nt. 4— + 7* . X 2 — Neues Gesangbich. fuͤr die Evangelisch⸗Lutherischen Gemeinden in den Kurfuͤrstlich⸗Hessischen Landen. Auf erhaltenes gnaaͤdigstes Privilegium. αÆααÆ Cassel, 13 26. Gedruckt und zu haben in der Hof- und Waisenhaus-Buchdruckerei. Um. Hul. OStessen Junu halt. Erste Abtheilung. Lieder uͤber die christliche Glaubenslehre. J. Enthaͤlt die Lieder von Gott, von Nr. 1— 10. II. Von den Eigenschaften Gottes, Nr. 11— 30. 1. Von der Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes, Nr. 11— 13. Von der Allwissenheit Gottes, Nr. 14. 15. Von der Weisheit Gottes, Nr. 16. 17. Von der Allmacht Gottes, Nr. 18. Von der Allgegenwart Gottes, Nr. 19. SNSESD N AR V 25— 29 Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes, Nr. 20. 21. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes, Nr. 22. Von der Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes, Nr. 9. Von der Geduld und Langmuth Gottes, Nr. 30. III. Von der heiligen Dreieinigkeit, Nr. 31— 34, IV. Von der Schoͤpfung, Nr. 35— 39. V. Von der Vorsehung Gottes, Nr. 40— 60. 4 ö 2 VI. Von IV In halt. VI. Von den Engeln, Nr. 51— 55. VII. Von dem Menschen und seiner Bestimmung, Nr. VIII. Von der Suͤnde und dem Verderben des Menschen, Nr. 61— 65. IX. Von der Erloͤsung des Menschen, Nr. 66— 72. X. Von Christo, dem Erloͤser, Nr. 75— 76. XI. Von der Menschwerdung und Geburt Christi, Nr. 77— 99 1. Advents-Lieder, Nr. 77— 81. 2. Weihnachts-Lieder, Nr. 82— 95. 3. Von der Erscheinung Christi, Nr. 94. 95. 4. Auf die Darstellung Christi im Tempel, Nr. 96. 97. 5. Am Tage Mariä Verkündigung, Nr. 98. 6. Von dem Vorläuferamte Johannis, Nr. 99. XII. Vom Wandel Christi auf Erden, Nr. 100— 102. XIII. Vom dem Leiden, Tode und Begraͤbniß Jesu, Nr. 105— 141. 1. Vorbereitung zur Betrachtung des Leidens Jesu, Nr. 105. 104. 2. Dankbare Erwägung der Leiden Jesu, Nr. 105— 112. 3. Kraft und Trost der Leiden Jesu, Nr. 115.— 114. 4. Gebät zu dem Versöhner, Nr. 115— 118. 5. Die Liebe Jesu in dem Werke der Erlösung, Nr. 119— 122. 6. Das Leiden Jesu am Oelberge, Nr. 125. 121. 5. Gefangennehmung Jesu, Nr. 125. 3. Ueber die Verlassung Jesu von seinen Jüngern, Nr. 126. 9. Das Leiden Jesu vor dem weltlichen Gericht, Nr. 127— 129. 10. Das Leiden Jesu am Kreuz, Nr. 1350— 158. 11. Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu, Nr. 159. 12. Begräbniß Jesu, Nr. 140. 141. XIV. Von der Auferstehung Jesu, Nr. 142— 156. XV. Von der Himmelfahrt Jesu, und seinem Sitzen zur Rechten Gottes, Nr. 157— 164. XVI. Vom heiligen Geiste, Nr. 165— 181. XVII. Vom Worte Gottes, Nr. 132— 195. 1. Von den zehen Geboten insbesondere, Nr. 189. 190 2. Vom Evangelio, Nr. 191— 195. XVIII. Von der Taufe, Nr. 194— 198. 1. Vor und bei derselben, Nr. 194— 197. 2. Nach derselben, Nr. 198. XIX. Vom dedee Inhalt. XIX. Vom heiligen Abendmahl, Nr. 199— 215, tłr. 1. Vor und bei demselben, Nr. 199— 211. 2. Nach demselben, Nr. 212— 215. ö ö en, XX. Von der christlichen Kirche, Nr. 216— 225. 1 XXI. Vom Tode, Nr. 226— 253. XXXII. Von der Auferstehung der Todten, Rr. 254— 260. XXIII. Vom juͤngsten Gericht, Nr. 261— 267. HNr. XXIV. Von der Ewigkeit, Nr. 266— 275. ö ö Zweite Abtheilung. E. Lieder uͤber die christliche Sittenlehre. 103. ö I. Von der Buße und Bekehrung, Nr. 276— 296. 1. Ueberhaupt, Nr. 276— 294. 2. An öffentlichen Bußtagen, Nr. 295. 122. 5. Nach geschehener Bekehrung, Nr. 296. ö‚ II. Vom Glauben und seinen naͤchsten Folgen, Nr. 297— 26.ͤ 307. 120. III. Vom thaͤtigen Christenthum überhaupt, Nr. 3038— 323. IV. Von der Erkenntniß Gottes, Nr. 324— 327. V. Von der Furcht Gottes, Nr. 328— 330. VI. Von der Liebe und Treue gegen Gott, Nr. 331— zur 333. VII. Von der Freude an Gott, Nr. 334— 336. VIII. Vom Gehorsam gegen Gott, Nr. 337. 338. ILX. Vom Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen, Nr. 359— 354. X. Vom Gebaͤte, Nr. 355— 562. XIl. Vom Lobe Gottes, Nr, 363— 370. xIlI. Von der Dankbarkeit gegen Gott, Nr. 371— 581. XIII. Von den Gesinnungen gegen den Erloͤser, Nr. 332 — 392. Bom*5 XIV. Von VI In halt. XIV. Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Nr. 395— 398. XV. Von der Selbstliebe, er. 399. 400. XVI. Von der Sorge fuͤr die Seele, Nr. 401— 404. XVII. Von der Sorge fuͤr den Leib, Nr. 405— 408. V. V V XVIII. Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf, Nr. 409— 415. XIX. Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Guͤter, Reichthum, Ehre und dergleichen, Nr. 4⁴⁴— 447. 4.—. 5——5 rechten Gebrauch des Lebens, Nr. 418— 421. XXI. Von der Zufriedenheit, Nr. 42 2—426. XXII. Von der Geduld, Nr. 427— 439. XXIII. Von der Liebe des Naͤchsten, 440— 445. XXIV. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit, Nr. 446. 47 447. XXV. Von der Sanftmuth und Versoͤhnlichkeit, Nr. 448— 454. XXVI. Von der Dienstfertigkeit Barmherzigkeit und Leut⸗ eligkeit, Nr. 455— 458 XXVII. Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftig 459. 460. XXVIII. Von der Freundschaft, Nr. 461. 462. XXIX. Von der Gluͤckseligkeit wahrer Christen, Nr. 463— 472. Dritte Abtheilung. Lieder fuͤr besondere Zeiten, St 4 Vorfaͤ aͤlle. I. Von dem oͤffentlichen Gottesdienste, Nr. 473— 485, 1. Beim Anfange desselben, Nr. 475— 481. 2. Beim Schlusse desselben, Nr. 482. 465. II. Von der Feier des Sonntags, Nr. 404—.487. III. Bei der Katechismus-Lel hre/ Nr. 488. 489. IV. Bei der Confirmation junger r Christen, Nr. 490. 492• V* Fuͤr X. X. X. XI XX XX ö Inhalt. VII 2 2. V. Fuͤr die Obrigkeiten und Unterthanen, Nr. VI. Bei Einfuͤhrung eines neuen Prediger VII. Bei Einsegnung neuangehender Eheleute, Nr. 496. 4 97.* VIII. Fuͤr Eltern und Kinder, Nr. 498— 501. XX. Fuͤr Herrschaften und Gesinde, Nr. 502. 503. * Zuͤr Mte, Juͤnglinge, Jungfrauen, Witwen und Wai⸗ —.ᷣ5ͥrW sen, Nr. 504— 508. 21 XI. Neujahrs⸗Lieder, Nr. 509— 514. XII. Von den vier Jahreszeiten, Nr. 515 1. Vom Frühling, Nr. 515. 2. Vom Sommer, Nr. 516. 46 5. Vom Herbst, Nr. 517. —R— 4. Vom Winter, Nr. 518. ö — XIII. Morgenlieder, Nr. 519—532. XIV. Abendlieder, Nr. 555— 542. I. Abendlieder überhaupt, Nr. 535— 540, 2. Abendlied am Sonnta ge, Nr. 541. Nr. 5. Abendlied am Ende der Woche, Nr. 512, 2 1. Vor der Reise, Nr. 515. 2— 3. Mach glücklich vollbrachter Reise, Nr. 544. XVI. Vor und bei der Erndte, Nr. 545— 551, Bei sparsamer Erndte, Nr. 551. ö XVII. In allgemeiner eoth, Nr. 552— 554. XVIII. Witterungs⸗Lieder, Nr. 555— 558. 1. Um Regen, Nr. 555. 2. Nach erhaltenem Regen, Nr. 556. V 3. Um Sonnenschein, Nr. 557. 1 4. Nach erlangtem Sonnenschein„Nr. 558. 492—494. 8, Nr. 495. Nr. —518, ‚.....eitteeee‚eeeeeee XIX. Bei Feuersnoͤthen, Nr. 559. 560 1. Für Abgebrannte, Nr. 559. 2. Nach der Feuersgefahr, Nr. 560. XX. Beim Gewitter, Nr. 561— 563. Nach dem Gewitter, 563. ö XXI. In Wassersnoth, Nr. 564. 565. ö Nach geendigter Wassersnoth, Nr. 565, ö 5 Inhalt. Nr. 568. 569. VIII XXII. In Kriegszeiten, Nach erlangtem Frieden, XXIII. In Theurung, Nr. 570. ä XXIV. Bei gefaͤhrlichen Seuchen, Nr. 571. XXV. In Krankheiten, Nr. 572— 581. Nach der Genesung, Nr. 581. XXVI. In Todesnoͤthen, Nr. 582— 588. Fürbitte für einen Sterbenden, Nr. 508. XVVII. Bei Begraͤbnissen, Nr. 589. 590. —4 II Q Erste Abtheilung. Lieder uͤber die christliche Glaubens⸗Lehre. 1. Von Gott. Mel. Nun danket alle gott ec. nbetungswürd'ger gott, „Mit ehrfurcht stets zu nennen! Du bist un⸗ endlich mehr, Als wir begreifen können: Oiflöße meinem geist Die tiefste demuth ein, Und laß mich stets vor dit Voll ehrerbietung seyn! 2. Du riefst dem, das nicht war, Um lust und seligkeiten Aufs man⸗ nigfaltigste Um dich her auszubrei⸗ ten. Die liebe bist du selbst, Ver⸗ stand und rath sind dein; Und du gebrauchst sie gern, Zu segnen, zu erfreun. 3. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: werde! Ent⸗ stand dein großes werk, Der him⸗ mel und die erde. Mit deinem kräft'⸗ gen work Trägst du die ganze welt, Und deine macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der herren herrz Der erde majestäten Sind, höchster, vor dir staub; Auch geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, Deß hoheit muß bestehn 5., Wer hat dich je gesehn? Wer kann im fleisch dich sehen? Kein sterblich auge reicht Bis zu den lichteshöhen, Von welchen du mit huld Auf deine schöpfung blickst, Und alles, was da lebt, Erfreuest und beglückst. 6. Ja, hier erkennen wir Dich nur sehr unvollkommen; Wird aber der⸗ maleinst Der vorhang weggenom men,;, Der dich, unendlicher, Noch unserm blick verschließt: Dann sehn wir heller ein, Wie herrlich du, gott, bist. 7 Indeß sey auch schon jetzt Dein ruhm von uns besungen. Ver⸗ schmähe nicht ein lob Von äußerst schwachen zungen! Dort soll, wann wir dereinst In hellerm licht dich sehn, Auch stärker unser lied Dich, großer gott, erhöhn. Mel. Sey lob und ehrẽ dem hoöchst. ꝛc. 2 Der herr ist gott und keiner mehr: Frohlockt ihm, alle frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, So herrlich, so vollkom⸗ men? Der herr ist groß! sein nam' ist groß! Er ist unendlich, grenzen⸗ los In seinem ganzen wesen. A 2. Er 2 Erste Abtheilung. 2—. 2. Er ist und bleibet, wie er ist! Wer strebet nicht vergebens, Ihn auszusprechen? wer ermißt Die dauer seines lebens? Wir men⸗ schen sind von gestern her; Eh noch die erde war, war er, Noch eher, als die himmel. 5. Des ew'gen thron umgiebt ein licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle himmel nicht, Die seine kraft erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner werke wundern. 4. Wir sind allein durch seine kraft Das, was wir sind und werden! Er kennet alles, was er schafft, Im himmel und auf erden. Bei ihm ist weisheit und verstand, Und kraft und stärke; seine hand Um⸗ spannet erd und himmel. 5, Ist er nicht nah? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller wege? Wo ist die nacht, da sich dem herrn Ein mensch verbergen möge? Um⸗ sonst hüllt ihr in finsterniß, Was ihr beginnt; er siehts gewiß, Er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den weltbau ohne dich, O herr, vor seinem falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein aufsehn über alle! Du bist voll freundlichkeit, voll huld, Barm⸗ herzig, gnädig, voll geduld, Ein vater, ein verschoner! v Unsträflich bist du, heilig, gut, Und reiner, als die sonne. Wohl dem, der deinen willen thut; Denn du belohnst mit wonne; Du hast unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig seyn; Hast freuden, gott, die fülle. 3. Dir nur gebühret lob und dank, Anbetung, preis und ehre. Kommt, werdet gottes lobgesang, Ihr alle, seine heere! Der herr ist gott, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, So herrlich, so vollkommen? Mel. Dreieinigkeit, der gottheit ꝛc. oder: Eigne Melodie Nr. 1. der hinten angedruckten. Frhabner gott, was reicht an deine größe; Denk ich an dich, so findt sich meine blöße; Ich fühle, herr, daß du unendlich bist, Und daß umschränkt mein forschend denken ist. 2, Du wohnst im licht, dazu kein mensch kann kommen: Was ists, das wir von deinem ruhm vernom⸗ men? Ach nur ein theil von deiner majestät, Die über alles dich, o gott erhöht. 3. Dein ew'ges seyn, dein ganz vollkommnes wesen; Das, was du wirkst, und was dein rath erlesen, Ist viel zu hoch für menschlichen verstand: Von engeln selbst wirst du nie ganz erkannt: 4. Wie sollt ich denn, ich staub, mich unterwinden Unendlicher, dich völlig zu ergründen? O mache mich von solchem dünkel frei, Daß mir dein woͤrt des glaubens richtschnur sey. 6. Mein eigner geist kann sich leicht hintergehenz Dein wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich wesen nicht: So gnüge mir davon dein unterricht. 64 Von dir, durch dich, zu dir sind alle dinge: Gieb, daß ich dir mich selbst zum opfer bringe. Be⸗ greif ichs nicht, wie du die welt regiersti So sey mirs gnug, daß du mich selig führst. 5. Einst wirst du dich mir näher offenbaren; Einst werd ich mehr von deinem rath erfahren: Wenn ich nur dem, was mich dein wort gelehrt, Geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit ehrfurcht vor dir wandle; In allem thun nach deinem willen handle z Zufrieden sey wie du mich hier regierst, Bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werde ich dich im hellern lichte sehen, Und, froh in dir, dein ewig 8 eit ꝛc, der cht an ch an Ich bist, schend 1kein ists, nom⸗ deiner ich, o ganz has du rlesen, hlichen wirst staub, r, dich emich ß mir schnur h leicht wahr, osch ich t: So icht. zu dix ich dir * Be⸗ welt daß näher mehr Wenn wort „und furcht unach en sey is dü ihrst. llern dein ewig I. Von Gott. 3 ewig lob erhöhen: Herr! du bist groß und zeigst es mit der that, Un⸗ endlich groß an huld, an macht und rath. Mel. Christ, unser herr, zum ꝛc. Gelt, mache du mich selbst be⸗ 4. reit, Vor deinen thron zu treten, Und deine große herrlichkeit Voll ehrfurcht anzubeten: Laß, herr, vor deinem angesicht Mein herz sich deiner freuen, Und einen strahl von deinem licht Die sinsterniß zerstreu⸗ en, Die mich hier noch umgiebet. 2. Du bist der herr, und keiner mehr; Nichts sind der heiden götter. Nur dir gebühret preis und ehr;z Kein helfer noch erretter Ist außer dir: laß mich allein Auf dich, oherr, vertrauen, Mein ganzes leben dir nur weihn, Mein glück blos auf dich hauen, Und dich niemals verleugnen. 3. Du bist der höchstvollkommne geist, Der vater aller geister; Dich preiset, was vernünftig heißt, Als seinen herrn und meister: Laß mei⸗ ner seele hohen werth Mich diese tu⸗ gend lehren, Daß ich, wie es dein wort begehrt, Dich möge kindlich eh⸗ ren, Im geist und in der wahrheit. k. Du bist, o gott, von ewigkeit, Und wirst allzeit bestehen; Es blei⸗ bet deine herrlichkeit, Wann him⸗ mel selbst vergehen. Laß von der erde eitlem tand Mein herz sich stets erheben Zu meinem wahren vater⸗ land, Und mich nach dem recht stre⸗ ben, Was ewig mich erfreuet. 5. O gott, was seyn wird, ist und war, Und was wir thun und dich⸗ ten, Das ist dir alles offenbar; Du wirst einst alles richten. Laß mich dein helles auge scheun, Aufrichtig vor dir wandeln, Und, deines bei⸗ falls mich erfreun, Auch dann recht⸗ schaffen handeln, Wann finsterniß mich decket. 6. Unendlich ist, herr, deine macht, Zu retten, die dich lieben, Und wenn der frevler dich verlacht, Auch straf⸗ recht auszuüben: Gieb, daß mich deiner allmacht schutz Stets, als ein schild, bedecke; Mich auch nicht menschen-grimm und trutz, Nur dein gericht erschrecke: Du stra⸗ fest leib und seele. 7. Voll höchster weisheit bist du, gott! Kein mensch kann sie ergrün⸗ den. Umringt uns allenthalben noth, Du, herr, weißt rath zu finden: Be⸗ wahre mich, daß ich mich nicht Mit bangen sorgen quäle. Gieb, daß ich dirmitzuversicht Mein wohlund weh befehle, Und kindlich auf dich traue. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, Und kannst nichts böses leiden; Wer sagen will, er sey dein knecht, Muß jede sünde meiden: Gieb, daß ich mich der heiligkeit Mit rechtem ernst befleiße, Nachjage der rechtschaffen⸗ heit, Und deine wege preise, So wunderbar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig, gott, und gut, Vergiebst die schuld dem sünderz Erbarmst dich, wie ein vater thut, Von herzen deiner kinder: Laß rei⸗ chen trost, von deiner huld, In mei⸗ ne seele fließen; Und laß mich nach bereuter schuld Auch wieder ruh ge⸗ nießen, Und dann vorsichtig handeln. 10. Gott, dessen wahrheit stets be⸗ steht: Wohl denen, die dir gläuben! Wann erd und himmel einst vergeht, Wird dein wort ewig bleiben: Gied, daß ich fürchte dein gericht, Und al⸗ les, was du dräuest; Auch hoffe, was dein wort verspricht, Daß du mirs gern verleihest: Wer hofft, wird nicht zu schanden. 11. Gott, wenn ich dich so kenn? und ehr', Dein wort zum grunde setze Erfreu'ich mich darüber mehr, Als über alle schätze; Bis ich dort dich, mein heil und licht! Vollkom⸗ mener erkenne, Von angesicht zu an⸗ gesicht Dich schaue, dich erkenne, Und unaufhörlich lobe. Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. oder: Eigene Melodie N. 2. — Cest auch ein gott? wer darf 2. noch also fragen? Hört man nicht laute stimmen, die es sagen 2 A 2 Es + 4 + Erste Abtheilung. Es zeigen schrift, vernunft und kreaturen, Der Gottheit spuren! 2. Sieh um dich her! sieh himmel, länder, meere; Sieh der geschöpfe unzählbare heere! Schließ von dem bau und vom verstand der geister, Auf ihren meister. 3. O! sieh hinauf zu den gestirnten höhen, Wo welten sich in ihren krei⸗ sen drehen, Und von der bahn, ihr jahrsziel zu erreichen, Kein haar⸗ breit weichen. K. Sieh! wie die sonne jahr und tage theilet, Wie auch der mond durch seine laufbahn eilet, Und wie durch beide tag und nacht der erde Regieret werde. 5. Was machts, daß diese ord— nung stets vorhanden, Und un⸗ verrückt jahrtäusende bestanden 2 Kannst du der gottheit daseyn, kraft Und wesen Nicht darin lesen? 6. Sieh, mensch, du edler unter kreaturen! Sieh an dir selbst der gottheit klare spuren! Kannst du mit wahrheit dich verständig nen⸗— nen, Und gott mißkennen 2 7. O sünder! frag das nagende gewissen: Ist denn ein gott? o fühl doch in den bissen, Die du empfindest, fühl bei böser sache Den herrn der raͤche. 8. Doch nicht genug: es ist ein gott, zu sagen. Oft leugnets doch der mensch durch sein betragen, Wenn er, als wär kein gott, in sün⸗ den wandelt, Und gottlos handelt. 9. Du sagst: gott ist und kennt mein ganzes leben. Bist du ihm denn 19. Laß uns dein wort den weg der wahrheit lehren, Uns zeigen, wie wir dich stets recht verehren, Bis du uns einst zum himmel wirst erheben, Bei dir zu leben. Mel. Wach auf, mein herz, und ꝛc. 6 O gott, aus deinen werken * Kann ich dein daseyn mers ken; In allen kreaturen Find ich der gottheit spuren. 2. Das große weltgebäude, Dein ruhm und meine freude, Ruft in viel tausend ehören: Gott ist! gott mußt du ehren! 3. Wer sprach es, daß die erde, Und daß der himmel werde? Wer sprach es, daß im meere Des was⸗ sers sammlung wäre? 4. Wer ließ in jenen höhen Das sternenheer entstehen? Wer hieß des donners brüllen Die welt mit furcht erfüllen? 5. Du bists, gott: deine werke Erzählen deine stärke Und deine wei— se güte Dem achtsamen gemüthe. 6. Das würmchen in dem staube, Die bunte raup am laube, Das gras, die schlanken halmen, Sind deines ruhmes psalmen. ö 7. Herr, du bist hoch erhoben, Und ewig hoch zu loben, Wenn aͤuch der sünder rotten Dich leugnen und verspotten. 3. Laß alle, die dich kennen Und dich mit ehrfurcht nennen, Und die dir fest vertrauen, Dein gnädig antlitz schauen. Mel. Aus meines herzens grunde. auch recht zum dienst ergeben? Ist dank und gegenliebe im Gemüthe Für seine güte? ö 10. Im wohlstand trotzig, zaghaft in beschwerden, Vergötterst du oft dinge dieser erden, Machst gold zum trost, hältst fleisch für deinen ret⸗ ter; Elende götter! Schvingt, heilige gedanken, 7. Euch von der erde los! Goͤtt, frei von allen schranken, Ist unaussprechlich groß. Er ist ein geist! lobsingt Vor seinem ange⸗ sichte! Gott wohnt in einem lichte, zu dem kein guge dringt. 2. Kein mensch kann ihn erreichen, 11. O hilf uns, gott, doch dei⸗Kein endlicher verstand. Wer darf nen heil'gen willen Mit redlichkeitssich ihm vergleichen? Wer hat ihn und herzenslust erfüllenz Sonst ganz erkannt? Macht euch von ihm werden wir, beim ruhm des glau⸗kein bild! Wer kann den höchsten se⸗ bens lügen, Uns selbst betrügen. hen, —— nweg ßzeigen, ehren, wirst nd ꝛc. verken umer⸗ ich der Dein tuft in gott erde, Wer 6was⸗ n Das hieß It mit werke ewei⸗ üthe. taube, Das Sind „ Und ch der und AUnd id die nädig nde. üken, los! Ist ein nge⸗ chte, hen, darf ihn ihm se⸗ en, I. Von Goit. 5 hen, Ob er gleich alle höhen und jede tief' erfüllt? 3. Die sonn in hoher ferne Mag strahlenreicher glühn; Glänzt heller noch, ihr sterne! Was seyd ihr gegen ihn? Ihr seyd mit eurer pracht, In eurem schönsten lichte, Vor seinem angesichte Noch dunkler, als die nacht. 4. Wie sollen wir dich nennen, Dich, schöpfer der natur? Was wissen wir? wir kennen Nicht halb die kreatur, Die du hervorgebracht; Und du bist doch viel größer Und unaussprech— lich besser, Als werke deiner macht. 5. Von dir strömt alles leben; Du bist der reinste geist: Hast alle kraft gegeben Dem engel, der dich preist. Zu deines namens ehr Ertönen lob⸗ gesänge In seiner brüder menge, Im ganzen himmelsheer. 6. Stimm in der engel chöre, O meine seele! auch; Sey voll von sei⸗ ner ehre, Du, seines odems hauch! Dies, dies ist dein beruf. Auf! wid⸗ me deine kräfte Dem würdigsten ge— schäfte, Wozu dich gott erschuf. 7. Im geiste bet ihn, seele, Bet ihn in wahrheit an! Liebst du des herrn befehle, Wie selig bist du dann! Er hat unsterblichkeit, Und seligkeit und leben: Das alles will er geben Dem, der sich ganz ihm weiht! Mel. Mein gott, das herz ich br. ꝛc. oder: Nun danket all, und bringet ꝛc. oder auch die hinten angedr. Nr. 5. 5 Sintgt unserm gott ein frohes 8. lied! Er ists und keiner mehr. Groß, unaussprechlich groß ner werke zahllos heer Bleibt vor ihm offenbar. ö 5. Deß freuet euch! die lieb ist gott, Das beste seine wahl; Gros seine thaten allzumal Und heilvoll sein gebot. 6. Gerechtigkeit und wahrheit ist Die feste seines throns. Lobt ihn, schen, nicht vergißt. 7. Er kennet uns; er ist mir nah, Im abgrund, in der höh, Wohin ich fliehe, oder geh, Ist er doch immer da. 8. Er ist um mich, vernimmt mein flehn, Schafft meiner seele ruh, Siehts, wann ich sehl und gutes thu Und eilt mir beizustehn. 9. Er wog mir seine gaben dar, Schrieb auf sein buch auch mich Und meiner tage zahl, da ich Noch un⸗ bereitet war. 10. Ihm dank ich alles; nichts ist mein, Das gott nicht angehört. Herr, deine huld, die ewig währt, Soll stets mein loblied seyn. 11. Wer fasset deiner wunder pracht, Die da sind, wenn du rufst? Ein jeder staub, den du erschufst, Verkündigt deine macht. 12. Hell strahlet aus dem kleinsten halm, Gott, deine weisheit her, Und au und hügel, luft und meer Sind deiner ehre psalm. 15. Frohlockend preiset dich das land, Das deine milde tränkt; Und korn und wein und freud empfängt Der mensch aus deiner hand. 144 Herr, ohne deinen willen fällt Kein sperling hin, und ich, Ich freute nicht des trostes mich, Daß der auch des erdensohns, Des men⸗ ist er, Der weltkreis sein gebiet. deine huld mich hält? 2. Groß ist sein nam! er will und 15. Ich fürchte, bleibest du mein sprichts: Da steht voll herrlichkeit, schutz, Gefahr und schrecken nicht, Der welten meng; und er gebeut; Und biete voller zuversicht Der Sie fallen in ihr nichts. ganzen hölle trutz. 5. Licht ist sein kleid; unendlich. reich, Ein meer voll seligkeit; Von Mel. Herzliebster sesu, was hast ꝛc. ewigkeit zu ewigkeit Ist erz wer od.: Ist auch ein gott?ꝰ wer ꝛc. Nr.2. ist ihm gleich? Wann ich, gott meinen geist 4. Er überschaut, was ist und war 9. zu dir erhebe, Dich suche, Im himmel, erd und meer, Und sei⸗ dich zu finden mich bestrebe: So A 5 mußt 6 Erste Abtheilung. mußt du selbst, recht groß von dir rem glück, Umsonst nach trost im zu denken, Die kraft mir schenken. 2. Was ist im himmel, höchster was auf erden, Das so, wie du, ver⸗ dient, erkannt zu werden? Welch wissen ist wohl herrlicher zu nennen, Als dich erkennen? 5. Dich suchen, ist die herrlichste der sorgen; Zwar bist du uner⸗ Doch willst du, wenn wir nur dein licht forschlich und verborgen: nicht hassen, Dich finden lassen. 4. Mit lauter stimme lehren deine werke Uns deine welsheit, deine güt und stärke; Auch hast du selbst, sey hoch dafür gepriesen! Uns unter⸗ wiesen. ö 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn, was du lehrst, wir nur getreu bewahren; Wenn wir, was deine lehren wirken sol— len, Uns bessern wollen. 6. Ach möcht ich, gott, aus allen meinen kräften Dich suchen; auch bei sorgen und geschäften, Mein herz, zu dir mich leichter gufzu— schwingen, Zur andacht bringen! 7. Drum führe durch dein wort doch meine seele, Daß sie den weg zum lichte nicht verfehle; Gieb mir, weil ihre kräfte leicht ermüden, Ernst, lust und frieden. 8. Dann werdich immer besser dich erkennen, Und täglich mehr von dei— ner lieb entbrennen, Dir gern ge⸗ leide. Die lust zu guten thaten flieht „Vor ihm, der seinen gott nicht sieht. Nie fühlet sich sein herz erfreut Von wonne der unsterblichkeit. Gott, un⸗ ser gott! wie jammervoll, wie fürch⸗ terlich Wird unser leben ohne dich! 2. Wenn du nicht bist, wer trägt und hält, Und wer regieret dann die welt? Wer sorgt auch für mein leben? wem danke ich mein leben dann? Wer nimmt bis jetzt sich mei⸗ ner an? Wem kann ich mich ergeben? Verhängniß oder ungefähr Wär dann mein gott; und arm ist der z Dann wär vernunft und freiheit, spott; Und schreckenvoll wär mir der tod! Gott, wahrer gott! Wie graun⸗ voll wird mir deine welt, Wenn nicht dein arm sie führt und hält! 3. Kann ohne dich ein glücherfreun, Für mich ein guth auf erden seyn, Und kann ichs froh genießen? Was hilft mir freiheit und verstand, Was jede wohlthatdeiner hand, Was nützt ein gut gewissen? Bist du nicht, so erfreun sie nie; Ein traum ist ihre lust, wie sie. Die erd ist finsterniß z kein licht Strahlt her von deinem an⸗ gesicht. Kein schutz ist da! Auf tu⸗ gend wartet dort kein lohn; Und hier folgt ihr oft schmach und hohn! 4. Nein! eh ich zweifle, daß du seyst, Unwandelbarer ew'ger geist, Mag mich die welt verspotten! Laut horchen, fröhlich dich erheben, Und, will ich zeugen, daß du bist, Daß gott, dir leben. Mel. Herzlich lieb hab ich dich ꝛc. len un es ein schnöder frevel ist, Dich füh— dich spotten! Mein geist und leib freut sich in dir: Du ewiger, 10 Wdem der leugnet, dab weich nicht von mir! Was sind die 4 gott ist! Sein armes menschenleben ist Ihm leer von edler freude. Sein wilder, lasterhafter leiden dieser zeit Dem, der sich sei⸗ nes gottes freut? Dort im gericht, Wenn erd und himmel untergehn, blick Sehnt sich umsonst nach wah⸗IWird dich der gottesleugner sehn! II. Von den Eig 1. Ewigkeit und Unve Mel. Liebster jesu, wir sind hier. 1 1. G¹e du bist von ewigkeit! zeit: Gieb, daß ich das nie vergesse, Deine majestät und enschaften Gottes. raͤnderlichkeit Gottes. größe Mehrt und mindert keine Nie EEE — rost im n flieht t sieht. t Von kt, un⸗ fürch⸗ e dich! trägt t dann rmein leben hmei⸗ geben? Wär st der z eiheit, nirder graun⸗ Wenn hält! freun, seyn, Was „Was is nützt cht, so st ihre erniß z man⸗ uf tu⸗ Und hohn! aß du geist, Laut Daß st und higer, id die h sei⸗ richt, gehn, ehn! keine: zesse, Nie — II. Von den Eigenschaften Gottes. 7 Nie auf kreaturen baue, Sondern dir allein vertraue. 2. Ewig und unwandelbar Ist dein grenzenloses wissen. Was dir ein⸗ mal wahrheit war, Wirds auch ewig bleiben müssen. Nie kanns dei⸗ ner weisheit fehlen, Nur das beßte zu erwählen. ö 3. Du bist nicht, wie menschen sind, Daß dich etwas reuen sollte; Bleibest immer gleichgesinnt, Und was je dein rathschluß wollte, Weiß dein mächtiges regieren Herrlich auch hinauszuführen. 4. Sünden bist du ewig feind; We⸗ he denen, die sie lieben! Ewig bleibst du derer freund, Die, was recht und gut ist, üben. Lehre mich in allen din⸗ gen Deinen willen treu vollbringen, 5. Immer ist dirs eine lust, Men⸗ schenkinder zu beglücken. Wohl dem, der sich auch mit lust Lernt in deine 5, Du hast vorhin die erde zube⸗ reitet; Dein arm hat, gott, den himmel ausgebreitet; Doch sie ver⸗ gehn, veralten wie ein kleid; Du aber daurst in alle ewigkeit. 4. Das ist der trost, die hoffnung aller frommen: Du schützest sie und läßst sie nicht umkommen. Ihr red⸗ lich herz kann sich stoͤts deiner freun. Du bleibst ihr gott, und sie sind ewig dein. 5. Das sey mein trost in allen trü⸗ ben stunden: Vom tode selbst werd ich nicht überwunden. Nicht er, nur sünd trennt mich, o gott, von dir. Du bleibst mein trost, mein heil, auch ewig mir. ö Miel. Sey lob und ehr dem ꝛc. 13 1 nendlicher, den keine zeit Umschließt mit ihren schranken! Beim anhlick deiner ordnung schicken. Der, der geht auf ewigkeit Vergehn mir die gedanken. sichern wegen Deinen segnungen entgegen. 6, Deine worte trügen nicht, Du, du bist der ewig treue, Der das hült, was er verspricht: Gieb, daß ich mich dessen freue, Und mich, bis ich einst erkalte, Fest an deine wahrheit halte. v. Mag doch dann die welt ver⸗ gehn, Mag mich alles doch verlaf⸗ 7 sen: Du, du bleibst mir ewig stehn. Deine huld wird mich umfassen. Wenn ich einst von hinnen scheide. Ewig bist du meine freude. Mel. Dreieinigkeit, der gottheit ꝛc. Ich sinne nach bewundrungsvoll, Und weiß nicht, wie ichs fassen soll: Du bist und bleibest ewig! 2. Noch ward von keiner sonne licht Durch eine welt verbreitet; Die himmel jauchzten dir noch nicht, Durch deine macht bereitet; Noch war kein land, noch strömt kein meer An hoher berge gründen her: Du aber warst schon ewig! 3. Von ewigkeit her sahest du Die künftge welt entstehen, Und maßest ihre zeit ihr zu, Und sahst sie unter⸗ gehen. Vom engel bis zum wurm herab Wogst jedem du sein schicksal ein od.: Erhabner gott, was ꝛc. Nr. 1. ab, Und nanntest ihn mit namen. Nerr gott, du bist die zu⸗K. Längst steht nun deine schöpfung —* 12. H flucht aller zeiten: Denn da, Von dir bisher erhalten. Einst du bist gott in allen ewigkeiten; Du kommt sie ihrem ende nah; Sie ei⸗ warst es schon, eh erd und himmel let zu veralten. ah Eh du dich noch uns hastswerden viel, Und du bestimmtest ihr ward, geoffenbart. 2. Was bin ich, enteilt dies leben doch von mir und für. Du, höchster! du nur bleibest für dein alter zu: Denn ihrer jahre ein ziel, Mit weisheit und mit güte. herr, was alle 5. Kaum eine stnnd ist es vor dir nenschenkinder? Staub ist vor dir Vom anfang bis zum en der heilige, der sünder. Wie schnell augenblicke leben wir, [deiner hände Niemals nimmt, gott, Raum de. Die werke In aller ewigkeit wirst du Derselbe seyn und bleiben. A 6. Ja, 8 Erste Abtheilung. 6. Ja, du bist ewig, stirbest, nie, Bleibst ewig meiner seele Der sels, den sterbend ich für sie Zur sichern zuflucht wähle. Denn deine gnad und wahrheit ist So ewig als du selber bist: Heil mir, daß ich dir traue! 7. Mein leib ist sterblich, nicht mein geist, Den will ich dir vertrauen: Dein wort, das wahrheit ist, ver⸗ heißt, Er soll dein antlitz schauen. Mein fleisch ruht auch nur kurze zeit: Am erntetag der ewigkeit Wirst du es auferwecken. 8. Wenn alles um mich her ver⸗ geht, Soll ich doch nicht vergehen; Vor deinem thron, der ewig steht, an allem deinem heil, Gott, deinen wahren freunden theil: Auch mir, gewiß mit ihnen! 9. Einst fallen erd und himmel hin An deinem weltgerichte: Dann dank ichs dir, daß ich noch bin, Und wohn in deinem lichte. Dann werd ich ewig, ewig seyn, Mich ewig deiner gnade freun, Und meiner seligkeiten. Die du mir dort willst schenken, Laß mich in dieser kurzen zeit, O gott, mit ernst bedenken! Sie sey mein trost, mein höchstes guth, sie stär⸗ vecht vor dir zu leben! Soll ich auch ewig stehen. Du giebst 2. Allwissenheit Gottes. deutlich dar, Das, was erst noch Mel. Ehrist, unser herr, zum jord.ꝛc. Üwissender vollkommner I4. A geist! Deß auge alles sie⸗ het, Was nacht und abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entzie⸗ het; Es kann vor deinem hellenlicht Sich kein geschöpf verstecken. Was in der finsterniß geschicht, Das weißt du aufzudecken, Und vor gericht zu bringen. 2. Selbst die gedanken kennest du, Eh' sie in mir entstehen, und was ich wünsche, rede, thu, Das kann dein auge sehen. Vor dir ist alles offenbar; Du prüfest herz und nie⸗ ren, Und alle gründe siehst du klar, Die unser thun regieren; Nichts bleibt vor dir verborgen. 3. Was deiner freunde herz begehrt Das weißt du, eh' sie beten, Ihr seufzen wird von dir erhört, Eh sie noch vor dich treten. Was deiner feinde rath beschließt, Das ist dir unverborgen; Dir, der du ihren anschlag siehst, Als wie den lichten morgen, Den keine schatten decken. K. Was nach verfließung vieler zeit, Noch künftig wird geschehen, Das sieht dein auge allbereit Als gegen— wärtig stehen. Dir stellt sich alles soll werden, Und was nun ist, und was einst war Im himmel und auf 5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser welt ver⸗ schwiegen: So wird dein auge künf⸗ tig doch Die finsterniß besiegen. Dein unpartheiisches gericht Wird alles einst entdecken, Was im ver⸗ borgnen jetzt geschicht, Und schande,‚ furcht und schrecken Wird dann die heuchler treffen. 6. Laß mich, o höchste majestät! Dein helles auge scheuen, Das nie kein heuchler hintergeht Mit fal⸗— schen schmeicheleien. Durchdringe kräftig seel und geist Mit deinen heitern blicken. Laß, was geheime schande heißt, Sammt allen bösen tücken, Mich stets sorgfältig meiden. Mel. O gott, du frommer gott. 15 ODit du erforschest mich, Dir bin ich unverborgenz3 Du kennst mein ganzes thun Und alle meine sorgen; Was meine seele denkt, War dir bereits bekannt, Eh' der gedanke noch In meiner seel' entstand. 2. Nie spricht mein mund ein wort, Das 10. Der seligen unsterblichkeit, ke mich mit kraft und muth; Ges erden. Wer sollte dich nicht fürchten?— 9 8 8 deinen ch mir. simmel Dann bin, Dann Mich Und chkeit, n, Laß Ogott, mein stär⸗ Ges noch „und d auf chten? schen ver⸗ künf⸗ egen. Wird ver⸗ ande,‚ udie stät! nie fal⸗ inge inen, eime ösen den. tt. nich, senz Und— eele uint, 6 ner ort, Das II. Von den Eigenschaften Gottes. Das du, o herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; Du ordnest, du beschließest, Was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich; Wie groß ist dein verstand! Wie wun⸗ derbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich Vor dei⸗ nem geiste fliehen? Wo könnt ich je⸗ mals wohl Mich deinem aug entzie⸗ hen? Führ ich gen himmel auf; So bist du, höchster, da; Führ ich zur tief hinab, Auch hier bist du mir nah. K. Nähm' ich auch, schnell zu liehn, Die fittige vom morgen; Selbst an dem fernsten meer Biieb ich dir nicht verborgen: Auch da um⸗ schlösse mich Doch deine allmachts⸗ hand; Denn du bist überall, Und dein ist jedes land. 5. Wollt' ich in finsterniß, Mich deinem aug' entziehen, So sucht ich doch umsonst, Auch da dir zu ent⸗ fliehen: Die dickste finsterniß Ist vor dir helles licht; Die nacht glänzt, wie der tag, Vor deinem angesicht. 6. Du warst schon über mir In meiner mutter leibe; Du bildetest mein herz, Gott, deß ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du Mich wunderbar gemacht, Und meiner, eh ich war, Schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein gebein, Eh ich ans licht gekommen, Da ich im dunkeln erst Die bildung angenom⸗ men; Dein auge sah mich schon, Eh ich bereitet war, Und meiner tage lauf War dir schon offenbar. 3. Was für erkenntnisse, Für köst⸗ liche gedanken! Unzählbar sind sie mir; Denn sie sind ohne schran⸗ ken. Mit ehrfurcht will ich stets Auf dich, mein schöpfer, sehn, Dir folgen und dein lob, So gur ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein gott, Und prüfe, wie ichs meine; Ob ich der wirklich bin, Der ich zu seyn min scheine, Sieh, ob mein fuß vielleicht Sich einem irrweg naht, Und halte mich zurück Auf ebnem sichern pfad. z. Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Eigene Melodie, Nr. 4. 16 Du weiser schöpfer aller * dinge, Der alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, Das nicht nach deiner ordnung geht! Sie ists, die deine große welt In ihrer daur und pracht erhält. 2. Die vielen wundervollen werke, Was unsern augen fern und nah, Steht alles, wie durch deine stärke, So auch durch deine weisheit da. Unendlich, herr, ist dein verstand; Der ganze weltbau machts bekannt. 3. Mit eben diesen meisterhänden, Mit welchen du die welt gemacht, Regierst du auch an allen enden, Was du höchstfrei hervorgebracht; Du brauchst, o unerschaffnes licht! Der menschen rath und beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenom⸗ men, Krönt auch, so bald du willst, die that; Wenn tausend hinder⸗ nisse kommen, So triumphirt dein hoher rath. Den besten zweck wählt dein verstand: Die mittel stehn in deiner hand. 5. Die menge so verschiedner wil⸗ len, Wo jeder seinen weg erwählt, Muß doch den deinen blos erfüllen, Der seines zieles nie verfehlt, Und aller feinde stolzen wahn Als un⸗ vernunft beschämen kann. 5. O weisheit! decke meiner seele Des eigendünkels thorheit auf, Damit sie dich zum führer wähle In dieses lebens ganzem lauf. Ich weiß den weg zur wohlfahrt nicht: Drum leite mich dein sichves licht! 7. Du hast mich durch mein gan⸗ zes leben Bisher aufs weiseste ge⸗ führt. Ja, dir muß ich die ehre ge⸗ ben, Daß du aufs beste mich regiert: A 5 3 10 Erste Abtheilung. O leite mich durch welt und zeit Hin⸗ über in die ewigkeit. Mel. Gott des himmels und der ꝛc. Uerfern sey mir im⸗ 1I7. mer Meines gottes weg und rath, Und die nacht sey ohne schimmer, Digmich hier umschattet hat; Doch ist alles, was er thut, Wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt ich das von gott nur loben, Wo ich rath und weisheit seh? Ists nicht ein geschenk von oben, Wenn ich seinen weg versteh? Frevelt der nicht, welcher klagt, Daß ihm gott mehr licht versaͤgt? 3. Soll ein vater unterlassen, Was dem kinde thorheit ist? Kühner tad⸗ ler! engel fassen Das, wo du im dunkeln bist: Hier sollst du dem herrn vertraun; Und nur glauben, noch nicht schaun. 4. Sollt er zu regiererinnen Seiner werke, seiner welt, Meine lüste setzen? sinnen, Ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er begehrt! 5. Hier in meinem pilgerstande Sey mein theil zufriedenheit! Dortz in meinem vaterlande Wohnt die wahre seligkeit. Führt mein gang zum himmel ein, Mag er immer dunkel seyn. 6. Darum auch auf raͤuhen wegen, Christenseele, klage nicht: Was hier schmerzet, wird dort segnen, Was hier nacht ist, wird dort licht; Und ich faß erst gottes sinn, Wann ich ganz vollendet bin. 4. Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir, gott, nach ꝛc. err! deine allmacht reicht I8. Hso weit, Als selbst dein we⸗ sen reichet. Nichts ist, das deiner herr⸗ lichkeit, Und deinen thaten gleichet. I, Die menge vieler wunder zeigt, Daß, schöpfer! dein nermögen, Weit — 75—„„ über die gesetze steigt, Die die natur bewegen. Du bleibst ihr herr, und ihren lauf Hebst du nach weiser Es ist kein ding so groß und schwer, willkühr auf. Das dir zu thun unmöglich wär. tigs wort Fällt alles dir zu füßen. Du führest deinen anschlag fort Bei allen hindernissen. Du winkst, so stehet plötzlich da, Was vorher noch kein auge sah. 3. Du hast dein großes schöpfungs⸗ werk Allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein augenmerk, Und wird durch dich regieret. Noch im⸗ 5. Was für ein wunder deiner 2. Du sprichst, und auf dein mäch⸗macht Wird unser aug einst sehen, Wann nach der langen grabesnacht Die todten auferstehen! Wann du von unserm staub den rest Zu neuen körpern werden läßt! 6, Ach zünd in mir den glauben an, Der sich auf dich verlasse. Ist etwas, das ich fürchten kann, Wenn ich dich, herr! umfasse? Gieb, daß ich traue deiner kraft, Die alles merhin besteht die welt, Weil dein kann, und alles schafft, allmächtig wort sie hält. 5. Allgegenwart Gottes. In voriger Melodie. 19. Und wirkst an allen leb und athme nur durch dich; Du u bist, o unermeßlicher, strägst, du unterstützest mich! 2. Was je mein herz empfunden enden! Ich bin, wo ich auch bin, o hat, Was ich verwerf und wähle, herr, In deinen vaterhänden! Ich Der erste trieb zu jeder that, Der stillste nie gewährt, Was ein thöricht herz * auben, einer e lüste , was enn er ht herz stande Dort nt die gang immer vegen, 16 hier Was Und un ich zeigt, Weit natur „ und weiser» deiner sehen, znacht in du neuen zuben Is Wenn „daß Alles II. Von den Eigenschaften Gottes. 11 stillste wunsch der seele, Der leiseste gedank in mir, Gott, alles liegt enthüllt vor dir! 3. Wohl mir, wenn ich durch dei⸗ ne kraft Mein herz zu dir erhebe, Und redlich und gewissenhaft Nach deinem 25 f lebe! Du siehst es, herr, und stehst mir bei, Damit ich immer treuer sey! Kk. Ou kennest sicher und gewiß, Was ich der welt verhehle; Siehst jedes werk der finsterniß, Siehst alle meine fehle; Du z zeigst sie mir, und züchtigst mich—7 meiner beß⸗ väterlich. 5. Du hörst auch meinen leufzern zu, Schaffst, daß mir hülf erscheinez Voll mitleid, vater, zählest du Die thränen, die ich weine; Dein trost erquicket mein gemüth, Und jeder schmerz und kummer flieht. 6. O drück, allgegenwärtiger, Dies tief in meine seele, Daß, wo ich bin, mein herz, o herr, Nur dich zur zuflucht wähle; Daß ich dein heilig auge scheu Und dir zu dienen eifrig sey! 7. Laß ohne falsch und heuchelei Mich alle sünde meiden, Daß ich vor ir unsträflich sey, Im glück und auch in leiden; Weil deine huld so mäch⸗ tig ist, Weil du augegenwärtig bist. 6. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Mel, Es ist gewißlich an der zeit. (& erechter gott! vor dein ge— 20.— richt Muß alle welt sich stellen; Du wirst in ihrem ange⸗ 91 Auch mir mein urtheil fällen. O laß mich jede sünde scheun, Und hier mit ernst beflissen f dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen thron Auf alle menschenkinder; Bestimmest jedem seinen lohn, Dem frommen und dem sünder. Nie siehst du die personen an ud dr allein, was wir gethan, Siehst d gerechter richter! 3. Viel gutes und barmherzigkeit Giebst du schon hier den frommen; Ou schützest sie vor manchem leid, Darein die sünd er 10 8 8 So zei⸗ gest du vor aller. aß dir der eifer wohlgefällt, Den man der tu⸗ gend widmet. k. Ja, herr, du liebst, was recht und gut; Du bist ein freund der frommen. Wer deinen willen gerne thut, Wird von dir aufgenommen; Sein sinn und thun gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht, so wie er soll, Ganz heilig, ganz vollkommen, 5. Doch dem, der dich, o gott, nicht scheut, entweiht, Bist du ein strenger rä⸗ cher, Verachtung, elend, schmerz und hohn, Gewissensmarter sind sein lohn Oftf schon in diesem leben. 6. Und bleibt auch hier viel unge⸗ straft, Viel gutes unbelohnet, So seyn, Vorskommt ein tag der rechenschaft, Der keines sünders schonet. Da stellest du ins hellste licht, Wie recht und billig dein gericht; Dann trium⸗ phirt der fromme. 7. Gerechter etn! laß mich, wie du, Das gute darigl iebenz Gieb sel⸗ „ber mir die kraft dazu, Es willig sauszuuben. Regt sich die sünde noch in mir, So st achf mich die furcht vor dir, Daß ich sie überwinde. 6, Und weil vord dir, gerechter gott, Nur die allein bestehen„Die gläu⸗ big auf des mittlers tod Bei wahrer reue sehen: So laß mich die gerech⸗ tigkeit, Die mich von schuld und straf befreit Im glauben eifrig suchen. Mel. Jesu, deine tiefe wunden. Ge vor dessen angesichte 21* Ehrfurcht billig uns er⸗ füllt! Ew'ges licht, aus dessen lichte Stets die reinste klarheit quillt! Laß doch deine heiligkeit Unsren her⸗ ö Dem frevelnden ver⸗z brecher, Der dein gesetz und recht geben, en jederzeit Kräftige ermuntrung Nach der heiligung zu streben. 2. Hei⸗ 12 Erste Abiheilung. 2, Heilig ist dein ganzes wesen, Denn kein böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, Und so bleibst du für und für. Was dein wille wählt und thut, Ist unsträflich, recht und gut, Und mit deines armes stärke Wirkst du stets vollkommne werke. ö 3. Herr! du willst, daß deine kin⸗ der Deinem bilde ähnlich seyn. Nie hesteht vor dir der sünder; Denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der frommen freund; Uebelthätern bist du feind. Wer beharrt in sei⸗ nen sünden, Kann vor dir nicht gnade finden. 4. O! so laß uns nicht verscherzen, der sünden macht! Denn was sind wir, gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer gott, wie oft wir fehlen? 5, Uns von sünden zu erlösen. reinige vom bösen Durch ihn unsern ganzen sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, Gieh uns deinen guten geist, Daß er unsern geist regiere Und zu allem guten führe. 6. Keiner sündlichen begierde Blei⸗ be unser herz geweiht! Unsers wan⸗ dels größte zierde Sey rechtschaffne heiligkeit! Mach uns deinem bilde Was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine herzen! Tödt in uns gleich! Denn zu deinem himmelreich Wirst du, herr! nur die erheben Die im glauben heilig leben. 7. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Mel. Wer nur 2 n gott ꝛc. och nie hast du dein wort 22. N gebrochen, Nie beinen bund, o gott, verletzt; Du hältst getreu, was du versprochen, Voll⸗ führst, was du dir vorgesetzt. Wenn erd und himmel auch vergehn, Bleibt ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein mensch, daß dich gereue, Was uns dein mund ver⸗ heißen hat; Nach deiner macht, nach deiner treue Bringst du, was du versprichst, zur that. Scheint die er⸗ füllung gleich noch weit, So kommt sie doch zur rechten zeit. 5. Und wie du das unfehlbar gie⸗ best, Was deine huld uns zuge— dacht: So wird, wenn du vergel⸗ tung ühest, Dein drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o gott, beharrlich haßt, Fühlt deiner strafe schwere last. 4. O drücke dies tief in mein her⸗ Gieb, daß ich nie leichtsinnig scherza Mit deiner strafgerechtigkeit; Nie werde das von mir gewagt, Was dein befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem glauben Dem worte deiner gnade traun. Wer kann den trost uns je⸗ mals rauben, Den wir auf dein versprechen baun? Du bist ein fels, dein bund steht fest; Wohl dem, der sich auf dich verläßt! ö 6. Wie stark sind unsers glaubens gründe! Hier ist dein wort, das niemals trügt; Und daß dies allen beifall finde, Hast du den eid hin⸗ zugefügt. Wahrhaft'ger! was dein mund beschwört, Ist völlig unsers glaubens werth. 7. Erwäge dies, o meine seele! Und trque gott, der's treulich meint. Sey gern, nach seines worts befehle, Dey wahrheit freund, der lügen feind, ze, Daß es vor jeder sünd sich scheut; Beweise dich als gottes kind, Dem treu und wahrheit heilig sind. 8. Liebe, Gabst du deinen sohn dahin. O! so us sind heilig, d wer 6 wie clösen. O! so nsern selbst egiere Blei⸗ wan⸗ thaffne bilde elreich eben II. Von den Eigenschaften Gottes. 13 Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. od.: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. ir, gott, dir will ich froͤh⸗ 23. lich singen, Dir, dessen freude wohlthun ist! Dir will ich dank und ehre bringen, Dir, der du gut und freundlich bist. Ja, gott, du bist ganz gnad und treu, Gieb, daß mein herz ganz freude sey. 2. Dich preisen alle engelheere, Dir singen die verklärten dank. Dir herrscher, brausen wind und meere; Ihr brausen ist dein lobgesang. Die ganze schöpfung ruft mir zu: Es sey kein solcher gott, wie du. 3. Dir, höchster, ist nichts zu ver⸗ gleichen; Denn deine güte reicht so weit, Als über uns die wolken rei⸗ chen, Von ewigkeit zu ewigkeit. Kein wurm kriecht unbemerkt da⸗ hin: Du siehst, erhältst und schützest ihn. 3. Auch, vater, hast du mein gemü⸗ the, Durch manche gnaͤdengab' er⸗ freut: O gieb mir auch nach deiner güte Den trieb zur frohen dankbar⸗ keit. Lehr' alles das, was in mir ist, Froh rühmen, daß du gnädig bist. 5. Wer schuf die seel und ihre kräfte, Gedächtniß, willen und verstand? Wer segnet des berufs geschäfte? Wer stärkt die arbeitsame hand? Wer schützte mich vor der gefahr, Die unsichtbar mir nahe war? 6. Wer fristet meine lebenstage? Wer krönet sie mit lust und heil? Du, vater, thusts: drum seele, sage: Gott, du bleibst ewiglich mein theil. Von ganzem herzen liebst du mich, Von ganzem herzen preis' ich dich. 7. Dir will ich fernerhin vertrauen, Denn du hast mir stets wohlgethan. Ich will mit glauben auf dich schau⸗ en, Schau mich mit vaterblicken an. So geh' ich ruhig durch die zeit, Und fröhlich in die ewigkeit. Mel. Herzliebst. jesu, was hast ꝛc. od.: Ist auch ein gott, wer ꝛc. Nr.2. 2 Jaͤuchzt unserm gott! er ist 4. V von großer güte, Barm⸗ 8s. Liebe, Guͤte und Barmherzigkeit Gottes. herzig, und von duldendem gemi⸗ the; Will denen heil und ew'ge lust bescheren, Die ihn verehren. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern sünden. Und läßt verschö⸗ nend uns das nicht empfinden, Was wir, weil wir ihm unser herz nicht gaben, Verschuldet haben. 3. Hoch ist der himmel über seiner erde, So groß ist auch, daß er gelie⸗ bet werde, Die huld des herrn, bei denen, die ihn lieben, Und gutes üben. 4. So zärtlich sich ein vater seiner kinder Erbarmet, so erbarmt sich gott der sünder, Wenn sie von her⸗ en sich zu ihm bekehren, Ihm treue schwhren. ö 5½ Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen; Er weiß, der mensch ist ein zerbrechlich wesen; Er denkt daran, daß das geschöpf aus erde Doch asche werde. 6. Von ewigkeit zuewigkeiten wäh⸗ ret Die güte gottes dem, der tugend ehret. Ach! leite denn auch mich auf deinem pfade, Du gott der gnade! 7. So werd' ich ewig deiner huld genießen; So wird mein leben sanft vor dir verfließen: So werd' ich dort mit allen engelchören Dich fröhlich ehren. Mel. Es ist das heil uns kommen ꝛc. oder: Eigne Melodie Nr. 5. obsinget gott und betet an! 25. Es daͤnk', es rühm', es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem schöpfer aller dinge! Wie groß, wie schön ist seine kraft! Wie herrlich, wie untadelhaft Sind alle seine werke! 2. Wie schön, wie würdig seiner macht Mit allen ihren heeren Die himmel! wie viel licht und pracht Bestrahlt sie, ihr zu ehren! Das auge sieht sich nimmer satt, Sieht, was es auch gesehen hat, Doch immer neue wunder! 3. Nicht 14 Erste Abtheilung. 3. Nicht wunder für das aug al⸗ lein; Auch wunder für die seele: Damit es ihr, sich zu erfreun, An keiner schönheit fehle. Wie kunst⸗ voll ändert gott sie ab! Dem man⸗ gelt, was er andern gab; Und je⸗ des ist doch herrlich. . Wo ist ein gras; wo nur ein blatt, Ein stäublein auf der erde, Wodurch, o mensch, nicht gottes rath Und kraft verherrlicht werde? O, wie ist seine macht so reich! Was aber deiner trägheit gleich, Daß du's nicht siehst, nicht fühlest? 5. Gab seine macht, die schöpferin, Zum führer deines lebens, Dir dei⸗ nen geist, so manchen sinn, So viel gefühl vergebens? Für wen, für wen, als dich, erschafft, Erhält und schmücket seine kraft So viele große werke? ö 6. Dein gott bedarf nichts; seine hand, Die seine schöpfung schmück⸗ te, Gab dir Empfindung und ver⸗ lust. Drum preist mit frohem triebe Dich unsre dankerfüllte brust. Wie so gar ohne grenzen Ist deine gütig⸗ keit! So weit die himmel glänzen Uebst du barmherzigkeit. Du siehst mit wohlgefallen Auf das, was du gemacht; Und hast auch uns, uns allen, Viel gutes zugedacht. 2. Uns ewig zu beglücken Erschufst du uns und deine welt, Die hier schon zum entzücken So viele wun⸗ der in sich hält; Roch größrer güte proben, Hat für uns deine hand Im himmel aufgehoben, Der wonne vaterland. Dahin uns zu erheben Sandtst du den sohn herab, Der huldreich selbst sein leben Für uns verlorne gab., 3. Wie groß ist deine gnade! Wer ist so reich an huld, als du? Auch auf dem sündenpfade Siehst du uns voller langmuth zu. Du lockest uns zur buße, Und fallen wir gebeugt stand, Damit er dich beglückte. Willst du, o mensch, nicht glücklich seyn? Will sich nicht deine seele freun, Nicht immer froher werden? 7. Er selbst entflammt in deiner brust Die sehnsucht nach vergnü⸗ gen. Er schuf auch quellen, die voll lust Stets rinnen, nie versiegen. Gieb nur auf seine güte aͤcht; Denn seine segenvolle macht Schafft allen wahre freude. 8. Dir wohlzuthun, das ist ihr zielz Laß dich zum dank erwecken! O hätt ich doch genug gefühl, Wie gut er ist, zu schmecken! Ist seiner wohnung vorhof schon So schön; wie wird mich einst sein thron, Wie wird er selbst entzücken! 9. Lobsinget göott und betet an! Es dank, es rühm, es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem schöpfer aller dinge! Wie groß ist unsers schöpfers macht! Wie herrlich, wie untadelhaft Sind alle seine werke! Mel. Nun lob, mein seel, den ꝛce. Voll reue dir zu fuße, Voͤll reu, die beßrung zeugt; So schenkest du uns armen Auch trost an deiner huld, Und tilgest aus erbarmen Die ganze sündenschuld; 2 1 Mit jedem neuen morgen Ist immer deine güte neu! Selbst un⸗ serm wunsch und sorgen Kommst du zuvor mit vatertreu. Du, ursprung aller gaben, Du weißt, was uns gebricht; Und was wir nöthig ha⸗ ben Versagst du keinem nicht, Wie sind doch unsre tage Von deinem wohlthun voll! Selbst ihre last und plage Lenkst du zu unserm wohl. 5., Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, Und bist stets treu geblieben, Wie viel wir wider dich verübt. Mit gnaden uns zu segnen Ist ewig deine lust; Mit dank dir zu begegnen, Sey stets auch unsre lust! Zu ehren deinen willen, Uns selbst zum glück und heil, Ihn freudig zu erfüllen, Sey unser bestes theil! 64 Wer hier auf seinen wegen Dein wort vor augen hat und hält, 56 O gott, du bist die liebe; 2 Uns wohlzuthun ist deine Den setzest zu zum segen Schon hier, triebe Wie ö gütig⸗ glänzen u siehst vas du 6, uns rschufst ie hier wun⸗ r güte e hand wonne rheben / Der ir uns Wer Auch du uns est uns ebeugt lIreu, kest du deiner en Die en Ist st un⸗ nst du prung 5 uns g ha⸗ Wie einem st und ohl. Du d bist wir nuns Mit stets inen und Sey egen ält, chon ier, II. Von den Eigenschaften Gottes. 15 hier, noch mehr in jener welt. Du schaffst ihm selbst aus leiden Den herrlichsten gewinn, Und führest ihn zu freuden, Die ewig währen, hin. Wie groß ist deine güte! Mich ihrer stets zu freun, Laß, gott, auch mein gemüthe Voll liebe zu dir seyn. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. l. o weit nur deine sonnen 27. glänzen, Reicht deine huld, die uns erhält; Reicht über unsers himmels grenzen, O vater, bis zur fernsten welt; Gleich ewi⸗ gen gebürgen währt Die güte, die dein volk verehrt. ö 2. Dir, gott, ist kein geschöpf ver⸗ borgen: Richt eins, vom menschen bis aufs thier; Du würdigst alle deiner sorgen; Sie danken lust und leben dir. Es mag auch klein und niedrig seyn, Dir, gott, ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommen freudigem gemü⸗ the Erheb ich, gott, voll gnade, dich! Wie herrlich ist nicht deine güte! Wie liebst du uns so väterlich; Uns, die wir ohne furcht und graun Stets deinem schutz und segen traun! 4„Mit welchem reichen überflusse Erfüllst du diese welt, dein haus! Du theilst ihn allen zum genusse, So väterlich, so reichlich aus, Und jedes lebens quelle fließt Aus dir, der du das leben bist. 5. Wir sehn, o herr, in deiner sonne, Den segen deiner hüld, dein licht; Entzeuch uns deiner güte wonne, Dein gnadenvolles aufsehn nicht! Herr, deine huͤld erfreue die, Die dich verehren! segne sie! In eigner Melodie. Nr. 6. 28 Vie groß ist des allmächt⸗ — gen güte! Ist der ein mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem gemüthe Den dank er⸗ erstickt, der ihm gebührte Nein, seine liebe zu ermessen, Sey ewig meine größte pflicht. Der herr hat mein noch nie vergessen; Vergiß, mein herz, auch seiner nicht. 2, Wer hat mich wunderbar be⸗ reitet? Der gott, der meiyer nicht bedarf, Wer hat mit langmuth mich geleitet? Er, dessen rath ich oft verwarf. Wer stärkt den frieden im gewissen? Wer giebt dem geiste neue kraft? Wer läßt mich so viel guts genießen? Ists nicht sein arm, der alles schafft? 3. Blick, o mein geist, in jenes le⸗ ben, Für welches du erschaffen bist; Wo du mit herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein recht zu diesen freuden; Durch gottes güte sind sie dein. Sieh, darum mußte christus leiden, Damit du könntest selig seyn. 4. Und diesen gott sollt' ich nicht ehren, Und seine güte nicht ver— stehn? Er sollte rufen? ich nicht hören? Den weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein will' ist mir ins herz geschrieben: Sein wort be— stärkt ihn ewiglich; Gott soll ich über alles lieben, Und meinen näch⸗ sten so, wie mich. 5. Dies ist mein dank; dies ist sein wille: Ich soll ganz liebe seyn, wie er. So lang ich dies gebot erfülle, Stell ich sein bildniß in mir her. Lebt seine lieb in meiner seele, So treibt sie mich zu jeder pflicht; Und ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die sünde nicht. 6. O gott, laß deine güt' und liebe Mir immerdar vor augen seyn. Sie stärk in mir die guten triebe, Mein ganzes leben dir zu weihn: Sie tröste mich in noth und schmer⸗ zen, Sie leite mich zur zeit des glücks; Und sie besieg in meinem herzen Die furcht des letzten au⸗ genblicks. Mel. Sey lob und ehr dem ꝛc. 29.8 Wie viele freuden dank ich 9. dir, Die du mir, herr, verliehen! Und wie viel sünden hast du mir Aus gnaden nicht verzie— hen? 16 Erste Abtheilung. 2 hen! Gott, voll erbarmung und ge⸗ duld, Auch bei der mir verborgnen schuld, Währt ewig deine liebe. 2. Bedenk ich, schöpfer, deine macht, Blick' ich jene ferne, Und überseh des himmels pracht Und sonne, mond und sterne: So bet ich dich voll ehrfurcht an. Was ist der mensch, ruf ich alsdann, Daß du dich sein erbarmest? 3. Dein auge schaͤut auf ihn her⸗ abz So geht er nicht verloren. Nicht för die welt, nicht für das grab Ist er allein geboren. Die welt vergeht mit ihrer lust; Der du den willen gottes thust, Dein glück soll ewig daͤuren. 4. Wann ich erwäache, denk ich dein, Und wann ich schlafen gehe z Denn du, mein vater, kannst vers leihn, was ich von dir erflehe— Drum seufz ich kindlich stets zu dirt Herr, was mir nützet, schenke mir Um deiner güte willen. 9. Geduld und Langmuth Gottes. Mel, Ein lämmlein geht und ꝛc. G'duld gott, wie viel ge⸗ 30. duld Beweisest du uns armen! Wir häufen leider unsre schuld; Du aber dein erbarmen. Was ist des menschen lebenslauf? Er ist verderbt von jugend auf, Und dem gesetz entgegen; Und gleich⸗ wohl, vater, suchst du ihn Langmü⸗ thig davon abzuziehen, Zur beßrung zu bewegen. ö 49— 2. Der menschen elend jämmert dich; Selbst wenn sie sich verstocken So fuchst du sie doch väterlich Durch huld zu dir zu locken. Wie laͤnge fahst und riefest du Nicht ehmals deinem volke zu, Damit es sich be⸗ kehre! Wie trugst du nicht mit gü⸗ tigkeit Die erste welt so lange zeit, Eh sie die fluth verheerte. 3. Noch giebst du fündern zeit und raum, Der strafe zu entgehen; Du läßt den unfruchtbaxen baum Nicht ohne pflege stehen; Du schonest sein von zeit zu zeit, Verziehest vollbarm⸗ herzigkeit, Ihn gänzlich abzuhauenz Du wartest sein mit größter treu, Und hörst, damit er fruchtbar sey, Nicht auf, an ihm zu bauen. K. Langmüthigster! so große huld Bezeigst du frechen sündern; Und ol nicht weniger geduld Hast du mit deinen kindern; Sie werden ja, weil fleisch und welt Hier ih⸗ nen häufig netze stellt, Oft sicher, matt und träge; Sie straucheln, sie vergehen sich, Und fehlen oft⸗ mals wider dich, Auf blind ge⸗ wähltem wege. 5. Da warnst du sie vor der gefahr, So oft sie irre gehen; Reichst ihnen hand und stärke dar, Von sünden aufzustehen; Du trägest sie mit va⸗ terhuld, Bist willig, ihre sünden⸗ schuld Durch ehristum zu verge⸗ bent Giebst ihnen neue tugend⸗ kraft, Und nach vollbrachter pilger⸗ schaft, Ein ewig freudenleben. 6. Laß diese laͤngmuth und ge⸗ duld, Gott, unsre herzen rührenz Nie müß uns deine vaterhuld Zur sicherheit verführen! Trag uns erbarmend fernerhin; Doch gieb uns auch dabei den sinn, Daß wir die sünde hassen, Und uns noch in der gnadenzeit, Den vreichthum deiner gütigkeit Zur beßrung lei⸗ ten lassen. III. Von der heiligen Dreieinigkeit. Bekannte Melodie. llein gott in der höh sey ehr, Und dank sey seiner 31.“ gnade. Er sorget, daß uns nimmer⸗ mehr Gefahr und unfall schade. Uns wohlzuthun ist er bereit! Er will nur EF Ur das Die Der Dein nk ich gehe; st vers rflehe, u dirt ke mir „5. Ich glaub' auch an den heil'gen III. Von der heiligen Dreieinigkeit. 17 nur unsre seligkeit. Erhebet ihn mit freuden! ö ö 2. Ja, vater, wir erheben dich Mit freudigem gemüthe. Du herrschest uUnveränderlich Mit weisheit und mit güte. Unendlich groß ist deine macht, und stets geschieht, was du be⸗ dacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. O jesu christ, des höchsten sohn! Dich, seinen eingebornen, Dich sandte gott vom himmelsthron Zur rettung der verlornen. Du mittler zwischen uns und gott, Hilf uns im leben und im tod; Erbarm' dich unser aller! 4. O heil'ger geist, du geist von gott, Erleuchte, beß re, tröste, Die jesus christ durch seinen tod Zum dienst des herrn erlößte. Auf dei⸗ nen beistand hoffen wir; Ach leit' uns stets, so sind wir hier Und auch einst ewig selig. Mel. Ich glaub' an einen gott ꝛc. 2 Orch glaub' an gott, den eini⸗ gen; Den ewigen; den herrlichen. Der himmel und die er⸗ reißt, den weg des glücks mich leh⸗ ret, Und mich zu gott bekehret. Auch er ist ew'ger wahrer gott! Er tröstet mich in jeder noth, Läßt in der noth der sünden Mich gnad' und rettung finden. Er macht mich fromm und tugendhaft, Und gibt zum guten lust und kraft. Er führet mich zur seligkeit, Zu der, wann gott die welt erneut, Mein leib auch auferstehet. Mel. Wie schön leucht' uns der ꝛc. Vobsinget gott! dank, preis 33. und ehr' Sey unserm gott je mehr und mehr, Für alle seine werke! Von ewigkeit zu ewigkeit Lebt er, und herrschet weit und breit eit weisheit, güt' und stärke. Singet, Bringet Frohe lieder! Fallet nieder! Gott ist herrlich; Unaussprechlich groß und selig. ruhm Sey von uns, deinem eigen⸗ thum, Herr jesu, dir gesungen. Du, mittler zwischen uns und gott, Hast, durch gehorsam bis zum tod, Das de Ward, als er sprach: es werde! leben uns errungen. Heilig, Selig, Er ist mein vater, dessen ruf Auch Ist die freundschaft Und gemein⸗ mich zu seinem dienst erschuf. hat auch mir zum leben, Empfin⸗ dung und vernunft gegeben. Er, groß durch weisheit, güt' und macht, Hat vor der welt an mich gedacht, Bleibt stets mein vater und mein gott, Der für mich sorgt, mir hilft in noth, Mich nähret, mich beschützet. 2. Ich glaub' an jesum, gottes sohn. Er herrscht mit gott, auf ei⸗ nem thron. Er wurde mensch, vom bösen Mich sünder zu erlösen. Er tilgte meiner sünden schuld, Erwarb durch blut mir gottes huld, Und ließ für mich sein leben, Den himmel mir zu geben. Vom tode stand er sieg⸗ reich auf, Und fuhr verklärt zu gott hinauf; Kömmt einst, wann diese welt vergeht, und richtet dann voll majestät Die lebenden und todten. geist, Der mich der finsterniß ent⸗ Er schaft Aller frommen, Die durch dich zum vater kommen. 3. Lobsinget gott! du geist des herrn Sey nie von unserm geiste fern Mit kraft ihn auszurüsten! Du machst uns glaubig, weis' und rein, Hilfst uns getrost und siegreich seyn Im streit mit unsern lüsten, Leit' uns, Stärk' uns, in der freude, Wie im leide, Gott ergeben Und der tugend treu zu leben. In bekannter Melodie. Tir glauben anden ein'gen 34. gott, Schöpfer him— mels und der erden. Er, aller vater, unser gott, Hieß uns seine kinder werden. Er will uns auch stets er⸗ nähren, Jedes wahre guth gewäh⸗ ren. Er erwog schon, eh wir waren, Unsre rettung, in gefahren. Er ist's, der für uns sorgt und wacht, Und alles steht in seiner macht. B ö 2. Wir 2. Lobsinget gott! dank, preis und 18 Erste Abtheilung. 2. Wir glauben auch an jesum christ, Gottes sohn, den eingebor⸗ nen, Den herrn, der mensch gewor⸗ den ist, Den erretter der verlornen. Er, er achtete sein leben Nicht zu theu'r, für uns zu geben. Er er⸗ stand; herrscht, hoch erhöhet, In dem reich, das nie vergehet; Er läßt auch uns im grabe nicht, Und kommt dereinst zum weltgericht. 3. Wir glauben an den heil'gen geist, Unsern göttlichen regierer, Den jesus ehristus uns verheißt; Uns zum beistand und zum führer. Der in trübsal seine christen Eilt mit muth und kraft zu rüsten; Der uns lehrt vergebung finden, Und der tugend werth empfinden, Er flößet uns in todesschmerz Des ew'⸗ gen lebens trost ins herz. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. od.: Du weiser schöpfer ꝛ2c. Nr. K. B'errsodr himmels und 5 der erden, Der du all⸗ gegenwärtig bist, Von niemand kannst begriffen werden, Vor dem kein ding verborgen ist; Ach ziehe mein gemüth zu dir Und deine größe leb' in mir. 2. Wohin ich herz und augen lenke, Da find' ich deiner gottheit spur. Wenn ich voll andacht überdenke. Dein werk, die herrliche natur, So ruft sie nah und fern mir zu; Wie groß ist gott, wie klein bist du! 3. Uns zeigen alle elemente, Wie weis' und gut der schöpfer sey; O wenn das stumme reden könnte, Es stimmte der ermunt'rung bey: Rühmt, menschen, gottes güt' und macht, Die euch und uns hervor⸗ gebracht! 4. Herr, gott, wie groß ist deine liebe! Die erd' ist deiner güte voll. Verleih mir deines geistes triebe, Dich zu erkennen, wie ich soll⸗ Nimm was ich kann und hab' und bin, Zu deinem dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die güter dieser er⸗ den Mich zu dir locken, höchstes gut. Daß sie mir nicht zum fallstrick wer⸗ den Und ihr genuß mir schaden thut. Laß allen mißbrauch ferne seyn; Mein letztes ziel sey du allein. 6. Hier ist mein leben eine reise, Hier geht mein weg zur andern welt; Drum mache du mich fromm und IV. Von der Schoͤpfung. weise, Daß ich hier thu', was dir ges fälltz Und end' ich diesen kurzen lauf, So nimm zu deiner ruh' mich auf. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 6 G'r, eger starke hand die 3* welt Erschaffen hat und noch erhält, Ich sehe deine güte; Ich sehe sie, und werd' entzückt, Wohin auch nur mein auge blickt, So bald ich mein gemüthe Auf dich, Schö⸗ pfer, achtsam lenke Und dich denke, Find' ich armer Dich als vater und erbarmer. 2. Seh' ich, so weit mein auge reicht, Gen himmel, so entdeck' ich leicht Die spuren deiner güte. Der himmelslichter lauf und pracht, Sein sternenheer, das du gemacht, Erwecket mein gemüthe, Großer Schöpfer, Dich zu singen, Dir zu bringen Ehr' und stärke. Groß sind deiner allmacht werke! 5. In ungewittern, sturm und wind, Die deines thrones diener sind, Entdeck' ich deine güte. Das feuer, wie der wasser grund Macht deine große liebe kund. Mit fröh⸗ lichem gemüthe Will ich, Täglich, Darauf achten Und betrachten Dei⸗ ne werkez Rühmen deine huld und stärke, 4. Dein erdreich, gott, das jeder⸗ mann Giebt brod und kleider, seh' ich an Und schmecke deine güte Ich rieche, fühl' und höre sie Im feld und wald; ich sehe sie In aller flu⸗ ren eil'getz gierer, heißt, ührer. n Eilt 3Der „Und n, Er Es ew's dir ges nlauf, auf. er ꝛc. nd die at und ez Ich Wohin so bald Schö⸗ denke, er und auge ck' ich Der racht, nacht, roßer ir zu ß sind und iener IV. Von der Schoͤpfung. ren blüthe. Von dir Zeugen alle dinge, So geringe Sie mir scheinen: Wie im großen so im kleinen. 5. O zeuch mich über Welt und zeit Zu dir, o herr der herrlichkeit, Durch deine große liebe. Auf dich laß mich in allem sehn, Für jedes gute dich erhöh'n. Belebe meine triebe, Omein Vater, Dir in allen Zu gefallen; Dir zu leben Sey mein einziges bestreben. Mel. Ein lämmlein geht und ꝛc. Pobsinget gott! er schuf die 37. welt Zum schauplatz seiner güte; Lobsingt ihm, der sie noch erhält, Mit freudigem gemüthe. Gott ist die liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, Die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine gütigkeit Mit jedem morgen sich verneut, Und ewig, ewig währet! 2. Daß außer dir nicht alles leer Von freud' und leben bliebe, Schufst du, o gott, der himmel heer Und unsre erd' aus liebe. Du selbst be⸗ durftest ihrer nie; Unendlicher, du ließest sie Zu ihrem glücke werden. Du aber sättigest dich nun Mit won⸗ ne, allen wohlzuthun Im himmel und auf erden. 5. Kein mensch, kein engel selbst, ermißt Die größe deiner segen; Wie gütig deine weisheit ist In allen ih⸗ ren wegen. Gott, deine güte reicht so weit, Als deines reichs unend⸗ lichkeit, So weit, herr, als dein le⸗ ben. Ach, was sind wir? die deine macht Aus todtem staub hervorge— bracht, Uns ewig heil zu geben. 4. Ovater, welchem keiner gleicht An liebe, wie an stärke! Kein dank, kein lobgesang erreicht Die wunder deiner werke. Doch ist dirs ange— nehmer dank, Dir ist es mehr als lobgesang, Wenn ich dich thätig lie— be! Und gern in meiner lebens⸗ zeit Erbarmen und wohlthätigkeit An andern menschen übe. 5. Duͤ bist die liebe; dank sey dir, Daß ich dich so erkenne, Und dir zum ruhm, zum troste mir, Dich meinen vater nenne. Auch ich will gerne liebreich seyn, Will glücklich machen, will erfreun, Will helfen. und dir gleichen. Von diesem heil und dieser pflicht, O gott der liebe, laß mich nicht, So lang' ich lebe, weichen. Mel. Warum sollt' ich ꝛc. 8 Se zufrieden, mein ge⸗ 5 müthe! Gott ist gut, Was er thut, Ist voll lieb' und güte. Er nur weiß in allen sachen, Groß an rath, Wie von that, Alles wohl zu machen. 2. Beides, erd' und himmel, preisen Seine macht, Tag und nacht Müffen sie beweisen. Sonn' und mond, das heer der sterne, Was sich regt Und bewegt, Lobt ihn nah' und ferne. 5. Schau' die werke seiner hände! Mensch und thier, Melden dir Sei⸗ nen ruhm ohn' ende, Was wir noch so kleines nennen, Gras und Laub, Selbst der staub, Giebt ihn zu erkennen. 4. Was auf bergen und in grün⸗ den, In der höh', In der see, Oder sonst zu finden, Rühmt die weisheit seiner werke; Jeder wurm, Wind und sturm, Preisen seine stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erhe⸗ ben? wie so gar Wunderbar Gab er mir mein leben! Was ich hab', ist sein Geschenke, Auch der geist, Der ihn preist, Mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreues sorgen, Tag und nacht Nimmt in acht, Das zeigt jeder morgen. Ja kein augen⸗ blick verschwindet, Der mich nicht Gott, mein licht! Dir zum dan verbindet. 7. Setzten mir des kreuzes plagen Heftig zu, So halfst du, O mein gott, sie tragen; War kaum noch geduld vorhanden: Deine kraft Hat geschafft, Daß ich überstanden. 6. Nun, mein herz, das hat schon B 2 lange 10 drückten allen; Ist stets bereit, mit segen, die ihn bitten, Zu über⸗ 20 Erste Abtheilung, lange Gott gethan; Denke dran, Wird dir jemals bange, Als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschicht Wahrlich nicht; Er kann dich nicht hassen. 9. Drum ergieb dich seinem willen, Heiße gut, Was er thut, Er wirds auch erfüllen. Denn er ist in allen sachen Groß von rath, Wie von that; Er, er wird's wohl machen. Mel. Sey lob und ehr' dem ꝛc. enn ich, o schöpfer, dei⸗ 39. Wé ne macht, Die weisheit deiner wege, Die liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege: So weiß ich, von bewundrung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein gott, mein herr und vater! 2. Mein auge sieht, wohin es blickt, Die wunder deiner werke. Der him⸗ mel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du gott der stärke! Wer hat die sonn' an ihm erhöht? Wer klei⸗ det sie mit majestät? Wer ruft dem heer der sterne? 5. Wer mißt dem winde seinen lauf? wer heißt die himmel reg⸗ nen? Wer schließt den schooß der erde auf, Mit vorrath uns zu seg⸗ nen? O gott der macht und herr— lichkeit, Gott, deine güte reicht so weit, So weit die wolken reichen. K. Dich predigt sonnenschein und sturm Dich preist der sand am meere. Bringt, ruft auch der ge— ringste wurm, Bringt meinem schöpfer ehre! Mich, ruft der baum in seiner pracht, Mich, ruft die saat, hat gott gemacht: Bringt unserm schöpfer ehre! 5. Der mensch, ein leib, den deine hand So wunderbar bereitet; Der mensch, ein geist, den sein ver⸗ stand Dich zu erkennen leitet; Der mensch, der schöpfung ruhm und preis, Ist sich ein täglicher beweis Von deiner güt' und größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein geist, Erhebe seinen namen! Gott unser vater, sey gepreist, Und alle welt sag': amen! Und alle welt ehr' gott den herrn, und hoff' auf ihn, ge— horch ihm gern: Wer wollte gott nicht dienen? V. Von der Vorsehung Gottes. Mel. Herzliebster jesu, was ꝛc. od.: Ist auch ein gott? wer ꝛc. Nr. 2. 0 ein reich, o gott, ist herr⸗ 4. lich zewig währen Dein reich und deine macht, die wir ver⸗ ehren, Und ewig wird von aller völ⸗ ker zungen Dein lob gesungen. 2. Der herr bewahret alle, welche fallen; Der höchste hilft den unter⸗ schütten. 3. Nach dir, gott, schauen aller menschen blicke, Daß deine hand sie väterlich erquicke! Du gibst auch einem jeden seine speise, daß er dich preise. hand auf und gibst allen, Was sie bedürfen: keiner sucht vergebens, Dich, quell des lebens. 5. In allen wegen gottes strahlet gnade, Untadelhaft sind alle seine pfade, Und was er thut, gereicht zu seinem preise, Ist gut und weise. 6. Der herr behütet alle, die ihn lieben, Und ernstlich sich im wahren guten üben; Er thut, was diese, die ihn so verehren, Mit recht be⸗ gehren. 7. Der herr beglücket alle, die ihn liebenz Die aber, die betrug und fre— vel üben, Verstößt er, bis er alles das vollführet, Was sich gebühret. 8. Auf ewig will ich seinen na— . Herr, du erhälst mit deinem wohlgefallen, Was lebt, thust—— men loben. Von allen menschen werde gott erhoben! Was lebet, müsse, hooß der 6 zu seg⸗ nd herr⸗ reicht so reichen. hein und and am der ge⸗ meinem er baum ruft die Bringt b, den sereitet; ein ver⸗ t; Der hm und beweis n geist, t unser lle welt hr' gott n, ge⸗ te gott das sie jebens, rahlet seine ereicht weise. e ihn ahren diese, t be⸗ ie ihn d fre⸗ alles hret. na⸗ schen obet, üsse, V. Von der Vorsehung Gottes. 21 müsse, herr, zu allen zeiten Dein lob verbreiten! Mel. Sey lob und ehr dem ꝛc. ir, unserm gott, ist nie⸗ 41. mand gleich Im himmel und auf erden: Du bist der höchste; und dein reich Kann nie begriffen werden. Unendlich ist die majestät, Die über alle dich erhöht, Die kron' und zepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein ge⸗ biet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein auge sieht, Da seh' ich deine größe. Weit, über alle himmel weit Geht deines reiches herrlichkeit. Du herrschest über alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut, Nach heiligen gesetzen: Du willst auch deiner treuen hut Das kleinste würdig schätzen. Auf alles geht dein augenmerk, Und immer ist's dein liebstes werk, Zu segnen, zu beglücken. k. Wohl uns! daß du das regi⸗ ment, Gott, über alles führest. Und wohl dem, der den zweck erkennt, Dazu du uns regierest! Ich, dein so schwacher unterthan, Ich bete dich in demuth an: O, sieh auf mich in gnaden! 5. Ich bin verderbt und fehlervoll; Bin auf dem tugendwege Nicht stets so eifrig, wie ich soll; Bin oft zum guten träge. Doch du bist gnädig; und voll huld Vergiebst du reuen⸗ den die schuld; Drum hoff' ich auch vergebung. 6. Ich hoffe, weil mich der ver⸗ tritt, Den du für mich gegeben. Mein jesus, welcher für mich litt, Erwarb mir recht zum leben. Sein tod macht mich vom zweifel frei, Ob ich der gnade fähig sey: Auch mich hat er versöhnet. 7. Herr! ewig will ich deinen ruhm Mit lob und dank erheben. Dir will ich, als dein eigenthum, Mich ganz zum dienst ergeben. Mit lust will ich, bis in den tod, Nach dei⸗ nem heiligen gebot, Durch deinen beistand wandeln. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 42. Frerborg du bist, o gott, verborgen! Dein rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre sorgen; Du sorgtest, eh' die welt noch war, Für unser wohl schon väterlich: Dies sey genug zum trost für mich. 2. Dein weg ist zwar in finsternis⸗ sen Vor unsern augen oft versteckt; Doch wenn wir erst den ausgang wissen, Wird uns die ursach auch entdeckt, Warum dein rath, der niemals fehlt, Den uns so dunkeln weg gewählt. 5. Nie sind die tiefen zu ergrün⸗ den Von deiner weisheit, macht und güt': Du kannst viel tausend wege finden, Wo die vernunft nicht einen sieht. Aus finsterniß bringst du das licht; Du sprichst, o gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche ge⸗ danken; Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib', seele, in der demuth schranken; Die demuth wird von gott erhöht. Ja, herr, du liebst den, der dich liebt, Und deiner führung sich ergiebt. 5. Drum will ich mich dir über⸗ lassen, Mit allem, was ich haͤb' und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, Auf dich, den gott der liebe, hin; Der ausgang zeigt doch immerdar, Daß stets dein rath voll güte war. 6. Gieb, daß dies mein vertrauen mehre Im glück und unglück, freud und leid. Schick' alles, herr, zu dei⸗ ner ehre Und meiner seelen seligkeit. So preis' ich einst vollkommen dich; So freu' ich dein auf ewig mich. Mel. Vater unser im himmelreich. VBott, deine weise macht 43. erhält Die ganze leben⸗ volle welt, Und aller augen freuen sich Und warten hoffnungsvoll auf dich. Auf dich, der du sie alle liebst Und allen ihre speise giebst. B 3 2. Du 2 Erste Abtheilung. 2. Du öffnest deine hand, so fließt Herab, was jedem nöthig ist; Mit wohlgefallen sättigt sie Dein auf⸗ sehn und versäumt sie nie. Nie sind geschöpfe deiner hand Dir unwerth oder unbekannt. 5. Auch mir gabst du, mein gott und heil, Noch täglich mein beschei— den theil; Gabst mirs mit huld und freundlichkeit, So lang' ich bin, zu rechter zeit. Kein vater sorgt so väterlich Für seinen sohn, als du für mich. 4. Ich bins gewiß, du kannst mich nicht Verlassen, meine zuversicht! Ich bins gewiß, du thust mir wohl, So lang' ich hier noch leben soll, Nicht überfluß bitt' ich von dirz Was ich bedarf, das giebst du mir. 5. Der vogel bauet nicht das land, Doch nährst du ihn mit milder hand, Du schmückst die blume königlich; Doch hat sie nicht verstand wie ich. Vergiß es, meine seele, nie; Weit mehr bin ich vor gott, als sie. 6. Mich schufst du nicht für diese zeit; Mein ziel ist in der ewigkeit. Du gabst mir weisheit und ver— stand, Und machtest selbst dich mir bekannt; Nichts, was die erde zeugt und nährt, Gleicht mir an hoheit und an werth. 7. Von dir, der das an mir ge⸗ than, Werd' ich auch speis und trank empfahn. Selbst dem, der dich mit sünden schmäht, Giebst du sie ohne sein gebet; Wie solltest du bei fleiß und flehn Mich nicht genug damit versehn? 8. Laß du mich nur genügsam seyn, Und deiner gaben mich erfreun, Doch mehr noch deiner, der du dich So freundlich zeigest gegen mich, Und selbst des segens quelle bist, Aus welcher alle wohlthat fließt! 9. Bei deiner gaben überfluß Er⸗ halt mich mäßig im genuß; Bewahr' mich in der dürftigkeit Vor schmach und unzufriedenheit. Du nährst mich immer zpreis und dank Bring' ich dir, gott, mein lebenlang. Mel. Von gott will ich nicht ꝛc. mott, der an allen enden 44. Unzählig gutes thut, Du bist's, in dessen händen Mein ganzes schicksal ruht; der für die ühungszeit Mir jeden meiner tage, Mein glück und meine plage Be⸗ stimmt von ewigkeit. 2. Da ich noch ganz verborgen Im mutterleibe lag, Da wachte schon dein sorgen, Ach vater, wie vermag Mein dürftiger verstand Das gute zu erheben, Das du in meinem leben Mir huldreich zugewandt! 3. Du bist schon treu im lieben Nochseh' wir sind, und hast Nie lust uns zu betrüben; Und, drückt uns müh' und last, So bleibst du mit⸗ leidsvoll; Hilfst liebreich deinen kindern Sie tragen und vermin⸗ dern; Beförderst stets ihr wohl. Stets hat in meinem leben Mir dieses trostes licht, Von neuem kraft gegeben, Und frohe zuversicht. Wenn ich bekümmert war: So seufzt' ich und war stille, Und dein stets guter wille Entriß mich der gefahr. 5. Dein name sey gepriesen, Der jederzeit an mir So herrlich sich er⸗ wiesen. Mein herz und mund soll dir, Du retter aus gefahr! Ein schuldig opfer bringen, Von deiner güte singen Jetzund und immerdar. 6. Du hast mir wohlgerathen, Und lauter guts gethan; Daß dei⸗ ner liebe thaten Ich nicht g'nug rühmen kann. Hilf, vater, daß ich dort Verklärt und ganz vollkom⸗ men, Mit allen deinen frommen, Dir danke immerfort. Mel. Befiehl du deine wege ꝛc. Vott, meine ganze seele 45. tacht deinen ruhm be⸗ kannt. Dir dank' ich und erzähle Die wunder deiner hand. Mein herz ist froh z ich singe: Herr, meine lust bist du! Dir, dem ich lieder brin⸗ ge, Dir jauchz' ich, höchster, zu. 2. Du bist auf deinem throne Der * richter aller welt, Der jeglichem zum lohne 2——, Lohne dich 9t 2c, Wenden thut, Mein für die rtage, e Be⸗ en Im e schon ermag gute neinem andt! lieben eie lust ickt uns pu mit⸗ deinen ermin⸗ wohl. en Mir n kraft Wenn ifzt' ich 5 guter l. n, Der⸗ sich er⸗ nd soll Ein deiner lerdar. athen, aß dei⸗ g'nug daß ich llkom⸗ nmen, je ꝛc. eseels m be⸗ rzähle nherz ne lust brin⸗ zu. e Der nzum lohne V. Von der Vorsehung Gottes. Lohne Das rechte urtheil fällt. Wenn dich die sünder schmähen, Dann strafst du ihren spott; Du sprichst und sie vergehen Vor deinem hauch, o gott! 5, Du, herr, hast zum gerichte Dir deinen thron erhöht. Vor dei⸗ nem angesichte Bleibt nicht, Wer widersteht. Ihr kühnen sünder zit⸗ tert: Bereut noch euren spott! Sein thron wird nie erschüttert; Der herr bleibt ewig gott. 4. Du, herr, regierst; und liebest, Was ungerecht ist, nicht, Du wägst die welt und übest Partheilos dein gericht. Die waage sinkt und steiget, Wie dein gesetz gebeut; Und jedes land bezeuget, Gott, deine heiligkeit. 5. Du bist ein fels der armen, Ein fels in jeder noth. Sie trau'n auf dein erbarmen, Wenn ihnen un⸗ fall droht. Die thränen, die sie bekannt und weinen, Sind dir be in werth. Du, gott, versäumest kei⸗ nen, Der deinen schutz begehrt. 6. Ihr kinder gottes preiset, Ver⸗ kündigt in der welt, Wie groß sich gott beweiset, Der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget Nach des gerechten blut, Er hört ihn, wann er klaget, Und stillt der wetter wuth. 7. Herr, sey mir gnädig: schaue Voll huld auf meine noth! Du bist's, dem ich vertraue: Du hilfst auch selbst vom tod. Nach über⸗ wundnen leiden Geh' ich in's hei⸗ ligthum; Und über dich voll freu⸗ ben, Erheb' ich deinen ruhm. Mel. Mein gott ꝛc. 6 Cach singe meiner seelen 4 5. lust, Vor dir, herr, hoch erfreut; Ich sing' aus dankerfüllter brust Von deiner gütigkeit. 2. Was ist der mensch, der staub, vor dir, Daß seiner du gedenkst? Herr aller welt, was haben wir, Wenn du es uns nicht schenkst? 5. Wer hat den himmel ausge— spannt, Der unser aug' entzückt? Wer hat mit göttlich milder hand, Den erdkreis ausgeschmückt?2? 4. Wer kleidet hügel, thal und au, Und ziert mit pracht den hain? Tränkt sie mit regen und mit thau? Und giebt der saat gedeihn? 5. Wer führt die sonn' in ihrer pracht Mit jedem tag uns zu?ꝰ Wer spricht zum mond in dunkler nacht: Den menschen leuchte du! 6. Wer krönt mit segen jedes jahr, Daß unser herz sich freut? Wer liebet uns unwandelbar, Auch wann sein donner dräut? 7. Wer sichert uns vor der gefahr, Die uns von ferne droht? Wer ret⸗ tet oft so wunderbar Aus gegen⸗ wärt'ger noth? 8. Herr, unser herrscher, nur von dir Fließt alles heil uns zu. Dein volk, dein eigenthum sind wir, Und unser gott bist du! 9. Wie groß ist deine huld und treu! Du zähltest unser haar, Stehst uns allgegenwärtig bei In jeglicher gefahr. 10. Uns sünder trägst du mit ge⸗ duld, Lehrst uns durch deinen geist, Und reut uns recht der sünden schuld So siehst du's und verzeihst. 11. Ja, deine güte reicht so weit, So weit die wolken ziehn; Der junge rab', erbarmer, schreit Zu dir: du nährest ihn. 12. Und rührte dich, o menschen⸗ freund Nicht eines christen schmerz? Die stille zähre, die er weint, Be⸗ merkt dein vaterherz. 13. Weh dem, der, herr, an dir verzagt, Und seine zuversicht Auf menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unser nicht! 14. Er liebtdich mehr, als du ver⸗ stehst; Ist, seele, dir nicht fern Und eilt zu helfen, eh' du flehst. Ver⸗ traue gern dem herrn! 15. Er schaut herab von seiner höh' Auf den, der niedrig ist. Er⸗ hebe dich, unsterbliche, Zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing' ihm, bet' ihn ewig an B Mit 1 u 24 Erste Abtheilung. Mit frommer zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! Vergiß es seele, nicht. Mel. In dich hab' ich gehoffet ꝛc. Ich weiß, mein gott, daß 47. all' mein thun, Auf dei⸗ nem willen muß beruhn, Von dir kömmt glück und segen; Was du regierst und fördern willst, Geht seinem ziel entgegen. 2. Es steht in keines menschen macht, Daß das gescheh, was er bebacht, Und er sich dessen freue; Dein segen, höchster, machts' al⸗ lein, Daß menschenrath gedeihe. 5. Oft denken wir mit sicherm muth, Dies oder jenes sey uns gut, Und ist doch weit gefehlet; Oft sehn wir auch für schädlich an, Was doch dein rath erwählet. 1. Drum gieb mir weisheit aus der höh, Mein vater, daß ich nicht be⸗ steh Auf meinem eigenwillen; Sey du mein licht und lehre mich Nur deinen rath erfüllen. 5. Was dir gefällt, gefall' auch mir, Zufrieden sey mein herz mit dir Bei allen deinen wegen; Und, was dir misfällt, laß mich nie In meiner seele hegen. 6. Tritt du zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast unmög⸗ lich däucht. 10. Du bist mein vater, ich dein kind, Was ich bei mir nicht hab' und ind', Hast du in voller gnüge. So hilf nun, daß ich meinen stand Wohl halt' und herrlich siege. 11. Dein sey, gott, aller ruhm und ehr': Ich will dein thun je mehr und mehr, Aus hocherfreuter see— len, Vor deinem volk und aller welt, So lang' ich leb', erzählen. Mel. Nun ruhen alle wälder ꝛc. 48. QOn allen meinen thaten Laß Hich dich, höchster, ra— then, Der alles kann und hat. Du mußt in allen dingen, Soll etwas mir gelingen, Mein helfer seyn mit rath und that. 2. Nichts hilft mein banges sor⸗ gen Vom abend bis am morgen, Nichts meine ungeduld. Du magsts mit meinen sachen Nach deinem wil⸗ len machen: Ich traue deiner va⸗ terhuld. 5. Es kann mir nichts geschehen, Als was dein rath ersehen, Und für mich nützlich hält. Ich nehm' es, wie du's giebest; Was du von mir beliebest, Das hab' ich völlig auch erwählt. . Ich traue deiner gnade, D auf bfade, ie mich, Vor allem übel Reichst du mir deine s schützt. Leb' ich nach deinen sätzen, hände, So kömmt, was angefan⸗ Sowirdwich nichts verletzen, Nichts gen ist, Gewiß zum guten ende. 7. Ist gleich der anfang etwas fehlen, was mir wirklich nützt. 5. Laß mich nur meiner sünden schwer Und muß ich gleich ins tiefe Vor dir vergebung finden, Und til⸗ meer Der bittern leiden treten: stärke mich der glaub' an dich Und ein trostvolles beten. 8. Wer christlich betet, dir ver⸗ traut, Wird alles das, wofür ihn graut, Mit tapferm muth bezwin⸗ gen. Du heißest seine sorgen fliehn, Hilfst ihm den sieg erringen. 9. Zwar rauh ist oft der tugend So ge meine schuld! Zum heiligungsge⸗ schäfte Verleih mir muth und kräfte, Und habe dann mit mir geduld. 6. Leg' ich zum schlaf mich nieder, Weckt mich der morgen wieder Zu meines lebens pflicht; Irr' ich auf finstern wegen, Geh' ich dem leid entgegen, So giebt dein wort mir trost und licht. pfad, Den uns dein wort gewiesen 7. An das, was du beschlossen, hat; Doch, wer ihn muthig gehet, Will ich ganz unverdrossen, Mit Wird endlich, herr, durch deinen froher hoffnung, gehn. Kein unfall geist Zu steter wonn' erhöhet. unter allen Wird je zu schwer mir fallen z —— fallen überste 8. D sterber winke borger en, 209. E traue schaff Dein zu all Mel thror kömn diese 20. n Laß ra⸗ Du etwas on mit sor⸗ gen, agsts wil⸗ va⸗ hehen, nd für n' es, n mir Wauch mich, n übel ätzen, Nichts t. ünden id til⸗ gege⸗ räfte, ld. eder, er Zu h auf leid t mir ssen, Mit infall mir llen; * — hirt Schafft, daß mein fuß nicht VI. Von d en Engeln. 25 fallen; Mit dir werd' ich ihn überstehn. 8. Dir hab' ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Wie es dein wink gebeut; Es sey mein end' ver⸗ borgen, Es komm' heut oder mor— gen, Du weißt dazu die beste zeit. 9. So sey nun, seele, seine, Und traue dem alleine, Der dich ge— schaffen hat; Es gehe, wie es gehe! Dein vater in der höhe Weiß doch zu allen sachen rath. Mel. Vor deinen thron tret' ꝛc. Mein auge sieht, o gott, 49. nach dir, Von deinem throne hilf du mir; Mein heil kömmt nur von deiner macht, Die diese welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein herz! mein treuer gleiten wird; Der mich behütet, schlummert nicht, In finsterniß ist er mein licht. digkeit. Er leitet mich auf ebner bahn, und nimmt mich einst zu ehren an. 5. Herr! segne und behüte mich. Du bist mein heil, ich hoff' auf dich. Dein segen folg' aus dieser zeit Mir bis in jene ewigkeit. Mel. Befiehl du deine wege ꝛc. — immt gott, dem wir ver⸗ 50. N trauen, Nicht unsers werks sich an; Will er das haus nicht bauen, Vergebens baut man dann; Will er die stadt nicht schüz⸗ zen, Er, groß durch rath und macht, Was wird der wächter nützen? Um⸗ sonst ist's, daß er wacht. 2. Was hilfts, daß spät und frühe Ihr eßt voll traurigkeit Das brod der sorg' und mühe, Und häuft euch gram und leid? Was nützt der ban⸗ ge kummer, Da gott dem, der ihn liebt, Was er hat, wie im schlum⸗ mer Und unerwartet giebt? 3. Kein übel sey mir fürchterlich, Denn gottes rechte schützet mich: Durch seine treue vaterhand Wird, was mir schadet, abgewandt. K. Sein schutz gewährt mir sicher— heit, Sein trost füllt mich mit freu⸗ 5. Weil denn an deinem segen Wie niemand läugnen kann, O gott, so viel gelegen: So segne du uns dann. Laß deines sohnes segen Die seele recht erfreu'n, So wird auf un⸗ sern wegen Gewiß auch segen seyn. VI. Von den Engeln. Mel. Nun ruhen alle wälder ꝛc. HNu herr der seraphinen! 51. D Dem tausend engel die—⸗ nen, Und zu gebote stehn; Gott, aller geister könig! Ich bin zwar viel zu wenig, um deinen ruhm recht zu erhöh'n. 2. Doch preis' ich deine güte Mit dankbarem gemüthe Für deiner en⸗ gel schaar; Das menschliche ge— schlechte Beschützet deine rechte Durch ihren beistand in gefahr. 3. Doch sollen sie nicht weichen: So laß mich ihnen gleichen An wah⸗ rer heiligkeit. Wie sie nur tugeud lieben, Und sie auch stets ausüben, So mach' auch mich dazu bereit. 1. Sie thun nur deinen willenz Laß ihn auch mich erfüllen. Sie leben heilig, rein: O laß mich nichts beflecken; Nein, wenn mich schatten decken, Stets so, wie sie, die sünde scheun. 5. Hilf aug' und herz bezähmen, Kein ärgerniß zu nehmen, Lehr' mich behutsam seyn; Nie durch ein böses leben Dem nächsten an⸗ stoß geben: Denn dieses stürzt in ew'ge pein. 6. Wenn ich denn endlich scheide, So führe mich zur freude In ihren umgang ein: Da werd' ich dich recht loben, und in dem himmel droben Dir und den engeln ähnlich seyn. 1B 5 Mel. 26 Erste Abtheilung. Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. 2. eit du hast in deinem — reich Millionen heil'ger engel! Ihnen bin ich noch nicht gleich, Sondern vielmehr voller mängel. Ach, wann werd' ich auch so rein, Als wie diese geister seyn? 2. Mich r verführt noch fleisch und blut; Stärke mich bei der beschwer⸗ dez Rüste mich mit kraft und muth. Daß ich hier schon auf der erde, Als dein erbe und dein kind, Immer himmlisch sey gesinnt. 3. Giel mir weisheit, gieb mir fleiß, Dich, o gott, recht zu erken⸗ nen, Laß mich deines namens preis Gern auch vor der welt bekennen, Daß ich darin auf der erd' Deinen engeln ähnlich werd'. K. Herr! dein wille soll geschehn, Wie im himmel, so auf erden; Laß uns doch stets darauf sehn, Daß wir dir gehorsam werden; So in deinen willen ruhn, Wie die rei— nen geister thun. Mel. In allen meinen khaten ꝛc. Merr zählt der engel heere, 2 Die du zu deiner ehre, O herr der welten, schufst? Sie freu'n sich, deinen willen Gehorsam zu erfüllen, Wie flammen schnell, wenn du sie rufst. 2. Sie eilen, in gefahren Den frommen zu bewahren, In seiner pilgerzeit. Sie freu'n, an deinem throne, Sich einst auch feiner krone, 5. Bekehren, gott, sich sünder Und werden deine kinder, Die dir dein sohn gewinnt; Dann jauchzen ihre tlieder, Daß ihre neuen brüder Dem fluch entrissen worden sind. 4. Sie jauchzen deinem sohne, Daß du sie ihm zum lohne Für seine leiden giebst; Daß du sie trägst und leitest, Zum himmel vor⸗ bereitest, Und zärtlich wie ein va⸗ ter liebst. 5. In solchen geister⸗ehören Dich ewig zu verehren, Welche eine selig⸗ keit! Wer wird sie einst empfinden? Der, der entwöhnt von sünden, Sich, ihrer gleich zu werden, freut. 6. Giebst du, daß ich auf erden Kann ihnen ähnlich werden, Mir lust und stärke nur; So mag mich in gefahren, Erhalten und bewah⸗ ren Dein engel oder die natur. 7. Ich zittre nicht; ich schaue Auf dich nur; dir vertraue, Gott mei⸗ nes heils, ich mich Bergnügt, daß einst mit engeln Ich heilig; rein von mängeln, Dein antlitz schaue, vater, dich! 8. Wenn du zu ihren liedern, Zu meinen höhern brüdern, Vor dei⸗ nen thron mich rufst: Empor will ich mich schwingen Und dank und preis dir singen, Daß du für mich auch engel schufst. 9. Sie, über mich erhoben, Sie lehren, dich zu Wen, Mich ihren höhern dank. In deinem heiligthu⸗ me Wird dann zu deinem ruhme Wie ihrer 35— seligkeit. Der ganze üt⸗ ein gesang. VII. Von dem Menschen und seiner Bestimmung. Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. Allmächtig großer gott, 4. 4 Wer kann dich g'nug er⸗ eben? Du gabst der ganzen welt d Bewegung, kraft und leben. Was Auch mich zu deiner ehre, Und woll⸗ test, gnädigster! Daß ich dein bild⸗ niß wäre. Darum hast du den geist,‚ er in mir lebt und denkt, Mir zur unsterblichkei t Aus freier huld ge— geist und körper heißt, Was erd und sse chenkt. himmel——7 hat deine huld Du h Die alles noch beglückt. 2. Du schufst, ich dank' es-dix. li . 81658 5700½ 3. O welch ein großer zweck, Da⸗ zu du, gott, mich se lich i ist das glück, Wozu du mich be⸗ rufest! 8* chufest! Wie herr⸗ er Und ir dein n ihre rüder sind. sohne, eFür du sie Ivor⸗ in va⸗ Dich selig⸗ nden? inden, freut. erden Mir mich ewah⸗ ur. te Auf Emei⸗ t, daß srein chaue, n, Zu dei⸗ will und mich Sie ihren zthu⸗ ühme 9. VII. Von dem Menschen und seiner Bestimmung. 27 rufest! Dir, höchster, ähnlich seyn, Wohlthätig seyn, wie du! O wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir lbst dazu. Lr Tazmir dieß große ziel Doch stets vor augen schweben z Mein al⸗ lerstärkster wunsch, Mein eifrigstes bestreben In allem meinen thun Sey dieß, o gott, allein, Daß ich auch so wie du, Gesinnet möge seyn. 5. Du bist der wahrheit freund; Laß mich auch wahrheit lieben, Und mit stets munterm fleiß, In allem dem mich üben, Was mich zur we is⸗ heit führt; Zur weisheit, die dich ehrt, Und allem heifall giebt, Was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine heiligkeit Mich stets zum muster nehmen. Hilf mir die sünde fliehn, Die sinnlichkeit bezäh⸗ men; Nur das, was recht ist, thun, Des guten mich erfreun, Und dem, der's üben will, Auch gern behülf⸗ lich seyn. 5. Gieb, daß ich, so wie du, Ein freund der menschen werde, Dem wohlthun freude macht, Der kum⸗ mer und beschwerde Dem nächsten gern erspart, Sein leben ihm ver⸗ süßt, Und wo er helfen kann, Zum helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, O gott von diesem ziele; Du weißt, was mir noch fehlt, Und ich, ich sel⸗ her fühle, Wie wenig ich dir noch Im guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann Mein lebenslauf auf erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähn— lich werden. Dann werd' ich ewig vater, riefst mich aus dem nichts Zum frohen anschaun deines lichts. 2. Du gabst mir die vernünft'ge seele, Die nur so lang' im fleische lebt, Bis siez daß ihr kein wohlseyn fehle, Dein ruf zum bessern stand erhebt: Gedächtniß, willen und verstand, Hab' ich allein von dei⸗ ner hand. 5. Wenn ich auf meinen körper sehe, Den du so kunstvoll ausge⸗ bildt, So wird, o vater in der höhe! Mein herz von ebrfurcht ganz er⸗ füllt: Ein jedes glied, ein jeder sinn Reißt mich zu deinem lobe hin. 4. Durch deiner vorsicht gnädig's walten, Die mich von kindheit an umfing, Bin ich bis hierher noch er⸗ halten, So daß der tod vorüber⸗ ging. Ich stehe noch und preise dich; Herr, deine rechte schützet mich! 5. Ich bin nicht werth der großen güte, Die du, mein gott, an mir gethan; Beschämt empfindet mein gemüthe Die schuld', die ich nicht läugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, Vielfältig seel und leib befleckt. 6. Ja herr, ich habe meine glieder Zu sündengliedern oft gemacht. Vov dir fall' ich in demuth nieder: Ver— gieb, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, vater, nicht von dir! Schaff' felbst ein reines herz in mir. 7. Hilf, daß ich dir zur ehre lebe, Und redlich thu', was dich erfreut, Und geist, und leib und glieder gebe Zum dienste der gerechtigkeit! Daß ich bin in den tod dir treu, Und stets ein freund der tugend sey. 3. Fällt dieses leibes hütte niederz auch Mit dir vereinigt seyn, Und Vollend ich dieses lebens lauf: O mich ohn' unterlaß, Gott, deiner güte freun. Mel. Wer nur den lieben gott 1c. Dum ich, gott; dein ist 55. mein leben. Wie tröst⸗ lich ist mein ursprung mir: Du hast den odem mir gegeben; Mein gan⸗ zes wesen kömmt von dir. Du, gott, so richte du mich wieder Ver⸗ herrlicht aus dem staube auf. Dein ew'ges leben sey mein theil, So preis ich ewig dich, mein heil! Mel. Es ist das heil uns kommen ꝛc. 86 Die, gott, sey preis und 250.— dank gebracht! Oich soll mein lied erheben! Ich bin ein wun⸗ der 28 Erste Abtheilung. der deiner macht, Du schufst auch mich zum leben! Mein ganzer leib erbaut von dir, Samt einem jeden sinn an mir, Beweiset deine größe. 2. Haupt, aug' und ohr, herz, mund und hand, Die ich zu dir er⸗ hebe; Die haut so künstlich ausge— spannt, Der nerven fein gewebe, Und alle glieder sagen mir: Ich sey, o gott, ein werk von dir, Ein werk von deiner weisheit. 3. Ach hättest du mein auge nicht So künstlich zubereitet: Was nützte mir der sonne licht, Der glanz den sie verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher pracht, Du, herr, durch deine weise macht, Was du er⸗ schaffen, schmückest. 4. Ich jauchze, daß ich sehen kann, Und hören und empfinden, Froh bet' ich meinen schöpfer an; Ihn über⸗ all zu finden, In allen werken, die er schuf, Das ist mein seligster be⸗ ruf, Mein lobgesang und opfer. 5. Wer leitet meines lebens lauf? Regiert des herzens schläge? Be⸗ wegt die lung' und schwellt sie auf, Damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag, herz! entflamme mich, mein blut! Daß ich den schöpfer preise. 6. O pries' ich, höchster, immer dich, Wenn ich die sinnen brauche, Geh', lieg', und ausruh', oder mich Bewege, athme, hauche! Gieb, daß ich ewig dein mich freu! Und daß mein leib ein tempel sey, worin dein geist stets wohne. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. Geit werde stets von dir erhoben, Du deines schöpfers bild, mein geist! Sollt'ich nicht meinen vater loben, Den jedes seiner werke preist? Er schuf mich ja, sein bild zu seyn, Ihn einst zu schaun, mich sein zu freun. 2. Anmuthig, prächtig zum entzük⸗ ken, Ist gottes ganze körpexwelt. Wer zählt die reize, die sie schmük⸗ ken? Was ich hier sehen kann, ge⸗ fällt! Und dennoch kann sie nicht, wie schön, Wie wundervoll sie sey, verstehn. 3. Für geister nur, und nur für seelen, Die zu den geistern gott er⸗ hob, Sind sie so herrlich! sie erzäh⸗ len Nur ihnen meines schöpfers lob. O seele! jauchze, daß der ruf Der allmacht, dich zum geiste schuf. 4. Gott! ich kann denken; ich ge⸗ winne, Weil ich zu einem geiste ward, Durch die empfindung mei⸗ ner sinne, Gedanken tausendfacher art; Groß, mannigfaltig ist ihr heer, Und doch wird ihrer täglich mehr. 5. Ich kann sie sammlen und ver⸗ binden, Und trennen, wie es mir gefällt; Die welt empfinden, mich empfinden, Noch unterschieden von der welt. Zu tausend thaten hab' ich kraft! Wer giebt sie? gott, der alles schafft. 6. Wie feurig dürstet meine seele Nach glück und lust und seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, Was mich nach dem genusse reut. Doch, das ist, vater! meine schuld z Vergieb fie mir nach deiner huld. 7. Begabt mit wundervollen sin⸗ nen, Mit freiheit, mit vernunft von dir, Sollt ich nur dich, gott! lieb gewinnen, Dich nur: und was ge— bräche mir? Ach, möchte meine seele dein Mit allen ihren kräften seyn! 8. Gott, meine lust sey, dich zu kennen, Dich, urquell der vollkom⸗ menheit! Von deiner liebe ganz zu brennen, Das sey mir ruhm und seligkeit. Bin ich durch ehristum nur mit dir Vereint, mein gott, was fehlet mir? Mel. Nun sich der Tag ꝛc. Orcch bin, o gott, dein eigen⸗ 58. thum: Auf ewig bin ich dein. Mein größtes glück, mein wahrer ruhm Ist ewig dein zu seyn. 2. Du gabst mir den vernünft'gen geist, Bewundernd einzusehn, Wie dich, VII. Von dem Menschen und seiner Bestimmung. 39 dich, herr! deine schöpfung preist; Mit ihr dich zu erhöh'n. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott! deine herrlichkeit. Zu ihrem preise reizt mich hier Selbst jede jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühllos seyn Und dich, herr! rühmen nicht? Ein herold deines ruhms zu seyn, Dazu bin ich verpflicht. ů 5. O mache dieser pflicht mich treu, So treu, herr! als ich soll. Mein herz, mein mund, mein wandel sey Stets deiner ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein ge⸗ keit, um da vollkommner zu verstehn, Was sterbliche nur dunkel sehn. 4. Zu eng sind dieses lebens schran⸗ ken Für seinen forschenden ver⸗ stand. Der keim zu höheren gedan⸗ ken, Als je ein sterblicher erfand, Entwickelt sich erst nach der zeit Im hellern licht der ewigkeit. ö 5. Ihn sättiget kein guth der erde, Kein zeitlich glück, so groß es seyz Daß er auf immer ruhig werde, Be⸗ darf er mehr, das ihn erfreu'. Er fühlt, daß diese ganze welt Sein wünschen nicht zufrieden stellt. 6. Zwar ist er tief herabgesunken bot; Ihm ist's nicht last, nicht pein. Von seines ursprungs herrlichkeit, Drum gieb auch mir die kraft, o Sucht oft, von lust der erde trun⸗ gott! Gehorsam dir zu seyn. ken, Sein glück in dingen dieser zeit: 7. Was du befiehlst, ist für uns Jedoch er sucht, und findet nicht, gut, Du willst nur unser heil. Wohl Was ihm der außre schein verspricht. dem, der deinen willen thut, Du 7. Du prägtest ihm durch sein ge⸗ bist sein trost und theil. wissen Gefühl von recht und unrecht 8. Er wandelt hier auf ebner bahnz ein, Daß böse böses leiden müssen Und selbst in traurigkeit Schmeckt Und tugendhafte glücklich seyn, Er⸗ er, dir, höchster! zugethan, Durch kennt er; doch sieht er noch nicht dich zufriedenheit. Den richter hier schon im gericht. 9. Nach hier vollbrachter prü⸗ 38. Dem tugendhaften ist hienieden fungszeit Nimmt ihn der himmel Oft ein sehr widriges geschick Zum ein. Herr! laß nach dieser seligkeit loos für diese zeit beschieden; Dem Mein ganz bestreben seyn. lasterhaften oft viel glück. Gewiß! Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. erst eine andre welt Ist zum ver⸗ geltungsort bestellt. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 9. Gott! wenn mein geist dies über⸗ O gott! ich preise deine leget, So hofft er schon unsterblich⸗ güte, Die mich so wun⸗ keit. Noch stärker fühl' ich mich be⸗ derbar erschuf, Und mit frohlocken-weget Beim licht, das mir dein wort dem gemüthe Verehr' ich deinen verleiht; Da seh' ich weit gewisser schöpfersruf, Ein herold deines ein, Daß ich auch einst soll selig seyn. ruhms zu seyn, Und deiner wun⸗ 10. Herr! laß zu jenem bessern le⸗ der mich zu freun. ben Mich täglich hier die aussaat 2. Du gabst zum denken und em⸗- streun. Laß deinen geist das wol⸗ pfinden, Allgütiger, mir diesen len geben Und das vollbringen auch geist, Der zwar zu schwach ist, zu verleihn. O wonne der unsterb⸗ ergründen, Wie herrlich du, mein lichkeit! Sey stets mein trost in schöpfer! seyst; Jedoch, was du an allem leid. Whundern Knan. Mel. Allein gott in der höh' ꝛc. 5. Und diesen geist, der in mir ZTie wichtig ist doch der be⸗ denket, Schufst du nicht blos für 60. W ruf, Den uns der herr diese zeit. Du hast mir, vater, ihnsgegeben! Gott, als uns deine liebe geschenket Zum leben in der ewig⸗schuf, Da schuf sie uns zum Hunn um 3⁰ Erste Abtheilung. Zum leben, welches ewig währt, Das weder leid noch angst beschwert, Willst du uns hier erziehen. 2. Richt hier ist unser vater⸗ land; Allein bei dir, gott, droben, Da ist der ort, wo deine hand Das glück uns aufgehoben, Das nie ein traurig ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, Uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dies große ziel Durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wann ich auch noch so viel Von gütern dieser erden; Von ehre, geld, und lust gewinn, Wenn ich dabei nicht tüchtig bin, Dein himmelreich zu erben? 4. Dein pilgrim bin ich ja nur hier, Laß mich dies nie vergessen! Nur wenig tage hast du mir Zur wallfahrt zugemessen Schnell, wie ein traum, sind sie vollbracht und! dann wird dieser erde pracht Auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des himmels herr⸗ lichkeit Mich stets vor augen haben. Laß mich in meiner übungszeit, Um jene beßre gaben, Die mir im einst darbe. 6. Ein herz, das dich, o vater! liebt, Und deines sohns sich freuet: Das durch den glauben tugend übt, und sich vor sünden scheuet: Ein solches herz, das wird allein Sich ewig deiner güte freun, Und einst dein antlitz schauen. *. Und solch ein herz das wollst du mir, Gott, aus erbarmen geben, Damit ich möge auch schon hier Nach den gesetzen leben, Die selbse im himmel gültig sind; Bis ich, als dein bewährtes kind, Zu dei⸗ ner freude gehe. VIII. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. Mel. Wo soll ich fliehen hin ꝛc. I Da der kein böses thut! Du schufst den men⸗ schen gut; Du, höchster, gabst ihm kräfte Zum seligen geschäfte, In heiligkeit zu wandeln, Stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der unschuld ruhm? Ach! wir, dein eigenthum, Wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen Ein mensch ganz rein von sünden Vor dir, o gott, zu finden? 5. Hier ist kein unterschied. Dein helles auge sieht Auf alle men⸗ schenkinder, Und find't sie alle sün⸗ der; Da ist vor dir, herr, keiner Unschuldig, auch nicht einer. K. Verderbt ist unser sinn. Die weisheit ist dahin, Die uns regieren sollte, Nur, was dein wille wollte, * Mit freudenvollen trieben Zu wäh⸗ len und zu üben. 5. Der sinne lust und schmerz Rührt, leider! unser herz Mehr, als die höhern freuden, Mehr, als die größern leiden, Die wir auf ewigkeiten, Selbst unserm geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns zwang. Des herzens böser hang Reißt uns mit starkem triebe Zu schnöder sün⸗ denliebe. Ach, können wir wohl zäh⸗ len, wie oft wir vor dir fehlen? 7. O herr, gieb uns dein licht, Daß wir, was uns gebricht, Beschämt vor dir erkennen, Und von dem ernst entbrennen. Der sünde zu ent⸗ sagen, Der beßrung nachzujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, So willst du uns doch heilen, Und kräfte uns erthei⸗ tode nicht entkliehn, Am ersten und mit ernst bemühn, Damit ich nicht VIII ertheile den Di 9. Hei durch u verscher Dir nie wir ew auch icht Ein ich inst du en, ier lbse ich, dei⸗ und VIII Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. 32 ertheilen, Schon wiederum auf er⸗ den Dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr! diese deine huld Laß uns durch unsre schuld Nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre herzen, Dir nicht zu widerstreben, Damit wir ewig leben. Mel. Nun freut euch ꝛe. 6 en aen denen 2. recht In allen deinen wegen. Vor dir bleibt nicht ein bö⸗ ser knecht; Den frommen krönt dein segen. Auf ihm ruht deine vater⸗ huld 3 Der böse träget seine schuld; Ihn treffen deine strafen. 2. Du bist der richter aller welt. Rach heiligen gesetzen, Die deine weisheit festgestellt, Mußt du die menschen schätzen Mußt übertre⸗ tern strafe dräun, Und, wenn sie sich vor dir nicht scheun, Die strafe auch vollziehen. ö 55 5. O herr! dein heiliges Zericht Entdeckt sich schon auf erden. Du lässest, fürchten wir uns nicht, Uns hier schon innen werden, Daß du auf unsre thaten siehst, Und ein ge⸗ rechter richter bist, Das böse heim⸗ zusuchen. 4. Es klagt uns das gewissen an, Wenn wir dir widerstreben, Und sagt, daß wir unrecht gethan Durch unser böses leben. Es raubet uns die inn're ruh', Und spricht uns die vergeltung zu, die missethat ver⸗ dienet. 5. Oft stäupst du hier den sünder schon für seine bösen thaten, Und lässest ihn in schmach und hohn Und andre noth gerathen. Hat ihn der sünden lust erfreut, So muß er auch das herzeleid, Das sie ge— biert, empfinden. 6. Jedoch, o herr! zur besserung Strafst du noch hier die sünder, Und züchtigst auch zur heiligung Oft dei⸗ ne trägen kinder. Wohl dem, der deinen willen lernt, Und sich vom sündenpfad entfernt, Und deiner zucht gehorchet. 7. Den aber trifft dein Zornge⸗ richt, Das ohn' aufhören währet, Der in der zeit der gnade nicht Sich recht zu dir bekehret. Er hat veracht' sein ewig heil. Drum wird er dort, herr, keinen theil An dei⸗ nem himmel haben. 8. Herr! dies bezeugt dein klares wort. Wahrhaftig ist dein dräuen. So hilf denn, daß wir immerfort Den weg der sünde scheuen. Er⸗ barm' dich unser allesammt, daß niemand unter uns verdammt Ein jeder selig werde. Mel. Alle menschen müssen sterb. ꝛ6. Aroßer gott, erhab'nes we⸗ 03. sen, Das voll segnender begier, Menschen sich zum dienst erlesen! Ach! was ist der mensch vor dir? Wenn ich deine größ' er⸗ O wie niedrig und wie klein Muß ich mir nicht selber seyn? 2. Ach, es herrscht der trieb zur sünde Mächtig oft in dem gemüth, Und macht mich zu einem kinde, das vor seinem vater flieht. Ach, ich seh' mit reu' und schrecken, Tausend fehler, tausend flecken, Und in der verderbten brust Regt sich öfters böss lust. 3. Was ich gutes an mir habe, Ist von deiner vaterhand. O wie manche gute gabe Hast du, herr, mir zugewandt; Selber auf dem sündenpfade Trägt mich schonend deine gnade. Nähmest du zurück, was dein, Ach! was wird mir übrig seyn? 4. Doch die menge deiner gaben Klagt nur meinen undank an, Weil ich sie oft ganz vergraben, Oder da⸗ mit groß gethan; Oft voll leichtsinn sie verschwendet, Und zu sünden an⸗ gewendet. O wie häuft sich meine schuld Durch verachtung deiner huld. ö 5. Sieh', hier lieg' ich in dem stau⸗ be Tief vor dir, mein gott, gebückt; Doch mein demuthsvoller glaube, Der auf meinen heiland blickt, Hofft auf wäge; Und, was ich bin, überlege: 32 Erste Abtheilung. auf deine vatergüte, Und mein tief beschämt gemüthe, Das den muth fast ganz verlor, Hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die wunder deiner liebe, Ziehen ganz mein herz zu dir. Ach! erhalte selbst die triebe Treuer dank⸗ barkeit in mir. Vater! laß das schwache lallen Meines lobes dir ge⸗ fallen. Bilde mich dein eigenthum, Ganz zu deines namens ruhm. 7. Meine kräfte, meine glieder Sind zu deinem dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder Voller ehr⸗ erbietigkeit. Deinen willen thun und leiden, Sey die quelle meiner freu⸗ den, Gott und herr der ganzen welt, Thu' mit mir, was dir gefällt. Mel. Herr,ich habe misgehandelt ꝛc. 6 Hde du kennest mein ver⸗ 4. derben, Ach! es regt in meiner brust, Wie bei allen adams⸗ erben, Sich noch immer böse lust, Die mein herz, herr, von dir neiget Und viel böse thaten zeuget. 2. Wie verderbt sind meine wege! Wie verkehrt mein eigner sinn! Ich empfind' es gott, wie träge Ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom hang zum bösen Mich doch end⸗ lich ganz erlösen? 3. Hilf mir durch den geist der gnaden Von der angeerbten noth; Heile meiner seelen schaden Durch des mittlers kreuzestod; Tilge alle meine sünden; Laß mich vor dir gnaͤde finden. 4. Deinen willen hier auf erden Zu vollbringen wird mir schwer Soll ich dazu tüchtig werden, Mußt du selbst von oben her Kraft und stärke mir verleihen, Und mein sündhaft herz erneuen. 5. Schaffe dann ein reines herze, Herr durch deinen geist in mir, Daß ich nicht mein heil verscherze; Laß der sündlichen begier Mich mit nachdruck widerstehen, Und auf deine hülfe sehen. 6. Unter wachen, beten, ringen, Hilf mir selbst mein fleisch und blut Unter deinen willen zwingen; Denn dein wille, gott, ist gut. Was nicht kann dein reich ererben, Laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene krone, Die mir droben beigelegt, Daß ich meiner niemals schone, Wenn die sünd' in mir sich regt; Hilf mir sel⸗ ber muthig kämpfen, Alle böse lüste dämpfen. 8. Sollt' ich etwa unterliegen: O so hilf mir wieder auf! Laß durch deine kraft mich siegen, Daß ich mei⸗ nen lebenslauf Unter deinen treuen händen Möge gut und selig enden. Mel. Wo soll ich fliehen hin, weil ꝛc. — vein gott, dir ist bewußt 65. M Die inn're böse lust Diesquelle meiner sünden, Die men⸗ schen nicht ergründen. O heile du aus gnaden Der seele tiefen schaden. 2. Des bösen herzens grund Wird oft durch thaten kund, Die mich nagen. Herr, willst du sie bestrafen, Wer wird mir rettung schaffen? 5. Ich habe wider dich, Den näch— sten und auch mich, vielfältig, herr, gehandelt; ich bin den weg gewan⸗ delt, Der menschen von dir wendet, Und sich mit schrecken endet. 4. Ein jegliches gebot Zeugt wider mich und droht, Weil ich(dies schlägt mich nieder) Nur gar zu oft dawider Gedacht, gethan, gespro⸗ chen, Und deinen bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir; Hilf, herr, erbarmend mir! Er⸗ neure meine seele, Daß sie nur gu⸗ tes wähle. Wer kann mich sonst vom bösen, Als du, o herr, erlösen? 6. Drückt mich der sünden joch Gleich mächtig, so bleibt doch Weit mächt'ger deine gnade; Wie groß auch nun mein schade, So kannst du ihn doch heilen, Und leben mir ertheilen. 7. Hat vor dir verklagen Und mein gewissen Mel. 66 dank unsern leben. ist, christ 2. 9 Kam ngen, d blut Denn bnicht schon krone, aß ich un die ir sel⸗ e lüste en: O durch ch mei⸗ treuen enden. veil ꝛc. ewußt e lust, emen⸗ ile du haden. „Wird e mich wissen trafen, en? näch⸗ „herr, ewan⸗ endet, wider (dies zu oft espro⸗ ochen. dir; Er⸗ ir gu⸗ t vom on 2 n joch Weit groß annst nmir „Hat IX. Von der Erloͤsung des Menschen. 53 7. Hat sonst des fleisches macht gute werke Beschließe und vollbrin⸗ In mir ihr werk vollbracht: So giebsge Und ewig dir lobsinge. mir lust und stärke, Daß ich nur IX. Von der Erloͤsung des Menschen. Mel. Sey lob und ehr' dem ꝛc. 66 Auf, christen, laßt uns unsern gott Mit frohem dank erheben! Er hat nicht lust an unserm tod, Will, daß wir ewig leben. Was uns zum heile nöthig ist, Das hat er uns durch jesum christ Erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen rath Kam er, sein sohn, auf erden. Von unsrer schuld und missethat Ein ret⸗ ter uns zu werden, Er ward's; und hat sein werk vollbracht, und sich nach kurzer grabesnacht Gen him⸗ mel aufgeschwungen. 3. Wo ist des todes herrschaft nun? Hier ist sein überwinder. Die furcht davor hinweg zu thun, Starb er, das heil der sünder. Gebrochen ist uns nun die bahn, Die von der erd' uns himmelan Zur ew'gen wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der herr so lieb! Wie sucht er unser beßtes; Er giebt für uns aus freiem trieb Sein liebstes und sein größtes. Preis ihm! der so viel an uns thut. Preis seinem sohn! der uns zu gut Sich bis zum tod erniedrigt. 5. Was er zu unserm glück ver⸗ schafft, Das ist in seinen händen. Sein ist das reich, sein ist die kraft, Das heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er für uns am kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen. 6. O laßt uns ihm uns anver⸗ traun Und seine stimme hören; Auf seine mittlers hülfe baun, Ihn mit gehorsam ehren. Das ist der weg zum ew'gen wohl; Der weg, auf den man friedevoll Auch schon auf erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns diesen pfad! Zeuch uns zu deinem sohne! Daß glaub' an ihn auch mit der that In unsern herzen wohne. So haben wir an seinem heil, Zur freude für uns, ewig theil; So prei⸗ sen wir dich ewig. Mel. Von gott will ich nicht lassen. 6 Frhebt den herrn, ihr from⸗ 7 men! Er hält, was er ver⸗ spricht. Der heiland ist gekommen, Der völker trost und licht. Gott, der uns nicht verstößt, Hat uns zum heil und leben Selbst seinen sohn ge⸗ geben; Durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche liebe Hat uns der herr erzeigt! Mit welchem va⸗ tertriebe Sein herz zu uns geneigt! Von seiner himmel thron Kömmt, rettung vom verderben Uns sündern zu erwerben, Sein eingeborner sohn. 3. Er kömmt zu uns auf erden In tiefer niedrigkeit, Nimmt auf sich die beschwerden Von unsrer pilger⸗ zeit; Enthält sich seiner macht, Ver⸗ leugnet himmelsfreuden, Bis er durch todesleiden Sein großes werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! o bringet Gott euren lobgesang. Erlöste men⸗ schen, singet Dem mittler ewig dank, Wo niemand helfen kann, Da hilft er gern aus gnaden, Heilt unsrer seelen schaden. O nehmt ihn gläubig an. 5. Du freund der menschenkinder! Verwirf uns, jesu, nicht. Dein name heil der sünder, ist unsre zuversicht. Gieb unsern seelen ruh; Hilf jeden reiz zu sünden Uns glück⸗ lich überwinden! Gieb muth und kraft dazu. 6. Dich wollen wir erheben Hier und in ewigkeit, Wo uns ein beß'res C leben 3⁴4 Erste Abtheilung. leben Vor deinem thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, Und nichts wird uns mehr fehlen; Dann wer⸗ den unsre seelen Vollkommen selig seyn. Mel. Werde munter, mein gem. 68 Eunsae liebe, mein gemü⸗ 5 the Wagt mit kindlichem vertraun, In den abgrund deiner güte Ehrfurchtsvoll hinab zu schaun, Allen kummer zu zerstreun; Ihrer größe mich zu freun; Durch ihr anschaun schon auf erden Herrlich und entzückt zu werden. 2. Ich verehre dich, o liebe! Daß du dich erbarmet hast, Und aus freiem, edlen triebe Den allweisen rath gefaßt, Der verdammniß wer⸗ then welt, Durch ein theures lö⸗ segeld, Durch des eignen sohnes sterben, Gnad' und freiheit zu er⸗ werben. 3. O ein rathschluß voll erbarmen, Voller huld und freundlichkeit! Welcher uns hülflosen armen Gna⸗ de, trost und hülfe beut. Liebe, die den sohn uns schenkt, Der mit dir die welten lenkt, Um die sünder zu erretten Aus den schweren sünden⸗ ketten. 49 1. Doch, du hast, o weise liebe! Eine ordnung auch bestimmt, Daß darinnen jeder bliebe, Der am segen antheil nimmt: Wer nur an den mittler gläubt, Und ihm treu erge⸗ ben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Sondern heil und leben sehen. 5. Daͤ du keinen zum verderben Ohne grund bestimmet hast: Tra⸗ gen sünder, wann sie sterben, Ihrer eignen bosheit last. Wer nicht glaubt an deinen sohn, Der hat noth und tod zum lohn: Sein muthwil—⸗ lig widerstreben Schließt ihn aus vom heil und leben. 6. Ewig sey mit dank besungen, Was dein rath beschlossen hat; Mit uns preisen engelzungen Diesen weisen heilgen rath, Den der glaub' — in demuth ehrt, Die vernunft er staunend hört, Wo der engel tiefen der. Die er niemals ganz ergrün⸗ Ei. Liebe, laß mich dahin streben, Meines heils gewiß zu seyn. Richte deinem willen ein, Daß des glau⸗ bens frucht und kraft, Den dein geist selbst in mir schafft. Mir zum zeug⸗ niß dienen möge: Ich sey auf dem rechten wege. 8. Laß mich einst dich selbst anz schauen Und vor deinem throne stehnt So nur werd' ich ohne grauen Mei⸗ nem tod entgegen gehn: Keine krea⸗ tuͤr wird mich, Den du liebest, ewig⸗ lich Deiner huld entreißen können, Noch von deiner liebe trennen. Mel. Ich dank' dir schon durch ꝛc. 6 Gaen der uns leben ö 9. Igiebt Wer kann dich ganz durchdenken? Also hat gott die welt geliebt, Uns seinen sohn zu schenken. 2. Hoch über die vernunft erhöht, Umringt mit finsternissen, Erhebst du gottes majestät, Und stillest mein gewissen; 3. Ich kann der sonne wunder nicht, Noch ihren bau ergründen; Und doch kann ich der sonne licht Und ihre kraft empfinden. A. So kann ich auch nicht gottes raäath Von jesu tod ergründen; Al⸗ lein; daͤs göttliche der that, Das kann mein herz empfinden. 5. Fehlt mir der trost, daß jesus christ Nicht meine schuld getragenz Richt gott und mein erlöser ist: Wie angstvoll werd' ich zagen! 6. Ist ehristi wort nicht gottes sinn: So werd' ich irren müssen, Und wer gott ist, und was ich bin Und werden soll, nicht wissen, heit Soll mir kein spötter rauben; Ich fühle seine göttlichkeit Und halte fest am glauben. 8. Ich bin nun ganz dein eigenz thum, Und auch des himmels erbe: selbst mein ganzes leben So nach 7. Nein, diesen trost der christene Dies ft er⸗ tiefen grün⸗ reben, Richte glau⸗ n geist zeug⸗ f dem ost an⸗ stehnt Mei⸗ e krea⸗ ewig⸗ önnen, en. ch ꝛc. leben h ganz te welt enken. rhöht, erhebst st mein hunder inden; ht Und gottes 3 Al⸗ „Das jesus agen 3 o nach Dies, sohn des höchsten! ist mein ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. 9. Du giebst mir deines geistes kraft, im glauben mich zu stärken; Der wollen und vollbringen schafft Zu allen guten werken. 10. So lang' ich gottes willen gern Mit reinem herzen thue; So fühl' ich freude in dem herrn, Und im gewissen ruhe. 11. Und wenn mich meine sünde kränkt, Und ich zu dir, herr, trete, Weiß ich, daß dein herz mein ge— denkt, Und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß du, mein hei⸗ land, lebst, Und mich einst aus der erde Erweckst und dann dahin er— hebst, Wo ich dich schauen werde. 13. Kann unsre lieb' im glauben hier Für dich jemals erkalten? Doch ist dies liebe nur zu dir, Dein wort von herzen halten. 14. Erfüll' mein herz mit dank⸗ barkeit, So oft ich dich nur nenne, Und hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig seyn, Deswegen schmach zu leiden, So laß mich weder furcht noch pein von deiner liebe scheiden. 16. Ja, sollt' ich gleich nicht für und für Des glaubens freud' em⸗ pfinden, So lebe er doch so in mir, Daß er mich schütz' vor sünden. 17. Hat gott uns seinen sohn ge⸗ schenkt(Laß mich noch sterbend denken): Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt Mit ihm nicht alles schenken? Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. oder: Ist auch ein gott? ꝛc. Nr. 2. Zott, der du für uns dei⸗ 70. nen sohn gegeben: Wer kann doch gnugsam deine huld erhe— ben? Wie herrlich zeigst du im er— lösungswerke Der gnade stärke! 2. Dein ew'ger sohn stirbt für die menschenkinder; Der heiligste tritt an die statt der sünder; Der seligste IX. Von der Erloͤsung des Menschen. 85⁵5 begiebt sich seiner freuden, Für uns zu leiden. 5. Er wird das lamm, das aller sünden träget, Drauf du die strafe weislich selbst geleget: Daß du die schuld an den verkornen schaafen Nicht dürftest strafen. 4. Was ist der mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen sohn ihm zum versöhner schenkest? Was fin⸗ dest du an mir und an uns allen Für wohlgefallen? 5. Verdient verachtung gütiger gesetze, Verdient verschwendung unschätzbarer schätze, Verdient ge⸗ häufte gröbliche verschuldung So viele duldung? 6. O welche tiefe deiner menschen⸗ liebe? Wer faßt, o gott, die größe ihrer triebe? Du thust weit mehr zu unserm wohlergehen, Als wir verstehen. 7. Ach lehre mich recht deine huld erkennen, Voll zuversicht dich mei⸗ nen vater nennen, und zum gehor— sam dir mein ganzes leben Willig ergeben. 8. Was mir dein sohn, da er für mich gestorben, Von deiner huld durch seinen tod erworben, Das werde mir zu meinem ew'gen heile Nun auch zu theile. 9. Dein friede wohne stets in meinem herzen, und tröste mich bei des gewissens schmerzen; Dein geist sey mit mir deinen guten willen Treu zu erfüllen. Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. I zott, hätte dein geliebter + 2 sohn Sich mein nicht angenommen, Und wär' er nicht von seinem thron Zu uns herab gekom—⸗ men, So müßte mir vor ew'ger pein, Gerechter richter, bange seyn, Um meiner sünden willen. 2. Doch er schafft dem gewissen rast, Nun darf ich nicht verzagen. Denn meiner sünden schwere last Hat er für mich getragen. Am kreuz ver⸗ söhnt er mich mit dir; da floß sein C 2 blut, 36 Erste Abtheilung. blut, damit er mir die seligkeit er⸗ würbe. 3. Wohl mir, mein herz schöpft neuen muth, Faßt kindliches ver⸗ trauen. Ich kann auf sein versöh⸗ nend blut Mein ewig heil nun bauen. Dies blut, das mich gerei⸗ nigt hat Von aller meiner misse⸗ that, Wird ewig, ewig gelten. 4. Hinweg mit banger kümmerniß, Sey, seele, voller freuden! Dein heil ist dir nun ganz gewiß: Von gott kann dich nichts scheiden. Was dir des höchsten sohn erwarb, Da er uns zu werfen. in schmach und martern starb, Kann dir kein satan rauben. 5. Nichts nützet die gerechtigkeit, kann uns auch auf erden schon Das Die stolz auf werke bauet; Der ist wahre glück nicht fehlen; Getrost von seinem heil noch weit, Der eig⸗ nen kräften trauet. Er erndtet scha⸗ den statt des lohns: Nur die gerech⸗ tigkeit des sohns Macht uns gerecht und selig. 6. Auch mich Auch ewig selig macht sie mich, Wei ich nicht von ihr lasse. seines sohns gemeinschaft. 7. Du, vater, warfest unsre schuld men; auf seine mittlershülfe baun, Äuf deinen sohn, als bürgen. Du jesu, ließest in geduld Dich, als ein ist der weg zum ew'gen wohl, Der lammerwürgen. Du, geist, theilst weg, auf dem man friedevoll Auch dieses heil uns zu. In alle ewigkei sey du, Dreieiniger, gepriesen. Mel. Es ist das heil uns kommen ꝛc. macht sie gerecht, weil ich Sie fest im glauben fassez Gott, der uns am kreuze starb. Wohl allen, erfüllt, was er verheißt, Erhält die ihm trauen. auch mich, durch seinen geist, In 6. O laßt uns ihm uns anver⸗ 2. Selbst seinen eingebornen sohn Sandt' er zu uns auf erden, Von dem verdienten fündenlohn Ein retter uns zu werden. Er kam und mit ihm unser heil; Er kam, am ew'gen leben theil Uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o tod! dein stachel nun? Hier ist dein überwinder. Für unsre schuld genug zu thun, Starb er, das heil der sünder. Wo ist nun, sünde, deine kraft? Hier ist er, der uns kräfte schafft, Dein joch von 4. Gelobt sey gott! gelobt sein sohn, Der retter unsrer seelen! Nun und froh in gott zu seyn, Wenn wir uns nur dem heiland weih'n, Den gott für uns verordnet. 5. Was er zu unserm glück ver⸗ schafft, Das ist in seinen händen. Sein ist das reich, sein ist die kraft, Das heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er für trau'n, Und niemals sein uns schä⸗ „und sein joch auf uns nehmen. Das 8 schon auf erden wandelt. ö 7. Herr, laß uns diese seligkeit O Doch über alles schätzen. Nie kön⸗ nen güter dieser zeit Den mangel sat ö uns ersetzen, Wenn uns das größte oder: Lobsinget gott, und ꝛc. Nr. 5. gut gebricht, Ein reines herz vol 101 Hele uns! aus unsrer sün⸗Wzuversicht Zu dir, gott, unser vater 7². dennoth Ist rettung uns 6. O, lenk' auf dies erhab'ne glück— erworben. Der herr will nicht des Der seele stärkste triebe. Zeuch mäch⸗ th sünders tod. Was adams fall ver⸗Itig unser herz zurück Von schnöder 2 dorben, Hat er aus gnaden uns er⸗ sündenliebe. An dem uns theu'r er⸗—0 setzt. Wie werth sind wir vor ihm worbnen heil Laß uns in wahrem 1 geschätzt! Wie groß ist sein erbar⸗glauben theil Stets suchen und be⸗ men. halten. 9 de D X. Von n sohn Von Ein r kam r kam, wieder lnun? r unsre rb er, st nun, er, der och von bt sein Nun on Das Getrost Wenn weih'n, t ück ver⸗ händen. ie kraft, Das er (s er für eallen, anver⸗ ins schä⸗ fe baun, n. Das hl, Der ol Auch seligkeit die kön⸗ mangel 5größte herz voll rvater! ne glück ch mäch⸗ schnöder heu'rer⸗ vahrem und be⸗ Von X. Von Christo, dem Erloͤser. 37 X. Von Christo, dem Erloͤser. Mel. Es ist das heil uns kommen ꝛc. D stelltest dich zum mittler „ ein, Herr jesu! für die fünder, Und wolltest haupt und bür⸗ ge seyn Gefallner adamskinder; Nahmst alle ihre schuld auf dich, Trugst ihre lasten williglich, Sie los und frei zu machen. 2. Du, deines vaters ew'ger sohn, Gebor'n ein mensch auf erden, Er⸗ trugst in früher kindheit schon Die größesten beschwerden: Nahmst nach und nach an weisheit zu; Durch frühe tugend wurdest du Ein vor⸗ bild frommer jugend. 3. An jahren reif, an weisheit groß, Verließest du die stille, Darin dein jugendlauf verfloß; So war's des vaters wille. Am jordan wei— hetest du dich, Durch deine taufe, öffentlich Zum antritt deines amtes. 4. Dein vater goß vom himmels⸗ thron Auf dich des geistes gabe, Und sprach: dies ist mein lieber sohn, Dran ich gefallen habe. So wurdest du, herr! vor der welt Vom himmel selber dargestellt Als auserkorner mittler. 5. Zwar dem, der unser erstes haupt, Den adam, überwunden, Ward auch an dir viel macht er⸗ laubt In langen prüfungsstunden: Doch hier ward er des siegs nicht froh. Du standst als held, und satan floh. Die engel sahns, und jauchzten. ö 6. Bestimmt nach gottes weisem rath Zum lehrer und propheten. Sah man dich nun, durch wort und that, Voll kraft dies amt vertreten. Des lasters schande straftest du, zum opfer für die welt Dein eignes theures leben. 8. Dem Tode nahmst du seine macht, Fuhrst zu des himmels hö⸗ hen, Wo dich in deiner siegespracht Die himmelsbürger sehen, Und wo du unsre sache führst, Als könig herrschest und regierst Zu unserm heil und segen. 9. Herr jesu, großer mittler! sey Von herzensgrund gepriesen Für deine gnade, huld und treu', Die du an uns erwiesen! Gieb, daß wir gänzlich dir vertraun, Gehorsam seyn, und einst dich schaun Zu unsrer ew'gen freude. Mel. Ein lämmlein geht und ꝛc. ob, ehre, preis und dank 74. sey dir, O jesu, unser le⸗ ben! Preiswürdig bist du für und für: Wer kann dich g'nug erheben? Eh' noch die welt ward, warst du schon Groß, herrlich und des höch— sten sohn, Ein erbe seiner ehre. Dein ist das reich, die herrlichkeit, Und du beherrschest weit und breit Der kreaturen heere. 2. Dein sind sie; denn durch wes⸗ sen kraft Ward himmel, meer und erde? Wer hat das leben uns ver⸗ schafft? Wer sprach zum engel: wer⸗ de! Du bist es, dessen allmachtsruf Die ganze welt aus nichts erschuf: Du bist's, der alles träget, Was sichtbar und unsichtbar ist, Was erd' und himmel in sich schließt, Und was im meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut In diese welt gekommen; Hast willig unser fleisch und blut, O herr, an dich genommen; Aus der er⸗ schrecklichsten gefahr Zu retten, was Sprachst müden seelen freundlich zu, verloren war, Wardst du ein knecht Und predigtest gewaltig. auf erden. O huld, die sonst nichts v. So warest du das wahre licht gleiches hat! Du starbst für unsre Mit aufwand deiner kräfte, Je⸗ missethat, Ein heiland uns zu doch, o herr! dies war noch nicht werden. Dein wichtigstes geschäfte. hohenpriesterthum bestellt, Gabst du Zum à. Du wardst es uns, und bist es noch Jetzt auf der himmel throne; C Suchst 38 Erste Abtheilung. Suchst liebreich von der sünde joch Und ihrem schnöden lohne, Die ihr noch dienen, zu befrein; Beschwer⸗ ter herzen trost zu seyn, Ist deines herzens freude; Du giebst den mü⸗ den seelen ruh', Und wer dich liebt, den stärkest du, Daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der deinigen gebet, Und endest ihre plage; Du bleibst, bis zeit und welt vergeht, Bei uns noch alle tage. Herr, dir sey ewig dank und ruhm Für deinen tod und marterthum, für alle deine liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin; Gieb, daß ich mich, so lang' ich bin, In deinem lobe übe. Mel. Nun lob', meine seel', den ꝛc. ein heiland! deine größe 75. Geht über alle himmel weit; Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei gott von ewigkeit; Du bist der erstgeborne Bor aller krea— tur; Kamst zwar für uns verlorne In menschlicher natur, Doch in der menschheit orden Tratst du erst in der zeitz Eh' noch die welt gewor— den, Hatt'st du schon herrlichkeit. 2. Der himmel und die erde Sind durch dein kräftigs wort gemacht; Auf dein allmächtig: werde! Ent— stand die welt mit ihrer pracht. Du bist auch unser meister! Auch uns schuf deine hand So, wie das heer der geister, das dich noch eh'r er— kannt. Ein erbe über alles, Das ist dein ew'ger ruhm; Drum jammert dich des falles Von deinem eigen— thum. 3. Du trägest alle dinge Durch deiner allmacht starkes wort. Das große und geringe Geht blos durch deinen willen fort. Sohn gottes! du regierest Den ganzen kreis der welt! Weil du das ruder führest, Geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht tod und leben; Drum wird einst jede gruft Die todten wieder geben, Wann deine stimme ruft. 4. Gott läßt dir ehr' erzeigen, Die +μ keinem andern widerfährt: Dir soll sich alles beugen; Denn göttlich groß ist, herr, dein werth. Du bist das heil der erden. Wer auf dein wort nicht hört, Der kann nicht se⸗ lig werden; Wer aber dich verehrt, Dem hilfst du vom verderben, Schaffst ihm zufriedenheit, Und machst ihn einst zum erben Voll— kommner seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein name Schon jetzt, o herr, in aller welt; Dich preist der frommen saame, Der gläubig dir zu fuße fallt. Dich prei⸗ sen seraphinen, Erhabner menschen⸗ sohn! Mit freuden dir zu dienen, Stehn sie vor deinem thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, preis und ruhm Auch, herr, von uns zu nehmen, Uns, dei⸗ nem eigenthum. 6. Sohn gottes, ich verehre Und bete dich in demuth an. Beschäme und bekehre Die, die dir noch nicht zugethan; Die deinem wort nicht glauben, Und dir, der für sie litt, die schuld'ge ehre rauben: Theil ih— nen gnade mit, Dich gläubig zu er⸗ kennen. Laß nichts, die dich erkannt, Von deiner liebe trennen. Dein ruhm füll' jedes land! Mel. Herr christ, der einig' gottesꝛe. 6 Sohn gottes, eingeborner, Von ewigkeit gezeugt; Des vaters auserkorner, Zu dem sein herz sich neigt. Mit ihm von einem wesen, Ihm, wie du stets ge⸗ wesen, Stets gleich an herrlichkeit. 2. Für uns ein mensch geboren, Der keuschen jungfrau sohn; Zu su⸗ chen, was verloren, Kamst du von deinem thron; Starbst, daß wir le⸗ ben möchten, Erhobst uns zu gerech— ten Und erben deines reichs. 3. Gieb doch in reichem maaße Er⸗ kenntniß deines heils; Daß keiner je verlasse Die wahl des besten theils. Dich über alles schätzen, An dir sich gern ergötzen, Macht himmel aus der welt. . Du Dir soll öttlich Du bist f dein icht se⸗ rehrt, herben, Und Voll— name welt; e, Der prei⸗ uschen⸗ ienen, Wer Werth Auch, 5, dei⸗ re Und schäme nicht t nicht ie litt, heil ih⸗ zu er⸗ kannt, Dein ttesꝛc. orner, zeugtz u dem m von ots ge⸗ chkeit. boren, Zu su⸗ u von vir le⸗ erech⸗ ze Er⸗ keiner besten ätzen, Macht 4. Du XI. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 59 4. Du schöpfer aller dinge, Des patert ew'ge kraft, Ohn' den ich nichts vollbringe, Der alles gute schafft: Gieb, daß mich nichts ver⸗ lende, Mein herz nichts von dir wende; So bleib' ich stets an dir. 5. Brich alle macht der sünden Durch deinen kreuzestod; Und hilf mir übꝛrwinden, Was mit verfüh⸗ rung droht. Dein triumphirend leben Kann mir ein leben geben, Das neu und himmlisch ist. 6. Dank, lob und preis und ehre Sey gott in ewigkeit, Für diese gnad' und lehre, Womit er uns er⸗ freut. Sie tröst' uns, wann wir leiden; Sie stärk' uns, wann wir scheiden; Sie schütz' uns im gericht. XI. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 1. Advents-Lieder. Mel. Lobt gott, ihr christen ꝛc. oder: Nun danket all ꝛc. Nr. 3. A ho hat gott die welt ge— 7JV. liebt Daß er aus freiem trieb Uns seinen sohn zum heiland giebt! Wie hat uns gott so lieb! 2. Was sem erbarmungsvoller rath Schon in der ewigkeit Zu un⸗ serm heil beschlossen hat, Vollführt er in der zeit. 3. Er, aller menschen höchstes guth, Der alle segnen kann, Nimmt, wie die kinder fleisch und blut, Doch ohne sünde an. 4. Ich freue mich, mein heil, in dir; Du niramst mein fleisch an dich: Was fehlt mir nun? ist gott mit mir, Wer ist dann wider mich? 5. Du sohn des allerhöchsten, wirst Auch mir rath, kraft und held, Mein vater, und mein friedefürst, So, wie das heil der welt. 6. Was mir zum seligseyn gebricht, Das, herr, erwaͤrbst du mir: Ver⸗ söhnung, leben, trost und licht, Das hab' ich nun an dir. 7. Dein mangel wird mein reiches theil; Dein leiden stillt mein leidz Durch deine knechtsgestalt, mein heil, Gewinn' ich herrlichkeit. 8. Gelobt sey goͤtt! gelobt sein sohn, Durch den er gnad' erweist! Lobt, engel, ihn vor seinem thron! Erheb' ihn auch mein geist. Mel. Sollt' ich meinen gott ꝛc. 78 D er du Aenich aeworonen * gen, Mensch gewordner gottes-sohn! Ewig sey dir lob ge⸗ sungen, Daß du von des himmels thron, Uns zu gut, ins fleisch ge⸗ kommen; Der du voller freundlich⸗ keit, Längstens schon vor meiner zeit, Dich auch meiner angenommen, Und mein bruder worden bist; Sey gelobt, herr jesu christ! 2. Sey gelobt! denn dir gehöret Preis und dank und ruhm mit recht. O wie hoch hast du geehret Unser sterbliches geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet Mit der göttli— chen natur, Und vor aller kreatur Es zum wohlthun dir erwählet! Ja, in dir du gottes-sohn, Herrscht die menschheit auf dem thron. 5. Du, du bist der völker segen; Kamst, von noth uns zu befreinz Und wir können deinetwegen Jetzt schon kinder gottes seyn, Hat die sünd' uns gleich verdorben: O so hast du neue kraft Uns zur heiligung verschafft, und die tüchtigkeit er⸗ worben, Einst von sünden völlig rein, Aehnlich dir, o herr, zu seyn. 1. Du, du bist der mittler wor⸗ den, Der die welt mit gott ver⸗ söhnt; Hast der schwachen mensch⸗ heit orden Wieder mit dem recht belehnt, In den himmel einzuge⸗ hen, Und da gottes herrlichkeit, Nach vollbrachter übungszeit, Ewig einst verklärt zu sehen. Fromme! fasset zuversicht Glaubet fest: nur sündigt nicht. 5. Sollte mich wohl gott verlassen, C Wenn 40 Erste Abtheilung. Wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein heil wird mich umfassen, Trösten den betrübten sinn. Und dann kann mich nichts anfechten. Er, der meinen jammer kennt, Und mich gnädig bruder nennt, Sitzt als herr zu gottes rechten; Durch ihn bin ich gott vereint; Gott ist vater und mein freund. 6. Herr, wie groß ist deine güte! Meine seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz gemüthe Voll von deinem ruhme seyn. Nimmer will ich dein vergessen; Dir will ich mich ganz vertraun, Freudig folgen, auf dich baun. Deine huld ist nicht zu messen; Gieb, daß ich für deine treu, Dir auf ewig dankbar sey. Mel. Lobt gott, ihr christen ꝛc. od.: Nun danket all', und ꝛc. Nr. 3. Loblinge gott, o christen⸗ 79. heit! und danke deinem herrn! Ihm, welcher dich fo oft er⸗ freut, Dir hilft so herzlich gern.:, 2. Ein ganzes jahr hast du sein wort: Sein göttlich wort, gehört. Und heute wird's an diesem ort Von neuem dich gelehrt.:,: 5. Herr, dir und deiner vatertren Bring' ich mein opfer dar. Gieb, daß dein volk gesegnet sey Im neuen kirchenjahr. ,: 4. Hilf uns! und bis an unser end' Erhalt' uns dein wort rein. Laß deine heil'ge sakrament Mit trost das herz erfreun. ,1 5. Erleuchte was in irrthum steckt. Gieb, daß zu deiner ehr Der sünder, durch dein wort erschreckt, Recht⸗ schaffen sich bekehr. ,1 6. Gieb allen lehrern freudigkeit Und weisheit, muth und kraft. Welch glück für uns, wenn jeder⸗ zeit Ihr vortrag nutzen schafft!:,: 7. Regiere uns mit deinem geist Bei unserm kirchengehn, Und laß bei dem, was du uns heißt, Ohr und herz offen stehn. 8. Wie wir auf eine kurze zeit All⸗ hier versammlet seyn, So werden wir in ewigkeit Uns miteinander freun., 80. Sobn, der uns verheißen war, Den die jungfrau uns gebar, Friedefürst, rat), kraft und held, Herr und heiland aller welt. 2. Du entsprossest nicht wie wir; Gottes geist selbst richtet dit Deiner menschheit hütte zuz Waͤnderbar erscheinest du. 5. Gottmensch, du berrittst die welt, Eilest mächtig als ein held, Ruhst nicht, bis was uns bekriegt, Ganz zu deinen füßen liegt. 4. Deinem vater gleich an kraft von rath und hülf entblößt Waren wir; und sind erlöst! 5. Preis sey dir in ewigkeit! Auf, die ihr erlöset seyd! Rühmet den, der, groß von that, Euch vom tod erlöset hat. 6. Du, der solchen sieg vollbracht, Brich in uns des fleisches macht. Du vermagst es, herr der welt, Des⸗ sen machtwort sie erhält. 7. Von dem vater, der dich gab, Kamest du zu uns herab. Nach voll⸗ brachtem edlem lauf Fuhrest du zu ihm hinauf. 8. Lob sey dir! du kamst herab; Lob dem vater! der dich gab; Lob dem geiste! dankt und singt, Daß er uns zu jesu bringt. Bekannte Melodie. ů QNie soll ich dich empfangen, 8 I. Wẽé Heil aller sterblichen! Du freude, du verlangen Der trost⸗ bedürftigen! Gieb selbst mir zu er⸗ kennen, Wie, deiner güte voll, Dich meine seele nennen, würdig preisen soll. Dein zion streut die palmen, Und meine dankbegier Ergießt in freudenpsalmen Sich, gütigster, vor dir. Dich, dich will ich erheben, So gut ich schwacher kann; Mein herz Mel. Nun kommt der heiden heil. Hast du sieg und heil geschafft. Herr, Dich ö nander eißen agfrau „kraft d aller ewir; Deiner derbar n heil. XI. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 41 herz will ich dir geben. Ach, nimm es gnädig an. 3. Nur daß du mich befreitest, Gabst du dich selbst für mich. Mich zu erretten, freutest Du, seligma⸗ cher, dich. Du sahst, es wäre keiner Vermögend g'nug dazu. Da jam⸗ merte dich meiner, Da kamst und halfest du. 4. Du machst mich von den ban⸗ den des tod's auf ewig los, Ent⸗ reissest mich den schanden Der sünde, machst mich groß, Und hebst mich hoch zu ehren, Und schenkest güther mir, Die unvergänglich währen. Dank, ewig dank sey dir. 5. O du, an den ich glaube, Was war's, das dich bewog? Was war's das dich zum staube, Zu mir her⸗ nieder zog? Dein göttliches er⸗ barmen! Ja, du, o jesu, hast Mit mitleidvollen armen Die ganze welt umfaßt. 6. Das schreibt in eure herzen, Betrübte, traurt nicht mehr. Zagt nicht in euren schmerzen, Als ob kein helfer wär'. O sehet auf; ihr habet Den beßten helfer nah. Der eure seele labet, Der treue freund ist da. 7. Die ihr mit ernster reue Still eure schuld beweint: Wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der men⸗ schenfreund, Ruft heilbegier'gen sündern Der gnade trostwort zu, Macht sie zu gottes kindern, Schafft ihren seelen ruh. 8. Er übersiehet keinen Und weiß, was jedem nützt. Hat er nicht stets die seinen Von anbeginn geschützt? Nicht sie in ihrem leide Zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine freude Und wohlthun seine lust. 9. Er kömmt zum weltgerichte Und bringt, wann er erscheint, Fluch jedem bösewichte Und heil dem tugendfreund. Wohl ewig al⸗ len denen, Die seine wege gehn, Und einst mit freudenthränen An seiner rechte stehn! 2. Weihnachts-Lieder. Mel. Wir christenleut ꝛc. oder: Eigene Melodie Nr. 7. 8² Nuf, schicke dich, Recht feier⸗ „ lich Des heilands fest mit danken zu begehen! Lieb' ist der dank, Der lobgesang, Durch den wir ihn, den gott der lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also Hat gott die welt in seinem sohn geliebet! O, wer bin ich, Herr, daß du mich So herrlich hoch in deinem sohn geliebet? 5. Er, unser freund, Mit uns ver⸗ eint, Zur zeit, da wir noch seine feinde waren; Er wird uns gleich, Um gottes reich Und seine lieb' an uns zu offenbaren. k. An ihm nimm theil! Er ist das heil: Thu'täglich bus, und glaub an seinen namen! Der ehrt ihn nicht,‚ Wer: herr, herr, spricht, Und e welt gedacht! Ihn preise, nicht sucht sein beispiel nachzuah⸗ men. 5. Aus dank will ich In dürft'gen dich, Dich, gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; Der frommen herz In ihrem schmerz Mit trost erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Rath, kraft und held, Durch den die welt Und alles ist, im himmel und auf erden! Die christenheit Preist dich erfreut, Und aller knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den herrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn ehrt, den wird sein name trösten. Gelobt sey gott, Gelobt sey gott, Freut euch des herrn und jauchzt ihm, ihr erlösten. Mel. Vom himmel hoch da ꝛc. ies ist der tag, den gott 83. D gemacht; Sein werd' in was durch 4² Erste Abtheilung. durch jesum christ, Im himmel und auf erden ist. 2. Die väter haben dein geharrt. Doch, als die zeit erfüllet ward, Da sandte gott von seinem thron, Dich, heil der welt! dich, seinen sohn! 3. Wenn ich dies wunder fassen will, So steht mein geist vor ehr⸗ furcht still; Er betet an und er er⸗ mißt, Daß gottes lieb' unendlich ist. K. Damit der sünder gnad' erhält, Erniedrigst du dich, herr der welt! Nimmst selbst an ursrer menschheit theil, Erscheinst im fleisch zu un⸗ serm heil. 5. Und zu erfüllen gottes rath — Und uns zu gute wardst wie wir, Preis sey, o welterlöser, dir, Auf ewig preis. ö ö 2. Dich, unsern heiland, unsern herrn, Sahn die väter schon von fern; Du, aller völker trost und licht, Du warst auch ihre zuver— sicht. Gelobt sey gott! 5. Die nacht entflieht, der tag bricht an Ueber die so nie ihn sahnz Auf die, so finsterniß umgab, Glänzt gottes wahrheit nun herab. Ge— lobt sey gott! 4. Er, durch den uns geholfen ist, Der einst richtet, jesus ehrist, Der schöpfung herr, kömmt in sein reich, Sprachst du so wohl durch wort als Erniedrigt sich und wird uns gleich. that; Gott, deinen willen thu' ich Gelobt sey gott! gern., Lob sey dir, der da kam vom] 5. Jauchzt himmel! Erde, freue herrn. 5. Dich, der du mensch geboren bist, Mit uns vereint, dich jesum christ, Auf den die völker hoffend sahn, Dich bet' auch ich, mein heiland, an. ö 7. Du unser trost und höchstes guth! und blut, Wirst unser freund und bruder hier, Und gottes kinder werden wir. 8. Gedanke voller majestät! du bist es, der das herz erhöht. Ge⸗ danke voller seligkeit! Du bist es, der das herz erfreut. 9. Durch eines sünde fiel die welt; Ein mittler ist's, der sie erhält. Was zag' ich nun, wenn der mich schützt, Der in des vaters schooße sitzt? vereinigst dich mit fleisch dich! Gott versöhnt die welt mit sich; Uns, adams sündiges ge— schlecht, Entsündigt er, macht uns gerecht. Gelobt sey gott! 4 6. Gelobet seyst du, jesu christ, Daß du mensch geworden bist. Deß freue sich die christenheit Und dank es dir in ewigkeit. Gelobt sey gott! Mel. Ermuntre dich, mein schw. — zott, deine gnade sey ge⸗ Opreist! Sie schuf uns heil und leben. Ermuntre dich, mein träger geist, Ihr wohlthun zu erhe— ben. Denk an die nacht, da auf der welt Des höchsten sohn sich dar⸗ gestellt, Um sein so theures leben Für sünder hinzugeben. 2. O große that erwünschte nacht! Von engeln selbst besungen! Du hast 10. Jauchzt himmel, die ihr ihn den mittler uns gebracht, der uns erfuhrt, Den tag der heiligsten das heil errungen. In dir erschien geburt; Und erd!die ihn heute der starke held, der alles schuf und sieht, Sing' ihm, dem herrn, ein alles hält, Der freund der menschen⸗ neues lied. 11. Herr, der du uns den tag gemacht, Der uns solch großes heilsh gebracht, Dich preise, wer, durch jesum christ. Dein freund und dein verehrer ist. Bekannte Melodie. + elobet seyst du, jesu christ, 84. Der du uns geboren bist kinder, Des todes überwinder. 5. Der du zu uns, gesandt vom errn, Aus deinem himmel kamest, Und unser fleisch und blut so gern In demuth an dich nahmest! Sohn gottes! o wie hast du dich So tief erniedrigt auch für mich! Wie arm bist du erschienen, Um mir zum heil zu dienen! 4. O XI. ————— E. Ol Von de reizte d herab zr nichts, mer, x kamst d sohn zu 5. Vi und tod Du sa mitleid unser h ters re und ko den tod 6. D ich mie ter. dich D Wasn Erleu Und Willst . freund bist's, Du br was i geb' i⸗ dich e geist 9. nicht, Und Herr werd e wir, r, Auf unsern on von ost und zuver⸗ er tag sahn; länzt Ge⸗ fen ist, „Der reich, „freue lt mit es ge⸗ cht uns christ, De id dank y gott! schw. sey ge⸗ ins heil „mein Uerhe⸗ da auf ch dar⸗ leben nacht! u hast er uns rschien uf und ischen⸗ der. ot vom amest, gern Sohn 30 tief earm m heil 4. O — gleich, XI. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 43 C. 4. O lehre mich den großen werth Von deiner huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser erd' Dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts, als noth, Verachtung, kum⸗ mer, schmerz und tod; Und doch kamst du auf erden, Ein menschen—⸗ sohn zu werden. 5. Viel stärker, herr, als schmerz und tod, War deine menschenliebe. Du sahest unsre sündennoth Mit mitleidsvollem triebe. Du stelltest, unser heil zu seyn, Nach deines va⸗ ters rath dich ein, Wardst mensch und kamst mit freuden, Für uns den tod zu leiden. 6. Dein, sohn des höchsten, freu' ich mich; Du bist auch mein erret— ter. Auch mir zum troste sandte dich Der herr, der gott der götter. Was mir ein wahres wohl verschafft, Erleuchtung, friede, beßrungskraft, Und freuden, die stets währen, Willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter freund, Für deine treue geben? Du bist's, der mich mit gott vereint, Du bringst mir heil und leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, Das geb' ich dir zum dienste hin; Ich will dich ohn' aufhören Mit leib und geist verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht, Doch wirst du wiederkommen, Und dann schau'n dich von angesicht, Herr, alle deine frommen. Dann werd' auch ich, herr jesu christ, Dich schau'n, so herrlich, als du bist; Dann wirst du mich zum leben, Das bei dir ist, erheben. Mel. Jesu, meine freude, meines ꝛc. 86 Gs sohn ist kommen! Dankt ihm, seine from⸗ daß er allen freund und bruder ist: Gott, auf seinem throne, Liebt uns in dem sohne, Hilft durch jesum christ. Welch ein heil! An christo theil, Theil an seiner sendung ga⸗ ben An gott selbst, zu haben. 5. Keine macht der leiden Kann von ihm uns scheiden; Er bleibt ewig treu. Einst wird er vom bösen Gänz⸗ lich uns erlösen; Hier steht er uns bei. Unser freund, Mit gott ver⸗ eint, Kann nicht seine brüder has⸗ sen, Noch sie hülflos lassen. 4. Wenn wir einst ermüden, Führt er uns in frieden In des grabes nacht. Unsre todten glieder Giebt die erde wieder Ihm, der sie be⸗ wacht. Jesus ruft Uns aus der gruft, Er, der selbst den tod einst schmeckte, Den das grab auch deckte. 5. Auf dem richterthroͤne Werden wir im sohne Unsern retter schau'n. Heil und ewig leben Wird er allen geben, Die ihm hier vertraun. Er ward hier Versucht, wie wir; Ue⸗ berschwenglich wird er lohnen, Und der schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr sünder! Werdet gotteskinder! Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr frommen! Seyd, wie er, vollkommen! Bleibet seiner werth! Preiset ihn, Baß er er⸗ schien, Und sich für euch hingege⸗ ben Durch ein göttlich leben. Mel. Allein gott in der höh' sey ꝛc. 8 Ldt uns mit ehrfurchtvollem 7. dank Den gott der lieb' er⸗ höhen, Mit feierlichem lobgesang Des heilands fest begehen! Preis sey dem vater, der ihn gab! Preis sey dem sohn! er kam herab, Und ward das heil der menschen. 2. Ist der ein christ, der dieses heil Nicht schätzt und lieb' gewinnet? men, Dankt ihm, daß er kam! Daß er hier auf erden! Unser heil zu werden, Seine Wohnung nahm. Mensch, wie wir, Erschien er hier, Um des vaters gnäd'gen willen An uns zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, Danken, Nimm froh an seiner liebe theil, Und werd' ihm gleich gesinnet. Wer nicht, wie er, gesinnet ist, Der ehrt ihn nicht, ist nicht ein ehrist, Der herr erkennt die seinen. 35. In dürft'gen laßt uns ihn er⸗ freun, Bekleiden, speisen, tränken! ö Ja, HZZ2 D— 4¹ Erste Abtheilung. Ja laßt uns frohe geber seyn, Und sein dabei gedenken. Was ihr den meinen habt gethan, Das, spricht er, habt ihr mir gethan, Und er, er will's vergelten. . Wer ihn mit treuem herzen ehrt, Den wird sein name trösten. Ver-⸗ traut auf ihn, der flehn erhört, Lob⸗ singt ihm, ihr erlösten! Es freut sich deine christenheit, Herr, deiner menschenfreundlichkeit. Dir, dir sey ewig ehre. Mel. Fröhlich soll mein herze spr. 88 aßt uns unsern gott lobsin⸗ 9 gen! Hoch erfreut, Laßt uns heut Ihm anbetung bringen. In des himmels hohe chöre Stim— met ein: Gott allein, Unserm gott sey ehre. 2. Jeder, der sich fühlt verloren, Freue sich Inniglich; Christus ist geboren. Er, der könig aller we⸗ sen, Steigt herab Bis in's grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann gottes rathschluß fas⸗ sen? Aber dies Ist gewiß, Gott kann uns nicht hassen. Kömmt der sohn aus freien trieben Zu uns her, Wie, sollt' er Nicht die menschen lieben? 1. Wenn er uns verworfen hätte, Nähm' er dann Menschheit an, Daß er uns errette? Deß soll sich der erd⸗ kreis freuen! Zum gericht Kommt Rer⸗ euch gern Seine brüder nen⸗ net. 8. Wenn euch eure sünden kränken, Eilt herzu, Suchet ruh! Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit glaubensblicken. Zittert nicht, Denn 9. Drückt euch hier so manche pla⸗ ge; Euren schmerz Fühlt sein herz, Kein erlöster zage. Bringet ihm an seinem feste Preis und ehr: Wisset, er Wählt für euch das beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr schwa⸗ chen; Mehr als ihr Litt er hier, Euch beglückt zu machen. Diese kurze zeit der leiden Und der müh, Was ist sie Gegen ew'ge freuden. 11. Jesu, du nahmst meine bürde Gern auf dich, Daß auch ich Frei voll Sie mein herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher befreier, Folg ich nach, Obwohl schwach, Doch um so viel treuer. Keine kreatur, kein leiden, Keine noth Und kein tod Soll von dir mich scheiden. 15. Du kömmst einst zum weltge—⸗ richte, Dann werd' ich, Richter, dich Schaun von angesichte. Wenn da, gott, die sünder beben, So werd' ich Bekannte Melodie. Lob sey dem allerhöchsten er nicht, Sondern zum verzeihen. 5. Eilt im geist nach bethlems hütten, Seht, was er, Euer herr,‚ Schon für euch gelitten. Er wird niedrig eurentwegen Welch ein freund! Er erscheint Feinden selbst 89. gott! Erbarmend sah'er unsre noth, Und sandte jesum, sei⸗ nen sohn, Zu uns von seiner him— mel thron. 2. Ihn sandt' er, unser trost zu seyn, Vom sündendienst uns zu befrei'nz zum segen. 6. Er, er will für eure schulden Armuth, noth, Schmach und tod Göttlichgroß erdulden. Lernt den menschenfreund erkennen, Gnaden⸗ reich Will er euch Seine brüder nennen. ö 7. Dankt ihm, der das innre seh— nen Sehen kann, Betet an, Opfert freudenthränen. Liebt ihn, der von liebe brennet; Traut dem herrn Meich zu seyn. Mit licht und kraft uns beizustehn, Und uns zum himmel zu erhöhn. 3. O welch ein liebevoller rath! O unaussprechlich große that! Gott thut ein werk, dem keines gleicht, Das keines menschen lob erreicht. 4. Sein sohn, durch den er alles schuf, Nimmt willig auf sich den beruf, Uns vom verderben zu be⸗ frei'n, Und schämt sich nicht uns er spricht: Ich will euch erquicken. und selig würde. Wer kann deine lieb' ergründen? Ewig soll Freuden⸗ ö Deiner mich Freun und ewig leben. 5. Er Die sünd 11. Mit wird erhö 12. sand land Der Mel od.: nen⸗ änken, vill sie hn mit Denn uicken. he pla⸗ herz hm an Sisset, schwa⸗ „Euch ze zeit ist sie bürde Frei deine euden⸗ freier, „Doch eatur, d kein den. veltge⸗e er, dich un da, erd' ich leben. öchsten sah er , sei⸗ ö him⸗ n rei'nz stehn, öhn. rath! Gott eicht, eicht. alles h den be⸗ t uns 5, Er XI. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 45⁵ —.—— 5. Er kommt zu uns in knechts⸗ gestalt, verleugnet hoheit und ge⸗ walt, Und läßt, selbst bis zum tod und grab, Zu unsrer rettung sich herab. 6. Was sind wir, daß uns gott so liebt, Und seinen sohn selbst für uns giebt? Was nützen wir dem höchsten guth, Daß es so großes an uns thut? 7. Nimm, seele, nun dein bestes wahr, Verschmähe den nicht un— dankbar, Den gott zum helfer dir bestimmt, Und der sich liebreich dein annimmt. 8. Bet' ihn als deinen retter an, Und sey ihm willig unterthan. Durch seine lehre zeigt er dir Den weg zum leben, folge ihr. 9. Bei dieser treue hast du theil An dem von ihm erworbnen heil. Wo nicht, ach! so verschließt du dir Muthwillig selbst des himmels thür. 10. Sein' erste zukunft in der zeit War voller huld und freundlichkeit; Die andre wird, zu großer pein Der sünder, majestätisch seyn. 11. Zu ehren aber nimmt er dann Mit freuden seine frommen an, Und wird sie in des vaters reich Verklärt erhöhen, engeln gleich. 12. Gelobt sey gott, der ihn ge⸗ sandt; Sein ruhm erfülle jedes land. Gelobt sey von uns jesus christ, Der uns zum heil erschienen ist. Mel. Lobt gott, ihrchristen, allzugl, od.: Nun danket all', und ꝛc. Nr. 3. obt gott, ihr christen O. L freuet euch! Von seiner himmel thron Beruft er uns zu sei⸗ nem reich Und sendet seinen sohn. 2. Der sohn kommt, nach des va— ters rath, Mit heil uns zu erfreu'n, Und auf des ew'gen lebens pfad Der welt ein licht zu seyn. 3. Bei seinem eintritt in die welt Umgiebt ihn keine pracht, Die glän⸗ zend in die augen fällt, Und groß vor menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten knechte gleich, Begehrt kein erdenglück, Verlangt allhier kein königreich Von einem augenblick. 5. Er kömmt, durch seiner wahr⸗ heit macht Zu gott uns hinzuziehnz Vor seinem lichte muß die nacht Des aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die sünde scheun, Er giebt auch kraft dazu, Und schafft uns, wenn wir sie bereun, Be⸗ gnadigung und ruh'. 7. Er bringt den trost der bessern welt Vom himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre hütte fällt, Den frommen geist kein grab. 8. Er öffnet uns dereinst die thür zu seinem himmelreich. Ihr chri— sten, wie beglückt sind wir, Lobt gott und freuet euch. Mel. Es ist das heil uns kommen ꝛc. 1 ein jesu, du hast unsre 91. Muschuld, Mit ihrer strafe plagen,(O unerhörte lieb und huld!) Freiwillig wollen tragen. Du, der gerechte, ließest dich Zum sünder machen, daß ich mich In dir gerecht kann nennen. 2. So heißest du nicht jesus nur; Du bist auch, was du heißest, Weil du die menschliche natur Aus allem jammer reißest. Die that stimmt mit dem namen ein: Du wolltest, was du heißest, seyn, Mein heil, mein seligmacher. 5. In keinem andern ist ja heil z Kein mittel ist gegeben, Wodurch wir können nehmen theil An selig⸗ keit und leben: Du bist's allein, der jedermann Ein ew'ges leben schenken kann, Verehret werd' dein name. Mel. Wir christenleut', sind ꝛc. oder: Auf! schicke dich ꝛc. Nr. 7. 2 O christenheit! Sey hoch erfreut! Das heil der welt, der mittler ist geboren. Nimm freudig theil An seinem heil; Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 2. Welch * ö 46 Erste Abtheilung. 2. Welch große that! Nach gottes rath Hat sich sein sohn für uns da⸗ hin gegeben. Ein menschenkind, Doch ohne sünd', Wird er, und bringt uns allen heil und leben. 3. Er, er befreit Uns von dem leid, Das durch der sünde macht auf uns gekommen. Mit uns ist gott Nun in der noth. Frohlockt dem herrn und hofft auf ihn, ihr frommen! K. Auch mein gesang, Herr, bringt dir dank. Du wurdest mensch, da⸗ mit wir selig würden; Du machst uns groß Und ewig los Vom fluch der sünd' und ihren schweren bürden. 5. Gelobt sey gott! Auf unsre noth Sah er mit hülfe mitleidsvoll her— nieder. Ochristenheit! Preis' ihn erfreut! Des höchsten sohn bringt das verlorne wieder. Mel. Vom himmel kam der engel ꝛc. om himmel ward der en⸗ 93. gel schaar Des nachts den hirten offenbar, Und große freude —— that ihr mund Mit lautem jubel ihnen kund. 2. Geht, eilet hin, geboren ist In davids stadt der herr, der christ, Des vaters eingeborner sohn, Der sünder heil, der frommen lohn! 3. Seyd fröhlich, daß er sich mit euch Vereinigt, ohne sünd' euch fleisch und blut Verwandt und euer höchstes gut. 4. Ihr habt mit euch den wahren gott! Euch schrecke nie mehr sünd' drohn! Ein mensch, wie ihr, ist gottes sohn. Und seyd gewiß, er läßt euch nicht; Fiel auch ein ganzes heer euch an: Trutz, daß euch einer schaden kann. schlechts, Und mit uns gleichen bür— im streit; Euch bleibt zuletzt die seligkeit. ö 3. Von der Erscheinung Christi. Mel. Es ist das heil uns kommen ꝛc. ein heil hat heut', volk 94. D gottes, sich Zu nähern angefangen, Ein helles licht ist auch für dich Den völkern aufgegangen. Dies sey dir, welt, ein freudentag. Die nacht, die auf den völkern lag, Durchbrach zuerst sein schimmer. 2. Kaum sandte gott mit seinem sohn, Der erde große freuden; So sammelt er sich selber schon die erst⸗ linge der heiden. Zu ihrem neuge— bornen herrn Muß sie ein wunder⸗ barer stern Aus fernen landen füh⸗— ren. 5. Der vor'gen zeit denkt, ehristen, doch. Heil euch! sie ist verschwun— den. Was wart ihr, eh' der herr euch noch, Eh' ihr noch ihn gefun— den? Fragt euch nur selbst, was waret ihr? O deutsches volk, er⸗ wecket dir Dein vor'ges bild nicht grauen? 4. Ein volk, mit gott ganz unbe⸗ kannt, Von seiner lehr' entfernet, Das von der tugend abgewandt, Nur böses thun gelernet; Das tod⸗ ten stein, geschnitztes holz, Wohl gar auf seine blindheit stolz, Als seine götter ehrte. 5. Du gingst in schand' und laster hin, Wie jede lust dich führte. Wenn ja noch den verkehrten sinn Einst das gewissen rührte: So konnte da doch aus der noth, Die die natur schon sündern droht, Dir nichts den ausweg zeigen. 6. Beglückter tag, der jene macht Des götzendienst's entwendet! Dar⸗ an uns gott nach langer nacht Sein licht 5. Auf ihn setzt eure zuversicht, gleich; Selbst gott, doch euch durch und tod, Laßt teufel, welt und hölle 6. Ihr seyd nun göttlichen ge⸗ gerrechts; Ihr siegt, nur stehet fest ——— n jubel durch nd euer vahren r sünd' d hölle r, ist ersicht, nicht z3 ch an: kann. en ge⸗ nbür⸗ et fest tzt die XI. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 47 licht und heil gesendet! Da gott, in soll mich mit gott verbinden; Doch dir, immanuel, Mit deinem wahren israel Nun auch die heiden dankten. 7. Nun prüfe heut', volk gottes, dich Vor seinem angesichte. Be⸗ harrst du unveränderlich In seiner wahrheit lichte? Was helfen opfer des gebets Zum waͤhren gott; wenn du noch stets Der sünde scla⸗ visch fröhnest? ö 6. Was hilft es, daß du gott er⸗ kennst, Und seinen ganzen willen, Wenn du das thun und wissen trennst! Zu träg' ihn zu erfüllen? Wenn du oft treu gelobst und brichst; Zwar christlich glaubst, und christlich sprichst, Und doch als heide wandelst? 9. Ach prüfe dich! gott nimmt sein licht, wenn man's nicht schätzt, zu— rücke. Steh' auf vom schlaf, damit er nicht Sein wort auch dir entrücke. Gott, hör' nicht uns zu tragen auf, Und fördre deiner lehre lauf Noch zu den fernsten heiden. Mel. Schmücke dich, o liebe seele ꝛc. ott! dein unsichtbares 5 wesen Läßt sich in dem lichte lesen, Das du uns für dieses leben Hast mit der vernunft gege— ben. Daß du gott bist, muß ich mer⸗ ken, Herr, aus deinen großen wer⸗ ken; Und die pflicht, dich zu vereh— ren, Kann mich deine schöpfung lehren. ö 2. Die vernunft zeigt deine größe, Und entdeckt mir meine blöße: Ich dies hindern meine sünden: Und ich kann sie nicht versühnen; Meine kraft kann nichts verdienen. Ach vernunft! dies ist der schade, Aber wie find' ich nun gnade? 3. Hier erscheint in größter klarheit Uns ein licht, das wort der wahr⸗ heit; Dies verspricht den geistlich armen Reiches göttliches erbarmen. Hier ist heil für menschenkinder; Hier ein bürge für die sünder; Hier steht allen, die sein hoffen, Nun der weg zum himmel offen. K. Lob und preis, und dank und ehre Sey dir, herr, für diese lehre, Die ein licht uns aufgestecket, Uns den weg des heils entdecket. Da du deinen sohn zum leben Der ver—⸗ lornen welt gegeben, Sehn wir unsers gottes klarheit, Und empfan⸗ gen gnaͤd' und wahrheit. 5. Gott! wie groß in deinen we⸗ gen, Und für uns wie reich an se⸗ gen Zeigt dich uns das wort vom glauben! Wer will uns den himmel rauben, Wenn wir auf dein zeugniß bauen, Deiner vaterhuld vertrauen. Jesum gläubig heiland nennen, Und das durch die that bekennen. 6. Ist dies nicht von uns geschehen; O vergieb uns das vergehen! Sieh hier unsers herzens reue, Und mach' unsern glauben neue. Ach, das wort des ew'gen lebens Gabst du uns doch nicht vergebens. Laß es ihm bei uns gelingen; Laß es uns zum himmel bringen! 4. Auf die Darstellung Christi im Tempel. Mel. Vom himmel hoch da komm ꝛc. 6 Dr e dae 9 welt! An welchen sich mein glaube hält, Sey meines her⸗ zens trost und theil, Erfreue mich mit deinem heil. 2. Weil du mein treuer heiland bist, Der mir von gott gegeben ist: So reinige herz, sinn' und muth, Und mache mich gerecht und gut. 3. Zeig' mir die bahn, o helles licht! Daß ich des heils verfehle nicht. Du bist allein mein preis und ruhm, Und ich dein ew'ges eigenthum. 4. Dein friede, herr, bewahre mich; Mein auge blicke Etoig; ich: ..nn.—..—.—.—.— 48 Erste A btheilung. dich: so will ich gern aus dieser welt Hinfahren wann es dir gefällt. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. ohlauf, mein herz! ver⸗ 5 Wẽé laß die welt, Dem der für dich sich dargestellt, Nun dich auch darzustellen! Er ist das licht; drum sey gewiß, Er werd' auch dei⸗ ne finsterniß Durch seinen glanz erhellen. 2. Ach! du sollst ihm sein tempel den rein; Und hat hier lust zu woh⸗ nen. Doch hoffe nicht, daß jesus christ In solchen herzen wohnhaft ist, Die noch den lüsten frohnen. 3. Was nur dem fleische wohlge⸗ Oem satan, ihrem gotte. erndtet schaden blos für müh; Für seyn! Er selbst macht dich von sün⸗ fällt, Das opfre die verkehrte welt Sie ihren sündendienst wird sie Einst ewiglich zu spotte. 4. Doch, wer vom geist, wjie si⸗ tes sohn Zum heil begehrt zu haben; Gott fürchtet, sich der welt ent— wöhnt, Aus ihr sich nach dem him⸗ ben. 5. Wer durch das wort, darauf er schaut, Der kann im frieden fahren. Er wird sich ihm in seinem licht Dort herrlich offenbaren. 6. Herr, mache mich gerecht und meon, Sich treiben läßt; nur got⸗ mel sehnt: Der opfert rechte ga⸗ traut, Im glauben seinen heiland Der heiland hält, was er verspricht. rein! Herr, laß mich stets voll glau⸗ bens seyn, Und stets im geiste le— ben! Bis du auch mich, wann dirs gefällt, In frieden wirst aus dieser welt Hinauf zu dir erheben. 5. Am Tage Ma Mel. Durch adams fall ist ganz ꝛc. oder: Das jesulein soll dich ꝛc. D. nd der seligkeit 98. Den sündern angebro⸗ chen, Die langerwünschte gnaden⸗ zeit, Die gott der welt versprochen: Dann gottes sohn ist von dem thron Zu uns hernieder kommen; Das höchste guth Hat fleisch und blut Von menschen angenommen. 2. Nun ist des vaters wort erfüllt; Der gläubigen verlangen Ist nun nach herzenswunsch gestillt, Denn 6. Von dem Vorlaͤu Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. Eundenr ganze welt Mit — sündennoth beladen: Da öffnetest du. gott, Die schätze deiner gnaden. Dein sohn erscheint; du schickst Den, dessen dienst die bahn riaͤ Verkuͤndigung. jesus ist empfangen. Der uns er⸗ hält, Hat sich gesellt Zu den ver⸗ lornen sündern. War er schon reich, Wird er doch gleich Den armen menschenkindern. 3. O jesu! unser herr und gott! Der du ins fleisch gekommen, Und uns'rer dich bis in den tod So hülf⸗ reich angenommen, Hast nach dem streit Die herrlichkeit Des ew'gen wir Auch einst bei dir Ein ew'ges glück erlangen. fer⸗Amte Johannis. Dem herrn bereiten soll, Als seinen knecht, voran. 2. Die juden sollte er Von deinem heil belehren. Gott, ihn auch ehrest du, Um deinen sohn zu ehren. Sein reichs empfangen. D'rum werden vater wird erst stumm: Der stumme schnell a schnel ihn 8 5.— seine Sein gotte schulẽ wird K. 8 den glaul Einst wje si⸗ Ur got⸗ haben; lt ent⸗ m him⸗ te ga⸗ rauf er eiland ahren. pricht. im licht ht und glau⸗ iste le⸗ wann Est aus heben. seinen einem ehrest Sein umme schnell XII. Vom Wandel Christi auf Erden. 49 schnell beredt, Und weissagt, da auf ihn Der geist des herrn geräth. 3. Allein zu jesu hin Verweist er seine jünger Allein auf jesum zeigt, Sein ausgestreckter finger. Seht! gottes opferlamm, Das, mit der schuld belegt, Für uns geschlachtet wird, Und alle strafen trägt. 4. Wohl dem, der diesen tod, Auf den johannes weiset, Mit festem glauben faßt, Und dankbar heilig preiset. Wer, seinem taufbund treu, Sich jesu ganz ergiebt, Der wird in ihm von gott Begnadigt und geliebt. 5. Das werd' auch unser theil! Johannis amt und lehre Verherr⸗ liche noch stets, Gott, deines na⸗ mens ehre. Wer buße thut, und glaubt, Hat trost zu jeder zeit. Wer glaubt und heilig lebt, Der bleibt in ewigkeit. XII. Vom Wandel Christi auf Erden. Mel. Mach's mit mir, gott, 30 2c. u wesentliches eben⸗ IOO. bild Der allerhöch⸗ sten liebe! Du warst, o jesu, ganz erfüllt Mit gottgeweihtem triebe. Gott war dein zweck, dein höchstes guth, Ihm folgtest du mit hel⸗ denmuth. 2. Du warst mit ihm ein sinn, ein herz; Sein wille war dein wille; Du ehrtest ihn, gedrückt von schmerz Mit höchstzufriedner stille; Auch auf der allerrauhsten bahn Sahst du ihn doch als vater an. 3. Du suchtest nichts, als sein ge— bot Vollkommen zu erfüllen, Und unterwarfst dich bis zum tod Ganz deines vaters willen. Dein haupt⸗ geschäft war dies allein, Vollfüh⸗ rer seines plans zu seyn. 4. Du gingst ganz still zum kreuze hin, Die marter auszustehen; Be⸗ reit mit göttlichgroßem sinn, Für mörder selbst zu flehen. Wie trugst du nicht, in gott gefaßt, Der schan⸗ de und der marter last! 5. Herr, lehre mich, dein eigen⸗ thum, Nach deiner tugend streben. Dir gleichgesinnt seyn, sey mein ruhm, Und wonne, so zu leben, O hilf, daß ich, so gern, wie du, Den willen deines vaters thu. Mel. Vater unser im himmelr. ꝛc. dein lehrer ist dir, jesu, 10I. Kaeich, An weisheit und an liebe reich, Warst du, so wohl durch wort als that, Der schwachen menschen sich'rer rath. Es freut mein geist im glauben sich, Herr jesu dein, und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von gott ge⸗ sandt, Und machtest uns den weg bekannt, Auf dem wir frei von sün⸗ denschuld Theilhaftig werden seiner huld. Auf ewig sey dir dank und ruhm, Herr, für dein evangelium. 3. Im lichte der allwissenheit Sahst du mit aller deutlichkeit, Was nach des höchsten weisem rath Die welt noch zu erwarten hat; Und machtest dann durch deinen mund Das künf⸗ tige den menschen kund. 4. Dies und die wunder deiner hand Sind uns ein göttlich sich'res pfand, Daß das, was man von dir gehört, Die wahrheit sey, die gott uns lehrt. Nie schwäche mir der frevler spott Den glauben an dies wort von gott. 5. Du lehretest durch wort und that. Man trifft der reinsten tugend pfad In deinem heil'gen wandel an. Gieb, herr, daß ich auf dieser bahn, Gestärkt von dir, mit steter treu Dir nachzufolgen eifrig sey. 6. Du bist es, herr, von dem dos amt, Das die versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer lehrer mund Noch jetzt dein heil den D menschen 50 Erste Abtheilung. menschen kund. Begleite stets mit deiner kraft Ihr amt, damit es nutzen schafft. 7. Noch immer hilfst du deinem wort In seinen siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein mund verheißt, Noch immer deinen guten geist, Der dem, der wahrheit sucht und liebt, Zum glauben licht und kräfte giebt. 8. Mein heiland, send' ihn auch zu mir, Daß er mich zu der wahrheit führ, Von eigendünkel mich befrei, Damit ich dir gehorsam sey, Bis mich dereinst in ewigkeit Ein hell⸗ res licht bei dir erfeut. Mel. Schmücke dich, o 4 seele ꝛc. worbild wahrer men⸗ 102. schenliebe, Jesu, dei⸗ nes mitleids triebe Zogen dich her⸗ ab auf erden, Der verlornen heil zu werden, Und für sie sogar dein le⸗ ben in den tod dahin zu geben. Wo ist jemand, der die größe Deiner lieb' und huld ermesse? ö 2. Ohne vortheil zu begehren, Sich in andrer dienst verzehren; Jedem gerne guts erzeigen, Zu beleidigun⸗ gen schweigen, Auch an feinden wohlthun üben: Das heißt, men⸗ schen göttlich lieben. Und wie voll von solcher güte, War, erlöser, dein gemüthe! 3. O du zuflucht der elenden! Wer 1. Menschenseelen zu beglücken, Reuerfüllte zu erquicken, Unver⸗ ständ'ge zu belehren, Abgewichne zu bekehrenz Sünder, die sich selbst ver⸗ stocken, Liebreich zu dir hinzulocken, War dein tägliches geschäfte, Selbst mit schwächung deiner kräfte. men, Da du, mittler, von uns ar⸗ men Gottes strafen abzuwenden, und unerhörte schmerzen Littest mit erwarbest. Haß mit haß nicht zu vergelten, Deine schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, Für die lästerung zu segnen, Deine feinde zu vertreten Und für mör⸗ der selbst zu beten. 7. Demuth war bei spott und hoh⸗ ne Deiner tugend schmuck und kronez Nie hast du nach ruhm getrachtet, Und auf menschenlob geachtet. Dei⸗ nes vaters heil'gen willen Mit ge— horsam zu erfüllen, Und uns heil und trost zu geben, War der zweck von deinem leben. 8. Laß mich, herr, zu reichem se⸗ gen, Deinen wandel oft erwägen. 5. Und wie hoch stieg dein erbar⸗ Unter frecher mörder händen Angst gelaßnem herzen; Als ein misse⸗ thäter starbest Und uns ew'ges heil 6. Deine huld hat dich getrieben, Sanftmuth und geduld zu übenz hat nicht von deinen händen Segen, Laß mich in der angst der sünden trost und beil genommen, Der ge⸗ beugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein herz gebrochen, Wenn dich kranke angesprochen: Und wie pfleg⸗ Trost und hülfe bei dir finden. Heilige auch meine triebe Zu recht⸗ schaffner menschenliebe. Laß mich immer mehr auf erden Deinem test du zu eilen, Das gebetne Atit ähnlich werden. zutheilen! XIII. Von dem Leiden, Tode und Begraͤbniß Jesu. 1. Vorbereitung zur Betrachtung des Leidens Jesu. Mel. Christus, der uns selig ꝛc. eine leiden, gottes sohn 103.D Herzlich zu bedenken, Geist und andacht schenken. Ach, erschein' in diesem bild, Jesu, mei⸗ nem herzen, Wie du gottes zorn ge⸗ Wollst du mir von deinem thron ftült Durch die größten schmerzen. 2, Laß — XI — 2. Laf ne schm deiner p Ach! di und me quälte 3. Hi Dieses künftig sünde k sünden! Was d schwere lKk. Dr der sün mittel Laß mi mein je mich a hassen. 5. Gi Dir de demut! verzag zeit N. dann e fröhlic Mel⸗ 104 Mich senker schuld 2. gleich tod at unsre gen, cken, ver⸗ e zu ver⸗ scken, Pelbst Ebar⸗ 8 ar⸗ den, UAngst st mit nisse⸗ ö 8 heil eben, übenz elten, elten, Für Deine mör⸗ 0 hoh⸗ Eronez achtet, Dei⸗ it ge⸗ 6 heil zweck m se⸗ ägen. ünden inden. recht⸗ mich einem zesu. u. Ach, „mei⸗ rn ge⸗ erzen. . Laß — XIII. Von dem Leiden, Tode und Begraͤbniß Jesu. 52 2. Laß mich aber nicht allein Dei⸗ ne schmerzen sehen; Laß die ursach' deiner pein Mich zugleich verstehen. Ach! die ursach' war auch ich, Ich und meine sünde; Diese schlug und quälte dich, Daß ich gnade finde. 3. Hilf, daß ich in bus und reu Dieses recht bedenke, Und dich künftig nichts auf's neu Durch die sünde kränke. Dämpf' in mir die fündenlust, Laß mich alles meiden, Was du, jesu, büßen mußt Mit so schwerem leiden. k. Drohet mir die höllenpein Um der sünde willen: Ach! so tritt ins mittel ein, Hilf die schrecken stillen. Laß mich dann mit heilbegier, Dich mein jesu, fassen. Halt' ich gläubig mich an dir, Kann mich gott nicht hassen. 5. Gieb auch, jesu, daß ich gern Dir das kreuz nachtrage, Wahre demuth von dir lern, Nicht in noth verzage; Daß ich in der prüfungs⸗ zeit Nimmer von dir wanke, Und dann einst in ewigkeit Dir, herr! fröhlich danke. Mel, Herzliebster jesu, was hast ꝛce. err, stärke mich, dein 104. leiden zu bedenken, Mich in das meer der liebe zu ver⸗ senken, Die dich bewog, von aller schuld des bösen Uns zu erlösen. 2. Vereint mit gott, ein mensch gleich uns auf erden, Und bis zum tod am kreuz gehorsam werden; An unsrer statt gemartert und zerschla⸗ gen, Die sünde tragen! 1 ö 3. Welch wundervoll hochheiliges geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so sinken meine kräfte, Mein herz er⸗ bebt; ich sehe und empfinde Den ö fluch der sünde. 4. Gott ist gerecht, ein rächer alles ö I bösen. Gott ist die lieb' und läßt die welt erlösen. Dies kann mein geist mit schrecken und entzücken, Am kreuz erblicken. 5. Es schlägt den stolz und mein verdienst darnieder. Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; x Lehrt mich mein glück, macht mich aus gottes feinde, Zu gottes freunde. 6. O herr, mein heil! an den ich herzlich glaube, Ich liege hier ge⸗ I bückt vor dir im staube; Verliere I mich mit dankendem gemüthe In deiner güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen gedanken. Allein, soll ich darum im glauben wanken? Ich bin ein l mensch: darf der sich unterwinden, I Gott zu ergründen? 3. Des höchsten thun, ist gnad' und lieb' erweisen; Uns kömmt es zu, sie 44 demuthsvoll zu preisen, Zu sehn, wie hoch, wenn gott uns gnad' er⸗ ö zeiget, Die gnade steiget. 9. So sey dann ewig auch von mir gepriesen, Für das erbarmen, das dumir erwiesen! Da du, mein hei⸗ land, auch für mich dein leben Da⸗ hin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, Und stets mit freuden deinen willen übenz O gieb zu diesem seligen geschäfte Stets neue kräfte, 2. Dankbare Erwaͤg Mel. Jesu, meines lebens leben ꝛc. 105(Wu, der menschen heil und leben, Deß sich meine seele freut, Der für mich sich hingegeben, Stifter meiner selig⸗ keit; Du, der lieber wollte sterben, Als mich lassen im verderben: Ach, ung der Leiden Jesu. wie dank', wie dank' ich dir, Mein erlöfer, g'nug dafür! 2. Menschenfreund,‚ von gott gesen⸗ det, Zu erfüllen seinen rath, Längst hast du dein werk vollendet, Weg zu thun die missethat! Doch, in den gedächtnißtagen Deiner leiden, jesu, D 2 sagen 5½ Erste Abtheilung. .M! G.: sagen Deine theu'r erlösten dir Bil⸗ 3. Wir sünder sollten sterben, Flu lig neuen dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu ster⸗ ag auf adams erben; Fluch auf der argen welt; Doch er kam, ung ben, Willig deine leidensbahn zzu gute, Und gab mit seinem blute Stiegst, uns leben zu erwerben, „Gern den todesberg hinan; Trugst, Für uns ein ew'ges lösegeld. 4. Kein freund meint es mit freun⸗ vergessend eigner schmerzen, Deine den So treu, als es mit feinden menschen nur im herzen. Diese Er, unser mittler, meint. Preis liebe preisen wir, Unvergeßlich sey ihm, dem überwinder, Nun sind sie mir. E4. Meinetwegen trugst du bande, Littest du der lästrer spott, Achtetest du nicht der schande, Mein versöh—⸗ ner und mein gott. Mich hast du der schmach entrissen, Die mich hätte treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir Nicht auf ewig, herr, dafür. 5. Frevler krönten dich zum hohne. Deine stirn, die blutete Unter einer dornenkrone, König aller könige. Mir zu gut hast du's erlitten; Mir die ehrenkron' erstritten. Preis, an⸗ betung, dank sey dir, Liebenswür⸗ digster, dafür. 6. Du, der tausendfache schmerzen Mir zur liebe gern ertrug, Deinem großmuthsvollen herzen War mein heil belohnung g'nug. Trost in mei⸗ nen letzten stunden Floß für mich aus deinen wunden. Herr, ich dank, ich danke dir Einst im tode noch dafür. 7. Ruh im leben, trost am grabe, Unaussprechlicher gewinn, Den ich dir zu danken habe, Dir, deß ich nun ewig bin; Jesu, dir mein herz zu geben, Deiner tugend nachzu⸗ streben, Dir zu traun, zu sterben dir z Dies, dies sey mein dank dafür. Mel. Nun ruhen alle wälder ꝛe. rohlocke, mein gemüthe, 106. F Und bete gottes güte In deinem heiland an. Was selbst der eugel schaaren Zu thun nicht fähig waren, Das hat des menschen sohn gethan. 2. Schau hin, wie der gerechte Für uns, der sünden knechte, Den bit⸗ tern zornkelch trinkt; Wie er, ans kreuz erhöhet, Für seine mörder fle⸗ het Und siegreich in den tod hinsinkt. wir gottes kinder, Mit gott ver⸗ söhnt durch unsern freund. Mel. Wenn mein stündlein vorh. ꝛc, Nerr jesu, deine an O/7. 5 und pein Und deinver söhnend leiden, Laß allzeit mir vor augen seyn, Die sünde zu vermei⸗ den. Laß mich an deine große noth Und deinen herben bittern tod, Die— weil ich lebe, denken. 2. Die angst, die deine seele litt, Da schrecken sie umfingen; Was du ertrugst, um uns damit Befreiung zu erringen, Das präge tief mir, jesu, ein, Und laß mirs ernste warnung seyn, Wenn mich die sünde reizet. 3. Die wunden alle, die du hast, Hab' ich dir helfen schlagen. O du, der meine sündenlast So willig hat getragen; Ach, liebster heiland, scho⸗ ne mein, Laß diese schuld vergessen seyn, Für recht laß gnad' ergehen. 4. Du hast verlassen deinen thron, Bist ins gericht gegangen; Vertru⸗ gest schläge, spott und hohn, Und wurd'st ans kreuz gehangen, Auf daß du für uns schafftest rath, Und unsre schwere missethat Bei gott versöhnen möchtest. 5. Drum soll mein herz voll dank⸗ barkeit, Erbarmer, dir lobsingen. Und wenn du einst zur seligkeit Aus gnaden mich wirst bringen, Dann will ich, dein erlöseter, Dich ewig und viel würdiger Mit allen sel'⸗ gen loben. 6. Herr jesu, deine angst und pein, Und dein versöhnend leiden, Laß meine letzte zuflucht seyn, Wenn ich von hier soll scheiden, Ach hilf, daß ich des va freund! the; 8 bracht, Wenn Das g K. O man n bare t det! hohn, läßt 9 strenge 5. V den tl 7. schrie auf d herr, Fluch ch auf „ Uuns blute freun⸗ einden Preis n sind tt ver⸗ prh. ꝛc, e angst in ver⸗ ir vor bermei⸗ ße noth , Die⸗ le litt, Was du freiung ef mir, ernste ich die u hast, O du, llig hat d, scho⸗ ergessen rgehen, thron, Zertru— „ Und ,‚ Auf h, Und ei gott Idank⸗ singen. it Aus Dann h ewig in sel'⸗ d pein, „Laß enn ich lf, daß ich XIII. Von dem Leiden, Tode und Begraͤbniß Jesu. 53 ich durch deinen tod Fein sanft be⸗ schließe meine noth, Und selig ster⸗ be, amen. Mel. Christus, der uns selig ꝛc. GQesu, meiner seelen licht, 108 Bursprung meiner freu⸗ den, Wie viel trost und zuversicht Fließt aus deinem leiden! Nimm den dank in gnaden an, Den ich dir jetzt singe; Deß, was du an mir gethan, Bin ich zu geringe. 2. Ich erwäg' es hin und her, Was dich angetrieben, Eine sün⸗ zerknirscht von reu', mit wahrhaf⸗ ter buße Und dem vorsatz beßrer treu, Jesu, dir zu fuße. 8. Nun, ich weiß, worauf ich bau Und bei wem ich bleibe, Wessen für⸗ sprach ich vertrau, Und an wen ich glaube. Jesu, du, du bists allein, Welcher mich beschirmet, Wenn gleich des gewissens pein Auf die seele stürmet. 9. Hier bin ich dein eigenthum, Soll dort mit dir erben. Drum will ich zu deinem ruhm Leben und auch sterben; Daß auch ich einst derwelt so sehr, Wie du thatst, zu lieben; Uns verlorne zu befrei'n, Hast du angst und banden, Geisseln, schmach und todespein Willig aus⸗ gestanden. 3. War es unsre würdigkeit? Nein, des vaters güte, Deines herzens freundlichkeit Und dein treu gemü⸗ the; Dies hat dich ans kreuz ge— bracht, Daß kein mensch verzagte, Wenn der sünden meng' und macht Das gewissen nagte. 4. O du wunderbarer rath, Den man nie ergründet! O du wunder⸗ bare that, Die man nirgend fin— det! Sünden, deren gott zum hohn, Menschen sich erfrechen, Die läßt gottes eigner sohn An sich strenge rächen. 5. Meine große sündenschuld Traf rühmen mag, Aus dem grab er—⸗ standen: Meines jesu großer tag, Heil mir! ist vorhanden. Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. aß deinen geist mich stets 109. L mein heiland, lehren, Das wort von deinem kreuze so zu ehren, Daß ich getreu in dem beruf der liebe Mich christlich ütbe. 2. Das gute thun, das böse fliehn und meiden, Herr, diese pflicht lehrt mich dein heilig leiden. Könnt ich zugleich das böse mir erlauben, Und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich da⸗ hin gegeben, Wie könnt ich noch nach meinem willen leben, Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, Zu deiner ehre? den theuren bürgen; Er ließ sich aus großer huld, Mir zu gut, er⸗ würgen. So hat er uns heil ge⸗ bracht; Sollt' uns nicht geziemen, Seiner liebe starke macht Ewiglich zu rühmen? 6. Herr, dein friede sey mit mir, Und auf mein gewissen, Wenn es zaget, laß von dir Trost und freude fließen! Trost ergießt in jedes herz Sich aus deinem herzen, Auch den bängsten, herbsten schmerz Heilen deine Schmerzen. .Laß, so bald mein herz er⸗ schrickt Ueber seine sünden, Wenn auf dich mein glaube blickt, Mich, 4. Ich sollte nicht, wenn leiden dieser erden, Wenn kreuz mich trifft, gelaßnes herzens werden; Da du so viel für uns, die wirs verschul⸗ det, Liebreich erduldet? 5. Für welche du dein leben selbst gelassen, Wie könnt ich sie, sie, mei⸗ ne brüder, hassen? Und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, Für sie noch beten? 6. Ich will vicht haß mit gleichem haß vergelten, Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten; Du heiliger! du herr und haupt der glieder, Schaltst auch nicht wieder. herr, gnade finden! Sieh, ich 111 7. Ein reines herz, gleich deinem D 3 edlen 5⁴4 Erste Abtheilung. edlen herzen, Dies ist der dank für deine kreuzesschmerzen; Und gott giebt uns die kraft, in deinem na⸗ men, Dich nachzuahmen. 8. Unendlich glück! du littest uns zu gute; Ich bin versöhnt in deinem theuren blute. Du haft auch mir, da du für mich gestorben, Dies glück erworben. 9. Ich bin ja dein, schon selig hier im glauben! So wird mir nichts, nichts meine krone rauben; So werd' ich dort, von herrlichkeit umgeben, Einst ewig leben. 10. Ja, wennich stets der tugend pfad betrete, Im glauben kämpf' im glauben wach' und bete: So ist mein heil schon so gewiß erstrebet, Als jesus lebet. 11. Lockt böse lust mein herz mit ihrem reize, So schrecke mich dein wort, das wort vom kreuze, Und werd' ich matt in übung guter wer⸗ ke, So sey mir's stärke. 12. Seh' ich dein kreuz den klugen dieser erden Ein ärgerniß und eine thorheit werden: So seys doch mir, trotz alles frechen spottes, Die weis⸗ heit gottes. 0 15. Wenn endlich, herr, mich meine sünden kränken, So laß dein kreuz mir wieder ruhe schen⸗ ben; Dein sterben sey, wenn ich den tod einst leide, Mir fried' und freude. ö Mel. Christus, der uns selig ꝛc. Jein erlöser, gottes sohn IIO. M Der du für mich lit⸗ test, Und auch auf der himmel thron Jetzt noch für mich bittest; Welche wohlthat ist für mich Dein versöh— nend leiden! O, wie preis'ich wür⸗ dig dich, Ursprung meiner freuden den: 2. Unermeßne herrlichkeit War dir, mich scheide Herr! dank' ich ewig dir Für dein bitt'reo herr! gegeben; Und du konntest je⸗ vergebung finden; Denn du starbst, nach gottes rath, Auch für meine sünden. Meine schulden trugest du, Ließ'st für mich dich strafen, Mei⸗ ner seele trost und ruh Gnädig zu verschaffen. ö 4. Was mir lust zur beß'rung schafft, Was zur tugend leitet, Da⸗ zu hast du neue kraft Durch dein kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun Mich um kraft bewerben, Gottes willen treu zu thun, Sün⸗ den abzusterben. 5. Nun kann ich dem todesthal Frob entgegen sehen: Und zu jener welt einmal Ohne schrecken gehen. Du, herr, hast aus aller noth Rettung mir errungen, Und durch deinen kreuzestod Meinen tod bezwungen. 6. Herr! was bin ich, daß du mein So dich angenommen; Daß die frucht von deiner pein Auch auf mich soll kommen? Gieb mir weis⸗ heit, gieb mir kraft,(Du hast sie in händen,) Was du mir zum heil verschafft, Treulich anzuwenden. 7. Laß das wort von deinem kreuz Mich mit muth beleben, Ernstlich jedem sündenreiz Hier zu widerstre⸗ ben, Treib' mich mächtig dadurch an, Gottes zorn zu scheuen; Was ich unrecht je gethan, Innig zu bereuen. 3. Drückt mich meine sündennoth, Straft mich mein gewissen: O! dann laß aus deinem tod Mich den trost genießen, Daß du auch für meine schuld Büßend bist gestorben, Und mir alle gnad' und huld Hast bei gott erworben. 9. Stärke mich durch deinen tod Auf die letzten stunden. Wie du deine todesnothSiegreich überwun⸗ O so hilf dazu auch mir. Laß fröhlich scheiden; Herr! so derzeit Voller freuden leben. Aber, leiden. o der großen huld! würde, Uebernahmst du in geduld Schwerer leiden bürde. Daß ich selig Mel. Herzliebster jesu, was ꝛc. oder: Ist auch ein gott? ꝛc. Nr. 2. IAI ey hochgepriesen, herr, 3. Nun kann meine missethat Noch III. S für deine liebe! Sie drang deine 2. arbst, meine est du, Mei⸗ idig zu ß'rung t, Da⸗ dein us darf berben, Sün⸗ Frob er welt u. Du, tettung deinen ungen. daß du 3. Daß uch auf ꝛr weis⸗ st sie in im heil nden. n kreuz rnstlich! derstre⸗ dadurch Was mig zu ennoth, n: O! dich den uch für storben, ld Hast en tod Wie du erwun⸗ ir. Laß rr! so bitt'res a8 ꝛc. Nr. 2. n, herr, „e! Sie drang XIII. Von dem Leiden, Tode und Begraͤbniß Jesu. 53 drang dich zu dem mitleidvollen triebe, Für eine welt voll sünder selbst dein leben Dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer sünden schmerzen. O welch ein herz gleicht deinem edlen herzen? Du ließest unsre schuld an dir bestrafen, Uns heil zu schaffen. 3. O laß dies heil doch auch mein erbe werden! Was hab' ich sonst für sichern trost auf erden? Was giebt mir sonst wohl sichern grund zur freude, Wenn ich einst scheide? 4. Du bist, mein heiland, auch für mich gestorben. Was du der welt durch deinen tod erworben, Das hast du, von barmherzigkeit geleitet, sohn soll für uns sterben, Der mitt⸗ ler, wohlzuthun bereit, Entzieht uns dem verderben. Er kleidet sich in fleisch und blut, Und was kein freund, kein bruder thut: Wer kann was größers denken? Er stellt sich aller marter blos; Er leidet, er stirbt göttlich groß, Und läßt ins grab sich senken. 5. Ganz faßt dich selbst ein engel nicht, Gedanke zum erschüttern; Zwar bist du meine zuversicht, Doch denk' ich dich mit zittern, Wenn ich im geist gethsemane, Wenn golga⸗ tha im geist ich seh: Was ist's, das ich empfinde? Ich weine, herr, doch nicht um dich, Ich wein' und klage Auch mir bereitet. über mich Und über meine sünde. 5. Erhalte selbst mein herz bei die. Was du bezahlt, ist meine sem glauben; Kein banger zweifel müsse mir ihn rauben; Er müsse mich zum fleiß in guten werken Beständig stärken. 6. Sollt' ich mich nun noch frevel⸗ haft erkühnen, Der sünde, die dich tödtete, zu dienen: So könnt' ich mich mit den von dir erlösten Nicht deiner trösten. 7. Nein, dir allein, der du durch deine wunden Auf ewig mich zu deinem dienst verbunden; Nur dir, mein heiland, sey mein ganzes le⸗ ben Zum dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner * liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, Wo deine liebe mit dankvollen zungen Stets wird besungen. Mel. Ein lämmlein geht, und ꝛe. as ist der mensch, deß I12. Wẽ du gedenkst? Was bin ich, gott, erbarmer! Du, der du tausend welten lenkst; Was bin ich, herr! ich armer? Ich lag im blut, und meine noth War fluch, und der gedrohte tod; Wo sollt' ich rettung finden; Der herr erbarmte meiner sich, Jehova sprach ganz väterlich: Ich tilge deine sünden. 2. O göttliche barmherzigkeit! Der schuld; Der herr stirbt für die knech⸗ te, Es büßt mit göttlicher geduld Für sünder der gerechte. Mein ist die last, die jesus trägt, Der zorn des höchsten, der ihn schlägt, Der sollte mich verderben. Es war nur meine missethat, Die, heiland, dich gemartert hat; Des todes sollt' ich sterben. 5. O sünde, sünde, gute nacht! Zu lang, ach viel zu lange, Hast du das herz um trost gebracht; Nun will ich, falsche schlange! Dich has⸗ sen, deine lockung fliehn, Und mich der liebsten lust entziehn. Bei christi tod am kreuze, Entsag' ich, was dem fleisch gefällt, Der bösen lust der argen welt, Und ihrem fal⸗ schen reize. 6. Herr, laß mich aus barmher⸗ zigkeit, Wie freundlich du bist, schmecken, Wenn sünden der ver⸗ gangnen zeit Mit ew'gen strafen schrecken. Es stärke mich in seelen⸗ noth, Herr jesu, dein versöhnungs⸗ tod, Die kraft von deinen wunden. Es tröste mich dein banges flehn, Da du nach rettung ausgesehn In heißen prüfungsstunden. 7. Dank, mein erlöser, dank seh dir Für jede deiner plagen, Für alle leiden, die du hier An seel' und leib D A getra⸗ 35 Erste Abtheilung. getragen. Für allen schmerz, für alle Gedenk, herr, meiner in der noth, angst, Darin du für mich sünder Gedenk auch meiner einst im tod, rangst, Sey ehre deinem namen. Und im gerichte! amen. 3. Kraft und Trost des Leidens Jesu. Mel. Jesu, 53 7 un d. ꝛc. (Qesu christ, durch deine 1 I3. 345 wunden, Deinen mar⸗ tervollen tod, Hab' ich heil bei gott gefunden, Kraft zur tugend, trost in noth. Fällt mir etwas arges ein, Denk' ich, herr, an deine pein; Die verbietet meinem herzen, Mit der sünde je zu scherzen. 2. Schmachtet nach verbotnen freu⸗ den Mein verderbtes fleisch und blut: Oso blick' ich auf dein leiden; Schnell verlöscht die wilde glut. Streb' ich eitler ehre nach, Und ich denk' an deine schmach; Schnell er⸗ niedrigt sie mich wieder, Und schlägt meinen stolz darnieder. 3. Reizen, herr, mich manche pla⸗ gen, Während meiner prüfungszeit, Oft zu mürrisch bangen klagen, Und zur unzufriedenheit: O so denk' ich an die pein, Die du uns zu gut al⸗ lein unverschuldet hast ertragen, Und dann schäm' ich mich, zu klagen. 4. Wenn mein schreckendes gewis⸗ sen Mir mit fluch und strafe droht: O, in diesen kümmernissen Denk'ich, herr, an deinen tod, Und wie du auch meine last An dem kreuz ge⸗ tragen hast; dies kann mein gewis⸗ sen stillen, Und mein herz mit trost erfüllen. 5. Ja, für alles, was mich krän⸗ ket, Schaffen deine wunden rathz Wenn mein geist an sie gedenket, Geh' ich frisch den schmalen pfad. Mich erschrecket keine müh, Denn der trost erleichtert sie, Daß du, herr, als du gestorben, Mir ein ewig heil erworben. 6. Auf dich setz' ich mein vertrauen, Du bist meine zuversicht; Selbst der tod macht mir kein grauen: Du befreist mich vom gericht. Durch dein mir erworbnes heil Hab' ich an dem himmel theil. Wahrlich, herr, ein ewigs leben Wirst du nach dem tod mir geben. Mel. Wenn meine sünd' mich ꝛc. enn mich die sünden II4. Wẽ kränken, Mein hei⸗ land, jesu christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist; Wie du auch meine schuldenlast, Am stamm des heil'gen kreuzes, Auf dich genommen hast. 2. O wunder ohne maßen! Für sündiges geschlecht Hast du dich martern lassen; Du, herr, starbst für den knecht. Du wahrer mensch und wahrer gott, Gabst für mich armen menschen, Dich selber in den tod. 3. Nun kann sie mir nicht schaden, Der schulden große last; Ich bin bei gott in gnaden, Weil du bezah⸗ let hast. Auch meine schulden tilgt dein blut: Ich darf den zorn nicht fürchten Und nicht die höllenglut. 4. Drum sag' ich dir von herzen, Jetzt und mein leben lang, Für dei⸗ ne pein und schmerzen, O jesu, lob und dank, Für deine noth und angstgeschrei, Für dein unschuldig sterben, Für deine lieb' und treu. 5. Stets reize mich dein leiden, Die sündliche begier Mit allem ernst zu meiden, Und fromm zu seyn vor dir: Es komme nie mir aus dem sinn, Wie viel es dich ge— kostet, Daß ich erlöset bin. 6. Mein kreuz und meine plagen, Selbst bittern hohn und spott, Hilf mir geduldig tragen: Gieb, o mein herr und gott, Daß ich verläugne diese welt, Und folge dem exempel, Das du mir vorgestellt. 7. Laß XIII 7. Laß du an nächsten ich kann lerschein sen, Ar II5 de der v 2. Ch du trä barm' 3. Cb du trä uns de Mel. 116 schwei mein g mich se veinkl zagen, D tod, ch an oth, herr, dem 920. nden hei⸗ wohl bist; last, uzes, Für dich arbst ensch mich r in aden, )bin ezah⸗ tilgt nicht glut. rzen, dei⸗ „lob und uldig treu. iden, Ulem n zu mir igen, Hilf mein ugne npel, Laß 9• 3 —— XIII. Von dem Leiden, Tode und Begraͤbniß Jesu. 57 7. Laß mich an andern üben, Was 8. Laß endlich deine wunden, Auch du an mir gethan, und meinensin der letzten pein, In jenen finstern nächsten lieben, Ihm dienen, wo stunden Mir trost und zuflucht seyn. ich kann, Ohn' eigennutz und heuch⸗O herr, auf den allein ich trau, lerschein, Und wie du mir erwie⸗ sen, Aus reiner lieb' allein. Erbarm' dich mein im tode, Daß ich dich ewig schau! 4. Gebet zu dem Versoͤhner. Bekannte Melodie. hriste, du lamm gottes! II5. C Der du trägst die sün⸗ de der welt, Erbarm' dich unser! 2. Christe, du lamm gottes! Der du trägst die sünde der welt, Er⸗ barm' dich unser! 3. Christe, du lamm gottes! Der du trägst die sünde der welt, Gieb uns deinen frieden! amen. Mel. O lamm gottes! unschuldig. rlöser, der im staube, 116. E Cinst lag mit ungh⸗ schweiß bedecket, Dein tröste sich mein glaube, Wenn tod und sünde mich schrecket; Dein tiefer schmerz, Lein klagen, Dein todeskampf, dein zagen, Sey meine ruhe, herr jesu! 2. Du littest ganz unschuldig Von frevlern schmähung und schmerzen, uns ab von sünden; Er müss' uns dir verbinden Zu innigem danke, herr jesu! Mel. Herzlich lieb' hab' ich dich ꝛc. aßt uns doch christo dank⸗ 1I7. bar seyn, Daß er für uns in große pein Sich willig hinge⸗ geben; Auch laßt uns seyn der sün⸗ de feind, Und, weil gott nunmehr unser freund, Nach seinem willen leben; Die lieb' erzeigen jedermann, Wie christus selbst an uns gethan. O menschenkind! betracht' es recht, Wie gottes zorn die sünde schlägt! Herr sesu christ, mein herr und gott! Mein herr und gott! Von sünden schrecke mich dein tod. Bekannte Melodie. lamm gottes! unschul⸗ II8.O dig Am stamm des Und trugst sie doch geduldig Mit sanftem versöhnlichem herzen. Dein bild müss' uns beleben, Zu dulden, zu vergeben, Wie du zu lieben, herr jesu! 5. Am kreuze hingst du kläglich, Entstellt, gemartert, verschmachtet, Dein tod belehr' uns täglich, Wie hoch du seelen geachtet. Er schreck' kreuzes geschlachtet! Allzeit erfun⸗ den geduldig, Wie sehr du wurdest verachtet, Die sünd' hast du getra⸗ gen, Sonst müßten wir verzagen; Erbarm' dich unser, o jesu! 2. O lamm gottes! unschuldig ꝛc. Erbarm' dich unser, o jesu! 3. O lamm gottes! unschuldig ꝛc. Gieb uns deinen frieden, o jesu! 5. Die Liebe Jesu in d Mel. Dir, dir, jehovah ꝛc. Nr. 8. ch, sieh ihn dulden, blu⸗ I 19.A ten, sterben! Omeine seele, sag' ihm frommen dank! Sieh, gottes ein'gen sohn und erben! Wie em Werke der Erloͤsung. mächtig ihn die menschenliebe drang. Wo ist ein freund, der je, was er gethan? Der so, wie er, für sünden sterben kann? 2. Wie dunkel waren jene stunden, O herr, und welche lasten drückten D 5 dich! * 5³ Erste Abtheilung. dich! Wie quoll das blut aus dei⸗ nen wunden! Und ach, es floß zum heil und trost für mich; Und ruft noch heute mir ermunternd zu, Daß du mich liebst, du frommer dul⸗ der, du. 3. So sollt' es seyn, du mußtest leiden; Dein tod macht mir des vaters liebe kund. Er wird für mich ein quell der freuden. Ein sie⸗ gel auf den ew'gen friedensbund. So wahr dich gott für mich zum opfer giebt, So feste stehts, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und gottes erbe; Ich sehe in sein vaterherz hinein. Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, Kann ich unmöglich je verloren seyn. Wenn sonn' und mond und erde untergehn, So bleibt mir gottes gnade ewig stehn. 5. Ja, mir zum trost und dir zur ehre Gereicht dein ganzer kampf, dein kreuzestod; Bestätigt ist nun deine lehre; Ich baue fest darauf in jeder noth. Unschuldig littest du: doch preis und ruhm Ist auch im kampf der unschuld eigenthum. 6. Herr, dies dein beispiel soll mich lehren, Des lebens unschuld sey mein ehrenkleid. Ich will treu deine stimme hören, Und gerne thun, was mir dein wort gebeut. Die dankbarkeit dringt innigst mich dazu; Wer hat es mehr um mich verdient, als du? 7. Nie will ich mich am feinde rächen: Auch dies lern' ich, mein heiland, hier von dir; Nie gottes schickung widersprechen, Wär' gleich sein pfad jetzt noch so dunkel mir. Auf dornen giengst du selbst zum ziele hin; Ich folge dir, weil ich dein jünger bin. 38. Was fürcht' ich noch des todes schrecken? Du schliefst auch einst im grab, o seelenfreund, Mag sie doch meine asche decken Die erde, wann des todes nacht erscheint. Der gott, der dir das leben wiedergab, Wälzt einstens auch den stein von meinem grab. 9. Nimm hin den dank für deine plagen, Mein retter, den die treuste liebe bringt. Dort will ich dirs noch besser sagen, Wenn dich mein geist im engelchor besingt. Dann stimmen alle sel'gen fröhlich ein; Der ganze himmel soll dann zeuge seyn. Mel. Ein lämmlein geht und ꝛc. in lamm geht hin und 120. E trägt die schuld Der abgefallnen kinder; Geht hin und büset in geduld Die sünden aller sün⸗ der. Es geht den rauhen todesgang, Folgt seinen würgern ohne zwang, Begiebt sich aller freuden, Und sieht die marter, die ihm droht, Und will die schmerzen und den tod Doch gern und willig leiden. 2. Das lamm ist jesus, unser freund; Zum heiland unsrer seelen Wollt' ihn der strenge sündenfeind, Der ew'ge vater, wählen.„Sohn, sprach er,„nimm dich derer an, Die „außer dir nichts retten kann Vom „schweren fluch der sünden. Groß ist „die schuld, die strafe groß; Doch „übernimms, so sind sie los, Und „sollen gnade finden.“ 5.„Ja, vater,“ sprach der große sohn,„Kein sünder soll verzagen! „Ich steig' herab von deinem thron, „Und will die sünden tragen.“ O liebe! liebe! deine macht Ist stärker als ein mensch gedacht, Als je ein engel dachte! Du dringst den sohn dem vater ab, Und streckest den ins finstre grab, Der erd' und himmel machte. 4. Er büßt für uns am kreuzes⸗ stamm, Damit wir gnade finden. Er wird geschlachtet wie ein lamm, Zum opfer für die sünden. Für alle stirbt er, auch für mich Ergießt sein theures leben sich In milden strömen blutes. Lamm gottes, ewig dank' ich dir! Doch nie genug, du thatest mir, Eh' ich noch war, schon gutes. 5. So 0 XI —— 5. S O jesu soll di ich di len, s. dir zu geben sicht, bricht leben 5² Und mein dein mein trüb untet kEraft fleise zu si +. mir rufft nes nvon deine reuste 8 noch geist mmen ganze „ 1d 20, n und d Der n und er sün⸗ ßgang, wang, d sieht d will Doch unser seelen ufeind, Sohn, n, Die uVom zroß ist Doch „Und große agen! thron, .“, O stärker je ein sohn en ins immel euzes⸗ inden. lamm, ir alle. XIII. Von dem Leiden, T ode und Begraͤbniß Jesu. 59 5. So lang' ich lebe, will ich dein, O jesu, stets gedeneen; Mein herz soll dir geweihet seyn, Ganz will ich dir es schenken. Nur dir gefal⸗ len, sey mein ruhm; Ich will mich dir zum eigenthum Auf ewig über⸗ geben. Nur du bist meine zuver⸗ sicht, und wann mein aug' im tode bricht, Bist du auch dann mein leben. 6. Was ist das leiden dieser zeit, Und alles was mich kränket, Wenn meine seel' in traurigkeit, Herr, an dein leiden denket? Dies flößt in meine bange brust, Zur zeit der trübsal sanfte lust, Läßt mich nicht unterliegen, Und stärket mich mit kraft und muth, Auch über welt und fleisch und blut Im schwersten kampf zu siegen. 7. Ist endlich ganz vollbracht, was mir Gott auferlegt zu leiden, Und rufst du, jesu, mich zu dir Und dei⸗ nes himmels freuden: Dann reichest du von deinem thron Mir jenen gro⸗ ßen gnadenlohn, Den mir dein tod erworbenz Dann werde dir inewig⸗ keit Anbetung, preis und dank ge⸗ weiht, Daß du für mich gestorben! Mel. Ojesu christ, mein's lebens ꝛc. 5 du mein mittler und 121. mein gott! Ich danke dir für deinen tod, Der mir des himmels seligkeit, Und hier gewis⸗ sensruh' verleiht. 2. Ach'glaubt' ich deine gottheit nicht: So schreckte mich doch das ge⸗ richt: So würde deines todes pein Für mich kein geltend opfer seyn. Ist meiner seelen höchstes guth, Und macht mir auch im tode muth. 6. Wann des gesetzes fluch mir droht; Dann tröstet mich dein mitt⸗ lerstod: Ich weiß, daß du auch mei⸗ baf. Am kreuze, herr, getragen hast. 7. Und ist die letzte stunde da, Dann blick' ich hin nach golgatha z Der trost, daß ich begnadigt bin, Macht mir das sterben zum gewinn. Mel. Herzliebster jesu, was ꝛc. 122 Wie grundlos sind die tiefen deiner liebe! Wie treu und zärtlich, jesu, deine triebe! Kein mutterherz gleicht dei⸗ nem treuen herzen, Du mann der schmerzen. 2. Was zieht dich dann, o heiland, auf die erde? Was schadet dir's, wenn ich verdammet werde? Du bleibest doch, wenn ich gleich strafe leide, Des vaters freude! 3. Verehrt mit dank den weisen rath, ihr christen, Den einzusehn, die engel selbst gelüften. Bewun⸗ dert hier in dem erlösungswerke Der liebe stärke! 4. Des höchsten sohn büßt für die menschenkinder: Der heiligste be⸗ zahlet für die sünder; Des lebens⸗ fürst, und aller bosheit rächer, Stirbt für verbrecher! 5. Herr! lehre selbst mich deine huld erkennen, In rechtem glauben meinen herrn dich nennen! Erbarme dich, und heile meinen schaden, Du brunn der gnaden. 6. Ich bin verderbt vom fuße bis 3. Wärst du der menschen heilig⸗ ster, Und nicht auch gott, gekreu⸗ zigter! So würd' ich nicht von sün⸗ den rein, Nicht durch dein blut ver⸗ söhnet seyn. 4. Ich weiß es, jesu, du bist gott; Versöhnend ist dein kreuzestod: Und dieses trostes göttlichkeit Ver⸗ sichert mich der seligkeit. 5. Der feind nehm' alles, alles hin! — Das glück, daß ich versöhnet bin, zur scheitel, Mein herz ist trotzig, widerspenstig, eitel; Mein bestes thun ist mangelhaft und sündlich: Ich fehle stündlich. 7. Ich flieh', o herr, zu deinen lie⸗ besarmen, Ich such' und bitte nichts, als dein erbarmen; Verstoß den nicht, der seine sünden hasset, Und dich umfasset. 8. Was machst du, feind, mir ehristi huld verdächtig? Schweig! seine 60 Erste Abtheilung. seine kraft ist in den schwachen mäch⸗ tig. Er selbst macht den gerecht, der an ihm gläubet, Und in ihm bleibet. 9. Zeuch mich, o gotteslamm, zu deinem kreuze, Damit dein blut die seele dring und reize, Dich, den er⸗ werber aller guten gaben, Recht lieb zu haben. 10. Was du auch mir, da du für durch deinen tod erworben; Das le, Nun auch zu theile. 11. Dir, jesu, leb' ich; dir will ich auch sterben. Laß den nur nicht, den du versöhnt, verderben! O hilf mir jetzt, und in den letzten stun⸗ den, Durch deine wunden. 6. Das Leiden Jesu am Oelberge. Mel. Christus, der uns selig ꝛc. err des himmels, star⸗ 123. H ker held! Was wird mit dir werden? Warum liegst du blaß, entstellt, Bebend auf der er⸗ den? Trost ist es, was du ver⸗ langst, Tröster unsrer seelen? Was kann mit so schwerer angst Deine seele quälen? 2. Vor dir liegt,(denn dir kann ja, Herr, sich nichts verhehlen;) Eine welt voll sünden da, O, wer 6. Nun, herr, meine zuversicht, Hilf du meiner seele, daß im letzten kampfe nicht Sündenangst sie quäle. Ach, laß deinen blut'gen schweiß, Wann ich ganz beklommen, Als⸗ dann keine hülfe weiß, Mir zu stat⸗ ten kommen. Mel. Ein lämmlein geht und ꝛc. Eo gehst du, jesu, wil⸗ I24.— lig hin, Dein leiden anzutreten, Für mich, der ich ver⸗ loren hin, Zu kämpfen und zu be⸗ kann sie zählen? Niemand, als nur ten. Du, der du nichts verbrochen gott und du, Können sie ergründen. hast, gehst hin, um aller sünder Und für alle büßest du, Als für last Allein auf dich zu laͤden. Ich deine sünden! nur verdiente strafen, ich; Du aber 3. Liebe strahlte dir sonst stets nimmst sie all' auf dich, Damit sie Aus des vaters blicken, Und in stunden des gebets Mußt' sie dich erquicken. Da nun gottes straf' dich schreckt; Da er in gewittern Furcht⸗ bar sich vor dir versteckt, Solltest du nicht zitern? 4. Hier fühl' ich der sünden gräu'l, Ganz von angst erschüttert. Auch für mich hast du, mein heil, Hier im staub gezittert. Held, da sünd' und strafgericht Dich fast niederstürzen: Soll der gräu'l der sünde nicht Mei⸗ nen geist bestürzen? 5. Aber du versöhntest mich; Denn auch mir zum segen Ließest du al⸗ lein auf dich, Gott, die strafe legen. Du ergabst dich demuthsvoll In des vaters willen, Um das, was uns retten soll, Sterbend zu erfüllen. mir nicht schaden. 2. Kann den, der allen stärke giebt, Kann den auch furcht erschüttern? Selbst christi seele wird betrübt, Und seine glieder zittern. Ach, hin⸗ gesunken auf die knie, Arbeitet er in schwerer müh', Und betet, kämpft und zaget! Er wünscht den schweren kampf verkürzt; Wer siehts und höret nicht bestürzt, Wie leiden— voll er klaget! 3. Gott, du bist heilig; wunder⸗ bar In allen deinen werken. Ein knecht, ein engel muß sogar Den herrn vom himmelstärken. Er ringt, sein heilig angesicht Träuft blut— schweiß, wer entsetzt sich nicht? Wer litt, wie er, auf erden? Der du in reiner unschuld prangst, Wie ts te mich gestorben, Aus gnaden hast werde mir, zu Reinem ew'gen hei⸗ XIII. Von dem Leiden, Tode und Begraͤbniß Jesu. 61 —— test du von solcher angst, O herr, bestürmet werden? K. Du zagst, mein heiland; ach, nur ich, Ich hatte zagen sollen; Doch selbst durch leiden hast du mich Vom tode retten wollen. Ach, hät⸗ test du nicht sein gericht auf dich genommen, wär' ich nicht In jam⸗ mer ganz versunken? Nun läßt der richter, auf dein flehn, Vor mir den kelch vorüber gehn; Denn du hast ihn getrunken. 5. Heil mir, der sohn des höchsten hat Für mich sich richten lassen, Gott, wer kann deinen weisen rath, Wer dein erbarmen fassen? Nun jauchze, wen die sünde reut, Wer jesu christi sich erfreut: Er wird vor gott be⸗ stehen; Du, der du glaubst, wer schadet dir? Wer will verdam⸗ men? gott ist hier! Du wirst den tod nicht sehen. 6. Doch denk', um welchen theuren preis Dein heiland dich erkaufet. Er rang, bedeckt mit todesschweiß, Mit blut für dich getaufet. Ach, wache, daß die sünde sich Nie dein bemächtige, noch dich In deiner treu erschüttre. Lockt ihre stimme, höre nicht; Schau' hin zum ölberg ins gericht, Das jesum traf und zittre! 7. Die Gefangennehmung Jesu. Mel., Jesu, meines lebens leben ꝛc. — esuschriste, dessen wun⸗ 125. J den Heil und leben uns gebracht. Ach wie hart wirst du ge⸗ bunden, Du verbrechern gleich ge⸗ macht. Deiner feinde ganze tücke Kennst du, und weichst nicht zu⸗ rücke; Giebst mit edlem heldensinn Dich in ihre bande hin. 2. Mehr als zwölf der legionen, Die um deines vaters thron, Sei⸗ nes winks zu warten, wohnen, Stehn bereit, o menschensohn. Nur ein wink, du bist befreiet Und der feinde heer zerstreuet. Doch wie viel ihr grimm verbricht; Du winkst deinen engeln nicht. 5. Du bist selber reich an stärke, Die auch hier sich nicht verlor. Aber, herr, in diesem werke Geht geduld der allmacht vor. Niemand nimmt von dir dein leben, Du willst selbst für uns es geben; Du nicht schmach noch marter scheun, Aus der höͤll' uns zu befrein. 4. Treuer bürg' um unsertwillen Streckst du deine hände dar; Got⸗ tes rathschluß zu erfüllen, Schonest du der frechen schaar; Wehrst dem schwerte deines freundes; Heilst die wunde deines feindes; Nimmst die bande willig an, Da dein arm sich weigern kann. 5. Dank dir für so große güte; Zeige nun auch deine treu, Und befreie mein gemüthe Von der sün⸗ den selaverei, Daß mein fleisch mich nie verstricke, Weltverführung nie berücke; Des versuchers arglist nie In sein netz mich wieder zieh. 6. Und soll ich den ruhm erlangen, Daß ich, deines geistes voll, In bekennerfesseln prange, Deinetwe— gen leiden soll: Gieb dann mir in meinen banden Reichen trost aus deinen handen, daß, gleich dir, ich sie nicht scheu, Ich, gleich dir, ge⸗ lassen sey. 8. Ueber Erste Abtheilung. 8. Ueber die Verlassung Jesu von seinen Juͤngern. Mel, Wo soll ich fliehen hin ꝛc. Mein jesu, für dein herz 126. M Welch ein so herber schmerz, Den du weit mehr empfun⸗ den, Als striemen, schläg' und wun⸗ den! Die kleine zahl von freunden Kränkt dich, gleich deinen feinden. 2. Kaum naht sich die gefahr, So bebt der jünger schaar. Die erst sich hoch vermessen, Eh' sie der treu ver⸗ gessen, Den tod auch vorzuziehen, Verlassen dich und fliehen. 3. Der kühn sein schwerd gezückt, Dein petrus selbst, erschrickt»Er flieht, eh' bande drohen; Schämt sich, daß, er geflohen: Und eilt doch recht verwegen Dem tiefern fall entgegen. 4. Wie ist der mensch so schwach, So viel sein muth versprach! Dort liegt er da im staube; Erloschen ist sein glaube; Sein kühner muth ge⸗ 9. Das Leiden Jesu vor Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. eht, welch ein mensch! 127. V— ach seht! Mit schand' ist er bedecket, Der glanz der herr⸗ dämpfet, Ach ehristen! wacht und kämpfet. 5, Wo ist nun petri treu? Der je⸗ sum vormals frei, Für gottes sohn bekannte, Für ihn vor eifer brannte, Der hat vor jesu ohren, Bald frech ihn abgeschworen. ö 6. Doch, herr, dein liebesblick Bringt ihn alsbald zurück. Er fühlte sein verbrechen, Kann nun vor schmerz nicht sprechen, Und weint nur bitt're thränen, Die sich nach gnade sehnen. v, Er sucht und findet sie. Verzagt drum, sünder, nie; Gott ist unend⸗ lich gütig! Seyd glaubig nicht klein⸗ müthig; So groß sind keine sünden, Sie können gnade finden. 8. Ach, trennt mich auch die welt, Die stets mir netze stellt, Einst, jesu, von den deinen: Laß mich mit petro weinen, Um gnad' in demuth beten, Nie judä weg betreten. dem weltlichen Gerichte. 4. Seht, welch ein mensch! hier steht, Verbrechern gleich gebunden, An dem sein richter selbst Ganz keine schuld gefunden! Dies zeugniß ist lichkeit! Schaut, menschen, und er⸗mir werth! Denn wär' er nicht ganz schrecket! Des höchsten sohn habt ihr So tief herabgebracht! So viele noth hat ihm Nur eure schuld gemacht. 2. Seht, welch ein mensch! weh euch, Wenn hier noch vor den sün⸗ den Nicht euren herzen gräu'lt! Sein zorn wird sich entzünden: Dann fordert er die schmach, Die er für euch empfand, So ihr euch nicht be⸗ kehrt, Mit recht von eurer hand. 3. Seht, welch ein mensch! die ihr In heiligkeit ihm dienet; Schaut, wie er sünden büßt Und wie er uns versühnet! Wohl euch, daß seine schmach Euch schmerzet und be⸗ trübt! Erfreuet euch des heils, Das diese schmach euch giebt! rein, Wie könnt' er da für uns Ein gültigs opfer seyn? 5. Seht, weich ein mensch! ach seht! Wie ist sein leib zerrissen! Seht, was für ströme bluts Aus seinen wunden fließen. Heilsame, theure fluth! Aus diesen wunden quillt, Was unsre schäden heilt, Und das gewissen stillt. 6. Seht, welch ein mensch! ach seht! Schmerzhafte dornen krönen Sein majestätisch haupt! Doch mag die welt dich höhnen, Mein jesu, mir bleibst du Ein könig auch noch hier! Voll ehrerbietigkeit Beug' ich die knie vor dir. 5. Seht, welch ein mensch! ach sehtl Er muß, vom rohr zerschlagen, Noch same, inden heilt, Wach rönen mag jesu, noch g ich Wach agen, Noch ö IIII. Von dem Leiden, Tode und Begraͤbniß Jesu. 65 w Noch in der eignen hand Des fre⸗ vels werkzeug tragen! Ach wißt, daß diese hand Ein eisern zepter trägt! Sorgt, frevler, daß sie euch Nicht einst, gereizt, zerschlägt. 8. Seht, welch ein mensch! schaut hin! Erblickt ihr nicht mit schrecken, Wie schmach und speichel ihm Sein antlitz überdecken? Gott, wie viel bitt'rer spott Trifft deinen sohn um mich! Mein dank ergießt vor dir In heißen thränen sich. 9. Seht, welch ein mensch! mein herz Soll seiner stets gedenken. Ob diese leiden mir Schon ew'ge freu⸗ den schenken: So laß, herr, ihrer nie Mich ohne beß'rung freun, Und laß mich ja für dich Nie spott und schande scheun. Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. eht, welch ein mensch! 128. wie lag so schwer Auf ihm die last der sünder! Wie unaus⸗ sprechlich duldet er Für euch, ihr menschenkinder! So leiden sah von anbeginn Die erde keinen je, als hn; So wird auch keiner leiden. 2. Der sohn des höchsten und selbst gott, Ein helfer, ein gerechter, Ward frecher missethäter spott, Und seines volks gelächter. Wie ein verbrecher stand er da, Verklagt, verläumdet; wer ihn sah, Der sah ihn mit verachtung. 5. Ganz unbekränzt war ihre wuth, Den heiligsten zu plagen. Bedeckt mit striemen und mit blut, Zergeisselt und zerschlagen, Mit ei⸗ nem dornenkranz gekrönt, In kö⸗ nigskleidern ausgehöhnt, Stand er vor seinen feinden. . Den heiden, der sein richter war, Ergriff ein menschlich schrek⸗ ken: Er stellt ihn seinen brüdern dar. Ihr mitleid zu erwecken. Seht, welch ein mensch! ich kann ihn nicht Verdammen; denn die unschuld spricht Zu mächtig für sein leben. 5. Vergeblich, ach! vergeblich war Die menschlichkeit des heiden; Die aufgebrachte wilde schaar Sah jesu schmach mit freuden. Sein tod be⸗ friedigt sie allein; Sie stürmten auf den richter ein, und schrien: er sterb' am kreuze! 6. Du denkest ohne schaudern nie An dieses wort der sünder; Du sprichst: die rache strafe sie, Und straft noch ihre kinder. Doch, seele, denkst du auch dabei An deine sün⸗ den? bist du frei Von schuld am tode jesu? 7. Sieh, welch ein mensch! er wird für dich Verschmähet und zer⸗ schlagen! Hör' ihn, er spricht: ich selber, ich Muß deine sünden tragen. Die schuld ist dein! durch meinen tod Versöhn' ich, sünder, dich mit gott, Und sterb' um deinetwillen. 8. O hochgelobter gottessohn, Du tilger meiner sünden, Erhöht auf deines vaters thron, Ach, laß mich gnade finden! Laß deines todes schmach und pein Gerechtigkeit und heil mir seyn, Um deiner liebe willen. 9. Ich schwöre, welterlöser, dir, Und ewig will ich's halten: So wahr du lebest, soll in mir Nie deine lieb' erkalten. Dein leiden und dein tod soll mich, So lang' ich lebe, herr, an dich Und deine lieb' erinnern. 10. Entzündet sich der lüste gluth, Lockt mich die welt zur sünde: Dann rüste mich mit kraft und muth, Daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: Denk, welch ein mensch ich war, und du, Du woll⸗ test mich nicht lieben? Bekannte Melodie. nschuld'ger jesu, was 129. U hast du verbrochen, Daß man das todesurtheil dir ge— sprochen? Du heiligster, bist ja in missethaten Niemals gerathen, 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, Mit einem dornen, kranz zur schmach gekrönet, Ge⸗ geisselt, und von schmerzen schon entkräftet, Ans kreuz geheftet. 5. Was 6⁴ Erste Abtheilung. 3. Was ist die ursach' aller solcher plagen? Ach, unsre sünden haben dich geschlagen. Zu ihrer tilgung hast du, herr, erduldet, Was wir verschuldet. K. Wie wunderbarlich ist doch die⸗ se strafe! Du, guter hirte, leidest für die schaͤafe; Die schuld bezahlst du, herr, für böse knechte, Du, der gerechte. 5. O große lieb'! o liebe, kaum zu fassen; Auch mir zum heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne sünden ernstlich meiden, Willst du, herr, leiden. 6. Ach, großer mittler, groß zu allen zeiten, Wie kann ich g'nugsam ⸗G 8. Gieb selbst zu diesem seligen geschäfte Mir schwachen deines guten geistes kräfte, Daß er mich zu dir ziehe und regiere, Zum guten führe. 9. Dann werd' ich dankvoll dein huld betraͤchten, Die lust der welt, aus lieb' zu dir, verachten; Mit al⸗ lem eifer suchen, deinen willen Treu zu erfüllen. 10. Zu deiner ehre will ich alles wagen, Kein drohen achten, keine schmach noch plagen; Mich sollen auch des bängsten todes leiden Nicht von dir scheiden. 11. Dies alles, ob's für schlecht gleich ist zu achten, Wirst du doch, deine treu ausbreiten? Kann ich sie mein erbarmer, nicht verachtenz Du dir, beherrscher aller welten, Wohl je vergelten? 7. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, Dir folge und des fleisches lüste dämpfe; So sey dann auch forthin mein ganzes le⸗ ben Nur dir ergeben. wirst dies opfer gnädig von mir neh⸗ men, Dich mein nicht schämen. 12. Empfang' ich dann dereinst vor deinem throne, Aus deiner hand der überwinder krone; So soll dich höchster, unter engel chören Mein loblied ehren. 10. Das Leiden Jesu am Kreuz. Mel. Ein lämmlein geht und ꝛc. egleite mich nach gol⸗ 130. B gatha, Ochrist, auf dessen höhen, Die welt die höchste lie⸗ be sah, Sah, was sie nie gesehen! Komm, denke jenen worten nach, Die sterbend dein erlöser sprach. Sie können dir im leben, Und, betest du gott glaubig an, Einst, wenn dich nichts mehr trösten kann, Noch trost im tode geben. 2. Hör' ihn, bei seinem größten schmerz, Für seine feinde beten; Und sieh sein sanftmuthvolles herz, Noch sterbend sie vertreten. Vergieb „vergieb,(ruft er gott an) Sie wis⸗ „sen nicht, was sie gethan!“ Muß, mensch, dich dies nicht rühren? Auf, ahme seinem beispiel nach: Laß nie beleidigung und schmach Zur rache dich verführen! 3. Dein zärtlich herz, o herr, em⸗ pfahl, Aus kindlich frommem trie⸗ be, Die mutter, unter schmerz und qual, Dem jünger deiner liebe. Ach, wenn auch einst mein auge weint, Einst sterbend für die mei⸗ nen weint, Dann soll dies wort on trösten. Du wirst auch ihnen tro verleihn, Ihr beistand, helfer, pfle⸗ ger seyn, Auch sie sind dein' erlösten, K. Wer sich bekehrt, fürcht' kein ge⸗ richt: O reuige verbrecher! Hört, was der mund der liebe spricht Zu dem gebeugten schächer:„Du wirst „noch heut' mit mir dich freun, Mit „mir im paradiese seyn.“ So ruft er ihm entgegen. O herr, dies gna⸗ denreiche wort Schenk mir auch an des todes pfort' Erquickung, muth und segen. 5. Als jesus an dem kreuze rief: „Gott, hast du mich nerlast ie seligen deines er mich Zum dein r welt, Mit al⸗ ch alles „ keine sollen n Nicht schlecht u doch, enz Du ir neh⸗ en. nst vor hand oll dich n Mein n Treu XIII. Von dem Leiden, Tode und Begraͤbniß Jesu. 65 Wie beugt ihn da sein schmerz so tief! Wer kann die leiden fassen, Die er für unsre sünden trug, Da er, unschuldig, als ein fluch, Ver⸗ lassen da gehangen? Mein herr und gott, verlaß mich nicht: Du bist, auch mir zur zuversicht, In deinen tod gegangen. 6. Von allem, was erquickt, ent⸗ blößt, Wünscht er, der herr der erde, Daß ihm, der uns so theu'r erlöst, Sein durst gestillet werde. O mensch! noch jetztruft er zu dir Aus tausend armen neben dir, Die noth und mangel drücket. O selig wer den ruf erfüllt! Denn wer den durst des armen stillt, Hat jesum selbst erquicket. 7. Der heiland spricht:„es ist „vollbracht!“ Nun endet sich sein leiden. Es nimmt dem tode seine macht, Dies wort des siegs und freuden. Heil uns! wer klagt uns nun noch an, Da er für uns genug gethan? Wer kann von gott uns scheiden? Gieb, daß an meinem ster— betag Auch ich mit freuden sagen mag: Vollbracht ist nun mein leiden! 8. Das letzte wort aus deinem mund Laß mir zum trost gedeihen; Mir noch in meiner todesstund, Herr, muth und kraft verleihen. Du rufest:„vater, ich befehl In „deine hände meine seel!“ Laß mich auch nicht verderben, Der du den menschen heil erwarbst: Du neigtest sanft dein haupt und starbst: Ach laß mich auch so sterben! Mel. Werde munter mein gemüthe. er am kreuz ist meine I31. D liebe! Meine lieb'ist jesus christ, Dem ich treu zu seyn mich übe, Weil er mein erlöser ist. Jede sünde hasset gott, Ihre liebe bringt den tod: Jesum will ich nie betrüben, Meinen jesum will ich lieben. 2. Der am kreuz ist meine liebe! Sünder, was befremdets dich, Daß ich jesum christum liebe? Er, mein heiland starb für mich, Er hat mich mit gott versöhnt, Hat mit gnade mich gekrönt. Jesum will ich nie betrüben, Meinen jesum will ich lieben. 3. Der am kreuz ist meine liebe! Aller sünd' entsag' ich gern, Daß ich ihn nur nicht betrübe, Meinen hei⸗ land, meinen herrn. Sünde tritt sein blut mit hohn, Kreuzigt wie⸗ der gottes sohn; Drum will ich ihn nie betrüben, Meinen jesum will ich lieben. ö . Der am kreuz ist meine liebe! Schweig, gewissen, gott vergiebt, Darum preist gott seine liebe, Weil sein sohn stirbt, der mich liebt. Wer verdammt nun? gott ist hier! Gott verzeiht durch ehristum mir. Jesum will ich nie betrüben, Mei⸗ nen jesum will ich lieben. 5. Der am kreuz ist mein vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, Keine noth, kein todesgrauen, Reißt von dir mich, jesu christ; Nicht gewalt, nicht gold, nicht ruhm, Engel nicht, kein fürsten⸗ thum. Dich, dich will ich ewig lie⸗ ben, Nie mit sünden dich betrüben. 6. Der am kreuz ist meine liebe! Kommt der tod, er ist mein freund! Dies verwesliche zerstiebe; Dann werd' ich mit gott vereint. Auf des glaubens kurzen streit, Seh'ich seine herrlichkeit. Jesum will ich nie betrüben, Ewig meinen heiland lieben! ö In bekannter Melodie. u, der voll blut und 132. wunden, Für uns am kreuze starb, Und unsern lebens⸗ stunden Den größten trost erwarb: Du, der sein theures leben, Noch eh' ich war, auch mir Zum heil hast hingegeben: Mein jesu, dank sey dir. 2. Entblößt von allem reize, Der menschen wohlgefällt, Hingst du an deinem kreuze, Ein fluch vor aller welt. Da folgte schmerz auf schmer⸗ zen, Da traf dich spott und schmach, E Schwer *+.— 66 Erste Abtheilung. Schwer lag auf deinem herzen große opfer ist geschehn, Das gott Angst, die das herz dir brach. 3. Wer kann dir nachempfinden Den schmerz, die todesangst, Mit welcher du von sünden Uns zu erret⸗ ten, rangst. Die last gehäufter pla⸗ gen Fiel da so schwer auf dich, Daß sie dich drang zu klagen: Gott, wie verläßt du mich? ö 4. Ach, diese last und mühe Hab' ich dir auch gemacht. O mein en⸗ löser, siehe Vom throne deiner macht In gnaden auf mich armen, der sich verschuldet hat, Und hilf mir aus erbarmen Von meiner missethat. 5. Ich will auf dich stets sehen Mit aller zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich ruhe finden, Wenn du mich, herr, nicht liebst? Wo reinigung von sünden, Wenn du sie mir nicht giebst? 6. Du hast mir durch dein leiden Vergebung, beß'rungskraft, In trübsal trost und freuden, Die ewig sind, verschafft. O gieb an dieser gnade auch meinem glauben theil, Und auf des lebens pfade Mir muth, kraft, trost und heil. 7. Mit innig frohem triebe Bring' ich dir meinen dank; Die größe dei⸗ ner liebe Bleibt stets mein lobge⸗ sang, Gieb nur, daß ich mich halte Zu dir mit gegentreu, Daß, wenn ich einst erkalte, Ich noch der deine sey. 8. Belebe dann mein hoffen, Zum himmel einzugehn. Laß mich im geist ihn offen, Und dich verherrlicht sehn. Da ruf ich dann mit freuden: Nimm meinen geist, herr, auf! Und du nimmst ihn im scheiden Zu deiner wonn' hinauf. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. ö zs ist vollbracht! ruft nach I 3. E dem leiden Des sterben⸗ den erlösers mund. O wort voll trost's und heil'ger freuden! Du machst mir die erlösung kund, Das an fte sey dir, Liebster jesu, auch mir zum heil ersehn. 2. Mein jesus stirbt! die felsen be⸗ ben; Der sonne schein verlieret sich; In todte dringt ein neues lebenz Der heil'gen gräber öffnen sich; Der vorhang reißt, die erde kracht; Der welt versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein heil, hast du vollendet, Als dir das herz im tode brach! Du hast die straf' hinwegge⸗ wendet, Die auf der welt voll sün⸗ der lag, Und uns aus finst'rer to⸗ desnacht Zur frohen ewigkeit ge—⸗ bracht. 1. O hilf mir, herr, nun auch voll— bringen, Was wahre dankbarkeit begehrt; Laß nach der heiligung mich ringen, Dazu dein tod mir kraft gewährt. O stärke mich dazu mit macht, Bis meine beß'rung ist vollbracht. ö 5. Du litt'st so viel zu meinem le⸗ ben. Wie, sollt' ich nicht voll eifer seyn, Mich deinem dienste zu erge— ben? Sollt' ich dabei vor schmach mich scheun? Dein dienst, mein heiland, sey mein ruhm; Denn ich bin ganz dein eigenthum. ö 6. Soll ich, bei dir ergeb'nem her⸗ zen, Auch hier durch manche trüb⸗ sal gehn, Und hat mein gott ge— häufte schmerzen Zu meiner prü⸗ fung ausersehn; So laß die hoff⸗ nung mich erfreun: Auch das wird einst geendigt seyn. 7. Fühl' ich zuletzt des toͤdes schmer⸗ zen, So stärke mich in solcher last, Und mach es lebhaft meinem her— zen, Daß du den tod besieget hast. So geh' ich froh zur grabesnacht! Mit siegsgesang: es ist vollbracht! en Melodie. esu, meines lebens le⸗ I34. ben! Jesu, meines to⸗ des tod! Jesu, für mich hingegeben? In die tiefste seelennoth! Ach, du scheutest kein verderben, Nur, daß ich nicht durfte sterben: Tausend, dank dafür. errett dir, 3. A Und fi dir wi gepla mir z tod be sey di .— höhne schme net! Mir ten d tause dank 5. ö Abzr fälsc könn trost trost 8 gott sen be⸗ et sich; lebenz 93 Der Der cht. m tode ll sün⸗ eit ge⸗ ch voll⸗ barkeit iligung od mir ch dazu rung ist nem le⸗ oll eifer zu erge— schmach „mein Denn ich em her⸗ je trüb⸗ zott ge— er prü⸗ ie hoff⸗ 46 wird schmer⸗ er last, m her⸗ et hast. snacht! bracht! dens le⸗ ines to⸗ zegeben⸗ lch, du ir, daß ausend, r jesu, 2. Du dast du wegge⸗ rer to⸗ XIII. Von dem Leiden, Tode und Begraͤbniß Jesu. 6/ 2. Du, ach, du hast ausgestanden Lästerreden, spott und hohn, Spei⸗ chel, schläge/ strick und banden,‚ Du gerechter gottessohn, Nur mich von den sündenketten Und vom tode zu erretten: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 3. Ach, zu heilen meine plagen, Und für meine seelenruh, Ließest du dir wunden schlagen: Wer war mehr geplagt, als du? Ja, du ließest, mir zum segen, Dich mit fluch und tod belegen: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 4. Ach, wie hart wardst du ver⸗ höhnet, Und sogar zur bittern schmach Mit der dornenkron' an net! Was littst du für ungemach? Mir einst kronen aufzusetzen, Muß⸗ ten dornen dich verletzen: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 5. Gerne ließest du dich schlagen, Abzuwenden meine peinz Ließest fälschlich dich verklagen, Daß ich könnte sicher seyn; Daß ich mögte trostreich prangen, Hast du ohne trost gehangen: Tausend, tausend— mal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 6. Du warst ganz von fluch be⸗ decket, Und littst alles mit geduld; Herben tod hast du geschmecket, Um zu büßen meine schuld. Daß ich würde losgezählet, Wardst du bis zum tod gequälet: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 7. Deine tiefe demuth büßte Mei⸗ nes sinns vermessenheit, Und dein herber tod versüßte Mir des todes bitterkeit. Was dich quälte, wird mir armen heil und trost, durch dein erbarmen: Tausend,‚, tausend⸗ sendfache plagen, Ja für alle deine pein Will ich ewig dankbar seyn. Mel. In allen meinen thaten ꝛc. welt, sieh hier dein 135. O leben Am stamm des kreuzes schweben; Dein heil sinkt in den tod. Der große herr der ehren Läßt willig sich beschweren Mit banden, schlägen, hohn und spott. 2. Tritt her und schau mit fleiße, Sein leib ist ganz mit schweiße Des blutes überfüllt. Aus seinem edlen herzen, Für unerhörten schmerzen, Ein seufzer nach dem andern quillt. 35. Wer hat dich so geschlagen, Meinheil, und dich mit plagen So übel zugericht? Du bist ja nicht ein sünder, Wie andre menschenkinder; Von missethaten weißt du nicht. 4. Wir, wir und unsre sünden, Der sich so viele Als sandes an dem meer: Die haben dich ge— schlagen, Die brachten diese plagen Und diese martern auf dich her. 5. Auch ich, ich sollte büßen, Die strafe leiden müssen, Entbehren got⸗ tes huld; Die geisseln und die ban⸗ den, Und was du ausgestanden. Verdient' ich wegen meiner schuld. 6. Du nimmst auf deinen rücken Die lasten, die mich drücken, Bis zum ertödten schwer. Du wirst ein fluch, dagegen erwirbst du mir den segenz Wie herrlich und wie groß ist der! 7. Du setzest dich zum bürgen; Ja lässest dich erwürgen Für mich und meine schuld; Für mich läßt du dich krönen Mit dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit ge⸗ duld. 3. Du gehst, auch meinetwegen, Der todesnacht entgegen Mit wah⸗ mal sey dir, Liebster jesu, danksrem heldenmuth; Du stirbst, mir dafür. vom verderben Errettung zu erwer⸗ 8. Nun, ich danke dir von herzen ben, Und alles thust du mir zu gut. Jesu, für gesammte noth, Für die marter, für die schmerzen, Für 9. Hoch bin ich dir verbunden, Mein heil, zu allen stunden Bin ich den herben bittern tod; Für dein dein eigenthum. Es thätig zu be⸗ zittern, für dein zagen, Für die tau⸗ 0 2 Soll seel' und leib dich prei⸗ E 2 sen. 68 Erste Abtheilung. sen. Mein ganzer wandel sey dein ruhm. 10. Was könnt' in diesem leben Ich dir sonst wiedergeben? Das, jesu, will ich thun: Es soll dein tod und leiden, Bis leib und seele scheiden, Mir stets in meinem herzen ruhn. 11. Ich will's vor augen setzen, Mich stets daran ergötzen, Ich sey auch, wo ich sey; Es soll mir seyn ein spiegel Der unschuld, und ein siegel Von deiner großen lieb' und treu. 12. Wie strenge gott verbrechen An denen einst wird rächen, Die seine huld verschmähn; Wie viel die werden leiden, Die nicht die sünde meiden, Will ich aus deinen leiden sehn. 13. Dein beispiel soll mich lehren, Des höchsten rath zu ehren, Auch wenn er trübsal schickt. Ich will des lebens plagen Getrost und willig tragen, Bis gottes hülfe mich er⸗ quickt. 14. Nie will ich wieder schelten, Nie spott mit spott vergelten; Nie, wenn ich leide, dräun. Das unrecht will ich dulden, Dem nächsten seine schulden, Wie du, von herzens⸗ grund verzeihn. 15. Gerührt von deinen plagen, Will ich mit ernst entsagen Dem, was dir nicht gefällt; Was deine augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, Gefiel es auch der ganzen welt. 16. Soll ich denn endlich sterben, So laß dein reich mich erben, Und so getrost, wie du, Den geist an mei⸗ nem ende In deines vaters hände Befehlen zu der ew'gen ruh. Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. oder: Meinen jesum laß ich nicht. eele, komm zum golga⸗ 136. tha, Hin zu deines jesu kreuze, Und bedenke, was dich da Für ein tod zur buße reize. Hier kannst du nicht fühllos seyn; Hier muß dich die sünde reun. 2. Schaue jesum, dir zu gut, Hier am kreuze hülflos hangen. O wie strömet hier sein blut! Alle kraft is ihm vergangen. Gott, was duldet 105. noth! Jesus duldet meinen od. du willig, blos aus huld, Um mich zu befrein, erdulden: Selbst am kreuze willst du dich, Herr, jetzt opfern, herr, für mich. mer, o mein heil, vergelten; Viel zu wenig ist dafür Aller reichthum aller welten. Was ich habe, herr, ist dein! Ach, wie soll ich dankbar seyn? 5. Nun ich weiß, was du begehrst: Dies mein herz soll ich dir geben, Dir gehört es, du gewährst Ihm auch unschuld, heil und leben. Dein, o jesu, seys in noth, Dein im leben, dein im tod. 6. Laß mich nur vor dir bestehn; Laß mich in der trübsal stunden in deinen wunden; Und, wenn ich zu ihnen flieh, Ach, so tröste mich durch sie. 7. Was du hassest, laß mich, herr, Stets verabscheun und verachten; Laß mich immer eifriger Nur nach deinem reiche trachten, Führe mich durch glück und leid, Wie du willst, zur seligkeit! 3. Laß mich auch die letzte noth Froh und standhaft überwinden! Nirgends müsse mich der tod Als im stand der gnade finden. Wer sich dich zur zuflucht macht, Spricht ge⸗ trost: es ist vollbracht! Mel. O lamm gottes, unschuldig ꝛc. I 37. ieh, gott und herr, wir ö ö fallen Anbetend vor dir nieder. Zu deinem himmel schallen Die jubel deiner brüder. Du hast den sieg errungen Für uns den tod 5. O lamm gottes, ohne schuld, Alle strafen meiner schulden Willst 4. Solche liebe kann ich dir NRim⸗ Deiner liebe größe sehn, Deine huld XII ————— tod vers ewig, o 2. Du Die dir vor dir tern bis huld un marterp o jesu! 3. Vor adamskt nie emp du duld thränen nen. P 4. Vo Lagst d hattest! dein g grauen trauen. 5. Fi Wardst Für un du den den sie zungen jesu! Mel. 138 tend u bösen feinde von bl spotte: nem b zurück ehrt: hört: nicht thun, 2. C Wie Dieen ihr eu großr die fe nende Hier Hier O wie raft if duldet einen schuld, Willst mich st am „ jetzt Nim⸗ 3Viel chthum „ herr, ankbar gehrst: geben. Ihm Dein, leben, estehn; tunden ne huld enn ich te mich „herr, chten; ir nach e mich willst, noth inden! ls im er sich ht ge⸗ dig ꝛc „wir d vor mmel r. Du sden tod — XIII. Von dem Leiden, Tode und Begraͤbniß Jesu. 69 tod verschlungen. Preis sey dir ewig, o jesu! ö 2. Du sahst von fern die bande, Die dir die bosheit drohte; Sahst vor dir qual und schande Und mar⸗ tern bis zum tode: Doch du, voll huld und gnade, Giengst gern die marterpfade. Preis sey dir ewig, o jesu! 5. Vor deinem antlitz standen Der adamskinder schulden. Was diese nie empfanden Von qualen, willst du dulden: Durch marter, tod und thränen Willst du uns, herr, versöh⸗ nen. Preis sey dir ewig, o jesu! 4. Von tiefer angst erschüttert, Lagst du vor gott im staube. Wie hattest du gezittert! Doch überwand dein glaube. Dich faßte todes⸗ grauen; Doch bliebst du voll ver⸗ trauen. Preis sey dir ewig, o jesu! 5. Für uns, untreue kinder, Wardst du mit schmerz geschlagen; Für uns, die großen sünder, Hast du den fluch getragen; Für uns den sieg errungen, Dir singen alle zungen Preis, dank und ehre, herr jesu! Mel. Herzlich lieb hab' ich dich ꝛc. m gnade für die sünder⸗ I38. welt Fleht jesus blu⸗ tend und entstellt Vom grimm der bösen rotten. Er fühlet zwar der feinde wuth, Die, nicht gesättiget von blut, Am kreuz ihn auch ver— spotten. Doch sieht er mit erhab'- nem blick Von ihnen weg, auf den zurück, Den diese schaar in ihm ent— ehrt: Ruft, daß es erd' und himmel hört: Vergieb, o gott! Und führe nicht Sie ins gericht; Das, was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh' ich diese huld. Wie mitleidsvoll ist die geduld, Die mördern so begegnet! Ihr die ihr euren heiland ehrt, Fühlt seiner großmuth hohen werth, Die selbst die feinde segnet. Er hat, durch seg⸗ nendes gebet, Auch uns ein ewig heil erfleht. Er sagt auch uns, zu unsrer ruh, Erbarmen und verge⸗ bung zu. Herr jesu christ! Gelobt seyst du Für deinen tod! Gott ist durch dich noch unser gott. 3. Daß gott mit langmuth und ge⸗ duld, Auch selbst bei sehr gehäufter schuld, Der sünder dennoch schonet; Daß er so liebreich ihrer denkt, Und ihnen frist zur buße schenkt, Eh' nach verdienst er lohnet; Daß ich noch fröhlich sagen kann: Auch mich, mich sünder, nimmt gott an! Hast du durch deiner fürsprach' kraft, Mein treuer heiland! mir verschafft. O jesu christ! Mein herr und gott! Mein herr und gott! Vertritt du mich bis an den tod. 4. Wird je mein herz vom troste leer, Weil meiner sünden furchtbar heer Aufs neue mich erschrecket; O dann versichre mich aufs neu, Du stehest mir als mittler bei, Der mei⸗ ne schuld bedecket. Mein geist blickt glaubensvoll auf dich, Und freuet deiner hülfe sich. Beschließ ich meine pilgerschaft, So stärke mich mit neuer kraft. Herr jesu ehrist! Der letzte kampf Wird mir versüßt, Wenn du mein trost im tode bist. 5. Wohl mir! wenn ich dir ähn⸗ lich bin; Drum flöße deinen sanften sinn Doch auch in meine seele: Gieb, daß, bei unverdientem schmerz, Ich dir des feindes heil und herz Und meine sach' empfehle. Besänftige mein reges blut; Und flammt des zornes wilde glut Mein herz zur rachbegierde an: O so erinn're mich daran, Herr jesu ehrist! Wie du am kreuz Durch dein gebet Selbst dei⸗— nen mördern gnad' erfleht! 6. Mich tröste dein versöhnungs⸗— tod, Es bilde mich dein geist, mein gott, Daß ich dir ähnlich werde. O zeuch mich, du erhöhter held, Zu dir hinauf vom dienst der welt, Zum himmel von der erde! Du bist das haupt, wir folgen dir. Zeuch dir uns nach, so laufen wir: So wollen wir uns deiner pein, Und E 3 deiner 70 Erste Abtheilung. 7 deiner fürsprach ewig freun. Herrsist Der mensch, dem du ein hei⸗ jesu christ! Wie selig ist, Wie seliglland bist. ö 11. Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu. Mel. Ich hab' mein sach gott ꝛc. I un ist es alles wohl 3 2 gemacht. Mein jesus ruft: es ist vollracht! Der neigt sein haupt, o mensch, und stirbt, Der dir erwirbt Das erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an hoheit keiner gleicht, Der herr der herrlichkeit erbleicht, Was wunder, daß die erde kracht, Und dicke nacht Ver⸗ hüllt der sonne glanz und pracht. 3. Das heiligthum steht aufge— deckt, Die felsen bersten, alles schreckt; Der todten gräber öffnen sich. Wie sichtbarlich Zeigt hier der gottheit finger sich. 4. Weil denn die kreatur sich regt, So werd' auch du, mein herz, be⸗ wegt. Empfinde reuvoll deine schuld Aus gottes huld Starb jesus auch für deine schuld. 5. Sein tod(o nimm es wohl in acht!) Hat trost und heil auch dir gebracht. Verehre den, der bis zum grab Sich für dich gab, Und stirb dem sündenleben ab. 6. Ja, vater; unter pein und hohn Nun ist kein zweifel, deine huld Tilgt meine schuld, Und trägt fort⸗ hin mit mir geduld. 7. Hin auf sein kreuz will ich stets sehn Und dankvoll seine treu erhöhnz Trost soll er mir im sterben seyn, Mich dann erfreun. So schlaf' ich sanft und selig ein. 8. Und dient' ich nun der sünde noch? Fern sey von mir ihr schnödes joch. Auf, seele, daß du dich er⸗ hebst, Nur jesu lebst, Ihm zu ge⸗ fallen dich bestrebst. ö 9. Ertödte selbst in meiner brust, Mein heiland, jede böse lust; Dein tod, der mir das leben schafft, Verleih mir kraft Im kampf mit meiner leidenschaft. ö 10. Gestärkt von dir, besieg' ich sie, Und scheue dabei keine müh', Ich setze, freudig auf dein wort, Den kampf hier fort, Und volle ruh' erwart' ich dort. ö 11. Wie dank' ich dir, herr jesu christ, Daß du für mich gestorben bist! Dich preis' ich hier schon hoch⸗ erfreut, Doch, nach der zeit, Noch froher in der ewigkeit. + — Erbleicht am kreuz dein eigner sohn. 12. Begraͤbniß Jesu. Mel. Otraurigkeit, Ruhlaht. Der AMm kreuz erblaßt, Der 140. A marterlast, Der to⸗ desguglen müde, Findet mein erlö⸗ ser erst in dem grabe friede. 9. Ein heil'ger schmerz Durchdringt mein herz; Und, herr, was kann ich sagen? Nur an meine brust kann ich, Tief gerühret, schlagen. 3. Du schützest mich, Und über dich Gehn aller trübsal wetter. Sterben wolltest du für mich, Ein⸗ ziger erretter. 4. Du hast's gethan. Dich bet' ich an, Du könig der erlösten; Dein will ich im tode mich Glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! Riefst du mit macht, hei⸗ huld t fort⸗ stets höhnz seyn, af' ich sünde nödes ch er⸗ u ges brust,‚ Dein chafft, fmit eg' ich müh', wort, volle r jesu orben hoch— Noch XIV. Von der A uferstehung Jesu. 71 E, macht, Du zeigst, daß du dein leben, Mein versöhner, göttlich frei Ha⸗— best hingegeben. 6. Hochheil'ge that! Des höchsten rath Will ich in demuth ehren. Der erwerber meines heils Wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief Er, der entschlief, Den todten; sie erstanden. Leicht entschwingt der lebensfürst Sich des todes banden. 8. Das finstre thal Will ich einmal Durchwandeln ohne grauen; Denn durch dich, erlöser, ist's Mir der pfad zum schauen. 9. Ich preise dich, Erforsche mich, Und siehe, wie ich's meine; Ja, du siehst es, wenn ich still Meinen dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, So werde mein In ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang' ich bin, Deine lieb' ermessen. In voriger Melodie. ur grabesruh Entschlie⸗ 141.3 fest du, Der du für uns gestorben, Und am kreuz uns 2. Du bist erblaßt, O herr, und hast Doch in dir selbst das leben. Gleich den sterblichen hielt dich Einst das grab umgeben. 5. Doch, heil sey mir, Du konn⸗ test hier Nicht die verwesung se⸗ hen. Bald hieß dich des höchsten kraft Aus dem grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, Mein le⸗ bensfürst, Wie dich, auch mich er⸗ wecken; Sollte denn mein glaubigs herz Vor der gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, Bis du er⸗ scheinst, In sanftem frieden liegen. Denn durch deinen tod kann ich Tod und grab besiegen. 6. Ihr, die die welt Gefesselt hält, Zagt nur vor der verwesung. Ich, ich hoff' in christo einst Meines leibs erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt, Selbst das, was stirbt, Der leib, wird auf⸗ erstehen, Und zu himmelsglanz ver⸗ klärt, Aus dem grabe gehen. 8. So sink ins grab, Mein leib, hinab! Ich will mich drum nicht kränken; Sondern, jesu, mir zum schmerzenvoll Ewges heil erworben. trost, An dein grab gedenken. XIV. Von der Auferstehung Jesu. Mel. Sey lob und ehr' dem ꝛc. oder: Lobsinget gott und ꝛc. Nr. 5. ringt preis und ruhm 142. Benbeiland dar. Froh⸗ lockt ihm alle frommen. Er, der für uns getödtet war, Ist aus dem grab' gekommen. Gelobet seyst du, jesus christ, Daß du für uns gestorben bist, Und siegreich auferstanden. 2. Dein leben in der majestät Be⸗ festigt unsern glauben. Wer kann, da dich dein gott erhöht, Den gro⸗ ßen trost uns rauben: Daß du uns von der sünde macht Befreiung hast ans licht gebracht; Den himmel uns geöffnet. 5. Gott selbst, der dich dem grab' sentrückt, Hat dem, was du geleh⸗ ret, Der wahrheit siegel aufge— drückt, Und dich als sohn geeh— ret; Und deines opfers hohen werth Hat er aufs herrlichste bewährt, Da er dich auferwecket. 4. Erstandner! ich frohlocke dir, Daß du nun ewig lebest. Du lebst und siegst, daß du auch mir Das ew'ge leben gäbest; Daß du auch mein erretter seyst, und neue kräfte mir verleihst, Mit freuden gott zu dienen. 5. Mein herr, mein gott, hilf mir dazu! Befreie mich von sünden. Laß mich für meine seele ruh Im E n frieden 72 Erste Abtheilung. frieden mit gott finden! Und pflanze deinen sinn in mir, Damit ich, gott ergeben hier, Als dein erlöster, wandle. 6. Dein ist das reich; dein ist die macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufst einst, und der gräber nacht wird uns nicht ewig decken. Wie du, herr, auferstanden bist, So werd' auch ich, o jesu christ, Durch dich einst auferstehen. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, Im glauben an dich, wandeln, Und jederzeit nach deinem sinn, Und stets rechtschaffen handeln; Daß ich, wenn ich einst aufersteh, Und dich, des todes sieger seh, Vor dir dann nicht erschrecke. 8. Da, wo du bist, da soll auch einst Dein jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wann du nun erscheinst, Zu deiner freud' erheben. Laß die⸗ ses auch mein erbtheil seyn: So werd' ich ewig deß mich freu'n, Daß du vom tod erstanden. Mel. Ermuntre dich, mein ꝛc. as grab ist leer; des I43. D höchsten sohn Verließ des todes banden! Nun schallete der jubelton: Der herr ist auferstanden. Herr, den der engel so gepreist! Entreiße du doch meinen geist Den lüsten dieser erde, Daß er dir hei⸗ lig werde. 2. Ich sterblicher vermag noch nicht Mit dir empor zu steigen, Als bis einst diese hütte bricht. Wird dann mein haupt sich neigen; So nimm du nach vollbrachtem lauf Auch mich in deinen himmel auf; Nimm, herr, an meinem ende Den geist in deine hände. 3. Doch soll ich einst, o gottessohn, In deinem reich dich sehen, So muß ich auf der erde schon Vom sünden— tod aufstehen: Der lebt nicht, den die lust der welt Und ihre pracht ge⸗ fesselt hält. Nach gott und tugend Iben. Nur das heißt, wirklich leben. 4. Du auferstandner menschen⸗ Durch die man sich mit dir vereint, o herr, dein eigen seyn: Laß mich mit ernst die sünde scheun, Und gieb gungsgeschäfte. 5. So kann ich als ein wahrer christ Jetzt leben und einst sterben: Und endlich da, wo du nun bist, Vollkommne freuden erben. Da⸗ hin, mein heiland, hilf du mirz So bring' ich, ewig froh in dir, Mit deiner frommen menge Dir lob- und dankgesänge. Mel. Erschienen ist der herrlich ꝛc. ein heiland lebt, o 144.— christenheit! Heil dir in zeit und ewigkeit: Das grab ist leer, der sieg ist sein; Und wir, o jesu! wir sind dein, Gelobt sey gott! 2. Wo ist dein stachel nun, o tod? Der heiland starb, und bleibt doch gott; Nun bleibt auf seines vaters thron, Zu unserm trost, des men⸗ schen sohn. Gelobt sey gott! ewigkeit zu ewigkeit. Gelobt sey gott! 4. Auf diesen felsen will ich baun: Er lebt! dies stärket mein vertraun. Er flehet noch zu gott für mich, Fleht göttlich, und fleht brüderlich. Gelobt sey gott! 5. Bei aller leiden ungestüm Sey dies mein trost: ich leb' mit ihm. Das haupt läßt seine glieder nicht: Dies bleibe meine zuversicht. Ge— lobt sey gott! 6. Leb' ich, so sorget er für michz Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich: Denn wo er ist, da soll ich seyn: Nun kann ich meines tods mich freun. Gelobt sey gott! 7. Er führt mir nach des todes ruh Auch meine lieben wieder zu. Er wachen werden wir zugleich mü mi freund, Erweck' in mir die triebe,‚ Den glauben und die liebe! Ich will selbst muth und kräfte Zum heili⸗ 3. Gelobt, gelobt sey jesus christ, Daß er vom tod erstanden ist! Lob sey dem herrn der herrlichkeit Von — 6 2 ** — +*4—1————————— XIV. Von der Auferstehung Jesu. 73 mit ihm eingehn in sein reich. Ge— lobt sey gott! 3. Durch seiner auferstehung kraft Vollend' ich meine pilgrimschaft. Herr, hilf mir nur, daß ich dir treu, In guten thaten fleißig sey. Gelobt sey gott! 9. Dann rufe mich, wann dirs gefällt, Aus dieser sündenvollen welt, Und führe mich an deiner hand Hin in mein himmlisch vater⸗ land. Gelobt sey gott! In voriger Melodie. un Der herr hat alles wohl 145. gemacht! Nun ist das große werk vollbracht! Nun ist die welt mit gott versöhnt, Und jesus ist von gott gekrönt. Gelobt sey gott! 2. Aus liebe sandt' gott seinen sohn, Der litt von menschen schmach und hohn, Und starb, stieg aus dem grab hervor, und siegreich schwang er sich empor. Gelobt sey gott! 5. Er hat auf erden gott geehrt, Gewandelt so, wie er gelehrt. Folgt christen, christi lehr' und rath; Thut, was er euch zum für— bild that. Gelobt sey gott! 4. Er, der sein leben für uns gab, Für uns verläßt er auch sein grab. Zerstört ist nun des todes macht, Unsterblichkeit ans licht gebracht. Gelobt sey gott! 5. Er ist im himmel noch mein freund; Ich bin als glied mit ihm vereint: Er, der versöhnend für mich litt, Fühlt seiner freunde lei⸗ den mit. Gelobt sey gott! Mel. Vor deinen thron tret' ich ꝛc. ich bet' ich an, erstand'⸗ 146 D ner held, Erretter ei⸗ ner sünderwelt; Du, unsre zuflucht für und für, Froh huldigt meine seele dir. 2. Um deinen thron, der ewig steht, Glänzt wahrheit, heil und majestät. Ich nahe mich voll zuversicht Zu dir, 3. Herr, meine seele preiset dich. Erlöst hast du auf ewig mich; So wahr du selbst vom himmel kamst, Dein leben gabst, und wieder nahmst. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich und sage dann: Der gott, durch den die himmel sind, Der ist mein vater, ich sein kind. 5. Nun ist dies erste leben mir Ein segenreicher weg zu dir. So lang' ich hier bin, herr, mein heil, Hab' ich an deinem frieden theil. 6. Zwar trifft noch mancher schmerz uns hier, Noch, o erbarmer, ster⸗ ben wir! Doch du regierst, und wir sind dein, Und ewig werden wir es seyn. 7. Ich weiß, daß mein erlöser lebt: O trost, der meinen geist erhebt! Hierdurch gestärkt, seh' ich aufs grab Mit unerschrocknem aug' hinab. 8. Welch neue welt voll seligkeit Erwartet mich nach dieser zeit. Da findet der verklärte christ Das heil, das unaussprechlich ist. 9. Der du für unsre seele wachst, Sie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem vertraun, Im tod auf dich, vollender, schaun! Mel. Vom himmel hoch da ꝛc. oder: Wo gott zum haus nicht ꝛc. Frinn're dich, mein geist 147.E erfreut, Des hohen tags der herrlichkeit. Halt im ge⸗ dächtniß jesum ehrist, Der von dem tod erstanden ist. 2. Fühl' alle dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien; Als spräch' er: friede sey mit dir! So freue dich, mein geist, in mir. 3. Schau über dich, und bet' ihn an. Er mißt den sternen ihre bahn. Er lebt und herrscht mit gott ver⸗ eint, Und ist dein könig und dein freund. 4. Kraft, ruhm und hoheit im⸗ merdar Dem, der da ist, und der da denn du verwirfst mich nicht. E 5 war! ——— 74 Erste Abtheilung. war! Sein name sey gebenedeit Von nun an bis in ewigkeit. 5. O glaube, der das herz erfreut, Was ist der erde herrlichkeit, Wenn sich mein geist das glück gedenkt, Das jesus hier und dort mir schenkt. 6. Vor seinem thron, in seinem reich, Unsterblich, heilig, engeln gleich, Und ewig, ewig selig seyn, Herr, welche herrlichkeit ist mein! 7. Mein herz erfreut sich des schon hier; Lieb' und verwund'rung kämpft in mir, Und voll von ehr— furcht, dank und pflicht, Fall' ich, gott, auf mein angesicht. 8. Du, der du in den himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst; Und du erfüllst einst mein vertraun, Verkläret dich dort anzuschaun. 9. Ich soll, wann du, des lebens fürst, Mit majestät einst kommen wirst, Erweckt aus meinem grabe gehn, Und froh zu deiner rechten stehn. 10. Erhabner mittler, gottes sohn, Mit engeln dort vor deinem thron, Mit allen frommen aller zeit Soll ich mich freun in ewigkeit. furcht vertrieben Christus, der im 11. Zu welchem glück, zu welchem ruhm Erhebt uns nicht das ehristen⸗ thum! Mit dir gekreuzigt, gottes sohn, Sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm' es mir aus mei⸗ nem sinn, Was ich, mein heil, dir schuldig bin, Damit ich mich, in liebe treu, Zu deinem bilde stets erneu. 13. Er ist's, der alles in uns schafft; Sein ist das reich, sein ist die kraft; Halt im gedächtniß je⸗ sum christ, Der von dem tod er⸗ standen ist Mel. Erschienen ist der herrlich ꝛe. I 8 Er ist erstanden, jesus 4 christ, Der unser trost und heiland ist! Er ist nicht mehr des todes raub; Als sieger tritt er auf den staub. Gelobt sey gott. 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, Eh' er für uns das leben ließ: Drei tage sollen nicht vergehn So werdet ihr mich lebend sehn. Er hat's er⸗ füllt. 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr Sollt leben, glaubige, mit mir! Ich komme, meine stimme ruft: Verlaßt, ihr todten, eure gruft! Und folgt mir nach! 4. Er wird's erfüllen, jesus christ, Der selbst vom tod erstanden ist: Durch ihn ist unvergänglich heil Und neues leben unser theil, In ewigkeit.* Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. zreue dich! des herren I49. tag Hat die nacht der grabe lag, Ist im tode nicht ge⸗ blieben. O wie hoch sind wir ge⸗ tröst! Jesus hat die welt erlöst. 2. Er ist gottes ew'ger sohn Ewig sey er auch gepriesen! Seiner feinde schaar zum hohn Hat er sichthar es bewiesen. Er erfüllte durch die that, Was er prophezeihet hat. 3. Unsre schulden sind zwar groß; Doch wir dürfen nicht verzagen, Gott läßt unsern bürgen los, Der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit preis gekrönt, Und wir sind mit gott versöhnt. 4. Sterben war der sünden sold; Nun ist christus unser leben, Der für unsre schuld nicht gold, Nein, sich selber hingegeben. Er hat aus des grabes nacht Neues leben mit⸗ gebracht. 5. Tod, wo ist nun deine kraft? Grab, wo sind nun deine ketten? Hier ist gott, der hülfe schafft; Hier ist jesus, der kann retten, Wenn gleich unser fleisch und bein Wird— in staub verwandelt seyn. ö 6. Herr, dies glaub' ich, dir zum ruhm, Und mein trost ist nicht ver⸗ gebens, Denn ich bin dein eigen⸗ thum, Du, der schöpfer meines 0 ens. sus ist ir sind sold; I Der ‚ Nein, it aus mit⸗ kraft? tten? Hier Wenn Wird— r zum t ver⸗ eigen⸗ es le⸗ bens. XIV. Von der Auferstehung Jesu. 75⁵ bens. Hocherfreut sing' ich dir Jetzt und ewig dank dafür. x Mel. Es ist das heil uns ꝛc. zreiwillig hast du darge⸗ 1 50. bracht Für uns, o herr,‚ den sohn erhört, Erhört in seiner noth. 2. Die mörder triumphirten schon: Wo ist des sohnes macht? Der herr errettet seinen sohn, Sein rath⸗ schluß ist vollbracht. dein leben. Du hattest es zu lassen, 3. Der sohn befahl in seine hand macht; Macht, wieder dirs zu ge⸗ ben. Und darum liebte dich dein gott, Weil du, gehorsam bis zum tod, Dich hast für uns erniedrigt. 2. Du warst nur eine kleine zeit Von deinem gott verlassen: Er krönte dich mit herrlichkeit, Die sterbliche nicht fassen. Dein kreuz, daran man dich erhöht, Verwan— delt sich in majestät, Denn du giengst aus dem grabe. 2* 5. Gehaßt in deiner niedrigkeit, Warst du ein ziel des spottes, Und zeigtest doch zu gleicher zeit An dir die hoheit gottes. Dein kreuz schien zwar der welt ein gräul; Doch sterben für der feinde heil, Dies ist die höchste tugend. 4. Dein reich war nicht von dieser welt, Dein ruhm nicht menschen⸗ Dem vater seinen geist; Er ward begraben, er erstand; Gott hält, was er verheißt. K. Dies rühme, wer errettet ist, Und werd' ihm unterthan; Welt, die du nun sein erbtheil bist, Lob⸗ sing' und bet' ihn an. 5. Preist jesu vater, denn er hat Nicht seines sohns gebet, Nicht, was er für die sünder that, Sein opfer nicht verschmäht. 6. Das ist des mittlers preis und lohn: Der, welchem er verzeiht, Soll ewig leben, wie der sohn, In seiner herrlichkeit! 7. Sagts aller welten völkern an: Bekehret euch zum herrn! Ihm werde jeder unterthan, Und jeder dien' ihm gern. 8. Des vaters reich ist auch das ehre. An demuth groß, an lieb' ein held, Und göttlich in der lehre; Ge— duldig und von sünden rein, Ge⸗ horsam bis zum kreuze seyn; Dies war, herr, deine größe. 5. Nun irren mich nicht schmach und spott, Noch deines kreuzes schan⸗ den. Du bist mein herr, du bist mein gott; Denn du bist auferstanden. Du bist mein heil, mein fels, mein hort, Der herr, durch dessen mäch⸗ tig wort Auch ist einst ewig lebe. reich Des sohnes; er regiert, An ruhm und macht dem vater gleich, Dem aller ruhm gebührt. 9. Es fehl' ihm an bekennern nie, So lange diese welt Noch menschen hat, so lange sie Der arm des herrn erhält. Mel. Auf christenmensch! auf! ꝛc. — Aerr, du bist meine zu⸗ 152. H versicht. Du lebst: auch ich werd' leben. Mir wirst du, 6. Wir sind nun göttlichen ge⸗was dein wort verspricht, Unisterb⸗ schlechts, Durch dich des himmels erben. Dies ist die hoffnung deines knechts; In dieser will ich sterben. Wie du vom tod erstanden bist, So werd' auch ich, herr jesu christ, Durch dich einst auferstehen. Mel. Nun danket all' und ꝛc. Nr. 3 ISI. Weis ihr christen preist und ehrt Gott, eures mittlers gott! Der vater ha lichkeit einst geben. Dein jünger kommt nicht ins gericht: Dies stär⸗ ket meine zuversicht. 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin. Den saamen auszust reuen: Dort wird der herrlichste gewinn Der ernte mich erfreuen. Ich leide, doch verzag' ich nicht, Denn du bist „meine zuversicht. 5. Und sinkt dereinst mein leib in 60„Gott wird ihn neu beleben. Er 76 Erste Ab theilung. Er werde der verwesung raub, Dort werd' ich ewig leben. Wie stark ist dieser trostgrund nicht, Wie sicher meine zuversicht! k. Herr, diesen segen dank ich dir. Mich aus der gruft zu heben, Giengst du aus deinem grab herfür: Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub' es dir, und zweifle nicht; Dein wort ist meine zuversicht. 5. In diesem glaͤuben stärke mich, Laß mich den trost empsinden, Den großen trost, daß ich durch dich Den tod soll überwinden. Grab und ver⸗ wesung schreckt mich nicht: Denn du bleibst meine zuversicht. Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. (Eesus lebt, mit ihm auch 153.— ich. Tod, wo sind nun deine schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich Von den todten auf— erwecken; Er verklärt mich in sein licht: Dies ist meine zuverficht. 2. Jesus lebt, ihm ist das reich Ueber alle welt gegeben, Und ich werd' mit ihm zugleich Ewig dort in freuden leben. Gott erfüllt, was er verspricht: Dies ist meine zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, Lästert ihn und gottes ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der sünder sich bekehre. Den, der folgt, verstößt er nicht. Dies ist meine zuversicht. 4. Jesus lebt, sein heil ist mein; Sein sey auch mein ganzes leben. Reines herzens will ich seyn, Und den lüsten widerstreben. Er verläßt den schwachen nicht: Dies ist meine zuversicht. ö 5. Jesus lebt, ich bin gewiß; Nichts soll mich von jesu scheiden, Keine macht der finsterniß, Keine Laft zu diel kein leiden. Er giebt raft zu dieser pflicht: Dies ist mei⸗ ne zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der tod Mir der eingang in das leben. Welchen rost in todesnoth Wird es meiner seele geben, Wenn sie glaubig zu ihm — spricht: Herr, herr! meine zuver⸗ sicht. Mel. Heut' triumphiret gottes ꝛc. herzlich er mich liebt; Und stürb' auch alle welt mir ab, G'nug, daß ich ihn zum freunde hab'! Lob sey dem herrn! 2. Er nährt, er schützt, er tröstet zu sich. Wo er jetzt lebt, komm ich auch hin, Weil ich mit ihm vereinigt bin. Lob sey dem herr! 3. Durch ihn bin ich mit gott ver— söhnt; Durch ihn mit gnad' und heil gekrönt. Mein banges herz ermun— tre sich! Gott und die engel lieben mich. Lob sey dem herrn! 4. Durch seiner auferstehung kraft Vollend ich meine pilgerschaft; Freu seiner mich in seinem reich, Und bin dort seinen engeln gleich. Lob sey dem herrn.! 5. Für solchen trost der seligkeit Dankt dir, herr, deine christenheit. Wenn wir dereinst dein antlitz sehn, Soll dich ein würd'ger lied erhöhn. Lob sey dem herrn! Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 1 Labs den höchsten! jesus 597 lebet! Erlöste menschen o erhebet Des welt erlösers majestät! Hörts, betrübte sünder, gebet Der freude raum zdenn jesus lebet; Gott hat ihn aus dem staub erhöht. O seele, dein gesang Erschalle ihm zum dank! Ihm zur ehre! Dich, großer held, Erhebt die welt, Weil deine hand den sieg behält. 2. Jesu jünger, wehrt dem leide, Lobsinget ihm, und nehmt voll freu⸗ de Am siege theil, den er erstritt. Seyd ihr gleich des grabes kinder: Er ist des todes überwinder. Er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig seyn? Ge⸗ trost könnt ihr euch freun! Achet ebe ebt christus, was bin ich 154. Lberrübt? Ich weib, wie mich; Sterb' ich, so nimmt er mich —, lebet Bleibt 2 0 N brecher ger rät ernst b winder der Ei nimm zum t Preis Verti K. T ken? decken der ge bet, So wie, verneut Zur frühlings— XV. Von der Himmelfahrt Jesu ꝛc. 77 2.. lebet In ewigkeit, Zu aller zeit Bleibt er zur hülfe uns bereit. 3. Nun verzagt auch nicht, ver— brecher! Gott ist euch nun kein stren⸗ ger rächer, Wenn ihr die schuld mit ernst bereut. Durch des todes über— winder Ist er dem reuerfüllten sün⸗ der Ein vater der barmberzigkeit Er nimmt ihn liebreich auf, Mit kraft zum tugendlauf Ihn zu segnen. Preis sey der huld! Die unsre schuld Vertilgt und trägt mit uns geduld. 4. Tod, wo sind nun deine schrek— ken? Nicht ewig wird das grab uns decken; Verwest der leib gleich in der gruft, Einst wird er zum bes⸗ sern leben Sich aus des todes staub erheben, Wenn jesus den entschlaf— nen ruft. Dann wird des todes feld Zu einer regen welt. Alles le⸗ zeit, Sich alles regt und alles freut. 5. O erstandner, welch ein segen Erwartet uns, wenn wir auf wegen Einhergehn, die dein fuß betrat! Unerforschte seligkeiten, Die ewig währen, sind die beuten, Die uns dein sieg erkämpfet hat. Einst sind sie unser theil; Einst krönet uns gott! Auch noch im tod Ist er und bleibet unser gott. Mel. Wer Dein eiudled gott ꝛc. ein jesus lebt, magi 156. M dechsterben lHier 15 mein haupt und triumphirt: Nun muß auch ich das leben erben, Weil seine macht der tod verliert. Ich fürchte seinen fluch nicht mehr. Mein jesus lebt, sein grab ist leer. 2. Mein jesus lebt, er hat bezwun⸗ gen, Was mir das leben rauben kann; Er hat mir heil und sieg er⸗ rungen, Und ihm ist alles unterthan: Der hölle tiesster abgrund bebt. Denn sie vernimmts, daß jesus lebt. 5. Mein jesus lebt, das grab ist offen: Mit freuden geh' ich in die gruft. Auf seine stimme will ich hoffen, die mich vom tod ins leben ruft. Wie lieblich schallt sie nicht schon hier: Ich leb' und ihr lebt auch mit mir. 4. Mein jesus bleibe denn mein leben, Der tod soll mir nicht schmerz⸗ lich seyn. Ich will ihm dienen, ihm ergeben, Mich seiner auferstehung freun, Weil er auch mich zum him⸗ mel hebt, So wahr er jesus ist, das heil Deines lebens. Gelobt sey und lebt! XV. Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. Mel. Komm, gott, schöpfer ꝛc. ö Olnbetung lob und preis 157. A sey dir, Sohn gottes, auch von uns geweiht, Du fährest auf, deß jauchzen wir, Zu deines vaters herrlichkeit. 2. Zu unserm vater fährst du auf Und nimmst die wohnung gottes ein. Laß nach vollbrachtem pilger— lauf Auch uns dort ewig bei dir seyn. 3. Osegne heut' in uns das wort, Das uns von deinem throne lehrt: Es sey zur ew'gen freude dort, Zum trost hier stets dem herzen werth. Mel. Allein gott in der höh' ꝛc. ANuf christi himmelfahrt I58. A allein Soll sich mein glaube gründen; Und sorge, zwei⸗ fel, furcht und pein Dadurch stets überwinden. Mein haupt, das nun im himmel ist, Wird mich, sein glied, nach kurzer frist, Zu sich gen himmel holen. 2. Gen himmel fuhr mein hei— land zu: Zu gott ist er gegangen. Nun kann mein herz auch seine ruh Im himmel nur erlangen; Denn wo mein freund gekommen hin, Da ist auch stets mein henz un 7 . 78 Erste Abtheilung. und sinn: Nach ihm geht mein verlangen. 3. Ach herr, laß deine auffahrt mich, Dein kind, doch dahin brin— gen, Daß durch die kraft des glau— bens ich Mag aufwärts zu dir drin⸗ gen; Und dann einmal, wenn dirs gefällt, Mit freuden scheiden aus der welt. Herr, höre doch mein flehen. Mel. Vom himmel hoch da ꝛc. uf, jesu freude, freuet 159. A euch! Der herr fährt auf zu seinem reich, Er triumphirt, lobsinget ihm; Lobsinget ihm mit hoher stimm! 2. Sein werk auf erden ist voll⸗ bracht; Zerstört hat er des todes macht; Er hat die welt mit gott versöhnt, Und gott hat ihn mit preis gekrönt. 3. Weit, über alle himmel weit, Geht seine macht und herrlichkeit; Ihm dienen selbst die seraphim. Loh⸗ singet ihm mit hoher stimm! K. Sein sind die völker aller welt; Er herrscht als sieggewohnter held; Er herrscht, bis unter seinen fuß Der feinde heer sich beugen muß. 5. Er schützet seine christenheit, Erhält sie bis in ewigkeit; Er ist ihr haupt; lobsinget ihm, Lobsin-⸗ get ihm mit hoher stimm! 6. Ja, heiland, wir erheben dich, Und unsre herzen freuen sich Der herrlichkeit und majestät, Dazu dich gott, dein gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn herr, bei dir Steht kraft und macht und dein sind wir. Nimmst du dich unsrer hülfreich an, Was ist, das uns gebrechen kann? 3. In deiner hand ist unser heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du theil Am segen, den du uns er⸗ warbst, Als du für uns am kreuze starbst. 9. Du hast die stätte uns bereit't, treu vollbrachtem glaubenslauf Nimmst du uns in den himmel auf. 10. O zeuch uns immer mehr zu dir; Hilf uns mit eifriger begier Nach dem nur trachten, was da ist, Wo du, verklärter heiland, bist. 11. Dein eingang in die herrlich⸗ keit Stärk' uns in unsrer prüfungs⸗ zeit, Nur dir zu leben, dir zu traun Bis wir dereinst dein antlitz schaun. 12. Dann werden wir uns ewig dein, Herr christ, du menschen⸗ freund, erfreun. Dann singen wir von deinem ruhm Ein neues lied im heiligthum. ö Mel, Alle menschen müssen sterben, ö Kroßer mittler, der zur 160— rechten Gottes, seines vaters, sitzt, und die schaͤar von seinen knechten Ueberall beglückt ehre, Aller deiner engel heere, Und in ihren lobgesang Jauchzet aller frommen dank. 2. Denn du kamst, uns zu erlö⸗ sen; Und das opfer ist vollbracht, Das von aller schuld des bösen Uns du heil und leben, Die sich glaubig dir ergeben, Herr, du starbst und überwandst Tod und grab; denn du erstandst. 5. Alles sollen wir empfangen, Was uns noth ist, denn du bist In den himmel eingegangen, Der nun unsre heimath ist. Da regierst du, da vollendest Du dein großes werk und sendest Deinen geist auf 145. Die zum erbe gott dir gab. 4. Herrlich wirket deine lehre, Denn du giebst ihr licht und kraft. Sünder macht sie, gott zur ehre, Glaubig und gewissenhaft. Alle leh— überwinden. Straucheln sie in ih⸗ rem lauf: Hilfst du ihnen mäch⸗ tig auf. 5. Du vertrittst bei gott die dei⸗ Bei dir zu seyn in ewigkeit. Nach nenz Du versäumst sie, heiland, nie. Alle und schützt; Dir frohlocken, dir zur befreit und selig macht. Allen giebst ret sie, den sünden Widerstehn und— Alle thr. du und standhaß einigt k welt hit 6. Du men, nicht, barmen Bittest verdien zur bu die ene 7. Du de dein gr du zur ernte! kämpfe deinen ne zu 8. G Weil herrsek und e Slauf lauf. hr zu begier da ist, bist. rlich ungs⸗ traun Haun. ewig schen⸗. n wir 6 lied rben. er zur seines r von glückt ir zur Und aller erlö⸗ acht, Uns giebst“ aubig t und denn gen, bist Der zierst oßes auf dir hre, raft. hre/ leh⸗ und„ ih⸗ äch⸗ dei⸗ nie. Alle XV. Von der himmelfahrt Jesu ꝛe. 79 * Alle thränen, die sie weinen, Zählst du und belohnest sie. Alle, welche standhaft gläuben Und mit dir ver⸗ einigt bleiben, Führst du aus der welt hinaus, Hin in deines vaters haus. 6. Du entzeuchst dich auch den ar— men, Die noch nicht bekehrt sind, nicht, Weil dein herz dir aus er⸗ barmen Ueber ihrem elend bricht; Bittest gott, sie zu verschonen, Nach verdienst noch nicht zu lohnen, Zeit zur buße zu verleihn, Der sich selbst die engel freun. 7. So vertrittst du, so regierest Du dein erbe, bis du einst Ganz mein erlöser, bist. Wollust, ehr⸗ geiz und gewinn Soll mich nicht zur erde ziehn, Da ich jenseit über'm grabe Eine größ're hoffnung habe. 4. Laß nichts diese hoffnung rau⸗ ben; Du erwarbst sie theuer mir. Jetzo seh' ich sie im glauben, Dort sind' ich sie selbst bei dir: Dort belohnst du das vertraun Deiner glaubigen durch schaun; Und ver⸗ wandeltst ihre leiden In unendlich große freuden. 5. Dort bereite mir die stätte In des vaters hause zu. Rufst du frühe oder späte Mich zu meines grabes ruh: Leucht auch mir in dieser nacht dein großes werk vollführest, Wann Durch die stärke deiner macht, Die du zum gericht erscheinst. Dann ist ernte! heil den christen, Welche kämpfen mit den lüsten, Weil sie deinem thron sich nahn, Deine kro— ne zu empfahn. 8. Großer mittler, sey erhoben! Weil wir leben, wollen wir Deiner herrschaft würde loben, Opfern dank und ehre dir. Können wir einst nicht mehr beten, Wollest du uns noch vertreten, Bis der ganz ver⸗ klärte geist Dich mit allen himmeln preist. Mel. Freu dich sehr o, meine seele ꝛc. err, du fährst mit glanz 16 I. H und freuden Auf zu deiner herrlichkeit; Doch mich drük— ken noch die leiden Dieser armen lebenszeit. Jesu, gieb mir muth und kraft, Daß ich meine pilgrim⸗ schaft So mit dir zurücke lege, Daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen geist zurücke, Aber zeuch mein herz nach dir;z Wenn ich nach dem himmel blicke, O so öffne du ihn mir. Neig' zu mei⸗ nem flehn dein ohr, Trag es dei⸗ nem vater vor, Daß er mir die schuld vergebe, Daß ich mich be— kehr' und lebe. 3. Lehre mich die welt verachten, Und was in ihr eitles ist; Lehr' mich nach dem himmel trachten, Wo du, des todes macht bezwungen, Und für uns den sieg errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wie— der An dem ende dieser zeit: O so sammle meine glieder, Wenn ver⸗ wesung sie zerstreut. Heilge und ver⸗ klär sie ganz, Daß der leib im him⸗ melsglanz, Frei von diesem staub und erde, Aehnlich deinem leibe werde. Mel. Von gott will ich nicht ꝛc. ein jesus triumphiret, I 62. M Und nimmt den him⸗ mel ein. Er hat sein werk vollführet, Vom fluch uns zu befrein. Die hohen seraphim Empfangen ihn mit freuden Nach überstand'nem leiden. Lobsingt, lobsinget ihm! 2. Wohl uns, die auf ihn hoffen! Nun jesus triumphirt, Steht uns der weg auch offen, Der zu dem him⸗ mel führt. Er selbst, er macht uns bahn. Wer hier nur an ihn gläubet, Ihm folgt, und treu ihm bleibet, Der wandelt himmel an. 3. Nur dort, nicht hier auf erden, Ist unser bestes theil. Um selig einst zu werden, Erwarb der herr uns heil. Erlöste, macht euch auf, Wo jesus hingegangen,‚ Dahin blickt mit verlangen, dahin geht euer lauf. 4. Herr, hilf uns eifrig ringen Nach jener herrlichkeit, Laß unsern fleiß Licht, friede, freude, tugendkraft 80⁰0 Erste Abtheilung. — fleiß gelingen, Und stärk' uns in dem streit. Laß uns in dieser welt Im glauben an dich wandeln, So denken und so handeln, Wie dir es wohlgefällt. ö 5. Was sind der erde freuden? Wie bald sind sie dahin! O hilf uns alles meiden, Was hier noch unsern sinn Vereitelt und uns stört, Auf deinen ruf zu achten, Und nur nach dem zu trachten, Was ewig heil gewährt. 6. Sey du selbst unser leiter In unsrer prüfungszeit, und bring' uns immer weiter Zu deiner herrlichkeitz Bis diese zeit vorbei, Bis wir dich, heiland, sehen, Und freudig vor dir stehen, Von allem kummer frei. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. ie herrlich, jesu, star⸗ 163. W ker held, Bu retter einer fünderwelt, Hat sich dein kreuz geendet! Nach überstandnem lei⸗ denslauf Fährst du verklaͤrt zum va⸗ ter auf, Der dich zu uns gesendet. Ewig Trifft dich Nun kein leiden; Voller freuden Lebst du droben, Ueber alles hoch erhoben. 2. Dir dienen alle seraphim, Und wir vereinen herz und stimm Mit ihnen, dich zu loben; Weil du dein großes werk vollbracht, Nach über⸗ standner leidensnacht Gen himmel dich erhoben. Preis dir! Daß wir Auf der erden Können werden Got⸗ tes kinder Und des todes über⸗ winder. 3. Du, du bist unser haupt und wir Sind deine glieder, nur von dir Kommt auf uns heil und leben. Was unsern seelen nutzen schafft, Wird uns von dir gegeben. Laß doch Dein joch Gern uns tragen, Und entsagen Allen sünden, Daß wir hier schon ruhe finden. 1. Zeuch unsre herzen ganz zu dir 3 Hilf, daß vor allen dingen wir Nach deinem reiche trachten. Mach uns muth und eifer ein, Das eitle zu verachten. Jede Unart Hilf uns meiden, Und mit freuden Unser le⸗ 5. Sey unser schutz und unser hort, Und tröst' uns durch dein heilsam wort, Wenn hier uns trübsal drän⸗ get. Nur da ist wonne, wo du bist; Die freude, die man hier ge⸗ nießt, ist noch mit leid vermenget. Von dir, Kommt hier Trost im herzen; Laß in schmerzen Uns schon offen Deinen himmel sehn, und hoffen. 6. Du bist, uns sterblichen zu gut, Zur freude eingegangen. Zeuch, je⸗ wir, nach kurzem ungemach, Zur dir Von uns allen Dank erschallen. heiland, ehren. ir freuen uns, herr 6 4. Wẽ jesu christ, Daß du erhöht gen himmel bist. O du, den im glauben unsern geist, Der auf dich hofft. 2. Du sitzest auf der himmel thron, Als unser freund, als menschensohn. Du schämst auch da dich unsrer nicht; Drum bist du unsre zuver⸗ sicht In ewigkeit. 3. Dein ist die macht; dein ist das reich. Wer ist an majestät dir Gelobt seyst du! sich, Herr, deine hasser wider dichz Dein thron nicht, Wenn gleich der frevler wi⸗ derspricht. Gelobt seyst du! 5. Du, unser triumphirend haupt, Wie selig ist, Wer an dich glaubt! Du bist sein licht, sein trost, sein theil, Sein starker schutz, sein ew'⸗ von allen sünden rein, Und flöß' 221 ges heil. Gelobt seyst du! 6. Herr, Ohn aufhören Wollen wir dich, Nach theuer hier vergoßnem blut, su, zeuch auch uns dir nach, Daß freude auch gelangen. Dafür Soll Mel. Erschienen ist der herrlich ꝛe. ben Deinem dienste ganz ergeben. unser loblied preist, Stärk' auch gleich? Mensch, engel, jede kreatur Ist dein, beherrscher der natur! 4. Umsonst, umsonst empören steht fest und wanket — schenkst 7. We kannt,! Von ke Bemer gern, lichkeit keit! Mel. 166 und de bitten bitten vor di mir, Und i 2. 2 Leben, mein dem d er nie sinnur mich ehre . nen, Mein nen, bei. In u benst deine K. Hoch menf mit verle an d prei weis Uver⸗ in ist it dir eatur atur! vören dichz anket wi⸗ * aupt, ubt! sein ew'⸗ Herr, XVI. Vom heiligen Geiste. 81. 6. Herr, unsre herzen trau'n auf dich; Dein freuet unsre seele sich. Du, der du huldreich an uns denkst Und gern uns deinen segen schenkst Bist unser trost. x 7. Was uns beglückt, ist dir be⸗ kannt, Und alles ist in deiner hand! Von keinem deiner freunde fern, Bemerkst du ihn und hilfst ihm gern, Erbarmender! 3. Blick auch uns an mit freund⸗ lichkeit Vom throne deiner herrlich⸗ keit! Hilf unserm schwachen glau⸗ ben auf Und kröne unsern lebens⸗ lauf Mit deinem heil. 9. Gen himmel fuhrst du auf als held: Als herr und richter aller welt Wird dich dereinst der erd⸗ kreis sehn. Hilf, daß wir dann vor dir bestehn, Und dein uns freun. 10. Dann triumphirt der glaub' an dich; Dann jauchzen wir dir ewig⸗ lich. Hilf uns dazu, herr jesu christ! Dir, der du unser heiland bist, Sey ewig preis: XVI. Mel. Werde munter, mein ꝛc. 164 VJer du uns als vater 337 liebest, Treuer gott, und deinen geist Denen, die dich Vom heiligen Geiste. 5. Fülle mich mit heil'gen trieben, Daß ich gott, mein höchstes guth, Ueber alles möge lieben, Daß ich mit getrostem muth Seiner vater⸗ bitten, giebest; Ja, uns um ihn huld mich freu, Und mit wahrer bitten heiß st. Demuthsvoll fleh' ich kindestreu Stets vor seinen augen vor dir: Vater! send' ihn auch zu mir, Daß er meinen geist erneue, Und ihn dir zum tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem wissen Leben, kraft und fruchtharkeit; Und wandle, Und rechtschaffen denk' und handle. 6. Geist des friedens und der lie⸗ be! Bilde mich nach deinem sinn, Daß ich lieb' und sanftmuth übe, mein herz bleibt dir entrissen, Und Und mirs rechne zum gewinn, Wenn dem dienst der welt geweiht, Wenn ich je ein friedensband Knüpfen er nicht durch seine kraft Die ge⸗kann, wenn meine hand, Zur er⸗ sinnung in mir schafft, Daß ich dir leicht rung der beschwerden, Kann mich ganz ergebe, Und zu deiner dem nächsten nützlich werden. ehre lebe. V. Lehre mich, mich selber kennen, 3. Auch dich kann ich nicht erken- Die verborgnen fehler sehn, Sie nen, Jesu! noch mit ächter treu voll demuth gott bekennen, Und Meinen goett und herrn dich nen- ihn um vergebung flehn. Mache nen, Stehet mir dein geist nicht täglich ernst und treu, Sie zu bes⸗ bei. Drum so laß ihn kräftiglich sern, in mir neu; Zu dem heili⸗ In mir wirken, daß ich dich Glau-⸗gungs⸗geschäfte Gieb mir immer bensvoll als mittler ehre, Und auf neue kräfte. deine stimme höre. 8. Wenn der anblick meiner sün⸗ 4. Ew'ge quelle heil'ger güther, den Mein gewissen nieder schlägt z Hochgelobter gottesgeist, Der du Wenn sich in mir zweifel finden, menschliche gemüther Besserst und Die mit angst mein herze hegt z mit trost erfreust; Nach dir, herr, Wenn mein aug' in nöthen weint, verlangt auch mich; Ich ergebe mich Und gott nicht zu hören scheint: O an dich, Mache mich, zu gottes dann laß es meiner seelen Nicht preise, Heilig und zum himmel an trost und stärkung fehlen. weise. F 9. Was 8² Erste Abtheilung. 9. Was sich gutes in mir findet, —— 5. Des vaters und des sohnes Ist dein gnadenwerk in mir; Selbst geist, Du quell des lichts, der lie⸗ den trieb hast du entzündet, Daß mich, herr, verlangt nach dir. 8 be, Den jesus betenden verheißt, Ach, heil'ge meine triebe. Gieb über so setze durch dein wort Deine gna-meine sünden schmerz, Und muth denwirkung fort, Bis sie durch ein selig ende Herrlich sich an mir vollende. Mel, An wasserflüssen babylon ꝛc. vater, der du MNir, 166. deinen sohn Zum heil uns hast gegeben, Dir dank ich hier mit freuden schon, Noch mehr im höhern leben. Ich danke dir, daß du den geist, Der uns der finsterniß entreißt, hast gesendet. Er kam auf jesu wort herab, Der seinen boten stärke gab, Daß sie dein werk vollendet. 2. Erfüllt von seiner wunderkraft, Gehn sie die welt zu lehren. Der geist, der neue herzen schafft, Hilft ihnen sie bekehren. Die völker hö⸗ ren hocherfreut, Die botschaft ih— rer seligkeit, Vernunft und wahr⸗ heit siegen. Die blindheit und das laster flieht; Wo man den finger gottes sieht, Muß beides unter⸗ liegen. 3. Umsonst, daß wilder eifer tobt, Verfolgung zu erregen. Dein na⸗ me, jesu, wird gelobt; Dein wort ist kraft und segen. Die jünger schreckt nicht pein noch müh, Dein geist, o vater, stärkte sie In mar⸗ tern und im tode; Sie blieben ih— rem herrn getreu, Bekennen seinen namen frei, Und preisen ihn im tode. 4. Noch ietzt bist du der geist der kraft; Noch jetzt der menschen leh⸗ rer. Du machst sie weis' und tu⸗ gendhaft, Des sündenreichs zerstö— rer, In sündern wirkst du reu und leid, In frommen seelen trost und freud'“, Und muth im kampf der sünden; In bangen stunden schen⸗ kest du, So wie im tode seelenruh, Und lehrst ihn überwinden. Zur erde zum glauben in mein herz; Hilf mir mit andacht beten; In bangen stunden tröste mich, Und deine hülfe zeige sich Mir einst in todesnöthen. Mel. Komm, gott, schöpfer ꝛc. u, führer, der mit 167. treuer hand Den weg uns zu dem himmel weist! Du unsers erbes unterpfand! Geprie⸗ sen seyst du, heil'ger geist! 2. Auch dich preist deine christen⸗ heit, Du geist des vaters und des sohns! Du bist, wie sie, von ewigkeit; Mit ihnen herrscher ei⸗ nes throns. 3. Der gottheit willen thatst du kund. Durch dich weissagte der prophet. Du legtest ihm in seinen mund Das wort des heils, das nie vergeht. 4. Nichts schließt vor deinem blick sich zu. Den abgrund der unend⸗“ lichkeit, Der gottheit rath erkennest du Mit göttlicher allwissenheit. 5. Du hast dem erdkreis offen⸗ bart, Was keine Weisheit je er⸗ kannt; Als dich, nach seiner him⸗ melfahrt, Der herr den seinen zu⸗ gesandt. 6. Welch eine pracht verklärte dich! Ein schnelles brausen füllt das haus. Da giessest du dich sichtbarlich Auf sie in feuerflammen aus. 7. Nun scheuten sie nicht schmach, nicht müh; Denn du hast alle furcht entfernt. Die thaten gottes priesen sie In sprachen, die sie nie erlernt. 3. Wir haben, geist der gnad' und stärk', An deinen gaben gleichfalls theil. Unsichtbar schaffest du dein werk In uns zu unsrer seelen heil, 9. Setz' uns auch in die reinste gluth! Mach uns der liebe gottes voll! Stärk', herr, in drangsal unsern — sohnes der lie⸗ rheißt, eb über d muth Hilf bangen! e hülfe nöthen, fer ꝛc. der mit d Den ist! Du eprie⸗ hristen⸗ und des e, von scher ei⸗ hatst du gte der seinen ls, das iem blick unend⸗ rkennest nheit. 5 offen⸗ it je er⸗ ier him⸗ inen zu⸗ rte dich! as haus. lich Auf schmach, ast alle n gottes e sie nie ad' und eichfalls du dein en heil. reinste e gottes Hrangsal unsern XVI. Vom heiligen Geiste. 85 unsern muth! Tröst' uns in angst und leit' uns wohl. 10. Des vaters liebe, christi gnad' Und die gemeinschaft deiner kraft, Verleih uns tugend, trost und rath Auf unsrer ganzen pilgerschaft. Mel. Jesu, deine tiefe wunden ꝛc. u, der frommen be—⸗ I68. ste freude, Und ihr trost in traurigkeit, Der ihr herz in allem leide, Und im tode selbst erfreut, Geist des höchsten, komm zu mir, Und indem ich gläubig dir Lob und ruhm zum opfer bringe, O so höré, was ich singe. 2. Edelster von allen segen, Die uns gott in christo gab! Du träufst als ein milder regen Aus des him⸗ mels schoos herab. Du machst har— te herzen weich, Wüsten auch an früchten reich; Und dein sanfter trost erquicket, Was der drangsal hitze drücket. 3. Du kannst alle herzen prüfen, Du durchschau'st sie ganz und gar; Selbst der gottheit innre tiefen Sind vor dir, herr, offenbar. Nun so kennst du auch gewiß Meiner seele finsterniß. Drum gieb weis— heit, und vor allen, Daß ich möge gott gefallen. 4. Du bist selber rein, und sie— hest Auch an reinen deine lust. Bö⸗ ses hassest du und fliehest Aller sünden gräul und wust. Heilige du selbst mich dir! Schaff ein reines herz in mir, Daß ich, was du lie—⸗ best, liebe, Nie mit vorsatz dich betrübe. 5. Du, herr, machst mein herz zu— frieden, Wenn mir menschentrost gebricht. Bleib' ich von dir unge— schieden, O so fehlts an trost mir nicht. Bleib' ich nur dein eigen⸗ thum, So werd' ich zu deinem ruhm, Um die tugend mich be— mühen, Und die sünde standhaft fliehen. 6. Nur bitt' ich, daß du mich stär⸗ kest; Stehe mir im kampfe bei. Hilf, mein helfer, wenn du mer⸗ kest, Daß mir hülfe nöthig sey. Den verkehrten eitlen sinn Nimm aus meiner seele hin, Daß ich mich nun ganz verneue, Und mein gott sich meiner freue. 7. Sey mein beistand, wenn ich sterbe! Zeige dem gebrochnen blick, Mir zum trost, mein herrlich erbe, Ewig unverwelklich glück! Stärke du das matte herz, Daß ich, un⸗ ter allem schmerz, Noch im letzten todesschweiße, Gott in jesu vater heiße. Mel. Zion klagt mit angst und ꝛc. eist vom vater und vom 169.6 sohne! Der du unser tröster bist, und von unsers gottes throne Hülfreich auf uns schwache siehst, Stehe du mir kräftig bei, Daß ich gott ergeben sey: O so wird mein herz auf erden Schon ein tempel gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner wege Deine weisheit mit mir seyn; Wenn ich bange zweifel hege, Deine wahr— heit mich erfreun. Lenke kräftig meinen sinn Auf mein wahres wohlseyn hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen: Werd' ich nie mein heil verfehlen. 5. Heilige des herzens triebe, Daß ich, meinem gott getreu, Ihn stets über alles liebe; Daß mir nichts so wichtig sey, Als in seiner huld zu stehn. Seinen namen zu erhöhn, Seinen willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, so oft zur sünde Mein gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, O so rühre du mein Herz, Daß ich unter reu und schmerz Mich vor gott darüber beuge, Und mein herz zur beßrung neige. 5. Reize mich, mit flehn und be— ten, Wenn mir hülfe nöthig ist, Zu dem gnadenstuhl zu treten. Gieb, daß ich auf jesum christ, Als F 2 auf 84 Erste Abtheilung. auf meinen mittler schau', Und 5. Hilf mir reden recht und wohlz auf ihn die hoffnung bau', Gnad' Hilf mir meine christenpflichten, um gnad', auf mein verlangen, Von Wie du forderst, wie ich soll, Ohne dem vater zu empfangen. heuchelei verrichtenz Christlich le⸗ 6. Stehe mir in allem leidensben, selig sterben, Und dein himm⸗ Stets mit deinem troste bei, Daß lisch reich einst erben. ö ich auch alsdann mit freuden Got⸗ tes führung folgsam sey. Gib mir ein gelaßnes herz. Laß mich selbst im todesschmerz, Bis zum frohen Mel. Fröhlich soll mein herze 26. öchster tröster, komm I71. hernieder. Geist des Überwinden, Deines trostes kraft herrn, Sey nicht fern, Stärke je⸗ empfinden. Mel. Liebster jesu, wir sind ꝛc. 1 0 Gee du hast in deinem 7 2 sohn Mich von ewig⸗ keit erwählet; Sende nun von dei⸗ nem thron, Was zu meinem heil noch fehlet; Und gib mir des gei⸗ stes gaben: Durch sie werd ich al⸗ les haben. 8 2. Mich umpfangen noth und tod Auf dem finstern sü udenpfade; Heil⸗ ger geist, mein herr und gott! Rette mich durch deine gnade; Mach mich los von dem verderben, Laß mich nicht in sünden sterben! 3. Treibe weg die finstre nacht Falscher zweiflender gedanken: Wenn die welt mich irre macht. Halte die vernunft in schranken, Würd' ich mich von dir entfernen, O, wo will ich weisheit lernen! 4. Schaffe mir ein reines herz, Daß ich stets an gott gedenke, Und mich oft mit reu und schmerz Ue⸗ ber meine sünden kränke; Laß mich, nach dem schmerz der sünden, Trost bei meinem jesu finden. ein glied an seinem leibe; Und wenn ich sein eigen bin, Hilf mir, daß ich es auch bleibe; Mich ihm ahen übergebe, Und zu seiner ehre lebe. 6. Glaube, lieb und hoffnung sey Stets die stärke meiner seele: In versuchung steh mir bei, Daß ich nicht mein heil verfehle: Gib mir demuth in den freuden; Gib ge⸗ duld und muth im leiden. — su glieder. Der, der nie sein wort gebrochen, Jesus hat Deinen rath Seinem volk versprochen. ö 2. Geist der weisheit, gib un allen Durch dein licht Unterricht, Wie wir gott gefallen. Lehr' uns freudig vor gott treten, Sey un nah, Und sprich ja, Wenn wir glaubig beten. 5. Hilf den kampf des glaubens kämpfen, Gib uns muth, Fleisch und blut, Sünd' und welt zu däm⸗ pfen. Laß uns trübsal, kreuz und leiden, Angst und noth, Schmerz und tod, Nicht von jesu scheiden. . Hilf uns nach dem beßten stre⸗ ben; Schenk uns kraft, Tuzend⸗ haft Und gerecht zu leben. Gib, daß wir nie stille stehen, Treib un an, Froh die bahn Deines wortz zu gehen. 5. Sey in schwachheit unsre stütze, Steh uns bei, Mach uns treu I der prüfungshitze. Führ', wann gott uns nach dem leide Sterben heißt, uUnsern geist In des himmell freude. 6. Wecke aus dem sündenschlafe) 5. O verbinde mich mit ihm, Als Rette doch Heute noch, Die vett lornen schaͤafe! Reiß die welt aus dem verderben; Laß sie nicht Im ge⸗ richt Der verstockung, sterben. Mel. Komm, heilger geist ne. ö Hör unser gebät! geist I 2. des herrn! Du höͤrst der menschen flehen gern. Vit wollen unser herz dir gebenz d lehre heilig uns leben! Rüst uns stärke, muth und kraft,* beten berei keit! ringe hen d uns! d wohl; lichten, („ Ohne klich le⸗ himm⸗ erze ꝛ6. „komm deist des ärke je⸗ in wort nen rath gib uns terricht, ehrꝰ unz ey und enn wir laubens „Fleisch zu däm⸗ reuz und Schmerz scheiden. ßten stre⸗ Tugend⸗“ 3. Gib, Lreib und es worte sre stühe, treu Ii vann gott ben heißt, himmeli enschlafe, Die ver⸗ welt aus ht Im ge⸗ terben. geist 204 ät! geist Du hörst rn. Vit ebenz O Rüst uns aft, Du, det XVI. Vom heiligen Geiste. der das gute in uns schafft, Daß nicht die lockungen der sünden Uns, christi jünger überwinden. Wir trau, n auf dich! Wir trau'n auf 9993 Du heiliges licht, starker hort! Laß uns der wahrheit helles wort Äuf dieses lebens pfaden leiten, Daß unsre füße nicht gleiten. Treib fern von uns des irrthums nacht, Laß siegen deiner wahrheit macht; Daß jesus christ der ganzen erde Bekannt und Hite dart werde. O hilf dazu! O hilf dazu! 3. Laß, freudiger geist, voll ver⸗ trau' n/ In noth auf deine hülf' uns schau'n. Lehr' uns, wann wir zum vater treten, Mit froher zuversicht heten! Mach uns durch deine kraft bereit Zum sterben und zur ewig— keit! Daß wir mit frohem muthe ringen! Zu dir durch tod und le— hen dringen. Erhöre uns! Erhöre uns! Mel, Liebster jesu, wir sind ꝛe. WDomm 107 An 0 geist 173.5 des herrn, Lehr' uns zu dem vater beten, Und beleb' uns, daß wir gern Und voll glau⸗ bens zu ihm treten. So wird er, um christi willen, Unser bitten gern erfüllen. 2. O du geist der herrlichkeit, Wohn und wirke in uns allen. Je⸗ des herz sey dir geweiht! Schmück es aus nach wohlgefallen. Reich sind wir versehn mit gaben, Wenn wir deine salbung haben. Mel, Gott des himmels und ꝛc. o komm, du romm, I74. K geist des Lebens! HilfI uns schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens Hier in unserm vilgerlauf Um das heil, das gottes rath Für uns auserse⸗ hen hat. 2. Gi in unser aller seelen Weis⸗ —5 und 5—— ssenheit, Daß wir anders nichts erwählen, Als was uns dein wort gebeut, Steh mit deinem licht uns bei, Und mach uns von irrthum frei. 5. Zeig uns selbst die rechten stege Zu der wahren wohlfahrt an, Räu⸗ me alles aus dem wege Was dar⸗ an uns hindern kann; Wirke reue nach der that, Wenn der fuß ge⸗ strauchelt hat. 4. Laß uns stets dein zeugniß ha⸗ ben, Daß wir gottes kinder sind z Stärke uns mit deinen gaben, Wenn sich trübsal für uns sind't; Lehr' uns, daß des vaters zucht Einzig unser bestes sucht. 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten, Kindlich und mit freudig⸗ keit, Nur nach seinem willen beten, und vertritt uns allezeit! So wird unser flehn erhört, Und die zuver⸗ sicht gemehrt. 6. Wird uns auch um hülfe ban⸗ ge, Seufzt das herz voll traurig⸗ keit: Ach, mein gott, mein gott, wie lange? O so wende unser leid! Sprich der seele tröstlich zu; Gieb ihr—— geduld und ruh'. v. O du geist der kraft und stär⸗ ke! Der in uns das gute schafft, Förd're in uns deine werke, uUnd im kampfe gieb uns kraft, Wenn versuchung auf uns dringt, Daß uns dann der sieg gelingt. 8. Ja, bewahr' uns unsern glau⸗ ben, Daß verfolgung, schmach und spott Niemals ihn uns möge rau⸗ ben. Du bist unser schutz, o gott. Sagt das herz gleich zweifelnd nein! Laß dein wort gewisser seyn. 9. Wenn wir endlich sollen ster⸗ ben, O so steh mit trost uns bei; Gieb, daß uns als gottes erben Jene herrlichkeit erfreu, Die uns unser gott bestimmt, Und die nie ein ende nimmt. Mel. Komm, gott schöpfer ꝛc. 17 Domm, schöpfer, komm, 5. 8 o heil'ger geist, Schaff beiher menichen herzen neu! Du 8 5 ken⸗ 85 86 Erste Abtheilung. kennest dein geschöpf und weißt, Wie jeglichem zu helfen sey. 2. Du geist der weisheit, leite du Uns zu der wahl des besten theils. Dem himmel führ' uns alle zu, Du führer auf der bahn des heils. 3. Des lebens wort, das gottes sohn Vom himmel uns herab ge⸗ bracht, Erleuchte jede nation Durch deiner leitung sanfte macht. 4. Vereine deine christenheit Durch deines sel'gen friedens band. Er⸗ innr' uns pilger dieser zeit Stets an das bessre vaterland. 5. Gott, unsern gott, und jesum christ Recht kennen, dieses ist der quell, Aus welchem ewig wonne fließt. Mach diese kenntniß in uns hell. 6. Lob sey dem vater, lob dem sohn, Lob dir, o tröster, gottes geist! Einst singen wir vor deinem thron Ein lied, das würdiger dich preist. Mel. Allein gott in der höh' sey ꝛce. aß, vater, deinen gu⸗ waffne mich im schmerz Mit mut 176. L ten geist Mich allezeit und mit geduld. regieren, Daß ich zu dem, was un⸗ recht heißt, Mich lasse nichts ver⸗ führen; Der sünde reizung wider⸗ steh', Und stets auf deinen willen seh', Darnach allein zu handeln. — Mel. Mein gott, das herz ich ꝛc. oder: Nun danket all' und ꝛc. icht um ein flüchti 177. N guth der zeit, 0 fleh' um deinen geist, Gott, den zu meiner seligkeit Dein theures wort verheißt. 2. Die weisheit, die vom him⸗ mel stammt, O vater, lehr' er mich; Die weisheit, die das herz ent— flammt Zur liebe gegen dich. 3. Dich lieben, gott, ist seligkeit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt edlere zufriedenheit, Als alles glück der welt. ö 4. Vertrauen hab' ich dann zu dir, Dann schenket selbst dein geist Das freudige bewußtseyn mir, Daß du mir gnädigst seyst. 5. Er leite mich zur wahrheit hin, Zur tugend stärk' er mich; Beweise, wenn ich traurig bin, Auch mir, als tröster, sich. 6. Er schaff in mir ein reines herz, Versiegle deine huld, Und er be— Bekannte Melodie. un bitten wir den heil⸗ 178.9 gen geist, Welchen 2. Ob böse lust auch hier und dort jesus christus uns verheißt, Daß Mich ansicht, weil ich lebe: So hilf mir, daß ich ihr sofort Im an⸗ fang widerstrebe; Und daß ich ja vergesse nicht, Die todesstunde, das gericht, Den himmel und die hölle. 3. Gieb, daß ich denke jederzeit An diese letzten dinge, Und dadurch alle sündenfreud' Aus meinem her⸗ zen bringe; Damit ich dich mein lebelang Verehre ohne furcht und zwang Mit willigem gehorsam. 4. O stärke mich dazu mit kraft, So wird es mir gelingen; Hilf jede böse leidenschaft Des herzens mir bezwingen. kampfe bei, wacker sey, Und immer Daß ich dazu stets überwinde. Steh mir in diesem er uns behüte vor falscher lehrez Alle, die in irrthum sind, bekehre. Erbarme dich, herr! 2. Du geist der weisheit und der kraft! Mach uns durch dein wort auch tugendhaft; Hilf, daß wir ihm glauben, dem treuen heiland, Der uns bringen will zum rechten va⸗ terland. Erbarme dich, herr! 3. Du geist der lieb' und einigkeitl Mach uns allesammt dazu bereit, Daß wir uns von herzen einander lieben, Gern verzeihen und nicht gern betrüben. Erbarme dich, herr! 4. Du höchster trost in aller noth! Hilf, daß wir nicht fürchten grab 25 tod; Laß, wenn wir„ en, ich ꝛc. nd ꝛc. flüchtiz t, Ich tt, den theures⸗ m him⸗ r mich; erz ent⸗ ch. ligkeit; „ Wirkt es glück dann zu sein geist ir, Daß heit hin, Beweise, ich mir, nes herz, d er be⸗ it muth * den heib⸗ Welchen ßt, Daß er lehrez bekehre. und der ein wort wir ihm ind, Der chten va⸗ herr! inigkeitl u bereit, einander und nicht ich, herr ller noth! yten grab einst ster⸗ ben, lüsten sey. hellen schein! XVI. Vom heiligen Geiste. ben, uns nicht verzagen, Sondern mach uns frei von allen plagen. Erbarme dich, herr! Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. großer gott, du rei⸗ 179. nes wesen, Du hast nur reine herzen dir Zu deiner wohnung auserlesen: Ach schaff ein reines herz in mir, Ein herz, das unbefleckt und frei Von allen bösen 2. Ich falle dir, mein gott, zu fuße, Mich mache christi blut auch kein; Laß redlich meines herzens buße, Und ernstlich meinen glau⸗ ben seyn: So mache mich zur rei— nigkeit Des lebens fertig und be⸗ reit. 3. Dein guter geist, o gott, re⸗ giere Mein ganzes herz und stehe mir In meiner schwachheit bei und führe Mich von der eitelkeit zu dir; Gieb einen geist, der dir ge⸗ treu, Und willig zu gehorchen sey. 4. Durch deine gnade stärk' mich schwachen; Mach mich vorsichtig in gefahr. Gieb, daß ich durch gebet und wachen Die seele unverletzt be⸗ wahr. Laß mich in deiner gnade stehn, Stets in der bessrung wei— ter gehn. 5. Nimm deinen geist, den geist der liebe, Den geist des glaubens nie von mir, Und stärke mich durch seine triebe, Durch seinen für und für! So leite durch die pilgerzeit Mich aus der Welt zur seligkeit. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 180 O heil'ger geist, kehr bei uns ein, Und laß uns deine wohnung seyn, Du unsrer seelen sonne! Laß deiner wahrheit In unsern herzen kräftig seyn, Zu steter freud' und wonne; Daß wir Schon hier, Gott ergeben, Ruhig leben, Und 2. Du quelle, d'raus die weisheit fließt, Die uns zum heil so nöthig ist, O schenk' aus deiner fülle Uns so viel einsicht und verstand, Daß heilsam von uns werd' erkannt Des höchsten gnäd'ger wille. Ja, gieb Den Trieb Unsern seelen, Nur zu wählen Und zu üben, Was er uns hat vorgeschrieben. 3. Steh uns stets bei mit deinem rath, Und führ' uns auf den rech⸗ ten pfad Des heils, den wir nicht wissen, Verleih' uns willigkeit, daß wir Dir treulich folgen, wenn wir hier Auch darum leiden müssen. Drückt last Uns fast Muthlos nie⸗ der, Laß uns wieder Trost empfin⸗ den, Und die trübsal überwinden. K. Stärk' uns durch deines trostes kraft Zum kampf mit jeder leiden⸗ schaft, Darüber herr zu werden; Und sind wir wo dem falle nah, So sey mit deiner hülfe da, Er—⸗ heb' uns von der erden. Reue, Treue, Gieb uns schwachen, Du kannst machen, Daß wir siegen, Und im kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns immerfort Den glauben an dein göttlich wort, Nichts muß uns von ihm trennen. Gieb, daß wir ihn vonherzensgrund Mit thaten so, wie mit dem mund, Vor aller welt bekennen. Jesum Christum Ohn' aufhören Recht zu ehren, Mach uns tüchtig, Und sein heil uns werth und wichtig. 6. Nimm alle härte von uns hin; Erfülle uns nach deinem sinn Mit wahrer menschenliebe, Daß unser herz mit huld und treu Stets zu⸗ gethan dem nächsten sey, Und sich darinnen übe. Kein neid, Kein streit Dich betrübe! Fried und liebe Wollst du geben, Daß wir froh und ruhig leben. 7. Gieb, daß in wahrer heiligkeit Wir führen unsre lebenszeit; Sey unsers geistes stärke! Laß uns stets bleiben unbewußt Die eitelkeit, der im sterben Einst vollkommnes glückssinnen lust. und ihre schnöden ererben. werke. Rühre, Führe Unsre sinnen ö F 1 And ——— 88 Erste Abtheilung. wir himmelserben werden. Und beginnen Von der erden, Daßsuns durch gottes frieden! Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! ö K. Hier, in dem heiligthum des Mel. Komm, heiliger geist, herre. herrn, Hier warten deiner, geist des 181. gepreist! Du sandtest uns den theuren geist, Der uns in alle wahrheit leite, Und uns zum himmel zubereite. Er lehret uns des glaubens kraft, Stärkt uns in diefer pilgerschaft Den lauf zum ziele zu vollbringen, Und einst die krone zu erringen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 2. Durch deines geistes kraft er⸗ freut, Wagt deiner boten schaar den streit, Kämpft gegen falscher götter heere, Und siegt durch dei⸗ nes kreuzes lehre. Begabt mit stär⸗ ke, gieng ihr wort, Bis an der erde grenze fort, Erleuchtete die natio⸗ nen, Und drang von hütten zu den thronen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 5. O send' ihn auch zu uns, den geist, Der uns den weg zur wahr⸗ heit weist. Ach, dunkel sind des lebens pfade: Erleuchte sie durch sei⸗ ne gnade! Er lehr' uns gottes heil verstehn, Er leit' uns, wenn wir und wir kommen Durch dich zur irre gehn; Und wenn wir strau⸗ cheln und ermüden, Dann stärk' er ey, weltversöhner, sey herrn, Wir christen, unsers haup⸗ tes glieder; Komm segensvoll auf uns hernieder! Hilf uns, gieb dem verstande licht, Dem herzen muth und zuversicht, Daß uns von ihm, den wir bekennen, sey gott! Gelobt sey gott! 5. O leit' uns, herr, an deiner hand Hinauf ins wahre vaterland. Entreiß uns mächtig dem verder⸗ ben: Erhalt uns glaubig, bis wir sterben. Dann stärk' uns in des gott! Gelobt sey gott! 6. Dort, wo der zeugen jesu schaar„Die hier durch dich erleuch⸗ Am thron des lammes tet war, ö jauchzend stehet, und deiner werke sers erbes theil; Auch uns ist der erlösung heil Durch dich versiegelt: seligkeit der frommen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott: XVII. Vom 182 ein wort, o höchster, 2 ist vollkommen: Es lehrt uns unsre ganze pflicht; Es giebt dem sünder und dem from⸗ men Zum leben sichern unterricht. O selig, wer es achtsam hört, Be⸗ wahrt, und mit gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern wegen, Zerstreut des irrthums fin⸗ Worte Gottes. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. was du bist, Und was dir wohlge⸗ fällig ist. 5. Dein wort ermuntert, dich zu lieben; Lehrt, wie viel gut's du denen giebst, Die dein gebot mit freuden üben, Und wie du väter⸗ lich uns liebst. Und was, o herr, dein mund verspricht, Bleibt ewiz wahr, und trüget nicht. 4. Herr, deine tröstungen sind sterniß: Verkündigt gnade, heil besser, Als alles silber, gold und und segen, Und machet unser herz geldz Ein schatz, weit köstlicher und gewiß. Es lehrt uns, hoͤchster größer Hier weder glück noch leiden trennen Gelobt todes schmerz Das schwache, freu⸗ denleere herz, Daß wir mit muth zum himmel dringen Und dann den letzten sieg erringen. Gelobt sey preis erhöhet; Dort ist auch un⸗ als alle schätze dieser welt Wer —.— Gelobt ö um des geist des haupw⸗ poll auf ieb dem n muth on ihm, weder Gelobt deiner erland. verder⸗ bis wir 5in des e, freu⸗ it muth ann den obt sey en jesu erleuch⸗ lammes er werke auch un⸗ s ist der rsiegelt: dich zur elobt seh wohlge⸗ „dich zu gut's du ebot mit zu väter⸗ o herr, eibt ewiz gen sind gold und icher und ser welt. Wer ö XVII. Vom Worte Gottes. 89 — Wer das thut, was dein wort gebeut, Dem ist dein segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit lust betrachten, Was mich dein wort, o höchster, lehrt. Laß mich darauf gehorsam achten, Was dein befehl von mir begehrt: So fließen trost und seelenruh Auch mir, aus dei⸗ nem worte, zu. Mel. Christus, der uns selig ꝛc. Feer du selbst die wahr⸗ I3. Oheit bist, Gott, zu dem ich singe, Gott, den kein ver⸗ stand ermißt, Ursprung aller dinge! Alle weisheit kommt von dir Zu den menschenkindern. Sie erleuch⸗ tet uns, wenn wir Selbst ihr licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und finsterniß Fül⸗ len unsre seelen; Unser blick ist un⸗ gewiß, Unsre schlüsse fehlen; Aber dein verstand weicht nicht Von der lautern wahrheit. Was du denkest, das ist licht, Richtigkeit und klar⸗ heit. 3. Wirf dich, sterbliches geschlecht Dankbar ihm zu füßen! Seine wahrheit und sein recht Lässet er dich wissen. Weit erschallt das wort des herrn, Das die welt bekehret; Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihrs höret! 4. Gott, was uns dein wort ver⸗ spricht, Wird und muß geschehen; Deine drohung kann auch nicht Leer vorüber gehen. Haben tausende nicht schon, Welche vor uns waren, Deine strafen, deinen lohn, Un⸗ fehlbar erfahren? Mel. Erhalt uns, herr, bei deinem. (Ver spötter strom reißt 184. viele fort. Erhalt' uns, herr, bei deinem wort! So können, vater! wir uns dein Im leben und im tode freun. 2. Ein haufe läst'rer wagts, o gott! Mit wildem, ausgelassnem spott, Den heiland, deinen sohn, zu schmähn, Verachtend auf sein heil zu sehn. 5. Ach! ihrer lehre pest, o herr! Schleicht jetzo nicht im finstern mehr: Sie bricht am mittag selbst hervor, Und hebt ihr tödtend haupt empor. 4. Sie herrscht durch große dieser welt. Herr, herr! wenn uns dein arm nicht hält; So reißt sie uns zum tod auch fort. Gieb sieg und leben durch dein wort. 5. Beschütze uns, herr jesu christ! Der du zur rechten gottes bist! Sey unser schild und starke wehr! Nichts ist vor dir der spötter heer. 6. Du hast von ewigkeit gesehn, Wie lange nach ihr trotz bestehn Und wider dich hier toben soll. Viel⸗ leicht ist nun ihr maaß bald voll. 7. Auch sie, o herr, hast du ver⸗ söhnt, Sie, deren spott dich jetzt verhöhnt. Gieb, daß noch vor der todesnacht Zur ernsten reu' ihr herz erwacht. Mel. Ach gott und herr! wie ꝛc. ott ist mein herr! Auf 185. G seine lehr' Soll meine seele trauen; Ich wandle hier, Mein gott vor dir Im glauben, nicht im schauen. 2. Dein wort ist wahr; Laß im⸗ merdar Mich seine kräfte schmecken, Laß keinen spott, O herr, mein gott, Mich von dem glauben schrecken. 35. Wo hätt' ich licht, Wofern mich nicht Dein wort die wahrheit lehrte? Gott, ohne sie Verstünd' ich nie Wie ich dich würdig ehrte. E. Dein wort erklärt Der seele werth, Unsterblichkeit und leben. Zur ewigkeit Ist diese zeit Von dir mir ja gegeben. 5. Dein ew'ger rath, Die missethat Der sünder zu versühnen, Den kennt' ich nicht, Wär' mir dies licht Nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein herz In reu' und schmerz Der fünden nicht ver⸗ 8 5 gehen; eeeee———— 90 Erste Abtheilung. gehen; Nein, du verzeihst, Lehrstder mich drücket; Die schwermuth meinen geist Recht kindlich zu dir flehen. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, Ist meines heils geschäfte. Durch meine müh Vermag ichs niez Dein wort giebt mir die kräfte. 3. Erhalt uns, herr, Nur deine lehr'! Du hast sie uns gegeben. Sie sey mein theil, Sie sey mein heil, Und kraft zum ew'gen leben. Mel, Wir christenleut haben ꝛc. oder: Auf, schicke dich ꝛc. Nr. 7. 186 err, dir sey preis! Ich glaub' und weiß, Der grund des heils sind deine le⸗ bensworte. Bei diesem licht Ver⸗ fehl' ich nicht Den schmalen weg, die enge himmelspforte. 2. Wir menschen sind Verkehrt und blind, Und keiner weiß den weg ins ew'ge leben. Den unter⸗ richt, Der uns gebricht, Kann uns allein das wort der wahrheit geben. 3. Daß jesus christ Mein heiland ist, Daß er für mich und meine schuld gestorben; Daß ich durch ihn Erlöset bin, Daß mir sein blut die seligkeit erworben; 14. Daß sich mein geist Dem leib entreißt, Daß er durch gott un⸗ sterblich ist und bleibet! Daß mich mein hirt Erwecken wird, Wenn gleich den leib des todes macht zer⸗ stäubet; 5. Daß einst die welt In trüm⸗ mer fällt, Wann gottes sohn wird majestätisch kommen; Daß er den lohn Von seinem thron Dann ge⸗ ben wird den bösen und den from— men; 6. Daß er, mein freund, Wann er erscheint, Mich zu sich nimmt ins ew'ge freudenleben: Davon hat er, Mein gott und herr, Nur durch sein wort erkenntniß mir gegeben. v. Dies wort erfreut In traurig⸗ keit, und lindert mir den kummer, weicht, Das herz wird leicht, Wann mich in angst, o herr, dein wort erquicket. 8. O laß hinfort Dein gnaden⸗ wort Mein ganzes herz zu deinem ruhm beleben; Bis nach der zeit, In ewigkeit, Ich besser dich im him⸗ mel werd' erheben. Mel. Liebster jesu, wir sind hier. mich und dich erkenne; Daß ich voll vertrauen dich Meinen gott und vater nenne; Daß ich dadurch auf der erde Für den himmel wei⸗ ser werde. 2. Lauter wahrheit ist dein wort: Lehre mich es recht verstehen. Hilf selbst meinem forschen fort, Rich⸗ tig daraus einzusehen, Was zu meinem heil mich führet, Und mir, deinem knecht, gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein Rich⸗ tig seinen sinn verstehen; Laß mein herz auch folgsam seyn, Den er⸗ kannten weg zu gehen. Denn sonst würd' ich, bei dem wissen, Dop⸗ pelt streiche leiden müssen. 4. Gieb, daß ich den unterricht Deines wortes treu bewahre; Daß ich, was es mir verspricht, Reich⸗ lich an mir selbst erfahre. Ja, es sey in meinem leiden Mir ein quell voll trost und freuden. 5. Hilf auch, daß von zeit zu zeit Meine kenntnisse sich mehren. Find' ich dann noch dunkelheit Bei des glaubens hohen lehren: O so laß felsucht entfernen. (6. Lenke, höchster, meinen sinn von den gütern dieser erde Durch dein wort zum himmel hin, Wo ich ewig selig werde. Laß mich diese welt verachten, Und nach ew'gen freuden trachten. 7. O verleih' mir stets die kraft, Deinem wort gemäß zu handeln, * vor dir gewissenhaft, 991 er err, mein licht, er⸗ 187. H leuchte mich, Daß ich mich demuth lernen, Und von zwei⸗ aden⸗ einem zeit, him⸗ hier. er⸗ muth eicht, dein aß ich saß ich gott adurch lwei⸗ wort: . Hilf Rich⸗ as zu Und et. Rich⸗ mein en er⸗ n sonst Dop⸗ erricht Daß Reich⸗ da, es quell zu zeit Find' ei des so laß zwei⸗ n sinn Durch „Wo diese w'gen kraft, ideln, Auf der XVII. der tugend pfad zu wandeln; So wird einst in jenem leben Mich ein hell'res licht umgeben. Mel. Aus tiefer noth schrei ich ꝛc. Vir menschen sind zu I88. Wẽé dem, o gott, Was geistlich ist, untüchtig. Dein wesen, wille und gebot Ist viel zu hoch und wichtig; Wir wissen und ver⸗ stehens nicht, Wo uns dein göttlich wort und licht Den weg zu dir nicht zeiget. 2. Von jeher hast du ausgesandt Propheten, deine knechte; Sie machten in der welt bekannt Dein heil und deine rechte. Zuletzt ist selbst dein eigner sohn, O vater, von des himmels thron Gekom— men, uns zu lehren. 5. Für solches heil sey, herr, ge— preist! Laß uns dabei verbleiben, Und gieb uns deinen guten geist, Daß wir dem worte gläuben, Daß wirs annehmen jederzeit Mit ehr— furcht, treu' und willigkeit, Als gottes, nicht der Menschen. ö K. Hilf, daß der frevler frecher spott Uns nicht vom wort abwen⸗ de: Denn du bist ein gerechter gott, Und strafst gewiß am ende. Erweck uns durch der wahrheit kraft Und was sie gutes in uns schafft, Das laß uns treu bewahren. Vom Worte Gottes. 91 5. Herr, öffne du verstand und herz, Daß wir dein wort recht fas⸗ sen; In lieb' und leid, in freud' und schmerz Es aus der acht nicht las⸗ sen; Daß wir nicht hörer nur al— lein, Nein, auch desselben thäter seyn, Frucht hundertfältig bringen. 6. Geist gottes! mache selbst uns gleich Dem fruchtbar'n guten lande, Daß wir, an guten werken reich, In unserm amt und stande Das thun, was uns dein wort gebeut, Und, frei vom dienst der eitelkeit, Des glaubens kraft beweisen. 7. Laß uns, dieweil wir leben hier, Der sünder weg vermeiden. Gieb, daß wir halten fest an dir, Im wohlstand, wie im leiden. Rott aus, was dir, herr, nicht gefällt, Hilf uns die sorgen dieser welt Und böse lüste dämpfen. 8. Erhalt uns dein wort klar und rein, Und laß es unsern füßen Ein licht auf unsern wegen seyn. Hilf, daß wir draus genießen Kraft, rath und trost in aller noth, Daß wir im leben und im tod Bestän⸗ dig auf dich trauen. ö 9. Es müsse sich zu deiner ehr', Gott vater, weit ausbreiten! Hilf, jesu, daß uns deine lehr' Erleuch⸗ ten mög' und leiten! O' heil'ger geist, dein göttlich wort Laß in uns wirken immerfort Lieb', hoffnung, trost und glauben. 1. Von den zehn Geboten insbesondere. Mel. Allein gott in der höh' ꝛc. I18 Zerr, deine rechte und 9.0 gebot, Darnach wir sollen leben, Zu halten, wollest du, o gott, Mir kraft und gnade geben, Daß ich zum guten willig sey, Mit sorgfalt, ohne heuchelei, Was du befiehlst, vollbringe. Nicht muthlos mich betrübe: Daß mir nicht andrer menschen gunst, Macht, ansehn, reichthum, witz und kunst Zu einem abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen gnaden⸗ bund Recht schätze und erkennez Von herzen, nicht blos mit dem mund Oich und dein wort bekenne: 2. Gieb, daß ich dir allein ver⸗Daß ich bedenke jederzeit, Wie sehr trau, Dich über alles liebe; Auf menschenhülf' und trost nicht 7% verbindet. mich meiner taufe eid Zum dienste 4. Am 9 Erste Abtheilung. 4. Am tage deiner heil'gen ruh' Laß mich gern vor dich treten, Die zeit auch heilig bringen zu Mit danken und mit beten! Daß ich hab' meine lust an dir, Dein wort so höre, daß ich's mir Auch recht zu nutze mache. 5. Die eltern, lehrer, obrigkeit, Die vorgesetzt mir werden, Laß mich verehren jederzeit, Daß mir's wohlgeh' auf erden; Daß ich für ihre sorg' und treu Recht folgsam und recht dankbar sey, Und sie nie⸗ mals betrübe. 6. Hilf, daß ich niemals eigne rach', An meinem feinde übe; Und die mir zugefügte schmach Verzeih', vielmehr ihn liebe: Sein glück gern gönne jedermann; Seh', ob ich jemand dienen kann, Und es dann thu mit freuden. 7. Unreine werk' der finsterniß Laß mich sorgfältig meiden, Du siehst und strafest sie gewiß Mit schwer gehäuftem leiden! Schaff in mir,‚ gott, ein reines herz, Daß ich schandbare wort' und scherz Und alles schwelgen fliehe. g. Verleih, daß ich mich redlich nähr', Mich böser ränke schäme, Mein herz niemals zum geize kehr', Mit unrecht nichts hinnehme; Und von der arbeit meiner händ', Was recht ist, gern auf arme wend', Und nicht auf pracht und hoffarth. 9. Hilf, daß ich meines nächsten glimpf Zu retten mich befleiße, Von ihm abwende schmach und schimpf; Doch böses nicht gut heiße. Gieb, daß ich lieb' aufrichtigkeit, Hab' einen abscheu jederzeit An lästern und an lügen. 10. Laß mich des nächsten haus und guth Richt ungerecht begehren z Was aber mir vonnöthen thut, Das wollst du mir gewähren; Doch, daß es niemand schädlich sey, Ich auch ein ruhig herz dabei, Und deine gnad' behalte. 11. Mein gott! dein mir gegeb'⸗ nes recht Und deinen heil'gen wil⸗ ⁴ι len, Wie mir gebühret, deinem knecht, Auf immer zu erfüllen, Vermag ich von mir selber nicht; Ich fühle, daß es mir gebricht Dazu an eignen kräften. 12. Drum gieb du mir von deinem thron, O vater, gnad' und stärke! Verleih, herr jesu, gottes sohn, Daß ich thu rechte werke! O heil⸗ ger geist, hilf, daß ich dich Von ganzem herzen, und, wie mich, Den nächsten thätig liebe! In voriger Melodie. „ 7. 6; 190. Odut dein gesetz, das du der welt Zur richt⸗ schnur hast gegeben, Das dy zur ö regel vorgestellt, Wornach wir sol⸗ len leben, Das deinen willen offen⸗ bart, Ist ganz von einer andern als, Als menschliche gesetze. 2. Mit äußerlicher ehrbarkeit Läßt es sich nicht begnügen, Obgleich die hand nicht schlägt noch dräut, Die lippen nicht betrügen, Das auge nichts verbotnes sieht, Und un⸗ befleckt sonst jedes glied In seiner ordnung bleibet. 3. Ob man nicht flucht, betrü⸗ get nicht, Ob man kein sabbaths⸗ schänder, Kein frevler, der die ehe bricht, Kein mörder, kein ver⸗ schwender, Kein freund vom sünd⸗ lichen geschwätz: So ist dein hei⸗ liges gesetz Doch damit nicht zu⸗ frieden. 4. Es fordert, daß das herz dich, göott, Wie du's verdienest, liebe, Und sich, zu halten dein gebot, Aus allen kräften übe. Es will, daß, wie du heilig heißt, Auch unser herz und ganzer geist Sey heilig und unsträflich. 5. Der geist, von sündenliebe rein, Soll sich zu gott erheben, Soll immerhin beflissen seyn, Treu jeder pflicht zu leben. Begierig auf des nächsten wohl, Nach weisheit und der tugend, soll Der mensch voll eifer streben. 6. So pinem illen, icht; bricht einem ärke! sohn, heil⸗⸗ Von mich, richt⸗ v zur ir sol⸗ offen⸗ undern. üt Läßt ich die „Die 6auge id un⸗ seiner betrü⸗ baths⸗ die ehe n ver⸗ ꝛ sünd⸗ in hei⸗ cht zu⸗ z dich, liebe, t, Aus daß, unser heilig enliebe heben, „Treu rig auf eisheit mensch 6. So XVII. Vom Worte Gottes. 9⁵ ,,c;:ä 6. So hat uns gott geoffenbart Sein recht und seinen willen. Willst du, o mensch, auf solche art, Nun sein gesetz erfüllen? Wie oft der sün⸗ den sclaverei Der wille unterworfen sey, Das wirst du leicht erkennen. 7. Entschließ' dich drum, zu dei⸗ nem heil, Dem mittler zu erge⸗ benz; Komm, nimm an dessen gnade theil, Durch den die sünder leben; Nimm dankbar, froh und glaubig an, Was er zu deinem heil gethan, Und preiße seine liebe! 8. Laß aber auch in deinen geist Dir sein gesetze schreiben, Thu al⸗ les willig, was er heißt, Laß sei⸗ nen geist dich treiben. Denn wer die sünd' nicht redlich flieht, Nicht ihm zu leben sich bemüht, Der bleibet im gerichte. 2. Vom Evangelio. Mel. Ich ruf' zu dir herr jesu ꝛc. I I Heu deinem volke, dem 0 du dich, O höchster, offenbarest, Das du regierst, und väterlich Auf ebner bahn bewah— rest! Heil uns, denn dies dein volk sind wir: Du lehrst uns deinen willen Recht erfüllen, Und unsern durst nach dir Selbst aus der quelle stillen. 2. Weh denen, die sich finsterniß, Gott, für dein licht erwählen! Wie hoffnungslos, wie ungewiß Sind ähre stolzen seelen! Du selbst be⸗ rufst ste immer noch, Dein himm⸗ lisch reich zu erben, Nicht zu ster—⸗ ben! Ihr leichtsinn stürzt sie doch In ewiges verderben. 5. Der klügler sagt, du werdest nicht Uns etwas neues lehren; Denn die vernunft sey schen das licht, Dich würdig zu verehren. Doch wem nur dieser schimmer scheint, Der kann nicht völlig se— hen, Sicher gehen; Nein, sinket, wenn er meint Auf festem grund zu stehen. 1. Zwar die vernunft erkennet dich In deinen großen werken, Weiß dein gebot; doch weiß sie sich Zum guten nicht zu stärken. Wir sün⸗ digen, und sie kann nie Uns wie⸗ der dir versöhnen. Unsre thränen Siehst du; doch könnnen sie Nicht g'nug thun, nicht versöhnen. 5. Aus furcht des todes würden wir Zum traurigsten geschlechte, von dir Des himmels hoffnung brächte. Der sünder kann durch je⸗ sum christ Für alle seine sünden Gnade finden; Der lüste macht und list Durch glauben überwinden. 6. Ach theu'r und werth sey uns dies wort; Denn du hast's uns ge⸗ geben! Es leit' uns hier, es bring' uns dort, O gott, zum ew'gen le⸗ ben! Lehr' auch die spötter, die es noch Mit stolzem muth verachten, Darnach schmachten, Und so bei jesu licht Rach seinem reiche trach⸗ ten. Mel. Liebster jesu wir sind ꝛc. 102 östlich, o mein heiland, 9„N ist Deines wortes gnadenlehre. Gib, daßi Ymit folg⸗ samkeit, Treulich ihre vorschrift ehre; Dem, was sie verheißet, traue, Fest mein hoffen darauf baue. 2. Deines wortes unterricht Leh⸗ ret uns gott recht erkennen, Ihn mit herzens-zuversicht Unsern gott und vater nennen, Und nach sei⸗ nem heilgen willen Unsre pflichten treu erfüllen. 3. Was die weisen dieser welt Unerforscht gelassen haben, Das hast du ans licht gestellt, Und durch deines geistes gaben Bringst du es in unsre seelen, Daß wir heil und leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre schuld, Und der sünden großen schaden; Wenn uns dein wort nicht, auch des höchsten huld, Und den 4600 V* +———.————— 9⁴ Erste Abtheilung. ö — den reichthum seiner gnaden; Lehrst 2. Was dein wohlgefallen Vor uns aller unsrer sünden Gnädige der zeit uns allen, Gott! bestimmet vergebung finden. hat;z. Was sonst dunkle schatten 5. Du rufst uns voll liebe zu: Vorgebildet hatten, Das vollführt Kommt zu mir, ihr müden seelen, dein rath. Daß dein eid Dich nicht Es soll euch zu eurer ruh', Nichtsgereut, Zeigst du nun; in jesu am troste bei mir fehlen; Werdet namen Wird er ja und amen. ihr von mir nur lernen, Wird der 3. Alles ist vollendet. Gott hat kummer sich entfernen. den gesendet, Der verheissen war. 6. Herr, dein evangelium Hat Jesus, der sein leben Wollte für viel tausend, tausend zeugen, Die uns geben, Stellt sich wirklich darz zu deines namens ruhm Dankbar Ja er hat Des höchsten rath Ganz ihre kniee beugen, Daß du nochsvollbracht, und lebt in ehre. Ach, ö dies wort erfüllest, Und der seele erwünschte lehre! kummer stillest. 4. Da uns strafen drohten, Tha— 7. O nimm gnädig an den dank, ten friedensboten Heil von gott Den ich dir voll ehrfurcht bringezuns kund. Was für holde lehren, ö Höre meinen lobgesang, Den ich Lasset sie uns hören: Welch ein hocherfreut dir singe: Du heilst al⸗ theurer bund! Gottes huld Tilgt len meinen schaden, Herr, und unsre schuld, Und wer ihn mit krönest mich mit gnaden. glaͤubet ehret, Wird von ihm er⸗ 8. Köstlicher, als gold, sey mir, höret. Was dein göttlich wort mich leh— 5. Auf, und wehrt den schmer— ret! Dank, ja ewig dank sey dir zen! Kommt ihr, deren herzen Das Für den trost, den es gewähret! gesetz zerschlug; Kommt zu dessen Werd' ich einst zu dir erhoben, Willgnaden, Der, für euch beladen, Alle ich würdiger dich loben. achlgott, Get Jesu tod Versühnt 1 3 2.— euch gott, Gott, der euch als va⸗ Mel. Jesu, mein freude, meines ꝛc.ter liebet, Und die schuld vergieher. 1 Wort, aus gottes mun⸗ 6. Hierauf will ich bauen, Christo r*,—— de! Wort, vom smich vertrauen, Und in ih i friedenshunde! Evangelium! Bald, freun. Ihm nur will ich lehen, da wir gefallen, Ließ dich gott er⸗ Ihm mich ganz ergeben, Ewig treu schallen! Du bist unser ruhm! ihm seyn. So werd' ich Auch einst Gottes kraft, Die glauben schafft, durch dich, O mein heiland! selig Gute botschaft, uns zum leben sterben, Und den himmel erben. Von gott selbst gegeben. XVIII. Von der Taufe. 1. Vor und bei der selben. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc.]deine freundlichkeit, Die gern er— err, der du keinen je höret und erfreut! 194. verstiessest, Der sich. 2. Du wiesest ehmals nicht die im glauben dir genaht; Nie uner⸗ kleinen, Die dir die ältern brach⸗ freut den von dir liessest, Der dichsten, ab; Erkanntest, herr, sie für um deine gnade bat; Gelobt sey die deinen, Und liessest huldvoll dich her⸗ Vor mmet hatten Iführt nicht n jesu n.. tt hat war. te für h dar; Ganz Ach, Tha⸗ gott ehren, ch ein Tilgt n mit m eer⸗ chmer⸗ n Das dessen n, Alle »rsühnt Us va⸗ giebet. Christo n mich leben, ig treu ch einst selig rben. ern er⸗ icht die brach⸗ sie für voll dich her⸗ XVIII. Von der Taufe. 9⁵ S,, herab. Laßt, sprachst du, lasset sie zu mir, Und wißt, das himmel⸗ reich ist ihr. 3. Du bist, erhabner freund der kinder, Die auch durch dich erlöset sind, Zur rechten gottes jetzt nicht minder Holdselig gegen sie gesinnt. Du bleibst der deinen zuversicht, Vergissest ihrer ewig nicht. . Dir sey auch dieses kind em⸗ pfohlen, Dir, dessen treu unwan⸗ delbar! Wir bringens, wie du selbst befohlen, Dir in der heil'gen taufe dar. O segne es, herr jesu christ, Der du der taufe stifter bist! 5. Laß durch dies siegel deiner gna— de Sein christenrecht bestätigt seyn, Und weih es nun in diesem bade Zu gottes kind und erben ein. Das glück, daß es dir angehört, Herr, sey ihm ewig theu'r und werth. Mel. Liebster jesu, wir sind hier ꝛc. — err, hier siehst du uns 195. H vor dir, Siehst dies kind auf unsern armen. Dich, o vater, bitten wir, Dich auch seiner zu erbarmen, Daß es gottes kind auf erden Und einst selig möge wer⸗ den. 2. Heiland, jesu! es ist dein: Laß es durch dich gnade finden. Heil'ger geist kehr' bei ihm ein, Laß es dei— ne kraft empfinden, Die in ihm den sünden steuert, Es zu gottes bild erneuert. 5. Mach uns alle in der welt Dir von herzensgrund ergeben, Daß wir, wie es dir gefällt, Eingedenk des taufbunds leben; Und daß wir auch nach dem sterben Unsrer taufe segen erben Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 1 6 ch bin getauft, nach je⸗ su lehren; Dich, va—⸗ ter, deinen sohn und geist, So zu bekennen und zu ehren, Daß herz und mund und that dich preist, Und dann des glücks, ein christ zu seyn, Mich hier und ewig zu erfreun. 2. Du hast mich für dein kind erklä⸗ ret, O vater, in der taufe schonz Du hast auch mir das heil gewäh— ret, Das du erworben, gottes⸗ sohn; Du, geist des höchsten, stehst mir bei, Daß ich dir ganz gehei⸗ ligt sey. 3. Die liebe ist nicht zu ermessen, Die du, mein gott, mir zugewandt. O laß mich nie die pflicht verges⸗ sen, Dazu ich selbst mich dir ver⸗ band, Als du in deinen bund mich nahmst, Und mir mit heil entge⸗ gen kamst. 4. Du bist getreu, auf deiner seite Bleibt dieser bund stets feste stehn. Und falls ich ihn auch über⸗ schreite, Läßt du dein vaterherz doch sehn; Du klopfst an mein ge⸗ wissen an, Und lockst mich auf die rechte bahn. 5. So geb' ich denn, mein gott, aufs neue, Mich ganz zu deinem opfer hin. Erwecke mich zu neuer treue, Und bilde mich nach deinem sinn. Weich, eigner sinn! o sünde, weich! Gott hört es; jetzt entsag' ich euch. 6. Befestige dies mein verspre—⸗ schen Mein vater! und bewahre mich, Daß ich es niemals möge brechen Mein ganzes leben preise dich! Gott meines heils, sey ewig mein, Und laß mich dein auch ewig seyn. Mel. Christ, unser herr, zum ꝛc. gott, bei dir ist heil 197. O und gnad' In aller noth zu finden. Du schenkst uns durch dein wasserbad Vergebung unsrer sünden. Du lehrst, o vater, sohn und geist, Uns durch ein sichtbar zeichen, Wie sehr du un⸗ sers heils dich freust, Der du nicht deines gleichen An gnade hast, an liebe. 2. Du hast uns, herr, durch dei⸗ nen bund Zu kindern angenom⸗ men; Machst jedem deine wege kund, Willst, daß sie alle kommen. Ach 96 Erste Ab theilung. Ach, strafe nur Und du einigst uns, o gott, mit uns die straf' erlassen, uns selig machen. dir: Hast kind, Was sich für schwachheit an mir find't, Das läßt du mir nicht scha⸗ den. Du giebst zur heiligung mir kraft, Erhörst mich, wenn ich bete. Und wenn ich fromm und tugend⸗ haft Dein recht nicht übertrete, Soll mir kein gutes mangeln. 4. Hochheilig sey denn mir die pflicht, Der sünde macht entrissen, Zu dir zu haben zuversicht Und auch ein gut gewissen; Dich nicht, o vater, sohn und geist Blos mei⸗ verdienten wir: gott, Und allen ihren werken, Lah (wer kann es fassen?) Ver⸗wider trug, gefahr und spott, Mich 3. Dadurch bin ich nun, als dein herr, Versichert deiner gnaden:sren, nen herrn zu nennenz Dich, wie Daß ich das deine gnade stärken! Zu deinem Und willsttempel wählst du mich; Dir bin ich neu geboren; Daß ich dich fürchte,‚ nur dich Dazu bin ich erko⸗ Erschaffen und erlöset. 6. Dem alten sinne sterb' ich ab, Damit ich göttlich lebe, Und dei⸗ nem muster bis ins grab Zu nä⸗ hern mich bestrebe. Der tugend hang ich eifrig an Und liebe deinen willen; Mit fleiß und sorgfalt denk ich dran, Wie ich ihn mög' erfüllen Durch deines geistes stärke. 7. Gott vater, sohn und geist, verleih, Daß ich an dich fest gläu be; Mich deines bundes tröst“ und freu', Und treu darin auch bleibez böse flieh' und hass', dein wort mich unt erweist, Mit Auf deiner bahn nicht gleite m. 5 I I thaten zu bekennen, ö gern zu dienen ans ende streite, 20 Und dort dein 5. Der sünd' hab' ich entsagt, o reich ererbe. 2. Nach der Taufe eines Kindes. Mel. Nun lob', mein'seel', den ꝛc. kindlich-⸗frohem sinn Gen himmil Zu unserm vatet 1 8 Gergum zum christen⸗ aufzuschauen, 0 thume, Ist dieseshinz Erweck' uns, zu ermessen, kind nun gott geweiht! Erzieh es, Was uns sein wort verspricht, Und dir zum ruhme, O vater der barm⸗nimmer zu vergessen Der ihm ge⸗ herzigkeit! Verlängert deine liebe lobten pflicht. Sein leben; so verleih Durch dei⸗ 3. ODu vater von uns allen nes geistes triebe, Daß es dir im⸗(ehre du uns selber thun Nah mer treu, Den hohen werth der dei Bol fallen: Laß Deing tugend Schon früh empfinden lern', segen auf uns Luhnn Du wirstnt Es ziere seine jugend Die sel'ge lust diesem leben, Wie du bisher 93 than, Was wir bedürfen, geben. am herrn! ö ir iht 5— 4. 2. Auch wir sind gott geweihte, Berleih uns nur alsdann Die bestl deiner gaben, Daß wir durch jesun Durch unsre taufe gott geweiht! Dies glück entflamm' uns heute Zu Pd ö lob ud preis und dankbarkeit; Er⸗ 35 Wwerganich it. haben, weck uns zum vertrauen, Mit gänglich ir⸗ XIX. Voh 4 Dir nur, und guten nimmer werde laß, Hier bis n, Laß t, Mich deinem bin ich fürchte, ch erko⸗ 22 ich ab, nd dei⸗ Zu na⸗ tugend e deinen alt denk erfüllen 1d geist, est gläu⸗ röst' und 9 bleibez nd hass', ite, Im Hier bis dort dein n himmal rm vater ermessen, richt, Und r ihm ge⸗ allen, d jun Nach aß deinen u wirst zu bisher ge— »in, geben Die best urch jesun be habeh, IX. Vohh 93—0%( XIX. Vom heiligen Abendmahl. 1. Vor und bei demselben. Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. ie ihr ehristi jünger 1 D seyd, Theure mit⸗ erlöste brüder! Alle seinem dienst geweiht, Alle seines leibes glieder: Kommt, versöhnte! kommt, er⸗ neut Euren bund der seligkeit. 2. Die, so jetzt mit zuversicht, Jesu! deines heils sich freuen, Die laß stets in diesem licht Wandeln und sich ganz dir weihen; Laß ihr herz vom stolze rein, Voll von dei⸗ ner demuth seyn. 3. Tröste, die in traurigkeit Ue⸗ ber ihre seelen wachen; Stärke, herr der herrlichkeit, Ihren glau⸗ ben! hilf den schwachen, Die ge— beugt von ferne stehn, Können un⸗ erhört nicht flehn. 4. Hoherpriester! ja du bist In den Himmel eingegangen; Segne uns, herr jesusehrist! Da wir nun dein mahl empfangen. Hilf, o herr! daß wir es nicht Jemals nehmen zum gericht. Mel. An wasserflüssen babylon ꝛc. u, herr, hast aus barm—⸗ 200 D herzigkeit, Zum denk— mal deiner gnaden, Das ganze volk der christenheit Wohlthätig einge— laden. Du rufst: mühsel'ge, kommt zu mir! Ich komme, heiland! ja zu dir Erheb' ich meine seele. Ent⸗ zeuch mich deiner gnade nicht, Sey auch mein trost, mein heil, mein licht. Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner schulden sind weit mehr, Als ich vermag zu zählen. Ich fühl' es wohl, und leide sehr Vor unruh meiner seelen. Doch du bist meine zuversicht, Verlaß mit deinem trost mich nicht; Du siehest meine reue. Erbarmer, nimm sie gnädig an; Du bists, der helfen will und kann, Daß sich mein herd erfreue. 5. Nach deinem troste sehn' ich mich Gebückt vor dir im staube! Dein tröst' ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein glaube. Gebeugtewillst dunicht verschmähnz Versprichst, den schwachen beizu⸗ stehn, Die nach der beßrung trach⸗ ten. Stets bleibst du deinen wor⸗ ten treu, Und wirst ein gläubig herz voll reu, Auch meines, nicht verachten. . Regiere nun auch künftig mich, Daß ich vorsichtig handle, Und hei⸗ lig, voll vertraun auf dich, Nach deinem willen wandle. Gieb, daß aus dank für deine huld In liebe, glauben und geduld Ich dir auf er—⸗ den lebe! Bis ich dereinst in dei⸗ nem reich Verklärt, unsterblich, engeln gleich, Dich ewigfroh erhebe. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich ꝛc. elobt seyst du, herr, 201. G unser gott; Gelobt für unsers mittlers tod, Der uns das heil erworben! Wie hoch hast du auch mich geliebt! Er, der uns ewig's leben giebt, Ist auch für mich gestorben. Mein ganzes herz froh⸗ lockt in mir. O vater, ich lobsinge dir. Gieb, daß ich jeden tag aufs neu Mich deiner vaterhuld erfreu. Gott meines heils! Sey ewig mein, Sey ewig mein, Und laß mich dir recht dankbar seyn. 2. Voll froher ehrfurcht beug' ich mich Vor dir, sohn gottes! der du dich Für mich hast hingegeben. Es komme mir nie aus dem sinn, Wie viel ich dir, herr, schuldig bin. Dein tod bringt mir das leben. Durch deines opfers ew'ge kraft Hast du, o herr! auch mir ver⸗ schafft, Was mich vor dem verder⸗ ben schützt, Was meinem geiste ewig nützt. Herr jesu Vehrist! Wie G lieb 98 ——— liebst du mich! Wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich. 5. Mit inbrunst fleh' ich, herr, zu dir: Beförd're du doch selbst in mir Ein gläubiges gemüthe! Mich dürstet, gleich dem dürren land, Bei deiner liebe unterpfand, Na deiner großen güte. Ich fühle wohl, was mir gebricht, O stärke meine zuversicht, Daß du auch mein ver⸗ söhner seyst, Und mich vom ew'gen tod befrei'st. Herr, dieser tro Sey fest in mir/ Sey fest in mir, So dien' ich voller freuden dir. 1. Zur weisheit und gerechtigkeit, Zur heiligung und seligkeit Bist du mir ausersehen. Auf diesen herr⸗ lichsten gewinn ten meinen sinn, Mein streben und mein flehen: Mein heiland, zieh mich ganz zu dir; Ja, glauben wohn' in mir: in mir die seelenruh', herzens bess'rung zu. Mein herr und gott! Verlaß mich nicht, Ver⸗ laß mich nicht! Nur du bist meine zuversicht. 5. Zu deinem himmel hilf du mir. Der freudem fülle ist bei dir; Laß mich sie einst genießen. Belebe mich mit muth und kraft, So meine ganze pilgrimschaft Zu führen und zu schließen, Daß mir dein wort stets heilig sey, Daß ich, bis in So nimmt Und meines den tod dir treu, Mit freuden thu', schaft/ Und dich auch ehre stehn, was dir gefällt, vor der welt. O herr, mein heil, Sey stets mit mir, Sey stets mit mir: So komm' ich einst gewiß zu dir. Mel. O jesu christ, mein's ꝛc. err, der du willi als 202. Hlrn damm, Ame ein lamm, Am mar⸗ tervollen kreuzesstamm, mit unsrer für uns geopfert hast; 2. Hier feir ich deinen mittler⸗ tod; Hier nährst du mich mit him⸗ melsbrod; Hier ist das unschätz⸗ bare guth, Das du mir giebst, dein leib und blut. durch den Hier schmeck' ich, Beschwertsnem rath: sündenlast, Dich selbst ruh' Erste Abtheilung. —ꝛꝛ77ß77——ß7—ß7i— 3. O liebe, welcher keine gleicht! O wunder, das kein mensch er reicht! Mir unbegreiflich und doch wahr! Du sagst es, und dein wort ist klar. 4. O gott-mensch, hilf mir, daß chlich ja Mit tiefster ehrfurcht dir mich nah'l O herr, mein mund empfahe nicht Dein heilig mahl mir zum gericht! 5. Hier deinen liebevollen tod st Verkündigen, ist dein gebot. So preise denn mein ganzes herz Dich jetzt für deinen todesschmerz. 6. O wie so großen segen giebt Dein leib und blut dem, der dich liebt! Ihm ist's ein pfand der selig⸗ Laß mich treu rich⸗keit, Ein siegel der gerechtigkeit, I. Ach, wie so reich ergiesset sich Hier meines gottes lieb' in michl voll zufriedenheit Des besten vaters freundlichkeit. ö 8. Wie feurig du, mein jesu, nn Bezeugt dies pfand, das du mir giebst; Nichts scheidet ferner dich und mich, Mich liebest du, ich liebe dich. 9. Ja, herr, dich lieb' ich unver⸗ rückt, Wenn sünde lockt, wenn kummer drückt. Verschmachtet leib und seele mir: Doch lieb' ich dich und bleib' in dir. 10. Herr, dieses heil'gen mahles kraft Stärk' mich in meiner pilger⸗ Die mir nach meiner seel 1 11. neid; keit; Es steuert allen stolz und Vermehret lieb', und einig⸗ Giebt trost, der nie das hen Den feinden treu zu wider⸗ verläßt, Und macht den guten vor⸗ satz fest. 12. Nun, jesu, führ' ihn selbi zur that, Und leite mich nach dei— ů So bring'ich in gelaßner Die tage meiner wallfahrt zu. 13. Und wenn du mich, du le⸗ bensfüre, Zur seligkeit einst füh⸗ ren wirst, So nehm' ich noch voll⸗ kommner theil An deinem uns er⸗ worb'nen heil. Mel, e gleicht! üsch er⸗ nd doch in wort lir, daß rcht dir? nmund ahl mir len tod ot. So rz Dich z. en giebt der dich der selig⸗ htigkeit, iesset sich in michl edenheit, ichkeit. in jesu, „ das du et ferner st du, ich ch unver⸗ t, wenn ichtet leib lich dich, »'n mahles ler pilger⸗ zu wider⸗ iner seele stolz und ind einig⸗ e das herz zuten vor⸗ ihn selbst nach dei⸗ ngelaßner llfahrt zu. h, du le⸗ einst füh⸗ noch voll⸗ m uns er⸗ Mel, XIX. Vom heiligen Abendmahl. 99 ä Mel. Wachet auf! ruft uns die ꝛc. err, du woll'st sie vor⸗ 203. H bereiten Zu deines mahles seligkeiten; Sey mitten un⸗ ter ihnen, gott! Heil und leben zu empfahen, Laß würdig sie zum heiland nahen, Und sprich sie los von sünd' und tod! Sind sie schon nicht ganz rein, So sind sie, jesu, dein, Und unsterblich! Laß, laß sie sehn In deinen höh'n, Von fern der überwinder lohn! 2. Nehmt und ess't zum ew'gen leben Das brod, das euch der herr will geben! Sein trost und friede sey mit euch! Nehmt und trinkt zum ew'gen leben Den kelch des heils, auch euch gegeben! Er— erbt, ererbt des mittlers reich! Wacht! eure seele sey Bis in den tod getreu! Amen, amen! Der weg ist schmal, Seyd in der zahl Der sieger, die der richter krönt. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. ier bin ich, jesu, zu 204. H erfüllen, Was du in deiner leidensnacht, Nach deinem gnadenvollen willen, Zur pflicht und wohlthat mir gemacht. Ver—⸗ leih', zur übung dieser pflicht, Mir deines geistes kraft und licht. 2. Es werde mir für mein gewis⸗ sen Dein mahl ein tröstlich unter— pfand, Daß ich, der sündenschuld entrissen, Durch dich bei gott ver⸗ gebung fand: So freuet meine seele sich In deinem heil, und lobet dich. 5. Bewundernd denk' ich an die liebe, Womit du unser heil be— dacht; Wie stark sind deines mit— leids triebe, Die dich bis an das kreuz gebracht! Es mache, herr, dein todesschmerz Jetzt neuen ein⸗ druck auf mein herz! 4. Laß mich mit ernst die sünde scheuen, Für welche du, erlöser, starbst; Durch schnöden mißbrauch nie entweihen, Was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur sicherheit Der trost, den mir dein tod verleiht. 5. Ich übergebe mich auf's neue, O du, mein herr und gott, an dich! Ich schwöre dir beständ'ge treue Bei deinem mahle feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn, Du starbst für mich, drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor jemand schämen Der ehre, die man dir er⸗ weißt; Mich nie zu einem schritt bequemen, Den mein gewissen sündlich heißt. O flöße mir den eifer ein, Wie du, o herr, gesinnt zu seyn. 7. Laß mich mit ernst den näch⸗ sten lieben; Und wenn er strau⸗ chelnd was versieht, Versöhnlich— keit und sanftmuth üben, Aus wirklich christlichem gemüthz Stets eingedenk der schuldenlast, Die du mir, herr, erlassen hast. 8. Es stärke sich in mir der glau⸗ be, Daß meine seele ewig lebt, Und daß einst aus des grabes stau⸗ be Mich dein allmächt'ger ruf er⸗ hebt, Wenn du dich, großer lebens⸗ fürst! Den völkern sichtbar zeigen wirst. 9. Im geist lieg' ich zu deinen füßen Mit dank und lob, gebät und flehn. Laß neue gnade auf mich fliessen! Mein heiland, laß es doch geschehn, Daß mir, zur stärkung meiner treu, Dein abendmahl ge⸗ segnet sey. Mel. An wasserflüssen babylon ꝛc. Osch komme, herr, und 205. Jsuche dich, Mühselig und beladen. O, mein erbarmer, würd'ge mich Des siegels deiner gnaden. Ich liege hier vor deinem thron, Sohn gottes und des men⸗ schen sohn, Mich deiner zu getrö⸗ sten. Ich fühle meiner sünden müh', Ich suche ruh' und finde sie Im glauben der erlös'ten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, Du bist das heil der sünder; Hast ihre schulden abgethan, und wir G 2 sind ——— 2 100 Erste Abtheilung. sind gottes kinder. Ich denk' an dei⸗ nes leidens macht, wort: es ist vollbracht! 4. Ich fühle, herr, voll reu' und Und an dein schmerz Die last von meinen sün⸗ Du hast den. Laß mein vor dir gebeugtes mir heil erworben. Für mich hast herz, Den großen trost empfinden, du dich dargestellt. Mit sich ver⸗ söhnte gott die welt, sie gestorben. 3. So freue dich, mein herz, in Daß du, aus gottes vaterhuld, Da du für Auch mir vergebung meiner schuld Auf buße hast erworben.. 5. Der trost, den mir dein tod mir; Er tilget meine sünden, Und verschafft, Werd' ewig mir zum se⸗ läßt, bei seinem mahle hier, Mich gen; Er stärke mich mit neuer krast gnad' um gnade finden; Er hört Auf allen meinen wegen, Nur das der reue sehnlich flehn, Will gern zu thun, was dir gefällt, Und alle mich frei und glücklich sehn, mir die schuld vergeben. ich dem, der für mich starb mir so großes heil erwarb, ganzem herzen leben. Will furcht und lust der welt, Stand⸗ Nur soll haft zu überwinden! ö Und 6. Wie soll ich die barmherzig⸗ Von keit, Die du mir thust, ermessens Gieb, daß ich sie zu keiner zeit Un⸗ 4. Ja, herr, mein glück ist dein dankbar mag vergessen: Daß ich gebot; Ich will es treu erfüllen. aus ächter gegentreu Ganz deinen Verleihe mir durch deinen tod, Die kraft zu diesem willen! Laß mich von nun an eifrig seyn, Mein ganzes leben dir zu weih'n, Und deine huld zu preisen. Laß mich den ernst der heiligung, Durch eine wahre besserung Mir und der welt beweisen. Mel. Es ist das heil uns kommen ꝛc. oder: Lobsinget gott und ꝛc. Nr. 5. ch preise dich, o herr 206. JImein heil, Für deine todesleiden. Hab' ich an ihren früch— ten theil, Was fehlt dann meinen freuden? Du wardst ein opfer auch für mich: O gieb, daß meine seele sich Deß ewig freuen möge. 2. Du lässest mich in deinem tod Das wahre leben finden, Erlösung aus der größten noth, Vergebung aller sünden, Gewissensruh', zur beß'rung kraft, Das hast du, herr, auch mir verschafft, Da du am kreuze starbest. 5. Dein abendmahl ist mir ein pfand Von dieser großen güte. Wie viel haͤst du an mich gewandt! O stärke mein gemüthe Zum gläu⸗ bigen vertrau'n auf dich, Daß ich, leitet: so lang' ich lebe, mich An deiner finden; gnade halte. dienst ergeben sey, Und dir zun ehre lebe. 7. Laß deines leidens großen zweck Mir stets vor augen stehen; Nimm alle hindernisse weg, Die eb'ne bahn zu gehen, Die mir deis heilig vorbild weist, Und die eins den erlösten geist Zu deiner freudt führet. 3. Zu meinem heile hast du dith Für mich dahin gegeben; Dein abendmahl erwecke mich Mit erns darnach zu streben. Herr, macht mich dazu geschickt, Und werd' ich einst der welt entrückt, So seh dein tod mein leben. ö Mel. Schmücke dich, o liebe seelh Gesu, freund der mei 207. schenkinder, Der di dich zum heil der sünder Von de— himmels hohen freuden Zu den bängsten todesleiden Willig haf herabgelassen, Wer kann dein ei barmen fassen? Tief gerührt bos solcher güte, Preis't dich dankvol mein gemüthe. 2. Herr, du hast auch mir berein tet, Was zum wahren wohl mith Licht, den weg des heils Trost, bei dem gefühl di⸗ sünden; Kraft, der beßrung nach⸗ zl⸗ — eu' und en sün⸗ beugtes pfinden, terhuld, T schuld dein tod zum se⸗ uer krast Nur das Und alle Stand⸗ mherzig⸗ »rmessenl zeit Un⸗ Daß ich uz deinen )dir zur großen en stehen; veg, Die mir dein )die einst ner freude ist du dich n; Deii Mit erns rr, mach 5⁵werd' ich „So ses liebe seel d der mei⸗ r, Der di Von des nZu del Villig haf un dein er⸗ erührt doh, ch dankool mir beren wohl mich ves heild z gefühl dei zrung nach XIX. Vom heiligen Abendmahl. 101 —.—ꝛ zujagen; Muth, des lebens last zu tragen; Und die hoffnung beß'rer zeiten In dem reich der ewigkeiten. 3. Ja, du willst mit deiner gnade Selbst mich auf des lebens pfade, Zum genuß der seligkeiten, Die du mir erworben, leiten. Du, du willst mich bessern, trösten, Und zum erbtheil der erlösten, Zu des himmels herrlichkeiten, Folg' ich dir nur, vorbereiten. 1. Nun, so sey der bund erneuet: Ganz sey dir mein herz geweihet; Täglich will ich mich bestreben, Nur nach deinem wort zu leben; Was du liebst, will ich auch lieben, Ernstlich mich im guten üben; Was du hassest, will ich hassen, Stets von dir mich leiten lassen. 5. Doch, ich fühle meine schwä⸗ che. Jesu, was ich dir verspreche, Ach, wie leicht ist das gebrochen! Schneller oft, als ich's versprochen. Darum stärk' in mir die triebe Dankbeflißner gegenliebe, Daß ich, bis ich einst erkalte, Treu dir sey und glauben halte. 6. Hilf mir wider alles streiten, Was von dir mich will verleiten. Auch den stärksten reiz zu sünden Hilf mir glücklich überwinden. Daß ich hier stets im gewissen Deinen frieden mag genießen, Und dereinst auch überm grabe Theil an deinem segen habe. 7. O, wie will ich dich erheben, Wenn du mich im höhern leben, Zu den freuden deiner frommen (Herr, ich hoff' es) lässest kommen. Da, da wird mich nichts mehr stören, Dich auf's innigste zu eh⸗ ren; Da, da werd' ich, frei von sünden, Deinen frieden ganz em⸗ pfinden. Mel. Sollt' es gleich bisweilen ꝛc. Gesus christus hat sein 208. leben In den tod für uns gegeben, Uns vom tode zu befrei'n, Uns zum himmel einzu⸗ weih'n. ö 2. Daß wir niemals deß vergessen, Giebt er uns sein mahl zu essen. Brod soll deines leib's, und wein Deines blut's gemeinschaft seyn. 3. Willst du diesem mahl dich na⸗ hen: Such' es würdig zu empfa⸗ hen! O, in was für elend sinkt, Wer unwürdig ißt und trinkt. K. Gott den vater sollst du prei⸗ sen, Daß, die gnade zu beweisen, Selbst sein eingeborner starb, Und vergebung dir erwarb. 5. Glauben sollst du, und nicht wanken, Daß er ist das heil der kranken, Dich so hoch und treulich liebt, Seinen leib, sein blut dir giebt. 6. Auch der schwachen, auch der armen Will der heiland sich erbar⸗ men. Sey bußfertig, fürchte nicht Dann sein heiliges gericht. 7. Er spricht selber: kommt ihr armen; Ich will eurer mich erbar⸗ men. Starken ist der arzt nicht noth: Kranke nur rett' ich vom tod. 8. Könntest du dir was erwer⸗ ben: Hätt' ich dürfen für dich ster⸗ ben? Willst du selbst dir helfenz dann Geht dich auch mein mahl nicht an. 9. Doch, fühlst du, was du be⸗ kennest, Wenn du deinen herrn mich nennest; Dann bist du ge⸗ schickt, und ich Stärke durch mein mahl auch dich. ů 10. Gläubig mußt du dann dich üben, Deinen nächsten auch zu lieben. Nimm dich seines elends an, Denn gott hat's an dir gethan! Mel. Herr jesu ehrist, mein's ꝛc. jesu christe, gottes 209. O lamm, Der du aus lieb' am kreuzesstamm, Zur tilgung meiner sündenlast, Den schwersten tod erduldet hast: 2. Ich komm' zu deinem abend⸗ mahl, Gebeugt durch manchen sün⸗ denfall; Doch meines herzens zu⸗ versicht Steht, herr, zu dir, ver⸗ wirf mich nicht! G 3 3. Du 102 Erste Abtheilung. heilt; Der reuerfüllten trost er⸗ theilt, Und, zur rechtschaff'nen heiligkeit Den schwachen muth und kraft verleiht. U. Darum, herr jesu! bitt' ich rein, Und laß mich ganz dein ei⸗ 3. Du bist der arzt, der seelen dich: Von meinen sünden heile mich;z Mach in mir das gewissen gen seyn. 5. Erleuchte durch dein wort mein herz, Und richt' es zu dir himmel⸗ wärts, Daß glaubensvoll und dank⸗ barlich Ich deiner lieb'erinnre mich. und wohlfahrt zu bereiten. 2. Zum genusse seiner gnaden Wirst du von ihm eingeladen. Eil nimm theil an seinem segen. Komm getrost, es ist sein wille; Komm und schöpf' aus seiner fülle Neuen muth und neue triebe, Zur vereh⸗ rung seiner liebe. 3. Herr, ich komme mit verlan⸗ gen; Der du huldreich deinen frie⸗ den Sterbend auch mir hast be⸗ 6. Gieb, daß ich's mir zum heile schieden. thu', Zur förd'rung meiner seelen⸗füßen; Laß mich würdig doch ge— ruh', Zur stärkung in der heiligung Und wahrer lebensbesserung. speise, Mir zum heil und dir zum 7. Tilg alle laster aus in mir; Mein herz mit glaub und liebe zier, Und was sonst ist von tugend mehr, Das pflanz in mir zu deiner ehr'. niessen Deines mahls, der seelen preise. the, Menschenfreund, nach deiner güte! Ewig währet deine treue, 8. Gieb mir, was meiner seele nützt Und du siehst mein herz voll reue. Und mich vor dem verderben schützt. Du bist mein heil; laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für. 9. Du bist's, der in uns gutes schafft. Ach, stärke mich dazu mit kraft, Damit ich glücklich welt und sünd', Im glauben an dich über⸗ wind'. ö 10. Dein freue meine seele sich! Mein ganzes leben preise dich! Den guten vorsatz, den ich hier Erneu⸗ re, mache fest in mir. 11. Gieb, daß ich treu sey meiner pflicht, Und mich nach deinem wil⸗ len richt'; So bring ich christlich und in ruh Auf erden meine tage zu. 12. Bis du mich, o du lebens⸗ fürst, In deinen himmel nehmen wirst, Daß ich da bei dir ewiglich In deiner güte freue mich. Mel. Schmücke dich, o liebe seele. 210 Schicke dich, erlöste see⸗ le! Gläubig, nach des herrn befehle, Seinen mittlers tod zu feiern, Deinen dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein leben In den bängsten tod gegeben, Ach, so wollst du meinen zähren, Deine tröstung auch Meiner fünden nicht gedenken, und mir deinen frieden schenken! Daß sie mich der schuld entlade, Und mit neuer kraft, zum werke Meiner heiligung, mich stärke. Was du, da du für uns starbest, Jedem, der gott sucht, erwarbest, Seelen⸗ ruh und ew'ges leben, Wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich stets mich freuen, Ganz mich deinem dienste weihen, Nur nach deinem willen heben. Deine huld ist unermeßlichz Herr! sie sey mir unvergeßlich, lieb' und thätig preise. ren, Die, wie ich, auch schwache waren, Ewig dank und jubel sin⸗ genz Laß auch mich einst dahin kom⸗ men, Daß ich mich mit allen from⸗ men Ewig deiner huld erfreue, 2 dir meine jubel weihe. Mel, * Dir auf zeit und ewigkeiten Heil ihm demuthsvoll entgegen, Und gen, Glaubensstärkung zu empfan⸗ Hier fall' ich zu deinen 4. O, wie sehnt sich mein gemü⸗ gewähren.“ 5. Ja, ich hoff' auf deine gnade, leben, Und dich dankbar froh ere Daß ich dich auf alle weise Herzlich v. Du, dem die verklärten schag⸗ gen, Daß sie hier dein heil empfin⸗ — deine ner IE. bens Nich Mick mit sünd dir tem 'in Heil gnaden n. Eil' „ Und Komm Komm Neuen evereh⸗ verlan⸗ mpfan⸗ en frie⸗ hast be⸗ deinen doch ge⸗ r seelen dir zum ugemü⸗ h deiner e treue, oll reue. zähren, währen. en, Und en! e gnade, entlade, m werke rke. Was „Jedem, Seelen⸗ Wirst du ets mich n dienste m willen froh er⸗ rmeßlichz ergeßlich, Herzlich ten schag⸗ schwache jubel sin⸗ il empfin⸗ ahin kom⸗ Len from⸗ erfreue, ihe. Mel, XIX. Nach dem heiligen Abendmahl. 103 Mel. Jesu, deine tiefen wunden ꝛc.5. Diesen vorsatz, den ich habe, 211 Bud ehrfurcht, dank Thätig dankbar dir zu seyn, Präg' L.4. und freuden, Komm ihn, jesu, bis zum grabe Tief in ich, herr, auf dein gebot, Zu dem meine seele ein. Gieb mir kraft, denkmal deiner leiden, Und gedenk'ihn zu vollziehn. Lehre mich mit an deinen tod. Mittler, der du für vorsicht fliehn, Was ihn könnte mich starbst, Mir ein ewig heil er⸗ bei mir schwächen, Was mich reizt, warbst, Dir zur ehre stets zu le⸗äihn gar zu brechen. ben, Sey mein eifrigstes bestreben. 6. Laß mich über alles schätzen 2. Ich empfind' es jetzt aufs neue, Dein mir theu'r erworb'nes heil, Was ich dir, herr, schuldig bin. Und nie aus den augen setzen, Wie Du, du gabst mit großer treue nur der daran hat theil, Der auf Ganz dich mir zum dienste hin; deine stimme hört, Mit gehorsam Wiesest mir den weg zu gott, Und dich verehrt, Und in deinem dienst ertrugst den schwersten tod, Mir auf erden Immer besser sucht zu im leben und im sterben Sich've werden. tröstung zu erwerben. 7. Geh' mir, wo ich bin und 3. Durch dich ist zu gottes gnade wandle, Immerfort mit hülfe nach, Freier zutritt, und die kraft, Auf Daß ich als ein christ stets handle: der tugend sel'gem pfade Fest ein⸗Und wird ja mein glaube schwach, her zu gehn, verschafft. Und du O so hilf mir liebreich auf, Daß rufst aufs neue mir Durch deinsich in dem tugendlauf Nimmer nachtmahl, daß ich hier Theil an wanke, nie ermüde. So erquicke deinem segen nehme Und mich dei-mich dein friede. ner niemals schäme. 8. Ewig will ich dir es danken, 4. Sollt' ich, jesu, denn verge⸗[Daß du so barmherzig bist: Daß bens Diese deine huld empfahn auch, wenn wir schwache wanken, Nicht zur bess'rung meines lebens Deine treu' beständig ist. Herr, Mich zu deinem tische nahn? Ja, sich hoff' es froh und fest, Daß sie mit neuem ernst will ich Mich vor mich auch nicht verläßt. Zu des sünden scheun, und dich Durch ein himmels seligkeiten Wird sie mich dir geheiligt leben Mit vermehr-gewiß auch leiten. tem fleiß erheben. ———.ß7i— 2. Nach dem heiligen Abendmahl. Mel. Gott sey gelobet und ꝛ1c.[für mich gestorben bist. Laß das ge⸗ 2 err, sey gelobet, daß dächtniß deiner pein Mir immer⸗ 12. du hast dein leben dar gesegnet seyn. Für uns sünder hingegeben! Stärk' 2. Und euch, ihr seines leibes glie⸗ unsern glauben! deine himmels-der, Die jesu heil, wie mich, er⸗ speise Heilige uns, dir zum preiselfreut, Euch lieb' ich stets als seine Du versöhner gottes! brüder, Als erben seiner herrlich⸗— 25 keit. Wir haben einen herrn und Mel. Wer nur den lieben gott 2c.¶ gott;; Uns tränkt und speis't ein 21* Niu habe dank für dei⸗wein ein brod. 3. Une liebe, O du, mein] 3. Hinfort soll weder spott noch mittler, jesu christ! Gieb, daß ich leiden, Noch ehre, freud' und lust dich nicht mehr betrübe, Der du der welt, Mich, herr! von Litie⸗ G 1e 104 Erste Abtheilung. mich erhält. Du bist und bleibest liebe scheiden, Die selbst im tode ewig mein! Und ewig will ich dein auch seyn! Mel. Allein gott in der höh' sey ꝛc. oder: Lobsinget gott, und ꝛc. Nr. 5. jesu! dir ewi 214. O da ir sey ewig dank Für deine treu' und gaben. Ach! laß durch diese spei' und trank Auch mich das le⸗ ben haben: Denn du giebst mir des lebens brod; Mein wird dein leiden, blut und tod: Wie soll ich dir dank sagen? 2. O jesu ehrist! du kannst allein Mein herz beständig laben. Nun bin ich dein, und du bist mein Mit allen deinen gaben. Hier hab' ich, was ich haben soll; Dein gnaden⸗ brunnen ist stets voll! Hier find' ich trost und leben. 5. Laß mich auch ewig seyn in dir, Laß dir allein mich leben, Und bleib' du ewig auch in mir! Mein gott! du wollst mir geben, Daß Stark bleibe, wenn ich schwach und krank, Die letzte prüfung dulde. Mel. Meinen jesum laß ich ꝛc. ag, den mir der herr 215. gemacht; Sey geseg⸗ net, tag der freude! Du erhellst des kummers nacht, Und erquickest mich im leide. Heil und leben schenkst du mir: Gott, wie dank ich dir dafür! 2. Widerspenstig seinem ruf, Hab' ich meinen gott betrübet, Ihn, der mich zum glück erschuf, Und mich stets so treu geliebet: Ich verdiente straf' und tod Den er frechen sün⸗ dern droht. 3. Dennoch nimmt der güt'ge mich Wieder auf zu seinem kinde; Heut' vergißt er väterlich Seines zorns und meiner sünde; Giebt durch seiner boten hand Mir der gnade unterpfand. 4. Tag der wonne, heilig's mahl, leiden schenken, Und mein leben soll ich, kraft dieser speis' und trank, XX. Von der ehristlichen Kirche. dalch omih ch gott, vom himme 216. A sieh darein, Und laß es dich erbarmen: Wie wenig her⸗ zen sind noch dein! Entzieh dich nicht uns armen. Dein theures wort hält man für spott: Empört sich wider dich, o gott! Will deinen sohn nicht kennen. 2. Die anstalt, so die gnade traf, Von aller macht des bösen, Und ller wohlverdienten straf' Die menschen zu erlösen, Betrachtet man als ein gedicht, Und scheu't und schämt sich endlich nicht, Es öffentlich zu sagen. 3. Man rühmt sich großer ehrlich— keit, Die edles denken ube, Ja glän⸗ lzender rechtschaffenheit In warmer menschenliebe, Und zählt auf gnad' und huld bei gott, Auch ohne seines sohnes tod Und seines geistes gnade. 4. Gott siehts, und spricht: bald kömmt die zeit, Daß ich dem fre⸗ Und bleib' unüberwindlich! seine schlaue netze zieh', Nie unter uns sich flechte: Denn alle bosheit wächst geschwind, Wo frecher spott erst kraft gewinnt; Sein gift er⸗ tödtet seelen. 6. Ja, Ewig will ich dein gedenken! Mei⸗ nes jesu todesqual Soll mir trost im allein Seinem dienst gewidmet seyn. vel steure, Damit sich in der chri⸗ stenheit Kein heidenthum erneure. Indessen greif den schnöden wahn Mein wort mit starken waffen an 5. Oherr, beschütz uns, daß uns nie Das frevelnde geschlechte In jesuc kräfti geist, stets dir g Mel oder: — 2 XX. Von der christlichen Kirche. ich und Hulde. ch ꝛc. er herr geseg⸗ erhellst quickest leben e dank f, Hab' hn, der ꝛd mich rdiente en sün⸗ ge mich Heut' 8 zorns t durch — r gnade 8mahl, Mei⸗ trost im eben soll iet seyn. warmer uf gnadꝰ ne seines 5gnade. )t: bald dem fre⸗ er chri⸗ erneure. n wahn affen an 1 daß uns chte In ie unter bosheit her spott gift er⸗ 6. Ja, 6. Ja, dämpfe selbst, du starker ott, Die dir die ehre rauben. O jesu christ, bei ihrem spott Stärk' kräftig unsern glauben. O heil'ger geist, verleih' uns gnadꝰ, Daß wir stets auf dem schmalen pfad, Von dir geleitet, wandeln. Mel. Sey lob und ehr' dem ꝛc. oder: Herr jesu ehrist, du höchstes. D feinde deines kreu⸗ 217. zes drohn, Dein reich, herr, zu verwüsten; Du aber, mitt⸗ ler, gottes sohn, Beschützest deine christen. Dein thron bestehet ewig⸗ lich: Vergeblich wird sich wider dich Die ganze hölle waffnen. 2. Dein reich ist nicht von dieser welt, Kein werk von menschenkin— dern: Drum konnte keine macht der welt, Herr, seinen fortgang hindern. Dir können deine hasser nie Dein erbe rauben; selbst durch sie Wird es vergrößert werden. 3. Weit woll'st du deine herrschaft noch In dieser welt verbreiten, Und unter dein so sanftes joch Die völker alle leiten! Vom aufgang bis zum niedergang Bring' alle welt dir preis' und dank, Und glaub' an deinen namen. 4. Auch deine feinde, die dich schmähn, Die frevelnd sich empö⸗ ren, Laß deiner gnade wunder sehn, Daß sie sich noch bekehren. Lehr' sie mit uns gen himmel schau'n, Und unerschüttert im vertrau'n, Auf deine zukunft warten. 5. Uns, deine christen, wollest du Fest in der wahrheit gründen, Daß wir durch sie heil, trost und ruh' Für unsre seelen finden! Mach unsers glaubens uns gewiß: Vor irrthum und vor finsterniß Be⸗ wahr' uns, weil wir leben! 6. Ein reines herz schaff' in uns, herr, Ein herz nach deinem willen, Und lehre täglich williger Uns dein gebot erfüllen! Gehorsam deiner vorschrift seyn, Und dann uns dei⸗ ner gnade freu'n, Sey unser 2l auf erden! 7. So wird dein volk dir unter⸗ than, Und lernt die sünde meiden, Und du führst es auf ebner bahn Zu deines reiches freuden: Und herrlich wird in dieser zeit, Noch herrlicher in ewigkeit Dein großer name werden. Mel. Ein? in sneker ist unser ꝛc. in starker schutz ist un⸗ 218. E ser gott! Auf ihn steht unser hoffen. Er hilft uns treu aus aller noth, So uns hat je betroffen. Satan, unser feind, Der mit ernst es meint, Rüstet sich mit list, Trotzt, daß er mächtig ist. Ihm gleicht kein feind auf erden. 2. Nicht unsre macht ist's, die ihn fäll't; Wir wären bald verloren: Es kämpft für uns der rechte held, Den uns gott selbst erkoren. Frägst du, wer er ist? Er heißt jesus christ, Der herr zebasth. Er, un⸗ ser herr und gott, Er muß den fieg behalten. 5. Und wenn die welt voll feinde wär', Und wollten uns verschlingen: So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Wenn der fürst der welt Sich schon grim⸗ mig stellt; Uns doch schreckt er nicht, Er ist ja längst gericht't. Ein wort kann ihn schon fällen. 4. Das wort steht fest! die stolze welt Mag noch so heftig toben! Der herr mit uns! der starke held! Der giebt uns sieg von oben. Tödten sie den leib; Nehmen kind und weib! Rauben guth und ehr'; Sie neh⸗ men's! was ist's mehr? Uns muß der himmel bleiben. Bekannte Melodie. Frhalt' uns, herr, bei 219. E deinem wort: Wehr' aller feinde list und mord, Die je⸗ sum ehristum, deinen sohn, Vom throne frech zu stürzen droh'n. 2. Zeig deine macht, herr jesu christ! Der du herr aller herren bist: Beschirme deine christenheit, Daß sie dich lob' in ewigkeit. G 5 ö 5. Gieb, 106 Erste Abtheilung. 3. Gieb, heil'ger geist, uns einenren heiland nennen; Gieb ihnen sinn, Nimm alle zwietracht von uns eifer, deinen guten willen Treu hin. Vor deines wortes licht und zu erfüllen. ö macht Entflieh' des wahns und 5. Laß sie dein wort mit frommer irrthums nacht! gachtung ehren; Denn es verkündigt 4. Herr! laß uns dir befohlen deines mundes lehren. Ausser ihm seyn In aller noth: wir sind ja suchen sterbliche vergebens Worte dein. Erhalt' im glauben uns ge⸗ des lebens. treu; Mach uns nur von der sünde k. Steure, erbarmer! deiner frei. feinde grimme: Warne die deinen 5. Laß alle welt erkennen doch, vor des irrthums stimmez Lehre Du, unser herr gott, lebest noch, sie prüfen, daß sie falsche freuden Und stehst bei deiner kirche fest. Klüglich vermeiden. Die sich allein auf dich verläßt. 5 Sey du ihr sabrit ihren fin⸗ — ernissen; Heile selbst ihr verwun⸗ Mel. Es woll' uns dottgenädig ze.drte gewissen. Schlägt oft ein 220 Es wolle gott uns gnä-kummer ihre herzen nieder, Stärke dig seyn, Und seinen sie wieder. segen geben. Mit seines wortes 6. Schütze uns mächtig mitten hellem schein Erleucht' er uns zum unter bösen, Bis du von ihnen leben. Laß uns erkennen, unser ganz wirst uns erlösen; Bis wir gott, Dein großes werk auf erden zum umgang der verklärten from⸗ Laß jesu christi heil und tod Er⸗men Frohlockend kommen. kannt von allen werden, Und alle 74 sich bekehren. In voriger Melodie. 2. So danken dir und loben dich, 5 chütze die deinen, die O gott, die völker alle; Und alle 222. nach dir sich nennen, welt erfreuet sich, Und singt mit Und dich, s jesu, vor der welt be⸗ großem schalle, Daß du auf erden kennen. Laß deinen händen, wie richter bist, Die sünd' nicht lässest du selbst verheißen, Nichts sie ent⸗ walten, Und daß dein wort dasfreißen. mittel ist, Uns alle zu ehalten 2. Laß deine wahrheit rein ver⸗ Und uns zu dir zu führen. auden werden; Mach ihre siege 3. So danke, gott, und lobe dich horrlicher auf erden. Gieb muth Dein volk durch gute thaten. Es und weisheit denen, die sie lehren, bringe frucht und bessere sich: Dein Dein reich zu mehren. wort laß wohl gerathen. Der va- 5. Du hast noch niemals, herr, ter segn' uns und der sohn, Und dein wort gebrochenz Führe die der, so herrscht mit beiden! Es deinen, wie du selbst versprochenz segn' uns gott von seinem thron, Führe sie endlich aus dem kampf Tröst' uns in allen leiden, Und hienieden Zum ew'gen frieden. helf' uns selig sterben. 4. Ewig, o heiland, sey dein ANorie* nam' erhoben! Ewig frohlockend Mel. Herzliebster jesu, was hast c. müsse dich einst lben, du be⸗ oder: Ist auch ein gott? wer ꝛc. schirmer deiner schwachen heerde, 221 Naß doch, 0 Jesu, laß Himmel und erde. ö . dein reich auf erden Un⸗ ter den sündern ausgebreitet wer⸗ Mel. Nun danket alle 00 den! Schenke noch ihnen, deiner Tehr groß, herr, ist di leiden wegen, Leben und segen. 223. S huld, Die du an uns 2. Gieb ihnen gnade, dich recht zu erwiesen: Sey dafür inniglich Ge⸗ erkennen, Daß sie dich gläubig ih⸗ lobet * — ihnen Treu ömmer ündigt er ihm Worte deiner deinen Lehre freuden en fin⸗ erwun⸗ oft ein Stärke mitten Wihnen Zis wir nfrom⸗ * zen, die nennen, welt be⸗ en, wie sie ent⸗ ꝛein ver⸗ hre siege eb muth etlehren, 8, herr, ßühre die prochen; m kampf ieden. sey dein ohlockend Odu be⸗ a heerde, gott ue. rr, ist die du an und iglich Ge⸗ lobet XXI. Vom Tode. 107 ——— lobet und gepriesen! O pflanz dein wort in uns, Daß es je mehr und mehr Recht reiche früchte bring' Zu deines namens ehr'! 2. Im glanze deines lichts Laß uns hienieden wallen, Zu unserm wahren heil Und dir zum wohlge⸗ fallen! Breit' deine lehre aus; Schütz deine christenheit; Und führ? uns allesammt Zum licht der ewig⸗ keit! In bekannter Melodie. 22 Merleih uns frieden gnä⸗ 4.— diglich, Herr gott, zu unsern zeiten! Du kannst alleine mächtiglich Für unsre wohlfahrt streitenz Nur du, herr! kannst es alleine. 2. Gieb unserm fürsten und aller obrigkeit Fried' und gut regiment, Daß wir unter ihnen Ein geruhi⸗ ges und stilles leben führen mögen In aller gottseligkeit und ehrbar⸗ keit. Amen. Mel. Ein' feste burg ist unser gott. 225 Renn christus seine kir⸗ 2• Niche schützt, So mag die hölle wüthen; Er, der zur rech⸗ ten gottes sitzt, Hat macht, ihr zu gebieten. Er ist mit hülfe nah; Wann er gebeut, stehts da. Er schützt, zu seinem ruhm, Mit macht sein christenthum; Mag doch die hölle wüthen! 2. Gott sieht wohl fürsten auf dem thron Sich wider ihn empören, Die den gesalbten, seinen sohn, Den herrn der welt, nicht ehren. Von ihrer macht bethört, Durch wohl⸗ lust ganz verkehrt, Ist's christen⸗ thum ihr spott: Doch duldet sie noch gott, Ob sie sich gleich empö⸗ ren. 5. Der frevler mag die wahrheit schmähn, Uns kann er sie nicht rau⸗ ben. Der unchrist mag ihr wider⸗ stehn, Wir halten fest am glauben. Gelobt sey jesus christ! Wer hier sein jünger ist, Sein wort von her⸗ zen hält, Dem kann die ganze welt Die seligkeit nicht rauben. K. Auf, christen, die ihr ihm ver⸗ traut, Laßt euch kein drohn er— schrecken! Er, welcher von dem himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der herr, der höchste gott, Hält über sein gebot, Giebt uns geduld in noth, Und kraft und muth im tod: Was will uns dann erschrecken? XXI. Bekannte Melodie. 8 226. sterben, Ihre herr—⸗ lichkeit verblüht. Und wer kann den himmel erben, Der zuvor den tod nicht sieht? Staub wird dieser leib von erde; Doch, damit er himm— lisch werde, Wird er einst von gott et. 1 Und zieht an unsterblich⸗ eit. 2. Darum will ich dieses leben, Wann es meinem gott beliebt, Willig ihm zurücke geben, Ihm, der mir den himmel giebt. Hab' ich doch in jesu wunden Gnade, heil Vom Tode. und ruh gefunden, Und mein trost lle menschen müssen in todesnoth Ist des großen mit— lers tod. 35. Und wer kann mich ihm ent⸗ reissen? Mein ist er, und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheissen; Sein soll ich mich ewig freun. Ja mir soll's durch ihn gelingen, Mich zu ihm empor zu schwingen; Freu⸗ denvoll vor ihm zu stehn, Seine herrlichkeit zu sehn. 4. Da, da ist das freudenleben, Wo viel tausend seelen schon, Mit des himmels glanz umgeben, Gott vor seinem höchsten thron Dank und 108 Erste Abtheilung. und preis und ehre bringen, Und mit allen engeln singen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der va⸗ ter, sohn und geist! 5. Vaterland verklärter frommen, Heil, unsterblichkeit und ruh', Was kein sterblicher vernommen, Got⸗ tes heil gewährest du! Freudenern⸗ ten schenkt gott denen, Die erst hier gesä't mit thränen; Alle thrä⸗ nen trocknet er, Sünd' und elend sind nicht mehr. 6. Ich entbrenne von verlangen, Was ich glaub', im licht zu sehn, Jene krone zu empfangen; Bald erhöret gott mein flehn. Diese hütt zerfall im staube! Ich, ich weiß, an wen ich glaube; Mir ist ster⸗ ben ein gewinn, Denn zum va⸗ 5. Sey von uns schwachen dann ö nicht fern! Zeig uns den himmel, geist des herrn! Laß uns, wenn wir zum vater flehn, Getröstet sehn, Wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 6. Ach, gnad' ergehe dann für recht! Denn von dem menschlichen geschlecht Ist auch der heiligste nicht ö rein. Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine gnade seyn? ö 7v. O sey uns dann nicht fürchter⸗ lich! Erbarme, vater, unsrer dich! Wann unser auge sterbend bricht, Leit' uns dein licht: So fehlt uns trost im tode nicht. Mel. Von gott will ich nicht ꝛc. ————— ter geh' ich hin. 7. Welche tröstung, das zu wis⸗ sen! Dieser großen Zag' ich nicht in kümmernissen, ich hier noch dulden soll, kurz sind diese leiden, wandeln sich in freuden, christlich sie ertrug, spricht: es ist genug! Mel. Ich hab' mein' sach' gott ꝛc. 22 Da sind wir, gott, in 7. ewigkeit: In deiner hand steht unsre zeit. Eh zeiten waren, ward schon mir Mein leben hier, Und auch sein ziel bestimmt von dir. 2. Ist dies erreicht, so schaue dann Erbarmend unsre seelen an! Hilf uns in unsrer letzten noth, Herr, unser gott: Ein sanfter schlaf werd' uns der tod! 3. Begleitet ihn der krankheit schmerz, So stärke das beklemmte Sie ver⸗ Wenn ich Bis gott herz. Selbst in der schmerzen größ⸗ ten wuth, Gieb uns den muth, Der freudig denkt: gott machts doch gut! 4. Verleih' gelassenheit und ruh'! In unsern herzen wohne du, Und laß mit freudigem vertrau'n, Und ohne grau'n, Auf unser nahes grab uns schau'n. er letzte meiner tage 228. DiIttwir vielleicht niht hoffnung voll, fern: O dann wird meine klage Ein Die Leicht und lobgesang dem herrn! Vollbracht ist dann mein lauf: Ich trete zu dem throne, Und gott setzt mir die krone Der überwinder auf. ö 2. Für seines reiches erben Hat jesus mich erklärt; Was fürcht' ich, mich zu sterben, Wie er mich ster⸗ ben lehrt? Mir ist der tod gewinn! Daß ich ganz glücklich werde, Ent⸗ schwing' ich mich der erde, Und geh' zum himmel hin. 3. Nicht mich, nur meine bürde, Verschließt die finstre gruft. Mich hebt zu höh'rer würde Mein vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den tod: Der reißt die sündenglie⸗ der, Den trägen leib, darnieder: Mich selbst führt er zu gott. 4. Ich, der gefahr entronnen, Geh' aus dem kampf hervor. Hoch über alle sonnen Hebt mich mein glaub' empor. Da tret' ich in die reih'n Der engel, meiner brüder: In ihre hohen lieder Stimm' ich mit jauchzen ein. 5. Gott schau't von seinem throne Mit huld auf mich herab, Dem er in seinem sohne Das recht der kind⸗ schaft gab. In seiner ewigkeit Wird er dann mmel, wenn tröstet 3u dem nn für chlichen te nicht Gott, irchter⸗ er dich! bricht, hlt uns cht ꝛc. r tage cht nicht age Ein llbracht rete zu mir die en Hat rcht' ich ich ster⸗ ewinn! e, Ent⸗ 0 Und bürde, Mich n vater, ch durch denglie⸗ rnieder: . ronnen, r. Hoch ich mein ch in die brüder: mm' ich nrthrone Dem er der kind⸗ eit Wird er XXI. Vom Tode. 109 —— er zu größern freuden Mich ein⸗ stens sicher leiten, Wenn ich mich ihm geweih't. 6. Die leiber seiner frommen Sind saat, von gott gesä't: Die freudenzeit wird kommen, Da reif die ernte steht. Dann wird der erntetag Ein neues ew'ges leben Auch meinem staube geben, Der tief im tode lag. 7. Mit dir steh' ich im bunde, Herr meines lebens fürst, Der du mir einst die stunde Des todes senden wirst! Erhalt' mich stets be⸗ reit Im glauben deiner frommen: Laß dann die stunde kommen, Die mich und sie erfreut. 3. Dann geh' ich, frei von kum⸗ mer, Des todes dunkle bahn; Mir bricht nach kurzem schlummer Ein ew'ger morgen an. Heil mir, er ist nicht fern, Der letzte meiner tage! Er kömmt, und meine klage Wird lobgesang dem herrn. Mel. Befiehl du deine wege ꝛc. oder: Valet will ich dir geben ꝛc. ie auf der erde wallen, 229. 2 Die sterblichen, sind staub; Sie blühen auf und fallen, Des todes sich'rer raub. Verborgen ist die stunde, Da gottes stimme ruft; Doch jede, jede stunde Bringt näher uns zur gruft. 2. Getrost gehn gottes kinder Die schreckenvolle bahn, Zu der ver⸗ stockte sünder Verzweiflungsvoll sich nah'n: Wo selbst der freche spötter Nicht mehr zu spotten wagt, Und vor dir, seinem retter, Erzittert und verzagt. 3. Wann, diese bahn zu gehen, Dein will' einst mir gebeut; Wann vor mir offen stehen Gericht und ewigkeit: Wann meine kräfte be— ben Und wann mein herz schon bricht: Herr über tod und leben! O dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, todes⸗überwinder! Hilf dem in solcher angst, Für den du, heil der sünder! Selbst mit dem tode rangst! Und wann des kam⸗ pfes ende Gewaltiger ihn fasst, Nimm ihn in deine hände, Den du erlöset hast. 5. Des himmels hohe freuden Er⸗ misst kein sterblich herz; O trost für kurze leiden, Für kurzen todes⸗ schmerz! Dem sünden⸗überwinder Sey ewig preis und dank! Preis ihm, der für uns sünder Den kelch des todes trank. 6. Heil denen, die auf erden Sich schon dem himmel weih'n; Die, aufgelös't zu werden, Mit heil'ger furcht sich freu'n! Bereit, es ihm zu geben, Wann gott, ihr gott, gebeut, Fließt dies ihr sterblich leben Hin zur unsterblichkeit. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. ö u, herr und vater 230. D meiner tage! Du weißt, daß ich, dein schwaches kind, Des todes keim in gliedern trage, Die irdisch und zerbrechlich sind: Drum gieb, daß ich zu jeder zeit Zu meinem tode sey bereit. 2. Daß du, o höchster, meinem leben Ein mir verborg'nes ziel be⸗ stimmt; Und daß die zeit, die mir gegeben, Vielleicht gar bald ein ende nimmt: Das flöße mir die weisheit ein, Recht für mein heil besorgt zu seyn. 5. Hier hab' ich lebenslang zu ler⸗ nen, Mein herz von sünden abzu⸗ ziehn, Mich von der weltlust zu entfernen, Und um den himmel zu bemühn: O mache mich dazu ge⸗ schickt, Eh' mich der tod der welt entrückt. 4. Nicht auf der erde, sondern droben Bei dir, gott, meiner seele theil, Ist mir das beste aufgeho⸗ ben; Dort ist für mich vollkomm'- nes heil; Da, wo dies heil ist, sey mein herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts. 5. Hier allen sünden abzusterben; Zu leben der gerechtigkeit, Um einst dein himmelreich zu erben, Da⸗ .—.—..——.—.— Erste Ab 110 theilung. Dazu laß meine sterblichkeit Mir stets, mein gott, vor augen seyn, Und deine hülfe mich erfreun. 6. Willst du mich länger leben lassen, So laß es mir zum heil geschehn; Doch, soll ich heute noch erblassen, So höre, vater, auf mein flehn! Sey, wann mein herz im tode bricht, Mein trost und meine zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich er⸗ geben, Dir, dessen eigenthum ich bin; Bist du, mein heiland, nur mein leben, So bleibt selbst sterben mein gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dirz; so g'nüget mir. Mel. Befiehl du deine wege ꝛc. oder: Valet will ich dir geben ꝛc. sterbe. Dich mit deinen schrecken, tod, Werd' auch ich überwinden. 2 I ern will ich mich erge⸗ 3 ben, Dich zu verlas⸗ sen, welt. Ich geh' zum bessern le⸗ ben, So bald es gott gefällt. Was wär's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, Den meine seele liebte, Noch eh' ich ihn gesehn. 2. Er ruft, zur zeit der schmerzen, Uns voll erbarmen zu: Kommt her, belad'ne herzen, Zu mir, und findet ruh'. Dies wort aus deinem munde, Laß, herr, mich zu er⸗ freun, In meiner letzten stunde Mir geist und leben seyn. 3. Mit dir muß es mir glücken, Den kampf zu überstehn. Im gläu⸗ bigen entzücken Laß meine seele sehn, Wie im gericht für sünder, Du mit dem tode rangst, Und wie du, überwinder, Allmächtig ihn bezwangst. 4k. Der frohe sieg'sgedanke: Wo ist dein stachel, tod? Stärk' mich, daß ich nicht wanke In meiner todesnoth! So ist, obgleich ich sterbe, Doch sterben mein gewinn. Ich bin des himmels erbe! Dein wort sagt, daß ich's bin. 5. Du bist der herr des lebens, Ich aber bin ja dein; Kann denn dein blut vergebens Für mich ver⸗ e gossen seyn? Dir trauet meine see⸗ le, Dich lobt, was in mir ist, Er⸗ löser meiner seele, Der du die liebe bist. Mel. Mit fried' und freud' ich fahr. ö Zetrost und freudig geh' 232. G ich hin! In otte willen Ergeb' ich mich; er, deß ich bin, Wird erfüllen, Was er gnädig mir verhieß, Der tod ist mir ein schlummer. 2. Erbarmend sprach der herr zu — mir: Dir ist vergeben! Mein heil, mein friede sey mit dir, Du sollst mein, Ich habe dich erlöset. Sey nur mein trost, leben! Fürchte nichts; denn du bist 3. Dies ist mein trost: ich bin erlös't Und gottes erbe! Ich weiß, daß er mich nicht verstößt, Wann ich 4. Er ist mein fels! auf ihn allein Will ich vertrauen. Ich sehne mich bei ihm zu seyn, Ihn zu schauen Dürstet meine seele lang', Und dort ihn anzubeten. 5. Im letzten schlummer soll der tod Mich nur entkleiden. Dann Tag der freuden! Ganz unsterb⸗ lich, wonnevoll, Fall' ich vor ihm dann nieder. mich, Denn des to⸗ 233. komm, o tag, bestimmt von gott, Mel. Jesus, meine zuversicht, ꝛc. err, ich bitte, stärke des schrecken nahen, Und das grab eröffnet sich, Meine glieder zu em⸗ pfahen. Stärke mich mit deiner macht, nacht! 2. Lind're, wenn es dir gefällt, verbannt aus meinem herzen! Steure jedem eitlen sinn, der tod sey mein gewinn! 3. Tröste mich mit jesu tod, Trö⸗ ste mich mit jesu wunden. Da ich in der letzten noth, Daß 10 i Denn um mich wird alles Meine leiden, meine schmerzen! Laß die freuden dieser welt Seyn Daß ü—, 8ͥ ne see⸗ , Er⸗ du die 9 fahr', ig geh gottes deß ich gnädig nir ein ——— herr zu in heil, u sollst du bist ich bin weiß, ann ich recken, nden. n allein ne mich schauen „ Und soll der“ Dann n gott, insterb⸗ vor ihm cht, 20. „stärke des to⸗ as grab zu em⸗ t deiner rd alles gefällt, merzen! t Seyn herzen! „ Daß d, Trö⸗ „ Daß Daß ich in XXI. Vom Tode. 111 —— in den letzten stunden, Wann mein mattes herze bricht, Standhaft gehe zum gericht! In voriger Melodie. err, ich hab' aus deiner 234. H treu, Mir zum heil, noch zeit in händen. Gieb, daß ich beflissen sey, Sie auch weiskich an⸗ zuwenden; Denn, wer weiß, wie bald zur gruft Deiner vorsicht wink mich ruft! 2. Unaussprechlich schnell entfliehn Die mir zugezählten stunden! Wie ein traum sind sie dahin, Und auf ewig mir verschwunden; Nur der augenblick ist mein, Deß ich mich noch jetzt kann freun. 3. Laß bei ihrer flüchtigkeit Mich, mein gott, doch nie vergessen, Wie unschätzbar sey die zeit, Die du hier uns zugemessen: Wie, was hier von uns geschieht, Ew'ge folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum fleiß, Eh die zeit des heils verlaͤufen, Mir zur wohlfahrt, dir zum preis, Jede stunde auszukaufen, Die zu meiner seligkeit Deine gnade mir verleiht. 5. Deine schonende geduld Trage mich hier nicht vergebens! Ach ver⸗ gieb mir meine schuld, Daß so manchen theil des lebens Ich zu meiner seele wohl Nicht gebraͤucht so, wie ich soll. 6. Laß mich meine besserung Für mein hauptgeschäfte achten, Und nach meiner heiligung Mit so treu⸗ em eifer trachten, Als erwartete noch heut Mich gericht und ewigkeit. 7. Deine gnade steh mir bei, Daß mein leben auf der erde Reich an tugendfrüchten sey, Und ich reif zum himmel werde. Nahet dann mein ende sich, O so stärk' und tröste mich! Mel. Vater unser im himmelreich. gerr jesu ehrist, mein 235. H herr und gott! Der du erlittest angst und spott, Für mich den tod des kreuzes starbst, Und mir des vaters huld erwarbstz; Ich bitt', kraft deiner todespein: Du woll'st mir sünder gnädig seyn. 2. Wenn ich nun komm' in ster⸗ bensnoth, Und ringen werde mit dem tod; Wenn mir vergehet mein gesicht, Und meine ohren hören nicht; Wenn meine zunge nicht mehr spricht, Und mir vor angst das herze bricht; 5. Wenn mein verstand im dun⸗ keln irrt, Und menschenhülfe kraft⸗ los wird: So steh' im letzten angst⸗ geschrei Mir, herr! mit deiner gnade bei; Verkürze mir des todes qual, Und führ' mich aus dem jammerthal. 4. Laß deinen geist stets bei mir seyn, Und seinen trost mein herz erfreun, Bis sich die seel' vom leibe trennt: Dann nimm sie, herr! in deine händ'; Der leib ruh' in der finstern gruft, bis einst dein gros⸗ ser tag ihn ruft. 5. Dann laß ihn fröhlich aufer⸗ stehn, Und mich dein gnädig ant⸗ litz sehn. Gedenke nicht mehr mei⸗ ner schuld, Gedenk' an deine lieb' und huld: Das leben,(herr! ich traue dir), Verheißt dein eignes wort selbst mir. 6. Vergieb mir nur, herr! meine schuld: Schenk' mir zum kampf muth und geduld, Mach meinen glauben stark und fest, Wann mich die ganze welt verläßt; Und bricht alsdann der tod herein, So laß ihn sanft und selig seyn. Mel. O ewigkeit, du donnerwort. 2 6 Orch bin ja, herr, in dei⸗ 3 ‚ 544. ner macht: Du hast mich an das licht gebracht, Du sor⸗ gest für mein leben. Du kennest meiner tage zahl, Weißt, wann aus diesem thränenthal Mein geist sich soll erheben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Das weißt du, herr des lebens, wohl. 2. Wer Erste Abtheilung. 2. Wer wird in meiner letzten. pein Mich sünder trösten, mich er⸗ freun, Mir muth und hoffnung geben? Wer nimmt sich meiner seele an, Wann ich von dem, was ich gethan, Gott rechenschaft soll ge⸗ ben? Wer ist, der alsdann für mich spricht, Thust du es, o mein heiland, nicht: 3. Mich dünkt da lieg ich schon; ich seh', Daß ich am finstern grabe steh, Mit todesangst umgeben: Der augen licht verdunkelt sich, Und finsterniß umhüllet mich; Ein traum ist dann mein leben. Dort schweigen meine sünden nicht; Sie fordern mich vor dein gericht. 4. Ich hör' bereits des richters ton, Ich sehe mich vor seinem thron, Das urtheil mir zu spre⸗ chen; Ich seh vor seinem angesicht, Ich sehe in dem hellsten licht Die reihe der verbrechen, Die ich in dieser welt gethan; Wer ist's, der mich nun retten kann? 5. Kein geld an arme rettet mich; Und weint ich noch so bitterlich: Es kann mich nicht erlösen. Nein, je⸗ der wird alsdann empfahn Nach Mel. Vater unser im. Ich fühle, daß ich sterb⸗ 2 2. I Hle, welkt, wie gras, dahin. Wer weiß, wie unerwartet bald Des höchsten ruf an mich erschallt: Mensch, kehre wieder in den staub! Wie leicht bin ich des todes raub! 2. Wenn man ins finstre grab mich senkt Und meiner bald nicht mehr gedenkt: So bleibt, was ir⸗ disch ist, zurück, Und hätte gleich der erde glück Mich hier beständig angelacht, Und glänzend vor der welt gemacht. 3. Othorheit! hätt' ich mich ver⸗ kannt, Und nach der erdengüther tand, Nach großem überfluß ge⸗ geizt, Und von dem niedern stolz gereizt, Dem schnöden prunk der eitelkeit Mein herz und mein be⸗ mühn geweiht! 4. Wie viele nimmt dies blend⸗ werk ein! Herr, laß es ferne von mir seyn. Ich übergebe ganz mich dir; Hier bin ich, es geschehe mir Nach deiner weisheit besserm rath, Die nur mein heil zur absicht hat. 5. Der mensch,, der oft ein stol⸗ zer thor, Schreibt kindisch dir oft dem, was er allhier gethan: Nichts schützt alsdann die bösen. Hier ist gott zum verzeihn bereit; Dann übet er gerechtigkeit. 6. Wie soll ich dann, o gott, be⸗ stehn, Wenn du in das gericht willst gehn, Und nach verdienst mir lohnest? Wie kann ich deiner Straf! entfliehn, Mich dir in deiner welt entziehn, Wenn du nicht meiner schonest? Ach, herr, ach geh' nicht in's gericht! Verwirf mich armen sünder nicht! v. Voll reu' und buße such' ich dich. Errette, gott, bekehre mich, Und tilge meine sünden. Geheiligt sey dir meine zeit, Dein dienst sey meine seligkeit. Ach, laß mich gna⸗ de finden! Gieb, daß ich, meiner pflicht getreu! Zum tode stets be⸗ reitet sey. weisheit vor. Du liebst ihn mehr, als er sich liebt; Doch wenn ihm deine hand nicht giebt, Was sei⸗ nem wahne glücklich scheint, So denkt sein herz, du seyst sein feind. 6. Der dich gemacht hat, sorgt für dich! Nicht auf die erde schrän⸗ ket sich Des höchsten große absicht ein: Du sollst, o mensch, unsterb⸗ lich seyn. Dies leben ist ein augen⸗ blick; Ein frühlingstraum, sein längstes glück. hebst uns über welt und zeit. Er⸗ fülle meine ganze brust, Wenn mich die lockung falscher lust, Vom guten abzuführen strebt. Wohl dem, der hier der tugend lebt! ö 3. Die rosen um der laster haußt Verblühen, eh'ihr selav es glaubt. Ihr schändlicher genuß. ich bin; Mein leben 7. Gedanke der unsterblichkeit! Ou h sterb⸗ n leben r weiß, höchsten Nensch, V Wie ib! re grab ld nicht was ir⸗ te gleich eständig vor der nich ver⸗ ngüther fluß ge⸗ ern stolz zunk der nein be⸗ 8 blend⸗ erne von anz mich hehe mir rm rath, sicht hat. ein stol⸗ h dir oft hn mehr, denn ihm Was sei⸗ int, So ein feind. it, sorgt de schrän⸗ ße absicht „unsterb⸗ in augen⸗ um, sein hkeit: Du zeit. Er⸗ „ Wenn ust, Vom Wohl dem, ster haupt es glaubt. entweiht; Und XXI. Vom Tode. 115 —— Und dauert doch nur kurze zeit. Nur freuden, die der himmel nährt, „Sind meiner ganzen sorge werth. Mel. Herr jesu ehrist, mein's leb. Onch weiß, mein ende na⸗ 2 8. 4. het sich: Mit jedem pulsschlag rückt die zeit, Die oft so ungenützt verstrich, Mich nä⸗ her hin zur ewigkeit. 2. Herr, lehre mich der stunden werth, Die du mir zugezählt, ver⸗ stehn; Laß keine, die mir noch ge⸗ hört, Aus leichtsinn ungenützt ver⸗ ehn. 95 Und wann von dir geordnet, dann Die richterliche stund erscheint: So nimm dich meiner seelen an, Du, mein erlöser und mein freund. 4. Verleihe sterbensklugheit mir! Und du erhebst mich wieder. Ich denk' in meiner tiefen noth An dei⸗ ne liebe bis zum tod; Die, die wird mich erhalten. 3. Ich bin an deinem leib ein glied, Des tröst' ich mich von her⸗ zen. Erbarmer, der mich leiden sieht, Du linderst meine schmerzen. Und sterb' ich nun, so sterb' ich dir, Ein ew'ges leben hast du mir Durch dei⸗ nen tod erworben. 4. Du, herr, erstandst, so werd' auch ich Nicht in dem grabe blei⸗ ben; Ja, deine auffahrt lehret mich Die todesfurcht vertreiben. Wo du bist, da komm ich auch hin, Daß ich bei dir stets leb' und bin. Ich gehe hin mit freuden. 5. Dein bin ich, dein in ewigkeit. Mich soll das grab nicht schrecken. Ich ruh: nach kurzer zwischenzeit Von eitelkeiten abgewandt, Sey Wirst du mich auferwecken. Dann meine seele ganz bei dir, Der für will ich dir, o gottessohn, Du mich starb und auferstand. 5. Mich stärk', ob auch mein herz erbebt, Das felsenfeste glaubens— wort: Ich weiß, daß mein erlöser lebt; Sein bin ich ewig hier und dort. 6. Es sey mein herzlicher entschluß, Mein leben meiner pflicht zu weihn, menschenfreund, vor deinem thron Mit freudenliedern danken. Mel. Jesus, meine zuversicht. eine lebenszeit ver⸗ 240. M streicht„ Stündlich eil' ich zu dem grabe; Und was Und bei zufriedenem genuß, Mich ist's, das ich vielleicht Allhier noch dankbar gottes zu erfreun. 7. Mein ende kommt früh oder spät, Wie es mein weiser vater schickt, In dessen hand mein leben steht; Ich weiß, daß mirs mit jesu glückt. Mel. Wenn mein stündlein vorh. 2 st nun auch meine stun⸗ 39. de da, Von dieser welt zu scheiden: So sey mit deiner hülfe nah, Du treuster freund im leiden! Nimm du dich meiner see⸗ len an, Dir übergeb ich sie alsdann O jesu, mein ersöser. 2. Sind meine sünden dann vor mir, Drückt ihre last mich nieder: So ist mein seufzen auch vor dir, zu leben habe? Denk, o mensch, an deinen tod, Säume nicht, denn eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben. Güther, die du hier erwirbst, Wür⸗ den, die dir menschen gaben, Wer⸗ den dich dann nicht erfreun; Diese güther sind nicht dein. 3. Nur ein herz, das gutes liebt; Nur ein ruhiges gewissen, Das vor gott dir zeugniß giebt, Wird dir deinen tod versüßen; Dieses herz, von gott erneut, Giebt im tode freu⸗ digkeit. 4. Wenn in deiner letzten noth Freunde hülflos um dich beben: Dann wird über welt und tod Dich dies reine herz erheben. Dann er⸗ 5 schreckt 114 Erste Abtheilung. — schreckt dich kein gericht, Gott ist 5. Nun, liebster vater! wann ich deine zuversicht. sterbe, So nimm du meinen geist 5. Ueberlaß des todes zeit Gott zu dir. Denn, bin ich nur dein allein, und bet' und wache, Daß er kind und erbe, Und hab' ich jesum dich zur ewigkeit Fertiger im guten nur bei mir; So gilt mirs gleich mache. Uebe dich, recht fromm zu und geht mir wohl, Wann, wie seyn; Lerne, dich des todes freun. und wo ich sterben soll. 6. iwei 53 durch c mläu⸗ ö Sprich: ich weiß, an wen ich gläu⸗ ů ö bez un weiß, 10 werd ihn Mel. Christus, der ist mein leben. schaun Einst in diesem meinem ein jesus i in 1. 1006. Er, der rief es ist vollbracht, 2 4 2. M ben, Meittschende Nahm dem tode seine macht.„tod mich hin Was sollt' ich ängst⸗ 7. Tritt im geist zum grab oft lich beben? Der tod ist mein ge⸗ hin, 9. 5., doh ach erde O winn. Sprich: herr, daß ich erde bin. 2. Wer an ihn glaubt wird selig; Lehre du mich selbst bedenken; DahDies wort sieht ewig fest O. ich täglich weiser sey, Bis zum tode freuden sind unzählig, Die es mich dir getreu. hoffen läßt. —27—ã gehẽ 11 U, Won frieden u dir, o jesu christ, on dir stetz Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. ungeschieden, Der du mein— der bist. ein gott! ich weiß k. Du kennest meinen glauben 241. Mwoh, daß ich ster⸗ uUnd keine furcht noch Dein Sal be; Ich bin ein mensch, der bald mir dies kleinod rauben: Ich biz vergeht; Und finde hier kein sol⸗Uund bleibe dein. ches erbe, Das ewig dauret und 5. Durch ihn bin ich gereinigt, besteht. Drum zeige mir un gnaden Durch ihn mit gott versöhnt, Durt an, Wie ich recht selig sterben kann. ihn dir fest vereinigt Und bald mi 2. Mein gott! ich weiß nicht preis gekrönt. wann ich sterbe, Kein augenblick 6. Wer kann dich g'nug erheben! geht sicher hin; Wie bald zerbricht Du hast, sohn gottes, dich Fir doch eine scherbe! Die blumen müs⸗ uns dahin gegeben, Und, waß sen bald verblühn. Orum mache mir! auch für mich. du mich stets bereit Hier in der 7. Geheilt ist nun mein schadt zeit zur ewigkeit.* Im himmel ist mein theil. Otheun 3. Mein gott! ich weiß nicht wie hohe gnade! Ounaussprechlich heil ich sterbe, Dieweil der tod viel wege. Zu dir, herr, will ich flehen hält; Dem einen wird das scheiden So lang'ich lallen kann; Du kam herbe, Wenn jener sanft und ruhig mein inn'res sehen, Und nimm fällt. Doch wie du willst, gieb nur auch seufzer an. dabei, Daß ich wohl zubereitet 9. Du selber hilfst mir ringen, N sey. u. Mein gott! ich weiß nicht, wo durchzudringen; Und dann bleih ich sterbe, Und welcher sand mein sich bei dir. grab bedeckt. Doch wenn ich nur 10. O wohl wir! ich vollend das heil ererbe, Daß mich dein Vielleicht bald meinen lauf, Un wort zum leben weckt: So kann geb' in deine hände Den geist; N dies mir gleichgültig seyn, Die erd' nimmst ihn auf. ů ist allenthalben dein. ‚ mächtig hilfst du mir, Ins lebs e M. ann 10 en geist ur dein ch jesum s gleich in, wie leben. ö mein le⸗ chon der ch ängst⸗ nein ge⸗ rd selig; est; Dil e es mich t frieden dir stets lein bru⸗ glauben, dein Soll Ich bin gereinigt, nt, Durch d bald mi erheben! dich Fir nd, woh in schad O theun chlich heil ich flehen Du kann ud nimm ingen, Al Ins lebs hann bleil. ch vollend lauf, Un n geist z N M. XXI. Vom Tode. 12⁵5 — Mel. Ich hab' mein sach' gott ꝛc. ein leben steht in got⸗ 243. Metes hand; Er thu', was er mir heilsam fand! Er zählte mir, so wie mein haar, Schon eh' ich war, Auch meine lebensstunden dar. 2. Ich nütze mit zufriedenheit Die tage meiner sterblichkeit. Wie vä⸗ terlich versüßt sie gott! Doch müh' und noth Sind ihr gefolg', und dann der tod. 3. Die blume pranget und fällt ab: So blüht der mensch und sinkt ins grab. Nicht jugend schützt, nicht stand noch geld; Nichts in der welt Ist, was ihn dafür sicher stellt. 4. Wer rüstet mich mit muth und kraft Auf's ende meiner pil⸗ gerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, O herr, kömmt muth und ruhe mir. 5. Du bringst mich, steh' ich nur bereit, Zum sichern glück der ewig⸗ keit, Wo man des kurzen grams vergißt, Wo mancher ehrist Schon froh voran gegangen ist. 6. Froh werd' auch ich, wenn's dir gefällt, Ein bürger der vollkomm⸗ nen welt. Den meinen sag' ich auf dein wort: Gott, unser hort, Ver⸗ eint uns bald auf ewig dort. 7. Den trost, o jesu! dank' ich dir; Du brachtest ihn vom himmel mir. Du hast gesaget: ihr seyd mein, Auch ihr sollt seyn, Wo ich bin, und euch ewig freun. Mel. Herr jesu christ, mein's ꝛc. 2 O der du einst gestorben +4. bist, Nun ewig lebest, jesus christ! Mein herz erhebt sich ganz zu dir, Und ruft und schreit: sey gnädig mir! 2. Des lebens letzte stunde naht, Mein leib und jedes glied ist matt; Doch dich, der neu beleben kann, Bet' ich mit frohem glauben an. 3. Dein wahres wort, herr, sey mein licht! Mein glanben an dich wanke nicht; Mein herz verlange nur nach dir; Und deine huld sey alles mir. 4. Und wann des grabes dunkle nacht Dem schwachen herzen bange macht: So rufe du dem herzen zu: Ich lebe, leben sollst auch du! 5. Mein trost sey, wann der tod mir dräut, Unsterblichkeit! unsterb⸗ lichkeit! Wer an dich glaubt, der stirbet nicht; Ihn schreckt kein grab und kein gericht. 6, Der erde schnell vergänglich's glück, Und allen schmerz laß ich zurück; Dring' ewig, frei von aller noth, Ins freudenleben durch den tod. 7. Der gott, der mich so zärtli liebt, Der vater, der so Bern— giebt, Vergiebt nach seiner großen huld, Mir die mit ernst bereu'te schuld. 8. Herr! viel vergebung ist bei dir. Ja, du vergiebst, herr jesu, mir; Verzagen müßt' ich ohne dich, Du aber, jesus, tröstest mich. 9. Für mich vergossest du dein blut; Was ich verdorben, machst du gut; Von jeder sünde machst du rein: Vom tode kannst du mich befrei'n. 10. Ich werfe mich in deinen schooß, Herr! herr! denn deine huld ist groß: Du nimmst gebeugte sünder an, Und hilfst, wo niemand helfen kann. 11. Mich leitet deine treue hand Sanft hin ins beßre vaterland. Ich sterb', um, heiland, dich zu sehn; Ich sterb', um herrlich auf⸗ zustehn. 12. Zu frommen seelen eil' ich hin, Wenn ich dir ganz ergeben bin. Und wen mir früh der tod geraubt,‚ Den find' ich, hat er dir geglaubt. 15. O, frohe aussicht, nahes ziel! Wie warten mein der freuden viel! Wie selig bin ich, wenn mein geist Sich dieser hütte bald entreißt! H 2 Mel. Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. 2 Sẽeidi⸗ gott! sind die, 45. die nun Schon im friedenvollen grabe Von des lebens arbeit ruh'n, Und sich deiner größ⸗ ten gabe, Eines ew'gen lebens freun. Möchten wir es auch schon seyn. 2. Doch du willst's; wir leben noch Mühsam hier in pilgerhütten. Alle trugen einst dies joch, Die des lebens kron'erstritten. Endlich aber führt der tod Uns auch hin zu dir, o gott! 3. Jesus selber lebte hier Vormals auch in pilgerhütten. Noch unend⸗ lich mehr, als wir, Hat er auf der erd' gelitten. Laß uns gläubig auf ihn sehn, Und durch ihn im kampf bestehn. 4. Was ist diese lebenszeit? Ach! nur eine kurze stunde, Gegen jene ewigkeit. Gleichwohl kömmt auf diese stunde, Die gott noch verkür⸗ zen kann, Unser ew'ges schicksal an. 5. Gieb uns weisheit, herr, und kraft, Diese stunde wohl zu nützen; Und beim schluß der pilgrimschaft Wollest du uns unterstützen, Daß wir freudig auf dich sehn, Und getrost zum tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der welt, Daß du uns wirst auferwek⸗ ken: Diese kraft der bessern welt Laß uns, wann wir sterben, schmek⸗ ken, Flöß' uns muth und ruhe ein, Selbst im tode froh zu seyn. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruh'n, Zu den todten gottes gehen: Woll'st du mehr noch an uns thun, Als wir bitten und verstehen. Auch für unsre todesnacht Riefst du einst: es ist vollbracht! Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 246 Sêlis sind des himmels — erben, Die todten, die im herren sterben, Zur aufer⸗ stehung eingeweiht! Nach den letz⸗ Erste Abtheilung. ö mers folgt entzücken, Folgt wonne der unsterblichkeit! Im frieden ru⸗ ö hen sie, Los von der erde müh'! Gelobt sey gott! Vor seinem thron, Zu seinem sohn, Begleitet ihre tu⸗ gend sie. Eigene Melodie Nr. 9. 24 Wosorofrde ängstlich ö 7. ö für dein leben? Es gott gelassen übergeben, Ist wahre ruh' und deine pflicht. Du sollst es lieben, weislich nützen, Es dank⸗ bar, als ein glück, besitzen, Ver⸗ lieren, als verlörst du's nicht, 2. Der tod soll nicht dein herz er⸗ schrecken; Doch, dich zur weisheit zu erwecken, Soll er dir stets vor augen seyn. Er soll den wunsch zu leben mindern; Doch dich in deiner pflicht nicht hindern, Vielmehr dir kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen pflich⸗ ten: So laß den tod dich unterrich⸗ ten, Wie wenig deiner tage sind. Sprich: sollt' ich pflichten wohl verschieben? Nein, meine zeit, si auszuüben, Ist kurz, und sie ver⸗ fliegt geschwind. 4. Denk' an den tod, wenn böse triebe, Wenn lust der welt und ihn liebe Dich reizen, und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben, Und könnt' ich auch dil welt ererben, Beging' ich doch solh übel nie. 5. Denk an den tod, wenn ruhn und ehren, Wenn deine schätze sich vermehren, Daß du sie nicht so hef⸗ tig liebst. Denk' an die eitelkeit de⸗ erden, Daß, wann sie dir entrisseh werden, Du dann dich nicht s sehr betrübst. 6. Denk' an den tod bei frohth tagen. Kann deine lust sein bih vertragen: So ist sie gut und un schuldsvoll. Sprich, dein vergut gen zu versüßen: Welch glück wen ich erst dort genießen, Wo s ten augenblicken Des todesschlum⸗ unendlich leben soll! 7. Den * 7. nem reiche hier, wenn ist eil des h 8. 8 komn nes f. hoffn. von e bald, mir d 9— rotter gend aupt gott! lich i sie ni 10. Den So u scheur im kl gute suchu el 24 eir ei nicht det z; schlur lieben weing * den g et, Daß trösta thrän mein * hier, 2— noch —— wonne den ru⸗ e müh'! nthron, ihre tu⸗ 9. ängstlich hen? Es st wahre 1sollst es Ls dank⸗ n, Ver⸗ nicht. herz er⸗ weisheit stets vor ounsch zu in deiner lmehr dir len pflich⸗ unterrich⸗ tage sind. ten wohl e zeit, si üd sie ver⸗ wenn böse t und ihre ersticke sie noch heute Nauch die h doch solh venn ruhm schätze sih icht so heß eitelkeit dil ir entrissah ch nicht s bei frohch st sein bih ut und us ein vergut glück wei Wo i 7. Desl * XXI. Vom Tobe. 117 s; 7. Denk' an den tod, wenn dei⸗ nem leben Das fehlt, wornach die reichen streben; Sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir, wenn ich in christo sterbe, Dann ist ein unbeflecktes erbe, Dann ist des himmels reichthum mein. 6. Denk' an den tod, wenn leiden kommen; Sprich: alle trübsal ei⸗ nes frommen Ist zeitlich und durch hoffnung leicht. Ich leide; doch von allem bösen Wird mich der tod bald, bald erlösen; Er ist's, der mir die krone reicht. 9. Denk' an den tod, wenn freche rotten Des glaubens und der tu⸗ gend spotten, Und lasterstolz ihr haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: gott trägt die spötter; Doch end⸗ lich ist für sie kein retter, Wenn sie nicht hier noch in sich gehn. 10. So suche dir in allen fällen Den tod oft lebhaft vorzustellen; So wirst du ihn nicht zitternd scheun: Dann wird er dir ein trost im klagen, Ein weiser freund in guten tagen, Ein schild in der ver⸗ suchung seyn. Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. ö Du kommst, erwecker! deine macht, Die ihn aus nichts hervorgebracht, Kann auch aus staub ihn bauen. k. Wie könnt' ich trauren, daß im tod Mein leib zu staub vermodert? Wie könnt' ich klagen, da ihn gott Vom tode wieder fodert? O hoff⸗ nung, daß nach kurzer ruh Mein leib erwacht, wie groß bist du Und welch ein trost im tode! 5. Des todes schmerzen, gott, will ich, Wann er nun kommt, nicht achten; Mit glaubensvollem blick auf dich Nach meinem ziele trachten, Und mich dem tode freu⸗ dig nahn, Mein himmlisch kleinod zu empfah'n, Das jesus mir er⸗ worben. In eigener Melodie. oder: Wer nur den lieben gott ꝛc. 249 er weiß, wie nahe mir X mein ende! Die zeit geht hinz es kommt der tod. Ach, wie geschwind, ach, wie behende Kann kommen meine todesnoth! Mein gott! ich bitt' durch christi blut, Mach's nur mit meinem ende gut. 2. Es kann vor nacht leicht an⸗ 2 8 Won einst mein ster⸗ 4 bend auge bricht, ders werden, Als es am frühen Mein letzter hauch verschwindet, morgen war; Mein leib erstarrt, und selbst es auf der erden, nicht, Daß er entschläft, empfin⸗ det; Wann um mich, den ent⸗ schlummernden, Gott, alle meine lieben stehn, Und traurig zu dir weinen: 2. Dann, vater, nimm ihn auf, den geist, Der freudig zu dir flie⸗ het, Der dankbar deine güte preist, Daß er den tod nicht siehet: Und tröste, die betrübt um mich Mit thränen klagen; laß sie sich Mehr meiner wonne freuen! 3. Mein hingefall'ner leib bleibt hier, Ihn wird das grab verschlie— ben. Wohl mir! das grab wird den⸗ noch dir Ihn wieder geben müssen. So lang' ich lebe Leb' ich in steter tod'sgefahr. Mein gott ꝛc. 3. Herr! lehr' mich stets ans ende denken, Und laß mich, eh' ich ster⸗ ben muß, Das heil der seele wohl bedenken, Ja nicht verschieben meine buß'. Mein gott ꝛc. 4. Laß mich doch bald mein haus bestellen, Daß ich bereit sey für und für, Und sagen könn' in allen fällen: Herr: wie du willst, so schick's mit mir. Mein gott ꝛc. 5. Gieb mir ein brünstiges verlan⸗ gen, Nach deinem himmel; laß o gott, Mich fest an meinem heiland hangen: So überwind' ich leicht den tod. Mein gott ꝛc. H 5 6. Ach 118 Erste Abtheilung. 6. Ach vater! deck all meine sün⸗als ein erbe Der seligkeit, auch de Mit dem verdienste christi zu, sterbe So freudig wie ein frommer Damit ich hier vergebung finde, stirbt. Und dort bei dir vollkommne ruh. Mein gott ꝛc. ü 7. Richts ist's, das mich von jesu Mel. Ermuntre dich, mein schwach. scheide, Nichts, es sey leben oder&I Wiedas dielh 0 Don — as zie er wall⸗ tod; Er bleibt im leiden meine freude, Mein schutz, mein alles in fahrt auf der erde! Ob ich noch we— der noth. Mein gott ꝛc. nig oder viel An tagen zählen wer⸗ 8. So komm mein end' heut oderde, Das weiß ich nicht; du weistz morgenz Ich weiß, daß mir's mit allein. Ich kann vielleicht der näch jesu glückt. Er ist's, der mich in ste seyn, Vom abgekürzten leben allen sorgen, Er ist's, der mich im Ein beispiel abzugeben. tod erquickt. Drum glaub' ich fest: 2. Befrei mich, gott, von wahn durch christi blut Machts gott mit und dunst, Von irdischen beschwer— meinem ende gut. den, Und lehre mich die grast kunst, Bei Aswei klug zu wer— den. Nur der ist weise, der bedenkt Mel. In allen meinen 9 7 Wie viel von seinem tod abhängt 25⁰ Wie sanft sehn wir den Und der dazu in zeiten Sein hen der inn Emnen, Sich se bald sucht zu bereiten. entnommen, Sich seinem ů 510 7 ziele nahn! Wo sich des lebens Wein abtge uiers sch tehe, I freuden Vom frechen sünder schei⸗nicht der 19 itlust itles Diel. 0 den, Da gehn des christen freu⸗ eltlust eities spiet Ma⸗ den an. schwaches herz bethöre. Und sieh 2. Er freut sich auf sein ende, Und nucht den bte 195 Leteitt* hebt voll dank die hände Zu seinem. 2 5 ed n wollst du, herr! in zeiten Auf soh vater auf. Gesichert vor verderben, schen weg mich leiten Kann er nun fröhlich sterben. Nach.*— einem wohl vollbrachten lauf. 4. Daß ich mich vor der kalt 3. Sein ruhiges gewissen Bebt hand Des todes nicht entfärbe: nicht vor finsternissen Der bahn, die mache mich mit ihm bekannt Vah er nicht kennt. Die schreckensvollen her, noch eh ich sterbe. Taß ui pfade Erleuchtet ihm die gnade Des sein bild vor augen seyn, Damiti gottes, den er vater nennt. lerne sünden scheun, Die das 4. Kein angstgeschrei mit thränen, wissen schrecken, Und todesfult Kein unruhvolles stöhnen, Quält erwecken. sein gelaßnes herz. Es ist zu gott 5. Gieb, daß ich dich mit frohs erhoben, Empfängt den trost von muth, Als meinen gott betracht oben, Und fried' und freude in Hingegen freunde, glück und guth dem schmerz. Nicht als mein eigen achte: E 5. Er segnet froh die seinen, Die wird mein tod mir angenehm, I um sein lager weinen, Ermahnt schlaf mir seyn, und nichts vonde und tröstet sie; Und seiner treue Was du mir hier verliehen, Mi wegen, Erfüllt gott seinen segen. herz zur erde ziehen. Und weichet auch von diesen nie. 6. Laß des erlösers herrlichkeit g 6. Gott! laß mich ernstlich stre⸗hoffnung mich erquicken, Und u ben, So in der welt zu leben, Wie ten in der dunkelheit Mich dill man dies glückerwirbt; Damit ich, trost erblicken. Dann nimm, hen 1 2...— nach! aus d reich ersche Mel . 25⁰ Want freun Alsde Von Enifl Inni⸗ Scho zum 2. 8 Mein schau sey di allerl dadu— hirt, sehne auf i 3. de ni auge melt. mach brach melt. le N Laß 4. 2 Ich b An d ich v XXI. Vom Tode. 119 2. n t, auch rommer schwach. st, herr! er wall⸗ noch we— len wer⸗ u weist'z der näch⸗ en leben bon wahn beschwer— die großth zu wer— r bedenkt abhängt, Sein hen steckte zil hre, Da piel Mesl Und sieh hritt Nol tritt: in Auf soh der kaltt⸗ tfärbe: kannt Voh Laß mi⸗ „Damitit Die das ge todesfurt mit frohh t betracht ick und guh achte: genehm/ chts vonde iehen, M rlichkeit R en, Und m Mich dill nimm, hen —.— nach vollbrachtem lauf, Den geist aus dieser hütte auf, Die einst im rei der deinen Wird neugebaut erscheinen. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 82 ie wird mir dann, 25 mein heiland, seyn, Wann ich, mich deiner ganz zu freun, In dir entschlafen werde! Alsdann werd' ich auch ganz befreit Von sünde und von sterblichkeit, Entfliehen dieser erde. Freu' dich Innig, Meine seele, Und erwähle Schoͤn hienieden, Was dir dient zum ew'gen frieden. 2. Besiege denn des todes graun, Mein geist, er ist ein weg zum schaun In jenem bessern leben. Er sey dir nicht mehr fürchterlich! Zum allerheiligsten wird dich Der herr dadurch erheben. Hier wird Dein hirt, Nach den thränen, Nach dem sehnen, Dich erlösten, Völlig und auf immer trösten. 3. Herr, herr! ich weiß die stun⸗ de nicht, Die mich, wann nun mein auge bricht, Zu deinen todten sam⸗ melt. Vielleicht umgiebt mich ihre macht, Eh' ich dies flehen noch voll— bracht, Mein lob dir ausgestam⸗ melt. Mach mich Fertig! Ich befeh⸗ le Meine seele Deinen händen; Laß mich meinen lauf gut enden. 4. Vielleicht sind meiner tage viel; Ich bin vielleicht noch fern vom ziel, An dem die krone schimmert. Bin ich von meinem ziel noch weit, So sey mein leben dir geweiht, Bis einst mein leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir Ganz mein leben Zu ergeben, Daß ich droben Dich ohn' ende könne loben. 5. Wie wird mir dann, mein hei— land, seyn, Wann ich, mich dei⸗ ner ganz erfreun, Dich dort anbä⸗ ten werde! Dann bin ich frei von sünd und leid. Ein mitgenoß der herrlichkeit, Nicht mehr ein mensch von erde. Preis dir! Daß mir Durch dein leiden Jene freuden Offen stehen! Ewig will ich dich erhöhen! Mel. Mitten wir im leben sind. ir, der erde pilger, 253. W sind Mit dem tod umfangen. Ach! wer nimmt sich un⸗ ser an, Daß wir gnad' erlangen? Das thust du, herr, alleine. Es reut uns unsre missethat, Die dich herr, erzürnet hat. Heiliger schö⸗ pfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barmherziger tröster! Du ewiger gott! Laß uns gnade finden, Mach uns recht zum tod bereit; Erbarm dich unser! 2. Bei dem sterben werden uns Unsre sünden schrecken; Ach! wer wird, wer wird uns dann Vorm ge⸗ richte decken? Das thust du, herr, alleine. Denn wegen unsers hei⸗ lands tod Finden wir nun gnad' bei gott. Heiliger schöpfer, gott! Hei⸗ liger mittler, gott! Heiliger, barm⸗ herziger tröster! Du ewiger gott! Sey voͤn uns nicht ferne In der al⸗ lerletzten noth; Erbarm dich unser! 3. AÄAch! wann uns in dieser angst Unsre sünden treiben: Wo, wo fliehen wir dann hin, Daß wir sicher bleiben? Zu dir allein, ver⸗ söhner! Vergossen ist dein heiligs blut, Das g'nug für die sünde thut. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barmher⸗ ziger tröster! Du ewiger gott! Hilf uns überwinden Durch des rechten glaubens kraft, Erbarm dich unser! XXII Von 120⁰0 Erste Abtheilung⸗ XXII. Von der Auferstehung der Todten. Mel. Was gott thut, das ist ꝛc. 25⁵5 nch freue mich der frohen 4.——— zeit, Da ich werd' auf⸗ erstehen. Dann werd' ich in der herrlichkeit Dich, gott, mein hei⸗ land, sehen. Dann werd' auch ich,‚ O herr! durch dich, Vereint mit allen frommen, Zur ew'gen ruhe kommen. 2. Ja, herr, du führst sie einst heran, Die stunde der erlösung: Die stunde, da ich hoffen kann Trost, freiheit und genesung! Da, engeln gleich, Im himmelreich Ich ewig werde leben, Mit herrlichkeit umgeben. 5. Der du die auferstehung bist, Du bist's, auf den ich traue! Ich weiß, daß ich durch dich, herr christ, Einst auferweckt, dich schaue. Auch werd' ich nicht Vor dein gericht, Wie die, die dich verschmähten, Mit angst und schrecken treten. 4. Ich hoffe dann mit freudigkeit Vor dir, mein haupt, zu stehen, Und mit dir in die herrlichkeit Frohlockend einzugehen. O hilf mir doch Aus gnaden noch, Zum glück der ewigkeiten, Mich würdig zu bereiten. ö Mel. Christus, der ist mein leben. Ich geh' einst ohne beben 255. Zu meinem tode hin; Denn christus ist mein leben Und sterben mein gewinn. 2. Ich scheue nicht die schrecken Der freudenleeren gruft; Der wird mich auferwecken, Der mich zum grabe ruft. 5. Und rief mich, abzuscheiden, Auch heute schon mein gott: So geh' ich hin mit freuden, Und sterb' auf sein gebot. 4. Ich hoff' ein beßres leben, Das nimmermehr verfließt. Ein leib wird mich umgeben, Der ewig herrlich ist. 5. Dann eil'ich dir entgegen, Mein triumphirend haupt! Und seh' ent⸗ zückt den segen Des heils, dasich geglaubt. In bekannter Melodie. 256 CGesus, meine zuversicht, Lebt, und ich soll mit ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht Sich mein herz zufrieden ge⸗ ben, Was die lange grabesnacht Mir auch für gedanken machts? 2. Jesus, mein erlöser, lebt, Und ich kann ihm sicher trauen, Daß er mich zu sich erhebt: Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch dies haupt ein glied, Das es einst nicht nach sich zieht? ö 3. Ich bin durch des glaubens band Zu genau mit ihm verbunden. Er, der auch den tod empfand, Hat für mich auch überwunden. Er er⸗ stand; und einst erwacht Auch mein leib durch seine macht. . Ich bin staub, und muß daher Wiederum zu staube werden. Die⸗ ses weiß ich; aber er Weckt mich wieder aus der erden, Daß ich in der herrlichkeit Bei ihm sey 0 ewigkeit. ö 5. Da wird mich, statt dieser haut, Ein verklärter leib umgeben, Für die neue welt gebaut, Und ge⸗ schickt zum bessern leben; Und in diesem leib seh' ich Meinen jesum ewiglich. 6. Dann werd' ich in hellem licht, Seine große lieb' erkennen; Und wie freudig werd' ich nicht Ihn dann meinen retter nennen, Wann er von der sterblichkeit Nun auf ewig mich befrei't! 7. Was verweslich ist, vergeht; Fleisch und blut kann gott nicht sehen. Irdisch wird mein leib ge⸗ sä't, Himmlisch wird er auferstehen. Erst verweset mein gebein; Dann wird's unverweslich seyn. t ö ‚ ö v hier Mel 2⁵ todes reich sich a haup sollen ihm 2. hält Das Selb bin den ihr 5. raub Und Sich du, deine lebe 1. dan hen] ehre gehe bes verk νπ⁰⁰⁰bu E 2 — * e. Hhersicht, soll mit 3 sollte den ge⸗ Hesnacht cht? bt, Und Daß er m sollte Uch dies nst nicht laubens bunden. id, Hat Er er⸗ uch mein uß daher n. Die⸗ ckt mich — iß ich in sey in ü t dieser mgeben, Und ge⸗ Und in »n jesum em licht, nz Und cht Ihn „ Wann Nun auf vergeht; ott nicht leib ge⸗ ferstehen, n3 Dann 8. Seyd XXII. Von der Auferstehung der Todten. 121 8. Seyd getrost und hocherfreut! Jesus kennt uns, seine glieder. Christen wehrt der traurigkeit! Sterbt ihr, jesus ruft euch wieder. Dann verlassen wir die gruft, Wann uns gott aus solcher ruft. 9. Wo ist dein triumph, o tod? Rimm den staub hin; ohne grauen Folgen wir, wir werden gott Und auch unsern jesum schauen. Dann wird schwachheit und verdruß Lie⸗ en unter unserm fuß. 10. Laßt uns nur den geist erheb'n Von den lüsten dieser erden, Und uns schon hier dem ergeb'n, Dem wir dorten ähnlich werden! Denn wer seiner sich will freun, Muß hier rein und heilig seyn. Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. Rein heiland lebt; er 257. M hat die macht Des todes ganz bezwungen, Und sieg⸗ reich aus des grabes nacht Zu gott sich aufgeschwungen. Er ist mein haupt; sein sieg ist mein. Sein soll mein ganzes leben seyn, Und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein wort hält, Den tod, o jesu! schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, Selbst bei der gräber grauen. Ich bin getrost und unverzagt, Weil du den deinen zugesagt: Ich leb' und ihr sollt' leben. 3. Wird gleich mein leib des todes raub; Er wird doch wieder leben, Und einst aus der verwesung staub Sich neugebild't erheben, Wenn du, o großer lebensfürst, Einst deinen todten rufen wirst, Zum leben aufzuwachen. 41. Wie froh und herrlich werd' ich dann Vor dir, mein heiland, ste⸗ hyen! Dann nimmst du mich mit ehren an: Läßt in dein reich mich gehen. Forthin von keiner last beschwert, Hingegen herrlich ganz verklärt, Leb' ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein sel'ges theil ist mir In jener welt bereitet! Der freuden fülle ist bei dir. Von dir, o herr, geleitet, Werd' ich in deinem him melreich Unsterblich, deinen engeln gleich, Vollkommne lust genießen. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, Die dir hier folgen, leben, Und ewig frei von schmerz und müh, Von seligen umgeben, Genießen deiner herrlichkeit. O was sind lei⸗ den dieser zeit, Herr, gegen jene freuden! 5. Laß die zukünft'ge herrlichkeit Mir stets vor augen schweben; Und oft in dieser prüfungszeit Mein herz dahin erheben, Wo keine schwachheit uns mehr drückt, Wo wir, der sterblichkeit entrückt, Froh⸗ lockend vor dir wandeln. 3. Erwecke mich dadurch zum fleiß, Der tugend nachzustreben, Und als ein christ, auch dir zum preis, Nach deinem wort zu leben. ich hier noch noth und schmerz, So tröste selbst damit mein herz: Es kömmt ein beßres leben. Mel. Wachet auf! ruft uns die ꝛc. Rachet auf! ruft einst 258. Wẽ die stimme, Des soh⸗ nes gottes allmachtsstimme: Ver⸗ laßt, ihr todten! eure gruft! Wa⸗ chet auf, erlös'te sünder! Versam⸗ melt euch, ihr gotteskinder! Der welten herr ist's, der euch ruft. Des todes stille nacht Ist nun vorbei, erwacht, Und lobt den herrn! Macht euch bereit Zur ewigkeit! Sein tag, sein großer tag ist da! 2. Erd' und meer und hölle beben,‚ Die frommen stehen auf zum leben, Zum neuen leben stehn sie auf! Ihr versöhner kömmt voll klarheit, Vor ihm ist gnade, treu' und wahrheit, Des glaubens lohn krönt ihren lauf. Licht ist um deinen thron Und le⸗ ben, gottes sohn! Preis dir, hei⸗ land! Erlöser! dir, Dir folgen wir, Zu deines vaters herrlichkeit. H 5 3. Ew'⸗ Und fühl' —.—ß7ß7'— 12 Erste Abtheilung. — 2 5. Ew'ges lob sey dir gesungen! Wir sind zum leben durchgedrun⸗ gen! Am ziel sind wir beim großen lohn. Christus strömt der freuden fülle Auf uns, wir schaun ihn ohne hülle, Ihn, unsern freund und got⸗ tessohn! Kein auge sahe sie, Dem ohr erscholl sie nie, Diese wonne! In ewigkeit Sey dir geweiht, Herr! unser dank und lob und preis! Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 1. arum erbebst du, mei⸗ 259. W ne seele, Bei dem gedanken an das grab? Nicht dich umschließt einst seine höhle, Nur deine hütte sinkt hinab. Sie schuf der allmacht wink aus staub, Drum wird sie der verwesung raub. 2. Du, zur unsterblichkeit erlesen, Schwingst dich empor zu gottes licht, Und schaust den ursprung aller we⸗ sen Von angesicht zu angesicht; Be⸗ wunderst deines gottes macht In jener welten bau und pracht. 3. Dann, seele, wirst du das ver⸗ stehen, Was hier kein weiser mund erklärt: Was hier vollkommen ein⸗ zusehen, Des wissens trieb umsonst begehrt. Dann täuscht dich wahn und irrthum nicht, Und selbst die finsterniß wird licht. 4. Dann wirst du den, ach, den erblicken, Den hier allein der glau⸗ be sieht; Den, der dich ewig zu beglücken, Für deine sünd' am kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein wahn, kein spott Dich hier getrennt von deinem gott. 5. Wenn nun der tag des herrn erscheinet Verläßt dein leib der grä⸗ ber ruh. Zum zweitenmal mit dir vereinet Wird er unsterblich, so wie du. O seele, zittre darum nicht, Daß deiner hütte bau zerbricht! Mel. Befiehl du deine wege. oder: Valet will ich 02 gebengc. enn einst in meinem 260. Wẽĩ grabe Des todes stille nacht Ich durchgeschlummertt habe, So weckt mich jesu macht, Giebt diesem leib aus staube Deh himmels herrlichkeit. O trost! den mir der glaube An gottes wort ver⸗ leiht! 2. Es soll mir diesen glauben, ODn fest, als felsen, ruht, Kein spötter jemals rauben, Kein feind, kein zweifelmuth. Es mag der unchrish beben, Sinkt er in tod und gruft; Ich kenn' ein neues leben, Wozu mich jesus ruft. 3. Den heiden hier auf erden War dieser trost verdeckt, Daß wir der⸗ einstens werden Aus tod und grah erweckt. Sie, die das licht nicht hatten, Das uns der tag gebracht, Umgaben todesschatten Und furcht der/ aar, 4. Des spötters kühnes lachen Beschimpft ihn selber nur. Es sind gar leichte sachen Dem schöpfer der natur, Den leib neu zu beleben, Den er aus staub erschuf? Ihm klarheit auch zu geben Durch seiner allmacht ruf. 5. Aus saamen, den wir säen, Läßt gott ja alle jahr Die neue fruchtentstehen, Die in dem keime war. Es wächset jede blume Aus ih⸗ rer saat hervor: Zu seiner allmacht ruhme Steht sie in neuem flor. 6. Kann gott denn nicht auch ma— chen, daß einst aus tod und gruft Die glieder neu erwachen, Wann seine stimme ruft? Es werden diese glieder, Wie saamen, aus⸗ gesät. Gott will: sie leben wie⸗ der; Der neue leib entsteht. ö 7. Ich frag' nicht nach dem spotte Verwegner zweifeler, Und weiß von meinem gotte: Er ist des todes herr. Daß todte leben sollen, Ruht ganz in seiner macht, Und sollt' er nicht auch 142—— Daß einst mein eib erwacht? 8. Ole. vege. benge. meinem todes mmert macht, be Ded st! den ort ver⸗ sen, Der spötter d, kein unchrist pgruft: Wozu en War pir der⸗ nd grab ht nicht ebracht, d furcht lachen Es sind pfer der beleben,! Ihm h seiner ir säen, ie neue n keime Aus ih⸗ Amacht flor. uch ma⸗ d gruft Wann werden , aus⸗ en wie⸗ 1. n spotte heiß von 6 todes „ Ruht sollt' er ist mein 8. Die XXIII. Vom juͤngsten Gericht. 125 . 3. Die aus des grabes banden glaube, Und siegreich rühmet er: Gott ehmals schon erweckt, Und Auch uns weckt aus dem staube jesum, der erstanden, Da er den Zum leben einst der herr. tod geschmeckt, Betrachtet unser XXIII. Vom jüngsten Gericht. Mel. O ewigkeit du donnerwort. erhöhter jesu, gottes 261. E sohn! Der du schon längst der himmel thron, Als herr⸗ scher, eingenommen, Du wirst der—⸗ einst zu rechter zeit In großer kraft und herrlichkeit Vom himmel wie— der kommen. Gieb, daß dann froh und mit vertraun Dich, herr! auch meine augen schaun. 2. Hier faßt kein sterblicher die pracht, Die deinen tag einst herrlich macht; Wie groß wirst du dich zei⸗ gen, Wann du auf lichten wolken einst Mit deiner engel heer erscheinst, Die selbst sich vor dir beugen! Dann sieht die welt die majestät, Dazu dich gott, dein gott, erhöht. 3. Dann tönt dein ruf in jedes grab Mit allmachtsvoller kraft hin⸗ ab, Und schafft ein neues leben. Auf deinen wink muß erd' und meer Das große unzählbare heer Der 6. Dein name sey mir ewig werth, Und was dein wort von mir be⸗ gehrt, Das laß mich treulich üben. Dich, den der ganze himmel preist, Dich müsse hier auch schon mein geist Aus allen kräften lieben: So schreckt mich deine zukunft nicht, So hab' ich muth auch im gericht. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 262 Er kommt, er kommt zum weltgericht, Der hei⸗ land, den wir ehren: O weigert euch, erlöste nicht, Jetzt auf sein wort zu hören. Wer hier nicht seine stimme hört, Und sie nicht mit ge— horsam ehrt, Wird nicht vor ihm bestehen. 2. Herr, laß mich deiner majestät Mit wahrer freude dienen! Wie herrlich dich dein gott erhöht, Ist zwar noch nicht erschienen; Doch was uns hier verborgen war, Macht todten wieder geben. Sie stehn durch dich, herr! neu beseelt Nun alle auf, und keiner fehlt. 4. Du sammlest sie vor deinen thron, Um jedem den bestimmten lohn Nach seiner that zu geben. Dann trifft den bösen schmach und pein, Den frommen aber führst du ein In das verheißne leben. Dann zeigt die Lhat, herr jesuschrist, Daß du der erden richter bist. 5. O gieb, wann dieser tag er— scheint, Daß ich in dir dann meinen jener tag uns offenbar, An welchem du erscheinest. 3. Da, wann vor dir die erde bebt, Und unter deinen füßen Sich alles, was dir widerstrebt, Wird völlig beugen müssen; Wann alle engel vor dir stehn! Da wird auch jedes auge sehn, Wie hoch dich gott erhoben. 4. Da werden, herr, auf dein ge⸗ heiß Die todten wieder leben; Dein feind mit furcht, dein freund mit preis Sich aus dem grab erheben z freund Und treuen heiland finde; Und wer wird da, herr jesu christ. Daß ich mit freuden vor dir steh, Daß du der herr des lebens bist, Und mit dir in den himmel gehNoch ferner leugnen können? Ganz frei von aller sünde! Wie 5. Wer spottet dann noch deiner wird dein anblick mich erfreun! kraft, Wann du, die hier dich flie⸗ Wie werd' ich dann so selig seyn! hen, 124 Erste Abtheilung.* hen, Für ihre schuld zur rechenschaft Mit majestät wirst ziehen? Wie wird, wann dich ihr aug' erblickt, Iunnd sie dein strafgerichte drückt, Der spötter heer verstummen! 6. Und wann du dann die deinen nun Mit preis und ehre zierest, Sie, ewig ihnen wohlzuthun, Zu deinem himmel führest: Wie völlig wird's dann offenbar, Daß es in deinen händen war, Die deinen zu beglücken. 7. Gieb, daß ich dann, herr jesu christ, Mit freuden vor dir stehe, Und dir, der du so herrlich bist, „Getrost entgegen sehe. Wann dei⸗ ner feinde rotte zagt, Von reu' und angst und furcht geplagt, Dann jauchze meine seele! 8. Daß ich dies glück erlangen mag, So laß in diesem leben, O hei⸗ land, deinen großen tag Mir stets vor augen schweben. Er reize mich, dir mich zu weihn, In deinem dienste treu zu seyn, Und so mein heil zu hoffen. Mel. Straf' mich nicht in deinem ꝛc. 26 Heth ich bin dein eigen⸗ 3. thum; Dein ist auch mein leben! Mir zum heil und dir zum ruhm, Hast du mir's ge⸗ geben. Väterlich Führst du mich Auf des lebens wegen Meinem ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer kraft Zum gericht auf erden: Dann soll ich zur rechenschaft Dargestellet werden. Dein gericht Schonet nicht, Richter aller welten! Denn du willst vergelten. 3. Weh dann mir in ewigkeit, Wenn ich deine gabe, Meine kräfte, meine zeit Hier gemißbraucht habe! Weh dann mir, Hab' ich hier Dein geschenk verschwendet, Und nicht angewendet! 4. Möchte täglich dein gericht Mir vor augen schweben; Möcht' ich mich stets, meiner pflicht Treu zu seyn, bestreben! Daß ich nie Thöricht sie Außer augen setzte, Noch mit fleiß verletzte! 5. Lehre mich gewissenhaft Meine ö tage zählen, Eingedenk der rechen⸗ schaft, Nur was gut ist wählen Gieb, daß ich Ernstlich mich, Täg⸗ lich und auch heute, Zum gericht bereite. 6. Zeigt sich erst die ewigkeit Furchtbar in der nähe, O! dann ist es selten zeit, Daß ich in mich gehe: Wann der tod Mir schon droht, O dann ist gewißlich Meine buße mißlich! v. Mein gewissen strafe mich Gleich für jede sünde, Mittler, daß ich bald durch dich Gnade such' und finde; Rufe du Dann mir zu: Alles ist vergeben! Sünder, du sollst leben! 8. Dann werd' ich auch im gericht Vor dir, herr, bestehen, Und vor deinem angesicht Freud' und wonne sehen. Ewig dein Werd' ich seyn, Und mich, dich zu lieben, Ewig, ewig üben. Mel. Ach herr! mich armen ꝛc. 26 ch denk' an dein gerich⸗ 4 te, Du richter aller welt! Dem thor sey's ein gedichte, Das schwachen nur gefällt: Mich soll sein wahn nicht stören, Weil mich dein göttlich licht, Und mein gewissen lehren: Du haltest einst gericht. 2. Umsonst flieht dann der sünder Vor deines armes kraft. Herr, alle menschenkinder Ziehst du zur rechenschaft. Du rufst, und sie er⸗ scheinen Vor deinem richterthron. Den sündern und den deinen Giebst du gerechten lohn. 3. Frohlockend sehn die frommen Dein göttlich angesicht; Schon hier dein fluch entnommen, Zagt ihre seele nicht! Nun triumphirt ihr hoffen; Erlös't von aller müh' Sehn sie den himmel offen, Und du, herr, segnest sie. 0 4. Vie ——— 4. W hier de ein sür verwöh knechte Und fül freuder 6. Di Mir st drücke wissen handel wie ein richter Wird e ich nic thron dann; befreit knechte Mel. gericht mein t einst sünder Herr, du zur sie er⸗ thron. Giebst mmen n hier t ihre rt ihr müh', * Und Wie XXIII. Vom juͤngsten Gericht. 125 icht se 4. Wie angstvoll aber beben Die t fleiß ö eine echen⸗ ählenl“ Täg⸗ hier dein wort verhöhnt, Und durch ein sündlich leben Das eitle herz verwöhnt. Du giebst den sünden⸗ knechten Ihr theil in jener pein, Und führest die gerechten Zu deinen freuden ein. ö 6. Drum laß, herr, dein gerichte Mir stets vor augen seyn, Und drücke sein gewichte Tief ins ge⸗ wissen ein! Vor dir laß recht mich handeln Und hier zu aller zeit, So wie ein weiser wandeln, Der seinen richter scheut. 6. Ist dann dein tag vorhanden, Wird diese welt vergehn: So hoff' ich nicht mit schanden Vor deinem thron zu stehn. Du stellst mich dann zur rechten Von aller schuld befreit, Führst mich mit deinen knechten In deine herrlichkeit. Mel., Es ist gewißlich an der ꝛc. chon ist der tag von 265. S gott bestimmt, Da, wer auf erden wandelt, Sein loos aus gottes händen nimmt, Nach⸗ dem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des menschen sohn; Er kommt und wolken sind sein thron, Den erdenkreis zu richten. 2. Hier, an dem rand der ewig⸗ keit, Hier stehn die millionen, Die seit dem ersten tag der zeit Auf die⸗ ser erde wohnen, Nur dem allwis⸗ senden bekannt, Unzählbar, wie am meer der sand; Hier stehn sie vor dem richter. 3. Hier muß der falsche wahn der welt Der wahrheit unterliegen! Hier, wo das recht die waage hält, Wird keine'bosheit siegen: Hier ist zur buße nicht mehr frist, Hier gilt nicht mehr betrug und list; Hier gilt kein falscher zeuge. K. O herr, mit welcher majestät Wirst du das urtheil fällen; Die sünder, die dich hier verschmäht, Gehn dann gewiß zur höllen. Da trifft sie unerforschte pein; Wer wird dann noch ihr retter seyn? Ihr warten ist verloren. 5. Wie herrlich aber wird alsdann Der frommen werth erscheinen! Du herr, nimmst sie zu ehren an, Er⸗ klärst sie für die deinen; Und sie sehn mit erstauntem blick, Daß glaub' und lieb' das höchste glück Aus gottes huld ererben. 6. Sie gehn nun in das sel'ge reich, Das gott für sie bereitet, Und sehn auf ewig, engeln gleich, Ihr wohlseyn ausgebreitet. Das stück⸗ werk wird vollkommenheit, Kein kummer, keine traurigkeit Stört forthin ihre freude. 7. Mein heiland, laß mich dein gericht Oft und mit ernst bedenken! Es stärke meine zuversicht, Wenn hier mich leiden kränken; Es reize mich, gewissenhaft Und eingedenk der rechenschaft, Nach deinem wort zu wandeln. Mel. Wachet auf! ruft uns die ꝛc. gchet auf vom schlaf 266.Wé ihr sünder! Erwachtl denn euch, o menschenkinder, Er⸗ warten tod und ewigkeit. Lohn und strafe, tod und leben Wird der ge⸗ rechte richter geben. Erwacht! noch ist zur buße zeit. Gerecht, gerecht ist gott, Er hört der frevler spott. Frevler, zittert! Wißt, was er spricht Gereut ihn nicht, Er kommt gewiß und hält gericht. 2. Plötzlich wird sein zorn ent⸗ brennen; Dann wird der spötter ihn erkennen, Des vaters eingebor⸗ nen sohn. Jauchzet, jauchzt ihr seine frommen, Er wird zu eurem heile kommen. Bald kommt er und mit ihm sein lohn; Euch richtet christus nicht. Er selbst ging ins gericht Für die sünder, Wir sind versöhnt, Mit gott versöhnt. Wer überwindet wird gekrönt. 3. Seyd bereit, ihn mit verlan⸗ gen, Mit reinem herzen zu em⸗ pfangen, Denn plötzlich bricht sein tag 126 Erste Abtheilung. tag herein, Und der richter wird vom bösen Sein volk, die frommen, ganz erlösen, Von sünd' und tode sie befrei'n. Dann ist vollkomm'⸗ nes heil In ewigkeit ihr theil. Jauchzt, ihr frommen, Seyd stets bereit Auf diese zeit, Und singt gott dank in ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. K. enn ich auf gottes 267. Wẽĩ wegen wanke, Und straucheln will, so schrecke mich Der herzerschütternde gedanke: Gott richtet einst die welt und dich! Er hat's verkündigt; sein gericht Ist unausbleiblich, strauchle nicht. 2. Der weg der tugend, den ich walle, Sey rauh und steil: wo führt er hin? Zum himmel, wenn ich ott gefalle, Weil ich getreu und andhaft bin; Gestärkt, o gott, durch deine huld Zur selbstverläug⸗ nung, zur geduld. 3. Laß mich zu meiner seele sagen: Die welt vergeht mit ihrer lust! Wohl mir, wenn ich bei allen pla⸗ gen, Mir keines frevels bin bewußt! Es kommt, es kommt die ewigkeit, Die mich aus jeder noth befrei't. 4. Denn jesus wird vom himmel kommen; Ich werd' ihn, meinen heiland, sehn, Ihn, wie er ist; mit allen frommen Aus meinem grab' auch auferstehn. Ihm werd' ich völlig ähnlich seyn, Mich ewig meines glaubens freun! 5. Ich werde seine stimme hören: Der du zu meiner rechten bist, Du warst gehorsam meinen lehrenz Nim̃ hin, was dir bereitet ist! Sey, treuer christ, den engeln gleich!“ Komm, erbe meines vaters reich! 6. Du hast in deinen armen brü⸗ dern Barmherzigkeit an mir ge— than; Ich nahm in meines leibes gliedern Den segen deiner wohlthat an! Komm nun, gesegneter, zu mirl Den himmel geb' ich dir dafür. 7. Solch eine wonne wartet mei⸗ ner, Wenn ich mit brüderlichem sinn, Den nächsten lieb', und gern mich seiner Erbarm', und jesu ähn⸗ lich bin. Gott, wer kann hart und lieblos seyn? Betrübte sehn, und nicht erfreun? 8. Dort, dort trifft den, der ohn erbarmen Nie menschenfreundlich sich beweist; Der, fühllos bei der noth der armen, Bedrängte nie er⸗ quickt noch speist; Den hungrigen sein brod nicht bricht: Ein unbarm⸗ herziges gericht. ö 9. Fühllose(wird der richter sagen) Verschlossen habt ihr eure hand, Verachtet eurer brüder klagen: Entweicht! ich hab' euch nie er—⸗ kannt! Wer mich bekennt, und doch nie sucht, Was menschen froh macht, sey verflucht! 10. So wirst du jede sünde richten, Die nicht bereu't ist; wenn du einst Den übertretern ihrer pflichten In deiner majestät erscheinst. Dann wird der fromme nur bestehnz Wer lasterhaft blieb, wird vergehn. 11. Gieb mir denn licht und muth und stärke, Damit mein glaube dir getreu, Geübt in jedem guten wer⸗ ke, Bewährt und unverwerflich seyl So werd' ich ewig selig seyn; Mich ewig deiner, gott, erfreun. XXIV. Von Mel. Sey lob und ehr' dem ꝛc. oder: Lobsinget gott, und ꝛc. Nr. 5. r freuden füll' ist 268. Daatt, beidirz Und in der Ewigkeit. dem hoͤhern leben Wird deine hulh daraus auch mir Zu voller g'nüge geben. Was mich mit reiner lust erfüllt, Was meiner seele sehnsucht stillt, Und sich ohn' ende mehret. 2. Dich — Sey, reich! 1 brüs lir ge— leibes hhlthat vu mirl ür. pt mei⸗ lichem d gern ähn⸗ urt und „ und er ohn undlich bei der nie er⸗ grigen barm⸗ sagen hand, lagen: nie er⸗ t, und, en froh richten, du einst ten In Dann 3 Wer ehn. d muth ube dir en wer⸗ ich sey! 3Mich . gleichl XXIV. Von der Ewigkeit. 187 —— 2. Dich lern' ich dann im hellern licht In deiner größe kennen, Und mit vollkommner zuversicht Dich meinen vater nennen. Mit hoher freude bet' ich dann Auf ewig dein erbarmen an, Das mich zum him⸗ mel führte. 3. Wann mein erhöhter geist da sieht, Was ich dir zugetrauet; Wann er dein unumschränkt gebiet Noch heller überschauet: Gott, welche wonne ist dann mein! Wie werd' ich deiner da mich freun! Wie selig da mich finden! 4. Noch größre werke seh' ich dann Von deiner schöpfersgüte, Als ich auf erden sehen kann, Und mein ster freundschaft leben. Wie klopfet dann in meiner brust Mein ganzes herz voll lieb' und lust, Die ich mit ihnen theile. 10. Ja, ewig ist, mein gott, bei dir Der freuden reichste quelle. Ich schöpfe d'raus, doch bleibt sie mir Stets voll auf alle fälle. Mein glück währt da in ewigkeit, Nichts fehlt ihm an vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. in fremdling bin ich in 269.E der welt, und kurzsind meine tage: So manche noth, die entzückt gemüthe Verliert voll dank und freude sich In deiner herrlich⸗ keit, die ich In vollem glanz er⸗ blicke. 5. Da werd' ich deinen gnäd'gen rath Noch mehr, als hier, verste— mich befällt, Reizt mich hier noch zur klage. Doch, vater, jene selig⸗ keit Versüßt mir meine pilgrims⸗ zeit, Und stärkt mich selbst im leiden. 2. Jetzt, da die sünde mich noch hen; Dir danken, daß du mich den drückt, Seufzt meine bange seele; pfad Der tugend hießest gehen. Und selbst durch leiden dieser zeit Mich zu dem glück der ewigkeit So väterlich bereitet. 6. In unbefleckter heiligkeit Werd' ich dann, gott, dich lieben, Und was dein wille mir gebeut, Mit frohem herzen üben. O welche quelle vei⸗ ner lust, sich keiner sünde mehr be⸗ wußt, In allem richtig handeln! 7. Mein leib aufs herrlichste ver⸗ klärt, Mit himmelsglanz umgeben, Von allem frei, was ihn beschwert, Geschickt zum höhern leben, Auch der nimmt dann an allem heil Und an der hohen wonne theil, Die meinen geist entzücket. 8. Den heiland, den ich hier ge— liebt, Seh' ich dort mir zur wonne. Die herrlichkeit, die ihn umgiebt, Ist mir auch licht und sonne. Auch da ist er mein herr, mein freund, Durch den ich, gott, mit dir ver— eint, Stets neue freuden schmecke. 9. Mit allen bürgern jener welt, Die deinen thron umgeben, Werd' ich dort, ihnen zugesellt, In rein⸗ Wie bald ist nicht mein herz be⸗ rückt! Wer merkt, wie oft er fehle ꝰ Doch einst werd' ich vollkommen rein, Ganz heilig und ganz selig seyn. Dies tröstet meine seele. 5. Wenn mich der zukunft schick⸗ sal schreckt, Die noth der fernen tage; Wenn sie in mir die sorg' erweckt, Ob ich sie auch ertrage: So mildert mir die ewigkeit Das kurze elend dieser zeit, Daß nicht mein herz verzage. 4. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, Der tod mir näher winketz Wenn, nach der arbeit dieser zeit, Mein haupt zum schlummer sinket: So sterb' ich froh; die ewigkeit Zeigt mir des himmels herrlich⸗ keit, Die alles übersteiget. 5. Herr, diesen trost, der mich er⸗ freut, Vermehr' in meinem herzen. Es stärke mich die seligkeit, Bei meiner wallfahrt schmerzen. Sie sey in meinem tod mein heil, Und einst mein längst gewünschtes theil, Wann ich vom tod' erwache. Mel. 128 Erste Abtheilung. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 2 0 Fs ist noch eine ruh' vor⸗ 7 handen Für jeden gott ergeb'nen geist, Wann er sich dieses körpers banden, Nach gottes willen einst entreißt, Und nun nicht mehr so eingeschränkt, Als hier auf er⸗ den, lebt und denkt. 2. Die, herr, zu dieser ruhe kom⸗ men, Wie selig sind doch alle die! In deinen himmel aufgenommen, Ruh'n sie von dieses lebens müh'. Nach aller last, die sie gedrückt, Wird ewig nun ihr herz erquickt. 5. Wie mütter ihre kinder trösten, So segnet mit zufriedenheit Auch deine gnaͤde die erlösten, Nach über⸗ stand'ner übungszeit. Dann wird es ihnen offenbar, Wie gut stets deine führung war. ä 1. Da schweigen alle ihre klagen: Da bringt mit frohem lobgesang, Selbst für die ausgestand'nen pla⸗ gen, Dir ihre seele frohen dank. Run jauchzen sie: es ist vollbracht! Der herr hat alles wohlgemacht! 6. Forthin bekümmert sie kein lei⸗ den, Kein schmerz, selbst keine furcht nicht mehr. Gott führt sie zu den höchsten freuden, Und krönet sie mit preis und ehr'. O unaussprech⸗ lich süße ruh! Wie herrlich, herr, beglückest du! 6. Wer kann hier deine gnade fas⸗ sen? Du willst den, der dich red⸗ lich liebt, Nicht ewig in der unruh lassen, Die dieses leben noch um⸗ giebt. O, mach uns ja hier in der zeit Recht würdig für die ewigkeit! 7. Mein heiland, der du selbst auf erden Der leiden joch getragen hast; Will ich des lebens müde werden, Und fühl' ich meiner bürde last: So stärke mächtig meinen geist, Daß er dem Unrauth sich entreißt. 3. Gieb, daß, in hoffnung jener ruhe, Die gottes volk verheissen ist, Ich gern des vaters willen thue, Wie du darin mein vorbild bist: So folget auf der leiden zeit Ge⸗ wiß vollkommne seligkeit. —3 3⅜9fF Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. ein ganzer geist, gott, 27 I. M wird entzückt, Wenn er nach jenem himmel blickt, Dahin dein wort uns leitet; milde vaterhand Aus neuen wun⸗ dern wird erkannt, Die du da hast verbreitet. Mächtig Fühl' ich Mich Wo deine — getrieben, Dich zu lieben, Der zum keben Jener welt mich will erheben. 2. Was sind die freuden dieser zeit, Herr! gegen jene herrlichkeit, Die dort bei dir zu finden! Du stellst uns hier auf erden zwar Viel wunder deiner güte dar, Daß wir sie froh empfinden; Doch hier Sind wir Bei den freuden Noch mit leiden Stets umgeben, Dort ist nur vollkomm'nes leben. 3. Kein tod ist da mehr und kein grab. Dort wischest du die thränen ab Von deiner kinder wangen. Da ist kein leid mehr kein geschrei, Denn du, o herr! machst alles neu. Das alte ist vergangen. Hinfort Sind dort Für gerechte, Deine knechte, Keine plagen Mehr zur prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern heiligthum — Erschallet deines namens ruhm Von lauter frohen zungen. Da strahlt die herrlichkeit des herrn, Hier schaut man sie nicht mehr von fern, Da wird sie neu besungen. Völlig Giebt sich Den erlösten, Sie zu trösten, Der zu kennen, Den sie hier schon vater nennen. 5. Vor seinem antlitz wandeln sie, Auf ewig frei von aller müh, Und schmecken seine güte. Hier stört den frieden ihrer brust Und ihrt tausendfache lust Kein feindliches gemüthe. Kein neid, Kein streit Hemmt die triebe Reiner liebe Ins ter seelen, Die hinfort nun nicht mehr fehlen. 6. Gott! welche schaar ist dort vereint! Die frommen, die ich hier beweint Find' ich dort alle wieder. Dort sammelt deine vaterhand, Die deine liebe hier verband, Valt ö glle —— alle dei Frei vo geln F. umgan 7. De sohn, sen thr. Der du werd'i mit er Mein h mich se nen fr 8. W Wie si freun! jesu! h dies gl es auck Darna der er werde. Mel. oder: r 20. gett, Wenn wun⸗ da hast dieser chkeit, Dahin deine Mich r zum heben. Du zwar „Daß ch hier Noch Dort d kein ränen n. Da schrei, 5 neu. dinfort Deine hr zur gthum ö ruhm D herrn, hr von ingen. „ Sie Den en sie, „Und stört d ihre dliches streit de Un⸗ nicht k dort ch hier zieder. hand, Herr, alle XXIV. Von der Ewigkeit. 2129 4.—+— alle deine glieder. Ewig Werd' ich Hier können wir nie frei von pein pein, Frei von mängeln, Selbst mit en⸗ geln Freundschaft pflegen. O, ein umgang voller segen! 7. Da komm' ich zu des menschen sohn, Der für mich starb, um des⸗ sen thron Viel tausend sel'ge stehen. Der du der deinen wonne bist, Dich werd' ich da, herr jesuschrist, Auch mit entzücken sehen. Da wird, Mein hirt, Von den freuden, Nichts mich scheiden, Die du droben Dei⸗ nen freunden aufgehoben. 8. Wie selig werd' ich da erst seyn! Wie sicher werd' ich mich dann freun! Dir ewiglich lobsingen. O jesu! herr der herrlichkeit! Du hast dies glück auch mir bereit! Hilf mir es auch erringen. Laß mich Eifrig Darnach streben Und so leben Auf der erde, daß ich dort dein erbe werde. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 2 2 Nach einer prüfung kur⸗ 7 5 zer tage Führst du uns, gott, zur ewigkeit. Dort, dort verliert sich jede klage IZn himm⸗ lische zufriedenheit. Hier übst du unsern tugendfleiß; Dort aber reichst du uns den preis. 2. Du schenkst dem frommen schon auf erden So manchen sel'gen au⸗ Nie frei von aller schwachheit seyn. 5. Hier such ich's nur, dort werd' ich's finden; Dort werd' ich heilig und verklärt Der tugend ganzen werth empfinden, Den unaussprech-⸗ lich großen werth; Dich, gott der liebe, werd' ich sehn, Dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o herr, dein heil'ger wille Mein will' und meine wohl⸗ fahrt seyn; Und lieblich wesen, heil die fülle, An deinem throne mich erfreun. Dann läßt mein dir ge⸗ weihter sinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im licht erken⸗ nen, Was ich auf erden dunkel sah; Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein geist, mit preis und dank, Die schickung im zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem throne dringen, Wo gott, mein heil, sich offenbart; Ein heilig, heilig, heilig singen Dem, der für mich geopfert ward; Und aller himmel sel'ges heer Jauchzt ihm einstimmig preis und ehr. 9. Da werd' ich in der engel schaa⸗ ren Mich ihnen gleich und heilig sehn; Das nie gestörte glück erfah⸗ ren, Mit frommen stets fromm umzugehn; Da wird durch jeden genblick; Doch alle freuden, die ihm ö augenblick Ihr heil mein heil, mein werden, Sind noch kein recht voll⸗ kommnes glück. Er bleibt ein mensch, und seine ruh Nimmt in der seele ab und zu. glück ihr glück. 10. Da werd' ich dankvoll dem be⸗ gegnen, Der gottes weg mich ge⸗ hen hieß, Ihn mit entzückter rüh⸗ 3. Bald stören ihn des körpers rung segnen, Daß er mir ihn so schmerzen, Bald das geräusche die-⸗treulich wies; Da find' ich in des ser welt; Bald kämpft in seinem höchsten hand Den freund, den ich eignen herzen Ein feind, der öftrer auf erden fand. siegt als fällt; Bald sinkt er durch 11. Da ruft,(o möchte gott es des nächsten schuld In kummer und in ungeduld. 4. Hier, wo die tugend öfters lei⸗ det, Das laster öfters glücklich ist; Wo man den glücklichen beneidet, Und des bekümmerten vergißt; geben!) Vielleicht auch mir ein sel'⸗ ger zu:„Heil sey dir! denn du „hast mein leben, Die seele mir „gerettet, du!“ O gott, wie muß dies glück erfreun, Der retter einer seele seyn! ö J 12. Was 15⁰ Erste Abtheilung. 12. Was seyd ihr, leiden dieser erden, Doch gegen jene herrlichkeit, Die an uns offenbar soll werden, Von ewigkeit zu ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, Ist doch ein augenblick voll müh! Mel. Otraurigkeit, o herzeleid ꝛc. schrecklichs leid Der 273. O ewigkeit, Das sünder dort erfahren, Die durch keine zucht von gott Hier zu bessern waren. 2. Durch ihre schuld, Von gottes huld Und angesicht geschieden, Sehn sie nimmermehr das licht, Haben nimmer frieden. 3. In dieser welt, Zum ort be⸗ stellt, Wo wir geprüfet werden, Haben auch die bösen noch Theil am glück der erden. u. Hier können sie In ihrer müh Sich noch des eitlen freuen, Und, wenn das gewissen plagt, Ihr ge⸗ müth zerstreuen. 5. In jener welt, Die nichts ent⸗ hält Für sie an guten gaben, Auch ein tröpflein wassers nicht, Sie im durst zu laben. ö 6. Und wo forthin Ihr böser sinn Umsonst zerstreuung suchet: Da, da fühlen sie sich nun, Von dem herrn verfluchet. 5. Ihr wurm, der nagt Und sie zerplagt, Stirbt nimmer im gewis⸗ sen; Nie verlischt des feuers brand Den sie leiden müssen. 3. So dräut der herrz Gerecht ist er, Wahrhaftig ist sein dräuen. Wehe denen, welche doch Sein gericht nicht scheuen. 9. O gott des heils! Wir unsres theils Verehren dich im glauben. Laß den trost der beßren welt Kei⸗ nen feind uns rauben! ö 10. O rette doch Auch sünder noch Die jetzt dir widerstreben! Laß sie recht zu dir bekehrt, Ewig mit uns leben: Mel. Alle menschen müssen sterben. 2 O wie unaussprechlich 74. selig Werden wir im himmel seyn! Da, da ernten wir ren, Unser leben ewig währen, Gott! zu welcher seligkeit Führst du uns durch diese zeit. 2. Hier ist zwar, was du den frommen Dork für glück bereitet hast, Noch in keines herz gekom⸗ men. Welcher mensch auf erden faßt Deines himmels große freu⸗ den? Doch nach dieses lebens lei⸗ 3. Neue wunder deiner güte Wer⸗ den da ihr glück erhöhn Mit er⸗ staunendem gemüthe Wird dann unser auge sehn, Deine huld sey überschwänglich, unvergänglich, Das dem, der dich redlich liebt, Deine vaterhand dort giebt. wonne wird uns fehlen, Da, wo alles wonne ist. Zu den reinsten seligkeiten Wird uns dort der mitt⸗ ler leiten, Der uns dieses glücker⸗ warb, Als er an dem kreuze starb. 5. Da wird deiner kinder menge Ein herz, eine seele seyn; Liebe, dank und lobgesänge Dir, erhahen⸗ ster, zu weihn; Dir, und dem, der selbst sein leben Willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten freund, Sind wir ewig dann vereint. 6. O wer sollte sich nicht sehnen, Aufgelöst und da zu seyn, Wo nach güther uns erfreun; Wo sich unser kampf in palmen, Unser klagelied kehrt, Die forthin kein kummer stört! 7. Was ist unser loos auf erden? unzählig Unsers glaubens früchte ein. Da wird, ohne leid und zäh⸗ den Werden alle, die dir traun, Mehr noch, als sie hoffen, schaun. Und das gute 4. Dann wirst du dich unsern see⸗ len Offenbaren, wie du bist. Keine s auch noch so köstlich sey, Ist's 0 0— — S —— — — * 4 — —.——— — 3 herz, selber den we dahin lobsing Mel. 27⁵ führst Da w nen bild se schmer mich e 2. W! wille& ruhn: — kummer, noth und thränen Ew'ge in psalmen, Unsre angst in lust ver⸗ XXIV. Von der Ewigkeit. 131 rben. chlich ir im wir rüchte zäh⸗ hren. ührst u den reitet ekom⸗ erden freu⸗ 5 lei⸗ raun, chaun. Wer⸗ it er⸗ dann ld sey gute er dich d dort un see⸗ Keine a, wo einsten mitt⸗ ück er⸗ starb. menge Liebe, haben⸗ n, der r uns nserm ewig hnen, o nach Ew'ge unser gelied st ver⸗ mmer rden? Ists doch doch nie ganz von beschwerden, Sorgen, furcht und kummer frei. Schnell folgt hier auf lust oft wei⸗ nen: Dort nur wird die zeit er⸗ scheinen, Wo kein wechsel mehr uns beugt, Wo die wonne im⸗ mer steigt. 8. Sey, o seele, hocherfreuet Ueber das erhabne glück, Das dir einst dein gott verleihet! Richte deiner hoffnung blick Oft nach jener stadt der frommen, Mit dem ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, Recht nach dem, was droben ist. 9. Ohne heiligung wird keiner, Herr, in deinen himmel gehn. O, fülle; Was ich gehofft, das schan ich nun; Ja über alle hoffnung weit Empfind' ich da glückseligkeit. 3. Wie überwiegend ist die wonne, Die den erlösten geist entzückt, Wenn er nun dich, der deinen son⸗ ne, In deiner herrlichkeit erblickt. Und so, mein heiland, seh' ich dich, Und freue dein auf ewig mich. 4. Da komm' ich zu den edlen see⸗ len, Die nun durch höh'res licht verklärt, Sich gottes führungen er— zählen, Der sie durch prüfungen bewährt, Und wundervoll nach sei⸗ nem rath Zum ew'gen glück erho⸗ ben hat. 5. Nie geht ein frevler, ein em⸗ so mache immer reiner Hier mein herz, dich einst zu sehn! Hilf du selber meiner seele, Daß sie nicht den weg verfehle, Der mich sicher dahin bringt, Wo man ewig dir lobsingt. Mel. Wer nun den lieben gott ꝛc. Rie wohl thust du, mein 275. Wẽĩ gott, den deinen! Du führst sie einst zum himmel ein. Da werden leid, geschrei und wei⸗ nen Mir nur ein dunkles traum⸗ bild seyn. Da wird, auf leicht ver⸗ schmerzte pein, vollkommne wonne mich erfreun. 2. Wie fröhlich wird mein ganzer wille Da, herr, in deinem willen ruhn: Da find' ich aller wünsche pörer ins reich der sel'gen geister ein; Kein schadenfroher friedenstö⸗ rer, Kein menschenfeind wird da mehr seyn, Wo der, der in dem himmel thront, Der frommen treu dereinst belohnt. 6. Wie wohl wird uns da seyn, wo klarheit Durch alle wege gottes scheint; Wo lauter liebe, lauter wahrheit Des himmels bürgerschaft vereint; Und wo du dich, herr jesu christ, Verklärt uns zeigest, wie du bist. 7. Zur hoffnung solcher seligkeiten, In der vereinigung mit dir, Wollst du, o herr, mich vollbereitenz Drum schaff' ein reines herz in mir! Du, den ich schauen soll, bist rein; So laß auch meine seele seyn. 7 Zweite 15² Zweite Abtheilung. Zweite Abtheilung. Lieder uͤber die christliche Sittenlehre. I. Von der Buße und Bekehrung. Mel. Jesu, 0„ lebens icef lust Gauß m 9 elender! wer ich, wann werd' ich efreit Ganz mich von der sünd⸗ 276.A von der sünde, Gott, lichkeit? mein vater, völlig frei, Daß ich 6. Du verzeihst, gott, die gebre⸗ ganz sie überwinde, Ganz dirschen Meiner sündigen natur. Nicht wohlgefällig sey? Noch nicht, ich die schwachheit wirst du rächen; gesteh's mit thränen, Kann ich mich Bösen vorsatz strafst du nur. Hätt von ihr entwöhnen; Ach, zu oft ich nicht den trost, ich würde Unter noch regt sie sich, Und versucht zum meiner fehler bürde Ganz erliegen, bösen mich! und mich dein, Höchstes guth, nie 2. In der andacht sel' gen stunden, können freun. Wo mein geist die wahrheit hört. 7. Stellet mir denn hier auf er⸗ Hab' ich oft das glück empfunden, den Lebenslang die sünde nach; Das die frömmigkeit gewährt; Ha⸗GKann ich nicht vollkommen werden, be auch gar sehr hienieden, Mir Bin und bleib' ich oft so schwach; gewünscht den innern frieden, Und. O, so segne mein bestreben, Sun ein herz, dir ganz geweiht, So gerecht ich kann zu leben, Daß ich wie meine seligkeit. doch von heuchelei Und von bosheit 3. Voll von heiligen entschlüssen ferne sey. ö Schwur ich dann, dir treu zu seyn,. 3. Wenn ich wanke, laß mich' Und mit wachsamen gewissen Mei⸗ merken: Laß mich streben fest zu ner unschuld mich zu freunz Willig stehn; Eile, mich, dein kind, zu wollt' ich da mein leben Dir, mein stärken; Lehre selbst mich sichrer gott, zum dienst ergeben, Aller gehn; Warne mich; sey mein be⸗ sünde widerstehn, Standhaft deine gleiter; Täglich führe, gott, mich wege gehn. weiter, Bis ich in der ewigkein 4. Aber, ach! zu schnell empöret Dringe zur vollkommenheit. Sich der leidenschaften und i Die verdunkelt, schwächt und störet, 2 4.— Was ich sonst so gut bedacht. Plötz⸗ Mel. Herzliebster jesu, was hast ⸗ liche versuchungszeiten, Beispiel, Ab. wider dich, mein reiz der eitelkeiten, Deren schwarm 2 I ᷣgott, hab' ich gesün, mich stets umringt: Das ist's, was digt! O laß die gnade, die deis, zum fall mich bringt. sohn verkündigt, Wenn sünden unen 5. O, ich armer, dem zur treue von ganzem herzen reuen, Au Feste seelenstärke fehlt, Den so oft mich erfreuen. schmerzvolle reue Und so oft doch 2. Er selbst hat ja sich auch sih fruchtlos quält.! Ach! wer wird mich gegeben. Laß mich vor dit mich ganz vom bösen, Von der bö⸗um seinetwillen leben Tilg' 0 * leiden geist d ich ke terstü 6. N verehr ne we sie rei erfüll⸗ 7.— mein reuen ne hu Der 8. willst dem Duen rliegen, üth, nie auf er⸗ e nach; werden, chwach; en, So Daß ich bosheit 5 mich's fest zu kind, zu ) sichrer! mein be⸗ ott, mich ewigkein eit. i hast n, ch, mein ch gesün⸗ die dein, nden un à„ Aus auch fit vor dit Lilg aui dih· J. Von der Buße und Bekehrung. 155⁵ .—..— die sünden, welche mich entweihen, Weil sie mich reuen. 3. O schaff' in mir, gott, eine rei⸗ ne seele, Ein neues herz, das deine wege wähle. Befördere und stärke mein bestreben, Nur dir zu leben. 4. Verwirf mich nicht von deinem angesichte! Gieb deinen geist, daß er mich unterrichte; Gieb ihn, daß er auf deiner wahrheit wege Mich leiten möge. ö 5. Erquicke mich in meiner seele leiden Mit deiner hülfe, gieb den geist der freuden, Damit er, weil ich keine kraft besitze, Mich un⸗ terstütze. ů 6. Mit neuer treue will ich dich verehren; Ich will die sünder dei— ne wege lehren. Mein beispiel soll sie reizen, deinen willen Gern zu erfüllen. 7. O höre, gott, erbarmend auf mein flehen, Wie solltest du ein reuend herz verschmähen, Das dei— ne huld im glauben ernstlich suchet, Der sünde fluchet? 8, Ein herz voll reu und glauben willst du haben, Das liebst du, dem schenkst du des geistes gaben. Du willst die, so nach deiner gnade schmachten, Gott, nie verachten. Bekannte Melodie. A zu dir, herr jesu 278. christ, Steht mein vertraun auf erden. Ich weiß, daß du mein tröster bist; Kein trost kann mir sonst werden. Es ist kein retter außer dir, Kein mensch, kein engel, welcher mir Aus mei— nen nöthen helfen kann. Dich ruf' ich an; Du bist's, der helfen will und kann. 2. Zwar meine schuld ist übergroß; Doch reut sie mich von herzen. Er⸗ barme dich, und sprich mich los Durch deines todes schmerzen. Ich nehm' dich als den heiland an, Der auch genug für mich gethan, Dann werd' ich los der sündenlast. Mein glaube faßt, Herr, was du mir versprochen hast. 3. Gieb mir auch aus barmherzig⸗ keit, Durch diesen glauben, stärke, Zu dem, was mir dein wort gebeut, Zu jedem guten werke: Vor allem laß mich lieben dich, Und meinen nächsten gleich als mich: Und kömmt die letzte stund' heran, So stärk' mich dann, Daß ich mich dein ge⸗ trösten kann. 4. Lob sey gott auf dem höchsten thron, Dem vater aller güte; Und dir, o jesu, seinem sohn, Der uns schafft heil und friede: So wie auch deinem guten geist, Der uns den weg zum himmel weist. Laß uns dir treu ergeben seyn, Daß wir uns dein, Und deines heiles ewig freun. Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. 279 A“ einem tief vor dir gebeugten herzen, Ruf' ich zu dir in meinen sünden⸗ schmerzen: O mache mich, gott, meines kummers ledig, Und sey mir gnädig. 2. Beschämt erkenn' und fühl' ich meine sünden; Laß, vater, mich er⸗ barmung vor dir finden. Willst du auf schuld und übertretung sehen, Wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, herr, steht es, zu vergeben, Du schenkst uns ger⸗ ne wahres glück und leben; Muß uns nicht diese große liebe lehren, Dich treu zu ehren? 4. Verzeihe mir, herr, alle meine sehle; Dein harret, vater, meine müde seele; Laß trost und ruh, um des versöhners willen, Mein herz erfüllen. 5. Von einem tag bis an den an⸗ dern morgen, Hoff' ich auf dich z o stille meine sorgen! Du schenkest ja beladenen und müden Gern deinen frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein herz, auf gottes gnade! Viel größer ist sie 3 3 als äRPP‚‚‚‚‚3 15⁴4 Zweite Abtheilung. als—— ach venAl 3 115 euch In eigner bekannter Melodie. wird sie dich von allem bösen Her⸗; err jesu ehrist, du höch⸗ lich erloͤsen. 28 I. H stes guth, Du zuflucht der erlösten! Ich komme mit ge⸗ Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. au mste muth Zu dir, mich dein 55 zu trösten; Durch dich zum vater 280. 2 err, an dir hab ich ge⸗ mich zu nahn⸗ Von ihm vergebung sündigt; Dein gerech⸗ ter urtheilsspruch, Allerheiligster, Iben. Und kraft zum neuen verkündigt Jedem übelthäter fluch. RII„ Und was kann vor deinem schrek⸗ den kastt imndn sü mir⸗ hon ken, Richter aller welt, mich decken. herzen, Der du auch mich versoh⸗ 2. Kann ich deinem arm entflie⸗net hast Am kreuz mit todesschmer⸗ hen; Du bist allenthalben nah. zen; Daß nicht mein herz vor angst Flöh' ich, dir mich zu entziehen, und weh Bei der empfindung ganz Himmelan, so bist du da; Stürzt vergeh, Wie sehr ich mich verschul⸗ ich in die tiefe nieder, Deine rechte det. faßt mich wieder. 3. Denn, denke ich mit ernst zu⸗ 3. Herr, ich flieh' in deine hände; rück An mein geführtes leben, An Außer dir ist keine ruh. Dein er⸗das durch sünd' verscherzte glück, barmen hat kein ende; Wer ist Was kann mir da trost geben? gnädiger als du? Du bist gott, Doch find) ich ihn bei dir allein, und kannst vergeben; Ach vergieb Und brauche nicht trostlos zu seyn, und laß mich leben! Weil ich dein wort nun habe. 4. Groß sind meine sündenschul⸗ 4. Dies ewig theure wort ver⸗ den, Ihre last ist mir zu schwer. spricht Ja allen gnad und leben Deine langmuth müde wär, Müßt, ihrem gort ergeben, Und nun vom ich, würdest du nur winken, In sündensoch befreie, Mit ganzer des todes nacht versinken. herzenswilligkeit Treu deine wege —** u. 5. Mich für straflos zu erklären, 18. Du rufst ja sündern selbsten Reichet nicht bedaurung zu. Und zu: Ihr reuerfüllten alle Kommt zerflöß mein herz in zähren, Fänd her zu mir! ich schaff' euch ruh ö 83 ö ich darum doch nicht ruh. Können und richt euch auf vom falle; eines sünders brenen⸗ Dich, o hei-Mein joch ist sanft, leicht mein“ liger, versöhnen? last, Nehmt willig sie auf euh 6. Herr, mein heiland, dein er⸗ und faßt Die hoffnung, ruh zu barmen, Dein für mich vergoßnes finden. blut, Und dein tod erlöst mich ar⸗ 6. Drum komm' ich, herr, auf dein men, Heilet mich und giebt mir gebot, Erfüllt mit haß der sünden, muth; Dein verdienst ist's, was Und hoff', in meiner seelennoth ⸗ mich decket, Wenn mich dein ge⸗Bei dir auch trost zu finden: Er⸗ richtstag schrecket. barme dich doch über michz Ver⸗ „. Rette mich von meinen sünden, gieb mir was ich wider dich Bon Schaff ein reines herz in mir, Laß jugend auf begangen. bei dir mich ruhe finden, Zieh 7. Wie groß ist doch die seligkeit, mich immer mehr zu dir. Dank⸗Sein herz durch dich zu stillen, bar will ich mich bestreben, Mein Und dann zu thun auch seyn bereit, erloͤser, dir zu leben. Herr, deines vaters eite⸗ ———— leite ich ge zu eh 8.& denge den, entrei bunde dirs aus wählt Mel. 28 her e gemü mich die. t höch⸗ iflucht it ge⸗ h dein vater zebung neuen ö r sün⸗ r vom versöh⸗ chmer⸗ r angst 9 ganz erschul⸗ nst zu⸗ en, An glück, geben? lfeon u seyn be. rt ver⸗ leben, icht Und! un vom ganzer e wege selbsten Kommt uch ruh falle; t meim uf euch ruh zu auf dein sünden, ennoth ⸗ »n: Er⸗ h; Verz, ich Von seligkeit, stillen, n bereit, llen! O leite IJ. Von der Buße und Bekehrung. 15⁵5 leite mich auf dieser bahn, Daß ich gehorche, und fortan Nur dir zu ehren lebe. 8. Stärk' auch mit deinem freu⸗ dengeist Mich in den letzten stun⸗ den, Wann sich mein geist der erd' entreißt, Von sünden ganz ent⸗ bunden, Und nimm mich so, wann dirs gefällt, In wahrem glauben aus der welt Zu deinen auser⸗ wählten. Mel. Jesu, deine tiefe wunden ꝛc. 28²2 Höchster, denk' ich an die güte, Die du mir bis⸗ * den oft betrühet. 2. Alle meine seelenkräfte, Meine glieder sind ja dein, Und sie sollten zum geschäfte Deines dienstes fer⸗ tig seyn: Doch hab' ich der eitelkeit Unbedachtsam sie geweiht: Ja zum schnöden dienst der sünden Ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine huld war jeden morgen Ueber mir, o vater, neu. Von wie manchen schweren sorgen Machtest du mein herze frei. Was mir nützte, gabst du mir; Aber ach! wie dankt ich dir? O wie hab' ich, so vermessen, Deiner langmuth zweck vergessen! , Bei so hellem licht der gnaden Sollt' ich ja die sünde fliehn, Und um rettung von dem schaden Mei⸗ ner seele mich bemühn. Deine güte lockte mich Oft zur buße, aber ich Floh vor ihrem sanften locken, Suchte selbst mich zu verstocken. pfade Auf den sel'gen weg der gnade! 6. Dir ergeb' ich mich aufs neue; Gieb, daß mein gebeugter geist Deiner vaterhuld sich freue, Die dein tröstend wort verheißt. Was mein heiland mir erwarb, Als er für die sünder starb, Fried' und freude im gewissen, Ach! das laß mich auch genießen. 7. Stärke selbst in meiner seele Den entschluß, mich dir zu weihn; Gieb, daß mirs an kraft nicht fehle, folgsam deinem wort zu seyn. Stehe mir stets mächtig bei, Ma⸗ che du mich selbst recht treu. Dich zu lieben, dir zu leben, Sey mein herzliches bestreben. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. ch armer mensch, o herr 283. J ich sünder, Sieh hier vor deinem angesicht. Erbarmer aller menschenkinder, Gott, geh mit mir nicht ins gericht! Bin ich es gleich vor dir nicht werth, Daß mir noch gnade widerfährt. 2. Um trost ist meiner seele ban⸗ ge.; Die last gehäufter missethat Liegt schwer auf mir, die mich so lange Von dir, mein gott, entfernet hat. Weß tröst' ich mich, ich schul⸗ diger, Als deiner nur barmher⸗ zigster? 3. Soll ich an deiner huld verza⸗ gen, Ich, dein geschöpf? das willst du nicht. Du, der du mich bis jetzt ertragen, Bleibst ewig meine zuver⸗ sicht. Du, gott, durch den ich leb' und bin, Giebst mich nicht dem veu⸗ derben hin. 4. Du siehst die folgen meiner sünden; Und denk' ich: wer vertil⸗ get die? So lässest du mich ruhe 5. Ich bereue meine sünden, Beu⸗ finden, Und sprichst: ich, ich ver⸗ ge mich, mein gott, vor dir. Laß tilge sie! Du schenkest mir an jesu mich bei dir gnade finden, Neige heil, Zur stillung meiner unruh, deine huld zu mirz Ach vergieb, was theil. ich gethan! Nimm mich noch erbar⸗ 5. Auch mir hat er das glück er⸗ mend an! Führe mich vom sünden⸗ worben, Getrost zu dir empor zu 8 sehn; 156 Zweite Abtheilung⸗ sehn; Auch ich soll, da er ist 6. storben, Durch ihn begnadigung erflehn, Bei dir, dem gott, der gern vergiebt, Und lieber segnet als betrübt. 6. Sprich dann zu mir: dir ist vergeben! Und stille des gewissens schmerz; Und will mein zaghaft herz noch beben, So sprich du kräft'⸗ ger als mein herz. Dein gnaden⸗ wort mach' alles gut, Und schenke selbst zur beßrung muth. v. Ich zweifle nicht: ich bin erhö— ret; Mein glaube sagt mir, daß ich's bin. Der trost, der sich im herzen mehret, Der neue dir ge⸗ weihte sinn, Mein kindliches ver— traun auf dich Bezeugens, du be⸗ gnadigst mich. Mel. Jesu, meines lebens leben. 28 Ich erhebe mein gemüthe 4. 2. Sehnsuchtsvoll, mein gott, zu dir. Ich verehre deine güte; O wie theuer ist sie mir! Gott der liebe und des lebens, Keiner harrt auf dich vergebens; Nur verächter deiner huld Stürzet ihre eigne schuld. 2. Lehre mich, herr, deine wege; Zeige deinen willen mir! Leite mich die rechten stege, Führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein vertrauen: Sicher kann ich auf dich bauen; Deine vatertreue ist Ewig, wie du selber bist. 5. Ach, gedenke an die sünden Meiner jugendiahre nicht! Laß mich vor dir gnade finden, Gehꝰ nicht mit mir ins gericht. Sün⸗ den, die wir recht bereuen, Willst du, vater, ja verzeihen: hofft auf dich. 4. Gott, du willst des sünders le⸗ ben, Gnädig willst du Wenn er sich zu dir bekehrt. Mit⸗ ten auf dem sündenwege Machst du sein gewissen rege. Wohl Wa aufs neue; Sie wirst du, ö O so höre denn auch mich! Meine seele — der zu seiner pflicht Umkehrt! den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die elenden, De⸗ ren herz sich dir ergiebt, Die sich flehend zu dir wenden, Ueber ihre Freude schenket Schuld betrübt. deine güte Dem geängsteten gemü⸗ the, Welchem du die sündenlast Liebreich abgenommen hast. 6. Herr, zu was für seligkeiten Du, in jener bessern welt, Jeden frommen noch willst leiten, Der dir treu und glauben hält, Offenbarst du allen seelen, Die zu ihrem theil dich wählen. Deinen theuren gna⸗ denbund Machst du deinen kin⸗ dern kund. v. Dir will ich mich denn erge— ben. Gott, mein gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, Treu seyn meiner ganzen pflicht; Keine schnöde lust der fünden Soll mich ferner überwinden; Denn du nimmst dich meiner an, Daß ich standhaft bleiben kann. Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛe. Cach tt von ewig 285. I Lroße gott von ewig großer güte, Zu dir, mit heilsbegierigem gemüthe. Wer hofft auf dich, der hoffet nicht ver⸗ gebens, Du gott des lebens. „Du willst nicht opfer, richter aller welten! geschenke vor dir gelten? Du kennst das herz, und willst, statt aller gaben, Nur beßrung haben. 3. Wenn sich der sünder wieder zu dir kehret, Und dich durch glau⸗ bige gesinnung ehret: So willst du seiner sünden nicht gedenken, Ihm gnade schenken. 4. Statt aller opfer, richter aller welten, Soll christi tod für mich alsdann auch gelten: Um seinet⸗ Seine seele ist dir werth,willen soll ich meiner sünden Ver⸗ ihm vergeben, gebung finden. 5. Allwissender, du siehest meine reue, Mit der ich beßrung dir ge⸗ Was könnten doch — du in nicht v 6. S reiz z allem ern ständig Mel. 286 verschi beut; ben? meine ich da 2. 2 Wenn deiner michel thu, So d meine 3. S doch k nur 6 schiede horcht Wer läßt K. 2 Das mein zu ha noch, Weil siehlst 6. eine mich denz mich wahr pflich 6. eigne wide pfen Und / De⸗ ie sich r ihre penlast keiten Jeden er dir nbarst utheil gna⸗ kin⸗ erge⸗ ß mich leben, flicht; n Soll enn du daß ich hast ꝛc. ewig zu dir, Wer ht ver⸗ * *‚.‚..————. den henket gemü⸗ * IJ. Von der Buße und Bekehrung. 15² . du in das herz kannst sehen, Gott, nicht verschmähen. 6. Stärk' mich, des lasters falschen reiz zu fliehen, Ein gut gewissen allem vorzuziehen; Mit heil'gem ernst gelob' ich dir auf's neue Be⸗ ständig treue. Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. aß mich doch, o mein 286. L gott, Die buße nicht verschieben, Die mir dein wort ge⸗ beut; Wie könnt' ich sonst mich lie⸗ ben? Ist wahre besserung Nicht meiner seele glück? Owarum säum' ich dann Noch einen augenblick? 2. Du, gott, gewinnest nichts, Wenn ich mich dir ergebe, Und, deiner werth zu seyn, Im glauben mich bestrebe. Wenn ich das gute thu, Das mir dein wort gebeut: So dien' ich stets mir selbst, Und meiner seligkeit. 5. So süß ein laster ist, So giebts doch keinen frieden. Der tugend nur allein Hast du dies glück be— schieden, Wer dir, o gott! ge— horcht, Erwählt das beste theil. Wer dich, o gott! verläßt, Ver⸗ läßt sein eignes heil. K4. Was weigre ich mich denn, Das laster zu verlassen? Weil es mein unglück ist, Befiehlst du, es zu hassen. Was säum'' ich länger noch, Der tugend mich zu weihn? Weil sie mich glücklich macht, Be⸗ fiehlst du sie allein. 5. Die buße führt mich nicht In eine welt voll leiden: Sie führet mich vielmehr Zu dauerhaften freu— den; Macht meine seele rein, Füllt mich mit zuversicht, Giebt weisheit, wahre ruh, Und muth zu meiner pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, Sein eignes herz bekämpfen, Begierden widerstehn, Und seine lüste däm⸗ pfen, Doch bleibts ja meine pflicht; Und diese schwierigkeit, Die heute mich erschreckt, Wird schwerer durch die zeit. 7. Je öfter ich das thu, Was böse lust befohlen, Je stärker wird der hang, Die that zu wiederholen. Scheu ich mich heute nicht, Dein feind, o herr, zu seyn: Um wie viel weniger Werd' ich mich mor⸗ gen scheun? 8. Du reichst ja kräfte dar, Uns selber zu besiegen. Der sieg, so schwer er ist, Bringt doch gar groß vergnügen. Geht er im anfang gleich Nur noch sehr langsam fort: So bist du, gott, mir nah, Und stärkst mich durch dein wort. 9. Wie schnell kann nicht der tod Mich dieser welt entrücken! Und buße ist kein werk Von wenig au⸗ genblicken. Ein seufzer, gott! zu dir, Ein wunsch nach besserung, Und angst auf missethat, Ist noch nicht heiligung. 10. So gieb denn, weil ich noch, Herr! deine stimme höre, Daß ich mich ungesäumt Von allem bösen kehre: So darf ich nicht dereinst Zu meiner größten pein Mein hier versäumtes glück, Wiewohl zu spät, bereun. Mel. Schwing dich auf zu deinem ꝛc. iebster vater, ich, dein 287. L kind, Falle vor dir nie⸗ der. Du weißt, was mein herz empfindt: O erbarm dich wieder! Groß ist meine sündenschuld, Die mich innigst reuet, Größer deine vaterhuld, Die mich noch erfreuet. 2. Zwar ich bins nicht werth, zu dir Kindlich aufzusehen; Doch du bleibst ein vater mir, Du ver⸗ nimmst mein flehen; Kennst mein herz, ermunterst mich, Es vor dir zu stillen: Denn du hörst mich vä⸗ terlich Noch um christi wissen. 3. Du bist meine zuversicht, Ohne dich ists keiner; Mich, voll reu, ver⸗ wirfst du nicht, Du erbarmst dich meiner; Der du deinen sohn für —5 mich 138 Zweite Abtheilung. mich In den todt gegeben: Sein erlöster bin auch ich, Theur erkauft zum leben. 4. Dies, dies soll in jedem schmerz Mein vertraun erwecken. Vor der sünde soll mein herz, Nicht vor dir, erschrecken. Trauen will ich, vater, dir, Stets die sünde hassen, Nie vergessen, daß du mir So viel schuld erlassen. 5. Preis sey dem allgütigen, Der mein seufzen kennet: Der dem gna⸗ desuchenden Freien zutritt gönnet. Sing es, seele, vor dem herrn. Fleuß von freuden über! Gott, dein gott, verstößt nicht gern, Er begnadigt lieber. 6. Ewig bist du so gesinnt, Schö⸗ pfer meiner seele! Auch wenn ich, dein strauchelnd kind,! Noch aus schwachheit fehle; So gedenkst du, der du weißt, Daß mein herz dich ehret, Meiner schwachheit, und ver⸗ zeihst Dem, der wiederkehret. Mel. Wenn wir in höchsten nöthen. 288 Mendre att mei⸗ nach dir; Gott, mei⸗ ne hülfe kommt von dir! Wer ist, wie du, so gnaͤdenreich? Wer dir an macht und weisheit gleich? 2. Ach, mein erbarmer rechne du Mir meine missethat nicht zu; Sie reuet, gott, sie reuet mich, Und meine seele hofft auf dich. 5. Wie gut, wie leicht ist dein ge⸗ bot! Du willst, ich soll dich lieben, gott: Willst, daß ich redlich han⸗ deln soll, Zu meinem und des näch⸗ sten wohl. A. Und doch verletzt ich diese pflicht, Und schätzte deine gnade nicht; Ein 6. Ich traue der barmherzigkeit, Die sich noch jeden tag erneut; Der vaterhuld, die immerdar Ver⸗ irrter seelen zuflucht war. 7. Dein wort giebt mir versiche⸗ rung Vollkommener begnadigung; Ich bin gewiß durch jesum christ, Daß sie auch mir verliehen ist. 8. Doch nie entfall' es meinem sinn, daß ich, als christ, berufen bin, Auch meines mittlers tugen⸗ den Hier thätig zu verkündigen. 9. Wie ich die gaben angewandt, Die ich empfing aus deiner hand: Dies wird die große frage seyn, Bricht dein entscheidungstag herein. 10. Ein herz, das sich des guten freut, Voll menschenlieb' und gott geweiht, Dies soll ich dort nicht erst empfahn; Mein richter forderts schon alsdann. 11. Schaff' dieses herz in mir; denn, ach! Du weißt es, vater, ich bin schwach. Mein trost sey mein vertraun auf dich, Und red⸗ lichkeit behüte mich. Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbarmer, das verzeihe mir, Nach deiner großen güte. Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine gnade wirke du, Wor⸗ an es mir noch fehlet. Gieb mir meiner besserung Es täglich weiter bringe. 2. Du geber wahrer seelenruh, den geist der heiligung, Daß ich in vater, der barmher⸗ zigkeit, Ich falle dir zu fuße, Und thu noch in der gna⸗ denzeit Von ganzem herzen buße. elend scheinguth zog ich thor Oft z. Und du, o jesu, der du dich ihr und meinem heile vor. 5. Mein herz, das seine schuld er⸗ aus freier huld auch mich kennt, Das siehest du, und wies entbrennt, Zu thun, was dein ge⸗(ch setz befiehlt, Das nur mein bestes meiner seelennoth, mir empfiehlt. Für uns dahin gegeben lich Erlös deinen frieden. Du hast zum ew'gen leben. Mein seligma⸗ er und mein gott, Erbarm dich Und gieb mir . Für ⸗ ——— 1. Für blut Zu So kom Im leb te von thum d en mi 16. Ge lcht, innreer ja mein ich jede geiz/ beflecke 6. Ur So hil ne seel trostes schmer last un zum l Mel. gkeit, ö neut; Ver⸗ siche⸗ ungz hrist, . inem rufen Ugen⸗ gen. andt, hand: seyn, erein. guten dgott ht erst ederts mir; vater, st sey dred⸗ 2c. mher⸗ Ue dir gna⸗ buße. r dir, Nach nruh, lälet; Wor⸗ mir ich in weiter u dich u hast Erlöst igma⸗ n dich b mir „Für I. Von der Buße und Bekehrung. 159 ce 1. Für sünder floß dein theures blut Zur rettung vom verderben: So komm es denn auch mir zu gut Im leben und im sterben. Es hal⸗ te von verschuldungen, Der reich— thum der erbarmungen Des höch— sten mich zurücke. 5. Geist gottes, du, der seelen licht, Regierer der gedanken, Er⸗ innre mich ans weltgericht, Wenn ja mein herz will wanken; Damitst ich jedes laster flieh, und ehrsucht, geiz, und wollust nie Mein herz beflecken möge. 6. Und schlägt die letzte stunde mir, So hilf mir uberwinden! Laß mei⸗ ne seele trost bei dir, Du gott des trostes, finden! Belehre mich, daß schmerz und noth, Der krankheit last und selbst der todt, Mich doch zum leben führe. Mel. Jesu, deine tiefe wunden. 2 0 Schaffet, schaffet men⸗ 9 schenkinder, Schaffet eure seligkeit: Bauet nicht, wie sichre sünder, Auf die ungewisse zeit; Unverweilt bekehret euckh 4 Ringet nach dem himmelreich, Und bemüht euch, hier auf erden Hei— lig, selig dort zu werden. 2. Doch, soll dieses recht gesche⸗ hen, So müßt ihr mit festem muth Zeige kann euch der sieg erfreun? Denn es folget nie ein sieg Ohne solchen ernsten krieg; Nur die sieger schmückt, zum lohne, Unverwelkt 94 himmelskrone. Fleißig beten, all'zeit wachen; Die Wersüchung weislich fliehn Sich die pflicht zur freude machen z Unablässig sich bemühn, Selbst beim spott und hohn der welt, Das zu thun, was gott gefällt: Dieses wol⸗ len und vollbringen Heißet, nach dem himmel ringen. 6. Drum entreißet euch den lü⸗ sten, Wenn ihr noch gefesselt seyd, Und beweiset euch, als christen, Muthig, standhaft in dem streit. Schont der liebsten sünde nicht, Wär es auch die schwerste pflicht, Und denkt oft an christi worte: Dringet durch die enge pforte. 7. Zittern will ich vor der sünde, Und dabei auf jesum sehn, Daß ich seinen beistand ünde, In der tugend zu e Ja, mein hei⸗ land, ach! geh' nicht Mit mir ar⸗ men in's gericht. Gieb mir deines geistes waffen, Meine seligkeit zu schaffen. 8. Gieb zum wollen das vollbrin⸗ gen, Muth und kräfte zu dem streit; Lehre mich, mich selbst be⸗ zwingen, Und verleih beständigkeit! mir von deinem thron Den Aller sünde widerstehen, Nur was verheiß' nen gnadenlohn, Daß ich gott, ket oder schmerzen. 3. Selig, wer durch glauben käm⸗ pfet! Selig, wer im kampf besteht, Wer der sünde lüste dämpfet, das höchste guth, Von euch wache, bete, ringe, Und also zum fordert, muß allein Eures lebens richtschnur seyn, Wenns gleich eu— rem schwachen herzen Freude dün⸗ himmel dringe. Mel. Mache dich, mein geist ꝛc. TDichrer mensch, noch ist 291. S es zeit, Rufzustehn Standhaft ihren reiz verschmäht! Hen schlafe! Nahe ist die ewigkeit, O so jagt dem guten— 8 dabei auf ehristi schmach: ihr den himmel erben, ben, ruhig sterben. Seht Nahe lohn und strafe. Hör', gott spricht: Säume nicht, Seinen ruf Fröhlich le⸗(zu hören, Und dich zu bekehren. 2. Noch weckt der posaunen schall K. Werd't ihr aber nicht recht rin⸗Nicht die todten alle; Noch bebt gen, Sondern träg' und lässig seyn, Eure neigung zu bezwingenz Wi nicht der erdenball, Nahe seinem 45.3 Aber bald, Bald Hicher 2 SI 140 Zweite Abtheilung. Gottes ruf: zur erden Sollst du wieder werden. 3. Kömmt nun, ehe du's gedacht, Unter sündenfreuden, Deines le⸗ bens letzte nacht, Was wirst du dann leiden, Wenn dein herz Von dem schmerz Deiner schuld zerrissen, Wird verzagen müssen? 4. Wenn vor deinem antlitz sich Jede sünd' enthüllet, Wenn dann eine jede dich Ganz mit graun er⸗ füllet; Dich nichts dann Stärken kann, Keine deiner freuden: Was wirst du dann leiden? 5. Nah dem untergang, wirst du, An des grabes stufen, Bang um trost und seelenruh, Danm verge⸗ bens rufen: Rette, gott, Mich vom tod! Rette noch im sterben Mich von dem verderben! 6. Noch, noch wandelst du allhier Auf des lebens pfade; Noch ist zur errettung dir Nah des ew'gen gna⸗ de. Eil' ihr zu, Daß du ruh Für dein herz empfindest, Und verge⸗ bung findest. Mel. Vater unser im himmelreich. o wahr ich lebe, spricht 292. S mein gott, Mir ist nicht lieb des sünders tod; Mein wunsch und wille ist vielmehr, Daß er rechtschaffen sich bekehr; Sich beßre in der gnadenzeit, Und mit mir leb in ewigkeit. 2. O sünder, drum verzage nicht, Bedenk es, was gott selbst ver⸗ spricht, Der dir vergebung, trost und gnad' Auch hierdurch zugesaget hat, Und er besiegelts mit dem eid, Sey nur zur besserung bereit! 3. Hüt' dich dabei vor sicherheit, Denk nicht: zur buß' ist's immer zeit, Ich will erst thun, was mir gefällt, Und werd' ich müde dieser welt, Alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbar⸗ men sich. 4. Wahr ist es: gott ist stets be⸗ reit Zum wohlthun, zur barmher⸗ zigkeit; Doch sündigst du auf gnade hin, Beharrst in deinem bösen sinn, Und willst nicht sorgen für dein heil, So nimmst du nie am him⸗ mel theil. 5. Um christi willen hat zwar gott Verheißen leben für den tod; Al⸗ lein entdeckt er dir auch wohl, Wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir kund; Verborgen ist die todes stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich; Noch heute kann es ändern sich. Wer heut ist stark, gesund und roth, Ist morgen krank, viel⸗ leicht auch todt. Stirbst du nun ohne beß'ruug hin, Wie willst du denn der höll' entfliehn? 7. Hilf, o herr jesu, hilf du mir, Daß ich jetzt komme gleich zu dir, Und mich bekehre unverweilt, Eh' mich mein ende übereilt; Damit ich heut' und jederzeit Zu meinem hingang sey bereit. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. ie theuer, gott, ist 293. Wẽĩ deine güte, Die alle missethat vergiebt, So bald ein reuendes gemüthe Die sünden, die es sonst geliebt, Erkennt, verdammt und ernstlich haßt, Und zuversicht zum mittler faßt. 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, Weil du so reich an gnade bist! Wie kurz ist meine zeit auf erden, Die mir zum heil gegeben ist! Gieb, daß sie mir recht wichtig sey; Daß ich sie meiner beß'rung weih. 5. Zwar deine gnade zu verdie⸗ nen, Sind reu und beß'rung viel zu klein. Doch darf sich auch kein mensch erkühnen, Zu glauben, dir versöhnt zu seyn, Wenn er noch liebt, was dir mißfällt, Und nicht dein wort von herzen hält. 4. Wie kannst du dem die schuld erlassen, Der frevelnd schuld auf schulden häuft! Der kann kein herz 5 I —— zu jesu Verdier sünde r geopfer 5. Dꝛ zu füße ne schu gewisse terhuld sünden horsam 6. De ke Du sey, werke treu, Sie d 7. Le Der di hassen lieben vater heilig mitt geist wirf dein den. schul gedi fleht m I. Von der Buße und Bekehrung. 141 — zu jesu fassen, Der zwar auf sein Verdienst sich steift, Doch in der sünde noch beharrt, Dafür er auf⸗ eopfert ward. ö 5. Drum fall' ich dir, mein gott zu füßen, Vergieb mir gnädig mei⸗ ne schuld, Und heile mein verwundt gewissen Mit trost aus deiner va⸗ terhuld. Ich will mit ernst die sünden scheun, Und willig dir ge— horsam seyn... 6. Daß mit gerechtigkeit auch stär— ke Durch christum mir geschenket sey, Will ich durch übung guter werke Beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der liebe gegen dich! Sie dringe stets und leite mich. 7. Laß mich zu deiner ehre leben, Der du die missethat vergiebst! Das hassen, was du mir vergeben, Das lieben, was du selber liebst. Laß, vater, mein gewissen rein, Und heilig meinen wandel seyn. Bekannte Melodie. ö W'i fliehen hin, 294. Wenn ich beschwe⸗ ret bin Von dem gefühl der sün⸗ den? Wo soll ich rettung finden? Wer wird sich mein erbarmen? Wer schaffet trost mir armen? güte; Du hilfst beladnen seelen, Die dich zum helfer wählen. 5. Ich traue froh auf dich, Dein blut floß auch für mich; Du rettest mich von sünden, Läßt mich den frieden finden, Den der hat, der dich liebet, Und den die welt nicht giebet. 4. Wie groß die sünde sey, Du machst von ihr mich frei, Wenn ich dein wort recht fasse, Mich fest darauf verlasse. Du sprichst: dir ist vergeben! So fühl' ich neues le⸗ ben. 5. Zwar viel noch mangelt mir; Doch, gütigster, von dir Kommt jede gute gabe, Die ich noch nöthig habe. Du wirst mich unterstützen. Und in versuchung schützen. 6. Wie unerschrocken ruht Das herz in deiner hut; Du hast ja selbst verheißen, Nichts solle mich entreißen Dir, dem ich angehöre, Folg' ich nur deiner lehre. 7. Darum verlaß ich mich, O jesu, ganz auf dich; Jetzt kann ich nicht verderben, Dein reich muß ich er⸗ erben: Denn du hast mirs erwor⸗ ben, Da du für mich gestorben. 8. Herr, deß ich ewig bin, Gieb mir den festen sinn, Das alles stets zu meiden, Was mich von 2. O, mein herr jesu, du Rufst dir kann scheiden: So leb' ich dir, auch mir gnädig zu. Mit hoffen⸗ und erbe Den himmel, wann ich dem gemüthe Flieh ich zu deiner sterbe. 2. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich ꝛc. An oͤffentlichen Bußtagen. sehn. Herr, unser gott! Verbirg 295 Di gott, der unsre zu-⸗ uns nicht Dein angesicht, und gehe * flucht ist, Gott, unser mittler, jesu ichrist, Gott heil'ger mit uns nicht ins gericht. 2. Wir haben unsern stand ent⸗ geist der gnaden! Unendlicher! ver⸗weiht, Den stand der christen, un⸗ wirf uns nicht; Wir kommen vor sern eid, Und deinen weg verlassen: dein angesicht, mit missethat bela⸗ den. Nimm von uns unsre sünden⸗ Doch, sieh, wir kehren voller reu Zurück zu dir; o laß aufs neu Uns schuld, Du gott der langmuth und deine rechte fassen! Laß sie uns lei⸗ geduld! Und merk' auf unser heißes ten auf den pfad, Den dein befehl flehn, Daß wir dein heil, erbarmer, geheiligt hat; Daß irrthum und ver⸗ 14½ Zweite Abtheilung. — versuchung nie Uns auf die bahn Herr, unser gott! Breit' aus dein des lasters zieh. Herr, unser gott! wort An jedem ort, Gieb geist und Vor ungeduld, Vor aller schuldskraft zu deinem wort. Behüt' uns deine vaterhuld. 6. Auch die regenten lenke du, 5. Dein antlitz leucht' auf unser Daß sie durch weisheit und durch land; Rings um bedeckt von dei⸗ruh Der länder wohlstand hebenz ner hand, Laß es der ruh genie⸗Dem fürsten, der uns schützt und ßen! Wend' ab von uns, mit dei⸗liebt, Gieb, der in ihm so viel uns ner hut, Der flammen grimm, giebt, Das beste spätste leben! den zorn der fluth, des krieges Noch lange sey sein vaterblick Uns, blutvergießen. Sey rettend mit seinen kindern, schutz und glückz uns, wenn die noth Des mangels O! schütt' auf ihn, und auf sein und der seuchen droht, Und schütz' haus, Und seine räthe segnung uns, nicht ihr raub zu seyn; Laß aus! Herr, unser gott! In dei⸗ sicherheit das land erfreun. Herr, ner hand Ist unser land; Beglück unser gott! Das land ist dein, Oses, segne jeden stand. laß gedeihn Und sicherheit das land 7. Vernimm der leidenden gebet; erfreun! Wer in gefahr und noth dir fleht, à4. Sohn gottes, der zur erde Dem hilf aus seinen nöthen! Gieb kam, Und unsre schwachheit auf kranken Linderung und ruh; Die sich nahm, Um gott uns zu versöh- sterbenden erlöse du, Erhör' ihr nen; Der durch den tod ins lebensschristlich beten! Sey aller unter⸗ drang, Sich dann zur rechten got⸗drückten heil, Der witwen und der tes schwang, Wo ehr' und preis swaisen theilz Vereitle der verfolger dich krönen: Vertritt, o mittler, rath, und lehre sie den rechten pfad. uns bei gott! Durch deine leiden, Herr, unser gott! Durch alles leid deinen tod, Stärk' uns in unsrer Der pilgerzeit Führ' uns zu deiner prüfung lauf, Und wenn wir strau⸗ herrlichkeit. cheln, hilf uns auf! Herr, unser 8. Du thust weit mehr, als wir gott! Dein trost, dein licht Ver-verstehn, Kannst mehr gewähren, laß uns nicht Im tod, im grab, als wir fleyhn; Laß uns erhörung im weltgericht. finden! O! neig' auf unser flehn 5. Schütz' uns vor irrthum und dein ohr, Heb' unser herz zu dir gefahr; Erhalte deiner frommen empor, Und mach uns rein von schaar Der eintracht glück und se⸗sünden. Laß uns nun ganz dein gen! Uns leite, gott, dein guter eigen seyn, Im leben und im tode geist, und was dein wort verspricht dein; Wir sind durch christi blut und heißt, Sey licht auf unsern erlöst; O du, der sünder nicht ver⸗ wegen! Laß auch in lehr' und wan⸗ stößt, Herr, unser gott! Erbarme del rein Die diener deines wortes dich, Erbarme dich! Vergieb uns, seyn, Und bringe zu der wahrheit leit' uns väterlich! glück, Zu dir, die irrenden zurück. 5. Nach geschehener Bekehrung. Mel. O gott, du frommer gott. So lange zeit getragen: Da ich in 2 6 Wos kann ich doch für großer sünd Und Uebertretung lag, dank, O herr, dir da-Und dich, o heil'ger gott, Erzürnte für sagen, Daß du mich mit geduld manchen tag. Seh ö 2. Sehr II. 2. Seh wiesest d bosheit f riefst m bens pfa treu, 2 Hast du ret und leidigen ich ohn nicht fin ich Uns selbsten nem fall 5. Du mir den nun wa gepriese II. 297 ben, Un trost zu barmen heit an will 7 2. Ich nur mi will die —— wachsth II. Vom Glauben und seinen naͤchsten Folgen. 145 2. Sehr große lieb' und huld Er⸗ wiesest du mir armen; Ich fuhr' in bosheit fort, Du aber in erbarmen: Ich schob die buße auf Und wider⸗ strebte dir; Du schobst die strafe auf, Und trugst geduld mit mir. —— 5. Daß ich nun bin bekehrt, Ver⸗ dank' ich deiner gnade; Du, du riefst mich zurück Von des verder⸗ bens pfade. Durch deine güt' und treu, Die an die wolken reicht, Hast du mein hartes herz Gerüh⸗ ret und erweicht. 4. Selbst konnte ich dich wohl Be⸗ leidigen mit sünden; Doch konnt' ich ohne dich Den weg zum heil nicht finden. Selbst fallen konnte ich Uns ins verderben gehn: Nur selbsten konnt' ich nicht Von mei⸗ nem fall aufstehn. 5. Du hast mich aufgericht, Und mir den weg gewiesen, Den ich nun wandeln soll; Dafür sey, herr, gepriesen! Sey hochgelobt, daß ich Die alten sünden haß; Und das, terlaß. 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle: So gieb mir deinen geist, So lang' ich hier noch walle, Der mich, den schwachen, stärk', Und in mir mächtig sey, Auch mein gemüthe stets Zu deinem dienst erneu. 7. Ach leit' und führe mich, So lang' ich leb' auf erden; Laß mich nicht, ohne dich Durch mich gefüh⸗ ret werden. Führ' ich mich ohne dich, So werd' ich leicht verführt z Wenn du mich leitest selbst, Thu' ich, was mir gebührt. 8. O gott, du großer gott! O va⸗ ter, hör mein flehen Laß, jesu, gottes sohn, Mich deine wege ge⸗ hen; Regier', o heil'ger geist, Durch dein wort, mich allzeit, Daß ich dir diene hier, Und dort in ewigkeit. II. Vom Glauben und seinen naͤchsten Folgen. In voriger Melodie. 2 Her allerhöchster gott! 97. Bei dem wir alle ga⸗ ben, Und was uns nützlich ist, Ge⸗ trost zu suchen haben: O sieh er⸗ barmend mich In meiner schwach⸗ heit an, Weil ich nicht, wie ich will, Dir recht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, Doch nur mit schwachem glauben; Oft will die zweifelsucht Mir alle hoff— nung rauben. Wer macht das herz gewiß, Als du, o herr, allein? Laß deine hülfe doch Von mir nicht ferne seyn. 5. O reiche du mir selbst Aus gna⸗ den deine hände! Mach, daß dein guter geist Sein werk in mir vol⸗ lende. Ist schon, dem senfkorn gleich, Mein glaube noch sehr klein, So laß ihn doch bei mir In stetem wachsthum seyn. 4. Gieb, daß sich stets in mir Die zuversicht vermehre, Daß du mein vater seyst, Und ich dir angehöre; Daß alle meine schuld Von dir ver⸗ geben sey: Damit mein herz sich dein, Als seines gottes freu. 5. Mach diese zuversicht In mir, o gott, so kräftig, Daß ich mein le⸗ benlang In deinem dienst geschäf⸗ tig, Und stets beflissen sey, Zu thun, was dir gefällt: So hab' ich, schon in dir, Den himmel auf der welt. 6. Mein heiland! der du einst Für deine jünger batest, Und, wenn sie wanketen, Beim vater sie vertratest: Ach, unterstütz' auch jetzt Mein sehnliches gebet, Und schenke glaubenskraft Dem, der dich darum fleht. 7. In deiner mittlers hand Ist heil und aller segen. Herr, unter⸗ stütze was dir mißfällt, Nun willig un⸗ 144 Zweite Abtheilung. stütze mich Auf allen meinen we⸗ gen! So geh' ich freudig fort, In dieser pilgerzeit, Zu meines glau⸗ bens ziel, Herr seelen seligkeit. In voriger Melodie. 2 8 err, ohne glauben kann 9 Kein mensch vor dir bestehen; Drum wend' ich mich zu dir Mit demuthsvollem flehen; O zünde selbst in mir Den wahren glauben an, In welchem ich allein Dir wohlgefallen kann. 2. Laß mich, gott, daß du seyst, Mit überzeugung glauben. Nichts müsse mir das wort Aus meinem herzen rauben: Daß du dem, der dich sucht, Stets ein vergelter seyst, Und hier und ewig ihn Mit deinem heil erfreust. 3. Wahrhaftig ist dein wort. Gieb, daß ich darauf traue, Und meine hoffnung fest Auf deine treue baue; Gieb, daß ich dir im glück Und un⸗ glück stets getreu, Und dem, was du gebeutst, Von herzen folgsam sey. K. Auch hilf mir, daß ich den, Den du gesandt, erkenne. Ihn mei⸗ nen herrn und gott, In geist und wahrheit, nenne; Und treu und redlich thu, Was mich sein wort gelehrt, Daß ihn herz, wund und that Als meinen heiland ehrt. 5. Sein göttliches verdienst Sey mir beständig theuer; Es fülle mich mit trost; Es mache mich stets freier Vom schnöden sündendienst; Es stärke mich mit kraft, Zu dei⸗ nes namens ruhm, In meiner pil⸗ grimschaft. 6. Wie selig leb' ich dann Im glauben schon auf erden! Noch herrlicher wird einst Mein theil im himmel werden. Da werd ich, was ich hier Geglaubt, im lichte schaun Und du erfüllst dann ganz Mein kindliches vertraun. CYch hoff', o gott, mit fe⸗ 29* stem muth Auf denne gnad'und christi blut; Ich hoff' ein ewig leben! Du bist ein vater, der verzeiht Hast mir das recht zur se⸗ ligkeit Durch deinen sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich heil, An dir, an deiner gnade theil, Theil an dem himmel haben! Im herzen durch den glauben rein, Dich nes geistes gaben! ligkeit, Wirkt göttliche zufrieden⸗ heit, Wenn wir es treu bewahrenz; Es spricht uns trost im elend zu, Versüßet uns des lebens ruh, Und stärkt uns in gefahren. 4. Erhalte mir, o herr, mein hort, Den glauben an dein göttlich wort, Um deiner güte willen! Laß ihn mein licht auf erden seyn, Ihn täglich mehr mein herz erneun, Und mich mit trost erfüllen. Mel. ic 80 hab' 335 dich ꝛe. ch komme, friedens⸗ 300. 1. fürst zu dir! Erbar⸗ mend rufst du ja auch mir, Den frie⸗ den zu empfangen. Die sündenlast ist mir zu schwer: O laß mein herz rus trost nicht leer, Laß es zur ruh gelangen! Die jedem tief ge⸗ beugten geist Dein theuer werthes wort verheißt. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein herz von sünden rein? Herr jesu christ! Mein trost, mein licht! Mein trost, mein licht! Verwirf mein sehnlich flehen nicht. 2. Anbetend steh' ich, herr, vor dir; Dein antlitz neige du zu mir, Und sey mir sünder gnädig! Wenn mein vergehn um rache schreit, So mache aus barmherzigkeit Mich aller strafe ledig. Der du am kreuz gelitten hast, Du trugst auch mei⸗ ner sünden last, Als du zum heil der sünder starbst, Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. 3. Dein wort, das wort der se⸗ —— lieben und versichert seyn Von deis Und ihnen got⸗ tes huld erwarbst, Herr jesu en hort, vort, ß ihn Ihn neun, ch 2c. dens⸗ rbar⸗ frie⸗ enlast herz zur ef ge⸗ rthes nich, mein jesu licht! rwirf vor mir, Wenn vreit, Mich kreuz mei⸗ Wheil ꝛgot⸗ hr ist, Meih II. Vom Glauben und seinen naͤchsten Folgen. 14⁵ Mein gott und herr! Mein gott und herr! Gieb mir den trost be⸗ gnadigter. 3. Du, du bist meine zuversicht! Durch dich entflieh' ich dem gericht, Dem schweren lohn der sünden;z Durch dich kann ich der straf' ent— gehn, Und mich mit gott vereinigt sehn, Durch dich das leben finden. Dein tod ist der verlornen heil, Gieb mir an seinem segentheil! Er schaff' auch mir beruhigung, Und wahre lebensbesserung. Herr jesu christ! Ich hoff' auf dich! Ich hoff' auf dich! In dieser hoffnung stärke mich. k4. Mein ganzes leben preise dich! Erlöst, mein mittler, hast du mich, Dein eigenthum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts; Nichts einst am tage des gerichts, Nichts hier auf dieser erden. Auf dieser bahn zum vaterland Ent⸗ zeuch mir niemals deine hand; Zu allem guten stärke mich, Und laß mich siegen einst durch dich. Herr jesu christ! Mein herr und gott! Mein herr und gott! Hilf mir zum leben durch den tod. Mel. Sey lob und ehr' dem ꝛc. oder: Lobsinget gott ꝛc. Nr. 5. Orch weiß, an wen mein OI. glaub sich hält, Kein feind soll mir ihn rauben; Als bür⸗ ger einer bessern welt, Leb' ich hier nur im glauben; Dort schau ich, was ich hier geglaubt; Wer ist, der mir mein erbtheil raubt? Es ruht in jesu händen. 2. Mein llben ist ein kurzer streit, Und herrlich ist die krone. Das glück der ganzen ewigkeit Wird mir zum frohen lohne. Du hast für mich den tod geschmeckt; Mir, wenn nur deine huld mich deckt, Kann selbst der tod nicht schaden. 5. O herr, du bist mein ganzer ruhm, Mein bester trost auf er⸗ den; In jener welt mein eigen⸗ thum; Was kann mir größers wer⸗ den? Von fern glänzt mir mein kleinod zu; Du schaffst mir nach dem streite ruh, Und reichst mir meine krone. 4. Herr, lenke meines geistes blick Von diesem weltgetümmel Auf dich, auf meiner seele glück, Auf ewigkeit und himmel. Die welt mit ihrer herrlichkeit Vergeht und währt nur kurze zeit, Im him⸗ mel sey mein wandel. 5. Jetzt, da mich dieser leib be⸗ schwert, Ist mir noch nicht erschie⸗ nen, Was jene beßre welt gewährt, Wo wir gott ewig dienen. Dann, wenn mein auge nicht mehr weint, Und nun vollkommnes glück er⸗ scheint, Dann werd' ich's froh empfinden. 6. Im dunkeln seh ich hier mein heilz Dort seh ich's klar und hei⸗ ter. Hier ist die schwachheit noch mein theil; Dort hebt mein geist sich weiter. Hier ist mein werth mir noch verhüllt; Dort wird er sichtbar, wenn dein bild Mich einst vollkommen schmücket. 7. Zu diesem glück bin ich erkauft, O herr, durch deine leiden; Auf deinen tod bin ich getauft, Wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine hand; Ich bin dir, herr, du mir bekannt, Mein sind des himmels freuden. 8. Wie groß ist meine herrlichkeit! Empfinde sie, o seele! Von lust der erde unentweiht, Erhebe gott, o seele! Der erde glänzend glück ver⸗ geht, Nur des gerechten wohl be⸗ steht Durch alle ewigkeiten. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. „H Occh weiß und bins ge⸗ 30². 34. wiß, daß ich Erlöst bin, gottes sohn, durch dich Vom schnöden dienst der sünde. Gelobt sey gott! ich bins gewiß, Hilf, mein erretter, daß ich dies Bis an mein end' empfinde. K 2. In meinen trost mir rauben. Zweite Abtheilung. 2. In dieser so verderbten zeit Mel. Besiehl du deine wege. Des leichtsinns und der sicherheit 0² Ist gott für mich, so tre⸗ Wach' über meinen glauben! Du 3 2* te Gleich alles wider freund der menschen, wache du, mich: Denn wenn ich gläubig bete, Daß keine zweifel meine ruh Und Zeigt er mit hülfe sich: Hab' ich ihn nur zum ns. Und liebet mich e er di mein gott, Was schad't mir dann 3. Den spott der frevler über dich der feinde Verfolgung, schmach und Und deinen tod am kreuz laß mich, Wie er's verdient, verachten. Mit desto stärkerer begier Laß meine seele, herr, nach dir Und deinem reiche trachten. U, Wenn mir die welt gelegenheit Zur sünde giebt, zur eitelkeit, Und zu verbotner freude: So dämpfe du in meiner brust Die reizung al⸗ ler bösen lust, Daß ich sie standhaft meide. 5. Ich möchte sonst, durch sie ver⸗ führt, Die sünde, die den tod ge⸗ biert, Mich übereilen lassen; Mich dann aus sünden⸗lust vergehn, Und deiner wahrheit widerstehn, Ihr helles licht gar hassen. 6. Wenn meine freudigkeit zu dir, Mein glaub' und meine hoffnung mir, Hierdurch entrissen würde: So würde nichts mich recht erfreun, Die welt mir trüb' und traurig seyn, Mein leben eine bürde. v. Dann würd' ich nach dem him⸗ mel nicht Mit freud', o herr, im angesicht, Mit seelen⸗ ruhe sehen: Dann hätt' ich keinen heitern sinn; Dann wär' die frohe hoffnung hin, Zu ihm einst einzugehen. spott? 2. Ich weiß und glaub' es feste, Und rühm' es ohne scheu, Daß gott, der höchst' und beste, Mein freund und vater sey. Er wird in allen fällen Zu meiner rechten stehn: Er dämpfet sturm und wellen, Läßt mich nicht untergehn. 3. Der grund, worauf ich baue, Ist christus und sein blut; In ihm, dem ich vertraue, Find' ich das ew'⸗ ge guth. An meinem armen leben Ist nichts auf dieser erdꝰ, Was christus mir gegeben, Das ist der liebe werth. 4. Er ist mein ruhm und ehre, Er ist mein trost und licht. Wenn er nicht für mich wäre, So käm' ich in's gericht. Wie würd' ich da be⸗ stehen Vor seinem richtersitz? Jhn müßte gleich vergehen, Wie wachs in's feuers hitz. 5. Doch jesus hat sein leben, Zur tilgung meiner schuld, Am kreuz dahin gegeben, Wie groß ist diese huld! Ich darf mich seiner freuen, Hab' einen heldenmuth; Darf kein gericht mehr scheuen, Wie sonst ein sünder thut. 6, Nichts, nichts kann mich ver⸗ dammen, Denn jesus starb fit 3. Gewissensschrecken würden mich, mich; Die höll' und ihre flammen Der ich vom pfad des guten wich, Schon hier zur qual ergreifen, Und peinigende furcht vor dir, Der welten richter, sich in mir Mit je⸗ dem tage häufen. 9. Der du für mich am kreuze starbst, Und hoffnung mir und trost erwarbst, Laß mich so tief nicht fal⸗ len! Erhalt mir meines glaubens ruh, Und meinen wandel lenke du Nach deinem wohlgefallen. Sind mir nicht fürchterlich: Kein urtheil kann mich schrecken; Nichte, was uns sonst betrübt: Denn chrin stus will mich decken, Mein hei⸗ land, der mich liebt. ö J. Sein geist wohnt mir im her zen, Regiert mir meinen sinn, Stillt sorgen, furcht und schmerzen Nimmt jeden kummer hin: Giebt auch in trüben tagen Mir freudig⸗ keit, und schafft, Daß ich kann, va⸗ ö ter, 1I ter, sa kraft. 8. De Manch gott der suchet r Mir ein herz ein bet hat 9. Da Mir he gleich f mein h hilft mi che zeit gen, X 10. K den, N Kein gl angst, was wi es imm trenner 11. N Wie s. achte n sonnenf und w. christ; machet Mel. 30⁰ namen dein he Dein k der es spottet 2. D verlaff — ge. o tre⸗ wider bete, ch ihn t mich dann= h und ‚ feste, 6 gott, freund allen n: Er Läßt baue, n ihm, s ew'⸗ leben Was ist der ehre, Wenn zäm' ich da be⸗ 32 Iche wachs n, Zur kreuz ist diese freuen, arf kein onst ein ich ver⸗ irb füt lammen : Keih Nichts, un ehri⸗ ein 6 im her⸗ n sinn, merzen, : Giebt freudig⸗ nn, va⸗ ter/ II. Vom Glauben und seinen naͤchsten Folgen. 147 —5——— ter, sagen, Durch seines wortes kraft. 5 Der spricht auch meinem geiste, Manch andres trostwort zu: Wie gott dem hülfe leiste, Der bei ihm suchet ruh, Und wie er hab' erbauet Mir eine neue stadt, Wo aug' und herz einst schauet, Was es geglau⸗ bet hat. 9. Da ist mein theil und erbe Mir herrlich zugericht; wenn ich gleich fall' und sterbe, Fällt doch mein himmel nicht. che zeit Mit weinen auch hinbrin— gen, Versüßt er mir mein leid. 10. Kein schmerz und keine freu⸗ den, Nicht herrlichkeit, noch noth, Kein glück, und keine leiden, Nicht angst, gefahr, noch tod, Nichts, was wir denken können, So groß es immer sey, Soll mich von jesu trennen; Ich bleib' ihm ewig treu. 11. Mein herz ist voller freuden, Wie sollt' ich traurig seyn? Ich achte nicht der leiden, Seh heitern sonnenschein; Der für mich lebt und wachet Ist mein herr jesus christ; Das, was mich jaͤuchzend machet, Ist, was im himmel ist. Mel. O gott, du frommer gott. dag doch der spötter 304.„ heer Sich deines namens schämen; Ich freue mich, dein heil, Herr jesu, anzunehmen. Dein kreuz ist thorheit nur Dem, der es nicht versteht, Und keiner spottet sein, Der gottes wege geht. 2. Du kamst, des höchsten sohn, Mein jesus hilft mir ringen, Und muß ich man⸗ Als eingeborner sohn, Und dann am kreuz empfahn Der missethäter lohn! 1. Doch kann mein herz gar wohl Der wahrheit kraft empfinden, Die meinen geist belebt, Mich reiniget von sünden; Auch hab' ich, herr, durch dich Gerechtigkeit und heil, Und an der seligkeit Der gottver— söhnten theil. 5. Dies müsse meine lust An dir, o herr, erwecken. Zu schwach, den ganzen rath Der gottheit zu ent⸗ decken, Nehm' ich dein großes heil Mit dank und freuden an, Und folge dir getreu Auf ebner tugend⸗ bahn. 6. Herr, deine ewigkeit Wird mir mehr licht gewähren, Und deine große lieb' Durch schauen mir er⸗ klären. Unendlich ist mein heil. O glaube, der erfreut! Gelobet sey der herr, Gelobt in ewigkeit! Mel. Es ist gewißlich an der zeit. gottes sohn, herr je⸗ 305. O su christ! Dein ist es, mir zu geben, Was mir zum glauben nütze ist, Was ihm giebt kraft und leben; Drum hilf du mir von oben her, Daß ich, gestärkt je mehr und mehr, Recht und beharr⸗ lich glaube. 2. Durch dein wort unterweise mich, Den vater recht zu kennen, Mit freudenvoller ehrfurcht dich Des höchsten sohn zu nennen! Daß ich auch deinem guten geist, Der uns den weg zum himmel weist, Von ganzem herzen folge. Im leben und im sterben Uns weis⸗ 3. Laß mich dein großes gnaden⸗ heit, kraft und trost und gnade zu heil Im rechten licht erblicken, Und erwerben. Du warst der welt ein mich dazu an meinem theil Mit licht; Und folg' ich seinem schein, allem eifer schicken. Durch dich nur Wie weise bin ich dann! Wie selig find' ich trost und ruh, Und ew'ges werd' ich seyn! heil; der weg bist du, Die wahr⸗ 3. Ich kann hier freilich nicht heit und das leben. Das große wunder fassen: Gesandt 4. Gieb, daß ich traue deinem vom ewigen, Der himmel thron wort, Es tief zu herzen fasse; Daß verlassen, Die thaten gottes mein glaube immerfort dein 2 ein Zweite Abtheilung. dein verdienst verlasse; Daß zur gerechtigkeit mir werd, Der ich mit fünden bin beschwert, Dein heil auch zugerechnet. 5. Doch soll auch stets mein glaube sich Des bluts, das du vergossen, Nicht anders trösten, als daß ich, Zu deinem dienst entschlossen, Durch seine kraft die arge welt, Und was sie dir entgegen stellt, Be⸗ sieg' und überwinde. 6. Zwar ist mein glaube schwach und klein; Oft kann ich ihn kaum merken: Doch willst du mir, herr, kraft verleihn, Und kannst mich mächtig stärken. Das schwache rohr zerbrichst du nicht, Verlöschest kein noch glimmend licht; Drum stärke mich, den schwachen. 15 7. Hilf, daß ich recht sorgfältig sey, Den glauben zu bewahren, Ein gut gewissen auch dabei; Daß ich bei den gefahren Der welt, sey wachsam allezeit, Durch früchte der erechtigkeit Des glaubens kraft beweise. 8. O laß den glauben stets in mir 3 — Je höher dein erkenntniß steigt, Je mehr wird diese steigen. Der glaub“ erleuchtet nicht allein; Stärkt auch das herz und macht es rein. ö 3. Durch jesum rein von misse⸗ that, Sind wir nun gottes kinder; Wer solche hoffnung zu ihm hat, Der flieht den pfad der sünder, Folgt christi beispiel als ein christ, Undreinigt sich, wie er rein ist. K. Alsdann bin ich gott angenehm, Wenn ich gehorsam übe. Wer sei⸗ nen willen thut, in dem Ist wahr⸗ lich gottes liebe; Ein immer thä⸗ tigs christenthum, Das ist des glaubens frucht und ruhm. 5. Der bleibt in gott, und gott in ihm, Wer in der liebe bleibet. Die lieb ist's, die die seraphim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die lieh'! an seinem heil Hat ohne liebe nie⸗ mand theil. ö Mel. Jesu, meine freude ꝛc. ie getrost und heiter, O/. Wẽé Herr, mein licht und So wachfsen, und sich stärken, Daß er sey fruchtbar für und für, Und reich an guten werken, Daß er sey thätig durch die lieb, Mit freuden und geduld sich üb' In dem, was gott gefällig. 9. Insonderheit gieb mir die kraft, Oaß ich an meinem ende Den letz⸗ ten schritt der pilgrimschaft Durch glauben froh vollende. O, mache mich, herr, stets bereit, Daß ich der seelen seligkeit, Des glaubens end, erlange. Mel. Machs mit mir, gott ꝛce. er gottes wort nicht 306. W hält, und spricht: Ich kenne gott, der heuchelt, In dem ist gottes liebe nicht, Wie sehr er sich auch schmeichelt. Wer aber sein wort glaubt und hält, Der liebt ihn so, wies ihm gefällt. 2. Der glaube, den sein wort er⸗ zeugt, Muß auch die liebe zeugen; Der du, die dich lieben, Selbsten im betrüben, Doch so gern erfreust, Niemals wird Bei dir, mein hirt, Freund und tröster meiner seelen, Mir erquickung fehlen. 2. Deinem rath ergeben, Freu' ich mich zu leben; Was du willst, is gut. Nichts vermag ich schwacher; Du, mein seligmacher, Schenks mir kraft und muth. Wenn die welt Erbebt und fällt, Wenn ge⸗ richt und hölle schrecken, Willst di mich bedecken. ö 3. Ich kann ohne grauen Tod und grab anschauen; Mein erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, Weiß, daß aus dem staube Michz sein arm erhebt. Todestag, Dein schrecken mag Eines frevlers herh erschüttern: Was brauch' ich zu zittern? ö 4. In mir ist noch sünde: Doch ich überwinde Sie, gestärkt ih di—*— seiter, Machst du meinen geist!“ ———— dich. Du erh gnadig meine seelen“ 5. De vater 1 Daß ie hoffnur Daß de mich fü ich deir 6. Di mich hi noth J. ist dein Herr,! ner hul mein h pflicht! O meir seele nic III Mel. 308 gemüth genuge ehre D erweist Daß al wahrhe gefaller 2. Di reich, Und ni Der he die dei deine k frieden sünder 3. D ben nie Mich Blos q III. Vom thaͤtigen Christenthum uͤberhaupt. 149 e 20. heiter, cht und geist! zelbsten rfreust, in hirt, seelen, reu' ich llst, ist vacher; Schenkst nn die enn ge⸗ zillst di n Tod erlöser glaube, he Mich z 3, Dein rs herz ich zu Doch, t durch dich d dich. seelen Dein erbarmen fehlen. 5. Daß ich gott erkenne, Froh ihn vater nenne, Und mich ewig sein; Daß ich hier am grabe Trost und hoffnung habe, Dank' ich dir allein. Daß dein geist Mich unterweist, Und mich führt auf deinem pfade, Dank' ich deiner gnade. 6. Du hast blut und leben Für mich hingegeben, Daß in meiner noth Ich nicht hülflos bliebe: Groß ist deine liebe, Stärker als der tod. Herr, und ich, Ich sollte mich Dei⸗ ner huld nicht dankbar freuen? Dir mein herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, Dies sey mein bestreben, Meine lust und pflicht! Was die welt vergnüget, O mein gott, das gnüget Meiner seele nicht. Hab' ich dich, Wie gern Sink' ich schwacher nieder; Du erhebst mich wieder, Du be⸗ gnadigst mich. Deine huld Tilgt meine schuld, Nie läßt du reuvolten will ich Das, wornach die sünder trachten, Reich in dir, verachten. 8. Macht ein guth der erde, Daß Sind nicht auch die ehren, Die den sinn bethören, Wahre eitelkeit? Du erfreust, Herr, meinen geist: Und du willst, die dich verehren, Ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen frieden Schmeck' ich schon hienieden: Und was hoff' ich dort? Unbegrenzte zeiten, Voller seligkeiten Hoff' ich auf dein wort. Sie sind mein, Durch dich allein; leib' ich dir getreu im glauben, Wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner güte Froh⸗ lockt mein gemüthe, Gott, mein heiland, dir; Dieser geist der freu⸗ den Stärke mich im leiden, Weiche nicht von mir. Laß mich so Beherzt und froh Einst durchs thal des to⸗ des dringen, Dort dein lob zu singen. III. Vom thätigen Christenthum uͤberhaupt. Mel. Christ, unser mich Berr, daß ö Rewahremich, herr, daf O8. B der wahn Nie mein gemüth bethöre, Als wär' es schon genug gethan, Wenn dir nur äußre ehre Der mensch, dein unterthan, erweist. Erinnre mein gewissen, Daß alle christen dir im geist Und wahrheit dienen müssen, Die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht ins himmel— reich, Die, herr! zu jesu sagen, Und nicht mit rechtem ernst zugleich Der heiligung nachjagen. Nur die, die deinen willen thun, Läßt du als deine kinder, O gott, in ew'gem frieden ruhn, Wenn heuchlerische sünder Von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom glau— ben nie Ein heilig leben trennen: Mich nicht für einen christen hie Blos äußerlich bekennen. Gieb, daß mein glaube thätig sey, Und tu⸗ genfrüchte bringe, Daß ich, vom sündendienste frei, Mit eifer dar⸗ nach ringe, Im guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o gott, der men⸗ schen herz, Und liebst, die redlich handeln; O laß in freude, wie im schmerz, Mich christlich vor dir wan⸗ deln. Dein wille sey mein augen⸗ merk; Hilf mir ihn treu vollbrin⸗ gen, Durch dich muß jedes gute werk, Sollt'es auch nicht gelingen, Zum segen mir gereichen. 5. Doch, wen ich aus unwissen⸗ heit Und übereilung fehle; So thu' an mir barmherzigkeit, Und richte meine seele Durch gnade auf von diesem fall. Erhalt' mich bei dem einen, Daß ich dich fürchte überall, Bis ich einst mit den deinen, Dir ohne fehltritt diene. & 3 Mel. ich glücklich werde In der ewigkeit? Zweite Abtheilung. Mel. Alle menschen müssen sterben. er du uns mit deinem 309. D blute Dir zum eigen⸗ thumserwarbst, Und uns sündern, uns zu gute, Schmachvoll an dem kreuze starbst: Ach, wie dienen dei⸗ ne christen Immer noch der sünde von wahrer heiligung! 2. Herr, du littst, uns vom ver⸗ derben, Von der sünd' uns zu be⸗ frein: Und wir wollen lieber ster⸗ lüsten; Leben ohne besserung, 29— ben, Lieber ihre knechte seyn? Glau⸗ ben, immer noch in sünden Unsers lebens glück zu finden, Und verges⸗ sen dein gebot, Deine schmach und deinen tod. 3. Ach, wann werden wir's erken⸗ nen, Warum du gestorben bist? Wann, uns nicht blos christen nen⸗ nen, Sondern thun, was christlich ist? Wann, um deines todes wil⸗ len, Jesu, dein gesetz erfüllen, Und den sünden widerstehn, Weil fie deine leiden schmähn? 4. Wer dich sieht von gott verlas⸗ sen In der tiefsten traurigkeit; Dich erlöser, sieht erblassen Nach voll⸗ brachtem schweren streit; Und läßt lüste sich entzünden: Der hat nicht an deinem heil, Nicht an gottes gnade theil. 5. Meiden könnt' er sein verder⸗ beispiel uns erbauen! Stärke selst uns wider sie! Ach, die absicht dei⸗ ner schmerzen Präge tief in unsre herzen, Daß wir, von der sünde rein, Heiligster, dir ähnlich seyn! Mel. Ein lämmlein geht und trägt.„ Erbarm dich, herr! mein 10. E schwaches herz, Ge⸗ neigt zu eitelkeiten, Läßt bald durch freude, bald durch schmerz, Sich auf den irrweg leiten. Gleich einem rohr, vom wind bewegt, Wankt auch, von leidenschaft erregt, Oft meine schwache seele. Wann komm' ich zu der wahren ruh, Daß ich recht feste tritte thu Und nur das gute wähle? ö‚ 2. Laß doch mein herz nicht fer⸗ nerhin In seiner neigung wanken. Stärk' meinen ungewissen sinn Zu festeren gedanken. Wenn von der lust zur eitelkeit Mich deines geistes kraft befreit, Wie will ich dir lob⸗ singen! Mich ganz zu deinem dienst zu weihn, Soll stets mein ernster wille seyn, Gieb dazu das voll⸗ bringen. 3. Auch wenn ich auf der tugend doch zum dienst der sünden Seine pfad, Bisweilen gleitend, walle, So unterstütze deine gnad' Mich vor dem nahen falle. Wenn in mir böse lust aufsteigt, Und ich zum weichen bin geneigt, So lenke meinen wil— ben, Hülfe giebt ihm gott genugz len; Erhebe meinen schwachen muth, Äber ach! er selbst will sterben: Den sein glaub' ist wahn und trug. Er bekennet deinen namen, Ohne doch dir nachzuahmen; Rühmet seines glaubens sich, Und verleug⸗ net, herr, doch dich. 6. Ach, wenn uns der trieb zur sünde Reizet wider unsre pflicht: Heiligster, so überwinde Uns der trieb zur sünde nicht! Lehr' uns mu⸗ thig ihn bekämpfen, Und die macht der lüste dämpfen! Steh' uns in versuchung bei, Und erhalt' uns dir getreu! 7. Jesu, lehr' auf dich uns schauen, Uns besieg' die sünde nie. Laß dein Daß ich der leidenschaften wuth Durch dich, herr, möge stillen. 4. Mein gott, mein gott, gedenl nicht Der sünden meiner jugend, Wie hart schien mir oft meine pflicht: Wie rauh die bahn der tu⸗ gend! Und doch trugst du mich mil geduld; Laß, vater, laß mich dies huld Nicht undankbar verachten, Dir folgen, ist mein wahres heil! O laß mich's, als mein bestes theil, Auch immerfort betrachten. ö 5. Ich bin ein menschz du kennest mich. Wie schwach sind meine kräf— te! Doch meine seele hofft auf dich; Du wirst zu dem geschäfte Der hei— ligung —— ligung herz je dir ger hier in vollkon erheber Mel. 311 der die dem g dich ge fromm befliss⸗ 2. C es gut Er li Führt Dem 3. C Drum Forte verfül dein g reiche 4. L Der Wenr Gott Der a will 5. Wo In ti kennt den l den 6. Zu d Er si dir e tuge gebe 31 selbst dei⸗ nsre ünde seyn! rägt.„ mein Ge⸗ durch 810 einem Vankt „Oft komm' saß ich T das ht fer⸗ anken. inn Zu on der geistes ir lob⸗ dienst ernster 6 voll⸗ — tugend walle, Zich vor rir böse weichen en wil⸗ muth, wuth illen. gedenke jugend. meine der tu⸗ nich mit! ich diese achten. 5 heil! theih ö kennest ne kräf⸗ uf dich; her hei⸗ ligung III. Vom thaͤtigen Christenthum uͤberhaupt. 151 ligung mir kraft verleihn, Mein erz je mehr und mehr erneun, Vor dir gerecht zu leben. Ich aber will hier in der zeit Und einst in der vollkommenheit, Herr, deine kraft erheben. Mel. Kommt her zu mir, spricht. zrmuntre, seele, dich 31I. E und sey Dem gott, der dich erschuf, getreu, Und folge dem gewissen; Nie wird es jemals dich gereun, Wenn du, unsträflich fromm zu seyn, Dich redlich hast beflissen. 2. Gehorch nicht deinem fleisch und blut! Gehorche gott! gott meint es gut; Was er gebeut, ist segen. Er liebt uns menschen väterlich, Führt auf der bahn der tugend dich Dem höchsten heil entgegen. 3. Gott theilt dir seine stärke mit; Drum gehe stets mit festem schritt Fort auf der tugend pfade. Die lust verführt, die tugend nie; Und gott, dein gott, belohnet sie Mit segens⸗ reicher gnade. 4. Laß dir die schreckenvolle pein Der sünde hell vor augen seyn, Wenn sie dich lockt mit freuden. Gott kennt den quälenden verdruß, Der auf die sünde folgen muß, Und will sie dir verleiden. 5. Gott siehet jene ew'ge nacht, Wo sünder, die ihn hier verlacht, In tiefen jammer schmachten. Gott kennt der tugend hohen werth, Und den hat jesus dich gelehrt; Und den willst du verachten? 6. Nein, übe sie mit allem fleiß, Zu deinem glück und gottes preis; Er siehet dein bestreben, Und wird dir einst gewiß dafür, Nach treuem tugendlaufe hier, Der freuden fülle geben. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 312. Zott! dir gefällt kein gottlos wesen; Wer 1g tugend übe. Der glaube, 91 u bös ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von sünden mich genesen, Und schaffein reines herz in mir; Ein herz, das sich vom sinn der welt Entfernt, und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen sünden Mit inniger beschämung sehn; Durch christum vor dir gnade finden, Und auf den weg der tu⸗ gend gehn. Ich will forthin das unrecht scheun, Und deinem dienst mein leben weihn. 3. O stärke mich in dem gedan⸗ ken! Gieb meinem vorsatz festigkeitz Und will mein schwaches herz je wanken, So hilf der unentschlos⸗ senheit! Wie viel vermag ich, gott, mit dir! Nimm deinen geist nur nicht von mir. 4. Gieb, daß er mir stets hülfe leiste, Und muth und kräfte mir verleih, Daß ich mit kindlich treuem geiste Dir bis zum tod ergeben sey: So sieg' ich über sünd' und welt, Und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus schwach⸗ heit fehle, Mein vater! so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der be⸗ trübten seele, Wenn sie dich sucht, dein angesicht; Und mache in be⸗ kümmerniß Mein herz von deiner huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen freu⸗ den, Schaff' ein getreues herz in mir; Und stärke mich in freud' und leiden, So halt ich mich, mein gott, zu dir, Bis nach vollbrachter übungszeit, Der deinen erbtheil mich erfreut. Mel. O gott, du frommer gott. err, höre mein gebet 313. H und laß es dir gefal⸗ len! Es ist mein ganzer ernst, Auf deiner bahn zu wallen. Ergreife, leite, stärk' Den schwachen, der dir fleht; Verwivyf die bitte nicht, Die mir von herzen geht. 2. Du willst, daß ich mich treu In FP‚P‚.‚‚ 15² Zweite Abtheilung. du wirkst, Soll fruchtbar durch die liebe, In wahrer heiligkeit, In gu⸗ ten werken seyn; Drum will ich dir, mein gott, Mein ganzes leben weihn. 5. Dies will ich; und doch macht Die schwäche meiner seele, Und der versuchung reiz, Daß ich so oft noch fehle. Ich seh der tugend glück; Ich wünsche, gut zu seyn; Und doch giebts immer noch So vieles zu be⸗ reun. 4. Das siehst du, herr, mein gott, O sieh es mit erbarmen, Und reiche väterlich Doch deine hand mir ar⸗ men! Gieb meinem geiste licht, Gieb meinem vorsatz kraft; So kämpf ich glücklicher Mit welt und leidenschaft. 5. Eröffne den verstand, Stets heller einzusehen, Daß sünd uns elend macht, Daß wahres wohler⸗ gehen Und innrer friede nur Aus reinem herzen fließt; Daß du mit deiner huld Der freuden quelle Isr. 6. Laß in versuchung mich Nicht Ermuntre Und hilf dem schwachen siegen! Mein auge laß allein Auf deine weisheit schaun, Mein herz dir folgsam seyn, Und zaghaft unterliegen; mich zum muth, dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein pilger hier, Um⸗ ringt von vielen sündern; Ihr bei⸗ spiel könnte leicht Der tugend eifer hindern, Wenn der verführung gift, Des leichtsinns frecher spott, Dem geist gefährlich wird, Dann steh mir bei, mein gott! 3. Bewahre mein gemüth, Daß mich, bis an mein ende, Die fal⸗ sche fröhlichkeit Der sünder nie ver⸗ blende. Ihr thörigt lachen wird Bald lange reu und pein; Laß die⸗ sen wechsel mir Doch ja vor augen seyn. 9. So werd' ich, herr, mein gott, Dir nicht umsonst vertrauen; Einst wenn ich treu, dir bin, Der freuden fülle schauen. Und, wenn du ewig lohnst Für jede gute that, Froh⸗ locken, daß mein herz Sich dir ge⸗ heiligt hat. Mel. Herr christ, der ein'ge gottes. err jesu, gnadensonne! 314.— Des wahren lebens licht! Laß leben, licht und wonne, Die allen kummer bricht, Mein ganzes herz erfreuen, Und meinen geist erneuen. mir nicht. 2. Vergieb mir meine sünden, Und laß mich, herr, durch dich Der gnade trost empfinden. gnädiglich, Daß an des friedens gabe Mein herz stets antheil habe. O herr, erhöre mich! alten menschen sinn, Daß ich, was löset bin. Sey selig hier und dort. 5. Ach, zünde deine liebe In mei⸗ ner seele an, Daß ich aus innerm dir zum wohlgefallen, Beständig möge wallen Auf rechter tugend⸗ bahn. Verleih auch mir die kraft Zu jedem diesem armen leben, mangelhaft. pfade Mach immer mehr mich neu! Und daß ich deinen willen Aufrich⸗ tig mög' erfüllen, So steh mir kräf⸗ tig bei! Mel. Dies glück versag“ Verleihe 3. Tilg' ganz aus meiner seele Des du willst, wähle, Voll eifer mich forthin Treu deinem dienst ergebe, Und dir zu ehren lebe, Weil ich ers 4. Beförd're dein erkenntniß In mir, mein seelenhort, Und öffne mein verständniß Durch dein heil— sames wort, Damit ich an dich glaube, Nichts böses mir erlaube, triebe Dich ewig lieben kann, Und, 6. Du giebst den schwachen stärke. guten werke, Die dein geist in uns schafft. Mein eigenes bestreben, In Ist viel zu 7. Ich hoff' auf deine gnade z Mich tröstet deine treu, Auf deinem guten che mi anhan den die herzen ganzes 2. G Ich na lig, zů che leb mich 2 Und ste Der t 3. Lo sich In ist mir wahre auch d ich hie Von wohlg K4. C sey J Daß i Und e daß ie eigem neid, nächst 5. E müth Daßi ** III. Vom thaͤtigen Christenthum uͤberhaupt. 155 —. Mel. Was mein gott will, das ꝛc. oder: Das jesulein soll doch 22 + ilf mir, mein gott, hilf, 15. Oda nach dir Von her⸗ zen mich verlange; Daß ich dich su⸗ che mit begier, Und standhaft dir anhange. Verleih, daß ich Mit freu— den dich In deiner hülfe schaue, Im herzen rein, Auf dich allein Mein ganzes glücke baue. 2. Gieb, daß in wahrer heiligkeit Ich nach dem guten strebe; Gottse— lig, züchtig allezeit In deinem rei⸗ che lebe; Und wanke ich, So stärke mich Bald wieder, fest zu stehen, Und stets dabei, Mit wahrer treu, Der tugend pfad zu gehen. 3. Laß glauben, lieb' und hoffnung sich In meinem herzen mehren, So istmir wohl und so kann ich Als wahrer christ dich ehren. Nimm dich auch dann des leibes an, So lang' ich hier noch walle: Damit dabei, Von kummer frei, Ich dir stets wohlgefalle. 4. Gieb, daß ich treu und fleißig sey In dem, was mir gebühret, Daß ich auch nicht durch heuchelei Und ehrgeiz werd' verführet; Ja, daß ich nicht Je meine pflicht Durch eigennutz entehre, Und nie durch neid, Haß, falschheit, streit, Des nächsten ruhe störe. 5. Steh' du mir bei, daß mein ge⸗ müth Kein wilder grimm regiere, Daß ich vielmehr durch sanfte güt' Auch selbst den hasser rühre. Ver⸗ geß ich mich, Daß hoffarth sich Will in der seele regen, So hilf du mir, Gebeugt vor dir, Der demuth schmuck anlegen. 6. Lehr' mich auch, herr, enthal⸗ samkeit, und gieb ein rein gemü⸗ the, Daß ich in dieser übungszeit Vor böser lust mich hüte: Der lü⸗ gen feind, Der wahrheit freund, Laß mich aufrichtig wandeln: Und jederzeit, Nach billigkeit Mit mei⸗ nem nächsten handeln. 7. Gieb, daß ich stets den müssig⸗ gang Mit wahrem abscheu fliehe; Daß ich dem nächsten lebenslang Zu dienen mich bemühe; Laß meinen fleiß, Zu deinem preis, O gott/ mir wohl gelingen, Und segne du Das, was ich thu, So wird's auch nutzen bringen. 8. Hilf, daß ich folge treuem rath, Von falscher meinung trete; Den armen helfe mit der that, Für freund und feind stets bete; Dien' jedermann, So viel ich kann, Und alles unrecht meide An allem ort, Nach deinem wort, Bis ich von hinnen scheide. Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. A Oßch bin ein christ; gott 3 10. ist mein freund In dieser hohen würde Steh' ich, und fürchte keinen feind, Trag muthig meine bürde. Dies glück erfüll' mit muth und kraft Mein herz in die⸗ ser pilgerschaft, Darin ich hier noch wandle. 2. Mein glaube steht und wanket nicht; Stark, fest ist er gegründet. Er stützet sich voll zuversicht Auf jesumtchrist, und findet Bei ihm kraft, rath, trost, ruh und heil, Und nimmt an allem segen theil, Den christus hat erworben. 3. Mich soll hinfort nicht eitelkeit, Nicht bitterkeit der leiden, Auch nicht ein schlaf der sicherheit Von gottes liebe scheiden. Was gott an meiner seele thut, Macht mir zum kampfe starken muth, Darinnen nicht zu weichen. 4. Was sind die leiden dieser zeit Doch gegen jene kronen, Womit gott in der herrlichkeit Die from⸗ men will belohnen? Was ist die eitle lust der welt, Wenn man das glück dagegen hält, Das gott uns dort will schenken? 5. Mich soll auch nicht des todes macht Von gottes liebe scheiden. Er führt mich durch des grabes nacht Zu jenem licht der freuden, Darin⸗ nen ich, nach allem leid, Ihn & 5 seh' ———— 1ů5⁴ Zweite Abtheilung. seh' in seiner herrlichkeit Und ewig Was sein beruf auf erden; Die mit ihm lebe. Mel. Ich hab' in gottes herz ꝛc. tugend; was ihr lohn, ihr ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern' nur geschmack am wort des herrn Und seiner gnade finden; oder: Das jesulein soll doch ꝛc. Und übe dich, getreu und gern, Dein herz zu überwinden. Wer 1 Flag' nicht, mein herz, 3 7. wie schwer es sey, Hier kräfte hat, wird durch gebrauch As ein christ zu wandeln, Und täg⸗ lich gottes willen treu, Zu denken, und zu handeln. Wahr ist's, die tu⸗ gend kostet müh, Und sie besiegt die lüste, Doch, richte selbst, was wäre sie, Wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer laster freun, Trifft die kein schmerz hienieden? Sie sind die sclaven eigner pein, Und haben keinen frieden. Der fromme, der die lüste dämpft, Hat oft auch seine leiden; Allein der schmerz, womit er kämpft, Ver⸗ wandelt sich in freuden. 3. Des lasters bahn ist anfangs zwar Ein breiter weg durch auen; Allein sein fortgang wird gefahr, Sein ende nacht und grauen. Der tugend pfad ist anfangs steil, Läßt nichts als mühe blicken: Doch wei⸗ ter fort führt er zum heil, Und endlich zum entzücken. 1. Was wär' es, hätt' uns gott vergönnt, Nach unsers fleisches wil⸗ len, Wenn wollust, neid und zorn entbrennt, Die lüste frei zu stillen; Ließ er den raub, den undank zu, Den frevel, dich zu kränken, Den menschenhaß: was würdest du, Von diesem gotte denken? 5. Gott will, wir sollen glücklich seyn! Drum gab er uns gesetze. Sie sind es, die das herz erfreun, Sie sind des lebens schätze. Er spricht zu uns durch den verstand, Er spricht durch das gewissen, Was wir, ge— schöpfe seiner hand, Fliehn oder das ist weisheit wählen müssen. 6. Ihm folgen, nur, Und freiheit ist's, dies wäh⸗ len: Ein thier folgt trieben der na⸗ tur, Ein mensch dem licht der see⸗ len. Was ist des geistes eigenthum? Von gott noch mehr bekommen; Wer sie nicht brauchet, dem wird auch Das, was er hat, genom⸗ men. 3. Du streitest nicht durch eigne kraft; Drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, Das wollen und vollbringen. Wann gab ein vater einen stein Dem sohn, der brod begehrte? Bet' oft! gott müßte gott nicht seyn, Wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der tugend pfad Das beispiel sel'ger geister; Ihn zeigte dir, und ihn betrat Ja selbst dein herr und meister. Laß dich nur nie des frechen spott Auf diesem pfade hindern; Der wahre ruhm ist ruhm bei gott, Und nicht bei menschenkindern. 10. Sey stark, o seele, allezeit, Denk' oft an deine bahre; Verglei⸗ che mit der ewigkeit Den kampf so kurzer jahre. Das kleinod, das dein glaube hält, Wird neuen muth dir geben; Und kräfte der zukünft'gen welt, Die werden ihn beleben. 11. Denk' endlich zur beruhigung, Daß gott den schwachen duldet, Der bei dem ernst der heiligung Doch manches noch verschuldet. Gottieliebet herzensredlichkeit, Und sieht auf dein bestreben; Er ist ein vater, der verzeiht, Und er hat lust zum leben. Mel. Jesu, deine tiefe wunden. ommt und laßt euch jes 318. K sum lehren! Kommt und lernet allzumal, Welche die sind„die gehören Zu der rechten, christenzahl! Die im glauben fest bost ehn Die hm? vort den; jern, Wer auch en z wird Om⸗ pigne gen. afft, Bann sohn, gott n er pfad Ihn selbst nur iesem uhm t bei ezeit,‚ rglei⸗ pf so dein th dir ft'gen en. gung, uldet, igung uldet. „Und ist ein ut lust den. ich je⸗ 6 ommt he die chten, en fest est ehn 1 III. Vom thaͤtigen Christenthum uͤberhaupt. 15⁵ bestehn, Freudig gottes wege gehn, Und den heiland frei bekennen, Oürfen sich die seinen nennen. 2. Selig, wer in demuth lebet, Seine schwachheit nie vergißt, Nie sich selbst mit stolz erhebet, Wenn er groß und glücklich ist. Gottes huld wird ihn erfreun, Und das himmelreich ist sein; Gott wird dort zu ehren setzen, Die sich hier geringe schätzen. 5. Selig ist, wer seine sünde Weh— muthsvoll vor gott bereut, Und, damit er ruhe finde, Sich vor neuen sünden scheut. Gott will ihm die schuld verzeihn, Kraft zum guten ihm verleihn, Und er soll schon hier auf erden, Und auch dort, getröstet werden. 4. Selig ist, wer sanftmuth übet, Seinem feinde niemals flucht, Sei⸗ ne fehler ihm vergiebet, Nie sich selbst zu rächen sucht, Ruhig seine pflicht vollbringt, Und sein eigen herz bezwingt. Gott wird selbst sich sein annehmen, Daß sich seine feinde schämen. 5. Selig, die mit ernst verlangen, Recht gesinnt und fromm zu seyn: Die fest an dem guten hangen, Und sich ganz der tugend weihn; Deren herz nichts mehr begehrt, Als was gottes ruhm vermehrt. Gott wird ihr verlangen stillen, Und den frommen wunsch erfüllen. 6. Selig, wer der noth des ar— men Niemals fühllos sich entzieht, Ihm aus zärtlichem erbarmen Wohlzuthun sich froh bemüht, Und wenn er um hülfe weint, Ihm mit hülf' und trost erscheint. Dieser wird auch hülf' empfangen, Und barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen Züchtig, keusch und rein zu seyn; Die der wollust netze fliehen, Und der heiligkeit sich weihn. Die der lockung dieser welt, Und dem, was dem fleisch gefällt, Treu und standhaft widerstehen, Werden gottes antlitz sehen. 8. Selig, wer im frieden lebet; Wer die ruh und einigkeit Zu er⸗ halten sich bestrebet, Und wenn feindschaft, haß und streit, Seiner brüder glück zerstört, Sie die pflicht der eintracht lehrt. Die des frie— dens sich befleißen, Werden gottes kinder heißen. 9. Selig, die ums guten willen Leiden und sich dessen freun; Standhaft ihre pflicht erfüllen, Und der tugend müh' nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, Und will sie für ihre treu Einst mit wonn' und siegeskronen Auf das herrlichste belohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten Auf der wahren tugendbahn, Daß ich dieser seligkeiten Hier und dort mich freuen kann. Gieb, daß ich demüthig sey, Meine schuld vor dir bereu, Die gerechtigkeit stets Ebe Auch an feinden sanftmuth übe. 11. Daß ich hülfreich mich gewöh⸗ ne, Immer hab' ein reines herz, Die in feindschaft stehn, versöhne, Dir anhang in freud' und schmerz. Vater, hilf von deinem thron, Daß ich glaub' an deinen sohn, Und, durch deines geistes stärke, Mich befleiße guter werke. Mel. Dir, dir, jehovah ꝛc. Nr. 8. aß mich, o herr, in allen 319. L dingen Auf deinen wil⸗ len sehn, und dir mich weihn; Gieb selbst das wollen und vollbringen, Und laß mein herz dir ganz gehei— ligt seyn. Nimm meinen leib und geist zum opfer hin; Dein, herr, ist alles, was ich hab' und bin. 2. Gieb meinem glauben muth und stärke, Laß ihn durch men⸗ schenliebe thätig seyn, Daß man an seinen früchten merke, Er sey kein eitler traum und falscher schein. Er stärke mich in meiner wander⸗ schaft, Und gebe mir zum kampf und siege kraft. 3. Laß 156 Zweite Abtheilung. 3. Laß mich, so lang' ich hier soll leben, Auch an dem bösen tage seyn vergnügt, Und deinem willen mich ergeben, Der mir zum beßten alles weislich fügt. Gieb furcht und de⸗ muth, wenn du mich beglückst, Ge⸗ duld und trost, wenn du mir trüb⸗ sal schickst. 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen, So will ich einst, wenn ich den lauf vollbracht, Dir ewig dank und ehre bringen, Dir, der du al⸗ les hast so wohl gemacht. Dann werd' ich heilig, rein, ganz dir ge⸗ weiht, Dein lob verkündigen in ewigkeit. Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. Vein vater und mein 20. M gott, Der du in die⸗ sem leben, Die reine christuslehr? Zum führer mir gegeben, Regiere doch mein herz Durch deinen guten geist, Daß ich stets folgsam sey, Dem, was dein wort mich heißt. 2. Verleih', daß ich zuerst Nach deinem beifall trachte, Und kein vergänglich guth Mehr, als es werth ist, achte. Wer nach dem ewigen Mit rechtem eifer ringt, Empfängt schon hier zum lohn, Was wahre ruhe bringt. 3. Gieb, daß ich von der sünd' Mich unbefleckt erhalte; Und daß in mir der trieb Zum guten nie er⸗ kalte. Hilf, daß ich immer wach', Im kampf des glaubens treu, Und in der hoffnung stark Und unbeweg⸗ lich sey. 4. Gieb, daß ich als ein christ Mich christo ähnlich zeige, Und folgsam mein gemüth Zu seiner lehre neige. Sein geist regiere mich, Und nicht der geist der welt: So bleib' ich auf dem weg, Der dir, o herr, gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein gott, Von ganzer seele liebe, Und lieb' und gütigkeit Auch an dem nächsten übe. Demüthig, dankbar laß Mich bei des glückes schein, Geduldig, hoffnungsvoll In trüben tagen seyn. 6. Nie müsse sich mein herz Des fleisches lust ergeben, Und nie dem schnöden geist! Mein dir geweihtes leben Sey von betrug und neid Von unbarmherzkeit, Von unge⸗ rechtem guth Und stolzem sinn be⸗ freit. „. Will deine hand mich hier Auf rauhe wege leiten: So unterstütze mich, Wenn meine tritte gleiten. Laß mich in aller noth Auf deine hülfe bau'n, Und auch, wenn sie verzeucht, Dir doch getrost ver— trau'n. 3. Erlöse endlich mich Von allen meinen leiden; Und ist die stunde da, Aus dieser welt zu scheiden: O vater, so verlaß, Wenn meine hütte bricht, Mich sterbenden mit trost Und froher hoffnung nicht. In bekannter Melodie. — gott, du frommer 321. gott, Du quelle aller gaben, Ohn' den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben; Gesun⸗ den leib gieb mir, Und daß in sol⸗ chem leib Ein' unverletzte seel Und rein gewissen bleib'. 2. Gieb, daß ich thu' mit fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wo⸗ zu mich dein befehl In meinem stande führet; Gieb, daß ichs jedes⸗ mal Thu', wann und wie ich soll, Und so gerathe mirs Durch deinen segen wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Wo⸗ mit ich kann bestehen. Laß kein unnützes wort Aus meinem munde gehen; Und wenn nach meiner pflicht Ich reden soll und muß, So gieb den worten kraft Und nach⸗ druck ohn' verdruß. 4. Find sich gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen: Gieb einen frohem muth Und trost in leidens⸗ tagen. Gieb, daß ich meine feind' ö Durch *— III. Vom thaͤtigen C hristenthum uͤberhaupt. 157 4 Durch sanftmuth überwind; Und sende hülf' und rath, Wenn sie mir nöthig sind. 5. Laß mich mit jedermann In fried' und eintracht leben, So weit es christlich ist. Willst du mir et⸗ was geben An reichthum, ehr' und glück: So gieb auch dies dabei, Daß ich nicht ungerecht, Nicht stolz, nicht sicher sey. 6. Soll ich in dieser welt Mein leben höher bringen, Und unter mancher last Hindurch ins alter dringen: So gieb, daß ich auch stets Ein frommes herz bewahr, Damit ich tragen mag Mit ehren graues haar. 7. Laß mich auf christi tod Einst froh von hinnen scheiden, Die seele nimm zu dir Hinauf zu deinen freuden; Es ruhe sanft der leib In seiner stillen gruft, Bis ihn dein allmachtswort Ins neue le—⸗ ben ruft. 8. Wenn alle todten dann Auf dein gebot erwachen, So wird auch meinen staub Dein ruf leben⸗ dig machen: Dann führe mich ver— klärt In deinen himmel ein, Und laß mich selig dort Mit allen from⸗ men seyn. Mel. Ein lämmlein geht, und ꝛc. 22 Wo hilft es mir, ein 3 5 christ zu seyn, Wenn ich nicht christlich lebe, Und heilig, fromm, gerecht und rein Zu wan⸗ deln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen beruf, Zu welchem mich mein gott erschuf, Nicht würdig mich beweise, Und den, der mich erlöset hat, In worten bloß, nicht durch die that Und gute werke, preise? 2. Was hilft der glaub' an jesum christ, Den ich im munde führe, Wenn nicht mein herz rechtschaffen ist, Und ich die frucht verliere; Wenn mich die eitelkeit der welt Mit ihrer lust gefangen hält, Ich ihre fesseln liebe, Und, fühlbar für der sünde reiz, Zorn, hoffarth, flei⸗ scheslüste, geiz, In werk und tha⸗ ten übe? 3. Weit strafenswürd'ger bin i dann, Ich, der ich christum Lune, Weiß, was er einst für mich ge⸗ than, Ihn herrn und heiland nen⸗ ne, Als der, der in der finsterniß Des irrthums tappt, noch ungewiß, Ob er auch richtig wandle, Was nüczt mir seines wortes licht? Was hilft mir aller unterricht, Wenn ich nicht darnach handle? 4. Und woher nehm' ich trost und ruh, Wenn leiden mich umgeben Und meine sünden noch dazu Mir dann vor augen schweben? Was hilft mir in der letzten noth, Wenn sich der schauervolle tod Mir zeigt mit seinen schrecken, Und mein ge⸗ wissen wachet auf, Von meinem ganzen lebenslauf Die schuld mir aufzudecken? 5. Weh mir was hilft es mir einst dort, Erweckt aus meinem grabe, Daß ich an christum und sein wort Zum schein geglaubet habe, Wenn keine fromme gute that Mein leben hier bezeichnet hat Den glauben zu bestärken? Denn meine ganze seligkeit Wirkt glaube und rechtschaffenheit, Der glaub' in guten werken. 6. Gott, dieser hoffnung wert zu seyn, Hilf, daß ich christlch lEee, Und vor dir heilig, fromm und rein Zu wandeln mich bestrebe; Gieb mir erkenntniß, kraft und muth, Damit ich welt und fleisch und blut Im glauben überwinde, Und dann, nach wohldurchlebter zeit, Den lohn in jener ewigkeit Um christi willen finde. Mel. O gott, du frommer gott. 2 WMerr kann doch, großer 323. gott, Dich würdig g'nug erheben? Du gabst der gan⸗ zen welt Bewegung, kraft und le⸗ ben. 158 Zweite Abtheilung. ben. Der geister zahllos heer, Die ganze körperwelt Hat deine Hult. gemacht, Die jetzt noch alles ält. 2. Du schufst(ich dank es dir!) Auch mich zu deiner ehre, Und wolltest, gütigster, Daß ich dein bildniß wäre. Darum hast du den geist, Der in mir lebt und denkt, Mir zur unsterblichkeit Aus deiner huld geschenkt. 3. O welch ein großes ziel, Dazu du, gott, mich schufest! Wie herr⸗ lich ist das theil, Dazu du mich be— rufest! Dir, höchster, ähnlich seyn, Vollkommen seyn, wie du. O wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. ö 4. Laß dieses große ziel Mir stets vor augen schweben! Des herzens größter wunsch, Mein eifrigstes be— streben. In allem meinen thun, Sey dies, o gott, allein, Mit ernst je mehr und wehr, Wie du, gesinnt zu seyn. 5. Du bist der wahrheit freund, Laß mich auch wahrheit lieben; Mit unverdroßnem fleiß, In allen dem mich üben, Was mich zur weis⸗ heit führt, Zur weisheit, die dich ehrt, Und allem beifall giebt‚, Was uns dein wille lehrt. 6. Laß deine heiligkeit Mich stets zum muster nehmen. Hilf mir die sünde fliehn, Des fleisches lüste zähmen, Nur das, was recht ist, thun, Des guten mich erfreun, Und dem, ders üben will, Auch gern behülflich seyn. 7. Gieb, daß ich so, wie du, Ein freund der menschen werde, Dem wohlthun freude macht, Der kum⸗ mer und beschwerde Dem nächsten gern erspart, Sein leben ihm ver⸗ süßt, Und, wo er helfen kann, Zum helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, O gott, von diesem ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, Und ich, ich selber fühle, Wie wenig ich dir noch Im guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann Mein lebenslauf auf erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähn⸗ lich werden. Dann werd' ich ewig auch Mit dir vereinigt seyn, Und mich ohn' unterlaß, Gott, deiner güte freun. IV. Von der Erkenntniß Gottes. Mel. Vom himmel hoch da ꝛc. oder: Wo gott zum haus nicht ꝛc. 2 Zott, heilig sey dein 3 4. nam' und recht Dem ganzen menschlichen geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, Im geist und in der wahrheit an! 2. Verbreite deines wortes schall, Wie deine werke, überall, Daß alle lernen, wer du seyst, Der aller— höchst' und beste geist. 3. Durch jesum christ, den du gesandt, Werd' immer mehr der welt bekannt, Daß du stets unser vater bist, Und er der völker hei⸗ land ist. ö 1. Lehr' uns doch deinen rath ver⸗ stehn, Gehorsam deine wege gehn. Durch deines wortes licht und krast Mach' gläubig uns und tugend⸗ haft. 5. Durch wahrheit dämpfe jeden wahn; Erleucht' uns allen unsre bahn. Das laster tilg' aus unsrer brust, Und tödt' in uns die böse lust. ö 6. So preiset deine christenheit, Herr, deinen namen in der zeit; Sie ist und bleibt dein eigenthum Und ihre thaten sind dein ruhm. 7. Du sättigst sie mit seligkeit, 2Z—— nun an bis in ewigkeit, Und ewig —8 6 IV. Von der Erkenntniß Gottes. 159 —— ewig ist ihr frommer dank, Herr, deiner gnade lobgesang. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. Jein gott, du wohnest * eun, 325. zwar im lichte, Da⸗ Auch hin kein sterblich auge dringt, Doch giebst du uns zum unterrichte Dein Ein wort, das uns erkenntniß bringt, Dem Was du, o allerhöchster, bist; Was um⸗ mit uns deine absicht ist. hsten 2. So gieb denn, daß ich darauf ver⸗ achte, Als auf ein licht im dunklen ann, ort; Und wenn ich ernstlich es be⸗ trachte, So hilf selbst meinem for⸗ t, O schen fort. Für deiner wahrheit eißt, hellen schein Laß aug' und herz stets „ich offen seyn. dir 5. Hilf, daß ich deinem worte — glaube, Das mich macht klug und und tugendhaft, Damit kein falscher ö wahn mir raube, Was mir ein Mein ew'ges heil verschafft. Kein spötter⸗ h dir geist verführe mich; Kein zweifel ähn⸗ sey mir hinderlich. And 1. Das ist der weg zum ew'gen le⸗ einer ben, Daß wir, o vater, dich und den, Den du zum heil uns hast ge⸗ geben, Erkennen, lieben und er⸗ höhn. O führe du auf dieser bahn Mich auch zu diesem glücke an. 5. Vor allem gieb, daß stets leben⸗ dig Bei mir, gott, dein erkenntniß ver⸗ sey, Und daß ich dir darnach bestän⸗ zehn. dig Lieb', ehrfurcht und gehorsam krast weih. Gieb, daß ich thu mit allem jend⸗ weih Was ich von deinem willen weiß. jeden 6. Was hilft das richtigste erkennt⸗ insre niß, Wenn's nicht zu deiner liebe nsrer treibt? Was nützt ein aufgeklärt böse verständniß, Wenn doch das herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß heit, ich der wahrheit treu, Und daß zeit; mein glaube thätig sey. hum 7. Laß dein erkenntniß mir im lei⸗ m. den Die quelle wahres trostes seyn; keit, um mich, wenn leib und seele schei⸗ und den, Des beßren lebens zu erfreun. ewig Da irr' und wank' ich weiter nicht, Und sehe dich im hellern licht. Mel. Lobt gott, ihr christen ꝛc. oder: Nun danket all' und ꝛc. Nr. 3. ie selig bin ich, wenn 326. Wé mein geist Hinauf zu gott sich schwingt, Und wenn er seinen schöpfer preist, Der engel werk vollbringt. ,: 2. Wer gleicht ihm, wer ist so ge⸗ schmückt Mit herrlichkeit und licht? Wie herrlich ist er; wen entzückt Sein werk, die schöpfung, nicht?:,: 3. Ein voller strom von freude quillt Aus seiner güt' und kraft; Denn er ist selig, und erfüllt Mit freuden, was er schafft.:,: 4. Er schuf die welt, das werk der zeit, Um nicht für sich allein In grenzenloser ewigkeit Der selige zu seyn. ,: 5. Er spricht ein wort, und schnell umringt Den seligen ein heer, Das selig ist und ihm lobsingt, Das niemand zählt, als er. 2, 6. So will es der, der mich erschufz Auch ich soll selig seyn. Heil, seele, dir! denn dein beruf Ist, gottes dich zu freun., 7. Noch siehst du als im wieder—⸗ schein Den unaussprechlichen; Einst wirst du größern lichts dich freun, Und ihn viel heller sehn. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 327 A 8⁰ find? ich gott, den meine seele Weit über alles schätzt und liebt? Gott, den ich mir zum freunde wähle, Und der allein mir freude giebt? Wann kommt die zeit, da gott, mein freund, Sich völliger mit mir vereint? 2. Wie wollt'ich meinen gott nicht preisen, Wenn ich ihn sähe, wie er ist! Zwar deine werke, herr, be⸗ weisen, Wie unaussprechlich groß du bist. Wie glänzen sie! doch ** zeigt PIPIPIIIFIFIFIFII AE E SE π NIE · ———.rn —— 160 Zweite Abtheilung. zeigt ihr glanz Mir deine herrlich⸗ keit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im spie⸗ gel, Und bete dich in schwachheit an; Ach, hätte meine seele flügel, Sich dir, mein schöpfer, mehr zu nahn; Wie würde sie sich deiner freun! Wie selig, wie verherrlicht seyn! 4. Oürft' ich am fuße deines thro⸗ nes Mit deinen engeln dich erhöhnz Könnt' ich im antlitz deines sohnes, Wie deine seligen dich sehn: Ich, der ich jetzt schwach loben kann, Welch bohes loblied stimmt ich an! 5. Mir macht zwar jedes deiner werke Mehr, als ich rühmen kann bekannt; Es zeigt mir deiner all⸗ macht stärke, Und deinen weisesten verstand, Und gnade, die das größ⸗ te lob, Zu schwach, nie würdig g'nug erhob. 6. Noch heller scheint von allen seiten, In deinem worte, gott, dein licht; Doch blendwerk schnö⸗ der eitelkeiten Verdunkelt da oft mein gesicht. Drum gieb mir dei⸗ nen guten geist, Der mich dadurchsich dort Dich näher seh, und mill gab. recht unterweist. 7. Zwar, wenn in meinen finster⸗prüfungsort. nissen Er auch mein blödes aug' er⸗ stammeln kann, von dir?dich dann. hellt; Was lern' ich, gott, ——— mein wissen Bleibt immer stückwerk dienste in der welt. Ich suche dich und sicherhei forsche nach, Und bleibe, dich zu tigkeit. sehn, zu schwach. 5. Laß 8. Doch hört ich nur auf dein ziehen, stimme In deinem worte, hört ich zen kant nur, Wie du verdienest, auf die bemühe stimme Der dir lobsingenden na hülfreie tur: So lernt ich hier schon, gottaͤnadenz allein, Mich deiner herrlichkeit ei eligkeit freun. 6. Erh 9. Wie feurig würd' ich dann dic Has we lieben! Mit welchem eifer würd' ich und m mich Dir, vater, zu gefallen üben Der wa Wie selig würd' ich blos durch dichNie stö Nun aber täuscht oft meinen geist, Mich, d Gleich kindern, tand, wenn er nur 7. Mi gleißt. wandel. 10. Welch elend! vater, ich em wo ich pfinde Mein elend; zeuch michredlich! mehr zu dir! Entkräfte ganz die heuchele macht der sünde; Dein geist der liebt ur weisheit wohn in mir, Damit ich vater, vor der täuscherei Der sünde stett 8. In gesichert sey. ben, E 11. Gieb, daß dein geist durch dei noch gr ne wahrheit Mein leben leite, biß erben, mehr klarheit Als hier an diesen freun, Ich, der ich hier nun seyn. Erhebe würdigen Mel. V. Von der Furcht Gottes. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. kl. 28 Di3n höchster, ehrerbie— 3 tig scheuen, Ist unser glück und unsre pflicht. Kein mensch kann deiner huld sich freuen, Scheut er dein hein heilig auge nicht. Drum flöße, um mich dein zu freun, Mir wahre kindesehrfurcht ein. 2. Sie leite mich auf meinen we⸗ gen; Sie sey mir weisheit und verstand, Und treibe mich, das ab⸗ zulegen, Was ich als unrecht 990 2* 32 furcht auch erkannt. Denn wer noch lust zu deine e sünde hat, Ehrt wahrlich dich nich fluchen in der that. wohnte 3. Gieb, daß ich stets zu herzen deinen nehme, Daß du allgegenwärti 2. G. bist, und das vor dir zu thus Im hi mich schäme, Was dir, mein golh nes gr zuwider ist. Der beifall einer gan etet zen welt Hilft dem ja nichts, de heiligh dir mißfällt. schwun 4. Nie laß mich dein gericht nag strafe gessen, Mich nie mit sündern sünd S. lich freun; Nie muthlos, doch aut Der g nie vermessen Und stolz in. macht ienst V. Von der Furcht Gottes. 161 ückwerk dienste seyn: Nie führe mich zur dich und sicherheit Der reichthum deiner gü— dich zu tigkeit. 6. Laß mich mit weiser vorsicht uf dein ziehen, Was mich zu sünden rei⸗ hört ich zen kann, Mich um ein reines herz auf die bemühen, Und nimm dich meiner den na hülfreich an, So komm' ich in der n, gotthanadenzeit Durch dich zur wahren chkeit eißeligkeit. 6. Erhalt' in mir ein gut gewissen, pann dig Has weder spott noch trübsal scheu, würd' ich und mache von den hindernissen n üben Der wahren tugend selbst mich frei. rch dichl Nie störe furcht und lust der welt ten geist, Mich, das zu thun, was dir gefällt. ner nur 7. Mit ehrfurcht laß mich vor dir wandeln, Und stets, ich sey auch „ich em⸗ wo ich sey, Nach deiner vorschrift uch michredlich handeln, Entfernt von aller ganz die heuchelei. Wer dich von herzen geist der liebt und ehrt, Nur der ist dir, o Damit ich vater, werth. inde stet 3. In deiner gnade laß mich ster⸗ ben, So schreckt mich weder tod durch dei noch grab; So werd' ich jenes leben leite, biherben, Dazu dein sohn sich für mich und mil gab. Da werd ich dein mich ewig in diesen freun, Und völlig durch dich selig hier nun seyn. würdige Mel. Es ist gewißlich an der zeit. Las doch in meines her⸗ 329. zens grund Gott! deine furcht stets wohnen! So werd' ich auch mit meinem mund, Herr! lust zut deine ehre schonen, Und nicht durch dich nichl fluchen sie entehr'n, Nicht aus ge⸗ wohntem men ift schwör'n, Nie deinen namen lästern. enwänn 2. Groß, majestätisch bist du, herr, zu thu Im himmel und auf erden Soll dei⸗ mein goth nes großen namens ehr Tief ange— iner gan betet werden. Wer deines namens ichts, di heiligkeit Durch lästrung, fluch und Feafen entweiht, Den treffen deine icht vern strafen. ern sud 3. O wehe dem verwegnen mund, doch auh Der gerne flucht und schwöret! Der in deinen macht den größten leichtsinn kund, dienst Der so dich, herr, entehret. Wer oft so schwöret, sündigt oft, Und wird von dir wohl unverhofft Zur strafe hingeraffet. 4. Herr! laß voll ehrerbietigkeit Uns deiner stets gedenken. Wer dich, den höchsten, kindlich scheut, Wird seine zunge lenken, Daß sie sich nicht zum fluch und schwur, Zu deiner ehr, zum guten nur, Nach deinem willen rege. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. illst du der weisheit 30. W quelle kennen? Es ist die furcht vor gott, dem herrn, Nur der ist weis' und klug zu nen⸗ nen, Der alle seine pflichten gern, Weil gott sie ihm gebeut, voll⸗ bringt, Wenn gleich dazu kein mensch ihn zwingt. 2. Lern' gottes größe recht empfin⸗ den, Und fühle deine nichtigkeit: So wirst du nie dich unterwinden, Mit thörichter verwegenheit Zu tadeln, was sein rath beschließt, Der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den höchsten kindlich scheuen; So wird dir keine pflicht zur laͤst: Nur das wirst du vor ihm bereuen, Daß du sie oft versäumet hast. Wer gott als zeugen vor sich khat Der freut sich jeder guten that. 4. Wenn nacht und dunkelheit dich decken, Die dem verbrecher muth verleihn, Wird dich die furcht des herrn erwecken, Auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk' nur: vor seinem angesicht Ist fin⸗ sterniß wie mittagslicht. 5. Den höchsten öffentlich vereh⸗ ren, Sowohl als in der einsamkeit; Auf des gewissens stimme hören, Und willig thun, was sie gebeut: Auch das lehrt dich die furcht des herrn; Auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich der thor verachtung merken, Wenn du dich fromm von L ihm * * 0 162 Zweite Abtheilung. ihm entfernst: Die furcht des höch⸗ sten wird dich stärken, Daß du dich selbst recht schätzen lernst. Wer gott, dem höchsten, wohlgefällt, Ist glück⸗ lich, selbst beim spott der welt. 7. Sich stets vor dem allmächt'gen scheuen, Giebt heldenmuth und ta⸗ pferkeit, Wenn uns der menschen stolzes dräuen, Was gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist gott mein schutz, mein heil und licht: So beb' ich vor den menschen nicht. 8. Laß deine furcht, gott, mich regieren, Auf dich, den höchsten, stets zu sehn; Laß sie mich zu der weisheit führen; So werd' ich nie⸗ mals irre gehn. Wohl dem, der dich stets kindlich scheut, Dich fürch⸗ ten, gott, ist seligkeit. ö VI. Von der Liebe und Treue gegen Gott. Mel. Aus meines herzens grunde. 1 Ar dich, mein gott, zu denken, Ist pflicht und rrost für mich. Wenn sorg' und gram mich kränken, So sieht mein aug'auf dich.Dann mindert sich mein schmerz, Dann fliehn die bangen sorgen, Wie nebel vor dem mor⸗ gen, Und ruh' erfüllt mein herz. 2. Denk' ich an deine liebe, Wie werd ich dann erfreut! Dann fühl' ich neue triebe Zur dankbeflissenheit, Mein herz dir ganz zu weihn; Dich freudig zu erheben, Zur ehre dir zu leben, Vor sünden mich zu scheun. 3. Du gabst mir aus erbarmen Den sohn, der für mich starb, Und großmuthsvoll mir armen Die se⸗ ligkeit erwarb. O welch ein glück ist mein! Gott, wenn ich dies erwäge, Wie wird mein herz so rege, Dir ewig treu zu seyn! 4. Mit hoffendem gemüthe Denk' ich an deine treu, Und harre deiner güte; Sie ist mir täglich neu. Du unterstützest mich; Auch, wenn ich schweiß vergieße, Wird mir die ar⸗ beit süße, Seh' ich dabei auf dich. 5. Wie gut is's, dein zu denken! Die welt mag immerhin Ihr herz auf's böse lenken, Wie schlecht ist ihr gewinn! Ich halte mich zu gott; Dies bringt mir wahre freude, Dies stärkt mich, wenn ich leide, Und ist mein trost im tod. ů 6. Drum will ich an gott denken, So lang ich denken kann. Wird man ins grab mich senken, So geh ich zwar die bahn, Da mich die welt vergißt; Doch du, herr, denkst noch meiner, Wenn auch auf erden keiner Mein eingedenk mehr ist. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 2 u, vater deiner men⸗ schenkinder, Der du die liebe selber bist, Und dessen herz auch gegen sünder Noch gütig und voll mitleid ist: Laß mich von gaͤnzem herzen dein, Laß mich's mit allen kräften seyn! ö 2. Gieb, daß ich als dein kind dich liebe, Da du mich, als ein vater, liebst, Und so gesinnt zu seyn mich übe, Wie du mir dazu vorschrift giebst; Was dir gefällt, gefall auch mir, Nichts scheide mich, mein gott, von dir. 3. Bewahre mich durch deine liebe, Wenn böses beispiel mich verführt, Und gieb, daß ich verläugnung übe, Wenn sinnenlust zu sehr mich rührt. Wie, sollt' ich je die kreatur Dir vorziehn, schöpfer der natur? 4. Laß mich um deiner liebe willen Gern thun, was mir dein wort ge⸗ beut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, So sieh auf meine willig⸗ keit; Und rechne mir, nach Bl hu 2 — huld, D zur schul 5. Der mit freu o gott, n mit erns der ganz selbst zu behutsan 6. Aus leiden, bestimm auch zu lig übern weislich dir unte 7. In ben, Se winn; erben, bin. D rein, T seyn. Mel. A 333. gott, w welchen liebe mi verschm. ich's nie lieb' all mel sey 2. Der Wie fr Mit de ich sie, auf de deine f Mel. 334 seele! S t. enken, Wird 5o geh' ich die denkst erden ist. tt ꝛc. men⸗ )er du! dessen gütig ch von s mit 1d dich vater, n mich schrift gefall' mein willen rt ge⸗ h soll, Hillig⸗ heiner huld? VI. Von der Liebe und Treue gegen Gott. 163 huld, Die schwachheit, vater, nicht zur schuld. 6. Der liebt dich nicht, der noch mit freuden Das thut, was dir, o gott, mißfällt; Drum laß es mich mit ernst vermeiden, Gefiel es auch der ganzen welt, die kleinste sünde selbst zu scheun, Laß, vater, mich behutsam seyn. 6. Aus lieb' zu dir will ich auch leiden, Was mir dein weiser rath bestimmt. Du führst durch trübsal auch zu freuden, Und wer sie wil— lig übernimmt, Geduldig trägt und weislich nützt, Wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner liebe laß mich ster⸗ ben, So ist selbst sterben mein ge⸗ winn; So werd' ich deinen himmel erben, wo ich ganz frei vom übel bin. Da werd' ich einmal völlig rein, Dich lieben und ganz selig seyn. Mel. Alle menschen müssen sterben. Uelle der vollkommen—⸗ mein herz Von bekümmerniß und schmerz. 3. Floß aus deiner segensfülle Mir nicht so viel gutes zu? Daß ich ward, das war dein wille; Daß ich noch bin, das machst du Daß ich denke, daß ich wähle, Dafür dankt dir meine seele; Dankt dir, daß sie dich erkennt, Und dich ihren vater nennt. 4. Du erlöstest vom verderben Mich, durch deinen sohn, o gott; Ließest den gerechten sterben; Mir zum leben ward sein tod: Dadurch hast du mir gegeben, Ewig dort mit ihm zu leben, Ewig deiner mich zu freun, Und von dir ge⸗ liebt zu seyn. 5. Sollt' ich den nicht wieder lie⸗ hen, Der mir so viel gutes giebt? Und mit mehr als vatertrieben So unendlich mich geliebt? Könnt'ich ruhig hier auf erden, Ohne dich zu lieben, werden; Ohne dies nach 7611 zeit Würdig seyn der selig⸗ keit? 6. Heil mir, daß ich es empfinde, 333. heiten, Gott, mein gott, wie lieb' ich dich, Und mit welchen seligkeiten Sättigt deine liebe mich! Seel' und leib mag mir Wie so liebenswerth du bist! Daß mein herz vom haß der sünde In⸗ niglich durchdrungen ist; Daß auf dein gebot ich achte, Und es zu er⸗ füllen trachte. Heil mir! du ver⸗ verschmachten: Hab' ich dich, will birgest nicht Einst vor mir dein an⸗ ich's nicht achten, Mir soll deinegesicht. lieb' allein Mehr als erd' und him⸗7. Noch lieb' ich dich unvollkom⸗ mel seyn. men; Meine seel' erkennt es wohl. 2. Denk' ich recht an deine güte, Dort, im vaterland der frommen, Wie frohlockt mein herz in mir! Lieb' ich dich, herr, wie ich soll. Mit dem frohesten gemüthe Seh' Ganz werd' ich dort deinen willen ich sie, und danke dir. auf deine werke, Deine Jeder blick Kennen, ehren, und erfüllen, Und güte, empfahn an deinem thron Der voll⸗ deine stärke, Wie entledigt er kommnen liebe lohn. VII. Mel. Christus, der uns selig ꝛc. 3. gottes freue dich, 34. Dank ihm, meine seele! Sorget er Von der Freude an Gott. dir glück nicht fehle? Schützt dich seine vorsicht nicht, Wenn gefahren dräuen? Ist's nicht seligkeit und nicht väterlich, Daßspflicht, Seiner dich zu freun? 82 2. Ja, 164 Zweite Abtheilung. 2. Ja, mein gott, ich hab' an dir, Was mein herz begehret: Einen vater, welcher mir, Was mir nützt, gewähret: Der mich durch sein göttlich wort Hier zum guten len⸗ ket, Und mit himmelswonne dort Meine seele tränket. 3. Wenn ich dich, mein herr und gott, Kindlich ehr und liebe, Wenn ich redlich dein gebot Und mit freu⸗ den übe: O wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein gemüthe Seli⸗ ger empfindung voll, Voll von dei⸗ ner güte! 4. Dann darf ich mit zuversicht Nach dem himmel blicken; Meine leiden acht' ich nicht, Wie sie mich auch drücken, Hoffnung und zufrie⸗ denheit Wohnen mir im herzen, Trösten und erhöh'n mich weit Ueber alle schmerzen. 5. Du bist mein: so jauchz' ich dann: Wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann: Mein ist deine gnade; Dir ist meine wohlfahrt werth! Der du mir das leben Schenktest, wirst auch, was mich nährt Und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem rath In die welt gekommen; Alle meine missethat Hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, Glaub an seine leiden; Folg ihm treulich, und so kann Nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du trost der sterblichkeit, Heil des bessern lebens, Himmli⸗ sche vollkommenheit, Such ich nicht vergebens! Wenn mein lauf vollen⸗ det ist, Und vollbracht mein leiden, Ruft mein mittler, jesus christ, Mich zu seinen freuden. 8. Meine lust an dir, mein gott, Wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sey der tod, Er wird sie nicht stören; Willig werd' ich mein gebein Der verwesung geben, Denn sie macht mich frei von pein, Führt zum neuen leben. 9. Gieb mir nur, so lang' ich hier In der fremde walle, Das bewußt⸗ — seyn, daß ich dir Herr, mein gott. gefalle! Diese sanfte freudigkeit/ Die ich zu dir habe, Sey mein heis in dieser zeit, Und mein trost an grabe. 10. Laß die lust zur sünde nie Die ses heil mir rauben! Rüste selhss mich wieder sie, Stärke meinen glauben: Gieb mir deinen geist, der mich Und mein thun regiere, Daß ich mein vertrau'n auf dith Ewig nicht verliere. Mel. Was mein gott will, das ꝛ oder: Das jesulein soll doch ꝛc. 335⁵ Hiai ist mein herz, herr nimm es hin, Dir sey es ganz ergeben. Was hat die seel für gewinn Vom schnöden sünden⸗ leben? Der sünden tand Hat nicht bestand, Und statt den geist zu nähren, Füllt er das herz Mit reuh und schmerz: Wie sollt' ich's so be— schweren? 2. Nur du, gott, bist das höchste guth; Nach dir steht mein verlan⸗ gen. Erfülle mich mit kraft und muth, Allein dir anzuhangen. O, hätt' ich doch Dein sanftes joch All⸗ zeit auf mich genommen! So wͤr auch ich Schon längst durch dich Zur wahren ruh gekommen. 3. Kann auch das größte glück der welt Das herz vor kummer schützen? Kann es, wenn trübsal uns befällt, Mit trost uns unterstützen? Sein glanz verschwind't Wie rauch von wind, Und schnell fliehn seine freu⸗ den; Nur deine treu Wird täglich neu, Und giebt auch ruh im lei den. 4. Wer dich zu seinem trost 6. wählt, Sein herz zum guten neiget) Das arge haßt, und wenn er fehlt, Sich gläubig vor dir beuget: Der schmeckt schon hier, Erfreut in dir, Der seele wahren frieden; Und voll⸗ les heil Ist einst das theil, Das du ihm hast beschieden. 5. Wie —— 5. Wiü her! F sten, S leer, R ein bet so getä nen sin wünsch 6. Hi dir In mit der ner gu sey, U ner seel du Ka dem he 7. Be reinsten seyns g ne ruh Lust, mein v Soll di herz ar Mel. 336 mein tt deiner mein, gelt m 2. Di wählt, zählt; Mel. oder: gott,‚ d sie dir und fr⸗ muß i Aus li ———— ein gott; digkeit; neim hei trost an nie Dit te selhh meine n geist, regiere, auf dich das ꝛc hoch ꝛc. 3/ herr Dir se die seel⸗ sünden⸗ at nicht geist zu Nit reub so be⸗ 5 höchste verlan⸗ aft und zen. O, och All⸗ So wätr rch dich n. lück der chützen? befällt, 2Sein ich vom ne freu⸗ täglich im lei. rost er⸗ neiget.) er fehlt, t: Der t in dir, nd voll⸗ Das du 5. Wie ner gnade VIII. Vom Gehorsam gegen Gott. 165 —— 5. Wie thöricht irrt' ich doch um⸗Du liebst mein wohl, Hast gnaden⸗ her! Fern von dem sinn des chri⸗ sten, Sucht' ich, an wahrer freude leer, Ruh'in der erde lüsten. Welch ein betrug! Es sey genug, Mich so getäuscht zu haben. Richt mei⸗ nen sinn, O gott, forthin Nach wünschenswürd'gern gaben! 6. Hilf, daß ich mein gemüth zu dir In andacht oft erhebe, Und mit der eifrigsten begier Nach dei⸗ strebe; Dir folgsam sey, Und dein mich freu, Du mei⸗ ner seele leben! Denn, gott, nur du Kannst wahre ruh Und trost dem herzen geben. 7. Bei dir ist bis in ewigkeit Der reinsten freuden fülle, Des wohl⸗ seyns größte sicherheit, Vollkomm⸗ ne ruh und stille. Nie reize mehr Lust, geld und ehr', Zur sünde mein verlangen! Bis in den tod Soll dir, mein gott, Getrost mein herz anhangen. Mel. In dich hab' ich gehoffet ꝛc. 6 Ich efreue mich, mein 330. O gott, in dir, Du bist mein trost, und was kann mir In deiner liebe fehlen? Du herr, bist mein, Und ich bin dein; Was man⸗ gelt meiner seelen? 2. Du hast mich von der welt er⸗ wählt, Und deinen kindern zuge⸗ zählt; Nie wirst du mein vergessen! voll Mein glück mir zugemessen. 5. Du trägst mich liebreich mit ge⸗ duld, Vergiebst durch christum mir die schuld, Wenn ich aus schwach⸗ heit fehle. An seinem heil Hab' ich auch theil: Dieströstet meine seele. 4k. An dir hab' ich den treuen freund, Der es auf's beste mit mir meint; Wo find' ich deines glei⸗ chen? Du stehst mir bei, Und bleibst mir treu, Wenn berg und hügel weichen. 5. In finsterniß bist du mein licht, Erfreust mein herz! drum acht ich nicht Zu sehr das guth der erde. Denn ohne dich Ist nichts für mich, Das einst zum trost mir werde. 6. Du bist mein allerhöchstes guth; Du stärkst im leiden meinen muth; Durch dich muß mirs ge⸗ lingen; Selbst was mich kränkt, Das muß gelenkt Von dir, mir segen bringen. 7. Und schließ'ich dann einst mei⸗ nen lauf, So nimmst du mich zu dir hinauf, Zu deines himmels freu⸗ den! Und da vergißt Der sel'ge christ, Des lebens längste leiden. 3. Zwar hat's kein menschlich ohr gehört, Was uns dein himmel einst gewährt, Doch seh' ich's schon im glauben! Vollkommnes heil Ist da mein theil; Und niemand wird mir's rauben. VIII. Vom Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. K. 2. Mein heiland ist mir vorgegan⸗ gen, Er thate deinen willen gernz Gorsam ist die beste Will ich des christen ruhmerlangen, 33 gabe, Die man, o Und ihm gefallen, meinem herrn: gott, dir bringen känn; Wenn ich So muß auch ich von lastern rein, sie dir geopfert habe, Welch' ruh' und freud' empfind' ich dann! Nur Gleich ihm, zum guten willig seyn. 3. Laß deine heiligen gesetze Mir muß ich, dir zum preis und dank, immer vor den augen seyn, Und Aus liebe folgen, nicht aus zwang. gies daß ich sie nie verletze. Stets L5 fürch⸗ άαννα———————— ..—— *.I—— 166 Zweite Abtheilung. fürchte, was sie sündern dräun, mensch erkennt's oft nicht Für sen Wie schwer's auch meinen lüsten glück und seine pflicht. däucht, So ist dein joch doch sanft 2. Dir gehorcht mit sanfter wonn und leicht. Sel'ger geister zahllos heer. Dein 4. So oft ich deine stimme höre, feste, deine sonne, Sturm und don. So mache leib und geist bereit, Daß ner, erd' und meer, Alles dienet ö ö ich mit folgsamkeit sie ehre, Und deinem willen; Alles, höchster, wan thue, was sie mir gebeut: Ich soll nicht hörer nur allein, Ich soll und will auch thäter seyn. 5. Beut mir die welt gleich tau⸗ send freuden, Damit ich ungehor⸗ sam sey, Und droht sie mir auch tausend leiden, So bleib' ich dennoch dir getreu: Dir will ich folgen, o mein gott, Dir mehr als men⸗ schen, bis in tod. 6. Wenn ich mich im gehorsam übe, So bin ich sicher, daß ich dich Von ganzem herzen redlich liebe, Und wie so sehr liebst du dann mich! Auch den gehorsam in der zeit Be— lohnst du in der ewigkeit. 7. Drum laß mich, herr, mit treuem herzen Dir folgen, dir gehor⸗ sam seyn; O laß im glücke, wie in schmerzen, Stets treu mich deinem dienste weihn: So bin ich glücklich in der zeit, Und selig in der ewigkeit. Mel. Sollt' ich meinen gott ꝛc. 8 Gut und heilig ist dein 33 2 wille, Wie du selbst es bist, o gott. Du gebeutst! in tiefster stille Hört die schöpfung dein gebot. Die im himmel dir lobsin⸗ gen, Stehn um deinen thron be— reit, Freuen sich der seligkeit, Dei⸗ nen willen zu vollbringen: Nur der du schufst, Eilt und drängt sich wenn du rufst, Dein gebot stets zu erfüllen: Nur der mensch erkennt— oft nicht Für sein glück und seine pflicht. I 3. Oft empört sich seine seele, Herr und schöpfer wider dich. Deine herrlichen befehle Wirft er thöricht hinter sich, Läßt sich nicht von dir regieren; Klüger oft, nach seinem wahn! Wählt er eine andre bahn, Die ihn soll zum heile führen: Abet seine bahn, sein sinn Führt ihn in' verderben hin. ö K. Gott, laß es uns doch empfin⸗ den, Daß uns unser herz verführt, Daß die eitle lust der sünden Une zuletzt den tod gebiert. Mach uns deinen willen wichtig, Führ' auf deine bahn uns hin, Lehr' uns jeden irrweg fliehn; Denn dein weg al⸗ lein ist richtig. Mach uns unsern pflichten treu, Daß der wandel hein lig sey. ö 5. So wird auch bei uns aufer⸗ den, Wie im himmel dein gebot Willig ausgerichtet werden, Hei⸗ liger und großer gott! Alle werke deiner hände Werden unterthan dit seyn, Alle deiner huld sich freun, Bis an deiner schöpfung ende— Denn, der deinen willen thut Hat allein es ewig gut. IX. Vom Vertrauen auf Gott und Ergebung seinen Willen. Mel. Alles ist an gottes ꝛc. Nr. 10. Alse ist an deinem segen, 3 Großer gott, allein ge⸗ legen; Du bist unser höchstes guth. Ueber alles hoch dich schätzen Und auf dich die hoffnung setzen, Gieht allein getrosten muth. ö 2. Der du mich bisher ernähret, Ah, dienet ter, waß gt sich, stets zu rkennt'z nd seine le, Herr Deine thöricht von dir! seinem e bahn, 1; Aber ihn inꝰ empfin⸗ erführt, en Uns ach uns ihr' auf 16 jeden weg al⸗ unsern del hei⸗ auf er⸗ gebot „ Hei⸗ e werke than dir freun, ende. thut, ng ihi 4 en Inb. „ Giebt rnähret, Man/ chen, IX. Vom Vertrauen auf Gott ꝛc. 167 Manche freude mir gewähret, Bist und bleibest ewig mein. Du mein vater und regierer, Wirst mein helfer und mein führer Durch mein ganzes leben seyn. 3. Sollt' ich ängstlich mich um sa⸗ Die mir sorg' und unruh ma⸗ chen Und vergänglich sind, bemühn? Ich will mehr nach güthern streben, Die mir wahre ruhe geben, Und im tode nicht entfliehn. 4. Auch die hoffnung kann erquik⸗ ken. Was mir gut ist, schicken: welt. Dir will ben, Glück und trübsal, tod und leben, Alles sey dir heimgestellt. 5. Ist mein wunsch nach deinem willen, O so wirst du ihn erfüllen, Und gewiß zu rechter zeit. Dir hab' ich nichts vorzuschreiben; Wie du willst, so soll es bleiben, Was du willst, ist seligkeit. 6. Soll ich hier noch länger leben, O so wollst du kraft mir geben, Mich um das recht zu bemüh'n, Was in ewigkeit bestehet; Alles ir⸗ dische vergehet Und fährt wie ein strom dahin. Mel. Was gott thut, das ist ꝛc. 340. A gott, und nicht auf meinen rath Will ich mein glück stets bauen, Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer seele trauen. Er, der die welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen tagen, Als gott und vater, tragen. 2. Er sah von aller ewigkeit, Wie viel mir nützen würde, Bestimmte meine lebenszeit, Mein glück und meine bürde. Was zagt mein herz? Ist auch ein schmerz, Der zu des glaubens ehre Nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh' ichs bat, gewährt, Wenns meine wollfahrt litte. Er wirst du, Du bist herr der ganzen pracht Sind nicht das glück der ich mich froh erge- seelen. Wer gottes rath Vor au⸗ sorgt für mich Recht väterlich! Nicht, was ich mir ersehe, Sein wille nur geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige geschick, Bei dessen last wir klagen? Die größte noth Hebt einst der tod! Und ehre, glück und habe Verläßt uns doch im grabe. 5. An dem, was seelen glücklich macht, Läßt gott es keinem fehlen; Gesundheit; weltlust, ehr und gen hat, Dem wird ein gur gewis⸗ sen Die trübsal auch versüßen. 6. Was ist der erden herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das leiden dieser zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den herrn! Er hilft uns gern z Seyd fröhlich ihr gerechten! Der herr hilft seinen knechten. Mel. In allen meinen thaten ꝛc. 3. Aiuf deine weisheit 341 l schauen, Gott, dei⸗ ner güte trauen, Das schafft zufrie⸗ denheit. Wer kann mein wohl ent⸗ scheiden? Wer schenkt mir beß're freuden, Als du, herr aller seligkeit? 2. Vor dir ist nichts verborgen; Wie, sollt' ich ängstlich sorgen, Da du mein vater bist? Du, herr, gabst mir mein leben, Und wirst mir alles geben, Was mir zur wohlfahrt nöthig ist. 3. Wir streben oft nach dingen, Die, wenn sie uns gelingen, Des unglücks quellen sind. Ein schein, der uns bethöret, Und unsern stolz vermehret, Macht uns für wahre güther blind. 4. Der hang zu eitelkeiten Stört doch zu allen zeiten Die wahre see⸗ lenruh. Wann wir dir unser leben, O vater, übergeben, Dann fließt dem herzen friede zu. 5. Dein rathschluß sey mein wille, 8 Ich Zweite Abtheilung. Ich will in heil'ger stille Mich dei⸗ ner vorsicht freun. Dein ewiges erbarmen, Dein beistand soll mir armen Zufriedenheit und muth ver⸗ leihn. 6. Laß mich nicht zweifelnd wan⸗ ken, Wenn traurige gedanken Mir deinen trost entziehn. Ich werde nie vergebens Zu dir, herr meines lebens, Mit kindlichem vertrauen fliehn. 7. Erleichtre meine leiden Durch deines geistes freuden, Surch muth und hoffnung mir. Drückt mich die last der schmerzen, Dann sprich zu meinem herzen: Ich, dein er— retter, helfe dir. 8. Was sollt' ich mich betrüben? Den menschen, die dich lieben, Muß alles segen seyn. Ich bin ja dein erlöster; Sonst weiß ich kei⸗ nen tröster, Sonst keinen schutz, als dich allein. Mel. Wo soll ich fliehen hin ꝛc. 2 A1 meinen lieben gott 34* Trau ich in aller noth. Die ihn um rettung flehten, Ver⸗ ließ er nie in nöthen. Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen händen. 2. Auch beim gewissensschmerz Verzaget nicht mein herz. Auf christum will ich bauen, Und fest auf ihn vertrauen; Ihm bleib' ich ben⸗ ergeben Im tode wie im le— en. 35. Und nimmt der tod mich hin, Ist's dennoch mein gewinn. Ich weiß, an wen ich glaube, Er läßt mich nicht im staube. Es mag der leib erkalten; Den geist wird gott erhalten. 4. Mein heiland, jesu christ, Der du aus liebe bist Für mich am kreuz gestorben, Du hast mir heil erworben; Du schenkst nach allem leiden Den deinen ew'ge freuden. 5. Ich harr' und traue dir, Einst schenkst du sie auch mir. Ich habe. dein versprechen, Das kannst du nimmer brechen. Auch ich bin, 11 ich sterbe, Des ew'gen lebend erbe. Bekannte Melodie. efiehl du deine wege 343. B Und was dein herze kränkt Der treuen vaterpflege Deß, der den weltkreis lenkt: Der wol⸗ ken, fluth und winden Giebt ord⸗ nung, ziel und bahn, Der wird auch wege finden, Die dein fuß ge— hen kann. 2. Dem herrn mußt du vertrauen, Wenn dirs soll wohlergehn, Auf ihn mußt du stets schauen, Wenn dein werk soll bestehn; Mit sorgen und mit grämen, Und mit selbst eig⸗ ner pein Läßt gott sich gar nichts nehmen; Es muß erbeten seyn. 5. Dein aug', o gott der gnade! Sieht immer ungeschwächt, Was gut sey oder schade Dem sterblichen geschlecht. Und was du dann er— lesen, Dein rath fürs beste hält, Bringst du zum stand und wesen, Wie es dir wohlgefällt. 4. An mitteln und an wegen Fehlt dirs, allweiser, nicht: Dein thun ist gnad' und segen, Dein gang ist recht und licht: Dein werk kann niemand hindern, Du kannst nicht träge ruhn, Wenn du, was dei— x nen kindern Ersprießlich ist, willst thun. ö 5. Und wollten welt und teufel Hier boshaft widerstehn; So wird doch ohne zweifel Gott nicht zu⸗ rücke gehn: Was er sich vorgenom⸗ men, Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Zu sei⸗ nem zweck und ziel. 6. Hoff' o bedrängte seele! Hoff, und sey unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, Den kummer, der dich nagt, Er wird dich ihm ent⸗ rücken, Erwarte nur die zeit! Bis dich mit holden blicken Sein ange⸗ sicht erfreut. ..— 7. Auf, —x— 7. Au Der sor ren, w traurig regente Gott si ret alle 8. Ih Er ist sich sor dern wi bühret Das w dich be 9 Er seinem seinem sinn C solltst und ni er nich 10. Daß d wird t du's an dein h ren la Bisher 11. 2 Trägt muthi. ihren gespal Und dr der de 12. Mit a uns de tod. Und tt hen u mel ei nst du bin, lebend blichen in er⸗ hält, wesen, Fehlt nthun ing ist kann bnicht 6 dei⸗ willst teufel owird ht zu⸗ enom⸗ „Das u sei⸗ Hoff, iß eͤ, r, der neent⸗ B ange⸗ Auf! IX. Vom Vertrauen auf Gott ꝛc. 1— 169 7. Auf! wehre deinem schmerze, Der sorgen bange nacht. Laß fah⸗ ren, was das herze Betrübt und traurig macht: Bist du doch nicht regente, Der alles führen soll; Gott sitzt im regimente, Und füh⸗ ret alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser fürst; Und wird sich so verhalten, Daß du dich wun⸗ dern wirst, Wenn er, wies ihm ge⸗ bühret, Mit wunderbarem rath Das werk hinaus geführet, Das dich bekümmert hat. 9 Er wird zwar eine weile Mit seinem trost verziehn, Und thun an seinem theile, Als hätt' in seinem sinn Er deiner sich begeben, Und solltst du für und für In angst und nöthen schweben; Als fragt' er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst; So wird dein leid verschwinden, Da du's am mindsten gläubst: Er wird dein herz erlösen Von der so schwe⸗ ren last, Die du zu keinem bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir! denn deine treue Trägt da den sieg davon; Sieh muthig auf, und freue Dich über ihren lohn: Gott schmückt mit sie⸗ gespalmen Gewiß einst deine hand, Und du singst freudenpsalmen Dem, der dein leid gewandt. 12. Herr! mach' ein fröhlich ende Mit aller unsrer noth, Und reich' uns deine hände Im leben und im tod. Stets laß uns deiner pflege Und treu empfohlen seyn; So ge— hen unsre wege Gewiß zum him⸗ mel ein. In voriger Melodie. 344. hrist, alles, was dich kränket, Befiehl ge⸗ trost dem herrn! Er, der die him⸗ mel lenket, Ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem schlum⸗ mer, Zu gott erhebe dich! Er sie⸗ het deinen kummer, Und liebt dich väterlich. 2. Sinds sünden, die dich schmer⸗ zen, So fühle deine schuld, Doch trau mit ganzem herzen Auf deines mittlers huld. Zu wahrer ruhe führet Die reu, die gott gefällt; Allein den tod gebieret Die trau⸗ rigkeit der welt. 3. Trau gott, nicht deinen schlüs⸗ sen, Die wahl des besten zu. Sprich, wer wird's besser wissen, Dein schöpfer, oder du; Er weiß ja, was dir fehlet In jedem au⸗ genblick; Was er, dein vater, wäh⸗ let, Das dient zu deinem glück. K. Der gott, auf dessen segen Dein ganzes wohl beruht, Ist stets in seinen wegen Gerecht und weis' und gut: Und was er seinen kin⸗ dern Zu ihrem heil ersah, Kann kein erschaffner hindern; Wann er gebeut, stets da. 5. Vergeblich toben feinde Auch noch so fürchterlich; Hast du nur ihn zum freunde, Ist er, dein gott, für dich. Wer gleicht ihm? seinen winken Gehorchen erd' und meer.; Laß deinen muth nicht sinken, Dein schirm und schild ist er. 6. Gott zählet deine zähren, Und wird, was gut ist, gern Auch dei⸗ nen wunsch gewähren; Harr' in geduld des herrn, Der's niemals ihn z böse meinet, Hoff' unverzagt auf Wann seine zeit erscheinet, Wird deine wohlfahrt blühn. 7. Ergieb dich ihm mit freuden, Sey stark durch seine kraft! Sey auch zur zeit der leiden Ein christ und tugendhaft! Und dann ergreif' im glauben Den trost der ewigkeit. Wer kann dir diesen rauben, Der allen gram zerstreut? 3. Sey froh! dein gott regieret, Sein rath ist wunderbar; Einst wirst du überführet, Daß er der beste war. Will auch dein herz oft wanken, Als dächt' er deiner nicht, Wirst du ihm doch einst danken. Er hält, was er verspricht. L3 9. Wie 170⁰ Zweite Abtheilung. 9. Wie, sollt er dein nicht denken, als vater, mich Verlassen noch ver⸗ Er, der dich kennt und liebt? Nicht trost und glück dir schenken; Er, der so gerne giebt? So gern mit seinem segen Der menschen herz erfreut. Auch auf den rauh⸗ sten wegen Führt er zur seligkeit. 10. Mit ruhigem gemüthe Ver— laß auf ihn dich fest, Und wiß', daß seine güte Dich ewig nicht ver⸗ läßt. Er will nach einer weile Dich desto mehr erfreun; Zu dei⸗ nem größten heile Verzeucht erz harre sein. 11. Wohl dir alsdann, du treuer Wie groß ist einst dein lohn! Dein richter, dein befreier Reicht dir die siegeskron. Auf kurze prüfungsta⸗ ge Folgt ew'ger preis und dank; Dann schweiget jede klage Und wird ein lobgesang. Mel. Aus tiefer noth schrei ich ꝛc. D hast, mein vater und 345. mein gott! Mich durch dein wort belehret, Daß dei⸗ ne hand der frommen noth Der⸗ einst in freude kehret; Und daß ich alles, was mich kränkt, Auf dich der unser schicksal lenkt, Mit zu⸗ verficht soll werfen. 2. So will denn, auf dein wort, auch ich Der sorgen mich entschüt— ten. Erhöre, gott, mein vater! mich, Erhör' mein kindlich bitten. Gieb meiner seele wahre ruh. Was mich bekümmert, lenke du Zu mei⸗ nem ew'gen beßten. 3. Der sorgen macht hat freilich G säumen. ö ö 5. Seh' ich schon keine wege noch Zur rettung vor mir offen; Auch da laß mich, Auf deine hülfe hoffen. Du bleibst doch immer groß an rath, Und im⸗ mer mächtig auch an that, Mein beßtes zu besorgen. 6. Dies sey mein trost, dies sey mein licht, Wenn mich die sorgen kränken. Erfüllst du meine wün⸗ sche nicht, So laß mich gläubig denken, Daß mir's nicht gut gewe⸗ sen ist. Weil du die höchste weis⸗ heit bist, So schickst du stets das beßte. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir Aufs reichlichste ersetzen, Wenn ew'ge freuden mich bei dir In deinem reich ergötzen. Da ist mein erb' und höchstes guth. O, stärke mir dadurch den muth Bis an mein selig ende. Mel. Was gott thut, das ist wohlg. 346 u herr, bist meine zu⸗ versicht, Mein einz⸗ ger trost im leben. Mir fehlt es nie an trost und licht, Weil ich mich dir ergeben; Du bist mein mein retter! doch gott, Auf dein gebot Wird meine seele stille; Denn gut ist stets dein wille. 2. Wer wollte dir, herr, nicht ver⸗ traun? Du bist des schwachen stär⸗ ke! Die augen, welche auf dich schaun, Sehn deiner weisheit wer⸗ ke. Herr, groß von rath Und oft Mich übermeistern wollen. Stets stark von that! Mit gnadenvollen hab' ich nicht auf dich gehofft, Wie händen Wirst du mein glück vollen⸗ ich wohl hoffen sollen. Mein gott, wie groß ist meine schuld! An dir hab' ich durch ungeduld Vielfältig mich versündigt. 4. Erbarmender! vergieb es mir Nach deiner großen güte; Erfülle mit vertraun zu dir Mein schüch⸗ ternes Gemüthe. Gieb, daß ich freu⸗ den. 3. Noch nie hat sich, wer dich ge⸗ läßt ihn, wenn ihn noth umgiebt, frommen herz Wird frei von schmerz. Der sünder böses dichten Pflegst du oft zu zernichten. dig hoff' auf dich, Du werdest nie, 4. Hoff', seele, hoffe nurguihe liebt, Veclassen sehen müssen: Du Doch deinen trost geniessen. Des 2*————— ——.—..———— s, Des s Wenn Die g Wenn Er ste. fels in 5. D nung reichet schen nie wo Er, er leiden, 6. G her S hilfft, Zu di zeit d Zählst Und w 7. 0 Auf giebst Giebf wollte Allmé undel 8— wohlf hoffer will mein fels, dein Mel. 1* D+ h ver⸗ e noch Auch doch bleibst nd im⸗ Mein es sey sorgen wün⸗ äubig gewe⸗ weis⸗ das ö wirst setzen‚, ei dir Da ist , BiE vohlg. ne zu⸗ einz⸗ ylt es il ich mein meine dein t ver⸗ stär⸗ f dich t wer⸗ IX. Vom Vertrauen auf Gott ꝛe. Des sünders trost verschwindet, Wenn der gerechte in der noth Die gunst des schöpfers findet. Wenn jener fällt, Ist er ein held, Er steht, wenn jene zittern, Als fels in ungewittern. 5. Drum werf' ich nicht die hoff⸗ nung hin, Die mir mein glaube reichet Wie elend, die zu men⸗ schen flieh'n! Wohl! wer von gott nie weichet! Mein heiland starb; Er, er erwarb, Durch seine todes— leiden, Mir ew'ge himmelsfreuden. 6. Getrost bin ich, wenn um mich her Sich ungewitter sammeln! Du hilfst, gott, wenn wir freudenleer Zu dir um gnade stammeln. Die zeit der quaal, Der thränen zahl! Zählst du; du wiegst die schmerzen, Und wälzst sie von dem herzen. 171 hoffnung täuschet, Die das herz auf's eitle zieht, Und so schnell wie rauch entflieht. 5. Laß mich gram und sorgen mei⸗ den, Weil dein auge für mich wacht, Und du schon in manchen leiden Mit mir alles wohl gemacht! Laß mich auf dein wort stets hof⸗ fen, Daß doch immer eingetroffen. Gott, wer deinem wort nicht trau't, Hat auf leichten sand gebau't. 4. Laß mich vest im glauben wer⸗ den, Daß dein wort wahrhaftig sey: O, so werd' ich hier auf erden Von so mancher unruh frei. Dann werd' ich, gott, mit vertrauen Stets auf deine hülfe schauen; Dann wächst meine zuversicht, Und die hoffnung trügt mich nicht. 5. Auch erhebt sie meine seele 7. Herr, du bist meine zuversicht; Selbst noch über tod und grab, Auf dich hofft meine seele. Du Wenn ich den zum führer wähle, giebst, was meinem glück gebricht, Der sich einst auch für mich gab. Giebst, daß ich mich nie quäle. Wer Er, der siegreich auferstanden, wollte sich Nicht ganz auf dich, Macht mich los von todesbanden, Allmächtiger! verlassen, Und muth Führt mich zu dem leben ein, Wo und hoffnung fassen. kein leid wird weiter seyn. 6. In deine hand befehle ich Mein 6. Muß ich gleich noch hier auf wohlfeyn und mein leben. Mein erden, Gott, vor dir ein pilgrim hoffend auge blickt auf dich; Dir seyn, Wirst du doch von den be⸗ will ich mich ergeben. Sey du schwerden Dieser zeit mich einst be⸗ mein gott; Und einst im tod Mein frein. O erwünschte sel ge stunden! fels, auf den ich traue, Bis ich Ewig aller noth entbunden, Werd' dein antlitz schaue. Mel. Alle menschen müssen sterben. 347. sen treue Unsre hoff— nung stützt und hält! Ich erkenn' es voller reue, Daß mich klein— muth oft befällt. Ach, mein herz hängt noch an dingen, Die nie wahre ruhe bringen; Und wie oft vergeh' ich mich, Aengstlich zwei— felnd, wider dich! 2. Gott, vergieb mir diese sünde! Nimm die kleinmuth von mir hin, Schenke, vater, deinem kinde Ei⸗ nen dir ergebnen sinn, Der von dir nur hülfe heischet, Den nicht falsche ott der wahrheit, des⸗ ich dich, mein heiland, seh'n, Und, wie du, zur freud' eingeh'n. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, herr, meine zuversicht! Bis das alles eingetroffen, Was auch mir dein wort verspricht. Auf dich, quelle alles lebens, Harrt der glau⸗ be nie vergebens! Was wir glau⸗ ben, schauen wir Einst gewiß, o herr, bei dir. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. Han mache meine seele 348. stille! Was mich hie⸗ nieden kränkt und drückt, Das ist dein weiser rath und wille, Der nichts zu meinem schaden schickt. Du 17² Zweite Abtheilung. Du bist, der alles ändern kann, Und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauhsten we— gen Führst du mich zur glückselig⸗ keit; Von jeder trübsal ernt' ich se⸗ gen, Ist dir nur, gott, mein herz geweiht. Ihr ausgang wird er— freulich seyn, Siehts gleich mein blöder geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille seyn und hoffen, Wenn du mir prüfung hast bestimmt. Dein vaterherz steht dem doch offen, Der zu dir seine zu⸗ flucht nimmt. Wer hier treu dei⸗ nen willen thut, Mit dem machst du's auch immer gut. K. Uns bleibt oft, was uns nützt, verborgen. Wer hat es je genau erkannt? Wie oft sind unsre wünsch' und sorgen Voll thorheit und voll unverstand! Wer kann, was seinem — Und ich bin sein, Was ist wohl, das mir schade, schlägt Und kreuz auflegt, Ist doch sein thun voll gnade. 2. Das kann mir fehlen nimmer— mehr, Mein vater muß mich lie— ben; Läßt er auch oft mich freuden⸗ leer, So will er mich nur üben, Und mein gemüth In seiner güt' Gewöhnen, sich zu fassen; Ueb' ich geduld, Trau seiner huld, Wird er mich nicht verlassen. Entsprungen aus der erden; Gott ist's, der mich zu seiner ehr Das, was ich bin, ließ werden. Gab er das sein Dem leib allein, Der kur⸗ ze zeit nur währet? Nein, auch dem geist, Der jetzt ihn preist, Und der ihn ewig ehret. mein leben; Denn gott ist mein, 3. Ich bin ja nicht von ohngefähr wohlergehn Zum schaden dient, à. Und wer erhält mit allgewalt ganz übersehn? 5. Nur du, gott, kennst und ich nicht längstens tod und kalt, wählst das beste. O vater, mache Wenn mich nicht gott umgeben selbst mein herz In dieser überzeu⸗Mit seinem arm, Der alles warm, gung feste; So ehr' ich auch im Gesund und fröhlich machet? Was größten schmerz, Dich stets mit der er nicht hält, Das bricht und fällt; kommen, entschlossenheit: Was gott will, das gescheh' allzeit. 6. Die stunde wird gewiß doch Da mich vollkommnes glück erfreut. Denn einmal führst du deine frommen Zur völligen zu⸗ Was er erfreut, das lachet. 5. Bei ihm ist weisheit und ver⸗ stand Mehr, als wir menschen fas⸗ sen; Er hat von ewigkeit erkannt, Was er will kommen lassen. Er weiß, wann freud, Er weiß, wann Ob er gleich EEs Mir jede kraft zum leben? Wär? ———— friedenheit, und dann wird ihnen leid Uns, seinen kindern, diene, offenbar, Daß nur dein rath der Und was er thut Ist alles gut, beste war. 7. Da ernt' auch ich von meinen plagen, Die sel'gen früchte ewig ein; Da wird mein herz, statt aller klagen, Nur voll des frohen lobes seyn: Der herr, der für mein heil gewacht, Hat alles mit mir wohlgemacht. Mel. Was mein gott will, das ꝛc. 349 ch hab' in gottes herz 4* und sinn Mein herz und sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir gewinn, Der tod selbst ist Ob's noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was sinnenlust begehret, Als sey mit einer großen last Dein lebensgang beschweret; Hast spät und früh Viel sorg und müh Auf selbsterwählten wegen, Und denkest nicht, Daß, was geschicht, Geschehe dir zum segen. 7. Es kann bei lauter sonnenlicht Das feld nicht früchte tragen; So reift auch menschen-wohlfahrt nicht Bei lauter guten tagen. Wie bit⸗ ter sey Die arzenei, Schafft sie doch neues leben; So muß 100 i üben, güt' b' ich Wird efähr Gott Das, ab er kur⸗ auch reist, walt Wär' kalt, zeben arm, Was ällt; ver⸗ fas⸗ mnt, Er vann iene, gut, n du hret, Dein spät Auf nkest chehe licht So nicht bit⸗ t sie das leid IX. Vom Vertrauen auf Gott ꝛe. 27⁵ S leid Zu neuer freud' Und wahrem glück erheben. 3. Ey nun, mein gott, so fall' ich dir Getrost in deine hände. Nimm mich, und mach' es so mit mir Bis an des lebens ende, Wie dirs ge⸗ fällt, Der du die welt Nach wei⸗ sem rath regierest, Und so auch mich Stets väterlich Auf richt'gem pfade führest. 9. Willst du mir geben sonnen⸗ schein, So nehm ich's an mit freu⸗ den; Soll's aber schmerz und trüb⸗ sal seyn, Will ich's geduldig leiden. nur nennen, Bist du mein vater und mein freund: So muß mir al⸗ les nützen können, Was mir auch noch so böse scheint. Das bitterste wird mir versüßt, Wenn du nur, gott, mir gnädig bist. 5. Drum gieb, daß ich dir kindlich traue, Und demuthsvoll, doch un— verzagt, Mein hoffen sicher darauf baue, Was dein so theures wort mir sagt. Dein geist erkläre mei⸗ nem geist, Was deine vatertreue heißt. 6. Ich bin ja auf so viele weise, Willst du allhier Noch länger mir Mein herr und gott, dein eigen⸗ Des lebens kraft erhalten: Wie du thum; Drum gieb, daß ich, zu dei⸗ mich führst Und führen wirst, So nem preise Und deines großen na⸗ laß ich gern dich walten. mens ruhm, Dir diene in gerech⸗ 10. Auch noch im tode bin ich dein, tigkeit Mit williger ergebenheit. Vor ihm soll mir nicht grauen; Er 7. Du schaffst das wollen und voll⸗ führt zum bessern leben ein, Er ist bringen, Von dir kommt weisheit der weg zum schauen, Du bist und verstand; Drum reiche mir in mein hirt, Der alles wird Zu sol- allen dingen Aus gnaden deine va⸗ chem ende kehren, Daß ich mit terhand. Erbarme meiner schwach⸗ dank Und lobgesang Dich ewig heit dich, Und stärk' zu allem guten werde ehren. mich. 8. Legst du was auf, so hilf's auch tragen. Gieb mir geduld in leidens⸗ Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc.[zeit, und sey in gut⸗ und bösen ta⸗ ein gott, du weißt am 50. M allerbesten Das, was mir gut und nützlich ist; Du bleibst, ist auch die noth am größten, Mein helfer, wie du's ewig bist. Gieb, daß ich einzig dir vertrau, Und nie auf menschenhülfe bau. 2. Räum alles weg aus meiner seelen, Was deinem willen wider⸗ spricht, Und wollte mir's sich auch verhehlen: So stelle du mir selbst in's licht, Was mir noch fehl' an kindessinn, Und neige dann mein herz dahin. 3. Hilf mir in geist und wahrheit sprechen; Du bist mein vater, licht gen Mein trost und meines her⸗ zens freud. Gieb demuth, einfalt, lieb' und zucht; Was unrecht ist, das sey verflucht. 9. Nun, herr, du siehest mein be⸗ streben; Verleih' mir deines geistes kraft! Du willst sie ja dem gerne geben, Der treulich gutes durch sie schafft. Dann zeigt mein redlich frommer sinn, Daß ich dein ewig bleib' und bin. In voriger Melodie. ein schutz ist gott! 351. M ihn laß ich walten; und heil, Verzeihst mir gnädig mei⸗Ich hoff auf ihn, er kennet mich. ne schwächen, Und schenkst auch mir Ihm fehlts, die seinen zu erhalten, an christo theil, Du bist mein al-An mitteln nie, und sein bin ich; lerbeßter freund, Der's treu und Ich gründe meine zuversicht Auf redlich mit mir meint. diesen fels und wanke nicht. 4. Dann darf ich mich dein kind 2. Was quäl' ich mich? bin inade heide 7⁴ Zweite Abtheilung. heide, Der ohne gott und hoffnung ist? Nein, das ist meines herzens freude, Daß du, o gott, mein hel— fer bist. Hilf, mein erbarmer, stär⸗ ke mich; Denn nichts vermag ich ohne dich. ö 3. Der herr erzieht hier seine kin⸗ der Zur ewigkeit mit weiser huldz; Er schont, er züchtigt viel gelinder, Als wir verdient, und hat geduld; Er hat nicht lust an unserm schmerz; Ganz anders denkt sein vaterherz. K. Die lieb' istgott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht je⸗ sum christ? Was könnte mir ein gott versagen, Der so unendlich gütig ist? Erhabner trost, der nim⸗ mer trügt, Und jeden zweifel über— wiegt! 5. Ich harre seiner, und bin stil⸗ le. Wie bald verstreicht die prü— fungszeit! Dann schöpf' ich dort aus seiner fülle, Unendliche zufrie— denheit. Er leite mich nach seinem rath, Wie er mir zugesaget hat. In bekannter Melodie. on gott will ich nicht 35²2. V lassen, Denn er ver⸗ läßt mich nicht; Im kummer mich zu fassen, Giebt er mir kraft und licht. Er steht mir hülfreich bei; Mit jedem neuen morgen Weiß er mich zu versorgen, Ich sey auch, wo ich sey. 2. Wenn menschen-gunst und lie⸗ be In kaltsinn sich verkehrt, Bleibt er voll mitleidstriebe, Er, der mein flehen hoͤrt. Er hilft in jeder noth, Hilft von der sünde banden, Be— freit von ihren schanden Und ret— tet selbst vom tod. 3. Ihm, ihm will ich vertrauen, Auch in der schwersten zeit. Auf seine hülfe bauen; Er wendet alles leid. Ihm sey es heimgestellt; Leib, seele, guth und leben Will ich ihm übergeben: Er mach's, wies ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefalen, Als was uns nützlich ist; Gut meint ers mit uns allen: Er gab uns jesum christ. Hat er so viel gethan, So wird er auch gewäh—⸗ ren, Was unsern leib ernähren, Den geist erfreuen kann. 5. Lobt ihn mit herz und munde, Ihn, der uns beides schenkt. Ge⸗ segnet ist die stunde, Darin man sein gedenkt; So braucht man recht der zeit. Wir sollen ja auf erden Durch ihn schon selig werden, Noch mehr in ewigkeit. 6. Mag doch die welt vergehen —E————————W Mit aller ihrer pracht! Das glück bleibt ewig stehen, Das gott mir zugedacht. Zwar schließ' ich hier den lauf; Doch, wenn ich nun im grabe Genug geruhet habe, Weckt er mich wieder auf. 7. Die seel' ist unverloren In got⸗ tes vaterhand; Der leib wird neu geboren Zum bessern vaterland. Wie selig werd'ich seyn! Mit gott und seinen frommen Soll ich mich da vollkommen, Soll ich mich ewig freun. 8. Ob ich gleich nun auch dulde —** Viel leiden dieser zeit, Wie ich's ö auch oft verschulde, Kommt doch die ewigkeit, So großer freuden voll, Die, da ich christum kenne, Und mich von ihm nicht trenne, Mein erbtheil werden soll. 9. Das ist des vaters wille, Der uns erschaffen hat; Aus seines soh⸗ nes fülle Empfahn wir gnad' um gnad'; Er giebt uns seinen geist, Damit er uns regiere, Die bahn zum himmel führe. Hoch sey der herr gepreist! Mel. In allen meinen thaten ꝛc. — as soll ich ängstlich 353. Wẽéü klagen, Und in der noth verzagen? Der höchste sorgt für mich, Er sorgt, daß meiner see⸗ le Kein wahres wohlseyn fehle. Genug zum trost, mein herz, für dich! 2. Was ——— 2. We Und jed kummet tage, sage, wohler, 3. Ar Dir ki herr, i sie treu vater, die dei K. De⸗ alle thi natur! let. Dr let, B be nur IX. Vom Vertrauen auf Gott ꝛc. 175⁵ S, 2. Was nützt es, ängstlich sorgen, Und jeden neuen morgen Mit neuen kummer sehn? Du, vater meiner tage, Weißt, eh' ich dirs noch sage, Mein leid und auch mein wohlergehn. 3. Auf deine hand zu schauen, Dir kindlich zu vertrauen, Das, herr, ist meine pflicht. Ich will sie treulich üben, Und dich, mein vater, lieben; Denn du versäumst die deinen nicht. K. Der du die blumen kleidest Und alle thiere weidest, Du schöpfer der natur! Weißt alles, was mir feh— let. Drum, seele, was dich quä— let, Befiehl dem herrn, und glau— be nur. 5. Herr, alle meine sorgen, Die noth, die oft verborgen An mei— nem herzen nagt, Werf' ich auf dich, den treuen; Du weißt den zu er⸗ freuen, Der fromm nach deiner hülfe fragt.*. 28 6. Wenn meine augen thränen, Und sich nach hülfe sehnen, So klag' ich dirs, dem herrn. Dir, vater, dir befehle Ich jeden wunsch der seele. Du hörst, du hilfst, du segnest gern. 7. Der du mir hier im leben Schon größres heil gegeben, Und deinen sohn geschenkt: Du wirst mir alles schenken, Und mir zum besten lenken, Was mich beküm⸗ mert, quält und kränkt. 8. Du führest, herr, die deinen Nie so, wie sie es meinen: Nein, nur nach deinem rath. Ob ich mich auch betrübe, Bleibt doch dein rath voll liebe: Das zeigt der ausgang mit der that. 9. Wenn ich hier tiefen sehe, Und es nicht ganz verstehe, Was du mit mir gethan, Kann ich doch deß mich trösten: Du nimmst mich, mich erlösten, Gewiß dereinst zu ehren an. 10. Dort bei den frommen schaa—⸗ ren, Dort werd' ich es erfahren, Wie gut du mich geführt. Da sing' ich dir mit freuden, Nach überr standnem leiden, Den dank, de⸗ deiner huld gebührt. In bekannter Melodie. er nur den lieben 354. gott läßt walten, Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In al⸗ ler noth und traurigkeit. Wer gott, dem allerhöchsten, traut, Der hat auf keinen sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren sorgen? Was hilft uns unser weh und ach? Was hilft es, daß wir alle morgen Beseufzen unser unge⸗ mach? Wir machen unser kreuz und leid Nur größer durch die traurig⸗ keit. 3. O halte doch dem höchsten stil⸗ le, Und sey mit seinem rath ver⸗ gnügt; Erwarte, wie sein guter wille, Wie sein' allwissenheit es fügt Gott, der uns ihm hat aus⸗ erwählt, Der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten freuden⸗ stunden, Weiß, wenn uns hülfe nützlich sey! Wenn er uns nur hat treu erfunden, Geduldig, ohne heu⸗ chelei, So kommt er, eh' wir's uns versehn, Und lässet uns viel guts geschehn. 5. Denk'nicht in deiner drangsals⸗ hitze, Daß du von gott verlassen seyst, Daß ihm nur der im schooße sitze, Den alle welt für glücklich preist; Die zukunft ändert oft sehr viel Und setzet jeglichem sein ziel. 6. Es sind ja gott sehr leichte sa⸗ chen, Und seiner allmacht gilt es gleich, Den reichen klein und arm zu machen, Den armen aber groß und reich, Er ist der herr, der je⸗ dermann Gar bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing', bet' und geh' auf gottes wegen, Verrichte deine pflicht ge⸗ treu! Trau ihm und seinem rei⸗ chen 176 Zweite Abtheilung. chen segen, So wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine — zuversicht Auf gott setzt, den ver⸗ läßt er nicht. X. Vom Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 355. ein heil, ochrist, nicht Gebaͤte. zum gebät, Und wenn mein mund ‚ v. Gott laß mich nicht mein hel verscherzen, Gieb lust und kraft mir zu verscherzen, Sey aus gutem herzen Zu dir um hülf'“ wach und nüchtern zum gebet! Ein und gnade fleht: So höre mich von kindlich flehn aus gutem herzen Hat gott, dein vater, nie ver⸗ schmäht, Er ist die liebe selbst, und hört, Was seiner kinder herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen höhen Mit dank und flehen oft und gernz; deinem thron Durch jesum chri⸗ stum, deinen sohn. Mel. Sey lob und ehr' dem ꝛc. 86 Geit, deine güte reicht 350. O soweit, So weit dis Er lässet, was dir nützt, geschehen, Ist dir zu helfen niemals fernz Und thut, so du nur zu ihm flehst, Mehr, als du bittest und verstehst. 3. Welch glück, so hoch geehrt zu werden, Und im gebät vor gott zu stehn! Der herr des himmels und der erden, Bedarf der eines men⸗ schen flehn? Er will blos deine se⸗ ligkeit, Wenn er zu beten dir ge⸗ beut. 4. Sagt gott nicht: bittet, daß ihr nehmet? Ist des gebätes frucht nicht dein? Wer sich der pflicht zu beten schämet. Der schämt sich gottes freund zu seyn, Und stößt das angebotne glück Muthwillig sebst von sich zurück. 5. Sein glück von seinem gott be⸗ gehren, Ist wahrlich keine schwere pflicht! Und seine wünsche gott er⸗ klären, Gereuet sicher niemals nicht. Es giebt uns muth und stärkt die kraft Zur dämpfung jeder leiden⸗ schaft. 6. Sich in den leidensstunden stär⸗ ken, In dem vertraun, daß gott uns liebt, Im fleiß zu allen guten werken: Ist diese pflicht für dich betrübt; So trifst du nichts auf erden an, Das dauerhaft erfreuen kann. wolken gehen; Du krönst uns mit barmherzigkeit, Und eilst, uns bei⸗ mich, dein kind! Denn ich will vor dir beten. Und schätze dieser erden! Laß mir, weisheit und verstand, Dich gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst, zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um ehr' und ren Des guten namens eigenthum Laß mich nur nicht verlieren! Mein Der ruhm vor deinem angesicht, Und frommer freunde liebe. 4. So bitt' ich dich, mein herr und gott, Auch nicht um langes leben; Im glücke demuth, trost in noth Das wollest du mir geben. Miß mir zu, wie du willst, die zeit, glaubenden gerechten. Mel. Was mein gott will, das ꝛe ott! dessen nam' ist, 357. G wie dein ruhm, Ich ‚ zustehen, Bist mächtig, väterlich gesinnt; Vernimm mein flehn, hör 2. Ich bitte nicht um überfluß so viel ich haben muß, Durch fleiß und arbeit werden. Gieb mir nur ruhm, So sehr sie menschen rüh⸗ wahrer ruhm sey meine pflicht, Nur führe mich zur seligkeit Der wag's, zu dir zu treten, Und 906 ů dll als für drer woe lein Be sten nie mich kei Des ne 2. Du stammt ben; V entflam ben. E Bei di allhier und we 5. Er Bekehr sie doch deine 9 nicht JIi streiten 5. Hi heit Di Daß w neid 8 Laß se nacht, Und se unserm 6. Gi nver⸗ n heil ft mir mund hülf' ch von chri⸗ 1 20. reicht deit die is mit ns bei⸗ terlich hör' dill vor Herfluß h gott, id mich rꝰ und rüh⸗ nthum Mein flicht, zesicht, r und leben; n noth Miß zeit, it Der das ꝛc. m⁊ ist, n, Ich will/ als X. Vom Gebaͤte. B 277 als für mein eigenthum, Für an⸗ drer wohlfahrt beten. Für sich al⸗ lein Beglückt zu seyn, Bringt chri⸗ sten nicht g'nug freuden. Drückt mich kein joch, So kränkt mich doch Des nebenchristen leiden. 2. Du schufst ja, was von adam stammt, Zum wahren glück und le⸗ ben; Willst allen auch, von lieb' entflammt, Die seligkeit gern ge⸗ ben. Erleuchte doch, Die jetzo noch, Bei dicken finsternissen, Sich selbst allhier Den weg zu dir Durch sünd' und wahn verschliessen. 5. Erweiche der verstockten herz, Bekehre die verführten. Ach! daß sie doch der sünden schmerz, Und deine gnade spürten, Daß keiner nicht In dein gericht Und strenges urtheil fiele! Ach, leite sie Doch spät und früh Zum vorgesteckten ziele. 4. O stärke, die im glauben stehn, Und kindlich dich verehren, Daß deinen weg sie freudig gehn, Und deinen ruhm vermehren. Hilf ih— nen auf In ihrem lauf, Wenn ih⸗ re füße gleiten, Und lehre sie Des lebens müh Durch deine kraft be— streiten. 5. Hilf, daß die ganze christen⸗ heit Dich, als den höchsten, ehre, Daß weder hochmuth, haß, noch neid Dein heilig wort verkehre. Dem wollest du, herr, geben Zu aller zeit Zufriedenheit, Glück, hülfe, trost und leben. 3. Wir alle, vater, wir sind ja Ein werk von deinen händen; Laß nie, ist angst und trübsal da, Dein schutz sich von uns wenden. Du bist ja der, Dem nichts zu schwer; Drum sprich durch jesu namen Zu deren flehn, Die vor dir stehn! Dein ja, und mächtig amen. Mel. Vater unser im himmelr. 2c. 8 Gobltvater an erbarmen 358. Gereich, Der du in ein⸗ tracht uns zugleich Als brüder heis⸗ sest zu dir nahn, Wir rufen auf dein wort dich an. Doch laß, herr! unsers mundes flehn Aus unsers herzens fülle gehn. 2. Dein name müß' uns heilig seyn; Dein wort erhalte bei uns rein! Damit, wie du selbst heilig bist, Auch heilig sey ein jeder christ. Behüt' uns, herr, vor falscher lehr', Und die im irrthum sind, bekehr. 3. Dein gnadenreich komm in der zeit, Und einst das reich der herr⸗ lichkeit. Steh uns mit deinem gei⸗ ste bei: Mach uns von sünden⸗ knechtschaft frei. Dämpf aller fein⸗ de macht und wuth; Nimm deine kirch' in deine huth. Laß seine macht Des irrthums(. Dein will' gescheh' auf erden nacht, Der sünde reich bestreiten, schon, wie er geschieht vor deinem Und seinen schall Sich überall Zu thron. Mach uns, o gott! in freud unserm glück verbreiten. sund leid Zu dem, was dir gefällt, 6. Gieb, daß sich ehre, recht und bereit; Und wehr des fleisches über⸗ treu Im ganzen lande küsse; Daß muth, Das wider deinen willen jeder fromm und heilig sey, Und thut. ů ů0 richte jedes süße Vom sündensteg 5. Gieb uns heut' unser täglich Zum himmelsweg; Daß deines brod! Du kennst am besten unsre namens ehre, Herr! durch dein noth. Hilf uns, entferne krieg und wort Sich fort und fort Bei allen streit, Pest, seuchen, mißwachs, menschen mehre. theure zeit. Laß bei uns heil und 7. Die armen laß durch deine friede blühn, Und laß uns geiz und huld Sich ihrer arbeit nähren; sorgen fliehn. Den kranken wollest du geduld, 6. Vergieb uns alle unsre schuld, Betrübten trost gewähren. Wer Und trage doch mit uns geduld. dich verehrt, Sich redlich——.— von dir, dem 2* er⸗ Zweite Abtheilung. Verzeihn wir unsern schuldigern, Und du thust auch barmherzigkeit An dem, der gern, wie du, ver⸗ zeiht. V. Herr! in versuchung führ' uns nicht, Und wenn's im kampf an kraft gebricht: So hilf mit deiner starken hand, Und gieb uns kraft zum widerstand, Daß wir zuletzt als sieger stehn, Und deiner gnade ruhm erhöhn. 3. Mach uns von allem übel frei, Daß unser heil vollkommen seyz Bewahr' uns vor dem ew'gen todz ilf uns in unsrer sterbensnoth; Vollende selig unsern lauf, Und nimm uns in den himmel auf. 9. Das reich, die kraft, die herr⸗ lichkeit Ist dein, o herr, in ewig⸗ keit. Wir alle sind dein eigenthum, Gebät erhören ist dein ruhm. Un⸗ endlich mehr, als wir verstehn, Kann stets durch deine hand ge⸗ schehn. 10. Herr: amen! ja, es werde wahr! Stärk' unsern glauben im⸗ Daß wir nicht zweifeln, unser flehn Durch deine gnad' er⸗ Ein freudig amen O vater! auf das Der's treu mit meiner wohlfarth merdar, füllt zu sehn. sprechen wir, wort von dir. Mel. Vor deinen thron tret' ich ꝛc. ch komme vor dein an⸗ ziel, und werden meiner tage viel: gesicht, Verwirf, o So sey, herr, meine zuversicht mein flehen nicht; VergiebVerlaß mich auch im alter nicht. 9.3 gott/ mir alle meine schuld, Du gott der gnade und geduld. durch dein wort Erleucht' und leir ihn immerfort. 5. Laß, deiner güte mich zu freun, Sie stets vor meinen augen seynz Laß, meines glaubens mich zu freun, Ihn stets durch liebe thätig seyn. 6. Das ist mein glück, was du mich lehrst; Das sey mein glück, daß ich zuerst Nach deinem reiche tracht', und treu In allen meinen pflichten sey. 7. Ich bin zu schwach aus eig'ner kraft, Zur dämpfung meiner lei⸗ denschaft. Du aber ziehst mit kraft mich an, Daß ich den sieg erlan⸗ gen kann. 8. Gieb von den güthern dieser welt, So viel mir nützt und dir ge⸗ fällt, Bei wenigem zufriedenheit, Zu meinem fleiße heiterkeit. 9. Schenkst du mir aber überfluß; So laß mich mäßig im genuß, Und, dürft'ge brüder zu erfreun, Mich einen frohen geber seyn. 10. Gieb mir gesundheit, und ver⸗ leih, Daß ich sie nütz' und dankbar sey, Und nie aus liebe gegen sie Mich zaghaft meiner pflicht entzieh. 11. Erwecke mir stets einen freund, meint, Mit mir in deiner furcht sich übt, Mir rath und trost und beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein läng'res 13. Und wann sich wird mein ende nahn, So nimm dich meiner herz⸗ 2. Schaff' du ein reines herz in lich an, Und sey, durch christum, mir; Ein herz voll lieb' und furchtsdeinen fohn, Mein schirm und schild, zu dirz Ein herz voll demuth, preis mein großer lohn. und dank; Ein ruhig herz mein lebelang. 3. Sey mein beschützer in gefahr/ Ich harre deiner immerdar! Wo ist Mel. Wer nur den lieben gott. ein ühel, das mich schreckt, Wenn 360 Kenm betend oft und * deine vaterhand mich deckt? 4. Ich bin ja, hand, verstand z Von dir empfing ich den Erhalt ihn mir, und erfüllung dieser pflicht. O übe sie, zu mit vergnügen, d herr, in deinerschrist, vor gottes angesicht. Laß keine trätheit dich besiegen In der zu got! mit tr 2. Bei Gott si geist. fehlen, beten h und sei leererer 5. Be in freu vater, fühl im leid ver der hül den tro 4. Be the, Se satt; auf die tet hat geduld huld. 6. B hem m zigkeit ren bl befreit eun, eynz reun, eyn. as du zlück, reiche leit' deinen ig'ner r lei⸗ kraft erlan⸗ dieser pir ge⸗ aheit, rfluß; „Und, Mich d ver⸗ ankbar gen sie ntzieh. reund, hlfarth furcht ost und ing'res e viel: ersicht; nicht. in ende r herz⸗ istum, schild, gott. yft und gen, O Laß In der ibe sie, zu X. Vom Gebaͤte. 179 zu gottes preis Und deinem heil mit treuem fleiß. 2. Bet' oft in einfalt deiner seelen; Gott sieht aufs herz, gott ist ein geist. Wie können dir die worte fehlen, Wenn nur dein herz dich beten heißt? Der glaub' an gott und seinen sohn Rührt ihn, nicht leerer worte ton. 5. Bet' oft zu gott, und schmeck' in freuden, Wie freundlich er, dein vater, ist; Bet' oft zu gott, und fühl im leiden, Wie treulich er das leid versüßt. Gott hörts, gott ists, der hülfe schafft; Er giebt den mü⸗ den trost und kraft. 4. Bet' oft und heiter im gemü⸗ the, Schau dich an seinen wundern satt; Schau auf den ernst, schau auf die güte, Womit er dich gelei— tet hat. Oft irrtest du, er trug geduld; Erkenn' und preise seine huld. 5. Bet' oft, durchschau mit fro⸗ hem muthe Die herzliche barmher— zigkeit Deß, der mit seinem theu⸗ ren blute Uns vom verderben hat befreit: Und eigne dir, zu deiner ruh Und heiligung, sein opfer zu. 6. Bet' oft, gott wohnt an jeder stätte; In keiner minder oder mehr. Denk nicht) wenn ich mit vielen bete, So find' ich ehr bei gott ge⸗ hör. Ist nur dein wunsch gerecht! und gut, So sey gewiß, daß gott ihn thur. 7. Doch säume nicht, in den ge⸗ meinen Auch öffentlich gott anzu⸗ flehn, Und seinen namen, mit den seinen, Mit deinen brüdern, zu erhöhn. Fühl' der vereinten andacht werth, Die deine eigne stärkt und nährt. 8. Bet' oft zu gott für deine brü⸗ der, Für alle menschen, als ihr freund; Denn wir sind eines leibes glieder, Kein glied soll seyn des an⸗ dern feind; Solch bitten, das aus liebe fließt, Gefällt dem, der die liebe ist. 9. Bet' oft; so wirst du glauben halten, Dich prüfen und das böse scheun, An lieb' und eifer nicht er⸗ kalten, Und reich an guten werken seyn; Denn muth und kraft und seelenruh Sagst du, gott, dem, der bittet, zu. 10. Dies reize mich, vor dich zu treten Mit lob und dank, mit wunsch und flehn; Doch meine fehler bei dem beten Wollst du, mein vater, übersehn, Weil der, der dir zur rechten sitzt, Mich, als mein mitt⸗ ler, unterstützt. In voriger Melodie. er kann, gott, je was 361. Wẽé gutes haben Das nicht von dir den ursprung hat? Du bist der geber aller gaben, Und immer groß an rath und that. Du willst, daß mit gebet und flehn Wir stets auf deine hülfe sehn. 2. Drum komm' ich auch mit mei⸗ nem beten, O gott, vor deinen heil' gen thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! Denn mich vertritt bei dir dein sohn; Durch ihn bin ich voll zuversicht, Mein schwaches flehn verwirf'st du nicht. 5. So gieb mir denn nach deinem willen, Was deinem kinde heilsam ist; Nur du kannst mein verlangen stillen, Weil du des segens quelle bist. Vor allen dingen sorge du Für meines geistes wahre ruh. 4. Gieb mir beständigkeit im glau⸗ ben, Laß meine liebe thätig seyn. Will etwas mir dies kleined rauben, So schränke die versuchung ein, Und stärke mich mit kraft und muth, So sieg' ich über fleisch und blut. 5. Bewahr in mir ein gut gewissen, Ein herz zu dir voll freudigkeit: Ein herz aufs gute stets beflissen, Das sich dor deinem auge scheut; Und fehl' ich, gott, so zücht'ge mich, Zu meiner beßrung, väterlich. 6. Ein herz, das in beglückten ta⸗ gen, O vater, deiner nie vergißt; Ein herz, das unter noth und pla⸗ M 2 gen 18⁰0 Zweite A brtheilung. ist; gen Mit deinem rath zufrieden Und Ein herz voll zuversicht zu dir, voll geduld, verleihe mir. 7. Du wirst es alles weislich fü⸗ gen; Du weißt am besten, was mir nützt. An deiner huld laß ich mir g'nügen, Die schwache mächtig unterstützt; Zufrieden, vater, folg' ich dir; Befest'ge diesen sinn in mir. 3. Soll ich auf erden länger leben, So gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den tod vor augen schwe⸗ ben; Und kommt dereinst mein ster⸗ betag: So sey mein ausgang aus der zeit Ein eingang in die herr⸗ lichkeit. ö Mel. In dich hab' ich gehoffet ꝛc. ö 62 Zum mein gott, der 3 7 du mich liebst, Mir le⸗ ben, heil und segen giebst, Erheb' ich herz und hände, Was deine weisheit will und thut, Nimmt stets ein gutes ende. ö 2. Ich weiß nicht, was mir nütz⸗ lich ist, Du weißt's, der du mein vater bist, Und willst mein wohler— gehen. Drum laß mich nie mit eigensinn Auf meinem wunsch be⸗ stehen. 3. Wenn unser blödes auge wählt, Dann wird sehr leicht das ziel ver— fehlt, Nach dem wir ringen woll⸗ ten. Wir suchen oft nach unserm wahn Das, was wir fliehen sollten. 2 4. Du willst, wir sollen voll ver⸗ traun, Auf deiner vorsicht wege schaun Und dir uns übergeben; Denn du, du sorgst mit vaterhuld Für unser ganzes leben. 5. Wo ist auch wohl ein beßrer freund? Wer kann den, der ver⸗ lassen scheint, Mit segen überschüt⸗ ten? Du, gott, thust überschweng⸗ lich mehr, Als wir verstehn und bitten. 6. Du hast die welt in deiner hand; Dein unermeßlicher verstand Weiß alles wohl zu machen, Wie, soll⸗ te deine vorsicht nicht Für meine wohlfahrt wachen? v. Wenn deine macht für mich ge⸗ beut, Wie könnte meine sterblich— keit Und ohnmacht mich erschrecken? Du wirst mich in gefahr und noth Mit deinem schutze decken. 3. Ach leite mich durch deine kraft Auf meiner kurzen pilgrimschaft, Daß ich von dir nicht weiche, Den weg der tugend freudig geh, Und einst das ziel erreiche. 9. Ich will auf deine gnade schaun, Und nicht auf menschenhülfe baun, Die uns so leicht betrüget. Gieb nur, daß sich mein schwaches herz Mit deiner huld begnüget. 10. Gabst du mir deinen sohn zum heil, So wirst du mir gewiß auch theil An deinem himmel schenken. Ich kann nun an die ewigkeit Im glauben freudig denken. XI. Vom Mel. Nun danket all' und ꝛc. Nr. 5. 6 A, christen, bringet 3. preis und ehr' Dem herrscher aller welt; Dem mächti⸗ gen, der erd' und meer, Und alle himmel hält. 9. Lobt gott mit frohem jubelschall, Ihn, unser höchstes guth, Der gro⸗ ße wunder überall, Auch an uns menschen thut. Lobe Gottes. 3. Von unsrer zarten kindheit an Hat er uns unterstützt! Er, der allein uns helfen kann, Und gern uns hilft und schützt. 4. Aus seiner fülle nehmen wir Noch immer, was uns nährt, Und unsern seelen auch schon hier Zu⸗ friedenheit gewährt. 93— 2 5. Er breitet stets auf unserm pfad Viel freuden um uns her. Die noth, ö keit. vereint. geschenk ö ist, Dae ——ꝛß noth, prüft. 6. Er art, Un züchtigt Und sch 7. Er Ruft un uns,, acd zur heil 8. Er steht fe hält, K verläßt, 9. Dr preis ur 8 sang N 5. We Zu dem Welch ei uns so 6. Ja gedenkt und wif 7. Pfl n zum auch enken, it Im eit an „ der gern nwir „Und r Zu⸗ n pfad Die XI. Vom Lobe Gottes. 181 —— noth, womit sein weiser rath Uns prüft, erleichtert er. 6. Er trägt, nach güt'ger vater⸗ art, Uns schwache mit geduld; Er züchtigt wohl, doch nie zu hart, Und schenkt uns gern die schuld. 7. Er weckt uns das gewissen auf, Ruft uns zur besserung, Und stärkt uns., achten wir darauf, Mit kraft zur heiligung. ö 8. Er bleibt uns treu; sein wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, Kommt, wenn er diese welt singt, Die ihr von ihm ein herz empfingt, Das sich zu gott mit inbrunst nahn, Und seine größe fühlen kann. 8. Auch euer mund, so oft er spricht Erinnert euch an diese pflicht. Die sprache dankt ihr ihm allein, Und wolltet nicht voll rühmens seyn? 9. Wer ist gutthätiger, als er? Denn welche gabe sollt uns der Nicht schenken, der so sehr uns liebt, Daß er auch seinen sohn uns giebt? verläßt, Zum glück der bessern welt. 9. Drum, christen, singt ihm preis und dank Für seine freundlich⸗ keit. Dort preist sie unser lobge⸗ sang Noch mehr in ewigkeit. Mel. Vom himmel hoch da komm. oder: Wo gott zum haus nicht. A, christen!preist mit 304. mir den herrn! Wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Er, den der ganze himmel ehrt, Ist unsers höchsten lobes werth. 2. Lobt ihn! sein ganzer nam'ist ruhmz Unendlichkeitseineigenthum. Dies grenzenlose meer von licht 10. Was gebet ihr nun ihm da⸗ für? Gebt ihm ein herz voll dank⸗ begier, Das ganz in seiner lieb' ent⸗ brennt: Das ist es, was ihr ge⸗ ben könnt. 11. Auf, christen! preist mit mir den herrn. Wer preist nicht milde geber gern? Gedenkt, was er an uns gethan; Wer ist, der ihn g'nug loben kann? In bekannter Melodie. 68⁸ err gott, dich loben wir! 3 Herr gott, wir dan⸗ ken dir! Dein, vater, ist in ewig⸗ keit Das reich, die kraft, die herr⸗ noth, lichkeit. Die welt, dein werk und 3. Ja freuet euch, ihn zu erhöhn zeigenthum, Verkündigt deines na⸗ Solch lob ist heilsam, herrlich,. mens ruhm. Der engel heer, die schön, Es zeigt verstand, erfreutsseraphim, Lobsingen dir mit hoher das herz, Und stillt im leiden un⸗stimm: Heilig ist unser gott! Hei⸗ sern schmerz. lig ist unser gott! Heilig ist unser 4. Wie wird der geist dadurch ent⸗ gott, Der herr, herr zebaoth! zückt; Hinauf zum himmel hinge⸗ 2. Weit über alle himmel weit, rückt; Mit seinem hocherhabnen Geht deine macht und herrlichkeit: freund, Mit gott, stets inniger Sie, die den erdkreis wunderbar vereint. Bekehrten, deiner boten schaarz Sie, 5. Welch ein so herrlicher beruf,‚ deiner lehre märtyrer, Erheben Zu dem gott selbst die engel schuf! ewig dich, o herr! Auch deine gan⸗ Welch eine theure, süße pflicht, Diesze christenheit, Preist dich auf er⸗ uns so reichen lohn verspricht! den weit und breit, Dich, vater, 6. Ja, pflicht ist's, daß ihr seia auf der himmel thron, Und jesum, gedenkt, Ihr, denen er verstand deinen ein gen sohn, Samt deinem geschenkt! Die ehre des verstandes geiste, dessen kraft Ein neues leben ist, Daß ihr den ew'gen kennt in uns schafft, ö und wißt. 3. Du herr der ehren, jesu christ 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn be⸗Der du der sünder heiland bist, Du M 3 wardst, Durchschaut der höchste engel nicht. 18³ Zweite Abtheilung. Ein mensch, wie wir, doch sünden⸗ rein. Du hast den weg zu gott gelehrt, Des todes macht hast du ters reich An majestät und gnad' ihm gleich, Im grabe lässest du uns nicht: Du kommst dereinst und hälst gericht. 4. So hilf uns denn dir dankbar seyn, Dir folgen und uns deiner freun. Einst sey im himmel ew'ges heil, Mit allen frommen, unser theil. Hilf deinem volk, herr jesu christ, und segne, was dein erb⸗ theil ist, Leit' uns durch unsre prü⸗ dat Bis zu der frohen ewig⸗ eit. — wardst, um unser trost zu seyn, korn und most Für uns vorhan⸗ den sind. 6. Du giebst uns leben und ges deihn. Du schenkst mit treuer hand zerstört. Nun herrschest du ins va⸗Den frieden, deß wir uns erfreun, — In unserm vaterland. 7. Allgütiger, allein von dir Fließt alles heil uns zu. Geschöpfe deiner hand sind wir, Und unser schut bist du. ö 3. Du nährest uns von jahr zu jahr, Bleibst immer gut und treu, Und stehest uns auch in gefahr Und nöthen gnädig bei. ‚ 9. Du trägst uns sünder mit 9. duld, Und strafst nie allzusehr; Ja endlich nimmst du unsre schuld, Und wirfst sie in das meer. ö 5. Täglich, herr gott, wir loben 10. Das unglück, das von ferne dich, Bir heiligt unsre seele sich. droht, Kehrst du so oft zurück, Und Vor aller ungerechtigkeit Behüt' die schon gegenwärt'ge noth Ver⸗ uns heut und allezeit. Sey gnädig wandelst du in glück. uns, o treuer gott! Sey gnädig 11. Du kennest unsrer arbeit müh, uns in aller notch! Wenn wir zu Und bist mit kraft nicht fern; Du dir, erbarmer, flehn, So laß uns förderst und vergilst uns sie, Er⸗ deine hülfe sehn. Auf dich steht un⸗ freust und segnest gern. ö sre zuversicht! Verlaß uns auch im12. Du füllst des lebens mangel tode nicht! Amen. Mel. Nun danket all' ꝛc. Nr. 3. aus Mit güthern, die bestehn, Wenn dieses leibes irdisch haus, Einst wird in trümmern gehn. 15. O seele, die du zaghaft bist. 66 Cch singe dir mit herz Sey froh und fasse muth; Gott, und mund, Herr, alles guten ursprung, ist Und bleibt! meines herzens lust! Ich sing', und auch stets dein guth. + mach auch andern kund, Was mir 14. Er ist dein schutz, dein ewih von dir bewußt. theil, In finsterniß dein licht, Y. 2. Ich weiß, daß du von ewig⸗ aller noth dein trost und heilz keit Die reiche quelle bist, Woraus Schafft rath, und läßt dich nicht. uns allen jederzeit Viel heil und 15. Was kränkst du dich in dein gutes fließt. nem sinn, Und grämst dich tag unh. 3. Was sind wir doch? was ha-⸗nacht? Nimm deine sorg' und wirf ben wir Von güthern aller art, sie hin Auf den, der dich gemacht. Das uns, o vater, nicht von dir 16. Hat er dich nicht von ing Xllein gegeben ward? auf Versorget und ernährt, Und 4. Du hast des himmels schönen wunderbar der dinge lauf Zu dei bau, So prächtig ausgeschmückt Inem glück gekehrt? Du bist's der unser feld mit thaus 17. Er hat noch niemals was ver⸗ Und regen stets erquickt. 5. Du sorgst für uns beim größ sehn In seinem regiment; Nei was er thut und läßt geschehn, Daz ten frost, Bei allem sturm und nimmt ein gutes end. ö wind. Du machst, daß 2 18. Ei nun! so laß ihn A h. ——— thun, So wii Und en Mel. N fülle F noth. Der fre sal un deinen dig ehr mann, ren,& 2. Er deiner nem di christi stets ge der thu so ger leben Mel. 36⁰ Wie Könn sen, dig i tigkei freut. 2. 2 gen? ‚ han⸗ d ge⸗ ö hand reun, Fließt peiner schuh r zu otreu, yr Und it ge⸗ r3 Ja / Und ferne „ Und Ver⸗ t müh, 3 Du * Er⸗ mangel hestehn, haus, zehn. ift bist, Gott, d bleibt in ewig ht, Y d heilz h nicht in dei tag und ind wirs zemacht. jugend t, Um Zu deiin was ver⸗ 3 Neihh, hn, Dai ferner XI. Vom Lobe Gottes. 183 * 2—— thun, Und red' ihm nicht darein, So wirst du hier in friede ruhn, Und ewig fröhlich seyn. Mel. Nun lob, mein seel', den herrn. 367. M Ler Deun in der stil⸗ : Denn du erhörst gebät, o gott. Aus deiner segens⸗ fülle Fließt alle freud' und hülf' in noth. Nur du bist herr auf erden, Der frommen zuversicht; In trüb⸗ gebricht? Wer schützet mich auf meinen wegen? Wer schenkt dem geiste trost und licht? Wer giebt zu meinem thun gedeihn? Allgütiger, du bist's allein. 3. Zu zählen sind sie nicht, mein vater, Die werke deiner segenshand. Du warst schon lange mein bera⸗ ther, Eh' mein bedürfniß ich em⸗ pfand; Selbst eh' ich war, da maßest du Mir schon mein schicksal lieb⸗ reich zu. sal und beschwerden Läßt du die k. Du stärkst mir das geschenkte deinen nicht. Drum soll dich freu- leben, Und läßt es nie ganz freu⸗ dig ehren Mein mund vor amel⸗ euehen Zum höhern glück mich zu mann Und deinen ruhm vermeh- erheben, Schickst du zwar manche ren, So lang er reden kann. trübsal her; Doch stehst du auch 2. Es müsse dein sich freuen, Wer mit kraft mir bei, Daß ich nicht deiner güte größe kennt; Und dei⸗ trost⸗ und muthlos sey. nem dienst sich weihen, Wer jesu 5. So oft hab' ich in meinen ta⸗ christi namen nennt. Hoch seyst du gen Mit freud' und dank es schon stets gepriesen, Du bist's, der wun⸗ verspürt, Wie du mich unter allen der thut, Und hast auch mir erwie-⸗plagen Zwar wunderbar, doch gut sen Das, was mir nütz' und gut. geführt: Ich werd' in drohender Drum geb' ich mich mit freuden gefahr Stets deines trostes licht Dir zum gehorsam hin. Nichts gewahr. soll mich von dir scheiden, So lang⸗ 6. Wie, solltꝰ ich denn nicht voller ich hier noch bin. freuden Beständig deinen ruhm er⸗ 3. Herr, du hast deinen namen höhn? Wie, sollt' ich, auch im tief⸗ Sehr herrlich in der welt gemacht. sten leiden, Nicht freudig trauend thun, Wenn schwache zu dir kamen, Hast du mit hülf' an sie gedacht. Auch mir half deine gnade. Herr, wie vergelt' ich's dir? Bleib' auf des le⸗ bens pfade Noch fernerhin mit mir; So will ich dich erheben, Dich, der so gern erfreut, Und dir zur ehre leben Hier und in ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. könnt' ich dich, mein 368. gott, recht preisen, Wie du des preises würdig bist! Könnt' ich dir g'nug den dank bewei⸗ sen, Den dies mein herz dir schul-⸗ dig ist! Dies herz, das deiner gü⸗ tigkeit Sich täglich mit entzücken freut. 2. Wer überströmet mich mit se⸗ gen? Wer theilt mit mir, was mir auf dich sehn? Und fiele selbst der himmel ein, So wirst du mein beschirmer seyn. 7. Drum reiß' ich aus des kum⸗ mers höhle Mein sorgendes gemü⸗ the los, Und rufe mit erfreuter seele: Wie gut bist du, mein gott, wie groß! Du leitest mich nach dei⸗ nem rath, Der nur mein heil be⸗ schlossen hat. 8. Von deiner güte will ich singen, So lange sich die zunge regt; Dir will ich dank und ehre bringen, So lange sich mein herz bewegt z; Und wird mein mund auch kraftlos seyn, So stimm' ich noch mit seuf⸗ zen ein. 9. Dies schwache lob kann ich nur geben. Nimm es, mein gott, in gnaden an, Bis ich in einem bes⸗ sern leben Dich würdiger erheben M kann. 184 Zweite Abtheilung. kann. Da steiget mit der engel chor Mein lobgesang zu dir empor. Mel. Es ist das heil uns kommen ꝛc. 6 Ses lob und ehr' dem 3 9. höchsten guth, Dem vater aller güte; Dem gott, der alle wunder thut; Dem gott, der mein gemüthe Mit seinem reichen trost erfüllt; Dem gott, der allen jammer stillt. Gebt unserm gott die ehre! 2. Es danken dir des himmels heer, Beherrscher aller thronen! Und die auf erden, luft und meer In deinem schatten wohnen, Die preisen deine schöpfersmacht, Die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm gott die ehre! 3. Was unser gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten; Dar⸗ über will er früh und spat Mit sei⸗ ner gnade walten. In seinem gan⸗ zen königreich Ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm gott die ehre! ö 4. Ich rief zum herrn in meiner noth: Ach gott, vernimm mein weinen; Da half mein helfer mir vom tod Und ließ mir trost erschei⸗ nen. Drum dank, o gott, drum dank ich dir! Ach danket, danket gott mit mir! die ehre! 6. Gott ist uns nah, und niemals nicht Von seinem volk geschieden; Er ist der frommen zuversicht, Ihr segen, heil und frieden. Mit vater⸗ händen leitet er Die seinen glück⸗ lich hin und her. Gebt unserm gott die ehre! 6. Ruft man die welt um hülfe an, Die sie doch nicht erzeiget, Dann hilft, der ewig helfen kann, Der schöpfer selbst, und neiget Die vatersaugen denen zu, Die Gebt unserm Hort ‚ü sonsten nirgends finden ruh. Gebt unserm gott die ehre! 7. Ich will mein ganzes leben⸗ Einst sollen meinen lobgesang Auch deine himmel hören. herz erfreuet sich! Gebt unserm gott die ehre! 8. Ihr, die ihr christi namen nennt, Gebt unserm gott die ehre! Ihr, die ihr gottes macht erkennt, Gebt unserm gott die ehre! Die falschen götzen macht zu spott; Der herr ist gott! der herr ist gott! Gebt unserm gott die ehre! gesicht Mit froher ehrfurcht drin⸗ gen! Bezahlet die gelobte pflicht, Und laßt uns fröhlich singen: Der herr hat alles wohlbedacht, Und alles recht und gut gemacht. Gebt unserm gott die ehre! Mel. Nun danket alle gott ꝛc. lang, O gott, dich freudig ehren, Mein geist und leib erhebet dich! Mein ganzes 9. Kommt, laßt uns vor sein an⸗ x EEEE V Mel. oder: W. 371. mein gese frommen Dies, ge und licht K4. Mi Langmü Und stür Wer hal 5. Du an, Und o lang' ich athme, 370. S gott, Will ich dein lob verbreiten. Das leben giebst du mir, Und glück von allen seiten. Du schenktest mir verstand, Der dich erkennen kann, Und botest ew'ges heil Durch deinen sohn mir an. 2. Was bin ich, gott der huld, Daß du so viel mir schenkest? Was ist der mensch, der staub, Herr, daß du sein gedenkest? Ja, du ges⸗ dachtest, herr, Schon vor der welt bahn, blühn; dir zu 6. Du Mein se an mich, Und denkst noch meiner stets, Regierst mich väterlich. 3. Ich freue mich in dir, Und trau auf deinen segen. Mein ganz be⸗ streben sey, Zu gehn auf deinen wegen. Bis auf den letzten hauch Sey dir mein dank geweiht, Und einst vor deinem thron, Gott der barmherzigkeit. Der stif Und der 7. Wi dir! Do mir, De kam, Ve aufnahn 8. Unz Die pro fließt, die zähr 9. Go kann, S an. Au ganz dei seyn. Mel. 37² XII. Von XII. Von der Dankbarkeit gegen Gott. 185 Mel. Vom himmel hoch da ꝛc. oder: Wo gott zum haus nicht giebt. ich, herr und vater 371. D aller welt! Preist mein gesang, und dir mißfälll Der frommen stammelnd danklied nicht, Dies, gott, ist meine zuversicht! 2. Schon früh warst du ein vater mir; Froh dankt es meine seele dir, Daß du auch jetzt mein vater bist, Derr seines kindes nicht vergißt! 3. Früh ward ich in der taufe schon Geweihet dir und deinem sohn. Und deines wortes unter⸗ richt, Was gab mir der für kraft und licht! 4. Mich führte deine gütigkeit Langmüthig stets in dieser zeit, Und stürmte trübsal auf mich zu, Wer half mir überwinden? du. 5. Du sahst mich stets voll güte an, Und ließ'st auf meiner pilgrims⸗ Von aufnahm. Die proben deiner vatertreu. Dir kann, So nimm dies schwache opfer ganz dein; Mein leben müsse zeuge bahn, Für mich so viele freuden blühn; Durch wohlthun mich zu dir zu ziehn. 6. Du bist und warest immerdar Mein schutz, mein retter in gefahr. Der stifter meines wohlergehens, Und der erhörer meines flehns. 7. Wie oft entfernt' ich mich von dir! Doch du bliebst stets ein vater mir, Der, wenn ich reuvoll wieder kam, Voll huld mich, als sein kind 8. Unzählbar sind und täglich neu fließt, o gott! der gern erfreut, die zähre meiner dankbarkeit. 9. Gott, weil ich nichts vergelten an. Aus pflicht und dank bin ich seyn. Mel. In allen meinen thaten ꝛc. ir dank' ich für mein 37². 2 leben, Gott, der du XII. Von der Dankbarkeit gegen Gott. mirs gegeben; Ich danke dir dafür, Du hast, von huld bewogen, Mich deine güte bin ich hier. 2. Du, herr, hast mich bereitet, Mich väterlich geleitet Bis diesen augenblick. Du gabst mir frohe ta⸗ ge, Und selbst der leiden plage Ver⸗ wandeltest du in mein glück. 5. Ich bin, herr aller dinge, Der treu viel zu geringe, Mit der du mich bewacht. Damit ich, staub und erde, Auf ewig glücklich wer⸗ de, Hast du schon ewig mein ge⸗ dacht. 4. Du hörtest schon mein sehnen, Und zähltest meine thränen, Eh' ich bereitet war; Eh' ich zu seyn be⸗ gonnte, Und zu dir rufen konnte, 3ar wogst du schon mein theil mir ar. 5. Du ließt mich gnade finden, Und sahst doch meine sünden Vor⸗ erbarmen! Du sorgest für mich ar⸗ men! Und bist ein vater, der ver⸗ zeiht. 6. Für alle deine treue, Für das, deß ich mich freue, Lobsinget dir mein geist. Dein größestes geschen⸗ ke Ist er, durch den ich denke; Dein ist's, daß er dich fröhlich preist. 7. Daß du mit kraft mich stär⸗ kest, Auf meine tage merkest, Dies, vater, dank' ich dir; Daß du mich liebreich führest, Mit deinem geist regierest, Dies alles, vater, dank' ich dir. 8. Was mir in diesem leben Noch nützt, wirst du mir geben. Du giebst's; ich hoff' auf dich. Dir, vater, dir befehle Ich meinen leib und seele. Herr, segne und be⸗ hüte mich. Mel. Nun danket all' ꝛc. Nr. 3. 7 D bist's, dem ehr' und 8 3. ruhm gebührt; Und M 5 das aus dem nichts gezogen; Durch her von ewigkeit. O höchster, welch 186 ö Zweite Abtheilung. das, herr, bring' ich dir. Mein schicksal hast du stets regiert, Und stets warst du mit mir. 2. Wenn angst und noth sich mir genaht: So hörtest du mein flehn, Und ließest mich nach deinem rath Hülf' und errettung sehn. 3. Wenn ich in schmerz und krank⸗ heit sank, Und rief: herr, rette mich! So halfst du mir: mit wel⸗ chem dank, Mein gott, erheb' ich dich! 4. Betrübte mich des feindes haß, So klagt' ich dir den schmerz! Du halfst mir, daß ich ihn vergaß, Und gabst geduld ins herz. 5. Wenn ich den rechten pfad ver⸗ lor, Und mich verschuldet sah; Rief ich zu dir, mein gott empor, Und gnade war mir nah. 6. Herr, für die leiden dank' ich dir, Dadurch du mich geüht; Und für die freuden, welche mir Dein milder segen giebt. 7. Dir dank' ich es, daß die na⸗ tur Mich nährt und mich erfreut, Ich schmeck' in jeder kreatur, Gott, deine freundlichkeit. 8. Ich danke dir für deinen sohn, Der für mich sünder starb, Und der zu deinem gnadenthron Den zutritt mir erwarb. 9. Wie sehr liebt gott der men⸗ schen wohl! Erheb' ihn, volk des herrn! Die erd'ist seiner güte voll z; Er hilft und rettet gern. 10. Er hilft und läßt die traurig⸗ keit Bald vor uns übergehn; Will uns nach kurzer prüfungszeit, Zu ew'gem glück erhöhn. 11. Vergiß nicht, seele, deinen gott; Nicht, was er dir gethan. Verehr' und halte sein gebot, Und bet' ihn ewig an. Mel. Nun danket alle gott. urch dich, o großer 374. D gott, Durch dich bin ich vorhanden; Die himmel und ihr heer Sind durch dein wort ent⸗ — standen. Denn, wenn du sprichs, geschiehts; Wenn du gebeutst, stehts da. Mit allmacht bist du mir, Und auch mit güte nah. 2. Du bist der gott der kraft, Dich preisen erd' und meere, und himmel predigen Die wunder dei⸗ ner ehre. Dich bet' ich dankend an! Mein heil kommt von dem herrn. Du hörst der menschen flehn, Und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner huld, d gott, gewürdigt werde, Was frag' ich außer dir Nach allem glück der erde! Im himmel donnerst du Und schrecken füllt das land; Doch fürcht' ich nichts, denn du Deckst mich mit deiner hand. 4. Wenn ich die himmel seh, Die du, heyr, ausgebreitet, Der sonne majestät, Den mond, den du be⸗ reitet; So sprech' ich: was ist doch Der mensch, daß du sein denkft, Und daß du täglich uns Unzählig gutes schenkst!— 5. Voll güte läßt du uns Auf grünen auen weiden, Nährst uns mit speis' und trank, Und füllst das herz mit freuden. Du dachtest mein, eh' mich Die mutter noch ge⸗ bahr; Ja, sahst mich, eh' der grund Der welt geleget war. 6. Du wogst mein glück mir ah, Und leiden, die mich üben; Und meiner tage zahl War in dein buch geschrieben. Du bist der frommen Du bist der müden ruhz Ein gott, der gern verzeiht. Wie schutz, gnädig, gott, bist du! 7. Wem sollt' ich sonst vertraun, Als dir, du gott der götter? Wen ehren, so wie dich, Mein schutz und mein erretter? Wie sanft ist dein befehl: Gieb mir dein herz, mein sohn, und wandle meinen weg; Ich bin dein schild und lohn. 8. Herr, dein gebot ist heil, Dein weg ist fried' und leben. Wie, könnt' ich einem gott Der liebe wi⸗ derstreben? Der lasterhafte mag In stolzem glücke blühn; Mich sol 44 *— er denn ziehn. 9. Auc sieht, 2 Denn di gericht meinem lüst, B. gott, d 10. S Mit sů Nein, Mag n bist es, und see wandel Mel. 37⁵ der hin starke bist. Gott, wer ka güte v 2. Al gen, lag, gen, Durch Bin ii was h das d 3. N 18 Auf st uns llst das Hdachtest och ge⸗ grund nir ab, 3 Und in buch ommen ruh; . Wie traun, Wen utz und st dein „mein wegz n. „Dein Wie, be wi⸗ e mag ich soll er XII. Von der Dankbarkeit gegen Gott. 187 er dennoch nicht In seine netze ziehn. ö 9. Auch, wenn kein mensch mich sieht, Will ich die sünde fliehen; Denn du wirst aller werk Vor dein gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem fleisch Was böses noch ge— lüst, Bedenken, daß mein leib, O gott, dein tempel ist. 10. Sollt' ich nach ehr' und ruhm Mit sünd' und unrecht trachten? Nein, herr, wenn du mich ehrst, Mag mich die welt verachten. Du bist es, dem zum dienst Ich leib und seele weih; Gieb, daß mein wandel stets Dir wohlgefällig sey. Mel. Freu' dich sehr, o meine seele. — ott, mein vater, deine 5* liebe Reicht, so weit der himmel ist. Deines wohlthuns starke triebe Sind so ewig, als du bist. Deiner huld unendlichkeit, Gott, erschöpfet keine zeit; Und wer kann die vielen proben Deiner güte würdig loben? 2. Als ich noch mir selbst verbor— gen, Auf dem schooß der mutter lag, Wachtest du, für mich zu sor⸗ gen, Ueber mich schon jeden tag. Durch den beistand deiner macht Bin ich nun so weit gebracht, Und was hat mein ganzes leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedenket mein gemüthe, Ohne warme dankbegier, Jener unverdienten güte, Da du durch die taufe mir Das erhabne recht gewährt, Daß, zu deinem kind er⸗ klärt, Ich des segens der erlösten Mich voll zuversicht darf trösten. E4. In den zarten jugendjahren Warst du meines lebens stab; Mein beschirmer in gefahren: An dir hab' ich bis ins grab Einen va⸗ ter, der mich liebt, Einen vater, der mir giebt, Was zum wahren wohl mir nützet; Einen vater, der mich schützet. 5. Gott, du machst's mit uns stets besser, Als wir wünschen und verstehn. Deine güte ist viel grö⸗ ßer, Als die kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein dank, Wie der seraphim gesang: Den⸗ noch würde durch mein loben Deine huld nicht g'nug erhoben. 6. O, so neig' durch deine liebe, Herr, mein ganzes herz zu dir; Stärk' und mehre selbst die triebe Wahrer dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen seyn; So mich deines wohlthuns freun, Daß auch mir auf dieser erde wohlthun wahre freude werde. 7. Ja, laß jede deiner gaben Recht zu brauchen mich bemühn; Stets den zweck vor augen haben, Dazu du sie mir verliehn. Deine güte reize mich, Daß ich immer reuer dich Lieb' und deinen heil'gen willen Freudig suche zu erfüllen. Mel. Von gott will ich nicht lassen. 6 Kroß ist des höchsten güte! Wer sie nicht achtete, Welch fühllos herz ver— riethe Der unerkenntliche! Sie rettet uns aus noth, Erquicket uns lim leide, Verwandelt es in freude, Versüßet selbst den tod. 2. Wenn meine lippen schwiegen, O so versagt ich mir Das himmli⸗ sche vergnügen, Gott, lobzusingen dir! Nein, herr, von meinem dank Sey jeder morgen zeuge, Und je⸗ den abend steige Zu dir mein lob⸗ gesang. 3. Du wirst mich ferner leiten, So unwerth ich's auch bin; Treu bleibt zu allen zeiten Dein milder vatersinn. Ich hoffe stets auf dich. Du wirst in kümmernissen Mir wohl zuhelfen wissen; Dir überlass' ich mich. 4. Ja, deine huld ist größer, Als es der mensch versteht; Dein rath unendlich besser, Als was sein wunsch erfleht. Herr, meine zu⸗ versicht! Dir froh mich zu erge⸗ ben, 188 Zweite Abtheilung. ben, Dich dankbar zu erheben, Sey meine liebste pflicht. Mel. Wach' auf mein herz, und ꝛc. Laßt unserm gott uns 377. singen, Ihm dank und ehre bringen, Daß wir so viele ga— ben Von ihm empfangen haben. 2. Nur er hat uns das leben, Und seel' und leib gegeben. Er ist es, der sie schützet, Und giebt, was beiden nützet. . Dem leibe giebt er speise; Die seele macht er weise, Damit sie, frei von sünden, Mög' wahres glück empfinden. 4. Für uns dahin gegeben, Ward christus, unser leben; Er, der für uns gestorben, Hat uns das heil erworben. 5. Sein wort wird, uns zum se— gen, Ein licht auf unsern wegen; Zu allen guten werken Soll selbst sein geist uns stärken. 6. Er läßt uns gnade finden, Vergiebt uns unsre fünden, Wenn sie uns herzlich reuen, Und wir forthin sie scheuen. 7. Da wir denn schon auf erden So hoch begnadigt werden: Gott, was wird nicht für gaben Für uns dein himmel haben! 3. Wir bitten deine güte, Daß sie uns stets behüte; Laß, dir zum wohlgefallen, Uns gute wege wal⸗ len. 9. Leit' uns durch deine wahrheit, Bis wir in voller klarheit Dich sehn, und deinen namen Dort ewig preisen; amen! Mel. Lobt gott, ihr christen ꝛc. oder: Nun danket all' ꝛc. Nr. 3. 8 NBein geist erstaunt, all⸗ 7 mächtiger! Wenn er das gute denkt, Das du auch mir, mein gott und herr, So unverdient geschenkt. ö ö 2. Dann ist mein herz so hoch er⸗ —— freut, Ganz deiner güte voll, Und weiß von heißer dankbarkeit Nicht, wie es danken soll. 3. Da ich noch in der mutter schooß, Mir selbst verborgen, schlief: Bestimmtest du für mich das loos, Das mich zum leben rief. 4. Du willst des menschen wahres glück, Eh' er geboren ist; Und so Schon als ein kind, ein christ. 5. Noch schwach und klein, ward ich durch dich Geschützet unsichtbar; Am geist und leibe stärkte mich Dein arm von jahr zu jahr. 6. Wenn in der jugend ich vom pfad Der tugend mich verirrt: So hat mich, herr, dein treuer rath Darauf zurück geführt. 7. Du warst mein schutz und mei— ne wehr Vor unglück und gefahr; Und vor dem laster, das noch mehr Wie sie, zu fürchten war. 8. In krankheit hast du väter⸗ lich Mir neue frist geschenkt: Und deine huld erquickte mich, Wenn sünden mich gekränkt. 9. Wie froh und heiter ist mein blick, Da du so hoch mich liebst; Auch kommt von dir der freund⸗ giehn glück, Wodurch du trost mir giebst. 10. Und welche wohlthat, herr, Dies herz, ganz dein, das dankbar spricht, Was du an mir gethan! 11. Froh soll mir jeder tag ver⸗ gehn Bei deinem ruhm und preis; Ich will dich lieben und erhöhn, So gut ich kann und weiß. 12. In schrecken, angst, gefahr und noth, Trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der tod Mir nicht mehr fürchterlich. 13. Und wenn einst erd' und him⸗ mel bebt Durch dich, den herrn der welt, Will ich den preisen, der stets lebt, Und mich alsdann erhält. 14. Denn, herr, auch bei der * thum ward ich,(o welch ein glück!) ist nicht Dies herz das fühlen kann: welten sturz Bleib' ich dein eigen⸗ —.—ßt— thum. kurz Zu Mel. W 379. gottes, d auf wie dank ver. der stete freuden, 2. Her: offen, 3 ist. Und hoffen A bist. M ich's wer wiederfä 3. Une men. Ñ wohnt z gott, m nach ver mer steh gen, tre 4. Du gen Mit Und wer borgen, lang ver ich mich' und erhe 5. Du beste. U sich häuf wohl do elend ge mein er verderbe 6. Du gemüthe retter, große g ich soll! nicht da wie schr 7. Unt zungen: thuns p mir besi — XII. Von der Dankbarkeit gegen Gott. 189 thum. Die ewigkeit selbst ist zu kurz Zu deinem lob und ruhm. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. Mein herz, ermuntre 379. ldich zum preise Des gottes, der dein vater ist! Bedenke auf wie viele weise Du ihm zum dank verpflichtet bist. Bring' ihm, der stets dein helfer war, Mit freuden, ruhm und ehre dar. 2. Herr! deine hand ist immer offen, Zu geben, was mir nützlich ist. Und dennoch wanket oft mein hoffen Auf dich, der du die liebe bist. Mein gott! wie wenig bin ich's werth, Daß mir noch gnade wiederfährt! 3. Unendlich groß ist dein erbar— men. Nur wohlzuthun bist du ge— wohnt; Drum wird auch mir, mein gott, mir armen, Von dir nicht nach verdienst gelohnt. Noch im-— mer steht mir deine treu Mit se⸗ gen, trost und hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen sor⸗ gen Mit rettung mir entgegen eilt; Und wenn sie, noch vor mir ver⸗ borgen, Nach meinem wahn zu lang verweilt: So kommst du, eh' ich mich's versehn, Und hilfst mir, und erhörst mein flehn. 5. Du wählst und wirkest stets das beste. Und wenn auch meine noth sich häuft, So steht durch dich mein wohl doch feste; Und wenn mich elend ganz ergreift, So willst du mein erbarmer seyn, Mich vom verderben zu befrein. 6. Du bist mein heil! mein ganz gemüthe Ist deines ruhms, mein retter, voll. O könnt' ich deine große güte Doch so erheben, wie ich soll! Doch meine kraft reicht nicht dahin, Du weißt es, gott! wie schwach ich bin. 7. Und hätt' ich auch viel tausen zungen: So würde deines wohl— thuns preis Nie würdig g'nug von mir besungen; Auch bei dem größ— ten ernst und fleiß. Denn mehr guts, als ich zählen kann, Hat deine huld an mir gethan. 8. Jedoch, du siehst mit wohlge⸗ fallen Auch auf des herzens redlich⸗ keit; Und hörest selbst das schwache lallen Der deinen mit zufrieden⸗ heit; Du hörst es, wie ein vater pflegt, Der seiner kinder schwach⸗ heit trägt. 9. Drum soll mir deine huld und güte Beständig, gott, vor augen seyn. Ich will mit redlichem ge⸗ müthe Mein leben deinem lobe weihn, Bis ich vollkommner deinen ruhm Erheb' im höhern heiligthum. Bekannte Melodie. 80 N danket alle gott 3 · Mit herzen, mund und händen, Der große dinge thut An uns und allen enden; Der uns von mutterleib Und kindesbeinen an Bis diesen augenblick Unzählig guts gethan. 2. Der ewig-reiche gott Woll' uns, so lang' wir leben, Ein immer fröh— lich herz Und edlen frieden geben; Und uns in seiner gnad' Erhalten immerfort, Und uns aus aller noth Erlösen hier und dort. 3. Lob, ehr' und preis sey gott, Dem vater und dem sohne, Und seinem heil'gen geist. Er, der vom himmelsthrone Erbarmend auf uns sieht, Bleibt, wie er ewig war, Unendlich groß und gut. Lob sey ihm immerdar! Mel. Warum betrübst du dich ꝛc. Woll freud' und frommer 38 I. dankbegier Erheb' ich meinen geist zu dir, Mein vater und mein gott. Wie froh und hei⸗ ter machet mich Der himmlische gedank' an dich! 2. Mein aug' erblickt die stolze pracht Der werke deiner weisen macht. Du riefst, da wurden sie. UAnd Zweite Abtheilung. Und erd' und himmel sind noch heut Ein spiegel deiner herrlichkeit. 3. Da freuet sich, allgütiger, Ein zahllos heer lebendiger Der milden vaterhuld, Die neu an jedem mor⸗ gen ist, Und auch des wurmes nicht vergißt. 4. Du, herr, durch den ich leb und bin, Giebst mir so vieles gute hin Zum fröhlichen genuß. Was ist der mensch hier, deß du dich So gnädig annimmst? was bin ich? 5. Ben menschen krönte deine hand, Dich zu erkennen, mit ver⸗ stand; Sie bildete dies herz, Daz dankbar froh empfinden kann, Wie viel sein gott an ihm gethan. 6. Und welche sel'ge hoffnungen Schenkst du nicht den erlöseten, Du stifter unsers heils! Versüßt wird jedes leid durch sie, Und leicht der tugend edle müh. 7. Ihr will ich, deiner werth zu seyn, Die theuren lebensstunden weihn, Die mir noch übrig sind. Viel höhern frieden hab' ich dann, Als diese welt mir geben kann. XIII. Von den Gesinnungen gegen den Erloͤser. Mel. Meinen jesum ich en u, o herrscher, stiegst 382. D vom thron, und kamst als ein knecht auf erden; Du bist würdig, gottes sohn, Ewig hochge⸗ lobt zu werden. Freund, der froh sein blut vergoß, Werd und bleib mir ewig groß! 2. Du, erlöser, bist mein theil; Denn du bist für mich gestorben, Du hast gnade, trost und heil Und den himmel mir erworben. Alles, alles ist nun mein, Wie kann ich g'nug dankbar seyn? 3. Für die leiden ohne zahl, Für die leibs- und seelenschmerzen, Und für deine todesqual, Dank ich dir mit treuem herzen. Treu dank ich, doch mangelhaft, Gieb zu besserm dank mir kraft. 4. Welche liebe! daß für mich Du dich ganz dahin gegeben; Feurig, ewig lieb' ich dich, Und will dir zu ehren leben, Will dir stets gehor⸗ sam seyn; Denn ich bin ja ewig dein. 5. Nichts soll mich so sehr erfreun, Als, daß ich dir angehöre, Jesum lieben, jesu seyn, Ist des christen trost und ehre. Wenn ich dein, o heiland! bin, Wird mir alles zum gewinn. 6. An dir, jesu, halt' ich fest, Weil ich werd' auf erden wallen. Wehe dem, der dich verläßt! Er muß ins verderben fallen; Meine ganze seele spricht: Meinen jesum laß ich nicht. 7. Durch dich bin ich reich und hoch, Ich bin gottes kind und erbez Gott liebt mich: was fehlt mir noch? Eins noch— daß ich selig sterbe. Auch so sterben hilfst du mir, Und dann nimmst du mich zu dir. 8. Drum, erlöseten des herrn, Preiset ihn, lobsingt ihm fröhlich. Alle sünden trug er gern, Nichts war für ihn zu beschwerlich; Für die welt, die strafbar war, Gab der heiligste sich dar. ö 9. Preis und dank, und herrlich⸗ keit Müsse dir der weltkreis brin⸗ gen. Und wenn aufhört erd' und zeit Müss' sie dir der himmel sin⸗ gen: Menschen, engel, seraphim, Groß ist jesus, jauchzet ihm! 98——— Mel, Alle menschen müssen sterben. zins ist noth! o herr, 383. E dies eine Lehre meine seele doch! Alles andre, wies auch ö scheine, Ist nur ein beschwerlich joch, ö XI joch, Un let, Und Nur dies frieden d 2. Seel Such's nichts ir güther t auf got menschen res heil 3. Dir den, We ohne zu füßen sa die lehr zum he gottes des leh 6. M Herr, Läßt m ich fröt auch be kannen nes mi se siche . A zur hei mit vo sünden zum he du alle nur be zu flie 8. D s auch Herlich joch, Such's bei keiner kreatur. nichts irdisches dich binden; Erden⸗ XIII. Von den Gesinnungen gegen den Erloͤser. 191 ———— joch, unter dem das herz sich quä⸗ let, Und der ruhe doch verfehlet. Nur dies einzige giebt mir Wahren frieden dort und hier. 2. Seele, willst du dieses finden, Laß güther täuschen nur. Nur bei dem auf gottes throne Hocherhöhten menschensohne Findest du dein wah⸗ res heil Und das allerbeste theil. 3. Dir ist auch das glück beschie⸗ den, Was maria sich erlaß, Als sie, ohne zu ermüden, Fromm zu jesu füßen saß. O wie brannt ihr herz, die lehren Aus der weisheit mund zu hören! Da vergaß sie welt und sich, Als sie hörte, jesu, dich. 4. Also richt' auch mein verlangen, Mein erlöser, stets nach dir; Dei⸗ ner wahrheit anzuhangen, Schenke trieb und kräfte mir! Wenn auch andre sie nicht achten, Will ich sie mit lust betrachten, Und, mich dei⸗ nes heils zu freun, Ihren lehren folgsam seyn. 5. In dir liegt der weisheit fülle. Was die seel' allein beglückt Zeigst du mir; und wenn mein wille Sich in deine ordnung schickt, Dann werd' ich wahrhaftig weise, Mir zum heil und dir zum preise, Lerne gottes rath verstehn, Und den weg des lebens gehn. 6. Mit vergebung aller sünden, Herr, begnadigst du mich dann! Läßt mich wahre ruhe finden, Daß ich fröhlich rühmen kann: Ich vin auch bei gott in gnaden; Und was kann mir denn nun schaden; Mei⸗ nes mittlers gütigkeit Dank' ich die⸗ se sicherheit. 7. Aber du bist meiner seele Auch zur heiligung gemacht,‚, Daß sie nicht mit vorsatz fehle, Fliehe vor der sünden macht. Jesu, und mein alles sein. Prüß und forsche, wie ich's meine, Tilge allen heuchelschein; Daß ich hier schon auf der erde Durch dich gut und selig werde, Und dir treu sey bis zum tod: Nur dies eine ist mir noth. Mel. Seelenbräutigam, jesu ꝛc. 8 9 aus davidsstamm, 3 4. Jesu, gottes lamm! Selbst von gott zum heil erkohren Allen denen, die verloren; Wie er⸗ heb' ich dich, Heiland! würdiglich? 2. Uns von aller noth, Ja selbst von dem tod, Vom gericht und al⸗ lem bösen, Uns auf ewig zu erlö⸗ sen, Kamst du in der zeit, Herr der ewigkeit! 3. Jesu, höchstes guth! Unser fleisch und blut Nahmst du an, für uns zu sterben; Sündern leben zu er⸗ werben, Schmecktest du den tod, Wahrer mensch und gott! 4. Für die ganze welt War das lösegeld Deines theuren blut's hin⸗ länglich, Und die gnad' ist über⸗ schwenglich, Welche gottes rath Uns verschaffet hat. 5. Auf der gottheit thron, Gott⸗ und menschensohn! Sitzest du nun hocherhaben, Und theilst deine gna⸗ dengaben, Als der herr vom haus, Deinen kindern aus. 6. Heiland voller huld! Unsrer sünden schuld Wollest du nicht mehr gedenken, Vielmehr uns vergebung schenken. Durch dich laß uns rein Von den sünden seyn. 7. Was durch deine kraft Neue herzen schafft, Was der sünden herrschaft wehret, Und die lust zur tugend mehret; Das erbitten wir, Heiligster! von dir. Muth und kraft] 3. Weck' uns nur recht auf, Daß zum heil'gen leben Kannst und willst wir unsern lauf Unverrückt zu dir du allen geben, Die mit ernst sich nur bemühn, Schnöde sündenlust zu fliehn. vollenden; Führ' uns fort mit treuen händen Auf der tugendbahn z Führ' uns himmelan. 6. Darum sollst du mir das eine‚. 9. Deines geistes trieb In die seele Zweite Abtheilung. seele gieb, Daß mit wachen und mit beten Wir, als kinder, vor dich treten; So verlischt das licht Unsers glaubens nicht. 10. Ohne prüfung ist Nie ein wahrer christ; Willst du uns in leiden führen, Laß uns dich nur nicht verlieren! In der trübsals nacht Nimmst du uns in acht. 11. Deine freundlichkeit, Wenn sie uns erfreut, Treibe herz und mund zum danken, Und bewahr' uns in den schranken Einer heil'gen freud', Ohne sicherheit. 12. Einen heldenmuth, Der auch guth und blut Gern um deinetwil—⸗ len lasse, Und des fleisches lüste hasse, Gieb zu deiner ehr Uns je mehr und mehr. 15. Jesu, hilf, daß wir Ritter⸗ lich allhier Alles durch dich über— winden, Und durch deine kraft empfinden, Daß ein wahrer christ Treu und standhaft ist. ö 14. Wird's zum sterben gehn, Wollst du bei uns stehn, Uns zur seligkeit bereiten, Und durch's to⸗ desthal begleiten; Daß wir einst uns sehn Dir zur rechten stehn. In bekannter Melodie. 8 berrt hab' ich dich, 3 5. o herr! Und meine seele schätzt nichts mehr Als deiner gnaden gaben. Die ganze welt er⸗ freut mich nicht, Nach ihren schätzen frag' ich nicht, Wenn ich dich nicht sollt' haben. Wenn auch mein herz im tode bricht, Bist du doch meine zuversicht, Mein heiland, der, weil ich erlöst, Mich auch im tode nicht verstößt. Herr jesu christ, Mein herr und gott! Mein herr und gott! Hilf mir im leben und im tod. 2. Es ist ja dein geschenk und gab, Mein geist, mein leib und was ich hab' In meinem ganzen le⸗ ben. Daß ich es deinem lobe weih, Den nächsten damit nützlich sey, Woll'st du mir gnade geben. Laß mein vertrauen auf dich rein Und heilig meinen wandel seyn; In al⸗ ler trübsal stärke mich, Daß ich sie dulde williglich. Herr jesu christ, Mein herr und gott! Mein herr und gott! Hilf mir auch in der letzten noth. 3. Verleih, wenn du mich sterben heißt, Daß dann dein engel meinen geist In's reich der wonne trage. Dann wird mein leib und mein ge⸗ bein, Zwar erde, doch nicht länger seyn, Als bis zum letzten tage. Du lässest mich im tode nicht; Du kommst, du kommst und hältst ge⸗ richt. Ach! laß mich dann dich oh⸗ ne graun, Getrost als meinen rich⸗ ter schaun. Herr jesu christ, Er⸗ höre mich! Erhöre mich! So preis' ich hier und ewig dich. Bekannte Melodie. 86 Cesu, meine freude! Be⸗ 3 4 ster trost im leidel Meines herzens theil! Deine mitt⸗ lertreue Macht, daß ich mich freue Deiner, herr, mein heil. Hab' ich dich, Wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf erden Nie recht glück⸗ lich werden. 2. Unter deinem schirme Können keine stürme Mir erschrecklich seyn. Laß die felsen splittern, Laß den erdkreis zittern, Und den einsturz dräun! Was ist's mehr? Rings um mich her Mag es stürmen, don⸗ nern, blitzen! Jesus will mich schützen. 5. Wenn der sünde schrecken Angst in mir erwecken, Jesus stillet sie. Mag der tod sich nahen, Mich das grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht Das weltge⸗ richt: Freudig, daß ich jesum sehe, Blick ich auf zur höhe. 4. Wer ist der den glauben Mei⸗ — nem herzen rauben, Ihn erschüt⸗ tern kann? Bei der feinde toben Stimm ich, gott zu loben, Freu⸗ denlie⸗ X denliede mittlert feinde n 5. Loc Ehre se welt! 2 Nicht v mich tr Kreuz, ob ich v jesu sch 6. We der wo lust: ich ewi brust. neid, Euchev 7. B Schwei ja mei Muß, letzt er angst bängst freude In e jesum 4. 6 Bis geb' hin i iπιιπιñ" 2. Laß in Und In al⸗ ich sie christ, n herr in der sterben meinen o preis e! Be⸗ leidel mitt⸗ h freue ab' ich ne dich glück⸗ dönnen hseyn. aß den insturz 135 um don⸗ mich Angst let sie. ich das ich nie. veltge— m sehe, nMei⸗ rschüt⸗ toben Freu⸗ denlie⸗ XIII. Von den Gesinnungen gegen den Erloͤser. 193 denlieder an. Mich bewacht Des mittlers macht, Die kann selbst der feinde wüthen Auch in eil' gebieten. 5. Lockt nur, gold und schätze! Ehre sey der götze Der so stolzen welt! Mich sollt' ihr nicht blenden, Nicht von dem mich wenden, Der mich treu erhält. Elend, noth, Kreuz, schmach und tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von jesu scheiden. 6. Weich, verbotne liebe, Weicht, der wollust triebe! Gift ist eure lust: Sünden, eure freuden Will ich ewig meiden, Flieht aus meiner brust. Ueppigkeit, Geiz, hochmuth, zuversicht; Meinen jesum laß ich nicht. 5. Wenn mein auge schon ver⸗ lischt, Wang' und lippen sich ent⸗ färben, Mich kein labsal mehr er⸗ frischt, Alle sinnen mir ersterben, Und das matte herz nun bricht, Laß ich meinen jesum nicht. 6. Auch im himmel ist er mir Seligkeit, und trost, und freude? Da belohnt er, was ich hier Ihm zu ehren willig leide; Da schau ich sein angesicht; Meinen jesum laß ich nicht. 7. Nichts auf dieser erden ist's, Was des herzens wünsche stillet; neid, Ihr beschweret das gewissen, Du, o jesu, du nur bist's, Der sie Euch will ich nicht wissen. einst noch ganz erfüllet. Dich, 7. Weg mit sorg' und zagen![mein reichthum, ruhm und licht, Schweiget, bange klagen! Jesus ist Dich, mein jesu, laß ich nicht. ja mein. Jeden, der ihn liebet, 8. Dich, mein jesu, halt ich vest, Muß, was erst betrübet, Noch zu⸗Lasse nichts von dir mich scheiden. letzt erfreun. Hab' ich hie Viel angst und müh: Jesu, auch im bängsten leide Bleibst du meine freude. In eigener bekannten Melodie. M jesum laß ich 387.—nicht; Weil er sich für mich gegeben, So erfordern dank und pflicht, Ihn zu lieben, ihm zu leben. Er ist meines lebens licht: Meinen jesum laß ich nicht. 2. Er, der welt und mir gesandt, Uns zu lehren, uns zu retten, Gab sein leben uns zum pfand, Daß wir gottes gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht'! Meinen jesum laß ich nicht. 3. Durch ein herz voll dankbar⸗ keit, Durch gehorsam, den ich übe, Das zu thun, was er gebeut, Halt ich vest an seiner liebe; Traue dem, was er verspricht, Und so laß ich jesum nicht. 4. So ist er mein theil und ruhm Bis an meines lebens ende; Ihm geb' ich zum eigenthum Ganz mich hin in seine hände. Er ist meine Weh euch, die ihr ihn vergeßt! Ihr beraubt euch ew'ger freuden. Selig! wer in wahrheit spricht: Meinen jesum laß ich nicht. Mel. Wie schön leuchtet der ꝛc. 22 jesu, jesu gottes sohn 568. Der du, noch eh' ich war, mich schon Geliebt aus rei⸗ nem triebe. Vor dir ist alles son⸗ nenklar; Mein herz ist dir auch of⸗ fenbar, Du weißt, daß ich dich liebe. Herzlich Such' ich Dir vor allen Zu gefallen, Nichts auf erden Kann und soll mir theu'rer werden. 2. Dies eine nur bekümmert mich, Daß ich mit solcher treue dich Nicht liebe, wie ich wollte. Ich selbst empfind' es nur zu sehr, Daß ich durch thaten dich noch mehr, Mein heiland, lieben sollte. Laß mich Glaubig Deine güte In's gemüthe Stärker fassen, Dir mich ganz zu Überlassen. ö 3. Du stehst mit deiner kraft mir bei; Drum will ich auch mit größ⸗ ter treu, Und ewig, dir anhangen. Nichts, was sonst menschen wohl N gefällt, 194 Zweite Abtheilung. 7 gefällt, Nicht lust der sinne, ehr und geld Befriedigt mein verlan⸗ gen. Ohn' dich Kann mich Nichts von schätzen Recht ergötzen Und beglücken; Du nur kannst mein herz erquicken. 4. Den, der dich liebt, den liebst auch du, Dem schaffst du für die seele ruh Und trost für sein gewis⸗ sen. Ob mich auch manche noth hier drückt, So werd' ich doch durch dich erquickt In meinen kümmer⸗ nissen. Endlich Wird sich Nach dem leide Volle freude Für mich finden; Da wird all' mein trauren schwinden. 5. Noch hat kein aug' es je gesehn, Es kann's auch hier kein mensch verstehn Und würdig g'nug beschrei⸗ ben, Was denen dort für herrlich⸗ keit Bei dir und von dir ist bereit, Die dir ergeben bleiben. Was hier Von dir Ist gegeben, Unser leben Zu ergötzen, Ist dagegen nichts zu schätzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, O jesu, meine freude seyn, Daß ich dich herzlich liebe, Und mich in dem, was dir gefällt, Je mehr und mehr in dieser welt Nach deinem worte übe, Bis sich Für mich Je—⸗ nes leben Wird anheben, Wo die frommen Aller trübsal sind ent⸗ nommen. 7. Da werd' ich deine gütigkeit, Bie mich schon hier so sehr erfreut, In vollem umfang schmecken; Da seh ich in dem hellsten licht Dein gnadenvolles angesicht, Auf immer frei von schrecken. Wohl mir! Preis dir! Der mir droben Aufge⸗ hoben Ew'ge freudenz Nichts, herr, soll mich von dir scheiden. Mel. Mach's mit mir, gott ꝛc. 389 jesu, wahrer fröm⸗ ‚ migkeit Vollkommen⸗ stes exempel Dein herz, dem vater ganz geweiht, War jeder tugend tempel; Dein wandel rein von al⸗ — ler schuld, Gott werth und würdig seiner huld. 2. Wer war wohl eifriger, als du, treulich zu erfüllen; Dir keines ei— genruhms bewußt, War, ihn zu preisen, deine lust. Quoll freud' aus deinem herzen. An ihm nur hing dein ganzer sinn: Auf ihn sah stets dein auge hin. K4. Ihn ehrtest du mit wort und that Vor aller welt mit freuden. Du warst bereit, nach seinem rath, Zum heil für uns zu leiden. Wie auch, herr jesu christ. 5. Du zeigtest, daß die größte noth Dich nicht zum murren reize; Wardst gott gehorsam bis zum tod, Ja bis zum tod am kreuze; Auch da war deine zuversicht Auf ihn al⸗ lein und fest gericht. 6. Von ihm verlassen, blieb dein Dein hoffen war im größten schmerz Die sichre hülfe gottes. Und was te deiner stimme flehn. du so würdig bist. O selig, wer dir ähnlich ist! Auch nun zum muster setze, Und gott den herrn, gesinnt gleich dir, Weit über alles schätze, Mit freu⸗ den seinen willen thu, Und ganz in seiner fügung ruh. ollt' ich jetzt noch, di 390.— mir schon Deine gir erschienen, Dich verlassen, gottes Zu thun des vaters willen? Dir war es ruhm und seelenruh, Ihn —— 3. Wenn wo dein auge frevler sah, Warst du voll edler schmerzen; Doch wenn des vaters wort geschah, er die liebe selber ist, So warst du's herz An ihm, trotz alles spottes, du hofftest, ist geschehn; Gott hör⸗ F.r Mit ehr' und preis von ihm gekrönt, Lebst du zu seiner rechten Voll majestät, und dir ertönt Von allen gottesknechten Das lob, deß 8. Hilf, daß ich dein erempel mir, Mel. Schwing' dich auf zu ꝛe sohn, Und der sünde dienen?* en X den lüst beflecken digkeit 9 2. Hal ne ruh test du wunden Wie die recht an lassen? 3. Nei christ, weder n hen störe ich; M Sie wi Mir de . Zeit Bringt bedräng dern ge die zuv grabe, erwartt 5. Re einst di ben un sehen? spät Ar der spö und ni 6. O Noch 1 ich scho nieße; wort Daß a und le 7. N Trübs. len mi mals welt triebe Herr, Mel. 3095 Jesu, — bürdig Rls du, Dir 7 Ihn nes ei⸗ ihn zu er sah, erzen; schah, herzen. v sinn: hin. rt und euden. rath, Wie st du's größte reize; um tod, Auch ihn al⸗ eb dein pottes, schmerz ad was ̃tt hoͤr⸗ on ihm rechten nt Von b, deß „, wer el mir, „ Und ich dir, t freu⸗ d ganz zu ꝛc. och, da ine gür gottes Mit den XIII. Von den Gesinnungen gegen den Erloͤser. 195 den lüsten dieser zeit Wieder mich beflecken, und nicht mehr die freu⸗ digkeit Meines glaubens schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir Mei⸗ ne ruh gefunden; Mittler, heil⸗ test du doch mir Liebreich meine wunden; Und ich sollte dein gebot, Wie die sünder, hassen, Und mein recht an deinem tod Wieder fahren lassen?. 3. Nein, ich bin und bleib' ein christ, Folge deinen lehren, Lasse weder macht noch list Meinen glau⸗ ben stören. Fielen tausend ab, nicht ich; Mag's die welt verdrießen! Sie wird mein vertraun auf dich Mir doch lassen müssen. 3. Zeigt sie mir ein heil, wie du? Bringt sie kraft den müden, Den bedrängten trost und ruh, Sün⸗ dern gottes frieden 2 Giebt sie mir die zuversicht, Daß ich, trotz dem grabe, Jener ewigkeiten licht Zu erwarten habe e 5. Rettet sie mich, wenn vor gott einst die völker stehen, Und das le⸗ ben und den tod Ihm zur seiten sehen? Wenn der sichre nun zu spät Aus dem schlaf erwachet; Und der spötter, der hier schmäht, Bebt und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Goͤttes huld ge⸗ nieße; Da ich weiß, auf wessen wort Ich die hoffnung gründe, Daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und leben finde! 7. Nicht das leben, nicht der tod, Trübsal nicht noch freuden, Sol⸗ len mich, mein herr und gott, Je⸗ mals von dir scheiden. Sünden, welt und eitelkeit Und die bösen triebe, Alles überwind' ich weit, Herr, durch deine liebe. Mel. Seelenbräutigam, Jesu ꝛc. Mer ist wohl wie du, 391. Wẽĩ Stifter wahrer ruh? Jesu, freund der menschenkinder, Retter der verlornen und seelenruh Fließt zu. 2. Herr der herrlichkeit! Zur be⸗ stimmten zeit Kamst du uns zum heil auf erden, Warst zur duldung und beschwerden Unsrer niedrigkeit Großmuthsvoll bereit. 3. Tiefe schmach und noth, Selbst den kreuzestod Hast, zur tilgung unsrer schulden, Du, als mittler, wollen dulden, Hast durch deinen tod Uns versöhnt mit gott. 4. Keine furcht der welt Schreckte. dich, o held! Sünd' und tod hast du bezwungen Und ein ew'ges heil errungen Für die ganze welt, Durch dein lösegeld. 5. Deine majestät, König und pro⸗ phet! Will ich demuthsvoll vereh⸗ ren Und auf deine stimme hören; Denn dein reich besteht, Wann die welt vergeht. 6. Laß mich dir zum ruhm, Als dein eigenthum, Recht und nach gewissen handeln, Und mit freuden dir nachwandeln. Wahres christen⸗ thum Sey mein größter ruhm. 7. Zeuch zu dir mein herz, Laß in freud' und schmerz Mich an deine treue denken, Und, wenn noth und furcht mich kränken: O, so gieb in schmerz Muth und trost ins herz! 8. Bilde mich nach dir, Daß ich eifrig hier Mich in wahrer sanft⸗ muth übe, Und, wie du, die de⸗ muth liebe; Stolz und rachbegier Herrsche nie in mir. 9. Neiget sich mein sinn Zu dem eiteln hin; O, dann warne meine seele, Daß sie nicht ihr ziel ver⸗ fehle! Lenke meinen sinn Auf das ew'ge hin. 10. Wecke mich stets auf, Daß in meinem lauf Nichts von dir zurück mich halte, Und mein eifer nicht erkalte; In dem tugendlauf Hilf mir schwachen auf! 11. In versuchungszeit Stärke mich zum streit; Laß mich wachen und mit beten Voll vertrauen vor N 2 dich sünder! Licht von dir uns 196 Zweite Abtheilung. dich treten, Bis nach kampf und streit Mich der sieg erfreut. 12. Will der trübsal nacht Und der menschen macht Meine bange seele schrecken, Müsse mich dein schild bedecken. Hab' in solcher nacht Huldreich auf mich acht. 13. Einen edlen muth, Daß ich irdisch guth Willig, ja mein eigen leben, Mag für ew'ges glück hin⸗ geben: Solchen weisen muth Gieb mir, höchstes guth! 14. Soll's zum sterben gehn, Laß mich auf dich sehn! Bleib' mir hülf⸗ reich dann zur seiten, Mich durch schmerz und tod zu leiten, Bis ich einst dich seh; Dir zur rechten steh. Mel. Wie schön leucht uns der ꝛc. Mie groß, wie angebetet 392. Wĩ ist Dein name, o herr jesu christ! Wie theuer deinem vol⸗ ke! Welch licht ging in der finster⸗ niß Mit dir der welt auf, wie zer⸗ riß, Wie floh des irrthums wolke! Als du Kamest, Hörten taube, Und der glaube Half den kranken, Stum⸗ me sangen, dir zu danken. 2. Nur schwache warens, die dein licht Verbreiteten, die weisen nicht. Wo sind sie? wo die hohen? Und wo die reichen? wo die macht, Vor der des götzendienstes nacht Und sei⸗ ne schrecken flohen? Macht nicht, List nicht, Deine gaben, Mittler, haben Dich verkläret, Uns den weg zu gott gelehret. 3. Wir werden deinen ruhm er⸗ höhn, Wir werden deine himmel sehn, Den preis von deinen leiden; Genießen, was du uns erwarbst, Als du für uns am kreuze starbst, Der engel hohe freuden. Welche Gnade, Daß wir sünder, Gottes kinder Werden soͤllen, Wenn wir an dich glauben wollen. 4. Du hast dich deiner herrlich⸗ keit Entäußert eine kurze zeit, Und deinen thron verlassen; Doch nun, mit ehr' und ruhm gekrönt, Nun machst du selig, die versöhnt Der sünden gräuel hassen. Ihnen Willst du Heil und leben Gerne ge⸗ ben, Und uns allen Helfen, daß wir gott gefallen. 5. Vom aufgang bis zum unter⸗ gang Erschallet dir der lobgesang Erretteter gerechten. Unzählbar sind die schaaren schon, Die gerne dir vor deinen thron Ein würdig loblied brächten, Ihrer Mehr noch Jesu, werden Schon auf erden, Dir lobsingen, Preis und dank und ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist Dein name, heiland, jesu christ, Wie herrlich bei den deinen! Führst du uns einst zu deiner ruh: O, wie weit herrlicher wirst du Den from⸗ men dann erscheinen! Ewig Müsse, Dir zur ehre, Ihrer chöre Lob er⸗ schallen, Durch die himmel wie⸗ derhallen. XIV. Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mel. In allen meinen thaten. „ ieb, gott, wenn ich dir diene, Daß ich mich nicht erkühne, Auf mich selbst stolz zu seyn. Wer kann bei seinen wer⸗ ken, Wie oft er fehlet, merken? Wer ist von mängeln völlig rein? eifrig zu erfüllen, Als es dein wort gebeut? Trag' ich der tugend bürde, Aus kenntniß ihrer würde, Auch immer mit zufriedenheit? 3. Entzieh' ich mich den sünden Auch stets aus rechten gründen? Aus 2. Such' ich stets deinen willen So — X Aus wa die gut ner liel und zei 14. De Der mn herr, g deinen dienen, dein ge 5. De Rein u dies eig terricht pflichte meinen 6. W' Und de und fre ne kräf Wer g streit? 7. Di Du ru rechten ab von de find beßrun 8. S Was d ich zun guch a geschri ringer Mel. 39⁰ be: V Und je mein, Darur und ü 2. B Mehr Undeu er bes mehr, von d Und hm er⸗ himmel eiden; warbst, arbst, Welche Gottes n wir errlich⸗ zeit, 3Doch ekrönt, rsöhnt Ihnen rne ge⸗ n, daß unter⸗ bgesang zählbar e gerne würdig r noch erden, nk und etet ist christ, Führst O, wie from⸗ Müsse,‚ Zob er⸗ el wie⸗ uth. Len So n wort bürde, „Auch sünden nden? Aus XIV. Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 197 Aus wahrer frömmigksit? Oft sind die guten triebe Nicht früchte dei⸗ ner liebe, Nur früchte der natur und zeit. 4. Der sünden meiner jugend, Der mängel meiner tugend, O herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen knechten, Wie sie's ver⸗ dienen, rechten: So trifft sie alle 5. Doch, wenn auch dir zur ehre, Rein meine tugend wäre, Weß ist dies eigenthum? Wer ließ mich un⸗ terrichten! Wer ließ in meinen pflichten Mein glück mich sehn und meinen ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben, Und dein gebot zu üben, Die lust und freudigkeit? Wer stärkte mei⸗ ne kräfte Im heiligungs⸗geschäfte? Wer gab mir muth und sieg im streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; Du rufst mich, wenn ich fehle, Auf rechten weg zurück; Du ziehst mich ab von sünden, Und läßt mich gna⸗ de finden, Und giebst zu meiner beßrung glück. 8. Sollt' ich mich deß erheben, Was du mir, herr, gegeben? Hab' ich zum lohn ein recht? Könnt' ich guch alles üben, Was du mir vor⸗ geschrieben: Wer bin ich? ein ge⸗ ringer knecht. Mel. O gott, du frommer gott. 304 verr, der du alles giebst, Von dem ich alles ha⸗ be? Was ist mein stand, mein glück Und jede gute gabe? Es ist nicht mein, es ist Ein unverdientes guth; Darum bewahre mich, Vor stolz und übermuth. 2. Wenn ich vielleicht der welt Mehr, als mein nächster, nütze; Und wenn ich mehr verstand, Als er besitzt, besitze: Bin ich drum mehr, als er? O, beides kommt von dir, Verstand und tüchtigkeit, Und du erhälst es mir. 3. Wenn mir ein größer glück Nach deinem rath begegnet, Und deine gütigkeit Mich mehr als an⸗ dre, segnet: Giebt diese deine huld Mir wohl zum stolz ein recht? Bin ich darum nicht auch, Was andre sind, dein knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß In höhern würden stehe, Und andre unter mir Im kleinern glücke sehe: Wer machte sie gering, Und wer erhöhte mich? Ist nicht mein näch⸗ ster oft Viel würdiger, als ich'? 5. Wie könnt' ich mich, o gott, Des guten überheben; Was ich besitz' ist dein! Von dir hab' ich mein leben, Und was ich gutes thu, Da⸗ zu giebst du gedeihn; Drum laß mich ewig fern Von stolz und hoch⸗ muth seyn. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. —Laß mich des menschen 395. wahren werth, Mein gott, zu herzen nehmen, Und des⸗ sen, was mich selbst entehrt, Mich allzeit innigst schämen. Nie komm' es mir aus meinem sinn, Was al⸗ les ich vermag und bin, Durch dei⸗ ne weise güte. 2. Du schufst mich nicht bloß fleisch und bein: Du hauchtest mit dem leben Mir auch zugleich die seele ein, Und hast es ihr gegeben, Noch mehr, als was die sinne rührt, Und durch sie schmerz und lust gebiert, Zu fassen, zu erwe⸗ gen. 3. Gott, diesen vorzug gabst du mir Vor so viel millionen, Die, auch beseelt, genährt von dir, Auf deiner erde wohnen. fehlt, verliehst du mir, Vernunft und freiheit, und mit ihr Gefühl von recht und unrecht. 4. Du schufst mich zur geselligkeit. Und für der freundschaft freuden; Gabst mir ein herz voll fühlbarkeit Für andrer glück und leiden; Noch mehr, ein herz, das fähig ist, Sich N 3 dein, Was jenen 290 Zweite Abtheilung. dein, der du mein vater bist, Zu freun und dich zu lieben. 5. In stiller andacht kann mein geist Sich bis zu dir erheben, Und dir, den jeder himmel preist, Auch ꝓreis und ehre geben, Auch ich kann deinen willen thun, In deiner vor⸗ sicht rath beruhn, Und fröhlich auf dich hoffen. 6. Nicht blos für diese kurze zeit Riefst du mich in dies leben: Zu freuden einer ewigkeit Soll sich mein geist erheben. Und wird auch gleich der leib zu staub, So bleibt er nicht des grabes raubz Du wirst ihn auferwecken 7. Vom himmel kam, gesandt von dir, Dein sohn zu uns auf erden; Er kam und ward ein mensch, wie wir, Der menschen heil zu wer⸗ den. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt; Wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, Der menschheit werth zu schätzen! 8. Und ich, ich sollte ihn entweihn, Und gleich den thieren handeln? Der fleischeslust ergeben seyn, Und nicht vor dir, gott, wandeln? Fern sey ein solcher sinn von mir! Be⸗ wahre mich, mein gott, dafür Daß ich mich so nicht schände. 9. Gieb mir vielmehr, daß ich all⸗ zeit Auf mein gewissen achte, Nach weisheit und gerechtigkeit Mit al— lem eifer trachte; Dich liebe, und mich deiner freu', Und so des vor⸗ zugs würdig sey, Den du mir hast verliehen. Mel. In allen meinen thaten. as ich nur gutes habe, x 96. Wos deine milde gabe, Ou vater alles lichts! Mein daseyn und mein leben Ward mir von dir gegeben; Und ohne dich vermag ich nichts. ———— rathen; Die fehler sind nur mein schuld 3. Das glück, deß ich mich freue, Schaffst du nach deiner treue, Du herr der ganzen welt! Du ordnest unsre tage, Ihr glück und ihre pla⸗ ge, Nur so, wie dir es wohlge— fällt. K. Sollt' ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem leben Viel gu⸗ tes wiederfährt? Was hat dich, herr, bewogen, Daß du mich vor⸗ gezogen? Bin ich auch jemals des sen werth? ö 5. Ich bin viel zu geringe Der huld, herr, aller dinge, Die du mir hast erzeigt. O laß michs nie ver⸗ gessen, Wenn sich mein herz ver⸗ messen Zum stolz und eigendün⸗ kel neigt. ö 6. Das nützlich anzuwenden, Was du mit vaterhänden Mir gütig zu⸗ gewandt: Dies sey in meinem le⸗ ben Mein eifrigstes bestreben; Da⸗ zu gieb demuth und verstand. Mel. Ein lämmlein geht und ꝛc. ö Zenn ich, o gott, von 397. Wẽů dir geführt Ruf deie nen wegen wandle; Wenn ich durch deinen geist regiert, Nach deiner vorschrift handle: Wenn mir mein herz das zeugniß giebt, Daß meine seele mehr dich liebt, Als alles guth auf erden: So laß durch stolz und sicherheit Mich deiner huld und gütigkeit Doch nicht verlustig wer⸗ den. 2. Wie leicht erliegt ein sichrer sinn, Bekämpft durch seine lüste! Sieht ruhig auf gefahren hin, Wo⸗ vor er zittern müßte. Vollkommen glaubt er schon zu seyn: Denkt, diese sünde sey nur klein Und jene pflicht nicht wichtig. Nun ist er seinem falle nah, Fällt unvermerkt 2. Sowohl verstand als kräfte und glaubt noch da, Er wandle fest Zum nützlichen geschäfte, Hab' ich aus deiner huld. Dein ist's, wenn gute thaten Dem vorsatz wohl ge⸗ Zur sünde fortgerissen! 600 ei und richtig. 3. So schwach ist, herr, der mensch, X —— eifer wit gebend wenn er ner schr nur stär die sinn dem str. fliehet. 4. We erhöht, hen; V Nur de acht' ich fällt me ich sie da kein demuth du sein 5. Dr Auf ma niemal ne kräf chunge. von fer zeitig mein freue, e, Du ordnest re pla⸗ ohlge⸗ heben, iel gu⸗ t dich, ch vor⸗ als des⸗ ge Der du mir ie ver⸗ rz ver⸗ endün⸗ „ Was tig zu⸗ em le⸗ 3 Da⸗ d * nd ꝛc. tt, von luf dei⸗ x h durch deiner r mein meine es guth z und d und g wer⸗ sichrer lüste! „ Wo⸗ ommen Denkt, id jene ist er rmerkt dle fest nensch, Sein eifer IIV. Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 199 —— eifer wird gar leichtlich kalt, Nach⸗ gebend sein gewissen. Weh ihm, wenn er vermessen ist, Wenn sei⸗ ner schwachheit er vergißt, In sich nur stärke siehet! Der irrthum und die sinnlichkeit Besiegen ihn in je⸗ dem streit, Wenn er nicht klüglich fliehet. 4. Wer sich selbst, gott, vor dir erhöht, Kann nicht vor dir beste— hen; Wer seine niedrigkeit gesteht, Rur den wirst du erhöhen. Ver⸗ acht' ich andre neben mir, So miß— fällt meine tugend dir, Wie groß ich sie auch finde, Mein glaube hat da keinen werth. Dem, der auch demuthsvoll dich ehrt, Vergiebst du seine sünde. 5. Drum lehre mit behutsamkeit Auf meine bahn mich schauen Und Nach deiner vorschrift handeln. Ich werde nicht durch sicherheit, Durch stolz und durch vermessenheit Von deinem worte weichen. So bleibt auch deine gnade mir, Und ich werd', unterstützt von dir, Des glaubens ziel erreichen. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr.. 398 Wẽr bin ich? wichtig 9• ist die frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! Gieb, daß ich mir die wahrheit sage, Um mich, so wie ich bin, zu sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, Bleibt von der weisheit weit entfernt. niemals aus vermessenheit Aufmei⸗ 2. Ich bin ein werk von deinen ne kräfte bauen. Wenn wo versu- händen, Du schufst mich gott, zu chungen mir drohn, So zeige sie deinem preis; Dazu mein leben von fern mir schon, Daß ich mich anzuwenden, Das ist dein väter⸗ zeitig rüste. Aufmerksam mache lich geheiß. Doch, leb' ich, als dein meinen blick Auf diese welt, auf eigenthum, Auch, wie ich soll, zu zeit und glück, Und auf die macht deinem ruhm? der lüste. 3. Ich bin ein christ nach dem be⸗ 6. Du weißts, zum guten, herr, kenntniß; Doch, bin ich das auch bin ich Nur öfters kalt und träge.in der that? Herr, öffne selbst mir Mein täglich straucheln mache mich Vorsichtig allewege. Find' ich mich auf der rechten bahn: So gieb, daß ich, so gut ich kann, Bei jedem schritte wache. Bewahre meinen fuß, daß nicht Stolz und vermeß- ne zuversicht Zu mir, mich fallen mache. 7. Mein glaube, meine frömmig—⸗ keit, Und was ich an mir habe Von tugend und rechtschaffenheit, Ist alles deine gabe. Ich bin nur staub, den du erschufst, Den du begna⸗ digst und berufst, In deinem reich zu leben. Laß mich, entfernt von stolz und wahn, Mit demuth deine gab' empfahn, Und dir die ehre geben. 8. So werd' ich, gott, von dir ge⸗ führt, Auf deinen wegen wandeln. Durch deinen guten geist regiert, das verständniß, Recht einzusehn, ob ich den pfad, Den jesus mir ge⸗ wiesen, geh, Und ob ich auch im glauben steh? 4. Du kennest unsers herzen tie⸗ fen, Die uns selbst unergründlich sind; Drum laß mich oft und ernst⸗ lich prüfen, Ob ich sey christo gleich⸗ gesinnt. Befreie mich vom falschen wahn, Der auch den klügsten täu⸗ schen kann. 5. Wie kann der, der bei allem wissen Des herzens zustand sich verhehlt, Auf wahre beßrung seyn beflissen, Er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, ist verstand, Drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem heil noch fehlet, Mein vater, das entdecke mir! Hab' ich der wahrheit weg er⸗ N wählet, 200 Zweite Abtheilung. wählet, So gieb, daß ich ihn nicht verlier. Erleuchte mich mit deinem licht, So täuschen mich verführer nicht. 7. Bin ich jetzt von dem sichern pfade, Der mich zum leben führt, noch fern: So wecke mich durch deine gnade, Daß ich ihn ernstlich suchen lern. Gieb mir zur beßrung lust und kraft; Du bist's, der bei⸗ des in uns schafft. ö 8. Ich muß es einmal doch erfah⸗ ren, Was ich hier war und hier gethan. O laß mich's nicht bis da⸗ hin sparen, Wo reue nichts mehr helfen kann. Hier mache mich zum himmel klug, Und frei vom schnö⸗ den selbstbetrug. XV. Von der Selbstliebe. Mel. Jesu, deine tiefen wunden. aß ich mich, mein gott, 399. selbst liebe, Kann dir nicht mißfällig seyn, Du, du pflan⸗ zest ja die triebe Tief hiezu den menschen ein. Lenke du nur mei⸗ nen sinn Auf die wahre weisheit hin, Daß ich nicht mein glück ver⸗ fehle Und selbst das verderben wähle. 2. Hilf mir, alle meine pflichten Recht verstehn, und mit bedacht Auf das mein bestreben richten, Was wahrhaftig glücklich macht. Wer dir, o du höchster, lebt, Und dir zu gefallen strebt, Der nur kennt der seele adel, Der nur liebt sich ohne tadel. 5. Doch, wie oft und leicht ver— führet Eigenliebe unser herz! Durch den äußern schein gerühret, Wünscht es freud' und wählt den schmerz, Sucht und findet niemals ruh. Hofft sie, und kommt nie dazu, Weil es sich verliert in dingen, Die kein wahres glück uns bringen. 4. Wir versäumen unsre pflichten, Von bequemlichkeit regiert; Wer-⸗ den, wenn wir guts verrichten, Oft von eigennutz verführt. Nur gar selten trachten wir Nach dem wah⸗ ren ruhm bei dir; Und, wie oft fehlt's uns am wollen, Wenn wir andern dienen sollen? 5. Mache, o mein gott, in gna⸗ den Mich von solcher unart frei, Daß ich nicht zu meinem schaden Gegen mich verblendet sey. Pflanze selbst den trieb mir ein, Mich vor allem dein zu freun, Auch nach andrer wohl zu trachten, Und sie, wie du willst, zu achten. 6. Gieb mir dann auch das voll-⸗ bringen, Mich zu lieben, wie ich soll; Laß mich eifrig darnach ringen, Was mir dient zum wahren wohl. Auch dem nächsten beizustehn, Lieb⸗ reich stets auf ihn zu sehn; Ueber alles dich zu lieben: Das, das hilf mir treulich üben. Mel. O gott, du frommer gott. Ju willst es, herr, mein 400. D gott, Daß ich mich selber liebe. Gieb, daß ich diese pflicht Nach deiner vorschrift übez Und laß den sel'gen trieb, Mich, meines glücks zu freun, Den du mir eingepflanzt, Nie mein ver⸗ derben seyn. 2. Gieb, daß mein ganzes herz Sich deiner liebe weihe, Und daß ich überall Dich kindlich ehr' und scheue. Wer als ein christ sich liebt, Der flieht auch, als ein christ, Was deinem heil'gen rath, O gott, entgegen ist. 3. Kein schnöder eigennutz Beherr⸗ sche meine seele, Und wenn zu mei⸗ nem glück Ich weg und mittel wäh⸗ le; So laß mich stets dabei Auf recht und wahrheit schaun, Und nie eitelkeite ihrer lu immer. Was hil ein verge glücklich 6. Ein verletzt allein Mel. Ki 401 dein the mit ern ge für i ich soll, 2. Wie Welchee Wie vie sie, got hast, er deinen 35. O Bestimt Lebt sie glauber ßerer v reif zu mich ni heil, de ersehn 5. W elend baun. erfah⸗ d hier is da⸗ mehr zum chnö⸗ anze hvor nach d sie, voll⸗ ie ich gen, vohl. Lieb⸗ leber 6 hilf ott, mein nich diese übez Nich, n du ver⸗ herz daß und iebt, rist gott, herr⸗ mei⸗ väh⸗ Auf Und nie XVI. Von der Sorge fuͤr die Seele. 201 nie mein wohlergehn Auf andrer 4. Dein fluch trifft jedes glück, Dabei die tugend leidet, Dabei der, der es sucht, Gott, deine wege meidet. Wer unrecht liebt und thut, Erbt deinen himmel nicht; Nie treffe mich, o gott, Dies schreck⸗ liche gericht! 5. Nie blende mein gemüth Der eitelkeiten schimmer: Die welt mit ihrer lust Vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze lust? Was hilft uns eitle pracht? Nicht ein vergänglich guth Ists, was uns glücklich macht. 6. Ein gottergebnes herz, Ein un⸗ verletzt gewissen, Nur das kann uns allein Des lebens last versüßen; Das bleibt uns auch im tod, Und folgt uns aus der zeit, Zum gro⸗ beit segen nach, Bis in die ewig⸗ eit. 7. Oselig, wer darnach Mit heil'⸗ gem eifer trachtet, Und für sein größtes glück, Gott, deine gnade achtet! Der liebt allein sich recht, Der findt schon in der zeit Die wah— re ruh, und einst Vollkommne se⸗ ligkeit. 8. Das sey mein zweck, mein fleiß; O segne mein bemühen! So wird das wahre wohl Nicht meinem wunsch entfliehen. So liebe ich mich so, Wie dir es wohlgefällt, Und über alles dich, Mein gott, und nicht die welt. XVI. Mel. Kommt her zu mir, spricht ꝛc. Lerr, meiner seele gro⸗ 40 I. H ßen werth, Den mir dein theures wort erklärt, Laß mich mit ernst bedenken, Und auf die sor⸗ ge für ihr wohl So unermüdet, als ich soll, Den größten eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht‚ Welch glück hast du ihr zugedacht! Wie viel an sie gewendet. Du schufst sie, gott, dein bild zu seyn, Und hast, es in ihr zu erneun, Selbst deinen sohn gesendet. 3. Zu groß für diese kurze zeit, Bestimmt zum glück der ewigkeit, Lebt sie im fleisch auf erden, Durch glauben und gottseligkeit, Zu grö⸗ ßerer vollkommenheit Im himmel reif zu werden. 1. Mit großer treue willst du sie, Selbst durch des lebens kurze müh, Zu jenem leben führen. O, laß mich nicht durch eigne schuld Das heil, das deine vaterhuld Ihr aus— ersein, verlieren! 5. Wie du, o gott, gesinnt zu 7. Gieb, Von der Sorge für die Seele. seyn, Mich ewig deiner huld zu freun, Und dich zum trost zu wäh⸗ len: Das sey mein fleiß und höch⸗ ster zweck; Laß mich dazu den rech⸗ ten weg Aus leichtsinn nie verfeh⸗ len. 6. Wer sünde liebt, bleibt nicht vor dir: Drum schaffe selbst, o gott, in mir Ein herz, das sünden hasset, Das seine schuld vor dir be⸗ reut, Und das zu deiner gütigkeit Durch christum hoffnung fasset. daß ich dir mich ganz er⸗ geb; Und was ich noch auf erden leb, Laß mich im glauben leben An jesum christum, der auch mich So hoch geliebet, daß er sich Für mich dahingegeben. 8. In meiner ganzen pilgrimschaft Laß mich, gestärkt durch deine kraft, Nach jenem kleinod trachten. Das nur dein ruf vor augen stellt, Und alle güther dieser welt Wie nichts dagegen achten. Wie selig werd' ich dann nicht dei⸗ 179. seyn! Schon hier werd' ich mich R 5 ner 202 Zweite Abtheilung. ner freun, Durch dich, gott! ruhig leben; Und du wirst nach vollbrach⸗ ter zeit, Auch mich gewiß zur herr⸗ lichkeit In deinem reich erheben. Mel. Straf'mich nicht in deinem ꝛc. ache, dich, mein geist, 402. M bereit! Wache, fleh und bete! Daß dein herz zur bösen zeit Nicht von gott abtrete. Ach, schon ist Mancher christ Von ver⸗ suchungsstunden Plötzlich überwun⸗ den! 2. Auf dann, und ermuntre dich Aus dem sichern schlafe! Immer, glaub' es, zeiget sich Bald darauf die strafe. Der fällt leicht, Dem es däucht, Daß er sicher stehe Auf der tugend höhe. 5. Wache! denn hier hat der christ Noch von allen seiten, Was der seele schädlich ist, Muthig zu be— streiten. Gott läßt zu, Daß auch du, Wenn du sorglos wallest, In versuchung fallest. 4. Wache! daß dich nicht die welt Durch gewalt bezwinge; Oder, wenn sie sich verstellt, Listig an sich bringe. Wach' und sieh, Daß dich nie Die verführer fällen, Die dir netze stellen. 5. Wach', und hab' auf dich wohl acht! Trau nicht deinem herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes huld verscherzen. Ach, es ist Voller list, Weiß sich selbst zu heucheln, Und mag gern sich schmei⸗ cheln. 6. Aber bet'auch stets dabei, Be— te bei dem wachen; Das wird dich von trägheit frei Und behutsam machen. Gott verleiht Munter— keit Auf dem rechten pfade Durch erbet'ne gnade. 7. Nahe dich denn mit gebät Oft zu seinem throne; Wenn dein herz nur glaubig fleht, Hört er in dem sohne. Er verheißt Seinen geist, Mit ihm kraft und leben, Auf dein flehn zu geben. LͤBr!: 3. Nun, so will ich immerdar Wachen, kämpfen, beten, Und ver⸗ mehrt sich die gefahr Nie von. abtreten, Kurze zeit Währt der streit, Und welch eine krone Wird mir dann zum lohne!* Mel. Was mein gott will, das ꝛc. oder: Das jesulein soll doch ꝛc. ein gott! erschaffen 403. M hast du mich, Einf ewig froh zu leben. O möchte doch mit inbrunst sich Mein herz dahin erheben, Wo volles heil Dem wird zu theil, Der hier dich treu vereh⸗ ret; Wo alles leid Der prüfungs⸗ zeit In wonne sich verkehret! 2. Wenn dieses lebens last mich drückt, Weß soll ich dann mich trö— sten? Die hoffnung ist's, die mich erquickt, Einst auch mit den erlösten Bei dir zu seyn, Und, frei von pein, In ewigkeit zu leben. Sollt' ich denn hier Nicht mit begier Nach solcher hoffnung streben? ö 5. Was stärkt mein herz mit muth und kraft, Nach deinem wort zu wandeln, Und auch alsdann gewis⸗ senhaft, Wenn sünde lockt, zu han⸗ deln? Ein öftrer blick Auf jenes glück Des wonnevollen lebens; Richt ich dahin Nur meinen sinn, So kämpf' ich nicht vergebens. 4. So gieb denn, daß ich allezeit Vorzüglich darauf achte, Und nach dem glück der ewigkeit Vor allen dingen trachte; Damit ich treu Im glauben sey, Der tugendfrüchte bringet. Denn ew'ges heil Wird nur zu theil Dem, der darnach recht ringet. 5. O wäre dieses heil schon mein! O schmeckt ich schon die freuden, Dir dort sich finden, frei von pein, Und frei von allen leiden! Sieh dieser zeit, Mit ruh und freud, Doch stets, mein geist, entgegen! Herr, steh mir bei, Im guten treu, Den lauf zurück zu legen. Mel. ———— merdar Ind ver⸗ on gott! hrt der! ne Wird das ꝛc. doch ꝛc. schaffen h, Einst hte doch 3 dahin m wird vereh⸗ ifungs⸗ et! st mich ich trö⸗ ie mich erlösten 'ei von Sollt' er Nach it muth vort zu; gewis⸗ zu han⸗ f jenes ebens; n sinn, ns. allezeit id nach r allen eu Im früchte Wird arnach mein! euden, npein, Sieh freud, gegen! guten gen. Mel. XVII. Von der Sorge fuͤr den Leib. 205 XV Mel. Es ist Tach met an der zeit. ach meiner seelen se⸗ 404. N ligkeit Laß, herr, mich eifrig ringen! Sollt' ich die kurze gnadenzeit In sicherheit hin— bringen: Wie würd' ich einst vor dir bestehn? Wer in dein reich wünscht einzugehn, Muß reines herzens werden. 2. Erst an dem schluß der lebens— bahn Auf seine sünden sehen; Und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um erbarmung flehen: Das ist der weg zum leben nicht, Den uns, o gott, dein unterricht In deinem wort bezeichnet. 3. Du rufst uns hier zur heili— gung; Drum laß auch hier auf er⸗ den Des geistes wahre besserung Mein hauptgeschäfte werden. Herr, stärk' in mir dazu den trieb; Nichts sey mir je so groß, so lieb, Mich davon abzuwenden. 4. Gewönn' ich auch die ganze sollte das, was dir gefällt, O gott, darüber meiden: Was hülfe mirs? nie kann die welt Mit allem, was sie in sich hält, Mir deine gnad'ersetzen. 5. Was führt mich zur zufrieden⸗ heit Schon hier in diesem leben 2 Was kann mir trost und freudigkeit In noth und tode geben? Nicht menschengunst, nicht irdisch glück, Nur gottes gnade und ein blick Auf jenes lebens freuden. 6. Nach diesem kleinod, herr, laß mich Vor allen dingen trachten, Und, was mir daran hinderlich, Mit edlem muth verachten. Daß ich auf deinen wegen geh, Und im gericht dereinst besteh, Sey meine größte sorge. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht Vor trägheit mich beschüz⸗ zest, Und mich zur treu in dieser pflicht Mit kräften unterstützest? O stärke mich, mein gott, dazu! So find' ich hier schon wahre ruh welt Mit allen ihren freuden, Und Und dort das ew'ge leben. XVII. Von der Sorge fuͤr den Leib. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. jeder pflicht. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. l. Sie führt reu und gewissensschmerz In das ihr hin⸗ gegebne herz. er wollust reiz zu wi⸗ 4. Der mensch sinkt unter ihrer 405. D dertueten, Ochrist, bürde Zur niedrigkeit des thiers laß deine weisheit seyn! Bewahre, herabz Er schändet und entehrt die liebst du glück und leben, Dein herz würde, Die ihm sein weiser schöpfer von ihrem gräuel rein. Vor ihrer gab; Vergißt den zweck, dazu er schnöden lockung fliehn, Heißt dem lebt, Weil er nach niedern lüsten verderben sich entziehn. strebt. 9* 2. Die wollust kürzet unsre tage, 5. So schimpflich sind der wol⸗ Sie raubt dem körper seine kraft, lust bande! Schon vor der welt sind Und armuth, seuchen, schmerz und sie ein spott; Sie sind vor dem ge⸗ plage Sind früchte dieser leiden-wissen schande, Und noch weit mehr schaft. Der haßt sich selber, der sie vor dir, o gott! Der lasterselav liebt, und sich in ihre fesseln giebt. entflieht dir nicht: Du forderst ihn 5. Sie raubt dem geiste muth vor dein gericht. und stärke, Schwächt den verstand, 6. Du sübergiebst den dem verder⸗ der seele licht; Sie raubt den eifer ben Schon hier, der seinen leib edler werke, Und ernst und lust ünsent eiden Und nie wird ahnn⸗ Im⸗ 204 Zweite Abtheilung. himmel erben, Der sich unreiner lüste freut. Drum fleh' ich demuths⸗ voll zu dir; O schaff' ein reines herz in mir! 7. Gieb, daß ich allen bösen lüsten Mit muth und nachdruck widerstehz Und stets, dawider mich zu rüsten, Auf dich, allgegenwärt'ger, seh. Denn, wer dich, gott, vor augen hat, Flieht auch verborgne misse⸗ that. In voriger Melodie. 406.2 Dun warten, und ihn nähren, L Das ist, o schöpfer, meine pflicht; Darch eigne schuld ihn zu zerstören, Ver bietet mir dein unterricht. O stehe mir mit weisheit bei, Daß diese pflicht mir heilig sey? 2. Sollt' ich, o herr, geringe schäz⸗ zen, Was deine hand mir anver— traut? Den wundervollen bau ver⸗ letzen, Den du, ja dein: Sollt' 5 seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, Giebst du mit milder vaterhand Die mittel, die dazu uns nützen, Und ich denn sein zer⸗ als schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein leib? er ist der: So flöße selbst geduld mir verleih, Daß auch des arztes rath gedeih. treibe, Was auf des körpers pfle⸗ ge zielt; Und stets in jenen schran ken bleibe, Die dein gebot mir an⸗ befiehlt. Des leibes wohl laß nie allein Das ziel von meinen sorgen seyn. 3. Mein größter fleiß auf dieser erde Sey meinem geiste, goͤtt, ge— weiht, Daß er zum himmel weise werde, Noch in der vorbereitungs— zeit: So wird sich leib und seele dein In alle ewigkeit erfreun. Mel. In allen meinen thaten ꝛc. 0 Wos ist mein zeitlich 4 7. leben, Das du mir, gott, gegeben? Ein unschätzbares guth. Du gabst mirs; hier auf erden Zum himmel reif zu werden, 7. Doch gieb, daß ich nicht über 3 Worauf mein wahres glück beruht. ö 2. Hier wird die saat gestreuet. Dort erndtet man, erfreuet, Der tugend früchte ein; Je länger ich hier lebe, Und gut zu handeln stre⸗ be, Je größer wird mein glück zum gebrauch giebst du verstand. dort seyn. Dir ist die sorge nicht zu klein: Wie sollte sie es mir denn seyn? 4. Gesunde glieder, muntre kräf⸗ te, O gott, wie viel sind die nicht O herr, laß mir, im glauben Der künft'gen erndtezeit, Mein leben auf der erden So werth und wich⸗ werth! Wer taugt zu des berufs tig werden, Als es mir selbst dein geschäfte, Wenn krankheit seinen wort gebeut. leib beschwert? Ist nicht der erde größtes guth ndeit und ein heitrer muth? K. Mir selbst es zu verkürzen, Mich in den tod zu stürzen, Ist wider meine pflicht. Ein redliches 5. Drum gieb, daß ich mit sorg⸗gemüthe Lohnt nie mit undand falt meide, Was meines körpers wohlseyn stört; Daß nicht, wenn ich je krankheit leide, Mein geist den innern vorwurfhört: Du selbst bist störer deiner ruh, Du zogst dir selbst dein übel zu! 6. Laß jeden sinn und alle glieder Mich zu bewahren achtsam seyn; Und drückt mich eine krankheit nie⸗ güte; Entweicht auch dem berufe nicht 5. Was leicht in krankheit stür⸗ zet, Das leben leicht verkürzet, Laß mich mit sorgfalt fliehn; Doch auch nicht ängstlich zagen, Für mei⸗ ne pflicht zu wagen, Was du mir, gott, für sie verliehn. 6. In deine vaterhände Befehl ich, —— 3. Sollt' ich dies glück mir rauben? — ich/ her ein. Gieb frohen muth, und 5 2. D leben; freun, geben, seyn. nuß Vo muß! 3. Di Mit u Die, v Daß ke Daß je Gesätt K. Di leide, als bro nochef o gott genuß fluß! es rath t über⸗ rõ pfle⸗ schran. nir an⸗ aß nie sorgen dieser dtt, ge— Iweise tungs⸗ d seele un. en ꝛc. zeitlich u mir, ich, herr, mein ende, Und meiner tage lauf. Es sey mein ganzes le⸗ ben Dir hier zum dienst ergeben; Hilf du nur selbst der schwachheit bares r auf erden, eruht. reuet. „Der ger ich n stre⸗ glück uben? n Der leben wich⸗ st dein irzen, Ist liches ndank beruft stür⸗ ürzet, Doch mei⸗ mir, zefehk ich, * XVII. Von der Sorge fuͤr den Leib. 205 auf. 0 Wie heilsam ist das leben Dem, der dir ganz ergeben, Nach wahrer tugend strebt! Drum will ich dich treu lieben, Mich stets im guten üben: So hab' ich lang' und wohl gelebt. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. Wie mannigfaltig sind 408. die gaben, Wodurch, herr, deine huld uns nährt, Die alles gute, was wir haben, Be— ständig, und so gern gewährt. Auch das, was unser mund genießt, Zeigt uns, wie gut und mild du bist. 2. Du giebst uns brod für unser leben; Und lässest auch, uns zu er⸗ freun, Die mittel, die uns nahrung geben, So viel, so mannigfaltig seyn. Wie angenehm ist der ge— nuß Von dem, was uns ernähren muß! 3. Du segnest auen und gefilde Mit unerschöpfter fruchtbarkeit, Die, vater, jährlich, deine milde, Daß keiner hungern mög', erneut; Daß jedermann, von sorgen frei, Gesättigt werd' und dankbar sey. . Du giebst, daß ich nicht mangel leide, Was nöthig ist; auch mehr als brod: Giebst zum bedürfniß auch noch freude Für einen jeden sinn, o gott! Wie ist, zum wechsel im genuß, So groß, so reich dein über— 5. So will ich denn mit freuden essen, Was deine vaterhuld mir schenkt; Nie aber auch, o herr, vergessen, Daß sie mich speist, daß sie mich tränkt; Nie, daß sie keine lust mir wehrt Als die, die schadet und zerstört. 6. Drum laß die kraft, uns zu vergnügen, Die du in speis' und trank gelegt, Mich nie, o höchster, so besiegen, Daß sie zum schwelgen mich bewegt; Laß, deiner gaben mich zu freun, Mich mäßig im ge⸗ nusse seyn. 7. Mit speis' und trank sich so be⸗ schweren, Daß man derselben über⸗ voll, Dadurch wird das, was uns ernähren Und unser herz erquicken soll, Ein gift, das in die adern schleicht, Und krankheit, schmerz und tod erzeugt. 8. Unmäßigkeit raubt uns die kräfte Zu dem, was uns die pflicht gebeut! Macht träge zum berufs⸗ geschäfte, Untüchtig zur gottselig⸗ keit; Erweckt unordnung, streit und zank, Erstickt den dir, gott, schuld'gen dank. 9. Wer sich dem bauch zum gott erkohren, Unmäßig deine gaben braucht: Der ist für's himmelreich verloren, Zu dem kein knecht der lüste taugt. Gott, laß mich ja dies laster scheun, Enthaltsam, mä⸗ ßig, nüchtern seyn! 10. So oft ich speis' und trank ge⸗ nieße, So laß es mit vernunft ge⸗ schehn; Und, daß ich beides mir versüße, Mit dank auf dich, den geber, sehn; Auf dich, der du mich zärtlich liebst, Mir nahrung und fluß! erquickung giebst. XVIII. Von 206 Zweite Abtheilung⸗ XVIII. Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. Mel. Allein gott in der höh' sey ꝛc. us deiner milden se— 409. A genshand, Du geber aller gaben, Muß jedes volk und jedes land Des guten zufluß haben. Mit großer weisheit hälst du haus, Und breitest deine güte aus, Der völker wohl zu gründen. 2. Von dir kommt kunst und wis⸗ senschaft, wodurch die länder blü— hen. Du schenkest jeglichem die kraft, Sich nützlich zu bemühen In seinem amt, beruf und stand, Dar⸗ zu dein rath ihn tüchtig fand, Zum besten mitzuwirken. 3. Als milder geber zeigst du dich Den völkern aller lande; Und du verknüpfst sie unter sich Durch dei⸗ nes segens bande. Zum fernen ost, zum fernen nord Strömt deines segens quelle fort Von westen und von süden. . Du giebst den schiffen ihren lauf Auf strömen und auf meeren, Und hilfst dem flor der handlung auf, Viel tausende zu nähren. Zur nothdurft, zur bequemlichkeit Ver— theilst du deine gaben weit Von einem land zum andern. 5. Du segnest jedes menschen fleiß Zum nutzen seiner brüder, Was er nur gutes kann und weiß, Das kommt von dir hernieder. Was deine hand uns zugewandt, Das fließet stets aus hand in hand Durch nützliche gewerbe. 6. Herr, unser gott, wir preisen dich Mit dankbarem gemüthe. Du herrschest unveränderlich Mit weis⸗ heit und mit güte. Geuß deinen segen ferner aus Auf unser land, auf jedes haus, Zu deines namens ehre. 7. Hilf, daß ein jeder redlich sey In seinem thun und handel; Recht⸗ schaffen, brüderlich und treu In ̃I seinem ganzen wandel. Mit lust, o vater, wendest du Dem lande deinen segen zu, Das solch ein voll bewohnet. Mel. Herr jesu christ, dich ꝛc. ott, dessen hand die 410. G welt ernährt, Und je⸗ dermann sein theil gewährt, Laß deinen segen auf mir ruhn, Und mich mein werk mit freuden thun. 2. Du sorgst für mich, doch so, daß ich Auch sorgen soll, zu thun, was mich Dein offenbarer wille heißt: Dazu verleih mir deinen geist. 3. Hilf, daß ich stets in dieser welt So lebe, wie es dir gefällt; Mich von der fünde zu befrein, Laß meine erste sorge seyn. 1. Stehts erst mit meiner seele wohl, Dann lehre mich auch, wie ich soll, Auf meines leibes wohler—⸗ Pehn Mit wahrer christenweisheit sehn. 5. Dich ruf' ich an, verlaß mich nicht! Du weißt ja wohl, was mir gebricht. Was du willst geben, gieb du mir, Und dann zufrieden⸗ heit mit dir. 6. Mit beten geh' ich an mein werk, Gieb du dem leibe kraft und stärk'; Mit dir lfang' ich die arbeit an, Durch den ich sie vollenden kann. 7. Erleichtre mir der aͤrbeit last, Laß mich, wie du befohlen hast, Das thun, was meines standes ist; Erfreut, daß du mein helfer bist, 8. Zu dir hoff' ich voll zuversicht, Du werdest meinem fleiße nicht Dein segnendes gedeihn entziehn; Vergebens ist sonst mein bemühn. 9. Du machst die dürren berge naß, Du kleidest blumen, laub und gras z X gras 3 N klein: ger sey 10. Vo sinn, S bin, M Wie wo stehn! 11 Daß ich Hilf, d Ja, sor Mel. oder: 41I gute zu arbeit sie uns ihm nu mit sein ne forte 2. We macht, Zuerst Dem g zeitliche beim f ihm we 5. Ge und lol den: 2 Und m seinem segnet herz m K. Dr dich B licht ut ich nie dein g cher r allem —9* mich, Undeh dich, freude ́fs;' XVIII. Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. 20 —.— gras; Für deine sorg' ist nichts zu tig sey; Dein segen kröne meine le it lust lande in volk ich ꝛc, nd die Ind je⸗ „ Laß „Und thun. och so, thun, wille deinen dieser efällt; efrein, seele „ wie ohler— isheit mich is mir zeben, ieden⸗ mein t und arbeit enden t last, hast, ist; bist. rsicht, nicht iehn; nühn. berge b und gras; klein: Du wirst auch mein versor⸗ treu, Daß sie auch andern nütze. ger seyn. 6. Sey überall, mein gott, mit 10. Verstünd ich nur nach deinem mir! Die werke meiner hände Be⸗ sinn, So lang' ich noch auf erden fehl ich, allerhöchster, dir; Hilf, bin, Mit deinen gaben umzugehn: daß ich sie vollende Zu deines gro⸗ Wie wohl wird es dann um mich ßen namens preis, Daß mir die stehn! frucht von meinem fleiß In jenes 11. O mache mich dazu recht treu, leben folge. Daß ich dir thätig dankbar sey! Hilf, daß ich sorge, wie ich soll; Ja, sorge du, so geht mir's wohl. Mel. Nun freut euch, lieben ꝛc. oder: Lobsinget gott ꝛc. Nr. 5. I G'e ist's, der das ver⸗ 41 mögen schafft, Das gute zu vollbringen. Er giebt zur arbeit muth und kraft, Und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt,‚ Wird, wenn's mit seinem willen stimmt, Nicht oh⸗ ne fortgang bleiben. 2. Wer das zu seinem hauptzweck macht, Gefällig ihm zu werden, Zuerst nach seinem beifall tracht't, Dem giebt er auch auf erden, Vom zeitlichen, mit milder hand, So viel, beim fleiß in seinem stand, Als ihm wahrhaft nützet. 5. Gott ist der frommen schild und lohn; Er krönet sie mit gna⸗ den: Was sollte ihrer feinde hohn Und misgunst ihnen schaden? Mit seinem schutz bedeckt er sie, Und segnet, bei des lebens müh, Ihr herz mit trost und hoffnung. 4. Drum gieb, o gott, daß ich auf dich Bei meiner arbeit sehe. Mit licht und weisheit segne mich, Daß ich nie wege gehe, Die mir, herr, dein gesetz verbeut. Nach christli— cher rechtschaffenheit Laß mich vor allem 5. Laß müssiggang und trägheit mich, Als dir misfällig, meiden, Und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, Voll muth, mit lust und freuden, In meinem stand geschäf⸗ 0 Auch mir der treue lohn da⸗ Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. it dir geh ich an mein 412. N geschäfte, O'gott! du giebst durch deinen geist Mir auch gewiß zur arbeit kräfte, So lange du mich leben heißt. Laß, dieser hoffnung mich zu freun, Auch dei⸗ nen rath mir heilig seyn. 2. Der ehrt dich nicht, der seine tage In trägem müssiggang ver⸗ lebt, Und, sich und andern gleich zur plage, Das ihm geliehne pfund vergräbt. Du bist's, der uns den fleiß gebot, Und wer ihn übt, ehrt dich, mein gott! 3. Du gabst, mit soviel andern trieben, Uns auch den trieb zur thätigkeit, Und, ihn auf's nützlichste zu üben, Giebst du uns auch gele⸗ genheit. Du kennest unsrer arbeit müh, Und deine kraft erleichtert sie. Laß mich auf diese ordnung se⸗ hen, Ihr folgen und mich ihrer freun. Wie, sollt' ich dabei irre gehen, Und nicht vielmehr gesegnet seyn Von dir, der du der arbeit last Auch reichen lohn beschieden hast? 5. So wart ich, gott, auf deinen segen, Und sorge nicht, wie's wer⸗ den soll; Ich geh ihm doch gewiß entgegen Und bin der frohen hoff— nung voll: Mein fleiß ist wohlge⸗ fällig dir; Du siehst und du ver⸗ giltst ihn mir. ö 6. Ich tröste mich deß nicht verge⸗ bens, Bleibt er gleich unvergolten hier; Du reichst am abend meines für, 208 Zweite Abtheilung. für. Dann freu ich mich in ewig⸗ keit Des nützlichen gebrauchs der zeit. Mel. Aus tiefer noth schrei ich ꝛc. ach deinem rath, o 413. N gott, sind wir Zum fleiß bestimmt auf erden; Du willst es, daß wir alle hier Einander nütz— lich werden. Gieb mir verstand und lust und kraft, Geschickt, treu und gewissenhaft Zu thun, was mir ge⸗ bühret. 2. Hilf, daß vor träger weichlich⸗ keit Ich standhaft mich bewahre; Und wo die pflicht mir müh gebeut, Nie meine kräfte spare. Erholen darf ich mich nur dann, Wenn ich, von kraft erschöpft, mich kann Zu neuer arbeit stärken. 3. Gieb treuen fleiß, und laß mich nicht Die zeit mit nebendingen, Und mit versäumung meiner pflicht, Verschwenderisch verbringen. Das müsse mein vergnügen seyn, Mich du mir auferleget. steige. ùμκμn 4. Ein heil'ger trieb belebe mich O höchster, meine pflichten In deit ner furcht, gestärkt durch dich. Mit freuden zu verrichten. Ein herz, das sich des guten freut, Giebt zu der arbeit munterkeit, Macht leich⸗ ter unsre lasten. 5. Laß mich vor dir, herr, unver⸗ rückt Mit einem herzen wandeln, Das geiz und ehrsucht nie bestrickt, Gewissenlos zu handeln. Mein le⸗ ben deinem dienst zu weihn, S nützlich, als ich kann, zu seyn: Daz sey mir ehr' und reichthum. 6. Dir zu gefallen, sey mein ziel Bei allem, was ich thue: So hat, es gehe, wie es will, Doch mein gewissen ruhe; Denn wer dir, hei⸗ ligster, mißfällt, Was nützet dem die ganze welt Mit allen ihren schätzen? 7. Gieb, daß mein fleiß in dem be⸗ ruf, Dazu mich auf der erde Dein weiser rath, mein gott, erschuf, Mir eine stufe werde, Worauf ich nach vollbrachter zeit Zur höheren den geschäften ganz zu weihn, Die geschäftigkeit Des bessern lebens ö XIX. Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Guͤther, Reichthum, Ehre und dergleichen. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 3. Es ist das mir geschenkte guth 1 err! laß mich doch geVergänglich, wie die erde. Hilf, 414. wissenhaft Mein zeit⸗ lich guth verwalten. Gieb selbst mir weisheit, gieb mir kraft, Damit wohl hauszuhalten; Auf daß ich, im geringern treu, Durch deine gnade fähig sey Zu größern gna— dengüthern. 2. Mein hab' und guth kommt ja von dir Und deinem milden segen. Nicht zum verderben gabst du mir Mein zeitliches vermögen. Du gabst es mir zum wahren wohl; Drum gieb, herr, daß ich's, wie ich soll, Nach deiner vorschrift brauche. daß ich nie zum übermuth Dadurh verleitet werde. Nie reiß ein irdiz scher gewinn Mein herz so weil zum eiteln hin, Daß ich mein heil vergesse. ö 1. Was hülfe mir die ganze welt Mit allen ihren schätzen, Verblen⸗ dete mich guth und geld, Mich dir zu widersetzen? Verschmäht' ich was dein wort begehrt, Was mit ein ewig heil gewährt: Wie elend würd' ich werden! 5. Mein stärkstes trachten sey al⸗ hier Nach deines geistes XI Wie re Kann ich, hö voll gla dann 6. De seyn, 2 sünden reichth in tode am tag da kein 7. Ve keit, U Was d Es nü die klu dem nã bens 8. Es schaft: ken, haft 3 Also di n, d segen d — Mel. 4¹⁵ seyn. re, Da ewiglie mir vi überge 2. N Noch oft au auch er ist in größte 3. 9 Und ge nen ri doch ei thoren sterber 4. L Wenn stolz r N. lein Rel So hat, ch mein ir · hei⸗ zet dem ihren dem be⸗ de Dein erschuf, rauf ich höheren lebens lichen 1 kte guth Hilf, Dadurch ꝛin irdi⸗ so weit ein heil nze welt zerblen⸗ Nich dir ht' ich, Sas mit ie elend seoben aben. Wie XIX. Vom Verhalten gegen die zeitlichen Guͤther ꝛc. 209 Wie reich bin ich, o gott, in dir mein ansehn mehrt; Und schenkst Kann ich nur diese haben! Besitz' du mir der erde guth, O vater, ich, höchster, deine huld, Bin ich voll glauben und geduld: Was fehlt dann meinem glücke? 6. Den geiz laß ferne von mir seyn, Die wurzel alles bösen. Von sünden und gewissenspein Kann reichthum nicht erlösen. Er hilft in todesstunden nichts, Und nichts am tage des gerichts: Gold schützt da keinen sünder. 7. Lehr' mich die weise sparsam⸗ keit, Um das nicht zu verschwenden, Was du mir gabst, in dieser zeit Es nützlich anzuwenden. Gieb mir die klugheit, daß ich hier Dadurch dem nächsten, so wie mir, Des le⸗ bens müh erleichtre. 3. Es kommt ein tag der rechen⸗ schaft: Das laß mich stets beden— ken, Und mein gemüth gewissen⸗ haft Zur heil'gen sorgfalt lenken, Also die güther dieser zeit Zu nuz⸗ zen, daß ich dort, erfreut, Noch segen davon erndte. Mel. Wenn meine sünd' mich ꝛc. 1 err, laß nach eitler ehre —Mich niemals geizig seyn. Gieb, daß dein geist mich leh⸗ re, Der ehre mich zu freun, Die ewiglich vor dir besteht, Und mit mir von der erde Zum himmel übergeht. 2. Nie müsse rang mich blenden Noch ansehn vor der welt; Das oft aus ihren händen Der böse auch erhält: Wer weis' und fromm ist in der that, Ist edler als der größte, Der aber dies nicht hat. 3. Nicht im besitz von schätzen, Und güthern dieser zeit, Laß mei⸗ nen ruhm mich setzen; Sie sind doch eitelkeit, Sind oftmal auch des thoren glück, Verlassen uns im sterben, Und bleiben hier zurück. k. Laß mich in demuth leben, Wenn mich die welt verehrt; Durch stolz mich nie erheben, Wenn sich so bewahre Mich auch vor über⸗ muth. 5. Dich kennen, meine pflichten Mit treu und redlichkeit Gewissen⸗ haft verrichten, Wie mir dein wort gebeut, Und überall mein christen⸗ thum Nach jesu vorbild üben: Das sey mein wahrer ruhm. 6. Dein beifall ist das beste, Was ich mir wünschen kann: Wenn ich mich deß getröste, So hab' ich g'nug daran, Wenn mir es auch an ruhm der welt, Bei allen guten thaten, Die ich verrichte, fehlt. 7. Nie laß mich ruhm erschmei⸗ cheln, Der mir doch nicht gehört; Nie als ein gleisner heucheln, Den menschengunst bethört. Der tugend meinen fleiß zu weihn, Und andrer glück zu fördern, Laß mein bestre⸗ ben seyn. 8. Auf dieser bahn der ehre Er⸗ halte meinen gang, Durch deines sohnes lehre, Mein ganzes leben⸗ lang: So werd'ich bei verständi⸗ gen Das glück des guten namens Mir g'nug gesichert sehn. 9. Gieb mir, o herr, die gnade, Mich dieses glücks zu freun. Leit' mich auf rechtem pfade, Ein sol⸗ cher mensch zu seyn, Den einst die ehrenkrone schmückt, Die ewig deine frommen In jener welt be⸗ glückt. Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. aß mich doch nicht, o 416. L gott! Den schätzen die⸗ ser erden So sehr ergeben seyn, Daß sie mein abgott werden! Oft fehlt beim überfluß Doch die zu— friedenheit, Und was ist ohne sie Des lebens herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich guth Auch unsre wünsche stillen? Es steht ja sein besitz Nie blos in unserm wil⸗ len. Nicht stets wird's dem zu theil, Der ängstlich darnach ringt; Und schnell 210* Zweite Abtheilung. schnell verlierts oft der, Dem sein bemühn gelingt. 3. Ein guth, das unsern geist Wahrhaftig soll beglücken, Muß nicht vergänglich seyn, Und für den geist sich schicken. Der sünder hat oft geld, Und wünscht sich dessen mehr; Doch dabei bleibt sein herz Von wahrer ruhe leer. 4. O gott, so wehre doch Den ungerechten trieben, Und heilige mein herz, Nie sclavisch das zu lie⸗ ben, Was man mit müh gewinnt, Bald schwelgerisch verzehrt, Bald unruhvoll bewacht, Und bald mit fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes herz, Das sey mein schatz auf erden. Sonst alles, nur nicht dies, Kann mir entrissen werden, Dies bleibt im tod auch mein, Dies folgt mir aus der zeit, Zum seligsten gewinn, Bis in die ewigkeit. 6. Wenn dieses fehlt, dann ist Das herrlichste vergnügen Nur sü⸗ ßen träumen gleich, Die unsern geist betrügen. Drum lenke, gott! den wunsch Vom irdischen gewinn, Durch deines geistes kraft, Zu ew'gen güthern hin. Mel, Mach's mit mir, gott ꝛc. ohl dem, der beßre 417. W schäze liebt, Als schätze dieser erden! Wohl dem, der sich mit eifer übt, An tugend reich zu werden; Und in dem glauben, deß er lebt, Sich über diese welt erhebt. 2. Zwar ächte tugend wehrt uns nicht, Hier güther zu besitzen. Gott gab sie uns, und auch die pflicht, Mit weisheit sie zu nützen. Sie dürfen unser herz erfreun, Und unsers fleißes antrieb seyn. 3. Doch, nach den güthern dieser zeit Mit ganzer seele schmachten, Nicht mehr nach wahrer frömmig⸗ Ist dieses eines menschen ruf, Den ewig, als gott zur ewigkeit erschuf? 4. Der geiz erniedrigt unser herz Erstickt die edlerntriebe, Die liebe für ein schimmernd erz Verdrängt der tugend liebe, Und machet, der X vernunft zum spott, Der erden gold zu deinem gott. Mel. B 5. Der geiz, so viel er an si reißt, Läßt nichts recht froh genn 418. ßen; Er quätt durch habsucht dei⸗ den auge nen geist, Und tödtet dein gewis⸗ mir og sen; Und reißt durch schmeichelnden für die e gewinn Dich blind zu manchem fre- bereituns vel hin. strafung 6. Um vortheil wird er gar wohl 2. Du f. schon Aus dir mit meineid spre- villen, chen; Dich zwingen, der arbeiter licht 3 Kr lohn Unmenschlich abzubrechen; Er füllen, U wird in dir der witwen flehn, Der he pflich — waisen thränen widerstehn. mir gefü 7. Wie könnt' ein herz, vom geize Wer! hart, Des wohlthuns freuden schmecken, Und in des unglücks ge⸗ de; Doch genwart Den ruf zur hülf' entdek⸗ ö ihr haus ken? Und wo ist eines standes aten an pflicht, Die nicht der geiz entehrt und bricht? geid enteze in nicht 6. Du bist ein vater; und aus sinne mi geiz Entziehst du dich den kindern, 50 Da Und lässest dich des goldes reiz, 0——7 Ihr herz zu bilden, hindern; Und der richt glaubst, du habst sie wohl bedacht, Ut magt du sie reich, wie dich, g fiehn macht. 97. 9. Du hast ein richterliches amt; 9 2 ö Und du wirst dich erfrechen, Die Is⸗ sache, die das recht verdammt, hebens; Aus habsucht recht zu sprechen! m Und selbst der tugend größter feind Ecs⸗ 8 Erkauft an dir sich einen freund. mat hi 10. Gewinnsucht raubt dir muth gott 0 und geist Die wahrheit frei zu lis 6. Wol ren; Du schweigst, wenn sie H wage, 2 keit, Und gottes beifall trachten: reden heißt; Ehrst, wo du nichtseyn, U sollst ehren, und wirst um ein veeé Nur di ächtlich geld Ein schmeichler, und weihn; die pest der welt. pfad ver 11. Erhalte mich, o gott, dabei, himmel Daß ich mir g'nügen lasse; Gein 7. Wo ewig, XX. Vom rechten Gebrauch des Lebens. 211 ———— if, Den ewig, als abgötterei, Von mir ent⸗ mit frohen muth, Sey meines les⸗ fern und hasse. Dich lieben, herr, bens größtes guth! ser herz, ie liebe rdrängt jet, der erden Mel. Wer nur abtemieme ö u gabst mir, ew'ger, gens 418. dieses leben Nicht für cht deie den augenblick der zeit; Du hast es gewis⸗ mir, o gott, gegeben Zur saatzeit hhelnden für die ewigkeit: Hier ist der vor⸗ hem fre⸗ bereitungsort, Belohnung und be⸗ strafung dort. ir wohl 2. Du schenktest mir verstand und d spre⸗ willen, Die wahrheit zu erkennen, arbeiter licht; Kraft, deinen willen zu er⸗ hen; Er füllen, Und lehrtest selbst mich mei⸗ yn, Der ne pflicht; Zur tugend gabst du mir gefühl Und freiheit, wie ich wählen will. 3. Der leib ist oft der seelen bür⸗ de; Doch schmücktest du, herr, dies ihr haus, Daß sie durch ihn auch fröhlich würde, Mit vielen fähig⸗ keiten aus: Und wie viel lust giebst du“ nicht hier Durch jeden meinee sinne mir! 4. Du hast mich aber lassen wis⸗ sen, Daß dies mein irdisch haus zerbricht: Ich soll zwar diese welt genießen, Doch als genöß ich ihrer nicht; Ich soll der sinnen lüste fliehn, Wenn sie mich zu dem bösen ziehn. 5. Dein unterricht sey nicht ver⸗ gebens: Gieb, vater, daß ich ihm getreu Und beim genusse dieses le⸗ m geize freuden ücks ge⸗ entdek⸗ standes entehrt nd aus kindern, es reiz, n; Und bedacht,‚ ich, ge⸗ dammt, Hvrechen: er feind freund. ir mut i zu leh⸗ sie dich zu nicht ein ver⸗ er, und nicht hier, Wohnt nur im himmel, gott, bei dir. 6. Wohl mir, wenn ich es redlich wage, Der großen freude werth zu seyn, Und diese kurze übungstage weihn; Wenn nie mein fuß den pfad verllert, Der mich zu deinem himmel führt. „dabei, 7. Wohl mir, wenn ich den hang ; Geiz ewig, bens, Zu dir zu kommen, wür⸗ dig sey. Vollkommne freude wohnt Nur dir und meiner pflicht zu XX. Vom rechten Gebrauch des Lebens. zur sünde, All' böse lust in dieser welt, Und jede lockung überwinde, Die macht, daß sünde mir gefällt: Dann bin ich schon ein sieger hier, Werd' dort gewiß gekrönt von dir. 8, Gieb du mir deines geistes stär⸗ ke, Der du in schwachen mächtig bist, Mir, der zu diesem großen werke Gar oft zu schwach und sinn⸗ lich ist; Laß mich, das böse zu ver⸗ schmähn, Stets auf mein ewig kleinod sehn. 9. Laß, gott, schon in gesunden ta⸗ gen, Im geist, mich oft zum grabe gehn, Und stets bei freuden und bei plagen, Auf dich, und jene zu⸗ kunft sehn; Daß ich, stets meinen pflichten treu, Des höhern lebens fahig sey. Mel. Wer weiß, wie nahe mir ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. 4. 419 Is eilt der letzte von den tagen, Die du hier lebst, o mensch! herbei. Erkauf' die zeit! Und statt zu klagen, Sie sey zu kurz, gebrauch sie treu; Nimm mit erkenntlichem gemüth Der nahen stunde wahr; sie flieht. 2. Getäuscht von eiteln kleinigkei⸗ ten Verlierst du deines lebens zweck, Verschiebst dein heil auf ferne zeiten, Und wirfst leicht⸗ sinnig jahre weg. Bist du, verweg⸗ ner sterblicher! Des nächsten au⸗ genblickes herr? 5. Ein ewig glück einst zu besitzen, Sollst du des kurzen lebens zeit, Als deine saatzeit, weislich nützen, Und thun, was dir der herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: ieh/ eins ist noth! was saͤumest u? O 2 * 4. Drum 212 Zweite Abtheilung. 4. Drum eil', errette deine seele, Und denke nicht: ein andermal. Sey wacker, bet' und überzähle Der menschentage kleine zahl. Ge⸗ setzt! dein ende wär' auch fern: So wandle du doch vor dem herrn. 5. Ja, gott, mit jedem neuen morgen, Erwecke mich zu dieser pflicht. Denn dir, o herr! ist nichts verborgen, Ich bin vor deinem an⸗ gesicht, Und will, mich deiner huld zu freun, Mein leben gern der tugend weihn. 6. Erleucht' und stärke meine see⸗ le, Weil ohne dich sie nichts ver⸗ mag. Du gönnst, daß ich mein heil erwähle, Aus gnaden mir auch. diesen tag. Was ist nicht eine stunde werth, Die deine langmuth mir gewährt? 7. Wohl mir! wenn ich aus allen kräften Nach gottes beifall hier ge— strebt; In gottgefälligen geschäften Die pilgertage durchgelebt, Und einst im glauben sagen kann: Du nimmst mich, herr! zu ehren an. 8. Mein sprachlos flehn bei mei— nem ende Vernimmst du herzens⸗ kündiger! In deine treue vaterhän⸗ de Befehl' ich meinen geist, o herr! — schnöden eitelkeiten, Und auf solh Mir ble art verbracht, Die mich jetzt hi todt und kümmert macht! A. So 4. Doch, erbarmend schenkst wohn',& mir Jetzt noch zeit und raum zu Verborg buße; Herr, ich komm', und fal daß ich dir Bittend und beschämt zu fußt bereit se Sey mir gnädig! sieh, mich rel 5. Wa Meine hier verlorne zeit. noth? 5. Wieder bringen kanm ich nicht nach der Was mir einmal ist verschwunden was eile Doch bin ich der zuversicht, Nüh Kein ird ich nur getreu die stunden, Dien mir noch ferner schenkst, Daß d gnädig mein gedenkst. ö 6. Lehre mich, die kurze frist, W. du mir hast zugemessen, So, wien dein wille ist, Brauchen, und Mel. nie vergessen: Hier nur sey l übungszeit Zu dem glück der ewih 422. keit.* ganzen 7. Säen muß ich hier mit fla glück! Zu der ernte jenes lebens. Oun Dich pre glücklich! daß ich weiß: Dies ge an den schehe nicht vergebens. Ewig freui 2. Du sich seiner saat, Wer hier treulih Roch eh' gutes that. hast mit H. Gott, laß deinen guten geis stets gel Mich zu dieser weisheit führeh bereitet, Und, wie es dein wort verheißt. leiden fe Er schwingt sich über grab und welt Meinen wandel so regieren, Di. Wa⸗ Zu dir, wann seine hütte fällt. Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. 20 uit, zeit und ewig⸗ 4 keit, Gieb doch, daß ich bis ans ende, So wie mir dein wort gebeut, Klüglich meine zeit verwende: Die mir noch dein wei⸗ ser rath Auf der welt beschieden hat. 2. Wie ein traum, so schnell ent⸗ fliehn Jahre, zeiten, tag und stun⸗ den, Das, womit wir uns bemühn, Ist mit ihnen nicht verschwunden. Der vergeltung ewigkeit Folgt auf diese arbeitszeit. 3. Gott, wie thöricht hab' ich schon Hier so manche meiner zeiten, Die bereits mir sind entflohn, Unter ich gutes hier ausstreu, Und mith mir meit dessen ewig freu. doch dir mich en meiner Mel. Ich hab' mein sach' gottet, hier geb 4. Wa ie flieht dahin du möchte 42 I. W'ĩ menschen zeit! Bi porzen eilen wir zur ewigkeit! Wie mas⸗ wunsch! cher sinkt, eh' ers gedacht, Ins i3 gefallen des nacht! O seele, nimm dies wohll 5. We in acht! Im leid 2. Dies leben ist gleich eiten, wünscht traumz Gleich einem leichten wasser hilf es1 schaum Ist alle seine herrlichkelt sich verg Der strom der zeit Reißt schnell u wird of fort zur ewigkeit. ö 6. Dr. 3. Nur du, mein gott, du bleibes gen, Zu mir Das, was du bist; ich trale allem,) dir. Es falle berg und hügel 215 uns nie * XXI. Von der Zufriedenheit. 215 auf solh Mir bleibts gewinn, Wenn ich dein jetzt h todt und lebend hin. 4. So lang' ich noch auf erden henkst wohn', Er wecke mich, o gottessohn! raum zu Verborgen ist mein todestag; Gieb, und fal daß ich wach, Und wenn er kommt, zu fuß bereit seyn mag. mich 1 5. Was hilft die welt in todes⸗ noth? Was ehr' und reichthum wich nich nach dem tod? Bedenk's, o mensch, wunden was eilest du Dem schatten zu? ht, Ni Kein irdisch glück giebt wahre ruh. u, Die i —i— 6. Das eitle schafft nur kurze lust; Mir ist ein beßres guth be⸗ wußt; Dahin geht stets mein hauptbegier, Das bleibet mir. —˙0 jesu, mich verlangt nach ir. 7. Wie wird mir seyn, wenn ich dich seh, Und froh zu deiner rechten steh? O mein erlöser, stärke mich, Daß eifrig ich Bis an mein ende liebe dich. Daß du rist, V. 30, wien „ und( sey di der ewihz Mel. In allen meinen thaten. ir hab' ich mich erge⸗ 422. 2 ben, Mein gott, im ganzen leben, Im unglück wie im glück! Dir dank' ich meine freuden; Dich preis' ich auch im leiden, Bis an den letzten augenblick. 2. Du bist's, der für mich wachte, Roch eh' ich war und dachte, Du hast mit treuer hand Mich huldvoll stets geleitet, Auch da mir glück bereitet, Wo ich nur schmerz und leiden fand. 3. Was helfen meine sorgen? Ist mir mein glück verborgen, So ist's doch dir, herr, nicht. Dir will ich mich empfehlen, Du weißt, was meiner seelen Und meinem leibe hier gebricht. 4. Warum ich heute flehe, Das möchte, wenn's geschähe, Schon morgen mich gereun. Nur einen wunsch von allen Laß dir, o herr! gefallen, Zufrieden allezeit zu seyn. 5. Wenn ich verlassen scheine, Im leiden zag' und weine, Was wünscht mein banges herz? Ach, hilf es mir besiegen! Es wünschet sich vergnügen, Und was es wünscht, wird oft sein schmerz. 6. Drum will ich kindlich schwei⸗ gen, Zufrieden mich bezeigen, Mit allem, was du giebst. Bu kannst uns nicht verlassen, D mit fleiß 3. O wi Dies g9 vig freut r treulit iten gei führen verheift, ren, Daß Und mich gott ꝛe, ahin da eit! Mi Vie man⸗ Ins ⸗ dies wohl ch einen n wasser rlichkeil. chnell uns u bleibes ich trale igel hinj Mis ie dir 0 XXI. Von der Zufriedenheit. traun, nicht hassen; Weil du die frommen ewig liebst. „. Nicht das, warum ich flehe, Dein wille nur geschehe, Und was mir selig ist. Ich will, dir ganz ergeben, Getrost und ruhig leben, Bis einst der tod mein auge schließt. Mel. Ermuntre dich, mein ꝛc. u bist ein ehrist, was 423. D quälst du dich, Und sorgst schon heut für morgen? Nur blinde heiden quälen sich Mit tau⸗ send bangen sorgen. Dein vater lebt, dein gott regiert; Drum sey vergnügt, wie er dich führt. Willst du durch gram und plagen Dir selbst dein glück versagen? 2. Wer hat gesorgt, wer hat ge⸗ wacht Im anfang deiner tage, Da noch dein leib in finstrer nacht, Dir selbst verborgen lage? Wer hat da schon dein heil bedacht? Was thät da aller menschen macht, Da geist und sinn und leben Dir ward von gott gegeben? 5. Den leib schuf gottes weise hand, Ein wunder seiner werke; Gab jedem glied den rechten stand Und angemeßne stärke. Er fügte bei dem wunderbau Ein glied ans andre ganz genau; Gab jedem sei⸗ ne kräfte, Und jedem sein geschäfte. O 3 61. Ist 214 Zweite Abtheilung. 4. Ist dir dein vorzug nicht be⸗ kannt, Die hoheit deiner seele? Der schöpfer gab ihr den verstand, Und willen, daß sie wähle. Sie schauet ja mit ihrem blick Auf heut', die zukunft, und zurück, Geschehe⸗ nes zu wissen Auf das, was kommt, zu schließen. 5. Hat gott dich nicht von ju⸗ gend auf Mit seiner macht getra⸗ gen? Durchdenke deinen lebens⸗ lauf, Kannst du es anders sagen? Du athmest seine luft in dich; Sein boden trägt und nähret dich; Und seine gnad' und treue Wird alle morgen neue. 6. Kannst du, was gott an dir ge⸗ than, Die wohlthat alle zählen? Fang' bei der frühsten kindheit an, Und wenn dir zahlen fehlen: So zähle erst der sterne heer, Und da⸗ zu auch den sand am meer, Und nimm dann diese zahlen Zu mil⸗ lionen malen. 7. Gott, ich kann überdenken nicht Die größe deiner güte; Drum setz' ich meine zuversicht, Mit ruhigem gemüthe, Zu aller zeit, auf dich, den herrn: Du sorgest und dusz hilfst uns gern. Ich will stets mit vertrauen, Auf deine hülfe bauen. Mel. Wie groß ist des ꝛc. Nr. 6. 2 D klagst, und fühlest 4 4. die beschwerden Des stands, in dem du mühsam lebst; Du strebest glücklicher zu werden Und siehst, daß du, vergebens strebst. Ja, klage! gott erlaubt die zähren; Doch denk' im klagen auch zurück. Ist denn das glück, das wir begeh— ren, Für uns auch stets ein wahres glück? 2. Nie schenkt der stand, nie schen⸗ ken güther Dem menschen die zu⸗ friedenheit. Die wahre ruhe der gemüther Ist tugend und genüg⸗ samkeit. Genieße, was dir gott beschieden, Entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder stand hat sei⸗ nen frieden, Ein jeder stand an seine last. 3. Gott ist der herr, und seim segen Vertheilt er stets mit weist hand; Nicht so, wie wirs zu wün schen pflegen, Doch so, wie erom heilsam fand. Willst du zu dentn dich erkühnen, Daß seine liebe di vergißt? Er giebt uns mehr, a wir verdienen, Und niemals, wan uns schädlich ist. ö K. Verzehre nicht des lebens krüt In träger unzufriedenheit; Besh ge deines stands geschäfte, Und nüh deine lebenszeit. Bei pflicht un fleiß sich gott ergeben, Ein ewiß glück in hoffnung sehn; Dies der weg zu ruh und leben. Henn lehre diesen weg mich gehn! Mel. Herzliebster jesu, was hastin oder: Ist auch ein gott? ꝛc. Nr. 2 ott kann allein dis 425. beste für uns wählen Wie thöricht handeln unzufriedn seelen! Sie quälen sich und machen ihren herzen Vergeblich schmen zen. 2. Was helfen uns die ängstlih bangen sorgen Für den noch ungth wissen andern morgen? Der un doch, daß wir uns umsonst gegri⸗ met, Schon oft beschämet. 3. Es ist umsonst: wir werdesh nicht erzwingen, Wenn wir auh nächte durch mit kummer ringen Und tag vor tag mit ängstlichn geschäften Den leib entkräften, 4. Mein glück beruht, o gott! a deinem segen. Vertrau ich dir un geh auf deinen wegen, So wirstih mir, auch ohne sorg' und kränken Was gut ist, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem vun liehnen pfunde, Und harr' ich nu der rechten segensstunde: So komm sie, und dann werden meine thalin Zum glück gerathen. ö 6. Drum fördre selbst die wenl meiner hände. Gesegnet sey di anfanz anfang Mel. 427 meiner fahr sel meinen nicht 2 heil in längst 2. VB and au d seim it weiss 6 zu wün e ersun u denth liebe n ehr, als, woh ens kräst 3 Besoh Und nüh licht un ein ewi Dies 1 Henn as hast n c. Nr. 2, (lein du 5wählen zufriedh d machen schmaß ängstlih och ungel Der un ist gegrä *7 werden wir auh ringen, ngstlichn äften. zott! a dir un o wirsthh kränkeh dem veh r'mich nu 3o kommt ne thatu die werl t sey de anfanh XXII. Von der Geduld. 215 ——— enfang und das ende! Gieb guten und dem, was du zum theil An nth, damit was ich vollbringe, glück und leiden mir beschieden: Nir wohl gelinge. Dein weiser rath sucht stets mein J. Hilf mir mit treue meine pflicht heil; Ob er gleich wunderbar oft erfüllen; Und dann mein herz mit scheint, Doch weiß ich, daß ers froher hoffnung stillen. Sollt' ich treulich meint. ö mitdem, was du, herr, mir be⸗ schieden, Nicht seyn zufrieden? eneMen lüch m wodurch auf 6. Kann ich den leib nicht so, wie für und 260 Mu und wohlfahrt andrelaben: So gieb mir nur aue komuun 1455 en Des und voll⸗ friedenheit, und gaben Die mehr, n⸗ weisheit—7 Drut zeiget dei⸗ als allis irdische erquicken, und ruhi und mir; Dron bin ich stets beglücken. hig und vergnügt Mit allem, dei 6 H 9. Dam werd' ich auch, o gott, was dein rath, herr, fügt. mit allen frommen Zu dem genuß 5. Wird mir die freudensonne der himmelsgüther kommen; Dann sscheinen, So dank ich's fröhlich dei⸗ wird mein wunsch, den irdisch guthuner huld; Muß aber ich in trüb⸗ nie stillet, Völlig erfüllet. mit Keduld Deun d. ich's auch an l. Wer nur den lieben gott ꝛc. mit gedüld. Denn daß, was deine „ 6 Orch bin mit deiner huld weisheit thut, Ist alles ewig recht 42² I5 zufrieden, O herr, und gut. XXII. Von der Geduld. Mel. Was gott thut, das ist ꝛc.(sicht, Du sorgst für meine tage, 1H„* Dein auge schläft und schlummert 427. Dder ich hier Mach nicht, Du hörest meine klage; Du meiner heimath eile. Wie viel ge⸗krönst mich einst, Wenn du er⸗ ö ir! Wi Rrescheinst, In deinem heiligthume Mit fahr seh' ich vor mir! Wie droht sie scheinst, In deinem heiligth meinem heile! G wonne, preis und ruhme. heile! ott, wärst du 5. O, d ird alle traurigkeit nicht Mein trost und licht, Mein us m dann bru 450„ Eäwind ei heil in finstern tagen, So müßt' ich u memer rust verschwinden z längst verzagen. Vergessen werd' ich ganz mein leid, NRu +... Und nur dein heil empfinden. Mein 2. Vor dir darf ich mein traurig lobgesang, Voll preis und dank, herz, Erbarmer, nicht verhelen; Wird dir zum wohlgefallen, Durch Darf meinen kummer, meinensdeinen himmel schallen. schmerz Vertraulich dir erzählen 3 6. Mich, den vollendeten, darf Dann schaffest du Mir trost undsdann Nicht mehr die sünd' entwei⸗ ruh Aus deiner segensfülle; Und hen; Mit unschuld steh' ich ange⸗ meine seel' ist stille. than In der verklärten reihen. 3. Du lehrest mich den hohen Und ewiglich Erfreust du mich, werth Der trübsal, die ich leidez; Daß ich, der mensch von erde, Daß sie mich dir vertrauen lehrt, Gleich deinen engeln werde! Mich führt zu wahrer freude. Ichl 7. Drum will ich dieses lebens würde dein Mich minder freun,schmerz. Mein gott, geduldig tra⸗ Nur dieser welt begehren, Wenn gen; Beruhigen soll sich mein herz, keine leiden wären. Nicht mehr voll unmuth klagen. 4. Dein wort giebt mir die zuver⸗Du bist bereit, Zur rechten zeit, O O l gott, verlassen. 216 Zweite Abtheilung. gott, von allem bösen Mich herr⸗ lich zu erlösen! Mel. In allen meinen thaten ꝛc. Fu fühlst, oschrist! das 428. D leiden, Daß nun der geist der freuden Von dir gewichen ist. Du rufst: herr, wie so lange! Gott schweigt; und dir wird bange, Daß du von gott verlassen bist. 2. Ist meine sünd'vergeben,(Klagst du) und heil und leben Durch chri⸗ stum mir verschafft: Warum fühl' ich die liebe, Und seines geistes triebe, Und hoffnung nicht in vol⸗ ler kraft? 3. Mühselig und beladen Hör' ich das wort der gnaden, Und ich em⸗ pfind' es nicht; Bin träg', vor gott zu treten, Und kann nicht freudig beten, Und fühle keine zuversicht. Kk. Mir, der ich seinen willen Treu suchte zu erfüllen, War sonst sein wort gewiß. Jetzt kann ichs nicht recht fassen; Sein licht will mich Mich decket gleichsam finsterniß. 5. Sonst konnte ich die sünden Weit besser überwinden, Und ich bestritt sie gern. Jetzt ist die sünd' geschäftig, Und ihre reizung heftig. Ich fühle keine kraft vom herrn. 6. Christ, fasse muth! die schmer⸗ zen Sind zeugen beßrer herzen Als dir das deine scheint. Wünschst du recht, gott zu lieben, Wie kannst du dich betrüben? Du bist gewiß mit ihm vereint. 7. Vermagst du gott zu kennen, Und jesum herrn zu nennen, Als nur durch gottes geist? Den hast du ja empfangen; Er ist's der gott verlangen Und seine gnad' dich su⸗ chen heißt. 8. Trau gott! er wohnt bei de—⸗ nen, Die sich nach hülfe sehnen; Er kennt und will dein glück. Er höret deine stimme Und schweigt, doch nie im grimme, Nur einen kleinen augenblick. 9. Gott ließ schon manchen from⸗ men In dies gedränge kommen Und stand ihm dennoch bei. Di sollst dich kennen lernen, Von hoch⸗ muth dich entfernen, Und sehn, was gottes gnade sey. 10. Die sicherheit zu hinden, Schickt gott oft seinen kindern, Auch dir jetzt, diese last. Er rei⸗ nigt dich im feuer, macht dir dein heil jetzt theuer, Damit di hal⸗ test, was du hast. 11. Es jammert gott der sünder, Wie väter ihrer kinder, Wenn sie ihn kindlich scheun. Er läßt sich gnädig finden, Und schuld und straf' der sünden Von ihnen weit erfernet seyn. 12. Zwar ist dir jetzo bange, Denn züchtigung, so lange Sie da ist, scheint uns hart; Doch nachmals wird sie geben Friedsame frucht und leben Dem, der durch sie geübet ward. 13. Fahr' betend fort zu wachen. Stark ist gott in den schwachen, Und gütig für und für. Sein aus⸗ spruch kann nicht trügen; Er heißt: last dir genügen An meiner gnad'; ich helfe dir. 14. Du willst in diesen nöthen Mich, herr, also nicht tödten; Drum harr' ich ferner dein. wirst mich, den erlösten, Einst schon noch völlig trösten, Da werd' ich dein mich ewig freun. Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛr, oder: Ist auch ein gott? Nr. 2, Ein herz, o gott, in leid 429. und kreuz geduldig, Das bin ich dir, gott meinem heile, schuldig. Laß mich die pflicht, die wir so oft vergessen, Doch recht ermessen. 2. Bin ich nicht staub, wie alle meine väter? Bin ich vor dir, herr, nicht ein übertreter? Thu ich zuviel, wenn ich die schweren tage Standhaft ertrage? 3. Wie Du wecken vertrau Mitten 9. Sch himmel spricht. Ist er berathe 10. V weise,! warum wirst, mals e weishe giebt d rung. glaube ——— n from⸗ ommen ei. Dll on hock ꝛd sehn hinden, kindern, Er rei⸗ dir dein du hal⸗ sünder, Zenn sie äßt sich ld und en weit „Denn da ist, achmals Icht und geübet wachen. wachen, in aus⸗ r heißt: gnad'; nöthen tödten; XXII. Von 3. Wie oft, o gott, wenn wir das böse dulden, Erdulden wir nur un⸗ srer thorheit schulden, Und nennen lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der frommen! 4k. Doch selbst, o gott, in strafen unsrer sünden Läßt du den weg zu unserm heil uns finden, Wenn wir sie uns, die missethat zu hassen, Er⸗ wecken lassen. 5. Streb' ich nur nach dem frieden im gewissen, Wird alles mir zum besten dienen müssen. Du, herr, regierst, und stets gewährt dein wille Gutes die fülle. 6. Ich bin ein gast und pilger auf der erden, Nicht hier, erst dort soll ich ganz glücklich werden; Und was sind gegen euch, ihr ew'gen freuden, Dieser zeit leiden? 7. Wenn ich nur nicht mein elend selbst verschulde, Wenn ich als mensch, als christ, hier leid'ꝰ und dulde: So kann ich mich der hülfe der erlösten Sicher getrösten. 3. Ich bin ein mensch, und leiden müssen kränken; Doch in der noth an seinen schöpfer denken Und ihm vertraun, dies stärket unsre herzen Mitten in schmerzen. 9. Schau über dich: wer trägt der himmel heere? Merk' auf! wer spricht: bis hieher! zu dem meere? Ist er nicht auch dein helfer und berather, Ewig dein vater? 10. Willst du so viel, als der all⸗ weise, wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; Allein du wirst, was seine wege waren, Nach⸗ mals erfahren. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, Die heiligung des geistes zu empfahen, Und mit dem trost der hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 12. Das kreuz, o gott! wirkt weisheit und erfahrung, Und diese giebt dem glauben muth und nah— rung. Drum stehe ich in meinem 217 der Geduld. Mel. In allen meinen thaten. 0 Orch hab' in guten stun⸗ 43 den Des lebens glück empfunden, Und freuden ohne zahl! So will ich denn gelassen Mich auch im leiden fassen; Versüßen durch geduld die qual. 2. Ja, herr, ich bin ein sünder, Und stets strafst du gelinder, Als es der mensch verdient. Sollt' ich, beschwert mit schulden, Kein zeit⸗ lich weh erdulden, Das doch zu meinem besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben; Und weder ruh noch leben Mehr lieben, als den herrn. Dir, gott, will ich vertrauen, Und nicht auf menschen bauen; Du hilfst und du errettest gern. 1. Laß mich nur gnade finden, Mich alle meine sünden Erkennen und bereun. Jetzt hat mein geist noch kräfte; Mein heil laß sein ge⸗ schäfte, Dein wort mein trost und führer seyn. 5. Wenn ich in christo sterbe, Bin ich des himmels erbe; Was schreckt mich grab und tod? Auch auf des todes pfade Vertrau ich deiner gnade; Du, herr, bist bei mir in der noth. 6. Ich will dem kummer wehren, Dich durch geduld veyehren, Im glauben zu dir flehn Ich will den tod bedenken, Du, herr, wirst al⸗ les lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. Mel. In dich hab' ich gehoffet ꝛc. [Dey, seele! stark und 43 I. O unverzagt, Wenn ir⸗ gend dich ein kummer plagt. Be⸗ fiehl gott deine sachen. In aller pein Vertrau allein Auf ihn; er wirds wohl machen. 2. Kein leiden kommt von ohnge⸗ fähr; Die hand des höchsten schickt es her; Sein rath hats so ersehen. Drum sey nur still! Was dein gott glauben feste; Gott thut das.——„Laß immer gern geschehen. 23„ 3. Er⸗ 218 Zweite Abtheilung. 3. Erweckt dir gleich das leiden pein, So solls dir doch nicht schäd⸗ lich seyn: Gott kann sein kind nicht hassen, Wer ihn recht liebt, Sich ihm ergiebt, Den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der frommen leid? Nicht ewig, herr! nur kurze zeit. Nach überstandnem leide Er⸗ quickest du Ihr herz mit ruh, Und einst mit ew'ger freude. 5. Drum hab', o seele! guten muth: Vertraue gott! es wird noch gut Nach aller trübsal wer⸗ den. Er ziehet dich Durchs kreuz zu sich Zum himmel von der erden. 6. Gott ist dein gott! er ist ge— treu, Und stehet dir als vater bei In aller noth auf erden. Der lei⸗ den heer Wird nie zu schwer Durch ihn dem christen werden. 7. Es haben ja zu aller zeit Die heiligen in traurigkeit Hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du Hier nur von ruh, Und nichts von trübsal wissen? 3. O bet' und sieh auf deinen gott In aller deiner angst und noth! Laß, wie er will, es gehen, Sein will' ist gut; Behalte muth! Gott wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein gott des trostes bist, Laß jeden, der hier traurig ist, Doch deinen trost empfinden. Hilf, den du liebst, Durch trübsal übst, Den unmuth überwinden. Mel. Was gott thut, das ist ꝛc. 43² Fer glaub' ich, daß, was mir geschieht, Zu mei⸗ nem heil mir diene. Gut ist, was mir mein gott beschied, Wenns noch so traurig schiene. Höchst heilsam ist, Was gott beschließt. Allweis⸗ heit, so wie gnade, Sind alle seine pfade. 2. Schon hat, seit erd' und him⸗ mel stehn, Sein herrlich reich ge⸗ währet, Und niemals hat noch ein versehn, Dasselbe je entehret. Nein! was er thut, Ist alles gut, It seines namens ehre, Wenns noch so dunkel wäre. 3. Sehr herbe zwar, doch reich an frucht, Sind gottes züchtigun⸗ gen. Was güte selbst umsonst ver⸗ sucht, Ist wohl durch sie gelungen; Oft wird das herz, Durch ihren schmerz, Recht frei von den ge— brechen, Die leicht den glauben schwächen. 4. Ich weiß, was auch für trüb— sal dräut, Daß der doch meiner schone, Der mich zu seiner herr⸗ lichkeit Berief in seinem sohne. Wie könnte der, Der mich so sehr Hienieden wollen lieben, Zum scha⸗ den mich betrüben? 5. Gott, führe denn mich, wie du willst, Dir bleib' ich stets erge⸗ ben. Wenn du dich schon in dunkel hüllst, Will ich doch niemals be⸗ ben. So wunderbar Der weg auch war, So hat mich doch geführet Dein rath, und wohl regieret. 6. Zwar schien der weg, den ich erlaß, Mir besser: Doch ich fehlte. Bald pries ich selbst dich über das, Was erst mein herz nicht wählte; Drum fass' ich muth. Ja, er ist gut Der kreuzpfad, den ich gehe, Wenn ich's schon nicht verstehe. ö Mel. Wenn wir in höchsten nöthen. Non dir, o vater, nimmt 3. mein herz Glück, un⸗ fall, freuden oder schmerz, Von dir, der mich nicht hassen kann, Voll dank und voll vertrauen an. 2. Du, der du selbst die weisheit bist, Du kennest, was mir heilsam ist: Nur du siehst, was mir jedes leid Für heil bringt in der ewigkeit. 3. Ist alles dunkel um mich her, Die seele müd' und freudenleer, Bist du doch meine zuversicht; Bist in der nacht, o gott, mein licht. 4. Verzage, herz, verzage nie! Gott legt die last auf, gott kennt sie. Er weiß den kummer, der dich Quält, ——— „ IE 6 noch reich tigun⸗ t ver⸗ ngen; ihren n ge⸗ auben trüb⸗ neiner herr⸗ sohne. o sehr scha⸗ ö „wie erge⸗ hunkel ls be⸗ g auch führet ret. en ich fehlte, r das, ähltez; ist gut Wenn öthen. uimmt E, un⸗ Von kann, man. eisheit eilsam jedes igkeit. h her, leer, Bist licht. e niel kennt er dich quält, XXII. Von der Geduld. 219 — quält; Und geben kann er, was dir fehlt. 5. Wie oft, herr, weint' ich, und wie oft Half deine hand mir un⸗ verhofft! Oft jammert' ich untröst⸗ bar heut, Und morgen ward ich schon erfreut. 6. Oft sah ich keinen ausgang mehr; Dann weint' ich laut und klagte sehr; Wo bist du, gott? wie, schauest du Dann meinem elend ruhig zu? 7. Dann hörtest du, o herr, mein flehn, Und eiltest bald mir beizu⸗ stehn, Du öffnetest mein auge mir; Ich sah mein glück und dankte dir. 2. Dich lassen will und kann er nicht; Auch weiß er wohl, was dir gebricht, Die ganze welt ist sein. Er ist dein vater und dein gott, Und hilft dir gern in aller noth. 5. Weil du nun, gott, mein va⸗ ter bist, So weiß ich, daß mich nie vergißt Dein väterliches herz: Ich, staub und asche, habe hier Ja keinen trost als nur bei dir. 4. Ach gott, so reich bist du noch heut, Als du es warst von ewig⸗ keit; Zu dir steht mein vertraun. Mach mich an meiner seele reich, So gilt mir alles andre gleich. 5. Mir mangelt reichthum, ruhm 8. Sagts alle, die gott je geprüft! und pracht; Wenn jesus mich nur Die ihr zu ihm um hülfe rieft; selig macht, So bin ich reich genug. Sagts, fromme! ob es das gebät Der erde glück währt kurze zeit, Geduldig leidender verschmäht? Und schenkt mir nicht die seligkeit. 9. Die stunde kommt früh oder 6. Dir, jesu, gottes sohn, sey spät, Wo dank und freud' aus leid preis, Daß ich aus deinem worte entsteht; Wo pein die stunden nur weiß, Was ewig selig macht: Gieb, gewährt, In freudenjahre sich ver⸗ daß ich nun auch fest und treu Im kehrt. glauben und im guten sey. 10. Du erntest deiner leiden lohn 7. Lob, ehr' und preis sey dir ge⸗ Vielleicht in diesem leben schon; bracht, Daß du es immer wohl ge⸗ Vielleicht daß, eh' du ausgeweint, macht! Du bist höchst weis' und gut; Dir gott mit seiner hüls' erscheint. 11. Schau deinen heiland glaͤubig an; Wenn niemand dich erquicken kann, So schütte du in seinen schooß Dein herz aus; seine huld ist groß. 12. Einst hat er auch, der men⸗ schenfreund, Im thränenthale hier geweint. Auf deine thränen giebt er acht, Und dir zu helfen hat er macht. 15. Ja, gott, du hilfst, ich zweifle nicht; Denn jesus, mein erbarmer, spricht: Folg' treulich mir, ich rette dich, Sey frohes muthes, glaub' an mich. Bekannte Melodie. 43⁴4 Narum betrübst du * dich mein herz, Und quälest dich mit bangem schmerz, Blos um ein zeitlich guth? Ver⸗ traue dem nur, der die welt Er⸗ schaffen hat, und noch erhält. Das zeigst du uns in dieser zeit, Und noch mehr in der ewigkeit. Mel. Fröhlich soll mein herz ꝛc. Zarum sollt' ich mich 435. Wẽĩ den grämen? Hab' ich doch Jesum noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mir den himmel rauben, Den mir schon Gottes sohn Beigelegt im glauben. 2. Arm und blos kam ich ins le⸗ ben, Da es mir Ward von dir, Herr, zuerst gegeben; Nichts nehm' ich auch von der erde, Wann ich sie, Nach viel müh, Einst verlassen werde. 3. Was ich hab', leib, seel' und leben, Ist nicht mein; Gott allein Hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wieder geben, Nehm' ers hin: Mein gewinn Bleibt ein ewigs leben. 4. Schickt Zweite Abtheilung. 1. Schickt er mir ein kreuz zu tra⸗ gen, Dringt herein Angst und pein, Sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der wird's auch wenden; Er weiß wohl, Wie er soll All mein unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten ta⸗ gen oft ergötzt, Sollt' ich jetzt Nicht auch etwas tragen? Liebt er mich doch drum nicht minder. Nie zu schwer Züchtigt er Seine treuen kinder. 6. Stolz, haß, neid und ihre rotten Können mir Nichts mehr hier Thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein heil, Wird in eil Sie zu schanden machen. v. Unverzagt und ohne grauen Soll ein christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. Was sollt' er zu schrecklich finden? Auch den tod Hilft ihm gott Freudig überwin⸗ den. 8. Denn er kann den leib nur töd⸗ ten; Und dann reißt Er den geist Aus viel tausend nöthen; Endigt dieses lebens leiden, Und giebt mir Einst dafür Dauerhafte freuden. 9. Dann wird sich an bessern schätzen Geist und herz Auf den schmerz Ewiglich ergötzen. Hier ist kein recht guth zu finden; Was die welt In sich hält, Muß wie rauch verschwinden. 10. Was sind dieser erden güther? Unbestand, Eitler tand, Lasten der gemüther. Dort, dort sind die ed⸗ lern gaben, Da mein hirt, Chri⸗ stus, wird Mich ohn' ende laben. 11. Herr, mein heil, quell' aller freuden! Du bist mein, Ich bin dein; Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein leben Und dein blut, Mir zu gut, In den tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, Und dich nicht, O mein licht, Aus dem herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Wo du mich, Und ich dich Ewig werd' umfangen. Bekannte Melodie. as gott thut, dasi 436. Wẽé wohlgethan, Gutiß und bleibt sein wille. Er nimmt sich stets der seinen an; Drum halt' ich ihm auch stille. Er ist mein gott, Der in der noth Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was gott thut, das ist wohl⸗ gethan, Sein wort kann ja nicht trügen; Er führet mich auf rechter bahn, Drum laß ich mir genügen An seiner huld, Und hab' geduld: Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen händen. 5. Was gott thut, das ist wohl⸗ gethan, Er wird mich wohl beden⸗ ken; Zu dem, was ich von selbst nicht kann, Mir licht und kräfte schenken: Denn seine treu Ist täg⸗ lich neu: Drum will ich auf ihn bauen, und seiner güte trauen. 4. Was gott thut, das ist wohl⸗ gethan, Er ist mein licht und le⸗ ben, Der mir nichts böses gönnen kann; Ihm will ich mich ergeben In freud' und leid; Es kommt die zeit, Da es gewiß erscheinet, Wie gut ers mit uns meinet. 5. Was gott thut, das ist wohl⸗ gethan; Muß ich gleich bittres schmecken, So nehm' ich's doch ge⸗ duldig an, Und lasse mich nicht schrecken; Weil er zuletzt Mich doch ergötzt Mit süßem trost im herzenz Da weichen alle schmerzen. 6. Was gott thut, das ist wohlge⸗ than, Darauf will ich stets bauenz Auch, wann er will, die todes⸗ bahn Betreten ohne grauen: Denn da wird mich Gott väterlich In sei⸗ nen armen halten! Drum laß ich ihn nur walten. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. oder: Du weiser schöpfer ꝛc. Nr. l. Zas ist mein leben auf 437. W der erde? Ein wech⸗ sel ist's von lust und leid. Hier stört nur u dienen nach d und v. 5. E fahren an. wahre fen ka helfen versich 6. E ge; H Auch Siehf wirst selig, 7. S schaue muth nother das st versich getrof Mel. 43 meine zagt! XXII. Von der Geduld. 221 stört oft unruh und beschwerde Die sanfteste zufriedenheit. Hier wohn' ich noch in einer welt, Die kein voll⸗ kommnes glück enthält. 2. Weß soll ich mich, o herr, denn trösten? Nur deiner huld, du bist mein heil, Und bleibst, wenn auch die noth am größten, Doch meines herzens trost und theil, Und stehst, nach deiner vatertreu, Mir stets mit rath und hülfe bei. 3. Du stärkst mir unter aller pla⸗ ge, O gott, auf mein gebät, den muth, Daß ich gelassen sie ertrage, Und machst zuletzt doch alles gut. Auf kummer folgt zufriedner dank, Auf klagen froher lobgesang. 4. Was bist du denn, o meine seele! In deiner noth so kummer⸗ voll? Du weißt ja wohl, daß gott nur wähle: Was dir zum besten dienen soll. Einst dankst du ihm nach der gefahr, Daß er dein gott und retter war. 5. Er wird es seyn; ruf in ge⸗ fahren Ihn, als den besten helfer an. Er weiß dich mächtig zu be⸗ wahren, Und da, wo niemand hel— fen kann, Fehlt ihm die kraft zu helfen nicht. Dies stärke deine zu⸗ versicht. 6. Empfehl' dich seiner vaterpfle— ge; Hoff' und vertrau ihm allezeit. Auch auf dem allerrauhsten wege Sieh fröhlich hin zur ewigkeit, Da wirst du, frei von aller pein, Ganz selig, ganz zufrieden seyn. 7. So laß mich, gott, stets dahin schauen, Und dann mit starkem muth auf dich, Auch in der größten noth vertrauen. Du bist bei mir; das stärke mich. Wer dessen stets versichert ist, Der lebt und stirbt getrost als christ. Mel. In allen meinen thaten ꝛc. 4² 8 as ist's, daß ich mich 3 quäle? Harr' gottes, meine seele, Harr', und sey unver⸗ zagt! Du weißt nicht, was dir nüz⸗ zet! Gott weiß es, und gott schüz⸗ zet; Er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine tage, Mein glück und meine plage, Eh' ich die welt noch sah. Eh' ich wich selbst noch kannte, Eh' ich ihn vater nannte, War er mir schon mit hülfe nah. 3. Die kleinste meiner sorgen Ist dem gott nicht verborgen, Der alles sieht und hält, Und was er mir beschieden, Das dient zu meinem frieden, Wär's auch die größte last der welt. 4. Ich lebe nicht auf erden, Ganz glücklich hier zu werden; Die lust der welt vergeht. Ich soll mein glück hier gründen, Um dort ein heil zu finden, Das ewig, wie mein geist, besteht. 5. Was dieses glück vermehret, Sey mir von dir gewähret, Gott! du gewährst es gern. Was dieses glück verletzet, Wenns alle welt auch schätzet, Sey von mir jetzt und ewig fern. 6. Sind auch der krankheitplagen, Der mangel schwer zu tragen, Noch schwerer haß und spott: So harr' ich doch in stille; Denn nicht mein eigner wille, Dein wille nur, ge⸗ scheh' o gott! v. Du bist der müden stärke, Und aller deiner werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren; Wenn du mich willst bewahren? Und du, mein gott, bewahrest mich. In voriger Melodie. Wil mich, o gott! hie⸗ 439. nieden Des lebens last ermüden, So stärke meinen geist. Wenn mich die leiden kränken, So laß mich wohl bedenken: Auch das sey gut, was trübsal heißt. 2. Nicht ewig soll sie währen; Oft werden unsre zähren Auch hier schon abgewischt; Und seufzen wir: wie lange Ist unsrer seelen bange? So wird das herz mit trost erfrischt. 5. Du 2822 Zweite Abtheilung. 3. Du wendest solche bürden, Die uns erdrücken würden, Gott! gnä⸗ dig von uns ab. Du siehst bei un⸗ sern plagen Auch auf die kraft zu tragen, Die deine hand uns sel— ber gab. k. Dein väterlich bemühen Will uns, als kinder, ziehen, Zu thun, was dir gefällt; Will eignen wil⸗ len brechen, Die macht der sünde schwächen, Und uns entwöhnen von der welt. 5. Es sind nur liebesschläge, Wenn ich es recht erwäge, Voll gnad' und voller huld. Du willst den eifer mehren, Gehorsam dich zu ehren Mit glauben, hoffnung und geduld. 6. Was will uns, herr! auch scheiden Von dir, und jenen freu⸗ den, Die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, So wird uns, deinen erben, Doch einst der him⸗ mel offen stehn. 7. Zu jenem bessern leben Willst du auch mich erheben; Der tod ist mein gewinn. Muß gleich mein leib verwesen, Wird doch mein geist genesen; Er eilt zu seligkeiten hin. 8. O drücke meinem herzen Bei allen seinen schmerzen, Dies doch auf's tiefste ein: Es kann der, der dich liebet, Auch wenn er wird betrübet, Doch niemals unglück— selig seyn. XXIII. Von der Liebe des Naͤchsten. Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc.[befreit uns nicht Von der men⸗ llen menschen und auch mir Hat der herr dies 440.A vorgeschrieben: Euren nächsten sol⸗ let ihr, Als euch selbst, von herzen lieben! Christen, was gott hier ge⸗ beut, Sey uns heilig allezeit. 2. Wir sind bürger einer welt, Kinder eines vaters, brüder, Die er huldreich all' erhält; Alle eines lei⸗ bes glieder; Die sein weiser all⸗ machtsruf All' zum ew'gen glück er⸗ schuf. 3. Eine sterbliche natur Hat er je⸗ dermann gegeben, Und auch eine hoffnung nur: Hoffnung auf ein beßres leben; Wenn wir hier in dieser welt Redlich thun, was ihm gefällt. K. Und wir sollten uns entzwein? Lieblos uns einander hassen? Und, zu unsrer eignen pein, Stolz und neid beherrschen lassen? Wer kein freund des nächsten ist, Ist für⸗ wahr kein mensch, kein christ. 5. Was wir auch aus gottes hand Zum voraus vor andern haben: Ansehn, reichthum, hoher stand, Lei⸗ beskräfte, geistesgaben, Alles dies schenliebe pflicht. 6. Selbst der gaben unterschied Dient zum allgemeinen besten, Wenn nur jeder sich bemüht, Von dem kleinsten bis zum größten, An⸗ dern und nicht sich allein, Nützlich, wie er kann, zu seyn. 7. Darum gieb uns, gott, ein herz Voll von wahrer menschenliebe, Das an andrer freud' und schmerz Antheil nehm', und gern das übe, Was der liebe pflicht begehrt, Wie sie uns dein sohn erklärt. 8. Laß uns, großer menschen⸗ freund! Alle dir recht ähnlich wer⸗ den, Daß wir, hier mit dir vereint, Nach vollbrachtem lauf auf erden, Einst auch ewig bei dir seyn, Dei⸗ ner lieb' uns ganz zu freun. Mel. Ein lämmlein geht, und ꝛe. er du die liebe selber 41 I. D bist, Und gern die menschen segnest, Ja selbst dem, der dein feind noch ist, Mit freund⸗ lichkeit begegnest: O bilde meinen sinn nach dir, Und laß mich doch, mein 2;3—3 mein he delt, u christen wohlfal feindlick 2. Dei War füů folgten allen de ging w dein we gleitete die schr derben heil un 3. Au mel thr der; A sohn,& der. D ruh, V Auf re hörst d brauche gen au 4. O Mich a fülle m nächster herzen fröhlich zu klag herz vei die er k sagen. 5. La. Des nö sanftm: beßrun get er seele sic So wer Der du würdig Mel. L 44 schen li freut, nen⸗ chied sten, Von An⸗ lich, herz iebe, merz übe, Wie chen⸗ wer⸗ eint, den, Dei⸗ d ꝛc. elber n die dem, und⸗ inen doch, mein XXIII. Von der Liebe des Naͤchsten. 223 mein heiland, hier, Wie du gewan⸗ delt, wandeln! Die können keine christen seyn, Die sich nicht andrer wohlfahrt freun, Und menschen— feindlich handeln. 2. Dein leben, in der sterblichkeit, War für die menschen segen; Dir folgten lieb' und freundlichkeit Auf allen deinen wegen. Wohin du gingst ging wohlthun mit, Dein wort, dein werk, und jeden schritt Be⸗ gleitete erbarmen; Dulübernahmst die schwerste pein, Uns vom ver⸗ derben zu befrein, Und starbst zum heil uns armen. 3. Auch jetzt noch, auf der him⸗ mel thron, Bist du das heil der sün⸗ der; Auch da bleibst du, o gottes sohn, Ein freund der menschenkin— der. Du schaffst den deinen wahre ruh, Und die verirrten suchest du Auf rechten weg zu leiten; Du hörst der seufzenden gebät, Und brauchest deine majestät, Nur se— gen auszubreiten. 4. O laß in meiner pilgerschaft Mich auf dein vorbild sehen! Er⸗ fülle mich mit lust und kraft, Dem nächsten beizustehen; Betrübter herzen trost zu seyn, Mich mit den fröhlichen zu freun, Mit weinenden zu klagen, Und dem, der mir sein herz vertraut, Die redlichkeit, auf die er baut, Nicht treulos zu ver⸗ sagen. 5. Laß mich mit brüderlicher huld Des nächsten fehler decken; Durch sanftmuth, mitleid und geduld Zur beßrung ihn erwecken; Und sündi⸗ get er gegen mich, So freue meine seele sich, Ihm willig zu vergeben; So werd' ich dich, herr jesu christ, Der du die liebe selber bist, Auf's würdigste erheben. Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. Ein herz, das eigennutz Und neid und härte flieht, Und sich um an⸗ drer glück, Wie um sein glück be⸗ müht. 2. Seh' ich den dürftigen, So laß mich liebreich eilen, Von dem, was du mir giebst, Ihm willig mitzu⸗ theilen; Nicht aus dem eitlen trieb, groß vor der welt zu seyn, Und mich verehrt zu sehn: Nein, men⸗ schen zu erfreun. 35. Dies sey mir gottesdienst! Auch unbemerkt von ihnen, Den neben⸗ menschen gern Mit rath und that zu dienen. Mich treibe nicht erst dank Zu milder wohlthat an: Nein, was ich andern thu, Das sey dir, gott, gethan. 4. Ein trunk, mit dem mein dienst Dem durstigen begegnet z Ein blick voll trost, mit dem Mein herz bedrängte segnet; Ein rath, mit dem mein mund Im kummer andre stärkt: Nichts bleibt, so klein es ist, Bon dir, herr, unbe⸗ merkt. 5. Eilt wo ein boshaft herz, Un⸗ frieden anzurichten: So laß mich sorgsam seyn, Der brüder zwist zu schlichten. Aus schmähsucht störe nie Mein mund des nächsten ruh z3 Er rühme sein verdienst, Deck sei⸗ ne fehler zu. 6. Die rach' ist dein, o gott! Du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich stille seyr, Wenn men⸗ schen auf nich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih, Der mir zu scha⸗ den sucht; Den liebe, der mich haßt; Den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein Auf zeitlich wohlergehen, Mit einge—⸗ schränktem blick, Bei meinem näch⸗ sten sehen. Noch stärker müsse mich Sein ewig glück erfreun; Noch mehr sein seelenheil Mir angelegen seyn. 442 Gice mir, o gott! ein 8. Den, der im glauben wankt, herz, Das jeden men⸗ schen liebet; Bei seinem wohl sich freut, Bei seiner noth betrübet; werten Von der verkehrten bahn Zu leiten und zu stärken; Den, der noch sicher ist Bei seinen bösen Des 224 Zweite Abtheilung. Des lasters abzuziehn: Dazu ver⸗ leih' mir kraft, Und segne mein be⸗ mühn. 9. O heilige du selbst, Herr, mei⸗ ner seelen triebe, Durch deine lieb' und furcht, Zu wahrer menschenlie⸗ be. Wer nicht den nächsten liebt, Geht nicht zum himmel ein. Laß diefse wahrheit, gott, Mir stets vor augen seyn. Mel. Nun ruhen alle wälder ꝛc. 443 err! neige mein gemü⸗ the Durch deine große güte, Mich fremden glücks zu freun; Und fern von meinem her⸗ zen Laß, bei des nächsten schmerzen, Doch alle schadenfreude seyn. 2. Wer sich des guten freuet, Was deine huld verleihet, Er find es, wo ers find: Der ist nach deinem bil⸗ de Barmherzig, gütig, milde Und menschenfreundschaftlich gesinnt. 3. Zwar wird mit hindernissen Mein geist oft kämpfen müssen Bei übung dieser pflicht: Denn scheint's, daß fremde gaben Für mich viel nachtheil haben, Alsdann gefallen sie mir nicht. 4. Dann schöpft, versucht vom neide, Mein herz nicht lust und freude Aus andrer wohlergehn; Dann regen sich die triebe Der stol⸗ zen eigenliebe, Des nächsten glück nicht gern zu sehn. 5. Doch, da hilfst du mir käm⸗ pfen, Die böse neigung dämpfen, Die mich zum neid reißt hin; ich nur deinem triebe, Zur wahren nächstenliebe, In meinem leben folgsam bin. 6. Gott, dein sind ja die gaben, Die ich, und andre haben; Mit weisheit hältst du haus, Und thei⸗ lest unter allen, Nach weisem wohl⸗ gefallen, Die güther deines hauses aus. 7. Dich selbst, den allerhöchsten, Wenn ich beneid den nächsten, Greift ja mein tadel an. O, welche schwe⸗ — re sünde! Wenn ich mich unterwin⸗ de, Zu tadeln, was dein rath ge— than. 8. Ich spür' an meiner seele, Daß ich mich selbst nur quäle, Herrscht neid in meiner brust. Drum mach, o herr! dies laster Mir immer mehr verhaßter: Des nächsten glück sey meine lust! Mel. Herzliebster jesu, was hast ꝛc. oder: Ist auch ein gott? ꝛc. Nr. A, 4 H jesu, daß ich mei⸗ +. nen nächsten liebe; Durch lieblos richten ihn ja nicht betrübe, Ihn nicht verläumde, nicht durch falsche ränke Sein wohlseyn kränke. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des nächsten fehle, Wenn's meine pflicht erlaubt, der welt verhele, Und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, Mit vorsicht sehe. 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu bessern trachte, Und seiner seele wohlfahrt theuer achte. Wie viel hast du für sie in todesbanden Selbst ausgestanden! ö 4. Laß mich aufrichtig schätzen an⸗ drer gaben, Die sie doch auch von deiner güte haben; Es müsse nie mein herz des nächsten freuden Und glück beneiden. ö 5. Gieb, daß ich nie zum zorne leicht entbrenne, Nie auch dem fein⸗ de etwas übels gönne; Und allen zu beweisen güt' und treue, Mich Wenn herzlich freue. 6. Laß mich, mein heiland, immer mehr auf erden, An lieb' und gü⸗ tigkeit dir ähnlich werden. Gieb kraft dazu, so schmeck ich schonhin nieden, Herr, deinen frieden. Mel. Mach's mit mir, gott, 1. Sẽ jemand spricht: ich 445. liebe gott, und haßt doͤch seine brüder, Der treibt mit gottes wahrheit spott, Und 1• ö elt E delt ga lieb', u sten lie 2. Wẽé Und sie macht Läßt n. übertri den got 5. 2 schmäht ret; F vergeht ret, Ve spricht nicht. K. Wé und s stützet, eigenn. nützet; aus pf! nächste! * V gebückt Weren Der he kärglid Auch nicht. 6. Wé schirmt quälet und st r mehr ück sey hast ꝛc. Nr. 2. ch mei⸗ liebe; a nicht e, nicht ohlseyn oll des pflicht Und, der ich e. ö ihn zu r seele Sie viel Selbst tzen an⸗ uch von isse nie den Und 1 zorne m fein⸗ id allen „Mich immer ind gü⸗ Gieb hon hit⸗ den. tt, ꝛr cht: ih , und r treibt nd han⸗ delt E XXIII. Von der Liebe des Naͤchsten. delt ganz darwider. Gott ist die lieb', und will, daß ich Den näch⸗ sten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser erden güther hat, Und sieht den nächsten leiden, Und macht den hungrigen nicht satt, Läßt nackende nicht kleiden: Der übertritt die erste pflicht, Und liebt den gott der liebe nicht. 3. Wer seines nächsten ehre schmäht, Und gern sie schänden hö⸗ ret; Frohlockt, wenn sich sein feind vergeht, Und nichts zum besten keh⸗ ret, Verläumdern niemals wider— spricht: Der liebet seinen nächsten nicht. 1. Wer, wenn er auch mit rath und schutz Den nächsten unter⸗ stützet, Doch nur aus stolz und eigennutz, Aus weichlichkeit ihm nützet; Nicht aus gehorsam, nicht aus pflicht: Auch der liebt seinen nächsten nicht. 65. Wer nur dem hilft, der sehr gebückt Vor seinem stolz erscheinet; Wer nicht den dürftigen erquickt, Der heimlich vor ihm weinet, Wer kärglich giebt dem, dems gebricht: Auch der liebt seinen nächsten nicht. 6. Wer andre, wenn er sie be⸗ schirmt, Mit härt' und vorwurf quälet, Und ohne nachsicht straft und stürmt, So bald sein nächster fehlet: Wie bleibt bei solchem un⸗— gestüm Des nächsten liebe wohl in ihm? 7. Wer für der armen heil und 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht Stets durch die that zu lie⸗ ben; Doch bist du nur geneigt, die pflicht Getreulich auszuüben, Und wünschest dir die kraft dazu, Und sorgst dafür: so liebest du. 9. Ermattet dieser trieb in dir, So such' ihn zu beleben, Denk' oft: gott ist die lieb', und mir Hat er sein bild gegeben. Das, was ich habe, ist nicht mein: Sollt' ich, wie er, nicht gütig seyn? 10. Wir haben einen gott und herrn, Sind eines leibes glieder. Drum diene deinem nächsten gern; Denn wir sind alle brüder. Gott schuf die welt nicht blos für mich; 10 nächster ist sein kind, wie ich. 11. Sein heil ist unser aller guth. Ich sollte brüder hassen, Die gott durch seines sohnes blut So theur erkaufen lassen? Daß gott mich schuf, und mich versühnt, Hab' ich dies mehr, als sie, verdient? 12. Du schenkst mir täglich so viel schuld, Du, herr von meinen ta⸗ gen! Ich aber sollte nicht geduld Mit meinen brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, Und den nicht lieben, den du liebst? 15. Was ich den menschen hier gethan, Dem kleinsten auch von die⸗ sen, Das siehst du, mein erlöser, an, Als hätt' ich dirs erwiesen. Und ich, ich sollt' ein mensch noch seyn, Und dich in brüdern nicht erfreun? 14. Ein streng und höchst gerecht zucht Mit rath und that nicht wa— chet; Dem übel nicht zu—.— sucht, Das oft sie dürftig machet; gericht Wird über den ergehen, Der liebreich seinem nächsten nicht In noth eilt beizustehenz Drum gieb Nur sorglos ihnen gaben giebt: mir, gott, durch deinen geist, Ein Der hat sie wenig noch geliebt. herz, das dich durch liebe preist. 9 XXIV. Von Zweite Abtheilung. XXIV. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit. Mel. Kommt her zu mir ꝛc. 6 u liebst, o gott Uge⸗ 44 rechtigkeit, Und has⸗ sest den, der sie entweiht, Am näch⸗ sten unrecht übet. Du bist's, der jedem seinen lohn, Ohn' alles an⸗ sehn der person, Nach seinen wer⸗ ken giebet. 2. Gerechter gott! laß deinen geist Zu dem, was recht und billig heißt, Stets meine seele lenken! Nie komm' es mir doch in den sinn, Aus schnöder habsucht, um gewinn, Des nächsten recht zu kränken. 3. Pflanz' redlichkeit in meine brust, Und laß mich stets mit wah⸗ rer lust Der liebe pflichten üben. Ein herz, das gern auf unrecht denkt, Gern schaden sucht, und andre kränkt: Wie kann das brü⸗ der lieben? 4. Nie seufze jemand wider mich. Mein ganzes herz bestrebe sich, Dem nächsten gern zu geben, Was er mit recht verlangen kann; Und immerfort mit jedermann Ineinig⸗ keit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehn, Mit jeglichem so umzugehn, Wie ich's von ihm begehre; Damit ich keines menschen herz, Durch meine härte, je mit schmerz Und küm⸗ merniß beschwere. 6. Herr! mit dem maaß, damit ich hier Dem nächsten messe, wirst du mir Dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur billigkeit: So werd' ich auch zu keiner zeit Der liebe pflicht vergessen. Mel. Erhalt' uns, herr, bei ꝛc. oder: Wenn wir in höchsten ꝛc. F'de sey mein leben je⸗ 447. derzeit Von aller un⸗ gerechtigkeit; Wie könnt' ich gottes freund sonst seyn, Und seiner gnade mich erfreun. 2. Wer seines nächsten rechte kränkt, Auf seinen schaden boshaft denkt, Verletzet des gewissens pflicht, und ehrt den gott der liebe nicht. ö 3. Du schriebst in jedes herz, o gott, Tief ein das heilige gebot: Was dir misfällt, wenn dirs ge⸗ schicht, Das thue du auch andern nicht. 4. Wenn ich dies billige gesetz Durch ungerechtigkeit verletz', Verurtheil ich ja selber mich Als übertreter wider dich. 5. Dein wort, das sündern strafe droht, Schärft mir dies heilige ge⸗ bot, Frei von unrechtem guth zu seyn, Mit noch viel größerm ernste ein. 6. Es drohet jedem deinen fluch, Der seinem nächsten durch betrug, Durch dieberei, an seinem guth Und seiner haabe schaden thut. v. Das haus des diebes ist ver⸗ flucht, Wird hier auch schon oft heimgesucht, Und dort trifft vollends dein gericht Den ungerechten böse⸗ wicht. 3. Darum, mein gott, bewahre mich Vor allem unrecht väterlich: Beging ich's je, so sey mir's leid Und zum ersatz mein herz bereit. 9. Wer andern schaden einst ge⸗ than, Und irgend ihn erstatten nicht Vor dir erbarmen im gericht. 10. Er kann nicht wahre buße thun, Dein segen kann nicht auf ihm ruhn, Eh' er das böse, das er that, Nach möglichkeit ersetzet hat. 11. Gieb, herr! daß ich dies wohl bedenk, Und nie durch unrecht an⸗ dre kränk. Die habsucht, auch die armuth nicht, Verleite mich von meiner pflicht. kann, Doch deß sich weigert, findet XXV. Von uns di nicht. — XX Mel. 44 richter werden im tod sünden finden. 2. W der Vä der frer für sein der chr der rac 3. W Willig Uns rä zu dir vor dei! sre fein 4. Ve men, 2 Wenn So besi sanftm schnell 5. La feinden ihnen gnade sünden 6. Wé sünder! gericht kinder kämpfe Mel. 440 nicht e lauter nade echte shaft ssens liebe 3/ bot: 6ge⸗ dern Durch etheil treter strafe de ge⸗ th zu ernste fluch, trug, guth t ver⸗ on oft llends böse⸗ wahre rlich: s leid reit. st ge⸗ tatten findet ericht. buße uf ihm r that, 6 wohl 4 ht an⸗ Ich die ch von Von XXV. Von der Sanftmuth und Versoͤhnlichkeit. 227 XXV. Von der Sanftmuth und Versoͤhnlichkeit. Mel. Herr, ich habe misgehandelt. Alen, welche nicht ver⸗ 448. geben, Wirst du, richter, nicht verzeihn; Trostlos werden sie im leben, Trostlos einst im tode seyn, Unentlaͤden ihrer sünden, Nimmer vor dir gnade sinden. 2. Wie dein herz mit jedem sün— der Väterliches mitleid hat; Wie der freund der menschenkinderSelbst für seine mörder bat: So soll auch der christ verzeihen, Und sich nicht der rache freuen. 3. Wir gelobens dir mit freuden; Willig wollen wir verzeihn; Nie Uns rächen, wenn wir leiden, Nie zu dir um rache schrein, Vielmehr vor dein antlitz treten, Und für un⸗ sre feinde beten. 4. Vater, stärk' uns, deine from⸗ men, Treu zu bleiben dieser pflicht! Wenn wir in versuchung kommen, So besiege sie uns nicht; Laß uns sanuftmuth dann empfinden, Um sie schnell zu überwinden. 5. Laß in unserm ganzen leben Uns dir gleichgesinnet seyn, Willig feinden zu vergeben: Denn, wenn ihnen wir verzeihn, Lässest du uns gnade finden Auch für unsre eigne sünden. 6. Wohl uns! gott verzeiht uns sündern, Geht nicht mit uns ins gericht, Nimmt uns auf zu seinen kindern, Strafet uns dann ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, Rachsucht in uns stets zu dämpfen. Mel. Sollt' ich meinem gott ꝛc. Gott, der du die men⸗ 449.—— schen liebest, Der du nicht ein strenges recht, Sondern lauter gnade übest An dem sündli⸗ chen geschlecht: Laß mich deinen geist beleben, Daß ich, vater, als dein kind, Liebreich sey, wie du, gesinnt. Herr, du wollst den sinn mir geben, Der bei fehlern nach⸗ sicht zeigt, Und mit spricht und schweigt. 2. Laß mich meines nächsten scho⸗ nen, Willig tragen seine last; Und, so lang' ich hier soll wohnen, Blei⸗ be zanksucht mir verhaßt! Auch das ist, o gott, dein wille, Und die eintracht liebest du; O so hilf mir auch dazu. Gieb ein herz mir, das die stille Und den frieden sucht und 10 Das, statt rache, sanftmuth u. 3. O, wie wird das herz beschwe⸗ ret Durch des zornes leidenschaft! Zanksucht, rachgier, haß verzehret Nach und nach des lebens kraft; Kürzt das ziel von unsern jahren, Macht zum himmel ungeschickt. Herr, der auf mich schwachen blickt, Ach, du wollest mich bewahren, Daß des jähzorns raserei Nie des herzens meister sey. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, So wie mein erlöser that, Und dem nachsichtsvoll begegnen, Der zum zanken neigung hat; Für die feinde will ich beten, Und vor dich, du friedensfürst, Wenn du menschen richten wirst, Mit dem schmuck der liebe treten, Gott des friedens, stärke du Mich mit dei⸗ ner kraft dazu! 5. Ewig heil ist dem beschieden, Der nach frommer eintracht strebt. Höchster, gieb mir deinen frieden, Der zur sanftmuth uns erhebt. Er regiere herz und sinnen; Denn, wenn er das herz regiert, Wird, was zu der zwietracht führt, Nie⸗ sanftmuth mals übermacht gewinnen; Bis einst in der herrlichkeit Ew'ger friede uns erfreut. P 2 Mel. —ii————.——..—.— 00 PFPIFIFIFII TTTPT—— 828 Zweite Abtheilung. Mel. Herzliebster jesu, was ꝛc. oder: Ist auch ein gott? ꝛc. Nr. 2. 0 Hesst„deine sanftmuth 45 ist nicht zu ermessen; Wie viel hast du vergeben und ver⸗ gessen! Ach führe mir doch deine große güte Recht zu gemüthe. 2. Du segnetest mitleidig, die dir fluchten; Du heiltest selbst, die dich zu fangen suchten; Du zeigtest stets bei deiner feinde toben Der sanftmuth proben. 3. Ach, glich ich dir, o heiland! ich bekenne, Daß ich noch oft vom schnellen zorn entbrenne, Und mich vor dir manchmal, durch eigne rache, Verwerflich mache. 4. Dir herzenskündiger, dir muß ich's klagen, Wie wenig kann mein stolzes herz vertragen; Wie schwer weiß ich, wenn andere mich hassen, Mich recht zu fassen! 5. Vergieb mir, herr, und wende mein verderben! Bei wildem zorn läßt sich dein reich nicht erben; Und jener tag vergilt nach strengem rechte Dem harten knechte. 6. So hilf mir denn die rachbe⸗ gier ersticken! Laß sich dein bild in meine seele drücken! So werd' ich mich versöhnlich finden lassen, Nicht wieder hassen. 7. Flucht mir mein feind, so gieb daß ich ihn segne, Und seinem grimm mit freundlichkeit begegne; Daß mich das böse, das ich dann empfinde, Nicht überwinde. 3. Verleih mir das, um deiner sanftmuth willen: So erb'ich auch, im lande deiner stillen, Die selig⸗ keit, wozu sie jenes leben Einst wird erheben. In voriger Melodie. 45¹ H*¹⁴ mein erlöser, der * du für mich littest, Und noch zur rechten gottes für mich bittest: Erweck' in mir, du triebe⸗ wahrer liebe, Der sanftmuth riebe. ¹+ ½ 2. Wann hast du jemals haß mit haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, da man dich gescholten, Du segnetest mit wohlthun nicht blos freunde, Auch deine feinde. 3. Und ich, herr, sollte mich den ö deinen nennen, Und doch von rach⸗ gier gegen andre brennen? Ich sollte jemals haß mit haß vergel⸗ ten, Und wieder schelten? 4. Wie kann ich: vater! zu dem höchsten sagen, Und groll im her⸗ zen gegen brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu ver⸗ zeihn, Und rache schreien? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine sünden Auch nicht bei dir, o herr, vergebung finden. Dein jünger ist nur, der, wie du, ver⸗ giebet, Und feinde liebet. ö 6. So heilige denn meiner seelen triebe, Mein heiland, durch den geist der wahren liebe; Daß nie die unglücksel'ge lust der rache Mich strafbar mache. v. Wenn meine brüder sich an mir vergehen, So lehre mich ihr un⸗ recht übersehen, Und, sollten sie mich auch empfindlich kränken, An dich gedenken. ö 8. Erwecke dann, o herr, in mei⸗ nem herzen Aufs neue das gedächt- niß jener schmerzen, Die du in dei⸗ nen schweren leidensstunden Für mich empfunden. 9. Laß mich mit sanftmuth mei⸗ nem feind begegnen, Und, so wie du, den, der mir fluchet, segnen. Herr, mache gegen alle, die mich hassen, Mein herz gelassen. 10. Will zu der rachsucht mich die furcht verführen, Als würd' ich sonst mein ganzes glück verlieren; So zeig' mir, herr, dies sey mein glück auf erden, Dir ähnlich werden. 11. Denn du beglückest den, der christlich handelt, Und überall nach deinem vorbild wandelt; Drum laß in allem mich schon hier auf erden Dir ähnlich werden. Mel, 2 —— Mel. H 4⁵² mein he den sue sucht. Nicht Schilt ist des 2. Me galt di wuth e⸗ mit ge schelten Mit lie leicht, ne uns treu b mein verfahr K. Ic er von ich ber seelen ch den aß nie e Mich an mir hr un⸗ ten sie n, An nmei⸗ edächt⸗ in dei⸗ n Für th mei⸗ so wie segnen. ie mich nich die ich sonst nz So n glück rden. en, der all nach Drum ier auf Mel. XXV. Von der Sanftmuth und Versoͤhnlichkeit. aag —— Mel. Herzlich thut mich verlangen. 5 eit dit für au⸗ Und dieselbe 9 EHseligkeit Ist für alle gleich bereit. 2. N Hen, Adent liie 5. Gottes kinder solle ich hassen, mein hasser flucht; Nie dem zu scha⸗ on nde ene den den suchen, Der mir zu schaden schlden ih 9716 e n Keine sucht. Ich will ihm sanft begegnen, 0 denn 1 7. Gott, nicht Richt drohen, wenn er droht, men echten micht z Dein erbar⸗ 4 r des beun Hebot segnen. Dies 4 Herr, der du für übelthäter 2. Mein jesus, der gerechte, Ver⸗ G.e du getrage batst, die last, Wel⸗ galt die schmach mit huld; Die der übertreter; 065 War 5u last wuth ergrimmter knechte Ertrug er rache fer D Reteg, a abest mit gedüld. Sollt' ich Aeder shalt, Lern rn, Duldetest, vergabest chelten, Da er nicht wieder schalt,; 98t liebe nicht Veroelten, Wie er 2 ändeingert herz, vom hang dem feind vergalt? urd an eHingerissen, dich verkennt,‚ 3. Verläumdung dulden müssen, Hir pa paß und über ude Mei⸗ Ist schwer; doch diese pflicht Wird Hilf dann, 5 Iaß mich e Mei⸗ leicht, wenn das gewissen Für mei⸗ den 105 für 4 m sehn In ne unschuld spricht. Dies will ich 6 i 55 96 ihranen treu bewahren: So bessert mich Ale d din eni mich g llossen, mein feind, Und lehrt mich klug„ dein ann un md geweint; verfahren, Indem ers böse meint. Nuc du/ ic der Ehtur vergoffen 4. Ich will die fehler scheuen, Die Wie dulittst, mich Tfteun: Dab er von mir ersann; Auch die will laß mir vor Aut enschn. ni ich bereuen, Die er nicht wissen 7. Gieb es mir o zu. ebenue kann. Durch huld will ich mich räe Daß ic thu Wie du 104 AWer chen, An ihm das gute sehn, Und nicht liebt t dic nicht 19 gutes von ihm sprechen: Wie,„ 3 79. 6.0—5 Ist könnt' er länger schmähn? kein glied von dir zu nennen; Ist 5. Ich will niemals ermüden, Ihmverfcherzt der lieb 0 beil Und thätig zu verzeihn, Und, als ein 3r Hil mir daß ich üb christ, zum frieden, Zu diensten, W. 5d 1* Rule 4 Ne 5 willig seyn. Wenn mich zu unter⸗ as dein wille mir 4ben, N. treten, Ihn güte mehr erhitzt: Sosschl⸗ blied uebe, Iunig will ich für ihn beten Und gott ver⸗Hiog. r loe treu liebe, Innig traun; gott schützt! liebe, milde/ reu, Sanft, und 3 leicht versöhnlich sey. 9. Ja, 25 meines hauptes glie⸗ ̃; der, Christi, der für alle starb, Al⸗ Mel. Ach, was soll ich sünder 26len gnad' und huld erwarb, Lieben Seuten menschen, mei⸗ will ich euch, ihr brüder! Für euch 453. ne brüder, Mir, beten, euch erfreun, Wohlthun, mein gott, nicht theuer seyn? Sollt“ dulden und verzeihn. micht. nicht gern erfreun? Sind nicht alle christen glieder Dessen, V; der für alle starb. Allen gottes huld Mel. Mach's mit mir, gott ꝛc. Werbitt're dir dein leben erwarb? 2. Alle sind wir eines stammes, 4.54. nicht, Oschrist, durch Gleich an dürftiger natur; Allen eigne rache; Verzeihen ist des chri⸗ hilft ein opfer nur Des anschuldeste pflicht, Vergelten gottes lie P 5 ie Zweite Abtheilung. Die sanftmuth, die sein wort ge⸗ beut, Liebt feinde, segnet und ver⸗ zeiht. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der schmerz, Von menschen unrecht lei⸗ den; Und dennoch soll des christen herz Am zorne sich nicht weiden, Soll nicht sein eigner richter seyn. Soll alles unrecht gern verzeihn. 3. So widrig diese pflicht dir scheint, So mußt du sie doch üben; Sonst bist du nicht des heilands freund, Der sie dir vorgeschrieben. Empört dein herz dawider sich, So sieh' auf ihn: besiege dich. 4. Wer hat wohl größern wider⸗ spruch Von sündern hier erduldet, Als er, der herr, der schmach und fluch Von andern nie verschuldet; Und dennoch will er langmuthsvoll Daß keiner ewig sterben soll. 5. Ihm folgen, ist dein wahrer ruhm. Beleidigern verzeihen, Ist ehre für dein christenthum; Sich ihres falls nicht freuen. Nicht den, der dich schmäht, wieder schmähn, Gereicht dir selbst zum wohler⸗ gehn. 6. Im zorn denkt niemand ernst⸗ lich nach, Was gott gefallen sollte, Die rache selbst vermehrt die schmach, Die man bestrafen wollte. Kein schimpf wird ungeschehn ge⸗ macht, Wenn deine rachgier wild erwacht. 7. Die rachgier reißt gerechtigkeit, Reißt glauben aus dem herzen, Stört des gemüths zufriedenheit Und straft mit bittern schmerzen. Sie hindert dank, gebät, vertraun baun. 8. Durch sanftmuth die pflicht!) Wirst du den feind besiegen. O raube deiner seele nicht Dies göttliche vergnügen. zeihn, Dein vater und vergelter seyn. Du wirst, verzeih' ich gern, auch Von dir kommt auch der sanft⸗ mir ihn. XXVI. Von der Dienstfertigkeit, Barmherzig⸗ keit und Leutseligkeit. Mel. In allen meinen thaten. 455 u, aller menschen va⸗ ter, Du gütigster be⸗ rather In allem, was uns drückt! Die freuden, die wir haben, Sind einzig deine gaben; Du bist's, der unser herz erquickt. 2. Du läßt dich von uns sündern Durch undank nicht verhindern, Uns täglich zu erfreun; Zu ew'gen seligkeiten Uns sterbliche zu leiten, Wird immer dein vergnügen seyn. 3. Wie groß ist deine milde! Barmherz'ger vater, bilde Mein herz nach deinem sinn. Daß ich von mir hin. heiland that, Der zärtliche erbar⸗ Vergebens je um hülfe bat. 5. Erhalt' in mir die triebe Der mitteidsvollen liebe; Wie du mir guts gethan, So laß, um deinet⸗ willen, Mich andrer seufzer stillen, So oft ich sie nur stillen kann. 6. Zum fleiß in guten werken Laß mich die hoffnung stärken: Vor dir der noth der armen Mich willig mög' erbarmen, Nimm alle härte Und raubt den muth, auf gott zu (übe nur * Dann wird der herr auch dir ver⸗ 9. Laß mich aus liebe, gott, zu dir Das unrecht nicht selbst rächen, mir Ein gnädig urtheil sprechen. muth sinn; Nach deiner gnade gieb 4. Gieb, daß ich willig gebe, Mich wohlzuthun bestrebe, So, wie mein mer, Den kein bedrängter armer dem herrn der welt, Der frohe b ö er Schonk und zu gottes lohne, Mel. 4⁵6⁶ ein chr ohne st nigt er traurig fröhlich 2. Es ke, Alt Auflau haß in l kein bli offen, 5. Se morgen zu wer lern gl reizend XXVI. Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit ꝛc. 251 ernst:— ber liebet, Sey, was man willig thut, Ist wohlgemeint, ist wahr ollte, ö 1 50 giebet, Ein opfer, das dir wohl⸗ und gut. 5. Er muß gefallen, er gebiete, wollte gefällt. hn 91. 7. O wohl mir! ich gewinne Er warn', er straf' auch; er gebeut, Schon hier, bei diesem sinne, Trost Er warnt, er straft aus lieb' und N wi ů 7„ und zufriedenheit, Und einst vor güte, Mit ernst, und doch mit 6 throne Zum unschätzbaren freundlichkeit; Und tröstet er: wie igkeit, gotte ö 5. erzen, lohne, Die freuden einer ewigkeit. leicht vergißt Sein nächster, was I enheit sein kummer ist. erzen. 8. Nicht rauh, noch hart, noch Mieil. Wer nur den lieben gott ꝛc. menschenfeindlich, Nein, eifrig, 0 ö rr 86 Nichn mürrisch, finster, anmuthsvoll, und freundlich, Soll bur 45— ungesellig Ist, wer jeder jünger jesu seyn. Ach wären feind ein christ zu seyn sich freut; Ist wir's! ach, glichen wir, O vorbild seele ohne schmeichelei gefällig; Verei⸗ aller liebe, dir! ügen. nigt ernst und freundlichkeit; Ist 9. In allen worten und geberden, r ver⸗ traurig mit den traurigen, Und In allen thaten laß, o herr! Uns rgelter fröhlich mit den fröhlichen. Naaller menschen freude werden, Dir, 2. Es liegt in keinem seiner blik- heiland, immer ähnlicher; Sower⸗ tt, zu ke, Als wie in einem hinterhalt, der wir uns ewig, freun, Und got⸗ rächen Auflaurend schadenfrohe tücke, Und tes wahre kinder seyn! auch ber klick der ben gestalt. Tlteh Rich rechen. fen, aut und fen. reich, Mel. Herr, ich habe misgehandelt. san t⸗ 5 3. Sein antlitz, heiter wie der eyd harmherzig! men⸗ e gieb—5 7 4 7 Sey erziglme N. morgen, Wird trüb' und seine freud schen, höret, Hört ö ö tra 24 jeden zu erfreun, Und sanft, und W ö ö entflieht, Wenn es bekümmerniß das heilige gebot, Das uns jesus und sorgen In seines bruders auge schristus lehret: Seyd barmherzig! sieht: Und strahlt in neuer heiter⸗(seyds, wie gott! Gebt, so wird 4 keit, Wenn' ein getrösteter sich euch auch gegeben, Was euch noth zig freut. ist, heil und leben! 4. Bescheiden, sittsam, ehrerbie⸗ 2. So viel menschen, so viel brü⸗ tig Ist, wer ein jünger jesu ist; der; Denn ein gott ist's, der uns willig Nie sclavisch, auch nicht übermü- schuf. Wir sind alle christi glieder; härte thig, Wenn er vor andern glück⸗ Allgemein ist gottes ruf. Seine lich ist. Er ist, weil er, wie je⸗(sonne läßt er scheinen Auch den bö⸗ „Mich sus, liebt, In allem, was er⸗ sen, wie den seinen. e mein freut, geübt. 5. Gleicht dem vater im erbar⸗ erbar⸗ 6. Er schleicht, für fromm erklärt men! Seyd barmherzig! seyds, armer 3u werden, Nicht traurig/ heuch⸗wie er! Gebt den dürftigen und lern gleich, einher; Doch sünde⸗armen; Was ihr gebt/ empfängt he Der reizende geberden Haßt, wie sein der herr! Helft und eilt, auch un⸗ u mir ett sie haßt, auch er; In seinemsgesehen, Euren brüdern beizuste⸗ blick auch keusch und rein, Stets hen! deinet⸗ 4475 stillen fröhlich, ohne frech zu seyn. 4. Hülfreich zu bedrängten eilen, m 6. Durch liebliches gespräch erhei-Sie beschützen und erfreun, Kum⸗ tert Er auch des blöden angesicht; mer lindern, wunden heilen, Wohl-⸗ en La ö* ö Und jedes herz fühlt sich erweitert thun, trösten und verzeihn, Und or dir ö e ge⸗ Und freudenvoller, wenn er spricht; dies ohne stolz verrichten: Das sind ber Denn, was er sagt und was er jedes christen pflichten. P 5. Herr, 93 Zweite Abtheilung. 5. Herr, wir geben von dem dei⸗ nen, Was wir geben; laß uns nie Fühllos seyn, wo brüder weinen! Unser mitleid tröste sie; Daß, wenn wir zu dir uns nahen, Wir auch trost und hülf' empfahen. Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. 8 ie selig lebt ein 2 mensch, Der dienst⸗ begierde kennet, Und andern wohl⸗ zuthun Aus menschenliebe brennet! Der, wenn ihn auch kein eid Zum dienst der welt verbindt, Beruf und eid und amt Schon in sich selber findt. 2. Dir, höchster, ahmt' er nach Im wohlthun dir zu gleichen, Durch dienstbeflissenheit Sucht er dies zu erreichen; Er hält für eignes wohl Sich nicht allein gemacht; Er hält sich für die welt Von dir hervor⸗ gebracht. 3. Er denkt, die welt hat en Auf meinen dienst und kräfte, Ihr nützen ist für mich Ein seliges ge⸗ schäfte. Als glieder schuf uns gott, Als bürger einer welt, In der des einen hand, Die hand des andern hält. K4. So denkt der menschenfreund: Und das ist sein bestreben, So treu, als er sich lebt, Zum wohl der welt zu leben. Ihm wird des nächsten heil Sein eignes himmelreich; Er fühlet fremde noth, Als träf' ihn selbst der streich. 5. Er eilt, dem, ders bedarf, Mit hülfe beizustehen; Sein an⸗ sehn und sein freund, Sein siand, sein wohlergehen Sind mittel, die er braucht, Behülflich gern zu seyn, Und einen leidenden Mit troste zu erfreun. 6. Was andrer nothdurft heischt, Das reizet seine triebe, Auch ohne ruhm und lohn, Zur wahren men⸗ schenliebe. Kein stolz, noch eigen⸗ nutz Wirkt seine gütigkeit. Er sieht auf seinen gott, Der liebe ihm gebeut, v. So laß mich auch gesinnt, Mein gott, durchschristum werden! Voll regen eifers sey Mein leben hier auf erden, So nützlich, als ich kann, Dem nächsten stets zu seyn Dann geh' ich einst zu dir Jus reich der liebe ein. — L XXVII. Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit Mel. Alle menschen müssen sterben. Lab mich, höchster, dar— 5 5 nach streben, Stets der wahrheit freund zu seyn. Zu des himmels frohem leben Geht kein frecher lügner ein, Und vor deinem angesichte Werden sie, beschämt, zu nichte: Denn vor dir sind immer⸗ dar Aller herzen offenbar. 2. Andern zu gefallen lügen, Lee⸗ ren schwätzern gleich zu seyn, Heu⸗ chelnd brüder zu betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit' an allen orten Mich in werken und in wortenz Redlich sey des her⸗ zens grund, Redlich sprech' auh stets der mund. 3. Die der falschheit sich ergeben, Sind vor dir, o gott, ein gräulz Und ein unglückselig leben Ist gi⸗ wiß ihr künft'ges theil. Hier schih trifft verdiente schande Sie bei roh⸗ lichen im lande! Denn ein jedet menschenfreund Ist der falschhel ränken feind. 4. Schmäht mich, ohne mein ven schulden Der verläumderlästermund O so laß mich's still' erduldenl Einst wird doch die wahrheit kund, Darf ich ja nicht länger schweigeh, Meine unschuld zu bezeugen: 0 ver⸗ Mel einen christ es m 2. derm chrif er de 5 andern freund: So treu, der welt nächsten ich; Er träf' ihn bedarf Zein an⸗ in stand, ittel, die gern zu den Mit t heischt, uch ohne en men— h eigen⸗ Er sieht n gebeut, gesinnt, werden! in leben „als ich zu seyn! dir Inz tigkeit ech' auth ergeben, n gräulz Ist ge⸗ ier schoh e bei red⸗ ein jeder falschheit nein vet⸗ stermund rdulden! eit kund. hweigen, gen: G0 ver⸗ XXVIII. Von der Freundschaft. 25⁵ BS, berleihe, daß dabei Herz und mund voll sanftmuth sey. 5. Daß du, herr, an jedem orte Zeuge meines wandels bist, Daß kein einz'ges meiner worte Deinem ohr verborgen ist: Dies erwecke mein gemüthe, Daß ich mich für lägen hüte; Denn du liebst den wahrheitsfreund, Und bist allen falschen feind. Mel. Befiehl du deine wege ꝛc. Rohl dem, der richtig 460. W wandelt, Der als ein wahrheitsfreund, In wort und werken handelt, Und das ist, was er scheint; Der recht und treue lie⸗ bet, Und von dem sinn der welt, Die trug und falschheit übet, Sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der lügen hasset, Und der, so oft er spricht, So sei⸗ ne reden fasset, Daß er die wahr— heit nicht Mit vorbedacht verletzet, Und der an jedem ort Sich dies vor augen setzet: Gott merkt auf jedes wort. 3. Wohl ihm, wenn sein gemü⸗ the, Gott, so die wahrheit übt; Ihn leitet deine güte, Er wird von 4. Herr, drücke diese sache Mir tief ins herze ein, Daß ich's zur pflicht mir mache. Der lügen feind zu seyn: Erinnre mein gewissen, Du hassest heuchelei, Damit ich stets beflissen Der treu und wahr⸗ heit sey. 5. Laß niemals mich versprechen, Was ich nicht halten kann, Auch nie zusagen brechen, Die ich einmal gethan; Mich nie den stolz verlei⸗ ten Und nie des beispiels macht, Als wahrheit auszubreiten, Was ich doch selbst erdacht. 6. Doch laß zu allen zeiten Auch deiner wahrheit licht, Herr, meine seele leiten, Damit ich meine pflicht Mit klugheit üb' und wisse, Wann ich für andrer wohl Und für mich reden müsse, Und wann ich schwei⸗ gen soll. 7. Wenn jemals, mich zu drücken, Des feindes rath gelingt, Wenn er mit bösen tücken In kümmerniß mich bringt: So stärke meine seele, Daß sie nicht unterlieg, Und alles dir befehle: Du giebst der unschuld sieg. 8. Ein herz voll treu und glau⸗ ben, Das, gott, dein auge scheut, Das soll mir niemand rauben: So dir geliebt. Du wirst ihn einst er⸗kann mit freudigkeit Ich hier zu dir höhen, Wenn in der wahrheit licht aufsehen Und dort vergiltst du mir, Beschämt die falschen stehen, Ge⸗Wenn falsche nicht bestehen, Mit schreckt durch dein gericht. wonn' und preis dafür. XXVVIII. Von der Freundschaft. Mel. Nun danket all' ꝛc. Nr. 5. 3. Als wahrheits- und als tu⸗ 61 Jas glück ist groß, das gendfreund, Besitzet er mein herz. 2 gott mir schenkt In Ich theil mit ihm, der's redlich einem wahren freund.! Der als ein meint, Mein glück und meinen christ rechtschaffen denkt, Und treu schmerz. es mit mir meint. K. Ich schmeck' des lebens süßig⸗ 2. Man schätzt den freund in je⸗keit In doppelt starker kraft, Wenn dermann, Wär' er auch nicht ein mich das edle glück erfreut, Das so christ. Doch ganz unschätzbar ist ein freund verschafft. er dann, Ister auch wahrer christ. 5. Manch leid unwölket mein ge⸗ P 5 müth z —— i.. zeit, Da uns, in jener welt, Ver⸗ 54 Zweite Abtheilung. müth; Ich klag' es meinem freund, Fühl', daß schon halb der kummer flieht, Wenn er nur mit mir weint. 6. Oft lindert mir sein guter rat Des leidens herben schmerz. Oft hilft er mir auch mit der that, Und froh dankt ihm mein herz. 7. Freimüthig ohne bitterkeit Straft er mich, wenn ich fehl', Und eigne unvollkommenheit Hält er vor mir nicht hehl. 8. Manch wort, zu unsers gottes ruhm, Theil' ich mit ihm vertraut; Und werd' in meinem christenthum Oft sehr durch ihn erbaut. 9. Ich freue mich mit ihm der klärt zum glück der ewigkeit, Nichts mehr an wohlseyn fehlt. 10. Da wir, vor gottes thron vereint, Von allen mängeln rein, Ihn sehn, den allerhöchsten freund, Mit ihm uns ewig freun. 11. O gott, mein gott, wie dank' ich dir, Wenn so ein freund mich schätzt! Ich bitte dich, erhalte mir Dies glück stets unverletzt. Mel. Allein gott in der höh' ꝛc. 62 Welch glück, o gott, ist 4 freundschaft hier, In diesem pilgerleben! Sie kann im unglück und im glück Uns trost und freuden geben. Sie ist der tugend starkes band; Es führet ihre fromme hand Uns ab vom sündenwege. 2. O jesu, bester menschenfreund, Der du uns sünder liebtest, Nur das, was groß und edel heißt, Uns hier zum beispiel übtest; So gött⸗ — gottes freundschaft uns erwarhsz Uns ewig zu beglücken. 3. Schenk' mir auch einen from— men freund(Nur du kannst ihn mir geben), Der edel und rechtschaffn denkt, Der mir in meinem leben Ein reizend tugendmuster sey, um bei mir standhaft und getreu In glück und unglück stehe. 4. Der meine unvollkommenheit Mit sanfter schonung trage, Mir fehler ohne bitterkeit, Nur mich zu bessern, sage; Der mich vor sün— den immerdar, Vor irrthum, scha⸗ den und gefahr An leib und seele warne. 5. Doch laß mein herz vorsichtiz seyn, Mit wem es freundschaft ma⸗ chet. Kein spötter der religion, Der über tugend lachet; Kein wollüst⸗ ling, kein stolzes herz, Wer fühl— los ist bei andrer schmerz, Sey nie⸗ mals mein vertrauter. ken: Laß mich ihn fliehn als eine pest, Mich nicht durch ihn beflecken. Und wie kann der, der ohne schen Stets gott verleugnet, menschen treu Und redlich seyn und bleiben! 7. Doch hab' ich einen wahren freund Von dir, o gott, erhalten; So laß denn auch mein warmes herz Nie gegen ihn erkalten. Laß mich verschwiegen, redlich seyn, Neid, falschheit, argwohn, schmei⸗ chelein Und eigennutz stets fliehen. 8. Gott, präge du der liebe sinn So freunden ein als feinden. Auch die, die meine feinde sind, Die ma⸗ che mir zu freunden! Bild' unser herz zur einigkeit! Lehr' uns, daß jene seligkeit Sey wahre lieb' und lich liebreich für uns starbst, Selbst freundschaft. XXIX. Von liches i 6. Ein mensch, vom laster ange⸗ steckt, Wird mich auch leicht anstek⸗ Mel. 46 nießen. So ist dre äne 2. W. get, U Daß ich dein tr trübsal mein g 3. So lust der innre gen, Gott, l K. Se Und sei freilich wir un sches ve windun 5. Nie unser g hig her freuden den Du schmerz 6. Die nach di giebt ur gottes sünder! guth. sterben XXIX. Von der Gluͤckseligkeit wahrer Christen. 235 v·Bfi.. rwarbst. E*⁴.8 XXIX. Von der Gluͤckseligkeit wahrer Christen. ihnn Mel. In allen meinen thaten ꝛc. 9. O laß zu allen zeiten, Mich tschaffn. 62 Fin ruhiges gewissen Laß deine weisheit leiten, Und mache m leben 4 3. herr! mich stets ge⸗selbst mich treu! Zum fleiß in gu⸗ ey, u nießen. Denn hab' ich dieses nur: ten werken Laß mich die hoffnung treu In So ist für mich in tagen, Wo an⸗ stärken, Daß groß der lohn im him⸗ dre ängstlich zagen, Nichts schreck⸗mel sey. menheit 255 der Ie. e 2. Wenn meine schuld mich beu— aichn get, und dann dein geist bezeuget, Mel. Wer die gott ꝛic. vor sün Daß ich begnaͤdigt bin; Wenn mich 464 G'it, deine gnad' ist un⸗ m, schat dein trost erquicket, So oft mich— ser leben, Sie schafft nd seele trübsal drücket: Wie unschätzbar ist uns heil und seelenruh. Dein ist's, mein gewinn! die sünden zu vergeben, Und willig orsichig. 5. Sollt' ich solch ruhig leben Für ist dein herz dazu. Du nimmst die haft mae lust der sünde geben, Und dann die sünder gnädig an, Die sich voll A on, Der innre pein, Mich selber zu verkla-reue zu dir nahn. wolluf⸗ gen, In meinem busen tragen? 2. Uns, uns verlorne zu erret⸗ zer fühl“ Gott, laß dies ferne von mir seyn! ten, Gabst du für uns selbst dei⸗ Zey nie⸗ k. Sein eignes herz bekämpfen, nen sohn. Er litt, damit wir frie⸗ 0 ö Und seine neigung dämpfen, Ist de hätten, Für uns den tod, der r ange⸗ freilich schwere pflicht: Doch, wenn sünde lohn. O gott! wie hast du Fanstek⸗ wir uns besiegen, Welch himmli- uns geliebt! Welch ein erbarmen als eine sches vergnügen Gewährt die über- ausgeübt! eflecken. windung nicht! 5. Dank, ewig dank sey deiner ne sceu 5. Nichts kann im wohlergehen So treue, Die niemand g'nug erheben ienschen unser glück erhöhen, als ein geru⸗ kann! Nun nimmst du jede wahre l leiben! hig herz. Das schafft uns innre reue Um christi willen gnädig an. wahrenfreuden, Und mildert auch im lei⸗Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, ö halten: den Durch seinen trost den größten Und glaubig seinen mittler ehrt. varmes schmerz. 4. Den, herr, befreist du von den 1. Laß 6. Die freuden zu verachten, Wor⸗ plagen, Die dem gewissen furcht— ö ) seyn, nach die sünder schmachten: Was bar sind; Der kann getrost und schmei⸗ giebt uns dazu muth? Was tröstetfreudig sagen: Gott ist für mich, fliehen. gottes kinder Beim spotte frechersich bin sein kind; Hier ist der, wel⸗ be sinn sünder? Ein ruhig herz, das beste cher für mich litt, Und mich noch 1. Auch guth. jetzt bei gott vertritt. die ma⸗ J. Zu dir gen himmel schauen, 5. O herr, wie selig ist die seele, unser O gott, Und mit vertrauen Sich Die so sich deiner gnade freut! Ob ö 16, daß rühmen: ich bin dein; Im glauben auch groß irdisch guth ihr fehle, eb' und der erlösten, Sich deiner huld ge⸗ Fehlt ihr doch nicht zufriedenheit, trösten: Welch glück, mein gott, Gott, deine huld ist weit mehr kann größer seyn? werth, Als alles, was die welt ge⸗ 36. Läßst du mich im gewissen Einst währt. diesen trost genießen, Wenn alles 6. Dein friede stärkt mit frohem von mir weicht; Kann ich dann, muthe Das herz auch in der größ⸗ voll vertrauen, Auf dich noch, va⸗ten noth; Giebt hoffnung zu dem ter, schauen, So wird mir selbst das ew'gen guthe, Und macht getrost sterben leicht. selbst in dem tod, Wer diesen* ö en Von Zweite Abtheilung. den hat, genießt Lust, die des him⸗ mels anfang ist. ö 7. Laß, vater, denn in diesem frie⸗ den Auch meine seele freudig ruhn, Auch mir hast du dies glück beschie⸗ den; Denn auch für mich genug zu thun, Ward sterbend der am kreuz ein fluch, Der aller menschen sün⸗ den trug. 8. O, laß mich dies im glauben fassen, Und mich mit starker zuver⸗ sicht Luf deine vatertreu verlassen; Wenn alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Sein heil steht unbeweg— lich fest. 9. Lobsingend will ich dich erhe— ben, Mich ewig deiner gnade freun, Und deinem dienst mein ganzes le⸗ ben In kindlichem gehorsam weihn; Denn du vergabst mir meine schuld; Nie, nie vergess' ich diese huld. Mel. Sollt' ich meinem gott ꝛc. 465 E ott, durch welchen alle dinge Sind und wir—⸗ ken und vergehn, Stärk' mnich, daß ich dir lobsinge; Lehre mich dein lob erhöhn! Laß mich dich im stil⸗ len loben, Mich, den du voll lieb' und huld Aus den tiefen seiner schuld Zu des christen glück erho⸗ ben! Dich erheb' ich immerdar, Der mich schuf und neu gebar. 2. Könnt ihr die gestirne zäh⸗ len: Gottes gnade zählt ihr nicht. Er errettet unsre seelen, Ist ihr freude, trost und licht. Wenn wir mit den eitelkeiten, Mit versuchun⸗ gen der lust, Mit dem feind in un⸗ srer brust, Wenn wir mit dem tode streiten: Dann hilft er der schwach⸗ heit auf, Und erleichtert kampf und lauf. 3. Wenn uns stolze sünder mei⸗ den, Weil wir ihre freuden fliehn, — es ohne schmerz Den besitz der welt entbehren. Alles andre wird mit klein Gegen deine gnade seyn. K. Wenn mich leiden niederdrük⸗ ken, nehm' ich sie als wohlthat an Von der hand, die nur beglücken, Aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine schmerzen Mit der seele heiterkeit, Und versüßes alles leid, Durch die sanfte ruh im herzen, Die mich stets mit muth be⸗ lebt, Ueber alles leid erhebt. 5. Von gefahr und noth umge⸗ ben, Ueber diesen rauhen pfad Geh' ich, vater, in dein leben, Das nicht leid, nur wonne hat. Sollten mich der erde freuden, Sollte mich der sünder spott Und das elend und det tod, Herr, von deiner liebe schei⸗ den? Raubt ich meine krone mirl Nein, ich leb' ich sterbe dir! Mel. O ewigkeit, du donnerwort. Mein glaub' ist meines 466.( lebens ruh', Und führt mich deinem himmel zu, I du, an den ich glaube! Ach gich mir, herr, beständigkeit, Daß diesen trost der sterblichkeit Richts meinet seele raube. Tief präg' es meinen ein christ zu seyn! 2. Du hast dem sterblichen ge⸗ Durch deinen tod erworben. Nun wird mein leib zwar asch' und stauh, Doch nicht des todes ew'ger raub; Du bist für mich gestorben. Mid der ich ich sterbe nun gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein ehrist Mein herz ist ruhig, und vergift Die schmerzen dieses lebens. I dulde, was ich dulden soll, un bin des hohen trostes voll: Ich lii de nichts vergebens. Gott selbe Dann giebt er uns seine freuden; mißt mein theil mir zu, Hier kun⸗ Unfer herz empfindet ihn. Kann zen schmerz dort ew'ge ruh. ich größers glück begehren? Ewi-⸗ E. Was seyd ihr leiden dieser zi ger, hat dich mein herz: O so wird Mir⸗ der ich jener herrlichteit ig herzen ein: Welch glück es seh, schlecht Zur sel'gen ewigkeit ein rehl dein erlöster bin, Ist, dah N — ———— ruh ent mich go und erg hier ve schwinde melsfre 5. Bir ich doch schändli erden. pflicht! den nie werde, erfreut seligkei zufried 4 er welt rd mir yn. erdrük⸗ that an zlücken, n. Du en Mit ersüßest ruh im uth be⸗ bt. umge⸗ ad Geh as nicht en mich nich der Und der erwort. meines h'‚ Und zu, d Lch gieh! iß diesen meiner meinen es sey, hen ge— ein recht n. Nun d staub, r raub; n. Mit, Ist, dah n ehritz vergist ns. Y IUU, M Ich leis! tt selbe dier kun⸗ h. ieser zi Neit Ni rah. XXIX. Von der Gluͤckseligkeit wahrer Christen. 237 ruh entgegen schaue? Bald ruft mich gott, und ewiglich Belohnet und erquickt er mich, Weil ich ihm hier vertraue; Bald, bald ver⸗ schwindet aller schmerz, Und him⸗ melsfreuden schmeckt mein herz. 6. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch Nicht mehr der sünde schändlich joch In meinem lauf auf erden. Die tugend ist mir süße pflicht? Und wenn ich gleich hienie— den nicht Ganz frei von fehlern werde, So ist mein trost: gott hat geduld, Und straft nicht meiner schwachheit schuld. 6. Der du den tod für mich be⸗ zwangst, Du hast mich, mittler, aus der angst, Die ich verdient, gerissen. Dir, dir verdank' ich mei— ne ruh; Du heilest meine wunden zu, Du stillest mein gewissen; Und fall' ich noch in meinem lauf, So richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sey gott! ich bin ein christ, Und seine gnad' und wahrheit ist An mir auch nicht vergebens. Ich wachs in meiner heiligung, Ich spüre täglich besserung Des herzens und des lebens. Ich fühle durch des geistes kraft Mich, herr, ge— trost und tugendhaft. 8. Dank sey dir, vater, dank und ruhm! Du lehrtest mich das chri— stenthum Fest glauben, redlich üben: Es macht mich ruhig und erfreut, Führt mich zur wahren seligkeit: Wie, sollt' ich es nicht lieben? Erhalte stets mein herz Ren So preis' ich ewig deine reu. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. it dir, o höchster, 467. M friede haben, Und deiner huld versichert seyn, Das ist die größte aller gaben, Die je des menschen herz erfreun, Das bleibt auch in der ewigkeit Die quelle der zufriedenheit. 2. Wovor darf meiner seele grauen, Wenn du mir, gott, nicht schreck⸗ lich bist? Kann ich getrost auf dich nur schauen, Dem alles unterwor⸗ fen ist: So seh' ich auch mit hei⸗ Uin. sinn Auf alles andre ruhig in. 3. Beschämt mich meiner fehler menge: Du, vater, du verzeihst sie mir. Bringt eine noth mich ins gedränge, So hab' ich doch den trost an dir, Daß du auch leiden dieser 321 Stets lenkst zu meiner selig⸗ eit. 4. Froh seh' ich deinem höhern se⸗ gen, Den deine hand in jener welt Den deinen aufbewahrt, entgegen; Und wenn mein leib in staub zer⸗ fällt, So zagt mein herz doch dar⸗ um nicht: Denn du bist meine zuversicht. 5. Mein heil steht blos in deinen händen, Und dein ist, vater, alle macht, Mir jedes gute zuzuwen⸗ den, Das deine huld mir zugedacht. Nur du vollführst stets deinen rath. Wohl dem, der dich zum freunde hat! 6. Dies ist das glück der reinen seelen, Die sich mit ernst vor sün— den scheun, Nur dich zu ihrem trost erwählen, Und vor dir, recht zu thun, sich freun. Wer dich mit solchem sinn verehrt, Der ist dein freund, der ist dir werth. 7. Der hat dich auch in allen fäl⸗ len Gewiß zum trost, und kann sein herz Durch dich, o gott, zufrieden stellen Bei jedem gram, in jedem schmerzz; Den wird zum ew'gen wohlergehn Unfehlbar deine huld erhöhn. 8. So hilf denn, daß ich, weil ich lebe, Um deiner gnade mich zu freun, Nach einem reinen herzen strebe, Und präg' es mir aufs tief⸗ ste ein: Kein größres glück sey auf der welt, Als wenn man dir, gott, wohlgefällt. Mel. Zweite Abtheilung. Mel. Allein gott in der höh' ꝛc. 68 O welch ein unschätzba⸗ 4 res guth Ist doch ein gut gewissen! Hab' ich nur das, so hab' ich muth, Wenn andre zagen müssen. Dann zittert meine seele nicht; Mich schreckt kein tod und kein gericht: Denn ich hab' gott zum freunde. 2. Bin ich mir dessen, gott, be⸗ wußt, Und steh' bei dir in gnaden, So wohnet ruh in meiner brust Und wer will dann mir schaden? Ich seh' auf dich in aller noth, Wo⸗ mit die zukunft mich bedroht; Mich tröstet deine liebe. 3. Trifft mich auch hier zuweilen noch Das gift der lästerungen; Wird meines herzens ruhe doch Da⸗ durch nicht ganz bezwungen. Weiß sich nur mein gewissen rein, Und flieh' ich auch den bösen schein, Wirst du mich schon beschützen. K. Ich sehe mit zufriedenheit Der künft'gen welt entgegen: Sie giebt mir muth und freudigkeit Auf al⸗ len meinen wegen. Denn dort macht selbst, o herr, dein mund Den hohen werth des christen kund; Da wird der fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich, mir zum heil, Ein unverletzt gewissen, Des lebens allerbestes theil, Zu ha⸗ ben sey beflissen. Mit dir, gott, ausgesöhnt zu seynz Dein heilig recht nicht zu entweihn: Das sey mein größter eifer. 6. Des richtigen gewissens spruch Laß mich stets folgsam ehren, Und immer aufmerksam genug Auf sei⸗ ne warnung hören. Erinnerts mich an meine schuld, So laß mich, va⸗ ter, deine huld, Voll reu' und glau⸗ ben, suchen. v. Mit deiner gnade tröste mich Und stärke meine seele, Daß sie vor sünden hüte sich, Und nie aus vorsatz fehle; Denn wer nur rei⸗ nes herzens ist, Hat immer dich, durch jesum christ, Allgütiger, zum Mel. Alles ist an deinem ꝛc. Nr. 0 herz, da 6 ater, den mein hen Der sün 4. 9. verehret, Dem mein denkt n leben angehöret, Heilig sey mir 0 dein gebot: Ueber alles dich zu lie⸗ chriß, 2. ben, Deinen willen gern zu üben, Vese Und dir treu zu seyn, o gott! n und 2. Ohne dich ist doch kein friede; Pegnadi Und die seele quält sich müde Um strafen das blendwerk dieser zeit. Ihren m dir/ u durst kannst du nur stillen, Und du und den willst ihn gern erfüllen Hier und 5. Er dg auch in ewigkeit. gen, W. 3. Gieb, herr, daß das glück der erwarb; erde Nie für mich verführung wer⸗ empfange de; Deine huld sey mehr mir beile sta werth. Sie nur ist das glück der muth und seelen, Und das werd' ich nicht ver⸗ ner pilgr fehlen, Wenn mein herz dich kind⸗ A. Sum lich ehrt. und dein 4. Friede werd' ich im gewissen, einem 3ed Und den himmel hier genießen, Lieb' den trost ich gutes nur allein; Such' ich, va⸗ in dieser ter, mehr als, allen, Such' ich stets schmack dir zu gefallen, So sind ew'ge freu⸗ den mein. Ist er de 5. Kann ich, wenn mich menschen ihn dein, hassen, Mich auf dich nur, gott, du besche verlassen, Und verdammt mein herz Ja, dein mich nicht: O, so bin ich voller immer u freude, Und verlier', auch wenn ich 6. Ber leide, Nicht den muth zu meiner sten, Len pflicht. Zum best 6. Laß den reiz der eitelkeiten Ne hast⸗ 327 von dir mein herz ableiten, Bleih Hilest ih du mir mein höchstes guth! Hilf Und före mir den betrug der sünden Sehn Er und standhaft überwinden; Gieb I. mir dazu kraft und muth. lich: Se lich seget 7. Lenke, vater, mein bestreben falls sick Hin zu einem bessern lebenz Lehre alls sic mich schon in der zeit An dem ewis ind aln gen ergötzen, Hier den werth der 33 Er, dinge schätzen, Wie einst in der zuf 12 ewigkeit. Zufried. Ist für Zu glü Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. Hain er durch dein wort anz 470. Wẽé ist neu geboren, O troste. vater! und von dir empfängt 915 erz 0 — Tr. 10. berz, das dich zum heil erkoren, 1 Hen Der sünd entsagt, und göttlich melh denkt, Und heilig lebt; wie selig ist h uüh— soleher mensch, ein wahrer . christ! Aüben.. Befreit von seinen finsternis⸗ 113 sen und von der sünde sclaverei, friebe; Begnadigt, ruhig im gewissen, Von 6 Un ö strafen des gesetzes frei: Sieht er Ihren in dir, mit dir vereint, Den vater Und du und den besten freund. er un 5. Er darf, o gott, von dir verlan⸗ gen, Was ihm dein eigner sohn ück der erwarb; Er wird es auch von dir 3 were empfangen, Weil er auch ihm zum r mir heile starb: Verständniß, so wie ick der muth und kraft, Zum kampf in sei⸗ ht vere ner pilgrimschaft. ine stz kind:. Zum sichern siege deine stärke, Und deinen geist der heiligung, Zu vissen einem jeden guten werke; Im lei⸗ Lieb den trost und linderung; Und selbst va⸗ in dieser übungszeit, Den vor⸗ teh schmack jener herrlichkeit. freu⸗ 5. In seinem kindlichen gebete mNschen gott, in herz voller »nn ich neiner en Nie Bleib Hilf Sehn Gieb treben Lehre ewi⸗ h der n der ytt ac. XXIX. Von der Gluͤckseligkeit wahrer Christen. 939 Ist er der frohen zuversicht, Daß ihn dein sohn vor dir vertrete, Und du beschämst dein kind auch nicht: (Ja, deine vaterhuld gewährt Ihm immer mehr, als er begehrt. 6. Bereit zu helfen und zu trö⸗ sten, Lenkst du mit väterlicher huld, Zum besten alles dem erlösten, Und hast, wenn er auch fehlt, geduld; Hilest ihm in seiner schwachheit auf, Und förderst seinen tugendlauf. 7. Er wandelt gern auf deinen wegen, Liebt alle menschen brüder— lich: Sein thun, o herr, wird end— lich segen, Auch freut er deines bei— falls sich; Wenn alle spötter ihn verschmähn, Bleibt doch sein trost und glück bestehn. 8. Er, sicher, daß er selig werde, Zufrieden stets mit seinem loos, Ist für die schnöde lust der erde Zu glücklich schon, zu reich, zu groß. Ein zeitlich glück ist ihm zu klein; Denn er wird ewig glücklich seyn. 9. Er sieht den tod von ferne kom⸗ IS—— men, Und zittert nicht, er ist sein freund; Von dir zum erben ange⸗ nommen, Frohlockt er, wann der tod erscheint; Er endet fröhlich sei⸗ nen lauf, Und schwinget sich zu dir hinauf. 10. Wie selig, wer so neu gebo⸗ ren Ein frommes herz von dir em⸗ pfängt, Und dich zum eigenthum erkoren, Der sünd' entsagt, und göttlich denkt, Und heilig lebt: wie selig ist dein kind, Dein eigenthum, der christ! Mel. O gott, du frommer gott ꝛc. Neer gottes wege geht 471. Wẽ̃ Nur der hat wah⸗ ren frieden. Wie herrlich ist sein glück Ihm selbst von gott beschie⸗ den: Voll glaubens widersteht Er jeder bösen lust, Ist seiner tugend sich Froh vor dem herrn bewußt. 2. Er merkt auf seinen gang, Geht ihn mit festem muthe; Wird in der schwachheit stark, Liebt im= mer mehr das gute Ihn machet got⸗ tes geist Durch sein wort tugend haft, Und er nimmt immer zu An kenntniß und an kraft. 3. Gott hat er allezeit Vor augen und im herzen; Wacht über sich und scheut Sich vor der sünde schmerzen; Er eilet, wenn er fällt, den fall gleich zu bereun; Sucht gnad, und strebt noch mehr Der tugend treu zu seyn. 4. Getreu in seinem stand, Ge⸗ nießt er gottes gaͤben Vergnügt, wenn andre gleich Mehr glück und ansehn haben. Mit dem, was gott ihm giebt, Zufrieden, frei von neid, Von habsucht und von geiz, Von stolz und eitelkeit. 6. Schenkt gottes hand ihm viel, So wird er vielen nützen; Des freundes glück erhöhn, Verlaßne tugend schützen; Auch selbst belei⸗ diger Wird er in noth erfreun; Gut, wie sein gott, gesinnt, Und milde wird er seyn. 6. Er 2 240 Zweite Abtheilung. 6. Er kränkt den nächsten nie Schützt seinen ruhm, sein leben; Er trägt ihn mit geduld, Ist wil⸗ lig zu vergeben; Und übereilt ihn auch Der zorn, so faßt er sich, Und denket bald: wie oft Verschonet gott auch mich. 7. Er suchet jedes herz Im guten zu bestärken; Und jeden reizet er Zu allen guten werken: Mit allen suchet er Ein herz und sinn zu seyn, Mit ihnen eines herrn Und heils sich einst zu freun. 8. Das heil der ewigkeit, Das hier der fromme schmecket, Erhält ihn so getrost, Daß ihn kein unfall schrecket; Es schafft ihm frohen muth, Und stillet seinen schmerz: Im tode selbst frohlockt Sein gott ergebnes herz. Mel. Wie groß ist des allm. Nr. 6. ie mächtig spricht in 472. Wẽĩ meiner seele, Herr, deine stimme voller huld! Du scho⸗ nest meiner, wenn ich fehle; Zürnst nicht; hast väterlich geduldz Schickst deinen geist, mich zu regieren; Sprichst meinem herzen freundlich zu; Wirst niemals müde, mich zu führen, Und sorgst für meine wah⸗ re ruh. 2. Erbarmer deiner kreaturen! Liebreicher herr der ganzen weltl Die deiner güte reiche spuren Iu jedem sonnenstaub enthält: zu groß sind sie, daß ich ermessen Die wunder deiner liebe kann. Nie wil ich undankbar vergessen, Was d zu meinem heil gethan. 5. Sollt' ich nun noch den gott mit willen Beleidigen, der mir ver⸗ giebt? Der mir, gebote zu erfüllen, Gegeben hat, weil er mich liebtz Der die erfüllung meiner pflichten Aus lauter güte mir vergilt? und der, anstatt mich streng zu richten, Mein herz mit trost nud freud' erfüllt? 4. Sein dienst ist glück für meine seele; Gehorsam, meine seligkeitl Wie kindlich wein' ich, wenn ih fehle, Vor ihm, dem vater, der verzeiht! Ich fühl' die schwere mei⸗ ner sünden, Die weder mensch noch. engel büßt; Wie freudig kann ichs dann empfinden, Daß christus mein erlöser ist! 5. Den großen tröstenden gedan⸗ ken Geb' ich für alle welten nicht. Wahr bleibt er, wenn auch thro⸗ nen wanken, Fest steht er, wenn die welt auch bricht. Es mögen sün⸗ digen und zittern, Die kinder des verderbens sind! Gott wird der erde grund erschüttern; Ich behe nicht: ich bin sein kind. — n welt! lren In ilt: Iu! ssen Die Nie wil Was d den gott mir ver⸗ erfüllen, 9 liebtz oflichten It? Und richten, 5freudꝰ r meine ligkeit! denn ich ter, der ere mei⸗ usch noch inn ichs us mein gedan⸗ n nicht. ch thro⸗ „wenn zen sün⸗ der des ird der ch bebe Oritte 0 0 Dritte A Lieder fuͤr besondere btheilung. Zeiten, Staͤnde und Vorfaͤlle. I. Bei dem oͤffentlichen Gottesdienste. 1. Mel. Vom himmel hoch da ꝛc. oder: Wenn wir in höchsten ꝛc. erhör' uns, gott, wir 473. flehn um licht, Ver⸗ sage deinen geist uns nicht, Laß uns dein heilig wort verstehn, Und freudig deine wege gehn. 2. Erleuchte unsre seelen nun, Stärk' uns, und lehr' uns redlich thun, Nach deinem wohlgefallen, gott; Denn wir sind dein jetzt und im tod. 5. Mach' uns im glauben stark, und frei Von trägheit und von heuchelei; Zu dienen dir die le— benszeit In christlicher rechtschaf⸗ fenheit. 4. O höchster! unser lobgesang Gefalle dir und unser dank, Bis wir vor deinem throne stehn, Und dann vollkommner dich erhöhn. Mel. Liebster jesu, wir sind hier. Gitre„herr, daß dein 474. theures wort Unsern geist heut so durchdringe, Daß es dann auch immerfort Frucht in un⸗ serm leben bringe, Und daß es uns Beim Anfange desselben. mächtig stärke Zur vollbringung guter werke. 2. Laß es uns seyn trost und licht, Herr, auf allen unsern wegen; Un⸗ sre starke zuversicht, Wenn sich noth und trübsal regen; Es ver⸗ mehre unsre freuden Bis wir von der welt einst scheiden. In voriger Melodie. — err, vor deinem ange⸗ 475. sicht Sind wir hier, dich anzubeten; Laß uns ohne an⸗ dacht nicht, Nicht ohn' ernst dein haus betreten; Gieb uns herzen, die dich ehren, Christlich flehn, aufmerksam hören. 2. Laß dein seligmachend wort Viele gute früchte bringen, Und durch seine kraft sofort Tief in un⸗ sre seelen dringen; Laß es unsern sinn erneuen, Und des irrthums nacht zerstreuen. 3. Daß, mit deinem wort bekannt, Wir, was du befohlen, üben, Dich und den, den du gesandt, Jesum christum herzlich lieben! Daß kein — leid Dritte Abtheilung. U'' leid und keine freude Uns von die⸗ ser liebe scheide. In bekannter Melodie⸗ 476. 2 christe, wir sind hier, Um dein göttlich wort zu hören: Gieb uns andacht und begier Nach der wahrheit theu⸗ ren lehren, Daß die herzen von der erden Ganz zu dir erhoben wer⸗ den. 2. Ohne dich ist der verstand Sehr mit finsterniß umgeben); Drum so mach' uns recht bekannt, Was uns dient zum frommen leben. Gutes denken, gutes üben, Kommt von deines geistes trieben. 3. Deines wortes göttlich licht Leuchte jetzt so unsern seelen, Daß wir seinem unterricht Folgen und das gute wählen, Lenke du gebät und lehre Uns zum heil und dir zur ehre. ö In bekannter Melodie. zomm, heiliger geist! * 477. XErfüll' die herzen dei⸗ nner glaubigen, Und entzünd' in ih⸗ nen Das feuer deiner göttlichen liebe; Der du durch mannigfaltig⸗ keit Der zungen, Die völker Der ganzen welt versammelt hast, In einigkeit Des glaubens. Halleluja, Halleluja. Mel. Ach bleib' bei uns, herr ꝛc. 478 O heiliger geist! laß uns dein wort So hören heeut und ferner fort, Daß sich auch stets durch deine lehr, Glaub', lieb' und hoffnung in uns mehr. 2. Erleucht' uns huldvoll durch dein licht, Versag' uns deinen bei⸗ stand nicht; Tröst' uns in aller un⸗ Mel, Allein gott in der höh' ꝛc. 479.O zum himmel zeigen: So laß die seel' empor zu dir In stiller andacht steigen; Erleuchte mich, und gieb verstand, Daß mir dein wille recht bekannt, Und ich stets weiser werde. 2. Gieb, daß des wortes geist und kraft Mein ganzes herz durchdrin⸗ ge, Daß ich mit fleiß, gewissenhaft Und treu dein wort vollbringe! Mein herz mein ganzes leben kund, Daß ich nie heucheln möge! 3. Gieb alles, was dein sohn ver⸗ heißt, Und send' uns kraft von oben, Damit wir dich mit einem geist Aus einem munde loben! Laß unser lob und unser flehn, Auch unsern dank gefallen! 4. Dann sehen und empfinden wir Schon deine huld auf erden; Dann heilsam durch dich werden; Dann werden wir, nach dieser zeit, Zur ruh in jener ewigkeit Dereinst un⸗ fehlbar kommen. Mel. Herr jesu christ, dich ꝛe. 480⁰0. O nen geist, Den uns dein göttlich wort verheißt, Daß er uns stärke, tröst', regier, Und uns den weg zur wahrheit führ. stand; Mach' deine lehr' uns recht bekannt; Treib'auch zur heiligkeit uns an;z Und führ' uns auf der tu⸗ gend bahn. 3. Mach' uns geschickt, den engeln reich, Und dich zu sehn von ange⸗ sicht In ew'ger freud' und sel gem licht. 4. Dir, gott, den erd' und him⸗ mel preist, Dir, vater, deinem sohn srer noth, Gieb kraft zum guten bis in tod. und vater, send' uns dei⸗ err, wenn deine leh⸗ ren mir Den weg Auch mache mir bis auf den grund ö von herzen gehn, Und dir, o herr wird auch unsre andacht hier Recht 2. Stärk' unsern glauben und ver⸗ gleich, Zu preisen dich in deinem Mel. 48² re, wi du uns uns he unsre3 mahnet uns ei reichem 2. Gi lieben, Daß w nicht b deinen nicht tl als die streiche 3. De nomme Laß un Und de geist tr von un Mel. 48⁰ sein ha 20 e leh⸗ weg 6 die dacht gieb recht beiser t und drin⸗ nhaft inge! zrund kund, nver⸗ oben, t Aus er lob dank oherr n wir Dann Recht Dann „Zur st un⸗ ꝛc. 8 dei⸗ n uns aß er id uns d ver⸗ recht igkeit er tu⸗ ngeln einem ange⸗ l'gem him⸗ usohn und 2270 43 —IIAIAAAID‚‚I‚ und geist, Dir, der mit hülf' uns 2. Gieb uns dei gern erfreut, Sey lob und preis Und durch ihn frachtbaren glauben; in ewigkeit. Nicht der welt list, macht und spott Laß uns diesen jemals raubenz Gieb Mel. Liebster jesu, wir sind ꝛc. vielmehr muth, licht und stärke Uns ir erscheinen heut 3. Hilf, daß alerte Vilf, daß alle sünder si 481. vor dir, Dich, o dein wort zu dir bekehten, Und wir vater, zu verehren, Und in deinem alle, gott, durch dich Treu v Ilb—— hause hier Dein hochheilig wort gen, was wir hören; Daß—. 0 zu hören; Vom geräusch uns zu fromm auf erden und derei tauch entfernen, Und, was uns beglückt, selig werden. 0 zu lernen. II. Von ber Feier des Sonntags. 2. Beim Schluß desselben. Mel. Jesu, deine tiefe wunden. sehr' und liebe, 8² ott, durch den wir nicht betrübe. sind und leben! Hö⸗A. Um dies alles recht zu wissen re, wie der ehrist dich preist, Daß Sey dein wort uns rath und licht. du uns dein wort gegeben, Das Laß uns trost daraus genießen, uns heilsam unterweist, Das uns Wenn es uns an trost gebricht. unsre pflichten lehrt, Warnt, er⸗Es versüß uns jede nothz Es erquick' mahnet, straft, bekehrt, und, wenn uns auch im tod, Durch die hoff⸗ uns ein leiden drücket, uns mit nung, nach dem leiden Dort zu reichem trost erquicket. schmecken himmelsfreuden. 2. Gieb, daß wir dein wort recht ö 35 wir uns ün Jutemüben Unr Mel. Liebster jesu, wir sind ꝛc. Daß wir uns im guten üben, Und G reuer gott, wir nicht bloße hörer seyn, Denn wer 483. T dir, Daß ötunsdein deinen willen weiß, Und ihn doch wort gegeben; Hilf uns ferner nicht thut mit fleiß, Der ist ärger daß auch wir Nach demselben hei⸗ als die heiden, Und wird doppeltslig leben: Gieb dem glauben solche streiche leiden. stärke, Daß erthätigseydurch werke. 3. Darum drück', was wir ver⸗ 2. Uns, o vater, lehrest du, Was nommen, Tief in unsre seelen ein zwir thun und glauben sollenz Schenk Laß uns zur erkenntniß kommen, uns deine kraft dazu; Gieb zum Und des wortes thäter seyn; Deinswissen auch das wollen. Und zum geist treibe stets uns an, Daß dich wollen das vollbringen, So wird von uns jedermann Recht erkenne, alles wohl gelingen. Und mit sünden II. Von der Feier des Sonntags. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. sandachtsvoll sein wort zu hören, 48 en höchsten öffentlich und ihn lobpreisend zu erhöhn: Ist 4. verehren, Und inseine pflicht, wozu der christ, So sein haus mit freuden gehn, Um lang' er kann, verbunden ist. 2 2. Denn ⁴4⁴ Dritte Abtheilung. 2. Denn billig ist's, das höchste wesen: Durch das der mensch ist, lebt und denkt, Den herrn und rich⸗ ter aller wesen, Den, der uns jede wohlthat schenkt, Mit lob und prei⸗ se zu erhöhn, Um neue huld ihn anzuflehn. 3. Wenn du nur in der still ihn ehrest, Und jesum deinen heiland nennst; Doch ihn nicht öffentlich verehrest, Ihn nicht auch vor der welt bekennst: Bist du dann sein? bist du ein christ, Der seinem hei⸗ land dankbar ist? 4. Wer sich dem dienst des herrn entziehet An dem dazu bestimmten tag, Aus leichtsinn die versamm⸗ lung fliehet, Und nicht mit andern beten mag: Der, der pflicht, Verachtet gott, ehrt jesum nicht. 5. Auch deinen nächsten zu er⸗ bauen, Mußt du zum hause gottes gehn; Wie viele sind, die auf dich schauen, Die sehr auf andrer bei⸗ spiel sehn; Wenn einer durch dich träge wird, Bist du es nicht, der ihn verführt? 6. Und selbsten uns in unsern pflichten, Und von der bahn zur seligkeit, Noch immermehr zu un⸗ terrichten, In dieser vorbereitungs- zeit: Wie nöthig ist dies nicht, o 2—.—5 Der du geneigt zu fehlern ö — v. ODer gottesdienst ist ein ge⸗ schäfte, Dazu aus lieb' uns gott verband; Er stärket unsers geistes kräfte, Giebt mehr erkenntniß und verstand; Er ist ein mittel, das uns kraft Zum glauben und zur tugend schafft. 8. Hast du nicht auch oft trost empfunden, Wenn du das wort des herrn gehört? Sind dir nicht lieb die frohen stunden, Da man gott öffentlich verehrt, Und, um das ewige bemüht, Sich dem ge⸗ räusch der welt entzieht? 9. Was gleicht dem himmlischen entzücken, Das hier ein from⸗ verletzet seine kommen z mes herz belebt? Wenn es in stil len augenblicken, Mit andern sich zu gott erhebt, Und, voll des glücks das es genießt, Von dank und freu⸗ den überfließt. ö 10. Kommt denn, o christen, theu⸗ re brüder! Vereint im geist vor gott zu stehn; Kommt, wir sind eines leibes glieder; Kommt, un⸗ sern vater zu erhöhn! Frohlockend preiset jesum christ, Der unser herr und heiland ist. ö Mel. Herzliebster jesu, was ꝛe. oder: Ist auch ein gott ꝛc. Nr. 2. 485 ies ist der tag, an wel⸗ 2* chem deine frommen, Herr, in dein haus, dich anzubeten, Mit lob, gebät, und dank dich zu verehren, Dein wort zu hören. ö 2. Er sey nun auch, o heiland, dir geweihet, Ihn feiert gern, wer dei⸗ nes heils sich freuet. O, laß auch mich mit freuden vor dich treten, Dich anzubeten. 3. Dich preist der lobgesang der himmelsheere, Auch unser tempel schall von deiner ehre! Auch unser dank und unsrer ehrfurcht flehen Soll dich erhöhen. 4. Wie freu ich mich, die stätte zu begrüßen, wo durstigen des le⸗ bens bäche fließen, Und wo dein heil von der erlösten zungen Froh wird besungen. ö 5. Mich lockt die welt umsonst zu ihren freuden, Mein geist soll sic an deiner lehre weiden: Dein himmlisch wort, das deine boten lehren, Das will ich hören. 6. Mit andacht will ich heute vor dich treten: Ich weiß, du hörst, di kindlich zu dir beten. Der menschen glück, die sich der sünde freuen, Kann nicht gedeihen. 7. O, laß auch heute deinen geit; mich lehren, Vom weg, der dir mißfällt, mich abzukehren: Er io mich yt!c mich, trost di 8. De deiner und ler glück, d Da du 9. Di überwi du zum von go Dein g 10. E die erde nes rul ser, d ewig z Mel. und mi K4. Dr ein, Un seyn; bei, D 5. Hi Zu me Bewah welt, hält. in stil⸗ rn sich glücks d freu⸗ „theu⸗ ist vor ir sind . un⸗ ö lockend ser herr as ꝛc. Nr. 2. an wel⸗ ommen, ubeten, t, und in wort ind, dir wer dei⸗ aß auch treten, ang det tempel ch unser t flehen ie stätte u des le⸗ wo dein en Froh isonst zu soll sich : Dein ne boten n. eute vor örst, dit menschen freuen, nen geit der dir Er leite mich II. Von der Feier des Sonntags. 245 mich, daß meine ganze seele Zum trost dich wähle. „Dein tag sey mir ein denkmal deiner güte! Er bring' mir heil, und lenke mein gemüthe Auf jenes glück, das du der welt erworben, Da du gestorben. 9. Dich bet' ich an, du todes⸗ überwinder! An diesem tag hast du zum heil der sünder, Die fern von gott in todesschatten saßen, Dein grab verlassen. 10. Es feire dankbar diesen tag die erde, Daß jedes land voll dei⸗ nes ruhmes werde! Lob sey, erlö⸗ ser, deinem großen namen Auf ewig; amen! Mel. O jesu christ, meins ꝛc. 6 gott! du bist mein 48 5 preis und ruhm, Mein herz sey ganz dein eigen⸗ thum; Laß mir den sonntag hei⸗ lig seyn, Und gern ihn meinem glücke weihn. 1 2. Gieb, daß ich mein gemüth bewahr, Wenn ich mit deiner christenschaar Zu deines hauses stätte geh; Und so mit andacht vor dir steh. ů ö 5. Erinnre selber meinen geist, Daß du mir gegenwärtig seyst, Da⸗ mit ich deines geistes lehr Begierig und mit nutzen hör. 4. Drück' alles tief ins herz hin⸗ ein, Und laß mich nicht blos hörer —— 6. Was dein wort heute in uns schafft; Behalt' die ganze woche kraft; Daß jeder tag und allezeit Sey deinem lob und dienst ge⸗ weiht. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. Wiiee heilsam ist doch 487. Wẽĩ herr, die stätte, Wo deines namens ehre wohnt; O gieb, daß ich sie gern betrete, Weil da dein segen die belohnt, Die deiner lehre sich erfreun, Sich feierlich dir ofte weihn. 2. Wohl dem, der dich in deinem tempel, Gott, zu verehren, ernst be⸗ weist! Du hörst sein lob: und sein exempel Stärkt auch des nebenmen⸗ schen geist, Daß er auf deiner wahrheit bahn Rechtschaffen vor dir wandeln kann. 3. Dein wort bleibt niemals ohne egen, Wenn mans nur recht zu herzen nimmt, Es giebt uns trost auf trübsalswegen, Die du zu un⸗ serm heil bestimmt: Es giebt im kampf uns muth und kraft, So wie es sieg und freude schafft. 4. O laß auch mir dein licht heut' scheinen! Dein tag, herr, bring' auch mir gewinn, Wenn andachts⸗ voll ich mit den deinen Vor dir an heil'ger stätte bin. Laß dir das lob, das wir dir weihn, Ein angeneh⸗ mes opfer seyn. 5. Du bist der vater aller from⸗ seyn; Steh' mir mit deiner gnade men, O segne heute deine lehr! bei, Daß ich der lehre thäter sey. Erhör, wenn wir zusammen kom⸗ 5. Hilf, daß ich deinen ruhetag men, Der frommen wunsch zu dei⸗ Zu meinem segen feiern mag zner ehr; Wir suchen nur, herr, Bewahr' mich vor dem geist der deine Inad welt, Der diesen tag ee pfad! hält. Ach leit' uns auf der III. Bei 246 Diritte Ab theilung. III. Bei der Catechismus⸗Lehre. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 488 D lässest, herr, uns ö unterweisen, Durch deiner lehre helles licht: O gieb, daß wir dich dafür preisen! Und segne jetzt den unterricht An uns, aus unsers lehrers mund! Mach' dich recht unsern seelen kund. 2. Hier wird dein saame ausge⸗ streuet, Der künftig früchte tragen soll. Wer sich dir in der jugend weihet, Legt grund zu seinem wah— ren wohl. Aus jugendlicher fröm⸗ migkeit Quillt segen unsrer künft'⸗ gen zeit. 5. So gieb denn jetzt zu deinen leh— ren Auch bei uns allen das ge— deihn; Laß uns mit lehrbegierde fromm und weise, Durch deines theuren wortes licht. 5. Lehr' uns den heiland kennen, Gieb, daß, wenn wir ihn nennen, Sich unser herz erfreu! Hilf, daß wir an ihn gläuben, Und ihm ge⸗ horsam bleiben; Mach' unser herz ihm recht getreu. 4. Präg' deine heil'gen lehren, Die wir anheute hören, Tief in die her⸗ segen, Behalten und erwägen, Laß uns des wortes thäter seyn. 5. Hilf unsern guten trieben, Die eltern recht zu lieben; Gieb fleiß und folgsamkeit; Mach' leichtsinn und das laster Uns täglich mehr verhaßter; Laß uns thun, was dein wort gebeut. hören, Und auch der iehre thäter seyn. O pflanz' dadurch zu deinem ruhm In uns das wahre christen⸗ thum! Mel. Nun ruhen alle wälder. 48 ommt, kinder, anzu⸗ 9. beten! Laßt uns zum vater treten, Der aller vater heißt; Er ist's, der uns das leben, Und seinen sohn gegeben; Er schenk' uns auch den heil'gen geist! 2. Fehlts uns in unsrer jugend, An weisheit und an tugend, Und kennen wir dich nicht: So mach' uns, dir zum preise, O herr, doch O vater, vor dir sünder, Ach! geh' nicht ins gericht; Gott! sey uns gnädig, schenke Uns unsre schuld; gedenke Doch unsrer jugend fehler nicht! reißt in jungen jahren Der leicht⸗ sinn oft dahin; Laß uns die lust der sünde, Daß sie uns nicht ent—⸗ gen fliehn. 8. Herr! laß zu allen zeiten Unz deine gnade leiten, Auf jeder guten bahn; Führ' uns in früher jugend Durch gottesfurcht und tugend Zum glück des ew'gen lebens an. IV. Bei der Confirmation junger Christen. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. Kerr! dir gelobt mein 490. herz die treue! Und nem guten geist allein Will ich hin⸗ fort geleitet seyn. ö 2. Nimm, treuer gott! von dei zen ein; Gieb, daß wir sie, zum 6. Wir sind schon jetzt als kinder, 7. Wir sind noch unerfahren, Uns zünde, Als tödtend gift der schlan⸗ nem kinde Den theuren eid det treue hin. Reizt mich in zukunst noch die sünde: So will ich in netze neuen fleiß im christenthum. Dir, jesu! geb' ich mich aufs neue Zu deinem ew'gen eigenthum, Von dei⸗ N Und me Daß icr Stetsl Denn herz ve 7. So throne freunz krone? seyn. ich mic dein, Mel. 495 ——— deines ennen, tennen, If, daß hm ge⸗ er herz »n, Die ie her⸗ ,„ zum en, Laß »'n, Die b fleiß ichtsinn ha mehr as den kinder, h! geh' ey uns schuld; d fehler en, Uns leicht⸗ die lust cht ent⸗ schlan⸗ ten Uns er guten jugend tugend ns an. V. Fuͤr die Obrigkeiten und Unterthanen. 247 netze fliehn, Will jung mich schon der tugend weihn; Sieh, dieser tag soll zeuge seyn. 3. Oft hab' ich schon das wort ge⸗ brochen, Das ich dir in der taufe ab z Oft hab' ich besserung verspro⸗ chen, Und ließ doch nicht von feh⸗ lern ab; Nun heute kehr' ich ganz zu dir, Ich will mich bessern, hilf du mir. 4. Nie will ich hierin treulos wer⸗ den, Nie deine guten wege fliehn. Kein scheinguth, keine lust der er⸗ den, Kein unglück soll mich dir ent⸗ ziehn; Weich, sünde, o unglaube, weich! Gott hört es, jetzt entsag' ich euch. 5. Ja, ja, gott höret mein ver⸗ sprechen; Tief sieht er in mein herz hinein; Sollt'ich's in zukunft treu⸗ los brechen, So wird er einst mein richter seyn: Gewissensangst und ew'ge pein Wird meiner falschheit strafe seyn. 6. Darum regiere du mein leben, Und mache selbst mein herz dir treu, Daß ich, o höchster, dir ergeben, Stets heilig, fromm, und weise sey! Denn ohne dich ist immerdar Mein herz verkehrt und wandelbar. 7. So werd' ich, herr! vor deinem throne! Mich dieses heil'gen tages freun; Geschmückt mit jener sieges krone Werd' ich dann ewig selig seyn. O welch ein heil! wie freu ich mich! Herr, nimm mich hin; dein, dein bin ich! Mel. Allein gott in der höh' ꝛc. err, unser gott! er⸗ 491. Hne barme dich In christo aller sünder, Und sieh auch jetzo gnädiglich Auf diese unsre kinder z Du nahmst sie schon bei ihrer tauf, Durch deinen sohn zu kindern auf Und erben deines himmels. 2. Zu ihres glaubens rechenschaft, Zu ihrem angeloben, Gieb, vater, deines geistes kraft, Daß sie des glaubens proben, Voll eifer für das christenthum, Zu ihrem heil und deinem ruhm Im ganzen leben zeigen. 3. Zwar wird wohl einst in ihrer brust Auch sünde sich empören: Sie werden oft zur bösen lust Gefähr⸗ lich locken hören; An sie wird der versuchung macht, Die nur zu ihrem schaͤden wacht, Sich unver⸗ merkt einst wagen: k. Allein, es kann doch keine gnad' In größesten gefahren, Auf ächter tugend ebnem pfad, Sie unverrückt bewahren; Erbarme dich, steh' ih— nen bei, Daß ihre lebenszierde sey Beständigkeit im guten. 5. Sie nahen sich zur dir, o gott! Dir heilig zu versprechen; In freud' und leid, bis in den tod Den tauf⸗ bund nie zu brechen; Gieb ihnen doch durch deine kraft, Die alles gute in uns schafft, Das wollen und vollbringen. 6. Uns selbsten, herr, verlasse nie, Die wir es freudig wagen, Für uns zu bitten, und für sie: Du wollst uns liebreich tragen; Ja nimm dich aller gnädig an, Und leit' uns auf die tugendbahn, Die zu dem him⸗ mel führet. V. Fuͤr die Obrigkeiten und Unterthanen. Mel. Aus tiefer noth schrei ich ꝛc. rhalt' uns, herr, d 492. E obrigkeit, Die du uns gabst auf erden, Mit wohlstand und mit sicherheit, Durch sie beglückt zu werden; Verleih' ihr weisheit, trieb e und kraft, Was wahres wohl dem lande schafft, Mit sorgfalt wahr⸗ zunehmen. 2. Gieb, daß sie, deinem vorbild Q gleich, —— aud Dritte Abtheilung. gleich, Uns väterlich regiere, und 1k. Verleih' ihm das, wenn er be⸗ stets, an huld und weisheit reich, Die herrschaft glücklich führe, Daß sie ein schutz der unschuld sey, Den redlichen im land erfreu, Dem unrecht kräftig steure. 3. Laß uns durch ihren schutz be⸗ wacht, Des friedens glück genie— ßen, Und ruhig unter ihrer macht Das leben uns verfließen. Hilf, daß sie in gottseligkeit Dir diene, und in unsrer zeit Wir frucht da⸗ von emfinden. K4. Beschirme sie durch deinen schutz, Daß, die ihr übels gönnen, Mit ihrer list und ihrem trutz Ihr niemals schaden können. Nie fehle jeder guten that, Die unser glück zur absicht hat, Dein segnendes gedeihen! 5. Gieb denen eifer, fleiß und treu, Die ihr sind untergeben, Daß je⸗ dermann beflissen sey, Nach seiner pflicht zu leben. Erleichtre ihr des lebens müh, Mit deinem segen kröne sie, Und sey ihr lohn auf ewig. 6. Laß sie mit uns beflissen seyn, In deiner furcht zu leben; Uns deiner oberherrschaft freun, Mit ihr dein lob erheben; Daß so vor deiner majestät, Die über alle hoheit geht, Regent und volk sich 44 beuge. Mel. Nun danket all' ꝛc. Nr. 5. 493 Eꝰ freu der fürst des landes sich, Gott, deiner allezeit! Sein auge sehe stets auf dich; Sein herz sey dir geweiht. 2. Begnadiget mit deiner kraft, Und deines geistes voll, Gedenk' er stets der rechenschaft, Die er dir geben soll. 3. Sehr groß und schwer ist seine pflicht, Und er ein mensch, wie wir; Wie sehr braucht er vor andern licht Und rath und kraft von dir. gehrt, Dir ähnlich, gott, zu seyn; Und laß ihn, in dein bild verklärt, Sein volk, wie du, erfreun. 5. Er zeig' in seinen thaten sich Als deinen treusten sohn; Den la⸗ stern sey er fürchterlich, Der tugend schutz und lohn. 6. Beglückter völker liebe sey Sein edelster gewinn; Und kein gerech⸗ ter seufzer schrei Um rache wider ihn. 7. Um seinen stuhl sey immerdar Recht und gerechtigkeit; Und dann beschütz' ihn in gefahr, Wenn ihm und uns sie dräut. 8. Er wünsche nie der helden ruhm; Doch zeucht er in den krieg, Zu schützen recht und eigenthum, So folg' ihm muth und sieg. 9. Auch ihm hast du bestimmt das ziel, Das er erreichen soll; Laß wer⸗ den seiner tage viel, Und jeder se⸗ gensvoll. 10. Sein werd' in jedem flehn zu dir Mit lieb' und dank gedacht. Er⸗ hör' uns, gott! so jauchzen wir Und preisen deine macht. Mel. Nun komm' der heiden ꝛe. Wer gehorcht, der thus 94. mit lust; Jeder, der sich wohl bewußt, Daß er nicht regieren kann, Sey ein guter un⸗ terthan. 2. Bist du niedrig, bist du groß, Sey vergnügt mit deinem loos, Schäm' dich deines standes nicht; Nützlich ist doch jedes pflicht. 3. Zur gemeinen wohlfahrt seh Dem gesetze stets getreu; Gott wil das von jedermann, Der es dir ver⸗ gelten kann. a. Schaue jesum christum an; Er war auch ein unterthan. Thu, wie er, ohn' zwang und noth, Deinet obrigkeit gebot. 5. Gieb dem ruhm, dem ruhm ge⸗ bührt; Schoß und zoll dem, der regiert. Gieb, als gäbst du's Im em VI. Mel. 49⁵ nun an weiden beten; ren, Un 2. Gi flehn, Den ver stürzter zu ersch erwecke VII Mel. dies pa dir steh dir schl 2. M Daß sie träglick Vor al 5. Laf lieben, Von ur Keusch seyn. K4. Me deinem beten u und ei — krieg, nthum, 3 ö mt das iß wer⸗ ꝛder se⸗ lehn zu t. Er⸗ vir Und ö ‚ den ꝛc. er thus der, der er nicht ter un⸗ ·1t. ihrt seh zott will dir ver⸗ an; Er hu, wie Deiner uhm ge⸗ m, der u's gott dem VI. Bei Einfuͤhrung ꝛe. 249 — dem herrn, Was du schuldig bist, gedenk der vechenschaft; So wird stets gern. gyott, der höchste herr, Uns dies 6. Ordnung und gerechtigkeit, geben mehr und mehr. Schutz und fried' und sicherheit Ist 8. Obrigkeit und unterthan, Be⸗ ein glück, das man nur hat Durch tet drum den höchsten an; Fürchtet der obern rath und that. ihn: denn sein gericht Wird gerecht 7. Leben wir gewissenhaft, Ein⸗seyn, sündigt nicht. VI. Bei Einfuͤhrung eines neuen Predigers. Mel. Liebster jesu, wird sind ꝛc. 5. Ruf' ihm zu: so hab' nun err! hier stehet unser acht Auf dich selbst und auf die 495. H hirt, Der sein amt heerdez Daß, wenn er für an⸗ nun angetreten, Ber uns künftig dre wacht, Er nicht selbst ver⸗ weiden wird: Höre sein und unser werflich werde; Daß er nicht die beten; Sein gebät uns recht zu leh⸗-furcht der lehre Durch den wan⸗ ren, Unser flehn, ihn recht zu hören. del selbst zerstöre. 2. Gieb ihm kraft, nach seinem k. Legt er endlich in das grab Le⸗ flehn, Das verwundete zu heilen,‚ benssatt die matten glieder, Und Den verirrten nachzugehn, Den be-auch seinen hirtenstab Nach der sau⸗ stürzten zuzueilen, Frevler heilsamren arbeit nieder: Herr! so gieb zu erschrecken, Und die trägen zu ihm dort zum lohne Die verheißne erwecken. gnadenkrone. VII. Bei Einsegnung Mel. Erhalt' uns, herr, bei ꝛc. TDu hast gestiftet, herr 496. D die eh', Schau auf dies paar aus deiner höh' Das vor dir steht, den festen bund Hier vor dir schließt mit herz und mund. 2. Mit gnade schau auf sie herab, Daß sie zusammen bis ins grab Ver⸗ träglich, freundlich, gleichgesinnt, Vor allem gottesfürchtig sind. 3. Laß sie einander inniglich Stets lieben, doch nicht mehr, als dichz Von untreu fern, im herzen rein, Keusch auch in wort und thaten seyn. 1. Mach sie in heil'ger einigkeit Zu deinem lob und dienst bereit; Zum beten und zur freud' andir Geschickt und eifrig für und für. neuangehender Eheleute. 5. Was ihnen ihr beruf gebeut, Das laß sie thun mit munterkeit; Und so geling, ihr treuer fleiß Zu ihrem wohl und deinem preis. 6. Und wenn des lebens last und müh Auch sie beschwert, so lenke sie, Daß jedes an dem sauren tag Des andern bürde hülfreich trag. 7. Willst du durch kinder sie er⸗ freun, So gieb zu deren zucht ge⸗ deihn; Laß sie sich christlich treu bemühn, Dem himmel solche zu erziehn. 8. Wenn kreuz, nach deinem rath, sie drückt, Laß sie darin nicht uner⸗ quickt; Gieb heitre tage nach dem leid, Und leite sie zur seligkeit. Q 5 9. Und 25⁰ Dritte Abtheilung. V 9. Und trennet dann auch sie der tod; So wissen wir, daß unser gott, Die tugendhaft sich hier ge— liebt, Einander ewig wiedergiebt. Mel. Vom himmel hoch da ꝛc. oder: Wo gott zum haus ꝛc. 497. gott! deß gnaden⸗ voller rath Den eh— stand eingesetzet hat, Der du ihn segnest, schützest, liebst, Und ihm glück, heil und gnade giebst: 2. Gieb diesem neuen paare heut' In deinem dienst einmüthigkeit; Und laß, so oft sie zu dir flehn, Ihr thun beglückt von statten gehn. — 5. Auch, wenn sie kreuz und kummer drückt, So zeige, daß du es geschickt; Hilf bald, und gieb, daß sie zulett Dein gnadenreicher trost ergötzt. 4. Laß böses beispiel stets sie fliehn, Wenn sie einst kinder auferziehn, Daß durch sie gottesfurcht um treu Mit jedem tage werde neu. 5. Gieb treuen fleiß in ihrem stand, Auch segen, herr, durch deine handz Laß sie stets deinen willen thun, Und unter deinem schutze ruhn. 6. Und so sey ihre lebenszeit Durch dich stets voll glückseligkeit, Biß dich, gott vater sohn und geist, Ihr froher dank dort ewig preist. VIII. Fuͤr Eltern und Kinder. Mel. Aus meines herzens grunde. Mel. Herr jesu christ, mein ꝛe. 8 A“ freudigem gemü⸗ 49„* ethe, Sing' ich zugott hinauf: Es zeugt von seiner güte Mein ganzer lebenslauf. Von dir, mein gott! von dir Kommt jede gute gabe, Kommt alles, was ich habe, Auch kinder gabst du mir. 2. Laß mich stets überlegen, Daß du ihr vater bist, Und daß auch ih⸗ rentwegen Dein sohn gestorben ist. Verhüte, daß ich die Nicht är⸗ gre, nicht verachte, Die christus selig machte: Ach, dies gescheh' ja nie! 3. Dir, vater! dir zum preise, Wollt' ich fie gern erziehn: O! ma⸗ che du mich weise, Und segne mein bemühn. Dies sey mein augenmerk, Dir, gott, sie zuzuführen, Und keines zu verlieren: Welch großes, wicht'ges werk! 4. Zu schwach sind meine kräfte, Zu schwach ist mein verstand; Der kinderzucht geschäfte Steht unter deiner hand: Gott! darum bitt' ich dich, Um jesu christi willen,(Du wollst die bitt' erfüllen)! Regiere sie und mich. (Feie kinder, deren wir 499. D uns freun, Sind al⸗ le, gott und vater, dein: Sind dei⸗ ne beste gab', o herr! Bewahre sie, barmherziger! aufzuziehn in deiner zucht: S steh', damit sie glücklich sey, Mit deiner weisheit ihnen bei. 5. Gieb allen kindern lehrbegier, Zum guten lust und lieb' zu dir; Und laß sie meiden ohne zwang Trotz eigensinn und müssiggang. 4. Gesegnet sey ihr unterrichtz Laß sie durch deines wortes licht, Dich lich irren; leite sie. ihr erlöser ist. 6. Hilf, daß sie dich an jedem ort Vor augen haben, und dein wort, Und sich befleißen jederzeit Der tugend, zucht und frömmigz keit. „. Daß wir in ihnen christen sehn, Die freudig deine wege gehn, Und menschen einst, voll lust und muth, 2. Wenn treuer eltern liebe sucht recht erkennen; laß sie nie Gefähr 5. Im glauben mache sie gewißß; Bewahre sie vor ärgerniß Und win der der verführung list, Weil jesus ——ꝛ muth, 5 gut. 8. O l geist, mel prei kommne kindern Mel. 50⁰0 mein ga mildigk geben; liehn, ziehn. 2. Hil Kindlie Und da Zu dir ihr glüe ihrer w 3. Laf lich un selbst ih vor zu was sie was ihr Mel. 50² es ist d so viel dern h mir; ich dir 2. M Verzeh gern d hausge fromm stolz. 5. Ar Bestin — ummer schickt; zuletzt götzt. fliehn, rziehn, t und de neu, stand, handz thun, uhn. Durch t, Bis 4 Ihr * ein ꝛc. en wit zind al⸗ ud dei⸗ hre si, be sucht ht: So y, Mit begier, zu dir; zwang gang. htz Laß t, Dich Befähr gewißz ind wi⸗ il jesus jedem 1d dein oderzeit mmig⸗ ö ö christen e gehn, ö ist und muth, IX. Fuͤr Herrschaften und Gesinde. 25¹ —— muth, Zu thun, was edel ist und ut. 3. O hilf uns, vater, sohn und geist, Bis man dich dort im him⸗ mel preist! Dann danken noch voll⸗ kommner wir Mit allen unsern kindern dir! Mel. Jesus, meine zuversicht ꝛc. ott, dir sey mein dank 500. geweiht, Heilig dir mein ganzes leben. Denn aus freier mildigkeit Hast du selbst es mir ge⸗ geben; Es durch eltern mir ver⸗ liehn, Die zur tugend mich er— ziehn. 2. Hilf, daß gegen sie mein herz Kindlich sey, und nicht blos scheine; Und daß ich, trifft sie ein schmerz, Zu dir fromme thränen weine, Für ihr glück dir dankbar sey, Und mich ihrer wohlfahrt freu. 3. Laß auf ihre winke mich Kind⸗ lich und mit sorgfalt achten; Ja, selbst ihren wünschen mich Noch zu— vor zu kommen trachten: Gern, was sie vergnügt, vollziehn; Stets, was ihnen misfällt, fliehn. 4. Jesus stelle mir sich dar, Er das beispiel frommer kinder; Der der herr vom himmel war, Gottes sohn das heil der sünder: Er war doch von kindheit an Seinen eltern unterthan. 5. Freude sey es dann auch mir, Folgsam seyn: denn das ist billig; Und gefällig, gott! vor dir. Mach? du selbst dazu mich willig. Wohl mir dann! es wird auch mein Dein verheißner segen seyn. Mel. Aus tiefer noth schrei ꝛc. 01 herr, mein gott! ich 5 bitte dich Uum weis⸗ heit und um tugend. Regiere du mich väterlich In meiner frühen ju⸗ gend. Laß deinen segen auf mich ruhn, Nur das zu lieben und zu thun, Was dir, mein gott! gefällig. 2. Gieb, daß sich meine eltern freun, Mich tugendhaft zu sehen. Laß ihre zucht an mir gedeihn Zu meinem wohlergehen. Das gute, was sie mir gethan Von meiner er⸗ sten kindheit an, O das vergilst du ihnen! IX. Fuͤr Herrschaften und Gesinde. Mel. Mach's mit mir, gottꝛe. 0²2 F urch dich, gott, bin 2 ich, was ich bin, Und es ist deine gabe, Daß ich, als herr, so viel gewinn Von meinen brü— dern habe: Sie leihen ihre kräfte mir; Dies, höchster herr: verdank ich dir. 2. Mich zu beglücken, dienen sie, Verzehren ihre kräfte, Und dulden gern des lebens müh In meinem hausgeschäfte. Laß dieses vorrechts fromm mich freun, Nie hart, nie stolz, nie lieblos seyn. 3. Auch der geringste diener ist Bestimmt zum ew'gen leben. Für ihn und mich hat jesus christ Sich in den tod gegeben. Vor deinem! richtstuhl hat mein knecht Mit mir dereinst ein gleiches recht. 4. Gott! präg' dies meinem her⸗ zen ein. Als bruder ihn zu lieben, Laß immer mich beflissen seyn. Wie sollt' ich den betrüben, Der über meine grausamkeit Um rache still gen himmel schreit? 5. Laß mich ihm seine saure pflicht Durch lindigkeit versüßen. Er soll, wenn hülfe ihm gebricht, Sie stets von mir genießen. Ihn tragen will⸗ ich, ihm verzeihn, Und wird er krank, sein pfleger seyn. el. Dritte Abtheilungi Mel. Was sorgst du ꝛc. Nr. 9. ott! dessen weisheits— 503. voller willen, Ein je⸗ der mensch hier soll erfüllen, Laß meine pflicht mir heilig seyn; Laß treu mich alle meine kräfte Sich gern und willig dem geschäfte, Zu dem du mich beriefest, weihn. 2. Du heißest mich den menschen dienen; Und dir nur folg' ich, dien“ ich ihnen, Mit fleiß und treue, herr mein gott! Drum hilf mir, meiner herrschaͤft willen Gewissen— haft und froh erfüllen, Als deinen willen, dein gebot. 3. Bewahre mich vor bittern kla⸗ gen, Lehr' mich mein joch gelassen tragen, Und stets auf deinen wil⸗ len sehn. Herr! lehr' mich reden, lehr' mich schweigen, Mich unbe— weglich treu erzeigen, Und nur gerade wege gehn. 4. Der herrschaft glück soll mich erfreuen, Laß jeden fehler mich be— reuen, Und frömmer werde stets Hϰ⁸ mein herz. Bewahre mich vor stolz und neide, Vor ungeduld, herr, wenn ich leide; Sey du mein trost in jedem schmerz. 5. O! gieb mir weisheit, mich zu schmiegen, Gehorsam, herr, sey mein vergnügen, Und freude seh mir jede pflicht. Ich bin ja, wo ich geh und wandle, Bei allem, was ich thu und handle, O herr! vor deinem angesicht. 6. Du bist der treue, der gerech⸗ te, Der herr der herren und der knechte, Der armen, wie der rei⸗ chen heil. Der allerniedrigste auf erden Kann groß in deinem reiche werden, Hat dort am ew'gen ehren theil. 7. Ja, du wirst ewig mich beloh⸗ nen, In deinem himmel werd' ich wohnen, Und mich mit deinen en⸗ geln freun. Ach, herr! laß mich dies recht ermessen, Nie dein und deines reichs vergessen; So werd' ich ewig glücklich seyn. X. Fuͤr Alte, Juͤnglinge, Jungfrauen, Witwen und Waisen. Mel. In allen meinen thaten ꝛc. ott hat in meinen ta⸗ 504. G gen Mich väterlich getragen, Von meiner jugend auf; Hat mich auf meinen wegen Gelei— tet, und zum segen Gelenket mei⸗ nes lebenslauf. 2. Ich hatt' oft große sorgen; Doch, wie ein heit'rer morgen Durch dunkle nächte bricht. So hab' ich stets erfahren: Der herr weiß zu bewahren, Und führt durch finster⸗ niß zum licht. 3. War menschenrath vergebens, So kam der herr des lebens, Und half und machte bahn. Ich ließ ihn thun und rathen: Denn er thut große thaten, Und nimmt sich aller mächtig an. ö 1. Bis zu des alters tagen Will ich dich heben, tragen, Und dein erretter seyn! Dies hat mir gott versprochen; Hat nie sein wort ge⸗ brochen; Deß will ich auch als greis mich freun. 5. Er wird in meinem alter Mich tragen; mein erhalter Ist gütig und getreu. Bin ich gleich schwah und müde: Bei ihm ist trost und friede; Er steht auch meinez schwachheit bei. ö 6. Nach wenig bangen stunden Hab' ich ganz überwunden; Ich bin dem ziele nah, Dem ziele meiner leiden! O welche hohe freuden Er⸗ warten meiner seele da! 4 7. Ich harre froh und stille, Bis meines gottes wille Mich nach dem kampfe ——ꝛj kampfe k ende S Denn e soͤhnt. Mel. 505. meiner! lich flel um tug dank ich nicht vo ge Unsti 2. Du brust V Laß mi Die du unausb! meine se noch leid scheiden 5. We bahn, Verführ laß mie spiel, herz vo Ihr spe mich w 4. De Mein 1 werde einst m mein g meiner der ehr 5h Ae zeit, Daß ich guten f gend fl seyn, u mich at werden X. Fuͤr Alte, Juͤnglinge, Jungfrauen ꝛc. 9253 ampfe krönt, An meiner laufbahn geweiht, Dir ewig, gott, ergeben. r stolz ende Sink' ich in jesu hände; Vernimm, o vater, mein gebät, herr, Denn er hat mich mit gott ver⸗Das stets um licht und stärke fleht, n trost soͤhnt. nich zu Mel. Ermuntre dich, mein ꝛc. Ganz deinen guten willen, Mit treue zu erfüllen! 2. Preis dir und dank, mein schö⸗ r, sey Occh komme vor dein an⸗pfer, gott! Du gabst mir meine de seh 05.. gesicht, Du schöpfersseele. Preis dir und dank, mein % o] neiner jugend! Verwirf mein kind⸗mittler, gott! Du starbst für meine wae lich flehen nicht Um weisheit und seele Preis sey dem geiste, dank herr! um tugend. Mein ganzes leben sund lob, Der mich zu seinem licht zerech dank ich dir; Erbarmer, weiche serhob, Der mich zur wahrheit Wne aeuahrisic wawen ns. 5. 0 din, o her, men war e Unstre ge. 5.—, n go 32. Du pflanztest, herr, in meine dein kind; Mein heil ist's, dich zu ste auf brust Verlangen nach vergnügen lieben. O mache mich dir gleichge⸗ Laß mich den hang zu jeder lust,‚ sinnt In allen meinen trieben! Die du verbeutst, besiegen! Dein Laß meine seele keusch und rein, belohe unausbleibliches gericht Vergesse Stets deiner liebe wohnung seyn, meine seele nicht; Und weder glück Und suchen dir vor allen, O vater, noch leiden Laß, herr, von dir mich 2 Dor citl ostgefaigt ö eiden. 4. Vor eitler selbstgefälligkeit Be⸗ 5** ö 3 Wenn, vater, sich auf meiner wahre meine jugend; Stets sey ihr werd bahn, Mich in ihr netz zu ziehen, schmuck bescheidenteit, Und ihre Verführer meiner seele nahn, So schönheit tugend. Kein schmuck ge⸗ laß mich klüglich fliehen. Ihr bei⸗ falle mir, wie sie, Den gieb mir, spiel, herr, entferne nicht Mein gieb, daß ich mich nie Für unbe⸗ herz von dir und meiner pflicht; scheidne blicke, Um sie zu reizen, Ihr spotten und ihr lachen Laß nie schmücke! ven mich wankend machen. 5. Die lust zur eitelkeit laß nicht 4. Der tugend heilige mich ganz, Mein junges herz entzünden; Sie ö Mein schöpfer und erhalter! Sie streitet wider meine pflicht, Und „werde meiner jugend glanz, Und locket mich zu sünden. Was hilft u Will einst mein trost im alter. Erhalte das prangen vor der welt, Wenn, d dein mein gewissen rein; Laß keinen gott, mein herz nicht dir gefällt? ir gott meiner tage seyn, Der nicht zu dei- Drum will ich mich bescheiden In ort ge, der ehre Von mir geheiligt wäre. zucht und demuth kleiden. 8 greis 5. Ach lehre mich den werth der 6. Auch sey mein auge, wie mein zeit, Daß ich sie nie verschwende; herz Unsträflich; nie entzünde Ein r Mich Daß ich mit weiser thätigkeit Zum freier unsittsamer scherz Geheime gütig guten sie verwende. Laß meiner ju⸗lust zur sünde. Die unschuld sey chwach gend fleiß und müh Umsonst nicht mein liebster ruhm; Ein guter ruf st und seyn, und segne sie; Laß auch durch mein eigenthum, Den jeder gern meing mich auf erden Dein werk gefördert mir gönne, Und niemand lästern weerden. könne. 9 7. Gieb, daß in stiller häuslichkeit Ich bin Ich eitle zeitvertreibe Ste meiner In voriger Melodie. Ich zeitvertreibe Stets gern entbehr“, und allezeit Im guten thä⸗ en Er⸗ 06 Ich will in stiller einsam⸗tig bleibe! Der umgang, der ver⸗ „keit Mein herz zu dir führung droht, Sey mir mehr 0 den erheben; Nur deinem dienste sehresichrralie5⸗ als der todz Laß seine wil⸗ bampfe 25⁴ Dritte Abtheilung. wilde freuden, Wie eine pest, mich meiden. 2 3. Mit wahren frommen müss' ich mich Durch frömmigkeit verbinden; Und, ihrer liebe werth, durch dich Der freundschaft glück empfinden. Laß diesen umgang sanft und rein, Mir lehrreich durch ihr beispiel seyn, Daß mich, menn ich mich freue, Nie mein vergnügen reue. 9. Ach, sende deine hülfe mir, Dies gern zu thun! erhöre Mein brünstiges gebät zu dir, Daß ich dich ewig ehre. Dir weih' ich, gott, mein lebenlang Der unschuld und der tugend dank; Und will, zu dir erhoben, Dich einst vollkommner loben. Mel. Wenn wir in höchsten ꝛc. 507 O gott, erbarme väter⸗ lich Der witwen und der waisen dich! Sey ihr versor⸗ ger; laß sie nie Verzagenz; schütz und segne sie. 2. Sey selbst ihr vater, trost und rath. Die witwe, welche kinder hat, Soll, dir sie zu erziehn, sich freun; Keusch, sittsam, still, un⸗ tadlig seyn. 3. Fromm, lehrreich, nur ge⸗ schwätzig nicht Sey jede; sey ein scheinend licht Für ihr geschlecht, sanft, voll geduld, Und hoffnung, herr, auf deine huld. 4. Es nehme, wer ihr dienen kann, Sich ihrer mild und liebreich an. —— Wohl dem, der sie beglückt und ehrt! Denn er ist dir und men⸗ schen werth. 5. Hilf ihnen! sey der waisen gott; Früh lehre diese dein gebot, Fleiß, demuth, dienstbeflissenheit, Zur tugend lust und willigkeit. 6. Bewahre sie vor ärgerniß, Und mach' auch ihren gang gewiß Auf deinen wegen, leite sie; Verlaß sie in versuchung nie;z 7. Daß, wer sie sieht, sich ihrer freu, Und gern ihr rath und bei—⸗ stand sey; Daß sie, hier glücklich, sich auch dein, O gott, in deinem himmel freun! Mel. Herr jesu christ, meins ꝛc. 508. Sꝰ einen kummervollen stand! früh bringt, gott, Und, ich den lauf des lebens an. Doch sey es, vater, meine pflicht, Im dunklen auch auf dich zu. sehn, Und willig deinen pfad zu gehn. ich einst; Vielleicht noch in der prü⸗ fungszeit, Gewiß in deiner ewig⸗ keit. 4. Gieb stärke, daß ich dir getren stets auf deine hülfe sehn. XI. Mel. Es ist das heil uns ꝛc. Neujahrs⸗Lieder. ich noch bin? Nur deiner gnad' und „gott, du bist der güte. 509. Dberr der zeit, Und 2. Dich, ewiger, dich bet ich an, ach! auf einer dunklen bahn Tret 2. Ich fasse deinen rathschluß nichtt . —— hist unver frommen 3. Herr Mit huld jeden mo wohlthun keinen au stets neu wäre. 4. Du jahr Uns wann das hülf' und seele prei gott, erg weisen fü 5. Verg Von den laß doch! reich fern deiner gr mich deine hand In benslang wohlgefa 6. Gieb Vor dir mich, he mir und geist bele o du aller 3. Wie treulich du mit mir ei meinst, Dies, o mein gott, erfahr auch der ewigkeiten! Laß mich auch Dir hab' ich mich ergeben! Dir, den jetzt mit freudigkeit Dein hohes lo bskein wechsel treffen kann, Vertral' verbreiten. Ein jahr ist abermahlsich froh mein leben. Wir blühen dahin, Wem dank ich's, gott, daß und vergehn durch dich;z 25. mich, Di beßre fre schon jetz: nur mein In meinen frühen leiden sey! Laß nel ist nur der tugend weg mich gehn, Un herr, laf 8. Om Recht we mich den sicht treu erleichtre einst bei störet. Eige 510. ihren bau dessen m —— XI. Neujahrs⸗Lieder. 25⁵ —— et und bist unveränderlich; Du bleibst dem men⸗ waisen gebot, enheit, eit. 5, Und iß Auf rlaß sie ihrer 1d bei⸗ ücklich, deinem 9⁰ weisen führung. ns ꝛc. gott, nd In Und, Tret' nichtt pflich, I. sehn, ö o du allerhöchstes guth, Und sünde hn. mir es erfahr r prü⸗ ewig⸗ getren 1 Laß „ Un frommen gnädig. 3. Herr, ewig währet deine treu, Mit huld uns zu begegnen; Und seden morgen wird sie neu, Mit wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen augenblick, Da nicht von ihr stets neues glück Uns zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen jahr Uns väterlich geleitet; Und wann das herz voll sorgen war, Uns hülf' und trost bereitet. Von ganzer seele preis' ich dich. Auf's neue, gott, ergeb' ich mich Ganz deiner 5. Vergieb mir die bereute schuld Von den verfloßnen tagen; Und laß doch deine vaterhuld Mich lieb— eich ferner tragen. Laß mich in deiner gnade ruhn, Und lehre le—⸗ benslang mich thun Nach deinem wohlgefallen. 6. Gieb neue lust und neue kraft, Vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, herr stets gewissenhaft Mit mir und andern handeln. Dein geist belebe herz und muth, Dich, nicht, zu lieben. 7. Die welt vergeht; dies reize mich, Die böse lust zu fliehen. Um beßre freuden müsse sich Mein geist schon jetzt bemühen. Denn hier ist nur mein pilgrimsstand; Im him⸗ mel ist mein vaterland, Dahin, herr, laß mich trachten. 3. O mache mich geschickt, die zeit Recht weislich anzuwenden. Laß mich den lauf zur ewigkeit Mit vor⸗ sicht treu Hollenden. Der tage last d' und ö ich an, ir, den ertrat blühen dur du ö bis erleichre mir, Bis meine ruhe einst bei dir Kein wechsel weiter störet. Eigene Melodie, Nr. 11. err, den die sonnen 510.H und die erden, Durch ihren bau voll pracht erhöhn! Durch dessen machtwort welten werden, Und welten wieder untergehn! Herr, den durch frohe lobgesänge Der kreaturen ganze menge Und aller zeiten lauf erhob; Der engel chöre nachzuahmen, Dankt unser herz tets deinen namen, Und un⸗ sern mund erfüllt dein lob. 2. Wie deine kraft die welt be—⸗ wahre, Verkündiget der tag der nacht. Ein jahr erzählt dem näch⸗ sten jahre Die großen wunder dei⸗ ner macht. Dein thron, o gott bleibt ewig stehen. Du bleibst der⸗ selbe; wir vergehen. Wie schnell verströmet unsre zeit! Schon wie⸗ der ist ein jahr vom leben, Das deine huld uns hat gegeben, Im abgrund der vergänglichkeit. 5. Kommt! dies sey uns ein tag des bundes! Bleib' gott, dem höch⸗ sten, ewig treu; Und den gelübden unsers mundes Stimm' unverstellt das herz auch bei; O land! gelobe, gott zu dienen; und du wirst, wie ein garten, grünen, Den er sich selbst gepflanzet hat. Nur wandelt treu auf seinen wegen; Und aus der fülle seiner segen Macht uns dann seine gnade satt. 41. Gott, schau herab von deinen höhen! Du, der du deine menschen liebst! Erhöre unser kindlich flehen, Weil du uns gerne gutes giebst; Gieb unserm fürsten langes leben Laß huld und weisheit ihn umge⸗ ben Allzeit auf seinem fürsten⸗ thron; Laß ihn auf recht und tugend schauen, Stets seines landes wohl⸗ fahrt bauen, Und dann sey du sein schutz und lohn. 5. Tritt den gewaltigen zur seite, Die um den stuhl des fürsten stehn, Daß ihren anschlag glück begleite, Und sie des volkes wohl erhöhn. Auf alles, was das land kann bauen, Laß sie mit wahrer sorgfalt schauen, Sie, die des fürsten hülfe sind. Der unschuld flehn, des lands begehren, Laß sie mit wahrer sorg⸗ falt hören, Sie, die das ohr des fürsten sind. 6. Schenk' 256 Dritte Abtheilung. 6. Schenk' weisen eifer unsern leh⸗ rern Für deiner lehre lauterkeit; Mach' sie zu redlichen verehrern Der sanftmuth, lieb' und frömmigkeit. Hilf ihnen, herr, daß ihre lehren Nie ohne früchte, wiederkehrenz Wir ganz der gottesfurcht uns weihn. Laß deine segen auf uns fließen, Dann, herr, sie pflanzen und begießen, Von dir kommt aber das gedeihn. 7. Die obrigkeiten dieses landes Mach' doch, herr, ihren pflichten treu, Daß uns die wohlfahrt jedes standes Und unsers fleißes frucht erfreu. Bild' auch das herz der zar⸗ ten jugend; Und hilf, daß weis⸗ heit, fleiß und tugend In allen un⸗ sern schulen blüh. Des landes hoff— nung laß gerathen, Daß man da bürger für die staaten, Und für den himmel selbst erzieh. 8. Ach, keinen laß sein heil ver⸗ scherzen, Mach' für ihr heil die sün⸗ der klug! Gieb trost und kraft be⸗ drängten herzen, Und unsern armen brod genug Dies unser flehn sey ja und amen Durch jesum; denn in jesu namen Giebst du, was unser herz begehrt. Auch dies jahr segne, dir zum preise! O vater, auch an uns beweise, Du seyst es, der ge⸗ bät erhört. Mel. Werde munter, mein ꝛc. IIT 0e herr, laß es wohl⸗ 5 2 gelingen, Hilf, das neue jahr geht an; Laß es neue kräfte bringen, Neuen segen jeder— mann. Unsern leib, seel', hab' und guth Nimm in deine vaterhut; Neues glück und neues leben Wollst du uns aus gnaden geben. 2. Laß dies seyn ein jahr der gna⸗ Habe ferner noch geduld; Denn wir sind mit schuld beladen, Ach, erlaß sie uns aus huld! Wirke wahre reu und leid, Dann laß uns barmherzigkeit, Und vergebung den, aller sünden, In dem blute jesu finden. 3. Du hast uns dies jahr gegeben; Gieb, daß dirs geheiligt sey! La⸗ uns fromm und christlich leben, Redlich, ohne heuchelei, Und vol nächstenliebe seyn, Auch den feinn den gern verzeihn, Daß wir glüch⸗ lich hier auf erden, Und dort ewiz selig werden. 4. Im vertraun auf deine liebe, Gehn wir dann getrost dahin; Wan dir ergebnen sinn? Lebend, sterbend sind wir dein, Du wirst uns stetz gnädig seyn, Und uns, wann wit zu dir treten, Schützen, segnen un erretten. 5. O, so laß uns fröhlich endin Dieses angefangne jahr! Leit' und, herr, mit vaterhänden, Schütze unn doch in gefahr. Steh' uns bei in aller noth, Auch verlaß uns nicht im tod. freuden Auch dereinst von hinnen scheiden. Mel. Nun laßt uns gehn und ꝛc. it freuden laßt un — I2. M treten Vor gott, ihn anzubeten! Denn er hat unsern leben Bisher noch kraft gegeben. 2. Wir erdenpilger wandern Vun einem jahr zum andern; Die schnat von uns empfunden. 3. Und diese wandertage Sind nie ganz frei von plage; Wir gehn aif rauhen wegen Der ewigkeit enh gegen.* 4. Doch du bist voll erbarmen lud und gefahren Uns schützen und he wahren. ö 5. Erhalter unsers lebens, Vi sorgen ja vergebens, Wenn du ut nicht beschützest, Mit kraft niht unterstützest. 6. Lob dir, o gott, dem treueh, Durch den wir uns rirene u ei ist, das uns noch betrübe, Bei den Dann so können wir mith le flucht der stunden Wird kaun wirst mit vaterarmen In nötheg 422..—..— deinen noth al 7. Hö eil' uns gung i im leid „8. Gie sich vor herr, d ihn zu 9., mensche thräner ergießet 10. G allen g herr, u scheiner 11. S irrendet ten ga haabe. 12. H Gieb fr mervoll gen qus 15. V deinen mit tug mel fül 14. D Du her geheneu entgege Mel. 513. jahr de freudig frohen 2.— Wir na Und bit deine g 5. Er Zum u wort; treu,“ frei. »» ute iest egeben: ey! Lah ) lebenz Ind voll en fein⸗ ir glück⸗ ort ewiz e liebe, n3 Wai Bei den/ sterbend. uns stetz ann wit znen und. ch enden eitꝰ uns hütze und 16 bei in ins nicht! wir mit! i hinnen und ꝛe aßt un gott, ihn t unsern gegeben. dern Vun ie schnel⸗ rd kaum Sind nie gehn alf keit lul⸗ rmen Und n nöthen und ns, Vi in du 1 aft niht; ö n treun uen 3 L deinen XI. Neujahrs⸗Lieder. 25⁷7 S,, deinen vaterhänden, noth abwenden. 7, Hör' ferner unser flehen, Und eil' uns beizustehen; Gieb mäßi⸗ gung in freuden, Geduld und trost im leiden. 8. Gieb uns und allen denen, Die sich von herzen sehnen Zu thun, herr, deinen willen, Auch kraft, ihn zu erfüllen. 9. O, wehre du den kriegen, Laß menschenliebe siegen, Und wo nur thränen fließen, Sich deinen trost ergießen. Die so viel 10. Gieb deinen reichen segen Zu Laß großen, herr, und kleinen Die gnadensonne allen guten wegen. scheinen. 11. Sey der verlaßnen vater, Der irrenden berather, Der unversorg— ten gabe, haabe. 12. Hilf gnädig allen kranken; Gieb fröhliche gedanken Den kum⸗ mervollen seelen, Die sich mit sor⸗ gen quälen. 13. Vor allem, herr, verleihe Uns deinen geist aufs neue, Der uns mit tugend ziere, Und so zum him⸗ mel führe. 14. Das wollest du uns geben, Du herr von unserm leben; So gehen wir im segen Der ewigkeit! entgegen. Mel. Vom himmel hoch da ꝛc. Werflossen ist das alte 513. Bennha, d. jahr der gnade war; Herr jesu, freudig hringen wir Dir unsern frohen dank dafür. 2. O gottes eingeborner sohn, Wir nahen uns zu deinem thron, Und bitten um barmherzigkeit Für deine ganze christenheit! 3. Erhalte doch an jedem ort, Zum unterricht und trost, dein wort; Erhalt' uns, deinem dienste mti. Von sünd' und aberglauben rei. Der armen hülf' und! jahr, Das uns ein 1. Laß uns dem bösen widerstehn, Und freudig deine wege gehn; Be⸗ strafe dann durch dein gericht Des alten jahres sünden nicht. 5. Beweis' in diesem jahre dich An uns auf's neue väterlich; Wach' über unser ganzes land, Und segne huldreich jeden stand. 6. Dem leib gieb sein bescheiden stheil, Den seelen stets mehr licht und heil, Und laß dies jahr, das wir dir weihn, Ein gnadenreiches jahr uns seyn! 7. Laß fromm uns leben, uns zum glück; Dann schreckt uns nicht der augenblick, Der einst, o herr, aus dieser zeit Uns führt zu deiner herr⸗ lichkeit. 8. Dann danken und frohlocken wir Mit allen engeln ewig dir. O treuer heiland, laß uns dein Im leben und im tode seyn! Mel. Allein gott in der höh' ꝛc. — er schuf die sonne * I4. Wẽĩ und den mond, Uns licht und freud' zu geben? Gott ist es, der uns noch verschont, Und noch erhält im leben: Er sorget für uns tag und nacht; Auf, laßt uns seine güt' und macht, Voll frohen danks, erheben! 2. Herr, der da ist, und der da war! Von dankerfüllten zungen Sey dir, für das verfloßne jahr, Ein heilig lied gesungen; Für le⸗ ben, wohlfahrt, trost und rath, Für fried' und ruh, für jede that, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies jahr gesegnet seyn, Das du uns neu gegeben. Ver⸗ leih' uns kraft, denn sie ist dein, In deiner furcht zu leben. Du schützest uns, und du vermehrst Der menschen glück, wenn sie zu⸗ erst Nach deinem beifall streben. 4. Gieb uns, wofern es dir ge⸗ fällt, Des lebens ruh und freuden; Doch schadet uns das glück der welt, So gieb uns kreuz und leiden. Nur R gieb 95⁵⁸ Dritte Abtheilung. gieb zugleich ein freudig herz, Und laß uns nicht in noth und schmerz Die glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem volke väterlich In diesem jahre wieder. Erbarme der verlaßnen dich, Nähr' unsre armen brüder. Gieb glück zu jeder guten that, Und laß dich, gott, mit heil — und rath Auf unsern fürsten nie⸗ der. 6. Daß weisheit und gerechtigkeit Auf seinem stuhle throne; Daß tu⸗ gend und zufriedenheit In unserm lande wohne; daß treu und liebe bei uns sey; Dies, herr und vater, dies verleih In christo, deinemsohne XII. WVon den vier Jahrszeiten. Vom Mel. Sollt' ich meinem gott ꝛc. I Hel am himmel steht 2 die sonne, Länger strahlt uns nun ihr licht. Alles le⸗ ben athmet wonne, Wonn' ist jedes angesicht. Pracht des frühlings senkt sich nieder In die wälder, auf die flur. Die erstorbene natur Le⸗ bet auf und wirket wieder. Opfre meinem schöpfer dank! Preis ihn fröhlich, mein gesang! 2. Schreckenvolle stürme heulen Nun nicht durch die luft daher, Und die vollen segel eilen Ruhig wieder hin aufs meer. Nicht mehr strömen regengüsse, Deren fluth das thal erfüllt, Und kein dicker nebel hüllt Stadt und land in finsternisse. Opfre meinem schöpfer dank! Preis ihn fröhlich, mein gesang! 3. Munter zu der arbeit wallet Nun der landmann hin ins feld, Und sein fröhlich lied erschallet Hoff⸗ nungsvoll dem herrn der welt. Er vertraut die saat der erde, Ehrt durch fromme zuversicht Seinen gott und zweifelt nicht, Daß sie gut gerathen werde. Opfre mei⸗ nem schöpfer dank! Preis ihn fröh⸗ lich, mein gesang! 4. Seht, wie in die weiten felder Freudenvoll die heerden ziehn; Fröhlich wandern durch die wälder Satter thiere schaaren hin. Hört 1 Fruͤhling. lauten nachtigall, Dort der lerche frohen schall! Alles bringt dem schö⸗ pfer ehre! Bring' auch du ihm loh und dank! Preis ihn fröhlich, mein gesang! 5. Duftend und im feierkleide Prangt die blüthenreiche flur z Jede blume lächelt freude Vor dem schö⸗ pfer der natur, Der mit thau die erde tränket Und sie wärmt, bis ihre saat, Wenn sie sich entwickelt hat, Sich von früchten schwer nun senket, Bringe meinem schöpfer dank! Preis ihn fröhlich, mein gesang! 6. Dieser frühling, wie geschwin⸗ de, Omein gott, wird er verblühn! Wie ein schiff, vom stoß der winde Fortgeführt, wird er entfliehn! Äber dort vor deinem throne Wird ein ew'ger frühling seyn; Ewiz wird er die erfreun, Die dich ehrn in deinem sohne. Opfre meinem schöpfer dank! Preis ihn fröhlich mein gesang! ö 7. Diese herrlichkeit der erde ds ein schatten von dem licht, Das ich ewig schauen werde Dort, vor got⸗ tes angesicht; Auch das freudenvoll— ste leben Hier auf erden, ist nut tod, Gegen jenes, das mir goll Dort verheißen hat zu geben. Opfre meinem schöpfer dank! Preis ihn ewig, mein gesang! 2. Vom der vögel sanfte chöre; Hier der e Mel. 516 was da deiner m bet. V land, 1 der han nähret. 2. Du spät; U Von dir volle ähr auen sick huld ge und reg 5. Du hand De Und schi Mel. 517. wie es di die jahre theilichke 2. Der kraft Ha verschafft dern zu herrschest 5. Zwa merlust, brust Mi Mel. Ar 518. rig stehn ungestün nen lüft — n nie⸗ tigkeit daß tu⸗ unserm d liebe vater, nsohne ier der lerche m schö⸗ ihm lob 5„ mein erkleide r; Jede em schöz hau die bis ihre! elt hat, senket. k! Preis schwin⸗ blühn! r winde tfliehn! le Wird Ewig ich ehrn meinen fröhlih rde g Das ich hor 30. denvoll⸗ ist nut nir goth eben. 1—v Vom XII. Von den vier Jahrszeiten. 2⁵59 2. Vom Mel. Allein gott in der höh' ꝛc. 516 O gott! so bald der tag * erwacht, Erfreust du as da webet; Und abends danket deiner macht, Was auf der erde le⸗ bet. Voll segens machst du unser land, Und schenkest uns mit mil⸗ der hand Die frucht, die uns er— nähret. 2. Du giebst uns regen früh und spät; Und jeder grashalm zeuget Von dir, vor dessen majestät Die volle ähr' sich neiget. Daß flur und auen sich erneun, Dazu giebt deine huld gedeihn Durch sonnenschein und regen. 5. Du krönst mit unerschöpfter hand Das jahr in sommerzeiten, Und schüttest auf das ganze land Sommer. Des segens lieblichkeiten. Es trieft von ihrem milden guß Nun über berg und thal dein fuß. Wir freun uns seiner spuren. 4. Das korn, von deinem segen schwer, Bedecket nun die felder; Die freude breit't sich weit umher, Auf wiesen und durch wälder, In jedem thier, das du ernährst, Und dem du überfluß gewährst, Mit freuden satt zu werden. 5. Der fromme landmann bringt dir dank Für deinen milden segen. Dir schallt sein froher lobgefang Aus voller brust entgegen. Wir stimmen in sein lied mit ein, Und wollen dir, herr, dankbar seyn Für so viel reiche gaben. 3.· Vom Mel. Erhalt' uns, herr, bei ꝛc. u gott und vater aller 517. D welt! Du herrschest, wie es dir gefällt; Doch theilest du die jahreszeit Mit weiser unpar⸗ theilichkeit. 2. Der nahen sonne glanz und kraft Hat uns nun freud' und brod verschafft; Nun eilt sie andern brü— dern zu: So weis' und gnädig herrschest du. 5, Zwar flieht uns jetzt die som-⸗ merlust, Dafür erfreust du unsre brust Mit dieses jahres speis' und Herbst. trank: O dafür sagen wir dir dank! 1. Bald wird ersterben die natur; Jedoch sie schläft und ruhet nur, Empfängt zum neuen leben kraft. Das deine hand ihr wieder schafft. 5. Inmittelst segne uns, o gott! Erleichtre allen ihre noth, Die in der rauhen jahreszeit Kein obdach so wie uns, erfreut. 6. Der armen hütten decke du Mit deinem segen, vater, zu. Wenn frost, wenn hungersnoth sie drückt, Schaff' hülfe, welche sie erquickt. 4. Mel. Auf, christenmensch, auf ꝛc. 18 Jes jahres schönheit ist 2 nun fort! Wie trau⸗ rig stehn die triften! Es stürmt ein ungestümer nord Aus schwer belad⸗ nen lüften. Die erde starrt vom Vom Winter. froste nun, Und ihre nahrungs-— kräfte ruhn. 2. Wohl mir bei dieser rauhen zeit! Ich darf vor frost nicht beben. Mich schützt mein dach, mich wärmt mein kleid, Und brod erhält mein R 2 leben. ⁰ Dritte Abtheilung. leben. Auf meinen betten schlaf' seiner brüder noth vergißt, Verdien ich ein, Und kann mich sanfter nicht, daß er glücklich ist. ruhe freun. 3. So hats der arme bruder nicht, Dem brod und kleidung fehlet; Den, wenn es sehr daran gebricht, Frost oder hunger quälet. Und dreifach fühlt er seine pein, Wenn krankheit plagt und kinder schrein. 1. O zaudre, zaudre nicht, mein herz, Ihm liebreich zuzueilen! Fühl' seinen jammer, seinen schmerz, Dein brod mit ihm zu theilen. Wer! 5. Vor tausenden bist du beglückt Die in der stille klagen, Da wärn und nahrung dich erquickt In dit sen rauhen tagen. Lobsinge, fin hes herz, in mir, Und bringe gah den dank dafür! 6. Sieh nicht auf das, was din noch fehlt, Und mancher mehr he sitzet: Nein! auf die noth, die a dre quält, Auf gott, der dich beschiß zet. Ach vater! lindre jeden schmei Und gieb mir ein zufriednes herz EI XIII. Morgen⸗Lieder. Mel. Aus meines herzens grunde. Ümächtiger, ich hebe I ͤ Mein aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich le⸗ be, Und neuer dank dafür! Herr, deine huld ist groß, Und niemals hat das lallen Des dankes dir misfallen, Das aus dem herzen floß 2. Daß nicht in tiefem schlummer Des lebens licht verlischt, Und daß mich, frei vom kummer, Ein sanf⸗ ter schlaf erfrischt: Dies dank' ich deiner macht Und deiner vatertreue. Durch sie bin ich aufs neue Mit heiterm muth erwacht. 3. Beschützer unsrer seelenz Ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wählen? O wähle du für mich! Gieb, was mir nützlich ist. Gott, dem ich alles danke, Mich stärke der gedanke: Daß du stets um mich bist. 4. Er stärke mich, mit freuden Zu thun, was dir gefällt; Er tröste mich im leiden; Und will die lust der welt Mich jemals nach sich ziehn, Helf' er mein herz bewah⸗ ren, Helf' er mir die gefahren Der sünde sehn und fliehn. 6. Beglücke du die meinen— deiner gütigkeit. Verlaß der armt keinen; Wend' alles herzeleid. O willst zwar gern erfreun, Eilst all hen Dir auch gefällig seyn. 6. Gott, dem ich angehöre, D— segen ruh auf mir. Mein seufzte meine zähre, Erbarmer, ist d sterbe oder lebe, So bin ich en dein. Mel. Gott des himmels und n⸗ er du alle deine wu 520. D Liebtest, gott, R ewigkeit, Du bist auch mit huld un ne güt' und deine treu Ist mit i dem morgen neu. 2. Unter vielen millionen Si du liebreich auch auf mich; Oih lässest du mich wohnen, Und schirmst mich väterlich. Dafür pri mit neuem dank Dich mein fahh lobgesang. 3. Darf ich, erd' und staub, wagen, Heut' zu dir empor zu sehn [Meinen kummer dir zu klagth Kindlich frei dich anzufiehn ut beizustehen; Doch soll der liebef stärke Ihnen nahe in der zeit. Dilh sters gift —— durch chr traun ge 4. Du Bin ich So wie e gensonn' dann wi 5. Du Zur vol Werd' i So bin mein rick abne m 6. Ste leite Mi Ich erge weisen fi dein vate mein gli Mel. Ar 21. mein got stimmter lobe ein. dir; Deß soll mein herz sich freun Aid Wer dir nicht traut, der bebeln Rein, a 2. Fror Klug, d Freimüt! stark zur haft in de meine lie muth trie vor gott 3. Was nie mit l die welt doch gra verhaßte Entehrt ruhm a schande das rich XIII. Morgen⸗Lieder. —— Verdien —— durch christum habe ich Dieses zu traun gegen dich. 4. Du läßt meine kümmernisse, Bin ich redlich⸗fromm, entfliehn, So wie alle finsternisse, Da die mor⸗ gensonn' erschien. Keine sorge raubt dann wir Meine freudigkeit zu dir! 5. Du gewährst mir neue stunden, Zur vollbringung meiner pflicht. Werd' ich da nur treu befunden, So bin ich voll zuversicht, Wenn mein richter nun erscheint, Der er⸗ habne menschenfreund. 6. Stärke du mich schwachen; leite Mich mit deinen segnungen. Ich ergebe mich auch heute Deinen weisen fügungen. Herr, mich sieht dein vaterblick: O, wie groß ist dies mein glück! 2 beglücth Q wärw t In dieh nge, fiat inge gah was di mehr he „ die aun h beschih n schmers es herz, der arnn eleid. H Eilst allh Mel. Aus meines herzens grunde. ö morgens erste r liebesh 521. yn. mein gott, dir weih öre, Dal. in seufse „ ist u0 sich freuß bebelg ich ent es Mich so vor dir, herr, Rein, auch fromm denken mag. 2. Fromm laß mich, doch gesellig; Klug, doch von falschheit rein; Freimüthig, doch gefällig; Und sark zur tugend seyn; Auch stand⸗ haft in der noth; Kein zorn schwäch' meine liebe, Kein ernst der sanft⸗ muth triebe, Kein scherz die furcht vor gott. zeit. A 5. Was dein gebot verletzet, Laß Ist mit i nie mit lust mich schaun; Wenn es die welt ergötzet, Erweck' es mir nen Sieil doch graun. Schnell wirkt des la⸗ ch; Oihh sters gift. Nichts, nichts sey mir „Undi berhaßter; Doch, daß mein haß hafür pull das laster, Nicht meinen nächsten nein froh trifft. 4. Des nächsten ehre schmälern, staub/H Entehrt mein christenthum. Ein or zu sell ruhm aus fremden fehlern Ist u klage schande und kein ruhm. Laß mich Wau das richten fliehn; Nie schlimm, [Uu ls undn, ꝛeine wes gott, A0 it huld un stimmt mit dem munde Zu deinem tez lobe ein. Ja, laß den ganzen tag So gieb wandeln, dir mich hin; Und wenn er kom⸗ Daß ich nicht blos fromm handeln, men soll, 1 was gut ist, deuten, Und, seh' ich andre gleiten, Es jedem aug' ent⸗ ziehn. 5. Bei fleiß und arbeit schleiche Kein geiz sich in mein herz, Und fremde noth erweiche Mich leicht zu edlerm schmerz Kein glück, das andern blüht, Empöre mich zum neide; Und kein genuß der freude Verzärtle mein gemüth. 6. Bewahr' an diesem tage Mich vor gefahr und leid, Und trifft mich eine plage, So gieb gelassenheit; Nur hilf, o vater, mir, Daß ich sie nicht verschulde, Nicht murre, christlich dulde, Voll zuversicht zu dir. „. Wie bald ist überwunden Das leiden dieser zeit; Auf wenig bange stunden Folgt glück in ewigkeit: Dies stärket mich in noth, Daß ich nicht ängstlich zage; Am letzten mei⸗ ner tage Giebt dies mir muth im st unde Will ich, tod. yn. Mein herz 8. Der tod komm, willst du, heu⸗ Denn da ich dein, herr, bin, st du, daß er leite Gewiß zu Soll er mich frei von sün⸗ den, Dir wohlgefällig finden⸗ Dann, vater, sterb' ich wohl. Mel. Wie schön leucht' uns ꝛc. 522. Di seh ich wieder, morgenlicht, Und freue mich der edlen pflicht, Dem höchsten lobzusingen. Ich will voll frommer dankbegier, O mildester erbarmer, dir Preis und anbetung bringen. Schöpfer! Vater! Deine treue Rührt aufs neue Mein gemü⸗ the. Froh empfind' ich deine güte! 2. Du warst auch diese nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich So hülfreich mir bewiesen? Zu meinem leben setzest du Jetzt einen neuen tag hinzu; Sey hoch dafür gepriesen! Durch dich Bin ich, Und ich merke Neue stärke; Dich erhebe Herz und mund, so lang' ich lebe! R 5 5. Ver⸗ Dritte Abtheilung. 5. Verleih', o goit der lieb' und macht, Daß sünd' und gram, wie diese nacht, Auf ewig von mir flie⸗ he! Daß ich die kurze lebenszeit, In christlicher zufriedenheit, Zu nützen mich bemühe. Prüfe, Siehe, Wie ichs meine, Dir ist keine Mei⸗ ner sorgen, Auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein christ; o herr, ver⸗ leih, Daß ich des namens würdig sey! Mein ruhm sey deine gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? Ein irrend schaaf; erhalte mich, Mein hirt auf deinem pfade. Stärk mich, Daß ich Stets mich übe, Dei⸗ ne liebe Zu betrachten, Ueber alles dich zu achten. 5. Auch im geräusch der welt soll mich Der heilige gedank' an dich Oft still zu dir erheben. Im dunkeln thale wall' ich hier; Einst nimmst du mich hinauf zu dir, Zum licht und höhern leben. Auf dich Hoff' ich. Herr, ich werde Mich der erde fall trutz; Leib, seel, und leben, Gern entschwingen, Dir dort ewig lobzusingen. Mel. Vor deinen thron tret' ꝛc. 2 D schufst, von vater⸗fen sey, Nicht augenschein, noch 3. huld erfüllt, Mich, bin nach deinem ebenbild; Ich in und leb' allein durch dich, Du nährst, erhältst und schützest mich. 2. Wie oft warst du mit hülfe Dann preis' ich ewig, ewig dich, nah, Wenn ich den tod fast vor mir sah! Wie oft sank ich in meinem lauf, Und du halfst väterlich mir auf. 3. Gesundheit, leben und verstand Empfing' ich, herr, aus deiner hand. Ein christlich herz, das gern ver⸗ giebt, Und alles gute redlich liebt, K. Vergossen hast du mir zu gut Sohn gottes, dein so theures blut Du bist's, der liebreich für mich starb, Und mir des vaters huld erwarb. 5. Du starbst ja auch zu meinem Vor gefahr, angst, noth und schmat⸗ heil, Durch dich hab' ich am himme theil! Ich kann durch dein ver— dienst allein Hier ruhig und dort selig seyn. 6. Gott, heil'ger geist, du, dessen kraft In uns ein neues leben schafft: Das gute, was ich hab' an mir Kommt durch dein wort, kommt ganz von dir. 7. Durch dich erkenn' ich, als ein christ, Daß gott mein treuer vater ist; Und daß mein herz ihn kind⸗ lich ehrt, Hat mich dein theurez wort gelehrt. 8. Dies wort ist meiner seelen licht, Dies giebt mir kraft und zuversicht In aller trübsal, aller noth, Und endlich auch gewiß im tod. 9. Drum preis ich dich zur morgen— (mittags-⸗)(abend⸗) zeit, Drei⸗ einiger, voll dankbarkeit, Für dei— ne langmuth und geduld, Für alle proben deiner huld. 10. Sey auch nun ferner, hert, mein schutz, So biet' ich jedem un— haab und guth Befehl ich deiner va— terhut. ruhm, Daß immerfort mein chri⸗ stenthum Aufrichtig und rechtschaf⸗ heuchelei. 12. Dann wird mein ende seliz seyn; Und bricht dein großer tah herein, So wecke und verkläre michz In bekannter Melodie, 2 ott des himmels unh der erden, Vater, sohn und heil'ger geist! Der es ti und nacht läßt werden, Sonn' und „mond uns scheinen heißt; Dessen Istarke hand die welt, Und wos drinnen ist, erhält. 2. Gott! ich danke dir von hen zen, Daß du mich in dieser nacht 11. Verleih', o herr, zu deinen ÜIzen Hast so gnädiglich bewacht, 2 il ——————— bei aller trägst m 5. Ich An die Laß mic Denn ie Der für kreuz ge K4. Dir Ganz zu Will für dir treu werd' id erscheine 5. Auf Du mich Und ver und kraf schenk, von mir 6. Dei les was vertrau auf dich zu deine eigenthr I. Hü Wann g Alles m sey leber so brin melsruh 3. Höt Gieb mi Dir sey Dir, o erhörst e ich dich Mel. 2 5²⁵ gesund und fre dieses e ganzes 2. Si mich M Zum th nem to noch le ——— in ver⸗ id dort 7 dessen schafftt in mir, kommt als ein r vater n kind⸗ theurez en licht, twersicht th, Und! norgen⸗ Drei⸗ Für dei⸗ Für alle r, herr, dem un⸗ d leben, iner va⸗ deinem in chri⸗ chtschaf⸗ n, noch ide selig ßer tag ire michz ig dich, hie, nels unh Vatet, er es ta onn' und Dessen Und was ö von her⸗ ser nacht d schmer⸗ acht, Id 0 Morgen⸗Lieder. 863 — bei aller meiner schuld, Mich noch trägst mit vaterhuld. 3. Ich gedenk an meine sünden, An die strafen, die mir drohn; Laß mich trost und gnade finden: Denn ich glaub' an deinen sohn, Der für meine missethat Sich am kreuz geopfert hat. K. Dir will ich an diesem morgen Ganz zu deinem dienst mich weihn; Will für meine seele sorgen, Will dir treu, gehorsam seyn: Dann werd' ich erschrecken nicht, Wann erscheinet dein gericht. 5. Auf der bahn der tugend leite Du mich selbst, verlaß mich nicht; Und verleihe mir auch heute Muth und kraft zu jeder pflicht. Dein ge⸗ schenk, die gnadenzeit, Werde nie von mir entweiht. 6. Deinem schutze sey ergeben Al⸗ les was ich hab' und bin. Dir vertrau ich seel' und leben, Werf' auf dich die sorgen hin. Segne mich zu deinem ruhm, Denn ich bin dein eigenthum. 7. Hülfe wollest du mir senden, Wann gefahr und noth mir droht; Alles mir zum besten wenden, Es sey leben oder tod. Sterb' ich, herr, so bringe du Mich zu jener him⸗ melsruh. 6. Höre, gott, was ich begehre; Gieb mir, was dein wort verheißt: Dir sey preis und dank und ehre, Dir, o vater, sohn und geist; Du erhörst gebät und flehn; Ewig will ich dich erhöhn. Mel. Warum betrübst du dich ꝛc. 2 Chm, der das licht ent⸗ 5. stehen hieß, Und mich gesund erwachen ließ, Sey preis und froher dank! Ihm bring' ich dieses opfer heut; Ihm sey mein ganzes herz geweiht. 2. Sieh, herr, ich unterwinde mich Mit dir zu reden, obgleich ich Zum theil nur asche bin. Gleich ei⸗ nem todten lag ich hier, Daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Ein jedes guth, deß ich mich freu, Empfang ich jetzo wieder neu, Aus deiner milden hand. Mein au⸗ ge wird, wohin es blickt, Von wun⸗ dern deiner huld entzückt. . Dich, dem ich nichts vergelten kann, Dich, vater, bet' ich kindlich an: Ich opfre dir mein herz. Ein herz, voll lieb' und zuversicht, Ein dankbar herz, verwirfst du nicht. 5. O du, den meine seele preist! Erwecke mich durch deinen geist Zur übung meiner pflicht; Er helfe meiner schwachheit auf, Bis ich vollende meinen lauf. 6. Ein gut gewissen sey mein theil, Dies wirk' in mir, o herr, mein heil, Und segne meinen fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, Und alles steht in deiner hand. 7. Die blume kleidest du mit pracht, Nährst jeden vogel, gott der macht! Bin ich nicht mehr denn sie? Ich werfe meine sorg' auf dich, Du, mein erbarmer, sorgst für mich. Mel. Befiehl du deine wege ꝛc. obt gott am frohen mor⸗ 26. Loen gen, Lobt ihn, der in der nacht, Da wir ganz ohne sor⸗ gen Sanft schliefen, für uns wacht. Der uns im schlaf erquicket, Und unsre kraft erneut; Für uns die erde schmücket, Und jeden tag er⸗ freut. 2. Ihn preist der engel heere Mit hohem lobgesang; Auf, singt in ihre chöre, Auch euren frohen dank. Wer sollte gott nicht loben, Und ihm nicht dankbar seyn? Da seiner güte proben Sich jeden tag erneun. 3. Dir will ich mich ergeben, Durch den ich leb' und bin; Denn dies mein irdisch leben Eilt schnell zum tode hinz Bald ist es ganz verschwunden: Doch hängt an die⸗ ser zeit, An ihren schnellen stunden, Das glück der ewigkeit. 4. Dies reize meine seele Zum fleiß im guten an, Daß ich nichts denk' R und —— —.. * Dritte Abtheilung. —— und wähle, Was dir misfallen kannz Dann kann ich nicht verderben; Ich fürchte nicht den tod; Ich werde selig sterben, Denn ich bin dein, o gott! ö 5. Dann tröstet mich der glaube; Ich werd' nicht ganz vergehn! Ich werd' erweckt vom staube Zum him⸗ mel auferstehn. Dies will ich nicht vergessen, Und dieser hoffnung voll, Will täglich ich ermessen, Was ich dann werden soll. 6. Durch dies gestärkt, ermüde Ich in der tugend nicht Mich stärket gottes friede Mit kraft und zuver⸗ sicht. Ich siege in dem streite, Des sieges lohn ist nah. Getrost! viel⸗ leicht ist heute Des kampfes ziel schon da. Mel. Ich dank' dir schon ꝛc. 52 Mein erst geschäft sey 4.5 0 preis und dank! Er⸗ hebe gott o seele! Der herr hört deinen lobgesang, Lobsing' ihm, meine seele! 2. Mich selbst zu schützen, ohne macht, Lag ich, und schlief in frie⸗ den. Wer schafft die sicherheit der nacht, Und ruhe für die müden? 5. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, Mein leben zu bewah⸗ ren? Wer stärkt mein blut in sei⸗ nem fleiß, Und schützt mich vor ge⸗ fahren? 4. Wer lehrt das auge seine pflicht, Sich sicher zu bedecken; Wer ruft dem tag und seinem licht, Uns wie— der aufzuwecken? 5. Du bist es, gott und herr der welt, Und dein ist unser leben. Du bist es, der es uns erhält, Und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seyst du, gott der macht! Gelobt sey deine treue, Daß ich nach einer sanften nacht Mich dieses tags erfreue. 7. Laß deinen segen auf mir ruhn, Mich deine wege wallen, Und lehre * du mich selber thun Nach deinem wohlgefallen. 8. Nimm meines lebens gnädig wahr; Auf dich hofft meine seele. Sey mir ein retter in gefahr; Ein vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein herz voll zuver⸗ sicht, Erfüllt mit lieb' und ruhez Ein weises herz, das seine pflicht Erkenn' und willig thue. 10. Das ich, als dein gehorsam kind, Dir zu gefallen strebe: Dir treu ergeben, gut gesinnt In dei⸗ nem reiche lebe. ö 1. Daß ich, dem nächsten beizu⸗ stehn, Nie fleiß und arbeit scheue, Mich gern an andrer wohlergehn, Und ihrer tugend, freue. 12. Daß ich das glück der lebens⸗ zeit In deiner furcht genieße, Und meinen lauf mit freudigkeit, Wann du gebeutst, beschließe. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛe. kündigt deine gnade mir. Mit mir erwachen meine sorgen, Jedoch, auch mein vertraun zu dir. Ich werfe meinen kummer hin Auf dich, durch den ich leb' und bin. 2. Ich bin noch immer auf der erde, Wo alles wohl sich mischt mit weh, Und ich, zu größerer beschwer⸗ de, So manchen fehltritt noch be⸗ geh. Gott, der mich schützet und ernährt, Wär' ich doch deiner liebe werth! 3. Laß den entschluß mein herz er⸗ füllen, Stets gern zu thun, was dir gefällt. Es gehe mir nach dei⸗ nem willen, Oweiser herrscher aller welt! Schließ mich in deine vorsicht ein, Dein will ich tod und lebend seyn. 1. Vergieb mir, vater, alle sün⸗ de, Vergieb, was ich nicht recht gethan. Nimm mich zu deinem gna⸗ denkinde Um meines mittlers wil⸗ len an. In seinem namen bitt ig Mein gott, auch dieser 528. L neue morgen Ver⸗ dichz dich; E mich. 5. Hilf Ich bin vor ihm gemacht. 3. Du Nimmst soll ich d mir getl E. Wir Sie gelt derst nur von mir 6. Dru Mich de deiner ge herz dir 6. O ti heiland, trost em dig bist. 7. Dir freue mi als lebe 8. O wahrer weiser! nem rat 9. Noc Das chr ö gnädiz e seele. 3 Ein zuver⸗ ruhe; ypflicht horsam lebens⸗ e, Und „Wann zott ꝛc. )dieser n Ver⸗ Nit mir auf der scht mit schwer⸗ roch be⸗ zet und er liebe XIII. Morgen⸗Lieder. dich; Er litt und starb ja auch für * 6. Hilf du in allen sachen rathen; Ich bin mir selbsten nicht genug. Behüte mich vor missethaten, Vor böser menschen list und trug. Er⸗ halt mich auf der tugendbahn; Was ich dann thu, sey wohlgethan. 6. Bewahre mir leib, seel' und le⸗ ben, Verwandte, freunde, ehr' und guth. Willst du mir kreuz zu tragen geben, So stärke mich mit trost i⸗ und muth; Und willst du mich mit glück erfreun, So laß mich dir auch dankbar seyn. Mel. Christus, der ist mein leben. 2 Nech läßt der herr mich 529. N Leben! Mit fröhli⸗ chem gemüth Eil' ich ihn zu erhe⸗ ben, Er hört mein frohes lied. 2. Zu ihm ruft mich jetzt wieder Der morgensonne pracht, Ich falle vor ihm nieder, Der sie und mich gemacht. 3. Du herrscher aller welten, Nimmst dich auch meiner an; Wie soll ich dir vergelten, Was du an mir gethan? 4. Wirst du nach opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du for⸗ derst nur vertrauen Und liebe, gott, von mir. 5. Drum will ich dir lobsingen, Mich deines namens freun, Nach deiner gnade ringen, Mein ganzes herz dir weihn. 6. Otilger meiner sünden, Mein herz er⸗ heiland, jesu christ! Laß mich den u, was trost empfinden, ach dei⸗ jer aller vorsicht lebend lle sün⸗ )t recht em gna⸗ »rs wil⸗ bitt' ih dich; Daß du mir gnä⸗ dig bist. 7. Dir hab' ich mich ergeben, Ich freue mich in dir. Viel köstlicher als leben, Ist deine güte mir. 6. O führe mich auch heute Auf wahrer tugend pfad. Du, ewig⸗ weiser! leite Mich selbst nach dei⸗ nem rath. 9. Noch eins laß mich erflehen, Das christlich weise herz, Auf dich stets aufzusehen, In freuden, wie im schmerz. 10. Laß mich am ersten trachten Nach dem, was dir gefällt: Mehr deinen beifall achten, Als allen ruhm der welt. 11. Laß mich dir kindlich trauen. Das gute redlich thun, Getrost gen himmel schauen, In deinen willen ruhn. 12. Daß frei vom dienst der sün⸗ de, Getrost und glaubensvoll, Der tod alsdann mich finde, Wann ich einst sterben soll. In bekannter Melodie. —7 O Wab auf, mein herz, 53 2 und singe Dem schöpfer aller dinge, Dem geber aller güther, Des menschen treuem hüter. 2. Mit göttlichem erbarmen Be⸗ decktest du mich armen; Und stärk⸗ test mein vertrauen, Der sonne licht zu schauen. 5. Und dies, herr, ist geschehen: Ich kann das licht noch sehen. Du machst; daß ich auf's neue Mich meines lebens freue. 1. Du mußt ein opfer haben; Hier bring' ich meine gaben: Mein leib, mein seel' und leben Sey dir, herr, ganz ergeben. 5. Hör' meinen dank, mein flehen: Du kannst in's herze sehen, Und weißt, daß ich zur gabe Für dich nichts bessers habe. 6. Du wollst in meinen tagen Mich ferner huldreich tragen: Mir deinen segen senden; Dein werk an mir vollenden. 7. In allen meinen thaten Wollst du mir selber rathenz Mich stets zum besten leiten; Zum himmel auch bereiten. 8. Auf allen meinen wegen Be— gleite mich dein segen: Dein wort sey meine speise Auf meiner pilger⸗ —95 Mel. 266 Dritte Abtheilung. -—ę. Mel. Werde munter, mein ꝛc. ann ich einst von jenem 531. W schlummer, Welcher tod heißt, aufersteh; Und erlöst von allem kummer, Jenen schönen morgen seh: O dann wach' ich an⸗ ders auf. Schon am ziel ist dann mein lauf. Sorgen, die mich ängstlich machten, Werd' ich dann für träume achten. 2. Hilf, daß keiner meiner tage, Geber der unsterblichkeit, Im ge— richt mich einst verklage, Er sey ganz von mir entweiht. Auch noch jetzt bin ich erwacht, Dank sey dei⸗ ner güt' und macht: Laß mich hei⸗ lig und im segen Jeden tag zurücke legen. 3. Daß ich froh gen himmel sehe, Wann mein letzter tag erscheint, Wann zum dunkeln thal ich gehe, Und mein freund nun um mich weint: Lindre dann des todes pein; Laß mich da am stärksten seyn. Daß ich ihn zum himmel weise, Und dich, herr des todes, preise. Mel. Nun danket all'ꝛc. Nr. 5. — u deiner ehr' bin ich er⸗ 532. 3 wacht, Drum bring' ich ruhm und preis Dir, gott, der durch die ruh' der nacht Uns zu er⸗ quicken weiß. 2. O vater, deine gütigkeit Ist alle morgen neu. Du thust uns wohl zu aller zeit; Und groß ist deine treu. 3. Jetzt schenkst du mir zu mei⸗ nem heil Von neuem einen tag. Gieb, daß ich davon jedes theil Mit weisheit nutzen mag. 4. Die zeit, in deinem dienst voll⸗ bracht, Bringt ewigen gewinn. So fließe vor dir, gott der macht, Auch dieser tag mir hin! 5. Gieb, daß ich fern vom müssig⸗ gang, In meinem stande treu, Und wem ich kann, mein lebenlang Be⸗ reit zu dienen sey. 6. In allem, was ich denk' und thu, Sey dein gebot vor mir; Und wenn ich von geschäften ruh, So sey mein herz bei dir. 5. Was du mir zum vergnü⸗ gen giebst, Vermehr' in mir die lust, Ganz dein zu seyn, der du mich liebst Und so viel guts mir thust. 3. Wenn sorg' und kummer mich befällt, So laß mich auf dich schaun, Und deiner vorsicht, herr der welt, Mit frohem muthe traun. 9. An deiner gnade g'nüge mir! Sie ist mein bestes theil; Mein trost und meine zuflucht hier, Und dort mein volles heil. XIV. Abend⸗Lieder. Mel. Werde Eeer mein ꝛc. 5 uf, o seele! werde 533. A munter! Lob ist im⸗ mer deine pflicht: Denn die sonne geht zwar unter, Aber gottes güte nicht. Heut' auch hat sie mich ge— nährt; Heut' auch freud' und trost gewährt, Vor gefahren mich be— schützet, Meine schwachheit unter⸗ stützet. 2. Stets verehret, hochgepriesen Sey, mein treuer gott, von mir; Was du gutes mir erwiesen, Dant mein ganzes leben dir. Du hafß, war ichs schon nicht werth, Dent noch mein gebät erhört, Das ih jesum glaubig brachte. ö 3. Gott, da ich voll danks erzählh Wie so groß dein wohlthun war; Stellen sich auch meiner seele Dit begangnen sünden dar. Spredaben heut', als ich erwachte, Dir durch AI—,— gar nich und wer und ge sünde w 4. Dock gen Wa nahn. gen, Si Sprich schuldz huld; L Mich du 6. Giel gen Mei dich schl ich schlaf leib befel über mir meinen; deinen. 6. Ack schrecken gluth, Y ken: He huth. H tod Uns Schickst So gesch 7. Hör dein kin gottes! durch di verlaß: und zuv mein fle geschehe Mel. süßem s den wellt kräfte! einem d 2. Lob auch an wohlget söhnet, krönet, lich an it Ist t uns oß ist mei⸗ tag. theil st voll⸗ n. So „Auch rüssig⸗ 1, Und 10 Be⸗ k und 3 Und „ So ergnü⸗ uir die der du ts mir r mich schaun, r welt, e mir! Mein r, Und yn mit; „Dankt hu hasf, „Den⸗ Das ich ir durh erzähl n warz eele Y XIV. Abend⸗Lieder. 267 —— gar nicht klein. Denn nicht wort und werk allein: Nein, gedanken und geberden Können mir zur sünde werden. 4. Doch von ernster reu durchdrun⸗ gen Wag' ich's, gott, mich dir zu nahn. Sieh' nicht die beleidigun⸗ gen, Sieh' den tod des mittlers an. Sprich mich frei von straf' und schuld; Schenk' mir ferner deine huld; Laß vergebung aller sünden Mich durch meinen mittler finden. 6. Gieb nun bis zum frohen mor⸗ gen Meinem leibe sanfte ruh, Durch dich schlaf' ich ohne sorgen; Wann ich schlafe, wachest du. Seel' und leib befehl' ich dir; Walt'allmächtig über mir. Sey auch du der gott der meinen; Laß sie ruhen als die deinen. 6. Ach, laß uns kein banges schrecken, Weder raub noch feuers⸗— gluth, Plötzlich aus dem schlafe wek— ken: Halt' uns, herr, in deiner huth. Hilf, wenn krankheit oder tod Uns im sichern schlafe droht, Schickst du aber schnelles sterben, So geschehs nicht zum verderben. 7. Höre, vater! ach erhöre, Was dein kind von dir begehrt. O sohn gottes! dir zur ehre Werd' es mir durch dich gewährt. Heil'ger geist! verlaß mich nicht, Gieb mir kraft und zuversicht. Hör', dreieiniger! mein flehen. Amen! ja! es wird geschehen. Mel. Nun ruhen alle wälder ꝛc. efreit von allem kum⸗ mer, Ruht nun in 534. süßem schlummer Ein theil der mü— den welt. Auf, sammelt euch, ihr kräfte! Zum seligsten geschäfte, Zu einem dank, dergott gefällt. 3. Dein ist's, daß ich noch lebe, Jetzt deine treu erhebe, Mich dei⸗ ner liebe freu. Zu jeglichem ge⸗ schäfte Verleihst du mir die kräfte, Und standest mir auch segnend bei. 4. Zwar wank' ich oft und gleite. Ich weiß, mein gott! auch heute Sind meiner fehler viel; Doch du hast mich geleitet, und, wenn mein fuß gegleitet, Es nicht gestattet, daß ich fiel. 5. Umsonst sinnt mein gemüthe, Wie es, herr! deine güte Nach würden preisen soll. Doch hab' ich sie empfunden, Denn jede meiner stunden Ist, vater, deines wohl⸗ thuns voll. 6. Stets bist du hoch zu loben, Von deiner liebe proben Zeugt nicht der tag allein; Gott! deine liebe wollte, Daß selbst die nacht auch sollte Für uns reich an erquickung seyn. 7. Wann wir die augen schließen, Im schlaf' nichts von uns wissen, Bewahret uns dein schutz. Willst du mich nun beschirmen, So biet' ich allen stürmen, Und aller list der bosheit trutz. 6. Ich darf nicht ängstlich beben, Denn der bewahrt mein leben, Der selbst, der mir es gab. Bis ich die wallfahrt schließe, Und ewig sein genieße, Zieht er von mir die hand nicht ab. 9. Nun, vater, ich befehle Dir al— les, leib und seele, Und schlaf' in sich'rer ruh. Ich trau' auf deine gna⸗ de. Was ist wohl, das mir schade? Allmächtiger, mein schutz bist du. Mel. Nun danket alle gott ꝛc. — er tag(das jahr) ist 35. Dwieder hin; Und die⸗ „Lobsinge, seel'! und sage, Wirssen theil des lebens, Wie hab' ich e iahliß 905 auch an diesem tage Mein gott reber vollbracht? Verstrich er mir wohlgethan. Durch jesu blut ver- vergebens? Hab'ich mit allem ernst söhnet, Mit gnad' und heil ge⸗ Dem guten nachgestrebt? Hab' ich krönet, Bet' ich dich, vater, kind⸗vielleicht nur mir, Nicht meiner lich an. pflicht, gelebt? 2. Hab' 268 Dritte Abtheilung. 2. Hab' in der furcht des herrn! Ich ihn auch angefangen? Mit dank und mit gebät, Mit eifrigem Als ein geschöpf von verlangen, D. könnt' ich dir verhelen? Ich fühle täglich noch Die schwachheit mei— ner seelen. Vergieb durch christi blut, Mir die verletzte pflicht; Ver⸗ gott, Der tugend mich zu weihn, gieb und gehe du Nicht mit mir in? Und züchtig und gerecht, Und got⸗ tes freund zu seyn? 3. Hab' ich in dem beruf, Den gott mir angewiesen, Durch eifer und durch fleiß Ihn, meinen gott, gepriesen? Mir und der welt ge⸗ nützt, Und jeden dienst gethan, Weil ihn der herr gebot, Nicht, weil mich menschen sahn? 4. Wie hab' ich diesen tag(dieses jahr) Mein eigen herz regieret? Hat mich im stillen oft Ein blick auf gott gerühret? Erfreut' ich mich des herrn, Der unser flehn bemerkt? Und hab' ich im vertraun Auf ihn mein herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem genuß Der güther dieser erden An den all⸗ mächtigen, Durch den sie sind und werden? Verehrte ich ihn recht? Empfand ich seine huld? Trug ich das glück mit dank, Den unfall mit geduld? 6. Und wie genoß mein herz Des umgangs süße stunden? Fühlt' ich der freundschaft glück? Hab' ichs mit dank empfunden? War stets mein ernst auch sanft, Mein scher⸗ zen unschuldsvoll? Und hab' ich nichts geredt, Das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die meinigen Durch sorgfalt mir verpflichtet: Sie dur mein beispiel still Zum guten un⸗ terrichtet? War zu des mitleids pflicht Mein herz nicht zu bequem? Ein glück, das andre traf, War das mir angenehm? 3. War mir mein fehltritt leid, So bald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir Ein unerlaubt ver— langen? Und wenn in dieser nacht (diesem jahr) Gott über mich ge⸗ beut, Bin ich, vor ihm zu stehn, Auch willig und bereit? 9. Gott! der du alles weißt, Was gericht! 10. Ja, du verzeihest dem, Den seine sünden kränken; Du liebst barmherzigkeit, Und wirst auch mir sie schenken. Auch diese nacht(die⸗ ses jahr) bist du Der wächter über mir. Leb' ich, so leb'ich dir! Sterb ich, so sterb' ich dir! Mel. In dich hab' ich gehoffet ꝛe. — Tür alle güte sey ge⸗ 536. F preist, Gott vatern sohn und heil'ger geist! Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den dank, Den lobgesang, Den ich dir kind⸗ lich singe. ö 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, Hast großes heut' an mir ge⸗ than, Mir mein gebät gewähret; Hast väterlich Mein haus und mich Beschützet und ernähret. 5. Herr, was ich bin, ist dein ge⸗ schenk; Der geist, mit dem ich dein gedenk, Ein ruhiges gemüthe. Was ich vermag, Bis diesen tag, It alles deine güte. . Sey auch, nach deiner lieb' und macht, Mein schutz und schirm in dieser nacht; Vergieb mir meine sünden. Und kommt mein tod, Mein herr und gott, So laß mich znade finden. Mel. In allen meinen thaten ꝛc⸗ — err, der du mir das 537. H leben Bis diesen tag gegeben, Dich bet' ich kindlich an! Ich bin viel zu geringe Der treu, die ich besinge, Die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem gemüthe Fren ich mich deiner güte; Ich freue mich in dir. Du giebst mir krast und stärke, Gedeihn zu meinem werke, lichke 5 zur eh E- werke, in mir 3. Go Nach d her im hoffen, offen, glauber K4. Ich Und ne o gott schuld e gnaden mein t 5. O großen wort n mein er Befehl' Mel. 538⁸ kommt mit ihr te Für danken 2. No Mit ti⸗ an mi gemüth güte! lied an 5. V Das le heit de ther, Blos d 4. D Und h schwar dunkle fülle, i 9. Den m majesté meere lauf. fühle mei⸗ hristi Ver⸗ r in's „Den liebst ch mir (die⸗ r über terb' fet ꝛc. y ge⸗ vater, bin ich dank, kind⸗ erzlich ir ge⸗ ähret; d mich in ge⸗ ch dein Was , Ist ob' und irm in meine tod, 5 mich en ꝛe. lir das sen tag ich an! r treu, zher gh he Freu 9 freue ir kraft meinem werke, XIV. Abend-Lieder. 269 f,7; werke, Und schaffst ein reines herz in mir. 5. Gott! welche ruh der seelen, Nach deines worts befehlen Ein— her im leben gehn; Auf deine güte hoffen, Im geist den Himmel offen, Und dort den preis des glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im staube Zu dir, o gott, mein heil! Ich bin der schuld entladen, Ich bin bei dir in gnaden; Und in dem himmel ist mein theil. 5. O leite mich im segen Dem großen ziel entgegen, Dahin dein wort mich weist. Mein leben und mein ende Ist dein, in deine hände Befehl' ich, vater! meinen geist. Mel. Nun ruhen alle wälder. 38 Setzt sinkt die sonne nie⸗ * der, Die stille nacht kommt wieder, Und schlaf und ruh mit ihr. Sie schenkt uns neue kräf⸗ te Für jedes tags geschäfte: Das danken wir, o vater! dir. 2. Noch wach' ich, und erzähle Mit tiefgerührter seele, Was du an mir gethan, Sey dankbar mein gemüthe! Besing' des schöpfers güte! Stimm' ihm ein frohes lob⸗ lied an. 5. Von dir kommt jede gabe; Das leben, das ich habe, Die sicher— heit der nacht, Auch alle andre gü⸗ ther, Verdank' ich, treuer hüther, Blos deiner vaterhuld und macht. 4. Du läßt es finster werden, Und hüllst den kreis der erden In schwarze dunkelheit. Doch auch in dunkler stille Wohnst du mit deiner fülle, Und zeigst uns deine herr⸗ lichkeit. 5. Du führst aus dunkler ferne Den mond und tausend sterne Mit majestät herauf: Sie leuchten, dir zur ehre, Hoch über erd' und meere, Und deine hand lenkt ihren lauf. 6. Groß, wann der morgen grauet; Groß, wann der abend thauet, Groß in der stillen nacht; Im son— nenschein und sturme, Am men⸗ schen und am wurme; Groß zeigst du, vater! deine macht. 7. Voll ordnung, pracht und stär⸗ ke, Stehn deiner hände werke In deiner schöpfung da. Wie kann ich dirs vergelten? Du gott und herr der welten Warst auch mit deiner huld mir nah. 8. Wem kann ich ohne grauen Mich froher anvertrauen, Allmäch⸗ tiger, als dir? Ja, vater! dir be⸗ fehle Ich darum leib und seele, Verherrliche dich auch an mir. 9. Dir dafür ruhm zu singen, Und ferner dank zu bringen, Sey meine liebste pflicht. Ich leg' nun meine glieder Getrost und freudig nie—⸗ der: Du wachst für mich, ich sorge nicht. 10. Soll mir der schlaf zum leben Noch neue kräfte geben, So schlaf' ich fröhlich ein: Soll er mein le⸗ ben enden, So wirst du mich vol⸗ lenden, Und auch mein gott im tode seyn. Mel. Werde munter mein ꝛc. — Sine ich einst in jenen 539. schlummer, In des todes finstre nacht, Wo kein from⸗ mer mehr zum kummer Dieser zeit⸗ lichkeit erwacht: O dann schlaf' ich anders ein; Weg aus dieses lebens pein Eil' ich hin zu deren hütten, Die vordem auch standhaft litten. 2. Jetzt hoff' ich noch aufzuwachen Aus dem schlaf für diese zeit. Laß mich doch stets fertig machen, Va⸗ ter! zu der ewigkeit, Daß ich, als ein wandrer, sey Wacker, tugend⸗ haft und frei Von den lüsten die⸗ ser erde, Wann ich abgerufen werde. 3. Laß mich meine tage zählen, Wie ein strom verlaufen sie; Laß das beste theil mich wählen, Daß ich/ ö ö 4 4 27⁰ Dritte Abtheilung. ich, nach des lebens müh, Ruhe, freude, sicherheit, Wonne, ew'ge seligkeit, Dort vor deinem thron genieße, So wird mir mein ster⸗ ben süße. Mel, Nun sich der tag geendet hat. oder: Nun danket all' ꝛc. Nr. 5. 8o fliehen unsre tage 540. S hin! Auch dieser ist nicht mehr. Die nacht, der mü⸗ den trösterin, Eilt wieder zu uns her. 2. Nur du, herr! bleibest wie du bist, Du schläfst und schlummerst nicht; Die finsterniß, die uns um⸗ schließt, Ist deinem auge licht. 3. Voll zuversicht befehl' ich mich Dir auch in dieser nacht; Ich bin getrost, ich trau' auf dichz Mich schützet deine macht. 4. Hab' ich an deiner gnade nur Noch theil, o herr, mein gott: S fürcht' ich keine kreatur, Und scheue nicht den tod. 5. Zwar ich erkenne meine schuld, Mit reue fühl' ich sie; Doch, mein versöhner, deine huld, Wie trost— voll ist mir die! 6. Ich eil' im glauben zu dir hin, Und weiß, wie sicher ich Im schat⸗ ten deiner flügel bin; Du waches über mich. 7. Flieht, bange sorgen, weit von mir, Du, jesu! wohn' allein In meinem herzen, weih' es dir 3u deinem tempeltein! 8. Ist dies vielleicht die letzt nacht In meiner pilgrimszeit: führe mich durch deine macht Zum licht der ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dit, Dein bin ich auch im tod! Du, mein erretter! bist bei mir, Und hilfst aus aller noth. 2. Abend-Lied am Sonntage. In voriger Melodie. un bricht die finstre I. MN nacht herein: Die ruhe wünschen wir; Doch ehe wir noch schlafen ein, Spricht unser herz mit dir. 2. O vater, gott, und herr der welt! Den niemand sehen kann, Du siehst, wer dir zu fuße fällt, Sieh' uns auch gnädig an. 3. Der tag, den wir nunmehr vollbracht, Der war, o höchster! dein: Dir sollt' er auch bis in die nacht Von uns geheiligt seyn. K. Doch ach! wir müssens nur ge⸗ stehn, O herr! daß fleisch und blut Auch heute manches hat versehn, War gleich der wille gut. 5. Drum schenk' uns gnad' von dei⸗ nem thron; Sieh' unsre schuld nicht an, Und denke, daß dein theurer sohn Für uns genug gethan. 6. Schreib' das, was du uns heuk gelehrt, In unsre herzen ein, Und lasse uns, die wirs gehört, Dit auch gehorsam seyn. 7. Gieb, daß stets fruchtbar sey dein wort, Und thu uns ferner wohl; Damit wir dir auch immer⸗ fort Treu dienen, wie man soll. 8. Nun suchen wir, gott! unsr⸗ ruh; Steh' deinen kindern bei, Und lasse keinem übel zu, Daß es uns schädlich sey. 9. So stehen wir, wenn dirs ge— fällt, Froh morgen wieder aufz Und wir vollbringen in der well Dann glücklich unsern lauf. 10. Und dann führst du uns, wenn es zeit, Auch in den himmel ein, Da wird in deiner herrlichkeit du uns stets freude seyn. 5. M Mel. 54² die uns kommt eilt dav diese(d 2. Da gott! F noth, S treu: D lich neu. 5. Wer befreit erfreut: gab gede der ruhn 4. Oft tens nich ¹ tt: G d scheue schuld, „ mein e trost. dir hin, n schat⸗ wachest beit von lein In dir 3 ie letzte it: So ht Zun rbe dir, Du, ir, Und ns heut in, Und rt, Dir tbar sey ferner immer⸗ in soll. t! unste bei, Und es un dirs ge⸗ der auf; der well If. , wenh mel ein. keit di soll mein herz sich freun: Denn du 3. M XV. Bei Reisen. 27¹ ':fDd 3. Mel. Wenn wir in höchsten ꝛc. nwiederbringlich schnell 542. entfliehn Die tage, die uns gott verliehn, Die woche kommt(Das jahr tritt ein) und eilt davon; Vergangen ist auch diese(dieses) schon. 2. Dank dir, du ewigtreuer gott! Für deinen beistand in der noth, Für tausend proben deiner treu: Denn deine huld war täg— lich neu. 3. Wenn unser herz von schuld befreit Sich mancher guten that erfreut: Weß war die kraft? wer gab gedeihn? Dir, herr! gebührt der ruhm allein. Am Ende der Woche. pflicht. Du siehst, erbarmer! un— sre reu: Um christi willen sprich uns frei. 5. Wir eilen mit dem strom der zeit Stets näher hin zur ewigkeit. Du hast die stunden zugezählt, Die letzte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers lebens! mache du Uns selber recht geschickt dazu, Daß nicht, indem wir sicher sind, Der tod uns unbereitet find. 7. Ist einst die zahl der stunden voll, Die jeder hier durchleben soll: So führ' uns aus der übungszeit Zu jener frohen ewigkeit. 8. Da sind wir unsers heils ge⸗ wiß; Da wechseln licht und finster⸗ niß, Wie hier auf erden, ferner 4. Oft fehlten wir, und merk⸗nicht; Herr, unser gott! verlaß tens nicht, Verzeih' uns die verletzte uns nicht. XV. Bei Reisen. 1. Vor der Reise. Mel, Herzlich thut mich verlangen. ich bitt' ich, gott, be⸗ 543. weise, Wie gut dus meinst mit mir; Beglücke meine reise; Denn ich vertraue dir. Auf allen meinen wegen Begleite väter⸗ lich Mit deinem schutz und segen, Mit deiner hülfe mich. 2. Ich bin in deinen händen, Deß kannst rettung senden, Wo mir ge⸗ fahren dräun. Bin ich bei dir in gnaden: So fürcht' ich nichts, o gott! Du wehrest allem schaden, Mein retter in der noth. 5. So will ich denn mein leben Getrost und wohlgemuth, Dir, va⸗ ter! übergeben, Und deiner treuen huth: Erhalte meine kräfte; Be⸗ glücke meinen fleis, Und meiner pflicht geschäfte, Zu deinem ruhm und preis. K4. Laß dir auch meine lieben Zum schutz empfohlen seyn; Nichts müs⸗ se uns betrüben, Dein trost uns stets erfreun. Und sehen wir uns wieder In ruh und wohlergehn, Wie sollen unsre lieder Dann deine huld erhöhn! 2. Nach 27 Dritte Abtheilung. 2. Nach gluͤcklich vollbrachter Reise. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc.[5. Nun kann ich wieder mit dey meinen Mich deiner güt' und hülse ank sey dir, vater 35½½ ů 44. meines lebens! Du freun; Mit ihnen mein gebät vei⸗ hast mich froh zurückgebracht; Ich einen, Und dir des dankes opfer flehte nicht zu dir vergebens, Du weihn; Daß du, mit deinen va⸗ hast mich väterlich bewacht; Burch terhand, Gefahr und schaden abgn deine gnade bin ich hier, Dein wandt. schutz und schirm war über mir. K. wi ott 2. Gesundheit hast du mir verlie-sen Für alles ante 1bas au al hen 5128 hafte ber m He⸗ Nuf meiner reise hast erwiesenz wandt; Du hast gesegnet mein be-Mein frohes lob gefalle dir: Di⸗ + +— 1*— 2 handn Auchwemer serlen wandeestiei ich nun mich ferner weihh, 3n 9 here, so manches Hute 39118 lebend und im tode seyn. I 7• 21 XVI. Vor und bei der Erndte. In voriger Melodie. 5. Das saamkorn wird in deinen 665„namen Auf hoffnung in das felh 45. Daawen, Hestoi ge⸗ gestreut; Allgütiger, du gabst den bühret ruhm und dank. Du hörst faamen, Da du ihm schufst, A f fruchtbarkeit. Zur aussaat giebsto das schrein der jungen raben, Und auch allein Dem landmann krif aller vögel lobgesang. O neige jetzt eit unde edeihn 53338 dein ohr zu mir! Du forderst dankz 56 Was dürr ist, feuchtest dunt 0 6518 regenz Was kalt ist, wärmt desn 2. Die kleinste deiner kreaturen sonnenschein; Du theilst die zeiten Macht deine weisheit offenbar. wie den segen, Zu unserm besth Man siehet deiner güte spuren Und weislich ein. Bei wärme, hith deine macht von jahr zu jahr. Ein kält' und frost, Grünt, wächst un jeder tag belehret mich: Du seyst reifet unsre kost. mein gott; drum preis' ich dich! 7. Kommt, preist des schöpfe 3. Du sorgst nach treuer väter huld und stärke, Bringt seinemm weise Für alle werke deiner handz men ehre dar! Groß ist der hen Und allem fleische giebst du speise, und seine werke Sind herrlich, gii Beschirmst und segnest jedes land; und wunderbar! Kommt laßt un Schenk'r Droben Du liebest unveränderlich; Der seine macht erhöhn! Der herr bösen selbst erbarmst du dich. gut! sein lob ist schön! 4. Der erdkreis ist von deiner gü⸗ weis N i„ te, Von deiner weisheit ist er voll. Eigene Melodie, Nr. 12. ,, zu fuße f tesegen gen. 2. Her auen, 2 dir; Ueb Und un Gleich a und au 3. Vate Uns unn reichen, ben viel viel guts hochgepr. 4. Du gen Uns Daß man halben he ler, tiefe uns sehei 5. Ach! Dir genu ein dank große w. soll stets mit woh 6. Hilf speise, D Ja nich Werd' zi Bleiben das gute 7. Sche Herr, unterweise mein gemüthe, Wie ich dich würdig loben soll; 6 Gle im himmel u Gieb, daß mein herz dich freudig 34 auf erden, Herrsch liebt, Dich, der mir so viel gutes in der ganzen welt! Laß das hes giebt. voll preises werden, Da man Mel. nit dei d hülfe ät ver⸗ 8 opfer ner var n abge⸗ geprie⸗ du mir wiesenz ir: Dir weihh, eyn. deinen das felh abst den ifst, di giebsti in krafs st du n emt dein ie zeiten m bestah e, hitzh ichst un schöpfeh inemi der hen lich, gih laßt un herr r. 12. imel i Herrschi das hel man d N XVI. Vor und bei der Erndte. 27⁵ —— zu fuße fällt, Für den nahen ernd⸗ tesegen Dank und opfer darzule— en. 2 Herr! dir jauchzen feld und auen, Wald und hügel zeugt von dir; Ueberall läßt du dich schauen: und undankbar schwiegen wir, Gleich als ob zu deiner ehre Feld und au so schön nicht wäre! 3. Vater, du hast aus erbarmen Uns unwürdige ernährt. Du hast reichen, du hast armen Milder ga⸗ ben viel gewährt. Gott, der uns viel guts erwiesen, Sey gelobt und hochgepriesen. 4. Du hast sonnenschein und re— gen Uns zu rechter zeit geschickt, Daß man deinen vatersegen Allent⸗ halben hat erblickt. Berg und thä⸗ ler, tiefen, höhen Lassen deine huld uns sehen. 5. Ach! wer ist, der deine güte Dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares gemüthe Für die große wohlthat an; Unser mund soll stets erschallen: Gott macht satt mit wohlgefallen. 6. Hilf uns, herr, daß trank und speise, Die uns deine huld gewährt, Ja nicht, nach der sünder weise, Werd' zu unsern fluch verzehrt: Bleiben wir in alten sünden, Kann das gute leicht verschwinden. 7. Schenk uns auch vergnügte her⸗ zen: Stolz und geiz laß ferne seyn: Laß den undank nichts verscher— zen; Gieb uns ferner dein gedeihn. Willig laß mit deinen gaben Uns die dürftigen auch laben. 8. Laß es deinem wort gelingen, Daß auch wir zu deiner ehr, Hier schon reichlich früchte bringen: Stärke du uns immer mehr. Schenk' uns auch, nach allem leide, Droben mehr als erndtefreude. Mel. Nun danket all' ꝛc. Nr. 3. ott sorgt für uns! o 547. G singt ihm dank, Ihr christen, singt ihm gern! Von auf⸗ gang bis zum niedergang Trägt uns die huld des herrn. 2. Vom menschen bis zum klein⸗ sten wurm Reicht seine gnad' und macht; Im sonnenschein, so wie im sturm, Ist er auf heil bedacht. 3. Mit froh gerührter seele bringt Ein herz voll dank ihm dar! Die ähre, die vom segen sinkt, Ist sein; gott krönt das jahr. 4. Ja, höchster! wir verehren dich Mit kindlich frohem dank: Du nährst uns und giebst mildiglich Auch mehr als speis' und trank. 5. Fried' und gesundheit, kraft, gedeihn Zu unsrer hände fleiß, Auch das giebst du, und dir allein Ge⸗ bührt dafür der preis. 6. Laß deines segens überfluß Uns nun auch nützlich seyn; Und hilf uns, das wir beim genuß Uns des⸗ sen mäßig freun. 7. Vermehr' in uns die zuversicht, Dir ewig zu vertraun, Bis wir dereinst in deinem licht Des glau⸗ bens erndte schaun. Mel. In dich hab' ich ꝛc. —* 8(Ciebreicher gott! dein 54 segenswort Erzeiget sich noch immerfort In seiner kraft auf erden, Daß unser feld Mit nutz bestellt Und angebaut kann wer⸗ den. 2. In hoffnung streun wir saamen aus; Doch segnest du nicht feld und haus, So ist die müh verge⸗ bens. Nur deine kraft Und güte schafft Uns unterhalt des lebens. 5. Laß unsere saat gesegnet seyn; Gieb regen, wind und sonnenschein, Daß wachsthum und gedeihen Uns spät und früh, Nach sorg' und müh Einst wiederum erfreuen. 4. Bewahre sie das ganze jahr Für so vielfältiger gefahr, Die sie leicht kann verletzen, Und den, den heut Sein feld erfreut, In kum⸗ mer bald versetzen. 5. Bei solcher saat seh' ich allhier S Zu⸗ Dritte Abtheilung. Zugleich manch tröslich bild von mir. Denn unter sturm und win⸗ den Erhebt sie sich: So muß auch ich Beim kreuz den himmel finden. 6. Und wie das körnlein erst ver⸗ dirbt, Und in der erde gleichsam stirbt, Um neue frucht zu bringen: So werd', o gott! Ich durch den tod Ins beßre leben dringen. 7. Nuf diesen seligen gewinn Freut sich bereits mein herz und sinnz Muß ich bei trüben fällen Die thränensaat, Nach deinem rath, Gleich öfters hier bestellen. 3. Nur mache mich, o gott! be⸗ reit Im glauben und gottseligkeit Viel gute frucht zu bringen: So will ich dir, Dereinst dafür In ewigkeit lobsingen. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. „daß doch bei der 549. O reichen erndte, Wo⸗ 5 mit du, höchster, uns erfreust, Ein jeder froh empfinden lernte, Wie reich du, uns zu segnen, seyst; Wie ern du unsern mangel stillst, Und Und mit speis' und freud' erfüllst. 2. Du siehst es gern, wenn dei⸗ ner güte, O vater! unser herz sich freut; Und ein erkenntliches gemü— the Auch das, was du für dies zeit Uns zur erquickung hast be stimmt Mit dank aus deinen hän den nimmt. 3. So kommt denn, gottes huld zu feiren, Kommt, christen, laßt uns seiner freun! Und bei den an gefüllten scheuren Dem herrn der erndte dankbar seyn. Ihm, der uns stets versorger war, Bringt neuen dank zum opfer dar. 4. Nimm gnädig an das lob der liebe, Das unser herz dir, vater, weiht. Dein segen mehr' in uns die triebe Zum thät'gen dank, zur folgsamkeit; Daß preis für deine vatertreu Auch unser ganzes leben sey. ö —E–Ewꝛcꝓ: 5. Du nährest uns blos aus er⸗ barmen, Dies treib' auch uns zum wohlthun an. Nun sey auch gern ein trost der armen, Wer ihren mangel stillen kann. Herr! der di aller vater bist, Gieb jedem, waz ihm nützlich ist. 6. Thu' deine milden segenshände, Uns zu erquicken, ferner auf. Ver⸗ sorg' uns bis an unser ende, Und mach' in unserm lebenslauf Uns dit im kleinsten auch getreu; Daßein uns größres glück erfreu. v. Bewahr' uns den geschenkten segen; Gieb, daß uns sein genuß gedeih, Und unser herz auch seinet— wegen Dir dankbar und ergebg sey. Du, der uns täglich nähth und speist, Erquick' auch unsern geist! In voriger Melodie. 6. Zir singen, herr, vn 5 deinen segen, WI wohl sie nicht zu zählen sind. HA giebst uns sonnenschein und regeh Frost, hitze, donner, thau un wind; So blüht und reifet unst saat. Nach deinem wundervollh rath. 2. Der himmel träufelt lauter g te, Die erd' ist deiner schätze vul Damit ein achtsames gemüthe di finden und bewundern soll, Didh der durch seine weise macht d alles hat hervorgebracht. 3. So sey die liebe denn gepis sen, Gepriesen sey die wunderkraß Die auf den feldern, auf den u sen Den erdbewohnern nahrun schafft. Du nährest uns, wir wi den satt; Du giebst's, daß u noch übrig hat. 4. Du schüttest deines segens fif Herab, die wir noch nicht verdinh Es ist allein dein guter wille, A feld und au und garten grüh Und uns, sind wir es gleich nih werth, Die frucht der erde reih nährt. 5.N 7 5. Ber Und uns Bewahr wollust, sonst im le doch v 6. Ja, vergesser denkst; sressen, Mel. 551J. gott, de sich nicht au und erhält E ist zum leben. 2. Er i Ist, was auch mer pfleget 1 allein V er läßt de gerathen 3. Oft schon De Und plö Der uns und gieb er als he ehret we 4. Zeig bar sich ben: S Mel, 52. land. 3 hebt in *.... zus er⸗ ns zum ch gerg r ihren der du n, waz shändt, 2 Ver⸗ de, Und Uns dit Jaßeins schenkten n geni ch seinet⸗ ergebi ch nähh ich ewiß ie. herr, M en, WIl/ ind. Y ud regeh hau un fet unsh idervollh auter gi hätze vol rüthe di oll, Dih lacht D in geptit nderkraß fden wi⸗ nahrußh wir wu daß m egens fi t verdih wille, AN ten grüöh gleich nsh de reichl 59 XVII. In allgemeiner Noth. 275 2—— 9„DDD 5. Bewahre ferner unsre saaten, beschenkst. Wird auch der vorr Und unsre häuser, hab' und guth. nicht zerstreut, So Wangelt öonh Bewahre uns vor missethaten; Vor zufriedenheit. wollust, geiz und übermuth; Weil 7. So wollen wir denn sonst im reichsten überfluß, Die see⸗(erden, Des guten saamen le doch verderben muß. streun, Nie müde, nie v 6. Ja, wenn wir, vater, dein werden, Und uns vielmehr der ernd⸗ vergessen, Der du so liebreich an uns te freun, Die einst nach dieser zeit denkst; So muß der fluch den segen der saat, Dein rath für uns erse⸗ sressen, Mit dem du feld und haus hen hat. 8 hier auf s auszu⸗ erdrossen Bei sparsamer Erndte. Mel. Was gott that, das ꝛc. So viel wir nöthig haben; Iststets KI 0 Hreist, ehristen, mit zu⸗ bedacht, Voll gnad' und macht, Die friedenheit, Preist sseinen zu erhalten, Die ihn nur gott, den herrn der endte, Daß lassen walten. sich nicht ganz die fruchtbarkeit Von 6. Und o, was ist's für ein gewinn au und feld entfernte. Noch stets An dem sich g'nügen lassen, Was erhält Er seine welt; Was nöthig da ist, und mit heiterm sinn Das ist zum leben, Will er uns alles feste zutraun fassen, Daß, der die leben. welt Regiert und hält, Auch uns 2. Er ist der herr; in seiner hand so lang' wir leben, Was nöthig ist/ Ist, was die erde bringet. So sehr wird geben. guch menschenfleiß das land Baut,. 6. Ja, höchster, wir verehren dich pfleget und bedünget, Kommt doch In allen deinen wegen, Und trauen allein Von ihm gedeihn. Nur er, unveränderlich Auf deinen milden er läßt die saaten Blühn, reifen und segen. Auch unser brod Wirst du gerathen. uns, gott, Von zeit zu zeit gewäh⸗ 5. Oft sehn wir froh in hoffnung ren, Wenn wir dich kindlich eh⸗ schon Der reichsten erndt' entgegen, ren. Und plötzlich ist er uns entflohn, 7. Wir beten demuthsvoll dich Der uns gezeigtesegen. Gott nimmt an, Der alles weislich füget, Deß und giebt, Was ihm beliebt, Daß vorsicht niemals irren kann, Deß er als herr der erde Von uns ver⸗ wohlthun niemals trüget. Froh ehret werde. danken wir, Erhalter, dir, Und k. Zeigt auch gleich nicht so sicht- preisen deine güte Mit g'nügsa⸗ bar sich Der reichthum seiner ga- men gemüthe. 98 ben: So giebet er doch sicherlich, XVII. In allgemeiner Noth. Mel, Auf meinen lieben gott ꝛc. gebät der armen; Erhör' es mit 2 Es züchtigt deine hand, erbarmen. 55 O höchster, jetzt das 2. Du siehst des landes noth, Sie land. Zu deinem vaterherzen Er⸗kam auf dein gebot. Du kannst mit hebt in bittern schmerzen Sich händen Sie lindern, und S2 auch 976 Dritte Abiheilung. auch enden. Ein wort aus dei⸗ nem munde Verändert zeit und stunde. 3. O herr, wir murren nicht; Ge⸗ recht ist dein gericht Bei allem, was wir dulden; Denn groß sind unsre schulden, Und du bestrafst uns minder, Als wir's verdient, wir deine huld Ist größer, als die schuld. Gedenke an die deinen, Die reuend vor dir wei⸗ nen; Gedenke mit erbarmen An Die dauer unsrer noth! Laß, die voll angst dir flehen, Trost und erleicht'⸗ Verwandle alles lei⸗— sünder. k. Doch, vater, die gebeugten armen! 5. Verkürze doch, o gott, rung sehenz den In neue lebensfreuden. 6. Doch wenn, herr aller welt, Es dir noch nicht gefällt, Die trüb⸗ sal zu entfernen: So stärk' uns, daß wir lernen, Mit ehrfurchtsvollem schweigen, Vor dir uns kindlich beugen. 5. Ja, deine züchtigung Leit' uns zur besserung; Laß sie die sichern schrecken, Die schläfrigen erwecken, Auf dein gebot zu merken, Und red⸗ lich fromme stärken. 8. Wenn unser herz dich liebt, So wird, was uns betrübt, Uns doch zum heil gedeihn, Und uns zuletzt erfreun; So wird uns deine gnade Zum licht auf dunklem pfade. 9. So stärke denn das herz, Daß auch im größten schmerz Es nie an muth uns fehle; O sprich zu unsrer seele: Getrost! dich soll kein leiden Von meiner liebe scheiden. 10. Am schluß von unserm lauf, Dann klärt sich alles auf; Dann wird die aussicht heiter; Dann thränt kein auge weiter; Und die⸗ ses lebens leiden Verwandeln sich in freuden. Mel. Aus tiefer noth schrei ꝛc. Her deine langmuth 553: ist sehr groß; Wer kann sie genug ermessen? Lebt gleich so mancher zügellos, Und seiner pflicht vergessen: Doch schonst du seiner lange zeit, Und trägst ihn mit barmherzigkeit, Und willst nicht sein verderben. 2. Der leichtsinn herrschet immer⸗ fort In der verkehrten herzen, Die, heiligster, mit deinem wort, Wie mit der sünde, scherzen; Und wilde sittenlosigkeit, Gestärkt durch falsche sicherheit, kennt oftmals keine gren⸗ zen. 3. Wir flehn, allmächtiger, zu dir, Du wollst dem übel wehren; Noch mancher kann, das hoffen wir, Zu dir sein herz bekehren. Nur bei— spiel, schein und lust der welt Ist was ihn in verblendung hält, Daß er dem bösen folget. 4. Erbarme dich, getreuer gott, Der tiefgefallnen seelen, Die jeh verführt, in sünden todt, Ihr wah⸗ res wohl verfehlen. Der wahrheit licht erleuchte sie, Und furcht de strafe schrecke die, Die nicht die li⸗ be bessert. 5. Die aber thun, was dir ge fällt, Erhalt in deinem segenz Gith ihnen kraft, trotz aller welt, 0 gehn auf rechten wegen. Laß dein treue vaterhand Seyn deinen kin dern wohl bekannt, Daß sie dir tril verbleiben. 6. Ein vater und ein hirte mein Es treulich mit den seinenz Meht bist du, größter menschenfreun Du kannsts nicht böse meingh Drum traun wir dir, und bitta dich: Erhalt' uns ferner väterli In deiner furcht und liebe. 7. Dir treu zu seyn, ist freilih schon Gewinn für dieses leben Doch wirst du einstens größern lohꝛ Den treugebliebnen geben. Dasl wandeln wir in deinem licht; Oat wird uns sel'ge ferner nicht Oeoln sters anblick kränken. Ml 355• —..—— Mel. 554. sen keine den wed auch sor 2. Dar Daß wii Und fliel Du beste 3. Wir Hinauf Und flehr aller stre K. Nac + doch gla rufen di für uns 2. Die Von la Sieh', e Send' e 5. Bet haupt, beraubt, sind bet wächs n K. Ent Dem gä hoffnung Nimmt 5. Wi noth, lich bro t gleich seiner nnst du gst ihn st nicht mmer⸗ „, Die, „ Wie d wilde falsche e gren⸗ er, zu hehren; en wir, dur bei⸗ Hdelt Ist, t, Daß er gott, Die jegt hr wah— zahrheit ucht der die lie⸗ dir ge⸗ n; Gich delt, aß deint nen kine dir treh te mein 3 Meht nfreund meinen, d bitten väterli be. t freilih 3 leben! sern lohn n. Dahh t3 Danh t Deo lu Mu XVIII. Witterungs⸗Lieder. 27⁷ ——.— Mel. Wenn wir in höchsten ꝛc. ehn wir nur trübsal 554. um uns her, Und wis⸗ sen keinen ausgang mehr, Und fin⸗ den weder schutz noch rath, Ob wir auch sorgen früh und spat: 2. Dann ist es unser trost allein, Daß wir uns deiner noch erfreun, Und fliehn zu dir, du treuer gott, Du bester helfer in der noth. 3. Wir heben unser aug' und herz Hinauf zu dir in unserm schmerz, Und flehn dich um begnadigung Und aller strafen linderung. k. Nach deiner gnade sagest du Sie allen, die drum bitten, zu, Durch den, der unser mittler ist, Durch unsern heiland, jesum christ. 5. Drum kommen wir, herr un⸗ ser gott, Und klagen dir all' unsre noth. Ach, deine vateraugen sehn, Wie so verlassen wir da stehn! 6. Nur du bist unsre zuversicht, Vergilt nach unsrer schuld uns nicht, Steh' uns in allen nöthen bei, Und mach' uns aller plage frei. 7. Dann danken und lobsingen wir Mit freud'erfülltem herzen dir: Ge⸗ horsam deinem theuren wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. —ß—— XVIII. Witterungs⸗Lieder. 1. Um In voriger Melodie. n unserm kummer kom⸗ 555.J men wir Gebeugt, doch glaubensvoll, zu dirz Wir rufen dich im himmel an, Daß er für uns werd' aufgethan. 2. Die felder sind ein dürres land, Von langer hitze ausgebrannt; Sieh', es verdorret immer mehr, Send' einen milden regen her. 3. Betäubt und mit gebeugtem haupt, Der hoffnung und des trosts beraubt, Schaun wir das feld und sind betrübt, Weil es uns sein ge⸗ wächs nicht giebt. k. Entkräftet steht fast alles da, Dem gänzlichen verderben nah. Die hoffnung, die das feld uns gab, Nimmt jeden tag zusehens ab. 5. Wir alle schrein aus tiefer noth, Nimm uns nicht unser täg⸗ lich brod; Hilf uns im elend! Regen. du allein Kannst helfer und erret⸗ ter seyn. 6. Ach gieb uns noch zu rechter zeit Den regen, der das land erfrene, Der die zerborstne erde tränkt, Und sich in ihre tiefen senkt. 7. Straf' unsre sünden nicht, o gott, Mit theurung und mit hun⸗ gersnoth; Vergieb uns gnädig un⸗ sre schuld, Du gott voll liebe, voll von huld. 8. Sey gnädig uns durch deinen sohn, Der mit dir herrscht auf dei⸗ nem thron; Er ist's, der liebreich für uns spricht, Drum wende, herr, doch dies gericht. 9. Wir wollen dir gehorsam seyn, Und dir nur unser leben weihn. Tröst' uns, o herr, verlaß uns nicht, Und stärk' uns selbst in je⸗ der pflicht. 2. Nach . Dritte Abtheilung. Nach erhaltenem Regen⸗ 1. nähren, Und sie erfreuen oll. 6. Äuf, preiset gottes milde! Er ist's, der regen schickt, Und lech⸗ zendes gefilde Voll vaterhuld er⸗ quickt. v. Du sendest, vater, regen, Giehs milden sonnenschein; Du eilst, mit deinem segen Uns alle zu er⸗ freun. 8. Ach laß uns nicht vergeben 221 Mel. Ach bleib' mit deiner ꝛc. 6 Ein milder regen sinket 2 Erquickend auf die flur, Wie labt sie sich, wie trin⸗ ket Ihn freudig die natur! 2. Die sanften ströme kühlen Der lüfte weites meer, Und die ge⸗ schöpfe fühlen Nicht mehr sich träg und schwer. 3. Gott spricht, das seufzen schwei⸗ BDer Und hitz 635 dürre fliehn; er fromme lit i in⸗ auf, And Preizet ihne sieitget Hin Doch diese huld empfahn, Erhalten 4. Mit freud' im angesichte Sieht unsers lebens, Zu dem wir dant man jetzt flur und feld, Erquickt bar nahn. hat gott die früchte, Der vater 9. Laß keine huld vergebens unz dieser welt. je von dir empfahn, Und nimm, 5. Nun wird die saat, die ähren herr unsers lebens, Dich unser sen Von gottes segen voll, Der seinemner an. 3. Um Sonnenschein. Mel. Aus tiefer noth schrei ꝛe. dein sohn versühnet. Wir nahn O gott, du kannst den dir voll reu uns nun, Wir wollehh himmel ganz Mit ernstlich buße thun, Und unser le Wolken überziehen; Doch müssen vor ben besfern. der sonnen glanzSie, wenn du willst, à. Gedenk', o gott! an deine teu entfliehen! Halt doch den regen Und laß uns hülfe sehenz Mahl jetzt zurück, Und laß der sonne frohen deine gnade bei uns neu, Um di blick, uns wiederum erfreuen. wir kindlich flehen; Entzeuch u 2. Die felder trauren weit und deine freundlichkeit Doch nicht i breit, Die früchte leiden schaden; dieser trauerzeit, Du bist ja unst Sie sind von vieler feuchtigkeit Er⸗vater! ö tränkt und überladen. Dein segen. 5. Gieb uns, o du liebreicher geth den du uns gezeigt, Der sich be⸗ Den heitern schein der sonne, M trübt zur erde neigt, Scheint nahe überschütt' uns nach der noth M dem verderben. freude, lust und wonne; Und ze 3. Herr, unsre sünd' und missethat uns jetzt nach deiner treu, Daß ais Hat dieses wohl verdienet: Jedochsser dir kein segen sey Im himmi erzeig' uns deine gnad', Weil uns und auf erden. 4. Ni 2. Dr unsre sch unser fla Mel. ö bei voll gefällt, Scheint Bei un mehr ar tertreu 2. Wi oft mit wohl lä de finder schon Zu der gedr heilsam 3. Her menscher höchster, hügel w und mor Bleibt d beweglie Mel. 359. plage U großes dem ba speise fr höchster der, Ver zeig' un 3. Ge 0 flehen v rfreuen de! Er d lech⸗ uld er⸗ „Giebst u eilst, zu er; rgebens Crhalter r dank⸗ ens Uns nimm, user sen ir nahn ir wollez unser l⸗ eine tiel 3 Ma „Um di zeuch u nicht di t ja unsn cher gah nne, I noth M Und zeiß Daß alß n himn XIX. Lieder bei Feuersnoͤthen. 4. Nach erlangtem Sonnenschein. Mel. O gott, du frommer gott. 8 9 Jein gott! du bist ge⸗ 55— ‚ recht, Und auch da— bei voll liebe, Selbst, wann es dir gefällt, Daß leiden uns betrübe; Scheints gleich, als dächtest du, Bei unsrer sündenschuld, Nicht mehr an uns, dein volk, Mit va⸗ tertreu und huld. 2. Wir reizen freilich dich Gar oft mit unsern sünden, Und gleich⸗ wohl lässest du Uns huld und gna— de finden: Wenn du den arm auch schon Zu strafen ausgestreckt, Und der gedrohte schlag, Die menschen heilsam schreckt. 3. Herr, dein erbarmen kann Kein menschensinn erreichen: Wer ist dir, höchster, gleich? Wenn berg und hügel weichen, Wenn erde, sonn' und mond Aus ihrem laufe gehn: Bleibt deine gnade doch Stets un⸗ beweglich stehn. K. Durch wolken ließest du Das sonnenlicht bedecken: Wind, regen⸗ wetter, sturm Erfüllten uns mit schrecken, Weil man den himmel nicht, Nur stetes regnen, sah, Und unsers landes frucht War dem ver⸗ derben nah. 5. Doch, herr, auf deinen wink Erschien die sonne wieder; Das trauren ist vorbei; Wir singen freudenlieder, Und preisen deine huld, Daß du auf unser flehn, Bei unsrer kümmerniß, Erbarmungs⸗ voll gesehn. 6. Ja, herr, wir preisen dich, Mit freudigem gemüthe. O sorg' auch fernerhin Für uns mit vater⸗ güte; Gieb uns zu rechter zeit Thau, regen, sonnenschein: Wir wollen dir dafür Von herzen dank⸗ bar seyn. XIX. Lieder bei Feuersnoͤthen. 1. Fuͤr Abgebrannte. Mel. Nun ruhen alle wälder. O jammervolle ta ge, 559. Da so viel angst und plage Uns hart betroffen hat! Ein großes maaß voll thränen Ist bei dem bangen sehnen Jetzt unsre speise früh und spat. 2. Drum fallen wir in buße Dir, höchster gott, zu fuße, Erkennen unsreschuld. Erbarme dich der sün⸗ der, Verstoß' nicht deine kinder, Er⸗ zeig' uns wieder gnad' und huld. 3. Gedenk' an deine treue, Wir flehen voller reue, Ach, merk' auf unser flehn! Du bist ja unser vater, 4. M„H Erhalter und berather, Laß uns nicht gänzlich untergehn. 4. So groß der sünden schade; So ist doch deine gnade Noch grö⸗ ßer, als die schuld. Du kannst uns nicht verderben: Denn christi blut und sterben Erwarb uns deine gnade und huld. 5. Wir flehn durch seine wunden, Wo wir stets heil gefunden: Ach! gieb uns trost und heil. Laß sich um deren willen Doch unser elend stillen, Gieb uns an deiner gnade theil. 6. Es soll dir leib und leben Zu S dei⸗ 28⁰0 Dritte Abtheilung. deinem dienst ergeben Und aufge⸗ opfert seyn. Dein geist, herr, soll uns führen, Und jederzeit regieren; Dein wort, o herr! soll uns er⸗ freun. 7. Indessen gönn' uns armen, O vater! dein erbarmen, Und steh' uns mächtig bei; Daß künftig neuer segen Auf allen unsern we— gen Nach deiner huld, stets bei uns sey. ö mvv'«z.Ä⸗q¶ä 8. Ersetze, was zusammen Wir durch die wuth der flammen So schleunig eingebüßt. Erfülle dies begehren; Du wirst uns, gott, gewähren, Was unsrer wohlfahrt dienlich ist. 9. Erbaue, was zerstöret, Und was die gluth verzehret; Steup' künftig allem brand: So wollen wir von neuen Uns deiner güte freuen, Und ehren dankbar deine hand. 2. Nach der Mel. Wenn wir in höchsten ꝛc. 60 ott, dessen macht des 5 feuers kraft Zum se⸗ gen und verderben schafft: Mit welcher schrecklichen gewalt Verwü— stets! und wie leicht, wie bald! 2. So manche häuser hats verzehrtz So mancher menschen glück zerstört! Auch dies hat deine hand gethan: Wir weinen, herr, und beten an. 5. Wir weinen; doch verehren wir Auch deine huld; sie half auch hier, Und hielt der flammen schnellen lauf, Der übrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern brüdern seufzen wir In ihrem jammer, gott, zu dir! Laß sie nicht hülflos; tröste die, Die du gebeugt hast; segne sie. Feuersgefahr. 5. O gieb, daß, wer verschont warh, nicht Vergesse seiner schönsten pflicht, Barmherzig und auch mild zu seynl 6. Was du uns nimmst, das kanust du, gott, Auch wieder geben; jedt noth In heil verwandeln; weis und gut Ist alles, was dein wille thut. ö 7. Gieb unterwerfung und geduld, Daß wir nie deiner vaterhuld Ver⸗ lustig werden; voll vertraun, Dich, wo kein leid ist, einst zu schaun. 8. Schütz' unser ganzes vaterland Vor mangel, seuchen, krieg und ist! XX. Beim Gewitter. Mel. Herzliebster jesu, was ꝛc. oder: Ist auch ein gott? ꝛc. Nr. 2. 61 vommt, laßt uns gott 5* und seine größ' erhe— benz; Und nicht vor seinem donner heidnisch beben, Und nicht(denn er kann segnen und uns schützen), Vor seinen blitzen. 2. Sie können tödten uns und unsre heerden; Zerstörer seyn, und auch wohlthäter werdenz; Soll aba dann, wann sie die welt erschltz tern, Der fromme zittern? 3. Ists gottes absicht, daß sie h⸗ ben follen, Wo donner unter seh blitze flammen, dann zur rach Sein zorn erwache? ö ö 4. Sie zeugen ja, wie alle deind heit, huld und stärke. Oleidi 1 werke, O gott! von deiner weis⸗ Der pflicht, betrübte zu erfreun, brand! Gieb, weil du unser vater bist, Uns allen, was uns selih —.— allen fra 2. Wé werke, nem throne rollen; Und daß, II. W — lich ist Dein re 5. Vor dir dure natur et die sie se wenn si 6. Fru deine fr den, oft leiden, ken Uns 7. Oar gend sa und schö wenn d Nur me 8. So natur schönheit schmückt Mit ner 9. Verd fliehn, unsern eh Auch ath umgebe ben. 10. So größten mehr sey por nad mel Ein neuen le dir entg neuen h von uns wir mi Dir brin n Wir en So le dies „gott, hlfahrt „ Und Steur' len wir freuen, nd. t warh, pflicht, rfreun, u seynl 8 kannst n3 jede 3 weis in wille geduld, ild Ver⸗ n, Dich, schaun. aterland ieg und er vater 2s selig Boll abe erschül⸗ 12 aß sie bi⸗ nter seh daß, w ur rache lle deine er weis⸗ ich hert⸗ XX. Beim Gewitter. 281 —— lich ist im sturm und in der stille Dein rath und wille. 5. Von tiefer ehrfurcht, herr, vor dir durchdrungen, Sehn wir in der natur erschütterungen, Auch güte, die sie schmücket und belebet, Selbst wenn sie bebet. 6. Fruchtbarer wird sie dann, wie deine frommen, Geprüft zu wer— den, oft in trübsal kommen. Wir leiden, durch geduld zu edlen wer⸗ ken Uns mehr zu stärken. 7. Dann reifen fröhlicher der tu⸗ end saaten Zu mannigfaltigern und schönern thaten. Sie werden, wenn die trübsal sie bewähret, Nur mehr verkläret. 6. So strahlt, wenn donner die natur erschüttern, In größrer schönheit sie nach ungewittern, Als schmückte sie nun eine neue sonne Mit neuer wonne. +. +2 5 9. Verderben schwangre dünst' ent⸗ — macht, Obschon bei deinem blitz Der donner schreckend kracht. 2. Du führest väterlich, Der saat zum reichen segen, In wolken über uns Den oft gewünschten regen Durch wind und wetter her, Machst durch der blitze brand Die luft von dünsten rein, Und tränkst das dürre land. 5. O allmacht unsers herrn! O güte, der nichts gleichet! O weis—⸗ heit, die kein witz Der sterblichen erreichet! Laß deine größe uns In deinen werken sehn, Und selbst im wetter auch Uns deine huld ver— stehn. 4. Denn, wenn darüber gleich Luft, erd' und meer erschüttern, So darf ein frommes herz Doch darum gar nicht zittern. Schreckt dich des schö⸗ pfers macht; So denke froh dabei: Daß sie auch groß genug, Zu dei⸗ nem schutze sey. fliehn, und seuchen, Die uns und 5. Du ehrst, o christ! ihn nicht, unsern heerden drohn, entweichen: Wenn du nur knechtisch bebest, Bei Auch athmen wir, von leicht'rer luft jedem donnerschlag in ängsten trost⸗ umgeben, Mehr kraft, mehr le-⸗ los schwebest: Sieh deinen starken lich ben. 10. So steigt, wenn einst am größten aller tage Für fromme nicht mehr seyn wird leid und klage, Em⸗ por nach jenes weltgerichts getüm⸗ mel Ein neuer himmel. 11. Wir werden dann zu einem neuen leben Hervorgehn, werden dir entgegen schweben, In diesen neuen himmel aufgenommen Mit allen frommen. 12. Weil wir noch hier sind, sey von uns erhoben! Dann werden wir mit neuer kraft dich loben; Dir bringen, herr, für alle deine werke, Preis, dank und stärke. Mel. Nun danket alle gott ꝛc. höchster! dessen kraft 562. ö Luft, meer und erde träget; Der erde, luft und meer Durch einen wink beweget: Ich traue deiner güt', Und ehre deine gott Doch nicht so machtlos an, Daß er im wetter dich Nicht auch beschützen kann. 6. Es wirket seine macht Ein ehr⸗ furchtvolles grauen; Doch diese macht wirkt auch Bei frommen das vertrauen. An uns liebt unser gott Zwar ehrerbietigkeit, Doch mehr noch zuversicht, Mehr noch gelas⸗ senheit. 7. Und sollte dieser sturm Dir et⸗ wa schaden bringen, So suche christ⸗ lich stark Die unruh zu bezwingen. Es kann dir nichts geschehn, Als was durch ihn geschicht; Und das ist alles gut, Begreifst du es schon nicht. 8. Doch, weil so fester muth In unsrer macht nicht stehet, Und man sich nur durch dich Zu dir, o herr! erhöhet: So flehe ich zu dir, Der alles gute schafft, Gieb mir, dir zu vertraun, Muth, willigkeit und kraft. S 5 9. So fordert dies nicht deinen dank, Und deinen frohen lobgesang? Dritte Abtheilung. —.— — 9. So oft wir blitzen sehn, So 11. Gott, der die wolken lentt, oft wir donnern hören, Laß uns Erbarme dich aus gnaden, Laß dies durch hoffnung dich Und auch durchgewitter doch, O vater! uns nichtz ehrfurcht ehren. Hat deine güte sschaden! Gieb, daß der feuerstrahl, schon den blitz hervorgebracht, So Wind und der schloßen heer Un ist sein strahl doch auch Ein werk⸗ nicht an leib und guth, Allmäch⸗ zeug deiner macht. tiger, versehr. 10. Was ist, daß dir dein nichts12. Ach, laß in der gefahr, Bi Mehr fühlbar machen könnte, mensch! als dieser sturm Empörter elemente? Er predigt, sterblicher, Der oft so trotzig ist, Mit lauter stimme dir, Wie klein, wie schwach du bist! ne lieb' und macht Bedecken und beschirmen! Vor allem aber gieb, Wenn die gefahr vorbei, Daß dir für schutz und huld Auch jeder dankbar sey. Gewitter. 1. Wie lieblich hebt sich das ge— Nach dem Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. Se ist, nach gottes rath und wille, Dies wet- guß! Und wie vergnügt betritt die ter glücklich nun vorbei, Und weide Der neubelebten thiere fuß bei der angenehmsten stille Lebt Der muntern vögel frohes hei alles auf und lebt aufs neu. Herz! Singt froher des erhalters ehr. 5. O gott! es bringt uns man⸗ chen segen Der blitz und donner dei⸗ 2. O seele! preise den erretter, ner hand. Er bahnt den weg wohl⸗ Der seine große kraft bewies; Den thät'gem regen, Und fruchtbarkeit starken gott! der sich im wetter So strömt auf das land. Drum wird majestätisch hören ließ; Der selbst dir, wann der frevler zagt, Von des blitzes strahlen lenkt, Und stets christen freudig dank gesagt. an uns in gnaden denkt. 6. Jetzt sprichst du zwar nicht 3. Wann die erhitzten dünste glü⸗(mehr aus wettern, Doch heilig hen, So, daß die menschen und das bleibst du für und für; Dein blißz vieh Den odem matt und schmach— werden sie, So bald nur in die dir; Du bleibst stets meine zuver⸗— schwüle luft Der donner kühle sicht, Ich liebe dich, und dh winde ruft. nicht. ö XXI. In Wassersnoth. treide, Getränket durch den regen⸗ droht nicht mehr zu zerschmettern, tend ziehen, Wie froh, wie munter Doch bleib' ich ehrfurchtsvoll vor deine g Mel. Was mein gott will ꝛc. ir sind in noth: Laß 564. W uns, o gott, Die fluth nicht überschwemmen! Nimm uns in acht; Wehr' ihrer macht; Du kannst die wogen hemmen. Val⸗ birg jetzt nicht Dein angesicht: Ge⸗ denk' an uns in gnaden. Gott, wenn uns jetzt Dein arm beschützt: Vid kann die fluth uns schaden? 2. A0 O donner, blitz und stürmen, Uns dei⸗⸗ gesunge macht L Es tobe schreckte schon F. 2. Do wiesest uns vät armen, Die mer betrübe liebst. 5. Nu fluth ho hast sie von obe Der me voll vo hohen o 4. So vater al Mel. 566 traurig dich den kriegsg auch so het. 2. Ga mehr, Gedenl uns ve üä— lenkt, aß dies nichtz rstrahl, er Und llmäch⸗ v, Bei us dei⸗ en und »r gieb, Daß dit )jeder das ge⸗ regen⸗ tritt die re fuß! es hetr ehr. s man⸗ ner dei⸗ g wohl⸗ tbarkeit im wird t, Vom ) heiliz ein bliz nettern, voll vor e zuver⸗ ud zage en. Vel⸗ ht: Ge⸗ tt, wenn t: Wos XXII. In Kriegszeiten. 283 1— tiger! Um jesu christi willen! Ach du allein Kannst uns befrein, Kannst sturm und wellen stillen. Erbarme 2. Ach hilf uns, herr, Allmäch- dich; Hilf väterlich; Beschütz' uns gut und leben! Dann wollen wir Dir, gott! dafür Dank, preis und ehre geben. Mel. Nun danket alle gott ꝛc. 65 L⁵ ehr' und dank sey dir, O großer gott! gesungen, Daß du durch deine macht Die wilde fluth bezwungen. Es tobete der wind, Das wasser schreckte sehr, Die wellen rauschten schon Fast über uns daher. 2. Doch mitten in der fluth Be⸗ wiesest du erbarmen, Und halfst uns väterlich. Du zeigtest an uns armen, Daß du von herzen doch Die menschen nie betrübst, Und im betrüben auch Sie, als ein vater, liebst. 3. Nun ist der sturm vorbei, Die fluth hört auf zu toben. Gott! du hast sie bedroht, Mit starker hand von oben. Die wasser laufen ab, Der mensch wird wieder froh, Der voll von furcht und angst, Nach hohen orten floh. 4. So sey denn nun gepreist, O vater aller güte! Nimm an, was sach geendigter Wassersnoth. wir dir jetzt Aus dankbarem ge⸗ müthe Für deine große treu Zum opfer bringen dar: Selbst unser herz soll seyn Der lob- und dankaltar. 5. Wir rühmen deine macht; Denn die gebot den wellen, Daß sie sich legeten, Und uns nicht konn⸗ ten fällen; Du sprachest nur ein wort: Bis hieher sollt ihr gehn! Da konnten wir uns gleich Frei und errettet sehn. 6. Wir wollen dir hinfort Allein zur ehre leben, Und nicht mehr, wie bisher, Mit sünden widerstreben: So halt denn ferner noch Mit dei— nen strafen ein, Und laß in deiner hand Uns eingezeichnet seyn. 7. Erfreue nun das land, Das du bisher betrübet; Erquicke, herr! dein volk, Das sich dir, herr, er⸗ giebet Zu ewig treuem dienst; Gieb neue fruchtbarkeit, Und schenk' auf diese fluth Uns segens⸗ volle zeit. XXII. In Mel. Ach gott, vom himmel ꝛc. 66 Ai gott! wir treten . hier vor dich Mit traurigem gemüthe; Wir bitten dich demüthiglich: Rett' uns durch deine güte. Schau, wie die große kriegsgefahr Sich zu uns naht und . sogar Uns zu verderben dro— et. 2. Gedenke, vater! doch nicht mehr, Das wirs verschuldet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr Die uns verliehne gaben Oft schände⸗ Kriegszeiten. ten, und lange zeit Zur wollust, pracht und sicherheit Undankbarlich misbrauchten. 3. Oft ward, der unser nächster ist, Gedrücket und betrogen; Durch schein des rechts, gewalt und list Das seine ihm entzogen. Drum drückt uns deine schwere hand. Die sünde, die wir nicht erkannt, Wird öffentlich vergolten. 4. Verzeih uns alle missethat Um jesu christi willen. Da er für uns gelitten hat, Kannst du dies unglück stillen. 284 Dritte Abtheilung. stillen. Dein sohn, der unsre sün⸗ den trägt, Die du ihm selber auf⸗ gelegt, Ist ja auch unser mittler. 5. Um seinet willen schone du, Und stille unser klagen, Verleih' uns wieder fried' und ruh, Und wehre allen plagen. Erbarm', o herr! er⸗ barme dich, Und rette uns doch gnädiglich Von krieg und kriegs— beschwerden. 6. O gott! du kannst der fürsten herz Wie wasserbäche lenken. Ach! laß sie doch der völker schmerz Recht väterlich bedenken. Präg' ihnen und den räthen ein, Was heißt, der länder väter seyn; Damit sie frie⸗ den lieben. 7. O herr! wir fallen dir zu fuß Und bitten um erhörung. Gieb wahren ernst zur wahren buß Und eifer zur bekehrung; Damit wir nicht an unserm theil Durch neue sünden unser heilz Den frieden, selbst verhindern. 8. Breit' wieder über unser land Die flügel deiner gnaden. Beschütz' und segne jeden stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche gütigkeit Und vatertreu zu jederzeit Mit dankbarkeit erheben. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. — 2. Gieb, vater, in so trüben ta— gen Uns nur den sinn, auf dich zu sehn, Und da, wo andre trostlos zagen, Mit zuversicht zu dir zu nützt, Wenn deine rechte uns nicht 5. Kein blinder zufall herrscht auf erden; Du bist es der die welt ri⸗ giert. Ein jeder wird schon ime werden, Daß deine hand die welt regiert. Drum wollen wir, herr, voll vertraun, Auf deinen schuß und hülfe baun. 4. Wir fallen gern in deine arme, O vater der barmherzigkeit! Un flehen demuthsvoll: erbarme Dit Über uns zu dieser zeit! Laß gnadt nur für recht ergehn, So bleibeh wir noch aufrecht stehn. 5. Und findet, herr, dein weiseh wille Noch ferner züchtigungen gut⸗ So fassen wir in frommer still⸗ Dennoch zu dir den frohen muth⸗ Daß du gewiß zur rechten zeit In zu erretten seyst bereit. 6. Du züchtigest doch stets mit maßen Und meinst es immer väten lich; Auch uns wirst du nicht gaß verlassen; Und unsrer noth enr barmst du dich. Wir sollen nut durch angst und pein Geläutert un gereinigt seyn. 7. Froh werden auch wir rühmgh 6 Eꝰ zieht, o gott! ein 5 7. kriegeswetter Jetzt müssen, Wenn du uns wieder wohl über unser haupt einher. Doch, gethan: Gott brach, nach uns den bist du unser schutz und retter, So borgnen schlüssen, Zum heil un fürchten wir uns nicht so sehr, auch durch noth die bahn. Du bliß Wie heftig auch gefahr und noth best unsre zuversicht, Barmheri⸗ Den völkern und den Lan verlaß uns nicht! droht. Nach erlangtem Frieden. In voriger Melodie. 68 Gert/ gelobt seyst du 5 mit freuden, Gott, Des friedens wonne wieder schenkil Du heißest die verwüstung fliehh Und sicherheit und segen blühn, der du liebreich an uns denkst, und 2. Herr, das thutst duz was di nun uns nach des krieges leiden behütest, Dem darf sich kein un flehn; Weil nie doch menschenhülfef —— rer nahn gebietest than, A wacht; bracht. 5 und prei erfreut, beweiset herzigkei flügeln t die er se 4. Prei trauen; kann. C schauen v tig an. nichts ve nützt, dr 5. Prei erbarmer erblickt, armen S erquickt; freu, Un lich sey. 6. Prei frommes lobgesan gegeben sen dank del rein seyn. 7. Ni lieder A an! Fro der Von than. H wir! He ken dir! Mel.& zum pr. herzen d weise Un than, Ur Der völ —— ben ta⸗ dich zu trostlos dir zu enhülfe 18 nicht scht auf welt re⸗ on inne die welt herr, n schut se arme, it! Und me Dich iß gnade bleibez weiser zen gut: ler still⸗ nmuth: zeit Inz tets mit er väter⸗ icht gai noth er⸗ llen nut itert ush rühmen der wohl uns ven⸗ heil m Du blel rmhersi schenk g fliehh, blühn. 3 was u in zerst⸗ V XXII. In Kriegszeiten. 285 rer nahn. Wenn du, allmächtiger, gebietest, Ist alle zwietracht abge⸗ than, Auch über uns hast du ge⸗ wacht; Auch uns die ruh zurückge⸗ bracht. 5. O christen! fühlt das ganz, und preiset Frohlockend ihn, der uns erfreut, Der seines armes macht beweiset, Und bei der macht barm⸗ herzigkeit; Der uns auf gnaden⸗ flügeln trägt, Und wunden heilet, die er schlägt. 4. Preist ihn durch freudiges ver— trauen; Ihr seht, was seine hülfe kann. Er läßt sie uns auch ferner schauen Und nimmt sich unsrer mäch⸗ tig an. Wo wir nichts können, nichts verstehn, Wird, was uns nützt, durch ihn geschehn. 5. Preist ihn durch wohlthun und erbarmen, Wo ihr der brüder noth erblickt, Daß ihr die leidenden und armen Speist, tränket kleidet und! erquickt; Damit sich alles, alles Daß du die herzen lenkest, Und in freu, Und durch den frieden glück— lich sey. 6. Preist, preist ihn durch ein frommes leben: Dies ist der beste lobgesang. So viel ist uns von ihm gegeben! So sehr verdient er die— sen dank! O lasset herz und wan⸗ del rein Und ihm ein würdig opfer seyn. 7. Nimm, vater, unsers dankes lieder Auch jetzt mit wohlgefallen an! Froh schallen unsre tempel wie—⸗ der Von dir, der uns so wohlge— than. Herr, unser gott, dich loben wir! Herr gott, wir danken, dan⸗ ken dir! Mel. Sey lob und ehr' dem ꝛc. 569. zott, unser froher lob⸗ gesang Erschallet dir zum preise! Vernimm gerührter weise Uns wieder hast so wohlge-⸗ than, Und alle zwietracht abgethan, Der völker dich erbarmet. 2. Wie sehr ward nicht so man⸗ ches land Von kriegeslast beschwe— ret, Von der zum streit erhobnen hand Geängstigt und verheeret! Nur du hast größerm leid gewehrt, Du hast gebät und flehn erhört; Auch diese noth geendet. 5. Wo furcht und angst die her— zen hrach, Wo mordgewehre schreck⸗ ten, Wo zucht und ordnung nie⸗ derlag, Das feld erschlagne deckten z Da kehrt zurück die goldne zeit, Erholung, ruhe, sicherheit, Und deines segens fülle. K4. Der landmann sammelt unge⸗ stört In ausgeleerte scheuren, Was, gott, ihm deine hand beschert, Froh deine huld zu feiern. Gerechtigkeit und güt' und treu Begegnen wie⸗ der sich auf's neu, Der länder glück zu bauen. 5. Gott, unser vater, sey gepreist, der herrscher sinn und geist Die friedensliebe senkest! Herr, dir ge⸗ bühret unser dank, Und dich preist unser lobgesang; Der du so gern erfreuest. 6. Wehr ferner nun, nach deiner treu, Wehr mächtig allen kriegen, Daß uns der friede lang erfreuz Laß menschenliebe! siegen Beschütze du mit starker hand Des fürsten stuhl, das ganze land, Und jedes standes wohlfahrt. 7. Wir traun auf dich, nur wollst du auch Uns wahre weisheit leh⸗ ren, Daß wir des friedens rechten brauch In misbrauch nicht verkeh⸗ ren, Und nicht durch stolz, durch üppigkeit, Durch leichtsinn, unge⸗ rechtigkeit Uns eigne noth bereiten. 8. Erhebt, erhebt gott immerdar, Den geber aller güther! Er ist und bleibet wie er war, Der menschen herzen dank, Daß du nach vaters⸗ freund und hüter. Gleich herrlich, so von rath als that, Hilft er, wie er geholfen hat. Ihm sey allein die ehre! XXIII. In Dritte Abtheilung. 2. Erbarmender, ach wende Der jahr mit deinem guth, Daß sich XXIII. In Theurung. Mel. Von gott will ich nicht ꝛc. l. Die früchte laß gerathen, Und 0 D bester trost der ar⸗ deine hülf' uns sehn; Erquicke di 5 men, Beherrscher al- die saaten, So oft sie traurig stehn. ler welt! Du vater, voll erbarmen, Herr, baue selbst das land, Tränk Der ewig glauben hält! Du, unsreses mit thau und regen, Und füll zuversicht, Zu dem wir alle flehen, es an mit segen Aus deiner mil⸗ Auf den wir kindlich sehen, Verlaß, den hand. verlaß uns nicht. 5. Erhör' uns, vater, kröne Daz zeiten schweren lauf; Thu deine das herz gewöhne Zu wohlgefaßten milden hände, Uns zu versorgen, muth. Lehr' es sich deiner freunz auf! Was irgend leben hat, Nährst Stets zutraun zu dir haben, Un du mit wohlgefallen. Nähr' uns deine segensgaben Durch misbrauh auch! schaff' uns allen, Bei un- nie entweihn. serm mangel rath. 6. Allgütiger! wir hoffen Auf dih 3. Herr, der du auch uns schufest, und deine treu. Oft hat uns noth Steh' uns mit hülfe bei. Allmäch-betroffen, Und da standst du um tiger, du rufest Dem nichts, damit bei. Sprich nur dein mächtig worti es sey; Zu helfen ist dir leicht. Das wird den mangel heben; Wir Du kannst dem mangel wehren, Inswerden froher leben, Dich preiseh überfluß ihn kehren, Wenns uns hier und dort. unmöglich deucht. XXIV. Bei gefaͤhrlichen Seuchen. Mel, In dich hab' ich gehoffet ꝛc. wen, eltern dort, Und da verwaß 1 Qu, gott, bist unsresüste kinder. Die seuch' erreicht Auh 7* hülf' und macht. den, der fleucht, Den frommen, Wenn uns dein auge nicht bewacht: wie den sünder. Wer wacht, wer hilkt uns armen? 5. Deß alles sind wir werth z dih Erretter, dir, Dir flehen wir: Du wir Beweinens, gott, und flehn i wollest dich erbarmen. dir, Du wollest uns vergeben! Wit 2. Der seuchen gift verbreitet sich wollen gern Dir, unserm herr Weit um uns herz erbarme dich! Gehorchen; dir nur leben. Laß uns nicht plötzlich sterben! 6. Auch glauben wir an deinn Entzeuch dem tod Uns, der uns sohn. Um jesu willen duld 0 droht; Entreiß' uns dem verder-schon, Und laß uns trost erscht ben. nen! Streck' aus die hand, Undl 3. Du bist ein gott, der gern ver⸗das land Nicht länger hülflos wiß zeiht; Laß uns denn noch barm-nen. herzigkeit Vor deinem throne fin⸗ 7. Sey mit den sterbenden, di den z Und dein gericht Vertilg' uns sie Dein antlitz schaun, und alh nicht In unbeweinten sünden. die Noch leben, die bewahre: CTri 4. Kein reichthum schützt, kein in dem schmerz, Daß bald ihr haf stand, kein ort; Hier weinen wit⸗Wie gern du hilfst, eree * ——— 8. Da dann, U Und pr. Mel. 572. tempel, freudent Das dei Doch wi plagt,« 2. Sie kenbette allein. jeder stä zu seyn. und we menscher 3. Um bange; sicht. lange R nicht! schmerz! tes herz 4. Bie ich heutt und blut herzen f seele m flehe i mich! 5. Laß den Mi verleihr freuden seyn. nungsto noth. 6. Id fen: Je keit. X res hoff gott vo -ð11 I n, Und licke di g stehn. Tränk nd füll er mil⸗ zne Das daß sich efaßten freun; n, Und Sbrauch Auf dih ins noth du uns ig wortl n3 Wit preisez verwal icht Auh rommen, eth z dah flehn en! Wit m herr n. in deinnh duld m st erschh „Und la flos wiß den, d und all re: Tuis d ihr heh hre. 8. D XXV. In Krankheiten. 287 4Z̃ i 8. Das ganze volk frohlockt dir wandeln wir, O gott, vor dir, dann, Und betet dich, erretter an, Und preiset deine gnade. Dann Mit freuden deine pfade. XXV. In Krankheiten. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 9 ch! könnt' ich doch mit 572. deinen gliedern Im tempel, jesu, dich erhöhn, Und freudenvoll mit deinen brüdern Das denkmal deines tods begehn! Doch weil mich noth und krankheit plagt, Ist diese freude mir versagt. 2. Sieh', hier auf meinem kran⸗ kenbette Feir' ich dein abendmahl allein. Doch, herr, ich weiß, an jeder stätte Hast du verheißen, nah zu seyn. Wo je ein frommer seufzt und weint, Da bist du, großer menschenfreund. 3. Um trost ist meinem herzen bange; Ich suche, herr, dein ange⸗ sicht. Um deine hülfe, gott, wie lange Ruf' ich! und du erhörst noch nicht! Ach, stärke bei des leibes schmerz Mein banges und beklemm-⸗ tes herz! 4. Vielleicht, o herr! empfang ich heute Zum letzten mal dein leib und blut; Drum gieb dadurch dem herzen freude, Und der verzagten seele muth. Noch einmal, jesu, flehe ich: Ach tröste und erfreue mich! 5. Laß das gedächtniß deiner lei⸗ den Mir schwachen trost und kraft verleihn. Laß es die quelle sanfter freuden Und jenes lebens vorschmack seyn. Dein leiden, dein versöh— nungstod Erquicke mich in meiner noth. 6. Ic sehe schon den himmel of⸗ fen: Ich tröst' mich meiner selig— keit. Was kannst du, seele, größ— res hoffen, Als was dir da dein gott verleiht? Nun komm' ein neues leiden her, Mein herz er⸗ bebt dafür nicht mehr. 7. Und naht der tod mit seinen schrecken, Ich bin getrost und zage nicht. Vom tode wirst du mich er⸗ wecken, Ich fürchte, herr, nicht dein gericht. Ich bin getrost, dein leib und blut Giebt mir im tode trost und muth. Mel. Aus tiefer noth schrei ꝛc. A, lieber gott! ich 573. bitte dich, Hilf mir und andern kranken, Und segne je⸗ den doch, wie mich, Mit heiligen gedanken! Gieb uns gelassenheit und ruh, Und unser bester arzt sey du, In schmerzen unser tröster. 2. Belohne, treuer vater, die, Die liebreich meiner pflegen; Für ihre treue segne sie Mit deinem reichen segen. Gieb gegen sie mir freundlichkeit, Laß mich aus unzu⸗ friedenheit Sie nie durch murren kränken. 3. Soll diese krankheit tödtlich seyn, Soll ich die welt verlassen: So laß von sündenlieb' mich rein, Im glau⸗ ben dich umfassen. Gieb lust und kraft zu jeder pflicht, Lehr' mich, im glauben ans gericht, Die liebste sünde hassen. 4k. Doch willst du, bester vater, mir, Gesundheit wieder schenken: So fleht mein herz dankbar zu dir, Es allzeit so zu lenken, Daß ich in meiner pilgrimszeit, Mit neuer treu und redlichkeit, Auf deinen we— gen wandle. 5. Du weißt, wie wenig ich ver⸗ mag, Du wollest selbst mich leiten; Und 288 Dritte Abtheilungi Und recht auf meinen sterbetag Durch frömmigkeit bereiten: Daß über alles, alles ich Dich lieb', und dankvoll gegen dich, Dir lebe, gott, dir sterbe. Mel. Nun sich der tag ꝛce. oder: Nun danket all' ꝛc. Nr. 3. Auch diesen tag hab' ich 574. vollbracht Mit aller seiner noth. Nur deiner vaterlieb' und macht Verdank' ich es, o gott. 2. Wärst du nicht meines lebens kraft, Mein retter und mein heil: So würd' in meiner pilgrimschaft Kein trost mir je zu theil. 35. Ach, ohne dich, allgütiger, Vergieng ich in der noth; Von freudigkeit und hoffnung leer Wär' ohne dich mein tod. 4. Doch welchen trost fühlt nun mein herz: Du bist, und bleibst mein gott! Dein wort versüßt mir meinen schmerz, Und lindert meine noth. 5. Froh kann ich mich dem schlaf vertraun, Auch schlafend bin ich dein. Vor keinem unfall soll mir graun, Du wirst mein helfer seyn. 6. Und sollt', o vater, diese nacht Auch kommen selbst der tod: Wohl mir! dann ist mein lauf vollbracht, Geendigt alle noth. gutes muths; drum, o mein herz, Leid' jetzt auch unverdrossen. 3. Nein, bester vater, gieb nicht zu, Daß ungeduld mich kränke, Gieb deinen geist mir, der mir ruß Für meine seele schenke! Den geist, der stark in schwachen ist; Damit ich als ein wahrer christ Dies leiden willig trage. 4. Vergessen laß michs, vater, nie, Du seyst und bleibst die liebe. Gieb nicht zu, daß mein herz doch st Unglaubig sich betrübe. Trug jesus nicht auch meine schuld? Ist gren⸗ zenlos nicht deine huld, Nicht ewiß deine liebe? 5. Das eilen meiner lebenszeit, Laß mich, mein gott, erwägen: Der todesnacht, der ewigkeit Flieg ich stets mehr entgegen. Erst dann, wenn dies mein geist bedenkt. Sih recht zu dir zum himmel lenkt, Wird mir mein schmerz zum segen, 6. Voll hoffnung wend' ich mith zu dir, Dir will ich mich ergebenz Schenk' wahren ernst und weidhei mir, Wie du befiehlst, zu leben Bewahre nur für heuchelei. O goth mein herz; zum himmel sey G⸗ richtet mein bestreben. v. Ach, jeden, jeden augenblich Laß mich, mein gott, dir weihen Zieh' von der erde mich zurückz nichts den geist zerstreuen; Kehh glück der welt, kein traum der zes Gott, und das glück der ewigkesß Mel. Wenn mein stündlein ꝛc. 575. D ne freude. tage. 2. Wenn in mir manchen augen⸗ ö blick Gesundes blut geflossen: So Und mildre die beschwerde. schenktest du mir, gott, dies glück Das ich so oft genossen. ich frei von jedem schmerz, Wa ein wille, herr und Noch munterkeit und stärke z Mel vater, ist, Daß ich herz wird sonst entfernt von dih jetzt schmerzen leide: Doch weiß ich, Und träg' zum guten werke. Vll daß du vater bist, Und dies istmei⸗ Dir ist die krankheit schwach: Hilf deinem kinde, vatth wohl bekannt; Mein leben steht mach, Daß deine kraft ich spürt. in deiner hand, Du zählest meine Oft war schwaches kind ertragen mag. H Sey meine höchste freude. 8. Ach, zum gebäte schenke Mit gleich mein geist, der leib is 9. Laß nicht zu, daß der krankhel pein Zu groß mir schwachen wiß dez Laß deine gnade mich 19 „ „vater, weißt, was jeden tag Din 2. erbarm' dich meiner! —— Mel. 2 76. 9 au Wie tral bangen sonne ner meine se 2. Noc erde, B umringt schwerde zwingt: hört Um begehrt. 3. Her: hen, Ve nicht! O flehen Z˙ sicht! E dem schn friednes 4. Mir borgen, fen soll. mei ne so mein wa rath bes⸗ mer höc 5. Soll tragen: still. sagen: 4 wie ich 2 schen sche heiland, 6. Nach Rückt ei Dann h ud bi nd ich Den min 7. Ge glauben denspfad nen gla sich der erscheint lebt ich; D— XXV. In Krankheiten. 289 —————— n herz, eb nicht kränke, mir ruß ein geist, Damit 6 leiden vater, ie liebe. z doch se ug jesus st gren⸗ cht ewiz enszeit, wägen! it Fließ st dann, kt. Sith l lenkt, n segen, ich mith rgebenz weishest u leben, O gott. sey Gu genblich weihenl rückz da 13 Keih der zeit ewigkeih enke nit e 3 Meih von diß cke. Vl leib i e, vateh 9 spürt krankhei chen wan⸗ h erfrel de. D tag Dis nag. H er! Ma⸗ Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. er morgen kommt: 76. D und meine klage Wird auch mit diesem morgen neu. Wie traurig eilen mir die tage Der bangen pilgrimsschaft vorbei! Der sonne neugeschenktes licht Erheitert meine seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der erde, Wo mich gefahr und noth umringt, Wo täglich härtere be⸗ schwerde Zu klagen und zu thränen zwingt: Noch immer fleh' ich uner⸗ hört Um rettung, die mein herz begehrt. 3. Herr, eile doch mir beizuste— hen, Verlaß den schwachen pilger nicht! O neige, vater, auf mein flehen Zu mir dein gnädig ange⸗ sicht! Gieb mir geduld, und bei dem schmerz Ein hoffend und zu⸗ friednes herz. 4. Mir ist mein schicksal noch ver⸗ borgen, Das diesen tag mich tref⸗ fen soll. Auf dich, gott, werf' ich meine sorgen: Du kennst und suchst mein wahres wohl, Und was dein rath beschließt und thut, Ist im⸗ mer höchst gerecht und gut. 5. Soll ich die last noch länger tragen: Ich halte deiner fügung still. Mit dir zufrieden, will ich sagen: Herr, wie du willst, nicht wie ich will; So laß mich ohne fal⸗ schen schein, Geduldig, wie mein heiland, seyn. 6. Nach allen leidensvollen stunden Rückt einst mein ende doch herbei: Dann hab' ich ewig überwunden, Und bin von aller trübsal freiz Und ich empfang vor deinem thron Den mir verheißnen gnadenlohn. 7. Gestärkt durch diesen frohen glauben Vollend' ich meinen lei⸗ denspfad. Herr, stärke, stärke mei⸗ nen glauben, Auch dann, wann sich der tod mir naht. Vielleicht erscheint er heut; wohl mir! Dir lebt ich; und dann sterb' ich dir. Mel. Aus tiefer noth schrei ich ꝛc. ie krankheit, du ge⸗ 577. D rechter gott, Die ich jetzt an mir spüre, Bezeugt mir, daß ich meinen tod Stets in und bei mir führe; Ja, jede stunde, je⸗ de zeit Erinnert mich der sterblich⸗ keit, Und spricht: denk' an dein ende. 2. Du hast die schmerzen aufer⸗ legt, Die meine glieder tragen Doch da mich deine liebe schlägt Willst du mir damit sagen: Des todes ursach' ist in dir, Dein leben aber kommt von mir, Und steht in meinen händen. 3. Ja wahrlich! deine vaterhand Will mich durch leiden rühren, Und mich von allem eitlen tand Zu ed— lern sorgen führen. Wenn ich gleich sehr entkräftet bin, Wird doch dein treuer vatersinn Mir, wo es dien⸗ lich, helfen. 4. Beschlössest du in deinem rath, Ich sollte länger leben: So kannst du leicht auch in der that Den mit— teln kräfte geben. Ist aber dies dein weiser schluß, Daß ich nunmehro sterben muß, So bin ich auch zu⸗ frieden. 5. Dies eine bitt' ich: heile nur Die wunden meiner seelen, Wenn gleich im leiblichen die kur Und alle mittel fehlen. Denn leb' ich fromm vor dir, o gott! So werd' ich auch bis in den tod, Stets deine wege preisen. Mel. Nun ruhen alle wälder ꝛc. — ein jesu, der voll 578. M schmerzen Und matt am leib und herzen Am ölberg nie⸗ dersank; Mein bester freund und tröster, Ach, siehe! dein erlöster, Liegt jetzt nach deinem willen krank. 2. Wie viel gesunde stunden Sind wie ein strom verschwunden! Wie schnell verfloß ein jahr! Du, herr, hast mich gestärket; Ich hab' es NC kaum Dritte Abtheilung. kaum gemerket, Daß ich gesund und glücklich war. 3. Jetzt, da ich schmerz empfinde, Denk ich an meine sünde, Mit wahrer reu und leid. Du hast mich stets geliebet Und treu an mir ge⸗ übet; Doch liebte ich dich nicht allzeit. 4. Ich warf mich nicht in demuth Und nicht in wahrer wehmuth Vor dir, erhabner, hin. Jetzt wirfst du meine glieder Aufs krankenbette nieder, Und lehrst mich, daß ich er⸗ de bin. 5. Ich wandte meine kräfte nicht stets zum hauptgeschäfte, Nicht stets zur tugend an. Das fühl' ich jetzt mit reue, Gelob' dir wahre treue, Diewell ich gutes denken kann. 6. Wie oft bin ich beim beten Ohn' ernst vor dich getreten, Wie laulicht sucht' ich dich! Jetzt lernt mein herz nun ringen, Und ernstlich zu dir dringen, Jetzt ruf' ich zu dir flehentlich. 7. So hilfst du, herr, in gnaden Und heilst den seelenschaden, Wenn du den körper stäupst. Mein leiden wird mir segen; Auch auf den rau⸗ hen wegen Seh' ich, daß du die liebe bleibst. 3. Vernimm mein glaubig flehen, Laß mich doch hülfe sehen, Verbirg dich nicht vor mir. Mein bester helfer, eile, Erquicke, lindre, heile, Denn meine hoffnung steht zu dir. 9. Vermindre meine plage, Ver⸗ längre meine tage, Wenn es mir nützlich ist. Im neugeschenkten le⸗ den Will ich mich dir ergeben, Und rühmen, daß du hülfreich bist. 10. Doch soll ich bald erblassen, Und diese welt verlassen, So waff⸗ ne mich mit muth. Laß mich mein haus bestellen, Und mach's in allen fällen Mit mir und mit den mei⸗ nen gut. Mel. Wer weiß, wie nahe ꝛc. ie kommt, sie kommt 579. S die letzte stunde! Schon ist der richt ü Ichon ist! er richter vor der thüyssl Was für ein wort aus seinem Wn bib 39 de, Bestimmt mein ewig schickssluch, we mir ꝰ„Komm, du gesegneter, heushroht? ein!„Ach! oder? geh' zur höllen g. Gott! pein. shone! W 2. Herr, zeige mir noch vor dendens trank grabe, Lehr mich recht, wie meilsegeskrone herz es meint, Und was ich zueushrist errar warten habe, Wenn jesus zum guhes glaube richt erscheint. Bin ich noch nichsstoh: es is auf rechter bahn: So nimm dich vater, meiner an. 1 eiem Ranch mein vertrauen Rel. Be uf jesum, auch von rechter arth Richt, wie auf ihn die henan380. bauen, Bei denen er zum spottund ungem ward; Die niemals auf sein baiseele, Und spiel sehn, Nie folgsam seine wehsßast jeder gehn. ů iß mir un 4. Hat auch mein glaube dank uiseyn geehr liebe Vor dir, mein gott, in minein herz. erzeugt? Entflammte er der dehe. Was z muth triebe, Damit ich kindlich mihpen freud gebeugt, Wenn du mich als eihenk' der e vater trugst, Wenn du mich alseloter gab. vater schlugst? hen, An ta 5. Du willst, ich soll die sünsssud nun d verlassen: Thu ich es treu und misse mit eu geduld? Vergab ich denen, die mihsz. Daß i hassen, Mit hand und herzen ihtiem dank schuld? That ich auch einem mewkankheit n schen leid, Der über mich nohsenk' ichs! rache schreit? nuß mir 6. Empfahl ich dir auch recht dillichtsinn e meinen? Hab' ich auch treu fürsillb nicht gewacht? Darf ihrer keiner darunsvig ist! weinen, Daß ich nicht als ihr frein e Meing gedacht; Und sterb' ich in der zustheiner sch versicht: Der herr verläßt die mas nen nicht? 7. Such' ich in deinem wort en quickung, Wenn mir um trost ji bange wird? Sehnt sich mein hen nach der entzückung, Die mir de Rel. Aus herr, mein guter hirt, Erworbeh, und in jener welt, Am quell di 581. lebens, vorbehält? sist vers. 3. Mir sagt dein wort und must herzen N gewissen, Daß ich ein übertrete rang: De bin. Laß ich auch fromme thrähhsd fließn er treue XXV. In Krankheiten. 291 —— er thürssließen Und fliehe betend zu dir hin? m mun⸗Bleib' ich getrost durch christi tod, schicksafluch, wenn des grabes schrecken ter, heushroht? r höllens. Gott! richter! vater; schone, shone! Weil er den kelch des lei⸗ vor densdens trank. Gieb kraft mir zu der vie meilsiegeskrone, Die er dem frommen ich zuenshrist errang; Dann sag' ich durch zum geses glaubens macht, Getrost und och nichsstoh: es ist vollbracht! nm dich Mel. Befiehl du deine wege ꝛc. rtrauen, Heit, die ich seufzend ter artt eit, die ich seufzen heuchnh80. O zähle, Voll schmerz n spotihnd ungemach! Betrübt ist meine sein beiele, Und kraft und odem schwach; ine wenssast jeder morgen mehret Besorg⸗ ih mir und schmerz, Doch gott will dank uyn geehret; Ehr' ihn auch nun, „ in munein herz. ö der dee. Was zieht dich noth und plage dlich mihben freud' und danken ab? Ge⸗ als enbenk' der ersten tage, Die dir dein ch alsehhater gab. O tage! reich an freu⸗ in, An tausend segen reich! Was die sünlsad nun diese leiden, Vergleich ich und misse mit euch „die mihl 5. Daß ihr mich einst beglücket, rzen ihusem dank' ichs? gottes huld! Daß em memtrankheit mich jetzt drücket. Wem nich nohsank ichs? meiner schuld! Nun uß mir schmerz beweisen, Was recht dillichtsinn oft vergißt, Daß unser eu für slllb nicht eisen, Sein bau nicht er darunlwig ist! 2* ů hr freunl. Mein gott! in tiefer reue, Mir n der zusteiner schuld bewußt, Komm' ich die meß der ungetreue, Und schlag' an mei⸗ ne brust: Laß mich nur gnade fin⸗ den; So duld' ich demuthsvoll, Was mich von meinen sünden Zum gu⸗ ten leiten soll. 5. Denn du lenkst unsern herzen Selbst plagen zum gewinn; Zeigst mir in großen schmerzen, Wie schwach, wie nichts ich bin; Und läßst mich innen werden, Daß die⸗ se ganze welt, Und alles guth der erden Nicht trost für mich enthält. 6. Du magst mich los von sün⸗ den, Dämpfst meinen übermuth, Und lässest mich empfinden, Das leiden sey mir gut. Du zeigst mir in der nähe Tod, ewigkeit, gericht. Wenn ich nun in mich gehe, Ver⸗ stößest du mich nicht. 7. O gott! dein weg ist güte, und ewig wird ers seyn. Drück' tief in mein gemüthe Mir diese wahrheit ein, Daß in den tiefsten nöthen Ich doch von dir nicht laß, Und scheints, du wollst mich tödten, Ich dich im glauben faß. 8. O, schenk'mir licht und gnade! Lebendig einzusehn, Es sey für mich kein schade, Den trübsalsweg zu gehn; Damit die last ich trage In siegender geduld, Und nimmermehr verzage An dir und deiner huld. 9. Nun, so gescheh dein willez Getreuer gott! zur dir Ist meine seele stille: Denn täglich hilfst du mir. Wovor sollt' ich erbeben, Du bist, o gott! mein theil; Im tode, wie im leben Bist du mein licht und heil. wort 6h trost i mein ha⸗ mir duRel. Aus meines herzens grunde. rworbeh ls in der krankheit quell di 581. A schmerzen Die seele sst versank, Und nun aus vollem Iherteng sn Mein flehn zum himmel übertreiüstrang: Da hö in flehn; e thrämn g: Da hörte gott mein flehn; ießen 08 Der treue, der erhalter: Nun soll tach der Genesung. auch den erhalter Mein dank und lob erhöhn. 2. Herr über tod und leben, Du meiner väter gott! Wie soll ich dich erheben, Mein heil, mein herr, mein gott? Zu wenig ist mein dank; Wer hat dich g'nug erhoben? Zu T 2 schwach Dritte Abtheilung. schwach ist; dich zu loben, Der engel lobgesang. und seyn dein eigenthum, Mes 3. Und doch von dir zu schwei⸗künftiges bestreben Sey dein U1. Dir will ich nun ganz leben gen, Wär' eine frevelthat, Ich wills, gnade ruhm; Dir weih' ich men shmerz „ ich wills bezeugen, Wie gott erret⸗ zeit; Vor dir will ich stets walle tet hat. nur kann Vergeben und erretten. ewigkeit. Ach, wenn wir gott nicht hätten. Wer hülf' uns armen dann? Mel. Nun laßt uns den leib ꝛc. es todes graun, des 582. D grabes nacht Flieht, Hörts, menschen! gott Dir dienen und gefallen In a mr: 90 mich zu 1. Ich por, Un vor, Den despein, 4 seyn. XXVI. In Todesnoͤthen. hneig 9. So hat schon dieser kindheih traurig ö stand Der höhern hoffnung unnnj es ist voll pfand; Die liebe, die mich hierisner todes glückt, Die bleibt und segnet u 6. Mit verrückt. grab, Je herr, vor deiner wahrheit macht; Mein geist erhellt von deinem licht, Bebt vor des leibs zerstörung nicht. 2. Es falle nur die hütte hin, Mit der ich hier umgeben bin; Ich selber, lebend, wie zuvor, Schwing' aus den trümmern mich empor. z. Ein innres mächtiges gefühl Verkündigt mir mein höhres ziel; Dies streben nach der ewigkeit Er⸗ hebt mich über erd' und zeit. 4. Dich, höchster, hab' ich hier er⸗ kannt, Voll liebe, vater, dich ge⸗ nannt; In dieser seelenwürde liegt Ein hoffnungsgrund, der nimmer trügt. 5. Dein sohn zeigt mir die beßre welt; Nun ist mein glaube festge⸗ stellt. Wie herrlich wird der mensch⸗ heit werth Durch jesu zusag' auf⸗ geklärt. 6. Glücksel'ge aussicht, auch für mich! Entzückt hebt meine seele sich; Ich seh' im geist des christen lohn, Ich sehe meinen himmel schon. 7. Da find' ich, was dein guter 583. Wensdicht Ten don juge 5 rath Zu meinem wohl geordnet hat; Genieße deines gnadenblicks Und der vollendung meines glücks. 8. Viel freude gabst du mir schon hier, O gütiger, wie dank' ichs dir? 2. Mein gott, wo nehm'ichtis gott, mi Stets folgte kleinerm ungemach Diefte her? Der gang zur ewigkeit größere versüßung nach. 10. Des freudigsten vertraut Ich geh' voll. Erwart' ich, was mir wern Und jauo foll. Wann ich, von sünd' u L. Ich noth befreit, Nun reife zur dtod In kommenheit. So schli 11. Der tod darf mir nicht schul und du kend seyn; Er führt zum waht auf. leben ein. Durch gottes kraft 4 6. Am siegt mein herz Der krankheit il mich, Oe der trennung schmerz. dich; Ii 12. Wann hier von uns, die g Hührst d vereint, Der letzte auch hat a nicht. geweint, Dann wird ein frohs 9. Unste wiedersehn Auf ewig unser g Verklärt erhöhn. Und dun 13. Herr unsrer tage, führe Auf ewih Uns alle diesem ziele zu, Daß u bei standhaft frommer treu, Mel. lebens end' erfreulich sey. 94 im glaTu Mel. O jesu christ, meins an seinen dich vers —— 1. Aumeinen un E 3 ind meine zuversicht! Tief bi⸗ 9. Du mich meiner leiden lasr; Achs I ter ihr erlieg' ich fast. Haneh bater, a gutes e schwer. Nimm deinen pilgen kindheilh ng unteh ch hierh egnet in ertrauc ir werhs sünd' u zur vah icht schu⸗ m wahn kraft 3 nkheit i unser gll „führe! „Daß un treu, A ey. meinsn meines Meinh Tief bih Achli hm'ichhi ewigkel pilgein XXVI. In Todesnoͤthen. 29⁵ —— der hand, Und führ' ihn in das haterland. . In mir tobt jetzt des todes schmerz/ Voll ist davon mein armes herz; Es schreiet sehnsuchtsvoll in mir: Nimm mich, o herr, nimm mich zu dir! 4. Ich seh' zu deinem kreuz em⸗ por, Und halte mir dein sterben bor, Denn nichts kann, selbst in to⸗ despein, Mir tröstender, als dieses eyn. Wemn dann mein sterbend haupt sch neigt, Und sich mein grab mir traurig zeigt; So sey dein wort: es ist vollbracht! Mein licht in mei⸗ ner todesnacht. 6. Mit sieg gekrönt gingst du ins grab, Ich folge dir getrost hinab. Ich geh' zu gott mit freuden hin, Und jauchze, daß ich selig bin. 7. Ich traue, herr, auf deinen 3. Du hast mich je und je gelie⸗ bet, Versorgt, gestärkt, geschützt, regiert, Mich oft erquickt, durch leid geübet, Oft wunderbar, stets wohl geführt. Wohin ich ging, wo⸗ hin ich sah, War mir stets deine güte nah. 4. Auch jetzt, auf meinem sterbe⸗ bette, Sieh meine noth mit mitleid an; Erquicke, lindere, errette! Denn du bists, der mir helfen kann. Stärk' mich im guten bis ans end, Damit ich treu den lauf vollend. 5. Mein heiland, treib' die furcht zurücke, Besiege meinen letzten feind; Lenk' auch im sterben meine blicke Auf deinen tod, o seelen⸗ freund! Sprich mir trost, muth und freude zu, Mach' ende, brin⸗ ge mich zur ruh! 6. Ihr, meine güther dieser er⸗ den, Ihr machet mir den tod nicht tod In meiner letzten todesnoth; So schließ' ich meinen lebenslauf Uund du nimmst mich in himmel auf. 6. Am jüngsten tag erweckst du mich, Da sieht mein auge froh auf dich; In jenes schreckliche gericht ährst du mich, deinen freund, ja hicht. 9. Unsterblich werd' ich auferstehn, Verklärt werd' ich den vater sehn, Und du machst mich in deinem reich Auf ewig deinen engeln gleich. Mel. Wer weiß, wie nahe ꝛc. dich verläßt; Du bist mein gott von jugend auf, Hilf gücklich enden meinen lauf. 2. Du hast nach deiner vatergüte Beständig wohl an mir gethan; Er⸗ hör' auch meine letzte bitte; Nimm, gott, mich dort zu ehren an! Ach, bater, ach! noch eins ist noth: Ein gutes end', ein sel'ger tod. Onch fasse, vater, deine 584.—0— hände Und halte sie im glauben fest; Verlaß den nicht an seinem ende, Der ewig sich auf! schwer 3 Denn jetzund werd'ich se⸗ lig werden, Drum brauch' ich eurer nun nicht mehr. Du, gott, bist's, wenn das eitle weicht, Der mir des lebens krone reicht. 7. Ich übergebe dir die meinen, Du vater der barmherzigkeit; Laß ihnen stets dein trostlicht scheinen, Und bleib' ihr gott zu aller zeit. Behüte sie für ungemach, Und bringe sie mir selig nach. Mel. Wer nur den lieben gott ꝛc. 8 Och will dich, gott, im 585. tod erheben, Selbst nah' am grabe dank' ich dir. Zum segen gabst du mir mein leben, Und auch zum segen nimmst dus mir. Mein leben sucht ich dir zu weihn; Drum bleib' ich auch im tode dein. 2. Gott, welche feierliche stunden, Wenn du mich nun der erd' ent⸗ ziehst, Auf mich, den du getreu be⸗ funden, Voll schonender erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein gericht Gehst du mit mir, erlösten, nicht. 3. Der leib wird schwach, die mor⸗ sche hütte, In der mein geist hier T 5 wohnt, 294 Dritte Abtheilung. wohnt, zerfällt; Schon gehen meine müden schritte Den weg zu gott aus dieser welt. Ich bin getrost und zage nicht; Denn gott ist selbst mein heil und licht. 4. Wie, sollt' ich vor dem tode be⸗ ben, Da du, erlöser, für mich starbst? Er ist durch dich der weg zum leben, Das du am kreuze mir erwarbst. Wie du ihn gingst, will ich ihn gehn, Wie du, werd' ich auch auferstehn. 5. Laß auch das grab in seiner nä⸗ he Mir noch die letzten schrecken dräun: Du, herr, auf den ich hof⸗ fend sehe, Wirst auch noch dann mein beistand seyn. So nah' dem lohn, den gott verspricht, So nah' am ziele, zag' ich nicht. 6. Du wachest über meine seele, Wann sie ihr haus, den leib, ver⸗ liert, Giebst deinem boten dann be⸗ fehle, Der sie zu deinen freuden führt, Zu denen der rechtschaffne christ Durch jesu tod berechtigt ist. 7. Ich will dich noch im tod erhe— ben, Selbst nah am grabe preis' ich dich; Denn ewig werd' ich bei dir leben, Und da erfreu' ich ewig mich; Für mich ist selbst der tod gewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel. Kommt her zu mir ꝛc. och walle ich im thrä⸗ 586. N nenthal, Gedrückt von kummer, müh' und qual, Doch nur noch wenig tage; Dann eile ich aus dieser zeit Hinüber in die ewigkeit, Weit weg von jeder plage. 2. Dann sinkt der leib ins kühle grab, Der staub zu allem staub her⸗ ab. Nicht sterblich mehr zu leben: Mit freiem flug und frohem blick Kehrt der entbundne geist zurück Zu dem, der ihn gegeben. 3. Wohl meinem geist, wenn er dann ruht, Wenn er rechtschaffen, fromm und gut, Wenn thaten ihn begleiten! Wenn er vereint mit je⸗ suchrist, Unsträflich, rein, unds hig ist Zum glück der ewigkeitg kE. O hohes glück, vor gott; stehn! O freude, jesus, dich zuseh Und mit dir deine glieder! Zuf hen dich in deinem licht Von gesicht zu angesicht, dich, größteriist für di ler brüder! dem aus 5. Doch erst am tag des 1l sohn geko stehns, Am tag des frohen wien sehns, Wann neu wird diese ern Am tag, wo gottes wunderkn Mich ganz verklärt und neu⸗ schafft! Was ich erst dann se 587. werde! durchlebt 6. Wie wird mir dann zu mull glaubens seyn, Wann alle todten, groß kaum m klein, Ojesu! vor dir stehen! Win soricht: du mich dann beim namen nenischweige! Vor gott und engeln mich bekemss ten; Erl Ich ewig dich soll sehen! bät Um v. Wann ich in jener großen stil fleht. Die gottes hand gegründet hat, H 2, Wan anschaun mich verliere! Wanns trösten ke in deinem himmelreich, Densengt bebt, sar und dir selber gleich, Ein nul vergeben leben führe. schreckenr 3. Ich, ich, der jetzt nochet hefland, nen weint, Ich werde, wann! sollstlebe. herr erscheint, Dann leuchten, und mir die sonne! Ich sünder, werden ken 0 sünden rein, Ich sterblicher, unsteh icht, lich seyn, Ich, gottes bild u bht 6„ wonne!.. 9. Befreit und ewig fern! bie dr qual; Erquickt mit freuden 6 wie die zahl, Gott immer, immer nahn Dann steigt mit jedem augenhlt Der seele unaussprechlich glückd unaussprechlich höher. 10. Und aller seraphinen schn Und wer auf erden heilig n Sind alle meine brüder; Sindih nur ein leib mit mir, Und suh ewig, jesu, dir Aus frohem mu —— leiden die alle thrä 12. Ser mein gei was er v der from Mel, O — 11. Wie sind der freuden, 1 so viel! O freuden ohne maaßh Riuene ů ziel, Hoch über alles sehnen!Horiner em b„ 45 ist Run bald 1 61 ewigkeit! o ewigkeit! Wa 2. Des l Todesnoͤthen. 295 XXVI. In —— 5 5 Uleiden dieser zeit? Wie nichts sind igkeitg ale thränen! 12. Sey stark! sey freudenvoll, mein geist! Gott lebt! gott hält, was er verheißt! Gott ist der gott der frommen! Glaubs nur, nichts ist für dich zu groß, Für dich, zu dem aus gottes schooß Der eigne Hdes auf sohn gekommen. n wiedsh iese ern underkn d neu dann so gott ch zusch r1 Juf Von u rößtert Mel, O ewigkeit, du donnerwort. iland, mei 587. ann, heiland, meine pilgerzeit Nun ganz durchlebt ist, und der streit Des (glaubens ausgestritten! Wann (kaum mein sterbend herz mehr spricht: Dann, jesu, komm und schweige nicht Zu seinen letzten bit⸗ ten; Erhöre mich, wann mein ge— bät Um trost zu dir, um gnade Ufleht. . Wann mich kein freund mehr trösten kann, Und doch mein herz (bebt, sage dann: Die sünd' ist dir vergeben! Ach, wann des todes schrecken mich Ergreifen, dann, mein heiland, sprich: Ich leb', und du sollstleben! Dies wort von dir nur, und mir g'nügt; Des todes schrek⸗ ken sind besiegt! 3. Dann droh' mir nicht dein an⸗ gesicht, gleich missethätern, das ge⸗ richt, Und laß mich nicht verder⸗ ben. Nicht sterben laß mich, herr, wie die, Die dich verwarfen, die noch th wann 9 ichten, g werd' er, unsten bild u fern 6 euden ner nähn augenbht sich nie Bereiteten zu sterben! Was ist so furchtbar als der tod, Der ewige verwerfung droht? 1. Ach, sterben, sterben wird den tod, Der ewige verwerfung droht, Wer, herr, dein heil verachtet! Wer nicht in deinem blute rein Sich bos⸗ haft weigert, fromm zu seyn, Mit vorsatz dich nicht achtet: Ach, den ergreift der tod, der tod, Der ewi⸗ ge verwerfung droht. 5. Von angst des todes ist der frei, Der dir geweiht ist, dir ge⸗ treu; Ihm ist er keine strafe. Ge⸗ lobet sey der herr, mein licht; Des todes nacht schreckt mich ja nicht: Mir wird er nur zum schlafe. Es ist ein finstrer weg; doch mir Ein weg zum leben und zu dir. 6. Gelobet sey der herr, mein schild, Der mich mit ruh und trost erfüllt, Mit willigkeit zu sterben! Ich glaub' an ihn, und bin gewiß, Er führt mich aus der finsterniß Zu seiner freuden erben. O wel— chen jubel stimm' ich dann Dem to⸗ desüberwinder an! „. Gieb deinen frommen, jesu, kraft, Den schwersten schritt der pilgerschaft Getrost, wie du, zu en⸗ den. Sprich zu den schwachen see⸗ len: ich Bin euer heiland! freut euch! sprich: Ich will euch nun vol⸗ lenden! Erquicke sie und nach dem streit Erhöhe sie zur seligkeit. glückM nen schin heilig ui uͤrbitte fuͤr ein Sindah Fuͤ f bem.. Mel. Ich hab' mein sach' gott ꝛc. em muh Nu wollst erhören, gott, 588. sein flehn! Nicht ins erichte mit ihm gehn, Der jetzo deiner ewigkeit Sich naht, befreit tl Run bald von dieser eitelkeit. 2. Des lebens und des todes herr! en Sterbenden. Nun ist für ihn die zeit nicht mehr! Du hast gezählt des hauptes haar, Sein todesjahr Bestimmt, als keine zeit noch war. 3. Erfüllt ist seiner leiden zahl; Er leidet jetzt das letztemal; Ach? sey in seines todesnoth Sein freund & und 296 Dritte Abtheilung. und gott! Ein schlummer sey für ihn der tod! 4. Vollende, vater, seinen lauf Nimm ihn zu deinem frieden auf! Verlaß ihn, wann sein herz nun bricht, Verlaß ihn nicht, Herr! herr! mit deinem gnadenlicht. 5. Erleichtre ihm den letzten schmerz! Von dir erquicket, ruh' sein herz! Durch jesu todesschweis und blut, So ihm zu gut Vergos⸗ sen, stärke seinen muth! 6. In ihm vermehre deine ruh, Sein armes herz erquicke du, Geist gottes! laß ihn im vertraun, Auf todes graun. herrn! Zeig' ihm den gnadenlohn deinem angesicht! von fern; Laß ihn den himmel as⸗ fen sehn, Und jesum stehn Bereiß ihn gnädig zu erhöhn. 8. Ach gnade, gnad' ergeh fih recht! Denn von dem menschlichen geschlecht Ist selbst der heiligst nicht rein! Wer kann wohl deish Gott! ohne deine huld sich freun 9. fürchterlich; Erbarme seiner ser le dich! sie; erlöse sie! 10. Behüte ihn in seinem toh jesum schaun, Und so entgehn 505 segne, segne, segne goth Wann nun sein auge sterbend bricht 7. Mach' ihn getrost, o geist des Leit' ihn dein licht; Tröst' ihn vn — —— Mein ste derbar. 3. Got stöͤßt In Die nich mittler . Bei Wunicht „erquic nich sanftes leb' dock Sey, richter! ihm Auch aus der tiefe ruf Erhöre sie! Erlöse, gotti XXVII. ne gruft, Bis ihm des richters stimme ruft. Wir säen ihn; einst blüht er auf, Und steigt verklärt zu gott hin⸗ auf. 2. Aus staube schuf ihn einst der herr. Er war schon staub; und wird's nur mehr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht Dereinst aus dieser todesnacht. z. Des frommen seele lebt bei gott, Der sie aus aller ihrer noth, Aus aller ihrer missethat, Durch seinen sohn, erlöset hat. àX. Hier hat ihn trübsal oft ge⸗ drückt; Nun wird er, gott, von dir erquickt. Hier trug er jesu sanftes joch; Entschlief im tod, und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein Bei Begraͤbnissen. Mel. Nun laßt uns den leib ꝛc. nen ab. Was sind die leiden dih 661ser zeit, Gott, gegen deine hen 589. Bisrabt den leib in seis lichkeit? geg. 6. Nun, du erlöster! schlaf ruh. Wir gehn nach unsern hütt zu, Und machen zu der ewignn Durch glaub' und tugend, I bereit! 7. Ach, jesu christ! dein bitti tod Stärk' uns in unsrer lehn noth! Laß unsre ganze seele dih grab, Nun wischt gott seine thrä⸗ Und selig unser ende seyn. In voriger Melodie. raͤbt mein verwel O. G ches gebein, di noch sterblichen, nur ein; Es blil es bleibt im grabe nicht: Denn sus kommt, und hält gericht, 2. Du wirst mein aufgelöst geb O du verwesung, weit verstreun Allein gezählt ist, wie mei II XXVII. Bei Begraͤbnissen. 297 ——— amel al Mein staub, gott weckt mich wun⸗ 5. Ihm blieb' ich treu bis an Bereih derbar. mein grab; Nun wischt er meine 3. Gott ist barmherzig, und ver⸗thränen ab. Was sind die leiden rgeh fül stößt Im tode nicht, die er erlöst, jener zeit, Gott, gegen deine herr⸗ ischlichel Die 1r uch deren missethat Der lichkeit? iliaal mittler sich geheiligt hat.— ö 1137. iu. Bei euch hat trübsal mich ge⸗ 6. Nun lasset mich in meiner ruh, ohl deihl A ̃ He Und geht nach euren hütten zu; freunl drückt, Nun hat mich gottes ruh Sch 9—3 freuns dr icktz3 Ich trug des heilands chafft, daß ihr selig werdet; m nich Hüurtes z G05 ukfealtef deringt, Bis ihr euch auch der erd' iner se sanftes joch, Entschlief im tod, un entschwingt. leb' doch noch. efe ruft „ gottl ö ꝛem toh ne gottl nd brich ihn vn eiden dih eine hen schlaf ern hütiul ewigkil zend, u 'in bitteh srer leh seele deh m. die. verwel in, Oi 3 Es blel : Denn zericht, elöst gebe verstren ö mein hun N 2 5 Register Register⸗ Register der Gesaͤnge, nach dem Alphabet, und auf die Nummer der Lieder eingerichtet. A gott, vom himmel sieh 216 Ach, gott! wir treten 566 Ach! könnt' ich doch mit deinen 572 Ach, lieber gott! ich bitte dich 575 Ach, sieh' ihn dulden, bluten 119 Ach, wann werd' ich von 276 Ach, wider dich, mein gott 277 Allein gott in der höh' sey Allein zu dir, herr jesu christ 278 Alle menschen müssen sterben 226 Allen menschen und auch mir 440 Allen, welche nicht vergeben 448 Alles ist an deinem segen 339 Allmächtiger, ich hebe 519 Allmächtig-großer gott 5⁴ Allwissender vollkommner geist 14 Als in der krankheit schmerzen 581 Also hat gott die welt geliebt 77 Am kreuz erblaßt, der marter 140 Anbetung, lob und preis 157 Anbetungswürd'ger gott 1 An dich, mein gott, zu denken 351 Auch diesen tag hab' ich 57¹ Xuf, christen, bringet preis 565 Auf, christen, laßt uns unsern 66 Xuf, christen preist mit mir 364 Nuf tchristi himmelfahrt allein 158 Auf deine weisheit schauen 3¹1 Nuf gott und nicht auf 3⁴⁰ Auf, jesu freunde! freuet 159 Auf meinen lieben gott 3³2 Auf, o seele! werde munter 555 Auf, schicke dich, recht feierlich Aus deiner milden segens Aus einem tief vor dir Aus freudigem gemüthe efiehl du deine wege Befreit von allem Begleite mich nach golgatha Begrabt den leib in seine Beherrscher himmels und der Bewahre mich, herr, daß der Bringt preis und ruhm dem hrist, alles, was dich Christe, du lamm gottes D sey dir, vater meines Das glück ist groß, das Das grab ist leer: des Daß ich mich, mein gott Dein bin ich, gott; dein ist Deine leiden, gottes sohn Deines gottes freue dich Dein heiland lebt Dein heil hat heut, volk Dein heil, ochrist, nicht zu Dein reich, o gott, ist herrlich Dein sind wir, gott, in Dein wille, herr und vater Dein wort, o höchster, ist Den höchsten öffentlich Der am kreuz ist meine liebe Der du alle deine werke Der du die liebe selber bist Der du selbst die wahrheit bist 0² 00 279H 142 344 1¹³ 544 101 14³ 309 6⁵ 106 55⁰ 144 04 3⁵⁵ 10 —** 57⁰ 102 1101 15¹1 5²⁰ —⁴1 105 Der iedet Register. —— Der du uns als vater liebest 165 Der du uns das heil errungen 78 Der du uns mit deinem blute 309 Der freuden füll' ist, gott 268 Der herr hat alles wohl 14⁵ Der herr ist gott und keiner 2 Der letzte meiner tage 22⁰ Der morgen kommt: und 57⁰ Der spötter strom reißt viele 164 Der tag(das jahr) ist wieder 5³⁵ Der wollust reiz zu widerstr. 40⁵ Des jahres schönheit ist nun 51 Des leibes warten, und ihn 406 Des morgens erste stunde 521 Des todes graun, des grabes 582 Dich bet' ich an, erstandner 146 Dich bitt' ich, gott, beweise 545 Dich bitt' ich heiland aller 96 Dich, herr und vater 37¹ Dich, höchster, ehrerbietig 3238 Dich seh ich wieder 522 Die auf der erde wallen 229 Die bahn ist rauh, auf der 327 Die feinde deines kreuzes 217 Die ihr christi jünger seytd 199 Die kinder, deren wir uns u9g Die krankheit, du gerechter 577 Dir dank ich für mein leben 372 Dir, gott, dir will ich fröhlich 25 Dir, gott sey preis und dank 56 Dir hab' ich mich ergeben 142 Dir, milder geber aller gaben 545 Dir, unserm gott ist niemand 11 Dir, vater, der du deinen 166 Dies ist der tag, an welchem 485 Dies ist der tag, den gott 8³ Du, aller menschen vater 1⁵⁵ Du bester trost der armen 570 Du bist ein christ, was 12³ Du bist, o unermeßlicher 19 Du bist's, dem ehr' und ruhm 373 Du, der frommen beste 168 Du, der kein böses thut 61 Du, der menschen heil und 105 Du, der voll blut und 132 Du fühlst, o christ! das leiden 428 Du führer, der mit treuer 167 Du gabst mir, ew'ger, dieses 418 Du, gott, bist unsre hülf“ 571 Du, gott, der unsre zuflucht 295d Du, gott, du bist der herr 509 Du gott und vater aller welt Du hast gestiftet, herr Du hast, mein vater und Du, herr, bist meine zuversicht Du, herr der seraphinen Du hast, herr, aus Du, herr und vater meiner Du klagst, und fühlest die Du lässest, herr, uns Du liebst, o gott, gerechtigkeit Du, o herrscher, stiegst Durch dich, gott, bin ich Durch dich, o großer gott Du schufst, von vaterhuld Du stellest dich zum mittler Du, vater deiner menschenk. Du weiser schöpfer aller Du wesentliches ebenbild Du willst es, herr, mein Du wollst erhören, gott, Ein fremdling bin ich in Ein herz, o gott, in Ein lamm geht hin und Ein milder regen sinket Ein ruhiges gewissen Eins ist noth! o herr, dies Ein starker schutz ist unser Erbarm dich herr! mein Erhabner gott, was reicht Erhalt uns, herr, bei Erhalt uns, herr, die Erhebt den herrn, ihr fromm. Erhöhter jesu, gottes sohn Erhör uns, gott, wir flehn Erinnre dich, mein geist Er ist erstanden, jesus Er kommt, er kommt zum Erlöser, der im staube Ermuntre, seele, dich und Es eilt der letzte von den Es freu der fürst des landes Es ist noch eine ruh vorhanden Es ist vollbracht! ruft nach Es lag die ganze welt Es wolle gott uns gnädig Es zieht, o gott! ein krieges Es züchtigt deine hand Ew'ge liebe, mein gemüthe Fern sey mein leben Fest glaube ich, daß, was Freue dich! des herren 917 496 345 346 51 200 2530 142⁷ 488 16 382 50² 37ι 52³3 75 332 16 100 100 588 269 129 120 556 116³ 385 Register. Freiwillig hast du dargebracht 150Gott sorgt für uns 5⁴⁷ Frohlocke, mein gemüthe 1060Gott, unser froher lobgesang 569 Frohlockt, ihr christen 1510Gott vater, an erbarmen 350 Für alle güte sey gepreist 556Gott, vor dessen angesichte Fürwahr, du bist, o gott 42Gott werde stets von dir 57 G'gager der uns leben giebt 69 Gottes sohn ist kommen 66 Gehorsam ist die beste 337 Grabt mein verwesliches 50⁰ Geist vom vater und vom 169 Großer gott, erhabnes 65 Gelobet seyst du jesu 84 Großer mittler, der zur 160 Gelobt, gelobt seyst du 568 Groß ist des höchsten güte 370 Gelobt seyst du, herr 201 Gut und heilig ist dein wille 33 Gerechter gott! vor dein 20 Heil deinem volke, dem 191 Gern will ich mich ergeben 231 Heil uns! aus unsrer 72 Getreuer gott, wie viel 50 Held aus davids stamm 304 Getrost und freudig geh ich 232 Herr, allerhöchster gott 207 Geweiht zum christenthume 198 Herr, an dir hab' ich gesündigt 20 Gieb, gott, wenn ich bir 593Herr, deine allmacht reicht V Gieb, herr, daß dein theures 474Herr, deine langmuth ist sehr 555ʃ Gieb mir, o gott, ein herz 412 Herr, deine rechte und 1090 Gott, deine gnade sey gepreist 350Herr, deine sanftmuth ist 459 Gott, deine gnade ist unser 364Herr, dein gesetz, daß du 19⁰ Gott, deine güte reicht 356Herr, den die sonnen und 5¹⁰ Gott, deine weise macht 150Herr, der du alles giebst 39⁰ Gott, dein unsichtbares wesen 95 Herr, der du keinen je 104 Gott, der an allen enden 4Herr, der du mir das leben 55 Gott, der du die menschen 9Herr, der du willig, als 20⁰² Gott, der du für uns deinen 70Herr der zeit und ewigkeit Gott der wahrheit, dessen 347 Herr des himmels! starker Gott des himmels und 524 Herr, dir gelobt mein herz u0 Gott, dessen hand die welt 410 Herr! dir sey preis! ich glaub' 1 Gott, dessen macht des feuers 560) Herr, du bist meine zuversicht 19 Gott, dessen nam' ist wie 357 Herr, du erforschest mich 15 Gott, dessen starke hand 36 Herr, du fährst mit glanz und 101 Gott, dessen weisheitsvoller 505Herr, du hast in deinem 0 Gott, dir gefällt kein gottlos 312 Herr, du kennest mein 00 Gott, dir sey mein dank 500 Herr, du wollst sie vorbereiten M Gott, du bist heilig und 62 Herr gott, dich loben wir 30 Gott, du bist von ewigkeit 11/Herr gott, du bist die zuflucht V Gott, du hast in deinem sohn 1770 Herr, hier siehst du uns 105 Gott, durch den wir sind 482 Herr, hier stehet unser hirt 16 Gotte, durch welchen alle 165 Herr, höre mein gebät 35 Gotit, hätte dein geliebter 71 Herr, ich bin dein eigenthum W Gott hat in meinen tagen 504 Herr, ich bitte, stärke W Gott, heilig sey dein nam' und 321 Herr, ich hab' aus deiner M Gott im himmel und 546 Herr jesu ehrist, du höchstes R Gott ist mein herr! auf 185 Herr jesu christ, mein herr M Gott ist's, der das vermögen 411 Herr jesu, deine angst und M Gott kann allein das beste 425 Herr jesu, gnadensonne 30⁰ Gott, mache du mich selbst 4 Herr jesu, meines lebens 66 Gott, meine ganze seele 45 Herr, laß mich doch IUH* Gott, mein vater, deine 290*9.— laß nach eitler ehre in eun, lle sicht 13 10 und 101 6² 06 'iten M LT 30˖ flucht V 10⁰ irt 05 35 hum W. * stes N jerr V nd 10 3⁰ 3 0 II1 re Herr, ö —— Register. mache meine seele stille meiner seele großen mein erlöser, der mein licht, erleuchte neige mein gemüthe ohne glauben kann Herr, sey gelobet, daß Herr, stärke mich, dein Herr, unser gott, erbarme Herr, vor deinem angesicht Herzlich lieb hab' ich dich, Hier bin ich, jesu, zu Hier ist mein herz, herr, Herr, Herr, Herr, Herr, Herr, Herr, 348 401 1451 187 443 298 212 10⁴ 491 17⁵ 385 20⁴ 335 Hilf, herr, laß es wohlgelingen 511 Hilf, jesu, daß ich meinen Hilf mir, mein gott, hilf Hoch am Himmel steht die Höchster, denk' ich an die Höchster tröster, komm Hör' unser gebät, geist des CTauchzt unserm gott! er ist 50 Ich armer mensch, Ich bin ein /christ, gott ist Ich bin getauft, nach jesu Ich bin ja, herr, in deiner Ich bin mit deiner huld Ich bin, o gott, dein eigenth. Ich denk' an dein gerichte Ich erhebe mein gemüthe Ich fasse, vater, deine hände Ich flehe, gott, von ewig Ich freue mich der frohen zeit Ich freue mich, mein Ich fühle, daß ich sterblich Ich geh' einst ohne beben Ich glaub' an gott, den Ich hab' in gottes herz und Ich hab' in guten stunden Ich hoff', o gott, mit festem Ich komme, friedensfürst, zu Ich koenme, herr, und Ich komme vor dein angesicht Ich komme vor dein anges., du Ich preise dich, o herr, Ich singe dir mit herz und Ich singe meiner seelen Ich weiß, an wen mein glaub' Ich weiß, mein ende nahet I weiß, mein gott, daß Ich weiß, und bins gewiß S Ich will dich, gott, im 1 315 515 282 171 172 24 283 316 196 236 126 58 26 284 584 285 25⁴ 336 237 255 32 349 430 299 300 205 559 505 206 366 46 301 238 17 302 585 Ich will in stiller einsamkeit Jesu christ, durch deine Jesu christe, dessen wunden Jesu christe, wir sind Jesu, freund der menschenk. Jesu, meine freude Jesu, meiner seelen licht Jesu, meines lebens leben Jesus ehristus hat sein leben Jesus lebt, mit ihm auch Jesus, meine zuversicht Jetzt sinkt die sonne nieder Ihm, der das licht entstehen In allen meinen thaten In unserm kummer kommen Ist auch ein gott? wer Ist gott für mich, so trete Ist nun auch meine stunde Kein lehrer ist dir, jesu, Klag' nicht, mein herz, Köstlich, o mein heiland Komm auf uns, o geist Komm betend oft und Komm, heil'ger geist, erfüll' Komm, o komm, du geist Komm, schöpfer, komm, Kommt, kinder, anzubeten Kommt, laßt uns gott und Kommt und laßt euch jesum Laß deinen geist mich stets Laß doch in meines Laß doch, o jesu, laß dein Laß mich des menschen Laß mich doch nicht, o gott Laß mich doch, o mein gott Laß mich', höchster, darnach Laß mich, o herr, in allen Laß, vater, deinen guten Laßt uns doch christo dankbar Laßt unserm gott uns singen Laßt uns mit ehrfurchtsvollem Laßt uns unsern gott lobsingen Lebt christus, was bin Liebreicher gott, dein segensw. Liebster vater, ich, dein Lob, ehre, preis und dank Lob, ehr' und dank sey Lob sey dem allerhöchsten Lobsinge gott, o christenheit Lobsinget gott! dank, preis Lobsinget gott, er schuf Register. Lobsinget gott, und betet an Lobt den höchsten! jesus Lobt gott am frohen morgen Lobt gott, ihr christen Moehe dich, mein geist Mag doch der spötter Man lobt dich in der stille Mein auge sieht, o gott Meine lebenszeit verstreicht Meinen jesum laß ich nicht Mein erlöser, gottes sohn Mein erst geschäft sey preis Mein ganzer geist, gott Mein geist erstaunt, allmächt. Mein glaub' ist meines Mein gott, auch dieser neue Mein gott, dir ist bewußt Mein gott, du bist gerecht Mein gott, du weißt am Mein gott, du wohnest zwar Mein gott, erschaffen hast Mein gott, ich weiß wohl Mein heiland, deine größe Mein heiland lebt, er hat Mein herz, ermuntre dich Mein jesu, der voll schmerzen Mein jesu, du hast unsre Mein jesu, für dein herz Mein jesus ist mein leben Mein jesus lebt, mag ich doch Mein jesus triumphiret, Mein leben steht in gottes Mein schutz ist gott, ihn Mein vater und mein gott Mit dir geh' ich an mein Mit dir, o höchster, friede Mit ih dein laßt uns treten ach deinem rath, o gott N Nach dir verlanget mich Nach einer prüfung kurzer Nach meiner seelen seligkeit Nicht mürrisch, finster Nicht um ein flüchtig guth Nie will ich wieder fluchen Nimmt gott, den wir Noch läßt der herr mich Noch nie hast du dein wort Noch walle ich im thränenthal Nun bitten wir den heil'gen Nun bricht die finstre nacht Nun danket alle gott 25 15⁵5 526 90 402 30¹ 367 19 240 387 110 527 27¹ 378 166 628 65⁵5 558 350 32⁵ 40³ 379 570 91 126 2¹2 156 162 2¹³ 551 320 112 167 512 113 28⁴ 272 140⁴ 156 177 152 50 529 22 586 178 51 1 380 Nun habe dank für deine 215 Nun ist der tag der seligkeit 98 Nun ist es alles wohlgemacht 139 christenheit, sey hocherfreut 92 O, daß doch bei der 549 O, der du einst gestorben Aullk O du, mein mittler und 121 O gott, aus deinen werken 6 O gott, bei dir ist heil und 197 O gott, des gnadenvoller 197 O gott, du bist die liebe 26 O gott, ich preise deine 59 O gott, sobald der tag erwacht 516 O großer gott, du reines 179 O heil'ger geist, kehr' bei 180 O heil'ger geist, laß uns 176 O herr, mein gott! ich 501 O herr, wenn deine lehren 179 O höchster! dessen kraft 562 O jammervolle tage, da 559 O jesu tchriste, gottes lamm 209 O jesu, dir sey ewig dank 2 O jesu, jesu, gottes sohn 308 O jesu, wahrer frömmigkeit 589 O könnt' ich dich, mein gott 368 O lamm gottes, unschuldig 118 O schrecklichs leid der ewigkeit 73 O vater der barmherzigkeit W9 O vater, send' uns deinen geist 400 O welch ein unschätzbares 468 O welt, sieh hier dein leben 155 O wie unaussprechlich selig 1 Pieißt, christen, mit 5⁵ Wuuelle der vollkommenheiten 335 Ssler schaffet, menschenk. 200 Schicke dich, erlöste 2¹⁰ Schon ist der tag von gott ⸗ Schütze die deinen, die nach Schwingt, heilige gedanken 7 Seele, komm zum golgatha Sehn wir nur trübsal 551 Sehr groß, herr, ist die 20 Seht, welch ein mensch! ach Seht, welch ein mensch, wie 13 Selig, O gott, du bist mein preis 386 O gott, du frommer gott 3²¹ O gott, du kannst den himmel 557 O gott, erbarme värerlich 507 O gottes sohn, herr jesu 30⁵ .... Selig, Selig sin Seyd ba Sey hoch Sey lob Sey See Sey, we Sey zufr Sichrer Sieh, ge Sie kom: Sing un Sink ich So fliehe So früh So gehst Sohn, d Sohn go So jemat So ist ne So lang Sollten en Sollt' ich So wahr So weit T ˖8 Treu Un gna Unendlich Unerforso Unschuld? Unwieder Vater Verbittre Verflosser Verleih u Voller eh Voll freu Vom hi Von dir, Von gott Vorbilder Wach ö Wachet a Wachet a Wann ei Wann, h Wann ich t 516 Register. —8—— Selig, gott! sind die, die Selig sind des himmels erben Seyd barmherzig, menschen Sey hochgepriesen, herr Sey lob und ehr' dem höchsten Sey Seele stark und Sey, weltversöhner, sey Sey zufrieden, mein Sichrer mensch, noch ist es Sieh, gott und herr, wie Sie kommt, sie kommt die Sing unserm gott ein frohes Sink ich einst in jenen So fliehen unsre tage hin So früh bringt, gott, mich So gehst du, jesus, willig Sohn, der uns verheißen war Sohn gottes, eingeborner So jemand spricht: ich liebe So ist nach gottes rath und So lang ich athme, gott Sollten menschen, meine Sollt' ich jetzt noch, da mir So wahr ich lebe, spricht So weit nur deine sonnen T den mir der herr Treuer gott, wir danken Un gnade für die sünderwelt Unendlicher, den keine zeit Unerforschlich sey mir immer Unschuld'ger jesu, was hast du Unwiederbringlich schnell ater, den mein herz Verbittre dir dein leben Verflossen ist das alte jahr Verleih uns frieden gnädiglich Voller ehrfurcht, dank und Voll freud' und frommer Vom himmel ward der engel Von dir, o vater, nimmt Von gott will ich nicht lassen Vorbild wahrer menschenliebe ach' auf, mein herz, und Vachet auf! ruft einst Vachet auf vom schlaf, ihr ann einst mein sterbend Wann, heiland, meine Wann ich einst von jenem 245 2⁴6 457 111 369 431 129 542 169 154 513 22 211 381 9³ 143³ 352 102 530 258 266 248 567 531 Was Wann ich, gott, meinen geist Warum betrübst du dich Warum erbebst du, meine Warum sollt ich mich denn Was gott thut, das ist Was hilft es mir, ein Was ich nur gutes habe Was ist der mensch, deß Was ist mein leben auf der Was ist mein zeitlich Was ist's, daß ich mich quäle Was kann ich doch für dank soll ich ängstlich klagen Was sorgst du ängstlich für Weh' dem, der läugnet Welch glück, o gott, ist Wenn christus seine kirche Wenn einst in meinem grabe Wenn ich auf gottes wegen 5 Wenn ich, o gott, von dir Wenn ich, o schöpfer, deine Wenn mich die sünden Wer bin ich? wichtig ist die Wer durch dein wort ist neu Wer gehorcht, der thuts mit Wer gottes wege geht Wer gottes wort nicht hält Wer ist wohl wie du, stifter Wer kann doch, großer gott Wer kann, gott, je was Wer nur den lieben gott Wer schuf die sonne und den Wer weiß, wie nahe mir Wer zählt der engel heere Wie flieht dahin der menschen Wie getrost und heiter Wie groß ist des allmächt'gen Wie groß, wie angebetet ist Wie grundlos sind die tiefen Wie heilsam ist doch, herr Wie herrlich, jesu, starker Wie mächtig spricht in meiner Wie mannigfaltig sind Wie sanft sehn wir den Wie selig bin ich, wenn Wie selig lebt ein mensch Wie soll ich dich empfangen Wie theuer, gott, ist deine Wie ungewiß ist, herr Wie viele freuden dank' ich Wie wichtig ist doch der 9 45¹ 259 145⁵ 156 32½ 396 112 1437 407 158 296 5⁵5³ 27 472 408 250 326 458 Register. Wie wird mir dann, mein 252 Wie wohl thust du, mein 27⁵ Will mich, o gott, hienieden 459 Willst du der weisheit quelle 330 Wir, der erde pilger, sind 255 Wir erscheinen heut' vor dir 481 Wir freuen uns, herr jesu 164 Wir glauben an den ein'gen 31 Wir menschen sind zu dem 188 Wir sind in noth; laß uns 564 Wir singen, herr, von deinen 550 »„ä Wo find' ich, gott, den meine 32 Wohlauf, mein herz, verlaß 97/ Wohl dem, der beßre schätze uu Wohl dem, der richtig 4160 Wort, aus gottes munde 19³ Wo soll ich fliehen hin 20⁰1 Zeit, die ich seufzend zähle 559 Zu deiner ehr' bin ich erwacht 553 Zu dir, mein gott, der du 302 Zur grabes ruh, entschliefest un Einig „ Gile ö dei diesen Ta wie viel Munterke 1) Laͤn, Herr, frü me hör dir schi tem Herze ich miched an meine gestärkt, Tageslich tur erfreu O gieb, selbst nich Ruhe lag in deine J deinen W dern un nehmen k Einig 3⁰⁵ —eessnesee)SsEEe8e——— SEinige Gebäte. I. Morgengebaͤte. 1) Laͤngere Morgenandacht. Ps. 5, 4. Herr, frühe wollest du meine Stim— me hören; frühe will ich mich zu dir schicken, und darauf merken. —* Gitiarr Gott und Vater! durch deine Gnade habe ich wieder diesen Tag erlebt, und mit dankba⸗ tem Herzen erkenne ich auch darin, wie viel ich dir schuldig bin. Daß ich mich durch den Schlaf erquickt, an meinen Kräften jetzo von neuem gestärkt, und durch den Anblick des Tageslichts und der sichtbaren Na— tur erfreuet finde: das ist dein Werk. O gieb, daß ich das mit Aufmerk— samkeit bedenke, und ja deiner nie bergesse, dem allein ich mein Leben und dessen Erhaltung zu danken habe. Dein allmächtiger väterlicher Schutz war über mir, da ich meiner selbst nicht bewußt, in unbesorgter Ruhe lag; und nun stellest du mich in deine Welt hin, daß ich dich in deinen Werken sehen und bewun⸗ dern und mit wiederhergestellter Munterkeit meiner Geschäfte wahr—⸗ nehmen kann, So lässest du mich auch an mir selbst erfahren, daß deine Güte alle Morgen neu, und deine Treue groß ist. Nimm da⸗ für, o mein Gott, das demüthige freudige Lob meiner Seele an. Erhalte mich auch heute bei dem einigen, daß ich dich stets auf die rechte Art vor Augen habe, daß ich der christlichen Frömmigkeit und Tugend unverrückt treu bleibe, da ich doch auf keinem andern Wege ein wirklich zufriednes Herz und wah⸗ res dauerhaftes Glück finden kann. Hilf mir immer mehr zu einer rich⸗ tigen lebendigen Erkenntniß dessen, was zu meinem Besten dienet. Be⸗ festige in mir den Glauben an Je⸗ sum, meinen Heiland, seine Erlö⸗ sung und Lehre, die so zuverlässig meine Seele, wenn sie darauf ach⸗ tet, weise und gut macht. Stärke meinen Vorsatz, auch diese mir aufs neue geschenkte Zeit meines Lebens mit aufmerksamem und treuen Ernst dir zu heiligen, und die Be⸗ wahrung eines unverletzten Ge⸗ wissens höher zu achten, als alles Irdische, was ich mir durch die Sünde verschaffen könnte. Entferne von mir alle gefährliche Versuchungen, zu welchen mein U Beruf 306 I. Morg engebaͤte. — Beruf, mein Umgang, meine Ver⸗Idiejenigen, die neben mir von dei⸗ bindung mit Andern, auch selbst meine eigene natürliche Gemüths⸗ art mir Gelegenheit geben könn⸗ ten; und wenn solche Versuchungen mir nahe kommen sollten, so stehe mir bei, o Gott! und unterstütze meine dann vielleicht wankende Seele durch den großen Gedanken deiner Gegenwart, deiner Wohl-— thaten und deiner Vergeltung; damit ich nicht von dir abweiche, nicht in Sünden gerathe, und mich ner Güte leben. Erfülle die Welt mit deinem Segen, der alles er⸗ freuet. Segne unsern Landesherrn, sein Haus und seine Regierung, zur Sicherheit und zum Wohler— gehen so vieler Tausenden. Breitz über alle Stände und alle Ordnun⸗ gen meiner Nebenmenschen dein Wohlthätigkeit aus, und wirke da— bei die Gesinnungen in ihnen, daß sie darin deine Vaterhand erken— nen und desto dankbarer gegen dich nicht der tröstlichen Beruhigung werden mögen. eines guten Gewissens und deines Und so gehe ich, mein Gott um Beifalls beraube. Vater, an die heutigen Pflichteg Gieb dein Gedeihen zu einem je⸗(meines Lebens, mit einem dir ge⸗ den dir wohlgefälligen Vorhaben, weihten Herzen. Sey du mit miin womit ich heute zu thun haben sso werde ich sicher bleiben, und kei werde, und verleihe mir Muth und Uebel fürchten. Dies hoffe ich voy Kräfte, das recht auszurichten, was dir nach deiner Barmherzigkeitt. in meinem Stande und Berufe mir und nach der Verheissung, die di obliegt. Bewahre meine Gesund- mir durch Jesum Christum gegebe heit, mein Vermögen und meinen hast. Amen! guken Namen vor Schaden. Walte 105 deiner gnädigen Beschirmung über meine Angehörigen, daß uns A. der freudige Genuß deiner wohl⸗ Die Barmherzigkeit des Herrn i thätigen Güte durch keinen Un⸗— 517 neu, und dan glücksfall gestöret werde. Soll ich Sreuee Gott, ist groß. An aber auch, nach deinem Rath, heute Herr ist mein Theil, sprich meinen Antheil an den Bitterkei-⸗ meine Seele; darum will i6 ten des Lebens empfinden, und von auf ihn hoffen. Widerwärtigkeiten und Beküm⸗ Klagl. Jerem. 5, 25.. merniß befallen werden: so waffne mein Gemüth mit der christlichen 8 Standhaftigkeit und Ergebung in 2) Kuͤrzeres Morgengebat deinen Willen, mit dem kindlichen 0 Vertrauen auf dich, und mit der Ps. 65, 7. getrosten Hoffnung einer bessern Wenn ich erwache, so rede ich di Zukunft, durch welche das Gefühl! dir. der Leiden so sehr gemildert, und ihre Last um so vieles erträglicher H err, mein Gott, du Erhalterin gemacht wird. Führe du mich, H Wohlthäter meines Lebens Herr, wie es dir wohlgefällt; denn dir danke ich jetzo wieder mit en du weißt besser, was mir gut ist‚ freuetem Herzen für die Gnade als ich selbst. daß du mich auch diesen Tag enlt Zu dir, liebreicher Vater allerben lassen Du hast mich die Nach Menschen, der du allen gütig bist, über beschützt, und durch den Schli und dich aller deiner Werke erbar⸗erquickt; und von dir habe ich d mest, zu dir bete ich auch für alle Munterkeit, mit welcher ich nu abel⸗ abermals obliegende kann. Gi nen, daß e komme, u und wie v Leite m heutigen auf lautet mich vor Sünde, d anders, al sich ziehet und stark die mir he damit ich hungen g. gegen mei Schmerze Gieb m schäften ur guten For deihen doe gebens ist. glück ab v die mir ar guch nach aller Mer Kinder si deines Se Dir, 1 olso auch f keben und halte mich und in dei alles, wa neinem B nich gnäd Jesum C hast. Am Ich bleibe hältst Hand, nem R endlich Meh Morge dern d — 'n dei⸗ eWelt les er⸗ herrn, erung, Zohler⸗ Breitz rdnun⸗ deine rke da⸗ n, daß erken⸗ ꝛen dich ott un flichten dir ge— rit mit, Ind kein ich voh zigkeit, die di gegebe 21¹. herrn if d deim 5. Du sprict will ih *9—— gebaͤt e ich vn alter u Lebend, mit el⸗ Gnade, Tag erlz die Natt en Schla be ich di ich nuh aben J. Morgengebaͤte. 507 ————— abermals die Vollbringung der mir obliegenden Pflichten übernehmen kann. Gieb mir dies so zu erken⸗ nen, daß es mir nie aus dem Sinne komme, wie ich dir ganz angehöre, und wie viel ich dir schuldig bin. Leite mich nun auch an diesem eutigen Tage mit deiner Gnade auf lauter guten Wegen. Bewahre mich vor aller Ungerechtigkeit und Sünde, die doch am Ende nichts anders, als das äußerste Elend nach sch ziehet. Mache mich wachsam und stark gegen die Versuchungen, die mir heute vorkommen könnten, damit ich nicht am Abend Verge— hungen gegen dich, und Untreue gegen mein Gewissen, mit bitterm Schmerze zu bereuen habe. Gieb meinen rechtmäßigen Ge—⸗ schäften und Unternehmungen einen guten Fortgang, da ohne dein Ge⸗ deihen doch alle unsere Arbeit ver⸗ gebens ist. Wende Gefahr und Un⸗ glück ab von mir und von denen, die mir angehören. Erbarme dich ller Menschen, die mit mir deine Kinder sind, und laß die Welt deines Segens voll werden. leben und meine Schicksale. Er⸗ Jesum Christum hast. Amen. Ps. 75, 23. 21. Ich bleibe stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, und leitest mich nach dei⸗ nem Rath, und nimmst mich endlich mit Ehren an. Mehrere gute Gebäte am Morgen sind in den Morgenlie— dern dieses Gesangbuchs von guch nach deiner väterlichen Güte Dir, mein Gott, übergebe ich also auch für heute mein Herz, mein schaftlichen Anbetung mit meinen halte mich in deinem Wohlgefallen und in deiner Liebe, und laß dann und in meinen eigenen Andachts⸗ alles, was mir begegnen soll, zu meinem Besten dienen. Du wirst mich gnädig erhören, wie du durch mir verheissen — 1hn 519 bis 552 enthal⸗ en. 5) An Sonn- und Festtagen, bei dem Morgengebaͤte hinzu zu fuͤgen. B 0 mir auch insonderheit, o Gott, die Gnade, daß ich mir den heutigen Tag nach deiner Absicht und zu meinem eigenen Besten recht zu Nutzen mache. Es ist Wohlthat für meine Seele, daß eigene Zeiten verordnet und be— stimmt sind, an welchen das An⸗ denken an dich und die Sorge für mein geistliches Wohl stärker und feierlicher erwecket werden soll. Mache also den Eindruck davon in meinem Gemüthe auch heute so lebendig, daß ich mich von allen irdischen Zerstreuungen mehr, als sonst, losreiße; mit ernsthafter Ueberlegung meine Gedanken zu diesem wichtigen Geschäfte sammle; den öffentlichen Unterricht aus dei⸗ uem Worte mit Aufmerksamkeit höre und annehme; bei der gemein⸗ Nebenchristen mein Herz, so viel lebhafter gerührt, zu dir erhebe; übungen und Betrachtungen ein ernstliches Nachdenken auf mich selbst und auf meine weitere Besse⸗ rung richte. Laß mich auf solche Weise von diesem Tage wahren Segen erfahren, dessen ich mich in dem Wachsthum meiner Erkennt⸗ niß, in der Ermunterung meiner Gottseligkeit und in der Stärkung meines Vertrauens und meiner Hoffnung noch auf meine folgende Lebenszeit erfreuen könne. Heilige mich ganz dir und deiner Vereh⸗ rung, so werde ich glücklich seyn, und dir dafür danken in Ewigkeit. Amen. U 2 1) Nöthige I. Morg engebaͤte. 4) Noͤthige Entschließungen am Morgen. Ps. 25, K. 5. Herr, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige. Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich: denn du bist der Gott, der mir hilft. ch habe alles, und also auch die⸗ 52. sen neuen Tag meines Lebens von Gott; darum ist es für mich höchst nothwendig, denselben nach seinem Willen und zu den Absichten zu gebrauchen, zu welchen er ihn mir gegeben hat. 1) Vor allen Dingen will ich mir deswegen jetzo wieder den Gedan⸗ ken tief und lebendig ins Gemüth prägen, daß Rechtthun und Gott⸗ gefallen der Hauptzweck meines Le⸗ bens ist, weil ich dabei allein ein ruhiges Herz und eine freudige Hoffnung durch Jesum Christum, meinen Heiland, haben kann. 2) Ich will mich hieran diesen Tag über, so oft ich kann, auch während meiner Geschäfte, und un⸗ ter den Umständen, worin ich mich etwa befinden mag, wenigstens mit einem kurzen ernstlichen Gedanken, zu erinnern suchen, damit es mir ja nie ganz aus dem Sinne komme, wozu ich in der Welt lebe. 3) Ich will zum voraus mit Auf⸗ merksamkeit bedenken, was für Ge⸗ legenheiten zu Versündigungen in meinem Beruf und in demjenigen, * lässet, solche Gesellschaften, Verhin dungen und Unternehmungen vnn meiden, wo entweder ein äußerh ches Vergnügen zu leicht mein Unstoß g wissen betäuben, oder eine Absihsschwere X auf zeitlichen Gewinn zu leihse ihne mein Herz verblenden, und mi und zum verleiten könnte, etwas zu rede seyn 2 oder zu thun, was mich herna Ernst an bittere Reue kosten würde,. ann, ur 6) In den Verrichtungen mein solg davo Berufes will ich mit Treue ussze Reden Fleiß arbeiten; nicht allein um wasssellunger nes eigenen Vortheils willen, soh ligenes g dern auch vornämlich aus der Mstes Verhe trachtung, daß es Gottes Ordum seiner B. und Wille ist, der mich zu dem on im'Gute de in diesen meinen Stand gesehs 11) Vi hat, daß ich darin thätig und nuspoch eine lich seyn soll. und dann 7) Jeder Betrug in meinen Hsgeduld u schäften, jede Berückung meinsnit deref Nächsten, jedes unrechtmäßige Misnein Vat tel des zeitlichen Erwerbes, ohssan ich ni irgend einer andern zeitlichen Mlund Sün! sicht, soll mir ein Abscheu seyn, Hsür mich sehr auch etwa das Urtheil und sssperde Gewohnheit meines Gleichen s1 12) B ches, als etwas Erlaubtes, zu reihsufreulich fertigen scheinen mag. Desssihret, a Gott siehet mich, und ihm mußi lglichen Rechenschaft davon geben. eit, der 8) Bei allem meinen Verfahth un Spei gegen meinen Nebenmenschen sisichkeiten mir die große heilige Regel vor lussenieße: gen schweben: ihnen das zu thuhsnir imm was ich mit Billigkeit will, daosssnachen mir thun möchten. Hott de 9) Wenn mir heute ein Hülfslsm denker —— Hausgen deren, n he, durch — dürftiger bekannt, oder in Erim was ich mit andern Menschen zu thun habe, mir heute aufstoßen möchten; und ich will auf meiner Hut seyn, daß ich mich nicht zu etwas Bösen hinreißen lasse. 4) Besonders will ich über die Neigung meines Gemüths wachen, von welcher ich weiß, daß sie am meisten in mir herrschet und am leichtesten mich übereilet. 5) Ich will, so viel es sich thun rung gebracht wird: so will ich n herzlicher Willigkeit, nach meins Umständen und nach dem Mas meines Vermögens, und durchi gene Mildthätigkeit, oder duth Fürsprache, Rath und Trost,R Liebe an ihm beweisen, die ich, H Mensch und als Christ, ihm schil dig bin. 10) Ich will mich sorgfältig hi ten, daß ich meinen Angehörigeh Hauz billigei hurch me hen so v vird. —— „Verbih ngen vey äußerh⸗ mein 65 ne Absich zu leich und mit zu redu hernaß e. en meing reue u n um mah illen, son s der W Ordnuh dem En nd geseh und nüß einen 66 ig meint ißige M bes, odh lichen V u seyn eil und eichen so 5, zu recht 3. Den m muß ih n. Verfahrn nschen soh zel vor M⸗ s zu thuhz ill, dasft n Hülfehh in Erim⸗ will ich n ach meinnt em Magh d durche oder dut Trost/ N die ich ihm schtt gfältig h gehörigel, Hall I. Morgengebaͤte. 309 —.— Hausgenossen, Freunden oder An⸗ deren, mit welchen ich sonst umge⸗ he, durch Worte oder Thaten keinen Unstoß gebe, damit ich nicht die schwere Verantwortung auf mich la⸗ de, ihnen eine Ursach zur Sünde und zum Verderben geworden zu seyn. Vielmehr soll es mir mit Ernst am Herzen liegen, wo ich kann, und wo irgend ein guter Er⸗ solg davon zu hoffen ist, durch mei⸗ ze Reden, Ermahnungen und Vor⸗ tellungen, wenigstens durch mein kigenes gleichförmiges, gewissenhaf⸗ tes Verhalten, meinem Nächsten zu seiner Besserung oder Befestigung im-Guten beförderlich zu seyn. 11) Vielleicht soll mich heute auch noch eine Noth und Plage befallen! und dann will ich mein Gemüth in Geduld und Gottergebenheit fassen, nit der festen Ueberzeugung, daß nein Vater im Himmel das, wor— an ich nicht durch eigene Thorheit ue mich zu etwas Guten lenken werde. 12) Bei allem aber, was mir ufreuliches und glückliches wieder⸗ sihret, auch bei den gewöhnlichsten läglichen Wohlthaten der Gesund⸗ und Sünde schuld bin, gewiß auch heit, der Ernährung, des Genusses nachen, mit dankbarem Herzen an Hott, den gütigen Geber desselben, udenken, weil das an sich selbst oobillig ist, und weil zugleich da⸗ hurch meine Freude an solchen Ga⸗ len so viel reiner und rührender hird. 13) Ueberhaupt will ich den seligen Gedanken von der beständi⸗ gen Gegenwart meines Gottes so feste zu halten, und in meinem Ge⸗ müthe immer so nahe zu haben su⸗ chen, daß er bei jeder Gelegenheit bald in mir merklich und rege wer⸗ de, daß er mich in Gefahren der Versuchung warne und stärke, daß er mein Vergnügen reinige und erhöhe, daß er die Last der Leiden mir erleichtere, und daß ich also, gleichsam in seiner steten Beglei⸗ tung, den ganzen Tag über so viel sicherer und froher wandele. 14) Auch dies Heute wird bald nicht mehr seyn, und ist dann, was seine Dauer betrifft, unwiderruflich und auf ewig verschwunden. Nur die Folgen und Früchte davon, wie ich diesen Tag angewendet habe, die bleiben; es sey nun zum Gu⸗ ten, oder zum Bösen; zu meinem Glück oder zu Ich will mit Gottes Hülfe dafür sorgen, daß es kein verlorner Tag, kein Tag des künftigen Vorwurfs und eines schreckenden Andenkens für mich seyn möge. meinem Elende. Und du, allwissender und heili⸗ ger Gott, bist Zeuge dieser meiner Vorsätze; lon Speise und Trank, der Gemäch⸗Beistand, sie zu erfüllen. chkeiten des Lebens, die ich etwasmich p thun nach deinem Wohlgefal⸗ senieße: bei dem allen will ich eslen, denn du bist mein Gott; dein nir immer mehr zur Gewohnheit guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Amen. sey du aber auch mein Lehre Ps. 119, 5. O, daß mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernst hielte! u 3 II. Abend⸗ II. A ben 1) Laͤngere Abendandacht. 1 Sam. 7, 12. Bis hieher hat uns der Herr ge⸗ holfen. Br n Gott, ich komme jetzt am Ende dieses Tages wieder mit Dank und mit Gebät vor dich, der du mir bis hieher ge— holfen, und auch heute deine wohl— thätige Güte so mannigfaltig be⸗ wiesen hast. Dein Auge hat über mich gewacht und deine Hand hat mich geleitet, daß ich vor Unglück bewahret geblieben. Von dir ist mir Gedeihen und Fortgang in mei⸗ nen Verrichtungen gekommen, in dem du meine Gesundheit und mei⸗ ne Kräfte erhalten, mir Muth und Freudigkeit zu meinen Berufspflich⸗ ten gegeben, und auch die äußerli⸗ chen Umstände zu meinem Nutzen gelenket hast. Dir allein habe ich auch jede angenehme Stunde und Empfindung zu danken, deren ich heute in dem Genusse der Gaben der Natur und in der Verbindung mit der menschlichen Gesellschaft froh geworden bin. Selbst die er⸗ quickende Ruhe des Schlafes, der ich mich jetzo überlassen will, ist dei⸗ ne Wohlthat, um mich durch er⸗ neuerte Kräfte zu demjenigen, was ich morgen zu thun habe, so viel geschickter zu machen. So sichtbar wird mir in dem allen, wenn ich es nur recht bedenken will, deine lieb⸗ reiche Fürsorge; und so viel Ursa⸗ che habe ich, mit dankbarer Seele mich dessen zu freuen, was du an mir thust. Ja, mein Gott, dir will ich danken und deinem Namen lobsingen, der du so gnädig bist. Wäre doch nur auch dieser Tag in allen Stücken so von mir ange⸗ wendet, daß ich mich deshalb mit wodurch ich, in größerem oder g ringerem Maaße, das wahre Glil dgebaͤte. einem ganz reinen und zuversicht lichen Herzen vor dir darstellg dürfte! Du, o Herr, kennest mit und alle meine Wege. Du hif heute jeder Regung in meinem 6 müthe, jeder Absicht bei meinn Unternehmungen, jedem Schrith in meinem Verhalten zugesehen, und untrüglich erkannt, was dars gut oder böse ist: und also sind d in dem hellsten Lichte auch alle g Vergehungen und Fehler offenban deren ich mich schuldig gemacht, un meines Lebens zerstöret oder vi mindert habe. Gieb nicht zu, gut und heiliger Gott, daß ich unmst send und gleichgültig darüber hih weg gehe. Stelle mir vielmih mein Unrecht so klar vor Augeh daß es einen tiefen, daurenden Ein druck in meine Seele mache, daß ich mit Reue und Schaam d betrachte, wodurch ich dir mißfilh und meiner eigenen Wohlfah schädlich geworden bin. Vergiebnt dann, nach deiner väterlichen 6 barmung, die von mir beganget Fehltritte, und laß den seligen du des Glaubens an Jesum Christu, meinen Heiland, und an die Y⸗ heissungen seiner heiligen Lehri mir lebendig werden, daß redllh Bereuung und thätige Umkehrhh zu dir, für Niemand vergeblich sih soll. Aber laß dann auch dieseert liche Empfindung meiner Slh und deiner Gnade bei mir zu nem kräftigen Antriebe werd immer treuen Eifer in meiner V serung und Gottseligkeit zu beus sen; damit ich mich ja nicht zum nem eigenen Schaden, in unfrucht baren Abbitten beruhige, sondi vielmehr in den folgenden Tash meines Lebens wirklich Früchte 10 —— ner Rer satzes ze sam auc geringer re mich daß ich ⸗ fahrung Wachstl Unschul! Zufried Jesum Wer zu diese übrig se ben ist gen Ta komme Schritt schaft n Vorber die ver⸗ O Gott das zu mir ver seyn, brauche geben, erfahrer daran, mich d bewahr fährlich meine wahrlo sten An In d Vertra keit such Du, A wachest da ich; nichts diese liche 2 Wende glücksf Meini allen ten, g ner E reichen uversicht darstellg nest mit Du haf inem 65 i meinn Schrint ugesehen, was darh o sind d ch alle y offenbaz nacht, un n oder ge chre Glit oder ve— zu, guth ich unwst rüber hih vielmch or Augeh, nden Ein ache, jchaam d r mißfalh Wohlfahh zergiehn rlichen E begangen ligen uf Christush n die Vn⸗ en Lehrest vaß redlith Umkehrih geblich seh dieseerns ner Sch mir zu l he werden meiner YN t zu bewis sicht zumh n unfruchit ge, sondin den Tahh Früchte mi 0 II. Abendgebaͤte. ——— 311 ner Reue und meines besten Vor⸗ satzes zeige. Mache mich aufmerk⸗ sam auch auf die Mängel, die mir geringer scheinen möchten; und leh⸗ re mich so über mich selbst 1——— daß ich aus eigener glückseliger Er⸗ fahrung inne werde, wie sehr jeder Wachsthum in der Lauterkeit und Unschuld des Herzens auch meine Zufriedenheit und Freude durch Jesum Christum vergrößert. Wer weiß, wie viel Zeit mir noch zu diesem Wachsthum im Guten übrig seyn mag! Ein Theil dersel⸗ ben ist auch schon mit dem heuti— gen Tage wieder vorbei; und so komme ich mit jedem zurückgelegten Schritte meiner irdischen Wander⸗ schaft näher, wo die gegenwärtige Vorbereitungszeit aufhöret, und die vergeltende Ewigkeit anfängt. O Gott, verleihe mir die Weisheit, das zu bedenken, und also auf die mir verborgene Stunde bereit zu seyn, da ich dir von dem Ge— brauche meiner Tage-Rechenschaft geben, und die Folgen desselben erfahren soll. Erinnere selbst mich daran, wie leicht ein jeder Tag für mich der letzte seyn kann; und bewahre mich dadurch vor dem ge⸗ fährlichen Aufschub der Sorge für meine Seele und vor aller Ver— neuem Danke gegen dich, mit neuen Vorsätzen zur christlichen Recht⸗ schaffenheit und mit neuer Thätig⸗ keit zu meinen Geschäften fröhlich wieder erwachen. Deine Gnade sey mit mir jetzt und immerdar. Amen! Ps. K, 9. Ich liege und schlafe ganz mit Frie⸗ den; denn du, Herr, hilfest mir, daß ich sicher wohne. 2) Kuͤrzeres Abendgebaͤt. Ps. 9557 Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich. Gridiger Gott! unter deiner Be⸗ schützung und Leitung ist nun auch dieser Tag wieder von mir zurückgelegt; und ich beschließe ihn mit dem innigsten Danke gegen dich, für alles das Gute, welches du mir an demselben hast wieder⸗ fahren lassen; für die mir erhalte⸗ ne Gesundheit, für die Abwendung so manches sonst möglichen Un⸗ wahrlosung dieser meiner wichtig— sten Angelegenheit. In dieser Gesinnung und in dem Vertrauen auf deine Barmherzig⸗ keit suche ich nur die leibliche Ruhe. Du, Allmächtiger und Allgütiger, wachest über mir während der Zeit, da ich zu meiner Beschützung selbst nichts vermag. Nimm mich auch glücks, für den gesegneten Fort⸗ gang meiner Geschäfte, und auch für die Wohlthat, daß ich mich nun einer erquickenden Ruhe überlassen kann. Das erkenne ich mit gerühr⸗ tem Herzen, und freue mich deiner Güte. Siehe du aber auch mit Lang⸗ muth auf die Fehler, mit welchen ich an dem heutigen Tage mein diese Nacht über in deine väter⸗Herz und mein Leben etwa befleckt liche Aufsicht und Beschirmung. habe: und mache sie in meinen ei⸗ Wende Gefahr, Schrecken und Un⸗genen Augen so offenbar, daß ich glücksfälle ab von mir und von den sie mit ernstlicher Empfindung be⸗ Meinigen, von diesem Orte und von reue, und mit treuer Gewissenhaf⸗ allen Menschen. Laß einen sanf⸗- tigkeit fürs künftige vermeide. Laß ten, gesunden Schlaf mir zu mei-⸗mich dann mit Freudigkeit Antheil ner Erholung und Erquickung ge⸗ haben an der Vergebung der Sün⸗ reichen; und laß mich morgen 40 und an deiner Gnade, Waut U auch 312 III. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn auch mir dein Sohn, Jesus Chri⸗ stus, durch seinen Tod verschafft, und durch seine heilige Lehre ver⸗ sichert hat. Gieb mir, da wieder ein Tag da⸗ hin ist, hierdurch einen neuen le⸗ bendigen Eindruck von der schnellen Flucht meiner Lebenszeit, und hilf mir, einen jeden Theil derselben so anzuwenden, daß ich auch vor dem letzten meiner Tage, der vielleicht bald und unvermuthet kommen mag, nicht erschrecken darf. Darauf lege ich mich nun auch jetzt getrost zur Ruhe; und über⸗ gebe mich, die Meinigen und alle Menschen deinem allmächtigen vä⸗ terlichen Schutze. Wache du über mir mit deiner Liebe, so wird kein Verderben mich treffen; und wenn ich morgen erwache, soll mein Herz wieder mit Freuden deines Preisei voll seyn. Segne mich, mein Bott und Vater, nach deiner ewigen Güte, um Jesu Christi, meines Erlösers, willen. Amen! Ps. 40, 12. Laß deine Güte und Treue mich alle Wege behüten. Zur Prüfung am Abend lese man das Lied in diesem Gesang⸗ buche Nr. 535: Der Tag ist wiez der hin ꝛc. Auch mehrere gutt Abendgebäte sind enthalten in den Abendliedern dieses Gesangbuchz von Nr. 533 bis 5612. III. Taͤgliche Erwecku und Wande 1) Vertrauen auf Gott und rechtmaͤßige Gesinnung ge⸗ gen ihn. RAN Bomherzige Vater und Schö— N pfer der Menschen, von dir allein muß ich alles, was zur Nah— rung, Bekleidung und Erhaltung meines Leibes und Lebens, und über⸗ haupt zu meinem ganzen Glücke in Zeit und Ewigkeit nothwen⸗ dig und ersprießlich ist, erwarten; und ich kann dies auch, nach deiner gnädigen Zusage, bei einem redli⸗ chen Gehorsam gegen deine Gesetze erwarten. In deine allmächtige treue Vaterhände lege ich daher alles, was du mir von irdischen Gü⸗ tern an Bequemlichkeit, Vergnü⸗ gen und Ehre verliehen hast, in De⸗ muth nieder. Dank sey dir, Va⸗ ter! für den fröhlichen Genuß, den du mir davon bisher, wider alles mein Verdienst, geschenket hast. Durch deine Gnade will ich mich ng zum frommen Sinn lvor Gott. bereit halten, dies alles, wann dun besiehlst, freudig wieder hinzugebei Ja, ich bitte dich herzlich, laß mi alle meine irdischen Vortheile nich einen Augenblick länger, als es mi Bewaͤhrung und Stärkung meines Glaubens und guten Gewissens be⸗ stehen kann. Laß keinen meing Wünsche, wovon du, nie irremde Weisheit! einsiehest, daß er thöriht ist, und meiner unsterblichen Seil zum Fallstrick und Verderben geresz chet, erfüllet werden; sondern veris tele sie alle. Ehe du, o Vater meinst Seele, zulässest, daß ich nach so un ermeßlichen, unaussprechlichen, un zähligen Wohlthaten, die du mi⸗ erwiesen hast, in irgend eine han setzliche Sünde gegen dich falle oder daß meine Andacht und Chtt sten-Tugend einige Abnahme leit de: so nimm mir lieber, so bittez und peinlich es mir immer sehn mag, meine Gesundheit, meine B quemlichkeit, mein irdisches Been⸗ gel ——— gen(m Welt); mit schr Krankhe schuldige Leiden d lenden L inbrünst den etw. Lieblosig lehung 1 ursachen den aus kommt, Schwack so laß er lichen A aller un dem hin lerseligs schlechte machen, und mei Früchte geübten auch au wenn dr Vahrhe irdischen mein A selbst m dern, führen berletzte meine 2 ten auf Umstän So laß irgend mürrise rung ä und aus de verb. mich tu seligkei schwerd was d salen allein! deinen Erhör id wenn ein Herz Preises ein Gott ewigen meinez ue mich end lese Gesang⸗ ist witz re gute n in den ingbuchi zinn ann due zugeben laß mit eile nicht Us es mit g meines issens bi⸗ n meinet e irrende r thöricht hen Seelz den gerel⸗ ern veren er meineh ach so unt ichen, unn ie du mit eine vor⸗ ich falle und Chri ahme lii so bittaz imer sehn meine B⸗ es Verms⸗ gen, und Wandel vor Gott. 515 gen(meine Ehrenstellen in der Welt); und belege mich dagegen mit schmerzhafter, langwieriger Krankheit, bitterer Armuth, un⸗ schuldiger Verachtung, und andern Leiden dieses bald, bald vorüber ei— lenden Lebens. Nur bitte ich dich inbrünstig, laß mich nicht meine Lei⸗ den etwa durch Unmäßigkeit, durch Lieblosigkeit, oder sonst eine Ver⸗— lehung meiner Pflichten selbst ver⸗ ursachen. Und wenn dann ein Lei⸗ den aus deiner Hand über mich kommt, oder auch etwa durch meine Schwachheit verursachet würde: so laß es mich, nach deiner väter⸗ lichen Absicht, in der Beherrschung aller unordentlichen Begierden, in dem himmlischen Sinn, in der al— lerseligsten Kunst, deinen Willen schlechterdings zu dem meinigen zu nachen, befestigen und stärken, und meiner Seele die himmlischen Früchte einer festgegründeten und geübten Tugend geben. Laß mich auch auf den Fall vorbereitet seyn, wenn du von mir, für den Dienst der Wahrheit und der Tugend meine irdischen Vortheile(meine Güther, mein Amt, meine Ehrenstellen, und selbst mein Leben) zum Opfer for⸗ dern, und mich in die Umstände führen solltest, wo ich, um ein un⸗ berletztes Gewissen zu bewahren, meine Vorzüge und Bequemlichkei⸗ ten aufgeben, und mich drückenden Umständen blos stellen müßte.— So laß denn von nun an alles, was irgend einer Verdrießlichkeit oder mürrischen Klage über deine Regie— rung ähnlich sieht, mir abscheulich und aus meinem Herzen und Mun⸗ de verbannet seyn. Dagegen will ich mich treulich bestreben, alle Müh⸗ seligkeiten dieses Lebens, die Be⸗ schwerden eines siechen Leibes, und was du mir sonst an andern Trüb⸗ nicht allein mit demüthiger Ergebung in salen hinzufügen möchtest, und als wahre Wohlthaten, mit ei⸗ nem dankbaren und heitern Herzen zu tragen, und zu meiner immer größern Reinigung und Besserung anzuwenden. Auch will ich mich be⸗ fleißigen, ein aufgeräumtes, freund⸗ liches Wesen im Umgange mit mei⸗ nen Nebenmenschen immer mehr anzunehmen; um dadurch deiner göttlichen Regierung in der Welt Ehre, und meinen Nebenmenschen Freude zu machen. Wie viel tau⸗ sendmal habe ich dir, mein Gott! zu danken Ursache gehabt, daß du ehedem diejenigen Wünsche verei⸗ telt, diejenigen Absichten mich nicht hast erreichen lassen, die mir da⸗ mals so angenehm waren, und mir zu meinem Wohl unentbehrlich schienen! Hättest du mich das ver⸗ meinte Glück erlangen lassen, das ich so ängstlich und rastlos suchte z hättest du mir die Vortheile ge⸗ währet, die ich als mein Glück so sehnlich wünschte: so wäre mein ganzes irdisches und ewiges Wohl zernichtet. Dies sehe ich jetzo ein, da der Ausgang deiner weisen und gütigen Führungen vor mir liegt. O! das stärke mich, daß ich schlech⸗ terdings keinen andernWillen habe, als den deinigen; daß ich bei allen meinen Wünschen und Hoffnungen, bei allen meinem Thun und Vor⸗ nehmen mit meinem Erlöser sage: Gott, nicht mein, sondern dein Wille geschehe! daß ich allzeit und 1 allen Umständen dich kindlich fürchte, liebe und dir vertraue, und mit deiner väterlichen Regierung immer zufrieden, ruhig und dank⸗ bar bin. Amen! 2) Demuthsuͤbung. Dorg deine Gnade, du heiligstes und vollkommenstes Wesen, deinen Willen, sondern auch als will ich es stets zu meinem Haupt⸗ Erhörung meiner irornmen o machen, meine Seele von allem 314 III. Taͤgliche Erweckung zum frommen Sinn in den meist leichtsinnigen, verän derlichen und nichts bedeutenden Urtheilen der Welt, sondern mu in dem Ruhme vor dir, und in dei nem Beifall bestehet: und insbe sondere soll es mir nie aus den Sinne kommen, daß ich durch mein ehemaliges, sündliches Leben, un durch meine noch immer fortdar⸗ rende große und vielfältige Män⸗ gel, Schwachheiten und Fehltritts, allem Unflat des für mich so thö⸗ rigten, und dir so abscheulichen Stolzes zu reinigen. Ach! noch immer ist in meinem Herzen ein so trauriger Ueberrest dieser schändli— chen und schädlichen Gemüthsart, und der ehemaligen bösen Gewohn— heit und Fertigkeit, vorhanden, der mich an der Ausübung der Tu⸗ gend so sehr hindert, und mich in so manche, und selbst grobe Fehl⸗ tritte stürzt. So will ich denn(du von dir nicht allein gar nichts Gu Gott! einziger Geber aller meiner tes, sondern vielmehr Strafe ver— Kraft zum Guten, wirst mir hel⸗diene. Ach, wie würde es mit mir fen!) so will ich denn mir die Be⸗stehen, wenn du mit mir nach Gu trachtung und Empfindung immer rechtigkeit, ohne Erbarmung ver— gewohnter, geläufiger und kräftiger ö fahren wolltest! Herr, mein Gotti zu machen suchen, daß ich alle mei- thue du durch deine allwaltendi ne Kräfte und Gaben nur von dir Vorsehung, sollte es mich auch dit empfangen habe: daß ich sie nur kränkendsten Urtheile und Verach⸗ dazu empfangen habe, um dadurch tung meiner Nebenmenschen ke⸗ Vergnügen, Ruhe und Wohlfahrtssten; thue alles, so bitter un in deiner Familie, unter meinen speinlich mir es immer seyn mag, Nebenmenschen, auszubreiten: und um diesen Stolz, den ich hasse, aber daß ich folglich ein schändlicher Re- doch noch immer so sehr in mͤ bell in deinem liebevollen Reiche fühle, zu schwächen und allmähliz werde, wenn ich eine deiner Kräfte mit der Wurzel auszurotten. Güh und Gaben dazu misbrauche, ir⸗jenen Betrachtungen die Kraft i gend einen deiner Menschen ohne meinem Herzen, daß ich dadurt Noth und Recht zu kränken, zu be- alle Regungen der Unzufriedenhest trüben, zu beleidigen und zu be⸗bei den Trübsalen meines Lebensz schädigen. Ich will es oft erwä- alle Regungen einer aufblähenden gen, daß ich nur eine gar sehr Meinung von meinen Einsichten, geringe Brauchbarkeit in deinem Gaben und Vorzügen; oder einn Dienste habe, vielleicht auch durch Nachlässigkeit und Trägheit schuld daran bin; und daß hingegen so viele hundert meiner Nebenmen⸗ schen viel größere Kenntnisse und Geschicklichkeiten besitzen, und dei— nem Reiche weit mehrere und wich— tigere Dienste leisten. Ich will es nie vergessen, daß der Tadel und die Widersprüche, die ich von An⸗ dermerfahre, in deiner Hand Seg⸗ nungen werden, und Mittel sind, meine Einsichten zu berichtigen, meine Handlungen zu bessern, und so manche Tugenden zu üben. Oft will ich es meinem Gemüthe vor⸗ halten, daß die wahre Ehre nicht verächtlichen Meinung von meinen Nebenmenschen, und insbesonden von denen, die mit mir in einerll Geschäften(oder Amte) arbeiten, mit Ernst unterdrücke; die Unleid⸗ lichkeit bei den Widersprüchen un dem Tadel Anderer, und alle ver⸗ ächtliche Beurtheilung meiner RR. benmenschen, besonders derer, R sich mit mir um einerlei Sache und Vortheile bewerben, fliehe; so hi die übergroße Begierde nach Ruhn und Beifall vor der Welt; dams ich alle Regungen eines gebieters schen und auffahrenden Wesehs, sogleich mit unerbittlicher Streng aus meiner Seele verbanne. L Vi. ,,, Vater verbrü dich, mir se urthei! schätzu halte! jene ck auch 1 derspr jener freund Kräfte muth Herrn Seele meine mein bitte len. BSI 5 11 und fluß d den K mein Keuse ken t zu jen viehif Anbl Geni aller christ suche genh weick lichke und oder vern da v thig mich gefã hltrittz, chts Gu⸗ dafe ver⸗ mit mir lach Ge— Ung ver⸗ in Gottl auch die Verach⸗ chen ke⸗ ter und asse, abn in mi ULmähliz en. Gieh Kraft in dadurch iedenheit Lebensz lähenden ensichten, der einnt n meinen besonden einerle arbeiten, e Unleid⸗ ichen und alle ver⸗ iner NE⸗ erer, di ache und ez so wit ch Ruhn 3 damit gebieter Wesehs, Strenge und Wandel vor Gott. 515 — Vater! jene uneingeschränkte, un⸗ verbrüchliche Unterwerfung unter dich, jene bescheidene Meinung von mir selbst; und jene liebevolle Be⸗ urtheilung und aufrichtige Werth— schätzung meiner Nebenmenschen er— halte und vermehre täglich in mir; jene christliche Gelassenheit bei den auch ungerechten und bittern Wi⸗ dersprüchen und Tadel Anderer; jener sanfte, nützliche, menschen⸗ freundliche Gebrauch aller meiner Kräfte und Gaben: diese ächte De⸗ muth deines Sohnes und meines Herrn, ach, diese Zierde meiner Seele, und diese Grundlage aller meiner Tugenden, laß immer mehr mein Eigenthum werden. Darum bitte ich dich um Jesu Christi wil— len. Amen! 5) Um Keuschheit und nter der Aufsicht deiner schützen— den Vorsehung, mein Gott und Vater, und unter dem Ein⸗ fluß deiner herzlenkenden, bessern⸗ den Kraft, will ich zu allen Zeiten meine christliche Mäßigkeit und Keuschheit zu bewahren und zu stär⸗ ken trachten. Alle Gelegenheiten meine Seele zu verringern. Du, allwissender Vater! der du weißt, daß ich es nicht aus Selbstvermes⸗ senheit oder Kühnheit thue, son⸗ dern in der frommen Absicht, dei⸗ nen Willen desto besser, leichter und freudiger zu üben: du wirst mich. gewiß mit deiner Gotteskraft da nicht verlassen, und mich der Sünde zur Beute nicht hingeben. Mit einem demüthigen herzlichen Danke nehme ich zu meiner Stärkung die trostvolle Zusage deines Evangelii an, daß du die unwillkührlichen Regungen dieser und andrer mir abscheulichen Gedanken und Begier⸗ den, die ich hasse, bekämpfe, und zu verhindern suche, mir um Jesu Christi willen gar nicht zurechnest; hingegen jeden treuen Kampf da⸗ wider mit einem höhern Grade dei⸗ nes Beifalls und Vaterliebe beloh— nest. Hierdurch gestärket, will ich alle muthlose Furcht und Aengstlich—⸗ keit ihrentwegen verbannen, und sie übersehen und verachten; aber auch durch deine Gnade, mein Gott, ihnen nicht den geringsten Aufent⸗ halt in meiner Seele gestatten, son⸗ dern sie augenblicklich durch Gebät, durch Nachdenken und Betrachtung, oder auch durch heilsame Beschäf⸗ tigung, mit Haß und Abscheu in ihrer ersten Geburt ersticken; und zu jenen unwürdigen, schimpflichen,‚ diesen treuen, edlen, christlichen viehischen Lüsten; alle neugierigen Glaubenskampf, mit unverbrüchli⸗ Anblicke, und allen unvorsichtigenscher Treue fortsetzen, erquickt und Genuß der Nahrung will ich mitsgestärkt durch das fröhliche Be⸗ aller Sorfalt, aber auch mit aller wußtsein: daß du der liebevolle christlichen Klugheit, zu vermeiden Zeuge und Richter desselben bist. suchen. Da, wo ich diesen Gele⸗Und so will ich mich von ganzem genheiten und Gefahren nicht aus-⸗Herzen bestreben, daß ich dir heute weichen kann, ohne mich in Aengst⸗und jederzeit mit einer ganz unbe⸗ lichkeit, Muthlosigkeit, Bestürzung fleckten Reinigkeit der Seele, der und öftere Versuchung zu setzen„Rede und des Wandels diene, und oder irgend eine meiner Pflichten zu dir durch Jesum Christum wohlge—⸗ vernachlässigen oder zu übertreten: falle. Auch bitte ich dich um die da will ich ihnen getrost und mu⸗Gnade, mich so zu regieren, daß thig entgegen gehen, und suchen, ich die Speisen, den Trank und die mich daran zu gewöhnen, und die Nahrungsmittel, die deine Vater⸗ gefährlichen Eindrücke davon mir schenken wird, loeen mi 316 III. Taͤgliche Erweckung zum frommen Sinn mit aller Vorsicht, Selbstbeherr⸗ schung und Enthaltsamkeit zu mir nehme, damit ich ja nicht deine Geschenke schändlicher weise miß⸗ brauche, noch meine christliche Ar⸗ beitsamkeit, Andacht, Keuschheit, und andere Tugenden deines Ge⸗ setzes, hindere und mir selbst er⸗ schwere. Mit solcher christlichen Mäßigkeit will ich denn trachten, dein kostbares Geschenk, meine Ge⸗ sundheit und Leben, zu erhalten und zu benutzen. Ich will dir meine herzliche Dankbarkeit für deine vä— terliche Fürsorge zu beweisen, und meine Andacht und christliche Tu-— genden auf eine edle Art zu bewah⸗ ren und zu üben suchen. Lehre mich, Vater, eben solche Mäßigkeit auch in dem Gebrauche aller deiner andern irdischen Güther, aller auch unschuldigen Vergnügungen des Le⸗ bens, die du mir gönnest. Ich will sie besitzen und genießen mit dem lebhaften Gefühl der Geringfügig— keit und Vergänglichkeit aller, auch der besten irdischen Güther, und mit der standhaftenEntschlossenheit, sie auf deinen Befehl in deine wohl⸗ thätige Vaterhand gern zurück zu geben. Ich will sie besitzen und ge⸗ nießen als ein Christ, der unendlich bessere Güther kennet, und für eine selige Ewigkeit arbeitet. Stehe du mir dazu bei, um Jesu, meines Erlösers, willen. Amen! Um bruͤderliche Liebe, Mitfreude und Mitleid. L und gnädiger Gott und Schöpfer deiner Menschen, un⸗ endlich gütiger und wohlthätiger Regent der ganzen Welt! jedes rechtmäßige Vergnügen meiner Ne— benmenschen ist ein Geschenk dei— ner allgemeinen Vaterliebe: Neid, Mißgunst, schadenfrohes Wesen machen mich folglich zu einem Re⸗ — bellen in deinem liebevollen Reiche. Durch diese feindseligen Leiden⸗ schaften werde ich den niedrigsten und unwürdigsten Geschöpfen, ja dem Teufel und seiner höllischen Gesellschaft ähnlich, und in den al⸗ ler unseligsten Zustand gestürzt, wo ich, ohne Gotteslästerung, von dir keine Gnade und Antheil an dem Verdienste deines Sohnes erwarten kann. Weit, weit größere Ehre und Freude schaffet es mir, wenn ich mit Selbstüberwindung das Ver⸗ gnügen meiner Nebenmenschen em— pfinde, als wenn ich den glänzend⸗ sten Ruhm, und den lautesten Bei⸗ fall der ganzen Welt erhielte. Und je mehr Selbstüberwindung mir diese Tugend kostet; desto edler und wichtiger ist sie, nach deiner liebreichen Schätzung; und allen den Verlust, den ich je an eigenem irdischen Ruhme, Bequemlichkeit, und andern Güthern der Erde lei⸗ den kann, ersetzet sie mir durch den höhern Grad deines Beifalls und Vaterliebe unendlich. Durch diese Betrachtung gestärkt, will ich mir denn jene höllischen Leidenschaften, Neid, Mißgunst und Schadenfreu⸗ de, immer verhaßter und abscheu⸗ licher machen, und sie, wenn sie sich in meiner Seele regen, mit al⸗ ler Macht daraus verbannen. Hin⸗ gegen will ich mich immer mehr an eine zärtliche, christlich brüderliche Theilnehmung bei der Noth mei⸗ ner Nebenmenschen, zu gewöhnen suchen; sie als die meinige ansehen und fühlen, sie auf alle mir mög⸗ liche Art, mit Gelde, durch thäti⸗ gen Beistand, und vornehmlich mit meinen Kräften und Gaben, zu er⸗ leichtern oder zu endigen suchenz und mich in die Bereitschaft ver— setzen, sie ihnen, wenn es deiner Weisheit so gefiele, abzunehmen, und an ihrer Stelle zu tragen. Zu diesem Ende will ich, so viel immer möglich ist, keinen Armen, der sich an mich wendet, gehen lassen, 20 ihn ——.— ihn sel ihm gl ihm do einspre diesen! dankba thätige mein 2 glücket deine? dere al dies at mehr b Vergn besond Stand als me Freude aber d dischen und m ringert streben müöglic dern, d Urthei und Vã gen sie schläge lunge liche A das E schaft f sentlich nen N brüde suchen mir Ueber unchri verni des G ich di blos z mein g dern a zärtlig Mitte und t Christ Reiche. Leiden⸗ rigsten en, ja llischen den al⸗ zt, wo von dir n dem warten e Ehre wenn as Ver⸗ en em⸗ inzend⸗ n Bei⸗ e. Und g mir edler deiner allen igenem ichkeit, de lei⸗ vch den Is und ch diese ich mir haften, enfreu⸗ bscheu⸗ enn sie mit al⸗ Hin⸗ lehr an derliche h mei⸗ wöhnen ansehen r mög⸗ ; thäti⸗ lich mit zu er⸗ suchen; ft ver⸗ deiner ehmen, en. 3u immer der sich n, ohne ihn und Wandel vor Gott. 31² V.:ä ihn selbst zu sprechen. Kann ich ihm gleich nicht helfen, so kann ich ihm doch vielleicht Muth und Trost einsprechen; oder er hilft mir durch diesen Anblick seiner Noth, daß ich dankbarer gegen dich, meinen wohl— thätigen Vater, der du mich, ohne mein Verdienst, mehr als ihn be⸗ glücket hast, und mitleidiger gegen deine Menschen werde. Insbeson⸗ dere aber will ich mich, weil mir dies am schwersten wird, immer mehr befleißigen, jedes rechtmäßige Vergnügen meiner Nebenmenschen, besonders derer, die mit mir einerlei Stand, Amt und Vortheile haben, als mein eigenes Vergnügen mit Freude zu empfinden: vornehmlich aber da, wo es meinen eigenen ir⸗ dischen Ruhm und Ehre verdunkelt, und meine irdischen Vortheile ver⸗ ringert. Auch da will ich mich be— streben, ihr Bestes auf alle mir mögliche Art zu suchen, zu beför— dern, durch gelegentliche, rühmliche Urtheile, Warnung vor Schaden, und Vereitlung böser Anschläge ge⸗ gen sie, oder durch nützliche Rath⸗ schläge, Nachrichten und Empfeh⸗ lungen, oder auf andere mir mög⸗ liche Art und Weise; auch wenn das Gespräch hierauf in Gesell⸗n schaft fällt, so will ich durch geflis⸗ sentliche Fortsetzung desselben mei— nen Neid zu kränken, und meine brüderliche Gemüthsart zu stärken suchen. mir auch hierin die ten Menschenfreundes willen, bitte ich dich hierum. Amen. 5) Um Nachsicht, Sanft⸗ muth, Leutseligkeit und Langmuth. W'n ist ein solcher Gott, wie du bist, der mit den Sündern nicht nach Verdienst verfährt, und die so oft wiederholten Fehltritte und Schwachheiten der Menschen mit unbegreiflicher Geduld und Schonung trägt! O laß mich doch, mein Gott! durch die dankbare Er⸗ innerung des unermeßlichen Reich-⸗ thums deiner Langmuth, Vater⸗ treue, Nachsicht, Herablassung, Leutseligkeit und Freundlichkeit, welche du mir um Jesu Christi wil⸗ len immerfort schenktest, erweckt und gestärkt werden, mich von aller auffahrenden Heftigkeit, Ungestüm und Hitze zu reinigen, die einem Unterthan und Kinde des so herab— lassenden freundlichen Gottes, und einem Erlöseten des so sanftmüthi⸗ gen Lnl ese amich äußerst schimpflich ist. Laß mich täglich er⸗ weckt und getärkt werden, diesen bösen Regungen mit aller Wach— samteit den Eingang in meine See⸗ le zu verschließen; und wenn sie sich da einfinden, mir alsdann keine Herr„ mein Gott! hil fRede und That eher zu erlauben, traurigen bis ich die Sache dir im Gebät vor⸗ Ueberreste meines ehemaligen bösen getragen, und mir da eine dir ge⸗ unchristlichen Lebens immer mehr fällige Art des Verfahrens vorge⸗ vernichten. Gieb mir Gegenwart sschrieben habe. Ja, mein Gott! des Gemüths und Weisheit, daß unter deinem Beistande will ich ich diese Christen-Tugend nicht mich als ein Christ befleißigen, so—⸗ blos zur Hälfte ausübe; nicht blos mein Herz vom Neide reinige, son⸗ zärtliche Mitfreude stärke, und die Mittel dazu immer besser erkenne, und treuer anwende. Um Jesu Christi, deines Sohnes, des größ— zu gewöhnen. wohl bei den Unordnungen und Vergehungen derer, die mir unter⸗ dern auch die, noch so sehr schwache, geben sind, als auch bei allem dem, was mir an meinen Nebenmen⸗ schen unangenehm und verdrießlich ist, mich an eine immer größere Ich will mich 4 318 III. Taͤgliche Erweckung zum frommen Sinn mich bemühen, die nöthigen Erin⸗ nerungen, Verweise oder Bestra⸗ fungen, die ich Andern zu geben ha⸗ be, mit einem sanften und leutseli⸗ gen Wesen zu geben; und in der Belehrung und Besserung der Ir⸗ renden und Fehlenden nie zu er⸗ müden; aber ich will auch, so viel immer möglich, die sanften Mittel den strengen vorziehen; und über⸗ haupt so sanft gegen andere seyn, als strenge gegen mich selbst. Da⸗ zu hilf mir durch dein Beispiel und dein Wort um deiner unendlichen Güte willen. Amen! 6) Um christliche Gefaͤlligkeit und Freundschaft. Oslles das, mein Gott! was ir⸗ gend einem meiner Nebenmen⸗ schen, ohne Noth und Recht, nur einen mißvergnügten Augenblick verursacht, will ich mir immer ver⸗ haßter und abscheulicher zu machen, und alles mürrische, verdrüßliche und unfreundliche Wesen immer mehr und mehr abzulegen suchen. Dagegen will ich mich(hilf du mir selbst dazu!) immer mehr gewöh— nen, alles, was irgend einem meiner Nebenmenschen ein recht— mäßiges Vergnügen und unschul— dige Freude macht, auch in Klei— nigkeiten zu bemerken, und mit aller Treue und Lust ins Werk zu rich⸗ ten; und dies will ich thun, nicht etwa aus Schmeichelei und Men⸗ schengefälligkeit, sondern durch die edle Begierde, dir, meinem Gott, ähnlich zu werden; und deine Men- schen aufs möglichste zu vergnügen, will ich mich antreiben und erwek— ken lassen, nicht allein in großen und wichtigern Dingen, sondern auch in Kleinigkeiten gütig, sanft und freundlich zu seyn; und An⸗ dern wohlzuthun auf die gefälligste Weise. Dies soll mich antreiben, die Ehre meiner Nebenmenschen ..tw mit der größten Zärtlichkeit zu be⸗ handeln, und allzeit wohl eingedenn zu seyn, welche schmerzende Krän— kungen Andern durch die Verletzung ihrer Ehre und guten Namens ver⸗ ursacht werden; den großen Zweck, zu vergnügen und wohlzuthun, will ich stets vor Augen haben. Das, das ist Ehre, Ruhm und Glück für mich, einen Christen, der beru— fen ist, Segen von dir zu empfan⸗ gen und Segen unter deine Men⸗ schen zu verbreiten. O Gott! laß mich dies bei keiner Gelegenheit vergessen, und erhöre mich um Jesu Christi willen. Amen! 7) Um christliche Liebe gegen Feinde. ollten mir auch, o Gott, un— ter deiner allwissenden und väterlichen Vorsehung, Beleidiger, auch grobe Beleidiger und Feinde begegnen: o so will ich aus herzli⸗ cher Dankbarkeit für deine ganz unermeßliche Gnade, auch meinen ärgsten Feinden sogleich und von ganzem Herzen vergeben, da du mir solche Beleidigungen um Jesu Christi willen vergeben hast, gegen welche auch die größten Feindselig⸗ keiten der ärgsten Bösewichter ge— gen mich wie nichts zu rechnen sind. Ich will auch meinen ärgsten Fein⸗ den aus eben dieser Ursache alles Gute aufrichtig gönnen und an⸗ wünschen: jeden mir möglichen Dienst ihnen gerne leisten; und nach dem Muster meines Herrn Jesu Christi, durch Wohlthun und Liebe sie zu besiegen trachten. Diese Gesinnungen, barmherziger und verzeihender Gott! verleihe, erhal⸗ te und befestige in mir, zur Ehrt deines Namens und deiner heilig⸗ sten Religion, und zu meiner eiz genen Ruhe und Seligkeit. Amen! 8) Um ————— 9) Um und de aß mie daß a gange m ankomm nicht sei stiften, a ich mich und in sowohlel Standes gange n fältigen befleißig Muster haftigke liche Aut nicht dat gestatter mein He etwa de bei mir nen, w mehr zu unter d hiermit allentha liebevoll meiner daß ich etwas ei theilige ihre Ma hungen unterdr davon er als zu und im derwille sche, dg nen, sp schenlie Pflicht mehr a derer J schafter bemerk halte und Wandel vor Gott. 319 ———z zu hes 727 Gespräche mache. Auch will i gedem) uUm Heiligkeit der Redenswachsam auf den Veruf und Krän. und des ganzen Betragens. gteb vorde seyn, die du mir letzu ö giebst, vor der Welt ein dankvolles us ver. Hh mich, o Gott, stets bedenken,. Bekenntniß meiner unendlichen Zweck daß auf mein Verhalten im Um⸗Verpflichtung gegen deine Reli⸗ in, will gange mit andern Menschen so vielsgion, und das göttliche, ewig theure Das, ankommt, und daß übele Reden, Verdienst meines gekreuzigten Hei⸗ lück fir nicht selten, eben so viel Unheil landes abzulegen. Bei allen schick⸗ beru⸗ sstiften, als üble Thaten. Gieb, daßslichen Anlässen will ich es meinen mpfan⸗ ich mich daher bei meinen Reden Nebenmenschen sagen, daß ich alle Men⸗ und in meinem ganzen Betragensmeine Gewissensruhe, alle meine ttl laß sowohl bei en smäftan meines Kraft, Licht und Stärke zum An⸗ genheit Standes cund Amtes), als im Um⸗ fange in der Tugend, alle Freuden ich um gange mit Andern, einer sorg⸗ dieses Lebens, allen Trost im Tode, 11 filtigen Ueberlegung immer mehrsalle frohe Aussichten jenseits des befleißige. Laß mich da, nach dem Grabes, nur dem Verdienste Jesu —— Muster deiner Treue und Wahr-zu danken habe; und hierdurch will haftigkeit, die allerstrengste christ⸗ ich suchen, mich und meine Neben⸗ gegen liche Aufrichtigkeit üben; und mir menschen immer mehr zur ehr⸗ nicht das geringste unwahre Wort furchtsvollen tiefen Werthschätzung zestatten. Laß mich auch übersund treuen Ausübung dieser ewig, tt, un⸗mein Herz fleißig wachen, daß nicht ewig ersprießlichen Religion zu er⸗ den und etwa der Anfang der Heuchelei sich wecken. Verleihe mir dazu Kraft eidiger, bei mir einschleiche, das zu schei⸗und Gnade, Gott der Wahrheit Feinde nen, was ich nicht bin, oder es und meines Heils! um Jesu Chri⸗ s herzli⸗ nehr zu scheinen, als ichs bin. Ja, sti willen. Amen! ae gamz unter deinem Beistande fasse ich meinen hiermit die feste Entschießung: und von allenthalben soll mich der christlich— da du liebevolle Geist in der Beurtheilungsy) Um christlichen Gebrauch im Jesu meiner Nebenmenschen so regieren, der Vergehun en, Thor⸗ „gegen daß ich nie eine Unwahrheit, nie heit 50 Aum/ 2966 ndselig⸗ etwas erdichtetes Böses oder Nach⸗ 44 en und Laster meiner hter ge.theiliges von ihnen sage; daß ich Nebenmenschen. nen sind, ihre Mängel, Fehler und Verge⸗ en Fein⸗ hungen„auf jede rechtmäßige Art M enn ich Thorheiten, Vergehun⸗ he alles unterdrücke und verberge; daß ich gen und Laster von meinen und au⸗davon nie ohne Noth, nie anders, Nebenmenschen sehe oder höre: so jöglichen als zu irgend einer guten Absicht, laß, o mitleidsvoller und barmher⸗ nʒ und und immer mit einem innern Wi⸗ziger Gott! diese traurigen Erfah⸗ Herrn derwillen„immer mit dem Wun⸗rungen meine Menschenliebe gegen hun und sche, das Gegentheil sagen zu kön⸗sie nicht schwächen; und verhindre n. Diese nen, spreche. Die allgemeine Men-dies in mir durch die erwelkenden ger und schenliehe, diese große und heilsame Lehren deiner Religion. Deinn die⸗ , erhal⸗ Pflcht des Christen, soll mich viel⸗sse überzeugt mich, daß ausch dem ur Ehre mehr antreiben, daß ich aller an⸗ärgsten Bösewicht, in jedem Au⸗ heilig⸗ derer Menschen rühmliche Eigen-genblicke, der Zutritt zu deiner einer ei⸗ schaften und Handlungen sorgfältig Gnade eröffnet ist, um durck sie ge⸗ Amen! bemerke, und diese zum liebsten In⸗bessert, geheiliget, begnadi zet und halte meiner Unterredungen Sues deiner Freundschaft wied er auf⸗ 8) Um ge⸗ 320 III. Taͤgliche Erweckung zum frommen Sinn — genommen zu werden: und daß lzen Reiche auf der Erde, zu wer— böse Neigungen und Handlungen bei meinen Nebenmenschen Unwis— senheits- und Schwachheits-Sün— den seyn können, welche bei mir den Verlust des Gnadenstandes un— ausbleiblich verursachen würden, weil ich mehr Erkenntniß und Mit⸗ tel zur Besserung habe. Dann aber laß mich auch eben diese traurigen Erfahrungen, von den Thorheiten, Vergehungen und Laster nach der Belehrung deines Wortes, als ein Christ gebrauchen. Laß mich sie anwenden, mich zur Demuth zu erwecken und zu stärken; indem ich mich dadurch an mein eigenes ehe— maliges Sündenleben, und an die noch fortwährenden großen Män⸗ gel und Flecken meiner Tugend er⸗ innere. Laß mich sie anwenden, meine Dankbarkeit gegen dich zu erwecken und zu stärken durch die Erinnerung deiner unermeßlichen Gnade, die mich aus dem Abgrun— de des Lasters und des Unglücks herausgerissen, und mich vor so manchen großen Sünden bewahret hat. Laß mich sie zur Erweckung und Stärkung meiner eigenen Vor— sicht und Wachsamkeit gebrauchen, durch die Betrachtung, daß ich selbst den Saamen zu allen solchen und andern Lastern in mir trage, und meine Tugend ohne Vorsicht und Wachsamkeit jeden Augenblick glei⸗ chen tödlichen Gefahren ausgesetzt seyn kann. Laß mich endlich dadurch zum christlichen Mitleiden und Wohlthätigkeit erweckt und gestärkt werden, daß ich dies allergrößte Elend meiner Nebenmenschen mit herzlicher Theilnehmung empfinde, und, anstatt sie durch Verachtung, Haß und harte Begegnung zu er— bittern und in das Elend noch tie— fer hinein zu stürzen, vielmehr alle den. Laß mich auch hierin das Bei— spiel meines menschenfreundlichen Erlösers stets zum Muster und Nachfolge vor Augen haben, um erhöre mich um dessentwillen, Amen. ⸗üII 10) Um christlichen Gebrauc der Zeit, Kraͤfte und Gg⸗ ben Gottes. Mitdergichn, ehrfurchtsvollen (Danke erkenne und rühme ii deine Gnade, mein Gott, daß di mich hier auf der Erde in ein ai— beitsames Leben, in einen solcheh Stand und Verbindung geses hast, wo mich eine Arbeit nach de andern beschäftigen muß, und ebeh hiedurch die Erhaltung meinen Christen-Tugend mir so sehr enr leichtert und mir mein Leben heih sam, und nützlich für mich und au⸗ dere gemacht wird. Ich preise dich gnadenvoller Gott, daß du mir bis her dies Leben, diese Kräfte un Munterkeit meines Leibes und G müths, den fröhlichen Gebrauh meiner Augen und andern Sinne, meine Vernunft und Sprache, und andere irdische Gaben anvertramt hast, und mir dadurch das ehres volle Zeugniß giebst, daß du michi deinem Reiche noch nützlich findes. Aber nicht blos mein Mund, sos dern auch mein Herz und Wandel, soll dir dafür danken, indem ih diese deine Geschenke als ein treilt Haushalter gebrauche. Durch diß ne Gnade will ich die Geschäfte i. dem Stande und Berufe(in den Amte und Posten), den du mir st deiner Welt angewiesen hast, weil Gelegenheiten sorgfältig bemerke sie einen Haupttheil meines Chri und treulich gebrauche, um durch stenberufs hier in dieser Vorbereß ihre Besserung ein Wohlthäter so⸗ tungszeit ausmachen, zuvörders wohl an ihnen, als an deinem gan⸗ausrichten mit aller Treue, i H —— Anstren und nö in gewi mirang Ich will verdross Gottesd dabei m trauen die Best nung ge meine e bes od bverursac seyn, w gute Ert lingen s ne alle ä! unruhig gang ur lich dein Vorsehu dere sche Seele, Geschäft mehr m Lauterk von der dem ird und vo gierde, theile z deswege Liebe zu Hoffnun immer Verfassi schäfte, nur gan thue, da nen Bef Reicheen die selig beiten. wie hei wenn ich Leben, ob, und fall und mir dur willst. 7 zu wer⸗ das Beiz indlicheß ter und en, um twilleg, ebrauch d Ga⸗ tsvolleh ühme ih „daß di ein au n solcheh gesehh nach der und eben meine sehr er ben heil⸗ Und an⸗ reise dich mir bis äfte un und Ge⸗ Gebrauch Sinne, iche, und vertrauth 18 ehren⸗ u mich in h findes. nd, soh⸗ Wandel, ndem ich in treuh Aurch deiz schäfte i (in den vu mir in ast„ wel ies Chri⸗ Borbereiz uvörders ue, nit Nh⸗ und Wand el vor Gott. 321 Anstrengung aller meiner Kräfte, und nöthiger Selbstüberwindung in gewissenhafter Hintansetzung der mir angenehmern Beschäftigungen. Ich will sie stets mit freudiger Un⸗ verdrossenheit, als einentchristlichen Gottesdienst verrichten: ich will dabei mit einem kindlichen Ver⸗ trauen dich ehren, und deswegen die Beschwerden, als deine Anord— gung geduldig tragen, die mir etwa meine eigne Schwachheit des Lei⸗ bes oder andere Zufälle dabei verursachen, und ich will zufrieden seyn, wenn ohne meine Schuld der gute Erfolg meiner Geschäfte mis— lingen sollte. Ich will vielmehr oh— ne alle ängstliche Ueberlegungen und unruhige Bestrebungen, den Fort⸗ gang und Ausgang davon ledig⸗ lich deiner weisen und väterlichen! Vorsehung überlassen. Insbeson⸗ dere schenke mir, Vater meiner Seele, deine Gnade, daß ich die Geschäfte meines Berufs immer mehr mit einer recht christlichen Lauterkeit ausrichte. Reinige mich von der großen Anhänglichkeit an dem irdischen Lobe und Beifalle, und von aller übertriebenen Be⸗ gierde, dadurch mir zeitliche Vor— theile zu erwerben. Setze doch mich aber auch bereit halten, die andern menschenfreundlichen Hand⸗ lungen, wozu ich in dem Laufe ei⸗ nes jeden Tages Gelegenheit und Kräfte finde, mit aller Treue und Lust auszurichten. Wo ich meinen lieben Nebenmenschen mit Beleh—⸗ rung und gutem Rathe zu statten kommen, liebreichen freundlichen Umgang mit ihnen pflegen, thätige Unterstützung, Erquickung, Erfreu⸗ ung, Aufmunterung zum Guten, oder etwas dergleichen ihnen geben oder durch andere verschaffen kann; dann will ich nie vergessen an ihrer Wohlfahrt und an der Wohlfahrt deines Reichs, o Gott, zu arbeiten. Die Wohlthaten, die du mir selbst an Leib und Seele erzeugen wirst, will ich mit frohem, dankbarem, unschuldigem, zufriedenem Herzen genießen. Ich will darin deine Vaterliebe schmecken und empfin⸗ den, über dich mich freuen, und durch solche Freude meine Dank⸗ barkeit und willigen Gehorsam ge— gen dich zu stärken suchen. Jede Freude, die mir auf dem Wege durch dieses Leben begegnet, laß mich mit einem solchen Herzen, voll von Zär keit gegen dich und HR rtlichk voll Liebe zu deinen Menschen, so deswegen mein Herz, durch die Bebe zu dir und durch die christliche ——— 7 2 Hoffnung jenes ewigen Lebens, immer mehr in die allerseligste nur ganz allein in der edlen Absicht thue, dadurch dir zu gefallen, dei⸗ nen Befehl auszurichten, deinem Reiche nützlich zu werden, und für die selige Ewigkeit heilsam zu ar⸗ 253 beiten. Wie vernünftig, wie wie heilsam ist es doch für mich, wenn ich, bei solchem Herzen und Leben, es dir lediglich überlasse ob, und wie viel irdische Ehre, Bei⸗ fall und andere zeitliche Güther du mir durch meine Geschäfte schenken willst. Durch deine Gnade will ich ganz und inniglich genießen. Denn du, Vater der Freude! giebst sie uns nur dazu, daß wir uns so Ich will endlich die allerseligste Er⸗ hilaubniß, die du mir durch Jesum chenket hast, in jedem Augen⸗ blicke mit kindlicher Freimüthigkeit mich zu dir zu nahen, sorgfältig be⸗ nutzen; ich will das beständige An⸗ denken an dich in mir erhalten z meine Seele mit öftern gottseligen Empfindungen, Betrachtungen oder auch Seufzern und Gebäten für mich und meine lieben Nebenmen⸗ schen, zu dir empor schwingen; und mich also in die ehristlichen Ge⸗ sinnungen des beständigen Gebäts X im⸗ ge! 3²% III. Taͤgliche Erweckung zum frommen Sinn r, immer mehr zu versetzen suchen. Freund und Vater meiner Seele! hilf du mir zu der Gegenwart des Gemüths, daß meine Pflichten, nebst den großen Bewegungsgrün⸗ den und den schicklichen Mitteln, sie zu erfüllen, mir zu jeder schickli⸗ chen und bequemen Zeit einfallen, und mich zu allen jenen guten, edlen, feligen Thaten stärken. Schaffe du selbst in mir, was dir wohlgefällt. Ewig sey dir Ehre und Anbetung gebracht! Amen. 11) Aufmunterung zu solchem Wandel vor Gott. Se vor dir, mein Gott, zu wan⸗ deln; so vor dir als ein Christ zu wachen, zu kämpfen, zu beten, zu denken, zu wollen, und zu han⸗ deln, soll mich ermuntern: 1) Die kindliche Liebe und Dankbarkeit ge⸗ gen dich. Ganz unzählig und un⸗ ermeßlich sind deine Wohlthaten, womit du mich durch das Verdienst Jesu Christi erfreuet hast, und noch immerfort erfreuest. Jeder Tag, 0 Ewigkeiten erzeigen willst. Gottl wie äußerst schändlich und strafbar wird für mich jede Sünde! wie stark und viel sind die Bande der Liebe und Treue, womit ich dit zum kindlichen Gehorsam verbunden bin! O, ich müßte der allernieder⸗ trächtigste, schändlichste Mensch, ein rechtes Scheusal und Schand— fleck in deiner Schöpfung seyn, wenn ich mich nur noch von irgend einer Sünde wollte sclavisch beherrscheh, und durch irgend etwas in deinen Dienste muthlos und verdrossen machen lassen. Gott, mein Vaters gieb mir Weisheit und Kraft, diß ich in dem Laufe eines jeden Tagez deine vorzüglichen Liebesprobgh sorgfältig bemerke; mein Herz z dir, dem so liebreichen, so großmi⸗ thigen und freundlichen Wohlthst ter, durch innige Empfindungeh oder auch Seufzer und Gebäte deß Ruhms und Dankes empor hehbef und dadurch dieser meiner noch s sehr schwachen Liebe und Dankbatz keit gegen dich neue Nahrung us Stärke verschaffe. So laß denh auch heute meine Seele immer mest mit der allertiefsten Ehrfurcht u jede Nacht sind mit neuen Gunst⸗ bezeigungen bezeichnet. Der sanft⸗ erquickende Schlaf, den du mir schenktest; dieser fröhliche Gebrauch meiner Augen, Ohren und ande— rer Sinne, meiner Vernunft und Sprache; die Verrichtung meiner dir wohlgefälligen, und der Welt heilsamen Geschäfte; mein ze itli— cher Wohlstand; meine Gemüths⸗ und Leibeskräfte; die gnädige Er⸗ laubniß, zu dir zu beten: diese neue Naͤhrung für meine Seele.— Anbetung deiner unermeßlichth Majestät, und mit einer recht zärtls⸗ chen Liebe gegen dich, mein Vater angefüllet werden; und hierdu neue Gotteskraft zum Hasse u ewigen Kampfe wider alle Sünh und zu einem ungetheilten, rh willigen freudigen Gehorsam gehs alle deine, auch noch so bitteß Schickungen, und gegen alle deih auch noch so schweren Befehle, pfangen. Ich ermuntere mich zu- diesth Doch, Herr! mehr als Haare aufffrommen Wandel 2) durch meinem Haupte, mehr als Sand⸗- christliche Ehrbegierde, durch d körner an dem Ufer des Meers, Betrachtung der Größe, der Volt mehr als Strahlen aus der Sonne züge und Glückseligkeit, die ichsh seit dem Anfange der Welt gefah⸗sein Christ besitze und dereinst u ren sind, sind die Gunstbezeigun-besitzen werde. Diese edle Eht gen, die du mir bisher erwiesen pfindung meiner allererhabenst hast, und noch immerfort durch alle Würde, um Jesu willen deinzran l —— und Kir Eckel ur de, als anfüllen selbst, u gefallen kräftiger aus allet meinem lich zu n ken mei näß zu zu hand Ich er! die christ Zum Ri keit muß redlicher gielen u Flecken v Ruhe, 3 und so m in mein Nur die Feind ur Diese wi Herzen h meine K ich die gottselig ten imm geue gö in meine Ich e durch de deine All keit kanr lehrung giebt, n du, meir unendlic ter, mir geiten, Hause, Ergötzun und in meinen mittelbo sende lie lungen der geh S3li.; Gottl strafbar e! wie unde der ich dir ebunden rnieder⸗ Mensch, Schand⸗ n/ wenn nd einer errschey, deinen uVaters aft, daß en Tagez esprobeh Herz n großmü⸗ Wohlthä⸗ indungeh ebäte di or hebe, r noch s6 Dankbar⸗ rung un laß denn mer meht urcht meßlichth ocht zärtli in Vater, hierdurh Hasse un le Sündh ten, rahh sam geh so bitten alle deint, fehle, N — zu- dieseh durch N durch de „der Vu⸗ die ich th reinst n edle Ent rhabensih einðreuß 1 erdrossnl und Wandel vor Gott. 3²3 — und Kind zu seyn, soll mich mit Seele bist. So weiß ich denn, daß Eckel und Abscheu gegen alle Sün-mich keine zu schwere Versuchung de, als die alleräußerste Schande befallen, und es mir nie an Kraft anfüllen; mir Ehrfurcht gegen mich zum Guten fehlen kann; denn dei⸗ selbst, und ein demüthiges Selbst- ne Macht ist mir stets zur Seite. gefallen einflößen, und dadurch ein So weiß ich auch, daß nicht das kräftiger Antrieb werden, daß ich geringste von allem dem, was ich aus aller Macht dahin strebe, dir, in deinem redlichen Dienste unter⸗ meinem Freunde und Vater, ähn-nehme, verloren ist. Jede gottse⸗ lich zu werden, und in allen Stük-lige Ergebung in deinen Willen, ken meiner erhabenen Würde ge-womit ich die Mühseligkeiten bei mäß zu denken, zu begehren und meinen Arbeiten, die Trübsale u handeln. dieses Lebens, die Krankheiten oder Ich ermuntere mich dazu 3) durch Beschwerden eines siechen Leibes, die christliche erleuchtete Selbstliebe. die du mir etwa auflegen mögtest, gum Ruhme deiner Barmherzig- ertrage, kennest du; jede Selbst⸗ keit muß ich es bekennen, daß dein überwindung, die ich mir bei dem redlicher Dienst bisher, aller seiner Genusse der Nahrung und erlaubter bielen und großen Mängel und Vergnügen, oder bei den Beleidi⸗ Flecken ungeachtet, eine so göttliche gungen anderer, bei den Regungen Ruhe, Zufriedenheit, Heiterkeit, des Stolzes, oder bei andern Ge— und so manche himmlische Freuden legenheiten, aus Gehorsam gegen in meiner Seele verbreitet hat. dich anthue, ist dir nicht verborgen; Nur die Sünde allein ist der einzige jeder treue Kampf, den ich gegen geind und Störer meines Glücks. die Unmäßigkeit, Heftigkeit, Zorn, Diese will ich daher von ganzem und andere Reizungen führen; jede herzen hassen und fliehen; und allefromme, auch blos innere Bestre⸗ neine Kräfte darauf richten, daß bung, womit ich dir wohlzugefallen ih die Zahl meiner christlichen, trachten werde, siehest du, Allwis-— gottseligen Gesinnungen und Tha-sender; ja, jeder Kummer, jede ten immer vermehre, und dadurch Sehnsucht, jeder Seufzer, den mir neue göttliche Ruhe und Freude die Empfindung meines geistlichen in meine Seele leite. Unvermögens, und das Andenken Ich ermuntere mich) dazu der bessern ewigen Welt auspresset: durch das lebhafte Andenken an dies alles, so schuldig, so unvollkom⸗ deine Allgegenwart. In alle Ewig- men und wenjg bedeutend es auch keit kann ich dir die allerseligste Be⸗ist, wird von dir, meinem Gott, lehrung, die mir deine Religion mit Gnade bemerkt; bleibt, wenn giebt, nicht genug verdanken, daß ich es selbst schon lange vergessen du, mein allmächtiger, allwissender, habe, deinem allwissenden Verstande unendlich liebreicher Gott und Va-ewig gegenwärtig; wird mir von ter, mir allenthalben und zu allen dir um Jesu willen mit deinem geiten, im Hause und ausser dem Beifalle und größern Liebe be⸗ Hause, bei meinen Arbeiten und lohnt; mir ein Denkmal vor dir im Ergötzungen, in meiner Einsamkeit Himmel, und wird mich, noch nach und in meinen Gesellschaften, bei Jahrhunderten in deinem Himmel meinen Leiden und Freuden, un- ergötzen. Dies soll mir neue Lust mittelbar zugegen, und der allwis⸗(und Stärke einflößen, allenthal⸗ sende liebevolle Zeuge meiner Hand— ben nur nach glaubigen edlen Wer— lungen, Reden, Begierden, und ken, und hierdurch nach dem ewi⸗ der geheimsten Gedanken meiner 45 mit Geduld zu trachten. 2 End⸗ 1 5 264 IV. Gebaͤte fuͤr die, welche zum heiligen — Endlich 5) laß mir das große Ziel will ich dann meine Glaubensblicke aller ehristlichen Wünsche, Hoffnun⸗ in jene ewige Welt richten, sie an gen und Bestrebungen, die selige mein Vaterland heften, und mich Ewigkeit, nie aus dem Gesichte dadurch göttlich stärken. Du bis kommen. Wenn die Beschwerden meine Hülfe. So will und so wer⸗ und Mühseligkeiten dieses Leibes de ich heute, mein Gott, und in und Lebens mich niederschlagen; der folgenden Zeit meiner Tage wenn die Peinlichkeit bei den Käm⸗ leben, daß ich in jedem Augenblick pfen wider die Sünde mich muth⸗ mit Zustimmung meines Gewissenz los und verdrossen machen wollen; und mit Uebereinstimmung meines oder wenn die Mühe, die mein ganzen Lebens, sagen kann:„ih verdorbenes Herz mir bei der Aus⸗„habe den edlen Glaubenskams übung und Befolgung deiner Gebote/, gekämpfet, ich habe den Lauf volt verursachet, mir eine Last werden„endet, ich habe Treue gegen dic will: alsdann laß die fröhliche Er⸗„bewahret. Darum liegt nun auc wartung des künftigen bessern,„die Krone der Tugend für mich durch die vollkommenste Tugend„ bereitet da, welche du, Herr, und feurigste Andacht ewig beglück⸗„mein gütiger Richter, mir un ten Lebens, und die Erinnerung,„allen den vielen tausenden geben daß mich jeder Augenblick dahin„wirst, die dich von Herzen lich einführen kann, mein Anker, meine„haben.“ Amen! Amen! Stütze, mein Labsal werden. Da IV. Gebaͤte fuͤr die, welche zum heiligen Abend⸗ mahl gehen wollen. 1) Nachdenken uͤber den ssem Genusse Nußen haben, so in Zweck und Nutzen des heili⸗ ich nicht nur verbunden, mich des⸗ en Abendmal 8 selben oft zu bedienen, und dun 8 mahis. Genuß fleißig zu wiederholen; soh Nas heilige Abendmahl, das von dern mir auch richtige Begriffedn 15 Kr„on von zu machen, und mit dem gi⸗ — Jesu Christo gestiftet und ein⸗ nann + 9 gesetzek, und dessen Genuß mir und brauche desselben die rechten Absihz allen Bekennern seiner heiligsten an und eine schickliche christe Religion anbefohlen ist, steine got⸗ Semütbederfosns zn erun tesdienstliche Handlung, die ich eben Dieser Genuß des heiligen Abesdz so wenig, als die übrigen Anord⸗ mahls aber soll mir 1) ein dens nungen seiner Religion vorsetzlich thiges und herzliches Lobopfer fit unterlassen darf, wenn ich ein die unermeßliche Gnade mein Christ seyn will. Vielmehr lege ich Gottes seyn, daß er mir durch I durch diesen Genuß ein feierliches sum Christum die Mittel zu miß Bekenntniß ab, daß ich ein Christ ner Besserung, Begnadigung I bin, daß ich es für eine Ehre und Seligkeit geschenkt, und mir so in Glück halte, ein Christ zu seyn zählige schändliche und strafbatt und daß ich mich meines Erlösers Sünden vergeben hat. Welch eite vor Gott und aller Welt rühme unaussprechliche Wohlthat ist e, und freue. Und will ich von Gott der Welt und mir 10 —— Erlöser seine he und zu! dem W; meiner Pflichte Glückse reiche 8 daß er ben sey de, Ver ewiges was wů wo woll Muth Fortgar men, u ten der meines eine un die so v viel ver nicht n den Ge mer for nehmur gion ut immer l weckun christli mir je leichter Sünde dernisso besieger Reichth licher Bemüh welche tigkeit erblickg in meir sehe! sind se erinne nes Er welche derfah fahren michen innigsf nsblicke „sie an nd mich Du bist so wer⸗ und in er Tage genblicke ewissenz 3 meines „0 nskampf auf voll⸗ egen dich nun auch für mit „Hert, mir und en geben rzen lich ö bend⸗ n, so bin mich des⸗ und deh enz sos⸗ egriffeds tdem G⸗ ten Absith christlich oerbindah, zen Abend⸗ ein demi⸗ bopfer fit 5e meints durch Iu el zu miz igung mir so u⸗ strafbat Welch eihe hat ist e⸗ mir einn U Abendmahle gehen wollen. —5²⁵ —— Erlöser geschenkt, der mir durch seine heiligste Lehre den deutlichsten und zuverläßigsten Unterricht von dem Willen meines Schöpfers, von meiner Bestimmung, von meinen Pflichten, von dem Wege zu meiner Glückseligkeit, und dabei die trost⸗ reiche Versicherung gegeben hat, daß er für meine Sünden gestor⸗ ben sey, damit ich durch ihn Gna⸗ und Liebe gegen Gott, meinen höchsten Wohlthäter und treuesten Freund, erwecken Der Genuß des heiligen Abend⸗ mahls soll mir 2) eine dankbare Er⸗ innerung und Verherrlichung des am Kreuze gestorbenen Erlösers seyn. Jesus, der Sohn Gottes, der allererhabenste, der Gegenstand des allerhöchsten Wohlgefallens de, Vergebung, Unsterblichkeit und Gottes, stirbt am Kreuze aus Ge⸗ ewiges Leben erlangen sollte. Ach, horsam gegen seinen himmlischen was würde aus mir geworden seyn; Vater! Was für Begriffe giebt mir wo wollte ich Ruhe des Gewissens, diese Unterwerfung von seiner er⸗ Muth und Kraft zum Anfange und habenen Seele! mit welcher Ehr⸗ Fortgange in der Tugend, herneh-furcht muß ich ihn nicht preisen und men, wenn ich nicht die Wahrhei⸗ verehren! Wie muß mir nicht die⸗ ten der Religion und das Verdienst ser Anblick die Wahrheit tief ein⸗ meines Heilandes hätte! Welch prägen, daß nichts als liebevoller eine unaussprechliche Liebe Gottes, Gehorsam gegen Gott, uns vor ihm die so viel für mich gethan, mir so theuer und werth mache! Dies soll viel vergeben hat! Was thut Gott meinen himmlischen Sinn mit neuer nicht noch an mir, indem er mir Stärke beleben. Nicht in den Gü⸗ den Genuß dieser Gnade noch im-thern dieser Welt, nicht in dem mer fortsetzet; mich in der Theil-Beifalle und Ruhme, dem Anse⸗ nehmung an der christlichen Reli- hen, dem Gelde, und der Macht gion und der Erlösung Jesu noch der Erde; sondern in dem Besitze immer bleiben läßt; mir täglich Er⸗ der durch Jesum, den Gekreuzig⸗ weckungen, täglich Hülfsmittel zur ten, uns erworbenen göttlichen christlichen Frömmigkeit schenkt; Gnade und Seligkeit im Himmel, mir jede Stuffe der Heiligung er-soll ich von nun an mit verstärktem leichtert; mir die Versuchungen zur Eifer mein Ein und Alles suchen. Sünde überwinden, und die Hin⸗ Ich soll mich dabei 5) des Hei⸗ dernisse auf dem Wege der Tugend landes dankbar erinnern, der für besiegen hilft! Welch unermeßliche unsre Sünde gestorben ist. Welch Reichthümer von Langmuth, zärt- ein einleuchtender, schrecklicher Be⸗ licher Vatertreue, Sorgfalt und weis des heiligsten Hasses Gottes Bemühung für meine Besserung z gegen alle Sünde, und seiner aller⸗ welche Barmherzigkeit, Wohlthä-vollkommensten Strafgerechtigkeit! tigkeit und Freundlichkeit Gottes Dies soll denn auch meinen Haß erblicke und empfinde ich, wenn ich und Abscheu gegen alle und jede in mein voriges Sündenleben zurück Sünde verstärken. Keine einzige sehe! Mehr als Sand am Meer Sünde darf ich hegen. Jede soll sind seine Gnaden! An dies olles sich verabscheuen, ewig hassen und erinnert mich das Gedächtniß mei- verbannen. Auch alles Glück der nes Erlösers, in welchem und durch welchen mir alle diese Gnaden wie— derfahren sind und noch wieder—⸗ fahren! und dies soll, dies muß mich nothwendig zur aufrichtigsten innigsten Dankbarkeit, Verehrung Welt soll, mir nichts werth, soll mir schrecklich seyn, wenn ich es durch Sünden erkaufen muß. Dies aber soll auch meinen Glauben, mein Vertrauen auf Gott durch Jesum Christum stärken und neu & 3 be⸗ eeeeeTTcT SSI — IV. Gebaͤte fuͤr die, 3²26 welche zum heiligen beleben. Durch seinen Tod sind nun alle meine Sünden versöhnet; auch alle meine noch fortdauernden Mängel und Schwachheiten gut ge— macht. Nun kann mein Glaube in Gott einen gnädigen Gott anbeten, zuversichtlich seinen ununterbroche— nen Beistand zu allem Guten bis an meinen seligen Tod erwarten, und freudig nach dem bessern, in Tugend und Andacht vollkommnen Leben aussehen. Dies soll endlich meine treueste, dankbarste, zärtlich—⸗ ste Gegenliebe gegen meinen Erlö⸗ ser, an welchen und durch welchen Goött solche Wunder einer uner— meßlichen Liebe bewiesen hat, stär— ken und mit neuer Kraft beleben. Endlich—) soll mir dieser Genuß eine dankbare Erinnerung und Lob⸗ preisung des Heilandes seyn, der für alle Menschen gestorben ist. Wie theuer, wie unermeßlich theuer ist also ein Mensch in den Augen meines Heilandes und meines Got— tes! und ich, ich sollte den nicht ehren, dem nicht wohl wollen, den nicht herzlich lieben, für den Jesus sein Leben gelassen, für den Gott seinen Sohn dahin gegeben hat? Ja, hier im Abendmahle überzeuge ich mich auf's neue von meiner Pflicht einer allgemeinen Menschen— liebe, und wiederhole dazu meine heiligsten Gelübde. Bei dem Brodte, von dem ich in Gesell— schaft mit meinen vornehmen und niedrigen, mit meinen reichen und armen Nebenmenschen esse; bei dem Freundschaftsbecher, aus wel— chem ich mit ihnen allen trinke; bei diesem Ehren- und Freuden— mahle des Menschengeschlechts, zu dem ich geladen werde, bei dem Leibe und Blute meines Bruders und Herrn, gelobe und schwöre ich: „Neid, und Groll, und Haß, und „Lieblosigkeit sollen meine ärgsten „Feinde; jeder Mensch, auch der „niedrigste Knecht, auch mein ärg⸗ „ster Feind, soll ein Gegenstand öCu— „meines Wohlwollens; andern „Vergnügen machen, und Wohl— „thun soll meine Freude seyn!“ — 2) Selbstpruͤfung vor dem Genusse des heiligen Abend—⸗ mahls. ies soll die Absicht, dies soll der Nutzen, dies sollen die Gesin⸗ nungen und die Gemüthsfassung seyn, womit und weswegen ich mich bei dem Tische des Herrn für sei⸗ nen Jünger und Nachfolger erkläre, und durch diese heilige Handlung es jedermann sage, daß ich mich glücklich schätze, Gemeinschaft mit ihm zu haben, und sein Verehrer, sein Erlöster, sein Unterthan zu seyn. Aber habe ich diese Absicht wirklich? Habe ich die Eigenschaf⸗ ten an mir, die wahre Christen ha⸗ ben müssen?— Halte ich Jesum Christum für denjenigen, der er wirklich ist? Verehre ich ihn als den Sohn und Gesandten Gottes, als den Herrn und König der Welt? Weiß ich, was er zum Be⸗ sten der Menschen gethan und ge—⸗ litten hat, und empfinde ich den Werth seiner großmüthigen, alles für uns aufopfernden Liebe? Habe ich eine hinlängliche, eine zu meiner Besserung und Beruhigung hin⸗ längliche Erkenntniß von der Lehre, die er vom Himmel gebracht und uns durch seine Boten kund ge— macht, und von den Regeln des Verhaltens, die er mir vorgeschrie— ben hat? Halte ich diese Lehre für wahr und göttlich? Sehe ich diese Vorschriften als Gesetze an, denen ich allen Gehorsam schuldig bin? Verlasse ich mich auf seine Verheis⸗ sungen als auf Zusagen Goͤttes, die mich unmöglich täuschen kon⸗ nen? Ehre ich ihn also mit wahren Glauben, mit dem festen Zutrauen, daß ich unter seiner Anführung und in seiner Nachfolge nicht irnt gehen, 1—).%ĩv%5.ßj—— gehen, menheit Bin i lig gewe wenigste Freiheit verschaff ist? Bi schen A. schen Ae Religio che Gebr tischen und vor nungen von der des Last ordentle schaften vor den Bem: um im: dadurch Bemüh Sinn nach de ten Ie Dies, Kennze Mein Wer m verleug sein Kr nach. gegebe euch g Gebot/ liebet, habe. allenth gesinne sinnt m höchste Stand wer se men w gleichm denn v Denku halten =⸗ andern Wohl⸗ yn!“ —— dem bend⸗ soll der Gesin⸗ fassung ch mich ür sei⸗ erkläre, ndlung ch mich aft mit rehrer, han zu Absicht nschaf⸗ sten ha⸗ Jesum der er ihn als Sottes, nig der um Be⸗ und ge⸗ ich den , alles 2WHabe meiner ng hin⸗ r Lehre, cht und und ge⸗ zeln des geschrie⸗ ehre für ich diese „ denen ig bin? Verheis⸗ Goͤttes, zen kön⸗ wahrem Itrauen, führung icht irre gehen, Abendmahle gehen wollen. 307 1..;.— gehen, und des Ziels der Vollkom⸗Verhalten meines Herrn überein? menheit nicht versehlen kann? Könnte wohl derjenige, der die Ge⸗ Bin ich durch Jesum wirklich se⸗schichte Jesu läse, und dann ein lig geworden? Genieße ich wirklich, unbemerkter Zeuge meiner Gesin— wenigstens dem Anfange nach, diefnungen und meiner Handlungen Freiheit, die er den Menschen zu wäre, den richtigen Schluß dar— verschaffen in die Welt gekommensaus ziehen, daß ich mir die Per⸗ ist? Bin ich frei von dem heidni-son, deren Geschichte er gelesen, schen Aberglauben und der jüdi⸗zum Muster vorgesetzt hätte, und schen Aengstlichkeit, in Absicht aufdaß sich eine merkliche Aehnlichkeit Religionssachen und gottesdienstli⸗zwischen ihr und mir zeigte? che Gebräuche? frei von allen knech- Bin ich so gegen Gott gesinnt, tischen Gesinnungen gegen Gott, wie Jesus Christus gegen seinen und von allen feindseligen Gesin-⸗(himmlischen Vater gesinnt war 2 nungen gegen die Menschen? frei Wird mein Herz von den Empfin⸗ von der Herrschaft der Sünde und dungen der Ehrfurcht, der Liebe, des Lasters? von der Tirannei un⸗des Gehorsams, der Unterwerfung, ordentlicher Begierden und Leiden-der Dankbarkeit, des Vertrauens schaften; von der sklavischen Furcht gegen dieses erhabenste Wesen be⸗ vor dem Tode und der Hölle? lebt, wie Jesus zu allen Zeiten und Bemühe ich mich insbesondere, unter allen Umständen seinen Va⸗ um immer mehr ein Christ, und ter verehrte? Ziehe ich, gleich ihm, dadurch immer seliger zu werden? seine Gunst und sein Wohlgefallen Bemühe ich mich ernstlich, meinen allen Güthern und Freuden dieser Sinn und mein Verhalten ganz Erde, dem Beifalle der ganzen nach dem Sinne und dem Verhal-Welt vor? Ist es mir, gleich ihm, ten Jesu Christi einzurichten? vornehmlich darum zu sthun, seinen Dies, dies ist ja das wesentlichste Willen zu erfüllen, die Absichten, Kennzeichen des wahren Christen. weswegen er mich auf dem Erdbo⸗ Mein heiland selbst sagt mir: den und in den Stand, worin ich Wer mein Jünger seyn will, der mich befinde, gesetzet hat, zu errei⸗ verleugne sich selbst, und nehme schen; die Gaben und Kräfte, die sein Kreuz auf sich, und folge mir er mir verliehen, auf die nützlichste nach. Ein Beispiel habe ich euch Art anzuwenden; und seine Ehre gegeben, daß ihr thun sollt, wie ich durch ein heiliges Leben zu beför— euch gethan habe. Das ist mein dern? Richte ich, wie mein Hei⸗ Gebot, daß ihr euch untereinander land that, meine Gedanken und liebet, gleichwie ich euch geliebet mein Herz auf Gott, um ihm alles habe. Und seine Boten rufen mir Gute, als unverdiente Wohltha⸗ allenthalben zu: Ein jeglicher sey ten, zu verdanken, und alles Böse, gesinnet, wie Jesus Christus ge-als weise, gütige Schickungen sei— sinnt war! sehet auf Jesum, dasner Vorsehung, von seiner väterli— höchste Muster der Treue und schen Hand anzunehmen? Finde ich, Standhaftigkeit; wer in ihm bleibt,‚ gleich meinem Heilande, ein inni⸗ wer seiner Gemeinschaft sich rüh-⸗(ges Vergnügen daran, mich mit men will, der soll auch wandeln, meinem Geiste zu ihm zu erheben; gleichwie er gewandelt hat. Kommt mich mit seiner Anbätung und Loh⸗ denn wohl meine Gesinnung undsspreisung zu beschäftigen; ihn öf⸗ Denkungsart, kommt mein Ver⸗ fentlich und gemeinschaftlich mit halten mit dem Sinne und dem meinen Brüdern zu verehren, und X 1 durch 328 IV. Gebaͤte fuͤr die, welche zum heiligen durch dies alles Gemeinschaft mit ihm zu haben, und mich seiner nähern Gemeinschaft immer fähi⸗ ger zu machen? Bin ich ferner so gegen meine Nebenmenschen gesinnt, wie Jesus gegen die Menschen gesinnt war? Verhalte ich mich so gegen sie, wie, er sich gegen sie verhielt? Er liebte sie alle als seine Brüder, als Kin⸗ der seines Vaters, und schloß selbst seine Feinde und Verfolger nicht von seiner Liebe aus. Er suchte ihnen allen nützlich zu werden, that gerne allen Gutes, und ließ sich auch ihren größten Undank nicht abhalten, solches zu thun. Er war gegen jedermann gerecht, billig, freundlich, gütig herablassend; be⸗ wies sich gegen alle demüthig, sanftmüthig, geduldig, versöhnlich z ob er gleich die größten Vorzüge vor allen besaß, und niemanden die geringste Ursache gegeben hatre, ihn zu beleidigen, oder ihm mit Verachtung zu begegnen. Nie vergalt er Böses mit Bösem, oder Scheltworte mit Scheltworten; nie rächte er sich selbst, ob er gleich die Macht dazu in Händen hatte, und das Unrecht allemal ganz allein auf der Seite seiner Beleidiger war. Enthaltsamkeit, Selbstverleug— nung, Aufopferung, Leiden, Reden, Thun, alles war dem Besten seiner Brüder, dem Heile der Menschen, gewidmet. Ist dies auch die Art, wie ich alle meine Nebenmenschen an⸗ sehe; wie ich sie liebe; wie ich mit ihnen umgehe; wie ich ihre zeitliche und geistliche Glückseligkeit suche und befördere? Sind dies die Re⸗ geln, denen ich in meinem Ver⸗ halten gegen sie folge, ich mag es mit Niedrigen oder mit Vorneh⸗ men, mit Armen oder mit Reichen, mit Klugen oder Einfältigen, mit Feinden oder mit Freunden zu thun haben? Denke und empfinde, und arbeite, und lebe ich eben sowohl und noch mehr für Andere, als für — mich selbst? Welche Vortheile, wel⸗ che Vergnügungen, welche Bequem⸗ lichkeiten opfre ich ihnen wohl auf?— Strebe ich wenigstens ernstlich und unablässig darnach, mir diesen demüthigen, wohlthäti⸗ gen, versöhnlichen, gemeinnützigen, großmüthigen Sinn Jesu recht zu eigen zu machen, und darin meine Ehre und Glückseligkeit zu suchen, wenn ihn auch alle Welt für Schwachheit, für Niederträchtig⸗ keit, für Mangel des Muths und der Empfindlichkeit halten sollte? Bin ich endlich so gegen die ge⸗ genwärtigen und zukünftigen Din⸗ ge gesinnet, wie Jesus Christus ge⸗ sinnet war? Beurtheile ich die Gü⸗ ter, die Vorzüge, die Vergnügun⸗ gen der Erde so, wie er sie beur⸗ theilte? Halte ich sie, gleich ihm, für Dinge, die keinen großen Werth haben, deren Besitz wir nie zum letzten Ziele unsers Bestrebens agl⸗ lein machen, die wir nicht als End— zwecke, sondern als Mittel, unsre Kräfte und unsre Tugend zu üben und andern wohlzuthun, schätzen und lieben dürfen? Suche ich in dem Besitze und in dem Genusse dieser Dinge eben so wenig meine ganze, höchste Glückseligkeit, als er sie darin suchte? Bin ich, gleich ihm, bereit, alle diese Dinge, jn mein Leben selbst, fahren zu lassen, und sie meinem Gewissen und mei⸗ ner Pflicht aufzuopfern, wenn ich sie nicht behalten kann, ohne diese zu verletzen? Wollte ich lieber noch so arm, noch so verachtet, in den Augen der Welt noch so elend sehn, als daß ich vorsetzlich Bösgs thun, und die Gesetze meines Gottes übertreten sollte? Suche ich hinge gen in der Erkenntniß der Wahr⸗ heit, in der Ausübung der Tugend, in einem frommen, wohlthätigen, gemeinnützigen Leben meinen groß⸗ ten Gewinn und meine ganze Ehrey kannt wenn ich gleich vor der Welt unbez wer Chri , kannt u belohnt der Sie erhalte; verrichte ich mich menheit gnügen, meiner Betracht Erlöser, ling hier here Be hat, nach eilet, u vornehm den da if denket? Ewigkei in der zi warten, wärtig, an, stete len, zu wünschen theilt un Ach, w fassende! leberzeu auf Ja mir ma fremd 3 v che davon gedacht! darunter muß ich seyn, we nusse d meines 6 sers dan nicht sei tig und allen St zu seyn, berhalte den er tr kennt; A hält: Merkma —— e, wel⸗ quem⸗ wohl igstens rnach, thäti⸗ itzigen, echt zu imeine suchen, lt für hs und ollte? die ge⸗ n Din⸗ tus ge⸗ die Gü⸗ nügun⸗ e beur⸗ ch ihm, Werth ie zum ens al⸗ ls End⸗ „unsre zu üben schätzen e ich in Genusse 3 meine , als er gleich nge, j lassen, nd mei⸗ venn ich ne diese ber noch in den nd seyn, 8 thun, Gottes hhinge⸗ Wahr⸗ Tugend, hätigen, en gröͤß⸗ ze Ehre/ lt unbe⸗ kannt Abendmahle gehen wollen. 329 ι kannt und wenig geachtet und un⸗ belohnt bleibe? Gewähret mir je— der Sieg, den ich über mich selbst erhalte; jede gute That, die ich verrichte; jeder Schritt, wodurch ich mich der christlichen Vollkom⸗ menheit nähere, mehr wahres Ver⸗ gnügen, als der glückliche Fortgang meiner irdischen Geschäfte?— Betrachte ich mich, gleich meinem Erlöser, als einen Gast und Fremd⸗ ling hier auf Erden, der seine hö⸗ here Bestimmung stets vor Augen hat, nach dem Hause seines Vaters eilet, und schon jetzt mit seinen vornehmsten Gedanken und Begier— den da ist, wo er ewig zu seyn ge⸗ denket? Sind Tod, Gericht und Ewigkeit, sind die Schicksale, die in der zukünftigen Welt auf mich warten, meinem Geiste oft gegen⸗ wärtig, und gewöhne ich mich dar⸗ an, stets so zu denken, zu urthei⸗ len, zu handeln, wie ich dereinst wünschen werde, gedacht, geur— theilt und gehandelt zu haben? ů Ach, welche wichtige, viel in sich sͤssende Fragen! wie kann ich mit leberzeugung undBeruhigung dar— auf Ja antworten! vielleicht ist mir manche darunter noch ganz fremd; vielleicht habe ich über man— che davon noch nie ernstlich nach— gedacht! und doch ist keine einzige darunter unnöthig. So soll, so muß ich seyn, wenn ich ein Christ seyn, wenn ich mich bei dem Ge— nusse des heiligen Abendmahls meines Gottes und meines Erlö— sers dankbar freuen will. Denn wer Christi Sinn nicht hat, der ist nicht sein. Wer sich nicht aufrich— tig und unnachlässig bemühet, in allen Stücken so, wie er, gesinnet zu seyn, und sich so, wie er, zu berhalten: dem wird der Name, den er trägt; die Lehre, die er be⸗ kennt; das Abendmahl, das er hält: dem werden alle äußere Nerkmale, Vorzüge und Uebungen eines Christen nichts helfen. Ich kann es nicht leugnen, ich bin noch weit, noch immer weit von der Vollkommenheit dieser Christenge⸗ sinnung und dieses Christenwan⸗ dels entfernt. Was will ich also thun? Um mich bei dem heiligen Abendmahle nicht mit Heuchelei für einen Christen auszugeben; um mich da mit gegründeter Zuversicht der Seligkeiten zu getrösten, die mir mein Gott durch Jesum ver— heissen und bereitet hat, will ich von nun an meine tägliche Be— schäftigung daraus machen, meinem Gott, meinem Erlöser immer ähn— licher zu werden; und bei dem hei— ligen Abendmahle meine Vorsätze und Entschließungen zum Guten stärken und bevestigen, und mir Gottes Kraft zu ihrer Ausübung erbitten. 3z) Um Vergebung der Suͤn⸗ den. err, Herr Gott, barmherzig, gnädig, geduldig, von großer Güte und Treue! der du Gnade beweisest, und vergiebst Missethat, Uebertretung und Sünde: dich be— te ich als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes demüthigst an. Dir dan—⸗ ke ich mit gerührtem Herzen für die ausserordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als väterlichen Liebe gegeben hast. Du hast ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt gesandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht X 5 ver⸗ .... sem allen die feierlichsten Pfänder 350 VV. Gebaͤte fuͤr die, welche zum heiligen verlohren werden, ewige Leben haben. Du hast ihn für uns in den Tod hingegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unsrer wahren und ewigen Glück— seligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Un⸗ würdigen hast du zur Erkenntniß dieses großen Heils gebracht. Auch mir bietest du, auf die billigsten Bedingungen, Vergebung der Sün⸗ den, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von die⸗ und Versicherungen mittheilen, wenn ich mit wahrer Bußfertig⸗ keit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorsatze, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. O Gott! wie wollte ich dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht ach— tete, wenn ich mich durch diese Be⸗ weise deiner Güte nicht zur Buße und zur Dankbarkeit leiten ließe! Nein, ferne sey es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewun⸗ dere die Größe deiner Barmher⸗ zigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich, an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und selig zu wer⸗ den. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, unter welchen du mir alle diese unschätzbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. O Gott! verzeihe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so sondern das wegen Ihr sollt mein Antlitz su⸗ ——— chen. Ich suche es, o Herr! ver— birg dein Angesicht nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsame deiner Gebote soll mein ganzes übriges Leben gewidmet seyn. Ich entsage in deiner Ge⸗ genwart allen Sünden, und dein einzige Richtschnur meines Verhal— tens seyn. Ach schenke mir selber Kraft und Stärke, meine Gelübhe zu erfüllen! Laß die Betrachtun deiner unendlichen Liebe; laß din Genuß der Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Hern empfangen werde; laß die Hoff nung der zukünftigen Herrlichkess die du mir vorhältst, so gesegnen Eindrücke auf mich machen, daß ih alle Versuchungen zum Bösen mi neuem Muthe bestreite, alle Pflich⸗ ten meines himmlischen Beruß mit neuer Sorgfalt erfülle, un dir bis in den Tod getreu bleihe, Amen. 4) Vor dem Gebrauche dis heiligen Abendmahls. öttlicher Erlöser, Herr Jah Christ! du hast ein Gedächt⸗ niß der Wunder deiner Liebe gesss⸗ tet. Nur wenige Stunden r deinem Leiden setztest du das heili ge Abendmahl zum Troste deins Verehrer, und zur Stärkung ihrt oft zuwider gehandelt; daß ich mich nicht dankbarer und gehorsa⸗ mer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Mei⸗ ne Sünden haben mich von dirsmeinen Nebenchristen zu begeheh, entfernt; aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinet⸗ Glaubens ein; und du lässest nih auch noch jetzt einladen, diese feith liche Handlung gemeinschaftlich nit Wie glücklich bin ich, o Herr, da ich dich, den einigen und vollkomm⸗ uen Mittler zwischen Sothue UU heiliger Wille soll von nun an die ——ß Mensche dein He nen Het mich de rühmen und Fren viel habe u dank verderbt würde ie de seyn! mir die fürchterl mit verd lich der Grabes selbst den bekannt nicht zur dahingen nen Tod Seligkei alles Lic aller Tre Hoffnun Geschenk be. Wie dein Ged nicht der derträcht chen sey wenn ie Gleichgi wenn i Ehre un dir gebü löser! i Einladu Freude. lich für ehrer zi mann z größtes Ruhm komme, ladener Seele z bußferti die dun Heil, litz su⸗ Rver⸗ pr mir, nd dem pll mein widmet er Ge⸗ d dei an die Verhal⸗ r selbet Gelübbe achtum laß den en, die 5 Herrn e Hoff lichkes, zesegnetz „daß ich ösen mi e Pflich⸗ Berußz e, und bleihe, che dis hls. err Jah Gedächt⸗ be gestiß den bor as heill⸗ te deinet ung ihris ssest nih iese feien ftlichnit begehen. zerr, di ollkommn⸗ Zott und Men⸗ Abendmahle gehen wollen. 55*⁷ —.— Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne; daß ich dich mei⸗ nen Herrn und Erlöser nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und zu deinen Erlösten und Freunden zählen darf! O, wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gna⸗ de seyn! Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie sürchterlich die Erwartung der da— mit verdienten Strafen, wie schreck— lich der Anblick des Todes und des Grabes seyn, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht; wenn du dich nicht zum Opfer für unsre Sünden dahingegeben; und uns durch dei— nen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest! Ja, alles Licht, das mich erleuchtet; aller Trost, der mich erquicket; alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Lie— be. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß seyn! Würde ich nicht der Undankbarste, der Nie— derträchtigste unter allen Sterbli⸗ chen seyn, wenn ich dein vergäße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedächte; wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Er— löser! ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierde und mit Freude. Ich komme, mich öffent— lich für deinen Jünger und Ver— ehrer zu bekennen, und es jeder⸗ mann zu sagen, daß ich es für mein größtes Glück und meinen höchsten Ich Ruhm halte, dein zu seyn. komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern, und den heiligen Vorsatz zu er—⸗ neuern, nicht mehr mir selber, son⸗ dern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemein⸗ schaft mit allen Gläubigen zu unter⸗ halten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie und alle Menschen zu ver⸗ pflichten. O Herr, laß mein Vor⸗ haben gesegnet seyn! Erlaube nicht, daß ich blos mit den Lippen zu dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sey. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Ge⸗ danken, daß du Herzen und Nie-⸗ ren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele ver⸗ treiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärkt, und ich auf das kräftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treue zu halten. Amen. 5) Nach dem heiligen Abend⸗ mahle. Sẽ habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen Vaters und Wohlthä— ters, gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Jünger und komme, als ein mühseliger und be⸗Nachfolger meines hochgelobten Er⸗ ladener Sünder, Ruhe für meine lösers zu leben, und ihn mit mei⸗ Seele zu suchen, und ergreife mit nem Geiste und meinem Leibe, die bußfertigem Glauben die Gnade, beide sein Eigenthum sind, zu prei— die du mir anbietest, und das große sen. Wie heilig sind diese Ver⸗ Heil, das du gestiftet hast. Ich pflichtungen! Wie undankbar, wie un⸗ 532 IV. Gebaͤte fuͤr die, —— welche zum heiligen ꝛe. unglücklich würde ich nicht seyn, wenn ich diese Zusagen vergäße, wenn ich diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwor— tung, welch ein Gericht würde ich zu erwarten haben, wenn ich nun noch der Sünde diente; wenn ich nicht alle Fehler, alle böse Gewohn— heiten, die ich an mir habe, ernst⸗ lich bestritte: wenn ich eben so trä⸗ ge und nachlässig im Guten wäre, als ich es ehemals gewesen bin! So würde ich mich ja aller Vor⸗ rechte und Seligkeiten, die ich als ein Christ besitze, verlustig, und meine Verdammniß um so viel schwerer machen. Ach Gott! laß es nicht zu, daß ich so undankbar gegen dich, und so feindselig gegen mich selost handle. Sey du in mei⸗ ner Schwachheit mächtig. Befe— stige meine guten Entschließungen; z)́☚⅔ und verleihe mir Gnade, an der Ausführung derselben unverzüglich und unermüdet zu arbeiten. Schen⸗ ke mir neue Kraft deines Geistes, Tugenden, damit ich meine Heili⸗ gung treu und redlich vollende. Bewahre mich vor allzugefährlichen Versuchungen; stärke mich, allen Reizungen zum Bösen zeitig zu widerstehen; und laß mich die ewige Seligkeit, zu welcher du mich durch Christum berufen und erlöset hast, nie aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich vollen⸗ den. So werde ich dereinst die Krone der Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Loh und Ehre bringen in Ewigkeit, Amen. und leite mich durch ihn zu allen! ö Gott, 0 und me Hüge se für micg un T Mensch leicht se dahin i ich wei schwache gen, di Krankh träglich diese V sten die also un. sorgen? thun, böse me bisher manche mehr G bitten mit alle Unruhe hat, ha wendet meine& ringe a ohne d mir ni das wir mich in gebene mit den heit, m ist. Ic V. G. an der züglich chen⸗ eistes, 1 allen Heili⸗ llende, yrlichen „ allen itig zu ich die du mich erlöset clieren. Kampf halten, vollen⸗ nst dit deiner Lir Loh vigkeit, 1) Demuͤthigung vor Gott in Krankheit. No erfahre auch ich es in der That, mein Gott! was der Mensch ist, wie hinfällig und wie leicht seine Gesundheit und Kraft dahin ist! aber Dank sey dir, daß ich weiß: du könnest nie deinen schwachen Geschöpfen zuviel aufle— gen, du habest auch jede Last der Krankheit gemäßiget, daß sie er⸗ träglich sey, und du werdest auch diese Veränderung mir zum Be-⸗ sten dienen lassen. Was sollt' ich also unruhig klagen oder ängstlich sorgen? Was kann ich besseres thun, als zu dir aufzusehen, dem Gott, der da hilft, und der es nie böse meinen kann. Du hast mich bisher so väterlich geleitet, mir so manche Freude geschenket, und V. Gebaͤte fuͤr Kranke und bei Sterbenden. der Welt seyn möchte, ein langes oder kurzes Krankenlager, das Le⸗ ben oder der Tod. Wähle du für mich! Auf dich traue ich! Nur lehre mich in meiner vielleicht noch ganz kurzen Lebenszeit, meine Se⸗ ligkeit mit ganzem Ernst schaffen. Wie ich diese Zeit bisher angewen— det habe; wie ich mit den mir verliehenen Kräften und Gelegen-⸗ heiten zum Guten umgegangen bin; wie ich gegen alle meine Ne⸗ benmenschen gesinnt gewesen binz; wie ich mein Herz und mein Leben und Gewohnheiten zu bewahren ge⸗ sucht habe; wie werth mir die Re⸗ ligion gewesen, und wie treu ich in ihrer Erkenntniß und Uebung gewe⸗ sen bin: das ist die ernstliche Ueber⸗ legung, die ich jetzt anzustellen habe. Gieb, daß ich sie weder scheuen noch leichtsinnig damit zu Ende eilen, mehr Gutes an mir gethan„ als ich bitten und verstehen konnte. Auch mit alle dem, was mir jemals Leid, Unruhe oder Schmerz verursachet hat, hast du es immer weislich ge⸗ wendet. Gott, das alles erkennet meine Seele wohl! Ich bin zu ge⸗ ringe aller deiner Barmherzigkeit, und meine Seele ist stille zu dir, ohne dessen Willen und Leitung mir nichts begegnen kann! Auch das wirst du wohl machen. Stärke . Ge⸗ mich in diesem dankbaren, dir er— gebenen und vertrauendem Sinn. Füge sonst es mit der Dauer und mit dem Ausgang meiner Krank⸗ heit, wie es dein väterlicher Wille ist. Ich weiß nicht, welches besser für mich und meine Verbindung in und mir die Tröstungen des Evan⸗ gelii Jesu Christi fälschlich zueignen möge. Auch für mich ist freilich bei dir viel Vergebung; auch mir willst du Barmherzigkeit wieder⸗ fahren lassen. Es ist doch aber auch gar zu gewiß, daß ich mit den Ge⸗ sinnungen, die ich mit mir aus die⸗ ser Welt nehme, in der zukünftigen fortleben werde, und wie meine Aussaat ist, so auch die Erndte für mich seyn wird. Stets sey mir also der Zuruf Jesu Christi erin⸗ nerlich: Selig sind, die reines Her⸗ zens sind, die Friedfertigen, die Sanftmüthigen, die ein aufrichti⸗ ges Verlangen haben, gut zu seyn, und so nach der Gerechtigkeit hun⸗ gern und dürsten! Das erwecke mich, rein von lasterhaften Neigungen 55⁰ V. Gebaͤte fuͤr Kranke und bei Sterbenden. mich, mein Herz von allem dem loszureissen, was es noch an das Irdische fesselt, noch so viel Gutes zu thun, als ich kann, und allen um mich her durch Geduld, durch Ergebung in deinen Willen, durch frohe Erwartung des Zukünftigen erbaulich zu werden. Dann tröste mich, o Gott, deine Liebe; dann sey mir die Nacht des Grabes nicht fürchterlich; dann laß mich in der ruhigen freudigen Gesinnung be— — harren, Herr, ich warte auf dein Amen. Heil. 2) Gebaͤt bei Sterbenden. Siehe in diesem Gesangbuch das Lied Nr. 588, wo auch noch mehr gute Gebäte für Kranke von Nr. 572 bis Nr. 587 anzutref⸗ fen sind. * nSSSESO — 2 *1 Verzeichniß der Gebaͤte. I. Morgengebaͤte. 1) Längere Morgen-Andacht 2). Kürzeres Morgengebʒt 5) An Sonn-und Festtagen, bei dem Morgengebäte hin⸗ zu zu fügen— 1) Nöthige Entschließungen am Morgen Abendgebaͤte. 1) Längere Abend-Andacht 2) Kürzeres Abendgebät„ ******* **—* **** II ** ** 8***** III. Taͤgliche Erweckung zum frommen Sinn und Wandel vor Gott. 1 Abn 4 auf Gott, und rechtmäßige Gesinnung gegen 1 N* qa 1⁊Mq** Demuthslbungg... 5) Um Keuschheit und Mäßigkeit.* 4) Um brüderliche Liebe, Mitfreude und Mitleid 3— 5) Um Nachsicht, Sanftmuth, Leutseligkeit und Langmuth 6) Um christliche Gefälligkeit und Freundscharfrf„ 7) Uum christliche Liebe gegen Feinde.. 3) Um Heiligkeit der Reden und des Betragens 9) Um christlichen Gebrauch der Vergehungen, Thorheite und Laster unserer Nebenmenschen.. 5 10) Um christlichen Gebrauch der Zeit, Kräfte und Gaben HSottes ũ 4 11) Aufmunterung zu solchem Wandel vor Gott ********* 0** *—***— *** IV. 312 313 315 316 317 318 318 319 320 3²² Ge⸗ Verzeichniß der Gebaͤte. IV. Gebaͤte fuͤr die, welche zum heiligen Abendmahle gehen wollen. 1) Nachdenken über den Zweck und den Nutzen des heiligen Abendmahs u 2) Selbstprüfung vor dem Genusse des heiligen Abendmahls 3) Um Vergebung der Sündeen u) Vor dem Gebrauche des heiligen Abendmahlss. 5) Nach dem heiligen Abendmahhe. V. Gebaͤte fuͤr Kranke und bei Sterbenden. 1) Demüthigung vor Gott in Krankheiilt 2) Gebät bei Sterbenden 29 7 0 Am 1.8 Evan a sie kan Delberg, ger zwe Gehet hi euch liegt Eielin fin C na, de hatte: das Fuͤll der darg Aber vig der auf ben Zwe streueten Volk ab folgete, der dasf Herrn! ö Ev. E p 0 Ehv a n g e li e n alle Sonn⸗ u n d ste l u uf nd Festtage. Am 1. Sonntage des Advents. Evangelium, Matth. 21, 19. Dẽ sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Juͤn⸗ ger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor tuch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Hüllen bei ihr; loöset sie auf, und süheet sie zu mir. Und so euch lemand etwas wird sagen, so Peecht: Der Herr bedarf ihr, so Pold wird er sie euch lassen. Das eschah aber alles, auf daß erfuͤllet Porde, das gesagt ist durch den ropheten, der da spricht: Saget Per Tochter Zion: siehe, dein Koͤ⸗ nig koͤmmt zu dir sanftmuͤthig/ und reitet auf einem Esel, und auf ei⸗ nem Fullen der lastbaren Eselin. Die Juͤnger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte: und brachten die Eselin und das Fuͤllen, und legten ihre Klei⸗ der darauf, und setzten ihn dara Aber viel Volks breitete die Kl der auf den W uf. ei⸗ eg; die andern hie⸗ hen Zweige von den Baͤumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nach⸗ folgete, schrie und sprach: Hofian⸗ na, dem Sohn David! gelobet sey, der da koͤmmt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Hoͤhel Ev. Luth⸗ f10 großer Kraft und Herrlich a Epistel, Roͤm. 13, 1114. CWieben Brüder: weil wir solches wissen, nemlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe,(sintemal unser Heil jetzt naͤher ist, denn da wirs glaubten) die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unjucht, nicht in Hader und Neid: sondern ziehei an den Herrn Je⸗ sum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Am 2 Sonntage des Advents. Evangelium, Luc. 21, 25⸗36. Jesus sprach zu seinen Juͤngern: — Es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond, und Sternen, nud auf Erden wird den Leuten bange seyn, und wer⸗ den zagen, und das Meer, und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kraͤfte sich bewegen werden. Und als daun werden sie sehen des Men⸗ schen Sohn kommen in den Wolken keit. Wann 2 Am 3. Sonntage des Advents. Wann aber dieses anfaͤhet zu ge⸗ schehen, so sehet auf, und hehet eure Haͤupter auf, darum daß sich eure Erloͤsung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum, und alle Baͤume; wenn sie jetzt aus⸗ schlagen, so sehet ihrs an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Ge⸗ schlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber huͤtet euch, daß eure Herzen nicht be⸗ schweret werden mit Fressen und Saufen, und mit Sorgen der Nahrung, und komme dleser Tag schnell uͤber euch. Denn wie ein Fallstrick wird er kommen uͤber alle, die auf Erden wohnen. So seyd nun wacker allezeit, und baͤtet, daß ihr wuͤrdig werden moͤget, zu ent⸗ fliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Men⸗ schen Sohn. Epistel, Roͤm. 15, 4⸗15. Qieben Bruͤder: was aber zuvor egeschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld nud Trost der Schrift Hoff⸗ nung haben: Goit aber der Ge⸗ duld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seyd un⸗Johanne: ter einander nach Jesu Christ, auf daß ihr einmuthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Dar⸗ um nehmet euch unter einauder auf, st. Gott aber der Hoffnung erfüll ——— stehet: Darum will ich dich lobe unter den Heiden, und deinen M. men singen. Und abermal sprich er: Freuet euch, ihr Heiden, m seinem Volk. Und abermal: Loht den Herrn, alle Heiden, und pres set ihn, alle Voͤlker. Und aberm spricht Esaias: Es wird seyn d Wurzel Jesse, und der auferstehn wird zu herrschen uͤber die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen euch mit aller Freude und Friede in Glauben, daß ihr voͤllige Hoffnun habt durch die Kraft des heiligg Geisles. Am z. Sonntage des Adventi Evangelium, Matth. 11,2⸗10. D⸗ aber Johannes im Gefaͤnh niß die Werke Christi hoͤren, sandte er seiner Juͤnger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, di da kommen soll, oder sollen wir e nes andern warten? Jesus antwon tete und sprach zu ihnen: Geahh hin, und saget Johanni wiei was ihr sehet und hoͤret: Blinden sehen und die Lahmen hen, die Aussaͤtzigen werden und die Tauben hoͤren, die Toh stehen auf, und den Armen das Evangelium geprediget, selig ist, der sich nicht an mit gert. Da die hingingen, fing gegangen in die Wuͤsten zu sehen Wolltet ihr ein Rohr sehen, dih der Wind hin und her wehel Oder was seyd ihr hinaus gegan gen zu sehen? Wolltet ihr einng gleichwie euch Christus hat aufge⸗Menschen in weichen Kleidern se nommen zu Gottes Lobe. Ich sa⸗ ge aber, daß Jesus Christus sey ein Diener gewesen der Beschnei⸗ dung um der Wahrheit willen Got⸗ tes, zu bestaͤtigen die Verheißungen den Vaͤtern geschehen, daß die Hei— den aber Gott loben um der Barm⸗ herzigkeit willen, wie geschrieben hen? Siehe, die da weiche Klh der tragen, sind in der Koͤnsh Haͤusern. Ober was seyd ihr hin aus gegangen zu seben? Wollie ihr einen Propheten sehen? Ja, i sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser isto, von dem geschrieben stehet: sus an zu reden zu dem Volk d Was seyd ihr hinau d Am ich sende der deine Ep afuͤr naͤn und Har heimnisse mehr an daß sie Mir aber von euch inem m te ich n mir wohl junen bit der Herr Darum: bis der K wird ans Finstern Rath der dann wir kob wide H!!ll Am g4. Sonntage des Advents. Am heil. Christtag. 3 ,,f h loben ich sende meinen Engel vor dir her, en No der deinen Weg vor dir bereiten soll. sprich Epistel, 1 Cor. 4, 1⸗5. in, mNafuͤr halte uns jedermann, Lobh naͤmlich fuͤr Christi Diener, 1d pres und Haushalter uber Gottes Ge⸗ abermuul heimnisse. Nun suchet man nicht seyn del mehr an den Haushaltern, denn ferstehnl daß sie treu erfunden werden. Heiden Mir aber ists ein Geringes, daß ich hossen von euch gerichtet werde oder von erfuͤl einem menschlichen Tage, auch rich⸗ riede ulte ich mich selbst nicht. Ich bin voffnum mür wohl nichts bewust, aber dar⸗ heiligginnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr aber ists, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, dventh.jis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Befaͤnh Fiustern verborgen ist, und den i hoͤreh Rath der Herzen offenbaren; als⸗ zween, dann wird einem jeglichen von Gott du, dalob widerfahren. *...—.—. antweh Am 4. Sonntage des Advents. Evangelium, Joh. 1, 198. ud dies ist das Zeugniß Johaͤn⸗ nis, da die Juden sandten von slem Priester und Leviten, sie ihn fragten: wer bist du? er bekannte und laͤugnete nicht: her bekannte: Ich bin nicht heistus. Und sie fragten ihn: was ie Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Pro⸗ zhet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn; daß wir Antwort geben denen die uns gesundt haben: Was sagst du von dir selbst? Er sprach: gal Ich bin eine Stimme eines Predi⸗ r eing gers in der Wuͤsten; richtet den dern e Weg des Herrn, wie der Prophet he Ku Esaias gesagt hat. Und die ge⸗ Koͤnse sfandt waren, die waren von den ihr hi Pharisaͤern, und fragten ihn und Wollis spracden zu ihm: Warum taufest In, ih du denn, so du nicht Christus bist, ist den noch Eligs, noch ein Prophet? r ists, Johannes antwortete ihnen, und Siehe; sprach: Ich taufe mit Wasser, i0 ö aher er ist mitten unter euch ge⸗ x treten, den ihr nicht kennet. Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen aufloͤse. Dies ge⸗ schah zu Bethabara jenseit des Jor⸗ dans, da Johannes taufete. Epistel, Philipp. 4, 4⸗7. ieben Bruͤder: freuet euch in dem Herrn alle wege, und aber⸗ mal sage ich: freuet euch! Eure Lindigkeit lasset kund seyn allen Menschen. Der Herr ist nahe! Sorget nichts: sondern in allen Dingen lasset eure Bitte in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher hoͤher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Am heiligen Christ-Tage. Evangelium, Luc. 2, 1⸗14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Au⸗ gusto ausging, daß alle Welt ge⸗ schaͤtzet würde. Und diese Schatzung war die allererste, und geschahe zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schaͤtzen ließe, ein seglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galilaͤa, aus der Stadt Nazareth, in das juͤbische Land, zur Stadt Davids, die da heißet Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Ge⸗ schlechte Dapids war, auf daß er sich schaͤtzen ließe, mit Marja sei⸗ nem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebaͤ⸗ ren sollte, und sie gebar ihren er⸗ sten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst kei⸗ nen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Ge⸗ gend auf dem Felde bei den Huͤr⸗ den, die huͤteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn En⸗ a 2 gel tet euch nicht, 4 Am 2. heil. Christtage. gel trat zu ihnen, und die Klar⸗ heit des Herrn leuchtete um sie, und sie furchten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürch⸗ siehe, ich ver⸗ kuͤndige euch große Freude, die al⸗ lem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland gebo⸗ ren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen, ihr werdet fin⸗ den das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippen liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaa⸗ ren, die lobeten Gott und spra⸗ chen: Ehre sey Gott in der Hoͤhe, Friede auf Erden, und den Men⸗ schen ein Wohlge fallen. Epistel, Tit. 2, 11⸗14. Eꝰ ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Men⸗ schen, und zuͤchtiget uns, daß wir sollen verbeugnen das ungoͤttliche Wesen, und die weltlichen Luͤste, und zuͤchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Er⸗ scheinung der Herrlichkeit des gro⸗ ßen Gottes, und unsers Heilandes Jesu Christi. Der sich selbst fuͤr uns gegeben hat, auf daß er uns erloͤsete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig waͤre zu guten Werken. Am 2. Christtag, oder am Tage St. Stephani. Evangelium, Matth. 25, 34⸗39. er Herr sprach zu den Phari⸗ saͤern und Schriftgelehrten und Obersten der Juden: Siehe, ich — komme alle das gerechte Blut, daz vergossen ist auf Erden, von den Blute an des gerechten Abels, hiz auf das Blut Zacharias, Barachsi Sohn, welchen ihr getoͤdtet hat zwischen dem Tempel und Altat, Wahrlich, ich sage euch, daß solchen alles wird uͤber dies Gesch lecht kon⸗ men. Jerusalem, Jerusalem! ii du tödtest die Propheten, und sieß nigest, die zu dir gesandt sind: u oft habe ich deine Kinder versamm len wollen, wie eine Henne versamn⸗ let ihre Kuͤchlein unter ihre Fluͤglh und ihr habt nicht gewollt. Siehh euer Haus soll euch wuͤste gelassh werden. Denn ich sage euch: J werdet mich von jetzt an nicht sehi bis ihr sprecht: Gelobet sey, der koͤmmt im Namen des Herrn. Lection, Ap. G. 6, 8⸗15 u. 7, 55750 tephanus aber, voll Glaubenz und Kraͤfte, thaͤt Wunder und große Zeichen unter dem Volk. D stunen etliche auf von der Schull, die da heisset der Libertiner undatt Eyrener, und der Alexanderer derer, die aus Cilicia und Asih ren, und befragten sich mit e phano. Und sie vermochten nicht widerstehen der Weisheit und Geist, der da redete. Da richtell sie zu etliche Maͤnner, die spracheh Wir haben ihn gehoͤrt Laͤsterwollt reden wider Mosen und wider Golt Und bewegten das Volk und de Aeltesten, und die Schriftgelehrteh, und traten herzu, und rissen ihn hin, und fuͤhreten ihn vor di Rath, und stelleten falsche Zeughn dar, die sprachen: Dieser Messt hoͤret nicht auf zu reden Laͤsterwillt wider diese heilige Staͤtte und di sende zu euch Propheten und Wei⸗Gesetz. Denn wir haben ihn hillt sen, und Schriftgelehrten und der⸗agen: Jesus von Mazareth u diese Stätte zerstoͤren, und aͤnden selbigen werdet ihr etliche toͤdten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und hat. Und sie sahen auf ihn alle, e werdet sie verfolgen von einer Stadt im Rath saßen, und sahen sein Au zu der andern; auf daß uͤber euch gesicht, wie eines Engels Wg die Sitten, die uns Moses gegebeh — —.— Als er war, sah sahe die Jesum st und spra Himmel Sohn zu Sie schrit ihre Ohre. thiglich z1 zur Stad ihn. Und Kleider z Ungs, de nigten S: syrach:“ Geist auf und schrie diese Suͤn gesagt, e Am Ta⸗ Aposte Evang haben? Herr, d hahe. dernmal hast du Ihm: J ich dich ihm: W; er zum Johann krus wa dritten mich lieb du weiß hin woll wirst d it, das on dem 18 5 bis varachiz et habt Altak, solchez iht kom⸗ d die und sieß d: W xsamm. Tsamp⸗ Flägch Siehh gelass ch: N ht sehey „ der n. , 65590 0 und terworn er Golt, und de elehtten, issen n vor den Zeugen Mensch terwoltt und ds n hnn th nd aͤndern gegeben alle, di sein A ügesict, 4 6 ö Am Tage St. Johannis des Evaͤngelisten. 5 Als er aber voll heiliges Geistes ein anderer wird dich guͤrten, war, sahe er auf gen Himmel, und urd fuͤhren, wo du nicht hin wilt. sahe die Herrlichkeit Gottes, und Das sagte er aber zu deuten, mit Jesum stehen zur Rechten Gottes, welchem Tode er Gott preisen wuͤr⸗ I.— laubens! und el of Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrien aber laut, und hielten ihre Ohren zu und stuͤrmeten einmuͤ⸗ thiglich zu ihm ein, und stießen ihn zur Stadt hinaus, und steinigten u. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Sau eines Juͤng⸗ lngs, der hieß Saulus, und stei⸗ nigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er kniete aber nieder, und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Suͤnde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Um Tage St. Johannis des Apostels u. dah. Evaͤngelium, Joh. 21, 15⸗2 D² sie nun das Mahl Kehol en hatten, spricht Jesus zu Si⸗ on Petro: Simon mich lieber, haten? eerumal zu ihm: Simon J In ihm: Weide meine Schaafe. Johanna, hast denn mich diese Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb Ihe. Spricht er zu ihm: Weide heine Laͤmmer. Spricht er zum an⸗ ohanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: V Herr, du weißt, daß lich dich lieb habe. Spricht er zu 9 ö ihm: Weide meine Schaaͤfe. Spricht zum drittenmal zu ihm: Siwon Johanna, hast du mich lieb? Pe⸗ irns ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? Und sprach znihm⸗ Herr du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du juͤnger warest, guͤrtetest du dich selbst, und wandeltest, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst wirst du deine Hände ausstrecken, de. Und da er das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um, und sahe den Juͤnger folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abend⸗Essen gelegen war, und gesagt hatte: Herr, wer ists, der dich verraͤth? Da Petrus diesen sahe, spricht er zu Jesu: Herr, was soll aber wil Jesus Eleibe zu ihm: So ich will„baß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Bruͤdern: Dieser Juͤnger stirbet nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm: Er stir⸗ bet nicht, sondern, so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was ge⸗ het es dich an? Dies ist der Juͤnger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben, und wir wissen, daß sein Zeugniß wahrhaftig ist. Lection Sirach 19, 1⸗8. S zolckes thut niemand, denn der den Herrn Hre e und wer sich an Gottes Wortl aͤlt, der fin⸗ det sie. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wi rd ihn empfangen, wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstand——— und wird ihn traͤnken mit Wasser der Weisheit. Dadurch wird er stark werden, daß er fest stehen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Sie wird ihn erhoͤhen üͤber seinen Naͤchsten, und wird ihm seinen 7 aufthun in der Ge⸗ meine. e wird ihn kroͤnen mit Freude und Wonne, und mit ewi⸗ gem Ramen begaben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen koͤnnen sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffaͤr⸗ „tigen, und die Heuchler wissen nichts von ihr.— a 3 Am Sonnt. 6 Am Sonntage nach dem Christtage. Am Neujahrstage, — AmSonnt. nach d. Christtage. Kindschaft empfingen. Weil ihr Evangelium, Luc. 2, 33⸗40. U sein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von Jesu geredet ward, und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferste⸗ hen vieler in Israel, und zu ei⸗ nem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwerdt durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Pro⸗ phetin, Hanna, eine Tochter Pha⸗ nuels, vom Geschlechte Aser, die war wohl betaget, und hatte gele⸗ bet sieben Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Wittwe bei vier und acht⸗ zig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Die⸗ selbige trat auch hinzu zu derselbi⸗ gen Stunde, und preisete den Herrn, und redete von ihm zu al⸗ len, die auf die Erloͤsung zu Jeru⸗ salem warteten. Und da sie es al⸗ les vollendet hatten, nach dem Ge⸗ setz des Herrn, kehrten sie wieder in Galilaͤßñam, zu ihrer Stadt Na⸗ zareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Galater 4, 1⸗7 Och sage aber: So lange der Erbe 1. ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unter⸗ schied, ob er wohl ein Herr ist aller Güther; sondern er ist unter den Vormuͤndern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder wa⸗ ren, waren wir gefangen unter den außerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfuͤllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, und unter das Gesetz ge⸗ than, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erloͤsete, daß wir die denn Kinder seyd, hat Gott ge⸗ sandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater. Also ist nun hie kein Knecht mehr, sondern eitel Kindet, Sinds aber Kinder, so sinds guch Erben Gottes durch Christum. Am Neujahrstage. Evangelium, Luc. 2, 21. 1 ud da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten wur⸗ de, da ward sein Name genennet Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er in Mut⸗ terleibe empfangen ward. ö Epistel, Gal. 3, 23⸗29. Che denn aber der Glaube kam, Ewurden wir unter dem Geseh verwahret, und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unset Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glauhe kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn iht seyd alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Christo Jesu. Denn wie viel euer auf Christum getaust siud, die haben Chriflum angezogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib, denn ihr seyd ollzumal einer in Christo Jesu. Seyhz ihr aber Christi, so sevd ihr ja Ahri⸗ hams Saamen, und nach der Ver⸗ heissung Erben. Am Sonntage nach dem Neuenjahr. Evangelium, Matth. 2, 13715. ren, siehe, da erschien der Eun gel des Herrn dem Joseph in Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seme Mutter zu dir, und fleuch 1 la en ———— tenland. age. Herodes be umzu guf, und seine Mi und entn lieb alld rodis. das der gesagt h Egypten gerufen. Er a ab keit unsers 5 Werke n wir geth seiner B uns selig dergebut lgen G gegossen durch Io land, a gen Gn⸗ des ewit nung; d Am Fe E Evar 1 D B de, zur siehe, Morget sprachet Koͤnig seinen lande, baäten. a die Weisen aus Morgen/ land aber hinweg gezogen was ö be umzubringen. 21. waren, n wuͤr⸗ enennet ar von Mut⸗ er Ver⸗ ——— em 3⁷9. dorgen⸗ en wo⸗ r En ph im auf, seme Egyp⸗ nland Koͤnig der Juden? Wir haben des ewigen Lebens nach der Hoff⸗ Am Feste der Er scheinung Christi. 7 3——— tenland, und bleib allda bis ich dir suge. Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dassel⸗ Und er stund guf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bey der Nacht, und entwich in Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode He⸗ todis. Auf daß erfuͤllet wuͤrde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Epistel, Tit. 3, 4⸗7. Dꝰ aber erschien die Freundlich— keit und Leutseligkeit Gottes unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir getban hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit, machet er uns selig durch das Bad der Wie⸗ dergeburt und Erneuerung des hei⸗ lgen Geistes, welchen er aus⸗ gegossen hat uͤber uns reichlich durch Jesum Christum unsern Hei⸗ land, auf daß wir durch desselbi⸗ gen Gnade gerecht und Erben seyn nung; das ist je gewißlich wahr. Am Fest Epiphaniaͤ, oder der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 2, 1712. D Jesus geboren war zu Bethlehem, im juͤdischen Lan⸗ de, zur Zeit des Koͤnigs Herodis, siehe, da kamen die Weisen von Morgenland gen Jerusalem und Bethlehem im juͤdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethle⸗ hem im juͤdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fuͤr⸗ sten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der uͤber mein Volk Israel ein Herr sey. Da be⸗ rief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen waͤre. Und weisete sie gen Bethlehem, und sprach: ziehet hin, und for⸗ schet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs findet, so sagt mirs wie⸗ der, daß ich auch komme, und es anbaͤte. Als sie nun den Koͤnig gehoͤret hatten, zogen sie hin. Und siehe der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, gine vor ihnen hin, bis daß er kam, un stund oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet, und gin⸗ gen in das Haus, und funden das Kindlein mit Maria seiner Mutter, und fielen nieder, und baͤteten es an. Und thaten ihre Schaͤtze auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ih⸗ nen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. bedical 45 60, 1⸗6. ache dich auf, werde Licht denn M dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf uͤber dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dnnkel sprachen: Wo ist der neugeborne seinen Stern gesehen im Morgen⸗ lande, und sind kommen, ihn anzu⸗ baͤten. Da das der Koͤnig Hero⸗ des hoͤrte, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem. Und ließ versammlen alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren wer⸗ den. Und sie sagten zu ihm: Zu die Voͤlker. Aber uͤber dir gehet auf der Herr, und seine Herrlich⸗ keit erscheinet uͤber dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Koͤnige im Glanz, der üͤber dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher, diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söͤhne werden von ferne kommen, und deine Toͤchter zur Seiten erzogen werden. Dann a 4 wirst 8 Am 1. und 2. Sonntage nach der Erscheinung Christi, wirst du deine Lust sehen und aus⸗ brechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekeh⸗ ret, und die Macht der Heiden zu dir koͤmmt. Denn die Menge der Cameele wird dich bedecken, die Laͤufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkuͤndigen. Am 1. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Luc. 2, 4252². Da Jesus zwölf Jahr alt war, gingen sie hinauf gen Jerusa⸗ lem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meineten aber, er waͤre unter den Gefaͤhrten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht funden, gingen sie wiederum gen Jerusalem, und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, funden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhoͤrete und sie fragete, und alle, die ihm zuhoͤreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, eutsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das meines Va ters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen re⸗ dete. Und er ging mit ihnen hin⸗ ab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ———— ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu bei Gott und den Menschen. Epistel, Roͤm. 12, 1⸗6. J* ermahne euch, lieben Bruͤder, durch die Barmherzigkeit Got⸗ tes, daß ihr eure Leiber begehet zum Opfer, das da lebendig, heili und Gott wohlgefaͤllig sey, welchez sey euer vernuͤnftiger Gottesdiens. Und stellet euch nicht dieser Wel gleich, sondern veraͤndert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr pruͤfen moͤget, welches de sey der gute, der wohlgefallige, und der vollkommene Gottes Wil⸗ le. Denn ich sage durch die Gng⸗ de, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebuhret zu halten; sondern daß er von ihm maͤßiglich halte, ein jeglicher, nach⸗ dem Gott ausgetheilet hat das Maaß des Glaubens. Denn glei⸗ cher Weise, als wir in einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glie⸗ der nicht einerlei Geschaͤfte haben, also sind wir viele ein Leib in Chii⸗ sto, aber unter einander ist einer des andern Glied. Und haben mancherlei Gaben, nach der Gnaht die uns gegeben ist. ö Am 2. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Joh. 2, 1⸗11. nd am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana, in Galilag, und die Mutter Jesu war da; J— sus aber und seine Juͤnger wurdien auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht ie Mutter Jesu zu ihm: Sie ha⸗ ben nicht Wein. Jesus spricht in ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne 1 rů an Weisheit, Alter und Gnade, i cher die uns Weissag ahnlich. hristi, nahm zu znade, pn. . Bruͤder, t Got⸗ begebet heilig welches sdienst. 4 Well ch durch 8, auf ches da faͤllige, s Wil⸗ e Gng⸗ ermann weitet ebuͤhret don ihm „Nach— ut das in glei⸗ Leibe e Glie⸗ haben, in Chti⸗ st einet haben Gnade )der i. 211. rd eine Baliläa, a; Ji⸗ wurdin eladen. spricht die ha⸗ icht zu t dit zu st noch Nutter 3as er waren Basser⸗ kruͤge Am 3. Sonntage nach der Erscheinung Christi. 9 — kruͤge gesetzt, nach der Weise der juͤdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Fuͤllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fuͤlleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schoͤpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und sie brachtens. Als aber der Speise⸗ meister kostete den Wein, der Was⸗ ser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam(die Diener aber wußtens, die das Wasser ge⸗ schoͤpfet hatten) da rufet der Speise⸗ meister den Braͤutigam, und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum er⸗ sten guten Wein, und wenn sie und weinet mit den Weinenden. Habt einerley Sinn untereinander: Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. 3. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 8, 1⸗I3. Dꝰ Jesus aber vom Berge her⸗ ab ging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aus⸗ saͤtziger kam und berete ihn an, und sprach: Herr, so du willst, kannst Am du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, ruͤhrte ihn trunken worden sind, alsdaun den an, und sprach: Ich wills thun, geringern: du hast den guten Wein sey gereiniget. Und als bald ward bisher behalten. Das ist das erste er von seinem Aussatz rein. Und Zeichen, das Jesus thaͤt, geschehen Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, zu Cana in Galilaͤa, und offenba⸗ sag es niemand, sondern gehe hin, tete seine Herrlichkeit. Und seine und zeige dich dem Priester, und Junger glaubten an ihn. Epistel, Roͤm. 11, 6⸗16. ieben Bruͤder: wir haben man⸗ cherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand Weissagung, so sey sie dem Glauben aͤhnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehrer iemand, so warte er der Lehre. Ermahnet lemand, so warte er des Ermaͤhnens opfere die Gabe, die Moses befoh⸗ len hat zu einem Zeugniß uͤber sie. Da aber Jesus einging zu Caper⸗ naum, trat ein Hauptmann zu ibm, der bat ihn, und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kom⸗ men, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du lich. Regieret jemand, so sey er unter mein Dach gehest, sondern sorgfaͤltig. Uebet jemand Barmher⸗fsprich nur ein Wort, so wird mein zigkeit, so thue ers mit Lust. Die Knecht gesund; benn ich bin ein Liebe sey nicht falsch. Hasset das Mensch, dazu der Obrigkeit unter⸗ Arge, hanget dem Guten an. Die thau, und habe unter mir Kriegs⸗ bruͤderliche Liebe untereilnander sey knechte, und wenn ich sage zu ei⸗ herzlichG. Einer komme dem andern nem: Gehe hin, so gehet er, und mit Ehrerbietung zuvor. Seyd zum andern: komme her, so kommt nicht traͤge, was ihr thun sollt. er. Und zu meinem Knechte: Thue Seyd bruͤnstig im Geist Schicket das, so thut ers. Da das Jesus euch in die Zeit. Seyd froͤhlich in hoͤrete, verwunderte er sich, und Hoffnung, geduldig in Trubsal, sprach zu denen, die ihm nachfolg⸗ haltet an am Gebaͤt. Nehmet ten: Wahrlich, ich sage euch, solch en euch der heiligen Nothdurft an. Glauben habe ich in Israel nicht Herberget gerne. Segnet, die euch funden. Aber ich sage euch: Viel Giebt jemand, so gebe er einfaͤltig⸗ verfolgen, segnet, und fluchet nicht. werden kommen vom Morgen und Freuet euch mit den Froͤhlichen, von 3 d a 3 un 10 Am 4. und 5. Sonntage nach der Erscheinung Christi, und Jakob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die außerste Finster⸗ niß hinaus, da wird seyn Heulen und Zaͤhnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubet hast. Und sein Kuecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, Roͤm. 12, 17⸗21. HDe euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Boͤses mit Boͤsem. Befleißiget euch der Ehrbaͤr⸗ keit gegen jedermann. Ist es moͤg⸗ lich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Friede. chet euch selber nich t, meine Lieb⸗ sten, sondern gebet Raum dem Zorn, denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergel⸗ ten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürstet ihn, so traͤnke ihn. Wenn du das ihust, so wirst du feurige Kohlen auf seln Haupt sammlen. Laß dich nicht das Boͤse uͤberwin⸗ den, sond ern uͤberwinde das Boͤse mit Gutem. Am 4. Sonntage nach der Raͤ⸗ Epistel, Roͤm. 13, 8⸗10. Serd niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinan⸗ der liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfuͤllet. Denn das da gesagt ist: Du solll nicht ehebrechen; Du sollt nicht toͤd⸗ ten, du sollt nicht stehlen; Du sollt nicht falsch Zeugniß geben, dich soll nichts geluͤsten. Und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem i Wort verfasset: Du sollt deinen Naͤchsten lieben als dich selbst. Die Liebethut dem Naͤchsten nichts Boͤl ses. So ist nun die Liebe des Ge⸗ sehes Etfuͤllnng. Erscheinung Christi. Evangelium Matth. 8, 23:27. 1 nd Jesus trat in das Schiff, und seine Juͤnger folgten ihm. Und siehe, daserhub sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedek⸗ ket ward, und er schlief. Und die Juͤnger traten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: Herr, hilf uns, wir verder ben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleinglaͤu⸗ bigen, warum seyd ihr so furchtsamẽ Und stund auf und bedraͤuete dey Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber ver⸗ wunderten sich und sprachen: Was ist das fuͤr ein Maun, daß ihm Wind und Meer geborsam ist? Am 5. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium,‚, Matth. 13, 24⸗30. ¶Qesus legte ihnen ein ander Gleich⸗ —6 niß vor, und sprach: Das Him⸗ melreich ist gleich einem Menschen, der guten Saamen auf seinen Acker saͤtte. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und saͤete Unkraut zwischen den Weizen, und ging da⸗ von. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sih auch das Unkraut. Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht gu⸗ ten Saamen auf deinen Acker ge⸗ saͤet? Woher hat er denn das Un⸗ kraut? er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da spra⸗ chen die Knechte: Willt du denh, daß wir hingehen, und es ausgi⸗ ten? Er sprach: Nein, auf daß iht nicht zugleich den Weizen mit aus⸗ raufet, so ihr das Unkraut ausga⸗ Da traten die tet. Lasset beides mit einander wachsen, bis zu der Erndte, und das Unkraut, und bindet es in Buͤndlein, daß man es verbrenne, meine Scheuren. um der Erndte⸗Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammlet zuvor aber den Weizen sammlet mit n ö Epistel —— Am 6. Sonnt. n. d. Ersch. Christi. Am Sonnt. Septuag. 11 Epistel, Coloss. 3, 12⸗17. Sohn, an welchem ich Wohlgefal⸗ o ziehet nun an als die Auser⸗len habe, den sollt ihr hoͤren. Da waͤhlten Gottes, Heiligen und das die Juͤnger hoͤreten, fielen sie Geliebten, herzliches Erbarmen, auf ihr Angesicht und erschracken Freundlichkeit, Demuth, Sanft⸗ sehr. Jesus aber trat zu ihnen, muth, Geduld, und vertraget ei⸗ ruͤhrete sie an, und sprach: Ste⸗ ner den andern, und vergebet euch het auf, und fuͤrchtet euch nicht. untereinander, so jemand Klage hat Da sie aber ihre Augen aufhuben, wider den andern, gleichwie Chri⸗sahen sie niemand, denn Jesum al⸗ stus euch vergeben hat, also auch ihr; uͤber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Voll⸗ kommenheit. Und der Friede Got⸗ tes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seyd in einem Leibe, und seyd dankbar. Las⸗ set das Wort Christi unter euch kreichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesaͤngen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles, was ihr thut, mit Wor⸗ ten, oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Am 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 17, 1⸗9. U nach sechs Tagen nahm Je⸗ sus zu sich Petrum und Jako⸗ 7 und Johannem, seinen Bru⸗ leine. Und da sie vom Berge her⸗ ab gingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dies Gesicht nie⸗ mand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Epistel, 2 Petr. 1, 16⸗21. Wir haben nicht den klugen Fa⸗ beln gefolget, da wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Chri⸗ sti: sondern wir haben seine Herr⸗ lichkeit selber gesehen, da er em⸗ pfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herr⸗ lichkeit dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlge⸗ fallen habe. Und diese Stimme ha⸗ ben wir gehoͤret vom Himmel ge⸗ bracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf ach⸗ tet, als auf ein Licht, das da schei⸗ net in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern er, und fuͤhrete sie beiseits auf aufgehe in euren Herzen. Und das einen hohen Berg. Und ward ver—⸗ klaͤret vor ihnen, und sein Ange⸗ sicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und siehe, da erschienen ih⸗ nen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete, und sprach zu Jesu: Herr, hier ist gut seyn, wilt du, so wollen wir bier drei Huͤtten machen, dir eine, Mosi eine, und Elias eine? Da er noch also redete, siehe, da uͤber⸗ schattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wol⸗ ken sprach: Dies ist mein lieber en Haͤusvater, der am Morgen sollt ihr fuͤr das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie keine Weissa⸗ gung aus menschlichem Willen her⸗ vorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredt, ge⸗ trieben von dem heiligen Geist. Am Sonnt. Septuagesima. Evaͤngelium, Matth. 20, 116. CJesus sprach zu seinen Juͤngern: Das Himmelreich ist gleich ei⸗ gaus⸗ 12 Am Sonntage Sexagesimaͤ. ausging Arbeiter zu miethen in sei⸗ nen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eines ward um einen Gro⸗ schen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus, um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markt mus⸗ sig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Wein⸗ berg, ich will euch geben was recht ist; Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und thaͤt gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere mü⸗ ßig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hie den ganzen Tag muͤßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht seyn wird soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern, und gieb ihnen den Lohn, und hebe an, getauft, die Ersten, und die Ersten die Letz⸗ ten seyn. Denn viele sind beru⸗ sen, aber wenig sind auserwaͤhlt. Epistel, 1 Cor. 9, 24. 27. u. 10, 125. Maeꝛisset ihr nicht, daß die, so in W'ĩ den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlaͤnget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kaͤmpfet, enthaͤlt sich alles Dinges: jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergaͤngliche. Ich lau⸗ fe aber also, nicht als auf das Unge⸗ wisse: Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betaͤube meinen Leib, und zaͤhme ihn, daß ich nicht andern pre⸗ dige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Bruͤder, nicht verhalten, daß unsere Vaͤter sind alle unter der Wolken gewesen, und sind alle durchs Meer gegan⸗ gen, und sind alle unter Mosen mit der Wolken und mit an den Letzten bis zu den Ersten. dem Meer, und haben alle einer⸗ Da kamen die um die eilfte Stun⸗ lei geistliche Speise gegessen, und de gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken. Sie trunken aber von dem geistlichen Fels, der milfolgete, sie, sie wͤrden mehr empfangen, welcher war Christus Aber an ihrer und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den fallen, denn Gott keinen Wohlge⸗ sie sind niedergeschla⸗ vielen hatte empfingen, murrten sie wider den gen in der Wuͤsten. Hausvater, und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde ge⸗ arbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu ei⸗ nem unter ihnen: Mein Freund, ich Am Sonnt. Sexagesimaͤ. Evangelium, Luc. 8, 415. FJa nun viel Volks bei einander war, und aus den Staͤdten zu Jesu eilete, sprach er durch ein thue dir nicht unrecht; bist du nicht Gleichnih: Es ging ein Saemann mit mir eins worden um einen aus zu säen seinen Saamen, und Groschen? Nimm was dein ist, indem er saͤete, fiel etliches an den und gehe hin. Ich will aber die⸗Weg, und ward vertreten, nud die sen letzten geben, gleich wie dir; Voͤgel unter dem Himmel frassens oder habe ich nicht Macht zu thun auf. Und etliches fiel auf den Fel, was ich will, mit dem Meinen? und da es aufging, verdorrete es, siehest du darum scheel, daß ich so darum, daß es nicht Saft haite. etliches fiel mitten unter die gütig bin? Also werden die LartenUnd Dornen, —— Dornen mit auf liches fi es ging tige Fr rief er: der hoͤt seine JIi dieses 6 sprach: das Gel den and sie es n darnach nimmt ab. D siel, si gehen Reichth bens, keine§ guten hoͤren nen gu Frucht Epistel ieben L die seyd. 2 zu Knet schindet so euch mand Das so waͤren! auf nu de in 2 rnen, selig werden. Am Sonntage — Sexagesimaͤ. 13 —— Dornen, und die Dornen gingen mit auf, und ersticktens. Und et⸗ liches fiel auf ein gut Land, un es ging auf, und trug hundertfaͤl⸗ tige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hoͤren, der hoͤre. Es fragten ihn aber seine Junger, und sprachen: Was dieses Gleichnih waͤre? Er aber sprach: Euch ists gegeben zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hoͤren. Das ist aber dies Sie sind Israeliten, ich auch. Sie sind Abrahams Saamen, ich auch. Sie sind Diener Christi(ich rede thoͤrlich) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schlaͤge erlitten, ich bin oͤfter ge⸗ fangen, oft in Todesnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fuͤnfmal empfangen vierzig Streiche, weniger eins. Ich bin dreimal gestaͤupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe des Meers. Ich habe oft gerei⸗ set, ich bin in Faͤhrlichkeit gewesen Gleichniß: Der Saamen ist das zu Masser, in Faͤhrlichkeit unter den Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hoͤren; darnach koͤmmt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Her⸗ zen, anf daß sie nicht glauben und Die aber auf dem Fels, sind die, wann sie es hoͤren, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben sie, und zu Moͤrdern, in Faͤhrlichkeit unter den Juden, in Faͤhrlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Staͤdten, in Fabrlichkeit in der Wuͤ⸗ sten, in Faͤhrlichkeit auf dem Meer, in Faͤhrlichkeit unter den falschen Bruͤdern, in Muͤh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Bloͤße. Ohne was sich sonst zutraͤget, nam⸗ der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen lich, daß ich täglich werde angelau⸗ fen, und trage Sorge fuͤr alle Gemei⸗ fiel, sind die, so es hoͤren, und nen. Wer isi schwach, und ich wer⸗ gehen hin, unter den Sorgen, de nicht schwach? Wer wird geaͤr⸗ Reichthum und Wohllust dieses Le⸗ gert und ich brenne nicht? So bens, und ersticken, und bringen ich mich je ruͤhmen soll, will ich keine Frucht. Das aber auf dem mich meiner Schwachheit ruͤhmen. guten Lande, sind, die das Wort hoͤren und behalten in einem fei⸗ nen guten Herzen, lund bringen Frucht in Geduld. Epistel, 2 Cor. 11,19. 35. U. 12, 19. Lieben Brüder: Ihr vertraget gern die Narren dieweil ihr klug seyd. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten machet, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand trotzet, so euch je⸗ mand in das Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als waͤren wir schwach worden. Wor⸗ guf nun jemand kuͤhn ist(ich re⸗ de in Thorheit) darauf bin ich auch Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sey gelobet in Ewigkeit, weiß, deß ich nicht luͤge. Zu Damasco, der Landyfleger des Koͤnigs Areta verwahrete die Stadt der Damascaͤer, und wollte mich greifen: und ich ward in ei⸗ nem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Haͤnden. Es ist mir ja das Ruͤhmen nichts nuͤtze, doch will ich kommen auf die Ge⸗ sichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehen Jahren, (ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ichs kuͤhn. Sie sind Ebraͤer, ich auch. auch 14 Am Fastnach t⸗ Sonntage. auch nicht, Gott weiß es,) derselbe ward entzuͤckt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbi⸗ gen Menschen,(ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward entzuͤckt in das Paradies, und hoͤrete unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich ruͤhmen, von mir selbst aber will ich mich nichts ruͤhmen, ohne meiner Schwachhei⸗ ten. Und so ich mich ruͤhmen woll⸗ te, thaͤt ich darum nicht thoͤrlich, denn ich wollte die Wahrheit sa⸗ gen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich hoͤher achte, denn er an mir siehet oder von mir horet. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, naͤmlich des Sataus Engel, der mich mit Faͤusten schla⸗ ge, auf daß ich mich nicht uͤberhebe, dafuͤr ich dreimal dem Herrn ge⸗ flehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genuͤgen, denn meine Kraft ist in den Schwa⸗ chen maͤchtig. Darum will ich mich am allerliebsten ruͤhmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. „»„ erstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wusten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hoͤrete das Volk, das durchhin ging, forschete er, was das wäre? Da verkuͤndigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein: Die aber vorne an gin⸗ gen, bedroheten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel⸗ mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein. Jesus aber stand siille, und ließ ihn zu sich fuͤhren. Da sie ihn aber nahe dei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Waz willt du, das ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen moͤge. Und Jesus sprach zu ihm: Sey se⸗ hend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, und folgete ihm nach, und preisete Gott, und alles Volk, das solches sahe, lobete Gott. Epistel, 1 Cor. 13, 1⸗13. Engelzungen redete, und hät⸗ te der Liebe nicht, so waͤr ich ein toͤnend Erz, oder eine klingende Am Fastnacht-Sonntage, Esto mihi oder Quinquagesimaͤ genannt. Evangelium, Luc. 18, 31⸗43 Cesus nahm zu sich die Zwoͤlfe, 10 und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Pro⸗ pheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet wer⸗ den den Heiden, und er wird ver⸗ spottet, und geschmaͤhet und ver⸗ speiet werden. Und sie werden ihn geisseln und toͤdten, und am dritten Tage wird er wieder auf⸗ Schelle. Und wenn ich weissagen koͤnnte, und wuͤfle alle Geheimnisse und alle Erkenntniß, und haͤtte al⸗ len Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und haͤtte der Llebe nicht, so waͤre ich nichts. Und wenn ich alle meine Haabe den Armen gaͤbe, und ließe meinen Leib brennen, und htte der Liebe nicht, so waͤre mits nichts nuͤte. Die Liebe ist lang⸗ muͤthig und freundlich, die Liehe ei⸗ fert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwlllen, sie blaͤhet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das ihre, sie laͤsset sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet bi. 0 Aͤ aber der alles, si alles, si. hoͤrt nin sagungen Sprache das Er Denn ur und unse Wenn a kommne aufhoͤren da redel pwar klu kindische Mann w disch wa einen G Wort,! Angesich weise, do nen, gl Nun ab Neun ich mit Menschen⸗ und mit nung, L Liebe ist Am 1. Sonntage in der Fasten. 15 —— aber der Wahrheit. Sie vertraͤget auf den Haͤnden tragen, auf daß alles, sie glaubet alles, sie hoffet du den Fuß nicht an einen Stein alles, sie duldet alles. Die Liebe stoͤhest. Da sprach Jesus zu ihm: boͤrt nimmer auf, so doch die Weis⸗Wiederum stehet auch geschrieben: sagungen aufhoͤren werden, und die Du sollt Gott, deinen Herrn, nicht Sprachen aufhoͤren werden, und versuchen. Wiederum fuͤhrete ihn das Erkenntniß aufhoren wird. der Teufel mit sich auf einen sehr Denn unser Wissen ist Stückwerk, hohen Berg, und zeigete ihm alle und unser Weissagen ist Stückwerk. Reiche der Welt, und ihre Herrlich⸗ Wenn aber kommen wird das Voll⸗teit. Und sprach zu ihm: dies al⸗ kommue, so wird das Stuͤckwerk les will ich dir geben, so du nieder⸗ aufhoͤren. Da ich ein Kind war, faͤllst und mich anbetest. Da da redete ich wie ein Kind, und sprach Irsus zu ihm: Hebe dich war klug wie ein Kind, und hatte weg von mir, Satan, denn es ste⸗ Llindische Anschlaͤge; da ich aber ein het geschrieben: Du sollt anbeten Mann ward, that ich ab, was kin⸗Gott, deinen Herrn, und ihm allein disch war. Wir sehen jetzt durch dienen. Da verließ ihn der Teu⸗ einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ichs stuͤck⸗ weise, dann aber werde ich es erken⸗ nen, gleich wie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoff⸗ nung, Liebe, diese drey. Aber die Liebe ist die groͤßeste unter ihnen. Am 1. Sonnt. in der Fasten, Invocavit genannt. vangelium, Matth. 4, 111. a ward Jesus vom Geist in die Wuͤsten gefuͤhret, auf daß Er eE von dem Teufel versucht wuͤrde. Und da er vierzig Tage und vierzig Naͤchte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht von Brod gllein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Got⸗ tes gehet. Da fuͤhrte ihn der Teu⸗ sel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels. Und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln uͤber dir Besehl thun, und sie werden dich ö ö sel, und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. Epistel, 2 Cor. 6, 1⸗10. Lieen Bruͤder, wir ermahnen euch, als Mithelser, daß ihr nicht ver⸗ geblich die Gnade Gottes empfahet, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhoͤret, und habe dir am Tage des Heils gehol⸗ fen. Sehet jezt ist die angenehme Zeit, jezt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlaͤstert werde, sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Truͤbsalen, in Noͤthen, in Aengsten, in Schlaͤgen, in Ge⸗ fangnissen, in Aufruhren, in Ar⸗ ihm und sprach: Bist du Gottes beit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Lang⸗ muth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geiste, in ungefaͤrbter Lie⸗ be; in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schan⸗ de, durch boͤse Geruͤchte und gute Zeruͤchte, als die Verfuͤhrer, und doch wahrhaftig, als die Unbekan ⸗ ten, und doch bekannt als die Ster⸗ benden, und siehe wir leben; als die Gezuͤchtigten, und doch nicht er⸗ toͤdtet. Als die Traurigen, ezei 16 Am 2. und 3. Son ntage in der Fasten. lezeit froͤhlich, als die Armen, aber die doch viel reich machen„als die nichts inne haben, und doch alles haben. Am 2. Sonnt. in der Fasten, Reminiscere genannt. Evangelium, Matth. 15, 2128. U Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend Tyrus und Sydon. Und siehe ein Eananaͤisch Weib ging aus dersel⸗ bigen Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich mein; meine Tochter wird vom Teufel uͤbel ge⸗ plaget. Und er antwortete ihr St:;. unter euch wisse sein Fah zu behal— ten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wis⸗ sen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Hert ist Raͤcher uͤber das alles, wie wit euch zuvor gesagt und bezeuget ha⸗ ben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondein zur Heiligung. Am 3. Sonnt. in der Fasten, Oculi genannt. Evangelium, Luc. 11, 14:28. Sesus trieb einen Teufel aus, fein Wort. Da iraten zu ihm seine Juͤnger, baten ihn und spra⸗ chen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uus nach. Er antwortete aber und sprach: ich bin nicht ge⸗ sandt, denn nur zu den verlornen Schaafen von dem Hause Israel. Sie kam aber, und siel vor ihm nieder und sprach: Herr hilf mir. Aber er antwortete, und sprach: Es ist nicht fein, das man den Kindern ihr Brod nehme, und wer⸗ fe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja Herr, aber doch essen die Hünd⸗fället uber das andere. Ist dem der war stumm, und es ge⸗ schahe, da der Teufel auefuhr, da redete der Stumme, und das Voll verwunderte sich. Etliche aber un⸗ ter ihnen sprachen: Er treibet die Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ——— und wer uv zerstreuet. Geist vo fuͤhret, s Staͤtte, nicht; so umkehren ich gegan koͤmmt, ů gekehret! het er hin sler zu sic selbst; ur men, wol nach mit ger, dent sich, da e Weib im sprach zu ber dich ste die du sprach: 2 ter ihnen s Vort hoͤ Teufel aus durch Beelzebub, den ein Zeichen von ihm vom Himmel, Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen; Ein jeglich Reich„so es mit ihm selbst uneintz wird, das wird wuͤste, und ein Hauz sein von den Brosamen, die von der Satanas auch mit ihm seshs ihrer Herren Tische fallen. Da ant, uneins, wie will sein Reich besst wortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib', dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willt. Und ihre Tochter ward gesund In derselbigen Ianeide sie eure Kinder aus? Daß Stunde. Epistel; 1 Thess. 4, 1⸗7. Zeiter, lieben Bruͤder, bitten Wẽĩ wir euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet waͤndeln, und Gott gefallen, daß ihr immer voͤlliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Je⸗ sum. Denn das ist der Wille Got⸗ tes, eure Heiligung, daß ihr mei⸗ det die Hurerei, und ein jeglicher hen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebuh, So ich aber die Teufel dutch Beelzebuh austreibe, durch wen um werden sie eure Richter sehs So ich aber durch Gottes Finget die Teufel austreibe, so koͤmmt s das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewapneter seinen Yal⸗ last bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden: wenn aber ein flͤrt rer uͤder ihn koͤmmt, und uͤberwin⸗ det ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ und theilet den Raub aus Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich/ . ehrten mmel. inken, jeglich aneins Haus denn selbs beste⸗ treibe zebub, dutch Wen Dar— sehn. Finget imt se Wenn n Mol⸗ Seine flaͤrke⸗ erwin seinen ß und nicht mich/ und Am 4. Sonntage in der Fasten. 17 —— und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen aus⸗ fuhret, so durchwandelt er duͤrre Staͤtte, suchet Ruhe, und sindet sie nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er koͤmmt, so findet ers mit Besemen gekehret und geschmuͤcket. Dann ge⸗ het er hin, und nimmt sieben Gei⸗ ser zu sich, die aͤrger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kom⸗ men, wohnen sie da, und wird her⸗ nach mit demselbigen Menschen aͤr⸗ ger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, ber dich getragen hat, und die Bruͤ—⸗ se die du gesogen hast. Er aber rach: Ja selig sind, die Gottes Wort hoͤren und bewahren. Epistel, Ephes. 5, 19. o seyb nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns geliebet hat, und sich selbst dargegeben fuͤr uns zur Ga⸗ be und Opfer, Gott zu einem suͤ⸗ sen Geruch. Hurerey aber und glle Unreinigkeit, oder Geitz, lasset nicht von euch gesaget werden, wie den Heiligen ehet: auch schand⸗ bare Worte und Narrentheidung, oder Scherz, welche euch nicht zie⸗ men, sondern vielmehr Danksa⸗ gung. Denn das sollt ihr wissen, dab kein Hurer noch Unreiner, oder Geiziger,(welcher ist ein Goͤtzenbie⸗ ner) Erbe hat an dem Reiche Chri⸗ sti und Gottes. Lasset euch niemand herfuͤhren mit vergeblichen Worten, denn um dieser willen koͤmmt der Zorn Gottes uͤber die Kinder des Un⸗ glaubens. Darum seyd nicht ihre Mitgenosseu. Denn ihr waret wei⸗ land Finsterniß, nun aber seyd ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Furcht des Geistes ist allerler Gütigkeit und Am 4. Sonnt. in der Fasten, Laͤtare genannt. Evangelium, Joh. 6, 1⸗15. Darnac fuhr Jesus weg uͤber das Meer an der Stadt Ty⸗ berias in Galilaͤg, und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kran⸗ ken thaͤt. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und satzte sich da⸗ selbst mit seinen Juͤngern. Es war aber nahe die Ostern, der Ju⸗ den Fest. Da hub Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm koͤmmt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen?(Das sagte er aber. ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philip⸗ pus antwortete ihm: Zwei hun⸗ dert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher un⸗ Iter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Juͤnger, An⸗ dreas, der Bruder Simonis Petri: es ist ein Knade hie, der hat fuͤnf Gersten⸗Brode, und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lager⸗ ten sich bei fuͤnftausend Mann. Jesus aber nahm dle Brode, dankte und gab sie den Jüngern, die Juͤn⸗ ger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Juͤngern: Sammlet die uͤbrigen Brocken, daß nichts um⸗ komme. Da sammleten sie, und fuͤlleten zwoͤlf Koͤrbe mit Brocken, von den fuͤnf Gersten⸗Broden, die uberblieben denen, die gespeiset wurden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus uun merkte, daß Gerechtigkeit und Wahrheit. Ev. Quth. sie kommen wuͤrden und ihn ha⸗ b schen, 18 Am 5. Sonntage in der Fasten. schen, daß sie ihn zum Koͤnige mach⸗ len, entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. Epistel, Gal. 4/ 21731. (Saget mir, die ihr unter dem — Gesetz seyn wollt, habt ihr das Gesetz nicht gehoͤret? Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freyen. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freyen, ist durch die Verheissung ge⸗ boren. Die Worte bedeuten etwas, denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebleret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabia der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, Und ist dienstbar mit sei⸗ nen Kindern. Aber das Jeru⸗ salem, das droben ist, das ist die Freye, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschriehen: sey froͤhlich du Unfruchthare, die du nicht gebierest, und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist. Venn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Bruͤder, sind Isaals, nach der Verheissung Kin⸗ der. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Frepen. So sind wir nun, lieben Bruͤder, nicht der Magd Kinder, den Teufel hast. Abraham ist ge⸗ —— die Wahrheit sage, warum glaubet faͤnfti ihr mir nicht? Wer von Gott, ö end der höret Gottes Wort, darun nicht u hoͤret ihr nicht, denn ihr seyd nicht das ist, von Gott. Da antworteten die Auch r Juden, und sprachen zu ihm: Sa, Kälber gen wir nicht recht, daß du ein Sa, sein eig mariter bist, und hast den Teufel! lige e Jesus antwortete: Ich habe keinen ewige Teufel, sondern ich ehre meinen so der Vater, und ihr unehret mich. I nnd di suche nicht meine Ehre, es ist abet sprenge einer, der sie suchet und richtet. der leib Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, sis mehren jemand mein Wort wird halten, sich sell der wird den Tod nicht sehen ewiß⸗ den hei lich. Da sprachen die Inden u hat, u ihm: Nun erkennen wir, daß du den tod lebendi storben und die Propheten, und er auch du sprichst: So jemand mein Won stament haͤlt, der wird den Tod nicht schme so gesck ken ewiglich. Bist du mehr denn den Uel unser Vater Abraham, welcher ge⸗ erflen 2 storben ist, und die Propheten sind rufen gestorben; was machest du aus dit Erde er selbst? Jesus antwortete: so ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sey euer Gott, und kennet ihn nicht, ich aber kenne ihn. Und s ich wuͤrde sagen, ich kenne sein nicht, so wuͤrde ich ein Luͤgner, gleichwie ihr seyd. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abta⸗ ham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, undet sahe ihn, und freuete sich. Da sprh⸗ chen die Juden zu ihm: Du dis noch nicht funfzig Jahr alt, und hast Abraham gesehen? Jesuß sondern der Freyen. Am 5. Sonnt. in der Fasten, Judica genannt. Evangelium, Joh. 8, 46⸗59. Fesus sprach zu den Juden: Wel⸗ icher unter euch kann mich einer Suͤnde zeihen? So ich euch aber sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da huben sie Stei⸗ ne auf, daß sie auf ihn wuͤrsen, Aber Jesus verbarg sich„ und ging zum Tempel hinaus. Epistel, Hebr. 9, 11⸗15. hristus aber ist kommen, daß et sey ein Hoherpriester der zu kunftigen Am Palmsonntage und 1. heil. Ostertage. 19 ——— glaubet luͤnftigen Guͤther, durch eine groͤße⸗ ott ist, re und vollkommenere Huͤtte, die darum nicht mit der Hand gemacht ist, pd nicht das ist, die nicht also gebauet ist. en die Auch nicht durch der Boͤcke oder n: Se, Kaͤlber Blut, sondern er ist durch in Sg, sein eigen Blut einmal in das Hei⸗ lige eingegangen, und hat eine ewige Erloͤsung erfunden. Denn so der Ochsen und der Boͤcke Blut, ch. Ih und die Asche von der Kuh ge⸗ sprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit. Wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel, durch hat, unsere Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mitiler des neuen Te⸗ staments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erloͤsung von den Uebertretungen, die unter dem erslen Testament waren, die so be⸗ tufen sind, das verheissene ewige Erde empfahen. Am 6. Sonnt. in der Fasten, Palmarum genannt. Evangelium, siehe am ersten Sonntage des Advents. den heiligen Geist, Gott geopfert Epistel, Philipp. 2, 5⸗11. Ess jeglicher sey gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Wel⸗ cher, ob er wol in goͤttlicher Ge⸗ stalt war, hielt ers nicht fuͤr einen Raub, Gott gleich seyn, sondern zaßerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Ge⸗ berden als ein Mensch erfunden. roh, daß „und et Da spra⸗ Du bist t, und Jesub vahrlich, Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhoͤhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der uͤber alle Namen ist: daß in dem Na⸗ braham sie Stei— wuͤr fen. ind ging ö 15. daß er der zu Aftigen derer Knie, die im Himmel und men Jesu sich beugen sollen aller auf Erden, und uuter der Adenszut nicht im Sauerteige der Bos⸗ 4 sind; und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Chriflus der Herr sey, zur Ehre Gottes des Vaters. ö Am heiligen Oster-Tage. Evangelium, Marc. 16, 1⸗8. Urd da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi, und Salome Specerey, auf dab sie kaͤmen und Jesum salbeten. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr fruͤhe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer waͤlzet uns den Stein von des Gra⸗ bes Thuͤr? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewaͤlzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Juͤng⸗ ling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an, und sie entsatzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht: Ihr suchet Jesum von Nazareth, den gekreuzigten. Er ist auferstan⸗ den, und ist nicht hie; siehe da die Staͤtte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und saget es seinen Juͤngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galilaͤa; da wer⸗ det ihr ihn sehen, wie er euch ge⸗ saget hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Ent⸗ setzen ankommen, und sagten nie⸗ maͤnd nichts, denn sie furchten sich. Epistel, 1 Cor. 3, 6⸗8. Euer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauer⸗ teig den ganzen Teig versaͤuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seyd, gleichwie ihr ungesaͤuert seyd. Denn wir haben auch ein Oster⸗ lamm, das ist Christus, fuͤr uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, heit 20 Am zweiten heiligen Ostertag. heit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und Wahrheit. Am zweiten Oster⸗Tage. Evangelium, Luc. 24, 13⸗35. * nd siehe, zween aus den Juͤn⸗ gern des Herrn gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feld⸗Weges weit, deß Name heisset Emahus; und sie redeten mit einander von allen diesen Ge⸗ schichten. Und es geschahe, da sie so redeten, ö einander, nahete Jesas zu ihnen, Und wandelte mit ihnen. Aber ih⸗ re Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Re⸗ den, die ihr zwischen euch handelt unterwegen, und seyd traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlin⸗ gen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen ge⸗ schehen ist? Und er sprach zu ih⸗ nen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Na⸗ zareth, welcher war ein Prophet, maͤchtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Ober⸗ sten überantwortet haben zur Ver⸗ dammniß des Todes; und gelreu⸗ ziget. Ifrael erloͤsen. Und uͤber das alles ist heute der dritte Tag, da solchet geschehen ist. Auch haben uns er⸗ schreckt etliche Weiber der unsern, die sind frühe bei dem Grabe ge⸗ und befragten sich mit Wir aber hoffeten, er sollte wesen, haben seinen Leib nicht fun⸗ 39* und traͤges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten gere⸗ det haben. Mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herr⸗ lichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, dis von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellete sich, als wollte er fuͤrder gehen. Und sie noͤ⸗ thigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend wer⸗ und der Tag hat sich genei⸗ Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brachs, und gabs ihnen. Da wurden ihre Au⸗ gen geoͤffnet, und erkenneten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brann⸗ te nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift oͤffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stun⸗ de, kehreten wieder gen Jerusalem, und fanden die Eilfe versammlet, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig den, get. auferstanden, und Simoni erschie nen. Und sie erzaͤhleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt waͤre, an dem, da er das Brod brach. Lection, Ap. Gesch 10, 34⸗41. 237 aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheir, daß Gott die Person nicht ansiehet; son⸗ dern in allerlei Volk, wer ihn fuͤrchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kin⸗ den, kommen und sagen, sie haben dern Israel gesandt hat, und ver⸗ ein Gesicht der Engel gesehen, wel⸗kuͤndigen lassen den Frieden durch che sagen, er lebe. Und eiliche unter Jesum Christum, welcher ist ein uns gingen hin zum Grahe, und Herr über Alles. Die durch das fanden es also wie die Weiber sag⸗ganze juͤdische Land geschehen ist, ten, aber ihn fanden sie nicht. Und und angegangen in Galiläa, nach er sprach zu ihnen: O ihr Thoren der Taufe, dis Johannes 2316 Ess= Wie Nazar⸗ ligen 6 gezoget und ge Teufel Gott! Zeuger hat im Jeruse tet, 1 Dense am di offenb⸗ sonder Zeuge gegess dem Todte Am RX. und 3. Sonntage nach Ostern. 21 — Wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet mit dem hei⸗ ligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohl gethan, und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwaͤltiget waren, denn Gott war mit ihm Und wir sind Zeugen glies deß, das er gethan hat im juͤdischen Lande, und zu Jerusalem. Den baben sie getoͤd⸗ — — ie noͤd tet, und an ein Holz gehangen. leibe Denselbigen hat Gott auferwecket wer⸗ am dritten Tage, und ihn lassen genei⸗ offenbar werden, nicht allem Volk, ihnen sondern uns, den vorerwaͤhlten h, da Zeugen von Gott, die wir mit ihm nahm gegessen und getrunken haben, nach⸗ „und dem er auferstanden ist von den e Au⸗ Todten. n ihn. Und Am 1. Sonnt. nach Ostern, rann⸗ 2.— da er Quasimodogeniti genannt. ge, als Evangelium, Joh. 20, 19⸗25. Und Au Abend aber desselbigen Sab⸗ lun⸗ baths, da die Juͤnger versamm⸗ salem, let und die Thuͤren verschlossen mlet, waren, aus Furcht vor den Juden, velche kam Jesus, und trat mitten ein, haftig, und spricht zu ihnen: Friede sey rschie“ mit euch! Und als er das sagete, „was zeigete er ihnen die Haͤnde und seine „und Seite. Da wurden die Juͤnger e, an froh, daß sie den Herrn sahen. Da Jesus Gottes Sohn ist? Die⸗ ser ists, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser alleine, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahr⸗ heit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist und das Wasser und das Blut und die drei sind beisam⸗ men. So wir der Menschen Zeug⸗ niß annehmen, so ist Gottes Zeug⸗ niß groͤßer, denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat sol⸗ ches Zeugniß bei ihm. Am 2. Sonnt. nach Ostern, Misericordias Domini genannt. Evangelium, Joh. 10, 1216. Otch bin ein guter Hirte: Ein gu⸗ ter Hirte laͤsset sein deben fuͤr die Schaafe. Ein Miethling aber⸗ der nicht Hirte ist, des die Schaafe nicht eigen sind, siehet den Woll kommen, und verlaͤsset die Schaafe und fleucht, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schaafe. er Miethling aber fleucht, denn er ist ein Miethling und achtet der Schaa⸗ sprach Jesus abermal zu ihnen: 41. Friede sey mit euch! Gleichwie —— Mund mich der Vater gesandt hat, so rfahre sende ich euch. Und da er das sa⸗ Gott gete, blies er sie an, und spricht zu son⸗ ihn Geis: welchen ihr die Sünde er⸗ ihm lasset, denen sind sie erlassen, und von welchen ihr sie behaltet, deuen sind Kin⸗ sie behalten. d ver⸗ Epistel, 1 Joh. 3, 410. durch Ales, was von Gott gehoren st ein ist, uberwindet die Welt, h das und unser Glaube ist der Sieg, 10 der die Welt überwunden hat. na fe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne bie Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne ihnen: Nehmet hin den heiligen den Vater, und ich lasse mein Leben fuͤr die Schaafe. Und ich habe noch andere Schaafe, die sind nicht auz diesem Stalle, und dieselben muß ich herfuhren, und sie werden meine Stimme hoͤren. Und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Epistel, 1 Petr. 2, 2123. * dazu seyd ihr berufen, sin⸗ temal auch Christus gelitten Wer ist aber, der die Welt uͤber⸗ hat fuͤr uns, und uns ein Vorbild windet, obne der da glaubet, daß Seoisen daß ihr sollt aeeen ö 3 einen 22 Am 3. Sonntage nach Ostern. seinen Fußstapfen, — welcher keine sie aber das Kind geboren hat, Sünde gethan hat, ist auch kein denkt sie nicht mehr an die Angst, Betrug in seinem Munde erfunden. um der Freude willen, daß der Welcher nicht wieder schalt, da er Mensch zur Welt geboren ist. Und gescholten ward, nicht dräuete, da ihr habt auch nun Traurigkeit, aber er litte; er stellete es aber dem ich will euch wiedersehen, und euer heim, der da recht richtet. Wel⸗ cher unsere Suͤnde selbst geopfert hat an seinem Leibe, auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestor⸗ ben, der Gerechtigkeit leben, durch welches Wunden ihr seyd heil wor⸗ den. Denn ihr waret wie die ir⸗ renden Schaafe, aber ihr seyd nun bekehret zu dem Hirten und Bischoffe eurer Seelen. Am Z. Sonnt. nach Ostern, Jubilate genannt. Evangelium, Joh. 16, 16⸗23. Uer ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber uͤber ein kleines, so werdet ihr mich se⸗ hen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Juͤngern unter einander: Was ist as, daß er saget zu uns: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber uͤber ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er saget, über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter⸗ einander, daß ich gesagt habe: Ue⸗ ber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber uͤber ein klei⸗ nes, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sick freuen. Ihr aber werdet traurig seyn, doch enre Traurigkeit soll in Freude verkeh⸗ ret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denu ihre Stunde is kommen. Wenn Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch neh⸗ men. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel, 1 Petr. 2, 11⸗20. 6 Bruͤder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Bil⸗ grimme, enthaltet euch von fleischli⸗ chen Luͤsten, welche wider die Seels streiten, und fuͤhret einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die so von euch afterreden, als von Uebelthaͤtern, eure gute Werke se⸗ hen und Gott preisen, wenns nun an den Tag kommen wird. Seyd unterthan aller menschlichen Ord⸗ nung, um des Herrn willen, es sey dem Koͤnige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Ge⸗ sandten von ihm, zur Rache über die Uebelthaͤter, und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun vern stopfet die Unwissenheit der thoͤrich⸗ ten Menschen. Als die Freien, und nicht, als haͤttet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thul Ehre jedermann. Habt die Bru⸗ der lieb. Fürchtet Gott. Ehret den Koͤnig. Ihr Kuechte seyd un⸗ terthan mit aller Furcht den Her— ren: nicht allein den Guͤtigen und Gelinden, sondern auch den Wun⸗ derlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens wil⸗ len zu Gott das Uebel vertraͤgt, und leidet das Unretht. Denn was ist das fuͤr ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat wil⸗ len leidet und erduldet, das it Gnade bei Gott. ö hat, Ungst, der Und „abet deuer d enre neh⸗ Tage en. e euch, Vil⸗ eischli⸗ Seels guten uf daß nls vou erke se⸗ 5 nun Seyd Ord⸗ es siy ersten, den Ge⸗ de über be den r Wille un ver/ t hoͤrich⸗ n, und Freiheit sondern Thut e Bru⸗ Ehret yd un⸗ nr Her⸗ en und Wun⸗ nade, us wil⸗ rtraͤgt, nun was ihr um leidet? at wil⸗ ö das ist Sonnl. niemand unter euch fraget mich, e, ist euer Herz voll Traurens horden te. Um die Sünde, daß sie nicht gauben an mich. oben Am 4. und 5. Son ntage nach Ostern. 23 .. Am 4. Sonnt. nach Ostern, Cantate genannt. Evangelium, Joh. 16, 5⸗15. Non aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und wo gehest du hin? Sondern die⸗ weil ich solches zu euch geredet ha⸗ „Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Troͤster nicht zu tuch. So ich aher hin gehe, will ich iln zu euch senden. Und wann der⸗ subige kommt, der wird die Welt srafen um die Suͤnde, und um die Cerechtigkeit und um das Gerich⸗ Um die Gerech⸗ lgkeit aber, daß ich zum Vater ge⸗ he, und ihr mich fort nicht sehet. Um das Gerichte, daß der Fuͤrst Creaturen. Darum, lieben Bruͤ⸗ der, ein jeglicher Mensch sey schnell zu hoͤren, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab, alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist welches kann eure Seelen selig machen. Am 5. Sonnt. nach Ostern, Rogate genannt. Evangelium, Joh. 16, 23=30. Wé ahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bit⸗ ten werdet in meinem Namen, so wird ers euch gehen. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Na⸗ men. Bittet, so werdet ihr neh⸗ men, daß eure Freude vollkommen sey. Solches hab ich zu euch durch dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr loͤmets jetzt nicht tragen. Wann aber jener, der Geist der Wahrheit komnen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er Sprichwort geredet, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr wird nicht von ihm selber reden, bitten in meinem Namen: und ich sondren, was er hoͤren wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Der⸗ selbige wird mich verklaͤren, denn von den Meinen wird ers nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein, dar⸗ um hate ich gesagt: Er wirds von dem Meinen nehmen und euch verkuͤnd gen. Epistel, Jak. 1, 17⸗21. Ale gute Gabe, und alle voll⸗ kommene Gabe kommt von herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Verandeung noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat nus gezaiget nach seinem Wil⸗ len durch das Wort der Wahrheit, auf daß vir waͤren Ersilinge seiner sage euch nicht, daß ich den Vater fuͤr euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und kommen in die Welt: wieder⸗ um verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm sei⸗ ne Jäuger: Siehe, nun redest du wort. Nuu wissen wir daß du alle Dinge weissest, und bedarfest nicht, daß dich jemand frage, dar⸗ um glauben wir, daß du von Gott gusgegangen bist. Epistel, Jak. 1, 22122. Sevd aber Thaͤter des Worts, und nicht Hoͤrer allein, damit ihr euch selbst betruͤget. Denn so b 4 iemand frei heraus, und sagest kein Svrich⸗ 24 Am Himmelfahrtsfeste Christi. Am jemand ist ein Hoͤrer des Worts, und nicht ein Thaͤter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich An⸗ gesicht im Spiegel beschant. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund an davon, und vergisset, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das voll⸗ kommene Gesetz der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thaͤter, derselbige wird selig sevn in seiner That. So aber sich je⸗ mand nuter euch laͤsset duͤnken, er diene Gott, und haͤlt seine Zunge nicht im Zaum, sondern verfuͤhret sein Herz, deß Gottesdienst ist ei⸗ tel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Wittwen in ihrem Truͤbsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Am Fest der Himmelfahrt Christi. Evangelium, Marc. 16, 14⸗20. ö JtRvffer da die Elfe zu Tische saßen, offenbarte sich der Herr, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Haͤrtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn ge⸗ sehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediat das Evangelium aller Creatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da solgen werden denen, die da glauben, sind die: In mei⸗ nem Namen werden sie Teufel aus⸗ treiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas toͤdtliches trinken, wirds ih⸗ nen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Haͤnde legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufge⸗ haben gen Himmel, und sitzet zur — rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr würkte mit ihnen, und bekraͤftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Lection, Ap. Gesch. 1, 1⸗11. De erste Rede habe ich zwar gey than, lieber Theophile, von alle dem, das Jesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Apostel(welchen er hatte erwaͤhlet,) durch den heiliger Geist Befehl gethan hatte. Wel chen er sich auch nach seinem Leider lebendig erzeiget hatte, durch man cherlei Erweisung, und ließ sich se hen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versamm⸗ let hatte, befahl er ihnen, daß si nicht von Jerusalem wichen sor⸗ dern warteten auf die Verheissurg des Vaters, welche ihr habt gehl⸗ ret(sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getaust, ihr aber sollt mit dem heiligen Geis getauft werden, nicht lang nach diesen Tagen. Die aber, so zu⸗ sammen kommen waren, frazten ihn, und sprachen: Herr, wirt du auf diese Zeit wieder aufrichtten das Reich Israel? Er aber prach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, wel⸗ che der Vater seiner Macht vorbehal⸗ ten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfa⸗ hen, welcher auf euch kommer wird, und werdet meine Zeugen seyn zu Jerusalem, und in gan; Judaͤa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehaben zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nach⸗ sahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zween Maͤnner in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Maͤnner von Galilag, was stehet ihr, und sehet gen* m mel? euch ist wird ko ö habt ge Am 6 Evang Wor werde Wahrhe het, de Und ihr ihr seyr wesen. geredet Sie wj thun. daß, we er thue Und sol thun, d noch m habe ich te Dingen eine bri decket Seyd g Murm jeglichet pfangen halter tes. tede g mand e als gut darreic Gott g Christ, walt, Amen. Am 6. Sonnt. nach Ostern. Am heil. Pfingst⸗Tage. 25 mel? Dieser Jesus, welcher von Am heiligen Pfingst-Tage. euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium, Joh. 13, 26⸗27 und ö M enn aber der Troͤster kommen Sie werden Am 6. Sonnt. nach Ostern, Evangelium, Joh. 14, 23 31. Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Va⸗ ter wird ihn lieben, und wir wer⸗ den zu ihm kommen, und Woh⸗ nung bei ihm macheu. Wer ahrr mich nicht liebet, der haͤlt meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hoͤret, ist nicht mein, sondern wird, welchen ich euch senden des Vaters, der mich gesandt hat. werde vom Vater, der Geist der Solches habe ich zu euch geredet, Wahrheit, der vom Vater ausge⸗ weil ich bei euch gewesen bin. Aber het, der wird zeugen von mir. der Troͤster, der heilige Geist wel⸗ Und ihr werdet auch zeugen, denn chen mein Vater senden wird in ihr seyd von Anfang bei mir ge⸗ meinem Namen, derselbige wirds wesen. Solches habe ich zu euch euch alles lehren, und euch erin⸗ Exaudi genannt. 16, 1 4. geredet, daß ihr euch nicht aͤrgert. euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch toͤdtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solchet habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber hab ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, 1 Petr. 4, 811. So seyd nun maͤßig und nuͤch⸗ tern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine bruͤnstige Liebe, denn die Liebe decket auch der Suͤnden Menge. Seyd gastfrei unter einander, ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er em⸗ pfangen hat, als die guten Haus⸗ halter der mancherlei Gnaden Got⸗ tes. So jemand redet, daß ers tede als Gottes Wort. So je⸗ mand ein Amt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesum Christ, welchem sey Ehre und Ge⸗ walt, von Ewigkeit zu Ewigkeit Amwen. nern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Friedeu lasse ich euch, meinen Frieden gede ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fuͤrchte sich nicht. Ihr habt gehoͤret, daß ich euch gesaget habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Haͤttet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich ge⸗ sagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist groͤßer, denn ich. Und nun habe ichs euch ge⸗ saget, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde fort nicht viel mehr mit euch reden, denn es koͤmmt der Fürtt dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber, auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Sie⸗ het auf, und lasset uns von hin⸗ nen gehen. Lection, Ap. Gesch. 2, 1213. U als der Tag der Pfingsten erfuͤllet war, waren sie alle ein⸗ muͤthig bei einander. Und es ge⸗ schahe schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Win⸗ des, und erfüllete das gauze Haus da sie saßen. Uud man sahe an ihnen die Zungen zertheilet, als b 5 waͤren 26 Am 2. heil. Pfingst⸗Tage. Am Sonnt. Trinitatis. —4 waͤren sie feurig; und er setzte sich ihn glaubet, der wird nicht gerich⸗ auf einen jeglichen unter ihnen; tet, wer aber nicht glaubet, der und wurden alle voll des heiligen ist schon gerichtet, denn er glau⸗ Geistes, und fingen an zu predigen bet nicht an den Namen des ein⸗ mit andern Zungen, nachdem der gebornen Sohns Gottes. Das Geist ihnensgab aus zusprechen Es ist aber das Gerichte, daß das waren aber Juden zu Jerusalem Licht in die Welt kommen ist, und wohnend, die waren gottes juͤrch⸗ die Menschen liebeten die Finster⸗ tige Maͤnner, aus allerlei Volk, das niß mehr, denn das Licht, denn unter dem Himmel ist. Da nun ihre Werke waren boͤse. Wer Ar⸗ diese Stimme geschahe, kam die ges thut, der hasset das Licht und Menge zusammen, und wurden kommt nicht an bas Licht, auf daß verstuͤrzt: denn es hoͤrte ein jeglicher, seine Werke nicht gestrafet werden daß sie mit seiner Sprache redeten. Wer aber die Wahrheit thut, der Sie entsatzten sich aber alle, ver kommt an das Licht, daß seine wunderten sich, und sprachen unter Werke offenbar werden; denn sie ale) diedatent sind elan sind in Gott gethan. alle, die da reden, aus Galilaa? KLection, Ap. Gesch. 10, 42⸗48. Wie hoͤren wir dann ein jeglicher Der Har har uns Wrpten zu seine Sprache, darinnen wir gebo⸗*. predigen dem Volk, und zu ren sind? Parther und Mederzeugen, daß er ist verordnet von und Elamiter, und die wir woh⸗Gott, ein Richter der Lebendigen nen in Mesopotamig, und in Ju⸗ und der Todten. Von diesem zeu⸗ daͤg⸗ und Cappadocia, Ponto und gen alle Propheten, daß durch sei⸗ Asia, Phrygia und Pamphilia,nen Namen alle, die an ihn glou⸗ Egypten und an den Enden derlhen Vergebung der Sünden em: Lybien, bei Cyrenen, und Auslaͤn⸗pfahen sollen. Da Petrus noch diese der von Rom, Juden und Juden⸗Worte redete, fiel der heilige genossen, Creier und Araber, Geist auf alle, die dem Worre zu⸗ wir hoͤren sie mit unsern Zungen höreten. Und die Glaubigen aus die großen Thaten Gottes reden der Beschneidung, die mit Petrh Sie entsahten sich alle, und wur⸗ kommen waͤren, entsatzten sich, daß den irre, und sprachen einer zu auch auf die Heiden die Gabe dis dem andern: Was will das wer⸗ den? Die andern aber hatten es ih⸗ ren Spott, und sprachen: Sie sind voll suͤßen Weins. Am zweiten Pfingst-Tage. Evangelium, Joh. 3, 16⸗21. heiligen Geistes ausgegossen ward, denn sie hoͤreten, daß sie mit Zun gen redeten, und Gott hochpreist⸗ ten. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser weh⸗ ren, daß diese nicht getauft wer⸗ den, die den heiligen Geist empfan⸗ Cesus sprach zu Nicodemo: Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, fondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat leinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde, Wer an gen haben, gleichwie auch wir! Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. Am Sonntage Trinitatis, tigkeit. Evangelium, Joh. 3z, 1715. s war aber ein Mensch unter den Pharisaͤern, 2— Namen Ricodemus, oder, am Fest der heil. Dreifals 8—— ö ö Nicoden Juden, Nacht/ ster, w Lehrer! niemand du thust Jesus ar Wahrli— Es sey d em gebe Reich( mus spr Mensch alt ist? seiner 9 boren n Wahrli sey den werde so kann tes kon boren was vo ist Geit daß ich set vot Der W du hoͤr du we⸗ kommt ist ein geborer te, un solches te und Meistet uicht? bir: X und ze ben, 1 niß nie wenn i sage, n ich euch wuͤrde Himme herniet Menfe ist. U sten eir diese niß nicht an. Am 1. Sonntage nach Trinitatis. 27 Nicodemus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der E Nacht, und sprach zu ihm: Mei⸗ ster, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott kommen, denn niemand kann die Zeichen ihun, die du thust, es sey denn Gott mit ihm. Jesus antwortete, und syrach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß jemand von neu⸗ em geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht 2— Nicode⸗ mus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und ge⸗ boren werden? Jesus antwortete: Wah deun wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Got⸗ tes kommen. Was vom Fleisch ge⸗ boren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr muͤs⸗ set von neuem geboren werden. Der Wind blaͤset wo er will, und du hoͤrest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er muß des Menschen Sohn erhoͤhet werden: auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistel, Roͤm. 11, 35⸗36. welch eine Tieft des Reich⸗ thums, beide der Weisheit und Erkenutniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte⸗ und unerforschlich seine Wege. Denn wer hat des Herrn Sinn er⸗ kannt? Oder wer ist sein Rathge⸗ ber gewesen? Oder, wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm wer⸗ de wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge; ihm sey Ehre in Ewigkeit, Amen. Am 1, Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 16, 19⸗3r. s war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und koͤstlicher Leinewand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen kommt, unb wohin er faͤhret. Also Lazarus, der lag vor seiner Thuͤr ist ein jeglicher, der aus dem Geist voller Schwaͤren, geboren ist. Nicodemus antworte⸗ te, und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehn? Jesus antworte⸗ te und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das uicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen ha⸗ ben, und ihr nehmet unser Zeug⸗ Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie wuͤrdet ihr glauben, wenn ich euch von him̃lischen Dingen sagen wuͤrde? Und niemand faͤhret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder kommen ist, naͤmlich bes Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wuͤ⸗ sten eine Schlange erhöhet hat, also und begehrte sich zu saͤttigen von den Brosamen/ die von des Reichen Tische fielen. Doch kamen die Hunde, und leck⸗ ten ihm seine Schwaͤren. Es be⸗ gab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den En⸗ geln in Abrahams Schoo. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hoͤlle und in der Quaal war, hub er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schooß. Rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das aͤußerste seines Fingers ins Wasser kauche, und kuͤhle meine Zunge, denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abra⸗ ham aber sprach: Gedenke Sohn, daß 28 Am 2. Sonntage nach Trinitatis. daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus da⸗ gegen hat Boͤses empfangen; nun aber wird er getroͤstet, und du wirst gepeiniget. Und uͤber das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, koͤnnen nicht, und auch nicht von daunen zu uns heruͤber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich Vater, daß du ihn sendest in mei⸗ nes Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Bruͤder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kom⸗ men an diesen Ort der Quaal. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten, laß sie dieselbigen hoͤren. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Todten zu ih⸗ nen ginge, so wuͤrden sie Buße thun. Er aber sprach zu ihm: Hoͤren sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, daß jemand von den Todten auf⸗ erstuͤnde. Epistel, 1 Joh. 4, 16⸗21. Geit ist die Liebe, und wer in der Liede bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Dar⸗ an ist die Liebe voͤllig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts, denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Lie⸗ be, sondern die voͤllige Liebe treibet die Furcht aus, denn die Furcht bat Pein; wer sich aber sürgtet⸗ der ist nicht voͤllig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Luͤgner, denn wer seinen Bruder nicht lie⸗ bet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gort liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Am 2. Sonnt. nach Trinit. Evangelium, Luc. I4, 16⸗24. Eb war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viel dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls zu sagen den Geladenen: sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker ge⸗ kauft, und muß hinausgehen, und ihn besehen: ich bitte dich, entschul⸗ dige mich. Und der andere sprach: Ich habe fuͤnf Joch Ochsen gekaust, und ich gehe jetzt hin,, sie zu bese⸗ hen, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Haus⸗ herr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen, und Kruͤp⸗ pel, und Lahmen und Blinden her⸗ ein. Und der Knecht sprach: Herr es ist geschehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knech⸗ te: Gehe aus auf die Landstraßen, und an die Zaͤune, und noͤthige ss herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Maͤnner keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel, Joh. 3, I3⸗I8. Lerwundert euch nicht, meine Bruůder, ob euch die Welt haß i set. Wir wissen, daß wir aus dem To de in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Bruͤder. Wer den Bruder nicht liebet, der blei⸗ bet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschlager, und ihr wisset, daß ein Todtschlaͤger nicht hat das ewige Leben bei ihm blei⸗ bend. Kom⸗ met, benn es ist alles bereit. Und Daran haben wir erfaß ö die Lieb ö uns gel auch de lassen. Welt G Bruder Herz vr gebe 0 Kindleit Worten sondern der Wa der an, Am 3. und 4. Sonntage nach Trinitatis. 29 ———ü— ö die Litbe, daß er sein Leben fuͤr ihn sinde. lassen. uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben fuͤr die Bruͤder Wenn aber jsemand dieser Welt Guͤter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schleußt sein unter euch, der hundert Schaafe hat, Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zungen, sondern mit der That, und mit der Wahrheit. Am 3. Sonnt. nach Trinit. Evangelium, Luc. 15, 1⸗ 10. s naheten aber zu Jesu allerlei Zoͤllner und Suͤnder, daß sie ihn hoͤreten. Und die Pharisaͤer ich euch, wird Freude seyn vor den Engeln Gottes uͤber einen Sün⸗ der, der Buße thut. Epistel 1 Petr. 5, 6⸗II. So demuͤthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhoͤhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgen werset auf ihn, denn er sorget fuͤr euch. Seyd nuͤchtern und wachet: denn euer Widersacher, der Teufel, gehet um⸗ her wie ein bruͤllender Loͤve, und suchet, welchen er verschlinge; dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Leiden uͤber eure Bruͤder in der Welt ge⸗ hen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewi⸗ gen Herrlichkeit, in Christo Jesu, und Schriftgelehrten murreten und derselbige wird euch, die ihr eine sprachen: Dieser nimmt die Sun⸗ kleine Zeit leidet, vollbereiten, der an, und isset mit ihnen. Er garken, kraͤftigen, gründen. Dem⸗ sagte aber zu ihnen dies Gleichniß, selbigen sey Ehre und Macht von und sprach: Welcher Mensch ist Ewigkeit zu Ewigkeit Amen. und so er der eines verlieret, der Am 4. Sonnt. nach Trinit. nicht lasse die neun und neunzig in der Wuͤsten, und hingehe nach dem verlornen, bis baß ers finde? Und wenn ers funden hat, so leget ers auf seine Achseln mit Freuden. Und wann er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaaf funden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel seyn uͤber einen Suͤn⸗ der, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehen Groschen hat, so sie der einen verliert, die nicht ein Licht anzuͤnde, und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie Und wenn sie ihn funden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Also auch sage Evangelium, Luc. 6, 36⸗42. Daue seyd barmherzig, wie ö auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werder ihr auch nicht ver⸗ dammet; vergebet, so wird euch vergeben; gebet, so wird euch ge⸗ geben; ein voll gedrückt, gerüͤttelt und uͤber fluͤßig Maaß wird mau in euren Schoos geben; denn eben mit dem Maaß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blin⸗ den den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fal⸗ len? Der Junger ist nicht uͤber seinen Meister; wenn der Juͤnger ist wie sein Meister, so ist er voll⸗ kommen. Was siehest du aber ei⸗ nen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder, ö wie —ꝛp——— 30 Am 5. Sonntage nach Trinitatis. wie kanust du sagen zu deinem Bru⸗ der: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge zie⸗ hen, und du siebest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zeuch zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiehe dann, daß du den Splitter aus dei⸗ nes Bruders Auge ziehest. Epistel, Roͤm. 8, 18⸗28. Denn ich halte es dafuͤr, daß die⸗ ser Zeit Leiden der Herrlich⸗ keit nicht werth sey, die an uns soll offenbaret werden. Denn das angstliche Harren der Creatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Crea⸗ tur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deßwil⸗ len, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Cregtur frei werden wird von dem Dienst des vergaͤnglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Got⸗ tes. Denn wir wissen, daß alle Ereatur sehnet sich mit uns, und aͤngstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erfilinge, sehnen uns auch bey uns selbst nach der Kindschaft, und war⸗ ten auf unsers Leibes Erloͤsung Am 5. Sonnt. nach Trinit. Evangelium, Luc. 5, 1⸗II. s begab sich aber, da sich das Volk zu Jesu drang, zu hoͤren das Wort Gottes, und er stund am See Genezareth, und sahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Netze. Da krat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom Lande fuͤhrete. Und er satzte sich, und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte auf⸗ ...———. gehoͤret iu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Hoͤhe, und werfet eure Netze aus, daß iht einen Zug thut. Und Simon ant⸗ wortete und sprach zu ihm: Mei⸗ ster, wir haben die ganze Nacht geyß arbeitet und nichts gefangen aber guf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaͤten, beschlossen sie eine große Menge di⸗ sche, und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie ka⸗ men, Und sie kamen, und fuͤlleten beide Schiffe voll, also daß sie sunken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knien, und spracht Herr, gehe von mir hinaus ich bin ein suͤndiger Mensch. Denn et war ihm ein Schrecken ankommen, und alle, die mit ihm waren, uͤbet diesen Fischtug, den sie mit⸗ einander gethan hatten, desselbigen gleichen auch Jakobum und Johan⸗ nem, die Soͤhne Zebedaͤi, Simoni Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fa⸗ hen. Und sie fuͤhreten die Schifft zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. Epistel, 1 Petr. 3, 8⸗15. Enu aber seyd allesamt gleich gesinnet, mitleidig, bruͤderlich barmherzig, freundlich. Vergellel nicht Boͤses mit Boͤsem, oder Schell⸗ wort mit Scheltwort, sondern da gegen segnet, und wisset, daß iht dazu berufen seyd, daß ihr den Se⸗ gen beerbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der schweigt seine Zunge, daß sie nichts Boͤses rede, und seine Lipyen, daß sie nicht truͤgen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes: er suche Friede und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf Iht Gebet; das Angesicht aber des 1111 ů und huͤlfen ihnen ziehen. ——— siehet at Und wer so ihr Und ob Gerecht selig. Fi Trotzen Heiliget eurem ten; w Gericht sage eus E. +. * 3— 6* uͤberan der Ri Diener geworf. du wir komme Heller EI Wi er zu 7 und uß ihr yn ant⸗ Mei⸗ Am 6. und 7. Sonntage nach Trinitatis. 31 —— siehet auf die, die da Boͤses thun. Und wer ist, der euch schaden koͤnnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seyd ihr doch selig. Fuͤrchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. + Am 6. Sonnt. nach Trinit. Evangelium, Matth. 5, 20⸗26. zs sey denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schristge⸗ lehrten nnd Pharisaͤer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kom⸗ men. Ihr habt gehoͤret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollt nicht toͤd⸗ ten; wer aber toͤdtet, der soll des Gerichts schuldig seyn. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zuͤrnet, der ist des Gerichts schul⸗ dig. Wer aber zu seinem Bruder saget: Racha! der ist des Raths schuldig. Wer aber saget: Du Narr! der ist des hoͤllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und + Bruder etwas wider dich habe: so laß allda vor dem Altar deine Ga⸗ be, und gehe zuvor hin und ver⸗ soͤhne dich mit deinem Bruder. und alsdann komm und opfere deine Ga⸗ be. Sey willfaͤhrig deinem Wider⸗ sacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst uͤberantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir wahrlich: du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Epistel, Roͤm. 6, 3⸗II. Wißst ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christum ge⸗ tauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir nun mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daßs, gleichwie Christus ist auferweckt von den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen anch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstebung gleich seyn. Die⸗ weil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der suͤndliche Leib aufhoͤre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Suͤn⸗ de. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Tod⸗ ten erwecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort uͤber ihn nicht herrschen. Denn, daß er ge⸗ storben ist, das ist er der Suͤnde gestorben, zu einem mal, daß er aber lebet, das lebet er Gotte. Also anch ihr, haltet euch dafuͤr, daß ihr der Suͤnde gestorben seyd, und lebet Gotte in Christo Jesu, wirst allda eingedenk, daß dein erm Herrn. Am 7. Sonnt. nach Trinit. Evangelium, Marc. 8, 1⸗9. u der Ztit, da viel Volkes da 0 war, und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Juͤnger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jam⸗ mert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, wuͤrden sie auf dem Wege verschmachten, denn etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wuͤ⸗ sten, daß wir sie saͤttigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr— 5 is 32 Am 8. Sonntage nach Trinitatis. Sie sprachen: Sieben. Und er ge⸗ vot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankete und brach sie und gab sie seinen Jungern, deß sie dieselbigen vorlegten, und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein, und er dankete und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und huben die übrigen Brocken auf, sieben Koͤrbe. Und ihrer warxen bei viertausend, die da gegessen hatten, und er ließ sie von sich. Epistel, Roͤm. 6, 19⸗ 23. Ich muß menschlich davon reden, I um der Schwachheit willen eu⸗ res Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zu Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet auch nun eure Glieder zu Dienste der Gerechtigkeit, daß sie beilig werden. Denn da ihr der Sunde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit fur Frucht? welcher ihr euch jetzt schaͤmet, denn das Ende derselbigen it der Tod. Nun ihr aber sevd von der Sünde frei, und Gottes Kuechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Suͤnden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Le⸗ ben, in Christo Jesu unserm Herrn. —— Am 8. Sonnt. nach Trinit. Evangelium, Matth. 7, 1523. Sohor euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schaafsklei⸗ dern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reissende Woͤlfe; an ihren Fruͤchten sollt ibr sie erken⸗ nen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen? oder Fei⸗ — gen von den Disteln? Also, ein jeg⸗ licher gute Baum bringet gute Fruͤchte, aber ein fauler Baum brin⸗ get arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Fruͤchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Feuer geworfen. Darum an ih⸗ ren Fruͤchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mit sagen: Herr, Herr! in das Him⸗ melreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viel zu mit sagen an jenem Tage: Herr. Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrie⸗ ben? Haben wir nicht in deinem Namen viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: habe euch noch nie erkannt; wei⸗ chet alle von mir, ihr Uebelthaͤter, Epistel, Roͤm. 8, 12⸗17. o sind wir nun, lieben Bruͤder, Schuldner, nicht dem Fleische, daß wir nach dem Fleische leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben muͤssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschafte tödtet, so wes det ihr leben. Denn welche det Geist Gottes treibet, die sind Gol⸗ tes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fuͤrchten muͤßtet, sondern ihr habt einen kind⸗ lichen Geist empfangen, durch wel⸗ chen wir rufen: Abba, lieber Vi⸗ ter! Derselbige Geist giebt Zeug⸗ niß unserm Geiste, daß wir Gol⸗ tes Kinder sind. Sind wir deun Kinder, so sind wir auch Erben, nem⸗ lich Gottes Erben, und Mitetn ben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zul Herrlichleit erbaben werden. Am g. Sonut. Baum, der nicht gute Früche bringet, wird abgehauen, und ins Ich a geluͤsten wie jene nicht Al etliche w Ev. haͤtet. üder, eische, leben. leische üͤssen. st des wer⸗ e der Gol⸗ nicht pon dir? Thue Rechnung von dei⸗ der Haushalter sprach bei sich ö Dee ist aber uns zum Vorbild ge⸗ Am 9. und 10. Sonntage nach Trinitatis. 33 Am 9. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 16, I⸗9. Es war ein reicher Mann, der CE ehatte einen Haushalter, der ward vor ihm berüchtiget, als haͤtte er ihm seine Guͤther um⸗ bracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie hoͤre ich das nem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter seyn. selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, gra⸗ hen mag ich nicht, so schaͤme ich mich zu detteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Haͤuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schulduer seines Herrn, und sprach zu dem Ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Ton⸗ nen Oels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich und schreib flugs funfzig. Darnach sprach et zu dem Andern: Du aber, wie viel bist du schuldig?ꝰ Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und ir sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haus⸗ halter, daß er kluͤglich gethan hatte, denn die Kinder dieser Welt sind kluͤ⸗ ger, denn die Kinder des Lichts in ih⸗ kem Geschlechte. Und ich sage euch aguch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Huͤtten. Epistel, Cor. 10, 6⸗13. ö schehen, daß wir uns nicht geluͤten lassen des Boͤsen, gleich⸗ wie jene geluͤttet hat. Werdet auch nicht Abgoͤttische, gleichwie iener etliche worden, als geschrieben ste⸗ het: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwan⸗ zig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen um⸗ gebracht. Murret auch nicht, gleich⸗ wie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Ver⸗ derber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde. Es ist aber geschrieben uns zur Warnung, sauf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum wer sich laͤs⸗ set dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, der euch nicht laͤsset ver⸗ suchen uͤber euer Vermoͤgen, son⸗ dern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es koͤnnet ertragen. Am 10. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 19, 41⸗48. nd als er, der Herr Jesus, nahe hinzu kam. sahe er die Stadt an, und weinete uͤber sie. Und sprach: wenn du es wuͤßtest, so wuͤrdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet, aber nun ists vor deinen Augen verbor⸗ gen. Denn es wird die Zeit uͤber dich kommen, daß deine Feinde werden um dich, und deine Kinder mit dir, eine Wagenburg schlagen, dich be⸗ lagern, und an allen Orten aͤngsten, und werden dich schleifen, und kei⸗ nen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet hast die Zeit, darinnen du heimgesucht Ev. Luth. bist. Und er ging in den Tempel, G und —.söbbĩ,,nz.eS,d.. 3⁴ Am 11. Sonntage nach Trinitatis. 2 und fing an auszutreiben, die drin⸗ nen verkauften und kauften. Und sprach zu ihnen: Es stehet geschrle⸗ ben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habts gemacht zur Moͤrder⸗ grube. Und er lahrte taͤglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vor⸗ nehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrachten, und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hoͤrete ihn. Epistel, I Cor. 12, III. Voin den geisilichen Gaben aber will ich euch, lieben Bruͤder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seyd gewesen, und hin⸗ gegangen zu den hummen Goͤtzen, wie ihr gefuͤhret wurbet. um thue ich euch kund, daß nie⸗ mand Jesum verfluchet, der durch Dar⸗ cf»½;/ Am 11. Sonnt. nach Trinit. ———— den von Bruͤdern leben, et Darnach Jakobo, steln. An auch von Geburt, ich bin der seln, alt daß ich ei daß ich d solget he Gnaden b seine Gne geblich ge viel meh alle, nich tes Gnad Evangelium, Luc. 18, 9⸗14. D a sagte zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm waͤren, und verachteten die andern, ein solch Gleichniß: Es gingen zween Menschen hin⸗ auf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisaͤer, der andere ein Zoll ner. Der Pharisaͤer stand und be⸗ tete bei sich selbst also: Ich danse dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Raͤuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie diestt Zoͤllner. Ich faste zwier in det Woche und gebe den Zehenden von allem, was ich habe. Und der Zoͤllner stand von ferne, wolli auch seine Augen nicht aufhehen gen Himmel, sondern schlug au seine Brust, und sprach: Goit sh mir Sünder gnaͤdig! Ich sage Am: den Geist Hottes redet, und nie⸗ mand kann Jesum einen Herrn hei⸗ ßen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind man⸗ cheriei Aemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kraͤf⸗ te, aber es ist ein Gott, der da wir⸗ ket alles in allem. In einem jegli⸗ chen erzeigen sich die Gaben des Gei⸗ stes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit, dem an⸗ dern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß nach demselbigen Geiste. Einem andern der Glau⸗ be in demselbigen Geiste. Einem andern die Gabe gesund zu machen in demselbigen Geiste. Einem an dern Wunder zu thun, einem andern Weissagung, einem an⸗ dern Geister zu unterscheiden. Ei⸗ nem andern mancherlei Spra⸗ chen, einem audern die Sprachen auszulegen. Dieses aber alles wir⸗ ket derselbige einige Geist, und theilet einem jeglichen seines zu, nachdem er will. euch: dieser ging hinab gerechtfer⸗ tiget in sein Haus vor jenem, denn wer sich selbst erhöͤhet, der wih Kvange erniedriget werden, und wer sch und dad selbst erniedriget, der wird erh het werden. ö Epistel, I Cor. 15, 1⸗10. Occh erinnere euch aber, lieben — Brüder, des Evangelli, d ich euch verkuͤndiget habe, welchtz ihr auch angenommen haht, de welchem ihr auch stehet; durch deb ches ihr auch selig werdet, welchel⸗ gestalt ich es euch verkundiget habi⸗ so ihr es behalten habt: es wall denn, daß ihr es umsonst geglaull baͤttet. Denn ich habe euch W voͤrderst gegeben, welches ich guh empfangen habe, daß Christus stotben sey fuͤr unsere Sünde nen, si nach der Schrift. Und daß er bE graben sey, und daß er auferst sie es au den sey am dritten Taze nach di Schrift. Und daß er gesehen worhel ist von Kephas, darnach von din Zwoͤlfen. Darnach ister gesehenina 6 init. 14. die 5 sie Yteten hniß: hin⸗ einer Zoͤll⸗ 1d be⸗ danke — wie echte, dieset er sich erhor 0. lieben „ dis velches übt, in ch wel⸗ elchet⸗ t habe/ wurt glauht ch W h guch us gi⸗ uͤnden er b⸗ erstan⸗ ich dil vorden u den n wot⸗ be 1is Gnade, die mit mir ist. Am 12. und 15. Sonntage nach Trinitatis. 35 VIL' den von mehr denn fuͤnfhundert Bruͤdern auf einmal, derer noch viel leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jakobo, darnach von allen Apo⸗ steln. Am letzten nach allen, ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Apo⸗ selu, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes ver⸗ folget habe. Aber von Gottes Gnaden bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht ver⸗ geblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle, nicht aber ich, sondern Got⸗ Am 12. Sonntage nach Trinitatis. Ue der Herr Jesus wieder aus⸗ ging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galilaͤische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Staͤdte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und egteihm die Finger in die Ohren, und spuͤtzete, und rührete seine Zunge, und sahe guf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ih⸗ nen, sie solltens niemand sagen. mehr er aber verbot, je mehr le es ausbreiteten, und verwunder⸗ ten sich uber die Maaße und spra⸗ chen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hoͤrend und die Sprachlosen redend. hen, das ihr sehet. Epistel, 2 Cor. 3, 4⸗9. Ein solch Vertrauen aber haben —wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tuͤchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tuͤchtig sind, ist von Gott; wel⸗ cher uns auch tuͤchtig gemacht hat, das Amt zu fuͤhren des neuen Testaments, nicht des Buchsta⸗ bens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe toͤdtet, aber der Geist machet lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben toͤdtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israel nicht konnten ausehen das Ange⸗ sicht Mose, um der Klarheit wil⸗ len seines Angesichts, die doch aufhoͤret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß pre⸗ diget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit predigt, uͤberschwengliche Klarheit. Am 13. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 10, 23⸗37. Wesus wandte sich zu seinen Juͤn⸗ gern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da se⸗ Denn ich sa⸗ ge euch: Viel Propheten und Koͤ⸗ nige wollten sehen, das ihr sehet, und habens nicht gesehen, und hören, das ihr hoͤret, und habens nicht gehoͤret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrie⸗ hen? Wie liesest du? Er antwor⸗ tete, und sprach: Du sollt Gott dei⸗ nen Herrn lieben von ganzem Her⸗ C2 zen Am 14. Sonntage nach Trinitatis. x zen, von ganzer Seele, von allen Kraͤften, und von gandem Gemüu⸗ the, und deinen Naͤchsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: du hast recht geantwortet. Thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich seloͤst rechtfertigen, und sprach: zu Jesu: Wer ist denn mein Nach⸗ ster! Da autwortete Jesus, und sprach: Es war ein Meusch, der ging von Jerusalem hinab gen Je⸗ richo, und fiel unter die Moͤrder⸗ die zogen ihn aus, und schlugen ihn und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefaͤhr, daß ein Prie⸗ ster dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, ging er vor⸗ über. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Staͤtte, und sahe ihn, ging er vor⸗ uͤber. Ein Samariter aber reisete, und kam dahin, und da er ihn sa⸗ he/ jammerie ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Oel und Wein, und hob ihn auf sein Thier und füh⸗ rete ihn in die Herberge und pfle⸗ gete sein. Des andern Tages rei⸗ sete er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mebr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher duͤnkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sey gewesen dem, der unter die Moͤrder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzig⸗ keit an ihm that. Da sprach Je⸗ sus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Epistel, Gal. 3, 15⸗22. Lichen Bruͤder, ich will nach menschlicher Weise reden: ver⸗ achtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestaͤ⸗ tigt ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Verheissung Abraha und seinem Saamen zugesagt⸗ Er spricht nicht, durch die Sag. men, als dur durch einen, durch deinen Saa⸗ men, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor bestatigt ist auf Chri⸗ stum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheissung sollte durchs Ge⸗ setz aufhren, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahr hernach. Denn so das Erhe durch das Geseh erworben würde, so wuͤrde es nicht durch Verheissung ham durch Verheissung frei ge⸗ schenket. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu kommen um Suͤnde willen, bis der Saame kä⸗ me, dem die Verheissung geschehen ist, und ist gestellt von den En⸗ geln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler ist aber nicht eines ei⸗ nigen Mittler, Gott aber ist einig. Gottes Verheissung? Das sey fer⸗ ne. Wenn aber ein Gesetz gegeben chen, so kaͤme die Gerechtigkeit unter die Suͤnde, denen, die da glauben. Am 14. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 17, 1I⸗Ig. er mit⸗ gen Jerusalem, zog Galilaͤ⸗ ten durch Samariam und kam, begegneten ihm zehen aus saͤtzige Maͤnner, die standen von serne und erhoben ihre Saimunz un ch viele, sondern als der Wie? ist denn das Gesetz wider waͤre, das da koͤnnte lebendig m. wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen ö auf daß die Verheissung kaͤme durch den Glau⸗ ben an Jefum Christum, gegehen * es begab sich, da Jesus reiselt am. Und als er in einen Marlt und sy erharm sahe, xů hin, ur Und et gen/ unter gesund und pr me. 1 zu sein und da gegeben! Gott aber hat es Abr Sindt Sind i Wo sir sonst t᷑ kehrte dieser zu ihn dein E ittlers. st einig. gen, wurden sie rein. Am 15. Sonntage nach Trinitatis. 37 und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschahe, da sie hingin⸗ Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesund worden war, kehrete er um, und preisete Gott mit lanter Stim⸗ me. Und fiel auf sein Angesicht zu seinen Fuͤßen und dankete ihm, und das war ein Samariter. Je⸗ sus aber antwortete und, und sprach: Sind ihrer nicht zehen rein worden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner funden, der wiederum⸗ kehrte und gaͤbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. ines ei⸗ wider sey fer⸗ gegeben ig ma⸗ htigkeit „ Aber chlossen daß die Glau⸗ zegeben L=Ig9. reisete mit⸗ Balilaͤ⸗ Markt n aus⸗ n von imme, 1 und Epistel, Gal. 5, 16:24. leben Bruͤder: wandelt im Geist, so werdet ihr die Luͤste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seyd ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, D Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 6, 24⸗34. Nimend kann zween Herren die⸗ nen, entweder er wird einen hassen, und den andern lieben, oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr koͤn⸗ net nicht Gott dienen, und dem Mammon. Darum sage ich euch; Sorget nicht saͤr euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht fuͤr euren Leib, was ihr anzie⸗ hen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Voͤgel unter dem Himmel an: sie saͤen nicht, sie erndten nicht, sie sammlen nicht in die Scheuern, und euer himmlischer Vater ernaͤh⸗ ret sie doch. Seyd ihr denn nicht vielmehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Laͤnge eine Elle zusetzen moͤge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr fuͤr die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlich⸗ keit nicht bekleidet gewesen ist, als derselbigen eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also klei⸗ Abgoͤtterei, Zauberei, Feindschaft, det, das doch heute steht, und Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwie⸗ morgen in den Ofen geworfen tracht, Rotten, Haß, Mord, Sau⸗ wird; sollte er das nicht vielmehr Gottes nicht ererben. aber des Geistes ist Liebe, Freude, trachten die Heiden, denn euer Friede, Geduld, Freundlichkeit, himmlischer Vater weiß, daß ihr deß Guͤtigkeit, Glaube, Sanftmuth, alles beduͤrfet. Trachtet am ersten sen, Fressen und dergleichen, von euch thun? O ihr Kleinglaͤubigen! welchen ich euch habe zuvor ge⸗Darum sollt ihr nicht sorgen und sa⸗ sagt, und sage noch zuvor, daß, gen: Was werden wir essen? Was die solches thun, werden das Reich werden wir trinken? Womit werden Die Frucht wir uns kleiden? Nach solchem allen Keuschheit. Wider solche ist das nach dem Reiche Gottes und nach Gesetz nicht. Welche aber Chri⸗seiner Gerechtigkeit, so wird euch stum angehören, die kreuzigen ihr solches alles zufallen. Darum sor⸗ Fleisch, samt den Luͤsten und Be⸗ get nicht fur den andern Morgen, gierden. denn der morgende Tag wird 145 C 3 38 Am 16. Sonntage nach Trinitatis. das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epistel, Gal. 5, 25 u. 6, I.IO. o wir im Geiste leben, so las⸗ set uns auch im Geiste wan⸗ deln. Lasset uns nicht eiteler Eh⸗ re geizig seyn unter einander, uns zu eutruͤsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Feht uͤbereilet wuͤrde, so hel⸗ set ihm wieder zurecht mit sanft⸗ müthigem Geist, die ihr geistlich seyd, und siehe auf dich selbst, baß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi er⸗ fuͤllen. So aber sich jemand laͤsset dünken, er sey etwas, so er doch nichts ist, der betruͤget sich selbst. Ein jeglicher aber pruͤfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine eigene Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott lasset sich nicht spotten. Denn was der Mensch saͤet, das wird er erndten. zein Fleisch saͤet, der vird von dem Fleische das Verderben erndten, wer aber auf den Geist saͤet, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten. Lasset uns aber gu⸗ tes thun, und nicht muͤde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhoͤren. Als wir denn nun Zeit haben, so las⸗ set uns gutes thun an jedermann, allermeist aber an den Glaubens⸗ genossen. Am 16. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 7, II.I7. nd es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt, mit Na⸗ —— er gingen viel mit ihm, und viel olks. Als er aber nahe an das Stadt Thor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter, viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht. Und trat him zu, und rührete den Sarg an, und die Traͤger standen. Und et slehe auk. Und der Todte richtete Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze juͤ⸗ dische Land, und in alle umlie⸗ gende Laͤnder. Epistel, Ephes. 3, 13⸗21. 905 Bruͤder, darum bitte ich, men Nain, ging, und seiner Juͤßn sprach: Jungling, ich sage dir, sich auf, und fing an zu reden und preiseten Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein daß ihr nicht muͤde werdet un meiner Truͤbsal willen, die ich st Derhalben beuge ich meine Knie Christi, der der rechte Vater f uͤber alles, was da Kinder heis⸗ set im Himmel und auf Erden. Dauß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und gegruͤndet zu werden. Auf daß ihr begreifen moͤget mit allen Heiligen, welches da sey die Breite, und die Laͤnge, und die Tiefe und die Hoͤhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist, denn alles Wer auf euch leide, welche euch eineEhresuz. gegen den Vater unsers Herrn Jen dem inwendigen Menschen, und durch die Liebe eingewurzelt und — Wissen, auf daß ihr erfuͤllet wer⸗ det mit allerlei Gottes⸗Fullk. — Dem R Dem thun bitten Kraft, sey Eh Christ. und sie war eine Wittwe, und Ewigk— e Juͤn⸗ nd viel an das gman er ein ulter, und t ging r sahe, osprach at hin n/ und hat sein se Rede me ju, umlie⸗ 21. tte ih, det um ich siüt eiligen, ind die Hoͤhe; m lieb n alles twer⸗ Fuͤlle. Dem Brod zu essen, und sie hielten auf Am 17. und 18. Sonntage nach Trinitatis. 59 Dem aber, der uͤberschwenglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sey Ehre in der Gemeine die in Chriko Jesu ist, zu aller Zeit von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. —„ Am 17. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. I4, I⸗II. U* es begab sich, daß Jesus kam in ein Haus eines Obersten der Pharisaer, auf einen Sabbath, das ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersuͤchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pha⸗ risaͤern, und sprach: Ists auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an, und heilete ihn und ließ ihn gehen und autwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochs oder Esel in den Brunnen faͤllet, und er nicht alsbald ihn herauszeucht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort ge ben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gaͤsten, da er merkte, wie sie erwaͤhleten oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht oben an, daß nicht etwa ein ehrlicher, denn du, von ihm geladen sey, und sodann loͤmmt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Wei⸗ che diesem! und du muͤssest dann mit Schaam unten an sitzen. Son⸗ dern, wenn du geladen wirst, so gehe bin, und setze dich unten an, auf daß, weun da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, ruͤcke hinauf! dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhoͤhet, der soll erniedriget wer⸗ den und wer sich selbst erniedri⸗ get, der soll erhoͤhet werden. Epistel, Ephes. 4, I⸗6. Sẽ ermahne nun euch, ich Ge⸗ fangeuer in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie es sich gebuͤhret euren Beruf, darinnen ihr be⸗ rufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe. Und seyd fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seyd auf einerlei Hoffnung eures Be⸗ rufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater unser aller, der da ist uͤber euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. Am 18. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 34⸗46. Na aber die Pharisaͤer hoͤreten, daß Jesus den Sadducaͤern das Maul gestopft hatte, versammleten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vor⸗ nehmste Gebot im Gesetze? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollt lieben Gott deinen Herrn von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemuͤihe. Dies ist das vornehmste und groͤßte Gebot. Das andere ist dem gleich: Du sollt deinen Naͤchsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Ge⸗ boten haͤnget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pha⸗ risaͤrr bei einander waren, frag⸗ te sie Jesus und sprach: Wie duͤn⸗ ket euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er c 4· sprach 40 Am 19. und 20. Sonntage nach Trinitatis. sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn? da er saget: der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel dei⸗ ner Fuͤße. So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konn⸗ te ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Ta⸗ ge an hinfort ihn fragen. Epistel, 1 Cor. I, 479. ch danke meinem Gott allezeit eurenthalben fuͤr die Gnade Sottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seyd durch ihn in allen Stuͤcken reich ge⸗ macht, an aller Lehre, und in al⸗ ler Erkenntniß, wie denn die Pre⸗ digt von Christo in euch kraͤftig worden ist, also, daß ihr keinen Man⸗ gel habt, an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi. Welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unstraͤflich seyd auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seyd zur Ge⸗ meinschaft seines Sohns Jesu Chri⸗ sti, unsers Herrn. Am 19. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. g, 178. a trat er, der Herr Jesus, in das Schiff, und fuhr wieder her⸗ uͤber, und lam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbruͤchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glau⸗ ben sahe, sprach er zu dem Gicht⸗ bruͤchigen: Sey getrost, mein Sohn, deine Suͤnden sind dir verge⸗ ben. Und siehe, etliche uuter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser laͤstert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so arges in euren Herzen? Welches ist leicht⸗ ter zu sagen: Dir sind deine Sün⸗ den vergeben, oder zu sagen: Ste⸗ he auf, und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er u dem Gichtbruͤchigen: Stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, ver⸗ wunderte es sich, und preisete Gott, der solche Macht den Men⸗ schen gegeben hat. Epistel, Ephes. 4, 22⸗28. So leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den al⸗ ten Menschen, der durch Luͤste in Irrthum sich verderbet. Ernen⸗ ert euch aber im Geiste eures Ge⸗ muͤths, und ziehet den neuen Men⸗ schen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffner Gerechtigkest und Heiligkeit. Darum leget die Luͤgen ab, und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Naͤchsten, sintemal wir untereinander Glieder sind. Zuͤrnet und sündiget nicht, lasset die Sonne nicht uͤber eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Laͤsterer. Wer gestoh⸗ len hat, der stehle nicht mehr, son⸗ dern arbeite, und schaffe mit den Haͤnden etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Duͤrftigen. Am 904 Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 214. D Himmelreich ist gleich einem Koͤnige, der seinem Sohn Hoch⸗ zeit machte. Und sandte seine aueat ö —— Am 2u Sonntage nach Trinitatis. 4¹ aus, daß sie den Gaͤllen zur Hochzeit rufeten, und sie wollten nicht kom⸗ men. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gaͤsten, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit, kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, hoͤhne⸗ ten und koͤdteten sie. Da das der Koͤnig hoͤrete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brach⸗ te diese Moͤrder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten; Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gaͤste wa⸗ rens nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen sie fanden, boͤse und gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der Koͤnig hinein, die Gaͤ⸗ ste zu besehen, und sahe alldaeinen Menschen, der hatte kein hochzeit⸗ lich Kleid an, und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an: Er aber verstummete. Da sprach der Koͤnig zu seinen Die⸗ Wesen folget, sondern werdet voll Geistes. Und redet unter einander von Psalmen und Lobgesaͤngen, und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Her⸗ zen. Und saget Dank allezeit fuͤr alles, Gott und dem Vater in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi. Und seyd unter einauder unterthan in der Furcht Gottes. Am 91. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Joh. 4, A7%4. nd es war ein Koͤnigischer, deb Sohn lag krank zu Capernaum. Dieser hoͤrete, daß Jesus kam aus Judaͤa in Galilaͤam, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab kaͤme, und huͤlfe seinem Sohn, denn er war todt krank. Und Jes sus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Koͤnigische sprach zu ihm: Herr komme hinab, ehe denn mein Kind stirbet. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubete dem Wort, das Jesus zu ihm sa⸗ gete, und ging hin. Und indem nern: Bindet ihm Haͤnde und Fuͤße und werfet ihn in die aͤußer⸗ ste Finsteruiß hinaus, da wird seyn Heulen und Zaͤhnklappen. er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkuͤndigten ihm, und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschete er von ihnen die Stunde, Denn viele sind berufen, aber in welcher es besser mit ihm ge⸗ wenig sind auserwaͤhlet. Epistel, Ephes. 5, 15⸗21. So sehet nun zu, wie ihr vorsich⸗ tiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist boͤse Zeit. Darum werdet nicht unverstaͤndig, sondern ver⸗ staͤndig, was da sey des Herrn Wil⸗ le. Und saufet euch nicht voll Weilus, daraus ein unordenilich worden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde waͤre, in welcher Je⸗ sus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubete mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus thaͤt, da er aus Judaͤos in Galilaam lam. ö 05 Epistel mel. Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 6, 10⸗17. 0.„meine Bruͤder, seyd stark in dem Herrn, und in der Macht seiner Staͤrke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr be stehen koͤnnet gegen die listigen An⸗ laͤufe des Teufels. Denn wir ha⸗ ben nicht mit Fleisch und Blut zu kaͤmpfen, sondern mit Fuͤrsten und Gewaltigen, naͤmlich mit den Her⸗ ren der Welt, die in der Kinster⸗ sterniß dieser Welt herrschen, mit den boͤsen Geistern unter dem Him⸗ Um deßwillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf dah ihr, wann das boͤse Stuündlein kommt, Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten moͤget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Ge⸗ rechtigkeit, und an Beinen gestie⸗ felt, als fertig zu treiben das Evan⸗ gelium des Friedens, damit ihr bereitet seyd. Vor allen Dingeu aber ergreifet den Schild des Glau bens, mit welchem ihr aus loͤschen koͤnnet alle feurige Pfeile des Boͤse⸗ wichis, und nehmet den Helm des Heils, und das Schwerd des Gei⸗ stes, welches ist das Wort Gottes. Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 18. 23⸗35. Nas Himmelreich ist gleich ei⸗ nem Konige, der mit sei⸗ nen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ibm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da ers nun nicht hatte zu beiahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mit⸗ inechte, der war ihm hundert Gro⸗ schen schuldig, und er griff ihn an, und wuͤrgete ihn, und sprach: Be⸗ zahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn und sprach: Habe Ge⸗ duld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, son⸗ dern ging hin, und warf ihn ins Gefaͤngniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig wer. Da aber seine Mit⸗ ͤnechte solch es sahen, wurden sie sehr betruͤbt, und kamen, und brach⸗ ten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen uͤber deinen Mitknecht, wie ich mich uͤber dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und uͤberantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht ver⸗ gebet von eurem Herzen, ein jegli⸗ cher seinem Bruber seine Fehle. Epistel, Phil., 3⸗II. Oech dauke meinem Gott, so ost ich eurer gedenke,(welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet fuͤr euch Alle, und thue das Gebet mit Freuden), über eurer Gemein⸗ schaft am Evangelio, vom ersten Tage an, bisher, und bin dessel⸗ bigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gu⸗ te Werk, der wirds auch vollfuh⸗ ren, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen hal⸗ te, darum, daß ich euch in meinem Herzen Geduld mit mir, ich will dir alles S: Herzer Gefaͤn Evang raͤftiz der G Gott nach zensgr darun mehr lerlei daß i beste ter u Tag ten d Jesur euch) — Am 23. und 24. Sonntage nach Trinitatis. 45 *... Herzen habe, in diesem meinem Gefaͤngnisse, darinnen ich das Evangelium verantworte und be⸗ kraͤftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seyd Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlanget von Her⸗ zensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je⸗ mehr und mehr reich werde in al lerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das beste sey, auf daß ihr sevd lau⸗ ter und unanstoͤßig, bis auf den Tag Christi, erfullet mit Fruͤch⸗ ten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Chrittum geschehen,(in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. Epistel, Phil. 3, 1721. zolget mir, lieben Bruͤder, und O sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreutzes Christi, wel⸗ cher Ende ist dos Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, berer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi des Herrn, welcder unsern nichtigen Lesb ver⸗ klären wird, daß er aͤhnlich werde seinem verklaͤrten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthaͤnig machen. Am 2. Sonntage nach Trinitatis. Am 24. Sonntage nach Evangelium,‚, Matth. 22, 1522. Trinitatis. ö ngen die Pharisaͤer hin De und Rielten enen Rath⸗ Wie Evangelium, Matth. 9, 18⸗26. sie Jesum fingen in seiner Rede. a Jesus solches mit ihnen redete, Und sandten zu ihm ihre Juͤnger, siehe da kam der Obersten ei⸗ samt Herodis Dienern, und spra⸗ner, und fiel vor ihm nieder, und chen: Meister, wir wissen, daß du sprach: Herr, meine Tochter ist wahrhaftig bist, und lehrest den iezt gestorben, aber komm und les⸗ Weg Gottes recht, und du fragest ge deine Hand auf sie, so wir nach niemand, denn du achtestisie lebendig Und Jesus stand auf, nicht das Ansehen der Menschen. und folgete ihm nach, und seine Darum sage uns, was duͤnket dich? Juͤnger. Und siehe, ein Weib, das Ists recht, dat man dem Kaiser zwoͤlf Jahr den Blutgang gehabt, Zins gebe oder nicht? Da nun trat von binten zu ihm und ruͤh⸗ Jesus merkle ihre Schalkheit, sprach rete seines Kleides Saum an. er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr Denn sie sprach bei sich selbst: mich? Weiset mir die Zinsmuͤnze. Moͤchte ich nur sein Kleid anruͤh⸗ Und sie reichten ihm einen Gro⸗ren, so wuͤrde ich gesund. Da chen dar. Und er sprach zu ih⸗wendete sich Jesus um, und sahe nen: Weß ist das Bild und die sie, und sprach: Sey getrost, Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: meine Tochter, dein Glaube hat Des Kalsers. Da sprach er zu ih⸗ dir geholfen. Und das Weib ward nen: So gebet dem Kaiser, was gesund zu derselbigen Stunde. Und des Kaisers ist, und Gott, was Got⸗als er in des Obersten Haus tes ist. Da sie das hoͤreten, ver⸗ kam, und sahe die Pfeifer und sprach denn das Maͤgdl. in wunderten sie sich und ließen ihn, das Getuͤmmel des Volks, ser zu ihnen: Weichet, und gingen davon. 4⁴ Am 25. Sonntag e nach Trinitatis. Mägdlein ist nicht todt, sondern es schlaͤft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand, da stand das Maͤgdlein auf. Und dies Gerüchte erscholl in dasselbige ganze Land. etwas aus seinem Hause zu holen. kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwan⸗ gern und Saͤugern zu der Zeit. Bittet aber, dab eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird alsdann ei⸗ Epistel, Coloss. I, 9⸗14. erhalben auch wir, von dem Tage an, da wirs gehoͤret ha⸗ ben, hoͤren wir nicht auf fuͤr euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß sei⸗ nes Willeus, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand. Daß ihr wandelt wuͤrdiglich dem Herrn zu al⸗ lem gefallen, und fruchtbar seyd in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und ge⸗ staͤrket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheile der Heiligen im Licht. Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns versetzet in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erloͤsung durch sein Blut, naͤmlich die Vergebung der Suͤnden. Am 25. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 24, 13⸗28. W'edn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwuͤstung, davon gesagt ist durch den Pro⸗ pheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Staͤtte(wer das lieset, der merke drauf). Alsdann fliehe auf die Berge, wer im Juͤdischen Lande ist. Und wer auf dem Da⸗ che ist, der eige nicht hernieder, ne große Trůbsal seyn, als nie gewe⸗ sen ist, von Anfang der Welt bis her. und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden ver⸗ kuͤrzet, so wuͤrde kein Mensch selig: Aber um der Auserwaͤhlten willen werden die Tage verkuͤrzet. So als⸗ dann jemand zu euch wird sagen: Siehe hier ist Christus, oder da, o sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß derführet werden in den Irrthum (wo es moͤglich waͤre) auch die Aus⸗ erwaͤhlten. Siehe, ich habe es euch zuvorgesagt. Darum wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wuͤsten, so gehet nicht hin⸗ aus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleich⸗ wie der Blitz ausgehet vom Auf⸗ gang, und scheinet bis zum Nie⸗ dergang, also wird auch seyn die Zuknuft des Menschen Sohns. Wo aber ein Aas ist, da sammlen sich die Adler. Epistel, 1 Thess. 4, 13⸗18. Wir wollen euch aber, lieben Bruͤder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seyd, wie die an⸗ dern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm fuͤhren. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zu⸗ kunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen.— —— Und wer auf dem Felde ist, der ss,f, er selbs nem Fe Erzenge Gottes Himme sto werk nach wi — bleiben selbigen Wolken der Luf Herrn euch n ter ein Am Evang W. lichkeit ihm, Stuhl werden samml. von ei ein Hi Boͤcken e zu, ie Bo der K ner Re segnete das Re Anbeg hungri gespeis und il bin ei mich b wesen det. 8 iht he gefang mir k die G gen: olen. der nach wir, die wir leben und uͤber⸗ Am 26. Sonntage nach Trinitatis. 45⁵ er selbst, der Herr, wird mit ei⸗ nem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes hernieder kommen, vom Himmel, und die Todten in Chri⸗ sto werden auferstehen zuerst. Dar⸗ bleiben, werden zugleich mit den⸗ selbigen hingeruͤcket werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn seyn allezeit. So troͤstet euch nun mit diesen Worten un⸗ ter einander. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 25, 31⸗46. W'ein aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herr⸗ lichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Voͤller ver sammlet werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schaafe von den Boͤcken scheidet. Und wird die Schaa⸗ e zu seiner Rechten stellen, und ie Böcke zur Linken. Da wird dann der Koͤnig sagen zu deuen zu sei⸗ ner Rechten: Kommt her, ihr Ge⸗ segneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getraͤnket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt ge⸗ wesen, und ihr habt mich beklei⸗ det. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seyd zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten, und sa⸗ gen: Herr, wann haben wir dich hungerig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig, und haben dich getraͤnket? ann haben wir dich einen Gast gesehen und beher⸗ berget? Oder nackt und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir kommen? Und der König wird antworten, und sagen zu ihnen: Wahrlich ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Bruͤdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getraͤnket. Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Dann werden sie ihm auch antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungerig, oder durstig, oder einen Gast, oder nacket, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten, und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Gering⸗ sten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Epistel, 2 Thess. I, 3⸗ro. Wir sollen Gott danken alle⸗ zeit um euch, lieben Bruͤder, wie es billig ist, denn euer Glau⸗ be waͤchset sehr, und die Liebe ei⸗ nes jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer ruͤhmen unter den Ge⸗ meinen Gottes, von wegen eurer Geduld und Glauben in allen eu⸗ ren 46 Am 27. Sonnt. nach Trinit. Am Tage Mar. Rein. ren Verfolgungen und Truͤbsalen, die ihr duldet. Welches anzeiget. daß Goit recht richten wird, und ihr wuͤrdig werdet zum Reiche Got⸗ tes, uͤber welchem ihr auch leidet. Nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Truͤbsal denen, die euch Truͤbsal anlegen, euch aber, die ihr Truͤbsal leidet, Ruhe mit uns, wann nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, samt den Engeln seiner Kraft, und mit Feuerflammen, Rache zu uͤben uͤber die, so Gott nicht erkennen, und uber die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsets Herrn Jesu Christi. Welche werden Pein leiden, das ewige Verderden von dem Angesicht des Herrn, und von seiner herrlichen Macht, wann er kommen wird, daß er herrlich er⸗ scheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Glaubigen. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 17, I9. Siehe oben am 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, 2 Petri 3, 513. zu der Zeit die Welt durch die⸗ selbigen mit der Suͤndfluth ver⸗ derbet. Also auch der Himmel jetzund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Menschen. Eines aber sey euch unverhalten, ihr Lieben: daß Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahr, und tausend Jahr wie Ein Tag. Der Herr verzeucht nicht die Verheis⸗ sung, wie es etliche fuͤr einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde, son⸗ dern daß sich jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen, als ein Dieb in der ·Racht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Kra⸗ chen, die Elemente aber werden vor Hitze zerschmelzen, und die Erde, und die Werke, die drin⸗ nen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt seyn mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen: daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Ele⸗ mente vor Hitze zerschmelzen wer⸗ den. Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, Liebra Bruͤder: wisset das aufs erste, daß in den letzten Ta⸗ gen kommen wer den Spoͤtter, die nach ihren eigenen Luͤsten wan⸗ deln, und sagen: Wo ist die Ver⸗ heissung seiner Zufunft? Denn, nachdem die Vaͤter sind, bleibet es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber Muthwiilens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vorzei⸗ ten auch war; dazu die Erde aus Wasser und im Wasser bestanden durch Gottes Wort: dennoch ward entschlafen nach seiner Verheissung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Am Tage Mariaͤ Reinigung⸗ Evangelium, Luc. 2, 22⸗32. Un da die Tage ihrer Reini⸗ gung, nach dem Gesetz Mosi kamen, brachten sie das Kind Jesu gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn.(Wie 71—5 geschrieben stehet in dem h e Am Tage der Verkuͤndigung Mariaͤ⸗ 4² setz des Herrn: Allerley Maͤnn⸗Dann werden sie dem Herrn Speis⸗ lein, das zum ersten die Mutter opfer bringen in Gerechtigkeit; und bricht, soll dem Herrn geheiliget wird dem Herrn wohlgefallen das heissen.) Und daß sie gaͤben das Speisopfer Juda und Jerusalem, Opfer, nachdem gesaͤgt ist im Ge⸗ wie vorhin und vor langen Jahren setz des Herrn: ein Paar Turtel⸗ Tauben, oder zwo jnnge Tau⸗ ben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Si⸗ meon, und derselbige Mensch war fromm und gottes fuͤrchtig, und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Anwort worden von dem heiligen Geiste: er sollte den Tod nicht sehen, er haͤtte denn zuvor den Christ des Herrn gese⸗ hen: und kam, aus Anregung des Geistes, in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Je⸗ sum in den Tempel brachten, daß sie fuͤr ihn thaͤlten, wie man pfle⸗ get nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme, und lobete Gott, und sprach: Herr! nun laͤs⸗ Am Tage der Verkuͤndigung Mariaͤ. Evangelium, Luc. 1, 26⸗38. Ur im sechsten Mond ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galilaͤa, die heisset Nazareth, zu einet Jungfrauen, die vertrauet war ei⸗ nem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause Davids, und die Jung⸗ frau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Gegruͤßet seyst du Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeyete sest du deinen Diener im Frieden unter den Weibern. Da sie aber fahren, wie du gesagt hast; denn ihn sahe, erschrack sie uͤber seiner meine Augen haben deinen Heiland Rede, und gebachte, welch ein gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Voͤlkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. Lection, Maleach. 3, 14. Sithe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Eugel des Bundes, deß ihr be⸗ gehret. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden moͤgen? Und wer wird bestehen, wann er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Gold⸗ schmiedes, und wie die Seife der Waͤscher. Er wird sitzen und schmel⸗ Grus ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fuͤrchte dich nigt, Maria, du hast Gnade bei Gott funden. Siehe, du wirst sehwanger wer⸗ den im Leibe, und einen Sohn gebaͤren, deß Namen solt du Je⸗ sus heissen; der wird groß, und ein Sohn des Hoͤchsten genennet werden. Und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters Da⸗ vids geben; und er wird ein Koͤ⸗ nig seyn uͤber das Haus Jakob ewiglich, und seines Koͤnigreichs wird kein Ende seyn. Da sprach Mar zu dem Engel: Wie soll das zugehen? Sintemal ich von keinem Manne weiß. Der Engel antwortete, und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird uͤber dich kommen, und die Kraft des Hoͤch⸗ zen, und das Silber reinigen; er sten wird dich uͤberschatten; darum wird die Kinder Levi reinigen und auch das Heilige, das von dir ge⸗ lautern, wie Gold und Silber. boren wird, wird Gottes Sohn genennet Am Tage der Verkuündigung Maria. genennet werden. Und siehe, Eli⸗ sabeth, deine Gefreundtin, ist auch schwanger mit einem Sohn in ih⸗ rem Alter, und gehet jetzt im sechs⸗ ten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sey. Denn bei Gott ist kein Ding unmoͤglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd, mir gesche⸗ he, wie du gesagt hast. Unh der Engel schied von ihr. Leetion, Jes. 7, 10⸗16. U* der Herr redete abermal zu Ahas, und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom Herrn, dei⸗ nem Gott, es sey unten in der Hoͤlle, oder droben in der Hoͤhe. Aber Ahas sprach: Ich wills nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wolan so hoͤret ihr vom Hause David: Ists euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget? ihr muͤsset auch meinen Gott beleidigen. Darum, so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jung⸗ frau ist schwanger, und wird einen Sohn gebaͤren, den wird sie heissen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Boͤses zu verwerfen, und Gutes zu erwaͤh⸗ len. Denn ehe der Knabe lernet Boͤses verwerfen, und Gutes er⸗ waͤhlen, wird das Land, dafuͤr dir grauet, verlassen seyn von seinen zween Koͤnigen. 2 . öb‚SS Sös.m1e:———:': SIIIDIDID‚I‚I‚iPDI‚‚‚f‚... .