lob sei dem allmächtigen Lobt Gott, ihr Christen, Löwen, laßt euch wiederf. M. Mache dich, mein Geist, Machs mit mir, Gott, nach Macht hoch die Thür, die Macht weit die Pforten. 455 53 182 197 465 547 4 213 582 653 385 75 615 . 196 404 415 27 48 484 485 568 28 195 Alphabetisches Register. Mag ich Unglück nicht. Man lobt dich in der.. Marter Gottes, wer kann Mein Alles, was ich liebe Meine Hoffnung stehet. Meinedebenszeit verstreicht Meinen Jesum laß ich nicht, Ach, was wollt ich Meinen Jesum laß ich nicht, Weil er sich für Mein erst Geschäft sei Preis Meine Seel, ermuntre dich Meine Seele senket sich. Meine Seel ist stille.. Meines Lebens besteFreude Meine Sorgen, Angst und Mein ganzer Geist, Gott, Mein Gott, ach lehre mich Mein Gott, das Herz ich? Mein Heiland, du hast. Mein Heiland nimmt die Mein Herr ist überschweng.: Mein herzer Vater, weint Mein Herz ist dennoch. Mein Jesu, dem die.. Mein Jesu, der du vor Mein Leben ist ein Pilgr. Mein Salomo, dein Mein schönste Zier und Mein Schöpfer, steh mir Mein Trost und Anker in Mir istErbarmung widerf. Mir nach, spricht Christus, Mit Ernst, o Menschenk. Mit Fried und Freud ich Mitten wir im Leben sind Monarche aller Ding.. Morgenglanz der Ewigk. Müde bin ich, geh zur. N. Nach einer Prüfung kurzer Nro 506 367 104 354 527 588 344 Nach me Nam üb Nichts b Nicht so Nie bist Nimm v Nun bit Nun brie Nun bri Nun da Nun dan Nun fre Nun fre Nun ja Nun ist Nun ko Nun la Nun la Nun la Nun lol Nun pr Nun r. Nun sice Nun sich Nun si Nun so Nun, so Nun tr Nun tr Nur fri O Chr O daß O daßi O der O du O du O Du O du Offner O Ewi Nach meiner Seelen.. Nam über alle Namen. Nichts betrübters ist auf Nicht so traurig, nicht so Nie bist du, Höchster, von Nimm von uns, Herr, du Nun bitten wir den heil. Nun bricht die finstre Nacht Nun bringen wir den Leib Nun danket alle Gott.. Nun danket all und bringet Nun freut euch, Gottes. Nun freut euch, lieben. Nun jauchzet all, ihr.. Nun ist es alles wohl. Nun kommt das neuen. Nun laßt uns den Leib Nun laßt uns gehn und Nun laßt uns Gott dem Nun lob, mein Seel, den Nun preiset alle Gottes. Nun ruhen alle Wälder Nun sich der Tag geendet Nun sich der Tag geendet, Nun singet und seid froh Alphabetisches Register. Nro. 305 357 680 524 13 549 146 443/ 43 Nun so bleibt esfest dabei 654 Nun, so will ich denn mein Nun treten wir ins neue Nun tret ich wieder aus Nur frisch hinein, es wird O. O Christe, Morgensterne O daß doch bald dein O daß ich tausend Zungen O der alles hätt verloren O du allersüßte Freude O du Liebe meiner Liebe O Durchbrecher aller.. O du Schöpfer aller. Offne mir die Perlenthore O Ewigkeit, du Donnerw. 353 60 419 O Ewigkeit, du Freuden v. O Ewigkeit, o Ewigkeit O Gott, des gnadenvoller O Gott, du frommer Gott O Gott, du höchster Gnad. O Gotteslamm, mein. O Gott, o Geist, o Licht O Gott, von dem wir. O großer Gott, du reines O große Seligkeit.. O Haupt voll Blut und O heilger Geist, kehr bei O heilige Dreifaltigkeit. O hilf, Christe, Gottes. O Jesu Christ, dein Krippl. O Jesu Christe, wahres O Jesu Christ, mein.. O Jesu du, mein Bräut. O Jesu, einig wahres. O Jesu, Herr der Herrl. O Jesu, Jesu Gottes O Jesu, meine Wonne. O Jesu, süßes Licht O Jesu, reuster Heiland O König, dessen Majestät O Lamm Gottes, unschuld. O Lehrer, dem kein andrer O Liebe, die den Himmel O Mensch, bedenk zu dieser O selig, wer das Heil. O Tod, wo ist dein Stachel O Traurigkeit, o Herzel. O Ursprung des Lebens O Vater der Barmherzigk. O Vaterherz, o Licht, o O Welt, ich muß dich O Welt, sieh hier dein. O wertes Licht der Christ. O wie fröhlich, o wie selig O wie selig seid ihr doch, O wie selig sind die Seel. O wir armen Sünder. 41⁷ ö P. Prediger der süßen Lehre Preis, Lob und Dank sei O. Quälende Gedanken, R. Reich des Herrn.. Ringe recht, wenn Gottes Ruhe hier, mein Geist,. Ruhet wohl, ihr Totenbeine Rüstet euch, ihr Christenl. S. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, Mein Herz Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze, Und gieb Schaffet, schaffet, Menschen. Schatz über alle Schätze Schaut, welch ein Wunder Schmücke dich, o liebe Schmückt das Fest mit. Schon ist der Tag von Schwing dich auf zu. Seele, mach dich heilig auf Seelenbräutigam* Seele, was ermüdst du. Sei getreu bis an das Sei Lob und Ehr dem. Sei mir tausendmal gegr. Selig, wer dich ewig liebet Sende, Vater, deinen Geist Siegesfürste, Ehrenkönig Siehe, mein geliebterKnecht Sieh, hier bin ich, Ehrenk. Sie jauchzet doch mit. So führst du doch recht. So gehst du, Jesu, willigl. So gieb denn jetzt, du. So grabet mich nun.. Alphabetisches Register. So hab ich obgesieget.. So lange Christus Christ. Sollt es gleich bisweilen Sollt ich jetzt noch, da mir Sollt ich meinem Gott. Sorge doch für meineKind. So ruhest du, o meine. So wahr ich lebe, spricht Speise, Vater, deine Kinder Stadt unsres Herrn Stark ist meines Jesu. Steil und dornig ist der Straf mich nicht in deinem Such, wer da will, ein Sünder freue dich von. T. Tag des Zornes, den wir Teurer Bräutigaem. Thut mir auf die schöne Treuer Gott, ich muß dir 6 Treuer Hirte deiner Herde Treuer Wächter Israel. Triumph, Triumph, es. u. Umschließ mich ganz mit 5 Unsern Ausgang segne Gott Unter jenen großen Gütern Unter Lilien jener Freuden Unumschränkte Liebe V. Valet will ich dir geben Vater unser im Himmelr. Verleih uns Frieden gnäd. Versuchet euch doch selbst Verzage nicht, du Häuflein Viel besser, nie geboren. Vom Himmel hoch, da. Von des Himmels Thron Von Gott will ich nicht Von neuem eilt zum. Vor G'richt, Herr Jesu, W. Wach auf, du Geist der Wach auf, mein Herz, die Wach auf, mein Herz, und Wach auf, wach auf, du Wachet auf, ruft uns die Walte, walte nah und Wär Gott nicht mit uns Warum betrübst du dich, Warum sollt ich mich. Warum willst du doch für Warum willst du draußen Was alle Weisheit in der WasGott thut, das ist wohl Was hinket ihr, betrogne Was ist des Menschen. Was mein Gott will, das Was von außen und von Was wär ich ohne dich. Weicht, ihr finstern Sorg. Welt, ade! ich bin dein Wenn alle untreu werden Wenn dein herzliebster. Wenn dich Unglück hat. Wenn doch alle Seelen. Wenn endlich, eh es Zion Wenn ich ihn nur habe Wenn ich in Angst und Wenn ich in Todesnöten Wenn ich, o Schöpfer,. Wenn kleine Himmelserb. Wenn meine Sünd mich Wenn mein Stündlein. Wenn wir in höchsten Wer das Kleinod will. Werde Licht, du Stadt. Werde munter, mein Gem. Wer Gott vertraut, hat Wer im Herzen will. Nro. 505 255 176 122 416 614 613 190 162 510 526 538 35 6 533 49⁴4 289 507 516 73 Alphabetisches Register. Wer ist der Braut des. Wer ist wohl, wie du Wer nur den lieben Gott Wer nur mit seinem Gott Wer sich auf seine. Wer sind die vor Gottes Wer weiß, wie nahe mir Wie bist du mir so innig Wie bist du Seele in mir Wie der Hirsch in großem Wie fleucht dahin der.. Wie freu ich mich mit Wie Gott mich führt, so Wie groß ist deine Freundl. Wie groß ist des Allm. Wie gut ists, von der Wie herrlich ists, ein Schäfl. Wie kurz ist doch der.. Wie schön ists doch, Herr Wie schön ist unsers Kön. Wie schön leuchtet der. Wie selig ist das Volk des WiesGott gefällt, so g'fällts Wie sicher lebt der Mensch, Wie Simeon verschieden Wie soll ich dich empfangen Wie süß ist doch das Reich Wie wohl ist mir, o Freund Willt du bei Gott dein Wir danken dir, Herr Jesu Wir danken Gott für sein Wirf, blöder Sinn. Wir glauben all an Einen Wir liegen hier zu deinen Wir Menschen sind zu dem Wir sind noch von der. Wir singen dir, Immanuel Wo Gott, der Herr, nicht Wohlauf, mein Herz.. Wo ist ein solcher Gott Wo ist Jesus, mein Verl. Womit soll ich dich wohl 197 Nro. 658 346 529 671 496 631 578 659 676 677 576 474 542 429 12 469 312 608 395 628 348 386 198 Nro. Wort des höchsten Mund. 23 Wo soll ich fliehen hin„249 Wo willt du hin, weils 648 Wunderbarer König.. 373 3. Zeuch ein zu meinen Thor. 151 Zeuch hin mein Kind, denn 609 Alphabetisches Register. Nro. ZeuchJsrael zu deinerRuh 499 Zeuch uns nach dir 136 Zieht in Frieden eure Pfade 670 Zion, gieb dich nur zufried. 528 Zion klagt mit Angst und 170 Zu dir ist meine Seele 286 Zum Ernst, zum Ernst! 501 Zween der Jünger gehn 649 Ant R I. Son Nach Dir, nich. Mei zuf Dich. Laß mich verden, Feinde nicht Denn kei den, Der Herr, zeig Und le Steige. Ehre sei dem Sohne Beiste, wie etzt und in wigkeit zu Gradue chanden, Herr, zeig nd le Steige. Halleluje Herre, znade, un Halleluje 2. Son zion, siehe ommen, zölkern. Er wird timme s ind euer reuen. Du Hirt dher Du J er Schafe. Grad. n der schi Ruh 499 2 d 670 Advent. Ee ruch. 528 J. Sonnt. Introitus. t und 170 Nach Dir, Herr, verlanget Seele 286 nich. Mein Gott, ich hoffe trnstl 501 zuf Dich. gehn 649 Laß mich nicht zu schanden verden, Daß sich meine Feinde nicht freuen über mich. Denn keiner wird zu schan⸗ den, Der Dein harret. Herr, zeige mir Deine Wege, Und lehre mich Deine Steige. Ehre sei dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Beiste, wie es war im Anfang, etzt und immerdar, und von wigkeit zu Ewigkeit. Amen. Graduale. Keiner wird zu chanden, Der Dein harret. Herr, zeige mir Deine Wege, Und lehre mich Deine Steige. Halleluja. Halleluja. Herre, Erzeige uns Deine znade, und hilf uns. Halleluja. Sutr S. Sonnt. Intr. Tochter zion, siehe der Herr wird ommen, I Zu helfen den zölkern. Er wird Seine herrliche timme schallen lassen, ind euer Herz wird sich reuen. Du Hirte Israels höre, der Du Josephs hütest wie er Schafe. Grad. Aus Zion bricht n der schöne Glanz Gottes. Antroiten und Gradnalien. Unser Gott kommt und schweiget nicht. Versammelt mir meine Hei⸗ ligen,. Die den Bund mehr achten denn Opfer. Halleluja Halleluja. Ich freue mich des, das mir geredet ist. Daß wir werden ins Haus des Herren gehen. Halleluja. Halleluja. 3. Sonnt. Intr. Freuet euch in dem Herrn allewege. Und abermal sage ich euch: freuet euch. Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen; Der Herr ist nahe. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte Mit Gebet und Flehen vor Gott kund werden. Du, Herr, bist vormals gnädig gewesen DeinemLande. Und hast die Gefangenen Jakobs erlöset. Grad. Der Du sitzest über Cherubim, Erwecke deine Gewalt und komme. Du Hirte Israels höre, Der Du Joseph hütest wie der Schafe. Halleluja. Halleluja. Erwecke Deine Gewalt, Und komme uns zu Hülfe. Halleluja. Halleluja 4. Sonut. Intr. Träu⸗ felt, ihr Himmel von oben, Und die Wolken regnen die Gerechtigkeit. Die Erde thue sich auf Und bringe das Heil. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, Und die Feste verkündiget Seiner Hände Werk. Grad. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen Al⸗ len, die ihn mit Ernst an⸗ rufen. Mein Mund soll des Herrn Lob sagen, Und alles Fleisch lobe Seinen heiligen Namen immer und ewiglich. Halleluja. Halleluja. Komm, Herr, und verziehe nicht; Vergieb die Missethat Deinem Volke Israel. Halleluja. Halleluja. Weihnachtsfelt. Intr.(Derselbe beibt bis Neujahr.) Uns ist ein Kind geboren, Ein Sohn ist uns gegeben. Welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, Und er heißt Wunderbar, Rat, Kraft Held, Ewigvater, Friedefürst. Singet dem Herrn ein neues Lied, Denn er thut Wunder. Grad.(zum ersten Weih⸗ nachtstage.) Nach Deinem Sieg wird Dir Dein Volk Welt williglich opfern im heiligen Schmucke. Deine Kinder werden Dir geboren wie der Tau aus der Morgenröte. Der Herr sprach zu mei⸗ nem Herrn: Setze Dich zu meiner Rechten, Bis ich Deine Feinde zum Schemel Deiner Füße lege. Halleluja.—Halleluja. Der Herr hat zu mir ge⸗ sagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich Dich gezeuget. Halleluja.] Halleluja. Gra d.(zum zweiten Weih⸗ nachtstage.) Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herren. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Das ist vom Herrn ge⸗ schehen, Und ist ein Wunder vor unsern Augen. Halleluja. Halleluja. Sonnt. n. Weihnachten. Grad. Du bist der Schönste unter den Menschenkindern. Holdselig sind Deine Lippen. Mein Herz dichtet ein fei⸗ nes Lied, Ich will singen von einem Könige. Meine Zunge]I Ist der Griffel eines guten Schrei⸗ ers. Halleluja.] Halleluja. Der Herr ist König, Und herrlich geschmücket. Halleluja. Halleluja. Neujahr. Grad. Aller Welt Ende sehen das Heil unsers Gottes, Jauchzet dem Herren alle Ell. Der Herr läßt sein Heil verkündigen, Vor den Völ⸗ kern läßt er seine Gerechtig⸗ keit offenbaren. Halleluja. Halleluja. Nachdem Gott manchmal und auf mancherlei Weise Geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, Hat er am letzten in diesen zubete Hal 1. Intr erhabe sitzen ihn a Engel Und Stim Ehre Jar Welt. mit 8 Gr e⸗ ohn, uget. 4 Weih⸗ „ der des Gott, 5 inder ten. zönste dern. ppen. ufei⸗ ingen der chrei⸗ . Und Ende ottes, alle Heil Völ⸗ chtig⸗ hmal eise ätern ziesen 3 TagenZu uns geredet der Herr, der Gott Israels, durch den Sohn. Halleluja. Halleluja. (Sonnt. n. Neujahr hat den Intr. und das Grad. des Neujahrs.) Epiphanias. Intr. Siehe, nun kommt der Herr, der Herrscher,‚ Und in Seiner Hand ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Gott, gieb Dein Gericht dem König, Und Deine Ge⸗ rechtigkeit des Königs Sohne. H Grad. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, Und des Herrn Lob verkündigen. Mache dich auf und werde Licht, Jerusalem, Denn die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Halleluja.] Halleluja. Wir haben Seinen Stern gesehen im Morgenlande, Und sind gekommen ihn an⸗ zubeten. Halleluja.] Halleluja. I. Sonnt. u. Epiph. Intr. Auf einem hohen und erhabenen Throne sah ich sitzen Einen; Und es beteten ihn an die Heerscharen der Engel. Und sprachen mit großer Stimme: Seines Reiches Ehre währet in Ewigkeit. Jauchzet dem Herren alle Welt. Dienet dem Herrn s mit Freuden. Grad. Gelobt sei Gott, Der alleine Wunder thut. Laß die Berge den Frieden bringen unter das Volk, Und die Hügel die Gerech⸗ tigkeit. Halleluja.] Halleluja. Jauchzet dem Herrn alle Welt; Dienet dem Herrn mit Freuden. Halleluja.] Halleluja. 2. Sonnt. n. Epiph. Intr. Alles Land bete Dich an und lobsinge Dir, Lob⸗ singe Deinem Namen, Du öchster. Jauchzet Gott alle Lande. Lobsinget zu Ehren Seinem Namen; rühmet ihn herrlich. Grad. Der Herr sandte Sein Wort, und machte sie gesund,‚ Und errettete sie, daß sie nicht starben. Die sollen dem Herrn dan⸗ ken um seine Güte, Und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern thut. Halleluja.] Halleluja. Lobet den Herrn alle seine Engel; Lobet ihn alle sein Heer. Halleluja.] Halleluja. 3. bis 6. S. u. Epiph. Intr. Betet ihn an, alle Seine Engel.] Zion hört's und ist froh, und die Töchter Juda sind fröhlich. Der Herr ist König, des freue sich das Erdreich, Und seien fröhlich die Inseln, o viel ihrer ist. Grad. Die Heiden wer⸗ den den Namen des Herrn * fürchten‚. Und alle Könige auf Erden Deine Ehre. Daß der Herr Zion bauet, Und erscheinet in Seiner Ehre. Halleluja.] Halleluja. Der Herr ist König, des freue sich das Erdreich, Und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer ist. Halleluja.] Halleluja. S. Septuag. Intr. Es umfingen mich des Todes Bande, Und die Bäche Be⸗ lials erschreckten mich. Da mir angst war, rief ich den Herrn an, Und schrie zu meinem Gotte. Und er erhörte meine Stimme Von Seinem hei⸗ ligen Tempel. Herzlich lieb hab ich Dich, Herr, meine Stärke; Herr, mein Fels, meine Burg und mein Erretter. Grad. Der Herr ist des Armen Schutz, ein Schutz in der Not, Darum hoffen auf Dich, die Deinen Namen kennen. Denn Du verlässest nicht, Die Dich, Herr, suchen. Denn er wird des Armen nicht so ganz vergessen, Und die Hoffnung der Elen⸗ den wird nicht verloren sein ewiglich. Halleluja.] Halleluja. Herr, stehe auf,[ Daß Menschen nicht überhand kriegen. Halleluja.] Halleluja. Dich, Herr, warum schläfst Du? Wache auf und ver⸗ stoß uns nicht so gar. Warum verbirgst Du Dein Antlitz?[Vergissest unsers Elendes und Dranges. Unsere Seele ist gebeuget zur Erden. Mache Dich auf, Herr, hilf uns und erlöse uns. Gott, wir haben es mit unsern Ohren gehöret, Un⸗ sere Väter haben es uns er⸗ zählet. Grad. Sie werden er⸗ kennen, daß Du mit Deinem Namen heißest Herr allein, Und der Höchste in aller Welt. Halleluja.] Halleluja. Gott, mache sie wie einen Wirbel, Wie Stoppel vor dem Winde. Halleluja.] Halleluja. S. Estomihi.(Estomihi heißt: Sei mir, nach Ps. 31, 3) Intr. Sei mir ein starker Fels, und eine Burg, Daß Du mir helfest. Denn Du bist mein Fels und meine Burg. Und um Deines Namens willen wol⸗ lest Du mich leiten und führen. Herr, auf Dich traue ich, laß mich nimmermehr zu schanden werden. Errette mich durch Deine Gerech⸗ tigkeit. Grad. Du bist der Gott, der Wunder thut, Du hast S. Sexag. Intr. Erwecke den Völkern. Deine Macht bewiesen unker Halleluja.] Halleluja. Du hast Dein Volk erlöset gewaltiglich, Die Kinder Jakobs und Josephs. Halleluia.] Halleluja. S. Invocavit. Intr. (nach Ps. 91, 15). Er ruft mich an, so will ich ihn er⸗ hören. Ich will ihn heraus⸗ reißen und zu Ehren machen. Ich will ihn sättigen mit langem Leben, Und will ihm zeigen mein Heil. Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzet, Wird unter dem Schutze des All⸗ mächtigen bleiben. Grad. Er hat Seinen Engeln befohlen über dir, Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Daß sie dich auf den Hän⸗ den tragen, Und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. S. Reminiscere(d. h. Gedenke, nach Ps. 25, 6). Intr. Gedenke, Herr, an Deine Barmherzigkeit, Und an Deine Güte. Die von der Welt her ge⸗ wesen ist‚ Daß nicht unsere Feinde über uns herrschen. Gott Israels, erlöse uns aus aller Not; Nach Dir, Herr, verlanget mich. Mein Gott, ich hoffe auf Dich,[Laß mich nicht zu schanden werden. Grad. Die Angst meines Herzens ist groß,[ Führe mich aus meinen Nöten. Siehe an meinen Jammer und Elend, Und vergieb mir alle meine Sünde. S. Oculi(d. h. Augen, nach Ps. 25, 15). Intr. Meine Augen sehen stets zum Herren, Denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen. Wende Dich zu mir und sei mir gnädig, Denn ich bin einsam und elend. Nach Dir, Herr, verlanget mich.! Mein Gott, ich hoffe auf Dich; laß mich nicht zu schanden werden. Grad. Herr, stehe auf, daß Menschen nicht überhand kriegen, Laß alle Heiden vor Dir gerichtet werden. Du hast meine Feinde hin⸗ ter sich getrieben. Sie sind gefallen und umgekommen vor Dir. S. Lätare(d. h. Freue dich, nach Jes. 66, 10). Intr. Freuet euch mit Jerusalem, Und seid fröhlich über sie alle, die ihr sie lieb habet. Freuet euch mit ihr alle, Die ihr über sie traurig gewesen seid. Ich freue mich des, das mir geredet ist, Daß wir werden ins Haus des Herren gehen. Grad. Ich freue mich des, das mir geredet ist,‚ Daß wir werden ins Haus des Herren gehen. Es müsse Friede sein in⸗ wendig in deinen Mauern, Und Glück in deinen Pa⸗ lästen. 6 S. Judica(d. h. Richte, nach Ps. 43, 1). Intr. Richte mich, Gott, und führe meine Sache[Wider das unheilige Volk. Und errette mich von den falschen und bösen Leuten, Denn Du bist der Gott mei⸗ ner Stärke. Sende Dein Licht und Deine Wahrheit, Daß sie mich leiten und bringen zu Deinem heiligen Berge. Grad. Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden, Lehre mich thun nach Dei⸗ nem Wohlgefallen. Du errettest mich von mei⸗ nen Feinden, Und erhöhest mich aus denen, die sich wi⸗ der mich setzen. Du hilfst mir Von den Frevlern. Palmsonntag. Intr. Herr, sei nicht ferne, meine Stärke, Eile, mir zu helfen. Hilf mir aus dem Rachen des Löwen, Und errette mich von den Einhörnern. Mein Gott, mein Gott, Warum hast du mich ver⸗ lassen? Grad. Du hältst mich bei meiner rechten Hand Du leitest mich nach Deinem Rat, und nimmst mich end⸗ lich mit Ehren an. Israel hat dennoch Gott zum Trost, Wer nur reines Herzens ist. Ich aber hätte schier ge⸗ strauchelt mit meinen Füßen, Mein Tritt hätte beinahe geglitten. Denn es verdroß mich auf die Ruhmredigen, Da ich sahe, daß es den Gottlosen so wohl ging. Karfreitag. Intr. Im Namen Jesu sollen sich beu⸗ gen alle derer Kniee,! Die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind. Denn der Herr ist gehor⸗ sam worden bis zum Tode, Ja zum Tode am Krenze. Darum ist Jesus Christus Der Herr zur Ehre Gottes es Vaters. Herr, höre mein Gebet,‚, Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Grad. Auf dem Olberge betete er zum Vater: Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch von mir. Doch nicht wie ich will, sondern, wie Du willst. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Wachet und betet, Daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Osterfest. Intr.(für beide Ostertage). Er ist auferstanden; was suchet ihr den Lebendigen bei den Toten? Halleluja. Gedenket daran, wie er euch sagte: Halleluja. Des Menschen Sohn muß gekreunzigt werden, Und am dritten Tage auferstehen. Halleluja.] Halleluja. Mit Ehre und Schmuck hast Du i ihn zuj Deine G sonnte den uns f innen den 1. mode jetzt g 2, 2). gebo Hallel Sei Halle Hallel Hal Sin unsre dem( Du ihn gekrönet, Und hast ihn zum Herrn gemacht über Deiner Hände Werk. Grad.(für den Oster⸗ sonntag). Dies ist der Tag, den der Herr macht, Laßt uns freun und fröhlich dar⸗ innen sein. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich‚“ Und Seine Güte währet ewiglich. Halleluja.! Halleluja. Unser Opferlamm ist Chri⸗ stus, Für uns geopfert. Halleluja.] Halleluja. Grad.(für den Oster⸗ montag). Dies ist der Tag, den der Herr macht, Laßt uns freun und fröhlich dar⸗ innen sein. Es sage nun JIsrael:; Seine Güte währet ewiglich. Halleluja. Halleluja. Der Engel des Herren Kam vom Himmel herab, Trat hinzu und wälzte den Stein von der Thür, Und setzte sich darauf. Halleluja.] Halleluja. I. S. n. Ostern Quasi⸗ modogeniti(d. h. Als die jetzt gebornen, nach 1 Petr. 2, 2). Intr. Als die jetzt gebornen Kindlein, Halleluja. J Seid begierig nach der ver⸗ nünftigen lautern Milch. Halleluja. Halleluja. Halleluja. Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist,‚ Jauchzet dem Gott Jakobs. 7 Grad. Halleluja.] Halle⸗ luja. Wenn ich auferstehe, spricht der Herr, Will ich vor euch hingehen in Galiläa. Halleluja. Halleluja. Über acht Tage, da die Thüren verschlossen waren,‚ Tritt Jesus mitten ein und spricht: Friede sei mit euch. Halleluja.] Halleluja. 2. S. nu. Ostern Mise⸗ ric. Domini(d. h. die Güte des Herrn nach Ps. 33, 5). Intr. Die Erde ist voll der Güte des Herren.] Halleluja. Der Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht. Halleluja, Halleluja. Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten, Die Frommen sollen ihn schön preisen. Grad. Halleluja.! Halle⸗ luja. Die Jünger erkannten den Herrn Jesus An dem, da er das Brot brach. Halleluja.] Halleluja. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, Und bin bekannt den Meinen. Halleluja. Halleluja. 3. Sonnt. n. Ostern Jubilate(d. h. Jauchzet, nach Ps. 66, 1). Intr. Jauchzet Gott alle Lande. Halleluja. Lobsinget zu Ehren Seinem Namen. Halleluja. Rühmet ihn herrlich. Halleluja. Halleluja.] Halleluja. Sprechet zu Gott: Wie **.I+ 8 wunderlich sind Deine Werke. Es wird Deinen Feinden fehlen vor Deiner großen Macht. Grad. Halleluja.] Halle⸗ luja. Der Herr hat seinem Volke Eine Erlösung gesendet. Halleluja.] Halleluja. Christus mußte leiden und auferstehen von den Toten, Und also zu Seiner Herr⸗I lichkeit eingehen. Halleluja. Wut oite Bußtag.(Introitus und Graduale wie am Sonntag Reminiscere.) 4. Sonnt. n. Ostern Cantate(d. h. Singet, nach Ps. 98, 1). Intr. Singet dem Herrn ein neues Lied, Halleluja. Denn der Herr thut Wun⸗ der. Halleluja. Vor den Völkern läßt er Seine Gerechtigkeit offen⸗ baren.] Halleluja. Halleluja. Er sieget mit Seiner Rech⸗ ten, Und mit Seinem hei⸗ ligen Arm. Grad. Halleluja.] Halle⸗ luja. Die Rechte des Herrn thut Wunder, I Die Rechte des Herrn hat mich erhöhet. Halleluja. Halleluja. Christus, von den Toten erwecket, stirbt hinfort nicht, Der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Halleluja.] Halleluja. 5. S. u. Ostern Rogate (d. h. Bittet). Intr. Pre⸗ digt es mit fröhlichem Schalle, daß man es höre. Halle⸗ luja. Bringet es aus bis an der Welt Ende, Der Herr hat Seinen Knecht Jakob erlöset. Halleluja. Halleluja. Jauchzet Gott alle Lande. Lobsinget zu Ehren Seinem heiligen Namen. Grad. Halleluja. Halle⸗ uja. Christus ist auferstanden, und hat uns erleuchtet, Die er erlöset hat mit Seinem Blute. Halleluja.! Halleluja. Ich bin vom Vater aus⸗— gegangen, Und bin gekom⸗ men in die Welt. Wiederum verlasse ich die Welt, Und gehe zum Vater. Halleluja. Halleluja. Bimmelfahrt Christi. Intr. Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel.] Halle⸗ luja. Wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren, wird er kommen. Halleluja. Halleluja.] Halleluja. Frohlocket mit Händen alle Völker;: Und jauchzet Gott mit fröhlichem Schalle. Grad. Halleluja. Hal⸗ leluja. Gott fähret auf mit Jauch⸗ zen, Und der Herr mit heller Posanne. Halleluja.] Halleluja. Der Herr ist in die Höhe gefahren, Und hat das Ge⸗ fängnis gefangen. Halleluja.] Halleluja. 6. Sonnt. u. Ostern Exaudi(d. h. Erhöre, nach Pi. 24, 7). Intx. Berr, höre meine Stimme, wenn ich rufe.] Halleluja. Mein Herz hält Dir vor Dein Wort: Ihr sollt mein Antlitz suchen. Darum suche ich auch, Herr, Dein Antlitz. Verbirg Dein Antlitz nicht vor mir.] Halleluja, Halle⸗ luja. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, Vor wem sollte ich mich fürchten? Grad. Halleluja. Hal⸗ leluja Gott ist König über die Heiden, Gott sitzt auf Sei⸗ nem heiligen Stuhl. Halleluja. Halleluja. Ich will euch nicht Waisen lassen, ich komme zu euch, Und euer Herz soll sich freuen. Halleluja. Halleluja. Pfingltfest. Intr. Der Weltkreis ist voll Geistes des Herren. Halleluja. Unnd der die Rede kennet, ist allenthalben. Halleluja. Halleluja.] Halleluja. Dasselbige, Dein Werk, wollest Du, Gott, uns stär⸗ ken Von Deinem heiligen Tempel zu Jerusalem. — 9 Grad. Halleluja.] Hal⸗ leluja. Du lässest aus Deinen Odem, so werden sie geschaf⸗ fen.] Und verneuerst die Ge⸗ stalt der Erde. Halleluja. Halleluja. Es redeten die Apostel mit andern Zungen, Die großen Thaten Gottes. Halleluja. Halleluja. S. Trinitatis(d. h. der Sonntag oder das Fest der heiligen Dreieinigkeit). Intr. Gebenedeiet sei die heilige⸗ Dreifaltigkeit, Und unge⸗ teilte Einigkeit. Lasset uns loben und dan⸗ ken Gott vom Himmel bei jedermann, Daß er an uns Rätten Barmherzigkeit erzeigt ELasset uns loben den Va⸗ ter und den Sohn, Samt dem heiligen Geiste. Grad. Gebenedeiet bist Du, Herr, vor dem die Hölle aufgedeckt ist! Und der Du sitzest über Cherubim. Gebenedeiet bist Du, Herr, in der Feste des Himmels,‚ Und bist zu loben in Ewigkeit. Halleluja.] Halleluja Gebenedeiet bist Du, Herr, o Gott unsrer Väter, Und bist zu loben in Ewigkeit. Halleluja. Halleluja. I. S. n. Trin. Intr. Herr, ich hoffe darauf, daß Du so gnädig bist,. Mein Herz freuet sich, daß Du so gern hilfst. Ich will dem Herren fin⸗ 10 gen, Daß er so wohl an mir thut. Herr, wie lange willst Du meiner so gar vergessen? Wie lange verbirgst Du Dein Antlitz vor mir. Grad. Ich sprach: Herr, sei mir gnädig, heile meine Seele, Denn ich habe an Dir gesündigt. Wohl dem, der sich des Dürftigen annimmt, Den wird der Herr erretten zur bösen Zeit. Halleluja.] Halleluja. Herr, höre meine Worte, Vernimm mein Schreien. Halleluja. Halleluja. 2. S. u. T. Intr. Der Herr ward meine Zuversicht, Und er führte mich aus in den Raum. Er riß mich heraus, Denn er hatte Lust zu mir. Herzlich lieb habe ich Dich, Herr, meine Stärke, Herr, mein Fels und meine Burg. Grad. Ich rufe zu dem Herrn in meiner Not, Und er erhöret mich. Herr, errette meine Seele von den Lügenmäulern, Und von den falschen Zungen. Halleluja. Halleluja. Auf Dich, Herr, traue ich, mein Gott.] Hilf mir von allen meinen Verfolgern, und errette mich. Halleluja. Halleluja. 3. S. u. T. Intr. Wende Dich, Herr, zu mir, und sei mir gnädig,‚ Denn ich bin einsam und elend Siehe an meinen Jammer und Elend, Und vergieb mir alle meine Sünde, mein Gott. Nach Dir, Herr, verlanget mich; mein Gott, ich hoffe auf Dich; J Laß mich nicht zu schanden werden. Grad. Wirf dein Anlie⸗ gen auf den Herren, Der wird dich versorgen. Ich will zu Gott rufen,‚, So wird er meine Stimme hören, von denen, die an mich wollen. Halleluja. Halleluja. Gott ist ein rechter Rich⸗ ter,‚ Und ein Gott, der täg⸗ lich drohet. Halleluja.] Halleluja. 4. S. N. D. Intr. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Le⸗ bens Kraft,‚ Vor wem sollte mir grauen? Darum, so die Bösen, meine Widersacher und Feinde an mich wollen, mein Fleisch zu fressen, Müssen sie an⸗ laufen und fallen. Wenn sich schon ein Heer wider mich leget,‚ So fürch⸗ tet sich dennoch mein Herz nicht. Grad. Vergieb uns unsre Sünde. Warum lässest Du die Heiden sagen: Wo ist nun ihr Gott? Hilf Du uns, Gott, unser Helfer! Um Deines Na⸗ mens Ehre willen errette uns. Halleluja.] Halleluja. Gott, der Du sitzest auf dem Stuhle ein rechter Rich⸗ ter, Sei Du des Armen Schutz in der Not. Halleluja.] Halleluja. 5. S. u. T. In tr. Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe; Du bist meine Hülfe. Laß mich nicht, und thue nicht die Hand ab, Gott, mein Heil. Der Herr ist mein Licht und mein Heil,Vor wem sollte ich mich fürchten? Grad. Gott, unser Schild, schaue doch,‚ Siehe an das Reich Deines Gesalbten. Herr, starker Gott, Er⸗ höre die Bitten Deiner Knechte. Halleluja. Halleluja. Herr, der König freuet sich in Deiner Kraft,‚ Und wie sehr fröhlich ist er über Dei⸗ ner Hülfe. Halleluja.! Halleluja. 6. S. n. T. Intr. Der Herr ist Seines Volkes Stär⸗ ke, Er ist die Stärke, die Seinem Gesalbten hilft. Hilf Deinem Volk, Herr, und segne Dein Erbe Und weide sie, und erhöhe sie ewiglich. Wenn ich rufe zu Dir, Herr, mein Hort, So schweige mir nicht. Auf daß nicht, wo Du schweigest‚ Ich gleich werde denen, die in die Hölle fahren. Grad. Herr, kehre Dich doch wieder zu uns, Und sei Deinen Knechten gnädig. 11 Herr Gott, Du bist unsre Zuflucht für und für. Halleluja.] Halleluja. Herr, auf Dich traue ich; Laß mich nimmermehr zu schanden werden. Errette mich durch Deine Gerechtigkeit; Neige Deine Ohren zu mir, eilend hilf mir. Halleluja. Halleluja. G. S. N. T. Intr. Froh⸗ locket mit Händen alle Völ⸗ ker, Und jauchzet Gott mit fröhlichem Schalle. Er wird die Völker unter uns zwingen, Und die Leute unter unsere Füße. Grad. Kommt her, Kin⸗ der, höret mir zu, Ich will euch die Furcht des Herren lehren. Welche ihn ansehen und anlaufen,Deren Angesicht wird nicht zu schanden. Halleluja. Halleluja. Frohlocket mit Händen alle Völker. Jauchzet Gott mit fröhlichem Schalle. Halleluja.] Halleluja. 8S. S. n. T. Intr. Gott, wir warten Deiner Güte, In Deinem Tempel. Gott, wie Dein Name, so ist auch Dein Ruhm, bis an der Welt Ende, Deine Rechte ist voller Gerechtigkeit. Groß ist der Herr, und hoch berühmt in der Stadt unsers Gottes[ Auf Seinem hei⸗ ligen Berge. Grad. Sei mir ein star⸗ ker Fels, und eine Burg, Daß Du mir helfest. 12 Herr, auf Dich traue ich, Laß mich nimmermehr zu schanden werden. Halleluja.] Halleluja. Groß ist der Herr, und hoch berühmt in der Stadt unsers Gottes, Auf Seinem heiligen Berge. Halleluja. Halleluja. 9. S. u. T. Intr. Siehe, Gott stehet mir bei, Der Herr erhält meine Seele. Er wird die Bosheit mei⸗ nen Feinden bezahlen,‚! Zer⸗ stör sie durch Deine Treue, Herr, meine Stärke. Hilf mir, Gott, durch Dei⸗ nen Namen.[ Und errette mich durch Deine Stärke. Grad. Herr, unser Herr⸗ scher, wie herrlich ist Dein Name in allen Landen,. Da man Dir danket im Himmel. Halleluja.] Halleluja. Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden, Und schütze mich vor denen, so sich wider mich setzen. Hallelnja. Halleluja. 17. S. u. T. Intr. Da ich zum Herrn rief, erhörte er meine Stimme, Und er⸗ löste meine Seele von denen, die an mich wollen. Und demütigte sie, Er, der vor der Welt ist, Und ewig⸗ lich bleibet. Wirf Dein Anliegen auf den Herren, Der wird dich versorgen. Gott, erhöre mein Gebet, Und verbirg Dich nicht vor meinem Flehen. Grad. Behüte mich, wie einen Augopfel im Auge‚, Beschirme mich unter dem Schatten Deiner Flügel. Sprich Du in meiner Sa⸗ che Und schaue Du auf das Recht Halleluja. Halleluja. Gott, man lobet Dich in der Stille zu Zion, Und Dir bezahlet man Gelübde. Halleluja. Halleluja. I1. S. Intr. Er ist Gott in Seiner heiligen Wohnung. Er wird sehen lassen Kraft und Macht Seines Volkes. Es stehe Gott auf, daß Seine Feinde zerstreuet wer⸗ den,! Und die ihn hassen, vor ihm fliehen. Grad. Auf den Herrn hoffet mein Herz. Und mir ist geholfen. Und mein Herz ist fröhlich, Und ich will ihm danken mit meinem Liede. Wenn ich rufe zu Dir, Herr, mein Hort, So schwei⸗ ge mir nicht. Halleluja. Halleluja. Singet fröhlich Gotte, der unsre Stärke ist. Jauchzet dem Gott Jakobs. Halleluja. Halleluja. 12. S. u. T. Intr. Eile, Gott, mich zu erretten,‚ Herr, mir zu helfen. Es müssen sich schämen und zu schanden werden, Die nach meiner Seele stehen. Sie müssen zurückkehren und„gehöhnet werden,‚ Die mir Übels wünschen. Grad. Ich will den Herrn loben allezeit, Sein Lob soll immerdar in mei⸗ nem Munde sein. Meine Seele soll sich rüh⸗ men des Herren, Daß die Elenden hören und sich freuen. Halleluja. Halleluja. Herr Gott, mein Heiland, Ich schreie Tag und Nacht vor Dir. Halleluja.! Halleluja. 13. S. u. T. In tr. Geden⸗ ke, Herr, an Deinen Bund. Laß den Geringen nicht mit Schanden davon gehen. Mache Dich auf, Gott, und führe aus Deine Sache, Und vergiß nicht des Geschreies Deiner Feinde. Gott warum verstößest Du uns so gar? I Und bist so grimmig zornig über die Schafe Deiner Weide. Grad. Gedenke, Herr, an Deinen Bund; Laß den Ge⸗ ringen nicht mit Schanden davon gehen. Mache dich auf, Gott, Und führe aus Deine Sache. Gedenke an die Schmach, Die Dir täglich von den Thoren widerfähret. Halleluja. Halleluja. Herr Gott,! Du bist unsre Zuflucht für und für. Halleluja. Halleluja. 14. S. u. T. Intr. Gott, unser Schild, schaue doch; siehe an das Reich Deines Gesalbten. Denn ein Tag in Deinen Vorhöfen ist besser, denn sonst tausend. 13 Wie lieblich sind Deine Wohnungen, Herre Zebaoth. Meine Seele verlanget und sehnet sich. Nach den Vor⸗ höfen des Herren. Grad. Es ist gut auf den Herrn vertrauen, Und sich nicht verlassen auf Menschen. Es ist gut auf den Herrn vertrauen, Und sich nicht verlassen auf Fürsten. Halleluja.] Halleluja. Kommt herzu, laßt uns dem Herrn frohlocken,. Und jauchzen dem Hort unsers Heiles. Halleluja.] Halleluja. 15. S. u. T. In tr. Herr, neige Deine Ohren, und er⸗ höre mich, Hilf Du, mein Gott, Deinem Knechte, der sich verläßt auf Dich. Herr, sei mir gnädig, Denn ich rufe täglich zu Dir. Erfreue die Seele Deines Knechtes, Denn nach Dir, Herr, verlanget mich. Grad. Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken, Und lobsingen Deinem Na⸗ men, Du Höchster. Des Morgens Deine Gna⸗ de, Und des Nachts Deine Wahrheit verkündigen. Halleluja. Halleluja. Denn der Herr ist ein gro⸗ ßer Gott; Und ein großer König über alle Götter. Halleluja. Halleluja. 16. S. Intr. Herr, sei mir gnädig, denn ich rufe täglich zu Dir‚ Denn Du, Herr, bist gut und gnädig. 14 Von großer Güte allen, Die Dich anrufen. Herr, neige Deine Ohren, und erhöre mich, Denn ich bin elend und arm. Grad. Die Heiden wer⸗ den den Namen des Herrn fürchten, Und alle Könige auf Erden Deine Ehre. Daß der Herr Zion bauet, Und erscheinet in Seiner Ehre. Halleluja.] Halleluja. Singet dem Herrn ein neues Lied, Denn er thut Wunder. Halleluja.] Halleluja. Michaelistag. Intr. Lobet den Herrn, ihr Seine Engel, ihr starken Helden, Die ihr Seinen Befehl ausrichtet. Daß man höre Die Stim⸗ me Seines Wortes. Lobe den Herrn, meine Seele; Und was in mir ist Seinen heiligen Namen. Grad. Lobet den Herrn, ihr Seine Engel, ihr starken Helden, Die ihr Seinen Be⸗ fehl ausrichtet. Halleluja.] Halleluja. Lobe den Herrn, meine Seele; Und was in mir ist Seinen heiligen Namen. Halleluja. Halleluja. 17. S. n. T. Intr. Herr, Du bist gerecht, und Dein Wort ist recht.] Handle mit Deinem Knechte nach Deiner Gnade. Wohl die denen, ohne Wandel leben, Die im Ge⸗ setz des Herren wandeln. Grad. Wohl dem Volk, des der Herr sein Gott ist, Das Volk, das er zum Erbe erwählet hat. Der Himmel ist durch das Wort des Herrn gemacht, Und alles sein Heer durch den Geist Seines Mundes. Halleluja.] Halleluja. Herr, höre mein Gebet,‚, Und laß mein Schreien zu Dir kommen. Halleluja.] Halleluja. 18. S. n. T. Intr. Herr, vergilt Denen, so auf Dich harren, Daß deine Propheten wahrhaftig erfunden werden. Erhöre das Gebet Deines Knechtes,] Und Deines Vol⸗ kes Israel. Ich freue mich des, das mir geredet ist, Daß wir werden ins Haus des Her⸗ ren gehen. Grad. Ich freue mich des, das mir geredet ist, Daß wir werden ins Haus des Herren gehen. Es müsse Friede sein in⸗ wendig in deinen Mauern, [Und Glück in deinen Pa⸗ lästen. Halleluja. Halleluja. Die Heiden werden den Namen des Herrn fürchten, Und alle Könige auf Erden Deine Ehre. Halleluja.] Halleluja. 19. S. u. T. Intr. Der Herr spricht zu Seinem Vol⸗ e: Ich bin Deine Hülfe. Wenn sie schreien, So will ich hören. Und sie erretten aus aller ihrer Not; Und ihr Herr sein für und für. Höre, mein Volk, mein Gesetz, Neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes. Grad. Mein Gebet müsse vor Dir taugen, Wie ein Räuchopfer. Meiner Hände Aufheben, Wie ein Abendopfer. Halleluja.] Halleluja. Danket dem Herrn und prediget Seinen Namen. Verkündiget Sein Thun un⸗ ter den Völkern. Halleluja. Halleluja. 20. S. u. T. Intr. O Herr, unser Gott, Du bist ge⸗ recht in allen Deinen Werken, die Du thust, Denn wir ge⸗ horchten Deiner Stimme nicht. Nun aber, Herr, gieb Ehre Deinem Namen, Und thue mit uns nach Deiner großen Barmherzigkeit. Groß ist der Herr, und hochberühmt in der Stadt unsers Gottes, Auf Seinem heiligen Berge. Grad. Aller Augen warten auf Dich, Und Du giebst ih⸗ nen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust Deine Hand auf, Und erfüllest alles, was lebet mit Wohlgefallen. Halleluja.] Halleluja. Gott, es ist mein rechter Ernst; Ich will singen und dichten, meine Ehre auch. Halleluja.] Halleluja. 15 2I. S. u. T. Intr. Herr Gott, Du bist der allmächtige König: Es steht alles in Deiner Macht. Und Deinem Willen Kann niemand widerstehen. Denn Du hast Himmel und Erde gemacht. Du bist aller Herr. Wohl denen, die ohne Wandel leben, Die im Ge⸗ setz des Herren wandeln. Grad. Herr Gott, Du bist unsre Zuflucht für und für; CEhe denn die Berge worden, Und die Erde und die Welt geschaffen worden, Bist Du, Lath von Ewigkeit zu Ewig⸗ eit. Halleluja.] Halleluja. Da Israel aus Agypten zog, Das Haus Jakobs aus dem fremden Volke. Halleluja.] Halleluja. 22. S. u. T. Intr. So Du willst, Herr, Sünde zu— rechnen: Herr, wer wird be⸗ stehen?! Denn bei Dir ist die Vergebung, Gott JIsraels. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir; Herr, höre meine Stimme. Grad. Siehe, wie fein und lieblich ist es, Daß Brüder einträchtig bei ein⸗ ander wohnen. Wie der köstliche Balsam ist,. Der vom Haupt Aarons herab fließt in seinen ganzen Bart. Halleluja.] Halleluja. Die den Herrn fürchten, 16 hoffen auf den Herren,. Der ist ihre Hülfe und Schild. Halleluja.] Halleluja. 23. S. n. T. Intr. Ich weiß wohl, was ich für Ge— danken über euch habe, spricht der Herr, Nämlich Gedanken des Friedens und nicht des Leides. Und ihr werdet mich an⸗ rufen, Und hingehn und mich bitten. Und ich will euch erhören. Und ich will euer Gefäng⸗ nis wenden. Und euch sammeln aus allen Völkern, Und von allen Orten. Herr, der Du bist vormals gnädig gewesen Deinem Lan⸗ de, Und hast die Gefangenen Jakobs erlöset. Grad. Herr, Du hilfst uns von unsern Feinden, Und machst zu schanden, die uns hassen. Wir wollen täglich rühmen von Gott, Und Deinem Na⸗ men danken ewiglich. Halleluja. Halleluja. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir; Herr, höre meine Stimme. Halleluja. Halleluja. 24. S. nu. T. Intr. Kommt, laßt uns anbeten und knieen,‚ Und niederfallen vor dem Herren, Der uns gemacht hat, Denn er ist unser Gott. Kommt herzu, laßt uns dem Herrn frohlocken,. Und jauchzen dem Hort unsers Heiles. Grad. nach Trin.) 25. S. n. T. Intr. Herr, sei gnädig, denn mir ist Angst; Errette mich von der Hand meiner Feinde. Und von denen, die mich verfolgen; Herr, laß mich nicht zu schanden werden. Denn ich rufe Dich an: Herr, auf Dich traue ich. Laß mich nimmermehr zu schanden werden; Errette mich durch Deine Gerechtigkeit. Grad.(Wie am 23. S. nach Trinitatis.) 26. S. n. T. Intr. Hilf mir, Gott, durch Deinen Na⸗ men, Und schaffe mir Recht durch Deine Gewalt. Gott, erhöre mein Gebet, Vernimm die Rede meines Mundes. Er wird die Bosheit mei⸗ nen Feinden bezahlen, Zer⸗ störe sie, Herr, durch Deine Treue. Grad.(Wie am 23. S. nach Trinitatis.) 27. S. n. T. Intr.: wie am Trinitatisfeste S. 7.)(Hat das Kirchenjahr weniger als 27 Trinitatis-Sonntage, so hat der letzte Sonntag den In⸗ troitus des Trinitatisfestes.) (Wie am 23. S. Druck von C. Bertelsmann in Gütersloh. — — ——.— SSSSS— 2 5— 2— 0 42 19 853