Evangelisch⸗lutherisches der Hannoverschen Tandeskirche. Hannover. Druck und Verlag der Schlüterschen Buchdruckerei. 1890. X XI E 247 — 2 — —.— — — 2 — —— Inhalt. A. Sonntags-⸗ und Festtagslieder. „Sonntagslieder(Nr. 1— 21) „Adventslieder(Nr. 22— 355 „Weihnachtslieder(Nr. 36— 57) „Neujahrslieder(Nr. 58— 65). Epiphaniaslieder(Nr. 66— 72) Passionslieder(Nr. 73— 103) „Osterlieder(Nr. 104— 126) „Himmelfahrtslieder(Nr. 127— 135) „Pfingstlieder(Nr. 136— 147) „Trinitatislieder(Nr. 148— 153) „Lieder für die kleineren Feste 1. Darstellung Jesu(Nr. 154— 156) 2. Verkündigung Mariä(Nr. 157) 3. Fest Johannes des Täufers(Nr. 158— 159½ 4. Mariä Heimsuchung(Nr. 160— 161) 5. Michaelisfest(Nr. 162— 164) B. Lieder von der Kirche und den Gnadenmitteln. Lieder von der christlichen Kirche(Nr. 165 184) „Lieder vom Worte Gottes(Nr. 185— 198) „Tauf- und Konfirmationslieder(Nr. 199 20877 „Abendmahlslieder(Nr. 209— 225) 100 112 120 126 IV XVI. XVII. XVIII. XIX. . XXI. XXII. Inhalt. C. Lieder vom christlichen Leben. Buß- und Beichtlieder(Nr. 226— 261) Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung (Nr. 262— 291) Jesuslieder(Nr. 292— 333) Seite 138j 165⁵⁵ 19⁰ Lieder vom christlichen Leben und Wandel(. 334 376) 22¹¹ Lieder vom Gebete(377— 383) Kreuz⸗ und Trostlieder(Nr. 384— 436) In Krankheit(Nr. 432— 436) Lob- und Danklieder(Nr. 437— 465) 253. 258 296 300 D. Lieder für besondere Stände, Zeiten und Verhältnisse. . XXIV. XXV. . XXVII. XXVIII‚. XXIX. Morgen⸗,F Tisch- und Abendlieder a. Morgenlieder(Nr. 466— 492) b. Tischlieder(Nr. 493— 495) C. Abendlieder(Nr. 496— 517) Berufs- und Standeslieder(Nr. 518— 541) Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse (Nr. 542— 569) E. Lieder von den letzten Dingen. Sterbe⸗ und Begräbnislieder(Nr. 570— 613) Lieder von der Auferstehung(Nr. 614— 617) Lieder vom Gerichte(Nr. 618— 621) Lieder vom ewigen Leben(Nr. 622— 638)) Verzeichnis der Dichter —)—————0—————— 3²3 340⁰0 341¹ 35⁴4 367 382 414 416 419 432 Seite Alphabetisches Register. A. RNr. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. 170 Ach bleib mit deiner Gnade 18 Ach erkennet, liebste Seelen 456 Ach Gott, gieb du uns— deine Gnad...345 Ach Gott, ich muß dirs Magen. 234 Ach Gott, ich muß in Traurigteit. 607 Ach Gott und Herr Ach Gott, verlaß mich nicht 364 Ach Gott, vom Himmel sieh darrin 166 Ach Gott, wie manches H. 388 AchHerre, du gerechter Gott 559 Ach Jesu, dessen Treu.. 297 Ach lieber Gott, behüte mich 531 Ach mein Herr Jesu, dein Nahefein i.. 329 Ach sagt mir nichts von G. 303 Ach treuer Gott, barm⸗— Verzigs Her 401 Ach was sind wir ohne J. 254 Ach wär ich schon dort droden. 6³3⁵ Ach wie flüchtig, ach wie 593 Ach wie laufen doch die J. 63 Ach wir armen Sünder 77 Ach wundergroßer Sie⸗ Heheld 133 Allein Gott in der Höh sei 149 Allein zu dir, Herr Jesu 232 Alle Menschen müssen serden n359 Alles ist an Gottes Segen 350 Alle Welt, was lebt und weber) e. 4 Als Christus geboren war 42 Also heilig ist der Tag 104 Am Grabe stehn wir stille 606 An dir allein, an dir hab ich gesündigt 259 An Gott will ich gedenken 416 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 24 Auf, auf, mein ganz Gemüte 460 Auf, auf, mein Herz, mit Freuden 116 Auf Christi Himmelfahrt 132 Auf dich hab ich gehoffet 336 Auf diesen Tag bedenken Wir e 128 Auferstanden, auferstanden 125 Auferstehn, ja auferstehn 617 Auf Gott nur will ich sehen 536 Auf Gott und nicht auf meinen Rat 423 Auf meinen lieben Gott 389 Aus einem tief vor dir gebeugten Herzen.. 260 Aus Gnaden soll ich selig werden 284 VI Alphabetisches Register. Nr. Aus Lieb läßt Gott der Chr. 162 Aus meines Herzens Grunde 469 Aus tiefer Not laßt uns 231 Aus tiefer Not schrei ich B. Befiehl dem Herren deine —41⁵ Befiehl du deine Wege 399 Bei dir, Jesu, will ich bleiben 208 Bescher uns, Herr, das täglich Brot.. 555 Betgemeinde, heilge dich 383 Bewahre mich, o Freund 371 Bis hieher hat mich Gott 452 Bist du gleich ferne von B. 567 Bringt her dem Herren Lob 457 Brunn alles Heils, dich 14 C. Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine 174 Christe, du bist der helle Dag 497 Christe, du Lamm Gottes 72 Christ fuhr gen Himmel 127 Christ ist erstanden... 105 Christ lag in Todesbanden 108 Christ, unser Herr, zum Dordan kam 199 Christus der ist mein Leben 583 D. Da Christus geboren war 42 Da Jesus an des Kreuzes 81 Dank, Jesu, dir! Ach sind wirs wert 224 Dank sagen wir alle.. 16 Dank sei Gott in der Höhe 472 Das alte Jahr vergangen ist 59 Nr. Das Jahr geht still zu Ende 65 Das ist eine selge Stunde 196 Das Land wollst du be— Senüen 556 28 Das walte Gott, der helfen 483 Das walt Gott Vater und Gott Sohn... 470 Dein Erbe, Herr, das du Exkani 367 Deines Gottes freue dich 426 Dein Jesus rufet dich zur Wuße iel 258 Dein König kommt in -niedern Hüllen.... 35 Dein Wort, Herr, ist die rechte Lehr. 191 Dein Wort, o Herr, ist milder Sau. 198 Den König schütze deine M. 521 Der Abend kommt, die S. 513 Der am Kreuz ist meine Liebe 93 Der Bräutgam wird bald rusen. 6²2³ Der du bist drei in Einigkeit 496 3 Der du, Herr Jesu, Ruh und Rast. 101 Der du zum Heil erschienen 179 Der Glaube macht allein 271 Der heilge Christ ist kom⸗ men n e⸗. 57 Der Herr ist mein getreuer O 428 Der Herr ist meine Zu⸗ Versicht macht. Al 42⁵ Der Hölle Pforten sind 115 Der lieben Sonne Licht 504 Der Mond ist aufgegangen 515 Der Tag der ist so freu⸗ denreich ⸗ Der Tag ist hin, mein Geist 510 Alphabetisches Register. VII Nr. Der Tag ist hin, mein Jesu 505 Des Morgens, wenn ich früh aufsteh 468 Dich bitt ich, liebster Jesu 155 Dich Jesum laß ich ewig 328 Die Gnade sei mit allen 15 Die Ernt ist nun zu Ende 563 Die güldne Sonne477 Die helle Sonn leucht jetzt 467 Die Herrlichkeit der Erden 592 Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre 461 Die Nacht ist hin, wach auf mein Herz. 487 Die Nacht ist kommen, drin 499 Die Nacht ist nun ver⸗ gangen.—478 Die schönen Sonntags⸗ smundeenn 21 Dies ist der Tag, den Gott 56 Dies ist die Nacht, da mir 52 Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet 503 Dies sind die heilgen zehn Gebot 18⁵ Dir, dir, Jehova, will ich 381 Du bist ein Mensch, das 400 Du bists, dem Ruhm.. 462, Du bist zwar mein 610 Du Brunnquell aller Liebe 99 Du Friedefürst, Herr Jesu 542 Du großer Schmerzen⸗ Manm n. 8⁴ Du heilige Dreifaltigkeit 471 Du Herr der Seraphinen 163 Du Lebensbrot, Herr Jesu Ehrist t 214 Durch Adams Fall ist ganz 230 Du weinest vor Jerusalem 391 Du wesentliches Wort„ 53 E. Ehre sei dir, Christe.. 74 Eine Herde und ein Hirt 182 Einer ists, an dem wir hangen 18⁰ Eines wünsch ich mir. 100 Ein feste Burg ist unser G. 168 Ein Kind geborn zu Beth⸗ lehenn 36 Ein Lämmlein geht und ügt. 8⁵ Ein reines Herz, Herr, schaff 355⁵ Eins ist not, ach Herr„342 Ein Wetter steiget auf„557 Ei wie so sanft entschlie⸗ sest n e e 603 Erhalt uns, Herr, bei deinem n. 169 Erhör, o Gott, das heiße Sahnmn 207 Ermuntert euch, erquickte Gliedenr 486 Ermuntert euch, ihr From⸗ men e 629 Ermuntre dich, mein schwacher Geist.. 46 Erneure mich, o ewigs Licht 360 Erschienen ist der herrlich De e 109 Erstanden ist der heilig Ehrist 106 Es ist das Heil uns kommen 264 Es ist gewißlich an der Zeit 620 Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein.... 357 Es ist noch eine Ruh. 633 Es kostet viel, ein Christ zu sein e 356 Es mag dies Haus, das aus der Erden.... 615 VIII Nr. Alphabetisches Register. Nr. Es wolle Gott uns gnädig 165 Gieb mir ein frommes Herz 369 Ewge Liebe, mein Gemüte 281 Ewge Wahrheit, deren Tr. 422 Gott, F. Fahre fort, Zion.. 176 Fang dein Werk mit Jesu an 489 Freu dich sehr, o meine Seele 587 Freuet euch der schönen Erde 553 Freuet euch, ihr Christen alle, freue sich43 Freuet euch, ihr Gottes⸗ kKindert 69 Freut euch, ihr Christen alle, Gott schenkt... 140 Freut euch sehr, ihr Berg⸗ leurtalle. 541 Fröhlich soll mein Herze 48 Früh am Morgen Jesus arher 492 Früh morgens, da die Sonn 142 G. Geh aus, mein Herz.. 548 Geh hin nach Gottes Willen 375 Geht hin, ihr gläubigen Gedanken. 285 Geht nun hin und grabt 605 Geist vom Vater und vom Sohne Gelobet sei der Herr, der Gott Israelss 158 Gelobet sei der Herr, mein 448 Gelobet sei Israels Gott 159 Gelobet seist du, Jesu Christ 37 Gen Himmel aufgefahren ist 129 Gesegn uns, Herr, die Gaben dein 493 Gesetz und Evangelium 195 Gieb dich zufrieden und sei 402 Gnädigster Erbarmer. 538 deine Güte reicht 373 Gott, den ich als Liebe kenne 433 Gott, der du Berg u. Hügel 537 Gott der Vater, wohn Uns bed 148 Gott des Himmels und der Erden 473 Gott, des Zepter, Stuhl und Krone Gott, du Licht, das ewig 488 Gottes Stadt ist fest ge⸗ Aründe 183 Gott ist gegenwärtig.. 13 Gott ist mein Hort... 197 Gott ist mein Lied... 46, Gott ist und bleibt getreu 412 Gottlob, der Sonntag ommt. 3911%7 Gottlob, die Herbstzeit. Gottlob, die kalte Winter⸗ Seit e i. Lir 552 Gottlob, die schöne Som⸗ merzeit Gottlob, die Stund ist. 608 Gottlob, ein Schritt zur Ewigteit 6² Gottlob, ich bin im Glau⸗ Beni n 27⁴4 Gottlob, nun ist erschollen 545 Gottlob, nun kommt die 549 Gott Lob und Dank, die Nacht ist hin... 436 Gott sei Dank durch alle eit. 30 Gott sei gelobet und ge⸗ benedeier 221 Gott und Vater, nimm 205 Gott Vater, denkan Christi 245 Alphabetisches Register. IX. Nr. Gott Vater, höre unsre Bitt 201 Großer Gott von alten Heiten. 8 Großer Mittler, der zur Meehteng. 321 H. Halleluja, jauchzt, ihr Chöre 124 Halleluja, Lob, Preis und 152 Halleluja, schöner Morgen 12 Halt im Gedächtnis Jesum 315 Harre, meine Seele. 431 Heiland, deine Menschen⸗ Hebe 322 Heilge Einfalt, Gnaden⸗ wunder 366 Helft mir Gotts Güte preisen 58 Herr, dein Wort, die edle Gabe 193 Herr, der du mir das Leben 514 Herr, die Erde ist gesegnet 564 Herr, du wollst uns vor⸗ bereiten 220 Herr, es ist von meinem Leben e. 509 Herr Gott, dich loben wir, Herr Goit—437 Herr Gott, dich loben wir, Techier 546 Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf.. 586 Herr Gott, nun sei ge⸗ priesen 558 Herr, höre, Herr, erhöre 518 Herr, ich bekenn von Herzensgrund.. 267 Herr, ich bin dein Eigentum 637 Herr, ich habe mißgehandelt 246 Herr Jesu Christ, dein teures Blut 91 Nr. Herr Jesu Christ, dich zu uns 3 Herr Jesu Christ, du höch⸗ stes Gut, ꝛc., sieh doch 236 Herr Jesu Christ, du höch⸗ stes Gut, du Brunn⸗ quell aller Gnaden, wir Eommenn: 217 Herr Jesu Christe, mein getreuer Hirte 211 Herr Jesu Christe, mein Prophet 71 Herr Jesu Christ, mein höchstes Gr 318 Herr Jesu Christ, meins Lebens Licchht 584 Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott.. 576 Herr Jesu, deine Angst und 92 Herr Jesu, dir sei Preis 213 Herr Jesu, Gnadensonne 352 Herr Jesu, Licht der Heiden 156 Herr Jesu, zieh uns für And für 13⁰ Herr, nun laß in Friede 594 Herr, nun lässest du deinen 154 Herr, öffne mir die Her⸗ zensthur 189 Herr, unser Gott, laß nicht 543 Herr von unendlichem Er⸗ barmen:·:· 345 Herr, was sind wir, daß 164 Herr, wie du willst, so 338 Herr Zebaoth, dein heiligs 190 Herzlich lieb hab ich dich 337 Herzlich thut mich ver⸗ langen: 582 Herzliebster Jesu, was hast 79 Herz und Herz vereint. 365 Heut ist des Herren Ruhe⸗ nn 2 X Alphabetisches Register. Nr. Heut ist uns der Tag er⸗ schienen 157 Heut triumphieret Gottes 111 Hier bin ich, Herr, du rufest 368 Hier legt mein Sinn sich 358 Hilf, Helfer, hilf in Angst 581 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 60 Hilf mir, mein Gott, hilf 339 Hilf uns, Herr, in allen 344 Himmelan geht unsre Bahn 631 Himmelan, nur himmelan 638 Hinunter ist der Sonne 498 Hirte deiner Schafe... 511 Höchster Tröster, komm Hernieder 147 Hört auf mit Trauren und 578 Hört heut der Weisen große 72 Hosianna, Davids Sohn, der in seines 33 Hosianna! Davids Sohn, Kommt in 32 Hüter, wird die Nacht„485 A. Ich armer Mensch doch gar 579 Ich bete an die Macht 327 Ich bin ein Gast auf Erden 595 Ich bin getauft auf deinen Namen Ich bin getrost und freue michne e 273 Ich bin gewiß in meinem 276 Ich bin ja, Herr, in deiner 591 Ich ergebe mich dem Willen 409 Ich erhebe mein Gemüte 261 Ich freue mich der frohen 616 Ich glaub an Einen Gott 268 Ich habe nun den Grund 279 Ich hab in Gottes Herz und Siun 395 Ny. Ich hab in guten Stunden 435 Ich hab mein Sach Gott 580 Ich hab mich Gott ergeben 588 Ich hab von ferne... 636 Ich komme, Herr, und suche 219 Ich ruf zu dir, Herr Jesu 334 Ich sag es jedem, daß er lebt 126 Ich singe dir mit Herz 446 Ich steh an deiner Krippe 47 Ich steh in meines Herren 430 Ich sterbe täglich und mein Seben 601 Ich trau auf meinen Gott 434 Ich und mein Haus, wir sind bereit 526 Ich weiß, an wen ich gläube 277 Ich weiß, an wen mein 288 Ich weiß ein lieblich Engelspierl 62² Ich weiß, es kann mir nichts 419 Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun.... 347 Ich weiß, woran ich glaube 294 Ich will dich lieben, meine 304. Ich will mich mit dir verl. 319 Ich will, o Vater, allezeit 5 Ich will von meiner Missethart 247 Ich wollt, daß ich daheime 570 Ihr Christen auserkoren 45 Ihr Eltern hört, was Christus spricht.... 529 In gllen meinen Thaten 393 In Angsten ruf ich, Herre 429 In Christi Wunden schlaf 577 In dich hab ich gehoffet 336 In dir ist Freude 293 In Gottes Namen fahren 566 In Gottes Namen fang ich 481 Ist Gott für mich, so trete 270 ——.......88.. Alphabetisches Register. XI Jod. Nr. Jauchzet, ihr Himmel.. 55 Je größer Kreuz, je näher 418 Jerusalem, du hochgebaute 624 Jesaia dem Propheten„210 Jesu, deine tiefen Wunden 80 Jesu, deine Passion.. 89 Jesu, der du meine Seele 242 Sesu, geh voran:3420 Jesu, großer Wunderstern 70 Jesu, meine Freude... 300 Jesu, meiner Seele Leben 306 Jesu, meines Lebens Leben 90 Jesus Christus herrscht. 326 Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod 107 Jesus Christus, unser Heiland, der von uns 209 Jesus, Jesus, nichts als Desn 3 Jesus lebt, mit ihm auch ich 123 Jesus, meine Zuversicht 614 Jesus nimmt die Sünder an 278 Jesus soll die Losung sein 64 Jesu, Trost der armen Serlen 9⁷ K. Keinen hat Gott verlassen 390 Komm, Gottes Geist, komm 145 Komm, heiliger Geist, er⸗ füll die Herzen... 136 Licht der Heiden 2 Kommt her zu mir, spricht 335 Kommt, Kinder, laßt uns 372 Kommt, laßt euch den Herren lehren 841 Nr. Kommt und laßt uns Christ. 50 König, dem kein König 323 König Jesu, streite, siege 184 Kyrie(Litanei)) 229 e Laß dich Gott 406 Laß dich, Herr Jesu Christ 523 Lasset die Kindlein kommen 200 Lasset mich voll Freude 203 Lasset uns den Herren preisen, o ihr Christen 113 Lasset uns den Herren preisen und vermehren 455 Lasset uns mit Jesu ziehen 343 Laß mich dein sein und bleiben. 17 Laßt mich gehss 333 Laßt uns doch Christo dankbar sein Liebe, die du mich zum Bilde 305 Liebe, die nicht auszu⸗ sprechen:4 37 Liebster Jesu, der du mich 361 Liebster Jesu, sei willkom⸗ men.. 31 Liebster Jesu, wir sind hier, deinem 202 Liebster Jesu, wir sind Hier, Bieh e 6 Liebster Vater, soll es sein 432 Litanei 229 Lobe den Herren, den mächtigen König... 450 Lobe den Herren, o meine Seelrt 458 Lobe, mein Herz, deinen Gott 628 Lobet den Herren, alle die 476 Lobet den Herrn, ihr Heiden 67 Lobt Gott, ihr Christen alle 41 XII Alphabetisches Register. Nr. M. Nr. Mit Ernst, o Menschen⸗ Mache dich, mein Geist 351 kinder.... 26 Machs mit mir, Gott, nach 589Mit Freude will ich heben Macht hoch die T Thür, die an E 540 Thor macht weite. 23 Mag ich denn nicht von Angst und Pein... 394 Man lobt dich in der Stille 444 Meine Lebenszeit verstreicht 604 Meinen Jesum laß ich nicht 302 Mein erst Gefühl sei Preis 491 Meine Seele erhebet den Herren. 160 Meine Seele, laß dich sinden. 216 Meine Seel, ermuntre dich 96 Meine Seele senket sich 414 Meine Seel ist stille q.. 411 Meines Lebens beste Freude 308 Mein Gott, die Sonne geht 10 Mein Heiland nimmt die Sünder an Mein Heiland sitzet droben Mein Herz, ach rede mir: Mein Herz, gieb dich zu⸗ frieden Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet.„ 161 Mein Jesu, der du vor dem Scheiden 218 Mein Jesu, süße Serlenlut 313 Mein Jesus kommt, mein 600 Mein 2bei lebt, was soll 120 Mein Lauf, Gottlob ist bald 590 Mein lieber Gott, gedenke 359 Mein schönste Zier und K. 298 Mein Schöpfer steh mir bei 206 Mirist Erbarmung wider⸗ fahren 290⁵ Mir nach, spricht Christus 349 TTT Mit Fried und Freud ich 572 Mit meinem Gott geh ich 507 Mitten wir im Leben sind 571 Morgenglanz der Ewigkeit 482 Müde bin ich, geh zur Ruh 534 N. Nichts Betrübters ist.. 535 Nicht so traurig, nicht so sehr 396 Nie bist du, Höchster.. 289 Nimm von uns, Herr„235 Nimm von uns, Herre Gott 227 108— bitten wir den heiligen 139 Nun bricht die finstre Nacht 20 Run danket alle Gott„442 Nun danket alle Gott„ 443 Nun danket all und bringet 445 Nun freut euch, liebeChrist. 262 Nun hilf uns, o Herr Jesu 532 Nun jauchzet all, ihr From. 25 Nun jauchzt dem Herren 1 Nun kommt das neue Kirch. 22 Nun laßt uns den Leib 573 Nun laßt uns gehn und 61 8Nun laßt uns Gott dem 440 Nun lieg ich armes Wür⸗ melein Nun lob, mein Seel, den 438 Nun preiset alle.... 561 Nun ruhen alle Wälder 502 Nun schlaf, mein liebes 528 Nun sich der Tag geendet Hat, e. Nun sich der Tag geendet, mein Herz 609 RS Alphabetisches Register. XIII Nr. Nun singet und seid froh 44 Nun triumphieret Jesus Ehrist. 111 O. O Bergwerksschöpfer.. 539 O daß ich tausend Zungen 454 O du Liebe meiner Liebe 94 O du Schöpfer aller Dinge 248 O Ewigkeit, du Donner⸗ Wort 626 O Ewigkeit, du Freuden⸗ Wort 627 O frommer und getreuer Gott 243 O gläubig Herz, gebenedei 439 O Gott, der du das Dirmamenrnt 560 O Gott, du frommer Gott 340 O Gott, du höchster Gnadenhorrt 186 O Gottes Sohn, Herr Jesu 269 Gott, von dem wir alles 562 O Gott, wir ehren deine Macht 153 O Haupt voll Blut und 88 O heilige Dreieinigkkit, erhalt 520 O heilige Dreifaltigkeit„471 O heilger Geist, kehr bei 144 O hilf, Christe, Gottes Sohwün 76 O Jesu Christe, wahres Licht 172 O Jesu Christ, mein schönstes Licchhhhht— 01 O Jesu Christ, meins Le bens Licht 5⁸⁴ O Jesu, du mein Bräu⸗ Ligannt 212 Nr. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn 296 Nun tret ich wieder.. 480 O Jesu, meines Lebens Lich 490 O Jesu, meine Wonne. 223 O Jesu, süßes Licht 484 O Jesu süß, wer dein ge— den 294 U König aller Ehren„ 66 O König, dessen Majestät 255 O Lamm Gottes, un⸗ schnndi U. 75 O Lebensbrünnlein tief und 295 O Liebe, die den Himmel hat zerrissen„n. 54 O meine Seel, du sollst den Herren preisen.. 441 O selig Haus, wo man dich aufgenommen.. 527 O Tod, wo ist dein Stachel 114 O Traurigkeit, o Herzeleid 102 O treuer Heiland, Jesu 342 O Vater, allmächtiger Gott 226 O Vater, deine Sonne. 554 O Vater der Barmherzig- keittin 244 O Vaterherz, o Licht, o LSeben 379 O Vater, unser Gott, es ist 378 OWelt, ich muß dich lassen 574 SWelt,„sieh hier deine ben 86 O wie fröh lich, o wie selig 630 O wie selig seid ihr doch 625 O wir armen Sünder. 77 P. Preis, Ehr und Lob sei dir 522 R. Rede, liebster Jesu, rede 187 Reich des Herrn 181 XIV Alphabetisches Register. Ringe recht, wenn Gottes Rüstet euch, ihr Christen⸗ leute I S. Schaffet, schaffet, Men⸗ schenkinder Schaff in mir, Gott, ein Schmücke dich, oliebe Seele Schmückt das Fest mit Maien Schönster Herr Jesu.. Schutzgott, dessen starke Rechte V. 3 ff. Schwing dich auf, mein ganz Schwing dich auf zu deinem Seele, geh auf Golgatha Seele, mach dich heilig auf Seelenbräutigam. Seele, was ermüdst du dich Sei getreu bis an das Ende Sei Gott getreu, halt seinen:. Sei Lob, Ehr, Preis und Sei Lob und Ehr dem höchsten Sei mir tausendmal ge⸗ Araben Sei stille, müdgequältes Sei willkommen, Davids PIP¶ Sende, Vater, deinen Geist: Siegesfürste, Ehrenkönig Sieh, hier bin ich, Ehren⸗ könig Sieh, wie lieblich und wie ünii So führst du doch recht selig, Herr Nr. 363 164 459 398 9⁸ 9⁵ 311 316 346 348 150 —449 Nr. So hab ich nun den Fels 283 So hab ich obgesieget„ 611 So hoff ich denn mit festem n 287 So jemand spricht, ich liebe Grrt 37⁴4 So ist die Woche nun„517 Soll es, liebster Gott„432 Sollt es gleich bisweilen 405 Sollt ich meinem Gott nicht singen 447 So nimm denn meine Hände 376 Sorge doch für meine HWihde 530 So ruhest du, o meine Ruh 103 So tret ich demnach an 479 So wahr ich lebe, spricht 239 Speis uns, Vater, deine Kinder eee 49⁵ Stark ist meines Jesu Hand 332 Steht auf, ihr lieben Kin⸗ derlein 466 Straf mich nicht in deinem 250 Such, wer da will, ein„299 T. Dag des Jorns 618 Teures Wort aus Gottes 192 Thut mir auf die schöne 11 Treuer Gott, ich muß dir 241 Treuer Hirte deiner Herde 177 Treuer Jesu, wache du„508 Treuer Wächter Israel„ 544 U. Unsern Ausgang segne Gott 19 Unter Lilien jener Freuden 602 Unumschränkte Liebe.. 280 Unverfälschtes Christen⸗ tum B. 4.. 361 Alphabetisches Register. XV V. Nr. Valet will ich dir geben 585 Vater, laß mich Gnade nden e 249 Vater unser im Himmel⸗ Leh 3 Verleih uns Frieden nädiglicht 10 Versuchet euch doch selbst 272 Verzage nicht, du Häuflein 171 Vollendet hat der Tag die 516 Vom Himmel hoch da komm ich her 38 Vom Himmel kam der Engel Schar 39 Von Gott will ich nicht asen 55 Vor deinen Thron tret ich 474 Vor G'richt, Herr Jesu, sieh ich hieee 237 W. Wach auf, du Geist der ersten Heugen. 178 Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin 119 Wach auf, mein Herz, und Rnar 47⁵ Wachet auf, ruft uns die ummee 62¹1 Wacht auf, ihrChristen alle 619 Wär Gott nicht mit uns Mese eüd 167 Wärn meiner Sünd auch noch so viel 265 Warum betrübst du dich, Arein er; 3 Warum sollt ich mich denn Hräamen 397 Warum willst du draußen Rther 27 Nr. Was alle Weisheit in der Weli, 29% 2. 151 Was Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt 407 Was Gott thut, das ist wohlgethan, so denken 565 Was ists, daß ich mich quäle 424 Was mein Gott will, das gescheh allzeit 384 Was mich auf dieser Welt betrubt 408 Was willst du dich be⸗ Trüen l. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel 75 Weil ich JesuSchäflein bin 533 Weine nicht, Gott lebet noch 417 Welt ade, ich bin dein müde 596 Wenn alle untreu werden 331 Wenn dein herzliebster Sohn, o Gott. 266 Wenn dich Unglück hat beteren Wenn ich ihn nur habe 330 Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht 464 Wenn kleine Himmels⸗ EEe i 613 Wenn mein Stündlein vorhanden ist 57⁵ Wenn meine Sünd mich 83 Wenn wir in höchsten Noöten 2 Wenn wir in Wassers⸗ üten seüw 568 Werde licht, dꝓu Stadt. 68 Werde munter, mein Ge⸗ 501 Wer Gott vertraut, hat Woht XVI Alphabetisch Nr. Wer ist wohl wie du„ 314 Wer nur den lieben Gott 403 Wer sind die vor Gottes 632 Werter Tröster, komm„147 Wer weiß, wie nahe mir. 599 Wie fleugt dahin der Menschen Zeit... 598 Wie Gott mich führt, so will 420 Wie groß ist des All⸗ mächtgen Wie lieblich ist der Maien 547 Wie lieblich sind doch deine Wie mein getreuer Vater will Wie mit grimmgem Un⸗ verstand Wie schön ists doch, Herr 524 Wie schön leucht uns der Wie selig ist der Ort.9 Wie soll ich dichempfangen Wie wird mir dann, o dann Wie wohl hast du gelabet Wie wohl ist mir, o Freund der Seele Willkommen, Held Streite Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser 500 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod Wir danken Gott für seine SISII **** es Register. Wir glauben all an Einen Wir liegen hier zu deinen Wir singen dir, Immanuel Wohlauf, mein Herz, zu Gott Wohl einem Haus, wo Jesus Wo ist ein solcher Gott Womit soll ich dich wohl Wortdes höchsten Mundes Wo soll ich fliehen hin Wo willst du hin, weils Abend ist PII Wunderanfang, herrlichs Wunderbarer Gnaden⸗ thron Wunderbarer König 3. Zeuch, Ehrenkönig, bei mir Zeuch ein zu deinen Thoren Zeuch hin, mein Kind Zeuch uns nach dir. Zion, gieb dich nur zu⸗ frieden Zion klagt mit Angst und Schmerzen Zu deinen Füßen liege ich Zu dir, Herr Jesu, komme ich mit Sehnen ————————F—— Wir Menschen sind zu dem Zween der Jünger gehn 263 256 379 52⁵ 240 118 1. s⸗ komn nicht Ang 2. unse ihm selbst jeder O. beda Vol eui auf 4. ihm Tho der Vor 3 sing mit und lobe Pfalm 100. Eigene Melodie. 1 Nun jauchzt dem Herren, —* alle Welt, kommt her, zu seinem Dienst euch stellt; kommt mit Frohlocken, säumet nicht, kommt vor sein heilig Angesicht! 2. Erkennt, daß Gott ist unser Herr, der uns erschaffen ihm zur Ehr, und nicht wir selbst, durch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. 3. Er hat uns ferner wohl bedacht und uns zu seinem Volk gemacht, zu Schafen, die er ist bereit zu führen stets auf gute Weid. 4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, kommt, geht zu seinen Thoren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vorhof mit Gesann 5. Dankt unserm Gott, lob⸗ singet ihm, rühmt seinen Nam mit lauter Stimm, lobsingt und danket allesamt! Gott loben das ist unser Amt. A. Sonntags⸗ und Festtagslieder. 11l. Sonntagslieder. 6. Er ist voll Güt und Freundlichkeit, voll Lieb und Treu zu jeder Zeit; sein Gnade währet dort und hier, und seine Wahrheit für und für. 7. Gott Vater in dem höch⸗ sten Thron und Jesus Christ, sein einger Sohn, samt Gott dem werten heilgen Geist sei nun und immerdar gepreist. David Denicke(2) g. 1603 4 1680 (nach Corn. Becker). Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 2 910 ist des Herren Ruhe⸗ tag, vergesset Sorge, Müh und Plag, treibt eure Wochenarbeit nicht, kommt vor des Höchsten Angesicht! Halle⸗ luja. ö 2. Kommt her und fallt auf eure Knie vor Gottes Maje⸗ stät allhie! es ist sein Heilig⸗ tum und Haus, wer Sünde liebt, gehört hinaus. Halleluja! 3. Ganz unerträglich ist sein Grimm, doch hört er gern der Armen Stimm; deswegen lobt 1 ö‚ ä‚SSeeeee.. —.... 2 Sonntagslieder. ihn allesamt, das ist der Christen rechtes Amt. Halle⸗ luja! 4. Rühmt unsers Gottes Meisterthat, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt und was die⸗ selbe in sich hält. Halleluja! 5. Denkt auch, daß heut geschehen ist die Auferstehung Jesu Christ, dadurch die wahre Freudigkeit in aller Not uns ist bereit. Halleluja! 6. Drum wollen wir begehn mit Fleiß den Tag nach rechter Christen Weis, wir wollen aufthun unsern Mund und sagen dies von Herzensgrund: Halleluja, 7. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen hast zu deinem Preis, uns auch bewahrt so manches Jahr in vieler Trübsal und Gefahr, Halle⸗ luja, 8. Hilf, daß wir alle deine Werk voll Weisheit, Güte, Macht und Stärk erkennen und je mehr und mehr aus⸗ breiten deines Namens Ehr. Halleluja! 9. O liebster Heiland Jesu Christ, der du vom Tod er⸗ standen bist, richt unsre Herzen auf zu dir, daß sich der Sün⸗ denschlaf verlier. Halleluja! 10. Gieb deiner Auferstehung Kraft, daß dieser Trost ja bei uns haft, und wir uns drauf verlassen fest, wenn uns nun alle Welt verläßt. Halleluja! 11. O heilger Geist, laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. Halleluja! 12. Erleuchte uns, du wah⸗ res Licht, entzieh uns deine Gnade nicht, all unser Thun auch so regier, daß wir Gott preisen für und für. Halle⸗ luja! 13. Gott Vater, Sohn und Geist, verleih, daß dieser Tag dir heilig sei, wir auch die Sabbathsruh und Freud er⸗ langen drauf in Ewigkeit. Halleluja! Hannov. Gsb. 1646. Eigene Melodie. 3 Heur Jesu Christ, dich zu uns wend, den heilgen Geist du zu uns send, mit Hülf und Gnad, Herr, uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ! 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereitsdas Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl be⸗ kanntz 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist — ——— —ᷓ——7ñ——.——— ——————— . und Sfi aut Dit kon dich den send, Herr, Weg zum zur uben „daß Sonntagslieder. 3 in Einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II. Herzog zu Sachsen⸗ Weimar(7) g. 1598 f 1662. Pfalm 100. Mel. Gott des Himmels und der Erden, oder Eigene Melodie. 4 Alle Welt, was lebt und WVwebet, was in Feld und Häusern ist, was nur Stimm und Zung erhebet, jauchze Gott zu jeder Frist! Dienet ihm, wer dienen kann, kommt mit Lust zu ihm heran! 2. Sprecht: Der Herr ist unser Meister, er hat uns aus nichts gemacht, er hat unsre Leib und Geister an die lichte Welt gebracht; wir sind seiner Allmacht Ruhm, seine Schaf und Eigentum. 3. Gehet ein zu seinen Pfor⸗ ten, geht durch seines Vorhofs Gang, lobet ihn mit schönen Worten, saget ihm Lob, Preis und Dank! Denn der Herr ist jederzeit voller Gnad und Freundlichkeit. 4. Gott des Himmels und der Erde, Vater, Sohn und heilger Geist, daß dein Ruhm bei uns groß werde, Beistand selbst und Hülf uns leist! Gieb uns Kräfte und Begier, dich zu preisen für und für! Joh. Franck g. 1618 f 1677. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 5. Ich will, o Vater, alle⸗ zeit erheben deine Gü⸗ tigkeit, daß du von so viel Jahren mich hast behütet wun⸗ derbar, wie ichs mein Lebtag immerdar, auch diese Woch erfahren. Singet, bringet Gott dem Herren nah und ferren Dank und Ehre, jedermann sein Lob vermehre! 2. Du führst durch deinen Gnadenschein aus aller Trüb⸗ sal, Not und Pein den, der zu dir nur schreiet. Durch Christum giebst du deinen Geist, der uns den Weg zur Buße weist und innerlich erfreuet. Laß mich, bitt ich, deine Güte im Gemüte fort empfinden, ohn Anfechtung meiner Sünden. 3. Herr, siehe du doch ja nicht an das, was ich wider dich gethan in nächstverwich⸗ nen Tagen. Nimm zur Ver⸗ söhnung Christi Blut, der uns gelitten hat zu gut und völlig abgetragen, was sich täglich noch für Sünden in uns fin⸗ den; drum wir Schwachen zu dem Gnadenthron uns machen. 4. Mein'n Leib, mein Seel und all das Mein, laß dir, o Herr, befohlen sein, ich will mich dir ergeben. Wend ab Not, Angst und Herzeleid, du Vater der Barmherzigkeit, in meinem ganzen Leben, daß ich fröhlich deinen Willen⸗ mög erfüllen, stets dich lieben, 1 4 Sonntagslieder. auch die Lieb üben.. 5. Gieb, daß mir deiner Ruhe Tag mein innre Ruh befördern mag durch deines Wortes Stärke; daß mir das⸗ selb ins Herze dring und hun⸗ dertfältig Früchte bring, des Glaubens rechte Werke. Von dir laß mir Brünnlein fließen, sich ergießen, daß ich bleibe stets ein Glied an deinem Leibe. ö 6. Verleihe, daß in dieser Welt mein Hoffnung sei auf dich gestellt und ich dir ganz vertraue, daß ich die wahre Ruh und Freud erlange dort ohn einig Leid, wenn ich Gott immer schaue. Durch dich werd ich große Gaben ewig haben bei dir oben; deinen Namen will ich loben. Hannov. Gsb. 1657. am NRächsten Eigene Melodie. 6 Vebster Jesu, wir sind „ hier, dich und dein Wort anzuhören, lenke Sinne und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden; ganz zu dir gezogen werden. Uh tt 2. Unser Wissen und Ver⸗ stand ist mit Finsternis ver⸗ hüllet, wornicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns alle⸗ samt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren! Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen! Tobias Clausnitzer g. 1618 7 1684. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 7 Gett Lob, der Sonntag 7 kommt herbei, die Woche wird nun wieder neuz heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja! 2. Das ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. Halleluja! tag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja! ö 4. Mein Gott, laß mir dein. Lebenswort, führ mich zur Himmelsehrenpfort, laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich! Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 f 1684. Mel⸗ Gott des Himmels und der 1 Kn Erden. 8 Großer Gott von alten Zeiten, dessen Hand und dichten mußt du selbst in Auns vertichten die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von 3. Das ist der rechte Sonnen⸗ Sonntagslieder. 5 Jugend auf geführt, heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch sei⸗ nen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet und singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigentum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Him⸗ mel sehn. Kaspar Neumann g. 1648 f 1715. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 9 Wie selig ist der Ort Wdni zu nennen, wo Got⸗ tes Wort im Schwange geht, wo Licht und Recht ganz helle brennen, und Zion niemals wüste steht, da man im Schmuck — der Heiligkeit dem Herren opfert allezeit! 2. Weh aber, wo die Lebens⸗ worte so rar und teuer worden sind, daß man an solchem wüsten Orte von Gott nur dunkle Spuren findt! Wie billig wird der Ort beweint, wo Gottes Wort entfernet scheint. 3. Wir dürfen keinen Zweifel tragen, als wär allhier nicht Gottes Haus; wo wir nach Gottes Worte fragen, da macht er eine Kirche draus: sie sei nun zahlreich oder klein, so muß sie ihm doch heilig sein. 4. So treten wir im Geist zusammen, so singen wir des Herren Lied, so bringen wir die Opferflammen, auf welche Gott in Gnaden sieht; so lesen wir und hören an, was Gottes Wort uns lehren kann. 5. Ach Herr, gieb selber das Gedeihen, laß doch kein Wort vorüber gehn, laß uns die Seelenspeis erfreuen, laß unser Herz erquicket stehn, gieb unsrer Einfalt deutlich ein das, was uns kann erbaulich sein! 6. Erhalt uns bei dem Glau⸗ bensgrunde, den du den Eckstein hast genennt, daß man dich nicht nur mit dem Munde, auch mit dem Herzen selbst be⸗ kennt. Wenn uns die Welt Verfolgung dräut, so gieb, o Herr, Beständigkeit! 7. Ja bau du selbst in unsrer Seele dir ein lebendig Gottes⸗ haus, so wird in dieser Jammer⸗ 6 Sonntagslieder. höhle ein angenehmer Sabbath draus, bis wir in jenen Tem⸗ pel gehn und vor des Lammes Stuhle stehn. Benjamin Schmolck g. 1672 f 1737. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 10 15 geht herfür, sei du die Sonne selbst in mir, du Sonne der Gerechtigkeit, ver⸗ treib der Sünden Dunkelheit! 2. Mein erstes Opfer ist dein Ruhm, mein Serz ist selbst dein Eigentum; ach kehre gnä⸗ dig bei mir ein, du mußt dir selbst den Tempel weihn. 3. Gieb, daß ich meinen Fuß bewahr, eh ich mit deiner Kirchenschar zum Hause Gottes wallen geh, daß ich auch heilig vor dir steh. 4. Bereite Herze, Mund und Hand und gieb mir Weisheit und Verstand, daß ich dein Wort mit Andacht hör, zu deines großen Namens Ehr. 5. Schreib alles fest in mei⸗ nen Sinn, daß ich nicht nur ein Hörer bin; verleihe deine Kraft dabei, daß ich zugleich ein Thäter sei. 6. Hilf, daß ich diesen gan⸗ zen Tag mit Leib und Seele feiern mag; bewahr mich vor der argen Welt, die deinen Sabbath sündlich hält. 7. So geh ich denn mit Freude hin, wo ich bei dir zu Hause bin. Mein Herz ist willig und bereit, o heilige Dreieinigkeit! Benjamin Schmolck g. 1672 1737. Mel. Weicht, ihr Berge, fallt ihr Hügel. 1 1 Thut mir auf die schöne * Pforte, führet mich in Zion ein! Ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir! Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch in meinem Herzen ein, laß es deinen Tem⸗ pel sein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilige du Leib und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilige du Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor! 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt; gieb mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge du im Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn! 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben, halte mir dein Wort stets für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. —— 6. höre erfü dach des mit in 7 Alle weis Ma lech Jal Eht Ben Mel öne mich vird oeele ttes rost dir auch mung uter inem dem⸗ bvor und und Ppfer und ganz guten korn Licht was ge du ir zul den dein mmer halte daß t und rüͤnt. Sonntagslieder. 7 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt; nichts laß meine An⸗ dacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelbrot, tröste mich in aller Not! 7. Offne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann; lasse mir dein Manna tauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammerthal, Herr, zu deinem Ehrensaal! Benjamin Schmolck g. 1672 1737. Mel. Weicht, ihr Berge, fallt ihr Hügel. 12 HeMone schöner — Morgen, schöner als man denken mag, heute fühl ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunkeln Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach wie schmeck ich Got⸗ tes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au; da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Welt⸗ geschäfte, heute hab ich sonst zu thun, denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gottes⸗ werk für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird die Kleider schicken, die ich ihm zu Ehren trag. Sein Blut und Ge⸗ rechtigkeit ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zions⸗ stille heute voller Arbeit sein, denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sinnen und bereite selbst die Brust, laß mich Lehr und Trost gewinnen, gieb zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund; mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gna⸗ denbund, daß, wenn man hier bet und singt, solches in dein Herze dringt. 9. Gieb, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist; segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbaths bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. J. Krause g. 1701 4 1762. Freudenz da liegt unser Wille, Mel. Unumschränkte Liebe, oder Wunderbarer König. 13 Geit ist gegenwärtig, — lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten, alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder, kommt, er⸗ gebt euch wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen; heilig, heilig, heilig singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Seele, Leib und Leben dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. ö 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst er⸗ weisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Sonntagslieder. entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so, still und froh, deine Strahlen fassen und dich wirken lassen! 6. Mache mich einfältig, innig, abgeschieden, sanfte und im stillen Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag im Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts wie ein Adler schwe⸗ ben und in dir nur leben! 7. Herr, komm in mir woh⸗ nen, laß mein'n Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden) komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, sitz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken! Gerh. Terstegen g. 1697 T 1769. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 1 4 runn alles Heils, dich ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir; aus deiner Gottheit Heiligtum dein hoher Segen auf uns komm! 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib, er segne uns nach Seel und Leib, und uns Laß mich dir für und für hehüte seine Macht vor allem trachten zu gefallen, liebster Übel Tag und Nacht! Gott, in allen! 3. Der Herr, der Heiland, 5. Du durchdringest alles, unser Licht, uns leuchten laß laß dein schönstes Lichte, Herr,‚ sein Angesicht, daß wir ihn berühren mein Gesichte! Wie schaun und glauben frei, daß die zarten Blumen willig sichler uns ewig gnädig sei. lille und ssen ltig, und ich *883..—.—ꝛ—— Sonntagslieder. 9 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, sein Antlitz über uns erheb, daß uns sein Bild werd eingedrückt, und geb uns Frieden unverrückt. 5. Jehova! Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll! rie Gerh. Terstegen g. 1697 f 1769. Offenb. 2, 2. Mel. Christus der ist mein Leben. 15 Die Gnade sei mit allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns gar kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man⸗ trauen, man traut ihr ohne Reu; und wenn uns ja will grauen, so bleibts: Der Herr ist treu. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Er⸗ löser, du kommst; so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; denn sie flößt zu den Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt, der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stun⸗ den die größten Thaten thut. 8. Herr, laß es dir gefallen! Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen, die Gnade sei mit mir! Phil. Friedr. Hiller g. 1699 f 1769. Eigene Melodie. 16 8. sagen wir alle — Gott unserm Her⸗ ren Christo, der uns mit sei⸗ nem Wort hat erleuchtet und uns erlöset hat mit seinem Blute von des Teufels Ge⸗ walt. Den sollen wir alle mit seinen Engeln loben mit Schalle, singen: Preis sei Gott in der Höhe! Altkirchl. Deutsch 1624. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 17 Laß mich dein sein 2 und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr! Herr, laß mich nur nicht wan⸗ ken, gieb mir Beständigkeit, dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nikol. Selnecker g. 1532 1592. 10 Sonntagslieder. Mel. Christus der ist mein Leben. 18 Ach bleib mit deiner 8 Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht, dein Wahrheit uns um⸗ schanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich ver⸗ mehr! 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit ver⸗ leihe, hilf uns aus aller Not! Josua Stegmann g. 1588 f 1632. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 19 Ursern Ausgang segne Gott, unsern Ein⸗ gang gleichermaßen, segne un⸗ ser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben! Hartmann Schenck g. 1634 1 1681. Am Sonntag Abend. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 20 Naen bricht die finstre Nacht herein, des Tages Glanz ist tot; jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, geh, rede erst mit Gott! 2. O Gott, du großer Herr der Welt, den niemand sehen kann, du siehst ja mich in deinem Zelt, hör auch mein Seufzen an! 3. Der Tag, den ich nun⸗ mehr vollbracht, der war be⸗ sonders dein; drum hat er auch bis in die Nacht mir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn, denn ich bin Fleisch und Blut und pfleg es öfters zu versehn, wenn gleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gna⸗ denthron, sieh meine Schuld nicht an und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug gethan. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort und thu uns immer wohl, damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruhz 0o Bater, sieh mir bei und gieb mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. SI d. hat. ustre des doch, nicht jottl Herr ehen 9 in mein nun⸗ be⸗ t er mir nicht leisch öfters der Hna⸗ chuld dein genug man herzen chört, dein immer an „wie meine ir bei Engel er sei. Sonntagslieder. 11 9. Gieb allen eine gute Nacht, die heute recht gelebt, und beßre den, der unbedacht hat wider dich gestrebt. 10. Wofern dir auch mein Thun gefällt, so hilf mir morgen auf, daß ich noch fer⸗ ner in der Welt vollbringe meinen Lauf. 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein, da wird in deiner Herr⸗ lichkeit mein Sabbath ewig sein. Kaspar Neumann g. 1648 f 1715. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 21 Die schönen Sonn⸗ tagsstunden sind nun dahingeschwunden, uns grüßt die Abendruh; nun will ich all mein Dichten zu dir nach oben richten, Anfang und Ende bleibest du. 2. Herr, dir sei Preis und Ehre für alle Lieb und Lehre, die ich empfangen heut; du bist allein zu loben für jedes Licht von oben, das diesen Tag hat eingeweiht. 3. Der Glanz von deinem Throne, das Wort von deinem Sohne, der Hauch von deinem Geist, was unser Sinn ge⸗ spüret, was unser Herz ge⸗ rühret— für alles, alles sei gepreist. 4. Laß diesen Strahl des Lebens, dies Licht doch nicht vergebens für uns entzündet sein! Noch in den dunklen Stunden, wenn alles sonst verschwunden, leucht es in unser Herz hinein! 5. Was dieses Licht verdun⸗ kelt, obs noch so gleißt und funkelt, das bleib uns ewig fern. Sei du allein die Sonne des Lebens und die Wonne des Herzens und des Auges Stern! 6. Wenn sich die Augen senken, dann laß dein Ange⸗ denken nicht völlig schlafen ein! Laß in den Finsternissen dein Wort und mein Gewissen die beiden treuen Wächter sein! 7. Ein Strahl von deinem Lichte erleuchte mein Gesichte auch in der finstern Nacht! Im tiefsten Schoß der Stille entschlummert jeder Wille, du aber bists, der ewig wacht. 8. Herr, schenke mir indessen ein seliges Vergessen von allem eitlen Wahn! Mag auch kein Aug mich schauen, sieh von des Himmels Auen nur du, mein Gott und Herr, mich an! Chr. Heinr. Puchta g. 1808 f 1858. 12 II. Advenkslieder. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 22 un kommt das neue 15 Kirchenjahr, des freut sich alle Christenschar. Dein König kommt, drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich! Hallelujal 2. Wir hören noch das Gna⸗ denwort vom Anfang wieder immerfort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja! 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 4 1684. 23 acht hoch die Thür, die Thor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; der⸗ halben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Eigene Melodie. Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit; all unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von That! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und at! 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit! die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud, so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Ge⸗ lobet sei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns er⸗ schein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weissel g. 1590 4 1635. Mel. komi verd derm berfi Din. mit 4 zen, hint jen, scht, tröst ihn mah 3 plag fern zag gen Not pei sen, 4 Si dra Kin auf 00 u ist Ws Not Uben ingt: mein U„, 0 diesen Wohl „da Er sonn, Freud mein und Thür, Herz dik ligkeit Lust t der Heil— Ge⸗ Rat, eiland erzens D Preis 163⁵.- Mel. Aus meines Herzens Grunde. 2 4 Auf, auf, ihr Reichs⸗ 6 9 genossen, eur König kommt heran, empfahet un⸗ verdrossen den großen Wun⸗ dermann! Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Her⸗ zen, der König ist gar nahz hinweg all Angst und Schmer⸗ zen, der Helfer ist schon daz seht, wie so mancher Ort hoch⸗ tröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nacht⸗ mahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielge⸗ plagten, der König ist nicht fernz seid fröhlich, ihr Ver⸗ zagten, dort kommt der Mor⸗ genstern; der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf erwei⸗ sen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört, ihr frechen Sünder: Der König merket drauf, wenn ihr verlornen Kinder im vollen Lasterlauf auf Arges seid bedacht, ja es thut ohne Sorgen; gar nichts ist ihm verborgen, er giebt auf alles acht. 5. Seid fromm, ihr Unter⸗ thanen, der König ist gerecht. Laßt uns die Weg ihm bah⸗ nen und machen alles schlicht. Fürwahr, er meint es gut, drum lasset uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen Adventsliedex. 13 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch, er will durch sein Er⸗ barmen euch machen groß und reich; der an ein Tier gedacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 7. Frisch auf, ihr Hochbe⸗ trübten, der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzge⸗ liebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kin⸗ der sein. 8. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu be⸗ sehn, dieweil er kommt geritten stark, herrlich, sanft und schön; nun tretet all heran, den Hei⸗ land zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns er⸗ lösen kann.* 9. Der König will bedenken die, welch er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 10. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du jagst den Sündern nachz drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. mit unerschrocknem Mut. Johann Rist g. 1607 4 1667. 14 Adventslieder. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 25 Nion jauchzet all, ihr 1 Frommen, in dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herr⸗ lichkeitz zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teu⸗ fels Reich und Macht. 2. Er kommt zu uns ge⸗ ritten auf einem Eselein und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut, er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig wäh— ren thut. 3. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt, im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Maje— stät verhüllen, bis er des Va⸗ ters Willen im Leiden hat vollbracht. 4. Ihr Mächtigen auf Er⸗ den, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. 5. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen und thut dem König singen, der ist eur höchstes Gut. 6. Er wird nun bald er⸗ scheinen in seiner Herrlichkeit und all eur Klag und Wei⸗ nen verwandeln ganz in Freud. Er ist, der helfen kann; halt eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer g. 1606 f 1678. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 26 it Ernst, o Men⸗ — schenkinder, das Herz in euch bestellt, damit das Heil der Sünder, der große Wunderheld, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben gesendet und gegeben, bei euch auch kehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Thal laßt sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht! 3. Ein Herz, das Demut übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut liebet, mit Angst zu grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Ar- men zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein vom Stall Jau und ker Sd ren Go Er⸗ hkeit Vei⸗ eud. halt seid chon 673. Issen. Nen⸗ das amit der Gott Welt endet auch ichtig Gast, laßt t alle laßt edrig/ rumm Hemut chsten Adventslieder. 15 und von der Krippen, so wer⸗ den Herz und Lippen dir all⸗ zeit dankbar sein. Nach Val. Thilo d. Jüng. g. 160771662. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 27 WäAm willst du 7 draußen stehen), du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohl gefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mir schmerzen. Hos. 24, 3I. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes star⸗ ker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schwe⸗ ren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget! 3. Dazu kommt des Teu⸗ fels Lügen, der mir alle Gnad absagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Ge⸗ wissen mit vergiften Schlan⸗ genbissen. 4. Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends tief hinein: da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Un⸗ glück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär; hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reich⸗ tum, was ists mehr als ein Stücklein armer Erd? hab ich Lust, was ist sie wert? was ists, das mich heut er⸗ freuet, das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröh⸗ lich ißt. Leuchte mir, o Freu⸗ denlicht, ehe mir mein Herze bricht, laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo zeucht er bei dir ein; sein Gang ist zu dir ge⸗ kehret, heiß ihn nur willkom⸗ men sein und bereite dich ihm zu, gieb dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag ihm, was dich drück und quäle. 8. Was du Böses hast be⸗ gangen, das ist alles abge⸗ schafft: Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünde Macht und Kraft. Christi Sieg be⸗ hält das Feld, und was Bö⸗ ses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und 16 Adventslieder. schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Mel. Valet will ich dir geben. 28 Wie soll ich dich em⸗ pfangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, da⸗ mit, was dich ergetze, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir läßt verzehren, wie irdisch Reich⸗ tum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Him⸗ melszelt als das geliebte Lie⸗ ben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür, der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. ö 7. Ihr dürft euch nicht be⸗ Palmen und grüne Zweige mühen noch sorgen Tag und hin, und ich will dir in Psal⸗ men ermuntern meinen Sinn. Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; Mein Herze soll dir grünen er kommt, er kommt mit Wil⸗ in stetem Lob und Preis und len, ist voller Lieb und Lust, deinem Namen dienen, so gut all Angst und Not zu stillen, es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht er⸗ zu meinem Trost und Freud? schrecken vor eurer Sünden⸗ Als Leib und Seele saßen in schuld, nein, Jesus will sie ihrem größten Leid, als mir decken mit seiner Lieb und das Reich genommen, da Fried Huld. Er kommt, er kommt und Freude lacht, da bist du, den Sündern zum Trost und mein Heil, kommen und hast wahren Heil, schafft, daß bei mich froh gemacht. Gottes Kindern verbleib ihr 4. Ich lag in schweren Ban⸗Erb und Teil. den, du kommst und machst 9. Was fragt ihr nach dem mich los; ich stand in Spott Schreien der Feind und ihrer und Schanden, du kommst und Tück? Der Herr wird sie machst mich groß und hebst zerstreuen in Einem Augen⸗ mich hoch zu Ehren und schenkst blick. Er kommt, er kommt mir großes Gut, das sich nichthein König, dem wahrlich alle hmerze mehrʒ bet die er eure , steht cht be⸗ ig und wollet Macht; t Wil⸗ d Lust, stillen, t. icht er⸗ unden⸗ will sie üb und kommt ost und daß bei eib ihr ach dem ud ihrer hird sie Augen⸗ kommt lich alle Adventslieder. 17 Feind auf Erden viel zu we⸗ nig zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Welt⸗ gerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. 29 Kemst du, kommst 4 du, Licht der Hei⸗ den? Ja du kommst und säumest nicht, weil du weißt, was uns gebricht; o du star⸗ ker Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Thür steht dir offen, komm zu mir! 2. Ja du bist bereits zu⸗ gegen, du Weltheiland, Jung-— fraunsohn; meine Sinne spü⸗ ren schon deinen gnadenvollen Segen, deine Wunderseelen— kraft, deine Frucht und Her⸗ zenssaft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Fle⸗ hen hin, schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in mei⸗ nen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelen⸗ gast, lebenszeit erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung mei— ner Schuld, mich zu dir sein hocherhaben. Dann so will ich für und für Hosianna singen dir. Ernst Christ. Homburg g. 1605 f1681. Eigene Melodie. — ott sei Dank durch 30. G alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat! 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt nach Herrlichkeit. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jung-⸗ frau Sohn, der wohl zwei⸗ gestammte Held hat sich treu— lich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Dir Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an! 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sünden Wust! 6. Und gleich wie dein An-⸗ kunft war voller Sanftmut, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit! 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans 2 18 Adventslieder. schlaue List sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich aller Angste frei dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan, 9. Daß, wenn du, du Lebensfürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. ö Henr. Held um 1650. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 2. 31 Liebsten Jesu, sei will⸗ kommen hier in die⸗ ser bösen Welt, da du kaum wirst aufgenommen, da man dich verächtlich hält. Ich, ich will dich nicht verscherzen, wohne nur in meinem Herzen! Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 2. Zwar du kommest gar nicht prächtig, aber ich bin schon vergnügt; du bist den⸗ noch reich und mächtig, hast mir alles zugefügt, was mich Sünder, was mich Schwachen kann gerecht und selig machen. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 3. Dein so armes Kummer⸗ leben soll mein steter Reich⸗ tum sein; bin ich dir nur ganz ergeben und vertrau ich dir allein, so wirst du mir schon gewähren, was mein Herz nur kann begehren. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 4. Will dich alle Welt gleich meiden, dennoch find ich mich zu dir; dich und mich soll nie was scheiden, sondern ich will für und für in dir leben, an dich gläuben, tot und lebend dein verbleiben. Du bist mein, und ich bin dein, ich will kei⸗ nes andern sein. 5. Deine Schmach und deine Schande, so dir diese Welt anthut, dienet mir zum höch⸗ sten Pfande und versichert meinen Mut, daß du mir in jenem Leben wirst die höchste Ehre geben. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 6. Nun, mein Herze steht dir offen, zeuch, mein Heiland, bei mir ein, laß mich nicht vergeblich hoffen, laß mich stets dein eigen sein! Tilge du all mein Verbrechen, so kann ich stets fröhlich sprechen: Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. Friedr. Fabricius g. 1642 1 1703. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 1. 32 Hdün Davids — Sohn kommt in Zion eingezogen; ach bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen, streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. Bun deine Welt höch⸗ sichert ür in chste mein, will steht iland, nicht hstets du all un ich N bist u, ich 17⁰³. —— nicht. Dabids mt in ereitet t ihm streuet „ daß Adventslieder. 19 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entge⸗ gen; unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Tho⸗ ren ein, du sollst uns will⸗ kommen sein. x 3. Hosianna, Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist. unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna, lieber Gast! Wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hastz ach so laß uns unverdrossen deinem Zepter dienstbar sein, herrsche du in uns allein! 5. Hosianna! Steh uns bei! O Herr, hilf, laß wohl gelin⸗ gen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht ge⸗ horchen kann. 6. Hosianna! Laß uns hier an den Olberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; dort ist unser Bethphage: Hosianna in der Höh! 7. Hosianna nah und fern! Eile bei uns einzugehen, du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen?“) Hosianna! Bist du da? Ja du kommst, Halleluja! 0 1 Mos. 24, 31. Benjamin Schmolck g. 1672 1737. Eigene Melodie. 33 ei willkommen, Davids Sohn, der in seines Vaters Namen sich erhebet auf den Thron über Jakobs Haus und Sa⸗ men, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche die⸗ ser Erden alle müssen dienst⸗ bar werden, das kein Ende jemals nimmt. 2. Sei gesegnet, teures Reich, das ein solcher Herr besitzet, dem kein Herr auf Er⸗ den gleich, der das Recht mit Nachdruck schützet. Schwinge dich in stetem Flor groß durch Frieden, reich an Freuden unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor! 3. Deines Königs Majestät müsse jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm ver⸗ mehren. Selbst der kleinen Kinder Mund mache zum Verdruß der Feinde und zur Freude seiner Freunde seinen großen Namen kund. 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deinen Unter⸗ thanen;z ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz die Wege bahnenz ich geselle mich im Geist zu denselben großen Reihen, die das Hosianna schreien, wo man dich will⸗ kommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freuet euch, seid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein 2 20 Adventslieder. Gnadenreich wird bei euch nun Raum gewinnen. Kommt und schwört den Huldgungseid, kommt und küßt den Sohn der Liebe! Ach daß niemand außen bliebe, hier, ach hier ist Seligkeit. Joh. Jak. Rambach g. 1693 f 173⁵. Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 3 4 euch, Ehrenkönig, bei mir ein, komm, komm, verweile nicht! Komm, laß mich ganz dein eigen sein, komm, o mein Gnadenlicht! 2. Komm, Jesu, meiner Seele Teil, ach komm, ich liebe dich. Ja komm, Herr Jesu, komm, mein Heil, mach ewig selig mich! 1735(). Eigene Melodie. 3 5 Dein König kommt in niedern Hüllen, ihn trägt der lastbarn Eslin Füllen, empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm ent⸗ gegen Friedenspalmen, bestreu den Pfad mit grünen Halmen! So ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch aller Erde Reiche werden dem, das du gründest, unterthan. Bewaff⸗ net mit des Glaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hienieden kommst zu erneuen deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines gro⸗ ßen Vaters Haus. Friedrich Rückert g. 1789 f 1866. ren, ohne von Erde dbu vaff⸗ orten den naus umest 9des weigt droht. örten neuen hlägst d. Huld mauch ie wir 'ot ist nieden deinen Welt Brüͤder gro⸗ f 1866. 21 III. Weihnachtslieder. Eigene Melodie. 36 Ein Kind geborn zu 8 Bethlehem, des freuet sich Jerusalem. Halle⸗ luja, Halleluja! 2. Hier liegt es in dem Krippelein, ohn Ende ist die Herrschaft sein. Halleluja, Halleluja! 3. Für solche gnadenreiche Zeit sei Gott gelobt in Ewig⸗ keit. Halleluja, Halleluja! 4. Lob, Ehr der heilgen Dreifaltigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja, Halleluja! Nach dem Lateinischen Puer natus in Bethlehem. Eigene Melodie. 37 Geledol seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des freuet sich der Engel Schar. Halleluja! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Halleluja! 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Halle⸗ luja! 4. Das ewge Licht geht da herein, giebt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns zu Lichtes Kindern macht. Halleluja! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erb'n in seinem Saal. Halleluja! 6. Er ist auf Erden kom⸗ men arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit! Halleluja! Martin Luther g. 1483 1546. Eigene Melodie. 38 Vem Himmel hoch da — komm ich her, ich bring euch gute neue Mär;z der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jung⸗ frau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 22 Weihnachtslieder. 4. Er bringt euch alle Se⸗ ligkeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippe, Windelein so schlecht, da fin⸗ det ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröh⸗ lich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin: was liegt doch in dem Krippelein? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. 8. Willkommen sei, du edler Gast! Den Sünder nicht ver⸗ schmähet hast und kommst ins Elend her zu mirz wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß. 10. Und wär die Welt viel⸗ mal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seide dein das ist grob Heu und Windelein, darauf du König, groß und reich, her⸗ prangst, als wärs dein Him⸗ melreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir: Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 13. Ach mein herzliebes Jesulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröh⸗ lich sei, zu springen, singen immer frei das rechte Wiegen⸗ liedlein schön, mit Herzenslust den süßen Ton. 15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuen sich der Engel Schar und singen uns solch neues Jahr. Martin Luther g. 1483 f 1546. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 39 Ven Himmel kam der — Engel Schar, er⸗ schien den Hirten offenbar; sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart das liegt dort in der Krippe hart, ö 2. Zu Bethlehem, in Da⸗ vids Stadt, wie Micha“) das verkündet hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist.„ Mich. 5, 1. 3. Des sollt ihr billig fröh⸗ lich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewge Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? ihr habt lllen igen acht, ichts iebes rein in daß fröh⸗ ngen gen⸗ Slust tt im henkt Des und Jahr. 1546. ichher. m der er⸗ nbar; ndlein uder Weihnachtslieder. 23 mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist wor⸗ den eur Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur Zuversicht. Es mögen euch viel fechten an, dem sei Trotz, ders nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben Recht, ihr seid nun worden Gotts Geschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit, ge⸗ duldig, fröhlich allezeit! Martin Luther g. 1483 1546. Eigene Melodie. 40 er Tag der ist so — freudenreich aller Kreature, denn Gottes Sohn vom Himmelreich über die Nature von einer Jungfrau ist geborn; Maria, du bist auserkorn, daß du Mutter wärest. Was geschah so wun⸗ dergleich? Gottes Sohn vom Himmelreich, der ist Mensch geboren. 2. Ein Kindelein so löbelich ist uns geboren heute von einer Jungfrau säuberlich, zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wärn wir allzumal verlorn, das Heil ist unser aller. Ei, du süßer Jesu Christ, daß du Mensch ge⸗ boren bist, behüt uns vor der Hölle. Nach dem Latein. Dièés est laetitiae. Eigene Melodie. 41 Lobt Gott, ihr Christen Walle gleich, in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und ge⸗ ring und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mut⸗ ter Brust, ihr Milch die ist sein Speis, an dem die En⸗ gel sehn ihr Lust, denn er ist Davids Reis, 5. Das seinem Stamm ent⸗ sprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott auf⸗ richten wollt sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an und giebt uns in seins Vaters Reich die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein! Wie könnt er doch sein freundlicher, das Herzejesulein. ö 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis, der Cherub steht nicht mehr dafür. Gott sei Lob, Ehr und Preis! Niklas Herman 1561. 24 Weihnachtslieder. Eigene Melodie. 42 a Christus geboren 5 war, freute sich der Engel Schar, sangen all mit Haufen schön: Ehr sei Gott im höchsten Thron! Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 2. Die Hirten erschraken ganz vor des Engels hellem Glanz, hörten fröhlich neue Mär, daß Christus geboren wär. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Jornz sren sich, dem sein Sünd ist leid. 3. Sie suchten das Kindelein eingehüllt in Windelein, wie der Engel hatt vermeldt, wel⸗ ches trägt die ganze Welt. Gottes Sohn ist Mensch ge⸗ born, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 4. Sie fanden das Kindlein zart liegen in der Krippe hart bei dem Vieh im finstern Stall, das die Stern erschaffen all. Gottes Sohn ist Mensch ge⸗ born, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 5. Aus der Mutter Brust so rein nähret sich das Kinde⸗ lein, das durch seine göttlich Kraft allem Vieh sein Fut⸗ ter schafft. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 6. Solche groß Barmherzig⸗ keit laßt uns preisen allezeit in Gottsfurcht und Glauben rein, mit Geduld gehorsam sein. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 1560. N. d. Latein. In natali Domini. Eigene Melodie. 43 Frunet euch, ihr Chri⸗ sten alle, freue sich, wer immer kann, Gott hat viel an uns gethan! Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht, sich mit uns befreundt gemacht. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippe Höhle harte lieget dir zu gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr. So laß mich von dir nicht wanken, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über rrig⸗ segeit uben rsam ensch des dem wini. Chri⸗ sh hat reuet „ „sich nacht. eude: Eeide. onne: sonne. Slele, nt zu und Trippe gut, Blut. reude: Leide. onne: sonne. h dir ß von rrühr. nicht eigen und über allem Uber Weihnachtslieder. ö 25 Wonne: Christus ist die Gna⸗ densonne. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gna⸗ den an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder, gieb der ganzen Chri⸗ stenschar Friede und ein selges Jahr! Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gna⸗ densonne. Christ. Keymann g. 1607 f 1662. Eigene Melodie. 4 4 Nimn singet und seid — froh, jauchzt all und saget so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht doch als die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und O, du bist A und O. 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kindlein zart und rein, durch alle deine Güte, o liebstes Jesu⸗ lein, zeuch mich hin nach dir! 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld. Wir warn all ver⸗ dorben durch Sünd und Eitel⸗ keit, so hat er uns erworben die ewge Himmelsfreud; eia, wärn wir da! 4. Wo ist der Freudenort? Nirgend sonst als dort, da die Engel singen mit den Heilgen all, und die Psalmen klingen im hohen Himmelssaal. Eia, wärn wir da! Hannov. Gsb. 1646. Nach dem Lateinischen In dulei qubilo. Mel. Valet will ich dir geben. 45 Qhr Christen auser⸗ 2 8 koren, freut euch von Herzen sehr: der Heiland ist geboren! Recht gute neue Mär! Des freuen sich dort oben der heilgen Engel Schar und Gott den Vater loben jetzt und fort immerdar. 2. So singen sie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, freut euch von Herzen alle ob diesem Kindelein! Euch, euch ist es gegeben und hat das Heil be⸗ reit, daß ihr bei Gott sollt leben in steter Seligkeit. 3. Kein Mensch sich ja be— trübe, denn dieses Kindelein euch bringet süße Liebe; was wollt ihr traurig sein? Den Himmel wills dem schenken, der an ihn gläubet fest; daran sollt ihr gedenken, euch freuen auf das best. 4. Nun seid ihr wohl ge⸗ rochen an eurer Feinde Schar, denn Christus hat zerbrochen, was euch zuwider war. Tod, Teufel, Sünd und Hölle sind ganz und gar geschwächt, bei Gott hat seine Stelle das menschliche Geschlecht. 5. Drum wir auch nun dich loben, Jesu, zweistammger Held, daß du herab von oben bist kommen in die Welt. 26 ö Weihnachtslieder. Komm auch in unsre Herzen und bleibe für und für, daß weder Glück noch Schmerzen uns trennen ab von dir. V. 1—4. G. Werner g. 1589 f 1643. V. 5. Hannov. Gsb. 1657. Eigene Melodie. 46 ö Cu dich, mein — schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein kleines Kind, das Vater heißt,“) mit Freude zu em⸗ pfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien. Jes. 9, 6. 2. Willkommen, süßer Bräu⸗ tigam, du König aller Ehren, willkommen, Jesu, Gottes Lamm, ich will dein Lob ver⸗ mehren, ich will dir all mein Lebenlang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt hinein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein König⸗ reich, die Freudenpracht, ja dein erwünschtes Leben für deine Feind hingeben? 4. Ist doch, Herr Jesu, deine Braut ganz arm und voller Schanden, dennoch hast du sie dir vertraut am Kreuz in Todesbandenz; ist sie doch ganz * und gar befleckt, mit dem Ver⸗ derben angesteckt, und du willst ihretwegen den Zepter von dir legen! 5. Du Fürst und Herrscher dieser Welt, du Friedenswie⸗ derbringer, du kluger Rat und tapfrer Held, du starker Höllen⸗ zwinger, wie war es möglich, daß du dich erniedrigtest so jämmerlich, als wärest du im Orden der Bettler Mensch ge⸗ worden? 6. O Freudenzeit, o Wun⸗ dernacht, dergleichen nie ge⸗ funden, du hast den Heiland hergebracht, der alles über⸗ wunden, du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 7. O liebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Geberden, mein Bruder, den ich lieber hab als alle Schätz auf Er⸗ den, komm, Schönster, in mein Herz hinein, komm eilend, laß die Krippe sein, komm, komm, ich will bei Zeiten dein Lager dir bereiten. 8. Sag an, mein Herzens⸗ bräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, nimm alles, was Mensch ist und heißt: ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. el. . Herr mir Bru die ich! in d Hern keit 9. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist und hast die Welt bezwungen; hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit und mög hernach dort oben in Ewig⸗ keit dich loben. Johann Rist g. 1607 f 1667. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 47 J steh an deiner 4 Krippe hier, o Jesu, du mein Leben, ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohlgefallen! 2. Du hast mit deiner Lieb erfüllt mein Adern und Ge⸗ blüte; dein schöner Glanz, dein süßes Bild liegt mir ganz im Gemüte. Und wie mag es auch anders sein, wie könnt ich dich, o Herze mein, aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht ge⸗ boren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden. 4. Ich lag in tiefster Todes⸗ nacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Weihnachtslieder. 27 Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freude an und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nichts weiter kann, so thu ich, was geschehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär, und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 6. Wo nehm ich Weisheit und Verstand, mit Lobe zu erhöhen die Auglein, die so unverwandt nach mir gerich⸗ tet stehen? Der volle Mond ist schön und klar, schön ist der güldnen Sterne Schar, dies' Auglein sind viel schöner. 7. O daß doch ein so lieber Stern soll in der Krippe liegen! Für edle Kinder großer Herrn gehören güldne Wiegen. Ach Heu und Stroh ist viel zu schlecht, Samt, Seide, Purpur wären recht, dies Kindlein drauf zu legen. 8. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, daß meines Heilands Lager sei auf Krän⸗ zen und Violen; mit Rosen, Nelken, Rosmarin aus schönen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen. 9. Zur Seite will ich hie und dar viel weiße Lilien stecken, die sollen seiner Aug⸗ lein Paar im Schlafe sanft bedecken. Doch liebt viel mehr 28 Weihnachtslieder. das dürre Gras dies Kindelein als alles das, was ich hier nenn und denke. 10. Du fragest nicht nach Lust der Welt noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seele Herrlichkeit durch dein selbsteignes Herzeleid, das will ich dir nicht wehren. 11. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden! 12. Zwar sollt ich denken, wie gering ich dich bewirten werde; du bist der Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde. Doch bist du ein so frommer Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt g. 1607 1676. Eigene Melodie. 48 Fued soll mein * Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Choren alle Luft laute ruft: Christus ist geboren. 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind das ver⸗ bindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns giebt, was er liebt über alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns ver⸗ ehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kommt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Hätte vor der Menschen Orden unser Heil einen Greul, wär er nicht Mensch wordenz hätt er Lust zu unserm Scha⸗ den, ei so würd unsre Bürd er nicht auf sich laden. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, giebt sich an, unser Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Gnad und Fried erwirbet. 7. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahrn, o lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 8. Ei so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, Groß und Klein, eilt mit großen Haufen. Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Licht . ßem Thü Hlu wol mid Has Rü u un bil un ül schl Bl. ber⸗ lute. nun iebt, ßen? zu alls und sein und ver⸗ Oktes jetzt was schen jreul, rdenz Scha⸗ Bürd was giebt das Gott Fried seiner mich süßen lieben „was alles laßt 9ein, t mit t den, schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in gro⸗ ßem Leide, sehet, hier ist die Thür zu der wahren Freude. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 10. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost: hie wird gefunden, der in Eil machet heil die vergiften Wunden. 14. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände: hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 12. Süßes Heil, laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen! Du bist meines Lebens Lebenz nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine Last all auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 14. Ich bin rein um deinet⸗ willen, du giebst gnug Ehr und Schmuck, mich darein zu hüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen! 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Weihnachtslieder. 29 Mit dir will ich endlich schwe⸗ ben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 49 ir singen dir, 7 Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenguell, du Himmelsblum und Mor⸗ genstern, du Jungfrausohn, Herr aller Herrn. Halleluja! 2. Wir singen dir in deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang ge⸗ wünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja! 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Halleluja! 4. Ach daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach daß die Hülfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein.)) Halleluja! Ps. 14,. 5. Nun bist du hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja! 6. Du kehrst in fremder Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein; trinkst Milch aus deiner Mutter Brust und bist doch selbst der Engel Lust. Halleluja! —g:!s;.— 30 7. Du bist der süße Men⸗ schenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Heer hält dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja! 8. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja! 9. Der Will ist da, die Kraft ist klein, doch wird dir nicht zuwider sein mein ar⸗ mes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja! 10. Darum so hab ich guten Mut, du wirst auch halten mich für gut. O Je⸗ sulein, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja! ö 11. Bin ich gleich sünd⸗ und lastervoll, hab ich gelebt nicht wie ich soll, ei kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja! 12. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, du würgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja! 13. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs be⸗ Halleluja! liebt. Weihnachtslieder. 14. Ich will dein Halleluja hier mit Freude singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja! Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. 50 K und laßt 7 uns Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren, singet fröhlich, laßt euch hören, wertes Volk der Christenheit! 2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen, wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin. 3. Sehet, was hat Gott gegeben! seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. Seine Seel ist uns ge⸗ wogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Sata⸗ nas betrogen, zu besuchen aus der Höh. 5. Jakobs Stern ist auf⸗ gegangen, stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zer⸗ stört der Hölle Reich. 6. Unser Kerker, da wir saßen und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen, ist entzwei, und wir sind frei. 7. O du hoch gesegn'te Stunde, da wir das von Eigene Melodie. Weihnachtslieder. 31 Herzensgrunde gläuben und mit unserm Munde danken dir, o Jesulein! 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freund⸗ lich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Mel. Da Christus geboren war. 51 underbarer Gna⸗ denthron, Gottes und Marien Sohn, Gott und Mensch, ein kleines Kind, das man in der Krippe findt! Großer Held von Ewigkeit, dessen Macht und Herrlichkeit rühmt die ganze Christenheit! 2. Du bist arm und machst zugleich uns an Leib und Seele reich, du wirst klein, du großer Gott, und machst Höll und Tod zu Spott. Aller Welt wird offenbar, ja auch deiner Feinde Schar, daß du, Gott, bist wunderbar. 3. Laß mir deine Güt und Treu täglich werden immer neu, Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Not und Tod anficht. Laß mich deine Herr⸗ lichkeit, deine Wundergütigkeit schauen in der Ewigkeit! Joh. Olearius g. 1611 1684. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 52 Dis ist die Nacht, — da mir erschienen des großen Gottes Freund⸗ lichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt⸗ und Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein, er treibet weg der Hölle Macht, der Sünde und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der kla⸗ ren Seligkeit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht noch in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen die⸗ sen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weih⸗ nachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachts⸗ kunst, wie ich im Lichte wan⸗ deln soll und sei des Weih⸗ nachtsglanzes voll. Kasp. Fr. Nachtenhöfer g.1624 1685. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. 5 3 De wesentliches Wort, von Anfang her gewesen, du Gott, von Gott 32 Weihnachtslieder. gezeugt, von Ewigkeit erlesen zum Heil der ganzen Welt, o mein Herr Jesu Christ, willkommen, der du mir zum Heil geboren bist. 2. Komm, o selbständigs Wort, und sprich in meiner Seelen, daß mirs in Ewig⸗ keit an Trost nicht solle fehlen; im Glauben wohn in mir und weiche nimmer nicht, laß mich auch nicht von dir ab⸗ weichen, schönstes Licht! 3. Du wesentliches Wort warst bei Gott, eh geleget der Grund der großen Welt, da sich dein Herz beweget zur Liebe gegen mich; ja du warst selber Gott, damit du machtst im Fleisch Sünd, Höll und Tod zu Spott. 4. Was hat, o Jesu, dich von Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmelsthron dich in die Welt gezogen? Ach deine große Lieb und meine große Not hat deine Glut entflammt, die stärker als der Tod. 5. Du bist das Wort, wo⸗ durch die ganze Welt for⸗ mieret, denn alle Dinge sind durch dich ans Licht geführet. Ach so bin ich, mein Heil, auch dein Geschöpf und Gab, der alles, was ich bin, von dir empfangen hab. 6. Gieb, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz er⸗ gebe, auch dir allein zum Preis auf dieser Erde lebe; ja, Jesu, laß mein Herz ganz neu ge⸗ schaffen sein und dir bis in den Tod gewidmet sein allein! 7. Ach laß nichts in mir sein, was du nicht hast ge⸗ schaffen, reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen! Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan, du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn! 8. Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; laß an mir deinen Glanz, mein Gott, nicht sein verge⸗ bens! Weil du das Licht der Welt, so sei mein Lebens⸗ licht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laurent. Laurenti g. 1660 f 1722. Liebe, die den 54. Himmel hat zer⸗ rissen, die sich zu mir ins Elend niederließ, was für ein Trieb hat dich bewegen müssen, der dich zu mir ins Jammerthal verwies? Die Liebe hat es selbst gethan, sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du für mich das größte Wunder thust; die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, daß mir zu gut du unter Dornen ruhst. O unerhörter Liebes⸗ grad, der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesenket hat! Eigene Melodie. 9e⸗ 8 in llein! mir⸗ 5 kraut indes nicht Feind mein Fahn! n dir bens; Hlanz, berge⸗ Licht wegen ir ins Dier jethan, mich groß aß du gunder t dir 1„ daß Dornen. Liehes⸗ Vaters t hatl Weihnachtslieder. 33 3. Die Liebe ist mein An⸗ verwandter worden, mein Bru⸗ der ist selbst die Barmherzig⸗ keit, der Gottheit Quell lebt nun in meinem Orden, die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit, das Leben selbst ist Mensch geborn, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgesöhnet, die Reinigkeit der Seele wieder⸗ bracht; sie wird als Braut der Gottheit nun gekrönet, da sie der Himmel selbst so angelacht. Die Menschheit wird nun ganz erneut und als ein reiner Thron der Gottheit eingeweiht. 5. Die Weisheit spielt nun wieder auf der Erden,“) da⸗ durch das Paradies im Men⸗ schen grünt; nun können wir aus Gott geboren werden, weil die Geburt des Herren dazu dient; die wohl geborne Seele spürt, daß sie ein an⸗ drer Geist aus ihrem Ursprung rührt.„Sprüche 8, 30. 31. 6. Kein Elend kann nun unserm Herzen schaden, Im⸗ manuel ist bei uns in der Not. Ich gehe nur zu ihm, dem Quell der Gnaden, so dient mir selbst das Elend und der Tod; der Jammer hängt mir nur noch an, der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, dieweil sie selbst durch ihn verdammet ist. Was schaden nun der Seele ihre Flammen, weil Christi Blut und Wasser in sie fließt? Immanuel löscht ihren Trieb, er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Ich habe nun ein ewig Leben funden, viel Reichtum, Ehr und Wohllust schenkt er mir; ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, er⸗ freue dich in dieser Liebes⸗ macht! Des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wie⸗ der, und der Verlust ist völlig wiederbracht. O ewig, ewig wohl ist mir, daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür. Chr. Fr. Richter g. 1676 1711. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. 5 5 Qauchzet, ihr Himmel, 89 frohlocket, ihr eng⸗ lischen Chöre! Herren, dem Heiland der Menschen zur Ehre! Sehet doch da, Gott will so freund⸗ lich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Er⸗ den! Gott und der Sünder 3 Singet dem die sollen zu Freunden nun werden; Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget; sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget! Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd. Alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis ver⸗ stehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; gehet hinein, macht euch dem Kinde gemein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen ge⸗ denken? Du willst dich selber, dein Herze der Liebe mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut ersenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein: ewig entsag ich der Sünde. 7. Süßer Immanuel, werd auch geboren inwendig, komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger elendig! Wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir und mich belebe beständig! 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, 34 Weihnachtslieder. laß mich doch einzig nach dei⸗ nem Gefallen nun leben: gieb mir auch bald, Jesu, die Kindergestalt, an dir alleine zu kleben. Gerh. Terstegen g. 1697 f 1769. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 56 ies ist der Tag, den — Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit er— füllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er 1.— daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, er⸗ scheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir;„ich komm, im Buche steht von mir: Gott, deinen Willen thu ich gern.“ Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Mes⸗ sias, bet ich an. ins der Nei die ‚0 dei⸗ gieb die Uleine 1769. — komm „ den t, sein edacht, Jisum d auf n dein eit er⸗ Gott 3Heil Sohn. Junder Geist betet Gottes Gnad h, Herr bst an I, er⸗ 0wirst kommt Buche deinen Gelobt Herrn! Mensch uel und Viter — t Mes⸗ Neujahrslieder. 7. Du, unser Heil und höch⸗ stes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 57 Dr heilge Christ ist — kommen, der süße Gottessohn, des freun sich alle Frommen am höchsten Him⸗ melsthron; auch was auf 35 Erden ist muß preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufgegan⸗ gen, die lange Nacht ist hin, die Sünde ist gefangen, er⸗ löset ist der Sinn, die Sün⸗ denangst ist weg, und Liebe und Entzücken baun weite Himmelsbrücken aus jedem schmalsten Steg. 3. Verwaiset sind die Kinder nicht mehr und vaterlos, Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß; er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Kindlein fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da; er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: Ge⸗ öffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! Ernst Moritz Arndt g. 1769 f 1860. IV. Reufahrslieder. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 58 Hest mir Gotts Güte 7 preisen, ihr Christen insgemein, mit G'sang und an⸗ dern Weisen ihm allzeit dank⸗ bar sein, vornehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr geendet, die Sonn sich zu uns wendet, das neu Jahr ist nicht weit. 2. Erstlich laßt uns betrach⸗ ten des Herren reiche Gnad und so gering nicht achten sein un⸗ zählig Wohlthat; stets führen zu Gemüt, wie er dies Jahr gegeben all Notdurft diesem Leben und uns vor Leid behüt; 3. Lehramt, Schul, Kirch erhalten in gutem Fried und 5. 36 Neujahrslieder. Ruhz Nahrung den Jung und Alten bescheret auch dazu und mit gar milder Hand sein Güter ausgespendet, Verwüstung ab⸗ gewendet von diesem Ort und Land. 4. Er hat unser verschonet aus väterlicher Gnad; wenn er sonst hätt gelohnet all unsre Missethat mit gleicher Straf und Pein, wir wären längst gestorben, in mancher Not verdorben, die wir voll Sün⸗ den sein. 5. Nach Vaters Art und Treuen er uns so gnädig ist; wenn wir die Sünd bereuen und glaubn an Jesum Christ herzlich ohn Heuchelei, thut er all Sünd vergeben, lindert die Straf daneben, steht uns in Nöten bei. 6. All solch dein Güt wir preisen, Vater im Himmels⸗ thron, die du uns thust be⸗ weisen durch Christum, deinen Sohn, und bitten ferner dich: Gieb Fried in diesem Jahre, vor allem Leid bewahre und nähr uns mildiglich! Paul Eber g. 1511 4 1569. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 59 as alte Jahr ver⸗ 8— gangen ist, wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Not uns und Ge⸗ fahr bewahret hast viel Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, den ew⸗ gen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Daneben gieb uns Fried und Ruh und was uns nötig ist dazu, durch deine starke Gnadenhand beschütze uns und unser Land! 4. All Sünd und Schwach⸗ heit uns verzeih, ein gut Ge⸗ wissen stets verleih, gieb, daß wir deines Namens Ehr aus⸗ breiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufordern aus der Welt, so gieb ein selig Ende hier, daß wir dort ewig sein bei dir. 6. O Jesu Christ, erbarme dich, hör unsre Bitte gnädig⸗ lich, durch dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Not! ö 1588. Eigene Melodie. 60 Hisf, Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann; neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben! 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich geraten und ganz glücklich gehen fort; neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. dem t dein hahren Fried nötig starke und wach⸗ it Ge⸗ b, daß alls⸗ mehr. dir, o fordern n selig t ewig rbarme nädig⸗ dienst, se uns 1588. .— u, laß ls, das laß es 5 aufs neues wollest Werk Zunge en nur d ganz ie Kraft Neujahrslieder. 37 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten; komm ich heim, steh mir zur Seiten! 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets bemühe, dich zu preisen mehr und mehr; laß mein Bitten und mein Flehen doch im Himmel vor dir stehen! 5. Laß mich, Herr, in dei⸗ nem Namen fröhlich nehmen Speis und Trank; Güter, die von dir herkamen, fordern ja von mir den Dank. Deine Weisheit kann mich stärken zu der Lieb und guten Werken. 6. Mein Gebet das müß aufsteigen, Herr, vor deinen Gnadenthron; dann wirst du zu mir dich neigen wie zu deinem lieben Sohn. Herr, ich weiß, es wird vor allen dies mein Opfer dir gefallen. 7. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, laß mich büßen meine Sünd, hilf, daß sie mir nimmer schade und ich bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein ver- geben. 8. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, ja voll Angst und Zagen binz; stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 9. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhie auf Erden fromm und selig möge werden. 10. Laß mich armen Sün⸗ der ziehen deinen Weg der Frömmigkeit, laß mich Stolz und Hoffart fliehen, eifrig beten jederzeit; laß mich Schand und Unzucht meiden, laß mich willig Unglück leiden! 11. Jesus richte mein Be⸗ ginnen, Jesus bleibe stets bei mir, Jesus zähme mir die Sinnen, Jesus sei nur mein Begier, Jesus sei mir in Gedanken, Jesus lasse nie mich wanken. 12. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage stets mich auf den Hän⸗ den, halte bei mir in Gefahr! Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt ver⸗ lassen. Johann Rist g. 1607 1667. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 61 un laßt uns gehn — und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und 38 Neujahrslieder. gedeihen vom alten bis zum neuen, 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge— wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, 5. Also auch, und nichts minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trüb⸗ sal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden! 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich ge— dulde. 10. Schleuß zu die Jam⸗ merpforten und laß an allen Orten, wo Krieg und Blut⸗ vergießen, die Freudenströme fließen! 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen! 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe! 13. Hilf gnädig allen Kran⸗ ken, gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschare zum selgen neuen Jahre! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, oder Es ist gewißlich an der Zeit. 62 Gettlob, ein Schritt zur Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wender, o Quell, daraus mein Leben fleußt und alle Gnade sich ergeußt in meine Seel zum Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir all- zu lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist in mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz an⸗ heimgestellt die rechte Zeit und Stll daß Hert heiß richt dir 4 mich Lieb frei den du, dort und 5 Dat Jah leinen nI aßnen erater, „ ber Kran⸗ ganken n, die ilen. das deinem errlich immel lst du Leben, ischare Schritt keit ist zu dir t mein det, o Leben de sich zum 1, Tag ir all⸗ ne, daß nfange, Neujahrslieder. 39 Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor jedermann dich darf den Bräutgam nennen, und du, o teurer Lebensfürst, dich dort mit mir vermählen wirst und mir dein Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt nochmals vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich ge⸗ lange an die Pfort Jerusalems dort oben. 6. Wenn auch die Hände lässig sind und meine Kniee wanken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke, und ich himmel⸗ wärts ohn Unterlaß aufsteige. 7. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken, laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken! So dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe! 8. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen, du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit, ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. Aug. Herm. Francke g. 1663 f 1727. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 63 Ach wie laufen doch die Jahre, wie verschwindet doch die Zeit, und ich bleibe von der Bahre noch bis diesen Tag befreit. Ich weiß wohl, o Lebenslicht, daß ein Tag zum andern spricht: Alles, was von Adams Erben, Groß und Kleine müssen sterben. 2. Doch du hast durch deine Güte wie ein Wächter mich bewacht, daß der Tod die Leibeshütte noch nicht in das Grab gebracht. Ach wie soll ich das verstehn, da doch andre schlafen gehn, und gar viele schon begraben, die noch nicht mein Alter haben? 3. Herr, ich bin ja zu ge⸗ ringe dieser großen Gütigkeit. Wenn ich mein Verzeichnis bringe der bisher genoßnen HJeit, so entfällt mir aller Mut, weil die Rechnung gar nicht gut. Wie viel Jahre sind verdorben, da ich nicht der Welt gestorben! 4. Doch ich will auf Mittel denken und auf Buße sein be⸗ dacht; Jesus kann die Schuld versenken, die ich bis hieher gemacht. Lieber Vater, steh mir bei, daß nur keine Heuchelei 4⁰ Neujahrslieder. sich in meinem Herzen finde, wenn ich des mich unterwinde. 5. Willst du mich noch serner lassen hier in dieser bösen Welt, ach so hilf mir alles hassen, was dem Geiste nicht gefällt. Stärke mich von deiner Höh, so wird auch das größte Weh, das mir oft zu schwer geschienen, mir zu meinem Besten dienen. 6. Steh mir allezeit zur Rechten, denn du bist ja Sonn und Schild; hilf uns, deinen armen Knechten, wie und wo und wann du willt. Wenn die Tage böse sein, ach so ruf ins Herz hinein: Lernt euch in die Zeiten schicken, so wird alles heilsam glücken. 7. Endlich, wenn der Lauf zu Ende, so befehl ich meinen Geist dir in deine treuen Hände, der du Gott und Vater heißt. Ach ich freu mich schon darauf, daß ich nach vollbrachtem Lauf dort der Freude soll genießen, wo wir keine Zeit mehr wissen. Christoph Pfeiffer g. 1689 4 1758. Mel⸗MeinenJesum laß ich nicht. Mel. I. 64 Qesus soll die Losung 1 sein, da ein neues Jahr erschienen); Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll bei uns in Zion schallen, daß diese und so oft wir an den Ort, der nach ihm genennt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Hei— ligtum! 3. Unsre Wege wollen wir nur in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 4. Alle Sorgen, alles Leid soll der Name uns versüßen, so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Benjamin Schmolck g. 1672 7 1737. Mel. Herglich thut mich vexlangen. 65 Das Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still, mein Herz! In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz und was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Thränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur giebt? warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen — du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: arme Erde nicht unsr Hert geta len stret Felt feit zelt dort wiss ruh 5 dur imn D 6 Ot d Th Ert bre ber heu lan bet bel dih W Pre H0 vis dor ver UOt, mens Hei⸗ n wir gehen. für, stehen, schein Leid süßen, t uns nüssen. und ummer 1737. Langen. t sill un sei In eg ich 1j und hlossen, weiß, sen, die LCeiden, giebt? cheiden, 70 und stumm, prochen arum? werde, Werzißt: ö nicht Epiphaniaslieder.—41 unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hal⸗ len ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen die Thränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im selgen Himmels⸗ zelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wissens: Die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit: nur immer vorwärts sehen mit selger Freudigkeit; wird uns durch Grabeshügel der klare Blick verbaut, Herr, gieb der Seele Flügel, daß sie hinüber⸗ schaut. 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns heimat⸗ wärts! Und ist es uns hie⸗ nieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein! Eleonore Fürstin Reuß geb. Gräfin zu Stolberg g. 1835. V. Epiphaniaslieder. Mel. Valet will ich dir geben. 66 O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgen⸗ land, die Knie sie vor dir beugen, weil du ihn'n bist bekannt; der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort. Drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf teurem Rosse, trägst keine güldne Kron, sitzt nicht im steinern Schlosse, hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön ge⸗ zieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtig⸗ keit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf! Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht ver⸗ sehren: rett mich aus aller Not! 6. Du wollst in mir ent⸗ zünden dein Wort, den schö⸗ 42 Epiphaniaslieder. nen Stern, daß falsche Lehr und Sünden sein meinem Her-— zen fern. Hilf, daß ich dich er⸗ kenne und mit der Christen⸗ heit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behm g. 1557 1622. Mel. Nun freut euch,‚ liebe Christen g'mein. 6 7 dobet den Herrn, ihr 2 Heiden all, lobt Gott von Herzensgrunde, preist ihn, ihr Völker allzumal, dankt ihm zu aller Stunde, daß er euch auch erwählet hat und mitgeteilet seine Gnad in Christo, seinem Sohne. 2. Denn seine groß Barm⸗ herzigkeit thut über uns stets walten, sein Wahrheit, Gnad und Gütigkeit erscheinet Jung und Alten und währet bis in Ewigkeit, schenkt uns aus Gnad die Seligkeit, drum singet Halleluja! 1609. 68 Meerde licht, du Stadt der Heiden, und du Salem, werde licht! Schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 2. Ach wie waren wir ver— blendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Geberden klebten einzig an der Erden. Eigene Melodie— 3. Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt' es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 4. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfan-— gen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 5. Jesu, reines Licht der Seele, du vertreibst die Finsternis, die in dieser Sün⸗ denhöhle unsern Tritt macht ungewiß; Jesu, deine Lieb und Segen leuchten uns auf unsern Wegen. 6. Nun, du wollest hie verbleiben, liebster Jesu, Tag und Nacht, alles Finstre zu vertreiben, das uns so viel Schrecken macht; laß uns nicht im Dunkeln wallen noch ins Sündenmeer verfallen! 7. Schenk uns, Herr, das Licht der Gnaden, das ein Licht des Lebens ist, ohne welches leicht in Schaden fallen kann ein frommer Christ; laß uns dieses Licht erfreuen, wenn wir aus der Tiefe schreien. 8.Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch geliebte Glaubenswerke folgen in Gerechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. Kire Heii te8 2 erst lebt bed t so Bl dur das Heh 2 Huf hab Rin uns schien Hroße fehltꝰ jum seinen angen Hh, Psan⸗ Angst Welt nichts t der ie Sün⸗ macht Lieb 6 auf st hie „Tag tre zu 0 viel Illls N noch en! „ das 6 ein ohne fallen 13 laß Wenn ien. st und her Zeit swerke t und heller R. 9. Dein Erscheinung müß erfüllen mein Gemüt in aller Not, dein Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 10. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klar⸗ heit wohnen. Johann Rist g. 1607 f 1667. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 69 reuet euch, ihr Got⸗ 5 teskinder, preiset mit mir Gottes Macht, freuet euch, ihr armen Sünder, laßt der Welt den Stolz und Pracht! Freut euch, daß euch Gott regiert und zu seiner Kirche führt, daß wir armen Heiden können uns nun Got⸗ tes Kinder nennen. 2. Seine Herrschaft sich erstrecket über alles, was da lebt, seine Hand schützt und bedecket, was sich reget, lebt und schwebt; wenn er spricht, so geht sein Wort schnell wie Blitz und Donner fort; das durchdringet Geist und Leben, das kann Trost und Leben geben. 3. Nun, ihr Sünder hier auf Erden, wollt ihrs endlich haben gut, wollt ihr Gottes Kinder werden, ei so ändert Epiphaniaslieder. 43 euren Mut, preiset Gottes Güt und Macht, so wird er euch geben Kraft, daß ihr auch zu ihm könnt kommen und euch freuen mit den Frommen. 4. Aller Heiden Trost ist kommen, Jesus, unser Freu⸗ denlicht, der Beschirmer aller Frommen, unser Schutz und Zuversicht; preiset seine Güt und Treu, die uns noch wird immer neu, so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu leben. Joh. Olearius g. 1611 1 1684. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 70 Gesu, großer Wun⸗ 5 derstern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir genügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf! 4. Nimm die Myrrhen bitt⸗ rer Reu! Ach mich schmerzet 44 Epiphaniaslieder. meine Sünde, aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister g. 1671 1 1756. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 71 Herr Jesu Christe, mein Prophet, der aus des Vaters Schoße geht, mach mir den Vater offenbar und seinen liebsten Willen klar! 2. Lehr mich in allem, weil ich blind; mach mich gehorsam als dein Kind, andächtig und stets eingekehrt, so werd ich wahrlich gottgelehrt. 3. Gieb, daß ich auch vor jedermann von deiner Wahr⸗ heit zeugen kann und allen zeig mit Wort und That den schmalen, selgen Himmelspfad. 4. Mein Hoherpriester, der für mich am Kreuzesstamm geopfert sich, mach mein Ge⸗ wissen still und frei, mein ewiger Erlöser sei! 5. Gesalbter Heiland, segne mich mit Geist und Gnade kräftiglich, schließ mich in deine Fürbitt ein, bis ich werd ganz vollendet sein. 6. Jch opfre auch, als Priester, dir mich selbst und alles für und für; schenk mir viel Andacht zum Gebet, die stets im Geist zu dir aufgeht. 7. Mein Himmelskönig, mich regier, mein Alles unter⸗ werf ich dir; rett mich von Sünde, Welt und Feind, die mir sonst gar zu mächtig seind. 8. So kehr du in mein Herz hinein und laß es dir zum Throne sein, vor allem Ubel und Gefahr mich als dein Eigentum bewahr! 9. Hilf mir im königlichen Geist, mich selbst beherrschen allermeist, Begierden, Willen, Lust und Sünd, und daß mich nichts Geschaffnes bind. 10. Du hoch erhabne Ma⸗ jestät, mein König, Priester und Prophet, sei du mein Ruhm, mein Schatz und Freud von nun an bis in Ewigkeit! Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 72 Hert heut der Weisen große Frage: Wo ist das neugeborne Kind? Wo sind die Weisen heut zu Tage, die fragen, wo man Jesum findt? Von heut an soll mir dies allein die allerhöchste Weisheit sein. 2. Bis ich ihn ganz in meiner Nähe, bis ich ihn selbst von Angesicht, im Glau⸗ ben hier, dort wirklich sehe, bis ich ihn finde, ruh ich nicht. Von heut an soll mir dies allein die allergrößte Sorge sein. 3. Behalte, Welt, die tol⸗ len Freuden, womit dein Volk sein Herz berauscht; es haben heut Jesu und auch 4 Ma von „ die seind. mein , dir uUbel dein lichen rschen Zillen, vdaß bind. Ma⸗ riester mein Freud igkeit! 1769. ̃tt läßt Weisen Wo 7 Wo Tage, Jesum oll mir höchste mj in ch ihn Glau⸗ sehe, nicht. ir dies Sorge jie tbl⸗ u Volk haben heut die weisen Heiden das Jesuskind drum eingetauscht, und Jesum finden soll allein auch meine höchste Freude sein. 4. Erbebt vor ihm, ihr Majestäten, die ihm nicht Passionslieder. herzlich unterthan, und kommt, dies Kindlein anzubeten, nicht in Herodis Sinn heran! Vor ihm sich beugen wird allein die Ehre seiner Heilgen sein. Chr. K. L. v. Pfeil g. 1712 4 1784. VI. Passionslieder. Eigene Melodie. 73 Chbriste, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. 1526. Nach d. Lateinischen Agnus Dei. Mel. O wir armen Sünder. 74 Ehbre sei dir, Christe, — der du littest Not, an dem Stamm des Kreuzes für uns bittern Tod, herrschest mit dem Vater in der Ewig⸗ keit; hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit! Kyrie elei⸗ son, Christe eleison, Khrie eleison! Aus dem 14. Jahrhundert. Nach dem Latein. Laus tibi Christe. Eigene Melodie. 7 5 O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlach⸗ tet, all Zeit erfunden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes, un⸗ schuldig am Stamm des Kreu⸗ zes geschlachtet, all Zeit er⸗ funden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, un⸗ schuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, all Zeit erfunden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gieb uns dein'n Frieden, o Jesu! Nicolaus Decius 4 1541. Mel. Christus, der uns selig macht. 76 O hilf, Christe, Got⸗ tes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets unterthan all Un⸗ tugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm 46 Passionslieder. und schwach, dir Dankopfer schenken. Böhmische Brüder. Eigene Melodie. 77 wir armen Sün⸗ der, unsre Misse⸗ that, darin wir empfangen und geboren sind, hat gebracht uns alle in solch große Not, daß wir unterworfen sind dem ewgen Tod. Khrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 2. Aus dem Tod wir konnten durch unser eigen Werk nimmer werdn gerettet, die Sünde war zu stark; daß wir würdn erlöset, so konnts nicht anders sein, denn Gotts Sohn mußt leiden des Todes bittre Pein. Khrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 3. So nicht wär gekommen Christus in die Welt und an sich genommen unsre arm Ge⸗ stalt und für unsre Sünde gestorben williglich, so hätten wir müssen werden verdammet ewiglich. Khrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 4. Solche große Gnade und väterliche Gunst hat uns Gott erzeiget lauterlich umsonst in Christo, seinem Sohne, der sich geben hat in den Tod des Kreuzes zu unsrer Seligkeit. Khrie eleison, Christe eleison, Khrie eleison! 5. Des solln wir uns trösten gegen Sünd und Tod und ja nicht verzagen vor der Hölle Glut; denn wir sind gerettet aus aller Fährlichkeit durch Christum unsern Herren, ge⸗ lobt in Ewigkeit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 6. Darum wolln wir loben und danken allezeit dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geist, bitten, daß sie wollen behüt'n uns vor Ge⸗ fahr, und daß wir stets blei⸗ ben bei seinem heilgen Wort. Khrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Hermann Bonn g. 1504 1548. Eigene Melodie, oder Nun laßt uns den Leib begraben. 7 8 ir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott ge— recht und gut. 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden rot: Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not! 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns dein allmächtge Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein; 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns werdst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer 4 1600. 2 daß teil dit Mif 2. mit sicht W getr 3 Urse Mein schle ich du 4 doch Hir die der 5 rech Bo miß wir gan 6 voll bis Gu rettet durch 5ge⸗ tison, eison! loben Vater dem aß sie Ge⸗ blei⸗ Wort. leison, 1548, graben. „Herr „ daß st und teures tt ge⸗ wahr deine Erlös od und Not! 9 bor H reich d, daß sein, hweren ls die werdst ganz aß ir gehn. 1600. Eigene Melodie. 79 Heamter Jesu, was 1 hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Ur⸗ teil hat gesprochen? Was ist die Schuldꝰ In was für Missethaten bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Ange⸗ sicht geschlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich ge⸗ schlagen; ich, ach Herr Jesu, ich hab dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt; der Mensch ver⸗ wirtt den Tod und ist ent⸗ gangen, du wirst gefangen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu der Scheitel war nichts Guts zu finden; dafür hätt ich dort in der Hölle müssen ewiglich büßen. 7. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich ge— bracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. Passionslieder. 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu aus⸗ breiten? Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmung zu ver⸗ gleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 11. Weils aber nicht besteht in eignen Kräften, fest die Be⸗ gierden an das Kreuz zu heften, so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten, bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach und Plagen, nichts von Verfol⸗ gung, nichts von Todesschmer⸗ zen nehmen zu Herzen. 14. Dies alles, ob es zwar für schlecht zu schätzen, wirst du es doch nicht gar beiseite setzen; in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 48 Passionslieder. 15. Wenn, o Herr Jesu, dort vor deinem Throne wird stehn auf meinem Haupt die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 80 Qesu, deine tiefen 28 Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein: die verleidet meinem Herzen, mit der Sünde nicht zu scher⸗ zen. 2. Will sich denn in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden: bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen: bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollustbahn, da nichts ist als Jubilieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Cent⸗ nerlast, die du ausgestanden hast: so kann ich in Andacht Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du für mich bist gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht; dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe Teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auf⸗ erstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gü⸗ tigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich ver⸗ berge mich in dich, welch Feind kann verletzen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Eigene Melodie. 81 Da Jesus an des Kreuzes Stamm der ganzen Welt Sünd auf sich nahm, sprach er in seinen Schmerzen noch sieben Wort, die lasset uns erwägen wohl im Herzen. 2. Zum ersten: Vater, strafe nicht an ihnen, was mir jetzt bleiben, alle böse Lust ver— treiben. 4. Ja für alles, das mich geschicht, weil sie es nicht ver⸗ stehen. Vergieb uns, Gott, wenn wir auch noch aus Irr⸗ kränket, geben deine Wunden tum Sünd begehen. Kraft; wenn mein Herz hinein x krieg ich neuen schers dacht: Fürwahr, du wirst sich senket, 3. Zum andern er des Schä⸗ Renie Gna hisse rostes das das mich mein meine t den mich 5 ich et mir deine Auf⸗ ben. leinem Gü⸗ keine letzten 9ber⸗ Feind zer sich der hat n des Stamm ud auf seinen Wort, uwohl straft Ur jetzt cht ver⸗ Gott, 18 Irr⸗ Schi⸗ du wirst noch vor der Nacht in meinem Reich heut leben. O Herr, nimm uns auch bald zu dir, die wir im Elend schweben. 4. Zum dritten: Deinen Sohn sieh, Weib; Johannes, ihr zu Dienste bleib und sie als Mutter liebe! Versorg, Herr, die wir lassen hier, daß niemand sie betrübe. 5. Zum vierten sagte er: Mich dürst. O Jesu, großer Lebensfürst, du hast Durst und Verlangen nach unsrer Seligkeit, drum hilf, daß wir sie auch empfangen. 6. Zum fünften: O mein Gott, mein Gott, wie läßt du mich so in der Not! Hier wirst du, Herr, verlassen, daß uns Gott wieder dort auf⸗ nähm; den Trost laß uns wohl fassen! 7. Zum sechsten: Hiemit ists vollbracht, und alles nunmehr gut gemacht. Gieb, daß wir auch durchdringen, und was du, Herr, uns auferlegst, hilf seliglich vollbringen! S. Zum letzten: Ich nun meine Seel, o Gott mein Vater, dir befehl zu deinen treuen Händen. Dies Wort sei unser letzter Wunsch, wenn wir das Leben enden. 9. Wer oft an diese Worte denkt, wenn seine Missethat ihn kränkt, der wird es wohl genießen, weil er durch Gottes Gnad erlangt ein 109 8 0 Ge⸗ wissen. Passionslieder. 49 10. Verleih uns dies, Herr Jesu Christ, der du für uns gestorben bist„gieb, daß wir deine Wunden, dein Leiden, Marter, Kreuz und Tod be⸗ trachten“ alle Stunden. Hann. Gsb. 1646 n. Joh. Böschenstain g. 1472 T 1540. Eigene Melodie. 82 Laßt uns doch Christo dankbar sein, daß er für uns in große Pein sich willig hat gegeben; auch laßt uns sein der Sünde feind, weil wir mit Gott versühnet seind, nach seinem Willen leben; die Lieb erzeigen jedermann, wie Christus hat an uns gethan mit seinem bittern Leiden. O Menschenkind, betracht das recht, wie Gottes Zorn die Sünde schlägt, bemüh dich, sie zu meiden. Hann. Gsb. 1646 nach Seb. Heyden g. 1494 f 1561. Eigene Melodie. 83 enn meine Sünd — mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich ge⸗ nommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht: es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; es hat sich selbst der wahre Gott 4 50 für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, die Schuld ist all⸗ zumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Her⸗ zen jetzt und mein Lebenlang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier; daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gieb, o mein Herr und Gott, daß ich ver⸗ leugne diese Welt und folge dem Exempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigen⸗ nutz und Heuchlerschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wun⸗ den mich trösten kräftiglich in Passionslieder. meiner letzten Stunden und des versichern mich: Weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius g. 1601 f 1673. Eigene Melodie. 8 4 Du großer Schmer⸗ zenmann, vom Vater so geschlagen, Herr Jesu, dir sei Dank für alle deine Plagen, für deine Seelenangst, für deine Band und Not, für deine Geißelung, für deinen bittern Tod. 2. Ach das hat unsre Sünd und Missethat verschuldet, was du an unsrer Statt, was du für uns erduldet. Ach unsre Sünde bringt dich an das Kreuz hinan, o unbeflecktes Lamm, was hast du sonst gethan? 3. Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Frei⸗ heit uns gegeben; dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Löse⸗ geld, der armen Sünder Teil. 4. O hilf, daß wir uns auch zum Kampf und Leiden wagen und unter unsrer Last des Kreuzes nicht verzagen; hilf tragen mit Geduld durch deine Dornenkron, wenns kommen soll mit uns zum Blute, Schmach und Hohn. 5. Dein Angst komm uns zu gut, wenn wir in Angsten liegen; durch deinen Todes⸗ nund eil ich trau, schmen, 1673. — chmer⸗ bom r Nsu, eT deine nangst, dot, für deinen eSünd et, was vas du h unsre 8Kreuz Lamm, han? t unser Lebenz ie Frei⸗ Kreuz Bunden 46 Löse⸗ er Teil. hir uns Liden rer Last etzagen; lo durch wenns Passionslieder. 51 kampf laß uns im Tode siegenz durch deine Bande, Herr, bind uns, wie dirs gefällt; hilf, daß wir kreuzigen durch dein Kreuz Fleisch und Welt. 6. Laß deine Wunden sein die Heilung unsrer Sünden, laß uns auf deinen Tod den Trost im Tode gründen, o Jesu, laß an uns durch dein Kreuz, Angst und Pein dein Leiden, Kreuz und Angst ja nicht verloren sein! Adam Thebesius g. 1596 1652. Eigene Melodie. 85 Ein Lämmlein geht 2 und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergiebt sich auf die Würgebank, begiebt sich aller Freuden, es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen, den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zur Straf und Zor⸗ nesruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Vater, ja von Her⸗ zensgrund, leg auf, ich will dirs tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen; o Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen; 4. Du marterst ihn am Kreuzesstamm mit Nägeln und mit Spießen, du schlachtest ihn als wie ein Lamm, machst Herz und Adern fließen, das Herze mit der Seufzer Kraft, die Adern mit dem edlen Saft des purpurroten Blutes. O süßes Lamm, was soll ich dir erweisen dafür, daß du mir er⸗ weisest so viel Gutes? 5. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen; du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiemit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieb⸗ lichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und dei⸗ nem Namen für und für in 4* 52 Passionslieder. Dankbarkeit ergießen, und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. 7. Erweitre dich, mein Her⸗ zensschrein, du sollst ein Schatz⸗ haus werden der Schätze, die viel größer sein als Himmel, Meer und Erden. Weg Ehr und Stand der eitlen Welt, weg Reichtum, Gold und alles Geld, ich hab ein Bessers funden; mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 8. Das soll und will ich mir zu Nutz zu allen Zeiten machen, im Streite soll es sein mein Schutz, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls sein mein Wasserquell, in Einsamkeit mein Sprachgesell zu Haus und auch auf Reisen. 9. Was schadet mir des Todes Gift? dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonne Hitze trifft, so kanns mir Schatten geben; setzt mir der Schmerz der Wehmut zu, so find ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker. Und wenn des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 10. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darin kleiden; es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt g. 1607 1676. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 86 O Welt, sieh hier — dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. ö 2. Tritt her und schau mit Fleiße: Sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes über-— füllt, aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so ge⸗ schlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übelthaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sün⸗ den, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. ch soll eiches Blut 9 will es soll ron, in Thron en und W Braut 1670. lassen. h hier n am weben, Tod! Ehren ren mit großem au mit anz mit über⸗ Herzen merzen andern so ge⸗ d dich gericht? Süͤnder Kinder, u nicht. Suͤn⸗ örnlein m dem erreget schläget, terheer. 19 V Passionslieder. 5. Ich bins, ich sollte büßen an Händen und an Füßen gebunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest dich zum Bür⸗ gen, ja lässest dich gar würgen für mich und meine Schuld. B Mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Du springst ins Todes Rachen, mich frei und los zu machen von solchem Ungeheur. Du stirbst, daß ich nicht sterbe noch ewiglich verderbe; o un⸗ erhörtes Liebesfeur! 9. Ich bin, mein Heil, ver⸗ bunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 10. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergetzen, ich sei auch wo ich sei. Es 53 soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 12. Wie heftig unsre Sün⸗ den den frommen Gott ent⸗ zünden, wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruten, wie zornig seine Fluten, will ich aus diesem Leiden sehn. 13. Ich will daraus studie⸗ ren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Mut und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr be— trüben mit Werken, so die sheit thut. 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen michz das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden ver-⸗ zeihen gern und williglich. 15. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem absagen, was meinem Fleisch gelüst. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer mög⸗ lich ist. 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände be- gleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt g. 1607 f 00 Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 87 Sei mir tausendmal gegrüßet, der mich je und je Heltebt, Jesu, der 54 du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 2. Ich umfange, herz und küsse der gekränkten Wunden Zahl und die purpurroten Flüsse, deine Füß und Nägel⸗ mal. O wer kann doch, schön⸗ ster Fürst, den so hoch nach uns gedürst, deinen Durst und Liebsverlangen völlig fassen und umfangen? 3. Heile mich, o Heil der Scelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmer⸗ zen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. 4. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unver⸗ gessen sein. Du bist doch mein liebstes Gut, da mein ganzes Herze ruht, laß mich hie zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen! 5. Diese Füße will ich hal⸗ ten auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten und mich selber freund⸗ lich an von dem hohen Kreu⸗ zesbaum und gieb meiner Bitte Raum, sprich: Laß all dein Passionslieder. Trauren schwinden, ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 88 O Haupt voll Blut 7 und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebun⸗ den mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber hoch schimpfieret, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, da⸗ vor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit! wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schänd— lich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wan⸗ gen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangenz des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, er⸗ duldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ret mit „jetzt grüßet te, da⸗ scheut e, wie bist du t dein st kein schünd⸗ Wan⸗ Pracht angen; scht hat t alles bist du Leibes err, er⸗ ie Last, schuldct, Schau Passionslieder. 55⁵5 ist mir viel Guts gethan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 6. Ich will hie bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Herz wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und thut mir herz⸗ lich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Her⸗ zen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann her⸗ für! Wenn mir am aller⸗ bängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ang⸗ sten kraft deiner Angst und Pein! 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot! Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken: wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Mel. Christus, der uns selig macht. 89 Qesu, deine Passion will ich jetzt be⸗ denken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und An⸗ dacht schenken! In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 2. Meine Seele sehen mach deine Angst und Bande, deine Speichel, Schläg und Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron, Speer⸗ und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, der mich dir verbunden. 3. Laß mich aber nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde, diese hat gemar⸗ tert dich, daß ich Gnade fünde. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies in Buß und Reue, hilf, daß ich mit Sünde nicht martre dich aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was du selber büßen mußt mit so großem Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, 56 Passionslieder. Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle, dich und deine Passion laß mich gläubig fassen! Liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nach— trage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indes laß dies Lallen,(bessern Dank ich dorten geb,‚) Jesu, dir gefallen! Sigism. v. Birken g. 1626 f 1681. Eigene Melodie. 90 Qesu, meines Lebens 9 Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben, tausendtau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach du hast aus⸗ gestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du ge⸗ rechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tau⸗ sendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich rich⸗ ten zu, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh. Ach du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dor⸗ nen dich gekrönet; was hat dich dazu bewegt? daß du möchtest mich ergetzen, mir die Ehrenkron aufsetzen. Tausend⸗ tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast wollen sein geschlagen zu Befreiung mei⸗ ner Pein, fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausendtausend⸗ mal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 6. Du hast dich in Not gestecket, hast gelitten mit Ge⸗ duld gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tausendtau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 7. Deine Demut hat ge⸗ hüßet meinen Stolz und Übermut, dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zu gut; dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausendtau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte ndmal Dank r hart großem Dor⸗ a8 hat aß du nir die usend⸗ liebster n sein g mei⸗ sen dich te sicher ostreich L Trost usend⸗ Jesu, in Not mit Ge⸗ n Tod büßen würde wollen endtau⸗ r Jesu, hat ge⸗ und meinen nt alles syotten, chm endtau⸗ r Jesu, dir von gesamte Passionslieder. 9⁰ Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tau⸗ sendfaches Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Christ. Homburg g. 1605 1681. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 91. Hen Jesu Christ, dein teures Blut ist meiner Seele höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teu⸗ res Blut, dein Lebenssaft giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teu⸗ fel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labfal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Mel. Aus 5 Not. ich zu dir. Mel. 1 92. H²n Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit sein, die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große Not und deinen herben bittern Tod, dieweil ich lebe, denken! 2. Laß deiner Seele Höl⸗ lenqual, dein Angst und blutig Schwitzen und übrig Elend allzumal, darin du mußtest sitzen, mir öftermalen fallen ein und eine starke Warnung sein vor Sünd und Misse⸗ thaten! 3. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. Ach liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnade vor Recht gehen! 4. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, ertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rat und unsre schwere Missethat bei Gott versöhnen möchtest. 5. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir lobsingen, und wenn du zu der Seligkeit mich wirst hin⸗ künftig bringen, so will ich daselbst noch viel mehr, zusamt dem ganzen Himmelsheer, dich ewig dafür loben. 6. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zu⸗ flucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß 58 Passionslieder. ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe. Amen. Nach Tob. Clausnitzer g. 1618 4 1684. Mel. Werde munter, mein Gemütte. 93. D Der am Kreuz ist meine Liebe, I Lieb ist Jesus Christ. Weg ihr—— Seelendiebe, Satan, Welt und Fleisches List! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst fuür mich. So ward er mein Friedeschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du verlierst den Sturm. Weh mir, wenn ich den betrübe, der statt meiner ward ein Wurm! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? trät ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Schweig, Gewissen, Gott vergiebt. Daran preist Gott seine Liebe, daß sein Sohn stirbt, der mich liebt. Wer verdammt nun? Gott ist hier, Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuzt ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Keine Not, schwer, hart und groß, Hunger, Blöße, Henkershiebe, nichts macht mich von Jesu los, nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, En⸗ gel nicht, kein Pueeen Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint; da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Die Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Wu übe. 1675. Eigent Melodie. 94. du Liebe meiner Liebe, du er⸗ wünschte Seligkeit, der du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens mir zu gute als ein Schlachtschaf eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt;z 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Oel⸗ berg sich betrübt, Liebe, die mit Blut und Sehnen unauf⸗ hörlich fest geliebt, Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, den sonst niemand konnte stillen, den hat dein Tod hingelegt. 3. Herz Hoh Ang der die RNra die Leib 4 Wu B 6 bun trau Sch Jay Wul gast sto H ers dei ich W den reuz mich leine ha löße, mich valt, En⸗ tum. lebe, übe. neine omm, Venn liebe, reint; amm, Der kilich 1675. neiner Rer⸗ du be in deines ein und te alle chweiß Oel⸗ dit mauf⸗ e, die Zorn sonst ö den Passionslieder. 59 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die nicht Angst und Schmerzen noch der strenge Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trenntz 4. Liebe, die mit so viel Wunden gegen mich als seine Braut unauflöslich sich ver⸗ bunden und auf ewig anver⸗ traut: Liebe, laß auch meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein in dem blutver⸗ wundten Herzen sanft in dir gestillet sein! 5. Liebe, die für mich ge⸗ storben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach wie dank ich deinem Blut, ach wie dank ich deinen Wunden, du ver⸗ wundte Liebe du, wenn ich in den Leidensstunden sanft in deiner Seite ruh! 6. Liebe, die sich tot gekränket und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab gesenket, ach wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seele Heil erworben: nimm mich ewig liebend an! Elisabeth v. Senitz g. 1629 f 1679. Mel. Christus, der uns selig macht. 95 Seele, mach dich hei⸗ 5 lig auf, Jesum zu begleiten gen Jerusalem hin⸗ auf, tritt ihm an die Seiten! In der Andacht folg ihm nach zu dem bittern Leiden, bis du aus dem Ungemach zu ihm wirst verscheiden. 2. Seele, siehe, Gottes Lamm gehet zu dem Leiden, deiner Seele Bräutigam als zu Hoch⸗ zeitfreuden. Geht, ihr Töchter von Zion, Jesum zu empfan⸗ gen, sehet ihn in seiner Kron unter Dornen prangen! 3. Du ziehst als ein König ein, wirst auch so empfangen, aber Bande warten dein, dich damit zu fangen. Für die Ehre Hohn und Spott wird man dir, Herr, geben, bis du durch des Kreuzes Tod schlie⸗ ßen wirst dein Leben. 4. Das Kreuz ist der Königsthron, drauf man dich wird setzen, dein Haupt mit der Dornenkron bis in Tod verletzen. Jesu, dein Reich auf der Welt ist in lauter Leiden; so ist es von dir be⸗ stellt bis zum letzten Scheiden. 5. Du wirst, Herr der Herr⸗ lichkeit, ja wohl müssen sterben, daß des Himmels Ewigkeit ich dadurch mög erben. Aber ach, wie herrlich glänzt deine Kron von ferne, die dein siegreich Haupt bekränzt, schöner als die Sterne! 6. Liebster Jesu, nun Glück zu! Es muß dir gelingenz nach der Stillen⸗Freitags⸗Ruh wirst du Freude bringen. Tritt nur auf die Todesbahn, die ö ö ö 60 Passionslieder. gestreuten Palmen bilden dir den Sieg voran aus den Oster⸗ psalmen. 7. Laß mich diese Leidens⸗ zeit fruchtbarlich bedenken, vol⸗ ler Andacht, Reu und Leid mich darüber kränken! Auch dein Leiden tröste mich bei so vielem Jammer, bis nach allem Leiden ich geh zur Ruhekammer. Abraham Klesel g. 1636 f 1702. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 96 ö eine Seel, ermuntre dich, deines Jesu Lieb bedenke; wie er für dich giebet sich, darauf deine An⸗ dacht lenke! Ach erwäg die große Treue und dich deines Jesu freue! 2. Sieh, der wahre Gottes Sohn ist für dich ans Holz gehänget, sein Haupt trägt die Dornenkron, sein Leib ist mit Blut vermenget, er läßt sich für dich verwunden; wo ist größre Lieb gefunden? 3. Du, du solltest große Pein ewig leiden in der Hölle und von Gott verstoßen sein wegen vieler Sündenfälle; aber Jesus trägt die Sünden, läßt dich wieder Gnade finden. 4. Durch sein Leiden ist ge⸗ stillt deines Gottes Zorn und Rache, er hat das Gesetz erfüllt/ gut gemacht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod bezwungen und den Himmel dir errungen. 5. Ich kann nimmer, nim⸗ mermehr das Geringste nur vergelten, er verbindt mich allzusehrz meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so schlecht geliebet und noch gar mit Sünd betrübet. 6. Du, mein Jesu, du, mein Heil, dir will ich mich ganz verschreiben, daß ich dir als meinem Teil einzig will getreu verbleiben, dir zu leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu meiden. 7. Du, mein Jesu, sollst es sein, den ich mir zum Zweck gesetzet, wie du mein, so will ich dein bleiben stets und un⸗ verletzet; was du liebest, will ich lieben, was dich kränkt, soll mich betrüben. 8. Was du willst, das sei mein Will, dein Wort meines Herzens Spiegel; wenn du schlägest, halt ich still. Dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, daß ich soll den Him⸗ mel erben; darauf kann ich freudig sterben. 9. Nun, so bleibt es fest dabei: Jesus soll es sein und bleiben, dem ich lebe, des ich sei, nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen, ewig will ich dich umfassen. Joh. Kasp. Schade g. 1666 f 1698. Eigene Melodie, oder Warum sollt ich mich denn grämen. 97 Qesu, Trost der armen Seelen, du läßt dich williglich meinetwegen quälen. Ach hage mein 2 reit uns geni ergll dich 3 den it get Meir Gut Wiet 4 ert ruh Ic der seij den schr fum fliel mich muß u so gar mein ganz als etreu „. dir dir lsst es Zweck will dun⸗ will ränkt, as sei neines m du Dein d und Him⸗ m ich s fest n und es ich Jesu „ mich ih dich 11698. grämen armen itt dich uälen. Passionslieder. 61 Ach wie kann ich nun ver⸗ zagen? denn du hast alle Last meiner Schuld getragen. 2. Dein Blut rann mit reichen Flüssen, dessen Kraft uns verschafft, daß wir Trost genießen. Laß mich diese Flut erquicken, meinen Geist, der dich preist, zu dir hin zu rücken. 3. Dieser Strom führt in den Himmel; dort, ach dort ist der Ort, wo kein Welt⸗ getümmel. Dahin steht nun mein Verlangen; Ehr und Gut soll den Mut nimmer wieder fangen. 4. Dein Blut soll mich stets vergnügen, ich will nun in dir ruhn und ganz sicher liegen. Ich will zu den Wunden eilen, denn hier kann jedermann seine Krankheit heilen. 5. Krank bin ich an Sün⸗ denwunden; krank und schwach schrei ich nach dir, bis ich dich funden. Ich will zu dir, Jesu, fliehen, doch du mußt aus dem Wust mich selbst zu dir ziehen, 6. Wie du an dem Kreuze thatest, als du dort, liebster Hort, für die Feinde batest. Ob mich spät die Sünden reuen, hoff ich doch mich wird noch deine Gnad erfreuen. 7. Ich will mich mit Thrä⸗ nen netzen und mein Herz soll im Schmerz sich zum Kreuze setzen. Hier will ich dich ganz umfassen, Gottes Lamm, Bräu⸗ tigam, du wirst mich nicht lassen. 8. Laß mich nicht am letz⸗ ten Ende! Da hilf mir, wenn zu dir ich mich gläubig wende; da laß mich dein Blut er⸗ quicken! So kann ich seliglich mich zum Sterben schicken. Ph. Balth. Sinold g. 1657 f 1742. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 98 Seele, geh auf Gol⸗ — gatha, setz dich unter Jesu Kreuze und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize. Willst du unempfindlich sein, o so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jam⸗ merbild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen. Ach der übergroßen Not: es ist gar mein Jesus tot! 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hatt ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet; daß ich nicht verloren bin, giebst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe; schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe; dein im Blute wallend Herz setzet mich in tausend Schmerz. 5. Nun, was schenk ich dir dafür? Ich will dir mein Herze geben, dieses soll be⸗ ständig hier unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will 62 Passionslieder. ich dein lebend, leidend, ster⸗ bend sein. 6. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Thüre; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Not verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürst, bis du mich erquicken wirst. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich, die Welt verschmähen, laß mich dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen, führ in allem Kreuze mich wunderlich, nur seliglich! 8. Endlich laß mich meine Not auch geduldig überwinden, nirgend sonst wird mich der Tod, als in deinen Wunden finden; wer darin sein Bette macht, spricht zuletzt: Es ist vollbracht. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 99 Dir Brunngquell aller 5 Liebe gabst dich aus Liebestriebe für uns in tiefe Not; du wolltest Blut und Leben für uns zum Opfer geben, uns zu erretten von dem Tod. 2. Du liebtest die Gemeine und machtest sie ganz reine von Sünden durch dein Blut; du heiligtest die Seelen, die dich zum Schatz erwählen, durch diese teure Lebensflut. 3. Ach laß dein heilig Lei⸗ den auch unsre Seelen kleiden mit Schmuck der Heiligkeit, laß deinen Geist und Gaben auch unsre Herzen laben in wahrer Glaubensfreudigkeit! 4. Die alte Lust der Sün⸗ den hilf uns nun überwinden als dein erlöste Schar! Da deine Gnad erschienen, so stell uns, dir zu dienen, voll neuer Kraft und Lebens dar! Peter Busch g. 1682 4 1744. ö Eigene Melodie. 100 ines wünsch ich — mir vor allem andern, Eine Speise früh und spät; selig läßts im Thränen⸗ thal sich wandern, wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf Einen Mann zu schauen, der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hän⸗ gend an des Kreuzes Stamm; wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht. 3. Ja, mein Jesu, laß mich nicht vergessen meine Schuld und deine Huld. Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld, hattest längst nach deinem Schaf ge⸗ trachtet, eh es auf des Hirten h und aͤnen⸗ dies rrückt hauen, und Antlitz ch des ir vor ls ein blutig hän⸗ tamm) meine seinem dann als er a5 mich Schuld ich in trugest hattest haf ge⸗ Hirten Passionslieder. 63 Ruf geachtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von die⸗ ser Welt. 4. Ich bin dein, sprich du darauf ein Amen. Treuster Jesu, du bist mein. Drücke deinen süßen Jesusnamen bren⸗ nend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund. ů Albert Knapp g. 1798 4 1864. Begräbnis Jesu. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 101 Dr du, Herr Jesu, Ruh und Rast in deinem Grab gehalten hast, gieb, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die du er⸗ kauft mit deinem Blut, und führ uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht! 3. Wir danken dir, o Got⸗ teslamm, getötet an des Kreuzes Stamm. Laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben sein! Georg Werner g. 1589 4 1643. ö Eigene Melodie. 102 O Traurigkeit, o Herzeleid, ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einigs Kind wird ins Grab getragen. 2. O große Not, des Todes Tod ist selbst am Kreuz ge⸗ storben, hat dadurch das Him⸗ melreich uns aus Lieb er⸗ worben. 3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses ange⸗ richtet, da du durch die Misse⸗ that warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hie mit Blut beflossen, welches es ganz mildiglich hat für dich ver⸗ gossen. 5. O süßer Mund, o Glau⸗ bensgrund, wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja be⸗ klagen. 6. O lieblichs Bild, schön, zart und mild, du Schmerz⸗ sohn der Jungfrauen! Nie⸗ mand kann dein heißes Blut sonder Reu anschauen. 7. Hochselig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab versenket. 8. O Jesu, du mein Hülf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab möge nach dir sehnen. Johann Rist g. 1607 1 1667. Mel. O Traurigkeit. 103 So ruhest du, o 5 meine Ruh, in deiner Grabeshöhle, und er⸗ weckest durch den Tod meine tote Seele! 6⁴ Osstterlieder. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! dich hat jetzt ein Felsen⸗ grab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach bist du kalt, mein Trost und Halt! Das macht die heiße Liebe, die dich in das kalte Grab durch ihr Feuer triebe. 4. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder aufer⸗ wecken; sollte denn mein gläu⸗ big Herz vor der Gruft er⸗ schrecken? 5. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen. liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt, doch wird er auferstehen und in ganz ver⸗ klärter Zier aus dem Grabe gehen. 7. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis in Tod gedenken. Salomo Franck g. 1659 4 1725. VII. Osterlieder. Eigene Melodie. ö 104 Asso heilig ist der — Tag, daß ihn niemand mit Loben erfüllen mag; denn der einige Gottes⸗ sohn, der die Hölle überwand und den leidigen Teufel dar⸗ innen band, damit erlöst der Herr die Christenheit, das war Christ selber. Khyrieleis! Aus dem 15. Jahrhundert. Nach dem Lateinischen des Venantius Fortunatus im 6. Jahrhundert: Salve, festa dies. Eigene Melodie. 105 Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangenz seit daß er erstanden ist, so lob'n wir den Vater Jesu Christ. Halleluja! 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Aus dem 13. Jahrhundert. Eigene Melodie. 106 Erstanden ist der 8 heilig Christ, Halleluja, Halleluja, der aller Welt ein Tröster ist, Halle⸗ luja, Halleluja! 2. Und wär er nicht erstan⸗ den hehr, Halleluja, Halle⸗ luja, die Welt alsdann ver⸗ gangen wär, Halleluja, Halle⸗ luja! 3. Doch seit daß er erstanden ist, Halleluja, Halleluja, so loben wir den Herren Christ, Halleluja, Halleluja! ein sosen einen siege. , der rd er er⸗ hrabe Nsu, u und his in. 17²⁵. Jesu leluja, ir alle unser hundert. —— st der Christ, aller Halle⸗ erstan⸗ Halle⸗ uber⸗ Halle⸗ tanden ja, 10 Christ, Osterlieder. 6⁵ 4. Jesu, tlieber Herre Gott, Halleluja, Halleluja, behüt uns vor der Sünden Not, Halleluja, Halleluja! 5. Gieb, daß wir von dem Tod erstehn, Halleluja, Halle⸗ luja, mit dir ins neue Leben gehn, Halleluja, Halleluja! 6. Zu dieser österlichen Zeit, Halleluja, Halleluja, sei Gott der Herr gebenedeit. Halleluja, Halleluja! Aus dem 14. Jahrhundert. Nach d. Lat. Surrxexit Christus hodie. Eigene Melodie. 107 Qesus Christus unser Heiland, der den Tod überwand, ist auferstan⸗ den, die Sünd hat er ge— fangen. Halleluja! 2. Der ohn Sünden war geborn, trug für uns Gottes Zorn; hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Halleluja! 3. Tod, Sünd, Leben und Genad, alls in Händen er hat; er kann erretten alle, die zu ihm treten. Halleluja! Martin Luther g. 1483 1546. Eigene Melodie. 108 Christ lag in Todes⸗ »E banden, für unsre Sünd gegeben, der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein und singen Halle⸗ luja. Halleluja! 2. Den Tod niemand zwin⸗ gen konnt bei allen Menschen⸗ kindern; das macht' alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in sein'm Reich gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kommen und hat die Sünd abgethan, damit dem Tod ge⸗ nommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibt nichts denn Tods Gestalt, den Stachel hat er verloren. Halleluja! 4. Es war ein wunderlich Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod ver⸗ schlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja! 5. Hie ist das recht Oster⸗ lamm, davon wir sollen leben, das sich an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb gegeben; des Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tod für, der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja! 6. So feiern wir das hoh Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt. Er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnade Glanz erleucht't unsre Herzen ganz; der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! 5 66 Osterlieder. 7. Wir essen und leben wohl zum süßen Brot geladen, der alt Sauerteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Christus will die Speise sein und speisen die Seel allein; der Glaub will keins andern leben. Halleluja! Martin Luther g. 1483 1546. Eigene Melodie. 109 CEeschienen ist der herrlich Tag, dran sich niemand gnug freuen mag; Christ, unser Herr, heut triumphiert, all seine Feind ge⸗ fangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, das Leben siegt und ward ihm Herr, zerstört ist nun all seine Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darnieder lag. Halle⸗ luja! 5. Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Halle⸗ luja fein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Niklas Herman 1 1561. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 110 Wir danken dir, Herr * Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist und hast dem Tod zerstört sein Macht und uns das Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, nimm von uns unsre Missethat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein treuen Diener sein. Halleluja! 3. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebor— nen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja! Thomas Hartmann um 1604. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag, oder Eigene Melodie, wenn man die eingeklammerten Halleluja mitsingt. 111. triumphieret 8 Gottes Sohn, der vom Tod ist erstanden schon [Halleluja, Halleluja,] mit gro⸗ ßer Pracht und Herrlichkeit; des dank'n wir ihm in Ewigkeit. Halleluja.[Halleluja!] 2. Dem Teufel hat er all sein Macht zerstört und ihn zu Boden bracht,(Halleluja, Halleluja,] wie pflegt zu thun ein großer Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halle⸗ luja.[Halleluja!] 3. O auferstandner Jesu Christ, der du der Sünder Hei⸗ land bist, Salleluja, Halleluja, führ uns durch dein Barmher⸗ zigkeit mit Freuden in dein Herr⸗ lichkeit. Halleluja.[Halleluja!] 9 Ng. „Herr „ daß st und t sein Leben deine unsre durch r dein leluja! öchsten gebor⸗ Geist wigkeit lelujal u 1604. mitfingt. iphieret Sohn, schon nit gro⸗ ichkeit; vigkeit. er all nd ihn lleluja, u thun seinen Halle⸗ Jesu er Hei⸗ leluja/ umher⸗ u Herr⸗ lelujal Osterlieder. 67 4. Hie ist doch nichts als Angst und Not, von Kindheit an bis in den Tod,[Halleluja, Halleluja,‚] dort aber in des Himmels Thron folgt auf den Kampf die Ehrenkron. Halle⸗ luja.(Halleluja!) 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr; ob er gleich murrt, ists ohn Gefähr,[Halle⸗ luja, Halleluja,] darnieder liegt der arge Feind, wir aber Got⸗ tes Kinder seind. Halleluja. [Hallelujal] 6. Des danken wir ihm all⸗ zugleich und sehnen uns ins Himmelreich[Halleluja, Halle⸗ lujal. Es ist am End, Gott helf uns alln, so singen wir mit großem Schalln: Halleluja. [Hallelujal] 7. Gott Vater in dem höch⸗ sten Thron, samt seinem ein⸗ gebornen Sohn,(Halleluja, Halleluja,‚! dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis! Halleluja. [Hallelujal) Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 112 Trich morgens, da die Sonn auf⸗ geht, mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen gleich als wär ich tot, läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn, nach Trauren Freud und Wonn. Halleluja! 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt im Todeszwang) am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält, drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja! 5. In kurzem wach ich fröh⸗ lich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf; ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja! 6. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst tot, und sich nichts regt; geht aus dem Grab in eigner Kraft, Tod, Teufel, Höll an ihm nichts schafft. Halleluja! 7. O Wunder groß, o starker Held, wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja! 8. Kein Kreuz und keine Not sich findt, die Christi Sieg nicht überwindt. Er führt heraus mit seiner Hand, wer mich will hal⸗ ten, wird zu Schand. Halleluja! 9. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, * 68 Osterlieder. daß ich Christum bei mir hab. Halleluja!— 10. Er nährt, er schützt, er tröstet mich. Sterb ich, so nimmt er mich zu sich; wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja! 14. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engelbrü⸗ derschaft; durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja! 12. Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halle⸗ luja! 13. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 1 1 3 Las et uns den Herren preisen, o ihr Chri⸗ sten überall! Kommet, daß wir Dank erweisen unserm Gott mit süßem Schall! Es ist frei von Todesbanden Simson, der vom Himmel kam, und der Löw aus Juda Stamm; Christus Jesus ist erstanden, nun ist hin der lange Streit. Freue dich, o Christenheit! 2. Christus selbst hat über⸗ wunden des ergrimmten Todes Macht. Der in Tüchern lag gebunden, hat die Schlang jetzt umgebracht; Satans Reich ist ganz verheeret, Christus hat es nach der Ruh ausgetilget und dazu Belial sein Schloß zer⸗ störet, daß wir haben frei Ge⸗ leit. Freue dich, o Christenheit! 3. Warest du, o Held, ge⸗ storben? warest du ins Grab gelegt? Ei du bleibest unver⸗ dorben; da sich nur der Fels erregt, Held, da bist du wieder⸗ kommen, hast das Leben und die Macht aus der schwarzen Gruft gebracht und des Todes Raub genommen, schenkst uns nun die Seligkeit. Freue dich, o Christenheit! 4. Tod, wo sind nun deine Waffen? Hölle, wo ist dein Triumph? Satan konnte gar nichts schaffen, seine Pfeile wur⸗ den stumpf. Christus ist sein Gift gewesen, ja der Hölle Seuch und Pest; Welt und Sünde liegen fest, und wir Menschen sind genesen nur durch seinen tapfern Streit. Freue dich, o Christenheit! 5. Er ist aus der Angst ge⸗ rissen und mit Ehren angethan; wer ist, der sein Leben wissen und die Läng ausreden kann?“) Christus ist der Eckstein wor⸗ den. Gott, das ist von dir ge⸗ schehn, wie wir jetzt vor Augen sehn; wir sind aus der Sün⸗ der Orden hingerissen durch den Streit. Freue dich, o Christenheit! Jes. 53, 8. ——— —————— + unber⸗ r Fels hieder⸗ nund varzen Todes st uns dich, deine t dein ite gar ewur⸗ st sein Hölle t und wir nur Streit. eit! ost ge⸗ ethan; wissen un?ꝰ) bbr⸗ dir ge⸗ Augen Sün⸗ durch ih, 55/ 8. Oster 6. Gieb, Herr Jesu, deine Gnade, daß wir stets mit Reue sehn, wie so groß sei unser Schade, daß wir dir gleich auf⸗ erstehn. Brich hervor in unsern Herzen, überwinde Sünde, Tod, Teufel, Welt und Höllennot, dämpf in uns Pein, Angst und Schmerzen samt der Seele Traurigkeit! Freue dich, o Christenheit! 7. Meinen Leib wird man vergraben, aber gleichwohl ewig nicht; bald werd ich das Leben haben, wenn das letzte Welt⸗ gericht alle Gräber wird auf⸗ decken, und der Engel Feld⸗ geschrei zeigen, was vorhanden sei; dann wird mich mein Gott aufwecken und beschließen all mein Leid. Freue dich, o Chri⸗ stenheit! 8. Dann so werden meine Glieder, die jetzt Staub und Asche sein, unverweslich leben wieder und erlangen solchen Schein, dessen gleichen hier auf Erden nimmermehr zu finden ist. Ja mein Leib, Herr Jesu Christ, soll dem deinen ähnlich werden, voller Pracht und Herr⸗ lichkeit. Freue dich, o Christen⸗ 1 0 ö Wth Johann Rist g. 1607 1 1667. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 114 O Tod, wo ist dein ö 1 Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? lieder. 69 Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ ge⸗ geben! 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang, jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. ö 3. Lebendig Christus kommt herfür, die Feind nimmt er ge⸗ fangen, zerbricht der Hölle Schloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf, alls liegt da überwunden. 4. Des Herren Rechte die be⸗ hält den Sieg und ist erhöhet, des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegen stehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg gedämpfet seind, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auf⸗ erstehet, ist dort vom andern Tode frei; derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und un⸗ vergänglich Wesen. 7. Das ist die reiche Oster⸗ beut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtig⸗ keit im Himmel und auf Er⸗ den. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi ver⸗ klärtem Leibe. 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, 0 Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! Nach Ge. Weissel g. 1590 1635. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 115 Der Hölle Pforten 7 sind zerstört, der Tod ist nun verschlungen, des Satans Reich ist ganz ver⸗ heert, Lob sei dir, Gott, ge⸗ sungen. Der Sünde Macht ist abgethan, durch Christum ist die HDimmelsbahn uns wie⸗ der aufgeschlossen. 2. Was uns des alten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erkoren. Der starke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zor⸗ nesflamm gelöscht mit seinem Osterlieder. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht ge⸗ brochen und stecket auf des Heils Panier, gleichwie er hat ver⸗ sprochen. Er bringt nach wohl⸗ geführtem Streit uns wieder Fried und Freudigkeit, ja alle Himmelsschätze. 4. Drum lasset uns in Fröh⸗ lichkeit Herz und Gemüt er⸗ heben, weil uns ist diese Gna⸗ denzeit vom Himmel wieder⸗ eben. Wir haben Christi Reich und Macht; er ist hinweg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Not, liegt in dem Staub der Erden, der vormals starke Seelentod hat müssen kraftlos werden; des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeug⸗ nis obgesiegt und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit wie Christus auf⸗ erstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfreud eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen auch zu aller Frist die andern Glie⸗ der wohnen. Mich. Schirmer g. 1606 f 1673. Eigene Melodie. 1 1 6 Auf, auf, mein Herz, — mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht! Wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Blute. Heiland war gelegt da, wo Hrab ge⸗ Heils ver⸗ hohl⸗ ieder alle röh⸗ E⸗ Hna⸗ leder⸗ Reich „ der tuns rt in der starke aftlos it hat Zeug⸗ jum nach auf⸗ n die freud Haupt auch Glie⸗ 1578 —.— Hetz, nimm Wie nnun Mein „ Wo Osterlieder. 71 man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei. Eh ers vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Victoria! schwingt fröh⸗ lich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will ent⸗ nehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb erwor⸗ ben ist. 4. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell. 5. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und brauch mich nicht zu kehren an einzig Ungemach; es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Hei⸗ land ist mein Schild, der alles Toben stillt. 6. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Wor⸗ ten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Mel. Du Friedefürst, Herr Jesu Christ. 117 Wie lieblich sind 2 doch deine Füß, wie freundlich ist dein Mund! Wie tröstet mich dein Wort so süß, o meines Glaubens Grund, du guter Bot, du Todes Tod, du Friedenswiederbringer! 2. Nun ist des Höchsten Wort erfüllt, sei froh mein ganzer Sinn; nun ist des Herren Zorn gestillt, nun ist das Zagen hin. Mein Jesus hat an mei⸗ ner Statt die Sündenschuld gebüßet. 3. Der Friede Gottes herrscht in mir, der über die Vernunft; mir öffnet sich des Himmels Thür, weg, weg, du Höllen⸗ zunft! Du schreckst mich nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 4. Wenn mich die Welt er⸗ bärmlich plagt und setzt mir heftig zu, von einem Ort zum andern jagt, so schafft mir Jesus Ruh. Die Welt schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 5. Wenn mich die Not und Trübsal drückt, wenn mich mein Freund verstößt, werd ich doch kräftiglich erquickt, mir bleibt des Herren Trost. Die Not schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 72 Osterlieder. 6. Wenn mich mein Fleisch unruhig macht und reizt zur Sündenbahn, wird doch sein Wille nicht vollbracht, ruf ich nur Jesum an. Das Fleisch schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 7. Wenn auf mich dringt der grimme Tod und rufet: Du bist mein, so will auch in der Todesnot mein Heiland bei mir sein. Der Tod schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 8. Dank sei dir, o du Friede⸗ fürst, für das erworbne Gut, das du mir wohl erhalten wirst; in dir mein Herze ruht; und wenn es bricht, erschreck ich nicht, ich fahre hin im Frieden. Gottfr. Wilh. Sacer g. 1635 f 1699. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 118 Wo willst du hin, weils Abend ist, o liebster Pilgrim Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein, und kehr in meinem Herzen ein! 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden kann, damit die dunkle Sündennacht mich nicht ver⸗ führt noch irre macht. 5. Bevorab aus der letzten Not hilf mir durch einen sanften Tod! Herr Jesu, bleib, ich halt dich fest, ich weiß, daß du mich nicht verläßt. 1674. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 119 Woch auf, mein 5 Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufge⸗ gangen, ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thür gebrochen aus dem Grab herfür der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünde auf und such ein neues Leben, vollführe deinen Glau⸗ benslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß das, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach dem Himmels⸗ zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ja verlassen nicht. ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und l sicher Junkle t ber⸗ letzten aunften „ ich aß du 1674. — Hlristen mein Racht aufge⸗ Geist id zu ch des aus hanzen ab der neues Glau⸗ Herz a dein roben, itlich hinten „was Osterlieder. 7˙3 Wonne leben. Wirf dein An⸗ liegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn mit ihrer Salbungsgabe, so wirst du sehn, daß Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut siegreich über⸗ wunden, und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil gefunden das Leben und Ge⸗ rechtigkeit, weil er nach über⸗ wundnem Streit die Feinde schaugetragen.) 9 Col. 2, 15. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwundenz er wird auch über⸗ winden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, noch gar der Hölle Rachen, dein Jesus lebt, es hat kein Not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringsten in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 9. Ach mein Herr Jesu, der du bist von Toten auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Überwindern, die überwunden durch dein Blut: Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. Laurent. Laurenti g. 1660 f 1722. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 120 Mein Jesus lebt, was soll ich ster⸗ ben? Hier steht mein Haupt und triumphiert. So muß ich ja das Leben erben, weil Not und Tod die Macht verliert. Kein Trauerbild erschreckt mich mehr, mein Jesus lebt, das Grab ist leer. 2. Mein Jesus siegt, drum liegt zu Füßen, was mir das Leben rauben kann. Der Tod wird völlig weichen müssen, mir wird der Satan unterthan. Der Hölle Abgrund selber bebt, denn überall schallt: Jesus lebt. 3. Mein Jesus lebt, das Grab ist offen, so geh ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort ind Leben ruft. Wie süß erschallt die Stimme hier: Ich leb, und ihr lebt auch in mir. 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich ihm das Leben geben, kommt mir mein Tod nicht schrecklich für, 74 Osterlieder. weil er mich in den Himmel hebt, so wahr als Jesus ist und lebt. Benjamin Schmolck g. 1672 f 1737. Mel. Christus der ist mein Leben. 121 Wiillommnen Held im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird schauge⸗ tragen“) und heißt nunmehr ein Spott, wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. Col. 2, 18. 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegesliedz du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus, wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein und einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 6. Wir sind mit dir gestor⸗ ben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für! 7. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf, wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph! Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 122 ween der Jünger — gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seele voll Verdruß, man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach,sie bejammern ihre Schmer⸗ zen, ihre Not und Ungemach; manches wandert gar alleine, daß es nur zur Gnüge weinez doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, so ist er der dritte Mannz; er bemerket die Ge⸗ brechen, redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir glaubens⸗ los oft träumen, er hat alles im Gesicht, seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegan⸗ gen, wenn ich meiner Eitelkeit und der Sünde nachgehangenz o der unglückselgen Zeit, die man dergestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren, Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wieder bracht. 5. Hat sich eine Not gefun⸗ den, so ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rechten Stun⸗ den sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne ben. ünger ehnen Rihre „ ihre hört es ist Jesus treibt lanche immer chmer⸗ mach; lleine, weinez fragt, n sich dritte Ge⸗ trösten nicht Übens⸗ t alles verläßt jegan⸗ itelkeit mngenz it, die Doch „Isus nd das gefun⸗ allein; Stun⸗ eistand ei ihm er ferne Osterlieder. wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir! Kommt die Welt, mich anzufeinden, ach so sei du auch allhier! Will der Teufel mich betrügen, laß in deinem Schutz mich liegen! Komm, in meinem Geist zu ruhn: was du willst, das will ich thun. 7. Bin ich traurig und be⸗ trübet, so gieb nur in meinen Sinn, daß mich deine Seele liebet, und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre fromme Seelen, wenn sie tief in Kum⸗ mer stehn; wenn sie in ver⸗ borgnen Höhlen, Kammern, Feld und Wäldern gehn, ihrem Kummer nachzusinnen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen, ach so nimm mich auch mit dir, laß mich deine Freuden teilen, sei und bleibe stets bei mir! Bleibe doch in unsrer Mitten, wie dich deine Kinder bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, daß du mich ge⸗ tröstet hast. Ludw. Neunherz g. 1653 f 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 12 3 Qesus lebt, mit ihm 8 auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken, er ver⸗ klärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben, mit ihm werd ich auch zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht: dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun ver⸗ zagt, lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht: dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein, sein sei auch mein gan⸗ zes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten wider⸗ streben. Er verläßt den Schwa⸗ chen nicht: dies ist meine Zu⸗ versicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu schei⸗ den, keine Macht der Finster⸗ nis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Seine Treue wanket nicht: dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todes⸗ not wird es meiner Seele ge⸗ ben, wenn sie gläubig zu ihm spricht? Herr, Herr, meine Zu⸗ versicht. Ehr. F. Gellert g. 1715 f 1769. 76 Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 124 Hur at jauchzt, AE. ihr Chöre, singt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auf⸗ erstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht, Preis ihm, er hats vollbracht! Halleluja! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todes⸗ ketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Selig⸗ keit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Stau⸗ bes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein, Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch un⸗ sers Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, Osterlieder. wenn Nacht und Finsternis verschwinden, und uns um⸗ strahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran, wir folgen dir in deine Ruh. Gottfr. Bened. Funk g. 1734 1814. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 12 5 Aferstanden, auf⸗ * erstanden ist der Herr, der uns versöhnt. O wie hat nach Schmerz und Banden Gott mit Ehren ihn ge⸗ krönt! Dort zu seines Vaters Rechten über Schmach und Tod erhöht herrscht er nun in Ma⸗ jestät. Freut euch seiner, ihr Gerechten, und ihr, seine Feinde, bebt! Halleluja, Jesus lebt! 2. Singt dem Herrn, er ist erstanden, er, der starb auf Golgatha. Rühmt es, rühmts in allen Landen: Was sein Wort verhieß, geschah. Wer, wer kann ihm widerstreben? Mächtig dringt der Held em⸗ por, im Triumph bricht er her⸗ vorzund des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Halleluja, Jesus lebt! 3. Uns vom Tode zu befreien, sank er in des Grabes Nacht; uns zum Leben einzuweihen, stand er auf durch Gottes Macht. Tod, durch ihn bist du bezwungen, deine Schrecken sind zerstreut, von der Furcht sind wir befreit, uns ist Leben sternis um⸗ Liht! diesem Die voran, Ruh. 11814. it nicht „ auf⸗ ist der 1.09 und ihn ge⸗ Vaters nd Tod nu Ma⸗ ler, ihr Feinde, lebtl „er ist rb auf rühmts 8 sein Wer, treben? ldeem⸗ er her⸗ Pforten erhebt. efreien, Nacht; weihen, Gottes bist du chrecken Furcht Leben Osterlieder. 77 neu errungen; jauchzt ihr, die man einst begräbt, jauchzt dem Höchsten, Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu er⸗ heben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust und Leiden im Gedächtnis Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist. Unvergänglich sind die Freu⸗ den des, der nach dem Himmel strebt. Singet, preiset, Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder, er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Lob und Dank! Rühmts in der Versuchung Stunden, wenn euch Sünd und Elend droht, rühmts in eurer Todesnot: Unser Herr hat überwunden! und wenn er euch zu sich hebt, dann rühmts ewig: Jesus lebt! Joh. Kasp. Lavater g. 1741 1 1801. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. 126 Och sag es jedem, daß eEr lebt und auf⸗ erstanden ist, daß Er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt es seinen Freunden gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vater⸗ land, ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel aus, und wer nur hört auf seinen Rat, kommt auch ins Vater⸗ haus. 6. Nun weine keiner mehr allhie, wenn eins die Augen schließt; vom Wiedersehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten That ein jeder frischer glühn, denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns verläßt, und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungs⸗ fest. Friedr. v. Hardenberg g. 1772 4 1801. Eigene Melodie. 7 hrist fuhr gen Him⸗ 12 7. C mel. Was sandt er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Halleluja! Halleluja, Halleluja, Halle⸗ luja! Des sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Aus dem 15.(?2) Jahrhundert. Eigene Melodie, oder ohne Halleluja Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 128 Auf diesen Tag be⸗ — denken wir, daß Christ gen Himm''l gefahren, und danken Gott aus höchster B'gier, mit Bitt, er woll be⸗ wahren uns arme Sünder hie auf Erd, die wir von wegen mancher G'fährd ohn ihn kein Hoffnung haben. Halleluja, Halleluja! 2. Drum sei Gott Lob, der Weg ist g'macht, uns steht der Himmel offen, Christus schließt auf mit großer Pracht, vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freuden⸗ voll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halleluja, Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ists nicht Ernst zum Herren; denn der wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren, VIII. Bimmelfahrtslieder. Am Glauben liegts, wird der sein recht, wird auch gewiß das Leben recht zu Gott im Himmel g'richtet. Halleluja, Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Va⸗ ter finden und fliehen stets die weltlich Bahn, thun uns zu Gottes Kindern; die sehn hin⸗ auf, der Vater h'rab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zusammen kommen. Halleluja, Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn uns Gott zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir denn jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud und Mut zu ewger Zeit beim höch⸗ sten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Halleluja, Halleluja! Johann Zwick g. um 1496 f 1542. Eigene Melodie. 129 Gen Himmel auf⸗ 8 gefahren ist, Hal⸗ leluja, der König der Ehren, Jesus Christ. Halleluja! 2. Er sitzt zu Gottes rechter Hand, Halleluja, herrscht über Himm'l und alle Land. Halle⸗ luja! 3. Nun ist erfüllt, was g'schrieben ist, Halleluja, in Psalmen von dem Herren Christ. Halleluja! ird der gewiß ott im lehija, t fäht Va⸗ tets die uns zu n hin⸗ n Treu hts ab, ymmen. ig ert 8 Gott seinem ich, als 1. Da Id und höch⸗ ß wirs llelaja! 11542. Himmelfahrtslieder. 79 4. Nun sitzt beim Herren Davids Herr, Halleluja, wie zu ihm g'sprochen hat der Herr. Halleluja! 5. Drum jauchzen wir mit großem Schalln, Halleluja, dem Herren Christ zum Wohlgefalln. Halleluja! 6. Der heilgen Dreieinigkeit, Halleluja, sei Lob und Preis in Ewigkeit! Halleluja! 1609. Nach dem Lateinischen Coelos ascendit hodie. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 130 Hen Jesu, zieh uns 5 für und für, daß wir mit den Gemütern nur oben wohnen stets bei dir, in deinen Himmelsgüternz laß un⸗ sern Sitz und Wandel sein, wo Fried und Wahrheit gehn her⸗ einz laß uns in deinem Wesen, das himmlisch ist, genesen. 2. Hilf, daß wir suchen un⸗ sern Schatz nicht hier in diesem Leben, hingegen dort, wo du den Platz wirst Gottes Kindern geben; ach laß uns streben fest und wohl nach dem, was künf⸗ tig werden soll, so können wir ergründen, wo dein Gezelt zu finden. 3. Zieh uns dir nach, so lau⸗ fen wir, gieb uns des Glau⸗ bens Flügel: hilf, daß wir fliehen weit von hier auf Zions Freudenhügel! Mein Gott, wann fahr ich doch dahin, wo ich ohn Ende fröhlich bin? Wann werd ich vor dir stehen, dein Angesicht zu sehen? 4. Wann soll ich hin ins Paradies zu dir, Herr Jesu, kommen? wann kost ich Engel⸗ freude süß? wann werd ich aufgenommen? Mein Heiland, komm und nimm mich an, auf daß ich fröhlich jauchzen kann und klopfen in die Hände: Gelobt sei Gott ohn Ende! Johann Rist g. 1607 1667. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 131 Mein Heiland sitzet droben zu Gott des Vaters rechter Hand, wo⸗ selbst ihn herrlich loben der Engel Chor; in solchem Stand ist unser Fleisch zu finden; o welch ein Ruhm und Ehr! Es müsse nun verschwinden, was uns betrübt so sehr; denn unser Haupt regieret in großer Herrlichkeit, wohin er uns auch führet nach unsrer Wallfahrts⸗ zeit. 2. Lob sei dir, Herr, ge⸗ sungen, daß du dich aus selbst⸗ eigner Macht gen Himmel hast geschwungen und den Triumph davon gebracht, daß du hast aufgeschlossen des Himmels güldne Thür und uns zu Reichs⸗ genossen verordnet für und für. Ach laß es uns gelingen, den lieben Engeln gleich ein Lob⸗ lied dir zu singen in deines Vaters Reich! ö Johann Rist g. 1607 f 1667. 8⁰ Himmelfahrtslieder. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 132 Auf Christi Him⸗ * melfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Him⸗ mel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh erlangen; denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn, nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spü⸗ ren, daß mit dem wahren Glau⸗ ben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenns dir gefällt, mit Freuden schei⸗ den aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen! Nach Josua Wegelin g. 1604 1640. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 133. Ach= wundergroßer du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rech⸗ ten von des Vaters Kraft, deb Feinde Schar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet; mächtig, prächtig triumphierest, jubilierest; Tod und Leben, dir ist alles untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich großen Siegsmann loben, weil du den Segen wieder⸗ bracht, mit Majestät und gro⸗ ßer Macht t zur Glorie bist er⸗ hoben. Singet, klinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Pof aunen und Getümmel. 3. Du bist das Haupt, hin⸗ gegen wir sind Glieder, ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft, Erquickung/ Labsal, Herzens⸗ saft wird uns von dir gegebenz bringe, zwinge mein Gemüte, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. 4. Zeuch, Jesus, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir forthin für und für nach dei⸗ nem Reiche trachten. Laß un⸗ ser Thun und Wandel sein, wo Zucht und Demut tritt herein, all Üppigkeit verachten. Unart, Hoffart laß uns mei⸗ den, christlich leiden, wohl er⸗ gründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesus, unser Schutz und Schatz, sei unser Ruhm und fester Platz, darauf wir uns verlassen; laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trü⸗ gen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stünd⸗ lich arme Christenseelen. rubim, raphim loben, wieder⸗ nd g9ro⸗ bist Eb⸗ rühmt ret auf sen und bt, hin⸗ „ ja es 16 Licht, Fried Kraft, herzens⸗ egeben; Hemüte, eise, dir weise. 6, zeuch aß wir ach dei⸗ Laß un⸗ el sein, Ut tritt rachten. i8 mei⸗ ohl er⸗ e sei zu Himmelfahrtslieder. 81 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Komm schier, hilf mir! Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. Ernst Christ. Homburg g. 1605 f 1681. Mel. Ach Gott und Herr. 13 4 3 uns nach dir, — so kommen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege! Wir irrn sonst leicht, sind abgeneigt vom rech⸗ ten Lebenswege. 3. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Welt⸗ getümmel. 4. Zeuch uns nach dir nur für und für und gieb, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den aus⸗ erwählten Scharen! Friedr. Fabricius(2) g. 1642 1703. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. I1. 1 3 5(S atr könig, höchstver⸗ klärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug betracht deine Glorie, deine Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Scharen alle rufen Gloria, sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubi⸗ liert, weil mein König trium⸗ phiert? 3. Weit und breit, du Him⸗ melssonne, deine Klarheit sich ergeußt und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgei⸗ ster speist; prächtig wirst du eingenommen, freudig heißt man dich willkommen; schau, ich ar⸗ mes Kindlein hier schrei auch Hosianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Glorie seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füßen alle Feinde legen sich. Aus Zion den Zepter sende, weit und breit bis zur Welt Ende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan! 6 8² Pfingstlieder. 6. Du kannst alles aller Ehren, du mußt auch bei mir Orten nun erfülln und nahe einkehren; ewig in mir leb und sein; meines armen Herzens wohn als in deinem Himmels⸗ Pforten stell ich offen, komm thron! herein. Komm, du König aller Gerh. Terstegen g. 1697 1769. IX. Pfingstlieder. Eigene Melodie. 1 3 6 Kemm⸗ heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner gött⸗ lichen Liebe, der du durch Man⸗ nigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt ver⸗ sammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Halleluja, Halle⸗ luja! Altkirchlich. Eigene Melodie. omm, o Gott 137. Schöpfer, heil⸗ ger Geist, besuch das Herz der Menschen dein, mit Gnade sie füll, wie du weißt, daß dein Geschöpf soll vor dir sein. 2. Denn du der Tröster bist genannt, des Allerhöchsten Gabe teur, ein geistlich Salb an uns gewandt, des Lebens Brunnen, Lieb und Feur. 3. Zünd uns ein Licht an im Verstand, gieb uns ins Herz der Liebe Brunst, des Fleisches Schwachheit, dir bekannt, stärk allzeit durch dein Kraft und Gunst! 4. Du bist mit Gaben man⸗ nigfalt der Finger Gottes rech⸗ ter Hand, des Vaters Zusag mit Gewalt durch Zungen geht in alle Land. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Frieden gieb durch deine Gnad, daß, wie du führst, wir folgen gern und meiden, was der Seele schadt. 6. Den Vater uns wohl ken⸗ nen lehr und Jesum Christum, seinen Sohn, daß wir auch geben gleiche Ehr dir, beider Geist, in Einem Thron. 7. Gott unser Vater, sei all⸗ zeit aus Herzensgrund von uns gepreist, Lob sei, Herr Jesu, dir bereit mit Gott dem werten heilgen Geist! Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. omm, heiliger Geist, 138. Herre Gott, er⸗ füll mit deiner Gnade Gut deiner Gläubgen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n! O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt hast bei mir leb und mmels⸗ 1769. n man⸗ tes rech⸗ Zusag gen geht ist treib den gieb wie du rn und e schadt. ohl ken⸗ hristum, vir auch „ beider . sei all⸗ von uns rr Tesu, nwerten 3 1 1546, —— gerheis, jott, er⸗ Hlang u melt hast Pfingstlieder. 83 das Volk aus aller Welt Zun⸗ gen; das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns, Gott recht erkennen, von Her⸗ zen Vater ihn nennen! O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesum Christ mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in dein'm Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben! O Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödig⸗ keit, daß wir hie ritterlich rin⸗ gen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halle- luja! Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. un bitten wir den 1 39. heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfin⸗ den der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Friede auf Einem Sinn bleiben. Khrieleis! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis! Martin Luther g. 1483 1546. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 1 40 Freah euch, ihr 7 Christen alle, Gott schenkt uns seinen Sohnz lobt ihn mit großem Schalle, er schickt vom Himmelsthron uns seinen werten Geist, der uns durchs Wort recht lehret, des Glaubens Licht vermehret und uns auf Christum weist. 2. Es lässet offenbaren Gott, unser höchster Hort, uns, die wir unweis waren, sein himm⸗ lisch Gnadenwort. Wie groß ist seine Güt! Nun können wir ihn kennen und unsern Vater nennen, der uns allzeit Ende, wenn wir heimfahrn behüt. aus diesem Elende. Khrieleis! 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, 3. Verleih, daß wir dich lie⸗ ben, o Gott von großer Huld, durch Sünd dich nicht betrüben, vergieb uns unsre Schuld, führ daß wir an ihm bleiben, dem uns auf ebner Bahn, hilf, daß treuen Heiland, der uns bracht wir dein Wort hören und thun hat zum rechten Vaterland. nach deinen Lehren. Khrieleis! Das ist recht wohl gethan. 6* 8⁴4 Pfingstlieder. 4. Von oben her uns sende den Geist, den edlen Gast, der stärket uns behende, wenn uns drückt Kreuzeslast; tröst uns in Todespein, mach auf die Him⸗ melsthüre, uns mit einander führe zu deinem Freudenschein! Georg Werner g. 1589 f 1643. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. heilger Geist, kehr 141.O bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Le⸗ ben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir ge⸗ treten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß dei⸗ nen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können aller Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sin⸗ nen dir ergeben, dir zu Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir uns leiden müssen. Schaue, baue was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Bal⸗ samkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück üÜberwinden. 5. O starker Fels und Le⸗ benshort, laß uns dein himmel⸗ süßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weis⸗ heitreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräf⸗ tiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn ver⸗ bunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darin⸗ nen übe; kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Hilf, daß in reiner Hei⸗ ligkeit wir führen unsre Lebens⸗ zeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Be⸗ ginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Mich. Schirmer g. 1606 5 1673. Bal⸗ zur stärket unter n aller udigen kichlich wieder lnglück nd Le⸗ immel⸗ Herzen mögen 1 Weis⸗ reinen gieße e, daß unsern nelstau, n kräf⸗ 5 deine in ver⸗ en stets darin⸗ Streit d Liebe d und jer Hei⸗ Lebens⸗ Stürke, bewußt hes Lust Rühre, ud Be⸗ n, daß den. + 1673. Pfingstlieder. 85 Eigene Melodie, oder Aus meines Herzens Grunde. 1 42 3 ein zu deinen 7 Thoren, sei mei⸗ nes Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hoch geliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich em⸗ pfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilge Ole, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigen⸗ tum, zum Priester und Pro⸗ pheten, zum König, den in Nöten Gott schützt vom Hei⸗ ligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl, es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der si geholfen habe, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, von Trauren hältst du nichts, erleuchtest uns in Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches mal hast du mit süßen Worten mir auf⸗ gethan die Pforten zum güld⸗ nen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, daß durch Liebes⸗ flammen sich wieder thun zu⸗ sammen, die voller Zwietracht seind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gieb doch deine Gnad zum Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für! Vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergetzet, aus unserm Herzen reißt. 10. Gieb Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe ich. 14. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und 8 Pfingstlieder. wenn wirs sollen geben ins Todes Rachen hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus! Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Eigene Melodie, oder Gott des Himmels und der Erden. 1 43 omm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunkeln Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Ver⸗ stand und Zucht, daß wir an⸗ dres nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde groß und mach uns vom Irrtum los! 3. Zeige, Herr, die Wohl⸗ fahrtsstege! Das, was wider dich gethan, räume ferner aus dem Wege, schlecht und recht sei um und an; wirke Reu an Sünde Statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeug⸗ nis fühlen, daß wir Gottes Kin⸗ der sind, die auf ihn alleine zie⸗ len, wenn sich Not und Drang⸗ sal findt. Denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freu⸗ digkeit, seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns alle⸗ zeit, so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? ei, so mach uns den Beschluß, sprich der Seele tröstlich zu und gieb Mut, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist; schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg! 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. Henrich Held um 1650. Mel. Jesu, meine Freude. 144 Schmückt das Fest mit Maien), lasset Blumen streuen, zündet Opfer an! Denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen; machet ihm die Bahn, nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil er⸗ füllen und den Kummer stillen. ) Psalm 118, 27. —* erhört mehrt. Troste t rufen „mein mach ich der gieb. st und rGeist, Werke, cht sich ffen in in uns Pfingstlieder. 87 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und That, starker Gottesfinger, Friedensülber⸗ bringer, Licht auf unserm Pfad, gieb uns Kraft und Lebens⸗ saft, laß uns deine teuren Ga⸗ ben zur Genüge laben! 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor, gieb uns Kraft zu beten und vor Gott zu tre⸗ ten, sprich du selbst uns vor, gieb uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben! 4. Güldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld, lasse Ströme flie⸗ ßen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih, hun— dertfältig Früchte bringe, es ihm stets gelinge. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut, laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut, laß uns doch das Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen und das Böse fliehen! 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus, wohn in unsrer Seele, und des Herzens Höhle sei dein eigen Haus! Wertes Pfand, mach uns be⸗ kannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuze süße, und durch Finsternisse sei du unser Licht, trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubens⸗ flügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 1 45 Kien Wotke Geist, komm, höchster Gast, Herr, den der Himmel nicht umfaßt, noch dieser Kreis der Erde! Komm, offenbare dich auch mir, Gott heilger Geist, daß ich in dir Ein Geist mit Christo werde. Leite heute Geist und Sinnen, mein Beginnen und mein Leben, deiner Liebe nachzustreben. 2. Komm, teures Gut, komm, höchster Schatz, komm in mein Herz und mache Platz, dich gläu⸗ big einzunehmen. Ich glaube fest, mein Heil und Licht, du teurer Tröster wirst dich nicht der armen Hütte schämen. Eile, heile Herz und Seele mit dem Ole deiner Gnaden, mache gut den Sündenschaden! 88 Pfingstlieder. 3. Entzünd in mir die Lie⸗ besglut und mache brünstig Geist und Mut, du Flamme reiner Liebe! Laß mich mit dir versiegelt sein, damit in Not und Todespein ich steten Glau⸗ ben übe. Rühre, führe mein Gemüte, Gottes Güte zu er⸗ kennen, Ehristum meinen Herrn zu nennen. 4. Erquicke mich, du sanfter Wind, du Brunn, wo Lebens⸗ wasser rinnt, du süße Freuden⸗ quelle, die allen Durst der Seele stillt und aus der Gottheit Tiefe quillt ganz rein und ewig helle. Fließe, gieße deine Ga⸗ ben, mich zu laben, wenn ich sitze in der Angst und Seelenhitze. 5. Sei meiner Ohnmacht Kraft und Macht, mein helles Licht in dunkler Nacht, mein Weg, wenn ich verführet, mein Lehrer in Unwissenheit, mein starker Beistand in dem Streit, bis mich die Krone zieret. Schütze, stütze, Herr, mich Schwachen, stark zu machen meinen Glau⸗ ben, laß mir nichts die Krone rauben! 6. Hilf mir in meiner letzten Not, versüße mir den bittern Tod! Wenn Herz und Augen brechen, so sei du meines Le⸗ bens Licht, laß, wenn die Zunge nichts mehr spricht, dein Seuf⸗ zen für mich sprechen! Laß mich endlich selig scheiden zu den Freuden aller Frommen! Ach wann werd ich dahin kommen! Joh. Ernst Wenigk g. 1701 f 1745. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 1 46 eist vom Vater 7 und vom Sohne, der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hülf⸗ reich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, daß mein ganzes Herz auf Erden mög ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein und, daß ich nicht irren möge, deine Wahrheit mich er⸗ freun! Suchen laß mich in der Welt nichts, als was dir wohl⸗ gefällt: lehrst du mich, was recht ist wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Hilf, daß ich, von dir getrieben, meinem Gott und Vater treu, ihn mög über alles lieben, und mir nichts so wichtig sei, als mich seiner Huld zu freun und drum Sünden stets zu scheun, seinen Namen zu erhöhen, seine Wege gern zu gehen. 4. Stärke mich, wenn zu der Sünde mein Gemüt versuchet wird, daß sie mich nicht über⸗ winde. Hab ich irgend mich verirrt, o so stärke selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott de— mütig beuge, meinen Sinn zur Beßrung neige. 5. Fehlt mir Kraft zu guten Werken, treibe zum Gebet mich an, das zur Tugend Schwache stärken, Träge neu beseelen 782e— —— EI —2 Seele. Vater eahne st und hülf⸗ sehs, „ U 5mein n mög en. meiner lit mir irren lich eb⸗ in der wohl⸗ „was ich nie on dir tt und er alles wichtig uld zu en stets nen zu jern zu zu der ersuchet t Uber⸗ d mich st mein eu und ott de⸗ inn zur guten et mich hwache heseelen Pfingstlieder. 89 kann. Laß mich aber mein Vertraun nie auf meine Tu⸗ gend baun, nie der Thaten Lohn verlangen, was Gott giebt, als Gnad empfangen. 6. Steh in allen meinen Lei⸗ den mir mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freu⸗ den deiner Führung folgsam sei. Still im Sterben Angst und Schmerz, daß noch da mein brechend Herz deines Tro⸗ stes Kraft empfinde, männlich kämpf und überwinde. Hann. Gsb. nach G. Hoffmann und S. Diterich. Mel. Jesu, Trost der armen Seelen habt Ruh, ihr habt Heil ge⸗ funden; eure Sünd ist schon gerochen, Jesu Blut machet gut, was die Welt verbrochen. 5. Weck uns auf vom Sün⸗ denschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe, reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Ver⸗ stockung sterben! 6. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott ge⸗ fallen. Lehr uns, recht vor Gott zu treten, sei uns nah und sprich Ja, wenn wir gläu⸗ big beten. 7. Hilf den Kampf des Glau⸗ 1 47 Hroimn Tröster, „ komm hernieder, bens kämpfen, gieb uns Mut, Geist des Herrn, sei nicht fern, Fleisch und Blut, Sünd und salbe Jesu Glieder! Er/ der Welt zu dämpfen. Laß uns nie sein Wort gebrochen, Jesus Trübsal, Kreuz und Leiden, hat deinen Rat seinem Volk Angst und Not, Schmerz und versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Tod nicht von Jesu scheiden! 8. Hilf uns nach dem Besten) Lebens, jeder Schritt, jeder streben, schenk uns Kraft, tu⸗ Tritt ist ohn dich vergebens. gendhaft und gerecht zu leben. Ach das Seelenwerk ist wich⸗ Gieb, daß wir nie stille stehen, tig: wer ist wohl, wie er soll, treib uns an⸗ froh die Bahn treu zu handeln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Eins ist not für den Fuße. deines Worts zu gehen. ö A Cor 12, 3M. 9. Sei bei Schwachheit unsre Tod: Buße, wahre Buße. Stütze, steh uns bei, wach Zeig uns selbst den Greul der uns treu in der Prüfungs⸗ Sünde, daß das Herz Angst hitze! Führ, wenn Gott uns und Schmerz, Reu und Scham nach dem Leide sterben heißt, empfinde. unsern Geist freudig in die 4. Zeig uns des Erlösers Freude! Wunden, ruf uns zu: Ihr Ehrenfr. Liebich g. 1713 f 1780. z——————.— 22. X. Trinitatislieder. Eigene Melodie. 1 48 ott der Vater, wohn uns bei und laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben! Vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehn des Teufels Listen, mit Waffen Gotts uns fristen! Amen, Amen, das sei wahr, so singen wir Halleluja! 2. Jesus Christus, wohn uns bei und laß uns nicht verderben, usw. 3. Heiliger Geist, wohn uns bei und laß uns nicht verderben, U. s. w. Martin Luther g. 1483 f 1546. Eigene Melodie. llein Gott in der 149. Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unter⸗ laß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, an⸗ beten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemesssn ist deine Macht, fort g'schieht, was dein Will hat bedacht: wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller un⸗ sers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unfrer Not, erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du größ⸗ tes Gut, du all'rheilsamster Tröster, vors Teufels G'walt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Tod, abwend all un⸗ sern Jamm'r und Not! Dazu wir uns verlassen. N. Decius 5 1541.(Gloria in excelsis) Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 150 Seiob, Ehr, Preis 5 und Herrlichkeit, dem Vat'r in alle Ewigkeit, der alle Ding erschaffen hat und sie erhält durch seine Gnad. 2. Ehr sei auch seinem lie⸗ ben Sohn, der alles Gute uns gethan, der an dem Kreuze für uns starb und so den Himmel uns erwarb. 3. Ehr sei auch Gott dem heilgen Geist, der uns durch sein Gnad allermeist die Wahr⸗ heit machen woll bekannt und uns eröffnen den Verstand. größ⸗ mnster walt Hrist und un⸗ Dazu 6elsis) u uns Preis chkeit, igkeit, hat Hnad. n lie⸗ e uns je füt immel dem durch Vahr⸗ t und d. Trinitatislieder. 91 4. O heilige Dreifaltigkeit, o wahre einige Gottheit, er⸗ hör uns aus Barmherzigkeit und führ uns zu der Seligkeit! 1566. Mel. Christ unser Herr zum Jordan kam. 1 51 Was alle Weisheit in der Welt bei uns hier kaum kann lallen, das läßt Gott aus dem Himmelszelt in alle Welt erschallen, daß er alleine König sei, hoch über alle Götter, groß, mächtig, freund⸗ lich, fromm und treu, der From⸗ men Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Personen. 2. Gott Vater, Sohn und heilger Geist heißt sein hoch⸗ heilger Name; so kennt, so nennt, so rühmt und preist ihn der gerechte Same, Gott Abra⸗ hams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, den er liebet, Herr Zebaoth, der Nacht und Tag uns alle Gaben giebet und Wunder thut alleine. 3. Der Vater hat von Ewig⸗ keit den Sohn, sein Bild, er⸗ zeuget; der Sohn hat in der Füll der Zeit im Fleische sich gezeiget; der Geist geht ohne Zeit herfür vom Vater und vom Sohne, mit beiden gleicher Ehr und Zier, gleich ewig, gleicher Krone und ungeteilter Stärke. 4. Sieh hier, mein Herz, das ist dein Gut, dein Schatz, dem keiner gleichet; das ist dein Freund, der alles thut, was dir zum Heil gereichet, der dich ge— baut nach seinem Bild, für deine Schuld gebüßet, der dich mit wahrem Glauben füllt und all dein Kreuz durchsüßet mit seinen heilgen Worten. 5. Erhebe dich, steig zu ihm zu und lern ihn recht erkennen! Denn solch Erkenntnis bringt dir Ruh und macht die Seele brennen in reiner Liebe, die uns nährt zum ewgen Freudenleben, da, was allhier kein Ohr ge⸗ hört,“) Gott wird zu schauen geben den Augen seiner Kinder. 1. Cor. 2, O. 6. Weh aber dem verstockten Heer, das sich hie selbst ver⸗ blendet, Gott von sich stößt und seine Ehr auf Kreaturen wendet! Dem wird gewiß des Himmels Thür einmal ver⸗ schlossen bleiben; denn wer Gott von sich treibt allhier, den wird er dort auch treiben von seinem heilgen Throne. 7. Ei nun, so gieb, du großer Held, Gott Himmels und der Erden, daß alle Menschen in der Welt zu dir bekehret werden. Erleuchte, was verblendet geht, bring wieder, was verirret, reiß aus, was uns im Wege steht und freventlich verwirret die Schwachen in dem Glauben. 8. Auf daß wir also allzu⸗ gleich zur Himmelspforte drin⸗ gen und dermaleins in deinem Reich ohn alles Ende singen, daß du alleine König seist, hoch über alle Götter, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der 92 Trinitatislieder. Frommen Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Personen. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 152 Her Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Got⸗ teslamm gebracht, in dem wir sind erwählet; der uns mit seinem Blut erkauft, damit be⸗ sprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja! Gott heilger Geist sei ewiglich von uns ge⸗ preist, durch den wir neu ge⸗ boren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeittag er⸗ koren. Heil uns, Heil uns, da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Ho⸗ sianna. 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 1698. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. 153 Gott, wir ehren deine Macht und Gnade zu uns Armen, nach welcher du uns wert geacht, dich unser zu erbarmen. Wir sind voll Sünde, du voll Gnad, wir tot, du bist das Leben und hast nach deinem Gnadenrat dich uns zu eigen geben, o Ab⸗ grund aller Liebe! 2. Wir beten dich als Vater an, du liebest uns als Kinderz so hast du dich ja kund gethan, zum Trost der armen Sünder. Dein Zorn weicht deiner Lieb und Huld, dein väterlich Gemüte ist voll Erbarmen, voll Geduld, voll Langmut, Treu und Güte, o liebreich Vaterherze! 3. O Jesu, teurer Gottes⸗ sohn, du Licht vom wahren Lichte, vor dir, dem rechten Gnadenthron, wird Sünd und Tod zunichte; du bist der Grund der Seligkeit, worauf wir Ar⸗ men hoffen, dein Gnadenbrunn steht allezeit für unsre Seelen offen, du Ausfluß alles Segens! 4. O Geist der Gnade, wah⸗ rer Gott, komm, steure dem Verderben, laß uns durch Christi Kreuzestod der Welt und uns absterben, ja schlag das ganze aller Himmelsschar und singet Höllenreich in unsrer Seel da⸗ V Lieder für die kleineren Feste. 93 euden: Wat nieder, damit wir Jesu Christo erstatter, und Gott dem werten rlc gleich und seines Leibes Glieder heilgen Geist von gleicher Macht tt, 2 durch deine Gnade bleiben. und Wesen. Hilf, der du drei⸗ 1098 5. So ehren wir in Einem mal heilig heißt, daß wir in Thron dich, unsern Gott und dir genesen und dich dort ig sen. Vater, samt Christo deinem ewig loben. chren lieben Sohn, als unserm Heils⸗ Ludw. Andr. Gotter g. 1661 f 1735. t und Nnach Rah XI. Vieder für die kleineren Teste. Wir , 1. Barstellung Jesu. daß ich an dir hab Lust und n und Lobgesang Simeons⸗ Freud wie Simeon im Tempel denrat Gune dimittis.) heut. 0⸗ o Ab⸗ Ev. ene. 2, 29-37 2. Denn du mein Heil und e Leben bist, so mir von Gott Vater Eigene Melodie. gegeben ist; mach rein mein Raöh 1 54 Her nun lässest du Herz, rein meinen Mut, auf ihan, He deinen Diener im deinem Weg mich halt in Hut! mder⸗ Frieden fahren, 3. Zeig mir die Bahn mit 100 wie du gesaget hast; deinem Licht, daß ich ja fehl mitte 2. Denn meine Augen haben des Himmels nicht; wend ab duld deinen Heiland gesehn, von mir all Straf und Pein 2—.—5 den du bereitet hast vor allen und laß mich ganz dein eigen Güte 96175 Völkern, sein! jottes⸗ 3. Ein Licht, zu erleuchten. 4. Dein Antlitz sei auf mich vahrm die Beiden gericht, im Tod und Leben laß rechten und zum Preis deines Volks mich nicht, so will ich gern aus asid Jsrael. dieser Welt zu dir heimgehn, 1 i 4. Ehre sei dem Vater und wenn dirs gefällt. Wi dem Sohn Bartholomäus Helder f 1635. ir Ar⸗ und dem heiligen Geiste, ihrunn 5. Wie es war im Anfang., Mel. Valet will ich dir geben. Sela jetzt und immerdar, 156 err Jesu, Licht der kgens und von Ewigkeit zu Ewig⸗ Heiden, der From⸗ „wah⸗ keit. Amen. men Schatz und Lieb, wir dem kommen jetzt mit Freuden durch Christi Mel VomHimmel hoch da komm ich her. deines Geistes Trieb in diesen 1d uns 155 Dich bitt ich, liebster deinen Tempel und suchen mit ganze 8 Jesu mein, komm Begier, nach Simeons Exem⸗ lel da⸗ zu mir in mein Herz herein, hel, dich großen Gott allhier. 9⁴ Lieder für die 2. Du wirst von uns gefun⸗ den, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; ver⸗ gönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicherweis auf Glau⸗ bensarmen trage, wie hier der alte Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuzein Gnadenschein, in Zag⸗ heit Glut und Flamme, in Not ein Freudenstrahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todesqual! 4. Herr, laß auch uns ge⸗ lingen, daß letzt wie Simeon ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden mein Augen zugedrückt, nach⸗ dem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du, uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zu⸗ weilen so streng und hart mich an, daß oft vor Angst und Heulen ich dich nicht kennen kann z dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu An⸗ gesicht soll sehen dein immer klares Licht. Johann Franck g. 1618 1 1677. kleineren Feste. 2. Berkündigung Mariä. Mel. Werde licht, du Stadt der Heiden. 157 He ist uns der 8 Tag erschienen, worauf Adam schon so oft, wie auch Jakob und samt ihnen aller Väter Schar gehofft, dran sich Abraham erquicket, als er ihn im Geist erblicket. 2. O des Tages voller Wonne und dem sonst kein Tag nicht gleicht, seit von Anbeginn die Sonne hat um dieses Rund geleucht, o der vielgewünschten Stunden, die sich nunmehr ein⸗ gefunden! 3. O du Anfang unsrer Freuden, sei gegrüßt, gewünsch⸗ tes Licht, als mit dem uns armen Heiden jetzt ein neuer Trost anbricht, und vor welchem wir indessen stets in lauter Nacht gesessen. 4. Nunmehr trieft ein Heiles⸗ regen oben durch den Himmel ab, auch die Wolken schütten Segen und Gerechtigkeit herab: Gott der Herr kommt selbst auf Erden und beginnt ein Mensch zu werden. 5. Gott wird Mensch und trägt die Sünde, Allmacht kehrt bei Schwachheit ein, selbst der Schöpfer wird zum Kinde, sein Geschöpf soll Mutter sein. Herrlichkeit kommt zu uns Armen, aus der Rache wird Erbarmen. 6. O Geheimnis, dessen glei⸗ chen man auf Erden nie gesehn! ij. Heiden. ö der ienen, , wie ihnen dran us er Vonne nicht in die Rund schten r ein⸗ insrer ünsch⸗ neuer elchem lauter Heiles⸗ immel hůtten herab⸗ selbst nt ein ch und htkehrt bst der de, sein sein. uns wird R glei⸗ ges ahn! Lieder für die k Dieses ist ein Wunderzeichen, das von Gott heut ist ge⸗ schehn, welches kein vernünftig Sinnen kann begreifen noch gewinnen. 7. Vater, und doch Kind da⸗ neben, unser Bruder, Fleisch und Blut, ach was können wir dir geben für dies allzu große Gut? Hilf, daß wir mit Herz und Sinnen geistlich dich em⸗ pfangen können. Johann Franck g. 1618 4 1677. 3. Fest Hohannes des Täufers. Lobgesang des Zacharias. (Das Benedictus.) leineren Feste. 9⁵ 6. Und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, ö 7. Daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Lebenlang 8. In Heiligkeit und Gerech⸗ tigkeit, die ihm gefällig ist. 9. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen, du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest 10. Und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk, Ev. Luc. J, 8- 79. Eigene Melodie. 158 Gelobet sei der Herr, der Gott Israel, denn er hat besucht und er⸗ löset sein Volk, 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners Davidʒ 3. Als er vor Zeiten geredet at durch den Mund seiner heiligen Propheten, 4. Daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, 5. Und die Barmherzigkeit die da ist in Vergebung ihrer Sünde, 11. Durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besuchet hat der Aufgang aus der Höhe, 12. Äuf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finster⸗ nis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 13. Lob und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 14. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit. Amen. Mel. VomHimmel hoch da komm ich her. erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen hei— ligen Bund 159 Gelobet sei Israels Gott, der Herr, der sein Volk in der Not und, 96 Lieder für die kleineren Feste. da es gänzlich war verflucht, mit großen Gnaden hat besucht. 2. Er hat uns seinen Sohn gesandt, der allen Zorn ganz abgewandt und uns erlöset kräftiglich. Des kann Israel freuen sich. 3. Da mit uns schon war alles aus, in seines Dieners Davids Haus hat er ein Horn der Seligkeit gesetzt zu Trost der Christenheit, 4. Als uns vor Zeiten machte kund der heiligen Propheten Mund; dadurch er uns hat angemeldt, er woll uns retten als ein Held. 5. Der Feinde Trutz, des Hassers Hand, ob sie vor Zorn gleich sind entbrannt, woll er zerbrechen als der Mann, der Tod und Teufel zwingen kann. 6. Hierzu hat ihn sein Herz bewegt, das sich mit Gnad und Güte trägt; er hat an seinen Bund gedacht, vorlängst mit Abraham gemacht; 7. Wie auch an dieses, was er hat geschworen ihm an Eides Statt, zu geben denen, die da sind von ihm gezeugt, auch Kindes⸗Kind, 8. Auf daß, wenn wir er⸗ löset sein vom Teufel, Tod und Höllenpein, ihm dienete sein Leben lang ein jeder ohne Furcht und Zwang, 9. Gerecht und heilig in der Welt nach solcher Art, die ihm gefällt, nicht, wie es Menschen Witz erdenkt, damit man sich vergebens kränkt. 10. Du Kindlein, du wirst ein Prophet des Höchsten heißen, der da geht vor seinem Herren fein voran und macht ihm richtig seine Bahn. 11. Du wirst verkündigen das Heil, an dem der Mensch soll haben teil, dem seine Sünd und Missethat der fromme Gott vergeben hat, 12. Aus herzlicher Barm⸗ herzigkeit, kraft deren uns in unserm Leid der Aufgang aus der Höh besucht. Das ist der Liebe Gab und Frucht, 13. Auf daß, die er im Fin⸗ stern findt, und die ins Todes Schatten sind, des Lichtes Kin⸗ der können sein durch seinen hellen Glanz und Schein, 14. Daß ihre Füße richtig stehn und auf dem Weg des Friedens gehn, ja endlich alle⸗ samt zugleich mit Freuden. gehn ins Himmelreich. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. I. Mariä Heimsuchung. Lobgesang der Maria. (Das Magnificat.) Ev. Luc. J, 406—55. Eigene Melodie. 160 eine Seele erhe⸗ bet den Herren, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. 2. Denn er hat seine elende Magd angesehen, sich wirst hsten inem nacht digen ensch Zund Gott jarm⸗ us in g aus st der Fin⸗ Lodes Kin⸗ seinen „ richtig 9 des alle⸗ küden 16K. — Lieder für die kleineren Feste. 9⁷ siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindes⸗ Kind. 3. Denn er hat große Ding an mir gethan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist, 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit sei⸗ nem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lässet die Reichen leer. 8. Er denket der Barmher⸗ zigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, 9. Wie er geredt hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. 10. Lob und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 14. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit. Amen. Eigene Melodie. 161 Mein Herz und 8 Seel den Her⸗ ren hoch erhebet, den großen Gott, der ewig herrscht und lebet; mein Geist in mir sich meines Heilands freut und sei⸗ nen Ruhm vermehret allezeit. 2. Denn er hat mich Elen⸗ den angesehen und mein Gebet erhöret und mein Flehen; es hat der Herr mich Armen nicht veracht, er hat mit Gnad und Rettung mich bedacht. 3. Gott, dessen Macht nicht kann ergründet werden, und dessen Nam im Himmel und auf Erden hochheilig ist, hat große Ding gethan an mir, die ich nicht alle zählen kann. 4. In keiner Not hat er mich je verlassen, Barmherzig⸗ keit ist bei ihm ohne Maßen und währet von Geschlecht fort zu Geschlecht, wo man ihn fürcht und hoch hält seine Recht. 5. Er übt Gewalt mit seines Armes Stärke, daß jedermann muß spüren seine Werke; die stolz und hoch in ihren Her⸗ zen seind, zerstreuet er, und ist denselben feind. 6. Er stößet, die gewaltig sind vor allen, von ihrem Stuhl, daß sie erschrecklich fallen; die Niedrigen erhebet er davor und stellet sie ganz unverhofft empor. 7. Die Hungrigen, die ihn vor Augen haben, erfüllet er mit Gütern und mit Gaben; die Reichen läßt er leer beim Überfluß, daß Not und Angst darauf erfolgen muß. 8. Er denket der Barmher⸗ zigkeit und Güte, daß er fort⸗ an uns väterlich behüte und 7 98 Lieder für die seine Kirch im ganzen Erden⸗ kreis erhalt und schütz zu sei⸗ nes Namens Preis. 9. Die Treu, die er im neuen Bund und alten geredet hat, die wird er ewig halten, der Herr verläßt uns, seine Kin⸗ der, nicht, weil zu ihm steht all unsre Zuversicht. 10. Gott Vater, dir sei Dank gesagt und Ehre, Herr Jesu Christ, den Glauben in uns mehre, o heilger Geist, erneu uns Herz und Mund, daß wir dein Lob ausbreiten jede Stund. David Denicke(2) g. 1603 1 1680. 5. Michaelisfest. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. ö us Lieb läßt Gott 162. A der Christenheit viel Gutes widerfahren, aus Lieb hat er ihr zubereit viel tausend Engelscharen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns gar wohl bewahren. 2. Sie lagern sich, wenn kommt die Not, in Eil gefaßt sich machen und reißen die, so fürchten Gott, aus ihrer Feinde Rachen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die immer für uns wachen. 3. Sie führen auf den Straßen wohl die Großen und die Kleinen, auf daß ihr Fuß nicht straucheln soll im Stoßen kleineren Feste. an den Steinen.“) Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns mit Treue meinen. Ps.91, 12. 4. Solch Wohlthat denen wird erzeigt, die nach dem Herren fragen; die Engel ihnen sind geneigt, den Satan sie verjagen. Darum man fröh⸗ lich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns gen Himmel tragen. Georg Reimann 1615. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 163 u Herr der Sera⸗ phinen, dem tau⸗ send Engel dienen und zu Ge⸗ bote stehn, du übergroßer Mei⸗ ster der wunderschönen Geister, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Fürsten und die Thro⸗ nen, die in dem Himmel woh⸗ nen, giebst du zu meiner Wacht; sie sehn dein Angesichte in höchst vollkommnem Lichte, doch neh⸗ men sie mich auch in acht. 3. Das sind die starken Hel⸗ den, die deinen Rat vermelden, du Herr in Israel! Das sind die Feuerflammen, die schlagen stets zusammen um frommer Christen Leib und Seel. 4. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüte für diese Wunderschar, ich rühme deine Rechte für diese Gnadenknechte, die mich behüten vor Gefahr. 5. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüten durch n man eut ist ie uns 91„12 denen dem lihnen an sie ö fröh⸗ ist der us gen 11615. lassen. Sera⸗ m tau⸗ zu Ge⸗ XMei⸗ Geister, Ruhm eThro⸗ el woh⸗ Wacht; n höchst ch neh⸗ ht. en Hel⸗ melden, s sind schlagen rommer l. züte mit ir diese e deine Enechte, Hefahr. behüten n durch Lieder für die diese Himmelswach, laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 6. Doch sollen sie nicht wei⸗ chen, so laß mich ihnen gleichen in wahrer Heiligkeit; wie sie die Kinder lieben und sich in Demut üben, so mach auch mich dazu bereit! 7. Sie thun ja deinen Wil⸗ len, den laß mich auch erfüllen; sie leben keusch und rein, o laß mich nichts beflecken und mich an allen Ecken vor diesen reinen Geistern scheun! 8. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein! Da werd ich dich erst loben und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich sein. Benjamin Schmolck g. 1672 f 1737. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 164 Herr was sind wir, daß du Engel uns zu unsern Wächtern giebst? Menschen sind wir voller Män⸗ gel, Menschen, die du dennoch liebst. Engel, die dich allzeit kleineren Feste. 99 sehn, sollen uns zu Diensten stehn; Engel hüten uns als Kinder, heilge Engel schützen Sünder. 2. Engel sinds, die nach den Proben nun beständig Gutes thun, die dich unaufhörlich loben, die in deinem Himmel ruhn, die gehorsam, keusch und rein, die der Menschen Freunde sein, die ihr Antlitz ohne Flecken doch vor dir in Demut decken. 3. Heere, welche die bewachen, die dich fürchten, großer Gott, die ein schrecklich Lager machen gegen aller Feinde Rott, diese sehn in deinem Licht, Vater, stets dein Angesicht, Diener, die zu deinen Füßen dir in Ehrfurcht dienen müssen. 4. Gott der Engel, Herr der Helden, ach was sind wir Menschen doch, daß wir so viel vor dir gelten? O wie hältst du uns so hoch! Deine Engel dienen uns, sind die Zeugen unsres Thuns. Laß uns auch mit diesen Chören ewig dich im Himmel ehren! Phil. Friedr. Hiller g. 1699 1 1769. B. Lieder von der Kirche und den Gnadenmitteln. XII. Vieder von der christlichen Rirche. Pfalm 67. Eigene Melodie. 16 5 Es wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben, sein Ant⸗ litz uns mit hellem Schein er⸗ leucht' zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Völker überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht wal⸗ ten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk er⸗ halten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thatenz das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist ter und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist! Dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist! Nun sprecht von Herzen Amen! Martin Luther g. 1483 1546. Pfalm 12. Eigene Melodie. 1 6 6 Ach Gott, vom Him⸗ mel sieh darein und laß dich des erbarmen, wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch ver⸗ loschen gar bei allen Menschen⸗ kindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Witz erfindet; ihr Herz nicht Eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegrün⸗ det. Der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön wohl geraten. Uns segne Va⸗ von außen. 3.6 und uns stolz wer h haben was meinʒ u mi erhör solle frisch die K 9. siebe jund War Stu bew. Kraf leuch 0. betba gen dir b uns Hau diese nem — egne Dem bor Nun 1546. him⸗ rein wie dein, Dein aben ver⸗ chen⸗ lsche det; nnes rün⸗ der ohn chön Lieder von der christlichen Kirche. 101 3. Gott woll ausrotten ganz und gar, die falschen Schein uns lehren und deren Zung stolz offenbar spricht: Trotz! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, das gilt ge⸗ mein; wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; am Gotteswort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem ar⸗ gen G'schlechte, und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese losen Leute sind in dei⸗ nem Volk erhaben. Martin Luther g. 1483 1 1546. Psfalm I24. Eigene Melodie. 167 Wi Gott nicht mit uns diese Zeit, so soll Israel sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit, wir hätten müßn verzagen, die so ein armes Häuflein sind, ver⸗ acht von so viel Menschenkind, die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; hätt Gott es zu⸗ gegeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn, als die ein Flut ersäuft, und über die groß Wasser läuft und mit Ge⸗ walt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei, und wir sind freiz des Herren Name steht uns bei, des Gottes Himm'ls und Erden. Martin Luther g. 1483 1546. Pfalm 40. Eigene Melodie. 1 6 8 Ein feste Burg ist un⸗ ser Goti, ein gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus 102 Lieder von der christlichen Kirche. Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst die⸗ ser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht, ein Wört⸗ lein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stan und kein Dank dazu ha⸗ ben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther g. 1483 1546. Eigene Melodie. 169 Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum deinen Sohn wollen stürzen von dei⸗ nem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gieb dein'm Volk ein'rlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Not, g'leit uns ins Leben aus dem Tod! Martin Luther g. 1483 f 1546. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 170 Ac bleib bei uns, * Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns aus⸗ löschen nicht! 2. In dieser schwern betrüb⸗ ten Zeit verleih uns, Herr, Be⸗ ständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind sonst sicher, faul und kalt; gieb Glück und Heil zu deinem Wort, gieb, daß es schall an manchem Ort. 4. Erhalt uns nur bei dei⸗ nem Wort und wehr des Teu⸗ fels Trug und Mord, gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld! 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh, viel Sekten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt er⸗ heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, son⸗ dern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. deinen ner f aus d in dei Noch R .— Mel. K obscht dich suche dir v K 2 Sal die wal Gidͤ dir Wor 3. und Teut Was lich Sp Wir Wir lem ins, rist, den das Ius⸗ üb⸗ Be⸗ Vort rein Lirch cher, und gich 7 chem dei⸗ Teu⸗ gicb huld, und gar Rist und einen wehre t er⸗ stets schen Herr son⸗ o steh f dich Lieder von der christlichen Kirche. 103 8. Dein Wort ist unsers Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz, dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts Andres suchen mehr. 9. Gieb, daß wir lebn in deinem Wort und darauf fer⸗ ner fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Nach Nikol. Selnecker g. 1532 4 1592. Mel. Kommt her zu mir, spricht G. S. 171 Verage nicht, du 5 Häuflein klein, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bangz es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten! Er wird durch seinen Gideon), den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. Richter 6, 13. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Welt, Teufel und Höllenpfort und was dem thut anhangen end⸗ lich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott: den Sieg wolln wir erlangen. Michael Altenburg(2)g. 1584 1640. (Dies Lied ließ Gustav Adolf am Morgen der Schlacht bei Lützen, am 16. Novbr. 1632, beim Feldgottes⸗ dienst singen.) Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Jesu Christe, 172. O wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfülle mit dem Gnaden⸗ schein, die in Irrtum verführet sein; auch die, so heimlich noch sicht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst ver⸗ laufen hat von dir, das suche du mit Gnad und ihr ver⸗ wundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil! 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Jesaias 49. Eigene Melodie. 1 7 3 3˙⁰ klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er ihm erwählet hat. Ach, spricht sie, 104 Lieder von der christlichen Kirche. wie hat mein Gott mich ver⸗ meinem Schoß, wie die Kind⸗ lassen in der Not und läßt mich so harte pressen! Meiner hat er ganz vergessen. tlein, die noch saugen; meine Tren zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine 2. Der Gott, der mir hat Not, Gefahr und Streit, ja versprochen seinen Beistand jederzeit, der läßt sich ver— gebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. für und für so gar grausam zürnen mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht 15. vorhin erbarmen? Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar bist du jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir ver⸗ wundt, doch stell alles Trau⸗ ren ein! Wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja wenn du gleich möch— test finden einen solchen Mutter⸗ sinn, da die Liebe kann ver-⸗ schwinden, so bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zierz mein Herz hast du mir besessen, dei— ner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken⸗ kann; siehe, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein, deine Mauren muß ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist stets mir vor den Augen, du liegst mir auf Ach will er denn.— der Satan selbst nicht scheiden; bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann g. 1585 1647. Eigene Melodie, oder Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 1 7 4 Christe, du Beistand deiner Kreuzge- meine, eile, mit Hülf und Ret⸗ Len uns erscheine! Steure den Feinden, ihre Blutgedichte mache zu nichte! 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder, alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder! 3. Friede bei Kirch und Schu⸗ len uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre, Friede dem Herzen, Friede dem Ge— —13 gieb zu genießen! 4. Also wird zeitlich deine Güͤt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. Matth. Apelles v. Löwenstern g. 1594 4 1648. Mel. 2209005 klagt mit Angst und Schmerzen. 1 75 3Z˙¹— gieb dich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschieden, er hat e er str ist sei lerne wills 2. welle wolle mußt schwe gleich Zion diese 5• leich stehn leit gehn in Ros Wal Sd . Thr sein das Lied hur Ma laß kam — Sdl den Wir dent Sei dem Jion stär Mer Rind⸗ meine Dich inder, deine Schu⸗ gleich Friede Ge⸗ deine Lieder von der christlichen Kirche. 10⁵ hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch, dies ist sein beliebter Brauch; Zion, lerne dies bedenken, warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meeres⸗ wellen in der wilden tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu gleich als in der sanften Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird sich bald legen. 3. Berge, Felsen möchten weichen, ob sie noch so feste stehn, ja die ganze Welt des⸗ gleichen möchte gar auch unter⸗ gehn: dennoch hat es keine Not in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus den wohlgefaßten Schranken. 4. Müssen schon allhie die Thränen deine schönsten Perlen sein, muß das Seufzen und das Stöhnen schon das beste Lied dir sein, muß dein Pur⸗ pur sein das Blut, und der Mangel Hab und Gut: Zion laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Dräut man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid, ei du wirst doch nicht zu schanden, denk nur an die Ewigkeit! Sei nur fröhlich, wohlgemut, denn der Herr ists, der es thut. Zion, Gott wird dich schon stärken, dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun ist das Ende und der Abend schon her⸗ bei; gieb dich nur in Gottes Hände, der dich nun will ma⸗ chen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn giebt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen, drum so laß die Welt nur machen! 7. Halleluja! deine Wonne, liebes Zion, wird nun groß, denn die schöne Gnadensonne nimmt dich recht in ihren Schoß, giebt dir einen Freudengruß und den rechten Liebeskuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freude sagen. 8. O ihr Engel, Himmels⸗ erben, freuet euch mit Zion hier! Denn die jetzt hat wol⸗ len sterben, soll nun leben für und für und sich freuen ohne Zahl in dem schönen Himmels⸗ saal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden! Joach. Pauli g. um 1636fnach 1674. Offenb. Joh. 2 und 5. Eigene Melodie. 17 6 Fahie fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Le⸗ bensquelle! Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, 106 Lieder von der christlichen Kirche. Angst mit Spott und Hohne, sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich, leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machenz achte nichts ihr Gut und Geld, halt am Beten und am Wa⸗ chen! Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seitenz thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten! Zion, beides das, was krumm und schlicht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott, stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben! Zion, in die Kraft, für Heuchel-— schein, dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich ken-⸗ net. Zion, durch die dir ge⸗ gebne Thür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei, auf, ver⸗ lasse, was dahinten! in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Joh.Eusebius Schmidt g. 1669 f 1745. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 177 TDuen Hirte deiner Herde, deiner Glieder starker Schutz, sieh doch, wie die Asch und Erde, großer Gott, mit Grimm und Trutz tobt und wütet wider dich und vermißt sich frevent⸗ lich, deine Kirche zu zerstören und dein Erbteil zu verheeren. 2. Du, Herr, bist ja unser König, wir sind dein mit Leib und Seel, Menschenhülf ist hier zu wenig, wo nicht du, Imma⸗ nuel, zu der Deinen Rettung wachst und dich selbst zu Felde machst, für dein wahres Wort zu kämpfen und der Feinde Rat zu dämpfen. 3. Es trifft deines Namens Ehre, deiner Wahrheit Heilig⸗ tum, Jesu, deine Glaubens-⸗ lehre, deines Leidens Kraft und Ruhm und den Dienst, den dir allein wir zu leisten schul⸗ dig sein; dazu kannst du ja nicht schweigen, deine Macht-⸗ hand wirst du zeigen. 4. Stärke nur den schwachen Glauben, den bei so betrübter Zeit Fleisch und Satan uns zu rauben und mit Furcht und Blödigkeit uns zu schrecken sind bemüht. Deine Weisheit kennt und sieht deiner Kinder schwach Vermögen und wird nicht zu Zion, viel auflegen. 5. kehre Heer, wehre zu sch drang rechter durch um ih 6. x lich h einfal wand lich h Ilit!! keit, Wüte lugh 2 Wal unsi lasse wer uns bei Erd ber Henp die gehn Wel Völ 2 bald und aus! 745. ele. einer einer sch rde, und hider ent⸗ bren eren. inser Leib hier ma⸗ tung elde Wort einde mens ilig⸗ ens⸗ und den chul⸗ ja acht⸗ achen übter uns und sind kennt wach ht zu Lieder von der christlichen Kirche. 107 5. Hilf den Deinen und be⸗ kehre der Verfolger blindes Heer, der Verfolgung steur und wehre, daß sie uns nicht werd zu schwer. Nimm dich der Be⸗ drängten an, leit auch die auf rechter Bahn, die noch jetzt durch Satans Lügen sich selbst um ihr Heil betrügen. 6. Laß uns recht und red⸗ lich handeln und in Tauben⸗ einfalt dir ganz gelassen heilig wandeln, doch dabei uns klüg⸗ lich hier schicken in die böse Zeit und vor falscher Heilig⸗ keit, auch der Feinde List und Wüten uns mit Schlangen⸗ klugheit hüten. 7. Laß mit Beten und mit Wachen stets uns stehn auf unsrer Hut und nur dich, Herr, lassen machen, so wird alles werden gut. Jesus streitet für uns hier und vertritt uns dort bei dir, bis wir auf der neuen Erden mit ihm triumphieren werden. Henr. Kath. v. Gersdorfg. 164871726. Mel. Dir, dir, Jehova, will ich singen. 178 ach auf, du Geist — der ersten Zeu⸗ gen, die auf der Maur als treue Wächter stehn, die Tag' und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegen gehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß dein Feur doch bald entbrennte, o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gieb doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernt, ach siehe doch darein, die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich hierum herzin⸗ brünstig anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. Wie kannst du uns denn dies versagen, was uns dein Sohn selbst deutlich bitten heißt? Wie denkst du dieses abzuschlagen, wozu du uns selbst treibst durch deinen Geist? Denn daß wir hierum brünstig zu dir flehn, das ist allein durch deinen Geist geschehn. 5. So gieb dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein! O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 6. Ach daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abends licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald 108 Lieder von der christlichen Kirche. entzwei?) und komm herab zur Hülf und mach uns frei. ) Jes. 64, 1. 7. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen, es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in allen Thoren ein! Ja wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 8. O bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, ach räum aus jedem Wege! Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Miet⸗ ling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 9. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein, ja sitze du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treuer Lehrer viel und Beter sein, die für die ganze Kirche flehn und schrein. 10. Du hast uns Hirten ja versprochen, die du nach deinem Herzen geben willt; nun wird dein Wort niemals gebrochen, ein jedes Wort wird Punkt für Punkt erfüllt; drum halt ich dieses klare Wort dir vor, ach denke dran und neig uns Herz und Ohr! 11. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, giebst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! Karl Heinr. v.Bogatzky g. 169071774. Mel. Valet will ich dir geben. 179 Der du zum Heil er⸗ schienen der aller⸗ ärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am dürren Holze ver⸗ söhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder wür⸗ den, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus; von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu dei⸗ nem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeit⸗ kleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend Für⸗ sten mit Völkern ohne Licht stehn sten auch deiner Brun dir b 6. Werd daß e Toter man den Volk pel z Mel.2 deine 23 wäh Zah gen ist f keine dere hat. Sim sr schwe Lieder von der christlichen Kirche. 109 stehn in der Nacht und dür⸗ sten nach deinem Angesicht; auch sie hast du gegraben in deinen Priesterschild,?) am Brunnguell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 2 Mos. 28, 29. 6. So sprich dein göttlich Werde, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn; daß, wo man Götzen fröhnet und vor den Teufeln kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tem⸗ pel zieht. Albert Knapp g. 1798 1864. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 180 iner ists, an dem wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Her⸗ zen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder, verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht! 2. Nicht wir haben dich er⸗ wählet, du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ew⸗ gen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Armut ist Gewinn für den Himmel; wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, die Ernt ist groß, der Schnit⸗ ter wenig, drum sende treue Zeugen aus! Sende sie hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in dei⸗ nes Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. Albert Knapp g. 1798 4 1864. Mel. Fahre fort. 181 Reich des Herrn, 7 Reich des Herrn, brich hervor in vollem Tag, deiner Strahlen Macht erhelle, was in Todesschatten lag. Wolk und Zweifelsnebel fälle, sende Licht und Wärme nah und fern, Reich des Herrn, Reich des Herrn! 2. Siege bald, siege bald, komm, das kalte Reich der Nacht aller Enden zu zerstö⸗ ren! Sieh, es sammelt seine Macht, doch wer kann den Sieg dir wehren? denn die Sonne der Gerechtigkeit führt den Streit, führt den Streit. 3. Gottes Held, Gottes Held, mit der Gnade Siegsgewalt schlage Feind an Feind darnie⸗ der, bring in deine Herrschaft bald alles Abgefallne wieder! Dann umarmen Freud und Friede sich ewiglich, ewiglich. 110 Lieder von der christlichen Kirche. 4. überall, überall laß bis an der Welten Rand,‚ laß durch jeden Kreis der Erden deinen Namen hell erkannt, deine Kraft verherrlicht werden, bis du als der Völker Friede⸗ fürst herrschen wirst, herrschen wirst. 5. Menschenhuld, Menschen⸗ huld klopft in deiner milden Brust, unter Menschenkindern wohnen das ist deines Herzens Lust. Nimm, o nimm die Na⸗ tionen, nimm zum Wohnsitz alle Länder ein, sie sind dein, sie sind dein. 6. Aber ihr, aber ihr, die der König ausgesandt, geht voran in alle Zonen, bahnt die Weg und macht bekannt unter allen Nationen, wie die Gnade, wo der Herr regiert, triumphiert, triumphiert. 7. Welch ein Herr, welch ein Herr! ihm zu dienen, welch ein Stand! Wenn wir seines Dienstes pflegen, lohnt er un⸗ srer schwachen Hand armes Werk mit reichem Segen. Wal⸗ len wir, so wallt sein Friede mit Schritt vor Schritt, Schritt vor Schritt. 8. Kommt herbei, kommt herbei, frohe Zeiten, säumet nicht, daß der Herr sich offen⸗ bare als der Völker Recht und Licht. Kommt, daß alle Welt erfahre, wie die Menschenherd ihr großer Hirt weiden wird, weiden wird. Karl Bernh. Garve g. 1763 f 1841. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 182 Eine Herde und Ein — Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf und werde licht: Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlich⸗ keit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden, blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde. Ach wie manches Schäf⸗ lein irrt fern von dir und dei⸗ ner Herde! Kleine Herde, zage nicht: Jesus hält, was er ver⸗ spricht. 4. Sieh, das Heer der Ne⸗ bel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebens⸗ quelle, ihn umleuchtet Morgen⸗ licht: Jesus hält, was er ver⸗ spricht. 5. Gräber stehen aufgethan; rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundesengel Bahn, großer Tag des Herrn, er⸗ scheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er ver⸗ spricht. 6. O des Tags der Herr⸗ lichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! hält, Frdr. Mel. 2 18 auf hünde Welt wird mit die Hüter Fels. sprech das i 2. der gefa und woh dem und seine Gedr tes l t. Ein wird wenn Freue dich JNesus noch auf klich⸗ nernd ilger hält, reuer Tage schäf⸗ dei⸗ age her⸗ Ne⸗ lrotes Vüste hens⸗ rgen⸗ Ver⸗ than; beine, Bahn, bx⸗ werde ber⸗ Herr⸗ Nu die lit rheit, dich Lieder von der christlichen Kirche. 111 auf! es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Frdr. Ad. Krummacher g.1767 f 1845. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 183 ottes Stadt ist fest gegründet auf heilgen Bergen, es ver⸗ bündet sich wider sie die ganze Welt; dennoch steht sie und wird stehen, man wird an ihr mit Staunen sehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Halleluja! Lobsingt und sprecht: Wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht! 2. Zions Thore liebt vor allen der Herr mit gnädgem Wohl⸗ gefallen, macht ihre Riegel stark und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwenglich dem zu lohnen, der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, wie trägt er mit Geduld all die Seinen! O Got⸗ tes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heilge Dinge wer⸗ den in dir gepredigt, wie auf Erden sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, du hast den Geist und hast die Klarheit, die alle Fin⸗ sternis zerstört. Da hört man fort und fort das teuer werte Wort ewger Gnade. Wie lieb⸗ lich tönt, was hier versöhnt und dort mit ewgem Leben krönt! 4. Auch die nichts davon vernommen, die fernsten Völ⸗ ker werden kommen und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, wird auch der Herr noch predgen lassen, was einst für alle Welt ge⸗ schehn. Wo ist der Gottessohn, wo ist sein Gnadenthron? wird man fragen. Dann kommt die Zeit, wo weit und breit er⸗ scheint der Herr in Herrlichkeit. 5. Darum stellet ein die Klagen, man wird noch einst zu Zion sagen: Wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Erstaunen wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Erhebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es kommt ihr Tag, sie werden wach, und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ewges Le⸗ ben fanden hier. Welch ein Jubel, wie am Reigen, wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebensbrunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, das alles Dürsten stillt. Halleluja! Von Sünd und Tod, von aller Not erlöst nur Einer, Zions Gott! K. J. Phil. Spitta g. 1801 4 1859. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 18 4 König Jesu, streite, 1 siege, daß alles bald dir unterliege, was lebt und webt in dieser Welt. Blick —.ę———..—— 112 Lieder vom Worte Gottes. auf deine Friedensboten, laß we⸗ hen deinen Lebensodem durchs ganze weite Totenfeld! Erhöre unser Flehn und laß es bald geschehn! Amen, Amen! So rühmen wir und jauchzen dir ein Halleluja für und für! 1852.(2) XIII. Pieder vom Worte Goltes. Eigene Melodie. 185 Din sind die heil— gen zehn Gebot, die uns gab unser Herre Gott durch Mosen, seinen Diener treu, hoch auf dem Berg Si⸗ nai. Khrieleis! 2. Ich bin allein dein Gott der Herr, kein Götter sollst du haben mehrz du sollst mir ganz vertrauen dich, von Herzens— grund lieben mich. Khrieleis! 3. Du sollst nicht führen zu Unehrn den Namen Gottes, deines Herrn; du sollst nicht preisen recht noch gut, ohn was Gott selbst redt und thut. Khrieleis! 4. Du sollst heilgen den sieb⸗ ten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollst von dein'm Thun lassen ab, daß Gott sein Werk in dir hab. Khrieleis! 5. Du sollst ehrn und ge— horsam sein dem Vater und der Mutter dein und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langs Leben habn. Khrieleis! 6. Du sollst nicht töten zor⸗ niglich, nicht hassen noch selbst rächen dich, Geduld haben und sanften Mut und auch dem Feind thun das Gut. Khrie⸗ leis! 7. Dein Eh sollst du be⸗ wahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein', und halten keusch das Leben dein mit Zucht und Mäßigkeit fein. Khrieleis! 8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß und Blut; du sollst aufthun dein milde Hand den Armen in deinem Land. Khrieleis! 9. Du sollst kein falscher Zeuge sein, nicht lügen auf den Nächsten dein; sein Un⸗ schuld sollst auch retten du und seine Schand decken zu. Khrie⸗ leis! 10. Du sollst deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus; du sollst ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber thut. Kyrieleis! 11. Die G'bot all uns ge⸗ geben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollst und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. Kyrieleis! 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mitt⸗ ler wo unsrem dienen leis! Mo 18⁰ verleih Wort zen dr und E 2. Kraft, haft; dieser Chrif . liebe deine Erker ndlie Mal. 5 V 18 Kind mich, ich m Ehren deim! sein b Unber dem hrie⸗ be⸗ dein und dein fein. ehlen ichern Blut; milde einem lscher auf Un⸗ und KRyrie⸗ ichsten nicht, stihm i dir ileis! 16 ge⸗ Zünd, sollst man ieleis! Herr Mitk⸗ Lieder vom Worte Gottes. ler worden ist; es ist mit unsrem Thun verlorn, ver⸗ dienen doch eitel Zorn. Khrie⸗ leis! Martin Luther g. 1483 4 1546. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 186 Gott, du höch⸗ 2 ster Gnadenhort, verleih, daß uns dein göttlich Wort von Ohren so zu Her⸗ zen dring, daß es sein Kraft und Schein vollbring. 2. Der einge Glaub ist diese Kraft, der fest an Jesu Christo haft; die Werk der Lieb sind dieser Schein, dadurch wir Christi Jünger sein. 3. Verschaff bei uns auch, lieber Herr, daß wir durch deinen Geist je mehr in dein'r Erkenntnis nehmen zu und endlich bei dir finden Ruh. Konrad Huber g. 1507 f 1577. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 1 87 ede, liebster Jesus, rede, denn dein Kind giebt acht darauf. Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich meines Lebens Lauf dir zu Ehren setze fort. Ach so laß dein heilig Wort in mein Herze sein verschlossen, dir zu folgen unverdrossen. 2. Ach wer wollte dich nicht hören, dich, du liebster Men⸗ schenfreund? Sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohl gemeint. Sie vertreiben 113 alles Leid; auch des Honigs Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen, ihnen ist nichts zu vergleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken, dessen ich mich trösten kann, wenn der Teufel mich will schrecken auf der schmalen Lebensbahn; diese führen ohne Qual mich hin durch des To⸗ des Thal, diese sind mein Schirm und Stütze wider alle Kreuzes⸗ blitze. 4. Jesu, dein Wort soll mich laben, deine trostgefüllte Lehr will ich in mein Herz vergraben. Ach nimm sie ja nimmermehr hier von mir in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kommen zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 5. Unterdes vernimm mein Flehen, liebster Jesu, höre mich: laß mich fest bei dir bestehen! Ich, ich will dich ewiglich prei⸗ sen mit Herz, Sinn und Mund, ich will dir zu jeder Stund Ehr und Dank in Demut brin⸗ gen und dein hohes Lob be⸗ singen. Anna Sophia, Landgräfin zu Hessen⸗ Darmstadt g. 1638 1683. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 188 Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtigz dein Wesen, Wille und Ge⸗ bot ist viel zu hoch und wichtigz wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich 8 Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch dieselben würd bekannt dein heilger Will und Rechte; zum letzten ist dein einger Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist! Laß uns da⸗ bei verbleiben und gieb uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb annehmen jederzeit mit Sanft⸗ mut, Ehrfurcht, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spöt⸗ ter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött samt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Worte Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Offn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel hingenom-⸗ men; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Sam, so in die Dornen fällt, von Sorg Lieder vom Worte Gottes. und Wollust dieser Welt ver⸗ dirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten frucht⸗ barn Lande und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte brin⸗ gen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld im feinen, guten Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sün⸗ der meiden, gieb, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Welt⸗ sorg überall und böse Lüste dämpfen! 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns klar und rein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu dei⸗ ner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten, hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten, o heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wir⸗ ken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung! David Denicke g. 1603 4 1680. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 189 H6 öffne mir die »Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort I dit, wahret und 2 Herzer macht dein erfreut und S das wir solln ist Mun schrie durch Hen 2 Schr Hewe die! bleil kein berm dene sch! und! Lchu Offen t ber⸗ aß wir frucht⸗ guten n Amt te brin⸗ N deine „guten ig wir Sün⸗ halten ng und Dornen Welt⸗ Lüste r, laß unsern ns klar 1 draus d Trost n Leben darauf zu dei⸗ ich weit daß uns nůg und tt dein ns Wir⸗ b, Lieb, 371680. zu uns mir die ür, Reuch u Wort Lieder vom Worte Gottes. zu dir, laß mich dein Wort be⸗ wahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein! 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund, dein Wort ists, das mein Herz erfreut, dein Wort giebt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron! Der heili⸗ gen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß ach dir. N 190 Herr Zebaoth, dein heiligs Wort, das du uns hast gegeben, daß wir darnach an allem Ort solln richten Lehr und Leben, ist worden kund aus deinem Mund und in der Schrift be⸗ schrieben rein, schlecht und recht durch deine Knecht, vom heil⸗ gen Geist getrieben. 2. Dies Wort, das jetzt in Schriften steht, ist fest und un⸗ beweglich; zwar Himmel und die Erd vergeht, Gotts Wort bleibt aber ewigz; kein Höll, kein Plag noch jüngster Tag vermag es zu vernichten; drum denen soll sein ewig wohl, die sich darnach recht richten. 3. Es ist vollkommen hell und klar, ein Richtschnur reiner Lehre; es zeigt uns auch ganz offenbar Gott, seinen Dienst 115 und Ehre und wie man soll hier leben wohl, Lieb, Hoff⸗ nung, Glauben üben; drum fort und fort wir dieses Wort von Herzen sollen lieben. 4. Im Kreuz giebts Luft, in Traurigkeit zeigt es die Freu⸗ denquelle; den Sünder, dem die Sünd ist leid, entführet es der Hölle; giebt Trost an Hand, macht auch bekannt, wie man soll willig sterben, und wie zugleich das Himmelreich durch Christum zu ererben. 5. Sieh, solchen Nutz, so große Kraft, die nimmer ist zu schätzen, des Herrn Wort in uns wirkt und schafft; darum wir sollen setzen zurück Gold, Geld und was die Welt sonst herrlich pflegt zu achten, und jederzeit in Lieb und Leid nach dieser Perle trachten. 6. Nun, Herr, erhalt dein heiligs Wort, laß uns sein Kraft empfinden, den Feinden steur an allem Ort, zeuch uns zurück von Sünden! So wollen wir dir für und für von gan⸗ zem Herzen danken. Herr, unser Hort, laß uns dein Wort fest⸗ halten und nicht wanken! 1698. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir. 191 ein Wort, Herr, ist die rechte Lehr, ein Licht, das uns erleuchtet, ein Schild zu unsrer Gegen⸗ wehr, ein Tau, der uns be⸗ feuchtet, ein Stärkungstrank, 8* 116 wenn wir uns krank an Seel und Geist befinden, ein festes Band, das unsre Hand mit deiner kann verbinden. 2. So führe denn auf rech⸗ tem Pfad durch dies dein Licht mich Blinden, laß mich durch deinen Schutz und Rat den Satan überwinden! Die Sü⸗ ßigkeit laß allezeit von deinem Wort mich schmecken, und deine Gunst in mir die Brunst der Gegenlieb erwecken! 3. Verleih auch deinen guten Geist, der alles das versiegle, worin dein Wort mich unter⸗ weist, daß ich mich drin be⸗ spiegle, und immerdar dies, was ich war und was ich bin, er⸗ kenne, auch niemals mehr von deiner Lehr in Sünd und Irrtum renne. 4. Gieb meinem Glauben Stärk und Kraft, die alles kann vollbringen, damit durch dessen Eigenschaft ich ritterlich kann ringen und Kreuz und Not, ja gar den Tod viel lieber woll erleiden, als daß ich hier vom Wort und dir mich ließ aus e Sden 17¹1⁴. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 192.'eures Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt; in dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. Lieder vom Worte Gottes. Will ich einen Vorschmack Haben welcher nach dem Him⸗ mel schmeckt, so kaunst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt, mich mit Le⸗ benswasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Erden, schließ mich stets im Glauben ein, laß mich täglich klüger werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnade, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. 5. Lasse mich in diesen Schran⸗ ken sonder eitle Sorgen sein, schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gieb dem Samkorn einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker, und was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein! 7. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich thun! Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gieb, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. Spie drücke schlif daß i bis is Benjar stzen Nik L rschmack m Him⸗ du mich i dir ein r lauter mit Le⸗ dies auf stets im Ttäglich in heller in die e Frucht „der im es Herze Himmels eist hier Schätze in Wort Schran⸗ gen sein, Hedanken ein, daß t stört, den hört. rn einen cht nicht mir die was hier präge laß den laß mich 0 est, laß in Wort ö laß ECHD sondern ihm das Lieder vom Worte Gottes. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und That in den größten Nöten hat. 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein, drücke drauf ein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmolck g. 1672 f 1737. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 193 9*⁷ dein Wort, 8 die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir, denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gel⸗ ten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tau⸗ send Welten, aber um dein Wort zu thun. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Na⸗ men fest bei deinem Worte stehn; laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria that. Nik. Ludw. v.Zinzendorf g. 1700 1760. Mel. Jesu, meine Freude. 194 ort des höchsten Mundes, Engel meines Bundes, Jesu, unser Ruhm, bald, da wir gefallen, ließest du erschallen Evange⸗ 117 lium, eine Kraft, die Glauben schafft, eine Botschaft, die zum Leben uns von dir gegeben. 2. Was sein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen fest be⸗ stimmet hat, was der Opfer Schatten längst verkündet hat⸗ ten, das vollführt sein Rat. Was die Schrift verspricht, das trifft alles ein in Jesu Namen und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet allen Zorn und Schuld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben alle Gnad und Huld. Auch ist dies für⸗ wahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre; ach erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünden Toten machen Jesu Boten dieses Le⸗ ben kund. Lieblich sind die Füße, und die Lehren süße, teuer ist der Bund. Aller Welt ist nun vermeldt durch der guten Botschaft Lehre, daß man sich bekehre. 5. Kommt, zerknirschte Her⸗ zen, die in bittern Schmerzen das Gesetz zerschlug, kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Blut stärkt euren Mut, Gott ist hier, der euch geliebet und die Schuld vergiebet. 6. Dieser Grund bestehet; wenn die Welt vergehet, fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen; so soll mein Ver⸗ trauen evangelisch sein; auch will ich nun würdiglich dieser 118 Kraft, die mir gegeben, evan⸗ gelisch leben. 7. Jesu, deine Stärke schaf⸗— fet diese Werke, stehe du mir bei! Nichts kann mich nun scheiden, hilf denn, daß mein Leiden evangelisch sei. Laß auch mich einmal auf dich, als ein Kind mit dir zu erben, evan⸗ gelisch sterben! Heinr. Cornelius Hecker g. 16991 1743. Mel. Es ist das Heil uns kommen her, oder Es ist gewißlich an der Zeit. esetz und Evan-⸗ 195. G gelium sind beide Gottes Gaben, die wir in unserm Christentum beständig nötig haben; doch bleibt ein großer Unterschied, den nur ein solches Auge sieht, das Gottes Geist erleuchtet. 2. Was Gott in dem Gesetz gebeut, ist uns ins Herz ge— schrieben: Wir sollen nämlich jederzeit Gott und den Nächsten lieben. Daß aber Gott die Welt geliebt und seinen Sohn für Sünder giebt, das muß er selbst entdecken. 3. In dem Gesetz wird unsre Pflicht uns ernstlich vorge— tragen; das Evangelium kann nicht als nur von Gnade sagenz jens zeigt dir, was du thun sollst, an, dies lehrt, was Gott an dir gethan; jens fordert, dieses schenket. 4. Was das Gesetz dir guts verspricht, wird dir nicht zu gewendet, es sei denn, daß du Lieder vom Worte Gottes. deine Pflicht vollkommen hast vollendet; was Christi Gnade guts verheißt, wird dem, der gläubig sich erweist, frei und umsonst gegeben. 5. Wo das Gesetz den Sün⸗ der findt, da schlägt es ihn danieder; das Evangelium ver⸗ bindt und heilt die Wunden wieder; jens predigt Sünde, Zorn und Fluch, dies öffnet dir das Lebensbuch in des Erlösers Wunden. 6. Jens decket dir dein Elend auf, dies saget von Erbarmenz jens schläget unbarmherzig drauf, dies hebt und trägt die Armen; jens zeigt und drohet dir den Tod, dies hilfet dir aus Tod und Not und bringt dir Geist und Leben. 7. Was das Gesetz zu sagen hat, gehört für rohe Herzen, für Heuchler, die schon reich und satt, die mit der Sünde scherzen; des Gnadenwortes Balsamöl senkt sich in eine kranke Seel, die elend und beladen. 8. Wenn das Gesetz den Zweck erreicht, so hört es auf zu fluchen; sein Zwang, sein Blitz, sein Drohen weicht, wenn man will Gnade suchen; es treibt zum Kreuz des Mittlers hin, wenn ich an diesen gläubig bin, so hat der Trost kein Ende. 9. Mein Gott, laß diesen Unterschied mich in der That erfahren, nach Sündenangst laß Trost und Fried sich in der Pflic versi leiste. Joh. Mel 19 daen Herz in d lich, Jest das höch fließ deine du bei Wu hast Hnade u, der iund Sün⸗ ihn mer⸗ unden Zunde, öfnet u des Elend rmenʒ nherzig ügt die drohet fet dit bringt sagen Herzen, rkich Sünde wortes u eine d und etz den es auf 9„ sein , wenn en; ks Nittlers hläubig Ende. diesen r That enangst in der Lieder vom Worte Gottes. Seele paaren! Treib mich durch des Gesetzes Fluch, daß ich die Gnade gläubig such in des Erlösers Armen. 10. Gieb aus dem Evangelio mir Kräfte, dich zu lieben und als dein Kind mich frei und froh in dem Gesetz zu üben. Gieb Gnade, daß ich meine Pflicht mit Heiligkeit und Zu⸗ versicht in Lieb und Glauben leiste. Joh. Jak. Rambach g. 1693 f 1735. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 196. Das i ist eine selge Stunde, Jesu, da man dein gedenkt und das Herz von Herzensgrunde tief in deine Wunden senkt. Wahr⸗ lich, nichts als Jesum kennen, Jesum suchen, finden, nennen, das erfüllet unsre Zeit mit der höchsten Seligkeit. 2. Jesus, deine Gnadenquelle fließt so gern ins Herz hinein, deine Sonne scheinet helle, denn du willst genossen sein, und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil dein Brünnlein voll, unaufhörlich schöpfen soll. 3. Nun, so laß auch diese Stunde dein Gedächtnis in uns sein, in dem Herzen, in dem Munde leb und herrsche du allein! Laß uns deiner nie vergessen! Wie Maria still ge⸗ sessen, da sie deinen Mund ge— hört, also mach uns eingekehrt! E. G. Woltersdorf g. 1725 f 1761. 119 Mel. Ach Gott und Herr. 197. ott ist mein Hort, und alf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr laß immerdar mich seine Kräfte schmecken, laß keinen Spott, o Herr mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahr⸗ heit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewaer Rat, die Missethat der Sünder zu ver-— sühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen. Nein, du ver- zeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu n ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie, dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort, denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben! Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. 12⁰ Tauf⸗ und Konfirmationslieder. Mel. WasGott thut, das ist wohlgethan. 198 ein Wort, o Herr, 2 ist milder Tau für trostbedürftge Seelen. Laß kei⸗ nem Pflänzchen deiner Au den Himmelsbalsam fehlenz erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen! 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Keil, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschaltet. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilger⸗ reise, es führt auch Thoren hin zum Herrn und macht die Ein⸗ falt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte. Wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein: Komm, du bist mein! Das rief mir nicht vergebens ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Se⸗ gensbund, dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Geist und Mund und nie von unserm Samen, laß immer⸗ fort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, war⸗ nen, leiten! 7. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. Karl Bernh. Garve g. 1763 1841. XIV. Cauf⸗ und Ronsirmakionslieder. Bei der Taufe. Eigene Melodie. 199 Christ unser Herr 5 zum Jordan kam nach seines Vaters Willen, von sanct Johanns die Taufe nahm, sein Werk und Amt zu er⸗ füllen. Da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, ersäufen auch den bittern Tod durch sein selbs Blut und Wunden; es galt ein neues Leben. 2. So hört und merket alle wohl, was Gott heißt selbst den einen ogen 9 mit ichern mich hast r ich mein! ebens bens. Se⸗ st Ja 6 uns 1d nie mer⸗ allen war⸗ 1 Ort deinen „dein Geist Heer herzen dein 1801. Tauf⸗ und Konfirmationslieder. 12² die Taufe, und was ein Christe glauben soll, zu meiden Ketzer⸗ haufen. Gott spricht und will, daß Wasser sei, doch nicht allein schlecht Wasser, sein heiligs Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohn Maßen: der ist allhie der Täufer. 3. Solchs hat er uns be⸗ wiesen klar mit Bildern und mit Worten. Des Vaters Stimm man oöͤffenbar daselbst am Jordan hörte; er sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen; den will ich euch befohlen habn, daß ihr ihn höret alle und folget sei⸗ nem Lehren. 4. Auch Gottes Sohn hie selber steht in seiner zarten Menschheit, der heilge Geist herniederfährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran: Wenn wir ge⸗ taufet werden, all drei Person getaufet habn und so bei uns auf Erden zu wohnen sich begeben. 5. Sein' Jünger heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie ver⸗ lorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren. Wer gläubet und sich taufen läßt, soll da⸗ durch selig werden; ein neu⸗ geborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll' erben. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist ver⸗ dammt zum ewgen Tod tief in der Hölle Grunde. Nichts hilft sein eigne Heiligkeit, all sein Thun ist verloren, die Erbsünd machts zur Nichtig⸗ keit, darin er ist geboren; er kann ihm selbst nicht helfen. 7. Das Aug allein das Wasser sieht, wie Menschen Wasser gießen; der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi; und ist für ihn ein rote Flut, von Christus Blut gefärbet, die allen Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. Martin Luther g. 1483 1 1546. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 200 Laset die Kindlein 0 kommen zu mir, spricht Gottes Sohn, sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Kron; auch für die Kinderlein, daß sie nicht wärn verloren, bin ich ein Kind geboren, drum sie mein eigen sein. 2. Der Herr gar freundlich küsset und herzt die Kinderlein, bezeugt mit Worten süße, der Himmel ihr soll sein, dieweil sein teures Blut, das aus den heilgen Wunden am Kreuzes⸗ stamm geronnen, auch ihnen kommt zu gut. 3. Drum nach Christi Ver⸗ langen bringet die Kinder her, damit sie Gnad erlan⸗ gen, niemand es ihnen wehr! 122 Führet sie Christo zu, er will sich ihr erbarmenz legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh. 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ihr Seele Gott gefällt; denn sie sind Gottes Erben, lassen die schnöde Welt. Sie sind frei aller G'fahr, brauchen hie nicht zu leiden und loben Gott mit Freuden dort bei der Engel Schar. Cornelius Becker g. 1561 4 1604. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. 201 zott Vater, höre unsre Bitt: Teil diesem Kind den Segen mit, erzeig ihm deine Gnade, es sei dein Kind, nimm weg die Sünd, daß ihm dieselb nicht schade. 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf durch dieses Bad der heilgen Tauf zu deinem Glied und Erben, damit es dein mög allzeit sein im Leben und im Sterben. 3. Und du, o allerwertster Geist, samt Vater und dem Sohn gepreist, wollst gleichfalls zu uns kommen, damit jetzund in deinen Bund es werde auf⸗ genommen. 4. O heilige Dreieinigkeit, dir sei Lob, Ehr und Dank bereit für diese große Güte! Gieb, daß dafür wir dienen dir, vor Sünden uns behüte! Tauf⸗ und Konfirmationslieder. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 202 Lielster Jesu, wir 8 sind hier, deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe, denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja es schallet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu ge⸗ boren, wird von dir nicht auf⸗ genommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dirz nimm dies Pfand von unsern Armen, tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Er⸗ barmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken, laß es bald nach dieser Flut deinen Purpurmantel decken, schenk ihm deiner Un⸗ schuld Seide, daß es sich in dich verkleide. 5. Mache Licht aus Finster⸗ nis, setz es aus dem Zorn in Gnade, heil den tiefen Schlan⸗ genbiß durch die Kraft im Wunderbade, laß hier einen Jordan rinnen, so vergeht der Aussatz drinnen. 6. Hirte, nimm dein Schäf⸗ lein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, Joh. Bornschürer g. 1625 f 1677. schenk ihm den Friede, Wein⸗ denn Was da Mir mick ban Chi So en der Blu Va get 3 sage Ch. schl sam kom gent Tur mich 1 sterl ier. wir nem ieses weil daß denn neist ren: urch ge⸗ auf⸗ eich dirʒ sern lanz Er⸗ hier mmel durch rhten dieser antel Un⸗ ch in nster⸗ rn in hlan⸗ t im einen st der schäf⸗ es zu szweg, fürst, Wein⸗ Tauf⸗ und Konfirmationslieder. 123 stock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe. 7. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist ge⸗ gangen; führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen, ja den Namen, den wir geben, schreib ins Lebens⸗ buch zum Leben. Benjamin Schmolck g. 1672 f 1737. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 203 Lasect mich voll Freude sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind Gottes ist. Was sind alle Schätze nütze, da ich einen Schatz besitze, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht. 2. Keine Sünde macht mir bange, ich bin ein getaufter Christ; denn ich weiß gewiß: So lange dieser Trost im Her⸗ zen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das teure Wasserbad mich damit bespren⸗ get hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ, und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grau⸗ sam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ; denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mich der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun, so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Le⸗ bens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdmann Neumeister g. 1671 4 1756. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 20 4 Qch bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heil⸗ ger Geist, ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt; ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt, du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt, du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt; hin⸗ 124 gegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehnz nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin, erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse, ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es, ich ent⸗ sage euch. 7. Laß diesen Vorsatz nim⸗ mer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Joh. Jak. Rambach g. 1693 1735. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 205 ott und Vater, nimm jetzund Tauf⸗ und Konfirmationslieder. daß es alle Lebenstage deiner Kindschaft Zeichen trage. 2. Wasche es mit deinem Blut, treuer Jesu, von den Sünden, laß in seiner Taufe Flut den geerbten Fluch ver⸗ schwinden und sein Leben auf der Erden deinem Vorbild ähnlich werden. 3. Und du, werter heilger Geist, schenk ihm deine Gna⸗ denkräfte, treibe, wie dein Bund verheißt, selbst in ihm das Heilsgeschäfte, daß es stets an Jesu Leibe ein lebendig Glied⸗ maß bleibe. Joh. Jak. Spreng g. 1699 f 1768. Bei der Konfirmation. Eigene Melodie. 206 ein Schöpfer, — 7 steh mir bei, sei meines Lebens Licht; dein Auge leite mich, bis mir mein Auge bricht. Hier leg ich Herz und Glieder vor dir zum Opfer nieder und widme meine Kräfte für dich und dein Geschäfte. Du willst, daß ich der Deine sei, mein Schöpfer, steh mir bei! 2. Mein Heiland, wasche mich mit deinem reinen Blut, das alle Flecken tilgt und lauter Wunder thut. Schließ die verirrte Seele in deine Wundenhöhle, daß sie von Zorn und Sünde hier wahre dieses Kind von unsern Armen, nimm es auf in deinen Bund und erzeig ihm dein Erbarmen, Freiheit finde. Ich bin voll Sünden ohne dich, mein Hei⸗ land, wasche mich! 3. Kraft, igt, wenn Lehr ihn u Gna seinen zum verkl gnad mir, heiß und Joh. einer inem den daufe ver⸗ Mauf bild ilger Hna⸗ Bund das ts an lied⸗ 1768, on. öpfer, bei, dein mein Her Opfer räfte häfte. Deine bei! pasche Blut, und chließ deine von vahre voll Hei⸗ Tauf⸗ und Konfirmationslieder. 3. Mein Tröster, gieb mir Kraft, wenn sich Versuchung zeigt, regiere meinen Geist, wenn er zur Welt sich neigt. Lehr mich den Sohn erkennen, ihn meinen Herren nennen, sein Gnadenwort verstehen, auf seinen Wegen gehen. Du bist, der alles Gute schafft, mein Tröster, gieb mir Kraft! 4. Gott Vater, Sohn und Geist, dir bin ich, was ich bin. Ach drücke selbst dein Bild recht tief in meinen 12⁵ Wie es die Konfir⸗ manden singen. Erhör, o Gott, das heiße Flehn von uns, die wir hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf uns hernieder, denn dein sind wir, sind Christi Glieder. Gieb uns, Gott Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt, erfüll uns du mit deinen Gaben, laß uns mit dir Gemeinschaft haben, erbarme dich, erbarme dich! Sinn, erwähle mein Gemüte zum Tempel deiner Güte, verkläre an mir Armen dein gnadenreich Erbarmen! Wohl mir, wenn du der Meine heißt, Gott Vater, Sohn und Geist! Joh. Jak. Rambach g. 1693 f 1735. Konfirmationslied, wie es die Gemeinde singt. Mel. Komm, heiliger Geist, Herre Gott. 207 rthör, Gott, 5 das heiße Flehn der Kinder, die hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf sie hernieder, denn dein sind sie, sind Christi Glieder. Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt, erfülle sie mit deinen Gaben, laß sie mit dir Ge⸗ meinschaft haben, erbarme dich, erbarme dich! Elieser Küster g. 1732 4 1799. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 208 ei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn, nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ichs irgend besser haben als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben 126 für mich gab, sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich so in Freude wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein Tag sich neigt, wenn es nun will Abend werden, und die Abendmahlslieder. Nacht herniedersteigt. Lege seg⸗ nend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, spre⸗ chend: Sohn, hier gehts zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt. 6. Bleib mir dann zur Seite stehen, graut mir vor dem kal⸗ ten Tod als dem kühlen, schar⸗ fen Wehen vor dem Himmels⸗ morgenrot. Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist. K. J. Phil. Spitta g. 1801 f 1859. XV. Abendmahlslieder. Eigene Melodie. 209 Qesus Christus, un⸗ 9 ser Heiland, der von uns den Gotteszorn wandt, durch das bittre Leiden sein half er uns aus der Hölle Pein. 2. Daß wir nimmer des ver⸗ gessen, läßt er seinen Leib uns essen mit dem Brot und uns zu gut auch trinken mit dem Wein sein Blut. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl Acht auf sein Sachen; wer unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollst Gott den Vater preisen, daß er dich so wohl wollt speisen und für deine Missethat in den Tod sein Sohn geben hat. 5. Du sollst glauben und nicht wanken, daß es Speise sei den Kranken, deren Herz von Sünden schwer und vor Angst ist betrübet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer Arbeit;*) ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn. ) d. i. in Seelennot. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; kein Arzt ist dem Starken not, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was konnt erwerben, was braucht ich für dich zu sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. ö seg⸗ aufs spre⸗ 8 zu hier Seite kal⸗ char⸗ mels⸗ Auge euchte öhlich nach 1859. und peise Herz d bor und Herz st dir aß du 5 Aennot. ommt, euch t dem wird konnt ch für Tisch selber Abendmahlslieder. 127 9. Glaubst du das von Her⸗ zensgrunde und bekennst es mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise dein Seel erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben: deinen Näch⸗ sten sollst du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. Martin Luther g. 1483 1546. Jes. o. Eigene Melodie. 210 Qesaia dem Prophe⸗ eten das geschah, daß er im Geist den Herren sitzen sah auf einem hohen Thron, in hellem Glanz. Sei⸗ nes Kleides Saum den Chor füllet ganz. Es standen zween Seraph bei ihm daran, sechs Flügel sah er einen jeden habn. Mit zween verbargen sie ihr Antlitz klar, mit zween bedeck⸗ ten sie die Füße gar und mit den andern zween sie flogen frei. Gen ander riefen sie mit großem Schrei: Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, Sein Ehr die ganze Welt erfüllet hat. Von dem Schrei zittert Schwell und Balken gar, das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebel war. Martin Luther g. 1483 1546. Mel. Gott sei gelobet und gebenedeiet. 211 Herr Jesu Christe, 2 mein getreuer Hirte, komm, mit Gnaden mich bewirte. Bei dir alleine find ich Heil und Leben, was mir fehlt, kannst du mir geben. Khrieleison! Dein arm Schäf⸗ lein wollest du weiden auf Israels Bergen mit Freuden und zum frischen Wasser führn, da das Leben her thut rührn. Khrieleison! 2. All andre Speis und Trank ist ganz vergebens, du bist selbst das Brot des Lebens, kein Hunger plaget den, der von dir isset, alles Jammers er vergisset. Kyrieleison! Du bist die lebendige Quelle, zu dir ich mein Herzkrüglein stelle; laß mit Trost es fließen voll, so wird meiner Seele wohl. Khrieleison! 3. Laß mich recht trauren über meine Sünde, doch den Glauben auch anzünde, den wahren Glauben, mit dem ich dich fasse, mich auf dein Ver⸗ dienst verlasse. Khrieleison! Gieb mir ein recht bußfertig Herze, daß ich mit der Sünde nicht scherze noch durch meine Sicherheit mich bring um die Seligkeit. Khrieleison! 4. Heftig beschweret find ich mein Gewissen; ach laß reichen Trost drein fließen aus deinen Wunden, welche du empfan⸗ gen, da du bist am Kreuz ge⸗ hangen. Khrieleison! Wenn 128 Abendmahlslieder. mein Herz damit wird gerüh⸗ ret, wirds von Stund an still und gezieret durch dein Blut mit Glauben schön, kann in dir vor Gott bestehn. Kyrieleison! 5. Der b'darf des Arztes, den die Krankheit plaget, mit Begier er nach ihm fraget. O süßer Jesu, schau, wie tiefe Wunden werden auch in mir gefunden! Kyrieleison! Du bist ja der Arzt, den ich rufe, auf den mit Verlangen ich hoffe. Hilf, o wahrer Mensch und Gott, hilfst du nicht, so bin ich tot. Kyrieleison! 6. Du rufest alle, Herr, zu dir in Gnaden, die mühselig und beladen; all ihre Misse⸗ that willst du verzeihen, ihrer Bürden sie befreien. Kyri⸗ eleison! Ach komm selbst, leg an deine Hände und die schwere Last von mir wende, mache mich von Sünden frei, dir zu dienen Kraft verleih! Kyri⸗ eleison! 7. Mein Geist und Herze wollst du zu dir neigen, nimm mich dir, gieb mich dir eigen! Du bist der Weinstock, ich bin deine Rebe, nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyrieleison! Ach in mir find ich eitel Sünden, in dir müssen sie bald ver⸗ schwinden; in mir find ich Höllenpein, in dir muß ich selig sein. Khrieleison! 8. Komm, meine Freude, komm, du schönste Krone, Jesu, komm und in mir wohne! In mir will ich dich mit Gebet oft grüßen, ja mit Lieb und Glauben küssen. Khrieleison! Bringe mit, was alle Welt erfreut: deiner Liebe süße Lieb⸗ lichkeit, deine Sanftmut und Geduld, die Frucht deiner Gnad und Huld. Khrieleison! 9. Dies sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Lebenssaft erteilen, daß ich aus mir nun all Untugend reiße, dir zu dienen mich be⸗ fleiße. Kyrieleison! In dir hab ich alles, was ich soll, dei⸗ ner Gnade Brünnlein ist stets voll. Laß mich ewig sein in dir und bleib ewig auch in mir! Khrieleison! Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Eigene Melodie. 212 Jesu, du mein Bräutigam, der du aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last, 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall; ich bin krank, unrein, nackt und bloß, blind und arm; ach mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht; du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitskleid. 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich, in meiner Schwach⸗ heit h das l hellen 5.6 Herz, bensk tum H. ist,f in u dir für! Fein 0 sah, Geif 1 Sin Heilg mich Drie bene Gebet Hund eison! Welt Lieb⸗ t und Gnad mlein, und „daß ugend ch be⸗ n dir H dei⸗ tt stets ein in ich in 1647 mein m, der stamm Hhast, unden deinem durch ich bin Wbloß, nicht du bist Herr/ u bist eit, du leid. su, bitt hwach⸗ Abendmahlslieder. heit heile mich, was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein! 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glau⸗ benskerz, mein Armut in Reich⸗ tum verkehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das wahre Him⸗ melsbrot, dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr! 8. Gieb, was mir nütz an Seel und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib, komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für! 9. Hilf, daß durch dieses Mahles Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und un⸗ sichtbar seind, den guten Vor⸗ satz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir! 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt, ach laß mich meine Tag in Ruh und Friede christlich bringen zu, 12. Bis du mich, o du Le⸗ 129 nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 213 err Jesu, dir sei Preis und Dank für diese Seelenspeis und Trank, damit du uns begabet; im Brot und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig wohl zu gut und unsre Herzen labet, daß wir nun dir in dem allen wohl gefallen, heilig leben; solches wollest du uns geben! 2. Du kehrest, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel, dir Wohnung da zu machenz drum uns ein solches Herz ver⸗ leih, das von der Weltlieb ledig sei und allen eitlen Sa⸗ chen. Bleibe, treibe unser Sin⸗ nen und Beginnen, daß wir trachten, alles Irdsche zu ver⸗ achten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein wertes Nacht⸗ mahl zum Gericht; ein jeder recht bedenke, daß er mit die⸗ sem Lebensbrot im Glauben stille seine Not; der Fels des Heils uns tränke,“) züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. ) 1 Cor. 10, 4. 4. O daß wir solche Selig⸗ keit erwarten möchten allezeit bensfürst, zu dir in Himmel in Hoffnung und Vertrauen, 9 130 Abendmahlslieder. und folgends aus dem Jammer⸗ thal gelangen in den Himmels-⸗ saal, da wir Gott werden schauen tröstlich, köstlich, uns als Gäste auf das beste bei ihm laben und ganz volle Gnüge haben. 5. Das gieb du uns von deinem Thron, o Jesu Christe, Gottes Sohn, giebs durch dein bitter Leiden! Dasselbe, weil wir leben hier, laß uns be⸗ trachten für und für, all Böses darum meiden! Amen, Amen, hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, hilf uns fröhlich Überwinden! V. 1, 3, 4 Bernh. Derschow g. 1591 1639, V. 2 u. 5 Han. Gsb. 1657. Eigene Melodie, oder Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. 214 Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, kann dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben, so bitt ich dich demütiglich, du wollest so bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 2. Auf grüner Aue wollest du mich diesen Tag, Herr, lei— ten, den frischen Wassern füh ren zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sünd lich, matt und krank, doch laß mich deinen Gnadentrank aus deinem Becher schmecken! 3. Du angenehmes Himmels brot, du wollest mir verzeihen, daß ich in meiner Seelennot zu dir muß kläglich schreien. Dein Glaubensrock bedecke mich, auf daß ich möge würdiglich an deiner Tafel sitzen. 4. Tilg allen Haß und Bit⸗ terkeit, o Herr, aus meinem Herzen, laß mich die Sünd in dieser Zeit bereuen ja mit Schmerzen! Des neuen Bun⸗ des Osterlamm, du meiner Seele Bräutigam, laß mich dich recht genießen! 5. Zwar bin ich deiner Gunst nicht wert, als der ich jetzt erscheine mit Sünden allzuviel beschwert, die schmerzlich ich beweine. In solcher Trübsal tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. 6. Ich bin ein Mensch, krank von der Sünd, laß deine Hand mich heilen! Erleuchte mich, denn ich bin blind, du kannst mir Gnad erteilen. Ich bin verdammt, erbarme dich! Ich bin verloren, rette mich und hilf aus lauter Gnade! 7. Mein Bräutigam, komm her zu mir und wohn in mei— ner Seele, daß sie dich liebe für und für und sich mit dir vermähle. Ach laß doch deine Süßigkeit für meine Seele sein bereit, und stille ihren Jammer! 8. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, komm, selbst dich mir zu schenken! O Blut, das du vergossen bist, komm eiligst, mich zu tränken! Ich bleib 2 die di ans! Herrl. der den laden Hersh in di 2. deim der Mer Tam Geit schö Heil dir! 2 Waf Hel für! Gel alle solt den une zah. Her Reiy bst uer sle komm mei⸗ liebe lit dir deine Seele ihren Jesu ch mir 5as dul eiligst, bleib Abendmahlslieder. 131 in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, meiner Seele Zier, mich einst auch auferwecken. Johann Rist g. 1607 7 1667. Eigene Melodie. 21 5 Sehmüch⸗ dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gna⸗ den will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der da mit dem Gnadenham⸗ mer klopft an deine Herzens⸗ kammer. Offn ihm bald die Geistespforten, red ihn an mit schönen Worten: Komm, mein Heil, laß dich umfassen, von dir kann ich nimmer lassen. 3. Zwar in Kaufung teurer Waren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; aber du willst für die Gaben deiner Huld kein Geld nicht haben,“) weil in allen Bergwerksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, das den Trank in diesen Schalen und dies Manna kann be⸗ zahlen.*) Jes. 55, 1. 4. Ach wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte; ach wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach dei⸗ ner Kost zu sehnen; ach wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten, wünsche, daß er als der Meine mich durch sich mit Gott ver⸗ eine! 5. Beides, Zittern und Er⸗ getzen, will mich in Bewegung setzen); das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe dei⸗ ner Stärke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht sollt ergründen? 6. Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wun⸗ der nicht erreichen, daß dies Brot nie wird verzehret, ob es gleich viel Tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heim⸗ lichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sin⸗ nen, hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner HDimmels⸗ speise mir zum Heil und dir zum Preise! 8. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her⸗ getrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, dei⸗ ner Liebe zu gedenken. 9* 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mag dein Gast im Himmel werden. Johann Franck g. 1618 f 1677. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 216 eine Seele, laß dich finden auf der wahren Glaubensbahn, dich mit Christo zu verbinden; thu ihm auf, er klopfet an. Den die Himmel nicht umfassen, will in dir sich nieder lassen, Jesus will im Brot und Wein wesent⸗ lich zugegen sein. 2. O geheimnisvolle Weise, die kein Menschenwitz ermißt! Hier giebt sich ein Lamm zur Speise, das der Erzhirt selber ist; hier will zu der Gäste Leben sich der Wirt zur Speise geben, und zum Opfer stellt sich hier selbst der Hohepriester für. 3. O wie hungert nach den Seelen selbst das wahre Le— bensbrot! Selig, die dies Brot erwählen für des Geistes Hun⸗ gersnot! Seht, an dieser heil⸗ gen Stelle lechzet selbst die Lebensquelle nach der armen Sünder Heil. Jesus ist ihr bestes Teil. 4. Sieh, o Mensch, den Schatz der Gnade, den dir kleid Abendmahlslieder. Jesus aufgethan; rühre nicht die Bundeslade mit verwegnen Händen an! Soll nicht Gottes Grimm erwachen und dich gar zu nichte machen, armer Sün⸗ der, so tritt du zitternd und mit Furcht herzu! ö 5. Jesu, mache meine Sin⸗ nen und mein ganzes Herze rein, laß jetzt deine Wunden rinnen, senke tief mein Herz hinein! Komm, du König aller Ehren, eile, bei mir einzukeh⸗ ren unter meines Herzens Dach, obs gleich niedrig, arm und schwach. 6. Jesu, laß mich Gnade finden und vertreib mir alles Weh, laß die purpurroten Sünden weißer sein als Woll und Schnee! Komm, mein Herz voll Glauben, Hoffen, Lieb und Sehnsucht steht dir offen, laß dein Herz, das ewig rein, und mein Herz Ein Herze sein! Salomo Franck g. 1659 4 1725. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 217 H6r Jesu Christ, * du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast ge⸗ laden, zu deiner Liebe Herrlich⸗ keit und unsrer Seelen Selig⸗ keit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke, schenk uns dein schönes Ehren⸗ durch deines Geistes Start Häst pflan melst 3. wir bleib Uls von deine deine dort! 2 den nacht dein men bige diese 2 geni bein frissh brün Blu Scht unse 3 Geh ged brie Han Wir den sind 4. zuge Jusa nicht gnen ottes Herze nden Herz aller ükeh⸗ Dach, und nade alles roten Woll mein offen, t dir ewig Herze Zeit. hrist, Gut, jaden, Aund ge⸗ rlich⸗ elig⸗ lken. selbst HZerke, hren⸗ Heistes Abendmahlslieder. 133 Stärke! Hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir ge⸗ pflanzet ein zum ewgen Him⸗ melswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. 1713. ein Jesu, der du 218. vor dem Schei⸗ den in deiner letzten Trauer⸗ nacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testa⸗ ment vermacht, es preisen gläu⸗ bige Gemüter dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtnis bei uns neuz man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen verneuern sich in unserm Herzen. 3. Es wird dem zagenden Gewissen ein neues Siegel auf⸗ gedrückt, daß unser Schuld⸗ brief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sün⸗ den in deinen blutgen Wunden finden. 4. Das Band wird fester Eigene Melodie. zugezogen, das dich und uns zusammenfügt; die Freund⸗ schaft, die wir sonst gepflogen, fühlt, wie sie neue Stützen kriegt; wir werden mehr in solchen Stunden mit dir zu Einem Geist verbunden. 5. Dies Brot kann wahre Nahrung geben, dies Blut er⸗ quicket unsern Geist; es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt; wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Glie⸗ dern ein, mit denen wir in solchem Stande Ein Herz und Eine Seele sein; der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, das schwachheitvoll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich wer⸗ den soll, ja daß du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. 8. O teures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist verpflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß — aller Engel Zungen zu dessen Wird Ruhm geschäftig sein. unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich vollkommner loben. Joh. Jak. Rambach g. 1693 1735. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. 219 Qch komme, Herr, und suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Men⸗ schen Sohn, mich deiner zu getrösten; ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder, du hast die Hand⸗ schrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist voll⸗ bracht! Du hast mein Heil verdienet, du hast für mich dich dargestellt, Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sün⸗ den und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad um Gnade fin⸗ den. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben, du bist in meinen Tod getauft und Abendmahlslieder. du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit, bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rau⸗ ben. Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg ge⸗ lingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu mei⸗ nem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu prei⸗ sen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 220 Herr, du wollst uns 5 vorbereiten zu dei⸗ nes Mahles Seligkeiten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollem Herzen nahen und sprich uns los von Sünd und Tod! Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig sein. Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. NachFr. Gottl.Klopstock g.172471803. kauft, . k der er im keine Tau⸗ mich stock, rüchte stärke gegen 9ge⸗ ück ist treu durch mei⸗ bbn mein r, zu prei⸗ st der wahre Welt 1769. timme. st uns zu dei⸗ u, se Laß j, mit nahen Sünd ö‚ Jesu, ein. ů3 große 1805. Abendmahlslieder. 13⁵ Nach dem Abendmahl. so reich begabet, daß ich jetzt Eigene Melodie. 221 Gett sei gelobet und gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem „Blute;z das gieb uns, Herr Gott, zu gute! Khrieleison! Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mut⸗ ter Maria kam, und das hei⸗ lige Blut hilf uns, Herr, aus aller Not! Khrieleison! 2. Den heilgen Leib hat er für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte konnte er uns schenken, dabei wir sein solln gedenken. Kyrieleison! Herr, dein Lieb so groß dich g'zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder that und bezahlt' unsre Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Khrieleison! 3. Gott geb uns allen seiner Gnade Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht ge⸗ reue. Kyrieleison! Herr, dein heilig Geist uns nimmer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arm Christen⸗ heit leb in Fried und Einig⸗ keit. Khrieleison! Martin Luther g. 1483 1 1546. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 222. Wie wahl has du 5 gelabet, o lieb⸗ ster Jesu, deinen Gast, ja mich fühle Freud und Rast. O wundersame Speise, o süßer Lebenstrank, o Liebmahl, das ich preise mit einem Lobgesang, indem es hat erquicket mein Leben, Herz und Mut; mein Geist der hat erblicket das aller⸗ höchste Gut. 2. Du hast mich jetzt ge⸗ führet, o Herr, in deinen Gna⸗ densaal, daselbst hab ich be⸗ rühret dein edlen Güter all⸗ zumal; da hast du mir gegeben umsonst und mildiglich das werte Brot zum Leben, das sehr erquicket mich; du hast mir zugelassen, daß ich den Seelenwein im Glauben möchte fassen und dir vermählet sein. 3. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit; du hast mir vollgemessen den edlen Kelch, der mich erfreut. Ach Gott, du hast erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig jetzt sich neiget mein Herz vor Liebesbrunst. Du hast mich lassen schmecken das köstlich Himmelsbrotz hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd und Tod. 4. So lang ich leb auf Er⸗ den, o liebster Jesu, preis ich dich, daß du mich lässest werden gesättigt von dir und durch dich. Du hast mich selbst ge⸗ tränket mit deinem teuren Blut und dich zu mir gelenket, o unvergleichlichs Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat der nimmer kann verderben, mein Trost, Schutz, Hülf und Rat. 5. Wie kann ichs aber fassen, Herr hi daß du mit Be⸗ gier dich hast so tief gelassen vom Himmtlssaal herab zu mir? Du Schöpfer aller Dinge be— suchest deinen Knecht; ach hilf, daß ich dir bringe ein Herz, das fromm und recht, das gläu⸗ big dir vertraue, damit nach— dieser Zeit ich ja dein Antlitz schaue dort in der Ewigkeit. 6. Du bists, der ewig bleibet, ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet; Herr, ich bin arm, und du bist reich. Du bist sehr Eibe von Güte, kein Unrecht gilt bei dir; ich, sündl haft von Gemüte, kann fehlen für und fuͤr. Doch kommest du hernieder und nimmst dich meiner an; was geb ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? 7. Ein Herz durch Reu zer⸗ schlagen, ein Herz, das ganz zerknirschet ist, das, weiß ich, wird behagen, mein Heiland, dir zu jeder Frist. Du wirst es nicht verachten; demnach ich emsig bin, nach deiner Gunst zu trachten; nimm doch in Gnaden hin das Opfer mei— ner Zungen, denn billig wird jetzund dein teurer Ruhm be— sungen, Herr Gott, durch mei— nen Mund. 8. Wohl mir, ich bin ver⸗ Abendmahlslieder. Lebenstrank; nun will ich rüstig Tn zu singen dir Lob, Ehr und Dank. Fahr hin, du Weggetümmeler du bist ein eit⸗ ler Tand, ich seufte nach dem Himmel, dem rechtend Vaterland. Fahr hin, dort werd ich leben ohn Unglüc und Verdruß mein Gott, du wirst mir ge⸗ ben der L Wohllust Üüberfluß. Johann Wist g. 1607 0 1667. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 223. O Jesu meine Wonne, du meiner SeeleSonne, du Freund⸗ lichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmelsüß Er- getzen und diese teuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dir es dan⸗ ken, o Herr, daß du mich Kran⸗ ken gespeiset und getränket, ja 2255 dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, der du so viel empfunden. 5. Dir daul ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir dank ich für dein Sehnen und heiß vergoßnen Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist ge— blieben;— dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich sehen mit Himmelsspeis und läßt erben. 7. milte dies tilgt 8. gesse dief für! 0 dien! 221 Mei den bete trett derb sterl V 10 rüsstig „Ehr VIn eit⸗ dem land. Herven. meine e, du eund⸗ mich ugsam Er⸗ haben, dan⸗ Kran⸗ ket, ja 2 Herzen n, für unden, en. L dein meiner ur dein goßnen dein st ge⸗ ir dein Mich 7. Jetzt schmecket mein Ge⸗ müte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß michs nicht ver⸗ gessen, daß du mir zugemessen die kräftge Himmelspeise, wo⸗ für mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich annoch empfinde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich los gezäh⸗ let von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben. Was kannst du Werters geben? 11. Laß, Schönster, meine Seele doch stets in dieser Höhle des Leibes mit Verlangen an deiner Liebe hangen! 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig lei⸗ den, laß mich mit Andacht beten und von der Welt ab⸗ treten! 13. Nun kann ich nicht ver⸗ derben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist g. 1607 f 1667. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 224 Dia Jesu, dir! 5 Ach sind wirs wert, daß so viel Heil uns widerfährt, du unser so ge⸗ denkest? Erst bis zum Tod Abendmahlslieder. 137 giebst, ach dich so ganz uns schenkest? Heil uns! Heil uns! Wir empfinden, rein von Sün⸗ den Gottes Frieden. Mehr noch ist uns dort beschieden. Vor der Abendmahlsfeier eines Kranken. Mel. Vater unser im Himmelreich. 225 3* deinen Füßen liege ich, mein Jesu, blicke doch auf mich! Du bist der Arzt und Wun⸗ dermann, der allezeit erretten kann; drum, bin ich gleich von Hülfe bloß, so ist doch mein Vertrauen groß. 2. Mein Trost und meines Herzens Teil, mach erstlich meine Seele heil, besprenge sie mit deinem Blut und mache mein Verbrechen gut, und dann gieb, nach vergebner Schuld, bei mei⸗ ner Schwachheit auch Geduld! 3. Berühre mich mit deiner Hand, die so viel Böses ab⸗ gewandt. Dein Leib mich speise, da ich krank, dein Blut sei mei⸗ ner Seele Trank! Ich will, wie Lazarus, allein, auch wenn ich krank, der Deine sein. 4. Wenns meiner Seele selig ist, so heile mich, Herr Jesu Christ; soll sterben aber besser sein, wohl mir, auf Jesum schlaf ich ein. Mach du es, Jesu, durch dein Blut mit mir am Kreuz uns liebst, nun solch ein Pfand der Lieb uns an Leib und Seele gut. Christ. Heinr. Zeibich g. 16774 1748. (. Lieder vom christlichen Leben. XVI. Buß⸗ und Beichtlieder. Eigene Melodie. Vater, allmäch⸗ 226.— tiger Gott, zu dir schreien wir in der Not: Durch deine große Barmher⸗ zigkeit erbarm dich über uns! Christe, wollst uns erhören, für uns bist du geboren von Maria. Erbarm dich über uns! Vergieb uns all unsre Sünde, hilf uns in der letzten Stunde, für uns bist du gestorben. Er⸗ barm dich über uns! O heilger Geist, wollst uns geben, dich allzeit herzlich zu lie⸗ ben und nach deinem Willen zu leben. Erbarm dich über uns! Altkirchl. Deutsch d. I. Spangenberg g. 1484 4 1550. Eigene Melodie. 227 imm von uns, — Herre Gott, all unsre Sünd und Missethat, auf daß wir mit rechtem Glau⸗ ben und reinem Herzen in dei⸗ nem Dienst erfunden werden. 2. Erbarm dich, erbarm dich, erbarm dich deines Volks, o Christe, das du erlöset hast mit deinem teuren, heilgen Blute. 3. Erhör uns, erhör uns, erhöre unsre Bitt, Gott Vater, Schöpfer aller Dinge, hilf uns und sei uns gnädig! 4. Erhör uns, erhör uns, erhöre unsre Bitt, o Christe, aller Welt Heiland, bitt für uns und sei uns gnädig! 5. Erhör uns, erhör uns, erhöre unsre Bitt, Gott heilger Geist, du einger Tröster, er⸗ leucht uns und sei uns gnädig! Chor. 6. So wahr ich lebe, spricht Gott der Herre, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Amen. Altkirchlich. Pfsalm 150. Eigene Melodie. 228 Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen, dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner so du Sund wer ke ben? 2.8 Hnad zu ber. Thun hesten! sich ri dich f. deiner 5. hoffen licht bap Gütte sein hast eilgen uns, Bater, f uns uns, hriste, ir uns uns, heilger r, er⸗ jädig! spricht lnicht ondern d lebe. lichlich. Buß⸗ und Beichtlieder. 139 meiner Bitt sie öffne! Dennsmein Trost und treuer Hort, so du willst das sehen an, was des will ich allzeit harren. Sünd und Unrecht ist gethan, 4. Und ob es währt bis in wer kann, Herr, vor dir blei⸗ die Nacht und wieder an den ben? Morgen, doch soll mein Herz 2. Bei dir gilt nichts denn an Gottes Macht verzweifeln Gnad und Gunst, die Sünde nicht, noch sorgen. So thu zu vergeben; es ist doch unser Jsrael rechter Art, der aus Thun umsonst auch in dem dem Geist erzeuget ward, und besten Leben. Vor dir niemand seines Gottes harre! sich rühmen kann, des muß 5. Ob bei uns ist der Sün⸗ dich fürchten jedermann und den viel, bei Gott ist viel mehr deiner Gnade leben. Gnadez sein Hand zu helfen 3. Darum auf Gott will hat kein Ziel, wie groß auch hoffen ich, auf mein Verdienst sei der Schade. Er ist allein nicht bauen; auf ihn mein der gute Hirt, der Israel er⸗ Herz soll lassen sich und seiner lösen wird aus seinen Sünden Güte trauen, die mir zusagt allen. sein wertes Wort. Das ist Martin Luther g. 1483 4 1546. Die Litanei. Eigene Melodie. Erster Chor: Zweiter Chor: 2— 9 Küar Eleison!“*) Christe, Eleison! Khrie, Eleison! Christe, ö Erhöre uns! Herr⸗) Erbarme dich. Herr Gott Vater im Himmel, Erbarm dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Erbarm dich über uns! Herr Gott heiliger Geist, Erbarm dich über uns! Sei uns gnädig, Verschon uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnädig, Hilf uns, lieber Herre Gott! Vor allen Sünden, vor allem Irrsal, vor allem Übel Behüt uns, lieber Herre Gott! Erster Chor: Vor des Teufels Trug und List, vor bösem schnellen Tod, vor Pestilenz und teurer Zeit Vor Krieg und Blutvergießen, vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuers- und Wassersnot, vor dem ewigen Tod Durch deine heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod, durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt In unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht Wir armen Sünder bitten: Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, alle ihre Diener, Wächter und Hirten im heilsamen Wort und heiligen Leben er⸗ halten, Allen Rotten und Ärgernissen wehren, alle Irrige und Verführte wie⸗ derbringen, den Satan unter unsere Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Buß- und Beichtlieder. Zweiter Chor: Behüt uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! und ih ti unsere unsern Alen, allen aller; alle u Hottl Gottl Gott! Gott! Erster Chor: allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Allen Königen und Fürsten Friede und Eintracht ge⸗ ben, unserm Kaiser und König steten Sieg wider deine Feinde gönnen, und ihn mit allen seinen Gewal⸗ tigen leiten und schützen, unsere Obern Schule und Ge⸗ unsern Rat meinde segnen und behüten, Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hülfe erscheinen, allen Schwangern und Säu⸗ genden fröhliche Frucht und Gedeihen geben, aller Kinder und Kranken pfle⸗ gen und warten, alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, alle Witwen und Waisen ver⸗ teidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande ge⸗ ben und bewahren,“) Buß⸗- und Beichtlieder. Zweiter Chor: Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Munsere Deiche, Dämme und Schleusen in deine gnädige Obhut nehmen (für Gemeinden, welche am Wasser wohnen) und dieses Bergwerk gnädiglich erhalten und segnen(für die Gemeinden auf dem Harz). Erster Chor: und uns gnädiglich erhören, O Jesu Christe, Gottes Sohn, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Christe, Khrie, Christe, Buß⸗ und Beichtlieder. Zweiter Chor: Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erbarm dich über uns!! Erbarm dich über uns! Verleih uns steten Fried! Erhöre uns! Eleison! Eleison! Beide Chöre zusammen: Kyrie, Eleison! Amen. Altkirchlich. Deutsch durch Martin Luther g. 1483 f 1546. Eigene Melodie. 230 Dinh Adams Fall ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen, dasselb Gift ist auf uns geerbt, daß wir nicht konnten g'nesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, darein die Schlang Eva bezwang, Gotts Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Eva hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, das sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod, so war ja not, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, der Gnaden Thron, in dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewigs Tods gestorben, also hat Gott durch Christi Tod verneut, was war verdorben. 4. So er uns denn sein Sohn geschenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, getöt, gen Himm'l gefahren, dadurch wir sein von Tod und Pein erlöst, so wir ver⸗ trallen Vatere Sterb 5. Licht, und n Rate! uns Schut ihn fe Gwal rauber 6. und v noch f Mens Gott ihm!! diesey gar mit f 4. dem mehr auf d gliich falls Men Herlaf hilft 8. Hery bon Wor bird Sün dein Mertt Darat Tod Fottl Hottl 1505 on, in at ein mm all 18 ein to all Hir all ewigs t Gott It, was U sein ir sein er für ehenkt, fahren, u Tod ir ber⸗ Buß⸗ und Beichtlieder. trauen auf diesen Hort, des Vaters Wort: wem wollt vor Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rat und ewigs Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schutz, daß wir mit Trutz an ihn fest sollen glauben; darum uns bald kein Macht noch G'walt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herren; denn wer ihm will ein andres Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft auf Gott und dem vertraut, wird nimmer⸗ mehr zu schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich geht zuhanden viel Un⸗ falls hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost; er hilft sein'n Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilges Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld; denn in dein Huld setz ich all mein Vertrauen; wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 143 9. Mein'n Füßen ist dein heilges Wort ein Leuchte nah und ferne, ein Licht, das mir den Weg weist fort; so dieser Morgensterne in uns aufgeht, so bald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist denen verheißt, die Hoff⸗ nung darauf haben. Lazarus Spengler g. 1479 1 1534. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. 231 Aus tiefer Not laßt uns zu Gott von ganzem Herzen schreien, bitten, daß er durch seine Gnad uns woll vom Übel freien und alle Sünd und Missethat, die unser Fleisch begangen hat, uns vä⸗ terlich verzeihen; 2. Und sprechen: Vater, sieh doch an uns Armen und Elen⸗ den, sehr übel haben wir gethan mit Herzen, Mund und Hän⸗ den; verleih uns, daß wir Buße thun und die in Christo, deinem Sohn, zur Seligkeit vollenden. 3. Zwar unsre Schuld ist groß und schwer, von uns nicht auszurechen; doch deiner Gnade ist viel mehr, die kein Mensch kann aussprechen; die suchen und begehren wir, hof⸗ fend, du wirst es, Herr, an dir nicht lassen uns gebrechen. 4. Du willst nicht, daß der Sünder sterb und in Ver⸗ dammnis fahre, sondern daß er mehr Gnad erwerb und sich 144 Buß⸗ und Beichtlieder. darin bewahre: so hilf uns nun, o Herre Gott, damit uns nicht der ewge Tod in Sün⸗ den widerfahre. 5. Vergieb, vergieb und hab Geduld mit uns Armen und Schwachen, laß deinen Sohn all unsre Schuld durch sein Verdienst gut machen! Nimm unsrer Seele eben wahr, daß ihr kein Schaden widerfahr, wollst gnädig sie bewachen! 6. Wenn du nun vor Ge⸗ richte gehn und mit uns woll⸗ test rechten, wie würden wir vor dir bestehn, und wer würd uns verfechten? O Herr, sieh uns barmherzig an und hilf uns wieder auf die Bahn zur Pforte der Gerechten! 7. Wir opfern uns dir arm und bloß, durch Reue tief ge⸗ schlagen; o nimm uns auf in deinen Schoß und laß uns nicht verzagen! O hilf, daß wir getrost und frei, ohn arge List und Heuchelei dein Joch zum Ende tragen. 8. Sprich uns durch deine Boten zu, gieb Zeugnis dem Gewissen, stell unser Herz durch sie zu Ruh, thu uns durch sie zu wissen, wie Christus vor dein'm Angesicht all unsre Sachen hab geschlicht; des Trosts laß uns genießen! 9. Erhalt in unsers Herzens Grund dein Wort, den edlen Samen, und hilf, daß wir den neuen Bund in deines Sohnes Namen vollenden mit Beständigkeit und so der Kron der Herrlichkeit versichert wer⸗ den. Amen. Böhmische Brüder. Eigene Melodie. 232 llein zu dir, Herr 1 Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst wer⸗ den. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch geborn, der mir aus Nöten helfen kann: Ich ruf dich an, zu dem ich mein Ver⸗ trauen hab. 2. Mein Sünd sind schwer und übergroß und reuen mich von Herzen; derselben mach mich quitt und los durch deinen Tod und Schmerzen und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan, so werd ich los der Sünden⸗ last; Herr, halt mir fest, wes du dich mir versprochen hast. 3. Gieb mir nach dein'r Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine Süßigkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Näch⸗ sten gleich als mich. Am letz⸗ ten End dein Hülf mir send, damit behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, sein'm liebsten Sohn, der uns 23— und v ein, u noch R srüh v 2. allein, gemei Gott, Angf 3. Und Rell um Straf 4.. lich a dich i Isu Und! 5. Herr all stehn Trüb 6. Sin aus unser von Kron wer⸗ Brüder. — Herr „mein 1. Ich bist, t wer⸗ nichts r kein ir aus ch ruf Ve⸗ schwer u mich mach deinen 1d zeig „ daß gethan, ünden⸗ st, wes hast. deinr wahren daß ich miglich Dingen Näch⸗ m leh⸗ r send, Il List n dem Vater Christ der un Buß⸗ und Beichtlieder. allzeit behüte, und Gott dem werten heilgen Geist, der uns sein Hülfe allzeit leist, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und vollends in der Ewigkeit. Johann Schneesing 1567. 2 Ehronika 20. Eigene Melodie. 233 Wenn wir in höch⸗ 5 sten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat, 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen ins⸗ gemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädig⸗ lich all denen, die drum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünde groß, sprich uns davon aus Gnade los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 14⁵ 7. Auf daß von Herzen kön⸗ nen wir nachmals mit Freude danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hie und dort. Paul Eber g. 1511 4 1569. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 234 Ach Gott, ich muß 8 dirs klagen, daß ich so elend bin: Mein Herz will mir verzagen, mein Sünd liegt mir im Sinnz ich kann ihr nicht vergessen, sie ist zu groß und schwer, sie hat mich ganz besessen, sie kränkt und quält mich sehr. 2. In Sünd bin ich em⸗ pfangen, in Sünden auch ge⸗ born, viel Sünd hab ich be⸗ gangen, darum bin ich verlorn. Ich kann nicht freudig werden, den Himmel anzusehn, und schäme mich, auf Erden vor dir, mein Gott, zu stehn. 3. Nun sollt ich ja vertrauen dein'm Sohne Jesu Christ, auf sein Verdienst fest bauen, weil er mein Fürsprach ist. Doch schreckt mich mein Gewissen, das zweifelt immerdar und spricht, dich werd verdrießen, daß ich die Sünd nicht spar. 4. Ich wollt auch herzlich gerne bessern das Leben mein, mit Werk, Wort und Geberden fromm und gehorsam seinz ich kanns so nicht vollbringen, wie ichs oft hab bedacht, ich laß mich davon dringen durch Sa⸗ tans List und Macht. 10 146 5. Was soll ich denn nun machen? Wie kann ich doch bestehn? Ich fall der Höll in Rachen, wenn ich dir will ent⸗ gehn. Herr, zu dir komm ich wieder und such Barmherzig⸗ keit, ich falle vor dir nieder, mein Sünde ist mir leid. 6. Du hast dein Sohn ge⸗ geben für aller Menschen Sünd, daß jedermann sollt leben, der an ihn glauben könnt. Will gleich mein Herz nicht trauen, so glaub ich dennoch fest; hilf du meinem Unglauben, dein Hülfe ist die best. 7. Ich bin nicht wert der Güte, die du an mir gethan, daß für mich mit sein'm Blute bezahlt dein lieber Sohn; be⸗ darf es doch notwendig und glaub dem Worte dein, das mir zusagt beständig: Wer glaubt, wird selig sein. 8. So wahr, als ich selbst lebe, sprichst du, mein Herr und Gott, ungern ich übergebe den Sünder in den Tod; ich will, daß er umkehre und ewig leb bei mir. Darum komm ich, mein Herre, ich komm wieder zu dir. 9. Mit deinem heilgen Geiste den schwachen Glauben mehr, mir Hülf und Beistand leiste zu deines Namens Ehr. Leit mich auf deinem Stege, vor aller Sünd und Schand, vors Teufels Strick und Wege be⸗ wahr mich deine Hand! 10. Segne mein Leib und Leben, auch mein Beruf und Buß⸗ und Beichtlieder. Werk, was du mir hast ge⸗ geben, behüt durch deine Stärk! Erhör, o Herr, mein Schreien und mein furchtsames Wort, daß ich mich dein kann freuen, verachten Satans Mord. 11. Zuletzt laß mich abschei⸗ den mit einem selgen End und nimm aus diesem Leiden mein Seel in deine Händ! Dafür will ich dich preisen mit steter Dankbarkeit; du wirst mir Gnad erweisen und helfn in Ewigkeit. Hann. Gsb. 1646 nach einem ält. Liede. Mel. Vater unser im Himmelreich. 2 3 5 imm von uns, Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sün⸗ den ohne Zahl verdienet haben allzumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid! 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt ver⸗ gehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Ret⸗ tung uns erschein! Beweis an uns dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer That, wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei! 4. 6 hittern gen X 34 fu Zahlu des t undeh 5. ö ten Stad fit 5 bors erleil auf d. N g Stärk! chreien umein Dafür t steter st mir In in lt. Liede. elkeich. uns, treuer F und Sün⸗ haben Krieg euchen, bösen d und so du, n uns Thun, lt ber⸗ Mensch rch die d Ret⸗ heis an 1d straf That, ite bei, n fern Buß⸗ und Beichtlieder. 4. Gedenk an deins Sohns bittern Tod, sieh an sein heil⸗ gen Wunden rot! Die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. 5. Leit uns mit deiner rech⸗ ten Hand und segne unsre Stadt und Landz gieb uns all⸗ zeit dein heiligs Wort, behüt vors Teufels List und Mordz verleih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein. Martin Moller g 1547 f 1606. Eigene Melodie. 236 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunngquell aller Gnaden, sieh doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin be⸗ laden und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in sol⸗ cher Last, nimm sie aus mei⸗ nem Herzen, dieweil du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in mei⸗ nen Sünden untergeh und ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag' begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja ich weiß weder aus noch ein und müßte stracks verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 147 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht und neu beginnt zu springen; dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und gerne möcht im Blute dein von Sünden ab⸗ gewaschen sein, wie David— und Manasse,““) 2 Sam. 12, 13.*) 2 Chron. 33, 13. 6. So komm ich auch zu dir allhie in meiner Not geschritten und thu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. O Herr, vergieb, vergieb mirs doch um deines Namens willen und thu in mir das schwere Joch der Übertretung stillen, daß sich mein Herz zu⸗ frieden geb und dir hinfort zu Ehren leb mit kindlichem Gehorsam. 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich mit deinen Wunden, tröst mich mit deinem Todesschweiß in meiner letzten Stunden und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im rechten Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten! Barthol. Ringwald g. 1530 f 1598. 10² 148 Buß⸗ und Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 237 Ver G'richt, Herr — Jesu, steh ich hie, zu dir beug ich meins Herzens Knie, kann mir selbst gar nicht raten. Mein groß und vicle Missethat mich hier und dort verdammet hat. Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein, weil ich in wahrer Reu und Buß an dich gläub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ, des dank ich dir, des dank ich dir, ich will mich bessern, hilf du mir! Hannov. Gsb. 1646. Eigene Melodie. 238 ch Gott und Herr, 4 wie groß und schwer sind mein begangnen Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende und wollt los sein des Elends mein, würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab Hertdnch A ch Gott, zürn nicht, nicht ins Gricht, dein Sohn hat mich versühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahr hie fort, nur schone dort und laß mich Beichtlieder. 5. Gieb, Herr, Geduld, ver⸗ giß die Schuld, gieb ein ge⸗ horsam Herze, laß mich ja nicht, wies oft geschicht, mein Heil murrend verscherzen! 6. Handle mit mir, wies dünket dir, durch dein Gnad will ichs leiden; wollst mich nur nicht dort ewiglich von deiner Liebe scheiden! 7. Gleichwie sich fein ein Vögelein in hohle Bäum ver⸗ stecket, wenns trüb hergeht, die Luft unstät Menschen und Vieh erschrecket, 8. Also, Herr Christ, mein Zuflucht ist die Höhle deiner Wunden; wenn Sünd und Tod mich bracht in Not, hab ich mich drein gefunden. 9. Darin ich bleib; ob Seel scheiden, so werd ich dort bei dir, mein Hort, sein in ewigen Freuden. 10. Ehre sei nun Gott Va⸗ ter, Sohn und heilgem Geist zusammen! Ich zweifle nicht, weil Ch e spricht: Wer glaubt, wird selig. Amen. V. 1—6 Rutilius g. 1550 1618. V. 7— 10 Joh. Groß g. 1564 1654. Mel. Bater unser im Himmelreich. 239. o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe hier wohl büßen! mit mir ewiglich. und Leib hie von einander 2. Mens in dei du Ti Gott zWar O se in f seine dem lohn 5. Hott und gewe leber sterb ist d 0 kehr fan ist Mor ot. Buß bren 7 du „ ber⸗ in ge⸗ nicht, u Heil „Wies Gnad t mich 9 von in ein m ber⸗ ht, die dWieh „mein deiner und t, hab 0 Seel nander ort bei ewigen t Va⸗ Geist nicht, Wer ien. 1618. 11654. elbeich. lebe, Gott, inders mein er von seiner 9 lebe Buß⸗ und Beichtlieder. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd! Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar mit einem teuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicher⸗ heit, denk nicht: Zur Buß ist noch wohl Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd; wenn ich des Lebens müde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist wohl stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit, doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad abge⸗ lohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod, zusagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir kund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut be⸗ kehre dich! Eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krank, ja wohl gar tot. So du nun stirbest ohne Buß, dein Seel und Leib dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute 149 komm zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu mei⸗ ner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Mel. Auf meinen lieben Gott. 240 Wo soll ich fliehen hin, weil ich beschweret bin mit viel und großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt her käme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu, voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu dei⸗ ner großen Güte, laß du auf mein Gewissen ein Gnaden⸗ tröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil ge⸗ funden. 4. Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zu gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde und ihrer nicht gedenke, ins Meer sie tief versenke! 5. Du bist der, der mich tröst, weil du mich selbst erlöst; was ich gesündigt habe, hast du verscharrt im Grabe; da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. 6. Ist meine Bosheit groß, so werd ich ihr doch los, wenn 150 ich dein Blut auffasse und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen; mit dir kann ich sie schlagen. Dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trutz bald schweigen. 9. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stärk und Kraft, daß auch ein Tröpflein kleine die ganze Welt kann reine, ja gar aus Teufels Ra⸗ chen frei, los und selig machen. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben, denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 11. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles mei⸗ den, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. Joh. Heermann g. 1585 7 1647. Buß⸗ und Mel. Werde munter, mein Gemüte. 241 FTreuer Gott, ich 7 muß dir klagen meines Herzens Jammerstand, ob dir wohl sind meine Plagen Beichtlieder. besser als mir selbst bekannt; große Schwachheit ich bei mir in Anfechtung oftmals spür, wenn der Satan allen Glauben will aus meinem Herzen rauben. 2. Du, Gott, dem nichts ist verborgen, weißt, daß ich nichts von mir hab, nichts von allen meinen Sorgenz; alles ist, Herr, deine Gab. Was ich Gutes find an mir, das hab ich allein von dir; auch den Glauben mir und allen giebst du, wie dirs mag gefallen. 3. O mein Gott, vor den ich trete jetzt in meiner großen Not, höre, wie ich sehnlich bete, laß mich werden nicht zu Spott, mach zunicht des Teu⸗ fels Werk, meinen schwachen Glauben stärk, daß ich nim⸗ mermehr verzage, Christum stets im Herzen trage. 4. Jesu, du Brunn aller Gnaden, der du niemand von dir stößt, der mit Schwachheit ist beladen, sondern deine Jün⸗ ger tröst, sollt ihr Glaube auch so klein wie ein kleines Senf⸗ korn sein, wolltst du sie doch würdig schätzen, große Berge zu versetzen. 5. Laß mich Gnade vor dir finden, der ich bin voll Trau⸗ rigkeit. Hilf du mir selbst über⸗ winden, so oft ich muß in den Streit; meinen Glauben täg⸗ lich mehr, deines Geistes Schwert verehr, damit ich den Feind kann schlagen, alle Pfeile von mir jagen. aufri bersch weifl 9. Strit hat l drauf Gieb Stre aus, fim däm 10 Kind ich schwis üher gäng nnt; nir in wenn will hen. 18 ist nichts allen Herr, Hutes allein auben „ wie r den roßen hnlich ht zu Teu⸗ achen nim⸗ u stets aller 9 von schheit Jün⸗ auch Senf⸗ doch Berge or dir Trau⸗ uber⸗ n den täg⸗ hwert Feind (e hon Buß⸗ und 6. Heilger Geist ins Him⸗ mels Throne, gleicher Gott von Ewigkeit mit dem Vater und dem Sohne, der Betrüb⸗ ten Trost und Freud, der du in mir angezündt, so viel ich an Glauben find, über mir mit Gnade walte, ferner deine Gab erhalte! 7. Deine Hülfe zu mir sende, o du edler Herzensgast, und das gute Werk vollende, das du angefangen hast. Blas das kleine Fünklein auf, bis ich nach vollbrachtem Lauf allen Auserwählten gleiche und des Glaubens Ziel erreiche. 8. Gott, groß über alle Götter, heilige Dreieinigkeit, außer dir ist kein Erretter, tritt mir selbst zur rechten Seit, wenn der Feind die Pfeil ab⸗ drückt, meine Schwachheit mir aufrückt, mir will allen Trost verschlingen und mich in Ver⸗ zweiflung bringen. 9. Zeuch du mich aus seinen Stricken, die er mir geleget hat, laß ihm fehlen seine Tücken, drauf er sinnet früh und spat. Gieb Kraft, daß ich allen Strauß ritterlich mög stehen aus, und so oft ich noch muß kämpfen, hilf mir meine Feinde dämpfen! 10. Reiche deinem schwachen Kinde, das auf matten Füßen steht, deine Gnadenhand ge⸗ schwinde, bis die Angst vor⸗ über geht. Wie die Jugend gängle mich, daß der Feind Beichtlieder. 151 nicht rühme sich, er hätt ein solch Herz gefället, das auf dich sein Hoffnung stellet. 11. Du bist meine Hülf, mein Leben, mein Fels, meine Zuversicht, dem ich Leib und Seel ergeben; Gott, mein Gott, verzeuch doch nicht! Eile, mir zu stehen bei, brich des Fein⸗ des Pfeil entzwei, laß ihn selbst zurücke prallen und mit Schimpf zur Hölle fallen! 12. Ich will alle meine Tage rühmen deine starke Hand, daß du meine Plag und Klage hast so herzlich abgewandt. Nicht nur in der Sterblichkeit soll dein Ruhm sein ausgebreit, ich wills auch hernach erweisen und dort ewiglich dich preisen. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Eigene Melodie, oder Jesu, meines Lebens Leben. 242 Qesu, der du meine Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstern Höhle und der schweren Sündennot kräftiglich herausgerissen und mich solches lassen wissen durch dein an⸗ genehmes Wort, sei doch jetzt, o Gott, mein Hort! 2. Herr, ich muß es ja be⸗ kennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich mei⸗ ner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 152 Buß⸗- und Beichtlieder. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner Fehler sein; mein Gemüt ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Pein, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach vergieb mir, was verbor⸗ gen, rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. 4. Jesu, du hast weggenom- men meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kom⸗ men meiner Seligkeit zu gut, und dieweil du so zerschlagen hast die Sünd am Kreuz ge⸗ tragen, ei so sprich mich end⸗ lich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 5. Wenn ich vor Gericht soll treten, da man nicht ent⸗ fliehen kann, ach so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, Herr, kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner linken Hand seid von mir noch nie erkannt. 6. Du ergründest meine Schmerzen, du, Herr, kennest meine Pein. Es ist nichts in meinem Herzen als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, mit Leid vermenget, durch dein teures Blut besprenget, so am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, 416. Jesu Christ. Nun, ich weiß, du wirst 15. stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine Treu erfüllen, was du selber hast gesagt: weiten Erden keiner je ver⸗ loren werden, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 8. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja ver⸗ derben nicht! Du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht. Deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Johann Rist g. 1607 1667. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 243 O frommer und ge⸗ — treuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot Aund sehr gesündigt wider dich: das ist mir leid und reuet mich. 2. Du aber, o mein gnädger Gott, hast nicht Gefalln an meinem Tod, und ist dein herz⸗ liches Begehrn, daß ich soll Buß thun, mich bekehrn. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sün⸗ der zu dir komm, hilf mir durch Christi bittern Tod und heilige fünf Wunden rot! 4. Ja, Herr ich bitt durch Jesum Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: Laß deine Gnad und Gütigkeit mehr gel⸗ ten denn Gerechtigkeit! 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd ich arm ver⸗ lornes Kind ledig und los all daß auf dieser meiner Sünd. 6. deiner leben ich lang der z endli gen! gnäd Gütt 2. Wu was We l5 N Mit ich anf — hast Men Last bart Da Mei an Les Stt lich ebt daß Ras Herf eber⸗ ewig ur ist ilf mir d ber⸗ kannst u mich Deiner bis ich Streit f1667. ten sein. nd ge⸗ tt, ich ot und das mich. nädger In an herz⸗ 9 soll lieber Sün⸗ durch heilige durch zu gut b deine hr gel⸗ laß meine m ver⸗ los all Buß⸗ und Beichtlieder. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit ge⸗ langen zu der Seligkeit. 1643. Nach Johann Leon. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh darein. 244 Vater der Barm⸗ herzigkeit, ich falle dir zu Fuße, verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße. Was ich began⸗ gen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte! 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat, worin es mir sonst fehlet; gieb Willen, Mittel, Kräft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Ar⸗ men getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich er⸗ barmen! O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, sieh an mein kläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden teu⸗ res Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftig⸗ lich zu gut, daß ich nicht müß verderben. Bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 153 5. O heilger Geist, du wah⸗ res Licht, Regierer der Ge⸗ danken, wenn mich die Sün⸗ denlust anficht, laß mich von dir nicht wanken! Verleih, daß nun doch nimmermehr Begierd nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stünd⸗ lein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trotz und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. David Denicke g. 1603 1680. Mel. Vater unser im Himmelreich. 245 ott Vater, denk — an Christi Tod, sieh an deins Sohnes Wunden rot, die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barm⸗ herzigkeit. 2. Den König leit mit dei⸗ ner Hand, beschütz und segne unser Land, gieb überall dein heilig Wort, wend ab Pest, Teurung, Krieg und Mord, all denen, die in Nöten sein, mit Rettung, Hülf und Trost erschein! 3. Amen, dies alles werde wahr, erhör und hilf uns im⸗ merdar, o Vater in dem höch⸗ sten Thron, durch Christum deinen eingen Sohn, daß du, 15⁴4 Buß⸗ und Beichtlieder. dein Sohn und beider Geist in allem von uns werd gepreist. Hannov. Gsb. 1657. Eigene Melodie. 246 Herr, ich habe miß⸗ gehandelt, ja mich drückt der Sünden Last, ich bin nicht den Weg gewan⸗ delt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? du wirst allent⸗ halben sein; wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flü⸗ gel gleich den Winden, gleich⸗ wohl würdest du mich finden. 3. Drum, ich muß es nur bekennen, Herr, ich habe miß⸗ gethan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen. Ach nimm mich zu Gnaden an, laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht ganz entzünden! 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen, weiten Meer, dennoch würd es ihm wohl fehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszusprechen. 5. Wein', ach wein' jetzt um die Wette, meiner beiden Augen Bach! O daß ich gnug Zäh⸗ ren hätte zu betrauern meine Schmach! O daß aus dem Thränenbronnen käm ein star⸗ ker Strom geronnen! 6. Dir will ich die Last aufbinden, wirf sie in die tiefste See, wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß als Schnee, laß den guten Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Johann Franck g. 1618 f 1677. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 247 Qch will von mei⸗ V ner Missethat zum Herren mich bekehren; du wollest selbst mir Hülf und Rat hiezu, o Gott, bescheren und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnade mir gewähren! 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend selbst empfinden; er ist ohn deines Geistes Licht blind, taub, ja tot in Sünden, verkehrt ist Will, Verstand und Thun. Des großen Jammers wollst du nun, o Vater, mich ent⸗ binden! 3. Klopf durch Erkenntnis bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand, du hast mich überladen mit Ehr, Ge— sundheit, Ruh und Brot, du ertwäh machst bis — V Flutet hat g Guten kigen alls g Vater gegen flissen ihet Gewi. esun wund bifsen 7. gen Sac harz chen Gesi geric Last iefte einen weiß guten stets 167⁷. Zeit. mei⸗ sethat 5 du und heren kraft, haft, n von Flend ohn taub, rt ist Thun. vollst ent⸗ ntnis wohl 6 ich annst 5 ich schwer n her Buß⸗ und Beichtlieder. machst, daß mir noch keine Not bis hieher können schaden. 5. Hast auch in Christo mich erwählt tief aus der Hölle Fluten, daß niemals mir es hat gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Vaterruten. 6. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich be⸗ flissen? Nein, eines andern zeihet mich mein Herz und mein Gewissen; darin ist leider nichts gesund, an allen Orten ist es wund, vom Sündenwurm ge⸗ bissen. 7. Die Thorheit meiner jun⸗ gen Jahr und alle schnöden Sachen verklagen mich zu offen⸗ barz was soll ich Armer ma⸗ chen? Sie stellen, Herr, mir vors Gesicht dein unerträglich Zorn⸗ gericht und deiner Hölle Rachen. 8. Bisher hab ich in Sicher— heit ganz unbesorgt geschlafen, gesagt: Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu stra⸗ sen, er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Herr mit seinen Schafen. 9. Dies alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen; ich sehe deines Donners Macht, dein Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wol⸗ len mich verschlingen. 155 10. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh in deine Wunden; laß mich da einge⸗ schlossen sein und bleiben alle Stunden; dir ist ja, o du Gotteslamm, all meine Schuld am Kreuzesstamm zu tragen aufgebunden. 14. Dies stelle deinem Vater für, daß er sein Herze lenke und gnädig sich kehr her zu mir, nicht meiner Sünden denke, auf daß er meine Sündenlast, die du auf dich genommen hast, ins tiefe Meer versenke. 12. Hierauf will ich zu jeder Zeit mit Ernst und Sorgfalt meiden der bösen Lüste Eitel⸗ keit und lieber alles leiden, denn daß ich Sünd aus Vor⸗ satz thu) ach Herr, gieb du stets Kraft dazu, bis ich einst werd abscheiden. V. 1—10 Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg(2) g. 1627 1667, V. 11 u. 12 Lüneb. Gsb. 1661. Mel. Werde munter, mein Gemüte. du Schöpfer aller 248.— Dinge, höre, höre mein Gebet, das ich jetzo vor dich bringe, weil mein Herz in Angsten steht. Meine Sün⸗ den ängsten mich, darum komm ich auch vor dich und bekenne meine Sünden, ach Herr, laß mich Gnade finden! 2. Weil du heißest alle kom⸗ men, die beladen sind, zu dir, bin ich auch nicht ausgenommen noch gewiesen von der Thür 156 Buß- und Beichtlieder. deiner Gnade, sondern du willst und wirst mich noch dazu von den Sünden, die mich drücken, ganz entbinden und erquicken. 3. Dein Wort bleibet un- gebrochen, das du einmal hast geredtz nun hast du, o Gott, gesprochen: Such mein Antlitz im Gebet. Darum komm ich auch vor dich, such dein Antlitzz ach laß mich bei dir Trost und Gnade finden, sprich mich los von meinen Sünden! 4. Sieh die Handschrift, die ich gebe dir in deine Händ, o Gott! Drin sprichst du: So wahr ich lebe, ich will nicht des Sünders Tod, sondern daß er sich bekehr von den Sünden und begehr ewiglich mit mir zu leben, so will ich die Sünd vergeben. 5. Nun wohlan, du wirst nicht lügen, ich halt mich an deine Wort, will darauf in Demut biegen meine Knie an diesem Ort und bekennen mei ne Sünd; ich bin das verlorne Kind, das vom Teufel oft ver⸗ blendet deine Güter hat ver schwendet. 6. Weiter will ich nichts mehr sagen und allein an meine Brust mit dem armen Zöllner schlagen: Gott, es ist dir wohl bewußt, daß ich hab gesündigt dir, aber sei doch gnädig mir, ich fall dir in deine Arme, ach Herr, meiner dich erbarme! 7. Ich verleugne nicht die —2 Sünden, ich verleugne nicht die Schuld; aber laß mich Gnade finden, trage, Herr, mit mir Geduld! Alles, was ich schul⸗ dig bin, zahlt mein Jesus, nimm nur hin die Bezahlung meines Bürgen, der sich ließ für mich erwürgen. 8. Nun, o Vater aller Gna— den, siehe dessen Leiden an! Dieser hat ersetzt den Schaden und für mich genug gethan; durch ihn bin ich ganz erlöst, dessen ich mich gänzlich tröst, weil in seinen tiefen Wunden ich nun Fried und Ruh ge— funden. 9. Ich will auch hierauf ge— nießen, Jesu, deinen Leib und Blut meiner Seele und Ge— wissen zur Erquickung und zu gut. Gieb, daß würdig ich ge— nieß dich, o Herr, und schmeck, wie süß und wie freundlich du bist denen, die sich nach dir herzlich sehnen. Christoph Tietze g. 1641 1 1703. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 249 Voatax, laß mich / Gnade finden, tröste meinen blöden Sinn, der ich wegen meiner Sünden so betrübt und traurig bin. Siehe, mein Gott, wie ich hier jetzt vor deiner Gnadenthür mit dem Zöllner schamrot stehe und dich um Vergebung flehe. 2. Du bist heilig, ich hin— gegen bin voll Ungerechtigkeit, muß mich bloß aufs Bitten legen und auf deine Gütigkeit sehen so du, ohne! Ubel! 3. Lehre Tod, kehke! Dieser als de und L Meine 4. auf E sein werde thut. nenkr nen Blut allch 7 komun Zeit, benot figkei Wenn darut Flehe Aeher 6. und Wu und ten beit nade mir schul⸗ Nsus, hlung Rlitß Gna⸗ Wan! haden than; rlöst, tröst, unden h ge⸗ ⸗ und Ge⸗ ud zu th ge⸗ hmeck, ndlich nach 1703. müte. mich inden, Sinn, ünden hin. hier nthür stehe flehe. hin⸗ igkeit HBitten tigkeit Buß⸗ und Beichtlieder. setzen meine Zuversicht, denn so du, Herr, dein Gericht ließest ohne Gnad ergehen, würd es übel um mich stehen. 3. Aber, Herr, nach deiner Lehre willst du keines Sünders Tod, sondern daß er sich be⸗ kehre und frei werde seiner Not. Dieser Trost erquicket mich, als der ich auch ängstiglich Reu und Leid bei mir empfinde über meine schwere Sünde. 4. Denke, daß dein Sohn auf Erden drum vergossen hat sein Blut, auf daß könne selig werden, wer im Glauben Buße 157 herzig sein und in die Zahl deiner Kinder wiederum mich nehmen ein, so will ich von Herzen dich dafür preisen ewig⸗ lich. Drum in Jesu Christi Namen wollst du mich erhören! Amen. Christ. Gensch v. Breitenau 9. 1638 1732. Pfalm o0. Eigene Melodie. 250 Straf mich nicht in deinem Zorn, großer Gott, verschone! Ach laß mich nicht sein verlorn, thut. Ach sein Kreuz und Dor⸗ nenkron bring ich hier vor dei⸗ nen Thron, seinen Tod und Blutvergießen laß mich Armen auch genießen. 5. Zwar ich sollte längst sein kommen, da es noch war rechte Zeit, doch ist dadurch nichts benommen deiner großen Gü⸗ tigkeit. Keine Buße ist zu spät, wenn sie nur von Herzen geht, darum wird dir auch mein Flehen jetzo noch zu Herzen gehen. 6. Großer Gott, voll Lieb und Treue, laß durch Jesu Wunden doch meine späte Buß und Reue vor dir etwas gel⸗ ten noch! Denke doch nicht weiter dran, was ich habe miß⸗ gethan, laß mein arges Sün⸗ nach Verdienst nicht lohne! Hat die Sünd dich entzündt, laß um Christi willen deinen Zorn sich stillen! 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höl⸗ len? Rette mich aus jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. 3. Zeig mir deine Vaterhuld, stärk mit Trost mich Schwachen! Ach Herr, hab mit mir Ge⸗ duld, wollst gesund mich machen, heil die Seel mit dem Ol dei⸗ ner großen Gnaden, wend ab allen Schaden! 4. Ach sieh mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner denleben mir aus Gnade sein Hülfe harren; ich verschmacht, vergeben! Tag und Nacht muß mein 7. Wirst du nun mir armen Lager fließen von den Thrä⸗ Sünder, o mein Gott, barm⸗ nengüssen. 158 5. Ach ich bin so müd und matt von den schweren Plagen, mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hülfe fragen. Wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwer— mutshöhle? 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Betenz nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. Teufel, weich, Hölle, fleuch! Was mich vor gekränket, hat mir Gott geschenket. 7. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicherweis, der allzeit zu loben, heilger Geist, sei gepreist, hoch gerühmt, ge— ehret, daß du mich erhöret. Joh. Ge. Albinus g. 1624 1679. Eigene Melodie. 251 ieh, hier bin ich, 2— Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron, schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn! Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gieb dich mir und nimm mich hin! 3. Ich begehre nichts, o Herre, als nur deine freie Gnad, die du giebest, den du liebest und der dich liebt in der That. Buß- und Beichtlieder. Laß dich finden, laß dich fin⸗ den, der hat alles, wer dich hat. 4. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen mei⸗ nem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander g. 1650 f 1680. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 2 52 ott, des Zepter, 7 Stuhl und Krone herrschet über alle Welt, der du deinem Herzenssohne eine Hochzeit hast bestellt, dir sei Dank ohn End und Zahl, daß zu diesem Liebesmahl von der breiten Sündenstraßen du mich auch hast laden lassen. 2. Herr, wer bin ich? Und hingegen wer bist du? Was deine Pracht? Ich dem Wurm gleich an den Wegen, du der König großer Machtzich Staub, Erde, schwach, voll Not, du der Herr Gott Zebaoth; ich ein Scherz und Spiel der Zei⸗ ten, du der Herr der Ewig⸗ keiten. 3. Ich grundbös und ganz verdorben, du die höchste Heilig⸗— keit; ich verfinstert und erstor— ben, du des Lebens Licht und Freud; ich ein armes Sünden- kind, lahm und sprachlos, taub und blind, du das Wesen aller Wesen, ganz vollkommen, aus⸗ erlesen. Saal lamu gali, Reihe freuer 0. sich l ewig der f für f geneh Herz und Spe 6. Kon komt ring Lieb dir und hin woh fin⸗ dich keiten, r und umei⸗ ht die u/ laß tt, ich 1680, Siele. heptet, und Welt, sohne t, dir Zahl, hl von zen du sen. Und Was Wurm I der Staub, t, du 95 h er Zi⸗ Ewig⸗ d ganz Heilig⸗ erstor⸗ st und inden⸗ „ taub n aller „, aus⸗ Buß⸗ und Beichtlieder. 159 4. Und doch lässest du mich laden zu dem großen Hochzeit⸗ mahl. O der übergroßen Gna⸗ den: ich soll in des Himmels Saal mit dem lieben Gottes⸗ lamm, meiner Seele Bräuti⸗ gam, bei der Engel Chor und Reihen mich in Ewigkeit er⸗ freuen! ö 5. Wen nun dürstet, soll sich laben mit dem Quell, der ewig fleußt, wen nun hungert, der soll haben Brots genug für seinen Geist. O ein an⸗ genehmer Ort, da sich Gottes Herz und Wort seiner Braut und Hochzeitgästen giebt als Speis und Trank zum besten! 6. O du großer Herr und König, der du rufst: Kommt, kommt herbei! ich bin zu ge⸗ ring und wenig aller deiner Lieb und Treu; ach ich kann dir nimmermehr danken gnug und also sehr, wie ich schuldig bin und sollte, wie ich auch wohl gerne wollte. 7. Zeuch du mich, dein Mahl zu schmecken, aus der finstern Erdenkluft, laß mein Ohr die Stimme wecken, die so hell und liebreich ruft: Komm, o Mensch, komm eilend, komm zu dem Lebensquell und Strom! Komm zum Brot, davon zu zehren und den Geist damit zu nähren. ö 8. Offne, Herr, mir doch die Ohren zu dem Ruf, der also klingt, der zu deinen Freuden⸗ thoren, o Jerusalem, mich bringtz laß den, den du teur erkauft und auf dich selbst hast getauft, ja nicht in der Thoren Reihen sich der eitlen Welt— lust freuen! 9. Laß das eitle Weltge⸗ tümmel, diese Dämpfe, die bald fliehn, von des Lammes Mahl im Himmel, das stets bleibt, mich nicht abziehn! Kleide, Jesu, in der Zeit mich mit deinem Hochzeitskleid, daß ich deine Hochzeitsehren möge feiern ohn Aufhören. Heinr. Georg Neuß g. 1654 1 1716. Pfalm 51, 12—4. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 253 Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, mein Herz ist ganz verderbet; es fühlet von der Sünde Schmerz, die ihm ist angeerbet und die es noch thut ohne Scheu. Ach mache, daß es wieder sei, wie du es erst er⸗ schaffen. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, der wie du sei gesinnet, der stets dir anhang allermeist und, was du willst, beginnet. Gieb, daß er hasse Fleisch und Blut, und Glauben übe in De⸗ mut, Zucht, Sanftmut, Hoff⸗ nung, Liebe. 3. Verwirf von deinem An⸗ gesicht, ob ich es gleich ver⸗ dienet, mich, allerliebster Vater, nicht, weil Jesus dich versüh⸗ net; laß nimmer, nimmer, nimmermehr mich dein Kind 160 Buß⸗ und Beichtlieder. also fallen sehr, daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, damit er mich nicht nehme dir, und ich stets dein verbleibe z beherrschet mein Herz, Sinn und Mut der heilge Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, hilf und vergieb die Sün— denz wenn meine Seele suchet dich, so laß dich von ihr fin⸗ den und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, darinnen Trost und Hülfe ist trotz Sunde, Tod und Teufel. 6. Dein freudger Geist erhalt mich doch mit seinem Freuden— öle, damit nicht das Verzweif⸗ lungsjoch verderbe meine Seele. Sei meine Freude du allein, ach laß mich deine Freude sein und führe mich zur Freude! Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb.-Rudolstadt g. 1640 1 1672. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 254 A6 was sind wir 7 ohne Jesus? dürf⸗ tig, jämmerlich und armz ach was sind wir? voller Elend. Ach Herr Jesu, dich erbarm! Laß dich unsre Not bewegen, die wir dir vor Augen legen. 2. Wir sind nichts ohn dich, Herr Jesu, hier ist lauter Fin⸗ sternis; dazu quälet uns gar heftig jener giftge Schlangen— biß; dieses Gift steigt zu dem Herzen und verursacht stete Schmerzen. 3. Ach ohn dich, getreuer Jesu, schreckt der Teufel und die Höll, die Verdammnis macht mich zittern, da ich steh auf dieser Stell; mein Gewissen ist erwachet, und der Abgrund flammt und krachet. 4. Ohne dich, herzliebster Jesu, kommt man nicht durch diese- Welt; sie hat fast auf allen Wegen unsern Füßen Netz gestellt, sie kann trotzen, sie kann heucheln und hält uns mit ihrem Schmeicheln. 5. Ach wie kraftlos, Her⸗ zensjesu, richten sich die Kran⸗ ken aufz unsre Macht ist lauter Ohnmacht in dem müden Le— benslauf. Denn man sieht uns, da wir wallen, öfters straucheln, oftmals fallen. 6. Darum stärk uns, liebster Jesu, sei in Finsternis das Licht, öffne unsre Herzensaugen, zeig dein freundlich Angesicht! Strahl, o Sonn, mit Lebens⸗ blicken, so wird sich das Herz erquicken. 7. Tritt den Satan, starker Jesu, unter unsern schwachen Fuß, komm zu deiner Braut gegangen, biet ihr deinen Frie⸗ densgruß, daß sie HBimmelsfreud verspüre und kein Leid sie mehr berühre. 8. Faß uns an, o süßer Jesu, führ uns durch die Pil-⸗ gerstraß, daß wir auf den rechten Wegen gehen fort ohn Unter⸗ laß; — zurüc 9. Herr Kraft nachn Eiget Uns! Leben singet wird Isus Mal. reuer und macht auf vissen hrund iebster durch t auf Füßen rotzen, lt uns Her⸗ Rran⸗ lauter n Le⸗ sieht öfters n. liebster 6 das augen, cicht! ebens⸗ 5 Herz starker wachen Braut Frie⸗ lofreud e mehr sißa ie Pil⸗ rechten Unter⸗ Buß⸗ und laß; laß uns meiden alle Stricke und nicht wieder sehn zurücke! 9. Laß den Geist der Kraft, Herr Jesu, geben unserm Geiste Kraft, daß wir brünstig dir nachwandeln nach der Liebe Eigenschaft; ach Herr, mach uns selber tüchtig, so ist unser Leben richtig. 10. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, schallen aus des Herzens Grund; dann wird alles jubilieren, und dir singen Herz und Mund; dann wird auf der ganzen Erden Jesus hoch gelobet werden. Peter Lackmann 1713. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. 255 O König, dessen — Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herr⸗ lichkeit, sehr groß und wunder⸗ thätig; ich armer Wurm ver⸗ mag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne, ich suche deine Hülf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne; doch weil ich voller Fehler bin und, wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig, so schlag ich Beichtlieder. 161 nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissenz drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erdz doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sün⸗ der gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sün⸗ der, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind, der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben! Du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe thätig! Und will es nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf dei⸗ ner Gnade; mir geh es gleich bös oder gut, gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann 11¹ 162 das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst beirätig! Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seuf⸗ zer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! Valent. Ernst Löscher g. 16734 1749. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. I. 256 Wir liegen hier zu E deinen Füßen, ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt, ach weh uns, wenn du strafen willt. 2. Du bist gerecht, wir lau⸗ ter Sünder, wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungeratnen Kinder, die auf verkehrten Wegen gehn. Kein Wunder, wenn uns Pest und Schwert und Hunger längst schon aufgezehrt. 3. Doch, Vater, dent an deinen Namen, gedenk an dei⸗ nen lieben Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sün⸗ der Tod ja nicht. Ach geh nicht mit uns ins Gericht! 4. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht; nur tröstet uns allein der Glaube, daß du dich doch erbarmen wirst. Ach hast du noch ein Vater- Buß- und Beichtlieder. herz, so siehe doch auf unsern Schmerz! 5. Der Mittler steht ja in der Mitten, wir schaun zu seinen Wunden aufz er hat für unsre Schuld gelitten und leistet dir die Zahlung drauf. Verbirgst du deinen Gnaden⸗ schein, so muß sein Blut ver-⸗ loren sein. 6. Das teure Blut von dei⸗ nem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zu⸗ geneigt. 7. Ach laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häup⸗ ter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los! 8. Steck ein das Schwert, das uns will fressen, den Wür⸗ ger laß vorübergehn, gieb dei⸗ nen Kindern Brot zu essen, laß keine solche Zeit entstehn, daß man dein Wort uns teuer macht, und unser Herz dabei verschmacht. 9. Gieb Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit, laß Lieb und Treu sich stetig küssen und fördre die Gerechtigkeit, krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut! ö 10. bring Leib Lob dein den! soll! W Mel. K müs Hebt und Lich mich Wie Mid Her Mit We bl insern ja in in zu r hat nund drauf. laden⸗ t ber⸗ N dei⸗ r uns Schau throne u Zeit, erzeigt, su⸗ rdiente Häup⸗ cht als deiner sammle d mach chwert, Wür⸗ jeb dei⸗ essen, nistehn, 16 teller dabei nd und Luft, ch und n und t, krön n Gut, in deine Buß⸗ und Beichtlieder. 163 10. So wollen wir dir Opfer bringen, dein eigen sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Israel stimmt in den Jubel Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! Benjamin Schmolck g. 1672 1737. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 257 u dir, Herr Jesu, 5 komme ich, nach⸗ dem du so gar freundlich mich zu dir hast heißen kommen. Mich drücket meiner Sünden Last, sie läßt mir keine Ruh noch Rast; würd sie mir nicht benommen, so müßt darunter ich vergehn, ich könnte nicht vor Gott bestehn, vor dem die Himmel selbst nicht rein, ich müßt ein Kind des Todes sein. Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, erquicke mich und laß mich nicht! 2. Das Sündenjoch ist mir zu schwer, es drückt mein Herze allzusehr, du, Herr, wollst es zerbrechen! Gedenke, daß du diese Last darum für mich ge⸗ tragen hast, damit nicht möchte rächen der Vater, was ich hab verschuldt, vielmehr, daß seine Gnad und Huld mir Armen wieder würd zu Teil. Mach mich durch deine Wunden heil, Herr Jesu Christ, und für mich bitt, und für mich bitt, wenn Satan wider mich auf⸗ tritt. 3. Zu dir steht meine Zu⸗ versicht, ich weiß von keinem Helfer nicht ohn dich, o Arzt der Sünder. All andre Helfer sind zu schlecht, du bist allein vor Gott gerecht, des Todes Überwinder, die Freistatt und der sichre Ort, das feste Schloß, der Schild und Hort, der Mitt⸗ ler und der Gnadenthron, des Vaters Herz und liebster Sohn. Herr Jesu Christ, das glaube ich, das glaube ich, ach stärk in solchem Glauben mich! 4. Hinfort will ich nun jeder⸗ zeit auf mich zu nehmen sein bereit dein Joch, die sanfte Bürdez darunter find ich Fried und Ruh, ich wachs und nehm im Guten zu. Und ob ich drunter würde aus Schwach⸗ heit, die dir ist bekannt, er⸗ müden, wird doch deine Hand mir immer wieder helfen auf, um zu vollenden meinen Lauf. Herr Jesu Christ, durch dich allein, durch dich allein kann ich hier und dort selig sein. J. Anast. Freylinghausen g. 1670 f 1739. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 2 58 Din Jesus rufet — dich zur Buße, komm, bring dein armes Herz herbei! Komm, falle ihm doch bald zu Fuße und zeig ihm deiner Seele Reu, die das Gesetz in uns erregt, wenn man Leid über Sünde trägt. I 164 Buß- und Beichtlieder. 2. Dein Jesus ruft dich auch zum Glauben durchs s üße Evan⸗ gelium und will aus Gnade dir erlauben, zu werden ganz sein Eigentum, daß du nun durch sein wertes Wort sollst selig werden hier und dort. 3. So säubre, Jesu, meine Sinnen und schaff in mir das Herze rein, laß mich von neuem nur beginnen, was dir, mein Jesu, lieb kann sein, und hilf, daß ich nach deinem Sinn recht gläubig und auch heilig bin. 1734. 259 Un dir allein, an 5 dir hab ich ge⸗ sündigt und übel oft vor dir ge⸗ thanz du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt, sieh, Gott, auch meinen Jammer an! 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld! Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden, du Gott der Langmut und Geduld! 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit! Er⸗ freue mich um deines Namens willen, du bist ein Gott, der gern erfreut. Eigene Melodie. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre mich dein heilig Recht, mich täglich thun nach deinem Wohl⸗ gefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mein Schutz, mir beizustehen und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 260 Aus einem tief vor — dir gebeugten Herzen ruf ich zu dir in mei⸗ nen Sündenschmerzen: Omache mich, Gott, meines Kummers ledig und sei mir gnädig! 2. Beschämt erkenn und fühl ich meine Sünden, laß, Vater, mich Erbarmung vor dir fin⸗ den!„Willst du auf Schuld und Übertretung sehen, wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben, du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; uns soll die Größe deiner Liebe lehren, dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir in Christo meine Fehle, dein harrt im Glauben meine müde Seelez laß Trost und Ruh um des Versöhners willen mein Herz erfüllen! 5. Vom Abend an bis zu dem frühen Morgen hoff ich voll, ich ke teuer Behe harr Vere ihre 2 Weg daß führe Hott traut haue ewig den laß W 26 und em, lebenz Liebe en. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. auf dich, o stille meine Sor⸗ gen! Du schenkest ja Belade⸗ nen und Müden gern deinen Frieden. 6. Ja hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade, sie ist viel größer als dein Seelenschade, und endlich wird sie dich von allem Bösen gewiß erlösen. Nach Frdr. K. v. Moser g. 172371798, von Joh. Sam. Diterich. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 261 Och erhebe mein Ge⸗ I. Imüte sehnsuchts⸗ voll, mein Gott, zu dir, denn ich kenne deine Güte, o wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf dich vergebens, nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir, daß ich nicht mehr irren mögez führe du mich selbst zu dir! Gott, du siehest mein Ver⸗ trauen; sicher kann ich auf dich bauen, deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. 3Z. Ach gedenke an die Sün⸗ den meiner Jugendjahre nicht, laß mich Armen Gnade finden, XVII. Pieder vom Glauben Eigene Melodie. 262 Non freut euch, liebe — Christen g'mein, und laßt uns fröhlich sprin⸗ gen, daß wir getrost und all 165 Gott, vor deinem Angesicht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja verzeihen. O so höre denn auch mich, meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sün⸗ ders Leben, seine Seele ist dir wert. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sün⸗ denwege machst du sein Ge⸗ wissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elen⸗ den, deren Herz sich dir ergiebt, die sich flehend zu dir wenden über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem geäng⸗ steten Gemüte, welchem du die Sündenlast liebreich abgenom⸗ men hast. 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, ver⸗ laß mich nicht! Laß mich im⸗ mer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht! Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! Nach J. Kaspar Lavater g.1741 11801, von Joh. Sam. Diterich. und von der Rechtferkigung. in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns ge⸗ wendet hat und seine süße Wunderthat; gar teur hat ers erworben. 166 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verlorenz mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war ge⸗ boren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt' mich besessen. 3. Mein guten Werk die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Hölle mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott inEwig⸗ keit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen. Er wandt zu mir das Vaterherzz es war bei ihm fürwahr kein Scherz, sein Bestes ließ ers kosten. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut; das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein; da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Va⸗ ter mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trüb⸗ nis trösten soll und lehren, mich erkennen wohl, und in der Wahrheit leiten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Jeit ist hie, zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bit⸗ tern Tod und laß ihn mit dir leben! ö 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward; er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau rein und zart, er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner arm Gestalt; den Teufel wollt er fangen. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren. Und hiit dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz! Das laß ich dir zur Letze.“) ö*) zum Abschied. Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. ir glauben all an 263. W Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater ge⸗ ben hat, daß wir seine Kinder werde ernäh wohl gen dem Tröf siere heit Sint berge soll diese Lebe Halt jetzt selber für dein, 0 ich uns en. mir Leben es dir festem hlingt schuld a bist Va⸗ diesem u der t will Trüb⸗ sehren, nd in 1 hab Ithun Reich u Lob d hüt Satz, Ichatz! e.) lbschied. 115⁴⁵. P hall an Gott, 1d der ter ge⸗ Kinder Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren. Er sorget für uns, hüt und wacht, es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heil⸗ gen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestorben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heil⸗ gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, die ganz Christen⸗ heit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben; hie all Sünd vergeben werden; das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. Martin Luther g. 1483 4 1546. Römer 5, 25—28. Eigene Melodie. 264 Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte, die Werk die helfen nimmermehr, sie können nicht behüten; der Glaub sieht Jesum Christum 167 an, der hat gnug für uns all gethan, er ist der Mittler wor⸗ den. 2. Was Gott im G'setz ge⸗ boten hat, da man es nicht konnt halten, erhub sich Zorn und große Not vor Gott so mannigfalte; vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G'setz erfordert allermeist; es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei: Gott hätt sein G'setz drum geben, als ob wir könn⸗ ten selber frei nach seinem Wil⸗ len leben. So ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sündig Art in unserm Fleisch verborgen. 4. Richt möglich war, die⸗ selbig Art aus eignen Kräften lassen; wiewohl es oft ver⸗ suchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Maßenz denn Gleiß⸗ ners Werk Gott hoch verdammt, und jedem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren. 5. Doch mußt das G'setz er⸗ füllet sein, sonst wärn wir all verdorben. Drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz Gesetz hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein from⸗ mer Christ des Glaubens recht Gestalte. Nicht mehr denn: Lieber Herre mein, dein Tod 168 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. wird mir das Leben sein, du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst du, daß kein Mensch verzag(das wirst du nimmer lügen): Wer glaubt an mich und wird getauft, dem⸗ selben ist der Himm'l erkauft, daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub giebt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht lasset; mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. 9. Es wird die Sünd durchs G'setz erkannt und schlägt das G'wissen nieder; das Evan⸗ gelium kommt zuhand und stärkt den Sünder wieder. Es spricht: Nur kreuch zum Kreuz herzu, im G'setz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk die kommen g'wißlich her aus einem rechten Glauben; denn das nicht rech⸗ ter Glaube wär, wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht; die Werk die sind des Nächsten Knecht, dabei wirn Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart't der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das geschehen soll zu Freud, setzt Gott kein g'wisse Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List; des solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken, denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gut⸗ that willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! Der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns ang'fangen hat, zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd g'scheh wie im Himmelsthrone, das täglich Brot ja heut uns werd; wollst unsrer Schuld verschonen, als wir auch unsern Schuldnern thun, laß uns nicht in Ver⸗ suchung stehn, lös uns vom Übel! Amen. Paul Speratus g. 1484 1554. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. 26 5 Wrn meiner Sünd 8 auch noch so viel, dennoch ich nicht verzagen will, Christ will ich lassen walten; der alle Sünd weg nimmt und trägt, der wird mich auch er⸗ halten. 2. Sein tröstlich Wort hab ich gehört, damit hat er mein Herz gerührt; wer glaubet sei⸗ nem Sohne, der wird verloren werde Freus 9 ren vor mich mich mein 4. und allei schw mich deine 5. liebe ewge gedo hich Gla 6 Ew herz Her Prei men Lis; en. „als nicht st am nicht dir leisch doch r mit Gut⸗ Sohn woll er in Ehren werd u, sein vie im täglich wollst u, als Idnern Ver⸗ vom 1554. , Herr. Sünd so vill, will, palten; nt und ich kx⸗ et hab mein et sei⸗ erloren Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 169 werden nicht, empfängt der Freuden Krone. 3. Es traure, wer da trau⸗ ren will, mein Herz aufspringt vor Freude viel, kein Leid kann mich nicht rühren; kein Unfall mich abwenden soll von Christo, meinem Herren. 4. O Jesu Christ, mein Herr und Gott, dir trauen hilft allein aus Not, hilf meinem schwachen Glauben, so kann mich auch der bittre Tod aus deiner Hand nicht rauben. 5. Frisch und fröhlich, mein liebe Seel, dir ist beschert das ewge Heil, dein' Feind sind all gedämpfet! Den Streit der nicht verlieren kann, der in dem Glauben kämpfet. 6. Dank sei dir, Gott, in Ewigkeit, o Vater der Barm⸗ herzigkeit, samt Christo, meinem Herren! Dein Lob ich allzeit preisen will, stets deinen Na⸗ men ehren. ö Aus dem Niederdeutschen des H. Wepse, um 1580. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh darein, oder Es ist gewißlich an der Zeit. 266 Wenn dein herzlieb⸗ ster Sohn, o Gott, nicht wär auf Erden kommen und hätt, da ich in Sünden tot, mein Fleisch nicht angenommen, so müßt ich ar⸗ mes Würmelein zur Hölle wan⸗ 2. Jetzt aber hab ich Ruh und Rast, darf nimmermehr ver⸗ zagen, weil er die schwere Sün⸗ denlast für mich hat selbst getra⸗ gen. Er hat mit dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ töten sich, auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getrost mein Herz und Mut mit kindlichem Vertrauen; auf dies sein rosen⸗ farbnes Blut will ich mein Hoffnung bauen, das er für mich vergossen hat, gewaschen ab die Missethat und mir das Heil erworben. 4. In seinem Blut erquick ich mich und komm zu dir mit Freuden; ich suche Gnad de⸗ mütiglich, von dir soll mich nichts scheiden. Was mir er⸗ worben hat dein Sohn durch seinen Tod und Marterkron, kann mir kein Teufel rauben. 5. Nichts hilft mir die Ge⸗ rechtigkeit, die vom Gesetz her⸗ rühret, wer sich in eignem Werk erfreut, wird jämmerlich ver⸗ führet. Des Herren Jesu Werk allein das machts, daß ich kann selig sein, der ichs mit Glau⸗ ben fasse. 6. Gott Vater, der du alle Schuld auf deinen Sohn ge⸗ leget, Herr Jesu, dessen Lieb und Huld all meine Sünde träget, o heilger Geist, des Gnad und Kraft allein das Gute in mir schafft, laß mich ans End beharren! dern in die Pein um meiner V. 1—5 Joh.Heermann g.15851647, Sünde willen. V. 6. Hannov. Gsb. 1652. 170 Eigene Melodie. 267 Her, ich bekenn von ö Herzensgrund, auch mit dem Mund, nichts soll mich davon wenden, daß nie⸗ mand sonst mein Heiland ist als Jesus Christ, der wahre Gott ohn Ende, der mir zu gut mein Fleisch und Blut genommen an, drum er nicht kann mich armen Sünder hassen. 2. Geborn ist er ein kleines Kind für meine Sünd, in Win⸗ deln eingehüllet; die Jugend mit Mühseligkeit, Armut und Leid ist worden ganz erfüllet; er hat gewacht, sich matt ge⸗ macht; er ward gestäupt, sein heilig Haupt mit Dornen scharf gekrönet. 3. Er ward ans Kreuzesholz gehenkt, mit Gall getränkt und fiel in Todesbanden; doch wie⸗ derum am dritten Tag nach seiner Plag ist er vom Tod erstanden, mit Herrlichkeit zur Himmelsfreud gegangen ein, frei aller Pein, gesetzt zu dei⸗ ner Rechten. 4. So schaue deinen Sohn doch an, was er gethan, laß Gnad in ihm mich finden! Du hast mich Armen nicht veracht, ganz frei gemacht von meinen schweren Sünden. Sohnes Tod hast du aus Not den Knecht erlöst; wer sich des tröst, den kannst du nicht ver⸗ dammen. 5. Der treue Hirt jetzt kommt vor dich und träget mich, sein Durchs Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Schaf, auf seinem Rücken, das Schaf, das ganz verirret war, ging mit Gefahr, es war in Satans Stricken; das hat er bracht aus eigner Macht, wie du begehrt, zu deiner Herd, zur Herde der Gerechten. 6. Mich, den die Welt ganz listiglich von dir zu sich mit ihrer Lust gezogen, bringt jetzt dein Sohn in deinen Schoß von Sünden los, aus Lieb hierzu bewogen. Ich, der sich weit durch Eitelkeit von deiner Gnad entfernet hat, ich bin jetzt wieder kommen. 7. Was Satanas mit bösem Sinn geraubet hin und von dir weggetrieben, das bringt dein Sohn zu deiner Herd aufs neu bekehrt, zu denen, die dich lieben. Er stellet dir jetzt wie⸗ der für dein Kind, das sich mutwilliglich von dir verlaufen hatte. 8. Also hab ich nun Gnad, o Gott, durch Christi Tod, den er für mich erduldet. Und ob ich wohl bei mir befind, daß meine Sünd all Höllenpein verschuldet, so hab ich doch die Hoffnung noch durch deinen Sohn, den Gnadenthron: ich werd nicht sein verloren. 9. Die Thür zum schönen Paradies hat er gewiß durch sein Blut aufgeschlossen, das aus den Wunden mildiglich am Kreuze sich mit Strömen hat ergossen. Ich glaube fest, daß du nicht läßt, o frommer alle& Himn nichts auch Gnad schaff gegeb danel mein komi und 2. Chri ewig gebo erlo Huld Kreu zu d vom I fuhr hine wir scher und . Heilg Wah Lehr ohn deiner in jetzt bösem bon bringt d aufs ie dich t wie⸗ 16 sich laufen Gnad, d, den Ind ob , daß enpein och die deinen n: ich n. schönen durch „ das diglich trömen be fes, ommer Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Gott, in Angst und Not, der dies mit Glauben fasset. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Eigene Melodie. 268 Onch glaub an Einen Gott allein, der alle Dinge groß und klein, den Himmel nebst der Erden aus nichts hat lassen werden, der auch mich selbst aus lauter Gnad zu seinem Dienst er⸗ schaffen hat, mir Leib und Seel gegeben, Sinn und Vernunft daneben. Durch seine Weisheit, Macht und Güt all sein Geschöpfe er behüt. Er ist mein Vater und mein Gott, der mir zu Hülfe kommt in Not, mich schützet und ernähret. 2. Ich glaube auch an Jesum Christ, der Gott vom Vater ewig ist und dann ein Mensch geboren, daß ich nicht würd verloren; der mir des Vaters Huld erwarb, am Stamm des Kreuzes für mich starb, fuhr zu der Hölle nieder, stund auf vom Tode wieder. Und zu vollenden seinen Lauf, fuhr er zum Himmelsthron hinauf; von da er kommen wird einmal, daß er die Men⸗ schen richte all, die Lebenden und Toten. 3. Ich glaub auch an den heilgen Geist, der gleich ist wahrer Gott und heißt ein Lehrer unsrer Sinnen, der ewig ohn Beginnen vom Vater und 171 vom Sohn ausgeht, der den Be⸗ trübten hier beisteht, daß sie Vergebung finden von allen ihren Sünden. Ich glaube, daß erhalten werd ein allgemeine Kirch auf Erd, bei der stets bleib des Geistes Gab. Ich glaub, daß dieses Fleisch vom Grab werd auf⸗ erstehn zum Leben. Justus Gesenius g. 1601 f 1673, oder David Denicke g. 1603 1680. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Gottes Sohn, 269. ObarrdesuChris, daß man recht könne gläuben, nicht jedermannes Ding so ist, noch standhaft zu verbleiben. Drum hilf du mir von oben her, des wahren Glaubens mich gewähr und daß ich drin be⸗ harre. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Jesu Christe, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich gelobet und ge⸗ preist in dem dreieingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil die wahr Erkennt⸗ nis finden, wie der nur an dir habe teil, dem du vergiebst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mirs gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gieb, daß ich traue dei⸗ nem Wort, es wohl ins Herze 172 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. sasse, daß sich mein Glaube zu dir allein mich wende in immerfort auf dein Verdienst verlasse, daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünde bin beschwert, dein Kreuztod zugerechnet. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen Wunden ich bleib allzeit ein⸗ geschlossen und durch den Glau⸗ ben auch die Welt und was dieselb am höchsten hält, allzeit für Schaden achte. 6. Wär auch mein Glaube noch so klein, und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine Gnad mich stärke, die das zer⸗ stoßne Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch voll-— ends nicht auslöschet in den Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorg⸗ fältig sei, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sei lauter jeder⸗ zeit, ohn Anstoß, mit Gerechtig⸗ keit erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich im⸗ mer stärken, daß er sei frucht⸗ bar für und für und reich an guten Werken, daß er sei thätig durch die Lieb, mit Freude und Geduld sich üb, dem Nächsten fort zu dienen. 9. Insonderheit gieb mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich übe gute Ritterschaft, meiner letzten Stund und Not, des Glaubens End durch dei⸗ nen Tod, die Seligkeit, erlange. 10. Herr Jesu, der du an⸗ gezündt das Fünklein in mir Schwachen: was sich vom Glau⸗ ben in mir findt, das wollst du stärker machen. Was du gefangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folg das Schauen— David Denicke g. 1603 1680. Röm. 8. Mel. Valet will ich dir geben. 270 Ist Gott für mich, 289 so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hin⸗ ter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott? 15 ö 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mir gänzlich günstig sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. Was! der is macht In il hab ei Heric Sünd 6. herda mein Flan Sche schrer trübt decket liebt. 9„ in H Sinn Schn mer Hede schaf schre 8 Ort. sindt Vor Mir ö Gott am d seine ide in Not, dei⸗ lange. U an⸗ n mir Glau⸗ wollst as du his an ir auf lUen. 11680, ben. mich, gleich oft ich hin⸗ Haupt geliebt thun rsacher sub ich ohne Höchst günstig Fällen und Wellen Weh. ch mich d sein Gut. hen ist was das ist Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung— 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und schönes Licht. Wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem Sternensitz, ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuerhitz. 5. Der, der hat ausgelöschet, was mit sich führt den Todz der ists, der mich rein wäschet, macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herzz die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz; kein Urteil mich er⸗ schrecket, kein Unheil mich be— trübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regiert mir meinen Sinn, vertreibet Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kum⸗ mer hin; giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schrecken findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 17³ 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh; und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuch⸗ ten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem ver⸗ bindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein hohe schwere Last zu leiden und zu tragen, ge⸗ rät in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Plagen die sind sein täglichs Brot. 12. Das ist mir nicht ver⸗ borgen, doch bin ich unverzagt; Gott will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab, an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt die mag zer⸗ brechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 14. Kein Engel, keine Freu⸗ den, kein Thron, kein Herrlich⸗ keit, kein Lieben und kein Lei⸗ 17⁴ den, kein Angst und Fährlichkeit, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der kei⸗ nes soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. ö 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht trau⸗ rig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnen⸗ schein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 271 er Glaube macht 5 allein gerecht durch Christum, ders erwor⸗ ben; kein Werk erwirbt das Himmelrecht, weil alls an uns verdorben. Doch ist ohn Lieb der Glaube tot; drum willst du meiden ewge Not, so glaub, thu Buß, üb Liebe! 2. Die Liebe sei des Nächsten Knecht, die thu aus gutem Herzen. Dabei nun glaube recht und schlecht, daß bloß durch Christi Schmerzen und seinen Tod du seist gerecht, und flieh, zu sein der Sünde Knecht. Gott woll uns all bekehren! Christoph Runge g. 16194 1681. 2 Gor. 15, 5. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. I. 2 0 2 Versuchet euch doch 8 selbst, ob ihr im Glauben stehet, ob Christus in euch ist, ob ihr ihm auch nach⸗ Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. gehet in Demut und Geduld, in Sanftmut, Freundlichkeit, in Lieb dem Nächsten stets zu dienen seid bereit. 2. Der Glaube ist ein Licht im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen, erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gesinnt, erneuert Herz und Mut, macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben und thut in Einfalt es dem Nächsten wieder geben; dieweil er überreich in Christo worden ist, preist er die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wort zusagetz drum muß der Zweifel fort, die Schwermut wird verjaget; sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wetter aus, be⸗ steht im Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Gottes Händen nimmt alle Dinge an, nicht zürnet, thut nicht schän⸗ den; denn alles uns zu Nutz und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind, er giebt uns in dem Sohne sein eingebornes Kind zu einem Gnadenthrone, setzt Liebe gegen Haß. Wer gläubig dies erkennt, wird bald in Lieb entzündt, die allen Haß verbrennt. than ehen z 00 Tod, flucht Scha unser Ehrer 8. Prob, traget duld, statt das( Angst Ziel; 9. sein auch an n an f nicht Kraf 16 diens Stät zu i vom messe furch Leit. 20 ob( Chr Gla gere u a du 1. in u so k dduld, chkeit, ets zu Licht bricht scheint weiset leich Muh d. Hristo Leben 8dem dieweil horden hoch, ersicht, isaget; fort, ljaget; ngt die „ hält 16, be⸗ hst die Gottes ige an, schän⸗ u Nutz drum ch auf b. Feind, Sohne einem gegen rkennt, tündt, it. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 7. Wie uns nun Gott ge⸗ than, thun wir dem Nächsten ebenz; droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; flucht er, so segnen wir; in Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenkron. 8. Setzt uns Gott auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen, der Glaube bringt Ge⸗ duld, erleichtert alle Plagen; statt Murren, Ungeberd wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Not von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen wie auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen, verzaget an sich selbst, erkennet sich für nichts, sucht bloß in Christo Kraft, im Ursprung alles Lichts, 10. Hält sich an sein Ver⸗ dienst, erlanget Geist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn, flieht die Ver⸗ messenheit, hält sich in Gottes⸗ furcht in Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet, denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk; sieh, ob du auch so thust. ö 12. O Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der 17⁵ guten Werk berauben; wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus. Du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus! Joach. Just.Breithaupt g.1658f 1732. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh. 273 Qch bin getrost und 89 freue mich, weil ich hab Jesum funden; ich lieg und schlafe sicherlich in seinem Schoß und Wunden. Dies ist der Ort, allwo mich nicht Sünd, Tod und Hölle schrecket, weil mir in Christo nichts gebricht, und seine Macht mich decket. 2. Er spricht zu mir: Ich bin ganz dein, und du bist mein hinwieder, ich mache dich frei aller Pein, drum singe Friedenslieder! Ich fülle dich mit meiner Freud und kröne dich mit Wonne, dich schmückt mein schönes Unschuldskleid viel schöner als die Sonne. 3. Was will mich nun von Christi Huld und seiner Liebe scheiden? Verklagt mich meine Sündenschuld, so faß ich Christi Leiden; dies stellet mich in Sicherheit und stillet mein Ge⸗ wissen; so krieg ich Fried und Freudigkeit zum Schild und sanften Kissen. 4. Hab Dank, o Jesu, Got⸗ tessohn, der du den Frieden bringest, der du den höchsten Allmachtsthron verlässest und bezwingest, was uns den teuren Frieden stört. Laß mich zum 176 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Dempel werden, wo nichts als Fried und Freud einkehrt, sei selbst mein Fried auf Erden! 17¹4. Mel. Valet will ich dir geben. 274 ottlob, ich bin im Glauben, wer will mir Eintrag thun? Wenn Höll und Satan schnauben, so kann ich sicher ruhn. Mich schrecket kein Getümmel, kein Fall, der sonst verletzt; mein Wandel ist im Himmel, mein Glaube fest gesetzt. 2. Fragt jemand nach dem Grunde, dem bin ich allezeit mit Herzen und mit Munde zur Rechenschaft bereit. Der Grund, auf den ich baue, ist Christus ganz allein, und weil ich dem vertraue, so muß ich selig sein. 3. Auf mein Verdienst und Werke vertrau und bau ich nicht, im Herren hab ich Stärke und feste Zuversicht. Was mir den Tod verschuldet und mich in Not gebracht, dafür hat er geduldet und mich gerecht ge— macht. 4. Dies bleihet meine Freude, wenn ich in Angsten bin; ja risse mich noch heute ein schneller Tod dahin, so laß ich mir nicht grauen, dieweil mein Glaube spricht: Geh, eile, Gott zu schauen, dein Hoffen trüget nicht. 5. Drum will ich nimmer wanken, mein Heiland, halte Erhalte die Gedanken, mich! wenn Furcht und Schrecken sich zu meinem Fall verbinden, wenn die Verfolgung blitzt, Gefahr und Not sich finden, und sich die Höll erhitzt. 6. Wenn ich sodann am schwächsten, wiewohl nicht trost⸗ los bin, so sei du mir am näch⸗ sten und stärke meinen Sinn, daß ich dabei gelassen und voller Mutes sei, mich als ein Christ zu fassen; hilf, Herr, und steh mir bei! 7. Ich will dich feste halten, wenn Trübsalshitze sticht; und wenn ich werd erkalten, so laß ich dich doch nicht. Dein Geist spricht meinem Geiste Trost und Erquickung ein, Herr, stärke mich und leiste mir Kraft, dir treu zu sein! 8. Nun, Herr, du giebst den Willen, verleihe mir zugleich auch Kräfte zum Erfüllen, so bin ich ewig reich. Drum reiche mir die Hände, so bleib ich un⸗ verletzt und bis zum Lebens⸗ ende im Glauben festgesetzt. Martin Günther um 1720. Eigene Melodie, oder Gott des Himmels und der Erden. 275 MReeicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, brechet, alle Felsen, ein: Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein. Laß die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen dar, w Bund merme hat vo heit, t das g 3. weiche und f. erreich stellt. und Heuch 4. den br im Si Versp fel hin 9 steller gesim Fälle Kind, wenn weich 6. halter Lärm erkalt Rach Abgr doch 1 Erbe genei ich A Retre nicht dest 8 Vett n sich wenn Hefahr d sich am trost⸗ näch⸗ Sinn, voller Christ d steh alten, und so laß Geist Trost Herr, Kraft, bst den ugleich len, so n reiche ch un⸗ ebens⸗ scht. m 1790. — er Erden. Berge, Hügel, Gottes sie will e Welt Gottes Wort einen Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Bund gemacht, der wird nim⸗ mermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahr⸗ heit, trüget nicht, was er saget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich zufrieden stellt. Gott ist fromm und gut und treu, ob die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frie⸗ den brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen z so fällt aller Zwei⸗ fel hin, als wär er nicht immer⸗ dar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich ver⸗ stellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt gleich Lärmen macht; ihre Liebe mag erkalten, ich bin bei ihm wert geacht, und wenn Höll und Abgrund brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt; das ist Trost, so werd ich Armer nimmermehr von ihm getrennt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Lei⸗ des thu. 8. Nun, es bleibt mein ganz Vertrauen auf ihn ankerfest 177 gericht; auf ihn will ich Felsen bauen, denn ich weiß, daß es geschicht. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund blei⸗ bet feste stehn. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 276 Qch bin gewiß in meinem Glau⸗ ben, der mich in Christum ein⸗ verleibt. Wer kann mir dieses Kleinod rauben, das mir sein Blut und Tod verschreibt? Sein teures Wort bekräftigt dies, drum sagt mein Glaub: Ich bin gewiß. 2. Ich bin gewiß in meiner Liebe, die nur an meinem Jesu klebt, daß, wenn ich mich im Lieben übe, mein Jesus in dem Herzen lebt. Sein Lieben ist mein Paradies, er liebet mich, ich bin gewiß. 3. Ich bin gewiß in meinem Leben, daß Jesu Gnade bei mir ist; die hilft mir allen Kummer heben. Wenn sich mein Herz an seines schließt, so acht ich keiner Hindernis, Gott sorgt für mich, ich bin gewiß. 4. Ich bin gewiß in meinem Leiden; kein Engel und kein Fürstentum mag mich von mei⸗ nem Jesu scheiden, er ist mein Heil, mein Teil, mein Ruhm. So schadet mir kein Schlangen⸗ biß, Geduld sagt doch: Ich bin gewiß. 12 178 5. Ich bin gewiß in meinem Hoffen; was gegenwärtig ist, vergeht, mein künftig Erbteil steht mir offen, dahin sich auch mein Geist erhöht. Die Hoff⸗ nung macht die Wermut süß, weil sie stets singt: Ich bin gewiß. 6. Ich bin gewiß in meinem Sterben, daß mich der Tod nicht töten kann. Nach ihm macht mich mein Gott zum Er⸗ ben von dem beglückten Kanaan. Ein ander Leben folgt auf dies: Mein Jesus lebt, ich bin gewiß. 7. Ich bin gewiß, so soll es heißen, bis aus dem Glauben Schauen wird; es soll mich nichts von Jesu reißen, ich bin sein Schaf, er ist mein Hirt. In Ewigkeit folgt hier kein Riß, die Losung bleibt: Ich bin gewiß. Benjamin Schmolck g. 1672 1737. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 2˙7 Qch weiß, an wen Hich gläube: Mein Jesus ist des Glaubens Grundz bei dessen Wort ich bleibe, und das bekennet Herz und Mund. Vernunft darf hier nichts sagen, sie sei auch noch so klug; wer Fleisch und Blut will fragen, der fällt in Selbstbetrug. Ich folg in Glaubenslehren der heilgen Schrift allein; was diese mich läßt hören, muß un⸗ betrüglich sein. 2. Herr, stärke mir den Glau⸗ ben, denn Satan trachtet Nacht Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. und Tag, wie er dies Kleinod rauben und um mein Heil mich bringen mag. Wenn deine Hand mich führet, so werd ich sicher gehn; wenn mich dein Geist regieret, wirds selig um mich stehn. Ach segne mein Vertrauen und bleib mit mir vereint, so laß ich mir nicht grauen und fürchte keinen Feind. 3. Laß mich im Glauben leben! Soll auch Verfolgung, Angst und Pein mich auf der Welt umgeben, so laß mich treu im Glauben sein! Im Glauben laß mich sterben, wenn sich mein Lauf beschließt, und mich das Leben erben, das mir verheißen ist. Nimm mich in deine Hände bei Leb- und Ster⸗ benszeit, so ist des Glaubens Ende der Seele Seligkeit. Erdmann Neumeister g. 167171756. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 2. 278 Qesus nimmt die — Sünder an. Sa⸗ get doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; suchet Isus, daß e Iisus 4.6 komm Jesus 6 E auls& Glaul dran: der al 9— und! laß, dir G den,d kann: der o 6. Mut wäre Blut weiß shrech die S 7 Much sch und Schi nicht mimi der Reno aufg kom sterb Siin Erds leinod l mich deine erd ich 9 dein ig um mein it mir hicht Feind. lauben Igung, uf der 5 mich n „wenn t, und as mir nich in OSter⸗ aubens keit. 1717⁵6. ——— nicht. nt die n. Sa⸗ t allen, Bahn rfallen. kann: er an. ud wir seinem erklaͤrt. upforte „Jesus serloren Hirte) Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denket dran: Jesus nimmt die Sün⸗ der an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden;z laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade zur Vergebung fin⸗ den, das dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sün⸗ der an. 6. Ich bin ganz getrostes Mutsz; ob die Sünden blutrot wären, müßten sie kraft deines Bluts dennoch sich in schnee— weiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen schreckt mich nicht; will mich das Ge— setz verklagen, der mich frei und ledig spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sün⸗ der an, mich hat er auch an— genommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister g. 16711 1756. 179 Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 279 Qch habe nun den 289 Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält. Wo anders, als in Jesu Wun⸗ den? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der un⸗ beweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Er⸗ barmen, das alles Denken über⸗ steigt zes sind die offnen Liebes⸗ arme des, der sich zu dem Sün⸗ der neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein, des⸗ wegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod ver⸗ schlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barm⸗ herzigkeit! 5. Darein will ich mich gläu⸗ big senken, dem will ich mich getrost vertraun und, wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weg⸗ gerissen, was Seel und Leib erquicken kann, soll ich von 527 18⁰ keinem Troste wissen und scheine völlig ausgethan, ist die Er⸗ rettung noch so weit: mir blei⸗ bet die Barmherzigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß, werd ich dadurch oft sehr zerstreut, so hoff ich doch Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewan⸗ delt bin, viel Unvollkommen⸗ heit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin, doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Er⸗ barmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich den⸗ ken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchst erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. Rothe g. 1688 f 1758. Eigene Melodie. 2 80 Ua chränkte Liebe, »gönne blöden Au⸗ gen, die sonst kaum auf Er⸗ den taugen, daß sie in die Strah⸗ len deiner Langmut blicken, die denErdkreis wärmend schmücken Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Dei⸗ ner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen, Herr, wer kann das fassen! 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder,?) welche doch immer noch neue Schuld erreget, wenn sie kaum geleget. Ps. 7, 14. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thrä⸗ nen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Bösen donne Erde, st ein Dei⸗ durch klicher o Wie Hügel enken, ist ein Tag g für lionen eRuh Herr, hůrtt enn sie Deine mt sich gerne immer „wenn .7, M. keiner, att der n3 wel Thrä⸗ Straf Unser Ij/ und gnädig , daß nicht Deiner wohl ˙m den Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 181 Zepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach g. 1693 f. 1735. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 281 Ewwge Liebe, mein Gemüte waget einen kühnen Blick in den Ab⸗ grund deiner Güte, send ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finster⸗ nis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. ö 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich beweget hast und aus einem reinen Triebe den erwünschten Schluß gefaßt, der im Fluch versenkten Welt durch ein teures Lösegeld und des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 3. O ein Ratschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hülfe beut. Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu er⸗ retten aus den schweren Sün⸗ denketten. ö 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch be⸗ stimmt, daß sich der darinnen übe, der am Segen Anteil nimmt. Wer nur an den Mitt⸗ ler gläubt und ihm treu er⸗ geben bleibt, der soll nicht ver⸗ loren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Diesen Glauben anzuzün⸗ den, der ein Werk des Himmels heißt, lässest du dich willig finden, deinen teuren, guten Geist denen, die gebeuget stehn, die ihr Unvermögen sehn und zum Thron der Gnade eilen, gern und willig mitzuteilen. 6. Wo du nun vorher ge⸗ sehen, daß ein Mensch auf dieser Erd deinem Geist nicht widerstehen noch sein Werk ver⸗ hindern werd, sondern ohne Heuchelschein werd im Glauben feste sein, diesen hast du aus⸗ erwählet und den Deinen zu⸗ gezählet. 7. Du hast niemand zum Verderben ohne Grund in Bann gethan; die in ihren Sünden sterben, die sind selber schuld daran. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn, sein mut⸗ willig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. 8. Liebe, dir sei Lob gesun⸗ gen für den höchst gerechten Schluß, den die Schar ver⸗ klärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunet hört und umsonst sich unterwindet, wie sie dessen Tief ergründet. 9. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein; Richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein 182 Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, daß ich auf dem Himmelswege. 10. Laß mich meinen Namen schauen in dem Buch des Le⸗ bens stehn, dann so werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn. Keine Kreatur wird mich, den du liebest, ewig⸗ lich deiner Hand entreißen können noch von deiner Liebe trennen. Joh. Jak. Rambach g. 1693 f 1735. Eigene Melodie. ein Heiland nimmt 282. M die Sünder an, die unter ihrer Last der Sün⸗ den kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgends Ruh und Rettung finden. Denen die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel sein, den'n Moses schon den Stab gebrochen und sie der Hölle zugesprochen, wird diese Frei⸗ statt aufgethan: mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütter⸗ liches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden, ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not und schmeckte den ver⸗ dienten Tod; nun, da er denn sein eigen Leben zur teuren Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: Er nimmt die Sün⸗ der an. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 3. Nun ist sein aufgethaner Schoß ein sichres Schloß ge⸗ jagter Seelen; er spricht sie von dem Urteil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer ins unergründlich tiefe Meer durch seinen Tod und Blut versenket und ihnen Gottes Geist geschenket, der freudig Abba rufen kann. Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen starken Liebesarmen; das neiget denn den Vatersinn zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindes Statt; ja alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Thür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachäi Haus, wie sanft stillt er der Magdalenen den milden Fluß erpreßter Thränen und denkt nicht, was sie sonst gethan! Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen, haner 9e⸗ t si tilget . Es nheer Meer Blut hottes teudig Hei⸗ an. dem tarken denn vigem sie an alles, ihnen bst die wird Mein der an. Herze armen enn wenn Wie öllnern Zachãi er der N Fluß denkt I Sün⸗ lickt er ch noch „ dies an, da wallen, Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. nein, er ist immer einerlei, ge⸗ recht und fromm und ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern lieb⸗ reich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt, und wen sein Sündengreul betrübet, zu dem, der keinen von sich weist, der sich gebeugt zu ihm begiebet. Wie? willst du dir im Lichte stehn und ohne Not verloren gehn? willst du der Sünde länger dienen, da dich zu retten er erschienen? O nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt, komm nur, so gut du weißt zu kommen. Wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch kriechend angenom⸗ men. Sieh, wie sein Herz dir offen steht und wie er dir ent⸗ gegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armer Wurm, heran! Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an. 9. Sprich nicht: Ich habs zu grob gemacht, ich hab die Güter seiner Gnade zu lang und schändlich durchgebracht, er hat mich oft umsonst ge— laden. Wofern dus nur jetzt redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, du 183 sollst auch jetzt noch Gnade finden, er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an. 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird ja eben nicht gleich heut die offnen Gnadenpforten schließen. Rein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Händen zu! Wer seiner Seele heut verträumet, der hat die Gnaden⸗ zeit versäumet, ihm wird her⸗ nach nicht aufgethan. Heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 11. Ja zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder, erfüll mit sehnen⸗ der Begier auch uns und alle Adamskinder, zeig uns bei un⸗ serm Seelenschmerz dein auf⸗ geschloßnes Liebesherz! Und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder sagen kann: Gott Lob, auch mich nimmt Jesus an! Leop. Franz Friedr. Lehr g.1709 f1744. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. 8 o hab ich nun den 283. S Fels erreichet, worauf mein matter Glaube ruht. Ein Fels, der keinen Stürmen weichet, ein Fels, an dem die wilde Flut, und wärs die ganze Macht der Höllen, entkräftet muß zurücke prellen, schließt mich in seine Schutz⸗ 184 wehr ein. Mein Herz, verbanne Furcht und Grauen, hier mußt du dir nun Hütten bauen, hier muß dein ewig Wohnhaus sein. 2. Mich warf die Menge meiner Sünden als ein erbostes Meer herum, ich ward ein trau⸗ rig Spiel den Winden und des Verderbens Eigentum, mir drohte mein befleckt Gewissen mit ewig bangen Finsternissen und einem vollen Maß der Not, ich schwamm auf diesen wilden Wellen verzagend an dem Rand der Höllen und rang mit Leben und dem Tod. 3. Doch mitten in den To⸗ desnöten erblickte Jesus meinen Schmerz, ihm drang mein thrä⸗ nenvolles Beten in sein erbar⸗ mend Mutterherz. Er zeigte mir die offnen Wunden, die er als Mittler hat empfunden; er rief: Erlöster, eil herzu, komm, komm, dies sind die Felsenritzen, die dich vor Fluch und Hölle schützen, eil, Seele, eil, hier findst du Ruh. 4. Nun laß die Tiefen im⸗ mer brausen, seid, Wind und Meer, nur ungestüm, laß selbst des Todes Fluten rauschen, ver⸗ dopple, Satan, deinen Grimm! Ihr werdet mich nicht viel er⸗ schrecken, mein Fels weiß mich schon zu bedecken auch in der allerschlimmsten Zeit. Laß alle Berge untergehen, mir bleibt mein Felsen ewig stehen und wird die Thür zur Seligkeit. Leop. Franz Friedr.Lehr g.1709f1744. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Epheser 2, S. g. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. ö 284 Aus Gnaden soll ich »NYNselig werden. Herz, glaubst dus, oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd geberden? Ists Wahr⸗ heit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Gnade ist der Him⸗ mel dein. 2. Aus Gnaden! Merk dies Wort: Aus Gnaden, so oft dich deine Sünde plagt, so oft du immer bist beladen, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnade an. 3. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort an⸗ preist, worauf all unser Glaube ruht, ist: Gnade durch des Sohnes Blut. 4. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei! Dann, wenn der Sünder sich bekehret, so lernt er erst, was Gnade sei; beim Sündgen scheint die Gnad ge⸗ ring, dem Glauben ists ein Wunderding. 5. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns un⸗ ter größter Angst und Schmer⸗ zen nichts sieht und nichts mehr läßt lich derz dus so ahr⸗ nah, rheit Him⸗ dies osft 0 oft oft was ann, nade Dieser lange Was liben, t an⸗ aube des dies aller der lernt heim dgl⸗ 3 ein dem des Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 6. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben z ich fühle nichts, doch mir ist wohl. Ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. Christ. Ludw. Scheidt g. 1709½ 1761. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 28 5 Geht hin, ihr gläu⸗ 2 bigen Gedanken, ins weite Feld der Ewigkeit, erhebt euch üͤber alle Schranken der alten und der neuen Zeit, erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, da hat Gott schon den Trieb ge⸗ heget, der mir das Beste zu⸗ gedacht; da ich noch nicht ge⸗ schaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen ein⸗ gebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht' er mir zum Gnaden⸗ thron, in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche 18⁵ sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte empor zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millio⸗ nen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe woh⸗ nen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu ge⸗ ringe der herzlichen Barmher⸗ zigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten dei⸗ ner Flügel find ich die unge⸗ störte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit blei⸗ bet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 186 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 10. Du lässest auch vom Gut der Erden mir, was du willst nach deinem Sinn, jedoch weit mehr zu Teile werden, als ich im kleinsten würdig bin. Mein Herz zerfließt, wenn es bedenkt, wie treulich mich dein Auge lenkt. ö—— 14. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schat⸗ ten dieser Zeit, der Glaube schwingt sich durch die Sterne und sieht ins Reich der Ewig⸗ keit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und ge⸗ lobtes Land. 12. O sollt ich dich nicht ewig lieben, der du mich un⸗ aufhörlich liebst? Sollt ich mit Undank dich betrüben, da du mir Fried und Freude giebst? Verließ ich dich, o Menschen⸗ freund, so wär ich selbst mein ärgster Feind. 13. Ach könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Lob⸗ lied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön als, höchster Vater, dich erhöhn. 14. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfr. Herrmann g.1707 f 1791. Mel. Wie schön leucht u. d.Morgenstern. 286 Woe ist ein solcher Gott, wie du? Du schaffst den Müden süße Ruh, Ruh, die nicht zu er⸗ gründen. Barmherzigkeit verschlingt ein Meer voll Herzeleid; du Herr, vergiebst die Sünden. Jesu, du, du läßt dich würgen, als den Bürgen, aller Sünden mich auf ewig zu entbinden. 2. Herr, unsere Gerechtigkeit, wie hoch wird dessen Geist er⸗ freut, der dich im Glauben kennet! Du bist sein Schmuck, die Gottespracht, die ihn voll⸗ kommen herrlich macht, die ihm das Herz entbrennet. Laß mich ewig, Himmels⸗Sonne, Seelen⸗ wonne, dich genießen und in deinem Lob zerfließen. 3. Holdselig süßer Friede⸗ fürst, wie hat dich nach dem Heil gedürst der abgewichnen Kinder! Du stellest dich als Mittler dar, verbindest, was getrennet war, Gott und ver⸗ dammte Sünder. Freude! beide werden einesz ungemeines Werk der Güte! Jesu, du bist unser Friede. 4. O süßes Lamm, dein treuer Sinn nimmt Schuld und Strafe von mir hin, sie liegt auf deinem Rücken. Du blutest an des Kreuzes Pfahl, da muß dich unerhörte Qual nach Leib und Seele drücken; diese süße Flut der Gnaden heilt den Schaden, durch die Wunden Ein Abgrund der habei den. 5. 6 i Seel brech auch Sün Stal Mut hier zu vi 6. gime ein Sün und und du il pein Sül Gne 7 Wa je m lecht dir, auf Prei Lein Erd ohn Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 187 hab ich Heil und Frieden fun⸗ den. 5. Mitleidender Immanuel, es ist mein Leben, Leib und Seel voll Mängel und Ge⸗ brechen; doch ist dein Herz auch voller Gnad, willst weder Sünd noch Missethat am armen Staube rächen; deine reine Mutterliebe steht im Triebe, hier im Leben täglich reichlich zu vergeben. 6. Die Gnade führt das Re⸗ giment, sie macht der Sklaverei ein End, besiegt Gesetz und Sündenz drum willst du frei und fröhlich sein, laß Jesum und die Gnade ein, so kannst du überwindenz all dein Selbst⸗ pein, Kümmernisse, Finsternisse, Sündenwerke weichen vor der Gnade Stärke. 7. Gieb, Jesu, Blut und Wasser her und nimm dadurch je mehr und mehr die Schlacken recht herunter! Du hast mich dir, Immanuel, gar teur er⸗ kauft mit Leib und Seel, zum Preise deiner Wunder. Kleiner, reiner muß ich werden noch auf Erden, bis ich droben dich kann ohne Sünden loben. J. Ludw. Konr. Allendorf g. 1693 f 1773. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 287 Se hoff ich denn — mit festem Mut auf Gottes Gnad und Christi Blut, ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der ver⸗ zeiht, hat mir das Recht zur Seligkeit in seinem Sohn ge⸗ geben. ö 2. Herr, welch ein unaus⸗ sprechlich Heil, an dir, an dei⸗ ner Gnade teil, teil an dem Himmel haben! Im Herzen durch den Glauben rein dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Na⸗ mens willen, laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täg⸗ lich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 288 Ich weiß, an wen mein Glaub sich hält, kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bes⸗ sern Welt leb ich hier nur im Glauben, dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbteil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit, lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich 188 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. den Tod geschmeckt, durch dei⸗ nen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun scha⸗ den? 3. O Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigentum, du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu, drum eile ich ihm freudig zu, du reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Him⸗ mel. Die Welt mit ihrer Herr⸗ lichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit; im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfin⸗ den. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil, dort ist mein Ant⸗ litz heiterz hier ist die Sünde noch mein Teil, dort fühl ich sie nicht weiter. Hier ist mein Wert mir noch verhüllt, doch wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand. Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herr⸗ lichkeit! Empfinde sie, o Seele, vom Tand der Erde unentweiht erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Nach Christ.Chr.Sturm g. 1740 1786. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 289 Nie bist du, Höch⸗ ster, von uns fern, du wirkst an allen En⸗ den. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und atme ich, denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, Gott, weißt du, du prüfest meine Seele, du siehst es, wenn ich Gutes thu, du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Du merkst es, wenn des Herzens Rat verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt ver⸗ hehlet, so weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 4. Wenn ich in stiller Ein⸗ samkeit mein Herz an dich er⸗ gebe und über deine Huld er⸗ freut Hörst daß 5 zern schein hähle weine mein mit 6. tiger, daß, Herr, wähl scheu liftig Herr inen leb echte Hott, neine ich henn kann ichts n. des Wege eine ber⸗ und rung Ein⸗ 9 er⸗ d er⸗ Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 189 freut lobsingend dich erhebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 5. Du hörest meinen Seuf⸗ zern zu, daß Hülfe mir er⸗ scheine; voll Mitleid, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine; du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwär⸗ tiger, dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle, daß ich dein heilig Auge scheu und fromm zu leben eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich han⸗ deln und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, das tröst und beßre meinen Geist. Nach C. C. Sturm von David Bruhn 9.172% 1 1782. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 2 9 0 ir ist Erbarmung 5 widerfahren, Er⸗ barmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunder⸗ baren, mein stolzes Herz hats nicht begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein, Gott hat mich mit ihm selbst versühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Ge⸗ schöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glau⸗ ben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Er⸗ barmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Ar⸗ men durch meines Heilands Tod zu dir! Da bin ich ewig recht erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Phil. Friedr. Hiller g. 1699 f 1769. Mel. Valet will ich dir geben. 291 Qch weiß, woran ich 9 glaube, ich weiß, was fest besteht, wann alles hier im Staube wie Sand und Staub verwehtz ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen prellt. 2. Ich weiß, was ewig dau⸗ ret, ich weiß, was nimmer läßt, 190 Jesuslieder. mit Diamanten mauret mirs Gott im Herzen fest, ja recht mit Edelsteinen von allerbester Art hat Gott der Herr den Seinen des Herzens Burg ver-⸗ wahrt. ö 3. Ich kenne wohl die Steine, die stolze Herzenswehr, sie fun⸗ keln ja mit Scheine wie Sterne schön und hehr; die Steine sind die Worte, die Worte hell und rein, wodurch die schwäch— sten Orte gar feste können sein. 4. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut, er heißt der Fürst der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen an⸗ betend niederknien, um den die Engel dienen: Ich weiß und kenne ihn. 5. Das ist das Licht der Höhe, das ist der Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmer⸗ mehr kann wanken, der Heiland und der Hort, die Leuchte der Gedanken, die leuchten hier und dort. ö 6. So weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest be⸗ steht und in dem Erdenstaube nicht mit als Staub verweht; ich weiß, was in dem Grauen des Todes ewig bleibt und selbst auf Erdenauen schon Himmelsblumen treibt. Ernst Moritz Arndt g. 1769 1 1860. XVIII. Jesuslieder. Psalm 45. Eigene Melodie. 292 Wie schön leucht uns der Mor⸗ genstern voll Gnad und Wahr— heit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse! Du Sohn Da⸗ vids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, hast mir mein Herz besessen. Lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 2. O meines Herzens werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Mit Freude rühm ich deine Ehr, deins heilgen Wortes süße Lehr ist über Milch und Honig. Herzlich will ich dich drum preisen und erweisen, daß man merke in mir deines Geistes Stärke. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, o du mein Herr und Gott allein, die Flamme deiner Liebe, daß ich in dir nun immer bleib, und mich kein Zufall von dir treib, nichts kränke noch betrübe. In dir laß mir ohn Aufhören sich ver— mehren Lieb und Freude, daß der Tod uns selbst nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit deiner thust traut Geist mich mich men Gna ich g nur Bräa Gefe jubil dem der 7 lich das um Olle in in kon lei N und der rist lehe, Ner⸗ land der und ich be⸗ aube eht; auen und chon 1860. süße onig. Hrum man istes mein Herr mme 1dir kein lichts U dir ber⸗ daß Heide. mir mit Jesuslieder. 191 deinem Angesicht mich gnädig thust anblicken; o Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Tröst mich freundlich, hilf mir Ar⸗ men mit Erbarmen, hilf in Gnaden, auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, o mein star⸗ ker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Schatz, ich seine Braut, kein Unglück mich betrübet. Ei ja, ei ja, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben, ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Singt unserm Gotte oft und viel und laßt andächtig Saitenspiel ganz freudenreich erschallen, dem liebsten Jesu nur allein, dem wunderschönen Bräutgam mein, zu Ehren und Gefallen. Singet, springet, jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren, groß ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herz⸗ lich froh, daß mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich auch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, deiner wart ich mit Verlangen. Nach Phil. Nicolai g. 1556 f 1608. Eigene Melodie. 293 In dir ist Freude 2 in allem Leide, o du süßer Jesus Christ! Durch dich wir haben himmlische Ga⸗ ben, du der wahre Heiland bist; hilfest von Schanden, rettest von Banden; wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben, Halleluja! Zu deiner Güte steht unser Gemüte, an dir wir kleben im Tod und Leben, nichts kann uns scheiden. Halleluja! 2. Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod; du hasts in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not. Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle zu dieser Stunde, Halleluja! Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Macht dort oben mit Herz und Munde. Halleluja! Joh. Lindemann(L) F um 1630. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. Jesu süß, wer 294. O dein gedenkt, des Herz mit Freude wird ge⸗ tränkt, doch süßer über alles ist, wo du, Herr Jesu, selber bist. 2. Jesu, der Herzen Freud und Wonn, des Lebens Brunn, du wahre Sonn, dir gleichet nichts auf dieser Erd, in dir ist, was man je begehrt. 192 Jesuslieder. 3. Dein Lieb, o süßer Jesu Christ, des Herzens beste La⸗ bung ist; sie machet satt, doch ohn Verdruß, der Hunger wächst im Überfluß. 4. O Jesu, meine Süßigkeit, du Trost der Seel, die zu dir schreit, die heißen Thränen suchen dich, das Herz zu dir schreit inniglich. 5. Ja wo ich bin auf Er⸗ den hier, so wollt ich, Jesus wär bei mir; Freud über Freud, wenn ich ihn fänd, selig, wenn ich ihn halten könnt! 6. In dir mein Herz hat seine Lust, Herr, mein Begierd ist dir bewußt, auf dich ist all mein Ruhm gestellt, Jesu, du Heiland aller Welt. 7. Du Brunnquell der Barmherzigkeit, dein Glanz er⸗ streckt sich weit und breit, der Traurigkeit Gewölk vertreib, das Licht der Glorie bei uns bleib! 8. Dein Lob im Himmel hoch erklingt, kein Chor ist, der nicht von dir singt; Jesus erfreut die ganze Welt, die er bei Gott zu Fried gestellt. 9. Jesus in Fried regieren thut, der übertrifft all zeitlich Gut; der Fried bewahr mein Herz und Sinn, so lang ich hier auf Erden bin. 10. Und wenn ich ende mei⸗ nen Lauf, so hole mich zu dir hinauf, Jesu, daß ich da Fried und Freud bei dir genieß in Ewigkeit. 11. Jesu, erhöre meine Bitt, Jesu, verschmäh mein Seufzen nicht, Jesu, mein Hoffnung steht zu dir, o Jesu, Jesu, hilf du mir! 1612. Nach Bernhard v. Clairvaux: Jesu duleis memoria. Psalm 60, 15. Eigene Melodie. 2 9 5 Lebensbrünnlein tief und groß, entsprungen aus des Vaters Schoß, ein wahrer Gott ohn Ende, der du dich uns hast offenbart in unsre Menschheit, rein und zart, dein lieb Herz zu uns wende! Denn wie ein Hirsch nach frischer Quell, so schreit zu dir mein arme Seel aus dieser Welt Elende. 2. O Lebensbrünnlein, durch dein Wort hast du dich uns an allem Ort ergossn mit rei⸗ chen Gaben, voll Wahrheit und göttlicher Gnad, die uns erscheinen früh und spat, das matte Herz zu laben. O frischer Quell, o Brünnelein, erquick und laß die Seele mein in dir das Leben haben! 3. Wie ein Blümlein im dürren Land, durch Sommer⸗ hitz sehr ausgebrannt, vom Tau sich thut erquicken, also wenn mein Herz in der Not ver⸗ schmacht, hält sichs an seinem Gott und läßt sich nicht er⸗ sticken; ja wie ein grüner Pal⸗ menbaum unter der Last ihm machet Raum, lässet sichs nicht erdrücken. mang sorgt mein: Epan Iim Le nicht 5 und Ewig berder aus Glau wider ich bl und h Para nießer ich de blbger 6 Seel nnlein groß Haters ahrheit ie uns lt, das frischer erquick ein in ein im mmer⸗ m Tau Jesuslieder. 4. O Lebensbrünnlein, Jesu Christ, dein Güte unerschöpf⸗ lich ist, niemand kann sie er⸗ messen; darum mir auch nichts mangeln wird, wenn mich ver⸗ sorgt der treue Hirt, der mir mein Herz besessen. Mit seinem Evangelio macht er mein Herz im Leib so froh, daß ich sein nicht vergesse. 5. O Lebensbrünnlein tief und weit, du stillest Durst in Ewigkeit und läßt niemand verderben. Gieb mir, der ich aus deiner Füll mit rechtem Glauben schöpfen will, Trost wider Tod und Sterben, daß ich blüh wie ein Röselein zu Saron) und durch dich allein das ewge Leben erbe. *) Jesaia 35, 2. Hohelied 2, 1. 2. 6. Mein Herz ist brünstig mir und heiß nach dem himmlischen Paradeis, des ich hoff zu ge⸗ nießen. Denn ich weiß, wenn ich dahin komm, da wird ein ewger Freudenstrom ohn Maßen sich ergießen. Freu dich, mein Seel, und wenn gleich Gott dich kommen läßt in Angst und Not, so laß dichs nicht verdrießen. 7. All unser Leid auf dieser Erd ist nicht im allerg'ringsten wert, wenn wir das recht be⸗ denken, der übergroßen Herr⸗ lichkeit und wunderschönen Himmelsfreud, die Christus uns wird schenken. Da, da wird er uns allzugleich in sei⸗ nes lieben Vaters Reich mit ewger Wonne tränken. 193 8. Gott selbst wird sein mein Speis und Trank, mein Ruhm, mein Lied, mein Lobgesang, mein Lust und Wohlgefallen, mein Reichtum, Zierd und werte Kron, mein Klarheit, Licht und helle Sonn, in ewger Freud zu wallen; ja daß ichs sag mit einem Wort, was mir Gott wird bescheren dort: Er wird sein alls in allen. 9. Hüpf auf, mein Herz, spring, tanz und sing, in dei⸗ nem Gott sei guter Ding, der Himmel steht dir offen. Laß dich Schwermut nicht nehmen ein, denn auch die liebsten Kin⸗ der sein allzeit das Kreuz hat troffen. Drum sei getrost und gläube fest, daß du noch hast das allerbest in jener Welt zu hoffen. Joh. Mühlmann g. 1573 1613. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 296 O Jesu, Jesu, Got⸗ 5 tes Sohn, mein Bruder und mein Gnadenthron, mein Schatz, mein Freud und Wonne, du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen, nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd 22 194 von Tag zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, s Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht besinne, kann mich ohn dich gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe; die tröst, wenn ich mich be⸗ trübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Her⸗ zen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz ver⸗ zehrt, soll er doch dein genießen. In Glück ewig nach dem Leide große Freude wird er finden, alles Trauren muß verschwin⸗ den. 5. Kein Ohr hat jemals dies gehört, kein Mensch gesehen noch gelehrt, es kanns niemand beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen noch ver⸗ gleichen den Weltschätzen dies, was uns dort wird ergetzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe, Jesusl ieder. daß ich in dem, was dir ge⸗ fällt und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd ab⸗ scheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Süßig⸗ keit, die jetzt gerühmt ist weit und breit, in reiner Liebe chmecken und sehn dein lieb⸗ reich Angesicht mit unverwand⸗ tem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und geschmücket vor dein'm Throne mit der schö⸗ nen Lebenskrone. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. 297 Ach Jesu, dessen Treu im Himmel und auf Erden durch keines Men⸗ schen Mund kann gnug ge⸗ priesen werden, ich danke dir, daß du, ein wahrer Mensch geborn, hast von mir abge⸗ wandt, daß ich nicht bin ver⸗ lorn. 2. Vornehmlich wird in mir all Herzensangst gestillet, wenn mich dein süßer Nam mit sei⸗ nem Trost erfüllet. Kein Trost so lieblich ist, als den mir giebt dein Nam, der süße Jesusnam, du Fürst aus Davids Stamm! 3. O Jesu, höchster Schatz, du kannst nur Freude bringen, es kann nichts lieblicher als Jesu Name klingen. Ich kann nicht traurig sein, weil Jesus ge⸗ Wort stets ab⸗ u zu ganz ßig⸗ weit Liebe lieb⸗ hand⸗ Furcht werd nücket schö⸗ 1647. Mel. 2. Treu und Men⸗ 9 ge⸗ ke dir/ Nensch abge⸗ n ber⸗ in mir wenn it sei⸗ Trost giebt onam, tamm! Schatz, ringen, er als 9 kann Jesus Jesuslieder. 19⁵5 heißt so viel als Heiland oder Held, der selig machen will. 4. Wenn Satan sich bei mir mit Anfechtung will regen, so ist mir Jesu Nam zum Trost, Schutz, Fried und Segen, zur Weisheit und Arznei in aller Angst und Not, daß ich nicht fürchten darf den Teufel und den Tod. 5. Daß ich ein Zornkind bin, das macht die schnöde Sünde, dein Jesusnam macht mich zu einem Gnadenkinde, er nimmt von mir hinweg die Schuld und Missethat, bringt mir die Seligkeit und deines Vaters Gnad. 6. Ei nun so heilge mich, der ich bin ganz beflecket, der heilge Jesusnam, der alle Sünde decket; er kehre ab den Fluch, den Segen zu mir wend, sei meine Stärk, dadurch sich alle Schwachheit end. 7. Er sei mein Licht, das mich in Finsternis erleuchte; er sei des Himmels Tau, der mich in Hitz anfeuchte; er sei mein Schirm und Schild, mein Schatten, Schloß und Hut, mein Reichtum, Ehr und Ruhm, er sei mein höchstes Gut. 8. Er sei mein Himmelsweg, die Wahrheit und das Leben und wolle mir zuletzt aus Gnaden dieses geben, daß ich alsdann in ihm dies Leben schließ6e wohl, wenn meine Sterbenszeit und Stunde kom⸗ men soll. 9. Inmittelst helf er mir, so lang ich hier noch wandle, daß ich in meinem Thun treu und aufrichtig handlez er steh mir allzeit bei mit seines Gei⸗ stes Gab, wenn ich in meinem Amt was zu verrichten hab. 10. Jesu, in deinem Nam bin ich heut aufgestanden, in ihm vollbring ich heut, was mir kommt unter Handen. In deinem Namen ist der Anfang schon gemacht, das Mittel und der Schluß wird auch durch ihn vollbracht. 11. Dir leb ich und in dir, in dir will ich auch sterbenz Herr, sterben will ich dir; in dir will ich ererben das ewge Himmelreich, das du erworben mir; von dir verklärt will ich dir dienen für und für. Hannov. Gsb. 1648, nach Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Eigene Melodie, oder Auf dich hab ich gehoffet, Herr. 298 Mein schönste Zier »Wund Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ, dich will ich lassen walten und allezeit in Lieb und Leid in meinem Herzen halten. 2. Dein Lieb und Treu vor allem geht, kein Ding auf Erd so fest besteht, solchs muß man frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und 3* 9 196 Jesuslieder. auch im Leben. Du bist nun mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, ach schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, es will nun Abend werden;z laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhie auf Erden! 16392 Eigene Melodie, oder Es ist gewißlich an der Zeit. 299 Such wer da will 5 ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründenz sein Wort ist wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such wer da will Not⸗ helfer viel, die uns doch nichts erworben, hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben, laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben, bleib du mein Preis, dein Wort mich speis, bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen! Weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen! Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig dir Lob sagen. Georg Weissel g. 1590 f 1635. Eigene Melodie. 300 QJesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier, ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß die Erde zit⸗ tern, laß die Welt erschüttern, mir steht Jesus bei. Ob es itzt gleich kracht und blitzt, ob⸗ gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Trotz dem alten Drachen, Trotz dem Todesrachen, Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. Got⸗ tes Macht hält mich in acht, Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. eude, Izens „ ach dem langt mein l mir iebers rmen aller e zit⸗ ttern, ko t, ob⸗ ecken, 4. Weg mit allen Schätzen, du bist mein Ergetzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, muß ich gleich viel leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir ge⸗ fällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit da⸗ hinten, kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, o Stolz und Pracht, dir sei ganz, o Lasterleben, gute Nacht ge⸗ geben. 6. Weicht, ihr Trauergei⸗ ster, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Be⸗ trüben lauter Freude sein. Duld ich schon hie Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Franck g. 1618 f 1677. Jesuslieder. 197 erwähl als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, daß all mein Mut und Sinn in deiner Liebe brennen. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön ist, Jesu, deine Liebe! Wenn diese steht, kann nichts entstehn, das meinen Geist be⸗ trübe. Drum laß nichts An⸗ dres denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren als deine Lieb und dich, der du sie kannst vermehren. 4. Mein Heiland, du bist mir zu Lieb in Not und Tod gegangen und hast am Kreuz als wie ein Dieb und Mörder da gehangen, verhöhnt, ver⸗ speit und sehr verwundt. Ach laß mich deine Wunden alle Stunden mit Lieb im Herzens⸗ grund auch schmerzen und ver⸗ wunden. 5. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir ge⸗ Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. 301 O Jesu Christ, mein 3 schönstes Licht, der du in deiner Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann noch zählen, gieb, daß mein Herz dich wieder⸗ um mit Lieben und Verlangen zogen; eh ich noch etwas Guts geübt, warst du mir schon ge⸗ wogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, mich diese Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten. 6. Laß meinen Stand, dar⸗ mög umfangen und als dein in ich steh, Herr, deine Liebe Eigentum nur einzig an dir zieren und, wo ich etwa irre hangen. geh, alsbald zurechte führen; 2. Gieb, daß sonst nichts in laß sie mir allzeit guten Rat meiner Seel als deine Liebe und gute Werke lehren, steuren, wohnez gieb, daß ich deine Lieb wehren der Sünd und nach 198 Jesuslieder. 5. Nicht nach Welt, nach der That bald wieder mich be⸗ kehren. 7. Laß sie sein meine Freud im Leid, in Schwachheit mein Vermögen; und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, daß ich getrost und frei mög in dein Reich eingehen. Paul Gerhardt g. 1607 F 1676. Eigene Melodie. einen Jesum 302. laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, klet⸗ tenweis an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zu⸗ versicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn ge⸗ richt, meinen Fesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen wei⸗ chen, laß 315 letzte! Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen: wenn des Lebens Faden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin ge⸗ langet, wo vor seinem Ange⸗ sicht meiner Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein An⸗ gesicht, meinen Jesum laß ich nicht. Himmel nicht meine Seel sich wünscht und sehnet, Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, mich befreiet vom Gericht; mei⸗ nen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebensbäch⸗ lein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christian Keymann g. 1607 1662. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 303. Ach sagt mir nichts von Gold und Schätzen, von Pracht und Schönheit dieser Welt z; es kann mich ja kein Ding ergetzen, das mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine mieine Freude, mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, in dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Fleisches Schönheit dauert nicht, die Zeit kann alles das verwü⸗ sten, was Menschenhände zu⸗ gericht. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. hätte. ichts und und kann tzen, ugen was „der neine chatz, dem und stillt. will, Ziel. mit isches dit rwü⸗ e zu⸗ bas „ der ö ö 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit, sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewig⸗ keit. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen, sein allerschön⸗ stes Angesicht und was von Schmuck um ihn zu finden verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über alls erheben und seiner Klarheit machen gleich, er kann mir so viel Schätze geben, daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, so lang ich wandre in der Zeit, so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was ich will, und liebe Jesum, der mein Ziel. Johann Scheffler g. 16247 1677. Eigene Melodie, oder, wenn man die eingeklammerten Worte mitsingt, Wer nur den lieben Gott l. w. Mel. 1. 304 Och will dich lieben, 1 meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke Jesuslieder. ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir[der Tod] das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen aller⸗ besten Freund, ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint, ich will dich lieben, Gotteslamm, als meinen[Seelen] Bräuti⸗ gam. 3. Ach daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schön⸗ heit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät[dich hab! geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich lendlich! hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich([wieder!] machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn, laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn, er⸗ leucht mir Leib und Seele ganz, du lewig] starker Him⸗ und immerwährender Begier, melsglanz! 200 Jesuslieder. 7. Gieb meinen Augen süße Thränen, gieb meinem Herzen heilge Brunst, laß meine Seele sich gewöhnen zu üben in der Liebe Kunst, laß meinen Geist, Sinn und Verstand stets sein zu dir sallein] gewandt! 8. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, mei⸗ nen Gott, ich will dich lieben ohne Lohne auch in der aller⸗ größten Not, ich will dich lie⸗ ben, schönstes Licht, bis mir [der Tod!] das Herze bricht. Johann Scheffler g. 1624 f 1677. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 305 Liebe, die du mich 5 zum Bilde dei⸗ ner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wieder⸗ bracht, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh als ich geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich ge⸗ litten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu blei⸗ ben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich bloß ergeben mir zum Heil und Seelenhort, Liebe, dir er⸗ geb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat ge⸗ bunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich über⸗ wunden und mein Herze hat dahin, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig lie⸗ bet, die für meine Seele bitt, Liebe, die das Lösgeld giebet und mich kräftiglich vertritt, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird er⸗ wecken Sterblichkeit, Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub der Herrlichkeit, Liebe, dir er⸗ geb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler g. 1624 1 1677. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 306 Qesu, meiner Seele 28 Leben, meines Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz ergeben jetzo und in Ewigkeit; meinen Gott will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich um⸗ fangen, als mich erst die Welt empfing; dir bin ich schon an⸗ gehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schoß hat mich aufgenommen, wenn mein Herz nur zu dir kommen. Ich bin aus dem Grab der Eer⸗ eiben ge⸗ Leib ber⸗ hat mich, lie⸗ bitt, iebet tritt, dein der⸗ der mich Laub uel⸗ eiben 167½7. ben. Seele leines oir geben einen und Ic mein, ein. um⸗ Welt nan⸗ xhrust mich Herz bin Jesuslieder. 201 dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft das Ge⸗ müt, so ich etwa ausgetreten, daß ich wieder käm mit Beten. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 4. Ja in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 5. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf. Ist es, daß ich mich be⸗ trübe, tröst sie mich in meinem Lauf. Bin ich arm, giebt sie mir Güter; haßt man mich, ist sie mein Hüter. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 6. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude; Trotz, daß mich was von dir scheide. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 7. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigen⸗ tum, an dich ich mich ganz ergebe, du bist meiner Seele Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meine Süßigkeit im Leide. Ich bin dein, und du fen mein, ich will keines andern ein. 8. Höre, Jesu, noch ein Flehen, schlag mir diese Bitt nicht ab: Wenn mein Augen nicht mehr sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich doch zuletzt noch sagen: Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. Nach Christ. Seriver g. 1629 f 1693. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 307 Qesus, Jesus, nichts als Jesus soll mein Wunsch sein und mein Ziel. Jetzund mach ich ein Verbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz mit ihm erfüllt rufet nun: Herr, wie du willt! 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spatz Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt! 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zuwider dir, ach so nimm es bald zu⸗ rücke, Jesu, gieb, was nützet mir. Gieb dich mir, Herr Jesu mild, nimm mich dir! Herr, wie du willt! 4. Und vollbringe deinen Willen in, durch und an mir, 202 mein Gott, deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not, sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt. 5. Sei auch, Jesu, stets ge⸗ priesen, daß du dich und viel dazu mir geschenket und er⸗ wiesen, daß ich fröhlich singe nu: Mir geschehe, Gott mein Schild, wie du willt! Herr, wie du willt! Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb.⸗Rudolstadt, g. 164071672. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 308 I eines Lebens beste Freude ist der Himmel, Gottes Thron; meiner Seele Trost und Weide ist mein Jesus, Gottes Sohn. Was mein Herze recht erfreut, ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich er⸗ quicken an den Gütern dieser Welt, ich will nach dem Him⸗ mel blicken und zu Jesu sein gesellt; denn der Erde Gut vergeht, Jesus und sein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgends werden, als ich schon in Jesu bin; alle Schätze dieser Erden sind ein schnöder Angstgewinn. Jesus ist das rechte Gut, das der Seele sanfte thut. 4. Glänzet gleich das Welt⸗ gepränge, ist es lieblich anzu⸗ sehn, währt es doch nicht in die Länge, und ist bald damit geschehn; plötzlich pfleget aus Jesuslieder. zu sein dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, die mein Jesus inne hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt; es vergeht zu keiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Rost und Motten, Raub und Feuer schaden auch der Freude nicht, die mein Jesus, mein Getreuer, und sein Him⸗ mel mir verspricht. Dort ist alles abgethan, was die Seele kränken kann. 7. Einen Tag bei Jesu sitzen, ist viel besser, als die Welt tausend Jahr in Freu⸗ den nützen; aber ewig sein gestellt zu des Herren rechter Hand, bleibt ein auserwählter Stand. 8. Trinken, essen, tanzen, springen labet meine Seele nicht, aber nach dem Himmel ringen und auf Jesum sein ge⸗ richt, ist der Seele schönste Zier, geht auch aller Freude für. 9. Ach so gönne mir die Freude, Jesu, die dein Himmel hegt; sei du selber meine Weide, die mich hier und dort ver⸗ pflegt, und in dir recht froh zu sein, nimm mich in den Himmel ein. Salomo Liscow g. 1640 1689. Eigene Melodie. 309 Wie wohl ist mir, o Freund der Seele, wenn ich in deiner Liebe Schht deine die A den, Freu deine Himn wollt der il 2 Fein ich t mit beine In Seel den Mein scha kant weil well Ank 3. Last des und steig und Wu Or Ih. all du her sich Kr lch l Rlanz umels inne Stele und Zeit Raub h der Fesus, Him⸗ t ist Seele Jesu ls die Freu⸗ sein rechter äͤhlter anzen, Stele immel in ge⸗ e Zier, für. r dil immel Geide, t ber⸗ t froh in den 1689. st mit, nd der deiner Liebe ruh. Ich steige aus der Schwermutshöhle und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Traurens schei⸗ den, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen, es sei also; ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freund⸗ schaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglücks⸗ wellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf so Laß solche Ruh in dem Ge⸗ und Hölle meinem Rücken, steig ich gläubig in die Höh und flieh zu deinen heilgen Wundenz; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil. Wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreuzeswüsten, ich folg und lehne mich auf dich. Du nährest aus den Wolkenbrüsten und Jesuslieder. ten labest aus dem Felsen mich.“) Ich traue deinen Wunder⸗ wegen, sie enden sich in Lieb und Segen; genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß: Wen du mit Ehr willst zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab.*) 1 Cor. 10, 2—4. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verlässest keinen, o aller⸗ liebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End er⸗ schrecken, wenn er aus mörder⸗ vollen Hecken gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. müte nach deiner unumschränk⸗ Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost: Mein Freund ist mein! Wolfg. Christ.Deßler g. 1660f 1722. Eigene Melodie. 310 Sse 5 su, Herrscher aller Enden, Gottes und 204 Marien Sohn, dich will ich lieben, dich will ich ehren, du meiner Seele Freud und Kron! 2. Schön sind die Wälder, noch schöner die Felder in der schönen Frühlingszeit; Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht die Sonne, noch schöner der Monde und die Sterne allzumal; Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner als all die Engel im Himmelssaal. 4. Alle die Schönheit Him⸗ mels und der Erde ist nur gegen ihn wie Schein, keiner auf Er⸗ den lieber kann werden als der schönste Jesus mein. 16952 Eigene Melodie. 311 Süe Jesu, Gottes Lamm, habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus rei⸗ nem Triebe von der Sünde Schlamm, Jesu, Gottes Lamm! 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut; wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht, salbe mich Jesuslieder. in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in ihr dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gieb. 7. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 8. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkronz hier im Hoffen und im Glau⸗ ben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 9. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich über⸗ winde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 10. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum, in mir soll nun nichts er⸗ schallen, als was dir nur kann gefallen, werte Himmelsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese g. 1620 1701. Ev. Luc. 10, 42. 1 Gor. J, 50. Eigene Melodie. 3 1 2 · Eis—9 W Eme mit Freudenöle, daß hinfort lehre mich erkennen doch! Alles fnde andre nur unter und wahr Erlat alles Einet 2 rlösch aiht leiben e will n Lob r und b aus Ninen, ich dir nen du gieb. ich, du will öndern heil im e dich. t und nkronʒ Glau⸗ ind im enkron ohn. allhier über⸗ Sieg ich du 3und zblum, 18 er⸗ ir kann Eblum, uhm! 1101. 1——— 5 t, ah 6 Eill. Jesuslieder. 20⁵ andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, dar⸗ unter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, so werd ich mit Einem in allem ergetzt. 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Kreatur, laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur! Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit voll⸗ kommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein rosen⸗ farbes Blut. Die höchste Ge⸗ rechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des da, da ist das beste, notwendige Teil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ: ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren, ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Ver⸗ langen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. ö 7. Nun so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum gött⸗ lichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles ge⸗ geben; entreiße mich aller ver⸗ gänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt! 8. Ja was soll ich mehr hangen, schenke dich zu eigen verlangen? Mich beströmt die mir! Ob viel auch umkehrten Gnadenflut. zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nach⸗ laufen, denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 206 Jesuslieder. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergetzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßes kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchel⸗ schein! Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege, gieb, daß ich nichts achte, nicht Leben noch Tod, und Jesum gewinne: dies Eine ist not. Joh. Heinr. Schröder g. 1667 f 1699. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 313 ein Jesu, süße — Seelenlust, mir ist nichts außer dir bewußt, wenn du mein Herz erquickest, dieweil dein Blick so lieblich ist, daß man auch seiner selbst vergißt, wenn du den Geist entzückest, daß ich in dich aus dem Triebe reiner Liebe von der Erde über mich gezogen werde. 2. Was hatt ich doch für Trost und Licht, als ich dein holdes Angesicht, mein Jesu, noch nicht kannte? Wie blind und thöricht ging ich hin, da mein verkehrter Fleischessinn von Weltbegierden brannte, bis mir von dir Licht und Leben ward gegeben, dich zu kennen, herzlich gegen dich zu brennen. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als wär ihr schlech⸗ tes Fröhlichsein ein herrliches Vergnügen. Allein wie eilend gehts vorbei, da sieht man, daß es Blendwerk sei, wodurch wir uns betrügen. Drum muß Jesus mit den Schätzen mich ergetzen, die bestehen, wenn die Weltlust muß vergehen. 4. Wer Jesum fest im Glau⸗ ben hält, der hat die Kraft der andern Welt hier allbereit zu schmecken. Pflegt Jesus gleich zu mancher Zeit bei großer Herzenstraurigkeit sein Antlitz zu verdecken, ist doch sein Joch sanft und feiner, als wenn einer auf dem Bette dieser Welt zu schlafen hätte. 5. So weiß ich auch aus deinem Wort, daß du dich, liebster Seelenhort, nicht ewig⸗ lich versteckest“); du thust vor mir die Augen zu, auf daß du desto größre Ruh hernach in mir erweckest, wenn ich treulich als ein Rebe an dir klebe auch im Leide, nicht nur in der süßen Freude. Jesaia 54, 7. 8. Johannes 14, 18. 19 u. 16, 16.—22. 6. Derhalben soll mich keine Not, mein Jesu, wär es auch der Tod, von deinem Dienst da ssinn unte, und ch zu zu zwar lech⸗ liches ilend man, durch muß mich venn n. lau⸗ t der it zu gleich roßer ntlitz Joch venn ilser auls dich, wig⸗ bor p du ch in eulich auch der . 2. feine auch HDienst abschrecken. Ich weiß, daß mich dein Herze liebt, darum so geh ich unbetrübt mit dir durch Dorn und Hecken. Plage, schlage, ich bin stille, ists dein Wille, mich zu kränken, du wirst meiner doch gedenken. 7. Und sollt ich auch, mein Hort, in mir dein süßes Manna nicht allhier in dieser Zeit em⸗ pfinden, so will ich doch zu⸗ frieden sein und werde deinen Gnadenschein in jenem Leben finden, da man stets kann, sich zu laben, Jesum haben, stets erblicken und ihn in die Arme drücken. 8. Allein, du holder Men⸗ schensohn, ich kenne deine Liebe schon, wenn uns die Dornen stechen; dein Herz, das mich in Trauren setzt und sich ver⸗ schließt, muß doch zuletzt vor lauter Liebe brechen; drum füllt und quillt in mein Herze nach dem Schmerze deine Süße, die ich noch allhier genieße. 9. Du salbest mich mit Freu⸗ denöl, so daß sich öfters Leib und Seel recht inniglich er⸗ freuen. Ich weiß wohl, daß du mich betrübst, ich weiß auch, was du denen giebst, die sich davor nicht scheuen. Drum gieb den Trieb, unabwendig und beständig treu zu bleiben und recht fest an dich zu gläuben. 10. Der Glaub ist eine starke Hand und hält dich als ein festes Band, ach stärke meinen 207 dich niemand mir, im Glauben kann mich niemand dir, o star⸗ ker Jesu, rauben, weil ich fröh⸗ lich Welt und Drachen kann verlachen und die Sünden durch den Glauben überwinden. Joh. Christ. Lange g. 1669 4 1756. Mel. Seelenbräutigam. 314 Wer ist wohl, wie du, Jesu, süße Ruh? Unter vielen auser⸗ koren, Leben derer, die ver⸗ loren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Zepter will ich küssen, ich will sitzen dir zu Füßen, wie Maria thät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Glauben! Im Glauben kann Eigentum, allerschönster Ruhm! 208 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir an⸗ lege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schran⸗ kenz sei du mein Gewinn, gieb mir deinen Sinn! 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsetze, und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gieb! 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken z habe auf mich acht, Hüter, in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinet⸗ willen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit geleiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Joh. Anast. Freylinghausen g. 1670 1739. Jesuslieder. 2 Cimoth. 2, 8. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 31 5 Hal im Gedächtnis Jesum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kom⸗ men ist, dein Bruder da zu werden; vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut, dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Not, dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod er⸗ standen ist, befreit von Not und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht, sein Unschuld Leben wieder bracht, dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtnis Jesum. Christ, der nach den Leidens⸗ zeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit, dank ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wieder⸗ kommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorge⸗ nommen. O denke, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. hn her. ichtnis rist 0 Erden kom⸗ da zu haß er mmen kihm JNesum litten, Jen ist Welt, dTod Not, el Nsum dritten od er⸗ Not daß er schuld ihm Jesum idens⸗ fahren reiten, allezeit ichkeit, be! Isum ieder⸗ t und vorge⸗ du da n sein wiglich 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther g. 1650 7 1704. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 2. 31 6 eele, was ermüdst 1 du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu lau⸗ ter nichts dir werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben: eil zur Lebensquell hin⸗ zu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, so das finstre Reich gebieret, laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jesuslieder. 209 Gesuch, dabei du fast bist er⸗ storben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 6. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken, Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl er⸗ quicken. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Höchsten wohl— gefällt und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 8. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist ge⸗ boren, darum liege nicht im Tod, bist du nicht zum Reich erkoren? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 9. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmels⸗ höhen, laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 10. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 11. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben, laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben! 5. Ach es ist ja schlecht genug, daß du sonst viel Zeit verdorben mit nichtswürdigem Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 14 210 12. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen, glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 31 7 iebe, die nicht aus⸗ »zusprechen! Jesus hebt, was schwach, empor. Seine Hand will nicht zer⸗ brechen das zerstoßne Glau⸗ bensrohr, seine Huld ver⸗ schmähet nicht meines Glaubens schwaches Licht, das nur einem Döchtlein gleichet, das kaum glimmt und fast erbleichet. 2. Ob ich gleich mit Petro sinke“), giebt mir Jesus doch die Hand und die süßen Liebes-— winke, er erkennt den schwachen Stand. Wie ein Vaterherz gesinnt gegen sein noch kleines Kind, so trägt Gott auch mit Erbarmen schwache Kinder auf den Armen. 5 Matth. 14, 30. 3. Beut mein Hirte nicht den Rücken seinem schwachen Schäflein an? Kranke Seelen zu erquicken, tritt er auf die Todesbahn. Selbst die höchste Kraft verschmacht, da sie ruft: Es ist vollbracht, daß ich Schwacher möge siegen in den letzten Todeszügen. 4. Jesu, starke Kraft der Schwachen, stärke mich, denn Jesuslieder. mich stärker machen, höre doch mein seufzend Ach! Hebe du das schwache Rohr meines Glaubens selbst empor, daß es bei dem Sturm der Sünde um dein Kreuz sich feste winde. 5. Feuchte mit dem Gnaden⸗ öle meines Glaubens Döcht— lein an in der Lampe meiner Seele auf der dunkeln Todes⸗ bahn! Stehe mir, o Allmacht, bei, daß ich stark in Schwach⸗ heit sei, daß ich dich, bis ich erkalte, fest mit schwachen Hän⸗ den halte. Salomo Franck g. 1659 4 1725. Psalm 75, 25-28. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. err Jesu Christ, 318. 8 mein höchstes Gut, mein Seelenschatz, mein Herzensmut und aller Sinne Freude, ich bleibe dennoch stets an dir; so ist auch nichts, das dich von mir und unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Lebenslauf und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, du bist mein Licht; ich folge dir, so irr ich nicht. 2. Du leitest mich nach dei⸗ nem Rat, der andres nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich ich bin schwach. Du, du kannst der Ausgang wohl gelinget. re doch ebe du meines daß Sünde winde. naden⸗ Döcht⸗ meiner Todes⸗ lmact, chwach⸗ bis ich N Hän⸗ 117²⁵e 9,ohert. Chrisf, höchstes 3„ mein Sinne och stets to, das eLiebe deinen Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach mit Begier, ach mit Begier wünsch ich zu sein, mein Gott, bei dir. 3. Mein Alles ist auf dich gericht; hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Er⸗ den mein, möcht ich auch nicht auf Erden sein, denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter, durch Jesuslieder. 211 Freude. Ich setze meine Zu⸗ versicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud und auch im Leide. Dein Thun soll alles und allein in mei⸗ nem Herz und Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn. Ach möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, komm, mein Schatz, und nimm mich auf! Erdmann Neumeister g. 1671 4 1756. Eigene Melodie, oder Ach erkennet, liebste Seelen. 319 Qch will mich mit dir verloben, süßer Jesu, du allein wirst von mir aus Lieb erhoben, und ich bin nun gänzlich dein. Zwar die Welt wird mich stets hassen, denn sie hasset dich zugleich; kann ich aber dich umfassen, so bin ich vergnügt und reich. 2. Alles soll mir Ekel Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten, dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nichts achten. doch mein Heil und meines machen, was zur Eitelkeit ge⸗ hört, und in allen meinen Sachen werde Jesus nur ge⸗ ehrt. Sollt ich Jesum denn Du bist und bleibest nicht lieben, der mich vor der Welt erwählt? Sollt ich Herzens Trost und Teil; so Jesum noch betrüben, der mich wird und muß durch dich allein ihm schon zugezählt? auch Leib und Seele selig sein. 3. Nein, die ganze Welt Herr Jesu Christ, ich hoffe soll wissen, daß ihr Thun mir fest, ich hoffe fest, daß deine nicht gefällt, alles andre will Kraft mich nicht verläßt. sch missen, weil er mich in 5. Drum halt ich mich ge⸗Armen hält. Seine Lieb hat trost zu dir, du aber hältst dich mich gefangen, und ich will auch zu mir, und das ist meine die Freiheit nicht, denn mein 14⁷ 212 Jesuslieder. auf ihn gericht. 5. Stärke sehnliches Verlangen ist allein mals über Lasten klagen, denn durch Trübsal hier geht der 4. O wie lang hab ich ver⸗ Weg zu dir. zogen, wie lang hab ich dich ö veracht! O wie oft ward ich irgend unser Herz, kümmert betrogen und von dir hinweg-uns ein fremdes Leiden, o so gebracht! Aber nun soll uns gieb Geduld zu beiden, richte nichts scheiden, nicht das Leben, nicht der Tod, nicht das Kreuz, nicht Schmach und Leiden, weder Unglück, Schmerz noch Not. du mir meinen Willen wider meiner Feinde List, denn du mußt in mir erfüllen, was dem Fleisch un⸗ 3. Rühret eigner Schmerz unsern Sinn auf das Ende hin! 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nötge Pflege! Thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf! Nik. Ludw.v.Zinzendorf g.170011760. möglich ist; laß mich nicht mehr von dir wanken, ach wo soll ich auch sonst hin? weil Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 2. 6. So sei tausendmal ge⸗ grüßet, Jesu, meine süße Lust! Sei auch tausendmal geküsset, sei du mir allein bewußt, sei mein Wunsch und mein Ver⸗ langen, sei mein Bräutigam und Hort, sei du meiner Seele Prangen, sei mein Alles hier und dort! Ph. Balth. Sinold g. 1657 4 1742. Mel. Seelenbräutigam. 320 Jesu, geh voran 2 89 auf der Lebens⸗ bahn, und wir wollen nicht verweilen dir getreulich nach⸗ zueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland! 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch ich nicht nur in Gedanken roßer Mittler, der sondern wirklich bei dir bin. 321. G zur Rechten sei⸗ nes großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnade schützt, den auf dem erhabnen Throne, in der königlichen Krone, alles Heer der Ewigkeit mit ver⸗ hülltem Antlitz scheut, 2. Dein Geschäft auf dieser Erden und dein Opfer ist voll⸗ bracht, was vollendet sollen werden, das ist gänzlich aus⸗ gemacht. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein sieg⸗ reich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Ge⸗ schäfte in dem obern Heilig-— tum, die erworbnen Segens⸗ kräfte durch dein Evangelium in den schwersten Tagen nie— allen denen mitzuteilen, die „denn ht der chmerz ümmert „ o so ‚ richte de hin Oang. Führst Vege, Pflege! f deine 071760. sterben. er, der in sei⸗ zt und nechten sht, hrone, „alles t ber⸗ dieser t voll⸗ sollen h aus⸗ ur uns d und n sieg⸗ uns in in Ge⸗ Heilig⸗ egens⸗ gelium „, die Jesuslieder. 213 zum Thron der Gnade eilen, dar und vertrittst nunmehr nun wird uns durch deine Hand mit Freuden deine teur erlöste Heil und Segen zugewandt. Schar, daß er wolle Kraft und 4. Deines Volkes werte Leben deinem Volk auf Erden Namen trägest du auf deiner geben und die Seelen zu dir Brust“), und an den gerechten ziehn, die noch deine Freund⸗ Samen denkest du mit vieler schaft fliehn. Lust. Du vertrittst, die an 9. Großer Mittler, sei ge⸗ dich gläuben, daß sie dir ver⸗ priesen, daß du in dem Heilig⸗ einigt bleiben, und bittst in tum so viel Treu an uns be⸗ des Vaters Haus ihnen eine wiesen, dir sei Ehre, Dank Wohnung aus. 52 Mos. 39, 14. und Ruhm! Laß uns dein 5. Doch vergißt du auch Verdienst vertreten, wenn wir der Armen, die der Welt noch zu dem Vater beten, sprich für dienen, nicht, weil dein Herz uns in letzter Not, wenn den dir vor Erbarmen über ihrem Mund verschließt der Tod. Elend bricht; daß dein Vater Joh. Jak. Rambach g— 1693 1735. ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach da zielt dein Bitten hin. 6. Zwar in deines Fleisches Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, hast du dich vor Gott gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen; o mit welcher Niedrigkeit batest du zur selben 2. Über seine Feinde weinen, Zeit! jedermann mit Hülf erscheinen, 7. Aber nun wird deine sich der Blinden, Lahmen, Bitte von der Allmacht unter⸗Armen mehr als väterlich er⸗ stützt, da in der vollkommnen barmen, der Betrübten Klagen Hütte 5) die verklärte Mensch⸗hören, sich in andrer Dienst heit sitzt. Nun kannst du des verzehren, sterben für die ärgsten Satans Klagen majestätisch Sünder, das ist Lieb, o Men⸗ nieder schlagen, und nun macht schenkinder! dein redend Blut unsre böse 3. O du Zuflucht der Elen⸗ Sache gut.„) Hebr. 9, 11.den, wer hat nicht von deinen 8. Die Verdienste deiner Händen Segen, Hülf und Leiden stellest du dem Vater Heil genommen, der gebeugt Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 322 d. schenliebe war die Quelle deiner Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O der ungemeinen Triebe deiner, treuen Menschenliebe! 214 zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Ge⸗ betne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu er⸗ quicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu be⸗ kehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu sich locken, war mit Schwächung deiner Kräfte dein gewöhn⸗ liches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätz⸗ bar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben, da du in der Sünder Orden aller Schmer⸗ zen Ziel geworden und, den Segen zu erwerben, als ein Fluch hast wollen sterben! 6. Deine Lieb hat dich ge⸗ trieben, Sanftmut und Ge⸗ duld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Schlagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. 7. Demut war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Kronez diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Geschlechte, diese war gleich wie die Tauben ohne Falsch, voll Treu und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret, durch Jesuslieder. 8. Komm, und Flecken! Du hast das Gesetz erfüllet und desselben Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen! Heilge mei⸗ nes Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe! Joh. Jak. Rambach g. 1693 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 323. 9„ dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund er⸗ reichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Zepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde nebst der ungezählten Herde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seeen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben; Tiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Zepter deines Mundes nach dem Recht des Gnaden⸗ bundes sich von dir regieren lassen und wie du das Unrecht Vorsichtigkeit bewahret. hassen. laß deine Liebe⸗ decken meiner Sünden Meng Seole. kein ichet, br⸗ das ensch das L als ohne, heiten eiten: t und hlten den den Tod ntum chen, sch liches am viel h zu dik ndes Iden⸗ ieren mrecht Jesuslieder. deiner Drost und Licht, du kannst 4. In dem Reiche Ehren kann man stets dich loben hören von dem himm⸗ lischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herrscher du in dreien Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Überfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bür⸗ ger haben; du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen, laß mich dei⸗ nen Schutz genießen, laß mich dich im Glauben küssen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zur Seiten! Joh. Jak. Rambach g. 1693 f 1735. Mel. Machs mit mir, Gott, nach 215 vollkommen laben. Nichts ist, das mir Vergnügen giebt, als wenn mich Jesus herzlich liebt. 3. Du, du bist mein, und ich bin dein, wir sind in eins verbunden; dies gute Teil hab ich allein durch deine heilgen Wunden. Du bist mein Fels, der mich nicht läßt, auf dir ruht meine Seele fest. 4. Herr Jesu, ohne dich muß mir die Welt zur Hölle wer⸗ den; ich habe, hang ich nur an dir, den Himmel schon auf Erden. Es quillt mein Lebenstrank von dir, das Lebensmanna giebst du mir. 5. O selge Stunde, da man dich kann recht ins Herze schlie⸗ ßen! Wie läßt du da so süßig⸗ lich Heil, Gnad und Friede fließen! So oft das Herze nach dir blickt, wird es mit Himmelslust erquickt. 6. Das schwerste Kreuz wird leicht und klein, denn du selbst hilfst es tragen; du richtest es zum besten ein, kannst nicht von Herzen plagen. Dein Ruten⸗ deiner Güt. 324 Mein Herz, ach rede mir nicht drein, ich muß von hinnen eilen, ich muß bei meinem Jesu sein. Was soll ich hier verweilen, wo Eitelkeit, wo keine Ruh? Mein Geist eilt nach dem Himmel zu. 2. Mein Herzensfreund, dich laß ich nicht, ich kann nichts Bessers haben, in dir ist Freude, streich ist voller Huld, du forderst von uns nur Geduld. 7. Führst du mich nun gleich wunderlich, mein Freund, durch Leid und Freude, weiß ich den⸗ noch, daß alles mich von deiner: Lieb nicht scheide. Es führet mich dein Wunderpfad zu dir, in meines Vaters Stadt. J. Ludw. Konr. Allendorf 9. 1693 1773. 216 Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 32 5 err von unendli⸗ · chem Erbarmen, du unergründlich Liebesmeer, ich danke dir mit andern Armen, mit einem ganzen Sünderheer für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. 2. Für dein so allgemein Erlösen, für die Bezahlung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld, ja für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, weil doch des Glaubens Kraft und Triebe ein Werk der Allmacht Gottes heißt; für die Befestigung darin dankt dir mein neugeschaffner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Versprechen, daß deine Gnade ewig sei; wenn Berge bersten, Hügel brechen, steht doch dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Himmel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine teuren Sakra⸗ mente als Siegel deiner wah⸗ ren Schrift, wo Gott, damit ich glauben könnte, ein Denk⸗ mal seiner Wunder stift: für diese Gnaden in der Zeit, dankt dir mein Herz in Ewigkeit. 6. Ja Mund und Herze soll dir danken, doch bittet auch Jesusliever. mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wan⸗ ken und gründe mich auf die⸗ sen Grund! Erhalte nur durch deine Treu mich bis ans Ende auch dabei! 7. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich, dir zum Lobe, sein; versichere mein Herz dar⸗ neben, es reiße keine Lust noch Pein mich von der Liebe Got⸗ tes hin, weil ich in Jesu Christo bin. 8. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Hölle in sich schließt, nichts soll mich von der Liebe schei— den, die da in Christo Jesu ist. Ja Amen, Vater aller Treu, zähl mich den Auser⸗ wählten bei! Phil. Friedr. Hiller g. 1699f 1769. Eph. J. 2I. 22. Eigene Melodie, oder Alles 45 an Gottes Segen. 326. Qesus Christus N herrscht als König, alles wird ihm unter⸗ thänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll be⸗ kennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Ge⸗ walten, Mächte, die die Thron⸗ wacht halten, geben ihm die n. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdi⸗ schen Getümmel⸗ ist zu seinem — 3 bereit. Laß ban⸗ if die⸗ durch Ende heilig Lobe, I dar⸗ st noch E Got⸗ Jesu rübsal, Welt nichts schei⸗ Jesu äaller Auser⸗ 11769. Segen. hristus t als unter⸗ Gott oll be⸗ Herr Ehre d Ge⸗ Thron⸗ im die schaft m irdi⸗ seinem 0 Jesuslieder. 3. Engel und erhabne Thro⸗ nen, die beim ewgen Lichte wohnen, nichts ist gegen Jesum groß. Alle Namen hier auf Erden, wie sie auch vergöttert werden, sie sind Teil aus sei⸗ nem Los. 4. Gott ist Herr; der Herr ist Einer, und demselben glei⸗ chet keiner, nur der Sohn der ist ihm gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 5. Gleicher Macht und gleicher Ehren sitzt er unter lichten Chören über allen Cherubim. In der Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 6. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden Nur Geduld, es folgen Freuden, nichts kann sie von Jesu scheiden, und ihr geht zuvor. Haupt zieht sie empor. 217 vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 9. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin. Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unter⸗ thänig! Ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Hiller g. 1699 f 1769. Eigene Melodie. 327 Qch bete an die Macht der Liebe,‚ die sich in Jesu offenbart; ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so zart gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und tief gezogen neigt sich mein Alles auch zu dir, du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich und ich dich erlesen. 3. Ich fühls, du bists, dich muß ich haben; ich fühls, ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Ruhplatz ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen, drum folg ich deinen selgen Zügen. 4. Für dich sei ganz mein 8. Jauchz ihm, Menge heilger Herz und Leben, mein süßer Knechte, rühmt, vollendete Ge⸗ rechte, und du Schar, die Pal⸗ Gott, und all mein Gut; für dich hast du mirs nur gegeben, men trägt, und du Blutvolk in dir es nur und selig ruht. in der Krone, und du Chor Hersteller meines schweren Fal⸗ ——. ....... 218 Jesuslieder. les, für dich sei ewig Herz und alles! 5. Ehr sei dem hohen Je⸗ susnamen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Selgen Schar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände! 6. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein! Möcht deine süße Jesus⸗ liebe in Herz und Sinn ge⸗ präget sein! Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen! Gerh. Terstegen g. 1697 f 1769. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 328 Dich Jesum laß ich * ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das redlich spricht: Nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein, du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich Jesum laß ich ewig nicht, ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuver⸗ sicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand nehmen. 3. Dich Jesum laß ich ewig nicht, aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Ge⸗ richt und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich er⸗ freut um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich Jesum laß ich ewig nicht, du stärkest mich von oben. Zu dir steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, du eilst zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich Jesum laß ich ewig nicht, das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit, bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich Jesum laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken. Und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: Mein Freund ist mein, und ich bin sein; er ist mein Schutz, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich g. 1713 1 1780. Eigene Melodie. 329 Ach mein Herr Jesu, 8 dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gna⸗ denanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freund⸗ liches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, aber unsre Seele kanns schon ge⸗ wahren, du kannst dich fühl⸗ bar unge 3 Tag nieß hätt saget müß wik 4. duld die stillt segn Frer Lust 5 bar kon Se No bli Jesuslieder. bar gnug offenbaren, auch ungesehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu ge⸗ nießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, ge⸗ duldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, stilln und trösten, erfreun und segnen und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. 5. Ach gieb an deinem kost⸗ baren Heil uns alle Tage voll⸗ kommnen Teil und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner blutigen Todsgestalt, ja die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu sehen sein! 7. Ein herzlichs Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blutbe⸗ sprengung aus deinen Wunden erhalt uns solche zu allen Stunden bei Freud und Leid! 8. So werden wir bis in Himm'l hinein mit dir vergnügt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen: wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen kann. 219 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die soviel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor g. 1723 f 1801. Eigene Melodie. enn ich ihn nur 330. W habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt, weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treuge⸗ sinnt nur meinem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe seines Her⸗ zens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erweichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt, und des Himmels reiche Gabe meinen Blick nach oben hält; hinge⸗ senkt im Schauen, kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedr. v. Hardenberg g. 1772 f 1801. 220 Jesuslieder. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 331 enn alle untreu 0 werden, so bleib ich dir doch treu, daß Dank⸗ barkeit auf Erden nicht aus⸗ gestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz; drum geb ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist, und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen hast du so viel gethan, der Welt das Heil errungen, doch keiner denkt daran. ö 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu; die treuste Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden; o lasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts und sinken lie⸗ bend nieder und fallen dir ans Herz. Friedr. v. Hardenberg g. 1772 f 1801. Mel. Jesus, meine Zuversicht. tark ist meines 332. Saen Hand, und er wird mich ewig fassen, hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmut oft Gefahr, fürcht ich auch zu unterliegen, Christus beut den Arm mir dar, Christus hilft der Ohnmacht siegen. Daß mich Gottes Held verficht, das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich verklagt, Christus hat mich schon vertreten; wenn er mich zu sichten wagt, hat Christus für mich gebeten. Daß mein Bürge für mich spricht, das ist meine Zuversicht. 4. Würd es Nacht vor mei⸗ nem Schritt, daß ich keinen Ausgang wüßte und mit un⸗ gewissem Tritt ohne Licht ver⸗ zagen müßte, Christus ist mein Stab und Licht, das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Miß⸗ geschick leben oder ängstlich klagen, ohne Halt ist all ihr Glück, wahrlich sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, das ist meine Zuversicht. 6. Will mein Herr durch sanfte Zucht mich nach seinem Bild gestalten, o so will ich ohne Flucht seiner Hand nur stiller halten. Dann erschreckt mich kein Gericht, das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts, sollt ich ihn mit Kleinmut schmähen? Mein Mein das it oft 9 zu t den hHlst Daß „das mich mich mich ristus mein das mei⸗ einen t un⸗ ber⸗ mein meine Miß⸗ stlich Eihr rund Inker meine durch einem ill ich lr Hrakt meine treißt mit Mein Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 22⁴ Erbarmer selbst versprichts, sollt ich ihm sein Wort ver⸗ drehen? Nein, er läßt mich ewig nicht, das ist meine Zu⸗ versicht. Karl Bernh. Garve g. 1763 7 1841. Eigene Melodie. 333 Laßt mich gehn, laßt »mich gehn, daß ich Jesum möge sehn! Meine Seel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und s vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonn, die durch die Wolken bricht! O wann werd ich da⸗ hin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein hol⸗ des Angesicht! 3. Ach wie schön, ach wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flü⸗ gel, flög ich über Thal und Hügel heute noch nach Zions Höhn. 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein, in die Stadt der goldnen Gassen! Herr mein Gott, ich kanns nicht fassen, was das wird für Wonne ein. 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träu⸗ men. Bring uns, Herr, ins Paradies! Gust. Frdr. Ludw. Knak g.180671878. XIX. Vieder vom christlichen Leben und Wandel. Ein Lied zu bitten um Glauben, Hoffnung, Liebe und ein seliges Ende. Eigene Melodie. 334 Qch ruf zu dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen, ver⸗ leih mir Gnad zu jeder Frist, laß mich doch nicht verzagen! Den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nütz zu sein, dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, 0 Herre Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wie⸗ der werd zu Spott: die Hoff⸗ nung gieb daneben, voraus wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf all mein eigen Thunz sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Her⸗ zensgrund den Feinden mög vergeben, verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben! Dein Wort 222 mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück schlägt herein, das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden, beständig sein ans End gieb mir, du hasts allein in Händen;z und wem dus giebst, der hats umsonst, es mag nie⸗ mand erwerben noch ererben durch Werke deine Gnad, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb, hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße. Du kannst machen, daß mirs nicht bringt Gefahr; ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johann Agricola g. 1492 1566. Ev. Matth. 11, 28. Eigene Melodie. 33 5 Kut her zu mir, — spricht Gottes Sohn, all die ihr seid be⸗ schweret nun, mit Sünden hart beladen, ihr Jungen, Alten, Frau und Mann, ich will euch geben, was ich hab, will heilen euren Schaden. 2. Mein Joch ist süß, mein Bürd gering; wer mirs nach⸗ trägt, in dem Beding wird er der Höll entweichen; ich will ihm treulich helfen tragn, mit Lieder vom christlichen Leben und Wandel. meiner Hülf wird er erjagn das ewge Himmelreiche. 3. Was ich gethan und g'lit⸗ ten hie in meinem Leben spat und früh, das sollt ihr auch erfüllen. Was ihr gedenkt, ja redt und thut, das wird euch alles recht und gut, wenns g'schieht nach Gottes Willen. 4. Gern wollt die Welt auch selig sein, wenn nur nicht wär die schwere Pein, die alle Christen leiden; nun aber kanns nicht anders sein, darum ergieb dich nur darein, willst ewge Pein du meiden. 5. All Kreatur bezeuget das; was lebt in Wasser, Luft und Gras, sein Leiden kanns nicht meiden. Wer denn in Gottes Nam nicht will, der muß zuletzt des Teufels Ziel mit schwerem G'wissen leiden. 6. Heut ist der Mensch schön, jung und schlank, sieh, morgen ist er schwach und krank, bald muß er auch gar sterben; gleich wie die Blumen auf dem Feld, also wird auch die schöne Welt in einem Nu verderben. 7. Die Welt erzittert ob dem Tod; liegt einer in der letzten Not, dann will er gleich fromm werden; der schaffet dies, der andre das, sein'r armen Seel er ganz vergaß, dieweil er lebt' auf Erden. 8. Und wenn er nicht mehr leben kann, hebt eine große Klag er an, will sich nun Gott ergeben; ich fürcht für⸗ — 2———.———4——... enns illen. Welt nicht e alle aber arum willst das; und nicht zottes muß mit . schön, rgen hald leich Feld, Welt t ob Hder gleich haffet — seint tgaß/ n. mehr große nun für Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Gnad, die die Hölle wär, darein die Welt wahr, die göttlich er allzeit verspottet hat, wird schwerlich ob ihm schweben. 9. Dem Reichen hilft doch nicht sein Gut, dem Jungen nicht sein stolzer Mut, er muß aus diesem Maien; wenn einer hätt die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld, doch muß er an den Reihen. 10. Dem G''lehrten hilft doch nicht sein Kunst, die weltlich Pracht ist gar umsonst, wir müssen alle sterben. Wer sich in Christo nicht bereit, weil er lebt in der Gnadenzeit, ewig muß der verderben. 14. Höret und merkt, ihr lieben Kind, die jetzo Gott ergeben sind: Laßt euch die Müh nicht reuen, halt't stets am heilgen Gotteswort, das ist eur Trost und höchster Hort, Gott wird euch schon erfreuen. 0 12. Nicht Übel ihr um Ubel gebt! Schaut, daß ihr hie unschuldig lebt, laßt euch die Welt nur äffen, gebt Gott die Rach und alle Ehr, den engen Steig geht immer her! Gott wird' die Welt schon strafen. 13. Wenn es ging nach des Fleisches Mut in Gunst, Ge⸗ sundheit, großem Gut, würdt ihr gar bald erkalten; darum schickt Gott die Trübsal her, damit eur Fleisch gezüchtigt wär, zu ewger Freud erhalten. 223 thut rennen, mit Leib und Seel muß leidend sein ohn Unterlaß die ewge Pein und kann doch nicht verbrennen. 15. Ihr aber sollt nach dieser Zeit mit Christo haben ewge Freud; dahin sollt ihr geden⸗ ken. Kein Mann lebt, der aussprechen kann die Wonne und den ewgen Lohn, den euch der Herr wird schenken. 16. Und was der ewig gütge Gott in seinem Wort verspro⸗ chen hat, geschworn bei seinem Namen, das hält und giebt er g'wiß fürwahr. Der helf uns zu der Engel Schar durch Jesum Christum! Amen. 1530. Pfalm 51, 1— 0. Eigene Melodie. 336 Auf dich hab ich gehoffet, Herr, hilf daß ich nicht zu schanden werd noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: Erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, thu dich herfür, eil bald, mich zu erretten! In Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir aus meinen Nöten! 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten wider mein' Feind, der 14. Ist bitter euch das Kreuz und schwer, gedenkt, wie heiß gar viel seind an mir auf beiden Seiten. 224 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hülf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Not; wer kann mir wider⸗ streben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht mit Lügen und durch falsch Gedicht viel Netz und heimlich Stricke; Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, hüt mich vor falscher Tücke! 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 7. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum! Amen. Adam Reusner g. 1496 f um 1575. Eigene Melodie. 337 Hb lieb hab — ich dich, o Herrz ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden. Die ganze Welt er⸗ freut mich nicht, nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zer⸗ bricht, bist du doch meine Zu⸗ versicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmer⸗ mehr! 2. Es ist ja, Herr, dein G'schenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todes⸗ not! 3. Ach Herr, laß deine Enge⸗ lein an meinem End die Seele mein in Abrahams Schoß tra⸗ gen, den Leib in sein'm Schlaf⸗ kämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, er⸗ höre mich, ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling g. 1532 1 1608. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. 338 Her⸗ wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben, und Herr, umer⸗ dein Leib hab damit in, zu ichsten Hnade r, vor datans hr, in h, auf Herr r und Gott, Todes⸗ Enge⸗ Seele ß tra⸗ Schlaf⸗ Neinge iY jum nvom meine Freud, heiland Herr ich, er⸗ preisen 27108. zu div. wills, mit mir Sterben, Reder vom christlichen Leben und Wandel. allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verder⸗ ben! Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gieb mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu ver⸗ leih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte, behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit, wend ab all Ungerechtigkeit in mei⸗ nem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach dei⸗ nem Rat von dieser Welt ab⸗ scheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir, o Herr, ein seligs End gieb mir durch Jesum Christum! Amen. Kaspar Bienemann g. 1540 f 11591. Eigene Melodie, oder Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. ilf mir, mein Gott, 339. 9 hilf, daß nach dir von Herzen mich verlange und ich dich suche mit Begier, wenn mir wird angst und bange. Verleih, daß ich mit Freude dich in meiner Angst bald finde; gieb mir den Sinn, daß ich forthin meid alle Schand und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu und Schmerz mich deiner Gnad ergebe, hab täglich ein zerknirschtes Herz, in wahrer Buße lebe, vor dir erschein, 22⁵5 herzlich bewein all meine Misse⸗ thaten, die Hände fein laß milde sein, dem Dürftigen zu raten. 3. Die Lust des Fleisches dämpf in mir, daß sie nicht überwinde; rechtschaffne Lieb und Lust zu dir in meinem Sinn anzünde, daß ich in Not bis in den Tod dich und dein Wort bekenne, und mich kein Trutz noch Eigennutz von dei⸗ ner Wahrheit trenne. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanftmut ziere, auch alle Hof⸗ fart von mir nimm und mich zur Demut führe! Was sich noch findt von alter Sünd durch deinen Geist ausfege, gieb, daß allzeit Trost, Fried und Freud sich in mir Armen rege. 5. Den Glauben stärk, die Lieb erhalt, die Hoffnung mache feste, daß ich von dir nicht wanke bald, Beständigkeit ists Beste; den Mund bewahr, daß nicht Gefahr durch ihn mir werd erwecket; gieb Brot dem Leib, doch daß er bleib von Wollust unbeflecket. 6. Gieb, daß ich treu und fleißig sei in dem, was mir gebühret, daß ich auch nicht dur Heuchelei und Ehrgeiz werd verführet. Leichtfertig⸗ keit, Haß, Zank und Neid laß in mir nicht verbleiben, ver⸗ stockten Sinn und Diebs⸗ gewinn wollst du fern von mir treiben. 15⁵ 226 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rat, von falscher Meinung trete, dem Armen helfe mit der That, für Freund und Feind stets bete, dien jedermann, so viel ich kann, das Böse haß und meide nach deinem Wort an allem Ort, bis ich von dannen scheide. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Eigene Melodie. Gott, du from⸗ 340. O mer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun ge⸗ bühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll; und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdouuck, ohn Verdruß! 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gieb einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen! Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind, und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts un⸗ termenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Geduld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, daß ich mit Ehren trag all meine grauen Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden, die Seele nimm zu dir hin⸗ auf zu deinen Freuden, dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu mei⸗ nem Grab ausstrecken, laß hören deine Stimm und mei⸗ nen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum aus⸗ erwählten Hauf! Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Ev. Matth. 5. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 3 41 Kemmt laßt euch den Herren leh⸗ ren, kommt und lernet allzu⸗ —..————. — Lieder vom christlichen Leben und Wandel⸗ mal, welche die sind, die ge⸗ hören zu der rechten Christen Zahl, die bekennen mit dem Mund, glauben fest von Her⸗ zensgrund und bemühen sich daneben, guts zu thun, so lang sie leben. ö 2. Selig sind, die Demut haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß Gott werd allein gepreist, danken dem auch für und für, denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird noch zu Ehren setzen, die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauren findt, die beseufzen und be⸗ klagen ihr und andrer Leute Sünd, die deshalben traurig gehn, oft vor Gott mit Thränen stehn. Diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmut spüren kann, welche Hohn und 227 Unrecht hassen. Die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Er⸗ barmen sich annehmen fremder Not, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behülflich sind mit Rat, auch wo möglich mit der That, werden wieder Hülf empfangen und Barmherzig⸗ keit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jeder⸗ zeit, die in Werk, Wort und Geberden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Friede machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried und Ruh, raten aller⸗ seits dazu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden Gottes Trutz verschmerzen, weichen Kinder heißen. gerne jedermann, die nicht 9. Selig sind, die müssen suchen eigne Rach und befeh⸗dulden Schmach, Verfolgung, len Gott die Sach. sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben nicht Gewalt noch Unrecht sei, die da lieben gleich und recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Betrug und auf Erd, Diese will der Herr so schützen, daß Angst und Pein, da sie es doch nicht verschulden und ge⸗ recht befunden sein. Ob des Kreuzes gleich ist viel, setzet Gott doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit den Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier daß ich solcher Selig⸗ 1⁵²⁵ 228 Lieder vom christliche n Leben und Wandel. keiten auch aus Gnaden fähig mich von Sünden auferstehn, werd. Gieb, daß ich mich acht in deinen heilgen Wegen gehn gering, meine Klag oft vor und dir zu Ehren leben! dich bring, Sanftmut auch an 4. Laß hier in deinem Reiche Feinden übe, die Gerechtigkeit mich dir treu, beständig dienen, stets liebe; in guten Werken fruchtbar⸗ 11. Daß ich Armen helf lich stets wachsen, blühn und und diene, immer hab ein reines Herz, die in Unfried stehn, versühne, dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. Hannov. Gsb. 1648 nach Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 3 42 O treuer Heiland, Jesu Christ, der du auch mir geboren, ja auch für mich gestorben bist, laß doch nicht sein verloren an mir das groß Erlösungswerk, vielmehr gieb Gnade, Kraft und Stärk, inbrünstig dir zu danken! 2. Gieb Gnade, daß ich dich hinfort als meinen Heiland liebe, dir lebe und in deinem Wort mich treu und fleißig übe. Und wie du, Herr, ge— storben bist, so hilf mir auch, zu jeder Frist den Sünden abzusterben. 3. Du standest von den Toten auf, brachst durch des Grabes Thüren; drum laß mich einen neuen Lauf voll grünen, bis du nach meinem Pilgrimslauf mich nimmst in deinen Himmel auf, wo du zur Rechten sitzest. 1633² Mel Sollt ich meinem Gott nicht singen. 343 Lasset uns mit Jesu ziehen, seinem Vor⸗ bild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach, immer⸗ fort zum Himmel reisen, irdisch noch schon himmlisch sein, glau⸗ ben recht und leben fein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, gehe vor, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich; nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht dorten reich, Thränensaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir! 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewig⸗ lichen Not. Laßt uns töten, Geist und Tugend führen, laß weil wir leben, unser Fleisch, erstehn, V gehn ul Meiche dienen, chtbar⸗ n und neinem imst in wo du 16337 stsingen. it Nsu NVor⸗ Welt uf der mmer⸗ irdisch glau⸗ in, in weisen. i mir Iylsu herden folgen macht at die tröstet ichtlich Regen hier deine Isu vom vom ewig⸗ töten, leisch, ö Lieder vom christlichen Leben und Wandel. ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glie⸗ der, wo du lebst, da leben wirz ach erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder! Dir, o Jesu, leb ich hier und dort ewig auch bei dir. Sigism. v. Birken g. 1626 f 1681. Pfialm IIS. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 3 44 9⁰¹ uns, Herr, in 1 allen Dingen, daß wir unser Amt und Werk wohl anfangen und vollbrin⸗ gen, gieb uns Weisheit, Kraft und Stärk! Ohne deine Hülf und Gunst ist all unser Werk umsonst; hilf uns, Herr in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 2. Hilf uns, Herr, an allen Orten, wo wir dein bedürftig sein, brich der Hölle Macht und Pforten und gieb dei⸗ nem Häufelein, deiner armen Christenheit, Liebe, Fried und Einigkeit! Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 3. Hilf uns, Herr, in allen Nöten, aller Trübsal und Ge⸗ 229 töten, nimm doch unser also wahr, daß Kreuz, Elend und Verdruß uns zum Besten dienen muß. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 4. Hilf uns, Herr, aus allem Leide in der letzten Todesnot, laß uns fahren hin mit Freude und durch deinen bittern Tod kommen in das Paradeis, uns zur Freude, dir zum Preis! Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 5. Hilf uns, Herr, in letzten Zügen, hilf! Nach unsrer Zu⸗ versicht laß uns ritterlich ob⸗ siegen und zu schanden werden nicht! O Herr Jesu, deine Hand leist uns Hülfe und Beistand, daß wir nach voll⸗ brachtem Ringen Lob und Dank dir ewig singen. Nach Martin Rinckart g. 1586 1 1649. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 345 Ac Gott, gieb du — uns deine Gnad, daß wir all Sünd und Misse⸗ that bußfertiglich erkennen und glauben fest an Jesum Christ, der uns zu helfn ein Meister ist, wie er sich selbst thut nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben immerfort zu Ehren deinem Namen; daß uns dein guter Geist regier, auf ebner Bahn zum Himmel führ durch Jesum Christum. Amen. fahr, laß uns keine Drangsal Samuel Zehner g. 1594 1635. 230 Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 346. Sei— getreu bis an das Ende, da⸗ mit keine Qual und Not dich von deinem Jesu wende, sei ihm treu bis in den Tod! Ach das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glauben, laß dir dessen festen Grund ja nicht aus dem Her⸗ zen rauben, halte treulich deinen Bund, den dein Herz durchs Wasserbad fest mit Gott geschlossen hat. Ewig ist der Mensch verloren, der ihm treu⸗ los hat geschworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt. Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat; du mußt, soll dir Gott vergeben, auch ver⸗ zeihn und liebreich leben. 4. Sei getreu in deinem Leiden und laß dich kein Un⸗ gemach, keine Not von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld; selig ist, wer willig träget, was sein Gott ihm auferleget. 5. Hat dich Kreuz und Not betroffen, und Gott hilft nicht alsofort, bleibe treu in deinem Hoffen, traue fest auf Gottes — Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Wort! Hoff auf Jesum festig⸗ lich, sein Herz bricht ihm gegen dich, seine Hülf ist schon vor⸗ handen; Hoffnung machet nie zu Schanden. 6. Sei getreu in allen Sachen, in dem Anfang, Mit⸗ tel, Schluß, fürchte Gott und laß ihn machen, hüte dich vor Joabs Kuß*), such in allem Gottes Ruhm, führ ein wah⸗ res Christentum, sei zwar klug in deinem Glauben und doch ohne Falsch wie Tauben! *) 2 Sam. 20, 9. 7. Sei getreu in Todes⸗ stunden, halt dich glaubens⸗ voll an Gott, flieh getrost in Christi Wunden, sei getreu bis in den Tod! Wer mit Jesu gläubig ringt, ihn wie Jakob hält und zwingt, dem will er in jenem Leben seine Freuden⸗ krone geben. 8. Nun wohlan, ich bleib im Leiden, Glauben, Lieb und Hoffnung fest, ich bin treu bis an das Scheiden; Jesus, der mich nicht verläßt, ist, den meine Seele liebt, dem sie sich im Kreuz ergiebt; ihm befehl ich meine Sachen, denn ich weiß, er wirds wohl machen. Nach Benj. Prätorius g. 15711 1668. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. Qch 347. IGatt, 907 mein Thun 1 Werk in dei⸗ nem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen; was fistig⸗ mgegen In vor⸗ chet nie allen 9„ Mit⸗ ott und dich vor n allem n wah⸗ har klug nd doch en! imn. 20, 9. Todes⸗ ubens⸗ trost in treu bis lit Jesu e Jakob will er reuden⸗ ch bleib ieb und treu bis us, der st, den sie sich befehl enn ich machen. 71668. fft, Herr. mein daß all in dei⸗ on dir nz was Lieder vom christlichen Leben und Wandel. du regierst, das geht und steht auf rechten, guten Wegen. 2. Es steht in keines Men⸗ schen Macht, daß sein Rat werd ins Werk gebracht und seines Gangs sich freue; des Höchsten Rat der machts allein, daß Menschenrat gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mut, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit er auch für schädlich an, was doch Gott gefehlet; oft sieht selbst erwählet. 4. So fängt auch mancher weise Mann ein gutes Werk fröhlich an und bringts zwar 231 eignen Willen; sei du mein Freund und treuer Rat, was recht ist, zu erfüllen. 9. Prüf alles wohl, und was mir gut, das gieb mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre! Der höchste Zweck, das beste Teil sei deine Lieb und Ehre! 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seele Sonn und Zier, gefallen und belieben; was dir zuwider, laß mich nicht in Werk und That verüben! 11. Ists Werk von dir, so hilf zu Glück, ists Menschen⸗ doch nicht zum Standez er baut thun, so treib zurück und ändre ein Schloß und festes Haus doch nur auf lauterm Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn fast über Berg und Spitzen hin, und eh er sichs versiehet, so liegt er da, und vergeblich sich hat sein Fuß bemühet. 6. Drum, lieber Vater, der du Kron und Zepter trägst in den mache leicht, was mir sonst deinem Thron und aus Wolken blitzest, vernimm mein mich vom Wort und höre Stuhle, da du sitzest. 7. Verleihe mir das Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen schwer, und „meine Sinnen! Was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in kurzem zu zerrinnen. 12. Sollt aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rächen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könnest brechen. 13. Tritt zu mir zu und fast unmöglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast durch edle Weisheit deiner Hände. 14. Ist ja der Anfang etwas muß ich auch ins strecket und da der rechten tiefe Meer der bittern Sorgen Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 8. Gieb mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem dir traut, treten, so treib mich nur ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 15. Wer fleißig betet und wird alles, da ihn 232 sonst vor graut, mit tapfrem Mut bezwingen; sein Sorgen⸗ stein wird in der Eil in tausend Stücke springen. 16. Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt end⸗ lich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnüge. So hilf nur, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 18. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor dei— nem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt g. 1607 1676. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. 348 Sei Gott getreu, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben, leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein ergeben! Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keinen Wind des Kreuzes dich abkehren! Ist er dein Vater, du sein Kind, was willst du mehr begehren? Dies höchste Lieder vom christlichen Leben und Wandel. seine Huld dir werden, nichts Bessers ist, mein lieber Christ, im Himmel noch auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden! Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht; das sollst du kühnlich glauben. 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, darein er dich gesetzet; wenn er dich hält mit seiner Hand, wer ist, der dich ver⸗ letzet? Wer seine Gnad zur Brustwehr hat, kein Teufel kann ihm schaden; steht diese Wehr um einen her, dem bleibet wohl geraten. 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu be⸗ kennen, steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen! Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 6. Sei Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnä⸗ dig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht! Wär je der Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß beizeit nur wieder aufzustehen. 7. Sei Gott getreu bis in Gut macht rechten Mut; kann den Tod und laß dich nichts ‚ nichts Christ Erden. U von nicht deinem seiner te Treu Wort nʒj was nicht; lauben. deinem esetzetz seiner h ber⸗ ad zur Teufel t diese leihet 7 „ sein u be⸗ uuf an n nicht zelt in noch Wort alles ö Lieder vom christlichen Leben und Wandel. abwenden! Er wird und kann in aller Not dir treuen Bei⸗ stand senden. Und käm auch gleich das höllisch Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also blei⸗ ben treu, wird er sich dir er⸗ weisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kron zum Gnaden-⸗ lohn im Himmel dir aufsetzen; da wirst du dich fort ewiglich in seiner Treu ergetzen. Michael Franck g. 1609 1667. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 2 ir nach, spricht 3 49. Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle! Verleugnet euch, ver⸗ laßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle! Nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, soll nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll De— mütigkeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der fließt zu jeder Zeit von süßem Sanft⸗ mutsöle; mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott er⸗ 233 4. Ich zeig euch, das was schädlich ist zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden. Ich bin der Seele Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite, ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, wenn er den Feldherrn an sieht gehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich ver⸗ lieren; wer sie hier zu ver— lieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen und wohlgemut, ge⸗ trost und gern in allem Leiden stehen. Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler g. 1624f 1677. lles ist an Gottes 350 Segen und an seiner Gnad gelegen, über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher er⸗ Eigene Melodie. geben, schaut auf ihn! nähret und so manches Glück 234 bescheret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz un⸗ beständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was Vergnü⸗ gung pflegt zu bringen und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu er⸗ füllen, es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzu⸗ schreiben, wie Gott will, so muß es bleiben, wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht wider⸗ streben, ich verlasse mich auf ihn; ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 1676. Matth. 20, 41. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 351. ache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans Lieder vom christlichen Leben und Wandel. List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuch⸗ ten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Au⸗ gen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag fin⸗ den, weils ihm sonst ein Leich⸗ tes ist, dich zu überwinden; und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be⸗ zwinge oder, wenn sie sich ver⸗ stellt, wieder an sich bringez wach und sieh, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Got⸗ tes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du nen zur. echt auf e, denn ne lange imt dem Sünden st kann krleuch⸗ ird dein euchten; die Füll fne Au⸗ Satans lag fin⸗ u Leich⸗ enz und t, oft in ie sicher ch nicht alt be⸗ sich ber⸗ hringe; nie viel unter uch für d Herze, ich Got⸗ denn es ann sich Hofart dabei „ denn rei von as dich daß du Lieder vom christlichen Leben und Wandel. schläfrig bleibest und sein Werk Seelen den alten Adamssinn nicht treibest. 8. Ja er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen, denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Ge⸗ fahr immer näher treten. Denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burch. Freystein 1720. Eigene Melodie. 352 da 8 sonne, wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Ange⸗ sicht nach deiner Gnad er⸗ freuen und meinen Geist er⸗ neuen, mein Gott, versag mirs nicht! 2. Vergieb mir meine Sün⸗ den und wirf sie hinter dich, laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich, laß deine Friedensgaben mein armes Herze laben, ach Herr, erhöre mich! 235 3. Vertreib aus meiner und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkennt⸗ nis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis, Herr, durch dein heilig Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Trutz der Höllenpfort. ö 5. Mit deiner Kraft mich rüste zu kreuzgen mein Begier und alle bösen Lüste, auf daß ich für und für der Sünden⸗ welt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innrem Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut, denn das sind Gnaden⸗ werke, die dein Geist schafft und thut, hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu! Gieb, daß ich deinen Willen ge⸗ denke zu erfüllen, und steh mir kräftig bei! Ludw. Andr. Gotter g. 1661 1 1735. 236 Phil. 12, 2. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 353. Saffet, schaffet, Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit, bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und nach dessen Neigung gehen, sondern was Gott will und thut, das muß ewig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in allen übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach zu be— kennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr 2985. vom Fleisch zu nennen, euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glau⸗ ben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht und die Sünde in sich dämpfet, selig, wer die Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach, wer den Himmel will ererben muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treu⸗ lich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu Lieder vom christlichen Leben und Wandel. bezwingen, so bricht eure Hoff- nung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg, wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen hat bei Christen keine Statt, fleischlich reden, thun und lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen, er ists, der des Geistes Ol und nach dem es ihm beliebt Wollen und Vollbringen giebt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzes- tod danieder, bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab, was euch ärgert, senkt ins Grab*) und denkt oftmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte! ) Matth. 5, 30. 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht, deines gieb mir rin ril Lud Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 237 Eun Geistes Waffen, meine Selig⸗ 7. Gieß den Balsam deiner uchtn keit zu schaffen! Kraft, der dem Herzen Leben u Wird 10. Amen, es geschehe, schafft, tief in unser Herz hin⸗ get Amen! Gott versiegle dies in ein, strahl in uns den Freuden⸗ Fä mir, daß ich so in Jesu Namen schein! Hu meinen Glaubenskampf voll⸗ 8. Bind zusammen Herz kim sühr. Er, er gebe Kraft und und Herz/ laß uns trenuen tün Stärk und regiere selbst das keinen Schmerz, knüpfe selbst Gisn Werk, daß ich wache, bete, durch deine Hand das geweihte N ringe und also zum Himmel Bruderband! 4 ⸗Z1 dringe. 9. So wie Vater, Sohn icht es Ludw. Andr. Gotter g. 1661 f 1735.Pund Geist drei und doch nur aß wan U——f eines heißt, wird vereinigt sicher Eigene Melodie. ganz und gar deine ganze 15 354 ieh, wie lieblich Liebesschar. it und wie fein 10. Was für Freude, was erkann ists, wenn Brüder friedlich sein, für Lust wird ihr da nicht uo fur wenn ihr Thun einträchtig ist, sein bewußt! Was sie wirnschet ui ohne Falschheit, Trug und List.und begehrt, wird von Gott irm 2. Diesen ja verheißt der sihr selbst gewährt. Wollen Herr reichen Segen nach Be⸗ 11. Alles, was bisher ver⸗ Osogehr und das Leben in der wundt, wird mit Lob aus en, ihn Jeit und auch dort in Ewigkeit. Einem Mund preisen Gottes 3. Aber ach, wie ist die Lieb Liebesmacht, wenn er alls in agt die so verloschen, daß kein Triebseins gebracht. Adam mehr auf Erden wird gespürt,] 12. Kraft, Lob, Ehr und ellzes⸗ der des andern Herze rührt. Herrlichkeit sei dem Höchsten seine 4. Jedermann lebt für sich allezeit, der, wie er ist drei in Händ hin in der Welt nach seinem ein, uns in ihm läßt eines sein. ärgert, Sinn, denkt an keinen andernV. 1—2 Mich Mäller g. 167371704. denkt nicht z wo bleibt da die Liebes⸗ V. 3-12 J. Christ. Nehring 1 1736. Dringet pflicht? + 5. O Herr Jesu, Gottes Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 9. 5,0. Sohn, schaue doch von deinem 355 in reines Herz, ch bor Thron, schaue die Zerstreuung Herr, schaff in Hei auf an, die ein Mensch nicht bessernmir, schließ zu der Sünde Thor seinen kann. und Thür, vertreibe sie und Gnade 6. Sammle, großer Men-laß nicht zu, daß sie in mei⸗ eiland, schenhirt, alles, was sich hat nem Herzen ruh. Armen verirrt, laß in deinem Gnaden⸗ 2. Dir öffu ich, Jesu, meine dein'ss schein alles ganz vereinigt sein! Thür, ach komm und wohne 238 Lieder vom christliche du bei mir, treib all Unreinig⸗ keit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus! 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen uner⸗ schöpfter Güt! ö 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich, gieb Weis⸗ heit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnaden⸗ hand! 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Neuß g. 1654 1716. Eigene Melodie. 6 kostet viel, ein 356. E Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben, denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich Ein Kampf wohl ausgericht, das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die ihren Gift in unsre Fersen bringen; da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht der Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe n Leben und Wandel. die Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh, die Gnade aber 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wird der Leib so stark, so hell und rein, so herrlich sein, so lieblich im Gesichte, dieweil ihn da die wesentliche Pracht so schön gemacht. 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden z der lautre Strom wird es da ganz durchgehn und es mit Gott zu Einem Geist verbin⸗ den. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? 6. Da giebt sich ihm die Weisheit ganz, die es hier stets als Mutter hat gespüret,“) sie krönet es mit ihrem Perlen⸗ kranz und wird als Braut der Seele zugeführet. Die Heimlichkeit wird da ganz offenbar, die in ihr war.“) 0 Spr. 8, 1. 31. ½) 1. Cor. 2, 9. 10. 7. Was Gott genießt, ge⸗ nießt es auch, was Gott be⸗ sitzt, wird ihm in Gott ge— geben; der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein als wert, wenn man mit Ernst Gott allein. macht, daß mans nicht acht. ch sein, dieweil Pracht nd den nwird nj der es da s mit verbin⸗ da im Wer m die r stets uret,) erlen⸗ Braut Dik ganz var.*) 2.9.I0 t, ge⸗ ott be⸗ tt ge⸗ steht 9„ wie Jesu Ird an u als Lieder vom ichristlichen Leben und Wandel. 8. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsternis zu reißen. Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn,“) wie wohl wirds thun! 5 Offenb. 14, 13. Christ. Friedr. Richter g. 1676f 17½½1. Mel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. 357 E ist nicht schwer, . ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich im⸗ merdar in Christi Tod zu geben, doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein', das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr, es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, die Unlust schafft in dir dein eigner Wille. Drum übergieb ihn willig in den Tod, so hats nicht Not. 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und 239 ben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an! so ists gethan. 5. Faß nur dein Herze in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so sieh,‚ daß du dich durch die Gnade stärkest; so ist dein Fehl und kindliches Versehn als nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich wird Nacht und Finsternis bedecken; dein Vater wird nichts Schlim⸗ mes mit dir thun; vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken, ja, siehst du endlich ferner keine Spur, so glaube nur! 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn, und wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehnz drum darfst du nur dem from⸗ men Vater trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ so selig ist. 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß die süße Ruh, in Friede sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg und Last wirf nur getrost und kühn allein auf ihn. plagetz erwecke nur zum Glau⸗ Christ. Friedr. Richter g. 1676f 1711. 240 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Eigene Melodie. 3 58 Heier legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armut sein gericht! 2. Schau her, ich fühle mein Verderben, laß mich in deinem Tode sterben; o könnte doch in deiner Pein die Eigenheit ertötet sein! 3. Du wollest, Jesu, meinen Willen mit der Gelassenheit erfüllen, brich der Natur Ge— walt entzwei und mache meinen Willen frei. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe, nur ist von der Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden, der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hier gelten nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, du bist noch immer treu geblieben; ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 8. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und mich aus solchen Netzen ziehst. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen zach drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in deinen Abgrund senke, so werd ich von dir angeblickt, und mein Herz wird von dir er- quickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich schon die süße Beute und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christ. Friedr. Richter g. 1676 1 1711. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 359 ein lieber Gott, * gedenke meiner im besten jetzt und allezeit, denn außer dir ist nirgend keiner, der mich mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir: Du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evange— lium, und mache mir die Him⸗ melslehre zu Saft und Kraft Kampf ih und Sorge mein drücke aß ich Ernst ich in berd und uwer⸗ Eifer leck ich fühle, aß du, ist. 717Il. tt laßt Gott, meiner lllezeit, urgend at und Wort ht und mein wenn hange⸗ Him⸗ Kraft Lieder vom christlichen Leben und Wandel. im Christentum, daß so dein Same wohl geling und hun⸗ dertfältig Früchte bring. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke stets in Gnaden drauf! Weil ich in Christo vor dich trete, so schließ dein Herz und Ohren auf, doch gieb mir nichts als dies allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne hin! Weil ich wie an⸗ dre Menschen alle im Fleische schwach und blöde bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand! 5. Gedenke meiner, wenn ich leide! Wen hab ich sonst, als dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Und hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn Welt und Teufel böse thut. 6. Gedenke meiner auch in allen, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mich mit Wohlgefallen in meinem ganzen Leben an! Denn giebst du mir, was dir gefällt, so ists um mich recht gut bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe, und wenn mich alle Welt vergißt; versetze mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist. Denn bliebst du nicht im Himmel mein, so wollt ich nie geboren sein. 8. Ich will mich über nichts 241 du mich zu Heil und Segen angeschrieben; drum sieht die Hoffnung bloß auf dich und denkt, im Glauben ungekränkt, daß Gott im besten meiner denkt. Erdmann Neumeister g. 1671 4 1756. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 360 GCenzire mich, o 5 ewigs Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und er⸗ füllet sein! 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sün⸗ denwust, ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist und nichts sonst, als was du willst, will, ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll! 4. Auf dich laß meine Sin⸗ nen gehn, laß sie nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau, o ewigs Licht, von An⸗ gesicht zu Angesicht. Joh. Friedr. Ruoppef 1708. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 361 Lieserr Jesu, der du mich selber durch dein Blut erkaufet, und auf dessen Namen ich als ein Christe bin getaufet, laß mich deinen Geist regieren, solchen betrüben, in deine Hände hast Namen recht zu führen. 16 242 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 2. Laß mich meiner Taufe Bund ernstlich immerdar be⸗ trachten, laß mich doch von Herzensgrund Satan, Welt und Fleisch verachten, laß hin⸗ gegen stets mich üben, Gott und Menschen recht zu lieben. 3. Laß mich, Herr, den schmalen Weg durch die enge Pforte gehen, laß auf deines Wortes Steg einzig meine Augen sehen, gieb Geduld in Kreuz und Leiden, daß sie nie mich von dir scheiden. 4. Komm, vermähle selber dich, liebster Jesu, meiner Seelen, gönne, daß auf ewig ich dich zu meiner Lust mag wählen, gieb, daß keine Trüb⸗ salsfluten löschen unsrer Liebe Gluten. 5. Laß mich hier in dieser Welt als ein wahrer Christe leben und sodann, wenn dirs gefällt, christlich meinen Geist aufgeben, auch im Himmel zu den Frommen und den wah⸗ ren Christen kommen. 6. Ehre, Glücke, Kunst und Ruhm laß ich dieser Welt da⸗ hinten, aber nur mein Christen⸗ tum werde ich dort wieder—⸗ finden, wo mit schönen Ehren⸗ kronen Gott will wahren Christen lohnen. Hnr. Jon. Wehrenberg g. 165141713. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 3 62 Rüstet euch, ihr Christenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute, ja Satan selbst hat eur begehrt; wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft! Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel, da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist un⸗ ser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, und Christus wird die Welt er-⸗ schrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mach aus denen Über- winder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns ent⸗ fallen will der Mut. Gieß st hat ich mit ampfet damit st euch hier ist Der Held, Feld. euren ihr seid in des et euch r nicht n. Wo schaft? UL, der da ist eid zum iet euch wenig auf die ist un⸗ 1 Gott , und elt er⸗ ir mit ob, wir ins die rt nicht hn hat tigelegt Kinder Über⸗ sft mit in uns stets ns ent⸗ Gieß ů*0 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends 4 1721. Eigene Melodie. 363 Ringe recht, wenn * Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht ent⸗ lade von der Last, die ihn be⸗ schwert. 2. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich! 3. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehez halbe Liebe hält nicht Stich. 4. Nimm mit Furcht ja dei⸗ ner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 5. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das beste, Rückfall ist ein böser Gast. 6. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitel⸗ keit, bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Träg-⸗ und Sicherheit! 7. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wollust⸗ pflege, hält sich selber nichts zu gut. 243 8. Denkt bei jedem Augen⸗ blicke, obs vielleicht der letzte sei, bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Ol herbei. 9. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 10. Eile, wo du dich erretten und nicht mit verderben willt, mach dich los von allen Ketten, fleuch wie ein gejagtes Wild! 11. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Zoar) ein, eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein!*) 1 Mose 19, 22. 23. 12. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborg⸗ nen Bann, such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts be⸗ flecken kann. 13. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam kommt und winkt und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 14. Eile, lauf ihm doch ent⸗ gegen, sprich: Mein Licht, ich bin bereit, nun mein Hüttlein abzulegen, mich dürst nach der Ewigkeit. Joh. Jos. Winckler g. 16701 1722. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. I. ch Gott, verlaß 364. A mich nicht, gieb mir die Gnadenhände, ach führe mich, dein Kind, daß ich den 16³ 244 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Lauf vollende zu meiner Selig⸗ keit, sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz, ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, regiere du mein Wallen, ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gieb mir den guten Geist, gieb Glaubenszuversicht, sei meine Stärk und Kraft, ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzens⸗ grunde, ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde! Wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir, ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, ach laß dich doch bewegen, ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt, ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich bleibe dir ergebenz hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Not und Tod, ach Gott, verlaß mich nicht! Salomo 3 4⁰ 5 1659— Mel. O du Liebe meiner Liebe. 365. Henund Herz ver⸗ eint zusammen, sucht in Gottes Herzen Ruh! Lasset eure lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir Glieder, er das Licht, und wir der Sch ein, er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euren Bund, schwöret unsrem Überwinder Lieb und Treu von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie ihr ihn betrübet, wenn ihr selbst euch Eintrag thut. 4. Halleluja! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat, daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist. 5. Ach du holder Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß sie sich so herzlich meine, wies dein letzter Wille warz ja verbinde in der Wahr⸗ heit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klar⸗ heit in der That erleuchtet ist. Liebesflammen seine ammen 0 zul seine „und Heister, unser, ut, ihr rneuert unsrem Treu wenn eit und het um wieder hh, ihr Neben ur die lassen er Herr ort sein ihr ihn st euch Höhen, 1d, daß en, der aß der er der daß du, uns so Freund, elveihte serzlich Wille Wahr⸗ en bist, Klar⸗ ttt it. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 24⁵ 6. So wird dein Gebet er⸗ füllet, daß der Vater alle die, welche du in dich verhüllet, auch in seine Liebe zieh, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 7. Liebe, hast du uns ge⸗ boten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten trägen Geister lebensvoll, zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von Einem Stamme, stehen auch für Einen Mann. 8. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein; also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nik. Ludw.v. Zinzendorf g.1700 71760. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. 366 denwunder, tiefste Weisheit, größte Kraft, schönste Zierde, Liebeszunder, Werk, das Gott alleine schafft! 2. Alle Freiheit geht in Banden, aller Reichtum ist nur Wind, alle Schönheit wird zu schanden, wenn wir ohne Einfalt sind. 3. Wenn wir in der Ein⸗ falt stehen, ist es in der Seele licht; aber wenn wir doppelt sehen, so vergeht uns das Gesicht. 4. Einfalt ist ein Kind der Gnade, eine kluge Ritterschaft, die auf ihrem schmalen Pfade nicht nach dem und jenem gafft. 5. Einfalt denkt nur auf das Eine, in dem alles andre steht; Einfalt hängt sich ganz alleine an den ewigen Magnet. 6. Einfalt quillt aus Jesu Wunden mit dem teuren Got⸗ tesblut; wer sie da nicht hat gefunden, der ist fern von diesem Gut. 7. Wer nur hat, was Jesus giebet, wer nur lebt aus seiner Füll, wer nur will, was ihm beliebet, wer nur kann, was Jesus willz 8. Wer nur geht auf seinem Pfade, wer nur sieht bei seinem Licht, wer nur stets verlangt nach Gnade und mag alles andre nicht; 9. Wer ihn so mit Inbrunst liebet, daß er seiner selbst vergißt, wer sich nur um ihn betrübet und in ihm nur fröh⸗ lich ist; 10. Wer allein auf Jesum trauet, wer in Jesu alles findt: der ist auf den Fels erbauet und ein seligs Gnadenkind. A. G. Spangenberg g. 1704 f 1792. B. 4 von N. L. v. Zinzendorf. Eigene Melodie. ein Erbe, Herr, das du erkauft, 367. mit dem du Freundschaft auf⸗ R e W 4* . Ile x I AN V I RIUN W AR e N I M V M 1 W 1 l I I I S........eH‚H‚e‚e‚.‚‚J——.s.sss‚c‚i‚iqjñ—‚ —.—7 246 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. gerichtet, das, als es ward auf dich getauft, sich zu des Satans Haß verpflichtet, sieht, wie es selbst sich nicht beschirmen kann, und rufet dich um Sieg und Beistand an. 2. Du hast der Schlange Kopf zerstört, ihr Gift gedämpft, ihr Reich bezwungen; es hat dein Tod den Tod verheert und ihn in frohem Sieg ver⸗ schlungen, die Schuld getilgt, die freche Welt besiegt, daß nun der Feind zu deinen Füßen liegt. 3. Doch weil hier noch die Probezeit, hast du ihm so viel Macht gelassen, daß er uns kann durch Kampf und Streit, bei unserm Fleisch und Blute fassen. Es stimmt die Welt, als die ihm folgt, mit ein; hier ist es not, auf seiner Hut zu sein. 4. Mit so viel Feinden finden wir, o Herr, uns über⸗ all umgeben. Der eine reizt Und schmeichelt hier, dort droht ein andrer unserm Leben, ja allesamt sind sie darauf be⸗ dacht, daß unser Geist werd um sein Heil gebracht. 5. Wer ist hier tüchtig zu bestehn und über Lust und Furcht zu siegen? Soll es durch unsre Kraft geschehn, so werden wir bald unterliegen. Die Feinde sind zu listig, stark und groß, wir aber stehn von Macht und Weisheit bloß. 6. Doch was uns fehlt, das finden wir, erwürgtes Lamm, in deinen Schätzenz dein Beistand ist uns gut da⸗ für, daß uns kein Satan kann verletzen; du ziehest uns mit Kraft und Weisheit an, daß unser Geist weit überwinden kann. 7. Gieb nur, daß wir nicht träge sein noch selbst die Waffen niederlegen; flöß uns die Kraft des Glaubens ein, damit wir mutig streiten mögenz bewahre uns vor weicher Zärt⸗ lichkeit, wenn Fleisch und Blut sich vor dem Kreuze scheut. 8. So wollen wir, wenn nach dem Streit die frohen Siegeslieder klingen, in jener stillen Ewigkeit, o Heiland, deinen Ruhm besingen, wenn du den Tod, den letzten Feind, besiegt, und alles nun zu deinen Füßen liegt. Joh. Jak. Rambach g. 1693 1735. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. ier bin ich, Herr, 368. 9 du rufest mir, du ziehest mich, ich folge dir. Du forderst von mir Herz und Sinn, mein Schöpfer, nimm, ach nimm es hin! 2. Ich hab oft deinen Wink verschmäht, es ist mir leid, ich komme spät; doch ist mir lieb, daß deine Güt noch auf mich armen Sünder sieht. 3. Ich wag es aber länger nicht, zu unterlassen meine Pflicht, ich komme, Herr, voll ———— .—— ————— tzen; ut da⸗ kann 8 mit „ daß binden icht t die 5 uns Wein, lͤgen; Zaͤrt⸗ OBlut kut. wenn frohen jener eland, wenn Feind, un zu 117³⁵. Lebens x Herr, nir, du r. Du und nimm, Wink lid, ich ir lieb, nich länger meine „ voll *0 Leder vom christlichen Leben und Wandel. Reu und Bußz ach aber, ach wie wankt mein Fuß! 4. Es geht mir, wie es Petro ging: dort kommt ein Sturm, ich sink, ich sink. Ach reiche mir die starke Hand‚, so wird das Sinken abgewandt. 5. Du riefest mich, nun ruf ich dir. Mein Heiland, komm zu Hülfe mir! Mein matter Fuß kann nirgend fort, ach trage mich an Stell und Ort! 6. Flößt du mir Matten Kräfte ein, so werd ich künftig stärker sein, so folg ich dir, mein Herr und Gott, durch Flut und Glut, durch Not und Tod. Joh. Jak. Rambach g. 1693 1 1735. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. 369 Gieb mir ein from⸗ 8 mes Herz, du Geber aller Gaben! Das soll mein Reichtum sein, den ich begehr zu haben, das ist mein höchster Ruhm, mein Schmuck und schönste Pracht, denn fromm sein wird bei Gott und Engeln hoch geacht. 2. Gieb mir ein frommes Herz in allem meinem Denken, wenn sich mein eitler Sinn auch will zum Bösen lenken. Ach schrecke mich doch ab von der Gottlosen Weg und führe mich, o Gott, den rechten Himmelssteg! 3. Gieb mir ein frommes Herz, das sich nicht läßt ver⸗ führen, laß deinen guten Geist 247 dasselbe kräftig rühren! Herr, laß mich nimmermehr auf böses Beispiel sehn, vielmehr mit aller Treu in Christi Stapfen gehn! 4. Gieb mir ein frommes Herz, wenn ich viel Böses höre, daß die Gewohnheit nicht mich auch zuletzt bethöre; schließ meine Ohren zu, gieb deinem Worte Kraft, das sagt, du forderst auch von Worten Rechenschaft. 5. Gieb mir ein frommes Herz, wenn ich die Welt be⸗ trachte, daß ich die Eitelkeit und Sündenlust verachte. Es muß die schnöde Welt mit ihrer Lust vergehn, den Frommen aber bleibt der Himmel offen stehn. 6. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich fromm sei und bleibe und nur, was dir ge⸗ fällt, in meinem Leben treibe. Heut fromm sein, morgen bös, und so in Wankelmut bald Guts, bald Böses thun, stürzt in die Höllenglut. 7. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich nicht von dir weiche und nicht der schnöden Welt in ihren Sünden gleiche. Ich will von ihrem Thun mich sondern gänzlich ab und in der Gottesfurcht beharren bis ins Grab. 8. Gieb mir ein frommes Herz, so wird mirs auch wohl gehen; du wirst mein Bei⸗ stand sein, wenn Unglücks⸗ 248 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. winde wehen. Den Frommen ist ja Gnad und Hülfe zuge⸗ sagt, wenn die verdiente Straf der Bösen Rotte plagt. 9. Gieb mir ein frommes Herz, so kann ich selig sterben und als ein Gotteskind das Himmelreich ererben. Im Him⸗ mel wird ja einst die Fröm⸗ migkeit gekrönt, die auf der Erden nur von Bösen wird verhöhnt. 10. Gieb mir ein frommes Herz! Wenn du mir das wirst geben, so will ich dank— bar sein in meinem ganzen Leben, so wird mein Herz und Sinn sich lenken himmelwärts. Drum bitt ich noch einmal: Gieb mir ein frommes Herz! Joh. Friedr. Starck g. 1680 1756. Eigene Melodie. 370 O Vaterherz, o 2 Licht, o Leben, o treuer Hirt, Immanuel, dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret meine Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren; so geh nun mit mir aus und ein und leite mich nach allen Tritten! Ich geh, ach hör, o Herr, mein Bitten, für mich nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat; drum gen mir immer selber Rat und That. Du willst dich meiner gar nicht schämen, ich kann dich ja zu allem nehmen, du willst mir selber alles sein; so sollst du denn in allen Sachen den Anfang und das Ende machen, dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du gängelst mich, ich kann nicht gleiten. Dein Wort muß ewig feste stehn z du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn, ja deine Güt und dein Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nur recht kindlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu. 4. O daß ich auch im Klein⸗ sten merke auf deine Weis⸗ heit, Güt und Treu, damit ich mich im Glauben stärke, dich lieb und lob und ruhig sei und deine Weisheit lasse walten, stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; sonst lauf ich vor, da lauf ich an. Drum mach im Besten mich gelassen, nichts ohne dich mir anzu⸗ maßen; was du nur thust, ist wohlgethan. 5. Ach mach einmal mich treu und stille, daß ich dir immer folgen kann;z nur dein, nur dein vollkommner Wille sei mir hier Schranke, Lauf und Bahn! Laß mich nichts sei in groß und kleinen Din⸗ mehr für mich verlangen, ja ————— ⏑ Mat dsch ch chmpen, Nsehn; Mlenn 0 dah U ssch O„ sh Wop Wulchst, eten, V oeih Wangen ih allem 0 et THe, I WIehh Wih Waalt sh, Aaaad ö Hasse Mos I W lasseh, I Ist, h dl h, Wille Wah Rchtt W, I Viedey vomhvistiichen Lehen und Wahhel lastemir nichts am Heyzen han⸗hinnen wWas Ou als deines grossen Mamenslast gassh mein Gong del gen Ruhm; der sei allein 240 micht eVVinnen, O Ewigkeit! AIl Wns RNel anf Grden ach lastemirsKayt Heimy,v.Wopöchhyg. N0) 177⁴4 uie verrihcket werden, denn sch Uin sa dein Gigentum 6. Vastmich An diy deu Vate preisen, wie er die Wiebe selber (st last deinen Sehstemer EHäy Uh weisen, wie du von m eschenktemir Pist Ach ossen bare deine Viebe und wirkes doch die heisen Tuiebe de wahren Gegenlieh in mir, durchdringe dadurch Heyg und „Iunen, Saßt ich Hünsort mein ganz Weginnen iu Oelner Wieh und Voh mur syir sch sehne miche, mur O zu leben, der On Mein He und Bräntgam bist. Was Olr sich wicht Wott anz uheben und' waͤs nicht beines Willeng ist, das sirase bald in em (Seweissen, Käast Wiuthund Wassee auf mich sKiesten und Age, was nicht Kauter heistt. Vasi nur dein Vob zur Lust mü werben und dann dag Weil beyx grmen Herben, nach Aner relnen Hieb im Gheisti . o lob und Hieh sehh In berx lle und ruh al Kind Iu deinem chost, Has Wc Keln Hintt aus beiser Sle Vogut sieht aller orgen Hlost sie sorset min Allein in allen, Hiye, ihrem Mycutgam, Iu gefglten, sie schmflckt unt Hält sich Pir berett. Ach geuch mich, geuch mich welt Von Mel 5le,* eini. 8 Wie wch AMW usch, V GiNW 37 Boewahre 918 reund de Kele, burch beine Machte gu iteits Hie Mehts noch Mörbervolle Höhlen, von austen Furcht, von iuen! UWilt, Wiel tausend Mängethund Cehugchen, ie Mut und EHauben FUnnen schwächen, Hhespist, sch Wlhrhe moch Sesällt eio Wieh ihthn en, Neth und Aulhen, da Inlt' der Weind sucht A Oe Wliten, wenn mich michht GWotteg Machteehält „ Her Wchith steht micht In melnen Hänuden noch in der Kregturen Maͤchte, zu oir, gu Olr htt Aiy lch enben, eln Nug und Heyß Haf ah Ilch gcht. Wie durhr mun ogg Heiterworben, da Hut IiAr micch am Kreuz gestorben, sy muss bu wahrlich guch allehn v aller Machte beyr HHötenscharen lch Au Pen seien Hewahen VVVossssh und mr mein nh Mssh vune sein A. Main Vateyx, du hast mir bas Ghe von Gigteh 3a guherest gch Jorge, Hastsch mcht verberbe burch schuchhe, uge eicherheit, 96 H (Atanben beigeieget Wenn 250 Feindes List und Macht sich reget, mir das geschenkte gute Teil aus Herz und Händen sucht zu bringen, so laß mich wachen, beten, ringen, ja wache selber für mein Heil! 4. Immanuel, in deine Hände ergeb ich mich mit Leib und Seel; mein A und O, An⸗ fang und Ende, du bist mein Teil, das ich erwähl; du bist im stand, mich zu erhalten und so in deiner Macht zu walten, daß Feindes Macht zu schan⸗ den wird. Er muß trotz allem Grimm und Hassen dein Schaf dir in den Händen lassenz du, du, Jehova, bist mein Hirt. 5. Dein Geist, der ewig bei uns bleibet, dein Geist, der alle Dinge schafft, dein Geist, der uns belebt und treibet, ist unser mit der Salbungskraft. Er ist der Mahlschatz, Pfand und Siegel, ein starker Bei⸗ stand, Schloß und Riegel, die Wehr und Mauer, so uns schützt, ein Quell, der auf die Dürren fließet, den Traurigen das Leid versüßet, und der die Schwachen unterstützt. 6. Ist Gottes Macht da zum Bewahren, so lach der Sünd und Hölle Macht! Du wirst zu deinem Heil erfahren, wenn alles stürmet, blitzt und kracht, wie Gottes Wort dich nicht betrüget, wie seine Hand ge⸗ waltig sieget; verzage nur an Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Macht dich gläubig legen, so übst du gute Ritterschaft. 7. Auf jenes Kleinod mußt du schauen, das Kleinod deiner Seligkeit, und hör nicht auf, ihm zu vertrauen, der täglich dir die Hände beut; du wirst wahrhaftig überwinden und endlich alles, alles finden, Gerechtigkeit und Heiligkeit, verklärt bei Gott und Engeln wohnen, in höchster Ehr mit Christo thronen, voll Lob, voll Licht, voll Fried und Freud. J. Ludw. Konr. Allendorf 6.„1693 f 17%. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 3 7 2 ommt, Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei; kommt, stärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andernz es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat; kommt, folgt und trauet dem, ein jeder sein Ge⸗ sichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem! 3. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit. Er selbst will bei uns stehen in jedem sauren Tritt; er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und eigner Kraft! Wirst du mit deinem Unvermögen in Gottes erquicken; ach ja, wir habens gut. en . so mußt deiner t auf, täglich wirst und inden, lgkeit Yngeln hr mit , voll Freud. Lendof 5. lassen. , laßt u, der s ist dieser t euren ndern, ndernz ereuen 3wir er uns gt und in Ge⸗ dung em! ist uns et 30 stehen will fßn und habens Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 4. Ein jeder munter eile, wir sind vom Ziel noch fern. Schaut auf die Feuersäule,) die Gegenwart des Herrn! Das Aug nur eingekehrt, da uns die Liebe winket und den, der folgt und sinket, den wahren Ausgang lehrt. 5 2 Mose 13,21. 5. Kommt, Kinder, laßt uns wandern, wir gehen Hand an Hand, eins freuet sich am an⸗ dern in diesem wilden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht strei⸗ ten 3*) die Engel uns begleiten als unsre Brüderlein. *“) 1 Mose 45, 24. 6. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu, man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh! Kommt, bindet fester an, ein jeder sei der Kleinste, doch auch wohl gern der Reinste, unsrer Liebesbahn! 7. Kommt, laßt uns mun⸗ ter wandern, der Weg kürzt immer ab; ein Tag der folgt dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab; nur noch ein laß mir, so viel ich haben muß, wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! 8. Es wird nicht lang mehr währen, halt't noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus; da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen kommenz wie wohl, wie wohl wirds thun!sei meine Pflicht, der Ruhm daheim zum Vater auf 251 9. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl Wagens wert, und gründlich dem ab⸗ sagen, was aufhält und be⸗ schwert. Welt, du bist uns zu klein, wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten, es soll nur Jesus sein. 10. O Freund, den wir er⸗ lesen, o allvergnügend Gut, o ewigbleibend Wesen, wie rei⸗ zest du den Mut! Wir freuen uns in dir, du unsre Wonn und Leben, worin wir ewig schweben, du unsre ganze Zier! Gerh. Terstegen g. 1697 f 1769. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 373 Gett, deine Güte 1 reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 0 2. Ich bitte nicht um Über⸗ fluß und Schätze dieser Erden, nach deiner Gnade werden; gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Men⸗ schen rühren, des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm 252 vor deinem Angesicht und from-— mer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! Chr. F. Gellert g. 1715 1769. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Gilt. 374 o jemand spricht, ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahr— heit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten“ liebe gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder, drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen, ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brü⸗ dern tragen? dem nicht ver— Lieder vom christlichen Leben und Wandel. zeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Ge— richt wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. ——111. 67½½½ 1745 4 1769. Mel. Von 4 ich nicht lassen. 37 5. hin nach Gottes Willen in Demut und Vertraun, lern das Gebot erfüllen, sein großes Feld zu baun. Frag nach der Ernte nicht, du darfst den Lohn nicht messen, mußt Freud und Lust vergessen, nur sehn auf deine Pflicht. 2. Willsi du nur sein ge⸗ borgen und vor der Welt ge— ehrt, so kannst du nicht besorgen, was deinem Herrn gehört;z sieht jemand auf Gewinn, sucht Schätze nur auf Erden, um glücklicher zu werden, der hat den Lohn dahin. 3. Doch hast du deine Gaben dem Dienst des Herrn geweiht, so wirst du Augen haben zu sehn, was er gebeut. Das thue still und gern, du darfst nicht U „ und liebst? mmen W auch „mein h ihm ͤlt ein hott in es Ge⸗ cgehen, st, der flehen. durch as dich f1769. t lassen. Gottes Demut Gehot held zu Ernte n nicht d Lust f deine in ge⸗ elt ge⸗ sorgen, t5 sieht sucht u, um der hat Gaben (weiht, hen zu 6 thue t nicht Lieder vom Gebete. 253 zaudernd wählen, nicht rechnen mag allein nicht gehen, nicht und nicht zählen; er ruft, du Einen Schritt; wo du wirst folgst dem Herrn. gehn und stehen, da nimm 4. Nur frisch an allen Enden mich mit! die Arbeit angefaßt! Mit un⸗ 2. In dein Erbarmen hülle verdroßnen Händen sei wirksam mein schwaches Herz und mach ohne Rast! Das ist der rechte es gänzlich stille in Freud und Mut. Streu aus den edlen Schmerzz laß ruhn zu deinen Samen und wirk in Gottes Füßen dein armes Kind, es Namen, so keimt und wächst wird die Augen schließen und es gut. glauben blind. Joh. Friedr. Möller g. 1789 f 1861. 5. Wenn ich auch gleich —2 nichts fühle von deiner Macht, 4. du führst mich doch zum Eigene Melodie. Ziele, auch durch die Nacht. 376 So nimm denn So nimm denn meine Hände * meine Hände und führe mich bis an mein und führe mich bis an mein selig Ende, und ewiglich! selig Ende, und ewiglich! Ich Julie Hausmann. XX. Vieder vom Gebele. Eigene Melodie.* Ewigkeit, der heilge Geist 377 Vater unser im uns wohne bei mit seinen — Himmelreich, Gaben mancherlei, des Satans der du uns alle heißest gleich Zorn und groß Gewalt zer⸗ Brüder sein und dich rufen an brich, vor ihm dein Kirch er⸗ und willst das Beten von uns halt! habn, gieb, daß nicht bet allein 4. Dein Will gescheh, Herr der Mund, hilf, daß es geh Gott, zugleich auf Erden wie von Herzensgrund. im Himmelreich, gieb uns Ge⸗ 2. Geheiligt werd der Name duld in Leidenszeit, gehorsam dein, dein Wort bei uns hilfs sein in Lieb und Leid, wehr halten rein, daß auch wir leben und steur allem Fleisch und heiliglich, nach deinem Namen Blut, das wider deinen Willen würdiglich. Behüt uns, Herr, thut. vor falscher Lehr, das arm. 5. Gieb uns heut unser täg⸗ verführte Volk bekehr! lich Brot und was man braucht 3. Es komm dein Reich zu zur Leibesnot, behüt uns, Herr, dieser Zeit und dort hernach vor Unfried, Streit, vor Seu⸗ 254 chen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Friede stehn, der Sorg und Geizes müssig gehn. 6. All unsre Schuld ver⸗ gieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und ZFehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit! 7. Führ uns, Herr, in Ver suchung nicht! Wenn uns der böse Geist anficht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst und durch des heilgen Geistes Trost! S. Von allem Ubel uns er⸗ lös, es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not, bescher uns auch ein seligs End, nimm unsre Seel in deine Händ! 9. Amen, das ist, es werde wahr, stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiemit gebeten habn auf dein Wort, in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen fein. Martin Luther g. 1483, 1546. Mel, Wär Gott nichtmit uns diese HZeit. 378 O Vater, unser 8 2 Gott, es ist unmöglich auszusinnen, wie du recht anzurufen bist, man kanns nicht eins beginnen. Deshalben Lieder vom Gebete. geuß, wie du verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes, 2. Daß er bei dir uns kräftig⸗ lich mit Seufzen mög vertreten, so oft wir kommen, Herr, vor dich zu danken und zu beten. Laß nicht nur plappern unsern Mund, hilf, daß zu dir aus Herzensgrund, o großer Gott, wir rufen. 3. Zeuch unser Herz zu dir hinauf im Beten und im Sin⸗ gen und thu uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, das dir gefalle, wenn allda das Herz ist mit den Lippen nah und nicht von dir entfernet. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns im— mer richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Denk'n und Dichten. Gieb uns des Glaubens Zuversicht, daß wir die Bitte zweifeln nicht durch Christum zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maß im Beten dir vor- schreiben, anhalten ohne Unter— laß, bei dem allein auch bleiben, was dein Will ist, was deine Ehr und unsre Wohlfahrt uns noch mehr befördert hier und ewig. 6. Laß uns im Herzen und Gemüt auf unsre Werk nicht bauen, auf deine unaussprech⸗ lich Güt laß einzig uns ver⸗ trauen. Ob wir es gleich nicht würdig sein, wollst du aus „ kräftig⸗ etreten, Ir, vor beten. unsern dir aus Gott, zu dir u Sin⸗ uch die dir zu wenn it den von dir zahrheit ns im⸗ ht beten Denk'n ms des aß wir t durch ne Zeit ir vor⸗ Unter⸗ hleiben, 5 deine hrt uns jer und en und nicht sprech⸗ ber⸗ h nicht aus Lieder vom Gebete. lauter Gnad allein uns doch die Bitt gewähren! 7. Du, Vater, weißt, was uns gebricht, so lang wir sind im Lebenz es ist dir auch ver⸗ borgen nicht, in was Gefahr wir schweben. Um Beistand flehen wir dich an, dein Vater⸗ herze uns nicht kann verlassen, deine Kinder. 8. Wir haben ja die Freudig⸗ keit in Jesu Christ empfangen, der Gnadenstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlangen. Drum laß hier und an allem End uns stets aufheben heilge Händ, zu dir gen Himmel schreien! 9. Dein Nam, o Gott, ge⸗ heiligt werd, dein Reich laß zu uns kommen, dein Will ge⸗ schehe auch auf Erd, gieb Brot, Fried, Nutz und Frommen, all unsre Sünden uns verzeih, steh uns in der Versuchung bei, erlös uns von dem Übel! 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen. Erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen, denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. David Denicke g. 1603 1680, oder Justus Gesenius g. 1601 4 1673. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. 379. W dr. Hot 255 durch alle Wolken dringe, weil dich Gott beten heißt, weil dich sein lieber Sohn so freudig treten heißt vor seinen Gnaden⸗ thron. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat zu beten; dein Bruder ists, der dich vor ihn getrost heißt treten; der werte Tröster ists, der dir die Wort giebt ein: drum muß auch dein Gebet gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, das dir nichts kann versagen. Sein Mund, sein teures Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dich unmöglich deucht, kann seine Vaterhand noch geben, die von dir so viel Not ab⸗ gewandt. 4. Komm nur, komm freu⸗ dig her in Jesu Christi Namen, sprich: Lieber Vater, hilf, ich bin dein Kind, sprich Amen! Ich weiß, es wird geschehn, du wirst mich lassen nicht, du wirst, du wibllst, du kannst thun, was dein Wort verspricht. Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 380 enn dich Unglück — hat betreten, wenn du steckst in Angst und Not, mußt du fleißig zu Gott beten, beten hilft in Not und Tod, daß du Gottes Angesicht auch im Kreuz auf dich gericht kannst aus seinem Wort er⸗ dein Andacht fröhlich bringe, blicken und dein Herz mit Trost daß dein Wunsch und Gebet erquicken. 256 2. Keiner wird jemals zu schanden, der sich seinem Gott vertraut; kommt dir gleich viel Not zuhanden, hast du auf ihn wohl gebaut. Obs gleich scheint, als hört er nicht, weiß er doch, was dir gebricht; deine Not mußt du ihm klagen und in keiner Not verzagen. 3. Rufen, schrein, anklopfen, beten ist der Christen beste Kunst, allzeit freudig vor ihn treten findet Hülfe, Gnad und Gunst. Wer Gott fest ver⸗ trauen kann, ist der allerbeste Mann; der wird allzeit Ret⸗ tung finden, kein Feind wird ihn überwinden. 4. Lerne Gottes Weise mer⸗ ken, die er bei den Seinen hält; er will ihren Glauben stärken, wenn sie Unglück über⸗ fällt. Unser Gott der lebt ja noch, schweigt er gleich, so hört er doch. Schrei getrost, du mußt nicht zagen, dein Gott kann dir nichts versagen. 5. Laß dich Gottes Wort regieren, merke, was die Wahr⸗ heit lehrt, Satan wird dich nicht verführen, der die ganze Welt verkehrt. Gottes Wahr-⸗ heit ist dein Licht, dein Schutz, Trost und Zuversicht. Trau nur Gott, der kann nicht lügen, bet, du wirst gewiß obsiegen. 6. Lob sei Gott für seine Gnade! Seine große Güt und Lieder vom Gebete. Treu macht, daß mir kein Feind nicht schade, sie ist alle Mor-⸗ gen neu. Drum will ich mein Lebenlang immer sagen Lob und Dank meinem Gott in allen Dingen, fröhlich Halleluja singen. Joh. Olearius g. 1611 1 1684. Ev. Joh. 10, 25—50. Eigene Melodie. 381 ir, dir, Jehova, will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen, ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir, dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Ver⸗ stand regier, daß ich den Frie⸗ den Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan, so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an, so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Vhova, singen, solcher will ich ach gieb st dazu, en Jesu urch ihn ater, zu uSohn ir, dein wohne id Ver⸗ en Frie⸗ nd fühl zen sing öchster, gewiß han, so n Liede, eist und bt dein empor, sing in nich bei ern, die ndz der g beten, 1 Geist, und ein Lieder vo Miterbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jeder⸗ zeit, die giebst du und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit Barthol. Crasselius g. 1667 f 1724. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 382 ende, Vater, dei⸗ nen Geist, da ich vor dein Antlitz trete, daß, m Gebete. wie du mich selber heißt, ich im Geist und Wahrheit bete. Lehre mich, dich recht erkennen und dich Abba, Vater nennen. 2. Süßer Jesu, hilf du mir, daß ich bet in deinem Namen, daß, was Gott verheißt in dir, mir auch werde Ja und Amen. Sprich für mich und laß mich sehen dich zur Rechten Gottes stehen! 3. Heilger Geist, erleuchte mich und entzünde mein Ver⸗ langen, daß ich Gottes Huld durch dich voller Inbrunst mög empfangen. Brich die Träg⸗ heit, zieh die Sinnen aus der Welt zu dir von hinnen! 4. Heilige Dreieinigkeit, Ur⸗ sprung aller guten Gaben, laß mich wahre Freudigkeit und im Herzen Zeugnis haben, daß du stets nach deinem Willen w ollest meine Bitt erfüllen. Joh. Herm. Schrader g. 1684 1 1737. 257 Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 222 etgemeinde, heilge 383. B dich mit dem heil⸗ gen Ole, Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Seele, laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen! 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhangen. Heilger Rauch sei es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 258 3. Das Gebet der frommen Schar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet, und da ist Jesus Christ Priester und Versühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet Einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen, was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten? 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen, wie muß das er⸗ schallen! 6. O der unerkannten Macht von der Heilgen Beten, ohne das wird nichts vollbracht so in Freud als Nöten; Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde, so zum End der Feinde. 7. O so betet alle drauf, betet immer wieder, heilge Hände hebet auf, heiligt eure Glieder, heiliget das Gebet, Kreuz⸗ und Trostlieder. das zu Gott sich schwinget, betet, daß es dringet. 8. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe; stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen! 9. Eure Bitten, die ihr thut zu Gott von der Erden, sollen eine heilge Glut des Altares werden. Aber eur eignes Feur lasset weit von dannen von der heilgen Pfannen). ) 3 Mos. 9, 23. 24; 10, 1. 2. 10. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und das ist der Heilgen Kunst: bitten, wie ers liebet, daß ge⸗ scheh je und je, wie ers vor⸗ genommen auf sein endlichs Kommen. 11. Dies Verlangen muß vorher in der Seele glimmen, so macht aus dem Bitten er Donner, Blitz und Stimmen; die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben. Chr. K. Ludw. v. Pfeil g. 1712 1784. NXXI. Rreuz⸗ und Trostlieder. Eigene Melodie. 384 as mein Gott will, — das g'scheh all⸗ zeit, sein Will der ist der beste. Zu helfen ist er dem bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, und tröst die Welt ohn Maßen; wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost und Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott hwinget ö ette Zeit n man fenbaret loͤgemein ien nach nI ihr thut u, sollen Altares nes Feur nen bon 9. 40, 1.. Christi ich übet; Kunst: daß ge⸗ ers vor⸗ endlichs en muß glimmen, Zitten er timmen hn, daß d Gott 21118. Velt ohn bertraut, will er rost und ung und ein Gott Gottes Willen zu meinem Kreuz⸗ und will daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet. Er hüt und wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Drum, muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gott, wanns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden, du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir über⸗ wunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Geist anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen, hilf und auch wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds ge⸗ währt. Drauf sprech ich fröh⸗ lich: Amen. Albrecht der Jüngere, Markgraf zu Brandenburg⸗Kulmbach() 9. 15% 1850. Eigene Melodie. 38 5 Warum betrübst — du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß auch wohl, Trostlieder. 4572.50 was dir gebricht, Himmel und Erd ist sein. Mein Vater und mein Herre Gott, der mir beisteht in aller Not! ö 3. Weil du mein Gott und Vater bist, wirst du dein Kind verlassen nicht, du väterliches Herz. Ich bin ein armer Erden⸗ kloß, auf Erden weiß ich keinen Trost. ö 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, ich aber will dir traun, mein Gott; ob ich gleich werd veracht, so weiß ich und glaub festiglich, wer dir vertraut, dem mangelts nicht. ö 5. Ach Gott, du bist noch heut so reich, als du gewesen ewiglich, mein Traun steht ganz zu dir. Mach mich an meiner Seele reich, so hab genug ich ewiglich. 6. Zeitlich Ehr will ich gern entbehrn, wollst mir das Ewge nur gewährn, das du erwor⸗ ben hast durch deinen herben bittern Tod; das bitt ich dich, mein Herr und Gott! 7. Alles, was ist auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christ, o Gottes Sohn, daß du mir solches kund gethan durch dein göttliches Wort. Verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seele Seligkeit! 260 Kreuz⸗ und Trostlieder. 9. Lob, Ehr und Preis sei 5. Lobt ihn mit Herz und dir gesagt für alle dein erzeigt Munde, welchs er uns beides oer Wohlthat; ich bitt demütiglich: schenkt; das ist ein selge Stunde, 3⁰ Laß mich nicht von dein'm darin man sein gedenkt; sonst Angesicht verstoßen werden verdirbt alle Zeit, die man zu⸗ im ewiglich! 1565. bringt auf Erden. Wir sollen wer ö selig werden und bleibn in Cht Eigene Melodie. Ewigkeit, wer 386. Ven Gott will ich 6. Auch wenn die Welt ver⸗ H0l nicht lassen, gehet mit ihrer stolzen Pracht, thu denn er läßt nicht von mir, nicht Ehr noch Gut bestehet, mei führt mich auf rechter Straßen, das vor war groß geacht. Wir No da ich sonst irrte sehr. Er werden nach dem Tod tief in ö reicht mir seine Hand, den die Erd begraben; wenn wir der Abend und den Morgen thut geschlafen haben, will uns er⸗ W er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all ver⸗ kehrt, so findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; hilft mir in aller Not, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich ver⸗ trauen in meiner schweren Zeitz es kann mir gar nicht grauen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben, er schaffs, wies ihm gefällt. 4. Es thut ihm nichts ge⸗ fallen, denn was mir nützlich ist. Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, ja seinen lieben Sohnz durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret, lobt ihn ins Himmels Thron! wecken Gott. 7. Die Seel bleibt unver⸗ loren, geführt in Abrams Schoß; der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herrenz daran muß uns nicht irren des Teufels listge Art. 8. Darum ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt 580 die Ewigkeit, die aller Freude vollz dieselb ohn einigs Ende, dieweil ich Christum kenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle er⸗ worben uns und Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glau⸗ ben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold g. 1532 f 1598. herz und §beides Stunde, ktz sons man zu⸗ ir st Jelt ver⸗ Pracht, bestehet, ht. Wir tief in enn wir uns er⸗ sollen. leibn in. ö ö ö ö mver⸗ Abrams ird neu Sünden ind zart, Herren; lrren des on dulde wie ich kommt ie aller m einigs Christum ren soll. Wille, at; stin rülle er⸗ ; auch uGlau⸗ u Reich Ihm sei Kreuz⸗ und Trostlieder. lässet Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! Eigene Melodie, oder Was mein Gott will, das g'scheh. 387 er Gott vertraut, 7 hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden, wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich ganz fest allzeit thu setzen, Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todes Not und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt darnieder. Und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich, denn du kannst mirs wohl geben, was mir ist not, getreuer Gott, in dies'm und jenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele! Ach höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen! V. 1. Ioach. Magdeburg g. 1525 nach 1583. V. 2 u. 3 später. Mel. Vater unser im Himmelreich. 388 Ach Gott, wie manches Herze⸗ leid begegnet mir zu dieser Zeit; der schmale Weg ist trüb⸗ salvoll, den ich zum Himmel wandern soll; wie schwer doch 261 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinnz bei dir mein Herz Trost, Hülf und Rat allzeit gewiß gefunden hatz niemand jemals verlassen ist, der hat getraut auf Jesum Christ. 3. Du bist der große Wunder⸗ mann, das zeigt dein Amt und dein Person. Welch Wunder⸗ ding hat man erfahrn, daß du, mein Gott, bist Mensch geborn und führest uns durch deinen Tod ganz wunderlich aus aller Not. 4. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein. Es kann kein Trauren sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehrz kein Elend kann so bitter sein, dein süßer Trost der linderts fein. 5. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 6. Kein beßre Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ; ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest, du bist mein rechter treuer Hirt, der ewin mich behüten wird. 262 Kreuz⸗ und 7. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, meins Herzens Schatz und mein Reichtum, ich kanns doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam er⸗ freuen kann; wer Glaub und Lieb im Herzen hat, der wirds erfahren mit der That. 8. Drum hab ichs oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, so wollt den Tod ich wünschen her, ja daß ich nie geboren wär; denn wer dich nicht im Herzen hat, der ist gewiß lebendig tot. 9. Jesu, du edler Bräutgam wert, mein höchste Zier auf dieser Erd, an dir allein ich mich ergetz weit über alle güldnen Schätzz; so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. 10. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir; wenn ich in Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Dingz dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vor⸗ schmack sei. 14. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröhlich tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit, es dient zum besten allezeit, hilf mir, mein Sach recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. 12. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd Tro stlieder. erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier, o mein Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller(2) geb. 1547 4 1606. Eigene Melodie. 389 Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not. Der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten, mein Un⸗ glück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd an⸗ ficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Lebenz dem thu ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, mir hast das Heil erworben, führ uns alle zugleiche zum ewgen Him⸗ melreiche! 5. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. und Schanden mich behüt, Sigismund Weingärtner um 1600. Kreuz⸗ und Eigene Melodie, oder Herzlich thut mich verlangen. 390 Keuun hat Gott — verlassen, der ihm vertraut allzeit; ob ihn darum viel hassen, so bringts ihm doch kein Leid. Gott will die Seinen schützen, zuletzt erheben hoch, geben, was ihnen nützet hie zeitlich und auch dort. 2. Allein ichs Gott heimstelle, er machs, wies ihm gefällt, zu Nutze meiner Seele. In dieser argen Welt ist doch nur Not und Leiden, und muß auch also sein, denn die zeitliche Freude bringt uns in ewge Pein. 3. Treulich will ich Gott bitten und nehmen zum Beistand in allen meinen Nöten, ihm beßr als mir bekannt; wie könnt er mich denn lassen, der treu Nothelfer mein? Ja wenn die Not am größten, so will er bei mir sein. 4. All Unglück und all Glücke das kommt allein von Gott; ich weiche nicht zurücke und fleh in meiner Not. Um G'duld thu ich stets bitten in allm Anliegen mein, er wird mich wohl behüten und mein Nothelfer sein. 5. Reichtum und alle Schätze, was sonst der Welt gefällt, drauf ich mein Sinn nicht setze in dieser argen Welt. Ein Schatz ist mir im Himmel, der Jesus Christus heißt; er ist üb'r alle Schätze, schenkt uns den heilgen Geist. Trostlieder. 263 6. Ihn hab ich eingeschlossen in meines Herzens Schrein. Sein Blut hat er vergossen für mich arms Würmelein, mich damit zu erlösen aus ewger Angst und Pein; wie könnt auf dieser Erde doch größre Liebe sein? 7. Nun sollt ich mich erzeigen dankbar für solche Gnad: ich geb mich Gott zu eigen mit allem, was ich hab. Wie ers will weiter machen, sei ihm alls heimgestellt; ich b'fehl ihm all mein Sachen, er machs, wies ihm gefällt. 8. Amen, nun will ich schließen dies schlichte Liedelein. Herr, durch dein Blutvergießen laß mich dein Erben sein, so hab ich alls auf Erden, was mich erfreuet schon, im Himmel soll mir werden die ewge Gnadenkron. 1611 Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 391 Di weinest vor Je⸗ — rusalem, Herr Jesu, lichte Zähren, bezeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren; wenn ich vor dir mit Buß erschein und über meine Sünden wein, so wäscht du ab aus lauter Gnad die Missethat, die mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Thrä⸗ nen ich mich wend; da ich Erquickung finde. Vor Gott PDSRRRRRRR 26⁴4 Kreuz- und sind sie so hoch geschätzt; wer damit seine Sünde netzt, den blickt Gott an mit Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Thränenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten manchen Strauß, sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, fängt sie mit mir zu hadern an. Dies tröstet mich zu aller Frist, Herr Jesu Christ: in Not du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Thränen mein; ich weiß, sie sind ge⸗ zählet; und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir sie regen sich, so oft bewegen sie auch dich, daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt mein Kreuz, drum hilfst du mir mit Lust. 5. Wer jetzund säet Thränen aus, hält in Geduld Gott stille, wird fröhlich sein in deinem Haus, wo Freude ist die Fülle, ja solche Freude, die kein Mann mit seiner Zung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid wird werden dort zu lauter Freud. 6. Für diese Thränen dank ich dir, daß du die Freuden⸗ krone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir ins Him⸗ mels Throne. Wenn du mich Trostlieder. Auserwählten Hauf, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Thränen für und für. Joh. Heermann g. 1585 1647. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 392 Was willst du 1 dich betrüben, o meine liebe Seel? Thu den nur herzlich lieben, der heißt Immanuel. Vertrau dich ihm allein, er wird gut alles machen und fördern deine Sachen, wie dirs wird selig sein. 2. Denn Gott verlässet keinen, der sich auf ihn verläßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm vertrauen fest. Läßt sichs an wunderlich, so laß dir doch nicht grauen; mit Freude wirst du schauen, wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wa⸗ gen getrost mit frischem Mut, mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nütz und gut. Denn was Gott haben will, daß kann niemand verhindern aus allen Menschenkindern, so viel ihr sind im Spiel. 4. Wenn auch gleich aus der Höllen der Satan selber sich dir wollt entgegenstellen und untertreten dich, so muß er doch mit Spott von seinen Ränken lassen, womit er dich will fassen, denn dein Werk fördert Gott. 5. Er richts zu seinen Ehren holen wirst hinauf zu deiner und deiner Seligkeit. Solls m will hoͤchste n für f1647. tlasen. st du rüben, hu den heißt ch ihm nachen u, wie rlaässet rläßt; einen, Läßt O laß mit „ wie ba⸗ Mut, „bas Denn daß aus 0 viel Kaus selber stellen muß seinen dich Werk Fhren Zolls Kreuz⸗ und Trostlieder. 265 sein, kein Mensch kanns stören, mich nichts verletzen und nichts wenns ihm wär noch so leid. mir fehlen, was mir nützt. Will Gott es aber nicht, so kanns es muß zurücke bleiben. Gott will, das geschicht. 6. Drum ich mich ihm er⸗ gebe, dem sei es heimgestellt; nach nichts mehr sonst ich strebe denn nur, was ihm gefällt. Sein Will ist mein Begier; der ist und niemand forttreiben, in Gnaden mich Was durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 5. Er wolle meiner Sünden entbinden, 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwach⸗ bleibt heit und in Banden und was der beste, das glaub ich steif mir stößt zu handen, so tröstet und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir! Joh. Heermann g. 1585 1647. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 393 Qn allen meinen 8 Thaten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, mir selber geben Rat und That. 2. Nichts ist es spat und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts ge⸗ schehen, als was er hat versehen und was mir selig ist; ich allzeit mich sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben zu sterben und zu leben, s obald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, deine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe der weiß zu allen Sachen Rat. Auf der Reise. 10. Ich zieh in ferne Lande, nehm es, wie ers giebet, was zu nützen einem Stande, an ihm von mir beliebet, dasselbe den er mich bestellt; sein Segen hab auch ich erkiest. wird mich lassen, was gut und 4. Ich traue seiner Gnaden, recht ist, fassen, zu dienen treu⸗ die mich vor allem Schaden, lich vor allem Übel schützt; leb ich nach seinen Sätzen, so wird so bin ich doch seiner Welt. 14. Bin ich in wilder Wüste, bei Christo, 266 Kreuz⸗ und und Christus ist bei mir; der Helfer in Gefahren der kann mich doch bewahren, wie dorten so auch sicher hier. 12. Er wird zu diesen Reis en gewünschten Fortgang biired wohl helfen hin und her, Ge⸗ sundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben und alles, was ich sonst begehr. 13. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Zug, den frommen, sind wir so weit nun kommen und wissen selber fast nicht wie. 14. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüte nicht was Vergeblichs zu, so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen da⸗ heim in meiner stillen Ruh. 15. Indes wird er den Meinen mit Segen auch er⸗ scheinen, ihr Schutz wie meiner sein, wird beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten werden überein. Paul Fleming g. 1609 1640. Mel. Herr, ich bekenn von Herzensgrund. 394 Meh enmnicht von Angst und Pein befreiet sein, muß noch im Unglück schweben, so weiß ich doch, daß meine Schuld durch Gottes Huld in Christo ist vergeben. Gott ist nicht weit, ein kleine Jeit tritt er was fern, doch rettet gern, die Trostlieder. 2. Der Menschen Hülf in meiner Sach ist viel zu schwach, darinnen Rat zu finden; der Trost des Höchsten ist der best und bleibet fest, das Zeitliche muß schwinden. Das ewge Gut macht rechten Mut; dabei ich bleib, wag Gut und Leib; Gott helf mir überwinden! 3. Allein zu dir mein Hoff⸗ nung ist, Herr Jesu Christ, du wirst mir stehn zur Seiten und sehen auf das Unglück mein, als wär es dein, wenns wider mich thut streiten. Ich bitte dich, erlöse mich. Herr, wie du willt, du bist mein Schild und wirst mich wohl begleiten. Hannov. Gsb. 1646 nach e. ältern Liede. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir, oder Was mein Gott will, das g'scheh allzeit, 395.3 Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Ge⸗ winn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Himmels aufgezogenz ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt seinem Wort nachleben. gewöhnen fest zu stehen; halt ern Liede. daß nach ill, das Gottes Sinn rgeben. ir Ge⸗ st mein hn des, immels schlägt bt doch fihlen r muß L mich Meer/ en und Güt 3 halt Kreuz⸗ und ich denn stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht entsprungen noch for⸗ mieret, mein Gott ists, der mich zugericht, an Leib und Seel gezieret; es ist sein Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, 9. und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret, hast spat und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen und denkest nicht, daß, was Trostlieder. 267 erfreuenz was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Ge⸗ duld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 8. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Händez nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist da⸗ durch sein Nutz entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen: wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße 7 geschicht, gescheh zu deinem reisen, wohlan, so tret ich Bahn Frommen. 6. Fürwahr, der dich ge⸗ schaffen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. ö und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende keh⸗ ren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt g. 1607 1676. Eigene Melodie. 396. Wiuht sh schr 7. Wenns Gott gefällt, so meine Seele, sei betrübt, daß muß es sein, es wird dich letzt dir Gott Glück, Gut und Ehr 268 Kreuz⸗ und nicht so viel wie andern giebt. Nimm fürlieb mit deinem Gott! Hast du Gott, so hats nicht not. 2. Du noch sonst ein Men⸗ schenkind habt ein Recht in dieser Welt; alle, die geschaffen sind, sind nur Gäst im fremden Zelt; Gott ist Herr in seinem Haus, wie er will, so teilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, daß du Erden haben sollt; schau den Himmel über dir, da, da ist dein edles Gold; da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn End,‚ Ehr ohne Neid. 4. Der ist albern, der sich kränkt um ein Hand voll Eitel⸗ keit, wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständig⸗ keit. Bleibt der Centner dein Gewinn, fahr der Heller im-⸗ mer hin! 5. Schaue alle Güter an, die dein Herz für Güter hält: keines mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt; alles bleibet hinter dir, wenn du trittst ins Grabes Thür. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut das schwin⸗ det nicht. 7. Ach wie bist du doch so blind und im Denken unbe⸗ dacht! Augen hast du, Men⸗ schenkind, und hast doch noch nie betracht deiner Augen helles Trostlieder. Glas: siehe, welch ein Schatz ist das! 8. Zähle deine Finger her und der andern Glieder Zahl: keins ist, das dir unwert wär, ehrst und liebst sie allzumal; keines gäbst du weg um Gold, wenn man dirs abnehmen wollt. 9. Nun so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wie viel Gutes alle Stund dir von oben wird beschert; du hast mehr als Sand am Meer und willst doch noch immer mehr. 10. Wüßte der im lebt, daß dir wäre nütz und gut, wonach so begierig strebt dein verblendet Fleisch und Blut, würde seine Frömmigkeit dich nicht lassen unerfreut. 11. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu; wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei; ist dirs gut, so geht ers ein, ists dein Schade, spricht er nein. 12. Unterdessen trägt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, ziert und schmückt es herrlich aus, ja erwählet dir 10 Heil dich zu seinem Gut und Teil. 13. Ei so richte dich empor, du betrübtes Angesicht, laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht! Das behalt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht. Schatz 1 her Zahl: wär, umal; Hold, wollt. Rrund lehrt, nd dir hast rund mehr. immel und strebt und ligkeit Ut. Liebe Herzen Pprüft Zunsch ut, so chade, sein erzens Engel ckt s let dir Gut mypor, laß hervor llicht! die aurig sszn Kreuz⸗ und Trostlieder. 269 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt, sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar ver⸗ lassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen, Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod auf⸗ reiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schließt das Thor der bittern 2. Nackend lag ich auf dem Leiden und macht Bahn, da Boden, da ich kam, da ich man kann gehn zu Himmels⸗ nahm meinen ersten Odemz freuden. nackend werd ich auch hin⸗ 9. Allda will in süßen ziehen, wenn ich werd von der Schätzen ich mein Herz auf Erd als ein Schatten fliehen. den Schmerz ewiglich ergetzen; 3. Gut und Blut, Leib, hier ist kein recht Gut zu Seel und Leben ist nicht mein, finden; was die Welt in Gott allein ist es, ders gegeben. sich hält, muß im Nu ver⸗ Will ers wieder zu sich kehren, schwinden. nehm ers hin, ich will ihn 10. Was sind dieses Lebens dennoch fröhlich ehren. Güter? Eine Hand voller 4. Schickt er mir ein Kreuz Sand, Kummer der Gemüter. zu tragen, dringt herein Angst Dort, dort sind die edlen und Pein, sollt ich drum ver⸗Gaben, da mein Hirt, Christus, zagen? Der es schickt, der wird wird mich ohn Ende laben. es wendenz er weiß wohl, wie er 11. Herr, mein Hirt, Brunn soll all mein Unglück wenden. aller Freuden, du bist mein, 14. Setze als ein Himmels⸗ sohn deinem Willen Maß und Ziel, rühre stets vor Gottes Thron deines Dankens Saiten⸗ spiel, weil dir schon gegeben ist mehr noch, als du würdig bist. 15. Führe deines Lebens Lauf allzeit Gottes eingedenk; wie es kommt, nimm alles auf als ein wohlbedacht Geschenk! Geht dirs widrig, laß es gehn, Gott und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Eigene Melodie. 397 arum sollt ich 8 mich denn grä⸗ men? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 270 Kreuz⸗ und ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegebenz 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich, und ich dich leib⸗ lich werd umfangen. ä Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Eigene Melodie, oder Christus, der uns selig macht. 398 Schwing dich auf 4 zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneust du deinen Stich, machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Sünd⸗ gen für? Wo hat Gott be⸗ fohlen, daß mein Urteil ich bei dir über mich soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt, andre zu verdammen, der du selbst doch liegst versenkt in der Hölle Flammen? Trostlieder. 4. Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs leid von Her⸗ zen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen; denn das ist das Lösegeld meiner Missethaten, bring ich dies vor Gottes Thron, ist mir wohl geraten. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Ge⸗ walt der Höllen. 6. Stürme Teufel und der Todz; was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort be⸗ trübe. ö ö 7. Schreie, tolle Welt, es sei mir Gott nicht gewogen. Es ist lauter Täuscherei und im Grund erlogen; wäre Gott mir gram und feind, würd er seine Gaben, die mein eigen worden seind, wohl behalten haben. 8. Denn was ist im Him⸗ melszelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Für wen brennt das Sternenlicht? Wozu ist gegeben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben? treht Her⸗ ich an nerjen; ösegeld ing ich , ist st mein Krone, jentum, als in 36 kein ächt er nd Ge⸗ nd der r mir doch in seiner her mir hrt aus Spott ort be⸗ elt, es wogen. ei und e Gott vüͤrd er u kigen hehalten u Hin⸗ Meere, Welt, Für nlicht? t und cht mir Kreuz⸗ und 9. Ich bin Gottes, Gott ist mein, wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen, und ges chwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 10. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von mei⸗ ner Sünd auf was Guts will ziehen? 14. Es ist herzlich gut ge⸗ meint mit der Christen Plagen; wer hie zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat vollkommne Lust dort in Christi Garten(dem er einig recht bewußt) endlich zu ge⸗ warten. 12. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen; die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram an Trostlieder. 227˙1 Pfalm 57, 5. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 399 Bestehl du deine 5 Wege und was dein Herze kränkt der aller⸗ treusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl ergehn, auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, denn es kommt was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, Mitteln fehlt dirs nicht; und Leid lauter Freud und dein Thun ist lauter Segen, Lachen. 13. Ei so faß, o Christen⸗ alle deine Schmerzen, dern, herz, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hin⸗ dein Arbeit darf nicht wirf sie fröhlich hinterwärts, ruhn, wenn du, was deinen laß des Trostes Kerzen dich Kindern ersprießlich ist, willst entzünden mehr und mehr, gieb thun. dem großen Namen Gottes Preis und Ehr! wird helfen. Amen. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. deines 5. Und ob gleich alle Teufel Er hie wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er ihm vor⸗ Kreuz⸗ und genommen und was er haben will, das muß doch endlich kom⸗ men zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben; und, solltst du für und für in Angst und Nöten schweben, so frag er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich be⸗ finden, daß du ihm treu ver⸗ bleibst, so wird er dich ent⸗ binden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, Trostlieder. die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dank⸗ geschreie den Sieg und Ehren⸗ kronz; Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unfrer Not! Stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Him⸗ mel ein. Paul Gerhardt g. 1607 1676. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 400 u bist ein Mensch, das weißt du wohl, was strebst du denn nach Dingen, die Gott der Höchst alleine soll und kann zu Werke bringen? Du fährst mit deinem Witz und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin und denkst: Wie wills auf Erden doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst. Du wirst fürwahr mit allem deinem Dichten auch nicht ein einges kleinstes Haar in aller Welt ausrichten, und dient dein Gram sonst nirgend zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmerzen stürzest und selbst das Leben kürzest. bisher Kind ö trägst Dank⸗ Fhren⸗ bst die Hand, salmen wandt. Hert, unsrer und n Tod e und gehen Him⸗ 11676. schwacher Nensch, ißt du in nach Höchst Werke deinem so viel wirst deinem einges Velt Gram daß du Angst st und . Kreuz⸗ und Trostlieder. 88 3. Willst du was thun, was mal ist das geschehn, was Gott gefällt und dir zum Heil überall kein Mensch, kein Rat, gedeihet, so wirf dein Sorgen kein Sinnen ihm hat ersinnen auf den Held, den Erd und können. Himmel scheuet, und gieb dein 8. Wie oft bist du in große Leben, Thun und Stand nur Not durch eignen Willen kom⸗ fröhlich hin in Gottes Hand, men, da dein verblendter Sinn so wird er deinen Sachen ein den Tod fürs Leben ange⸗ fröhlich Ende machen. nommen; und hätte Gott dein 4. Durch wessen Kunst steht Werk und That ergehen lassen dein Gebein in ordentlicher nach dem Rat, in dem dus Fülle? Wer gab den Augen angefangen, du wärst zu Grunde Licht und Schein, dem Leibe gangen. Haut und Hülle? Wer zog 9. Der aber, der uns ewig die Adern hie und dort ein liebt, macht gut, was wir ver⸗ jed an ihre Stell und Ort? wirren, erfreut, wo wir uns Wer setzte hin und wieder sosselbst betrübt, und führt uns, viel und schöne Glieder? wo wir irren; und dazu treibt 5. Heb auf dein Haupt, ihn sein Gemüt und die so schau überall hier unten und reine Vatergüt, in der uns dort oben, wie Gottes Sorg armen Sünder er trägt als auf allen Fall vor dir sich habsseine Kinder. erhoben. Dein Brot/ dein 10. Ach wie so oftmal Wasser und dein Kleid war schweigt er still und thut doch, eher noch als du bereit; die was uns nützet, da unter⸗ Milch, die du erst nahmest, dessen unser Will und Herz war auch schon, da du kamest. in Angsten sitzet, sucht hier 6. Und dennoch soll dein und da und findet nichts, will Angesicht dein ganzes Leben sehn und mangelt doch des führen; du traust und gläubest Lichts, will aus der Angst sich weiter nicht, als was dein Augen winden und kann den Weg spüren. Was du beginnst, nicht finden. da soll allein dein Kopf dein 11. Gott aber geht gerade Licht und Meister sein; was fort auf seinen weisen Wegen, der nicht auserkoren, das hältst er geht und bringt uns an den du als verloren. Ort, da Wind und Sturm 7. Nun siehe doch, wie viel sich legen. Hernachmals, wenn und oft ist schändlich umge⸗ das Werk geschehn, so kann schlagen, was du gewiß und alsdann der Mensch erst sehn, fest gehofft mit Händen zu er⸗ was der, so ihn regieret, in jagen. Hingegen wie so manches seinem Rat geführet. 18 274 Kreuz⸗ und 12. Drum, liebes Herz, sei wohlgemut und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes vorzunehmen; er kanns nicht lassen, glaube mir; sein Innerstes ist mir und dir und uns hier allzusammen voll all⸗ zusüßer Flammen. 13. Thu als sein Kind und lege dich in deines Vaters Arme, bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, er⸗ barme, so wird er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohl⸗ gehaltnem Ringen aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. 401 ch treuer Gott, barmherzigs Herz, des Güte sich nicht endet, ich weiß, daß mir dies Kreuz und Schmerz dein Vaterherze sendet. Ja, Herr, ich weiß, daß diese Last du mir aus Lieb erteilet hast und gar aus keinem Hasse. 2. Denn das ist allzeit dein Gebrauch: wer Kind ist, muß was leiden, und wen du liebst, den stäupst du auch, schickst Trauren vor den Freudenz führst uns zur Hölle, thust uns weh und führst uns wieder in die Höhz und so geht eins ums ander. 3. Das hat, Herr, dein ge⸗ liebter Sohn selbst wohl erfahrn Trostlieder. auf Erden, denn eh er kam zum Ehrenthron, mußt er ge⸗ kreuzigt werden; er ging durch Trübsal, Angst und Not, ja durch den herben, bittern Tod drang er zur Himmelsfreude. 4. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig sich ergeben, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwider streben? Er ist der Spiegel der Geduld, und wer sich sehnt nach seiner Huld, der muß ihm ähnlich werden. 5. Ach liebster Vater, wie so schwer ists der Vernunft zu gläuben, daß du demselben, den du sehr schlägst, solltest günstig bleiben! Wie macht doch Kreuz so lange Zeit, wie schwerlich will sich Lieb und Leid zusammen lassen reimen. 6. Was ich nicht kann, das gieb du mir, o höchstes Gut der Frommen, gieb, daß mir nicht des Glaubens Zier durch Trübsal werd entnommen. Er⸗ halte mich, o starker Hort, befestge mich in deinem Wort, behüte mich vor Murren! 7. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite treten, hilf, daß ich unverdrossen sei zum Rufen, Seufzen, Beten. So lang ein Herze hofft und gläubt und im Gebet beständig bleibt, so lang ists unbezwungen. 8. Ach Jesu, der du worden bist mein Heil mit deinem Blute, du weißt gar wohl, was Kreuze ist, und wie dem rkam er ge⸗ durch lot, ja n Tod freude. n, der li sich armer uwider Spiegel sehnt uß ihm wie so ft zu selben, solltest macht it, wie b und beimen. u, das s Gut aß mit durch . Er⸗ Hort, Wort, ch, laß Seitẽ drossen Beten. ft und sändig ungen. vorden deinem wohh ie dem Kreuz⸗ und Trostlieder. 27⁵ sei zu mute, den Kreuz und Weinen lauter Wein, mein Achzen lauter Jauchzen sein. Das glaub ich, hilf mir! Amen. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. großes Unglück plagt; drum wirst du, was mein Herze klagt, gar gern zu Herzen fassen. 9. Ich weiß, du wirst in deinem Sinn mit mir Mitleiden Eigene Melodie. haben und mich, wie ichs jetzt 402 Gieb dich zufrieden dürftig bin, mit Gnad und und sei stille in Hülfe laben. Ach stärke meine dem Gotte deines Lebens, in schwache Hand, ach heil und ihm ruht aller Freude Fülle, bring in bessern Stand das ohn ihn mühst du dich ver⸗ Straucheln meiner Füße! gebens; er ist dein Quell und 10. Sprich meiner Seel ein deine Sonne, scheint täglich Herze zu und tröste mich aufs hell zu deiner Wonne. Gieb beste, denn du bist ja der dich zufrieden! Müden Ruh, der Schwachen 2. Er ist voll Lichtes, Trosts Turm und Beste, ein Schatten und Gnaden, ungefärbtes, treuen Herzens; wo er steht, vor der Sonnen Hitz, ein Hütte, da ich sicher sitz im Sturm thut dir keinen Schaden auch und Ungewitter. die Pein des größten Schmer⸗ zens. Kreuz, Angst und Not 11. Und weil ich ja nach z deinem Rat hie soll ein wenig kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. leiden, so laß mich auch in deiner Gnad als wie ein Schäf⸗Gieb dich zufrieden! lein weiden, daß ich im Glauben 3. Wie dirs und andern oft die Geduld und durch Geduld üergehe, ist ihm wahrlich nicht die edle Huld nach schwerer verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Prob erhalte. 12. O heilger Geist, du Herzen Sorgen. Er zählt den Freudenöl, das Gott vom Him⸗ Lauf der heißen Thränen und mel schicket, erfreue mich, gieb faßt zu hauf all unser Seh⸗ meiner Seel, was Mark und nen. Gieb dich zufrieden! Bein erquicket! Du bist der 4. Wenn gar kein einger Geist der Herrlichkeit, weißt, mehr auf Erden, dessen Treue was für Freud und Seligkeit du darfst trauen, alsdann will mein in dem Himmel warte. er dein Treuster werden und 13. Daselbst wirst du in zu deinem Besten schauen. Er ewger Lust aufs süßte mit mir weiß dein Leid und heimlich handeln, mein Kreuz, das dir Grämen, auch weiß er Zeit, und mir bewußt, in Freud und dirs zu benehmen. Gieb dich Ehre wandeln. Da wird mein zufrieden! 18⁵ 276 Kreuz⸗ und 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten einher gingen, dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand, voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden! 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körn⸗ lein weiset, der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich eingen füllen, den Hunger dir zur Notdurft stillen. Gieb dich zufrieden! 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel, wo ich such, ist nichts zum Besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spü⸗ ren, da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden! Trostlieder. 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie den⸗ noch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was ver⸗ zeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gieb dich zufrieden! 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gieb dich zufrieden! 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird sichs enden. Gieb dich zufrieden! 14. Es ist ein Ruhetag vor⸗ handen, da uns unser Gott wird lösenz er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird Hill u. macht hange, mmen. „Ffaßt ber⸗ Gieb erzen, Feinde ie nur Gott ichten. und ndein groß ieden! st auch in ers Wo rkine, sollte? könnte 18 bon dich Kreuz⸗ und Trostlieder. einmal der Tod herspringen es nützlich sei. nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und 15. Er wird uns bringen lässet uns viel Guts geschehn. und aus der Qual uns sämt⸗ lich bringen. Gieb dich zu⸗ frieden! zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frie⸗ den abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderlich erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schwe⸗ ren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Drangsalshitze, Gott verlassen seist, Gott der im Schoße sitze, der sich die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles 403 Wer nur den lieben Reichen klein und arm zu Gott läßt walten machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid 50 größer durch die Traurig⸗ eit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein All⸗ wissenheit es fügt; Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freu⸗ denstunden, er weiß wohl, wann und das, 277 Wenn er uns 5. Denk nicht in deiner daß du von und daß mit stetem Glücke speist; 6. Es sind ja Gott sehr gleich, den 7. Sing, bet und geh auf Georg Neumark g. 1621 f 1681. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. 40 4 Wie mein getreuer Vater will in allen diesen Sachen, so halt ich ihm auch gerne still und laß es ihn nur machen. Gott weiß wohl, was mir nütz und gut, und wird aus väterlichem Mut für meine Wohlfahrt wachen. 2. Ob ich gleich denke dies was ich doch soll be⸗ 278 Kreuz⸗ und ginnen, und gräme mich ohn Unterlaß mit hochbetrübten Sinnen, so kann ich durch mein Herzeleid der großen Wider⸗ wärtigkeit doch nie was abge⸗ winnen. 3. Drum laß ichs gehen, wie es geht, und sende meine Thränen vor Gottes hohe Majestät mit bitterm Herzens⸗ sehnen. Gott wird doch wieder⸗ um einmal nach dieser schweren Herzensqual der Gütigkeit er⸗ wähnen. 4. Indessen leid ich mit Ge⸗ duld, bis Gott sich wiederfinde, denn alles dies hab ich ver⸗ schuldt mit meiner großen Sünde. Ich weiß, Gott wird mich wunderbar erretten aus der Angstgefahr, was ich jetzt nicht ergründe. 5. Wird mich mein Gott, mein Seelenlicht, vom Zweifel nur befreien und nur des Glaubens Zuversicht mir gnä⸗ diglich verleihen, so muß mir dieses große Leid samt aller Widerwärtigkeit doch endlich wohl gedeihen. Georg Neumark g. 1621 4 1681. Eigene Melodie. 405 Sollt es gleich bis⸗ 3 weilen scheinen, als wenn Gott verlaß die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehobenz Trostlieder. hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel, er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Not am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß die Welt nur immer neiden; will sie mich nicht länger leiden, ei so frag ich nichts darnach, Gott ist Richter meiner Sach. 6. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich alles zur Genüg. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem andern abe; legt man mich gleich in das Grab, ach Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tietze g. 1641 1 1703. Eigene Melodie. 406 Laß dich Gott, du 5 Verlaßner, still dein Sorgen, deine Qual und deine Not ist dem Höchsten unverborgen, hilft er heut nicht, hilft er morgen. Laß dich Gott! 2. Halt Gott still, denn er brauchet Liebesschläge, wodurch er dich bessern will, daß sich Kindesfurcht errege. Traue sei⸗ ner Vaterpflege, halt Gott still! Frisf, lig ist. nicht Kinder auch t„ wem mich ot am mich, iterlich immer nicht ag ich Richter ch von och der ich nur alles ich dich andern eich in enn ich denn er vodurch aß sich all sei⸗ it still! Kreuz⸗ und 3. Gott ist nah, dir entfernet scheinet; ist dir zum Nutz gemeinet; er hilft, wenn du gnug geweinet. Gott ist nah. 4. Gott ist dein, so du ihm dich nur ergiebest; deine Pein wird Freude sein, wenn du ihn vor allem liebest und mit Unmut nicht betrübest. Gott ist dein. 5. Lehr Gott nicht, wie und wann er dich soll hören. Sein Aug steht auf dich gericht. Währt dein Kreuz lang, laß es währen, endlich wird es sich doch kehren. Lehr Gott nicht! 6. Liebst du Gott, wandelst treu auf seinen Wegen, wird kein Kreuz, kein Not, kein Tod dein Vertrauen niederlegen. Alles dienet dir zum Segen, liebst du Gott. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig⸗ Wolfenbüttel g. 1633 f 1714. 407. Eigene Melodie. as Gott thut, das ist wohl⸗ wohlgethan, dabei will ich ver⸗ 279 Trostlieder. wenn er hab Geduld, er wird mein nicht Unglück wenden, es steht in gleich die Rettung da, ist es seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken; er als ein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güͤte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kannz ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergetzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist gethan, es bleibt gerecht sein bleiben. Es mag mich auf die Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten mein Gott, der mich ganz in der Not mich wohl weiß Armen halten, ich ihn ihn nur walten. stille. Er ist zu erhalten, drum laß nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betrügen, er führet mich auf mir und das währet kurze Zeit, was aber rechter Bahn; so laß ich genügen an seiner Huld rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott väterlich in seinen drum laß ich Samuel Rodigast g. 1649 4 1708. Eigene Melodie. II 408. Woaach inad 28⁰ Kreuz⸗ und meine Seele liebt, das bleibt in Ewigkeit. Drum fahr, o Welt, mit Ehr und Geld und deiner Wollust hin, in Kreuz und Spott kann mir mein Gott erquicken Mut und Sinn. 2. Die Thorenfreude dieser Welt, wie süß sie immer lacht, hat schleunig ihr Gesicht ver⸗ stellt und den in Leid gebracht, der auf sie baut: wer aber traut allein auf Gottes Treu, der siehet schon die Himmels⸗ kron und freut sich ohne Reu. 3. Mein Jesus bleibet meine Freud, was frag ich nach der Welt? Welt ist nur Furcht und Traurigkeit, die endlich selbst zerfällt. Ich bin ja schon mit Gottes Sohn im Glauben hier vertraut, der droben sitzt und hier beschützt sein aus⸗ erwählte Braut. 4. Lrrd Jesu, töt in mir die Welt und meinen alten Sinn, der sich dir stets entgegenstellt; Herr, nimm mich selber hin und binde mich ganz festiglich an dich, o Herr, mein Hort, so irr ich nicht in deinem Licht bis an die Himmelspfort. Joh. Jak. Schütz g. 1640 1690. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 409. J Qch ergebe mich dem Willen meines Gottes 08 und gar; der wird wohl an mir erfüllen, Trostlieder. was ich lege vor dich hin, Herz, Gedanken, Sinn, mich und alle meine Glieder; mache daraus, was du willt, was du willt, mein Gott und Schild! 2. Ach ich kenne dich ja eben, daß du selbst mein Vater bist; ich kenn auch mein liebstes Leben, das allein ist Jesus Christ; und weiß einen treuen Führer, der den rechten Weg mir weist, der ist Gott, der heilge Geist. Hab ich denn nun zum Regie⸗ rer dich, o du dreieinger Gott, so erschreckt mich keine Not. 3. Und wie könnt ich doch verzagen, ging es noch so wunderlich, da ich kann bis heute sagen, daß Gott wohl geführet mich. Soll ich denn erleben morgen, ei so lebet Gott auch noch, bei dem ich versichert doch, daß er sein Kind wohl versorgen und sein Schäflein führen wird, weil er Vater ist und Hirt. 4. Ginge mir es, wie ich wollte, stünd es wohl gar selten gut, wenn mein Wunsch ge— schehen sollte, da er Gott miß⸗ fallen thut; ach wie würde mein Verderben ich erwählen gar zu oft, wenn was Gutes ich gehofft; darum will ich mich bewerben, meinem Gott zu halten still. Mir geschehe, was Gott will. 5. Was Gott will, geschehe was mir nützet immerdar. Siehe, höchster Gott, hernieder, immerz was ich will und schäd⸗ lich ist, das laß ja geschehen Mut und it und meine „ was , mein iu cben, er bist; 0e Leben, Chris; Fuͤhrer, I weist, e Geist. Ragie⸗ Gott, Not. ch doch och so un bis t wohl ch denn o lebet dem ich er sein nd sein heil er wie ich selten sch ge⸗ tt miß⸗ wuͤrde wählen Gutes vill ich 1Gott eschehe, jeschehe schäd⸗ schehen .— — Kreuz⸗ und Trostlieder. 281 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, lassen so ein End erlangen, daß es wunder— herrlich sei. 6. Drum so laß dir nimmer grauen, lerne deinem Gott ver⸗ trauen, sei getrost und gutes Muts! Er fürwahr, er wird es füͤhren, daß dus wirst am Ende spüren, wie er dir thut nimmer, Gott, der du so gütig bist; und weil dir mein Un⸗ vermögen, was du willst zu thun, bekannt, ach so laß doch deine Hand meiner Schwach—⸗ heit Kraft beilegen, daß ich könne folgen dir. Was du willst, geschehe mir. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb.⸗Rudolstadt, g. 16401672. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 41 0 Wonderanfang, ö 7 herrlichs lauter Guts. Ende, wo die wunderweisen 7. Du wirst an den Fingern Hände Gottes führen ein und zählen und nicht vor der Welt aus. Wunderweislich ist sein verhehlen, was die blinde Welt Raten, wunderherrlich seine nicht kennt. Er wird dir dein Thaten, und du sprichst: Wo Kreuz versüßen, daß du wirst wills hinaus? bekennen müssen: Wunderan⸗ 2. Denke doch: Es muß so fang, herrlichs End! gehen, was Gott weislich heißt H. A. Stockfleth g. 1643 1 1708. geschehen, ihm und dir zur—. Herrlichkeit. Ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End—411 Meine Seel ist stille doch gut gemeinet, Friede folget* zu Gott, dessen nach dem Streit. Wille mir zu helfen steht; 3. Gottes Weg ist in denmein Herz ist vergnüget mit Flüssen und in großen Wasser⸗dem, wies Gott füget, nimmt güssen, und du spürst nicht an, wie es geht. Geht es nur seinen Fuß:) so auch in dem dem Himmel zu, und bleibt Meer der Sorgen hält Gott Jesus ungeschieden, so bin ich seinen Pfad verborgen, daß zufrieden. man nach ihm suchen muß. 2. Meine Seele hanget an ) Pf. 77, 20. dir und verlanget, Gott, bei 4. Kein Besinnen kann er⸗ dir zu sein aller Ort und Zeiten, sinnen, wo man könne Hülf und mag keinen leiden, der ihr gewinnen, die Vernunft ist hier rede ein) von der Welt, Ehr, zu blind; ihre halb gebrochnen Lust und Geld, wornach so Augen nicht in das Verborgne viel sind beflissen, mag sie gar taugen, dem sie allzublöde sind. nichts wissen. Mel. Jesu, meine Freude. 282 Kreuz⸗ und 3. Nein, ach nein, nur Einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jesus, der getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergiebt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß! Lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket alles, was sie kränket, tief in Jesu Brust; sie wird stark durch Hoffen; was sie je betroffen träget sie mit Lust, fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kin⸗ dern pflegt das Kreuz zu min⸗ dern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst gekoste Leiden, und gehn an die Freuden. Joh. Kasp. Schade g. 1666 1698. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. I. 412 Goett ist und bleibt 7 getreu, sein Herze bricht von Lieben, pflegt er gleich öftermal die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Trostlieder. sei, wie standhaft die Geduldz Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt ge⸗ treu; er hilft ja selber tra⸗ gen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen. Er braucht die Ruten oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt ge⸗ treu; er weiß, was wir ver⸗ mögen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen. Er macht sein Israel von Last und Banden frei, wenn große Not entsteht; Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen, er läßt aus trüber Nacht die Freu⸗ densterne scheinen. Es geht der Kreuzessturm im Augenblick vorbei; sei, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt ge⸗ treuz er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübsalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu, der Lebensbecher folgt; Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt ge⸗ treu. Laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Not dir ewig nützlich sei. So liebt der Höchste dich. Gott ist und Kreuz, wie rein der Glaube bleibt getreu. 1695. cduld; reu. bt ge⸗ tra⸗ gl, die n. Er t und Bater, st und bt g9e⸗ ber⸗ ju viel ulegen. n Last große t und hetreu; nen, er Freu⸗ eht der enblick jtrost! reu. ht ge⸗ jehren, old in Nimm da den der tt ist bt ge⸗ rachen, doch „ daß Vewig t der tund 1695. Kreuz⸗ und Trostlieder. 283 Buch gethan; wem aber nie⸗ 413 So führst du doch mand will dies Zeugnis weisen, 7 recht selig, Herr, den führst du in der Still die Deinen, ja selig und doch selbst himmelan. Den Tisch meistens wunderlich. Wie könn⸗ der Pharisäer läßt du stehn test du es böse mit uns meinen, und speisest mit den Sündern, da deine Treu nicht kann ver⸗ sprichst sie frei. Wer weiß, leugnen sich? Die Wege sind was öfters deine Absicht sei? oft krumm und doch gerad,. Wer kann der tiefsten Weis⸗ darauf du läßt die Kinder zu heit Abgrund sehn? dir gehn; da pflegt es wunder⸗ 5. Was alles ist, gilt nichts seltsam auszusehn, doch trium⸗in deinen Augen; was nichts phiert zuletzt dein hoher Rat. ist, hast du, großer Herr, recht 2. Dein Geist hängt nie an lieb. Der Worte Pracht und menschlichen Gesetzen, so die Ruhm kann dir nicht taugen, Vernunft und gute Meinung du giebst die Kraft durch deines stellt. Den Zweifelsknoten Geistes Trieb. Die besten kann dein Schwert verletzen Werke bringen dir kein Lob: und lösen auf, nach dem es sie sind versteckt, der Blinde dir gefällt. Du reißest wohl geht vorbei, wer Augen hat, die stärksten Band entzwei; sieht sie doch nicht so freiz die was sich entgegensetzt, muß Sachen sind zu fein, der Sinn sinken hin; ein Wort bricht zu grob. oft den allerhärtsten Sinnz; 6. O Herrscher, sei von uns dann geht dein Fuß auch durch gebenedeiet, der du uns tötest Unwege frei. und lebendig machst. Wenn 3. Was unsre Klugheit will uns dein Geist der Weisheit zusammenfügen, teilt dein Ver⸗Schatz verleihet, so sehn wir stand in Ost und Westen aus z erst, wie wohl du für uns was mancher unter Joch und wachst. Die Weisheit spielt“) Last will biegen, setzt deine bei uns, wir spielen mit; bei Hand frei an der Sterne Haus. uns zu wohnen ist dir lauter Die Welt zerreißt, und du ver⸗ Lust, die reget sich in deiner knüpfst in Kraft; sie bricht, du Vaterbrust und gängelt uns baust; sie baut, du reißest ein; mit zartem Kinderschritt. ihr Glanz muß dir ein dunkler Sprüche 8, 30. 31. Schatten sein, dein Geist bei 7. Bald scheinst du etwas Toten Kraft und Leben schafft. hart uns anzugreifen, bald 4. Will die Vernunft was fährest du mit uns ganz säuber⸗ fromm und selig preisen, soflich. Geschiehts, daß unser Sinn hast dus schon aus deinem sucht auszuschweifen, so weist Eigene Melodie. 284 und Kreuz⸗ die Zucht uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden Augen hin, du küssest uns, wir sagen Beßrung zuz drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh und hält im Zaum den ausgeschweiften Sinn. 8. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, die Ohn-— macht und der Sinne Unver⸗ stand; man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, wie es um schwache Kinder sei bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, brauchst Vater⸗ recht und zeigest Muttertreu; wo niemand meint, daß etwas deine sei, da hegst du selbst dein Schäflein je und je. 9. Also gehst du nicht die gemeinen Wege, dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne hast; wer meint, er habe deinen Rat gefaßt, der wird am End ein andres oft gewahr. 10. O Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gieb mir der Klugheit scharfen Unter- scheid, dadurch Natur von Gnad man unterscheidet, das eigne Licht von deiner Heiter— keit. Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht, brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt, erweck die Lust, die Trostlieder. sich nur dir ergiebt und tadelt nie dein heimliches Gericht. 11. Will etwa die Ver⸗ nunft dir widersprechen und schüttelt ihren Kopf zu deinem Weg, so wollst du die Be⸗ festung niederbrechen, daß ihre Höh sich nur bei Zeiten leg. Kein fremdes Feuer sich in mir anzünd, das ich vor dich in Thorheit bringen möcht“) und dir wohl gar so zu ge⸗ fallen dächt. Ach selig, wer dein Licht ergreift und findt! 9)N3 Mos. 10, 1. 12. So zieh mich denn hin⸗ ein in deinen Willen und trag und heg und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen, dein Geist die Furcht und Lüste überwind! Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein, dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir, ich brenne nun nach dir in Liebsbegier, wie oft er⸗ quickt mich deiner Klarheit Schein! 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell, weich ewig, aller Schmerz! Gottfried Arnold g. 1666 5 1714. tes wart Riel nack Vat 2 st was ist We in i eu sui 6 0 licht. deinem ie Be⸗ daß ihre ten leg. sich in Hor dich möchtẽ zu ge⸗ ih, Wer findt! 0/. nn hin⸗ d trag armes Rugnis , dein d Lüste Alles, in, dein äftiglich in nach oft er⸗ larheit Rreatur Engel inschaft vor dir mline u mich. m Geist nd mich Iste 16 noch auel, Herzl 1.. Itadelt ö Ver⸗ n und Kreuz⸗ und Trostlieder. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 414. W. tes Herz und Hände und er⸗ wartet ruhiglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein stille, nackt und bloß in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zufriedenz Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden. Was die Ungeduld erregt, ist was der eigne in Christi Grab gelegt. Meer, voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Jos. Winckler g. 1670 1 1722. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. I. 415 Beichl dem Herren 3 deine Wege und mache dich von Sorgen los, vertraue seiner Vaterpflege, vor ihm ist nichts zu schwer und groß, das er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur hast 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts geden⸗ 190 Hssan 1 n 3 ken, was gleich spitzen Dornen ht i D Denken nicht kann fassen, das sticht und kann kränken. sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Kummer, der das Herze und ängstet nur Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Leiden. bricht, trifft die Heiden. Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöten, Gottes Angesicht, — wenn er will Herz gewöhnst und Wo sich Fleisch und Gottes Willen zu erwählen, hängt an auch alsdann, töten. Blut beklagt, wird das Freu denlicht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Wahl betreugt, bleibt oft sein Wollen deucht. Also hab ich allen 5. Gieb meinem Herzen solche Gott, und die Zunge gebunden. den Frieden nur Sorgen hört dem Schöpfer zu, meine Seele hat er längst zuvor bedacht; wie dirs sein Rat hat auser⸗ sehn, so und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Lebens⸗ tage so manches Kummers sein befreit, wie leicht wird alle Not und Plage dir werden hier in dieser Zeit, wenn du nichts wünschest in der Welt, als was Gott will und ihm gefällt. 4. Dir wirds an keinem Gute fehlen, wenn du dein lehrst, nur „und deinem eignen Willen wehrst, den stets sein eigne so gut ihm Spott, alle Marter überwun⸗Stille, mein Jesu, daß ich sei den, bin gleich wie ein stilles vergnügt mit allem, was dein 286 Kreuz⸗ und Gnadenwille mit mir und meinem Leben fügt. Nur nimm dich meiner Seele an, so hab ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thusts sie ist die deine und kostet dir dein teures Blut; behalt sie dir nur schön und reine, laß dies dein mir vertrautes Gut nur einzig meine Sorge sein, so trifft mein ganzes Wünschen ein. 7. Indes sei stets, mein Heil, gepriesen für alle Sorg⸗ falt, die du mir, noch eh ich war, schon hast erwiesen, da du, mein süßer Jesu, dir zum Eigentum mich hast erwählt und deinen Schafen zugezählt. 8. Dir sei auch ewig Lob gegeben, daß du so unermüdet hast für mich gesorgt in meinem Leben. So lang ich bin der Erde Gast, ist alles liebreich, nütz und gut, was deine Schickung mit mir thut. 9. Dort werd ich deiner Liebe Thaten erst preisen in Vollkommenheit, wenn nun mein Hoffen ist geraten, daß ich kann in der Seligkeit er⸗ kennen, wie dein Wille mir so gut gewesen für und für. Henr. Kath. v. Gersdorf g. 164871726. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 416 A· Gott will ich 7 gedenken, denn er gedenkt an mich. Wenn mich die Sorgen kränken, so hebt mein Herze sich zu meinem Trostlieder. Gott empor; bald weichen alle Schmerzen, denn er stellt mei⸗ nem Herzen nichts als Ver⸗ gnügen vor. 2. Denk ich an seine Liebe, wie werd ich doch entzückt, daß, wenn es noch so trübe, mir gleich die Sonne blickt. Da kommt mir immer ein: Er hat sich hoch vermessen, er will mich nicht vergessen. Wie könnt ich traurig sein? 3. Denktich an seine Güte, die alle Morgen neu, so freut sich mein Gemüte bei solcher Vatertreu; die Last werf ich auf ihn, so wird die Arbeit süße, wenn ich den Schweiß vergieße, denn Gott ist mein Gewinn. 4. Denk ich an sein Er⸗ barmen: er schenket mir sein Kind, o Gnade für mich Ar⸗ men! Heißt das nicht treu gesinnt? Gott ist in Christo mein) Gott müßte Jesum hassen, wenn er mich wollte lassen, das kann unmöglich sein. 5. Drum will ich an Gott denken, die Welt mag immer⸗ hin den Sinn aufs Eitle lenken, hier ist ein andrer Sinn. Ich trage Gott allein im Herzen und im Munde, so kann mir keine Stunde allhier zu lange sein. 6. An Gott will ich gedenken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so geh ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt, doch 2 en alle lt Mei⸗ ö Ver⸗ Liebe, t, daß, e, mir Da Er hat Ilnch innt ich Gütt, o freut solcher. erf ich Arbeit chweiß st mein in Er⸗ nir sein ich Ar⸗ st treu Christo Jesum wollte ich sein. u Gott immer⸗ lenken, m. Jch Herzen nn mir lange denken, Wird Kreuz⸗ und Trostlieder. 287 glaub ich dieses feste, Gott! gleich alles krachen, Gott kann denket mein aufs beste, sein Gedächtnis ist. Benjamin Schmolck g. 1672 f 19⁰ Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 417 Weine nicht, Gott — lebet noch, du betrübte Seele! Drückt dich gleich ein hartes Joch in der Trauerhöhle, nur Geduld, Gottes Huld läßt oft nach dem Weinen auch die Sonne scheinen. 2. Weine nicht, Gott denkt an dich, ob dus gleich nicht denkest. Oftermals verbirgt er sich, wenn du dich sehr kränkest, da die Welt eh zer⸗ fällt, eh er dich wird hassen, oder gar verlassen. 3. Weine nicht, Gott siehet dich, scheint er gleich verstecket. Wenn du nur geduldiglich seinen Kelch geschmecket, reichet er Labsal her und giebt nach für dich, ei, fehlen? Was wo fröhlich machen. 6. Weine nicht, Gott sorgt was kann dir willst du dich stetiglich mit den Sorgen quälen? Wirf auf ihn alles hin, er wird deine Sachen gut und besser machen. 7. Weine nicht, Gott tröstet dich nach den Thränengüssen; endlich wird der Kummer sich ganz verlieren müssen. Durch den Tod stirbt die Not, und wenn der erscheinet, hast du ausgeweinet. Nach Benj. Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. I. 418 Qe größer Kreuz, 28 je näher Him⸗ mel. Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Bei Sündenlust und Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O dem Leiden wieder Trost und Freuden. 4. Weine nicht, Gott höret dich, wenn dein Herz nur girret.) Hast du dich gleich wunderlich in der Not ver⸗ wirret, ruf ihn an, denn er kann deinen Unglückswellen Ziel und Grenzen stellen. *) Jes. 38, 14. 5. Weine nicht, Gott liebet dich, wenn die Welt betrübet und so manchen Schlangenstich deinem Herzen giebet. Nichts betrübt, den Gott liebt; will selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trüb⸗ sal setzt. 2. Je größer Kreuz, je stärker Glaube. Die Palme wächset bei der Last, die Süßigkeit fleußt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast. Am Kreuze wächset uns der Mut, wie Perlen in gesalzner Flut. 3. Je größer Kreuz, je mehr Gebete. Geriebne Kräuter rie⸗ chen wohl) wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem 288 Kreuz⸗ und Pol. Wo kämen Davids Psal⸗ men her, wenn er nicht auch versuchet wär? 4. Je größer Kreuz, je lie ber Sterben. Man freut sich recht auf seinen Tod, denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe trium— phiert. 5. Je größer Kreuz, je schöner Krone, die Gottes Schatz uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Überwinder Scheitel trägt. Ach dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 6. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 419. Qch weiß, es kann 28 mir nichts ge— schehen in meiner ganzen Le— bensfrist, als was des Höchsten Rat versehen, und was mir nütz und selig ist. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 2. Du leitest mich bei meiner Rechten und führest mich durch Wohl und Weh, du bist mein Licht in Trübsalsnächten, mein Trostlieder. Leitstern auf der wilden See. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 3. Du magst mich küssen oder schlagen, ich weiß doch, daß du Vater bist; dein Herze kann mir nichts versagen, was hier und dort mir selig ist. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 4. Drum soll mein Herze standhaft stehen, ob mancher Wind des Kreuzes weht; es kann mir niemals übel gehen, wenn es nach Gottes Willen geht. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe den⸗ noch stets an dir. 5. Mein Gott, dir bleib ich ganz ergeben, Herr, leite mich auf rechter Bahn und nimm mich einst nach diesem Leben mit Gnaden und mit Ehren an! Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe den⸗ noch stets an dir. Salomo Franck g. 1659 1725. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. 420 ie Gott mich 8 führt, so will ich gehn ohn alles Eigenwählen; geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt vor Schritt in kindlichem Ver-⸗ trauen. uSee. wills, ch sts fisn uh, Herze „ was lig ist. wills, hennoch Herze nancher stz es gehen, Willen vie du be den⸗ leib ich ite mich nimm Leben Ehren wie du he den⸗ 1D. —— ch zu dir. t mich vill ich vaͤhlen; —50 fehlen. geh ich Schritt m Ver⸗ Kreuz⸗ und 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigen⸗ will will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich be⸗ reit in Zeit und auch in Ewigkeit, stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehren, wenden, sei ihm hiermit ganz heimgestellt; er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vater⸗ willen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken. Von vornen läßt sich Gott nicht sehn, zu⸗ letzt wird ers aufdecken,) wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat. Dies sei mein Glaubensanker. ) 2 Mose 33, 23 Lampertus Gedicke g. 1683 f 1735 Trostlieder. 289 Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 421 ein Herz, gieb dich zufrieden und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram! Die Not, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt dich wie ein Lamm! 2. Mit Sorgen und mit Zagen und unmutsvollen Kla⸗ gen häufst du nur deine Pein; durch Stillesein und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen; oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, ab⸗ gewischt; wenns bei uns heißt: Wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen, nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Son⸗ nenscheinz nach rauhen Winter⸗ tagen muß uns der Lenz be⸗ hagen: er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indes ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollts auch nur ein Quentlein sein. 6. Denn es sind Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter, sondern Ruten sinds, damit Gott zum Guten die Seinigen hienieden schlägt. 19 Kreuz⸗ und 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm miß⸗ behagt, den alten Menschen schwächen, den Eigenwillen brechen, die Lust ertöten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in Nöten auch lassen, ja gar töten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so blei⸗ bet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 14. Drum gieb dich ganz zufrieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Leid! Vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hintragen in die Herr⸗ lichkeit. J. A. Freylinghausen g. 1670 f 1739. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 422. EWern Turt Trostlieder. die mich nicht zur Ruhe bringenz ach wie leicht vergeß ich dein, wenn mein Trost soll sichtbar sein. 2. Ach vergieb mir diese Sünde, nimm die Strafe von mir hin, schenke deinem armen Kinde, Vater, einen andern Sinn, den nicht falsche Hoff⸗ nung bindet, die wie dünner Reif verschwindet, die wie leich⸗ ter Rauch verfleugt und das Herz zur Erde zeucht. 3. Laß mich eitle Sorgen meiden, weil du für mich sorgst und wachst und im Trauren wie in Freuden dich um mich zur Mauer machst. Laß, Herr, auf dein Wort mich hoffen, das noch allzeit eingetroffen; Hoffnung, die auf Gott nicht baut, wird zuletzt beschämt geschaut. 4. Laß den Anker meiner Seelen unter aller Stürme Wut nur dein Herz zum Grund erwählen, da er fest und sicher ruht, so wird sich kein Zweifel wagen, mir mein Schifflein umzuschlagen; ich werd unbe⸗ weglich stehn, wenn selbst Berge untergehn. 5. Laß mein Herz versichert werden, daß dein Wort wahr⸗ haftig sei, o so werd ich auf der Erden vieler Sorg und Unruh frei, so werd ich im unsre Hoffnung stützt und hält, ich bekenne und bereue, daß mich Zweifelmut befällt. Ach wie hängt mein Herz an Dingen, Glauben beten und erhöret von dir treten, so wankt meine Zuversicht, so wankt meine Hoffnung nicht. ingen; dein, ichtbar diese e von armen andern Hof⸗ dünner ie leich⸗ nd das Sorgen sorgst rauren m mich „Herr, hoffen, trofenz tt nicht Heschämt meiner Stürme Grund d sicher Zweifel chifflein d unbe⸗ st Berge Hersichert t vahr⸗ ich auf und ich im hret von meine meine Kreuz⸗ und 6. Meine Hoffnung darf ich gründen, Vater, auf des Sohnes Tod; sein Verdienst das läßt mich finden Grund und Trost in meiner Not; durch sein siegreich Auferstehen kann ich neu geboren gehen als ein Bürger jener Welt, wenn der Erdenbau zerfällt. 7. Da mein Haupt sich auf⸗ geschwungen und auf Gottes Thron gesetzt, so bin ich mit durchgedrungen und den En⸗ geln gleich geschätzt. Ich besitz ein ewig Leben, das er selber mir gegeben; ich bin in der Hoffnung schon mit versetzt auf seinen Thron. 8. Ich bin nur ein Gast auf Erden, oben ist mein Vaterlandʒ wird die Welt zerstöret werden, so geht an mein Ehrenstand. Ich erwarte nur der Stunden, da ich von der Sünd entbun⸗ den meinen Heiland werde sehn und vor ihm verkläret stehn. 9. Unterdessen laß mich hoffen auch in Trübsal auf dein Licht, laß mich sehn den Himmel offen, so schreckt Tod und Grab mich nicht. Laß mich voller Trost Trostlieder. 291 und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig⸗ keit, wie viel mir nützen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu be⸗ siegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft und Freuden aus dem Thal glücklich macht, läßt Gott es der Thränen scheiden und was keinem fehlen; Gesundheit, ich gehofft allhier, mich dort Ehre, Glück und Pracht sind schauen, Herr, bei dir. nicht das Glück der Seelen. Joh. Jak. Rambach g. 1693 f 1735. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen Mel WasGott thut, das ist wohlgethan. die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herr⸗ 423 Auf Gott und nicht * auf meinen Rat lichkeit? Wie bald ist sie ver⸗ will ich mein Glücke bauen schwunden! Was ist das Leiden 2 292 dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gernz seid fröhlich ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Chr. F. Gellert g. 1715 F 1769. Kreuz⸗ und Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 42 4 as ists, daß ich mich quäle? Harr seiner, meine Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nützet, Gott weiß es, und Gott schützet, er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sor⸗ gen ist dem Gott nicht ver⸗ borgen, der alles sieht und hältz und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden, die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig wie mein Geist besteht. 5. Was dieses Glück ver⸗ mehret, sei mir von dir ge⸗ währet, Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück ver⸗ letzet, wenns alle Welt auch schätzet, sei, Herr mein Gott, mir ewig fern. Trostlieder. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott, so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott. 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn. Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. Chr. F. Gellert g. 1715 f 1769. Mel. WasGott thut, das ist wohlgethan. 42 5 Der Herr ist meine Zuversicht, mein einzger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn er— geben. Gott ist sein Gott, auf sein Gebot wird seine Seele stille, ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Not umgiebt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz, der Sünder eitles Dichten pflegst du, Herr, zu zernichten. nkhet chwer Haß nicht nur lüden Werke Waðs wenn Und mich. 1769. gethan. meine mein Dem und rn er⸗ tt, auf Skele Baters Herr, st des ugen, sehn Herr F von vanden enden. „ uer schen wenn einen mmen merz, sichten ichten. und Kreuz⸗ und 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Not das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen fliehn, ver⸗ flucht, wer von Gott weichet. Dein Heiland starb; er, er er⸗ warb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sam⸗ meln. Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zu⸗ versicht, auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich Wer wollte sich nicht ganz auf dich, All⸗ mächtiger, verlassen und sich sorgend quäle. im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich Sei du mein Mein ist deine Gnade! Dir Leben. mich ergeben. Trostlieder. 293 Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. 426 eines Gottes freue 7 dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vor⸗ sicht nicht, wenn Gefahren dräuen? Ists nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz be⸗ gehret, einen Vater, welcher mir, was mir nützt, gewähret, der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket und mit Himmelswonne dort meine Seele tränket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich fürcht und liebe, wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl, wie ist mein Gemüte seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zu⸗ versicht auf zum Himmel blicken, meine Leiden fühl ich nicht, wie sie mich auch drücken, Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz ich dann, wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: Gott und einst im Tod mein ist meine Wohlfahrt wert, du Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Nach C. C. Sturm g. 1740 f 1786 gabst mir das Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 294 Kreuz⸗ und 6. Jesus ist nach deinem Rat in die Welt gekommen, alle meine Missethat hat er wegge— nommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von ihm mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterb⸗ lichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und voll⸗ bracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Gieb mir nur, so lang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr mein Gott, gefalle. Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sei mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 9. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben, rüste selbst mich wider sie mit entschloßnem Glauben! Gieb mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Balthasar Münter g. 1735 f 1793. Mel. WasGott thut, das ist wohlgethan. 427 Sei stille, müdge⸗ quältes Herz, das nur am Kummer klebet, richt die Gedanken himmelwärts, hin, wo dein Vater lebet! Zuletzt verzagt, wer immer klagt. In Gott sollst du dich fassen; er kann dich nicht verlassen. Trostlieder. 2. Sei stille, sinne nicht zu weit, was willst du dir er⸗ sinnen? Was wirst du mit Vermessenheit je gegen Gott gewinnen? Du bist ja Staubz ermann dich, glaub: Gott hat es schon versehen, auch was wir nicht verstehen. 3. Sei stille, such bei Men⸗ schen nicht, was Menschen nicht vermögen; halt fest an Gott mit Zuversicht, darauf liegt aller Segen. Folg seinem Rat, geh seinen Pfad, laß dir den Herrn der Welten weit über Menschen gelten! 4. Sei stille, hast du lang geweint, und wirds noch immer trüber, sag nicht: Weil mir kein Licht erscheint, die Hülfe ist vorüber. O harre fort, du hast sein Wort; er wird, so ists verheißen, dich noch aus allem reißen. 5. Sei stille, laß der Zweifel Macht nicht immer dich be⸗ siegen, laß Gottes Wahrheit in der Nacht des Kummers überwiegen! Du suchest Ruh? Die hinderst du, so lang dich Zweifel quälen; nur Glaube stillt die Seelen. 6. Sei stille, endlich mit dem Tod muß alle Sorge schweigen; dann wird sich von dem Stand der Not der rechte Anblick zeigen; da, da erscheint, wie gut gemeint die Leidensproben waren. Herr, laß michs froh erfahren! Joh. Gottfr. Schöner g. 1749 f 1818. ht zu Ter⸗ mit: Gott taub; tt hat was Men⸗ nicht Gott aller geh Herrn nschen lang mmer mir Hülfe rt, du d, so 9 aus weifel 9be⸗ hrheit umers Ruh? 0 dich Haube lit dem eigenzʒ Stand Iublitk „ wie roben froh 18¹8, Kreuz⸗ und Pfalm 25. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 428 D. Herr ist mein * getreuer Hirt, mir wird kein Gutes fehlen; der Hüter, der nicht schläft noch irrt, kann mir nur Heil erwählen. Er weidet mich auf grüner Au, die Speise giebt vom Lebenstau des Geistes seiner Gnade. 2. Er führet mich zum reinen Quell, der mein Gemüt be⸗ glücket, zum Wasser, welches frisch und hell den schwachen Mut erquicket. Er leitet mich auf rechter Bahn, er nimmt Trostlieder. 29⁵5 mich in sein Vaterhaus der Flügel treuer Liebe. Joh. Friedr. v. Meyer g. 1772 1849. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 429 Qn Angsten ruf ich, 9 Herre, dich, die Fluten gehen über mich, mit meiner Not bin ich alleinz hilf, Herr, erhöre du mein Schrein! (Kyrieleisl) 2. Du hast den Himmel ausgespannt und hältst die Erd in deiner Hand, den Sper⸗ ling achtst du nicht gering; hilf, daß die Höll mich nicht bezwing!(Khrieleisl) 3. Zu deinem Fuß die Sün⸗ n derin goß ihre Salb mit Weinen seines Namens willen. 3. Und ob ich wall im fin⸗ stern Thal, fürcht ich doch kei⸗ nen Schadenz sein Auge wachet hin; Herr, ewger Gott, barm⸗ herzger Hort, sprich auch zu mir ein Friedenswort!(Khrieleis!) 4. Der Jünger zu versinken überall, ich bin der Sorg ent⸗ 10 194.—. dacht, da auf dem Meer du laden. Sein Stab und Stecken gingst in Macht; laß deine trösten mich, auf seine Treu Hand mich fassen, Gott, und und Macht kann ich gar ruhig mich verlassen. J. Du machst mir einen Tisch mach den Feind an mir zu Spott!(Kyrieleis!) 5. Laß sehen, Gott, die bereit im Auge meiner Feinde, Wasser dich,) laß sie' dich —„. verscheuchest Angst und Trau⸗ rigkeit, sprichst freundlich zu dem Freunde; du salbst mein Haupt mit Ol, du schenkst mir voll den Becher ein und lenkst zum Himmel hin mein Sehnen schaun und ängsten sich, mein Herr, mein Heil zu aller Frist, der du für mich gestorben bist! (Kyrieleisl) e G. Chr. Adolf v.Harleß g.1806 f 1879. 5. Ja Gutes und Barm⸗ Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. herzigkeit wird lebenslang mir Mel. 2. werden; ich bleib im Haus des& eh in meines ch Saue dee 430. Jio feh Herrn die Zeit, die ich noch leb auf Erden. Und ist des Lebens Wallfahrt aus, dann träg Herren Hand und will drin stehen bleiben, nicht t Erdennot, nicht Erdentand soll 296 Kreuz⸗ und mich daraus vertreiben; und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihm, und wen er hält, wird wohlbehalten bleiben. 2. Er ist ein Fels, ein sich⸗ rer Hort, und Wunder sollen schauen, die sich auf sein wahr⸗ haftig Wort verlassen und ihm trauen. Er hats gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir machen will, ist alles mir ge⸗ legen z ich halte ihm im Glauben still und hoff auf seinen Segenz denn was er thut, ist immer gut, und wer von ihm behütet ruht, ist sicher allerwegen. 4. Ja wenns am schlimmsten mit mir steht, freu ich mich seiner Pflege; ich weiß, die Wege, die er geht, sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, ist gut gemeint, er ist doch nim⸗ mermehr mein Feind und giebt nur Liebesschläge. 5. Und meines Glaubens Unterpfand ist, was er selbst verheißen: daß nichts mich seiner starken Hand soll je und je entreißen. Was er verspricht, das bricht er nicht. Er bleibet meine Zuversicht, ich will ihn ewig preisen. C. J. Phil Spitta g. 1801 1859. Eigene Melodie. 431. har meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch Trostlieder. so gern! Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folgt dem Win⸗ ter nach. In allen Stürmen, in aller Not wird er dich be⸗ schirmen, der treue Gott. 2. Harre, meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott! Joh. Friedr. Räder g. 1815 4 1872. In Krankheit. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 432. Lide s 10 heut an diesem Ia letztmals mit Gebet erschein und dir meine Not vortrage, ach so richte meine Sinnen zu den hohen Himmelszinnen! 2. Tausend und viel tausend mal sei du, Vater, hoch ge⸗ priesen, daß in deiner Kinder Zahl du mir eine Stell gewiesen, daß ich dich hab lernen kennen und in Christo Vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sei deines großen Namens Ehre, deine Güte mancherlei, deine Kraft und wahre Lehre! Ich will dich dort ewig loben, wenn ich bin zu dir erhoben. 4. Dein Reich hast du auch zu mir hier in Gnaden lassen kommen, mich berufen und zu bald d ein Win⸗ irmen, ich be⸗ „harre sfehle, Wenn t uns Helfer Ewige tt auch Gott! 1187⁷ hier. er, soll daß ith tztmals nd dir ach so u den ausend ch ge⸗ Rinder viesen, kennen lennen. lig se Ehtt, heine Ic wenn Vauch lassen nd zu Kreuz⸗ und dir aus des Satans Macht genommen; Jesus hat mir Heil und Frieden durch sein Blut und Tod beschieden. 5. Darum wart ich mit Be⸗ gier ganz getrost aufs Reich der Ehren, nichts durchaus mehr ist allhier, das mich soll davon abkehren zkomm, o König, laß erscheinen, was ich wünsch und all die Deinen. 6. Deinem Willen thu ich mich ganz zu einem Opfer ge⸗ ben. Hab ich hier nicht völlig⸗ lich nach demselben können leben, so werd ich doch dort erfüllen mit den Engeln deinen Willen. 7. Täglich Brot und allerlei, was zu meinem Stand gehöret, hast du, Vater, mild und treu mir zeitlebens auch bescheret; nun du Himmelsbrot willst geben, laß ich gern dies arme Leben. 8. Bleiben gleich die Meinen hier, die mich länger möchten sehen, weiß ich doch, daß nur bei dir steht ihr Weh und Wohlergehen. Ich befehle dei⸗ ner Güte, was mir lieget im Gemüte. 9. Nur, o Vater, laß du mir alle Schulden sein ver⸗ geben, daß ich rein und frei zu dir fahr aus diesem Sünden⸗ leben. Jesus hat mir Gnad erworben, mit ihm ist die Schuld gestorben. 10. So vergeb ich auch gar leicht, wie du, Vater, hast ge⸗ Trostlieder. 297 heißen; aller Zorn und Rach entweicht, ich will lauter Lieb erweisen; weil du, Gott, so viel erlassen, will ich Mensch auch niemand hassen. 11. Rückt der letzte Kampf herzu, tobet heftig Sünd und Hölle, daß sie mir die Himmels⸗ ruh raub und meinen Glauben fälle, so steh du auf meiner Seiten, die Versuchung zu be⸗ streiten. 15 12. Mach mich alles Übels los, gieb der Sündennot ein Ende! Ich ergebe ganz und bloß mich in deine Vaterhändez wollest mich von allem Bösen, wie du weißt und kannst, er⸗ lösen. 13. An dem allen zweifl ich nicht, denn du bist der Him⸗ melskönig z zu dir ist die Zu⸗ versicht, Welt und Höll ist dir zu wenig, deine Kraft wird ewig stehen, deine Herrschaft nie vergehen. Veit L. v. Seckendorf g. 1626 f 1692. Eigene Melodie. 433 Gett, den ich als 22 Liebe kenne, der du Krankheit auf mich legst und des Leidens Flamm er⸗ regst, daß ich davon hitz und brenne, brenne doch das Böse ab, das den Geist bisher ge⸗ hindert, das der Liebe Regung Habhm die ich öfters von dir ab. 2. In der Schwachheit sei du kräftig, in dem Schmerze 298 Kreuz⸗ und sei mir süß, schaffe, daß ich dich genieß, wenn die Krankheit streng und heftig. Denn was jetzt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark ver⸗ zehret, was den Körper jetzt beschweret, hat die Liebe selbst erregt. 3. Leiden ist jetzt mein Ge⸗ schäfte, andres kann ich jetzt nicht thun, als nur in dem Leiden ruhn. Leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Gewinnst, das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille, Leiden ist mein Gottesdienst. 4. Gott, ich nehms aus dei⸗ nen Händen als ein Liebes⸗ zeichen an, denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden. Auch die Labung, die man mir zu des Leibes Notdurft giebet, kommt von dir, der mich geliebet, alles kommt, mein Gott, von dir. 5. Laß nur nicht den Geist ermüden bei des Leibes Mat⸗ tigkeit, daß er sich zu aller Zeit in dich senk in Lieb und Frieden. Laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seele Auffahrt hindern und die Ruhe in mir mindern, unterstütze du das Herz! 6. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden, ganz in Ruh mit Freundlichkeit, sanfte mit Ge⸗ horsamkeit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier Trostlieder. von den Sünden, so den Kör⸗ per oft entzünden, und an seinem Geist erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben und dem Kreuze meinen Leib; gieb, daß ich mit Freude bleib an dich völlig übergeben. Dann so weiß ich festiglich, ich mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr kann verderben, denn die Liebe reinigt mich. Christ. Friedr. Richter g. 1676f 1711. tel. Auf meinen lieben Gott. 43 4 Qch trau auf mei⸗ Venen Gott in aller Angst und Not; hat mich viel Kreuz betroffen, will ich doch auf ihn hoffen, er wird anir Hülfe senden und alles Elend wenden. 2. Ist gleich mein Leib voll Schmerz, und ängstet sich mein Herz, will es vor Leid und Plagen fast ganz in mir ver⸗ zagen, wird Gott nach seinem Willen doch alles wieder stillen. 3. Hält schon die Schwach⸗ heit an, daß ich daher nicht kann das Haus des Herren schauen und mich daselbst er⸗ bauen, soll mir mein Lager dienen, mit Gott mich zu ver⸗ sühnen. 4. Mein Gott, du hörtest mich so oft und gnädiglich, ach hör mein Flehn und Sehnen, zähl jetzt auch meine Thränen und kehre dies mein Leiden in am Fleische leidt, wird errettet Trost und süße Freuden! 04 ö Kör⸗ an nun Rreuze ich mit öllig liß ich u oder mehr e Kebe hott. f Mei⸗ tt in mich vill ich wird alles eib voll ch mein id und ir ber⸗ seinem stillen. hwach⸗ er nicht Herren lbst er⸗ Lager u hel⸗ sörtest ich, ach zehnen, hränen den in en! Kreuz⸗ und 5. Dies bitt ich, dies ge⸗ schicht; und kommt die Ret⸗ tung nicht in diesem Welt⸗ getümmel, so gieb mir nur den Himmel, wo lauter Licht und Sonne, wo stete Freud und Wonne. 6. Nun mach es auf der Welt, mein Gott, wie dirs gefällt. Hilf mir aus allen Nöten, und wirst du mich auch töten, will ich im Tod und Leben mich dir doch ganz er⸗ geben. 1735. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Trostlieder. 299 dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade, du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod be⸗ denken. Der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. F. Gellert g. 1715 f 1769. Qch hab in guten 435. a Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl, so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich binssein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauenz du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade fin⸗ den, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, Morgenlied eines Kranken. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 5 zott Lob und Dank, 436. G die Nacht ist hin, es kommt der liebe Morgenz auf, schwacher Geist und mat⸗ ter Sinn, dir ist ja unver⸗ borgen, wie du die finstre Schmerzensnacht in Gottes Schutze zugebracht und glück⸗ lich überstanden. 2. Als ich mich zu der Ruh gelegt, war ich mit Schmerz umgeben; ich sprach, durch Schmerz und Furcht bewegt: Werd ich auch morgen leben? Die fast verdorrte Zunge frug, so oft die Viertelstunde schlug: Wann wird der Tag erscheinen? 3. Gott hat mir mein Ge⸗ bet gewährt, ich kann das Licht noch sehen. Drum will ich ihn, der mich erhört, mit Dank und Preis erhöhen und flehn, daß er es diesen Tag mit mir und meinem Kreuze mag nach seinem Willen machen. 4. Leb ich nicht fröhlich, frisch, gesund, bin ich dennoch zufriedenz hat schon der Schmerz mein Herz verwundt, will ich doch nicht ermüden; ich trage dieses harte Joch auch diesen Tag und weiter noch, so lang es Gott beliebet. 5. Mein Elend ist um Tag und Nacht nun gleichwohl kürzer worden; Gott, der mich so getreu bewacht, wird nebst der Engel Orden auch heute Lob⸗ und Danklieder. mit und bei mir sein und Hülfe, Rat und Trost verleihn, er ö weiß wohl, was mich drücket. 6. Ihm will ich meinen schwachen Geist und kranken Leib befehlen; was Jesus, der mein Helfer heißt, erwählt, will ich auch wählen; so geht es mir im Leben wohl, und wenn ich heute sterben soll, kann mir der Tod nicht schaden. 7. Ich bin ja, Herr, dein liebes Kind und werd es ewig bleiben, kein Schmerzenssturm, kein Kreuzeswind soll mich von Jesu treiben. Ach bleib bei mir bis an mein End und nimm die Seel in deine Händ, so bin ich wohl versorget. 1731. XXII. Pob⸗ und Danklieder. Eigene Melodie. 43 7 H dich loben Herr Gott, wir danken dir. Dich Vater in Ewigkeit ehrt die Welt weit und breit. All Engel und Himmels Heer und was dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Sera⸗ phim singen Stimm: Heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott. Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit immer mit hoher geht über Himmel und Erde weit. ö Der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all, die teuren Märtrer allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werte Christenheit rühmt dich auf Erden alle Zeit. Dich, Gott Vater im höch⸗ sten Thron, deinen rechten und eingen Sohn, den heiligen Geist und Trö⸗ ster wert mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Hülfe, druͤckt. meinen kranken u, det rwählt so geht l, und n soll, schaden. , dein es ewig östurm, I mich bleib nd und Haͤnd, t. 1751. nd Erde Boten ten all, Uzumal großem istenheit den alle n hoͤh⸗ eingen d Trö⸗ sie loht Lob⸗ und 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewiger Sohn du bist; der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, zu'rlösen das menschlich Geschlecht. Du hast dem Tod zerstört sein Macht und all Christen zum Him⸗ mel bracht. ö Du sitzt zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist all des, was tot und lebend ist Dienern dein, Danklieder. 301. Sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Not! Zeig uns deine Barmherzig⸗ keit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nim⸗ mermehr! Amen. Martin Luther g. 1483 1 1546. Nach dem Latein. Te deum laudamus. Pfalm 105. Eigene Melodie. un lob, mein 438. Seel, den Her⸗ ren, was in mir ist, den I. Nun hilf uns, Herr, den Namen sein! Sein Wohlthat thut er mehren, vergiß es nicht, die mit dein'm teurn Blutso Herze mein! Hat dir dein erlöset sein, Sünd vergeben und heilt dein laß uns im Himmel haben teil Schwachheit groß, errett dein mit den Heiligen in ewigem armes Leben, nimmt dich in Heil! seinen Schoß, mit reichem Hilf deinem Volk, Herr Trost beschüttet, verjüngt dem Jesu Christ, Adler gleich; der Kön'g schafft und segne, das dein Erb⸗Recht, behütet die Leidenden teil ist, wart und pfleg ihr zu aller Zeit und heb sie hoch in Ewigkeit! richt, im Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Ge⸗ dazu sein Güt ohn 5. Täglich, Herr Gott, wir Maßen, es mangelt an Er⸗ loben dich barmung nicht. Sein Zorn und ehrn dein Namen stetig⸗läßt er wohl fahren, straft lich Gott, that! nicht nach unsrer Schuld; die lch. „Behüt uns heut, o treuer Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold. Sein vor aller Sünd und Misse⸗Güt ist hoch erhaben ob den'n, die fürchten ihn; so fern der 302 Lob⸗ und Danklieder. Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie sich ein Vat'r er⸗ barmet ob seiner jungen Kind⸗ lein klein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm Geschlechte und weiß, wir sind nur Staub, gleichwie das Gras von Rechte, ein Blum und fallend Laub;z der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da, also der Mensch vergehet, sein End das ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewig⸗ keit bei seiner lieben G'meine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich; ihr starken Engel waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilig Wort; mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. 5. Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! Der woll in uns vermehren, was er aus Gnade uns verheißt, daß wir ihm fest vertrauen, uns ganz verlaßn auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, daß unser Herz und Sinn ihm allezeit an⸗ hangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen, wir wer⸗ dens erlangen, glaub'n wir von Herzensgrund. V. 1—4 Joh. Gramann g. 148771541. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 439. O gläubig Herz, V gebenedei und gieb Lob deinem Herren! Ge⸗ denk, daß er dein Vater sei, welchen du stets sollst ehren, dieweil du keine Stund ohn ihn mit aller Sorg in deinem Sinn dein Leben kannst er⸗ nähren. 2. Er ists, der dich von Herzen liebt und sein Gut mit dir teilet, dir deine Missethat vergiebt und deine Wunden heilet, dich waffnet zum geist⸗ lichen Krieg, daß dir der Feind nicht oben lieg und deinen Schatz zerteile. 3. Er ist barmherzig und sehr gut den Armen und Elen⸗ den, die sich von allem Über⸗ mut zu seiner Wahrheit wen⸗ den; er nimmt sie als ein Vater auf und giebt, daß sie den rechten Lauf zur Seligkeit vollenden. 4. Wie sich ein treuer Vater zeigt und Guts thut seinen Kindern, also hat sich auch Gott geneigt zu uns, den armen Sündern; er hat uns lieb und ist uns hold, vergiebt uns gnädig alle Schuld, macht uns zu Überwindern. 5. Er giebt uns seinen guten Geist, verneuet unsre Herzen, daß wir vollbringen, was er heißt, wenns auch das Fleisch mag schmerzen; er hilft uns hie mit Gnad und Heil, ver⸗ Lob⸗ und Danklieder. heißt uns auch ein herrlich Teil von seinen ewgen Schätzen. 6. Nach unsrer Ungerechtig⸗ keit hat er uns nicht vergolten, vielmehr erzeigt Barmherzigkeit, da wir verderben sollten; mit seiner Gnad und Gütigkeit ist uns und allen er bereit, die ihn von Herzen lieben. 7. Was Gott nun angefan⸗ gen hat, das will er auch vollenden. Nur geben wir uns seiner Gnad, opfern uns seinen Händen und thun da⸗ neben unsern Fleiß, hoffend, er werd zu seinem Preis all unsern Wandel wenden. 8. O Vater, steh uns gnädig bei, weil wir sind im Elende, daß unser Thun aufrichtig sei und nehm ein selig Ende. O leucht uns mit dein'm hellen Wort, daß uns an diesem dunklen Ort kein falscher Schein verblende. 9. O Gott, nimm an zu Lob und Dank, was wir in Einfalt singen, und laß dein Wort mit freiem Klang durch unsre Herzen dringen! O hilf, daß wir mit deiner Kraft durch eine gute Ritterschaft des Lebens Kron erringen. Böhmische Brüder. Eigene Melodie. 4 40 Nom laßt uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben. 303 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein gegeben; dieselben zu bewahren, thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung giebt er dem Leibe; die Seele muß auch bleiben, wiewohl tödliche Wun⸗ den sind kommen von der Sünde. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben, Christus, für uns gestorben; der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns ver⸗ geben die Sünd, geschenkt das Leben, im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß sie uns fort behüte, die Großen mit den Kleinen; du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahr⸗ heit, gieb ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch Jesum Christum. Amen. Ludwig Helmbold g. 1532 4 1598. Psalm 105. Eigene Melodie. 441 meine Seel, du 8 sollst den Herren preisen, was in mir ist, das muß ihm Ehr erweisen, auf, auf, mein Herz, und mache dich bereit! Vergiß ja nicht, vergiß 304 Lob⸗ und Danklieder. nicht, mein Gemüte, was dir der Herr für wunderbare Güte er⸗ wiesen hat die ganze Lebenszeit. 2. Denn er hat dich von Sünden losgesprochen und denkt nicht mehr, was du bis⸗ her verbrochen, er machet dich von Schwachheit heil und rein. Es hat der Herr dein Leben vom Verderben erlöst, daß du nicht ewig müssest sterben, dein Gott will dir forthin barm⸗ herzig sein. 3. Er krönet dich mit Gnad und mildem Segen, will deinen Mund mit reicher Fülle pflegen, er machet dich von seinen Gütern satt, daß du mit Lust darüber dich erfreuest und deine Kraft gleich Adlern gar verneuest, weil er mit Heil dich überschüttet hat. 4. Der Herr läßt Recht den⸗ selben widerfahren, die vor be⸗ drängt und unterdrücket warenz er hat sein Thun dem Mose kund gethan und seine Recht Israel wissen lassen; er ist voll Güt und will nicht im⸗ mer hassen noch ewiglich mit Grimm uns sehen an. 5. Der Herr ist fromm, barmherzig und sanftmütig, voll Gnad und Gunst, gedul⸗ dig, treu und gütig, er han⸗ delt nicht mit uns nach unsrer Schuld, vergilt auch nicht nach unsern schweren Sünden. S weit die Höh des Himmels ist zu finden hier von der Erd, so weit reicht seine Huld. 6. So weit der Grund sich scheidet von der Festen, so weit der Ost ablieget von dem Westen, so weit läßt er die Sünden von uns sein. Sein Gnadenblick muß über die stets walten, die ihn mit Furcht für ihren Helfer halten, und rettet sie aus ihrer Not und Pein. 7. Wie unter uns ein Vater⸗ herz Erbarmen mit Kindern hat, so thut der Herr uns Armen, es stehet Gott den Frommen kräftig bei. Er kennet ja uns dürftgen Erdentöpfe,“) ihm ist bewußt, daß dieses sein Geschöpfe ein leichter Staub und schwaches Werkzeug sei. ) Klagel. Jer. 4, 2. 8. Ein Mensch muß stets des Lebens End erwarten, er ist wie Gras, wie eine Blum im Garten, die sich sehr schön und lieblich lässet an: wenn aber nur der Wind darüber fähret, ist ihre Zier hinweg und so verzehret, daß man die Stätt auch nicht mehr finden kann. 9. Des Herren Gnad ist aber überschwenglich, währt für und für und bleibet unver⸗ gänglich; auf Kindeskind wird seine Güt gebracht bei denen, die den Gottesbund stets üben und sein Befehl von ganzem Herzen lieben und sein Gebot zu halten sind bedacht. 10. Es ist sein Stuhl im Himmel zubereitet, sein Herr⸗ schaft ist um diese Welt ge⸗ Lob⸗ und Danklieder. 305 breitet, sein Reich und Thron umschließt den Erdenkreis. Ihr Engel lobt, lobt ihn, ihr starken Helden, die ihr sein Thun und Willen an müßt melden, lobt unsern Gott und sagt ihm Ruhm und Preis! 11. Lobt unsern Gott, ihr alle seine Scharen, die ihr ihm dient und hin und her müßt fahren auf sein Geheiß; lobt ihn an jedem Ort, an dem er herrscht; lobt ihn, ihr seine Werke, rühmt seine Kraft, rühmt seiner Allmacht Stärke; lob ihn, mein Herz, o lob ihn fort und fort! 12. Gott Vater, Sohn und Geist, sei stets gepriesen für alle Güt, die du an mir erwiesen von Kindheit an bis jetzt auf diese Zeit. Herr, steh mir bei, laß deine Gnad sich mehren, so will ich drum dir danken und dich ehren auf Erden hier und dort in Ewigkeit. V. 1—11 Joh. Franck g. 16184 1677. V. 12 Hannov. Gsb. 1657. Sirach 50, 24. Eigene Melodie. 442 un danket alle — Gott mit Her⸗ zen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmels⸗ throne, dem dreimal Einen Gott, als es ursprünglich war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. ö Martin Rinkart g. 1586 4 1649. 4 43 un danket alle 8 Gott mit Her⸗ zen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden, der lebend uns erhält von Mutterleibe an und thut uns alles Guts, mehr als man zählen kann. 2. Es wolle unser Gott ein fröhlich Herz uns geben, et lasse uns, sein Volk, in Frie⸗ den immer leben forthin zu unsrer Zeit, daß seine Gnad und Treu bei uns und unserm Land allweg beständig sei. 3. Der große, starke Gott woll uns von allem Bösen und was uns schaden kann gewaltiglich erlösen, er schütz und rette uns, er helf uns allezeit, so lang er uns allhier das Leben noch verleiht. 4. Gott Vater, dir sei Preis hier und im Himmel oben, Gott Sohn, Herr Jesu Christ, wir wollen dich stets loben, 20 306 Lob⸗ und Gott heilger Geist, dein Ruhm erschalle mehr und mehr, o Herr, dreieinger Gott, dir sei Lob, Preis und Ehr! Hannoversches Gsb. 1657. Danklieder. und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich hier, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Rist g. 1607 1667. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. Sirach 50, 24. 444 Mean lobt dich in Eigene Melodie, der Stille, du oder Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. hocherhabner Zions-Gott, des Rühmens ist die Fülle vor dir, 445. un danket all und bringet Ehr, ihr o Herr Gott Zebaoth. Du bist Menschen in der Welt, dem doch, Herr, auf Erden der dessen Lob der Engel Heer im Frommen Zuversicht, in Trüb⸗Himmel stets vermeldt. sal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. 2. Ermuntert euch und singt Drum soll mit Schall Gott, unserm höch⸗ dich stündlich ehren mein Mund sten Gut, der seine Wunder vor jedermann Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. und deinen überall und große Dinge thut; 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält 2. Es müssen, Herr, sich und, wo kein Mensch nicht freuen von ganzer Seel und helfen kann, sich selbst zum jauchzen schnell, die unaufhör⸗Helfer stellt; lich schreien: Gelobt sei der 4. Der, ob wir ihn gleich Gott Israel!“) Sein Name höch betrübt, doch bleibet gutes sei gepriesen, der große Wun⸗ Muts, die Straf erläßt, die der thut und der auch mir er⸗Schuld vergiebt und thut uns wiesen das, was mir nütz und alles Guts. gut. Nun, das ist meine 5. Er gebe uns ein fröhlich Freude, daß ich an ihm stets Herz, erfrische Geist und Sinn kleb und niemals von ihm und werf all Angst, Furcht, scheide, so lang ich leb und Sorg und Schmerz ins Meeres schweb.*0) Ps. 40, 17 3. Herr, du hast deinen TDiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden Namen sehr herrlich in der ruhn in unserm Volk und Welt gemacht, denn als die Land, er gebe Glück zu unserm Schwachen kamen, hast du Thun und Heil zu allem Stand. gar bald an sie gedacht. Du 7. Er lasse seine Lieb und hast mir Gnad erzeiget; nun Güt um, bei und mit uns gehn, wie vergelt ichs dir? Ach bleibe was aber ängstet und bemüht, mir geneiget, so will ich fürgar ferne von uns stehn. leich. und ihr dem r im ingt öch⸗ uder hut; leibe rhaͤlt nicht jum Hleich jutes die uns hlich Sinn Ircht, dleres rieden und nserm tand. und gehn, müht, Lob⸗ und Danklieder. 307 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und wenn wir scheiden von der Erd, verbleib er unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie, oder Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 446 Qch singe dir mit 28 Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust, ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Him⸗ melszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, wer⸗ ten, edlen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles thun, du hältst die Wach an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treu⸗ lich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 14. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sei; kein Zähr⸗ und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei.— 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut, dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Ruh und läßt dich nicht. 20² 30 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und er⸗ nährt? Wie manches schweren Unglücks Lauf hat er zurück⸗ gekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regi⸗ ment, nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nicht darein, so wirst du hier im Frieden ruhn und ewig fröh⸗ lich sein. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Eigene Melodie. 4 47 ollt ich meinem HGott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Ge⸗ fieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und Lob⸗ und Danklieder. das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn. O du unge⸗ gründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Re⸗ gierer durch die Welt zur Him⸗ melspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Macht zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohler⸗ gehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen bei⸗ zulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug gelbe ges nicht neser Reit 8 Ple geft Leb gert send Feir in Alle Hot und llles ttes nicht für bom Ures nge⸗ will „ob deine lles ottes dlen mem Re⸗ him⸗ mein ellen odes Hölle ding Lieb ler⸗ ohl Not alls nein ichts ann, hebt bei⸗ ährt in ihre zenst Allg Lob⸗ und Danklieder. hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide, in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein An⸗ gesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst ge⸗ nesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan her⸗ geführt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher gerührt; Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten war gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus den Bah⸗ nen weicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter 309 seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Mel. Nun danket alle Gott. 448 Gn 2 mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augen⸗ blick viel Guts an mir gethan. 310 Lob⸗ und Danklieder. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich ge— geben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das aller⸗ höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet, gelobet sei der Herr, des Namen heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist! 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig, Heilig singen, den herz-⸗ lich lobt und preist die ganze Christenheit. Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Joh. Olearius g. 1611 1684. Mel. Es ist das Heil uns kommen her, oder Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ. 449 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Him⸗ melsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt un⸗ serm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Not: Ach Gott, ver- nimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden, er bleibet ihre Zu-⸗ versicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Überfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgend sinde HGott 70 Lebe an e nen. Hörel mun Lib Hott 8. nenn Chre eker Ehre mac Hott Geb An Sy Pfl sin bede gem die 0 mer die im⸗ lller den, nem isen lles un⸗ fen ten, spat In ist eich. hre! in ver⸗ half und rum hank Nket eym und olk Zu⸗ und uden hin Gott Hülf Belt der lbst, ugel gend Lob⸗ und Danklieder. 311 finden Ruh. Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren, man soll, Gott, dei⸗ nen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz er⸗ muntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr ChristiNamen nennt, gebt unserm Gott die Ehre, ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott, der Herr ist Gott, der Herr ist Gott.) Gebt unserm Gott die Ehre! 4)% Kön. 18, 39. 9. So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Springen, bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jak. Schütz g. 1640 f 1690. Gebt unserm Eigene Melodie. 450 Leb den Herren, — den mächtigen König der Ehren, meine ge⸗ liebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittigen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strö⸗ men der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, Lobende, schließe mit Amen! Joachim Neander g. 1650 f 1680. Eigene Melodie. underbarer Kö⸗ 451 0 nig Herrscher von uns allen, laß dir unfer Lob gefallen! Deine Vater⸗ güte hast du lassen triefen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk uns doch, laß die Zunge singen, laß die Stimme klingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten mehr als aller Menschen Staaten, großes Licht der Sonne, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen, lobet gern, Mond und Stern, seid bereit zu ehren einen solchen Herren! 312 Lob⸗ und 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, klinge! Wirf dich in den Staub darnieder! Er ist Gott Zebaoth, er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet, Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. O wohl dir! Glaube mir: Endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Ivachim Neander g. 1650 1680. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr, oder Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 452 Bis hieher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte, bis hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte, bis hieher hat er mich geleit, bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank für die bisherge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue. In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat große Ding gethan an mir und mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuer Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Danklieder. Tod und Not, durch Christi Schmerzen, Blut und Tod, hilf mir, wie du geholfen. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarzb.⸗-Rudolst. g. 1637 1706. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 453 Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Ge⸗ müte, daß ich deine Wunder— macht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gna⸗ dengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 3. Vater, wenn mein Herz bedenket, wie dich meine Sündenschuld oft betrübet, oft gekränket, und wie deine Lieb und Huld mich aus Langmut doch getragen, so muß ich be⸗ schämet sagen: Tausendtau⸗ sendmal sei dir, großer König, Dank edafür! 4. Ach ja, wenn ich über⸗ lege, mit was Lieb und Gütig⸗ keit du durch so viel Wunder⸗ wege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden noch den Grund hier zu ergrün⸗ den. Tausendtausendmal sei Wunden, hilf mir im Leben, dir, großer König, Dank dafür! Hrist Tod, l. 1706, ben. dich öben, ende eines denn ichen ichen. dit, ur! Ge⸗ der⸗ und und Ra⸗ ugen l sei für! Herz leine st Lieb mut be⸗ fau⸗ nig, lber⸗ itig⸗ der⸗ Fit, Iden rün⸗ sti für! Lob⸗ und Danklieder. 5. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sünden Höhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgesöhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausendtausend⸗ mal sei dir, großer König, Dank edafür! 6. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänz⸗ liches Verlangen möcht an dei⸗ nem Willen hangen. Tausend⸗ tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Wie ein Vater nimmt und 23 5 nachdems Kindern nützlich ist, so hast du mich auch gelebet Herr mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs höchste kommen. Tausend⸗ tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Mich hast du auf Adlers⸗ flügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich. Wenn schien alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hülf ich innen. Tausendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Vater, du hast mir er⸗ zeiget lauter Gnad und Gütig⸗ keit, und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freund⸗ lichkeit, und durch dich, o Geist der Gnaden,‚ werd ich stets noch 313 eingeladen. mal sei dir, Dank edafür! 10. Tausendmal sei dir ge⸗ sungen, Herr mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen. Ach laß mei⸗ nes Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten! Da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. Ludw. Andr. Gotter g. 1661 1735 Taufendtausend⸗ großer König, Eigene Melodie. 454 O daß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit in die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes meines Herren Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwan⸗ ken Gräschen in den Feldern, 314 ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 7. Ich hab es ja mein Lebe⸗ tage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage durch Not und Trübsal hast geführt, denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freude in deinem steten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leide nicht trium⸗ phierend einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in Lob⸗ und Danklieder. allen Gnaden hin! Im Him⸗ mel soll es besser werden, wenn ich wie deine Engel bin. Da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Johann Mentzer g. 1658 f 1734. Eigene Melodie. 455 Lasset uns den Her⸗ * ren preisen und vermehren seinen Ruhm, stimmet an die süßen Weisen, die ihr seid sein Eigentum. Ewig währet sein Erbarmen, ewig will er uns umarmen mit der süßen Liebeshuld, nicht gedenken unsrer Schuld. Preiset ewig seinen Namen, die ihr seid von Abrams Samen, rühmet ewig seine Werke, gebet ihm Lob, Ehr und Stärke! 2. Ehe noch ein Mensch geboren, hat er uns zuvor erkannt und in Christo aus⸗ erkoren, seine Huld uns zuge⸗ wandt. Selbst der Himmel und die Erden müssen uns zu Dienste werden, weil wir durch sein liebstes Kind seine Kinder worden sind. Ewig solche Gnade währet, die er uns in ihm bescheret; ewig wollen wir uns üben, über alles ihn zu lieben. 3. Ja wir wollen nun mit Freuden zu dem lieben Vater gehn, uns an seiner Liebe weiden, wie die thun, die vor ihm stehn, heilig, heilig, heilig singen. Halleluja soll erklingen unserm Gotte und dem Lamm, im⸗ enn Da Hor . 734⁴ Her⸗ und nmet ihr wig ewig der nken ewig von ewig Lob, ensch ubor aus⸗ uge⸗ mel zu uUrch nder olche 5 in wir n zu mit Bater Liebe vor heilig ingen amm, Lob⸗ und Danklieder. 315 unserm holden Bräutigam. Lasset seinen Ruhm erschallen und erzählt sein Werk vor allen, daß er ewig uns erwählet und zu seinem Volk gezählet. 4. Lernet euren Jesum kennen, der euch teur erkaufet hat, lernet ihn fein lieblich nennen euren Bruder, Freund und Rat, euren starken Held im Streiten, eure Lust in Fröhlichkeiten, euren Trost und euer Heil, euer allerbestes Teil. Ewig solche Güte währet, die euch durch ihn widerfähret; ewig soll das Lob erklingen, das wir ihm zu Ehren singen. 5. Tretet nur getrost zum Throne, da der Gnadenstuhl zu sehn; es kann euch von Gottes Sohne nichts als Lieb und Huld geschehn. Er er⸗ wartet mit Verlangen, bis er könne uns umfangen und das allerhöchste Gut uns mitteilen durch sein Blut. Große Gnad ist da zu finden, er will sich mit uns verbinden, und soll niemals etwas können uns von seiner Liebe trennen. 6. Er hat nunmehr selbst die Fülle seiner Gottheit auf⸗ gethan, und es ist sein ernster Wille, daß nun komme jeder⸗ mann. Keiner soll sich hierbei schämen, sondern Gnad um Gnade nehmen; wer ein hung⸗ rig Herze hat, wird aus seiner Fülle satt. Ewig solche Fülle währet, die uns so viel Guts bescheret; Wonne, die uns ewig tränket, wird uns daraus ein⸗ geschenket. 7. Nun, du Liebster, unser Lallen, damit wir dir dankbar sein, laß dir gnädig wohlge⸗ fallen, bis wir alle insgemein ewig deine Gütigkeiten mit gesamtem Lob ausbreiten, da wir werden Gloria singen und Halleluja. Preis, Ehr, Ruhm, Dank, Macht und Stärke und was rühmet seine Werke werde unserm Gott gegeben! Laßt uns ihm zu Ehren leben! Chr. Jakob Koitsch g. 1671 4 1735. Eigene Melodie. 456 Ach erkennet, liebste * Seelen, unsers Gottes Gütigkeit, helfet seinen Ruhm erzählen, die ihr sein Geschöpfe seid. Euch gebühret Dank zu geben dem, der euch viel Guts gethan und sich euer noch daneben nimmt mit solcher Treue an. 2. Denket, da wir gar nichts waren, hat er uns zu was gemacht, er hat uns von Jahr zu Jahren wunderbarlich fort gebracht. Nichts ist, was wir an uns haben, das nicht alles von ihm fließt; es sind lauter Gottesgaben, die der arme Mensch genießt. 3. Wer ist, der ihn hat ver⸗ bunden, dich zu schaffen, Men⸗ schenkind? Wer, daß wir zu diesen Stunden frisch, gesund und fröhlich sind? Wer giebt uns die Leibeskräfte, das Ver⸗ 316 Lob-⸗ und Danklieder. mögen, den Verstand, zu ver⸗ richten die Geschäfte? Nichts denn Gottes Gnadenhand. 4. Ferner will er noch er⸗ halten, was er uns gegeben hat; seine Gnade läßt er walten über alle früh und spat; er will uns vor allem Schrecken, vor des Satans Trug und List unter seinem Schutz bedecken, da man recht gesichert ist. 5. Lasset darum, liebste Seelen, laßt uns alle, groß und klein, ihm den besten Dank erwählen, welcher heißt: ge⸗ horsam sein. Lobet sein all-⸗ weises Fügen, rühmet alles, was er schickt; wer sich läßt daran genügen, bleibet immer⸗ fort beglückt. Friedr. Konr. Hiller g. 1662 1726. Mel. Es ist das Heil uns kommen her, oder Allein Gott in der Höh sei Ehr. 457 Bringt her dem 2 Herren Lob und Ehr aus freudigem Gemüte, ein jeder Gottes Ruhm ver⸗ mehr und preise seine Güte. Ach lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Not, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunder⸗ werke, die Majestät und Herr⸗ lichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält; drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns er⸗ schaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben aus lauter väter⸗ licher Gnad uns allen hat ge⸗ geben, der uns durch seine Engel schützt und täglich giebet, was uns nützt; drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist gestorben und uns die selge Lebenskron durch seinen Tod erworben, der worden ist der Hölle Gift, der Frieden hat mit Gott gestift; drum danket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und alles Gute noch verheißt, uns stärket, kräftigt, gründet, der uns er⸗ leuchtet durch sein Wort, re⸗ giert und treibet fort und fort; drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch dies gute Werk, so in uns ange⸗ fangen, vollführen wird und geben Stärk, das Kleinod zu erlangen, das er hat allen dargestellt und seinen Gläubgen vorbehält; drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim nebst Fürstentum und Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott und preist ihn früh und spat, ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! Cyriacus Günther g. 1650 1704. 4⁵ Ich weil Erde mein Seel pries eluj x Er⸗ Heist ter⸗ 9e⸗ seine ebet, inket enkt ist selge Tod der hat unket uns Uben Gute irktt, Mer⸗ „K⸗ fort; men! dibs nge⸗ und zu llen bgen nem arken tum Gott hier Gott soal, hat, 17⁰⁴. Lob⸗ und Danklieder. Pialm 146. Eigene Melodie. 458. Lobe den Herren, 5 o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Todz weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde ge— priesen früh und spat: Hal⸗ leluja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Halle⸗ luja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hülfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glau⸗ ben sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Bei⸗ stand hat, findet am besten Rat und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden und was darinnen ist gemacht; alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glau⸗ ben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bescheiden, 317 was ihnen dient zur Lebens⸗ kraft; die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halle⸗ lujal ö 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt die tief gebeuget gehn; wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Trutz, Witwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich, Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist! Halleluja, Halleluja! J. D. Herrnschmidt g. 1675 f 1723. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 459 Schwing dich auf, 1 mein ganz Ge⸗ müte, und geh in den Himmel ein, denn es muß des Höchsten Güte hier und dort gepriesen sein. Ach mit tausendtausend malen kann ich ihm das nicht bezahlen, was er mir durch 318 Lob⸗ und Danklieder. Rat und That lebenslang er⸗ wiesen hat. 2. Herr Gott Vater, lauter Segen trieft von deiner milden Hand, den du mir hast aller⸗ wegen, wie ich wünsche, zuge⸗ wandtz aus wie viel Beküm⸗ mernissen hast du mich, mein Gott, gerissen! Tausendtau⸗ sendmal sei dir, treuer Vater, Dank dafür! 3. O Herr Jesu, Heil und Leben ist in deinem Blute mein, alle Sünden sind vergeben, und ich bin gerecht und reinz ja du willst in meiner Seelen deine Wohnung dir erwählen. Tausendtausendmal sei dir, liebster Heiland, Dank dafür! 4. Heilger Geist, an deinen Gaben spür ich keinen Mangel nicht; und was wollt ich größers haben als dies gnaden⸗ volle Licht, daß ich weiß, an wen ich gläube, und ein Got⸗ teskind verbleibe. Tausend⸗ tausendmal sei dir, werter Tröster, Dank dafür! 5. Ach daß alle meine Glie⸗ der lauter Zungen möchten sein, daß ich mich durch Lobelieder könnte recht in Gott erfreun, und daß lauter Preis und Ehre so ein süßes Opfer wäre, das ihm würde Tag und Nacht tausendtausendmal gebracht! 6. Doch du wirst mein schwaches Lallen, o Gott Vater, Sohn und Geist, dir auch lassen wohl gefallen, das dich hier auf Erden preist, bis ich dich im Himmel oben mit den Engeln werde loben. Ja da lob und preis ich dich ewig, ewig, ewiglich. Erdmann Neumeister g. 1671 4 1756. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 460 Auf„auf, mein ganz Gemüte, und preise Gottes Güte, die je und ewig währt, die alles hat zu geben, was man im ganzen Leben zum Segen wünschet und begehrt. 2. Gott hat sie lassen walten und mich dadurch erhalten von Mutterleibe an. Ich spüre sie noch täglich, daß also mir unsäglich viel Gutes wird durch sie gethan. 3. Gott macht sie alle Mor⸗ gen durch väterlich Versorgen an Leib und Seele neu. Er lässet sie desgleichen bei Nacht nicht von mir weichen, daß sie mein Schild und Sonne sei. 4. Sie fördert meine Werke, daß ich mit Freude merke, wie Gott mir freundlich ist. Kein Kummer darf mich stechen noch mein Vergnügen brechen, weil sie mich in die Arme schließt. 5. Wenn durch betrübte Tage manch Kreuz und manche Plage mir an die Seele tritt, so ist sie auch zugegen und bringet Trost und Segen aus meines Gottes Liebe mit. 6. Ja wenn die Not am größten, so folgt, daß man am besten die Güte Gottes Mit IA wij, 1756. sen. mein nüte, „die alles u im 'egen alten bon re sie mir durch Nor⸗ orgen Er Nacht sie sei. erke, wie Kein noch weil ließt. rübte Janche tritt, und aus t am man Hottts Lob⸗ und Danklieder. 319 spürt. Zuletzt muß doch er⸗ scheinen, daß Gottes Hand die Seinen zwar wunderlich, doch selig führt. 7. Drum preise, mein Ge⸗ müte, die wunderbare Güte, die dir von Gott geschicht. Im Leben und im Sterben läßt sie dich nicht verderben, denn Gott verläßt die Seinen nicht. meinen Werken kennst du mich. Ich bins und werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bins, mich liebe von ganzem Gemüte und nimm an meiner Gnade Teil! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Erdmann Neumeister g. 1671 f1756. Eigene Melodie. ie Himmel rühmen 461 7 des Ewigen Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Na⸗ men fort, ihn rühmt der Erd⸗ kreis, ihn preisen die Meerez vernimm, o Mensch, ihr gött⸗ lich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Ver⸗ kündigt Weisheit und Ord-⸗ nung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den klein⸗ sten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gieb ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde, an Eigene Melodie. 462 Di bists, dem Ruhm und Ehre gebühret, und Ruhm und Ehre bring ich dir. Du, Herr, hast stets mein Schicksal re⸗ gieret, und deine Hand war über mir. 2. Wenn Not zu meiner Hütte sich nahte, so hörte Gott der Herr mein Flehn und ließ nach seinem gnädigen Rate mich nicht in meiner Not vergehn. 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit danieder und rief: O Herr, errette mich! Da half mir Gott, der mächtige, wieder, und mein Gebein erfreute sich. 4. Wenn mich der Haß des Feindes betrübte, klagt ich Gott kindlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache verübte, und stärkte durch Ge⸗ duld mein Herz. 5. Wenn ich verirrt vom richtigen Pfade mit Sünde mich umfangen sah, rief ich zu ihm, dem Vater der Gnade, und seine Gnade war mir nah. 32⁰0 Seele so bange, 6. Um Trost war meine denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: Ach Herr, wie so lanhe? und Gott verließ den Schwachen nicht. 7. Er half und wird mich ferner erlösen, er hilft, der Herr ist fromm und gut. Er hilft aus der Versuchung zum Bösen und giebt mir zu der Tugend Mut. 8. Dir dank ich für die Prüfung der Leiden, die du mir liebreich zugeschickt, dir dank ich für die häufigern Freuden, womit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank ich für die Güter der Erden für die Ge— schenke deiner Treu. Dir dank ich, denn du hießest sie D werden, und deine Güt ist täglich neu. 10. Dir dank ich für das Wunder der Güte: selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzer Seel und ganzem Ge⸗ müte, von allen Kräften preis ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, gött⸗ liche Werke! Die Erd ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Ruhm und Lr und Stärke, er hilft und er errettet gern. 12. Er hilft; des Abends währet die Klage, des Mor⸗ gens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung weniger Tage erhebt er uns zur Seligkeit. Lob⸗ und Danklieder. 13. Vergiß nicht deines Gottes, o Seele, vergiß nicht, was er dir gethan. Verehr und halte seine Befehle und bet ihn durch Gehorsam an! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Eigene Melodie. 463. Gent ist mein Lied, er ist der Gott der Stärke, Herr ist sein Nam, und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines hrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zei⸗ ten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhez er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest, ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. Lob⸗ und Danklieder. 321 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch un⸗ bereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht zugehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden, und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden em⸗ pfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen, sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Trutz. Chr. F. Gellert g. 1715 f 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 46 4 Wennich, oSchöpfer, 5 deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, an⸗ betend überlege, so weiß ich von Bewundrung voll nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke: Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlich⸗ keit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnen⸗ schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunder⸗ bar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und 2 322 Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Eigene Melodie. 465 Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie ver⸗ gessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Ge⸗ wissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem 4— erschaffen bist, wo du mit Lob⸗ und Danklieder. Herrlichkeit umgeben Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freu⸗ den, durch Gottes Güte sind sie dein: sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz ge⸗ schrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille, ich soll voll— kommen sein, wie er. Indem ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwach⸗ heit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein, sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn, sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks und sie besieg in mei⸗ nem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. ——.5.— ewwi 45 Freu⸗ sind nußte du ltich Güte ufen, „den Sein ge⸗ stärkt Iich einen D. Lieder für besondere Stände, Zeiten und Verhältnisse. XXIII. Morgen⸗, Tisch⸗ und Abendlieder. a. Morgenlieder. Mel. Vom Himmel hoch da komm stum offenbar, ich her. 466. Steht. auf, ihr lieben Kinderlein, der Morgenstern mit hellem Schein läßt sich frei sehn gleichwie ein Held und leuchtet in die ganze Welt. 2. Willkommen sei, du schöner Stern! Du bringst uns Christum, unsern Herrn, der unser lieber Heiland ist; darum du hoch zu loben bist. 3. Ihr Kinder sollt bei diesem Stern erkennen Christum, un⸗ sern Herrn, Marien Sohn, den treuen Hort; der leuchtet uns mit seinem Wort. 4. Gotts Wort, du bist der Morgenstern, wir koͤnnen dein gar nicht entbehrn, du mußt uns leuchten immerdar, sonst sitzen wir im Finstern gar. 5. Leucht uns mit deinem Glänzen klar und Jesum Chri⸗ treib aus der Finsternis Gewalt, daß nicht die Lieb in uns erkalt. 6. Willkommen sei, du lieber Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag; leucht uns in unsre Herzen fein mit deinem hellen Himmelsschein! 7. O Jesu Christ, wir war⸗ ten dein: dein heiligs Wort leucht' uns so sein. Am End der Welt bleib nicht lang aus und führ uns in deins Vaters Haus! 8. Du bist die liebe Sonne klar; wer an dich gläubt, der ist fürwahr ein Kind der ewgen Seligkeit, die deinen Christen ist bereit. 9. Wir danken dir, wir loben dich hie zeitlich und dort ewig⸗ lich für deine groß Barm⸗ herzigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Erasmus Alberus g. um 1500 1553. 2* 32⁴4 Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 467 Die helle Sonn leucht jetzt her⸗ für, fröhlich vom Schlaf auf⸗ stehen wir; Gott Lob, der uns heut diese Nacht behüt hat vor des Teufels Macht! 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt! Laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein! 3. Daß unser Herz in G'hor⸗ sam leb, dein'm Wort und Willn nicht widerstreb, daß wir dich stets vor Augen habn in allem, das wir fangen an. 4. Laß unser Werk geraten wohl, das ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Niklas Herman 1561. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 468. D'sonens, wenn ich früh aufsteh, und abends, wenn zu Bett ich geh, sehn meine Augen, Herr, auf dich, Herr Jesu, dir befehl ich mich. 2. In den heilgen fünf Wunden dein da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut, mein Schutz ist nur dein heilges Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm dein heilges Blut die Sünd hinnahm, Morgenlieder. ein, wollst du, Herr, allzeit bei mir sein! 4. Dein' Engel mir stets halten Wacht, drum ich Tod, Teufel, Höll nicht acht, denn wo ich bin, bist du bei mir, mein Glück und Kreuz kommi alls von dir. ich dein, darum ich dir die Seele mein befehl jetzund und auch im Tod, nimm sie zu dir, o treuer Gott! 1583. Eigene Melodie. 469 Aus meines Herzens — Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum, unsern Herren, dein eingebornen Sohn, 2. Daß du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor G'fahr und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab er⸗ zürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnot, vor Armut und vor Sch anden, vor Ketten und vor Danden vor bösem schnellen Tod. ö 4. Mein Leib, mein Seel, drum, ich wach oder schlafe mein Leben, mein Ehr und 5. Ich leb od'r sterb, so bin auf d in dief an u und nicht 6. denn segne nehn ich h Ske mir wies . und wird wohl nun das it bei stets Tod, ‚ denn ei mir, kommt so bin zir die nd und zu dir, 1588. —— herzens ag ich dieser Leben Thron, Ehren Herren, „ st aus mgnen allem wacht. st mir womit ab er⸗ hehüten g vors en, bor ich, vor „ bor anden, anden, d. Seel, r und Morgenlieder. Gut bewahr! Dir will ich übergeben jetzund und immer⸗ dar als dein Geschenk und Gab mein Eltern und Ver⸗ wandten, Gefreundte und Be⸗ kannten und alles, was ich hab. 5. Dein' Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammerthal sein Tück an mir nicht übe, nicht Leib und Seel betrübe und mich nicht bring zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, denn er all Ding vermag. Er segne meine Thaten, mein Vor⸗ nehmen und Sach! Ihm hab ich heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben und was er mir sonst geben; er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen ihm wohlgefallen lan. Und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott beschieden in mein'm Beruf und Stand. 1592. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 470 as walt Gott 8 Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist ins Himmels Thron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter Andacht 32⁵. meine Knie und ruf zu dir mit heller Stimm, dein Ohren neig, mein Red vernimm! 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig hast behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zugebracht. ö 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mein Wächter und Gefährten sein! 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit schönen Gaben zier, er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gieb Gnad, daß ich mein Werk und Pflicht mit Freude diesen Tag verricht zu deinem Lob und meinem Nutz und meinem Nächsten thue Guts. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich vom Übel abgewandt mein Seel mit Sünden nicht be⸗ schwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Mein'n Aus⸗ und Ein⸗ gang heut bewahr, daß mir nichts Übels widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hülf ist not. Martin Behm g. 1557 1622. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens 471.0 0 heilige Dreifal⸗ gelobte Einigkeit, Gott Vater, tigkeit, o hoch⸗ 326 Morgenlieder. Sohn und heilger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist! 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, daß mich der Satan nicht verletz noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Güte mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein! 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei, o mein Erlöser, bei mir sei, o Tröster wert, weich nicht von mir, mein Herz mit deinen Gaben zier! 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte mich, Herr, gnädiglich, Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt! Nach Martin Behm g. 1557 1622. Eigene Melodie, oder Herzlich thut mich verlangen. 472 Dant sei Gott in 8 der Höhe zu dieser Morgenstund, durch den ich wiedr aufstehe vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte fest gebunden mit Finsternis die Nacht, ich hab sie über⸗ wunden durch Gott, der mich bewacht. 2. Wiedrum thu ich dich bitten, o lich bahnt Israel, du wollst treulich behüten den Tag mein Leib und Seel. All christ⸗ lich Obrigkeiten, auch Schule und Gemein in diesen bösen Zeiten laß dir befohlen sein! 3. Erhalt uns durch dein Güte bei deiner reinen Lehr, vor Ketzerei behüte, streit für dein Wort und Ehr, daß wir und unser Same hinfort in einem Geist bekennen: Herr, dein Name sei groß und hoch⸗ gepreist! 4. Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried, gesund und mäßig Leben, dazu ein froh Gemüt, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben und Fleiß drauf wenden, als rechte Christenleut. 5. Gieb mildiglich dein Segen, daß wir nach dein'm Geheiß nur gehn auf guten Wegen, thun unser Amt mit Fleiß, daß jeder seine Netze auswerf und auf dein Wort sein Trost mit Petro setzez so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein zu Nutz, das will der Satan wehren mit List und großem Trutz; doch kann ers nicht vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, herrschest in allen Dingen und unser Beistand bist. 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachsn und leben und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben und wachsen immer mehr; dein guter Geist uns treibe zu Werken deiner Ehr! Joh. Mühlmann g. 1573 1613. Vater der k werde schein Hand nen i 2. Herzlt Naht und und Feind word 3. Sün verg find steht Rat 4 Mot mag sorge Morgenlieder. Eigene Melodie. 47 3 Gett des Himmels 5 und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drin⸗ nen ist erhält, 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn, o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hülf und Rat ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort! Nirgends als von dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr 327 und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert g. 1604 f 1651. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 474 Ver deinen Thron 3 tret ich hiemit, o Gott, und dich demütig bitt: Wend doch dein gnädig An⸗ gesicht von mir blutarmen Sünder nicht! 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht nach dei⸗ nem Ebenbild; in dir web, schweb und lebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderbar und un⸗ verhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, des Lebens Not⸗ durft giebst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich in Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllenglut, das schwer Gesetz für mich erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt und mir mein armes Herz verzagt, alsdann 328 Morgenlieder. brauchst du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein Fürsprach allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud, ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, des Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich alles dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sakrament behalt und lieb bis an mein End;z 10. Daß ich fest in An⸗ fechtung steh und nicht in Trübsal untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freude überwind. 11. Drum danke ich mit Herz und Mund dir, Gott, in dieser Morgenstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat, 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib über mir heut ausgespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schutz ich dir befehl. 13. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, damit mein ganzes Christentum aufrichtig und rechtschaffen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sün⸗ denschuld und hab mit deinem Knecht Geduld, zünd in mir Glauben an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gieb! 15. Ein selig Ende mir bescher, am jüngsten Tag er⸗ weck mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich. Amen, Amen, erhöre mich! Bodo v. Hodenberg(2) g. 1604 ½ 1650. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 475 ach auf, mein 2 Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. 2. Heint), als die dunkeln Schatten mich ganz umgeben hatten, hat Satan mein be- gehret, Gott aber hats gewehret. ) heute Nacht. 3. Ja, Vater, als er suchte, daß er mir schaden möchte, lag ich in deinem Schoße, dein Flügel mich umschlosse. 4. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, Trotz dem, der dich betrüge! Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 5. Dein Wort das ist ge⸗ schehen, ich kann das Licht noch sehen, von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich verneuet. 6. Du willst ein Opfer haben: hie bring ich meine Gaben, mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder. 7. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen, du kannst ins Herze That 1650. Herren. mein Dsinge Dinge, „dem unkeln ugeben in be⸗ vehret. e Racht. suchte, te, lag „dein Rind, er dich aß dir st die ist ge⸗ t noch efreitt, rneuet. Ouf meine und Gebet t ber⸗ Herze Morgenlieder. sehen, denn du weißt, daß zur Gabe ich ja nichts Bessers habe. 8. So wollst du nun voll⸗ enden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 9. Sprich ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste raten, den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende! 10. Mich segne, mich behüte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. 476 3— den Herren alle, die ihn fürchten, laßt uns mit Freude seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den Herren! 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auf⸗ erwecket. Lobet den Herren! 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren! 4. Daß Feuerflammen uns nicht allzusammen mit unsern Häusern unversehns gefressen, das machts, daß wir in seinem 329 Schoß gesessen. Lobet den Herren! 5. Daß Dieb und Räuber unser Gut und Leiber nicht angetast und grausamlich ver⸗ letzet, dawider hat sein Engel sich gesetzet. Lobet den Herren! 6. O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben. Lobet den Herren! 7. Gieb, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unverhindert gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! 8. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen, lehr uns verrichten heilige Geschäfte, und wo wir schwach sind, da gieb du uns Kräfte! Lobet den Herren! 9. Richt unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit dei⸗ nen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! 10. Herr, du wirst kommen und all deine Frommen, die sich bekehren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig singen. Lobet den Herren! Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Eigene Melodie. 477 Die güldne Sonne voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herz⸗ 330 Morgenlieder. erquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen ge⸗ schieden aus dieser Erde ver⸗ gänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter, dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergetzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegenz wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn! Laster und Schande, des bösen Feinds Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke, laß mich auf deinen Geboten be⸗ stehn! 6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, un⸗ christliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus! 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehnz alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Entstehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken, seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, ver⸗ gieb und schone, laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein ab⸗ gewandt! Sonsten regiere mich, lenke und führe, wie dirs ge⸗ fället, ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, wo⸗ mit mein Leben ich kann ernäh⸗ ren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. nimm Brau Keucht Gesic seclige euden den sen in hesten „ un⸗ Gut winde witf „was tunde ld die wehn; n und en die 18 si stehn. t aber seine und Sein ehmen Herzen halten sund. ber⸗ meine ulden Mab⸗ mich, ge⸗ alles Hand. u/ wo⸗ rnäh⸗ kit im Gott hönste Süßte allen V. Morgenlieder. 11. Willst du mich kränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, nie hast die Deinen zu sehr du betrübt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und seliger Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 478 ie Nacht ist nun — vergangen, der helle Tag bricht an, die Sonn hat angefangen zu laufen ihre Bahn; mein Herz soll auch aufsteigen, und alles, was ich bin, sich zu der Erde neigen aus demutsvollem Sinn. 2. Die Himmel all erzählen des höchsten Gottes Ehr; das Haus der frommen Seelen und aller Engel Heer weist uns durch so viel Sterne die über⸗ schöne Pracht, auf daß wir hier von ferne dahin auch sein bedacht. 3. Mein Gott, laß mich ver⸗ achten, was irdisch, eitel ist, und nach dem Himmel trachten in dieser Lebensfrist, laß mich den Tag hinbringen in der Gott⸗ 331 seligkeit und ritterlich durch⸗ dringen zur ewgen Himmels⸗ freud! Georg Ph. Harsdörfer g. 1607 f 1658. Mel. Auf meinen lieben Gott. 479 So tret ich demnach — an, so gut ich immer kann, mein Amt, Beruf und Wesen, dazu mich Gott erlesen; der wird mir seinen Segen auch wissen beizulegen. 2. Dir, Vater, sag ich Dank, daß du mein Lebenlang so reichlich mich ernähret und manche Gnad bescheret; laß deine Güt und Gaben mich heute ferner laben! 3. Ach mein Herr Jesu Christ, der du mein Helfer bist, ach segne meine Werke, mich selbst vom Himmel stärke, damit ich deinen Willen in allem mög erfüllen. 4. Behüte Seel und Leib und alles von mir treib, was meine Nahrung hindert und deinen Segen mindert; ja laß in Fried und Freuden mich dann von hinnen scheiden! Joh. Heinr. v. Hippen um 1676. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 480 Nun tret ich wieder — aus der Ruh und geh dem sauren Tage zu, wie mir ist auferleget. Nicht weiß ich, was für neue Plag mir heute noch begegnen mag; doch weiß ich, daß mich träget mein frommer Gott in seiner Hut, 332 daß mir die Last nicht Scha⸗ den thut. ö 2. Zwar meine Bürd ist täglich neu, doch ist mein Gott auch täglich treu, der träget meine Sorgen. Vor abends keiner recht vernimmt, was ihm den Tag all ist bestimmt; es bahnt ein jeder Morgen mir einen frischen Weg zur Pein, der kann mit Gott erstiegen sein. 3. Wie wenig hab ich oft gedacht, daß so würd sein zu End gebracht die saure Tages⸗ bürde; doch hab ich abends wohl, gespürt, daß du mich, höchster Gott, geführt, daß mich dein Schein und Würde ge⸗ leitet, mir geleuchtet hat auf meinen Weg und Kreuzespfad. 4. Weil ich denn des ver⸗ sichert bin, was traurest du, verzagter Sinn, die Bürd auf dich zu legen? Trag, was du kannst, Gott träget mit; der Herr der Welt der strauchelt nicht, bei ihm ist lauter Segen. Mit ihm geh ich denn frisch daran und scheue nicht die Leidensbahn. 5. So ist getrost mein frischer Mut, wenn ich mich in des Höchsten Hut kann eingeschlossen sehen; doch daß ich des versichert sei, muß ich von Sünden leben frei und Gottes Wege gehen; mein Gott geht nimmer meinen Steg, wo ich nicht wandle seinen Weg. 6. Drum, liebster Gott, leit meinen Fuß, daß ich dir folg Morgenlieder. in wahrer Buß, und läutre mich von Sünden! So kann ich als ein kühner Held be⸗ streiten diese böse Welt, mit dir sie überwinden; so tret ich mutig an den Tag und scheue nicht, was kommen mag. 7. Ich leg auf dich, mein Gott und Herr, was mir zu tragen wird zu schwer, die Last, die mich gebogen. Ich lege meine Würd und Stand in deine große Allmachtshand, die du mir nie entzogen; mit der hast du von Jugend auf ge⸗ leitet meinen Lebenslauf. 8. Ich leg in deinen Schoß hinein, die meine Blutsver⸗ wandte sein; da sind sie wohl beschlossen. Ich lege meine arme Seel in Jesu sichre Wundenhöhl; du wirst sie nicht verstoßen, wenn sie vom Leibe scheidt der Tod. Ich leg mich ganz in dich, mein Gott. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig⸗ Wolfenbüttel g. 1633 1714. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. —481 In Gottes Namen 9 fang ich an, was mir zu thun gebühret, mit Gott wird alles wohl gethan und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und kann uns auch gedeihen. 2. Gott ist, der das Ver⸗ mögen schafft, was Gutes zu vollbringen, er giebt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das läutre „kann 0 be⸗ , Mit ret ich scheue ; mein nir zu eLast, lege nd in nd, die lit der if ge⸗ Schoß Itover⸗ wohl meine sichre nicht Leibe g mich V. chweig⸗ 14. Zet. Namen „ was tt Gott nund Was thut, d gut heihen. Ver⸗ tes ll Segen, ßt das Morgenlieder. Werk gelingenz ist er mit uns und sein Gedeihn, so muß der Zug, gesegnet sein zum reichen Überflusse. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, der wird gar leichtlich reich gemacht durch Gottes milden Segen. Da wird der Fromme immer satt, daß er von seiner Arbeit hat auch Armen Brot zu geben. . Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt und Land und füllet sie mit Freude. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken, laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken, gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müssiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lau⸗ ter Freuden; hilf, daß ich dir mit aller Treu auf dein Ge⸗ bot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir, hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gieb, daß ich 333 zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange. Salomo Liscow g. 1640 1689. Eigene Melodie. ö ö 482 Mngenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und ver⸗ treib durch deine Macht unsre Nacht! 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und er⸗ quick uns, deine Schar, im⸗ merdar! 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Ach du Aufgang aus der Höh, gieb, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und entfernt von aller Plage sich auf jener Freuden⸗ bahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnaden⸗ sonne, führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Chr. Knorr v.Rosenroth g.1636f 1689. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 483 Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Ar⸗ 33⁴4 Morgenlieder. beit an, mit Gott nur geht es glücklich fort, drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert von Gott Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht, drum auch mein Mund mit Freude spricht: Das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, wo Gott nicht giebet, da gebrichts; Gott giebt und thut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist, drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mirs zu jeder Stund, drum sprech ich auch von Herzens⸗ grund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat, er giebt und nimmt, machts, wie er will, drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und giebt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts, drum sprech ich auch: Das walte Gott! 10. Ohn Gott nichts glückt und seine Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freude an: Das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß, drum sprech ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Johann Betichius g. 1650 f 1722. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. 484. Jesu, O Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen, nun ist, was an mir ist, vom Schlafe auf⸗ geweckt und hat nun in Be⸗ gier zu dir sich ausgestreckt. wi egnen mein giebt bie er ch fein Gott! bei in auch seinem er mir auch: glückt hilft unst; t auch sagen Gott! it aus keiner „ wers stimme Das 18 mit Morgenlieder. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad ein⸗ senken mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, sie sei dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft, da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist! 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus. Ach allerliebstes Leben, ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir ver⸗ einigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget: laß mei⸗ ner Seele sein dein Bildnis eingepräget im güldnen Glau⸗ bensschmuck, in der Gerechtig⸗ keit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weis heit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe, auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Gieb, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgebe, auf daß 33⁵ mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. Joachim Lange g. 1670 f 1744. üter, wird die 485 Nacht der Sün⸗ den nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verwickelt bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden licht doch werdenz Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht ent⸗ nommen, da du kommen, aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben, Eigene Melodie. 336 Morgenlieder. Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 6. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 7. Jesu, gieb gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christ. Friedr. Richter g. 16767 1711. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. euch, 48 6 rmuntert erquickte Glie⸗ der, die dunkeln Schatten sind vorbei; der liebe Morgen zeigt sich wieder und machet Gottes Güte neu, die mich in dieser Nacht bedeckt und nun zur Arbeit aufgeweckt. 2. Gott Lob, der mich vor allem Schaden bei meiner stil⸗ len Ruh bewacht, daß mich der Reichtum seiner Gnaden zu seinem Preise tüchtig macht; ich bin vergnügt, ich bin er⸗ quickt und warte, was Gott heute schickt. 3. Sein guter Geist wird mich regieren, der leite mich auf ebner Bahn und helfe mir mein Werk vollführen, in seinem Namen fang ichs anz sein Segen wird mein Sonnen⸗ schein und seine Huld mein Schatten sein. ö 4. Mein Gott, so laß dich gnädig finden, dir hab ich alles heimgestellt, ach nur be⸗ hüte mich vor Sünden! Doch wenn das Fleisch aus Schwach⸗ heit fällt, so richte mich durch Jesum auf und sei du selbst mein Lebenslauf! 5. Weil jeglicher von unsern Tagen auch seine Plage mit sich führt, mein Gott, so laß mich nicht verzagen, wenn mich ein Kreuz und Unglück rührt. Deck mich durch deine Gnaden⸗ hand, so wird es glücklich ab⸗ gewandt. 6. Nun, Seel und Leib sei dir ergeben, bei dem sie wohl verwahret stehn; und soll der Rest von meinem Leben noch diesen Tag zu Ende gehn, so mache du durch Christi Blut auch meinen letzten Abschied gut! ö 7. Wohlan, des tröst ich mich im Glauben: Im Glück und Unglück bin ich dein, aus deiner Hand kann mich nichts rauben. Drum soll mein stetes Denkmal sein, das mir im Sinn und Herzen liegt: Was mein Gott fügt, macht mich vergnügt. Erdmann Neumeister g. 1671 1756. Mel. Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan. 487 Die Nacht ist hin, K wach auf mein Herz, du sollst ein Opfer brin⸗ aihke gen, warts schwit ist wi und gegeb 2 rauch Schil Sege seinen thür denn Herfze 3 Sünd Morg nichf mich nun aller J. mir, Und für jieher so f meine Geist 5 dich, gen, sclig wag uf mir Was 0 beij dein mein dich lb ich ur he⸗ Doh wach⸗ durch selbst unsern je mit so laß n mich rührt, laden⸗ ch ab⸗ eib sti wohl oll der n noch hn, so Blut bschied st ich Glück „ aus nichts stetes Sinn 3mein gnügt. 11756 t vohl⸗ st hin, f nein hrin⸗ Morgenlieder. gen, laß deine Flügel himmel⸗ wärts sich nach den Wolken schwingen! Denn Gottes Treu ist wieder neu, er hat dir Licht und Leben von neuem jetzt gegeben. 2. Bring deines Weih⸗ rauchs Wohlgeruch vor deines Schöpfers Throne, komm, bitte Segen für den Fluch in Christo seinem Sohne! Die Gnaden⸗ thür ist offen hier, so lasse denn dein Beten zu Gottes Herzen treten. 3. Du Sonne der Gerech⸗ tigkeit, vertreib die Nacht der Sünden und laß an diesem Morgen heut viel Gnadentau mich finden! Hast du die Nacht mich wohl bewacht, so sei auch nun am Tage ein Schutz vor aller Plage! 4. Das Gute wende du zu mir, das Böse laß mich fliehen und deine Hand mich für und für nur nach dem Himmel ziehen! Gieb Rat und That so früh als spat zu allen meinen Werken, laß deinen Geist mich stärken! 5. Ich werfe meine Last auf dich, ach, hilf sie treulich tra⸗ gen, machs wie du willst, nur seliglich, ich will es auf dich wagen. Kein Kreuz ist mir zu schwer bei dir. Es thut mir deine Rute auch heute was zu gute. 6. Du bist mein Gott, das weiß ich wohl, laß mich nur dein verbleiben und was ich 337 heute wirken soll, zu deinen Ehren treiben! Dein Segen blüh durch meine Müh, daß, wenn ich Schweiß vergieße, er nicht umsonst mir fließe. 7. Laß auch die Meinen diesen Tag dein Gnadenauge leiten! Und weil ich gar nicht wissen mag das Ende meiner Zeiten, so gieb, daß ich mich stetiglich des letzten Tages freue und meine Schuld bereue. Benjamin Schmolck g. 1672 1737. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 488 Gett, du Licht, das ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsternis vertreibet, der du bleibest, wie du bist, ich ver⸗ lasse meine Ruh. Rufe: Werde licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht verkläret werde. 2. Wecke, da der Leib ge⸗ schlafen, auch die Seele geist⸗ lich auf, gieb ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf, laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, der ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt, ach erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild, sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. 2 338 4. Segne meiner Hände Werke und befördre meine Pflicht, bleibe meiner Schwach⸗ heit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht, laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre sein, hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 5. Führ mich bald zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht heller als der Sonnenschein, schön, un⸗ sterblich, engelrein; laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Salomo Franck g. 1659 1725. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. 489 Feng dein Werk mit Jesu an, Jesus hats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf, geh mit Jesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen! 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er woll der Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu bestreiten. ö 3. Wenn dein Jesus mi dir ist, laß die Feinde wüten, er wird dich vor ihrer List schützen und behüten. Setz nur das Vertrauen dein in Morgenlieder. sein Allmachtshände und glaub sicher, daß allein er dein Un⸗ glück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangenz es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben, endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben, es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben! All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen, laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf Amen. Um 1720. Eigene Melodie. 490 O Jesu, meines * Lebens Licht, nun ist die Nacht vergangenz mein Geistesaug zu dir sich richt, dein Anblick zu empfangen. 2. Du hast, da ich nicht sorgen konnt, mich vor Gefahr bedecket und auch vor andern mich gesund nun aus dem Schlaf erwecket. 3. Mein Leben schenkst du mir aufs neu, es sei auch dir verschrieben, mit neuem Ernst, mit neuer Treu dich diesen Tag zu lieben. 4. Dir, Jesu, ich mich ganz befehl: im Geiste dich verkläre, dein Werkzeug nur sei meine Seel, den Leib bewahr und nähre! Morgenlieder. 5. Durchdring mit deinem Lebenssaft Herz, Sinne und Gedanken, bekleide mich mit deiner Kraft, in Proben nicht zu wanken. 6. Mein treuer Hirte, sei mir nah, steh immer mir zur Sei⸗ ten, und wenn ich irre, wollst du ja mich wieder zu dir leiten. 7. Sei du alleine meine Lust, mein Schatz, mein Trost und Leben! Kein andres Teil sei mir bewußt, dir bin ich ganz ergeben. 8. Zeig mir in jedem Augen⸗ blick, wie ich dir soll gefallen, zeuch mich vom Bösen stets zurück, regiere mich in allen! 9. Gieb, daß ich meinen Wan⸗ del führ im Geist, in deinem Lichte, und als ein Fremdling lebe hier vor deinem Angesichte. 10. Ach halt mich fest mit deiner Hand, daß ich nicht fall noch weiche, zeuch weiter durch der Liebe Band, bis ich mein Ziel erreiche. Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Mel. O Jesu, meines Lebens Licht. 491 Mein erst Gefühl 5 sei Preis und Dank, erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lob⸗ gesang, lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht lag ich und schlief Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe in Frieden. 339 3. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 4. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 5. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanf⸗ ten Nacht mich dieses Tags erfreue. 6. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen und lehre du mich sel⸗ ber thun nach deinem Wohl⸗ gefallen. 7. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele, sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 8. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 9. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 10. Daß ich dem Nächsten beizustehn nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freuez ö 14. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht ge⸗ für die Müden? nieße und meinen Lauf mit 34⁴4⁰ Tischlieder. Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Kommt und laßt uns Christum ehren. 492 Frio am Morgen ä— Jesus gehet und vor allen Thüren stehet, klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun, so lasset ihn nicht dorten, thut ihm auf des Her⸗ zens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf grüner Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reich⸗ tum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen! Jesus wird heut mit uns ge⸗ hen und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. b. Dischlieder. Mel. Erhalt uns, Herr,bei deinemWort. 493 Gesegn uns, Herr, — die Gaben dein, die Speis laß unsre Nahrung sein, hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd. 2. Doch dies zeitliche Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein, dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. 3. Drum gieb uns beides, Herre Gott! Hilf endlich auch aus aller Not! So preisen wir dein Gütigkeit hier und auch dort in Ewigkeit. 1541. Vor dem Essen. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 49 4 ir danken Gott 2 für seine Gabn, die wir von ihm empfangen habn, und bitten unsern lieben Herrn, er woll uns allzeit mehr beschern, 2. Und speisen uns mit sei⸗ nem Wort, daß wir satt wer⸗ den hier und dort. Ach lieber Herr, du wollst uns gebn nach dieser Zeit das ewge Lebn! Nach dem Essen. 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns'r Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht Not, du bist das rechte Lebensbrot. 1589. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 495 Speis uns, Vater, 5 deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Ga⸗ ben, die wir jetzo vor uns— saben Leben Nahr uns uns des gute rüner Fülle Reich⸗ naus ehen! 0 ge⸗ öhlich läßt lieben allzeit it sti⸗ wer⸗ lieber nach Lebn! . Herr uns'r ib du Not, öbrot. 1589. —3 Sbele. Vater, inder, inder, Ga⸗ Uns⸗ Abendlieder. 341 haben, daß sie uns zu diesem lich zu den Frommen an die Leben Stärke, Kraft und Himmelstafel kommen. Nahrung geben, bis wir end⸗Nach Joh. Heermann g. 1585 f 1647. C. Abenoͤlieder. Eigene Melodie. 496 Di. du bist drei in Einigkeit, ein wahrer Gott von Ewigkeit, die Sonn mit dem Tag von uns weicht, laß leuchten uns dein göttlich Licht! 2. Des Morgens, Gott, dich loben wir, des Abends auch beten vor dir; unser armes Lied rühmet dich jetzund, immer und ewiglich. 3. Gott Vater dem sei ewig Ehr, Gott Sohn, der ist der einge Herr, und dem Tröster, dem heilgen Geist, von nun an bis in Ewigkeit. Martin Luther g. 1483 1 1546, nach dem Lateinischen O lux beata, trinitas. Eigene Melodie. 497 Christe, du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag, du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach lieber Herr, behüt uns heint“) in dieser Nacht vorm bösen Feind und laß uns in dir ruhen fein und vor dem Satan sicher sein. Hheute Nacht. 3. Ob schon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker sein, halt über uns dein rechte Hand, daß⸗ wir nicht falln in Sünd und Schand. ö 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seele tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein er⸗ erbtes Gut, erworben durch dein teures Blut; das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. 6. Befiehl dem Engel, daß er komm und uns bewach, dein Eigentum, gieb uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 7. So schlafen wir im Na⸗ men dein, dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Drei⸗ einigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Alberus g. um 1500 1553, nach dem Lateinischen Christe, qui lux es et dies. Mel. Erhalt uns,Herr, bei deinemWort. 498 H. ist der Sonne Schein, die finstre Nacht bricht stark herein, leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern tappen nicht. ö 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schad, 342 Abendlieder. Gefahr und mancher Plag durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir, Herr, er⸗ zürnet dich, dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns mit Fried und Ruh! 4. Die Engel dein zur Wach bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns heint,“) o lieber Gott! heute Nacht. Niklas Herman 1561. Eigene Melodie, oder Herzliebster Jesu. 499 Die Nacht ist kom- 5 men, drin wir ruhen sollen; Gott walts zu Frommen nach sein'm Wohl— gefallen, daß wir uns legen, durch sein G'leit und Segen der Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister, halt die Nachtwach gern, sei selbst unser Schutzherr, schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel! 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich auf— wachen und von dir nicht wanken. Laß uns mit Züchten unser Thun und Dichten zu dein'm Preis richten! 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, hilf den Gefangnen, tröste die Be⸗ trübten! Pfleg auch der Kinder, sei selbst ihr Vormünder, des Feinds Neid hinder! 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zukomme, dein Will werd be⸗ weiset; frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben, erlös uns! Amen. Böhmische Brüder. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 500 ir danken dir, * Herr Jesu Christ, daß du unser Erlöser bist und schützest uns vor aller G'fahr durch deiner lieben Engel Schar. 2. Wir gehn nun hin zu unsrer Ruhz ach rechn es unsrer Seel nicht zu, was leider wir gesündigt habn, vergieb uns alls, o Gottes Sohn! 3. Dein' Engel laß stets um uns sein, die allzeit uns bewachen fein, daß Satan habe keine Macht an uns bei Tage noch bei Nacht. 4. Vor Feur, vor Seel- und Leibesnot behüt uns, lieber Herre Gott, in deinem Nam laß schlafen ein uns, deine lieben Kinderlein! 5. Es g'scheh, was mag, wir sind ja dein, erlöst durch dein fünf Wunden rein;z dir leben wir, dir sterben wir, dein Kinder sind wir für und für. 6. Amen, Amen zu guter Nacht, der Engel Gottes uns bewacht. Gott Lob und Dank in Ewigkeit, wir gehn zur Ruh ohn alles Leid. Nikol. Selnecker g. 1532 4 1592. Sinn preise getha den g schwe Scha hütet 2 Hsun Hetfii Wer bor den hast hiny besch 3 steh that kant erwi that Ma mitk fall werd Meich b be⸗ wollst uns! Brüder. — Lebens dit, Shrss st und Hfahr Schar. in zu unsrer er wir b uns stets it uns N habe Tage eund lieber Nam deine mag, durch ; dir r, dein guter 1Ö Uns Dank Ruh 1592. 19 fr. Abendlieder. Eigene Melodie. 501 Widemnn en Gemüte, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat gethan an mir, als er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag, vor Betrübnis, Schand und Schaden treu be⸗ hütet hat in Gnaden. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barm⸗ herzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sün⸗ den mancher Art so getreulich hast bewahrt, auch die Feind hinweg getrieben, daß ich un⸗ beschädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ver⸗ stehen deine Güt und Wunder⸗ that, ja kein Menschenkind kann sehen, was dein Hand erwiesen hat. Deiner Wohl⸗ that ist zu viel, sie hat weder Maß noch Ziel. Herr, du hast mich so geführet, daß kein Un⸗ fall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun ver⸗ gangen, die betrübte Nacht bricht anz es ist hin der Sonne Prangen, so uns all erfreuen kann. Stehe mir, o Vater, bei, daß dein Glanz stets vor mir sei und mir auch im Finstern scheine, denn ich hoff auf dich alleine. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Misse⸗ that, die mein armes Herz be⸗ laden und so sehr vergiftet hat; 343 treib des Satans List und Tück, Gott, durch deine Kraft zurück, du alleine kannst mich retten, strafe nicht mein Übertreten! 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein; hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. 7. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewig⸗ keit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und alle⸗ zeit; bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel schier; tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 8. Wenn mein Augen schon sich schließen und ermüdet schlafen ein, muß mein Herz dennoch geflissen und auf dich gerichtet sein. Meiner Seele mit Begier träume stets, o Gott, von dir, daß ich rein an Seel und Leibe und auch schlafend dein verbleibe. 9. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh, alles Übel laß ver⸗ schwinden, decke mich mit Segen zu! Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder;), Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen sein in deinen Schutz geschlossen. ) all die Meinen. 344 Aben 10. Ach bewahre mich vor Schrecken, schütze mich vor Überfall, laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Krieges Schall, wend ab Feur und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod, laß mich nicht in Sünden sterben noch an Leib und Seel verderben! 11. O du großer Gott, er⸗ höre, was dein Kind gebeten hat, Jesu, den ich stets verehre, bleibe ja mein Schutz und Rat! Und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlichs Flehen! Amen, ja es soll geschehen. Johann Rist g. 1607 1667. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 502 un ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Stadt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergan⸗ gen, die güldnen Sterne pran⸗ gen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein dlieder. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterb⸗ lichkeit, die ich zieh aus; da⸗ gegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herr⸗ lichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen seiz Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, zur Ruh ein Bettlein in der Erd. ů 7. Mein Augen stehn ver⸗ drossen, im Nu sind sie ge⸗ schlossen; wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben ein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch selig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Engel Schar! Gott aus diesem Jammerthal. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. da man euch wird bereiten Dies Kind soll unverletzet sein. in zur und Sterh⸗ 5) da⸗ inlegen Herr⸗ iß und in zum en sei; werden n und it frei. matten gt euch gehrt; Zeiten, ereiten in der uber⸗ ie ge⸗ n Leib deinen allen züchter Flügel reude, ein! ingen, ingen: tt sein. Abendlieder. Mel. Mein Herz und Seel den Herren ö hoch erhebet. 503 Die Sonn hat sich 5 mit ihrem Glanz gewendet und, was sie soll, auf diesen Tag vollendet; die dunkle Nacht dringt allent⸗ halben zu, bringt Menschen, Vieh und alle Welt zur Ruh. 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage, daß du mich heut vor aller Not und Plage durch deine Gnad und hochgelobte Macht hast unver⸗ letzt und frei hindurch gebracht. 3. Vergieb, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet, laß alle Schuld durch deinen Gna⸗ denschein in Ewigkeit bei dir erloschen sein! 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht ver⸗ traue, und daß der Leib auf diesen schweren Tag sich seiner Kraft fein sanft erholen mag. 5. Vergönne, daß der lieben Engel Scharen mich vor der Macht der Finsternis bewahren, auf daß ich vor der List und Tyrannei der argen Feind im Schlafe sicher sei. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabes strecken, so blicke mich mit dei⸗ nen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu 34⁵ dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns hast den großen Tag bestimmt, dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. 1648. Eigene Melodie. 50 4 Da.ã lieben Sonne — Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet, die Welt hat sich zur Ruh gemacht; thu, Seel, was dir gebühret, tritt an die HDimmels⸗ thür und bring ein Lied herfür, laß deine Augen, Herz und 297 auf Jesum sein gerichtet hin! 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl und gebet eure Strahlen, ihr macht die Nacht des Lichtes voll; doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schutz, mein Schatz und Eigentum. 3. Der Schlaf zwar herr⸗ schet in der Nacht bei Menschen und bei Tierenz doch Einer ist, der oben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlum⸗ mert, Jesu, nicht dein Aug, auf mich gericht, drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dies schlichte Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an! 346 Es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seele Freund! 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen, du wirst, mein Schutzherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, auch selber nicht den Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freude wieder aufersteht. 6. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dies sein mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall möcht rufen überall: Ach Jesu, Jesu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein! 7. Nun, matter Leib, gieb dich zur Ruh und schlafe sanft und stille, ihr müden Augen schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille. Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So wird der Schluß recht wohl gemacht. Nun Jesu, Jesu, gute Nacht! Christian Seriver g. 1629 1693. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. 505 er Tag ist hin, * mein Jesu, bei mir bleibe! O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe, geh auf in mir, Glanz der Gerech⸗ tigkeit, erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. Abendlieder. sei die Ehr, daß alles wohl gelungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständig⸗ keit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzens⸗ kündiger, ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergieb es, Herr, was mir sagt mein Gewissen; Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen. Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein, da ist die Hand: du mein, und ich bin dein. 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte, bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen! O Lebens⸗ sonn, erquicke meinen Sinn! Dich laß ich nicht, mein Fels. Der Tag ist hin. Iobachim Neander g. 1650 1680. Eigene Melodie. 506 Nun sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt und was zuvor geweint. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen, dir 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch Sohn mich; 5. Bürg vors herlo bersit 6. Aug ein, mein fig wohl ö lat, ob 9j u 48 geh. à mich undig⸗ fehlet. ö erzens⸗ och wie „ was Welt, h von r leid, in, da „ und mein te, zu ieghaft ewahre Macht, nach nicht, hlafen. Schlaf ebens⸗ Sinn! Fels. 11680. 10 1 Tag at und schläst st nd , hast noch Abendlieder. schlummerst nicht; die Finsternis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht! 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; ach aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vors Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zu⸗ versicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein, mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte trau⸗ rig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf, ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl! 9. Und also leb und sterb ich dir, mein Gott, Herr Ze⸗ baoth, im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Joh. Friedr. Hertzog g. 1647 1 1699. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. 347 zu, denn Gott im Himmels⸗ throne über mich wacht bei Tag und Nacht, schafft, daß ich sicher wohne. 2. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, der du allein mein Helfer bist, laß mich kein Leid erfahren, durch deinen Schutz vors Teu⸗ fels Trutz dein Engel mich bewahren! 3. Befiehl, o Herr, den En⸗ geln dein, daß sie stets um und bei uns sein; all Ubel von uns wende, Gott heilger Geist, dein Hülf uns leist an unserm letzten Ende! 4. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 5. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum! Amen. 507. M und thu in Fried mein Augen Nach C. Becker u. Adam Reusner. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 2 508 Jesu, wache * du, denn jetzt geh ich einzuschlafen. Gieb mir und den Meinen Ruh, bleib, o Hirt, bei deinen Schafen, schließ die Thüren selber zu, treuer Jesu, wache du! 2. Treuer Jesu, weiche nicht, sonst wird Grauen, Furcht 348 Aben und Schrecken, das oft mit der Nacht einbricht, uns mit Ach und Weh erwecken. Bleib bei uns, o Gnadenlicht, treuer Jesu, weiche nicht! 3. Treuer Jesu, steh uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und kein Feind uns solchen raube. Deine Hülfe mach uns frei, treuer Jesu, steh uns bei! 4. Treuer Jesu, kommt es nun einst einmal mit mir zum Sterben, so bring mich zu deiner Ruh, mache mich zum Himmelserben, schließ mir selbst die Augen zu, treuer Jesu, meine Ruh! 5. Treuer Jesu, nimm zu dir endlich mich und all die Meinen! Bricht dereinst der Tag herfür, da du selber wirst erscheinen, ach so führ uns insgemein, treuer Jesu, zu dir ein! 1697. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 509. Herr, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mirs auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und Hif jetzt in allen Sachen guten Feier⸗ abend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat, denn ich bin noch voller dlieder. und That, und vom Morgen bis jetzund pfleget Herze, Hand oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen, doch vergieb mir alle Schuld! Deine große Vater⸗ treu werde diesen Abend neu, so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei, decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei! Lösche Feur und Lichter aus und bewahre sonst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht in Unglück müsse weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun; sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die That! Wend auch alles andre Schrecken, das der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter⸗ wenn es bei uns Abend wird, denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. Sünden in Gedanken, Wort 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit und Mund so geschwind und Norgen ö , Hand nd und x ö selber ott der ö einmal hschwer nir alle Vater⸗ nd neu, Willen rfüllen. Hemüte, sündlich r Güte, nir beil ter aus Haus, Meinen weinen. ottlosen Böses ich Was u, wenn Hre du ere die andre Satan N ght bei und bleibes wie ein in det Herde deinen e sicher gesund ste Heit Abendlieder. wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein. Oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann g. 1648 f 171⁵. Mel. O Traurigkeit. 510 Di Tag ist hinz * mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da; sei du mir nah, Jesu, mit hellen Ker⸗ zen, heit weg aus meinem 3. Der Sonne Licht uns jetzt gebricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne! 4. Des Mondes Schein fällt nun herein, die Finsternis zu mindern; ach daß nichts Veränderlichs meinen Lauf möcht hindern! 5. Das Sternenheer zu Gottes Ehr am blauen Himmel flimmert; wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert! 6. Was sich geregt, zuvor bewegt, ruht jetzt von seinen Werken; laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken! 7. Ein jeder will bei solcher Still der süßen Ruhe pflegen; laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen! treib der Sünden Dunkel⸗ da, Herzen! 349 8. Halt du die Wach, damit kein Ach und Schmerz den Geist berühre, sende deiner Engel Schar, die mein Bette ziere. 9. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 10. Alsdann wird nicht der Sonne Licht Jerusalem ver⸗ lieren, denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 11. Halleluja! Ei wär ich da alles lieblich klinget, da man ohn Abwechselung heilig, heilig singet. 12. O Jesu, du mein Hülf und Ruh, laß mich dahin ge⸗ langen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. J. A. Freylinghausen g. 1670 f 1739. Mel. Jesu, meine Freude. 511 Hi deiner Schafe, — der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den ver⸗ gangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren! 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld, ein versöhnt Ge⸗ wissen sei mein Ruhekissen, drum vergieb die Schuld! Denn dein Sohn hat mich 350 davon durch die tief geschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben, sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vater⸗ armen ohne Sorgen ein! Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kam⸗ mer und laß allen Jammer ferne von uns sein! Sei du Schloß und Riegel, unter dei⸗ nen Flügel nimm dein Küchlein ein, decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken noch der Satan schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; lieg ich nur in Jesu Wunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter du! Gute Nacht! Nimm mich in Acht! Und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmolck g. 1672 1737. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 512 Nun sich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wendet und Abendlieder. Angesichte zum Segen auf mich mich! 8 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein, die fleisch⸗ lichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein! 3. Daß du mich stets um⸗ giebest, daß du mich herzlich liebest und rufst zu dir hinein, daß du vergnügst alleine so wesentlich, so reine, laß früh und spat mir wichtig sein! 4. Ein Tag der sagt dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit so schöne, mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerh. Terstegen g. 1697 1769. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. er Abend kommt, 513. die Sonne sich verdecket, und alles sich zur Ruh und Stille strecket; o meine Seel, merk auf, wo bleibest du? In Gottes Schoß, sonst nirgend findst du Ruh. 2. Der Wandersmann legt sich ermüdet nieder, das Vög⸗ lein fleugt nach seinem Nestchen wieder, das Schäflein auch in seinen Stall kehrt ein, laß mich in dich, mein Gott, gekehret sein! 4½%3. Ach sammle selbst Be⸗ danket inniglich; dein holdes gierden und Gedanken, die richte, erleuchte und entzünde auf mich ntzünde ch aufs kue und efleisch⸗ finstern ch dein ets um⸗ herzlich hinein, leine so aß früh sein! aigt dem sei ein wigkeit, e, mein Mein Oeik, 7 1769 en Herren kommt, me sich sich zur kket; uf, wo Sthoß, u Ruh. mn legt as Vög⸗ Mstchen auch in laß mich gekchrt st B⸗⸗ en, die ¶ Abendlieder. noch so leicht aus Schwachheit von dir wanken; mein Ruhe⸗ platz und Heimat, thu dich auf, daß ich in dich von allem andern lauf. 4. Recht väterlich hast du mich heut geleitet, bewahrt, verschont, gestärket und ge⸗ weidet; ich bins nicht wert, daß du so gut und treu; mein — dir zum Dank ergeben ei. 5. Vergieb es, Herr, wo ich mich heut verirret und mich zu viel durch dies und das verwirret; es ist mir leid, es soll nicht mehr geschehn; nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. 6. Da nun der Leib sein Tageswerk vollendet, mein Geist sich auch zu seinem Werke wendet, zu beten an, zu lieben inniglich, im stillen Grund, mein Gott, zu schauen dich. 7. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget, mein Geist vor dir, o Majestät, sich beu⸗ get; ins Heiligtum, ins Dunkle kehr ich ein, Herr, rede du, laß mich ganz stille sein! 8. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket, mein Wille sich in dich gelassen senket; Begierden, schweigt! Vernunft und Sinne, still! Mein müder Geist im Herren ruhen will. 9. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben, laß nicht den Geist zerstreut in Unruh schweben, mein treuer Hirt, 351 führ mich in dich hinein, in dir, mit dir kann ich vergnüget sein. 10. Im Finstern sei des Geistes Licht und Sonne, im Kampf und Kreuz mein Bei⸗ stand, Kraft und Wonne, deck mich bei dir in deiner Hütte zu, bis ich erreich die volle Sabbathsruh. Gerh. Terstegen g. 1697 f 1769. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 514 Her der du mir 2 das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld ent⸗ laden, ich bin bei dir in Gna⸗ den, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen: dein 352 Abendlieder. Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Eigene Melodie, oder O Welt, ich muß dich lassen. 515 Der Mond ist auf⸗ gegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar, der Wald steht schwarz und schwei⸗ get, und aus den Wiesen stei⸗ get der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost be— lachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolze Menschenkin⸗ der sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinnste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß uns dein Heil schauen, auf nichts Vergäng⸗ lichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun! Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein! 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod, und wenn du uns ge⸗ nommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder! Kalt ist der Abend⸗ hauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch! Matthias Claudius g. 1740 f 1815. Mel. Vater unser im Himmelreich. 516. hat der Tag die Bahn, sein Licht der Abend ausgethan, und überall die dunkle Nacht die Zeit der Ruhe hergebracht. O reicher Gott, nun segne du uns diese Nacht zu guter Ruh! 2. Was du uns Gutes hast beschert, wie du uns heut ver⸗ sorgt, ernährt, in aller Fähr⸗ lichkeit beschützt, uns zugewen⸗ det, was uns nützt: wir danken dafür inniglich, und Herz und 10315 preisen dich. Was aber Übels wir ge⸗ tha das rechn aus Gnaden uns nicht an; wir klagen dirs mit Reu und Schmerz und zeichnen unser Haus und Herz mit deines lieben Sohnes Blut zu Glaubenstrost und Glau⸗ bensmut. 4. Nun gieb uns Ruhe, die erquickt, nach der das müde Auge Hüt ö TZur das und d 20 ö 92 Gedar aufger Sturr manch wird . Hetz bald Güte etwe Inse Gese 220 Am Mel. 11815. ebkeich. hat der Bahn, gethan, Nacht bracht. gne du Ruh! les hast Ut ber⸗ Fähr⸗ gewen⸗ danken 1j und bir ge⸗ gnaden en dirs und id Herz Blult Glau⸗ he, die muüͤde Abendlieder. Auge blickt; des Wächters Hut und Wachsamkeit, der Thor und Riegel Festigkeit, das Lager weich und warm und dicht, das alles giebt die Ruhe nicht. 5. Hältst du nicht selbst im Herzen auf der Sorgen und Gedanken Lauf, so fährt es aufgeregt einher wie ein von Sturm bewegtes Meer, und manche Stunde stiller Nacht wird ruhesuchend hingebracht. 6. Drum bring du unser Herz zur Ruh und schließ uns bald die Augen zu, mit deiner Güte decke uns, zu rechter Zeit erwecke uns! Dann sei dir unser Dank gebracht für dein Geschenk, die gute Nacht. K. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. Am Schlusse der Woche. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 517. Se ist die Woche nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht. Wie sich dein Segens⸗ quell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterhin ergießt und uner⸗ schöpflich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde, ich lobe dich, so hoch ich kann, ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weih⸗ rauch ist. 353 3. Hat mich bei meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gabst du auch die Kraft zum Tragen. Zudem, es ist voll Heil und Frucht in deiner Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich auch dafür. 4. Nur etwas bitt ich über alles, ach du versagst mir solches nicht: Gedenke keines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht, mein Jesus, der die Missethat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nie gebrochen, und brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünde leid, nicht sterben, sondern gnaden⸗ voll als ein Gerechter leben soll⸗ 6. Mein Glaube hält an diesem Segen und will also den Wochenschluß vergnügt und froh zurücke legen, da der Trost mich ergetzen muß, daß ich in Christo solle dein und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zu⸗ genommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden anz 23 354 Berufs⸗ und ach ja, da teilt dein Wort und Haus den erst und besten Segen aus. 9. So will ich das im vor⸗ aus preisen, was du mir künftge Woche giebst. Du wirst es in der That erweisen, Standeslieder. daß du mich je und immer liebst und leitest mich nach deinem Rat, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister g. 1671 1 1756. Am Sonntag Abend siehe Nr. 20. 21. Siehe auch Nr. 528. 531 bis 534. XXIV. Berufs⸗ und Standeslieder. Für die drei Hauptstände. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 518 Heu höre, Herr, er⸗ höre, breit deines Namens Ehre an allen Orten aus, behüte die drei Stände durch deiner Allmacht Hände, schütz Kirche, Obrigkeit und Haus! 2. Ach laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nutz! Bewahr vor allen Rotten, die deiner Wahrheit spotten, biet allen deinen Feinden Trutz! 3. Gieb du getreue Lehrer und unverdroßne Hörer, die beide Thäter sein; auf Pflan⸗ zen und Begießen laß dein Gedeihen fließen und ernte reiche Früchte ein! 4. Gieb unserm König Glücke, laß deine Gnadenblicke auf den Gesalbten gehn, schütz ihn auf seinem Throne und lasse seine Krone allzeit in vollem Glanze stehn! 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen, und segne beide, Herrn und Knecht! 6. Wend ab in allen Gna⸗ den Krieg, Feuer, Wasser⸗ schaden, treib Sturm und Hagel ab, bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu⸗ nichte, was deine milde Hand uns gab. 7. Gieb uns den lieben Friede, mach alle Feinde müde, verleih gesunde Luft, laß keine teuren Zeiten in unsre Gren⸗ zen schreiten, daß man nach Brot vergebens ruft. 8. Die Hungrigen erquicke und bringe die zurücke, die sonst verirret gehn! Die Wit⸗ wen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hülfe flehn. 9. Sei Vater aller Kinder, der Schwangern ihr Entbinder, gieb Säugenden Gedeihn, zieh unsre zarte Jugend zur Fröm⸗ migkeit und Tugend, daß sich die Eltern ihrer freun. 10. Komm als ein Arzt der Kranken, und die im Glauben immer 0 nach id und If1756. . 20. AI. bis 534. h müssen en, und Knecht! en Gna⸗ Wasser⸗ m und Landes icht zu⸗ de Hand ulieben de müde, laß keine e Gren⸗ an nach erquicke ike, die Die Wit⸗ nwollst „/ wenn flehn. Kinder, nthinder, ihn, zich r Fröm⸗ daß sich . Arst der Glauben Berufs⸗ und wanken, laß nicht zugrunde gehn! Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der Verfolgten Stütze, die Reisenden beschütze, die Sterbenden begleit mit deinen Engelscharen, daß sie im Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsers Jesu Namen, so ist gewiß der Wunsch gewährt. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Fürbitte für den König und die Obrigkeit. Eigene Melodie. 519 Verleih uns Frie⸗ den gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten! Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte strei⸗ ten, denn du unser Gott alleine. 2. Gieb unserm Könige und aller Obrigkeit Fried und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gott⸗ seligkeit und Ehrbarkeit. Amen. V. J Martin Luther g. 1483 1546. V. 2 Johann Walther 5 1570. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 1 heilige Drei⸗ 520. O einigkeit, erhalt uns unsre Obrigkeit, die deine Standeslieder. 355⁵ treue Vaterhand gesetzet selbst in diesen Stand. 2. Dein guter Geist sie leit und führ und segne ihr Thun für und für, daß sie voll Weisheit und Verstand regiere christlich Leut und Land, 3. Damit wir führen unter ihr ein still geruhig Leben hier und dermaleinst mit ihr, mein Hort, bestehen wohl im Himmel dort. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt g. 1637 1706. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. —521 D König schütze — deine Macht! Er, der für unsre Wohlfahrt wacht, ist uns von dir gegeben. Du, der in ihm so viel uns giebt, schenk ihm, der väterlich uns liebt, das frohste, längste Leben! Gott, schütt auf ihn und auf sein Haus die besten deiner Segen aus, laß seiner Räte Thun gedeihn, Recht, Ordnung, Treu das Land er⸗ freun! Herr unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück es, segne jeden Stand! 2. Vernimm der Leidenden Gebet, dem, der zu dir im Elend fleht, hilf, daß er nicht erliege. Gieß Trost in jedes wunde Herz, die Kranken lab in ihrem Schmerz, hilf Ster⸗ benden zum Siege! Doch du thust mehr als wir verstehn, kannst mehr gewähren als wir flehn, weißt besser, was uns 237 356 Berufs⸗ und nützt, als wir: wir überlassen ganz uns dir. Herr unser Gott, durch alles Leid der Prüfungszeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! Am Geburtötage des Landeßherrn. Mel, Run banket alle Gott. 990 6 zreis, Ehr und Lob 522. Hsei⸗ dir, in dessen Schirm und Schatten wir bis zur Stund allhier viel Heil zu schmecken hatten, der auch zu jeder Frist allmächtig nah und fern ein Herr und Helfer ist des Königs, unsers Herrn. 2. Du hast ihm lebenslang den Odem treu bewahret und auf manch strengem Gang dich huldvoll offenbaret; du hast in seiner Hand das Zepter stark gemacht und unser Vater land mit reichem Gut bedacht. 3. Ou wollest deinen Geist auf seine Stirne legen, der klar ihn unterweist, desz hohen Amts zu pflegen; du wollst Gerechtigkeit und milder Gnade Lust ihm stellen an die Seit ihm pflanzen in die Brust. 4. Du wollest allezeit in deinem Gleis ihn lenken und Zucht und Frömmigkeit in ihm dem Lande schenken, auf daß er Vorbild sei von jeder Tugendart und Hülf und Schutz verleih, wo man den Glauben wahrt. 5. Du wollest seine Treu vergelten durch die Treue, wo⸗ V Standeslieder. mit ihn täglich neu ein gutes Volk erfreue, daß dein Gebot im Bund von ihm und uns gescheh, und seines Thrones Grund in unserm Herzen steh. 6. O segne, was wir flehn an seinem Jahresfeste, und gieb zum Wohlergehn ihm deiner Gaben beste! Gieb, daß ers nie vergißt noch wir, wie du so gern ein Herr und Helfer bist des Königs, unsers Herrn. Hart G. Gytlneisen g. 4802/ 1878. Fuür den Hausstand, für Eheleute und Mel. OGott, dufrommer Gott. Mel.“ daß dich Hevr 523. LY Jesu o durch mein Gebet bewegen, komm in mein Haus und Herz und bringe mir den Segen! All Arbeit, Müh und Kunst ohn dich nichts richtet aus, wo du mit Gnade bist, kommt Segen in das Haus. Joh. Heermaͤnn g. 1158ʃ5 4647. Mel. Wie schün leucht uns der Morgenstern. „59„4 Miie schön ists doch 524. W Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehel Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden Eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und unver⸗ Tkt Teiht II wie mel Oll schl. Got in Hu Uld V gutes Gebot nd uns Thrones en steh. ir flehn nd gieb deiner daß ers wie du Helfer Herrn. 271878 d, für tern. t. Mel. 2. Herr Christ, ewegen, nd Herz Segen! d Kunst us, Wo kommt 571647. der sts doch, Uchris, egen ist, el Wie ine Gab d herab / venn en Jung Orden worden. d Weib unber⸗ rückt beisammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Him⸗ mel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zer⸗ schlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Vor allem giebt er seine Gnad, in deren Schoß er früh und spat sein Hochgeliebten heget; da spannt sein Arm sich täglich aus, da faßt er uns und unser Haus, gleich als ein Vater pfleget; da muß ein Fuß nach dem andern gehn und wandern, bis sie kommen in das Zelt und Sitz der Frommen. 4. Der Mann wird einem Baume gleich, an Asten schön, an Zweigen reich, das Weib gleich einem Reben, der seine Berufs⸗ und Standeslieder. 6. Sei gutes Muts! wir sind es nicht, die diesen Orden aufgericht, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater; An⸗ fang, Ausgang aller Sachen die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 7. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stünd⸗ lein, da man Leides voll die Thränen lässet schießen; je⸗ dennoch, wer sich in Geduld ergiebt, des Leid wird Got⸗ tes Huld in großen Freuden schließen. Schweige, beuge dich ein wenig, unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 8. Wohl her, mein König, Träublein trägt und nährtnah herzu! Gieb Rat in, Kreuz, und sich je mehr und mehr in Nöten Ruh, in Angsten vermehrt mit Früchten, die da Trost und Freude! Des sollst leben. Mannes Wonne, Sonne, Ehrenkrone! denkt dein bei seinem Throne. 5. Dich, dich hat er ihm auserkorn, daß aus dir ward herausgeborn das Volk, das sein Reich bauet; sein Wun⸗ derwerk geht immerfort, und seines Mundes starkes Wort macht, daß dein Auge schauet Wohl dir, o Zier, Hauses Gott und danken alle beide, bis du haben Ruhm und Preis, wir wollen singen bester Weis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. hl ei ö 525. W Sere Crl schöne Söhne, Töchter züchtig, allein das All in allem ist. die fein tüchtig nähn und spinnen und mit Kunst die Zeit gewinnen. Ja wenn er nicht darinnen wär, wie elend wärs, wie arm und leer! 358 Berufs⸗ und Standeslieder. 2. Wohl, wenn sich Mann und Weib und Kind in Einem Glaubenssinn verbindt, zu die⸗ nen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Ge⸗ bot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn das Räuch⸗ werk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort als Got⸗ tes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußer⸗ lichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind und wenn sie Kind und Kindeskind versäu⸗ men nicht am ewgen Glück. Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hocherfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: Wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn. Chr. K. Ludw. v. Pfeil g. 17214 1784. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 526 Qch und mein Haus, mir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gieb deinen Segen auch darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen! Dir nur soll sie wohl⸗ gefallen. 2. Es wirke durch dein kräf⸗ tig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen! Es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde, laß uns in Liebe allezeit Jum Dulden, Tragen sein bereit, voll Demut sanft und linde! Liebe übe jede Seele, keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegrün⸗ det sein auf deine Gnaͤde ganz allein und deine große Güte! Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit kindlichem Gemüte, selig, fröhlich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen, dir der Haus, bereit, enszeit dienen. Haust u auch willig romme, ch aus ö wohl⸗ 1 kräf⸗ st stets aller 8 wie 8 am Hause gleiche Reise die wir en auf ie drin en uns Liebe mn man Deinen gegrün⸗ de ganz Güte! Rähte Hülfe hemütt, untet en, dir Berufs- und Standeslieder. uns lassen und dann in Ge⸗ duld uns fassen. 5. Giebst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste! Denn wenn das Herz an De⸗ mut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns T das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohl bestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles liebreich ziere. Sende, sende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. K. J. Phil. Spitta g. 1801 F 1859. Eigene Melodie. 527 O selig Haus, wo 8 man dich auf⸗ genommen, du wahrer Seelen⸗ freund, Herr Jesus Christ, wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir entgegen schlagen, und aller Augen freudig auf dich sehn, wo aller Lippen dein Gebot erfragen, und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in Einer, in deiner Liebe Eines Geistes sind, als 359 beide Eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde an⸗ ders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen, in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten wie am bösen ag. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland du. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in Einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Haus⸗ genossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdrossen, in klei⸗ nen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt; o selig Haus, wo du die Wun⸗ den heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater 360 Berufs- und dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. K. J. Phil.——28 9 1801 5—— Mel. Nun sich der Tag geendet at. 528. Nun schlaf, mein liebes Kindelein, und thu dein Ruglein zu, denn Gott der will dein Vater sein, drum schlaf in guter Ruh! 2. Dein Vater ist der liebe Gott und wills auch ewig sein, der Leib und Seel gegeben hat dir durch die Eltern dein. 3. Er schickt dir seinen lieben Sohn, den schenkt er in den Tod; der kam auf Erd vom Himmelsthron, half dir aus aller Not. 4. Er schickt dir seine En-— gelein zu Hütern Dag und Nacht, daß sie bei deiner Wiege sein und halten gute Wacht. 5. Dem Vater und der Mutter dein befiehlt er dich mit Fleiß, daß sie dir treue Pfleger sein, ziehn dich zu Gottes Preis. 6. Das liebe Jesulein will sein dein liebes Brüderlein, drum schlaf, du liebes Kinde— lein, so wirst du selig sein. Der heilge Geist der segne dich, bewahr dich alle Zeit, sein“ heilger Nam behüte dich, schütz dich vor allem Leid! 8. So nimm du recht an Gnade zu, an Alter und Ver— stand, und halte deine Kindes— ruh in Jesu Schoß und Hand! Nach Joh. Mathesius g. 1504 4 1565. Standeslieder. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 529. Ii Eltern, hört, was Ehristus spricht: Kindern sollt ihr wehren nicht, sondern sie lassen zu mir nahn, daß mt Hand sie segnen kann. 2. Er nimmt sie auf ins Himmelreich, und was ist dem auf Erden gleich? Mit aller Welt Lust, Gut und Ehr hats bald ein End und ists nichts mehr. 3. Das Himmelreich kein Ende nimmt, darein uns Jesus Christus bringt durch seine Lehr, dazu er will, daß man die Kinder senden soll. 4. Gehorchet ihm und bringt sie her, daß man von Jugend auf sie lehr in Kirchen und in Schulen wohl, wie man Gott recht erkennen soll. 5. Habt ihr sie lieb mit treuem Sinn, so führet sie zu Jesu hin; wer dies nicht thut, ist ihnen feind, wie hoch er sie zu lieben meint. 6. Was hilft den Kindern nur viel Geld und Acker viel in jedem Feld? Wer sie von Gott recht lehren läßt, der thut für sie das Allerbest. Rach Ludw. Helmbold g. 1532 T 1598. Freu—8— sehr, o meine Seele. Me 530. Sorge doch für meine — di e* N* Kinder, Vater, nimm dich ihrer an! Ob sie gleich vor dir sind Sünder, i deinem ö , hört, Christus sollt ihr ie lasen ne Hand auf ins ist em lit aller Ihr hats 8 nichts ih kin 16 Jesus seine aß man id bringt Jugend und in an Gott lieb mit t sie zu cht thut, och er sie Kindern cker viel sie von der thut 9271595 01—5 ne Seele. ur meine Vaker, Ob sie Sünder, Berufs⸗ und Standeslieder. sind sie dir doch zugethan und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschützen und beraten. 2. Sie sind dir von Kindes⸗ beinen und von ihrer ersten Stund zugeworfen als die Deinen,“) und durch deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. i22, II. 3. Du hast sie bisher er⸗ nähret und so manchem Un⸗ glücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätte leichtlich umge⸗ stürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet sein und mit dankbarem Gemüte solchen Glücks- und Segens⸗ schein rühmen und vor jeder⸗ mann deine Wohlthat zeigen an, ach so müßt ich ganz ver⸗ messen Gottes, meines Heils, vergessen. 5. Sammeln andre große Schätze, daß ihr Haus in solchem Heil sich an Geld und Gut ergetze, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse sie in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 361 6. Schütze sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten. Laß sie ihre Lebens⸗ jahr in der Tugend bringen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Le⸗ ben hier und wo es dir gefällt was zu deinen Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Endlich wenn die Zeit verflossen, daß sie diese Lebens⸗ zeit haben ehrlich hier genossen und sie in die Ewigkeit ihren Eintritt sollen thun, so laß alle Schmerzen ruhn und laß sie in ihrem Sterben glaubens⸗ voll den Himmel erben. 9. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag nach so vielem Kreuz und Leide ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt bescheret. Ewig sei dein Nam geehret! Ludw. Heinr. Schlosser g. 1663 f 1723. Für Kinder. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinemWort. 531 Ac lieber Gott, behüte mich und meine Eltern gnädiglich, auch 362 Berufs-⸗ und Standeslieder. mein Geschwister vor Gefahr mit deinem starken Arm be⸗ wahr! 2. Und alle, die uns sind verwandt, beschütz durch deine rechte Hand! Behüte mich vor aller Sünd, hilf, daß ich werd ein frommes Kind. Joh. n g. 1585 1 1647. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 532. Noberr Nsn Ehris, der du einst hier gewesen bist ein freundliches und frommes Kind, ohn alle Schuld, ohn alle Sünd. 2. Wir Kinder bitten Eines nur, versags nicht, Herr, der Kreatur: Hilf uns in deinem Willen ruhn, lehr uns nach deinem Vorbild thun! 3. Gieb deinen Geist in unsre Brust, hilf lernen uns mit Kindeslust, damit wir legen rechten Grund und ewig stehn in deinem Bund. Eigene Melodie. 533 eil sich Jesu Schäflein bin, freu ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der— mich schön weiß zu bewirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein und hab unaussprechlich süße Weide, daß ich keinen Hunger leide; und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunnquell hin. 3. Sollt ich nun nicht fröh⸗ lich sein, da ich sein bin und er mein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heimgetragen in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja, mein Glück ist groß! Henr. Luise v. Hayn g. 1724 1782. Eigene Melodie. 534. Mide bin ich, geh zur Ruh, schließe beide Ruglein zu; Vater, laß die Augen dein über meinem Bette sein! 2. Hab ich Unrecht heut gethan, sieh es, lieber Gott, nicht an, deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind ver⸗ wandt, Gott, deiner Hand, alle Menschen groß und klein sollen dir be⸗ fohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu, laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn! 1817. Luise Hensel g. 1798 f 1876. Für Witwen. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. 5 3 5. Nichts Betrübters ist auf Erden, nichts kann so zu Herzen gehn, als wenn arme Witwen werden, laß ruhn in 9 bin, unquell t fröh⸗ in und diesen endlich Hirten ien, ja, 117⁷² —— ich, geh schließe er, laß meinem t heut Gott, 1d und allen nd ber⸗ uhn in lenschen dir be⸗ sende irße zu, Himmel besehn! 51157⁰6j0 . st und trübters Erden, n gehn, werden, wenn verlaßne Waisen stehn ohne Vater, ohne Mut, ohne Freunde, ohne Gut. Witwen sind verlaßne Frauen, wer thut auf die Waisen schauen? 2. Witwen sind in Gottes Armen, Waisen sind in Gottes Schoß; ihrer will er sich er⸗ barmen, wär die Not auch noch so groß. Ein solch ungerechter Mann tastet Gottes Augen an, der die armen Waisen drücket und der Witwen Herz bestricket. 3. Wenn sie bleiben in den Schranken, darein Gott sie hat gestellt, und von seiner Treu nicht wanken, weil er sich zu ihnen hält, sollen sie im Himmelsschloß werden alles Kummers los. Da soll nicht mehr, wie auf Erden, Witwen⸗ not gehöret werden. Michael Hunold g. 1621 4 1672. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 536 Auf Gott nur will 7 ich sehen, er hört der Witwen Flehen, sieht ihre Thränen anz in jedem Schmerz und Leide ist Gott mir Trost und Freude, mein Fels, den ich umfassen kann. 2. Wie viel, die in der Kammer dir klagten ihren Jammer, o Gott, erhörtest du! Dein väterlicher Segen hielt sie; auf ihren Wegen war Friede, Sicherheit und Ruh. 3. Wo seit viel tausend Jahren betrübte Witwen wa⸗ Berufs- und Standeslieder. 363 wenn sie dich nicht verließen und gläubig dir zu Füßen des Kummers schwere Last gelegt. 4. In dir will ich mich stärken, dein Aug wird auf mich merken, und auf mein Flehn dein Ohr. Bei Tag und Nacht mit Flehen will, Herr, vor dir ich stehen und seufzen still zu dir empor. 5. Ich will mein Joch nun tragen; dir, Vater, darf ich sagen, was ja mein Herz be⸗ drückt; bist du nicht in der Nähe, du, den ich zwar nicht sehe, und den mein Glaube doch erblickt? 6. Mit Ernst und frohen Mutes will ich nach Kräften gutes vor deinen Augen thun, will mich der Welt entziehen, Lärm, Tand und Thorheit fliehen und nur in deinem Schoße ruhn. 7. Dann eilen meine Tage mit jeder Not und Plage leicht wie ein Traum dahinz dann leg ich froh die Glieder aufs Sterbebette nieder, wenn ich zum Himmel reifer bin. 8. Fort auf dem Dornen⸗ pfade! Mich tröst des Heilands Gnade, er träget meine Not. Nicht ewig werd ich weinen, ich komme zu den Meinen, bald seh ich sie bei meinem Gott. 9.(Kommt her, ihr meine Waisen, den Herrn mit mir zu preisen, der uns erhalten ren, die hast du treu gepflegt, kann. Dir, Gott, will ich sie bilden; schau, Herr, mit dei⸗ ner milden Erbarmung deine Schäflein an!) Nach J. K. Lavater g. 1741 1 1801. Für den Bergmann. Bei der Einfahrt. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 537 Gett, der du Berg und Hügel selbst festgesetzet hast, worin du als im Spiegel mir armen Erden⸗ gast zeigst deine Gütigkeit, du Schöpfer aller Dinge, hör, was ich jetzo singe, mein Herz ist dir geweiht. 2. Dir, Herr, bring ich vor allen mein Morgenopfer hier, ach laß es dir gefallen! Lob, Preis und Dank sei dir, daß du in dieser Nacht auf mein demütig Bitten in meiner armen Hütten mich so getreu bewacht. 3. Nun will ich wieder gehen in meinen Arbeitsschacht, wozu du mich ersehen, eh ich ans Licht gebracht. Ich will von Herzen gern, so lang die Kräfte grünen, dir, mein Gott, treu⸗ lich dienen, und meinem Lan⸗ desherrn. 4. Vergieb mir meine Sün⸗ den, die ich bisher gethan, und laß mich Gnade finden, schau Christi Wunden an! Ach schenk mir deinen Geist, damit ich deinen Willen mag jederzeit erfüllen so, wie dein Wort mich heißt. 364 Berufs- und Standeslieder. 5. O Herr, wenn ich ein⸗ fahre, gieb, daß mein Herz bedenkt, wie bald man von der Bahre mich so ins Grab versenkt, bis du, mein Lebens⸗ fürst, einst meines Leibes Glieder aus dunklen Grüften wieder zu Tage führen wirst. 6. Wenn ich mein Werk beginne bei meiner Arbeits⸗ schicht, so lenke Herz und Sinne auf deines Wortes Licht! Laß mich so Tag als Nacht nach solchen Schätzen graben, die nichts vom Eitlen haben, das Sorg und Kummer macht. 7. Herr, segne die Gewerken und gieb Gedeihen hier, laß deine Kraft mich stärken zur Arbeit für und für! Veredle Gäng und Kluft durch deinen milden Segen, mit stetigem Vermögen in jeder Fahrt und Gruft! 8. Laß deiner Engel Scharen stets meine Wächter sein, die mich, dein Kind, bewahren, wenn ich fahr an und ein. Laß keine Fahrt eingehn, laß keinen Bau einbrechen, hilf, daß in allen Zechen wir deinen Segen sehn. 9. Zuletzt laß mich stets denken an jene Himmelsstadt, wo man ohn Sorg und Kränken dich selbst und alles hat. Da darf ich weiter nicht nach eitlen Schätzen graben, da werd ich alles haben, was mir allhie gebricht. den Kein hat, Weil 2. von tiefe und End Dot den m ich ein im Herf an hon 6 Grab Lebens⸗ Glieder wieder u Werk Arbeits⸗ erz und Wortes Tag als Schätzen Eitlen Rummer hewerken hier, laß rken zur Wrredle h deinen stetigem ahrt und Scharen sein, die ewahren, und ein. ehn, laß en, hi ir deinen ich stets nelsstadt, rg und nd alles iter nicht graben, hen, was hilf, Berufs⸗ und Standeslieder. Nach der Ausfahrt. Mel. Jesu, meine Freude. 538 nädigster Erbar⸗ 5 mer, zu dir komm ich Armer nach vollbrachter Fahrt. Du hast heut aus Gnaden mich vor allem Scha⸗ den als dein Kind bewahrt. Keine Not, kein Leid, kein Tod hat, o Vater, mich berühret, weil du mich geführet. 2. O wie war mein Leben von Gefahr umgeben in der tiefen Kluft! Wetter, Bruch und Wände drohten mir das Ende in der finstern Gruft. Doch du hast bei aller Last deinen Schutz an mir erneuet und mich nun befreiet. 3. Herr, auf meinen Wegen hab ich deinen Segen überall gespürt. Du hast meine Tritte und all meine Schritte gnä⸗ diglich regiert. Nun kann ich mit Freude dich, meinen Hort und Helfer, preisen und dir Dank erweisen. 4. Ja dich will ich loben hier und einst dort oben und mich deiner freun. Stets soll mein Gemüte für die große Güte fromm und dankbar sein. Doch, mein Licht, verlaß mich nicht, schütze ferner Leib und Seele, die ich dir befehle. Bei Bergfesten. Mel. Auf dich hab ich gehoffet. 365 uns hoch gepriesen! Zu aller Stund, aus Herzensgrund sei dir Lob, Ehr erwiesen! 2. Dein Allmacht ist doch lobenswert, du hast geschaffen in der Erd nach deinem Wohl⸗ gefallen und schenkst uns frei Gold, Silber, Blei, auch allerlei Metallen. 3. Die Gäng thust du ver⸗ edlen gar und lässest auch noch immerdar Erz wachsen in der Erdenz dein göttlich Kraft stets Mittel schafft, daß wir erhalten werden. 4. O reicher Gott, wir bitten dich, segn unser Bergwerk mil⸗ diglich, gieb Notdurft diesem Leben! Dein Vaterherz woll uns gut Erz, auch reichlich Wasser geben! 5. Dein reines Wort bei uns erhalt, behüt die Bergleut jung und alt, thu reich Aus⸗ beut bescheren! So wollen wir auch danken dir und deinen Namen ehren. Matthäus Wieser um 1658. Mel. Wie schön leucht u.d.Morgenstern. 5 40 it Freude will ich heben an, den höchsten Gott, so viel ich kann, zu loben und zu ehren. Auf, auf, ihrechristlichen Berg⸗ leut, rühmt Gottes groß All⸗ mächtigkeit, helft mir sein Lob vermehren! Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem 539 Onrunnin höchster Gott, all⸗ mächtiger Herr Zebaoth, sei von Schalle! 366 Berufs⸗ und 2. Zuvörderst lasset uns mit Fleiß dem Herren sagen Dank und Preis, daß er uns hat geschenket sein reines Wort, das höchste Gut, das Leib und Seel erquicken thut, so oft man sein gedenket. Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 3. Glück, Heil und Segen mannigfalt, Nahrung dazu für Jung und Alt hat er nach Notdurft geben. Sein Gnade währet immerdar; sie hat nun lange Zeit und Jahr gefristet unser Leben. Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 4. Wenn wir ausfahren oder ein, sendt er uns seine Engelein, die himmlischen Heer⸗ scharen, und thut denselbigen Befehl, sie sollen unser Leib und Seel vor allem Leid bewahren. Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 5. Herr Jesu Christ, du edler Hort, erhalt uns nur dein reines Wort, drum wir dich herzlich bitten. Thu auf dein reiche milde Hand und segne unser ganzes Land, all Berg⸗ werk und Schmelzhütten! Hilf, Herr, bescher Glück auf Erden, bis wir werden zu dir kom⸗ men, in den Himmel aufge— nommen. Standeslieder. Mel. Ach erkennet, liebste Seelen. 5 41 F.N euch sehr, ihr 5 Bergleut alle, die ihr rechte Christen seid, lobet Gott mit vollem Schalle, danket seiner Gütigkeit, daß er uns sein Wort gegeben und den heilgen Geist dazu, daß er fristet unser Leben und verleiht uns Fried und Ruh. 2. Lob und Dank solln wir erweisen der heilgen Dreieinig⸗ keit und des Herren Namen preisen, der uns treulich Hülfe leiht; in dem Himmel hoch dort oben singen ihm die Engel fein, hier auf Erden solln Gott loben all, die seine Diener sein. 3. Brot und Wein wächst aus der Erde und der Men⸗ schen Herz erfreut, daß uns allen sichtbar werde seine Güt und Freundlichkeit; Gold und Silber, Erz und Steine haut man aus den Bergen viel, davon leben Groß und Kleine, wer sich redlich nähren will. 4. Tief wir Bergleut sind verborgen in den Schächten tief und lang, trauen Gott und wolln nicht sorgen, loben laut ihn mit Gesang, Schlägl und Eisen führn in Händen, das soll unsre Nahrung sein, Gott woll uns sein Engel senden, fröhlich fahrn wir aus und ein. 5. Wagen müssen wir das Leben in das edle Bergwerk nein, uns tief unter Klüft Seklen. sehr, ihr alle, die , lobet le, danket er uns und den erfristet eiht uns solln wir rlitinig⸗ Namen ich Hülfe nel hoch ihm die fErden die seine n wächst er Men⸗ daß und seine Güt Hold und ine haut sen biel, dKleine, en will. leut sind Schächten len Gott en, loben „Schlägl Händen, ung sein, Engel wir aus wir 0 Berglwer er Klüft Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Gott mit Freud, daß wir loben ihn mit Schalle hier und dort in Ewigkeit. begeben, hauen Erz aus festem Stein; Glück und Segn be⸗ dürfen alle, ei, das geb uns 367 1737⁷½. XVV. Vieder für besondere Zeiten und Verhälknisse. Bei Krieg und Frieden. Eigene Melodie. 5 42 Di Friedefürst, Herr Jesu Christ, wahr Mensch und wahrer Gott, ein starker Nothelfer du bist im Leben und im Tod. Drum wir allein im Namen dein zu deinem Vater schreien. 2. Recht große Not uns stößet an von Krieg und Un⸗ gemach, daraus uns niemand helfen kann denn du, drum führ die Sach! Den Vater bitt, daß er ja nicht im Zorn mit uns woll fahren. 3. Gedenk, Herr, jetzo an dein Amt, daß du ein Fried⸗ fürst bist, und hilf uns gnädig allesamt jetzo zu dieser Frist! Laß uns hinfort dein göttlich Wort im Fried noch länger schallen! 4. Verdienet habn wir alles wohl und leidens mit Geduld; doch größer deine Gnad sein soll denn unsre Sünd und Schuld; darum vergieb nach deiner Lieb, die du fest zu uns trägest. 5. Erleucht doch unsern Sinn und Herz durch den Geist dei— ner Gnad, daß wir damit nicht treiben Scherz, der unsrer Seele du bist, der solchs wohl kann ausrichten. Jakob Ebert g. 1549 4 1615. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 543. 5 Hr schanden werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen. 2. Mache zu schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen; ach kehre dich mit Gnade zu uns Armen, laß dichs erbarmen! 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde! Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde, sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ists, auf Menschenhülfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. schad. O Jesu Christ, allein Johann Heermann g. 1585 f 1647. 368 Mel. Da Christus geboren war. 5 4 4 reuer Wächter Jsrael, des sich freuet meine Seel, der du weißest alles Leid deiner armen Christenheit, o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt dein hülfreiches Angesicht! 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jetzt überall; täglich wird der Trüb⸗ sal mehr. Hilf, ach hilf, schütz deine Lehr! Wir verderben, wir vergehn, nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, hast versöhnt uns durch dein Blut, ausgelöscht der Hölle Glut, wiederbracht das höchste Gut, 4. Sitzt auch heut ins Vaters Reich, ihm an Macht und Ehre gleich, unser einger Gnaden⸗ thron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt ab⸗ schlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnadenthür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigentum, dein Erbarmen hat kein End, deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hülfe leist! Hilf Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. mit deiner starken Hand, Men⸗ schenhülf hat sich gewandt. Eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau und mit Zittern sie anschau. 7. Treuer Hort Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit, Trutz dem, der uns thu ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 8. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm! Laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht, unsrer Feinde Schar zertrenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 9. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Rit⸗ terschaft, deine Christen traun auf dich, auf dich traun sie festiglich. Laß sie werden nicht zu schand, bleib ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch all bekannt. 10. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 11. Jesu, wahrer Friedens⸗ fürst, der der Schlange hat zerknirscht ihren Kopf durch seinen Tod, wiederbracht den „Men⸗ wandt. & bau, T grau inschau. nanuel Sell r Not, Gott, Zeit, thu ein ist ihm starker er dich n deine in Tag Feinde ich alle Herren uf ihre nd Rit⸗ Ntraun aun sie en nicht Helfer dir doch er Held Kriegen Spieß der die der die und der dt, daß U End. olhi nge ha x durch acht den Fried bei Gott, gieb uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 545 Gett Lob, nun ist 7 erschollen das edle Fried⸗ und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder dein Saiten⸗ spiel hervor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen, vollen Chor! Erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2. Wir haben nichts ver⸗ dienet als schwere Straf und großen Zorn, weil stets noch bei uns grünet der freche, schnöde Sündendorn. Wir sind für⸗ wahr geschlagen mit harter, scharfer Rut, und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Sei tausendmal will⸗ kommen, du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Bei⸗ unswohnen in sich hab. In dir hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 369 Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz hinein als ihr zerstörten Schlös⸗ ser und Städte voller Schutt und Stein, ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat be⸗ streut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Heid, ihr Gräber voller Leichen und blut⸗ gen Heldenschweiß, der Helden, deren gleichen auf Erden man nicht weiß. 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Thrä⸗ nenbach aus beiden Augen rinnen, geh in dein Herz und denke nach! Was Gott bis⸗ her gesendet, das hast du aus⸗ gelacht; nun hat er sich ge⸗ wendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Dringen zu deinem Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutesthun. 6. Ach laß dich doch er⸗ wecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als das harte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei un⸗ erschrocknes Muts, der Friede, den er giebet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre ge⸗ ben: Das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in ewgem Fried und Ruh. drückt sich selbst den Pfeil des Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. 370 Mel. Nun danket alle Gott. 546 Hau Gott, dich 5 loben wir, regier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Glut in unsern Herzen glimmen! Komm, komm, o edle Flamm, ach komm zu uns allhier, so singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir. 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüte. Es steiget unser Lied bis an des Himmels Thür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in vielen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund mit herz⸗ licher Begier: Gott Lob, wir sind in Ruh! Herr Gott, wir danken dir. 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert zerbrochen und zerschlagen. Der Strick ist nun entzwei, darum so singen wir mit Herzen, Zung und Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mund: Herr Gott, wir dan⸗ ken dir. ö 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht ganz hast weggeraffet; es hat die Vaterhand uns deine Gnadenthür jetzt wieder auf⸗ gethan: Herr Gott, wir dan⸗ ken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den edlen Fürstenstamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten hast; gieb ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst ge⸗ ben, daß wir auch künftig stets in stolzer Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfüll jetzt nach Begier, o Vater, unsern Wunsch! Herr Gott, wir danken dir. Johann Franck g. 1618 f 1677. Jahreszeiten. Mel. Valet will ich dir geben. 547 Wie lieblich ist der 5 Maien aus lauter Gottesgüt, daß sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht. Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid, die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud. 2. Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben dein! .—. — 0 hir dan⸗ 9 loben“ gestrafet, in nicht 5s hat deine der auf⸗ vir dan⸗ r danken irch und tenstamm er bisher ier Gnad Nachwelt danken danken ollst ge⸗ iftig stets n. Krön , erfüll 0 Vater, err Gott, Die Blüt zur Frucht vermehre, laß sie ersprießlich sein! Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß, drum wollst du widerwenden Meltau, Frost, Reif und Schloß! 3. Herr, laß die Sonne blicken ins finstre Herze mein, damit sichs möge schicken fröh⸗ lich im Geist zu sein, die größte Lust zu haben allein an deinem Wort, das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels Pfort. 4. Mein Arbeit hilf voll⸗ bringen zu Lob dem Namen dein und laß mir wohl ge⸗ lingen im Geist fruchtbar zu sein: die Blümlein laß auf⸗ gehen von Tugend mancherlei, damit ich mög bestehen und nicht verwerflich sei. Martin Behm g. 1557 1622. Eigene Melodie. 548 Geh aus, mein — Herz, und suche Freud in dieser lieben Som⸗ merzeit an deines Gottes Ga⸗ ben, schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausge— schmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narcissen und die Tulipan die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 371 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleugt aus seiner Kluft“) und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergetzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. *) Jerem. 48, 28. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jungenz der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras ge⸗ sprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich und ihren Rand mit schatten⸗ reichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdroßne Bienen⸗ schar fleugt hin und her, sucht hie und dar ihr edle Honig⸗ speise; des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn Seide. alles singt, und lasse, was 372 dem Höchsten klingt, aus mei⸗ nem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hier so schön und läßt du uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden, was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden? 10. Welch hohe Lust, wel heller Schein wird wohl in Christi Garten sein? Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit eingestimmtem Mund und Stimm ihr Halleluja singen? 11. O wär ich da! O stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! so wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch gleichwohl will ich, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht ganz stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühez gieb, daß der Som-⸗ mer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrücht erziehe. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, und laß Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. mich wohl bekleiben.) Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich dei⸗ nes Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben. ) fest wurzeln. 15. Erwähle mich zum Para⸗ deis und laß mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen, so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. ott Lob, nun 549. kommt die Frühlingszeit, da sich die ganze Welt erneut, es grünt, es blüht, es singt und springt, daß Gottes Lob und Ruhm erklingt. Halleluja! 2. Mein Gott, gieb mir bei dieser Freud des Herzens wahre Dankbarkeit, daß ich dir diene für und für und sing dir fröhlich dort und hier. Halle⸗ luja! Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 550 ott Lob, die 0 schöne Som⸗ merzeit ist da, die mir mein Herz erfreut, Laub und Gras steht in voller Pracht, weil Gott hat alles wohl gemacht. Halleluja! 2. Mein Gott, laß mich die Erntefreud erinnern meiner Herrlichkeit, wenn kommt der Verleihe Lich dei lum und st wurzeln. m Para⸗ bis jur nd Seele dir und O sonsten ind dort 0771676. rrlich Tag. b, nun“ nt die die ganze rünt, es springt, d Ruhm mir bei ns wahre rrlich Tag. H)ob, die e Som⸗ mit mein und Gras dt, weil gemacht. mich die meiner ymmt der Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. letzte Sommertag, daß man dir ewig singen mag. Halle⸗ luja! Joh. Olearius g. 1611 f 1684. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 551 Gelt Lob, die Herbst⸗ * zeit zeiget sich, Gott segnet das Land mildig⸗ lich; was Nahrung bringt, was uns erfreut, das schenkt uns Gott zu dieser Zeit. Hal⸗ leluja! 2. Mein Gott, laß deine Güt und Gnad mich dankbar finden früh und spat, gieb mir, was hier mein Herz er⸗ freut, gieb mir dort deine Seligkeit! Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 1 1684. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 552 Golt Lob, die kalte à Winterzeit bringt uns die werte Weihnachtsfreud, das Jahr geht aus, die Freud ist da, das Licht, das neue Jahr ist da. Halleluja! 2. Mein Gott, gieb mir das wahre Licht! Wenn mir gleich Licht und Freud gebricht, sei du mein Trost, mein Licht und Freud, daß ich dir sing in Ewigkeit. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 1 1684. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. 553 Frere euch der * schönen Erde, denn sie ist wohl wert der Freud. O was hat für Herr⸗ 373 lichkeiten unser Gott da aus⸗ gestreut! 2. Und doch ist sie seiner Füße reichgeschmückter Schemel nur, ist nur eine schön begabte wunderreiche Kreatur. 3. Freuet euch an Mond und Sonne und den Sternen allzumal, wie sie wandeln, wie sie leuchten über unserm Er⸗ denthal. 4. Und doch sind sie nur Geschöpfe von des höchsten Gottes Hand, hingesät auf seines Thrones weites, glän⸗ zendes Gewand. 5. Wenn am Schemel seiner Füße und am Thron schon solcher Schein, o was muß an seinem Herzen erst für Glanz und Wonne sein! K. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. Zur Hagelfeier. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. —55 4 Vater, deine 5 Sonne scheint auf Bös und Fromme, Freund und Feind, es wird die ganze Welt erleucht, mit Tau und Regen auch befeucht. 2. Du machst die Berg und Auen naß und läßt drauf wachsen Laub und Gras, da⸗ mit die Tiere mannigfalt im Feld sich nähren und im Wald. 3. Uns Menschen giebst du Brot und Wein, daß unser Herz kann fröhlich sein; du machst, daß es die Erde bring, und unsre Arbeit uns geling. 37⁴4 4. Wir bitten deine Gnad und Güt: Dein eigne Wohl⸗ that uns behüt, die Frücht der Erden uns bewahr und gieb uns ein gesegnet Jahr! 5. Ein fruchtbar Wetter uns bescher, Frost, Hagel, Mißwachs von uns kehr! Wind, Regen, Tau und Sonnenschein muß deinem Wort gehorsam sein. 6. Wiewohl sich Sünde bei uns findt, denk, daß wir deine Kinder sind, und thu auf deine milde Hand, dein Fußstapf segne unser Land! Um Sonnenschein. 7. Den Himmel mach von Wolken rein, auf daß die Sonn beständig schein und bald erwärme und aufricht, was sonst verdirbt und wird zu nicht. Um Regen. 8. O Gott, erhöre unsre Bitt und teil uns milden Regen mit, daß wir genießen deine Gab, und auch das Vieh sein Futter hab. 9. Wenn deine Gnad das Jahr denn krönt, sind wir mit deinem Gut belehnt; thu aber dieses noch dazu und gieb Gesundheit, Fried und Ruh! 10. Bei dir steht alles, Herr, allein, wir wolln dir treu und dankbar sein und deines großen Namens Ehr dafür ausbreiten mehr und mehr. Nach Niklas Herman 4 1561. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 555 Bescher uns, Herr, * das täglich Brot, vor Teurung und vor Hungers⸗ not behüt uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron! 2. O Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt, er⸗ nähr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm, denn aller Ding du Schöpfer bist und allem Vieh sein Futter giebst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. 5. O Herr, gieb uns ein fruchtbars Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr, vor Teurung, Hunger, Seuch und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit! 6. Du unser lieber Vater bist, weil Christus unser Bru⸗ der ist; drum trauen wir allein auf dich und wolln dich prei⸗ sen ewiglich. Niklas Herman 4 1561. Mel. Herr Jesu, Gnadensonne. 556 as Land wollst U du bedenken mit deinem Segen reich und sein Gepflügtes tränken, mit Regen nach wäch diese Dant Mnce —— deinem „ Herr, 9 Brot, ungers⸗ n lieben in dem uf dein ns dein int, Eb⸗ iderlein, jelein. er Ding Wallem t. unsrer. die dich nen dein wir dich uns ein lieben r, bor uch und err, zu r Vater ser Bru⸗ sir allein ich prei⸗ m L56l. nsonne. d wollst ken nit und sein it Regen rRaben t, Herr, Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. machen weich; laß sein Ge⸗ wächs es geben zur Notdurft diesem Leben! Wir wolln dir dankbar sein. Vincentius Schmuck g. 1565 f 1628. Beim Gewitter. Mel. Auf meinen lieben Gott. 557 in Wetter steiget 6 auf. Mein Herz, zu Gott hinauf! Fall ihm geschwind zu Fuße durch wahre Reu und Buße, damit gleich deine Sünden durch Christi Tod verschwinden. 2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig komm, bitt mir aus dein Er⸗ barmen, hab Christum auf den Armen; um dessentwillen schone, mir nicht nach Sünden lohne! 3. Durch Christi teures Blut mach mir ein Herz und Mut, das sich nicht knechtisch scheue, das vielmehr deiner Treue in allem kindlich traue und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz ergeben sein; dein Flügel wird uns decken, verjagen alles Schrecken und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan, verlaß uns nicht, bleib unsre Zuversicht und laß dein Vaterlieben auch jetzt an uns sich üben! So wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt g. 1637 1706. 37⁵ Nach dem Gewitter. Mel. Herr Jesu, Gnadensonne. 5 58 Herr Gott, nun sei gepriesen, daß du zu dieser Zeit uns Schutz und Schirm erwiesen in der Ge⸗ fährlichkeit des Donners, der uns schreckte, des Blitzes, der sich streckte auf unser Hof und Haus. 2. Wir haben klar gesehen, Herr, deine große Macht, vor dir kann nichts bestehen; denn wenn dein Donner kracht, und sich dein Blitz entzündet, ach Gott, ach so befindet sich alles in Gefahr. 3. Das Wetter ist vergangen, vorbei ist die Gefahr, wir haben Schutz empfangen durch Gott, der bei uns warz Haus, Hof, Gut, Leib und Leben, und was er sonst gegeben, blieb uns ganz un⸗ versehrt. 4. So voller Güt und Gnaden ist der getreue Gott, der uns bewahrt vor Schaden in so sehr großer Not; drum wir ihn herzlich loben, sein Ruhm sei hoch erhoben, so weit der Erdkreis geht. 5. Laßt uns uns fertig machen, daß, wenn der jüngste Tag mit Donnern und mit Krachen vielleicht bald kommen mag, wir alle so bestehen, daß wir mit Gott eingehen zur ewgen Seligkeit. 779. 376 Bei anhaltender Dürre. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. 559 Ach Herre, du ge⸗ 4 0 rechter Gott, wir habens wohl verdienet mit unsrer Sünd und Missethat, daß unser Feld nicht grünet, daß Vieh und Menschen trau⸗ rig sein. Wenn du zuschließt den Himmel dein, dann müssen wir verschmachten. 2. Herr, unsre Sünd er⸗ kennen wir, die wollst du uns verzeihen; all unsre Hoffnung steht zu dir, Trost, Hülf thu uns verleihen; gieb Regen und den Segen dein um deines Namens willn allein, Herr, unser Gott und Tröster! 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund! Um deines Namens willen bitten wir dich von Herzensgrund, thu unsre Not doch stillen vom Himmel mit dem Regen dein! Dein ist der Himmel ja allein, ohn dich kann es nicht regnen. 4. Es steht in keines andern Hand, daß er sollt Regen ge⸗ ben; den Himmel hast du aus⸗ gespannt, darinnen du willst schweben. Allmächtig ist der Name dein, solchs kannst du alles thun allein, Herr, unser Gott und Tröster. Um 1592. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Bei anhaltender Nässe. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. I. 560 Gott, der du 7 das Firmament mit Wolken thust bedecken, der du imgleichen kannst behend das Sonnenlicht erwecken, halt doch mit vielem Regen ein und gieb uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe sind beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast ganz verschwinden. 3. Das machet unsre Misse⸗ that und ganz verkehrtes Leben, so deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöten schwebenz Herr, wir bekennen unsre Schuld: weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns hast versprochen, und wohne uns in Gnade bei, die wir dich kindlich suchen. Wie hält so hart sich dieser Zeit dein Herz und sanfte Freundlichkeit; du bist ja unser Vater. 5. Gieb uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt Nässe ich zu dit, der du rmament Kken, der t behend ken, hal ein und lenschein, reue. ern weit te leiden n bieler sse sind „Herr, Armen, und will“ U es Leben, idet hat, chweben; unsre ie Bußt uß der der an ns hast hne uns wir dich hält so ein Herj keitz du deinem res Licht aß uns Freud e Welt Msse⸗ Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. Mich. Schirmer g. 1606 f 1673. Am Erntedankfest. ö Eigene Melodie. 561 Nun preiset alle Gottes Barm⸗ herzigkeit, lob ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, freue dich, Israel, seiner Gnaden! 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohl auf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weide stellet euch wil⸗ lig ein! Da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er giebet Speise reich⸗ lich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumalz er schaffet früh und späten Re⸗ gen, füllet uns alle mit sei⸗ nem Segen. 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden, freue dich, Israel, seiner Gnaden! Matthäus Apelles v. Löwenstern g. 1594 1 1648. 377 Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 562 Gott, von dem 5 wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber teilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich, ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Notdurft keinem fehlen, denn du weißt allen vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. ö 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land be⸗ gießt, des Himmels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot, es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien als wär es tot, bis zu der Ernte Jung und Alt erlanget seinen Unter⸗ halt. ö 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder ist hier gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel, denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusam⸗ men alle wert. 378 6. Wir wollens auch keinmal vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebens⸗ lang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann g. 1648 f 1715. Nach der Ernte. Mel. Von Gott will ich nicht lassen, oder Aus meines Herzens Grunde. ie Ernt ist nun 563. D zu Ende, der Segen eingebracht, woraus Gott alle Stände satt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott lebt noch, man kann es deutlich merken an so viel Liebeswerken, drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft uns ohne Bitte gethan, was uns gefällt; die immer noch geschont, ob wir gleich gottlos leben, die Fried und Ruh gegeben, daß jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen hat böses Thun ver- derbt, den wir auf guten Wegen sonst hätten noch ererbt; doch hat Gott mehr gethan aus unverdienter Güte, als Mund, Herz und Gemüte nach Würden rühmen kann. 4. Er hat sein Herz geneiget, uns Sünder zu erfreun, genug⸗ Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. und Sonnenschein. Wards aber nicht geacht, so hat er sich verborgen und durch ver⸗ borgne Sorgen zum Beten uns gebracht. 5. O allerliebster Vater, du hast viel Dank verdient, du mildester Berater machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir für abgewandten Schaden, für viel und große Gnaden;z Herr Gott, wir dan⸗ ken dir. 6. Zum Danken kommt das Bitten: Du wollest, frommer Gott, vor Feuer uns behüten und aller andern Not, gieb friedensvolle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben, regier die Obrigkeit! 7. Besonders laß gedeihen dein reines, wahres Wort, daß wir uns dessen freuen, und auch an unserm Ort dies gute Samkörnlein verlangte Früchte bringe, und wir in allem Dinge recht fromme Leute sein. 8. Gieb, daß zu dir uns lenket, was du zum Unterhalt des Leibes hast geschenket, daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben. O laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, wo er der Ruh geneußt, wo ihm kein sam sich bezeuget durch Tau Leid bewußt; so ernten wir mit —'— Wardo hat er ich ber⸗ Beten Vatet, erdient, machst, Vohlan, vandten große Hir dan⸗ umt das rommer hehüten t, gieb e deine damit gkeit! gedeihen Wort, freuen, Ort dibs erlangte bix in e Lellte Hir und terhalt ket, daß deinen Herzen, 1 Dank laß es ensende, Heist in er det m. fin wir mit Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 379 Freuden, nach ausgestandnem Leiden die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann um 1725. Bei reichlicher Ernte. Mel. Ach erkennet, liebste Seelen. 564 Heu die Erde ist 7 gesegnet von dem Wohlthun deiner Hand, Güt und Milde hat geregnet, dein Geschenk bedeckt das Land. Auf den Hügeln, in den Grün— den ist dein Segen ausgestreut; unser Warten ist gekrönet, unser Herz hast du erfreut. 2. Aller Augen sind erhoben, Herr, auf dich zu jeder Stund, daß du Speise giebst von oben und versorgest jeden Mund. Und du öffnest deine Hände, dein Vermögen wird nicht matt, deine Hülfe, Gnad und Spende machet alle froh und satt. 3. Gnädig„hast du ausge— gossen deines Überflusses Horn, ließest Gras und Kräuter sprossen, ließest wachsen Frucht und Korn. Mächtig hast du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr, und das Gut steht unversehret, und gesegnet ist das Jahr. 4. Herr, wir haben solche Güte nicht verdient, die du gethan. Unser Wissen und Gemüte klagt uns vieler Sün— den an. Herr, verleih, daß deine Gnade jetzt an unsre Seelen rührt, daß der Reichtum deiner Milde unser Herz zur Buße führt. 5. Hilf, daß wir dies Gut der Erden treu verwalten immerfort; alles soll geheiligt werden durch Gebet und Gottes— Wort. Alles, was wir Gutes wirken, ist gesät in deinen Schoß, und du wirst die Ernte senden unaussprechlich reich und groß. Chr. Rud. Hnr. Puchta g. 1808 f1858. Bei sparsamer Ernte. MelWasGott thut, das ist wohlgethan. — Ras Gott thut, 565. We ist wohl gethan, so denken Gottes Kin⸗ der. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz doch himmelwärts, ob wir gleich oft auf Erden bei Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Er zeigt uns oft den Segen, und ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoffnung legen; weil er allein der Schatz will sein, so nimmt er andre Güter und bessert die Gemüter. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Es geh nach seinem Willen. Läßt sich es 380⁰ auch zum Hunger an, weiß er ihn doch zu stillen, obgleich das Feld nicht viel enthält. Man kann bei wenig Brocken satt werden und frohlocken. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Das Feld mag traurig stehen, wir gehn getrost auf seiner Bahn und wollen ihn erhöhen. Sein Wort ver-⸗ schafft uns Lebenskraft, es nennt uns Gottes Erben, wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan, so wollen wir stets schließen. Ist gleich bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ists genung zur Sättigung, wenn Gott das Wenge segnet und uns mit Huld begegnet. Nach Benj. Schmolck g. 1672 f 1737. Auf Reisen. Eigene Melodie, oder Dies sind die heilgen zehn Gebot. 566 QIn Gottes Namen 9 fahren wir, sein heilger Engel geh uns für wie dem Volk in Agypten-Land, das entging Pharaonis Hand. Khrieleis! 2. Herr, du wollst unser G'leitsmann sein und mit uns gehen aus und ein und zeigen alle Steig und Steg, wehre dem Unfall auf dem Weg! Khrieleis! 3. So wird kein Berg noch tiefes Thal, kein Waßr uns Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. wir an unsern Ort, wenn du uns gnädig hilfest fort. Kyrie⸗ leis! 4. Herr Christ, du bist der rechte Weg zum Himmel und der einge Steg; hilf uns Pil⸗ grim ins Vaterland, weil du dein Blut hast dran gewandt. Khrieleis! Niklas Herman 7 1561. Eigene Melodie. 567 Bist du gleich ferne von Bekannten, was schadets, da dir früh und spät ein Heer von glänzenden Trabanten umher um deinen Wagen steht? 2. Was schadets, wenn die Freunde scheiden, und kein Gefährte mit dir geht, da dich die Engel selbst begleiten, und Jesus dir zur Seite steht? 3. Die finstre Nacht darf dich nicht schrecken, die über Land und Meere fällt; will gleich die Sonne sich verstecken, dein Jesus ist das Licht der Welt. 4. Er, der die Sonne selbst formieret, bedarf des fremden Lichtes nicht; wenn dessen weise Hand dich führet, ist dir die Nacht auch selbst ein Licht. 5. Ich weile hier im fremden Lande, allein in Gottes Eigen⸗ tum; find ich gleich lauter Un⸗ bekannte, so kennt mich doch mein höchster Ruhm. 6. Mein Hort, in dem mein irren überall; fröhlich kommn Herz versenket, zeigt mir sein venn du Khrie⸗ bist der mel und ins Pil⸗ weil du jewandt. u f 156l. —— ich ferne kannten, rüh und nzenden deinen henn die nd kein da dich ten, und stehtꝰ cht darf die über ltj will stecken, icht der ne selbst fremden sen weise dir die Liht. fremden Eigen⸗ Iter Un⸗ ich doch em mein nir seint Lieder für besondere 3 holdes Angesicht und spricht: Mein Kind, sei ungekränket, dein treuer Vater läßt dich nicht. Siehe auch Nr. 393, V. 10 bis 15. Bei Sturm und Wassersnot. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 568 Wenn wir in Was⸗ — sersnöten sein, so rufen wir zu dir allein, o treuer Gott, und bitten dich: Hilf uns doch jetzo gnädiglich! 2. Der Sturmwind brau und saust gar sehr, das Meer bewegt und schlägt noch mehr, das Wasser steiget in die Höh und dräuet uns bei voller See. 3. Die Deiche sind gar nicht imstand, zu schützen unser festes Land, wo nicht, o Gott, dein Allmachtshand befestigt unser Land und Stand. 4. Drum steur und wehr, o Vater, ab, daß nicht das Meer werd unser Grabz verhüte, daß durch deinen Grimm wir nicht im Wasser kommen um. 5. Dein Schutz sei unser Damm und Deich, so sind beschützet Arm und Reich; dein Schutz halt aller Orten Wach, sonst ist verloren unsre Sach. 6. Sieh, Herr, nicht unsre was der Mensch versehen kann, durch Jesum laß uns gnädig nach die Sünd und alles Ungemach! 7. Des Wassers schreckliche Gewalt in Gnaden hemm und und Sünden an —— eiten und Verhältnisse. 381 rett uns bald! So soll dich preisen Kindeskind, wir auch, wenn wir erlöset sind. Christian v. Stöcken g. 1633 f 1684. Eigene Melodie. 569 Wie mit grimmgem Unverstand Wel⸗ len sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land vor des Sturmwinds Schlägen! Einer ist, der in der Nacht, Einer ist, der uns bewacht: st Christ Kyrie“), komm zu uns auf die See!*) Herr. 2. Wie vor unserm An⸗ gesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiff⸗ leins Steuer bricht, wo nun Rettung finden? Wo sonst als nur bei dem Herrn? Seht ihr nicht den Abendstern? Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 3. Einst, in meiner letzten Not, laß mich nicht versinken! Sollt ich von dem bittern Strom Well auf Welle trinken, reiche mir dann liebentbrannt, Herr, Herr, deine Glaubens⸗ hand! Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 4. Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob erschallen, loben dich mit Herz und Mund, loben dich zu jeder Stund. Christ Khrie, ja dir gehorcht die See! Joh. Daniel Falk g. 1768 5 1826. E. Lieder von den letzten Dingen. XXVI. Sterbe- und Begräbnislieder. Eigene Melodie. 570 OQch wollt, daß ich 9 daheime wär und aller Welt Trost hätt nicht mehr. 2. Ich mein, daheim im Himmelreich, da ich Gott schaue ewiglich. 3. Wohlauf, mein Seel, und richt dich dar, dort wartet dein der Engel Schar. 4. Denn alle Welt ist dir zu klein, du kommest denn erst wieder heim. 5. Daheim ist Leben ohne Tod, und ganze Freud ohn alle Not. 6. Da ist Gesundheit ohne Weh und währet heut und je und je. 7. Da sind doch tausend Jahr wie heut, und nichts, das dich verdrießt und reut. 8. Wohlauf, mein Herz und all mein Mut, und such das Gut ob allem Gut! 9. Was das nicht ist, das schätz gar klein und sehn dich allzeit wieder heim. 10. Du hast doch hie kein Bleiben nicht, obs morgen oder heut geschicht. 11. Da es denn anders nicht kann sein, so fleuch der Welt viel falschen Schein! 12. Bereu dein Sünd und beßre dich, als wolltst du heut gen Himmelreich. 13. Ade, Welt, Gott gesegne dich! Ich fahr dahin gen Himmelreich. Nach Heinr. v. Laufenberg um 1430. 5 71. sind mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hülfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Misse⸗ that, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not! Khrieleison!(Erbarm dich Eigene Melodie. itten wir im Leben unser.) 2. uns vill und Du, deine und Gott heili du heh. hie kein gen oder ers nicht er Welt und und du heut gesegne hin gen um 1430. m Leben dem Tod chn wit, air Gnad du, Hert, re Misse⸗ erzürnct e Gott, Heiliget, duewiger bersinken Not! 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Hölle Glut! Kyrieleison!(Erbarm dich unser.) 3. Mitten in der Hölle Angst unsre Sünd uns treiben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Kyrie⸗ leison!(Erbarm dich unser.) Martin Luther g. 1483 4 1546. Nach d. Lateinischen Notkers des ältern Media vita in morte sumus. Ey. Luc. 2, 29—52. Eigene Melodie. 572 Mit Fried und 7 Freud ich fahr dahin in Gottes Wille, getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat: der Tod ist mein Schlaf worden. Sterbe- und Begräbnislieder. 383 land, den du mich, Herr, hast sehen lan und g'macht bekannt, daß er mir das Leben sei und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vor⸗ gestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selge Licht für die Heiden, zu er⸗ leuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Martin Luther g. 1483 f 1546. Eigene Melodie. Gemeinde. 573 Nun laßt uns den Leib begraben und daran kein Zweifel haben, er werd am jüngsten Tag auf⸗ stehn und unverweslich hervor⸗ gehn. 2. Erd ist er und von der Erden, wird auch zu Erd wieder werden und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gotts Posaune wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhie aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zu ein'm selgen End. Er hat getragen 2. Das macht Christus, wahr Christi Joch, ist gestorben und Gottes Sohn, der treue Hei⸗ lebet doch. 384 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis an jüngsten Tag, an welchem ihn Gott verklären und ewge Freude wird gewähren. 6. Hie ist er in Angst ge⸗ wesen, dort aber wird er genesen, in ewiger Freud und Wonne leuchten wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen und gehn all heim unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß, denn der Tod kommt uns gleicher Weis. Böhmische Brüder. Chor. 1. So traget mich nun immer hin, da ich so lang verwahret bin, bis Gott, mein treuer Seelenhirt, mich wieder aufer⸗ wecken wird. 2. Ja freilich durch den Tod ich werd zu Asche wieder und zu Erd, doch wird das schwache Fleisch und Bein von meinem Gott verwahret sein. 3. Mein Leib bleibt hie der Würmer Spott, die Seele lebt bei ihrem Gott, der sie durch sein so bittres Leid erlöset hat zur Seligkeit. 4. Was mich für Trübsal hat verletzt, wird nun in höchste Lust versetzt; die Welt ist nur ein Jammerthal, dort ist ein rechter Freudensaal. 5. Wenn alle Welt zu Trüm⸗ mern bricht, und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib verkläret stehn und in das Himmelreich eingehn. Sterbe- und Begräbnislieder. 6. Wie manche Widerwär— tigkeit hatt ich bei meiner Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt als aller Aus⸗ erwählten Lust. 7. So laßt mich denn in sanfter Ruh und geht nach eurer Wohnung zu, ein jeder denke Tag für Tag, wie er auch selig werden mag. Gemeinde und Chor. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns hat durch sein Blut erlöst vons Teufels G'walt und ewger Pein. Ihm sei Lob, Preis und Ehr allein! Georg Neumark. V. 8. Martin Luther. Welt, ich muß 5 74. dich lassen, ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben setzen in Got⸗ tes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun voll⸗ endet, der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn; kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud fahr ich dahin. 3. Ob mich gleich hat be⸗ trogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlitz will ich Eigene Melodie. derwär⸗ meiner ö ist minr denn in t nac in eder wie er . 9or. Shn, jat durch. Teufels in. Ihm allein! in Luther. ich muß ssen, ich aßen ins in Geist gu mein in Got⸗ in boll⸗ en endet, nnʒ kein en, das den, mit ch dahin. hat be⸗ on Gott nd und ach nicht GHlauben Sünd t Rein will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd kann mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu Frommen, so ich will zu ihm kommen, allein der christlich Glaube gut. 6. Ich bin ein unnütz Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich er⸗ erben, wie er mirs hat bereit; hie kann ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben, mein Seele sich vom Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hinnen. O Welt, thu dich besinnen, denn du mußt auch hernachz thu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad begehren, im Glauben sei du auch nicht schwach! 9. Die Zeit ist schon vorhan⸗ den, hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen, sonst all irdischen Sachen sollst du gutwillig geben dran. 10. Das Sterbe- und Begräbnislieder. schenk ich dir am Ende: Ade, zu Gott dich wende! 385 Hüt dich vor Pein und Schmer⸗ zen, nimm mein Abschied zu Herzen! Meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Johann Hesse g. 1490 1 1547. Eigene Melodie. 57 5 Wenn mein Stünd⸗ * lein vorhanden ist, und soll hinfahrn mein Straße, so g'leit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hülf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, mein G'wissen wird mich nagen, denn ihr sind viel wie Sand am Meerz doch will ich nicht verzagen, gedenken will ich an dein Tod, Herr Jesu, und dein Wunden rot, die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich un⸗ geschieden bleib in Todesnot und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, ein ewigs Leben hast du mir mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod er⸗ standen bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Tods Furcht kann sie vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin, drum fahr ich hin Zu ihm steht mein Begehr. mit Freuden. 386 Christ, mein Arm thu ich aus⸗ strecken; so schlaf ich ein und ruhe fein, kein Mensch kann mich aufwecken denn Jesus Christus, Gottes Sohn; der wird die Himmelsthür aufthun, mich führn zum ewgen Leben. V. 1—4 Niklas Herman 5 1561. V. 5 1574. Mel. Vater unser im Himmelreich. 576 H Jesu Christ, — wahr Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir deins Vaters Huld erwarbst, ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zer⸗ bricht, 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt und mir all menschlich Hülf zerrinnt: so komm, o Herr Christ, mir be⸗ hend zu Hülf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Qual! 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt. So Sterbe- und Begräbnislieder. 5. Ich fahr dahin zu Jesu nimm sie, Herr, in deine Händ! Der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis sich der jüngst Tag naht herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, am jüngsten G'richt mein Fürsprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnade mir das Leben schenk! Wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und ewig den Tod schmecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum ganz verdirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich; da soll er denn mit mir zugleich in Freude leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach Herr, vergieb all unsre Schuld! Hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sei, dein'm Wort zu trauen festig⸗ lich, bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber g. 1511 H 1569. Mel. Vater unser im Himmelreich. 57 7 Qn Christi Wunden 9 schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein, Christi Blut und Gerechtigkeit in deine 0in der sich der zu. Uferstehn Gricht d meiner. enk, aus u schenk! et mir in trau ich ahr, euch in Wort mich, der 5 Gericht schmecken gleich hie üchten er will mit lißen aus nd zu mir 95 da sol ugleich in h. Dazu chl gieb all daß wit bis unser bei, aut wacker se, immelreich, Wundel h ein, di nden rin, erechtigt das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud fahr ich dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du führest mich, ins ewge Leben wandre ich mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Paul Eber(2) g. 1511 1 1569. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 578 Hert auf mit 7 Trauren und Klagen, ob dem Tod soll nie⸗ mand zagen; er ist gestorben als ein Christ, sein Tod ein Gang zum Leben ist. 2. Der Sarg und Grab drum wird geziert, der Leib ehrlich begraben wird, damit wir glaubn, er ist nicht tot, er schläft und ruhet sanft in Gott. 3. Wohl scheints, es sei nun alls dahin, weil er da liegt ohn Mut und Sinnz; doch soll ihm bald kehren wieder Lebn und Kraft in alle Glieder. 4. Bald werden diese Toten⸗ bein erwarmen und sich fügen fein zusammen mit Kraft und Leben, Gott wirds herrlich wieder geben. 5. Ein Weizenkörnlein in der Erd liegt erst ganz tot, dürr und unwert, doch kommts hervor gar schön und zart und Sterbe- und Begräbnislieder. 387 bringt viel Frucht nach seiner Art. 6. Der Leib gemacht vom Erdenkloß soll liegen in der Erde Schoß und soll da ruhen ohne Leid, bis daß er wieder aufersteht. 7. Der Seele Haus sollt er hier sein, die blies Gott mit sein'm Atem drein, ein edles Herz, recht Mut und Sinn war durch die Gabe Christi drin. 8. Den Körper nun die Erd bedeckt, bis ihn Gott wieder auferweckt, der seins Geschöpfs gedenken wird, welchs war nach seinem Bild formiert. 9. Ach daß nun käm der selge Tag, da Christus nach seiner Zusag hervor wird brin⸗ gen ganz und gar, was in der Erd verscharret war. 1561. Nach dem Latein. des Auxelius Pru⸗ dentius Jam moesta quièesce querela. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 579 QOch armer Mensch 2 8 doch gar nichts bin, Gotts Sohn allein ist mein Gewinn; daß er Mensch worden, ist mein Trost, er hat mich durch sein Blut erlöst. 2. O Gott Vater, regier du mich mit deinem Geiste stetiglich, laß deinen Sohn, mein Trost und Lebn, allzeit in meinem Herzen schwebn! 3. Und wenn die Stund vorhanden ist, nimm mich zu 25 388 dir, Herr Jesu Christ, denn ich bin dein, und du bist mein, wie gern wollt ich bald bei dir sein! 4. Herr Jesu Christe, hilf du mir, daß ich ein Zweiglein bleib an dir und nachmals mit dir aufersteh, zu deiner Herrlichkeit eingeh. V. 1—3 J. Heune g. 1514 f 1581. V. 4 M. Moller g. 1547 1 1606. Nach dem Latein. des Ph. Melanch⸗ thon Nil sum, nulla miser novi Ssolatia. Eigene Melodie. 580 Qch hab mein Sach Gott heimgestellt, er machs mit mir, wies ihm gefällt; ich will, soll ich hier länger lebn, nicht widerstrebn, sein'm Willn thu ich mich ganz ergebn. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; ich schreib ihm nicht vor Maß noch Ziel. Es sind gezählt all Härlein mein, beid groß und klein, fällt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhie ein Jam⸗ merthal, Angst, Not und Trüb⸗ sal überall; des Bleibens ist ein kleine Zeit, Mühseligkeit, und, wers bedenkt, ein steter Streit. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdenkloß, von Mutter⸗ leib her nackt und bloß, er bringt nichts mit auf diese Welt, kein Gut noch Geld, nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 5. Es hilft kein Reichtum, Geld noch Gut, kein Kunst noch Gunst noch stolzer Mut; fürn Tod kein Kraut gewachsen ist, mein frommer Christ, alles, was lebet, sterblich ist. 6. Heut sind wir frisch, ge⸗ sund und stark, und liegen morgen tot im Sarg; heut blühn wir wie die Rosen rot, bald krank und tot; ist allent⸗ halben Müh und Not. 7. Man trägt eins nach dem andern hin, wohl aus den Augen und dem Sinnz die Welt vergisset unser bald, ob jung, ob alt, auch unsrer Ehren mannigfalt. 8. Ach Herr, lehr uns be⸗ denken wohl, daß wir sind sterblich allzumal, auch wir allhie kein Bleibens habnz müssu all davon, gelehrt, reich, jung, alt oder schön. 9. Das macht die Sünd, du treuer Gott, dadurch ist kommn der bittre Tod, der nimmt und frißt all Menschen⸗ kind, wie er sie findt, fragt nicht, wes Stands und Ehrn sie sind. 10. Ich hab hier wenig guter Tag, mein täglich Brot ist Müh und Klag. Wenn mein Gott will, so will ich mit hinfahrn in Fried; sterbn ist mein G'winn und schadt mir nicht. 11. Und ob mich schon mein Sünd anficht, dennoch will ich verzagen nicht, ich weiß, kichtun, u Kunst x Mß ewachsen alles, ö isch, g9e⸗ ö d liegen heut osen rot, st allent⸗ t. ins nach ohl aus“ Sinnz er bald, 9 unsrer uns be⸗ wir sind wuch wir habnj hrt, reich, Sünd, durch ist od, der lenschen⸗ t, fragt nd Ehrn + wenig lich Brot Wenn will ich 55 sterb 18 schadt hon mein loch will ih wiß, Sterbe⸗ und Begräbnislieder. daß mein getreuer Gott für mich in Tod sein liebsten Sohn gegeben hat. 12. Derselbe mein Herr Jesus Christ für all mein Sünd gestorben ist und auf⸗ erstanden mir zu gut, der Hölle Glut gelöscht mit seinem teuren Blut. 13. Dem leb und sterb ich allezeit, von ihm der Tod selbst mich nicht scheidt. Ich leb od'r sterb, so bin ich sein, er ist allein der einig Trost und Helfer mein. 14. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in allem Kreuz und Traurigkeit. Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus mei⸗ nem Grab. 15. Mein lieben Gott von Angesicht werd ich anschaun, dran zweifl ich nicht, in ewger Freud und Seligkeit, die mir bereit; ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! 16. O Jesu Christe, Gottes Sohn, der du für uns hast gnug gethan, ach schließ mich in die Wunden dein, du bist allein der einig Trost und Helfer mein. 17. Amen, mein lieber from⸗ mer Gott, bescher uns alln ein selgen Tod! Hilf, daß wir mögen allzugleich in dei⸗ nem Reich bald mit dir leben ewiglich. Johann Leon 4 1597. 389 Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 581 Hir, Helfer, hilf 1 in Angst und Not, erbarm dich mein, du treuer Gott! Ich bin ja doch dein liebes Kind trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott mein Herr. Wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ, du mein Gott und Erlöser bist. 3. Des freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muts und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein Wort. Hilf, Helfer, hilf, du treuer Hort! 1596. Eigene Melodie. —582 Heiu thut mich verlangen nach einem selgen End, weil ich hie bin umfangen mit Trübsal und Elend. Ich hab Lust ab⸗ zuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald! ö 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd,‚ Tod, Teufel, Höll, es hat dein Blut gekostet; drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein selges Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß 390 ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; des freu ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, doch auferwecket wer⸗ den durch Christum schön ver⸗ klärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in Himmelsfreud und Wonnez was schadt mir denn der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu bleiben länger hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte, es währt nur kurze Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, was mir und ihn'n bringt Leide, doch tröst mir meinen Mut, daß wir in größern Freuden zusammen werden kommn und bleiben ungeschie⸗ den im himmelischen Thron. 7. Ob ich auch hinterlasse betrübte Waiselein, dern Not mich über Maße jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen mei⸗ nem Gott; er wird sie wohl versorgen, retten aus aller Not. 8. Was thut ihr so sehr zagen, ihr armen Waiselein? Sollt' euch Gott Hülf ver⸗ sagen, der speist die Raben klein? Frommer Witwen und Waisen ist er der Vater treu, Sterbe⸗ und Begräbnislieder. er kann und will sie speisen; das glaubt ohn alle Scheu. 9. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauret nicht allzu sehre über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben! Wir werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 10. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein: Gieb mir ein seligs Ende, send mir die Engel dein, führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast durch dein Leiden und Sterben und blutiges Verdienst. 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ, den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist! Hilf mir ritterlich ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Christoph Knoll g. 1563 f 1621. Philipper J, 2I. Eigene Melodie. 583 Cbristus der ist * mein Leben, und Sterben mein Gewinnz ihm hab ich mich ergeben, mit Freud fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mag zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not, zir werdn er wieder Ewigkeit nich ganz r Christ in seligs ngel dein, ben, das irch dein en und ja nicht err Jesu Glauben ler Frist. igen, dein t Macht, h singen racht! 63 f 16²1. — der ist KLuben, Hewinn jeben, mit n. t ich Vohl m Bruddt ——— ihm sin. erwunden und Not, Sterbe⸗ und Begräbnislieder. durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, wenn ich nicht mehr kann sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Mein Herz, Sinn und Gedanken zergehn schon als ein Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht. 6. Drum laß mich an dir kleben wie eine Klett am Kleid, und ewig bei dir leben in dei⸗ ner Seligkeit! 7. Fein selig, sanft und stille, gleich als vom süßen Ton, schlaf ich, weils Gottes Wille, mein Trost ist Gottes Sohn. 8. Ich sing im Himmels⸗ throne ihm nun Lob, Ehr und Preis, wo ich nun ewig wohne in jenem Paradeis. 1609. Nach dem Hannov. Gsb. Eigene Melodie. 584 Herr Jesu Christ, 8 meins Lebens Licht, mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins himm⸗ lisch Paradeis; da ist mein rechtes Vaterland, woran du hast dein Blut gewandt. 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar 391 wenig Kräfte hat, allein mein Seele schreit in mir: Herr, 50 mich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein in meiner letzten Todespein, dein Blut⸗ schweiß mich tröst und erquick, mach mich frei durch dein Band und Strick! 5. Dein Backenstreich und Ruten frisch der Sünden Strie⸗ men mir abwisch, dein Hohn und Spott, dein Dornenkron, laß sein mein Ehr, mein Freud und Wonn! 6. Dein Durst und Gallen⸗ trank mich lab, wenn ich sonst keine Stärkung hab, dein Angstgeschrei komm mir zu gut, bewahr mich vor der Hölle Glut! 7. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in meinem Herzen schrei, hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen werden blind. 8. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir der Tod das Herze bricht, behüte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 9. Dein Kreuz laß sein mein Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heilges Grab, die reinen Grabetücher dein laß meinen Sterbekittel sein! 10. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf mein letzte Heimfahrt bau; thu mir 392 die Himmelsthür weit auf, wenn ich beschließ meins Le⸗ bens Lauf. 14. Am jüngsten Tag er⸗ weck mein Leib, hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht treffe dein Gericht, welchs das erschrecklich Urteil spricht. 12. Alsdann mein Leib ver⸗ neure ganz, daß er leucht wie der Sonne Glanz und ähnlich sei dein'm klaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. 13. Wie werd ich dann so fröhlich sein, werd singen mit den Engeln dein und mit der Auserwählten Schar dein Antlitz schauen ewig klar! Martin Behm g. 1557 f 1622. Eigene Melodie. 585 VI will ich dir geben, du arge, falsche Welt, dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht ge⸗ fällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Be⸗ gier, da wird Gott herrlich loh⸗ nen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon, verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut, laß selig mich abscheiden, setz mich in dein Erbgut! 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröh⸗ Sterbe⸗ und Begräbnislieder. lich sein. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Not, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deiner offnen Seit, rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit! Der ist wohl hie gewesen, wer kommt ins himmlisch Schloß; ewig ist der genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam aufs beste ins Buch des Lebens ein und bind mein Seel gar feste ins schöne Bündelein der, die im Himmel grünen und vor dir leben frei, so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sei. Valerius Herberger g. 1562 1627. Eigene Melodie. 586 Ha Gott, nun schleuß den Him⸗ mel auf, mein Zeit zum End sich neiget; ich hab vollendet meinen Lauf, des sich mein Seel sehr freuet. Hab gnug gelitten, mich müd gestritten, schick mich fein zu zur ewgen Ruh, laß fahren, was auf Er⸗ den, will lieber selig werden. 2. Wie du mir, Herr, be⸗ fohlen hast, hab ich mit wahrem Glauben mein lieben Heiland aufgefaßt in mein Arm, dich zu schauen. Hoff zu bestehen, will frisch eingehen vom Thrä⸗ nenthal zum Freudensaal, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. haden zu Der ist r konmnt 55 ewig bleibt in mum aus bens ein gar feste der, die und vor ich ewig treue sei. 62716²⁷. tt, nun den Him⸗ um End bollendet ich mein ab gnug sctritten, ewgen auf Er⸗ werden. herr, be⸗ twahten Heiland Irm, dich hestehen, M Thrä⸗ saal, laß den, M Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon im Frieden zu dir fahren, befiehl mich Christo, deinem Sohn! Der wird mich wohl bewahren, wird mich recht führen, im Himmel zieren mit Ehr und Kron; fahr drauf da⸗ von, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. Tobias Kiel g. 1584 1 1627. Eigene Melodie. 587. Fweme Sat⸗ und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jam⸗ merthal. Aus der Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann, daß sich ende seine Bahn, so hab ich ge⸗ wünschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornenspitzen gar, also auch, die Christen gehen stets in Angsten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch 393 und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz sind unsre Tag; wenn wir nur geboren werden, findt sich Jammer gnug auf Erden. 5. Wenn die Morgenröt herleuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher schleichet, Müh sich findt an allem End. Unsre Thränen sind das Brot, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn nicht mehr thut scheinen, ist auch lauter Klag und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei von mir jetzund nicht ferne, weil dein Blut mich hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut, ach sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 7. In dein Seite will ich fliehen bei dem bittern Todes⸗ gang, durch dein Wunden will ich ziehen in das himmlisch Vaterland. In das schöne Paradeis, drein der Schächer that sein Reis, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör auch ganz verschwindt, meine Zung nicht mehr kann sprechen, mein Ver⸗ stand sich nicht besinnt, bist du doch mein Licht und Hort, 394 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Leben, Weg und Himmelspfort, du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 9. Laß dein Engel mit mir fahren auf Elias Wagen rot, meine Seele wohl bewahren, wie einst Lazarum im Tod. Laß sie ruhn in deinem Schoß und erfülle sie mit Trost, bis der Leib kommt aus der Er⸗ den und sie beid vereinigt werden. 10. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren und auf ewig trium⸗ phieren. 16²0. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 588 Qch hab mich Gott 2 8 ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist kein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn, in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein, mich nicht zu sehr beladen, weil ich wegfertig bin, in Got⸗ tes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach selge Freud und Wonne hat mir der Herr be⸗ reit, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt fleißig ja in acht, in Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach! V. 1. Johann Leon, V. 2—4 Joh. Siegfried g. 156471637. Eigene Melodie. 589 Mochs mit mir, Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden! Ruf ich dich an, ver⸗ sag mirs nicht! Wenn meine Seel will scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ! Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du wirst mirs nicht verderben. Ach du bist doch von mir nicht fern, wenn ich gleich hier muß sterben, verlassen meine liebsten Freund, die's mit mir herzlich gut ge⸗ meint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deine Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch schaen, ine A Gnaden ahin. Ott ihr Humal! weinen, Qual. ch heute acht, in de fahrt ann Leon, 6411657. nit mir, „ nach ümeinem an, ber⸗ in meine nimm nd! Ist as End. folgen, est mits du bist U„, wenn sterben, Freund, gut ge⸗ eib sanst Izu dit 1e Hand Tod ins ist dot Sterbe⸗ und Begräbnislieder. nur ein Thränenthal, Angst, Not, Müh, Arbeit überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt, die Sünd mir können nichts mehr schaden, an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Was wollt ich denn lang traurig sein, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Un⸗ schuld rein wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt, bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Herm. Schein g. 1586 f 1630. Mel. Herr, ich bekenn von Herzensgrund. 590 Mein Lauf, Gott Lob, ist bald vollbracht, Welt, gute Nacht, wir müssen uns nun scheiden. In Jesu Namen sanft und still ich wandern will zur Seligkeit mit Freuden. In dieser Welt war mir bestellt nur Angst und Not, zuletzt der Tod, jetzt endet sich mein Leiden. 2. In Jesu Namen schlaf ich ein, er führt allein mich aus dem Tod ins Leben; sein an dem Kreuz vergoßnes Blut kommt mir zu gut, macht fröh⸗ lich mich daneben. Der edle Saft bringt rechte Kraft, stärkt mir mein Herz in Todes⸗ 39⁵5 3. In Jesu Namen fahr ich hin, denn mein Gewinn ist Christus, wenn ich sterbe. Ich weiß, daß er mich nicht verläßt, und glaube fest: Im Tod ich nicht verderbe, mir ist bereit in Ewigkeit von Gottes Sohn die Ehrenkron, das rechte Him⸗ melserbe. Georg Werner g. 1589 f 1643. Eigene Melodie. 591 Qch bin ja, Herr, e 8 in deiner Macht, du hast mich an dies Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben; du kennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammerthal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode ringen, wenn aller Sinne Kraft gebricht? Thust du es, Gott mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor mir in großer Hitz, ohn Kraft, ohn Zier, mit höchster Herzensangst befallen, Gehör und Rede nehmen ab, die Augen werden mir ein schmerz, kann Freud und Wonne geben. Grab, doch kränkt die Sünde mich vor allen, des Satans 396 Anklag hat nicht Ruh, setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton und seh auch den Gerichts⸗ tag schon, der mir auch wird ein Urteil fällen. Hier weiset mein Gewissensbuch, da aber des Gesetzes Fluch mich Sün⸗ denkind hinab zur Höllen. Wer hilft mir nun in dieser Not, wo du nicht, Gott, du Todes Tod? 5. Der Teufel hat nicht Macht an mir, ich habe bloß gesündigt dir, dir, der du Missethat vergiebest. Was maßt sich Satan dessen an, der kein Gesetz mir geben kann, nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin, ich weiß, daß ich des Herren bin. 6. Herr Jesu, ich, dein teures Gut, bezeugs mit deinem eig⸗ nen Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre! Was giebest du mich fremder Hand und hast so viel an mich gewandt? 7. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du lässest mich, dein wahres Teil, zu tief in deinen Wunden sitzen. Hie lach ich aller Macht und Not, es mag Gesetz, Höll oder Tod auf mich her donnern oder blitzen. Die— weil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines Fremden sein. Simon Dach g. 1605 7 1659. Sterbe- und Begräbnislieder. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 592 D. Herrlichkeit der Erden muß Rauch und Asche werden, kein Fels, kein Erz kann stehn. Dies, was uns kann ergetzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen, als schlechte Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben, der immer um muß schweben, als nur ein Schattenbild der Zeit? 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterb⸗ lich achten, ist nur ein fal⸗ scher Wahnz sobald der Geist gewichen, und dieser Mund erblichen, fragt keiner, was man hier gethan. 4. Es hilft kein weises Wissen, wir werden hingerissen ohn einen Unterschied. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 5. Dies alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nützen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 6. Ist eine Lust, ein Scher⸗ zen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 9 lassen. keit der. Mauch in Felh, Dits, en, was wird als aehn. Sachen, chen, als Was ist er immer nur ein ich dem unsterb⸗ ein fal⸗ der Geist Mund was man 1 weises ngerissen H. Was Menge? nge, dem zu weit. rrinnen, ewinnen erwitbt. besitzen, t nützenʒ 5, Wenn N Scher⸗ heimlic ndangs omit Wir du Eht n Hohn 7 Sterbe-⸗ und Begräbnislieder. 7. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unvergänglich sein? Es mag vom Totenreihen kein Zepter dich befreien, kein Pur⸗ pur, Gold noch edler Stein. 8. Wie eine Rose blühet, wenn man die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehns abfällt, 9. So wachsen wir auf Erden und denken groß zu werden und schmerz⸗ und sorgenfrei, doch eh wir zuge⸗ nommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 11. Ruf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Ge⸗ schenke den Augenblick nur dein. Was du zuvor genossen, ist als ein Strom verschossen, und wessen wird das Künftge sein? 12. Verlache Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre und geh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 13. Wohl dem, der auf ihn trauet, er hat recht fest gebauet. Und ob er hier gleich fällt, —33⁰ wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. Andreas Gryphius g. 1616 f 1664. Eigene Melodie. 593 Ac wie flüchtig, ach wie nichtig ist des Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre⸗ Schöne, sehet! 5. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Glücke! Wie sich eine Kugel drehet, die bald da, bald dorten stehet, so ist unser Glücke, sehet! 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Ehre! Über den, dem man hat müssen heut die Hände höflich küssen, geht man morgen gar mit Füßen. 398 Sterbe- und Begräbnislieder. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Wissen! Der das Wort konnt prächtig führen und vernünftig dis—⸗ curieren, muß bald allen Witz wadierni 8. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Dich-— ten! Der, so Kunst hat lieb gewonnen und manch schönes Werk ersonnen, ist dem Tode nicht entronnen. 9. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Pran⸗ gen! Der in Purpur hoch vermessen ist als wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 10. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist des Menschen Herr-⸗ schen! Der durch Macht ist hoch gestiegen, muß zuletzt aus Unvermögen in dem Grab er— niedrigt liegen. 11. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Flut entstehen, dadurch, eh wir uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. 12. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und ver— gehen; wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Michael Franck g. 1609 1 1667. Eigene Melodie. err, nun laß in 5 94. He/ Friede, lebenssatt und müde, deinen Diener fah— ren zu den Himmelsscharen selig und im Stillen, doch nach deinem Willen! 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erbenz Christus mich geleitet, welchen Gott be— reitet zu dem Licht der Heiden, das uns setzt in Freuden. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, ritterlich gekämpfet, manchen Feind ge— dämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. 4. Thränen muß ich lassen, weinen ohne Maßen, schwere Gänge laufen mit der Christen Haufen, über Sünde klagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehrsoll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden, Gott will mich erlösen bald von allem Bösen; es soll besser werden, als es war auf Erden. 6. Frieden werd ich finden, ledig sein von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr müssen streiten; mich soll ganz umgeben himmlisch Freuden- leben. 7. Mir ist beigeleget, wo man Zepter träget, eine schöne Krone schon zum Gnadenlohne; da werd ich ergetzet und zur Ruh gesetzet. 8. Mein Erlöser lebet und mich selber hebet aus des Todes Kammer;z da liegt aller Jammer. Fröhlich, ohne Schrecken, will er mich aufwecken. seihe miit ohn ner fah⸗ schaten och nach sterben Christus Hott be⸗ Heiden, den. estritten, ritterlich eind ge⸗ gehalten lassen, schwere Christen klagen, ragen. wenden, 9 enden, sen bald es soll war auf finden, hen und ht Mehr oll ganz Freuden⸗ get, wo ne schöne enlohnez und zur ebet und 5 Todes Jammer, an, will Sterbe- und Begräbnislieder. 9. Dieser Leib soll gehen und in Klarheit stehen, wenn die Toten werden erstehn von der Erden; Christum werd ich schauen, darauf kann ich trauen. 10. Christo will ich singen, Lob und Ehre bringen, rühmen seine Güte mit Seel und Ge⸗ müte, preisen seinen Namen ohn Aufhören. Amen. David Behme g. 1605 f 1657. Psalm Ji9, 10. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 595 Qch bin ein Gast 8 auf Erden und hab hier keinen Stand, der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reis ich aus und abe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnaden⸗ gabe, die schließt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt, Blitz, Donner, Wind und Regen hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuld, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad 399 wir uns noch täglich halten, wenns fehlt am guten Rat; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben als solche große Leut? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 7. Mein Heimat ist dort droben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nachdems ihm wohl⸗ gefällt. 8. Zu dem steht mein Ver⸗ langen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle, das meist ist Herzeleid. 9. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse 400 mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein selges Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft! 10. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, du, meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nebst andern leuchten soll. 12. Da will ich immer woh⸗ nen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Eigene Melodie. elt ade, ich bin 596. dein müde, ich will nach dem Himmel zu; da wird sein der rechte Friede und die stolze Seelenruh. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. Sterbe- und Begräbnislieder. 2. Wenn ich werde dahin kommen, bin ich aller Krank⸗ heit los und der Traurigkeit entnommen, ruhe sanft in Got⸗ tes Schoß. In der Welt ist Angst und Not, endlich gar der bittre Tod; aber dort ist allezeit Friede, Ruh und Selig⸗ keit. 3. Was ist doch der Erde Freude? Nebel, Dampf und Herzeleid); hier auf dieser schwarzen Heide sind die Laster ausgestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit, in dem Him⸗ mel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöne singet Gottes auserwählte Schar, heilig, heilig, heilig klinget in dem Himmel immer⸗ dar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn und ein steter Jam⸗ merton; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 5. Nichts ist hier denn lauter Weinen, keine Freude bleibet nicht; will uns gleich die Sonne scheinen, so verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Not, Sorgen und der bittre Tod, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Selig⸗ keit. 6. Nun, es wird dennoch geschehen, daß ich auch in kurzer Zeit meinen Heiland werde sehen in der großen Herrlichkeit. Denn bei uns ist lauter Not, Müh und Furcht, zuletzt der e dahin Krunk⸗ aurigkeit in Got⸗ er Erde upf und fdieser ie Laster i dir ist sts denn m Him⸗ uh und schͤne erspählte „ heilig immer⸗ t Spott er Jam⸗ k allezeit eligkeit. in lauter bleibet Sonne ie Nacht dir ist gen und Himmel dSelig⸗ dennoch in kurzet berde klichkeit. ter Not, lecht der Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 7. O wer nur dahin ge⸗ langet, wo jetzund der schöne Chor in vergüldten Kronen pranget und die Stimme schwingt empor! Denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Thun ist Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr, drinnen ich mich kann besprechen mit dem Schön⸗ sten für und für? Welt, du hast nur Sturm und Streit, lauter Qual und Traurigkeit; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 9. Jetzt will ich mich fertig machen, daß mein Thun vor Gott besteh, daß wenn alles wird zerkrachen, es heißt: Komme! und nicht: Geh! Welt, bei dir ist Angstgeschrei, Sorge, Furcht und Heuchelei, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. Joh. Georg Albinus g. 1624 1 1679. Eigene Melodie. 597 Alle Menschen 8 müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heuz was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib der muß verwesen, wenn er anders soll genesen der so großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 401 2. Drum so will ich dieses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich ge⸗ storben, und sein Tod ist mein Gewinn, er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freud dahin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreieinig⸗ keit. 4. Da wird sein das Freuden⸗ leben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron; da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen woh⸗ nen, die Propheten allzumal; wo auf ihren Ehrenthronen sitzet der zwölf Boten Zahlz; wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren; da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne, jetzund gehet auf die Sonne, 26 40² jetzund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag! 7. Ach ich habe schon er⸗ blicket alle diese Herrlichkeit, jetzo werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit der güldnen Ehrenkrone, stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Joh. Georg Albinus g. 1624 1679. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. 598 Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewig⸗ keit! Wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt hievon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht be— steht, gleichwie ihr dieses täg⸗ lich seht. 3. Nur du, Jehova, bleibest mir das, was du bist, ich traue dirz laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn, gieb, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not? Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schat⸗ Sterbe- und Begräbnislieder. ten zu, bedenk es nu, du kommst sonst nicht zur wah⸗ ren Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Narren Lust, mir ist das höchste Gut bewußt, das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor dei⸗ nem Throne steh! Du unter⸗ dessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. Joachim Neander g. 1650 1 1680. Eigene Melodie. —599 Wer weiß, wie nahe * mir mein Ende? Hin geht die Zeit, her kommt der Todz; ach wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 4. Hau stin in 0 will Mei Chr meir 5 den Mir in d klit ich Me gut nu, ‚ll ur wah⸗ Narren ste Gut nur, das Dqie, in Her in, wenn vor dei⸗ u Unter⸗ stetig ich iche dich. 071 1680, wie nahe m Ended kommt eschwinde nen meine 1,Fich bitt Machs e gutl acht leicht S am 23 denn Erden, doͤgfaht. tt durch nur mit ͤtets mein wenn ich die Secl Hken und ne Buß. tt durch nur mit 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 5. Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer mir die Welt, gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewig⸗ keit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut! Machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jesu zu, darein ich mich festgläubig winde; das giebt mir recht er⸗ wünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 7. Ich weiß in Jesu Blut und Wunden hab ich mir recht und wohl gebett; da find ich Trost in Todesstunden und alles, was ich gerne hätt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 8. Nichts ist, das mich von Jesu Woede nichts, es sei Leden oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesum ange— zogen schon längst in meiner Sterbe- und Begräbnislieder. 403 heilgen Taufz du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 10. Ich habe Christi Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 11. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Hn glückt, ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Blut schön ausge- schmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 12. Ich leb indes in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmernis. Mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin des ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut! Amilie Juliane, Gräfin zu 5364 ⸗Rudolst. g. 1637 ½ 1706. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 600 Mein Jesus kommt, 2 mein Sterben ist vorhanden, ich werde frei von dieses Leibes Banden. Wie soll ich aber wohl und selig sterben, dein Reich ererben? 26* 404 2. Wie du, mein Jesus, bist am Kreuz gestorben und hast dadurch das Leben uns er⸗ worben, so laß auf deinen Tod mich auch abscheiden zu deinen Freuden. 3. Und was du noch zuletzt hast ausgesprochen und deines Vaters Herz damit gebrochen, das will ich dir, indem die Augen brechen, getrost nach— sprechen. 4. Vergieb, o Vater, denen, die mich hassen, die wider mich Neid, Eifer ausgelassen; ver⸗ gieb doch, weil die Feinde nicht verstehen, was sie begehen. 5. Vergieb auch mir, o Vater, meine Sünde und was ich jetzt noch Böses an mir finde; ich bin von Fleisch und Blut oft übereilet von dir geteilet. 6. Ich hab, o Jesu, Seele, Leib und Leben in meinem Testament dir übergeben, du wirst die Meinen auch heut oder morgen hier wohl ver⸗ sorgen. 7. Ich übergebe sie zu deinen Handen, behüte sie vor Sünden, Schmach und Schanden; du wirst, o Vater, diesen meinen Willen an mir erfüllen. 8. Drauf wendet sich mein Herz von dieser Erden. Dein Paradies das soll mir eigen werden, dein Paradies, das schöne, das wird heute mir stehn zur Beute. 9. Ach Jesu, zeige mir jetzt deine Güte, gieb mir ein him⸗ Sterbe⸗ und Begräbnislieder. meldringendes Gemüte, daß ich ergreife dort zum Gnadenlohne die schöne Krone. 10. Zwar Hölle, Teufel fan⸗ gen an zu quälen und streben mir nach meiner armen Seelen, weil ich dein Wort in dieser Sündenhütten hab überschrit⸗ ten. 14. Ich aber will die Seuf⸗ zer tiefer fassen: Mein Gott, mein Gott, du wirst mich nicht verlassen, dieweil du selbst von Gott verlassen hingest und mich umfingest. 12. Mein Herze dürstet nach dir und ich ächze, ich seufze nach dem Himmel, ach ich lechze nach dir, nach dir mit großem Durst, ich Armer, du mein Erbarmer! 13. Ach laß mich nicht in meiner Not versinken, laß mich die Kraft aus deinen Wunden trinken, ich dürste wie ein Hirsch, laß dich erblicken, mich zu erquicken! 14. Jetzt kommt der Trost, mein Herz hat sich gelabet, Jesu, mit deinem Blut bin ich begabet; es ist vollbracht, was übrig ist gewesen, ich bin genesen. 15. Nun ist vollbracht mein Leiden, Kreuz und Jammer; mein schwacher Leib schläft sanft in seiner Kammer und wartet nur, bis Jesus diese Glieder mir giebet wieder. 16. Ich gebe dir den Geist in deine Hände, o Jesu, löse dah Sp mm Una dem stell Hll Nu „daß ich denlohne fel fan⸗ streben Serlen, in dieset erschrit⸗ ie Seuf⸗ in Gott, lich nicht elbst von est und stet nach h seufze ich lechge t großem du mein nicht in laß mich Wunden wie ein en, mich 1 Trost, gelabet, lut bin llbracht, ich bin acht mein Jammer chläst mer und diest eder. en Geist Sterbe- und Begräbnislieder. nun des Leibes Bande! Ich bleibe dir, ich sterbe deinem Namen. Jesu, sprich Amen! Michael Hunold g. 1621 1672. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 601. Ich sterbe täglich, eilt immerfort und mein Leben zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her; ach wer nur immer fertig wär! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schließt keinen aus, mein Leib ist auch ein Totenhaus. 3. Es kann vor Abend an⸗ ders werden, als es am Mor⸗ gen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Totenbahr. Ein einzger Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 4. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Land der Toten. Wohl dem, der Haus und Herz be— stellt, denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an Einem Augenblick. 40⁵ 5. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand, wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, wenn Fall und Tod beisammen sein. Doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt, drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist. Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. ö 8. Kann ich nicht segnen mehr die Meinen, so segne du sie, Herr, für mich, und wenn sie bittre Thränen wei⸗ nen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein! 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf, ver⸗ kürze mir des Todes Schmer⸗ zen und hole mich zu dir hin⸗ auf, so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, den⸗ noch selig sein. Benjamin Schmolck g. 1672 1737. 406 Eigene Melodie. 602. Uiier Lilien jener Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleug behende! Jesu Hände öffnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiff⸗ leins, laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht ent⸗ rücket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen und nicht eilen? Nein, ich eil ins Him⸗ melszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glauben mir nichts rauben, Glauben, der durch alles dringt. Nach dir sehnt sich meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei, du kannst durch des Todes Thüren träumend führen und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen, Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt Sterbe-⸗ und Begräbnislieder. danieder, meine Glieder wer⸗ den fröhlich auferstehn. 8. Gotteslamm, dich will ich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben, hole mich, mein Gott, zu dir! J. L. Konr. Allendorf g. 16934 1773. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 603 Ei wie so sanft 8 entschliefest du nach manchem schweren Stand und liegst nun da in süßer Ruh in deines Heilands Hand. 2. Sein Leiden hat dich frei gemacht von aller Raag und Pein, sein letztes Wort: Es ist vollbracht, das singt dich lieblich ein. 3. Du läßt dich zur Ver⸗ wandelung in dies Gefilde sän mit Hoffnung und Versicherung, viel schöner aufzustehn. 4. Verbirg dich unserm An⸗ gesicht im kühlen Erdenschoß! Du hast das Deine ausgericht, empfängst ein selig Los. 5. Wir wissen, daß der Bräutigam, der ewig treue Hirt, dich, sein schon hier ge⸗ liebtes Lamm, auch dort nicht lassen wird. 6. Er führe seine ganze Herd, die sich zu ihm gesellt, und die ihm ist so teur und wert, auch vollends durch die Welt! Nach G. Neumann g. um 1688 f 1782. r wer⸗ ich will öben nit r. Du ben nir in Gott, 9371773 ndet hat, 0 sanft efest du Stand n süßer. 6 Hand. at dich rAngst Wort: as singt ur Ver⸗ filde sän icherung, . m An⸗ enschoß! ögkricht, o8. daß der ig treul hier ge⸗ ort nicht galze geseltt, ö er und Urch dit 87115. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 60 4 Meine Lebenszeit 2 verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe; wenig Tage sind vielleicht, die ich noch zu leben habe. Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun, diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das der wahre Glaube giebt, wird dir deinen Tod versüßen. Dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Daß du dieses Herz er⸗ wirbst, fürchte Gott und bet und wache! Sorge nicht, wie früh du stirbst, deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur, den Tod nicht scheun, lern auch, seiner dich erfreun. 5. Überwind ihn durch Ver⸗ traun, sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meinen Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht, nahm dem Tode seine Macht. 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein ver⸗ senken, sprich: Herr, daß ich Sterbe⸗ und Begräbnislieder. bedenken! Lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert g. 1715 f 1769. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 605 Geht nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde, von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Him⸗ mels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab, meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet, lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden schei⸗ den! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden werden Leiden, deine Schönheit Un⸗ bestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, Erde bin, lehre du mich selbst worin ihr erbleichet ganz. 408 6. Ihr, die nun in Trauren geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, tröstet froh des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus den Schatten, aus den Schemen), aus dem Eitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts.) Wesenlose Bilder. Ps.39,7. 8. Weinet nicht: mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzens⸗ wunden, woraus einst sein frommes Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht: mein Er⸗ löser lebt; hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt g. 1769 f 1860. Mel. Christus der ist mein Leben. ö 606 m Grabe stehn wir stille und säen Thränensaat, des lieben Pilgers Hülle, der ausgepil⸗ gert hat. 2. Er ist nun angekommen, wir pilgern noch dahin; er ist nun angenommen, der Tod war ihm Gewinn. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 3. Er schaut nun, was wir glauben, er hat nun, was uns fehlt, ihm kann der Feind nichts rauben, der uns versucht und quält. 4. Ihn hat nun als den Seinen der Herr dem Leid entrückt, und während wir hier weinen, ist er so hoch beglückt. 5. Er trägt die Lebenskrone und hebt die Palm empor und singt vor Gottes Throne ein Lied im höhern Chor. 6. Wir armen Pilger gehen hier noch im Thal umher, bis wir ihn wiedersehen und selig sind wie er. K. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. Siehe auch Nr. 432 bis 436. Beim Tode der Ehefrau. Mel. Wenn mein Stündlein vor⸗ handen ist. 607 Ach Gott, ich muß — in Traurigkeit mein Leben nun beschließen, dieweil der Tod von meiner Seit so eilends hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein, des muß ich jetzt be⸗ raubet sein. Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freund⸗ lichkeit gedenk in meinem Her⸗ zen, die sie mir hat zu jeder Zeit in Freud und auch in Schmerzen erwiesen ganz be⸗ ständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. was wir Has uns 1d nichts icht und als den m Leid nd wir so hoch enskrone por und rone ein er gehen her, bis nd selig 111859. 436. hefrau. Eein vor⸗ ich muß aurigkeit chließen, meiner gerissen Tugend jcht be⸗ un mein Freund⸗ em Her⸗ 100n auch II anj be⸗ Ij und 1 Anhst Sterbe- und Begräbnislieder. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar verschwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: Die best ist doch getraute Treu, die muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr mir geht ein scharfes Schwert jetzund durch meine Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, Herre Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich in Leid verzagen. 5. O treugeliebtes, selges Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst möcht wenden. Ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz ge⸗ wandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, kein Trüb⸗ sal, Weh und Not kann dich jetzund verletzen. Im Himmel thut der fromme Gott mit Liebe dich ergetzen. Die Seele schaut mit Lust und Freud die heilige Dreifaltigkeit mit allen Auserwählten. 7. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir. Da werd ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn und Lust, die deine Seele täglich kost, drauf ich mich herzlich freue. 409 8. O wie mit großer Freudig⸗ keit wolln wir einander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr tren⸗ nen. Ach welche Freude wird dann sein, wenn ich die, die ich jetzt bewein, mit Freude werd umfangen! 9. Dies will ich stets in meinem Leid mir zu Gemüte führen, erwarten in Geduld die Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes steh bei mir und mich durch seinen Geist regier zu seines Namens Ehre! Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Dod und Begräbnis von Kindern. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 608 ort Lob, die 2 Stund ist kommen, da ich werd aufge⸗ nommen ins schöne Paradeis. Ihr Eltern dürft nicht klagen, mit Freude sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis! 2. Kurz ist mein irdisch Leben, ein bessers wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not verderben, mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Gott eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 410 4. Wie öfters wird verführet manch Kind, an dem man spüret rechtschaffne Frömmig⸗ keit! Die Welt voll List und Tücke legt heimlich ihre Stricke, bei Tag und Nacht, zu jeder Jeit. 5. Ihr Netze mag sie stellen, mich wird sie nun nicht fäl⸗ len, sie wird mir thun kein Leid. Denn wer kann den verletzen, den Christus jetzt wird setzen ins Schloß voll-— kommner Sicherheit? 6. Zuvor bracht ich euch Freude, jetzt, nun ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz. Doch wenn ihrs recht betrach-— tet und was Gott thut, hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 7. Gott zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Wunden, er kennet jedermann. Nichts ist jemals geschehen, das er nicht vorgesehen, und was er thut, ist wohlgethan. 8. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden, in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm erhöhn, 9. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen ge⸗ denket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergiebt. 10. Ade, nun seid gesegnet! Was jetzund euch begegnet, ist Sterbe- und Begräbnislieder. andern auch geschehn, viel müssens noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wieder⸗ sehn. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 609 Nom lieg ich armes 1 Würmelein und ruh in meinem Kämmerlein, ich bin durch einen sanften Tod entgangen aller Angst und Not. 2. Was schadet mirs, daß mein Gebein muß in das Grab verscharret sein? Mein Seele schwebet ohne Leid in Him⸗ melsglanz und Herrlichkeit. 3. In solchem Schmuck, in solcher Zier prang ich vor Gottes Thron allhier; mein Jesus ist all meine Lust, mein Labsal, meine beste Kost. 4. Was frag ich nun nach jener Welt? Mein Jesus hier mich küßt und hält, in ihm erfreu ich mich allein, ohn ihn kann ich nicht fröhlich sein. 5. Mit Weinen war ich erst geborn, zum Jauchzen bin ich auserkorn; ich singe mit der Engelschar das ewig neue Jubeljahr. 6. Nichts Liebers meine Zunge singt, nichts reiner meinen Ohren klingt, nichts Süßers meinem Herzen ist, als mein herzliebster Jesus Christ. u, biel“ „ Nu, wahtenl wieder⸗ 5715H. —— ins Lebenz ch armes lein und merlein, ften Tod gst und rs, daß ae Grab in Seele in Him⸗ ichkeit. muck, in ich vor 13 mein st, mein 'ost. un nach sus hier in ihm ohn ihn sein. r ich erst bin ich mit der ih naue 7. Drum, liebe Eltern, höret auf zu klagen meinen kurzen Laufz ich bin vollkommen wor⸗ den bald, wer selig stirbt, ist gnugsam alt. 8. Drum legt die Hand auf euren Mund und seht auf Gott, der euch verwundt, der euch zu heilen ist bereit, wenns dienet eurer Seligkeit. 9. An jenem Tag wir wer⸗ den gehn, da vor Gott Groß und Kleine stehn, zur himme⸗ lischen Christtagsfreud mit höch⸗ ster Ehr und Herrlichkeit. Mich. Schirmer g. 1606 f 1673. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 610 Du bist zwar mein 2 und bleibest mein, (wer will mir anders sagen?) doch bist du nicht nur mein allein, der Herr von ewgen Tagen der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Sohn, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut williglich mir wün⸗ schen und erwählen. Ich wollte sagen: Bleib bei mir, du sollst sein meines Hauses Zier, an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb Sterbe⸗ und Begräbnislieder. in meinem Mut, in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr, Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, da Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach mei⸗ nem Sohn, und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel solle leben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht verschwindt, Gott spricht: Willkomm, du liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn, bei Gott kann keinem Leid ge⸗ schehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmermehr betrübet. 6. Wir Menschen sind ja auch bedacht die Unsrigen zu zieren; wir gehn und sorgen Tag und Nacht, wie wir sie wollen führen in einen feinen, selgen Stand, und ist doch selten so bewandt mit dem, wohin sie kommen, als wirs uns vorgenommen. 7. Wie manches junges, frommes Blut wird jämmerlich verführet durch bös Exempel, daß es thut, was Christen nicht gebühret. Da hats denn Gottes Zorn zu Lohn, auf Erden nichts als Spott und 412 Hohn, der Vater muß mit Grämen sich seines Kindes sche— „Ein solches darf ich ja nun nicht an meinem Sohn erwarten; der steht vor Gottes Angesicht und geht in Christi Garten, hat Freude, die ihn recht erfreut, und ruht von.— allem Herzeleid; er sieht und hört die Scharen, die uns all⸗ hier bewahren. 9. Er sieht und hört der]L Engel Mund, sein Mündlein hilft selbst singen; weiß alle Weisheit aus dem Grund und redt von solchen Dingen, die unser keiner noch nicht weiß, die auch durch unsern Fleiß und Schweiß wir, weil wir sind auf Erden, nicht aus⸗ studieren werden. 10. Ach sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den du auch geheiligt bist: ich weiß, ich würde müssen vor Fende Thränen gießen. 14. Ich würde sprechen: Bleib allhier, nun will ich nicht mehr klagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! nein, sondern: Komm, du Wagen Elias, hole mich ge— schwind und bring mich dahin, da mein Kind und so viel liebe Seelen so schöne Ding erzählen! 12. Nun, es sei ja und bleib also, ich Sterbe- und Begräbnislieder. will dich nicht mehr weinen; du lebst und bist von Herzen froh, siehst lauter Son-— nen drerd die Sonnen ewger Freud und Ruh; hier leb und bleib nun immerzu, ich will, wills Gott, mit andern auch bald hinüber wandern. 43 I. 1607 4 1676. Mel. Herzlich thut mich vexlangen. So hab ich ob⸗ 611. S gesieget, mein Lauf ist nun vollbracht, ich bin gar wohl Lramren, zu tausend guter Nacht! Ihr aber, meine Lieben, thut nicht so ängstiglich! Was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch sehr gut um mich. 2. Denkt, Vater, wie viel Sorgen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Mor rgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann wider⸗ sihren, das fürchtet, wer es liebt. Den Kummer könnt ihr sparen, drum seid nicht so betrübt. 3. Ach Mutter, laßt die Zähren, stellt euer Klagen ein, des Höchsten sein Begehren das muß erfüllet sein. Warum ihr jetzo weinet und gar zu kläglich thut, das ist sehr wohl gemeinet: Gott machet alles gut. 4. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Reis hinleget und kom- met glücklich an; die Freude, die empfindet ein Schiffer, wenn sch su sndet, mit. 5. Süut hinI hen, do leb in meines trifft! so dief 6. 6 mit K Siegsr nem H. Seelne Krone: rüͤhrt der he 7. gen, il hat de Herze Vater lich r stehet Augen 9. lichen Gottt werfet Gott nimms bei di der M 9. müßt schwal hald Vaterl Leid von Son⸗ wger und will, auch 1670, ngen, ob⸗ mein „ich t, zu Ihr nicht t ihr doch viel wache üstern d ost hider⸗ er es könnt cht so t die ein, shten arum ar l wohl alle eget wenn kom⸗ eude, wvenn sich schier ein sichrer Hafen findet, die spür ich jetzt bei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, immer hin! Ich freue mich von Her- zen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers Handz da trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 6. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegsmann prangt. Aus je- nem Himmelslenzen hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werte Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 7. Doch netzet ihr die Wan⸗ gen, ihr Eltern, über mir, euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier; des Vaters treue Liebe sieht sehn— lich in mein Grab, die Mutter stehet trübe Augen ab. 8. Ich war euch nur ge⸗ liehen auf eine kurze Zeit, will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott, nimms, du hast das Recht, bei dir steht Tod und Leben, der Mensch ist Gottes Knecht. 9. Daß ihr mein Grab müßt sehen, zeigt unsern schwachen Stand; daß es so— bald geschehen, thut Gottes Vaterhand. Gott wird das Leid euch stillen; ich sterbe und kehrt die Sterbe- und Begräbnislieder. —413 nicht zu jung, wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genung. (Nachruf der Betrübten.) 10. Fahr wohl, o liebe Seele, genieß der süßen Lust! Uns in der Trauerhöhle ist nichts hievon bewußt. Wann wird doch angelangen desselben Tages Schein, daß du uns wirst empfangen? O möcht er heute sein! Gottfr. Wilh. Sacer g. 1635 7 1699. Eigene Melodie. 612 Qeuch hin, mein Kind, denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich, doch weil es Gott gefällt, so unter⸗ laß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind, der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir jetzt wieder fortzuziehn. Zeuch hin, Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß ge⸗ schehen. Zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind, im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Angsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! —414 4. Zeuch hin, mein Kind, hinauf in Gottes Schul, da Gott selbst Lehrer ist, da lauter Lust, da du vor Gottes Stuhl beim Gott der Engel bist. Da kannst du deinem Jesu singen, die Himmelslieder lassen klin⸗ gen. Zeuch hin, mein Kind! 5. Zeuch hin, mein Kind, wir folgen alle nach, so bald es Gott befiehlt. Du eilest fort, eh sich das Ungemach in deine Jahre spielt. Wer lange lebt, steckt lang im SOeide, wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 6. Zeuch hin, mein Kind, die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seele ist entbunden, du hast im Herren Lieder von der Auferstehung. überwunden. Kind! Gottfr. Hoffmann g. 1658 f 1712. Zeuch hin, mein Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 613 Wenn kleine Him⸗ 8 melserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein, sie werden nur dort oben vom Vater aufgeho⸗ ben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Christum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden;z was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu sich entbeut? 3. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Johann Andreas Rothe g. 168841758. XXV. Vieder von der Auferstehung. 5. Melodie. 61 4. meine Zu⸗ berficht und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich; soll ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebtz warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff⸗ nung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glau⸗ benshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm tren⸗ nen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der widi ů nen, nicht, hrenne Uum Ul und fl herrlie ausge auferf lich eit lich se 0 erfreu Glied Traui Hugese Schw gen u 9. erheh Erder ergebt werde hinein zu sei Luise e nicht Haf⸗ t ihm lau⸗ gelegt kein tren⸗ muß Usche doch Erden, daß ich in der Herr⸗ lichkeit um ihn sein mög alle⸗ eit. ö 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, ken⸗ nen, ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 6. Was hie kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen; hie geh ich natür⸗ lich ein, dort da werd ich geist⸗ lich sein. 7. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Chri⸗ stus ruft euch wieder, wann die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erden⸗ kluft, lacht des Todes und der Höllen, denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen.“) Dann wird Schwachheit und Verdruß lie⸗ gen unter eurem Fuß. 0 1 Thess. 4, 17. 9. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüften dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht Lu sein. Luise Henriette, Kurfürstin von Bran⸗ denburg(2) g. 1627 1667. Lieder von der Auferstehung. —41⁵ Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 615 Es mag dies Haus, 1 das aus der Er⸗ den, nur immerhin zerbrochen werden, ein andres Haus wird uns erbaut. Gott selbst will diesen Bau vollführen, mit ewger Himmelsklarheit zieren, dran man nichts Unvollkomm⸗ nes schaut. Hinweg, was irdisch heißt! Mein Herz und ganzer Geist fleugt von hinnen, er⸗ greift dies Wort und ist schon dort an jenem selgen Freu⸗ denort. 2. Da wird kein Vorhang angetroffen, das Allerheiligste steht offen; o seligste Zufrie⸗ denheit! Hier, wo sich Fried und Freude küssen, giebt süße Wonne zu genießen die hei⸗ ligste Dreieinigkeit. Es naht uns freundlich hier der Engel schöne Zier, alle Frommen umfassen sich recht brüder⸗ lich; o Herz und Seele, freue dich! 3. Hier ist nur lauter Licht und Freude, hier kleidet uns nur weiße Seide der aller⸗ reinsten Heiligkeit; wir tragen lauter güldne Kronen, wir sitzen hier auf güldnen Thronen, hier wechselt sich gar keine Zeit. Hör auf, mein blöder Sinn, wo willst du endlich hin? Stille, stille! Geh ruhig ein, wo Gott allein wird alles und in allem sein. Jakob Baumgarten g. 1668 f 1722. 416 Mel. Was Gott thut, das ist wohl⸗ 616. J Qch freue mich der frohen Zeit, da ich soll auferstehen und Gott in schönster Herrlichkeit und meinen Heiland sehen, da ich soll sein in der Gemein der auserwählten Frommen und zu den Vätern kommen. 2. Ach käme bald der Tag heran, der Tag, dran mein Erlösung, der Tag, an dem ich hoffen kann die Freiheit und Genesung; da Engeln gleich im Engelreich ich werd ein Leben haben, wo Loben, Lieben, Laben. 3. Ich weiß durch meinen Jesum Christ, an den ich herz— lich gläube, der meine Aufer-⸗ stehung ist, daß ich im Tod nicht bleibe, und dieser Tag mir nicht sein mag ein Tag der Schmach und Schmerzen, wie den verruchten Herzen. 4. Ich hoffe dann den Gna⸗ denlohn durch Christum zu erlangen und vor des Aller-— höchsten Thron im schönsten Schmuck zu prangen. Komm, süße Zeit! Herr, mich bereit, Lieder vom Gerichte. daß sie mich mög erquicken und ewiglich beglücken. Peter Busch g. 1682 f 1744. Eigene Melodie. 617 Auserstehn, ja auf⸗ erstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halle- luja! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Hal⸗ leluja! 3. Tag des Danls, der Freudenthränen Tag, du mei⸗ nes Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann. Lebt ich im Heiligtume zu sei⸗ nes Namens Ruhme! Halle⸗ luja! 6½ Gottl. Klopstock g. 1724 1803. XXVIII. Vieder vom Gerichte. Eigene Melodie. des Zorns, 2. Zittern in der Erde Grün⸗ 0 146 wird des Richters Nahn ag 618. D2 Tag voll Grauen, verkünden, der die Herzen will da die Welt 3—— Herrn soll ergründen. schauen, nach dem Wort, dem wir vertrauen! 3. Wunderbar Posaunen-⸗ hallen wird durch jedes Grab 11 5. U entfalt. Welte zu halt 6. 2 dem 28 vor E herdien 7.L sagenꝰ wagen, agen? 8.4 König, land g Sünde — 2 daß du darum 10. suchen am Kr sonst A. Rache haft Zorns 12. ich glühen Gebet 13. Maril berziel Mir 0 seinen Pilger“ mehr. iligste dann. u sei⸗ Halle⸗ 1806 Hrün⸗ Nahn will unen⸗ Hrab erschallen, auf, zum Throne! rufend allen. 4. Erd und Tod wird sehn mit Beben das Geschöpf der Gruft entschweben, Antwort seinem Herrn zu geben. 5. Und ein Buch wird sich entfalten, drin die Schuld der Welt enthalten, über die Gericht zu halten. 6. Wenn er nun sitzt auf dem Throne, kommt alsbald vor Gottes Sohne alles zu verdientem Lohne. 7. Was soll dann ich Armer sagen? wer mich zu vertreten wagen, wo selbst die Gerechten zagen? 8. Furchtbar hoch erhabner König, Quell der Liebe, Hei⸗ land gnädig, mach du mich der Sünden ledig! 9. Jesu, deiner Lieb gedenke, daß du für mich kamst, bedenke, darum einst mir Gnade schenke! 10. Bist voll Schmerz mich suchen gangen, hast für mich am Kreuz gehangen, nicht um⸗ sonst sei Tod und Bangen. 11. Richter der gerechten Rache, deiner Huld mich teil⸗ haft mache, eh der Tag des Zorns erwache. 12. Gleich Verworfnen fühl ich Bangen; Schuld macht glühen meine Wangen, mein Gebet laß Gnad erlangen! 13. Du, der lossprach einst Marien und dem Schächer hast verziehen, hast auch Hoffnung mir verliehen. Lieder vom Gerichte. 417 14. Gar unwürdig ist mein Flehen, laß du, Heiland, Gnad mich sehen, nicht ins ewge Feuer gehen! 15. Von den Böcken wollst mich scheiden, zu den Schafen mich geleiten, stelln zu deiner rechten Seiten. 16. Ruf, wenn in die ewgen Flammen sinken, die du willst verdammen, mit den Deinen mich zusammen! 17. Sieh, nach dir streck ich die Hände, zum Zerknirschten, Herr, dich wende, o gieb mir ein selges Ende! 18. Tag voll Thränen, wo mit Grauen Gott die Kreatur soll schauen, auferstehend aus dem Grabe! Nimm die Schuld, Herr, allen abe! Frommer Jesu, Heiland du, schenke alln die ewge Ruh! Aus dem Lateinischen des Thomas von Celang um 1250: Dies irae, dies illa. Übersetzung von Bunsen. Eigene Melodie. 619 Wacht auf, ihr Christen alle, wacht auf und seid bereit in diesem Jammerthale, wacht auf, es ist schon Zeit! Der Herr wird nun bald kommen und zum Gerichte gehn, die Sünd'r wird er verdammen; wer wird vor ihm bestehn? 2. Geld, Gut kann da nicht raten, es hilft nicht hoher Mut, du mußt es kurz verlassen, wenn kommt der bittre Tod. Bist du gleich schön von Farben, 27 418 bist du gleich jung und reich, Gott kann dich bald verderben im Augenblick der Zeit. 3. Darum ihr Christen alle, die hier beisammen seid, laßt euren Hochmut fallen und wartet auf die Zeit! Wollt ihr bei Jesu leben, so sucht das ewge Gut, er wirds euch reichlich geben und helfen aus der Not. 4. Gotts Wort ist uns ge⸗ geben aus groß'r Barmherzig⸗ keit, daß wir darnach solln leben und machen uns bereit. So laßt uns das nun fassen und halten fest daran; wolln wir das nun verlassen, so ists mit uns gethan. 5. Ach wär der nicht ge⸗ boren, der Gottes Wort ver⸗ acht! Es ist mit ihm verloren, er wandert ganz in Nacht, voll Laster und voll Schande und spottet mit Gotts Wortz o weh, die Höllenbande er⸗ warten ihn schon dort. 6. Der Armen Not und Grämen laßt euch zu Herzen gehn, daß sie euch nicht be⸗ schämen, wenn ihr vor G'richt sollt stehn. Denn wer den Armen giebet, erlangt den Gnadenlohn; den, der sie hier betrübet, verdammt einst Got⸗ tes Sohn. 1545. Nach dem hannov. Gsb. 1648. 620. Eigene Melodie. ist gewißlich an der Zeit, daß Lieder vom Gerichte. in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Fromme. Da wird das Lachen werden teur, wenn alles wird vergehn im Feur, wie Petrus“) davon schreibet.*) 2 Petri 3, 7. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende, darauf bald werden auferstehn all Toten gar behende; die aber noch das Leben habn, die wird der Herr von Stunde an verwandeln und verneuen. 3. Darnach wird man ab⸗ lesen bald ein Buch, darin geschrieben, was alle Menschen, jung und alt, auf Erden habn getrieben; da denn gewiß ein jedermann wird hören, was er hat gethan in seinem ganzen Leben. 4. O weh demselben, welcher hat des Herren Wort verachtet und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut ge⸗ trachtet! Er wird fürwahr gar schlecht bestehn und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd angezeichnet funden. Dar⸗ an ich denn auch zweifle nicht, denn du hast ja den Feind gericht und meine Schuld be⸗ zahlet. 6. Derhalben mein Für⸗ sprecher sei, wenn du nun wirst erscheinen, und lies mich aus Gottes Sohn wird kommen üdem Buche frei, darinnen stehn * 4 ö ö ö ö ichket, omme. yerden ergcehn davon ri 3, 7. ᷑hören Ende, erstehn ez die habn, Stunde neuen. in ab⸗ darin nschen, habn siß ein was er ganzen velcher rachtet ih und it ge⸗ hr gar it dem Shristo selben unden, ligkeit „Dar⸗ nicht, Feind [d be⸗ Für⸗ wirst as stehn die Deinen; auf daß ich samt den Brüdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns hast erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage; den Menschen wird auf Erden bang von wegen vieler Plage; komm doch, komm doch, du Richter groß, und mach uns hald in Gnaden los von allem Übel! Amen. Barthol. Ringwald g. 1530 f 1598. N. d. Lateinischen Dies irae, dies illa. Ev. Matth. 25. Eigene Melodie. 621 achet auf! ruft 2 uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde! Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohl⸗ auf, der Bräutgam kömmt, steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit Lieder vom ewigen Leben. 419 zu der Hochzeit, ihr müsset ihm entgegen gehn! 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz thut ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnade stark, von Wahr⸗ heit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freuden⸗ saal und halten mit das Abend⸗ mahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engel⸗ zungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um dei⸗ nen Thron. Kein Aug hat ie gefehn, kein Oor hat ze gehört solche Freude. Drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Philipp Nicolai g. 1556 1 1608. XXIX. Vieder vom ewigen Leben. Eigene Melodie. 622 Occh weiß ein lieblich Engelspiel, da ist alls Leid zergangen; im Him⸗ melreich ist Freude viel ohn Endesziel, dahin soll uns ver⸗ langen. 2. Weil uns Gott durch die Gnade sein wollt lieblich da⸗ hin weisen, so steh auf, edle Seele mein, tracht da hinein, sein Lob sollst immer preisen. 3. Der Winter kalt, der Sünden Zeit die haben bald ein Ende; kehr dich zu Gott, der dir verzeiht; darum ihn bitt mit Herzen und mit Händen! 42⁰ Lieder vom ewigen Leben. 4. Schlaf oder wach, lieg oder geh, so steh allzeit in Sorgen, bitt Gott, daß er dir gebe Reu all Tage neu den Abend und den Morgen. 5. Aus Herzen tief andäch⸗ tiglich sollst du mit Reue sprechen: Ach reicher Gott vom Himmelreich, nun wollst du dich an meiner Sünd nicht rächen! 6. Ich weiß, daß Gott ist also gut, daß er dir Gnad will geben, kehrst du von Sünden deinen Mut. Wer also thut, der kommt ins ewge Leben. Nach Heinr. v. Laufenberg um 1430. Mel. Valet will ich dir geben. 623 Darräutgart wird »QGbalderufen: Kommt all, ihr Hochzeitgäst! Hilf Gott, daß wir nicht schlafen, in Sünden schlummern fest, bald habn in, unsern Händen die Lampen, Ol und Licht und uns nicht müssen wenden von deinem Angesicht. 2. Da werden wir mit Freu⸗ den den Heiland schauen an, der durch sein Blut und Leiden den Himmel aufgethan, die lieben Patriarchen, Propheten allzumal, die Märtrer und Apostel bei ihm in großer Zahl. 3. Die werden uns annehmen als ihre Brüderlein, sich unser gar nicht schämen, uns mengen mitten ein. Wir werden alle treten zur Rechten Jesu Christ, als unsern Gott anbeten, der unsers Fleisches ist. 4. Gott wird sich zu uns kehren, ein'm jeden setzen auf ein güldne Kron der Ehren und herzen freundlich drauf, wird uns an sein Brust drücken aus Lieb ganz väterlich, an Leib und Seel uns schmücken mit Gaben mildiglich. 5. Da wird man hören klingen das rechte Saitenspiel, die Musikkunst wird bringen in Gott der Freuden viel, die Engel werden singen, all Heil⸗ gen Gotts zugleich, mit himme⸗ lischen Zungen ewig in Gottes Reich. 6. Er wird uns fröhlich leiten ins ewge Paradeis, die Hochzeit zubereiten zu seinem Lob und Preis; da wird sein Freud und Wonne in rechter Lieb und Treu aus Gottes Schatz und Bronne und ewig werden neu. 7. Also wird Gott erlösen uns gar von aller Not, vom Teufel, allem Bösen, von Trübsal, Angst und Spott, von Trauren, Weh und Klagen, von Krankheit, Schmerz und Leid, von Schwermut, Sorg und Zagen, von aller bösen Zeit. Nach Johann Walther— 1570. Eigene Melodie. 624 Qerusalem, du hoch— 9 gebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr und Feld und 2. iel! du k Lust, die Gott erwa Heil land erhel mam sanf der Wa die gebe 4 gegt Gu hat ich bösc tigk gebt für Nz Wé seh uns M auf Ehren drauf, rücken h, an nücken hören nspiel, ringen el, die Heil⸗ imme⸗ Hottes öhlich 18, die seinem d sein rechter Hottes Newig rlösen „vom bon Spott, lagen, und Sorg bösen 1500 — hoch⸗ Stadt, dir! groh nicht — mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust, mit freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum aus⸗ erwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vater⸗ land? 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Fir⸗ mament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Element, fährt auf Elias Wagen mit heilger Engelschar, die sie in Händen tragen, um⸗ geben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf der Gnade Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nich⸗ tigkeit, und Gott mir hat ge⸗ geben das Erb der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat ge⸗ sandt, da ich noch war so ferne in meinem Thränenland. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort Lieder vom ewigen Leben. —421 der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine singt man in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit, 8. Mit Jubelklang, mit In⸗ strumenten schön, mit Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudensaal, mit hundert tausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, wie von Anfang gesungen das große Himmelsheer. Joh. Matth. Meyfart g. 1590 1642. Eigene Melodie. wie selig seid ihr 62⁵. O doch, ihr From⸗ men, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man doch hier wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hie kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer, kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich trugen des Kreuzes Joch und in euren Freuden. 42² Lieder vom ewigen Leben. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen, ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen, euch wird gesungen, was durch keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hier bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach g. 1605 1659. Eigene Melodie. 626 O Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ebwigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurig⸗ keit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird auf⸗ gehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja wie mein Heiland selber spricht, aus ihr ist kein Erlösung nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang, o ewig, ewig ist zu lang, hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum, wenn ich diese lange Nacht' zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen; nichts ist zu sinden weit und breit so als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht so hart im Pfuhl der Schmerzen; auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt. Ach nimm dies wohl zu Herzen und merk auf dies, o Men⸗ schenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, und beßre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Viel⸗ leicht ist heut der letzte Tag: wer weiß doch, wie man sterben mag? 6. O Ewigkeit, du Donner⸗ wort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Johann Rist g. 1607 f 1667. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 627 O Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und sort, OEw ich wei gar 1 9s in 125 0 Zit 1 muß nurek fort u umber heilge das . lang gleic dies ich samt nicht ich a den 4. Chri taus⸗ den! mit stets habt Chr das speif 5. nach mit Lebe einn ich der hreck ts ist it so tt. t du die Fuhl kurze t du Ach erzen Nen⸗ Zeit, nsch Intre und Wach 1,0 „dir Viel⸗ dag: rben mer⸗ Arch fang keit, vor ⁰0 d Herr 1661. ort. hu Hort, und 44 Lieder vom ewigen Leben. ö fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzensfröhlichkeit gar nichts mehr vom Elende, das sonst in diesem Leben plagt, weil mir die Ewigkeit behagt. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß vergehen; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, bleibt unverändert stehen, ja wie der heilge Petrus spricht, ihr Erbe das verwelket nicht.) *) 1 Petri 1, 4. 3. O Ewigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß dies aufhöret. Drum, wenn ich diese lange Zeit erwäge samt der Seligkeit, die gar nichts mehr zerstöret, so acht ich alles Leiden nicht, das kaum den Augenblick anficht. 4. Im Himmel lebt der Christen Schar bei Gott viel tausendtausend Jahr und wer⸗ den des nicht müde. Sie stimmen mit den Engeln ein, sie sehen stets der Gottheit Schein, sie haben güldnen Friede, da Christus giebt, wie er verheißt, das Manna, das die Engel speist. 5. Ach wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Begier, du überselges Leben. Wann werd ich doch einmal dahin gelangen, wo 423 mein schwacher Sinn stets pfleget nach zu streben! Ich will der Welt vergessen ganz, mich sehnen nach des Himmels Glanz. 6. O Ewigkeit, du Freu⸗ denwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ebwigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gieb mir solchen Sinn beharrlich, bis ich komm dahin. Kaspar Heunisch g. 1620 1690. Mel. Da Christus geboren war. 628 obe, mein Herz, deinen Gott, der dir hilft aus aller Not, der dir alle Sündenschuld schenkt aus lauter Gnad und Huld, der dir hier Gerechtigkeit, Gnade, Trost und Heiligkeit und dort giebt die Seligkeit. 2. Da ist Leben, Fried und Freud, da ist Ehr und Herr⸗ lichkeit, da ist deines Vaters Haus, da ist alles Weinen aus; was kein Aug sieht jederzeit, was kein Ohr hört weit und breit, hast du dort in Ewigkeit. 3. Da will dein Gott alles sein, da wird Gott, dein Freu⸗ denschein, Leib und Seel ver⸗ neuen ganz gleich dem schönen Sonnenglanz; da ist Gott dein Trost und Schild, der dein Herz mit Freude füllt, weil du bist sein Ebenbild. —42⁴4 4. Dir, Herr, zu Lob, Ehr und Dank will ich meinen Lobgesang fröhlich singen im⸗ merdar mit der Auserwählten Schar, wenn mein Leib und Seel erfreut in des Himmels Herrlichkeit wohnen wird in Ewigkeit. Joh. Olearius g. 1611 1 1684. Mel. Valet will ich dir geben. 629 Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein, der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf, betet, kämpft und wachet, bald ist es Mitter⸗ nacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Ol und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel! Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, begegnet ihm im Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsgenossen, der Bräut⸗ gam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang ver⸗ ziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlings⸗ schein verheißt Erquickungs⸗ zeiten; die Abendröte zeigt den Lieder vom ewigen Leben. schönen Tag von weiten, vor dem das Dunkle weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Geberden und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freude sonder Leid mit leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Sieges⸗ kron. 7. Hier sind die Sieges⸗ palmen, hier ist das weiße Kleid, hier stehn die Weizen⸗ halmen im Frieden nach dem Streit und nach den Winter⸗ tagen, hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen, hier schenkt man Freudenwein. 8. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf, geh auf, verlangte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit, wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurenti g. 1660 f 1722. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 1. r 630.O Wit selg 16. wir im Himmel sein! Droben erntt. Freu hier wird ist man 2. Lebet Thnl umge ruhn zum laut⸗ häuf Bro „ bor Erden, t, mit d seid § sind mmen, deil si enun tragen „sollt Rlagen tleben r ded luchzen aeges⸗ ieges⸗ weiße deizen⸗ ch dem Zinter⸗ hebein, lagen, nwein. Vonne, auf, e, und Jesu, r und heben ch der ernten wir unzählig unsre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen, dort ist Tag und keine Nacht, wo man nach den Thränen lacht. 2. Es ist doch um dieses Leben nur ein jämmerliches Thun, und die Not, die uns umgeben, lässet uns gar selten ruhn. Von dem Abend bis zum Morgen kämpfen wir mit lauter Sorgen, und die über⸗ häufte Not heißet unser täglich Brot. 3. Ach wer wollte sich nicht sehnen, bald in Zion dort zu stehn und aus diesem Thal der Thränen in den Freuden⸗ ort zu gehn, wo das Kreuze sich in Palmen, unser Klage⸗ lied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt, und das Jauchzen ewig währt! 4. Da wird unser Aug er⸗ blicken, was ganz unvergleich⸗ lich ist; da wird unsern Mund erquicken, was aus Gottes Herzen fließt; da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann vermehren; da empfindet unser Herz lauter Wohllust ohne Schmerz. 5. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird da das Lob⸗ getöne seiner Engel uns er⸗ freun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Sieges⸗ kränzen, wie wird unser Kleid so Lieder vom ewigen Leben. 6. Ach wann werd ich da⸗ hin kommen, daß ich Gottes Antlitz schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht alles Gold beschämet macht? 7. Nun, ich sterbe vor Ver⸗ langen, o du großer Lebens⸗ fürst, laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herze himmlisch werden, bis mein Los in jener Welt auf das allerschönste fällt. Benjamin Schmolck g. 1672 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 631 I0. d geht unsre Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir hin nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! Die Welt kann dir nur geborgte Güter geben, deine himmlische Begier muß nach solchen Schätzen streben, die uns bleiben, wenn die Welt rein, heller als die Sonne sein! in ihr erstes Nichts zerfällt. 426 Lieder vom ewigen Leben. 4. Himmelan! Ich muß mein Herz auch bei meinem Schatze haben, denn es kann mich anderwärts kein so großer Reichtum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk an ihn. 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn ich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan! denk ich all⸗ zeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des HDimmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 7. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne, denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 8. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat füh— ren, da ich über alle Not ewig werde triumphieren; Jesus geht mir selbst voran, daß ich freu⸗ dig folgen kann. 9. Himmelan! ach himmelan! das soll meine Losung bleiben, ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust ver⸗ treiben. Himmelan nur steht mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Offenb. Joh. 7, 9—/. Mel. Weicht, ihr Berge,fallt, ihr Hügel. 632 Wer sind die vor 4 Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? Träget jeder eine Krone, glänzen wie die Sterne klar, Halleluja singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, welcher seinen Feind geschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtig⸗ keit,“) angethan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 2 Off. 19, O. 4. Es sind die, so wohl gerungen für des großen Got⸗ tes Ehr, haben Welt und Tod bezwungen, folgend nicht dem sündgen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel er⸗ litten, Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochge⸗ lobten Gott; nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Benjamin Schmolck g. 1672 f 1737. Heil gebracht, haben in dem hereit Rroff sie all im Hi 8. Haͤnd aus, wende Haus Strei weit! 9. sieger Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets er⸗ schienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus, mein Gebet ich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit! 9. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt, laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 10. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, und auch ich der Not entnommen als dein dir getreues Kind dann genahet zu dem Thron nehme den ver⸗ heißnen Lohn. 11. Welches Wort faßt diese Wonne, wenn ich mit der heil⸗ gen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leucht auch wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis Lieder vom ewigen Leben. 42⁷7 Bebv. 4, g. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. 633 Es ist noch eine 8 Ruh vorhanden, auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen Banden, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden, wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der schöne Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet, so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott aus⸗ erkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt. Es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gotteslamm wollt darum ster⸗ ben, uns diese Ruhe zu er⸗ werbenz es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt, eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr traurig und gebückt! Ihr habt des Tages Last getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein; ihr seid mein Volk, gezeugt von oben, ob Sünde, Welt und Teufel in Ewigkeit! Heinr. Theobald Schenk 4 1727. toben, seid nur getrost und gehet ein! 42 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen müden Wandersmann? Wo jener nur ein Bettlein haben und sanfte darauf ruhen kann, wenn dieser sich darf niedersetzen, an einem frischen Trunk ergetzen, wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhe— stunden; es ist noch eine Ruh erfunden, da man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freuden⸗ garben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus. O welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehn, es wird beim Brünn⸗ lein uns erfrischen, die Thränen von den Augen wischen; wer weiß, was sonst noch soll ge⸗ schehn? 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da; die Sonne wird uns nicht mehr stechen, das Lamm ist seinem Volke nah, es will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen. Der große Sabbath ist er-— schienen, da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind Lieder vom ewigen Leben. sorgenlos. Ach fasset dieses Wort, ihr Müden, legt euch dem Lamm in seinen Schoß. Ach Flügel her, wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren! Begürte dich zum Trium⸗ phieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Joh. Sigism. Kunth g. 1700 1779. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 63 4 ie wird mir dann, o dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde, von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich, Seele, stärke, tröste dich, Er⸗ löste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch: so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder. Der Herr er— leichtert mir mein Joch, es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir im Frieden und leben ewig nicht mehr fürchterlich, ins x x ö Alerh Wig! Ruh schwät sie un Stun Iun n nen T umgie ich die mein Vater Secle Viter 5. Tage noch die b von die! wird laß gute den 0 dam ganz dort Sün Mi dieses t euch müssen kr hier schon fort, lieren! rium⸗ kommt 177⁷9. 5 der dann, sein, Herrn hlafen mehr u der r der u dich, „Er⸗ a6 dir geben. hebe neines h der Er el⸗ stärkt doch, hieder. rehen erbeh, erhen, Todes st ein Wo bi dib ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh ist unvergänglich, über— schwänglich; die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu dei⸗ nen Toten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen, jetzo, Vater, deinen Händen. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit wird sie erst spät zertrümmert, laß mich, Vater, gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde, von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig singen wir dir, bringen Preis und Ehre dir, der war und sein wird, Ehre! Fr. Gottl. Klopstock g. 1724 1803. Lieder vom ewigen Leben. 429 die Scharen loben, und säng Halleluja! 2. Wo wir dein Antlitz schauen, da sehn ich mich hinein, da will ich Hütten bauen, denn dort ist gut zu sein. 3. Da werd ich alles sehen, den großen Schöpfungsrat, was durch dein Blut geschehen, und deines Geistes That. 4. Da feiern die Gerechten, die ungezählte Schar, mit allen deinen Knechten das große Ju⸗ beljahr. ö 5. Mit göttlich süßen Weisen wird mein verklärter Mund dich ohne Sünde preisen, du meines Lebens Grund! 6. Da werden meine Thrä⸗ nen ein Meer voll Freude sein. Ach stille bald mein Sehnen und hole mich hinein! E. G. Woltersdorf g. 1725 f 1761. Eigene Melodie. 636 Qch hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hin⸗ gegeben. 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn; du bist allmächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon Mel. Christus der ist mein Leben. 635 Ach wär ich schon 8 dort droben, mein Heiland, wär ich da, wo dich von heute an ewig wohnen! 3. Nur ich bin sündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist 43⁰ gezeigt. innig mit dir vereinigt. J. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeit- lebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre hellen goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Tim. Hermes g. 1738 4—7 Mel. Straf 40 in deinem Zorn. 6 37. H6 ich bin dein Eigentonn, dein ist auch mein Leben, mir zum Heil 010 dir zum Ruhm hast du es gegeben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, und ich soll zur Rechen— schaft dann gerufen werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten; du, du willst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemiß— braucht habe. Wehe mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet. J. Möchte täglich dein Ge— richt mir vor Augen schweben, möcht ich immer meiner Pflicht Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz Lieder vom ewigen Leben. daß ich nie thöricht sie außer Augen setze, nie sie frech verletze. Lehre mich gewissenhaft treu zu bleiben streben, 0 meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft nur was gut ist wählen. Gieb, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute darauf vorbereite. Zeigt sich erst die Ewig— keit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflehe. Wenn der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: Such in mir dein Leben, dann ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Ge⸗ richts werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonne—- voll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank ner⸗ heben. — 9.—23 198 Cigene Melodie. 638 Onlan nur him⸗ eie melan sold der Wandel gehn. Was die From-— men wünschen, kann dort erst ganz geschehn, auf Erden 918 Freude wechselt hier mit Leid. Richt hinauf zur Herrlichkeit dein Angesicht! Geis ach unse neu: mel del 3. Ziel Hicht den diese dem Sch Geht 4 wen dein stin qud Lan von Himt 5 dir; im sein dich siche Lail Ch. Sd Jil „ daß ne . enhaft gedenk 8 gut ich d auch Ewig⸗ Mäh, Zeit Wenn kann nicht e mich „daß dich Ruft ich in ist dir Ge⸗ mmen Lichts onne⸗ zöhern er⸗ 1 — rhim⸗ UR der From⸗ kt khst nichtz Liid, ichkeit Lieder vom ewigen Leben. 2. Himmelan schwing deinen Geist jeden Morgen auf! Kurz, ach kurz ist, wie du weißt, unser Pilgerlauf. Fleh täglich neu: Gott, der mich zum Him⸗ mel schuf, präg ins Herz mir den Beruf, mach mich getreu! 3. Himmelan hat er dein Ziel selbst hinaufgestellt. Sorg nicht mutlos, nicht zu viel um den Tand der Welt! Flieh diesen Sinn! Nur was du dem Himmel lebst, dir von Schätzen dort erstrebst, das ist Gewinn. 4. Himmelan erheb dich gleich, wenn dich Kummer drückt, weil dein Vater treu und reich stündlich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben, in dem Land des Lichts, weiß man von den Sorgen nichts, sei himmlisch froh! 5. Himmelan wallt neben dir alles Volk des Herrn, trägt im Himmelsvorschmack hier seine Lasten gern. O schließ dich an! Kämpfe drauf, wie sichs gebührt, denke: auch durch Leiden führt die Himmelsbahn. 6. Himmelan ging Jesus Christ mitten durch die Schmach; eil, weil du sein Jünger bist, seinem Vorbild 431 nach! Er litt und schwieg; halt dich fest an Gott wie er, statt zu klagen bete mehr, er⸗ kämpf den Sieg! 7. Himmelan führt seine Hand durch die Wüste dich, ziehet dich im Prüfungsstand näher hin zu sich im Himmels⸗ sinn. Von der Weltlust freier stets und mit ihm vertrauter, gehts zum Himmel hin. 8. Himmelan führt dich zu⸗ letzt selbst die Todesnacht. Seis, daß sie dir sterbend jetzt kurze Schrecken macht, harr aus, harr aus! Auf die Nacht wirds ewig hell, nach dem Tod erblickst du schnell des Vaters Haus. 9. Halleluja! Himmelan steig dein Dank schon hier! Einst wirst du mit Scharen nahn, und Gott naht zu dir in Ewigkeit. Aller Jammer ist vorbei, alles preist verklärt und neu in Ewigkeit! 10. Halleluja singst auch du, wenn du Jesum siehst, unter Jubel ein zur Ruh in den Himmel ziehst. Gelobt sei er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, hilft dir aus zu diesem Sieg. Gelobt sei er! Joh. Gottfr. Schöner g. 1749 f 1818. Berfeichnis der Dichber. Agricola, Johann(Schnitter, Magister Grickel), Mitverfasser des Interim, g. 1492 zu Eisleben, 1566 als Hofprediger zu Berlin. 33 466. 497. Albinus, Johann Georg, g. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, + 1679 als Pfarrer zu Naumburg. 250. 596. 597. Albrecht(Aleibiades), Markgraf von Brandenburg-Kulmbach, g. 1522 zu Ansbach, 4 1557 zu Pforzheim in Baden. 384. Allendorf, Joh. Ludw. Konrad, g. 1693 zu Johbach bei Marburg, + 1773 als Pastor und Scholarch zu Halle. 286. 324. 371. 602. Altenburg, Michael, g. 1584 zu Alach bei Erfurt, FT 1640 als Pastor u Erfurt. Il. Amilie Juliane, Gemahlin des Grafen Albrecht Anton zu Schwarz⸗ burg-Rudolstadt, geb. Gräfin von Barby, g. 1637, 4 1706. 452. 520. 35%% 99. Angelus Silesius siehe Scheffler. Anna Sophia, Landgräfin zu Hessen-Darmstadt, g. 1638, 4 1683 als Abtissin des Stifts Quedlinburg. 187. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig⸗Lüneburg, g. 1633, regierender Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel seit 1685, trat 1710 öffentlich zur römischen Kirche über, 4 1714 zu Salzdahlum. 406. 480. Arends, Wilh. Erasmus, 4 1721 als Pastor zu Halberstadt. 362. Arndt, Ernst Moritz, g. 1769 zu Schoritz auf Rügen, 4 1860 als Professor emér, der Geschichte zu Bonn. 57. 291. 605. Arnold, Gottfried, g. 1666 zu Annaberg im Königreich Sachsen, Professor zu Gießen, 1714 als Pastor und Inspektor zu Perleberg. 413. Baumgarten, Jakob, g. 1668 zu Wolmirstedt bei Magdeburg, In⸗ spektor des Pädagogiums in Halle, 4 1722 als Pastor zu Berlin. 615. Becker, Cornelius, g. 1561 zu Leipzig, 4 1604 als Professor der Theo⸗ logie und Pastor daselbst. 200. 507. Behm, Martin(Behemb, Bohemius), g. 1557 zu Lauban in der Ober⸗ Lausitz, 4 1622 als Pastor prim. daselbst. 66. 470. 471. 547. 584. Chir Clar Wül Clar 6. Crg S Crer Das zu Dee sch Den asser des Berlin. 1651 00 nach be⸗ klenburg. lißensels, 9. 1522 Marburg, 7I. 602. ls Pastor chwarz⸗ 7 17⁰. 11683 egierender offentlich 80 302. 1800 als Sachsen, Perleberg. ug, In⸗ lin, 615. der Theo⸗ her Ober⸗ Verzeichnis der Dichter. 433 Behme, David, g. 1605 zu Bernstadt in Schlesien, 1657 als Ols nischer Hofprediger und Konsistorialrat daselbst. 594. Betichins, Johann, g. 1650 zu Steckby in Anhalt⸗Zerbst, r 17²² als Diakonus zu Zerbst. 483. Bienemann, Kaspar(Melissander), g. 1540 zu Nürnberg, 4 159ʃ als Generalsuperintendent zu Altenburg. 338. von Birken, Sigismund(Betulius), g. 1626 zu Wildstein bei Eger, + 1681als Privatgelehrter in Nürnberg. 89. 343. von Bogatzky, Karl Heinrich, g. 1690 zu Jankowe in Schlesien, + 1774 als Privatmann im Waisenhause zu Halle. 178. 370. Böhmische oder Mährische Brüder. Ihre Lieder(zum Teil aus dem Böhmischen übersetzt) gaben Michael Weiße(4 1540 in Neuto mischl) im Jahre 1531 und Joh. Horn(4 1547 zu Jungbunzlau) im Jahre 1544 heraus. 76. 231. 439. 499. 573. Bonn, Hermann, g. um 1504 zu Quakenbrück in Hannover, 4 1548 als Superintendent zu Lübeck. 77. Bornschürer, Johann, g. 1625 zu Schmalkalden, 4 1677 als Dekan zu Thann in Mittelfranken. 201. Boschenstain, Johann, g. 1472 zu Eßlingen in Würtemberg, 4 1540 als Lehrer der hebräischen Sprache zu Augsburg. 81. Breithaupt, Joachim Justus, g. 1658 zu Northeim in Hannover, + 1732 zu Halle als Professor der Theologie, Generalsuperintendent und Abt des Klosters Bergen bei Magdeburg. 272. Bruhn, David, g. 1727 zu Memel, 4 1782 als Pastor zu Berlin. 289. von Bunsen, Christian Karl Josias, g. 1791 zu Korbach, Preußischer Gesandter in Rom und London, in Bonn 1860. Gab 1833 ein Allgemeines evangelisches Gesang- und Gebetbuch heraus. 618. Busch, Peter, g. 1682 zu Lübeck, Pastor zu Hildesheim, 4 1744 als Pastor an der Kreuzkirche zu Hannover. Herausgeber des Hildesheim schen Gesangbuchs von 1719(Liederkerns). M. 616. Chiomusus siehe Schneesing. Claudius, Matthias, der Wandsbecker Bote, g. 1740 zu Reinfeld bei Lübeck, + 1815 als Bankrevisor zu Altona. 515. Clausnitzer, Tobias, g. 1618 oder 1619 zu Thum bei Annaberg, + 1684 als kurpfälzischer Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. 6. 92. Crasselius, Bartholomäus, g. 1667 zu Wernsdorf im Königreich Sachsen, 4 1724 als Pfarrer zu Düsseldorf. 381. Creutzberg, Amadeus, Schriftstellername für Sinold. Dach, Simon, g. 1605 zu Memel, 4 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg i. Pr. 50. 625. Deeiuns, Nicolaus(Hovesch“), Mönch im Kloster Steterburg bei Braun schweig, 1523 evang. Prediger in Stettin, 41541 daselbst. 75. 149. Denicke, David, g. 1603 in Zittau im Königreich Sachsen, 4 1680 als Kammer- und Konsistorialrat in Hannover, gab in Gemeinschaft mit Gesenins das(Newtöordentlich) hannöversche Gesangbuch von 4646, 1648, 1652, 1657 ꝛc. heraus. 1. 161. 188. 244. 268. 269. 378. Derschow, Bernhard, g. 1591 zu Königsberg i. Pr., 4 1639 als Professor der Theologie, Konsistorxialrat und Oberpfarner daselbst. 213. 28 —43⁴4 Verzeichnis der Dichter. Deßler, Wolfgang Christoph, g. 1660 zu Nürnberg, 4 1722 als Kon⸗ rektor der Schule zum heil. Geist daselbst. 309. ö Diterich, Johann Samuel, g. 1721 zu Berlin, 4 1797 als Ober⸗ konsistorialrat und Pastor daselbst. Herausgeber der Lieder für den öffentlichen Gottesdienst, Berlin 1765, in welchem Buche er die Kirchen⸗ lieder auf das Willkürlichste umarbeitete. 146. 260. 261. Drese, Adam, g. 1620 zu Weimar(7), 1701 als fürstlich Schwarz⸗ burgischer Kapellmeister zu Arnstadt in Thüringen. 311. Eber, Paul, g. 1511 zu Kitzingen in Unterfranken, Freund Luthers, + 1569 als Generalsuperintendent und Professor der Theologie zu Wittenberg. 58. 233. 576. 577. Ebert, Jakob, g. 1549 zu Sprottau in Schlesien, 1615 als Professor der Theologie zu Frankfurt a. O. 542. Eleonore, Fürstin Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg, g. 1835. 65. Fabricius, Friedrich, g. 1642 zu Stettin, 1703 als Pastor daselbst. 31. 134. Falk, Johannes Daniel, g. 1768 zu Danzig, 1826 als Legationsrat zu Weimar. 569. ö Fischer, siehe Vischer. Fleming, Paul, g. 1609 zu Hartenstein im Königreich Sachsen, + 1640 als Doktor der Medicin zu Hamburg. 393. Förtsch, Basilius, g. zu Rosla in Thüringen, 5 1619 als Pfarrer zu Gumperda in Sachsen-Altenburg. 111. Franuck, Johann, g. 1618 zu Guben in der Niederlausitz, 4 1677 als Bürgermeister daselbst. 4. 156. 157. 215. 246, 300. 441. 546. Franck, Michael, g. 1609 zu Schleusingen in Thüringen, F 1667 als Lehrer an der Stadtschule zu Koburg. 348. 593. Franck, Salomo, g. 1659 zu Weimar, 4 1725 als Oberkonsistorial⸗ sekretär daselbst. 103. 216. 317. 364. 419. 488. Francke, August Hermann, g. 1663 zu Lübeck, Begründer der Francke⸗ schen Stiftungen in Halle, 4 1727 als Professor der Theologie und Pastor zu Halle. 62. Freylinghausen, Johann Anastasius, g. 1670 zu Gandersheim in Braunschweig, Schwiegersohn Franckes, 4 173 als Pastor und Direktor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. 257. 314. 421. 510. Freystein, Johann Burchard, 4 1720 als Hof- und Justizrat zu Dresden. 351. Funk, Gottfried Benedikt, g. 1734 zu Hartenstein im Königreich Sachsen, + 1814 als Konsistorialrat und Rektor des Domgymnasiums zu Magdeburg. 124. Garve, Karl Bernhard, g. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, bis 1836 Prediger der Brüdergemeinde zu Neusatz a. d. Oe, 4 1841 zu Herrn⸗ hut. 181. 198. 332. Gedicke, Lampertus, g. 1683 zu Gardelegen in der Altmark, 4 1735 als Feldprobst zu Berlin. 420. 10 Gellert, Christian Fürchtegott, g. 1715 zu Hainichen im sächsischen Erzgebirge, F 1769 als außerordentlicher Professor der Dichtkunst, Beredsamkeit und Moral zu Leipzig. 56. 123. 197. 219. 259. 287. 373. 374. 423. 424. 435. 461. 462. 463. 464. 465. 491. 514. 604. gensch des mam Herha 018 Diak 47.. 395. 47½%7. 9on E bach, mutt 415, Heser Hof 89. Higa; Gotte Msi Gran Fie Hreg als Kon⸗ als Ober⸗ für den 1 Kirchen⸗ Schwarz⸗ Luthers, lologie zu Professor . 65. or daselbst. egationsrat Sachsen, Pfarrer zu 1677 als 54. 1667 als onsistorial⸗ er Francke⸗ ologie und Esheim in d Direktor 0. ustiint vd1ü ich Sachsen, mssums zu sächsschen Dichtkunst, 259. 2/½ „ 5¹4½. 604. ö Verzeichnis der Dichter. 43⁵ Gensch von Breitenau, Christoph, g. 1638 zu Naumburg, Hofrat des Herzogs von Plön und dänischer Geheimrat, 41732 als Privat⸗ mann zu Lübeck. 249. Gerhardt, Paulus, g. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 165⁵¹ bis 1657 Probst zu Mittenwalde in Brandenburg, 1657 bis 1667 Diakonus zu Berlin, 4 1676 als Archidiakonus zu Lübben. 27. 28. 47. 48. 49. 50. 61. 85. 86. 87. 88. 116. 142. 151. 270. 301. 347. 395. 396. 397. 398. 399. 400. 401. 402. 445. 446. 447. 475. 476. 477. 502. 524. 545. 548. 595. 610. von Gersdorf, Henriette Katharina, geb. v. Friesen, g. 1648 zu Sulz⸗ bach, Gemahlin des kursächsischen Geheimrats v. G. in Dresden, Groß⸗ mutter Zinzendorfs, 4 1726 zu Großhennersdorf bei Herrnhut. 137⁰ 415. Gesenius, Justus, g. 1601 zu Esbeck in Hannover, 1673 als Ober⸗ hofprediger und Generalsuperintendent zu Hannover(siehe Denicke). 83. 268. 378. Gigas siehe Heune. Gotter, Ludwig Andreas, g. 1661 zu Gotha, 4 1735 als Hof⸗ und Assistenzrat daselbst. 153. 352. 353. 453. Gramann, Johann(Poliander), g. 1487 zu Neustadt in Baiern, Freund Luthers, + 1541 als Pastor zu Königsberg 1. Pr. 438. Gregor, Christian, g. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, + 1801 als Bischof der Brüdergemeinde zu Berthelsdorf. Herausgeber des Brüder⸗ gesangbuchs von 1778. 329. Groß, Johann(Major), g. 1564 zu Reinstedt in Thüringen, 4 1654 als Professor der Theologie zu Jena. 238. Grüneisen, Karl Georg, g. 1802 zu Stuttgart, 4 1878 daselbst als Hofprediger und Oberkonsistorialrat. 522. Gryphius, Andreas, g. 1616 zu Großglogau in Schlesien, 1664 als Landschaftssyndikus daselbst. 592. ö Günther, Cyriacus, g. 1650 zu Goldbach bei Gotha,— 1704 als Lehrer am Gymnasium zu Gotha. 315. 457. Günther, Martin, g. um 1690 im sächsischen Erzgebirge, Hauslehrer bei Löscher, seit 1721 Pfarrer zu Klingemünster in der bayr. Pfalz. 274. von Hardenberg, Friedrich Leopold, Freiherr(Novalis), g. 1772 auf Gut Wiederstedt im Mansseldischen, 1801 als Assessor zu Weißenfels. 126. 330. 331. von Harleß, Gottfried Christoph Adolf, g. 1806 zu Nürnberg, Professor der Theologie zu Erlangen und Leipzig, zuletzt Präsident des prote⸗ stantischen Oberkonsistoriums in München, 4 1879 daselbst. 429. Harsdorfer, Georg Philipp, g. 1607 zu Nürnberg, 4 1658 als Rats⸗ herr daselbst. 478. Hartmann, Thomas, war 1604 Diakonus zu Eisleben. 110. Hausmann, Julie, lebt in Petersburg. 376. von Hayn, Henriette Luise, g. 1724 zu Idstein in Nassau, 4 1782 als Oberin der ledigen Schwestern zu Herrnhut. 533. Hecker, Heinrich Cornelius, g. 1699 zu Hamburg, + 1743 als Pfarrer zu Meuselwitz bei Altenburg. 194, 28* 436 Verzeichnis der Dichter. Heermann, Johann, g. 1585 zu Raudten im Fürstentum Wohlau in Schlesien, Pastor zu Köben in Schlesien, 4 1647 zu Lissa in Posen. 79. 80. 112. 159. 172. 173. 211. 212. 239. 240. 241. 266. 267. 296. 297. 339. 340. 341. 391. 392. 495. 523. 531. 543. 544. 607. 608. Heinrich v. Laufenberg, Priester zu Freiburg im Breisgau, dichtete 1415 bis 1453 viele geistliche Lieder. 570. 622. Held, Henrich, g. zu Guhrau in Schlesien, um 1650 Sachwalter da⸗ selbst. 30. 143. Helder, Bartholomäus, g. zu Gotha, 1635 als Pfarrer zu Remstedt bei Gotha. 155. Helmbold, Ludwig, g. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, 4 1598 als Superintendent und Pfarrer daselbst. 386. 440. 529. Hensel, Luise, g. 1798 zu Linum bei Fehrbellin, Tochter eines evan⸗ gelischen Pfarrers, trat 1818 zur römischen Kirche über, Erzieherin, + zu Paderborn 1876. 534(gedichtet 1817). Herberger, Valerius, g. 1562 zu Fraustadt in Posen, 4 1627 als Pfarrer daselbst. 585. Herman, Niklas, 1561 in hohem Alter als Kantor zu Joachimis⸗ thal in Böhmen. 41. 109. 467. 498. 554. 555. 566. 575. Hermes, Johann Timotheus, g. 1738 zu Petznik bei Stargard in Pommern, 4 1821 als Oberkonsistorialrat, Superintendent und Pastor Prim. zu Breslau. 636. Herrmann, Johann Gottfried, g. 1707 zu Altjeßnitz bei Bitterfeld, + 1791 als Oberhofprediger und Oberkonfistorialrat zu Dresden. 285. Herrnschmidt, Johann Daniel, g. 1675 zu Bopfingen in Würtem⸗ berg, 4 1723 als Professor der Theologie und Mitdirektor der Francke— schen Stiftungen zu Halle. 458. Hertzog, Johann Friedrich, g. 1647 zu Dresden, 4 1699 als Rechts⸗ anwalt daselbst. 506. Hesse, Johann, g. 1490 zu Nürnberg, 1 1547 als Pfarrer zu Breslau. 574. Heune, Johann(Gigas), g. 1514 zu Nordhausen, 1581 als Pastor zu Schweidnitz in Schlesien. 579. Heunisch, Kaspar, g. 1620 zu Schweinfurt in Unterfranken, 4 1690 als Superintendent daselbst. 627. Heyden, Sebald, g. 1494(?) zu Nürnberg, 1561 als Rektor der Sebaldsschule daselbst. 82. Hiller, Friedrich Konrad, g. 1662 zu Unteröwisheim bei Bruchsal, + 1726 als Kanzleiadvokat zu Stuttgart. 456. Hiller, Philipp Friedrich, g. 1699 zu Mühlhausen in Würtemberg, + 1769 als Pfarrer zu Steinheim am Aalbuch in Würtemberg; 1751 verlor er seine Stimme. 15. 164. 290. 325. 326. von Hippen, Johann Heinrich, g. zu Wohlau in Schlesien, 1 1676 als Limburgischer(in Schlesien) Rat und Hofmarschall. 479. von Hodenberg, Bodo, g. 1604, + 1650 als Landdrost zu Osterode a. H. 474. Hoffmann, Gottfried, g. 1658 zu Plagwitz bei Löwenberg in Schlesien, + 1712 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau im Königreich Sachsen. 146. 612. ohlau in n Posen. 66. W. 43. 544. 5 dichtete alter da⸗ Remstedt + 1508 les eban⸗ rzieherin, 16²7 als bachims⸗ rgard in d Pastor Bitterfeld, en. 285. Würtem⸗ Francke⸗ 5 Rechts⸗ Lektor der Bruchsal, irtemberg, ; 17⁵¹ 71 1676 9. rode u. H. Schlesien, Verzeichnis der Dichter.—437⁷ Homburg, Ernst Christoph, g. 1605 zu Mühla bei Eisenach, 7 als Rechtskonsulent zu Naumburg. 29. 90. 133. Horn siehe Böhmische Brüder. Huber, Konrad(Huober), g. 1507 zu Bergzabern im Elsaß, 4 1577 als Diakonus zu Straßburg. 186. Hunold, Michael, g. 1621 zu Leißnig im Königreich Sachsen, 1672 als Archidiakonus zu Rochlitz a. d. Mulde. 535. 600. Keymann, Christian, g. 1607 zu Pankraz in Böhmen, 4 1662 als Rektor des Gymnasinms zu Zittau im Königreich Sachsen. 43. 302. Kiel, Tobias, g. 1584 zu Ballstedt bei Gotha, 4 1627 als Pfarrer daselbst. 586. Klesel, Abraham, g. 1636 zu Fraustadt in Posen, 1702 als Ober⸗ pfarrer zu Jauer in Schlesien. 95. Klopstock, Friedrich Gottlieb, g. 1724 zu Quedlinburg, 4 1803, als badischer Hofrat und dänischer Legationsrat zu Hamburg. 220. 617. 634 — — ——⁰ m Knak, Gustav Friedrich Ludwig, g. 1806 zu Berlin, 1878 als Pastor zu Berlin in Dünnow bei Stolpmünde. 333. Knapp, Albert, g. 1798 zu Tübingen, 4 1864 als Stadtpfarrer zu Stuttgart. 100. 179. 180. Knoll, Christoph, g. 1563 zu Bunzlau in Schlesien, 4 1621 als Diakonus zu Sprottau in Schlesien. 582. Knorr von Rosenroth, Christian, g. 1636 zu Altraudten in Schlesien, 1689 als Geheimrat und Kanzleidirektor zu Sulzbach in der bayr. Oberpfalz. 482. Koitsch, Christian Jakob, g. 1671 zu Meißen, Inspektor am Pädagogium zu Halle, 1735 als Rektor zu Elbing. 455. Krause, Jonathan, g. 1701 zu Hirschberg in Schlesien, 4 1762 als Superintendent zu Liegnitz. 12. Krummacher, Friedrich Adolf, g. 1768 zu Tecklenburg in Westfalen, + 1845 als reform. Pastor emerit. zu Bremen. 182. Kunth, Johann Sigismund, g. 1700 zu Liegnitz, 4 1779 als Super⸗ intendent zu Baruth in der Oberlausitz. 633. Küster, Elieser Gottlieb, g. 1732 zu Watzum im Braunschweigischen, + 1799 als Pastor und Generalsuperintendent zu Braunschweig. 207. Lackmann, Peter, Schüler A. H. Franckes, 4 1713 als Oberpfarrer zu Oldenburg in Holstein. 254. Lange, Joachim, g. 1670 zu Gardelegen in der Altmark, 1744 als Professor der Theologie zu Halle. 484. Lange, Johann Christian, g. 1669 zu Leipzig, Professor in Gießen, + 1756 als Generalsuperintendent zu Idstein in Nassau. 313. Laufenberg siehe Heinrich. Laurenti, Laurentius(Lorenz Lorenzen), g. 1660 zu Husum, 4 1722 als Musikdirektor und Kantor zu Bremen. 53. 119. 629. Lavater, Johann Kaspar, g. 1741 zu Zürich, 4 1801 als reformierter Prediger daselbst. 125. 261. 536. Lehr, Leopold Franz Friedrich, g. 1709 zu Kronberg bei Frankfurt a. M., 1 1744 in Magdeburg als Diakonus an der luth. Kirche zu Köthen. 282. 283. 438 Verzeichnis der Dichter. Leon, Johann, g. zu Ohrdruf in Thüringen, 4 1597 als Pastor zu Wölfis bei Ohrdruf. 243. 580. 588. ö ö Liebich, Ehrenfried, g. 1713 zu Probsthain bei Liegnitz, F 1780 als Pastor zu Lomnitz bei Hirschberg in Schlesien. 147. 328. Lindemann, Johann, 1580—1630 Kantor zu Gotha. Er soll aus der Familie der Mutter Luthers stammen. 293. Liscow, Salomo, g. 1640 zu Niemitzsch in der Lausitz, 1689 als Diakonus zu Wurzen im Königreich Sachsen. 308. 481. Löscher, Valentin Ernst, g. 1673 zu Sondershausen, 4 1749 als Oberkonsistorialrat und Superintendent zu Dresden. 255. von Löwenstern, Matthäus Apelles, g. 1594 zu polnisch Neustadt bei Oppeln in Schlesien, 1648 als kaiserlicher Rat zu Breslau. 174. 561. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg-Rudolstadt, g. 1640, + 1672 als Braut des Grafen Christian Wilhelm von Schwarzburg— Sondershausen. 253. 307. 409. ö ö Onise Henriette, Tochter des Prinzen Heinrich Friedrich von Oranien, g. 1627 im Haag, Gemahlin des großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 4 1667 zu Berlin. Es ist zweifelhaft, ob die ihr zugeschriebenen vier Lieder von ihr verfaßt sind. 247. 614. Luther, Martin, g. 10. November 1483 zu Eisleben, am 18. Februar 1546 daselbst. 37. 38. 39. 107. 108. 137. 138. 139. 148. 165. 166. 167. 168. 169. 185. 199. 209. 210. 221. 228. 229. 262. 263. 37/%. 437. 496. 519. 571. 572. 573. Magdeburg, Joachim, g. 1525 zu Gardelegen in der Altmark, 4 nach 1583 als Prediger im Oesterreichischen. 387. Major siehe Groß. Mathesius, Johann, g. 1504 zu Rochlitz im Königreich Sachsen, als Student Luthers Haus- und Tischgenosse, 4 1565 als Pastor zu Joachimsthal. 528. Melissander siehe Bienemann. Mentzer, Johann, g. 1658 zu Jahma in der Lausitz, 4 1734 als Pastor zu Kemnitz bei Bernstadt in der Lausitz. 454. von Meyer, Johann Friedrich, g. 1772 zu Frankfurt a. M., 4 1849 als Bürgermeister daselbst. 428. Meyfart, Johann Matthäus, g. 1590 zu Walwinkel im Gothaischen, 7 1642 als Professor der Theologie und Pastor zu Erfurt. 624. Moller, Martin, g. 1547 zu Kropstädt bei Wittenberg, 1606 als Pastor prim. zu Görlitz in der Lausitz. 235. 388. 579. Möller, Johann Friedrich, g. 1789 zu Erfurt, 4 1861 als General⸗ superintendent und Konsistorialdirektor zu Magdeburg. 375. von Moser, Friedrich Karl, Freiherr, g. 1723 zu Stuttgart, Hessen— Darmstädtischer Minister, 41798 als Privatmann zu Ludwigsburg. 260. Mühlmann, Johann, g. 1573 zu Pegau bei Leipzig, 4 1613 als Professor der Theologie und Archidiakonus zu Leipzig. 295. 472. Müller, Michgel, g. 1673 zu Blankenburg am Harz, 4 1704 als Kandidat der Theologie zu Schaubeck in Würtemberg. 354. Münter, Balthasar, g. 1735 zu Lübeck, 4 1793 als Pastor an der deutschen Kirche zu Kopenhagen. 426. 637. ostor zu Woas soll aus 680 als 749 als Nestadt Breslau. . 1640, rzburg⸗ Dranien, Wilhelm die ihr Februar G. 165. 92. 203. F nach sen, als istor zu s Pastor + 1849 haischen, 924. 606 als Heheral⸗ Hessen⸗ . 260. 43 Verzeichnis der Dichter. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich, g. 1624 zu Halle, i 1685 als Pastor zu Koburg. 52. Neander, Joachim, g. 1650 zu Bremen, 4 1680 als reform. Diakonus daselbst. 351. 450. 451. 505. 598. Nehring, Johann Christian, g. zu Gotha, Inspektor am Waisenhause zu Halle, 4 1736 als Pastor zu Morl bei Halle. 354. Neumann, Kaspar, g. 1648 zu Breslau, 4 1715 als Kircheninspektor und Pastor prim. daselbst. 8. 20. 509. 562. Neumann, Gottfried, g. um 1688, 4 1782 als Mitglied der Brüder⸗ gemeinde. 603. Neumark, Georg, g. 1621 zu Langensalza in Thüringen, J. 1681 als Bibliothekar und Archivsekretär zu Weimar. 403. 404. 573. Neumeister, Erdmann, g. 1671 zu Uchteritz bei Weißenfels, 1756 als Hauptpastor zu Hamburg. 70. 203. 277. 278. 318. 359. 459. 460. 486. 517. ö Neunherz, Johann, g. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien, 41737 als Oberpfarrer zu Hirschberg. 122. Neuß, Heinrich Georg, g. 1654 zu Elbingerode im Harz, 4 1716 als Konsistorialrat und Superintendent zu Wernigerode. 252. 355. Nicolai, Philipp, g. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, 1608 als Hauptpastor zu Hamburg. 292. 621. ö Novalis siehe Hardenberg. Olearius, Johann, g. 1611 zu Halle, 4 1684 als Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Weißenfels. 7. 22. 51. 69. 91. 189. 379. 380. 448. 549. 550. 551. 552. 628. Pauli, Joachim, g. um 1636 zu Wilsnack in der Mittelmark, 1674 Hauslehrer zu Berlin. 175.f ö Pfeiffer, Christoph, g. 1689 zu Ols, 1758 als Pastor zu Stolz bei Frankenstein in Schlesien. 63. von Pfeil, Christoph Karl Ludwig, g. 1712 zu Grünstadt in der bayrischen Pfalz, würtembergischer geh. Legationsrat, 4 1784 als preußischer Geheimrat und Minister zu Deufstetten im Ansbachschen. 72. 385. 525. Poliander siehe Gramann. Prätorius, Benjamin, g. 1571 zu Weißenfels, lebte noch 1668 als Pastor zu Lissa bei Delitzsch in der Provinz Sachsen. 346. Puchta, Christian Rudolf Heinrich, g. 1808 zu Kadolzburg in Mittel⸗ franken, 4 1858 als Pastor zu Augsburg. 21. 564. ö Räder, g. 1815 zu Elberfeld, 41872 daselbst als Handlungsgehülfe. 431. Rambach, Johann Jakob, g. 1693 in Halle, 1735 als Professor der Theologie und Superintendent zu Gießen. 33. 195. 204. 206. 218. 280. 281. 321. 322. 323. 367. 368. 422. ů Reimann, Georg, g. 1570 zu Leobschütz in Schlesien, 4 1615 als Professor der Beredsamkeit zu Königsberg in Preußen. 162. Reusner, Adam(Reißner), g. 1496 zu Mindelheim, Geheimsekretär Georgs von Frundsberg, ein Anhänger Schwenkfeldts, um 1575 in seiner Vaterstadt. 336. 507. Richter, Christian Friedrich, g. 1676 zu Sorau in der Lausitz, + 1711 als Arzt des Waisenhauses zu Halle. 54. 356. 357. 358. 433. 485. 44⁰ Verzeichnis der Dichter. Ringwald, Bartholomäus, g. 1530 zu Frankfurt a. d. Oder, 5 1598 als Pfarrer zu Langenfeld in der Neumark. 236. 620. Rinkart, Martin, g. 1586 zu Eilenburg in der Provinz Sachsen, F 1649 als Archidiakonus daselbst. 344. 442. Rist, Johann, g. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, 1667 als Pastor zu Wedel an der Elbe in Holstein. 24. 46. 60. 68. 102. 113. 130. 131. 214. 222. 223. 242. 444. 501. 626. Rodigast, Samuel, g. 1649 zu Gröben bei Jena, 4 1708 als Rektor am grauen Kloster zu Berlin. 407. Rothe, Johann Andreas, g. 1688 zu Lissa bei Görlitz in der Lansitz, Pfarrer zu Berthelsdorf, 4 1758 als lutherischer Pastor zu Thommen⸗ dorf in der Lausitz. 279. 613. Rückert, Friedrich, g. 1789 zu Schweinfurt am Main, Professor in Erlangen und Berlin, 4 1866 als preußischer Geheimrat zu Nenseß bei Koburg. 35. Runge, Christoph, g. 1619 zu Berlin, Buchdrucker, +1681 daselbst. 271. Ruopp, Johann Friedrich, g. zu Straßburg, 4 1708 als Adjunkt der theologischen Fakultät zu Halle. 360. Rutilius, Martin, g. 1550 zu Düben in der Provinz Sachsen, 4 1618 als Diakonus zu Weimar. 238. Sacer, Gottfried Wilhelm, g. 1635 zu Naumburg, 1699 als Kammer⸗ advokat zu Wolfenbüttel. 117. 611. Schade, Johann Kaspar, g. 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, 1698 als Diakonus zu Berlin. 96. 411. Schalling, Martin, g. 1532 zu Straßburg, 4 1608 als Pastor zu Nürnberg. 337. Scheffler, Johann(Angelus Silesius), g. 1624 zu Breslau, Leibarzt des Herzogs von Ols, trat 1653 zur römischen Kirche über, geistlicher Rat des Fürstbischofs, 1677 im Kloster St. Matthias zu Breslau. 303. 304. 305. 349. Scheidt, Christian Ludwig, g. 1709 zu Waldenburg bei Schwäbisch-Hall in Würtemberg, T 1761 als Hofrat und Bibliothekar zu Hannover. 284. Schein, Johann Hermann, g. 1586 zu Grünhain bei Zwickau im Königreich Sachsen, 4 1630 als Musikdirektor zu Leipzig. 589. Schenck, Hartmann, g. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, 5 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. 19. Schenk, Heinrich Theobald, Stadtpfarrer in Gießen, 4 1727. 632. Schirmer, Michael, g. 1606 zu Leipzig, 4 1673 als Konrektor am Gymnasium zum grauen Kloster zu Berlin. 25. 115. 141. 560. 609. Schlosser, Ludwig Heinrich, g. 1663 zu Darmstadt, 4 1723 als Pre⸗ diger zu Frankfurt a. M. 530. Schmidt, Johann Eusebius, g. 1669 zu Hohenfelden bei Erfurt, 1745 als Pastor zu Siebleben bei Gotha. 176. ö Schmolck, Johann Benjamin, g. 1672 zu Branchitschdorf bei Liegnitz, + 1737 als Pastor prim. und Inspektor zu Schweidnitz. 9. 10. 11. 32. 64. 98. 120. 121. 144. 163. 192. 202. 256. 275. 276. 416. 417. 418. 487. 511. 518. 565. 601. 630. 631. Schmuck, Vincentius, g. 1565 zu Schmalkalden, 4+ 1628 als Professor der Theologie und Superintendent zu Leipzig. 556. Verzeichnis der Dichter.—441 1535 Schneesing, Johann(Chiomusus), g. zu Frankfurt a. M., 4 1567 als 1169 Pfarrer zu Friemar bei Gotha. 232. 700 Schöner, Johann Gottfried, g. 1749 zu Rügheim bei Würzburg, 5 1818 6 Nustr als Stadtpfarrer zu Nürnberg. 427. 638. 13—5 Schrader, Johann Hermann, g. 1684 zu Hamburg, 5 1737 als Probst 55 und Konsistorialrat zu Tondern in Schleswig. 382. Rah Schröder, Johann Heinrich, g. 1667 zu Springe bei Hannover, 4 1699 Reltor als Pfarrer zu Meseberg bei Wollmirstedt in der Provinz Sachsen. 312. a Schütz, Johann Jakob, g. 1640 zu Frankfurt a. M., 1690 als ausit, Advokat und verschiedener Reichsstände Rat daselbst. 408. 449. hommen⸗ Scriver, Christian, g. 1629 zu Rendsburg, Pastor zu Magdeburg, 4015 + 1693 als Oberhofprediger und Kirchenrat zu Quedlinburg. 306. 504. oessor in von Seckendorf, Veit Ludwig, Reichsfreiherr, g. 1626 zu Herzogen⸗ u Meuseß aurach bei Bamberg, 4 1692 als Brandenburgischer Geheimrat und Kanzler der Universität Halle. 432. bst. 27l. Selnecker, Nikolaus, g. 1532 zu Hersbruck bei Nürnberg, Schüler junkt der Melanchthons, Professor in Leipzig und Jena, auch Superintendent in Hildesheim, Mitarbeiter an der Konkordienformel, T 1592 als 1618 Professor der Theologie und Superintendent zu Leipzig. 17. 170. 500. von Senitz, Elisabeth, g. 1629 zu Rankau in Schlesien, Hoffräulein Kammer⸗ am Hofe zu Brieg und zu Ols, 5 1679. 94. Siegfried, Johann, g. 1564,4 1637 als Superintendent zu Schleiz. 588. „ 1 1098 Sinold, Philipp Balthasar, gen. von Schütz(Amadeus Creutzberg), g. 1657 zu Königsberg bei Gießen, 4 1742 als Solmsscher Geheimrat Pastor zu zu Laubach in der Wetterau. 97. 319. Spangenberg, Johann, g. 1484 zu Hardegsen in Hannover, seit 1524 „Leibarzt der erste evang. Prediger an St. Blasien in Nordhausen, 1550 als geistlicher Superintendent zu Eisleben. 226. Breslau. Spangenberg, August Gottlieb, g. 1704 zu Klettenberg bei Walkenried, als Bischof der Brüdergemeinde lange Zeit in Amerika thätig, 4 1792 bisch⸗Hall zu Berthelsdorf. 366. her. W. Spengler, Lazarus, g. 1479 zu Nürnberg, Rechtsgelehrter und Rats⸗ Hickau im schreiber daselbst, Freund Luthers und Beförderer der Reformation, 80, + 1534 zu Nürnberg. 230. Pfarrer Speratus, Paul(von Spretten), g. 1484 zu Rotweil in Würtemberg, 1524 Hofprediger Herzog Albrechts von Preußen, luth. Bischof von 632. Pomesanien, 1554 zu Marienwerder. 264.. Ektor am Spitta, Karl Johann Philipp, g. 1801 zu Hannover, 4 1859 als 60. 600. Superintendent zu Burgdorf bei Hannover. 183. 208. 430. 516. 526. als Pre⸗ 527. 553. 606. Spreng, Johann Jakob, g. 1699 zu Basel, reform. Prediger zu Lud⸗ . 140 weiler bei Saarbrücken, 4 1768 als Professor der Geschichte und griech. 2 Sprache zu Basel. 205. UHgnit, Starck, Johann Friedrich, g. 1680 zu Hildesheim, FT 1756 als Pastor und Konsistorialrat zu Frankfurt a. M. 369. n 95 Stegmann, Josua, g. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, 1632 als Professor der Theologie und Superintendent zu Rinteln. 18. aessot Steuerlein, Johann, g. 1546 zu Schmalkalden, 5 1613 als Stadt⸗ Profsf schultheiß zu Meiningen. 59. 29 442 Verzeichnis der Dichter. von Stöcken, Christian, g. 1633 zu Rendsburg, 4 1684 daselbst als Generalsuperintendent von Schleswig⸗Holstein, Kirchenrat und Probst. 568. ů Stockfleth, Heinrich Arnold(Dorus), g. 1643 zu Alfeld in Hannover, + 1708 als Kirchenrat, Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Mönchsberg bei Bayreuth in Mittelfranken. 410. Sturm, Christoph Christian, g. 1740 zu Augsburg, 4 1786 als Haupt⸗ pastor in Hamburg. 288. 289. 425. Derstegen, Gerhard, g. 1697 zu Mörs, 4 1769 als Bandmacher zu Mühlheim a. d. Ruhr(reform.). 13. 14. 55. 71. 135. 327. 372. 490. 512. 513. Thebesius, Adam, g. 1596 zu Seifersdorf in Schlesien, 1652 als Pfarrer zu Liegnitz. 84. Thilo, Valentin, der jüngere, g. 1607 zu Königsberg i. Pr., + 1662 als Professor der Beredsamkeit daselbst. 26. Tietze, Christoph(Titius), g. 1641 zu Wilkau bei Breslau, 1703 als Pastor zu Hersbruck bei Nürnberg. 248. 405. Tollmann, Gottfried, g. 1680 zu Lauban in der Lausitz, 1766 als Pastor zu Leube bei Görlitz in der Lausitz. 563. Vespasius siehe Wepse. ö Vischer, Christoph, g. zu Joachimsthal in Böhmen,— 1600 als General⸗ superintendent zu Celle. 78. Walther, Johann, der alte Luther⸗Kantor, 1520 Hofkantor in Torgau, + 1570 als Kapellmeister zu Dresden. 519. 623. Wegelin, Josua, g. 1604 zu Augsburg, 4 1640 als evang. Pfarrer zu Preßburg in Ungarn. 132. Wehrenberg, Heinrich Jonathan, ein Urenkel Ph. Melanchthons, g. 1651 zu Eilenburg, Prov. Sachsen, 4 1713 als Superintendent zu Lüne⸗ burg. 361. Weingärtner, Sigismund, angeblich um 1600 Prediger in Heilbronn. 389. Weiße siehe Böhmische Brüder. Weissel, Georg, g. 1590 zu Domnau in Ostpreußen, + 1635 als Prediger zu Königsberg i. Pr. 23. 114. 299. Wenigk, Johann Ernst, g. 1701 zu Gotha, 1745 als Pfarrer zu Bischleben bei Arnstadt in Thüringen. 145. Wepse, Hermann(Vespasius), um 1580 Prediger in Stade. 265. Werner, Georg, g. 1589 zu Pr.⸗Holland, + 1643 als Diakonus zu Königsberg i. Pr. 45. 101. 140. 590. Wieser, Matthäus, um 1658(?2). 539. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen-Weimar, g. 1598 zu Altenburg, 4 1662 zu Weimar. Winckler, Johann Josef, g. 1670 zu Luckau in der Lausitz, 1722 als Konsistorialrat und Domprediger zu Magdeburg. 363. 414. Wolf, Jakob Gabriel, g. 1684(1683) zu Greifswald, 1754 als Hofrat und Professor der Rechte zu Halle. 316. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, g. 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin, + 1761 als Stadtpfarrer zu Bunzlau in Schlesien. 196. 635. Zehner, Samuel, g. 1594 zu Suhl in Thüringen, 4 1635 als Super⸗ intendent zu Schleusingen. 345. selst als Probst hannover, Adent zu 5 Haupt⸗ nacher zu N. 372. 1652 als General⸗ Torgau, Pfarrer „9. 1651 zu Lüne⸗ onn. 389. 635 als farrer zu 2655. konus zu Berlim, 355. 3Super⸗ Verzeichnis der Dichter. g. 1677 zu Mölbis bei Leipzig, 1748 Zeibich, Christoph Heinr., Konsistorialassessor und Probst zu Witten⸗ als Professor der Theol., udwig, g. 1700 zu Dresden, Stifter dorf, Graf Nikolaus L chen Brüdergemeinde, 1760 zu Herrnhut. 193. 320. von Zinzen der evangelis g. um 1496 zu Konstanz, 1542 als reform. Pfarrer zu Bischofzell in der Schweiz während der Pest. 128. e e 95. 104. 105. 106. 118. 120 189. Zwick, Johann, seiner Vaterstadt Unbekannt sind die Verfasser folgender Lieder: 6 388.339.60 l Gebete zum Ehangelisch⸗lutherischen Gesangbuche der Hannoverschen Landeskirche. ——76—677.—— Hannover. Druck und Verlag der Schlüterschen Buchdruckerei. 1890. 2„—— — Ii Gebete. Seite 1. Um Geist und Gnade recht zu beteen. 5 I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 2. Deopgenasben u⅜v. 6 1 U e ej. 2 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Gebete für die Früchte des Feldes und den Bergban. 22. 25. Dariinehete Uet 24. Zum Beginn der Arbeit 25. Um Gottes Segen in Haus und Beruf 26 Cedetichristlicher Shetent,.. m 20 27. Gebet der Eltern für ihre Kinder 28. Gebet nach der Taufe eines Kindes, auch von Gebattern Iur beterd e e ee e e e e 29. Schulgebete ä 30. Gebet eines Hunsteterden äPP e 26 52 Für die Böviatii 2⁰ 33. Für die Früchte des Jeldes... 28 34. Um den kieben Sonnenschein 2 33 Um einen fruchtogren Mege 29 35. Beint Anfang der Srms e 37. Dankgebet nach der Ernte 88 31 38. Um göttlichen Segen zum Bergwerk 2 III. Gebete in allerlei Not. 39. Um Geduld in Leidenszeit 3³ „In Anfechtungen 34 4 Gebete. Seite , e PPtPP e e e eej,,, 44. Ber Sturm und Wasserfltennn 27 Bet Selicher und in Sterbenszeiten 46. Unt tägliche Bepeibschaft zum Sterben 3 4% Gebet für ein Lranes Wind 33 e 49. Dankgebet eines Genesenden.. 50. Um Geduld in langwieriger Krankh 32 Gottes Wort für Kränte e e, e., e 31. Morgengedet eines ramlen: m3 52. Abendgebet eines Kranjñsnnn 53. Gebet eines Kranken, der sich zum Sterben schickt. 709 34. Gebete der Umstehenden für den Sterbenden45 Sprüche, dem Sterbenden. e Abschiedssegen.. B 55. Gebet nach dem Tode⸗ eines Kindleins 30. ie e e e e IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. e e e 642 An Abendmahlstagen, V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 73— 85. Gebete für die.. des Kirchenjahr?s. IHU 60. 86. An Büß⸗ und Bertageen 0 e/ j/„ Kollekten. . Für bestümmte Sage und Zeiten 2 3 Algenene Kolletten 8 DSersitel. Herr, thu meine Lippen auf! 1. Um Geist und Gnade recht zu beten. ewiger, barmherziger Gott, du Vater unsers Herrn Jesu Christi, weil wir nicht wissen noch begreifen können, was und wie wir beten sollen, du aber überschwenglich thun kannst über alles, was wir bitten oder verstehen, so schreien wir zu dir: Gieß über uns aus nach deiner Verheißung den Geist der Gnade und des Gebets, der uns bei dir vertrete mit unaussprechlichem Seufzen, auf daß wir dich mit Mund und Herzen andächtig in rechtem Ernst anrufen und dir ein angenehmes Lobopfer bringen mögen. Herr, thu unsre Lippen auf, daß unser Mund deinen Ruhm verkündige. Erwecke unsere Seele und Gemüt, daß wir uns nicht nur mit unserm Munde zu dir nahen und dich allein mit den Lippen ehren, aber das Herz ferne von dir sei, sondern verleih uns Gnade, daß wir als die rechtschaffenen Anbeter dich im Geiste und in der Wahrheit, ohne andere und fremde Gedanken, anrufen mit herzlicher Aufmerkung unseres Gemütes, ohne Heuchelei und Ehrgeiz, und daß wir nichts von dir begehren als nur allein, was dein göttlicher Wille, dein Lob und Ehre, dazu unserer Seelen Seligkeit ist. Verleih auch, daß wir alles dasjenige, was wir von dir bitten, mit starkem Glauben und gewisser Zuversicht von deiner milden Güte zu erlangen, ungezweifelt hoffen, auch dir hierin nicht Zeit, Ziel oder Maß der Hülfe setzen, sondern uns deinem gnädigen Willen, der allewege der beste ist, in allen Dingen mit starker Hoff⸗ nung und Geduld in Demut unserer Herzen gänzlich unter⸗ werfen. Dazu gieb Gnade, daß wir vor dir liegen mit unserm Gebet nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit und in dem Namen deines lieben Sohnes Jesu Christi, in welchem wir Freudigkeit haben, vor deinen Gnadenstuhl zu treten und dich mit kindlicher Zu⸗ versicht unsern lieben Vater zu nennen. Stärke uns auch, daß wir vom Beten nicht abgeschreckt werden um unserer 6 J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Unwürdigkeit willen. So hilf nun, du heiliger Gott, daß wir an allen Orten aufheben heilige Hände, ohne Zorn und Zweifel, und emsiglich anhalten mit Flehen, mit Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, damit wir nach deiner Verheißung und deinem gnädigen Wohlgefallen allerlei zeitliche und himmlische Gaben empfangen in Christo Jesu, unserm Herrn, der da lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. I. Gebete zum küglichen Goltesdienste. Morgengebete. Fülle uns frühe mit deiner Gnade. 2. Luthers Morgensegen. as walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. Und an Jesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schuld, als wir ver⸗ geben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Ver⸗ suchung. Sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewig⸗ keit. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du und sond deine dich wie dich gelit Wir gieb Sol uns der und in Unst Frei , daß rn und Gebat, üit wir hefallen Christo igkeit. Amen. coͤpfer Sohn, geboren Pilato, Hölle, jefahren ächtigen endigen ristliche zunden, Amen. t werde he, wit ot gieb hir ber⸗ n Ver⸗ un dein Ewig⸗ Jesum cht bor dich, du I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 7 wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 3. Morgengebet am Sonntag. Bornerdh⸗ getreuer Gott, du ewiger Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du mit deinem Sohne und dem heiligen Geiste regierest in Ewigkeit, wir sagen dir Lob und Dank für alle Wohlthaten, die wir ohne Unterlaß von deiner milden Güte empfangen, daß du uns die ganze Zeit unsers Lebens, wie auch die vergangene Nacht, so väterlich behütet und uns den heutigen Tag gesund hast lassen erleben. In⸗ sonderheit danken wir dir, daß du bei uns das helle Licht deines Evangeliums hast lassen aufgehen, bei welchem wir dich und deinen Willen recht erkennen und lernen mögen, wie wir christlich leben und selig sterben sollen. Wir bitten dich, gütiger Gott, du wollest solch Gnadenlicht des Evan⸗ geliums uns und unsern Nachkommen erhalten; und damit wir dein angenehmes Volk sein und bleiben können, so ver⸗ gieb uns alle unsre Sünde und Missethaten um deines lieben Sohnes, unsers Heilandes Jesu Christi willen, und heilige uns durch deinen heiligen Geist je länger je mehr, daß wir der Welt und allen weltlichen Lüsten von Herzen entsagen und unsere Freude und Lust darin suchen, daß wir dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Offne unsere Ohren und Herzen, daß wir dein heiliges Wort mit Freuden hören, mit Fleiß erwägen und in reinem Herzen behalten, dich getrost anrufen und nicht allein diesen Tag, sondern auch alle übrigen Tage unsers Lebens von allen bösen Werken feiern, bis wir endlich zu dem ewigen Sab⸗ bathtag gelangen, da wir mit Engelzungen und herzen deine großen Thaten mit allen Auserwählten, Engeln und Menschen, rühmen und preisen werden in alle Ewigkeit. Amen. 4. Noch ein Morgengebet am Sonntag. err, unser Gott, heilig und unbegreiflich, der du das Licht scheinen lässest aus der Finsternis, der du uns erquickt hast durch nächtlichen Schlaf und wieder erweckt, deinen Ruhm zu preisen und deine Gnade anzurufen, nimm jetzt 8 I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. an von uns nach deiner grundlosen Barmherzigkeit das Opfer unserer Anbetung und unsers Dankes und gewähre uns alle heilsamen Bitten. Richte uns zu, o Herr, zu Kindern des Lichts und des Tages und zu Erben deiner ewigen Güter. Gedenke, Herr, nach der Fülle deiner Er⸗ barmungen deines ganzen Volks, aller, die mit uns beten, und aller unserer Mitchristen, die zu Lande oder zu Meer oder wo sonst in deinem weiten Reich deiner Gnade und Hülfe bedürfen, und schütte über sie und uns alle aus den Reichtum deiner Barmherzigkeit, auf daß wir, erlöset nach Seel und Leib, unverrückt in festem Glauben, deinen heiligen und wunderbaren Namen ewig rühmen mögen. Amen. 5. Morgengebet am Montag. Bawuherziger⸗ mildreichster Gott und Vater, in dieser Morgenstunde erscheine ich vor dem Throne deiner gött⸗ lichen Güte mit herzlichem Danke, daß du nach zurückgelegter sinsterer Nacht 58 abermals gesund und frisch hast auf⸗ stehen lassen. O Vater, deine Hand hat mich geschützet, daß mich der Satan nach seinem Willen nicht hat betrüben oder efündiaen können. Damit nun ferner mein Mund deines Ruhmes und deines Preises täglich voll sei, so vergieb mir alle meine Sünde und thu mir wohl. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend noch meiner Übertretung, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit um deiner Güte willen, und regiere mich heute, diese angehende Woche und die ganze Zeit meines Lebens, daß ich in allem meinem Vor⸗ nehmen deinem Worte folge. Behüte mich, liebster Vater, vor der Versuchung des Sgtans und meines eigenen Fleisches und Blutes, daß ich nichts Übels thue noch wider dich sündige. Laß deine heiligen Engel mich auf allen meinen Wegen behüten, daß ich vor allem Schaden väterlich bewahrt werde. Denn dir, o Gott, übergebe ich meinen Leib und Seele (mein Haus und Hof, mein Weib und Kind und alle die Meinen). Behüte, schütze und erhalte mich, daß sich kein Ubel zu mir nahe. Sei du mein Schild und Schirm, segne meinen Eingang und Ausgang und Lerlaß nicht, die deinen Namen kennen. Tröste alle Betrübte und Kranke. Hilf allen Notleidenden und Verlassenen. Und wenn auch eine trübe Unglückswolke nach deinem Willen über mich kommen sollte, so gieb mir Geduld und Rat. Gesegne auch, liebster keit das gewähre Herr„iu n deiner mer Er⸗ E beten, zu Meer ade und aus den öset nach heiligen men. n dieser ler gött⸗ kgelegter ast auf⸗ thet, daß ben oder d deines gieb mir nicht der gedenke er Güte oche und em Vor⸗ H Vater, Fleisches sündige. Wegen rt werde. 1d Seele alle die sich krin M, segne ie deinen b. Hilf juch eine kommen liebster J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 9 Vater, heute und die ganze Woche über meine Arbeit und Nahrung und die Werke meines Berufs, daß meine Mühe und Arbeit nicht verloren sei. Laß mich stets an dich ge⸗ denken, dich in meinem Herzen behalten und deine Furcht vor Augen haben, daß ich christlich lebe und selig sterbe. Das verleihe mir um Jesu Christi, deines lieben Sohnes willen. Amen. 6. Morgengebet am Dienstag. Gelobet seist du, o Gott, mein Schöpfer, gelobet seist du, o Gott, mein Heiland, gelobet seist du, o Gott, mein höchster Tröster, der du mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz bist und mich die vergangene Nacht wieder⸗ um vor allen geistlichen und leiblichen Feinden so väterlich bewahret hast. Ich bitte dich demütiglich, du wollest auch diesen Tag deine Güte über mich ausstrecken und mich mit deiner Barmherzigkeit erfüllen, auch vor Sünden und allem Übel gnädiglich behüten. Umgieb mich, o Herr, rings mit deinem Schilde, daß der böse Feind und seine Werkzeuge mir keinen Schaden zufügen können. Erhalte mich in deiner Furcht, daß ich nicht sündige, sondern dich herzlich liebe und dein Knecht(deine Magd) sei ewiglich. Verleih mir auch deine Gnade, daß ich die Werke meines Berufes treulich und fleißig ausrichte. Gieb dein Gedeihen zu meinem Amt und Stand, segne mein Brot und Wasser und richte all mein Vorhaben, Thun und Arbeit zu deinem Lob, auch zu meiner zeitlichen und ewigen Wohlfahrt. Wende von mir alle bösen Krankheiten und was mir an Seel und Leib schäd⸗ lich sein mag. Insonderheit aber behüte mich vor einem bösen, schnellen Tode und vor allerlei Herzeleid. Dein heiliger Geist weiche nur nicht von mir. Dein guter Engel sei alle⸗ zeit zwischen mir und allen meinen Feinden, daß sie keine Hand an mich legen können. Deine Gnade und Segen sei ewiglich ob mir. Amen. 7. Morgengebet am Mittwoch. O Herr Gott, Vater und Herr meines Lebens, ich danke dir von Grund meiner Seele, daß du auch in dieser vergangenen Nacht die Hand deiner väterlichen Barmherzigkeit über mich gehalten, mich durch den Schutz deiner heiligen Engel behütet hast und mich zu deinem Lobe wieder auf⸗ 10 J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. stehen lassen. Ich bitte dich durch Christum, deinen Sohn, laß mich dir diesen Tag zu gleicher Gnade, Liebe und Für⸗ sorge befohlen sein. Regiere mein Herz, Sinn und Gedanken, Worte und Werke durch deinen werten und heiligen Geist, daß ich nichts Übels thue. Leite mich auf ebner Bahn und laß mein Herz deinen Tempel und Wohnung sein. Ach Herr, allmächtiger Gott, du bist mein Vater, ich dein Kind; ver⸗ laß mich nicht, denn auf dich bin ich geworfen aus Mutter⸗ leibe, mein Heil steht allein bei dir. In deinem Namen, o Vater, fange ich alles an, gieb, daß ich mein Werk in deiner Kraft vollbringe, für deinen väterlichen Beistand dir danke, mit dem, was mir deine Güte verliehen hat, mich kindlich begnügen lasse und nicht nach mehr oder nach Verbotenem trachte. Zeuch mich von der Welt und ihrer Lust ab, ich begehre ihrer nicht. Sei du mir nur, mein Gott, nicht schrecklich in der Not, denn wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Du bist mir werter, als alle Schätze der Welt. Ach gieb, daß ich dich, du süße Liebe, nimmermehr verlasse. Bleibe diesen Tag und allezeit bei mir. Nimm dich auch nach deiner großen Liebe aller Armen und Notleidenden, aller Beküm⸗ merten und Trostlosen, aller Verlornen und Irrenden, in⸗ sonderheit deiner verlorenen Schafe aus dem Hause Israel an, sei das ewige Heil deiner Kirche und laß auch mich in derselben ein wahres und lebendiges Glied sein, daß, wenn ich aus diesem Leben scheiden soll, ich zu dir in den Himmel aufgehoben werde. Ach Vater, erhöre mich und gewähre mich meines Gebets, in dem Namen deines Sohnes Jesu. Amen. 8. Morgengebet am Donnerstag. ir loben, preisen und rühmen dich, wir danken dir, du Gott unserer Väter, daß du uns aus dem Schatten der Nacht herausgeführt und uns von neuem das Licht des Tages hast sehen lassen. Zu deiner Güte flehen wir: Sei gnädig über unsere Missethat und nimm an unser Gebet nach der Fülle deiner Erbarmung. Denn du bist unsere Zuflucht für und für, barmherziger, allmächtiger Gott. Laß scheinen in unsere Herzen die wahrhaftige Sonne deiner Gerechtigkeit, erleuchte unsern Verstand und behüte unsere Sinne, auf daß wir als am Tage ehrbar wandeln den Weg deiner Gebote und auch dermaleinst im ewigen Freudenlichte dich selig schauen mögen. Amen. err E deine ghnädi Tag deines mit d Mit d bwider gier Verk Herr und shm deine dem leger tief Sei Rerat lller Brot Giel nieß We und Tod Nai Sohn, id Für⸗ danken, Geist hn und ch Herr, d5 ber⸗ Nutter⸗ amen, o n deiner nke, mit egnügen „Zeuch er nicht. ot, denn nel und st. Ach Bleibe h deiner Beküm⸗ en, in⸗ e Jörael mich in 5, wenn Himmel hre mich Amen. dir, du Schatten Licht des ir: Sei er Gebet st unsere It, Laß eRdeiner unsere den Weg denlichte I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 11 9. Morgengebet am Freitag. err Jesu, deine Liebe ist in der vergangenen Nacht mein Schild und Schirm gewesen. Ich danke dir für alle deine Güte, die du an mir armen und elenden Menschen so gnädig bewiesen, und bitte dich, zeige mir auch heute diesen Tag deine Gestalt, denn sie ist lieblich. Erfreue die Seele deines Kindes mit deiner heiligen Gegenwart. Stärke mich mit dem Beistande deines werten heiligen Geistes. Vergieb mir alle meine Sünde und Missethat, mit welcher ich bisher wider dich und deine heilige Liebe mißgehandelt habe, und regiere heute und allezeit mein ganzes Leben und meine Werke, daß ich nichts Böses thue, nichts Gutes unterlasse. Herr Jesu, stärke meinen Glauben, mehre meine Liebe zu dir und gieb mir ein festes Vertrauen zu deinem heiligen Ver⸗ söhnungsblute. Zeuch mich nach dir, so werde ich den Weg deiner Gebote nimmermehr vergessen. Herr Jesu, der du an dem heutigen Tage deinen heiligen Leib in das Grab hast legen lassen, ach gieb mir deine Gnade, daß ich meine Sünde tief vergrabe und sie nimmermehr über mich herrschen lasse. Sei mit mir in allen meinen Verrichtungen, laß sie wohl geraten, wenn sie in dir gethan sind. Erbarme dich auch aller, die dir anhangen, und gieb einem jeden sein täglich Brot und verlaß deine Gemeine nicht, deren Erzhirte du bist. Gieb uns ferner die Süßigkeit deiner heiligen Liebe zu ge⸗ nießen, und wenn wir endlich am Ende unseres Lebens den Weg des Todes gehen sollen, so laß deinen Tod unser Leben und dein heiliges Grab unsere Ruhe sein, daß wir durch den Tod zum Leben eingehen. Erhöre uns, o Jesu, um deines Namens und um deiner Liebe willen. Amen. 10. Morgengebet am Sonnabend. err Gott, himmlischer Vater, in dieser Morgenstunde be⸗ fehle ich dir meinen Leib und meine Seele in deine lieb⸗ reiche Regierung, in deinen mächtigen Schutz, in deine väter⸗ liche Aufsicht und Treue. Laß mir und den lieben Meinigen heute nichts Übels begegnen und keine Plage unserm Hause sich nahen. Laß deinen heiligen Geist uns kräftig regieren und unser Herz zum kindlichen Gehorsam lenken, daß wir von den Wegen der wahren Gottseligkeit nicht abweichen. Segne mich heute an Leib und Seele, segne meinen Ausgang 12 J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. und Eingang, segne meine Haushaltung und Nahrung. Laß mir in allen meinen Geschäften und Vornehmen dein himm⸗ lisches Licht leuchten, deine Kraft mich stärken, deine Liebe mich dringen, daß ich in Gerechtigkeit wandle, meinen Tauf⸗ bund stets vor Augen habe und meinem Nächsten mit auf⸗ richtiger Liebe begegne. Gieb, daß ich die Zeit, die ich noch zu leben habe, wohl und christlich anwende, zu deines herr⸗ lichen Namens Ehre, meines Nächsten Dienst und meiner selbst Besserung. Gieb mir auch die Gnade, daß ich mich meiner Sterblichkeit stets erinnere und meine Gedanken alle⸗ zeit aus dem Zeitlichen in das Himmlische und Ewige richte. Und wenn ich dann meinen Lauf vollendet und das Ziel, welches du mir in Gnaden gesetzt, erreicht habe, so verleih mir nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi willen ein sanftes, fröhliches und seliges Ende. Amen. Tischgebete. 11. Vor dem Essen. ller Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine Hand auf und sättigest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 12. Nach dem Essen. De dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Abendgebete. Herr, bleibe bei uns, denn der Tag hat sich geneiget. 13. Luthers Abendsegen. as walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. ng. Laß uhimm⸗ ne Liebe n Tauf⸗ mit auf⸗ ich noc les herr⸗ d meiner ich mich ken alle⸗ ge richte. das Zill, o. berleih Christf nen. bst ihnen hand auf iese deine nehmen, ine Güte Christum, ebest und iiget. Amen. Schöpfer J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 13 Und an Jesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schuld, als wir ver⸗ geben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Ver⸗ suchung. Sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewig⸗ keit. Amen. ö Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir ver⸗ geben alle meine Sünden, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Händez dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 14. Abendgebet am Sonntag. err, allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich danke dir herzlich, daß du mich heute so gnädig behütet und Gnade verliehen hast, dein Wort zu hören, deinen Namen anzurufen⸗ und auch der leiblichen Ruhe und Erquickung zu genießen. Herr, wie groß ist deine Güte, die du uns armen Menschen erweisest. Vergieb mir, o lieber Vater, alle meine Sünde um Christi willen und regiere mich durch deinen heiligen Geist, daß ich dem, was ich heute aus deinem heiligen Worte gelernt, in beständigem Glauben, gottseligem Leben und fröh⸗ licher Geduld fleißig und von Herzen nachkomme. Und gleich⸗ wie dein lieber Sohn, mein einiger Heiland Jesus Christus, an diesem Tage fröhlich von den Toten auferstanden ist, 14 IJ. Gebete zum täglichen Gottesdienste. also verleih mir Gnade, in einem neuen Leben vor dir zu wandeln. Ich bitte dich auch, lieber Vater, du wollest diese Nacht in deinen väterlichen Schutz nehmen meinen Leib und Seele und alles, was du mir gegeben hast, daß der böse Feind und seine Werkzeuge keine Macht an mir finden. Dein heiliger Geist erleuchte mich, daß ich dein nimmermehr vergesse. Deine allmächtige Hand erhalte mich. Dein heiliger Engel beschütze mich. Deine väterliche Güte segne und er⸗ quicke mich, damit ich morgen gesund und mit Freuden auf⸗ stehen und dir nach deinem Willen dienen möge. Und wenn ich im zeitlichen Tode werde entschlafen sein, so gieb durch die Auferstehung Jesu Christi, daß ich an jenem Tage fröhlich aus dem Tode wiederum hervorgehen möge zur ewigen Herr⸗ lichkeit. Amen. ö ö 15. Noch ein Abendgebet am Sonntag. Gelobt seist du, o Gott, allmächtiger Herrscher, der du den Tag erleuchtest durch dein Sonnenlicht und die Nacht durch feurige Strahlen erhellst, der du uns gnädig die Bahn des Tages hast durchwandeln lassen und uns zur stillen Nacht gebracht. Höre auf unser Gebet und auf das Gebet deines ganzen Volkes, und vergieb uns all unsere wissentlichen und unwissentlichen Übertretungen. Nimm an unsere Abend⸗ gebete und schütte aus über uns, dein Erbe, die Fülle deiner Barmherzigkeit und deiner Siege. Umschirme uns mit den heiligen Engeln, rüste uns mit den Waffen der Gerechtigkeit, umschanze uns mit deiner Wahrheit, bewache uns mit deiner Macht, rette uns vor allem Unfall und allen Nachstellungen des Widersachers und gieb Gnade, daß wir diesen Abend und diese Nacht, so wie alle Tage unsers Lebens, untadelig, heilig, friedlich, von Sünde, Anstoß und Schrecken frei ver⸗ leben mögen. Denn bei dir ist Erbarmung und Erlösung, Herr, dreieiniger Gott, und dir bringen wir Ruhm und Preis, jetzt und in Ewigkeit. Amen. 16. Abendgebet am Montag. Allnächtigor, treuer Gott, ich danke dir, daß du mich und die Meinigen diesen Tag über väterlich behütet und alles Unglück gnädiglich von uns abgewendet hast. Ich will mich nun in deinem Namen zur Ruhe begeben und auf meinem Lager unter deinem Schutze sanft entschlafen. Verzeih mir 15 dir u lest dt Leib und der böse finden. mermehr heiliger und er⸗ den auf⸗ nd wenn eb durch e froͤhlich en Herr⸗ du den ie Racht die Bahn r stillen 6 Gebet sentlichen Abend⸗ lle deiner mit den echtigkeit, it deiner tellungen u Abend ntadelig, frei ber⸗ Frlösung, ud Preis, nich und und alles will mi fmeinem tzeih mit I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 15 doch, lieber Vater, alle meine Sünden und Fehltritte, mit denen ich dich diesen Tag wissentlich oder unwissentlich be⸗ leidigt und erzürnt habe. Gieb mir eine ruhige Nacht und einen stillen Schlaf, daß ich nicht erschreckt werde. Du Hüter Israels, der du weder schläfst noch schlummerst, wache über mich. Bleibe bei mir, denn es ist Abend worden, und der Tag hat sich geneiget. Sei du in Finsternis meiner Seele helles Licht, daß ich mich, ob ich schon im Finstern schlafe, doch nicht fürchte. Laß meine Seele in dir ruhen, und ob mich der Tod erschleichen wollte, so erhalte mein Herz und meinen Geist, daß ich zu dir wache und dein sei im Leben und im Tode. Ich befehle dir auch all die Meinen, meine Freunde und Nachbarn, dazu auch Haus und Hof. Gieb, o treuer Vater, eine stille, ruhige Nacht auch allen denen, die in Kümmernis, Krankheit, Herzeleid, Not und Anfechtung sind, die ohne deine wunderbare Hand vor Leibes und der Seele Schmerzen den Schlaf nicht finden. Behüte uns vor allem ÜUbel. Wecke mich frühe sanft auf zu deines Namens Ehre und lehre mich deinen Willen thun nach deinem Wohl⸗ gefallen. Und wenn ich an meinem letzten Ende meine Nugen zuschließe und selig in deiner Gnade einschlafe, so erwecke mich am Tage der Auferstehung alles Fleisches fröh⸗ lich zum ewigen Leben. Amen. 17. Abendgebet am Dienstag. Abmner⸗ ewiger Gott, wie freundlich bist du denen, die auf dich harren, und der Seele, die nach dir fraget. Wie hast du mich diesen Tag so gnädiglich angesehen, der ich doch alles Guten unwürdig bin, hast nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meiner Misse⸗ that. Das danke ich dir von ganzem Herzen. O Herr, laß dir angenehm sein, was ich diesen Tag in deinem Namen gethan habe; vergieb mir, was ich wider deinen göttlichen Willen gesündigt habe. Laß in mir nicht verlöschen das Licht des Glaubens und deiner Erkenntnis, laß nicht mich überfallen die grausame Finsternis der Unwissenheit, des Unglaubens und der Verzweiflung, behüte mich vor der ewigen Nacht. Herr, bleibe bei mir, denn der Tag hat sich geneiget, und es ist niemand, der mich in der Finsternis erhalten möge, denn du allein, mein Gott. Hilf uns, so wir wachen, daß wir in Christo wachen; behüte uns, so wir schlafen, daß 16 J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. wir in Frieden ruhen. Suche heim und regiere dieses Haus und vertreibe davon alle Schrecken des Feindes und laß deine heiligen Engel darin wohnen. Dein heiliger Segen bleibe über uns durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 18. Abendgebet am Mittwoch. 5 sage dir Dank, du wahres, ewiges Licht, daß du mich in dem Glanze deiner göttlichen Gnade und deines Geistes in dieses natürlichen Tages Schein vor schweren Sünden behütet hast. Laß nun, o Gott, der du die Nacht dem ge⸗ brechlichen Leibe zur Ruhe verordnet hast, meine mühselige, sündige Seele in dir ruhen und Frieden haben vor aller List und jeglichem Anlauf des bösen Geistes. Meine Sinne und Gedanken laß samt Händen und Füßen feiern, schweigen und stille sein zu dir, der du den Deinen gegenwärtig und unvergessen bist auch im tiefen Schlafe. Laß ja nicht mein träges Fleisch die arme Seele überwältigen, daß sie dein vergesse des Nachts. Dir befehle ich meinen Geist, o Hirte, zu treuen Händen; du hast ihn erlöset, Herr, du treuer Gott. Laß mich von dir nicht sinken, wache über mich, schirme mich mit deinen Flügeln. Wenn Tag und Nacht sich scheiden, so wecke mich und verleih mir wieder das Licht, darin ich hie wandeln und bei dir dort ewig wohnen möchte. Höre und erhöre mich, der du nicht schläfst noch schlummerst, durch Jesum Christum. Amen. 19. Abendgebet am Donnerstag. err Gott Vater, voll Gnade und Güte, der du Barm⸗ herzigkeit erweisest bis in das tausendste Glied, wie soll ich deinem Namen genugsam Ehre und Ruhm geben, daß du mich so herzlich geliebt und diesen TFag ohne allen Schaden und Gefahr hast hinbringen lassen. Ach Vater, nimm an meiner Statt das vollkommene Opfer deines liebsten Sohnes Jesu Christi an und sei mir um seinetwillen auch ferner gnädig und barmherzig, denn ohne dich, mein Gott, bin ich in der Finsternis dieser Nacht verloren. Du aber bist mein Licht und starker Hort, nimm mich in deine Gnadenarme, o Gott, der du verheißen, meiner nimmermehr zu vergessen. Vergieb mir meine Sünden und schaffe in mir einen neuen, freudigen Geist, daß ich allezeit in kindlichem Vertrauen zu dir rufe: Abba, lieber Vater! Deiner väterlichen Fürsorge überge In N sütet auch Kaß al Glaul tin V deine also l Meine ich a Leib behüt Sun Hrde Habe drüd uun Gne Rul allez Zukt Seu hon Vat SHaus nd laß Segen Amen. du mich Geistes Sünden em ge⸗ ihselige, r aller „Sinne hweigen lig und t mein ie dein o Hute, er Gott. me mich scheiden, arin ich Hbre t, durch Barm⸗ wie soll n, daß Schaden imm an Sohnes ferner bin ich ist mein arme, o ergessen. neuen, auen zu rürsorge 4 übergebe ich auch diese Nacht meinen Leib, Seele und all das Meine. Wache über mich, daß ich vor allem Leid be— I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 17 hütet in deiner Gnade wieder erwache und dich preise. Tröste auch in dieser Nacht alle Bekümmerten und Betrübten und laß allen, die den Namen deines Sohnes Jesu in wahrem Glauben anrufen, Hülfe widerfahren. Und weil der Schlaf ein Vorbote des Todes ist, so verleih mir, o gütiger Vater, deine Gnade und den Beistand deines Geistes, daß ich mich also bereite, daß ich am Ende meiner Tage zur ewigen Ruhe des Himmels aufgenommen werde. Erhöre mich und erbarme dich mein, o Gott, um der kräftigen Fürbitte deines Sohnes Jesu willen. Amen. 20. Abendgebet am Freitag. O Herr Jesu Christe, du geduldiges Gotteslamm und heiliges Sühnopfer für all meine Sünde, ja nicht allein für meine, sondern auch für der ganzen Welt Sünde, dir danke ich abermal von Grund meines Herzens, daß du mich an Leib und Seele durch deinen Schutz diesen Tag so väterlich behütet hast. Dich bitte ich, du wollest mir alle meine Sünden, so ich heute diesen Tag aus Schwachheit meiner verderbten Natur und Anreizung des bösen Geistes gethan habe, welche mein Herz und Gewissen sehr beschweren und drücken, gnädiglich verzeihen und vergeben. Und weil ich mich nun zur Ruh und Schlaf will niederlegen, wollest du deine Gnade über mich ausbreiten, daß ich darunter in Fried und Ruh diese Nacht mit dem Leibe schlafen, mit der Seele aber allezeit zu dir wachen möge. Laß mich also deiner herrlichen Zukunft zum jüngsten Gericht wahrnehmen und mit herzlichem Seufzen auf dich warten, bis ich dermaleinst gar zu dir selig von hinnen fahre. Dazu hilf mir, treuer Heiland, mit dem Vater und heiligen Geiste hochgelobet in Ewigkeit. Amen. 21. Abendgebet am Sonnabend. Beanherßiger Gott und Vater, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du dich meiner die Zeit meines Lebens so väterlich angenommen und mich diesen Tag über und sonderlich die ganze Woche bis auf diese Stunde vor allem Unglück Leibes und der Seele gnädig behütet hast. Ich bitte dich ferner, du wollest alle meine Sünden, die ich heut und die ganze Woche wider dich und meinen Nächsten 18 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. wissentlich und unwissentlich gethan, durch deine Gnade, welche alle bußfertigen Sünder bei dir haben, zudecken und ihrer nimmermehr gedenken. Hilf gnädiglich, daß ich aus der alten Woche in ein neu christlich Leben trete, dir und allen Aus⸗ erwählten im Himmel gefallen möge, und laß mich diese an⸗ gehende Nacht in deine gnädigen Arme befohlen sein, daß ich sicher ruhen und schlafen, frisch und gesund zu deinem ferneren Lob wieder aufstehen möge; und wenn mein Stünd⸗ lein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ, denn ich bin dein und du bist mein, wie gern wollt ich bald bei dir sein. Amen. II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Gebete für die Früchte des Leldes und den Bergbau. Meine Rede müsse ihm wohlgefallen. Ich freue mich des Herrn. 22. Danksagung für Gottes Wohlthaten. wiger, allmächtiger Gott, du bist mein Leben, meine Wohl⸗ fahrt, meine Seligkeit, ich aber bin ein Staub der Erde und unterwinde mich, vor deinem Angesicht allhier zu stehen und dich zu loben. Verwirf mein armes Lobgebet nicht, o Herr, und nimm mein Dankopfer in Christo Jesu gnädig an. Du hast mich von Anfang meines Lebens bis auf diese Stunde an Leib und Seele gespeist und ernährt. Du hast mich vor unzählbaren Gefährlichkeiten Leibes und der Seele bewahrt oder daraus errettet. Du hast mich mit Langmut getragen, zum Wege meiner Seligkeit ohne Unterlaß und auf mancherlei Weise gerufen und zu meinem seligen Christen⸗ stande bekehrt. Das alles hast du mir gethan um Jesu Christi willen, der sich allen meinen Schmerzen, Strafen und Schanden und zuletzt meinem Tode unterworfen hat, auf daß ich endlich bei dir in ewiger Seligkeit fröhlich sein könnte. Wie soll ich dir, o mein Gott und Vater, für alle deine Treue und Barmherzigkeit danken? Wie soll ich dir danken, Herr Jesu, der du mit deinem Verdienste, mit Leben und voller Genüge, ja mit dir selber den armen Sünder speisest und tränkest? Ich vermag allewege nichts Gutes, wie sollte ich danken können? Gieb du selbst, o Herr, mir in meine de, welche ind ihrer der alten len Aus⸗ diese an⸗ ein, daß u deinem Stünd⸗ rist, denn bald bi n. hergbau. Herrn. U. ne Wohl⸗ der Erde zu stehen t nicht, v nädig an. auf diese Du hast er Seele Langmut claß und Christen⸗ um Jesu Strafen rfen hat, hlich sein alle deine ir danken, ehen und u spesss wie sollte in meine II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 19 Hände, was ich bin und habe, und verleih mir alsdann, daß ich zum schwachen Danke dir wieder übergebe und opfere, was ich bin und habe, und mein Opfer von deinem Altare nicht wieder raube, so lange ich lebe. Dein heiliger Wille allein werde in mir, an mir, durch mich in allen Dingen vollbracht und mein Leben zu deinem Preis vollführt, so lange es noch währt. Das hilf mir nach deiner großen Liebe. Amen. 23. Noch ein Dankgebet. Mein Gott und Herr, ich sage dir Lob und Dank, daß du mich nach deinem Ebenbilde geschaffen, durch das teure Blut deines Sohnes erlöst, durch die Taufe in die Zahl deiner Kinder aufgenommen und mit dem Sakramente des Leibes und Blutes Christi mannigmal erquicket hast. Ich sage dir Dank, du treuer Gott, daß du mir von meiner Jugend auf bis auf diese Stunde so viele Sünden zu gute gehalten und auf meine Buße gewartet, mich so manches Mal aus großen Nöten errettet, an Leib und Seele behütet und mir Gesundheit, Friede und Wohlfahrt die Zeit meines Lebens verliehen hast. Ich bitte ferner, du wollest mich in solcher deiner Gnade und Gütigkeit erhalten, alles, was dir zuwider ist, von mir abthun und vor allem Übel und Unfall mich behüten. Laß mich mein Leben nach deinem Willen und Wohlgefallen vollenden und endlich mit Freuden zu deiner Herrlichkeit kommen. Das bitte ich dich, du treuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi. Amen. 24. Zum Beginn der Arbeit. Ewiger, barmherziger Gott, ich will nun wieder frisch an meine Arbeit gehen und die Werke meines Berufes, dar⸗ ein du mich gesetzet hast, getrost angreifen und nach deiner Gabe ausrichten, meinem Nächsten dadurch zu dienen und mein Brot zu erwerben. Darum bitte ich dich herzlich, du wollest mir zu solchem Werk nach deiner gnadenreichen Ver⸗ heißung Weisheit und Verstand, Heil und Segen, auch Ge⸗ sundheit verleihen, damit ich es nicht allein wohl anfangen, sondern auch durch deine väterliche Hülfe in deinem Namen nützlich vollführen und meines Amtes jederzeit in deiner Furcht mit reinem Gewissen treulich warten möge. Dir befehle ich meine Werke;z laß meine Anschläge fortgehen und laß mir gelingen, was ich mir in deinem Namen vornehme, daß das 2 20 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Licht auf meinem Wege immer scheine, dir zu Lob und Preis, mir und den Meinen, auch meinem Nächsten zur Wohlfahrt und Frommen, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. O Herr Jesu, in deinem Namen und auf dein Wort will ich mein Netz auswerfen. O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Amen. ö 25. Um Gottes Segen in Haus und Beruf. O allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, dieweil du mit Worten und Werken genugsam bewiesen hast, daß du als ein getreuer Vater für uns sorgest, und hast uns gnädiglich zu Kindern angenommen und einem jeden seinen Beruf gegeben, darinnen er dir und dem Nächsten dienen soll, so bitten wir dich von Herzen, lieber Vater, gieb Gnade, daß wir unsers Berufes fleißig wahrnehmen und im Gehorsam als deine treuen Kinder allezeit erfunden werden. Fördere die Werke unsers Haushaltens also, daß wir ja unsere Herzen nicht an die Güter dieser Welt hängen noch jemand dadurch Argernis geben, sondern laß uns alle zeitlichen Güter und Gaben, so wir durch deinen Segen empfangen haben, in stillem Wesen mit täglicher Danksagung genießen und ge⸗ brauchen. Wollest auch von uns abwenden allen Müßiggang, unnötige Sorge der Nahrung und alles, was dir mißfällt, und bei uns und in uns fördern alles, was dir wohlgefällt, auf daß wir in all unserm Thun deinem Befehle nachgehen und alle Sorge und Anliegen aus rechtem Glauben auf dich werfen. Denn du weißt alles, was uns mangelt und not ist; das wollest du uns gnädiglich verleihen. Amen. 26. Gebet christlicher Eheleute. Baumherziger, gnädiger Gott, lieber Vater, du hast uns nach deinem gnädigen Willen und göttlicher Vorsehung in den heiligen Ehestand gesetzt, daß wir nach deiner Ord⸗ nung darin leben sollen. Darum trösten wir uns auch deines Segens, da dein Wort sagt: Wer eine Ehefrau findet, der findet was Gutes und bekommt Segen vom Herrn. Ach lieber Gott, laß uns ja in deiner göttlichen Furcht bei einander leben. Laß uns vor allen Dingen dein Wort lieb haben, daß wir sein mögen wie ein Baum am Wasser gepflanzet, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blätter blrtb Einit jühre licher Kind Ehre bereit ihner Gieb Und sendt deine mit uns unse unse habe gebr nach elbif uns über sein Dre an d Preis, oͤlfahrt Hristum, Bort will aß wohl ruf. eweil du sast, daß hast uns en seinen enen soll, Gnade, jchorsam Fördere re Herzen dadurch üter und aben, in und ge⸗ ißiggang, mißfällt, hlgefällt, lachgehen auf dich und not n. hast uns orsehung uer Ord⸗ ich deines ndet, der m. A einander hhaben, Rlflanset, Blätter II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 21 verwelken nicht. Laß uns mit; einander in Frieden und Einigkeit leben und unsern Ehestand in Zucht und Ehrbarkeit führen, daß dein Segen bei uns wohne, und wir einen ehr⸗ lichen Namen haben mögen. Gieb Gnade, daß wir unsere Kinder in der Furcht und Ermahnung zu deinen göttlichen. Ehren auferziehen, daß du aus ihrem Munde dir ein Lob bereiten mögest. Gieb ihnen ein gehorsames Herz, daß es ihnen möge wohl gehen, und sie lange leben auf Erden. Gieb uns auch das tägliche Brot und segne unsere Nahrung. Und wenn du uns ja, lieber Gott, Kreuz und Trübsal zu⸗ senden willst, so gieb uns Geduld, daß wir uns gehorsamlich deiner väterlichen Züchtigung unterwerfen, und mache es gnädig mit uns. Fallen wir, so wirf uns nicht weg, sondern halt uns bei der Hand und richte uns wieder auf. Lindere uns unser Kreuz und tröste uns wieder und verlaß uns nicht in unserer Not. Gieb auch, daß wir das Zeitliche nicht lieber haben denn das Ewige; wir haben ja nichts in die Welt gebracht, werden auch nichts mit hinaus bringen. Laß uns nachjagen dem Glauben und der Liebe und ergreifen das ewige Leben, dazu wir berufen sind. Gott der Vater segne uns und behüte uns. Gott der Sohn erleuchte sein Angesicht über uns und sei uns gnädig. Gott der heilige Geist erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Friede. Die heilige Dreieinigkeit bewahre unsern Eingang und Ausgang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. ö 27. Gebet der Eltern für ihre Kinder. Getreuer, lieber Gott und Vater, Schöpfer und Erhalter aller Kreaturen, wir danken dir von Herzen für die Kinder, die du uns durch deinen Segen gegeben hast, und bitten dich herzlich, weil du gesagt hast, du wollest deinen heiligen Geist geben allen, die dich darum bitten, begnade auch unsere armen Kinder mit deinem heiligen Geiste, der in ihnen die wahre Furcht Gottes anzünde, welche der Weisheit Anfang ist. Beselige sie mit deiner wahren Erkenntnis, laß sie in dem wahren seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit aufwachsen und darin bis ans Ende verharren. Gieb ihnen ein gläubiges, gehorsames, demütiges Herz, auch Weisheit und Verstand, daß sie wachsen und zunehmen an Alter und Gnade bei dir und den Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe deines göttlichen Wortes, daß sie seien 22 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. andächtig im Gebet und Gottes dienst, ehrerbietig gegen die Diener des Wortes und gegen jedermann, schamhaftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, glückselig in Verrichtungen ihres Berufes, verständig in Sachen, richtig in allen Dingen, sanftmüitig und freundlich gegen alle Menschen. Behüte sie vor allen Argernissen dieser Welt, sei ihr Schutz in allerlei Gefahr, daß sie nicht plötzlich umkommen. Laß uns ja nicht Unehre und Schande, sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich vermehret und die Zahl der Gläubigen groß werde, daß sie auch im Himmel um deinen Tisch her sitzen mögen als die himm⸗ lischen Olzweige und dich mit allen Auserwählten ehren, loben und preisen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Darauf bete den 127. und 128. Psalm. 28. Gebet nach der Taufe eines Kindes, auch von Gevattern zu beten. (llmächtiger, ewiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du der rechte Vater bist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, wir sagen dir von Herzen Lob und Dank, daß du dieses Kind uns geschenkt und ihm verliehen hast, daß es durch die heilige Taufe zum ewigen Leben wieder⸗ geboren und deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo, einverleibt worden ist. Wir bitten dich demütig, du wollest dieses Kind, welches nunmehr dein Kind und Erbe geworden ist, bei der empfangenen Taufgnade bewahren, damit es nach allem deinem Wohlgefallen zur Ehre deines Namens treulich auferzogen werde, im wahren Glauben bis zum seligen Ende beständig verbleibe und endlich das verheißene Erbteil im Himmel mit allen Heiligen empfange, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 29. Schulgebete. 1. Luthers Morgensegen siehe Gebet 2. 2. Lieber Herr und Gott, der du deinem Volke im Gesetz befohlen hast: Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken, laß auch uns in unserer Arbeit deinen heiligen Willen erkennen und alle unsere Werke mit Fleiß und Treue verrichten. Weil aber ohne deinen Segen Mühe und Arbeit vergeblich ist, so bitten wir dich, laß dein himm⸗ liches dem umsere Hoffn hre, Herr, unser Amen 3. daß wikde uruf Unter Laß werde so gi Unser Wil wohl bei d Rind 3 bir urit Sen erlet aber Heif Herz gutet ehe Jeli erken gegen die aftig in „ richti Fenshen r Schutz en. Laß und Ehre vermehret auch im ie himm⸗ n ehren, „Unsern h von „ der du heißt im Lob und berlichen wieder⸗ Christo, u wollest geworden es nach treullich en Ende bteil im Christum, im Gesctz alle deine deinen nit Fleiß en Mühe in himm⸗ kseig in II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 23 lisches Gedeihen auf unsere Arbeit reichlich herabfließen gleich dem Morgentau, der das dürre Land befeuchtet. Laß uns unsere Geschäfte in deinem Namen anfangen und in stiller Hoffnung auf deine Hülfe glücklich hinausführen, dir zur Ehre, uns zur Freude und den Menschen zum Wohlgefallen. Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände, ja das Werk unserer Hände wollest du fördern. Amen. 3. Abba, lieber Vater, dir sei Lob und Dank gesagt, daß du uns diesen Tag hast gesund erleben lassen und uns wieder die Gnade verleihst, gemeinsam deinen Namen an⸗ zurufen. Dein lieber Sohn hat versprochen, daß er mitten unter denen sein wolle, die in seinem Namen versammelt sind. Laß auch jetzt seine gnädige Verheißung an uns erfüllt werden. Weil du aber nur denen nahe bist, die dich fürchten, so gieb eine kindliche Furcht vor deiner heiligen Majestät in unsere Herzen. Erleuchte unsern Verstand und lenke unsern Willen zum Gehorsam, daß dir all unser Thun und Lassen wohlgefalle. Laß uns wachsen an Weisheit, Alter und Gnade bei dir und den Menschen nach dem Exempel deines heiligen Kindes Jesu. Amen. 4. In deinem Namen, lieber himmlischer Vater, schicken wir uns jetzt wieder an, die Arbeit unsers Berufes aus⸗ zurichten und zu lehren und zu lernen, was uns befohlen ist. Sende dazu dein Licht und deine Wahrheit und gieb uns erleuchtete Augen unsers Verstandes. Vor allen Dingen aber laß deine Furcht unserer Weisheit Anfang und deinen Geist unser aller Lehrer und Leiter sein. Mache unsere Herzen zu einem tiefen, weichen und reinen Lande und laß guten Samen darauf fallen, daß er darin wurzele und auf⸗ gehe und Frucht bringe zum ewigen Leben. Amen. 5. Allgegenwärtiger Gott, deine Augen sehen auf eines jeglichen Weg, und du schauest auf alle unsere Gänge. Du erkennest unfer Herz, und es ist alles bloß und aufgedeckt vor deinen Augen. Vor dir ist auch die Finsternis licht, und die Nacht leuchtet wie der helle Tag. Gieb uns doch einen tiefen Eindruck davon in unser Herz, daß wir allezeit vor deinen heiligen Augen offenbar sind, damit wir uns vor der Sünde fürchten lernen und vor deinem Angesichte wandeln. Schaffe in uns ein reines Herz, tilge alle heimliche Unlauter⸗ keit aus unserm Leben und mache uns aufrichtig vor dir und 24 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. den Menschen. Den Aufrichtigen lässest du es gelingen und beschirmest die Frommen. Das erfülle an uns nach deiner Barmherzigkeit. Amen. 6. Wir danken dir, Herr Gott, für alle deine Wohlthat, die du uns erzeiget hast, daß du uns zu vernünftigen Menschen geschaffen hast und hast uns erlöset durch das unschuldige Blut deines lieben Sohnes und durch dein Wort und deinen Geist zum ewigen Leben berufen. Wir bitten dich, lieber Vater, verleih uns deine Gnade, dein heiliges Wort wohl zu lernen, christlich zu leben und selig zu sterben, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 7. Herr, leite uns in deiner Wahrheit und lehre uns, denn du bist der Gott, der uns hilft; täglich harren wir dein. Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. Gedenke nicht der Sünden unserer Jugend noch unserer Übertretung, gedenke aber unser nach deiner Barmherzigkeit um deiner Güte willen. Lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist unser Gottʒ dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Und dein Friede, der höher ist denn alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christo Jesu. Amen. 8. Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, daß du den Schlummer der Nacht von uns verscheucht und uns wieder versammelt hast, unsere Hände zu dir aufzuheben. Laß uns nun die Arbeit des Tages mit Freuden angreifen und die Gabe, welche du einem jeden verliehen hast, mit Treue und Demut gebrauchen. Gieb uns ein sehendes Auge, ein hörendes Ohr und ein waches Gewissen. Fülle uns frühe mit deiner Gnade und segne die Werke unserer Hände. Deinem heiligen Namen sei Ruhm und Preis jetzt und in Ewigkeit. Amen. 9. Herr Jesu Christe, der du die Kinder zu dir zu bringen befohlen und sie in dein Reich aufzunehmen verheißen hast, wir danken dir, daß du uns in der heiligen Taufe zu dir gezogen und mit den Gütern deines Reiches gesegnet hast. Laß uns nun bei dir bleiben und als lebendige, grünende und fruchtbare Reben an dir, dem rechten Weinstock, erfunden werden. Vollführe das gute Werk, das du in uns angefangen hast, und behalte uns in der Aufsicht deiner Liebe und unter der Zucht deines Geistes, daß wir geschickt werden, dir hier in deinem Reiche zu dienen, und einst nach wohl vollbrachtem Leben auf Erden den Eingang finden zu deinem ewigen Reiche. Amen. ingen und ö ach deiner Wohlthat Menschen uschuldige nd deinen ich, licber wohl ju ch Ilsum nen. uns, denn wir dein. ine Güte, Sünden ber unser n. Lehre iser Gott; Und dein re unsere 5 du den n wieder Laß uns und die reue und hörendes lit deiner heiligen Amen. bringen ißen hast, se zu dit net hast. grünende erfunden gefangen Inter der n deinem eben auf Amen. II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 25 10. Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, für die große Gnade, daß du dein heiliges Wort uns gegeben hast. Drücke es ein und versiegele es in unsern Herzen, daß wir danach thun, leben und sterben. Laß uns in deiner Er⸗ kenntnis wachsen und zunehmen, dich, ewiger Gott, anrufen, loben, ehren und preisen und alles, was wir thun und lassen, nach deinen heiligen Geboten anstellen, damit wir hier allezeit als gehorsame Kinder erfunden und zuletzt des ewigen Lebens, das uns durch Jesum Christum erworben ist, teilhaftig werden mögen. Amen. 11.(Am Schlusse der Woche.) Allmächtiger Gott, lieber himmlischer Vater, da wir ohne deines heiligen Geistes Licht und Gnade nichts vermögen, so bitten wir dich, du wollest unsern Verstand erleuchten, unser Gedächtnis stärken und unsern Willen regieren und heiligen, daß wir alles, was wir lesen und hören, recht verstehen, was wir ver⸗ stehen, wohl behalten, und was wir behalten, wohl an⸗ wenden und in ein christliches Leben verwandeln. Befestige du selbst alles, was wir gehört und gelernt haben, und bestätige das Gute, das du in uns angefangen hast, zu deines Namens Lob und Preis um Jesu Christi, unsers Heilandes, willen. Amen. 12.(Zum Schlusse der Schule.) Lob und Dank sei dir, du Gott aller Gnade und Barmherzigkeit, daß du uns bis hieher geholfen hast. Dein Aufsehen hat unsern Odem bewahrt, du hast uns Gesundheit, Kraft und Freudig⸗ keit zu unserm Werke gegeben, und was an unserer Arbeit nicht vergeblich gewesen, das danken wir allein deiner Güte. Wir sind zu geringe aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an uns gethan hast. Tilge alle unsere Sünde und Übertretung um Jesu Christi willen. Herr, wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeih uns auch die verborgenen Fehler und laß keinen ein böses Gewissen und unvergebene Schuld mit sich hinwegnehmen. Behalte uns in deiner Gnade, er⸗ halte' uns ein fröhliches Herz, laß uns unter einander durch das Band des Friedens und durch herzliche Liebe verbunden bleiben.(Laß deinen Segen die begleiten, welche von uns scheiden; laß ihn auch bei uns bleiben, die wir erfrischt und gestärkt unser Werk wieder aufzunehmen gedenken.) Behüte unsern Ausgang und Eingang von nun an bis zu ewigen Zeiten. Amen. 26 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 30. Gebet eines Konfirmanden. 1. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, daß du mich durch die heilige Taufe in den Bund der Gnade und des Friedens aufgenommen, in deinem Worte mich unterwiesen und nun diese Zeit mich hast erleben lassen, in der ich zu meiner Konfirmation mich bereiten und rüsten soll. Hilf, lieber Vater, daß diese Zeit eine heilige und gesegnete Zeit und ein geistlicher Frühling für mich werde. Mache mich völliger im kindlichen Gehorsam, andächtig im Gebet, eifrig zu deinem Wort, treu in meiner Arbeit, friedsam und ehrerbietig gegen jedermann. Bewahre mich und alle, die mit mir auf dem Wege sind, vor Argernis und allem leichtfertigen Wesen. Laß uns wachsen in deiner Erkenntnis und stark werden durch deinen Geist an dem inwendigen Menschen, daß wir am Tage unserer Konfirmation ein gutes Bekenntnis thun und würdig zu deinem Tische kommen mögen. Amen. 2. Herr Gott, himmlischer Vater, weil dein lieber Sohn versprochen hat, daß du deinen heiligen Geist denen geben wollest, die dich darum bitten, so bitten wir dich herzlich in dem Namen Jesu Christi, deines geliebten Sohnes, du wollest uns deinen heiligen Geist geben, daß er uns in alle Wahr⸗ heit leite, uns zu allem Guten antreibe, regiere und führe. Heilige uns durch denselben durch und durch und erfülle uns mit seinen Heiligungsgaben, damit wir als deine Kinder wandeln, Christo angehören und deine Rechte halten mögen, um der teuren Verheißung und Fürbitte deines geliebten Sohnes Jesu Christi willen. Amen. 31. Für die Kirche. O Vater aller Barmherzigkeit, der du dir eine heilige Gemeine und Kirche auf Erden durch dein Wort und heiligen Geist sammelst und erhältst, wir bitten dich, du wollest deine kleine Herde, das arme Häuflein, so dein Wort durch deine Gnade angenommen hat, ehret und befördert, bei der rechten, erkannten, reinen und allein seligmachenden Lehre, auch bei dem rechten Gebrauche der heiligen Sakramente wider alle Pforten der Hölle, wider alles Wüten und Toben des leidigen Teufels, wider alle Bosheit und Tyrannei der argen Welt beständig und fest erhalten. Erhalte dein Schifflein samt deinen Christen mitten auf dem ungestümen Meere, unter allen Wellen und Was liebe dara schau Weij hat, Geib uns, dein die Best liebe schei Hül halt der Vol heib dein der und Zor Zor Ung auf übe Wei Na 00 du mich und des lerwiesen 2 ich zu ls, lieber und ein lliger im deinem ig gegen auf dem Wesen. werden daß wir is thun en. r Sohn en geben rzlich in wollest Wahr⸗ d führe. ülle uns Kinder mögen, geliebten Gemeine zen Geist ne kleine Gnade kannten, Brechten xten der Teufels, eständig Christen len und II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 27 Wasserwogen, daß es nicht sinke noch untergehe. Laß deine liebe Kirche fest und unbeweglich auf dem Grundfels stehen, darauf sie gebauet ist. O Gott Zebaoth, wende dich doch, schaue vom Himmel und siehe an und suche heim deinen Weinstock und halte ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzt hat, und den du dir festiglich erwählt hast, auf daß sein Gewächs ausgebreitet und seine Zweige groß werden. Nimm uns, deine Schafe, in deinen Schutz, daß uns niemand aus deiner Hand reiße. Behüte uns vor allen denjenigen, welche die Vertilgung der rechten Lehre und die Aufrichtung und Bestätigung der schändlichen Abgötterei suchen. Laß dein liebes Wort, das helle und unwandelbare Licht, so uns jetzt scheint, nicht unterdrückt oder ausgelöscht werden, sondern thu Hülfe durch deinen großen und ausgestreckten Arm und er⸗ halte deine Kirche und Gemeine unter so viel Anstößen in der Welt, auf daß du unter uns hier auf Erden auch ein Volk habest, das dich erkenne, ehre und anbete und deinem heiligen Namen mit reinem Herzen diene. Ach Herr, schone deines Volkes und laß uns nicht entgelten unsere Sünden, der du die Missethat vormals vergeben hast deinem Volke und alle ihre Sünde bedeckt, der du vormals hast allen deinen Zorn aufgehoben und dich gewendet von dem Grimme deines Zorns, tröste uns, Gott unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns. Beschütze deine Christenheit, welche sich auf dich allein verläßt, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen. Sei und bleibe du mitten unter uns und weiche nicht von deiner Gemeine. Thu solches um deines Namens willen, daß derselbe nicht entheiliget werde, ja thu es um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, willen. Amen. 32. Für die Obrigkeit. Heur aller Herren und König aller Könige, du Herrscher über den ganzen Erdenkreis, der du alle Obrigkeit ein⸗ gesetzet und gesaget hast durch deinen werten Apostel: Es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott, und wer der Obrigkeit widerstrebet, der widerstrebet Gottes Ordnung, laß uns die Obrigkeit für deine Ordnung erkennen, dieselbe fürchten, lieben und ehren. Gieb Gnade, daß wir durch sie mit Gerechtigkeit regiert werden und unter ihrem Schutz ein stilles, geruhiges Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Und weil du, lieber Vater, der Könige Herzen in deiner Hand 28 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. hast und leitest dieselben wie Wasserbäche, so regiere auch unsere liebe Obrigkeit mit deinem heiligen Geist, daß sie vor allen Dingen Gottes Wort lieb haben, ihre Thore weit machen und die Thüren in der Welt hoch, daß in ihren Landen der König der Ehren einziehe. Gieb ihnen deine himmlische Weis⸗ heit, die um deinen Thron ist, durch welche die Könige regieren und die Ratsherren das Recht setzen. Laß sie das Geschrei der Armen hören und Recht und Gerechtigkeit handhaben. Laß sie fürstliche Gedanken haben und darüber halten. Gieb ihnen die Liebe der Gerechtigkeit, beständigen Mut und Tapfer⸗ keit wider alle Ungerechtigkeit, glücklichen Fortgang ihrer Anschläge, getreue, verständige, kluge Räte, gesundes und langes Leben. Behüte sie vor Heuchlern und Schmeichlern, vor Kriegen und Blutvergießen. Schütze sie durch deine heiligen Engel. Segne das ganze Land, und schaffe unsern Grenzen Friede, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 33. Für die Früchte des Feldes.(Am Tage der Hagelfeier.) Her, allmächtiger Gott, ein König Himmels und der Erde, der du durch deine überschwengliche Güte den ganzen Erdboden mit allerlei Früchten zierest und erfüllest, von welchen Menschen und Vieh ihre Nahrung haben, wir bitten dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest unser Land segnen, daß es seine Früchte und Vermögen gebe, sintemal wir von uns selber nicht ein Körnlein aus der Erde hervorbringen oder demselben helfen können, wo du nicht das Gedeihen giebst. Darum verleih den lieben Früchten eine gnädige Witterung, daß sie wachsen und wohl geraten. Behüte sie vor Hagel und Ungewitter, vor Verheerung, vor allem Ungeziefer und Schaden. Laß das Land nicht feiern in deinem Zorne, laß es nicht wüste liegen und unfruchtbar bleiben. Schließ den Himmel in deinem Grimme um unserer Sünde willen nicht zu, daß er nicht wie Eisen, und die Erde so hart wie Erz werde, sondern gieb uns Früh- und Spatregen, dazu frucht⸗ bare Zeiten, suche das Land heim und wässere es und mache es sehr reich. Deine Brünnlein haben Wassers die Fülle, so laß denn unser Getreide wohl geraten und baue selbst das Land, tränke seine Furchen und segne sein Gewächs und kröne das Jahr mit deinem Gut. Laß dir, lieber Gott, den Samen und alle Früchte des ganzen Erdreichs in deinen gnädigen lere auch sie vor it machen nden der he Weis⸗ regieren Geschrei nͤhaben. n. Gieb j Tapfer⸗ ng ihrer des und nichlern, eheiligen Grenzen n. 6e der der Erde, ganzen welchen dich um segnen, wir von rbringen en giebst. itterung, r Hagel efer und rne, laß ließ den len nicht wie Erz u frucht⸗ d mache ie Hülle, elbst das nd kröne Samen mnädigen II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 29 Schutz befohlen sein. Behüte uns vor Mißwachs, Teurung, Hunger und Kummer. Siehe, wir bekennen unsere Sünde mit reuigem Herzen und schreien zu dir, unserm Gott, du wollest hören im Himmel, in dem Sitze, da du wohnest, und gnädig sein der Sünde deines Volkes und uns nicht mit leiblicher Nahrung verlassen, sondern unser Leben erhalten und uns mit aller Notdurft versorgen, auf daß wir in allen Dingen deine göttliche Kraft und milde Hand mit Danksagung erkennen und dich preisen, der du uns an Leib und Seele hier zeitlich und dort ewiglich reichlich ernährest. Amen. 34. Um den lieben Sonnenschein. Allmichtiger⸗ barmherziger Gott, himmlischer Vater, wir haben es mit unsern Sünden wohl verschuldet, daß du uns jetzt mit vielem überflüssigen Regen und betrübtem nassen Wetter strafest und heimsuchst. Aber hilf doch um deines Namens willen und laß die liebe Sonne wiederum scheinen und leuchten, damit sich die notleidenden Früchte erholen, und wir solchen deinen Segen zu unserer Notdurft wohl einbringen und mit Danksagung in Frieden genießen mögen. Unsere Hoffnung und Hülfe, unser Trost und unsere Zuflucht ist und bleibt in dir, der HDimmel und Erde gemacht hat. Hilf uns, o Gott unsers Heils Amen. 35. Um einen fruchtbaren Regen. Ac himmlischer Vater, allmächtiger Gott, du hast in deinem Worte gesagt, wenn wir dir nicht gehorchen, so willst du den Himmel wie Eisen und die Erde wie Erz machen, daß es nicht regnen soll, noch die Früchte auf dem Lande gedeihen. Wiederum aber hast du verheißen, wenn wir dir gehorchen, dich lieben und dir von ganzem Herzen dienen, so wollest du unserm Lande Regen geben zu seiner Zeit. Nun sehen wir leider mit Schmerzen, daß die lieben Früchte, die du aus deiner milden Hand bescheret hast, von der Sonnenhitze hart austrocknen und schier keinen Saft mehr haben, weil die frucht⸗ baren Regen ausbleiben. Solches alles haben wir mit unsern vielfältigen Sünden als eine Strafe und Rute wohl verdient und wären wohl wert, daß du uns nicht ein Körnlein ließest aus der Erde wachsen. Nun wissen wir kein ander Mittel, mit welchem wir deinen Zorn könnten stillen und die brennende 30 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Hitze abwenden, denn daß wir mit einem ernsten, gläubigen Gebet, welches die Wolken durchdringt und vor dein Angesicht kommt, auch bei dir viel ausrichtet, dir in die Rute fallen. Bitten deshalb deine unendliche Barmherzigkeit, du wollest den Himmel wieder aufschließen und einen lieblichen, frucht⸗ baren Regen bescheren,(wie denn Elias auch mit seinem Gebete erlangte, daß es regnete,) damit die Früchte der Erde erfrischt und erquickt werden, und wir sie mit Dankbarkeit einernten, zur Erhaltung unsers zeitlichen Lebens fruchtbarlich gebrauchen und in deinem Segen vom Himmel an Leib und Seele erhalten werden und dich hie zeitlich und dort ewiglich loben und preisen mögen. Amen. 36. Beim Anfang der Ernte. Almüchtiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du fröhlich machst, was da webet, beide des Morgens und des Abends, bauest selbst das Land und segnest sein Gewächs: wir danken dir, daß du auch dieses Jahr unser Land heimgesucht hast und das Getreide wohl geraten lassen. Wir wollen nun deinen Segen einsammeln und bitten dich herzlich, du wollest uns dazu gute und bequeme Witterung verleihen, das Angesicht der Erde fröhlich machen und deine liebe Sonne scheinen lassen, damit unsere Früchte, vor allem Schaden behütet und zu ihrer Vollkommenheit gebracht, von uns in gutem Frieden fein trocken eingesammelt, mit Dank⸗ sagung aus deiner milden Hand angenommen und zur Not⸗ durft unsers Leibes in guter Gesundheit genossen werden. Du weißt, lieber Vater, daß wir des täglichen Brotes und deines Erdsegens hoch bedürfen, weil du es so geordnet, daß der Mensch vom Brote lebe und sein Herz damit stärke. Darum so gönne uns auch für dieses Jahr deinen gezeigten Segen, und wie du angefangen hast, uns zu segnen, so segne uns noch ferner, gieb uns unsere Speise zu deiner Zeit, thu deine milde Hand auf und sättige uns mit deinem Gut. Herr, du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Höre auch jetzt unser Gebet und vernimm unser Schreien, auf daß wir dein väterliches Herz erkennen und dich für deine Wohlthat loben und preisen, so lange wir leben. Dazu hilf uns, du frommer Gott, und gieb uns, was wir für uns selber nicht vermögen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. So Ernt an l habe durc und aller 9roß an l saler 0 1 schei und Ben gicb Rät daß lüch wie dein gefe etbit in A der füll nich du die (bei Rne her ubigen ngesicht fallen. wollst rucht⸗ seinem er Erde kbarkeit tharlich eib und ewiglich Christ, dorgens est sein runser lassen. ten dich itterung id deine r allem cht, von Dank⸗ ur Not⸗ werden. s und iet, daß sflͤrke. ezligten so segne lit, thu Gut. zu dit. öchrlien, ur deine Iuu hilf ur uns ind die II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 31 37. Dankgebet nach der Ernte. Herr Gott Himmels und der Erde, du bedeckest den Himmel mit Wolken, giebst Regen auf Erden und machest sie fruchtbar, daß sie giebt Samen zu säen und Brot zu essen; du erfüllest die Herzen mit Speise und Freude und giebst uns allerlei Gutes reichlich zu genießen. Du hast verheißen: So lange die Erde steht, soll nicht aufhören Samen und Ernte, und dieses dein Wort hast du, gnädiger Gott, auch an uns in diesem Jahre kräftiglich erfüllt. Unsern Samen haben wir auf Hoffnung ausgesäet, und siehe, nun ernten wir durch deinen Segen reichlich ein. Für solche deine Gnade und Wohlthat danken wir dir heute in deinem Hause mit allem deinem Volke und sagen: Nun danket alle Gott, der große Dinge thut an allen Enden, der uns vom Mutterleibe an lebendig erhält und thut uns alles Gutes. Preise, Jeru⸗ salem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott! Dank sei dir, o treuer Gott, daß du unsern Saaten Regen und Sonnen⸗ schein verliehen, uns die Ernte so treulich behütet und uns und unsern Kindern wieder für ein Jahr Brot gegeben hast Bewahre nun ferner, lieber Gott, was du gegeben hast, und gieb Gnade, daß wir es anwenden uns und unsern dürftigen Nächsten zur Erhaltung und dir zu Lob und Preis. Hilf, daß wir als deine Kinder dich stets vor Augen haben und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, einst aber wie reife Garben heimgeholt und am jüngsten Tage durch deine heiligen Engel als guter Weizen in deine Scheuern gesammelt werden; so wollen wir dir mit allen Heiligen ein ewiges Dankopfer bringen und sagen: Hoch gelobet sei Gott in alle Ewigkeit! Amen. 38. Um göttlichen Segen zum Bergwerk. llmächtiger Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, in deiner Hand ist, was die Erde bringt, und die Höhen der Berge sind auch dein. Groß sind deine Werke, die Erde füllest du mit Gütern und lässest auch der Berge Gründe nicht leer. Wir sagen deiner Majestät Lob und Preis, daß du diesen unsern Ort mit dem edlen Bergsegen begnadigt, die Gebirge mit fündigen Klüften und Gängen veredelt und (bei den bisherigen schweren Zeiten) den lieben Bergbau noch gnädig erhalten hast. Insonderheit danken wir deiner Barm⸗ herzigkeit, daß du in dem vergangenen Jahre viel Unglück 32 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. väterlich abgewendet(nach den schweren Unglücksfällen uns wieder gnädig angesehen), alles in gutem Stande erhalten und das tägliche Brot mildiglich beschert hast. Für diese großen unverdienten Wohlthaten bringen wir heute deinem Namen das Opfer unserer Lippen und rühmen deine Allmacht und Güte mit fröhlichem Munde und dankbarem Herzen. Weil wir aber, lieber Gott und Vater, leider oft undankbar gewesen, deine Gaben nicht gebührlich erkannt und geachtet, dieselben auch nicht zu deinen Ehren und zu Nutzen unsers Nächsten angewandt, sondern vielmehr oft mißbraucht haben, so hast du zur gerechten Strafe oftmals deine Gaben und Schätze zurückgehalten und deinen Segen entzogen, daß unsere Arbeit an vielen Orten verloren und vergeblich gewesen. Nun, lieber himmlischer Vater, wir bitten dich, gedenke nicht unserer Sünden, sondern gedenke deiner vorigen Güte und Gnade, die von der Welt her gewesen ist. Gieb uns deinen Geist, daß wir nicht bloß mit Worten unsere Missethat bekennen, sondern auch durch seine Hülfe zu wirklicher und thätiger Bußfertigkeit und Vesserung des Lebens schreiten mögen. Erhebe du durch deine allmächtige Hand, die kräftig allent⸗ halben wirkt, dieses unser Bergwerk immer mehr und mehr; thu deine milde Hand auf, beschere gute Anbrüche, reich Erz und Silber, und laß durch deinen Segen die herrlichen Gaben, die du uns durch schöne Anbrüche zeigst, dauernd sein, daß wir alle dadurch unser täglich Brot haben mögen. Behüte uns vor Feuersbrünsten, vor ansteckenden Krankheiten, vor Wassermangel und schädlichen Wasserfluten. Behüte unsere Bergleute bei ihrem Ein- und Ausfahren, wache über unsere Pochwerke und Hütten und über alle, die darin arbeiten. Laß ihre Arbeit gedeihen, daß jedermann sich deiner väter⸗ lichen Güte und gnädigen Hülfe erfreue und die Werke seines Berufs mit Lust verrichte. Schenke den Oberen Weisheit und Liebe, Kraft und Treue. Segne unsere Schulen, daß die Weisheit in ihnen gesucht werde wie Silber und erforscht wie die Schätze, auf daß unsere Kinder deine Furcht und Erkenntnis finden. Vor allen Dingen aber laß den edlen Schatz deines reinen Worts und Sakraments bei uns bleiben und segne uns mit den unvergänglichen Gütern deines Reiches, daß wir allesamt endlich unsere Ausfahrt aus den dunklen Gängen dieser Erde mit Freuden halten und dich ewig loben und preisen, durch Christum, unsern Herrn. Amen. llen uns erhalten Ar diese e deinem Allmact Herzen. dankbar Rachtet, n unsers t haben, wen und aß unsere mn. Nun, t unserer Gnade, en Geist, bekennen, thätiget mögen. 9 allent⸗ nd mehrʒ rlich Etz n Gaben, sein, daß Behüte iten, vor jte unsere er unsere arbeiten. er väter⸗ rke seines Weisheit Ulen, daß Verforscht urcht und den edlen u bleiben 6 Reiches„ dunklen wig loben . III. Gebete in allerlei Rot. 33 Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen, aber deine Tröstungen ergetzten meine Seele. 39. Um Geduld in Leidenszeit. Allmmächtiger, gütiger Gott, der du bist eine Stärke der Schwachen, ein Trost der Betrübten, eine Zuflucht der Verlassenen, eine Hülfe der Angefochtenen, ein Leben der Sterbenden, ein Gott der Geduld und alles Trostes, du siehest, wie schwach, blöde und verzagt wir sind, und daß wir im Kreuze ohne deine göttliche Hülfe und Beistand nicht bestehen können. Deswegen rufe ich zu dir, wenn du mir Krankheit oder sonst Widerwärtigkeit nach deinem göttlichen Willen und Wohlgefallen zuschickest, du wollest mich darunter fest im Glauben und beständig in der Geduld erhalten. Verleih mir Gnade, daß ich deine väterliche Hand und Züchtigung mit sanftem Geiste und stillem Herzen ertragen möge. Gieb mir Geduld in Leidenszeit, welche mir hoch von nöten ist, und lehre mich, daß ich dir, meinem Gott, stille halte, wenn es mir übel gehet, damit ich die Trübsal nicht achte für ein Zeichen deiner Ungnade und in meinem Herzen nicht etwa wider dich murre oder sonst ungeduldig werde, sondern laß mich erkennen, daß, welchen du, Herr, lieb hast, denselben du auch züchtigest zu seiner Besserung; denn die Trübsal bringt Geduld, Geduld aber bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, Hoffnung aber läßt nicht zu schanden werden, und selig ist der Mann, den du, Gott, züchtigest. Darum soll sich niemand weigern der Züchtigung des Allmächtigen, denn du verletzest und verbindest, du zerschmeißest, und deine Hand heilet. Aus sechs Trübsalen wirst du mich erretten, und in der siebenten wird mich kein Übel rühren. So hilf nun, ewiger, barmherziger Gott, daß ich meine Seele mit Geduld fasse und in gewisser Hoffnung unabgewendet stets an dir bleibe, auf daß ich mit kindlicher Zuversicht dein väterliches Herz, unter dem Kreuze verborgen, erkennen möge, mit allerlei Kraft mächtig gestärkt werde nach der großen Macht deiner Herrlichkeit, und mit aller Geduld und Langmut in aller Anfechtung und Widerwärtigkeit gewappnet stehe und fröhlich mit dankbarem Gemüte in aller Not samt allen deinen Gläubigen dich preisen möge; auf daß, wie ich mit Christo Jesu, deinem lieben Sohne, allhier leide, also auch mit ihm zur ewigen Herrlichkeit erhoben werde. Amen. III. Gebete in allerlei Not. 40. In Anfechtungen. O Jesu Christe, du mächtiger Herr und einiger Helfer, der du dich um unsertwillen und uns zu gut hast lassen versuchen, auf daß du den Teufel überwändest, wir bitten dich, rüste uns mit geistlichen Waffen, damit wir bestehen können unter dem Schilde des Glaubens gegen die listigen Anläufe des Teufels; mach uns stark in der Macht deiner göttlichen Stärke, daß wir der Welt obsiegen; hilf uns das Fleisch durch Fasten und Beten betäuben und im Zaum halten, damit wir unumgestoßen in deinem Dienste bleiben und als christliche Ritter uns wehren mit dem geistlichen Schwerte deines Wortes und endlich die Krone des Lebens davon bringen, welche du uns geben wirst um deiner Barmherzigkeit willen. Amen. O mein Herr Jesu Christe, ich bitte dich von Grund meines Herzens, sprich mir diese Himmelsfreude allezeit in mein Herz und schreib sie an mit der goldenen Schrift des Glaubens in mein Gemüt, daß du mein Jesus, mein Heiland, mein Helfer, mein Erlöser, mein Gott und Herr seiest, damit ich als ein Kind Gottes und Erbe des ewigen Lebens in diesem Elend dich, den Brunnquell aller Freude und Trostes, allezeit in meinem Herzen trage, auf daß ich alle Anfechtung und Widerwärtigkeit mit fröhlicher Geduld überwinde, dem Teufel mit fröhlichem Glauben widerstehe, mit fröhlicher Zuversicht bete, alle Mühseligkeit meines Berufs mit Freuden dulde und einmal, wenn du willst, in fröhlicher Hoffnung ein seliges Ende nehmen möge. Amen. 41. In Kriegszeiten. Heder und barmherziger Gott, erzeige uns deine Gnade und hilf uns. Schwere Wetter steigen auf, Kriegsgeschrei ist rings um uns her. Ach daß wir unter dem Toben der Völker deine Stimme hörten und deinen Geist uns strafen ließen! Mit Langmut hast du uns geschont und Geduld mit uns gehabt, aber wir sind über deine Güte um so sicherer geworden, haben deine Wohlthaten mißbraucht, dein Wort vergessen, haben viel wider einander gemurrt, aber wenig für einander gebetet, haben mit unserer Weisheit, unserm Vermögen und Werk Götzendienst getrieben, statt auf dich allein unsere Hoffnung zu setzen. Aber nun kommen wir hleder brkem Mertra Ialich Sund Jampf Her ul nache Verwi Hunge Rue nhllen Mter! . ubre 6 0 Hdlser tlffr ODu, dill'e ulser saben diel Sigl Hekt, Riu uns hum lin, Vohl ds 008 Hen ie Hetgt etkat emn I listigen ht deiner uns das m Zaum eiben und Schwerte davon herzigkeit 1d meines in mein Hlaubens nd, mein damit ich in diesem , allezeit tung und em Teufel Zubersicht dulde und in seliges ne Gnade Högeschrei Loben der u strafen d Geduld so sicherer ein Wort er 115 „unserm auf dich men wir III. Gebete in allerlei Not. 3⁵ wieder zu dir, Herr, unser Gott. Laß uns eins werden in Erkenntnis unserer Sün de, daß wir auch eins werden im Vertrauen auf deine Erbarmung. Nimm von uns, Herr, jegliche Verschuldung, um Christi willen vergieb uns unsere Sünde. Deine Gnade sei unser Trost, dein Friede unsere Kampfesrüstung. Sei ein her und erzeige dich herr mache die Liebe brennende Verwundeten und Krank Hungernden Obdach und e feurige Mauer um unser Vaterland lich darinnen. Wächst die Not, so r, daß sie rastlos einhergehe und den en Pflege bringe, den Armen und Speise. Knüpfe durch die Trübsal neue Bruderbande, führe uns durch Kampf und Sieg zu neuen Siegen deines Reiches und laß über unserm deutschen Vaterlande einen Frieden aufgehen, der deines Namens Ehre ist. Herr Gott, sei uns gnädig und erbarme dich über uns, erhöre unser Gebet um Jesu Christi willen. Amen. 42. In teurer Zeit. Ac Herr, du großer und gewaltiger Gott, reich über alle, die dich anrufen, w ir bekennen dir von Grund unserer Herzen, daß wir die Teurung und Hungersnot, die uns be⸗ troffen, mit unsern vielfältigen Sünden wohl verdient haben. Du, Herr, hast dich nicht unbezeugt gelassen, sondern uns viel Gutes gethan und bisher fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freude. Wir aber haben für solche deine Wohlthaten dir nicht gedankt noch gedient. Darum, o gerechter Gott, hast du uns billig solchen Segen entzogen und den Stab des Brotes zerbrochen. Ach Herr, sei uns gnädig und vergieb uns unsere Sünden um Jesu Christi willen. Thu deine milde Hand auf und sättige uns wieder nach deinem Wohlgefallen. Suche das Land heim und wässere es und mache es fruchtbar, deine Brünn⸗ lein, Herr, haben ja Wassers die Fülle. Laß das Getreide wohl geraten, baue das Land und segne sein Gewächs, kröne das Jahr mit deinem Gr ite. Gott, der du rufen kannst dem, das nicht ist, daß es sei, der du dem Vieh sein Futter giebst, den jungen Raben, die d ich anrufen, laß doch uns Menschen, die wir nach deinem Ebenbilde geschaffen, auf deinen Namen getauft, ja mit dem teurer Blute Jesu Christi, deines Sohnes, erkauft sind, nicht verschmachten. Erquicke uns doch wieder, denn unser aller Augen ja des Volkes gejammer sehen auf dich. Herr Jesu, dich hat t, das nur etliche Tage bei dir ver⸗ 3* 36 III. Gebete in allerlei Not. harrt und Hunger gelitten hatte, so laß dich doch auch unser Elend jammern, die wir jetzt Teurung und Kummer leiden. Hebe doch wieder an zu segnen die Hände deiner Knechte, denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich. Verleih auch uns allen wahre, herzliche Buße und regiere uns durch deinen Geist, daß wir deine väterliche Güte besser erkennen und deine Gaben und Wohlthaten mit größerer Dankbarkeit gebrauchen. Vor allen Dingen aber speise uns mit dem geistlichen Brote deines heiligen Wortes zu unserer Seligkeit und laß uns trachten nach dem, was droben ist, da Christus ist, damit wir dermaleinst mit ihm seiner himmlischen Güter genießen mögen in alle Ewigkeit. Amen. 43. Bei großem Ungewitter. O du großer und erschrecklicher Gott, dem Sturmwinde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fährest wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Blitzen auslässest, wir armen Menschen müßten ja in einem Augenblicke verderben, wenn du deine Donnerstrahlen auf uns gehen ließest. Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und beben, wenn du zornig bist. Herr, wir sehen und hören deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschrecklichen Prasseln deines Donners. Ach gedenke nicht unserer Sünden und Missethaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem Wetter und zerschmettere uns nicht mit deinen Donnerschlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus, Hof, Vieh und die lieben Früchte auf dem Felde. Behüte uns vor grausamen Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Kleinmütigkeit und ungläubige Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Hoffnung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Ungewitter vor⸗ über gehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines grimmigen Zorns, womit du die Gottlosen dermaleinst in das höllische Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, samt deinem Sohne Jesu Christo und dem heiligen Geiste, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preisen mögen. Amen. uch unser er leiden. Rnachtt, Verleih ins durch erkennen inkbarkeit mit dem Seligkeit Christus en Güter vinde und Wolken nit Hagel ten ja in erstrahlen dbewegt, wenn du ße Macht ln deines issethaten, sti willen. schmettere Leib und auf dem nd einem amütigkeit uns den Hoffnung Wille it, „o Herr, itter vor⸗ me deines nst in das ehr hoͤren wir dich, 1 heiligen n. Amen. III. Gebete in allerlei Not. 37 44. Bei Sturm und Wasserfluten. ANha, großer und starker Gott, der du Himmel und Erde in deiner Hand hast, sieh doch an unsere große Not und Gefahr, darin wir jetzt schweben. Du hast die Winde mit Ungestüm ausgehen lassen und die Wasserfluten daher rauschen, daß uns bange ist, und unsere Herzen wollen verzagen. Ach halt ein, du Gott aller Güte und Barm⸗ herzigkeit, vergieb uns unsere Sünden und Missethat, um unsers Mittlers und Fürsprechers Jesu Christi willen. Laß vor dich kommen das Seufzen der Bedrängten, behüte die Schiffe und alle, die auf dem Meere fahren, mache unsere Dämme und Deiche fest, bewache unsere Häuser und Habe, laß die Gefahr und Angst gnädig vorübergehen. Du hast einst Noah in der großen Flut wunderbar erhalten und nachher den Regenbogen als Gnadenzeichen in die Wolken gesetzt, mache auch diesmal den verheerenden Fluten ein Ende und thu ein Zeichen an uns, daß es uns wohl gehe. Du hast dich Elias nach Sturm, Feuer und Erdbeben in stillem, sanftem Sausen offenbart, laß auch jetzt den Sturm sich wieder legen und erquicke unsere bangen Herzen mit friedlicher Stille, daß wir deine Nähe merken. Herr Jesu Christe, du bist der Mann, dem Wind und Meer gehorchen muß, stille das Brausen des Windes und das Toben der Wellen. Sprich nur Ein Wort, so ist uns geholfen, so wollen wir dir danken um deine Güte und um deine Wunder, die du an den Menschenkindern thust, und deinen Namen preisen hie zeitlich und dort ewiglich. Amen. 45. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten. Ac Herr Gott, gnädig und barmherzig, von großer Güte und Treue, wir erkennen deinen gerechten Zorn, welchen wir mit unsern Sünden wider uns erweckt haben. Ach schone unser, lieber Vater, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsere Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. Wende deine Plage von uns, daß wir nicht verschmachten von der Strafe deiner Hand. Wende dich, o Herr, und errette uns. Hilf uns um deiner Güte willen. Heile, Herr, alle Schwachen und Kranken. Sei bei ihnen in der Not. Reiße sie heraus und zeige ihnen 38 III. Gebete in allerlei Not. dein Heil. Nimm dich ihrer Seelen herzlich an und vergieb ihnen alle ihre Sünde. Lehre uns hiebei alle bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden und mit Furcht und Zittern unsere Seligkeit schaffen. Laß uns, wenn unser Stündlein kommt, an deinem Worte festhalten, in Frieden hinfahren und den Tod nicht sehen ewiglich. Erhöre uns, erhöre uns, erhöre unsere Bitte, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Darnach lies Psalm 90. 91. 46. Um tägliche Bereitschaft zum Sterben. Ac lieber Gott und Herr, ich lebe und weiß nicht wie lange, ich muß sterben, und weiß nicht wann; du mein himmlischer Vater, weißt es. Wohlan, soll dieser Tag(oder diese Nacht und Stunde) die letzte meines Lebens sein, Herr, so geschehe dein Wille, der ja allezeit und allewege der beste ist. Nach demselben deinem heiligen Willen laß mich alle⸗ zeit bereit sein, in wahrem Glauben an meinen Erlöser Jesum Christum zu leben und zu sterben. Allein, mein frommer Gott, gewähre mich dieser Bitte, daß ich nicht plötz⸗ lich in meinen Sünden sterben und verderben möge. Stelle sie mir in diesem Leben zu meiner Bekehrung unter Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage zu meiner Verdammnis vorgestellet und zugerechnet werden mögen. Verleih mir, daß ich noch in der Gnadenzeit meine mannigfaltigen schweren Sünden erkenne, bekenne, sie von Herzen bereue, einen festen Vorsatz fasse, mein Leben zu bessern, und auch Vergebung derselben von dir erlange. Alsdann, mein Gott, geschehe dein heiliger Wille; laß mich sterben, wann es dir gefällt, nur gieb mir ein sanftes und vernünftiges Ende. Barmherziger Gott und Vater, der du bei deinem Leben geschworen hast, du wollest nicht den Tod des Gottlosen, sondern daß er sich von seinem bösen Wesen bekehre und lebe, Gott Sohn, der Welt Heiland, der du alle, die an dich glauben, bei deiner Wahrheit versichert hast, was sie den Vater in deinem Namen bitten werden, das wolle er ihnen geben, Gott heiliger Geist, der du unserer Schwachheit aufhilfst und wenn wir nicht wissen, was und wie wir erhörlich beten sollen, uns mit unaussprechlichem Seufzen vertrittst, er⸗ barme dich über mich armen Sünder und laß diese meine Bitte ja, amen und erhört sein. In deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Amen. Wurrgitb en, daß ut Jurcht nn unser Frieden Ore uns, ohn und c. nicht wie du mein ag(oder in, Herr, der beste nich alle⸗ Erlbser in, mein icht hlötz⸗ „ Stelle T Augen, dammnis r, daß ich Sünden Vorsatz derselben heiliger gieb mir Hott und llest nicht em bösen , der du hert haff, das wolle hwachheit erhörlich rittst, kr⸗ ine Bitte meinen len. III. Gebete in allerlei Not. 39 47. Gebet für ein krankes Kind. Hen Jesu, du treuer und barmherziger Heiland, erbarme dich unser und dieses kranken Kindleins. Du hast einst das Kind des Königischen gesund gemacht, da sein Vater dich bat, und hast des Jairus Töchterlein vom Tode auf⸗ geweckt; so wissen wir, daß du auch hier gnädiglich helfen kannst. Du guter Hirte, nimm dich in Gnaden dieses deines elenden Schäfleins an. Es ist ja dein Eigentum. Du hast es in der heiligen Taufe angenommen und zu den Deinen hinzugethan; so ziehe doch die Hand nicht ab von dem, was⸗ dein ist. Herr, unser Heiland, wir möchten wohl dies Kind⸗ lein noch behalten. Ist es ihm und uns gut, daß es länger lebe, so schenke es uns noch einmal und verleih ihm wieder Kraft und Gesundheit, so wollen wir dich loben für deine Treue und Gnade. Hast du aber beschlossen, dies Kindlein aus dieser argen und sündhaften Welt abzurufen und zu deinem ewigen Frieden und zur Schar deiner Auserwählten heimzuführen, so geschehe dein Wille. Wir weigern uns des Kreuzes nicht, das du uns auflegen willst. Stärke nur unsern Glauben und gieb uns den Geist der heiligen Stille, daß wir aus deinen treuen Händen alles dahinnehmen, es gefalle uns oder gefalle uns nicht. Herr, erbarme dich unser. An dein Herz und in deine Hände legen wir dies Kindlein, so ists wohlgeborgen und selig in Zeit und Ewig⸗ beit. Amen. 48. Gebete eines Kranken. 1. O Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und lässest niemand über sein Vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir sie ertragen mögen, ich bitte dich in meinen großen Nöten und Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden. Stärke mich, daß ich es mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünde gestorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: Erbarme dich über mich sündigen Menschen, vergieb mir alle meine Übertretungen, die ich in meinem ganzen Leben begangen habe. Erhalte mich im wahren Glauben bis an mein Ende. O Gott heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, er⸗ 40 III. Gebete in allerlei Not. halte mich in der Geduld und herzlichen Anrufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Not. Leite mich aus diesem Jammerthale in das rechte Vaterland. Amen. 2. Herr Jesu Christe, du hast deinen Boten zu mir ge⸗ schickt, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen lassen. Siehe, mein Herr, ich erkenne deinen gnädigen Willen, bin gehorsam und bekehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten, nämlich mein armes Gebet und mein Seufzen. O Herr, nimm mein Flehen an und laß meine Seufzer vor dich kommen. Gefällt dirs, mein Erlöser, und ist mirs gut und selig, daß ich leben soll, wohl, so richte mich auf und hilf, daß es ein neues, gesundes, christliches Leben sei bis an mein Ende. Gefällt dirs nicht, daß ich lebe, sondern soll dies das Ende sein, wohl, so sei es ein seliges Eende. So komm, Herr Jesu, bald und nimm meine Seele in deine Hände. Amen. 3. O allmächtiger, starker Gott, der du bist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue, ver⸗ giebest Sünde und Missethat, zu dir rufe ich, du wollest mir alle meine Sünde aus Gnade verzeihen und meine Seele wider alle Anfechtung stärken und erhalten. Komm mir zu Hülfe und stehe mir bei, daß der Glaube in mir nicht wanke, die Hoffnung nicht verzage, die Liebe nicht erkalte, menschliche Schwachheit vor Schrecken des Todes nicht versinke. Und wenn mein Stündlein kommt, so laß mich in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. An diesen Heiland glaube ich und auf ihn hoffe ich. Ach Herr, laß mich nicht zu schanden werden, denn du bist meine Hülfe und Stärke. Siehe mich an mit den Augen deiner Barmherzig⸗ keit und wende zu mir deine väterliche Huld, durch Jesum Christum deinen Sohn, der mit seinem heiligen Leiden und Sterben uns eine ewige Erlösung erworben hat. Amen. 49. Dankgebet eines Genesenden. He mein Gott, mein Trost, mein Erretter, mein einiger Nothelfer, dir danke ich von Grund meines Herzens für deine unaussprechlichen, vielfältigen Wohlthaten, die du mir armen Sünder erzeiget hast, sonderlich aber, daß du in meiner großen Not, Krankheit und Elend mich in Gnaden angesehen, mein Herz gestärkt, mein Gebet erhört und mir so väterlich phieder yrnig sat, Mir Vater herda nh Die E Ic Hündi hu M die n olles Herze haber Bußt hille nicht Lbbel Gottes, bon mir nmerthale mir ge⸗ ur Buße gnädigen ein Gott, les Gebet an und ro, mein W, wohl, gesundeh, irs nicht, l, so sei nd nimm adig und reue, ver⸗ ollest nir ine Seele n mir zu ht wanke, enschliche. Hke. Und n fahren, An diesen err, laß! ülfe und mhͤerzig⸗ ch Nsum iden und Amen. n einiget nens für du mir nmeiner ngesehen, väterlich III. Gebete in allerlei Not. 41 wiederum aufgeholfen hast. Ich danke dir, Herr, daß du zornig über mich gewesen bist, und dein Zorn sich so gewendet hat, daß du mich nun wiederum tröstest. Ach wie gut ist mir es, daß du mich gedemütigt hast. Du hast, o lieber Vater, mich gezüchtigt, damit ich nicht mit der gottlosen Welt verdammt werde. Um Trost war mir sehr bange, aber, Herr, du hast dich meiner Seele herzlich angenommen, wie soll ich dir vergelten all das Gute, das du an mir gethan hast? Ich will dir danken mein Lebelang und deinen Ruhm ver⸗ kündigen für und für. Da ich dich, Herr, suchte, antwortetest du mir und errettetest mich aus meiner Not. Du verlässest die nicht, die dich suchen. Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Du bist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilfst denen, die zerschlagene Gemüter haben. Ach mein Gott, verleihe mir eine herzliche, beständige Buße durch die Kraft des heiligen Geistes um Jesu Christi willen, damit ich hinfort nicht mehr suündige, auf daß mir nicht etwas Argeres widerfahre, sondern daß ich mich mein Lebelang vor solcher Betrübnis meiner Seele hüte. Beschütze mich auch hinfort durch deine heiligen Engel, daß sie mich bewahren auf allen meinen Wegen. Und dieweil ich doch endlich dieses Leben werde gesegnen und sterben müssen, so erhalte und vermehre in mir den wahren seligmachenden Glauben, Gottesfurcht, Geduld und Trost, damit ich ritter⸗ lich kämpfen, selig überwinden und fröhlich in dein himm⸗ lisches Reich eingehen möge, dich, o Vater aller Barmherzig⸗ keit, samt deinem Sohne und heiligem Geist, den einigen wahren Gott, ewiglich zu preisen. Dir, o allerhöchster Gott, sei Lob, Ehre und Dank gesagt in alle Ewigkeit. Amen. 50. Um Geduld in langwieriger Krankheit. O Herr Jesu Christe, der du in den Tagen deines Fleisches in höchster Geduld all dein Elend ausgestanden und uns unsere Seelen mit Geduld zu fassen befohlen hast, du siehst mein betrübtes Elend, hörst mein Seufzen, das ich auf meinem Angstlager ausgieße. Du weißt, wie meine Schwachheit und Gebrechlichkeit so groß und heftig ist. Wie soll ich aber thun, du frommer Herr? Keine Arznei weiß ich als das Kräutlein Geduld. Dieweil aber dasselbe nicht wächst in dem ungebauten Garten meines Fleisches und Blutes, denn der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist 42 III. Gebete in allerlei Not. schwach, so stärke du mich mit dem Geiste der Gnade und des Trostes, gieb mir Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, damit ich wider deine Gerichte nicht murre, sondern mit Freuden ein Halleluja darein singe und gewiß dafür halte, du wollest mitten unter deinen Zuchtruten ge⸗ denken deiner väterlichen Barmherzigkeit, mich züchtigen, aber mit Maße, mich strafen, aber nicht in deinem Zorn, mich töten, aber wieder lebendig machen, mir eine Last auflegen, aber wiederum aushelfen. Du bist ja der Gott, der da hilft, und der Herr Herr, der vom Tode errettet, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Sprüche aus Gottes Mort für Rranke. Bange Seufzer: Deine große herzliche Barmherzig⸗ keit hält sich hart gegen mich.(Jes. 63, 15.) Ach du Herr, wie lange?(Psalm 6, 4.) Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?(Röm. 7, 24.) Demütigung vor Gott: Ach Herr, unsere Misse⸗ thaten habens ja verdient.(Jer. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen?(Psalm 130, 3.) Wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. (Dan. 9, 18.0 Trost des Glaubens: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.(1 Joh. 1, 7.) Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit sein, aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die da durch geübet sind.(Hebr. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfahen, welche Gott ver⸗ heißen hat denen, die ihn lieb haben.(Jac. 1, 12.) Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselbigen ver⸗ gäße, so will ich doch dein nicht vergessen. Siehe, in die Hände hab ich dich gezeichnet.(Jes. 49, 15. 16.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.(Hebr. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir ge⸗ zogen aus lauter Güte.(Jer. 31, 3.) innde und sam sein ht murre d gewiß uten ge⸗ jen, aber u, mich auflegen, da hilft elobt in mherzig⸗ dul Herr, ber wird 2„2— e Misse⸗ u willsf (Pfalm nicht auf erzigkeit. kisti, des (1 Joh. sie und wird sie die da⸗ Mann, aͤhret ist, Hott ver⸗ 0 auch ein erbarme igen bl⸗ „ in die Ich will 5„0) Ic mir ge⸗ III. Gebete in allerlei Not. 43 Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.(Joh. 7, 37. 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.(2 Cor. 12, 9.) Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. (Offenb. 2, 10.) Auch können folgende längere Abschnitte göttlichen Wortes von dem Kranken gelesen oder ihm vorgelesen werden: 1 Petr. 5, 6—11. Psalm 130. Psalm 25. Psalm 42. Psalm 63, 2—9. Psalm 91. Klagelieder 3, 22—42. Römer 8, 18—27. Römer 8, 28—39. 1 Petr. 1, 3—9. Psalm 126. Offenb. 7, 9—17. 51. Morgengebet eines Kranken. O du getreuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du mich armen kranken Menschen diese Nacht über so gnädig erhalten, gestärket und das erquickende Tageslicht wieder hast sehen und erleben lassen. Gelobt sei deine Gnade und Barmherzig⸗ keit, welche über mich waltet, so hoch der Himmel über der Erde ist. Ich bitte dich, vergieb mir alle meine Sünde, verneure, vermehre deine Liebe und Treue diesen Morgen und allezeit an mir armen Menschen und laß deine Güte nicht von mir weichen. Tröste und stärke mich mit deinem heiligen Geiste, daß ich in allem nach deinem Willen leben und leiden möge. Ach Herr, verlaß mich nun und nimmer⸗ mehr mit deinem Schutze. Laß aufhören die böse Zeit; wenn es, lieber Herr und Gott, dein Wille ist, so mache meinen schwachen Leib gesund, oder bringe mich bald und seliglich aus diesem Elende zu deiner ewigen Herrlichkeit durch das bittere Leiden und Sterben und durch die siegreiche Auf⸗ erstehung Jesu Christi, deines lieben Sohnes, welcher als unser Mittler alle unsere Krankheit getragen, unsere Schmerzen auf sich geladen und uns durch seine Wunden geheilet hat. Nun, ich befehle dir nochmals meinen Leib, Seele und alles, was du mir gegeben, in deinen väterlichen Schutz; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Der Segen, Schutz und Kraft Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes sei über, in und bei mir jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. 44 III. Gebete in allerlei Not. 52. Abendgebet eines Kranken. Here Herr und Gott, barmherziger himmlischer Vater, ich danke dir, daß du mir bis hieher so gnädig geholfen und mich nun abermals einen beschwerlichen Krankheitstag in diesem Elend hast zurücklegen lassen. Ich bitte dich von Grund des Herzens, vergieb mir um Christi, meines höchsten Seelen⸗Arztes und Heilandes willen, alle meine Sünde und hilf mir Kranken auch durch diese bevorstehende Nacht hin⸗ durch mit deiner Gnade, Kraft und Trost. Mein Leib will sich zur Ruhe legen, ach dieselbe gönne mir gnädiglich zur Erquickung dieses meines schwachen Leibes. Behüte mich vor der ewigen Nacht um der Angst- und Jammernacht Jesu Christi willen und laß mich das liebe Tageslicht wiederum erfreulich sehen, auch dermaleinst den Glanz des ewigen Tages in himmlischer Herrlichkeit unaufhörlich schauen. Indessen, weil ich meiner selbst nicht pflegen kann, so lege die Wacht deiner heiligen Engel zu mir, über meine Seele und Leib und alles, was du mir gegeben, daß mir kein Feind noch Unfall schade. Herr Gott Vater, erbarme dich diese Nacht über dein armes Geschöpf. Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, siehe gnädiglich an deinen Diener und erkauftes Gut. Herr Gott heiliger Geist, tröste und führe mich selig⸗ lich in diesem und nach diesem zu dem ewigen Leben. Deine Gnade und Wahrheit, o du heilige Dreifaltigkeit, walte über mich in Ewigkeit. Amen. 53. Gebet eines Kranken, der sich zum Sterben schickt. O Vater aller Gnade, erbarme dich über meine arme Seele. Vergieb mir alle meine Sünde, die ich leider wider dich gethan habe. Verachte nicht dein armes Geschöpf, verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin. Laß den nicht umkommen, welchen du gemacht und geschaffen hast, denn auf dich hoffe ich, du bist meine Hülfe und mein Gott. O Christe, wahrer Heiland, der du bist das Lamm Gottes, welches da trägt die Sünde der Welt, der du mich mit deinem Blute gewaschen und gereinigt hast, ich bitte dich durch dein bitteres Leiden, sonderlich aber durch die Schmerzen, die du zu der Stunde deines Todes empfunden hast: Er⸗ barme dich über meine arme Seele bei ihrem Ausgange und führe sie zum ewigen Leben. O Gott heiliger Geist, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des III. Gebete in allerlei Not. 4⁵ bösen Feindes, stärke meinen Glauben, daß ich festiglich glaube Vater, eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben. So gehofen befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist in deine cheitstag Haände. Du treuer Gott, du hast mich erlöset, der du lebest dich von und regierest in Ewigkeit. Amen. m.ln 54. Gebete der Umstehenden für den Sterbenden. iht 115 ATne, gütiger Gott, der du unser Leben erhältst im 2210 will Tod und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen guh zr der Barmherzigkeit wenden zu diesem kranken Menschen und nic 5 ihn erquicken an Leib und Seele und ihm alle seine Sünden iht Iisu aus Gnaden vergeben. Nimm an das Opfer des unschuldigen wede uTodes Jesu Christi, deines lieben Sohnes, für die Bezahlung 30. seiner Missethat. Er ist ja auch auf desselbigen Namen Inesen getauft und mit desselbigen Blut gewaschen und gereinigt. Waht So errette ihn nun von des Leibes Qual und Pein. Ver⸗ . kürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage Kanueh des Gewissens und wider alle Anfechtung des bösen Feindes, + auf daß er im Glauben ritterlich kämpfe und überwinde. 1 Haan Verleihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben. Schicke 5 Welt deine heiligen Engel her, daß sie ihn begleiten zur Versammlung sa aaller Auserwählten, in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen. 0 Dem O Herr Jesu Christe, der du allein bist die Thür zum ewigen Leben, daß, wer durch dich eingeht, selig werden mag, wir bitten dich von Herzen, du wollest solche Gnaden⸗ 1 thür diesem Dahinsterbenden aufthun und ihn aus der An⸗ schikt. fechtung der Sünde und des Teufels List und Macht bald „ walte ie Seele. erlösen. Ach Herr, hilf ihm, daß er im finstern Thale und sder dich Schatten des Todes nicht irre gehe noch verderbe, sondern rschmähe du, als ein getreuer Hirte, nimm auf dieses verlorene Schaf den nicht und deinen Knecht, laß ihm dein Wort in seinem Herzen st, denn leuchten, stehe ihm in aller Not bei und zeige ihm dein Heil, 5aut. O laß ihn nicht entfallen aus des rechten Glaubens Trost, nimm Gottts, seine Seele in deine Hände und pflege ihrer mit Gnaden, mich mit auf daß sie keine Qual anrühre, und gieb also ihm das bitte dich ewige Leben. Amen. Antt⸗ Sprüche, dem Sterbenden zuzusprechen. Las ad Ob ich shon wanderte in finstern Thale, fürchte ich kein in. ‚ Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab 906 des trösten mich. Psalm 23, 4. 46 III. Gebete in allerlei Not. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21. ů Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, 1. Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aus⸗ helfen zu seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 2 Tim. 4, 18. ö Herr, ich warte auf dein Heil. 1 Mos. 49, 18. ö In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Joh. 16, 33. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott, sei nicht ferne von mir. Eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe. Psalm 38, 22. 29— Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen einge⸗ borenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3, 16. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. Vater, in deine Hände befehl ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Psalm 31, 6. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf. Ap.⸗Gesch. 7, 58. Abschiedssegen. ö er allmächtige Gott stärke dich, wider alle Anfechtun ritterlich zu kämpfen und im wahren Glauben bis ans Ende zu verharren! Der Herr Jesus Christus sei mit dir und begleite dich in das ewige Leben und verleihe dir am jüngsten Tage eine fröhliche Auferstehung! Amen, Amen, Amen. 55. Gebet nach dem Tode eines Kindleins. err Jesu Christe, du ewiger Gott und Heiland, der du so freundlich der Kindlein dich angenommen und sie zu dir gerufen und gesegnet hast, wir zweifeln nicht, daß du auch dieses unser liebes Kindlein zu dir in deine ewige Freude gerufen und mit Leben und Seligkeit gesegnet habest. Aber, Herr, unser Gott und Heiland, unsre Seele ist betrübt, und wir tragen Leid, weil du unser liebes Kind so frühe dahin⸗ genommen. Wenn wir schon wissen, daß du es wohl meinest, da du mit ihm aus diesem bösen Leben geeilet, so will es uns doch fast schwer werden, uns stille in deinen heiligen Willen zu fügen. So hilf du selbst uns durch deinen heiligen Geist und dir, deine gebo Dart deine Herr auch Ruh und erne von salm 38, n einge⸗ en, nicht 0. 3, 46. n Herrn, du hast . 7, 58. nfechtung bis ans t dir und jüngsten Imen. 8. er du so ie zu dir du auch e Freude . Aher, Ubt, und e dahin⸗ meinest, Rwill es heiligen heiligen III. Gebete in allerlei Not. 47 Geist und stärke unsern Glauben, daß wir deinen Rat ehren und preisen, auch wenn wir ihn nicht verstehen. Wir danken dir, daß du unser liebes Kindlein in der heiligen Taufe zu deinem Kinde angenommen, es zum ewigen Leben wieder⸗ geboren und ihm das Erbe des Himmels jugesprochen hast. Darum sind wir der guten Zuversicht, daß es nunmehr in deinem Frieden und in der ewigen Ruhe ist. Hilf, lieber Herr, daß wir umkehren und werden wie die Kinder, auf daß auch wir dereinst mit Freuden einschlafen und zur ewigen Ruhe der Heiligen gelangen mögen durch deine ewige Gnade und Barmherzigkeit. Amen. 56. An Begräbnistagen. Brnhurdgen⸗ gnädiger Gott, der du nach deinem unerforsch⸗ lichen, aber gewißlich gnädigen Ratschluß uns mit schwerem Leid heimgesucht hast, wir sagen dir Lob und Dank, daß du uns auch deine heiligen Tröstungen darreichest im Worte des Lebens. So sind wir nun nicht wie die andern, die keine Hoffnung haben, sondern wir wissen es, daß du unsere sterb⸗ lichen Leiber zur Herrlichkeit und zum ewigen Leben auferwecken willst am jüngsten Tage. Dessen getrösten wir uns auch heute, da wir ein edles Samenkorn in deinen heiligen Acker legen auf den Tag der Auferstehung. Ach Herr, deine Wege sind wunderbar, wer kann sie verstehen? Deine Gerichte sind heilig und hoch, wer darf darüber murren? Du hast alles wohigemacht, und dein Wille ist gut und gnädig, auch wenn du uns heimsuchst mit Trauer und Herzeleid. Darum wollen wir stille sein und dir unsere Sache befehlen. Tröste uns, Gott, unser Heiland, und verlaß uns nicht in unserm Leide. Du bist uns nahe, und dein Erbarmen hat noch kein Ende. Bleibe bei uns und sei unsers Herzens Trost und unser Teil. Gieb, daß uns nichts von dir und deiner Liebe scheide. In deine Hände befehlen wir uns ganz und gar. Erbarme dich unser und sei uns gnädig jetzt und im letzten Stündlein und am Tage des Gerichts, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Darnach lies 1 Thess. 4, 13—18. Offenb. 7, 9—17. 48 IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. So wir unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergiebt und reiniget uns von aller Untugend. Biblische Abschnitte, deren je etliche an Beichttagen zu lesen und zu betrachten: Psalm 32. 54. 130. Jes. 35, 1.11. Jer. 2, 13. 3, 12. 13. Matth. 5. Luc. 15. Luc. 18, 9—14. Eph. 4, 22.59. Hebr. 10, 19—27. Offenb. 3, 14— 22. 57. Um rechtschaffene Buße. Gnädiger und barmherziger Gott, du bist geduldig, von großer Güte und Treue, du berufest uns täglich durch die Gnadenpredigt deines Wortes zur christlichen Bekehrungz du lässest in deinem Namen allen Menschen Buße und Ver⸗ gebung der Sünden verkündigen. Dazu hast du auch nach deiner Langmut und unaussprechlichen Barmherzigkeit Geduld mit uns, indem du die Sünder nicht auf frischer That in ihren Übertretungen plötzlich überfällst, dieselben mit deinem gerechten Zorn und Gerichte zu strafen; sondern du giebst Raum und Frist zur Bekehrung, also, daß niemand über dich zu klagen hat und dich beschuldigen kann. Denn es ist ja nicht dein Wille, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre und das ewige Leben habe. O lieber Gott, du weißt unsers Fleisches Trägheit und des Herzens Härtigkeit, daß wir durch die Erbschuld dermaßen verderbt und so tief in die Sünde gefallen sind, daß wir von uns selber nicht aufstehen oder wiederkehren können. Darum bitte ich dich durch die Wunden Jesu Christi, unsers Herrn: Bekehre du mich, so werde ich bekehrt; heile du mich, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen. Entsündige mich, daß ich rein werde, wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem An⸗ gesichte und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. O lieber Gott, siehe mich so gnädig an, wie du angesehen hast die bußfertige Sünderin, als sie zu deinen Füßen lag und herzlich über ihre Missethat weinte, und wie den Zöllner im Tempel, als er an seine Brust schlug und um Gnade bat. Verleih mir ernstliche Reue und Leid über meine Sünde, auch ich d nöge. Härti hintve daß i der d has, dieses verlor Hleis. in m Du ach mein reht, doß lutugend. zu lesen 12. 13. 259. dig, bon ich durch ekehrung; und Ver⸗ nuch nach it Geduld That in it deinem du giebst and über nn es ist dern daß ben habe. und des dermaßen wir von Darum rs Herrn: so werde dige mich, iß werde. mir einen nem An⸗ mir. d schen hast lag und allner im nade bat. inde, auch — IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 49 einen wahren Glauben mit rechter Zuversicht auf deine Gnade, dazu würdige Früchte der Buße. Laß mich die Zeit meiner Heimsuchung erkennen und den Reichtum deiner Güte nicht verachten, auf daß ich die angenehme Zeit und den Tag des Heils nicht versäume, daß ich meine Buße nicht von einem Tage auf den andern noch auf das letzte Stündlein spare, sondern jetzt diesen Tag mich zu dir bekehre. Amen. 58. Um wahre Erkenntnis der Sünde. O heiliger und gerechter Gott, barmherziger Vater, ich be⸗ kenne und beklage dir meine angeborne Blindheit, daß ich meine Sünde nicht so vollkommen erkenne noch so herzlich bereue, als es wohl sein sollte. Ach Herr, du stellest unsere unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesichte. Gieb mir die Größe und Mannigfaltigkeit meiner Sünden zu er⸗ kennen, stelle sie mir in diesem Leben unter die Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage unter die Augen gestellt und ich dadurch vor Engeln und Menschen zu schanden werden möge. Ach Herr, du siehest und weißt meines Herzens Härtigkeit, die mir angeboren ist; nimm dieselbe von mir hinweg und erweiche mein Herz durch dein heiliges Wort, daß ich meine Sünde inniglich bereuen möge. O Herr Jesu, der du dein heiliges Blut am Stamme des Kreuzes vergossen hast, auf daß du mein Herz dadurch erweichen möchtest, laß dieses dein heiliges Blut und teures Leiden an mir nicht verloren sein. Du treuer Lehrer hast in den Tagen deines Fleisches gerufen: Thut Buße! du wollest jetzo auch kräftiglich in mein Herz rufen: Thu Buße und bereue deine Sünde! Du stehest vor der Thür meines Herzens und klopfest an, ach gieb Gnade, daß ich deine Stimme höre, daß ich nicht mein Herz verschließe, sondern die Thür aufthue. O heiliger Geist, du ewiges himmlisches Licht, erleuchte mein finsteres Herz, daß ich in deinem Lichte die Finsternis meiner Sünden erkennen und herzlich bereuen möge. Amen. 59. Bekenntnis der Sünde vor Gott. Her Jesu Christe, du einiger Arzt der Kranken, du Genesung der verwundeten Gewissen, der du in der Fülle der Zeit auf Erden gekommen bist, nicht die Gerechten, sondern die Sünder zur Buße zu rufen, wir armen, vom Stachel der Sünde tödlich verwundeten Menschen kommen zu dir in 4 50 IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. Zuversicht auf deine unaussprechliche Güte und Liebe, welche du an uns bis in den bittern Toddes Kreuzes gewendet hast. O du, von dem Vater uns zaghaften, erschrockenen Sündern zum Gnadenstuhle aufgerichtet, vor dein Angesicht bringen wir unser sündiges Herz. In uns wohnt das heimliche Laster des Unglaubens, der Eigenliebe, des Ungehorsams wider deinen heiligen Willen, der Verachtung deiner ewigen Güter. Wie hängt das Herz so fest an dieser Welt und ihren vergänglichen Gütern! Welch eine große Sorge wenden wir auf dieses arme Leben und unser sterbliches Fleisch! Darin stehen wir ganz vertieft und vergessen der geistlichen Güter und Gaben. Dazu gilt uns unsere Blindheit für Licht, und wollen in nichts vor dir Unrecht haben. Kalt sind wir und ohne deinen heiligen Geist, ohne Gerechtigkeit, Friede und Freude, ohne Demut, ohne Furcht und Schrecken vor deinen gerechten Gerichten. Verachtung deiner Herrlichkeit, Undank gegen deine zahllosen Wohlthaten ist all unser Leben. Wir bekennen dir nun diese mannigfaltigen, ungestümen Wellen der bösen Begierde. Wir geben uns schuldig aller Früchte des bösen Baumes, unsers Herzens, von dem dein Mund mit Wahrheit gesprochen hat, daß nur böse Gedanken und Werke von ihm kommen. Du kennst den bösen Baum, alle seine Wurzeln und Aste und Früchte, unser arges Herz mit allen seinen Krümmungen und Winkeln. Nimm uns wieder in deine schaffenden, allmächtigen Hände; gieb uns ein neues Herz, daß wir nicht ewig Dornen und Disteln tragen. Fülle uns bald mit deiner Gnade, welche besser ist als Leben. Laß durch Gnade unsere Sünde bedeckt, unsern Geist zu deiner Liebe und Furcht erneut werden. Laß ihn deiner Gnade Herrlichkeit preisen im Lande der Lebendigen und im Thale des Todes und in der Menge der Seligen und Auserwählten! Amen. 60. Um Vergebung der Sünde. Her, du hast gesagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinaus stoßen. Auf solche deine Verheißung komme ich zu dir und glaube festiglich, ich werde nicht hinaus ge⸗ stoßen werden. Ich komme aber, weil ich mühselig und beladen bin. Es drückt und beschweret mich der Sünden Last, welche ich in demütiger Beichte vor deinem Angesichte niederlege. Ach Vater, ich habe gesündigt in den Himmel — —— IV. Beicht-⸗ und Abendmahlsgebete. 51 j; muhnn und vor dir, ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sinder; Kind heiße. Ich mag nicht alle meine Sünden erzählen, es ö nn gereuet mich, daß ich sie begangen habe; ich schäme mich, viel 0 Worte davon zu machen. Dies eine sage ich, daß ich viel 9 3 und große Strafe verdienet habe, welche ich mit meinen Kräften linen nicht abwenden kann. Du aber bist gnädig und barmherzig Wie und von großer Güte. Darum trete ich mit gläubiger Zu⸗ unglichen versicht zu deinem Gnadenstuhle und begehre demütiglich his Gnade. Erlaß mir, o Gott, was ich dir schuldig bin, ich Lh wir kann nicht zahlen aus Unvermögen, du aber kannst es mir Gaben. erlassen aus Gnade. Geh nicht, ach geh nicht mit deinem wollen in Knechte(mit deiner Magd) ins Gericht. Rechne mir die ne deinen Sünden nicht zu, die mein Gewissen beschweren, und verzeih ude, ohne mir auch die verborgenen Fehler. Siehe an das Blut deines gerechten Sohnes, dasselbe ist vergossen für die Sünde der Welt. Ich agen deine bin auch in der Welt und bin ein Sünder, darum ist es aauch für mich vergossen. Ach Herr, du hast mich geschlagen, ugestün. verbinde mich, du hast mich zerrissen, heile mich. Gieb mir lldig aller Glauben und Beständigkeit, daß ich an deinem Tische ein dem dein würdiger Gast sei und in der Gottseligkeit zunehme. Führe Gedanken. und regiere mich hinfort, daß ich das Gute, so ich mir vor⸗ en Baum, genommen, ins Werk richten möge. Beuge das Herz zur rges Herz Gottesfurcht, öffne die Ohren zur fleißigen Aufmerkung deines timm uns Wortes, die Lippen zum Lobe deines Namens. Segne meine gieb uns Arbeit, verleih Frieden im Hause und öffentlich, wende ab d. Disteln die Ärgernisse, behüte die Meinen und regiere all unser Thun, besser ist daß es dir angenehm und den Gläubigen heilsam sein möge. kt, unsern Höre mein Seufzen, o mein Gott, ja erhöre es, daß ich in Laß ihn dir und du in mir sein und bleiben mögest. Amen. 1 61. Gebet, wenn man zur Beichte geht. Allmächtiges⸗ ewiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du dem Donner deines heiligen Wortes Kraft giebst, du hast mir mein Herz mit deinem Gesetze gerührt, daß ich werde ich nun meine Sünden erkenne, bereue und nach der gnädigen Ig komme Vergebung derselben ein herzliches Verlangen habe. Darum simaus ge. hast du auch nebst dem gepredigten Worte geordnet, daß ich sellg und armer, verderbter, sündhafter Mensch zum Reichtum deiner Sünden himmlischen Gnade kommen und Vergebung suchen soll. So Angesichte gehe ich nun hin, meine Sünde dir zu bekennen, dagegen Himmel Trost und Absolution zu empfangen; bitte deswegen, du 4* 52 IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. wollest in mir eine rechte Andacht, Begierde und Verlangen nach deiner Gnade anzünden und mir einen festen Glauben an deine Verheißung geben, daß, ob ich wohl schwach und verzagt bin, ich mich dennoch solches nicht irren lasse, sondern die Vergebung der Sünden mit starkem Glauben ergreife und dadurch zum rechten Vaterlande komme. Amen. 62. Etliche Beichten. 1. Ich armer Sünder bekenne mich Gott, meinem himm⸗ lischen Vater, daß ich leider schwer und mannigfaltig gesündigt habe, nicht allein mit äußerlichen groben Sünden, sondern viel mehr mit innerlicher angeborener Blindheit, Unglauben, Zweifelung, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß und Mißgunst, auch andern Sünden; daß ich auf mancherlei Weise, mit Gedanken, mit Geberden, Worten und Werken die allerheiligsten Gebote Gottes übertreten habe, wie das mein Herr und Gott an mir erkennt und ich leider so vollkommen nicht erkennen kann. Also reuen sie mich und sind mir leid, und begehre von Herzen Gnade von Gott durch seinen lieben Sohn, Jesum Christum, und bitte, daß er mir seinen heiligen Geist zur Besserung meines Lebens mitteilen wolle. 2. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Misse⸗ that, damit ich dich jemals erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich durch deine grund⸗ lose Barmherzigkeit und durch das unschuldige bittre Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, du wollest mir armen sündhaften Menschen gnädig und barm⸗ Amen sein. Ich will mich durch deine Gnade hinfort bessern. men. 3. Ich armer sündiger Mensch bekenne und klage meinem lieben Gott, daß ich in Sünden empfangen und geboren bin, also daß in mir von Natur nichts Gutes, sondern eitel Sünde wohnt, und daß dieselbe angeborne Sünde mich leider oft zu Falle bringt in wirkliche Sünde, mit Gedanken, Worten⸗ und Werken, wider die erste und wider die andere Tafel des Gesetzes Gottes. Ich erkenne und bekenne auch, daß ich den bösen Lüsten meines Fleisches nicht mit allem Fleiß widerstrebe, sondern leider die Sünde oft in mir herrschen lasse und— kilangen Glauben Hach und sondern ergreife n. n himm⸗ esündigt sondern glauben, Lüsten, andern iken, mit Gebote t an mir en kann. ehre von „ Jesum Heist zur „elender, d Misse⸗ fe zeitlich e herzlich e grund⸗ e Leiden Christi, d barm⸗ t bessern. meinem hren bin, el Süͤnde leider oft Worten efel des ich den derstrebe, asse und IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 53 dadurch den heiligen Geist betrübe. Ja, wenn ich gleich einen guten Vorsatz habe, hanget mir doch das Böse an, daß ich zum Guten unwillig, kalt, faul und überdrüssig bin; der Glaube ist schwach, die Liebe ist kalt. Ich erkenne aber und weiß auch, daß der Sünden Sold ist Gottes Zorn und der ewige Tod. Derhalben gereuen mich meine Sünden und sind mir leid; allein das klage ich, daß ich dieselben, wenn ich sie gleich erkenne, mir nicht lasse so leid sein, wie es mein lieber Gott von mir haben will. Weil aber Jesus Christus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, und mein frommer, treuer Gott spricht: So wahr ich lebe, will ich nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe; so kehre und wende ich mich in wahrer Buße durch rechten Glauben zu meinem lieben Mittler und Erlöser, Jesu Christo, und bitte dich, du mein himmlischer Vater, du wollest mir aus Gnaden um desselben deines lieben Sohnes willen alle meine Sünde vergeben und wollest durch deinen heiligen Geist wahre Buße, rechten Glauben und beständige Besserung in mir anzünden, stärken, mehren und erhalten. Amen. 4. Vor Gericht, Herr Jesu, steh ich hie, Zu dir beug ich meins Herzens Knie, Kann mir selbst gar nicht raten. Mein groß und viele Missethat Mich hier und dort verdammet hat. Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein Macht mich von allen Sünden rein, Weil ich in wahrer Reu und Buß An dich gläub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ, Des dank ich dir, Ich will mich bessern, hilf du mir! Amen. 63. Danksagung nach der Absolution. Och will den Herrn loben allezeit, sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Denn da ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Er hat meine Seele beim Leben erhalten, er hat meine Trau⸗ rigkeit in Freude verwandelt, er hat meine Finsternis licht gemacht. Darum freue ich mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster. Laß mich noch ferner 54 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. vor deinen Augen Gnade finden. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wandele in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten. Rüste mich aus mit Kraft aus der Höhe und mache meine Wege ohne Wandel, damit ich Glauben und gut Gewissen behalte und in deiner Gnade bleiben möge. Das bitte ich um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, meines einigen Erlösers und Heilandes willen. Amen. Nach dir, Herr, verlanget mich. Biblische Abschnitte für Abendmahlstage: Psalm 23. Psalm 111. Joh. 6, 48—-58. Joh. 15, 14—12. Röm. 8, 31—39. 1 Cor. 14, 23—32. Offenbarung 22. 64. Morgengebet am Abendmahlstage. 2 llmächtiger und barmherziger Gott und Vater, ich danke dir von Grund meines Herzens für deinen Schutz und Schirm in dieser Nacht und für den frohen Morgen, welchen du mich erleben lässest. Gelobt sei deine Barmherzigkeit, die alle Morgen neu ist und mich heute zu deinem Hause, zu deinem Altare beruft und einladet. O Herr, weil ich nun mit den Haufen, die da feiern, zu deinem Abendmahle kommen will, so bereite du mich selbst dazu. Willst du eine reine Wohnung in mir finden, so reinige und heilige selbst meinen Leib und Seele. Leite mich mit deinen Augen, führe mich mit deiner Hand zum Reichtum deiner Güte, tröste mich mit deinem Angesichte. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, nach dir. Erhalte mich in beständiger Andacht, bewahre mich vor bösen Gedanken, nimm mich in deinen besonderen Gnadenschutz und weiche nicht von mir. Heiliger Jesu, vereinige du dich an diesem Tage mit meinem Leibe und mit meiner Seele. Speise mich mit deinem Leibe, tränke mich mit deinem Blute, auf daß mein schwacher Glaube gestärkt und ich deiner Gnade, der Vergebung meiner Sünden und der ewigen Seligkeit versichert werde, daß ich als ein würdiger Gast an deinem Tische erscheine. Her du, in in lei Dei imn „ deinen lte mein Lehre in Gott; e meinen gleiten. he meine Hewissen ich um Erlösers „1—12. ng 22. ich danke hutz und welchen keit, die ause, zu eiern, zu ich selbst iden, so eite mich Reichtum Wie der e Seele, bewahre sonderen age mit it deinem schwacher meiner daß ich IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 5⁵ Run, Herr Gott Vater, sei mein Schutz und Beistand. Herr Jesu, sei meiner Seele Speise, Licht und Leben. Und du, Herr Gott heiliger Geist, erleuchte mich und erhalte mich in der wahren Heiligung, daß ich in dem Stande der Gnade, in welchen ich heute aufs neue trete, Zeit meines Lebens ver⸗ bleiben möge. O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Deinem heiligen Namen sei Lob, Ehre und Dank gesagt immer und ewiglich. Amen. 65. Gebet vor dem heiligen Abendmahle. Her Jesu Christe, ewiger Gottessohn, du hast in deiner wahren Menschheit für uns den Tod erlitten und uns von Sünden und der ewigen Verdammnis erlöset; und da⸗ mit wir solcher deiner Treue nimmermehr vergessen mögen, hast du in dem letzten Abendmahl uns ein ewiges Gedächt— nis des aufgerichteten neuen Bundes gestiftet, darinnen der Sünde der Gläubigen nun und in Ewigkeit nicht mehr soll gedacht werden. Wir armen, elenden Menschen kommen zu dir, dem Brunnen aller Gnade und Barmherzigkeit, und bitten dich, tilge unsere Sünden, reinige und erquicke unsere Seelen und laß uns mit wahrer Reue und Leid, in festem Glauben, mit heiliger Ehrerbietung deinen allerheiligsten Leib und dein Blut zu unserer Seligkeit empfangen. Hilf, daß durch dieses Geheimnis des neuen Testamentes der Glaube gemehrt, die Hoffnung gestärkt, die Liebe entzündet, das schwache Gewissen getröstet, alle Anfechtungen überwunden, und wir in unserm Herzen deiner göttlichen Huld und ewig— währenden Erlösung unserer Seelen allenthalben versichert und versiegelt werden. O gütiger Herr, gieb uns erleuchtete Augen unsers Verstandes, daß wir erkennen mögen, welches da sei der Reichtum deines herrlichen Abendmahls, in welchem du uns nebst deinem Leibe und Blute Vergebung der Sünden, wahre Gerechtigkeit und alle himmlischen Güter ausspendest, auf daß wir mit herzlicher Begierde und Verlangen dies heilige Sakrament würdig empfahen, deine Süßigkeit schmecken, deine Liebe empfinden und durch dieselbe wiederum gegen dich entzündet werden. Nimm von uns weg alles, was dir mißfällt und uns hindert oder von dir wendet, und gieb uns, was uns zu dir kehret und fördert, damit wir der Frucht dieses heilbringenden Tisches teilhaftig, unsere hungrigen und durstigen Seelen allhier gespeist und getränkt werden, 56 IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. und wir nach dieser Zeit auch in jenem Leben das himmlische ö Brot mit dir ewiglich essen. Amen. 66. Im Hinzugehen. Gott Vater im Himmel, erbarme dich über mich und sei mir gnädig, deinem Kinde, welches anjetzt mit kindlicher Furcht zu deinem heiligen Altar kommt. Laß mich deiner himmlischen Mahlzeit genießen, wie du sie mir bereitet hast, nämlich zu meiner Seele Seligkeit. O Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme dich über mich und laß mich anjetzt bei deinem heiligen Abendmahl ein dir angenehmer Gast sein. Gieb mir, was du verheißen hast, und laß mich nehmen, was mir von dir beschieden ist, jenes nach deiner Wahrheit und dieses zu meiner Gerechtigkeit. O Gott heiliger Geist, erbarme dich über mich und ver⸗ leihe mir deine Gnade, daß ich dieses heilige Sakrament würdig empfange, damit meinen schwachen Glauben stärke, mein kaltes Herz mit Liebe entzünde, mein blödes Gewissen tröste, meine Hoffnung erfrische, mein sündhaftes Leben bessere und darauf selig werde. O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Amen. O Herr Jesu Christe, ich bin nicht würdig, daß du ein⸗ gehest in mein sündiges Herz, du weißt aber und er⸗ kennst meine große Armut und Not, darum ich von Herzen begehre deiner Gegenwart, zu speisen, zu trösten und zu stärken meine arme Seele. Sprich sie an mit Einem Wort, so wird sie gesund. Lemen. 25. Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. 67. Seufzer bei dem Empfange des gesegneten Brotes. ei mir willkommen, Herr Jesu Christe, mit der edlen Speise deines allerheiligsten Leibes, den du mir jetzt im Sakramente des Altars mit dem gesegneten Brote zu essen giebst, wie du ihn für mich in den bittern Tod des Kreuzes gegeben hast zur Vergebung meiner Sünde; das laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Herr Jesu Christe, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. smmlische h und s kindlicher ich deiner kitet haft, dih über. bendmahl berheißen hieden ist, rechtigkeit. und ber⸗ akrament en stärke, Gewissen hen bessere laß wahl 5du ein⸗ r und er⸗ on Herzen und zu m Wort, Brotes. der edlen mir jeht Brote zu Topd des ndeʒ das bewahte (N. IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 57 68. Seufzer bei dem Empfange des gesegneten Kelches. Sei mir willkommen, Herr Jesu Christe, mit dem edlen Tranke deines allerheiligsten Blutes, das du mir jetzt im Sakramente des Altars mit dem gesegneten Weine zu trinken giebst, wie du es am Kreuze vergossen hast zur Ver⸗ gebung meiner Sünden; das laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Herr Jesu Christe, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. 69. Wenn man nach empfangenem Leibe und Blute Christi wieder an seinen Platz getreten. Herr Jesu Christe, ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jetzt abermal so gnädig an deinem Tische mit deinem Leibe und Blute gespeist und getränkt hast, und bitte dich von Herzen, laß mir solches gedeihen zur Stärkung meines Glaubens, zur Besserung meines Lebens, zum Schirm meiner Seele und zu sicherer Geleitung aus diesem Jammer⸗ thal in das ewige Vaterland. Bleibe in mir, daß ich ewig⸗ lich bleibe in dir. Amen. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen, Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit Liebesarmen fassen; Du sollst sein meines Herzens Licht, Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Sollst du mein Herze bleiben, Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigentum Beständiglich verschreiben. 70. Danksagung nach dem heiligen Abendmahle. F.aren. liebreicher Herr Jesu Christe, dir sage ich von Herzen Dank, daß du mich mit der köstlichen und teuren Speise und Trank deines heiligen Leibes und Blutes erquickt hast. Ach, wer bin ich, daß du mich Unwürdigen gewürdigt hast, von deinem Tische zu essen? Ich danke dir für alle deine Liebe und Treue, für deine Menschwerdung, für dein holdseliges Evangelium, für deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, für dein heiliges Leiden, für die Bezahlung me Schuld, für die Versöhnung deines himmlischen Vaters 58 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. die Heiligung durch den heiligen Geist, für das ewige Leben. Aller dieser Wohlthaten hast du mich durch den Glauben teilhaftig gemacht und durch das hohe, teure Pfand deines Leibes und Blutes im Sakrament versichert. Gieb, daß ich deiner großen Liebe nimmermehr vergesse, deines heiligen Todes stetiglich gedenke. Dein Leib und Blut heilige und segne meinen Leib und Seele und behüte mich vor allen Sünden. Ach mein Erlöser und Seligmacher, lebe du in mir, und ich in dir. Vertreib aus meinem Herzen alle Untugend, behalte und besitze du allein das Haus meines Herzens. Schmücke und ziere meine Seele mit geistlichem Schmuck, mit starkem Glauben, feuriger Liebe, brennender Hoffnung, mit edler Demut, heiliger Geduld, brünstigem Gebet, holdseliger Sanft⸗ mut, sehnlichem Verlangen nach dir allein und nach dem ewigen Leben, daß du bei mir und in mir, und ich bei dir und in dir ewig bleibe, von dir rede, singe und sage, ohne Unterlaß an dich gedenke, daß ich möge in diesem Glauben einschlafen, am jüngsten Tage fröhlich auferstehen und in die ewige Freude eingehen. Amen. 71. Um neuen Gehorsam. Nem, mein Heiland, in deiner Kraft will ich hingehen, und was noch übrig ist im Fleische zu leben, nach deinem Willen zubringen. Weil es aber nicht in eines Menschen Kraft stehet, wie er wandele und seinen Gang richte, so gieb du mir das Vollbringen. Regiere mich durch deinen heiligen Geist, laß deine Güte und Treue mich allewege behüten. Laß mich empfinden, daß du durch den Glauben in mir wohnest, durch die Liebe in mir lebest und durch die Hoff⸗ nung mich täglich stärkest. Gieb, daß ich ohne Heuchelei in Sanftmut und Demut beständig einhergehe, damit dein Leben an mir offenbar werde. Gieb mir alle Tage neue Kraft, daß ich mich verleugne, die Welt verschmähe, dein Kreuz auf mich nehme und dir beständig nachfolge. Gieb mir Mut und Stärke, daß ich meinen Feinden getrost widerstrebe, die Werke des Teufels in mir beständig töte, auch die Welt und was in der Welt ist, als Augenlust, Fleischeslust und hof⸗ färtiges Wesen, mutig untertrete. Laß mich in allen Stücken an dir, meinem Haupte, wachsen und fruchtbar sein in allen guten Werken. Vollführe du selbst das gute Werk, welches du in mir angefangen hast. Bleibe in mir und laß mich in dir b nehme kämpf und! denn singer Kraft keit. All Anzl uren ordn dener begne nach sind. sünd heilig Besse stille freud besor Kum schla erleu der e ben, und heili, zu d sst, Unse mit to und Aber eLeben. Hlauben deines daß ich n Todes d. scgne Sünden. und ich Schmücke starkem lit edler Sanft⸗ ach dem bei dir je, ohne Glauben und in hen, und deinem Nenschen „so gieb heiligen behüten. in mir ie Hoft⸗ ichelei in in Leben e Kraft, reug alls mir Mut trebe, die Welt und und hof⸗ Stücken in allen welches mich in IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 59 dir bleiben, laß mich in deiner Liebe und Erkenntnis zu⸗ nehmen, daß ich im Glauben bleibe, einen guten Kampf kämpfe und in das ewige Leben dringe, wo Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich ist, da ich denn mit allen Auserwählten vor deinem Throne stehen und singen werde: Lob, Preis und Dank und Weisheit und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit. Amen. 72. Abendgebet am Abendmahlstage. Allmächtiger, ewiger Gott, der du allewege unsere Schwach⸗ heit ganz väterlich bedenkest und daher neben andern unzählbaren Wohlthaten, die du uns erzeigest, auch die Nacht zur notwendigen Ruhe unsers müden Leibes gnädiglich ver⸗ ordnet hast, ich bitte dich von Herzen, verzeihe mir und allen denen, welche du heute mit himmlischer Speise und Trank begnadigt hast, alles, wodurch wir deiner himmlischen Güte nach unserer großen Schwachheit aufs neue unwert geworden sind. Gieb uns, Herr, ein ernstlich Mißfallen aller unserer sündlichen Gebrechlichkeiten, entzünde in uns durch deinen heiligen Geist eine unauslöschliche Begierde nach der täglichen Besserung. Verleihe nun, o Herr und getreuer Vater, eine stille und ruhige Nacht in deinem Frieden mir und allen freudenmüden Menschen, sowie auch denen, die ohne deine besondere Gabe und Erhörung dieser Bitte vor Krankheit, Kummer, Herzeleid, Anfechtungen oder Leibesschmerzen nicht schlafen könnten. Wache du über uns, du getreuer Vater, erleuchte die Augen unsers Gemütes, daß wir nicht im Tode der Sünden entschlafen, sondern wachen im lebendigen Glau⸗ ben, welcher allezeit in der Lampe unsers Herzens brenne und seine notwendige Nahrung habe von dem Ole deines heiligen Geistes, auf daß, wenn du kommst und anklopfest zu der Stunde, die uns verborgen, dir aber allein bewußt ist, wir dich ohne Verzug mit aller Freude einlassen, dir, unserm geliebten Bräutigam, fröhlich entgegengehen und dann mit dir eingelassen werden in deinen himmlischen Freudensaal, wo du dich mit allen Gläubigen in ewiger Liebe, Freude und Seligkeit vereinigen und erfreuen wirst bei deinem ewigen Abendmahle. Amen. 60 V. Gebete für Feste und Wochengoktesdienste der Rirche. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar. 73. Auf Abvent. O Herr Christe, heut freuet sich billig die ganze werte Christenheit, weil sie deinen heiligen Advent festlich be⸗ geht. Die liebe Kirche jauchzt als deine Braut, weil du, ihr lieber himmlischer Bräutigam, zu ihr kommst. Wir irrenden Schäflein frohlocken, daß du, o Hirt und Bischof unserer Seelen, mitten unter uns deine gnädige Gegenwart sehen lässest. Wir Kranken freuen uns, weil du uns besuchest, o heilsamer Arzt aller Menschen. Wir Armen jubeln, weil du, obwohl ein reicher Herr, dennoch so brüderlich mit großen, herrlichen Geschenken bei uns einkehrst. Ach Herr, weiche nicht von uns mit deiner Gnade, laß uns die Zeit deiner gnädigen Heimsuchung dankbar erkennen und deine Zukunft stets gnadenreich und heilsam sein. Komm täglich zu uns, in unsere Kirchen, in unsere Schulen, auf unsere Rathäuser und in unsere Wohnungen, mit deinem reinen Wort, mit deinen heiligen Sakramenten, mit deiner Weisheit, mit Beistand, Glück, Segen und Gnade. Ja, weil du bereits in unsere Herzen gekommen bist, so laß uns dich nie wieder verlieren und nimmer ohne Trost erfunden werden. Endlich weil du einmal kommen wirst zu richten die Lebendigen und die Toten, so regiere uns, daß wir uns bereiten und unsern Lauf also beschließen, daß wir deine Zukunft mit Freuden erwarten und dich nicht als einen gestrengen Richter, sondern als einen freundlichen Erlöser anschauen und Erben deines Reiches werden mögen. Amen. 74. Am Christfeste. allmächtiger Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unserer Herzen, daß du aus lauter Wohl⸗ gefallen und aus unaussprechlicher Liebe deinen eingeborenen Sohn Jesum Christum, den Glanz deiner Herrlichkeit und das Ebenbild deines Wesens, in diese Welt gesandt hast, welcher unser armes Fleisch und Blut an sich genommen, auf daß er uns von Sünden, Tod, Teufel und Hölle erlösete und mit sich in das Reich der ewigen Seligkeit versetzte. Rirhe. oben dih ne werte tlich be⸗ weil du, st. Wir Bishf .n besuche beln, it großen, x, weiche eit deiner e Zukunst H zu uns, Rathäuser Vort, mit heit, mit du bereits sie wieder Endlich digen und nd unsern Freuden „sondern Hen deines anken dir er Wohl⸗ igeborenen cheit und ndt hast, enommen, le erlösete ö ersetzte. V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 61 Gelobet sei deine herzliche Barmherzigkeit immer und ewiglich. Erfülle nun an diesem Feste unser aller Herzen mit deiner Gnade, daß wir deine große Liebe und Barmherzigkeit er⸗ kennen, nicht uns, sondern dir leben, dir vertrauen, dich lieben und loben unser Lebenlang. Erhalte bei uns und unsern Nachkommen dein heiliges, seligmachendes Wort, sende treue Diener in deine Ernte. Wir bitten auch für alle Menschen, insonderheit aber für unsere christliche Obrigkeit. Regiere sie durch deinen Geist, daß sie zuvörderst und vor allen Dingen bei ihrer Regierung, so viel an ihr ist, das Reich unsers einigen, ewigen Königs Jesu Christi befördere und ausbreite und ja ihren Stand und Wandel auf dieser Welt also führe, daß sie dermaleinst mit ihm und allen Auserwählten im Himmelreiche in alle Ewigkeit herrschen möge. Siehe deine arme, bedrängte Kirche und kleine Herde in Gnaden an, komm ihr zu Hülfe und errette sie aus den großen Nöten, die sie betroffen haben. Tröste sie, Herr, durch deinen Geist, auf daß sie sich deiner Güte erfreuen und deinen Namen ewig preisen möge. Laß heute in den Herzen aller Angefochtenen, Kranken, Verfolgten, Witwen, Waisen und aller andern, so in Not und Trübsal stecken, eine tröstliche Christfreude auf⸗ gehen. Auch die, welche deinen Sohn Jesum Christum noch nicht erkennen, bringe an das Licht deiner Wahrheit, damit sie samt uns und allen Auserwählten, Engeln und Menschen, dich loben und im wahren Glauben und mit herzlicher Freudigkeit singen mögen: Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen. 75. Zum Schlusse des Jahres. ir danken dir, Herr Zebaoth, du Gott Israels, wir danken dir für alle deine Güte und deine Wunder, die du dies verflossene Jahr hindurch an uns gethan hast. Es ist deine Güte, daß wir nicht gar aus sind, deine Barm⸗ herzigkeit hat noch kein Ende, du hast alle unsere Sünde hinter dich geworfen, unsere Gebrechen geheilt, unser Leben vom Verderben erlöst und uns gekrönt mit Gnade und Barmherzigkeit; Kirche und Schule und Haus hast du ge⸗ segnet und vor allem Ubel behütet. Du hast uns Lehrer gegeben zur Gerechtigkeit und uns sagen lassen, daß sich ein jeglicher von seinem bösen Wesen bekehre und sein Leben bessere. Du hast unserer christlichen Obrigkeit Gnade und 62 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Weisheit verliehen, daß wir unter ihrem Regiment in stiller Ruhe und gutem Frieden, wie Christen gebühret, haben unser Leben vollführen mögen. Du hast uns viel Gutes gethan an Leib und Seele, an Weib und Kind, an Hab und Gut, in der Stadt und auf dem Felde, daß wir nicht alles er⸗ zählen können. Gelobet sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum, der uns so viel Gutes gethan, vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freuden. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Saget, die ihr erlöset seid durch den Herrn, die er aus der Not erlöset hat, die er errettet aus ihren Nngsten: Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit, und alles Volk sage Amen und lobe den Herrn. Gelobet sei der Herr ewiglich. Amen. Amen. 76. Am Neujahrstage. Allmchtige, ewiger Gott, barmherziger, lieber Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgrimschaft in diesem irdischen Leben zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach Herr und Gott, wie groß ist deine Güte, die du uns bisher aus väterlichem Herzen be⸗ wiesen hast. Dein heiliges Wort hast du uns samt dem rechten Gebrauch der heiligen Sakramente rein erhalten, friedliches Regiment beschert, täglich Nahrung gegeben, unsere Herzen mit Speise und Freude erfüllt, allerlei Seuchen, Pestilenz, feindlichen Unfall und viel Unglück in dieser be⸗ trübten Zeit von uns gnädiglich abgewendet. Du hast uns zwar gezüchtigt um unserer vielfältigen Sünden willen, aber deine Gnade hast du nicht von uns gewendet. Für solche deine Barmherzigkeit sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich demütiglich: Rechne uns nicht zu unsere vorige und alte Sünde, womit wir dich so oft erzürnt haben, sondern vergieb sie uns um unsers Herrn Jesu willen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit und Missethat in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus⸗ und den neuen anziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, lieber Vater, uns aufs neue zu segnen. Gieb uns neugeborene Herzen, erneuere' deine väterliche Liebe und Treue an uns, gieb hei⸗ ligen Mut und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid rche. in stiller hen unser gethan und Gut, alles Er⸗ r8 Herrn eistlceem“ r uns so are Zeiten Freuden. ine Gütt en Herrn, aus ihren on Ewig⸗ lobe den men. zater, wir nschaft in in deinem groß ist herzen be⸗ samt dem erhalten, n, unsere Seuchen, dieser be⸗ hast uns Uen, aber rür solche und bitten und altr n bergicb Uns, daß neue Jahr den neuen— her Vater, ie Herzen, jeb hei⸗ Certled V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 63 und wohlverdiente Strafen, und weil keine Stunde noch Augenblick vergeht, da wir ohne deinen Schutz nicht in groß Elend geraten könnten, so halte deine Gnadenhand väterlich über uns. Barmherziger Gott und Vater, erhöre unser Gebet, erbarme dich aller Menschen, erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger, erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre, stärke alle treuen Regenten, fördere guten Rat und That; segne Väter und Mütter, regiere Kinder und Gesinde; bewahre uns vor Krieg und Blut⸗ vergießen, wende ab Pest und Teurung; steure dem Grimme des Teufels; sende uns deine heiligen Engel; kröne das Jahr mit deinem Gut; gieb Frieden im Lande, unserm Herzen Freude, unserm Leibe Gesundheit, unserer Stadt (Gemeinde) Einigkeit; benedeie unsere Nahrung, fördere das Werk unserer Hände, nähre treue Arbeiter; bekehre die Sünder, kräftige die Frommen, bringe zurecht die Irrigen; schütze Witwen und Waisen, tröste die Elenden, erfreue die Traurigen, pflege der Kranken, hilf den Hülf⸗ losen, errette die Bedrängten, sei bei den Sterbenden. Durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Heiland und Erlöser. Amen. 77. Am Feste der Erscheinung Christi. err, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, wir danken deiner göttlichen Majestät, daß du den Weisen aus dem Morgenlande deinen heiligen und eingeborenen Sohn Jesum Christum hast offenbart und daß du auch uns arme Heiden durch den Stern deines seligmachenden Wortes zu seiner heilsamen Erkenntnis hast kommen lassen. Lob, Ehre, Preis und Dank sei dir, barmherziger, gütiger Gott, für diese und alle deine großen Wohlthaten. Wir bitten dich herzlich, regiere uns mit deinem heiligen Geiste, daß wir trotz aller Hinderungen deinen Sohn, unsern Heiland und Seligmacher, suchen, finden und erkennen, anbeten, dienen und ehren. Laß uns im Glanze des Lichtes, das die ganze Welt erleuchtet, unsere Füße nach dem Scheine des leuchtenden Sternes, deines Wortes, richten, daß wir ein neu christlich Leben beständig führen mögen. Regiere und segne unsere liebe Obrigkeit und die ganze christliche Gemeinde. Tröste alle betrübte, mit dem Tode ringende Herzen und erfülle sie mit deiner Himmelsfreude. Und weil du willst, daß allen Men⸗ 64 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. schen geholfen werde und alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, so bitten wir dich: Laß das Licht deiner Gnade leuchten über alle, die noch in Finsternis wandeln, und bringe deine zerstreuten Kinder zusammen, auf daß dein Reich komme und Eine Herde und Ein Hirte werde, wie du uns verheißen und vertröstet hast durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 78. Passionsgebete. 1. O Herr Jesus Christus, der du uns armen und ver⸗ lorenen Sündern durch dein heiliges, unschuldiges Leiden Gnade bei deinem himmlischen Vater erworben und das ewige Leben wieder gebracht hast, wir danken dir aus Herzensgrund für deine Liebe, deine Angst und Not und deinen seligmachenden Tod und bitten dich: Erhalte uns ewig in der Liebe und im Lobe deines Leidens und gieb uns Gnade, die ewige Wohlthat der teuren Erlösung mit dankbarem Herzen zu erkennen und zu preisen. Laß uns dadurch im Glauben stärker, in der Hoffnung fröhlicher, in der Liebe heißer, in der Geduld getroster, im Gehorsam williger und beständiger werden und unsern Sünden ab⸗ sterben. Hilf auch, daß wir an unserm Ende deines blutigen Todes uns zur ewigen Seligkeit freuen und trösten, o Herr Jesus Christus. Amen. 2. Herr Jesus Christus, du Lamm Gottes, wir danken dir von Herzen, daß du der Welt Sünde getragen hast und durch dein Leiden und deinen Tod das Sühnopfer für uns geworden bist. Du hast dich in der Sünder Hände hingegeben und bist um unsertwillen verspottet, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und gekreuzigt worden. Ach verleih uns Gnade, daß wir durch die andächtige Betrachtung deines heiligen Leidens und Todes von Herzen gedemütigt, unter allen An⸗ fechtungen im Leben und Sterben getröstet und zu dem Kampfe wider Sünde und Welt mächtig gewaffnet werden. Du hast uns, o liebster Heiland, ein Vorbild gelassen, daß wir sollen nachfolgen deinen Fußstapfen. Gieb, daß wir im Aufsehen auf dich, den Anfänger und Vollender unsers Glaubens, laufen durch Geduld in dem Kampfe, der uns verordnet ist, auch einst des Glaubens Ende, der Seelen Seligkeit, davon⸗ bringen und dich für deine unaussprechliche Liebe loben und— preisen immer und ewiglich. Amen. W'˖ Mens durch last schwe sind Wie himm Schn tropf Jüng unsee Richt bist und bist! Sün du w und; hat unsre ein durck Gall Heist wir Chri Lob Leide desse selbe ausg Rlan storb in dr das Isu che. Wahrhet r Gnade d bringe komme verheißen n Sohn, und ver⸗ 5 Leiden und das dir aus Not und alte uns ind gieb sung mit Laß uns licher, in Hehorsam üden ab⸗ blutigen V Herr r danken hast und für uns ingegeben Dornen Gnade, hiiligen len An⸗ n Kampfe Du hast vir sollen Aufsehen Hlaubens, xonet ist, „ davon“ oben und V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 65 Am Gründonnerstage siehe Gebet 65. 79. Am Karfreitage. ir danken dir, Herr Jesu Christe, wahrer Gott und Mensch, daß du uns arme Sünder und verdammte Menschen ohne alle unsre Werke, Verdienst und Würdigkeit durch dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöset hast. O Herr Jesu Christe, wie groß ist dein Leiden, wie schwer ist deine Pein, wie viel ist deiner Marter, wie tief sind deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist dein Tod! Wie unaussprechlich ist deine Liebe, womit, du uns deinem himmlischen Vater versöhnt hast, da du am Olberge blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzt, daß die Bluts⸗ tropfen auf die Erde gefallen, und daselbst, von allen deinen Jüngern verlassen, in die Hände der Sünder dich willig für uns ergeben, die dich hart gebunden und von einem ungerechten Richter zu dem andern unbarmherzig geführt haben; daselbst bist du fälschlich verklagt, verurteilt und verspeit, verhöhnt und mit Fäusten in das Angesicht geschlagen worden. Du bist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen, gegeißelt und mit Dornen gekrönt; du warest der allerverachtetste und unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit, also, daß es auch ein heidnisch Herz erbarmet hat zu sagen: Sehet, welch ein Mensch! Du bist wegen unsrer Missethaten unter die Übelthäter gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in deinem höchsten Durst mit Essig und Galle getränkt, und mit großen Schmerzen hast du deinen Geist aufgegeben, auf daß du unsre Schuld bezahltest und wir durch deine Wunden geheilt würden. O Herr Jesu Christe, für alle diese deine Marter und Pein sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich: Laß dein heiliges, bittres Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gieb, daß wir uns desselben jederzeit von Herzen trösten und rühmen, auch das⸗ selbe also begehen und betrachten, daß alle bösen Lüste in uns ausgelöscht und gedämpft, dagegen aber alle Tugenden einge⸗ pflanzt und gemehrt werden, auf daß wir, der Sünde abge⸗ storben, der Gerechtigkeit leben und deinem Vorbilde nachfolgen, in deine Fußstapfen treten, das Ubel mit Geduld ertragen und das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Das verleih uns, Herr Jesu, um deines heiligen, teuren Verdienstes willen. Amen. 5 66 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 80. Am Osterfeste. jeber Herr Jesus Christus, du allmächtiger Gott und starker Siegesfürst, der du die Bande des Todes zerrissen, in großer Majestät und Herrlichkeit aus deinem Grabe aufer⸗ standen und ein Erstling worden bist unter denen, die da schlafen, wir danken dir an diesem deinem großen Ehrentage für dein heiliges Leiden, Sterben und Auferstehung, denn es ist alles uns zu gute geschehen. Du hast die Pforten der Hölle zerbrochen, damit wir in ewiger Freiheit aus⸗ und eingehen mögen. Du hast uns mit gewaltiger Hand aus⸗ geführt aus dem Gefängnis und dem Reiche des Todes, dem du seine Macht genommen, und hast uns von der ewigen Dienstbarkeit erlöset. Du bist von den Toten auferstanden und mit Macht hervorgedrungen als unser Haupt und Hirt, auf daß wir als deine Glieder und Schafe auch nicht im Grabe bleiben, sondern durch dich zur ewigen Herrlichkeit auferstehen sollen. Darum rufen wir heute mit fröhlichem Munde: Gott sei Lob und Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum. Auch bitten wir dich: Laß deine heilige Auferstehung allezeit uns trösten, daß wir festiglich glauben, du habest alle unsere Sünden in deinem Grabe tief verborgen, daß sie vor das Angesicht des himm⸗ lischen Vaters nicht mehr kommen noch uns beschämen werden. Hilf uns auch endlich alle Todesnot und Schmerzen durch den freudigen Trost der Auferstehung unserer Leiber kräftig überwinden, und wenn du durch die Stimme des Erzengels rufen wirst: Stehet auf, ihr Toten! so öffne unsere Gräber und laß uns dir mit Freuden entgegen gehen. Dann werden wir dein heiliges Angesicht fröhlich anschauen und dich samt dem Vater und heiligen Geist in Ewigkeit preisen. Amen. 81. Am Feste der Himmelfahrt Christi. err Jesus Christus, allmächtiger Herr und Gott, wir danken dir, daß du nach erhaltenem Sieg wider alle deine Feinde deine fröhliche Himmelfahrt mit großer Majestät, mit Triumph und Jubel der heiligen Engel gehalten und dich zur Rechten deines himmlischen Vaters gesetzt hast. So hat dein Kreuz und Leiden ein seliges Ende genommen, du bist durch den Tod zu deiner ewigen Herrlichkeit eingegangen. Lieber Heiland, du bist am Ufer, wir sind noch auf dem wilden Meere; du bist im Siege, wir sind noch im Streit. Gieb uns doch he. d starker. ssen, in e aufer⸗ die öa hrentage denn s rten det ue= und ind aus⸗ odes, dem ewigen erstanden und Hirt, nicht im errlichkeit Fröhlichem 9gegeben hitten wir. sten, daß in deinem es himn⸗ n werden. gen durch Her kräftig Erzengels re Gräber im werden dich samt J. Amen. t. vir danken ine Feinde Triumph ur Rechten ein Kreuz durch den Heiland, Neere; du. uns do V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 67 deine Gnade, daß wir mit unsern Herzen und Gedanken dir nachsehen, auf daß unser Herz sei, wo unser Schatz ist. Laß uns alles Weltliche mit Füßen treten, damit wir uns mit herzlichem Gebete, Seufzen und Flügeln des wahren Glaubens zu dir in die Höhe schwingen können. Wir glauben und trösten uns festiglich, du werdest uns als deine Glieder nicht hier im Elend lassen, sondern endlich, wenn wir unsern Lauf vollendet und im wahren Glauben beschlossen haben, uns auch zu dir nehmen. Denn du hast ja deinen himmlischen Vater vor deinem heiligen Leiden so inbrünstig gebeten und gesagt: Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast. Und weil du nicht allein zu deinem, sondern auch zu unserm Vater aufgehoben bist und deinen Jüngern und uns verheißen hast: Ich will wieder kommen und euch zu mir nehmen, daß ihr seid, wo ich bin, so erfülle deine tröstliche Zusage, lieber Erlöser, und hole uns bald zu dir, denn uns verlangt von Herzen nach dir. Wie gerne wollten wir bei dir in unserm himmlischen Vater⸗ lande sein, wie viel lieber wollten wir das, als länger in dieser elenden Pilgrimschaft wallen. Gerne wollten wir unsere irdischen Hütten ablegen. Denn wir sehnen uns nach unsrer Behausung, die im Himmel ist, und daß das Sterbliche vom Leben verschlungen würde und wir daheim wären bei dir. Bis aber unsere Stunde kommt, wollen wir mit unserm Gemüt in den Himmel dringen und mit dem Verlangen daheim sein bei dir, der du bist unsers Herzens Freud und Wonne, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 82. Am Pfingstfeste. Wir loben und preisen dich, lieber himmlischer Vater, daß du deine Verheißung erfüllt, deinen heiligen Geist über alles Fleisch ausgegossen, deinen Himmel aufgethan und uns mit geistlichem Segen in himmlischen Gütern gesegnet hast. Nun hast du alles gethan, du Gott aller Gnade und Vater der Barmherzigkeit, was du dir vorgenommen, und deine großen Werke auf Erden vollendet, die deines Namens Ehre sind und unser ewiges Heil. Du hast den Namen deines lieben Sohnes verklärt und deine Liebe in unsere Herzen ausgegossen. Ja du willst selbst in uns wohnen, willst unser Gott sein, und wir sollen dein Volk sein. Hochgelobt sei dein heiliger Name! Erhöre nun heute die Gebete deines 5* 8 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Volkes. Tröste uns wieder mit deiner Hülfe und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Halte im Bau den Weinstock, den deine Rechte gepflanzt hat, den du dir festiglich erwählt hast, und tränke ihn mit dem himmlischen Tau deines Segens. Laß deine Gemeinde bleiben bei deinem reinen Wort und öffne wieder ihren Mund, daß sie deine großen Thaten preise. Thu die Thore deines Reiches weit auf und laß die Fülle der Heiden zu ihnen eingehen. Regiere mit deinem Geist alle christliche Obrigkeit, richte nach deinem Willen die Werke ihrer Hände und leite sie auf rechtem Wege, daß sie thun möge, was dir wohlgefällig und deinem Volke heilsam ist. Gieß über unsere Häuser den Geist der Gnade und des Gebetes aus und laß die Leuchte deines heiligen Wortes darin nicht verlöschen. Laß deinen Geist, den Geist des Trostes und der Kraft, die Elenden erquicken, die Traurigen trösten, die Schwachen stärken und die aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen vertreten, die in großer Anfechtung nicht mehr beten können. Vollende an uns allen das gute Werk, das du angefangen hast, und mache uns würdig, dein ewiges Reich zu erlangen, da die große Schar aus allen Heiden und Völkern und Sprachen dir mit neuen Zungen Lob und Dank sagt ewiglich. Dir samt deinem lieben Sohne und dem heiligen Geiste sei Ehre in der Gemeinde zu aller Zeit und von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit. Amen. 83. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. err Gott, allmächtiger Vater, der du die Welt so hoch⸗ herzlich und unaussprechlich geliebt hast, daß du auch deines einigen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahin gegeben, wir ehren und loben deine Majestät, und unser Herz freut sich in dir über alles, was du uns an Leib und Seele gethan hast, und bitten dich, du wollest dein väterliches Herz nimmermehr von uns wenden und um Christi willen, deines Geliebten, unser gnädiger Vater in Ewigkeit sein und bleiben.— O Jesu Christe, du Sohn des leben⸗ digen Gottes, du treuer Heiland aller Menschen, wir danken dir auch für deine inbrünstige Liebe, daß du um unserer Seligkeit willen deinen himmlischen Thron verlassen, bis zum Tode am Kreuz dich erniedrigt und uns den Weg zum ewigen Leben wieder eröffnet hast.— O Gott heiliger Geist, du werter Tröster und Lehrer der ganzen Christenheit, dich loben he. nimm dau den festiglich u deines n Wort Thaten laß die deinem illen die daß sie heilsam und des Wortes Trostes trösten, chlichem hr beten das du es Reich Völkern ank sagt heiligen nEwig⸗ ö o hach du auch für uns stät, und an Leib llest dein Christ Ewigkeit es leben⸗ r danken unserer bis zum ewigen Heist, du ich loben V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 69 wir auch und danken dir für alle deine geistlichen Wohlthaten, mit denen du deine Kirche zierst und schmückst, in allen An⸗ fechtungen und Nöten uns herzlich tröstest, und bitten dich, du wollest uns mit deiner Gnade ferner überschatten und erleuchten.— O du heilige Dreieinigkeit, weil in deiner Er⸗ kenntnis unsere Seligkeit steht, so erhalte uns fest darin, daß wir dich als unsern Gott allezeit recht ehren, loben und preisen. Verlaß uns nicht, deine armen Kreaturen, und stärke uns in unserer Pilgerschaft. Laß einem jeden, der deine Hülfe anruft, den Reichtum deiner Erbarmung kund werden. Breite deine Gnade aus über unser ganzes Land, nimm in deinen allmächtigen Schutz und Schirm den Kaiser, unsern König, und sein Haus; baue und festige deine Kirche auf dem Fels der Wahrheit und laß sie unbeweglich stehen wider den Trotz der Welt, ja wider die Pforten der Hölle. Verleih uns durch deine Kraft, daß wir das Geheimnis deines Wesens nicht allein mit dem Munde, sondern auch mit der That und Wahrheit ehren, daß wir uns dir zum Eigentum übergeben, in dir leben und sterben und dermaleinst mit Freuden er⸗ scheinen vor dem Thron deiner ewigen Majestät und Herrlich⸗ keit. Amen. 84. Am Feste der Engel oder Michaelis. Allnrichtiger Gott, ein Herr Himmels und der Erde, der du alles geschaffen hast, beide das Sichtbare und das Unsichtbare, die Thronen und die Herrschaften, wir sagen dir Lob und Dank, daß du die himmlischen Heerscharen, die heiligen Engel, verordnet und ausgesandt hast zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit. Wir bitten dich, du wollest ihnen Befehl thun, daß sie uns behüten auf allen unsern Wegen, daß sie uns auf den Händen tragen und wir unsern Fuß nicht an einen Stein stoßen. Treibe von uns alle bösen Mächte der Finsternis und laß uns deine heiligen Engel allezeit begleiten, schützen und mächtiglich er-— retten. Laß durch ihren Dienst Stadt und Land, Haus und Hof, Weib und Kind und alles, was wir haben, vor allem Unfall bewahrt werden. Gieb uns wahre Buße in unsere Herzen, daß sich die Engel im Himmel über uns freuen. Zünde in uns an ein brünstiges Gebet und Lob deines Namens, daß wir der Engel Amt verrichten und mit ihnen anbeten und rufen: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, 70 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. alle Lande sind seiner Ehre voll! Gieb uns aber auch Gnade, daß wir ihnen nachfolgen im Gehorsam gegen deinen heiligen Willen und freudig, wie sie, deine Befehle ausrichten. Und wenn wir aus diesem zeitlichen Leben scheiden sollen, so laß unsere Seelen von den Engeln in Abrahams Schoß getragen werden und mache uns ihnen gleich am Tage der Aufer⸗ stehung, daß wir mit ihnen dich ewig loben und preisen mögen. Amen. 85. Am Reformationsfeste. llmächtiger und grundgütiger Gott, wir danken dir von Herzen, daß du deiner Kirche dich gnädiglich angenommen, das Gefängnis deines Volkes gewendet und am Abend der Welt unserm werten Vaterlande durch dein teures Rüstzeug Martin Luther ein großes Licht angezündet hast. In deines Geistes Kraft hat er den Brunnen Israels gereinigt, die seligmachende Wahrheit von aller Verführung abgesondert, die heilige Schrift deutlich übersetzt, den Stand der lieben Obrigkeit gerettet und viel Gutes mehr zu deiner Ehre und deiner lieben Gemeinde Erbauung und zur Beruhigung der geängstigten Gewissen ausgerichtet. Danket dem Herrn Ze⸗ baoth, daß er so gnädig ist und thut immerdar Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott, der sein Wort giebt mit großen Scharen Evangelisten, und alle, die den Herrn fürchten, sollen sagen: Seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Nun, du treuer Gott, du hast uns bisher wider so manche Gefahr, Verfolgung und Ver⸗ wirrung in diesem Licht gnädig erhalten, so bewahre es ferner und erhalte den Heilsbrunnen der allein seligmachenden Lehre in Fried und Ruhe bei uns und unsern Kindern, daß die Stadt Gottes fein lustig bleibe mit ihren Brünnlein. Erwecke auch bei uns allen wahre Gottseligkeit, daß wir behalten, was wir haben, und unsern Schatz nicht durch Undank verscherzen, sondern recht evangelisch, desselben würdig leben und dort dich ewigen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist, loben und preisen mögen in alle Ewigkeit. Amen. 86. An öffentlichen Buß- und Bettagen. B.he ige ewiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, du Herr Himmels und der Erde, wir armen, elenden Sünder bekennen vor deinem allerheiligsten Angesichte, haß! gehan Sünd j4 de E und der habe zu de bitten sonde Barn deine sei u laß e derlie AUnser Zba Hilf, eil laß nicht krieg berg, Steh allm. in w lieber stärk. denn bein Vers ruhr Seu und Bar daß und und dem mög e. Gnade, heiligen Und so laß setragen Aufer⸗ preisen dir von lommen, end der süstzeug deines igt, die sondert, lieben hre und ung der rrn Ze⸗ Preise, in Wort die den Vahrheit du hast id Ver⸗ ahre es achenden rn, daß ünnlein. daß wir ht durch würdig heiligen Amen. un Teu armen, ugesichte, V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 74 daß wir leider mit unsern Vätern gesündigt, daß wir miß⸗ gehandelt und gottlos gewesen mit unsern vielfältigen schweren Sünden, auch deinen gerechten Zorn und allerlei Strafen, ja den endlichen Untergang wohl verdient haben. Solche unsere begangenen Sünden reuen uns von Herzen, und dieweil du unser aller Vater und liebreicher Gott bist, der du dich also erklärt hast: So wahr als ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, so fliehen wir zu deiner inbrünstigen und herzlichen Barmherzigkeit, demütig bittend, du wollest aller unserer Übertretung nicht gedenken, sondern vielmehr eingedenk sein deiner grundlosen Güte und Barmherzigkeit. Ach Vater und Herr, strafe uns nicht in deinem Zorn, züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, verstoße uns nicht von deinem Angesicht und laß es nicht mit uns gar aus sein. Erweise uns deine wun⸗ derliche Güte, du Heiland derer, die auf dich hoffen, und laß unser Angesicht nicht zu schanden werden. Ach Herr, Gott Zebaoth, sei du unser Gott, mache dich auf zu richten und hilf allen Elenden und Bedrängten auf Erden, zerbrich die Pfeile aller Feinde deines allerheiligsten Wortes und Namens, laß ihre Hände sinken, laß sie beschließen einen Rat und nichts daraus werden, und zerstreue die Völker, die da gerne kriegen. Gestatte ja nicht, o treuer Vater, daß dein Wein⸗ berg, den du unter uns gepflanzt hast, verwüstet werde. Stehe auf, Herr, und hilf uns mit deiner starken Hand und allmächtigen Arm, thu wohl diesen und allen andern Landen, in welchen du mit deinem Worte deine Wohnung hast. O lieber Herr und Gott, sei und bleibe du bei und unter uns, stärke und erweitere dein Reich, das du aufgerichtet hast, denn es ist dein Werk. Erhalte uns und unsere Nachkommen bei reiner, gesunder Lehre und bei gewünschtem Landfrieden. Verschone uns, o treuer Gott und Vater, mit Krieg, Auf⸗ ruhr und Empörung, mit Pestilenz und andern gefährlichen Seuchen. Wende ab Teurung, Mißwachs, schädliches Wetter und alle andern Plagen. Sei uns gnädig, zeige uns deine Barmherzigkeit, Gott, unser Heil. Erleuchte unsere Herzen, daß wir rechtschaffene, wahre Buße thun, alle wissentlichen und vorsätzlichen Sünden fliehen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben und also dem wohlverdienten Verderben zeitlich und ewiglich entgehen mögen. 72 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Das alles wollest du thun, o treuer, barmherziger Vater, um des teuren, werten Verdienstes und der kräftigen Für⸗ bitte willen deines lieben Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regieret in gleicher Majestät und Ehre, wahrer Gott und Mensch, hoch⸗ gelobt in Ewigkeit. Amen. 87. Gebet für die wöchentlichen Betstunden. Am Montag. Bwnhaziger Gott und Vater, nachdem wir abermals eine Woche zurück gelegt und in eine neue eingetreten sind, so danken wir dir für alle erwiesenen Wohlthaten. Du hast dein Wort und Sakrament unter uns rein und lauter er⸗ halten, uns Ruhe und Friede, auch tägliche Nahrung bescheret. Du hast uns der vorigen Woche Tage und Plage gnädig überwinden helfen und lässest uns diese Woche mit Gesund⸗ heit und Freuden antreten. Für solche und aͤlle andern Gutthaten sagen wir dir von Herzen Lob und Dank. Weil wir aber in der vergangenen Woche wider dich, Herr unser Gott, vielfältig gesündigt haben, so ist uns solches herzlich leid, und bitten wir alle um Gnade und Vergebung. Laß uns der heiligen Leidens- und Marterwoche deines lieben Sohnes und dessen, was er uns durch sein Leiden, Kreuz und Tod in derselben erworben hat, heilsamlich genießen. Gieb, daß wir aus der alten Woche keine alten Sünden mit in die neue nehmen. Gieb uns neue Herzen und einen neuen gewissen Geist. Laß deine Gnade alle Morgen über uns neu aufgehen und erhalte uns bei deinem reinen Worte und bei dem rechten Gebrauche der heiligen Sakramente. Stärke auch mit Kraft aus der Höhe unsere gnädigste Landes⸗ herrschaft und alle christlichen Obrigkeiten. Fördere guten Rat und nützliche That und wende Krieg, Pest, Teurung, Feuersbrunst, Wassersnot und sonst alles Herzeleid in Gnaden von uns ab. Gieb uns Friede und Gesundheit, auch Glück und Heil zu unser aller Beruf und Stande. Und weil wir nun mit der neuen Woche unsere Amts- und Berufsarbeit wieder antreten, so fange, o Gott, von neuem an, uns zu segnen. Laß uns das Werk, dazu du uns beschieden hast, mit Freude angreifen und führe durch deinen Segen alles, was wir in deinem Namen anfangen, zu deiner Ehre, zu unserer und unsers Nächsten Wohlfahrt glücklich hinaus. che. er Vater. 1. 7 gen Für⸗ 6 Herrn, cgierct in ch, hoch⸗ ö Nontag. nals eine eten sind, Duh auter er⸗ bescheret. e gnädig Gesund⸗ andern nk. Weil err unser herzlich ng. Laß les lieben n, Kreuz genießen. Sünden ind einen gen über en Worte kramente. Landes⸗ ere guten Teurung, Gnaden uch Hlück weil wir rufsarbeit „ uns zu oden hast, en alles, Ehre, zu hinaus. V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 73 Gefällt es dir aber, lieber Vater, uns in der angehenden Woche mit Kreuz und Trübsal heimzusuchen, so gieb Geduld und mache uns das Kreuz nicht schwerer, als wir es ertragen können. Hast du endlich über einen oder den andern von uns beschlossen, ihn in dieser Woche durch den zeitlichen Tod aus dieser Welt abzufordern, so gieb demselben hier ein seliges Ende, daß er dort ewig bei dir sei, und wir zuletzt insgesamt, nach aller Mühe und Arbeit auf Erden, bei dir im Himmel einen Sabbath nach dem andern in ewiger Freude und Herrlichkeit feiern mögen. Das verleihe uns, n. in des heiligen Geistes Kraft durch Jesum Christum. men. 88. Noch ein Gebet für Betstunden. O Herr, allmächtiger, barmherziger Vater, wir armen Sünder kommen vor dein heilig Angesicht und sagen dir aus Herzensgrund für alle deine Wohlthaten billig Lob und Dank, daß du' uns zu deinem Ebenbild erschaffen und nach deiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren und in deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo, der Hoffnung nach zu Erben der ewigen, himmlischen Güter angenommen, auch bisher an Leib und Seele gnädiglich erhalten hast. Wir bitten dich ferner demütiglich, du wollest uns alle unsere Sünden und Missethaten durch das teure Verdienst deines Sohnes Jesu Christi vergeben und um seiner vollgültigen Fürbitte willen alle wohlverdienten Haus- und Landplagen gnädiglich mildern und abwenden und deinen heiligen Geist verleihen, daß wir uns forthin in unserm Beruf und allem Vornehmen durch denselben auf ebener Bahn führen und regieren lassen, damit wir dich, o Gott, stets vor Augen haben und kindlich fürchten, hingegen die Sünde mit allem Ernste meiden, das liebe Kreuz mit christlicher Geduld hin⸗ nehmen und gehorsamlich leiden. Wir befehlen dir auch weiter, o getreuer, allmächtiger Vater, die ganze Christenheit auf Erden, alle hohen christlichen Häupter, desgleichen unsere Obrigkeit, unsere getreuen Lehrer und alle gottseligen Haus⸗ väter samt ihren Angehörigen. Behüte unser liebes Vater⸗ land vor Krieg, Mißwachs, Hunger, Seuchen und Krankheiten, vor Feuers⸗ und Wassersnöten. Auch laß dir, o milder Vater, die Früchte auf dem Lande und unsere ganze Nahrung wohl befohlen sein. Die wollest du segnen und uns gedeihen 7⁴ V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. lassen, den Armen Brots genug, den Kranken Geduld und Gesundheit geben, den Sündern Gnade zur Besserung ihres Lebens, uns und allen Christgläubigen Barmherzigkeit und nach diesem vergänglichen das ewige selige Leben schenken und mitteilen durch Jesum Christum, unsern Herrn und Heiland. Amen. 89. Für kirchliche Bibelstunden. Allerheiliaster und gnädigster Gott, du hast in deinem Wort versprochen, daß du wollest zu uns kommen und uns segnen an dem Orte, da du deines Namens Gedächtnis stiften würdest. Gedächtnis nun zu halten von deinem allerheiligsten Namen sind wir auch allhie versammelt. Darum bitten wir dich herzlich und demütig, du wollest mitten unter uns sein, du wollest uns segnen und zu diesem deinem Dienst geschickt und tüchtig machen. Vergieh uns zu dem Ende, himmlischer Vater, alle unsere Sünden, Übelthaten, Fehler und Schwach⸗ heiten um Jesu Christi und seiner blutigen, vollkommenen Aussöhnung willen, und heilige uns täglich mehr und mehr, der Sünde und Welt abzusterben. Schenke uns deinen heiligen Geist mit reichem Maß, damit dein göttliches Wort von uns möge recht gelehrt, andächtig gehört, in einem be⸗ ständig guten Herzen bewahrt und in ein christlich Leben verwandelt werden. Heilige unsere Gedanken, reinige unsere Gemütsbewegungen, sammle alle unsere verstreuten Sinne aus der Welt zurück hieher vor dein göttlich Angesicht, daß wir Worte und Kräfte des Lebens empfangen. Rühre auch den Mund und das Herz deines unwürdigen Dieners, das Wort der himmlischen Wahrheit mit aller Freudigkeit und Geisteskraft auszureden, und gehe du von Seele zu Seele in der Gemeinde unter uns, einen jeglichen aufzuwecken zum Stande rechtschaffener Bekehrung und zur Erhaltung der gewünschten Seligkeit. Alles um deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi willen. Amen. kegier Heila seiner irger sclig Chrif dense wahr mme he. uld und ig ihres erzigkeit schenken rn und m Wort ind uns 18 stiften eiligsten tten wir ns sein, geschickt mlischer achwach⸗ mmenen id mehr, deinen es Wort nem be⸗ h Leben e unsere Sinne icht, daß hre auch ers, das keit und I Stele Een zum ung der Sohnes, Rollekten. Für bestimmte Tage und Zeiten. Auf Advent. 1 ieber Herr Gott, wecke uns auf, daß wir bereit sein, wenn dein Sohn kommt, ihn mit Freuden zu empfangen und dir mit reinem Herzen zu dienen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 2. err Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von ganzem Herzen, daß du uns armen Sündern zu Trost deinen Sohn Christum zu einem Messias verordnet und gesandt hast, daß er als ein gerechter König und Heiland sein Volk von Sünden erlösen und aus des Teufels Thrannei und ewigem Tode erretten sollte. Wir bitten dich von Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist also erleuchten, regieren und führen, daß wir diesen gerechten König und Heiland wahrhaftig erkennen, an ihm allein halten, uns an seiner geringen Gestalt, verachtetem Worte und Reiche nicht ärgern, sondern in einem rechten Vertrauen auf ihn ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 2 ir bitten dich, lieber Herr Gott, du wollest unsere Herzen durch deiner Gnaden Heimsuchung reinigen, daß dein Sohn, wenn er zu uns kommt, eine bereite Wohnung finde, der mit dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Vorabend des Christfestes. 4. Kieber Herr Gott, der du diese geweihte Nacht im Glanz des wahren Lichts hast scheinen lassen, verleih, daß wir dort im Himmel der Freuden jenes Lichtes inne werden, dessen Geheimnisse du uns hier auf Erden offenbart hast, durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, der da ist das wahrhaftige Licht und mit dir lebt und herrschet, wahrer Gott, immer und ewiglich. Amen. 76 Kollekten. Am Christfeste. 5. Hiif lieber Herr Gott, daß wir der heiligen Geburt deines lieben Sohnes teilhaftig werden und von unserer sündlichen Geburt erledigt in der neuen Geburt dir dienen, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 6. Heur Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine große Gnade und Barmherzigkeit, daß du deinen ein⸗ geborenen Sohn in unser Fleisch hast kommen lassen und durch ihn uns von Sünden und ewigem Tode gnädiglich geholfen. Wir bitten dich herzgründlich, erleuchte unsere Herzen durch deinen heiligen Geist, daß wir dir für solche deine Gnade dankbar sein und derselbigen uns in aller An⸗ fechtung trösten und endlich ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 71. err Gott, der du uns mit dem jährlichen Gedächtnis unserer Erlösung erfreuest, gieb, daß wir deinen eingebornen Sohn, den wir nun fröhlich als einen Erlöser empfangen, auch bei seiner Ankunft zum Gericht in sicherem Frieden schauen mögen, unsern Herrn Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Neujahrstage. 8. ö O Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine väterliche Gnade, daß du dich der armen Sünder an— genommen und deinen Sohn Christum ihnen zu gut unter das Gesetz gethan hast, daß er mit seinem vollkommenen Gehorsam deinen gerechten Zorn stillen und unsern Ungehorsam heilen möchte. Wir bitten dich, du wollest durch deinen heiligen Geist unsere Herzen also erleuchten, daß wir uns solches Gehorsams wider unsere Sünde und das böse Gewissen trösten können und durch die Hülfe des heiligen Geistes auch anfangen, gehorsame Kinder zu werden, und endlich die ewige Seligkeit erlangen mögen, durch denselben deinen Sohn, Christum Jesum, unsern Herrn. Amen. kenn von Geist deine sicht Seli unsen H• Leiti daß und und Chri 't deines mndlichen henselben Amen. ür deine nen ein⸗ ssen und nädiglich e unsere ur solche ller An⸗ u, durch . Amen. 5 unserer gebornen lpfangen, Frieden und dem en. jür deine nder an⸗ jut unter ommenen gehorsam h deinen wit uns Gewissen stes auch die ewige Sohn, Kollekten. 4 4 9. Allmächtiger, ewiger Gott, von dem alle gute und voll⸗ kommene Gabe herabkommt, wir danken dir für alle deine Wohlthat, die du uns im vergangenen Jahre beides geistlich und leiblich hast erzeiget; und bitten deine Barmherzigkeit, du wollest uns nun wiederum ein glückseliges und freuden⸗ reiches Jahr bescheren, vor Unglück und Gefahr uns gnädig⸗ lich behüten und mit deinem göttlichen Segen erfüllen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Feste der Erscheinung Christi. 10. err Gott, himmlischer Vater, der du deinen eingeborenen Sohn Jesum Christum durch die Erscheinung eines Sterns den Heiden offenbart und uns auch in diesen letzten Zeiten durch das selige Licht deines göttlichen Wortes zu der Er⸗ kenntnis deines lieben Sohnes hast kommen lassen, wir bitten von ganzem Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist also begnaden und begaben, daß wir nach solchem Lichte deiner Wahrheit immerdar wandeln, uns mit ganzer Zuver⸗ sicht unseres Heilandes allezeit erfreuen und also zur ewigen Seligkeit erhalten werden, durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 11. Heu Gott, himmlischer Vater, der du an diesem Tage deinen eingeborenen Sohn Jesum Christum den Heiden durch Leitung des Sternes offenbart hast, verleih uns gnädiglich, daß wir dem seligen Lichte der Heiden immerdar nachwandeln und endlich alle zur Anschauung deiner göttlichen Majestät und Herrlichkeit gelangen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Für die Weihnachts⸗ und Epiphaniaszeit. 12. Allmächtiger, ewiger Gott, wir bitten dich, verleih uns, die wir mit dem gnadenreichen Lichte deines neugeborenen Sohnes Jesu Christi begnadigt sind, daß wir auch mit der That vollbringen, was wir im Herzen glauben und mit dem Munde bekennen, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 78 Kollekten. 13. Hen Gott, himmlischer Vater, der du aus väterlicher Liebe ö gegen uns arme Sünder deinen Sohn uns geschenkt hast, daß wir an ihn glauben und durch den Glauben sollen selig werden, wir bitten dich, gieb deinen heiligen Geist in unsere Herzen, daß wir in solchem Glauben bis an unser Ende beharren und ewig selig werden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 14. Allerdächtihr, gütiger Gott, barmherziger Vater, erleuchte über uns dein väterliches Angesicht und stärke in uns die Erkenntnis deiner Barmherzigkeit, die du uns in deinem lieben Sohne bewiesen hast, auf daß wir, zu deinem Lobe entzündet, mit allem himmlischen Heer in allen unsern Worten und Werken dich rühmen und preisen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. 15. Herw Gott, himmlischer Vater, der du deinen Sohn uns zum Heilande bereitet hast, daß er der Heiden Licht und Israels Preis sein sollte, wir bitten dich, erleuchte unsere Herzen, daß wir deine Gnade und väterlichen Willen in ihm erkennen, auch Hülfe und Schutz wider die Sünde, Ver⸗ dammnis und den leidigen Satan an ihm haben und endlich ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 16. Lieber Herr Jesu Christ, der du bist das wahre Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen, wir bitten dich, erleuchte unser Herz mit deinen Gnaden, auf daß wir dich mit dem heiligen Simeon als unsern Heiland er⸗ kennen und nach dieser Welt Dunkelheit bei dir in himmlischer Klarheit ewiglich bleiben, der du lebst und herrschest mit dem Vater und heiligen Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Feste der Verkündigung Mariä. 17. Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine unaussprechliche Gnade, daß du uns arme Sünder so gnädig bedacht, deinen Sohn in unser Fleisch geschickt und ihn eeee iei u=nn len selig u unsere ser Ende u, deinen erleuchte. e in und n deinem lem Lobe Worten Hhristum. l. zohn uns Licht und ste unsere n in ihm de, Ver d endlich n, unsern , welches men, wir „auf daß siland er⸗ mmlischer t mit dem t. Amen. fur deine *10 her Viebe hut ha, zünder, 0 ö und ihn Kollekten. 79 um unsertwillen Mensch hast werden lassen. Wir bitten dich von ganzem Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist Gnade verleihen, daß wir uns seiner Menschwerdung, seines Leidens und Sterbens trösten, ihn für unsern Herrn und ewigen König erkennen und annehmen und durch ihn mit dir und dem heiligen Geiste ewig leben und selig werden mögen. Amen. In der Fastenzeit. 18. Almächtiger, ewiger Herr Gott, der du für uns hast deinen Sohn des Kreuzes Pein lassen leiden, auf daß du von uns des Feindes Gewalt triebest, verleih uns, also zu begehen und zu danken seinem Leiden, daß wir dadurch der Sünden Vergebung und vom ewigen Tode Erlösung erlangen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 19 Bmoersüger, ewiger Gott, der du deines einigen Sohnes nicht verschont hast, sondern ihn für uns alle dahin gegeben, daß er unsere Sünde am Kreuze tragen sollte, verleih uns, daß unser Herz in solchem Glauben nimmermehr erschrecke noch verzage, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 20. Herr Gott, der du allezeit Lust hast zur Barmherzigkeit und gerne verschonest, nimm an unser bußfertig Gebet und mache die, so in Banden der Sünde liegen, los und ledig nach deiner milden Güte, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 27 Hen Gott, himmlischer Vater, der du aus väterlicher Gnade deines eingeborenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn in den Tod und an das Kreuz hinan gegeben hast, wir bitten dich, gieb deinen heiligen Geist in unsere Herzen, daß wir solcher Gnade uns herzlich trösten, vor Sünden ferner uns hüten, und was du zu leiden schickest, geduldig tragen mögen, auf daß wir durch ihn mit dir ewig leben. Amen. Hern Gott, Vater aller Barmherzigkeit, wir bitten dich, du wollest gnädiglich sehen auf dies dein Volk und Haus⸗ gesinde, um welches willen dein lieber Sohn Jesus Christus 80 Kollekten. sich nicht geweigert hat, übergeben zu werden in die Hände der Sünder und zu dulden die schmähliche Pein des Kreuzes, der mit dir lebt und herrschet wahrer Gott in Einigkeit des heiligen Geistes ewiglich. Amen. 233. Heu Jesu, unsere Ruhe und Leben, wir danken dir, daß du unsere Sünde mit dir in dein Grab genommen und darin begraben und uns durch deinen neuen Sabbath im Grabe ewige Ruhe erworben hast. Hilf, daß wir dein Grab für unserer Sünden Kerker erkennen und uns vor unserm Grabe nicht fürchten, sondern in deiner Erkenntnis gern und willig in unser Ruhekämmerlein schlafen gehen, der du mit deinem heiligen Leibe all unsere Gräber weihest und heiligest, hochgelobet in Ewigkeit. Amen. Am Gründonnerstage, auch sonst bei der Feier des heiligen Abendmahls. 2⁴ O Herr Jesu Christe, der du uns hier in dem wunderbaren Sakramente ein Gedächtnis deines Leidens gelassen hast, wir bitten dich, gieb uns Gnade, daß wir das heilige Ge⸗ heimnis deines Leibes und Blutes so ehren und handeln, daß wir deine Erlösung in uns täglich fruchtbarlich empfinden, der du mit dem Vater und dem heiligen Geist lebest und regierest, wahrer Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 25. ir danken dir, allmächtiger Herr Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe hast erquicket, und bitten deine Barmherzigkeit, daß du uns solches gedeihen lassest zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 26. Allmächtiger Gott, ewiger Vater, ein König der Ehren und ein Herr Himmels und der Erde, dir sei Lob, Ehre und Preis, daß du uns würdig geachtet hast, zu diesem Reichtum deiner Gnade und seligen Speise zu kommen. Wir bitten dich, lieber Vater, du wollest uns deinen heiligen Geist ver⸗ leihen, auf daß wir mit Herz und Gemüte, was droben ist im Himmel, suchen und auch gnädiglich finden, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. —————— — — 2 D —— — „Hinde Rreuzes, Reit des dir, daß nen und bath im in Grab unserm Eern und du mit heiligest, k ded derbaren sen hast lige Ge⸗ handeln, ipfinden, hest und Imen. durch n deine starkem s allen, ren und hre und Neichtum ir hitten list ber⸗ oben ist enselben Amen. Kollekten. 81 Am Ostterfeste. 27. Almüchtiger Gott, wir bitten dich, verleih uns, die wir das Fest der Auferstehung unsers Herrn feiern, daß wir durch Erneuerung deines heiligen Geistes vom Tode der Seelen auferstehn, auf daß wir mit dir ewiglich leben, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 28. llmächtiger Gott, himmlischer Vater, der du durch den Tod deines Sohnes die Sünde und den Tod zunichte gemacht und durch sein Auferstehen Unschuld und ewiges Leben wiedergebracht hast, auf daß wir, von der Gewalt des Teufels erlöset, in deinem Reiche leben, verleih uns, daß wir solches von ganzem Herzen glauben und, in solchem Glauben beständig, dich allezeit loben und dir danken, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 29 err Gott, himmlischer Vater, der du deinen eingeborenen Sohn um unserer Sünde willen dahin gegeben und um unserer Gerechtigkeit willen wieder auferwecket hast, hilf, daß wir als Glieder seines Leibes an ihm, unserm Haupte und Lebensfürsten, fest hangen und dermaleinst in der herrlichen Auferstehung der Gerechten an jenem Tage mit Freudigkeit vor ihm erscheinen und mit ihm in sein ewiges Reich eingehen mögen, da er als ein sieghafter Überwinder aller seiner und unserer Feinde mit dir und dem heiligen Geiste in Ewigkeit lebet und herrschet. Amen. Für die Freudenzeit. 30. Allnächtiger Gott, der du uns durch deinen Sohn eröffnet hast den Zugang zum ewigen Leben und durch das Ge⸗ heimnis seiner fröhlichen Auferstehung der ganzen Welt Heil verliehen, wir bitten dich, du wollest unsere Begierde zur schönen Ewigkeit erwecken und uns die himmlische Gabe der vollkommenen Freiheit verleihen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Lieber Herr Gott, der du durch die Erniedrigung deines Sohnes die Welt vom tiefen Falle aufgerichtet hast, gieb deinen Gläubigen allzeit fröhlichen Mut, auf daß sie, von 6 82 Kollekten. den Schrecken des ewigen Todes errettet, der unvergänglichen Freuden teilhaftig werden, durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 32. ieber Herr Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen mit einerlei Sinn erfüllest, verleih deinem Volke, das zu lieben, was du befiehlst, das zu begehren, was du verheißest, auf daß bei dem eitlen Treiben dieser Welt unsere Herzen droben haften, wo die wahren Freuden sind, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Feste der Himmelfahrt. 33. (lmächtiger Gott, wir bitten dich, verleih, daß unser Sinn allezeit dahin stehe, wohin der Herr dieses Festes mit Ruhm und Preis ist eingegangen, und daß wir dort, wohin wir hier im Glauben trachten, unsern ewigen Aufenthalt finden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, der in Einigkeit des heiligen Geistes mit dir lebet und herrschet in Ewigkeit. Amen. 34. err Jesu Christe, du Sohn des allerhöchsten Gottes, der du nun forthin nicht mehr auf Erden arm und elend bist, sondern zur Rechten deines Vaters ein gewaltiger Herr über alles, was da ist im Himmel und auf Erden, alles auch erfüllest und regierest, wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist uns senden, fromme Kirchendiener geben, die⸗ selbigen begaben und bei deinem Wort erhalten, dem Satan und allen Feinden deiner Kirche wehren und dein Reich gewaltiglich erhalten, bis daß alle Feinde zu deinen Füßen liegen, und wir auch durch dich die Sünde, den Tod und alles überwinden. Amen. Am Pfingstfeste. 35. Hel Gott, lieber Vater, der du an diesem Tage deiner Gläubigen Herzen durch den heiligen Geist erleuchtet und gelehret hast, gieb uns, daß wir auch durch denselben Geist rechten Verstand haben und uns seines Trostes und seiner ö * glichen Irsum hiligen gen mit lieben, st, auf droben Herrn nd dem n. r Sinn tes mit „wohin t finden, keit des Amen. ttes, der d elend ger Herr „ alles t deinen en, die⸗ Satan u Reich Füßen dod und edeiner htet und on Geist d seiner Kollekten. 83 Kraft zu aller Zeit freuen, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 36. O Herr Jesu Christe, du Sohn des allmächtigen Gottes, wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist durch dein Wort in unsere Herzen geben, daß derselbe uns allezeit nach deinem heiligen Willen regiere und führe, in allerlei Unglück und Anfechtung tröste und in deiner Wahrheit wider allen Irrtum leite und erhalte, auf daß wir im Glauben fest bestehen, in deiner Liebe und guten Werken zunehmen und durch eine gewisse Hoffnung deiner erworbenen und geschenkten Gnade ewig selig werden mögen, der du mit dem Vater und heiligen Geiste regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 37. Ewiger Gott, gnädiger Vater, der du deinen heiligen Geist und ein neu Gesetz in unser Herz zu geben verheißen hast, wir bitten deine milde Güte, du wollest deine armen Kinder mit deinem Gnadengeist beseligen und unsere Herzen trösten und erhalten, daß wir bei deinem Wort mit Freudigkeit beharren und dir in Geduld mit wahrer Anrufung allezeit dienen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. ͤ 38. Allmächtiger ewiger Gott, der du uns gelehret hast, im rechten Glauben zu wissen und zu bekennen, daß du in dreien Personen gleicher Macht und Ehren ein einiger, ewiger Gott und dafür anzubeten bist, wir bitten dich, du wollest uns bei solchem Glauben allezeit fest erhalten wider alles, was uns dagegen mag anfechten, der du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Feste Johannis des Täufers. 39. Allmächtiger, ewiger Gott, verleih, daß dein Volk auf dem Wege des Heiles wandle und durch Gehorsam gegen das Wort des Vorläufers Johannes zu dem gelange, von dem er geweissagt hat, zu unserm Herrn Jesu Christo, der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und herrschet in alle Ewig⸗ keit. Amen. 6* 84 Kollekten. Am Feste der Heimsuchung Mariä. 40. Allwächtiger Gott, der du an der Jungfrau Maria große Dinge gethan und sie zur Mutter deines lieben Sohnes, unsers Herrn, gemacht, auf daß uns kund würde, wie du der Armen, Nichtigen und Verachteten dich gnädiglich annimmst, gieb, daß auch wir uns in aller Demut und Gelassenheit an dein Wort mit wahrem Glauben ergeben und also deines lieben Sohnes teilhaftig werden, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Michaelisfeste. 41. Allnächtiger, ewiger, barmherziger Gott, der du wunderbarer Weise der Engel und Menschen Dienste geordnet hast, wir bitten dich, verleih uns gnädiglich, daß unser Leben hier auf Erden behütet und beschirmt werde von denen, die deiner göttlichen Majestät allezeit beiwohnen im Himmel, durch Jefum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Am Reformationsfeste. 42. ir danken dir, allmächtiger Gott und Vater, daß du dich deiner Kirche väterlich erbarmt und dein lauteres Evan⸗ gelium uns wieder geschenkt und erhalten. Wir bitten dich, du wollest unser aller Herzen durch deinen heiligen Geist regieren, daß wir dem Evangelium allezeit treu und fest an⸗ hangen, aber auch nach demselben würdiglich wandeln und auf den Trost desselben leben und sterben, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Für die Früchte des Feldes.(Am Tage der Hagelfeier.) 43. Herr, allmächtiger Gott, der du alles, was da ist, regierest und nährest, ohne dessen Gnade nichts geschehen kann, gieb uns, deinen Kindern, lieber Vater, ein gnädiges Wetter, auf daß unser Land durch deinen Segen mit seinen Früchten erfüllet werde, und wir dich in allen deinen Wohlthaten erkennen und loben, durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. große Zohnes, du der nimmst, heit an deines nd dem n. erbarer et hast, en hier edeiner Iefum du dich Eyan⸗ en dich, Geist fest an⸗ In und Jesum lfeier.) regierest ukann, Wetter, Früchten thaten ristum. Kollekten. —5 44. Wk Almtm Gott, barmherziger Vater, der du durch deine göttliche Kraft alles hast erschaffen, und was da lebet und webet, sättigest nach deinem Wohlgefallen, wir bitten dich demütiglich, du wollest unsere Felder mit deinem Segen krönen, und was du zu Nutzen der Menschen aus der Erde wachsen lässest, unter deinem Schirme und Schutz gnädiglich erhalten, auch dein Wort in unsere Herzen pflanzen, daß wir dir viele Früchte der Gerechtigkeit bringen, durch deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. ö Am Erntedankfeste. 45. Allächtiger Gott, barmherziger Vater, der du deine milde Hand aufthust und sättigest alles, was da lebet, nach deinem Wohlgefallen, wir danken dir demütiglich, daß du die Felder gekrönet mit deinem Segen und die Früchte der Erde uns wiederum hast sammeln lassen; und bitten dich, segne und behüte auch die ewige Saat deines Wortes in unsern Herzen, auf daß wir in reichlichen Früchten der Gerechtigkeit die rechten Dankopfer dir allezeit darbringen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Bergfeste. 46. 8⁵ Almichugor, ewiger Gott, himmlischer Vater, der du Berg. und Thal, Klüfte und Gänge erschaffen und lässest Silber und Erz wachsen zur Notdurft der Menschen, wir bitten deine milde Güte, du wollest unser Bergwerk aus Gnaden segnen und uns nach deinem Willen gut Erz bescheren, auch deinen Geist und Gnade uns mitteilen, daß wirs zu deiner Ehre und Unterhaltung deines Worts und täglicher Notdurft seliglich gebrauchen und unserem Nächsten christlich damit dienen, 24915 Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. An Buß⸗ und Bettagen. 47. ö Heu Gott, himmlischer Vater, der du nicht Lust hast an der armen Sünder Tode, lässest sie auch nicht gerne ver⸗ derben, sondern willst, daß sie beichrt werden und leben, wir bitten dich herzlich, du wollest die wohlverdienten Strafen 86 Kollekten. unserer Sünden gnädiglich abwenden, und uns hinfort zu bessern deine Barmherzigkeit mildiglich verleihen, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 48. Verschone, Herr, verschone unserer Sünde; und wiewohl den Sündern ewige Strafe gebühret, so bitten wir doch von ganzem Herzen, laß uns alles zu einer zeitlichen, gnädigen Strafe und erträglichen Züchtigung kommen, was wir zum ewigen Verderben gar wohl verdienet haben, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Allgemeine Kollekten. Um den Segen des Wortes und rechten Gottesdienst. 49. Allmächtiger Herr Gott, wir bitten dich, gieb deiner Ge⸗ meinde deinen Geist und göttliche Weisheit, daß dein Wort unter uns laufe und wachse, mit aller Freudigkeit, wie sichs gebührt, gepredigt, und deine christliche Gemeinde dadurch gebessert werde, auf daß wir von aller Anfechtung unversehrt mit beständigem Glauben dir dienen und im Bekenntnis deines Namens bis an unser Ende verharren, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 50. err Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest durch deinen heiligen Geist uns also regieren und führen, daß wir mit ganzem Herzen dein Wort hören und annehmen und den Sabbath recht heiligen, damit wir durch dein Wort auch geheiligt werden, auf Jesum Christum, deinen Sohn, all unser Vertrauen und Hoffnung setzen und danach unser Leben nach deinem Wort auch bessern, vor allem Argernis uns behüten, bis wir durch deine Gnade in Christo ewig selig werden, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 51. ö ir danken dir, Herr Gott, himmlischer Vater, von Grund unsers Herzens, daß du uns dein heiliges Evangelium gegeben und dein väterliches Herz hast erkennen lassen. Wir bitten deine grundlose Barmherzigkeit, du wollest solch selig Licht deines Wortes in uns gnädiglich erhalten und durch fort zu viewohl W doch nädigen dir zum Nsum dionst. er Ge⸗ s dein kit, wie dadurch ersehrt deines ristum, wollest führen, nehmen Wort Sohn, unser rgernis ig selig unsern Hrund Igelium . Wir selig vdurch Kollekten. 87 deinen heiligen Geist unsere Herzen also leiten und führen, daß wir nimmermehr davon abweichen, sondern fest daran halten und endlich dadurch selig werden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 52. ieber Herr und Gott, stärke und behalte uns in deinem lieben reinen Wort, durch Jesum Christum, unsern Herrn, und hilf uns, daß wirs dankbarlich erkennen und kräftiglich mit guten Früchten bezeugen und zieren, dir zu Lob und Dank in Ewigkeit. Amen. 53. Arwecke, Herr, wir bitten dich, die Herzen deiner Gläubigen, auf daß sie die Frucht deines göttlichen Wortes immer völliger bringen und deiner Gnade Hülfe dabei immer reich— licher empfangen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Für die Kirche und die Mission. 54. (lmächtiger, ewiger Gott, der du die ganze Christenheit durch deinen heiligen Geist heiligest und regierest, erhöre unser Gebet und gieb gnädiglich, daß sie mit allen ihren Gliedern in reinem Glauben, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, so dir gefällig ist, durch deine Gnade dir diene, um Jesu Christi, deines Sohnes, unsers Herrn und Heilandes, willen. Amen. 55. Azäcstiger, ewiger Gott, der du allein große Wunder thust, gieß aus den Geist deiner heilsamen Gnade über deine Diener und die Gemeinden, die ihnen befohlen sind, und damit sie dir in der Wahrheit wohlgefällig seien, so tränke sie allezeit mit dem Tau deines Segens, durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 56. Allnächt ga⸗ ewiger Gott und Vater, der du leuchten läßt das Licht deiner Wahrheit denen, die da irren, daß sie wieder auf den Weg der Gerechtigkeit kommen mögen, wir bitten dich, gieb Gnade allen Gläubigen, daß sie verachten, was deinem Namen entgegen ist, und annehmen, was ihm dienet, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 88 Kollekten. 57. Gett unser Schild, schaue doch, siehe an das Reich deines Gesalbten, der sich selbst gegeben hat für alle zur Er— lösung, und verleih, baß vom Aufgang der Sonne bis zum Niebergang dein Name herrlich werde unter den Heiden und an allen Orten geopfert werde deinem Namen ein reines Opfer, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 58. 9˙ Gott, Hegalfen Vater, der du willst, daß allen Menschen gehoölfen werde, und daß sie zur Erkenntnis ber Wahrheit kommen, wir bitten deine milde Güute, sende die Boten deiner Barmherzigkeit und laß sie verkündigen dein Heil allem Volke, das im Dunkeln wohnet, auf baß erfüllet werde datz Wort deiner gnädigen Verheißung, daß die Heiden wandeln in deinem Lichte und die Könige im Glanze deiner Herrlichkeit, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Um Buße und Vergebung der Sünden. 59. Allmächtiger und harmherziger Gott, der du nicht willst, baß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre, gieb, daß wir aus demen Worte allezeit unsere mannigfaltige Sünde von Herzen erkennen, auch in wahr⸗ haftiger seliger Reue den Trost deinetz Geistes und Glaubens inniglich wieder len iel⸗ auf daß wir in deinem Sohne gerecht und burch denselben selig werden, der du mit ihm und dem heiligen 0 heiste lebest und herrsche st⸗ immer und ewiglich. Amen. 60. ir bitten bich, Herr, huldreicher Gott, gieb deinen Gläu— bigen mildiglich Vergebung und Frieden, auf daß sie von allen Sünden gereinigt werden und dir mit getrostem Herzen dienen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Um Geist, Glauben und göttliches Leben. 61. err Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest beinen helligen Geist in unsere Herzen geben, unsz in deiner Gnabe ewig zu erhalten und in aller Anfechtung u — deines Er⸗ zum uund Leines allen untnis de die u dein rfüllet Heiden deiner nen. willst, rmann allegeit wahr⸗ aubens gerechtz dem Amen. Glaͤu⸗ daß sie frostem deinen et und wollest Ins i ing zu Kollekten. 89 behüten; wollest auch allen Feinden deines Wortes, um deines Namens Ehre willen, wehren und deine arme Christenheit allenthalben gnädig befrieden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 62. Herr Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest uns den Geist der Wahrheit und des Friedens verleihen, auf daß wir von ganzem Herzen, was dir gefällt, erkennen und dem mit allen Kräften allein nachfolgen mögen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 63. Allmächtiger Herr Gott, gieb uns den rechten, wahrhaftigen Glauben und mehre denselben täglich in uns; gieb uns auch Liebe und Hoffnung, damit wir dir und unserm Rächsten nach deinem Wohlgefallen mögen dienen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 64. Hen Gott, der du denen, die dich lieben, unsichtbare Güter bereitet hast, geuß deiner Liebe Brunst in unsere Herzen, auf daß wir dich in allem und über alles lieben und also deine Verheißung erlangen, die überschwenglich ist über alles, das wir bitten oder verstehen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 65. Herr, wir bitten, gieb uns allzeit gnädiglich einen Geist zu gedenken und zu thun, was recht ist, auf daß wir, die wir ohne dich nicht sein können, nach dir auch leben mögen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewig⸗ keit. Amen. 66. . llmächtiger Herr Gott, der du bist ein Beschützer aller, die auf dich hoffen, ohne welches Gnade niemand etwas ver⸗ mag noch vor dir gilt, laß uns deine Barmherzigkeit reichlich widerfahren, auf daß wir durch dein heiliges Eingeben denken, was recht ist, und dasselbige auch durch deine Kraft vollbringen, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 90 Kollekten. 67. .(llmächtiger Herr Gott, himmlischer Vater, von dem wir ohne Unterlaß allerlei Gutes ganz überflüssig empfangen und noch täglich vor allem Übel gnädiglich behütet werden, wir bitten dich, laß uns solches alles durch deinen Geist mit ganzem Herzen in 21098150 Glauben erkennen, auf daß wir deiner milden Güte und Barmherzigkeit hier und dort ewig— lich danken und dich loben, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 68. (lmächtiger, ewiger Gott, ein Beschützer aller, die auf dich hoffen, mehre über uns deine Barmherzigkeit, auf daß, so du unser Regierer und Führer bist, wir dermaßen durch die zeitlichen Güter wandeln, daß wir die ewigen nicht ver⸗ lieren, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unsers Herrn willen. Amen. 69. err Gott, der du deine Kraft und Herrlichkeit allermeist kund thust im Verschonen und Erbarmen, laß uns deine Barmherzigkeit reich nd widerfahren, daß wir laufen nach deiner Verheißung und also der himmlisch en Güter teilhaftig werden, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher⸗ mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Um Frieden und Segen. Für die Obrigkeit. 70. 5 Gott, himmlischer Vater, der du heiligen Mut, guten Rat und rechte Werke schaffest, gieb deinen Oienern Frieden, welchen die Welt nicht kann geben, auf daß unsere Herzen an deinen Geboten hangen und wir unsere Zeit durch deinen Schutz still und sicher vor Feinden leben, durch Jefum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 71. zwiger, allmächtiger Gott, ein Herr Himmels und der Erde, durch welches Geist alles regieret, durch welches Vorsehung alle Dinge geordnet werden, der du bist ein Gott des Friedens, von welchem alle Einigkeit zu uns kommt, wir bitten dich, du wollest uns alle unsere Sünde vergeben und uns mit deinem göttlichen Frieden und Einigkeit begnaden, damit wir 2...—...—.....— em wir pfangen werden, tist nit daß wir t ewig⸗ Nsum auf dich uf daß, u durch cht ver⸗ Herrn lermeist 18 deine n nach ilhaftig Sohn, ieret in guten Dienern unsere it durch FJesum Erdef, rsehung Hiedens, en dich, nns mit mit wir Kollekten. 91 dir in rechter Furcht dienen zu Lob und Preise deines Namens, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 72. O allmächtiger Herr und Vater, der du durch dein ewiges göttliches Wort alle Dinge erschaffen hast, segnest und erhältst, wir bitten dich, daß du dein ewiges Wort, unsern Herrn Jesum Christum, uns wollest offenbaren und in unsere Herzen pflanzen, dadurch wir nach deiner Gnade würdig werden, deinen göttlichen Segen über alle Früchte der Erde und alles, was zur leiblichen Notdurft gehört, zu empfangen und zum Preise deines Namens und unsers Mächsten Dienst zu gebrauchen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 73. Amächtiger Gott, du König aller Könige, der du die aller⸗ höchste Gewalt hast über aller Menschen Königreiche und ordnest Herrschaft und Regiment im menschlichen Geschlechte, wir danken dir für deine gnädige Ordnung und für das weltliche Regiment und unsere liebe Obrigkeit, darunter du uns gesetzt hast, wie unter einen Baum, unter dessen Schatten wir Frieden und Ruhe haben, dein teures Wort zu hören und zu üben. Wir bitten dich, du wollest unsere liebe Obrigkeit selbst regieren, führen, bewahren und beschützen, und in gutem Frieden dein Licht und Wort bei uns erhalten, daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen in aller Gott⸗ seligkeit und Ehrbarkeit, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Um Trost und Stärke. 74. Allmchtigen Gott und Vater, der du der Elenden Seufzen nicht verschmähst und der Betrübten Herzen Verlangen nicht verachtest, siehe doch an unser Gebet, welches wir in unserer Not vor dich bringen, und erhöre uns gnädiglich, daß alles, was uns sowohl vom Teufel als von Menschen wider⸗ strebt, zunichte und durch den Rat deiner Gütigkeit zerstört werde, auf daß wir, von aller Ansechtung unversehrt, dir in deiner Gemeine danken und dich allezeit loben, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 92 Kollekten. 75. Her Gott, himmlischer Vater, du weißt, daß wir aus mensch⸗ licher Schwachheit in so mancher und großer Gefahr, die uns auf Erden befällt, ohne deinen Beistand nicht bleiben noch bestehen mögen; verleih uns, beides an Leib und Seele, Kräfte, daß wir alles, so uns um unserer Sünde willen quält und anficht, durch deine Hülfe überwinden und durch deine starke Hand davon gewaltig errettet werden, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 76. O allmächtiger, ewiger Gott, ein Trost der Traurigen und ö eine Stärke der Schwachen, laß vor dein Angesicht gnädiglich kommen die Bitte aller derer, so in Bekümmernis und Anfechtung zu dir seufzen und schreien, auf daß jeder⸗ mann in der Not deine göttliche Hülfe empfinde und dich dafür ewiglich lobe und preise, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 70 llmächtiger, ewiger Gott, der du uns durch deinen Sohn Vergebung unserer Sünden, Gerechtigkeit und ewiges Leben verheißen hast, wir bitten dich, du wollest unsere Herzen durch deinen heiligen Geist also führen und erwecken, daß wir solche Hülfe durch tägliches Gebet, und sonderlich in aller Anfechtung, bei ihm suchen und durch festen Glauben auf seine Zusagung und auf sein Wort gewiß finden und erlangen, durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 78. ö Her Gott, himmlischer Vater, der du deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, in diese Welt gesandt hast, daß er des Teufels Tyrannei wehren und uns arme Menschen wider solchen argen Feind soll schützen, wir bitten dich, du⸗ wollest uns vor Sicherheit behüten und in aller Anfechtung durch deinen heiligen Geist, nach deinem Worte zu wandeln, gnädiglich erhalten, daß wir bis an das Ende vor solchem Feinde befriedet bleiben und endlich selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 149%⁵ ö l ——————— mensch⸗ hr, die leiben Seelt, N qualt deine Hhust en und ngesicht mernis jeder⸗ 1d dich unsern Sohn ewiges Herzen I, daß n aller en auf angen, ristum, eret in unsern st, daß enschen ich, du echtung andeln, solchem mögen, unsern Kollekten. 93 Um christliche Bereitschaft, seligen Tod und das ewige Leben. ö 79. err Gott, regiere unsere Herzen und Gedanken durch deinen heiligen Geist, daß wir allzeit denken an das Ende und an dein gerechtes Gericht, und erwecke uns dadurch zu einem göttlichen Leben in dieser Zeit, auf daß wir dort ewiglich mit dir bleiben mögen, durch unsern Herrn Jesum Christum, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. ö 80. Bumherziger, ewiger Gott und Vater, der du uns in Christo Jesu zu einer lebendigen Hoffnung des ewigen Lebens berufen hast, verleih uns, daß wir durch deinen Geist die Welt und alle Lüste dieses Lebens bestreiten, unser Fleisch kreuzigen und töten und nach dem, was droben ist, am ersten trachten, bis wir im Glauben, Hoffnung und Geduld alles überwinden und vor deinem Angesichte gekrönt und ewiglich erfreuet werden, um Jesu Christi, unsers Seligmachers, willen. Amen. 81. Heu, allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, der du uns aus dieser sündigen und verkehrten Welt durch den Tod zu dir forderst und hinwegnimmst, auf daß wir nicht durch stetig Sündigen verderben, sondern zu dem Ewigen hindurchdringen, wir bitten dich, du wollest uns solches von Herzen lassen erkennen und glauben, auf daß wir uns unsers Abscheidens freuen und dem Berufe zu deinem Reiche gern und williglich folgen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. ö 82. Allmächtiger, ewiger Gott, der du durch deinen Sohn Ver⸗ gebung der Sünden und Rettung vor dem ewigen Tode zugesaget hast, wir bitten dich, stärke uns durch deinen heiligen Geist, daß wir in solchem Vertrauen auf deine Gnade durch Christum täglich zunehmen und die Hoffnung fest und gewiß behalten, daß wir nicht sterben, sondern entschlafen und am jüngsten Tage zum ewigen Leben erweckt werden sollen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 9⁴ Versikel. 83. O Herr Jesu Christe, der du bist die Auferstehung und das Leben und hast uns durch deinen Sieg eine ewige Ge⸗ rechtigkeit, Freude und Herrlichkeit erworben, wir bitten deine Güte, du wollest uns eine fröhliche Auferstehung des Lebens verleihen und uns in das ewige Paradies und Vaterland heimholen, der du von dem Tode bist erstanden und herrschest mit Vater und heiligem Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Nersikel. Auf Advent. 1. Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja. Machet seine Steige richtig. Halleluja. 2. Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch, Halleluja. Daß der König der Ehren einziehe. Halleluja. 3. Hosianna dem Sohne Davids, Halleluja. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Halleluja. Am Christfeste. 4. Euch ist heute der Heiland geboren, Halleluja. Welcher ist Christus der Herr. Halleluja. Uns ist ein Kind geboren, Halleluja. Ein Sohn ist uns gegeben. Halleluja. Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Halleluja. Gott ist geoffenbaret im Fleisch. Halleluja. Also hat Gott die Welt geliebet, Halleluja. Daß er seinen eingebornen Sohn gab. Halleluja. Am Neufjahrstage. 8. Jesus Christus gestern und heute, Halleluja. Und derselbe auch in Ewigkeit. Halleluja. 9. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für, Halleluja. Du bist unser Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja. Am Feste der Erscheinung Christi. 10. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen, Halleluja. Und ein Zepter aus Israel aufkommen. Halleluja. — 5 . nd dad W Ge⸗ deine Lebens terland rschest Amen. Welt lleluja. luja. 14. 16. 17. 18. 10. 20. 24. 22. Auf Gründonnerstag, auch sonst bei Abendmahlsfeiern. Versikel. 9⁵ Die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, Halleluja. Und die Könige im Glanze, der über dir aufgeht. Halleluja. Für die Weihnachts- und Epiphaniaszeit. „Das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, Halleluja. Und wir sahen seine Herrlichkeit. Halleluja. „Singet dem Herrn ein neues Lied, Halleluja. Denn er thut Wunder. Halleluja. Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. Bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, Halleluja. Und der Engel des Bundes, des ihr begehret. Halleluja. 5. Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, Halleluja. ö Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Halleluja. Auf Mariä Verkündigung. Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, Halleluja. Lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein. Halleluja. Christus kommt her aus den Vätern nach dem Fleische, Halleluja. Welcher ist Gott über alles, gelobet in Ewigkeit. Halleluja. Für die Fastenzeit. Hilf uns, Herr, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen, Errette uns und vergieb uns unsere Sünde um deines Namens willen. Christus ist um unserer Missethat willen verwundet Und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, Und durch seine Wunden sind wir geheilet. Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet, Sondern hat ihn für uns alle dahingegeben. Siehe, das ist Gottes Lamm, Welches der Welt Sünde trägt. 23. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, Der gnädige und barmherzige Herr. Versikel. „Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja. Und seine Güte währet ewiglich. Halleluja. Am Osterfeste und für die Freudenzeit. 5. Der Herr ist auferstanden, Halleluja. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja. „Christus ist um unserer Sünde willen dahingegeben, Halleluja. Und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket. Halleluja. Christus hat dem Tode die Macht genommen, Halleluja. Und Leben und unvergänglich Wesen an das Licht gebracht. Halleluja. „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Halleluja. Er wird mich hernach aus der Erde auferwecken. Halleluja. „Christus, von den Toten auferweckt, stirbt hinfort nicht mehr, Halleluja. Der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Halleluja. „Der Tod ist verschlungen in den Sieg, Halleluja. Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat. Halleluja. Alle Zungen sollen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, Halleluja. Zur Ehre Gottes des Vaters. Halleluja. Auf Christi Himmelfahrt. Christus ist aufgefahren in die Höhe, Halleluja. Und hat den Menschen Gaben gegeben. Halleluja. „Trachtet nach dem, das droben ist, Halleluja. Da Christus ist, sitzend zur rechten Hand Gottes. Halleluja. Am Pfingstfeste. „Ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, Halleluja. Den Geist der Gnaden und des Gebets. Halleluja. „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, Halleluja. Und gieb mir einen neuen, gewissen Geist. Halleluja. „Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes, Halleluja. Unser Gott kommt und schweiget nicht. Halleluja. „Wir haben einen kindlichen Geist empfangen, Halleluja. Durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Halleluja. Sie is fest gegründet auf den heiligen Bergen, Halleluja. Der Herr liebet die Thore Zions. Halleluja. 30. 40. 41. 43. 44. 45. 46. egeben, Meluja. leluja. ebracht. lleluja. rt nicht lleluja. a. llleluja. tus der 39. 40. 41. 43. 44. 46. 47. 48. An 49. 50. Versikel. 9⁷ Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist, Halleluja. ö Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja. Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, Halleluja. Alle Lande sind seiner Ehre voll. Halleluja. Am Feste Johannis des Täufers. Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, Halleluja. Der deinen Weg vor dir bereiten soll. Halleluja. 2. Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, Halleluja. Denn er hat besucht und erlöset sein Volk. Halleluja. Auf Mariä Heimsuchung. Ich freue mich in dem Herrn, Halleluja. Und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott. Halleluja. Meine Seele erhebet den Herrn, Halleluja. Und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Halleluja. Am Michaelisfeste. 5. Lobet den Herrn, ihr starken Engel, Halleluja. Die ihr seinen Befehl ausrichtet. Halleluja. Er hat seinen Engeln befohlen über dir, Halleluja. Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Halleluja. Am Reformationsfeste. Halt im Bau deine Gemeinde, die du gepflanzet hast. Halleluja. Die du dir festiglich erwählet hast. Halleluja. Dein Wort ist eine rechte Lehre, Halleluja. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich. Halleluja. Buß⸗ und Bettagen, auch sonst um Buße und Vergebung der Sünden. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Gott, sei uns gnädig nach deiner Güte, Und tilge unsere Sünden nach deiner großen Barm⸗ herzigkeit. 7 9 Versikel. 51. Herr Gott Zebaoth, tröste uns, Laß leuchten dein Angesicht, so genesen wir. 52. Verwirf uns nicht von deinem Angesicht, Und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. 53. Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinen Knechten. Vor dir ist kein Lebendiger gerecht. 54. Bekehre du uns, Herr, so werden wir bekehret, Hilf du uns, so ist uns geholfen. 55. Barmherzig und gnädig ist der Herr, Halleluja. Geduldig und von großer Güte. Halleluja. Am Tage der Hagelfeier und am Erntedankfeste. 56. Herr, erzeige uns deine Gnade und Güte, Halleluja. Daß unser Land sein Gewächs gebe. Halleluja. 57. Aller Augen warten auf dich, Herr. Halleluja. Und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Halleluja. 58. Das Land giebt sein Gewächs, Halleluja. Es segne uns Gott, unser Gott. Halleluja. 59. Du krönest das Jahr mit deinem Gut, Halleluja. Und deine Fußstapfen triefen von Fett. Halleluja. Wort, Lehre, Gottesdienst. 60. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, Halleluja. Und ein Licht auf meinen Wegen. Halleluja. 61. Herr, erhalte uns dein Wort, Halleluja. Dein Wort ist unsers Herzens Freude und Trost. Halleluja. 62. Heiliger Vater, heilige uns in deiner Wahrheit, Halleluja. Dein Wort ist die Wahrheit. Halleluja. 63. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, Halleluja. Und den Ort, da deine Ehre wohnet. Halleluja. 64. Dienet dem Herrn mit Freuden, Halleluja. Kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken. Halleluja. Kirche und Mission. 65. Thu wohl an Zion nach deiner Gnade, Halleluja. Baue die Mauern zu Jerusalem. Halleluja. 66. Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen, Und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern. 67. Gott gedenket der Barmherzigkeit, Halleluja. Und hilft seinem Diener Israel auf. Halleluja. — — Heluja. lleluja. indern. 68. 69. 70. 76. 77. 78. 50 80. . 8². Das Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, Halleluja. Und über die, so da wohnen in Finsternis, scheint es helle. Halleluja. Lobet den Herrn, alle Heiden, Halleluja. Preiset ihn, alle Völker. Halleluja. Alle Könige werden ihn anbeten, Halleluja. Alle Heiden werden ihm dienen. Halleluja. Lob und Dank. „Der Name des Herrn sei gelobet und gebenedeiet, Halleluja. Von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja. „Preiset mit mir den Herrn, Halleluja. Und lasset uns mit einander seinen Namen erhöhen. Halleluja. Ich will den Herrn loben, so lange ich lebe, Halleluja. Und meinem Gott lobsingen, weil ich hier bin. Halleluja. „Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten, Halleluja. Die Frommen sollen ihn schön preisen. Halleluja. 5. Der Herr denket an uns und segnet uns, Halleluja. Er segnet, die ihn fürchten, beide Kleine und Große. Halleluja. Um göttliche Regierung, Hülfe und Segen. Herr, lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen, Halleluja. Dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Halleluja. Herr, laß Christum durch den Glauben in unsern Herzen wohnen, Halleluja. Und uns durch die Liebe fest gewurzelt und gegründet werden. Halleluja. Herr, zeige uns deine Wege, Halleluja. Und lehre uns deine Steige. Halleluja. Bei dem Herrn findet man Hülfe, Halleluja. Und deinen Segen über dein Volk. Halleluja. Hilf deinem Volke und segne dein Erbe, Halleluja. Weide sie und erhöhe sie ewiglich. Halleluja. Gott, gieb Fried in deinem Lande, Halleluja. Glück und Heil zu jedem Stande. Halleluja. Bittet, so werdet ihr nehmen, Halleluja. Daß eure Freude vollkommen sei. Halleluja. 11 85 10⁰ 87. 88. 89. 90. 9. 92. 93. Versikel. In Not und Trübsal. „Rufe mich an in der Not, So will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. 4. Ich hoffe darauf, daß du so gnädig bist. Halleluja. Mein Herz freuet sich, daß du so gerne hilfst. Halleluja. „Herr, du wollest deine Barmherzigkeit nicht von uns wenden, Laß deine Güte und Treue uns allewege behüten. „Das Verlangen der Elenden hörest du, Herr, Halleluja. Ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket. Halleluja. Tod und Sterben. Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Auf daß wir klug werden. Leben wir, so leben wir dem Herrn, Halleluja. Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Halleluja. In deine Hände befehle ich meinen Geist, Du hast mich erlöset, Herr, du getreuer Gott. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, Halleluja. Sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach. Halleluja. Gericht und ewiges Leben. Siehe, der Herr kommt mit viel tausend Heiligen, Gericht zu halten über alle. Siehe, es kommt der Herr, der Herrscher, Halleluja. Und in seiner Hand ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Halleluja. Vor dir ist Freude die Fülle, Halleluja. Und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Halleluja. isen. 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