SIII.. Crachtet am ersten nach dem Reiche Gottes u nach seiner Gerechtigkeit. Matth. 6,55 IS&tüterschen Huchoruckerei. 1901. — Drud Evangelisch⸗lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche. Hannover. Druck und Verlag der Schlüterschen Buchdruckerei. 1901. Revidiert 1897. 86 15 Die Gnade unseres Berrn Jusu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen. 2. Kor. 5, 5. Für zur frommen Erinnerung an 5 0 I. Soi II. Adt III. Wei IV. Neu V. Epi VI. Pas VI. Ost VIII. Him N Pfr X. VDin IXI. Hed Inhalt. A. Sonntags⸗ und Festtagslieder. Seite 4. Sonntagslieder(Nr. 1 II. Adventslieder(r 2255 HI. Weihnachtslieder(Rr. 3657 4448 IV. Reujahrslieder(Nr. 5865 3383 V. Epiphaniaslieder(Nr. 66— 727) 38 VI. Passionslieder(Nr. 75—1030) 2 VOsterlieder(tr. 404— 1260Oͤ 6 VIII. Himmelfahrtslieder(Nr. 127— 1350). 73 IPfingstlieder(Nr. 186147%„77 X. Trinitatislieder(Rr. 148—158)) 684 XI. Lieder für die kleineren Feste 1. Darstellung Jesu(Ar. 154— 15600 8 2. Berkündigung Marid(Rr. 137 88 3. Fest Johannes des Täufers(Nr. 158— 159)689 4. Mariä Heimsuchung(Rr. 160⸗16175 91 5. Michaelissest(Nr. 164 164).„22 B. Lieder von der Kirche und den Gnadenmitteln. XII. Lieder von der christlichen Kirche(Nr. 165— 184) 94 XIII. Lieder vom Worte Gottes(Nr. 185— 1989) 105 XIV. Tauf⸗ und Konfirmationslieder(Nr. 199- 208)„113 XV. Abendmahlslieder(Nr. 209—- 225).119 * Inhalt. C. Lieder vom christlichen Leben. XVI. Buß⸗ und Beichtlieder(Nr. 226— 261) XVII. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung (Nr. 262—291) XVIII. Jesuslieder(Nr. 292— 333). XIX. Lieder vom christlichen Leben und Wandel (Nr. 334—376) XX. Lieder vom Gebete(Nr. 377—383) XXI. Kreuz- und Trostlieder(Nr. 384 436) In Krankheit(Nr. 432—436) XXII. Lob⸗ und Danklieder(437—- 465) XXIII. Morgen⸗, Tisch- und Abendlieder a. Morgenlieder(Nr. 466-492) b. Tischlieder(Nr. 493— 495) e. Abendlieder(Nr. 496— 517) XXIV. Berufs⸗ und Standeslieder(Nr. 518— 54¹0 XXV. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse (Nr. 542—569) E. Lieder von den letzten Dingen. XXVI. Sterbe⸗ und Begräbnislieder(Nr. 570—613) XXVII. Lieder von der Auferstehung(Nr. 614—617) XXVIII. Lieder vom Gerichte(Nr. 618— 621) XXIX. Lieder vom ewigen Leben(Nr. 622—638) Verzeichnis der Dichter Seite 130 157 180 210 240 24⁵5 281 285 D. Lieder für besondere Stände, Zeiten und Verhültnisse. 307 323 324 336 349 364 395 397 400 Alphabetisches Register. A. Nr. Ach bleib bei uns, Herr„170 Ach bleib mit deiner Gnade 18 Ach erkennet, liebste Seelen 456 Ach Gott, gieb du uns deine 345 Ach Gott, ich muß dirs klagen 234 Ach Gott, ich muß in Traur. 607 Ach Gott und Herr.... 238 Ach Gott, verlaß mich nicht 364 Ach Gott, vom Himmel sieh 166 Ach Gott, wie manches H. 388 Ach Herre, du gerechter Gott 559 Ach Jesu, dessen Treu.. 297 Ach lieber Gott, behüte mich 531 Ach mein Herr Jesu, dein 329 Ach sagt mir nichts von G. 303 Ach treuer Gott, barmherz. 401 Ach wär ich schon dort drob. 635 Ach was sind wir ohne J. 254 Ach wie flüchtig, ach wie 593 Ach wie laufen doch die J. 63 Ach wir armen Sünder.. 77 Ach wundergroßer Siegesh. 133 Allein Gott in der Höh sei 149 Allein zu dir, Herr Jesu 232 Alle Menschen müssen sterben 597 Alles ist an Gottes Segen 350 Alle Welt, was lebt undwebet 4 Befiehl du deine Wege Nr. Als Christus geboren war 42 Also heilig ist der Tag.. 104 Am Grabe stehn wir stille 606 An dir allein, an dir hab 259 An Gott will ich gedenken 416 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 24 Auf, auf, mein ganz Gemüte 460 Auf, auf, mein Herz, mit F. 116 Auf Christi Himmelfahrt 132 Auf dich hab ich gehoffet 336 Auf diesen Tag bedenken wir 128 Auferstanden, auferstanden 125 Auferstehn, ja auferstehn.. 617 Auf Gott nur will ich sehen 536 Auf Gott und nicht auf 423 Auf meinen lieben Gott„ 389 Aus einem tief vor dir ge⸗ beugten Herzen 260 Aus Gnaden soll ich selig w. 284 Aus Lieb läßt Gott der Chr. 162 Aus meines Herzens Grunde 469 Aus tiefer Not laßt uns„231 Aus tiefer Not schrei ich zu dir 228 B. Befiehl dem Herren deine W. 415 399 Alphabetisches Register. Bei dir, Jesu, will ich bleiben 208 Dein Wort, Herr, ist die Bescher uns, Herr, das täg⸗ Nr. Nr. Lechte eht 11 niilder TLan 198 i rt 555 Dein Wort, o Herr, ist Betgemeinde, heilge dich.. 383 Bewahre mich, o Freund 371 Bis hieher hat mich Gott 452 Bist du gleich ferne von B. 567 Bringt her dem Herren Lob 457 Brunn alles Heils, dich 14 Den König schütze deine M. 521 Der Abend kommt, die S. 513 Der am Kreuz ist meine Liebe 93 Der Bräutgam wird bald ruf. 623 Der du bist drei in Einigkeit 496 Der du, Herr Jesu, Ruh 101 C. Der du zum Heil erschienen 179 Der Glaube macht allein 271 Christe, du Beistand deiner Der heilge Christ ist kzommen 57 Kreuzaemeine 174 Der Herr ist meine Zuversicht 425 Christe, du bist der helle Tag 497 Der Herr ist mein getreuer H. 428 Christe, du Lamm Gottes 73 Der Hölle Pforten sind.. 115 Christ fuhr gen Himmel. 127 Der lieben Sonne Licht.. 504 Christ ist erstanden.... 105 Der Mond ist aufgegangen 515 Christ lag in Todesbanden 108 Der Tag der ist so freud. 40 Christ, unser Herr, zum J. 199 Der Tag ist hin, mein Geist 510 Christus der ist mein Leben 583 Der Tag ist hin, mein Jesu 505 Des Morgens, wenn ich D. früh aufste ß 468 Dich bitt ich, liebster Jesu 155 Da Christus geboren war. 42 Dich Jesum laß ich ewig 328 Da Jesus an des Kreuzes 81 Die Ernt ist nun zu Ende 563 Dank, Jesu, dir! Ach sind 224 Die Gnade sei mit allen.15 Dank sagen wir alle.. 16 Die güldne Sonne... 477 Dank sei Gott in der Höhe 472 Die helle Sonn leucht jetzt 467 Das alte Jahr vergangen ist 59 Die Herrlichkeit der Erden 592 Das Jahr geht still zu Ende 65 Die Himmel rühmen des E. 461 Das ist eine selge Stunde 196 Die Nacht ist hin, wach auf 487 Das Land wollst du bedenken 556 Die Nacht ist kommen, drin 499 Das walte Gott, der helfen 483 Die Nacht ist nun vergangen 478 Das walt Gott Vater und G. 470 Die schönen Sonntagsstunden 21 Dein Erbe, Herr, das du 367 Dies ist der Tag, den Gott 56 Deines Gottes freue dich„426 Dies ist die Nacht, da mir 52 Dein Jesus rufet dich zur B. 258 Die Sonn hat sich mit Dein König kommt in nie⸗ ihrem Glanz gewendet. 503 dern Hüllen 35 Dies sind die heilgen zehn G. 185 Dir, dit, Du bist Du bists Du bist Du Bru Du Frie Du groß Du heili Du Her Du Lebe Christ Durch 9 Du wei Du wes Chre se Eine H Einer is Eines! Ein fest Ein Ki Ein din Ein rei Eind Ein I Ei w fest Erhalt Alphabetisches Register. VII Nr. Nr. Dir, dir, Jehova, will ich 381 s ist das Heil uns kommen 264 Du bist ein Mensch, das 10r⸗ ist gewißlich an der Zeit 620 Du bists, dem Ruhm... 462 Es ist nicht schwer, ein Du bist zwar mein 610 Christ zu sein Du Brunnguell aller Liebe 99 Es ist noch eine Ruh... 633 Du Friedefürst, Herr Jesu 542 Es kostet viel, ein Christ Du großer Schmerzenmann 84 zu sein. 356 Du heilige Dreifaltigkeitꝑ„471 Es mag dies Haus, das 615 Du Herr der Seraphinen 163 Es wolle Gott uns gnädig 165 Du Lebensbrot, Herr Jesu Ewge Liebe, mein Gemüte 281 Chriß 214 Ewge Wahrheit, deren Treue 422 Durch Adams Fall ist ganz 230 Du weinest vor Jerusalem 391 F. Du wesentliches Wort... 53 Fahre iert, Mon 176 Fang dein Werk mit Jesu an 489 E. Freu dich sehr, o meine Seele 587 Ehre sei dir, Christe.. 74 Freuet euch der schöͤnen Erde 553 Eie Dude 5 Ein Hirt 182 Frenet euch, ihr Christen iner ists, an dem wir hang. 180 alle, ba 705 Letinder 69 Enes wirrsch 1h Mir 100 Rent n ir(cristen Ein feste Burg ist unser Gott 168 Frag Gart sche F0 Ein Kind geborn zu Bethl. 36„ ihr Be alent Ein Lämmlein geht und trägt 85 Wale sehr, ihr Bergleut 541 Ets i oh Ben 8 Fröhlich soll mein Herze 48 Ein Wetter steiget auf.. 557 emnr In 5.0 603 Für dich sei ganz V. 4 ff. 327 Erhalt uns, Herr, bei deinem 169 G Erhör, o Gott, das heiße F. 207 Ermuntert euch, erquickte Glieder 486 Ermuntert euch, ihr From⸗ Geh aus, mein Herz.. 548 Geh hin nach Gottes Willen 375⁵ Geht hin, ihr gläubigen G. 285 Wien::: ũ„„5 629 Geht nun hin und grabt 605 Ermuntre dich, mein schwa— Geist vom Vater und vom cher Geissftt 46 Sohne 146 Erneure mich, o ewigs Licht 360 Gelobet sei der Herr, der Erschienen ist der herrlich T. 100 Gott Jsraels 158 Erstanden ist der heilig Christ 106 Gelobet sei der Herr, mein 448, VIII Alphabetisches Register. Nr. Gelobet sei Israels Gott 159 Gelobet seist du, Jesu Christ 37 Gen Himmel aufgefahren ist 129 H. Gesegn uns, Herr, die G. 493 Gesetz und Evangelium.. 195 Gieb dich zufrieden und sei 402 Gieb mir ein frommes Herz 369 Gnädigster Erbarmer... 538 Gott, deine Güte reicht.. 373 Gott, den ich als Liebe kenne 433 Gott, der du Berg u. Hügel 537 Gott der Vater, wohn uns bei 148 Gott des Himmels und der Erden 47³ Gott, des Zepter, Stuhl und Krone Gott, du Licht, das ewig 488 Gottes Stadt ist fest gegründ. 183 Gott ist gegenwärtig... 13 Gott ist mein Hort.... 197 Gott ist mein Lied.. 463 Gott ist und bleibt getreu 412 Gottlob, der Sonntag kommt 7 Gottlob, die Herbstzeit.. 551 Gottlob, die kalte Winterzeit 552 Gottlob, die schöne Sommerz.550 Gottlob, die Stund ist.. 608 Gottlob, ein Schritt zur E. 62 Gottlob, ich bin im Glauben 274 Gottlob, nun ist erschollen 545 Gottlob, nun kommt die. 549 Gott Lob und Dank, die N. 436 Gott sei Dank durch alle Welt 30 Gott sei gelobet und gebened. 221 Gott und Vater, nimm.. 205 Gott Vater, denk an Christi 245 Gott Vater, höre unsre Bitt 201 Großer Gott von alten Zeiten 8 H. Nr. Halleluja, jauchzt, ihr Chöre 124 alleluja, Lob, Preis und 152 alleluja, schöner Morgen 12 Halt im Gedächtnis Jesum 315 Harre, meine Seele.... 431 Heithr Eurtelt Grodemo. 322 deilge Einfalt, Gnadenw. 366 Helft mir Gotts Güte preisen 58 Herr, dein Wort, die edle Gabe 193 Herr, der du mir das Leben 514 err, die Erde ist gesegnet 564 err, du wollst uns vor⸗ Hereiten 220 Herr, es ist von meinem Leder03 Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott 43⁷ Herr Gott, dich loben wir, Tegier 546 Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf 586 Herr Gott, nun sei gepriesen 558 err, höre, Herr, erhöre„518 Herr, ich bekenn von Herzens⸗ Hrunnd 267 Herr, ich bin dein Eigentum 637 Herr, ich habe mißgehandelt 246 Herr Jesu Christ, dein teures Dünt 91 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen„217 Herr Jesu Christ, du höch⸗ stes Gut, ꝛc., sieh doch. 236 Großer Mittler, der zur Rechten 321 Herr Jesu Christe, mein getrener Hirte 211 Herr Jest Poyphet Hert Jesu stes Gr Herr Jest Lebens Herr Je Measch Herr Jesv Herr Jes Herr Jef Herr Jes HerrJest Herr, m Herr, n Herr, öff Herr, un Herr bot bormet Herr, w Herr, u Herr 38 Hezlich Herzlich Herzlieb Herz ur Ouut ist 193 ben 514 net 564 or⸗ 2⁰⁰ lem „500 Alphabetisches Register. Nr. Herr Jesu Christe, mein Herr Jesu Christ, mein höch⸗ stes Gut Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott... 576 Herr Jesu, deine Angst und 92 Herr Jesu, dir sei Preis 213 Herr Jesu, Gnadensonne. 352 Herr Jesu, Licht der Heiden 156 Herr Jesu, zieh uns für und für 130 Herr, nun lässest du deinen 154 Herr, nun laß in Friede 594 Herr, öffne mir die Herzenst. 189 Herr, unser Gott, laß nicht 543 Herr von unendlichem Er— barmen 32⁵ Herr, was sind wir, daß 164 Herr, wie du willst, so 338 Herr Zebaoth, dein heiligs 190 Herzlich lieb hab ich dich 337 Herzlich thut mich verlangen 582 Herzliebster Jesu, was hast 79 Herz und Herz vereint.. 365 Heut ist des Herren Ruhetag 2 Heut ist uns der Tag er⸗ schienen Heut triumphieret Gottes 111 Hier bin ich, Herr, du rufest 368 Hier legt mein Sinn sich 358 Hilf, Helfer, hilf in Angst 581 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 60 Hilf mir, mein Gott, hilf 339 Hilf uns, Herr, in allen 344 Himmelan geht unsre Bahn 631 Himmelan, nur himmelan 638 Dutz da ist der Sonne.498 irte deiner Schafe... 511 Höchster Tröster, komm her— Propher ⁷ Rieder. Hört auf mit Trauren und Hört heut der Weisen große Hosianna, Davids Sohn, der in seines Hosianna! Davids Sohn, kommt in Hüter, wird die Nacht.. I. armer Mensch doch gar bete an die Macht.. bin ein Gast auf Erden ch bin getauft auf deinen Namen ch m DEDDEσ SS bin getrost und freue — ch bin gewiß in meinem ch bin ja, Herr, in deiner ch ergebe mich dem Willen ch erhebe mein Gemüte. ch freue mich der frohen ch glaub an Einen Gott ch habe nun den Grund ch hab in Gottes Herz und Sinn ch hab in guten Stunden hab mich Gott ergeben hab von ferne komme, Herr, und suche SS5 SS sag es jedem, daß er lebt h singe dir mit Herz. steh an deiner Krippe steh in meines Herren ch sterbe täglich und mein Leben ee * DEEσ S* hab mein Sach Gott! ruf zu dir, Herr Jesu! Nr. trau auf meinen Gott 434 und mein Haus, wir sind bereit ch weiß, an wen ich gläube 277 ch weiß, an wen mein 288 ch weiß ein lieblich Engel⸗ spiel 6²² Ich weiß, es kann mir nichts 419 Ich weiß, mein Gott, daß aHmein Thunn 347 Ich weiß, woran ich glaube 291 Ich will dich lieben, meine 304 Ich will mich mit dir verl. 319 Ich will, o Vater, allezeit 5 Ich will von meiner Misseth. 247 Ich wollt, daß ich daheime 570 Ihr Christen auserkoren„ 45 Ihr Eltern hört, was Christus briit 529 In gllen meinen Thaten. 393 In Angsten ruf ich, Herre 429 In Christi Wunden schlaf 577 In dich hab ich gehoffet 336 In dir ist Freude 293 In Gottes Namen fahren 566 In Gottes Namen fang ich 481 Ist Gott für mich, so trete 270 — D· OED CDcσ σ Jod. Jauchzet, ihr Himmel... 55 Je größer Kreuz, je näher 418 Jerusalem, du hochgebaute 624 Jesaia dem Propheten.. 210 Jesu, deine Passion.... 89 Jesu, deine tiefen Wunden 80 Jesu, der du meine Seele 242 Jesu, geh voran.. 320 Jesu, großer Wunderstern. 70 Jesu, meine Freude.... 300 Alphabetisches Register. Nr. Jesu, meiner Seele Leben 306 Jesu, meines Lebens Leben 90 Jesus Christus herrscht. 326 Jesus Christus, unser Hei⸗ land, der den Tod... 107 Jesus Christus, unser Hei⸗ land, der von uns.. 209 Jesus, Jesus, nichts als Fesus 307 Jesus lebt, mit ihm auch ich 123 Jesus, meine Zuversicht.. 614 Jesus nimmt die Sünder an 278 Jesus soll die Losung sein 64 Jesu, Trost der armen Seelen Keinen hat Gott verlassen 390 Komm, Gottes Geist, komm 145 Komm, heiliger Geist, erfüll 136 Komm, heiliger Geist, Herre 138 Komm, o Gott Schöpfer. 137 Komm, o komm, du Geist 143 Kommst du, kommst du, Licht der Heiden... 29 Kommt her zu mir, spricht 335 Kommt, Kinder, laßt uns 372 Kommt, laßt euch den Herren 341 Kommt und laßt uns Christ. 50 König, dem kein König.. 323 König Jisu, streite, siege„184 Kyrie(Titaneiͤöö 229 —— Laß dich Gort 406 Laß dich, Herr Jesu Christ 523 Lasset die Kindlein kommen 200 Lasset mich voll Freude.. 203 HAsetunsd ihr E Lassetunsd und ber lasset uns laßmichde laft mich LHaft uns bar seir Lirbe, die ikbe, die: siebster; Rebsterd Rebster deinem Liebster dich LAebster 1 Manei. Lobe den: tigen! lbe den Seele Lbbe, mei Lobet de Lobet der Lobt Go .10⁷ Hei⸗ 00 als . 0 Hich 123 H. 6¹⁴ er an 278 sein 64 nen 2 assen 300 omm 145 erfüll 136 Herre 138 pfer. 137 Gest 113 du, 920 priht 335 uns 37² erren 3⁴¹ hrst. 54 9 5 Ige. 184 2.0 Alphabetisches Register. Lasset uns den Herrenpreisen, o ihr Christen Lasset uns den Herren preisen und vermehren Lasset uns mit Jesu ziehen Laß mich dein sein und bleiben daßt mich gehn Laßt uns doch Christo dank⸗ bar sein Liebe, die du mich zum Bilde Liebe, die nicht auszusprechen Liebster Jesu, der du mich Liebster Jesu, sei willkommen Aebster Jesu, wir sind hier, deinem Liebster Jesu, wir sind hier, dich Rebster Vater, soll es sein Lane Lobe den Herren, den mäch⸗ tigen Köniln Lobe den Herren, o meine Seele Lobe, mein Herz, deinen G. Lobet den Herren, alle die Lobet den Herrn, ihr Heiden Lobt Gott, ihr Christen alle M. Mache dich, mein Geist.. Machs mit mir, Gott, nach Macht hoch die Thür, die Thor macht weit Mag ich denn nicht von Angst und Pein Man lobt dich in der Stille Meine Lebenszeit verstreicht Meinen Jesum laß ich nicht Mein erst Gefühl sei Preis Nr. 113 4⁵⁰ 45⁵8 6²⁸ 476 67 41 351 589 23 394 0 60⁴ 30² 49¹ Meine Seele, laß dich finden Meine Seele erhebet den H. Meine Seel, ermuntre dich Meine Seele senket sich.. Meine Seel ist stille. Meines Lebens beste Freude Mein Gott, die Sonne geht Mein Heiland nimmt die Sünder an. Mein Heiland sitzet droben Mein Herz, ach rede mir Mein Herz, gieb dich zu⸗ frieden Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet.. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden Mein Jesus kommt, mein Mein Jesus lebt, was soll Mein Jesu, süße Seelenlust Mein Lauf, Gottlob, ist bald Mein lieber Gott, gedenke Mein schönste Zier und K. Mein Schöpfer steh mir bei Mir ist Erbarmung wider⸗ fahren Mir nach, spricht Christus Mit Ernst, o Menschen⸗ kinder Mit Freude will ich heben an Mit Fried und Freud ich. Mit meinem Gott geh ich Mitten wir im Leben sind Morgenglanz der Ewigkeit Müde bin ich, geh zur Ruh N. Nichts Betrübters ist e Nicht so traurig, nicht so sehr 3 Nie bist du, Höchster.. Nimm von uns, Herr Nimm von uns, Herre Gott Nun bitten wir den heiligen 1 Nun bricht die finstre Nacht Nun danket alle Gott Nun danket alle Gott Nun danket all und bringet Nun freut euch, liebe Christ. Nun hilf uns, o Herr Jesu Nun jauchzet all, ihr From. Nun jauchzt dem Benen Nun kommt das neue Kirch. Nun laßt uns den Leib. Nun laßt uns gehn und. Nun laßt uns Gott dem Nun lieg ich armes Würme⸗ Lein Nun lob, mein Seel, den Run preiset alle Nun ruhen alle Wälder Nun schlaf, mein liebes Nun sich der Tag geendet Ha Nun sich der Tag geendet, uit He Nun singet und seid froh. Nun tret ich wieder... O. O Bergwerksschöpfer. O daß ich tausend Zungen O du Liebe meiner Liebe. O du Schöpfer aller Dinge. O Ewigkeit, du Donnerwort O Emwigkeit, du Freudenwort Alphabetisches Register. Nun triumphieret Jesus Chr. 539 den Herren preisen Nr. 289 O Gott, der du das Firma⸗ 250 ment. 5 227 O Gott, du frommer Gott 20 Hört 442 O Gottes Sohn, Herr Jesu 443 O Gott, von dem wir alles 445 O Gott, wir ehren deine 262² Macht 532 O Haupt voll Blut und 25 O heilger Geist, kehr bein. 22 O heilige Dreifaltigkeit. 61.O Jesu Christe, wahres Licht 44⁴⁰ s 0 Christ, mein faht tes L 609O Jesu Chris, meins Le⸗ 498 obens Licht 39 O Gott, du höchster Gnaden⸗ 3⁴⁰ 186 269 562 88 141¹ 1 Oheilige Dreieinigkeit, erhalt 520 471 573 O hilf, Christe, Gottes Sohn 76 17² —8304 58⁴4 561O Jesu, du mein Bräutigam 212 502 O Jesu, Jesu, Gottes Sohn 528 O Jesu, meines Lebens Licht 506O Jesu, süßes Licht.. O Jesu süß, wer dein gedenkt 512O König aller Ehren. 44 O König, dessen Majestät 480O Lamm Gottes, unschuldig 111O Lebensbrünnlein tief und O Liebe, die den Himmel hat zerrissen O meine Seel, du sollst 454 O selig Haus, wo man 94 dich aufgenommen.. 248 O Tod, wo ist dein Stachel 626 O Traurigkeit, 0o Herzeleid 627 O treuer Heiland, Jesu O frommer und getreuer Gott 243— Vater, allmächtiger Gott O gläubig Herz, gebenedei 439 O Vater, deine Sonne O Jesu, meine Wonne.. 296 49⁰ ü441 527 114 10² 34² 226 55⁴4 —. wie frö wie sel Owir art .— E Preis, Eh Rede, lieb • 2 Reich des Ringe rec Rüstet euc Saaseh Shaff Schmüch Schmückt Scönst be Squuthn V. 3 f Scing Shwing! Zall, gel Sal le, mo Sulenbrä Hall, wa Sel getren l Got t Si fob, Zälobn un Iu mir in M rma⸗ .560 Gott 340 aden⸗ 186 Jesu R9 alles 562 eine 153 und 88 beäi.„ 141 echalt 5²⁰ it. I Sohn 76 Licht 12 cön⸗ be⸗ 5¹ tigam 24 Alphabetisches Register. Nr. O Vater der Barmherzigkeit 244 O Vaterherz, o Licht, o Leben 370 O Vater, unser Gott, es ist 378 O Welt, ich muß dich lassen 574 O Welt, sieh hier dein Leben 86 O wie fröhlich, o wie selig 630 O wie selig seid ihr doch 625 wir armen Sünder.. 77 P. Ehr und Lob sei dir 522 N. —— Preis, Rede, liebster Jesu, rede. 187 Reich des Herrn 181 Ringe recht, wenn Gottes 363 Rüstet euch, ihr Christenleute 362 S. Schaffet, schaffet, Menschenk. 353 Schaff in mir, Gott, ein 253 Schmücke dich, o liebe Seele 215 Schmückt das Fest mit Maien 144 Schönster Herr Jesun. 310 Schutzgott, dessen starke Rechte V. 3 ff Schwing dich auf, mein ganz 459 Schwing dich auf zu deinem 398 Seele, geh auf Golgatha. 98 Seele, mach dich heilig auf—55 Seclenbräutant Seele, was ermüdst du dich 916 Sei getreu bis an das Ende 346 Sei Gott getreu, halt seinen 348 Sei Lob, Ehr, Preis und 150 Sei Lob und Ehr dem höchst. 449 Sei mir tausendmal gegrüßet 87 Treuer Wächter 164 XIII Nr. Sei stille, müdgequältes Herz 427 Sei willkommen, Davids. 33 Sende, Vater, deinen Geist 382 Siegesfürste, Ehrenkönig„135 Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig 251 Sieh, wie lieblich und wie ei 35⁴4 So führst du doch recht sein Her 413 So hab ich nun den Fels 283 So hab ich obgesieget... 611 So hoff ich denn mit festem 287 So jemand spricht, ich liebe Sott. 37⁴ So ist die Woche nun.. 517 Soll es, liebster Gott.. 432 Sollt es gleich bisweilen„405 Sollt ich meinem Gott nicht Aingen. 4⁴4⁷7 So nimm denn meine Hände 376 Sorge doch für meine Kinder 530 So ruhest du, o meine Ruh 103 So tret ich demnach an. 479 So wahr ich lebe, spricht 239 Speis uns, Vater, deine Kind. 495 Stark ist meines Jesu H Hand 332 Steht auf, ihr lieben Kinderl 466 Straf mich nicht in deinem 250 Such, wer da will, ein 299 T. Tag des Zorns Teures Wort aus Gottes Thut mir auf die schöne Treuer Gott, ich muß dir Treuer Hirte deiner Herde Treuer Jesu, wache du.. 5 ISrael.. 5 .. XIV u. Nr. Unsern Ausgang segne Gott 19 Unter Lilien jener Freuden 602 Unumschränkte Liebe. 280 Unverfälschtes Christentum V. ff 361 V. Valet will ich dir geben„585 Vater, laß mich Gnade finden 249 Vater unser im Himmelreich 377 Verleih uns Frieden gnädigl. 519 Versuchet euch doch selbst 272 Verzage nicht, du Häuflein 171 Vollendet hat der Tag die 516 Vom Himmel hoch da bomm ich her 38 Vom Himmel kam der Engel Schar 39 Von Gott will ich nicht lassen 386 Vor deinen Thron tret ich 474 Vor G'richt, Herr Jesu, steh ich hie W. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin Wach auf, mein Herz, und singe 4 Wachet auf, ruft uns die Stimme 621¹ Wacht auf, ihr Christen alle 619 178 Wär Gott nicht mit uns diese Zeit Wärn meiner Sünd auch noch so viel Werde licht, du Stadt. 265 Werde munter, mein Gemüte 501 Alphabetisches Register. Nr. Warum betrübst du dich, mein Herz 38⁵ Warum sollt ich mich denn Hrämen 397 Warum willst du draußen tehn 2⁴ Was alle Weisheit in der Welt 151 Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan, es bleibt.... 407 Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan, so denken... 565 Was ists, daß ich mich quäle 424 Was mein Gott will, ge⸗ scheh allzeit Was mich auf dieser Welt betrübt Was willst du dich betrüben 392 Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel 2 Weil ich Jesu Schäflein bin 533 Weine nicht, Gott lebet noch 417 Welt ade, ich bin dein müde 596 237 Wenn alle untreu werden 331 Wenn dein herzliebster Sohn, iott 266 Wenn dich Unglück hat be⸗ lreten 380 Wenn ich ihn nur habe.. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht 464 Wenn kleine Himmelserben 613 Wenn meine Sünd mich. 83 Wenn mein Stündlein vor⸗ handen itttt 57⁵ Wenn wir in höchsten Nöten 233 Wenn wir in Wassersnöten sein 10 Ver Gott Ver ist w Ver nur Vr sind Verter T Ver weif Wi fleug schen Wie Gott Wiegroß Wie lieb Wie lieb Wie mein Wie mit stand Wie schö Wie schö Vie seli Wi ie soll. Vie wird Wie woh Wie woh der S Mllbom Vir dan Chuif Wir dar Chrif Wir dan Cris denn 90 ußen — 05 quäle 424 ge⸗ Belt .40 rüben 392 t, ihr . 200 n bin 533 noch 41 müde 595 Herden 331 Sohn, Alphabetisches Register. Eer. Wer Gott vertraut, hat wohl 387 Wer ist wohl wie du.. 314 Wer nur den lieben Gott 403 Wer sind die vor Gottes 632 Werter Tröster, komm.„147 Wer weiß, wie nahe mir 599 Wie fleugt dahin der Men⸗ schen Zeit 598 Wie Gott mich führt, so will 420 Wie groß ist des Allmächtgen 465 Wie lieblich ist der Maien 547 Wie lieblich sind doch deine 117 Wie mein getreuer Vater will 404 Wie mit grimmgem Unver⸗ stand Wie schön ists doch, Herr 524 Wie schön leucht uns der 292 Wie selig ist der Ort.. 9 Wie soll ich dich empfangen 28 Wie wird mir dann, o dann 634 Wie wohl hast du gelabet 222 Wie wohl ist mir, o Freund der Seele 309 Willkommen, Held im Streite 121 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns 78 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser.. 500 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod 110 569 XV Nr. Wir danken Gott für seine 494 Wir glauben all an Einen 263 Wir liegen hier zu deinen 256 Wir Menschen sind zu dem 188 Wir singen dir, Immanuel 49 Wohlauf, mein Herz, zu Gott 379 Wohl einem Haus, wo Jesus 525 Wo ist ein solcher Gott 286 Womit soll ich dich wohl 453 Wort des höchsten Mundes 194 Wo soll ich fliehen hin.. 240 Wo willst du hin, weils Abend ist Wunderanfang, herrlichs.. Wunderbarer Gnadenthron Wunderbarer König... 3. Zeuch, Ehrenkönig, bei mir Zeuch ein zu deinen Thoren Zeuch hin, mein Kind. Zeuch uns nach dir.... Zion, gieb dich nur zufrieden Zion klagt mit Angst und Schmerzen Zu deinen Füßen liege ich Zu dir, Herr Jesu, komme ich Zween der Jünger gehn mit Sehnen 118 410 25711 451 Psalm 92, 2. danken und ist ein köstlich Ding dem. 3— bsingen deinem Namen, du 0 1.N Epheser 5, 18— 20. ommt m t unter einander von W 00 b Geistes und redet u t und spielet gsch Werdet voll Geiste d geistlichen Liedern, singe Lobgesängen un und Lobg 2. Erke d saget Dank allezeit* r, un in eurem Herzen; 12 Auter ure dem HErrn d dem Vater, in dem 1+— 8Gott un ür Alles Got An ö Hacht m fi HErrn Jes. hereit Weih, U hn sin, Doren Halmen hf mit; Het ihm, auter S t alles unser M n und n Psalmen und spielet mk allegei nen unsets A. Sonntags⸗ und Festtagslieder. I. Sonntagslieder. Msalm 100. Eigene Melodie. 1. N jauchzt dem Herren, alle Welt, kommt her, zu seinem Dienst euch stellt; kommt mit Frohlocken, säumet nicht, kommt vor sein heilig An⸗ gesicht! 2. Erkennt, daß Gott ist unser Oerr, der uns erschaffen ihm zur Ehr, und nicht wir selbst, durch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. 3. Er hat uns ferner wohl be⸗ dacht und uns zu seinem Volk gemacht, zu Schafen, die er ist Hereit zu führen stets auf gute Weid. 4. Die ihr nun wollet bei ihm sein, kommt, geht zu seinen Thoren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vor⸗ Hof mit Gesang. 5. Dankt unserm Gott, lobsin⸗ get ihm, rühmt seinen Nam mit 16 Siimm, lobsingt und dan⸗ ket allesamt! Gott loben das ist unser Amt. 6. Er ist voll Güt und Freund⸗ lichkeit, voll Lieb und Treu zu jeder Zeit; sein Gnade währet dort und hier, und seine Wahr⸗ heit für und für. 7. Gott Vater in dem höchsten Thron und Jesus Christ, sein einger Sohn, samt Gott dem werten heilgen Geist sei nun und immerdar gepreist. David Denicke(9 g. 1603 (nach Corn. Becker). + 1680 Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 2 Heun des Herren Ruhe⸗ tag, vergesset Sorge, Müh und Plag, treibt eure Wochenarbeit nicht, kommt vor des Höchsten Angesicht! Halleluja! 2. Kommt her und fallt auf eure Knie vor Gottes WMajestät allhie! Es ist sein Heiligtum und Haus, wer Sünde liebt, gehört hinaus. Halleluja! 3. Ganz unerträglich ist sein Grimm, doch hört er gern der Armen Stimm; deswegen lobt ihn allesamt, das ist der Christen rechtes Amt. Halleluja! 1 4. Rühmt unsers Gottes Meisterthat, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt und was dieselbe in sich hält. Halleluja! 5. Denkt auch, daß heut ge⸗ schehen ist die Auferstehung Jesu Christ, dadurch die wahre Freu⸗ digkeit in aller Not uns ist bereit. Halleluja! 6. Drum wollen wir begehn mit Fleiß den Tag nach rechter Christen Weis, wir wollen auf⸗ thun unsern Mund und sagen dies von Herzensgrund: Halleluja, 7. O Gott, der du den Erden⸗ kreis erschaffen hast zu deinem Preis, uns auch bewahrt so man⸗ ches Jahr in vieler Trübsal und Gefahr, Halleluja, 8. Hilf, daß wir alle deine Werk voll Weisheit, Güte, Macht und Stärk erkennen und je mehr und mehr ausbreiten deines Namens Ehr. Halleluja! 9. O liebster Heiland Jesu Christ, der du vom Tod erstanden bist, richt unsre Herzen auf zu dir, daß sich der Sündenschlaf verlier. Halleluja! 10. Gieb deiner Auferstehung Kraft, daß dieser Trost ja bei uns haft, und wir uns drauf verlassen fest, wenn uns nun alle Welt verläßt. Halleluja! 11. O heilger Geist, laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. Halleluja! Sonntagslieder. 12. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzieh uns deine Gnade nicht, all unser Thun auch so regier, daß wir Gott preisen für und für. Hallelnja! 13. Gott Vater, Sohn und Geist, verleih, daß dieser Tag dir heilig sei, wir auch die Sab⸗ bathsruh und Freud erlangen drauf in Ewigkeit. Halleluja! Hannov. Gsb. 1646. Eigene Melodie. 3 err Jesu Christ, dich zu * uns wend, den heilgen Geist du zu uns send, mit Hülf und Gnad, Herr, uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ! 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes eer: Heilig, heilig ist Gott der err! und schauen dich von An⸗ gesicht in ewger Freud und sel⸗ gem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II. Herzog zu Sachsen⸗ Weimar(2) g. 1598 4 1662. Pfalm 100. Mel. Gott des Himmels und der Erden, oder Eigene Melodie. 4. lle Welt, was lebt und webet, was in Feld und Häusern ist, was nur Stimm Ind Zung jder F hienen kan ihm heran 2. Spre Meister,“ Hemacht,“ Geister an Wir sind x seine Sche 3. Geh zen, geht Gong, lob ben, sag⸗ Dank! D Holler G. 4. Got Eide, A Geist, d. groß wer Hülf uns hast beh Rein Leb Wuch er Gott der en Dan ein Lob „du wahres deine Gnade un auch so t preisen für Sohn und dieser Toz ich die Sab⸗ ud erlangen Halleluja! 0b. Gsb. 1640 hrist, dich zu „den heilgen d, mit Hül regier und ahrheit führ! und zum Lob. zur Andach Tchr, stärk du 3 dein Nan n mit Gotte z ist Gott de dich von M. eud und sel ater und den „n Geist in en Gaf ö heiligen Vund Preiz og zu Sacsu 59— V.— und der Erdel, Nelodie. vs dhtaid 5in He Sonntagslieder. 3 uind Zung erhebet, jauchze Gott zu jeder Frist! Dienet ihm, wer ienen kann, kommt mit Lust zu ihm heran! 2. Sprecht: Der Herr ist unser Meister, er hat uns aus nichts gemacht, er hat unsre Leib und Geister an die lichte Welt gebracht; pir sind seiner Allmacht Ruhm, seine Schaf und Eigentum. 3. Gehet ein zu seinen Pfor⸗ en, geht durch seines Vorhofs Gang, lobet ihn mit schönen Wor⸗ ten, saget ihm Lob, Preis und Dank! Denn der Herr ist jederzeit boller Gnad und Freundlichkeit. 4. Gott des Himmels und der Erde, Vater, Sohn und heilger Geist, daß dein Ruhm bei uns groß werde, Beistand selbst und Hülf uns leist! Gieb uns Kräfte und Begier, dich zu preisen für und für! V. 1—3 Joh. Franck g. 1618 4 1677. V. 4 Hannov. Gsb. 1659. Nel. Wie schön leucht uns der Morgenst. Icch will, o Vater, allezeit 2. erheben deine Gütigkeit, haß du von so viel Jahren mich hast behütet wunderbar, wie ichs mein Lebtag immerdar, auch diese Woch erfahren. Singet, bringet Sott dem Herren nah und fer— en Dank und Ehre, jedermann sein Lob vermehre! 2. Du führst durch deinen Gnadenschein aus aller Trübsal, Not und Pein den, der zu dir nur schreiet. Durch Christum giebst du deinen Geist, der uns den Weg zur Buße weist und in⸗ nerlich erfreuet. Laß mich, bitt ich, deine Güte im Gemüte fort empfinden, ohn Anfechtung mei— ner Sünden. 3. Herr, siehe du doch ja nicht an das, was ich wider dich ge— than in nächstverwichnen Tagen. Nimm zur Versöhnung Christi Blut, der uns gelitten hat zu gut und völlig abgetragen, was sich täglich noch für Sünden in uns finden; drum wir Schwachen zu dem Gnadenthron uns machen. 4. Mein'n Leib, mein Seel und all das Mein, laß dir, o Herr, befohlen sein, ich will mich dir ergeben. Wend ab Not, Angst und Herzeleid, du Vater der Barmher⸗ zigkeit, in meinem ganzen Leben, daß ich fröhlich deinen Willen mög erfüllen, stets dich lieben, auch die Lieb am Nächsten üben. 5. Gieb, daß mir deiner Ruhe Tag mein innre Ruh befördern mag durch deines Wortes Stärke; daß mir dasselb ins Herze dring und hundertfältig Früchte bring, des Glaubens rechte Werke. Von dir laß mir Brünnlein fließen, sich ergießen, daß ich bleibe stets ein Glied an deinem Leibe. 6. Verleihe, daß in dieser Welt mein Hoffnung sei auf dich gestellt und ich dir ganz vertraue, daß ich die wahre Ruh und Freud erlange dort ohn einig Leid, wenn ich Gott immer schaue. Durch dich werd ich große Gaben ewig haben bei dir oben; deinen Namen will ich loben. Hannov. Gsb. 1657. 1• Eigene Melodie. 6 Lser Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören, lenke Sinne und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir ge⸗ zogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis verhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlich— keit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesamt be⸗ reit, öffne Herzen, Mund und Ohren! Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen! Tobias Clausnitzer g. 1618 4 1684. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 7 Ger Lob, der Sonntag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu; heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja! 2. Das ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich er— standen ist und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. Halleluja! 3. Das ist der rechte Sonnen⸗ tag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja! Sonntagslieder. 4. Mein Gott, laß mir dein melsehrenpfort, laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich! Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 4 1684. 8 Gee Gott von alten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt, heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach wie lieb ich diese Stun⸗ den, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost ver⸗ läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Mor⸗ gen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet und singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigen⸗ tum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kasp. Neumann g. 1648 4 1715. Lebenswort, führ mich zur Him⸗ Mel. Gott des Himmels und der Erden. bunden, da mein Gott mich ruhen Ma. Wer! Wort imS und Recht and Zion ha man in Rit dem 5 2. Vch horte so ind, daß Orte vot ISpurenf sber Ort Vort entt 3. Wir Itragen, g (Gottes§ Gottes K t eine Kii IIchlreich e Uhm doch 4. So Ilsannnen Herren I Opferfin im Gnad mind höre uns ehre 9. Ach Hauhn Wuriberge Veis deff äguikt hlt deutl 5 mir dein zur Hin⸗ mich hier ir lobsinge 1611 1 168⁰ nd der Erden. von alten essen Hand Treu auf on Jugend t des Tages Andacht auf. diese Stun⸗ des Herren Trost ver⸗ t mich ruhen guten Geis hen Weist. diesen Mor⸗ zum Gulen unsre best Mensch Herzen de Ruhm, hehn, duß vn n. 6. 16⁴⁰ 16. 1 6 edeihen, Sonntagslieder. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2 9 Wie selig ist der Ort zu 2 nennen, wo Gottes Wort im Schwange geht, wo Licht ind Recht ganz helle brennen, ind Zion niemals wüste steht, la man im Schmuck der Heilig⸗ kit dem Herren opfert allezeit! 2. Weh aber, wo die Lebens⸗ horte so rar und teuer worden snd, daß man an solchem wüsten Orte von Gott nur dunkle Spuren findt! Wie billig wird ter Ort beweint, wo Gottes Vort entfernet scheint. 3. Wir dürfen keinen Zweifel thagen, als wär allhier nicht Gottes Haus; wo wir nach Gottes Worte fragen, da macht weine Kirche draus: sie sei nun schlreich oder klein, so muß sie im doch heilig sein. 4. So treten wir im Geist „zisammen, so singen wir des Herren Lied, so bringen wir die Op ferflammen, auf welche Gott 3 mit dem Herzen selbst bekennt. Wenn uns die Welt Verfolgung dräut, so gieb, o Herr, Be⸗ ständigteit; 7. Ja bau du selbst in unsrer Seele dir ein lebendig Gottes⸗ haus, so wird in dieser Jam-— merhöhle ein angenehmer Sab⸗ bath draus, bis wir in jenen Tempel gehn und vor des Lammes Stuhle stehn. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 10 Mein Gott, die Sonne 2 geht herfür, sei du die Sonne selbst in mir, du Sonne der Gerechtigkeit, vertreib der Sünden Dunkelheit! 2. Mein erstes Opfer ist dein Ruhm, mein Herz ist selbst dein Eigentum; ach kehre gnädig bei mir ein, du mußt dir selbst den Tempel weihn. 3. Gieb, daß ich meinen Fuß bewahr, eh ich mit deiner Kirchen— schar zum Hause Gottes wallen in Eunden sieht; so lesen wir und hören an, was Gottes Wort uns ichren kann. 5. Ach Herr, gieb selber das laß doch kein Wort urüber gehn, laß uns die Seelen⸗ seis erfreuen, laß unser Herz agquicket stehn, gieb unsrer Ein⸗ jaelt deutlich ein das, was uns inn erbaulich sein! 6. Erhalt uns bei dem Glau⸗ eh⸗ daß ich auch heilig vor dir steh. 4 Bereite Herze, Mund und Hand und gieb mir Weisheit und Verstand, daß ich dein Wort mit Andacht hör, zu deines großen Namens Ehr. 5. Schreib alles fest in meinen Sinn, daß ich nicht nur ein Hörer bin; verleihe deine Kraft dabei, daß ich zugleich ein Thäter sei. Nsrunds den du den Eckstein est genennt, daß man dich ucht nur mit dem Munde, auch 6. Hilf, daß ich diesen ganzen Tag mit Leib und Seele feiern mag; bewahr mich vor der argen 6 Sonntagslieder. Welt, die deinen Sabbath sünd⸗ lich hält. ö 7. So geh ich denn mit Freude hin, wo ich bei dir zu Hause bin. Mein Herz ist willig und bereit, o heilige Dreieinigkeit! Benjamin Schmolck g. 1672 + 1737. Mel. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel. 11 T'i mir auf die schöne 2 Pforte, führet mich in Zion ein! Ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir ge⸗ kommen, komme du nun auch zu mir! Wo du Wohnung hast ge— nommen, da ist lauter Himmel hier. Zeuch in meinem Herzen ein, laß es deinen Tempel sein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilige du Leib und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Z Heilige du Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor! 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt; gieb mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge du im Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn! 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rau⸗ ben, halte mir dein Wort stets für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6.Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt; nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmel⸗ brot, tröste mich in aller Not! 7. Offne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann; lasse mir dein Manna tauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammerthal, Herr, zu deinem Chrensaal! Benjamin Schmolck g. 1672 T 1737. Mel. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel⸗ denken mag, heute fühl ich keine Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunkeln Höhlen, eit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit, du ver⸗ treibst mir alles Leid. 3. Ach wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au; da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Welt⸗ geschäfte, heute hab ich sonst zu thun, denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gut zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gotteswerk für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich Gott gefallen 12 alleluja, schöner Mor⸗ 0 gen, schöner als man Sorgen, denn das ist ein lieber mag? shicken, Sein B as schöl 6. Ic heute vi da samm höchsten Nsus Vort de 7. He nen und laß mich nen, gie daß mir tief in ⸗ 8. S ren, öf nach m heute di wennen solches! 96 shließe egne,y Herr d einst ar halten — Mel 5 ind in Gott i hhören, erfüllt; t stören, Lebens himmel⸗ Not! grünen hweiden Manna e Bahn merthal, saal! 241⁷³⁷. ihr hügel. 1er Mor⸗ als man ich keine in lieber eblichkeit 2 Seelen, htes ist, Höhlen, n. fließt! „du ver⸗ h Gottks orgentau, tr Hütte u; da hat dd edlen Nund. e Velt⸗ sonst Zu lle Kräfte, zu ruhn. sih als 0 heute t gefalen Sonntagslieder. 7 mag? Jesus wird die Kleider gebücket dienen; heilig, heilig, schicken, die ich ihm zu Ehren trag. Sein Blut und Gerechtigkeit ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein, denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sin⸗ nen und bereite selbst die Brust, laß mich Lehr und Trost gewin⸗ nen, gieb zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Leh⸗ ren, öffne selber ihren Mund; mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß wenn man hier bet und singt, solches in dein Herze dringt. 9. Gieb, daß ich den Tag be— schließe, wie er angefangen ist; segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbaths bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. Jon Krause g.17014 1762. Mel. Unumschränkte Liebe, oder Wunderbarer König. 13 G˙ ist gegenwärtig, 2 lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten, alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nie⸗ der, kommt, ergebt euch wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht heilig singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, ver— nimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen! 5. Du durchdringest alles, laß dein schönstes Lichte, Herr, be⸗ rühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich ent⸗ falten und der Sonne stille halten, laß mich so, still und froh, deine Strahlen fassen und dich wirken lassen! 6. Mache mich einfältig, innig, abgeschieden, sanfte und im stillen Frieden; mach mich reines Her⸗ zens, daß ich deine Klarheit schauen mag im Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben! 7. Herr, komm in mir woh⸗ nen, laß mein'n Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden. Komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets 8 Sonntagslieder. lieb und ehre. Wo ich geh, sitz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken! Gerh. Terstegen g. 1697 1 1769. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 1 4 Buna alles Heils, dich 2 ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir; aus deiner Gottheit Heiligtum dein hoher Segen auf uns komm! 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib, er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Ubel Tag und Nacht! 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, uns leuchten laß sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig sei. 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, sein Antlitz über uns erheb, daß uns sein Bild werd eingedrückt, und geb uns Frieden unverrückt. 5. Jehova! Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll! Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Offenb. 22, 2l. Mel. Christus der ist mein Leben. 15 Die Gnade sei mit 2 allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns gar kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu; und wenn uns ja will grauen, so bleibts: Der Herr ist treu. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du kommst; so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; denn sie flößt zu den Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt, der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Thaten thut. 8. Herr, laß es dir gefallen! Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen, die Gnade sei mit mir! Phil Friedr. Hiller g. 1699 4 1769. Eigene Melodie. 16 Dao sagen wir alle • Gott unserm Herren Christo, der uns mit seinem Wort hat erleuchtet und uns erlöset hat mit seinem Blute von des Teufels Gewalt. Den sollen wir alle mit seinen Engeln loben mit Schalle, singen: Preis sei Gott in der Höhe! Altkirchl. Deutsch 1524. Mel. Her 17.8 Gott und nich nich hei deiner hur nicht sündigkei danken ir Mo 8. Herr J. fort nich des List 2. Al bei uns, beid hiet Heil bes 3.A0 bei uns Uuhrhe Wit irre 4. 9 bei Un⸗ Gnad uns rei 5. A bei unt uns der fill die! 6. A bei unz Geständ dus alle Idsu N Pfade ritt, es bis zum trauen, u; und ien, so u. Jammer ft man öser, du erliegen, n; denn Geduld chts ein Fesum Gnade, rwunden Blut, Stunden gefallen! ö Di r: Die e Gnade ‚ +176 97 1769. vir alle Herren seinem nd uns lute von en sollen eln loben breis U lsch 1⁵² Sonntagslieder. 9 Mel. Herzlich thut mich verlangen. 17 Q mich dein sein und 0 bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr! Herr, laß mich nur nicht wanken, gieb mir Be⸗ ständigkeit, dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nikol. Selnecker g. 1532 4+ 1592. Mel. Christus der ist mein Leben. 18 ch bleib mit deiner 0 Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hin⸗ fort nicht schade des bösen Fein⸗ des List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht, dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr! 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not! Josua Stegmann g. 1588 4 1632. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 19 NUn Ausgang segne * Gott, unsern Ein⸗ gang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit sel⸗ gem Sterben und mach uns zu Himmelserben! Hartmann Schenck g. 1634 4 1681. Am Sonntag Abend. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 20 NII bricht die finstre 2 Nacht herein, des Tages Glanz ist tot; jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, geh, rede erst mit Gott! 2. O Gott, du großer Herr der Welt, den niemand sehen kann, du siehst ja mich in deinem Zelt, hör auch mein Seufzen an! 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders dein; drum hat er auch bis in die Nacht mir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn, denn ich bin Fleisch und Blut und pfleg es öfters zu versehn, wenn gleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gna⸗ denthron, sieh meine Schuld nicht an und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug gethan. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort und thu uns immer wohl, 10 Sonntagslieder. damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh; o Vater, steh mir bei und gieb mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. 9. Gieb allen eine gute Nacht, die heute recht gelebt, und beßre den, der unbedacht hat wider dich gestrebt. 10. Wofern dir auch mein Thun gefällt, so hilf mir morgen auf, daß ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein, da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbath ewig sein. Kaspar Neumann g. 1648 1 1715. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 21 D schönen Sonntags⸗ • stunden sind nun dahingeschwunden, uns grüßt die Abendruh; nun will ich all mein Dichten zu dir nach oben richten, Anfang und Ende bleibest du. 2. Herr, dir sei Preis und Ehre für alle Lieb und Lehre, die ich empfangen heut; du bist allein zu loben für jedes Licht von oben, das diesen Tag hat eingeweiht. 3. Der Glanz von deinem Throne, das Wort von deinem Sohne, der Hauch von deinem Geist, was unser Sinn gespüret, was unser Herz gerühret— für alles, alles sei gepreist. 4. Laß diesen Strahl des Lebens, dies Licht doch nicht ver⸗ gebens für uns entzündet sein! Noch in den dunklen Stunden, wenn alles sonft verschwunden, leucht es in unser Herz hinein! 5. Was dieses Licht verdun⸗ kelt, obs noch so gleißt und funkelt, das bleib uns ewig fern. Sei du allein die Sonne des Lebens und die Wonne des Herzens und des Auges Stern! 6. Wenn sich die Augen sen⸗ ken, dann laß dein Angedenken nicht völlig schlafen ein! Laß in. den Finsternissen dein Wort und mein Gewissen die beiden treuen Wächter sein! 7. Ein Strahl von deinem Lichte erleuchte mein Gesichte auch in der finstern Nacht! Im tiefsten Schoß der Stille ent⸗— schlummert jeder Wille, du aber bists, der ewig wacht. 8. Herr, schenke mir indessen ein seliges Vergessen von allem eitlen Wahn! Mag auch kein Aug mich schauen, sieh von des Himmels Auen nur du, mein Gott und Herr, mich an! Chr. Heinr. Puchta g. 1808 T 1858. Nel. Erschi 22.9 freut sich al Köͤnig komt wertes Ziot 2. Wir! wort vom fort, das v weist; G. gepreist. 3. Gott heit lehrt, stets verm ben, daß u sagen für! „. Ehr Sohn,dem Aron; de sei Lob u Halleluja! Ioh.“ 5 deinem spüret, — für hl des cht ber⸗ t sein! tunden, unden, hinein! erdun⸗ zt und ig fern. me des ne des Stern! en sen⸗ edenlen Laß in ort und n treuen deinem hte auch Im le ent⸗ du aber indessen Nallem ich kein hon des ö mein 611855 11 II. Adventslieder. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 22. Nen kommt das neue Kirchenjahr, des freut sich alle Christenschar. Dein König kommt, drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich! Halleluja! 2. Wir hören noch das Gnaden⸗ wort vom Anfang wieder immer⸗ fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahr⸗ heit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns blei⸗ ben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja! 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Eigene Melodie. 23. M0 hoch die Thür, die Thor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt z zugleich, der Heil und Leben mit sicĩ bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden imat⸗ Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barm⸗ herzigkeit; all unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von That! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insge⸗ mein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freuden⸗ sonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit! die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud, so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Na⸗ men dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weissel g. 1590 4 1635. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 2 4 Arl, auf, ihr Reichs⸗ 2 genossen, eur König kommt heran, empfahet unver⸗ 12 drossen den großen Wunder⸗ mann! Ihr Christen, geht her⸗ für, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heili⸗ ger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da; seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können, im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; seid fröh⸗ lich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern; der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hülf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört, ihr frechen Sün⸗ der: Der König merket drauf, wenn ihr verlornen Kinder im vollen Lasterlauf auf Arges seid bedacht, ja es thut ohne Sorgen; gar nichts ist ihm verborgen, er giebt auf alles acht. 5. Seid fromm, ihr Unter⸗ thanen, der König ist gerecht. Laßt uns die Weg ihm bahnen und machen alles schlicht. Für— wahr, er meint es gut, drum lasset uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrock— nem Mut. 6. Frisch auf in Gott, ihr Ar⸗ men, der König sorgt für euch, er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich; der an ein Tier gedacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur be— gehren, das steht in seiner Macht. Adventslieder. 7. Frisch auf, ihr Hochbetrüb⸗ ten, der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 8. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu besehn, dieweil er kommt geritten stark, herrlich, sanft und schön; nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz ver⸗ süßen und uns erlösen kann. 9. Der König will bedenken die, welch er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns giebt durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch er⸗ hoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 10. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unver⸗ gleichlich, du jagst den Sündern nach; drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. Johann Rist g. 1607 + 1667. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 6 un jauchzet all, ihr 2.0. N Abümten in hieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlich⸗ keit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teu⸗ fels Reich und Macht. 2. Er kot auf einem( in die Mi Opfer ein. lich Gut, er durch seiner was ewig! 3. Kein sucht er au hen Himme Reich bestel Macht un bis er der Leiden hat 4. Ihr nehmt dief ihr beraten rechte Baht führt; sons und nur no Höchsten 3 5. IDhr in dieser h allen Ende und Leid, mut, laßt ind chut ist eur höt trüb⸗ lacht; „hat Nun noch ieweil seine lellen osehn, stark, nun nd zu vel⸗ . enken „mit sich Gnad H er⸗ n dich st uns arm mver⸗ ndern in ein ingen, ewig 4667. Adventslieder. 13 2. Er kommt zu uns geritten auf einem Eselein und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeit⸗ lich Gut, er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen thut. 3. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt, im ho⸗ hen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. 0 will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 4. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. 5. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlge— mut, laßt eure Lieder klingen und thut dem König singen, der ist eur höchstes Gut. 6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eur Klag und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist, der helfen kann; halt eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer g. 1606 4 1673. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 26. Mi Ernst, o Men⸗ schenkinder, das Herz in euch bestellt, damit das Heil der Sünder, der große Wunderheld, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben gesendet und gegeben, bei euch auch kehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Thal laßt sein er⸗ höhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht! 3. Ein Herz, das Demut übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut liebet, mit Angst zu grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht be— reiten zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein. Nach Val. Thilo d. Jüng. g. 16071 1662. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 27. Wonem willst du draußen stehen?), du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohl gefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mir schmerzen! ) 1 Mos. 24, 31. 14 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget! 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad ab— sagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Gewissen mit ver⸗ giften Schlangenbissen. 4. Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends tief hinein: da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Un⸗ glück liebt, Helfer, die mir Herz— leid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nich⸗ tig, nichts ist, das nicht kraftlos wär; hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichtum, was ists mehr als ein Stücklein armer Erd? hab ich Lust, was ist sie wert? was ists, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ißt. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht, laß mich, Herr, an Adventslieder. dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo zeucht er bei dir ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gieb dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag ihm, was dich drück und quäle. 8. Was du Böses hast be⸗ gangen, das ist alles abgeschafft: Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünde Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Mel. Valet will ich dir geben. ie soll ich dich em⸗ 28. Wĩ pfangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Ver⸗ langen, o meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergetze, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Pal⸗ men und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermun⸗ tern meinen Sinn. Mein Herze soll dir gri Ind Preis dienen, so gt 3. Was zu meinem As KLibeu ihrem größte Reich genon Freude lach Heil, komm gemacht. 4. Ich la du kommst ich stand in du kommst und hebst m schenkst mir nicht läßt v Reichtum tl 5.Nohts trieben zu zelt als da nit du alle Hagen und die kin M fest umfan 6. Das du hochbet Gram un mehr un ihr habet! Her eure H steht alhh u, laß du bist hei dir kehret, n sein ieb dich ie dein ihm, st be⸗ cchafft: fangen Kraft. Feld, Zelt sich vird zu deinem 3 und hristus lich mit em nur d bleibt Engeln werdest 71 1675. .— geben. ich em⸗ ind wie elt Ver⸗ Zier? elbst die ergehe⸗ dir Pal⸗ hin, und ermun⸗ in Hel. Adventslieder. 15 soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich ge— trieben zu mir vom Himmels⸗ zelt als das geliebte Lieben, da⸗ mit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der Thür, der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht be— mühen noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht; er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und 8. Auch dürft ihr nicht er⸗ schrecken vor eurer Sündenschuld, nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zer⸗ streuen in Einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Wider⸗— stande seind. 10. Er kommt zum Welt⸗ gerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und füßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal! Paul Gerhardt g. 1607 T 1676. Eigene Melodie. 29 Kumt du, kommst „du, Licht der Hei⸗ den? Ja du kommst und säumest nicht, weil du weißt, was uns gebricht; o du starker Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Thür steht dir offen, komm zu mir! 2. Ja du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Jungfraunsohn; meine Sinne spüren schon deinen gnadenvollen Segen, deine Wun⸗ Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. derseelenkraft, deine Frucht und Herzenssaft. 16 Adventslieder. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Fle⸗ hen hin, schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenszeit erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Ge⸗ duld, durch Bereuung meiner Schuld, mich zu dir sein hocher⸗ haben. Dann so will ich für und für Hosianna singen dir. Ernst Christ. Homburg g. 1605 f 1681. Eigene Melodie. 30 Gel sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sün⸗ der Trost und Rat zu uns her⸗ gesendet hat! 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist er⸗ füllt nach Herrlichkeit. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Dir Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an! 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sünden Wust! 6. Und gleich wie dein Ankunft war voller Sanftmut, ohn Ge⸗ fahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit! 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich aller Angste frei dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan, 9. Daß, wenn du, du Lebens⸗ fürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht bestehn. Henr. Held um 1650. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 2. 31 Ln Jesu, sei will⸗ 0 kommen hier in dieser bösen Welt, da du kaum wirst aufgenommen, da man dich verächtlich hält. Ich, ich will dich nicht verscherzen, wohne nur in meinem Herzen! Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 2. Zwar du kommest gar nicht prächtig, aber ich bin schon ver⸗ gnügt; du bist dennoch reich und mächtig, hast mir alles zugefügt, was mich Sünder, was mich Schwachen kann gerecht und selig machen. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 3. Dein so armes Kummer⸗ leben soll mein steter Reichtum sein; bin ic geben und ve Wirst du! vas mein 5 gehten. Du hin dein, ich ein. +. Will d meiden, den zu dir; dic vas scheider für und fü dich gläube dein verblei und ich bin andern sein. 5.ö Deine Schande, so thut, dienet Pfande un Mut, daß Leben wirs geben. Du lin dein, ic sein. 6. Nun, Affen, uc mir ein, la hoffen, laß ein! Till inihen, s lih spreche und ich bin andern sein on aller Ankunft yn Ge⸗ it deine Sinn, de bin, List sich „Kopf Angste und an Lebens⸗ kommen en gehn n. m 1650. sterben. sei will⸗ hier in u kaum nan dich ugefügt, 38 mith und selig 15 ich bin ern sein. Rummer⸗ Reichtun Adventslieder. 17 sein; bin ich dir nur ganz er⸗ geben und vertrau ich dir allein, so wirst du mir schon gewähren, was mein Herz nur kann be⸗ gehren. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 4. Will dich alle Welt gleich meiden, dennoch find ich mich zu dir; dich und mich soll nie was scheiden, sondern ich will für und für in dir leben, an dich gläuben, tot und lebend dein verbleiben. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 5. Deine Schmach und deine Schande, so dir diese Welt an⸗ thut, dienet mir zum höchsten Pfande und versichert meinen Mut, daß du mir in jenem Leben wirst die höchste Ehre geben. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. 6. Nun, mein Herze steht dir offen, zeuch, mein Heiland, bei mir ein, laß mich nicht vergeblich hoffen, laß mich stets dein eigen sein! Tilge du all mein Ver⸗ brechen, so kann ich stets fröh⸗ lich sprechen: Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. Friedr. Fabricius g. 1642 1 1703. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Davids Mel. 1. 32 osianna! 92. Sohn kommt in Zion eingezogen; ach bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen, streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Thoren ein, du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna, Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna, lieber Gast! Wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast; ach so laß uns unverdrossen deinem Zepter dienstbar sein, herrsche du in uns allein! 5. Hosianna! Steh uns bei! O Herr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 6. Hosianna! Laß uns hier an den Olberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; dort ist unser Bethphage: Hosianna in der Höh! 7. Hosianna nah und fern! Eile bei uns einzugehen, du Ge— segneter des Herrn, warum willst du draußen stehen?*) Hosianna! Bist du da? Ja du kommst, Halleluja! 1 Mos. 24, 31. Benjamin Schmolck g. 1672 f 1737. 2 18 Adventslieder. Eigene Melodie. 33. Seit willkommen, Da⸗ vids Sohn, der in seines Vaters Vanen sich er⸗ hebet auf den Thron über Jakobs Haus und Samen, welchem Gott ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden alle müssen dienstbar werden, das kein Ende jemals nimmt. 2. Sei gesegnet, teures Reich, das ein solcher Herr besitzet, dem kein Herr auf Erden gleich, der das Recht mit Nachdruck schützet. Schwinge dich in stetem Flor groß durch Frieden, reich an Freuden unter Juden, unter Heiden mit vermehrtem Glanz empor! 3. Deines Königs Majestät müsse jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm vermehren. Selbst der kleinen Kinder Mund mache zum Verdruß der Feinde und zur Freude seiner Freunde seinen großen Namen kund. 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deinen Unterthanen; ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz die Wege bahnen; ich geselle mich im Geist zu den⸗ selben großen Reihen, die das Hosianna schreien, wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freuet euch, seid ermuntert, meine Sin⸗ nen! Jesus und sein Gnaden⸗ reich wird bei euch nun Raum gewinnen. Kommt und schwört den Huldgungseid, kommt und Bahn. küßt den Sohn der Liebe! Ach daß niemand außen bliebe, hier, ach hier ist Seligkeit. Joh. Jak. Rambach g. 1693 1+ 1735. Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 3 4. euch, Ehrenkönig, bei mir ein, komm, komm, verweile nicht! Komm, laß mich ganz dein eigen sein, komm, o mein Gnadenlicht! 2. Komm, Jesu, meiner Seele Teil, ach komm, ich liebe dich. Ja komm, Herr Jesu, komm, mein Heil, mach ewig selig mich! 1735(O. Eigene Melodie. 35 22 König kommt in niedern Hüllen, ihn trägt der lastbarn Eslin Füllen, empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspal⸗ men, bestreu den Pfad mit grü⸗ nen Halmen! So ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch aller Erde Reiche werden dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir 4. Und vogen, da eb Vogen, es von dir be auf den en Lebens neu und schlägst Dod. 5. O He und Treue, aufs neue schwer ver faltigkeit itt ki it. Hall Lach der lle gleich nig, bii komm Komm, n sein, H mmt in llen, ihn Fülan Asalem! enspal⸗ nit grũ⸗ Herren r ohne fer ohne st bon dir der deinem ewinnst t von Erde das du ewaffnet ten zieht er Orten raht t dir Weihnachtslieder. 19 4. Und wo du kommest herge— zogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hienieden kommst zu erneuen deinen Frieden, da⸗ gegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert g. 1789 4 1866. III. Weihnachtslieder. Eigene Melodie. 36. Eis. Kind geborn zu Bethlehem, des freuet sich Jerusalem. Halleluja, Halle— luja! 2. Hier liegt es in dem Krippe⸗ lein, ohn Ende ist die Herrschaft sein. Hallehnja, Halleluja! 3. Für solche gnadenreiche Zeit sei Gott gelobt in Ewigkeit. Halle⸗ uul alleluja! ob, Ehr der heilgen Drei⸗ falligeit von nun an bis in Ewig⸗ keit. Halleluja, Halleluja! Nach dem Lateinischen Puer natus in Bethlehem. Eigene Melodie. 37. Glct seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des frenet sich der Engel Schar. Halleluja! Kindern macht. 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Halleluja! 3. Den aller Welt Kreis nie besch loß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein wor⸗ den klein, der alle Ding erhält allein. Halleluja! 4. Das ewge Licht geht da her⸗ ein, giebt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns zu Lichtes Halleluja! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erb'n in seinem Saal. Halle⸗ luja! 6. Er ist auf Erden konimen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich 2* und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns ge⸗ than, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit! Halleluja! Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. 38 Vo Himmel hoch da • komm ich her, ich bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau aus⸗ erkorn, ein Kindelein so zart und fein; das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Selig⸗ keit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zei⸗ chen recht, die Krippe, Win⸗ delein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn 29 zu sehn, was Gott uns hat beschert, Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin: was liegt doch in Weihnachtslieder. mit seinem lieben Ton dem Krippelein? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. 8. Willkommen sei, du edler Gast! Den Sünder nicht ver⸗ schmähet hast und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß. 10. Und wär die Welt viel⸗ mal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seide dein das ist grob Heu und Windelein, darauf du König, groß und reich, herprangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir: Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 13. Ach mein herzliebes Jesu⸗ lein, mach dir ein rein sanft Bette⸗ lein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, singen immer frei das rechte Wiegenliedlein schön, mit Herzenslust den süßen 15. Lob, Ehr sei Gott im höch— sten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuen sich der Engel solch neues Martin 0²⁰ 90.8 schien 0 sagten ihn' das h 06 2. 3uL Stadt, wi kündet hat Fesus Ch Heiland is 3. Des sein, daß E ein. Er i Ind Blut, ewge Gut. 4. Was Sünd und tuch den w nen Teufel st das st das u edler ht ber⸗ nst ins soll ich er aller den so gst auf Rind lt viel⸗ in und Hoch dit wenges nd die hen und König, gst, als llen dir, ir: Wie nd Gut 13 hilft 3 Hesu⸗ Bette⸗ Herzens vergesse fröhlic immer lliedlein n süßen in hoch⸗ kt einen uen s Weihnachtslieder. 21 der Engel Schar und singen uns solch neues Jahr. Martin Luther g. 1483 4 1546. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 39 Nom Himmel kam der Engel Schar, er⸗ schien den Hirten offenbar; sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart das liegt dort in der Krippe hart, 2. Zu Bethlehem, in Davids Stadt, wie Micha*) das ver⸗ kündet hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. Mich. 5, 1. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewge Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zür⸗ nen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur Zu⸗ versicht. Es mögen euch viel fechten an, dem sei Trotz, ders nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben Recht, ihr seid nun wor— den Gotts Geschlecht. Des dan⸗ ket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich allezeit! Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. er Tag der ist so 40. D freudenreich aller Kreature, denn Gottes Sohn vom Himmelreich über die Nature von einer Jungfrau ist geborn; Maria, du bist auserkorn, daß du Mutter wärest. Was geschah so wundergleich? Gottes Sohn vom Himmelreich der ist Mensch geboren. 2. Ein Kindelein so löbelich ist uns geboren heute von einer Jungfrau säuberlich, zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wärn wir allzumal verlorn, das Heil ist unser aller. Ei, du süßer Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist, behüt uns vor der Hölle. Nach dem Latein. Dies est laetitiae. Eigene Melodie. 41 L Gott, ihr Christen * alle gleich, in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und gering und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, ihr Milch die ist sein Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Davids Reis, 5. Das seinem Stamm ent⸗ sprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott auf⸗ richten wollt sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wun⸗ derlich, Fleisch und Blut nimmt er an und giebt uns in seins Vaters Reich die klare Gottheit h dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein! Wie könnt er doch sein freundlicher, das Herzejesulein. 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Pa⸗ radeis, der Cherub steht nicht mehr dafür. Gott sei Lob, Ehr und Preis! Niklas Herman T 1561. Eigene Melodie. 42 Christus geboren * war, freute sich der Engel Schar, sangen all mit Haufen schön: Ehr sei Gott im höchsten Thron! Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 2. Die Hirten erschraken ganz vor des Engels hellem Glanz, hörten fröhlich neue Mär, daß Christus 8rbt wär. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 3. Sie suchten das Kindelein, eingehüllt in Windelein, wie der Engel hatt vermeldt, welches trägt die ganze Welt. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 4. Sie fanden das Kindlein zart liegen in der Krippe hart Weihnachtslieder. bei dem Vieh im finstern Stall, das die Stern erschaffen all. n Sohn ist Mensch geborn, hat versohnt des Vaters Zorn; dü sich, dem sein Sünd ist leid. 5. Aus der Mutter Brust so rein nähret sich das Kindelein, das nit seine göttlich Kraft allem Vieh sein Futter schafft. Gottes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 6. Solche groß Barmherzig⸗ keit laßt uns preisen allezeit, in Gottsfurcht und Glauben rein mit Geduld gehorsam sein. Got⸗ tes Sohn ist Mensch geborn, hat versöhnt des Vaters Zorn; freu sich, dem sein Sünd ist leid. 1560. N. d. Latein. In natali Domini. Eigene Melodie. 43 Fehn euch, ihr 9— Christen alle, freue sich, wer immer kann, Gott hat viel an uns gethan! Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht, sich mit uns be— freundt gemacht. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Lne kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippe Höhle harte lieget dir zu gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: Christus wehret alem Leide über Wonn Gnadensonn . I, len? Ich l meine El 10 nich von di nich dir zu Herz und über Freu allem Leid über Won Gnadensor 4. Iesu Ga fe an, schenke, zu erguicke der ganzen Ind ein s Freude ül wehret all Vonne ül ist die Gn Shris. Stall, n all. jeborn, Zorn; st leid. rust so delein, Kraft schafft. jeborn, Zorn nd ist herzig⸗ eit, in rein Got⸗ jeborn, Zorn; st leid. Domini. —— „ihr /freue ott hat iet euch er ms ms be⸗ Freude wehret Wonne ist die Seele, zu dit, ir, daß harte lösen Freude wehret Weihnachtslieder. 23 allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 3. Jesu, wie soll ich dir dan⸗ ken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr. So laß mich von dir nicht wanken, nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude uͤber Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder, gieb der ganzen Christenschar Friede und ein selges Jahr! Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. Christ. Keymann g. 1607 4 1662. Eigene Melodie. 44 Non singet und seid 2 froh, jauchzt all und saget so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht doch als die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und O, du bist A und O. 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kindlein zart und rein, durch alle deine Güte, o liebstes Jesulein, zeuch mich hin nach dir:, 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld. Wir warn all verdorben durch Sünd und Eitelkeit, so hat er uns erworben die ewge Himmelsfreud; eia, wärn wir da: 4. Wo ist der Freudenort? Nirgend sonst als dort, da die Engel singen mit den Heilgen all, und die Psalmen klingen im hohen Himmelssaal. Eia, wärn wir da:⸗ Hannov. Gsb. 1646. Nach dem Lateinischen In dulei jubilo. Mel. Valet will ich dir geben. 45 Qhr Christen auser⸗ * X. koren, freut euch von Herzen sehr: der Heiland ist geboren! Recht gute neue Mär! Des freuen sich dort oben der heilgen Engel Schar und Gott den Vater loben jetzt und fort immerdar. 2. So singen sie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, freut euch von Herzen alle ob diesem Kindelein! Euch, euch ist es ge⸗ geben und hat das Heil bereit, daß ihr bei Gott sollt leben in steter Seligkeit. 3. Kein Mensch sich ja betrübe, denn dieses Kindelein euch bringet süße Liebe; was wollt ihr traurig sein? Den Himmel wills dem schenken, der an ihn gläubet fest; daran sollt ihr gedenken, euch freuen auf das best. 4. Nun seid ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schar, denn Christus hat zerbrochen, was euch zuwider war. Tod, Teufel, Sünd und Hölle sind ganz und gar geschwächt, bei Gott 24 hat seine Stelle das menschliche Geschlecht. 5. Drum wir auch nun dich loben, Jesu, zweistammger Held, daß du herab von oben bist kom⸗ men in die Welt. Komm auch in unsre Herzen und bleibe für und für, daß weder Glück noch Schmerzen uns trennen ab von dir. V. 1—4. G. Werner g. 1589 1 1643. V. 5. Hannov. Gsb. 1657. Eigene Melodie. 46 Ernmmier dich, mein schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein kleines Kind, das Vater heißt,“*) mit Freude zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien. Jes.9,6. 2. Willkommen, süßer Bräuti⸗ gam, du König aller Ehren, will⸗ kommen, Jesu, Gottes Lamm, ich will dein Lob vermehren, ich will dir all mein Lebenlang von Her— zen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt hinein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Freudenpracht, ja dein erwünsch⸗— tes Leben für deine Feind hin⸗ geben? 4. Ist doch, Herr Jesu, deine Braut ganz arm und voller Weihnachtslieder. Schanden, dennoch hast du sie dir vertraut am Kreuz in To⸗ desbanden; ist sie doch ganz und gar befleckt, mit dem Verderben angesteckt, und du willst ihret— wegen den Zepter von dir legen! 5. Du Fürst und Herrscher die⸗ ser Welt, du Friedenswiederbrin⸗ ger, du kluger Rat und tapfrer Held, du starker Höllenzwinger, wie war es möglich, daß du dich erniedrigtest so jämmerlich, als wärest du im Orden der Bettler Mensch geworden? 6. O Freudenzeit, o Wunder⸗ nacht, dergleichen nie gefunden, du hast den Heiland hergebracht, der alles überwunden, du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 7. O liebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Geberden, mein Bruder, den ich lieber hab als alle Schätz auf Erden, komm, Schönster, in mein Herz hinein, komm eilend, laß die Krippe sein, komm, komm, ich will bei Zeiten dein Lager dir bereiten. 8. Sag an, mein Herzens⸗ bräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, nimm alles, was Mensch ist und heißt: ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 9. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir ge⸗ ungen, daß d Ren bist und Wwungen; hil ihkeit stets heneit und ohen in Ewi Johann Mel. Es* x .J u ů10 hring und s mir hast geg ist mein Gei Seel und M. und laß dirs 2 Du h erfüllt mein n schöner Bild dlgt m and wie mag wie k könnt it ich ue minem 3. Da ih un, da bist hast st mich d ich dich lan durch deine Hast du schon V min wol E —— — — du sie in To⸗ nz und rderben ihret⸗ legen! er die⸗ erbrin⸗ tapfrer vinger, du dich ch, als Bettler zunder⸗ funden, ebracht, u hast m, der Nlann, rn und süßer berden, her hab komm, hinein, pe seim, Zeiten erzens⸗ „Freud eig auẽ ich dit on mil nimm dheißt: hreiben, l, Hur mir ge⸗ Weihnachtslieder. 25 sungen, daß du mein Bruder wor⸗ den bist und hast die Welt be⸗ zwungen; hilf, daß ich deine Gü⸗ tigkeit stets preis in dieser Gna⸗ denzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 47 QQch steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben, ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohlgefallen! 2. Du hast mit deiner Lieb erfüllt mein Adern und Geblüte; dein schöner Glanz, dein süßes Bild liegt mir ganz im Gemüte. Und wie mag es auch anders sein, wie könnt ich dich, o Herze mein, aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich hurch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie gu mein wolltest werden. 4. Ich lag in tiefster Todes⸗ nacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freude an und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nichts weiter kann, so thu ich, was geschehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär, und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 6. Wo nehm ich Weisheit und Verstand, mit Lobe zu erhöhen die Auglein, die so unverwandt nach mir gerichtet stehen? Der volle Mond ist schön und klar, schön ist der, güldnen Sterne Schar, dies' Auglein sind viel schöner. 7. O daß doch ein so lieber Stern soll in der Krippe liegen! Für edle Kinder großer Herrn gehören güldne Wiegen. Ach Heu und Stroh ist viel zu schlecht, Samt, Seide, Purpur wären recht, dies Kindlein drauf zu legen. 8. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, daß meines Hei⸗ lands Lager sei auf Kränzen und Violen; mit Rosen, Nelken, Ros⸗ marin aus schönen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen. 9. Zur Seite will ich hie und dar viel weiße Lilien stecken, die sollen seiner Auglein Paar im Schlafe sanft bedecken. Doch liebt viel mehr das dürre Gras dies Kindelein als alles das, was ich hier nenn und denke. 10. Du fragest nicht nach Lust der Welt noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seele Herr⸗ lichkeit durch dein selbsteignes Herzeleid, das will ich dir nicht wehren. 11. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht ver⸗ sagen: daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden! 12. Zwar sollt ich denken, wie gering ich dich bewirten werde; du bist der Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde. Doch bist du ein so frommer Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt g. 1607 7 1676. Eigene Melodie. mein 48 Fdrde soll Herze springen die⸗ ser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Choren alle Luft laute ruft: Christus ist geboren. 2. Heute geht aus seiner Kam⸗ mer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns giebt, was er liebt über alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben? Weihnachtslieder. 5. Hätte vor der Menschen Orden unser Heil einen Greul, wär er nicht Mensch worden; hätt er Lust zu unserm Schaden, ei so würd unsre Bürd er nicht auf sich laden. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, giebt sich an, unser Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Gnad und Fried erwirbet. 7. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahrn, o lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 8. Ei so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, Groß und Klein, eilt mit großen Haufen. Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in großem Leide, sehet, hier ist die Thür zu der wahren Freude. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 10. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost: hie wird gefunden, der in Eil machet heil die ver— giften Wunden. 11. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände: hier sind alle guten Gaben und das Gold, Wuhr sollt euer Herz mit laben. Unv.-Siel. Glessei 12. Süßes singen, laß mi unberrückt an meines Lebens ich mich durch geben. 13. Meine miht drücken, Last all auf de Ilak ist an m gar rein und Sünden. 14. J U Hillen, du gi Schmuck, mic Och will dich 0 mein Ruhr dich recht geni 15 Jch u Hewahren, ich ir will ich'e n 3 endl. Leld ohne! Ueben. l Daul Gerh rir Rel. Ca Mel. Erschne * 0 Hürst und Gn Mien in Dungfraufohn Halalluia! 2. Vir si enschen Greul, horden; caden, er nicht vas auf sich an, „unser bet und nad und seinet lich und Lippen: Brüdet, fehhh laßt unt roß und Haufen brennel uch gent großen Thür z Faßt ihl N am del in Krelh beshwen ndt sein chmerzel. gefundel die vel seid un Weihnachtslieder. 12. Süßes Heil, laß dich um⸗ fangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen! Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine kast all auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 14. Ich bin rein um deinet⸗ willen, du giebst gnug Ehr und Schmuck, mich darein zu hüllen. öch will dich ins Herze schließen, mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen! 15. Ich will dich mit Fleiß lewahren, ich will dir leben hier, ir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Lben. Paul Gerhardi g. 1607 4 1676. Nel. Erschienen ist der herrlich Tag. ir singen dir, Im⸗ 49. W manuel, bnLebens fürst und Gnadenquell, du Him⸗ nelsblum und Morgenstern, du zungfrausohn, Herr aller Herrn. Halleluja! 2. Wir singen dir in deinem geer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünsch⸗ ser Gast, dich nunmehr eingestellet heͤst. Halleluja! 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach hir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Pro— pheten Schar. Halleluja! 4. Ach daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach daß die Hülfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein.) Halleluja! Pf. 14, 7. 5. Nun, du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja! 6. Du kehrst in fremder Hau⸗ sung ein, und sind doch alle Himmel dein; trinkst Milch aus deiner Mutter Brust und bist doch selbst der Engel Lust. Halle— luja! 7. Du bist der süße Menschen⸗ freund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Heer hält dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja! 8. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja! 9. Der Will ist da, die Kraft ist klein, doch wird dir nicht zu— wider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja! 10. Darum so hab ich guten Mut, du wirst auch halten mich für gut. O Jesulein, dein from⸗ mer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja! 11. Bin ich gleich sünd⸗ und lastervoll, hab ich gelebt nicht wie ich soll, ei kommst du doch des— I. wegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja! 12. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, du würgst den Tod, ver⸗ kehrst in Freud all Angst und Kot. Halleluja! 13. Du bist mein Haupt, hin⸗ wiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja! 14. Ich will dein Halleluja hier mit Freude singen für und für, und dort in deinem Ehren⸗ saal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja! Paul Gerhardt g. 1607 + 1676. Eigene Melodie. 50 K E und laßt uns * Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren, singet fröhlich, laßt euch hören, wertes Volk der Christenheit! 2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen, wir, die unser Heil an⸗ nehmen, werfen allen Kummerhin. 3. Sehet, was hat Gott ge— geben! Seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Höh. 5. Jakobs Stern ist aufge⸗ Weihnachtslieder. langen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Hölle Reich. 6. Unser Kerker, da wir saßen und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen, ist entzwei, und wir sind frei. 7. O du hoch gesegn'te Stunde, da wir das von Herzensgrunde gläuben und mit unserm Munde danken dir, o Jesulein! 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt g. 1607 T1 1676. Mel. Da Christus geboren war. 51 unon Gna⸗ V• denthron, Gottes und Marien Sohn, Gott und Mensch, ein kleines Kind, das man in der Krippe findt! Großer Held von Ewigkeit, dessen Macht und Herrlichkeit rühmt die ganze Christenheit! 2. Du bist arm und machst zugleich uns an Leib und Seele reich, du wirst klein, du großer Gott, und machst Höll und Tod zu Spott. Aller Welt wird offen⸗ bar, ja auch deiner Feinde Schar, daß du, Gott, bist wunderbar. 3. Laß mir deine Güt und Treu täglich werden immer neu, Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Not und Tod anficht. Laß mich deine Herrlichkeit, deine Wundergütigkeit schauen in der Ewigkeit! gangen, stillt das sehnliche Ver— Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Mu. O daß ich 52. j großen Gottes Lind, dem hingt diht ir und dieses V licht weicht hi nen nicht. 2. Laß die Gele, versän denschein! D Ileinen Höhl Welt hinein, Hölle Macht des Kreuzes 3. In dies⸗ schen das Lic Lei; wenn Stern vergehe Bar kurzer Ze mit seinem S und dein alles 4. Laß nur men dein G. Hicbesliht; Werlich mei idiese Sonne micßen diesen micht mehr ‚ 5. Drum der alten der Hill ir saßn Maßa bfraßen frei. Stund nsgrun Mund in d ich, brin it süße eererhöh 071 101 n war. er Gut u, Gott Gott M ind, A I Groß en Mal die gan nd mach ind Sl du groß und T= ird offth dde Schn nderbol⸗ und Tit eu, Gol lich ni od afih en in M Weihnachtslieder. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 52 Dim ist die Nacht, da 2 mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt- und Himmels⸗ licht weicht hunderttausend Son— nen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gna⸗ denschein! Der Glanz in dieser fleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein, er treibet weg der Hölle Macht, der Sünde und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Selig⸗ keit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht noch in zar kurzer Zeit, wird dieses Licht nit seinem Schein dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle schei⸗ en dein Glaubens⸗ und dein liebeslicht; mit Gott mußt du es teulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du ge⸗ mießen diesen Schein, so darfst du sicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weih⸗ nachtssonne, bestrahle mich mit Riner Gunst! Dein Licht sei neine Weihnachtswonne und lthre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes doll. Kasp. Friedr. Nachtenhöfer g. 1624 4 1685. 29 Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. 53, nn. Wort, * von Anfang her gewesen, du Gott, von Gott ge⸗ zeugt, von Ewigkeit erlesen zum eil der ganzen Welt, o mein err Jesu Christ, willkommen, der du mir zum Heil geboren bist. 2. Komm, o selbständigs Wort, und sprich in meiner Seelen, daß mirs in Ewigkeit an Trost nicht solle fehlen; im Glauben wohn in mir und weiche nimmer nicht, laß mich auch nicht von dir ab⸗ weichen, schönstes Licht! 3. Du wesentliches Wort warst bei Gott, eh geleget der Grund der großen Welt, da sich dein Herz beweget zur Liebe gegen mich; ja du warst selber Gott, damit du machtst im Fleisch Sünd, Höll und Tod zu Spott. 4. Was hat, o Jesu, dich von Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmelsthron dich in die Welt gezogen? Ach deine große Lieb und meine große Not hat deine Glut entflammt, die stärker als der Tod. 5. Du bist das Wort, wodurch die ganze Welt formieret, denn alle Dinge sind durch dich ans Licht geführet. Ach so bin ich, mein Heil, auch dein Geschöpf und Gab, der alles, was ich bin, von dir empfangen hab.. 6. Gieb, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz ergebe, auch dir allein zum Preis auf dieser Erde lebe; ja, Jesu, laß mein Herz ganz neu geschaffen sein und dir bis in den Tod gewidmet sein allein! 7. Ach laß nichts in mir sein, was du nicht hast geschaffen, reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen! Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan, du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn! 8. Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; laß an mir deinen Glanz, mein Gott, nicht sein vergebens! Weil du das Licht der Welt, so sei mein Lebenslicht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laurent. Laurenti g. 1660 4 1722. 54 Liebe, die den Him⸗ 2 mel hat zerrissen, die sich zu mir ins Elend nieder⸗ ließ, was für ein Trieb hat dich bewegen müssen, der dich zu mir ins Jammerthal verwies? Die Liebe hat es selbst gethan, sie schaut als Mutter mich in mei⸗ nem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du für mich das größte Wunder thust; die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, daß mir zu gut du unter Dornen ruhst. O uner⸗ hörter Liebesgrad, der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesen⸗ ket hat! 3. Die Liebe ist mein Anver⸗ wandter worden, mein Bruder ist selbst die Barmherzigkeit, der Gottheit Quell lebt nun in meinem Eigene Melodie. Weihnachtslieder. Orden, die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit, das Leben selbst ist Mensch geborn, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgesöhnet, die Rei⸗ nigkeit der Seele wiederbracht; sie wird als Braut der Gottheit nun gekrönet, da sie der Himmel selbst so angelacht. Die Mensch⸗ heit wird nun ganz erneut und als ein reiner Thron der Gottheit eingeweiht. 5. Die Weisheit spielt nun wieder auf der Erden,‘) dadurch das Paradies im Menschen grünt; nun können wir aus Gott geboren werden, weil die Geburt des Her⸗ ren dazu dient; die wohl geborne Seele spürt, daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. ) Sprüche 8, 30. 31. 6. Kein Elend kann nun un⸗ serm Herzen schaden, Immanuel ist bei uns in der Not. Ich gehe nur zu ihm, dem Quell der Gnaden, so dient mir selbst das Elend und der Tod; der Jammer hängt mir nur noch an, der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, dieweil sie selbst durch ihn verdammet ist. Was schaden nun der Seele ihre Flammen, weil Christi Blut und Wasser in sie fließt? Im⸗ manuel löscht ihren Trieb, er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. d. Jch l Leben funde Chr und Wo ich bin mit! berbunden, Lüebeswirkun vergnügt un nich der lau Lib erfüllt. 9. Auf, o giß die Trar in dieser Lie mels Kraft dich wieder, vöͤllig wiedet wohl ist mi nun ein Wo chr. Ft. R. — Ml. Lobe de Kön 55.J ——. lschmChore dem Heilan Chrel Seh 0 freundli Berlornen 28 2. Jau lockt, in Gott und u Freunder 0 Freud mähltsih hen selhs r Glam icht, d nun di die Ri derbracht Gotthe Himmi Menst neut un Gotthe pielt nu ) dadult zen grünt tt gebone des He l gebon in andn ung rih 8, 30.& nun ul Inman Not. I Ouell 00 selbst d 4 Jamm ö schädle mich all derdamm der San Hrst Wl ießt? Yl ich, er at sie W Weihnachtslieder. 8. Ich habe nun ein ewig Leben funden, viel Reichtum, Ehr und Wohllust schenkt er mir; ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geist, ver⸗ giß die Trauerlieder, erfreue dich in dieser Liebesmacht! Des Him⸗ mels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, und der Verlust ist völlig wiederbracht. O ewig, ewig wohl ist mir, daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür. Chr. Fr. Richter g. 1676 4 1711. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. QJauchzet, ihr Himmel, 55. V frohlocket, hr eng⸗ lischen Chöre! Singetdem Herren, dem Heiland der Menschen zur Ehre! Sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, froh— locket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder die sollen zu Freunden nun werden; Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget; sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget! Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd. Alles anbetet und schweiget. 31 4. Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; gehet hinein, macht euch dem Kinde gemein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze der Liebe mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut ersenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe ver— binde, du sollst es sein, den ich erwähle allein: ewig entsag ich der Sünde. 7. Süßer Immanuel, werd auch geboren inwendig, komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger elendig! Wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir und mich belebe beständig! 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Ge— fallen nun leben: gieb mir auch bald, Jesu, die Kindergestalt, an dir alleine zu kleben. Gerh. Terstegen g. 1697 1769. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 56— 8 ist der Tag, den 2 Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein ge— harrt, bis daß die Zeit erfüllet ———— ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unend⸗ lich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir;„ich komm, im Buche steht von mir: Gott, deinen Willen thu ich gern.“ Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch ge— boren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 7. Du unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! Weihnachtslieder. 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 57 Dẽr heilge Christ ist * kommen, der süße Gottessohn, des freun sich alle Frommen am höchsten Himmels⸗ thron; auch was auf Erden ist muß preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin, die Sünde ist gefangen, erlöset ist der Sinn, die Sündenangst ist weg, und Liebe und Entzücken baun weite Himmelsbrücken aus jedem schmalsten Steg. 3. Verwaiset sind die Kinder nicht mehr und vaterlos, Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß; er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freueteuch und preiset, ihr Kindlein fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da; er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein! Ernst Moritz Arndt g. 1769 f 1860. Nel. Von Go 58.9 insgemein, andern Weif bar sein, geit, da endet, die wendet, das weit, 2. Erstlic des Herter so geringe Rhlig Wol zu Gemüt, Regeben gl Lben und! 4. Er „ bäterli must hätt Misethat ind den, storben in horben, di sein. bi 5. Nuc er uns ö i Sund n Jes NYesum Hughele, en Got er Wilt 8 durch und auf 571⁰00. Hrunde. hrist i er füft sich all mmels⸗ rden is ben mit lieben gangen in, dit löset ist angst is ntzücken Kken aus Kindet 3, Gol n seinen daß alle schulde, en, gehn preisch ihl Da r hilh reundli 3wotten ten,. 600 rl IV. Reujahrslieder. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 58 elft mir Gotts Güte 2 preisen, ihr Christen insgemein, mit G'sang und andern Weisen ihm allzeit dank⸗ bar sein, vornehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr ge⸗ endet, die Sonn sich zu uns wendet, das neu Jahr ist nicht weit. 2. Erstlich laßt uns betrachten des Herren reiche Gnad und so gering nicht achten sein un— zählig Wohlthat; stets führen zu Gemüt, wie er dies Jahr gegeben all Notdurft diesem Leben und uns vor Leid behüt; 3. Lehramt, Schul, Kirch er⸗ halten in gutem Fried und Ruh; Nahrung den Jung und Alten bescheret auch dazu und mit gar milder Hand sein Güter aus⸗ gespendet, Verwüstung abge⸗ wendet von diesem Ort und Land. 4. Er hat unser verschonet aus väterlicher Gnad; wenn er sonst hätt gelohnet all unsre Missethat mit gleicher Straf und Pein, wir wären längst ge⸗ storben, in mancher Not ver⸗— dorben, die wir voll Sünden sein. 5. Nach Vaters Art und Treuen er uns so gnädig ist; wenn wir die Sünd bereuen und glaubn an Jesum Christ herzlich ohn Heuchelei, thut er all Sünd vergeben, lindert die Straf da⸗ neben, steht uns in Nöten bei. 6. All solch dein Güt wir prei⸗ sen, Vater im Himmelsthron, die du uns thust beweisen durch Christum, deinen Sohn, und bitten ferner dich: Gieb Fried in diesem Jahre, vor allem Leid be⸗ wahre und nähr uns mildiglich! Paul Eber g. 1511 1 1569. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. as alte Jahr ver⸗ 59. D gangen ist, wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Not uns und Gefahr bewahret hast viel Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, den ewgen Sohn des Vaters in dem höch⸗ sten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren fer⸗ ner allezeit. 3. Daneben gieb uns Fried und Ruh und was uns nötig ist dazu, durch deine starke Gnaden⸗ hand beschütze uns und unser Land! 4. All Sünd und Schwachheit uns verzeih, ein gut Gewissen stets verleih, gieb, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufordern aus der Welt, so gieb ein selig Ende hier, daß wir dort ewig sein bei dir. 6. O Jesu Christ, erbarme dich, hör unsre Bitte gnädiglich, durch 3 34 dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Not! Hannov. Gsb. 1646. Nach einem älteren Liede. Eigene Melodie. 60 Hal Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann; neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben! 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich geraten und ganz glücklich gehen fort; neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten; komm ich heim, steh mir zur Seiten! 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; hilf, daß ich mich stets be⸗ mühe, dich zu preisen mehr und mehr; laß mein Bitten und mein Flehen doch im Himmel vor dir stehen! 5. Laß mich, Herr, in deinem Namen fröhlich nehmen Speis und Trank; Güter, die von dir herkamen, fordern ja von mir den Dank. Deine Weisheit kann mich stärken zu der Lieb und guten Werken. Neujahrslieder. 6. Mein Gebet das müß auf⸗ steigen, Herr, vor deinen Gna⸗ denthron; dann wirst du zu mir dich neigen wie zu deinem lieben Sohn. Herr, ich weiß, es wird vor allen dies mein Opfer dir gefallen. 7. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, laß mich büßen meine Sünd, hilf, daß sie mir nimmer schade und ich bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 8. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, ja voll Angst und Zagen bin; stärke mich in meinen eöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 9. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhie auf Erden fromm und selig möge werden. 10. Laß mich armen Sünder ziehen deinen Weg der Frömmig⸗ keit, laß mich Stolz und Hoffart fliehen, eifrig beten jederzeit; laß mich Schand und Unzucht meiden, laß mich willig Unglück leiden! 11. Jesus richte mein Be— ginnen, Jesus bleibe stets bei mir, Jesus zähme mir die Sinnen, Jesus sei nur mein Begier, Jesus sei mir in Ge⸗ danken, Jesus lasse nie mich wanken. 12. Jesu, uden dieses ttage stets m holte bei mir will ich dich oll die Welt Johan Nel. Nun laf 91.9 gen und m der unserr Kraft gegel 2. Wir dern vone dern, wir vom alten 3. Durck Nagen, du Ien, dun Schrecken, 4. Denn ten in d Kindlei Fliiz bewo d. Ahse minder l Kinder, sal blitzen sihen. lüß auf⸗ n Gna⸗ zu mir m lieben es Wind pfer di zahr der n meim nimma tʒeihum du, memn allein deinll „ mein so sehi d Zagen meinen und Tod Gnade nir heilh me leben elei, daß n fromm Sündel rommig Hoffat ederzeit Unzuch ä Ungle Neujahrslieder. 35 12. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr! Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 61 Non laßt uns gehn • und treten mit Sin⸗ gen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wan⸗ dern von einem Jahr zum an⸗ dern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen, 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müt— tern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, 5. Also auch, und nichts minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trüb— sal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden! 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammer⸗ pforten und laß an allen Orten, wo Krieg und Blutvergießen, die Freudenströme fließen! 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen! 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Un⸗ versorgten Gabe, der Armen Gut und Habe! 13. Hilf gnädig allen Kran⸗ ken, gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du ge⸗ ben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschare zum selgen neuen Jahre! Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Mel Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, oder Es ist gewißlich an der Zeit. 62 Gends ein Schritt • zur Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fleußt und alle Gnade sich ergeußt in meine Seel zum Leben. 3* 36 Neujahrslieder. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzu lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist in mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz anheim⸗ gestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs ge— fällt, daß ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte mei⸗ nen Lauf, daß ich dir komm entgegen. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor jedermann dich darf den Bräut⸗ gam nennen, und du, o teurer Lebensfürst, dich dort mit mir vermählen wirst und mir dein Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt nochmals voll— endet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. sind und meine Kniee wanken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke, und ich himmel⸗— wärts ohn Unterlaß aufsteige. 7. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur un⸗ erschrocken, laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken! So dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe! 8. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen, du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit, ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. Aug. Herm. Francke g. 1663 1727. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 63 ch wie laufen doch O. die Jahre, wie verschwindet doch die Zeit, und ich bleibe von der Bahre noch bis diesen Tag befreit. Ich weiß wohl, o Lebenslicht, daß ein Tag zum andern spricht: Alles, was von Adams Erben, Groß und Kleine müssen sterben. 2. Doch du hast durch deine Güte wie ein Wächter mich bewacht, daß der Tod die Leibes— hütte noch nicht in das Grab gebracht. Ach wie soll ich das verstehn, da doch andre schlafen gehn, und gar viele schon be— graben, die noch nicht mein Alter haben? 3. Herr, ich bin ja zu geringe dieser großen Gütigkeit. Wenn ich mein Verzeichnis bringe der bisher genoßnen Zeit, so ent⸗ fällt mir aller Mut, weil die Rechnung gar nicht gut. Wie viel Jahre sind verdorben, da ich nicht der Welt gestorben! 4. Doch ich will auf Mittel denken und duht; Nsu hersenken, d nacht. Leeb bei, daß n sich in mei wenn ich d 5. Willst lassen hier i ach so hilf was dem Stürke mi so wird ar das mit off mir zu mei 6. Steh ten, denn! Shid; hil Knacht ten, du willt. sein, ach so Lernt euch: 0 wird all 7. Endl Ende, Gist di der du Ach ich fr daß ich z dokt der wo wir ke Christo — Mel. Mein 64.« Iahr Resd allein dnn . in sein uf seinem der dauf ile, wie Flügeln Seele ist du hast ich ganz in, was ich bin weil ic 3N. ne Seele. fen doch e, Wie it, und re noch Ich weiß ein Tog les, Was roß und ch deine er mich Leibes⸗ 5 Glab ich dos shlf hon be t meil gering Wenn inge der weil M 1. Vi ben, d hen! Mitl Neujahrslieder. 37 denken und auf Buße sein be⸗ dacht; Jesus kann die Schuld versenken, die ich bis hieher ge⸗ macht. Lieber Vater, steh mir bei, daß nur keine Heuchelei sich in meinem Herzen finde, wenn ich des mich unterwinde. 5. Willst du mich noch ferner lassen hier in dieser bösen Welt, ach so hilf mir alles hassen, was dem Geiste nicht gefällt. Stärke mich von deiner 190 so wird auch das größte Weh, das mir oft zu schwer geschienen, mir zu meinem Besten dienen. 6. Steh mir allezeit zur Rech— ten, denn du bist ja Sonn und Schild; hilf uns, deinen armen Knechten, wie und wo und wann du willt. Wenn die Tage böse sein, ach so ruf ins Herz hinein: Lernt euch in die Zeiten schicken, so wird alles heilsam glücken. 7. Endlich, wenn der Lauf zu Ende, so befehl ich meinen Geist dir in deine treuen Hände, der du Gott und Vater heißt. Ach ich freu mich schon darauf, daß ich nach vollbrachtem Lauf dort der Freude soll genießen, wo wir keine Zeit mehr wissen. Christoph Pfeiffer g. 1689 4 1758. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Nel. 1. 9 64 Qesus soll die Losung * N sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll bei uns in Zion schallen, und so oft wir an den Ort, der nach ihm genennt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum! 3. Unsre Wege wollen wir nur in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 4. Alle Sorgen, alles Leid soll der Name uns versüßen, so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 65 Di Jahr geht still zu 2 Ende, nun sei auch still mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz und was dies Jahr um⸗ schlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Thränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur giebt? warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen— du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: daß diese arme Erde nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr 38 Epiphaniaslieder. uns allen, die wir auf ihn ge⸗ tauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen die Thränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im selgen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wissens: Die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit: nur immer vorwärts sehen mit selger Freu⸗ digkeit; wird uns durch Grabes⸗ hügel der klare Blick verbaut, Herr, gieb der Seele Flügel, daß sie hinüberschaut. 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns heimatwärts! Und ist es uns hienieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein! Eleonore Fürstin Reuß geb. Gräfin zu Stolberg g. 1835. V. Epiphaniaslieder. Mel. Valet will ich dir geben. 66 König aller Ehren, 2 Herr Jesu, Da⸗ vids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgen⸗ land, die Knie sie vor dir beu⸗ gen, weil du ihn'n bist bekannt; der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort. Drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf teurem Rosse, trägst keine güldne Kron, sitzst nicht im steinern Schlosse, hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein er⸗ barmen, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf! Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren: rett mich aus aller Not! 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern, daß falsche Lehr und Sünden sein meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenhett Renne jetzt Martin Nel. Nun ft 97. Gott von! ihn, ihr V ihm zu al euch auche geteilet sei seinem Sol 2. Dem herzigkeit walten, se Ind Gütig und Alten Evigkeit, s⸗ die Seligke lujal lundet „ehe 1 N de unsre Auge in einige 00 Gotte Agen, seir iht, Klen Brabes⸗ verbaut, gel, daß uch die Herz ten und Und ist öde, so Frieden b. Gräfn 35. pott und geziertt ich Weih ret und vollst. ch dei ß sie in stürzel nein er⸗ nimmn jenk mi N Laus! wehren, d Tod, ren: kett ltzünden Sterl, j; mit del Epiphaniaslieder. 39 Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behm g. 1557 1622. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. obet den Herrn, ihr 67. L Heden all, lobt Gott von Herzensgrunde, preist ihn, ihr Völker allzumal, dankt ihm zu aller Stunde, daß er euch auch erwählet hat und mit⸗ geteilet seine Gnad in Christo, seinem Sohne. 2. Denn seine groß Barm⸗ herzigkeit thut über uns stets walten, sein Wahrheit, Gnad und Gütigkeit erscheinet Jung und Alten und währet bis in Ewigkeit, schenkt uns aus Gnad die Seligkeit, drum singet Halle⸗ luja! 1609. Eigene Melodie. erde licht, du Stadt 68. Wĩ der Heiden, und du Salem, werde licht! Schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat⸗ derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 2. Ach wie waren wir ver⸗ blendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Geberden kleb— ten einzig an der Erden. 3. Gottes Rat war uns ver⸗ borgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt' es an dem Licht, das zum rechten Himmels⸗— leben seinen Glanz uns sollte geben. 4. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 5. Jesu, reines Licht der Seele, du vertreibst die Finsternis, die in dieser Sündenhöhle unsern Tritt macht ungewiß; Jesu, deine Lieb und Segen leuchten uns auf unsern Wegen. 6. Nun, du wollest hie ver⸗ bleiben, liebster Jesu, Tag und Nacht, alles Finstre zu vertrei⸗ ben, das uns so viel Schrecken macht; laß uns nicht im Dun⸗ keln wallen noch ins Sünden⸗ meer verfallen! 7. Schenk uns, Herr, das Licht der Gnaden, das ein Licht des Lebens ist, ohne welches leicht in Schaden fallen kann ein from⸗ mer Christ; laß uns dieses Licht erfreuen, wenn wir aus der Tiefe schreien. 8. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch geliebte Glaubenswerke fol⸗ gen in Gerechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 9. Dein Erscheinung müß erfüllen mein Gemüt in aller Not, dein Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im 40 Epiphaniaslieder. Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 10. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 69. F'rnder ihr Gottes⸗ kinder, preiset mit mir Gottes Macht, freuet euch, ihr armen Sünder, laßt der Welt den Stolz und Pracht! Freut euch, daß euch Gott regiert und zu seiner Kirche führt, daß wir armen Heiden können uns nun Gottes Kinder nennen. 2. Seine Herrschaft sich er— strecket über alles, was da lebt, seine Hand schützt und bedecket, was sich reget, lebt und schwebt; wenn er spricht, so geht sein Wort schnell wie Blitz und Donner fort; das durchdringet Geist und Leben, das kann Trost und Leben geben. 3. Nun, ihr Sünder hier auf Erden, wollt ihrs endlich haben gut, wollt ihr Gottes ut werden, ei so ändert I— preiset Gottes Güt und 2 Nacht so wird er euch geben Kraft, daß ihr auch zu ihm könnt kommen und euch freuen mit den Frommen. 4. Aller Heiden Trost ist kom⸗ unser Schutz und Zuversicht; preiset seine Güt und Treu, die uns noch wird immer neu, so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu leben. Joh. Olearius g. 1611 1 1684. Mel.( meine Zuversicht. 70.J Qesu, großer Wunder⸗ Jstern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schen⸗ ken kann. 2. Nimm das Gold des Glau⸗ bens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir ge— nügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern vor dir liegen. Wenn ch bete, nimm es auf und sp J Ja und Amen drauf! Nimm die Myrrhen bittrer Nant Ach mich schmerzet meine Sünde, aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister g. 1671 + 1756. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 71 err Jesu Christe, mein Prophet, der aus des Vaters Schoße geht, mach men, Jesus, unser Freudenlicht, mir den Vater offenbar und der Beschirmer aller Frommen, seinen liebsten Willen klar! Lehrer ich und wie ein K stets eingek wallc 90 3. Gieb, jedermann v zugen kann Vort und sun Himu 4. Mein nich am K sich, mach und frei, m 5. Gesa mich mit kräftiglich, Fürbitt ein vollendet sei 6. Jc o ster, dir n n und fi ndacht zur hist zu di 7. Mein regier, mei dit; rett n 4. So hinein und bersicht; Teu, die neu, so hier und 4 168.. sicht. Bunder⸗ 5 Nlob ele wil n Feste um doch er schen⸗ Glau⸗ ir selber ket bin lbe. Laß in dem auch des dir ge⸗ n sollen ir liegen. auf und uf n bittlet et meine fromm ost und fröhlic nimmt Epiphaniaslieder. 41 2. Lehr mich in allem, weil ich blind; mach mich gehorsam wie ein Kind, andächtig und stets eingekehrt, so werd ich wahrlich gottgelehrt. 3. Gieb, daß ich auch vor jedermann von deiner Wahrheit zeugen kann und allen zeig mit Wort und That den schmalen, selgen Himmelspfad. 4. Mein Hoherpriester, der für mich am Kreuzesstamm geopfert sich, mach mein Gewissen still und frei, mein ewiger Erlöser sei! 5. Gesalbter Heiland, segne mich mit Geist und Gnade kräftiglich, schließ mich in deine Fürbitt ein, bis ich werd ganz vollendet sein. 6. Ich opfre auch, als Prie⸗ ster, dir mich selbst und alles für und für; schenk mir viel Andacht zum Gebet, die stets im Geist zu dir aufgeht. 7. Mein Himmelskönig, mich regier, mein Alles unterwerf ich dir; rett mich von Sünde, Welt und Feind, die mir sonst gar zu mächtig seind. 8. So kehr du in mein Herz hinein und laß es dir zum Throne sein, vor allem Ubel und Gefahr mich als dein Eigentum bewahr! 9. Hilf mir im königlichen Geist, mich selbst beherrschen allermeist, Begierden, Willen, Lust und Sünd, und daß mich nichts Geschaffnes bind. 10. Du hoch erhabne Majestät, mein König, Priester und Prophet, sei du mein Ruhm, mein Schatz und Freud von nun an bis in Ewigkeit! Gerh. Terstegen g. 1697 1 1769. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 72 ört heut der Weisen . große Frage: Wo ist das neugeborne Kind? Wo sind die Weisen heut zu Tage, die fragen, wo man Jesum findt? Von heut an soll mir dies allein die allerhöchste Weisheit sein. 2. Bis ich ihn ganz in mei⸗ ner Nähe, bis ich ihn selbst von Angesicht, im Glauben hier, dort wirklich sehe, bis ich ihn finde, ruh ich nicht. Von heut an soll mir dies allein die allergrößte Sorge sein. 3. Behalte, Welt, die tollen Freuden, womit dein Volk sein Herz berauscht; es haben heut die weisen Heiden das Jesuskind drum eingetauscht, und Jesum finden soll allein auch meine höchste Freude sein. 4. Erbebt vor ihm, ihr Ma⸗ jestäten, die ihm nicht herzlich unterthan, und kommt, dies Kind⸗ lein anzubeten, nicht in Herodis Sinn, heran! Vor ihm sich beu⸗ gen wird allein die Ehre seiner Heilgen sein. Chr. K. L. v. Pfeil g. 1712 1 1784. — PꝗDPꝗRꝗRPDPDSDSDSDSDSD‚eeeeee —— VI. Passionslieder. Eigene Melodie. achtet, all Sünd hast du getra⸗ 73 Corißz du Lamm gen, sonst müßten wir verzagen. Gottes, der du Erbarm dich unser, o Jesu! trägst die Sünde der Welt, er⸗ barm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. 1526. Nach d. Lateinischen Agnus Dei. Mel. O wir armen Sünder. 74 Ehee sei dir, Christe, * der du littest Not, an dem Stamm des Kreuzes für uns bittern Tod, herrschest mit dem Vater in der Ewigkeit; hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit! Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Aus dem 14. Jahrhundert. Nach dem Latein. Laus tibi Christe. Eigene Melodie. 75 O Lamm Gottes, un⸗ 2 schuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, all Zeit erfunden geduldig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes ge— schlachtet, all Zeit erfunden ge— duldig, wiewohl du wurdest ver— 3. O Lamm Gottes, unschuldig sam Stamm des Kreuzes ge— schlachtet, all Zeit erfunden ge⸗ duldig, wiewohl du wurdest ver⸗ achtet, all Sünd hast du getra⸗ gen, sonst müßten wir verzagen. Gieb uns dein'n Frieden, o Jesu! Nicolaus Decius 4 1541. Mel. Christus, der uns selig macht. 7 6 hilf, Christe, Gottes 2 Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets unterthan all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wie— wohl arm und schwach, dir Dank— opfer schenken. Böhmische Brüder. Eigene Melodie. 77 O wir armen Sün⸗ 2 der, unsre Misse⸗ that, darin wir empfangen und geboren sind, hat gebracht uns alle in solch große Not, daß wir unterworfen sind dem ewgen Tod. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 2. Aus dem Tod wir konnten durch unser eigen Werk nimmer werdn gerettet, die Sünde war zu stark; daß wir würdn erlöset, so konnts nicht anders sein, denn Gotts Sohn mußt leiden des Todes bittre Christe elei 3. So 1 Christus in sich genomn stalt und f storben will müssen wer lich. Kyrie! Khrie eleist 4. Solc väterliche erzriget l Christo, se geben hat i zu unsrere Christe elei 5. Des gegen Sür nicht verzo Glut; denn aller Fährl unsern Her liit. Ryriee Khrie eleiso 6. Datv daß wir st heilen N Gist cle Hermo — u getra⸗ herzagen. Jesul nschuldiz zes ge⸗ nden ge⸗ dest ver⸗ u getra⸗ herzagen. Jsul 31 1541 ig macht. „Gottes rch dein dir stetz meiden, Ursac für, wie⸗ ir Dank⸗ e Brüder. — Sün⸗ Misse⸗ gen und icht uns daß wit gen Tod eleiso, konnten nimmer nde wor erlösct in, denn ben de Passionslieder. 4³ Todes bittre Pein. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 3. So nicht wär gekommen Christus in die Welt und an sich genommen unsre arm Ge— stalt und für unsre Sünde ge— storben williglich, so hätten wir müssen werden verdammet ewig⸗ lich. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 4. Solche große Gnade und väterliche Gunst hat uns Gott erzeiget lauterlich umsonst in Christo, seinem Sohne, der sich geben hat in den Tod des Kreuzes zu unsrer Seligkeit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 5. Des solln wir uns trösten gegen Sünd und Tod und ja nicht verzagen vor der Hölle Glut; denn wir sind gerettet aus aller Fährlichkeit durch Christum unsern Herren, gelobt in Ewig⸗ keit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! 6. Darum wolln wir loben und danken allezeit dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geist, bitten, daß sie wollen behüt'n uns vor Gefahr, und daß wir stets bleiben bei seinem heilgen Wort. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison! Hermann Bon g. 1504 T 1548. Eigene Melodie, oder Nun laßt uns den Leib begraben. ir danken dir, Herr 78. Wĩ Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden rot: Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not! 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns dein allmächtge Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein; 4. Und schöpfen draus die Zu⸗ versicht, daß du uns werdst ver— lassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer g. 1544 1 1597. Eigene Melodie. 79 Ohns dn Jesu, was „ hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missethaten bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Ange⸗ sicht geschlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ur⸗ sach solcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich geschlagen; ich, ach Herr Jesu, ich hab dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte lei⸗ det für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 44 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, der Böse lebt, der wider Gott miß— handelt; der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen, du wirst gefangen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu der Scheitel war nichts Guts zu finden; dafür hätt ich dort in der Hölle müssen ewiglich büßen. 7. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmung zu ver— gleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk er— statten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. I1. Weils aber nicht besteht in eignen Kräften, fest die Begier— den an das Kreuz zu heften, so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. Passionslieder. bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach und Pla⸗ gen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen neh— men zu Herzen. 14. Dies alles, ob es zwar für schlecht zu schätzen, wirst du es doch nicht gar beiseite setzen; in Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht be— schämen. 15. Wenn, o Herr Jesu, dort vor deinem Throne wird stehn auf meinem Haupt die Ehren— krone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Mel. Freu dich sehr, o mieine Seele. 80 Qesu, deine tiefen 3 Vounden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs— und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein: die verleidet meinem Her— zen, mit der Sünde nicht zu scherzen. 2. Will sich denn in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden: bald wird alles wieder gut. Komnit der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten, für deine Gnad und Gnaden⸗ zeichen: bald muß er von dannen weichen. 3. Vill d jühren auf hahn, da nich llsdann scha Marter Cen gestanden he Adacht ble ektreiben. 4. Ja f hänket, ge Kraft; wen sich senket, saft. Dein wendt in m du mir das du für mich 5. Aufd trauen, du! dein Tod he daß er mi Daß ich an mir Trost, deine Gnal Uuferstehun „6. Hab Derzen, du keit, so amp zen auch ij Her, jüllen. Ehren uz nicht nd Pla⸗ folgung, zen neh⸗ es zwar wirst du e setzen; ies von icht be⸗ esu, dort stehn Chren⸗ un alles ud Dank 5110⁴⁷ ne Seele. tiefen „ deine hen mir Leibs⸗ ir etwas an deine m Her⸗ icht zu Wollust Fliisc an dein wieder md scht ch ihm Bnaden⸗ damnen Passionslieder. 4⁵ 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollust⸗ bahn, da nichts ist als Jubilieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Centnerlast, die du aus⸗ gestanden hast: so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja für alles, das mich kränket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, krieg ich neuen Lebens⸗ saft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du für mich bist gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Ver⸗ trauen, du bist meine Zuversicht; dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe Teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütig⸗ keit, so empfind ich keine Schmer⸗ zen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, welch Feind kann verletzen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Eigene Melodie. 81 D. Ir an des Kreu⸗ 2 zes Stamm der gan⸗ zen Welt Sünd auf sich nahm, sprach er in seinen Schmerzen noch sieben Wort, die lasset uns erwägen wohl im Herzen. 2. Zum ersten: Vater, strafe nicht an ihnen, was mir jetzt geschicht, weil sie es nicht ver⸗ stehen. Vergieb uns, Gott, wenn wir auch noch aus Irrtum Sünd begehen. 3. Zum andern er des Schä— chers dacht: Fürwahr, du wirst noch vor der Nacht in meinem Reich heut leben. O Herr, nimm uns auch bald zu dir, die wir im Elend schweben. 4. Zum dritten: Deinen Sohn sieh, Weib; Johannes, ihr zu Dienste bleib und sie als Mutter liebe! Versorg, Herr, die wir lassen hier, daß niemand sie be— trübe. 5. Zum vierten sagte er: Mich dürst. O Jesu, großer Lebens⸗ fürst, du hast Durst und Ver⸗ langen nach unsrer Seligkeit, drum hilf, daß wir sie auch em⸗ pfangen. 6. Zum fünften: Omein Gott, mein Gott, wie läßt du mich so in der Not! Hier wirst du, Herr, verlassen, daß uns Gott wieder dort aufnähm; den Trost laß uns wohl fassen! 7. Zum sechsten: Hiemit ists vollbracht und alles nunmehr gut gemacht. Gieb, daß wir auch durchdringen, und was du, Herr, uns auferlegst, hilf seliglich voll⸗ bringen! 8. Zum letzten: Ich nun meine Seel, o Gott mein Vater, dir befehl zu deinen treuen Händen. Dies Wort sei unser letzter Wunsch, wenn wir das Leben enden. 46 Passionslieder. 9. Wer oft an diese Worte denkt, wenn seine Missethat ihn kränkt, der wird es wohl genie⸗ ßen, weil er durch Gottes Gnad erlangt ein ruhiges Gewissen. 10. Verleih uns dies, Herr Jesu Christ, der du für uns gestorben bist, gieb, daß wir deine Wunden, dein Leiden, Marter, Kreuz und Tod be— trachten alle Stunden. Hann. Gsb. 1646 nach Joh. Böschenstain g. 1472 f 1540. Eigene Melodie. 82 Le uns doch Christo 2 dankbar sein, daß er für uns in große Pein sich willig hat gegeben; auch laßt uns sein der Sünde feind, weil wir mit Gott versühnet seind, nach seinem Willen leben; die Lieb erzeigen jedermann, wie Christus hat an uns gethan mit seinem bittern Leiden. O Men⸗ schenkind, betracht das recht, wie Gottes Zorn die Sünde schlägt, bemüh dich, sie zu meiden. Hann. Gsb. 1648 nach Seb. Heyden g. 1494 T 1561. Eigene Melodie. enn meine Sünd 83. W mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du ge— storben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich ge— nommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht: es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Lebenlang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angstgeschrei, für dein un⸗ schuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sünd⸗ liche Begier; daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und folge dem Exempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennutz und Heuchlerschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meiner lthen Stur sihern mich: Veldienst m mich annehn schau. Justus C Ci 8.d so geschlage sei Dank fi für deine e Band un Geißelung, 2. Ach und Misse du an un für uns Sünde bri hinan, o was hast 3. Dein dein Tod deinen Bo ins gegeh. Trost, di dein Blu armen S 4. Ol zum Kam und unter zes nicht mit Gedul er Hert hat sit ür mich jeben in un nun e Zhl' Hnaden, bezahlt ut, daß hten der Herzen für deine o Js ine No. ein un⸗ ine Lich L Niden ür, nit ie sünd⸗ komme es dih bin. meine Schmach geduldi err und le diese Kempel, nüben, u, und , Herh igennub wie du Wunden meiner Passionslieder. letzten Stunden und des ver⸗ sichern mich: Weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius g. 1601 4 1673. Eigene Melodie. 84 Dꝛ großer Schmerzen⸗ • mann, vom Vater so geschlagen, Herr Jesu, dir sei Dank für alle deine Plagen, für deine Seelenangst, für deine Band und Not, für deine Geißelung, für deinen bittern Tod. 2. Ach das hat unsre Sünd und Missethat verschuldet, was du an unsrer Statt, was du für uns erduldet. Ach unsre Sünde bringt dich an das Kreuz hinan, o unbeflecktes Lamm, was hast du sonst gethan? 3. Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben; dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Teil. 4. O hilf, daß wir uns auch zum Kampf und Leiden wagen und unter unsrer Last des Kreu⸗ zes nicht verzagen; hilf tragen mit Geduld durch deine Dornen— 47 deine Bande, Herr, bind uns, wie dirs gefällt; hilf, daß wir kreuzigen durch dein Kreuz Fleisch und Welt. 6. Laß deine Wunden sein die Heilung unsrer Sünden, laß uns auf deinen Tod den Trost im Tode gründen, o Jesu, laß an uns durch dein Kreuz, Angst und Pein dein Leiden, Kreuz und Angst ja nicht verloren sein! Adam Thebesius g. 1596 T 1652. Eigene Melodie. 85 Eit Lämmlein geht und • trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Geduld die Sün⸗ den aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergiebt sich auf die Würgebank, begiebt sich aller Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein große Freund und Heiland meiner Seelen, den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich aus— gethan zur Straf und Zornes⸗ ist der kron, wenns kommen soll mit ruten; die Straf ist schwer, uns zum Blute, Schmach und Hohn. der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch 5. Dein Angst komm uns zu Sterben und durch Bluten. gut, wenn wir in Angsten lie— 3. Ja, Vater, ja von Herzens⸗ gen; durch deinen Todeskampf grund, leg auf, ich will dies laß uns im Tode siegen; durch tragen; mein Wollen hängt an 48 Passionslieder. deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen; o Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen; 4. Du marterst ihn am Kreu⸗ zesstamm mit Nägeln und mit Spießen, du schlachtest ihn als wie ein Lamm, machst Herz und Adern fließen, das Herze mit der Seufzer Kraft, die Adern mit dem edlen Saft des pur⸗ purroten Blutes. O süßes Lamm, was soll ich dir erweisen dafür, daß du mir erweisest so viel Gutes? 5. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen; du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiemit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieb⸗ lichkeit bei Nacht und Tage sin⸗ gen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächt⸗ nis schließen. sten Vaters gehen und dir, dem 7. Erweitre dich, mein Her⸗ zensschrein, du sollst ein Schatz⸗ haus werden der Schätze, die viel größer sein als Himmel, Meer und Erden. Weg Ehr und Stand der eitlen Welt, weg Reichtum, Gold und alles Geld, ich hab ein Bessers funden; mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 8. Das soll und will ich mir zu Nutz zu allen Zeiten machen, im Streite soll es sein mein Schutz, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls sein mein Wasserquell, in Ein⸗ samkeit mein Sprachgesell zu Haus und auch auf Reisen. 9. Was schadet mir des Todes Gift? dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonne Hitze trifft, so kanns mir Schat⸗ ten geben; setzt mir der Schmerz der Wehmut zu, so find ich bei dir meine Ruh, wie auf dem Bett ein Kranker; und wenn des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 10. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich da⸗ rin kleiden; es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höch— mich a vohlgeschm ner Seite Paul G. Mel. O V 66. dis Kreuze sinkt in d Fürst der beschweren und große 2. Trit Fleiße: Schweiße aus seine mrrschöp Seufzer u 3. We mein Heil so übel Lz nicht ein unsre Ki weißt du 4. Jh die sich! Sondes dir erre⸗ slze, lerher. 5.J an Händ bunden i eln und du ausg dienet m Himmel Ehr und It, wog es Gelh, funden; rr Iu geflossen Bunden. h mit zu ichen, in Schuh chen, in itenspith mehr ich dis st solb in Ein⸗ jesell eisen. 6s Todei ist Mein r Sonn⸗ Schal Schmeih d ich b auf dem d Wem umein id Um, Reiche lut mein nich de⸗ 1 meines lcher ich 8 hoc dir, dens Passionslieder. 49 er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an dei⸗ ner Seite stehen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 8 6 Welt, sieh hier dein 2 Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße: Sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt, aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übelthaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Mar⸗ terheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen an Händen und an Füßen ge⸗ bunden in der Höll; die Gei⸗ ßeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat ver⸗ dienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein; du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja lässest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dor⸗ nen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Du springst ins Todes Rachen, mich frei und los zu machen von solchem Ungeheur; du stirbst, daß ich nicht sterbe noch ewiglich verderbe; o uner⸗ hörtes Liebesfeur! 9. Ich bin, mein Heil, verbun⸗ den all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 10. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergetzen, ich sei auch wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unver⸗ fälschten Treu. 12. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruten, wie zornig seine Fluten, will ich aus diesem Leiden sehn. 13. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanfteem Mut und wie 4 ö 50 Passionslieder. ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzei— hen gern und williglich. 15. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem ab— sagen, was meinem Fleisch ge— lüst. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in dei— nen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. — Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Freu dich sehr, o meine Secke. 87. Sẽei mir tausendmal gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen sol an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 2. Ich umfange, herz und küsse der gekränkten Wunden Zahl und die purpurroten Flüsse, deine Füß und Nägelmal. O wer kann doch, schönster Fürst, den so hoch nach uns gedürst, deinen Durst und Liebsverlangen völlig fassen und umfangen? Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. 4. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein liebstes Gut, da mein ganzes Herze ruht, laß mich hie zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen! 5. Diese Füße will ich halten auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten und mich selber freundlich an von dem hohen Kreuzesbaum und gieb meiner Bitte Raum, sprich: ich, ich tilg all deine Sünden. —— g. 1607 4 1676. Mel. Oenlich thut mich verlangen. 88 Haupt voll Blut * und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber hoch schimpfieret, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so Laß all dein Trauren schwinden, hespeitl w Wer hat jonst kein shudlih 0. Die! ö er roten 0 ganze Todes M nommen, und daher eines Lei 4. Nun ist alles 1 ber 10 6. 00 ich A leme hat; gieb den Anbl 5. Erk Mein d ir dir, Qus viel Gut hat mich süßer Ko hegabet lust. 6. V verachte dir wil dir dein Herz w Toegst sasse Shoh, 7. Es und hi wenn ich Heil, mi ih, 0 enz zeh b Heil det traurig rzen, die ganzan Mams h selber lrzt, den sich al bluthen in das ögen all vergesse n liebsts 5 Hern deinen d Guns h haltn er kann. Falan dlich m aum und sprich hwinden, nden. 7 1 15 5 —— erlangen. V Blul en, voll hohn, 0 ebunden Passionslieder. 5¹ bespeit! wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hinge⸗ nommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du ge— tragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmels⸗ lust. 6. Ich will hie bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Herz wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und thut mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll schei⸗ den, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Angsten kraft deiner Angst und Pein! 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot! Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken: wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Christus, der uns selig macht. 8 Qesu, deine Passion will „ich jetzt bedenken; wol⸗ lest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken! In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 2. Meine Seele sehen mach deine Angst und Bande, deine Speichel, Schläg und Schmach, deine Kreuzesschande, deine Gei⸗— ßel, Dornenkron, Speer⸗ und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, der mich dir ver— bunden. 4* 52 Passionslieder. 3. Laß mich aber nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde, diese hat gemartert dich, daß ich Gnade fünde. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies in Buß und Reue, hilf, daß ich mit Sünde nicht martre dich aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was du selber büßen mußt mit so großem Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle, dich und deine Pas— sion laß mich gläubig fassen! Liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indes laß dies Lallen,(bessern Dank ich dorten geb,) Jesu, dir gefallen! Sigism. v. Birken g. 1626 1 1681. Eigene Melodie. 90 Qesu, meines Lebens · NX Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben, tau— sendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach du hast ausgestan⸗ den Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottes-⸗ sohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausendtausendmal sei dir, lieb⸗ ster Jesu, Dank dafür! 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh. Ach du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend⸗ tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 4. Man hat dich sehr hart ver— höhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dornen dich ge— krönet; was hat dich dazu bewegt? daß du möchtest mich ergetzen, mir die Ehrenkron aufsetzen. Tausendtausendmal sei dir, lieb⸗ ster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast wollen sein ge⸗ schlagen zu Befreiung meiner Pein, fälschlich lassen dich an⸗ klagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausendtausendmal sei dir, lieb⸗ ster Jesu, Dank dafür! 6. Du hast dich in Not ge⸗ stecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tau⸗ sendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 7. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und Übermut, dein Tod meinen Tod versüßet, 8 lommt Vespotten u Ehten sendtausen NRsu, Dar 8. Nun Herzen, Mi, für Schmerze tern Tod dein Zag faches Pl tiefe Peir sein. Ernst Chri Nel. Herr N. ner See stärkt, da mein He kein. 2. De mein E und Ge lann y der Hin 9. L + Cohn, mein G But,d stets neu trick und Gottes⸗ uerretten denketten. dir, lieb⸗ Wunden ch richten e Plagen, uh. Ah zen lassen Tausend⸗ ster Is, hart ber⸗ Schimp dich ge⸗ uUbewegt? ergetzen, aufsetze. dir, licb sein ge 3 meinkt dich an⸗ cher sein prangeh gehangen dir, licb⸗ Not ge ů Gedulb 1. Tul⸗ ö liebshr gbüßt bermnit, hersißt Passionslieder. 53 es kommt alles mir zu gut; dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tau⸗ sendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bit⸗ tern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausend⸗ faches Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Christ. Homburg g. 1605 467. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 91 Heu Jesu Christ, dein 2 teures Blut ist mei⸗ ner Seele höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Blut, dein Lebenssaft giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. 92 Ound Par und den * und Pein und dein betrübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit sein, die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große Not und deinen herben bit⸗ tern Tod, dieweil ich lebe, denken! 2. Laß deiner Seele Höllen⸗ qual, dein Angst und blutig Schwitzen und übrig Elend all⸗ zumal, darin du mußtest sitzen, mir öftermalen fallen ein und eine starke Warnung sein vor Sünd und Missethaten! 3. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. Ach lieb⸗ ster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnade vor Recht gehen! 4. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gan⸗ gen, ertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rat und unsre schwere Missethat bei Gott versöhnen möchtest. 5. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir lob⸗ singen, und wenn du zu der Selig⸗ keit mich wirst hinkünftig bringen, so will ich daselbst noch viel mehr, zusamt dem ganzen Himmelsheer, dich ewig dafür loben. 6. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zuflucht sein, ͤö SDS — 54 Passionslieder. wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe. Amen. Nach Tob. Clausnitzer g. 1618 4 1684. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 93 Dꝰ am Kreuz ist meine 2 Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ. Weg ihr argen Seelendiebe, Satan, Welt und Fleisches List! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friede— schild, aber auch mein Lebens⸗ bild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glau— ben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du verlierst den Sturm. Weh mir, wenn ich den betrübe, der statt meiner ward ein Wurm! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? trät ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Schweig, Gewissen, Gott vergiebt. Daran preist Gott seine Liebe, daß sein Sohn stirbt, der mich liebt. Wer verdammt nun? Gott ist hier, Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Keine Not, schwer, hart und groß, Hunger, Blöße, Hen⸗ kershiebe, nichts macht mich von Jesu los, nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint; da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Ahasverus Fritsch g. 1629 4 1701. Eigene Melodie. du Liebe meiner 94. O Liebe, du erwünschte Seligkeit, der du dich aus höch⸗ stem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens mir zu gute als ein Schlachtschaf einge⸗ stellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt; 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Oelberg sich betrübt, Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, den sonst niemand konnte stillen, den hat dein Tod hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Her⸗ zen alle Schmach und Hohn ge— höͤrt, Leb Schmerzer versehrt,, Rihet, als andt, Liebe als sich L 4. Lieb den gegen mauflöst auf ewig auch meit Vbens J verwundt gestillet! 5. Lieb und ein dem Kre wie dant wie dank verwundt in den deiner S 6. Lie und für lalte ank ich Dank, ich ewi Seele mich en Elis — Mel. C 95. gleiten ritt ihn an bittern Ungenn ccheiden. mich im st meine er, hatt , Hen⸗ nich von t, nicht el nich, m Kreih mich in st mam im, men ich wi ird mein da schau er Serlt dreuz is mich inh Drnl ——— meinel Wünscht Ius höh⸗ merboll mir zu af einge⸗ deinem + Welt, veiß und herg f Hlut und geliebt, Willen er tligt, te stilen, legt. lem Her⸗ Hohn ⸗ Passionslieder. 5⁵ hört, Liebe, die nicht Angst und Schmerzen noch der strenge Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt; 4. Liebe, die mit so viel Wun⸗ den gegen mich als seine Braut unauflöslich sich verbunden und auf ewig anvertraut: Liebe, laß auch meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein in dem blut⸗ verwundten Herzen sanft in dir gestillet sein! 5. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach wie dank ich deinem Blut, ach wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den Leidensstunden sanft in deiner Seite ruh! 6. Liebe, die sich tot gekränket und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab gesenket, ach wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seele Heil erworben: nimm mich ewig liebend an! Elisabeth v. Senitz g. 1629 11679. Mel. Christus, der uns selig macht. 95 Seal mach dich heilig 2 auf, Jesum zu be⸗ gleiten gen Jerusalem hinauf, tritt ihm an die Seiten! In der Andacht folg ihm nach zu dem bittern Leiden, bis du aus dem Ungemach zu ihm wirst ver— scheiden. 2. Seele, siehe, Gottes Lamm gehet zu dem Leiden, deiner Seele Bräutigam als zu Hoch— zeitfreuden. Geht, ihr Töchter von Zion, Jesum zu empfangen, sehet ihn in seiner Kron unter Dornen prangen! 3. Du ziehst als ein König ein, wirst auch so empfangen, aber Bande warten dein, dich damit zu fangen. Für die Ehre Hohn und Spott wird man dir, Herr, geben, bis du durch des Kreuzes Tod schließen wirst dein Leben. 4. Das Kreuz ist der Königs⸗ thron, drauf man dich wird setzen, dein Haupt mit der Dornenkron bis in Tod ver⸗ letzen. Jesu, dein Reich auf der Welt ist in lauter Leiden; so ist es von dir bestellt bis zum letzten Scheiden. 5. Du wirst, Herr der Herr⸗ lichkeit, ja wohl müssen sterben, daß des Himmels Ewigkeit ich dadurch mög erben. Aber ach, wie herrlich glänzt deine Kron von ferne, die dein siegreich Haupt bekränzt, schöner als die Sterne! 6. Liebster Jesu, nun Glück zu! Es muß dir gelingen; nach der Stillen⸗Freitags⸗Ruh wirst du Freude bringen. Tritt nur auf die Todesbahn, die gestreuten Palmen bilden dir den Sieg voran aus den Osterpsalmen. 7. Laß mich diese Leidenszeit fruchtbarlich bedenken voller Andacht, Reu und Leid, mich 56 Passionslieder. darüber kränken! Auch dein Lei⸗ den tröste mich bei so vielem Jammer, bis nach allem Leiden ich geh zur Ruhekammer. Abraham Klesel g. 1636 4 1702. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. eine Seel, ermuntre 96. M dich, deines Jesu Lieb bedenke; wie er für dich giebet sich, darauf deine Andacht lenke! Ach erwäg die große Treue und dich deines Jesu freue! 2. Sieh, der wahre Gottes Sohn ist für dich ans Holz gehänget, sein Haupt trägt die Dornenkron, sein Leib ist mit Blut vermenget, er läßt sich für dich verwunden; wo ist größre Lieb gefunden? 3. Du, du solltest große Pein ewig leiden in der Hölle und von Gott verstoßen sein wegen vieler Sündenfälle; aber Jesus trägt die Sünden, läßt dich wie⸗ der Gnade finden. 4. Durch sein Leiden ist gestillt deines Gottes Zorn und Rache, er hat das Gesetz erfüllt, gut gemacht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod bezwungen und den Himmel dir errungen. 5. Ich kann nimmer, nimmer⸗ mehr das Geringste nur ver⸗ gelten, er verbindt mich allzu— sehr; meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so schlecht geliebet und noch gar mit Sünd betrübet. 6. Du, mein Jesu, du, mein Heil, dir will ich mich ganz ver— schreiben, daß ich dir als mei⸗ nem Teil einzig will getreu ver⸗ bleiben, dir zu leben, dir zu leiden, dir zu sterben, dir zu meiden. 7. Du, mein Jesu, sollst es sein, den ich mir zum Zweck gesetzet, wie du mein, so will ich dein bleiben stets und unverletzet; was du liebest, will ich lieben, was dich kränkt, soll mich be— trüben. 8. Was du willst, das sei mein Will, dein Wort meines Her⸗ zens Spiegel; wenn du schlä⸗— gest, halt ich still. Dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, daß ich soll den Himmel erben; darauf kann ich freudig sterben. 9. Nun, so bleibt es fest dabei: Jesus soll es sein und bleiben, dem ich lebe, des ich sei, nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen, ewig will ich dich umfassen. Joh. Kasp. Schade g. 1666 T4 1698. Eigene Melodie, oder Warum sollt ich mich denn grämen. 9 Qesu, Trost der ar⸗ • men Seelen, du läßt dich williglich meinetwegen quälen. Ach wie kann ich nun verzagen? denn du hast alle Last meiner Schuld getragen. 2. Dein Blut rann mit reichen Flüssen, dessen Kraft uns ver⸗ schafft, daß wir Trost genießen. Laß mich diese Flut erquicken, meinen Geist, der dich preist, zu dir hin zu rücken. 3. Dies Himmel; Yt, wo Dahin ste langen; E Mut nim 4. Dein hergnügen ruhn und will zu d hier kann heit heiler 5. Kto wunden; ich nach Ic will doch du nich sell 6.Wie als du do Feinde b Sünden! wird noe als mei⸗ treu ver⸗ dir zu dir zu stes sein gesetze, ich dein verletzet, lieben, mich be⸗ sei miin es Her 1 schli in Geis Siegeh lerben, sterben. st dabi: bleiben i, nicht en. Du t lasse en. 661105 — an grämen der al⸗ len, d netwegel ich nun alle M it keiche uns hel⸗ genießen Irguiche, preist, 0 Passionslieder. 57 3. Dieser Strom führt in den Himmel; dort, ach dort ist der Ort, wo kein Weltgetümmel. Dahin steht nun mein Ver⸗ langen; Ehr und Gut soll den Mut nimmer wieder fangen. 4. Dein Blut soll mich stets vergnügen, ich will nun in dir ruhn und ganz sicher liegen. Ich will zu den Wunden eilen, denn hier kann jedermann seine Krank⸗ heit heilen. 5. Krank bin ich an Sünden⸗ wunden; krank und schwach schrei ich nach dir, bis ich dich funden. Ich will zu dir, Jesu, fliehen, doch du mußt aus dem Wust mich selbst zu dir ziehen, 6. Wie du an dem Kreuzethatest, als du dort, liebster Hort, für die Feinde batest. Ob mich spät die Sünden reuen, hoff ich doch mich wird noch deine Gnad erfreuen. 7. Ich will mich mit Thränen netzen und mein Herz soll im Schmerz sich zum Kreuze setzen. Hier will ich dich ganz umfassen, Gottes Lamm, Bräutigam, du wirst mich nicht lassen. 8. Laß mich nicht am letzten Ende! Da hilf mir, wenn zu dir ich mich gläubig wende; da laß mich dein Blut erquicken! So kann ich seliglich mich zum Sterben schicken. Ph. Balth. Sinold g. 1657 + 1742. Mel. Jesus, meine Zuversicht. eele, geh auf Gol⸗ 98. S gatha, setz dich unter Jesu Kreuze und bedenke, was dich da sür ein Trieb zur Buße reize. Willst du unempfind⸗ lich sein, o so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jammer⸗ bild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strö⸗ men quillt, daß ihm alle Kraft vergangen. Ach der übergroßen Not: es ist gar mein Jesus tot! 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hatt ich ver⸗ schuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet; daß ich nicht verloren bin, giebst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe; schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe; dein im Blute wallend Herz setzet mich in tausend Schmerz. 5. Nun was schenk ich dir da⸗ für? Ich will dir mein Herze geben, dieses soll beständig hier unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 6. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Thüre; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Not verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürst, bis du mich er⸗ quicken wirst. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich, die Welt ver⸗ schmähen, laß mich dich, du höch⸗ stes Gut, immer vor den Augen sehen, führ in allem Kreuze mich wunderlich, nur seliglich! 58 Passionslieder. 8. Endlich laß mich meine Not auch geduldig überwinden, nir— gend sonst wird mich der Tod, als in deinen Wunden finden; wer darin sein Bette macht, spricht zuletzt: Es ist vollbracht. Benjamin Schmolck g. 1672 f 1737. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 99 De Brunngquell aller 2 Liebe gabst dich aus Liebestriebe für uns in tiefe Not; du wolltest Blut und Leben für uns zum Opfer geben, uns zu erretten von dem Tod. 2. Du liebtest die Gemeine und machtest sie ganz reine von Sünden durch dein Blut; du heiligtest die Seelen, die dich zum Schatz erwählen, durch diese teure Lebensflut. 3. Ach laß dein heilig Leiden auch unsre Seelen kleiden mit Schmuck der Heiligkeit, laß deinen Geist und Gaben auch unsre Herzen laben in wahrer Glaubensfreudigkeit! 4. Die alte Lust der Sünden hilf uns nun überwinden als dein erlöste Schar! Da deine Gnad erschienen, so stell uns, dir zu dienen, voll neuer Kraft und Lebens dar! Peter Busch g. 1682 4+ 1744. Eigene Melodie. 100 Eiser wünsch ich mir vor allem andern, Eine Speise früh und spät; selig läßts im Thränenthal sich wan— dern, wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf Einen Mann zu schauen, der mit blut— gem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht. 3. Ja, mein Jesu, laß mich nicht vergessen meine Schuld und deine Huld. Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld, hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein, sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein. Drücke dei⸗ nen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund. Albert Knapp g. 1798 4 1864. Begräbnis Jesu. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. er du, Herr Jesu, 101. D Ruh und Rast in deinem Grab gehalten hast, gieb, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. 2. Verle Ind Mut, deinem Bl des Himm Vaters An 3. Wir lamm, get Stamm. eine Pein eben sein Geo Na 102. das nicht. Vaters e Grab getz 2d ist storben, ha eich uns 3.0 A Sund hat du durch ganz vern 4. D Gotteslan beflossen, lich hatf 5.07 enahrun schlagen! lbt, muß 6.OK and mild Duugftan Rißes R shauen, Einen nit blut⸗ sgrauen sank und ank. r Augen es Lamm bleich zu Kreupts nd rang sie ihn hle, laß mich huld und in del ugest du st längs achtet, 9 eachte, eld mit prich N Treustet rüce di brennend Mit di assen, erblasse Stund begraben r N Mostin Passionslieder. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht! 3. Wir danken dir, o Gottes⸗ lamm, getötet an des Kreuzes Stamm. Laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben sein! Georg Werner g. 1589 4 1643. Nach d. Lat. Qui jacuistimortuus. Eigene Melodie. 102. Traurigkeit, o Herzeleid, ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einigs Kind wird ins Grab getragen. 2. O große Not, des Todes Tod ist selbst am Kreuz ge⸗ storben, hat dadurch das Himmel⸗ reich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hie mit Blut beflossen, welches es ganz mildig— lich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, o Glau⸗ bensgrund, wie bist du doch zer— schlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O lieblichs Bild, schön, zart und mild, du Schmerzsohn der Jungfrauen! Niemand kann dein heißes Blut sonder Reu an⸗ schauen. 59 7. Hochselig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Gnar der Herrlichkeit wird ins rab versenket. 8. O Jesu, du mein Hülf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab möge nach dir sehnen. Johann Rist g. 1607 T4 1667. Mel. O Traurigkeit. o ruhest du, o 103. S meine Ruh, in deiner Grabeshöhle, und erweckest durch den Tod meine tote Seele! 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! dich hat jetzt ein Felsen⸗ grab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach bist du kalt, mein Trost und Halt! Das macht die heiße Liebe, die dich in das kalte Grab durch ihr Feuer triebe. 4. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt, doch wird er auf⸗ erstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 7. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis in Tod gedenken. Salomo Franck g. 1659 T 1725. VII. Osterlieder. Eigene Melodie. 104 lso heilig ist der 2 Tag, daß ihn nie⸗ mand mit Loben erfüllen mag; denn der einige Gottessohn, der die Hölle überwand und den leidigen Teufel darinnen band, damit erlöst der Herr die Christenheit, das war Christ selber. Kyrieleis! Aus dem 15. Jahrhundert. Nach dem Lateinischen des Venantius Fortunatus im 6. Jahrhundert: Salve, festa dies. Eigene Melodie. 105 Cons ist erstanden 2 von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, so lob'n wir den Vater Jesu Christ. Halleluja! 3. Halleluja, Halleluja, Hal⸗ leluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Aus dem 13. Jahrhundert. Eigene Melodie. 10 6 Earen ist der hei⸗ „lig Christ, Halle⸗ luja, Halleluja, der aller Welt ein Tröster ist, Halleluja, Halleluja! 2. Und wär er nicht erstanden hehr, Halleluja, Halleluja, die Welt alsdann vergangen wär, Halleluja, Halleluja! 3. Doch seit daß er erstanden ist, Halleluja, Halleluja, so loben wir den Herren Christ, Halleluja, Halleluja! 4. O Jesu, lieber Herre Gott, Halleluja, Halleluja, behüt uns vor der Sünden Not, Halleluja, Halleluja! 5. Gieb, daß wir von dem Tod erstehn, Halleluja, Halleluja, mit dir ins neue Leben gehn, Halleluja, Halleluja! 6. Zu dieser österlichen Zeit, Halleluja, Halleluja, sei Gott der Herr gebenedeit. Halleluja, Halleluja! Aus dem 14. Jahrhundert. Nach d. Lat. Surrexit Christus hodie. Eigene Melodie. Qesus Christus unser 10. Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd hat er gefangen. Hal⸗ leluja! 2. Der ohn Sünden war ge⸗ born, trug für uns Gottes Zorn; hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Halleluja! 3. Tod, Sünd, Leben und Genad, alls in Händen er hat; er kann erretten alle, die zu ihm treten. Halleluja! Martin Luther g. 1483 4 1546. WI Sünd gege erstanden das Leben; lich sein, bar sein v Hallelujal 2. Den gen konnt lindern; Sünd, k finden.& bald und walt, hiel gefangen. than; dan all sein R du bliibt stalt, den loren. 8 4. Es Krieg, d gen; das 0 Glar Urger x alleluja en wär, rstanden luja, Chrißz rre Goth ehüt un halleluj dem Do vallelu n gehh, en Zi sei Got alleloh, ehunmn tus hodii — tus unsn der del standen n. Hal war ge⸗ Gotla net, dab gonna. ben m U er h it ihn Osterlieder. 61 Eigene Melodie. 108 Cuis lag in Todes⸗ banden, für unsre Sünd gegeben, der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen fröh⸗ lich sein, Gott loben und dank⸗ bar sein und singen Halleluja. Halleluja! 2. Den Tod niemand zwin⸗ gen konnt bei allen Menschen⸗ kindern; das macht' alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Ge⸗ walt, hielt uns in sein'm Reich gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kom⸗ men und hat die Sünd abge⸗ than; damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibt nichts denn Tods Ge⸗ stalt, den Stachel hat er ver⸗ loren. Halleluja! 4. Es war ein wunderlich Krieg, da Tod und Leben run⸗ gen; das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja! 5. Hie ist das recht Oster⸗ lamm, davon wir sollen leben, das sich an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb gegeben; des Blut zeichnet unsre Thür, das hält der Glaub dem Tod für, der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja! 7 6. So feiern wir das hoh Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt. Er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnade Glanz erleucht't unsre Herzen ganz; der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! 7. Wir essen und leben wohl zum süßen Brot geladen, der alt Sauerteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Christus will die Speise sein und speisen die Seel allein; der Glaub will keins andern leben. Halleluja! Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. 109 Eischnmn ist der 2 herrlich Tag, dran sich niemand gnug freuen mag; Christ, unser Herr, heut triumphiert, all seine Feind gefangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, das Leben siegt und ward ihm Herr, zerstört ist nun all seine Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darnieder lag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröh⸗ lich sein, singen das Halleluja 62 Osterlieder. fein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstan⸗ den bist. Halleluja! Niklas Herman 1 1561. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 110. Wies danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod Aran den bist und hast dem Tod zerstört sein Macht und uns das Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, nimm von uns unsre Missethat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein treuen Diener sein. Halleluja! 3. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja! Thomas Hartmann um 1604. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. L oder Eigene Melodie, wenn man die eingeklammerten Halleluja mitsingt. 111 eut triumphieret 2 Gottes Sohn, der vom Tod ist erstanden schon Panhon ud erreh mit großer racht und Herrlichkeit; des dank'n wir ihm in Ewigkeit. Halleluja. Hallelujal 2. Dem Teufel hat er all sein Macht zerstört und ihn zu Boden brutht Halleluja, Halleluja,] wie pflegt zu thun ein großer Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja. Hallelujal 3. Oauferstandner Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist (Halleluja, Halleluja,] führ uns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Halleluja.[Halleluja! 4. Hie ist doch nichts als Angst und Not, von Kindheit an bis in den Tod(Halleluja, Halleluja, dort aber in des Himmels Thron folgt auf den Kampf die Ehren⸗ kron. Halleluja. Halleluja! 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr; ob er gleich murrt, ists ohn Gefähr Halleluja, Hal⸗ leluja,‚!] darnieder liegt der arge Feind, wir aber Gottes Kinder seind. Halleluja. Dür thm al 6. Des danken wir ihm allzu⸗ gleich und sehnen uns ins Him⸗ melreich Halleluja, Halleluja. Es ist am End, Gott helf uns alln, so singen wir mit großem Schalln: Halleluja. Hallelujal) 7. Gott Vater in dem höchsten Thron, samt seinem eimnebornen Sohn,(Halleluja, Halleluja, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis! Halleluja. Hallelujal] Kasp. Stolshagius(2) 1591. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 112. F morgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wieder— bracht. Halleluja! 2. Wenn ich des Nachts Aft lieg in Not verschlossen gleich als wär ftüh die nach Trau Hallelaja! 3. Nic Dage lan im Todes durchs E Chren sei⸗ Halleluja 4. Jet die Welt gefangen Sabbath ich Ruh lknia 5. In lih a im Quf des Hen Vo mit Helajg! 6. De u0 schl nich Grab Teufe el, Hallaln I uChrist Land bist führ uns in Fand ins Hin vallelun helf M t großen allelun höchsth gebornen sllelaj gleiche 900 I Hlujal 0⁵9 lich Zag ens, aufgeht ufersteht NMaht wibdel⸗ Osterlieder. 63 als wär ich tot, läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn, nach Trauren Freud und Wonn. Halleluja! 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt im Todeszwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält, drauf folgt der Sabbath in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Hal⸗ leluja! 5. In kurzem wach ich fröh— lich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf; ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Hal⸗ leluja! 6. Der Herr den Tod zu Bo⸗ den schlägt, da er selbst tot, und sich nichts regt; geht aus dem Grab in eigner Kraft, Tod, Teufel, Höll an ihm nichts schafft. Halleluja! 7. O Wunder groß, o starker Held, wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja! 8. Kein Kreuz und keine Not sich findt, die Christi Sieg nicht überwindt. Er führt heraus mit seiner Hand, wer mich will halten, wird zu Schand. Halle— luja! 9. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja! 10. Er nährt, er schützt, er tröstet mich. Sterb ich, so nimmt er mich zu sich; wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Hal⸗ leluja! 11. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engelbrüder⸗ schaft; durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja! 12. Mein Herz darf nicht ent⸗ setzen sich, Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja! 13. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 113 Lsse uns den Herren 2 preisen, o ihr Christen überall! Kommet, daß wir Dank erweisen unserm Gott mit süßem Schall! Es ist frei von Todesbanden Simson, der vom Himmel kam, und der Löw aus Juda Stamm; Christus Jesus ist erstanden, nun ist hin der lange Streit. Freue dich, o Christenheit! 2. Christus selbst hat über⸗ wunden des ergrimmten Todes Macht. Der in Tüchern lag 6⁴ Osterlieder. gebunden, hat die Schlang jetzt umgebracht; Satans Reich ist ganz verheeret, Christus hat es nach der Ruh ausgetilget und dazu Belial sein Schloß zer⸗ störet, daß wir haben frei Geleit. Freue dich, o Christenheit! 3. Warest du, o Held, ge⸗ storben? warest du ins Grab gelegt? Ei du bleibest unver⸗ dorben; da sich nur der Fels erregt, Held, da bist du wieder kommen, hast das Leben und die Macht aus der schwarzen Gruft gebracht und des Todes Raub genommen, schenkst uns nun die Seligkeit. Freue dich, o Christenheit! 4. Tod, wo sind nun deine Waffen? Hölle, wo ist dein Triumph? Satan konnte gar nichts schaffen, seine Pfeile wurden stumpf. Christus ist sein Gift gewesen, ja der Hölle Seuch und Pest; Welt und Sünde liegen fest, und wir Menschen sind genesen nur durch seinen tapfern Streit. Freue dich, o Christenheit! 5. Er ist aus der Angst ge⸗ rissen und mit Ehren angethan; wer ist, der sein Leben wissen und die Läng ausreden kann?“) Christus ist der Eckstein worden. Gott, das ist von dir geschehn, wie wir jetzt vor Augen sehn; wir sind aus der Sünder Orden hin⸗ gerissen durch den Streit. Freue dich, o Christenheit!„Jes. 53,8. 6. Gieb, Herr Jesu, deine Gnade, daß wir stets mit Reue sehn, wie so groß sei unser Schade, daß wir dir gleich auf⸗ erstehn. Brich hervor in unsern Herzen, überwinde Sünde, Tod, Teufel, Welt und Höllennot, dämpf in uns Pein, Angst und Schmerzen samt der Seele Trau⸗ rigkeit! Freue dich, o Christenheit! 7. Meinen Leib wird man vergraben, aber gleichwohl ewig nicht; bald werd ich das Leben haben, wenn das letzte Welt⸗ gericht alle Gräber wird auf⸗ decken, und der Engel Feld⸗ geschrei zeigen, was vorhanden sei; dann wird mich mein Gott aufwecken und beschließen all mein Leid. Freue dich, o Chri⸗ stenheit! 8. Dann so werden meine Glieder, die jetzt Staub und Asche sein, unverweslich leben wieder und erlangen solchen Schein, dessen gleichen hier auf Erden nimmermehr zu finden ist. Ja, mein Leib, Herr Jesu Christ, soll dem deinen ähnlich werden, voller Pracht und Herr— lichkeit. Freue dich, o Christenheit! Johann Rist g. 1607 f 1667. Mel. Nun freut euch, liebe Christen giein. 114 O Tod, wo ist dein . Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! 2. Wie Schlang, lämpfte! sie auf ih sie dämpf Fesen st darum ni zettreten. 3. Leb herfür, efangen, Schloß 1 den Raul ist, das starken alls liegt 4. De des Hert was ihr 29. Tuufel, durch& seind, Worden. sei unser leich auf— in unsern nde, Tod, höͤllennot, lngst und ele Trau⸗ ristenheitl ird man pohl ewig as Leben te Welt⸗ bird auf⸗ gel Felb⸗ horhanden nein Gott ießen al „o Chii⸗ n meint taub und lich leben hs hier au zu findel Herr Iit en ahnlih und Hen⸗ nisunhel ¹ 100. Osterlieder. 65 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang, jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür, die Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Hölle Schloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf, alls liegt da überwunden. Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! Hannov. Gsb. 1657. Nach Ge. Weissel g. 1590 4 1635. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 4. Des Herren Rechte die be— hält den Sieg und ist erhöhet, des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegen stehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg gedämpfet seind, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glie⸗ der. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei; der⸗ selb ihn nicht angehet. Genom⸗ men ist dem Tod die Macht, Un⸗ 11⁵5 Der Hölle Pforten 0 sind zerstört, der Tod ist nun verschlungen, des Satans Reich ist ganz verheert, Lob sei dir, Gott, gesungen. Der Sünde Macht ist abgethan, durch Christum ist die Himmels⸗ bahn uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des alten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erkoren. Der starke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht ge⸗ brochen und stecket auf des Heils Panier, gleichwie er hat ver⸗ sprochen. Er bringt nach wohl— geführtem Streit uns wieder schuld und Leben wiederbracht Fried und Freudigkeit, ja alle und unvergänglich Wesen. 7. Das ist die reiche Oster⸗ beut, der wir teilhaftig werden: Himmelsschätze. 4. Drum lasset uns in Fröh⸗ lichkeit Herz und Gemüt erhe⸗ 5 66 ben, weil uns ist diese Gnaden⸗ zeit vom Himmel wiedergeben. Wir haben Christi Reich und Macht; er ist hinweg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Not, liegt in dem Staub der Erden, der vormals starke See⸗ lentod hat müssen kraftlos wer⸗ den; des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeugnis ob⸗ gesiegt und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach die⸗ ser Zeit wie Christus auferstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfreud eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen auch zu aller Frist die andern Glieder wohnen. Mich. Schirmer g. 1606 4 1673. Eigene Melodie. 116 Arl auf, mein Herz,/ „ mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht! Wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Hei⸗ land war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei. Eh ers vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Victoria! schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor Osterlieder. allem, was mir will entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb erworben ist. 4. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll; ich bin stets sein Gesell. 5. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und brauch mich nicht zu kehren an einzig Ungemach; es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Hei⸗ land ist mein Schild, der alles Toben stillt. 6. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Wor⸗ ten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Du Friedefürst, Herr Jesu Christ. 117 ie lieblich sind doch deine Füß, wie freundlich ist dein Mund! Wie tröstet mich dein Wort so süß, o meines Glaubens Grund, du guter Bot, du Todes Tod, du Friedenswiederbringer! 2. Nun ist des Höchsten Wort erfüllt, sei froh mein ganzer Sinn; nun ist des Herren Zorn gestllt, u Mein Jes die Sünde 3. Der in mir,d mir öffn Tür, we Du schre Heiland f der Fried 4. We bärmlich lig zu, v dern jag Ruh. 7 mein H soll sein 5. V Trübsal Freund kaäftiglid Herren; nicht, m mir soll 6. W. ruhigm tnehmen em edlen m Christ leib auch in Glied; t gangen, mit. Er durch ch Mit. ich bin Saal der mer nach zu kehrn es tob, Hauht lein Hii⸗ der alles an die Himmel en Mur ird: M. nt, vitd wer dolt hier aub 071670 Mund Vort s Grund 3 WMd Osterlieder. 67 gestillt, nun ist das Zagen hin. Mein Jesus hat an meiner Statt die Sündenschuld gebüßet. 3. Der Friede Gottes herrscht in mir, der über die Vernunft; mir öffnet sich des Himmels Thür, weg, weg, du Höllenzunft! Du schreckst mich nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 4. Wenn mich die Welt er⸗ bärmlich plagt und setzt mir hef⸗ tig zu, von einem Ort zum an⸗ dern jagt, so schafft mir Jesus Ruh. Die Welt schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 5. Wenn mich die Not und Trübsal drückt, wenn mich mein Freund verstößt, werd ich doch kräftiglich erquickt, mir bleibt des Herren Trost. Die Not schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 6. Wenn mich mein Fleisch un⸗ ruhig macht und reizt zur Sünden⸗ bahn, wird doch sein Wille nicht vollbracht, ruf ich nur Jesum an. Das Fleisch schreckt nicht, mein Heiland spricht, mit mir soll sein der Friede. 7. Wenn auf mich dringt der grimme Tod und rufet: Du bist mein, so will auch in der Todes⸗ not mein Heiland bei mir sein. Der Tod schreckt nicht, mein Hei⸗ land spricht, mit mir soll sein der Friede. 8. Dank sei dir, o du Friede⸗ fürst, für das erworbne Gut, das dir mein Herze ruht; und wenn es bricht, erschreck ich nicht, ich fahre hin im Frieden. Gottfr. Wilh. Sacer g. 1635 11699. Mel. Erhaltuns, Herr, bei deinem Wort. o willst du hin, 118. W weind wud ist, o liebster Pilgrim Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein, und kehr in meinem Her— zen ein! 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden kann, damit die dunkle Sünden⸗ nacht mich nicht verführt noch irre macht. 5. Bevorab aus der letzten Not hilf mir durch einen sanften Tod! Herr Jesu, bleib, ich halt dich fest, ich weiß, daß du mich nicht verläßt. 1674. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. ach auf, mein Herz,/ 119. W die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen, er⸗ muntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der du mir wohl erhalten wirst; in heute durch des Todes Thür ge⸗ 5* 68 Osterlieder. brochen aus dem Grab herfür der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünde auf und such ein neues Le⸗ ben, vollführe deinen Glaubens⸗ lauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß das, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach dem Himmelszelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein An⸗ liegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn mit ihrer Salbungsgabe, so wirst du sehn, daß Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut siegreich überwun— den, und das erwürgte Gottes⸗ lamm hat uns zum Heil gefun— den das Leben und Gerechtig⸗ keit, weil er nach überwund⸗ nem Streit die Feinde schau— getragen.*) Col. 2, 15. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus über⸗ wunden; er wird auch überwin⸗ den weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du auf— stehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, noch gar der Hölle Rachen, dein Jesus lebt, es hat kein Not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringsten in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du über⸗ winden. 9. Ach mein Herr Jesu, der du bist von Toten auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gottes kindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die überwunden durch dein Blut: Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. Laurent. Laurenti g. 1660 f 1722. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 120 Mein Jesus lebt, 2 was soll ich ster⸗ ben? Hier steht mein Haupt und triumphiert. So muß ich ja das Leben erben, weil Not und Tod die Macht verliert. Kein Trauer⸗ bild erschreckt mich mehr, mein Jesus lebt, das Grab ist leer. 2. Mein Jesus siegt, drum liegt zu Füßen, was mir das Leben ra wird völl wird der Hoͤlle Ab berall st 3. M ist offen die Gruf Tode ho ins Lebe die Stin ihr lebt 4. mein L Herzen das Le mein 7 weil er so wahr Venja Mel. 12 deines teiump Leere! tragen Spott Mitu 3. schallt wittst bring 4 bei d alle dein 5. ins überwin⸗ gebunden du auf⸗ eben gehst dienest. fel, Vat der Höle t, es hal bei den reringsten gekrönte t du über⸗ Jesu, dr erstanden, Vacht und Banden, mein zum „ das 00 in dieset dern, und von allen Herwunden err Vu, Nut, dod 660 Oott lahl sus leh, llich stt⸗ aupt un ich jn doe und Lo 1 Traukt⸗ chr, man st leel. It, Drum mit das Osterlieder. 69 Leben rauben kann. Der Tod wird völlig weichen müssen, mir wird der Satan unterthan. Der Hölle Abgrund selber bebt, denn überall schallt: Jesus lebt. 3. Mein Jesus lebt, das Grab ist offen, so geh ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie süß erschallt die Stimme hier: Ich leb, und ihr lebt auch in mir. 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich ihm das Leben geben, kommt mir mein Tod nicht schrecklich für, weil er mich in den Himmel hebt, so wahr als Jesus ist und lebt. Benjamin Schmolck g. 1672 f 1737. Mel. Christus der ist mein Leben. 121 Wi Streit Held 2 im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird schauge— tragen“*) und heißt nunmehr ein Spott, wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott.)Col.2/15. 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus, wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein und einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 6. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für! 7. Wir wollen hier ganz fröh⸗ lich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf, wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph! Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 122 ween der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seele voll Verdruß, man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Trau⸗ rigkeit. 2. Ach es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie bejammern ihre Schmer⸗ zen, ihre Not und Ungemach; manches wandert gar alleine daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Wenn zwei Seelen sich be— sprechen, so ist er der dritte Mann; er bemerket die Gebre⸗ chen, redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir glaubenslos 70 oft träumen, er hat alles im Gesicht, seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und der Sünde nachgehangen; o der unglückselgen Zeit, die man der⸗ gestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren, Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wieder bracht. 5. Hat sich eine Not gefunden, so ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir! Kommt die Welt, mich anzufeinden, ach so sei du auch allhier! Will der Teufel mich benitgen, laß in deinem Schutz mich liegen! Komm, in meinem Geist zu ruhn: was du willst, das will ich thun. 7. Bin ich Rraurig und betrü⸗ bet, so gieb nur in meinen Sinn, daß mich deine Seele liebet, und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre fromme Seelen, wenn sie tief in Kummer stehn; wenn sie in verborgnen Osterlieder. nachzusinnen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen, ach so nimm mich auch mit dir, laß mich deine Freuden teilen, sei und bleibe stets bei mir! Bleibe doch in auster Mitten, wie dich deine Kinder bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, daß du mich ge— tröstet hast. Ludw. Neunherz g. 1653 4 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 13. Qesus lebt, mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken, er ver— klärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben, mit ihm werd ich auch zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht: dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun ver⸗ zagt, lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott ver⸗ stößt in Christo nicht: dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht: Wane Kammern, Feld und äldern gehn, ihrem Kummer dies ist meine Zuversicht. 5. V nichts sol eine Me Herrlichk Treue n meine 3 . Ne mir ein Belchen es mein gläubig Herr, v 0 . W 12 Christo groß, w der Hel Todes der für ist Gei ihm, e lujal satt sich rich ihrer ind, was der Well imm mich lich deine nd bleibe e doch in dich deine sei dir,o mich ge versicht. mit ihn Tod, wo ken? Er, mich von „er ber⸗ dies ist n ist do gecbal zugleih en. Gotl icht: die nun ver⸗ tes Chre „daß det Hott belé dies is Hel ist in ganfe will i0 erstreben. in nich . Osterlieder. 71 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, Schöpfer bist. Du wirst unver— nichts soll mich von Jesu scheiden, gänglich Leben und Kraft und keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Seine Treue wanket nicht: dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 124 Habhre, mn den Chöre, singt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht, Preis ihm, er hats vollbracht! Halle⸗ luja! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein, Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwin⸗ den, und uns umstrahlt des Him⸗ mels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran, wir folgen dir in deine Ruh. Gottfr. Bened. Funk g. 17341 1814. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 125. A Herr, der uns versöhnt. O wie hat nach Schmerz und Banden Gott mit Ehren ihn gekrönt! gerungen, hat mächtig Satans Dort zu seines Vaters Rechten Reich bezwungen, von Todes⸗über Schmach und Tod erhöht tetten uns befreit. Wir von Gott herrscht er nun in Majestät. gefallne Sünder sind nun mit Freut euch seiner, ihr Gerechten, ihm versöhnt, sind Kinder und und ihr, seine Feinde, bebt! Hal⸗ Erben seiner Seligkeit. Bald, leluja, Jesus lebt! bald entschlafen wir, entschlafen‚, 2. Singt dem Herrn, er ist Christe, dir, ruhn im Frieden erstanden, er, der starb auf die kurze Nacht, bis deine Macht Golgatha. Rühmt es, rühmts den Tag der Ewigkeiten ruft. in allen Landen: Was sein 3. Unsern Staub mag Staub Wort verhieß, geschah. Wer, bedecken, du wirst ihn herrlich wer kann ihm widerstreben? auferwecken, der du des Staubes Mächtig dringt der Held empor, F½ Osterlieder. im Triumph bricht er hervor; Mel. Nun danket all und bringet Ehr. und des Abgrunds Pforten beben, 126. J ch sag es jedem, daß da ihr Sieger sich erhebt. Halle⸗ Er lebt und auf⸗ luja, Jesus lebt! erstanden ist, daß Er in unsrer 3. Uns vom Tode zu befreien, Mitte schwebt und ewig bei sank er in des Grabes Nacht; 9012 ist. uns zum Leben einzuweihen, sand Ich sag es jedem, jeder sagt er auf durch Gottes Macht. Tod, es gunen Freunden gleich, daß durch ihn bist du bezwungen, deine bald an allen Orten tagt das Schrecken sind zerstreut, von der neue Himmelreich. Furcht sind wir befreit, uns ist 3. Jetzt scheint die Welt dem Leben neu errungen; jauchzt ihr, neuen Sinn erst wie ein Vater⸗ die man einst begräbt, jauchzt land, ein neues Leben nimmt dem Höchsten, Jesus lebt! man hin entzückt aus seiner 4. Aus dem Grab uns zu er⸗Hand. heben, ging er zu dem Vater 4. Hinunter in das tiefe Meer hin. Laßt uns ihm zur Ehre versank des Todes Graun, und leben, dann ist Sterben uns jeder kann nun leicht und hehr Gewinn. Haltet unter Lust und in seine Zukunft schaun. Leiden im Gedächtnis Jesum 5. Der dunkle Weg, den er be⸗ Christ, der vom Tod erstanden trat, geht in den Himmel aus, ist. Unvergänglich sind die Freu⸗ und wer nur hört auf seinen Rat, den des, der nach dem Himmel kommt auch ins Vaterhaus. strebt. Singet, preiset, Jesus 6. Nun weine keiner mehr all⸗ lebt! hie, wenn eins die Augen schließt; 5. Freut euch seiner, Gottes vom Wiedersehn, spät oder früh, Kinder, er sei euer Lobgesang! wird dieser Schmerz versüßt. Bringt dem Todesüberwinder 7. Es kann zu jeder guten That ewig Ehre, Lob und Dankl ein jeder frischer glühn, denn Rühmts er der orsuchim Seun⸗ herrlich wird ihm diese Saat in den, wenn euch Sünd und Elend schönern Fluren blühn. droht, rühmts in eurer Todes⸗ 8. Er lebt und wird nun bei not: Unser Herr hat überwunden! uns sein, wenn alles uns ver⸗ und wenn er euch zu sich hebt, läßt, und so soll dieser Tag uns dann rühmts ewig: Jesus lebt! sein ein Weltverjüngungsfest. Joh. Casp. Lavater g. 17411 1801.] Friedr. v. Hardenberg g. 17727 1801. N. er uns her den heilig armen CE Hallelu laja! D sein, Chr Hollelue Au Eigene N Nun freut 128 Christ ge danken E mit Bi tt arme Si wir von ohn ihn Halletuft 2.8 Wig ist Himmel auf mit war all hault, ö dabe er 0 eken * Uile„ zum He Fle Malreich ben lieg inget Chr dem, daß und auf⸗ N unscer wig ei jeder sag ich, daß tagt dos Delt den n Vater⸗ 1 nimnt seilkr efe Mer un, und heht en er be⸗ mel aus nen Rah uus. mehr al aschlieft, der flüh, t. Iten Thal u, denn Saat in nun he ms bel⸗ Tag ns fest. N15 VIII. Zimmelfahrtslieder. Eigene Melodie. 12—7 hrist fuhr gen Him⸗ • mel. Was sandt er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Halleluja! Halleluja, Halleluja, Halle⸗ luja! Des sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Aus dem 15.(2) Jahrhundert. Eigene Melodie, oder ohne Halleluja Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 128 A. diesen Tag be— 0 denken wir, daß Christ gen Himm'l gefahren, und danken Gott aus höchster B'gier, mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sünder hie auf Erd, die wir von wegen mancher G'fährd ohn ihn kein Hoffnung haben. Halleluja, Halleluja! 2. Drum sei Gott Lob, der Weg ist g'macht, uns steht der Himmel offen, Christus schließt auf mit großer Pracht, vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halleluja, Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ists nicht Ernst zum Herren; denn der wird auch vor Fleisch und Blut sein Him⸗ wird auch gewiß das Leben recht zu Gott im Himmel grrichtet. Halleluja, Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden und fliehen stets die welt⸗ lich Bahn, thun uns zu Gottes Kindern; die sehn hinauf, der Vater h'rab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zusammen kommen. Halleluja, Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn uns Gott zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, wie wir denn jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud und Mut zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Halleluja, Halleluja! Johann Zwick g. um 1496 T+ 1542 Eigene Melodie. 129 Ga Himmel auf⸗ * gefahren ist, Hal⸗ leluja, der König der Ehren, Jesus Christ. Halleluja! 2. Er sitzt zu Gottes rechter Hand, Halleluja, herrscht über Himm''l und alle Land. Halleluja! 3. Nun ist erfüllt, was geschrieben ist, Halleluja, in Psalmen von dem Herren Christ. Halleluja! 4. Nun sitzt beim Herren Da⸗ melreich versperren. Am Glau- vids Herr, Halleluja, wie zu ihm ben liegts, wird der sein recht, g'sprochen hat der Herr. Halleluja! 74 5. Drum jauchzen wir mit großem Schalln, Halleluja, dem Herren Christ zum Wohlgefalln. Halleluja! 6. Der heilgen Dreieinigkeit, Halleluja, sei Lob und Preis in Ewigkeit! Halleluja! 1609. Nach dem Lateinischen Coelos ascendit hodie. Mel. Ermuntre Gert. mein schwacher Geist. 130. Hen Jesu, zieh uns ür und für, daß wir mit den Gemütern nur oben wohnen stets bei dir, in deinen Himmel Sgütern; laß un⸗ sern Sitz und Wandel sein, wo Fried und Wahrheit gehn herein; laß uns in deinem Wesen, das himmlisch ist, genesen. 2. Hilf, daß wir suchen unsern Schatz nicht hier in diesem Leben, hingegen dort, wo du den Platz wirst Gottes Kindern geben; ach laß uns streben fest und wohl nach dem, was künftig werden soll, so können wir ergründen, wo dein Gezelt zu finden. 3. Zieh uns dir nach, so lau⸗ fen wir, gieb uns des Glaubens Flügel: hilf, daß wir fliehen weit von hier auf Zions Freu⸗ denhügel! Mein Gott, wann fahr ich doch dahin, wo ich ohn Ende fröhlich bin? Wann werd ich vor dir stehen, dein Angesicht zu sehen? 4. Wann soll ich hin ins Paradies zu dir, Herr Jesu, kommen? wann lost ich Engel⸗ Himmelfahrtslieder. freude süß? wann werd ich aufgenommen? Mein Heiland, komm und nimm mich an, auf daß ich fröhlich jauchzen kann und klopfen in die Hände: Gelobt sei Gott ohn Ende! Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 131. Mein Heiland sitzet droben zu Gott des Vaters rechter Hand, woselbst ihn herrlich loben der Engel Chor; in solchem Stand ist unser Fleisch zu finden; o welch ein Ruhm und Ehr! Es müsse nun verschwinden, was uns betrübt so sehr; denn unser Haupt regieret in großer Herrlichkeit, wohin er uns auch führet nach unsrer Wallfahrtszeit. 2. Lob sei dir, Herr, gesungen, daß du dich aus selbsteigner Macht gen Himmel hast geschwungen und den Triumph davon gebracht, daß du hast aufgeschlossen des Himmels güldne Thür und uns zu Reichsgenossen verordnet für und für. Ach laß es uns gelingen, den lieben Engeln gleich ein Loblied dir 3u singen in deines Vaters Reich! Johann— g. 1607 4 1667. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 132. A far alen ic meine Nach 0 gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das wird sein ur rechte 2. We und groß Herz aud sonst nit denn wo hin, da und Si veklange 3. Ac mich vo daß mi ich mag und dar fällt, n der Wel Flehen! Nah J M W. 0 Sunden hast du von des Schar: den To lig trin und L geben. 1 vicl tau großen du den Maj est rn linget jühret gaunen werd ich Heiland, 9 an, auf nkann und Gelobt si 6071 1667 den Herren iland sitzt u zu Goh d, woselbt der Engl dist mnse welch ein müsse nun betrübt so pt regiert „wohin ich unster gesungen, ner Magh schwungen Wbuh lossen d und uns ordnet fit Sgeli ingel, 0 Hich l in deints 971 100. 35 oe Chrise Hin mel Himmelfahrtslieder. 75 weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh erlangen; denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn, nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenns dir ge⸗ fällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen! Nach Josua Wegelin g. 1604 4 1640. Mel. Wies rusich u. d. Morgenstern. 133. wundergroßer See du Südenträger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rechten von des Vaters Kraft, der Feinde Schar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet; mächtig, präch— tig triumphierest, jubilierest; Tod und Leben, dir ist alles unter⸗ geben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich großen Siegsmann loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben. Singet, klinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Po⸗ saunen und Getummel. 3. Du bist das Haupt, hin⸗ gegen wir sind Glieder, ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft, Erquickung, Labsal, Herzenssaft wird uns von dir gegeben; bringe, zwinge mein Gemüte, mein Ge⸗ blüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. 4. Zeuch, Jesus, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir fort⸗ hin für und für nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun und Wandel sein, wo Zucht und Demut tritt herein, all Uppig⸗ keit verachten. Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesus, unser Schutz und Schatz, sei unser Ruhm und fester Platz, darauf wir uns ver⸗ lassen; laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christen⸗ seelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gna⸗ denthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum ge— gangen. Komm schier, hilf mir! Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. Ernst Christ. Homburg g. 1605 + 1681. 76 Mel. Ach Gott und Herr. 134 Zot uns nach dir, 2 so kommen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Him⸗ melsstege! Wir irrn sonst leicht, sind abgeneigt vom rechten Le- benswege. 3. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Welt— getümmel. 4. Zeuch uns nach dir nur für und für und gieb, daß wir nach⸗ fahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Scharen! Friedr. Fabricius(2) g. 164241703. Mel. Alle 396 müssen sterben. 135. St Ehren⸗ könig, höchstver⸗ klärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch er⸗ höht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubens⸗ aug betracht deine Glorie, deine Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Scha— ren alle rufen Gloria, sollt ich Himmelfahrtslieder. nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Him⸗ melssonne, deine Klarheit sich ergeußt und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgeister speist; prächtig wirst du einge⸗ nommen, freudig heißt man dich willkommen; schau, ich armes Kindlein hier schrei auch Ho⸗ sianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Glorie seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht ver⸗ steh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. . Geist und Kraft nun über⸗ fließen; drum wirk in mir kräf⸗ tiglich, bis zum Schemel deiner Füßen alle Feinde legen sich. Aus Zion den Zepter sende, weit und breit bis zur Welt Ende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan! 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; mei⸗ nes armen Herzens Pforten stell ich offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron! Gerh. Terstegen g. 1697 1769. Riner Gla ihnen das Lebe, de fultigkeit der ganz hast in Halleluja 137 besuch de dein, mi du weißt, bor dir 2. De genannt, teur, ein gewandt, Leb und 3. Zi dasmn der Lieb Schwach allzeit do 4. Di igfalt; Hand, Gewalt alle Lan 5. D n ferr deine Wir 0 uas de. en, und Wallen, ert, weil ² du Him cheit sic m Glan nelsgeiste du einge⸗ man dich ch armes auch H delch niht lorie sehe 9 wollan acht vet⸗ will ih och Teuft men mith un über mit kri⸗ nel deintt egen sih ende, Wel zelt End, ahn, ale er Orten ein; mi⸗ ten stel Komul, du mush in deinen 60⁷ Hl 77 IX. Pfingstlieder. 136.KI Hen deiner Gläubigen und entzüͤnd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannig⸗ faltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Halleluja, Halleluja! Altkirchlich. Eigene Melodie. 137„%0 o Gott Schö— „V yfer, heilger Geist, besuch das Herz der Menschen dein, mit Gnade sie füll, wie du weißt, daß dein Geschöpf soll vor dir sein. 2. Denn du der Tröster bist genannt, des Allerhöchsten Gabe teur, ein geistlich Salb an uns gewandt, des Lebens Brunnen, Lieb und Feur. 3. Zünd uns ein Licht an im Verstand, gieb uns ins Herz der Liebe Brunst, des Fleisches Schwachheit, dir bekannt, stärk allzeit durch dein Kraft und Gunst! 4. Du bist mit Gaben man⸗ nigfalt der Finger Gottes rechter Hand, des Vaters Zusag mit Gewalt durch Zungen geht in alle Land. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Frieden gieb durch deine Gnad, daß, wie du führst, wir folgen gern und meiden, was der Seele schadt. 6. Den Vater uns wohl ken⸗ nen lehr und Jesum Christum, seinen Sohn, daß wir auch geben gleiche Ehr dir, beider Geist, in Einem Thron. 7. Gott unser Vater, sei allzeit aus Herzensgrund von uns ge⸗ preist, Lob sei, Herr Jesu, dir bereit mit Gott dem werten heilgen Geist! Martin Luther g. 1483 1 1546. Eigene Melodie. 138 K.e heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnade Gut deiner Gläubgen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n! O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen; das sei dir, Herr, zu Lob gesun⸗ gen. Halleluja, Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns, Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen! O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesum Christ mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in dein'm Dienst bestän⸗ dig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben! O Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja! Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. 139. Noin bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Kyrieleis! 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Friede auf Einem Sinn blei⸗ ben. Kyrieleis! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben ver— klagen. Kyrieleis! Martin Luther g. 1483 4 1546. Mel Aus meines Herzens Grunde. 1 40. reut euch, ihr Christen alle, Gott schenkt uns seinen Sohn; lobt ihn mit großem Schalle, er schickt vom Himmelsthron uns Pfingstlieder. seinen werten Geist, der uns durchs Wort recht lehret, des Glaubens Licht vermehret und uns auf Christum weist. 2. Es lässet offenbaren Gott, unser höchster Hort, uns, die wir unweis waren, sein himm⸗ lisch Gnadenwort. Wie groß ist seine Güt! Nun können wir ihn kennen und unsern Vater nennen, der uns allzeit behüt. 3. Verleih, daß wir dich lieben, o Gott von großer Huld, durch Sünd dich nicht betrüben, ver⸗ gieb uns unsre Schuld, führ uns auf ebner Bahn, hilf, daß wir dein Wort hören und thun nach deinen Lehren. Das ist recht wohl gethan. 4. Von oben her uns sende den Geist, den edlen Gast, der stärket uns behende, wenn uns drückt Kreuzeslast; tröst uns in Todespein, mach auf die Him⸗ melsthüre, uns mit einander führe zu deinem Freudenschein! Georg Werner g. 1589 1 1643. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 1 41. heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weis⸗ heit fließt, die sich in fromme Seelen gi uns hören einigkeit o steheit 4 lchren. tönnen lugeben, zum Lebe 3. Ste nem Ra den recht Beg nich ständigke bleiben uns leid was zer zu schau zu bauer 4. U kraft en shaft d uf daß begegnet freudige reichl hlich wir wie Unglür 15* unser Mohst der uns hret, des hret und ren Got, uns, di in himm⸗ e groß ist N wir ihn nennen, ich lieben, lld, durt ben, ber⸗ führ uns daß wit hun nach ist recht ns sende Hast, der genn uns t uns in die Him⸗ einander denschen! 89 1 1510 orgenstem iftig sen Wonne! isch Leben hir betel; eten. lle Wiis ö stomme Pfingstlieder. 79 Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubens⸗ einigkeit auch können aller Chri⸗ stenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zu Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit dei⸗ nem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Be⸗ ständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir uns leiden müssen. Schaue, baue was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsam⸗ kraft empfinden und zur Ritter⸗ schaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Geberden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebens⸗ hort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmer⸗ mehr von deiner weisheitreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Chri⸗ stum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe; kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gieb, daß in reiner Heilig⸗ keit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmels⸗ erben werden. Mich. Schirmer g. 1606 4 1673. Eigene Melodie, oder Aus meines Herzens Grunde. 142 3 ein zu deinen Thoren, sei mei⸗ nes Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden glei⸗ ches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfin⸗ den und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Ent⸗ sündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 80 Pfingstlieder. 4. Du bist das heilge Ole, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten Gott schützt vom Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der leh⸗ ret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl, es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, von Trauren hältst du nichts, erleuchtest uns in Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches mal hast du mit süßen Worten mir aufge⸗ than die Pforten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, daß durch Liebes⸗ flammen sich wieder thun zusam⸗ men, die voller Zwietracht seind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gieb doch deine Gnad zum Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für! Vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergetzet, aus unserm Herzenreißt. 10. Gieb Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich. 11. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins Todes Rachen hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie, oder Gott des Himmels und der Erden. 143 K.Ger o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, sie er⸗ füll uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunkeln Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir andres nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde groß und mach uns vom Irrtum los! 3. Zeige, Herr, die Wohl⸗ fahrtsstege! Das, was wider dich gethan, räume ferner aus dem Wege, schlecht und recht sei um und an; wirke Reu an Sünde Statt, wenn der Fuß gestrau⸗ chelt hat. 4. Laß fühlen,d sind, die wenn sic sindt. L Rut ist u 5. Re tleten fr. seufz au beten, u so wird! Zuversie 6. W bange, muß: A wie lan Beschlu lich zu und Ru 8. 0 Glaub woch 6 rauber Gott. immer wissr ksetzet und etzet, aus leit ind em Strei, Werke unz f kämpfen berwinden, r Sünden nzes Lehmn zinn, und zeben ins venns mit hilf ms dem Tod ns Haus 07⁷ 1 167⁰ der Erden. komm, di s Qbenls eitl Deint us, sie el vird Gei u in den Herz I Verstand res nicht dein Will perde gro Pfingstlieder. 81 4. Laß uns stets dein Zeugnis fühlen, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn alleine zielen, wenn sich Not und Drangsal findt. Denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit, seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit, so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? ei, so mach uns den Beschluß, sprich der Seele tröst⸗ lich zu und gieb Mut, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist; schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg! 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort ge⸗ wisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die Mel. Jesu, meine Freude. 144 chmückt das Fest • mit Maien*), lasset Blumen streuen, zündet Opfer an! Denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen; machet ihm die Bahn, nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. Pf. 118,27. 2. Tröster der Betrübten, Sie⸗ gel der Geliebten, Geist voll Rat und That, starker Gottes⸗ finger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad, gieb uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine teuren Gaben zur Genüge laben! 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor, gieb uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor, gieb uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben! 4. Güldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld, lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih, hundertfältig Früchte bringe, es ihm stets gelinge. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Lie⸗ besglut, laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe uns unser Gott erkiest und nicht Fleisch und Blut, laß uns doch auszusprechen ist. Henrich Held um 1650. das Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen und das Böse fliehen! 6 6. Gieb zu allen Dingen Wol⸗ len und Vollbringen, führ uns ein und aus, wohn in unsrer Seele, und des Herzens Höhle sei dein eigen Haus! Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuze süße, und durch Finsternisse sei du unser Licht, trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nim⸗ mermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Wieschön leucht u. d. Morgenstern. 145 Kun ochien „ komm, höchster Gast, Herr, den der Himmel nicht umfaßt, noch dieser Kreis der Erde! Komm, offenbare dich auch mir, Gott heilger Geist, daß ich in dir Ein Geist mit Christo werde. Leite heute Geist und Sinnen, mein Beginnen und mein Leben, deiner Liebe nachzustreben. 2. Komm, teures Gut, komm, höchster Schatz, komm in mein Herz und mache Platz, dich gläu— big einzunehmen. Ich glaube Pfingstlieder. fest, mein Heil und Licht, du teurer Tröster wirst dich nicht der armen Hütte schämen. Eile, heile Herz und Seele mit dem Ole deiner Gnaden, mache gut den Sündenschaden! 3. Entzünd in mir die Liebes⸗ glut und mache brünstig Geist und Mut, du Flamme reiner Liebe! Laß mich mit dir versie⸗ gelt sein, damit in Not und Todespein ich steten Glauben übe. Rühre, führe mein Ge— müte, Gottes Güte zu erken⸗ nen, Christum meinen Herrn zu nennen. 4. Erquicke mich, du sanfter Wind, du Brunn, wo Lebens⸗ wasser rinnt, du süße Freuden⸗ quelle, die allen Durst der Seele stillt und aus der Gottheit Tiefe quillt ganz rein und ewig helle. Fließe, gieße deine Gaben, mich zu laben, wenn ich sitze in der Angst und Seelenhitze. 5. Sei meiner Ohnmacht Kraft und Macht, mein helles Licht in dunkler Nacht, mein Weg, wenn ich verführet, mein Lehrer in Unwissenheit, mein starker Bei—⸗ stand in dem Streit, bis mich die Krone zieret. Schütze, stütze, Herr, mich Schwachen, stark zu machen meinen Glauben, laß mir nichts die Krone rauben! 6. Hilf mir in meiner letzten Not, versüße mir den bittern Tod! Wenn Herz und Augen brechen, so sei du meines Lebens Licht, laß, wenn die Zunge nichts mehr spricht, dein Seufzen für mich spt stlig sch aller Fr ich dahin Joh. 6 du unse unsers auf uns mir mä geben s. auf E daß ich Wahrhe laß mic was di mich, u ich nie trieben köeu, i und m mich f orum seinen Wagee 4 Sunde wird, winde. berirrt Oerz, Schme beuge; Rlige Liht, du 0 nicht der Eile, hril dem Ol e gut der die Liebes nstig Giis ime reintt dir bersi⸗ Not un 1 Glauben mein Oe⸗ zu erken n Herrm zu du sanfte vo Lebend Freudet t der Setl tth eit Tieß ewig hell aben, mio sitze in x macht Kr Auen il Luhn il farker Bii 65 mich jütze, be, stüb , sark i Pfingstlieder. 83 mich sprechen! Laß mich endlich selig scheiden zu den Freuden X aller Frommen! Ach wann werd ich dahin kommen! Joh. Ernst Wenigk g. 1701 4 1745. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 146. Geeae Vater und vom Sohne, der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott er⸗ geben sei, daß mein ganzes Herz auf Erden mög ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein und, daß ich nicht irren möge, deine Wahrheit mich erfreun! Suchen laß mich in der Welt nichts, als was dir wohlgefällt: lehrst du mich, was recht ist wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Hilf, daß ich, von dir ge⸗ trieben, meinem Gott und Vater treu, ihn mög über alles lieben, und mir nichts so wichtig sei, als mich seiner Huld zu freun und drum Sünden stets zu scheun, seinen Namen zu erhöhen, seine Wege gern zu gehen. 4. Stärke mich, wenn zu der Sünde mein Gemüt versuchet wird, daß sie mich nicht über— winde. Hab ich irgend mich verirrt, o so stärke selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott demütig beuge, meinen Sinn zur Beßrung neige. 5. Fehlt mir Kraft zu guten Verken, treibe zum Gebet mich an, das zur Tugend Schwache stärken, Träge neu beseelen kann. Laß mich aber mein Vertraun nie auf meine Tugend baun, nie der Thaten Lohn verlangen, was Gott giebt, als Gnad empfangen. 6. Steh in allen meinen Lei⸗ den mir mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden deiner Führung folgsam sei. Still im Sterben Angst und Schmerz, daß noch da mein brechend Herz deines Trostes Kraft empfinde, männlich kämpf und überwinde. Hann. Gsb. nach G. Hoffmann wiid S. Diterich. Mel. Jesu, Trost der armen Seelen. 147. Hommn Tröster, komm hernieder, Geist des Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu Glieder! Er, dermtesein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Le⸗ bens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach das Seelenwerk ist wichtig: wer ist wohl, wie er soll, treu zu han⸗ deln tüchtig? 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße. Eins ist not für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Reu und Scham empfinde. 4 Zeig uns des Erlösers Wun⸗ den, ruf uns zu: Ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden; eure Sünd 6* 8⁴ ist schon gerochen, Jesu Blut ma⸗ chet gut, was die Welt verbrochen. 5. Weck uns auf vom Sünden⸗ schlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe, reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Ver— stockung sterben! 6. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unter⸗ richt, wie wir Gott gefallen. Lehr uns, recht vor Gott zu treten, sei uns nah und sprich Ja, wenn wir gläubig beten. 7. Hilf den Kampf des Glau⸗ bens kämpfen, gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Trinitatislieder. Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden! 8. Hilf uns nach dem Besten?) streben, schenk uns Kraft, tu⸗ gendhaft und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn dei⸗ nes Worts zu gehen.)1 Cor. 12,31. 9. Sei bei Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshitze! Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freu⸗ dig in die Freude! Ehrenfr. Liebich g. 1713 4 1780. X. TCrinitatislieder. Eigene Melodie. 148 Genmererten wohn uns bei und laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben! Vor dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund ver⸗ trauen, dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehn des Teufels Listen, mit Waffen Gotts uns fristen! Amen, Amen, das sei wahr, wir Halleluj a! 2. Jesus Christus, wohn uns bei und laß uns nicht verder— ben, u. s. w. so singen 3. Heiliger Geist, wohn uns bei und laß uns nicht verder⸗ ben, u. s. w. Martin Luther g. 1483 1546. Eigene Melodie. 149. llein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, dwmn daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun wist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemes gschieht, dacht:! Herren! 3. geborn ters, V berlorn, ders, La und Got unsrer! ollerl 4. L Gut, d vors T hüt, die große! abwend Wil N.Deciu Nel. He 15 dem Laß unz eiden, Apt und Dos hen! m Besten Kraft, tu t zu leben. tille steher Bahn de⸗ 1 Cor. 12,l. chheit unste „mach uns itzel Füh, dem Vude Geist fra⸗ Indr wohn un icht berda⸗ 145015 5 die. Hott in N. sei Eht u ade, darmm ermehr U cade. Ein uns halj n Unterlaß Ende. ssu, uben wir dansen cwislic V V nken. 0 Trinitatislieder. 8⁵ ungemessn ist deine Macht, fort g'schieht, was dein Will hat be⸗ dacht: wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn ein⸗ geborn deines himmlischen Va⸗ ters, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller unsers Ha⸗ ders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du größtes Gut, du all'rheilsamster Tröster, vors Teufels G'walt fortan be⸗ hüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Tod, abwend all unsern Jamm'r und Not! Dazu wir uns verlassen. N. Decius 1 1541.(Gloria in excelsis.) Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. ei Lob, Ehr, Preis 150. S und Herrlichkeit dem Vat'r in alle Ewigkeit, der alle Ding erschaffen hat und sie erhält durch seine Gnad. 2. Ehr sei auch seinem lieben Sohn, der alles Gute uns gethan, der an dem Kreuze für uns starb und so den Himmel uns erwarb. 3. Ehr sei auch Gott dem heil—⸗ gen Geist, der uns durch sein Gnad allermeist die Wahrheit machen woll bekannt und uns eröffnen den Verstand. 4. O heilige Dreifaltigkeit, o wahre einige Gottheit, erhör uns aus Barmherzigkeit und führ uns zu der Seligkeit! 1566. Mel. Christ unserHerr zum Jordan kam. as alle Weisheit 151. Wĩ in der Welt bei uns hier kaum kann lallen, das läßt Gott aus dem Himmelszelt in alle Welt erschallen, daß er alleine König sei, hoch über alle Götter, groß, mächtig, freund— lich, fromm und treu, der From⸗ men Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Personen. 2. Gott Vater, Sohn und heilger Geist heißt sein hoch— heilger Name; so kennt, so nennt, so rühmt und preist ihn der gerechte Same, Gott Abra⸗ hams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, den er liebet, Herr Zebaoth, der Nacht und Tag uns alle Gaben giebet und Wunder thut alleine. 3. Der Vater hat von Ewig⸗ keit den Sohn, sein Bild, er⸗ zeuget; der Sohn hat in der Füll der Zeit im Fleische sich gezeiget; der Geist geht ohne Zeit herfür vom Vater und vom Sohne, mit beiden gleicher Ehr und Zier, gleich ewig, gleicher Krone und ungeteilter Stärke. 4. Sieh hier, mein Herz, das ist dein Gut, dein Schatz, dem keiner gleichet; das ist dein Freund, der alles thut, was dir zum Heil gereichet, der dich ge⸗ baut nach seinem Bild, für deine Schuld gebüßet, der dich mit wahrem Glauben füllt und all dein Kreuz durchsüßet mit seinen heilgen Worten. 5. Erhebe dich, steig zu ihm zu und lern ihn recht erkennen! 86 Denn solch Erkenntnis bringt dir Ruh und macht die Seele bren⸗ nen in reiner Liebe, die uns nährt zum ewgen Freudenleben, da, was allhier kein Ohr gehört,“) Gott wird zu schauen geben den Augen seiner Kinder. 4 Cor.2,9. 6. Weh aber dem verstockten Heer, das sich hie selbst ver— blendet, Gott von sich stößt und seine Ehr auf Kreaturen wendet! Dem wird gewiß des Himmels Thür einmal verschlossen bleiben; denn wer Gott von sich treibt all⸗ hier, den wird er dort auch trei— ben von seinem heilgen Throne. 7. Ei nun, so gieb, du großer Held, Gott Himmels und der Erden, daß alle Menschen in der Welt zu dir bekehret werden. Erleuchte, was verblendet geht bring wieder, was verirret, reiß aus, was uns im Wege steht und freventlich verwirret die Schwachen in dem Glauben. 8. Auf daß wir also allzugleich zur Himmelspforte dringen und dermaleins in deinem Reich ohn alles Ende singen, daß du alleine König seist, hoch über alle Götter, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der Frommen Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Personen. Paul Gerhardt g. 1607 + 1676. Mel. Wieschön leucht u. d. Morgenstern. 152. Hen ja! Lob, Wen und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Cvigkeit zu Trinitatislieder. „zugeführt, Ewigkeit sei in uns allen ihm be⸗ reit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind er⸗ wählet; der uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja! Gott heilger Geist sei ewiglich von uns ge⸗ preist, durch den wir neu gebo— ren, der uns mit Glauben aus⸗ geziert, dem Bräutigam uns den Hochzeittag er⸗ koren. Heil uns, Heil uns, da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna. 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 1698 Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. 153 Gott, wir ehren deine Macht und Gnade zu uns Armen, nach welcher du uns wert geacht, dich unser zu erbarmen. Wir ind voll wir tot, hast na dich uns grund al 2. Wi an, du s hast! zum Tr Dein 36 15 Friche wie 2. deinen len ihm be⸗ Kraft und et: Heiliz lich, heilh otteslamm ir sind et⸗ einem Blll renget und vermähle. freundschaf e wir haben aben. ott heilge n uns ge⸗ neu gebo⸗ auben aus tigam u ittag el eil uns, R. eide, da is Hosianma Preis ud tt je nch sem großch mit alla singet mi Freuden: get, singt nd herrich Gott, N 1005 Lieder für die sind voll Sünde, du voll Gnad, wir tot, du bist das Leben und hast nach deinem Gnadenrat dich uns zu eigen geben, o Ab⸗ grund aller Liebe! 2. Wir beten dich als Vater an, du liebest uns als Kinder; so hast du dich ja kund gethan, zum Trost der armen Sünder. Dein Zorn weicht deiner Lieb und Huld, dein väterlich Gemüte ist voll Erbarmen, voll Geduld, voll Langmut, Treu und Güte, o liebreich Vaterherze! 3. O Jesu, teurer Gottes⸗ sohn, du Licht vom wahren Lichte, vor dir, dem rechten Gnaden⸗ thron, wird Sünd und Tod zu⸗ nichte; du bist der Grund der Seligkeit, worauf wir Armen hoffen, dein Gnadenbrunn steht kleineren Feste. 87 allezeit für unsre Seelen offen, du Ausfluß alles Segens! 4. O Geist der Gnade, wahrer Gott, komm, steure dem Ver⸗ derben, laß uns durch Christi Kreuzestod der Welt und uns absterben, ja schlag das ganze Höllenreich in unsrer Seel da⸗ nieder, damit wir Jesu Christo gleich und seines Leibes Glieder durch deine Gnade bleiben. 5. So ehren wir in Einem Thron dich, unsern Gott und Vater, samt Christo deinem lieben Sohn, als unserm Heils⸗ erstatter, und Gott dem werten heilgen Geist von gleicher Macht und Wesen. Hilf, der du drei⸗ mal heilig heißt, daß wir in dir genesen und dich dort ewig loben. Ludw. Andr. Gotter g. 16614 1735. XI. Lieder für die kleineren Teste. 1. Darstellung Jesu. Lobgesang Simeons. (Nune dimittis.) Ev. Tuc. 2, 29— 32. Eigene Melodie. 154 Hee nun lässest du 2 deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesaget hast; 2. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehn, den du bereitet hast vor allen Völkern, 3. Ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volls Israel. 4. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 5. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit. Amen. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 155 Dis bitt ich, liebster 2 Jesu mein, komm zu mir in mein Herz herein, daß ich an dir hab Lust und Freud wie Simeon im Tempel heut. 88 Lieder für die 2. Denn du mein Heil und Leben bist, so mir von Gott ge— geben ist; mach rein mein Herz, rein meinen Mut, auf deinem Weg mich halt in Hut! 3. Zeig mir die Bahn mit deinem Licht, daß ich ja fehl des Himmels nicht; wend ab von mir all Straf und Pein und laß mich ganz dein eigen sein! 4. Dein Antlitz sei auf mich gericht, im Tod und Leben laß mich nicht, so will ich gern aus dieser Welt zu dir heimgehn, wenn dirs gefällt. Bartholomäus Helder 1635. Mel. Valet will ich dir geben. 156 95 Jesu, Licht der „Heiden, der From⸗ men Schatz und Lieb, wir kom— men jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier, nach Simeons Exempel, dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch heut zu Tage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. 3. Sei unser Glanz in 40 ein helles Licht in Pein, Schrecken unsre Sonne, im Arenz ein Gnadenschein, in Zagheit Glut und Flamme, in Not ein Freudenstrahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todes⸗ qual! kleineren Feste. 4. Herr, laß auch uns gelin⸗ gen, daß letzt wie Simeon ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir wer⸗ den nun mit Frieden mein Augen zugedrückt, nachdem ich schon hie— nieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja ich hab im Glau⸗ ben, mein Jesu, dich geschaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du, uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zu⸗ weilen so streng und hart mich an, daß oft vor Angst und Heu⸗ len ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Johann Franck g. 1618 4 1677. 2Z. Verkündigung Mariä. Mel. Werde licht, du Stadt der Heiden. 15 7. H Lan erschr worauf Adam schon so oft, wie auch Jakob und samt ihnen aller Väter Schar gehofft, dran sich Abraham erquicket, als er ihn im Geist erblicket. 2. O des Tages voller Wonne und dem sonst kein Tag nicht gleicht, seit von Anbeginn die Sonne hat um dieses Rund geleucht, o der vielgewünschten Stunden, die sich nunmehr ein⸗ gefunden! 3. Ol den, sei ge als mit ht ein und vor fe. inl 4. Nu li obe auch die ind Gere Herr kon beginnt 5. E trägt dit bei Sch Schöpfe Geschöp lichkeit aus der 6.06 man ar Dises das von Welches ann beg 7. V neben, und B dir geh U Ut? ind S pfangen ⁰ U 5. Jes Lobge 15⁰ uns geln⸗ imeon ein singen den Mir wer⸗ nein Augen schon hie⸗ hab erblick. im Glau⸗ 9 geschaut; nir rauben, räut. I zen, und in 18 scheidin Magst, Ein zwar zu hart mih und Hal⸗ nen kann, gehen, daß Angesich lares Lich. 1618 H 1N. ——. Mariä t det Heiden t uns 0 erschienel so oft, u 0 30 m Lieder für die kleineren Feste. 3. O du Anfang unsrer Freu⸗ den, sei gegrüßt, gewünschtes Licht, als mit dem uns armen Heiden jetzt ein neuer Trost anbricht, und vor welchem wir indessen 190 in lauter Nacht gesessen 4. Nunmehr trieft ein Heiles⸗ regen oben durch den Himmel ab, auch die Wolken schütten Segen und Gerechtigkeit herab: Gott der Herr kommt selbst auf Erden und beginnt ein Mensch zu werden. 5. Gott wird Mensch und trägt die Sünde, Allmacht kehrt bei Schwachheit ein, selbst der Schöpfer wird zum Kinde, sein Geschöpf soll Mutter sein. Herr⸗ lichkeit kommt zu uns Armen, agus der Rache wird Erbarmen. 6. O Geheimnis, dessen gleichen man auf Erden nie gesehn! Dieses ist ein Wunderzeichen, das von Gott heut ist geschehn, velches kein vernünftig Sinnen ann begreifen noch gewinnen. 7. Vater, und doch Kind da⸗ neben,*) unser Bruder, und Blut, ach was können wir dir geben für dies allzu große Sut? Hilf, daß wir mit Herz und Sinnen geistlich 20 em⸗ ofangen können.) Jes. 9, 6. Johann Franck g. 1618 4 167˙7. 5. Sest Johannes des Cäufers. Lobgesang des Zacharias. (Das Benedictus.) Ey. Cuc. 1, 68— 79. Eigene Melodie. Fleischsk 89 denn er hat besucht und erlöset sein Volk, 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David: 3. Wie er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner hei— ligen Propheten, 4. Daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, 5. Und die Barmherzigkeit er⸗ zeigte unsern Bätern und gedächte an seinen heiligen Bund 6. Und an den Eid, den er ge⸗ schworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, 7. Daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Lebenlang 8. In Heiligkeit und Gerechtig⸗ eit, die ihm gefällig ist. 2. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen, du wirst vor dem Herrn her⸗ gehen, daß du seinen Weg be— reitest 10. Und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünde, 11. Durch die herzliche Barm⸗ herzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besuchet hat 158 Gene ei der Herr, ö 2 der Gott Israels, der Aufgang aus der Höhe, Lieder für die 12. Auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 13. Lob und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 14. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 159 elobet sei Israels 2 Gott, der Herr, der sein Volk in der Not und, da es gänzlich war verflucht, mit großen Gnaden hat besucht. 2. Er hat uns seinen Sohn gesandt, der allen Zorn ganz abgewandt und uns erlöset kräf⸗ ——1 des kann Israel freuen sich. 3. Da mit uns schon war alles aus, in seines Dieners Davids Haus hat er ein Horn der Selig⸗ keit gesetzt zu Trost der Chri— stenheit, 4. Wie ans vor Zeiten machte kund der heiligen Propheten Mund; dadurch er uns hat an⸗ gemeldt, er woll uns retten als ein Held. 5. Der Feinde Trutz, des Hassers Hand, ob sie vor Zorn gleich sind entbrannt, woll er zerbrechen als der Mann, der Tod und Teufel zwingen kann. 6. Hierzu hat ihn sein Herz bewegt, das sich mit Gnad und kleineren Feste. Güte trägt; er hat an seinen Bund gedacht, vorlängst mit Abraham gemacht, 7 Wie auch an dieses, was er hat geschworen ihm an Eides Statt, zu geben denen, die da sind von ihm gezeugt, auch Kindes-Kind, 8. Auf daß, wenn wir erlöset sein vom Teufel, Tod und Höllen⸗ pein, ihm dienete sein Leben lang ein jeder ohne Furcht und Zwang, 9. Gerecht und heilig in der Welt nach solcher Art, die ihm gefällt, nicht, wie es Menschen Witz erdenkt, damit man sich ver⸗ gebens kränkt. 10. Du Kindlein, du wirst ein Prophet des Höchsten heißen, der da geht vor seinem Herren fein voran und macht ihm richtig seine Bahn. 11. Du wirst verkündigen das Heil, an dem der Mensch soll haben teil, dem seine Sünd und Missethat der fromme Gott ver⸗ geben hat, 12. Aus herzlicher Barmher⸗ zigkeit, kraft deren uns in un⸗ serm Leid der Aufgang aus der Höh besucht. Das ist der Liebe Gab und Frucht, 13. Auf daß, die er im Fin⸗ stern findt, und die ins Todes Schatten sind, des Lichtes Kinder I sein durch seinen hellen Glanz und Schein, ö 14. Daß ihre Füße richtig stehn und auf dem Weg des Friedens gehn, ja endlich alle⸗ samt zug ins Him Joh 4. U Lobge 6l 160 und n tes, meij 2 Di Magd a siehe, clig pre d. De mir geth der d Mme h 4. U Währeti bei de 5. E Am an seinen längst mit ses, was er an Eides len, die d eugt, auch wir erlöse und Höllen sein Leben Furcht ud eilig in di rt, die ihn Renschu an sich ver du E eih Henn fh ihm rihti ündigen d Nensh f Sünd U ne Gott be⸗ + Barnhe uns in M. mg aus d ist der Hbe er im h. ins Tuld ts 1 11 seinen hel Füße 2. W VBeg d endlich Lieder für die samt zugleich mit Freuden gehn ins Himmelreich. 4. Heermann g. 1585 f 1647. . Marick Beimsuchung. Lobgesang der Maria. (Das Magnificat.) Ev. Tuc. 1, 46— 55. Eigene Melodie. 160 eine Seele erhebet 0 den Herren, und mein Geist freuet sich Got— tes, meines Heilandes, 2. Denn er hat seine elende Magd angesehen; siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindes-Kind, 3. Denn er hat große Ding an mir gethan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist, 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind üin ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen Hom Stuhl und erhebet die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lässet die Reichen leer. 8. Er denket der Barmherzig— keit und hilft seinem Diener Israel auf, 9. Wie er geredt hat unsern Vätern, kleineren Feste. 9¹ Abraham und seinem Samen ewiglich. 10. Lob und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste, 11. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Eigene Melodie. ein Herz und Seel 161. M den Herren hoch erhebet, den großen Gott, der ewig herrscht und lebet; mein Geist in mir sich meines Heilands freut und seinen Ruhm ver— mehret allezeit. 2. Denn er hat mich Elenden angesehen und mein Gebet erhöret und mein Flehen; es hat der Herr mich Armen nicht veracht, er hat mit Gnad und Rettung mich bedacht. 3. Gott, dessen Macht nicht kann ergründet werden, und dessen Nam im Himmel und auf Erden hochheilig ist, hat große Ding gethan an mir, die ich nicht alle zählen kann. 4. In keiner Not hat er mich je verlassen, Barmherzigkeit ist bei ihm ohne Maßen und währet von Geschlecht fort zu Geschlecht, wo man ihn fürcht und hoch hält seine Recht. 5. Er übt Gewalt mit seines Armes Stärke, daß jedermann muß spüren seine Werke; die stolz und hoch in ihren Herzen Lieder für die seind, zerstreuet er, und ist den— selben feind. 6. Er stößet, die gewaltig sind vor allen, von ihrem Stuhl, daß sie erschrecklich fallen; die Niedrigen erhebet er davor und stellet sie ganz unverhofft empor. 7. Die Hungrigen, die ihn vor Augen haben, erfüllet er mit Gütern und mit Gaben; die Reichen läßt er leer beim Überfluß, daß Not und Angst darauf erfolgen muß. 8. Er denket der Barmherzig⸗ keit und Güte, daß er fortan uns väterlich behüte und seine Kirch im ganzen Erdenkreis er⸗ halt und schütz zu seines Namens Preis. 9. Die Treu, die er im neuen Bund und alten geredet hat, die wird er ewig halten, der Herr verläßt uns, seine Kinder, nicht, weil zu ihm steht all unsre Zuversicht. 10. Gott Vater, dir sei Dank gesagt und Ehre, Herr Jesu Christ, den Glauben in uns mehre, o heilger Geist, erneu uns Herz und Mund, daß wir dein Lob ausbreiten jede Stund. David Denicke(2) g. 1603 1 1680. 5. Michaelisfest. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Nel. 2. 9 162 Ad Lieb läßt Gott »Ider Christenheit viel Gutes widerfahren, aus Lieb hat er ihr zubereit viel tausend Engel⸗ kleineren Feste. scharen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns gar wohl bewahren. 2.Sie lagern sich, wenn kommt die Not, in Eil gefaßt sich machen und reißen die, so fürchten Gott, aus ihrer Feinde Rachen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die immer für uns wachen. 3. Sie führen auf den Straßen 5601 die Großen und die Kleinen, auf daß ihr Fuß nicht straucheln soll im Stoßen an den Steinen.“) Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns mit Treue meinen.)Ps.91,12. 4. Solch Wohlthat denen wird erzeigt, die nach dem Herren fragen; die Engel ihnen sind geneigt, den Satan sie verjagen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der guten Engel Tag, die uns gen Himmel tragen. Georg Reimann g. 1570 f 1615. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. u Herr der Sera⸗ 163. D Aahmen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn, du übergroßer Meister der wunderschönen Gei⸗ ster, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Fürsten und die Thro⸗ nen, die in dem Himmel wohnen, giebst du zu meiner Wacht; sie sehn dein Angesichte in höchst vollkommnem Lichte, doch neh— men sie mich auch in acht. 3. Daẽ die deine Herr in Feuerflar zusammen Lib und 4 0 dankbaret Vunders Rechte f die mich 5. Lil aller F Himmel Vegen so bleib 6.D so laß wahrer Kinder! üben, x bereit! 1. S nichts b Ecken! scheun! 0.M 0 führ ihren9 dich erf mel drt ähnlich Bene an fröhlic st der guten 8 gar wohl venn kommt sich machn rchten Gct hen. Darmn mag: Hal I Tag, d n. den Sttaßn die Kleinnj ht strauche Steinen singen mag gel Tag, N 1.)Waln denen ui dem Hen ihnen fu sie verjn n singen m G tragen. 1570N 106 — dich last r der San hinen, d nen und übergrohe schönen 90 soll dele nd D dl ie Dheo mel wohnin V Zacht;) e in doch nah⸗ ahl Lieder für die 3. Das sind die starken Helden, die deinen Rat vermelden, du Herr in Israel! Das sind die Feuerflammen, die schlagen stets zusammen um frommer Christen Leib und Seel. 4. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüte für diese Wunderschar, ich rühme deine Rechte für diese Gnadenknechte, die mich behüten vor Gefahr. 5. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüten durch diese Himmelswach, laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 6. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen in wahrer Heiligkeit; wie sie die Kinder lieben und sich in Demut üben, so mach auch mich dazu bereit! 7. Sie thun ja deinen Willen, den laß mich auch erfüllen; sie leben keusch und rein, o laß mich nichts beflecken und mich an allen Ecken vor diesen reinen Geistern scheun! 8. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein! Da werd ich dich erst loben und in dem Him⸗ mel droben dir und den Engeln ähnlich sein. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. kleineren Feste. 93 Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 164.— was sind wir, daß du Engel uns zu unsern Wächtern giebst? Menschen sind wir voller Mängel, Menschen, die du dennoch liebst. Engel, die dich allzeit sehn, sollen uns zu Diensten stehn; Engel hüten uns als Kinder, heilge Engel schützen Sünder. 2. Engel sinds, die nach den Proben nun beständig Gutes thun, die dich unaufhörlich loben, die in deinem Himmel ruhn, die gehorsam, keusch und rein, die der Menschen Freunde sein, die ihr Antlitz ohne Flecken doch vor dir in Demut decken. 3. Heere, welche die bewachen, die dich fürchten, großer Gott, die ein schrecklich Lager machen gegen aller Feinde Rott, diese sehn in deinem Licht, Vater, stets dein Angesicht, Diener, die zu deinen Füßen dir in Ehrfurcht dienen müssen. 4. Gott der Engel, Herr der Helden, ach was sind wir Men⸗ schen doch, daß wir so viel vor dir gelten? O wie hältst du uns so hoch! Deine Engel dienen uns, sind die Zeugen unsres Thuns. Laß uns auch mit diesen Chören ewig dich im Himmel ehren! Phil. Friedr. Hiller g. 1699 4 1769. e, B. Lieder von der Kirche und den Gnadenmitteln. XII. Lieder von der christlichen Rirche. Psalm 67. Eigene Melodie. 165 E wolle Gott uns „ gnädig sein und seinen Segen geben, sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht' zum ewgen Leben, daß wir er⸗ lennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Völker überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten; das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist! Dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist! Nun sprecht von Her⸗ zen Amen! Martin Luther g. 1483 4 1546. Ysalm 12. Eigene Melodie. 166 ch Gott, vom Him⸗ mel sieh darein und laß dich des erbarmen, wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Witz erfindet; ihr Herz nicht Eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten ganz und gar, die falschen Schein uns lehren und deren Zung stolz offenbar spricht: Trotz! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir setze ist, der 4. De muß au erstöret: mir here höret. auf den sie greift der Arn 5. D siebenme funden; warten den. 6 währet erkannt stark in 6. D wahren Gschlet fohlen s. flechte umherf sind in M —— ö 10 0 sol nicht hätten armes 0 viel etzen 5 Sim; Lerschl Mit U odie. t, vom Hil h darein u M, wie wel in, verlash Dein MI Wahr, K schen gak! Rindet; innes ish indet. V Lieder von der christlichen Kirche. 9⁵ wir setzen, das gilt gemein; wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag er— höret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; am Gotteswort man warten soll desgleichen alle Stun— den. Es will durchs Kreuz be⸗ währet sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, be⸗ wahren rein vor diesem argen G'schlechte, und laß uns dir be— fohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sch anher findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Martin Luther g. 1483 f 1546. Psalm 124. Eigene Melodie. 167. Woer Gott nicht mit uns diese Zeit, o soll Israel sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit, wir hätten müßn verzagen, die so ein urmes Häuflein sind, veracht von o viel Menschenkind, die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; hätt Gott es zugegeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn, als die ein Flut ersäuft, und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei, und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gottes Himm'ls und Erden. Martin Luther g. 1483 1 1546. Psalm 46. Eigene Melodie. 168 Eir feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint, tgroß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald ver— loren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst er⸗ koren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stan und kein Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Ga⸗ ben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. 169 rhalt uns, Herr, * bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum deinen Sohn wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Trö⸗ ster wert, gieb dein'm Volk ein'r⸗ lei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Not, g'leit uns ins Leben aus dem Todl Martin Luther g. 1483 1 1546. ö Mel. Erhaltuns, Herr, bei deinem Wort. 170 A5 bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht! 2. In dieser schwern betrübten Zeit verleih uns, Herr, Bestän⸗ digkeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind sonst sicher, faul Lieder von der christlichen Kirche. und kalt; gieb Glück und Heil zu deinem Wort, gieb, daß es schall an manchem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord, gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einig⸗ 1—5 Mut und Geduld! 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh, viel Sekten und groß Schwärmeret auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich ver⸗ lassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Her⸗ zens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz, dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts An⸗ dres suchen mehr. 9. Gieb, daß wir lebn in dei⸗ nem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Nach Nik. Selnecker g. 1532 1 152. Mel. Kommt her zu mir, spricht G. 8. 171. Vaan nicht, du Häuflein klein, ob⸗ schon die Feinde ens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Ti Sach ist Rach un Er wird den er w dich und 3. Se stin Wo und Hö thut an! Schand uns un wolln y (Dies Morgen 16. Nob dienst sir Mel Erh Il 7² kleucht und br * + wissen haben 4. Gehör leden 0 1— Glaub und Hiil daß es schal bei deinen eufels Trig einer Kirhe ried, Einig l jeht gar i st Reine M Schwärment Dmmt herbe eistern wht walt erhebn à was Mul e rechte WM Ehr, He nser, sonden so steh K uf dich d unsers hu einer Kült ei erhalt mn 4 nichts lebn in arauf funt nen aus M. in dunn J 15351fll 1, spricht d. Lieder von der christlichen Kirche. 9⁷ 2. Tröste dich nur, daß deine 5. Erleuchte, die da sind ver⸗ Sach ist Gottes, dem befiehl die blendt, bring her, die sich von Rach und laß es ihn nur walten! Er wird durch seinen Gideon*), den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. ) Richter 6, 13. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Welt, Teufel und Höllenpfort und was dem thut anhangen endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott: den Sieg wolln wir erlangen. (Dies Lied ließ Gustav Adolf am Morgen der Schlacht bei Lützen, am 46. Novbr. 1632, beim Feldgottes⸗ dienst singen.) Mel. Erhaltuns, Herr, bei deinem Wort. 172 Jesu Christe, wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfülle mit dem Gnaden⸗ sschein, die in Irrtum verführet ssein; auch die, so heimlich noch fficht an in ihrem Sinn ein fal— scher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad und ihr verwundt Ge⸗ wissen heil, laß sie am Himmel haben teil! 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zu⸗ gleich auf Erden und im Him⸗ melreich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade prei— sen dich. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Jesaias 49. Eigene Melodie. 1 73 ion klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er ihm erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich ver⸗ lassen in der Not und läßt mich so harte pressen! Meiner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat ver⸗ sprochen seinen Beistand jeder⸗ zeit, der läßt sich vergebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach will er denn für und für so gar grausam zürnen mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar bist du jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt, doch stell alles Trauren ein! Wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, 1 9 Lieder von der christlichen Kirche. da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier; mein Herz hast du mir besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann; siehe, hier in meinen Händen hab ich dich ge⸗ schrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja ge— denken dein, deine Mauren muß ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist stets mir vor den Augen, du liegst mir auf meinem Schoß, wie die Kindlein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Not, Gefahr und Streit, ja der Satan selbst nicht scheiden; bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Eigene Melodie, oder Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 17 4 hriste, du Beistand 2 deiner Kreuzge⸗ meine, eile, mit Hülf und Ret⸗ tung uns erscheine! Steure den Feinden, ihre Blutgedichte mache zu nichte! 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder, alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder! 3. Friede bei Kirch und Schu⸗ len uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre, Friede dem Herzen, Friede dem Ge⸗ wissen gieb zu genießen! 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. g. 1594 T 1648. Mel. Zionklagtmit Angstu. Schmerzen. 17 5 ion, gieb dich nur 2 zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch, dies ist sein be⸗ liebter Brauch; Zion, lerne dies bedenken, warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meeres⸗ wellen in der wilden tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu gleich als in der sanften Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird sich bald legen. 3. Berge, Felsen möchten wei⸗ chen, ob sie noch so feste stehn, ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn: den⸗ noch hat es keine Not in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus den wohlgefaßten Schranken. 4. Müssen schon allhie die Thränen deine schönsten Perlen sein, muß das Seufzen und das Stöhnen schon das beste Lied dir Matth. Apelles v. Löwenstern ö sein, m Blut,! Gut:; grauen, vertraut 5.D. und Be Herzele zu sche Ewigke gemut, es thul schon eben n 6.2 und gieb d der di Für d Hohn kron. lachen, Macher 4. liebes denn mimm giebt den I ist u kannst 8. etben hier! sterbe für in Zion den Freu Ioa hre, Fricde de dem Ge⸗ eßen! ich deine Git wig und ohn du Wächtu de, Himml v. Löwenstem + 1645. stu. Schmerzen cb dich un eden, Gott 0 u bist nith er hat einn er straft, 6 ist sein d n, lerne di villst du du die 9— 20 N tiefen E zashel 0 und D Lieder von der christlichen Kirche. 99 sein, muß dein Purpur sein das Blut, und der Mangel Hab und Gut: Zion laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott vertrauen. 5. Dräut man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid, ei du wirst doch nicht zu schanden, denk nur an die Ewigkeit! Sei nur fröhlich, wohl⸗ gemut, denn der Herr ists, der es thut. Zion, Gott wird dich schon stärken, dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun ist das Ende und der Abend schon herbei; gieb dich nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn giebt er dir die Freuden⸗ kron. Zion, du wirst wieder lachen, drum so laß die Welt nur machen! 7. Halleluja! deine Wonne, liebes Zion, wird nun groß, denn die schöne Gnadensonne nimmt dich recht in ihren Schoß, giebt dir einen Freudengruß und den rechten Liebeskuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freude sagen. 8. O ihr Engel, Himmels⸗ erben, freuet euch mit Zion hier! Denn die jetzt hat wollen sterben, soll nun leben für und für und sich freuen ohne Zahl in dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun schei— den von dem Lamm und ewgen Freuden? Offenb. Zoh. 2 und 3. Eigene Melodie. 9176 ahre fort, fahre 2 fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle! Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich, leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, halt am Beten und am Wachen! Zion, wenn sie dir viel Lust ver⸗ spricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten! Zion, beides das, was krumm und schlicht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott, stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben! Zion, in die Kraft, für Heuchelschein, dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, Joach. Pauli g. um 1636 F nach 1674. was der in dir schafft, der als 1½9 10⁰ Lieder von der christlichen Kirche. seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei, auf, ver⸗ lasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Joh. Eusebius Schmidt g. 1670 + 1745. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 17 7. T Hirte deiner Herde, deiner Glieder starker Schutz, sieh doch, wie die Asch und Erde, großer Gott, mit Grimm und Trutz tobt und wütet wider dich und vermißt sich freventlich, deine Kirche zu zerstören und dein Erbteil zu verheeren. 2. Du, Herr, bist ja unser König, wir sind dein mit Leib und Seel, Menschenhülf ist hier zu wenig, wo nicht du, Imma⸗ nuel, zu der Deinen Rettung wachst und dich selbst zu Felde machst, für dein wahres Wort zu kämpfen und der Feinde Rat zu dämpfen. 3. Es trifft nr. Namens Ehre, deiner Wahrheit Heilig— tum, Jesu, deine Glaubenslehre, deines Leidens Kraft und Ruhm und den Dienst, den dir allein wir zu leisten schuldig sein; dazu kannst du ja nicht schweigen, deine Machthand wirst du zeigen. 4. Stärke nur den schwachen Glauben, den bei so betrübter Zeit Fleisch und Satan uns zu rauben und mit Furcht und Blödigkeit uns zu schrecken sind bemüht. Deine Weisheit kennt und sieht deiner Kinder schwach Vermögen und wird nicht zu viel auflegen. 5. Hilf den Deinen und bekehre der Verfolger blindes Heer, der Verfolgung steur und wehre, daß sie uns nicht werd zu schwer. Nimm dich der Bedrängten an, leit auch die auf rechter Bahn, die noch jetzt durch Satans Lügen sich selbst um ihr Heil betrügen. 6. Laß uns recht und redlich handeln und in Taubeneinfalt dir ganz gelassen heilig wan⸗ deln, doch dabei uns klüglich hier schicken in die böse Zeit und vor falscher Heiligkeit, auch der Feinde List und Wüten uns mit Schlangenklugheit hüten. 7. Laß mit Beten und mit Wachen stets uns stehn auf unsrer Hut und nur dich, Herr, lassen machen, so wird alles wer⸗ den gut. Jesus streitet für uns hier und vertritt uns dort bei dir, bis wir auf der neuen Erden mit ihm triumphieren werden. Henr. Kath. v. Gersdorf g. 1648 4 1726. Mel. Dir, dir, Jehova, will ich singen. 178. Woh auf, du Geist der ersten Zeugen, die auf der Maur als treue Wächter stehn, die Tag' und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegen gehn, ja deren Schall die ganze Welt du Scharer 9 L. entbrent alle Lar doch in die in Herrnd darein: wenig! 3. Worte sern Y an alle 0 hierun drum! ollge 4. dies 0 Sohn Wi Wle de 0 zud Reinen hierun das is Resche 2 große Cvan uns Saln V Obre wuhr deines 6. käme dein aus würd zu rauben Bloͤdigkit bemüht. und sieht Vermögen auflegen. nd bekehre Heer, der vehre, daß u schwer, ingten ah, ter Bahn, ans Lügen betrügen, nd redlich beneinfal ilig wal⸗ üglich hit it und vor auch du züten uns hüten. und mu stehn auf dich, Hun, alles Wel⸗ et für uu⸗ 3 dort hal er Melh umppitn 164Hfι —.— Uich frgn 5u Giit en geuge Ligen und die gunde Lieder von der christlichen Kirche. 10¹ Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß dein Feur doch bald entbrennte, o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gieb doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernt, ach siehe doch darein: die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in un⸗ sern Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, Himmel bald entzwei?*) und komm herab zur Hülf und mach uns frei!) Jes. 64, 1. 7. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen, es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Hau— fen der Heiden Füll in allen Thoren ein! Ja wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 8. O bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, ach dich räum aus jedem Wege! Vertilg, hierum herzinbrünstig anzuflehn; o Herr, den falschen Glaubens— drum hör, o Herr, und sprich: Es wahn und mach uns bald von soll geschehn. jedem Mietling frei, daß Kirch 4. Wie kannst du uns denn und Schul ein Garten Gottes sei. dies versagen, was uns dein 9. Laß jede hoh und niedre Sohn selbst deutlich bitten heißt? Wie denkst du dieses abzuschlagen, Schule die Werkstatt deines gu⸗ ten Geistes sein, ja sitze du nur wozu du uns selbst treibst durch auf dem Stuhle und präge dich deinen Geist? Denn daß wir der Jugend selber ein, daß treuer hierum brünstig zu dir flehn, Lehrer viel und Beter sein, die das ist allein durch deinen Geist geschehn. 5. So gieb dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein! O breite, Herr, auf weitem Er— denkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 6. Ach daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abends für die ganze Kirche flehn und schrein. 10. Du hast uns Hirten ja versprochen, die du nach deinem Herzen geben willt; nun wird dein Wort niemals gebrochen, ein jedes Wort wird Punkt für Punkt erfüllt; drum halt ich dieses klare Wort dir vor, ach denke dran und neig uns Herz und Ohr! 11. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, giebst licht! Ach reiß, o Herr, den selber mir etwas von deinem 10² Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! Karl Heinr. v. Bogatzky g. 1690 7774. Mel. Valet will ich dir geben. 179 Die du zum Heil er⸗ • schienen der aller⸗ ärmsten Welt und von den Che⸗ rubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze ver⸗ höhnt für seine Huld, als du am dürren Holze versöhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus; von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitkleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völker⸗ scharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht; auch sie hast du gegraben in deinen Priester⸗ Lieder von der christlichen Kirche. schild,“) am Brunngquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. ) 2 Mos. 28, 29. 6. So sprich dein göttlich Werde, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn; daß, wo man Götzen fröhnet und vor den Teufeln kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. Albert Knapp g. 1798 4 1864. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 180 Eiwei ists, an dem * wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen ge⸗ hören dir, o Mann der Schmer⸗ zen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder, verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht! 2. Nicht wir haben dich er— wählet, du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gna⸗ denrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Armut ist Gewinn für den Himmel; wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus! Sende sie hinaus in Gna⸗ den, vi laden zu Haus. Wahlel im Reic Stleit, gestern! A brich deiner was in und 9 Licht u Reich Herrn! 2. E lomm, aller E es sam wer kar denn di führt uell sie zu rzen guill Mos. W. W. in gottlih dem wehn, Erde di 5„ wo man vor den villig Vull empel zieh. 17⁰⁸ 1 1804 die Stimme 6, an den angen, du gangen und mem Blul Herzen g der Schmet e ruht sihs rn uhm dei niht d nem heilheh en dich t unste ul epgen Ou⸗ t ist schhag ner ist zu icht bon N. m hrich d h Armt! i Chr renbnij à Shn 2 Hah 15 in Lieder von der Kirche. den, viel frohe Gäste einzu⸗ laden zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. Albert Knapp g. 1798 f4 1864. Mel. Fahre fort. 181 Resd des Herrn, 2 Reich des Herrn, brich hervor in vollem Tag, deiner Strahlen Macht erhelle, was in Todesschatten lag. Wolk und Zweifelsnebel fälle, sende Licht und Wärme nah und fern, Reich des Herrn, Reich des Herrn! 2. Siege bald, siege bald, komm, das kalte Reich der Nacht aller Enden zu zerstören! Sieh, es sammelt seine Macht, doch wer kann den Sieg dir wehren? denn die Sonne der Gerechtigkeit führt den Streit, führt den Streit. 3. Gottes Held, Gottes Held, mit der Gnade Siegsgewalt schlage Feind an Feind dar⸗ nieder, bring in deine Herrschaft bald alles Abgefallne wieder! Dann umarmen Freud und Friede sich ewiglich, ewiglich. 4. Uberall, überall laß bis an der Welten Rand, laß durch jeden Kreis der Erden deinen Namen hell erkannt, deine Kraft ver— herrlicht werden, bis du als der Völker Friedefürst herrschen wirst, herrschen wirst. Menschenhuld, Menschen⸗ uld klopft in deiner milden Brust, unter Menschenkindern wohnen das ist deines Herzens Lust. Nimm, o nimm die Na⸗ tionen, nimm zum Wohnsitz alle Länder ein, sie sind dein, sie sind dein. 6. Aber ihr, aber ihr, die der König ausgesandt, geht voran in alle Zonen, bahnt die Weg und macht bekannt unter allen Nationen, wie die Gnade, wo der Herr regiert, triumphiert, triumphiert. 7. Welch ein Herr, welch ein Herr! ihm zu dienen, welch ein Stand! Wenn wir seines Dien⸗ stes pflegen, lohnt er unsrer schwachen Hand armes Werk mit reichem Segen. Wallen wir, so wallt sein Friede mit Schritt vor Schritt, Schritt vor Schritt. 8. Kommt herbei, kommt her⸗ bei, frohe Zeiten, säumet nicht, daß der Herr sich offenbare als der Völker Recht und Licht. Kommt, daß alle Welt erfahre, wie die Menschenherd ihr großer Hirt weiden wird, weiden wird. Karl Bernh. Garve g. 1763 1 1841. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 182 Eirs Herde und Ein 2 Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf und werde licht: Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Oaht. blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er ver— shrrcht 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde. Ach wie manches Schäf— lein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle, ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus h hält, was er verspricht. 5. Gräber stehen aufgethan; rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundesengel Bahn, 1n Tag des Herrn, aschewei Jesus ruft: Es werde Licht! Je— sus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlich— keit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Frdr. Ad. Krummacher g. Mel. Wachet auf, ruft uns Dir Stirerte. 183. Gut auf heilgen Bergen, es verbündet sich wider sie die ganze Welt; dennoch steht sie und wird stehen, man wird an ihr mit Samen Lieder von der christlichen Kirche. sehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Halleluja! Lobsingt und sprecht: Wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht! 2. Zions Thore liebt vor allen der Herr mit Intdan Wohlge⸗ fallen, macht ihre Riegel stark und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwenglich dem zu lohnen, der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, wie trägt er mit Geduld all die Seinen! O Gottes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König at! in dir gepredigt, wie auf Erden sonst unter keinem Volk man hört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, du hast den Geist und hast die Klarheit, die alle Finsternis zer⸗ stört. Da hört man fort und fort Gnade. ewgem Leben krönt! 4. Auch die nichts davon ver⸗ nommen, die fernsten Völker wer⸗ den kommen und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Fin⸗ noch predgen lassen, was einst Velt geschehn. Wo ist der Gottessohn, wo ist sein Gna⸗ denthron? wird man fragen. Dann kommt die Zeit, wo „ weit und breit erscheint der Herr in Herrlichkeit. 3. Große, heilge Dinge werden é das teuer werte Wort ewger Wie lieblich tönt, was hier versöhnt und dort mit stern saßen, wird auch der Herr 5. Dar man wir sagen:“ Bürger Wird man Zion mä Weitern Herz und schier hi lommt il und Jor 6. Go Erden n hier. 2 Reigen, Himmel brunnen 8 Win auf der ie Hut und üter Istach . Hallelug : Vohl den ihr hat das iebt vor allen gem Wohlh⸗ Ricgel sial die darinnan herschwengith ihn nur thn Wie groß if trägt er ni Seinen! I reiche Stadh und Köni Dinge werde ie auf Erde volk man hönt ine Wahrhai und hast 06 sternis zu fort und fol Wort ewge ich tönt, wo dort m l ts davon ll⸗ n Vöͤller Wl in die Thu u, dieim du iuch der He. was eihs ehn. Ao 0 1e Hei, 15 eint der 0. Lieder vom Worte Gottes. 10⁵ 5. Darum stellet ein die Klagen, Wasser quillt, das alles Dürsten man wird noch einst zu Zion stillt. Halleluja! Von Sünd und sagen: Wie mehrt sich deiner Tod, von aller Not erlöst nur Bürger Zahl! Voll Erstaunen Einer, Zions Gott! wird man schauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich veitern wird einmal. Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es dommt ihr Tag, sie werden wach, and Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker verden, die ewges Leben fanden gier. Welch ein Jubel, wie am Reigen, wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebens⸗ runnen sind in dir. In dir das Erhebet K. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 184 Kinis Jesu, streite, 2 siege, daß alles bald dir unterliege, was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, laß wehen deinen Lebensodem durchs ganze weite Totenfeld! Erhöre unser Flehn und laß es bald geschehn! Amen, Amen! So rühmen wir und jauchzen dir ein Halleluja für und für! 1852.(2) XIII. Lieder vom Worte Gottes. Eigene Melodie. ruhen mag; du sollst von dein'm 185 Die sind die heilgen Thun lassen ab, daß Gott sein zehn Gebot, die Werk in dir hab. Kyrieleis! uns gab unser Herre Gott durch 5. Du sollst ehrn und gehor⸗ Mosen, seinen Diener treu, hoch sam sein dem Vater und der auf dem Berg Sinai. Kyrieleis! Mutter dein und wo dein Hand 2. Ich bin allein dein Gott der ihn'n dienen kann, so wirst du Herr, kein Götter sollst du haben langs Leben habn. mehr; du sollst mir ganz ver⸗ Kyrieleis! 6. Du sollst nicht töten zor⸗ trauen dich, von Herzensgrund niglich, nicht hassen noch selbst lieben mich. Kyrieleis! 3. Du sollst nicht führen zu Un⸗ rächen dich, Geduld haben und sanften Mut und auch dem Feind ehrn den Namen Gottes, deines thun das Gut. Kyrieleis! Herrn; du sollst nicht preisen 7. Dein Eh sollst du bewahren recht noch gut, ohn was Gott rein, daß auch dein Herz kein selbst redt und thut. Kyrieleis! andre mein', und halten keusch 4. Du sollst heilgen den siebten das Leben dein mit Zucht und Tag, daß du und dein Haus Müßigkeit fein. Kyrieleis! 10 Lieder vom Worte Gottes. 8. Du sollst nicht stehlen Geld je mehr in dein'r Erkenntnis noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß und Blut; du sollst auf⸗ thun dein milde Hand den Armen in deinem Land. Kyrieleis! 9. Du sollst kein falscher Zeuge sein, nicht lügen auf den Näch— sten dein; sein Unschuld sollst auch retten du und seine Schand decken zu. Kyrieleis! 10. Du sollst deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus; du sollst ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber thut. Kyrieleis! 11. Die G'bot all uns gege⸗ ben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollst und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. Kyrieleis! 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist; es ist mit unsrem Thun verlorn, verdienen doch eitel Zorn. Kyrieleis! Martin Luther g. 1483 4 1546. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Gott, du höchster 186. O Eumenheit, er⸗ leih, daß uns dein göttlich Wort von Ohren so zu Herzen dring, daß es sein Kraft und Schein vollbring. 2. Der einge Glaub ist diese Kraft, der fest an Jesu Christo haft; die Werk der Lieb sind dieser Schein, dadurch wir Christi Jünger sein. 3. Verschaff bei uns auch, lieber Herr, daß wir durch deinen Geist nehmen zu und endlich bei dir finden Ruh. Konrad Huber g. 1507 T 1577. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 18 7 Ro. liebster Jesus, „ rede, denn dein Kind giebt acht darauf. Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich meines Lebens Lauf dir zu Ehren setze fort. Ach so laß dein heilig Wort in mein Herze sein ver⸗ schlossen, dir zu folgen unver⸗ drossen. 2. Ach wer wollte dich nicht hören, dich, du liebster Menschen⸗ freund? Sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohl ge— meint. Sie vertreiben alles Leid; auch des Honigs Süßigkeit muß vor deinen Worten weichen, ihnen ist nichts zu vergleichen. 3. Deine Worte sind mein Stecken, dessen ich mich trösten kann, wenn der Teufel mich will schrecken auf der schmalen Lebens⸗ bahn; diese führen ohne Qual mich hin durch des Todes Thal, diese sind mein Schirm und Stütze wider alle Kreuzesblitze. 4. Jesu, dein Wort soll mich laben, deine trostgefüllte Lehr will ich in mein Herz vergraben. Ach nimm sie ja nimmermehr hier von mir in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kom⸗ men zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 5. Unterdes vernimm mein Flehen, liebster Jesu, höre mich: laß mich Ic, ich r mit Herz will dir z Dank in dein hohe Anna Sop Darn Rel. Est 88 was geis Vesen, zu hoch! und ver dein göt Veg zu 2. Di gesandt) daß dure dein hei zum letz o Water, selbst ko Hepreist ben un Geist, ben, ‚0 mit Sa Lieder vom Worte Gottes. laß mich fest bei dir bestehen! Ich, ich will dich ewiglich preisen mit Herz, Sinn und Mund, ich will dir zu jeder Stund Ehr und Dank in Demut bringen und dein hohes Lob besingen. Anna Sophia, Landgräfin zu Hessen⸗ Darmstadt g. 1638 + 1683. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. ir Menschen sind 188. Wĩ zu Lam 0 90. was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten aus⸗ gesandt Propheten, deine Knechte, daß durch dieselben würd bekannt dein heilger Will und Rechte; zum letzten ist dein einger Sohn, o Vater, von des Himmels Thron H selbst kommen uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist! Laß uns dabei verblei⸗ ben und gieb uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläu⸗— ben, dasselb annehmen jederzeit mit Sanftmut, Ehrfurcht, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort ab⸗ wende; denn ihr Gespött samt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Worte Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 10⁷ 5. Offn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hun⸗ dertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekom⸗ men; der Sam, so in die Dor⸗ nen fällt, von Sorg und Wol⸗ lust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten frucht⸗ barn Lande und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte brin⸗ gen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld im feinen, guten erzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünder mei⸗ den, gieb, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen! 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns klar und rein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit aus⸗ 10 breiten, hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten, o heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Ge⸗ duld und Hoffnung! David Denicke g. 1603 4 1680. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 189. err, öffne mir die Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, laß mich dein Wort be⸗ wahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein! 2. Dein Wort bewegt des Her⸗ zens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund, dein Wort ists, das mein Herz erfreut, dein Wort giebt Trost und Se⸗ ligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in Einem Thron! Der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Olearius g. 1611 4 1684. Mel. Hilf* 0751 7—— hilf, daß 190. 9j De, dein heiligs Wort, das du uns hast gegeben, daß wir darnach an allem Ort solln richten Lehr n Leben, ist wor⸗ den und in der Schrift beschrieben rein, schlecht und recht durch Lieder vom Worte Gottes. andeglich zwar Himmel und die Erd vergeht, Gotts Wort bleibt aber ewig; kein Höll, kein Plag noch jüngster Tag vermag es zu vernichten; drum denen soll sein ewig wohl, die sich darnach recht richten. 3. Es ist vollkommen hell und klar, ein Richtschnur reiner Lehre; es zeigt uns auch ganz offenbar Gott, seinen Dienst und Ehre und wie man soll hier leben wohl, Lieb, Hoffnung, Glauben üben; drum fort und fort wir dieses Wort von Herzen sollen lieben. 4. Im Kreuz giebts Luft, in Traurigkeit zeigt es die Freuden⸗ quelle; den Sünder, dem die Sünd ist leid, entführet es der Hölle; giebt Trost an Hand, macht auch bekannt, wie man soll willig sterben, und wie zugleich das Himmelreich durch Christum zu ererben. 5. Sieh, solchen Nutz, so große Kraft, die nimmer ist zu schätzen, des Herrn Wort in uns wirkt und schafft; darum wir sollen setzen zurück Gold, Geld und was die Welt sonst herrlich pflegt zu achten, und jederzeit in Lieb und 0 nach dieser Perle trachten. 6. Nun, Herr, erhalt dein hei⸗ ligs Wort, laß uns sein Kraft allem Ort, zeuch uns zurück von Sünden! So wollen wir dir deine Knecht, vom heilgen Geist fir und für von er dr Herzen getrieben. 2. Dies Wort, das jetzt in Schriften steht, ist fest und un⸗ danken. Herr, unser Hort, laß uns dein Wort fest halten und nicht wanken! 1698. Nel. Hil ein Tar Stärkun Hrank a den, eir Handen 2. 8 Pfad d Blinde Schutz winden von dei und d Brunst 3. Geist, worin d auß ich ummerd was ich mehrev und IJ 40 und K bringe Cigens⸗ ringen gar de nel und die Bort bleibt kein Plag mag es zu n soll sein rnach recht n hell und iner Lehre; z offenbar und Ehre leben wohl, lben üben; wir dieses llen lieben. 3 Luft, in 1 Freuden⸗ „dem die hret es der an Hand, ie man soll ie zugleich Christum so große zu schätzen umns Wikkt wir sollen I und was pflegt zu n Aeb und trachten. t dein hei⸗ sein Kraft n steur an Lieder vom Worte Gottes. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir. 191 Dein Wort, Herr, * ist die rechte Lehr, ein Licht, das uns erleuchtet, ein Schild zu unsrer Gegenwehr, ein Tau, der uns befeuchtet, ein Stärkungstrank, wenn wir uns krank an Seel und Geist befin⸗ den, ein festes Band, das unsre Hand mit deiner kann verbinden. 2. So führe denn auf rechtem Pfad durch dies dein Licht mich Blinden, laß mich durch deinen Schutz und Rat den Satan über⸗ winden! Die Süßigkeit laß allezeit von deinem Wort mich schmecken, und deine Gunst in mir die Brunst der Gegenlieb erwecken! 3. Verleih auch deinen guten Geist, der alles das versiegle, worin dein Wort mich unterweist, daß ich mich drin bespiegle, und immerdar dies, was ich war und was ich bin, erkenne, auch niemals mehr von deiner Lehr in Sünd und Irrtum renne. 4. Gieb meinem Glauben Stärk und Kraft, die alles kann voll⸗ bringen, damit durch dessen Eigenschaft ich ritterlich kann ringen und Kreuz und Not, ja gar den Tod viel lieber woll erleiden, als daß ich hier vom Wort und dir mich ließ aus Kleinmut scheiden. 17¹4. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 192 4 Wort aus • Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich 109 allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt; in dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Him-— mel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt, mich mit Lebens⸗ wasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Erden, schließ mich stets im Glauben ein, laß mich täglich klüger werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnade, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zu⸗ gesandt. 5. Lasse mich in diesen Schran⸗ ken sonder eitle Sorgen sein, schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gieb dem Samkorn einen Acker, der die Frucht nicht schul⸗ dig bleibt; mache mir die Augen wacker, und was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein! 7. Was ich lese, laß mich mer⸗ ken; was du sagest, laß mich thun! Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht 11⁰ dabei beruhn, sondern gieb, daß auch dabei ihm das Leben ähn⸗ lich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und That in den größten Nöten hat. 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein, drücke drauf ein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmolck g. 167211737. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 193 H dein Wort, • die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir, denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn; laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat und zu⸗ gleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria that. V. 1. N. L. v. Zinzendorf g. 17001 1760. V. 2. Chstn Gregor g. 1733 7 1801. Mel. Jesu, meine Freude. 194 Wen des höchsten 2 Mundes, Engel meines Bundes, Jesu, unser Lieder vom Worte Gottes. Ruhm, bald, da wir gefallen, ließest du erschallen Evangelium, eine Kraft, die Glauben schafft, eine Botschaft, die zum Leben uns von dir gegeben. 2. Was sein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen fest bestimmet hat, was der Opfer Schatten längst verkündet hatten, das vollführt sein Rat. Was die Schrift verspricht, das trifft alles ein in Jesu Namen und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet allen Zorn und Schuld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben alle Gnad und Huld. Auch ist dies fürwahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre; ach erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünden Toten machen Jesu Boten dieses Leben kund. Lieblich sind die Füße, und die Lehren süße, teuer ist der Bund. Aller Welt ist nun vermeldt durch der guten Bot⸗ schaft Lehre, daß man sich be— kehre. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, die in bittern Schmerzen das Gesetz zerschlug, kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Blut stärkt euren Mut, Gott ist hier, der euch geliebet und die Schuld vergiebet. 6. Dieser Grund bestehet; wenn die Welt vergehet, fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen; so soll mein Vertrauen evangelisch sein; auch will ich nun wi mir geg 4 Heint. Mel. C oder 109. Gottes serm C haben; Unterst Nuge f luchte 2. gebent, schriebe jederze lieben. Helieht Sünd entden 3. Oficht gen; als NI Rit d dits l. than; bern wende deine hollen ir gefallen, Waͤngelium, ben schaff, zum Leben gefallen vor t bestimmet r Schatten ltten, das Was die trifft alles und ist Ja endet, Jesu Zorn und t gestorben, alle Gnad dies fürwaht n Preis und Lehte! nden Toten dieses Leben die Füͤße, „ teuer ist zelt ist nun guten Bot⸗ un sich be⸗ schte Herzen, merzen das int zu desen auch beladen Jesu Blut Lieder vom Worte Gottes. 141 nun würdiglich dieser Kraft, die guts verheißt, wird dem, der mir gegeben, evangelisch leben. 7. Jesu, deine Stärke schaffet diese Werke, stehe du mir bei! Nichts kann mich nun scheiden, hilf denn, daß mein Leiden evan⸗ gelisch sei. Laß auch mich einmal auf dich, als ein Kind mit dir zu erben, evangelisch sterben! Heinr.Cornelius Hecker g. 169941743. Mel. Es ist das Heil uns kommen her oder Es ist gewißlich an der Zeit. esetz und Evan⸗ 195. Garham sind beide Gottes Gaben, die wir in un⸗ serm Christentum beständig nötig haben; doch bleibt ein großer Unterschied, den nur ein solches Auge sieht, das Gottes Geist er⸗ leuchtet. 2. Was Gott in dem Gesetz gebeut, ist uns ins Herz ge— schrieben: Wir sollen nämlich jederzeit Gott und den Nächsten lieben. Daß aber Gott die Welt geliebt und seinen Sohn für Sünder giebt, das muß er selbst entdecken. 3. In dem Gesetz wird unsre Pflicht uns ernstlich vorgetra— gen; das Evangelium kann nicht als nur von Gnade sagen; jens zeigt dir, was du thun sollst, an, dies lehrt, was Gott an dir ge— than; jens fordert, dieses schenket. 4. Was das Gesetz dir guts verspricht, wird dir nicht zuge⸗ wendet, es sei denn, daß du deine Pflicht vollkommen hast gläubig sich erweist, frei und umsonst gegeben. 5. Wo das Gesetz den Sünder findt, da schlägt es ihn danieder; das Evangelium verbindt und heilt die Wunden wieder; jens predigt Sünde, Zorn und Fluch, dies öffnet dir das Lebensbuch in des Erlösers Wunden. 6. Jens decket dir dein Elend auf, dies saget von Erbarmen; jens schläget unbarmherzig drauf, dies hebt und trägt die Armen; jens zeigt und drohet dir den Tod, dies hilfet dir aus Tod und Not und bringt dir Geist und Leben. 7. Was das Gesetz zu sagen hat, gehört für rohe Herzen, für Heuchler, die schon reich und satt, die mit der Sünde scherzen; des Gnadenwortes Balsamöl senkt sich in eine kranke Seel, die elend und beladen. 8. Wenn das Gesetz den Zweck erreicht, so hört es auf zu fluchen; sein Zwang, sein Blitz, sein Drohen weicht, wenn man will Gnade suchen; es treibt zum Kreuz des Mittlers hin, wenn ich an diesen gläubig bin, so hat der Trost kein Ende. 9. Mein Gott, laß diesen Un⸗ terschied mich in der That er— fahren, nach Sündenangst laß Trost und Fried sich in der Seele paaren! Treib mich durch des Gesetzes Fluch, daß ich die Gnade gläubig such in des Er⸗ vollendet; was Christi Gnade lösers Armen. 112 Lieder vom Worte Gottes. 10. Gieb aus dem Evangelio mir Kräfte, dich zu lieben und als dein Kind mich frei und froh in dem Gesetz zu üben. Gieb Gnade, daß ich meine Pflicht mit Heiligkeit und Zuversicht in Lieb und Glauben leiste. Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 196. ist eine selge Stunde, Jesu, da man dein gedenkt und das Herz von Herzensgrunde tief in deine Wunden senkt. Wahrlich, nichts als Jesum kennen, Jesum suchen, finden, nennen, das er⸗ füllet unsre Zeit mit der höch— sten Seligkeit. 2. Jesus, deine Gnadenquelle fließt so gern ins Herz hinein, deine Sonne scheinet helle, denn du willst genossen sein; und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil dein Brünnlein voll, unauf⸗ hörlich schöpfen soll. 3. Nun, so laß auch diese Stunde dein Gedächtnis in uns sein, in dem Herzen, in dem Munde leb und herrsche du allein! Laß uns deiner nie ver⸗ gessen! Wie Maria still gesessen, da sie deinen Mund gehört, also mach uns eingekehrt! E. G. Woltersdorf g. 1725 1 1761. Mel. Ach Gott und Herr. 197. Gen ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine H schmecken, laß keinen Spott, Herr mein Gott, mich von den Glauben schrecken! 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahr⸗ heit lehrte? Gott, ohne sie ver— stünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewger Rat, die Misse⸗ that der Sünder zu versühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort er— schienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen. Nein, du ver⸗ zeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Ge⸗ schäfte. Durch meine Müh ver⸗ mag ichs nie, dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort, denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 198 Din Wort, o Herr, 2 ist milder Tau für trost inem J Himmels durch ih in der 3 und San 2. De Flammer zum He falt wei verl osch jede See Man„ n nicht End dersicht, tt, vor dir Schauen. ist wahr; ine Kräfte Spott, o hvon dem t, wofern die Wahr⸗ ne sie ver⸗ ich würdig der Seele und Leben. e Zeit von die Misse⸗ versühnen, ir mir dies Wort er⸗ u Herz in r Sünden „du ver⸗ Geist ein „ mich dir Heils Ge⸗ Müh ver⸗ Wort giebt Tauf⸗ und Konfirmationslieder. 113 für trostbedürftge Seelen. keinem Pflänzchen deiner Au den Himmelsbalsam fehlen; erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen! 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Keil, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschaltet. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilger⸗ reise, es führt auch Thoren hin zum Herrn und macht die Ein⸗ falt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zu⸗ versicht, die Fackel meiner Pfade. Laß Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte. Wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein: Komm, du bist mein! Das rief mir nicht vergebens ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segens⸗ bund, dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Geist und Mund und nie von unserm Samen, laß immerfort dein helles Wort in allen Lebens⸗ zeiten uns trösten, warnen, leiten! 7. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Leh⸗ ren, den Hunger aus, dein Lebens⸗ wort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. Karl Bernh. Garve g. 1763 4 1841. XIV. Cauf⸗ und Ronfirmationslieder. Bei der Taufe. Eigene Melodie. 199 Corh unser Herr zum Jordan kam nach seines Vaters Willen, von 2. So hört und merket alle wohl, was Gott heißt selbst die Taufe, und was ein Christe glauben soll, zu meiden Ketzer⸗ haufen. Gott spricht und will, sanct Johanns die Taufe nahm, daß Wasser sei, doch nicht allein sein Werk und Amt zu erfüllen. schlecht Wasser, sein heiligs Wort Da wollt er stiften uns ein Bad, ist auch dabei mit reichem Geist zu waschen uns von Sünden, ohn Maßen: der ist allhie der ersäufen auch den bittern Tod durch sein selbs Blut und Wun⸗ den; es galt ein neues Leben. Täufer. 3. Solchs hat er uns bewiesen klar mit Bildern und mit Worten. 8 114 Des Vaters Stimm man offenbar daselbst am Jordan hörte; er sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen; den will ich euch befohlen habn, daß ihr ihn höret alle und folget seinem Lehren. 4. Auch Gottes Sohn hie sel⸗ ber steht in seiner zarten Mensch⸗ heit, der heilge Geist hernieder— fährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran: Wenn wir getaufet werden, all drei Person getaufet habn und so bei uns auf Erden zu wohnen sich begeben. 5. Sein' Jünger heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren; wer gläubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden; ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll' erben. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist verdammt zum ewgen Tod tief in der Hölle Grunde. Nichts hilft sein eigne Heiligkeit, all sein Thun ist ver⸗ loren, die Erbsünd machts zur Nichtigkeit, darin er ist geboren; er kann ihm selbst nicht helfen. 7. Das Aug allein das Wasser sieht, wie Menschen Wasser gie⸗ ßen; der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi; und ist für ihn ein rote Flut, von Christus Blut gefärbet, Tauf⸗ und Konfirmationslieder. die allen Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. Martin Luther g. 1483 4 1546. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 200 Lset die Kindlein kommen zu mir, spricht Gottes Sohn, sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Kron; auch für die Kinderlein, daß sie nicht wärn verloren, bin ich ein Kind ge— boren, drum sie mein eigen sein. 2. Der Herr gar freundlich küsset und herzt die Kinderlein, bezeugt mit Worten süße, der Himmel ihr soll sein, dieweil sein teures Blut, das aus den heilgen Wunden am Kreuzesstamm ge⸗ ronnen, auch ihnen kommt zu gut. 3. Drum nach Christi Verlan⸗ gen bringet die Kinder her, damit sie Gnad erlangen, niemand es ihnen wehr! Führet sie Christo zu, er will sich ihr erbarmen; legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh. 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ihr Seele Gott gefällt; denn sie sind Gottes Erben, lassen die schnöde Welt. Sie sind frei aller G'fahr, brauchen hie nicht zu leiden und loben Gott mit Freuden dort bei der Engel Schar. Cornelius Becker g. 1561 4 1604. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. 201. Gunsee Bitl Teil diesem Kind den Segen mit, erzeig il dein Kin daß ihm 4 gnädigea heilgen und Erb allzeit f Sterben 3.Un samt V. preist, kommen Bund e 4. O sei Lob für dies dafür w den uns Joh. ——.— Mel. Li ilen thut, „auch von 483 1 1546. licht lassen. Kindlein zu mir, „sie sind ne, ich bin auch für nicht wärn Kind ge⸗ wuln freund lich Kinderlein, süße, der dieweil sein den heilgen stamm ge⸗ mt zu r sti Verlan⸗ her,d damit iemand es sie Christo erbarmen; darin sie lich sterben, It: denn sie lasen die d frei aller ie nicht zu nitFteuden har. 15611 160 gehofft, Hern at el, 0 e Bitt:& Segen nit Teil Tauf⸗ und Konfirmationslieder. erzeig ihm deine Gnade, es sei dein Kind, nimm weg die Sünd, daß ihm dieselb nicht schade. 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf durch dieses Bad der heilgen Tauf zu deinem Glied und Erben, damit es dein mög allzeit sein im Leben und im Sterben. 3. Und du, o allerwertster Geist, samt Vater und dem Sohn ge⸗ preist, wollst gleichfalls zu uns kommen, damit jetzund in deinen Bund es werde aufgenommen. 4. O heilige Dreieinigkeit, dir sei Lob, Ehr und Dank bereit für diese große Güte! Gieb, daß dafür wir dienen dir, vor Sün⸗ den uns behüte! Joh. Bornschürer g. 1625 4 1677. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 202. Liasdr Jesu, wir sind hier, deinem Worte nachzuleben. Dieses Kind⸗ lein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe, denn das Himmel⸗ reich ist tihre. 2. Ja es schallet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu geboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir; nimm dies Pfand von unsern Armen, tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 11⁵ 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken, laß es bald nach dieser Flut deinen Purpurmantel decken, schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es sich in dich verkleide. 5. Mache Licht aus Finsternis, setz es aus dem Zorn in Gnade, heil den tiefen Schlangenbiß durch die Kraft im Wunderbade, laß hier einen Jordan rinnen, so ver⸗ geht der Aussatz drinnen. 6. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, schenk ihm den Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe. 7. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist ge— gangen; führ die Seufzer him⸗ melwärts und erfülle das Ver⸗ langen, ja den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 203 Lastet mich voll 2 Freude sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der dei menschlichen Gebrechen den— noch ein Kind Gottes ist. Was sind alle Schätze nütze, da ich einen Schatz besitze, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht. 2. Keine Sünde macht mir bange, ich bin ein getaufter Christ; denn ich weiß gewiß: So lange 8* 116 dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das teure Wasserbad mich damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ, und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ; denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mich der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdmann Neumeister g. 1671 1 1756. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 20 4 Ich bin getauft auf .‚ deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, ich bin gezählt zu dei⸗ nem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt; ich bin in Chri⸗ Tauf⸗ und Konfirmationslieder. stum eingesenkt, ich bin mit sei⸗ nem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt, du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt, du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich habe mich aus rei— nem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnö⸗ den Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf dei⸗ ner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin, erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse, ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es, ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Halt mich in dei— nes Bundes Schranken, bis mich dein W. ich dir, dich dor Joh.« Mel. L 20. 8 dieses b nimm und er; daß es Kindsch 2. treuer laß in geerbter sein de 200 nes HLeh mich, Hier le vor dir widme und de— uuß il Scbf 2.Y0 mit de n mit sei⸗ nem Kind jer Vater, die Frucht lein treuer du willst „ o guter . ich Furcht Gehorsam Laus rei⸗ entum zu sagt ich ans schnö⸗ t, auf dei⸗ ser Bund waber ich mich nicht mich, dein wenn ich ein Gott, und Herz fe Mich zu um Bestt Es sei in der nihs . Fürst der + dir zwar ein mit Jesu Tauf⸗ und Konfirmationslieder. 117 dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 205. Ge und Vater, nimm jetzund dieses Kind von unsern Armen, nimm es auf in deinen Bund und erzeig ihm dein Erbarmen, daß es alle Lebenstage deiner Kindschaft Zeichen trage. 2. Wasche es mit deinem Blut, treuer Jesu, von den Sünden, laß in seiner Taufe Flut den geerbten Fluch verschwinden und sein Leben auf der Erden deinem Vorbild ähnlich werden. 3. Und du, werter heilger Geist, schenk ihm deine Gnadenkräfte, treibe, wie dein Bund verheißt, selbst in ihm das Heilsgeschäfte, daß es stets an Jesu Leibe ein lebendig Gliedmaß bleibe. Joh. Jak. Spreng g. 1699 1 1768. Bei der Konfirmation. Eigene Melodie. ein Schöpfer, steh 206. Me mir bei, sei 45 nes Lebens Licht; dein Auge leite mich, bis mir mein Auge bricht. Hier leg ich Herz und Glieder vor dir zum Opfer nieder und widme meine Kräfte für dich und dein Geschäfte. Du willst, daß ich der Deine sei, mein Schöpfer, steh mir bei! 2. Mein Heiland, wasche mich mit deinem reinen Blut, das alle Flecken tilgt und lauter Wun⸗ der thut. Schließ die verirrte Seele in deine Wundenhöhle, daß sie von Zorn und Sünde hier wahre Freiheit finde. Ich bin voll Sinden ohne dich, mein Heiland, wasche mich! 3. Mein Tröster, gieb mir Kraft, wenn sich Versuchung zeigt, re⸗ giere meinen Geist, wenn er zur Welt sich neigt. Lehr mich den Sohn erkennen, ihn meinen Herren nennen, sein Gnaden⸗ wort verstehen, auf seinen Wegen gehen. Du bist, der alles Gute schafft, mein Tröster, gieb mir Kraft! 4. Gott Vater, Sohn und Geist, dir bin ich, was ich bin. Ach drücke selbst dein Bild recht tief in meinen Sinn, erwähle mein Gemüte zum Tempel deiner Güte, verkläre an mir Armen dein gnadenreich Erbarmen! Wohl mir, wenn du der Meine heißt, Gott Vater, Sohn und Geist! Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Konfirmationslied, wie es die Gemeinde singt. Mel. Komm, heiliger Geist, Herre Gott. 207 Epar o Gott, das heiße Flehn der Kinder, die hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf sie hernieder, denn dein sind sie, sind Christi Glieder. Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt, erfülle sie mit deinen Gaben, laß sie E 11 118 mit dir Gemeinschaft haben, er⸗ barme dich, erbarme dich! Wie es die Konfirmanden singen. Erhör, o Gott, das heiße Flehn von uns, die wir hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf uns hernieder, denn dein sind wir, sind Christi Glieder. Gieb uns, Gott Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort ver⸗ heißt, erfüll uns du mit deinen Gaben, laß uns mit dir Gemein⸗ schaft haben, erbarme dich, er— barme dich! Elieser Küster g. 1732 1 1799. Mel. O du Liebe meiner Liebe. ei dir, Jesu, will 208.B ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn, nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ichs irgend besser haben als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? Tauf⸗ und Konfirmationslieder. 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht an⸗ gehören, der sein Leben für mich gab, sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich so in Freude wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Dei⸗ nes Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein Tag sich neigt, wenn es nun will Abend werden, und die Nacht herniedersteigt. Lege segnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, sprechend: Sohn, hier gehts zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt. 6. Bleib mir dann zur Seite stehen, graut mir vor dem kalten Tod als dem kühlen, scharfen Wehen vor dem Himmelsmor⸗ genrot. Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hin— über, wie man nach der Heimat reist. K. J. Phil. Spitta g. 1801 T 1859. 200 uns den das bitt uns aus 2. De gessen, essen mi gut auck sein Bl 3. V machen, sein Sa zugeht, empfäht. Herr zu that, mir Tod und ien teuren nicht an⸗ für mich icht Treue Tod und ei dir bleib e in Leid; schreib ich gkeit. Dei⸗ ärtig, auch Velt; denn fertig, der 5.. auf dieser venn mein à nun will die Nacht mend dann s müde, nd: Sohn, aber dort zur Seite dem kalten , scharfen mmelsmor⸗ uge dunkler, te meinen zich hin⸗ der Heima 180¹ 2 1859. 119 XV. Abendmahlslieder. Eigene Melodie. 2 0 9 esus Christus, unser Heiland, der von uns den Gotteszorn wandt, durch das bittre Leiden sein half er uns aus der Hölle Pein. 2. Daß wir nimmer des ver⸗ gessen, läßt er seinen Leib uns essen mit dem Brot und uns zu gut auch trinken mit dem Wein sein Blut. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl Acht auf sein Sachen; wer unwürdig hin⸗ zugeht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollst Gott den Vater preisen, daß er dich so wohl wollt speisen und für deine Missethat in den Tod sein Sohn geben hat. 5. Du sollst glauben und nicht wanken, daß es Speise sei den Kranken, deren Herz von Sün⸗ den schwer und vor Angst ist betrübet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer Arbeit;“) ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn.„) d. i. in Seelennot. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; kein Arzt ist dem Starken not, sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was konnt erwerben, was braucht ich für dich zu sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir helfen willt. 9. Glaubst du das von Her⸗ zensgrunde und bekennst es mit dem Munde, so bist du recht wohl geschickt, und die Speise dein Seel erquickt. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben: deinen Nächsten sollst du lieben, daß er dein genießen kann, wie dein Gott an dir hat gethan. Martin Luther g. 1483 1 1546. Jes. 6. Eigene Melodie. —34 Qesaia dem Prophe— en das geschah, daß er im Geist den Herren sitzen sah auf einem hohen Thron, in hellem Glanz. Seines Kleides Saum den Chor füllet ganz. Es standen zween Seraph bei ihm daran, sechs Flügel sah er einen jeden habn. Mit zween verbargen sie ihr Antlitz klar, mit zween bedeckten sie die Füße gar und mit den andern zween sie flogen frei. Gen ander riefen sie mit großem Schrei: Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth, 12⁰ Abendmahlslieder. Sein Ehr die ganze Welt er⸗Trost drein fließen aus deinen füllet hat. Wunden, welche du empfangen, Von dem Schrei zittert Schwell da du bist am Kreuz gehangen. und Balken gar, das Haus auch Kyrieleison! Wenn mein Herz ganz voll Rauchs und Nebel war. damit wird gerühret, wirds von Martin Luther g. 1483 4 1546. Stund an still und gezieret durch dein Blut mit Glauben schön, Mel. Gott sei gelobet und gebenedeiet. kann in dir vor Gott bestehn. 211¹. err Jesu Christe, Kyrieleison! mein getreuer 5. Der b'darf des Arztes, den Hirte, komm, mit Gnaden mich die Krankheit plaget, mit Begier bawirit Bei dir alleine find ich er nach ihm fraget. O süßer Heil und Leben, was mir fehlt, Jesu, schau, wie tiefe Wunden kannst du mir geben. Kyrieleison! werden auch in mir gefunden! Dein arm Schäflein wollest du Kyrieleison! Du bist ja der Arzt, weiden auf Israels Bergen mit den ich rufe, auf den mit Ver⸗ Freuden upde zum frischen Wasser langen ich hoffe. Hilf, o wahrer führn, da das Leben her thut Mensch und Gott! Hilfst du 35 Kyrieleison! nicht, so bin ich tot. Kyrieleison! 2. All andre Speis und Trank. 6. Du rufest alle, Herr, zu dir ist ganz vergebens, du bist selbst in Gnaden, die mühselig und be⸗ das Brot des Lebens, kein Hun⸗laden; all ihre Missethat willst ger plaget den, der von dir isset, du verzeihen, ihrer Bürden sie alles Jammers er vergisset. Kyri-befreien. Kyrieleison! Ach komm eleison! Du bist die lebendige selbst, leg an deine Hände und Quelle, zu dir ich mein Herz- die schwere Last von mir wende, krüglein stelle; laß mit Trost es mache mich von Sünden frei, dir fließen voll, so wird meiner Seele zu dienen Kraft verleih! Kyri— wohl. Kyrieleison! eleison! 3. Laß mich recht trauren über 7. Mein Geist und Herze meine Sünde, doch den Glauben wollst du zu dir neigen, nimm auch anzünde, den wahren Glau- mich dir, gieb mich dir eigen! ben, mit dem ich dich fasse, mich Du bist der Weinstock, ich bin auf dein Verdienst verlasse. Kyri- deine Rebe, nimm mich in dich, eleison! Gieb mir ein recht buß⸗ daß ich lebe. Kyrieleison! Ach fertig Herze, daß ich mit der in mir find ich eitel Sünden, in Sünde nicht scherze noch durch dir müssen sie bald verschwinden; meine Sicherheit mich bring um in mir find ich Höllenpein, in dir die Seligkeit. Kyrieleison! muß ich selig sein. Kyrieleison! 4. Heftig beschweret find ich 8. Komm, meine Freude, komm, mein Gewissen; ach laß reichen du schönste Krone, Jesu, komm und in n ich dich ja mit Khrieleis alle Wel süße Lieb und Ger Gnad ur 9. Di. mich kör benssaft mir nur zu diene eleison! ich soll, 5 ist sein in in mir! Jol 2— du aus für mich genomm us deinen mpfangen, gehangen. nein Herz wirds von ieret durch en schön, t bestehn. rztes, den nit Begier O süßer e Wunden gefunden! a der Arzt, mit Ver⸗ o wahrer Hilfst du rieleison! err, zu dir ig und be⸗ that wills zürden sie Ach komm ände und nir wende, en frei, dir ihl Khri⸗ Abendmahlslieder. 12¹ und in mir wohne! In mir will ich dich mit Gebet oft grüßen, ja mit Lieb und Glauben küssen. Kyrieleison! Bringe mit, was alle Welt erfreut: deiner Liebe süße Lieblichkeit, deine Sanftmut und Geduld, die Frucht deiner Gnad und Huld. Kyrieleison! 9. Dies sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Le— benssaft erteilen, daß ich aus mir nun all Untugend reiße, dir zu dienen mich befleiße. Kyri⸗ eleison! In dir hab ich alles, was ich soll, deiner Gnade Brünn⸗ lein ist stets voll. Laß mich ewig sein in dir und bleib ewig auch in mir! Kyrieleison! Joh. Heermann g. 1585 1647. Eigene Melodie. 212 O Jesu, du mein • Bräutigam, der du aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last, 2. Ich komm zu deinem Abend— mahl, verderbt durch manchen Sündenfall; ich bin krank, un⸗ rein, nackt und bloß, blind und arm; ach mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht; du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitskleid. 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich, in meiner Schwachheit heile mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein! 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glau⸗ benskerz, mein Armut in Reich⸗ tum verkehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das wahre Him⸗ melsbrot, dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb und Glau⸗ ben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr! 8. Gieb, was mir nütz an Seel und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib, komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für! 9. Hilf, daß durch dieses Mah⸗ les Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sün— denschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind, den guten Vorsatz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir! 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt, ach laß mich meine Tag in Ruh und Friede christ— lich bringen zu, 12. Bis du mich, o du Lebens⸗ fürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewig⸗ lich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. 12² Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 213. err Jesu, dir sei Preis und Dank für diese Seelenspeis und Trank, damit du uns begabet! J Im Brot und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig wohl zu gut und unsre Herzen labet. Daß wir nun dir in dem allen wohl gefallen, heilig leben, sol⸗ ches wollest du uns geben! 2. Du kehrest, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel, dir Wohnung da zu machen; drum uns ein solches Herz verleih, das von der Weltlieb ledig sei und allen eitlen Sachen. Bleibe, treibe unser Sinnen und Be⸗ ginnen, daß wir trachten, alles Irdsche zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein wertes Nacht⸗ mahl zum Gericht! Ein jeder recht bedenke, daß er mit diesem Lebensbrot im Glauben stille seine Not; der Fels des Heils uns tränke,*) züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. 1 Cor. 10, 4. 4. O daß wir solche Seligkeit erwarten möchten allezeit in Hoff— nung und Vertrauen, und fol— gends aus dem Jammerthal ge⸗ langen in den Himmelssaal, da wir Gott werden schauen tröst— lich, köstlich, uns als Gäste auf das beste bei ihm laben und ganz volle Gnüge haben. 5. Das gieb du uns von dei⸗ nem Thron, o Jesu Christe, Gottes Abendmahlslieder. Sohn, giebs durch dein bitter Leiden! Dasselbe, weil wir leben hier, laß uns betrachten für und für, all Böses darum meiden! Amen, Amen, hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, hilf uns fröhlich überwinden! V. 1, 3, 4 Bernh. Derschow g. 1591 4 1639, V. X u. 5 Han. Gsb. 1657. Eigene Melodie, oder Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. 214 D Lebensbrot, Herr Jesu Christ, kann dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben, so bitt ich dich demütiglich, du wollest so bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 2. Auf grüner Aue wollest du mich diesen Tag, Herr, leiten, den frischen Wassern führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sündlich, matt und krank, doch laß mich deinen Gnadentrank aus deinem Becher schmecken! 3. Du angenehmes Himmels⸗ brot, du wollest mir verzeihen, daß ich in meiner Seelennot zu dir muß kläglich schreien. Dein Glaubens⸗ rock bedecke mich, auf daß ich möge würdiglich an deiner Tafel sitzen. 4. Tilg allen Haß und Bitter⸗ keit, o Herr, aus meinem Herzen, laß mich die Sünd in dieser Zeit bereuen ja mit Schmerzen! Des neuen Bundes Osterlamm, du meiner Seele Bräutigam, laß mich dich recht genießen! 5. 30 nicht wert mit Sün die schme solcher T Iesu, daf der diche 6. Jc von der mich heil ich bin bl ekteilen. barme di mich un 7. Me zu mir v daß sie d sich mit Christ, k shentenl gossen di tränken! bleibsti ner Ser auferwe dein bitter il wir leben ten für und m meiden! is kämpfen, e Sünden, rwinden! how g. 1591 „Gsb. 1657. Ne, hochstes Gut. brot, Herr Hrist, ann n, der nach ig ist und sen, so bitt du wollest 5 ich recht wollest du err, leiten, führen zu, reiten. Ich matt und ich deinen nem Becher Himmels⸗ rzeihen, das tzubirmu Glaubens⸗ Abendmahlslieder. 5. Zwar bin ich deiner Gunst nicht wert, als der ich jetzt erscheine mit Sünden allzuviel beschwert, die schmerzlich ich beweine. In solcher Trübsal tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich der Sün⸗ der dich erbarmest. 6. Ich bin ein Mensch, krank von der Sünd, laß deine Hand mich heilen! Erleuchte mich, denn ich bin blind, du kannst mir Gnad erteilen. Ich bin verdammt, er⸗ barme dich! Ich bin verloren, rette mich und hilf aus lauter Gnade! 7. Mein Bräutigam, komm her zu mir und wohn in meiner Seele, daß sie dich liebe für und für und sich mit dir vermähle. Ach laß doch deine Süßigkeit für meine Seele sein bereit, und stille ihren Jammer! 8. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, komm, selbst dich mir zu schenken! O Blut, das du ver⸗ gossen bist, komm eiligst, mich zu tränken! Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, mei⸗ ner Seele Zier, mich einst auch auferwecken. Johann Rist g. 1607 f 1667. Eigene Melodie. 215 chmücke dich, o 2 liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen! Denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Hubern kann verwalten, will jetzt erberg in dir halten. 123 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der da mit dem Gnadenhammer klopft an deine Herzenskammer. Offn ihm bald die Geistespforten, red ihn an mit schönen Worten: Komm, mein Heil, laß dich um⸗ fassen, von dir kann ich nimmer lassen. 3. Zwar in Kaufung teurer Waren pflegt man sonst kein Geld zu sparen; aber du willst für die Gaben deiner Huld kein Geld nicht haben,) weil in allen Berg⸗ werksgründen kein solch Kleinod ist zu finden, das den Trank in diesen Schalen und dies Manna kann bezahlen.*) Jes. 55, 1. 4. Ach wie hungert mein Ge⸗ müte, Menschenfreund, nach dei— ner Güte; ach wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach deiner Kost zu sehnen; ach wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten, wünsche, daß er als der meine mich durch sich mit Gott vereine! 5. Beides, Zittern und Ergetzen, will mich in Bewegung setzen; das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Stärke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein All⸗ macht sollt ergründen? 6. Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brot nie wird verzehret, ob es gleich viel Tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns 124 wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen die— ser deiner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preise! 8. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her— getrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unver— drossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 9. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mag dein Gast im Himmel werden. Johann Franck g. 1618 1 1677. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 216. Meine Seele, laß dich finden auf der wahren Glaubensbahn, dich mit Christo zu verbinden; thu ihm auf, er klopfet an. Den die Himmel nicht umfassen, will in dir sich nieder lassen, Jesus will im Brot und Wein wesentlich zugegen sein. Abendmahlslieder. 2. O geheimnisvolle Weise, die kein Menschenwitz ermißt! Hier giebt sich ein Lamm zur Speise, das der Erzhirt selber ist; hier will zu der Gäste Leben sich der Wirt zur Speise geben, und zum Opfer stellt sich hier selbst der Hohepriester für. 3. O wie hungert nach den Seelen selbst das wahre Lebens— brot! Selig, die dies Brot er⸗ wählen für des Geistes Hungers⸗ not! Seht, an dieser heilgen Stelle lechzet selbst die Lebens— quelle 7 der armen Sünder Heil. Jesus ist ihr bestes Teil. 4. Sieh, o Mensch, den Schatz der Guade, den dir Jesus auf⸗ gethan; rühre nicht die Bundes— lade mit verwegnen Händen an! Soll nicht Gottes Grimm er— wachen und dich gar zu nichte machen, armer Sünder, so tritt du zitternd und mit Furcht herzu! 5. Jesu, mache meine Sinnen und mein ganzes Herze rein, laß jetzt deine Wunden rinnen, senke tief mein Herz hinein! Komm, du König aller Ehren, eile, bei mir einzukehren unter meines Herzens Dach, obs gleich niedrig, arm und schwach. 6. Jesu, laß mich Gnade finden und vertreib mir alles Weh, laß die purpurroten Sünden weißer sein als Woll und Schnee! Komm, mein Herz voll Glauben, Hoffen, Lieb und Sehnsucht steht dir offen, laß dein Herz, das ewig rein, und mein Herz Ein Herze sein! Salomo Franck g. 16594 1725. Mel. Es 27. du Brun wir kom. Blut, wi zu deiner unsrer S bereit zu schenk m lleid dur Hilf, da und wer zum ewg 3. Bl in dir ai ben; laß für 15 dir treibe Lachtmn Himmels me werk 28 den in nacht un Kiden i il Macht 55 ter hohen G 2.So nießen, y uns neu waln e Lit Lod und euern e Weise, die mißtl Hier zur Speise, r ist; hier hen sich der n, und zum selbst der t nach den hre Lebens⸗ 5 Brot er⸗ 5 Hungers⸗ eser heilgen die Lebens⸗ sen Sünder bestes Teil. „den Schat Js auf⸗ je Bundes⸗ 5 aden an! HRrimm er⸗ r zu nichte er, so tritt urcht herzu! ine Sinnen e rein, laß amm senke ml Komm, en, eile, bei lter meines eich niedrig/ nade finden 3Weh, la Wen ehn nee! Kommm, hen, Hoffen cht diroffn ewig tiin Herze sein! Abendmahlslieder. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 217. err Jesu Christ, du Doie Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke, schenk uns dein schönes Ehren— kleid durch deines Geistes Stärke! Hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende blei⸗ ben; laß Sünd und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. 17¹³. Eigene Melodie. ein Jesu, der du 218. M vor dem Schei— den in deiner letzten Trauer⸗ nacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testament ver⸗ macht, es preisen gläubige Gemüter dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl ge⸗ nießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu; man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig, deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen ver⸗ neuern sich in unserm Herzen. 12⁵ 3. Es wird dem zagenden Gewissen ein neues Siegel aufge⸗ drückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. 4. Das Band wird fester zu⸗ gezogen, das dich und uns zu⸗ sammenfügt; die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, fühlt, wie sie neue Stützen kriegt; wir werden mehr in solchen Stun— den mit dir zu Einem Geist ver⸗ bunden. 5. Dies Brot kann wahre Nah⸗ rung geben, dies Blut erquicket unsern Geist; es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt; wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande Ein Herz und Eine Seele sein; der Geist muß mehr zusammen⸗ fließen, da wir Ein Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, das schwachheitvoll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll, ja daß du uns ein ewig Leben nach die⸗ sem kurzen werdest geben. 8. O teures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist verpflegt! Dies Mahl ist 126 unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engel Zungen zu dessen Ruhm geschäftig sein. Wird unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich vollkommner loben. Joh. Jak. Rambach g. 1693 T 1735. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. 219. Qch komme, Herr, mühselig und beladen. und suche dich, Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten; ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder, du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist voll⸗ bracht! Du hast mein Heil verdienet, du hast für mich dich dargestellt, Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Abendmahlslieder. Sohn, die Schuld ist dir ver⸗ geben, du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Her⸗ zen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit, bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rau⸗ ben! Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte brin⸗ gen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu er⸗ füllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 220 err, du wollst uns 2 vorbereiten zu deines Mahles Seligkeiten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollem Herzen nahen und sprich uns los von Sünd und Tod! Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abend⸗ mahl bei dir. Nach Fr. Gottl. Klopstock g.17241 1803. Nach 221 uns selbe nem Fl Blute; d zu gutel deinen l von dein und das Herr,au 2.— für uns wir dadi Güte ko dabei k Kyrieleis groß dich Blut an und beza uns Gott eleison! Gnade auf sein und brüt st dir ver⸗ leinen Tod t dem, der nzem Her⸗ Glück der 5 hier im urch keine Krone rau⸗ e mich mit Ustock, bleib rüchte brin⸗ stärke dich, gegen mich helingen. n Glück ist es treu er⸗ durch deinen nem Willen. würdig sein, it, Herr, 0 dzu preisen. r Heiligung sserung mir sen! 17¹⁵˙1 1769. —— die Stimme wolst uns kbereiten zu igkettn, se Abendmahlslieder. Nach dem Abendmahle. Eigene Melodie. 221 Ge sei gelobet und * gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit sei⸗ nem Fleische und mit seinem Blute; das gieb uns, Herr Gott, zu gute! Kyrieleison! Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam, und das heilige Blut hilf uns, Herr, aus aller Not! Kyrieleison! 2. Den heilgen Leib hat er für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte konnte er uns schenken, dabei wir sein solln gedenken. Kyrieleison! Herr, dein Lieb so groß dich g'zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder that und bezahlt' unsre Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyri— eleison! 3. Gott geb uns allen seiner Gnade Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kyri⸗ eleison! Herr, dein heilig Geist uns nimmer laß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arm Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleison! Martin Luther g. 1483 4 1546. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. ie wohl hast du 222. W' gelabet, o lieb⸗ ster Jesu, deinen Gast, ja mich so reich begabet, daß ich jetzt 127 fühle Freud und Rast. O wun⸗ dersame Speise, o süßer Lebens⸗ trank, o Liebmahl, das ich preise mit einem Lobgesang, indem es hat erquicket mein Leben, Herz und Mut; mein Geist der hat erblicket das allerhöchste Gut. 2. Du hast mich jetzt geführet, o Herr, in deinen Gnadensaal, daselbst hab ich berühret dein edlen Güter allzumal; da hast du mir gegeben umsonst und mildig⸗ lich das werte Brot zum Leben, das sehr erquicket mich; du hast mir zugelassen, daß ich den See— lenwein im Glauben möchte fassen und dir vermählet sein. 3. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit; du hast mir vollgemessen den edlen Kelch, der mich erfreut. Ach Gott, du hast erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig jetzt sich neiget mein Herz vor Liebesbrunst. Du hast mich lassen schmecken das köst⸗ lich Himmelsbrot; hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd und Tod. 4. So lang ich leb auf Erden, o liebster Jesu, preis ich dich, daß du mich lässest werden gesättigt von dir und durch dich. Du hast mich selbst getränket mit deinem teuren Blut und dich zu mir ge— lenket, o unvergleichlichs Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat der nim⸗ mer kann verderben, mein Trost, Schutz, Hülf und Rat. 5. Wie kann ichs aber fassen, Herr Jesu, daß du mit Begier 128 dich hast so tief gelassen vom Himmelssaal herab zu mir? Du Schöpfer aller Dinge besuchest deinen Knecht; ach hilf, daß ich dir bringe ein Herz, das fromm und recht, das gläubig dir ver⸗ traue, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlitz schaue dort in der Ewigkeit. 6. Du bists, der ewig bleibet, ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet; Herr, ich bin arm, und du bist reich. Du bist sehr groß von Güte, kein Unrecht gilt bei dir; ich, sündhaft von Gemüte, kann fehlen für und für. Doch kommest du hernieder und nimmst dich meiner an; was geb ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? 7. Ein Herz durch Reu zer— schlagen, ein Herz, das ganz zer⸗ knirschet ist, das, weiß ich, wird behagen, mein Heiland, dir zu jeder Frist. Du wirst es nicht verachten; demnach ich emsig bin, nach deiner Gunst zu trachten; nimm doch in Gnaden hin das Opfer meiner Zungen, denn billig wird jetzund dein teurer Ruhm besungen, Herr Gott, durch meinen Mund. 8. Wohl mir, ich bin versehen mit Himmelspeis und Lebens⸗ trank; nun will ich rüstig stehen, zu singen dir Lob, Ehr und Dank. Fahr hin, du Welt⸗ getümmel, du bist ein eitler Tand, ich seufze nach dem Him— mel, dem rechten Vaterland. Fahr hin, dort werd ich leben Abendmahlslieder. ohn Unglück und Verdruß; mein Gott, du wirst mir geben der Wohllust Überfluß. Johann Rist g. 1607 7 1667. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. Jesu meine 223. O Wonne, du meiner Seele Sonne, du Freund⸗ lichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmelsüß Ergetzen und diese teuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dir es danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, der du so viel empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir dank ich für dein Sehnen und heiß vergoßnen Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß michs nicht ver⸗ gessen, daß du mir zugemessen die kräftge Himmelspeise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich annoch empfinde, aus meinem kräftig 10. von Sü dir, mei kannst! — Seele d des Lei deiner L. den, lo laß mie von der 15. derben; und fre dich zu —— Nel. Wie 224 wert, da sährt, Erst bis liebst, Leb un uns sch unsl Sünden noch ist druß; mein geben der 1607 1667. dem Herren. jesu meine Jonne, du du Freund⸗ aß nuich dir ch gnugsam süß Ergetzen hen, die uns es danken, ich Kranken let, jna selbst von Herzen nerzen, für zunden, der . dein Leiden, r Freuden; Zehnen und nen. dein Lieben, hlieben; dir terben, da da erhen. nein Gemüte dies teure ttgt allen nicht s ugemesse 10 wft h hnde, an Abendmahlslieder. meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich los gezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben. Was kannst du Werters geben? 11. Laß, Schönster, meine Seele doch stets in dieser Höhle des Leibes mit Verlangen an deiner Liebe hangen! 12. Laß mich die Sünde mei⸗ den, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten! 13. Nun kann ich nicht ver— derben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. Wie schön leucht u. d.Morgenstern. ank, Jesu, dir! 22⁴. D Ach sind wirs wert, daß so viel Heil uns wider— fährt, du unser so gedenkest? Erst bis zum Tod am Kreuz uns liebst, nun solch ein Pfand der Lieb uns giebst, ach dich so ganz uns schenkest? Heil uns! Heil uns! Wir empfinden, rein von Sünden, Gottes Frieden. Mehr noch ist uns dort beschieden. 129 Vor der Abendmahlsfeier eines Kranken. Mel. Vater unser im Himmelreich. 225. 3 deinen Füßen liege ich, mein Jesu, blicke doch auf mich! Du bist der Arzt und Wundermann, der allezeit erretten kann; drum, bin ich gleich von Hülfe bloß, so ist doch mein Vertrauen groß. 2. Mein Trost und meines Herzens Teil, mach erstlich meine Seele heil, besprenge sie mit deinem Blut und mache mein Verbrechen gut, und dann gieb, nach vergebner Schuld, bei meiner Schwachheit auch Geduld! 3. Berühre mich mit deiner Hand, die so viel Böses abge— wandt. Dein Leib mich speise, da ich krank, dein Blut sei mei— ner Seele Trank! Ich will, wie Lazarus, allein, auch wenn ich krank, der Deine sein. 20 Riheite meiner Seele ein ist, so heile mich, Herr Jesu Chrst; soll sterben aber besser sein, wohl mir, auf Jesum schlaf ich ein. Mach du es, Jesu, durch dein Blut mit mir an Leib und Seele gutl Christ. Heinr. Zeibich g. 16774 1748. C. Lieder vom christlichen Leben. XVI. Buß⸗ und Beichtlieder. Eigene Melodie. 226 Vater, allmäch⸗ 2 tiger Gott, zu dir schreien wir in der Not: Durch deine große Barmherzig⸗ keit erbarm dich über uns! Christe, wollst uns erhören, für uns bist du geboren von Maria. Erbarm dich über uns! Vergieb uns all unsre Sünde, hilf uns in der letzten Stunde, für uns bist du gestorben. Erbarm dich über uns! O heilger Geist, wollst uns geben, dich allzeit herzlich zu lieben und nach deinem Willen zu leben. Erbarm dich über uns! Altkirchl. Deutsch d. J. Spangenberg g. 1484 1 1550. Eigene Melodie. imm von uns, 22 7. N Herre Gott, all unsre Sünd und Missethat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in deinem Dienst erfunden werden. 2. Erbarm dich, erbarm dich, er⸗ barm dich deines Volks, o Christe, das du erlöset hast mit deinem teuren, heilgen Blute. 3. Erhör uns, erhör uns, er⸗ höre unsre Bitt, Gott Vater, Schöpfer aller Dinge, hilf uns und sei uns gnädig! 4. Erhör uns, erhör uns, er⸗ höre unsre Bitt, o Christe, aller Welt Heiland, bitt für uns und sei uns gnädig! 5. Erhör uns, erhör uns, er⸗ höre unsre Bitt, Gott heilger Geist, du einger Tröster, erleucht uns und sei uns gnädig! Chor. 6. So wahr ich lebe, spricht Gott der Herre, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Amen. Altlirchlich. Psalm 130. Eigene Melodie. 228 A tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen, dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner du will Sünd wer kant 2. B Gnad 5 zu verge Thun un Leben. rühmen fürchten Gnade 3. D ich, au bauen; lassen si die mir 22⁰ Christe, hrie, Christ, Herr G. derr 6 Herr G Sei uns Sei uns vur all dor alle bur all e. mit deinem . uns, er⸗ hott Vater, , hilf uns yr uns, el⸗ riste, aller r uns und L uns, er⸗ oͤt hilger ter erleucht igl be, sprict vill nicht „6. sondern 10 lebe. Uklirhlic. die. ferNotschen u dir, Her Rufen, uh u mir un Buß-⸗ und Beichtlieder. meiner Bitt sie öffne! Denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan, wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann, des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort. 131 Das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Mor⸗ gen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gottes harre! 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Martin Luther g. 1483 T 1546. Die Litanei. Eigene Melodie. Erster Chor: 229. Kiie Christe, Kyrie, Christe, err. Lur Gott Vater im Himmel, Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, 93 Gott heiliger Geist, Sei uns gnädig, Sei uns gnädig, Vor allen Sünden, vor allem Iyrsal, vor allem Ubel Zweiter Chor: Eleison!*) Eleison! Eleison! Erhöre uns! *) Erbarme dich. Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Verschon uns, lieber Herre Gott! Hilf uns, lieber Herre Gott! Behüt uns, lieber Herre Gott! 9 Buß⸗ und Beichtlieder. Erster Chor: Zweiter Chor: Vor des Teufels Trug und List, vor bösem schnellen Tod, vor Pestilenz und teurer Zeit Behüt uns, lieber Herre Gott! Vor Krieg und Blutvergießen, vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuer⸗ und Wassersnot, vor dem ewigen Tod Behüt uns, lieber Herre Gott! Durch deine heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod, durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt Hilf uns, lieber Herre Gott! In unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht Hilf uns, lieber Herre Gott! Wir armen Sünder bitten: Du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, alle ihre Diener, Wächter und Hirten im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten, Erhör uns, lieber Herre Gott! Allen Rotten und Argernissen wehren, alle Irrige und Verführte wieder⸗ bringen, den Satan unter unsere Füße treten, Erhör uns, lieber Herre Gott! Treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, ollen Bet Allen K unserm und ihn unsere unsern Alen, so allen Sd aller Kin alle uns alle Bit Aler M lusern Srit rre Gott! rre Gottl Gott! Gottl ren, lieber urre Gotll Erster Chor: allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Allen Königen und Fürsten Friede und Eintracht geben, unserm Kaiser und König steten Sieg wider deine Feinde gönnen, und ihn mit allen seinen Ge⸗ waltigen leiten und schützen, unsere Rt(er und Ge⸗ unsern Rat meinde segnen und behüten, Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hülfe erscheinen, allen Schwangern und Säugen⸗ den fröhliche Frucht und Gedeihen geben, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, alle Witwen und Waisen vertei⸗ digen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande geben und bewahren,“) ) unsere Deiche, Dämme und Schleusen in deine gnädige Obhut nehmen Buß-⸗ und Beichtlieder. Zweiter Chor: Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! (für Gemeinden, welche am Wasser wohnen) und dieses Bergwerk gnädiglich erhalten und segnen(für die Gemeinden auf dem Harz). Erster Chor: und uns gnädiglich erhören, O Jesu Christe, Gottes Sohn, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Christe, Kyrie, Christe, Buß⸗ und Beichtlieder. Zweiter Chor: Erhör uns, lieber Herre Gott! Erhör uns, lieber Herre Gott! Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns! Verleih uns steten Fried! Erhöre uns! Eleison! Eleison! Beide Chöre zusammen: Kyrie, Eleison! Amen. Altkirchlich. Deutsch durch Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. 230 Du Adams Fall * ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen, das⸗ selb Gift ist auf uns geerbt, daß wir nicht konnten g'nesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, darein die Schlang Eva bezwang, Gotts Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Eva hat bracht, daß sie ist abͤ— gefallen von Gottes Wort, das sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod, so war ia not, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, der Gna⸗ den Thron, in dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewigs Tods gestorben, also hat Gott durch Christi Tod verneut, was war verdorben. 4. So er uns denn sein Sohn geschenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, getöt, gen Himm'l ge⸗ fahren, dadurch wir sein von Tod un trauen o Wort: grauen! 5. E verflue ferne, schen dem H ein and ster ste des Te Lit er 7.L bertrau schande Felsen zuhant ich dot fallen Gottes Glaub 8 0 erre Gottl erre Gott! E 1483 1.1545 3, der Gna⸗ wir möchten ein fremde berhöhnet, de Huld in un wi 5 all sind , also hat od perneut, Buß⸗ und Beichtlieder. 13⁵ Tod und Pein erlöst, so wir ver⸗ trauen auf diesen Hort, des Vaters Wort: wem wollt vor Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rat und ewigs Wort, den er uns hat ge⸗ geben zu einem Schutz, daß wir mit Trutz an ihn fest sollen glauben; darum uns bald kein Macht noch G'walt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Trost bei einem Men⸗ schen sucht und nicht bei Gott dem Herren; denn wer sich will ein andres Ziel ohn diesen Trö⸗ ster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List erschrecken. 7. Wer hofft auf Gott und dem vertraut, wird nimmermehr zu schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, ob ihm gleich geht zuhanden viel Unfalls hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost; er hilft sein'n Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilges Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld; denn in dein Huld setz ich all mein Ver⸗ trauen; wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein'n Füßen ist dein heil⸗ ges Wort ein Leuchte nah und ferne, ein Licht, das mir den Weg weist fort; so dieser Morgen⸗ sterne in uns aufgeht, so bald ver⸗ steht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist denen verheißt, die Hoffnung darauf haben. Lazarus Spengler g. 1479 1 1534. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1 us tiefer Not laßt 231. A uns zu Gott von ganzem Herzen schreien, bitten, daß er durch seine Gnad uns woll vom Übel freien und alle Sünd und Missethat, die unser Fleisch begangen hat, uns väterlich verzeihen; 2. Und sprechen: Vater, sieh doch an uns Armen und Elen⸗ den, sehr übel haben wir gethan mit Herzen, Mund und Händen; verleih uns, daß wir Buße thun und die in Christo, deinem Sohn, zur Seligkeit vollenden. 3. Zwar unsre Schuld ist groß und schwer, von uns nicht aus⸗ zurechen, doch deiner Gnade ist viel mehr, die kein Mensch kann aussprechen; die suchen und be⸗ gehren wir, hoffend, du wirst es, Herr, an dir nicht lassen uns gebrechen. 4. Du willst nicht, daß der Sünder sterb und in Verdamm⸗ nis fahre, sondern daß er mehr Gnad erwerb und sich darin be— wahre: so hilf uns nun, o Herre Gott, damit uns nicht der ewge Tod in Sünden widerfahre. 136 Buß- und Beichtlieder. 5. Vergieb, vergieb und hab Geduld mit uns Armen und Schwachen, laß deinen Sohn all unsre Schuld durch sein Ver— dienst gut machen! Nimm unsrer Seele eben wahr, daß ihr kein Schaden widerfahr, wollst gnädig sie bewachen! 6. Wenn du nun vor Gerichte gehn und mit uns wolltest rech— ten, wie würden wir vor dir be— stehn, und wer würd uns ver— fechten? OHerr, sieh uns barm⸗ herzig an und hilf uns wieder auf die Bahn zur Pforte der Gerechten! 7. Wir opfern uns dir arm und bloß, durch Reue tief ge— schlagen; o nimm uns auf in deinen Schoß und laß uns nicht verzagen! O hilf, daß wir ge trost und frei, ohn arge List und Heuchelei dein Joch zum Ende tragen. 8. Sprich uns durch deine Boten zu, gieb Zeugnis dem Gewissen, stell unser Herz durch sie zu Ruh, thu uns durch sie zu wissen, wie Christus vor dein'm Angesicht all unsre Sachen hab geschlicht; des Trosts laß uns genießen! 9. Erhalt in unsers Herzens Grund dein Wort, den edlen Samen, und hilf, daß wir den neuen Bund in deines Sohnes Namen vollenden mit Beständig— keit und so der Kron der Herrlich— keit versichert werden. Amen. Böhmische Brülder. Eigene Melodie. llein zu dir, Herr 252. Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch ge— born, der mir aus Nöten helfen kann: Ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen hab. 2. Mein Sünd sind schwer und übergroß und reuen mich von Herzen; derselben mach mich quitt und los durch deinen Tod und Schmerzen und zeig mich dei— nem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan, so werd ich los der Sünden Last; Herr, halt mir fest, wes du dich mir ver— sprochen hast. 3. Gieb mir nach dein'r Barm⸗ herzigkeit den wahren Christen— glauben, auf daß ich deine Süßig— keit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hülf mir send, damit behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, sein'm liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem werten heilgen Geist, der uns sein Hülfe allzeit leist, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und vollends in der Ewigkeit. Johann Schneesing 4 1567. 230 und wis ein, und Rat, ob und spa 2. S allein, gemein Gott, u und Ne 3. U Herz zu Ehun digung rung, 4. Di all dene im Nar und Ge 6.S Rroß, Gnade Elend h Nlagen 7. Mu 7 nac sen dir, Rem We und dor — dir, Herr hrist, mein rden. Ich röster bist, ist werden. ts erkorn, Nensch ge⸗ ten helfen u, zu dem ab. schwer und mich von mich quitt Tod und nich dei⸗ hast gnug verd ich Herr, halt mir ver⸗ r Barm⸗ Christen⸗ ne Süßig⸗ hauen, vor 99 Ind 9 ülf mir 66 Teufels . m höchsten ler Güte, liebsten eit aen eilge l 2 l sein pollends in ssng f 11567• Buß⸗ und 2 Chronika 20. Eigene Melodie. enn wir in höch⸗ 233. Wĩ sten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat, 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen ins⸗ gemein anrufen dich, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und flehen um Begna⸗ digung und aller Strafen Linde⸗ rung, 4. Die du verheißest gnädiglich all denen, die drum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Für— sprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn ver⸗ lassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünde groß, sprich uns davon aus Gnade los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freude dan⸗ ken dir, gehorsam sein nach dei⸗ nem Wort, dich allzeit preisen hie und dort. Paul Eber g. 1511 1 1569. Beichtlieder. 137 Mel. Herzlich thut mich verlangen. 234. ch Gott, ich muß dirs klagen, daß ich so elend bin: Mein Herz will mir verzagen, mein Sünd liegt mir im Sinn; ich kann ihr nicht vergessen, sie ist zu groß und schwer, sie hat mich ganz besessen, sie kränkt und quält mich sehr. 2. In Sünd bin ich empfan⸗ gen, in Sünden auch geborn, viel Sünd hab ich begangen, darum bin ich verlorn; ich kann nicht freudig werden, den Him⸗ mel anzusehn, und schäme mich, auf Erden vor dir, mein Gott, zu stehn. 3. Nun sollt ich ja vertrauen dein'm Sohne Jesu Christ, auf sein Verdienst fest bauen, weil er mein Fürsprach ist; doch schreckt mich mein Gewissen, das zweifelt immerdar und spricht, dich werd verdrießen, daß ich die Sünd nicht spar. 4. Ich wollt auch herzlich gerne bessern das Leben mein, mit Werk, Wort und Geberden fromm und gehorsam sein; ich kanns so nicht vollbringen, wie ichs oft hab bedacht, ich laß mich davon dringen durch Satans List und Macht. 5. Was soll ich denn nun machen? Wie kann ich doch be⸗ stehn? Ich fall der Höll in Rachen, wenn ich dir will ent— gehn. Herr, zu dir komm ich wieder und such Barmherzigkeit, ich falle vor dir nieder, mein Sünde ist mir leid. ˙*Ke 1 . 6. Du hast dein Sohn gegeben für aller Menschen Sünd, daß jedermann sollt leben, der an ihn glauben könnt. Will gleich mein Herz nicht trauen, so glaub ich dennoch fest; hilf du meinem Un⸗ glauben, dein Hülfe ist die best. 7. Ich bin nicht wert der Güte, die du an mir gethan, daß für mich mit sein'm Blute bezahlt dein lieber Sohn; bedarf es doch notwendig und glaub dem Worte dein, das mir zusagt beständig: Wer glaubt, wird selig sein. 8. So wahr, als ich selbst lebe, sprichst du, mein Herr und Gott, ungern ich übergebe den Sünder in den Tod; ich will, daß er umkehre und ewig leb bei mir. Darum komm ich, mein Herre, ich komm wieder zu dir. 9. Mit deinem heilgen Geiste den schwachen Glauben mehr, mir Hülf und Beistand leiste zu deines Namens Ehr. Leit mich auf deinem Stege, vor aller Sünd und Schand, vors Teufels Strick und Wege bewahr mich deine Hand! 10. Segne mein Leib und Leben, auch mein Beruf und Werk, was du mir hast gegeben, behüt durch deine Stärk! Erhör, o Herr, mein Schreien und mein furchtsames Wort, daß ich mich dein kann freuen, verachten Satans Mord. 11. Zuletzt laß mich abscheiden mit einem selgen End und nimm aus diesem Leiden mein Seel in deine Händ! Dafür will ich dich Buß⸗ und Beichtlieder. preisen mit steter Dankbarkeit; du wirst mir Gnad erweisen und helfn in Ewigkeit. Hann. Gsb. 1646 nach einem ält. Liede. fils List selig St luig bei Ma Mel. Vater unser im Himmelreich. 235 Nism von uns, * Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben all⸗ zumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid! 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns ge⸗ ben wolltst nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Ret⸗ tung uns erschein! Beweis an uns dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer That, wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei! 4. Gedenk an deins Sohns bittern Tod, sieh an sein heilgen Wunden rot! Die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barm⸗ herzigkeit. 5. Leit uns mit deiner rechten Hand und segne unsre Stadt und Land; gieb uns allzeit dein heiligs Wort, behüt vors Teu⸗ 236 du Brum doch, wie Schmerz mir hab Gewisser Sünder 2. Er Ndst, nin zen, die am Hol auf daß Vah in r 3. 5 bal. egangen Herz eir Furcht! weder g stracss dein Wo 4. A das ma dankbarkeit; weisen und nem aͤlt. Liede. Buß-⸗- und fels List und Mord; verleih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein. Martin Moller g. 1547 + 1606. Himmelreich. bon uns, r, du treuer Straf und nit Sünden haben all⸗ Krieg und uchen, Feur heiner bösen Gnad und enn so du, ohn uns ge⸗ serm Thun, elt vergehn, ssch vor dir „ durch die nnd Ret⸗ Beweis an und straf schet That, Heiner Güte Grimm fern einz Sohns sein hei lgen sind ja füt h lung und wir un⸗ Borm⸗ iner kechten deine re alheitd dein vots Tuu⸗ Eigene Melodie. 236. Hen Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, sieh doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Her⸗ zen, dieweil du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh und ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag' begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja ich weiß weder aus noch ein und müßte stracks verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht und neu beginnt zu springen; dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zer— knirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 5. Und weil ich denn in mei⸗ nem Sinn, wie ich zuvor ge⸗ klaget, auch ein betrübter Sün⸗ der bin, den sein Gewissen naget, Beichtlieder. 139 und gerne möcht im Blute dein von Sünden abgewaschen sein, wie David*) und Manasse,“*) )2 Sam. 12, 13. 2 Chron. 33, 13. 6. So komm ich auch zu dir allhie in meiner Not geschritten und thu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Ver⸗ zeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. O Herr, vergieb, vergieb mirs doch um deines Namens willen und thu in mir das schwere Joch der Uebertretung stillen, daß sich mein Herz zu— frieden geb und dir hinfort zu Ehren leb mit kindlichem Ge— horsam. 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich mit dei⸗ nen Wunden, tröst mich mit dei⸗ nem Todesschweiß in meiner letz⸗ ten Stunden und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im rechten Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten! Barthol. Ringwalt g. 1532 4 1599. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 23 7 or G'richt, Herr Jesu, steh ich hie, zu dir beug ich meins Her⸗ zens Knie, kann mir selbst gar nicht raten. Mein groß und viele Missethat mich hier und dort verdammet hat. Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein, weil ich in wahrer Reu und Buß 140 Buß- und Beichtlieder. an dich gläub und dir fall zu Fuß. Luft unstät Menschen und Vieh Herr Jesu Christ, des dank ich erschrecket, dir, des dank ich dir, ich will 8. Also, Herr Christ, mein mich bessern, hilf du mir! Zuflucht ist die Höhle deiner Hannov. Gsb. 1646. Wunden; wenn Sünd und Tod mich bracht in Not, hab ich mich Eigene Melodie. drein gefunden. 238 ch Gott und Herr, 9. Darin ich bleib; ob Seel wie groß und und Leib hie von einander schei— schwer sind mein begangnen den, so werd ich dort bei dir, Sünden! Da ist niemand, der mein Hort, sein in ewigen helfen kann, in dieser Welt zu Freuden. finden. 10. Ehre sei nun Gott Vater, 2. Lief ich gleich weit zu dieser Sohn und heilgem Geist zu— Zeit bis an der Welt ihr Ende sammen! Ich zweifle nicht, weil und wollt los sein des Elends Christus spricht: Wer dlanbt, mein, würd ich es doch nicht wird selig. Amen. wenden. V. 1—6 Rutilius g. 1550 1 1618. 3. Zu dir flieh ich, verstoß V. 7—10 Joh. Groß g. 1564 4 1654. mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet. Ach Gott, zürn nicht. Mel. Vater— im Himmelreich. geh nicht ins G'richt, dein Sohn 239. S Do wahr ich lebe, hat mich versühnet. spricht dein Gott, 4. Solls ja so sein, daß Straf mir ist* lieb des Sünders und Pein auf Sünde folgen Tod, vielmehr ist dies mein müssen, so fahr hie fort, nur Wunsch und Will, daß er von schone dort und laß mich hier Sünden halte still, von seiner wohl büßen! Bosheit kehre sich und lebe mit 5. Gieb, Herr, Geduld, vergiß mir ewiglich. die Schuld, gieb ein gehorsam 2. Dies Wort bedenk, o Men⸗ Herze, laß mich ja nicht, wies schenkind, verzweifle nicht in oft geschicht, mein Heil murrend deiner Sünd! Hier findest du verscherzen! Trost, Heil und Gnad, die Gott 6. Handle mit mir, wies dir zugesaget hat, und zwar mit dünket dir, durch dein Gnad einem teuren Eid. O selig, dem will ichs leiden; wollst mich nur die Sünd ist leid! nicht dort ewiglich von deiner 3. Doch hüte dich vor Sicher— Liebe scheiden! heit, denk nicht: Zur Buß ist 7. Gleichwie sich fein ein noch wohl Zeit, ich will erst Vögelein in hohle Bäum ver⸗fröhlich sein auf Erd; wenn ich stecket, wenns trüb hergeht, die des Lebens müde werd, alsdann will ick wird wo 4. W stets be Barmhe Gnade seinem Seele s wird m 5. G von weg zusagen du bis du muf verborg 6. dichl ündern gesund! I4 woh sirbes und Lei 7. 5 mir, d zu dir v blick, e hinrück lederzei bereit, V —— Rel. beschwn den S Süͤ ung fi her kän nagnih n und Vieh hrist, mein oöhle deiner nd und Tod hab ich mih 9) ob Seel under schei⸗ ort bei dir, in ewigen Gott Vater, Geist zu⸗ e nicht, weil Ger glaubt, .1550 1 1618. .1564 1654 i Himmelteich hr ich lebe, t dein Gott, Sünders dies mein daß er von von seiner nd lebe mit Buß⸗ und will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist wohl stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit, doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod, zusagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir kund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich! Eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krank, ja wohl gar tot. So du nun stirbest ohne Buß, dein Seel und Leib dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und Buße thu den Augen⸗ blick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Mel. Auf meinen lieben Gott. o soll ich fliehen 240. W hin, weil ich beschweret bin mit viel und gro⸗ ßen Sünden? Wo kann ich Ret⸗ tung finden? Wenn alle Welt her käme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt Beichtlieder. 14¹ mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte, laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen! 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil ge— funden. 4. Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zu gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde und ihrer nicht gedenke, ins Meer sie tief ver⸗ senke! 5. Du bist der, der mich tröst, weil du mich selbst erlöst; was ich gesündigt habe, hast du ver⸗ scharrt im Grabe; da hast du es verschlossen, da wirds auch blei⸗ ben müssen. 6. Ist meine Bosheit groß, so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Blut auffasse und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich über⸗ winde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen; mit dir kann ich sie schlagen. Dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trutz bald schweigen. 14² Buß-⸗ und Beichtlieder. 9. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stärk und Kraft, daß auch ein Tröpflein kleine die ganze Welt kann reine, ja gar aus Teufels Rachen frei, los und selig machen. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben, denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 11. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Glied⸗ maß ewig bleibe. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 2 41 e Gott, ich 2 muß dir klagen meines Herzens Jammerstand, ob dir wohl sind meine Plagen besser als mir selbst bekannt; große Schwachheit ich bei mir in Anfechtung oftmals spür, wenn der Satan allen Glauben will aus meinem Herzen rauben. 2. Du, Gott, dem nichts ist verborgen, weißt, daß ich nichts von mir hab, nichts von allen meinen Sorgen; alles ist, Herr, deine Gab. Was ich Gutes find an mir, das hab ich allein von dir; auch den Glauben mir und allen giebst du, wie dirs mag gefallen. 3. O mein Gott, vor den ich trete jetzt in meiner großen Not, höre, wie ich sehnlich bete, laß mich werden nicht zu Spott, mach zunicht des Teufels Werk, meinen schwachen Glauben stärk, daß ich nimmermehr verzage, Christum stets im Herzen trage. 4. Jesu, du Brunn aller Gna⸗ den, der du niemand von dir stößt, der mit Schwachheit ist be⸗ laden, sondern deine Jünger tröst, sollt ihr Glaube auch so klein wie ein kleines Senfkorn sein, wolltst du sie doch würdig schätzen, große Berge zu versetzen: 5. Laß mich Gnade vor dir finden, der ich bin voll Trau⸗ rigkeit; hilf du mir selbst über⸗ winden, so oft ich muß in den Streit; meinen Glauben täglich mehr, deines Geistes Schwert verehr, damit ich den Feind kann schlagen, alle Pfeile von mir jagen. 6. Heilger Geist ins Himmels Throne, gleicher Gott von Ewig⸗ keit mit dem Vater und dem Sohne, der Betrübten Trost und Freud, der du in mir an⸗ gezündt, so viel ich an Glauben find, über mir mit Gnade walte, ferner deine Gab erhalte! 7. Deine Hülfe zu mir sende, o du edler Herzensgast, und das gute Werk vollende, das du an⸗ gefangen hast. Blas das kleine Fünklein auf, bis ich nach voll⸗ brachtem Lauf allen Auserwähl⸗ ten gleiche und des Glaubens Ziel erreiche. 8. Gott, groß über alle Götter, heilige Dreieinigkeit, außer dir ist kin zur recht die Pfeil heit mir Trost v Verzwei 9. 3 Stlicken laß ihn drauf e Gieb K. ritterlit ch bete, laß zu Spott, ufels Werk, auben stärk, hr verzage, erzen trage. aller Gna⸗ nd von dir chheit ist be⸗ zunger tröst, so klein wie sein, wolltst hätzen, große ade vor dir voll Trau⸗ selbst über⸗ muß in den uben tiglich es Schwert den Feind Pfeile von 5 Himmels von Cwig⸗ K und dem übten Trost in mir an⸗ an Glauben ynade walte, Buß⸗ und Beichtlieder. 143 ist kein Erretter, tritt mir selbst zur rechten Seit, wenn der Feind die Pfeil abdrückt, meine Schwach⸗ heit mir aufrückt, mir will allen Trost verschlingen und mich in Verzweiflung bringen. 9. Zeuch du mich aus seinen Stricken, die er mir geleget hat, laß ihm fehlen seine Tücken, drauf er sinnet früh und spat. Gieb Kraft, daß ich allen Strauß ritterlich mög stehen aus, und so oft ich noch muß kämpfen, hilf mir meine Feinde dämpfen! 10. Reiche deinem schwachen Kinde, das auf matten Füßen steht, deine Gnadenhand ge— schwinde, bis die Angst vorüber geht. Wie die Jugend gängle mich, daß der Feind nicht rühme sich, er hätt ein solch Herz ge⸗ fället, das auf dich sein Hoff— nung stellet. 11. Du bist meine Hülf, mein Leben, mein Fels, meine Zuver⸗ sicht, dem ich Leib und Seel ergeben; Gott, mein Gott, ver⸗ zeuch doch nicht! Eile, mir zu stehen bei, brich des Feindes Pfeil entzwei, laß ihn selbst zu⸗ rücke prallen und mit Schimpf zur Hölle fallen! 12. Ich will alle meine Tage rühmen deine starke Hand, daß du meine Plag und Klage hast so herzlich abgewandt. Nicht nur in der Sterblichkeit soll dein Ruhm sein ausgebreit, ich wills auch hernach erweisen und dort ewiglich dich preisen. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Eigene Melodie, oder Jesu, meines Lebens Leben. 24 Qesu, der du meine 2 N Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teu⸗ fels finstern Höhle und der schwe⸗ ren Sündennot kräftiglich her⸗ ausgerissen und mich solches lassen wissen durch dein ange— nehmes Wort, sei doch jetzt, o Gott, mein Hort! 2. Herr, ich muß es ja beken⸗ nen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner Fehler sein; mein Gemüt ist ganz zer⸗ rissen durch der Sünden Schmerz und Pein, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach vergieb mir, was verborgen, rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. 4. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen mei⸗ ner Seligkeit zu gut, und die⸗ weil du so zerschlagen hast die Sünd am Kreuz getragen, ei so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 5. Wenn ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen kann, ach so wollest du mich retten und dich meiner nehmen 14⁴ Buß- und Beichtlieder. an. Du allein, Herr, kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören: Ihr zu meiner linken Hand seid von mir noch nie erkannt. 6. Du ergründest meine Schmerzen, du, Herr, kennest meine Pein. Es ist nichts in meinem Herzen als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, mit Leid vermenget, durch dein teures Blut besprenget, so am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 7. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine Treu er— füllen, was du selber hast ge— sagt: daß auf dieser weiten Erden keiner je verloren werden, son— dern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 8. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verder— ben nicht! Du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht. Deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 243 O frommer und ge⸗ treuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich: das ist mir leid und reuet mich. 2. Du aber, o mein gnädger Gott, hast nicht Gefalln an meinem Tod, und ist dein herz⸗ liches Begehrn, daß ich soll Buß thun, mich bekehrn. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm, hilf mir durch Christi bittern Tod und heilige fünf Wunden rot! 4. Ja, Herr, ich bitt durch Jesum Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: Laß deine Gnad und Gütigkeit mehr gelten denn Gerechtigkeit! 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, so werd ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach dei— nem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. 1643. Nach Johann Leon. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh darein. 2 Vater der Barm⸗ „ herzigkeit, ich falle dir zu Fuße, verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße. Was ich be— gangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte! 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weis⸗— heit schaffe Rat, worin es mir sonst fehlet; gieb Willen, Mittel, Kräft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. am Krei agen meiner! Gott, o dich me sich an 4. L Blut, d. ben mit gut, daß Bitt du im Zorr wie ich 5. O Liht, wennen sicht, l wanken! nimmer lust, G Herzen 6. M kommen kämpfen Trotz ö Sieg m Krankh dann d nur sei t dein herz⸗ 5 ich soll hrn. lieber Vater Sünder zu urch Christ eilige fünf bitt durch mir zu gut LQaß deine mehr gelten r, laß deine eine Schuld, lornes Kind iner Sünd. , nach di⸗ ssern, leben sit ich mög igen zu der Johann Leon. — illsich darein. .det Barm⸗ zigkeit, i bafuß den Zit und thut Vas ih be⸗ verzeih mur deine große Buß-⸗ und Beichtlieder. 14⁵ 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen ge— tragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, sieh an mein kläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Todespein und Ster⸗ ben mir kommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht müß verderben. Bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust an⸗ ficht, laß mich von dir nicht wanken! Verleih, daß nun doch nimmermehr Begierd nach Wol⸗ lust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trotz und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. David Denicke g. 1603 1 1680. Mel. Vater unser im Himmelreich. ott Vater, denk 245. G an Christi Tod, sieh an deins Sohnes Wunden rot, die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Löse⸗ geld; des trösten wir uns alle⸗ zeit und hoffen auf Barmher⸗— zigkeit. 2. Den König leit mit deiner Hand, beschütz und segne unser Land, gieb überall dein heilig Wort, wend ab Pest, Teurung, Krieg und Mord, all denen, die in Nöten sein, mit Rettung, Hülf und Trost erschein! 3. Amen, dies alles werde wahr, erhör und hilf uns immer⸗ dar, o Vater in dem höchsten Thron, durch Christum deinen eingen Sohn, daß du, dein Sohn und beider Geist in allem von uns werd gepreist. Hannoversches Gsb. 1657. Eigene Melodie. 246 H ich habe miß⸗ 0 gehandelt, ja mich drückt der Sünden Last, ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? du wirst allenthalben sein; wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum, ich muß es nur be⸗ kennen, Herr, ich habe mißge⸗ than, darf mich nicht dein Kind mehr nennen. Ach nimm mich zu Gnaden an, laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht ganz entzünden! 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen, weiten Meer, dennoch würd es 10 146 ihm wohl fehlen, daß er meiner Suͤnden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszu⸗ sprechen. 5. Wein', ach wein' jetzt um die Wette, meiner beiden Au— gen Bach! O daß ich gnug Zaͤh— ren hätte zu betrauern meine Schmach! O daß aus dem Thränenbronnen käm ein starker Strom geronnen! 6. Dir will ich die Last auf⸗ binden, wirf sie in die tiefste See, wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß als Schnee, laß den guten Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Johann Franck g. 1618 4 1677. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 247 ch will von meiner 2 Missethat zum Herren mich bekehren; du wollest selbst mir Hülf und Rat hiezu, o Gott, bescheren und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnade mir gewähren! 2. Ein Mensch kann von Na— tur doch nicht sein Elend selbst empfinden; er ist ohn deines Geistes Licht blind, taub, ja tot in Sünden, verkehrt ist Will, Verstand und Thun. Des großen Jammers wollst du nun, o Vater, mich entbinden! 3. Klopf durch Erkenntnis bei Buß- und Beichtlieder. gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand, du hast mich über— laden mit Ehr, Gesundheit, Ruh und Brot, du machst, daß mir noch keine Not bis hieher können schaden. 5. Hast auch in Christo mich erwählt tief aus der Hoͤlle Flu— ten, daß niemals mir es hat ge— fehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus großer Treu ge— stäupt mit Vaterruten. 6. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich be— flissen? Nein, eines andern zeihet mich mein Herz und mein Gewissen; darin ist leider nichts gesund, an allen Orten ist es wund, vom Sündenwurm ge— bissen. 7. Die Thorheit meiner jungen Jahr und alle schnöden Sachen verklagen mich zu offenbar; was soll ich Armer machen? Sie stellen, Herr, mir vors Gesicht dein unerträglich Zorngericht und deiner Hölle Rachen. 8. Bisher hab ich in Sicher— heit ganz unbesorgt geschlafen, gesagt: Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen, mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du kannst mein Herz er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Herr mit seinen Schafen. 9. 8 wacht, springe ners mich d mich z der Ho berschli 10. dir ein den; sein i dir ist all me stamm U. für, de Inaͤdiz meiner meine dich ge Merr . Zit n meiden und lie mein dich bri H augster angsten uch vo 18 Kummer über meine ße Thränen och auf mich tum deiner en dank ich mich über⸗ ndheit, Ruh t, daß mir eher können Aristo mich Holle Flu⸗ ir es hat ge⸗ em Guten; ihen sei, hast ßer Treu ge⸗ en. nun auch 5 mich be⸗ ges andern und mein leider nichts rten ist es anwurm ge⸗ kiner jungen oden Sachen fenbar; was ichen“ pots Gesicht ngericht 1nd ö in Siche⸗ geschlafe lange 9n zu stnaft, d zu str nsrer Sch hat Geduld Scafen. Buß⸗ und 9. Dies alles jetzt zugleich er⸗ wacht, mein Herz will mir zer⸗ springen; ich sehe deines Don— ners Macht, dein Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 10. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh in deine Wun⸗ den; laß mich da eingeschlossen sein und bleiben alle Stunden; dir ist ja, o du Gotteslamm, all meine Schuld am Kreuzes⸗ stamm zu tragen aufgebunden. 11. Dies stelle deinem Vater für, daß er sein Herze lenke und gnädig sich kehr her zu mir, nicht meiner Sünden denke, auf daß er meine Sündenlast, die du auf dich genommen hast, ins tiefe Meer versenke. 12. Hierauf will ich zu jeder Zeit mit Ernst und Sorgfalt meiden der bösen Lüste Eitelkeit und lieber alles leiden, denn daß ich Sünd aus Vorsatz thu; ach Herr, gieb du stets Kraft dazu, bis ich einst werd abscheiden. V. 1—10 Luise Henriette Kurfürstin von Brandenburg() g. 16271 1667, V. 11 u. 12 Hannov. Gsb. 1657. Mel. Werde munter, mein Gemüte. du Schöpfer aller 248. O Dinge, höre, höre mein Gebet, das ich jetzo vor dich bringe, weil mein Herz in Angsten steht. Meine Sünden ängsten mich, darum komm ich auch vor dich und bekenne meine Beichtlieder. 147 Sünden, ach Herr, laß mich Gnade finden! 2. Weil du heißest alle kom⸗ men, die beladen sind, zu dir, bin ich auch nicht ausgenommen noch gewiesen von der Thür dei— ner Gnade, sondern du willst und wirst mich noch dazu von den Sünden, die mich drücken, ganz entbinden und erquicken. 3. Dein Wort bleibet unge—⸗ brochen, das du einmal hast ge— redt; nun hast du, o Gott, ge⸗ sprochen: Such mein Antlitz im Gebet. Darum komm ich auch vor dich, such dein Antlitz; ach laß mich bei dir Trost und Gnade finden, sprich mich los von mei⸗ nen Sünden! 4. Sieh die Handschrift, die ich gebe dir in deine Händ, o Gott! Drin sprichst du: So wahr ich lebe, ich will nicht des Sünders Tod, sondern daß er sich bekehr von den Sünden und begehr ewig⸗ lich mit mir zu leben, so will ich die Sünd vergeben. 5. Nun wohlan, du wirst nicht lügen, ich halt mich an deine Wort, will darauf in Demut biegen meine Knie an diesem Ort und bekennen meine Sünd; ich bin das verlorne Kind, das vom Teufel oft verblendet deine Güter hat verschwendet. 6. Weiter will ich nichts mehr sagen und allein an meine Brust mit dem armen Zöllner schlagen: Gott, es ist dir wohl bewußt, daß ich hab gesündigt dir; aber sei doch gnädig mir! Ich fall dir in 10²⁷ deine Arme, ach Herr, meiner dich erbarme! 7. Ich verleugne nicht die Sünden, ich verleugne nicht die Schuld; aber laß mich Gnade finden, trage, Herr, mit mir Ge⸗ duld! Alles, was ich schuldig bin, zahlt mein Jesus, nimm nur hin die Bezahlung meines Bürgen, der sich ließ für mich erwürgen. 8. Nun, o Vater aller Gnaden, siehe dessen Leiden an! Dieser hat ersetzt den Schaden und für mich genug gethan; durch ihn bin ich ganz erlöst, dessen ich mich gänz⸗ lich tröst, weil in seinen tiefen Wunden ich nun Fried und Ruh gefunden. 9. Ich will auch hierauf genie⸗ ßen, Jesu, deinen Leib und Blut meiner Seele und Gewissen zur Erquickung und zu gut. Gieb, daß würdig ich genieß dich, o Herr, und schmeck, wie süß und wie freundlich du bist denen, die sich nach dir herzlich sehnen. Christoph Tietze g. 1641 4 1703. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 249 V laß mich * Gnade finden, tröste meinen blöden Sinn, der ich wegen meiner Sünden so betrübt und traurig bin. Siehe, mein Gott, wie ich hier jetzt vor deiner Gnadenthür mit dem Zöllner schamrot stehe und dich um Vergebung flehe. 2. Du bist heilig, ich hingegen bin voll Ungerechtigkeit, muß mich bloß aufs Bitten legen und Buß⸗ und Beichtlieder. auf deine Gütigkeit setzen meine Zuversicht; denn so du, Herr, dein Gericht ließest ohne Gnad ergehen, würd es übel um mich stehen. 3. Aber, Herr, nach deiner Lehre willst du keines Sünders Tod, sondern daß er sich bekehre und frei werde seiner Not. Dieser Trost erquicket mich, als der ich auch ängstiglich Reu und Leid bei mir empfinde über meine schwere Sünde. 4. Denke, daß dein Sohn auf Erden drum vergossen hat sein Blut, auf daß könne selig werden, wer im Glauben Buße thut. Ach sein Kreuz und Dornenkron bring ich hier vor deinen Thron, seinen Tod und Blutvergießen laß mich Armen auch genießen! 5. Zwar ich sollte längst sein kommen, da es noch war rechte Zeit; doch ist dadurch nichts be⸗ nommen deiner großen Gütigkeit. Keine Buße ist zu spät, wenn sie nur von Herzen geht, darum wird dir auch mein Flehen jetzo noch zu Herzen gehen. 6. Großer Gott, voll Lieb und Treue, laß durch Jesu Wunden doch meine späte Buß und Reue vor dir etwas gelten noch! Denke doch nicht weiter dran, was ich habe mißgethan, laß mein arges Sündenleben mir aus Gnade sein vergeben! 7. Wirst du nun mir armen Sünder, o mein Gott, barm⸗ herzig sein und in die Zahl deiner Kinder wiederum mich 256 großer mich n dienst: für und 1 stärk Ach He wollst die S großen etzen meine du, Herr, ohne Gnad el um mich nach deiner Sünders sich bekehre Not. Dieser als der ich u und Leid über meine in Sohn auf en hat sein selig werden, se thut. Ach Dornenkron inen Thron, lut latergichen h genießen! ö 0 sein war rechte nichts be⸗ n Güthket. iht wenn t, darum Fahn jcho 11 1 Lieb und n Wunden und Reue noch! Denl Buß⸗ und Beichtlieder. 149 nehmen ein, Herzen dich dafür preisen ewig⸗ lich. Drum in Jesu Christi Namen wollst du mich erhören! Amen. Christ. Gensch 175%.8 g. 1638 . so will ich von 732. Pfalm 6. Eigene Melodie. 250. traf mich nicht in 1 nm großer Gott, verschone! Ach laß mich nicht sein verlorn, nach Ver— dienst nicht lohne! Hat die Sünd dich entzündt, laß um Christi— willen deinen Zorn sich stillen! 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Rette mich aus jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. 3. Zeig mir deine Vaterhuld, stärk mit Trost mich Schwachen! Ach Herr, hab mit mir Geduld, wollst gesund mich machen, heil die Seel mit dem Ol deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden! 4. Ach sieh mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hülfe har— ren; ich verschmacht, Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Thränengüssen. 5. Ach ich bin so müd und matt von den schweren Plagen, mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hülfe fragen. Wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwer— mutshöhle! 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten; nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. Teufel, weich, Hölle, fleuch! Was mich vor ge— kränket, hat mir Gott geschenket. 7. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicherweis, der all— zeit zu loben, heilger Geist, sei gepreist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Ge. Albinus 9. Wtni Eigene Melodie. 251. Sich hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron, schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du M enschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach dei— nem Sinn! Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gieb dich mir und nimm mich hin! 3. Ich begehre nichts, o Herre, als nur deine freie Gnad, die du giebest, den du liebest und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden, der hat alles, wer dich hat. 4. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen mei— nem Herzen, welches sucht die 150 Buß- und Beichtlieder. Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander g. 1650 + 1680. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 252. G, des Zepter, Stuhl und Krone herrschet über alle Welt, der du Deuelr Herzenssohne eine Hochzeit hast bestellt, dir sei Dank ohn End und Zahl, daß zu die— sem Liebesmahl von der breiten Sündenstraßen du mich auch hast laden lassen. 2. Herr, wer bin ich? Und hingegen wer bist du? Was deine Pracht? Ich dem Wurm gleich an den Wegen, du der König großer Macht; ich Staub, Erde, schwach, voll Not, du der Herr Gott Zebaoth; ich ein Scherz und Spiel der Zeiten, du der Herr der Ewigkeiten. 3. Ich grundbös und ganz verdorben, du die höchste Hei— ligkeit; ich verfinstert und er⸗ storben, du des Lebens Licht und Freud; ich ein armes Sünden⸗— kind, lahm und sprachlos, taub und blind, du das Wesen aller Wesen, ganz vollkommen, aus⸗ erlesen. 4. Und doch lässest du mich laden zu dem großen Hochzeit— mahl. O der übergroßen Gna⸗ den: ich soll in des Himmels Saal mit dem lieben Gottes⸗ lamm, meiner Seele Bräutigam, bei der Engel Chor und Reihen mich in Ewigkeit erfreuen! 5. Wen nun dürstet, soll sich laben mit dem Quell, der ewig fleußt, wen nun hungert, der soll haben Brots genug für seinen Geist. O ein angenehmer Ort, da sich Gottes Herz und Wort seiner Braut und Hochzeitgästen giebt als Speis und Trank zum besten! 6. O du großer Herr und König, der du rufst: Kommt, kommt herbei! ich bin zu gering und wenig aller deiner Lieb und Treu; ach ich kann dir nimmer— mehr danken gnug und also sehr, wie ich schuldig bin und sollte, wie ich auch wohl gerne wollte. 7. Zeuch du mich, dein Mahl zu schmecken, aus der finstern Erdenkluft, laß mein Ohr die Stimme wecken, die so hell und liebreich ruft: Komm, o Mensch, komm eilend, komm zu dem Lebensquell und Strom! Komm zum Brot, davon zu zehren und den Geist damit zu nähren. 8. Offne, Herr, mir doch die Ohren zu dem Ruf, der also klingt, der zu deinen Freuden⸗ thoren, o Jerusalem, mich bringt; laß den, den du teur erkauft und auf dich selbst hast getauft, ja nicht in der Thoren Reihen sich der eitlen Weltlust freuen! 9. Laß das eitle Weltgetümmel, diese Dämpfe, die bald fliehn, von des Lammes Mahl im Him⸗ mel, das stets bleibt, mich nicht abziehn! Kleide, Jesu, in der Zeit mich mit deinem Hochzeitskleid, daß ich fiern Heint. Nel. 6 25. 8 mein fühlet die iht es noc mache, nimme mich d daß du 94. nicht y bertreil nehme verblei Sin ist Steble 5. nich, deni lich, tet, soll sich „ der ewig ert, der soll für seinen ehmer Ort, und Wort chzeitgästen Trank zum Herr und : Kommt, zu gering er Lieb und ir nimmer⸗ und also g bin und wohl gerne dein Mahl er finstern Ohr die o hell und o Mensch, zu dem mi Komm zu jehren zu nähren. it doch die „ der also n Freuden⸗ nich bringt; erlauft und getauft, 6 Reihen st reuen!. ligetümmel, 5 slihn, Buß-⸗ und daß ich deine Hochzeitsehren möge feiern ohn Aufhören. Heinr. Georg Neuß g. 1654 4 1716. Vsalm 51, 12—14. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 253 chaff in mir, Gott, 2 ein reines Herz, mein Herz ist ganz verderbet; es fühlet von der Sünde Schmerz, die ihm ist angeerbet und die es noch thut ohne Scheu. Ach mache, daß es wieder sei, wie du es erst erschaffen. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, der wie du sei gesinnet, der stets dir anhang allermeist und was du willst, beginnet. Gieb, daß er hasse Fleisch und Blut, und Glauben übe in Demut, Zucht, Sanftmut, Hoff— nung, Liebe. 3. Verwirf von deinem Ange— sicht, ob ich es gleich verdienet, mich, allerliebster Vater, nicht, weil Jesus dich versühnet; laß nimmer, nimmer, nimmermehr mich dein Kind also fallen sehr, daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, damit er mich nicht nehme dir, und ich stets dein verbleibe; beherrschet mein Herz, Sinn und Mut der heilge Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, hilf und vergieb die Sün— den! Wenn meine Seele suchet dich, so laß dich von ihr finden Beichtlieder. 151 und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, darinnen Trost und Hülfe ist trotz Sünde, Tod und Teufel. 6. Dein freudger Geist erhalt mich doch mit seinem Freudenöle, damit nicht das Verzweiflungs— joch verderbe meine Seele. Sei meine Freude du allein, ach laß mich deine Freude sein und führe mich zur Freude! Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb.-Rudolstadt g. 1640 1 1672. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 254 ch was sind wir • ohne Jesus? dürftig, jämmerlich und arm; ach was sind wir? voller Elend. Ach Herr Jesu, dich erbarm! Laß dich unsre Not bewegen, die wir dir vor Augen legen. 2. Wir sind nichts ohn dich, Herr Jesu, hier ist lauter Finster⸗ nis; dazu quälet uns gar heftig jener giftge Schlangenbiß; dieses Gift steigt zu dem Herzen und verursacht stete Schmerzen. 3. Ach ohn dich, getreuer Jesu, schreckt der Teufel und die Höll, die Verdammnis macht mich zittern, da ich steh auf dieser Stell; mein Gewissen ist erwachet, und der Abgrund flammt und krachet. 4. Ohne dich, herzliebster Jesu, kommt man nicht durch diese Welt; sie hat fast auf allen Wegen unsern Füßen Netz ge— stellt, sie kann trotzen, sie kann heucheln und hält uns mit ihrem Schmeicheln. 15² jesu, richten sich die Kranken auf; unsre Macht ist lauter Ohn⸗ macht in dem müden Lebens-— lauf. Denn man sieht uns, da wir wallen, öfters straucheln, oft⸗ mals fallen. 6. Darum stärk uns, liebster Jesu, sei in Finsternis das Licht, öͤffne unsre Herzensaugen, zeig dein freundlich Angesicht! Strahl, o Sonn, mit Lebensblicken, so wird sich das Herz erquicken. 7. Tritt den Satan, starker Jesu, unter unsern schwachen Fuß, komm zu deiner Braut gegangen, biet ihr deinen Friedensgruß, daß sie Keidrer verspüre und kein Leid sie mehr berühre. 8. Faß uns an, o süßer Jesu, führ uns durch die Pilgerstraß, daß wir auf den rechten Wegen gehen fort ohn Unterlaß; laß uns meiden alle Stricke und nicht wieder sehn zurücke! 9. Laß den Geist der Kraft, Herr Jesu, geben unserm Geiste Kraft, daß wir brünstig dir nachwandeln nach der Liebe Eigenschaft; ach Herr, mach uns selber tüchtig, so ist unser Leben richtig. 10. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, schallen aus des Herzens Grund; dann wird alles jubilieren, und dir singen Herz und Mund; dann wird auf der ganzen Erden Jesus hoch gelobet werden. Peter Lackmann g. 1659 4 1713. Buß-⸗ und Beichtlieder. 5. Ach wie kraftlos, Herzens⸗ Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die dessen Schuld. 25⁵5 2 Majestät weit König, über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig; ich armer Wurm vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöll⸗ ner that, beschämet und von ferne, ich suche deine Hülf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne; doch weil ich voller Fehler bin und, wo ich mich nur wende hin, des Ruhmes vor dir ledig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Ge⸗ wissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sün⸗ der, der für die Welt genug ge⸗ than, durch den wir Gottes Kin⸗ der im gläubigen Vertrauen sind, der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja gutthätig. Ich asseih Gottes Gott, se 5. Re Sinn i Du bist bin, bl Ah hei laß mei sein dur mir gel gieb n Kommt an, so bahn, rätig! sprechen ten Se Sünder Vlent Mel. V tund trägt die nig, dessen ajestät weit em Erd und ht, vor dem der Himmel du bist voll it, sehr groß ich armer 8 mehr, als Chr: Gott, ädig! wie der Zöll⸗ nd von ferne, und Gnad, gerne; doch ler bin und, ude hin, des 10,so schlag cht vor dir, icht. Gott, oihh der ich mit mein Ge⸗ ich reuig an von Herzen o Vier, Ia noch wandle eil du winkst erkhirschtem, rihwohl dic ott, sei mi ue Iesum hr 2 olt genug gl⸗ Gottes Kin⸗ monen sun thith. v. Buß⸗ und Beichtlieder. fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben! Du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe thätig! Und will es nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Ster⸗ ben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es gleich bös oder gut, gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todes⸗ bahn, mein Jesu, selbst bei⸗ rätig! Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letz⸗ ten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! Valent Ernst Löscher g 1673 4 1749. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten Mel 1. ir liegen hier zu 256. W deinen Fußen, ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Ge⸗ wissen, wie sehr dein Zorn ent⸗ brennet sei. Das Maß der Sün⸗ den ist erfüllt, ach weh uns, wenn du strafen willt. 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder, wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die unge⸗ ratnen Kinder, die auf verkehrten Wegen gehn. Kein Wunder, 15⁵5 wenn uns Pest und Schwernnich Hunger längst schon aufgezehrt. 5. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht. Ach geh nicht mit uns ins Gericht! 4. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht; nur tröstet uns allein der Glaube, daß du dich doch erbarmen wirst. Ach hast du noch ein Vaterherz, so siehe doch auf unsern Schmerz! 5. Der Mittler steht ja in der Mitten, wir schaun zu seinen Wunden auf; er hat für unsre Schuld gelitten und leistet dir die Zahlung drauf. Verbirgst du deinen Gnadenschein, so muß sein Blut verloren sein. 6. Das teure Blut von dei⸗ nem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 7. Ach laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Pla⸗ gen los! 8. Steck ein das Schwert, das uns will fressen, den Würger laß vorübergehn, gieb deinen Kindern Brot zu essen, laß keine 154 Buß⸗ und solche Zeit entstehn, daß man dein Wort uns teuer macht, und unser Herz dabei verschmacht. 9. Gieb Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit, laß Lieb und Treu sich stetig küssen und fördre die Ge— rechtigkeit, krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut! 10. So wollen wir dir Opfer bringen, dein eigen sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein er— löstes Israel stimmt in den Jubel Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 257 u dir, Herr Jesu, komme ich, nach⸗— dem du so gar freundlich mich zu dir hast heißen kommen. Mich drücket meiner Sünden Last, sie läßt mir keine Ruh noch Rast; würd sie mir nicht benommen, so müßt darunter ich vergehn, ich könnte nicht vor Gott bestehn, vor dem die Himmel selbst nicht rein, ich müßt ein Kind des Todes sein. Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, erquicke mich und laß mich nicht! 2. Das Sündenjoch ist mir zu schwer, es drückt mein Herze all⸗ zusehr, du, Herr, wollst es zer⸗ brechen! Gedenke, daß du diese Last darum für mich getragen hast, damit nicht möchte rächen Beichtlieder. der Vater, was ich hab verschuldt, vielmehr, daß seine Gnad und Huld mir Armen wieder würd zuteil. Mach mich durch deine Wunden heil, Herr Jesu Christ, und für mich bitt, und für mich bitt, wenn Satan wider mich auftritt. 3. Zu dir steht meine Zuver⸗ sicht, ich weiß von keinem Helfer nicht ohn dich, o Arzt der Sün⸗ der. All andre Helfer sind zu schlecht, du bist allein vor Gott gerecht, des Todes Überwinder, die Freistatt und der sichre Ort, das feste Schloß, der Schild und Hort, der Mittler und der Gna— denthron, des Vaters Herz und liebster Sohn. Herr Jesu Christ, das glaube ich, das glaube ich, ach stärk in solchem Glauben mich! 4. Hinfort will ich nun jeder⸗ zeit auf mich zu nehmen sein bereit dein Joch, die sanfte Bürde; darunter find ich Fried und Ruh, ich wachs und nehm im Guten zu. Und ob ich drunter würde aus Schwachheit, die dir ist bekannt, ermüden, wird doch deine Hand mir immer wieder helfen auf, um zu vollenden mei— nen Lauf. Herr Jesu Christ, durch dich allein, durch dich allein kann ich hier und dort selig sein. J.Anast.Freylinghausen g. 1670 4 1739. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 258. Dedich ui Buue, komm, bring dein armes Herz herbei! bald zu deiner e in uns uber Si 2. D zum Gl gelium dir erle sein E durch selig we 3. 6 Sinnen Herzer nur be Fsu, daß ich gläubig 350 sindigt than; Seufze meine oll ich Rernst d 5. nuch n mir nie V su lliz; mut un 4 8 X . Remer 0 b verschuldt, Gnad und ieder würd durch deine Jesu Christ, d für mich wider mich ine Zuver⸗ inem Helfer zt der Sün⸗ lfer sind zu in vor Gott Uberwinder, sichre Ort, Schild und d der Gna⸗ 5 Herz und FJesu Christ aube ich, ach uben mich! nun jeder⸗ lehmen sein die sanfte d ih Fried und nehm Buß⸗ und Beichtlieder. herbei! Komm, falle ihm doch bald zu Fuße und zeig ihm deiner Seele Reu, die das Gesetz in uns erregt, wenn man Leid über Sünde trägt. 2. Dein Jesus ruft dich auch zum Glauben durchs süße Evan⸗ gelium und will aus Gnade dir erlauben, zu werden ganz sein Eigentum, daß du nun durch sein wertes Wort sollst selig werden hier und dort. 3. So säubre, Jesu, meine Sinnen und schaff in mir das Herze rein, laß mich von neuem nur beginnen, was dir, mein Jesu, lieb kann sein, und hilf, daß ich nach deinem Sinn recht gläubig und auch heilig bin. 1734. Eigene Melodie. 259 A· dir allein, an 2 dir hab ich ge⸗ sündigt und übel oft vor dir ge⸗ than; du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt, sieh, Gott, auch meinen Jammer an! 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang ent⸗ fernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld! Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden, du Gott der Lang⸗ mut und Geduld! 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater 15⁵ der Barmherzigkeit! Erfreue mich um deines Namens willen, du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre mich dein heilig Recht, mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mein Schutz, mir beizustehen und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 260 A⸗ einem tief vor • dir gebeugten Herzen ruf ich zu dir in meinen Sündenschmerzen: O mache mich, Gott, meines Kummers ledig und sei mir gnädig! 2. Beschämt erkenn und fühl ich meine Sünden, laß, Vater, mich Erbarmung vor dir finden! Willst du auf Schuld und Über⸗ tretung sehen, wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben, du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; uns soll die Größe deiner Liebe lehren, dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir in Christo meine Fehle! Dein harrt im Glau— ben meine müde Seele; laß Trost und Ruh um des Versöhners willen mein Herz erfüllen! 5. Vom Abend an bis zu dem frühen Morgen hoff ich auf dich, o stille meine Sorgen! Du schen⸗ kest ja Beladenen und Müden gern deinen Frieden. 6. Ja hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade, sie ist viel größer als dein Seelenschade, und endlich wird sie dich von allem Bösen gewiß erlösen. Nach Frdr. K. v. Moser g. 17237 1798, von Joh. Sam. Diterich. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 261. J Qch erhebe mein Gemüte sehn⸗ suchtsvoll, mein Gott, zu dir, denn ich kenne deine Güte, o wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf dich vergebens, nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir, daß ich nicht mehr irren möge; führe du mich selbst zu dir! Gott, du siehest mein Vertrauen; sicher kann ich auf dich bauen, deine Vatertreue ist ewig, wie du sel⸗ ber bist. 3. Ach gedenke an die Sün⸗ den meiner Jugendjahre nicht, Buß-⸗ und Beichtlieder. laß mich Armen Gnade finden, Gott, vor deinem Angesicht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja verzeihen, o so höre denn auch mich, meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben, seine Seele ist dir wert. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mit⸗ ten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht um⸗ kehrt, den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergiebt, die sich flehend zu dir wenden über ihre Schuld betrübt. Freude schenket dame Güte dem geängsteten Ge— müte, welchem du die Sünden⸗ last liebreich abgenommen hast. 6. Dir will ich mich denn er⸗ geben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht! Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr über⸗ winden! Ach bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! Nach J. Kasp. Lavater g. 1741 1 1801, von Joh. Sam. Diterich. XVII. 262 und laß daß wir mit Lust Gott an seine süf hat ers 2. D lag, in in mein E und Ta ich fiel es war mein, d sessen. 3. M nicht, urben; Gotts Gubne zu verz denn zur H5 4.D keit me docht a lade finden, gesichtl Alle auen, willst ihen, o so meine Seele es Sünders st dir wert. m vergeben, kehrt. Mit⸗ wege machst rehe. Wohl Dflicht um⸗ u nicht. die Elenden, giebt, die sic en über ihre eude schenket nasteten Ge⸗ ie Sünden⸗ men hast. ich denn er⸗ rott, verlaß nich immer vor deinem aöde Lust der meht über⸗ r ich bitt und stäre „tru, Hiterich, 157 XVII. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Eigene Melodie. un freut euch, liebe 262. N Christen g'mein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; gar teur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt' mich be⸗ sessen. 3. Mein guten Werk die galten nicht, es war mit ihn'n ver⸗ dorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Hölle mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewig⸗ keit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen. Er wandt zu mir das Vaterherz; es war bei ihm fürwahr kein Scherz, sein Bestes ließ ers kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist hie, zu er⸗ barmen; fahr hin, meins Her⸗ zens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben! 6. Der Sohn dem Vater g'hor⸗ sam ward; er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau rein und zart, er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner arm Gestalt; den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelin⸗ gen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut; das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein; da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren, mich erkennen wohl, und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren. Und hüt dich vor der 158⁸ denschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz! Das laß ich dir zur Letze.)) zum Abschied. Martin Luther g. 1483 4 1546. Eigene Melodie. 263 Wie glauben all * an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren. Er sorget für uns, hüt und wacht, es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jung-⸗ frauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestor— ben und vom Tod wieder aufer⸗ standen durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, die ganz Christenheit auf Erden hält in Einem Sinn gar eben; hie all Sünd vergeben werden; das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewig⸗ keit. Amen. Martin Luther g. 1483 4 1546. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Römer 3, 23— 28. Eigene Melodie. 264 S ist das Heil uns 2 kommen her von Gnad und lauter Güte, die Werk die helfen nimmermehr, sie kön⸗ nen nicht behüten; der Glaub sieht Jesum Christum an, der hat gnug für uns all gethan, er ist der Mittler worden. 2. Was Gott im G'setz geboten hat, da man es nicht konnt halten, erhub sich Zorn und große Not vor Gott so mannigfalte; vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G'setz erfordert aller⸗ meist; es war mit uns ver⸗ loren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei: Gott hätt sein G'setz drum geben, als ob wir könnten selber frei nach seinem Willen leben. So ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sündig Art in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, dieselbig Art aus eignen Kräften lassen; wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Maßen; denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, und jedem Fleisch der Sünde Schand allzeit war an— geboren. 5. Doch mußt das G'setz er⸗ füllet sein, sonst wärn wir all verdorben. Drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz Gesetz hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. U ist durch so lerne des Gl Nächt m mein, Leben sei ahhlet, 7.˙ trag, de tügen. Mensch nimmer mich un ist der nicht we 8. 6 allein, d der Glar Sceein, lset; wohl da die Lieb Gott el 9. C Gset Gwisse lium ko den Sů Nur kre Hschi mit alle 109 ung. B. die. das Heil uns men her von ite, die Vert hr, sie kön⸗ der Glaub m an, der Ugethan, er den. Ysetz geboten lonnt halten, große Not gfalte; vom heraus der fordert aller⸗ it uns ber⸗ lscher Wahn Gsetz drum unten selber zillen leben. piegel zart, fündig Art kborgen. oar, dieselbiß iften lasse; suchet ward, 0 NMaßen; 160 hoch Fleisch der eit war an⸗ 2 Gsch u ärn wil, 1 schickt Gott „ der sebel „ das galh . seins damit se x„der ber Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalte. Nicht mehr denn: Lieber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du hast für mich be— zahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht be— trügen. Nun sagst du, daß kein Mensch verzag(das wirst du nimmer lügen): Wer glaubt an mich und wird getauft, demselben ist der Himm'l erkauft, daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub giebt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht lasset; mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. 9. Es wird die Sünd durchs G'setz erkannt und schlägt das G'wissen nieder; das Evange⸗ lium kommt zu Hand und stärkt den Sünder wieder. Es spricht: Nur kreuch zum Kreuz herzu, im G'setz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk die kommen g'wißlich her aus einem rechten Glauben; denn das nicht rechter Glaube wär, wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht; die Werk die sind des Nächsten Knecht, dabei wirn Glauben merken. 159 11. Die Hoffnung wart't der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das geschehen soll zu Freud, setzt Gott kein g'wisse Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List; des solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht er⸗ schrecken, denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutthat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! Der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns an⸗ g'fangen hat, zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd g'scheh wie im Him— melsthrone, das täglich Brot ja heut uns werd; wollst unsrer Schuld verschonen, als wir auch unsern Schuldnern thun, laß uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Übel! Amen. Paul Speratus g. 1484 4 1551. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. 265 Wouun meiner Sünd * auch noch so viel, dennoch ich nicht verzagen will, Christ will ich lassen walten; der alle Sünd weg nimmt und trägt, der wird mich auch erhalten. 160 Lieder vom Glauben und 2. Sein tröstlich Wort hab ich gehört, damit hat er mein Herz gerührt; wer glaubet seinem Sohne, der wird verloren wer⸗ den nicht, empfängt der Freuden Krone. 3. Es traure, wer da trauren will, mein Herz aufspringt vor Freude viel, kein Leid kann mich nicht rühren; kein Unfall mich abwenden soll von Christo, mei⸗ nem Herren. 4. O Jesu Christ, mein Herr und Gott, dir trauen hilft allein aus Not, hilf meinem schwachen Glauben, so kann mich auch der bittre Tod aus deiner Hand nicht rauben. 5. Frisch und fröhlich, mein liebe Seel, dir ist beschert das ewge Heil, dein' Feind sind all gedämpfet! Den Streit der nicht verlieren kann, der in dem Glau⸗ ben kämpfet. 6. Dank sei dir, Gott, in Ewig⸗ keit, o Vater der Barmherzigkeit, samt Christo, meinem Herren! Dein Lob ich allzeit preisen will, stets deinen Namen ehren. Aus dem Niederdeutschen des H. Wepse, um 1580. Mel. Ach Gott, vom Himmel sieh darein, oder Es ist gewißlich an der Zeit. enn dein herz⸗ 266. Wĩ liebster Sohn, o Gott, nicht wär auf Erden kommen und hätt, da ich in Sünden tot, mein Fleisch nicht angenommen, so müßt ich armes Würmelein zur Hölle wandern von der Rechtfertigung. in die Pein um meiner Sünde willen. 2. Jetzt aber hab ich Ruh und Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlast für mich hat selbst getragen. Er hat mit dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ töten sich, auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getrost mein Herz und Mut mit kindlichem Ver⸗ trauen; auf dies sein rosen⸗ farbnes Blut will ich mein Hoff⸗ nung bauen, das er für mich vergossen hat, gewaschen ab die Missethat und mir das Heil erworben. 4. In seinem Blut erquick ich mich und komm zu dir mit Freuden; ich suche Gnad demü— tiglich, von dir soll mich nichts scheiden. Was mir erworben hat dein Sohn durch seinen Tod und Marterkron, kann mir kein Teufel rauben. 5. Nichts hilft mir die Gerech⸗ tigkeit, die vom Gesetz herrühret, wer sich in eignem Werk erfreut, wird jämmerlich verführet. Des Herren Jesu Werk allein das machts, daß ich kann selig sein, der ichs mit Glauben fasse. 6. Gott Vater, der du alle Schuld auf deinen Sohn geleget, Herr Jesu, dessen Lieb und Huld all meine Sünde träget, o heil⸗ ger Geist, des Gnad und Kraft allein das Gute in mir schafft, laß mich ans End beharren! V. 1—5 Joh. Heermann g. 1585 71647, V. 6. Hannov. Gsb. 1652. 2 29² auch mi mich do nand so Fsus ohn End Hleischr deln ei mit M Kid ist er hat gegange Hgssettz 4. S an, was ö ihm mic Amen ung. iner Sünde ich Ruh und ehr berzagen, Sündenlast etragen. Er let mich, da ten sich, auf st mein Herz lichem Ver⸗ sein rosen⸗ mein Hoff⸗ er für mich schen ab die 1 das Heil ut erguick ich zu dir mit Gnad demüͤ⸗ mich nichts Hworben hat nen Tod und kein Teufel die Gerech⸗ t herrührt, Betteifrel, führet. De allin 0s un selig sein, Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Eigene Melodie. 26 7 Her ich bekenn von 2 Herzensgrund, auch mit dem Mund, nichts soll mich davon wenden, daß nie⸗ mand sonst mein Heiland ist als Jesus Christ, der wahre Gott ohn Ende, der mir zu gut mein Fleisch und Blut genommen an, drum er nicht kann mich armen Sünder hassen. 2. Geborn ist er ein kleines Kind für meine Sünd, in Win⸗ deln eingehüllet; die Jugend mit Mühseligkeit, Armut und Leid ist worden ganz erfüllet; er hat gewacht, sich matt ge— macht; er ward gestäupt, sein heilig Haupt mit Dornen scharf gekrönet. 3. Er ward ans Kreuzesholz gehenkt, mit Gall getränkt und fiel in Todesbanden; doch wie⸗ derum am dritten Tag nach seiner Plag ist er vom Tod erstanden, mit Herrlichkeit zur Himmelsfreud gegangen ein, frei aller Pein, gesetzt zu deiner Rechten. 4. So schaue deinen Sohn doch an, was er gethan, laß Gnad in ihm mich finden! Du hast mich Armen nicht veracht, ganz frei gemacht von meinen schweren Sünden. Durchs Sohnes Tod hast du aus Not den Knecht erlöst; wer sich des tröst, den kannst du nicht verdammen. 5. Der treue Hirt jetzt kommt vor dich und träget mich, sein Schaf, auf seinem Rücken, das Schaf, das ganz verirret war, 161 ging mit Gefahr, es war in Satans Stricken; das hat er bracht aus eigner Macht, wie du begehrt, zu deiner Herd, zur Herde der Gerechten. 6. Mich, den die Welt ganz listiglich von dir zu sich mit ihrer Lust gezogen, bringt jetzt dein Sohn in deinen Schoß von Sünden los, aus Lieb hierzu be⸗ wogen. Ich, der sich weit durch Eitelkeit von deiner Gnad ent⸗ fernet hat, ich bin jetzt wieder kommen. 7. Was Satanas mit bösem Sinn geraubet hin und von dir weggetrieben, das bringt dein Sohn zu deiner Herd aufs neu bekehrt, zu denen, die dich lieben. Er stellet dir jetzt wieder für dein Kind, das sich mutwillig⸗ lich von dir verlaufen hatte. 8. Also hab ich nun Gnad, o Gott, durch Christi Tod, den er für mich erduldet. Und ob ich wohl bei mir befind, daß meine Sünd all Höllenpein verschuldet, so hab ich doch die Hoffnung noch durch deinen Sohn, den Gnadenthron: ich werd nicht sein verloren.. 9. Die Thür zum schönen Pa⸗ radies hat er gewiß durch sein Blut aufgeschlossen, das aus den Wunden mildiglich am Kreuze sich mit Strömen hat ergossen. Ich glaube fest, daß du nicht läßt, o frommer Gott, in Angst und Not, der dies mit Glauben fasset. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. 11 162 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Eigene Melodie. 26 Ich glaub an Einen Gott allein, der alle Dinge groß und klein, den Himmel nebst der Erden aus nichts hat lassen werden, der auch mich selbst aus lauter Gnad zu seinem Dienst erschaffen hat, mir Leib und Seel gegeben, Sinn und Vernunft daneben. Durch seine Weisheit, Macht und Güt all sein Geschöpfe er behüt. Er ist mein Vater und mein Gott, der mir zu Hülfe kommt in Not, mich schützet und ernähret. 2. Ich glaube auch an Jesum Christ, der Gott vom Vater ewig ist und dann ein Mensch geboren, daß ich nicht würd verloren; der mir des Vaters Huld erwarb, am Stamm des Kreuzes für mich starb, fuhr zu der Hölle nieder, stund auf vom Tode wieder. Und zu vollenden seinen Lauf, fuhr er zum Himmelsthron hin⸗ auf; von da er kommen wird einmal, daß er die Menschen richte all, die Lebenden und Toten. 3. Ich glaub auch an den heil— gen Geist, der gleich ist wahrer Gott und heißt ein Lehrer unsrer Sinnen, der ewig ohn Beginnen vom Vater und vom Sohn aus⸗ geht, der den Betrübten hier bei— steht, daß sie Vergebung finden von allen ihren Sünden. Ich glaube, daß erhalten werd ein allgemeine Kirch auf Erd, Gab. Ich glaub, daß dieses Fleisch vom Grab werd aufer— stehn zum Leben. Justus Gesenius g. 1601 4 1673, oder David Denicke g. 1603 4 1680. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 269. OOerCeChef daß man recht könne gläuben, nicht jedermannes Ding so ist, noch standhaft zu verbleiben. Drum hilf du mir von oben her, des wahren Glaubens mich ge— währ und daß ich drin beharre. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Jesu Christe, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich gelobet und gepreist in dem drei⸗ eingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gna⸗ denheil die wahr Erkenntnis fin⸗ den, wie der nur an dir habe Teil, dem du vergiebst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mirs gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem Wort, es wohl ins Herze fasse, daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse, daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, dein Kreuztod zugerechnet. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen bei der stets bleib des Geistes Bunden shlosser auch die höchsten den acht Rohr n Docht loschet! 28 sei, de ein gut ung. des Geistes daß dieses werd aufer⸗ 1601 1 1673, 1603 f 1680. an der Zeit. ttes Sohn, Fsu Christ, me gläuben, Ding so ist, verbleiben. on oben her, us mich ge drin beharre. terweise mich, nne, daß ich, hden Sohn daß ich auch ist, zugleich in dem drei⸗ Koßen Gna⸗ lenntnis fin⸗ dir habe Teil, die Sünden. , wie mits r Beh, der Wirh raue deinem Herze fasse, e immerfott verlasse, da werd, wenn in beschwer net. luts, so, 6 in deinen Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Wunden ich bleib allzeit einge— schlossen und durch den Glauben auch die Welt und was dieselb am höchsten hält, allzeit für Scha— den achte. 6. Wär auch mein Glaube noch so klein, und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine Gnad mich stärke, die das zerstoßne Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht aus— löschet in den Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sei lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich immer stärken, daß er sei fruchtbar für und für und reich an guten Werken, daß er sei thätig durch die Lieb, mit Freude und Ge— duld sich üb, dem Nächsten fort zu dienen. 9. Insonderheit gieb mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich übe gute Ritterschaft, zu dir allein mich wende in mei— ner letzten Stund und Not, des Glaubens End durch deinen Tod, die Seligkeit, erlange. 10. Herr Jesu, der du ange— zündt das Fünklein in mir Schwachen: was sich vom Glau— ben in mir findt, das wollst du stärker machen. Was du gefan— gen an, vollführ bis an das End, 163 daß dort bei dir auf Glauben folg das Schauen. David Denicke g. 1603 4 1680. Röm. 8. Mel. Valet will ich dir geben. 270(Ist Gott für mich, * N. so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mir gänzlich günstig sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und schönes Licht. Wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem Sternensitz, ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuershitz. 5. Der, der hat ausgelöschet, was mit sich führt den Tod; der ists, der mich rein wäschet, macht . 164 schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz; kein Urteil mich er⸗ schrecket, kein Unheil mich be— trübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regiert mir meinen Sinn, vertreibet Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin; giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schrecken findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu: wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem ver— bindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein hohe schwere Last zu leiden und zu tragen, gerät in Hohn und Spott, das Kreuz und alle Pla⸗ gen die sind sein täglichs Brot. 12. Das ist mir nicht verbor⸗ gen, doch bin ich unverzagt; Gott will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab, an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt die mag zer⸗ brechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 14. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst und Fährlichkeit, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht trau⸗ rig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnen⸗ schein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt g. 1607 T1 1676. Nel. Es! 7. Lurch E. lin Be lcht, w Doc ist deum w o glaub 2.D Knacht, zen. D chlecht, Schmer seist ge der Sü uns all Chr — Mel. O6 27• Glaube euch ist gehet in Son Lieb de seid ber .L in Her lls ein als der seine R zung. mein Jesus durchsüßet it dem ver⸗ fleucht und gt und findet st zu leiden in Hohn und ind alle Pla⸗ iglichs Brot. nicht verbor⸗ 9 mberzagt; sorgen, dem Es koste Leid es, Was ich h fest kleben ab. die mag zer⸗ mir ewiglich; len, Stechen ud dich; kin dürsten, lein „kein Zorn n soll mir eine Freuden, Trlichkeit, kein en, kein Auhst vas man nur Ii kein er Unith lenlen und Schoß. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. er Glaube macht 271. D allein gerecht durch Christum, ders erworben; kein Werk erwirbt das Himmel⸗ recht, weil alls an uns verdorben. Doch ist ohn Lieb der Glaube tot; drum willst du meiden ewge Not, so glaub, thu Buß, üb Liebe! 2. Die Liebe sei des Nächsten Knecht, die thu aus gutem Her— zen. Dabei nun glaube recht und schlecht, daß bloß durch Christi Schmerzen und seinen Tod du seist gerecht, und flieh, zu sein der Sünde Knecht. Gott woll uns all bekehren! Christoph Runge g. 1619 1 1681. 2 Cor. 13, 5. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. 272 Veset euch doch selbst, ob ihr im Glauben stehet, ob Christus in euch ist, ob ihr ihm auch nach— gehet in Demut und Geduld, in Sanftmut, Freundlichkeit, in Lieb dem Nächsten stets zu dienen seid bereit. 2. Der Glaube ist ein Licht im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen, erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gesinnt, erneuert Herz und Mut, macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben und thut in Einfalt es dem Nächsten wie⸗ der geben; dieweil er überreich in Christo worden ist, preist er 16⁵ die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. . Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wort zusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwer— mut wird verjaget; sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wet⸗ ter aus, besteht im Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Gottes Hän⸗ den nimmt alle Dinge an, nicht zürnet, thut nicht schänden; denn alles uns zu Nutz und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind, er giebt uns in dem Sohne sein eingebornes Kind zu einem Gnadenthrone, setzt Liebe gegen Haß. Wer gläubig dies erkennt, wird bald in Lieb entzündt, die allen Haß verbrennt. 7. Wie uns nun Gott gethan, thun wir dem Nächsten eben; droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; flucht er, so segnen wir; in Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenkron. 8. Setzt uns Gott auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen, der Glaube bringt Ge⸗ duld, erleichtert alle Plagen; statt Murren, Ungeberd wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Not von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch sein Elend recht verstehen wie 166 auch des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen, verzaget an sich selbst, erkennet sich für nichts, sucht bloß in Christo Kraft, im Ursprung alles Lichts, 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn, flieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht in Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet, denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk; sieh, ob du auch so thust. 12. O Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der guten Werk berauben; wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus. Du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus! Joach. Just. AR 165871732. Mel. Was mein Gott will das g'scheh. 2 73. Qch bin getrost und X freue mich, weil ich hab Jesum funden; ich lieg und schlafe sicherlich in seinem Schoß und Wunden. Dies ist der Ort, allwo mich nicht Sünd, Tod und Hölle schrecket, weil mir in Christo nichts gebricht, und seine Macht mich decket. 2. Er spricht zu mir: Ich bin ganz dein, und du bist mein Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. hinwieder, ich mache dich frei aller Pein, drum singe Frie⸗ denslieder! Ich fülle dich mit meiner Freud und kröne dich mit Wonne, dich schmückt mein schö⸗ nes Unschuldskleid viel schöner als die Sonne. 3. Was will mich nun von Christi Huld und baner Liebe scheiden? Verklagt mich meine Sündenschuld, so faß ich Christi Leiden; dies stellet mich in Sicherheit und stillet mein Ge— wissen; so krieg ich Fried und Freudigkeit zum Schild und sanften Kissen. 4. Hab Dank, o Jesu, Gottes⸗ sohn, der du den Frieden brin⸗— gest, der du den höchsten All— machtsthron verlässest und be— zwingest, was uns den teuren Frieden stört. Laß mich zum Tempel werden, wo nichts als Fried und Freud einkehrt, sei selbst mein Fried auf Erden! 714 Mel. Valet will ich dir geben. 274. G'n Eunden wer will mir Eintrag thun? Wenn Höll und Satan schnau— ben, so kann ich sicher ruhn. Mich schrecket kein Getümmel, kein Fall, der sonst verletzt; mein Wandel ist im Himmel, mein Glaube fest gesetzt. 2. Fragt jemand nach dem Grunde, dem bin ich allezeit mit Herzen und mit Munde zur Rechenschaft bereit. Der Grund, auf den ich baue, ist Christ ich de Mitg duldet 470 wenn mich Tod d graue sprich schaue 9. wanke mich! wenn zu me die Ṽ West erhi iht wenn wenn ich di srich Er qui und sei ung. he dich frei singe Frie⸗ lle dich mit röne dich mit kt mein schoöͤ⸗ viel schöner ch nun von seiner Liebe mich meine ß ich Christi et mich in et mein Ge⸗ Fried und Schild und Nesu, Gottes⸗ Frieden brin⸗ höchsten Al⸗ st und be⸗ den teuren mich zum nichts als einkehrt, sei Erden! 1ll. dit geben. ob, ich bin 7 n Glauben, 4 Utrag thun atan schnal⸗ uhn. Mich mmel, kein rlett; mem mmel, men hereit. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 167 Christus ganz allein, und weil ich dem vertraue, so muß ich selig sein. 3. Auf mein Verdienst und Werke vertrau und bau ich nicht, im Herren hab ich Stärke und feste Zuversicht. Was mir den Tod verschuldet und mich in Not gebracht, dafür hat er ge— duldet und mich gerecht gemacht. 4. Dies bleibet meine Freude, wenn ich in Angsten bin; ja risse mich noch heute ein schneller Tod dahin, so laß ich mir nicht grauen, dieweil mein Glaube spricht: Geh, eile, Gott zu schauen, dein Hoffen trüget nicht. 5. Drum will ich nimmer wanken, mein Heiland, halte mich! Erhalte die Gedanken, wenn Furcht und Schrecken sich zu meinem Fall verbinden, wenn die Verfolgung blitzt, Gefahr und Not sich finden, und sich die Höll erhitzt. 6. Wenn ich sodann am schwächsten, wiewohl nicht trost— los bin, so sei du mir am näch⸗ sten und stärke meinen Sinn, daß ich dabei gelassen und voller Mutes sei, mich als ein Christ zu fassen; hilf, Herr, und steh mir bei! 7. Ich will dich feste halten, wenn Trübsalshitze sticht; und wenn ich werd erkalten, so laß ich dich doch nicht. Dein Geist spricht meinem Geiste Trost und Erquickung ein, Herr, stärke mich und leiste mir Kraft, dir treu zu sein! 8. Nun, Herr, du giebst den Willen, verleihe mir zugleich auch Kräfte zum Erfüllen, so bin ich ewig reich. Drum reiche mir die Hände, so bleib ich unver— letzt und bis zum Lebensende im Glauben festgesetzt. Martin Günther um 1720. Eigene Melodie, oder Gott des Himmels und der Erden. eicht, ihr Berge, 275. Wĩ fallt, ihr Hügel, brechet, alle Felsen, ein: Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein. Laß die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort ver⸗ sprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat voll⸗ bracht. Er, die Wahrheit, trü— get nicht, was er saget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck er⸗ reichen, bis sie mich zufrieden stellt. Gott ist fromm und gut und treu, ob die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Ver⸗ sprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich ver⸗ stellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, 168 dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt gleich Lärmen macht; ihre Liebe mag erkalten, ich bin bei ihm wert geacht, und wenn Höll und Ab— grund brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Er⸗ barmer, so hat er sich selbst ge— nennt; das ist Trost, so werd ich Armer nimmermehr von ihm ge— trennt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun es bleibt mein ganz Vertrauen auf ihn ankerfest ge⸗ richt; auf ihn will ich Felsen bauen, denn ich weiß, daß es ge⸗ schicht. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 2 7 6.——K 116 n ben, der mich in Christum ein⸗ verleibt. Wer kann mir dieses Kleinod rauben, das mir sein Blut und Tod verschreibt? Sein teures Wort bekräftigt dies, drum sagt mein Glaub: Ich bin gewiß. 2. Ich bin gewiß in meiner Liebe, die nur an meinem Jesu klebt, daß, wenn ich mich im Lieben übe, mein Jesus in dem Herzen lebt. Sein Lieben ist mein Paradies, er liebet mich, ich bin gewiß. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 3. Ich bin gewiß in meinem Leben, daß Jesu Gnade bei mir ist; die hilft mir allen Kummer heben. Wenn sich mein Herz an seines schließt, so acht ich keiner Hindernis, Gott sorgt für mich, ich bin gewiß. 4. Ich bin gewiß in meinem Leiden; kein Engel und kein Fürstentum mag mich von mei⸗ nem Jesu scheiden, er ist mein Heil, mein Teil, mein Ruhm. So schadet mir kein Schlangen⸗ biß, Geduld sagt doch: Ich bin gewiß. 5. Ich bin gewiß in meinem Hoffen; was gegenwärtig ist, vergeht, mein künftig Erbteil steht mir offen, dahin sich auch mein Geist erhöht. Die Hoff— nung macht die Wermut süß, weil sie stets singt: Ich bin gewiß. 6. Ich bin gewiß in meinem Sterben, daß mich der Tod nicht töten kann. Nach ihm macht mich mein Gott zum Erben von dem beglückten Kanaan. Ein ander Leben folgt auf dies: Mein Jesus lebt, ich bin gewiß. 7. Ich bin gewiß, so soll es heißen, bis aus dem Glauben Schauen wird; es soll mich nichts von Jesu reißen, ich bin sein Schaf, er ist mein Hirt. In Ewigkeit folgt hier kein Riß, die Losung bleibt: Ich bin gewiß. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. iß, an w 2 7 7 Tich glaber Mein Nus i bei desse das bekt Bernun sie sein Rlisch der fäll folg it heilgen mich l trüglich 2. H ben, de und Te rauben bringen mich fi gehn; gieret, stehn. trauen eint, so Und für 3.La Soll au Pein geben, Glaube nich s Rauf h Leben e ist. M bei Leb⸗ des Gle Seiigke Erdma —— Ml. V ung. in meinem ade bei mir en Kummer iein Herz an ht ich keiner gt für mich, in meinem und kein ch von mei⸗ er ist mein nein Ruhm. Schlangen⸗ ch: Ich bin in meinem wörtig ist ftig Erbteil in sich auch Die Hoff ut süß weil bin gewiß. in meinem 1 Tod nicht nact mich en von dem Ein ander ies: Mein Reriß. „ so ol m Glauben mich nichts 0 bin sein tl. den hemtn wen Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 169 Jesus ist des Glaubens Grund; bei dessen Wort ich bleibe, und das bekennet Herz und Mund. Vernunft darf hier nichts sagen, sie sei auch noch so klug; wer Fleisch und Blut will fragen, der fällt in Selbstbetrug. Ich folg in Glaubenslehren der heilgen Schrift allein; was diese mich läßt hören, muß unbe⸗ trüglich sein. 2. Herr, stärke mir den Glau⸗ ben, denn Satan trachtet Nacht und Tag, wie er dies Kleinod rauben und um mein Heil mich bringen mag. Wenn deine Hand mich führet, so werd ich sicher gehn; wenn mich dein Geist re⸗ gieret, wirds selig um mich stehn. Ach segne mein Ver⸗ trauen und bleib mit mir ver⸗ eint, so laß ich mir nicht grauen und fürchte keinen Feind. 3. Laß mich im Glauben leben! Soll auch Verfolgung, Angst und Pein mich auf der Welt um⸗ geben, so laß mich treu im Glauben sein! Im Glauben laß mich sterben, wenn sich mein Lauf beschließt, und mich das Leben erben, das mir verheißen ist. Nimm mich in deine Hände bei Leb⸗ und Sterbenszeit, so ist des Glaubens Ende der Seele Seligkeit. Erdmann Neumeister g. 16714 1756. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 2. 278. I Lauber au Saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eid⸗ lich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade zur Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrostes Muts; ob die Sünden blutrot wären, müßten sie kraft deines Bluts dennoch sich in schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sün⸗ der an. 7. Mein Gewissen schreckt mich nicht; will mich das Gesetz ver⸗ klagen, der mich frei und ledig spricht hat die Schulden abge⸗ tragen, daß mich nichts ver— 170 dammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an, mich hat er auch ange⸗ nommen und den Himmel auf⸗ gethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister g. 167111756. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 27 Qch habe nun den . Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält. Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll ge— holfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein, des⸗— wegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod ver⸗ schlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da fin— det kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläu⸗ big senken, dem will ich mich Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. getrost vertraun und, wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unend⸗ liche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre wegge— rissen, was Seel und Leib er⸗ quicken kann, soll ich von kei⸗ nem Troste wissen und scheine völlig ausgethan, ist die Erret— tung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Din⸗ gen mühen muß, werd ich da— durch oft sehr zerstreut, so hoff ich doch Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit be⸗ merken, so fällt wohl alles Rüh⸗ men hin, doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barm⸗ herzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbar⸗ men ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barm⸗ herzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich den⸗— ken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchst erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. Rothe g. 1688 1 1758. 280 Augen,; fuugen, Reiner L Erdkreis agleich den De scheinen. 2. W iu dein Schaupl Langmu Proben O wie Berg ur Fligel! 3. W was wir Scatten für Tag àu duld Schulde lieben ö wer kan 4. D der Si weinend gung. d, wenn mich ken, nur bald schaun; da Zeit unend⸗ indre wegge⸗ ind Leib er⸗ ich von kei⸗ und scheine st die Erret⸗ nir bleibet Irdische zu sich Kummer ich mich noch it eitlen Din⸗ werd ich da⸗ reut, so hof lal. meinen besten ch gewandelt nmenheit be⸗ alles Rüh⸗ tauch dieser fe auf Barm⸗ noch dessen 9 viel Erbar⸗ selst men 65 das nun het es in Lib u auf Barm⸗ Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Eigene Melodie. 2 8 0 Urms chränkte Liebe, • gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen, Herr, wer kann das fassen! 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nie— der,*) welche doch immer noch neue Schuld erreget, wenn sie kaum geleget.) Ps. 7, 14. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thrä⸗ nen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und 17¹ du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl re— gieret und mit Ruhm den Zep— ter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 281 E, Liebe, mein • Gemüte wa⸗ get einen kühnen Blick in den Abgrund deiner Güte; send ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finster⸗ nis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich beweget hast und aus einem reinen Triebe den erwünschten Schluß gefaßt, der im Fluch versenkten Welt durch ein teures Lösegeld und des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 3. O ein Ratschluß voll Er— barmen, voller Huld und Freund⸗ lichkeit, der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hülfe beut. Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich der darinnen übe, der 172 am Segen Anteil nimmt. Wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Diesen Glauben anzuzün⸗ den, der ein Werk des Himmels heißt, lässest du dich willig fin⸗ den, deinen teuren, guten Geist denen, die gebeuget stehn, die ihr Unvermögen sehn und zum Thron der Gnade eilen, gern und willig mitzuteilen. 6. Wo du nun vorher gesehen, daß ein Mensch auf dieser Erd deinem Geist nicht widerstehen noch sein Werk verhindern werd, sondern ohne Heuchelschein werd im Glauben feste sein, diesen hast du auserwählet und den Deinen zugezählet. 7. Du hast niemand zum Ver⸗ derben ohne Grund in Bann gethan; die in ihren Sünden sterben, die sind selber schuld daran. Wer nicht glaubt an dei⸗ nen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn, sein mutwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. 8. Liebe, dir sei Lob gesungen für den höchst gerechten Schluß, den die Schar verklärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunet hört und umsonst sich unterwindet, wie sie dessen Tief ergründet. 9. Liebe, laß mich dahin stre⸗ ben, meiner Wahl gewiß zu sein; richte selbst mein ganzes Leben Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, daß ich auf dem Himmelswege. 10. Laß mich meinen Namen schauen in dem Buch des Lebens stehn, dann so werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn. Keine Kreatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können noch von deiner Liebe trennen. Joh. Jak. Rambach g. 1693 T 1735. Eigene Melodie. 282 Men Heiland nimmt die Sünder an, die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgends Ruh und Rettung finden. De⸗ nen die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel sein, den'n Moses schon den Stab ge⸗ brochen und sie der Hölle zuge— sprochen, wird diese Freistatt aufgethan: mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden, ihn drang der Sün⸗ der Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not und schmeckte den verdienten Tod; nun, da er denn sein eigen Leben zur teuren Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: Er nimmt die Sün⸗ der an. 3. Nu Schoß jgter S dem Urt ihr ängf ihr ganz gründl. seinen 2 ind ihne freu Min H armen; Wtersin barmen. Kindes it und übergebe zum ew roͤhlich land nir 5. O schn, w Auge ttreckt e vie eilt nft st n milt nen un Ianst g ninmnt d 6. W um an Hefllen! ur get nußte w Merlei, gung. llen ein, daß ht und Kraft, mir geschafft, dienen möge, nmelswege. einen Namen ch des Kbens erd ich ohne Tod entgegen wird mich, iglich deiner men noch von lodie. ein Heiland „ nimmt die nter ihrer Last .1693 1 1735. Mensch, kein die nirgends sinden. De⸗ zu klein, die Greuel sein, den Stab ge⸗ L Hölle zuges iese Freistatt eiland nimmt Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 3. Nun ist sein aufgethaner Schoß ein sichres Schloß ge— jagter Seelen; er spricht sie von dem Urteil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer ins un⸗ ergründlich tiefe Meer durch seinen Tod und Blut versenket und ihnen Gottes Geist geschenket, der freudig Abba rufen kann. Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an. 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen starken Liebes⸗ armen; das neiget denn den Vatersinn zu lauter ewigem Er— barmen. Er nimmt sie an an Kindes Statt; ja alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Thür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan. Mein Hei— land nimmt die Sünder an. 5. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sün⸗ dern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachäi Haus, wie sanft stillt er der Magdalenen den milden Fluß erpreßter Thrä⸗— nen und denkt nicht, was sie sonst gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Pe— trum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen, nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und 173 ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt, und wen sein? Sündengreul betrübet, zu dem, der keinen von sich weist, der sich gebeugt zu ihm begiebet. Wie? willst du dir im Lichte stehn und ohne Not verloren gehn? willst du der Sünde län⸗ ger dienen, da dich zu retten er erschienen? O nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt, komm nur so gut du weißt zu kommen. Wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch kriechend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vie⸗ lem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armer Wurm, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: Ich habs zu grob gemacht, ich hab die Güter seiner Gnade zu lang und schänd⸗ lich durchgebracht, er hat mich oft umsonst geladen. Wofern dus nur jetzt redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, du sollst auch jetzt noch Gnade finden, er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. 174 Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an. 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird ja eben nicht gleich heut die offnen Gna— denpforten schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Händen zu! Wer seiner Seele heut verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet, ihm wird hernach nicht aufgethan. Heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 11. Ja zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder, erfüll mit sehnen⸗ der Begier auch uns und alle Adamskinder, zeig uns bei un⸗ serm Seelenschmerz dein aufge— schloßnes Liebesherz! Und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder sagen kann: Gott Lob, auch mich nimmt Jesus an! Leop. Franz Fried. Lehr g. 17094 1744. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund d. Seele. 8 o hab ich nun 283. S den Fels er⸗ reichet, worauf mein matter Glaube ruht. Ein Fels, der keinen Stürmen weichet, ein Fels, an dem die wilde Flut, und wärs die ganze Macht der Höllen, entkräftet muß zurücke prellen, schließt mich in seine Schutzwehr ein. Mein Herz, verbanne Furcht und Grauen, Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. hier mußt du dir nun Hütten bauen, hier muß dein ewig Wohnhaus sein. 2. Mich warf die Menge mei⸗ ner Sünden als ein erbostes Meer herum, ich ward ein traurig Spiel den Winden und des Verderbens Eigentum, mir drohte mein befleckt Gewissen mit ewig bangen Finsternissen und einem vollen Maß der Not, ich schwamm auf diesen wilden Wellen verzagend an dem Rand der Höllen und rang mit Leben und dem Tod. 3. Doch mitten in den Todes⸗ nöten erblickte Jesus meinen Schmerz, ihm drang mein thränenvolles Beten in sein er⸗ barmend Mutterherz. Er zeigte mir die offnen Wunden, die er als Mittler hat empfunden; er rief: Erlöster, eil herzu, komm, komm, dies sind die Felsenritzen, die dich vor Fluch und Hölle schützen, eil, Seele, eil, hier findst du Ruh. 4. Nun laß die Tiefen immer brausen, seid, Wind und Meer, nur ungestüm, laß selbst des Todes Fluten rauschen, ver— dopple, Satan, deinen Grimm! Ihr werdet mich nicht viel er— schrecken, mein Fels weiß mich schon zu bedecken auch in der allerschlimmsten Zeit. Laß alle Berge untergehen, mir bleibt mein Felsen ewig stehen und wird die Thür zur Seligkeit. Leop Franz Fried. Lehr g. 1709 4 1744. Mel. We 2. Herzn g dus nid so blöd heit, w so muf sein: 2 mel dei 2. 2 Wort: deine immer dein Vernm beut di 3.MA wird b wahrha Knechte Gott i gen sche Glube ung. nun Hütten dein ewig Menge mei⸗ ein erbostes ward ein Winden und gentum, mir dt Gewissen Finsternissen Naß der Not, iesen wilden m dem Rand g mit Leben den Todes⸗ esus meinen drang mein n in sein er⸗ 3. Er zeigte nden, die er pfunden; er zu, komm, Felsenritze und Hölle il, hier f findst Tiefen immer dund Meer/ 5 sebs 5 u Giimm. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. Epheser 2, 8. 9. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 284 A˖s Gnaden soll * ich selig werden. Herz, glaubst dus, oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd geberden? Ists Wahr⸗ heit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Gnade ist der Him⸗ mel dein. 2. Aus Gnaden! Merk dies Wort: Aus Gnaden, so oft dich deine Sünde plagt, so oft du immer bist beladen, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnade an. 3. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube ruht, ist: Gnade durch des Sohnes Blut. 4. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei! Dann, wenn der Sünder sich bekehret, so lernt er erst, was Gnade sei; beim Sünd⸗ gen scheint die Gnad gering, dem Glauben ists ein Wunderding. 5. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter größter Angst und Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? Ouelle steigt, 17⁵ 6. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl. Ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade sel'g macht. Christ. Ludw. Scheidt g. 1709 4 1761. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 285. G⁴ hin, ihr gläu⸗ bigen Gedanken, ins weite Feld der Ewigkeit, er⸗ hebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit, erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, da hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht' er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen einge⸗ bornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht' er mir zum Gnadenthron, in dessen Blute sollt ich rein, ge— heiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kin— dern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte empor zu dieser von welcher sich 176 ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu ge⸗ ringe der herzlichen Barmherzig⸗ keit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat die— ses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Du lässest auch vom Gut der Erden mir, was du willst nach deinem Sinn, jedoch weit mehr zu Teile werden, als ich im kleinsten würdig bin. Mein Herz zerfließt, wenn es bedenkt, wie treulich mich dein Auge lenkt. Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. sich durch die Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und gelobtes Land. 12. O sollt ich dich nicht ewig lieben, der du mich unaufhörlich liebst? Sollt ich mit Undank dich betrüben, da du mir Fried und Freude giebst? Verließ ich dich, o Menschenfreund, so wär ich selbst mein ärgster Feind. 13. Ach könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön als, höchster Vater, dich erhöhn. 14. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im hö— hern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfr. Herrmann g. 170771791. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 286 Wẽ ist ein solcher 2 Gott wie du? Du schaffst den Müden süße Ruh, Ruh, die nicht zu ergründen. Ein Abgrund der Barmherzigkeit ver⸗ schlingt ein Meer voll Herzeleid; du, Herr, vergiebst die Sünden. Jesu, du, du läßt dich würgen, als den Bürgen, aller Sünden 11. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten mich auf ewig zu entbinden. 2. Herr, unsere Gerechtigkeit, dieser Zeit, der Glaube schwingt wie hoch wird dessen Geist er— freut, Ennet! die G. omme das H luig, wonne, nem L 3.H wie ha dürst Du ste verbind Gott Freude gemein Frieder 5. gung. ne und sicht ͤkeit; da zeigt Hand mein Land. ich nicht ewig unaufhörlich mit Undank u mir Fried VBerließ ich eund, so wär er Feind. ich dich nur edles Loblied s sollten Erd was du, mein an; nichts ist so schön als, erhohn. Gnd Es e, da mein Geist im hö⸗ phem Munde chiner ris⸗ g aus dieser ich nach der 0 17071½1⁷9ʃ. ö d.Morgenstern. ist ein 1 Gott wie du, den siße Rub, gründen. in herzigkeit v 0ll Herzeleb die Suͤnden dich würhel, aller Sünden inden. entbinden Gerechtihe, sm Geit Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. freut, der dich im Glauben kennet! Du bist sein Schmuck, die Gottespracht, die ihn voll⸗ kommen herrlich macht, die ihm das Herz entbrennet. Laß mich ewig, Himmels⸗Sonne, Seelen⸗ wonne, dich genießen und in dei⸗ nem Lob zerfließen. 3. Holdselig süßer Friedefürst, wie hat dich nach dem Heil ge⸗ dürst der abgewichnen Kinder! Du stellest dich als Mittler dar, verbindest, was getrennet war, Gott und verdammte Sünder. Freude! beide werden eines; un⸗ gemeines Werk der Güte! Jesu, du bist unser Friede. 4. O süßes Lamm, dein treuer Sinn nimmt Schuld und Strafe von mir hin, sie liegt auf deinem Rücken. Du blutest an des Kreu⸗ zes Pfahl, da muß dich unerhörte Qual nach Leib und Seele drücken; diese süße Flut der Gna⸗ den heilt den Schaden, durch die Wunden hab ich Heil und Frieden funden. 5. Mitleidender Immanuel, es ist mein Leben, Leib und Seel voll Mängel und Gebrechen; doch ist dein Herz auch voller Gnad, willst weder Sünd noch Missethat am armen Staube rächen; deine reine Mutterliebe steht im Triebe, hier im Leben täglich reichlich zu vergeben. 6. Die Gnade führt das Regi⸗ ment, sie macht der Sklaverei ein End, besiegt Gesetz und Sünden; drum, willst du frei und fröhlich sein, laß Jesum und die Gnade 17⁷ ein, so kannst du überwinden; all dein Selbstpein, Kümmer⸗ nisse, Finsternisse, Sündenwerke weichen vor der Gnade Stärke. 7. Gieb, Jesu, Blut und Wasser her und nimm dadurch je mehr und mehr die Schlacken recht herunter! Du hast mich dir, Immanuel, gar teur erkauft mit Leib und Seel, zum Preise deiner Wunder. Kleiner, reiner muß ich werden noch auf Erden, bis ich droben dich kann ohne Sünden loben. J.Ludw.Konr. Allendorf g.16934 1773. Mel. Kommt her zu mir, spricht. o hoff ich denn 287. S mit festem Mut auf Gottes Gnad und Christi Blut, ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht zur Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaus⸗ sprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Teil, Teil an dem Himmel haben! Im Herzen durch den Glauben rein dich lieben und ver⸗ sichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zu— friedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr mein Hort, den Glauben an dein gött⸗ lich Wort, um deines Namens 12 178 Lieder vom Glauben und willen, laß ihn mein Licht auf Erden sein ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen! Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 28 Qch weiß, an wen 2 N mein Glaub sich hält, kein Feind soll mir ihn rau⸗ ben. Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glau⸗ ben, dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbteil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit, lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. O Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigen⸗ tum, du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu, drum eile ich ihm freudig zu, du reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit ver⸗ geht und währt nur kurze Zeit; im Himmel sei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht er— schienen, was jene beßre Welt ge⸗ von der Rechtfertigung. währt, wo wir Gott heilig die⸗ nen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Er⸗ lösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil, dort ist mein Antlitz heiter; hier ist die Sünde noch mein Teil, dort fühl ich sie nicht weiter. Hier ist mein Wert mir noch verhüllt, dort wird er sicht⸗ bar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Lei⸗ den; auf deinen Tod bin ich getauft; wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand: Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herr— lichkeit! Empfinde sie, o Seele, vom Tand der Erde unentweiht erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Nach Christ. Chr. Sturm g. 174071786. Mel. Machs mitmir, Gott, n. deiner Güt. 289 Nie bist du, Höchster, * von uns fern, du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und atme ich, denn deine Rechte schützet mich. 2. Was ich gedenke, Gott, weißt du, du prüfest meine Seele, du siehst es, wenn ich Gutes thu, ung. tt heilig die⸗ mein Auge nd mein Er⸗ „dann werd seh ich hier mein Antlitz Sünde noch lIich sie nicht in Vert mir wird er sicht⸗ d mich, Gott, tet. Hläck bin ich rch deine Lei⸗ Tod bin ich mich von dir hnest mich in du bist mir, ein sind des meine Herr⸗ sie, o Seele, e mentweiht el Der Erde geht, uur de⸗ escht durh mg 174011750 Lieder vom Glauben und von der Rechtfertigung. 179 du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Du merkst es, wenn des Herzens Rat verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt ver⸗— hehlet, so weißt du sie und stra⸗ fest mich zu meiner Beßrung väterlich. 4. Wenn ich in stiller Einsam⸗ keit mein Herz an dich ergebe und über deine Huld erfreut lob⸗ singend dich erhebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mitleid, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine; du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle, daß ich dein heilig Auge scheu und fromm zu leben eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wan— deln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, das tröst und beßre meinen Geist! Nach C. C. Sturm von David Bruhn g. 1727 1782. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. ir ist Erbarmung 290. M widerfahren, Er⸗ barmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunder— baren, mein stolzes Herz hats nicht begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein, Gott hat mich mit ihm selbst versühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barm⸗ herzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein ein— zig Rühmen sein; auf dies Er⸗ barmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbar⸗ men nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir! Da bin ich ewig recht erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Phil. Friedr. Hiller g. 1699 4 1769. 227 18⁰ Jesuslieder. Mel. Valet will ich dir geben. 291. ch weiß, woran ich glaube, ich weiß, was fest besteht, wann alles hier im Staube wie Sand und Staub verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen prellt. 2. Ich weiß, was ewig dauret, ich weiß, was nimmer läßt, mit Diamanten mauret mirs Gott im Herzen fest, ja recht mit Edelsteinen von allerbester Art hat Gott der Herr den Seinen des Herzens Burg verwahrt. 3. Ich kenne wohl die Steine, die stolze Herzenswehr, sie fun⸗ keln ja mit Scheine wie Sterne schön und hehr; die Steine sind die Worte, die Worte hell und rein, wodurch die schwächsten Orte gar feste können sein. 4. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut, er heißt der Fürst der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Engel dienen: Ich weiß und kenne ihn. 5. Das ist das Licht der Höhe, das ist der Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der dia⸗ manten ist, der nimmermehr kann wanken, der Heiland und der Hort, die Leuchte der Ge⸗ danken, die leuchten hier und dort. 6. So weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Erdenstaube nicht mit als Staub verweht; ich weiß, was in dem Grauen des Todes ewig bleibt und selbst auf Erdenauen schon Himmelsblumen treibt. Ernst Moritz Arndt g. 1769 4 1860. XVIII. Jesuslieder. Pfalm 45. Eigene Melodie. ie schön leucht uns 292. W der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse! Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, hast mir mein Herz besessen. Lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 2. O meines Herzens werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Mit Freude rühm ich deine Ehr, deins heilgen Wortes süße Lehr ist über Milch und Honig. Herzlich will ich dich drum preisen und erweisen, daß man merke in mir deines Geistes Stärke. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, o du mein Herr und Gott allein, die Flamme deiner h wohl den e Feste baut, der Geister, schaut, vor en anbetend n die Engel ud kenne ihn. ht der Höhe, Christ, der sehe, der dia⸗ nimmermehr Heiland und chte der Ge⸗ n hier und as ich glaube, esteht und in icht mit als j weiß, was Todes ewig Erdenauen en treibt. 1709 1 180ö r nzens werte 1•• Rnien omer Königl ich deine Che, tes süße L Lehr und. Honiz. dih drum Liebe, daß ich in dir nun immer bleib, und mich kein Zufall von dir treib, nichts kränke noch betrübe. In dir laß mir ohn Aufhören sich vermehren Lieb und Freude, daß der Tod uns selbst nicht scheide. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit dei— nem Angesicht mich gnädig thust anblicken; o Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Tröst mich freundlich, hilf mir Armen mit Erbarmen, hilf in Gnaden, auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, o mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Schatz, ich seine Braut, kein Unglück mich betrübet. Ei ja, ei ja, himm⸗ lisch Leben wird er geben mir dort oben, ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Singt unserm Gotte oft und viel und laßt andächtig Saitenspiel ganz freudenreich er— schallen, dem liebsten Jesu nur allein, dem wunderschönen Bräut— gam mein, zu Ehren und Ge— fallen. Singet, springet, jubi⸗— lieret, triumphieret, dankt dem erren, groß ist der König der hren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich auch zu Jesuslieder. 181 seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, deiner wart ich mit Ber langen. Nach Phil. Nicolai 9. 15⁵6 1609. 293. Iʒ dir ist Freude in allem Leide, o du sußer Vi Christ! Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist; hilfest von Schanden, rettest von Ban den; wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben, Halleluja! Zu deiner Güte steht unser Gemüte, an dir wir kleben im Tod und Leben, nichts kann uns scheiden. Halleluja! 2. Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod; du hasts in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not. Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle zu dieser Stunde, Halleluja! Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Macht dort oben mit Herz und Munde. Halleluja! Joh. Lindemann(7) 4 um 1630. Eigene Melodie. Mel. Herr Jesu Licht. meins Lebens Ses u süß, wer 294. dein gedenkt, des Herz mit Freude wird ge— tränkt, doch süßer über alles ist, wo du, Herr Jesu, selber bist. 182 Jesuslieder. 2. Jesu, der Herzen Freud und Wonn, des Lebens Brunn, du wahre Sonn, dir gleichet nichts auf dieser Erd, in dir ist, was man je begehrt. 3. Dein Lieb, o süßer Jesu Christ, des Herzens beste Labung ist; sie machet satt, doch ohn Verdruß, der Hunger wächst im UÜberfluß. 4. O Jesu, meine Süßigkeit, du Trost der Seel, die zu dir schreit, die heißen Thränen suchen dich, das Herz zu dir schreit inniglich. 5. Ja wo ich bin auf Erden hier, so wollt ich, Jesus wär bei mir; Freud über Freud, wenn ich ihn fänd, selig, wenn ich ihn halten könnt! 6. In dir mein Herz hat seine Lust, Herr, mein Begierd ist dir bewußt, auf dich ist all mein Ruhm gestellt, Jesu, du Heiland aller Welt. 7. Du Brunnquell der Barm— herzigkeit, dein Glanz erstreckt sich weit und breit; der Traurig⸗ keit Gewölk vertreib, das Licht der Glorie bei uns bleib! 8. Dein Lob im Himmel hoch erklingt, kein Chor ist, der nicht von dir singt; Jesus erfreut die ganze Welt, die er bei Gott zu Fried gestellt. 9. Jesus in Fried regieren thut, der übertrifft all zeitlich Gut; der Fried bewahr mein Herz und Sinn, so lang ich hier auf 10. Und wenn ich ende meinen Lauf, so hole mich zu dir hinauf, Jesu, daß ich da Fried und Freud bei dir genieß in Ewigkeit. 11. Jesu, erhöre meine Bitt, Jesu, verschmäh mein Seufzen nicht, Jesu, mein Hoffnung steht zu dir o Jesu, Jesu, hilf du mir! Hannov. Gsb. 1646. Nach Bernhard v. Clairvaux: Jesu duleis memoria. Psalm 65, 10. Eigene Melodie. 295 O Lebensbrünnlein tief und groß, entsprungen aus des Vaters Schoß, ein wahrer Gott ohn Ende, der du dich uns hast offen⸗ bart in unsre Menschheit, rein und zart, dein lieb Herz zu uns wende! Denn wie ein Hirsch nach frischer Quell, so schreit zu dir mein arme Seel aus dieser Welt Elende. 2. O Lebensbrünnlein, durch dein Wort hast du dich uns an allem Ort ergossn mit reichen Gaben, voll Wahrheit und gött— licher Gnad, die uns erscheinen früh und spat, das matte Herz zu laben. O frischer Quell, o Brünnelein, erquick und laß die Seele mein in dir das Leben haben! 3. Wie ein Blümlein im dürren Land, durch Sommerhitz sehr ausgebrannt, vom Tau sich thut erquicken, also wenn mein Herz in der Not verschmacht, hält sichs Erden bin. an seinem Gott und läßt sich ch ende meinen zu dir hinauf, ied und Freud wigkeit. e meine Bitt, nein Seufzen offnung steht Jesu, hilf du Osb. 1646. 1d v. Clairvaur: memoria. I0. lodie. bensbrünnlein ef und groß, des Vaters er Gott ohn ns hast offen⸗ nschheit, rein Herz zu uns ein Hirsch so schreit zu el aus dieser nnlein, durch dich uns an nit reichen geit und höͤt⸗ ms erscheinen 3 matte Herz her Quell, o und laß die das Lben ein im 1 merhiß se Im sich thut mein Herz icht, hält sch, md läßt si nicht ersticken; ja wie ein grüner Palmenbaum unter der Last ihm machet Raum, lässet sichs nicht erdrücken. 4. O Lebensbrünnlein, Jesu Christ, dein Güte unerschöpflich ist, niemand kann sie ermessen; darum mir auch nichts mangeln wird, wenn mich versorgt der treue Hirt, der mir mein Herz besessen. Mit seinem Evangelio macht er mein Herz im Leib so froh, daß ich sein nicht vergesse. 5. O Lebensbrünnlein tief und weit, du stillest Durst in Ewig— keit und läßt niemand verderben. Gieb mir, der ich aus deiner Füll mit rechtem Glauben schöpfen will, Trost wider Tod und Sterben, daß ich blüh wie ein Röselein zu Saron?*) und durch dich allein das ewge Le— ben erbe. ) Jesaia 35, 2. Hohelied 2, 1. 2. 6. Mein Herz ist brünstig mir und heiß nach dem himmlischen Paradeis, des ich hoff zu ge— nießen. Denn ich weiß, wenn ich dahin komm, da wird ein ewger Freudenstrom ohn Maßen sich ergießßen. Freu dich, mein Seel, und wenn gleich Gott dich kommen läßt in Angst und Not, so laß dichs nicht verdrießen. 7. All unser Leid auf dieser Erd ist nicht im allerg'ringsten wert, wenn wir das recht be— denken, der übergroßen Herr— lichkeit und wunderschönen Him— melsfreud, die Christus uns wird schenken. Da, da wird er uns all— Jesuslieder. 183 zugleich in seines lieben Vaters Reich mit ewger Wonne tränken. 8. Gott selbst wird sein mein Speis und Trank, mein Ruhm, mein Lied, mein Lobgesang, mein Lust und Wohlgefallen, mein Reichtum, Zierd und werte Kron, mein Klarheit, Licht und helle Sonn, in ewger Freud zu wal— len; ja daß ichs sag mit einem Wort, was mir Gott wird be— scheren dort: Er wird sein alls in allen. 9. Hüpf auf, mein Herz, spring, tanz und sing, in deinem Gott sei guter Ding, der Himmel steht dir offen. Laß dich Schwer— mut nicht nehmen ein, denn auch die liebsten Kinder sein allzeit das Kreuz hat troffen. Drum sei ge⸗ trost und gläube fest, daß du noch hast das allerbest in jener Welt zu hoffen. Joh. Mühlmann g. 1573 4 1613. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 296 Jesu, Jesu, Gottes 28.„ Sohn, mein Bru⸗ der und mein Gnadenthron, mein Schatz, mein Freud und Wonne, du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen, nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag zu Tag entzündt, je mehr ich 184 Jesuslieder. lieb, je mehr ich find daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht besinne, kann mich ohn dich gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe; die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen. In Glück ewig nach dem Leide große Freude wird er finden, alles Trauren muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat jemals dies gehört, kein Mensch gesehen noch gelehrt, es kanns niemand be⸗ schreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht er— reichen noch vergleichen den Welt— schätzen dies, was uns dort wird ergetzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Süßig⸗ keit, die jetzt gerühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und geschmücket vor dein'm Throne mit der schönen Lebenskrone. Joh. Heermann g. 1585 T+ 1647. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. 297. ch Jesu, dessen Treu im Him⸗ mel und auf Erden durch keines Menschen Mund kann gnug ge⸗ priesen werden, ich danke dir, daß du, ein wahrer Mensch ge⸗ born, hast von mir abgewandt, 223 ich nicht bin verlorn. 2. Vornehmlich wird in mir all Herzensangst gestillet, wenn mich dein süßer Nam mit seinem Trost erfüllet. Kein Trost so lieblich ist, als den mir giebt dein Nam, der süße Jesusnam, du Fürst aus Davids Stamm! 3. O Jesu, höchster Schatz, du kannst nur Freude bringen, es kann nichts lieblicher als Jesu Name klingen. Ich kann nicht traurig sein, weil Jesus heißt so viel als Heiland oder Held, der selig machen will. 4. Wenn Satan sich bei mir mit Anfechtung will regen, so ist mir Jesu Nam zum Trost, Schutz, den und mit mmen, aller nmen. deine Süßig⸗ mt ist weit reiner Liebe dein liebreich noerwandtem Furcht und Werd ich sein chmücket vor t der schöͤnen ner Gott. Mel. 2. Jesu, dessen reu im Him⸗ durch keines mu gnug ge⸗ danke dir, Mensch ge⸗ r abgewandt, Aorn wird in mir estillet, wenn m mit seinem ein Trosto ße Fesusnam, d8 Stamm! chser Shal eude bringen, scher als Iu ann niht Neus heit s sch bemi ö Trost Shh Fried und Segen, zur Weisheit und Arznei in aller Angst und Not, daß ich nicht fürchten darf den Teufel und den Tod. 5. Daß ich ein Zornkind bin, das macht die schnöde Sünde, dein Jesusnam macht mich zu einem Gnadenkinde, er nimmt von mir hinweg die Schuld und Missethat, bringt mir die Selig⸗ keit und deines Vaters Gnad. 6. Ei nun so heilge mich, der ich bin ganz beflecket, der heilge Jesusnam, der alle Sünde decket; er kehre ab den Fluch, den Segen zu mir wend, sei meine Stärk, dadurch sich alle Schwachheit end. 7. Er sei mein Licht, das mich in Finsternis erleuchte; er sei des Himmels Tau, der mich in Hitz anfeuchte; er sei mein Schirm und Schild, mein Schatten, Schloß und Hut, mein Reichtum, Ehr und Ruhm, er sei mein höchstes Gut. 8. Er sei mein Himmelsweg, die Wahrheit und das Leben und wolle mir zuletzt aus Gnaden dieses geben, daß ich alsdann in ihm dies Leben schließe wohl, wenn meine Sterbenszeit und Stunde kommen soll. 9. Inmittelst helf er mir, so lang ich hier noch wandle, daß ich in meinem Thun treu und aufrichtig handle; er steh mir all⸗ zeit bei mit seines Geistes Gab, wenn ich in meinem Amt was zu verrichten hab. 10. Jesu, in deinem Nam bin ich heut aufgestanden, in ihm Jesuslieder. 18⁵ vollbring ich heut, was mir kommt unter Handen. In deinem Na⸗ men ist der Anfang schon ge⸗ macht, das Mittel und der Schluß wird auch durch ihn vollbracht. 11. Dir leb ich und in dir, in dir will ich auch sterben; Herr, sterben will ich dir; in dir will ich ererben das ewge Himmel⸗ reich, das du erworben mir; von dir verklärt will ich dir dienen für und für. Hannov. Gsb. 1648, nach Joh. Heermann g. 1585 + 1647. Eigene Melodie, oder Auf dich hab ich gehoffet, Herr. ein schönste Zier 298. M und Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ, dich will ich lassen walten und allezeit in Lieb und Leid in mei⸗ nem Herzen halten. 2. Dein Lieb und Treu vor allem geht, kein Ding auf Erd so fest besteht, solchs muß man frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, ach schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, es will nun Abend werden; laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhie auf Erden! 16392 186 Eigene Melodie, oder Es ist gewißlich an der Zeit. 299 Se wer da will 2 ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen; sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu über⸗ winden. 2. Such wer da will Nothelfer viel, die uns doch nichts er— worben, hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil be— gehret! Er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben, laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit ver— treiben, bleib du mein Preis, dein Wort mich speis, bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen! Weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen! Hilf Jesuslieder. mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig dir Lob sagen. Georg Weissel g. 1590 4 1635. Eigene Melodie. 300 Qesu, meine Freude, 2 V meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier, ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß die Erde zittern, laß die Welt erschüttern, mir steht Jesus bei. Ob es itzt gleich kracht und blitzt, obgleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Trotz dem alten Drachen, Trotz dem Todesrachen, Trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht, Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen, du bist mein Ergetzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, muß ich gleich viel leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du licht. lleibet nicht u 0 Sto ganz, Rageben mich gibb, meine wohne ih diesem Leid, nach dieser Lob sagen. 3.1590 f 1685. die. neine Freude, ines Herzens Zier, ach wie dem Herzen gt nach dir! N Bräutigam, r auf Erden werden. Schirmen bin n aller Feinde e zittern, laß rn, mir steht 28 ibt gleich lgleich Sünd „Iesus will ten Drachen, rachen, Trot Tobe, Well, sieh hitt und 00 Gult in acht, Eld 6 sich scheuen, juen. Jesuslieder. 187 nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, o Stolz und Pracht, dir sei ganz, o Lasterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lie⸗ ben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hie Spott und Hohn, den— noch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Franck g. 1618 4 1677. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. 301 Jesu Christ, mein schönstes Licht, der du in deiner Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann noch zählen, gieb, daß mein Herz dich wie— derum mit Lieben und Verlangen mög umfangen und als dein Eigentum nur einzig an dir hangen. 2. Gieb, daß sonst nichts in meiner Seel als deine Liebe wohne; gieb, daß ich deine Lieb erwähl als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, daß all mein Mut und Sinn in deiner Liebe brennen. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön ist, Jesu, deine Liebe! Wenn diese steht, kann nichts entstehn, das meinen Geist be— trübe. Drum laß nichts Andres denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren als deine Lieb und dich, der du sie kannst vermehren. 4. Mein Heiland, du bist mir zu Lieb in Not und Tod gegangen und hast am Kreuz als wie ein Dieb und Mörder da gehangen, verhöhnt, verspeit und sehr ver— wundt. Ach laß mich deine Wun⸗ den alle Stunden mit Lieb im Herzensgrund auch schmerzen und verwunden! 5. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir ge— zogen; eh ich noch etwas Guts geübt, warst du mir schon ge— wogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, mich diese Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten. 6. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren und, wo ich etwa irre geh, als⸗ bald zurechte führen; laß sie mir allzeit guten Rat und gute Werke lehren, steuren, wehren der Sünd und nach der That bald wieder mich bekehren! 7. Laß sie sein meine Freud im Leid, in Schwachheit mein Vermögen; und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, daß ich getrost und frei mög in dein Reich eingehen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. 188 Jesuslieder. Eigene Melodie. 302. Meinen Jesum laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, kletten⸗ weis an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht, meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden len; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen wei⸗ chen, laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen: wenn des Lebens Faden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin ge— langet, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht, mei— nen Wich laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Him⸗ mel nicht meine Seel sich wünscht und schnet, Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, mich befreiet vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Sei⸗ ten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christian Keymann g. 1607 T 1662. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 303. ch sagt mir nichts von Gold und Schätzen, von Pracht und Schön⸗ heit dieser Welt; es kann mich ja kein Ding ergetzen, das mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, in dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Fleisches Schönheit dauert nicht, die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschen⸗ hände zugericht. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich ver⸗ geht nicht mit der Zeit, sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewig⸗ keit. Ein jeder liebe, was er will, W. liebe Jesum, der mein Ziel. „Sein Reichtum ist nicht zu er Rmden, sein allerschönstes An⸗ gesicht und was von Schmuck um ihn zu finden, verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über alls er⸗ heben und seiner Klarheit machen gleich, er kann mir so viel Schätzr geben, daß ich werd unerschöpflich leich. will, il. 7. ub in de doch seiner ich bil Nsun II kennet du, m nenne wahre bin b habj. 4. Eerble and Zungen hätte. gt mir nichts n Gold und t und Schoͤn⸗ 5 kann mich en, das mir stellt. Ein will, ich liebe lel. meine Freude, Schatz, mein dem ich meine finde, was Lin ieder liebe, liebe Nsum, jcht mit ihten es Schönheit eit kann alles Menschen⸗ in jeder liebe, liebe Isum, lann keine in Reich ver⸗ X Zeit, sein in Hlechemn his in Cwih⸗ wob el wil, 1˙ mist nicht zu dschunstes von Schmuc Jerbleich et und n scder libt liebe Nlum, so viel maschopi Jesuslieder. was er reich. will, ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, so lang ich wandre Ein jeder liebe, in der Zeit, so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was ich will, und liebe Jesum, der mein Ziel. Johann 17½ fler g. 1624 4 1677. Eigene Melodie, oder, wenn man die eingeklaͤmmerten Worte mitsingt, Wer nur den lieben Gott l. w. Mel. 1. 304. 24 will dich lieben, meine Stärke, ich will dich HWen, meine Zier/ ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier, ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir(der Tod] das Herze 3. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund, ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint, ich will dich lieben, Gotteslamm, als meinen [Seelen] Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so spät er kennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein ge⸗ nennet, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät[dich hab! geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich 189 von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich lendlich! hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich (wieder) machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn, laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn, erleucht mir Leib und Seele ganz, du sewig! starker Himmelsglanz! 7. Gieb meinen Augen süße Thränen, gieb meinem Herzen heilge Brunst, laß meine Seele sich gewöhnen zu üben in der Liebe Kunst, laß meinen Geist, Sinn und Verstand stets sein zu dir„ gewandt! Ich will dich lieben, meine K rone, ich will dich lieben, meinen Gott, ich will dich lieben ohne Lohne auch in der allergrößten Not, ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir[der Tods das Her 56e bricht. 6%%. g. 1624 4 1677. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 305. V die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht, Liebe dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 190 Jesuslieder. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh als ich geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich bloß ergeben mir zum Heil und See— lenhort, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herze hat dahin, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt, Liebe, die das Lösgeld giebet und mich kräftiglich vertritt, Liebe, dir er— geb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub der Herrlichkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, 1 zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler g. 1624 4 1677. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 306. 8 meiner Seele Leben, meines Herzens 1. Freud, dir will ich mich ganz ergeben jetzo und in Ewigkeit; meinen Gott will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich um— fangen, als mich erst die Welt empfing; dir bin ich schon an— gehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schoß hat mich aufgenommen, wenn mein Herz nur zu dir kommen. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft das Gemüt, so ich etwa ausgetreten, daß ich wieder käm mit Beten. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 4. Ja in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 5. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hi ilfet sie mir auf. Ist es, daß ich 110 betrübe, tröst sie mich in meinem Lauf. Bin ich arm, giebt sie mir Güter; haßt man mich, ist sie mein Hüter. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 6. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; ich we loUn zu di. Votz, scheide mein, . bleib dich il meine bersic figkei unde ande 8. schla Wen schen hab, trage sagen mein, mein Jetz daß denn rufet eben jetzz und ien Gott will ind vor aller Ich bin dein, ich will keines hat mich um⸗ erst die Welt ich schon an⸗ Mutterbrust choß hat mich un mein Herz en. Ich bin mein, ich will mohrt wilden r stets deine tes Trieb und st das Gemit rcten, uß ich eten. Ich bin mein, ich wi ganzen Leben Hch gfhrz hab, Hane Dauf ih wahrrt f schret 90 mein, ich vil ht mich deine t sie mir auf betrübe, tröst auf. Bin Jesuslieder. ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude; Trotz, daß mich was von dir scheide. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. +7. Dummt ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigentum, an dich ich mich ganz ergebe, du bist meiner Seele Ruhm, meine Zu⸗ versicht und ende meine Sü⸗ ßigkeit im Leide. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 8. Höre, Jesu, noch ein Flehen, schlag mir diese Bitt nicht ab: Wenn mein Augen nicht mehr sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzu— tragen, laß mich doch zuletzt noch sagen: Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. Nach Christ. Scriver g. 1629 1 1693. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 307. Ja Jesus, nichts als Jesus soll mein Wunsch 15 und mein Ziel. Jetzund mach ich ein Verbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz mit ihm erfüllt rufet nun: Herr, wie du willt! 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt! 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zuwider dir, ach so nimm es bald zurücke, 191 Jesu, gieb, was Mützet mir. Gieb dich mir, Herr Jesu mild, nimm mich dir! Herr, wie du willt! 4. Und vollbringe deinen Willen in, durch und an mir, mein Gott, deinen Willen laß er⸗ füllen mich im Leben, Freud und Not, sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt. 5. Sei auch, Jesu, stets ge⸗ priesen, daß du dich und viel dazu mir geschenket und erwiesen, daß ich fröhlich singe nu: Mir geschehe, Gott, mein Schild, wie du willt! Herr, wie du willt! Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg-Rudolstadt, g. 1640 + 1672. Mel. Gott des Himmels und der Erden. eines Lebens beste 308. M Freude ist Himmel, Gottes Thron; meiner Seele Trost und Weide ist mein Jesus, Gottes Sohn. Was mein Herze recht erfreut, ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich erquicken an den Gütern dieser Welt, ich will nach dem Himmel blicken und zu Jesu sein gesellt; denn der Erde Gut vergeht, Jesus und sein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgends werden, als ich schon in Jesu bin; alle Schätze dieser Erden sind ein schnöder Angstgewinn. Jesus ist das rechte Gut, das der Seele sanfte thut. 4. Glänzet gleich das Welt⸗ gepränge, ist es lieblich anzu— 192 sehn, währt es doch nicht in die Länge, und ist bald damit ge⸗ schehn; plötzlich pfleget aus zu sein dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, die mein Jesus inne hat, können Herz und Seele laben, machen ewig reich und satt; es vergeht zu keiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Rost und Motten, Raub und Feuer schaden auch der Freude nicht, die mein Jesus, mein Getreuer, und sein Himmel mir verspricht. Dort ist alles abge⸗ than, was die Seele kränken kann. 7. Einen Tag bei Jesu sitzen ist viel besser, als die Welt tau⸗ send Jahr in Freuden nützen; aber ewig sein gestellt zu des Herren rechter Hand bleibt ein auserwählter Stand. 8. Trinken, essen, tanzen, springen labet meine Seele nicht, aber nach dem Himmel ringen und auf Jesum sein gericht, ist der Seele schönste Zier, geht auch aller Freude für. 9. Ach so gönne mir die Freude, Jesu, die dein Himmel hegt; sei du selber meine Weide, die mich hier und dort verpflegt, und in dir recht froh zu sein, nimm mich in den Himmel ein! Salomo Liscow g. 1640 4 1689. Eigene Melodie. Jesuslieder. Seele, wenn ich in deiner Liebe ruh. Ich steige aus der Schwer⸗ mutshöhle und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Traurens scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget wer— den, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Fein⸗ din heißen, es sei also; ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir ver— gnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglücks⸗ wellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh zu deinen heilgen Wun⸗ den; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluch⸗ strahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil. Wer will ver⸗ dammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreu⸗ zeswüsten, ich folg und lehne mich auf dich. Du nährest aus 309. W'Dnd e den Wolkenbrüsten und labest aus d tue uden gug, sab. 3 Wilst; Sterne Ador! 5.1 scheine Herzu berläss Aben, Veges aus m in die so wil V. Hreun Uollt deiner Liebe der Schwer⸗ deinen Armen e Naht des wenn mit so en die Liebe rust. Hier ist auf Erden; rgnüget wer⸗ het Ruh und meine Fein⸗ also; ich trau ie mir gleic nbei einem . In dir ver⸗ elle, du bist ich erwähle, reund, wenn . Der Velt nicht füllen, en Unglücks⸗ ren den Anker aus dem Felsen mich.“*) Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen; genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß: Wen du mit Ehr willst zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab.)) 1 Cor. 10, 2—4. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verlässest keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, wenn er aus mördervollen Hecken gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unum⸗ schränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus, mich er⸗ freuen. O reicher Trost: Mein Freund ist mein! Wolfg. Christ. Deßler g. 1660 1 1722. Eigene Melodie. chönster Herr 310. Jesu, H scher aller Enden, Gottes und Marien Sohn, dich will ich lieben, dich will ich ehren, du meiner Seele Freud und Kron! Jesuslieder. 193 2. Schön sind die Wälder, noch schöner die Felder in der schöͤnen Frühlingszeit; Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht die Sonne, noch schöner der Monde und die Sterne allzumal; Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner als all die Engel im Himmelssaal. 4. Alle die Schönheit Himmels und der Erde ist nur gegen ihn wie Schein, keiner auf Erden lieber kann werden als der schönste Jesus mein. 1677. Eigene Melodie. eelenbräutigam, 311¹. S Jesu, Gottes Lamm, habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünde Schlamm, Jesu, Gottes Lamm! 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut; wenn du freund⸗ lich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu er⸗ setzen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht, salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will 13 19⁴ ich ehren und in ihr dein Lob Jesuslieder. gnügen erjaget. Erlang ich dies vermehren, weil ich für und für Eine, das alles ersetzt, so werd bleiben werd in dir. ich mit Einem in allem ergetzt. 6. Deinen Frieden gieb aus 2. Seele, willst du dieses fin⸗ so großer Lieb uns, den Deinen, den, suchs bei keiner Kreatur, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gieb! 7. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nim⸗ mermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 8. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 9. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich über— winde und in deinem Sieg em⸗ pfinde, wie so ritterlich du ge— kämpft für mich. 10. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum, in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werte Himmelsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese g. 1620 f 1701. Ev. Luc. 10, 42. 1 Cor. 1, 30. Eigene Melodie. 312 Eis ist not, ach 2 Herr, dies Eine lehre mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Ver⸗ laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur! Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendige Teil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller An— dacht niederließ: ihr Herze ent— brannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren, ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlan⸗ gen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir! Ob viel auch umkehrten zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen, denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich de Preis. 6. hu bri höchst geling Blut. leit bist o gstor ich de mein 2 Seelt erwa erwã gema lichen dir, Rageb gängl Isu, . verlar Gnad einge dein Erl nun entby vöͤli lindli llingt 9. Freut wile Hirt Siße lben lich! licht rlang ich dies rsetzt, so werd allem ergetzt. du dieses jin einer Kreatur, ist, dahinten, ie Naturl Wo hheit in Einem vollkommene da, da ist das Teil, mein Ein mein seligstes war beflissen Genieß, da sie en voller An⸗ ihr Herze ent⸗ zig zu hören, lland, sie wollte war gänzlich und wurde geschenkt. mein Verlan⸗ nur nach dir; m dir 97 10 gen mir! zum großesten dit h n, denn dein 20 und Heist 5 man nicht in ich da habe erlangt, Jesuslieder. ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein rosenfarbes Blut. Die höchste Gerechtig⸗— keit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum gött⸗ lichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller ver⸗ gänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt! 8. Ja was soll ich mehr verlangen? Mich beströmt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergetzt, weil auf eine frische Weide mein i Jesus mich gesetzt. Nichts üßes kann also mein Herze er⸗ laben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig 195 erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein! Sieh/ ob ich auf bösem, betrüg⸗ lichen Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege, gieb, daß ich nichts achte, nicht Leben noch Tod, und Jesum ge— winne: dies Eine ist not. Joh. Heinr. Schröder g. 16671 1699. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 313. M Jesu, süße Seelenlust, mir ist nichts außer dir bewußt, wenn du mein Herz erquickest, dieweil dein Blick so lieblich ist, daß man auch seiner selbst vergißt, wenn du den Geist entzückest, daß ich in dich aus dem Triebe reiner Liebe von der Erde über mich gezogen werde. 2. Was hatt ich doch für Trost und Licht, als ich dein holdes Angesicht, mein Jesu, noch nicht kannte? Wie blind und thöricht ging ich hin, da mein verlchrter Fleischessinn von Weltbegierden brannte, bis mir von dir Licht und Leben ward gegeben, dich zu kennen, herzlich gegen dich zu brennen. 3. Die arme Welt hat zwar den Schein, als wär ihr schlechtes Fröhlichsein ein herrliches Ver— gnügen. Allein wie eilend gehts vorbei; da sieht man, daß es Blendwerk sei, wodurch wir uns 22—0 196 betrügen. Drum muß Jesus mit den Schätzen mich ergetzen, die bestehen, wenn die Weltlust muß vergehen. 4. Wer Jesum fest im Glauben hält, der hat die Kraft der andern Welt hier allbereit zu schmecken. Pflegt Jesus gleich zu mancher Zeit bei großer Herzenstraurig⸗ keit sein Antlitz zu verdecken, ist doch sein Joch sanft und feiner, als wenn einer auf dem Bette dieser Welt zu schlafen hätte. 5. So weiß ich auch aus dei⸗ nem Wort, daß du dich, liebster Seelenhort, nicht ewiglich ver— steckest;*) du thust vor mir die Augen zu, auf daß du desto größre Ruh hernach in mir er— weckest, wenn ich treulich als ein Rebe an dir klebe auch im Leide, nicht nur in der süßen Freude. ) Jesaia 54, 7. 8. Joh. 14, 18. 19 und 16, 16—22. 6. Derhalben soll mich keine Not, mein Jesu, wär es auch der Tod, von deinem Dienst ab⸗ schrecken. Ich weiß, daß mich dein Herze liebt, darum so geh ich unbetrübt mit dir durch Dorn und Hecken. Plage, schlage, ich bin stille, ists dein Wille, mich zu kränken, du wirst meiner doch gedenken. 7. Und sollt ich auch, mein Hort, in mir dein süßes Manna nicht allhier in dieser Zeit em— pfinden, so will ich doch zufrieden sein und werde deinen Gnaden⸗ Jesuslieder. drücken. wenn uns die Dornen stechen; dein Herz, das mich in Trauren setzt und sich verschließt, muß doch zuletzt vor lauter Liebe brechen; drum füllt und quillt in mein Herze nach dem Schmerze genieße. 9. Du salbest mich mit Freu⸗ denöl, so daß sich öfters Leib und Seel recht inniglich erfreuen. Ich weiß wohl, daß du mich be— trübst, ich weiß auch, was du denen giebst, die sich davor nicht scheuen. Drum gieb den Trieb, unabwendig und beständig treu zu bleiben und recht fest an dich zu gläuben. 10. Der Glaub ist eine starke Hand und hält dich als ein festes Band, ach stärke meinen Glauben! Im Glauben kann dich niemand mir, im Glauben kann mich niemand dir, o starker Jesu, rauben, weil ich fröhlich Welt und Drachen kann ver⸗ lachen und die Sünden durch den Glauben überwinden. Joh. Christ. Lange g. 1669 1 1756. Mel. Seelenbräutigam. 31 4 Wꝰ ist wohl, wie 2 du, Jesu, süße Ruh? Unter vielen auserkoren, schein in jenem Leben finden, da man stets kann, sich zu Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! laben, Jesum haben, stets er⸗ blicken und ihn in die Arme 8. Allein, du holder Menschen⸗ sohn, ich kenne deine Liebe schon, deine Süße, die ich noch allhier 2.1 lus d Aschm deckt Hat ge 9. list v ns Fleisch Rit,, 4 ö Sünd Kraft du h durch o Hel 5. Ind ich kit Hüßer Mies als d Giist deiner Egen 4. deine in n noch onst Bld. . zur L Mög led dum Hen t8 er⸗ Arme sschen⸗ schon, lchen; rauren muß Liebe uillt merze allhier Freu⸗ Leib reuen. ich be⸗ 3 du nicht Trieb, treu n dich starke 3 ein leinen kann auben tarke öhlich ber⸗ durch Jesuslieder. 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zu⸗ gedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Zepter will ich küssen, ich will sitzen dir zu Füßen, wie Maria thät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Gewinn, gieb mir dei⸗ nen Sinn! 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsetze, und mich nicht in 197⁷ seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gieb! 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter, in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinet⸗ willen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit geleiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Joh. Anast. Freylinghausen g. 1670 4 1739. 2 CWimoth. 2, 8. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 315 alt im Gedächtnis * Jesum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden; ver— giß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut, dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist und dadurch hat bestritten Welt, 198 Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Not, dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage. Be— denke, daß er Fried gemacht, sein Unschuld Leben wieder bracht, dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine AcbebE dank ihm für diese iebe! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wieder— kommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenom— men. O denke, daß du da be⸗ stehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther g. 1650 f 1704. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. 2. eele, was ermüdst 316. S᷑a dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu lauter nichts dir werden? Suche Jesum Jesuslieder. und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott auf⸗ schwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben: eil zur Lebensquell hinzu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 4. Fliehe die unselge Pein, so das finstre Reich gebieret; laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 5. Ach es ist ja schlecht genug, daß du sonst viel Zeit verdorben mit nichtswürdigem Gesuch, da— bei du fast bist erstorben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 6. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 7. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Höchsten wohl— gefällt und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 8. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist ge⸗ hi treuten ;tt auf⸗ 5 zum in dit Fesum re hilft e Ruh, laben: u, do haben. Licht, t. ein, so et; laß der zur Suche andre genug, dorben , da⸗ Suche andre einher, rrücken, esmeer V ic n. alles ; diese Wesen vohl⸗ 1 dir d san nich. ich aue eist R⸗ Jesuslieder. boren, darum liege nicht im Tod, bist du nicht zum Reich erkoren? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 9. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen, laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 10. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 11. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben, laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben! Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 12. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen, glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf g. 1683 4 1754. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 317 A die nicht aus⸗ 0 zusprechen! Jesus hebt, was schwach, empor. Seine Hand will nicht zerbrechen das zerstoßne Glaubensrohr, seine Huld verschmähet nicht meines Glaubens schwaches Licht, das nur einem Döchtlein gleichet, das kaum glimmt und fast erbleichet. 199 2. Ob ich gleich mit Petro sinke,“) giebt mir Jesus doch die Hand und die süßen Liebes⸗ winke, er erkennt den schwachen Stand. Wie ein Vaterherz ge⸗ sinnt gegen sein noch kleines Kind, so trägt Gott auch mit Erbarmen schwache Kinder auf den Armen.) Matth. 14, 30. 3. Beut mein Hirte nicht den Rücken seinem schwachen Schäf⸗ lein an? Kranke Seelen zu er⸗ quicken, tritt er auf die Todes⸗ bahn. Selbst die höchste Kraft ver⸗ schmacht, da sie ruft: Es ist voll⸗ bracht, daß ich Schwacher möge siegen in den letzten Todeszügen. 4. Jesu, starke Kraft der Schwachen, stärke mich, denn ich bin schwach. Du, du kannst mich stärker machen, höre doch mein seufzend Ach! Hebe du das schwache Rohr meines Glaubens selbst empor, daß es bei dem Sturm der Sünde um dein Kreuz sich feste winde. 5. Feuchte mit dem Gnadenöle meines Glaubens Döchtlein an in der Lampe meiner Seele auf der dunkeln Todesbahn! Stehe mir, o Allmacht, bei, daß ich stark in Schwachheit sei, daß ich dich, bis ich erkalte, fest mit schwachen Händen halte. Salomo Franck g. 1659 7 1725. Psalm 73, 23— 28. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 318. 9 Gut, mein Seelenschatz, mein 200 Jesuslieder. Herzensmut und aller Sinne Freude, ich bleibe dennoch stets an dir; so ist auch nichts, das dich von mir und unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Lebenslauf und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, du bist mein Licht; ich folge dir, so irr ich nicht. 2. Du leitest mich nach dei— nem Rat, der andres nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach mit Begier, ach mit Begier wünsch ich zu sein, mein Gott, bei dir. 3. Mein Alles ist auf dich gericht; hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auch nicht auf Erden sein, denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten, dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil und meines Herzens Trost und Teil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, ich hoffe fest, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Drum halt ich mich getrost zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zu— versicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud und auch im Leide. Dein Thun soll alles und allein in meinem Herz und Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn. Ach möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, komm, mein Schatz, und nimm mich auf! Erdmann Neumeister g. 167141756. Eigene Melodie, oder Ach erkennet, liebste Seelen. Qch will mich mit 31 N dir verloben, süßer Jesu, du allein wirst von mir aus Lieb erhoben, und ich bin nun gänzlich dein. Zwar die Welt wird mich stets hassen, denn sie hasset dich zugleich; kann ich aber dich umfassen, so bin ich vergnügt und reich. 2.4 us ollen ⸗ uur ge nicht Wlt noch schon 3. wisser efäll misse hält. fange heit liches ihn . zogen verac troge Kteuz durch el und alles ehr, ja mein I. Du N Heil st und durch Seele ist, ich b deine getrost ch auch meine e Zu⸗ 3, der 9 und in soll Herz 9 dich möchte L Jesu warte Schah, 11750. 159— eelen. 9 mit loben, st von nd ih var die „ delmn m ic in ich Jesuslieder. 20¹ 2. Alles soll mir Ekel machen, was zur Eitelkeit gehört, und in allen meinen Sachen werde Jesus nur geehrt. Sollt ich Jesum denn nicht lieben, der mich vor der Welt erwählt? Sollt ich Jesum noch betrüben, der mich ihm schon zugezählt? 3. Nein, die ganze Welt soll wissen, daß ihr Thun mir nicht gefällt; alles andre will ich missen, weil er mich in Armen hält. Seine Lieb hat mich ge⸗ fangen, und ich will die Frei⸗ heit nicht, denn mein sehn⸗ liches Verlangen ist allein auf ihn gericht. 4. O wie lang hab ich ver— zogen, wie lang hab ich dich veracht! O wie oft ward ich be— trogen und von dir hinwegge— bracht! Aber nun soll uns nichts scheiden, nicht das Leben, nicht der Tod, nicht das Kreuz, nicht Schmach und Leiden, weder Un⸗ glück, Schmerz noch Not. 5. Stärke du mir meinen Willen wider meiner Feinde List, denn du mußt in mir erfüllen, was dem Fleisch unmöglich ist; laß mich nicht mehr von dir wanken, ach wo soll ich auch sonst hin? weil ich nicht nur in Gedanken, sondern wirklich bei dir bin. 6. So sei tausendmal gegrüßet, Jesu, meine süße Lust! Sei auch tausendmal geküsset, sei du mir allein bewußt, sei mein Wunsch und mein Verlangen, sei mein meiner Seele Prangen, sei mein Alles hier und dort! Ph. Balth. Sinold g. 1657 4 1742. Mel. Seelenbräutigam. 320(Qesu, geh voran auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vater⸗ land! 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen, denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden, richte unsern Sinn auf das Ende hin! 4. Ordne unsern Gang, Lieb⸗ ster, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nötge Pflege! Thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf! Nik. Ludw. v. Zinzendorf g. 1700 4 1760. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mel. 2. 321 Gofer Mittler, der 0 zur Rechten seines großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnade schützt, den auf dem er⸗ habnen Throne, in der königlichen Krone, alles Heer der Ewigleit mit verhülltem Antlitz scheut, 2. Dein Geschäft auf dieser Bräutigam und Hort, sei du Erden und dein Opfer ist voll⸗ 202 Jesuslieder. bracht, was vollendet sollen wer⸗ den, das ist gänzlich ausgemacht. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Ge⸗ schäfte in dem obern Heiligtum, die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen, nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werte Namen trägest du auf deiner Brust“*), und an den gerechten Samen denkest du mit vieler Lust. Du vertrittst, die an dich gläuben, daß sie dir vereinigt bleiben, und bittst in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. )2 Mos. 39, 14. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch die⸗ nen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach da zielt dein Bitten hin. 6. Zwar in deines Fleisches Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, hast du dich vor Gott gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen; o mit welcher Nie— drigkeit batest du zur selben Zeit! 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht unterstützt, da in der vollkommnen Hütte“) die verklärte Menschheit sitzt. Nun kannst du des Satans Klagen majestätisch nieder schlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut. Hebr. 9, 11. 8. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar und vertrittst nunmehr mit Freuden deine teur erlöste Schar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 9. Großer Mittler, sei ge— priesen, daß du in dem Heiligtum so viel Treu an uns bewiesen, dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten, sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 322 Oweu deine Men⸗ schenliebe war die Quelle deiner Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O der ungemeinen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Über seine Feinde weinen, jedermann mit Hülf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben die f liebre Schu gewöl 5. barm Ame Lben 0 die Nun Klagen N, und t unsre . 9, 11. Leiden r und reuden „daß heinem d die noch ei ge⸗ ligtum wiesen, Ruhm! treten, beten, Pot, ßt der 11735. Seele. Men⸗ war die ie dein ich in ch mit vom O der treuen Jesuslieder. für die ärgsten Sünder, das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu sich locken, war mit Schwächung deiner Kräfte dein gewöhnliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Er— barmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar teures Leben in den ärgsten Tod ge⸗ geben, da du in der Sünder Orden aller Schmerzen Ziel ge⸗ worden und, den Segen zu er⸗ werben, als ein Fluch hast wollen sterben! 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Schlagen andrer Schmach und Last zu tra⸗ gen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. 7. Demut war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Ge— schlechte, diese war gleich wie die Tauben ohne Falsch, voll Treu und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret, durch Vorsichtigkeit be⸗ wahret. 8. Komm, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken! Du hast das Gesetz erfüllet und desselben Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen! Heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe! Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 323 önig, dem kein • König gleichet, dessen Ruhm kein Mund er⸗ reichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Zepter führet, dem das Recht ge⸗ hört zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Voll⸗ kommenheiten krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde nebst der ungezählten Herde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seeen, in den Wäl⸗ dern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum ge⸗ geben; Tiere, Menschen, Gei⸗ ster scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Gren⸗ zen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Zepter 204 deines Mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und wie du das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herrscher du in dreien Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Uberfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bür⸗ ger haben; du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen, laß mich deinen Schutz genießen, laß mich dich im Glauben küssen, ehren, fürch— ten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herr— schen dir zur Seiten! Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 324. Merdednd bacht drein, ich muß von hinnen eilen, ich muß bei meinem Jesu sein. Was soll ich hier verweilen, wo Eitelkeit, wo keine Ruh? Mein Jesuslieder. Geist eilt nach dem Himmel zu. J. Ludw Ronr Allendorfg. 1693 f1773. 2. Mein Herzensfreund, dich laß ich nicht, ich kann nichts Bessers haben, in dir ist Freude, Trost und Licht, du kannst voll⸗ kommen laben. Nichts ist, das mir Vergnügen giebt, als wenn mich Jesus herzlich liebt. 3. Du, du bist mein, und ich bin dein, wir sind in eins ver⸗ bunden; dies gute Teil hab ich allein durch deine heilgen Wun⸗ den. Du bist mein Fels, der mich nicht läßt, auf dir ruht meine Seele fest. 4. Herr Jesu, ohne dich muß mir die Welt zur Hölle werden; ich habe, hang ich nur an dir, den Himmel schon auf Erden. Es quillt mein Lebenstrank von dir, das Lebensmanna giebst du mir. 5. O selge Stunde, da man dich kann recht ins Herze schlie— ßen! Wie läßt du da so süßiglich Heil, Gnad und Friede fließen! So oft das Herze nach dir blickt, wird es mit Himmelslust erquickt. 6. Das schwerste Kreuz wird leicht und klein, denn du selbst hilfst es tragen; du richtest es zum besten ein, kannst nicht von Herzen plagen. Dein Ruten⸗ streich ist voller Huld, du for— derst von uns nur Geduld. 7. Führst du mich nun gleich wunderlich, mein Freund, durch Leid und Freude, weiß ich den⸗ noch, daß alles mich von deiner Lieb nicht scheide. Es führet mich dein Wunderpfad zu dir, in meines Vaters Stadt. Mel. Wer 325 du unerg danke dit einem g deine Ht vor der 2. Fi lösen, f Schuld, der Lie in unsel Glauber Werk de für die dir meit 4. Fi sprechen sei; wes brechen und de Himme doch G 5. 8 mente 6 Shrift Rauben und, dich in nichts st Freude, nnst voll⸗ ist, das als wenn bt. „ und ich eins ver⸗ hab ich en Wun⸗ Fels, der dir ruht dich muß e werden; n dir, den den. Es von dir, t du mir. da man ze schlie⸗ süfiglich e flicßen! dir blick, terguich. reuʒ wird du selbst richtest es nicht bon Ruten⸗ „bu for⸗ duld. sun gleic nd, durch wich den⸗ on deinct Jesuslieder. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 325 Har von unend⸗ 2 lichem Erbarmen, du unergründlich Liebesmeer, ich danke dir mit andern Armen, mit einem ganzen Sünderheer für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. 2. Für dein so allgemein Er⸗ lösen, für die Bezahlung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld, ja für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, weil doch des Glaubens Kraft und Triebe ein Werk der Allmacht Gottes heißt; für die Befestigung darin dankt dir mein neugeschaffner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Ver⸗ sprechen, daß deine Gnade ewig sei; wenn Berge bersten, Hügel brechen, steht doch dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Himmel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine teuren Sakra⸗ mente als Siegel deiner wahren Schrift, wo Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift: für diese Gnaden in der Zeit dankt dir mein Herz in Ewigkeit. 6. Ja Mund und Herze soll dir danken, doch bittet auch mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wanken und 20⁵ gründe mich auf diesen Grund! Erhalte nur durch deine Treu mich bis ans Ende auch dabei! 7. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich, dir zum Lobe, sein; versichere mein Herz dar⸗ neben, es reiße keine Lust noch Pein mich von der Liebe Gottes hin, weil ich in Jesu Christo bin. 8. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Hölle in sich schließt, nichts soll mich von der Liebe scheiden, die da in Christo Jesu ist. Ja Amen, Vater aller Treu, zähl mich den Auserwählten bei! Phil. Friedr. Hiller g. 1699 4 1769. Eph. 1, 21. 22. Eigene Melodie, oder Alles ist an Gottes Segen. 326. IYTnsct as König, alles wird ihm unter⸗ thänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewal⸗ ten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel ist zu seinem Dienst bereit. 3. Engel und erhabne Thro⸗ nen, die beim ewgen Lichte wohnen, nichts ist gegen Jesum groß. Alle Namen hier auf Erden, wie sie auch vergöttert werden, sie sind Teil aus sei⸗ nem Los. 206 4. Gott ist Herr; der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner, nur der Sohn der ist ihm gleich. Dessen Stuhl ist un⸗ umstößlich, dessen Leben unauf⸗ löslich, dessen Reich ein ewig Reich. 5. Gleicher Macht und gleicher Ehren sitzt er unter lichten Chö— ren über allen Cherubim. In der Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 6. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld, es folgen Freuden, nichts kann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Ge⸗ rechte, und du Schar, die Pal— men trägt, und du Blutvolk in der Krone und du Chor vor seinem Throne, der die Gottes-— harfen schlägt! 9. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin. Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unterthänig! Ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Hiller g. 1699 4 1769. Jesuslieder. Eigene Melodie. 327 Qch bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesu offenbart; ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so zart gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und tief gezogen neigt sich mein Alles auch zu dir; du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich und ich dich erlesen. 3. Ich fühls: du bists, dich muß ich haben; ich fühls: ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Ruhplatz ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Ver⸗ gnügen, drum folg ich deinen selgen Zügen. 4. Für dich sei ganz mein Herz und Leben, mein süßer Gott, und all mein Gut; für dich hast du mirs nur gegeben, in dir es nur und selig ruht. Hersteller meines schweren Falles, für dich sei ewig Herz und alles! 5. Ehr sei dem hohen Jesus⸗ namen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Selgen Schar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände! 6. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein! Möcht deine süße Jesusliebe in Herz Im Wo Vesen f zu lesen Oe Mel. Wa 32⁰ bleibt u kennst spricht: Zuvers rauben. festen nicht st mand! 3.8 niht; gingst richt men. erfreut die P 4. an die der Lebe, bart; ich Triebe, bet ward; mich zu iebe mich so zart ngt dein ch Liebe neigt sich dir; du esen, du h erlesen. ists, dich ühls: ich n. Nicht n Gaben, ir allein. ist Vet⸗ deinen nein Herz er Gotl, Jesuslieder. in Herz und Sinn gepräget sein! Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen! Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 328 Dis Jesum laß ich ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das redlich spricht: Nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein, du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Him⸗ mel werden. 2. Dich Jesum laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glau⸗ ben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht schämen, die kann dir nie⸗ mand nehmen. 3. Dich Jesum laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Ge⸗ richt und büßtest für mich Ar⸗ men. Aus Dankbarkeit will ich erfreut um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich Jesum laß ich ewig nicht, du stärkest mich von oben. Zu dir steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, du eilst zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich Jesum laß ich ewig nicht, das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Glie⸗ 207 des Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit, bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich Jesum laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken. Und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: Mein Freund ist mein, und ich bin sein; er ist mein Schutz, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich g. 1713 1 1780. Eigene Melodie. 329 ch mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dank⸗ bar wird. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, aber unsre Seele kanns schon gewahren, du kannst dich fühlbar gnug offenbaren, auch ungesehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, ge⸗ duldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, stilln und trösten, erfreun und segnen und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. 208 Jesuslieder. 5. Ach gieb an deinem kost⸗ baren Heil uns alle Tage voll⸗ kommnen Teil und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner bluti⸗ gen Todsgestalt, ja die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu sehen sein! 7. Ein herzlichs Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blutbespren⸗ gung aus deinen Wunden erhalt uns solche zu allen Stunden bei Freud und Leid! 8. So werden wir bis in Himm'l hinein mit dir vergnügt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen: wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durch⸗ grabne Hand, die soviel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor g. 1723 1 1801. Eigene Melodie. 330 Wenn ich ihn nur * habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt, weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an mei⸗ nem Wanderstabe treugesinnt nur meinem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erweichen und durchdringen. 4. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt, und des Himmels reiche Gabe meinen Blick nach oben hält; hingesenkt im Schauen, kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedr. v. Hardenberg g. 177271801. Mel. Herzlich thut mich verlangen. enn alle untreu 331. W' werden, so bleib ich dir doch treu, daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz; drum geb ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter wei⸗ nen, daß du gestorben bist, und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen hast du so viel gethan, der Welt das heil err Daran. 3. Di noch in wenn dit du denne sieget, a weint bi lindlich 4. Ic lasse r mich ve mit dir Brüder und sit fallen Friedr. — Nel. 35 er wird zu viel mich w Erbarn ist me ur habe, an mei⸗ reugesinnt lasse still hte, volle ur habe, ewig wird Herzens t sanftem eweichen aur habe, und des e meinen hingesenkt vor dem habe, ist es füllt N Erbteil vermißte in seinen r —.— verlangen. en, so bleib Junbbarkeit torben sei. ch Ceiden, Schmerz; Freuden itter Wel⸗ bist, ud einen di Von Rt at 50 0 Gelt das Jesuslieder. Heil errungen, doch keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu; die treuste Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden; o lasse nicht von mir! Laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts und sinken liebend nieder und fallen dir ans Herz. Friedr. v. Hardenberg g. 1772 7 1801. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 3 32 tark ist meines Jesu Hand, und er wird mich ewig fassen, hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmut oft Gefahr, fürcht ich auch zu unter⸗ liegen: Christus beut den Arm mir dar, Christus hilft der Ohn⸗ macht siegen. Daß mich Gottes 900 verficht, das ist meine uversicht. 3. Wenn der Kläger mich ver⸗ klagt, Christus hat mich schon vertreten; wenn er mich zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Bürge für mich spricht, das ist meine Zuversicht. ——.:cͤ.—.—. 209 4. Würd es Nacht vor meinem Schritt, daß ich keinen Ausgang wüßte und mit ungewissem Tritt ohne Licht verzagen müßte, Chri⸗ stus ist mein Stab und Licht, das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Miß⸗ geschick leben oder ängstlich kla⸗ gen, ohne Halt ist all ihr Glück, wahrlich sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, das ist meine Zuversicht. 6. Will mein Herr durch sanfte Zucht mich nach seinem Bild gestalten, o so will ich ohne Flucht seiner Hand nur stiller halten. Dann erschreckt mich kein Gericht, das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts, sollt ich ihn mit Klein⸗ mut schmähen? Mein Erbarmer selbst versprichts, sollt ich ihm sein Wort verdrehen? Nein, er läßt mich ewig nicht, das ist meine Zuversicht. Karl Bernh. Garve g. 1763 1 1841. Eigene Melodie. 333 Laie mich gehn, laßt 2 mich gehn, daß ich Jesum möge sehn! Meine Seel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonn, die durch die Wolken bricht! O wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht! 14 21⁰ Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 3. Ach wie schön, ach wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flü⸗ gel, flög ich über Thal und Hügel heute noch nach Zions Höhn. 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein, in die Stadt der goldnen Gassen! Herr mein Gott, ich kanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein. 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies! Gust. Frdr. Ludw. Knat g. 1806 1 1878. XIX. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Ein Lied zu bitten um Glauben, Hoffnung, Liebe und ein seliges Ende. Eigene Melodie. (VQ f di* 334. I Jann Chri ch bitt, erhör mein Klagen, verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen! Den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nütz zu sein, dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott: die Hoffnung gieb daneben, voraus wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög ver⸗ trauen und nicht bauen auf all mein eigen Thun; sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Her⸗ zensgrund den Feinden mög ver⸗ geben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben! Dein Wort mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück schlägt herein, das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden, beständig sein ans End gieb mir, du hasts allein in Händen; und wem dus giebsst, der hats umsonst, es mag nie— mand erwerben noch ererben durch Werke deine Gnad, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb, hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße. Du kannst machen, daß mirs nicht bringt Gefahr; ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johann Agricola g. 1492 + 1566. 333 Sohn, a nun, mi ihr Jun Mann, ich hab,! 2. M Bürd g tlägt, i der Hol treulich Hülf h Himme 3. W hie in füh, d Mas ih dos wi gut, we Willen. 4. 6 Gott, ich das wird dies, wie 51 Unter wird uns n. Bring ies! 80671878. Jandel. mir ein Bort mein in, damit „mich zu ick schlägt ald möcht Lust noch ieser Welt sein ans allein in dus giebst, mag nie⸗ 9 eterben Ynad, die hen. Streit und err Christ, iner Gnad mnst nih mit nun wehr/ 1 mits uiht weiß/ u 15. Lieder vom christlichen Leben und Wandel⸗ Ev. Matth. I1, 28. Eigene Melodie. 335 K.r her zu mir, spricht Gottes Sohn, all die ihr seid beschweret nun, mit Sünden hart beladen, ihr Jungen, Alten, Frau und Mann, ich will euch geben, was ich hab, will heilen euren Schaden. 2. Mein Joch ist süß, mein Bürd gering; wer mirs nach— trägt, in dem Beding wird er der Höll entweichen; ich will ihm treulich helfen tragn, mit meiner Hülf wird er erjagn das ewge Himmelreiche. 3. Was ich gethan und g'litten hie in meinem Leben spat und früh, das sollt ihr auch erfüllen. Was ihr gedenkt, ja redt und thut, das wird euch alles recht und gut, wenns g'schieht nach Gottes Willen. 4. Gern wollt die Welt auch selig sein, wenn nur nicht wär die schwere Pein, die alle Chri— sten leiden; nun aber kanns nicht anders sein, darum ergieb dich nur darein, willst ewge Pein du meiden. 5. All Kreatur bezeuget das; was lebt in Wasser, Luft und Gras, sein Leiden kanns nicht meiden. Wer denn in Gottes Nam nicht will, der muß zuletzt des Teufels Ziel mit schwerem G'wissen leiden. 6. Heut ist der Mensch schön, jung und schlank, sieh, morgen ist er schwach und krank, bald muß er auch gar sterben; gleich wie 211 die Blumen auf dem Feld, also wird auch die schöne Welt in einem Nu verderben. 7. Die Welt erzittert ob dem Tod; liegt einer in der letzten Not, dann will er gleich fromm werden; der schaffet dies, der andre das, sein'r armen Seel er ganz vergaß, dieweil er lebt' auf Erden. 8. Und wenn er nicht mehr leben kann, hebt eine große Klag er an, will sich nun Gott erge— ben; ich fürcht fürwahr, die gött⸗ lich Gnad, die er allzeit ver⸗ spottet hat, wird schwerlich ob ihm schweben. 9. Dem Reichen hilft doch nicht sein Gut, dem Jungen nicht sein stolzer Mut, er muß aus diesem Maien; wenn einer hätt die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld, doch muß er an den Reihen. 10. Dem G''lehrten hilft doch nicht sein Kunst, die weltlich Pracht ist gar umsonst, wir müssen alle sterben. Wer sich in Christo nicht bereit, weil er lebt in der Gnadenzeit, ewig muß der verderben. 11. Höret und merkt, ihr lie⸗ ben Kind, die jetzo Gott ergeben sind: Laßt euch die Müh nicht reuen, halt't stets am heilgen Gotteswort, das ist eur Trost und höchster Hort, Gott wird euch schon erfreuen.. 12. Nicht Übel ihr um Ubel gebt! Schaut, daß ihr hie un⸗ schuldig lebt, laßt euch die Welt 1⁴4 21² nur äffen, gebt Gott die Rach und alle Ehr, den engen Steig geht immer her! Gott wird die Welt schon strafen. 13. Wenn es ging nach des Fleisches Mut in Gunst, Ge⸗ sundheit, großem Gut, würdt ihr gar bald erkalten; darum schickt Gott die Trübsal her, damit eur Fleisch gezüchtigt wär, zu ewger Freud erhalten. 14. Ist bitter euch das Kreuz und schwer, gedenkt, wie heiß die Hölle wär, darein die Welt thut rennen, mit Leib und Seel muß leidend sein ohn Unterlaß die ewge Pein und kann doch nicht verbrennen. 15. Ihr aber sollt nach dieser Zeit mit Christo haben ewge Freud; dahin sollt ihr gedenken. Kein Mann lebt, der aussprechen kann die Wonne und den ewgen Lohn, den euch der Herr wird schenken. 16. Und was der ewig gütge Gott in seinem Wort versprochen hat, geschworn bei seinem Na⸗ men, das hält und giebt er g'wiß fürwahr. Der helf uns zu der Engel Schar durch Jesum Christum! Amen. Hans Witzstat(2) 1530. Pfalm 31, 1—-6. Eigene Melodie. 336. Ayyn Her hif daß ich nicht zu Schanden werd Lieder vom christlichen Leben und Wandel. bitt ich dich: Erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, thu dich herfür, eil bald, mich zu erretten! In Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir aus meinen Nöten! 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten wider mein' Feind, der gar viel seind an mir auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hülf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Not; wer kann mir wider⸗ streben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht mit Lügen und durch falsch Gedicht viel Netz und heimlich Stricke; Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, hüt mich vor falscher Tücke! 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 7. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum! Amen. noch ewiglich zu Spotte. Das Adam Reusner g. 1496 f um 1575. z; 33• bitt, wi fern mii Die gar nach Et nicht, haben. mein doch m armen zum L Dienst mir di mich, Satan in alle daß it Fesu⸗ mein mein 3.3 lein a mein gen, d lümme Qual üngste 0 lugen oGott mich in ̃tte! neig her Bitt, thu „mich zu und Veh f mir aus Schirmer, ine Burg, erlich mög heind, der auf beiden tärk, mein in Schild, hein Wort, eil, mein Gott in nir wider⸗ t trüglich nd durch Netz und , nimm fahr, hüt el eist befehl nein Got, imm mich hrer Gott, Ehr und Bater und gen Gist tlich Kraft ich Isum m 5 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Eigene Melodie. 33 7 erzlich lieb hab ich dich, o Herr; ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmer⸗ mehr. 2. Es ist ja, Herr, dein G'schenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot! 3. Ach Herr, laß deine Enge⸗ lein an meinem End die Seele mein in Abrahams Schoß tra⸗ gen, den Leib in sein'm Schlaf⸗ kämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und 213 mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling g. 1532 1608. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Nel. 2. Me 338 err, wie du willst, 2 so schicks mit mir im Leben und im Sterben, allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben! Er⸗ halt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gieb mir Ge⸗ duld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu ver⸗ leih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte, behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit, wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben! 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freu⸗ den. Mein Leib und Seel befehl ich dir, o Herr, ein seligs End gieb mir durch Jesum Christum! Amen. Eigene Melodie, oder Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. 6 ilf mir, mein 339. 9 Gott, hilf, daß nach dir von Herzen mich ver— lange und ich dich suche mit Begier, wenn mir wird angst und bange. Verleih, daß ich 2¹1⁴ mit Freude dich in meiner Angst bald finde; gieb mir den Sinn, daß ich forthin meid alle Schand und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu und Schmerz mich deiner Gnad ergebe, hab täglich ein zerknirsch— tes Herz, in wahrer Buße lebe, vor dir erschein, herzlich bewein all meine Missethaten, die Hände fein laß milde sein, dem Dürf⸗ tigen zu raten. 3. Die Lust des Fleisches dämpf in mir, daß sie nicht überwinde; rechtschaffne Lieb und Lust zu dir in meinem Sinn anzünde, daß ich in Not bis in den Tod dich und dein Wort bekenne, und mich kein Trutz noch Eigennutz von deiner Wahr⸗ heit trenne. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanft— mut ziere, auch alle Hoffart von mir nimm und mich zur Demut führe! Was sich noch findt von alter Sünd durch deinen Geist ausfege, gieb, daß allzeit Trost, Fried und Freud sich in mir Armen rege. 5. Den Glauben stärk, die Lieb erhalt, die Hoffnung mache feste, daß ich von dir nicht wanke bald Beständigkeit ists Beste; den Mund bewahr, daß nicht Gefahr durch ihn mir werd er— wecket; gieb Brot dem Leib, doch daß er bleib von Wollust unbe⸗ flecket. 6. Gieb, daß ich treu und fleißig sei in dem, was mir ge⸗ Lieder vom christlichen Leben und Wandel. bühret, daß ich auch nicht durch Heuchelei und Ehrgeiz werd ver— führet. Leichtfertigkeit, Haß, Zank und Neid laß in mir nicht ver⸗ bleiben, verstockten Sinn und Diebsgewinn wollst du fern von mir treiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rat, von falscher Meinung trete, dem Armen helfe mit der That, für Freund und Feind stets bete, dien jedermann, so viel ich kann, das Böse haß und meide nach deinem Wort an allem Ort, bis ich von dannen scheide. Joh. Heermann g. 1585 + 1647. Eigene Melodie. 340 Gott, du frommer Gott, du Brunn⸗ quell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein un⸗ verletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gieb, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll; und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützlich Wort aus mei⸗ nem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck, ohn Ver⸗— druß! 4. so la einen selber t nen F wind, auch g 5. Fried! weit e mir et Gut dies d Gut! 6. mein manch ins 9 duld, mich! tragee 4. auf C Seele deiner Räun nicht durch werd ver⸗ Haß, Zank nicht ver⸗ Zinn und fern von ge treuem nung trete, der That, stets bete, lich kann, neide nach n Ort, bis e. 1585 161. i. ufrommer du Brunn⸗ den nichts wir alles gieb mir, üib ein un⸗ Gewissen mit Fli hret, wont nmeinem „ daß ich⸗ lit, da ich hu,so gieh rede stetb, aus mel⸗ und wenn reden sol“ en Vonten ahn Ve Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gieb einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen! Gieb, daß ich mei— nen Feind mit Sanftmut über⸗ wind, und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Ge⸗ duld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, daß ich mit Ehren trag all meine grauen Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden, dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken, laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön ver⸗ klärt zum auserwählten Hauf! Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Ey. Matth. 5. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 341. K'dn deren leh 21⁵ ren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören zu der rechten Christen Zahl, die bekennen mit dem Mund, glau⸗ ben fest von Herzensgrund und bemühen sich daneben, guts zu thun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demut haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß Gott werd allein gepreist, danken dem auch für und für, denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird noch zu Ehren setzen, die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauren findt, die beseufzen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd, die deshalben traurig gehn, oft vor Gott mit Thränen stehn. Diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmut spüren kann, welche Hohn und Trutz verschmerzen, weichen gerne jedermann, die nicht suchen eigne Rach und befehlen Gott die Sach. Diese will der Herr so schützen, daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich stre⸗ ben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben nicht Gewalt noch Unrecht sei, die da lieben gleich und recht, sind aufrichtig, fromm unds chlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen. Die wird Gott satt werden lassen. 216 Lieder vom christliche 6. Selig sind, die aus Erbar⸗ men sich annehmen fremder Not, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behülflich sind mit Rat, auch wo möglich mit der That, werden wieder Hülf empfangen und Barmherzigkeit erlaͤngen. 7. Selig sind, die funden wer— den reines Herzens jederzeit, die in Werk, Wort und Geberden lie— ben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Friede machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried und Ruh, raten allerseits dazu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es doch nicht verschul⸗ den und gerecht befunden sein. Ob des Kreuzes gleich ist viel, setzet Gott doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit den Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten auch aus Gnaden fähig werd. Gieb, daß ich mich acht gering, meine Klag oft vor dich bring, Sanft⸗ mut auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe; n Leben und Wandel. diene, immer hab ein reines Herz, die in Unfried stehn, ver⸗ sühne, dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. Hannov. Gsb. 1648 nach Joh. Heermann g. 1585 1 1647. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 3 42 treuer Heiland, Jesu Christ, der du auch mir geboren, ja auch für mich gestorben bist, laß doch nicht sein verloren an mir das groß Erlösungswerk, vielmehr gieb Gnade, Kraft und Stärk, inbrünstig dir zu danken! 2. Gieb Gnade, daß ich dich hinfort als meinen Heiland liebe, dir lebe und in deinem Wort mich treu und fleißig übe. Und wie du, Herr, gestorben bist, so hilf mir auch, zu jeder Frist den Sünden abzusterben. 3. Du standest von den Toten auf, brachst durch des Grabes Thüren; drum laß mich einen neuen Lauf voll Geist und Tugend führen, laß mich von Sünden auf— erstehn, in deinen heilgen Wegen gehn und dir zu Ehren leben! 4. Laß hier in deinem Reiche mich dir treu, beständig dienen, in guten Werken fruchtbarlich stets wachsen, blühn und grünen, bis du nach meinem Pilgrims⸗ lauf mich nimmst in deinen Himmel auf, wo du zur Rechten 11. Daß ich Armen helf und sitzest. 16332 Mel, So! 34. bild fol Velt ei die er 1 Himme himmli leben fe ben we bei mit 2. seinem nach d Armut Thrän Hoffmi kannel dem R hier le deine; in reines stehn, ver⸗ Freud und on deinem an deinen 28 Geistes hter Merke. 161⁸ 158571647. der Zeit. Heiland, Hrist, der „za auch „laß doch umir das vielmehr nd Stärk, ken! ich dich land liebe, Wort mich Und wie st, so hilf Frist den den Toten 3 Grabes nich einen 1d Tugend inden auf⸗ en Wegen leben! am Reiche ig dienen, uchtbatlih ud grünen, Pigrims in deinlen ir Rehten 1630 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 343 Lase uns mit Jesu ziehen, seinem Vor⸗ bild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch schon himmlisch sein, glauben recht und leben fein, in der Lieb den Glau⸗ ben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, gehe vor, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich; nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht dorten reich, Thränensaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir! 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder, wo du lebst, da leben wir; ach erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder! Dir, o Jesu, leb ich hier und dort ewig auch bei dir. Sigism. v. Birken g. 1626 1 1681. 217 Dfalm 118. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 344 ilf uns, Herr, in · allen Dingen, daß wir unser Amt und Werk wohl anfangen und vollbringen, gieb uns Weisheit, Kraft und Stärk! Ohne deine Hülf und Gunst ist all unser Werk um⸗ sonst; hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl ge— lingen! 2. Hilf uns, Herr, an allen Orten, wo wir dein bedürftig sein, brich der Hölle Macht und Pforten und gieb deinem Häufe⸗ lein, deiner armen Christenheit, Liebe, Fried und Einigkeit! Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 3. Hilf uns, Herr, in allen Nöten, aller Trübsal und Ge— fahr, laß uns keine Drangsal töten, nimm doch unser also wahr, daß Kreuz, Elend und Verdruß uns zum Besten dienen muß. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl ge⸗ lingen! 4. Hilf uns, Herr, aus allem Leide in der letzten Todesnot, laß uns fahren hin mit Freude und durch deinen bittern Tod kommen in das Paradeis, uns zur Freude, dir zum Preis! Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl gelingen! 5. Hilf uns, Herr, in letzten Zügen, hilf! Nach unsrer Zu⸗ versicht laß uns ritterlich ob⸗ siegen und zu Schanden werden 218 nicht! O Herr Jesu, deine Hand leist uns Hülfe und Beistand, daß wir nach vollbrachtem Ringen Lob und Dank dir ewig singen. Nach Martin Rinckart g. 1586 4 1649. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 345. ch Gott, gieb du uns deine Gnad, daß wir all Sünd und Missethat bußfertiglich erkennen und glau⸗ ben fest an Jesum Christ, der uns zu helfn ein Meister ist, wie er sich selbst thut nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben immerfort zu Ehren deinem Namen; daß uns dein guter Geist regier, auf ebner Bahn zum Himmel führ durch Jesum Christum. Amen. Samuel Zehner g. 1594 1 1635. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 3 46 Sẽ getreu bis an * das Ende, da⸗ mit keine Qual und Not dich von deinem Jesu wende, sei ihm treu bis in den Tod! Ach das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glau⸗ ben, laß dir dessen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben, halte treulich deinen Bund, den dein Herz durchs Wasserbad fest mit Gott geschlossen hat. Ewig ist der Mensch verloren, der ihm Lieder vom christlichen Leben und Wandel. treulos hat geschworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt. Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat; du mußt, soll dir Gott vergeben, auch ver⸗ zeihn und liebreich leben. 4. Sei getreu in deinem Leiden und laß dich kein Ungemach, keine Not von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld; selig ist, wer willig träget, was sein Gott ihm auferleget. 5. Hat dich Kreuz und Not be⸗ troffen, und Gott hilft nicht also— fort, bleibe treu in deinem Hoffen, traue fest auf Gottes Wort! Hoff auf Jesum festiglich, sein Herz bricht ihm gegen dich, seine Hülf ist schon vorhanden; Hoffnung machet nie zu Schanden. 6. Sei getreu in allen Sachen, in dem Anfang, Mittel, Schluß, fürchte Gott und laß ihn machen, hüte dich vor Joabs Kuß,“) such in allem Gottes Ruhm, führ ein wahres Christentum, sei zwar klug in deinem Glauben und doch ohne Falsch wie Tauben! 2 Sam. 20, 9. 7. Sei getreu in Todesstunden, halt dich glaubensvoll an Gott, flieh getrost in Christi Wunden, sei getreu bis in den Tod! Wer mit Jesu gläubig ringt, ihn wie Jakob hält und zwingt, dem will er in jenem Leben seine Freuden⸗ krone geben. 8. N Liiden, nung f das Se nichtn Seelel ergiebt; Sachen wohlen Nach 2 Mel. A 34 mein nem L Glück regier rechter einer Liebe liebtz auch übe, wenn bt. Denle, at, als er du mußt, „auch ver⸗ ben. nem Leiden mach, keine en, murre ch! Denn uld größer selig ist, sein Gott ind Not be⸗ nicht also⸗ em Hoffen, Wort! Hoff sein Herz seine Hülf Hoffnung an Gott, i Wunden, Zodl Uu Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 8. Nun wohlan, ich bleib im Leiden, Glauben, Lieb und Hoff⸗ nung fest, ich bin treu bis an das Scheiden; Jesus, der mich nicht verläßt, ist, den meine Seele liebt, dem sie sich im Kreuz ergiebt; ihm befehl ich meine Sachen, denn ich weiß, er wirds wohl machen. Nach Benj. Prätorius g. 16364 1674. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. 34 Qch weiß, mein Gott, daß all mein Thun und Werk in dei⸗ nem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen; was du regierst, das geht und steht auf rechten, guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß sein Rat werd ins Werk gebracht und seines Gangs sich freue; des Höchsten Rat der 219 liegt er da, und hat sein Fuß vergeblich sich bemühet. 6. Drum, lieber Vater, der du Kron und Zepter trägst in dei⸗ nem Thron und aus den Wolken blitzest, vernimm mein Wort und höre mich vom Stuhle, da du sitzest. 7. Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 8. Gieb mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen; sei du mein Freund und treuer Rat, was recht ist, zu er— füllen. 9. Prüf alles wohl, und was mir gut, das gieb mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre! Der höchste Zweck, das beste Teil sei deine Lieb und Ehre! machts allein, daß Menschenrat gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mut, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit ge— fehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. 4. So fängt auch mancher weise Mann ein gutes Werk zwar fröhlich an und bringts doch nicht zum Stande; er baut ein Schloß und festes Haus, doch nur auf lauterm Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn fast über Berg und Spitzen 10. Was dir gefällt, das laß auch mir, o meiner Seele Sonn und Zier, gefallen und belieben; was dir zuwider, laß mich nicht in Werk und That verüben! 11. Ists Werk von dir, so hilf zu Glück, ists Menschenthun, so treib zurück und ändre meine Sinnen! Was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in kurzem zu zerrinnen. 12. Sollt aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rächen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könnest hin, und eh er sichs versiehet, so brechen. 2²20 13. Tritt zu mir zu und mache leicht, was mir sonst fast un⸗ möglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst an⸗ gefangen hast durch Weisheit dei— ner Hände. 14. Ist ja der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 15. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, da ihn sonst vor graut, mit tapfrem Mut be⸗ zwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stücke springen. 16. Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 17. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnüge. So hilf nur, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. und Ehr, ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Mel. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. Lieder vom christlichen Leben und Wandel. o Mensch, in deinem Leben, leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein ergeben! Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keinen Wind des Kreuzes dich abkehren! Ist er dein Vater, du sein Kind, was willst du mehr begehren? Dies höchste Gut macht rechten Mut; kann seine Huld dir wer⸗ den, nichts Bessers ist, mein lieber Christ, im Himmel noch auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Ju⸗ gend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebens⸗ lauf von seiner Liebe scheiden! Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrau— ben; was er verspricht, das bricht er nicht; das sollst du kühnlich glauben. 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, darein er dich gesetzet; wenn er dich hält mit seiner Hand, wer ist, der dich verletzet? 18. Dein soll sein aller Ruhm Wer seine Gnad zur Brustwehr hat, kein Teufel kann ihm schaden; steht diese Wehr um einen her, dem bleibet wohl geraten. 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen, steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen! Was diese Welt in Armen hält, 348. Shacs 19— Bund, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 6. sch ln streit! laß ül wider War j sei ber wieder 7.60 den T abwend in alle senden Leben, lez en Grund, en! Denk Tauf, da bei seinem Vater dich laß keinen abkehren! sein Kind, begehren? iht rechten d dir wer⸗ ist, mein mmel noch von Ju⸗ t Lust noch en Lebens⸗ scheiden! üglich neu, Schrau⸗ das bricht kühnlich in deinem 9 Heschei mit seinet berletzt? Brustwehr m schaden; einen het, el. sein liebes hekennen, llem Ort, trennen! men hill chen; seil fort ohn Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 6. Sei Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht! Wär je der Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß beizeit nur wieder aufzustehen. 7. Sei Gott getreu bis in den Tod und laß dich nichts abwenden! Er wird und kann in aller Not dir treuen Beistand senden. Und käm auch gleich das höllisch Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Him⸗ mel dir aufsetzen; da wirst du dich fort ewiglich in seiner Treu ergetzen. Michael Franck g. 1609 4 1667. Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 349 Mie nach, spricht 0 Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle! Nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugend⸗ leben; wer zu mir kommt und 221 folget mir, soll nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demü⸗ tigkeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der fließt zu jeder Zeit von süßem Sanftmutsöle; mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn! 4. Ich zeig euch, das was schädlich ist zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden. Ich bin der Seele Fels und Hort und führ euch zu der Him⸗ melspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite, ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, wenn er den Feldherrn an sieht gehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlie⸗ ren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott ein⸗ führen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen und wohlgemut, ge⸗ trost und gern in allem Leiden stehen. Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler g. 1624 1 1677. 222 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Eigene Melodie. 350. A es ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen, über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher er⸗ nähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderlich ge— führet und noch leitet und re⸗ gieret, wird forthin mein Helfer sein. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was Vergnügung pflegt zu bringen und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad er⸗ geben und ihm alles heim⸗ gestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu er⸗ füllen, es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschrei— ben, wie Gott will, so muß es bleiben, wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben, ich verlasse mich auf ihn; ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 1676. Matth. 26, 41. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. ache dich, mein 351. M Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Ver— suchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag fin⸗ den, weils ihm sonst ein Leich⸗ tes ist, dich zu überwinden; und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sieh, damit nie viel von falschen Brü⸗— dern unter deinen Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, da— mit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmei— cheln. 7. B in dem uß d machen, stlickt, und sei 8. wenn el langet wollen —— Flisch vernie inem Zorn. ich, mein st, bereit, daß dich unverhofft atans List zur Ver⸗ recht auf fe, denn eine lange samt dem Sünden fann dich erleuchten; dein Licht en; denn ll seiner zen haben. Satans mag fin⸗ ein Leich⸗ erwinden; er liebt, wenn sie nicht die bezwinge eltt, wieder und sich, chen Brü⸗ Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und be— strickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er ver⸗ langet unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen, denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns immer⸗ dar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten. Denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burch. Freystein 4 1720. Eigene Melodie. 352 90 Jesu, Gnaden⸗ * sonne, wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen, mein Gott, versag mirs nicht! 2. Vergieb mir meine Sünden und wirf sie hinter dich, laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich, laß deine Friedens⸗ 2²23 gaben mein armes Herze laben, ach Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis, Herr, durch dein heilig Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahr⸗ heit bleibe zu Trutz der Höllen— pfort. 5. Mit deiner Kraft mich rüste zu kreuzgen mein Begier und alle bösen Lüste, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innrem Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut, denn das sind Gnaden⸗ werke, die dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gna⸗ den, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu! Gieb, daß ich deinen Willen gedenke zu erfüllen, und steh mir kräftig bei! Ludw. Andr. Gotter g. 1661 1 1735. 224 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Phil. 2, 12. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 353. chaffet, schaffet, Renschenkinder, schaffet eure Seligkeit, bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög ge⸗ schehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und nach dessen Neigung gehen, sondern was Gott will und thut, das muß ewig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in allen übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach zu be— kennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnaden⸗ kraft nur allein das Gute schafft, ja daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht und die Sünde in sich dämpfet, selig, wer die Welt ver⸗ schmäht. Unter Christi Kreuzes⸗ schmach jaget man dem Frieden nach, wer den Himmel will er— erben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg, wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen hat bei Christen keine Statt, fleischlich reden, thun und lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen, er ists, der des Geistes Ol und nach dem es ihm beliebt Wollen und Vollbringen giebt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sün⸗ denglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzestod danieder, bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab, was euch ärgert, senkt ins Grab) und denkt oftmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte! ) Matth. 5, 30. 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht, gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen! 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, daß ich so in Jesu Namen meinen Ihne F 4 Glaubene ebe Kraf selbst das bate, ring dringe. Ludw. A 354 ssts, wer Wi . reichen das Le dort in 9 3.9 so verle auf Er andern 4.J in denkt a aht . Sohn Thron an, di lann. 66 hirt, g laß in 27 K ut f 580 on, Som und Krieg ter Sieg, die Krone Lohne. sich lustig isten keine den, thun den Geist Ach bei geht es daß man erzen sicher zen. m vor Gott hann mit zur Hölle 5, der des dem es ihm Bollbringen ns zu ihm anzuflehen. t die Sün⸗ m in euch danieder, Igt. Hauet was euch ab und ie Worte: fortel 13131 ich bor der uf Jesum Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Glaubenskampf vollführ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter g. 1661 1 1735. Eigene Melodie. ieh, wie lieblich 354. S—5 wie fein ists, wenn Brüder friedlich sein, wenn ihr Thun einträchtig ist, ohne Falschheit, Trug und List. 2. Diesen ja verheißt der Herr reichen Segen nach Begehr und das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. 3. Aber ach, wie ist die Lieb so verloschen, daß kein Trieb mehr auf Erden wird gespürt, der des andern Herze rührt. 4. Jedermann lebt für sich hin in der Welt nach seinem Sinn, denkt an keinen andern nicht; wo bleibt da die Liebespflicht? 5. Herr Jesu, Gottes Sohn, schaue doch von deinem Thron, schaue die Zerstreuung mir, an, die ein Mensch nicht bessern lann. 6. Sammle, großer Menschen⸗ 22⁵ deine Hand das geweihte Bru⸗ derband! 9. So wie Vater, Sohn und Geist drei und doch nur eines heißt, wird vereinigt ganz und gar deine ganze Liebesschar. 10. Was für Freude, was für Lust wird ihr da nicht sein be⸗ wußt! Was sie wünschet und begehrt, wird von Gott ihr selbst gewährt. 11. Alles, was bisher ver⸗ wundt, wird mit Lob aus Einem Mund preisen Gottes Liebes⸗ macht, wenn er alls in eins gebracht. 12. Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei dem Höchsten allezeit, der, wie er ist drei in ein, uns in ihm läßt eines sein. ..PP Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 355 Enn reines Herz, 2 Herr, schaff in schließ zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. hirt, alles, was sich hat verirrt, 2. Dir öffn ich, Jesu, meine laß in deinem Gnadenschein alles ganz vereinigt sein! ach komm und wohne du Thür, treib all Unreinigkeit bei mir, 7. Gieß den Balsam aus deinem Tempel und Kraft, der dem Herzen Leben schafft, tief in unser Herz hinein, * strahl in uns den Freudenschein 8. Bind zusammen Herz und uns trennen keinen Gemüt, 0 knüpfe selbst durch ter Güt! Herz, laß Schmerz, Wohnhaus! 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend An⸗ gesicht erleuchten mein Herz und Brunnen unerschöpf⸗ 15 226 Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 4. Und mache dann mein Herz wird der Leib so stark, so hell und Mll Es! zugleich an Himmelsgut und rein, so herrlich sein, so lieblich 357 Segen reich, gieb Weisheit, im Gesichte, dieweil ihn da die Stärke, Rat, Verstand aus wesentliche Pracht so schön ge⸗und na deiner milden Gnadenhand! macht. Geistes 5. So will ich deines Namens 5. Da wird das Kind den acht es sn ausbreiten als dein Vater sehn, im Schauen wird merdar igentum und dieses achten für es ihn mit Lust empfinden; der doch fül Gewinn, wenn ich nur dir er⸗lautre Strom wird es da ganz aleer 3 geben bin. durchgehn und es mit Gott zu 2.D. Heinr. Georg Neuß g.1654 1716. Einem Geist verbinden. Wer lin sei weiß, was da im Geiste wird leiihte 35 6. geschehn? Wer mags verstehn? Geist, ostet viel, ein ů 11 13 01 6. Da giebt sich ihm die 155 6. Christ zu sein Weisheit ganz, die es hier stets die Mu und nach dem Sinn des reinen als Mutter hat gespüret,“) sie dich m enthes leben, denn der Natur krönet es mit ihrem Perlen⸗ is ni 96 155 991295 sich Leben⸗ kranz und wird als Braut der 3.— in ist aune 7* Ein— eni Seele zugeführet. Die Heimlich⸗ Gud ö wohl Lenegerieen———— Woass keit wird da ganz offenbar, die 0 in ihr war.) 6 noch nicht. Spr. 8, 1. 31.) 1 Cor. 2, 9. 10 die Ur 2. Man muß hier stets auf— 6 Wint rnn Ihe Schlangen gehn, die ihren Gift. Was Gott genießt, genießt in w in unsre Fersen bringen; da es auch, was Gott besitzt, wird mht ö kostets Müh, auf seiner Hut zu ihm in Gott gegehen; der Him⸗ 4. ů Gi mel steht bereit ihm zum Ge⸗ 60 stehn, deß nicht der Gift ann brauch, wie lieblich wird es doch mer j in die Seele dringen. Wenn brauch, mans versucht, so mrt man mit mit Jesu leben! Nichts höher 905 sucht, so sp wecke der Zeit die Wichtigkeit. Hn Alein und Würde sein Einn 3. Doch ist es wohl der Mühe ů 0 wert, wenn man mit Ernst die 8. Auf, auf, mein Geist, W Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ermüde nicht, dich durch die udi ein solcher Mensch erfährt, der Macht der Finsternis zu reißen. 5 sich hier stets aufs Himmlische Was sorgest du, daß dirs an duld. geleget. Es hat wohl Müh, die Kraft gebricht? Bedenke was Wiet Gnade aber macht, daß mans für Kraft uns Gott verheißen. 908 nicht acht. Wie gut wird sichs doch nach 8W 4. Man soll ein Kind des der Arbeit ruhn,“) wie wohl aus Höchsten sein, ein reiner Glanz, wirds thun! Offenb. 14, 13.— ein Licht im großen Lichte; wie Christ. Friedr. Richter g. 1676 71711. so hell und „so leblt ihn da die o schön ge⸗ Kind den hauen wird finden; der es da ganz tit Gott zu den. Wer Geiste wird 5 verstehn? h ihm die hier stets püret,“) sie m Perlen⸗ Braut der e Heimlich⸗ ffenbar, die Cor. 2, 9. 10. eßt, genießt sitz, wird der Him⸗ zum Ge⸗ vird es doch iichts höher Würde sein in Geist durch die zu reißen. 5dirs U denke was verheißen. doch nach wie vohl ferb. 14,15. 1575ll Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Mel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. 357 Er ist nicht schwer, 2 ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich im⸗ merdar in Christi Tod zu geben, doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kind⸗ lein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein', das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr, es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Ingn daß er es selbst mit reiner nade fülle; der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, die Unlust schafft in dir eigner Wille. Drum übergieb ihn willig in den Tod, so hats nicht Not. 4. Wirf nur getrost den Kum⸗ mer hin, der nur dein Herz ver⸗ geblich schwächt und plaget; er⸗ wecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an! so ists gethan. 5. Faß nur dein Herze in Ge⸗ duld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; so ist dein Fehl und kindliches Versehn als nicht geschehn. dein dem Vater schweben. 227⁷ 6. Laß nur dein Herz im Glau⸗ ben ruhn, wenn dich wird Nacht und Finsternis bedecken; dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun; vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken, ja, siehst du endlich ferner keine Spur, so glaube nur! 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn, und wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ so selig ist. 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß die süße Ruh, in Friede sollst du vor Die Sorg und Last wirf nur getrost und kühn allein auf ihn. Christ. Friedr. Richter g. 16764 1711. Eigene Melodie. 358. 9 n ver dir nieder, mein Geist sucht sei⸗ nen Ursprung wieder; laß dein erfreuend Angesicht zu meiner Armut sein gericht! 2. Schau her, ich fühle mein Verderben, laß mich in deinem Tode sterben; o könnte doch in deiner Pein die Eigenheit er⸗ tötet sein! Z. Du wollest, Jesu, meinen Willen mit der Gelassenheit er⸗ fullen, brich der Natur Gewalt 15² 228 entzwei und mache meinen Wil⸗ len frei! 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe, nur ist von der Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden, der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hier gelten nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, du bist noch im— mer treu geblieben; ich weiß ge— wiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 8. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und mich aus solchen Netzen ziehst. 9. In Hoffnung kann ich fröh⸗ lich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge mei⸗ ner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen; ach drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. I1. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in deinen Ab⸗ grund senke, so werd ich von dir angeblickt, und mein Herz wird Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich schon die süße Beute und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christ. Friedr. Richter g. 1676 4 1711. rel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 3. 359 Men lieber Gott, gedenke meiner im besten jetzt und allezeit, denn außer dir ist nirgend keiner, der mich mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zu⸗ versicht und sagt mir: Du ver⸗ gißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache mir die Himmelslehre zu Saft und Kraft im Christentum, daß so dein Same wohl geling und hundertfältig Früchte bring. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke stets in Gnaden drauf! Weil ich in Christo vor dich trete, so schließ dein Herz und Ohren auf, doch gieb mir nichts als dies allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne hin! Weil ich wie andre Menschen alle im Fleische schwach und blöde bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand! 5. Gedenke meiner, wenn ich leide! Wen hab ich sonst als dich allein, der bei der Menschen Haß von dir erquickt. und Neide mein Freund und lann, u gefallen a'n! D dir gefä gut best 7. C sterbe, vergißt Erbe, 5 trüben mich; schrieb nungl Glaub im be Erdy Mel. laßt! D durch 2. Lust wust Kra Ilei neue Geh Efer mir ich schon ühle, daß du, mein 67011711. Gott laͤßt eber Gott, ke meiner eit, denn einer, der st erfreut. voll Zu⸗ Du ver⸗ wenn ich lium, und Elehre zu istentum, hl geling hte bring. wenn ich Gnaden hristo vor hein Hetz gieb mit was min wenn ich nicht im vie andre heshnut e meinen rch Krast + wenn iß tals dich hen Han und nd Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Tröster könnte sein? Und hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn Welt und Teufel böse thut. 6. Gedenke meiner auch in allen, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mich mit Wohl⸗ gefallen in meinem ganzen Leben an! Denn giebst du mir, was dir gefällt, so ists um mich recht gut bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe, und wenn mich alle Welt vergißt; versetze mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist. Denn bliebst du nicht im Himmel mein, so wollt ich nie geboren sein. 8. Ich will mich über nichts be⸗ trüben, in deine Hände hast du mich zu Heil und Segen ange⸗ schrieben; drum sieht die Hoff⸗ nung bloß auf dich und denkt, im Glauben ungekränkt, daß Gott im besten meiner denkt. Erdmann Neumeister g. 167114 17⁵6. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. rneure mich, o 360. E ewigs Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet sein! 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten ünden⸗ wust, ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist und nichts sonst, 229 als was du willst, will, ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll! 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, laß sie nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau, o ewigs Licht, von Angesicht zu Angesicht. Joh. Friedr. Ruopp 4 1708. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 361. L dein Blut erkaufet, und auf dessen Namen ich als ein Christe bin getaufet, laß mich deinen Geist regieren, solchen Namen recht zu führen. 2. Laß mich meiner Taufe Bund ernstlich immerdar betrach⸗ ten, laß mich doch von Herzens⸗ grund Satan, Welt und Fleisch verachten, laß hingegen stets mich üben, Gott und Menschen recht zu lieben. 3. Laß mich, Herr, den schma⸗ len Weg durch die enge Pforte gehen, laß auf deines Wortes Steg einzig meine Augen sehen, gieb Geduld in Kreuz und Leiden, daß sie nie mich von dir scheiden. 4. Komm, vermähle selber dich, liebster Jesu, meiner Seelen, gönne, daß auf ewig ich dich zu meiner Lust mag wählen, gieb, daß keine Trübsalsfluten löschen unsrer Liebe Gluten. 5. Laß mich hier in dieser Welt als ein wahrer Christe leben und sodann, wenn dirs gefällt, christlich meinen Geist aufgeben, auch im Himmel zu 230 den Frommen und den wahren Christen kommen. 6. Ehre, Glücke, Kunst und Ruhm laß ich dieser Welt da⸗ hinten, aber nur mein Christen⸗ tum werde ich dort wiederfinden, wo mit schönen Ehrenkronen Gott will wahren Christen lohnen. Hnr. Jon. Wehrenberg g. 1651 4 1713. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. üstet euch, ihr 362. R Christenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute, ja Satan selbst hat eur begehrt; wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir be— halten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Her⸗ ren Kraft! Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel, da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen Lieder vom christlichen Leben und Wandel. wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mach aus denen Überwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Gieß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir ge⸗ treu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends 1721. Eigene Melodie. inge recht, wenn 363. R Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan wider⸗ streben, werde weder matt noch weich! 3. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 4. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 5. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das beste, Rück⸗ wir mit Freuden auf. Gott Lob, fall ist ein böser Gast. 6.80 noch de Tag un Träg⸗ 40 Bege, weiß! hilt si 8. 5 uns dit hrt nicht Sohn hat igelegt die ne Kinder herwinder, nem Blut. eben, daß erheben, will der uns den ebe fleußt n wir ge⸗ und Leben nds 1 17A. —— cht, wenn 5 Gnade tehrt, daß tlade von wert. Blut und mn Gottes in wider⸗ matt noch hvon det albe Liebe in deinet iit Zittem ibeshohl Gefahr. rone fete, du has7 ͤste, Rül . é ijer glähe⸗ Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 6. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit, bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Träg⸗ und Sicherheit! 7. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu gut, 8. Denkt bei jedem Augen⸗ blicke, obs vielleicht der letzte sei, n bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Ol herbei. 9. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 10. Eile, wo du dich erretten und nicht mit verderben willt, mach dich los von allen Ketten, fleuch wie ein gejagtes Wild! 11. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Zoar“) ein, eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein! 1 Mose 19,22. 23. 12. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborg⸗ nen Bann, such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 13. Eile, zähle Tag und Stun⸗ den, bis dein Bräutgam kommt und winkt und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 14. Eile, lauf ihm doch ent⸗ gegen, sprich: Mein Licht, ich bin bereit nun mein Hüttlein abzulegen, mich dürst nach der Ewigkeit. Joh. Jos. Winckler g. 1670 1 1722. 231 Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. ch Gott, verlaß 364. A mich nicht, gieb mir die Gnadenhände, ach führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Selig⸗ keit, sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz, ach Gott, verlaß mich icht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, regiere du mein Wallen, ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gieb mir den guten Geist, gieb Glaubens⸗ zuversicht, sei meine Stärk und Kraft, ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzens⸗ grunde, ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde! Wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir, ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, ach laß dich doch bewegen, ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt, ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich bleibe dir ergeben; hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht; hilf mir in Not und Tod, ach Gott, verlaß mich nicht! Salomo Franck(9) g. 1659 1 17²⁵. ———' 232 Mel. O du Liebe meiner Liebe. 365 H⁴ und Herz ver⸗ eint zusammen, sucht in Gottes Herzen Ruh! Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht, und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euren Bund, schwöret unsrem Überwinder Lieb und Treu von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, M bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie ihr ihn betrübet, wenn ihr selbst euch Eintrag thut. 4. Halleluja! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat, daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so Lieder vom christlichen Leben und Wandel. was von deiner Klarheit in der That erleuchtet ist. 6ʒ6'. So wird dein Gebet erfüllet, daß der Vater alle die, welche du in dich verhüllet, auch in seine Liebe zieh, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 7. Liebe, hast du uns geboten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten trägen Geister lebensvoll, zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von Einem Stamme, stehen auch für Einen Mann. 8. Laß uns so vereinigt wer⸗ den, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein; also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nach N. L. v. Zinzendorf g. 1700 1 1760 von Ch. Gregor. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. 3 6 6 eilge Einfalt, 2 Gnadenwun⸗ der, tiefste Weisheit, größte Kraft, schönste Zierde, Liebeszunder, Werk, das Gott alleine schafft! fühlbar nahe bist. 5. Ach du holder Freund, ver— eine deine dir geweihte Schar, daß sie sich so herzlich meine, wies dein letzter Wille war; ja verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, den, 2. Alle Freiheit geht in Ban⸗ aller Reichtum ist nur Wind, alle Schönheit wird zu Schanden, wenn wir ohne Ein⸗ falt sind. 3. Wenn wir in der Einfalt stehen, ist es in der Seele licht; it in der terfüllet, e, welche auch in daß, wie sie auch rer Liebe Frerfreun. geboten, oll, o so 1trägen de an die oder sehen n Einem ür Einen nigt wer⸗ ater bist, er Erden ehr ist, Brennen Schein; nen, daß 001⁷00 les Gnade. Einfalt, denwun⸗ te Kraft, Zundet, schafft! in Ban⸗ ist nur wird zu hne Ein⸗ Einfalt ele licht: Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 233 aber wenn wir doppelt sehen, so getauft, sich zu des Satans Haß vergeht uns das Gesicht. verpflichtet, sieht, wie es selbst sich 4. Einfalt ist ein Kind der nicht beschirmen kann, und rufet Gnade, eine kluge Ritterschaft, dich um Sieg und Beistand an. die auf ihrem schmalen Pfade 2. Du hast der Schlange Kopf nicht nach dem und jenem gafft. zerstört, ihr Gift gedämpft, ihr 5. Einfalt denkt nur auf das Reich bezwungen; es hat dein Eine, in dem alles andre steht; Tod den Tod verheert und ihn Einfalt hängt sich ganz alleine in frohem Sieg verschlungen, die an den ewigen Magnet. Schuld getilgt, die freche Welt 6. Einfalt quillt aus Jesu besiegt, daß nun der Feind zu Wunden mit dem teuren Got⸗Gdeinen Füßen liegt. tesblut; wer sie da nicht hat 3. Doch weil hier noch die gefunden, der ist fern von die⸗Probezeit, hast du ihm so viel sem Gut. Macht gelassen, daß er uns kann 7. Wer nur hat, was Jesus durch Kampf und Streit bei giebet, wer nur lebt aus seiner unserm Fleisch und Blute fassen. Füll, wer nur will, was ihm Es stimmt die Welt, als die ihm beliebet, wer nur kann, was folgt, mit ein; hier ist es Not, Jesus will; auf seiner Hut zu sein. 8. Wer nur geht auf seinem 4. Mit so viel Feinden finden Pfade, wer nur sieht bei seinem wir, o Herr, uns überall umge⸗ Licht, wer nur stets verlangt ben. Der eine reizt und schmei⸗ nach Gnade und mag alles chelt hier, dort droht ein andrer andre nicht; unserm Leben, ja allesamt sind 9. Wer ihn so mit Inbrunst sie darauf bedacht, daß unser liebet, daß er seiner selbst ver⸗(Geist werd um sein Heil gebracht. gißt, wer sich nur um ihn betrü⸗ 5. Wer ist hier tuͤchtig, zu be⸗ bet und in ihm nur fröhlich ist; stehn und über Lust und Furcht 10. Wer allein auf Jesum zu siegen? Soll es durch unsre trauet, wer in Jesu alles findt: Kraft geschehn, so werden wir der ist auf den Fels erbauet und bald unterliegen. Die Feinde ein seligs Gnadenkind. sind zu listig, stark und groß, A. G. Spangenberg g. 1704 f 1792. wir aber stehn von Macht und B. I von N. L. v. Zinzendorf. Weisheit bloß. 6. Doch was uns fehlt, das Eigene Melodie. finden wir, erwürgtes Lamm, in 367 Dide Erbe, dunt. deinen Schätzen; dein Beistand * das du erkauft, ist uns gut dafür, daß uns kein mit dem du Freundschaft aufge⸗Satan kann verletzen; du ziehest richtet, das, als es ward auf dich uns mit Kraft und Weisheit an, 234 daß unser Geist weit überwinden kann. 7. Gieb nur, daß wir nicht träge sein noch selbst die Waffen niederlegen; flöß uns die Kraft des Glaubens ein, damit wir mutig streiten mögen; bewahre uns vor weicher Zärtlichkeit, wenn Fleisch und Blut sich vor dem Kreuze scheut. 8. So wollen wir, wenn nach dem Streit die frohen Sieges⸗ lieder klingen, in jener stillen Ewigkeit, o Heiland, deinen Ruhm besingen, wenn du den Tod, den letzten Feind, besiegt, und alles nun zu deinen Füßen liegt. Joh. Jak. Rambach g. 1693 f 1735. Mel. Herr Jesu Lcht meins Lebens 368. 9* bin ich, Herr, du rufest mir, du ziehest mich, ich folge dir. Du forderst von mir Herz und Sinn, mein Schöpfer, nimm, ach nimm es hin! 2. Ich hab oft deinen Wink verschmäht, es ist mir leid, ich komme spät; doch ist mir lieb, daß deine Güt noch auf mich armen Sünder sieht. 3. Ich wag es aber länger nicht, zu unterlassen meine Pflicht, ich komme, Herr, voll Reu und Buß; ach aber, ach wie wankt mein Fuß! 4. Es geht mir, wie es Petro ging: dort kommt ein Sturm, ich sink, ich sink. Ach reiche mir Lieder vom christlichen Leben und Wandel. die starke Hand, so wird das Sinken abgewandt. 5. Du riefest mich, nun ruf ich dir. Mein Heiland, komm zu Hülfe mir! Mein matter Fuß kann nirgend fort, ach trage mich an Stell und Ort! 6. Flößt du mir Matten Kräfte ein, so werd ich künftig stärker sein, so folg ich dir, mein Herr und Gott, durch Flut und Glut, durch Not und Tod. Joh. Jak. Rambach g. 1693 1735. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. 8 ieb mir ein from⸗ 369. G mes 9925 du Geber aller Gaben! Das soll mein Reichtum sein, den ich be⸗ gehr zu haben, das ist mein höchster Ruhm, mein Schmuck und schönste Pracht, denn fromm sein wird bei Gott und Engeln hoch geacht. 2. Gieb mir ein frommes Herz in allem meinem Denken, wenn sich mein eitler Sinn auch will zum Bösen lenken. Ach schrecke mich doch ab von der Gottlosen Weg und führe mich, o Gott, den rechten Himmelssteg! 3. Gieb mir ein frommes Herz, das sich nicht läßt verführen, laß deinen guten Geist dasselbe kräf⸗ tig rühren! Herr, laß mich nim⸗ mermehr auf böses Beispiel sehn, vielmehr mit aller Treu in Christi Stapfen gehn! 4. Gieb mir ein frommes Herz, wenn ich viel Böses höre, daß die Gewohnheit nicht mich auch mein from so it bald Hölle ig stärker tein Herr nd Glut, 93 117³5. ott. Mel. 2: ein from⸗ Herz, u. Das soll m ich b⸗ ist mein Schmuck n fromm Engeln mes Her en, wenn auch wil shrr Gottlosen 0 Gott, I nes Herz, hren, laß elbe kräf⸗ Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 235 zuletzt bethöre; schließ 10. Gieb mir ein frommes Ohren zu, gieb deinem Worte Herz! Wenn du mir das wirst Kraft, das sagt, du forderst auch geben, so will ich dankbar sein von Worten Rechenschaft. in meinem ganzen Leben, so 5. Gieb mir ein frommes Herz, wird mein Herz und Sinn sich wenn ich die Welt betrachte, daß lenken himmelwärts. Drum bitt ich die Eitelkeit und Sündenlust ich noch einmal: Gieb mir ein verachte. Es muß die schnöde frommes Herz! Welt mit ihrer Lust vergehn, Joh. Friedr. Starck g. 1680 1 1756. den Frommen aber bleibt der Himmel offen stehn. Eigene Melodie. 6. Gieb mir ein frommes Herz, 370 Vaterherz, o daß ich fromm sei und bleibe · Licht, o Leben, und nur, was dir gefällt, in o treuer Hirt, Immanuel, dir meinem Leben treibe. Heut bin ich einmal übergeben, dir, fromm sein, morgen bös, und dir gehöret meine Seel. Ich will so in Wankelmut bald Guts, mich nicht mehr selber führen, bald Böses thun, stürzt in die der Vater soll das Kind regieren; Höllenglut. so geh nun mit mir aus und ein 7. Gieb mir ein frommes und leite mich nach allen Tritten! Herz, daß ich nicht von dir Ich geh, ach hör, o Herr, mein weiche und nicht der schnöden Bitten, für mich nicht einen Welt in ihren Sünden gleiche. Schritt allein. Ich will von ihrem Thun mich 2. Was kann dein schwaches sondern gänzlich ab und in Kind vollbringen? Ich weiß mir der Gottesfurcht beharren bis ins gar in keinem Rat; drum sei Grab. in groß und kleinen Dingen mir 8. Gieb mir ein frommes Herz, immer selber Rat und That. so wird mirs auch wohl gehen; Du willst dich meiner gar nicht du wirst mein Beistand sein, schämen, ich kann dich ja zu wenn Unglückswinde wehen. Den allem nehmen, du willst mir Frommen ist ja Gnad und Hülfe selber alles sein; so sollst du zugesagt, wenn die verdiente denn in allen Sachen den An⸗ Straf der Bösen Rotte plagt. fang und das Ende machen, dann 9. Gieb mir ein frommes Herz, stellt sich lauter Segen ein. so kann ich selig sterben und als 3. Du gängelst mich, ich kann ein Gotteskind das Himmelreich nicht gleiten; dein Wort muß ererben. Im Himmel wird ja ewig feste stehn: du sprichst, dein einst die Frömmigkeit gekrönt, Auge soll mich leiten, dein An⸗ die auf der Erden nur von gesicht soll vor mir gehn, ja Bösen wird verhöhnt. deine Güt und dein Erbarmen ep 236 soll mich umfangen und um⸗ armen. O daß ich nur recht kind⸗ lich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue reu. 4. O daß ich auch im Kleinsten merke auf deine Weisheit, Güt und Treu, damit ich mich im Glauben stärke, dich lieb und lob und ruhig sei und deine Weis⸗ heit lasse walien, stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; sonst lauf ich vor, da lauf ich an. Drum mach im Besten mich ge— lassen, nichts ohne dich mir an— zumaßen; was du nur thust, ist wohlgethan. 5. Ach mach einmal mich treu und stille, daß ich dir immer folgen kann; nur dein, nur dein vollkommner Wille sei mir hier Schranke, Lauf und Bahn! Laß mich nichts mehr für mich ver— langen, ja laß mir nichts am Herzen haͤngen als deines großen Namens Ruhm; der sei allein mein Ziel auf Erden; ach laß mirs nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. 6. Laß mich in dir den Vater preisen, wie er die Liebe selber ist; laß deinen Geist mir klärlich weisen, wie du von ihm geschenkt mir bist. Ach offenbare deine Liebe und wirke doch die heißen Triebe der wahren Gegenlieb in mir, durchdringe dadurch Herz Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 7. Ich sehne mich, nur dir zu leben, der du mein Herr und Bräutgam bist. Was dir sich nicht will ganz ergeben und was nicht deines Willens ist, das strafe bald in dem Gewissen, laß Blut und Wasser auf mich fließen und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden und dann das Heil der armen Herden, nach einer reinen Lieb im Geist! 8. So lob und lieb ich in der Stille und ruh als Kind in dei⸗ nem Schoß. Das Schäflein trinkt aus deiner Fülle, die Braut steht aller Sorgen bloß; sie sorget nur allein in allen, dir, ihrem Bräut⸗ gam, zu gefallen, sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, o reiner Glanz der Ewigkeit! Karl Heinr. v. Bogatzky g. 1690 1 1774. 1 Petri 1, 4. 5. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seele. 371 Barhne mich, o Freund der Seele, durch deine Macht zur Seligkeit; hier giebts noch mördervolle Höh— len, von außen Furcht, von innen Streit, viel tausend Mängel und Gebrechen, die Mut und Glau⸗ ben können schwächen. Gewiß ich würde noch gefällt bei so viel Schlingen, Netz und Stricken, und Sinnen, daß ich hinfort mein ganz Beginnen in deiner Lieb und Lob nur spür. damit der Feind sucht zu berücken, wenn mich nicht Gottes Macht erhält. 2 meinen Kreatu dir wi Aug u Wie d worber Kteuz wahrh Mach zu de mir sein. 5. das bereit verde Siche ben Lst! das g und; laß u U w 4. rgeb meir End ich mich ner des Crn Hass Hän list: 5. uns Din uns mit! ur dir zu err und dir sich und was ist, das issen, laß ich fließen ter heißt. Lust mir Heil der er reinen h in der d in dei⸗ ein trinkt raut steht orget nur n Bräut⸗ nückt und uch mich, len; was rrinnen, igleit! 9071⁷¹4•. —.— Freund mich, o er Seele, eligkeit; HleHöh⸗ n innen ngel und Glau⸗ hewiß ich so viel Stricken, herücken, 3NMacht Lieder vom christlichen Leben und Wandel. 2. Der Schutz steht nicht in meinen Händen noch in der Kreaturen Macht, zu dir, zu dir will ich mich wenden, dein Aug und Herz hat auf mich acht. Wie du mir nun das Heil er⸗ worben, da du für mich am Kreuz gestorben, so mußt du wahrlich auch allein vor aller Macht der Höllenscharen mich zu der Seligkeit bewahren und mir mein Schild und Sonne sein. 3. Mein Vater, du hast mir das Erbe von Ewigkeit ja zu⸗ bereit; ach sorge, daß ich nicht verderbe durch schnöde Träg⸗ und Sicherheit, was du dem Glau⸗ ben beigeleget. Wenn Feindes List und Macht sich reget, mir das geschenkte gute Teil aus Herz und Händen sucht zu bringen, so laß mich wachen, beten, ringen, ja wache selber für mein Heil! 4. Immanuel, in deine Hände ergeb ich mich mit Leib und Seel; mein A und O, Anfang und Ende, du bist mein Teil, das ich erwähl; du bist im stand, mich zu erhalten und so in dei⸗ ner Macht zu walten, daß Fein⸗ des Macht zu schanden wird. Er muß trotz allem Grimm und Hassen dein Schaf dir in den Händen lassen; du, du, Jehova, bist mein Hirt. 5. Dein Geist, der ewig bei uns bleibet, dein Geist, der alle Dinge schafft, dein Geist, der uns belebt und treibet, ist unser mit der Salbungskraft. Er ist der 237 Mahlschatz, Pfand und Siegel, ein starker Beistand, Schloß und Riegel, die Wehr und Maner, so uns schützt, ein Quell, der auf die Dürren fließet, den Traurigen das Leid versüßet, und der die Schwachen unterstützt. 6. Ist Gottes Macht da zum Bewahren, so lach der Sünd und Hölle Macht! Du wirst zu deinem Heil erfahren, wenn alles stürmet, blitzt und kracht, wie Gottes Wort dich nicht betrüget, wie seine Hand gewaltig sieget; verzage nur an eigner Kraft! Wirst du mit deinem Unver⸗ mögen in Gottes Macht dich gläubig legen, so übst du gute Ritterschaft. 7. Auf jenes Kleinod mußt du schauen, das Kleinod deiner Seligkeit, und hör nicht auf, ihm zu vertrauen, der täglich dir die Hände beut; du wirst wahrhaf⸗ tig überwinden und endlich alles, alles finden, Gerechtigkeit und Heiligkeit, verklärt bei Gott und Engeln wohnen, in höchster Ehr mit Christo thronen, voll Lob, voll Licht, voll Fried und Freud. J.Ludw. Konr.Allendorf g.16934 1773. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 37 2 Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wü⸗ stenei; kommt, stärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 238 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir ken⸗ nen ja den Treuen, der uns ge⸗ rufen hat; kommt, folgt und trauet dem, ein jeder sein Ge⸗ sichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem! 3. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit. Er selbst will bei uns stehen in je⸗ dem sauren Tritt; er will uns machen Mut, mit süßen Sonnen⸗ blicken uns locken und erquicken; ach ja, wir habens gut. 4. Ein jeder munter eile, wir sind vom Ziel noch fern. Schaut auf die Feuersäule,“) die Gegen⸗ wart des Herrn! Das Aug nur eingekehrt, da uns die Liebe win⸗ ket und den, der folgt und sinket, den wahren Ausgang lehrt. )2 Mose 13, 21. 5. Kommt, Kinder, laßt uns wandern, wir gehen Hand an Hand, eins freuet sich am andern in diesem wilden Land. Kommt, laßt uns kindlich sein, uns auf dem Weg nicht streiten;“) die Engel uns begleiten als unsre Brüderlein. 1 Mose 45, 24. 6. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu, man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh! Kommt, bindet fester an, ein jeder sei der Kleinste, doch auch wohl gern der Reinste, auf unsrer Liebesbahn! 7. Kommt, laßt uns munter wandern, der Weg kürzt immer Lieder vom christlichen Leben und Wandel. Grab; nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! 8. Es wird nicht lang mehr währen, halt't noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus; da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen; wie wohl, wie wohl wirds thun! 9. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl Wagens wert, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten, es soll nur Jesus sein. 10. O Freund, den wir er— lesen, o allvergnügend Gut, o ewigbleibend Wesen, wie reizest du den Mut! Wir freuen uns in dir, du unsre Wonn und Leben, worin wir ewig schweben, du unsre ganze Zier! Gerh. Terstegen g. 1697 f 1769. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 373 G'r deine Güte 2 reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Über— ab; ein Tag der folgt dem an— dern, bald fällt das Fleisch ins fluß und Schätze dieser Erden, laß mir, so viel ich haben muß, nach d mir mi dich ⸗ gesand kennen enig Mut, euer, von handt zum ang mehr ein wenig sang mehr wir nach wig ruhn, Frommen men; wie hun! irs denn ens wert, igen, was Velt, du jehn durch wigkeiten, wir er⸗ Gut, o ie reizest n uns in d Leben, ben, du 971 1769. der Zeit. ine Güte so Weit, chen; du herzigleit . Herr, 6, Mein 1 Flehn, denn ich m ber⸗ 4 Erden, hen muß Lieder vom christlichen Leben und Wandel. nach deiner Gnade werden; gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu er⸗ kennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren, des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Ze— baoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! 239 die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen, ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Er⸗ löser, an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. wird über den ergehen, der nicht Mel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist 374 Sꝰ jemand spricht, ein Herz, das dich durch Liebe 2 ich liebe Gott, preist. und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott— Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. und reißt sie ganz darnieder. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 375. G llen in oe mut und Vertraun, lern das 2. Wir haben Einen Gott Gebot erfüllen, sein großes Feld und Herrn, sind Eines Leibes zu baun. drum diene deinem nicht, Glieder, Frag nach der Ernte du darfst den Lohn nicht Nächsten gern, denn wir sind messen, mußt Freud und Lust alle Brüder. Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. 3. Ein Gott schuf die vergessen, nur sehn auf deine WPfhich 2. Willst du nur sein geborgen Heil ist unser aller und vor der Welt geehrt, so Gut. Ich sollte Brüder hassen,‚ kannst du nicht besorgen, was 240 deinem Herrn gehört; sieht je⸗ mand auf Gewinn, sucht Schätze nur auf Erden, um glücklicher zu werden, der hat den Lohn dahin. 3. Doch hast du deine Gaben dem Dienst des Herrn geweiht, so wirst du Augen haben zu sehn, was er gebeut. Das thue still und gern, du darfst nicht zaudernd wählen, nicht rechnen und nicht zählen; er ruft, du folgst dem Herrn. 4. Nur frisch an allen Enden die Arbeit angefaßt! Mit un⸗ verdroßnen Händen sei wirksam ohne Rast! Das ist der rechte Mut. Streu aus den edlen Samen und wirk in Gottes Namen, so keimt und wächst es gut. Joh. Friedr. Möller g. 1789 1 1861. Lieder vom Gebete. Eigene Melodie. 376 Sẽ nimm denn 2 meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende, und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt; wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit! 2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz. Laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind: es wird die Augen schließen und glauben blind. 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende, und ewiglich! Julie Hausmann. XX. Lieder vom Gebete. Eigene Melodie. 377 unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brü⸗ der sein und dich rufen an und willst das Beten von uns habn, gieb, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß auch wir leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm, ver⸗ führte Volk bekehr! 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit, der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei, des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt! 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich, gieb uns Ge⸗ duld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, wehr Libesn Unfries und vi in gute Ind E 6. uns, betrüb Unserr und diener rechte 2 suchun böse und z hm Gaul und n Trost 8. ö im denn e Hünde nein selij Ich mag cht einen zehn und mit! ien hüll nd mach reud und u deinen Rind: e5 ßen und ich nichts acht, du iele, auc mm denn nich bis ewiglich! ausmann. arm, ver⸗ Miich zu ernach in Heist uns 1 Gaben ns Zorn rich/ vor ö heh, Helt den mie mns Ge⸗ Ichrrsn eid, weh. Lieder vom Gebete. 241 und steur allem 5. Gieb uns heut unser täglich Brot und was man braucht zur Leibesnot, behüt uns, Herr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Friede stehn, der Sorg und Geizes müssig gehn. 6. All unsre Schuld vergieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit! 7. Führ uns, Herr, in Ver⸗ suchung nicht! Wenn uns der böse Geist anficht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohl gerüst und durch des heilgen Geistes Trost! 8. Von allem Übel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not, bescher uns auch ein seligs End, nimm unsre Seel in deine Händ! 9. Amen, das ist, es werde wahr, stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiemit gebeten habn auf dein Wort, in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen fein. Martin Luther g. 1483 4 1546. Fleisch und Mel. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit. at das wider deinen Willen 378. O Vater, unser Gott, es ist unmöglich auszusinnen, wie du recht anzurufen bist, man kanns nicht eins beginnen. Deshalben geuß, wie du verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad und des Gebetes, 2. Daß er bei dir uns kräftig⸗ lich mit Seufzen mög vertreten, so oft wir kommen, Herr, vor dich zu danken und zu beten. Laß nicht nur plappern unsern Mund, hilf, daß zu dir aus Herzens⸗ grund, o großer Gott, wir rufen. 3. Zeuch unser Herz zu dir hin⸗ auf im Beten und im Singen und thu uns auch die Lippen auf, ein Opfer dir zu bringen, das dir gefalle, wenn allda das Herz ist mit den Lippen nah und nicht von dir entfernet. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns immer richten, mit Andacht beten für und für, ohn fremdes Denkn und Dichten. Gieb uns des Glaubens Zuversicht, daß wir die Bitte zweifeln nicht durch Christum zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maß im Beten dir vor⸗ schreiben, anhalten ohne Unter⸗ laß, bei dem allein auch bleiben, was dein Will ist, was deine Ehr und unsre Wohlfahrt uns noch mehr befoͤrdert hier und ewig. 6. Laß uns im Herzen und Gemüt auf unsre Werk nicht bauen, auf deine unaussprechlich 16 242 Lieder vom Gebete. Güt laß einzig uns vertrauen. Gott beten heißt, weil dich sein Ob wir es gleich nicht würdig lieber Sohn so freudig treten sein, wollst du aus lauter Gnad heißt vor seinen Gnadenthron. allein uns doch die Bitt gewähren! 2. Dein Vater ists, der dir 7. Du, Vater, weißt, was uns befohlen hat zu beten; dein gebricht, so lang wir sind im Bruder ists, der dich vor ihn ge— Leben; es ist dir auch verborgen trost heißt treten; der werte nicht, in was Gefahr wir schwe-Tröster ists, der dir die Wort ben. Um Beistand flehen wir giebt ein: drum muß auch dein dich an, dein Vaterherze uns nicht Gebet gewiß erhöret sein. kann verlassen, deine Kinder. 3. Da siehst du Gottes Herz, 8. Wir haben ja die Freudig- das dir nichts kann versagen. keit in Jesu Christ empfangen, Sein Mund, sein teures Wort der Gnadenstuhl ist da bereit, vertreibt ja alles Zagen. Was die Hülfe zu erlangen. Drum dich unmöglich deucht, kann seine laß hier und an allem End uns Vaterhand noch geben, die von stets aufheben heilge Händ, zu dir so viel Not abgewandt. dir gen Himmel schreien! 4. Komm nur, komm freudig 9. Dein Nam, o Gott, geheiligt- her in Jesu Christi Namen, werd, dein Reich laß zu uns kom- sprich: Lieber Vater, hilf, ich bin men, dein Will geschehe auch auf dein Kind, sprich Amen! Ich Erd, gieb Brot, Fried, Nutz und weiß, es wird geschehn, du wirst Frommen, all unsre Sünden uns mich lassen nicht, du wirst, du verzeih, steh uns in der Versuchung bei, erlös uns von dem Übel! 10. Dies alles, Vater, werde wahr, du wollest es erfüllen. Erhör und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen, denn dein, o Herr, ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. David Denicke g. 1603 4 1680, oder Justus Gesenius g. 1601 4 1673. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. willst, du kannst thun, was dein Wort verspricht. Joh. Olearius g. 1611 1 1684. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 380 W'n dich Unglück hat betreten, wenn du steckst in Angst und Not, mußt du fleißig zu Gott beten, beten hilft in Not und Tod, daß du Gottes Angesicht —— auch im Kreuz auf dich gericht kannst aus seinem Wort erblicken 379 Wo auf, mein ö Herz, zu Gott dein Andacht fröhlich bringe, daß dein Wunsch und Gebet durch alle Wolken dringe, weil dich und dein Herz mit Trost er⸗ quicken. 2. Keiner wird jemals zu⸗ schanden, der sich seinem Gott vertraut; kommt dir gleich viel Mi! wohl ls k was! du i Wt 9. beten allze finde Ver it d6 allz wird dich sein ig treten denthron. „der dir en; dein r ihn ge⸗ er werte die Wort auch dein ein. ttes Herz versagen. res Wort en. Was lann seine „die von vandt. m freudig wirst, du was dein 6111165ʃ• — in Gemülte. ih Unglid betreten, Ingst und zu Gott Not und Agesiht ich gericht erblickn Trost el⸗ mals zu⸗ on gleic vitl Lieder vom Not zuhanden, hast du auf ihn wohl gebaut. Obs gleich scheint, als hört er nicht, weiß er doch, was dir gebricht; deine Not mußt du ihm klagen und in keiner Not verzagen. 3. Rufen, schrein, anklopfen, beten ist der Christen beste Kunst, allzeit freudig vor ihn treten findet Hülfe, Gnad und Gunst. Wer Gott fest vertrauen kann, ist der allerbeste Mann; der wird allzeit Rettung finden, kein Feind wird ihn überwinden. 4. Lerne Gottes Weise merken, die er bei den Seinen hält: er will ihren Glauben stärken, wenn sie Unglück überfällt. Unser Gott der lebt ja noch, schweigt 0 gleich, so hört er doch. Schrei getrost, du mußt nicht zagen, dein Gott kann dir nichts ver⸗ sagen. 5. Laß dich Gottes Wort regie⸗ ren, merke, was die Wahrheit lehrt; Satan wird dich nicht verführen, der die ganze Welt verkehrt. Gottes Wahrheit ist dein Licht, dein Schutz, Trost und Zuversicht. Trau nur Gott, der kann nicht lügen, bet, du wirst gewiß obsiegen. 6. Lob sei Gott für seine Gnade! Seine große Güt und Treu macht, daß mir kein Feind nicht schade, sie ist alle Morgen neu. Drum will ich mein Leben⸗ H Gebete. 2⁴43 Ey. Joh. 16, 23—30. Eigene Melodie. ir, dir, Jehova, 381. D will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lie⸗ der bringen, ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefäl⸗ lig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir, dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Her⸗ zen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Sin⸗ gen recht gethan, so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an, so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psal⸗ men sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lie⸗ ber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem erzen schallet durch deines heil⸗ lang immer sagen Lob und Dank meinem Gott in allen Dingen, fröhlich Halleluja singen. Joh. Olearius g. 1611 1 1684. gen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte 16*⁷ nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird ge— wiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die giebst du und thust überschweng⸗ lich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barthol. Crasselius g. 1667 1 1724. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 382 Seme Vater, dei⸗ 2 nen Geist, da ich vor dein Antlitz trete, daß, wie du mich selber heißt, ich im Geist und Wahrheit bete. Lehre mich, dich recht erkennen und dich Abba, Vater nennen. 2. Süßer Jesu, hilf du mir, daß ich bet in deinem Namen, daß, was Gott verheißt in dir, mir auch werde Ja und Amen. Lieder vom Gebete. sehen dich zur Rechten Gottes stehen! 3. Heilger Geist, erleuchte mich und entzünde mein Verlangen, daß ich Gottes Huld durch dich voller Inbrunst mög empfangen. Brich die Trägheit, zieh die Sin⸗ nen aus der Welt zu dir von hinnen! 4. Heilige Dreieinigkeit, Ur⸗ sprung aller guten Gaben, laß mich wahre Freudigkeit und im Herzen Zeugnis haben, daß du stets nach deinem Willen wollest meine Bitt erfüllen. Joh. Herm. Schrader g. 1684 + 1737. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 383. B'enn heilge dich mit dem heilgen Ole, Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Serle, laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen! 2. Heilige den heilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, heilig anzuhangen. Heilger Rauch sei es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen Schar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet, und da ist Jesus Christ Priester und Versühner aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet Einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, seines Sprich für mich und laß mich Zwecks nicht fehlen, was wirds n Gottes uchte mich Herlangen, durch dich mpfangen. die Sin⸗ dir von keit, Ur⸗ aben, laß t und im „ daß du en wollest 1684117³7 einem Zorn. ude, heilge mit dem st ergieße eele, laß von Gebet rgehen! n Brand, hen, dini ndt, heilig Rauch sei aufgehet, frommen und bittet, auchaltar und da ieter u Diener. V Gebtt N, wenns bt, seines as wirds Kreuz- und Trostlieder. 2⁴⁵ thun, wenn sie nun alle vor ihn sehe; stimmet ein insgemein mit treten und zusammen beten? der Engel Sehnen nach dem Tag, 5. Wenn die Heilgen dort und dem schönen! hier, Große mit den Kleinen, 9. Eure Bitten, die ihr thut Engel, Menschen mit Begier alle zu Gott von der Erden, sollen sich vereinen, und es geht Ein eine heilge Glut des Altares wer— Gebet aus von ihnen allen, wie den. Aber eur eignes Feur lasset muß das erschallen! weit von dannen von der heilgen 6. O der unerkannten Macht Pfannen.“) von der Heilgen Beten, ohne das) 3 Mos. 9, 23. 24; 10, 1. 2. wird nichts vollbracht so in Freud 10. Das Gebet hat Christi als Nöten; Schritt für Schritt Gunst, wo mans ernstlich übet; wirkt es mit, wie zum Sieg der und das ist der Heilgen Kunst: Freunde so zum End der Feinde. bitten, wie ers liebet, daß gescheh 7. O so betet alle drauf, je und je, wie ers vorgenommen betet immer wieder, heilge Hände auf sein endlichs Kommen. hebet auf, heiligt eure Glieder, 11. Dies Verlangen muß vor⸗ heiliget das Gebet, das zu her in der Seele glimmen, so Gott sich schwinget, betet, daß macht aus dem Bitten er Donner, es dringet! Blitz und Stimmen; die ergehn 8. Betet, daß die letzte Zeit und geschehn, daß die Feinde vollends übergehe, daß man beben und Gott Ehre geben. Christi Herrlichkeit offenbaret Chr. Karl Ludw. v. Pfeil g. 171211784. XXI. Rreuz⸗ und Trostlieder. Eigene Melodie.„mein Leben; was mein Gott 384 Wẽꝰ⸗ mein Gott will daß mir geschicht, will ich 2 will, gescheh nicht widerstreben. Sein Wort allzeit, sein Will der ist der ist wahr, denn all mein Haar beste. Zu helfen ist er dem er selber hat gezählet. Er hüt bereit, der an ihn glaubet feste. und wacht, stets für uns tracht, Er hilft aus Not, der fromme auf daß uns gar nichts fehlet. Gott, und tröst die Welt ohn 3. Drum, muß ich Sünder von Maßen; wer Gott vertraut, der Welt hinfahrn nach Gottes fest auf ihn baut, den will er Willen zu meinem Gott, wanns nicht verlassen. ihm gefällt, will ich ihm halten 2. Gott ist mein Trost und stille. Mein arme Seel ich Gott Zuversicht, mein Hoffnung und befehl in meiner letzten Stunden, 246 du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir über⸗ wunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Geist anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen, hilf und auch wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, dem wirds ge⸗ währt. Drauf sprech ich fröhlich: Amen. Um 1554. Eigene Melodie. arum betrübst 385. Wĩ du dich, mach Sehn bekümmerst dich und trägest chmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding er— schaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß auch wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd ist sein. Mein Vater und mein Herre Gott, der mir beisteht in aller Not! 3. Weil du mein Gott und Vater bist, wirst du dein Kind verlassen nicht, du väterliches Herz. Ich bin ein armer Erden— kloß, auf Erden weiß ich keinen Trost. 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, ich aber will dir traun, mein Gott; ob ich gleich werd veracht, so weiß ich und glaub festiglich, wer dir vertraut, dem mangelts nicht. Kreuz- und Trostlieder. 5. Ach Gott, du bist noch heut so reich, als du gewesen ewiglich, mein Traun steht ganz zu dir. Mach mich an meiner Seele reich, so hab genug ich ewiglich. 6. Zeitlich Ehr will ich gern entbehrn, wollst mir das Ewge nur gewährn, das du erworben hast durch deinen herben bittern Tod; das bitt ich dich, mein Herr und Gott! 7. Alles, was ist auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christ, o Gottes Sohn, daß du mir solches kund gethan durch dein göttliches Wort. Verleih mir auch Bestän⸗ digkeit zu meiner Seele Seligkeit! 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt für alle dein erzeigt Wohl— that; ich bitt demütiglich: Laß mich nicht von dein'm Angesicht verstoßen werden ewiglich! 1565 Eigene Melodie. on Gott will ich 386. Vuuchtlasen denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand, den Abend und den Morgen thut er mich wohl ver— sorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; hilft mir in aller Not, errett von noch hent newiglich, zu dir. ner Seele ewiglih, Uich gern das Epge erworben en bittern ich, mein auf dieser ilber oder itlich Gut, leine Ziit Seligkeit Christ, o nir solches göttliches hBestän⸗ Seligkeit! eis sei dir iht Vohl⸗ lich: ß Angesicht hl 15 tt will ich ssen, denn uhrt nich aih sonst mir seine und den wohl ve⸗ Menschen verkht, abe, sein hrt; Hilft nritt bon Kreuz⸗ und Sünd und Schanden, von Ketten ö Trostlieder. 247 uns nicht irren des Teufels und von Banden, und wenns listge Art. auch wär der Tod. 8. Darum ob ich schon dulde 3. Auf ihn will ich vertrauen hier Widerwärtigkeit, wie ich auch in meiner schweren Zeit; es wohl verschulde, kommt doch die tann mir gar nicht grauen, er Ewigkeit, die aller Freude voll; wendet alles Leid. Ihm sei es dieselb ohn einigs Ende, dieweil heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben, er schaffs, wies ihm gefällt. 4. Es thut ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich ist. Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, ja, seinen lieben Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret, lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welchs er uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt; sonst verdirbt alle Zeit, die man zu⸗ bringt auf Erden. Wir sollen selig werden und bleibn in Ewigkeit, 6. Auch wenn die Welt ver⸗ schlafen haben, wecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren, geführt in Abrams Schoß; der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß ich Christum kenne, mir wider⸗ fahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle er⸗ worben uns und Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glau⸗ ben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold g. 1532 T 1598. Eigene Melodie, oder Was mein Gott will, das g'scheh. er Gott vertraut, 387. W hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich ganz fest allzeit thu setzen, Herr Jesu Christ. mein Trost du bist in Todes Not und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zu⸗ wider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt dar⸗ nieder. Und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich, denn du kannst mirs 248 wohl geben, was mir ist not, getreuer Gott, in dies'm und jenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele! Ach höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen! V. 1. Joach. Magdeburg g. 1525 ànach 1583. V. 2 u. 3 1597. Mel. Vater unser im Himmelreich. 388 As Gott, wie man⸗ 2 ches Herzeleid begegnet mir zu dieser Zeit; der schmale Weg ist trübsalvoll, den ich zum Himmel wandern soll; wie schwer doch lässet Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wen⸗ den hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn; bei dir mein Herz Trost, Hülf und Rat allzeit gewiß gefunden hat; niemand jemals verlassen ist, der hat ge⸗ traut auf Jesum Christ. 3. Du bist der große Wunder⸗ mann, das zeigt dein Amt und dein Person. Welch Wunderding hat man erfahrn, daß du, mein Gott, bist Mensch geborn und führest uns durch deinen Tod ganz wunderlich aus aller Not. 4. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein! Es kann kein Trauren sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr; kein Elend kann so bitter sein, dein süßer Trost der Kreuz⸗ und Trostlieder. 5. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 6. Kein beßre Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ; ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahr— heit bleibt mir ewig fest, du bist mein rechter treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. 7. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, meins Herzens Schatz und mein Reichtum, ich kanns doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam erfreuen kann; wer Glaub und Lieb im Herzen hat, der wirds erfahren mit der That. 8. Drum hab ichs oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, so wollt den Tod ich wünschen her, ja daß ich nie geboren wär; denn wer dich nicht im Herzen hat, der ist gewiß lebendig tot. 9. Jesu, du edler Bräutgam wert, mein höchste Zier auf dieser Erd, an dir allein ich mich ergetz weit über alle güldnen Schätz; so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. 10. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir; wenn ich in linderts fein. Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist Ocgeug Kbens Lib und weißt du, ht; wenn wohl, was l. Dein nd Seel, ünd, Tod uf Erden ir, Herr „daß du in Wahr⸗ , du bist „ der ewig ud, mein Herzens tum, ich eigen an, erfreuen Lieb im erfahren und viel dir nicht den Tod daß ich wer dich der ist Kreuz- und bezeugt, daß solches frei des ewgen é Lebens Vorschmack sei. 11. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröhlich tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit, es dient zum besten allezeit; hilf mir, mein Sach recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. 12. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt, erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier: o mein Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller(2) g. 1547 1 1606. Eigene Melodie. uf meinen lieben 389. A Gott trau ich in Angst und Not. Der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten, mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd an⸗ sicht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem thu ich mich ergeben. Ich s sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, mir hast Trostlieder. 2⁴9 das Heil erworben, führ uns alle zugleiche zum ewgen Himmel— reiche! 5. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wol⸗ lest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. 1607. Eigene Melodie, oder Herzlich thut mich verlangen. einen hat Gott 390. K verlassen, der ihm vertraut allzeit; ob ihn darum viel hassen, so bringts ihm doch kein Leid. Gott will die Seinen schützen, zuletzt erheben hoch, geben, was ihnen nützet hie zeitlich und auch dort. 2. Allein ichs Gott heimstelle, er machs, wies ihm gefällt, zu Nutze meiner Seele. In dieser argen Welt ist doch nur Not und Leiden, und muß auch also sein, denn die zeitliche Freude bringt uns in ewge Pein. 3. Treulich will ich Gott bitten und nehmen zum Beistand in allen meinen Nöten, ihm beßr als mir bekannt; wie könnt er mich denn lassen, der treu Not⸗ helfer mein? Ja wenn die Not am größten, so will er bei mir ein. 4. All Unglück und all Glücke das kommt allein von Gott; ich weiche nicht zurücke und fleh in nheigien Not. Um G'duld thu ich stets bitten in allm Anliegen 250 Kreuz- und Trostlieder. mein, er wird mich wohl behüten 2. Wenn deines Vaters Zorn und mein Nothelfer sein. entbrennt von wegen meiner 5. Reichtum und alle Schätze, Sünde, zu deinen Thränen ich was sonst der Welt gefällt, drauf mich wend; da ich Erquickung ich mein Sinn nicht setze in dieser finde. Vor Gott sind sie so hoch argen Welt. Ein Schatz ist mir geschätzt; wer damit seine Sünde im Himmel, der Jesus Christus netzt, den blickt Gott an mit heißt; er ist üb'r alle Schätze, Gütigkeit zu jeder Zeit und sein schenkt uns den heilgen Geist. betrübtes Herz erfreut. 6. Ihn hab ich eingeschlossen in 3. Hier muß ich auch im Thrä⸗ meines Herzens Schrein. Sein nenhaus vor großer Angst oft Blut hat er vergossen für mich weinen, der Welt aushalten man⸗ arms Würmelein, mich damit zuschen Strauß, sie martert stets erlösen aus ewger Angst und die Deinen. Auf allen Seiten, Pein; wie könnt auf dieser Erde wo sie kann, fängt sie mit mir doch größre Liebe sein? zu hadern an. Dies tröstet mich 7. Nun sollt ich mich erzeigen zu aller Frist, Herr Jesu Christ: dankbar für solche Gnad: ich geb in Not du auch gewesen bist. mich Gott zu eigen mit allem, 4. Du zählest alle Thränen was ich hab. Wie ers will weiter mein; ich weiß, sie sind gezählet; machen, sei ihm alls heimgestellt; und ob sie nicht zu zählen sein, ich b'fehl ihm all mein Sachen, dennoch dir keine fehlet. So oft er machs, wies ihm gefällt. vor dir sie regen sich, so oft be⸗ 8. Amen, nun will ich schließen wegen sie auch dich, daß du dich dies schlichte Liedelein. Herr, durch mein erbarmen mußt. Dir ist dein Blutvergießen laß mich dein bewußt mein Kreuz, drum hilfst Erben sein, so hab ich alls auf du mir mit Lust. Erden, was mich erfreuet schon‚, 5. Wer jetzund säet Thränen im Himmel soll mir werden die aus, hält in Geduld Gott stille, ewge Gnadenkron. Vor 1602. wird fröhlich sein in deinem — Haus, wo Freude ist die Fülle, Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. ja solche Freude, die kein Mann 391*D* weinest vor Je-⸗ mit seiner Zung aussprechen kann, . rusalem, Herr und die da bleibt in Ewigkeit. Jesu, lichte Zähren, bezeugst, es Mein Kreuz und Leid wird wer⸗ sei dir angenehm, wenn Sünder den dort zu lauter Freud. sich bekehren; wenn ich vor dir 6. Für diese Thränen dank ich mit Buß erschein und über meine dir, daß du die Freudenkrone, Sünden wein, so wäschst du ab Herr Christ, dadurch erworben aus lauter Gnad die Missethat, mir bei dir ins Himmels Throne. die mich bisher gequälet hat. Wenn du mich holen wirst hinauf u de dann! o höch für u 0 ers Zorn mleiner ränen ich rquickung ie so hoch ne Sünde an mit und sein im Thrä⸗ Ungst oft lten man⸗ tert stets u Seiten, mit mit östet mich su Christ: n bist. Thränen gezählet; hlen sein, S0o oft so oft be⸗ du dich Dir ist rum hilfst schen kann, Cwigkeit. wird wer⸗ eud. n danlih udenkrone, erworben Tr, ust hnnuf Kreuz⸗ und zu deiner Auserwählten Hauf, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Thränen für und für. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. as willst du 392. W dich betrüben, o meine liebe Seel? Thu den nur herzlich lieben, der heißt Immanuel. Vertrau dich ihm allein, er wird gut alles machen und fördern deine Sachen, wie dirs wird selig sein. 2. Denn Gott verlässet keinen, der sich auf ihn verläßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm ver⸗ trauen fest. Läßt sichs an wunder⸗ lich, so laß dir doch nicht grauen; mit Freude wirst du schauen, wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen getrost mit frischem Mut, mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nütz und gut. haben will, das kann niemand verhindern aus allen Menschen⸗ kindern, so viel ihr sind im Spiel. 4. Wenn auch gleich aus der Höllen der Satan selber sich dir wollt entgegenstellen und unter⸗ treten dich, so muß er doch mit Spott von seinen Ränken lassen, womit er dich will fassen, denn dein Werk fördert Gott. 5. Er richts zu seinen Ehren und deiner Seligkeit. Solls sein, kein Mensch kanns stören, wenns ihm wär noch so leid. Will Gott es aber nicht, so kanns nie⸗ Trostlieder. 251 mand forttreiben, es muß zurücke bleiben. Was Gott will, das geschicht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, dem sei es heimgestellt; nach nichts mehr sonst ich strebe denn nur, was ihm gefällt. Sein Will ist mein Begier; der ist und bleibt der beste, das glaub ich steif und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir! Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 39 Qn allen meinen JThaten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl ge⸗ lingen, mir selber geben Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Denn was Gott Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts ge⸗ schehen, als was er hat versehen und was mir selig ist: ich nehm es, wie ers giebet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab auch ich erkiest. ö 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem übel schützt; leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen und nichts mir fehlen, was mir nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durch⸗ 252 Kreuz- und Trostlieder. streichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwach— heit und in Banden und was mir stößt zu handen, so tröstet allzeit mich sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, deine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe der weiß zu allen Sachen Rat. Auf der Reise. 10. Ich zieh in ferne Lande, zu nützen einem Stande, an den er mich bestellt; sein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, fassen, zu dienen treulich seiner Welt. 11. Bin ich in wilder Wüste, so bin ich doch bei Christo, und Christus ist bei mir; der Helfer in Gefahren der kann mich doch bewahren, wie dorten so auch sicher hier. ö 12. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her, Ge— sundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben und alles, was ich sonst begehr. 13. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Zug, den frommen, sind wir so weit nun kommen und wissen selber fast nicht wie. 14. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüte nicht was Vergeblichs zu, so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in mei⸗ ner stillen Ruh. 15. Indes wird er den Meinen mit Segen auch erscheinen, ihr Schutz wie meiner sein, wird beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten werden überein. Paul Fleming g. 1609 1 1640. Mel. Herr, ich bekenn von Herzensgrund. ag ich denn nicht 394. M von Angst und Pein befreiet sein, muß noch im Unglück schweben, so weiß ich doch, daß meine Schuld durch Gottes Huld in Christo ist ver— geben. Gott ist nicht weit, ein kleine Zeit tritt er was fern, doch rettet gern, die seinem Wort nachleben. 2. Der Menschen Hülf in meiner Sach ist viel zu schwach, darinnen Rat zu finden; der Trost des Höchsten ist der best en Reisen weisen, her, Ge⸗ en, Zeit, ben und gehr. getreue, eue, tritt durch nen, sind nen und wie. er Güte, nüte nicht werd ich manchen in mei⸗ Meinen inen, ihr in, wird as unser n bitten 0971600, Rnsgrund. enn nicht lagst und noch im weiß ich lo durch Rist ver⸗ weit, ein Kreuz⸗ und und bleibet fest, das Zeitliche muß schwinden. Das ewge Gut macht rechten Mut; dabei ich bleib, wag Gut und Leib; Gott helf mir überwinden! 3. Allein zu dir mein Hoff⸗ nung ist, Herr Jesu Christ, du wirst mir stehn zur Seiten und sehen auf das Unglück mein, als wär es dein, wenns wider mich thut streiten. Ich bitte dich, er⸗ löse mich! Herr, wie du willt, du bist mein Schild und wirst mich wohl begleiten. Hannov. Gsb. 1646 nach einem ältern Liede. Mel. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir, oder Was mein Gott will, das gscheh allzeit. 395 Qch hab in Gottes . Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böͤse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Himmels aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nim⸗ mermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen; halt ich denn stand, weiß seine Hand mich wieder zu er— höhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht entsprungen noch formieret, Trostlieder. 25³ mein Gott ists, der mich zugericht, an Leib und Seel gezieret; es ist sein Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Ma⸗ ßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil be⸗ schweret, hast spat und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 6. Fürwahr, der dich geschaffen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 7. Wenns Gott gefällt, so muß es sein, es wird dich letzt erfreuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Ge⸗ duld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 254 8. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände; nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nutz entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 9.Willst du mir geben Sonnen⸗ schein, so nehm ichs an mit Freu⸗ den; solls aber Kreuz und Un⸗ glück sein, will ichs geduldig lei⸗ den. Soll mir allhier des Le— bens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende keh— ren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Cigene Melodie. 396. Nin so traurig, nicht so sehr, meine Seele, sei betrübt, daß dir Gott Glüͤck/ Gut und Ehr nicht so viel wie andern giebt. Nimm fürlieb mit deinem Gott! Hast du Gott, so hats nicht not. 2. Du noch sonst ein Menschen— kind habt ein Recht in dieser Welt; alle, die geschaffen sind, sind nur Gäst im fremden Zelt; Kreuz- und Trostlieder. 3. Bist du doch darum nicht hier, daß du Erden haben sollt; schau den Himmel über dir, da, da ist dein edles Gold; da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn End, Ehr ohne Neid. 4. Der ist albern, der sich kränkt um ein Hand voll Eitelkeit, wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständigkeit. Bleibt der Centner dein Gewinn, fahr der Heller immer hin! 5. Schaue alle Güter an, die dein Herz für Güter hält: keines mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt; alles bleibet hinter dir, wenn du trittst ins Grabes Thür. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut das schwindet nicht. 7. Ach wie bist du doch so blind und im Denken unbedacht! Augen hast du, Mensch enlind, und hast doch noch nie deraacht deiner Augen helles Glas: siehe, welch ein Schatz ist das! 8. Zähle deine Finger her und der andern Glieder Zahl: keins ist, das dir unwert wär, ehrst und liebst sie allzumal; keines gäbst du weg um Gold, wenn man dirs abnehmen wollt. 9. Nun so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, Gott ist Herr in seinem Haus, wie er will, so teilt er aus. wie viel Gutes alle Stund dir von oben wird beschert; du hast mehr willt 10. labt, d wonad verblet würde nicht Geis Haus peis herrl zum und 1 du b rum nicht aben soltt; r dir, da, ld; da ist reud ohn sich kränkt keit, wenn kt Schätze zleibt der „fahr der er an, die ilt: keines wenn du les bleibet trittst ins kele nähtt, risti Blut, rzehtt, ist Erdengut Skelengut doch so unbedacht! uschenkind ie betracht las: siehe 31 inger her der Zahl: Kreuz⸗ und Trostlieder. mehr als Sand am Meer und willst doch noch immer mehr. 10. Wüßte der im Himmel lebt, daß dir wäre nütz und gut, wonach so begierig strebt dein verblendet Fleisch und Blut, würde seine Frömmigkeit dich nicht lassen unerfreut. 11. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu; wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei; ist dirs gut, so geht ers. ein, ists dein Schade, spricht er nein. 12. Unterdessen trägt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, ziert und schmückt es herrlich aus, ja erwählet dir zum Heil dich zu seinem Gut und Teil. 13. Ei so richte dich empor, du betrübtes Angesicht, laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht! Das be⸗ halt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht. 14. Setze als ein Himmels⸗ sohn deinem Willen J aß und Ziel, rühre stets vor Gottes Thron deines Dankens Saiten⸗ spiel, weil dir schon gegeben ist mehr noch, als du würdig bist. 25⁵ Eigene Melodie. arum sollt ich 397. Wĩ mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem; nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum ver⸗ zagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt, sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr 15. Führe deines Lebens Lauf hier thun, als meiner spotten. allzeit Gottes eingedenk; wie es kommt, nimm alles auf als ein Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil wohlbedacht Geschenk! Geht dirs sie zu schanden machen. widrig, laß es gehn, Gott und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn 256 Kreuz⸗ und auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergetzen; hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben; 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich, und ich dich leiblich werd umfangen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie, oder Christus, der uns selig macht. 398. chwing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst Trostlieder. Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneust du deinen Stich, machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf n. und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Sünd⸗ gen für? Wo hat Gott be⸗ fohlen, daß mein Urteil ich bei dir über mich soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt, andre zu verdammen, der du selbst doch liegst versenkt in der Hölle Flammen? 4. Hab ich was nicht recht ge⸗ than, 15 mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen; denn das ist das Lösegeld meiner Misse⸗ thaten, bring ich dies vor Gottes Thron, ist mir wohl geraten. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 6. Stürme, Teufel und du Tod: was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst du Gott zum Spott in der verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und dort betrübe 7. Screi mir Gott ni auter Täuse etlogen; wö und feind, die mein eige behalten hab 8. Denn Alt, was in ist Gutes in mir gut wa dus Sterner eben Luft 8 nicht mir 9 J0 mein, wer Dringt da mit demel in 10 liebten Hä 0 will wende 10. Kü siehn I deihen se und Rut Gott ttes flichen, u Sünd ziehenꝰ 11.E mit der hie zeit kerkst du Er will en Trost, worben, ropf und chlange! n Stich, bange? zerknick, N meines in den n Sünd⸗ Gott be⸗ il ich bei n? Wer geschentt, der du lt in der recht ge⸗ Herzen n Christt denn das r Misse r Gottis geraten. ist mein ne Kront entum, da in einem in Feind eich dobot L Hillen. Kreuz⸗ und Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 7. Schreie, tolle Welt, es sei mir Gott nicht gewogen. Es ist lauter Täuscherei und im Grund erlogen; wäre Gott mir gram und feind, würd er seine Gaben, die mein eigen worden seind, wohl behalten haben. 8. Denn was ist im Himmels⸗ zelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Für wen brennt das Sternenlicht? Wozu ist ge⸗ geben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben? 9. Ich bin Gottes, Gott ist mein, wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von ge⸗ liebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 10. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die ge⸗ deihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd auf was Guts will ziehen? 11. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen; wer hie zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat vollkommne Lust dort in Christi Garten(dem er einig recht be— wußt) endlich zu gewarten. Trostlieder. 257 endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen; denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 13. Ei so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr, gieb dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr! Er wird helfen. Amen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Hlalm 37, 5. Mel. Herzlich thut mich verlangen. efiehl du deine 399. B Wege und was dein Herze kränkt der aller⸗ treusten Pflege des, der den Him⸗ mel lenkt; der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl er⸗ gehn, auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll be— stehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum 12. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen, aber Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 17 IX 258 Kreuz⸗ un 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Ar⸗ beit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hie wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er ihm vor⸗ genommen und was er haben will, das muß doch endlich kom⸗ men zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon er⸗ blicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regi⸗ mente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunder⸗ barem Rat das Werk hinaus⸗ geführet, das dich bekümmert hat. Er wird zwar eine Weile d Trostlieder. begeben; und, solltst du für und für in Angst und Nöten schwe⸗ ben, so frag er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron; Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Not! Stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 400 Dꝛ bist ein Mensch, das weißt du wohl, was strebst du denn nach Dingen, die Gott der Höchst alleine soll und kann zu Werke bringen? Du fährst mit deinem Witz und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin und denkst: mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Teile, als hätt Wie wills auf Erden doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst. Du wirst in seinem Sinn er deiner sich fürwahr mit allem deinem Dich⸗ du für und öten schwe⸗ nach dir. h befinden, bleibst, so n, da dus er wird n der so zu keinem hast. Kind der ägst davon antgeschreie ron; Gott halmen in d du singst „der dein Herr, mach dotl Stärk e und laß hzeit deiner hlen sein, jewiß zum 6071 1676. —— in schwache in Mensch⸗ weißt du denn nach er Höchst zu Verte nit deinem so viel nd denlt: och endlich Ou wirst nem Dich⸗ Kreuz⸗ und Trostlieder. ten auch nicht ein einges in inn gar in aller Welt ausrichten, oft ist 259 7. Nun siehe doch, wie viel und schändlich umgeschlagen, und dient dein Gram sonst nir⸗ was du gewiß und fest gehofft gend deiner Ruh in Angst und Schmer⸗gegen wie so zu, als daß du dich aus mit Händen zu erjagen; hin⸗ manches mal ist zen stürzest und selbst das Leben das geschehn, was überall kein Lürzest. Mensch, kein Rat, kein Sinnen 3. Willst du was thun, was ihm hat ersinnen können. Gott gefällt und dir zum Heil 8. Wie oft bist du in große Not gedeihet, so wirf dein Sorgen durch eignen Willen kommen, auf den Held, den Erd und .an scheuet, und gieb dein eben, Thun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand, so wird er deinen Sachen ein fröh⸗ lich Ende machen. 4. Durch wessen Kunst steht dein Gebein in ordentlicher Fülle? Wer gab den Augen L2'icht und Schein, dem Leibe Haut und Hülle? Wer zog die Adern hie da dein verblendter Sinn den Tod fürs Leben angenommen; und hätte Gott dein Werk und That ergehen lassen nach dem Rat, in dem dus angefangen, du wärst zu Grunde gangen. 9. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir ver⸗ wirren, erfreut, wo wir uns selbst betrübt, wo wir irren; und dazu treibt und führt uns, und dort ein jed an ihre Stell ihn sein Gemüt und die so und Ort? Wer setzte hin und reine schöne armen Sünder er trägt als seine Kinder. wieder so viel und Glieder? 5. Heb auf dein Haupt, schau überall hier unten und dort oben, wie Gottes Sorg auf allen Fall vor dir sich hab erhoben: Dein Brot, dein Wasser und dein Kleid war eher noch als du bereit; die Milch, die du erst nahmest, war auch schon, da du kamest. 6. Und dennoch soll dein An⸗ gesicht dein ganzes Leben führen; Vatergüt, in der uns 10. Ach wie so oftmal schweigt er still und thut doch, was uns nützet, da unterdessen unser Will und Herz in Ang⸗ sten sitzet, sucht hier und da und findet nichts, will sehn und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden und kann den Weg nicht finden. 11. Gott aber geht gerade fort du traust und gläubest weiter auf seinen weisen Wegen, er nicht, als was dein Augen spüren. geht und bringt uns an den Ort, Was du beginnst, da soll allein da Wind und Sturm sich legen. dein Kopf dein Licht und Meister Hernachmals, wenn das Werk sein; was der nicht auserkoren, Mensch erst sehn, 17⁷ das hältst du als verloren. so kann alsdann der geschehn, was der, 260 Kreuz- und Trostlieder. so ihn regieret, in seinem Rat geführet. 12. Drum, liebes Herz, sei wohlgemut und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes vorzunehmen; er kanns nicht lassen, glaube mir; sein Innerstes ist mir und dir und uns hier allzusammen voll all— zusüßer Flammen. 13. Thu als sein Kind und lege dich in deines Vaters Arme, bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme, so wird er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohlgehaltnem Rin⸗ gen aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt g. 1607 1 1676. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. 401 ch treuer Gott, „Abarmherzigs Herz, des Güte sich nicht endet, ich weiß, daß mir dies Kreuz und Schmerz dein Vaterherze sendet. Ja, Herr, ich weiß, daß diese Last du mir aus Lieb erteilet hast und gar aus keinem Hasse. 2. Denn das ist allzeit dein Gebrauch: wer Kind ist, muß was leiden, und wen du liebst, den stäupst du auch, Trauren vor den Freuden; führst uns zur Hölle, thust uns weh und führst uns wieder in die Höh; und so geht eins ums ander. schickst fahrn auf Erden, denn eh er kam zum Ehrenthron, mußt er gekreuzigt werden; er ging durch Trübsal, Angst und Not, ja durch den herben, bittern Tod drang er zur Himmelsfreude. 4. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig sich ergeben, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwider streben? Er ist der Spiegel der Geduld, und wer sich sehnt nach seiner Huld, der muß ihm ähn⸗ lich werden. 5. Ach liebster Vater, wie so schwer ists der Vernunft, zu gläuben, daß du demselben, den du sehr schlägst, solltest günstig bleiben! Wie macht doch Kreuz so lange Zeit, wie schwerlich will sich Lieb und Leid zusammen lassen reimen. 6. Was ich nicht kann, das gieb du mir, o höchstes Gut der Frommen, gieb, daß mir nicht des Glaubens Zier durch Trüb⸗ sal werd entnommen. Erhalte mich, o starker Hort, befestge mich in deinem Wort, behüte mich vor Murren! 7. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite treten, hilf, daß ich unverdrossen sei zum Rufen, Seufzen, Beten. So lang ein Herze hofft und gläubt und im Gebet beständig bleibt, so lang ists unbezwungen. 8. Ach Jesu, der du worden bist mein Heil mit deinem Blute, 3. Das hat, Herr, dein ge⸗du weißt gar wohl, was Kreuze liebter Sohn selbst wohl er⸗ ist, und wie dem sei zu mute, nn eh er mußt er ging durch Pet, ja ttern Tod ofreude. zohn, der willig sich ich armer zuwider piegel der sehnt nach ihm ähn⸗ ler, wie so unft, zu selben, den est günstih doch Kreuz schwerlich zusammen ann, das Gut der mir nicht urch Trüb⸗ Erhalte t, befestze rt, behite „ laß deine eite treten, rossen fu , Beten. Kreuz- und Trostlieder. 261 den Kreuz und großes Unglück plagt; drum wirst du, was mein Herze klagt, gar gern zu Herzen fassen. 9. Ich weiß, du wirst in deinem Sinn mit mir Mit⸗ leiden haben und mich, wie ichs jetzt dürftig bin, mit Gnad und Hülfe laben. Ach stärke meine schwache Hand, ach heil und bring in bessern Stand das Straucheln meiner Füße! 10. Sprich meiner Seel ein Herze zu und tröste mich aufs beste, denn du bist ja der Mü⸗ den Ruh, der Schwachen Turm und Veste, ein Schatten vor der Sonnen Hitz, ein Hütte, da ich sicher sitz im Sturm und Ungewitter. 11. Und weil ich ja nach deinem Rat hie soll ein wenig leiden, so laß mich auch in deiner Gnad als wie ein Schäf⸗ lein weiden, daß ich im Glau⸗ ben die Geduld und durch Ge⸗ duld die edle Huld nach schwerer Prob erhalte. 12. O heilger Geist, du Freu⸗ denöl, das Gott vom Himmel schicket, erfreue mich, gieb meiner Seel, was Mark und Bein er⸗ Du bist der Geist der was für Freud und Seligkeit mein in dem quicket! Herrlichkeit, weißt, Himmel warte. 13. Daselbst wirst du in ewger Lust aufs süßte mit mir handeln, mein Kreuz, das dir Freud auch weiß er Zeit, dirs zu be⸗ Da wird nehmen. Gieb dich zufrieden! und mir bewußt, in und Ehre wandeln. mein Weinen lauter Wein, mein Achzen lauter Jauchzen sein. Das glaub ich, hilf mir! Amen. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. 402 G¹ dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens! In ihm ruht aller Freude Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zu⸗ frieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden, ungefärbtes, treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gieb dich zu⸗ frieden! 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gieb dich zufrieden! 4. Wenn gar kein einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, 262 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten einher gingen, dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand, voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden! 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körn— lein weiset, der Schaf und Rin⸗ der in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich eingen füllen, den Hunger dir zur Notdurft stillen. Gieb dich zufrieden! 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel, wo ich such, ist nichts zum Besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden! Kreuz⸗ und Trostlieder. 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man ge— wisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gieb dich zufrieden! 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen solltes Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gieb dich zufrieden! 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Krenzes Stab schlägt unsre Len⸗ den bis in das Grab; da wird sichs enden. Gieb dich zufrieden! 14. Es ist ein Ruhetag vor⸗ handen, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herspringen und aus der Qual uns sämtlich bringen. Gieb dich zufrieden! e Hülf in ie dennoch t dit das ge, glaube nen. Was man ge⸗ zeucht, ist zufrieden! U Herzen, er Feinde sie nur en, Gott ht richten. und deiner in Feind, en? Gieb selbst auch venn ers e. Wo ist eine, dem te? Wo nte sagen: on keinen frieden! mag nicht Menschen webt und kann das en. Des unste Len⸗ da wird zuftieden hetag vor⸗ Gott wird Rißen aus Veibs und ud einnal d au el igen. Kreuz⸗ und 15. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. er nur den lieben 403. W Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderlich erhalten in aller Not und Traurigleit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schwe⸗ ren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig Trostlieder. 263 lassen seist, und daß Gott der im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist; die Folge⸗ zeit verändert viel und setzet jeg⸗ lichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald er⸗ pohn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Got⸗ tes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Him⸗ mels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark g. 1621f 1681. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. 40 4 W' mein getreuer 2 Vater will in allen diesen Sachen, so halt ich ihm auch gerne still und laß es stille und sei doch in sich selbst ihn nur machen. Gott weiß wohl, vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissen⸗ heit es fügt; Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freu⸗ denstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drang⸗ salshitze, daß du von Gott ver⸗ was mir nütz und gut, und wird aus väterlichem Mut für meine Wohlfahrt wachen. 2. Ob ich gleich denke dies und das, was ich doch soll beginnen, und gräme mich ohn Unterlaß mit hochbetrübten Sinnen, so kann ich durch mein Herzeleid der großen Widerwärtigkeit doch nie was abgewinnen. 3. Drum laß ichs gehen, wie es geht, und sende meine Thrä⸗ nen vor Gottes hohe Majestät mit bitterm Herzenssehnen. Gott 26⁴ wird doch wiederum einmal nach dieser schweren Herzensqual der Gütigkeit erwähnen. 4. Indessen leid ich mit Ge— duld, bis Gott sich wiederfinde, denn alles dies hab ich verschuldt mit meiner großen Sünde. Ich weiß, Gott wird mich wunderbar erretten aus der Angstgefahr, was ich jetzt nicht ergründe. 5. Wird mich mein Gott, mein Seelenlicht, vom Zweifel nur befreien und nur des Glaubens Zuversicht mir gnädiglich ver— leihen, so muß mir dieses große Leid samt aller Widerwärtigkeit doch endlich wohl gedeihen. Georg Neumark g. 1621 1 1681. Eigene Melodie. 405 Selt es gleich bis— 0 weilen scheinen, als wenn Gott verlaß die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel, er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich ge— trösten, wenn die Not am aller— größten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß die Welt nur immer Kreuz- und Trostlieder. nach, Gott ist Richter meiner Sach. 6. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Him— mel bleiben; wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich alles zur Genüg. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem andern abe; legt man mich gleich in das Grab, ach Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tietze g. 1641 4 1703. Eigene Melodie. 406. LL, dein Sorgen, deine Qual und deine Not ist dem Höchsten un— verborgen, hilft er heut nicht, hilft er morgen. Laß dich Gott! 2. Halt Gott still, denn er brauchet Liebesschläge, wodurch er dich bessern will, daß sich Kindesfurcht errege. Traue seiner Vaterpflege, halt Gott still! 3. Gott ist nah, wenn er dir entfernet scheinet; ist nicht gleich die Rettung da, ist es dir zum Nutz gemeinet; er hilft, wenn du gnug geweinet. Gott ist nah. 4. Gott ist dein, so du ihm dich nur ergiebest; deine Pein wird Freude sein, wenn du ihn vor allem liebest und mit Unmut nicht betrübest. Gott ist dein. 5. Lehr Gott nicht, wie und wann er dich soll hören. Sein Aug steht auf dich gericht. Währt dein Kreuz lang, laß es währen, neiden! Will sie mich nicht länger leiden, ei so frag ich nichts dar— endlich wird es sich doch kehren. Lehr Gott nicht! 6. treu lein dein! diene Gott Antor er meiner ch von sic der Him⸗ nur den alles zur ch dich nur dern abe; das Grab, nur hab!l 641 1 1703. Gott, du sner, still Qual und chsten un⸗ eut nicht, dich Gott! denn er wodurch daß sich aue seiner still! nn er dit icht gleic dir zum lft, wenn tt ist nah. pu ihm ine Pein N du ihn it Unmut st dein. wie und N. Sein t Wähtt 3 währen, 0 lehren. Kreuz⸗ und 6. Liebst du Gott, wandelst treu auf seinen Wegen, wird kein Kreuz, kein Not, kein Tod dein Vertrauen niederlegen. Alles dienet dir zum Segen, liebst du Gott. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig⸗ Wolfenbüttel g. 1633 1 1714. Eigene Melodie. 407 as Gott thut, das ist wohl⸗ gethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betrügen, er führet mich auf rechter Bahn; so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld, er wird mein Un⸗ glück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken; er als ein Arzt und Wundermann wird mir Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu, trauen. 4. Was Gott thut, das ist freut wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid, kommnit die Zeit, da öffentlich er⸗ scheinet, wie treulich er es meinet. nicht hat schleunig ihr Gesicht verstellt drum will ich auf sie baut; wer auf ihn bauen und seiner Güte allein auf Gottes Treu, es Traurigkeit, die endlich selbst zer⸗ 26⁵ 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergetzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich ver— bleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten, drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast g. 1649 4 1708. Trostlieder. Eigene Melodie. 408 Wo. mich auf die⸗ 0 ser Welt betrübt, das währet kurze Zeit, was aber meine Seele liebt, das bleibt in Ewigkeit. Drum fahr, o Welt, mit Ehr und Geld und deiner Wollust hin, in Kreuz und Spott kann mir mein Gott erquicken Mut und Sinn. 2. Die Thorenfreude dieser Welt, wie süß sie immer lacht, und den in Leid gebracht, der aber traut der siehet schon die Himmelskron und sich ohne Reu. 3. Mein Jesus bleibet meine Freud, was frag ich nach der Welt? Welt ist nur Furcht und fällt. Ich bin ja schon mit Gottes Sohn im Glauben hier vertraut. 266 Kreuz⸗ und Trostlieder. der droben sitzt und hier beschützt sein auserwählte Braut. 4. Ach Jesu, töt in mir die Welt und meinen alten Sinn, der sich dir stets entgegenstellt; Herr, nimm mich selber hin und binde mich ganz festiglich an dich, o Herr, mein Hort, so irr ich nicht in deinem Licht bis an die Himmelspfort. Joh. Jak. Schütz g. 1640 1 1690. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 409 Occh ergebe mich dem * Willen meines Gottes ganz und gar; der wird wohl an mir erfüllen, was mir nützet immerdar. Siehe, höchster Gott, hernieder, was ich lege vor dich hin, Herz, Gedanken, Mut und Sinn, mich und alle meine Glieder; mache daraus, was du willt, was du willt, mein Gott und Schild! 2. Ach ich kenne dich ja eben, daß du selbst mein Vater bist; ich kenn auch mein liebstes Leben, das allein ist Jesus Christ; und weiß einen treuen Führer, der den rechten Weg mir weist, der ist Gott, der heilge Geist. Hab ich denn nun zum Regierer dich, o du dreieinger Gott, so erschreckt mich keine Not. 3. Und wie könnt ich doch ver— zagen, ging es noch so wunder— lich, da ich kann bis heute sagen, daß Gott wohl geführet mich. Soll ich denn erleben morgen, ei so lebet Gott auch noch, bei dem ich versichert doch, daß er sein Kind wohl versorgen und sein Schäflein führen wird, weil er Vater ist und Hirt. 4. Ginge mir es, wie ich wollte, stünd es wohl gar selten gut, wenn mein Wunsch geschehen sollte, da er Gott mißfallen thut; ach wie würde mein Verderben ich erwählen gar zu oft, wenn was Gutes ich gehofft; darum will ich mich bewerben, meinem Gott zu halten still. Mir geschehe, was Gott will. 5. Was Gott will, geschehe immer; was ich will und schäd⸗ lich ist, das laß ja geschehen nimmer, Gott, der du so gütig bist; und weil dir mein Unver⸗ mögen, was du willst zu thun, bekannt, ach so laß doch deine Hand meiner Schwachheit Kraft beilegen, daß ich könne folgen dir. Was du willst, geschehe mir. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzb.⸗Rudolstadt g. 1640 4 1672. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 410 underanfang, herrlichs Ende, wo die wunderweisen Hände Got⸗ tes führen ein und aus! Wunder⸗ weislich ist sein Raten, wunder⸗ herrlich seine Thaten, und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Denke doch: Es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen, ihm und dir zur Herr⸗ lichkeit. Ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet, Friede folget nach dem Streit. 3. G Flüssen güssen, Juß:) Sorgen verborge suchen 4. Ke nen, w winnen zu blin Augen taugen, 9—0 Sacher machen frei. fangen gen, d 6.4 grauen trauen. Muts! jühren püren Guts. 4 zuͤhlen berhe nicht Freuz lennen herrlit n und „ weil wollte, n gut, schehen n thut; derben wenn darum neinem eschehe, geschehe schid⸗ eschehen gütiz Unber⸗ I thun, deine Kraft en dit. nir. on. zegen. fang, 3Ende, de Got⸗ zunder⸗ under⸗ ind du 12 nuß ˙0 heißt Hen⸗ selsam och gut ich denm Kreuz-⸗ und 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wasser⸗ güssen, und du spürst nicht seinen Fuß:*) so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß.*) Ps. 77, 20. 4. Kein Besinnen kann ersin⸗ nen, wo man könne Hülf ge⸗ winnen, die Vernunft ist hier zu blind; ihre halb gebrochnen Augen nicht in das Verborgne taugen, dem sie allzublöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er ange⸗ fangen, lassen so ein End erlan⸗ gen, daß es wunderherrlich sei. 6. Drum so laß dir nimmer grauen, lerne deinem Gott ver— trauen, sei getrost und gutes Muts! Er fürwahr, er wird es führen, daß dus wirst am Ende spüren, wie er dir thut lauter Guts. 7. Du wirst an den Fingern zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst be⸗ kennen müssen: Wunderanfang, herrlichs End! H. A. Stockfleth g. 1643 4 1708. Mel. Jesu, meine Freude. eine Seel ist stille 411.M zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht; mein 2 ist vergnüget mit dem, wies ott füget, nimmt an, wie es Trostlieder. 267 geht. Geht es nur dem Himmel zu, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten, und mag keinen leiden, der ihr rede ein; von der Welt Ehr, Lust und Geld, wornach so viel sind be— flissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur Einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jesus der ge⸗ treue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergiebt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß! Lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket alles, was sie kränket, tief in Jesu Brust; sie wird stark durch Hoffen; was sie je betroffen, träget sie mit Lust, fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kin⸗ dern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst gekoste Leiden, und gehn an die Freuden. Joh. Kasp. Schade g. 1666 T 1698. 268 Kreuz- und Trostlieder. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 1. 412 Gut ist und bleibt 0 getreu, sein Herze bricht von Lieben, pflegt er gleich oftermal die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie stand⸗ haft die Geduld; Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schwe⸗ ren Plagen. Er braucht die Ruten oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu; aufzulegen. Er macht sein Israel von Last und Banden frei, wenn bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen, er läßt aus trüber Nacht die Freu— densterne scheinen. Es geht der Kreuzessturm im Augenblick vor⸗ bei; sei, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getren. 5. Gott ist und bleibt getreu; er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübsals⸗ glut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne und Not dir ewig nützlich sei. So liebt der Höchste dich. Gott ist und bleibt getreu. 1695. Eigene Melodie. o führst du doch 413. S recht selig, Herr, die Deinen, ja selig und doch meistens wunderlich. Wie könn— test du es böse mit uns meinen, da deine Treu nicht kann verleug⸗ nen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; da pflegt es wunderseltsam aus⸗ zusehn, doch triumphiert zuletzt dein hoher Rat. er weiß, was wir vermöͤgen, er pfleget nie zu viel den Schwachen menschlichen Gesetzen, so die Vernunft und gute Meinung stellt. große Not entsteht; Gott ist und 2. Dein Geist hängt nie an Den Zweifelsknoten kann dein Schwert verletzen und lösen auf, nach dem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei; was sich entgegensetzt, muß sinken hin; ein Wort bricht oft den allerhärtsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Un— wege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, teilt dein Ver⸗ stand in Ost und Westen aus; was mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Scheu, der Lebensbecher folgt; Welt zerreißt, und du verknüpfst Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getren. Laß alle Wetter krachen, in Kraft; sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein; ihr Glanz Gott muß dir ein dunkler Schatten sein, wird der Trübsal doch ein solches dein Geist bei Toten Kraft und Ende machen, daß alles Kreuz Leben schafft. du doch 9, Herr, nd doch ie könn⸗ meinen, verleug⸗ sind oft darauf r gehn; m aus⸗ zuletzt nie an so die Leinung en kann id löͤsen st. Du Band gensetz, bricht 1; dann rch Un⸗ eit will Ver⸗ n aus; ch und e Hand . Die Rnüpft baust; Glanz en sen, It und Kreuz⸗ und 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, so hast dus schon aus deinem Buch ge— than; wem aber niemand will dies Zeugnis weisen, den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speisest mit den Sün⸗ dern, sprichst sie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sei? Wer kann der tiefsten Weisheit Ab⸗ grund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb. Der Worte Pracht und Ruhm kann dir nicht taugen, du giebst die Kraft durch deines Geistes Trieb. Die besten Werke brin⸗ gen dir kein Lob: sie sind ver⸗ steckt, der Blinde geht vorbei, wer Augen hat, sieht sie doch nicht so frei; die Sachen sind zu fein, der Sinn zu grob. 6. O Herrscher, sei von uns gebenedeiet, der du uns tötest und lebendig machst. Wenn uns dein Geist der Weisheit Schatz verleihet, so sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt“) bei uns, wir spielen mit; bei uns zu wohnen ist dir lauter Lust, die reget sich in deiner Vaterbrust und gängelt uns mit zartem Kinderschritt. ) Sprüche 8, 30. 31. 7. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen, bald fährest du mit uns ganz säuberlich. Ge⸗ schiehts, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, so weist die Zucht Trostlieder. 269 uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden Augen hin, du küssest uns, wir sagen Beßrung zu; drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh und hält im Zaum den ausge⸗ schweiften Sinn. 8. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, die Ohn⸗ macht und der Sinne Unver⸗ stand; man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, wie es um schwache Kinder sei bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, brauchst Vater⸗ recht und zeigest Muttertreu; wo niemand meint, daß etwas deine sei, da hegst du selbst dein Schäflein je und je. 9. Also gehst du nicht die ge⸗ meinen Wege, dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunlelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne hast; wer meint, er habe deinen Rat gefaßt, der wird am End ein andres oft gewahr. 10. O Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gieb mir der Klugheit scharfen Unterscheid, dadurch Natur von Gnad man unterscheidet, das eigne Licht von deiner Heiterkeit. Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht, brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt, erweck die Lust, die sich nur dir ergiebt und tadelt nie dein heimliches Gericht. 270 Kreuz- und Trostlieder. 11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen und schüttelt ihren Kopf zu deinem Weg, so wollst du die Befestung niederbrechen, daß ihre Höh sich nur bei Zeiten leg. Kein fremdes Feuer sich in mir anzünd, das ich vor dich in Thorheit bringen möcht“) und dir wohl gar so zu gefallen dächt. Ach selig, wer dein Licht ergreift und findt!) 3 Mos. 10, 1. 12. So zieh mich denn hinein in deinen Willen und trag und heg und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen, dein Geist die Furcht und Lüste überwind! Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein, dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir, ich brenne nun nach dir in Liebsbegier, wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freuden⸗ quell, weich ewig, aller Schmerz! Gottfried Arnold g. 1666 4 1714. Ziel und Ende, liegt fein stille, nackt und bloß in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden. Was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spitzen Dornen sticht und den Frieden nur kann krän⸗ ken. Sorgen hört dem Schöpfer zu, meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht, auch alsdann, wenn er will töten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden. Also hab ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer, voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Jos. Winckler g. 1670 4 1722. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 414 Meine Seele senket 2 sich hin in Gottes Herz und Hände und erwartet ruhiglich seiner Wege Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 415. BWe mache dich von Sorgen los, ver⸗ ein stilt, liebsten ret nicht, ufrieden; pricht, is en. Was in Christ get nicht, gedenlen, nen sticht nn klän⸗ Schoͤpfe nur Ruh, rämt sich Gott im as Herhe t nur die in dem iller Not et nicht, Nöten, cht, auch ( töten. t beklagt, verjagt. zu Gott cbunden. ott, alle in gleich voll von 07 17N. GOott läht II Herlen ce und veg 105, ber⸗ Kreuz⸗ und traue seiner Vaterpflege, vor ihm ist nichts zu schwer und groß, das er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur hast raten lassen, da hat er alles wohl ge— macht; denn was dein Denken nicht kann fassen, das hat er längst zuvor bedacht; wie dirs sein Rat hat ausersehn, so und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Lebens⸗ tage so manches Kummers sein befreit, wie leicht wird alle Not und Plage dir werden hier in dieser Zeit, wenn du nichts wünschest in der Welt, als was Gott will und ihm gefällt. 4. Dir wirds an keinem Gute fehlen, wenn du dein Herz ge— wöhnst und lehrst, nur Gottes Willen zu erwählen, und deinem eignen Willen wehrst, den stets sein eigne Wahl betreugt, so gut ihm oft sein Wollen deucht. 5. Gieb meinem Herzen solche Trostlieder. 271 mir, noch eh ich war, schon hast erwiesen, da du, mein süßer Jesu, dir zum Eigentum mich hast erwählt und deinen Schafen zu⸗ gezählt. 8. Dir sei auch ewig Lob ge⸗ geben, daß du so unermüdet hast für mich gesorgt in meinem Leben. So lang ich bin der Erde Gast, ist alles liebreich, nütz und gut, was deine Schickung mit mir thut. 9. Dort werd ich deiner Liebe Dnten erst preisen in Voll— kommenheit, wenn nun mein Hoffen ist geraten, daß ich kann in der Seligkeit erkennen, wie dein Wille mir so gut gewesen für und für. Henr. Kath. v. Gersdorf g. 1648 + 1726. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 416 A deutm denwer • denken, denn er gedenkt an mich. Wenn mich die Sorgen kränken, so hebt mein Stille, mein Jesu, daß ich sei Herze sich zu meinem Gott em⸗ vergnügt mit allem, was dein por; bald weichen alle Schmer⸗ Gnadenwille mit mir und mei⸗ nem Leben fügt. Nur nimm dich meiner Seele an, so hab ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thusts; sie ist die deine und kostet dir dein zen, denn er stellt meinem Herzen nichts als Vergnügen vor. 2. Denk ich an seine Liebe, wie werd ich doch entzückt, daß wenn es noch so trübe, mir gleich die Sonne blickt. Da kommt mir teures Blut; behalt sie dir nur immer ein: Er hat sich hoch ver— schön und reine, laß dies dein messen, er will mich nicht ver⸗ mir vertrautes Gut nur einzig gessen. meine Sorge sein, so trifft 4.490 ganzes Wünschen ein. Wie könnt ich traurig 3. Denk ich an seine Güte, 7. Indes sei stets, mein Heil, die alle Morgen neu, so freut gepriesen für alle Sorgfalt, die du sich mein Gemüte bei solcher — ö 272 Kreuz⸗ und Vatertreu; die Last werf ich auf ihn, so wird die Arbeit süße, wenn ich den Schweiß vergieße, denn Gott ist mein Gewinn. 4. Denk ich an sein Erbarmen: er schenket mir sein Kind, o Gnade für mich Armen! Heißt das nicht treu gesinnt? Gott ist in Christo mein; Gott müßte Jesum hassen, wenn er mich wollte lassen, das kann unmög-— lich sein. 5. Drum will ich an Gott denken; die Welt mag immerhin den Sinn aufs Eitle lenken, hier ist ein andrer Sinn. Ich trage Gott allein im Herzen und im Munde, so kann mir keine Stunde allhier zu lange sein. 6. An Gott will ich gedenken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so Trostlieder. eh zerfällt, eh er dich wird hassen, oder gar verlassen. 3. Weine nicht, Gott siehet dich, scheint er gleich verstecket. Wenn du nur geduldiglich seinen Kelch geschmecket, reichet er Labsal her und giebt nach dem Leiden wie— der Trost und Freuden. 4. Weine nicht, Gott höret dich, wenn dein Herz nur girret.“) Hast du dich gleich wunderlich in der Not verwirret, ruf ihn an, denn er kann deinen Unglückswellen Ziel und Grenzen stellen. Jes. 38, 14. 5. Weine nicht, Gott liebet dich, wenn die Welt betrübet und so manchen Schlangenstich dei— nem Herzen giebet. Nichts be— trübt, den Gott liebt; will gleich alles krachen, Gott kann fröhlich machen. 6. Weine nicht, Gott sorgt für geh ich zwar die Bahn, da mein dich, ei, was kann dir fehlen? die Welt vergißt, doch glaub ich Was willst du dich stetiglich mit dieses feste, Gott denket mein aufs beste, wo sein Gedächt— nis ist. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. den Sorgen quälen? Wirf auf ihn alles hin, er wird deine Sachen gut und besser machen. 7. Weine nicht, Gott tröstet dich Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 417 Wene nicht, Gott 2 lebet noch, du betrübte Seele! Drückt dich gleich ein hartes Joch in der Trauerhöhle, nur Geduld, Got⸗ tes Huld läßt oft nach dem Weinen auch die Sonne scheinen. nach den Thränengüssen; end⸗ lich wird der Kummer sich ganz verlieren müssen. Durch den Tod stirbt die Not, und wenn der erscheinet, hast du ausgeweinet. Nach Benj. Schmolck g. 16727 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 2. Weine nicht, Gott denkt an Qe größer Kreuz, je dich, ob dus gleich nicht daleft. 41 8. näher Himmel. Oftermals verbirgt er sich, wenn Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. du dich sehr kränkest, da die Welt Bei Sündenlust und Weltge⸗ hassen iehetdich, Venn ien Kelch bsal her den wie⸗ öret dich, Hast in der denn er llen Ziel 1. 38.14 tt liebet übet und tich dei⸗ ichts be⸗ ill gleich fröhlich orgt füt fehlen? lich mit Hirf auf d deine machen. östet dich n; end⸗ ich ganz den Tod nn der weinet. 2⁷⁰⁵⁷ — hott laßt renz, Ae immel. Gott. Weltge⸗ Kreuz⸗ und tümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, je stärker Glaube. Die Palme wächset bei der Last, die Süßigkeit fleußt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Mut, wie Perlen in gesalzner Flut. 3. Je größer Kreuz, je mehr Gebete. Geriebne Kräuter riechen wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 4. Je größer Kreuz, je lieber Sterben. Man freut sich recht auf seinen Tod, denn man ent⸗ gehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuze, das die Gröäber ziert, bezeugt, man habe triumphiert. 5. Je größer Kreuz, je schöner Krone, die Gottes Schatz uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Überwinder Scheitel trägt. Ach dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 6. Gekreuzigter, laß mir dein ganz Kreuze je länger und je lieber auf sein! Daß mich die Ungeduld 273 Mel. Wer nur den lieben Gott. Mel. 3. Qch weiß, es kann 419. NX mir nichts ge⸗ schehen in meiner ganzen Le⸗ bensfrist, als was des Höchsten Rat versehen, und was mir nütz und selig ist. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 2. Du leitest mich bei meiner Rechten und führest mich durch Wohl und Weh, du bist mein Licht in Trübsalsnächten, mein Leitstern auf der wilden See. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 3. Du magst mich küssen oder schlagen, ich weiß doch, daß du Vater bist; dein Herze kann mir nichts versagen, was hier und dort mir selig ist. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 4. Drum soll mein Herze stand⸗ haft stehen, ob mancher Wind des Kreuzes weht; es kann mir nie⸗ mals übel gehen, wenn es nach Gottes Willen geht. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 5. Mein Gott, dir bleib ich ergeben, Herr, leite mich rechter Bahn und nimm mich einst nach diesem Leben mit Trostlieder. nicht reize, so pflanz ein solches Gnaden und mit Ehren an! Herz mir ein, das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmolck g. 1672 7 1737. mach es, wie du willst, Herr, ich bleibe dennoch stets mit mir, an dir. Salomo Franck g. 1659 4 1725. 18 27⁴4 Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. El. 2. M ie Gott mich 420. Wö wil ich gehn ohn alles Eigenwählen; geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt vor Schritt in kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit in Zeit und auch in Ewigkeit, stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Hän⸗ den. Wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehren, wenden, sei ihm hiermit ganz heimgestellt; er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat be⸗ dacht, eh er mich an das Licht ge⸗ bracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir wider⸗ fahren läßt, muß mir zum besten dienen. Kreuz- und Trostlieder. Hecken. Von vornen läßt sich Gott nicht sehn, zuletzt wird ers aufdecken,*) wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl ge⸗ führet hat. Dies sei mein Glau⸗ bensanker.) 2 Mose 33, 23. Lampertus Gedicke g. 1683 1735. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. ein Herz, gieb 421. M dich zufrieden und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram! Die Not, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt dich wie ein Lamm! 2. Mit Sorgen und mit Zagen und unmutsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stille⸗ sein und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen; oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, ab⸗ gewischt; wenns bei uns heißt: Wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen, nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnenschein; nach rauhen Wintertagen muß uns der Lenz behagen: er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indes ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollts auch nur ein Quentlein sein. lißt sih wird ers h seinem in Glau⸗ e 33, 25. 83 1 1735⁵. h lassen. rz, gieb zufrieden eden von am! Die icket, hat sei stil mm! nit Zagen en häuff h Stille⸗ was dich , sanft ht ewig t unsre int, ab⸗ 5 heißt: so angst Leib und machen, Lachen, n; noch uß uns ührt in ssn di en, Auf pas aber ut Its auc Kreuz⸗ und Trostlieder. 6. Denn es sind Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter, sondern Ruten sinds, damit Gott zum Guten die Seinigen hie⸗ nieden schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm mißbehagt, den alten Menschen schwächen, den Eigen⸗ willen brechen, die Lust ertöten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in Nöten auch lassen, ja gar töten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 11. Drum gieb dich ganz zu⸗ frieden, mein Herz, und bleib ge⸗ 27⁵ unsre Hoffnung stützt und hält, ich bekenne und bereue, daß mich Zweifelmut befällt. Ach wie hängt mein Herz an Dingen, die mich nicht zur Ruhe bringen; ach wie leicht vergeß ich dein, wenn mein Trost soll sichtbar sein. 2. Ach vergieb mir diese Sünde, nimm die Strafe von mir hin, schenke deinem armen Kinde, Vater, einen andern Sinn, den nicht falsche Hoff— nung bindet, die wie dünner Reif verschwindet, die wie leich⸗ ter Rauch verfleucht und das Herz zur Erde zeucht. 3. Laß mich eitle Sorgen mei⸗ den, weil du für mich sorgst und wachst und im Trauren wie in Freuden dich um mich zur Mauer machst. Laß, Herr, auf dein Wort mich hoffen, das noch all⸗ zeit eingetroffen; Hoffnung, die auf Gott nicht baut, wird zuletzt beschämt geschaut. 4. Laß den Anker meiner Seelen unter aller Stürme Wut nur dein Herz zum Grund er⸗ wählen, da er fest und sicher ruht, so wird sich kein Zweifel wagen, mir mein Schifflein umzuschla⸗ gen; ich werd unbeweglich stehn, schieden von Sorge, Furcht und wenn selbst Berge untergehn. Leid! Vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen werden, hintragen in die Herrlichkeit. J. Anast. Freylinghausen g.1670 71739. 5. Laß mein Herz versichert daß dein Wort wahr⸗ haftig sei, o so werd ich auf der Erden vieler Sorg und Unruh frei, so werd ich im Glauben Mel. Jesu, meines Lebens Leben. beten und erhöret von dir treten, so wankt meine Zuversicht, so 422 Ers. Wahrheit, deren Treue wankt meine Hoffnung nicht— 187 276 Kreuz- und Trostlieder. 6. Meine Hoffnung darf ich gründen, Vater, auf des Sohnes Tod; sein Verdienst das läßt mich finden Grund und Trost in meiner Not; durch sein siegreich Auferstehen kann ich neu geboren gehen als ein Bürger jener Welt, wenn der Erdenbau zerfällt. 7. Da mein Haupt sich aufge⸗ schwungen und auf Gottes Thron gesetzt, so bin ich mit durchge— drungen und den Engeln gleich geschätzt. Ich besitz ein ewig Leben, das er selber mir gegeben; ich bin in der Hoffnung schon mit versetzt auf seinen Thron. 8. Ich bin nur ein Gast auf Erden, oben ist mein Vaterland; wird die Welt zerstöret werden, so geht an mein Ehrenstand. Ich erwarte nur der Stunden, da ich von der Sünd entbunden meinen Heiland werde sehn und vor ihm verkläret stehn. 9. Unterdessen laß mich hoffen auch in Trübsal auf dein Licht, laß mich sehn den Himmel offen, so schreckt Tod und Grab mich nicht. Laß mich voller Trost und Freuden aus dem Thal der Thränen scheiden und was ich gehofft allhier, mich dort schauen, Herr, bei dir! Joh. Jak. Rambach g. 1693 4 1735. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 423 Arl Gott und nicht auf meinen Rat will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, be⸗ stimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe ver⸗ läßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herr⸗ lichkeit? Wie bald ist sie ver⸗ schwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists über⸗ wunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern; seid fröhlich ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. — — —— 22 itd mich ott und Ewigkeit irde, be⸗ it, mein e. Was auch ein Haubens väre? ein Herz ich bitte, gewährt, itte. Er väterlich. he, sein gestöttes tragen, Geschick, u? Die er Tod, abe ver⸗ e. vahrhaft Hott es t, Ehte, icht das Gottes em wird Trübsal 3 Hert⸗ sie ber⸗ 3 Keidkn 13 iber Hean fahlih Ir hil Kreuz⸗ und Trostlieder. 207⁷ Mel. O Welt, ich muß dich lassen. widerfahren, wenn Gott mich 42 4 Wẽoꝰ ists, daß ich will bewahren? Und er, mein mich quäle? Gott, bewahret mich. Harr seiner, meine Seele, harr Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nützet, Gott weiß Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. es, und Gott schützet, er schützet er Herr ist meine den, der nach ihm fragt. 425.D Whhesch, mein 2. Er zählte meine Tage, mein einzger Trost im Leben. Dem Glück und meine Plage, eh ich fehlt es nie an Trost und Licht, die Welt noch sah. Eh ich mich der sich dem Herrn ergeben. Gott selbst noch kannte, eh ich ihn Vater ist sein Gott, auf sein Gebot nannte, war er mir schon mit wird seine Seele stille, ihm gnügt Hülfe nah. des Vaters Wille. 3. Die kleinste meiner Sorgen 2. Wer wollte dir, Herr, nicht ist dem Gott nicht verborgen, der vertraun? Du bist des Schwachen alles sieht und hält; und was Stärke. Die Augen, welche auf er mir beschieden, das dient zu dich schaun, sehn deine Wunder⸗ meinem Frieden, wärs auch die werke. Herr, groß von Rat und größte Last der Welt. stark von That, mit gnadenvollen 4. Ich lebe nicht auf Erden, Händen wirst du dein Werk voll⸗ um glücklich hier zu werden, die enden. Lust der Welt vergeht. Ich lebe 3. Noch nie hat sich, wer dich hier, im Segen den Grund nn nn verlassen sehen müssen; Glück zu legen, das ewig wie du läßt ihn, wenn ihn Not um⸗ mein Geist besteht. giebt, doch deinen Trost ge⸗ 5. Was dieses Glück vermehret, nießen. Des Frommen Herz sei mir von dir gewähret, Gott, wird frei von Schmerz, der du gewährst es gern. Was dieses Sünder eitles Dichten pflegst Gluͤck verletzet, wenns alle Welt du, Herr, zu zernichten. auch schätzet, sei, Herr mein 4. Drum hoff, o Seele, hoff Gott, mir ewig fern. auf Gott! Der Thoren Trost ver⸗ 6. Sind auch der wenn der Gerechte in Plagen, der Mangel schwer zu der Not das Herz des Schöpfers tragen, noch schwerer Haß und findet. Wenn jener fällt, ist er Spott, so harr ich und bin stille ein Held; er steht, wenn jene zu Gott; denn nicht mein Wille, zittern, als Fels in Ungewittern. dein Wille nur gescheh, o Gott. 5. Wirf nicht die große Hoff⸗ 7. Du bist der Müden Stärke, nung hin, die dir dein Glaube und aller deiner Werke erbarmst reichet. Verflucht sind, die zu du ewig dich. Was kann mir Menschen fliehn, verflucht, wer 278 Kreuz- und Trostlieder. von Gott weichet. Dein Heiland starb; er, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln. Gott hilft, wenn Christen freu⸗ denleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zu⸗ versicht, auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmäch⸗ tiger, verlassen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Nach Christ. Chr. Sturm g.1740 11786. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. 426 54 Gottes freue • dich, dank ihm, meine Seele! Schützt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren dräuen? Ists nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? mir nützt, gewähret, der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket und mit Himmels⸗ wonne dort meine Seele tränket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich fürcht und liebe, wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl, wie ist mein Gemüte seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuver⸗ sicht auf zum Himmel blicken, meine Leiden fühl ich nicht, wie sie mich auch drücken; Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz ich dann, wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: Mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt wert, du gabst mir das Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rat in die Welt gekommen, alle meine Missethat hat er weggenommen. Sorget er nicht ihm mich scheiden. päterlich, daß kein Gut dir fehle? Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von 7. Dich, du Trost der Sterb⸗ lichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht 2. Ja, mein Gott, ich hab an mein Leiden, ruft mein Mittler dir, was mein Herz begehret., Jesus Christ mich zu seinen einen Vater, welcher mir, was Freuden. — er mich hier zum immels⸗ tränket. ein Herr cht und in Gebot o wie ist ist mein ing voll, Zuber⸗ blicken, icht, wie hoffnung nen mir erhöhn hmerzen. auchz ich schade? n lann: Dir ist u gabst ch, was erfreut, em Rat le meine lommen. ihn an, olg ihm hts bon Sterb⸗ Lebens, eit, suc nn mein olbracht Mitller seinen Kreuz⸗ und 8. Gieb mir nur, so lang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr mein Gott, gefalle. Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sei mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 9. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben, rüste selbst mich wider sie mit ent⸗ schloßnem Glauben! Gieb mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Balthasar Münter g. 1735 f 1793. Mel. Was Gottthut, das ist wohlgethan. 427 Sẽ⸗ stille, müdge⸗ quältes Herz, das nur am Kummer klebet, richt die Gedanken himmelwärts, hin, wo dein Vater lebet! Zuletzt ver⸗ zagt, wer immer klagt. In Gott sollst du dich fassen; er kann dich nicht verlassen. 2. Sei stille, sinne nicht zu weit, was willst du dir ersinnen? Was wirst du mit Vermessenheit je gegen Gott gewinnen? Du bist ja Staub; ermann dich, glaub: Gott hat es schon versehen, auch was wir nicht verstehen. 3. Sei stille, such bei Menschen nicht, was Menschen nicht ver⸗ mögen; halt fest an Gott mit Zuversicht, darauf liegt aller Segen. Folg seinem Rat, geh seinen Pfad, laß dir den Herrn der Welten weit über Menschen gelten! Trostlieder. 279 4. Sei stille, hast du lang ge⸗ weint und wirds noch immer trüber, sag nicht: Weil mir kein Licht erscheint, die Hülfe ist vor⸗ über. O harre fort, du hast sein Wort; er wird, so ists verheißen, dich noch aus allem reißen. 5. Sei stille, laß der Zweifel Macht nicht immer dich besiegen, laß Gottes Wahrheit in der Nacht des Kummers überwiegen! Du suchest Ruh? Die hinderst du, so lang dich Zweifel quälen; nur Glaube stillt die Seelen. 6. Sei stille, endlich mit dem Tod muß alle Sorge schweigen; dann wird sich von dem Stand der Not der rechte Anblick zeigen; da, da erscheint, wie gut gemeint die Leidensproben waren. Herr, laß michs froh erfahren! Joh. Gottfr. Schöner g. 1749 4 1818. Psalm 23. Mel. Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 428 Das Herr ist mein getreuer Hirt, mir wird kein Gutes fehlen; der Hüter, der nicht schläft noch irrt, kann mir nur Heil erwählen. Er weidet mich auf grüner Au, die Speise giebt vom Lebenstau des Geistes seiner Gnade. 2. Er führet mich zum reinen Quell, der mein Gemüt beglücket, zum Wasser, welches frisch und hell den schwachen Mut erquicket. Er leitet mich auf rechter Bahn, er nimmt sich meines Ganges an um seines Namens willen. 280 3. Und ob ich wall im finstern Thal, fürcht ich doch keinen Schaden; sein Auge wachet überall, ich bin der Sorg ent⸗ laden. Sein Stab und Stecken trösten mich, auf seine Treu und Macht kann ich gar ruhig mich verlassen. 4. Du machst mir einen Tisch bereit im Auge meiner Feinde, verscheuchest Angst und Traurig— keit, sprichst freundlich zu dem Freunde; du salbst mein Haupt mit Ol, du schenkst mir voll den Becher ein und lenkst zum Him⸗ mel hin mein Sehnen. 5. Ja Gutes und Barmher⸗ zigkeit wird lebenslang mir wer⸗ den; ich bleib im Haus des Herrn die Zeit, die ich noch leb auf Erden. Und ist des Lebens Wallfahrt aus, dann trägt mich in sein Vaterhaus der Flügel treuer Liebe. Joh. Friedr. v. Meyer g. 1772 1 1849. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Qn Angsten ruf ich, 429. N Herre, dich, die Fluten gehen über mich, mit meiner Not bin ich allein; hilf, Herr, erhöre du mein Schrein!i (Kyrieleis!) Kreuz⸗ und Trostlieder. hin; Herr, ewger Gott, barm⸗ herzger Hort, sprich auch zu mir ein Friedenswort!(Kyrieleis!) 4. Der Jünger zu versinken dacht, da auf dem Meer du gingst in Macht; laß deine Hand mich fassen, Gott, und mach den Feind an mir zu Spott! (Kyrieleis!) 5. Laß sehen, Gott, die Wasser dich,*) laß sie dich schaun und ängsten sich, mein Herr, mein Heil zu aller Frist, der du für mich gestorben bist!(Kyrieleisl) NV. 70, G. Chr. Adolf v. Harleß g. 1806 f 1879. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 2. 430 Qch steh in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben, nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben; und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihm, und wen er hält, wird wohlbehalten bleiben. 2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, und Wunder sollen schauen, die sich auf sein wahrhaftig Wort verlassen und ihm trauen. Er hats gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt 2. Du hast den Himmel aus⸗ gespannt und hältst die Erd und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir in deiner Hand, den Sperling machen will, ist alles mir ge⸗ achtst du nicht gering; hilf, daß legen; ich halte ihm im Glauben die Höll mich nicht bezwing! still und hoff auf seinen Segen; (Kyrieleis!) denn was er thut, ist immer gut, 3. Zu deinem Fuß die Sün⸗ und wer von ihm behütet ruht, derin goß ihre Salb mit Weinen ist sicher allerwegen. EE —.j— e 2 t, barm⸗ zu mir hrieleish versinken Meer du ine Hand nd mach Spott! ie Wasser aun und tr, mein du für Hrieleisl) . N, I.. 06 11879. ich zu dit. meines and und u, nicht and soll ; und Welt, wen er bleiben. in sichrer schauen, tig Wort en. Er ũf wagt nberzagt hrauen. Hit mir mir ge⸗ Glauben Sehen; mer gůl tet ruht, Kreuz⸗ und 4. Ja wenns am schlimmsten mit mir steht, freu ich mich seiner Pflege; ich weiß, die Wege, die er geht, sind lauter Wunder⸗ wege. Was böse scheint, ist gut gemeint, er ist doch nimmermehr mein Feind und giebt nur Lie⸗ besschläge. 5. Und meines Glaubens Un⸗ terpfand ist, was er selbst ver⸗ heißen: daß nichts mich seiner starken Hand soll je und je ent⸗ reißen. Was er verspricht, das bricht er nicht. Er bleibet meine Zuversicht, ich will ihn ewig preisen. C. J. Phil. Spitta g. 1801 4 1859. Eigene Melodie. 431 Hhar meine Seele, 0 harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach. In allen Stürmen, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott. 2. Harre meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott! Joh. Friedr. Räder g. 1815 4 1872. In Krankheit. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 432. Len, od 0 Trostlieder. 281 heut an diesem Tage letztmals mit Gebet erschein und dir meine Not vortrage, ach so richte meine Sinnen zu den hohen Himmels⸗ zinnen! 2. Tausend und viel tausend mal sei du, Vater, hoch gepriesen, daß in deiner Kinder Zahl du mir eine Stell gewiesen, daß ich dich hab lernen kennen und in Christo Vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig sei deines großen Namens Ehre, deine Güte mancherlei, deine Kraft und wahre Lehre! Ich will dich dort ewig loben, wenn ich bin zu dir erhoben. 4. Dein Reich hast du auch zu mir hier in Gnaden lassen kommen, mich berufen und zu dir aus des Satans Macht ge⸗ nommen; Jesus hat mir Heil und Frieden durch sein Blut und Tod beschieden. 5. Darum wart ich mit Begier ganz getrost aufs Reich der Ehren, nichts durchaus mehr ist allhier, das mich soll davon abkehren; komm, o König, laß erscheinen, was ich wünsch und all die Deinen. 6. Deinem Willen thu ich mich ganz zu einem Opfer geben. Hab ich hier nicht völliglich nach demselben können leben, so werd ich doch dort erfüllen mit den Engeln deinen Willen. 7. Täglich Brot und allerlei, was zu meinem Stand gehöret, hast du, Vater, mild und treu mir zeitlebens auch bescheret; 282 Kreuz- und nun du Himmelsbrot willst geben, laß ich gern dies arme Leben. 8. Bleiben gleich die Meinen hier, die mich länger möchten sehen, weiß ich doch, daß nur bei dir steht ihr Weh und Wohl⸗ ergehen. Ich befehle deiner Güte, was mir lieget im Gemüte. 9. Nur, o Vater, laß du mir alle Schulden sein vergeben, daß ich rein und frei zu dir fahr aus diesem Sündenleben. Jesus hat mir Gnad erworben, mit ihm ist die Schuld gestorben. 10. So vergeb ich auch gar leicht, wie du, Vater, hast ge— heißen; aller Zorn und Rach entweicht, ich will lauter Lieb erweisen; weil du, Gott, so viel erlassen, will ich Mensch auch niemand hassen. 11. Rückt der letzte Kampf herzu, tobet heftig Sünd und Hölle, daß sie mir die Himmels⸗ ruh raub und meinen Glauben fälle, so steh du auf meiner Sei⸗ ten, die Versuchung zu bestreiten. 12. Mach mich alles Übels los, gieb der Sündennot ein Ende! Ich ergebe ganz und bloß mich in deine Vaterhände; wollest mich von allem Bösen, wie du weißt und kannst, erlösen. Trostlieder. Eigene Melodie. 433 Gn den ich als * Liebe kenne, der du Krankheit auf mich legst und des Leidens Flamm erregst, daß ich davon hitz und brenne, brenne doch das Böse ab, das den Geist bisher gehindert, das der Liebe Regung mindert, die ich öfters von dir hab. 2. In der Schwachheit sei du kräftig, in dem Schmerze sei mir süß, schaffe, daß ich dich ge⸗ nieß, wenn die Krankheit streng und heftig. Denn was jetzt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark verzehret, was den Körper jetzt beschweret, hat die Liebe selbst erregt. 3. Leiden ist jetzt mein Ge⸗ schäfte, andres kann ich jetzt nicht thun, als nur in dem Lei⸗ den ruhn. Leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Ge⸗ winnst, das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille, Leiden ist mein Gottes⸗ dienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an, denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden. Auch die Labung, die man mir zu des Leibes Notdurft giebet, 13. An dem allen zweifl ich kommt von dir, der mich ge⸗ nicht, denn du bist der Himmels⸗ könig; zu dir ist die Zuversicht, Welt und Höll ist dir zu wenig, liebet, alles kommt, mein Gott, von dir. 5. Laß nur nicht den Geist deine Kraft wird ewig stehen, deine Herrschaft nie vergehen. Nach V. L.v.Seckendorf g. 1626 4 1692. ermüden bei des Leibes Mattig⸗ keit, daß er sich zu aller Zeit in dich senk in Lieb und Frie⸗ deh. Schm fahrt mir n Herzl besche Freur samke leiden Fleis den entzů erner . Lebe Leib bleib Dar ich als nne, der egst und Ost, daß „brenne en Geist er Liebe ͤfters t sei du ierze sei dich ge⸗ it streng jetzt den Fleisch was den hat die lein Ge⸗ ich jebt dem Lei⸗ n meine ein Ge⸗ Vaters mft und Gottes⸗ 15 deinen ozlichen ensbahn ollenden. nan mit t giebet mich ge⸗ in Gott, n Gait Matlig⸗ ler Zei d Frie Kreuz⸗ und den. Laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seele Auf⸗ fahrt hindern und die Ruhe in mir mindern, unterstütze du das Herz! 6. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden, ganz in Ruh mit Freundlichkeit, sanfte mit Gehor⸗ samkeit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, wird errettet von den Sünden, so den Körper oft entzünden, und an seinem Geist erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben und dem Kreuze meinen Leib; gieb, daß ich mit Freude bleib an dich völlig übergeben. Dann so weiß ich festiglich, ich mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr kann verderben, denn die Liebe reinigt mich. Christ. Friedr. Richter g. 1676 4 1711. stel. Auf meinen lieben Gott. Odch trau auf meinen 43. Gott in aller Angst und Not; hat mich viel Kreuz betroffen, will ich doch auf ihn hoffen, er wird mir Hülfe senden und alles Elend wenden. 2. Ist gleich mein Leib voll Schmerz, und ängstet sich mein Herz, will es vor Leid und Plagen fast ganz in mir ver⸗ zagen, wird Gott nach seinem Willen doch alles wieder stillen. 3. Hält schon die Schwachheit an, daß ich daher nicht kann das Haus des Herren schauen und mich daselbst erbauen, soll 283 Trostlieder. mir mein Lager dienen, mit Gott mich zu versühnen. 4. Mein Gott, du hörtest mich so oft und gnädiglich, ach hör mein Flehn und Sehnen, zähl jetzt auch meine Thränen und kehre dies mein Leiden in Trost und süße Freuden! 5. Dies bitt ich, dies geschicht; und kommt die Rettung nicht in diesem Weltgetümmel, so gieb mir nur den Himmel, wo lauter Licht und Sonne, wo stete Freud und Wonne. 6. Nun mach es auf der Welt, mein Gott, wie dirs gefällt. Hilf mir aus allen Nöten, und wirst du mich auch töten, will ich im Tod und Leben mich dir doch ganz ergeben. Nach Hann. Gsb. 1740. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Qch hab in guten 43 N. Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl, so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja Herr, ich bin ein Sün⸗ der, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? ö 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. 284 Kreuz⸗ und 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade ver⸗ trau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld ver— ehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Morgenlied eines Kranken. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 436 G und Dank, die Nacht ist hin, es kommt der liebe Morgen; auf, schwacher Geist und matter Sinn, dir ist ja unverborgen, wie du die finstre Schmerzens⸗ nacht in Gottes Schutze zuge— bracht und glücklich überstanden. 2. Als ich mich zu der Ruh gelegt, war ich mit Schmerz um— geben; ich sprach, durch Schmerz und Furcht bewegt: Werd ich auch morgen leben? Die fast verdorrte Zunge frug, so oft die Viertelstunde schlug: Wann wird der Tag erscheinen? Trostlieder. 3. Gott hat mir mein Gebet gewährt, ich kann das Licht noch sehen. Drum will ich ihn, der mich erhört, mit Dank und Preis erhöhen und flehn, daß er es diesen Tag mit mir und meinem Kreuze mag nach seinem Willen machen. 4. Leb ich nicht fröhlich, frisch, gesund, bin ich dennoch zufrieden; hat schon der Schmerz mein Herz verwundt, will ich doch nicht ermüden; ich trage dieses harte Joch auch diesen Tag und weiter noch, so lang es Gott beliebet. 5. Mein Elend ist um Tag und Nacht nun gleichwohl kürzer worden; Gott, der mich so getreu bewacht, wird nebst der Engel Orden auch heute mit und bei mir sein und Hülfe, Rat und Trost verleihn; er weiß wohl, was mich drücket. 6. Ihm will ich meinen schwachen Geist und kranken Leib befehlen; was Jesus, der mein Helfer heißt, erwählt, will ich auch wählen; so geht es mir im Leben wohl, und wenn ich heute sterben soll, kann mir der Tod nicht schaden. 7. Ich bin ja, Herr, dein liebes Kind und werd es ewig bleiben, kein Schmerzenssturm, kein Kreuzeswind soll mich von Jesu treiben. Ach bleib bei mir bis an mein End und nimm die Seel in deine Händ, so bin ich wohl versorget. 1731. A&Æ .. —— ⏑2—— ein Gebet LUäht noh Rihn, der und Preis aß er es d meinem m Willen ich frisch, zufrieden mein Herz doch nicht eses harte und weiter eliebet. um Tag Hohl kürzer so getreu der Engil it und bei Rat und eiß wohl, meinen kranken sus, der ählt, wil cht es m wenn ich mir dei err, dein es eibih enssturm, mich bon i bei mi nimm die 10 bin ich 17⁰¹ XXII. Lob⸗ und Danklieder. Eigene Melodie. 43 7 9³⁷ Gott, dich • loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Dich Vater in Ewigkeit ehrt die Welt weit und breit. All Engel und Himmels Heer und was dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Seraphim singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott. Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit geht über Himmel und Erde weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all, die teuren Märtrer allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werte Christenheit rühmt dich auf Erden alle Zeit. Dich, Gott Vater im höchsten Thron, deinen rechten und eingen Sohn, den heiligen Geist und Tröster wert mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewiger Sohn du bist; der Jungfrau Leib nicht hast zu'rlösen das menschlich Ge⸗ schlecht. Du hast dem Tod zerstört sein Ma und all Christen zum Himmel bracht. Du sitzst zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist all des, was tot und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die mit dein'm teurn Blut erlöset sein, laß uns im Himmel haben teil mit den Heiligen in ewigem eil! Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, und segne, das dein Erbteil ist, wart und pfleg ihr zu aller Zeit und heb sie hoch in Ewigkeit! 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich und ehrn dein Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd und Missethat! Sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Not! Zeig uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber err, in Schanden laß uns nimmer⸗ mehr! Amen. Martin Luther g. 1483 1 1546. verschmäht, Nach dem Latein. Te deum laudamus. 286 Lob- und Pfalm 103. Eigene Melodie. 438 Ñ'u lob, mein Seel, 2 den Herren, was in mir ist, den Namen sein! Sein Wohlthat thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben/ nimmt dich in seinen Schoß, mit reichem Trost beschüttet, gleich; der Kön'g schafft Recht, behütet die Leidenden im Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Ge— richt, dazu sein Güt ohn Maßen, es mangelt an Erbarmung nicht. Sein Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold. Sein Güt ist hoch erhaben ob den'n, die fürchten ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie sich ein Vat'r erbarmet ob seiner jungen Kindlein klein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm Geschlechte und weiß, wir sind nur Staub, gleich⸗ wie das Gras von Rechte, ein Blum und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da, also der Mensch vergehet, sein End das ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner lieben G'meine, die steht in seiner Furcht bereit, die verjüngt dem Adler Danklieder. seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich; ihr starken Engel waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilig Wort; mein Seel soll auch ver⸗ mehren sein Lob an allem Ort. 5. Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! Der woll in uns vermehren, was er aus Gnade uns verheißt, daß wir ihm fest vertrauen, uns ganz verlaßn auf ihn, von Herzen auf ihn bauen, daß unser Herz und Sinn ihm allezeit anhangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen, wir werdens erlangen, glaub'n wir von Herzensgrund. V. 1—4 Joh. Gramann g. 14871 1541. Mel. Nun freut euch, liebe Christen 439. 5• gläubig Herz, gebenedei und gieb Lob deinem Herren! Ge— denk, daß er dein Vater sei, welchen du stets sollst ehren, die— weil du keine Stund ohn ihn mit aller Sorg in deinem Sinn dein Leben kannst ernähren. 2. Er ists, der dich von Herzen liebt und sein Gut mit dir teilet, dir deine Missethat vergiebt und deine Wunden heilet, dich waff— net zum geistlichen Krieg, daß dir der Feind nicht oben lieg und deinen Schatz zerteile. 3. Er ist barmherzig und sehr gut den Armen und Elenden, die sich von allem Übermut zu r herrsct starken dobs und zen Herm ein heilig auch vet⸗ llem Ott. Hreis mitt zohn und oll in unz 15 Gnode ihm fest verlafn auf ihn herz mo anhangen. Stund: erlanger, ensgrund, 457115ʃʃ je Christen ig Herz nedei und en! Ge⸗ Boter sii hren, di⸗ ohn ihn em Sinn ihren. n Herzen dir teilet gebt uun seiner Wahrheit wenden; er nimmt sie als ein Vater auf und giebt, daß sie den rechten Lauf zur Seligkeit vollenden. 4. Wie sich ein treuer Vater zeigt und Guts thut seinen Kin⸗ dern, also hat sich auch Gott ge⸗ neigt zu uns, den armen Sün⸗ dern; er hat uns lieb und ist uns hold, vergiebt uns gnädig, alle Schuld, macht uns zu Über⸗ windern. 5. Er giebt uns seinen guten Geist, verneuet unsre Her⸗ zen, daß wir vollbringen, was er heißt, wenns auch das Fleisch mag schmerzen; er hilft uns hie mit Gnad und Heil, verheißt uns auch ein herrlich Teil von seinen ewgen Schätzen. 6. Nach unsrer Ungerechtigkeit hat er uns nicht vergolten, viel⸗ mehr erzeigt Barmherzigkeit, da wir verderben sollten; mit seiner Gnad und Gütigkeit ist uns und allen er bereit, die ihn von Herzen lieben. 7. Was Gott nun angefangen hat, das will er auch vollenden. Nur geben wir uns seiner Gnad, opfern uns seinen Händen und thun daneben unsern Fleiß, hoffend, er werd zu seinem Preis all unsern Wandel wenden! 8. O Vater, steh uns gnädig bei, weil wir sind im Elende, daß unser Thun aufrichtig sei und nehm ein selig Ende. O leucht uns mit dein'm hellen Wort, daß uns an diesem dunklen Ort kein falscher Schein verblende. Lob- und Danklieder. 287 9. O Gott, nimm an zu Lob und Dank, was wir in Einfalt singen, und laß dein Wort mit freiem Klang durch unsre Her⸗ zen dringen! O hilf, daß wir mit deiner Kraft durch eine gute Ritterschaft des Lebens Kron erringen. Böhmische Brüder. Eigene Melodie. 440 Nen laßt uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein gegeben; die⸗ selben zu bewahren, thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung giebt er dem Leibe; die Seele muß auch bleiben, wie⸗ wohl tödliche Wunden sind kom— men von der Sünde. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben, Christus, für uns gestorben; der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Un⸗ fall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben, im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß sie uns fort behüte, die Großen mit den Kleinen; du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahr⸗ heit, gieb ewigliche Freiheit, zu 288 preisen deinen Namen durch Je⸗ sum Christum. Amen. Ludwig Helmbold g. 1532 1 1598. Ysalm 103. Eigene Melodie. 441 O meine Seel, du sollst den Herren preisen, was in mir ist, das muß ihm Ehr erweisen, auf, auf, mein Herz, und mache dich bereit! Vergiß ja nicht, vergiß nicht, mein Gemüte, was dir der Herr für wunderbare Güte erwiesen hat die ganze Lebenszeit. 2. Denn er hat dich von Sünden losgesprochen und denkt nicht mehr, was du bisher ver⸗ brochen, er machet dich von Schwachheit heil und rein. Es hat der Herr dein Leben vom Ver⸗ derben erlöst, daß du nicht ewig müssest sterben, dein Gott will dir forthin barmherzig sein. 3. Er krönet dich mit Gnad und mildem Segen, will deinen Mund mit reicher Fülle pflegen, er machet dich von seinen Gütern satt, daß du mit Lust darüber dich erfreuest und deine Kraft gleich Adlern gar verneuest, weil er mit Heil dich überschüttet hat. 4. Der Herr läßt Recht den— selben widerfahren, die vor be— drängt und unterdrücket waren; er hat sein Thun dem Mose kund gethan und seine Recht Israel wissen lassen; er ist voll Guͤt und will nicht immer hassen noch ewig⸗ lich mit Grimm uns sehen an. Lob- und Danklieder. 5. Der Herr ist fromm, barm⸗ herzig und sanftmütig, voll Gnad und Gunst, geduldig, treu und gütig, er handelt nicht mit uns nach unsrer Schuld, vergilt auch nicht nach unsern schweren Sün⸗ den. So weit die Höh des Him⸗ mels ist zu finden hier von der Erd, so weit reicht seine Huld. 6. So weit der Grund sich scheidet von der Festen, so weit der Ost ablieget von dem Westen, so weit läßt er die Sünden von uns sein. Sein Gnadenblick muß über die stets walten, die ihn mit Furcht für ihren Helfer halten, und rettet sie aus ihrer Not und Pein. 7. Wie unter uns ein Vaterherz Erbarmen mit Kindern hat, so thut der Herr uns Armen, es stehet Gott den Frommen kräftig bei. Er kennet ja uns dürftgen Erdentöpfe,“) ihm ist bewußt, daß dieses sein Geschöpfe ein leich⸗ ter Staub und schwaches Werk— zeug sei.) Klag. Jer. 4, 2. 8. Ein Mensch muß stets des Lebens End erwarten, er ist wie Gras, wie eine Blum im Gar⸗ ten, die sich sehr schön und liebͤ⸗ lich lässet an: wenn aber nur der Wind darüber fähret, ist ihre Zier hinweg und so verzehret, daß man die Stätt auch nicht mehr finden kann. 9. Des Herren Gnad ist aber überschwenglich, währt für und für und bleibet unvergänglich; auf Kindeskind wird seine Güt gebracht bei denen, die den Lob⸗- und Danklieder. Gottesbund stets üben und sein Befehl von ganzem Herzen lieben und sein Gebot zu halten sind bedacht. 10. Es ist sein Stuhl im Himmel zubereitet, sein Herr⸗ schaft ist um diese Welt gebrei— tet, sein Reich und Thron um⸗ schließt den Erdenkreis. Ihr Engel lobt, lobt ihn, ihr starken Helden, die ihr sein Thun und Willen an müßt melden, lobt unsern Gott und sagt ihm Ruhm und Preis! 11. Lobt unsern Gott, ihr alle seine Scharen, die ihr ihm dient und hin und her müßt fahren auf sein Geheiß; lobt ihn an jedem Ort, an dem er herrscht; lobt ihn, ihr seine Werke, rühmt seine Kraft, rühmt seiner Allmacht Stärke; lob ihn, mein Herz, o lob ihn fort und fort! 12. Gott Vater, Sohn und Geist, sei stets gepriesen für alle Güt, die du an mir erwiesen von Kindheit an bis jetzt auf diese Zeit. Herr, sieh mir bei, laß deine Gnad sich mehren, so will ich drum dir danken und dich ehren auf Erden hier und dort in Ewigkeit. V. 1—11 Joh. Franck g. 1618 1 1677. V. 12 Hannov. Gsb. 1657. Hirach 50, 24. Eigene Melodie. un danket alle 442. N Gott mit Her⸗ zen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und 289 allen Enden, der uns von Mut⸗ terleib und Kindesbeinen an un⸗ zählig viel zu gut und noch jetz⸗ und gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höch— sten Himmelsthrone, dem drei⸗ mal Einen Gott, wie es ur⸗ sprünglich war und ist und blei⸗ ben wird jetzund und immerdar. Martin Rinckhart g. 1586 4 1649. un danket alle 443. Gott mit Her⸗ zen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden, der lebend uns er⸗ hält von Mutterleibe an und thut uns alles Guts, mehr als man zählen kann. 2. Es wolle unser Gott ein fröhlich Herz uns geben, er lasse uns, sein Volk, in Frieden immer leben forthin zu unsrer Zeit, daß seine Gnad und Treu bei uns und unserm Land all⸗ weg beständig sei. 3. Der große, starke Gott woll uns von allem Bösen und was uns schaden kann gewaltiglich er⸗ lösen, er schütz und rette uns, er helf uns allezeit, so lang er uns allhier das Leben noch verleiht. 12 290 Lob⸗ und 4. Gott Vater, dir sei Preis hier und im Himmel oben, Gott Sohn, Herr Jesu Christ, wir wollen dich stets loben, Gott heilger Geist, dein Ruhm er— schalle mehr und mehr, o Herr, dreieinger Gott, dir sei Lob, Preis und Ehr! Hannoversches Gsb. 1657. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. an lobt dich in 444. M der Stille, du hocherhabner Zions⸗Gott, des Rühmens ist die Fülle vor dir, o Herr Gott Zebaoth. Du bist doch, Herr, auf Erden der From⸗ men Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und jauchzen schnell, die unaufhörlich schreien: Gelobt sei der Gott Israel!“*) Sein Name sei gepriesen, der große Wunder thut und der auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut. Nun, das ist meine Freude, daß ich an ihm stets kleb und niemals von ihm scheide, so lang ich leb und schweb. Ps. 40, 17. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht, denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun Danklieder. mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich hier, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Rist g. 1607 f 1667. Sirach 50, 24. Eigene Melodie, oder Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 4 4 5 Nin danket all und 2 bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut; 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld ver⸗ giebt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn in unserm Volk und Land, er gebe Glück zu unserm Thun und Heil zu allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn; was wie vergelt ichs dir? Ach bleibe aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. für und erheben eit dich hen und 1607. e gleich all und Shr, ihr „dem, eer im 1d singt höchstn überall terleibe lt nd lann, ut; ch hoch Muts, Ild ber⸗ Guts, fröhlich Lob⸗ und Danklieder. 291 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und wenn wir scheiden von der Erd, ver⸗ bleib er unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie, oder Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 446 Qch singe dir mit N Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust, ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Him⸗ melszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, werten, edlen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles thun, du hältst die Wach an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treulich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu⸗ sehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kum⸗ mer sei; kein Zähr⸗ und Thrän⸗ lein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Man⸗ gel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut, dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkft du dich in deinem Sinn und grämst dich der dich gemacht. Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, 19²⁷ 292 Lob⸗ und 16. Hat er dich nicht von Ju⸗ gend auf versorget und ernährt? Wie manches schweren Unglücks Lauf hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment, nein, was er thut und läßt ge⸗ schehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nicht darein, so wirst du hier im Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. ollt ich meinem 447. S Gott nicht sin⸗ gen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt also— bald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Danklieder. Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief er— gründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Re⸗ gierer durch die Welt zur Him⸗ melspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Macht zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn. O du ungegründter Tier und Kräuter und Getreide, in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Mor⸗ mein gleich if ex⸗ Ding Lieb in edlen seinem in Re⸗ Hin⸗ mein hellen Todes Hölle Ding 3 Lieb rgehen edacht; stehen, hlin mein nichts Gott noögen währt b in Heete etellt; lkehre, hält: reide, , in berall Ding Leb sein mein Mor⸗ Lob⸗- und Danklieder. 293 gen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan hergeführt, die mich doch mein Lebetage nie⸗ mals noch bisher gerührt; Got⸗ tes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzu⸗ richten war gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigleit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus den Bahnen weicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine stehn. Wenn der Winter ausge⸗ schneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, er⸗ freuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu um⸗ fangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Nun danket alle Gott. 448. G nen Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augen⸗ blick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Maße und muß endlich stille Not Rat, Trost und Hülfe schafft. —— 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet, gelobet sei der Liu des Namen heilig heißt, ott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist! 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig, Heilig singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit. Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Joh. Olearius g. 16114 1684. Mel. Es ist das Heil uns kommen her, oder Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ. 449 S Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmels⸗ heer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, 29⁴4 Lob⸗ und Danklieder. 4. Ich rief zum Herrn in mei⸗ ner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nim⸗ mer nicht von seinem Volk ge⸗ schieden, er bleibet ihre Zuver⸗ sicht, ihr Segen, Heil und Frie⸗ den. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf er⸗ mangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Uberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgend finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren, man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre, ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott, der Herr ist Gott, darüber will er früh und spat mit seiner Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! der Herr ist Gott.k) Gebt unserm Gott die Ehre! 5 1 Kön. 18, 39. 9. So kommet vor sein Ange⸗ sicht mit jauchzenvollem Sprin⸗ gen, bezaͤhlet die gelobte Pflicht imei⸗ nimm mein ließ dank, ach Gebt nim⸗ lk ge⸗ zuver⸗ Frie⸗ leitet her. rel f er⸗ Welt ft del selbs, denen inden die Leben hren, esang Mein mein Geht amen die Nacht t die macht Gott, sserm 5,0. lnge⸗ prin⸗ llicht Lob- und Danklieder. 295 und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jak. Schütz g. 1640 1 1690. Eigene Melodie. 450 Le den Herren, 2 den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lob⸗ gesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses ver⸗ spüret? 3. Lobe den Herren, der künst⸗ lich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abra⸗ hams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, Lobende, schließe mit Amen! Joachim Neander g. 1650 4 1680. Eigene Melodie. underbarer Kö⸗ 451. Wĩ nig, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen! Deine Vatergüte hast du lassen triefen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk uns doch, laß die Zunge singen, laß die Stimme klingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten mehr als aller Menschen Staaten; großes Licht der Sonne, schieße deine Strah⸗ len, die das große Rund be— malen; lobet gern, Mond und Stern, seid bereit zu ehren einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glau⸗ benslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, klinge! Wirf dich in den Staub dar⸗ nieder! Er ist Gott Zebaoth, er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet. O wohl dir! Glaube mir: Endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander g. 1650 f 1680. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr, oder Nun freut euch, liebe Christen g'mein. 452. B durch seine große Güte, bis her König, Dank dafür! 296 Lob⸗ und hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte, bis hieher hat er mich geleit, bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank für die bisherge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue. In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat große Ding gethan an mir und mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuer Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, hilf mir im Leben, Tod und Not, durch Christi Schmerzen, Blut und Tod, hilf mir, wie du geholfen. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt g. 1637 4 1706. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 453 omit soll ich dich • wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! Danklieder. 3. Vater, wenn mein Herz be⸗ denket, wie dich meine Sünden⸗ schuld oft betrübet, oft gekränket, und wie deine Lieb und Huld mich aus Langmut doch getragen, so muß ich beschämet sagen: Tausendtausendmal sei dir, gro⸗ ßer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich überlege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden noch den Grund hier zu ergründen. Tau⸗ sendtausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sünden Höhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgesöhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausendtau⸗ sendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 6. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben Denn ich dir, daß mein gänzliches Ver⸗ kann mit nichts erreichen deine langen möcht an deinem Willen Gnad und Liebeszeichen. Tau⸗ hangen. Tausendtausendmal sei sendtausendmal sei dir, großer dir, großer König, Dank dafür! König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Ge⸗ müte, daß ich deine Wunder— macht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausendtausendmal sei dir, gro⸗ 7. Wie ein Vater nimmt und giebet, nachdems Kindern nütz⸗ lich ist, so hast du mich auch ge— liebet, Herr mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenom⸗ men, wenns auch gleich aufs höchste kommen. Tausendtau⸗ sendmal sei dir, großer König, Dank dafür! ( 8. Mic flgeln o in den Tl wunderba schien all doch dei Tausendte der Köni 9. Vat lauter G du hast deine I dich, o ich stets sendtauf König, 10.7 Iu, Lob un bisher: Lebens Nsüu Cwigki für un dir. Ludw — 45 und e so stin vom ein Lo Hetʒ be⸗ Sünden⸗ gekränket, ind Huld getragen, t sagen: dir, gro⸗ überlege, tigkeit du vege mich so weiß noch den en. Tau⸗ „ großer ine Seele iehn, daß le möchte die mich mit Kraft Isendtau⸗ L König, bald mit rr mein in Herze ergeben hes Ver⸗ m Willen iIdmal sei dafür! mmt und un nüb⸗ Lob- und Danklieder. 297 8. Mich hast du auf Adlers⸗ jeder Puls ein Dank und jeder flügeln oft getragen väterlich, Odem ein Gesang! in den Thälern, auf den Hügeln 3. Was schweigt ihr denn, ihr wunderbar errettet mich. Wenn meine Kräfte? Auf, auf, braucht schien alles zu zerrinnen, ward allen euren Fleiß und stehet doch deiner Hülf ich innen. munter im Geschäfte zu Gottes Tausendtausendmal sei dir, gro⸗ meines Herren Preis! Mein ßer König, Dank dafür! Leib und Seele, schicke dich und 9. Vater, du hast mir erzeiget lobe Gott herzinniglich! lauter Gnad und Gütigkeit, und 4. Ihr grünen Blätter in den du hast zu mir geneiget, Jesu, Wäldern, bewegt und regt euch deine Freundlichkeit, und durch doch mit mir! Ihr schwanken dich, o Geist der Gnaden, werd Gräschen in den Feldern, ihr ich stets noch eingeladen. Tau⸗Blumen, laßt doch eure Zier zu sendtausendmal sei dir, großer Gottes Ruhm belebet sein und König, Dank dafür! stimmet lieblich mit mir ein! 10. Tausendmal sei dir gesun⸗ 5. Ach alles, alles, was ein gen, Herr mein Gott, Preis, Leben und einen Odem in sich hat, Lob und Dank, daß es mir soll sich mir zum Gehülfen geben, bisher gelungen. Ach laß meines denn mein Vermögen ist zu matt, Lebens Gang ferner doch durch die großen Wunder zu erhohn, Jesu Leiten nur gehn in die die allenthalben um mich stehn. Ewigkeiten! Da will ich, Herr, 6. Wer überströmet mich mit für und für ewig, ewig danken Segen? Bist du es nicht, o dir. reicher Gott? Wer schützet mich Ludw. Andr. Gotter g. 1661 4 1735. auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst Eigene Melodie. mit meiner Sündenschuld un⸗ 454 daß ich tausend säglich gnädige Geduld. Zungen hätte 7. Ich hab es ja mein Lebetage und einen tausendfachen Mund, schon so manch liebes Mal ge⸗ so stimmt ich damit in die Wette spürt, daß du mich unter vieler vom allertiefsten Herzensgrund Plage durch Not und Trübsal ein Loblied nach dem andern an hast geführt, denn in der grö⸗ von dem, was Gott an mirs Gefahr ward ich dein gethan. Trostlicht stets gewahr. 2. O daß doch meine Stimme 8. Wie sollt ich nun nicht voller schallte bis dahin, wo die Sonne Freude in deinem steten Lobe steht! O daß mein Blut mit stehn? Wie wollt ich auch im Jauchzen wallte, so lang es noch tiefsten Leide nicht triumphie⸗ im Laufe geht! Ach wär enrend einher gehn? Und fiele 298 Lob⸗ und auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin. Da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Johann Mentzer g. 1658 4 1734. Eigene Melodie. 455 Laserns den Herren • preisen und ver⸗ mehren seinen Ruhm, stimmet an die süßen Weisen, die ihr seid sein Eigentum. Ewig währet sein Erbarmen, ewig will er uns umarmen mit der süßen Liebeshuld, nicht gedenken unsrer Schuld. Preiset ewig seinen Namen, die ihr seid von Abrams Samen, rühmet ewig seine Werke, gebet ihm Lob, Ehr und Stärke! 2. Ehe noch ein Mensch ge— boren, hat er uns zuvor erkannt und in Christo auserkoren, seine Danklieder. ihm bescheret; ewig wollen wir uns üben, über alles ihn zu lieben. ö 3. Ja wir wollen nun mit Freuden zu dem lieben Vater gehn, uns an seiner Liebe weiden, wie die thun, die vor ihm stehn, heilig, heilig, heilig singen. Halleluja soll erklingen unserm Gotte und dem Lamm, unserm holden Bräutigam. Lasset seinen Ruhm erschallen und erzählt sein Werk vor allen, daß er ewig uns erwählet und zu seinem Volk gezählet. 4. Lernet euren Jesum kennen, der euch teur erkaufet hat, lernet ihn fein lieblich nennen euren uld uns zugewandt. Selbst der Himnte und die Erden müssen uns zu Dienste werden, weil Bruder, Freund und Rat, euren starken Held im Streiten, eure Lust in Fröhlichkeiten, euren Trost und euer Heil, euer aller⸗ bestes Teil. Ewig solche Güte währet, die euch durch ihn wider— fähret; ewig soll das Lob er⸗ klingen, das wir ihm zu Ehren singen. 5. Tretet nur getrost zum Throne, da der Gnadenstuhl zu sehn; es kann euch von Gottes Sohne nichts als Lieb und Huld geschehn. Er erwartet mit Ver⸗ langen, bis er könne uns um⸗ fangen und das allerhöchste Gut uns mitteilen durch sein Blut. Große Gnad ist da zu finden, er will sich mit uns verbinden, und soll niemals etwas können wir durch sein liebstes Kind seine uns von seiner Liebe trennen. Kinder worden sind. Ewig solche 6. Er hat nunmehr selbst die Gnade währet, die er uns in Fülle seiner Gottheit aufgethan, n wir n zu n mit Vater eiden, stehn, ingen. nserm nserm seinen lt sein Ewig einem nnen, lernet euren euren eure euren aller⸗ Güte ider⸗ Rer⸗ Hren zum stuhl jottes Huld Ver⸗ um⸗ Gut Blut. den, uden, nnen R. die han, Lob⸗ und Danklieder. und es ist sein ernster Wille, daß nun komme jedermann. Keiner soll sich hiebei schämen, sondern Gnad um Gnade nehmen; wer ein hungrig Herze hat, wird aus seiner Fülle satt. Ewig solche Fülle währet, die uns so viel Guts bescheret; Wonne, die uns ewig tränket, wird uns daraus eingeschenket. 7. Nun, du Liebster, unser Lallen, damit wir dir dankbar sein, laß dir gnädig wohlgefallen, bis wir alle insgemein ewig deine Gütigkeiten mit gesamtem Lob ausbreiten, da wir werden Gloria singen und Halleluja. Preis, Ehr, Ruhm, Dank, Macht und Stärke und was rühmet seine Werke werde unserm Gott gegeben! Laßt uns ihm zu Ehren leben! Chr. Jakob Koitsch g. 1671 4 1735. Eigene Melodie. 456 ch erkennet, liebste Seelen, unsers Gottes Gütigkeit, helfet seinen Ruhm erzählen, die ihr sein Geschöpfe seid. Euch gebühret Dank zu geben dem, der euch viel Guts gethan und sich euer noch daneben nimmt mit solcher Treue an. 2. Denket, da wir gar nichts waren, hat er uns zu was ge⸗ macht, er hat uns von Jahr zu Jahren wunderbarlich fort ge— bracht. Nichts ist, was wir an uns haben, das nicht alles von ihm fließt; es sind lauter Gottes⸗ 299 gaben, die der arme Mensch genießt. 3. Wer ist, der ihn hat ver⸗ bunden, dich zu schaffen, Men⸗ schenkind? Wer, daß wir zu diesen Stunden frisch, gesund und fröhlich sind? Wer giebt uns die Leibeskräfte, das Ver⸗ mögen, den Verstand, zu ver⸗ richten die Geschäfte? Nichts denn Gottes Gnadenhand. 4. Ferner will er noch er⸗ halten, was er uns gegeben hat; seine Gnade läßt er walten über alle früh und spat; er will uns vor allem Schrecken, vor des Satans Trug und List unter seinem Schutz bedecken, da man recht gesichert ist. 5. Lasset darum, liebste Seelen, laßt uns alle, groß und klein, ihm den besten Dank erwählen, welcher heißt: gehorsam sein. Lobet sein allweises Fügen, rüh⸗ iet alles, was er schickt; wer sich läßt daran genügen, bleibet immerfort beglückt. Friedr. Konr. Hiller g. 1662 1 1726. Mel. Es ist das Heil uns kommen her, oder Allein Gott in der Höh sei Ehr. 457 B' her dem 2 Herren Lob und Ehr aus freudigem Gemüte, ein jeder Gottes Ruhm vermehr und preise seine Güte. Ach lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Not, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet alle⸗ zeit die großen Wunderwerke, 300 Lob⸗ und Danklieder. die Majestät und Herrlichkeit, nur Odem hat, das danke seinem die Weisheit, Kraft und Stärke, Namen! ihen die er beweist in aller Welt und Chriacus Günther g. 1650 4 1704. har dadurch alle Ding erhält; drum danket seinem Namen! Dsalm 146. 90 3. Lobt Gott, der uns er⸗ Eigene 55 den 5— schaffen hat, Leib, Seele, Geist Le e den Herren, ö and Pbrn aus lauter väterlicher 458. o meine Seele! 0 Gnad uns allen hat gegeben, der Ich will ihn loben bis in Tod; eug uns durch seine Engel schützt und weil ich noch Stunden auf Erden Frot täglich giebet, was uns nützt; zähle, will ich lobsingen meinem 1 drum danket seinem Namen! Gott. Der Leib und Seel ge⸗ st! 4. Lobt Gott, der uns schenkt geben hat, werde gepriesen früh und seinen Sohn, der für uns ist und spat: Halleluja, Halleluja! Hal . gestorben und uns die selge 2. Fürsten sind Menschen, 00 Lebenskron durch seinen Tod er⸗(vom Weib geboren, und kehren Tri worben, der worden ist der um zu ihrem Staub; ihre An— zur Hölle Gift, der Frieden hat mit schläge sind auch verloren, wenn lch ott gestift; drum danket seinem nun das Grab nimmt seinen— ö Namen! Raub. Weil denn kein Mensch Kbl 5. Lobt Gott, der in uns durch uns helfen kann, rufe man Gott or den Geist den Glauben ange⸗um Hülfe an. Halleluja, Halle⸗ zündet und alles Gute noch ver⸗luja! ö heißt, uns stärket, kräftigt, grün⸗ 3. Selig, ja selig ist der zu den det, der uns erleuchtet durch sein nennen, des Hülfe der Gott Ro I Wort, regiert und treibet fort Jakobs ist, welcher vom Glau— O und fort; drum danket seinem ben sich nicht läßt trennen und I Namen! hofft getrost auf Jesum Christ. 6. Lobt Gott, der auch dies Wer diesen Herrn zum Beistand ö gute Werk, so in uns angefangen, hat, findet am besten Rat und 6 vollführen wird und geben Stärk, That. Halleluja, Halleluja! das Kleinod zu erlangen, das er. 4. Dieser hat Himmel, Meer hat allen dargestellt und seinen und die Erden und was darinnen Gläubgen vorbehält; drum danket ist gemacht; alles muß pünktlich seinem Namen! erfüllet werden, was er uns 7. Lobt Gott, ihr starken Se⸗einmal zugedacht. Er ists, der m ö raphim nebst Fürstentum und Herrscher aller Welt, welcher ei ö Thronen! Es loben Gott mit uns ewig Glauben hält. Halle⸗ 6 ö heller Stimm, die hier auf Erden luja, Halleluja! se wohnen! Lobt Gott und preist. 5. Zeigen sich welche, die Un⸗. ihn früh und spat, ja alles, was recht leiden, er ists, der ihnen erren, Seelel Tod; Erden leinem el ge⸗ früh luja! ischen, kehren e M⸗ wenn seinen lensch Gott halle⸗ er zu Gott Lob- und Danklieder. 301 Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft; die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt die tief ge⸗ Rat und That lebenslang er⸗ wiesen hat. 2. Herr Gott Vater, lauter Segen trieft von deiner milden Hand, den du mir hast aller⸗ wegen, wie ich wünsche, zuge— wandt; aus wie viel Bekümmer⸗ nissen hast du mich, mein Gott, beuget gehn; wo er kann einige gerissen! Tausendtausendmal sei Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Trutz, Witwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen ver⸗ kehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist dir, treuer Vater, Dank dafür! 3. O Herr Jesu, Heil und Leben ist in deinem Blute mein, alle Sünden sind vergeben, und ich bin gerecht und rein; ja du willst in meiner Seelen deine Wohnung dir erwählen. Tau⸗ sendtausendmal sei dir, liebster Heiland, Dank dafür! 4. Heilger Geist, an deinen König ewiglich, Zion, dein Gott Gaben spür ich keinen Mangel sorgt stets für dich. Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist! Halleluja, Halleluja! J. D. Herrnschmidt g. 1675 4 1723. Halleluja, Mel. Jesu, meines Lebens Leben. chwing dich auf, 459. S mein ganz Ge⸗ müte, und geh in den Himmel ein, denn es muß des Höchsten Güte hier und dort gepriesen sein. Ach mit tausendtausend nicht; und was wollt ich größers haben als dies gnadenvolle Licht, daß ich weiß, an wen ich gläube, und ein Gotteskind verbleibe. Tausendtausendmal sei dir, werter Tröster, Dank dafür! 5. Ach daß alle meine Glieder lauter Zungen möchten sein, daß ich mich durch Lobelieder könnte recht in Gott erfreun, und daß lauter Preis und Ehre so ein süßes Opfer wäre, das ihm würde Tag und Nacht tausend⸗ tausendmal gebracht. 6. Doch du wirst mein schwaches Lallen, o Gott Vater, Sohn und Geist, dir auch lassen wohl gefallen, das dich hier auf Erden preist, bis ich malen kann ich ihm das nicht dich im Himmel oben mit den bezahlen, was er mir durch Engeln werde loben. Ja da 302 Lob⸗ und lob und preis ich dich ewig, ewig, ewiglich. Erdmann Neumeister g. 1671 1 1756. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Danklieder. 7. Drum preise, mein Gemüte, die wunderbare Güte, die dir von Gott geschicht. Im Leben und im Sterben läßt sie dich nicht verderben, denn Gott ver— 460 Arf, auf, mein ganz läßt die Seinen nicht. * Gemüte, und preise Gottes Güte, die je und ewig währt, die alles hat zu geben, was man im ganzen Leben zum Segen wünschet und begehrt. Erdmann Neumeister g. 1671 1 1756. Eigene Melodie. 461. Daad 2. Gott hat sie lassen walten Ehre, ihr Schall pflanzt seinen und mich dadurch erhalten von Namen fort, ihn rühmt der Erd⸗ Mutterleibe an; ich spüre sie kreis, ihn preisen die Meere; ver⸗ noch täglich, daß also mir un⸗ nimm, o Mensch, ihr gottlich säglich viel Gutes wird durch sie Wort! gethan. 3. Gott macht sie alle Morgen durch väterlich Versorgen an Leib und Seele neu; er lässet sie des⸗ gleichen bei Nacht nicht von mir weichen, daß sie mein Schild und Sonne sei. 4. Sie fördert meine Werke, daß ich mit Freude merke, wie Gott mir freundlich ist; kein Kummer darf mich stechen noch mein Vergnügen brechen, weil sie mich in die Arme schließt. 5. Wenn durch betrübte Tage manch Kreuz und manche Plage mir an die Seele tritt, so ist sie auch zugegen und bringet Trost und Segen aus meines Gottes Liebe mit. 2. Wer trägt der Himmel un⸗ zählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weis⸗ heit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen un⸗ zählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gieb ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein ist 6. Ja wenn die Not am größ⸗Himmel und Erde, an meinen ten, so folgt, daß man am besten Werken kennst du mich. Ich bins die Güte Gottes spürt; zuletzt und werde sein, der ich sein werde, muß doch erscheinen, daß Gottes dein Gott und Vater ewiglich. Hand die Seinen zwar wunder⸗ lich, doch selig führt. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott Hemüt, die dit u Leben sie dich ott ber⸗ 1117⁵⁰ rüh⸗ Evigen seinen er Erd⸗ re; ber⸗ göttlich lel un⸗ ihrt die Sie cht uns Weg he die Natur Weis⸗ Stürke Herrn en un⸗ einsten Durch m die sollst ein is meinen h bins werde, hich „ bin Gott Lob- und Danklieder. 303 der Ordnung und dein Heil; ich 7. Er half und wird mich bins, mich liebe von ganzem Ge⸗ ferner erlösen, er hilft, der Herr müte und nimm an meiner ist fromm und gut; er hilft aus Gnade Teil! der Versuchung zum Bösen und Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. giebt mir zu der Tugend Mut. — 8. Dir dank ich für die Prü⸗ Eigene Melodie. fung der Leiden, die du mir 462 Dꝛ bists, dem liebreich zugeschickt, dir dank ich 2 tuhm und für die häufigern Freuden, wo⸗ Ehre gebühret, und Ruhm und mit mich deine Hand beglückt. Ehre bring ich dir. Du, Herr. 9. Dir dank ich für die Güter hast stets mein Schicksal regie⸗ der Erden, für die Geschenke ret, und deine Hand war über deiner Treu; dir dank ich, denn mir. du hießest sie werden, und deine 2. Wenn Not zu meiner Hütte Güt ist täglich neu. sich nahte, so hörte Gott der 10. Dir dank ich für das Herr mein Flehn und ließ nach Wunder der Güte: selbst deinen seinem gnädigen Rate mich nicht Sohn gabst du für mich; von in meiner Not vergehn. ganzer Seel und ganzem Gemüte, 3. Ich sank in Schmerz und von allen Kräften preis ich dich. Krankheit danieder und rief: O11. Erhebt ihn ewig, göttliche Herr, errette mich! Da half mir Werke! Die Erd ist voll der Gott, der mächtige, wieder, und Huld des Herrn. Sein, sein ist mein Gebein erfreute sich. Ruhm und Weisheit und Stärke, 4. Wenn mich der Haß deser hilft und er errettet gern. Feindes betrübte, klagt ich Gott 12. Er hilft; des Abends wäh⸗ kindlich meinen Schmerz. Er ret die Klage, des Morgens die half, daß ich nicht Rache verübte, Zufriedenheit. Nach einer Prü⸗ und stärkte durch Geduld mein fung weniger Tage erhebt er uns Herz. zur Seligkeit. 5. Wenn ich verirrt vom rich. 13. Vergiß nicht deines Gottes, tigen Pfade mit Sünde mich o Seele, vergiß nicht, was er umfangen sah, rief ich zu ihm, dir gethan; verehr und halte dem Vater der Gnade, und seine seine Befehle und bet ihn durch Gnade war mir nah. e an! 6. Um Trost war meine Seele Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. so bange, denn Gott verbarg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: Eigene Melodie. Ach Herr, wie so lange? und 463 Ge ist mein Lied, Gott verließ den Schwachen er ist der Gott nicht. der Stärke, Herr ist sein Nam, 304 Lob⸗ und und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schel⸗ ten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerech— tigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zei— ten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Him⸗ mel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest, ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte; schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet Danklieder. immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast wer— den lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist dei⸗ ner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden, und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen, sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Trutz. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. enn ich, o 464. W Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht zugehöre. Herr, ich von Bewundrung voll nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. 3f und Güt Wo 4 und Sat auck meil ruft mich gem. Ehr 5 deir keit den Nomens meinem acht von Ein st wer seines ist dei⸗ Du Luft hal und ied und führst n, und rn und pfangen , Hert, ollt ich Troste mein Schutz, verden, zimmel selbst nen her. ich, 0 höͤpfe, t deiner ür alle so waiß nicht, . mein atel. Lob⸗ und 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke: Der Himmel, prächtig ausge— schmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar be— reitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu er— kennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Danklieder. 30⁵ Eigene Melodie. 465 ie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhär— tetem Gemüte den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Lang— mut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärlt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück ge— nießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du er— schaffen bist, wo du mit Herr— lichkeit umgeben Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein: sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz ge⸗ schrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Näch— sten gleich als mich. 2⁰ 306 Lob- und Danklieder. 5. Dies ist mein Dank, dies 6. O Gott, laß deine Güt und ist sein Wille, ich soll vollkom⸗ Liebe mir immerdar vor Augen men sein, wie er. Indem ich sein, sie stärk in mir die guten dies Gebot erfülle, stell ich sein Triebe, mein ganzes Leben dir Bildnis in mir her. Lebt seine zu weihn, sie tröste mich zur Lieb in meiner Seele, so treibt Zeit der Schmerzen, sie leite 10 mich zu jeder Pflicht, und ob mich zur Zeit des Glücks und ch schon aus Schwachheit fehle, sie besieg in meinem Herzen die herrscht doch in mir die Sünde Furcht des letzten Augenblicks! nicht. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. üt und Augen guten en dir ch zur e leite 3 und zen die icks! 1769. D. Lieder für besondere Stände, Zeiten und Verhältnisse. XXIII. Morgen⸗, Tisch⸗ und Abendlieder. a. Morgenlieder. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. 466 teht auf, ihr 2 lieben Kinder⸗ lein, der Morgenstern mit hellem Schein läßt sich frei sehn gleich⸗ wie ein Held und leuchtet in die ganze Welt. 2. Willkommen sei, du schöner Stern! Du bringst uns Chri⸗ stum, unsern Herrn, der unser lieber Heiland ist; darum du hoch zu loben bist. 3. Ihr Kinder sollt bei diesem Stern erkennen Christum, unsern Herrn, Marien Sohn, den treuen Hort; der leuchtet uns mit sei⸗ nem Wort. 4. Gotts Wort, du bist der Morgenstern, wir können dein gar nicht entbehrn, du mußt uns leuchten immerdar, sonst sitzen wir im Finstern gar. 5. Leucht uns mit deinem Glänzen klar und Jesum Chri⸗ stum offenbar', treib aus der Finsternis Gewalt, daß nicht die Lieb in uns erkalt. 6. Willkommen sei, du lieber Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag; leucht uns in unsee Herzen fein mit deinem hellen Himmelsschein! 7. O Jesu Christ, wir warten dein: dein heiligs Wort leucht' uns so fein! Am End der Welt bleib nicht lang aus und führ uns in deins Vaters Haus! 8. Du bist die liebe Sonne klar; wer an dich gläubt, der ist fürwahr ein Kind der ewgen Seligkeit, die deinen Christen ist bereit. 9. Wir danken dir, wir loben dich hie zeitlich und dort ewig— lich für deine groß Barmherzig⸗ keit von nun an bis in Ewigkeit. Erasmus Alberus g. um 1500 1553. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. ie helle Sonn 467. D leucht jetzt her⸗ für, fröhlich vom Schlaf auf— stehen wir; Gott Lob, der uns heut diese Nacht behüt hat vor des Teufels Macht! 20⁷ 30⁸ Morgenlieder. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt! Laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wäch⸗ ter sein! 3. Daß unser Herz in G'horsam leb, deinꝛ*m Wort und Willn nicht widerstreb, daß wir dich stets vor Augen habn in allem, das wir fangen an. 4. Laß unser Werk geraten wohl, das ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Niklas Herman 1561. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 468. n wenn ich früh aufsteh, und abends, wenn zu Bett ich geh, sehn meine Augen, Herr, auf dich, Herr Jesu, dir befehl ich mich. 2 In den heilgen fünf Wun⸗ den den da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut, mein Schutz ist nur dein heilges Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm dein heilges Blut die Sünd hinnahm, drum, ich wach oder schlafe ein, wollst du, Herr, allzeit bei mir sein! 4. Dein' Engel mir stets halten Wacht, drum ich Tod, Teufel, Höll nicht acht, denn wo ich bin, bist du bei mir, mein Glück und Kreuz kommt alls von dir. 5. Ich leb od'r sterb, so bin ich dein, darum ich dir die Seele mein befehl jetzund und auch im Tod, nimm sie zu dir, o treuer Gott! 1593. Eigene Melodie. 469 A EFuud; san iun Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum, unsern Herren, dein eingebornen Sohn, 2. Daß du mich hast aus Gna⸗ den in der vergangnen Nacht vor G'fahr und allem Schaden be— hütet und bewacht. Ich bitt de⸗ mütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnot, vor Ar⸗ mut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellen Tod. 4. Mein Leib, mein Seel, mein Leben, mein Ehr und Gut be⸗ wahr! Dir will ich übergeben 56 und immerdar als dein Geschenk und Gab mein Eltern und Verwandten, Gefreundte und Bekannten und alles, was ich hab. 5. Dein' Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammerthal sein Tück an mir nicht übe, nicht Leib und dauch u dit, 1593. Herzens sag ich dieser Leben Thron, Chren Herren, àGna⸗ icht vor en be⸗ bitt de⸗ Sünd Leben hehüten ö vors Morgenlieder. 309 Seel betrübe und mich nicht bring zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, denn er all Ding vermag. Er segne meine Thaten, mein Vor⸗ nehmen und Sach! Ihm hab ich heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben und was er mir sonst geben; er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen ihm wohl⸗ gefallen lan. Und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott beschieden in mein'm Beruf und Stand. 1592. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 470 D walt Gott 2 Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist ins Himmels Thron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Mor⸗ gen früh in rechter Andacht meine Knie und ruf zu dir mit heller Stimm, dein Ohren neig, mein Red vernimm! 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig hast behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zu⸗ gebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mein Wächter und Gefährten sein! 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit schönen Gaben zier, er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gieb Gnad, daß ich mein Werk und Pflicht mit Freude diesen Tag verricht zu deinem Lob und meinem Nutz und meinem Nächsten thue Guts. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich vom Übel abgewandt mein Seel mit Sünden nicht beschwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Mein'n Aus⸗ und Ein⸗ gang heut bewahr, daß mir nichts Übels widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hülf ist not. Martin Behm g. 1557 4 1622. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. heilige Dreifal⸗ 471. tigkeit, o hoch⸗ gelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist! 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, daß mich der Satan nicht verletz noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Güte mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins fin⸗ stern Herzens Schrein! 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei, o mein Erlöser, bei 310 Morgenlieder. mir sei, o Tröster wert, weich nicht von mir, mein Herz mit deinen Gaben zier! 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte mich, ur gnä⸗ diglich, Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt! Nach Martin Behm g. 1557 T 1622. Eigene Melodie, oder Herzlich thut mich verlangen. ank sei Gott in der 472.D Höhe zu dieser Morgenstund, durch den ich wiedr aufstehe vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte fest ge⸗ bunden mit Finsternis die Nacht, ich hab sie überwunden durch Gott, der mich bewacht. 2. Wiedrum thu ich dich bitten, o Schutzherr Israel, du wollst treulich behüten den Tag mein Leib und Seel. All christlich Obrigkeiten, auch Schule und Gemein in diesen bösen Zeiten laß dir befohlen sein! 3. Erhalt uns durch dein Güte bei deiner reinen Lehr, vor Ketzerei behüte, streit für dein Wort und Ehr, daß wir und unser Same hinfort in einem Geist bekennen: Herr, dein Name sei groß und hochgepreist! 4. Dem Leibe gieb daneben Nahrung und guten Fried, ge— sund und mäßig Leben, dazu ein froh Gemüt, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben und Fleiß drauf wenden, als rechte Christenleut. 5. Gieb mildiglich dein Se⸗ gen, daß wir nach dein'm Ge⸗ heiß nur gehn auf guten Wegen, thun unser Amt mit Fleiß, daß jeder seine Netze auswerf und auf dein Wort sein Trost mit Petro setze; so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein zu Nutz, das will der Satan wehren mit List und großem Trutz; doch kann ers nicht vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, herrschest in allen Dingen und unser Beistand bist. 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachsn und leben und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben und wachsen immer mehr; dein guter Geist uns treibe zu Werken deiner Ehr! Joh. Mühlmann g. 1573 1 1613. Eigene Melodie. 473 G des Himmels 0 und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist erhält, 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. C„‚ in Se⸗ im Ge Wagen, diß, doß rf und ost mit Arbeit Chren utz, das mit List ch lann veil du, eerrschet unser Reben, ist du, ben und ilf, daß wachsen Geist er Ehr! 11613. — immels Erden, r Geist t läßt nd uns e Hand men ist dir von in dieser st, Not utt und Feindes worden 0 Morgenlieder. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hülf und Rat ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort! Nirgends als von dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum! 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert g. 1604 4 1651. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 474 V' deinen Thron 2 tret ich hiemit, o Gott, und dich demütig bitt: Wend doch dein gnädig An⸗ gesicht von mir blutarmen Sün⸗ der nicht! 311 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht nach deinem Eben⸗ bild; in dir web, schweb und lebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderbar und unver— hofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, des Lebens Notdurft giebst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich in Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllenglut, das schwer Gesetz für mich erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt und mir mein armes Herz verzagt, alsdann brauchst du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein Fürsprach allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud, ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, des Gnade in mir alles schafft, ist etwbas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich alles dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sakrament behalt und lieb bis an mein End; 10. Daß ich fest in Anfech— tung steh und nicht in Trübsal 31² Morgenlieder. untergeh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freude überwind. 11. Drum danke ich mit Herz und Mund dir, Gott, in dieser Morgenstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat, 12. Und bitt, daß deine Gnadenhand bleib über mir heut ausgespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schutz ich dir befehl. 13. Hilf, daß ich sei von Her⸗ zen fromm, damit mein ganzes Christentum aufrichtig und recht— schaffen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sün⸗ denschuld und hab mit deinem Knecht Geduld, zünd in mir Glauben an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gieb! 15. Ein selig Ende mir bescher, am jüngsten Tag erweck mich, Herr, daß ich dich schaue ewig⸗ lich. Amen, Amen, erhöre mich! Bodo v. Hodenberg(2) g. 1604 1 1650. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. ach auf, mein 475. Wĩ Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem from⸗ men Menschenhüter! 2. Heint), als die dunkeln Schatten mich ganz umgeben hatten, hat Satan mein begehret, Gott aber hats gewehret. ) heute Nacht. 3. Ja, Vater, als er suchte, daß er mir schaden möchte, lag ich in deinem Schoße, dein Flügel mich umschlosse. 4. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, Trotz dem, der dich betrüge! Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 5. Dein Wort das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen, von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich verneuet. 6. Du willst ein Opfer haben: hie bring ich meine Gaben, mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder. 7. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen, du kannst ins Herze sehen, denn du weißt, daß zur Gabe ich ja nichts Bessers habe. 8. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 9. Sprich ja zu meinen Tha⸗ ten, hilf selbst das Beste raten, den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende! 10. Mich segne, mich behüte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. 476 Lebet den Herren alle, die ihn fürchten, laßt uns mit Freude seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar brin⸗ gen! Lobet den Herren! hte,slag „ dein N Kind, der dich laß dir Sonne schehen, sehen, t, dein 1. haben: n, mein der sind ht ber⸗ Hetze daß zur habe. llenden senden, ge auf NTha⸗ raten, ude, ach el behüte, te, dein bis ich 176. —— Herren die— Freude 0 Preis ir brin⸗ ů Morgenlieder. 313 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket. Lobet den Herren! 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren! 4. Daß Feuerflammen uns nicht allzusammen mit unsern Häusern unversehns gefressen, das machts, daß wir in seinem Schoß gesessen. Lobet den Herren! 5. Daß Dieb und Räuber unser Gut und Leiber nicht angetast und grausamlich verletzet, da⸗ wider hat sein Engel sich gesetzet. Lobet den Herren! 6. O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schwe⸗ ben. Lobet den Herren! 7. Gieb, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unverhindert gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! 8. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen, lehr uns ver⸗ richten heilige Geschäfte, und wo wir schwach sind, da gieb du uns Kräfte! Lobet den Herren! 9. Richt unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu wer⸗ den vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! 10. Herr, du wirst kommen und all deine Frommen, die sich bekehren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig singen: Lobet den Herren! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Eigene Melodie. ie güldne Sonne 47 60 D voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzer⸗ quickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Ver⸗ mögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erde vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter, dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergetzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und meh⸗ ren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 314 Morgenlieder. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn! Laster und Schande, des bösen Feinds Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke, laß mich auf deinen Geboten bestehn! 6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, un⸗ christliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus! 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn; alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden die müssen das werden, was sie ge⸗ wesen vor ihrem Entstehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken, seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone, laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein abegewandt! Sonsten regiere mich, lenke und führe, wie dirs gefället, ich habe ge⸗ stellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, wo⸗ mit mein Leben ich kann er⸗ nähren, so laß mich hören all⸗ zeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig mei⸗ nem Gebeine, das weißt du alleine, nie hast die Deinen zu sehr du betrübt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und seliger Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 478 Di Nacht ist nun * vergangen, der helle Tag bricht an, die Sonn hat angefangen zu laufen ihre Bahn; mein Herz soll auch auf⸗ steigen, und alles, was ich bin, sich zu der Erde neigen aus demutsvollem Sinn. 2. Die Himmel all erzählen des höchsten Gottes Ehr; das Haus der frommen Seelen und aller Engel Heer weist uns durch so viel Sterne die überschöne en, wo⸗ un er⸗ en all⸗ Wort: ichönste Süßte allen . ränken, soll von tragen, e dir es tüchtig ig mei⸗ eißt öu inen zu nde das Meeres Sausen ünschtes lle und warten dahin icht. 11167. .—— rlangen. t ist nun igen, der eSonn Morgenlieder. 31⁵ Pracht, auf daß wir hier von ferne dahin auch sein bedacht. 3. Mein Gott, laß mich ver⸗ achten, was irdisch, eitel ist, und nach dem Himmel trachten in dieser Lebensfrist, laß mich den Tag hinbringen in der Gott— seligkeit und ritterlich durchdrin— gen zur ewgen Himmelsfreud! Georg Ph. Harsdörfer g. 1607 4 1658. Mel. Auf meinen lieben Gott. o tret ich demnach 479. S an, so gut ich immer kann, mein Amt, Beruf und Wesen, dazu mich Gott er⸗ lesen; der wird mir seinen Segen auch wissen beizulegen. 2. Dir, Vater, sag ich Dank, daß du mein Lebenlang so reichlich mich ernähret und manche Gnad bescheret; laß deine Güt und Gaben mich heute ferner laben! 3. Ach mein Herr Jesu Christ, der du mein Helfer bist, ach segne meine Werke, mich selbst vom Himmel stärke, damit ich deinen Willen in allem mög erfüllen. 4. Behüte Seel und Leib und alles von mir treib, was meine Nahrung hindert und deinen Segen mindert; ja laß in Fried und Freuden mich dann von hinnen scheiden! Joh. Heinr. von Hippen. 1676. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 480 Non tret ich wieder aus der Ruh und geh dem sauren Tage zu, wie was für neue Plag mir heute noch begegnen mag; doch weiß ich, daß mich träget mein from⸗ mer Gott in seiner Hut, daß mir die Last nicht Schaden thut. 2. Zwar meine Bürd ist täglich neu, doch ist mein Gott auch täglich treu, der träget meine Sorgen. Vor abends keiner recht vernimmt, was ihm den Tag all ist bestimmt; es bahnt ein jeder Morgen mir einen frischen Weg zur Pein, der kann mit Gott erstiegen sein. 3. Wie wenig hab ich oft gedacht, daß so würd sein zu End gebracht die saure Tages⸗ bürde; doch hab ich abends wohl gespürt, daß du mich, höchster Gott, geführt, daß mich dein Schein und Würde geleitet, mir geleuchtet hat auf meinen Weg und Kreuzespfad. 4. Weil ich denn des versichert bin, was traurest du, verzagter Sinn, die Bürd auf dich zu legen? Trag, was du kannst, Gott träget mit; der Herr der Welt der strauchelt nicht, bei ihm ist lauter Segen. Mit ihm geh ich denn frisch daran und scheue nicht die Leidensbahn. 5. So ist getrost mein frischer Mut, wenn ich mich in des Höchsten Hut kann eingeschlossen sehen; doch daß ich des versichert sei, muß ich von Sünden leben frei und Gottes Wege gehen; mein Gott geht nimmer meinen Steg, wo ich nicht wandle seinen mir ist auferleget. Nicht weiß ich, Weg. 316 Morgenlieder. 6. Drum, liebster Gott, leit meinen Fuß, daß ich dir folg in wahrer Buß, und läutre mich von Sünden! So kann ich als ein kühner Held bestreiten diese böse Welt, mit dir sie überwinden; so tret ich mutig an den Tag und scheue nicht, was kommen mag. 7. Ich leg auf dich, mein Gott und Herr, was mir zu tragen wird zu schwer, die Last, die mich ge⸗ bogen; ich lege meine Würd und Stand in deine große Allmachts⸗ hand, die du mir nie entzogen; mit der hast du von Jugend auf geleitet meinen Lebenslauf. 8. Ich leg in deinen Schoß hinein, die meine Blutsver⸗ wandte sein; da sind sie wohl beschlossen; ich lege meine arme Seel in Jesu sichre Wunden⸗ höhl; du wirst sie nicht verstoßen, wenn sie vom Leibe scheidt der Tod. Ich leg mich ganz in dich, mein Gott. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig⸗— Wolfenbüttel g. 1633 1 1714. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 481 Qn Gottes Namen N fang ich an, was mir zu thun gebühret, mit Gott wird alles wohl gethan und glück⸗ lich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, ist allent⸗ halben recht und gut und kann uns auch gedeihen. 2. Gott ist, der das Vermö— gen schafft, was Gutes zu voll⸗ bringen, er giebt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen; ist er mit uns und sein Gedeihn, so muß der Zug gesegnet sein zum reichen Uberflusse. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, der wird gar leichtlich reich gemacht durch Gottes mil⸗ den Segen. Da wird der From⸗ me immer satt, daß er von seiner Arbeit hat auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt und Land und füllet sie mit Freude. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken, laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken, gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müssiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden; hilf, daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Hei⸗ land, dir, hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gieb, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange. Salomon Liscow g. 1640 4 1689. und sein esegnet usse. Riiche seinen leichtlich tes mil⸗ From⸗ n seiner n Brot rommen rönet sie n Welt i ihnen decket si gnet ihte füllet sie r Nu meinen Gnade merken, st dazu, ich thu, deinen meiden, scaffen Freuden; ler Treu n sei und und bleib meiner stet He⸗ evollende krlichkei, Ibendzeit fange· 1011bb Morgenlieder. Eigene Melodie. orgenglanz der 482. M Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht! 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar! 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Ach du Aufgang aus der Höh, gieb, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth g. 16364 1689. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 483 Doi walte Gott, • der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Arbeit an, mit Gott nur geht es glück⸗ lich fort, drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert von Gott 317 Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht, drum auch mein Mund mit Freude spricht: Das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, wo Gott nicht giebet, da gebrichts; Gott giebt und thut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in mei— ner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist, drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mirs zu jeder Stund, drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt! ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat, er giebt und nimmt, machts, wie er will, drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und giebt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten 318 Morgenlieder. Vaterbrauch thut er mir Guts, dein Eigentum, mit ihr dich drum sprech ich auch: Das walte Gottl 10. Ohn Gott nichts glückt und seine Gunst, nichts hilft Ver— stand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freude an: Das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß, drum sprech ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Johann Betichius g. 1650 f 1722. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel.2. 484 Jesu, süßes 2 Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen, nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenken mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, sie sei heut vermähle in deiner Liebes⸗ kraft; da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklä⸗ ren allermeist! 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus. Ach allerliebstes Leben, ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Den Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget: laß meiner Seele sein dein Bildnis einge⸗ präget im güldnen Glaubens⸗ schmuck, in der Gerechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe, auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Gieb, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgebe, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe innig— lich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. Joachim Lange g. 1670 1 1744. hr dich Liebes⸗ Geist, verklä⸗ ein Leib u, zur 3. Ach hn, ach ze nich, eib mit jetzt die meiner Keinge⸗ aubens⸗ tigket, rechte ce mich be, mit durch uch mit n kleide schmückt sen Tag schwebe, nich wie aß mein .n e innig⸗ Stund. thu, I deines ühr und geschh hn und 701½¹½ Morgenlieder. 319 Eigene Melodie. 48 5 üter, wird die 2 Nacht der Sün⸗ den nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verwickelt binꝰ 2. Möcht ich wie das Rund der Erden licht doch werden; Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Er⸗ scheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht ent⸗ nommen, da du kommen, aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben, Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und er⸗ quicken, Jesus muß die Sonne sein. 6. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 7. Jesu, gieb gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an! Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christ. Friedr. Richter g. 1676 4 1711. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 486(Eausane euch, er⸗ 2 quickte Glieder, die dunkeln Schatten sind vorbei; der liebe Morgen zeigt sich wieder und machet Gottes Güte neu, die mich in dieser Nacht bedeckt und nun zur Arbeit aufgeweckt. 2. Gott Lob, der mich vor allem Schaden bei meiner stillen Ruh bewacht, daß mich der Reichtum seiner Gnaden zu seinem Preise tüchtig macht; ich bin vergnügt, ich bin erquickt und warte, was Gott heute schickt. 3. Sein guter Geist wird mich regieren, der leite mich auf ebner Bahn und helfe mir mein Werk vollführen, in seinem Namen fang ichs an; sein Segen wird mein Sonnenschein und seine Huld mein Schatten sein. 4. Mein Gott, so laß dich gnä⸗ dig finden, dir hab ich alles heimgestellt, ach nur behüte mich vor Sünden! Doch wenn das Fleisch aus Schwachheit fällt, so richte mich durch Jesum auf und sei du selbst mein Lebenslauf! 5. Weil jeglicher von unsern Tagen auch seine Plage mit sich führt, mein Gott, so laß mich nicht verzagen, wenn mich ein Kreuz und Unglück rührt. Deck mich durch deine Gnadenhand, so wird es glücklich abgewandt. 32⁰ 6. Nun, Seel und Leib sei dir ergeben, bei dem sie wohl ver⸗ wahret stehn; und soll der Rest von meinem Leben noch diesen Tag zu Ende gehn, so mache du durch Christi Blut auch meinen letzten Abschied gut! 7. Wohlan, des tröst ich mich im Glauben: Im Glück und Un⸗ glück bin ich dein, aus deiner Dr kann mich nichts rauben. rum soll mein stetes Denkmal sein, das mir im Sinn und Herzen liegt: Was mein Gott fügt, macht mich vergnügt. Erdmann Neumeister g. 1671 1 1756. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. ie Nacht ist hin, 487. D wach auf mein Herz, du sollst ein Opfer bringen, laß deine Flügel himmelwärts sich nach den Wolken schwingen! Denn Gottes Treu ist wieder neu, er hat dir Licht und Leben von neuem jetzt gegeben. 2. Bring deines Weihrauchs Wohlgeruch vor deines Schöpfers Throne, komm, bitte Segen für den Fluch in Christo seinem Sohne! Die Gnadenthür ist offen hier, so lasse denn dein Beten zu Gottes Herzen treten. 3. Du Sonne der Gerechtig⸗ keit, vertreib die Nacht der Sünden und laß an diesem Morgen heut viel Gnadentau mich finden! Hast du die Nacht mich wohl bewacht, so sei auch nun am Tage ein Schutz vor aller Plage! Morgenlieder. 4. Das Gute wende du zu mir, das Böse laß mich fliehen und deine Hand mich für und für nur nach dem Himmel ziehen! Gieb Rat und That so früh als spat zu allen meinen Werken, laß deinen Geist mich stärken! 5. Ich werfe meine Last auf dich, ach, hilf sie treulich tragen, machs wie du willst, nur seliglich, ich will es auf dich wagen. Kein Kreuz ist mir zu schwer bei dir. Es thut mir deine Rute auch heute was zu gute. 6. Du bist mein Gott, das weiß ich wohl, laß mich nur dein verbleiben und was ich heute wirken soll, zu deinen Ehren treiben! Dein Segen blüh durch meine Müh, daß, wenn ich Schweiß vergieße, er nicht um⸗ sonst mir fließe. 7. Laß auch die Meinen diesen Tag dein Gnadenauge leiten! Und weil ich gar nicht wissen mag das Ende meiner Zeiten, so gieb, daß ich mich stetiglich des letzten Tages freue und meine Schuld bereue. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 488 Gun du Licht, das 2 ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsternis vertreibet, der du bleibest, wie du bist, ich verlasse meine Ruh. Rufe: Werde licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht ver⸗ kläret werde. zu mir, en und nd für ziehen! rüh als Werken, irken! ast auf tragen, seliglich, n. Kein bei dit. te auch ott, das nur dein h heute Ehren üh durch enn ich icht um⸗ n diesen leiten! wissen eiten, so lich des d meine 21¹⁵⁷ —— Gemüte. Morgenlieder. 321 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf, gieb ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite 401 Lauf, laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, der ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt, ach erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild, sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke und befördre meine Pflicht, bleibe meiner Schwachheit Stärke, mei⸗ nes Lebens Kraft und Licht, laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre sein, hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 5. Führ mich bald zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht heller als der Sonnenschein, schön, unsterb⸗ lich, engelrein; laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Salomo Franck g. 1659 1 1725. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. 489. F dein Werk mit Jesu an, Jesus hats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf, geh mit Jesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen! 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu be— streiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten, er wird dich vor ihrer List schützen und behüten. Setz nur das Ver⸗ trauen dein in sein Allmachts-⸗ hände und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben, endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben, es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben! All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in dei— nem Namen, laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf Amen. Um 1734. Eigene Melodie. Jesu, meines 490. O Lebens Licht, nun ist die Nacht vergangen; mein Geistesaug zu dir sich richt, dein Anblick zu empfangen. 2¹ 322 Morgenlieder. 2. Du hast, da ich nicht sorgen konnt, mich vor Gefahr bedecket und auch vor andern mich gesund nun aus dem Schlaf erwecket. 3. Mein Leben schenkst du mir aufs neu, es sei auch dir ver⸗ schrieben, mit neuem Ernst, mit neuer Treu dich diesen Tag zu lieben. 4. Dir, Jesu, ich mich ganz befehl, im Geiste dich verkläre: dein Werkzeug nur sei meine Seel, den Leib bewahr und nähre! 5. Durchdring mit deinem Lebenssaft Herz, Sinne und Gedanken, bekleide mich mit deiner Kraft, in Proben nicht zu wanken. 6. Mein treuer Hirte, sei mir nah, steh immer mir zur Seiten, und wenn ich irre, wollst du ja mich wieder zu dir leiten. 7. Sei du alleine meine Lust, mein Schatz, mein Trost und Leben! Kein andres Teil sei mir bewußt, dir bin ich ganz ergeben. 8. Zeig mir in jedem Augen⸗ blick, wie ich dir soll gefallen, zeuch mich vom Bösen stets zu⸗ rück, regiere mich in allen! 9. Gieb, daß ich meinen Wan⸗ del führ im Geist, in deinem Lichte, und als ein Fremdling lebe hier vor deinem Angesichte. 10. Ach halt mich fest mit deiner Hand, daß ich nicht fall noch weiche; zeuch weiter durch der Liebe Band, bis ich mein Ziel erreiche. Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Mel. O Jesu, meines Lebens Licht. 91. Men D Dank, erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicher⸗ heit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? er ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 4. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu ge⸗ eben. 5. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 6. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 7. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele, sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 8. Gieb mir ein Herz voll Zu⸗ versicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue; 9. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; ens Licht Gefühl leis und e Seele! bgesang, lel zen ohne hlief in Sicher⸗ e für die ge seine hedecken? d seinem ecken? ind Gott st unser es uns neu ge⸗ Gott der e Treue, en Naht . auf mir e wallen ber thun Iu. 1 gnädiz ne Seele, Gefahr, hle. ooll 3u sieb und erz/ das williz e che strebe, echt turc Tischlieder. 10. Daß ich dem Nächsten bei⸗ zustehn nie Fleiß und Arbeit dorten, scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 11. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht ge⸗ nieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Mel. Kommt 100 laßt uns Christum ehren. 492. F. am Morgen Jesus gehet und vor allen Thüren stehet, klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 323 2. Nun so lasset ihn nicht thut ihm auf des Her⸗ zens Pforten und ruft ihn mit 1 Worten: Eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns blei⸗ ben, alle Feinde von uns trei⸗ ben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf grüner Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reich— tum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen! Jesus wird heut mit uns gehen und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. Gerh. Chr. H. Stip g. 1809 T 1882. Tischlieder. Mel. Erhaltuns, Herr, bei deinem Wort. esegn uns, Herr, 493. G die Gaben weis die Speis laß unsre Nahrung sein, hilf, daß dadurch erquicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd. 2. Doch dies zeitliche Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein, dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. 3. Drum gieb uns beides, Herre Gott! Hilf endlich auch aus aller Not! So preisen wir dein Gütigkeit hier und auch dort in Ewigkeit. 1561. Vor dem Essen. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 49 4 Wir danken Gott — für seine Gabn, die wir von ihm empfangen habn, und bitten unsern lieben Herrn, er woll uns allzeit mehr beschern, 2. Und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Herr, du wollst uns gebn nach dieser Zeit das ewge Lebn! Nach dem Essen. 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns'r Gast ge⸗ 2* ——— wesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht Not, du bist das rechte Lebensbrot. 1589. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 495. Edemen Hundre, tröste die betrübten Sünder, Abendlieder. sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Nach Joh. Heermann g. 1585 4 1647. C. Abendlieder. Eigene Melodie. 496 De du bist drei 2 in Einigkeit, ein wahrer Gott von Ewigkeit, die Sonn mit dem Tag von uns weicht, laß leuchten uns dein göttlich Licht! 2. Des Morgens, Gott, dich loben wir, des Abends auch beten vor dir; unser armes Lied rühmet dich jetzund, immer und ewiglich. 3. Gott Vater dem sei ewig Ehr, Gott Sohn, der ist der einge Herr, und dem Tröster, dem heilgen Geist, von nun an bis in Ewigkeit. Martin Luther g. 1483 4 1546, nach dem Lateinischen Olux, beata trinitas. Eigene Melodie. 497 Corisc du bist der * helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag, du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach lieber Herr, behüt uns heint) in dieser Nacht vorm bösen Feind und laß uns in dir ruhen fein und vor dem Satan sicher sein.*) heute Nacht. 3. Ob schon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker sein, halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teu⸗ fels List, der stets nach unsrer Seele tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein teures Blut; das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. 6. Befiehl dem Engel, daß er komm und uns bewach, dein Eigentum, gieb uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreieinigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Alberus g. um 1500 1553, nach dem Lateinischen Christe, qui lux es et dies. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 498. Ha Scein, die finstre Nacht bricht stark Gaben, haben, n Leben Nahrung zu den nelstafel 5 116⁴⁷ uschlafen ch wacker in rechte falln in ert deu des Teu⸗ h unsrer uns hab ererbtes n teures nVaters nlet hat. „ daß er 5 dein ie lieben mSatan nNamen bei uns tinigkei Abendlieder. herein, leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern tappen nicht! 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schad, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väter⸗ licher Güt. 3. Womit wir, Herr, erzürnet dich, dasselb verzeih uns gnädig⸗ lich und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns mit Fried und Ruh! 4. Die Engel dein zur Wach bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns heint!), o lieber Gott!*) heute Nacht. Niklas Herman 1 1561. Eigene Melodie, oder Herzliebster Jesu. 499. Di Nacht ist kom⸗ men, drin wir ruhen sollen; Gott walts zu Frommen nach sein'm Wohl⸗ gefallen, daß wir uns legen, durch sein G'leit und Segen der Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister, halt die Nachtwach gern, sei selbst unser Schutzherr, schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel! 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich auf⸗ wachen und von dir nicht wanken. Laß uns mit Züchten unser Thun und Dichten zu dein'm Preis richten! 3²⁵ 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, hilf den Gefangnen, tröste die Betrübten! Pfleg auch der Kinder, sei selbst ihr Vormünder, des Feinds Neid hinder! 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zu⸗ komme, dein Will werd be⸗ weiset; frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben, erlös uns! Amen. Böhmische Brüder. Mel. Herr Jesu Laht. meins Lebens 500, W. Christ, daß du unser Erlöser bist und schützest uns vor aller G'fahr durch deiner lieben Engel Schar. 2. Wir gehn nun hin zu unsrer Rah; ach rechn es unsrer Seel nicht zu, was leider wir gesündigt habn, vergieb uns alls, o Gottes Sohn! 3. Dein' Engel laß stets um uns sein, die allzeit uns be⸗ wachen fein, daß Satan habe keine Macht an uns bei Tage noch bei Nacht. 4. Vor Feur, vor Seel⸗ und Leibesnot behüt uns, lieber Herre Gott, in deinem Nam laß schlafen ein uns, deine lieben Kinderlein! 5. Es g'scheh, was mag, wir sind ja dein, erlöst durch dein fünf Wunden rein; dir leben wir, dir sterben wir, dein Kinder sind wir für und für. 6. Amen, Amen zu guter Nacht, der Engel Gottes uns Ewigkeit, wir gehn zur Ruh ohn alles Leid. Nikol. Selnecker g. 1532 1 1592. Eigene Melodie. erde munter, 501. Wĩ mein Gemüte, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat gethan an mir, als er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag, vor Betrübnis, Schand und Schaden treu be— hütet hat in Gnaden. 2. Lob und Dank sei dir ge⸗ sungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich hast bewahrt, auch die Feind hinweg getrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ver⸗ stehen deine Güt und Wunder⸗ that, ja kein Menschenkind kann sehen, was dein Hand erwiesen hat. Deiner Wohlthat ist zu viel, sie hat weder Maß noch Ziel. Herr, du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun ver⸗ gangen, die betrübte Nacht bricht an; es ist hin der Sonne Pran⸗ gen, so uns all erfreuen kann. Stehe mir, o Vater, bei, daß dein Glanz stets vor mir sei und mir auch im Finstern scheine, denn ich hoff auf dich alleine. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Misso⸗ Abendlieder. bewacht. Gott Lob und Dank in beladen und so sehr vergiftet geschlossen. that, die mein armes Herz hat; treib des Satans List und Tück, Gott, durch deine Kraft zurück, du alleine kannst mich retten, strafe nicht mein Uber⸗ treten! 6. Bin ich gleich von dir ge⸗ wichen, stell ich mich doch wieder ein; hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. 7. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewig⸗ keit, dir will ich mich ganz be⸗ fehlen diese Nacht und allezeit; bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel schier; tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. 8. Wenn mein Augen schon sich schließen und ermüdet schlafen ein, muß mein Herz dennoch geflissen und auf dich gerichtet sein. Meiner Seele mit Begier träume stets, o Gott, von dir, daß ich rein an Seel und Leibe und auch schlafend dein verbleibe. 9. Laß mich diese Nacht em⸗ pfinden eine sanft und süße Ruh, alles Übel laß verschwin⸗ den, decke mich mit Segen zu! Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder?), Hab und Gut, Freunde, Feind und Haus⸗ genossen sein in deinen Schutz *) all die Meinen. es Herz vergiftet List und ine Kraft inst mich in Über⸗ n dir ge⸗ ch wieder ein Sohn Ingst und ugne nicht ne Gnad er als die in mir ftommen der Evig⸗ Hganz ke Nallezeit; bei mir, tel schier; liebe, daß be. gen schon et schlafen 9. Raichtt mit Begier yon dir, ind Libe verlleibe Nacht emn⸗ und süße vushe Segen zu: 1 But, Hab und ind Haus⸗ un Schuh die Meinen Abendlieder. 327 10. Ach bewahre mich, vor Schrecken, schütze mich vor Über⸗ fall, laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Krie— ges Schall, wend ab Feur und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod, laß mich nicht in Sünden sterben noch an Leib und Seel verderben! 11. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat, Jesu, den ich stets verehre, bleibe ja mein Schutz und Rat! Und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlichs Flehen! Amen, ja es soll geschehen. Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. un ruhen alle 502. N Wälder, Vieh, Menschen, Stadt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sterne prangen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glie⸗ der, geht hin und legt euch nie⸗ der, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn ver⸗ drossen, im Nu sind sie ge— schlossen; wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben ein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch selig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Engel Schar! Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. 503. Danham n gewendet und was sie soll auf diesen Tag vollendet; die dunkle Nacht dringt allenthalben zu, bringt Menschen, Vieh und alle Welt zur Ruh. 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage, daß du mich heut vor aller Not und Plage durch deine Gnad und hochgelobte Macht hast unverletzt und frei hindurch gebracht. 3. Vergieb, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet, laß alle Schuld durch deinen Gnaden⸗ schein in Ewigkeit bei dir er⸗ loschen sein! 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht vertraue, und daß der Leib auf diesen schweren Tag sich seiner Kraft fein sanft erholen mag. 5. Vergönne, daß der lieben Engel Scharen mich vor der Macht der Finsternis bewahren, auf daß ich vor der List und Tyrannei der argen Feind im Schlafe sicher sei. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabes strecken, so blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns hast den großen Tag bestimmt, dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. 1648. Abendlieder. Eigene Melodie. 504 Dr lieben Sonne „ Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet, die Welt hat sich zur Ruh ge⸗ macht; thu, Seel, was dir ge⸗ bühret, tritt an die Himmels⸗ thür und bring ein Lied herfür, laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin! 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl und gebet eure Strahlen, ihr macht die Nacht des Lichtes voll; doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schutz, mein Schatz und Eigentum. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Tieren; doch Einer ist, der oben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlummert, Jesu, nicht dein Aug, auf mich gericht, drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dies schlichte Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seele Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen, du wirst, mein Schutzherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, auch selber nicht den Tod; denn le. en Sonne und Pracht führet, die Ruh ge⸗ as dir ge⸗ Himmels⸗ ied herfür, und Sinn tet hin! ne leuchtet Strahlen, des Lichtes end Malen Herz die ein Jesus, tein Schutz jentum. herrschet nschen und er ist, der ein Schlaf hlummert, auf mich nein Herz daß Iesus nicht dies dir, Jis, zen ist kin dir bringe. lann, a Cs ist doc 20 Jau, . 1n Bin befhla tzherr/ l ten meinet eine Not, Tod; denn Abendlieder. 329 wer mit Jesu schlafen geht, mit Freude wieder aufersteht. 6. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dies sein mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall möcht rufen überall: Ach Jesu, Jesu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein. 7. Nun, matter Leib, gieb dich zur Ruh und schlafe sanft und stille, ihr müden Augen schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille. Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So wird der Schluß recht wohl gemacht. Nun Jesu, Jesu, gute Nacht! Christian Scriver g. 1629 4 1693. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. 505 D. Tag ist hin, 2 mein Jesu, bei mir bleibe! O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe, geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit, erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen, dir sei die Ehr, daß alles wohl ge⸗ lungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständig⸗ keit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzens⸗ kündiger, ich strauchle noch wie gethan. ein Unmündiger. 4. Vergieb es, Herr, was mir sagt mein Gewissen; Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen. Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein, da ist die Hand: du mein, und ich bin dein. 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, zu mei⸗ nem Trost dein sieghaft Schwert umgürte, bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen, ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen! O Lebenssonn, erquicke meinen Sinn! Dich laß ich nicht, mein Fels. Der Tag ist hin. Joachim Neander g. 1650 4 1680 Eigene Melodie. 506 N᷑u sich der Tag 2 geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsternis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht! 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; ach aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich 330 Abendlieder. 5. Den setz ich dir zum Bür⸗ gen ein, wenn ich muß vors Gericht; ich kann ja nicht ver⸗ loren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein, mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf, ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl! 9. Und also leb und sterb ich dir, mein Gott, Herr Zebaoth, im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Joh. Friedr. Hertzog g. 1647 1 1699. Mel. Auf dich hab ich gehoffet, Herr. it meinem Gott 50 7. M geh ich zur Ruh und thu in Fried mein Augen zu, denn Gott im Himmelsthrone über mich wacht bei Tag und Nacht, schafft, daß ich sicher wohne. 2. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, der du allein mein Helfer bist, laß mich kein Leid erfahren, durch deinen Schutz vors Teu⸗ fels Trutz dein Engel mich be— wahren! 3. Befiehl, o Herr, den En⸗ geln dein, daß sie stets um und bei uns sein; all Ubel von uns wende! Gott heilger Geist, dein Hülf uns leist an unserm letzten Ende! 4. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 5. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum! Amen. Nach C. Becker u. Adam Reusner. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel.2. 508 I Jesu, wache * du, denn jetzt geh ich einzuschlafen; gieb mir und den Meinen Ruh, bleib, o Hirt, bei deinen Schafen, schließ die Thüren selber zu, treuer Jesu, wache du! 2. Treuer Jesu, weiche nicht, sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, das oft mit der Nacht einbricht, uns mit Ach und Weh erwecken. Bleib bei uns, o Gnadenlicht, treuer Jesu, weiche nicht! 3. Treuer Jesu, steh uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und kein Feind uns solchen raube. Deine Hülfe mach uns frei, treuer Jesu, steh uns bei! 4. Treuer Jesu, kommt es nun einst einmal mit mir zum Ster⸗ ben, so bring mich zu deiner Ruh, mache mich zum Himmels⸗ erben, schließ mir selbst die Augen zu, treuer Jesu, meine Ruh! eist befehl nein Gott, imm mich ihrer Gott, am letzten Ehr und Bater und gen Geist tlich Kraft ich INsum im Reusner. nicht. Mel 2. esu, wache un jetzt geh mir und ib, 0 Hirt, schließ die uer Jesu, iche nicht, urcht und der Nacht und Weh uns, o su, weiche 9 ins bei, 1d Glaube, Er sei, und en raube. uns ftei, beil mt es nun zum Ster⸗ zu deinel immels⸗ die Augen Rohl Abendlieder. 331 5. Treuer Jesu, nimm zu dir endlich mich und all die Meinen! Bricht dereinst der Tag herfür, da du selber wirst erscheinen, ach so führ uns insgemein, treuer Jesu, zu dir ein! 1697. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 509 H es ist von mei⸗ nem Leben wie⸗ derum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mirs auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat, denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und vom Morgen bis jetzund pfleget Herze, Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gna⸗ den, habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen, doch vergieb mir alle Schuld! Deine große Vatertreu werde die— sen Abend neu, so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei, decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei! Lösche Feur und Lichter aus und be⸗ wahre sonst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht in Unglück müsse weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun; sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und ver⸗ hindere die That! Wend auch alles andre Schrecken, das der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird, denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund er⸗ wachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein. Oder hast du, lieber Gott, heut be⸗ stimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann g. 1648 f 1715. Mel. O Traurigkeit. er Tag ist hin; 510. D Wein Srntund Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da; sei du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen, treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen! 3. Der Sonne Licht uns jetzt gebricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne! 332 4. Des Mondes Schein fällt nun herein, die Finsternis zu mindern; ach daß nichts Ver⸗ änderlichs meinen Lauf möcht hindern! 5. Das Sternenheer zu Gottes Ehr am blauen Himmel flimmert; wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert! 6. Was sich geregt, zuvor bewegt, ruht jetzt von seinen Werken; laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken! 7. Ein jeder will bei solcher Still der süßen Ruhe pflegen; laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen! 8. Halt du die Wach, damit kein Ach und Schmerz den Geist berühre, sende deiner Engel Schar, die mein Bette ziere. 9. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte wei⸗ chen? Wenn der Tag an⸗ brechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 10. Alsdann wird nicht der Sonne Licht Jerusalem ver⸗ lieren, denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 11. Halleluja! Ei wär ich da, da alles lieblich klinget, da man ohn Abwechselung heilig, heilig singet. 12. O Jesu, du mein Hülf und Ruh, laß mich dahin ge⸗ langen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. J.Anast. Freylinghausen g.1670 1739. Abendlieder. Mel. Jesu, meine Freude. 5 1 1 irte deiner Schafe, 2 der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von dei⸗ nen Scharen um und um be⸗ wahren! 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vater⸗ huld, ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergieb die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon durch die tief geschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben, sie sind mein und dein; schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen ohne Sorgen ein! Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kam⸗ mer und laß allen Jammer ferne von uns sein! Sei du Schloß und Riegel, unter deinen Flügel nimm dein Küchlein ein, decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken noch der Satan schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch hast du be— schlossen, daß mein Ziel ver⸗ flossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; lieg ich nur in Jesu Wunden, sterb ich alle Stunden. reude. er Schafe, on keinem nag, deine in Schild nen Tag. auf der von dei⸗ um be⸗ oben vor der Vater⸗ wissen sei n vergieb in Sohn Rdie tief gnädiglich eben keine mein und Erbarmen e Sorgen ich bei eschieden, en. die Kam⸗ met ferne u Schloß en Flügel „ decke zu so wird Ken noch ein Bette Wie bald st du be⸗ iel ber⸗ Todesnot dich lieg den, stb Abendlieder. 333 6. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter du! Gute Nacht! nimm mich in Acht! Und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmolck g. 1672 1 1737. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 512 Nor sich der Tag • geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, er⸗ leuchte und entzünde mich! 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein! 3. Daß du mich stets um⸗ giebest, daß du mich herzlich lie⸗ best und rufst zu dir hinein, daß du vergnügst alleine so wesent⸗ lich, so reine, laß früh und spat mir wichtig sein! 4. Ein Tag der sagt dem an⸗ dern, mein Leben sei ein Wan⸗ dern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit so schöne, mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Mel. Mein Herz und Seel den Herren hoch erhebet. 513 Dẽr Abend kommt, 2 die Sonne sich verdecket, und alles sich zur Ruh und Stille strecket; o meine Seel, merk auf, wo bleibest du? In Gottes Schoß, sonst nirgend findst du Ruh. 2. Der Wandersmann legt sich ermüdet nieder, das Vöglein fleugt nach seinem Nestchen wie— der, das Schäflein auch in seinen Stall kehrt ein, laß mich in dich, mein Gott, gekehret sein! 3. Ach sammle selbst Begier⸗ den und Gedanken, die noch so leicht aus Schwachheit von dir wanken; mein Ruheplatz und Heimat, thu dich auf, daß ich in dich von allem andern lauf. 4. Recht väterlich hast du mich heut geleitet, bewahrt, verschont, gestärket und geweidet; ich bins nicht wert, daß du so gut und treu; mein Alles dir zum Dank ergeben sei. 5. Vergieb es, Herr, wo ich mich heut verirret und mich zu viel durch dies und das verwirret; es ist mir leid, es soll nicht mehr geschehn; nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. 6. Da nun der Leib sein Tages⸗ werk vollendet, mein Geist sich auch zu seinem Werke wendet, zu beten an, zu lieben inniglich, im stillen Grund, mein Gott, zu schauen dich. 7. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget, mein Geist vor dir, o Majestät, sich beuget; ins Heiligtum, ins Dunkle kehr ich ein, Herr, rede du, laß mich ganz stille sein! 8. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket, mein Wille 33⁴4 sich in dich gelassen senket; Be⸗ gierden, schweigt! Vernunft und Sinne, still! Mein müder Geist im Herren ruhen will. 9. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben, laß nicht den Geist zerstreut mein treuer Hirt, führ mich in dich hinein, in dir, mit dir kann ich vergnüget sein. 10. Im Finstern sei des Gei⸗ stes Licht und Sonne, im Kampf und Kreuz mein Beistand, Kraft und Wonne, deck mich bei dir in deiner Hütte zu, bis ich er⸗ reich die volle Sabbathsruh. Gerh. Terstegen g. 1697 4 1769. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 514 9⁷⁵˙ der du mir 2 das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu ge⸗ ringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Be⸗ fehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei in Unruh schweben, Abendlieder. dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen: dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. F. Gellert g. 1715 1 1769. Eigene Melodie, oder O Welt, ich muß dich lassen. 515 Mond ist auf⸗ * gegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar, der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und ver⸗ gessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolze Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel; wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß uns dein Heil schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun! Laß uns einfältig werden und in dem . em Segen gen: dein lein Leben dein, in 9„ Vater, 71⁵5 1 1769. dich lassen. d ist auf⸗ ngen, die angen am der Wald eiget, und der weiße t so stile Hülle so als eine des Tages und ber⸗ Nond dort zu sehen schön. So achen, die weil unsre schenkinder undnissen Wuuuet chen viele veiter von dein Heil mhimin ns freun erden und Abendlieder. 335 vor dir hier auf Erden wie Kin⸗ der fromm und fröhlich sein! 6. Wollst endlich sonder Grä⸗ men aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod, und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder! Kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch! Matthias Claudius g. 1740 4 1815. Mel. Vater unser im Himmelreich. 516 Vd hat der 5 Tag die Bahn, sein Licht der Abend ausgethan, und überall die dunkle Nacht die Zeit der Ruhe hergebracht. O reicher Gott, nun segne du uns diese Nacht zu guter Ruh! 2. Was du uns Gutes hast beschert, wie du uns heut ver⸗ sorgt, ernährt, in aller Fährlich— keit beschützt, uns zugewendet, was uns nützt: wir danken dafür inniglich, und Herz und Lippen preisen dich. 3. Was aber übels wir gethan, das rechn aus Gnaden uns nicht an; wir klagen dirs mit Reu und Schmerz und zeichnen un⸗ ser Haus und Herz mit deines lieben Sohnes Blut zu Glau⸗ benstrost und Glaubensmut. 4. Nun gieb uns Ruhe, die er⸗ quickt, nach der das müde Auge blickt; des Wächters Hut und Wachsamkeit, der Thor und Rie⸗ gel Festigkeit, das Lager weich und warm und dicht, das alles giebt die Ruhe nicht. 5. Hältst du nicht selbst im Gedant auf der Sorgen und edanken Lauf, so fährt es auf⸗ geregt einher wie ein von Sturm bewegtes Meer, und manche Stunde stiller Nacht wird ruhe⸗ suchend hingebracht. 6. Drum bring du unser Herz zur Ruh und schließ uns bald die Augen zu, mit deiner Güte decke uns, zu rechter Zeit er⸗ wecke uns! Dann sei dir unser Dank gebracht für dein Geschenk, die gute Nacht. K. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. Am Schlusse der Woche. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 2. 51 7. Sẽ ist die Woche nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht. Wie sich dein Segensquell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterhin ergießt und unerschöpflich auf mich fließt. Ich preise dich mit Hand und Munde, ich lobe dich, so hoch ich kann, ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wochen⸗ tagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gabst du auch die Kraft 336 zum Tragen. Zudem, es ist voll Heil und Frucht in deiner Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich auch dafür. 4. Nur etwas bitt ich über alles, ach du versagst mir solches nicht: Gedenke keines Sünden⸗ falles, weil mich mein Jesus auf⸗ gericht, mein Jesus, der die Misse⸗ that auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nie gebrochen, und brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünde leid, nicht ster⸗ ben, sondern gnadenvoll als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an die⸗ sem Segen und will also den Wochenschluß vergnügt und froh zurücke legen, da der Trost mich ergetzen muß, daß ich in Christo solle dein und schon in Hoff— nung selig sein. Berufs⸗ und Standeslieder. 7. Doch da mein Leben zuge⸗ nommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen und warte nun der letz⸗ ten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja, da teilt dein Wort und Haus den erst und besten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir künftge Woche giebst. Du wirst es in der That erweisen, daß du mich je und immer liebst und leitest mich nach deinem Rat, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister g. 1671 1 1756. Am Sonntag Abend fiehe Nr. 20. 21. Siehe auch Nr. 528. 531. 534. XXIV. Berufs⸗ und Standeslieder. Für die drei Hauptstände. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 518 H*² höre, Herr, 2 erhöre, breit deines Namens Ehre an allen Orten aus, behüte die drei Stände durch deiner Allmacht Hände, schütz Kirche, Obrigkeit und Haus! 2. Ach laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nutz! Be⸗ wahr vor allen Rotten, die dei⸗ ner Wahrheit spotten, biet allen deinen Feinden Trutz! 3. Gieb du getreue Lehrer und unverdroßne Hörer, die beide Thäter sein; auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen flie— ßen und ernte reiche Früchte ein! 4. Gieb unserm König Glücke, laß deine Gnadenblicke auf den Gesalbten gehn, schütz ihn auf S C C-% E. S eben zuge⸗ auch der oche näher un der letz⸗ tunde hast zu dir in orgen früh tag wieder die Sonne mit neuen teilt dein n erst und im boraus nir künftge wirst es in aß du mich uUnd leitest at, bis Rid hat. 1671117⁵6 eNr. W. 4. . 534. . Nußl. Br⸗ n, die dei⸗ „ hit alln 61 Lehrer und die beidt famzen und ohehen su x rüchte el 910 Glic, icke auf den uz ihn an Berufs- und seinem Throne und lasse seine Standeslieder. 337 benden begleit mit deinen Engel⸗ Krone allzeit in vollem Glanze scharen, daß sie im Frieden fahren stehn! zu Zions Freud und Herrlichkeit. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen, und segne beide, Herrn und Knecht! 6. Wend ab in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, treib Sturm und Hagel ab, bewahr des Landes Früchte und mache nicht zunichte, was deine milde Hand uns gab. 7. Gieb uns den lieben Friede, mach alle Feinde müde, verleih gesunde Luft, laß keine teuren Zeiten in unsre Grenzen schrei⸗ ten, daß man nach Brot ver⸗ gebens ruft. 8. Die Hungrigen erquicke und bringe die zurücke, die sonst ver⸗ irret gehn! Die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hülfe flehn. 9. Sei Vater aller Kinder, der Schwangern ihr Entbinder, gieb Säugenden Gedeihn, zieh unsre zarte Jugend zur Frömmigkeit und Tugend, daß sich die Eltern ihrer freun. 10. Komm als ein Arzt der Kranken, und die im Glauben wanken, laß nicht zugrunde gehn! Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 11.Bleib der Verfolgten Stütze, die Reisenden beschütze, die Ster⸗ 12. Nun, Herr, du wirst er⸗ füllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsers Jesu Namen, so ist ge⸗ wiß der Wunsch gewährt. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Fürbitte für den König und die Obrigkeit. Eigene Melodie. 519 VL uns Frieden 2 gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten! Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine. 2. Gieb unserm Könige und aller Obrigkeit Fried und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottselig⸗ keit und Ehrbarkeit. Amen. V. 1 Martin Luther g. 1483 4 1546. V. 2 Johann Walther 1 1570. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. heilige Dreieinig⸗ 520. keit, erhalt uns unsre Obrigkeit, die deine treue Vaterhand gesetzet selbst in die⸗ sen Stand. 2. Dein guter Geist sie leit und führ und segne ihr Thun für und für, daß sie voll Weisheit und Verstand regiere christlich Leut und Land, 22 —— 338 Berufs⸗ und Standeslieder. 3. Damit wir führen unter ihr dessen Schirm und Schatten ein still geruhig Leben hier und dermaleinst mit ihr, mein Hort, bestehen wohl im Himmel dort. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt g. 1637 + 1706. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. H 521 D5 König schütze * deine Macht! Er, der für unsre Wohlfahrt wacht, ist uns von dir gegeben. Du, der in ihm so viel uns giebt, schenk ihm, der väterlich uns liebt, das frohste, längste Leben! Gott, schütt auf ihn und auf sein Haus die besten deiner Segen aus, laß seiner Räte Thun ge⸗ deihn, Recht, Ordnung, Treu das Land erfreun! Herr unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück es, segne jeden Stand! 2. Vernimm der Leidenden Gebet, dem, der zu dir im Elend fleht, hilf, daß er nicht erliege. Gieß Trost in jedes wunde Herz, die Kranken lab in ihrem Schmerz, hilf Sterbenden zum Siege! Doch du thust mehr als wir verstehn, kannst mehr ge⸗ währen als wir flehn, weißt besser, was uns nützt, als wir: wir überlassen ganz uns dir. Herr unser Gott, durch alles Leid der Prüfungszeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! Hann. Gsb. 1740. Am Geburtstage des Landesherrn. Mel. Nun danket alle Gott. 522. Pors K wir bis zur Stund allhier viel Heil zu schmecken hatten, der auch zu jeder Frist allmächtig nah und fern ein Herr und Helfer ist des Königs, unsers errn. 2. Du hast ihm lebenslang den Odem treu bewahret und auf manch strengem Gang dich huldvoll offenbaret; du hast in seiner Hand das Zepter stark gemacht und unser Vaterland mit reichem Gut bedacht. 3. Du wollest deinen Geist auf seine Stirne legen, der klar ihn unterweist, des hohen Amts zu pflegen; du wollst Gerechtig⸗ keit und milder Gnade Lust ihm stellen an die Seit, ihm pflanzen in die Brust. 4. Du wollest allezeit in deinem Gleis ihn lenken und Zucht und Frömmigkeit in ihm dem Lande schenken, auf daß er Vorbild sei von jeder Tugend⸗ art und Hülf und Schutz ver⸗ leih, wo man den Glauben wahrt. 5. Du wollest seine Treu ver⸗ gelten durch die Treue, womit ihn täglich neu ein gutes Volk erfreue, daß dein Gebot im Bund von ihm und uns gescheh, und seines Thrones Grund in unserm Herzen steh. 6. O segne, was wir flehn an seinem Jahresfeste, und gieb zum Wohlergehn ihm deiner Gaben beste! Gieb, daß ers nie vergißt noch wir, wie du so Schatten allhier viel hatt en, der Almühti Herr und ligs, unsers lebenslang wahret und u Gang dich du hast in Zepter stark Veerland edacht. deinen Geist gen, der klar hohen Amts st Gerechtig⸗ ade Lust ihm ihm pflanzen allezeit in lenken und gleit in ihm auf daß er der Tugend⸗ Shutz ver⸗ en Glauben Berufs⸗ und gern ein Herr und Helfer bist des Königs, unsers Herrn. Karl G. Grüneisen g. 1802 1 1878. Für den Hausstand, für Eheleute und Eltern. Mel. O Gott, du frommer Gott. Mel. 2. 523 dich, Herr Jesu 2 Christ, durch mein Gebet bewegen, komm in mein Haus und Herz und bringe mir den Segen! All Arbeit, Müh und Kunst ohn dich nichts richtet aus, wo du mit Gnade bist, kommt Segen in das Haus. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 524. Woi schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden Eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und unverrückt bei⸗ sammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Vor allem giebt er seine Gnad, in deren Schoß er früh Standeslieder. 339 und spat sein Hochgeliebten heget; da spannt sein Arm sich täglich aus, da faßt er uns und unser Haus, gleich als ein Vater pfleget; da muß ein Fuß nach dem andern gehn und wandern, bis sie kommen in das Zelt und Sitz der Frommen. 4. Der Mann, wird einem Baume gleich, an Asten schön, an Zweigen reich, das Weib gleich einem Reben, der seine Träublein trägt und nährt und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früch— ten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Mannes Sonne, Hauses Wonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein bei seinem Throne. 5. Dich, dich hat er ihm aus⸗ erkorn, daß aus dir ward her⸗ ausgeborn das Volk, das sein Reich bauet; sein Wunderwerk geht immerfort, und seines Mun⸗ des starkes Wort macht, daß dein Auge schauet schöne Söhne, Töchter züchtig, die fein tüchtig nähn und spinnen und mit Kunst die Zeit gewinnen. 6. Sei gutes Muts! wir sind es nicht, die diesen Orden auf⸗ gericht, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir ge⸗ denken, wird er wohl und weis⸗ lich lenken. 7. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen 22* Berufs⸗ und lässet schießen; jedennoch, wer sich in Geduld ergiebt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Schweige, beuge dich ein wenig, unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 8. Wohl her, mein König, nah herzu! Gieb Rat in Kreuz, in Nöten Ruh, in Angsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis, wir wollen singen bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, dei⸗ nen Namen ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt g. 1607 + 1676. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. ohl einem Haus, 525. W da Jesus Christ allein das All in allem ist. Ja wenn er nicht darinnen wär, wie elend wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn sich Mann und Weib und Kind in Einem Glau⸗ benssinn verbindt, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottes⸗ dienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk und Gottes Wort. Standeslieder. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind und wenn sie Kind und Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück. Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden hocherfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: Wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn. Chr. Karl Ludw. v. Pfeil g. 17124 1784. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 52 Qch und mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gieb deinen Segen auch darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausge⸗ meine mach aus allen! Dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen! Es leucht uns wie das Sonnen⸗ licht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Re die win 9— 0 das H wohner verbind käußerlichen k, getreuer nach seiner r Einttacht die Eltern nn sie Kind äumen nicht Dnn bleibet Haus, denn tern werden ren Kindern ie Gott die . enn zu dieser Hause diesen Volk auc h und mein Herrn. 31met18 E „.Morgenstern. dmein Haus, sind bereit, e Hubenszeit zu dienen. m Hause sein auch darenn, denen. Eint eine Hausge allen! Du falen. dein käfth eist stt 10. ller ii Fannen⸗ 5 Guaih rechten V möhe fhlun lenspeise V Berufs- und zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde, laß uns in Liebe alle⸗ zeit zum Dulden, Tragen sein bereit, voll Demut sanft und linde! Liebe übe jede Seele, keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte! Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit kindlichem Gemüte, selig, fröh⸗ lich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Giebst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste! Denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir aller⸗ meist, daß in dem Haus kein andrer Geist als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohl bestellt, der gute Zucht und Ord⸗ nung hält, der alles liebreich ziere. Sende, sende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. K. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. Standeslieder. Eigene Melodie. 527 O selig Haus, wo man dich aufge⸗ nommen, du wahrer Seelen⸗ freund, Herr Jesus Christ, wo unter allen Gästen, die da kom⸗ men, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir ent⸗ gegen schlagen, und aller Augen freudig auf dich sehn, wo aller Lippen dein Gebot erfragen, und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in Einer, in deiner Liebe Eines Geistes sind, als beide Eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen, in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten wie am bösen Tag. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutter⸗ liebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland du. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in Einem Eifer brennen, daß es nach dei⸗ nem Willen mag Wei H als deine Diener, deine Hausge⸗ nossen, in Demut willig und in 341 Berufs⸗ und Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt; o selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich ge⸗ sendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. K. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. un schlaf, mein 52 8. N liebes Kindelein, und thu dein Auglein zu, denn Gott der will dein Vater sein, drum schlaf in guter Ruh! 2. Dein Vater ist der liebe Gott und wills auch ewig sein, der Leib und Seel gegeben hat dir durch die Eltern dein. 3. Er schenkt dir seinen lieben Sohn, den schenkt er in den Tod; der kam auf Erd vom Himmelsthron, half dir aus aller Not. 4. Er schickt dir seine Engelein zu Hütern Tag und Nacht, daß sie bei deiner Wiege sein und halten gute Wacht. 5. Dem Vater und der Mutter dein befiehlt er dich mit Fleiß, daß sie dir treue Pfleger sein, ziehn dich zu Gottes Preis. 6. Das liebe Jesulein will sein dein liebes Brüderlein, drum Standeslieder. schlaf, du liebes Kindelein, so wirst du selig sein. 7. Der heilge Geist der segne dich, bewahr dich alle Zeit, sein heilger Nam behüte dich, schütz dich vor allem Leid! 8. So nimm du recht an Gnade zu, an Alter und Ver⸗ stand, und halte deine Kindes⸗ ruh in Jesu Schoß und Hand! Nach Joh. Mathesius g. 1504 f 1565. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 52 QAhr Eltern, hört, N was Christus spricht: Den Kindern sollt ihr wehren nicht, sondern sie lassen zu mir nahn, daß meine Hand sie segnen kann. 2. Er nimmt sie auf ins Him⸗ melreich, und was ist dem auf Erden gleich? Mit aller Welt Lust, Gut und Ehr hats bald ein End und ists nichts mehr; 3. Das Himmelreich kein Ende nimmt, darein uns Jesus Chri⸗ stus bringt durch seine Lehr, dazu er will daß man die Kinder senden soll. 4. Gehorchet ihm und bringt sie her, daß man von Jugend auf sie lehr in Kirchen und in Schulen wohl, wie man Gott recht erkennen soll. 5. Habt ihr sie lieb mit treuem Sinn, so führet sie zu Jesu hin; wer dies nicht thut, ist ihnen feind, wie hoch er sie zu lieben meint. 6t. Was hilft den Kindern nur viel Geld und Acker viel in jedem Felb? lehren Alerbe Noch Lu Nel. F 53 Vater, sie gle ind st durchd wohl d wirst beschüt beinen Stund nen,“) bund bäterli wenn deines ndelein, so t der segne Zeit, sein dich, schütz recht an und Ver⸗ ne Kindes⸗ und Hand! 1504 f 1505 deinemWort. ltern, hört, Christus n sollt ihr n sie lassen neine Hand f ins Him⸗ st dem auf aller Welt ts bald ein mehr; 9 kein Ende Vüus Chri⸗ cah dazu die Kinder und bringt on Jugend hen und in mit treuem * ihnen 1 30 lieben eindern nur iel in jedem Berufs⸗ und Standeslieder. Feld? Wer sie von Gott recht lehren läßt, der thut für sie das Allerbest. Nach Ludw. Helmbold g. 1532 1 1598. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. orge doch für 530. S meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an! Ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan und durch deines Sohnes Blut gleich⸗ wohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschützen und beraten. 2. Sie sind dir von Kindes⸗ beinen und von ihrer ersten Stund zugeworfen als die Dei⸗ nen,*) und durch deinen Gnaden⸗ bund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. 9 Ps.22,11. 3. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätte leicht⸗ lich umgestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet sein und mit dankbarem Gemüte sol⸗ chen Glücks⸗ und Segensschein rühmen und vor jedermann deine Wohlthat zeigen an, ach so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 5. Sammeln andre große Schätze, daß ihr Haus in sol⸗ 343 chem Heil sich an Geld und Gut ergetze, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse sie in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 6. Schütze sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten. Laß sie ihre Lebensjahr in der Tugend bringen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben hier und wo es dir gefällt was zu deinen Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Endlich wenn die Zeit ver⸗ flossen, daß sie diese Lebenszeit haben ehrlich hier genossen und sie in die Ewigkeit ihren Eintritt sollen thun, so laß alle Schmer⸗ zen ruhn und laß sie in ihrem Sterben glaubensvoll den Him⸗ mel erben! 9. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag nach so vielem Kreuz und Leide ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt bescheret. Ewig sei dein Nam geehret! Ludw. Heinr. Schlosser g. 1663 f 1723. 34⁴4 Für Kinder. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinemWort. 53 1 ch lieber Gott, be⸗ 2 hüte mich und meine Eltern gnädiglich, auch mein Geschwister vor Gefahr mit deinem starken Arm bewahr! 2. Und alle, die uns sind ver⸗ wandt, beschütz durch deine rechte Hand! Sünd, hilf, daß ich werd ein frommes Kind. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. un hilf uns, o Herr 532. N Jesu Christ, der du einst hier gewesen bist ein freundliches und frommes Kind, ohn alle Schuld, ohn alle Sünd. 2. Wir Kinder bitten Eines nur, versags nicht, Herr, der Kreatur: Hilf uns in deinem Willen ruhn, lehr uns nach dei⸗ nem Vorbild thun! 3. Gieb deinen Geist in unsre Brust, hilf lernen uns mit Kin⸗ deslust, damit wir legen rechten Grund und ewig stehn in dei— nem Bund. Eigene Melodie. 533 Wom Pin Spaf. · lein bin, freu ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich schön weiß zu bewirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. Behüte mich vor aller Berufs- und Standeslieder. 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein und hab un⸗ aussprechlich süße Weide, daß ich keinen Hunger leide; und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunngquell hin. 3. Sollt ich nun nicht fröhlich sein, da ich sein bin und er mein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heimgetragen in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja, mein Glück ist groß! Henr. Luise v. Hayn g. 1724 1 1782. Eigene Melodie. 534 Mide bin ich, . geh zur Ruh, schließe beide Auglein zu; Vater, laß die Augen dein über meinem Bette sein! 2. Hab ich Unrecht heut gethan, sieh es, lieber Gott, nicht an, deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand, alle Menschen groß und klein sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu, laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn! 1816. Luise Hensel g. 1798 4 1876. Für Witwen. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. 535. kann so zu Herzen gehn, als wenn arme Witwen werden, wenn ver⸗— nften Stab nd hab un⸗ ide, daß ich und so oft rt er mich icht fröhlich d er meinꝰ znen Tagen Retragen in ind Schoß. ick ist groß! NAr18R. die. e bin ich jeh zur Rah, zu; Voter, lber meinem heut gethan, nicht an, Blut macht . dderwandt, einer Hand, und klein Berufs⸗ und laßne Waisen stehn ohne Vater, ohne Mut, ohne Freunde, ohne Gut. Witwen sind verlaßne Frauen, wer thut auf die Waisen schauen? 2. Witwen sind in Gottes Ar⸗ men, Waisen sind in Gottes Schoß; ihrer will er sich erbar⸗ men, wär die Not auch noch so groß. Ein solch ungerechter Mann tastet Gottes Augen an, der die armen Waisen drücket und der Witwen Herz bestricket. 3. Wenn sie bleiben in den Schranken, darein Gott sie hat gestellt, und von seiner Treu nicht wanken, weil er sich zu ihnen hält, sollen sie im Himmels⸗ schloß werden alles Kummers los. Da soll nicht mehr, wie auf Erden, Witwennot gehöret werden. Nach Michael Hunold g. 1621 1 1672. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 536 A/ Gott nur will ich sehen, er hört der Witwen Flehen, sieht ihre Thränen an; in jedem Schmerz und Leide ist Gott mir Trost und Freude, mein Fels, den ich umfassen kann. 2. Wie viel, die in der Kam⸗ mer dir klagten ihren Jammer, o Gott, erhörtest du! Dein väter⸗ licher Segen hielt sie; auf ihren Wegen war Friede, Sicherheit und Ruh. 3. Wo seit viel tausend Jahren betrübte Witwen waren, die hast du treu gepflegt, wenn sie dich Standeslieder. 34⁴4⁵5 nicht verließen und gläubig dir zu Füßen des Kummers schwere Last gelegt. 4. In dir will ich mich stärken, dein Aug wird auf mich merken, und auf mein Flehn dein Ohr. Bei Tag und Nacht mit Flehen will, Herr, vor dir ich stehen und seufzen still zu dir empor. 5. Ich will mein Joch nun tragen; dir, Vater, darf ich sagen, was ja mein Herz bedrückt; bist du nicht in der Nähe, du, den ich zwar nicht sehe, und den mein Glaube doch erblickt? 6. Mit Ernst und frohen Mutes will ich nach Kräften Gutes vor deinen Augen thun, will mich der Welt entziehen, Lärm, Tand und Thorheit fliehen und nur in deinem Schoße ruhn. 7. Dann eilen meine Tage mit jeder Not und Plage leicht wie ein Traum dahin; dann leg ich froh die Glieder aufs Sterbe⸗ bette nieder, wenn ich zum Him⸗ mel reifer bin. 8. Fort auf dem Dornenpfade! Mich tröst des Heilands Gnade, er träget meine Not. Nicht ewig werd ich weinen, ich komme zu den Meinen, bald seh ich sie bei meinem Gott. 9.(Kommt her, ihr meine Waisen, den Herrn mit mir zu preisen, der uns erhalten kann. Dir, Gott, will ich sie bilden; schau, Herr, mit deiner milden Erbarmung deine Schäflein an!) Nach J. K. Lavater g. 1741 1 1801 1 ö — Für den Bergmann. Bei der Einfahrt. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 537 G³⁰3 der du Berg und Hügel selbst festgesetzet hast, worin du als im Spiegel mir armen Erdengast zeigst deine Gütigkeit, du Schö— pfer aller Dinge, hör, was ich jetzo singe, mein Herz ist dir geweiht. 2. Dir, Herr, bring ich vor allen mein Morgenopfer hier, ach laß es dir gefallen! Lob, Preis und Dank sei dir, daß du in dieser Nacht auf mein demütig Bitten in meiner armen Hütten mich so getreu bewacht. 3. Nun will ich wieder gehen in meinen Arbeitsschacht, wozu du mich ersehen, eh ich ans Licht gebracht. Ich will von Herzen gern, so lang die Kräfte grünen, dir, mein Gott, treulich dienen und meinem Landesherrn. 4. Vergieb mir meine Sünden, die ich bisher gethan, und laß mich Gnade finden, schau Christi Wunden an! Ach schenk mir deinen Geist, damit ich deinen Willen mag jederzeit erfüllen so, wie dein Wort mich heißt. 5. O Herr, wenn ich einfahre, gieb, daß mein Herz bedenkt, wie bald man von der Bahre mich so ins Grab versenkt, bis du, mein Lebensfürst, einst meines Leibes Glieder aus dunklen Grüften wie— der zu Tage führen wirst. 6. Wenn ich mein Werk be⸗ ginne bei meiner Arbeitsschicht, 346 Berufs⸗ und Standeslieder. so lenke Herz und Sinne auf deines Wortes Licht! Laß mich so Tag als Nacht nach solchen Schätzen graben, die nichts vom Eitlen haben, das Sorg und Kummer macht. 7. Herr, segne die Gewerken und gieb Gedeihen hier, laß deine Kraft mich stärken zur Arbeit für und für! Veredle Gäng und Kluft durch deinen milden Segen mit stetigem Vermögen in jeder Fahrt und Gruft! 8. Laß deiner Engel Scharen stets meine Wächter sein, die mich, dein Kind, bewahren, wenn ich fahr an und ein. Laß keine Fahrt eingehn, laß keinen Bau ein⸗ brechen, hilf, daß in allen Zechen wir deinen Segen sehn. 9. Zuletzt laß mich stets denken an jene Himmelsstadt, wo man ohn Sorg und Kränken dich selbst und alles hat. Da darf ich wei— ter nicht nach eitlen Schätzen gra— ben, da werd ich alles haben, was mir allhie gebricht. Nach der Ausfahrt. Mel. Jesu, meine Freude. 538 Gidigster Erbar⸗ 8 2 mer, zu dir komm ich Armer nach voll— brachter Fahrt. Du hast heut aus Gnaden mich vor allem Schaden als dein Kind bewahrt. Keine Not, kein Leid, kein Tod hat, o Vater, mich berühret, weil du mich geführet. 2 von tiefen Wänd in de hast an m befrei 2 5. hab gespü und lich 1 Freu Helfe erwei 4. und deine Gem fromt mein schütz die ic Me 50 ster Zcba priese Herz inne auf Laß mich ch solchen ichts vom zorg und Gewerken laß deine lebeit für und Kluft tgen mit der Fahrt (Scharen die mich, wenn ich ine Fahrt Bau ein⸗ en Zechen n. ets denken wo man dich selbst f ich wei⸗ ätzen gra⸗ aben, was —— ahrt. jreude. ter Erbar⸗ „ zu dir 10 voll⸗ vor allem O bwahrn kein Tod ührt, weil Berufs⸗ und 2. O wie war mein Leben von Gefahr umgeben in der tiefen Kluft! Wetter, Bruch und Wände drohten mir das Ende in der finstern Gruft. Doch du hast bei aller Last deinen Schutz an mir erneuet und mich nun befreiet. 3. Herr, auf meinen Wegen hab ich deinen Segen überall gespürt. Du hast meine Tritte und all meine Schritte gnädig⸗ lich regiert. Nun kann ich mit Freude dich, meinen Hort und Helfer, preisen und dir Dank erweisen. 4. Ja dich will ich loben hier und einst dort oben und mich deiner freun. Stets soll mein Gemüte für die große Güte fromm und dankbar sein. Doch, mein Licht, verlaß mich nicht, schütze ferner Leib und Seele, die ich dir befehle. Bei Bergfesten. Mel. Auf hab ich gehoffet. 539. O Bergwerks⸗ 2—Oschopfer,hoch⸗ ster Gott, allmächtiger Herr Zebaoth, sei von uns hoch ge— priesen! Zu aller Stund, aus Herzensgrund sei dir Lob, Ehr erwiesen! 2. Dein Allmacht ist doch lobenswert, du hast geschaffen in der Erd nach deinem Wohl⸗ gefallen und schenkst uns frei Gold, Silber, Blei, auch allerlei Metallen. Standeslieder. 347 3. Die Gäng thust du veredlen gar und lässest auch noch immer⸗ dar Erz wachsen in der Erden; dein göttlich Kraft stets Mittel schafft, daß wir erha—1n werden. 4. O reicher Gott, wir bitten dich, segn unser Bergwerk mil⸗ diglich, gieb Notdurft diesem Leben! Dein Vaterherz woll uns gut Erz, auch reichlich Wasser geben! 5. Dein reines Wort bei uns erhalt, behüt die Bergleut jung und alt, thu reich Ausbeut be⸗ scheren! So wollen wir auch danken dir und deinen Namen ehren. F Wieser. 1668. Mel. Wies schön leucht u. d. Morgenstern. 540. Mi Freude will ich heben an, den höchsten Gott, so viel ich kann, zu loben und zu ehren. Auf, auf, ihr christlichen Berg⸗ leut, rühmt Gottes groß All⸗ mächtigkeit, helft mir sein Lob vermehren! Fröhlich, lieblich jubilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 2. Zuvörderst lasset uns mit Fleiß dem Herren sagen Dank und Preis, daß er uns hat ge⸗ schenket sein reines Wort, das höchste Gut, das Leib und Seel erquicken thut, so oft man sein gedenket. Fröhlich, lieblich jubi⸗ lieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! Berufs- und Standeslieder. 3. Glück, Heil und Segen Geist dazu, daß er fristet unser mannigfalt, Nahrung dazu für Leben und verleiht uns Fried und Jung und Alt hat er nach Not⸗Ruh. XV durft geben. Sein Gnade währet 2. Lob und Dank solln wir er⸗ immerdar; sie hat nun lange Zeit weisen der heilgen Dreieinigkeit Bei und Jahr gefristet unser Leben. und des Herren Namen preisen, Fröhlich, lieblich jubilieret, trium⸗ der uns treulich Hülfe leiht; in phieret, singet alle und lobt Gott dem Himmel hoch dort oben sin⸗ 5⁴ mit großem Schalle! Erd ihm die Engel fein, hier auf 4. Wenn wir ausfahren oder Erden solln Gott loben all, die Chri ein, sendt er uns seine Engelein, seine Diener sein. rer die himmlischen Heerscharen, und 3, Brot und Wein wächst aus du b thut denselbigen Befehl, sie sollen der Erde und der Menschen Herz Dru F unser Leib und Seel vor allem erfreut, daß uns allen sichtbar dein Leid bewahren. Fröhlich, lieb⸗ werde seine Güt und Freundlich⸗ 2 lich jubilieret, triumphieret, singet keit; Gold und Silber, Erz und an ö alle und lobt Gott mit großem Steine haut man aus den Ber⸗ dara Schalle! gen viel, davon leben Groß und denn 5. Herr Jesu Christ, du edler— wer sich redlich nähren Den Hort, erhalt uns nur dein reines U. im ö Wort, ann wir dich herzlich 4. Dief win rurnnmi sind. ö bitten. Thu auf dein reiche verborgen in den Schächten tief dein ö milde Hand und segne unser und lang, trauen Gott und wolln fürt N ganzes Land, all Bergwerk und nicht sorgen, loben laut ihn mit alleß II Schmelzhütten! Hilf, Herr, be⸗ Gesang; Schlägl und Eisen führn Laß scher Glück auf Erden, bis wir in Händen, das soll unsre Nah⸗ Wor N werden zu dir kommen, in den rung sein Gott woll uns sein scha Himmel aufgenommen. Engel senden, fröhlich fahrn wir 4 Watthizs Wieser ee woh 5. Wagen müssen wir das doh Mel. Ach erkennet, liebste Seelen. uns dler wuten Kinrt bopehen, 541 Turr: euch sehr, hauen Erz aus festem Stein; m NN 0 ihr Bergleut alle, Glück und Segn bedürfen alle, die ihr rechte Christen seid, lobet ei, das geb uns Gott mit Freud, Gott mit vollem Schalle, danket daß wir loben ihn mit Schalle 6 I seiner Gütigkeit, daß er uns sein hier und dort in Ewigkeit. 0 Wort gegeben und den heilgen Matthäus Wieser 1668. sch stet unser Fried und in wir er⸗ eikinigkeit preisen, leiht; in oben sin⸗ „hier auf n all, die vächst aus schen Herz n sichtbat reundlich⸗ „Erz und den Ber⸗ Groß und ich nähren leut sind ichten tief und wolln t ihn mit isen führn nsre Nah⸗ uns sein fahrn wIl wir das werk nein, begeben, m Stein; ürfen alle, nit Freud it Schalle keit. Hietr 1055 349 XXV. Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Bei Krieg und Frieden. Eigene Melodie. u Friedefürst, 542. D Herr Jesu Christ, wahr Mensch und wah⸗ rer Gott, ein starker Nothelfer du bist im Leben und im Tod. Drum wir allein im Namen dein zu deinem Vater schreien. 2. Recht große Not uns stößet an von Krieg und Ungemach, daraus uns niemand helfen kann denn du, drum führ die Sach! Den Vater bitt, daß er ja nicht im Zorn mit uns woll fahren. 3. Gedenk, Herr, jetzo an dein Amt, daß du ein Fried⸗ fürst bist, und hilf uns gnädig allesamt jetzo zu dieser Frist! Laß uns hinfort dein göttlich Wort im Fried noch länger schallen! 4. Verdienet habn wir alles wohl und leidens mit Geduld; doch größer deine Gnad sein soll denn unsre Sünd und Schuld; darum vergieb nach deiner Lieb, die du fest zu uns trägest. 5. Erleucht doch unsern Sinn und Herz durch den Geist deiner Gnad, daß wir damit nicht trei⸗ ben Scherz, der unsrer Seele schad. O Jesu Christ, allein du bist, der solchs wohl kann ausrichten. Jakob Ebert g. 1549 4 1614. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 543 H²² unser Gott, ö 2 laß nicht zu schanden werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen. 2. Mache zu schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen; ach kehre dich mit Gnade zu uns Armen, laß dichs erbarmen! 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde! Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde, sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, denr wir uns vertrauen; vergebens ists, auf Menschenhülfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das be⸗ drängte kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Joh. Heermann g. 1585 4 1647. Mel. Da Christus geboren war. 544 2. 8. Wächter 2 Israel, des sich freuet meine Seel, der du weißest alles Leid deiner armen Christen⸗ 350 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. heit, o du Wächter, der du nicht mit uns in aller Not, neben uns schläfst noch schlummerst, zu uns richt dein hülfreiches Angesicht! 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jetzt über⸗ all; täglich wird der Trübsal mehr. Hilf, ach hilf, schütz deine Lehr! Wir verderben, wir ver— gehn, nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, hast ver⸗ söhnt uns durch dein Blut, aus⸗ gelöscht der Hölle Glut, wieder⸗ bracht das höchste Gut, 4. Sitzt auch heut ins Vaters Reich, ihm an Macht und Ehre gleich, unser einger Gna⸗ denthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnadenthür, wid, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigentum, dein Erbarmen hat kein End, deines und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit, Trutz dem, der uns thu ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 8. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm! Laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht, unsrer Feinde Schar zertrenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 9. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft, deine Christen traun auf dich, auf dich traun sie festiglich. Laß sie werden nicht zu schand, bleib ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch all bekannt. 10. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 11. Jesu, wahrer Friedens⸗ fürst, der der Schlange hat zer⸗ knirscht ihren Kopf durch seinen Vaters Zorn abwend, der jetzt Tod, wiederbracht den Fried wie ein Feuer brennt. bei Gott, gieb uns Frieden 6. Jesu, der du Jesus heißt, gnädiglich! So wird dein Volk als ein Jesus Hülfe leist! Hilf freuen sich, dafür ewig preisen mit deiner starken Hand, Men⸗ schenhülf hat sich gewandt. Eine Mauer um uns bau, daß dem dich. Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Feinde davor grau und mit Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. Zittern sie anschau. 7. Treuer Hort Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott edle Fried- und Freudenwort, 545. GRen es neben uns ott für uns dem, der ottes Straf arker Arm, ch erbarm! ne Macht, und Nacht, zertrenn. I.* kkenn, aller f ihre Kraft, Ritterschaft, auf dich, tiglich, Laß chand, bleib stand, sind nnt. Held und gen steuern nd Schwert ogen macht Hagen gar Menschen der Krieg Lieder für besondere Z daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenspiel her⸗ vor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen, vollen Chor! Erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2. Wir haben nichts verdienet als schwere Straf und großen Zorn, weil stets noch bei uns grünet der freche, schnöde Sün— dendorn. Wir sind fürwahr ge⸗ schlagen mit harter, scharfer Rut, und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Sei tausendmal willkommen, du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für From⸗ men dein Beiunswohnen in sich hab. In dir hat Gott ver⸗ senket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz hinein als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein, ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und eiten und Verhältnisse. 351 dürre, wüste Heid, ihr Gräber voller Leichen und blutgen Hel⸗ denschweiß, der Helden, deren gleichen auf Erden man nicht weiß. 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Thränen⸗ bach aus beiden Augen rinnen, geh in dein Herz und denke nach! Was Gott bisher gesendet, das hast du ausgelacht; nun hat er sich gewendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Drin⸗ gen zu deinem Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutesthun. 6. Ach laß dich doch erwecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als das harte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknes Muts, der Friede, den er giebet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. Mel. Nun danket alle Gott. 546 He Gott, dich 0 loben wir, re⸗ gier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Glut in unsern Herzen glimmen! Komm, komm, o edle Flamm, ach komm zu uns allhier, so singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir. 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rüh⸗ men deine Macht mit herzlichem 35² Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Gemüte. Es steiget unser Lied bis an des Himmels Thür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Krieges⸗ last entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in vielen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund mit herz⸗ licher Begier: Gott Lob, wir sind in Ruh! Herr Gott, wir danken dir. 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert zerbrochen und zer— schlagen. Der Strick ist nun entzwei, darum so singen wir mit Herzen, Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir. 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht ganz hast weggeraffet; es hat die Vater⸗ hand uns deine Gnadenthür jetzt wieder aufgethan: Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den edlen Fürstenstamm und Pf dessen grüne Reiser bisher er⸗ halten hast; gieb ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in stolzer Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfüll jetzt nach Begier, o Vater, unsern Wunsch! Herr Gott, wir danken dir. Johann Franck g. 1618 1 1677. Jahreszeiten. Mel. Valet will ich dir geben. 547. W. Mn lauter Gottesgüt, daß sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht. Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid, die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud. 2. Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben dein! Die Blüt zur Frucht vermehre, laß sie ersprießlich sein! Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß, drum wollst du widerwenden Meltau, Frost, Reif und Schloß! 3. Herr, laß die Sonne blicken ins finstre Herze mein, damit sichs möge schicken, fröhlich im Geist zu sein, die größte Lust zu haben allein an deinem Wort, das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels fort. 4. Mein Arbeit hilf vollbrin⸗ gen zu Lob dem Namen dein und laß mir wohl gelingen, im Geist fruchtbar zu sein, die Bläml⸗ Tugenẽ mög b werflic Narcif ziehen Salom 3. die Lu aus sei sich in abte N nit ihr VDal u 4. Völklei und be cwul er sch Rch if einer prunge 5. 7 danken dir geben, daß in stolzet uns mit jetzt nach u Wunsch! n dir. 1618 167N. ————— en. dir geben. blich ist der Naien aus weil alles e Tier sieht nit Lust auf zöglein hört n Gott mit b und Ehre dein! Die mehre, laß Cs steht in Macht und wolsst 10 u, Frost, Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Blümlein laß aufgehen von Tugend mancherlei, damit ich mög bestehen und nicht ver— werflich sei. Martin Behm geb. 1557 f 1622. Eigene Melodie. 548 G² aus, mein • Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommer⸗ zeit an deines Gottes Gaben, schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narcissen und die Tulipan die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleugt aus seiner Kluft*) und macht sich in die Wälder; die hochbe— gabte Nachtigall ergetzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder.„Jerem. 48, 28. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras ge— sprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich in ihrem Rand mit schattenreichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom 353 Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdroßne Bienen⸗ schar fleugt hin und her, sucht hie und dar ihr edle Honigspeise; des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hier so schön und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden, was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden? 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein? Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit einge— stimmtem Mund und Stimm ihr Halleluja singen? 11. O wär ich da! O stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! so wollt ich nach der 23 354 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Engel Weis erhöhen deines Na⸗ mens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch gleichwohl will ich, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht ganz stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Him⸗ mel fleußt, daß ich dir stetig blühe; gieb, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubens⸗ frücht erziehe. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, und laß mich wohl bekleiben?). Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gar⸗ tens schöne Blum und Pflanze möge bleiben.) fest wurzeln. 15. Erwähle mich zum Para⸗ deis und laß mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen, so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt g. 1607 f 1676. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 549 Geen die Frühlingszeit, da sich die ganze Welt erneut, es grünt, es blüht, es singt und springt, daß Gottes Lob und Ruhm erklingt. Halleluja! 2. Mein Gott, gieb mir bei dieser Freud des Herzens wahre Dankbarkeit, daß ich dir diene für und für und sing dir fröh⸗ lich dort und hier. Halleluja! Joh. Olearius g. 16114 1 1684. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 550 GeSan, die schöne Sommerzeit ist da, die mir mein Herz erfreut, Laub und Gras steht in voller Pracht, weil Gott hat alles wohl gemacht. Halleluja! 2. Mein Gott, laß mich die Erntefreud erinnern meiner Herrlichkeit, wenn kommt der letzte Sommertag, daß man dir ewig singen mag. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 1 1684. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 551 Gne eiaer id 2 zeit zeiget sich, Gott segnet das Land mildiglich; was Nahrung bringt, was uns erfreut, das schenkt uns Gott zu dieser Zeit. Halleluja! 2. Mein Gott, laß deine Güt und Gnad mich dankbar finden früh und spat, gieb mir, was hier mein Herz erfreut, gieb mir dort deine Seligkeit! Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 1 1684. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 552 G² Lob, die kalte 2 Winterzeit bringt uns die werte Weihnachtsfreud, das Jahr geht aus, die Freud ö Freud, Ewigke 0 Nel. Ri reichge ist nu derreie . ieb mir bei rzens wahre 9 dir diene ig dir fröh⸗ Halleluja! 16117168. herrlich Tag b, die schöne mmerzeit ist Hetz erfreut, ht in voller at alles wohl „laß mich mern meiner kommt der daß man dir Halleluja! 3. 1611116584 131 herrlich Tag. b. die Herbst⸗ zeiget sich, o mibbiglic; t, was uns it uns Gon reut, gitd. Hallllun! 3.1661 1105• Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. ist da, das Licht, das neue Jahr ist da. Halleluja! 2. Mein Gott, gieb mir das wahre Licht! Wenn mir gleich Licht und Freud gebricht, sei du mein Trost, mein Licht und Freud, daß ich dir sing in Ewigkeit. Halleluja! Joh. Olearius g. 1611 1 1684. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. Zreuet euch der schö— 553. nen Erde, denn sie ist wohl wert der Freud. O was hat für Herrlichkeiten unser Gott da ausgestreut! 2. Und doch ist sie seiner Füße reichgeschmückter Schemel nur, ist nur eine schön begabte wun⸗ derreiche Kreatur. 3. Freuet euch an Mond und Sonne und den Sternen allzu⸗ mal, wie sie wandeln, wie sie leuchten über unserm Erdenthal. 4. Und doch sind sie nur Geschöpfe von des höchsten Gottes Hand, hingesät auf seines Thrones weites, glän⸗ zendes Gewand. 5. Wenn am Schemel seiner Füße und am Thron schon solcher Schein, o was muß an seinem Herzen erst für Glanz und Wonne sein! K. J. Phil. Spitta g. 1801 1 1859. Zur Hagelfeier. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 4 Vater, deine 554. O Sonne scheint auf Bös und Fromme, Freund 35⁵⁵ und Feind, es wird die ganze Welt erleucht, mit Tau und Regen auch befeucht. 2. Du machst die Berg und Auen naß und läßt drauf wach⸗ sen Laub und Gras, damit die Tiere mannigfalt im Feld sich nähren und im Wald. 3. Uns Menschen giebst du Brot und Wein, daß unser Herz kann fröhlich sein; du machst, daß es die Erde bring, und unsre Arbeit uns geling. 4. Wir bitten deine Gnad und Güt: Dein eigne Wohlthat uns behüt, die Frücht der Erde uns bewahr und gieb uns ein gesegnet Jahr! 5. Ein fruchtbar Wetter uns bescher, Frost, Hagel, Mißwachs von uns kehr! Wind, Regen, Tau und Sonnenschein muß deinem Wort gehorsam sein. 6. Wiewohl sich Sünde bei uns findt, denk, daß wir deine Kinder sind, und thu auf deine milde Hand, dein Fußstapf segne unser Land! Um Sonnenschein. 7. Den Himmel mach von Wolken rein, auf daß die Sonn beständig schein und bald er— wärme und aufricht, was sonst verdirbt und wird zu nicht. Um Regen. 8. O Gott, erhöre unsre Bitt und teil uns milden Regen mit, daß wir genießen deine Gab, und auch das Vieh sein Futter hab. 2²³ 356 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. 9. Wenn deine Gnad das Jahr denn krönt, sind wir mit deinem Gut belehnt; thu aber dieses noch dazu und gieb Gesundheit, Fried und Ruh! 10. Bei dir steht alles, Herr, allein, wir wolln dir treu und dankbar sein und deines großen Namens Ehr dafür ausbreiten mehr und mehr. Hannov. Gsb. 1646. Nach Niklas Herman 1 1561. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 55 5 B' uns, Herr, * das täglich Brot, vor Teurung und vor Hungers⸗ not behüt uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höch— sten Thron! 2. O Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt, ernähr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm, denn aller Ding du Schöpfer bist und allem Vieh sein Futter giebst. 4. Gedenk nicht unsrer Misse⸗ that und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barm⸗ herzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. 5. O Herr, gieb uns ein fruchtbars Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr, vor Teu⸗ rung, Hunger, Seuch und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit! 6. Du unser lieber Vater bist, weil Christus unser Bruder ist; drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Niklas Herman 1 1561. Mel. Herr Jesu, Gnadensonne. as Land wollst 556. D du bedenken mit deinem Segen reich und sein Gepflügtes tränken, mit Regen machen weich; laß sein Gewächs es geben zur Notdurft diesem Leben! Wir wolln dir dank⸗ bar sein. Vincentius Schmuck g. 1565 f 1628. Beim Gewitter. Mel. Auf meinen lieben Gott. 557 Ein Wetter steiget 2 auf. Mein Herz, zu Gott hinauf! Fall ihm ge⸗ schwind zu Fuße durch wahre Reu und Buße, damit gleich deine Sünden durch Christi Tod verschwinden. 2. Herr, der du gut und fromm, zu dir ich gläubig komm, bitt mir aus dein Erbarmen, hab Chri⸗ stum auf den Armen; um dessent⸗ willen schone, mir nicht nach Sünden lohne! 3. Durch Christi teures Blut mach mir ein Herz und Mut, das sich nicht knechtisch scheue, das vielmehr deiner Treue in allem kindlich traue und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, dir ganz ergeben sein; dein uns si weilek Ehre Amil Vater bist, Bruder ist; in auf dich en eviglich. rman 1561. densonne. and wollst edenken mit und sein mit Regen in Gewächs urst diesem dir dank⸗ 1565 f1635. 1er. yeben Gott. zetter steiget Mein Herz/ all ihm ge— uch wahre amit gleich Chrst Td tundfromm, mm, bittn. „hab Chr⸗ um dessent⸗ Bnicht na Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Flügel wird uns decken, verjagen alles Schrecken und lassen uns aus Gnaden das Wetter gar nicht schaden. 5. Wohlan, verlaß uns nicht, bleib unsre Zuversicht und laß dein Vaterlieben auch jetzt an uns sich üben! So wolln wir, weil wir leben, dir Preis und Ehre geben. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt g. 1637 1706. Nach dem Gewitter. Mel. Herr Jesu, Gnadensonne. 558 Hae Gott, nun sei 2 gepriesen, daß du zu dieser Zeit uns Schutz und Schirm erwiesen in der Gefähr— lichkeit des Donners, der uns schreckte, des Blitzes, der sich streckte auf unser Hof und Haus. 2. Wir haben klar gesehen, Herr, deine große Macht, vor dir kann nichts bestehen; denn wenn dein Donner kracht, und sich dein Blitz entzündet, ach Gott, ach so befindet sich alles in Gefahr. 3. Das Wetter ist vergangen, vorbei ist die Gefahr, wir haben Schutz empfangen durch Gott, der bei uns war; Haus, Hof, Gut, Leib und Leben, und was er sonst gegeben, blieb uns ganz unversehrt. 4. So voller Güt und Gnaden ist der getreue Gott, der uns bewahrt vor Schaden in so sehr 357 großer Not; drum wir ihn herz⸗ lich loben, sein Ruhm sei hoch erhoben, so weit der Erdkreis geht. 5. Laßt uns uns fertig machen, daß, wenn der jüngste Tag mit Donnern und mit Krachen viel⸗ leicht bald kommen mag, wir alle so bestehen, daß wir mit Gott eingehen zur ewgen Selig⸗ keit. 1719. Bei anhaltender Dürre. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. el. 1. M 559 A Herre, du ge⸗ 0 rechter Gott, wir habens wohl verdienet mit unsrer Sünd und Missethat, daß unser Feld nicht grünet, daß Vieh und Menschen traurig sein. Wenn du zuschließt den Himmel dein, dann müssen wir ver⸗ schmachten. 2. Herr, unsre Sünd erkennen wir, die wollst du uns verzeihen; all unsre Hoffnung steht zu dir, Trost, Hülf thu uns verleihen; gieb Regen und den Segen dein um deines Namens willn allein, Herr, unser Gott und Tröster! 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund! Um deines Namens willen bitten wir dich von Herzensgrund, thu unsre Not doch stillen vom Himmel mit dem Regen dein! Dein ist der Himmel ja allein, ohn dich kann es nicht regnen. 4. Es steht in keines andern Hand, daß er sollt Regen geben; 358 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. den Himmel hast du ausgespannt, darinnen du willst schweben. All⸗ mächtig ist der Name dein, solchs kannst du alles thun allein, Herr, unser Gott und Tröster! 1592. Bei anhaltender Nässe. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Mel. 1. Me 560 Gott, der du das Firmament mit Wolken thust bedecken, der du imgleichen kannst behend das Sonnenlicht erwecken, halt doch mit vielem Regen ein und gieb uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe sind beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast ganz verschwinden. 3. Das machet unsre Misse⸗ that und ganz verkehrtes Leben, so deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöten schweben; Herr, wir bekennen unsre Schuld: weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns hast ver⸗ sprochen, und wohne uns in Gnade bei, die wir dich kind— lich suchen. Wie hält so hart sich dieser Zeit dein Herz und sanfte Freundlichkeit; du bist ja unser Vater. 5. Gieb uns von deinem Him⸗ melssaal dein klares Licht und Sonne und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. Mich. Schirmer g. 1606 f 1673. Am Erntedankfest. Eigene Melodie. 10 un preiset alle 561. N Gottes Barm⸗ herzigkeit, lob ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, freue dich, Israel, seiner Gnaden! 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohl auf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weide stellet euch willig ein! Da läßt er uns sein Wort ver⸗ künden, machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er giebet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob ver— mehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden, freue dich, Israel, seiner Gnaden! Matthäus Apelles v. Löwenstern g. 1594 f 1648. Nel. O 50 die Ä Haus, ben re aus. olle re ist dir — alle z zu T die denn und Land deiner 3. I ie der Wolke des 5 Strah zumal 4. ö schen wird sich v sangs zu der langet 5. x erst b hier bu la dein denn bescher Wert. inem Him⸗ Lichtt und ms wieder Freud und elt erkenne kein Segen auf Erden. 1606 f 1673. kfest. ie preiset alle ttes Barm⸗ nit Schalle, Er läßt sich laden, zer Gnaden! ret über die nur rühtef, fällt. Vil n schweben, ihm Ehre eiden, lasset nilig ein! Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 562 Gott, von dem E wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber teilest deine Ga⸗ ben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich, ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Notdurft keinem fehlen, denn du weißt allen vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener all⸗ zumal. 4. Und also wächst des Men⸗ schen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot, es mehret sich vielfältger Weise, was an⸗ fangs schien als wär es tot, bis zu der Ernte Jung und Alt er⸗ langet seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder ist hier gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel, denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle wert. 359 6. Wir wollens auch keinmal vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann g. 1648 1 1715. Nach der Ernte. Mel. Von Gott will ich nicht lassen, oder Aus meines Herzens Grunde. 563 Die Ernt ist nun zu Ende, der Segen eingebracht, woraus Gott alle Stände satt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott lebt noch, man kann es deutlich merken an so viel Liebeswerken, drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft uns ohne Bitte gethan, was uns gefällt; die immer noch ge— schont, ob wir gleich gottlos leben, die Fried und Ruh gegeben, daß jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen hat böses Thun verderbt, den wir auf guten Wegen sonst hätten noch ererbt; doch hat Gott mehr gethan aus unver⸗ dienter Güte, als Mund, Herz und Gemüte nach Würden rüh— men kann. 4. Er hat sein Herz geneiget, uns Sünder zu erfreun, genug⸗ sam sich bezeuget durch Tau und Sonnenschein. Wards aber nicht geacht, so hat er sich verborgen 360 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. und durch verborgne Sorgen zum Beten uns gebracht. 5. O allerliebster Vater, du hast viel Dank verdient; du mildester Berater machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir für abgewandten Schaden, für viel und große Gnaden; Herr Gott, wir dan— ken dir. 6. Zum Danken kommt das Bitten: Du wollest, frommer Gott, vor Feuer uns behüten und aller andern Not, gieb friedensvolle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben, regier die Obrigkeit! 7. Besonders laß gedeihensd dein reines, wahres Wort, daß wir uns dessen freuen, und auch an unserm Ort dies gute Samkörnlein verlangte Früchte bringe, und wir in allem Dinge recht fromme Leute sein. 8. Gieb, daß zu dir uns lenket, was du zum Unter⸗ halt des Leibes hast geschenket, daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben. O laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, wo er der Ruh geneußt, wo ihm kein Leid bewußt; so ernten wir mit Freu⸗ den, nach ausgestandnem Leiden die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann g. 1680 4 1766. Bei reichlicher Ernte. Mel. Ach erkennet, liebste Seelen. 564. err, die Erde ist gesegnet von dem Wohlthun deiner Hand, Güt und Milde hat geregnet, dein Geschenk bedeckt das Land. Auf den Hügeln, in den Gründen ist dein Segen ausgestreut; unser Warten ist gekrönet, unser Herz hast du erfreut. 2. Aller Augen sind erhoben, Herr, auf dich zu jeder Stund, daß du Speise giebst von oben und versorgest jeden Mund. Und du öffnest deine Hände, dein Vermögen wird nicht matt, deine Hülfe, Gnad und Spende machet alle froh und satt. 3. Gnädig hast du ausgegossen deines Überflusses Horn, ließest Gras und Kräuter sprossen, ließest wachsen Frucht und Korn. Mächtig hast du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr, und das Gut steht unversehret, und gesegnet ist das Jahr. 4. Herr, wir haben solche Güte nicht verdient, die du gethan; unser Wissen und Gemüte klagt uns vieler Sünden an. Herr, verleih, daß deine Gnade jetzt an unsre Seelen rührt, daß der Reichtum deiner Milde unser Herz zur Buße führt. 5. Hilf, daß wir dies Gut der Erden treu verwalten immerfort; alles soll geheiligt werden durch Gebet und Gottes Wort. Alles, was wir Gutes wirken, ist gesät in deii die Er keich! Chr. Ru Be Mel. W mind himn auf( werde 2. wohl im C Dun zu nicht bei und 5. wohl aur Ernte. bste Seelen. ie Erde ist net von dem hand, Güt egnet, dein Land. Auf uGründen teut; unser unser Herz ind erhoben, eder Stund, st von oben jen Mund. ine Hände, j; nicht matt, und Spende satt. ausgegossen + ließest sprossen, 1* Korn. abgewehret nd Gefahr, upversehret, 5 Ihhr. n solch lche Güte du ½1 Hemüte llagt an. Herr, Gndde jetzt hrt, daß del Milde unse t. 015 Gut der n immerfort; dur werde en Wort, Ale, kken, st gest Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. in deinen Schoß, und du wirst die Ernte senden unaussprechlich reich und groß. Chr. Rud. Heinr. Puchta g. 1808 41858. Bei sparsamer Ernte. Mel. Was Gottthut, das ist wohlgethan. 565 Wo Gott thut, . das ist wohl gethan, so denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz doch himmelwärts, ob wir gleich oft auf Erden bei Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und fönnen ruhig leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Er zeigt uns oft den Segen, und ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoffnung legen; weil er allein der Schatz will sein, so nimmt er andre Güter und bessert die Gemüter. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Es geh nach seinem Willen. Läßt sich es auch zum Hunger an, weiß er ihn doch zu stillen, obgleich das Feld nicht viel enthält. Man kann bei wenig Brocken satt werden und frohlocken. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Das Feld mag tauriz stehen, wir gehn getrost 361 auf seiner Bahn und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebenskraft, es nennt uns Gottes Erben, wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan, so wollen wir stets schließen. Ist gleich bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ists genung zur Sättigung, wenn Gott das Wenge segnet und uns mit Huld begegnet. Lüneb. Gsb. 1767. Nach Benj. Schmolck g. 1672 T 1737. Auf Reisen. Eigene Melodie, oder Dies sind die heilgen zehn Gebot. 566. 1 Gottes Namen fahren wir, sein heilger 50 0 uns für wie en Volk in A(gypten⸗ Land, das entging Pharaonis Hand. Kyri⸗ eleis! 2. Herr, du wollst unser G'leitsmann sein und mit uns gehen aus und ein und zeigen alle Steig und Steg, wehre dem Unfall auf dem Weg! Kyrieleis! 3. So wird kein Berg noch tiefes Thal, kein Waßr uns irren überall; fröhlich kommn wir an unsern Ort, wenn du uns gnädig hilfest fort. Kyrieleis! 4. Herr EI hrist, du bist der rechte Weg zum Himmel und der einge Steg; hilf uns Pilgrim ins Vaterland, weil du dein Blut hast dran gewandt. Kyrieleis! Niklas Herman 4 1561. 362 Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. Eigene Melodie. R 67 Bise du gleich ferne V„ von Bekannten, was schadets, da dir früh und spät ein Heer von glänzenden Trabanten umher um deinen Wagen steht? 2. Was schadets, wenn die Freunde scheiden, und kein Ge— fährte mit dir geht, da dich die Engel selbst begleiten, und Jesus dir zur Seite steht? 3. Die finstre Nacht darf dich nicht schrecken, die über Land und Meere fällt; will gleich die Sonne sich verstecken, dein Jesus ist das Licht der Welt. 4. Er, der die Sonne selbst formieret, bedarf des fremden Lichtes nicht; wenn dessen weise Hac dich führet, ist dir die Nacht auch selbst ein Licht. 5. Ich weile hier im fremden Lande, allein in Gottes Eigen— tum; find ich gleich lauter Un— bekannte, so kennt mich doch mein höchster Ruhm. 6. Mein Hort, in dem mein Herz versenket, zeigt mir sein holdes Angesicht und spricht: Mein Kind, sei ungekränket, dein treuer Vater läßt dich nicht. Siehe auch Nr. 393, V. 10 bis 15. Bei Sturm und Wassersnot. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 568 Weun wir in 20. Wassersnöten sein, so rufen wir zu dir allein, o treuer Gott, und bitten dich: Hilf uns doch jetzo gnädiglich! Sturmwinds Schlägen! 2. Der Sturmwind braust und saust gar sehr, das Meer bewegt und schlägt noch mehr, das Wasser steiget in die Höh und dräuet uns bei voller See. 3. Die Deiche sind gar nicht imstand, zu schützen unser festes Land, wo nicht, o Gott, dein All—⸗ machtshand befestigt unser Land und Strand. 4. Drum steur und wehr, o Vater, ab, daß nicht das Meer werd unser Grab; verhüte, daß durch deinen Grimm wir nicht im Wasser kommen um! 5. Dein Schutz sei unser Damm und Deich, so sind be— schützet Arm und Reich; dein Schutz halt aller Orten Wach, sonst ist verloren unsre Sach. 6. Sieh, Herr, nicht unsre Sünden an und was der Mensch versehen kann, durch Jesum laß uns gnädig nach die Sünd und alles Ungemach! 7. Des Wassers schreckliche Gewalt in Gnaden hemm und rett uns bald! So soll dich preisen Kindeskind, wir auch, wenn wir erlöset sind. Christian von Stöcken g. 16334 1684. Eigene Melodie. 569 Wie mit grimm⸗ 09. gem Unverstand Wellen sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land vor des Einer ist, der in der Nacht, Einer ist, der uns bewacht: Christ Kyrie“), komm zu uns auf die See!)Herr. ind braust das Meer noch meht, n die Höh voller Ste. Hgar nicht unser festes t, dein All⸗ unser Land dd wehr, o das Meer erhüte, daß wir nicht um! sei unser so sind be⸗ lac dein xten Vah, re Sach. nicht unsre der Mensch INsum laß Sünd und schrecliche 320 und soll dich u auch, d. ; 16³³⁷ 1684. — dir Hrl Nmendẽ ö and vor des jenl Einer , Einer! it, hre 7 7Hert, 2. Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Steuer bricht, wo nun Rettung finden? Wo sonst als nur bei dem Herrn? Seht ihr nicht den Abendstern? Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 3. Einst, Not, laß mich nicht versinken! Sollt ich von dem bittern Strom Well auf Welle trinken, reiche Lieder für besondere Zeiten und Verhältnisse. in meiner letzten H 363 mir dann liebentbrannt, Herr, Herr, deine Glaubenshand! Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! 4. Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob erschallen, loben dich mit erz und Mund, loben dich zu jeder Stund. Christ Kyrie, ja dir gehorcht die See! Joh. Daniel Falk g. 1768 1 1826. E. Lieder von den letzten Dingen. XXVI. Sterbe⸗ un Eigene Melodie. 570. D wollt, daß ich V Voal eime⸗ wär und aller Welt Dost hait nicht mehr. 2. Ich mein, dahein im Him⸗ melreich, da ich Gott schaue euiguich⸗ 3. Wohlauf, mein Seel, und richt dich dar, dort wartet dein der Engel Schar. 4. Denn alle Welt ist dir zu klein, du kommest denn erst wie⸗ der heim. 5. Daheim ist Leben ohne Tod, und ganze Freud ohn alle Not. 6. Da ist Gesundheit ohne Weh und währet heut und je und je. 7. Da sind doch tausend Jahr wie heut, und nichts, das dich verdrießt und reut. 8. Wohlauf, mein Herz und all mein Mut, und such das Gut ob allem Gut! 9. Was das nicht ist, das schätz gar klein und sehn dich allzeit wieder heim. 10. Du hast doch hie kein Blei— ben nicht, obs morgen oder heut id Vegräbnislieder. 11. Da es denn anders nicht kann sein, so fleuch der Welt viel falschen Schein! 12. Bereu dein Sünd und beßre dich, als wolltst du heut gen Himmelreich. 13. Ade, Welt, Gott gesegne dich! Ich fahr dahin gen Him⸗ melreich. Nach Heinrich v. Loufenberg 4 1455. Eigene Melodie. 57 1. Ma wir im Le⸗ ben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hülfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, er— zürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not! Kyri— eleison!(Erbarm dich unser.) 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das thust du, geschicht. Herr, alleine. Es jammert dein Horm großes heilige barmh Gott, Dor de lleison 3. unsre solln Wire1 Herr ist de für d Herre heilig du en entfal bens barm Ma Nach d Met gel. c. inders nicht Rder Welt Sünd und tst du heut hott gesegne gen Him⸗ erg 7 1455⁵. —— wir im Le⸗ sind mit Ben suchn „daß wir 0 bist du, euet unsre Hmm, er⸗ 5 97 Gott f, heil iger, n 1 versinken Noll Khri⸗ mnsen Tod ansich. u. V Wer will ot frei nd 8 thu ust d 0, mmert dein Sterbe⸗ Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Hölle Glut! Kyri⸗ eleison!(Erbarm dich unser.) 3. Mitten in der Hölle Angst unsre Sünd uns treiben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starker Gott, heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glau⸗ bens Trost! Kyrieleison!(Er⸗ barm dich unser.) Martin Luther g. 1483 4 1546. Nach demateinischen Notkers des ältern Media vita in morte sumus. Enu. Juc. 2. 29— 32. Eigene Melodie. 572 Mi Fried und 2 Freud ich fahr dahin in Gottes Wille, getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat: der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Hei— land, den du mich, Herr, hast sehen lan und g'macht bekannt, daß er mir das Leben sei und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vorge⸗ stellt mit großen Gnaden, zu und Begräbnislieder. 36⁵ seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selge Licht für die Heiden, zu er⸗ leuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Martin Luther g. 1483 4 1546 Eigene Melodie. 573. N un laßt uns den Leib begraben und daran kein Zweifel haben, er werd am jüngsten Tag aufstehn und unverweslich hervorgehn. 2. Erd ist er und von der Erden, wird auch zu Erd wieder werden und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gotts Posaune wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhie aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Elend ist kommen zu ein'm selgen End. Er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet doch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis an jüngsten Tag, an welchem ihn Gott verklären und ewge Freude wird gewähren. 6. Hie ist er in Angst gewesen, dort aber wird er genesen, in 366 Sterbe- und Begräbnislieder. ewiger Freud und Wonne leuch⸗ ten wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen und gehn all 92mnt unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß, denn der Tod kommt uns gleicher Weis. Böhmische Brüder. Chor. 1. So traget mich nun immer hin, da ich so lang verwahret bin, bis Gott, mein treuer Seelenhirt, mich wieder auferwecken wird. 2. Ja freilich durch den Tod ich werd zu Asche wieder und zu Erd, doch wird das schwache Fleisch und Bein von meinem Gott verwahret sein. 3. Mein Leib bleibt hie der Würmer Spott, die Seele lebt bei ihrem Gott, der sie durch sein so bittres Leid erlöset hat zur Seligleit. 4. Was mich für Trübsal hat verletzt, wird nun in höchste Lust versetzt; die Welt ist nur ein Jammerthal, dort ist ein rechter Freudensaal. 5. Wenn alle Welt zu Trüm⸗— mern bricht, und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib verkläret stehn und in das Himmelreich eingehn. 6. Wie manche Widerwärtigkeit hatt ich bei meiner Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt als aller Auserwählten Lust. 7. So laßt mich denn in sanfter Ruh und geht nach eurer Woh— nung zu, ein jeder denke Tag für Tag, wie er auch selig werden mag. Gemeinde und Chor. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns hat durch sein Blut erlöst vons Teufels G'walt und ewger Pein. Ihm sei Lob, Preis und Ehr allein! Georg Neumark. V. 8. Martin Luther. 574. Welt, ich muß dich lassen, ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Le⸗ ben setzen in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Ster⸗ ben ist mein Gewinn; kein Blei⸗ ben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud fahr ich dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Ver⸗ trauen, sein Antlitz will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd kann mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gna— den umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu From⸗ men, so ich will zu ihm kommen, allein der christlich Glaube gut. 6. Ich bin ein unnütz Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, Eigene Melodie. Chor. Christus, hat durch 18 Teufels ein. Ihm Ehr allein! artin Luther e. ich muß dich „ich fahr ins ewge eist will ich eib und Le⸗ zädge Hand. vollendet, ndet, Ster⸗ kein Blei⸗ das Ewge t Fried und l. at betrogen tt gezogen überei, will n, sondern „daß mir uch Isum st gestorben, 0 ben, mein Sterbe- und Begräbnislieder. 367 denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich ster— lon, das Himmelreich ererben, wie er mirs hat bereit; hie kann ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben, mein Seele sich vom Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hinnen. O Welt, thu dich besinnen, denn du mußt auch hernach; thu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad bezehren, im Glauben sei du auch nicht schwach! 9. Die Zeit ist schon vorhan— den, hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wa⸗ chen, sonst all irdischen Sachen sollst du gutwillig geben dran. 10. Das schenk ich dir am Ende: Ade, zu Gott dich wende! Zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmer— zen, nimm mein Abschied zu Herzen! Meins Bleibens ist jetzt hie nicht mehr. Johann Hesse g. 1490 f 1547. Eigene Melodie. 575. dn lein vorhanden ist, und soll hinfahrn mein Straße, so g'leit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hülf mich nicht verla asset Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, mein Gewissen wird mich nagen, denn ihr sind viel wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen, gedenken will ich an dein Tod, Herr Jesu, und dein Wunden rot, die wer⸗— den mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an dei— nem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich ungesch uedeh bleib in Todesnot und Schmer⸗ zen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, ein ewigs Leben hast du mir mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Tods Furcht kann sie vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin, drum fahr ich hin mit Freuden. 5. Ich fahr dahin zu Jesu Christ, mein Arm thu ich aus⸗ strecken; so schlaf ich ein und ruhe fein, kein Mensch kann mich aufwecken denn Jesus Christus, Gottes Sohn; der wird die Him— melsthür aufthun, mich führn zum ewgen Leben. V. 1—4 Niklas Herman i 1561. V. 5 1574. Mel. Vater unser im Himmelreich. 576. Her Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, der du littst Wate⸗ Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und 368 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. mir deins Vaters Huld erwarbst, 7. Sondern ich will mit starker ich bitt durchs bittre Leiden dein, Hand ihn reißen aus des Todes du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir ver⸗ geht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zer⸗ bricht, 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt und mir all mensch⸗ lich Hülf zerrinnt: so komm, o Herr Christ, mir behend zu Hülf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammerthal, ver⸗ kürz mir auch des Todes Qual! 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt. So nimm sie, Herr, in deine Händ! Der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis sich der jüngst Tag naht herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn ver— leih, am jüngsten G'richt mein Fürsprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnade mir das Leben schenk! Wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und ewig den Tod schmecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit nichten er drum ganz verdirbt; Band und zu mir nehmen in mein Reich; da soll er denn mit mir zugleich in Freude leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach Herr, vergieb all unsre Schuld! Hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sei, dein'm Wort zu trauen festiglich, bis wir ent⸗ schlafen seliglich. Paul Eber g. 1511 1 1569. Mel. Vater unser im Himmelreich. 5 7 Qn Christi Wunden schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein, Christi Blut und Gerechtigkeit das ist mein Schmuck und Ehren⸗ kleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud fahr ich dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du führest mich, ins ewge Leben wandre ich mit Christi Blut ge⸗ reinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Paul Eber(2) g. 1511 4 1569. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 57 8 ört auf mit Trau⸗ ren und Klagen, ob dem Tod soll niemand zagen; er ist gestorben als ein Christ, sein Tod ein Gang zum Leben ist. mit starker des Todes nehmen in UIer denn in Freude u hilf uns b all unsre wir warten Stündlein nser Glaub m Vort zu 3wir ent⸗ 15111 1569. Himmelteich. sti Wunden ich ein, die ünden rein, Herechtigkeit Ind Chren⸗ bor Gott m Himmel Frend fahe tteslind ich „mein Tod, ewge Leben sti Blut ge⸗ Isu, stitt 151111569. ———— Heib begtaben. f mit Trau⸗ ind Klagen, Rniemand den als en Gang zum Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 369 2. Der Sarg und Grab drum wird geziert der Leib ehrlich be⸗ graben wird, damit wir glaubn, er ist nicht tot, er schläft und ruhet sanft in Gott. 3. Wohl scheints, es sei nun alls dahin, weil er da liegt ohn Mut und Sinn; doch soll ihm bald kehren wieder Lebn und Kraft in alle Glieder. 4. Bald werden diese Toten⸗ bein erwarmen und sich fügen fein zusammen mit Kraft und Leben, Gott wirds herrlich wie⸗ der geben. 5. Ein Weizenkörnlein in der Erd liegt erst ganz tot, dürr und unwert, doch kommts hervor gar schön und zart und bringt viel Frucht nach seiner Art. 6. Der Leib gemacht vom Erdenkloß soll liegen in der Erde Schoß und soll da ruhen ohne Leid, bis daß er wieder aufersteht. 7. Der Seele Haus sollt er hier sein, die blies Gott mit sein'm Atem drein, ein edles Herz, recht Mut und Sinn war durch die Gabe Christi drin. 8. Den Körper nun die Erd bedeckt, bis ihn Gott wieder auf⸗ erweckt, der seins Geschöpf ge— denken wird, welchs war nach seinem Bild formiert. 9. Ach daß nun käm der selge Tag, da Christus nach seiner Zusag hervor wird bringen ganz und gar, was in der Erd ver⸗— scharret war. 1561. Nach dem Latein. des Aurelius Pru⸗ dentius Jam moesta quiesce querela. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 57 9 Och armer Mensch . V doch gar nichts bin, Gotts Sohn allein ist mein Gewinn; daß er Mensch worden, ist mein Trost, er hat mich durch sein Blut erlöst. 2. O Gott Vater, regier du mich mit deinem Geiste stetig⸗ lich, laß deinen Sohn, mein Trost und Lebn, allzeit in mei⸗ nem Herzen schwebn! 3. Und wenn die Stund vor⸗ handen ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ, denn ich bin dein, und du bist mein, wie gern wollt ich bald bei dir sein! 4. Herr Jesu Christe, hilf du mir, daß ich ein Zweiglein bleib an dir und nachmals mit dir aufersteh, zu deiner Herrlichkeit eingeh. V. 1—3 J. Heune g. 1514 1 1581, V. 4 M. Moller g. 1547 1606. Nach dem Lateinischen des Ph. Melanch⸗ thon Nil sum, nulla miser novi solatia. Eigene Melodie. Och hab mein Sach 580. N Gott heimgestellt, er machs mit mir, wies ihm ge⸗ fällt; ich will, soll ich hier länger lebn, nicht widerstrebn, seinim Willn thu ich mich ganz ergebn. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; ich schreib ihm nicht vor Maß noch Ziel. Es sind gezählt all Härlein mein, beid groß und klein, fällt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhie ein Jammer⸗ thal, Angst, Not und Trübsal 2⁴ SIIII ·‚D ö‚IDRDDR——— —.. .—. ö +* Sterbe- und Begräbnislieder. überall; des Bleibens ist ein will, so will ich mit hinfahrn in kleine Zeit, Mühseligkeit, und, Fried; sterbn ist mein G'winn wers bedenkt, ein steter Streit. und schadt mir nicht. 4. Was ist der Mensch? Ein 11. Und ob mich schon mein Erdenkloß, von Mutterleib her Sünd anficht, dennoch will ich nackt und bloß, er bringt nichts verzagen nicht; ich weiß, daß mit auf diese Welt, kein Gut noch Geld, nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. 5. Es hilft kein Reichtum, Geld noch Gut, kein Kunst noch Gunst noch stolzer Mut; fürn Tod kein Kraut gewachsen ist, mein frommer Christ, alles, was lebet, sterblich ist. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark, und liegen morgen tot im Sarg; heut blühn wir wie die Rosen rot, bald krank und tot; ist allenthalben Müh und Not. 7. Man trägt eins nach dem andern hin, wohl aus den Augen und dem Sinn; die Welt ver— gisset unser bald, ob jung, ob alt, auch unsrer Ehren mannig— falt. 8. Ach Herr, lehr uns bedenken wohl, daß wir sind sterblich all— zumal, auch wir allhie kein Blei⸗ bens habn; müssn all davon, ge⸗ lehrt, reich, jung, alt oder schön. 9. Das macht die Sünd, du treuer Gott, dadurch ist kommn der bittre Tod, der nimmt und frißt all Menschenkind, wie er sie findt, fragt nicht, wes Stands und Ehrn sie sind. 10. Ich hab hier wenig guter Tag, mein täglich Brot ist Müh und Klag. Wenn mein Gott mein getreuer Gott für mich in Tod sein liebsten Sohn ge— geben hat. 12. Derselbe mein Herr Jesus Christ für all mein Sünd ge⸗ storben ist und auferstanden mir zu gut, der Hölle Glut gelöscht mit seinem teuren Blut. 13. Dem leb und sterb ich alle⸗ zeit, von ihm der Tod selbst mich nicht scheidt. Ich leb od'r sterb, so bin ich sein, er ist allein der einig Trost und Helfer mein. 14. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in allem Kreuz und Traurigkeit. Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag werd auferstehn aus meinem Grab. 15. Mein lieben Gott von An⸗ gesicht werd ich anschaun, dran zweifl ich nicht, in ewger Freud und Seligkeit, die mir bereit; ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! 16. O Jesu Christe, Gottes Sohn, der du für uns hast gnug gethan, ach schließ mich in die Wunden dein, du bist allein der einig Trost und Helfer mein. 17. Amen, mein lieber from⸗ mer Gott, bescher uns alln ein selgen Tod! Hilf, daß wir mögen allzugleich in deinem Reich bald mit dir leben ewiglich. Johann Leon 4 1597. hinfahrn in ein Gwinn schon mein och will ich weiß, daß für mich in Sohn ge⸗ Herr Jesus Sünd ge⸗ standen mir Hut gelöscht Blut. terb ich alle⸗ selbst mich odr sterb, st allein der lfer mein. in Trost zu Kreuz und eiß, daß ich N alle Klag 3 meinem hott von An⸗ awger Freud mir bereit; in Ewigkeit. ise, Gotes n hast gnug nich i die Sterbe- und Begräbnislieder. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 581 ilf, Helfer, hilf in Angst und Not, erbarm dich mein, du treuer Gott! Ich bin ja doch dein liebes Kind trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott mein Herr. Wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ, du mein Gott und Erlöser bist. 3. Des freu ich mich von Her⸗ zen fein, bin gutes Muts und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein Wort. Hilf, Helfer, hilf, du treuer Hort! 1596. Eigene Melodie. 582 Hen thut mich 2 verlangen nach einem selgen End, weil ich hie bin umfangen mit Trübsal und Elend. Ich hab Lust abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll, es hat dein Blut gekostet; drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein selges Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; des freu ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn. 371 4. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, doch auferwecket werden durch Chri⸗ stum schön verklärt, wird leuch— ten als die Sonne und leben ohne Not in Himmelsfreud und Wonne; was schadt mir denn der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, zu bleiben länger hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte, es währt nur kurze Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, was mir und ihn'n bringt Leide, doch tröst mir meinen Mut, daß wir in größern Freu⸗ den zusammen werden kommn und bleiben ungeschieden im himmelischen Thron. 7. Ob ich auch hinterlasse be⸗ trübte Waiselein, dern Not mich über Maße jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er wird sie wohl versorgen, retten aus aller Not. 8. Was thut ihr so sehr zagen, ihr armen Waiselein? Sollt euch Gott Hülf versagen, der speist die Raben klein? From-⸗ mer Witwen und Waisen ist er der Vater treu, er kann und will sie speisen; das glaubt ohn alle Scheu. 9. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauret 2⁴ nicht allzu sehre über den Ab⸗ schied mein! Beständig bleibt im Glauben! Wir werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 10. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein: Gieb mir ein seligs Ende, send mir die Engel dein, führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast durch dein Leiden und Sterben und blutiges Ver⸗ dienst. 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ, den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist! Hilf mir ritter⸗ lich ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Christoph Knoll g. 1563 + 1650. Philipper I, 2I. Eigene Melodie. 583 Cauhen der ist mein * Leben, und Ster⸗ ben mein Gewinn; ihm hab ich mich ergeben, mit Freud fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mag zu ihm kom⸗ men und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not, Sterbe⸗ und Begräbnislieder. durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 5. Mein Herz, Sinn und Ge⸗ danken zergehn schon als ein Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht. 6. Drum laß mich an dir kleben wie eine Klett am Kleid, und ewig bei dir leben in deiner Seligkeit! 7. Fein selig, sanft und stille, gleich als vom süßen Ton, schlaf ich, weils Gottes Wille, mein 810 ist Gottes Sohn. Ich sing im Himmelsthrone ün nun Lob, Ehr und Preis, wo ich nun ewig wohne in jenem Paradeis. 1609. Nach dem Hannov. Gsb. 1740 Eigene Melodie. 584 H¹ Jesu Christ, * meins Lebens Licht, mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis zu dir ins himmlisch Para⸗ deis; da ist mein rechtes Vater⸗ land, woran du hast dein Blut gewandt. 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat, allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärk mich durch das 4. Wenn meine Kräfte brechen, Leiden dein in meiner letzten mein Atem geht schwer aus, wenn ich nicht mehr kann sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! Todespein, dein Blutschweiß mich tröst und erquick, mach mich frei durch dein Band und Strick! un und Ge⸗ lls ein Licht, ut wanken, m gebricht. ich an dir am Kleid, n in deiner t und stille, Ton, schlaf Hdille, mein hn. nmelsthrone und Preis, ne in jenem ov. Osb. 1740. die Jesu Christ, ins Lebens nein Trost, Erden bin drückt mich st. ein schwere näsh Br chtes Vater⸗ dein But ir mein Herz gar wenig Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 5. Dein Backenstreich und Ruten frisch der Sünden Strie⸗ men mir abwisch, dein Hohn und Spott, dein Dornenkron, laß sein mein Ehr, mein Freud und Wonn! 6. Dein Durst und Gallen⸗ trank mich lab, wenn ich sonst keine Stärkung hab, dein Angst⸗ geschrei komm mir zu gut, bewahr mich vor der Hölle Glut! 7. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in mei⸗ nem Herzen schrei, hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen werden blind. 8. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir der Tod das Herze bricht, behüte mich vor Ungeberd, wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 9. Dein Kreuz laß sein mein Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heilges Grab, die reinen Grabetücher dein laß meinen Sterbekittel sein! 10. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf mein letzte Heim⸗ fahrt bau; thu mir die Himmels⸗ thür weit auf, wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. 11. Am jüngsten Tag erweck mein Leib, hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht treffe dein Gericht, welchs das erschreck⸗ lich Urteil spricht. 12. Alsdann mein Leib ver⸗ neure ganz, daß er leucht wie der Sonne Glanz und ähnlich sei dein'm klaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. 373 13. Wie werd ich dann so fröhlich sein, werd singen mit den Engeln dein und mit der Auserwählten Schar dein Antlitz schauen ewig klar! Martin Behm g. 1557 1622. Eigene Melodie. alet will ich dir 585. V geben, du arge, falsche Welt, dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier; da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Her⸗ zen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon, ver— kürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut, laß selig mich abscheiden, setz mich in dein Erbgut! 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein. Er⸗ schein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Not, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deiner offnen Seit, rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit! Der ist wohl hie gewesen, wer kommt ins himmlisch Schloß; ewig ist der genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 37⁴ 5. Schreib meinen Nam aufs beste ins Buch des Lebens ein und bind mein Seel gar feste ins schöne Bündelein der, die im Himmel grünen und vor dir leben frei, so will ich ewig rüh— men, daß dein Herz treue sei. Valerius Herberger g. 1562 4 1627. Eigene Melodie. 586 975 Gott, nun schleuß den Him— mel auf, mein Zeit zum End sich neiget; ich hab vollendet meinen Lauf, des sich mein Seel sehr freuet. Hab gnug gelitten, mich müd gestritten, schick mich fein zu zur ewgen Ruh, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 2. Wie du mir, Herr, befohlen hast, hab ich mit wahrem Glau— ben mein lieben Heiland auf⸗— gefaßt in mein Arm, dich zu schauen. Hoff zu bestehen, will frisch eingehen vom Thränen⸗— thal zum Freudensaal, laß fah⸗ ren, was auf Erden, will lieber selig werden. 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon im Frieden zu dir fahren! Befehl mich Christo deinem Sohn; der wird mich wohl bewahren, wird mich recht führen, im Himmel zieren mit Ehr und Kron; fahr drauf davon, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. Tobias Kiel g. 1584 4 1627. an allem End. Unsre Thränen Sterbe- und Begräbnislieder. Eigene Melodie. 587 reu dich sehr, o * meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jam⸗ merthal. Aus der Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich ge⸗ rufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann, daß sich ende seine Bahn, so hab ich ge⸗ wünschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornenspitzen gar, also auch die Christen gehen stets in Angsten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist all— hier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz sind unsre Tag; wenn wir nur geboren werden, findt sich Jammer gnug auf Erden. 5. Wenn die Morgenröt her— leuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher schleichet, Müh sich findt Ne. dich sehr, o eine Seele, und Qual, istus, dein esem Jam⸗ übsal, Angst hren in die hat gehöret, währet. hab ich ge⸗ n, meinem viel Kreuz ir hülf aus sehnt ein sich ende ab ich ge⸗ sich enden e die Rosen spitzen gar, gehen stets fahr. Wie dd und der ls ist all⸗ + Wauf vo „Sünd und Fliish und hier unsre bei keinem Mufst und sind unste ur geboren mmer gnug Sterbe- und Begräbnislieder. 37⁵ sind das Brot, so wir essen früh dein Herre, ruft aus diesem Jam⸗— und spat; wenn die Sonn nicht merthal. Seine Freud und Herr⸗ mehr thut scheinen, ist auch lauter lichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, Klag und Weinen. mit den Engeln jubilieren und 6. Drum, Herr Christ, du auf ewig triumphieren. 1620. Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei von mir jetzund Mel. Herzlich thut mich verlangen. nicht ferne, weil dein Blut mich 588 Och hab mich Gott hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried* N ergeben, dem und Freud mög von hinnen fah-liebsten Vater mein; hier ist kein ren heut, ach sei du mein Licht Immerleben, es muß geschieden und Straße, mich mit Beistand sein. Der Tod kann mir nicht nicht verlasse. schaden, er ist nur mein Gewinn, 7. In dein Seite will ich fliehen in Gottes Fried und Gnaden bei dem bittern Todesgang, durch fahr ich mit Freud dahin. dein Wunden will ich ziehen in 2. Mein Weg geht jetzt vor— das himmlisch Vaterland. In über; o Welt, was acht ich dein? das schöne Paradeis, drein der Der Himmel ist mir lieber, da Schächer that sein Reis, wirstmuß ich trachten ein, mich nicht du mich, Herr Christ, einführen zu sehr beladen, weil ich weg— und mit ewger Klarheit zieren. fertig bin, in Gottes Fried 8. Ob mir schon die Augen und Gnaden fahr ich mit Freud brechen, das Gehör auch ganz dahin. verschwindt, meine Zung nicht 3. Ach selge Freud und mehr kann sprechen, mein Ver⸗Wonne hat mir der Herr be— stand sich nicht besinnt, bist du reit, da Christus ist die Sonne, doch mein Licht und Hort, Leben, Leben und Seligkeit. Was kann Weg und Himmelspfort, du wirst mir doch nun schaden, weil ich selig mich regieren und die bei Christo bin? In Gottes Bahn zum Himmel führen. Fried und Gnaden fahr ich mit 9. Laß dein Engel mit mir Freud dahin. fahren auf Elias Wagen rot, 4. Gesegn euch Gott, ihr meine Seele wohl bewahren, wie Meinen, ihr Liebsten allzumal! einst Lazarum im Tod. Laß sie Um mich sollt ihr nicht weinen, ruhn in deinem Schoß und er-ich weiß von keiner Qual. Den fülle sie mit Trost, bis der Leib rechten Port noch heute nehmt kommt aus der Erden und sie fleißig ja in acht, in Gottes beid vereinigt werden. Fried und Freude fahrt mir bald 10. Freu dich sehr, o meine alle nach! Seele, und vergiß all Not md V. 1. Johann Leon t 1597. Qual, weil dich nun Christus, V. 2—4 Joh. Siegfried g. 1564 f 1637. 376 Eigene Melodie. 589. MGen a deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden! Ruf ich dich an, versag mirs nicht! Wenn meine Seel will scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ! Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du wirst mirs nicht ver⸗ derben. Ach du bist doch von mir nicht fern, wenn ich gleich hier muß sterben, verlassen meine liebsten Freund, die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deine Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Not, Müh, Arbeit überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt, die Sünd mir können nichts mehr schaden, an dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Was wollt ich denn lang traurig sein, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Un⸗ schuld rein wie eine Braut her— gehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt, bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Herm. Schein g. 1586 1 1630. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Mel Herr, ich bekenn von Herzensgrund. ein Lauf, Gott 590. M Lob, ist bald vollbracht. Welt, gute Nacht, wir müssen uns nun scheiden. In Jesu Namen sanft und still ich wandern will zur Seligkeit mit Freuden. In dieser Welt war mir bestellt nur Angst und Not, zuletzt der Tod, jetzt endet sich mein Leiden. 2. In Jesu Namen schlaf ich ein, er führt allein mich aus dem Tod ins Leben; sein an dem Kreuz vergoßnes Blut kommt mir zu gut, macht fröhlich mich daneben. Der edle Saft bringt rechte Kraft, stärkt mir mein Herz in Todesschmerz, kann Freud und Wonne geben. 3. In Jesu Namen fahr ich hin, denn mein Gewinn ist Christus, wenn ich sterbe. Ich weiß, daß er mich nicht verläßt, und glaube fest: Im Tod ich nicht verderbe, mir ist bereit in Ewigkeit von Gottes Sohn die Ehrenkron, das rechte Him⸗ melserbe. Georg Werner g. 1589 T 1643. Eigene Melodie. Qdch bin ja, Herr, in 59 1 2 NX deiner Wach, du hast mich an dies Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben; du kennest meiner Mon⸗ den Zahl, weißt, wann ich diesem Jammerthal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann du, V 9. 8 allein, Pein beizusp meiner mein und id gen, gebrich mein 9.— vor n Kraft, Herzet und R dir, giebes dessen geben was d das, daß ii 6. Ait, Herzensgrund. Lauf, Gott b, ist bald e Nacht, wir heiden. In ind still ich eligkeit mit Welt war st und Not, t endet sich en schlaf ich mich aus sein an dem zlut kommt röͤhlich mich Saft bringt mir mein nerz, kann geben. en fahr ich Fewinn ist terbe. Ich icht berläßt, m Tod ich st bereit in Sohn die echte Him⸗ 1539 1645. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode rin⸗ gen, wenn aller Sinne Kraft gebricht? Thust du es, Gott mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor mir in großer Hitz, ohn Kraft, ohn Zier, mit höchster Herzensangst befallen, Gehör und Rede nehmen ab, die Augen werden mir ein Grab, doch kränkt die Sünde mich vor allen, des Satans Anklag hat nicht Ruh, setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton und seh auch den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urteil fällen. Hier weiset mein Gewissensbuch, da aber des Ge⸗ setzes Fluch mich Sündenkind hinab zur Höllen. Wer hilft mir nun in dieser Not, wo du nicht, Gott, du Todes Tod? 5. Der Teufel hat nicht Macht an mir, ich habe bloß gesündigt dir, dir, der du Missethat ver⸗ giebest. Was maßt sich Satan dessen an, der kein Gesetz mir geben kann, nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin, ich weiß, daß ich des Herren bin. 6. Herr Jesu, ich, dein teures Gut, bezeugs mit deinem eignen 377 Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre! Was giebest du mich fremder Hand und hast so viel an mich gewandt? 7. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du lässest mich, dein wahres Teil, zu tief in deinen Wunden sitzen. Hie lach ich aller Macht und Not, es mag Gesetz, Höll oder Tod auf mich her donnern oder blitzen. Dieweil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines Fremden sein. Simon Dach g. 1605 + 1659. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 592 Di Herrlichkeit der Erden muß Rauch und Asche werden, kein Fels, kein Erz kann stehn. Dies, was uns kann ergetzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leich⸗ ter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so trotzig machen, als schlechte Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben, der immer um muß schweben, als nur ein Schattenbild der Zeit? 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich ach⸗ ten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen, und dieser Mund erblichen, fragt keiner, was man hier gethan. 4. Es hilft kein weises Wissen, wir werden hingerissen ohn einen Unterschied. Was nützt der 378 Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 5. Dies alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nützen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 6. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 7. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unvergänglich sein? Es mag vom Totenreihen kein Zepter dich befreien, kein Pur⸗ pur, Gold noch edler Stein. 8. Wie eine Rose blühet, wenn man die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehns abfällt, 9. So wachsen wir auf Erden und denken groß zu werden und schmerz- und sorgenfrei, doch eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 11. Auf, Herz, wach und be⸗ denke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein. Was so ist unsre Schöne, sehet! Sterbe⸗ und Begräbnislieder. du zuvor genossen, ist als ein Strom verschossen, und wessen wird das Künftge sein? 12. Verlache Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre und geh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 13. Wohl dem, der auf ihn trauet, er hat recht fest gebauet. Und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nim⸗ mermehr vergehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. Andreas Gryphius g. 1616 + 1664. Eigene Melodie. 59 3 ch wie flüchtig, ach • wie nichtig ist des Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröh⸗ lichkeiten. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, 5. nichtig Wie st bald d ist un 6 wie f Chre! müssen lüssen, mit I 7.— nichtij Der führer rieren berlier 8. flächti ten gewon Verk nicht 9— nichti gen! messe sessen gesser 10 füch schen! ist als ein und wessen seinꝰ lt und Ehre, nst und Lehre en an, der t, den keine einzig ewig der auf ihn fest gebauet. fällt, wird n und nim⸗ weil ihn die 3. 1616 f 166. odie. ie flüchtiz,ac ie nichtig ist n Vie ein t und auch so ist unser tis, ach wie uschen Tage! beginnt zu Daufn nict rt unste Zei b, 0 ri schen Freude! Stund un * unlel, Iried dunste Froh⸗ ̃ wie htig/ ah NN + schen Schüh hald vemehej ftlein wehet, A* +4 0 sehet Sterbe- und Begräbnislieder. 5. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Glücke! Wie sich eine Kugel drehet, die bald da, bald dorten stehet, so ist unser Glücke, sehet! 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Ehre! Über den, dem man hat müssen heut die Hände höflich küssen, geht man morgen gar mit Füßen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Wissen! Der das Wort konnt prächtig führen und vernünftig discu⸗ rieren, muß bald allen Witz verlieren. 8. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Dich— ten! Der, so Kunst hat lieb gewonnen und manch schönes Werk ersonnen, ist dem Tode nicht entronnen. 9. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Pran⸗ gen! Der in Purpur hoch ver— messen ist als wie ein Gott ge⸗ sessen, dessen wird im Tod ver— gessen. 10. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist des Menschen Herr— schen! Der durch Macht ist hoch gestiegen, muß zuletzt aus Un⸗ vermögen in dem Grab ernie— drigt liegen. 11. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Flut ent⸗ stehen, dadurch, eh wir uns ver⸗ sehen, alles muß zu Trümmern gehen. 379 12. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und ver⸗ gehen; wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Michael Franck g. 1609 7 1667. Eigene Melodie. 594 Her nun laß in Friede, lebens⸗ satt und müde, deinen Diener fahren zu den Himmelsscharen selig und im Stillen, doch nach deinem Willen! 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben; Christus mich geleitet, welchen Gott bereitet zu dem Licht der Heiden, das uns setzt in Freuden. 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, ritterlich ge— kämpfet, manchen Feind ge— dämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. 4. Thränen muß ich lassen, weinen ohne Maßen, schwere Gänge laufen mit der Christen Haufen, über Sünde klagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden, Gott will mich erlösen bald von allem Bösen; es soll besser wer— den, als es war auf Erden. 6. Frieden werd ich finden, ledig sein von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr müssen streiten; mich soll ganz umgeben himmlisch Freudenleben. 38⁰ 7. Mir ist beigeleget, wo man Zepter träget, eine schöne Krone schon zum Gnadenlohne; da werd ich ergetzet und zur Ruh gesetzet. 8. Mein Erlöser lebet und mich selber hebet aus des Todes Kammer; da liegt aller Jammer. Fröhlich, ohne Schrecken, will er mich aufwecken. 9. Dieser Leib soll gehen und in Klarheit stehen, wenn die Toten werden erstehn von der Erden; Christum werd ich schauen, darauf kann ich trauen. 10. Christo will ich singen, Lob und Ehre bringen, rühmen seine Güte mit Seel und Ge⸗ müte, preisen seinen Namen ohn Aufhören. Amen. David Behme g. 1605 4 1657. Pfalm 119, 19. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 595. J Qch bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand, der Him⸗ mel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reij ich aus und abe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt, Blitz, Donner, Wind und Regen Sterbe- und Begräbnislieder. hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuld, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt am guten Rat; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben als solche große Leut? Es muß ja durch⸗ gedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trö⸗ sten wird. 7. Mein Heimat ist dort dro⸗ ben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nach dems ihm wohlgefällt. 8. Zu dem steht mein Ver⸗ langen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je län⸗ ger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist ge⸗ falle, das meist ist Herzeleid. meiner mich deinen 10. ist ni wenn so tre was i ich all gehau ins nast erwect; und Miien, ht verschulh, leiden und lieben Alten, d Pfad wir uten, wenns at; sie zogen r Kreuz war iß der Tod sie hrabes Schoß. ch ergeben in d Leid; was en als solche nuß ja durc⸗ gelitten sein; ohl gerungen, ud hinein. h zwar nun n durch die ich nicht zu remden Zelt. Straße, die rt, da mich in Vater trö⸗ t ist dort dro⸗ l Schar der oben, der als zinen Händen für erhält leget, na llt. t win Ve⸗ ch gerne hil; durchgangen bin. Ie lund 1 vengerfe, nem Gtist ⸗ Herlei Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 9. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein selges Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft! 10. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich aus⸗ gehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, du, meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nebst andern leuchten soll. 12. Da will ich immer woh⸗ nen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt g. 1607 + 1676. Eigene Melodie. elt ade, ich bin 596. W dein müde, ich will nach dem Himmel zu; da wird sein der rechte Friede und die stolze Seelenruh. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts 381 denn lauter Eitelkeit, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 2. Wenn ich werde dahin kom⸗ men, bin ich aller Krankheit los und der Traurigkeit entnommen, ruhe sanft in Gottes Schoß. In der Welt ist Angst und Not, endlich gar der bittre Tod; aber dort ist allzeit Friede, Ruh und Seligkeit. 3. Was ist doch der Erde Freude? Nebel, Dampf und Herzeleid; hier auf dieser schwar⸗ zen Heide sind die Laster aus⸗ gestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit, in dem Himmel alle⸗ zeit Friede Ruh und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöne sin⸗ get Gottes auserwählte Schar, Heilig, heilig, heilig klinget in dem Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn und ein steter Jammerton; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 5. Nichts ist hier denn lauter Weinen, keine Freude bleibet nicht; will uns gleich die Sonne scheinen, so verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Not, Sorgen und der bittre Tod, in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 6. Nun, es wird dennoch ge⸗ schehen, daß ich auch in kurzer Zeit meinen Heiland werde sehen in der großen Herrlichkeit. Denn bei uns ist lauter Not, Müh und Furcht, zuletzt der Tod; aber 382 dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 7. O wer nur dahin gelanget, wo jetzund der schöne Chor in vergüldten Kronen pranget und die Stimme schwingt empor! Denn die Welt hat Krieg und Streit, all ihr Thun ist Eitel⸗ keit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr, drinnen ich mich kann besprechen mit dem Schön— sten für und für? Welt, du hast nur Sturm und Streit, lauter Qual und Traurigkeit; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 9. Jetzt will ich mich fertig machen, daß mein Thun vor Gott besteh, daß, wenn alles wird zerkrachen, es heißt: Komme! und nicht: Geh! Welt, bei dir ist Angstgeschrei, Sorge, Furcht und Heuchelei, in dem Himmel alle⸗ zeit Friede, Ruh und Seligkeit. Joh. Georg Albinus g. 1624 + 1679. Eigene Melodie. 59 7 lle Menschen müs⸗— sen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es an⸗ ders werden neu. Dieser Leib der muß verwesen, wenn er an⸗ ders soll genesen der so großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, weil es meinem Gott be⸗ Sterbe⸗ und Begräbnislieder. liebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn, er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freud dahin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreieinigkeit. 4. Da wird sein das Freuden⸗ leben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor sei⸗ nem Thron; da die Seraphinen prangen und das hohe Lied an⸗ fangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal; wo auf ihren Ehrenthronen sitzet der zwölf Boten Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle From⸗ men hingefahren; da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der gro⸗ ßen Freud und Wonne, jetzund gehet auf die Sonne, jetzund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag! 7. Ach ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit, jetzo werd lig von mit licht betrübt. esu Wunden ung funden, Todesnot ist od. ich gestorben, ein Gewinn, lerworben; vreud dahin, deltgetummel otteshimmel, schauen die das Freuden⸗ send Seelen immelsglanz hott vor sei⸗ Seraphinen ohe Lied an⸗ ei lig, heilig „Sohn und uduan L wo auf ste der ö wo in so all From⸗ à wir mir ih Halleloin ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid, mit der güldnen Ehrenkrone, stehe da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Joh. Rosenmüller g. 1615 4 1686. Mel. Ich hab mein 11. 35 Gott heim⸗ gestellt. 598. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewig⸗ keit! Wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt hievon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht be— steht, gleichwie ihr dieses täg— lich seht. 3. Nur du, Jehova, bleibest mir das, was du bist, ich traue dir; laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn, gieb, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not? Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu, bedenk es nu, du kommst sonst nicht zur wahren Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Narren Lust, mir ist das höchste Gut bewußt, das such ich nur, das Sterbe⸗ und Begräbnislieder. bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz 11 dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. Joachim Neander g. 1650 1 1680 Eigene Melodie. er weiß, wie 599. Wĩ nahe mir miein Ende? Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach wie ge— schwinde und behende kann kom⸗ men meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 5. Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer mir die Welt, gieb, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jesu zu, darein ich mich festgläubig winde; das giebt mir recht er⸗ wünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden hab ich mir recht und wohl gebett; da find ich Trost in Todesstunden und alles, was ich gerne hätt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 9. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 10. Ich habe Christi Leib ge⸗ gLessen, ich hab sein Blut ge⸗ trunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 11. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt, ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit W Ende gut! Ich leb indes in dir ver⸗ üget And sterb ohn alle Küm⸗ mernis. Mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin des ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut. AmilieJuliane, Gräfinzu Schwarzburg⸗ Rudolstadt g. 1637 + 1706. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. ein Jesus kommt, 600. Mad Sterben ist vorhanden, ich werde frei von dieses Leibes Banden. Wie soll ich aber wohl und selig sterben, dein Reich ererben? 2. Wie du, mein Jesus, bist am Kreuz gestorben und hast da⸗ durch das Leben uns erworben, so laß auf deinen Tod mich auch abscheiden zu deinen Freuden. 3. Und was du noch zuletzt hast ausgesprochen und deines Vaters —.9—6.——— risti Hib ge⸗ n Blut ge⸗ lannst du n, ich bleib mir. Mein urch Christi mit meinem in End heut daß mirs ich bin und zorgen, mit usgeschmückt. bitt durch 9s nur mit in dir ber⸗ n alle Kün⸗ let, wie mein laub und bin Durh deine Blut machst nde gut. Schwarzburg⸗ 717⁰6. was haft du . Jesus kommt, 0 2—6 ist 2 frei 291 Wie sol stlig sterben, Herz damit gebrochen, das will ich dir, indem die Augen brechen, getrost nachsprechen: 4. Vergieb, o Vater, denen, die mich hassen, die wider mich Neid, Eifer ausgelassen; vergieb doch, weil die Feinde nicht verstehen, was sie begehen. 5. Vergieb auch mir, o Vater, meine Sünde und was ich jetzt noch Böses an mir finde; ich bin von Fleisch und Blut oft übereilet von dir geteilet. 6. Ich hab, o Jesu, Seele, Leib und Leben in meinem Testament dir übergeben, du wirst die Mei⸗ nen auch heut oder morgen hier wohl versorgen. 7. Ich übergebe sie zu deinen Handen, behüte sie vor Sünden, Schmach und Schanden; du wirst, o Vater, diesen meinen Willen an mir erfüllen. 8. Drauf wendet sich mein Herz von dieser Erden. Dein Paradies das soll mir eigen werden, dein Paradies, das schöne, das wird heute mir stehn zur Beute. 9. Ach Jesu, zeige mir jetzt deine Güte, gieb mir ein him⸗ meldringendes Gemüte, daß ich ergreife dort zum Gnadenlohne die schöne Krone. 10. Zwar Hölle, Teufel fangen an zu quälen und streben mir nach meiner armen Seelen, weil ich dein Wort in dieser Sünden⸗ hütten hab überschritten. 11. Ich aber will die Seufzer tiefer fassen: Mein Gott, mein Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 385 Gott, du wirst mich nicht ver⸗ lassen, dieweil du selbst von Gott verlassen hingest und mich um⸗ fingest. 12. Mein Herze dürstet nach dir und ich ächze, ich seufze nach dem Himmel, ach ich lechze nach dir, nach dir mit großem Durst, ich Armer, du mein Erbarmer! 13. Ach laß mich nicht in mei⸗ ner Not versinken, laß mich die Kraft aus deinen Wunden trin⸗ ken, ich dürste wie ein Hirsch, laß dich erblicken, mich zu er— quicken. 14. Jetzt kommt der Trost, mein Herz hat sich gelabet, Jesu, mit deinem Blut bin ich begabet; es ist vollbracht, was übrig ist ge⸗ wesen, ich bin genesen. 15. Nun ist vollbracht mein Leiden, Kreuz und Jammer; mein schwacher Leib schläft sanft in seiner Kammer und wartet nur, bis Jesus diese Glieder mir giebet wieder. 16. Ich gebe dir den Geist in deine Hände, o Jesu, löse nun des Leibes Bande! Ich bleibe dir, ich sterbe deinem Namen. Jesu, sprich Amen! Michael Hunold g. 1621 1 1672. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mel. 1. 601. 245 sterbe täglich, Vund mein Leben eilt immerfodd zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit 36 hin, der Tod kommt her; ach wer nur immer fertig wär! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schließt keinen aus, mein Leib ist auch ein Totenhaus. 3. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Totenbahr. Ein einzger Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 4. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Land der Toten. Wohl dem, der Haus und Herz bestellt, denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an Einem Augenblick. 5. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Ab⸗ schied denken mag. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, wenn Fall und Tod beisammen sein. Doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; Sterbe⸗ und Begräbnislieder. drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist. Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mi 8. Kann ich nicht segnen mehr die Meinen, so segne du sie, Herr, für mich, und wenn sie bittre Thränen weinen, o Trö⸗ ster, so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein! 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf, verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf, so wird mein Ab⸗ schied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Eigene Melodie. nter Lilien jener 602. uU Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleug behende! Jesu Hände öffnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon be— dienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiff— leins, laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich in uden Tagen: dir meinen neine Lippen u Blut für segnen mehr gne du sie, d wenn sie ten, o Trö⸗ h und lasse hrein durch ich sein! letzte Stoß eße mir den ze mir des nd hole mich vd mein Ab⸗ zwar eiliz 16τ. die. Lilien jener den sollst Hwinge dich Wler fleug inde öftnen r. u, laßt nich n derer, die nebst dem n schon be⸗ Sterbe⸗ und Begräbnislieder. der Wüste weilen und nicht eilen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glauben mir nichts rauben, Glauben, der durch alles dringt. Nach dir sehnt sich meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Rund erfüllet sei, du kannst durch des Todes Thüren träu⸗ mend führen und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen, Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt danieder, meine Glieder werden fröhlich auferstehn. 8. Gotteslamm, dich will ich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben, hole mich, mein Gott, zu dir! J. Ludw. Konr.Allendorf g.169341773. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 603 E wie so sanft ent⸗ * schliefest du nach manchem schweren Stand und liegst nun da in süßer Ruh in deines Heilands Hand. 2. Sein Leiden hat dich frei gemacht von aller Angst und Pein, sein letztes Wort: Es ist vollbracht, das singt dich lieb⸗ lich ein. 3. Du läßt dich zur Verwande⸗ lung in dies Gefilde sän mit 387 Hoffnung und Versicherung, viel schöner aufzustehn. 4. Verbirg dich unserm Ange⸗ sicht im kühlen Erdenschoß! Du hast das deine ausgericht, em⸗ pfängst ein selig Los. 5. Wir wissen, daß der Bräuti⸗ gam, der ewig treue Hirt, dich, sein schon hier geliebtes Lamm, auch dort nicht lassen wird. 6. Er führe seine ganze Herd, die sich zu ihm gesellt und die ihm ist so teur und wert, auch vollends durch die Welt! Nach Gottfr.Neumann g.um168841782. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 604 eine Lebens⸗ zeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe; wenig Tage sind vielleicht, die ich noch zu leben habe. Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn Eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier er⸗ wirbst, Würden, die dir Men⸗ schen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun, diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das der wahre Glaube giebt, wird dir deinen Tod versüßen. Dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Daß du dieses Herz er⸗ wirbst, fürchte Gott und bet und wache! Sorge nicht, wie früh du stirbst, deine Zeit ist Gottes 25* — 388 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Sache. Lern nicht nur, den Tod nicht scheun, lern auch, seiner dich erfreun. 5. Überwind ihn durch Ver⸗ traun, sprich: Ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem mei⸗ nen Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht, nahm dem Tode seine Macht. 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein ver⸗ senken, sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! Lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert g. 1715 4 1769. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 605 Go nun hin und 2 grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde, von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wan— derstab hin, wo alles Irdsche endet, lege selbst mich nun hin⸗ ein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden werden Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr erbleichet ganz. 6. Ihr, die nun in Trauren geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben nieder⸗ weht, tröstet froh des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eitlen Schein, droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irr⸗ tum will, aus den Schatten, aus den Schemen“), aus dem Eitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. ) Wesenlose Bilder. Ps. 39, 7. 8. Weinet nicht: mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzens⸗ wunden, woraus einst sein from⸗ mes Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht: mein Erlöser lebt; hoch vom finstern Erden⸗ staube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt g. 1769 1 1860. 5— ich, ist hohl, den Leiden, estand, eitel nd Tand. gute Nacht, und liebe lmit eurer eis in weite enem Glanz, ganz. in Trauren ihr lieben oben nieder⸗ des Herrn nicht ob dem en nur kann daß nun ich den Abschied 16 dem Irr⸗ n Schatten, „aus dem ichts hin ins . Y. 9,L. mein süßes and hab ich e auch men en Herzens⸗ st sein fon Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 389 Mel. Christus der ist mein Leben. 606 m Grabe stehn 2 wir stille und säen Thränensaat, des lieben Pilgers Hülle, der ausgepilgert hat. 2. Er ist nun angekommen, wir pilgern noch dahin; er ist nun angenommen, der Tod war ihm Gewinn. 3. Er schaut nun, was wir glauben, er hat nun, was uns fehlt, ihm kann der Feind nichts rauben, der uns versucht und quält. 4. Ihn hat nun als den Sei⸗ nen der Herr dem Leid entrückt, und während wir hier weinen, ist er so hoch beglückt. 5. Er trägt die Lebenskrone und hebt die Palm empor und singt vor Gottes Throne ein Lied im höhern Chor. 6. Wir armen Pilger gehen hier noch im Thal umher, bis wir ihn wiedersehen und selig sind wie er. K. J. Phil. Spitta g. 1801 4 1859. Siehe auch Nr. 432 bis 436. Beim Tode der Ehefrau. Mel. Wenn mein Stündlein vor⸗ handen ist. 607. ch Gott, ich muß in Traurigkeit mein Leben nun beschließen, die⸗ weil der Tod von meiner Seit so eilends hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein, des muß ich jetzt beraubet sein. Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an ihre Freund⸗ lichkeit gedenk in meinem Herzen, die sie mir hat zu jeder Zeit in Freud und auch in Schmerzen erwiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar ver— schwinden. Ich glaub und red es ohne Scheu: Die best ist doch getraute Treu, die muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr mir geht ein schar⸗ fes Schwert jetzund durch meine Seele, die abzuscheiden oft be— gehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, Herre Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich in Leid verzagen. 5. O treugeliebtes, selges Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst möcht wenden. Ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz ge⸗ wandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, kein Trübsal, Weh und Not kann dich jetzund verletzen; im Himmel thut der fromme Gott mit Liebe dich er— getzen. Die Seele schaut mit Lust und Freud die heilige Drei⸗ faltigkeit mit allen Auserwählten. 7. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Le⸗ ben, ich aber komm hinauf zu dir. Da werd ich mit dir schwe⸗ 390 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. ben in höchster Freude, Wonn und Lust, die deine Seele täg⸗ lich kost, drauf ich mich herzlich freue. 8. O wie mit großer Freu⸗ digkeit wolln wir einander ken⸗ nen! Da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach welche Freude wird dann sein, wenn ich die, die ich jetzt bewein, mit Freude werd umfangen! 9. Dies will ich stets in mei⸗ nem Leid mir zu Gemüte führen, erwarten in Geduld die Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes steh bei mir und mich durch seinen Geist regier zu seines Namens Ehre! Joh. Heermann g. 1585 f 1647. Tod und Begräbnis von Kindern. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 608 Gein Lob, die Stund • ist kommen, da ich werd aufgenommen ins schöne Paradeis. Ihr Eltern dürft nicht klagen, mit Freude sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis! 2. Kurz ist mein irdisch Leben, ein bessers wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not verderben, mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Gott eilet mit den Seinen, und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Him⸗ mels Ehrensaal. 4. Wie öfters wird verführet manch Kind, an dem man spüret rechtschaffne Frömmigkeit! Die Welt voll List und Tücke legt heimlich ihre Stricke, bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 5. Ihr Netze mag sie stellen, mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir thun kein Leid. Denn wer kann den verletzen, den Christus jetzt wird setzen ins Schloß vollkommner Sicherheit? 6. Zuvor bracht ich euch Freu⸗ de, jetzt, nun ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz. Doch wenn ihrs recht betrachtet und was Gott thut, hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 7. Gott zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Wunden, er kennet jedermann. Nichts ist jemals geschehen, das er nicht vorgesehen, und was er thut, ist wohlgethan. 8. Wenn ihr mich werdet fin⸗ den vor Gott, frei aller Sünden, in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm erhöhn, 9. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergiebt. läßt sie nicht lange weinen in diesem Thränenthal. Ein schnell! 10. Ade, nun seid gesegnet! Was jetzund euch begegnet, ist t schnell und hönen Him⸗ Ld verführet man spüret gleit! Die Tücke legt e, bei Tag Zeit. sie stellen, nicht fällen, kein Led. erletzen, den setzen ins Sicherheit? Heuch Freu⸗ euch scheide, erz. Doch trachtet und achtet, wird + Schmerz. e Stunden, nden, er Unld Nichts ist 3 er nicht er thut, ist werdet fin⸗ ler Sünden, und tragen änden und Herren dob euch frellen, reuen, daß Vohl dem, edenket zu in Geduld — + d gesehnt, Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 391 andern auch geschehn, viel müs⸗ sens noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Joh. Heermann geb. 1585 f 1647. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens u Licht. 609. NWrneden und ruh in meinem Kämmerlein, ich bin durch einen sanften Tod ent⸗ gangen aller Angst und Not. 2. Was schadet mirs, daß mein Gebein muß in das Grab verscharret sein? Mein Seele schwebet ohne Leid in Himmels⸗ glanz und Herrlichkeit. 3. In solchem Schmuck, in solcher Zier prang ich vor Gottes Thron allhier; mein Jesus ist all meine Lust, mein Labsal, meine beste Kost. 4. Was frag ich nun nach jener Welt? Mein Jesus hier mich küßt und hält, in ihm er⸗ freu ich mich allein, ohn ihn kann ich nicht fröhlich sein. 5. Mit Weinen war ich erst geborn, zum Jauchzen bin ich auserkorn; ich singe mit der Engelschar das ewig neue Ju— beljahr. 6. Nichts Liebers meine Zunge singt, nichts reiner meinen Ohren klingt, nichts Süßers meinem Herzen ist, als mein herzliebster Jesus Christ. 7. Drum, liebe Eltern, höret auf, zu klagen meinen kurzen Lauf, ich bin vollkommen wor⸗ den bald; wer selig stirbt, ist gnugsam alt. 8. Drum legt die Hand auf euren Mund und seht auf Gott, der euch verwundt, der euch zu heilen ist bereit, wenns dienet eurer Seligkeit. 9. An jenem Tag wir werden gehn, da vor Gott Groß und Kleine stehn, zur himmelischen Christtagsfreud mit höchster Ehr und Herrlichkeit. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. u bist zwar mein 6 1 0. D und bleibest mein, (wer will mir anders sagen?) doch bist du nicht nur mein allein, der Herr von ewgen Tagen der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Sohn, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Welt⸗ gut williglich mir wünschen und erwählen. Ich wollte sagen: Bleib bei mir, du sollst sein meines Hauses Zier, an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut, in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr, Gott ist der 392 Väter Haupt und Ehr, ein Quell, da Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel solle leben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht ver— schwindt, Gott spricht: Will— komm, du liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger, als wir den— ken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Man— gel, kein Versehn, bei Gott kann keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nim— mermehr betrübet. 6. Wir Menschen sind ja auch bedacht die Unsrigen zu zieren; wir gehn und sorgen Tag und Nacht, wie wir sie wollen führen in einen feinen, selgen Stand, und ist doch selten so bewandt mit dem, wohin sie kommen, als wirs uns vorgenommen. Sterbe- und Begräbnislieder. und geht in Christi Garten, hat Freude, die ihn recht erfreut, und ruht von allem Herzeleid; er sieht und hört die Scharen, die uns allhier bewahren. 9. Er sieht und hört der Engel Mund, sein Mündlein hilft selbst singen; weiß alle Weisheit aus dem Grund und redt von solchen Dingen, die unser keiner noch nicht weiß, die auch durch unsern Fleiß und Schweiß wir, weil wir sind auf Erden, nicht ausstudieren werden. 10. Ach sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den du auch geheiligt bist: ich weiß, ich würde müssen vor Freude Thränen gießen; 11. Ich würde sprechen: Bleib allhier, nun will ich nicht mehr klagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! nein, sondern: Komm, du Wagen Elias, hole mich geschwind und bring mich 7. Wie manches junges, from— mes Blut wird jämmerlich ver— führet durch bös Exempel, daß dahin, da mein Kind und so viel liebe Seelen so schöne Ding erzählen! 12. Nun es sei ja und bleib es thut, was Christen nicht ge— bühret. Da hats denn Gottes Zorn zu Lohn, auf Erden nichts als Spott und Hohn, der Vater muß mit Grämen sich seines Kindes schämen. also, ich will dich nicht mehr weinen; du lebst und bist von Herzen froh, siehst lauter Son— nen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh; hier leb und schä bleib nun immerzu, ich will, 8. Ein solches darf ich ja nun wills Gott, mit andern auch nicht an meinem Sohn erwarten; bald hinüber wandern. der steht vor Gottes Angesicht Paul Gerhardt g. 1607 4 1676. isti Garten, recht erfreut, m Herzeleid; die Scharen, hahren. ört der Engel ndlein hilft alle Weisheit ud redt von unser keiner e auch durch Schweiß wir, Erden, nicht och von ferne wenig hören, sich erhöhn ehren, der g ist, durch igt bist: ich müssen vor hen; echen: Bleib nicht mehr zohn, wärst n, sondern: Clias, hole bring mich ind und so schöne Ding a und bleib nicht meht d bist von auter Son⸗ nnen ewger ler leb und ich wil, ndern auch n.„ 1007 bil Sterbe- und Begräbnislieder. 393 Mel. Herzlich thut mich verlangen. o hab ich obge— 611. S sieget, mein Lauf ist nun vollbracht, ich bin gar wohl vergnüget, zu tausend guter Nacht! Ihr aber, meine Lieben, thut nicht so ängstig⸗ lich! Was wollt ihr euch be— trüben? Stehts doch sehr gut um mich. 2. Denkt, Vater, wie viel Sor⸗ gen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann widerfahren, das fürchtet, wer es liebt. Den Kummer könnt ihr sparen, drum seid nicht so betrübt. 3. Ach Mutter, laßt die Zäh⸗ ren, stellt euer Klagen ein, des Höchsten sein Begehren das muß erfüllet sein. Warum ihr jetzo weinet und gar zu kläglich thut, das ist sehr wohl gemeinet: Gott machet alles gut. 4. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Reis hinleget und kommet glücklich an; die Freude, die empfindet ein Schiffer, wenn sich schier ein sichrer Hafen findet, die spür ich jetzt bei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, immer hin! Ich freue mich von Her— zen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand; da trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 6. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegs⸗ mann prangt. Aus jenem Him⸗ melslenzen hat meine Seel er— langt die ewig grüne Krone; die werte Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 7. Doch netzet ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir, euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier; des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab, die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 8. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit, will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott, nimms, du hast das Recht, bei dir steht Tod und Leben, der Mensch ist Gottes Knecht. 9. Daß ihr mein Grab müßt sehen, zeigt unsern schwachen Stand; daß es sobald geschehen, thut Gottes Vaterhand. Gott wird das Leid euch stillen; ich sterbe nicht zu jung, wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genung. (Nachruf der Betrübten.) 10. Fahr wohl, o liebe Seele, genieß der süßen Lust! Uns in der Trauerhöhle ist nichts hievon bewußt. Wann wird doch ange— langen desselben Tages Schein, daß du uns wirst empfangen? O möcht er heute sein! Gottfr. Wilh. Sacer g. 1635 4 1699. 394⁴ Eigene Melodie. 612. euch hin, mein Kind, denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich, doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind, der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir jetzt wieder fortzuziehn. Zeuch hin, Gott hat es so versehen, was dieser will, das muß geschehen. Zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind, im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Angsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind, hin⸗ auf in Gottes Schul, da Gott selbst Lehrer ist, da lauter Lust, da du vor Gottes Stuhl beim Chor der Engel bist. Da kannst du deinem Jesu singen, die Him⸗ melslieder lassen klingen. Zeuch hin, mein Kind! 5. Zeuch hin, mein Kind, wir Sterbe- und Begräbnislieder. befiehlt. Du eilest fort, eh sich das Ungemach in deine Jahre spielt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide, wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 6. Zeuch hin, mein Kind, die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seele ist entbunden, du hast im Herren überwunden. Zeuch hin, mein Kind! Gottfr. Hoffmann g. 1658 4 1712. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 1 3. Wenm kleine Him⸗ melserben in hrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein, sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Chri— stum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu sich entbeut? 3. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und blei— best bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. folgen alle Lach so bald es Gott Johann Andreas Rothe g. 16884 1758. fort, eh sich deine Jahre e lebt, stect frühe stirbt, eude. Zeuch ein Kind, die auf deinen u siehest auch, Sohn dir weist. Nun st entbunden, überwunden. eind! 9. 1658 f 17¹⁷ uß dich lassen. lleine Him⸗ melserben in ben, so büßt ewerden nur aufgehoben, sein. der Taufe ufe für Chri⸗ nd noch bei was sollt es Fesus sie zu iisem Kinde ö geschwindt Kind! Du m und ble⸗ en, die ewig 61588t rs Eigene Melodie. 6 1 Qesus, meine Zuver⸗ .V sicht und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich; soll ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm ver⸗ bunden, meine starke Glaubens⸗ hand wird in ihm gelegt befun⸗Fuß den, daß mich auch kein Todes⸗ bann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche wer⸗ den; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, ken⸗ nen, ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe bren⸗ nen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein ab— gethan. 6. Was hie kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herr— XXVII. Lieder von der Auferstehung. lich gehen; irdisch werd ich aus⸗ gesät, himmlisch werd ich auf⸗ erstehen; hie geh ich natürlich ein, dort da werd ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hoch er⸗ freut, Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Chri⸗ stus ruft euch wieder, wann die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erden⸗ kluft, lacht des Todes und der Höllen, denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zuge⸗ sellen.“) Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem ) 1 Thess. 4, 17. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Kurfürstin von Bran⸗ denburg(2) g. 1627 f 1667. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 615 E mag dies Haus, 2 das aus der Er⸗ den, nur immerhin zerbrochen werden, ein andres Haus wird uns erbaut. Gott selbst will diesen Bau vollführen, mit 396 ewger Himmelsklarheit zieren, dran man nichts Unvollkommnes schaut. Hinweg, was irdisch heißt! Mein Herz und ganzer Geist fleugt von hinnen, ergreift dies Wort und ist schon dort an jenem selgen Freudenort. 2. Da wird kein Vorhang an⸗ getroffen, das Allerheiligste steht offen; o seligste Zufriedenheit! Hier, wo sich Fried und Freude küssen, giebt süße Wonne zu genießen die heiligste Dreieinig⸗ keit. Es naht uns freundlich hier der Engel schöne Zier, alle Frommen umfassen sich recht brüderlich; o Herz und Seele, freue dich! 3. Hier ist nur lauter Licht und Freude, hier kleidet uns nur weiße Seide der allerrein— sten Heiligkeit; wir tragen lauter güldne Kronen, wir sitzen hier auf güldnen Thronen, hier wech— selt sich gar keine Zeit. Hör auf, mein blöder Sinn, wo willst du endlich hin? Stille, stille! Geh ruhig ein, wo Gott allein wird alles und in allem sein. Jakob Baumgarten g. 1668 f 1722. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 61 Och freue mich der 2 N frohen Zeit, da ich soll auferstehen und Gott in schönster Herrlichkeit und meinen Heiland sehen, da ich soll sein in der Gemein der auserwählten Frommen und zu den Vätern kommen. Lieder von der Auferstehung. 2. Ach käme bald der Tag her⸗ an, der Tag, dran mein Er— lösung, der Tag, an dem ich hoffen kann die Freiheit und Genesung; da Engeln gleich im Engelreich ich werd ein Leben haben, wo Loben, Lieben, Laben. 3. Ich weiß durch meinen Je— sum Christ, an den ich herzlich gläube, der meine Auferstehung ist, daß ich im Tod nicht bleibe, und dieser Tag mir nicht sein mag ein Tag der Schmach und Schmerzen, wie den verruchten Herzen. 4. Ich hoffe dann den Gna⸗ denlohn durch Christum zu er⸗ langen und vor des Allerhöchsten Thron im schönsten Schmuck zu prangen. Komm, süße Zeit! Herr, mich bereit, daß sie mich mög erquicken und ewiglich be— glücken. Peter Busch g. 1682 4 1744. Eigene Melodie. suferstehn, ja auf⸗ 6 1 7 2 A erstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freu⸗ denthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wenn ich im Gra⸗ be genug geschlummert habe, er⸗ weckst du mich. der Tag her⸗ n mein Er⸗ an dem ich Freiheit und ngeln gleich h9 werd ein oben, Lieben, hmeinen Je⸗ n ich herzlic Auferstehung nicht bleibe, ir nicht sein Schmach und en verruchten un den Gna⸗ istum zu er⸗ Allerhöchsten Schmuck zu süße Zeit! daß sie mich ewiglich be⸗ .1682 f 1744. —.—— odie. stehn, auf⸗ tehn wirst di hurzer Rih. vird der dih Hallelujal. luhn werdi r Ernte geht en uns ein ö Hallehan 5, der Z, u 655 „ ra⸗ 960 er⸗ Lieder vom Gerichte. 397 4. Wie den Träumenden wirds 5. Ach ins Allerheiligste führt dann uns sein. Mit Jesu gehn mich mein Mittler dann. Lebt wir ein zu seinen Freuden. Der ich im müden Pilger Leiden sind dann Namens nicht mehr. eiligtume zu seines uhme! Halleluja! Fr. Gottl. Klopstock g. 1724 1 1803. XXVIII. Lieder vom Gerichte. Eigene Melodie. 618 Tol(Hanenn an du voll Grauen, da die Welt den Herrn soll schauen nach dem Wort, dem wir vertrauen! 2. Zittern in der Erde Grün⸗ den wird des Richters Nahn ver⸗ künden, der die Herzen will er⸗ gründen. 3. Wunderbar Posaunenhallen wird durch jedes Grab erschallen, auf, zum Throne! rufend allen. 4. Erd und Tod wird sehn mit Beben das Geschöpf der Gruft entschweben, Antwort seinem Herrn zu geben. 5. Und ein Buch wird sich ent⸗ falten, drin die Schuld der Welt enthalten, über die Gericht zu halten. 6. Wenn er nun sitzt auf dem Throne, kommt alsbald vor Gottes Sohne alles zu verdien⸗ tem Lohne. 7. Was soll dann ich Armer sagen? wer mich zu vertreten wagen, wo selbst die Gerechten zagen? 8. Furchtbar hoch erhabner König, Quell der Liebe, Heiland gnädig, mach du mich der Sün⸗ den ledig! 9. Jesu, deiner Lieb gedenke, daß du für mich kamst, bedenke, darum einst mir Gnade schenke! 10. Bist voll Schmerz mich suchen gangen, hast für mich am Kreuz gehangen, nicht umsonst sei Tod und Bangen. 11. Richter der gerechten Rache, deiner Huld mich teilhaft mache, eh der Tag des Zorns erwache. 12. Gleich Verworfnen fühl ich Bangen, Schuld macht glühen meine Wangen; mein Gebet laß Gnad erlangen! 13. Du, der lossprach einst Marien und dem Schächer hast verziehen, hast auch Hoffnung mir verliehen. 14. Gar unwürdig ist mein Flehen, laß du, Heiland, Gnad mich sehen, nicht ins ewge Feuer gehen! 15. Von den Böcken wollst mich scheiden, zu den Schafen mich geleiten, stelln zu deiner rechten Seiten. 16. Ruf, wenn in die ewgen Flammen sinken, die du willst verdammen, mit den Deinen mich zusammen! ö 17. Sieh, nach dir streck ich die Hände, zum Zerknirschten, 398 Herr, dich wende, o gieb mir ein selges Ende! 18. Tag voll Thränen, wo mit Grauen Gott die Kreatur soll schauen, auferstehend aus dem Grabe! Nimm die Schuld, Herr, allen abe! Frommer Jesu, Hei⸗ land du, schenke alln die ewge Ruh! Aus dem Lateinischen des Thomas von Celano um 1250: Dies irae, dies illa. Übersetzung von Bunsen. Eigene Melodie. acht auf, ihr 619. Wĩ Christen alle, wacht auf und seid bereit in diesem Jammerthale, wacht auf, es ist schon Zeit! Der Herr wird nun bald kommen und zum Gerichte gehn, die Sünd'r wird er verdammen; wer wird vor ihm bestehn? 2. Geld, Gut kann da nicht raten, es hilft nicht hoher Mut, du mußt es kurz verlassen, wenn kommt der bittre Tod. Bist du gleich schön von Farben, bist du gleich jung und reich, Gott kann dich bald verderben im Augen⸗ blick der Zeit. 3. Darum ihr Christen alle, die hier beisammen seid, laßt euren Hochmut fallen und wartet auf die Zeit! Wollt ihr bei Jesu leben, so sucht das ewge Gut, er wirds euch reichlich geben und helfen aus der Not. 4. Gotts Wort ist uns gegeben aus groß'r Barmherzigkeit, daß wir darnach solln leben und Lieder vom Gerichte. machen uns bereit. So laßt uns das nun fassen und halten fest daran; wolln wir das nun verlassen, so ists mit uns gethan. 5. Ach wär der nicht geboren, der Gottes Wort veracht! Es ist mit ihm verloren, er wandert ganz in Nacht, voll Laster und voll Schande und spottet mit Gotts Wort; o weh, die Höllen⸗ bande erwarten ihn schon dort. 6. Der Armen Not und Grä⸗ men laßt euch zu Herzen gehn, daß sie euch nicht beschämen, wenn ihr vor G'richt sollt stehn. Denn wer den Armen giebet, erlangt den Gnadenlohn; den, der sie hier betrübet, verdammt einst Gottes Sohn. 1545. Nach dem hannov. Gsb. 1648. Eigene Melodie. 620 8 ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kommen in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Fromme. Da wird das Lachen werden teur, wenn alles wird vergehn im Feur, wie Petrus) davon schreibet. 2 Petri 3, 7. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende, darauf bald werden auferstehn all Toten gar behende; die aber noch das Leben habn, die wird der Herr von Stunde an ver⸗ wandeln und verneuen. 3. Darnach wird man ablesen bald ein Buch, darin geschrieben, Ws 0 Muf genn hören seiner 4. hat! und! nach wird und von 5 von ich ang den hast mei sei, sche Bu De Br der al So laßt 1 und halten vir das nun uns gethan. icht geboren, racht! Es ist er wandert Laster und spottet mit „die Höllen⸗ schon dort. lot und Grä⸗ Herzen gehn, t beschämen, ht sollt stehn. rmen giebet, nlohn; den, t, berdammt nob. Osb. 1648. die. gewißlich an Zeit, daß kommen in xlichkeit, zu romme. Da werden teur, jehn im Feur, n schreibet. Petri 3,J• dman hören elten Ende, auferstchn de; die aber m/ die wii nde an ver⸗ uen. man ablesen geschricben Lieder vom Gerichte. was alle Menschen, jung und alt, auf Erden habn getrieben; da denn gewiß ein jedermann wird hören, was er hat gethan in seinem ganzen Leben. 4. O weh demselben, welcher hat des Herren Wort verachtet und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut getrachtet! Er wird fürwahr gar schlecht bestehn und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd angezeichnet funden. Daran ich denn auch zweifle nicht, denn du hast ja den Feind gericht und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Fürsprecher sei, wenn du nun wirst er⸗ scheinen, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen; auf daß ich samt den Brüdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns hast erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage; den Menschen wird auf Erden bang von wegen vieler Plage; komm doch, komm doch, du Richter groß, und mach uns hald in Gnaden los von allem Übel! Amen. Barthol. Ringwaldt g. 1539 4 1592. Nach dem Lateinischen Dies irae, dies illa. 399 Eu. Matth. 25. Eigene Melodie. achet auf! ruft 621. Wuusdie Stiume der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Je⸗ rusalem! Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt, steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hoch⸗ zeit, ihr müsset ihm entgegen gehn! 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz thut ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnade stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen⸗ und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön! Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gesehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Drum jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Philipp Nicolai g. 1556 4 1608. Eigene Melodie. 622 Och weiß ein lieb⸗ sch Engelspiel, da ist alls Leid zergangen; im Himmelreich ist Freude viel ohn Endesziel, dahin soll uns ver⸗ langen. 2. Weil uns Gott durch die Gnade sein wollt lieblich dahin weisen, so steh auf, edle Seele mein, tracht da hinein, sein Lob sollst immer preisen. 3. Der Winter kalt, der Sün⸗ den Zeit die haben bald ein Ende; kehr dich zu Gott, der dir verzeiht; darum ihn bitt mit Herzen und mit Händen! 4. Schlaf oder wach, lieg oder geh, so steh allzeit in Sorgen, bitt Gott, daß er dir gebe Reu all Tage neu den Abend und den Morgen. 5. Aus Herzen tief andächtig⸗ lich sollst du mit Reue sprechen: Ach reicher Gott vom Himmel⸗ reich, nun wollst du dich an meiner Sünd nicht rächen! 6. Ich weiß, daß Gott ist also gut, daß er dir Gnad will geben, kehrst du von Sünden deinen Mut. Wer also thut, der kommt ins ewge Leben. Nach Heinrich v. Loufenberg 4 1455. Mel. Valet will ich dir geben. 523. Dund den rufen: Kommt all, ihr Hochzeit— XXIX. Lieder vom ewigen Leben. gäst! Hilf Gott, daß wir nicht schlafen, in Sünden schlummern fest, bald habn in unsern Hän⸗ den die Lampen, Ol und Licht und uns nicht müssen wenden von deinem Angesicht. 2. Da werden wir mit Freu⸗ den den Heiland schauen an, der durch sein Blut und Leiden den Himmel aufgethan, die lieben Patriarchen, Propheten allzu⸗ mal, die Märtrer und Apostel bei ihm in großer Zahl. 3. Die werden uns annehmen als ihre Brüderlein, sich unser gar nicht schämen, uns mengen mitten ein. Wir werden alle treten zur Rechten Jesu Christ, als unsern Gott anbeten, der unsers Fleisches ist. 4. Gott wird sich zu uns kehren, ein'm jeden setzen auf ein güldne Kron der Ehren und herzen freundlich drauf, wird uns an sein Brust drücken aus Lieb ganz väterlich, an Leib und Seel uns schmücken mit Gaben mildiglich. 5. Da wird man hören klingen das rechte Saitenspiel, die Musik⸗ kunst wird bringen in Gott der Freuden viel, die Engel werden singen, all Heilgen Gotts zugleich, mit himmelischen Zungen ewig in Gottes Reich. 6. Er wird uns fröhlich leiten ins ewge Paradeis, die Hochzeit zubereiten zu seinem Lob und N. daß wir nicht schlummern unsern Hän⸗ Ol und Licht issen wenden ct. ir mit Freu⸗ auen an, der d Leiden den „die lieben heten allzu⸗ und Apostel Zahl. us annehmen n, sich unser uns mengen werden alle Jesu Christ anbeten, der sih zu une u setzen auf &Ehren und drauf, wird druͤken aus an Leib und u mit Gaben hören klingen el, die Musi in Gott det imgel werden jotts zugliih, ungen evig n röhlich litn ‚ Hothh m Lob und Lieder vom ewigen Leben. 401 Preis; da wird sein Freud und Wonne in rechter Lieb und Treu aus Gottes Schatz und Bronne und ewig werden neu. 7. Also wird Gott erlösen uns gar von aller Not, vom Teufel, allem Bösen, von Trübsal, Angst und Spott, von Trauren, Weh und Klagen, von Krankheit, Schmerz und Leid, von Schwer⸗ mut, Sorg und Zagen, von aller bösen Zeit. Nach Johann Walther g. 1496 4 1570. Eigene Melodie. 624 n du hoch⸗ 2 gebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust, mit freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil an⸗ lände in jenem Vaterland? 3. Im Augenblick wird sie er⸗ heben sich bis an das Firma⸗ ment, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Ele⸗ ment, fährt auf Elias Wagen mit heilger Engelschar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, sei nun ge⸗ grüßet mir, thu sauf der Gnade Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und Gott mir hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schar kommt dort ge⸗ zogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Thränenland. 6. Propheten groß und Pa⸗ triarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell um⸗ geben, mit sonnenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich an⸗ gelanget bin im schönen Para⸗ deis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine singt man in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit, 8. Mit Jubelklang, mit In⸗ strumenten schön, mit Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudensaal, mit hundert tausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, wie von Anfang gesungen das große Himmels⸗ heer. Joh. Matth. Meyfart g. 1590 4 1642. 26 Eigene Melodie. 62⁵ O wie selig seid ihr doch, ihr From— men, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid ent⸗ gangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man doch hier wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hie kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer, kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen, ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen, euch wird gesungen, was durch keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hier bleiben, sich den Jam⸗ mer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der from⸗ men Seelen Freud und Wonne. Simon Dach g. 1605 1659. Eigene Melodie. Ewigkeit, du 626. O Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, Lieder vom ewigen Leben. wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird auf⸗ gehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja wie mein Heiland selber spricht, aus ihr ist kein Erlösung nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang, o ewig, ewig ist zu lang, hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum, wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen; nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht so hart im Pfuhl der Schmerzen; auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt. Ach nimm dies wohl zu Herzen und merk auf dies, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, ermuntre dich, verlornes Schaf, und beßre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag: wer weiß doch, wie man sterben mag? 6. O Ewigkeit, du Donner⸗ wort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder wende. Mein erz erbebt, daß Gaumen klebt. k ist in aller mit der Zeit mz wird auf⸗ gkeit nur hat ibet fort und ßt nimmer ab mein Heiland s ihr ist kein du machst mir ig ist zu lang, fein Scherzen. ese lange Nacht Pein betracht, von Herzen weit und breit ie Ewigkeit. vie bist du so du die bösen m Pfuhl der urze Suͤnden du so lange 9 nimm dies und merk auf ind: burz ist j geschwind. Mensch, vom muntte dich, nd beßte bald auf, 65 M fommt heran deinen Lohn tt ist heut de veiß doch, wie 7 du Donner ö 2 diẽ das durch. lufang sonder Lieder vom ewigen Leben. 4⁰3 Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne der Gottheit Schein, sie haben Zeit, ich weiß vor großer Trau⸗ rigkeit nicht, wo ich mich hin— wende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Johann Rist g. 1607 4 1667. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 627 Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewig⸗ keit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzensfröhlichkeit gar nichts mehr vom Elende, das sonst in diesem Leben plagt, weil mir die Ewigkeit behagt. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß ver⸗ gehen; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, bleibt unverändert stehen, ja wie der heilge Petrus spricht, ihr Erbe das verwelket nicht.) Petr. 4, 2. 3. O Ewigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß dies aufhöret. Drum, wenn ich diese lange Zeit erwäge samt der Seligkeit, die gar nichts mehr zerstöret, so acht ich alles Leiden nicht, das kaum den Augenblick anficht. 4. Im Himmel lebt der Chri⸗ sten Schar bei Gott viel tausend⸗ tausend Jahr und werden des nicht müde. Sie stimmen mit den Engeln ein, sie sehen stets güldnen Friede, da Christus giebt, wie er verheißt, das Man⸗ na, das die Engel speist. 5. Ach wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Be⸗ gier, du überselges Leben! Wann werd ich doch einmal dahin ge⸗ langen, wo mein schwacher Sinn stets pfleget nach zu streben! Ich will der Welt vergessen ganz, mich sehnen nach des Himmels Glanz. 6. O Ewigkeit, du Freuden⸗ wort, das mich erquicket, fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gieb mir solchen Sinn beharrlich, bis ich komm dahin. Kaspar Heunisch g. 1620 4 1690. Mel. Da Christus geboren war. obe, mein Herz, 628. L deinen Gott, 907 dir hilft aus aller Not, der dir alle Sündenschuld schenkt aus lauter Gnad und Huld, der dir hier Gerechtigkeit, Gnade, Trost und Heiligkeit und dort giebt die Seligkeit. 2. Da ist Leben, Fried und Freud, da ist Ehr und Herr⸗ lichkeit, da ist deines Vaters Haus, da ist alles Weinen aus; was kein Aug sieht jederzeit, was kein Ohr hört weit und breit, hast du dort in Ewigkeit. 3. Da will dein Gott alles sein, da wird Gott, dein Freuden⸗ schein, Leib und Seel verneuen 26* 40⁴ ganz gleich dem schönen Son⸗ nenglanz; da ist Gott dein Trost und Schild, der dein Herz mit Freude füllt, weil du bist sein Ebenbild. 4. Dir, Herr, zu Lob, Ehr und Dank will ich meinen Lobgesang fröhlich singen immerdar mit der Auserwählten Schar, wenn mein Leib und Seel erfreut in des Himmels Herrlichkeit wohnen VI wird in Ewigkeit. M Joh. Olearius g. 1611 1 1684. Lieder vom ö Mel. Valet will ich dir geben. 629 Ermantut euch, ihr I• Frommen, zeigt WA eurer Lampen Schein, der Abend ö ist gekommen, die finstre Nacht W bricht ein. Es hat sich auf⸗ gemachet der Bräutigam mit Pracht; auf, betet, kämpft und Ii. wachet, bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig NN und füllet sie mit Ol und seid ‚ des Heils gewärtig, bereitet Leib ö und Seel! Die Wächter Zions ö schreien: Der Bräutigam ist nah, I begegnet ihm im Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit ewigen Leben. schönste Frühlingsschein verheißt Erquickungszeiten; die Abend⸗ röte zeigt den schönen Tag von weiten, vor dem das Dunkle weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freu⸗ digen Geberden und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freu— denstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwun⸗ den, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freu⸗ de sonder Leid mit leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphie⸗ ren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Siegespalmen, hier ist das weiße Kleid, hier stehn die Weizenhalmen im Frie— den nach dem Streit und nach den Wintertagen, hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen, hier schenkt man Freudenwein. 8. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf, geh auf, verlangte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns Jauchzen und mit Schalle zum . frohen Engelchor! Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen, der Bräutgam ist nicht aus dem Streit, wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungs⸗ zeit. Laurentius Laurenti g. 1660 1722. weit. 4. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; Mel. 1. Alle Menschen müssen sterben. 630. man sieht die Bäume blühen, der im Himmel sein! Droben ernten wie fröhlich, o wie selig werden wir shhein verheißt die Abend⸗ zönen Tag von u das Dunkle hm auf Erden, liebt, mit freu⸗ und seid nicht sind die Freu⸗ men, und der l sie überwun⸗ un vertraut. zeduld getragen seid, sollt nun lagen in Freu⸗ mit leben und des Lammes zen triumphie⸗ geskron. Siegespalmen, je Kleid, hier men im Frie⸗ reit und nach hier grünen dort der Tod schenkt man neine Wonne, ach dich auf, Sonne, und ũfl O Fesu, nd führ uns r heben Haupt er Erlösungs⸗ 18 1560 N. müfsen ferben Loöhlich d wie ö öhlich 0 wi werde wir Broben ernten Lieder vom ewigen Leben. wir unzählig unsre Freuden⸗ garben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen, dort ist Tag und keine Nacht, wo man nach den Thränen lacht. 2. Es ist doch um dieses Leben nur ein jämmerliches Thun, und die Not, die uns umgeben, lässet uns gar selten ruhn. Von dem Abend bis zum Morgen kämpfen wir mit lauter Sorgen, und die überhäufte Not heißet unser täg⸗ lich Brot. 3. Ach wer sollte sich nicht sehnen, bald in Zion dort zu stehn und aus diesem Thal der Thränen in den Freudenort zu gehn, wo das Kreuze sich in Palmen, unser Klagelied in Psal⸗ men, unsre Last in Lust ver⸗ kehrt, und das Jauchzen ewig währt! 4. Da wird unser Aug er⸗ blicken, was ganz unvergleichlich ist; da wird unsern Mund er⸗ quicken, was aus Gottes Herzen fließt; da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann ver⸗ mehren; da empfindet unser Herz lauter Wohllust ohne Schmerz. 5. O wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird da das Lobgetöne seiner Engel uns erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen, wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 6. Ach wann werd ich dahin 4⁰⁵ schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wunder⸗ volle Pracht alles Gold beschämet macht? 7. Nun, ich sterbe vor Verlan⸗ gen, o du großer Lebensfürst, laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herze himmlisch werden, bis mein Los in jener Welt auf das allerschönste fällt. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 631 H.Han, W. Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir hin nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimstand, droben unser Va⸗ terland. 2. Ge de schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! Die Welt kann dir nur geborgte Güter geben, deine himmlische Begier muß nach solchen Schätzen streben, die uns bleiben, wenn die Welt in ihr erstes Nichts zerfällt. 4. Himmelan! Ich muß mein Herz auch bei meinem Schatze kommen, daß ich Gottes Antlitz haben, denn es kann mich ander⸗ ————— ——— —.— 406 wärts kein so großer Reichtum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk an ihn. 5. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn ich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan! denk ich allzeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 7. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon auf— wärts steigt über Sonne, Mond und Sterne, denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 8. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren; Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 9. Himmelan! ach himmelan! das soll meine Losung bleiben, ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Him- melan nur steht mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck g. 1672 4 1737. Lieder vom Offenb. Zoh. 7, 9—17. Mel. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel. 6 3 2Z. Wnes dner Was ist das für eine Schar? ewigen Leben. Träget jeder eine Krone, glänzen wie die Sterne klar, Halleluja singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, welcher seinen Feind ge⸗ schlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget die— sen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtigkeit,“) angethan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 9 Off. 19, 8. 4. Es sind die, so wohl ge— rungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod be— zwungen, folgend nicht dem sünd⸗ gen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel erlitten, Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott; nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht, haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschie⸗ nen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel ge— hier ai Teebe, 210 siegen Velt, liegen überfä Not, treuer dem 7 ne glänzen „Halleluja mit hohem so Palmen ger in der Feind ge⸗ t in den Streit und zeuget die⸗ in reiner echtigkeit,) m Kleide, Zeit und Wo sind ) Off. 19,8. wohl ge⸗ jgen Gottes d Tod be⸗ dem sünd⸗ et auf den mes Blut el erlitten, Angst und gesttitten Gott; nun End, Got geschmüct I nun im ets eishil⸗ vot den acht herlit Seel ge' Lieder vom ewigen Leben. 407 opfert gern; nunmehr stehn sie seinem Stuhle weiden, wirf hin all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus, mein Gebet ich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit! 9. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt, laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 10. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir aͤhnlich sind, und auch ich der Not entnommen als dein dir getreues Kind dann genahet zu dem Thron nehme den verheiß— nen Lohn. 11. Welches Wort faßt diese Wonne, wenn ich mit der heilgen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leucht auch wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinr. Theobald Schenck g.16561 1727. Hebr. 4, 9. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 633.C 8 ist noch eine Ruh vorhanden, auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen Ban⸗ den, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor die Last und eil herzu! Bald ist der schöne Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet, so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott aus⸗ erkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gottes⸗ lamm wollt darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locket weit und breit: Ihr mü⸗ den Seelen und ihr frommen, ver⸗ säumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr mat⸗ ten Seelen, die manche Last und Bürde drückt, eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr traurig und gebückt! Ihr habt des Tages Last getragen, dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein; ihr seid mein Volk, gezeugt von oben, ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet ein! 4. Was mag wohl einen Kran⸗ ken laben und einen müden Wan⸗ dersmann? Wo jener nur ein Bettlein haben und sanfte darauf ruhen kann, wenn dieser sich darf niedersetzen, an einem frischen Trunk ergetzen, wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden; es ist noch eine Ruh erfunden, da man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freudengar⸗ ben bringen, denn unsre Thrä⸗ 408 nensaat ist aus. Lieder vom ewigen Leben. O welch ein zu freun, in ihm entschlafen Jubel wird erklingen und süßer werde, von keiner Sünde mehr Ton im Vaterhaus! Schmerz, entweiht, entladen von der Sterb⸗ Seufzen, Leid, Tod und derglei-lichkeit, chen wird müssen fliehn und von Wir werden auch das Lamm dort sehn, es wird beim Brünnlein uns erfrischen, die Thränen von den Augen wischen; wer weiß, was sonst uns weichen. noch soll geschehn? nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich, Seele, stärke⸗ tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. ö 2. Ich freue mich und bebe doch: so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der 6. Kein Durst noch Hunger Sünde nieder. Der Herr erleich⸗ wird uns schwächen, denn die Er⸗ quickungszeit ist da; die Sonne wird uns nicht mehr stechen, das Lamm ist seinem Volke nah, es will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und tert mir mein Joch, es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben ö dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Preis. Es werden die Gebeine Graun, mein Geist, er ist ein grünen; der große Sabbath ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgen⸗ los. Ach fasset dieses Wort, ihr Müden, legt euch dem Lamm in seinen Schoß! Ach Flügel her, wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren! Begürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Joh. Sigism. Kunth g. 1700 4 1779. Mel. Wie schön leucht u. d. Morgenstern. 6 34 Wie wird mir dann, ö 2 o dann mir sein, Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich, ins Allerhei⸗ ligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh ist unvergänglich, überschwenglich; die Erlösten wird sie unaus⸗ sprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Toten sammelt. Vielleicht um⸗ giebt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen, jetzo, Vater, deinen Händen. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, ich bin vielleicht noch fern wenn ich, mich ganz des Herrn vom Ziel, an dem die Krone schimmer Ziel noc Sterblic zertrümn gute Th. bagleiten Ewigkeit 6. V dann m ganz de dort an Sunde genoß! der M heilig, bringer der wo Ir. 6 Mel.“ 63 deinen behahr ntschlafen nde mehr er Sterb— r Mensch „Seele, öste, mit ann dein es stärkt sich doch, wieder. ch streben n, deines Allerhei⸗ Weg im unaus⸗ 16 di Lieder vom ewigen Leben. schimmert. Bin ich von meinem 409 6. Da werden meine Thränen Ziel noch weit, die Hütte meiner ein Meer voll Freude sein. Ach Sterblichkeit wird sie erst spät stille bald mein Sehnen und zertrümmert, laß mich, Vater, gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde, von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mit⸗ genoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig singen wir dir, bringen Preis und Ehre dir, der war und sein wird, Ehre! Fr. Gottl. Klopstock g. 1724 1 1803. Mel. Christus der ist mein Leben. 635 ch wär ich schon • dort droben, mein Heiland, wär ich da, wo dich die Scharen loben, und säng Halleluja! 2. Wo wir dein Antlitz schauen, da sehn ich mich hinein, da will ich Hütten bauen, denn dort ist gut zu sein. 3. Da werd ich alles sehen, den großen Schöpfungsrat, was durch dein Blut geschehen, und deines Geistes That. 4. Da feiern die Gerechten, die ungezählte Schar, mit allen deinen Knechten das große Ju⸗ beljahr. 5. Mit göttlich süßen Weisen wird mein verklärter Mund dich hole mich hinein! E. G. Woltersdorf g. 1725 4 1761. Eigene Melodie. 63 QOch hab von ferne, 2 V Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hin⸗ gegeben. 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn; du bist all⸗ mächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur ich bin sündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug ge— reinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Er⸗ müden will ich ihr näher gehn und ihre hellen goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen ohne Sünde preisen, du meines Lebens Grund! lassen. Joh. Tim. Hermes g. 1738 4 1821. 410 Lieder vom ewigen Leben. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 637 9⁵⁰ ich bin dein 2 Eigentum, dein ist auch mein Leben, mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du es gegeben. Bäterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, und ich soll zur Rechenschaft dann gerufen werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Wel— ten; du, du willst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemiß— braucht habe. Wehe mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet. 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben, möcht ich immer meiner Pflicht treu zu bleiben streben, daß ich nie thöricht sie außer Augen setze, nie sie frech verletze. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft nur was gut ist wählen. Gieb, daß ich ernst— lich mich täglich und auch heute darauf vorbereite. 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflehe. Wenn der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: Such in mir dein Leben, dann ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Gerichts werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonne⸗ voll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben. Balthasar Münter g. 1735 1 1793. Nach Bayr. Gsb. Eigene Melodie. 63 8—.— nur him⸗ melan soll der Wandel gehn. Was die From⸗ men wünschen, kann dort erst ganz geschehn, auf Erden nicht; Freude wechselt hier mit Leid. Richt hinauf zur Herrlichkeit dein Angesicht! 2. Himmelan schwing deinen Geist jeden Morgen auf! Kurz, ach kurz ist, wie du weißt, unser Pilgerlauf. Fleh täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf, präg ins Herz mir den Beruf, mach mich getreu! 3. Himmelan hat er dein Ziel selbst hinaufgestellt. Sorg nicht mutlos, nicht zu viel um den Tand der Welt! Flieh diesen Sinn! Nur was du dem Him⸗ mel lebst, dir von Schätzen dort erstrebst, das ist Gewinn. 4. Himmelan erheb dich gleich, wenn dich Kummer drückt, weil dein Vater treu und reich stünd— lich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben, in dem Land des Lichts, weiß man von den Sorgen nichts, sei himmlisch froh! 5. Or alles V Himmel Jasten Kämpfe denke: die Hin 6. Christ! eil, w seinem und se Gotteh mehr, 7.0 ihm v mel hi e du dann dein Leben, s Gerichts ommen zu les Lichts Wonne⸗ im höhern n erheben. 1735117098. Bahr. Osb. . nur him⸗ soll der die From⸗ dort erst den nicht; mit Leid. ichleit dein ng deinen ufl Kurz, ißt, unser lich neu: mel schuf, en Beruf, dein Ziel Zorg nict um den ich diesen Lieder vom ewigen Leben. 5. Himmelan wallt neben dir alles Volk des Herrn, trägt im Himmelsvorschmack hier seine Lasten gern. O schließ dich an! Kämpfe drauf, wie sichs gebührt, denke: auch durch Leiden führt die Himmelsbahn. 6. Himmelan ging Jesus Christ mitten durch die Schmach; eil, weil du sein Jünger bist, seinem Vorbild nach! Er litt und schwieg; halt dich fest an Gott wie er, statt zu klagen bete mehr, erkämpf den Sieg! 7. Himmelan führt seine Hand durch die Wüste dich, ziehet dich im Prüfungsstand näher hin zu sich im Himmelssinn. Von der 411 8. Himmelan führt dich zu⸗ letzt selbst die Todesnacht. Seis, daß sie dir sterbend jetzt kurze Schrecken macht, harr aus, harr aus! Auf die Nacht wirds ewig hell, nach dem Tod erblickst du schnell des Vaters Haus. 9. Halleluja! Himmelan steig dein Dank schon hier! Einst wirst du mit Scharen nahn, und Gott naht zu dir in Ewigkeit. Aller Jammer ist vorbei, alles preist verklärt und neu in Ewigkeit. 10. Halleluja singst auch du, wenn du Jesum siehst, unter Jubel ein zur Ruh in den Himmel ziehst. Gelobt sei er! Der vom Kreuz zum Throne Weltlust freier stets und mit stieg, hilft dir aus zu diesem ihm vertrauter, gehts zum Him⸗ mel hin. Sieg. Gelobt sei er! Joh. Gottfr. Schöner g. 1749 f 1818. Verzeichnis der Bichter. Agricola, Johann(Schnitter, Magister Grickel), Mitverfasser des Interim, g. 1492 zu Eisleben, 4 1566 als Hofprediger zu Berlin. 334. Albert, Heinrich, g. 1604 zu Lobenstein im Vogtlande, 4 1651 als Organist zu Königsberg i. Pr. 473. Alberus, Erasmus, g. um 1500 zu Engelroth in der Wetterau, 4 1553 nach bewegtem Leben als Superint. zu Neubrandenburg in Mecklbg. 466. 497. Albinus, Johann Georg, g. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, 4 1679 als Pfarrer zu Naumburg. 250. 596. Allendorf, Joh. Ludw. Konrad, g. 1693 zu Josbach bei Marburg, + 1773 als Pastor und Scholarch zu Halle. 286. 324. 371. 602. Amilie Juliane, Gemahlin des Grafen Albrecht Anton zu Schwarzburg⸗ Rudolstadt, geb. Gräfin von Barby, g. 1637, 4 1706. 452. 520. 557. 599. Angelus Silesius siehe Scheffler. Anna Sophia, Landgräfin zu Hessen-Darmstadt, g. 1638, 4 1683 als Abtissin des Stifts Quedlinburg. 187. Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, g. 1633, regierender Herzog von Braunschweig⸗Wolfenbüttel seit 1685, trat 1710 öffentlich zur römischen Kirche Über, 4 1714 zu Salzdahlum. 406. 480. Arends, Wilh. Erasmus, 1 1721 als Pastor zu Halberstadt. 362. Arndt, Ernst Moritz, g. 1769 zu Schoritz auf Rügen, 4 1860 als Professor emer. der Geschichte zu Bonn. 57. 291. 605. Arnold, Gottfried, g. 1666 zu Annaberg im Königreich Sachsen, Professor zu Gießen, 1 1714 als Pastor und Inspektor zu Perleberg. 413. Baum gar ten, Jakob, g. 1668 zu Wolmirstedt bei Magdeburg, Inspektor des Pädagogiums in Halle, 4 1722 als Pastor zu Berlin. 615. Becker, Cornelius, g. 1561 zu Leipzig, 4 1604 als Professor der Theologie und Pastor daselbst. 200. 507. Behm, Martin(Behemb, Bohemus), g. 1557 zu Lauban in der Oberlausitz, + 1622 als Pastor prim. daselbst. 66. 470. 471. 547. 584. Behme, David, g. 1605 zu Bernstadt in Schlesien, 4 1657 als Olsnischer Hofprediger und Konsistorialrat daselbst. 594. Betichius, Johann, g. 1650 zu Steckby in Anhalt-Zerbst, 4 1722 als Diakonus zu Zerbst. 483. Bienemann, Kaspar(Melissander), g. 1540 zu Nürnberg, 4 1591 als Generalsuperintendent zu Altenburg. 338. von Bit 11681 bon Bof als Pr Böhmif Böhmi im Jal 1544 Von, 1 1544 Bornso Thanr Bbscher hebrüi Breith zu He Kloste Bruhn 289. von B. in Ro eang Dusch, an dei buchs Chiom Claud Wbe Claus als! Crass Sach Creut Dach, Röni Decin schwe Denid Ramr Oesen 1652 es Interim, 4. 1651 als 1553 nach 466. 497. els, 1 1679 NMarburg, 602. darzburg⸗ 9. 557. 599. 1683 als regierender entlich zur 36² Profesor Profesot 43. Inspektor 6 Theologie berlauftz Olenische 17Mali 1501 als Verzeichnis der Dichter. 413 von Birken, Sigismund(Betulius), g. 1626 zu Wildstein bei Eger, 1 1681 als Privatgelehrter in Nürnberg. 89. 343. von Bogatzky, Karl Heinrich, g. 1690 zu Jankowe in Schlesien, 14 1774 als Privatmann im Waisenhause zu Halle. 178. 370. Böhmische oder Mährische Brüder. Ihre Lieder(zum Teil aus dem Böhmischen übersetzt) gaben Michael Weiße(T 1540 in Neutomischl) im Jahre 1531 und Joh. Horn(T 1547 zu Jungbunzlau) im Jahre 1544 heraus. 76. 231. 439. 499. 573. Bon, Hermann(Gude), g. um 1504 zu Quackenbrück in Hannover, 1 1548 als Superintendent zu Lübeck. Reformator von Osnabrück. 77. Bornschürer, Johann, g. 1625 zu Schmalkalden, 4 1677 als Dekan zu Thann in Mittelfranken. 201. Böschenstain, Johann, g. 1472 zu Eßlingen in Würtemberg, Lehrer der hebräischen Sprache, 4 1540 zu Nördlingen. 81. Breithaupt, Joachim Justus, g. 1658 zu Northeim in Hannover, 1 1732 zu Halle als Professor der Theologie, Generalsuperintendent und Abt des Klosters Bergen bei Magdeburg. 272. Bruhn, David, g. 1727 zu Memel, 4 1782 als Pastor zu Berlin. 289. von Bunsen, Christian Karl Josias, g. 1791 zu Korbach, Preuß. Gesandter in Rom und London, in Bonn 1860. Gab 1833 ein Allgemeines evangelisches Gesang- und Gebetbuch heraus. 618. Busch, Peter, g. 1682 zu Lübeck, Pastor zu Hildesheim, 1744 als Pastor an der Kreuzkirche zu Hannover. Herausg. des Hildesheimschen Gesang⸗ buchs von 1719(Liederkerns). 99. 616. Chiomusus siehe Schneesing. Claudius, Matthias, der Wandsbecker Bote, g. 1740 zu Reinfeld bei Lübeck, 1815 als Bankrevisor zu Altona. 515. Clausnitzer, Tobias, g. 1618 od. 1619 zu Thum bei Annaberg, 1 1684 als kurpfälzischer Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. 6. 92. Crasselius, Bartholomäus(Crasselt), g. 1667 zu Wernsdorf im Königreich Sachsen, 4 1724 als Pfarrer zu Düsseldorf. 381. Creutzberg, Amadeus, Schriftstellername für Sinold. Dach, Simon, g. 1605 zu Memel, 4 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg i. Pr. 591. 625. Decius, Nicolaus(Hovesch?), Mönch im Kloster Steterburg bei Braun⸗ schweig, 1523 evang. Prediger in Stettin, 1541 daselbst. 75. 149. Denicke, David, g. 1603 in Zittau im Königreich Sachsen, 4 1680 als Kammer⸗ und Konsistorialrat in Hannover, gab in Gemeinschaft mit Gesenius das(New ordentlich) hannöversche Gesangbuch von 1646, 1648, 1652, 1657 ꝛc. heraus. 1. 161. 188. 244. 268. 269. 378. 414 Verzeichnis der Dichter. Derschow, Bernhard, g. 1591 zu Königsberg i. Pr., 4 1639 als Professor der Theologie, Konsistorialrat und Oberpfarrer daselbst. 213. Deßler, Wolfgang Christoph, g. 1660 zu Nürnberg, 1 1722 als Konrektor der Schule zum heil. Geist daselbst. 309. Diterich, Johann Samuel, g. 1721 zu Berlin, 4 1797 als Oberkonsisto⸗ rialrat und Pastor daselbst. Herausgeber der Lieder für den öffentlichen Gottesdienst, Berlin 1765, in welchem Buche er die Kirchenlieder auf das Willkürlichste umarbeitete. 146. 260. 261. Drese, Adam, g. 1620 zu Weimar(2), 1 1701 als fürstlich Schwarzburgischer Kapellmeister zu Arnstadt in Thüringen. 311. Eber, Paul, g. 1511 zu Kitzingen in Unterfranken, Freund Luthers, 4 1569 als Generalsuperintendent und Professor der Theologie zu Wittenberg. 58. 233. 576. 577˙(2). Ebert, Jakob, g. 1549 zu Sprottau in Schlesien, 4 1614 als Professor der Theologie zu Frankfurt a. O. 5422. Eleonore, verw. Fürstin Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg, g. zu Gedern 1835. 65. Fabricius, Friedrich, g. 1642 zu Stettin, 1703 als Pastor daselbst. 31. Falk, Joh. Daniel, g. 1768 zu Danzig, 1 1826 als Legationsrat zu Weimar. 569. Fischer, siehe Vischer. Fleming, Paul, g. 1609 zu Hartenstein im Königreich Sachsen, 4 1640 als Doktor der Medicin zu Hamburg. 393. Franck, Johann, g. 1618 zu Guben in der Niederlausitz, 4 1677 als Bürgermeister daselbst. 4. 156. 157. 215. 246. 300. 441. 546. Franck, Michael, g. 1609 zu Schleusingen in Thüringen, 1 1667 als Lehrer an der Stadtschule zu Koburg. 348. 593. Franck, Salomo, g. 1659 zu Weimar, 1 1725 als Oberkonsistorialsekretär daselbst. 103. 216. 317. 364. 419. 488. Francke, August Hermann, g. 1663 zu Lübeck, Begründer der Franckeschen Stiftungen in Halle, 4 1727 als Professor der Theologie und Pastor zu Halle. 62. Freylinghausen, Johann Anastasius, g. 1670 zu Gandersheim in Braun⸗ schweig, Schwiegersohn Franckes, T 1739 als Pastor und Direktor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. 257. 314. 421. 510. Freystein, Johann Burchard, g. 1671 zu Weißenfels, 4 1718 als Hof⸗ und Justizrat zu Dresden. 351. Fritsch, Ahasverus, g. 1629 zu Mücheln bei Merseburg, 1 1701 als Kanzleidirektor und Konsistorialpräsident zu Rudolstadt. 93. Funcke, Friedr., g. 1642 zu Nossen im Erzgebirge, Kantor zu Lüneburg, 1 1699 als Pastor zu Römstedt bei Lüneburg. 134. Funk, Gottfried Benedikt, g. 1734 zu Hartenstein im Königr. Sachsen, 1 1814 als Konsistorialrat und Rektor des Domgymnafiums zu Magdeburg. 124. Garbe, der Brt Gedicke, Feldpre Oellert gebirge samkeit 423. 4 Oensch Herzol Lbeck Gerhar Probf 1167 86. 8 400. 595. von 0 bach, mutte Geseni predit 3. Gigas Gotter Msist Oram Luth Orege der von Groß Prof Orün Hosp Orh p̃ schaff Hüntt am Gün l Lush Ie Professor Konrektor Oberkonsisto⸗ öffentlichen der auf das Wzburgischer ers, 1 1569 Wittenberg Professor an 1835. 65 aselbst. 31 Zeimar. 569 sen, f 1610 1667 als orialsekretär Frunckeschen und Pafor m in Braun⸗ Direktor de lle Hof⸗ un 1701 als Vüneburg, hsen, 116¹4 cbutg. 12 Verzeichnis der Dichter. 41⁵ Garve, Karl Bernhard, g. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, bis 1836 Prediger der Brüdergemeinde zu Neusatz a. d. O., 1 1841 zu Herrnhut. 181. 198. 332 Gedicke, Lampertus, g. 1683 zu Gardelegen in der Altmark, 1 1735 als Feldprobst zu Berlin. 420. Gellert, Christian Fürchtegott, g. 1715 zu Hainichen im sächsischen Erz⸗ gebirge, 4 1769 als außerordentlicher Professor der Dichtkunst, Bered⸗ samkeit und Moral zu Leipzig. 56. 123. 197. 219. 259. 287. 373. 374. 423. 424. 435. 461. 462. 463. 464. 465. 491. 514. 604. Gensch von Breitenau, Christoph, g. 1638 zu Naumburg, Hofrat des Herzogs von Plön und dänischer Geheimrat, 4 1732 als Privatmann zu Lübeck. 249. Gerhardt, Paulus, g. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 1651—1657 Probst zu Mittenwalde in Brandenburg, 16571667 Diakonus zu Berlin, 1 1676 als Archidiakonus zu Lübben. 27. 28. 47. 48. 49. 50. 61. 85. 86. 87. 88. 116. 142. 151. 270. 301. 347. 395. 396. 397. 398. 399. 400. 401. 402. 445. 446. 447. 475. 476. 477. 502. 524. 545. 548. 595. 610. von Gersdorf, Henriette Katharina, g. von Friesen, g. 1648 zu Sulz⸗ bach, Gemahlin des kursächsischen Geheimrats v. G. in Dresden, Groß⸗ mutter Zinzendorfs, 4 1726 zu Großhennersdorf bei Herrnhut. 177. 415. Gesenius, Justus, g. 1601 zu Esbeck in Hannover, 4 1673 als Oberhof⸗ prediger und Generalsuperintendent zu Hannover(ssiehe Denicke). 83. 268. 378. Gigas siehe Heune. Gotter, Ludwig Andreas, g. 1661 zu Gotha, 1 1735 als Hof⸗ und Assistenzrat daselbst. 153. 352. 353. 453. Gramann, Johann(Poliander), g. 1487 zu Neustadt in Bayern, Freund Luthers, 4 1541 als Pastor zu Königsberg i. Pr. 438. Gregor, Christian, g. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, 41801 als Bischof der Brüdergemeinde zu Berthelsdorf. Herausgeber des Brüdergesangbuchs von 1778. 193. 329. Groß, Johann(Major), g. 1564 zu Reinstedt in Thüringen, 4 1654 als Professor der Theologie zu Jena. 238. Grüneisen, Karl Georg, g. 1802 zu Stuttgart, 1 1878 daselbst als Hofprediger und Oberkonsistorialrat. 522. Gryphius, Andreas, g. 1616 zu Großglogau in Schlesien, 4 1664 als Land⸗ schaftssyndikus daselbst. 592. Günther, Cyriacus, g. 1650 zu Goldbach bei Gotha, 4 1704 als Lehrer am Gymnasium zu Gotha. 315. 457. Günther, Martin, g. um 1690 im sächsischen Erzgebirge, Hauslehrer bei Löscher, seit 1721 Pfarrer zu Klingenmünster in der bayr. Pfalz. 274. 416 Verzeichnis der Dichter. von Hardenberg, Friedrich Leopold, Freiherr(Novalis), g. 1772 auf Gut Wiederstedt im Mansfeldischen, 4 1801 als Assessor zu Weißenfels. 126. 330. 331. von Harleß, Gottfried Christoph Adolf, g. 1806 zu Nürnberg, Professor der Theologie zu Erlangen und Leipzig, zuletzt Präsident des protestant. Oberkonsistoriums in München, 4 1879 daselbst. 429. Harsdörfer, Georg Philipp, g. 1607 zu Nürnberg, 1 1658 als Ratsherr daselbst. 478. Hartmann, Thomas, war 1604 Archidiakonus zu Eisleben. 110. Hausmann, Julie, lebt in Petersburg. 376. von Hayn, Henriette Luise, g. 1724 zu Idstein in Nassau, 1 1782 als Oberin der ledigen Schwestern zu Herrnhut. 533. Hecker, Heinrich Cornelius, g. 1699 zu Hamburg, 4 1743 als Pfarrer zu Meuselwitz bei Altenburg. 194. Heermann, Johann, g. 1585 zu Raudten im Fürstentum Wohlau in Schlesien, Pastor zu Köben in Schlesien, 4 1647 zu Lissa in Posen. 79. 80. 112. 159. 172. 173. 211. 212. 239. 240. 241. 266. 267. 296. 297. 339. 340. 341. 391. 392. 495. 523. 531. 543. 544. 607. 608. Heinrich v. Laufenberg, Priester und Dekan zu Freiburg im Breisgau, 1 1455. 570. 622. Held, Henrich, g. zu Guhrau in Schlesien, um 1650 Sachwalter, +vor 1661 daselbst. 30. 143. Helder, Bartholomäus, g. zu Gotha, 1 1635 als Pfarrer zu Remstedt bei Gotha. 155. Helmbold, Ludwig, g. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, 4 1598 als Superintendent und Pfarrer daselbst. 386. 440. 529. Hensel, Luise, g. 1798 zu Linum bei Fehrbellin, Tochter eines evangelischen Pfarrers, trat 1818 zur römischen Kirche Über, Erzieherin, T zu Pader⸗ born 1876. 534(gedichtet 1816). Herberger, Valerius, g. 1562 zu Fraustadt in Posen, 4 1627 als Pfarrer daselbst. 585. Herman, Niklas, 4 1561 in hohem Alter als Kantor zu Joachimsthal in Böhmen. 41. 109. 467. 498. 554. 555. 566. 575 Hermes, Johann Timotheus, g. 1738 zu Petznik bei Stargard in Pommern, + 1821 als Oberkonsistorialrat, Superintendent und Pastor prim. zu Breslau. 636. Herrmann, Johann Gottfried, g. 1707 zu Altjeßnitz bei Bitterfeld, 1 1791 als Oberhofprediger und Oberkonsistorialrat zu Dresden. 285. Herrnschmidt, Johann Daniel, g. 1675 zu Bopfingen in Würtemberg, + 1723 als Professor der Theologie und Mitdirektor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. 458. hertzog anwalt hesse, Heune, Schwe Heunif Super Heyder schule Hiller als K Hiller als 9 seine von 5 Rml von 8 Oste Hoffr als Homl Rech Horn Huber als Huno als 9. 1772 auf Weißenfels. 9. Professor protestant. ls Ratsherr 1¹0. 1 1782 als als Pfarrer Wohlau in in Posen. . 357. 286. 608. 1 Breisgau, Sachwalter, 1Remstedt 598 als vangelischen zu Pader⸗ als Parrit oachimsthal Pommern, or prim. 1 Vitterfeh, den. 255 Hürtemberg, Frandescen Verzeichnis der Dichter. 417 Hertzog, Johann Friedrich, g. 1647 zu Dresden, 1 1699 als Rechts⸗ anwalt daselbst. 506. Hesse, Johann, g. 1490 zu Nürnberg, 4 1547 als Pfarrer zu Breslau. 574. Heune, Johann(Gigas), g. 1514 zu Nordhausen, 4 1581 als Pastor zu Schweidnitz in Schlesien. 579. Heunisch, Kaspar, g. 1620 zu Schweinfurt in Unterfranken, 1 1690 als Superintendent daselbst. 6277. Heyden, Sebald, g. 1494(%) zu Nürnberg, 4 1561 als Rektor der Sebalds⸗ schule daselbst. 82. Hiller, Friedrich Konrad, g. 1662 zu Unteröwisheim bei Bruchsal, 4 1726 als Kanzleiadvokat zu Stuttgart. 456. Hiller, Philipp Friedrich, g. 1699 zu Mühlhausen in Würtemberg, 4 1769 als Pfarrer zu Steinheim am Aalbuch in Würtemberg; 1751 verlor er seine Stimme. 15. 164. 290. 325. 326. von Hippen, Johann Heinrich, g. zu Wohlau in Schlesien, 4 1676 als Limburgischer(in Schlesien) Rat und Hofmarschall. 479. von Hodenberg, Bodo, g. 1604 zu Celle, 7 1650 als Landdrost zu Osterode a. H. 474. Hoffmann, Gottfried, g. 1658 zu Plagwitz bei Löwenberg in Schlesien, 41712 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau im Königreich Sachsen. 146. 612. Homburg, Ernst Christoph, g. 1605 zu Mühla bei Eisenach, 1681 als Rechtskonsulent zu Naumburg. 29. 90. 133. Horn siehe Böhmische Brüder. Huber, Konrad(Huober, Hubert), g. 1507 zu Bergzabern im Elsaß, 1 1577 als Diakonus zu Straßburg. 186. Hunold, Michael, g. 1621 zu Leißnig im Königreich Sachsen, 4 1672 als Archidiakonus zu Rochlitz a. d. Mulde. 535. 600. Reymann, Christian, g. 1607 zu Pankraz in Böhmen, 4 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau im Königreich Sachsen. 43. 302. Kiel, Tobias, g. 1584 zu Ballstedt bei Gotha, 4 1627 als Pfarrer daselbst. 586. Klesel, Abraham, g. 1636 zu Fraustadt in Posen, 4 1702 als Oberpfarrer zu Jauer in Schlesien. 95. Klopstock, Friedrich Gottlieb, g. 1724 zu Quedlinburg, 4 1803 als badi⸗ scher Hofrat und dänischer Legationsrat zu Hamburg. 220. 617. 634. Knak, Gustav Friedrich Ludwig, g. 1806 zu Berlin, 4 1878 als Pastor zu Berlin in Dünnow bei Stolpmünde. 333. Knapp, Albert, g. 1798 zu Tübingen, 4 1864 als Stadtpfarrer zu Stutt⸗ gart. 100. 179. 180. Knoll, Christoph, g. 1563 zu Bunzlau in Schlesien, 1650 als Pastor zu Witgendorf in Schlesien. 582. 418 Verzeichnis der Dichter. Knorr von Rosenroth, Christian, g. 1636 zu Altraudten in Schlesien, 1 1689 als Geheimrat und Kanzleidirektor zu Sulzbach in der bayr. Oberpfalz. 482. Koitsch, Christian Jakob, g. 1671 zu Meißen, Inspektor am Pädagogium zu Halle, 4 1735 als Rektor zu Elbing. 455. Krause, Jonathan, g. 1701 zu Hirschberg in Schlesien, 4 1762 als Super⸗ intendent zu Liegnitz. 12. Krummacher, Friedrich Adolf, g. 1767 zu Tecklenburg in Westfalen, 1 1845 als reform. Pastor emerit. zu Bremen. 182. Kunth, Johann Sigismund, g. 1700 zu Liegnitz, 4 1779 als Superin⸗ tendent zu Baruth in der Oberlausitz. 633. Küster, Elieser Gottlieb, g. 1732 zu Watzum im Braunschweigischen, 4 1799 als Pastor und Generalsuperintendent zu Braunschweig. 207. Lackmann, Peter, g. 1659 zu Lübeck, 4 1713 als Oberpfarrer zu Oldenburg in Holstein. 254. Lange, Joachim, g. 1670 zu Gardelegen in der Altmark, 1744 als Professor der Theologie zu Halle. 484. Lange, Johann Christian, g. 1669 zu Leipzig, Professor in Gießen, 4 1756 als Generalsuperintendent zu Idstein in Nassau. 313. Laufenberg siehe Heinrich. Laurenti, Laurentius(Lorenz Lorenzen), g. 1660 zu Husum, 1 1722 als Musikdirektor und Kantor zu Bremen. 53. 119. 629. Lavater, Johann Kaspar, g. 1741 zu Zürich, 4 1801 als reform. Prediger daselbst. 125. 261. 536. Lehr, Leopold Franz Friedrich, g. 1709 zu Kronberg bei Frankf. a. M., +17⁴4 in Magdeburg als Diakonus an der luth. Kirche zu Köthen. B2. 83. Leon, Johann, g. zu Ohrdruf in Thüringen, 1597 als Pastor zu Wölfis bei Ohrdruf. 243. 580. 588. Liebich, Ehrenfried, g. 1713 zu Probsthain bei Liegnitz, 1780 als Pastor zu Lomnitz bei Hirschberg in Schlesien. 147. 328. Lindemann, Johann, 1580—1630 Kantor zu Gotha. Er soll aus der Familie der Mutter Luthers stammen. 293(2). Liscow, Salomon, g. 1640 zu Niemitzsch in der Lausitz, 4 1689 als Dia⸗ konus zu Wurzen im Königreich Sachsen. 308. 481. Löscher, Valentin Ernst, g. 1673 zu Sondershausen, 4 1749 als Ober⸗ konsistorialrat und Superintendent zu Dresden. 555. von Löwenstern, Matthäus Apelles, g. 1594 zu polnisch Neustadt bei Oppeln in Schlesien, 4 1648 als kaiserlicher Rat zu Breslau. 174. 561. Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg-Rudolstadt, g. 1640, 1 1672 als Braut des Grafen Christian Wilhelm von Schwarzburg⸗ Sondershausen. 253. 307. 409. Luise 9. 9. 16²⁷ von Br ugeshr Luther, daselbst. 169. 1• 571. 57 Nagdeb 1583 d Major! Rathes Studer Ibachit Melisse Mentzer zu Ker von Me Appell Meyfar 1 164 Moller Prim. 3 Nöller superin von M Darm Mühlm der T Mülle der T Münte deutsd Rachte zu Ko Neand daselb Nehrin Halle euma Pastor in Schlesien, in der bayr. Pädagogium Vals Super⸗ in Westfalen, ls Superin⸗ schen, 4 1799 erpfarrer zu 1 17½44 als ießen, 4 17⁵⁰ f1al rm. Prediger MN. 117⁴ I. N . W. Vs. or zu Wölfis 80 als Pasur soll aus der 89 als Did⸗ als Ober⸗ Neustadt bei Verzeichnis der Dichter. 419 Luise Henriette, Tochter des Prinzen Heinrich Friedrich von Oranien, g. 1627 im Haag, Gemahlin des großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 1 1667 zu Berlin. Es ist zweifelhaft, ob die ihr zugeschriebenen vier Lieder von ihr verfaßt sind. 247. 614. Luther, Martin, g. 10. Nov. 1483 zu Eisleben, 4 am 18. Februar 1546 daselbst. 37. 38. 39. 107. 108. 137. 138. 139. 148. 165. 166. 167. 168. 169. 185. 199. 209. 210. 221. 228. 229. 262. 263. 377. 437. 496. 519. 574.5½. 575. Magdeburg, Joachim, g. 1525 zu Gardelegen in der Altmark, nach 1583 als Prediger im Ssterreichischen. 387. Major siehe Groß. Mathesius, Johann, g. 1504 zu Rochlitz im Königreich Sachsen, als Student Luthers Haus- und Tischgenosse, 4 1565 als Pastor zu Joachimsthal. 528. Melissander siehe Bienemann. Mentzer, Johann, g. 1658 zu Jahma in der Lausitz, 4 1734 als Pastor zu Kemnitz bei Bernstadt in der Lausitz. 454. von Meyer, Johann Friedrich, g. 1772 zu Frankfurt a. M., 4 1849 als Appellationsgerichtspräsident daselbst. 428. Meyfart, Johann Matthäus, g. 1590 zu Walwinkel im Gothaischen, + 1642 als Professor der Theologie und Pastor zu Erfurt. 624. Moller, Martin, g. 1547 zu Kropstädt bei Wittenberg, 4 1606 als Pastor prim. zu Görlitz in der Lausitz. 235. 388(2). 579. Möller, Johann Friedrich, g. 1789 zu Erfurt, 4 1861 als General⸗ superintendent und Konsistorialdirektor zu Magdeburg. 375. von Moser, Friedrich Karl, Freiherr, g. 1723 zu Stuttgart, Hessen⸗ Darmstädtischer Minister, 1798 als Privatmann zu Ludwigsburg. 260. Mühlmann, Johann, g. 1573 zu Pegau bei Leipzig, 4 1613 als Professor der Theologie und Archidiakonus zu Leipzig. 295. 472. Müller, Michael, g. 1673 zu Blankenburg a. Harz, 1 1704 als Kandidat der Theologie zu Schaubeck in Würtemberg. 354. Münter, Balthasar, g. 1735 zu Lübeck, 4 1793 als Pastor an der deutschen Kirche zu Kopenhagen. 426. 637. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich, g. 1624 zu Halle, t 1685 als Pastor zu Koburg. 52. Neander, Joachim, g. 1650 zu Bremen, 1 1680 als reform. Diakonus⸗ daselbst. 251. 450. 451. 505. 598. Nehring, Johann Christian, g. zu Gotha, Inspektor am Waisenhause zu Halle, 1736 als Pastor zu Morl bei Halle. 354. Neumann, Kaspar, g. 1648 zu Breslau, 1 1715 als Kircheninspektor und⸗ Pastor prim. daselbst. 8. 20. 509. 562. 27 42⁰ Verzeichnis der Dichter. Neumann, Gottfried, g. um 1688, 4 1782 als Mitglied der Brüder⸗ gemeinde. 603. Neumark, Georg, g. 1621 zu Langensalza in Thüringen, 1 1681 als Bibliothekar und Archivsekretär zu Weimar. 403. 404. 573. Neumeister, Erdmann, g. 1671 zu üchteritz bei Weißenfels, 4 1756 als Hauptpastor zu Hamburg. 70. 203. 277. 278. 318. 359. 459. 460. 486. 517. Neunherz, Johann, g. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien, 4 1737 als Oberpfarrer zu Hirschberg. 122. Neuß, Heinrich Georg, g. 1654 zu Elbingerode im Harz, 1 1716 als Konsistorialrat und Superintendent zu Wernigerode. 252. 355. Nicolai, Philipp, g. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, 4 1608 als Hauptpastor zu Hamburg. 292. 621. Novalis siehe Hardenberg. Olearius, Johann, g. 1611 zu Halle, 4 1684 als Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Weißenfels. 7. 22. 51. 69. 91. 189. 379. 380. 448. 549. 550. 551. 552. 628. Pauli, Joachim, g. um 1636 zu Wilsnack in der Mittelmark, 1674 Haus⸗ lehrer zu Berlin. 175. Pfeiffer, Christoph, g. 1689 zu Ols, 4 1758 als Pastor zu Stolz bei Frankenstein in Schlesien. 63. von Pfeil, Christoph Karl Ludwig, g. 1712 zu Grünstadt in der bayr. Pfalz, würtembergischer geh. Legationsrat, 4 1784 als preuß. Geheimrat und Minister zu Deufstetten im Ansbachschen. 72. 383. 525. Poliander siehe Gramann. Prätorius, Benjamin, g. 1636 zu Obergreißlau bei Weißenfels, 4 167405) als Pastor zu Großlissa bei Delitzsch in der Provinz Sachsen. 346. Puchta, Christian Rudolf Heinrich, g. 1808 zu Kadolzburg in Mittel⸗ franken, 1 1858 als Pastor zu Augsburg. A. 564. Räder, g. 1815 zu Elberfeld, 4 1872 daselbst als Handlungsgehülfe. 431. Rambach, Johann Jakob, g. 1693 zu Halle, 4 1735 als Professor der Theologie und Superintendent zu Gießen. 33. 195. 204. 206. 218. 280. 281. 321. 322. 323. 367. 368. 422. Reimann, Georg, g. 1570 zu Leobschütz in Schlesien, 4 1615 als Pro⸗ fessor der Beredsamkeit zu Königsberg in Preußen. 162. Reusner, Adam(Reißner), g. um 1500 zu Mindelheim, Geheimsekretär Georgs von Frundsberg, ein Anhänger Schwenkfeldts, 4nach 1572 in seiner Vaterstadt. 336. 507. Richter, Christian Friedrich, g. 1676 zu Sorau in der Lausitz, 1 1711 als Arzt des Waisenhauses zu Halle. 54. 356. 357. 358. 433. 485. Ringwaldt, Bartholomäus, g. 1532 zu Frankfurt a. d. Oder, 4 1599 als Pfarrer zu Langenfeld in der Neumark. 236. 620. Rinckhe als M Rist, I. Wedel 24. 2 Rodige grauer Rosenr oder 1 Rothe, Pfarr in de Rücker und Rung Ruop theol Rutil als! Sacet advo Schad Diak Schal Schej der Brüder⸗ „ 188l al Nös als 460.85.51· „t als n all 355. 1 1608 als sprediger und 89. 379. 380. 1674 Haus⸗ Stolz bei zu in der bahr. 5. Geheimrat B. 12,1.167400 u. 34b. usitz, 22m1 33. 45. 2. 1 1555 Verzeichnis der Dichter. 421 Rinckhart, Martin, g. 1586 zu Eilenburg in der Provinz Sachsen, 1649 als Archidiakonus daselbst. 344. 442. Rist, Johann, g. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, 4 1667 als Pastor zu Wedel an der Elbe in Holstein. 24. 46. 60. 68. 102. 143. 130. 121. 24. 222. 223. 242. 444. 501. 626. Rodigast, Samuel, g. 1649 zu Gröben bei Jena, 4 1708 als Rektor am grauen Kloster zu Berlin. 407⁷. Rosenmüller, Johann, g. um 1615 im Kurfürstentum Sachsen, 4 1686 oder 1682 als Kapellmeister zu Wolfenbüttel. 597. Rothe, Johann Andreas, g. 1688 zu Lissa bei Görlitz in der Lausitz, Pfarrer zu Berthelsdorf, 1 1758 als lutherischer Pastor zu Thommendorf in der Lausitz. 279. 613. Rückert, Friedrich, g. 1789 zu Schweinfurt am Main, Professor in Erlangen und Berlin, 4 1866 als preußischer Geheimrat zu Neuseß bei Koburg. 35. Runge, Christoph, g. 1619 zu Berlin, Buchdrucker, 1 1681 daselbst. 271. Ruopp, Johann Friedrich, g. zu Straßburg, 4 1708 als Adjunkt der theologischen Fakultät zu Halle. 360 Rutilius, Martin(Rüdel), g. 1550 zu Düben in der Provinz Sachsen, 41618 als Archidiakonus zu Weimar. 238. Sacer, Gottfried Wilhelm, g. 1635 zu Naumburg, T 1699 als Kammer⸗ advokat zu Wolfenbüttel. 117. 611. Schade, Johann Kaspar, g. 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, 4 1698 als Diakonus an St. Nicolai zu Berlin. 96. 411. Schalling, Martin g.1532 zu Straßburg t 1608 als Pastor zu Rürnberg. 2 Scheffler, Johann(Angelus Silesius), g. 1624 zu Breslau, Leibarzt des Herzogs von Ols, trat 1652 zur römischen Kirche über, geistlicher Rat des Fürstbischofs, 41677 im Kloster St. Matthias zu Breslau. 303. 304. 305.349 Scheidt, Christian Ludwig, g. 1709 zu Waldenburg bei Schwäbisch⸗Hall in Würtemberg, 1 1761 als Hofrat und Bibliothekar zu Hannover. 284 Schein, Johann Hermann, g. 1586 zu Grünhain bei Zwickau im Königreich Sachsen, 1 1630 als Musikdirektor zu Leipzig. 589. Schenck, Hartmann, g. 1634 zu Ruhla bei Eisenach 4 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. 19. Schenck, Heinrich Theobald, g. 1656 zu Heidelbach a. d. Schwalm in Hessen, 1 1727 als Stadtpfarrer in Gießen. 632. Schirmer, Michael, g. 1606 zu Leipzig, 4 1673 als Konrektor emerit. des Gymnasium zum grauen Kloster zu Berlin. 355. 115. 141. 560. 609. Schlosser, Ludwig Heinrich, g. 1663 zu Darmstadt. à 1723 als Prediger zu Frankfurt a. M. 530. Schmidt, Johann Eusebius, g. 1670 zu Hohenfelden bei Erfurt, 4 1745 als Pastor zu Siebleben bei Gotha. 176. 42² Verzeichnis der Dichter. Schmolck, Johann Benjamin, g. 1672 zu Brauchitschdorf bei Liegnitz, + 1737 als Pastor prim. und Inspektor zu Schweidnitz. 9. 10. 11. 32. 64. 98. 120. 121. 144. 163. 192. 202. 256. 275. 276. 416. 417. 418. 487. 511. 518. 565. 601. 630. 631. Schmuck, Vincentius, g. 1565 zu Schmalkalden, 4 1628 als Professor der Theologie und Superintendent zu Leipzig. 556. Schneesing, Johann(Chiomusus), g. zu Frankfurt a. M., 1 1567 al⸗ Pfarrer zu Friemar bei Gotha. 232. Schöner, Johann Gottfried, g. 1749 zu Rügheim bei Würzburg, 1 1818 als Stadtpfarrer zu Nürnberg. 427. 638. Schrader, Johann Hermann, g. 1684 zu Hamburg, 1 1737 als Probst und Konsistorialrat zu Tondern in Schleswig. 382. Schröder, Johann Heinrich, g. 1667 zu Springe bei Hannover, + 1699 als Pfarrer zu Meseberg bei Wollmirstedt in der Provinz Sachsen. 312. Schütz, Johann Jakob, g. 1640 zu Frankfurt a. M., 1 1690 als Advokat und verschiedener Reichsstände Rat daselbst. 408. 449. Soriver, Christian, g. 1629 zu Rendsburg, Pastor zu Magdeburg, 1 1693 als Oberhofprediger und Kirchenrat zu Quedlinburg. 306. 504. von Seckendorf, Veit Ludwig, Reichsfreiherr, g. 1626 zu Herzogenaurach bei Bamberg, 1 1692 als Brandenburgischer Geheimrat und Kanzler der Universität Halle. 432. Selnecker, Nikolaus, g. 1532 zu Hersbruck bei Nürnberg, Schüler Melanch⸗ thons, Professor in Leipzig und Jena, auch Superintendent in Hildesheim, Mitarbeiter an der Konkordienformel, 4 1592 als Professor der Theologie und Superintendent zu Leipzig. 17. 170. 500. von Senitz, Elisabeth, g. 1629 zu Rankau in Schlesien, Hoffräulein am Hofe zu Brieg und zu Ols, 4 1679. 94. Siegfried, Johann, 9. 1564, 4 1637 als Superintendent zu Schleiz. 588. Sinold, Philipp Balthasar, gen. von Schütz(Amadeus Creutzberg), g. 1657 zu Königsberg bei Gießen, 4 1742 als Solmsscher Geheimrat zu Laubach in der Wetterau. 97. 319. Spangenberg, Johann, g. 1484 zu Hardegsen in Hannover, seit 1524 der erste evang. Prediger an St. Blasien in Nordhausen, 4 1550 als Generalsuperintendent zu Eisleben. 226. Spangenberg, August Gottlieb, g. 1704 zu Klettenberg bei Walkenried, als Bischof der Brüdergemeinde lange Zeit in Amerika thätig, 4 1792 zu Berthelsdorf. 366. Spengler, Lazarus, g. 1479 zu Nürnberg, Rechtsgelehrter und Rats⸗ schreiber daselbst, Freund Luthers und Beförderer der Reformation, 4 1534 zu Nürnberg. 230. Sptrat prͤdif 1 1⁵⁵ Spitte intend 559. Spren bei S zu B Starck Konf Stegn fessor Stip, einig Pots von Oene Stock 117 Mön Stole Sturr bei Rignit, 9. 10. 11. 5. 416. 417. Irofessor der 1 1567 als ug, 1 1818 als Probst Hannover, er Provinz ls Advokat rg, 1 1693 04. ogenaurach kanzler der Melanch⸗ ildesheim, Theologie aulein am cleiz. 588. ju Laubach seit 1551 1550 ale allentied, 19j nd Ratz⸗ o 150 Verzeichnis der Dichter. 4²2³3 Speratus, Paul(Spret), g. 1484 zu Rötlen bei Ellwangen, 1524 Hof⸗ prediger Herzog Albrechts von Preußen, luth. Bischof von Pomesanien, 4 1551 zu Marienwerder. 264. Spitta, Karl Johann Philipp, g. 1801 zu Hannover, 4 1859 als Super⸗ intendent zu Burgdorf bei Hannover. 183. 208. 430. 516. 526. 527. 553. 606. Spreng, Johann Jakob, g. 1699 zu Basel, reform. Prediger zu Ludweiler bei Saarbrücken, 4 1768 als Professor der Geschichte und griech. Sprache zu Basel. 205. Starck, Johann Friedrich, g. 1680 zu Hildesheim, T 1756 als Pastor und Konsistorialrat zu Frankfurt a. M. 369. Stegmann, Josua, g. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, 4 1632 als Pro⸗ fessor der Theologie und Superintendent zu Rinteln. 18. Stip, Gerhard Chryno Herm., g. zu Norden in Ostfriesland 1809, einige Jahre Pastor in Osteel bei Norden, teals Privatmann 1882 zu Potsdam. 492. von Stöcken, Christian, g. 1633 zu Rendsburg, 1 1684 daselbst als Generalsuperintendent von Schleswig-Holstein, Kirchenrat u. Probst. 568. Stockfleth, Heinrich Arnold(Dorus), g. 1643 zu Alfeld in Hannover, + 1708 als Kirchenrat, Oberhofprediger und Generalsuperintendent zu Mönchsberg bei Bayreuth in Mittelfranken. 410. Stolshagius, Kaspar, 1591 Pastor zu Iglau in Mähren. 111. Sturm, Christoph Christian, g. 1740 zu Augsburg, 4 1786 als Haupt⸗ pastor in Hamburg. 288. 289. 425. Terstegen, Gerhard, g. 1697 zu Mörs, 1 1769 als Bandmacher zu Mühl⸗ heim a. d. Ruhr(reform.). 13. 14. 55. 71. 135. 327. 372. 490. 512. 513. Thebesius, Adam, g. 1596 zu Seifersdorf in Schlesien, 1652 als Pfarrer zu Liegnitz. 84. Thilo, Valentin, der jüngere, g. 1607 zu Königsberg i. Pr., 4 1662 als Professor der Beredsamkeit daselbst. 26. Tietze, Christoph(Titius), g. 1641 zu Wilkau bei Breslau, 4 1703 als Pastor zu Hersbruck bei Nürnberg. 248. 405. Tollmann, Gottfried, g. 1680 zu Lauban in der Lausitz, 4 1766 als Pastor zu Leube bei Görlitz in der Lausitz. 563. Vespasius siehe Wepse. Vischer, Christoph, g. 1544 zu Wittenberg, 4 1597 als Generalsuperintendent zu Celle. 78. Walther, Johann, der alte Luther-Kantor, g. 1496 zu Kahla, 1520 Hof⸗ kantor in Torgau, 1570 als Kapellmeister zu Dresden. 519. 623. Wegelin, Josua, g. 1604 zu Augsburg, 4 1640 als evang. Pfarrer zu Preßburg in Ungarn. 132. Verzeichnis der Dichter. Wehrenberg, Heinrich Jonathan, ein Urenkel Ph. Melanchthons, g. 1651 zu Eilenburg, Prov. Sachsen, 4 1713 als Superintendent zu Lüneburg. 361. Weiße siehe Böhmische Brüder. Weissel, Georg, g. 1590 zu Domnau in Ostpreußen, 4 1635 als Prediger zu Königsberg i. Pr. 23. 114. 299. Wenigk, Johann Ernst, g. 1701 zu Gotha, 4 1745 als Pfarrer zu Bisch⸗ leben bei Arnstadt in Thüringen. 145. Wepse, Hermann(Vespasius), um 1580 Prediger in Stade. 265. Werner, Georg, g. 1589 zu Pr.⸗Holland, 1 1643 als Diakonus zu Königs⸗ berg i. Pr. 45. 101. 140. 590. Wieser, Matthäus, 1668 Bergmann und Steiger zum Gräßlitz bei Hof. 539. 540. 541. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen-Weimar, g. 1598 zu Altenburg, 4 1602 zu Weimar. 3 ö Winckler, Johann Josef, g. 1670 zu Lucka in der Lausitz, 4 1722 al khat Konsistorialrat und Domprediger zu Magdeburg. 363. 414. ö Witzstatt, Hans, aus Wertheim, um 1530. 335(2). Wolf, Jakob Gabriel, g. 1684 zu Greifswald, t 1754 als Hofrat und Professor emerit. der Rechte zu Halle. 316. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, g. 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin, + 1761 als Stadtpfarrer zu Bunzlau in Schlesien. 196. 635. Zehner, Samuel, g. 1594 zu Suhl in Thüringen, 4 1635 als Super⸗ intendent zu Schleusingen. 345. Zeibich, Christoph Heinr., g. 1677 zu Mölbis bei Leipzig, 4 1748 als Professor der Theol., Konsistorialassessor und Probst zu Wittenberg. 225. von Zinzendorf, Graf Nikolaus Ludwig, g. 1700 zu Dresden, Stifter der evangelischen Brüdergemeinde, 4 1760 zu Herrnhut. 193. 320. 365. 366. Zwick, Johann, g. um 1496 zu Konstanz, 4 1542 als reform. Pfarrer seiner Vaterstadt zu Bischofzell in der Schweiz während der Pest. 128. Unbekannt sind die Verfasser folgender Lieder: 2. 5. 16. 34. 36. 40. 42. 44. 59. 67. 73. 74. 93. 104. 105. 106. 118. 127. 129. 136. 150. 52. 184. 190. 191. 217. 224. 227. 234. 237. 245. 258. 273. 294. 208. 10. 335. 342. 350. 384. 385. 389. 390. 394. 412. 434. 436. 468. 469. 489. 493. 494. 503. 508. 521. 532. 537. 538. 558. 559. 567. 578. 581. 83. 587. 619. thons, g. 1651 Uneburg. 301. als Prediger urer zu Bisch⸗ G Ee b E t E 205. u zu Königs⸗ zum äßlitz bei Hof. burg, 1 1602 kyangelisch⸗lutherischen Gesangbuche 4. Hofrat und der e bei Verlin, Hannoberschen Landeskirche. ———79——.. Hannover. Druck und Verlag der Schlüterschen Buchdruckerei. 1001. x 0 0 0 * * Seite 1. Um Geist und Gnade recht zu beten 1 I. Gebete zum 1 2 10. Morgengebete 3 11— 12. Tischgebete, t 15 21 Abensgedete 12 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Gebete für die Früchte des e und den— ⸗ 25. Danlgedett 17 „Zum Beginn der Arbeit 8 Um Gottes Segen in Haus und Weruf „Gebet christlicher Eheleute..%½. 9 „Gebet der Eltern für ihre Kinder. 20 „Gebet nach der Taufe eines Kindes, rar von Gevattern zu beten 21 „Schulgebete Zwei Gebete für Konfirmanden Wur die Kirche e Für die Obrigkeit e 2 3. Für die Früchte des Feldes „Um den leben Sonnenschein. Um einen fruchtbaren Regen 38 „Beim Anfang der Ernte 28 „Dankgebet nach der Ernte.. 2 Um göttlichen Segen zum Bergwert 0 III. Gebete in allerlei Not. umn Geduld in Leidenszeit. 88ʃ1 In Anfechtungen „In Kriegszeiten 33 „In teurer Zeit 33 Gebete. 4 45. 46. ö 47. . 49. 50. 51. 52. 53. 54. 55. 56. 86. 87. 49— 43. 44. 89. Gebete. Bei großem Ungewitter Bei Sturm und Wasserfluten Bei Seuchen und in Sterbenszeiten Um tägliche Bereitschaft zum Sterben. Gebet für ein krankes Kind Gebete eines Kranken. Dankgebet eines Genesenden. Um Geduld in langwieriger Krantheit Gottes Wort für Kranke Morgengebet eines Kranken Abendgebet eines Kranken. Gebet eines Kranken, der sich zu zum Sterben schickt. Gebete der Umstehenden für den Sterbenden Sprüche, dem Sterbenden Abschiedssegen.. Gebet nach dem Tode eines Kindleins. An Begräbnistagen. IV. Beicht⸗ und Aenddlue 57— 63. An Beichttagen.. 64— 72. An Abendmahlstagen V. Gebete für Feste und Wahrohotewienße der Kicche 73— 85. Gebete für die Fest 91 Wünn des Kirchenjahrs. An Buß⸗ und Bettagen 88. Für Betstunden Für Bibelstunden Kollekten. 1—48. Für bestimmte Tage und 110. 83. Allgemeine Kollekten Versikel 46 52 3⁰ 67 68 70 71 82 9⁰ O undev über o Gieß Gnad smeh andät Lobof unser und naher ferne rechts ander unsere nichts dein Gebete. * Herr, thu meine Lippen auf! 1. Um Geist und Gnade recht zu beten. ewiger, barmherziger Gott, du Vater unsers Herrn Jesu Christi, weil wir nicht wissen noch begreifen können, was und wie wir beten sollen, du aber überschwenglich thun kannst über alles, was wir bitten oder verstehen, so schreien wir zu dir: Gieß über uns aus nach deiner Verheißung den Geist der Gnade und des Gebets, der uns bei dir vertrete mit unaus⸗ sprechlichem Seufzen, auf daß wir dich mit Mund und Herzen andächtig in rechtem Ernst anrufen und dir ein angenehmes Lobopfer bringen mögen. Herr, thu unsre Lippen auf, daß unser Mund deinen Ruhm verkündige. Erwecke unsere Seele und Gemüt, daß wir uns nicht nur mit unserm Munde zu dir nahen und dich allein mit den Lippen ehren, aber das Herz ferne von dir sei, sondern verleih uns Gnade, daß wir als die rechtschaffenen Anbeter dich im Geiste und in der Wahrheit, ohne andere und fremde Gedanken, anrufen mit herzlicher Aufmerkung unseres Gemütes, ohne Heuchelei und Ehrgeiz, und daß wir nichts von dir begehren als nur allein, was dein göttlicher Wille, dein Lob und Ehre, dazu unserer Seelen Seligkeit ist. Verleih auch, daß wir alles dasjenige, was wir von dir bitten, mit starkem Glauben und gewisser Zuversicht von deiner milden Güte zu erlangen, ungezweifelt hoffen, auch dir hierin nicht Zeit, Ziel oder Maß der Hülfe setzen, sondern uns deinem gnädigen Willen, der allewege der beste ist, in allen Dingen mit starker Hoffnung und Geduld in Demut unserer Herzen gänzlich unterwerfen. Dazu gieb Gnade, daß wir vor dir liegen mit unserm Gebet nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barm⸗ herzigkeit und in dem Namen deines lieben Sohnes Jesu Christi, in welchem wir Freudigkeit haben, vor deinen Gnadenstuhl zu treten und dich mit kindlicher Zuversicht unsern lieben Vater zu nennen. Stärke uns auch, daß wir vom Beten nicht abgeschreckt werden um unserer Unwürdigkeit willen. So hilf nun, du hei⸗ liger Gott, daß wir an allen Orten aufheben heilige Hände, ohne Zorn und Zweifel, und emsiglich anhalten mit Flehen, mit Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, damit 6 J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. wir nach deiner Verheißung und deinem gnädigen Wohlgefallen allerlei zeitliche und himmlische Gaben empfangen in Christo Jesu, unserm Herrn, der da lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Morgengebete. Fülle uns frühe mit deiner Gnade. 2. Luthers Morgensegen. D walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Ich glaube an Jesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. B. * Geiste alle L empfa die be Tag daß d aufget undl Wir Cvan wir uns unser deine allen und Gere Feiß rufen Tage endli zung 61 Ewi dohlgefallen in Christo eit. Amen. Amen. „ Schöpfer nen Sohn, geboren von gekreuziget, am dritten mel, sitzend dannen er en iche Kirche, luferstehung werde dein im Himmel heute. Und Zchuldigern. 2 uns von aft und die n Christum em Schaden mich diesen r all man meinen L Engel sel de. Mnen. J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 7 3. Morgengebet am Sonntag. armherziger, getreuer Gott, du ewiger Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du mit deinem Sohne und dem heiligen Geiste regierest in Ewigkeit, wir sagen dir Lob und Dank für alle Wohlthaten, die wir ohne Unterlaß von deiner milden Güte empfangen, daß du uns die ganze Zeit unsers Lebens, wie auch die vergangene Nacht, so väterlich behütet und uns den heutigen Tag gesund hast lassen erleben. Insonderheit danken wir dir, daß du bei uns das helle Licht deines Evangeliums hast lassen aufgehen, bei welchem wir dich und deinen Willen recht erkennen und lernen mögen, wie wir christlich leben und selig sterben sollen. Wir bitten dich, gütiger Gott, du wollest solch Gnadenlicht des Evangeliums uns und unsern Nachkommen erhalten; und damit wir dein angenehmes Volk sein und bleiben können, so vergieb uns alle unsere Sünde und Missethaten um deines lieben Sohnes, unsers Heilandes Jesu Christi willen, und heilige uns durch deinen heiligen Geist je länger je mehr, daß wir der Welt und allen weltlichen Lüsten von Herzen entsagen und unsere Freude und Lust darin suchen, daß wir dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Offne unsere Ohren und Herzen, daß wir dein heiliges Wort mit Freuden hören, mit Fleiß erwägen und in reinem Herzen behalten, dich getrost an⸗ rufen und nicht allein diesen Tag, sondern auch alle übrigen Tage unseres Lebens von allen bösen Werken feiern, bis wir endlich zu dem ewigen Sabbathtag gelangen, da wir mit Engel⸗ zungen und=herzen deine großen Thaten mit allen Auserwählten, Engeln und Menschen, rühmen und preisen werden in alle Ewigkeit. Amen. 4. Noch ein Morgengebet am Sonntag. err, unser Gott, heilig und unbegreiflich, der du das Licht scheinen lässest aus der Finsternis, der du uns erquickt hast duͤrch nächtlichen Schlaf und wieder erweckt, deinen Ruhm zu preisen und deine Gnade anzurufen, nimm jetzt an von uns nach deiner grundlosen Barmherzigkeit das Opfer unserer Anbetung und unsers Dankes und gewähre uns alle heilsamen Bitten. Richte uns zu, o Herr, zu Kindern des Lichts und des Tages und zu Erben deiner ewigen Güter. Gedenke, Herr, nach der Fülle deiner Erbarmungen deines ganzen Volks, aller, die mit uns beten, und aller unserer Mitchristen, die zu Lande oder zu. 8 J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Meer oder wo sonst in deinem weiten Reich deiner Gnade und Hülfe bedürfen, und schütte über sie und uns alle aus den 6⁰ Reichtum deiner Barmherzigkeit, auf daß wir, erlöset nach Seel 55 und Leib, unverrückt in festem Glauben, deinen heiligen und—0 wunderbaren Namen ewig rühmen mögen. Amen. wilh bitte di über m 5. Morgengebet am Montag. ü:si * Brmherdiger mildreichster Gott und Vater, in dieser Morgen⸗ nich,! 0 stunde erscheine ich vor dem Throne deiner göttlichen Güte ind sei * mit herzlichem Danke, daß du nach zurückgelegter finsterer Nacht mich i I mich abermals gesund und frisch hast aufstehen lassen. O lich li Vater, deine Hand hat mich geschützet, daß mich der Satan nach mir au * seinem Willen nicht hat betrüben oder beschädigen können. Damit und fl V. nun ferner mein Mund deines Ruhmes und deines Preises Stand täglich voll sei, so vergieb mir alle meine Sünde und thu mir hhaben, * wohl. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend noch meiner und e I Ubertretung, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit und u um deiner Güte willen, und regiere mich heute, diese an⸗ heit g gehende Woche und die ganze Zeit meines Lebens, daß ich in allerle allem meinem Vornehmen deinem Worte folge. Behüte mich, Dein * liebster Vater, vor der Versuchung des Satans und meines Feinde eigenen Fleisches und Blutes, daß ich nichts Übels thue noch Gnade wider dich sündige. Laß deine heiligen Engel mich auf allen meinen Wegen behüten, daß ich vor allem Schaden väterlich bewahrt werde. Denn dir, o Gott, übergebe ich meinen Leib O XI und Seele(mein Haus und Hof, mein Weib und Kind und I alle die Meinen). Behüte, schütze und erhalte mich, daß sich Maht kein Ubel zu mir nahe. Sei du mein Schild und Schirm, gehal segne meinen Eingang und Ausgang und verlaß nicht, die deinen hast Namen kennen. Tröste alle Betrübte und Kranke. Hilf allen bich! Notleidenden und Verlassenen. Und wenn auch eine trübe Heich Unglückswolke nach deinem Willen über mich kommen sollte, so Oerz, gieb mir Geduld und Rat. Gesegne auch, liebster Vater, heute werte und die ganze Woche über meine Arbeit und Nahrung und die auf e ö Werke meines Berufs, daß meine Mühe und Arbeit nicht ver⸗ nung loren sei. Laß mich stets an dich gedenken, dich in meinem ich de Herzen behalten und deine Furcht vor Augen haben, daß ich aus christlich lebe und selig sterbe. Das verleihe mir um Jesu NUme Christi, deines lieben Sohnes willen. Amen. in de Gnade und le aus den t nach Seel eiligen und er Morgen⸗ lichen Güte terer Nacht lassen. O Satan nach en. Damit 1es Preises nd thu mir ioch meiner mherzigkei diese an⸗ daß ich in hüte mich, nd meines thue noch auf allen n väterlich geinen Leib Kind und 9„ daß sich Schirm, die deinen I. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 9 6. Morgengebet am Dienstag. GeSat seist du, o Gott, mein Schöpfer, gelobet seist du, o Gott, mein Heiland, gelobet seist du, o Gott, mein höchster Tröster, der du mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz bist und mich die vergangene Nacht wiederum vor allen geistlichen und leiblichen Feinden so väterlich bewahret hast. Ich bitte dich demütiglich, du wollest auch diesen Tag deine Güte über mich ausstrecken und mich mit deiner Barmherzigkeit erfüllen, auch vor Sünden und allem Ubel gnädiglich behüten. Umgieb mich, o Herr, rings mit deinem Schilde, daß der böse Feind und seine Werkzeuge mir keinen Schaden zufügen können. Erhalte mich in deiner Furcht, daß ich nicht sündige, sondern dich herz⸗ lich liebe und dein Knecht(deine Magd) sei ewiglich. Verleih mir auch deine Gnade, daß ich die Werke meines Berufes treulich und fleißig ausrichte. Gieb dein Gedeihen zu meinem Amt und Stand, segne mein Brot und Wasser und richte all mein Vor⸗ haben, Thun und Arbeit zu deinem Lob, auch zu meiner zeitlichen und ewigen Wohlfahrt. Wende von mir alle bösen Krankheiten und was mir an Seel und Leib schädlich sein mag. Insonder⸗ heit aber behüte mich vor einem bösen, schnellen Tode und vor allerlei Herzeleid. Dein heiliger Geist weiche nur nicht von mir. Dein guter Engel sei allezeit zwischen mir und allen meinen Feinden, daß sie keine Hand an mich legen können. Deine Gnade und Segen sei ewiglich ob mir. Amen. 7. Morgengebet am Mittwoch. O Herr Gott, Vater und Herr meines Lebens, ich danke dir von Grund meiner Seele, daß du auch in dieser vergangenen Nacht die Hand deiner väterlichen Barmherzigkeit über mich gehalten, mich durch den Schutz deiner heiligen Engel behütet haft und mich zu deinem Lobe wieder aufstehen lassen. Ich bitte dich durch Christum, deinen Sohn, laß mich dir diesen Tag zu gleicher Gnade, Liebe und Fürsorge befohlen sein. Regiere mein Herz, Sinn und Gedanken, Worte und. Werke durch deinen werten und heiligen Geist, daß ich nichts Übels thue. Leite mich auf ebner Bahn und laß mein Herz deinen Tempel und Woh⸗ nung sein. Ach Herr, allmächtiger Gott, du bist mein Vater, ich dein Kind; verlaß mich nicht, denn auf dich bin ich geworfen aus Mutterleibe, mein Heil steht allein bei dir. In deinem Namen, o Vater, fange ich alles an, gieb, daß ich mein Werk in deiner Kraft vollbringe, für deinen väterlichen Beistand dir 10 J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. danke, mit dem, was mir deine Güte verliehen hat, mich kind— lich begnügen lasse und nicht nach mehr oder nach Verbotenem trachte. Zeuch mich von der Welt und ihrer Lust ab, ich begehre ihrer nicht. Sei du mir nur, mein Gott, nicht schrecklich in der Not, denn wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Du bist mir werter, als alle Schätze der Welt. Ach gieb, daß ich dich, du süße Liebe, nimmermehr ver⸗ lasse. Bleibe diesen Tag und allezeit bei mir. Nimm dich auch nach deiner großen Liebe aller Armen und Notleidenden, aller Bekümmerten und Trostlosen, aller Verlornen und Irrenden, insonderheit deiner verlorenen Schafe aus dem Hause Israel an, sei das ewige Heil deiner Kirche und laß auch mich in der— selben ein wahres und lebendiges Glied sein, daß, wenn ich aus diesem Leben scheiden soll, ich zu dir in den Himmel aufgehoben werde. Ach Vater, erhöre mich und gewähre mich meines Gebets, in dem Namen deines Sohnes Jesu. Amen. 8. Morgengebet am Donnerstag. Wii loben, preisen und rühmen dich, wir danken dir, du Gott unserer Väter, daß du uns aus dem Schatten der Nacht herausgeführt und uns von neuem das Licht des Tages hast sehen lassen. Zu deiner Güte flehen wir: Sei gnädig über unsere Missethat und nimm an unser Gebet nach der Fülle deiner Erbarmung. Denn du bist unsere Zuflucht für und für, barm— herziger, allmächtiger Gott. Laß scheinen in unsere Herzen die wahrhaftige Sonne deiner Gerechtigkeit, erleuchte unsern Verstand und behüte unsere Sinne, auf daß wir als am Tage ehrbar wandeln den Weg deiner Gebote und auch dermaleinst im ewigen Freudenlichte dich selig schauen mögen. Amen. 9. Morgengebet am Freitag. err Jesu, deine Liebe ist in der vergangenen Nacht mein Schild und Schirm gewesen. Ich danke dir für alle deine Güte, die du an mir armen und elenden Menschen so gnädig bewiesen, und bitte dich, zeige mir auch heute diesen Tag deine Gestalt, denn sie ist lieblich. Erfreue die Seele deines Kindes mit deiner heiligen Gegenwart. Stärke mich mit dem Beistande deines werten heiligen Geistes. Vergieb mir alle meine Sünde und Missethat, mit welcher ich bisher wider dich und deine heilige Liebe mißgehandelt habe, und regiere heute und allezeit mein ganzes Leben und meine Werke, daß ich nichts Böses thue, nichts Gutes Meine! Heiligen den W du an hast le Sünde lasse. geraten die di verlaß ferner wir er sollen unsere Erhör willer r Regie und Ubels Luß d zum wahre und Haus und stärk mein mit noch licher Di Ster Zeitl dann Gnal Barr und t, mich kind⸗ Verbotenem „ ich begehre eklich in der nichts nach e Schätze der mermehr ver⸗ um dich auch denden, aller id Irrenden, se Jorael an, mich in der⸗ wenn ich aus el aufgehoben eines Gebets, dir, du Gott en der Nacht Tages hast gnädig über Fülle deiner für, barm⸗ e Hetzen die ern Verstand Tage ehrbar st im ewigen Noht mein ür alle deine n so gnädih n Dag deilt ines Kindes em Beiftand. neine Sünde deine heilih⸗ alltzit m. thue, nicht J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 11 Gutes unterlasse. Herr Jesu, stärke meinen Glauben, mehre meine Liebe zu dir und gieb mir ein festes Vertrauen zu deinem heiligen Versöhnungsblute. Zeuch mich nach dir, so werde ich den Weg deiner Gebote nimmermehr vergessen. Herr Jesu, der du an dem heutigen Tage deinen heiligen Leib in das Grab hast legen lassen, ach gieb mir deine Gnade, daß ich meine Sünde tief vergrabe und sie nimmermehr über mich herrschen lasse. Sei mit mir in allen meinen Verrichtungen, laß sie wohl geraten, wenn sie in dir gethan sind. Erbarme dich auch aller, die dir anhangen, und gieb einem jeden sein täglich Brot und verlaß deine Gemeine nicht, deren Erzhirte du bist. Gieb uns ferner die Süßigkeit deiner heiligen Liebe zu genießen, und wenn wir endlich am Ende unseres Lebens den Weg des Todes gehen sollen, so laß deinen Tod unser Leben und dein heiliges Grab unsere Ruhe sein, daß wir durch den Tod zum Leben eingehen. Erhöre uns, o Jesu, um deines Namens und um deiner Liebe willen. Amen. 10. Morgengebet am Sonnabend. err Gott, himmlischer Vater, in dieser Morgenstunde befehle ich dir meinen Leib und meine Seele in deine liebreiche Regierung, in deinen mächtigen Schutz, in deine väterliche Aufsicht und Treue. Laß mir und den lieben Meinigen heute nichts Übels begegnen und keine Plage unserm Hause sich nahen. Laß deinen heiligen Geist uns kräftig regieren und unser Herz zum kindlichen Gehorsam lenken, daß wir von den Wegen der wahren Gottseligkeit nicht abweichen. Segne mich heute an Leib und Seele, segne meinen Ausgang und Eingang, segne meine Haushaltung und Nahrung. Laß mir in allen meinen Geschäften und Vornehmen dein himmlisches Licht leuchten, deine Kraft mich stärken, deine Liebe mich dringen, daß ich in Gerechtigkeit wandle, meinen Taufbund stets vor Augen habe und meinem Nächsten mit aufrichtiger Liebe begegne. Gieb, daß ich die Zeit, die ich noch zu leben habe, wohl und christlich anwende, zu deines herr⸗ lichen Namens Ehre, meines Nächsten Dienst und meiner selbst Besserung. Gieb mir auch die Gnade, daß ich mich meiner Sterblichkeit stets erinnere und meine Gedanken allezeit aus dem Zeitlichen in das Himmlische und Ewige richte. Und wenn ich dann meinen Lauf vollendet und das Ziel, welches du mir in Gnaden gesetzt, erreicht habe, so verleih mir nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi willen ein sanftes, fröhliches und seliges Ende. Amen. J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. Tischgebete. 11. Vor dem Essen. A. Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine Hand auf und sättigest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 12. Nach dem Essen. D dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Abendgebete. Herr, bleibe bei uns, denn der Tag hat sich geneiget. 13. Luthers Abendsegen. D' walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Ich glaube an Jesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiliget werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich Brot gieb uns heute. Und vergieb uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. heinen! hast, in uo ich lich beh alles in böse Fe liehen auch d groß i gieb m und re heute ottsel nachko Jesus erstand vor dir diese J Seele und se Geist allmät mich. morge Willer entsch ich an möge st ihnen ihre und sättigest Pdiese deine hmen, durch Güte währet m Christum, lebest und geneigtt. Amen. m, Schöpfer rnen Sohn, geboren von „gekreuziget am dritten mmel sitend dannen er oten. tliche Kirch Auferstehung werde 30 im Himmo, eute. Und Shuldigern. J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 13 Und führe uns nicht in Versuchung. Sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädig⸗ lich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 14. Abendgebet am Sonntag. err, allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich danke dir herz— Nlich, daß du mich heute so gnädig behütet und Gnade ver⸗ liehen hast, dein Wort zu hören, deinen Namen anzurufen und auch der leiblichen Ruhe und Erquickung zu genießen. Herr, wie groß ist deine Güte, die du uns armen Menschen erweisest. Ver⸗ gieb mir, o lieber Vater, alle meine Sünde um Christi willen und regiere mich durch deinen heiligen Geist, daß ich dem, was ich heute aus deinem heiligen Worte gelernt, in beständigem Glauben, gottseligem Leben und fröhlicher Geduld fleißig und von Herzen nachkomme. Und gleichwie dein lieber Sohn, mein einiger Heiland Jesus Christus, an diesem Tage fröhlich von den Toten auf⸗ erstanden ist, also verleih mir Gnade, in einem neuen Leben vor dir zu wandeln. Ich bitte dich auch, lieber Vater, du wollest diese Nacht in deinen väterlichen Schutz nehmen meinen Leib und Seele und alles, was du mir gegeben hast, daß der böse Feind und seine Werkzeuge keine Macht an mir finden. Dein heiliger Geist erleuchte mich, daß ich dein nimmermehr vergesse. Deine allmächtige Hand erhalte mich. Dein heiliger Engel beschütze mich. Deine väterliche Güte segne und erquicke mich, damit ich morgen gesund und mit Freuden aufstehen und dir nach deinem Willen dienen möge. Und wenn ich im zeitlichen Tode werde entschlafen sein, so gieb durch die Auferstehung Jesu Christi, daß ich an jenem Tage fröhlich aus dem Tode wiederum hervorgehen möge zur ewigen Herrlichkeit. Amen. 15. Noch ein Abendgebet am Sonntag. Ge seist du, o Gott, allmächtiger Herrscher, der du den Tag erleuchtest durch dein Sonnenlicht und die Nacht durch feurige Strahlen erhellst, der du uns gnädig die Bahn des Tages hast 14 J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. durchwandeln lassen und uns zur stillen Nacht gebracht. Höre auf unser Gebet und auf das Gebet deines ganzen Volkes, und mn vergieb uns alle unsere wissentlichen und unwissentlichen Uber⸗ di tretungen. Nimm an unsere Abendgebete und schütte aus über au mit uns, dein Erbe, die Fülle deiner Barmherzigkeit und deiner Siege. Huten Umschirme uns mit den heiligen Engeln, rüste uns mit den Sundet Waffen der Gerechtigkeit, umschanze uns mit deiner Wahrheit, aanke i bewache uns mit deiner Macht, rette uns vor allem Unfall und sein, u allen Nachstellungen des Widersachers und gieb Gnade, daß wir mir, u diesen Abend und diese Nacht, so wie alle Tage unsers Lebens, in mir untadelig, heilig, friedlich, von Sünde, Anstoß und Schrecken frei kenntni verleben mögen. Denn bei dir ist Erbarmung und Erlösung, Unwis Herr, dreieiniger Gott, und dir bringen wir Ruhm und Preis, vor de jetzt und in Ewigkeit. Amen. sih ge 16. Abendgebet am Montag. ho llmächtiger, treuer Gott, ich danke dir, daß du mich und die daß w Meinigen diesen Tag über väterlich behütet und alles Unglück unde gnädiglich von uns abgewendet hast. Ich will mich nun in deinem heilige Namen zur Ruhe begeben und auf meinem Lager unter deinem uns d Schutze sanft entschlafen. Verzeih mir doch, lieber Vater, alle meine Sünden und Fehltritte, mit denen ich dich diesen Tag wissentlich oder unwissentlich beleidigt und erzürnt habe. Gieb mir eine ruhige Nacht und einen stillen Schlaf, daß ich nicht Qch erschreckt werde. Du Hüter Israels, der du weder schläfst noch schlummerst, wache über mich. Bleibe bei mir, denn es ist Abend dieses worden, und der Tag hat sich geneiget. Sei du in Finsternis hast. meiner Seele helles Licht, daß ich mich, ob ich schon im Finstern Libe schlafe, doch nicht fürchte. Laß meine Seele in dir ruhen, und ob in dii mich der Tod erschleichen wollte, so erhalte mein Herz und meinen Anlar Geist, daß ich zu dir wache und dein sei im Leben und im Tode. samt. Ich befehle dir auch all die Meinen, meine Freunde und Nachbarn, der di dazu auch Haus und Hof. Gieb, o treuer Vater, eine stille, ruhige Schla Nacht auch allen denen, die in Kümmernis, Krankheit, Herzeleid, wälti rot und Anfechtung sind, die ohne deine wunderbare Hand vor Geist Leibes und der Seele Schmerzen den Schlaf nicht finden. Behüte teeuer uns vor allem Übel. Wecke mich frühe sanft auf zu deines Namens schirn Ehre und lehre mich deinen Willen thun nach deinem Wohlgefallen. ccheide Und wenn ich an meinem letzten Ende meine Augen zuschließe und ich hi selig in deiner Gnade einschlafe, so erwecke mich am Tage der undee ö Auferstehung alles Fleisches fröhlich zum ewigen Leben. Amen. Isun racht. Höte Volles, und llichen übn⸗ itte aus über deiner Sicge. ins mit den er Wahrheit, Unfall und dde, daß wir nsers Lebens, Schrecken frei nd Erlosung, und Preis, mich und die alles Unglück un in deinem unter deinem Veter, alle diesen Tag habe Gieb aß ich nicht schläfft noch s ist Abend in Jinst aunis im Finstern uhen, und o und meinen nd im Tode nd Nachbarn, tille,ruhige it, Hertlel J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 15 17. Abendgebet am Dienstag. llmächtiger, ewiger Gott, wie freundlich bist du denen, die auf dich harren, und der Seele, die 10 dir fraget. Wie hast du mich diesen Tag so gnädiglich angesehen, der ich doch alles Guten unwürdig bin, hast nicht mit mir gehandelt nach meinen Sünden und mir nicht vergolten nach meiner Missethat. Das danke ich dir von ganzem Herzen. O Herr, laß dir angenehm sein, was ich diesen Tag in deinem Namen gethan habe; vergieb mir, was ich wider deinen göttlichen Willen gesündigt habe. Laß in mir nicht verlöschen das Licht des Glaubens und deiner Er— kenntnis, laß nicht mich übersallen die grausame Finsternis der Unwissenheit, des Unglaubens und der Verzweiflung, behüte mich vor der ewigen Nacht. Herr, bleibe bei mir, denn der Tag hat sich geneiget, und es ist niemand, der mich in der Finsternis er⸗ halten möge, denn du allein, mein Gott. Hilf uns, so wir wachen, daß wir in Christo wachen; behüte uns, so wir e daß wir in Frieden ruhen. Suche heim und regiere dieses Haus und vertreibe davon alle Schrecken des Feindes und laß deine heiligen Engel darin wohnen. Dein heiliger Segen bleibe über uns durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 18. Abendgebet am Mittwoch. (Qch sage dir Dank, du wahres, ewiges Licht, daß du mich in dem Glanze deiner göttlichen Gnade und deines Geistes in dieses natürlichen Tages Schein vor schweren Sünden behütet hast. Laß nun, o Gott, der du die Nacht dem gebrechlichen Leibe zur Ruhe verordnet hast, meine mühselige, sündige Seele in dir ruhen und Frieden haben vor aller List und jeglichem Anlauf des bösen Geistes. Meine Sinne und Gedanken laß samt Händen und Füßen feiern, schweigen und stille sein zu dir, der du den Deinen gegenwärtig und unvergessen bist auch im tiefen Schlafe. Laß ja nicht mein träges Fleisch die arme Seele über— wältigen, daß sie dein vergesse des Nachts. Dir befehle ich meinen Geist, o Hirte, zu treuen Händen; du hast ihn erlöset, Herr, du treuer Gott. Laß mich von dir nicht sinken, wache über mich, schirme mich mit deinen Flügeln. Wenn Tag und Nacht sich scheiden, so wecke mich und verleih mir wieder das Licht, darin ich hie wandeln und bei dir dort ewig wohnen möchte. Höre und erhöre mich, der du nicht schläfst noch schlummerst, durch Jesum Christum. Amen. 16 J. Gebete zum täglichen Gottesdienste. 19. Abendgebet am Donnerstag. err Gott Vater, voll Gnade und Güte, der du Barmherzigkeit erweisest bis in das tausendste Glied, wie soll ich deinem Namen genugsam Ehre und Ruhm geben, daß du mich so herz⸗ lich geliebt und diesen Tag ohne allen Schaden und Gefahr hast hinbringen lassen. Ach Vater, nimm an meiner Statt das voll⸗ kommene Opfer deines liebsten Sohnes Jesu Christi an und sei mir um seinetwillen auch ferner gnädig und barmherzig, denn ohne dich, mein Gott, bin ich in der Finsternis dieser Nacht ver⸗ loren. Du aber bist mein Licht und starker Hort, nimm mich in deine Gnadenarme, o Gott, der du verheißen, meiner nimmer⸗ mehr zu vergessen. Vergieb mir meine Sünden und schaffe in mir einen neuen, freudigen Geist, daß ich allezeit in kindlichem Vertrauen zu dir rufe: Abba, lieber Vater! Deiner väterlichen Fürsorge übergebe ich auch diese Nacht meinen Leib, Seele und all das Meine. Wache über mich, daß ich vor allem Leid be⸗ hütet in deiner Gnade wieder erwache und dich preise. Tröste auch in dieser Nacht alle Bekümmerten und Betrübten und laß allen, die den Namen deines Sohnes Jesu in wahrem Glauben anrufen, Hülfe widerfahren. Und weil der Schlaf ein Vorbote des Todes ist, so verleih mir, o gütiger Vater, deine Gnade und den Beistand deines Geistes, daß ich mich also bereite, daß ich am Ende meiner Tage zur ewigen Ruhe des Himmels auf⸗ genommen werde. Erhöre mich und erbarme dich mein, o Gott, um der kräftigen Fürbitte deines Sohnes Jesu willen. Amen. 20. Abendgebet am Freitag. Herr Jesu Christe, du geduldiges Gotteslamm und heiliges Sühnopfer für all meine Sünde, ja nicht allein für meine, sondern auch für der ganzen Welt Sünde, dir danke ich abermal von Grund meines Herzens, daß du mich an Leib und Seele durch deinen Schutz diesen Tag so väterlich behütet hast. Dich bitte ich, du wollest mir alle meine Sünden, so ich heute diesen Tag aus Schwachheit meiner verderbten Natur und Anreizung des bösen Geistes gethan habe, welche mein Herz und Gewissen sehr beschweren und drücken, gnädiglich verzeihen und vergeben. Und weil ich mich nun zur Ruh und Schlaf will niederlegen, wollest du deine Gnade über mich ausbreiten, daß ich darunter in Fried und Ruh diese Nacht mit dem Leibe schlafen, mit der Seele aber allezeit zu dir wachen möge. Laß mich also deiner herrlichen Zukunft zum jüngsten Gericht wahrnehmen und mit Herzlche dir selig bem Ve Ba Iu bäterlid die gar und de wollest wider gethan dir hal lich,! trete, und( befohl zu dei Stünd denn dir se Hebe Sarmherzigkei ÜUich deinem mich so herz⸗ Gefahr hast tatt das voll⸗ ti an und sei üherzig, denn ser Nacht ber⸗ nimm mich einer nimmer⸗ nd schaffe in in kindlichem zer väterlichen „Seele und llem Leid be⸗ reise. Troste bten und laß rem Glauben fein Vorbote ie Gnade und eite, daß ich immels auf⸗ lein, o Gott, llen. Amen. und heiliges in für meine, e ich abermal 1b und Sell. hast. Dih heute diesen nd Anreizung und Gewissen und bergeben. Tniederlegen, ich darunter u⸗ mit d also deing nen und 35 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 17 herzlichem Seufzen auf dich warten, bis ich dermaleinst gar zu dir selig von hinnen fahre. Dazu hilf mir, treuer Heiland, mit dem Vater und heiligen Geiste hochgelobet in Ewigkeit. Amen. 21. Abendgebet am Sonnabend. Birnd Dant Gott und Vater, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du dich meiner die Zeit meines Lebens so väterlich angenommen und mich diesen Tag über und sonderlich die ganze Woche bis auf diese Stunde vor allem Unglück Leibes und der Seele gnädig behütet hast. Ich bitte dich ferner, du wollest alle meine Sünden, die ich heut und die ganze Woche wider dich und meinen Nächsten wissentlich und unwissentlich gethan, durch deine Gnade, welche alle bußfertigen Sünder bei dir haben, zudecken und ihrer nimmermehr gedenken. Hilf gnädig⸗ lich, daß ich aus der alten Woche in ein neu christlich Leben trete, dir und allen Auserwählten im Himmel gefallen möge, und laß mich diese angehende Nacht in deine gnädigen Arme befohlen sein, daß ich sicher ruhen und schlafen, frisch und gesund zu deinem ferneren Lob wieder aufstehen möge; und wenn mein Stündlein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ, denn ich bin dein und du bist mein, wie gern wollt ich bald bei dir sein. Amen. I. Dankgebete. Verufsgebete. Türbitten. Gebete für die Früchte des Teldes und den Vergbau. Meine Rede müsse ihm wohlgefallen. Ich freue mich des Herrn. 2. Danksagung für Gottes Wohlthaten. wiger, allmächtiger Gott, du bist mein Leben, meine Wohl⸗ fahrt, meine Seligkeit, ich aber bin ein Staub der Erde und unterwinde mich, vor deinem Angesicht allhier zu stehen und dich zu loben. Verwirf mein armes Lobgebet nicht, o Herr, und nimm mein Dankopfer in Christo Jesu gnädig an. Du hast mich von Anfang meines Lebens bis auf diese Stunde an Leib und Seele gespeist und ernährt. Du hast mich vor unzählbaren Gefährlichkeiten Leibes und der Seele bewahrt oder daraus errettet. Du hast mich mit Langmut getragen, zum 2 18 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Wege meiner Seligkeit ohne Unterlaß und auf mancherlei Weise gerufen und zu meinem seligen Christenstande bekehrt. Das alles hast du mir gethan um Jesu Christi willen, der sich allen meinen Schmerzen, Strafen und Schanden und zuletzt meinem Tode unterworfen hat, auf daß ich endlich bei dir in ewiger Seligkeit fröhlich sein könnte. Wie soll ich dir, o mein Gott und Vater, für alle deine Treue und Barmherzigkeit danken? Wie soll ich dir danken, ni Jesu, der du mit deinem Verdienste, mit Leben und voller enüge, ja mit dir selber den armen Sünder speisest und trän⸗ kest? Ich vermag allewege nichts Gutes, wie sollte ich danken können? Gieb du selbst, o Herr, mir in meine Hände, was ich bin und habe, und verleih mir alsdann, daß ich zum schwachen Danke dir wieder übergebe und opfere, was ich bin und habe, und mein Opfer von deinem Altare nicht wieder raube, so lange ich lebe. Dein heiliger Wille allein werde in mir, an mir, durch mich in allen Dingen vollbracht und mein Leben zu deinem Preis vollführt, so lange es noch währt. Das hilf mir nach deiner großen Liebe. Amen. 23. Noch ein Dankgebet. Men Gott und Herr, ich sage dir Lob und Dank, daß du mich nach deinem Ebenbilde geschaffen, durch das teure Blut deines Sohnes erlöst, durch die Taufe in die Zahl deiner Kinder aufgenommen und mit dem Sakramente des Leibes und Blutes Christi mannigmal erquicket hast. Ich sage dir Dank, du treuer Gott, daß du mir von meiner Jugend auf bis auf diese Stunde so viele Sünden zu gute gehalten und auf meine Buße gewartet, mich so manches Mal aus großen Nöten errettet, an Leib und Seele behütet und mir Gesundheit, Friede und Wohlfahrt die Zeit meines Lebens verliehen hast. Ich bitte ferner, du wollest mich in solcher deiner Gnade und Gütigkeit erhalten, alles, was dir zuwider ist, von mir abthun und vor allem Ubel und Unfall mich behüten. Laß mich mein Leben nach deinem Willen und Wohlgefallen vollenden und endlich mit Freuden zu deiner Herr— lichkeit ko⁊mmen. Das bitte ich dich, du treuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi. Amen. 24. Zum Beginn der Arbeit. wiger, barmherziger Gott, ich will nun wieder frisch an meine Arbeit gehen und die Werke meines Berufes, darein du mich gesetzet hast, getrost angreifen und nach deiner Gabe dubricht. zu erwe solchem Vrstant nicht Hülfe i stderzeit möge. gehen vornehr zu Lob zur W Christr O ich mi elinge O ein ge Kinder darinn dich Ul Meufe Kinder Huush dieser laß u Seger sagun allen dir U wohlg nachg auf 5 not i B. Heilige ten. icherlei Weise t. Das alles allen meinen neinem Tode ger Seligkeit ur alle deine dir danken, n und voller est und trän⸗ te ich danken inde, was ith um schwachen in und habe, ube, so lange ür, an mir, en zu deinen hilf mir nac ank, daß du 38 teure Blut deiner Kinder und Blutes ut, du treuer diese Stunde ruße gewarte, an Leib und Gohlfahtt di 2, du wolle „ alles,eu I und Unsul II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 19 ausrichten, meinem Nächsten dadurch zu dienen und mein Brot zu erwerben. Darum bitte ich dich herzlich, du wollest mir zu solchem Werk nach deiner gnadenreichen Verheißung Weisheit und Verstand, Heil und Segen, auch Gesundheit verleihen, damit ich es nicht allein wohl anfangen, sondern auch durch deine väterliche Hülfe in deinem Namen nützlich vollführen und meines Amtes jederzeit in deiner Furcht mit reinem Gewissen treulich warten möge. Dir befehle ich meine Werke; laß meine Anschläge fort— gehen und laß mir gelingen, was ich mir in deinem Namen vornehme, daß das Licht auf meinem Wege immer scheine, dir zu Lob und Preis, mir und den Meinen, auch meinem Nächsten zur Wohlfahrt und Frommen, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. O Herr Jesu, in deinem Namen und auf dein Wort will ich mein Netz auswerfen. O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Amen. 25. Um Gottes Segen in Baus und Beruf. allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, dieweil du mit Worten und Werken genugsam bewiesen hast, daß du als ein getreuer Vater für uns sorgest, und hast uns gnädiglich zu Kindern angenommen und einem jeden seinen Beruf gegeben, darinnen er dir und dem Nächsten dienen soll, so bitten wir dich von Herzen, lieber Vater, gieb Gnade, daß wir unsers Berufes fleißig wahrnehmen und im Gehorsam als deine treuen Kinder allezeit erfunden werden. Fördere die Werke unsers Haushaltens also, daß wir ja unsere Herzen nicht an die Güter dieser Welt hängen noch jemand dadurch Argernis geben, sondern laß uns alle zeitlichen Güter und Gaben, so wir durch deinen Segen empfangen haben, in stillem Wesen mit täglicher Dank— sagung genießen und gebrauchen. Wollest auch von uns abwenden allen Müßiggang, unnötige Sorge der Nahrung und alles, was dir mißfällt, und bei uns und in uns fördern alles, was dir wohlgefällt, auf daß wir in all unserm Thun deinem Befehle nachgehen und alle Sorge und Anliegen aus rechtem Glauben auf dich werfen. Denn du weißt alles, was uns mangelt und not ist; das wollest du uns gnädiglich verleihen. Amen. 26. Gebet christlicher Eheleute. armherziger, gnädiger Gott, lieber Vater, du hast uns nach deinem gnädigen Willen und göttlicher Vorsehung in den heiligen Ehestand gesetzt, daß wir nach deiner Ordnung darin ** 20 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. leben sollen. Darum trösten wir uns auch deines Segens, da dein Wort sagt: Wer eine Ehefrau findet, der findet was Gutes und bekommt Segen vom Herrn. Ach lieber Gott, laß uns ja in deiner göttlichen Furcht bei einander leben. Laß uns vor allen Dingen dein Wort lieb haben, daß wir sein mögen wie ein Baum am Wasser gepflanzet, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Laß uns mit einander in Frieden und Einigkeit leben und unsern Ehestand in Zucht und Ehrbarkeit führen, daß dein Segen bei uns wohne, und wir einen ehrlichen Namen haben mögen.(Gieb Gnade, daß wir unsere Kinder in der Furcht und Ermahnung zu deinen göttlichen Ehren auferziehen, daß du aus ihrem Munde dir ein Lob bereiten mögest. Gieb ihnen ein gehorsames Herz, daß es ihnen möge wohl gehen, und sie lange leben auf Erden.) Gieb uns auch das tägliche Brot und segne unsere Nahrung. Und wenn du uns ja, lieber Gott, Kreuz und Trübsal zusenden willst, so gieb uns Geduld, daß wir uns gehorsamlich deiner väterlichen Züchtigung unterwerfen, und mache es gnädig mit uns. Fallen wir, so wirf uns nicht weg, sondern halt uns bei der Hand und richte uns wieder auf. Lindere uns unser Kreuz und tröste uns wieder und verlaß uns nicht in unserer Not. Gieb auch, daß wir das Zeitliche nicht lieber haben denn das Ewige; wir haben ja nichts in die Welt gebracht, werden auch nichts mit hinaus bringen. Laß uns nachjagen dem Glauben und der Liebe und ergreifen das ewige Leben, dazu wir berufen sind. Gott der Vater segne uns und behüte uns. Gott der Sohn erleuchte sein Angesicht über uns und sei uns gnädig. Gott der heilige Geist erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Friede. Die heilige Dreieinigkeit bewahre unsern Eingang und Ausgang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 27. Gebet der Eltern für ihre Minder. Geer, lieber Gott und Vater, Schöpfer und Erhalter aller Kreaturen, wir danken dir von Herzen für die Kinder, die du uns durch deinen Segen gegeben hast, und bitten dich herzlich, weil du gesagt hast, du wollest deinen heiligen Geist geben allen, die dich darum bitten, begnade auch unsere armen Kinder mit deinem heiligen Geiste, der in ihnen die wahre Furcht Gottes anzünde, welche der Weisheit Anfang ist. Beselige sie mit deiner wahren Erkenntnis, laß sie in dem wahren seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit aufwachsen und darin bis ans Ende bethor Hag, an Al Heze in G Hotte⸗ Verket Muf mütig Acert sie ni Shan sie au werde, mögen rwäh unsern D V G At Himn Dank daß e . Segens, da was Gutes laß uns jn 5 uns vor mögen wie bringet zu 5 uns mit n Chestand uns wohne, ieb Gnade, 9 zu deinen nde dir ein erz, daß es den.) Gicb Aung. Und ll zusenden nlich deiner gnädig mit alt uns bei unser Kreuz nserer Not denn das herden auch n Glauben vir berufen Gott der ns gnädiz 5 und gebe rn Eingang halter alle Kinder, di dih heri cben allen Kinder mi ncht Gotk mit auln Glalbef 45 E II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 21 verharren. Gieb ihnen ein gläubiges, gehorsames, demütiges Herz, auch Weisheit und Verstand, daß sie wachsen und zunehmen an Alter und Gnade bei dir und den Menschen. Pflanze in ihr Herz die Liebe deines göttlichen Wortes, daß sie seien andächtig im Gebet und Gottesdienst, ehrerbietig gegen die Diener des Wortes und gegen jedermann, schamhaftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, glückselig in Verrichtungen ihres Berufes, verständig in Sachen, richtig in allen Dingen, sanft⸗ mütig und freundlich gegen alle Menschen. Behüte sie vor allen Argernissen dieser Welt, sei ihr Schutz in allerlei Gefahr, daß sie nicht plötzlich umkommen. Laß uns ja nicht Unehre und Schande, sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich vermehret und die Zahl der Gläubigen groß werde, daß sie auch im Himmel um deinen Tisch her sitzen mögen als die himmlischen Olzweige und dich mit allen Aus⸗ erwählten ehren, loben und preisen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Darauf bete den 127. und 128. Psalm. 28. Gebet nach der Taufe eines Kindes, auch von Gevattern zu beten. Anerhrer, ewiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du der rechte Vater bist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, wir sagen dir von Herzen Lob und Dank, daß du dieses Kind uns geschenkt und ihm verliehen hast,‚ daß es durch die heilige Taufe zum ewigen Leben wiedergeboren und deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo, ein— verleibt worden ist. Wir bitten dich demütig, du wollest dieses Kind, welches nunmehr dein Kind und Erbe geworden ist, bei der empfangenen Taufgnade bewahren, damit es nach allem deinem Wohlgefallen zur Ehre deines Namens treulich auferzogen werde, im wahren Glauben bis zum seligen Ende beständig verbleibe und endlich das verheißene Erbteil im Himmel mit allen Heiligen empfange, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 29. Schulgebete. 1. Luthers Morgensegen siehe Gebet 2. 2. Lieber Herr und Gott, der du deinem Volke im Gesetz befohlen hast: Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken, laß auch uns in unserer Arbeit deinen heiligen Willen erkennen und alle unsere Werke mit Fleiß und Treue verrichten. ————— V * + 22 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. Weil aber ohne deinen Segen Mühe und Arbeit vergeblich ist, so bitten wir dich, laß dein himmlisches Gedeihen auf unsere Arbeit reichlich herabfließen gleich dem Morgentau, der das dürre Land befeuchtet. Laß uns unsere Geschäfte in deinem Namen anfangen und in stiller Hoffnung auf deine Hülfe glücklich hinaus⸗ führen, dir zur Ehre, uns zur Freude und den Menschen zum Wohlgefallen. Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände, ja das Werk unserer Hände wollest du fördern. Amen. 3. Abba, lieber Vater, dir sei Lob und Dank gesagt, daß du uns diesen Tag hast gesund erleben lassen und uns wieder die Gnade verleihst, gemeinsam deinen Namen anzurufen. Dein lieber Sohn hat versprochen, daß er mitten unter denen sein wolle, die in seinem Namen versammelt sind. Laß auch jetzt seine gnädige Verheißung an uns erfüllt werden. Weil du aber nur denen nahe bist, die dich fürchten, so gieb eine kindliche Furcht vor deiner heiligen Majestät in unsere Herzen. Erleuchte unsern Verstand und lenke unsern Willen zum Gehorsam, daß dir all unser Thun und Lassen wohlgefalle. Laß uns wachsen an Weisheit, Alter und Gnade bei dir und den Menschen nach dem Exempel deines heiligen Kindes Jesu. Amen. 4. In deinem Namen, lieber himmlischer Vater, schicken wir uns jetzt wieder an, die Arbeit unsers Berufes auszurichten und zu lehren und zu lernen, was uns befohlen ist. Sende dazu dein Licht und deine Wahrheit und gieb uns erleuchtete Augen unsers Verstandes. Vor allen Dingen aber laß deine Furcht unserer Weisheit Anfang und deinen Geist unser aller Lehrer und Leiter sein. Mache unsere Herzen zu einem tiefen, weichen und reinen Lande und laß guten Samen darauf fallen, daß er Rn wurzele und aufgehe und Frucht bringe zum ewigen Leben. men. 5. Allgegenwärtiger Gott, deine Augen sehen auf eines jeg⸗ lichen Weg, und du schauest auf alle unsere Gänge. Du er⸗ kennest unser Herz, und es ist alles bloß und aufgedeckt vor deinen Augen. Vor dir ist auch die Finsternis licht, und die Nacht leuchtet wie der helle Tag. Gieb uns doch einen tiefen Eindruck davon in unser Herz, daß wir allezeit vor deinen heiligen Augen offenbar sind, damit wir uns vor der Sünde fürchten lernen und vor deinem Angesichte wandeln. Schaffe in uns ein reines Herz, tilge alle heimliche Unlauterkeit aus unserm Leben und mache uns aufrichtig vor dir und den Menschen. Den Auf⸗ geblich ist, auf unsere das dürre m Namen ich hinaus⸗ schen zum ind fördere nde wollest gt, daß du wieder die en. Dein denen sein auch jetzt il du aber 'e kindliche Erleuchte rsam, daß ns wachsen nschen nach chicken wir ichten und zende dazu tete Augen ine Furcht UHer Lehrer en, weichen en, daß er igen Keben. eines jeh Du el⸗ gedeckt vor , nd inen tiefen ien heiligen hten lemen ein reines Leben und Den Auß II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 23 richtigen lässest du es gelingen und beschirmest die Frommen. Das erfülle an uns nach deiner Barmherzigkeit. Amen. 6. Wir danken dir, Herr Gott, für alle deine Wohlthat, die du uns erzeiget hast, daß du uns zu vernünftigen Menschen ge⸗ schaffen hast und hast uns erlöset durch das unschuldige Blut deines lieben Sohnes und durch dein Wort und deinen Geist zum ewigen Leben berufen. Wir bitten dich, lieber Vater, verleih uns deine Gnade, dein heiliges Wort wohl zu lernen, christlich zu leben und selig zu sterben, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 7. Herr, leite uns in deiner Wahrheit und lehre uns, denn du bist der Gott, der uns hilft; täglich harren wir dein. Ge⸗ denke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. Gedenke nicht der Sünden unserer Jugend noch unserer Übertretung, gedenke aber unser nach deiner Barm⸗ herzigkeit um deiner Guͤte willen. Lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist unser Gott; dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Und dein Friede, der höher ist denn alle Ver⸗ nunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christo Jesu. Amen. 8. Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, daß du den Schlummer der Nacht von uns verscheucht und uns wieder ver⸗ sammelt hast, unsere Hände zu dir aufzuheben. Laß uns nun die Arbeit des Tages mit Freuden angreifen und die Gabe, welche du einem jeden verliehen hast, mit Treue und Demut ge⸗ brauchen. Gieb uns ein sehendes Auge, ein hörendes Ohr und ein waches Gewissen. Fülle uns frühe mit deiner Gnade und segne die Werke unserer Hände. Deinem heiligen Namen sei Ruhm und Preis jetzt und in Ewigkeit. Amen. 9. Herr Jesu Christe, der du die Kinder zu dir zu bringen befohlen und sie in dein Reich aufzunehmen verheißen hast, wir danken dir, daß du uns in der heiligen Taufe zu dir gezogen und mit den Gütern deines Reiches gesegnet hast. Laß uns nun bei dir bleiben und als lebendige, grünende und fruchtbare Reben an dir, dem rechten Weinstock, erfunden werden. Vollführe das gute Werk, das du in uns angefangen hast, und behalte uns in der Aufsicht deiner Liebe und unter der Zucht deines Geistes, daß wir geschickt werden, dir hier in deinem Reiche zu dienen, und einst nach wohl vollbrachtem Leben auf Erden den Eingang finden zu deinem ewigen Reiche. Amen. 10. Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, für die große Gnade, daß du dein heiliges Wort uns gegeben hast. Drücke II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. es ein und versiegele es in unsern Herzen, daß wir danach thun, leben und sterben. Laß uns in deiner Erkenntnis wachsen und zunehmen, dich, ewiger Gott, anrufen, loben, ehren und preisen und alles, was wir thun und lassen, nach deinen heiligen Geboten anstellen, damit wir hier allezeit als gehorsame Kinder erfunden und zuletzt des ewigen Lebens, das uns durch Jesum Christum erworben ist, teilhaftig werden mögen. Amen. 11.(Am Schlusse der Woche.) Allmächtiger Gott, lieber himmlischer Vater, da wir ohne deines heiligen Geistes Licht und Gnade nichts vermögen, so bitten wir dich, du wollest unsern Ver⸗ stand erleuchten, unser Gedächtnis stärken und unsern Willen regie⸗ ren und heiligen, daß wir alles, was wir lesen und hören, recht verstehen, was wir verstehen, wohl behalten, und was wir behalten, wohl anwenden und in ein christliches Leben verwandeln. Befestige du selbst alles, was wir gehört und gelernt haben, und bestätige das Gute, das du in uns angefangen hast, zu deines Namens Lob und Preis um Jesu Christi, unsers Heilandes, willen. Amen. 12.(Zum Schlusse der Schule.) Lob und Dank sei dir, du Gott aller Gnade und Barmherzigkeit, daß du uns bis hieher geholfen hast. Dein Aufsehen hat unsern Odem bewahrt, du hast uns Gesundheit, Kraft und Freudigkeit zu unserm Werke gegeben, und was an unserer Arbeit nicht vergeblich gewesen, das danken wir allein deiner Güte. Wir sind zu geringe aller Barm⸗ herzigkeit und aller Treue, die du an uns gethan hast. Tilge alle unsere Sünde und Übertretung um Jesu Christi willen. Herr, wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeih uns auch die verborgenen Fehler und laß keinen ein böses Gewissen und un⸗ vergebene Schuld mit sich hinwegnehmen. Behalte uns in deiner Gnade, erhalte uns ein fröhliches Herz, laß uns unter einander durch das Band des Friedens und durch herzliche Liebe verbunden bleiben.(Laß deinen Segen die begleiten, welche von uns scheiden; laß ihn auch bei uns bleiben, die wir erfrischt und gestärkt unser Werk wieder aufzunehmen gedenken.) Behüte unsern Ausgang und Eingang von nun an bis zu ewigen Zeiten. Amen. 30. Swei Gebete für Honfirmanden. I. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, daß du mich durch die heilige Taufe in den Bund der Gnade und des Friedens aufgenommen, in deinem Worte mich unterwiesen und nun diese Zeit mich hast erleben lassen, in der ich zu meiner Konfirmation mich bereiten und rüsten soll. Hilf, lieber Vater, daß diese Zeit nach thun, achsen und nd preisen u heiligen ne Kinder ich JNsum n. ott, lieber Licht und nsern Ver⸗ illen regie⸗ hren, recht behalten, Befestige d bestätige mens Lob 1. Amen. Dank sei u uns bis bewahrt, rm Werke esen, das er Barm⸗ st. Tilge ti willen. 3 auch die und un⸗ in deiner einander verbunden scheiden tärkt unser Sgang und mich durc Friedens nun dies nfirmation ö diese Zet II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 25 eine heilige und gesegnete Zeit und ein geistlicher Frühling für mich werde. Mache mich völliger im kindlichen Gehorsam, andächtig im Gebet, eifrig zu deinem Wort, treu in meiner Arbeit, friedsam und ehrerbietig gegen jedermann. Bewahre mich und alle, die mit mir auf dem Wege sind, vor Argernis und allem leichtfertigen Wesen. Laß uns wachsen in deiner Erkenntnis und stark werden durch deinen Geist an dem inwendigen Men⸗ schen, daß wir am Tage unserer Konfirmation ein gutes Bekennt⸗ nis thun und würdig zu deinem Tische kommen mögen. Amen. 2. Herr Gott, himmlischer Vater, weil dein lieber Sohn ver⸗ sprochen hat, daß du deinen heiligen Geist denen geben wollest, die dich darum bitten, so bitten wir dich herzlich in dem Namen Jesu Christi, deines geliebten Sohnes, du wollest uns deinen heiligen Geist geben, daß er uns in alle Wahrheit leite, uns zu allem Guten antreibe, regiere und führe. Heilige uns durch den⸗ selben durch und durch und erfülle uns mit seinen Heiligungs⸗ gaben, damit wir als deine Kinder wandeln, Christo angehören und deine Rechte halten mögen, um der teuren Verheißung und Fürbitte deines geliebten Sohnes Jesu Christi willen. Amen. 31. Für die Kirche. Vater aller Barmherzigkeit, der du dir eine heilige Gemeine und Kirche auf Erden durch dein Wort und heiligen Geist sammelst und erhältst, wir bitten dich, du wollest deine kleine Herde, das arme Häuflein, so dein Wort durch deine Gnade angenommen hat, ehret und befördert, bei der rechten, erkannten, reinen und allein seligmachenden Lehre, auch bei dem rechten Gebrauche der heiligen Sakramente wider alle Pforten der Hölle, wider alles Wüten und Toben des leidigen Teufels, wider alle Bosheit und Tyrannei der argen Welt beständig und fest erhalten. Erhalte dein Schifflein samt deinen Christen mitten auf dem ungestümen Meere, unter allen Wellen und Wasserwogen, daß es nicht sinke noch untergehe. Laß deine liebe Kirche fest und unbeweglich auf dem Grundfels stehen, darauf sie gebauet ist. O Gott Zebaoth, wende dich doch, schaue vom Himmel und siehe an und suche heim deinen Weinstock und halte ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzt hat, und den du dir festiglich erwählt hast, auf daß sein Gewächs ausgebreitet und seine Zweige groß werden. Nimm uns, deine Schafe, in deinen Schutz, daß uns niemand aus deiner Hand reiße. Behüte uns vor allen den⸗ jenigen, welche die Vertilgung der rechten Lehre und die Auf⸗ 26 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. richtung und Bestätigung der schändlichen Abgötterei suchen. Laß dein liebes Wort, das helle und unwandelbare Licht, so uns jetzt scheint, nicht unterdrückt oder ausgelöscht werden, sondern thu Hülfe durch deinen großen und ausgestreckten Arm und erhalte deine Kirche und Gemeine unter so viel Anstößen in der Welt, auf daß du unter uns hier auf Erden auch ein Volk habest, das dich erkenne, ehre und anbete und deinem heiligen Namen mit reinem Herzen diene. Ach Herr, schone deines Volkes und laß uns nicht entgelten unsere Sünden, der du die Missethat vor⸗ mals vergeben hast deinem Volke und alle ihre Sünde bedeckt, der du vormals hast allen deinen Zorn aufgehoben und dich gewendet von dem Grimme deines Zorns, tröste uns, Gott unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns. Be⸗ schütze deine Christenheit, welche sich auf dich allein verläßt, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen. Sei und bleibe du mitten unter uns und weiche nicht von deiner Gemeine. Thu solches um deines Namens willen, daß derselbe nicht entheiliget werde, ja thu es um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, willen. Amen. 32. Für die Obrigkeit. 9 aller Herren und König aller Könige, du Herrscher über den ganzen Erdenkreis, der du alle Obrigkeit eingesetzet und gesaget hast durch deinen werten Apostel: Es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott, und wer der Obrigkeit widerstrebet, der wider⸗ strebet Gottes Ordnung, laß uns die Obrigkeit für deine Ord⸗ nung erkennen, dieselbe fürchten, lieben und ehren. Gieb Gnade, daß wir durch sie mit Gerechtigkeit regiert werden und unter ihrem Schutz ein stilles, geruhiges Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Und weil du, lieber Vater, der Könige Herzen in deiner Hand hast und leitest dieselben wie Wasserbäche, so regiere auch unsere liebe Obrigkeit mit deinem heiligen Geist, daß sie vor allen Dingen Gottes Wort lieb haben, ihre Thore weit machen und die Thüren in der Welt hoch, daß in ihren Landen der König der Ehren einziehe. Gieb ihnen deine himmlische Weisheit, die um deinen Thron ist, durch welche die Könige regieren und die Ratsherren das Recht setzen. Laß sie das Geschrei der Armen hören und Recht und Gerechtigkeit handhaben. Laß sie fürstliche Gedanken haben und darüber halten. Gieb ihnen die Liebe der Gerechtigkeit, beständigen Mut und Tapferkeit wider alle Ungerechtigkeit, glücklichen Fortgang ihrer Anschläge, getreue, verständige, kluge Räte, gesundes und langes hen. Laß uns jetzt ndern thu 1d erhalte der Welt, abest, das amen mit und laß ethat vor⸗ de bedeckt, und dich ms, Gott uns. Be⸗ zt, daß die du mitten solches um werde, jn n. Amen. scher über esetzet und Obrigkeit, her wider⸗ eine Ord⸗ seb Gnade, Ind unter m in aller Vater, der selben wie nit deinem licb haben hoch, daß ieb ihnen urch welcht R. Vß etzen.„ erechtigkel lber halten, Mut and Rang ihl und lange? II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 27 Leben. Behüte sie vor Heuchlern und Schmeichlern, vor Kriegen und Blutvergießen. Schütze sie durch deine heiligen Engel. Segne das ganze Land, und schaffe unsern Grenzen Friede, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 33. Für die Früchte des Feldes.(Am Tage der Hagelfeier.) err, allmächtiger Gott, ein König Himmels und der Erde, der du durch deine überschwengliche Güte den ganzen Erd— boden mit allerlei Früchten zierest und erfüllest, von welchen renschen und Vieh ihre Nahrung haben, wir bitten dich um deiner Barmherzigkeit willen, du wollest unser Land segnen, daß es seine Früchte und Vermögen gebe, sintemal wir von uns selber nicht ein Körnlein aus der Erde hervorbringen oder dem— selben helfen können, wo du nicht das Gedeihen giebst. Darum verleih den lieben Früchten eine gnädige Witterung, daß sie wachsen und wohl geraten. Behüte sie vor Hagel und Unge— witter, vor Verheerung, vor allem Ungeziefer und Schaden. Laß das Land nicht feiern in deinem Zorne, laß es nicht wüste liegen und unfruchtbar bleiben. Schließ den Himmel in deinem Grimme um unserer Sünde willen nicht zu, daß er nicht wie Eisen, und die Erde so hart wie Erz werde, sondern gieb uns Früh- und Spatregen, dazu fruchtbare Zeiten, suche das Land heim und wässere es und mache es sehr reich. Deine Brünnlein haben Wassers die Fülle, so laß denn unser Getreide wohl geraten und baue selbst das Land, tränke seine Furchen und segne sein Ge— wächs und kröne das Jahr mit deinem Gut. Laß dir, lieber Gott, den Samen und alle Früchte des ganzen Erdreichs in deinen gnädigen Schutz befohlen sein. Behüte uns vor Mißwachs, Teurung, Hunger und Kummer. Siehe, wir bekennen unsere Sünde mit reuigem Herzen und schreien zu dir, unserm Gott, du wollest hören im Himmel, in dem Sitze, da du wohnest, und gnädig sein der Sünde deines Volkes und uns nicht mit leib⸗ licher Nahrung verlassen, sondern unser Leben erhalten und uns mit aller Notdurft versorgen, auf daß wir in allen Dingen deine göttliche Kraft und milde Hand mit Danksagung erkennen und dich preisen, der du uns an Leib und Seele hier zeitlich und dort ewiglich reichlich ernährest. Amen. 34. Um den lieben Sonnenschein. llmächtiger, barmherziger Gott, himmlischer Vater, wir haben es mit unsern Sünden wohl verschuldet, daß du uns jetzt mit vielem überflüssigen Regen und betrübtem nassen Wetter 28 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. strafest und heimsuchst. Aber hilf doch um deines Namens willen und laß die liebe Sonne wiederum scheinen und leuchten, damit sich die notleidenden Früchte erholen, und wir solchen deinen Segen zu unserer Notdurft wohl einbringen und mit Danksagung in Frieden genießen mögen. Unsere Hoffnung und Hülfe, unser Trost und unsere Zuflucht ist und bleibt in dir, der Himmel und Erde gemacht hat. Hilf uns, o Gott unsers Heils. Amen. 35. Um einen fruchtbaren Regen. ch himmlischer Vater, allmächtiger Gott, du hast in deinem Worte gesagt, wenn wir dir nicht gehorchen, so willst du den Himmel wie Eisen und die Erde wie Erz machen, daß es nicht regnen soll, noch die Früchte auf dem Lande gedeihen. Wiederum aber hast du verheißen, wenn wir dir gehorchen, dich lieben und dir von ganzem Herzen dienen, so wollest du unserm Lande Regen geben zu seiner Zeit. Nun sehen wir leider mit Schmerzen, daß die lieben Früchte, die du aus deiner milden Hand bescheret hast, von der Sonnenhitze hart austrocknen und schier keinen Saft mehr haben, weil die fruchtbaren Regen ausbleiben. Solches alles haben wir mit unsern vielfältigen Sünden als eine Strafe und Rute wohl verdient und wären wohl wert, daß du uns nicht ein Körnlein ließest aus der Erde wachsen. Nun wissen wir kein ander Mittel, mit welchem wir deinen Zorn könnten stillen und die brennende Hitze abwenden, denn daß wir mit einem ernsten, gläubigen Gebet, welches die Wolken durchdringt und vor dein Angesicht kommt, auch bei dir viel ausrichtet, dir in die Rute fallen. Bitten deshalb deine unendliche Barmherzigkeit, du wollest den Himmel wieder aufschließen und einen lieblichen, fruchtbaren Regen bescheren,(wie denn Elias auch mit seinem Gebete erlangte, daß es regnete,) damit die Früchte der Erde erfrischt und erquickt werden, und wir sie mit Dankbarkeit einernten, zur Erhaltung unsers zeitlichen Lebens fruchtbarlich gebrauchen und in deinem Segen vom Himmel an Leib und Seele erhalten werden und dich hie zeitlich und dort ewiglich loben und preisen mögen. Amen. 36. Beim Anfang der Ernte. llmächtiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du fröhlich machst, was da webet, beide des Morgens und des Abends, bauest selbst das Land und segnest sein Gewächs: wir danken dir, daß du auch dieses Jahr unser Land heimgesucht hast und das Getreide wohl geraten lassen. Wir wollen nun deinen Dazu gi Erde fit mnsere vmmen eingesar nomme genosser Brotes daß det Darum Segen, uns no deine n u erhi jeht un dein vö und pr Gott, Denn Evigke N. amens willen uchten, damit olchen deinen t Danksagung Hülfe, unser Himmel und 5. Amen. st in deinem willst du den daß es nicht . Wiederum ch lieben und Lande Regen hmerzen, daß hescheret hast en Saft mehr Zolches alles Strafe und u uns nicht ssen wir kein stillen und nem ernsten, md vor dein in die Rute it, du wollst „ftuchtbaren bete erlangte und erguich ur Erhaltung 1d in deinen den und dich jgen. Amen. Norgen un in Gewäche WHimgsach wollen nu II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. 29 deinen Segen einsammeln und bitten dich herzlich, du wollest uns dazu gute und bequeme Witterung verleihen, das Angesicht der Erde fröhlich machen und deine liebe Sonne scheinen lassen, damit unsere Früchte, vor allem Schaden behütet und zu ihrer Voll— kommenheit gebracht, von uns in gutem Frieden fein trocken eingesammelt, mit Danksagung aus deiner milden Hand ange— nommen und zur Notdurft unsers Leibes in guter Gesundheit genossen werden. Du weißt, lieber Vater, daß wir des täglichen Brotes und deines Erdsegens hoch bedürfen, weil du es so geordnet, daß der Mensch vom Brote lebe und sein Herz damit stärke. Darum so gönne uns auch für dieses Jahr deinen gezeigten Segen, und wie du angefangen hast, uns zu segnen, so segne uns noch ferner, gieb uns unsere Speise zu deiner Zeit, thu deine milde Hand auf und sättige uns mit deinem Gut. Herr, du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Höre auch jetzt unser Gebet und vernimm unser Schreien, auf daß wir dein väterliches Herz erkennen und dich für deine Wohlthat loben und preisen, so lange wir leben. Dazu hilf uns, du frommer Gott, und gieb uns, was wir für uns selber nicht vermögen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. 37. Dankgebet nach der Ernte. err Gott Himmels und der Erde, du bedeckest den Himmel mit Wolken, giebst Regen auf Erden und machest sie fruchtbar, daß sie giebt Samen zu säen und Brot zu essen; du erfüllest die Herzen mit Speise und Freude und giebst uns allerlei Gutes reichlich zu genießen. Du hast verheißen: So lange die Erde steht, soll nicht aufhören Samen und Ernte, und dieses dein Wort hast du, gnädiger Gott, auch an uns in diesem Jahre kräftiglich erfüllt. Unsern Samen haben wir auf Hoffnung ausgesäet, und siehe, nun ernten wir durch deinen Segen reichlich ein. Für solche deine Gnade und Wohlthat danken wir dir heute in deinem Hause mit allem deinem Volke und sagen: Nun danket alle Gott, der große Dinge thut an allen Enden, der uns vom Mutterleibe an lebendig erhält und thut uns alles Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott! Dank sei dir, o treuer Gott, daß du unsern Saaten Regen und Sonnenschein verliehen, uns die Ernte so treulich behütet und uns und unsern Kindern wieder für ein Jahr Brot gegeben hast. Bewahre nun ferner, lieber Gott, was du gegeben hast, und gieb Gnade, daß 30 II. Dankgebete. Berufsgebete. Fürbitten. wir es anwenden uns und unsern dürftigen Nächsten zur Er⸗ her haltung und dir zu Lob und Preis. Hilf, daß wir als deine en Kinder dich stets vor Augen haben und züchtig, gerecht und gott⸗ hute selig leben in dieser Welt, einst aber wie reife Garben heimn geholt und am jüngsten Tage durch deine heiligen Engel als guter leut. Weizen in deine Scheuern gesammelt werden; so wollen wir dir Ind ö mit allen Heiligen ein ewiges Dankopfer bringen und sagen: Hoch Rede gelobet sei Gott in alle Ewigkeit! Amen. Hül ö 80 38. Um göttlichen Segen zum Bergwerk. 80 llmächtiger Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, in deiner wert N Hand ist, was die Erde bringt, und die Höhen der Berge Kin sind auch dein. Groß sind deine Werke, die Erde füllest du mit abet Gütern und lässest auch der Berge Gründe nicht leer. Wir bei sagen deiner Majestät Lob und Preis, daß du diesen unsern Ort deit mit dem edlen Bergsegen begnadigt, die Gebirge mit fündigen den Klüften und Gängen veredelt und(bei den bisherigen schweren ewi Zeiten) den lieben Bergbau noch gnädig erhalten hast. In⸗ sonderheit danken wir deiner Barmherzigkeit, daß du in dem ver— gangenen Jahre viel Unglück väterlich abgewendet(nach den schweren Unglücksfällen uns wieder gnädig angesehen), alles in ö gutem Stande erhalten und das tägliche Brot mildiglich beschert N hast. Für diese großen unverdienten Wohlthaten bringen wir heute deinem Namen das Opfer unserer Lippen und rühmen I deine Allmacht und Güte mit fröhlichem Munde und dankbarem ö Herzen. Weil wir aber, lieber Gott und Vater, leider oft un⸗ I dankbar gewesen, deine Gaben nicht gebührlich erkannt und ge— ** achtet, dieselben auch nicht zu deinen Ehren und zu Nutzen unsers Nächsten angewandt, sondern vielmehr oft mißbraucht haben, so hast du zur gerechten Strafe oftmals deine Gaben und Schätzz—ein zurückgehalten und deinen Segen entzogen, daß unsere Arbeit an Ge vielen Orten verloren und vergeblich gewesen. Nun, lieber himm⸗ blö I lischer Vater, wir bitten dich, gedenke nicht unserer Sünden, göt sondern gedenke deiner vorigen Güte und Gnade, die von der Welt ruf her gewesen ist. Gieb uns deinen Geist, daß wir nicht bloß mit wa Worten unsere Missethat bekennen, sondern auch durch seine zus Hülfe zu wirklicher und thätiger Bußfertigkeit und Besserung in des Lebens schreiten mögen. Erhebe du durch deine allmächtige vät Hand, die kräftig allenthalben wirkt, dieses unser Bergwerk immer Het mehr und mehr; thu deine milde Hand auf, beschere gute An⸗ mir brüche, reich Erz 1— Silber, und laß durch deinen Segen die u zur Er⸗ als deine und gott⸗ ben heim⸗ Hals guter m wir dir igen: Hoch in deiner der Berge est du mit eer. Wir unsern Ort t fündigen n schweren ast. In⸗ N dem ver⸗ (nach den „ allss in ich beschert ingen wir d rühmen dankbarem er oft un⸗ t und ge⸗ zen unserẽ haben, so Arbeit an ber himm⸗ Günden, der Velt t bloß mi Hurch seine Besserung allmächtihe verk immer gte M. Stgen dr III. Gebete in allerlei Not. 31 herrlichen Gaben, die du uns durch schöne Anbrüche zeigst, dauernd sein, daß wir alle dadurch unser täglich Brot haben mögen. Be— hüte uns vor Feuersbrünsten, vor ansteckenden Krankheiten, vor Wassermangel und schädlichen Wasserfluten. Behüte unsere Berg⸗ leute bei ihrem Ein- und Ausfahren, wache über unsere Pochwerke und Hütten und über alle, die darin arbeiten. Laß ihre Arbeit gedeihn, daß jedermann sich deiner väterlichen Güte und gnädigen Hülfe erfreue und die Werke seines Berufs mit Lust verrichte. Schenke den Oberen Weisheit und Liebe, Kraft und Treue. Segne unsere Schulen, daß die Weisheit in ihnen gesucht werde wie Silber und erforscht wie die Schätze, auf daß unsere Kinder deine Furcht und Erkenntnis finden. Vor allen Dingen aber laß den edlen Schatz deines reinen Worts und Sakraments bei uns bleiben und segne uns mit den unvergänglichen Gütern deines Reiches, daß wir allesamt endlich unsere Ausfahrt aus den dunklen Gängen dieser Erde mit Freuden halten und dich ewig loben und preisen, durch Christum, unsern Herrn. Amen. III. Gebete in allerlei Rot. Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen, aber deine Tröstungen ergetzten meine Seele. 39. Um Geduld in Leidenszeit. llmächtiger, gütiger Gott, der du bist eine Stärke der Schwa— chen, ein Trost der Betrübten, eine Zuflucht der Verlassenen, eine Hülfe der Angefochtenen, ein Leben der Sterbenden, ein Gott der Geduld und alles Trostes, du siehest, wie schwach, blöde und verzagt wir sind, und daß wir im Kreuze ohne deine göttliche Hülfe und Beistand nicht bestehen können. Deswegen rufe ich zu dir, wenn du mir Krankheit oder sonst Wider— wärtigkeit nach deinem göttlichen Willen und Wohlgefallen zuschickest, du wollest mich darunter fest im Glauben und beständig in der Geduld erhalten. Verleih mir Gnade, daß ich deine väterliche Hand und Züchtigung mit sanftem Geiste und stillem Herzen ertragen möge. Gieb mir Geduld in Leidenszeit, welche mir hoch von nöten ist, und lehre mich, daß ich dir, meinem Gott, stille halte, wenn es mir übel gehet, damit ich die Trübsal 32 III. Gebete in allerlei Not. nicht achte für ein Zeichen deiner Ungnade und in meinem Herzen nicht etwa wider dich murre oder sonst ungeduldig werde, sondern laß mich erkennen, daß, welchen du, Herr, lieb hast, denselben du auch züchtigest zu seiner Besserung; denn die Trübsal bringt Geduld, Geduld aber bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, Hoffnung aber läßt nicht zu schanden werden, und selig ist der Mann, den du, Gott, züchtigest. Darum soll sich niemand weigern der Züchtigung des Allmächtigen, denn du verletzest und verbindest, du zerschmeißest, und deine Hand heilet. Aus sechs Trübsalen wirst du mich erretten, und in der siebenten wird mich kein Übel rühren. So hilf nun, ewiger, barmherziger Gott, daß ich meine Seele mit Geduld fasse und in gewisser Hoffnung unabgewendet stets an dir bleibe, auf daß ich mit kindlicher Zuversicht dein väterliches Herz, unter dem Kreuze verborgen, erkennen möge, mit allerlei Kraft mächtig gestärkt werde nach der großen Macht deiner Herrlichkeit, und mit aller Geduld und Langmut in aller Anfechtung und Widerwärtigkeit gewappnet stehe und fröhlich mit dankbarem Gemüte in aller Not samt allen deinen Gläubigen dich preisen möge; auf daß, wie ich mit Christo Jesu, deinem lieben Sohne, allhier leide, also auch mit ihm zur ewigen Herrlichkeit erhoben werde. Amen. 40. In Anfechtungen. O Jesu Christe, du mächtiger Herr und einiger Helfer, der du dich um unsertwillen und uns zu gut hast lassen ver⸗ suchen, auf daß du den Teufel überwändest, wir bitten dich, rüste uns mit geistlichen Waffen, damit wir bestehen können unter dem Schilde des Glaubens gegen die listigen Anläufe des Teufels; mach uns stark in der Macht deiner göttlichen Stärke, daß wir der Welt obsiegen; hilf uns das Fleisch durch Fasten und Beten betäuben und im Zaum halten, damit wir unum⸗ gestoßen in deinem Dienste bleiben und als christliche Ritter uns wehren mit dem geistlichen Schwerte deines Wortes und endlich die Krone des Lebens davon bringen, welche du uns geben wirst um deiner Barmherzigkeit willen. Amen. mein Herr Jesu Christe, ich bitte dich von Grund meines Herzens, sprich mir diese Himmelsfreude allezeit in mein Herz und schreib sie an mit der goldenen Schrift des Glaubens in mein Gemüt, daß du mein Jesus, mein Heiland, mein Helfer, mein Erloöser, mein Gott und Herr seiest, damit ich als ein n meinem dig werde, lieb hast, ie Trübsal ung bringt rden, und m soll sich denn du and heilet. siebenten umherziger in gewisser p ich mit em Kreuzt ig gestärt mit aller erwärtigkiit e in aller auf daß, lhier leide, de. Amen. helfer, der lassen ver⸗ zitten dich, jen können Inläufe des en Stärk, uch Fasten vir unum⸗ Nitter uns und andlic geben wirst und meine it in mu Glaubens Golfer in Helfe 0tz ein 416 4½ al III. Gebete in allerlei Not. 33 Kind Gottes und Erbe des ewigen Lebens in diesem Elend dich, den Brunnquell aller Freude und Trostes, allezeit in meinem Herzen trage, auf daß ich alle Anfechtung und Widerwärtigkeit mit fröhlicher Geduld überwinde, dem Teufel mit fröhlichem Glauben widerstehe, mit fröhlicher Zuversicht bete, alle Mühseligkeit meines Berufs mit Freuden dulde und einmal, wann du willst, in fröhlicher Hoffnung ein seliges Ende nehmen möge. Amen. 41. In Kriegszeiten. Hen und barmherziger Gott, erzeige uns deine Gnade und hilf uns. Schwere Wetter steigen auf, Kriegsgeschrei ist rings um uns her. Ach daß wir unter dem Toben der Völker deine Stimme hörten und deinen Geist uns strafen ließen! Mit Langmut hast du uns geschont und Geduld mit uns gehabt, aber wir sind über deine Güte um so sicherer geworden, haben deine Wohlthaten mißbraucht, dein Wort vergessen, haben viel wider einander gemurrt, aber wenig für einander gebetet, haben mit unserer Weisheit, unserm Vermögen und Werk Götzendienst getrieben, statt auf dich allein unsere Hoffnung zu setzen. Aber nun kommen wir wieder zu dir, Herr, unser Gott. Laß uns eins werden in Erkenntnis unserer Sünd, daß wir auch eins werden im Vertrauen auf deine Erbarmung. Nimm von uns, Herr, jegliche Verschuldung, um Christi willen vergieb uns unsere Sünde. Deine Gnade sei unser Trost, dein Friede unsere Kampfesrüstung. Sei eine feurige Mauer um unser Vaterland her und erzeige dich herrlich darinnen. Wächst die Not, so mache die Liebe brennender, daß sie rastlos einhergehe und den Verwundeten und Kranken Pflege bringe, den Armen und Hun⸗ gernden Obdach und Speise. Knüpfe durch die Trübsal neue Bruderbande, führe uns durch Kampf und Sieg zu neuen Siegen deines Reiches und laß über unserm deutschen Vaterlande einen Frieden aufgehn, der deines Namens Ehre ist. Herr Gott, sei uns gnädig und erbarme dich über uns, erhöre unser Gebet um Jesu Christi willen. Amen. 42. In teurer SZeit. ch Herr, du großer und gewaltiger Gott, reich über alle, die dich anrufen, wir bekennen dir von Grund unserer Herzen, daß wir die Teurung und Hungersnot, die uns betroffen, mit unsern vielfältigen Sünden wohl verdient haben. Du, Herr, hast dich nicht unbezeugt gelassen, sondern uns viel Gutes gethan und bisher fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt 3 3⁴4 III. Gebete in allerlei Not. mit Speise und Freude. Wir aber haben für solche deine Wohl⸗ thaten dir nicht gedankt noch gedient. Darum, o gerechter Gott, hast du uns billig solchen Segen entzogen und den Stab des Brotes zerbrochen. Ach Herr, sei uns gnädig und vergieb uns unsere Sünden um Jesu Christi willen. Thu deine milde Hand auf und sättige uns wieder nach deinem Wohlgefallen. Suche das Land heim und wässere es und mache es fruchtbar, deine Brünnlein, Herr, haben ja Wassers die Fülle. Laß das Getreide wohl geraten, baue das Land und segne sein Gewächs, kröne das Jahr mit deinem Gute. Gott, der du rufen kannst dem, das nicht ist, daß es sei; der du dem Vieh sein Futter giebst, den jungen Raben, die dich anrufen, laß doch uns Menschen, die wir nach deinem Ebenbilde geschaffen, auf deinen Namen ge⸗ tauft, ja mit dem teuren Blute Jesu Christi, deines Sohnes, erkauft sind, nicht verschmachten. Erquicke uns doch wieder, denn unser aller Augen sehen auf dich. Herr Jesu, dich hat ja des Volkes gejammert, das nur etliche Tage bei dir verharrt und Hunger gelitten hatte, so laß dich doch auch unser Elend jammern, die wir jetzt Teurung und Kummer leiden. Hebe doch wieder an zu segnen die Hände deiner Knechte, denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich. Verleih auch uns allen wahre, herzliche Buße und regiere uns durch deinen Geist, daß wir deine väterliche Güte besser erkennen und deine Gaben und Wohlthaten mit größerer Dankbarkeit gebrauchen. Vor allen Dingen aber speise uns mit dem geistlichen Brote deines heiligen Wortes zu unserer Seligkeit und laß uns trachten nach dem, was droben ist, da Christus ist, damit wir dermaleinst mit ihm seiner himm⸗ lischen Güter genießen mögen in alle Ewigkeit. Amen. 43. Bei großem Ungewitter. du großer und erschrecklicher Gott, dem Sturmwinde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fährest wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Blitzen auslässest, wir armen Menschen müßten ja in einem Augenblicke verderben, wenn du deine Donnerstrahlen auf uns gehen ließest. Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und beben, wenn du zornig bist. Herr, wir sehen und hören deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschreck— lichen Prasseln deines Donners. Ach gedenke nicht unserer Sünden und Missethaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem ine Wohl⸗ chter Gott, Stab des ergieb uns ilde Hand n. Suche bar, deine Getreide chs, kröne must dem, tter giebst, Menschen, Namen ge⸗ 3 Sohnes, ieder, denn hat ja des rharrt und jammern, och wieder du, Herr, len wahre, wir deine Bohlthaten ngen aber Wortes zu as droben ner himm⸗ M. winde und lken führes und Blitzen Mugerblil ᷑hen ließes. „Her Berh schen un m erschred⸗ t unseck um deines mit deinen III. Gebete in allerlei Not. 35 Wetter und zerschmettere uns nicht mit deinen Donnerschlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus, Hof, Vieh und die lieben Früchte auf dem Felde. Behüte uns vor grausamen Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Klein-— mütigkeit und ungläubige Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glaͤuben, herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Hoffnung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Ungewitter vorüber gehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines grimmigen Zorns, womit du die Gottlosen dermaleinst in das hollische Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, samt deinem Sohne Jesu Christo und dem heiligen Geiste, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preisen mögen. Amen. 44. Bei Sturm und Wasserfluten. Allmächtiger, großer und starker Gott, der du Himmel und Erde in deiner Hand hast, sieh doch an unsere große Not und Gefahr, darin wir jetzt schweben. Du hast die Winde mit Ungestüm ausgehen lassen und die Wasserfluten daher rauschen, daß uns bange ist, und unsere Herzen wollen verzagen. Ach halt ein, du Gott aller Güte und Barmherzigkeit, vergieb uns unsere Sünden und Missethat, um unsers Mittlers und Fürsprechers Jesu Christi willen. Laß vor dich kommen das Seufzen der Bedrängten, behüte die Schiffe und alle, die auf dem Meere fahren, mache unsere Dämme und Deiche fest, bewache unsere Häuser und Habe, laß die Gefahr und Angst gnädig vorübergehn. Du hast einst Noah in der großen Flut wunderbar erhalten und nachher den Regenbogen als Gnadenzeichen in die Wolken gesetzt, mache auch diesmal den verheerenden Fluten ein Ende und thu ein Zeichen an uns, daß es uns wohl gehe. Du hast dich Elias nach Sturm, Feuer und Erdbeben in stillem, sanftem Sausen offenbart, laß auch jetzt den Sturm sich wieder legen und erquicke unsere bangen Herzen mit friedlicher Stille, daß wir deine Nähe merken. Herr Jesu Christe, du bist der Mann, dem Wind und Meer gehorchen muß, stille das Brausen des Windes und das Toben der Wellen. Sprich nur Ein Wort, so ist uns geholfen, so wollen wir dir danken um deine Güte und um deine Wunder, die du an den Menschenkindern thust, und deinen Namen preisen hie zeitlich und dort ewiglich. Amen. 3• III. Gebete in allerlei Not. 45. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten. ch Herr Gott, gnädig und barmherzig, von großer Güte und Treue, wir erkennen deinen gerechten Zorn, welchen wir mit unsern Sünden wider uns erweckt haben. Ach schone unser, lieber Vater, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsere Sünde nach deiner großen Barm⸗ herzigkeit. Wende deine Plage von uns, daß wir nicht ver— schmachten von der Strafe deiner Hand. Wende dich, o Herr, und errette uns. Hilf uns um deiner Güte willen. Heile, Herr, alle Schwachen und Kranken. Sei bei ihnen in der Not. Reiße sie heraus und zeige ihnen dein Heil. Nimm dich ihrer Seelen herzlich an und vergieb ihnen alle ihre Sünde. Lehre uns hiebei alle bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden und mit Furcht und Zittern unsere Seligkeit schaffen. Laß uns, wenn unser Stündlein kommt, an deinem Worte festhalten, in Frieden hinfahren und den Tod nicht sehen ewiglich. Erhöre uns, erhöre uns, erhöre unsere Bitte, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Darnach lies Psalm 90. 91. 46. Um tägliche Bereitschast zum Sterben. A· lieber Gott und Herr, ich lebe und weiß nicht wie lange, ich muß sterben und weiß nicht wann; du, mein himm⸗ lischer Vater, weißt es. Wohlan, soll dieser Tag(oder diese Nacht und Stunde) die letzte meines Lebens sein, Herr, so geschehe dein Wille, der ja allezeit und allewege der beste ist. Nach dem⸗ selben deinem heiligen Willen laß mich allezeit bereit sein, in wahrem Glauben an meinen Erlöser Jesum Christum zu leben und zu sterben. Allein, mein frommer Gott, gewähre mich dieser Bitte, daß ich nicht plötzlich in meinen Sünden sterben und ver— derben möge. Stelle sie mir in diesem Leben zu meiner Be⸗ kehrung unter Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage zu meiner Verdammnis vorgestellet und zugerechnet werden mögen. Verleih mir, daß ich noch in der Gnadenzeit meine mannig⸗ faltigen schweren Sünden erkenne, bekenne, sie von Herzen bereue, einen festen Vorsatz fasse, mein Leben zu bessern, und auch Ver— gebung derselben von dir erlange. Alsdann, mein Gott, geschehe dein heiliger Wille; laß mich sterben, wann es dir gefällt, nur gieb mir ein sanftes und vernünftiges Ende. Barmherziger li Güte und en wie mit one unser, ti willen. nicht in mädig nach V Barm⸗ nicht ver⸗ Laß uns, halten, in h. Erhöre Sohn und wie lange, ain himm⸗ diese Nocht so geschehe Nach den⸗ it sein, u zu lehen mich dieser n und ber⸗ neiner Be⸗ n Tage zu en mögen. e mannii⸗ fäll, 5 mhen III. Gebete in allerlei Not. 37 Gott und Vater, der du bei deinem Leben geschworen hast, du wollest nicht den Tod des Gottlosen, sondern daß er sich von seinem bösen Wesen bekehre und lebe, Gott Sohn, der Welt Heiland, der du alle, die an dich glauben, bei deiner Wahrheit versichert hast, was sie den Vater in deinem Namen bitten wer⸗ den, das wolle er ihnen geben, Gott heiliger Geist, der du unserer Schwachheit aufhilfft und wenn wir nicht wissen, was und wie wir erhörlich beten sollen, uns mit unaussprechlichem Seufzen vertrittst, erbarme dich über mich armen Sünder und laß diese meine. Bitte ja, amen und erhört sein. In deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Amen. 47. Gebet für ein krankes Uind. H err Jesu, du treuer und barmherziger Heiland, erbarme dich — unser und dieses kranken Kindleins. Du hast einst das Kind des Köͤnigischen gesund gemacht, da sein Vater dich bat, und hast des Jairus Töchterlein vom Tode aufgeweckt; so wissen wir, daß du auch hier gnädiglich helfen kannst. Du guter Hirte, nimm dich in Gnaden dieses deines elenden Schäfleins an. Es ist ja dein Eigentum. Du hast es in der heiligen Taufe angenommen und zu den Deinen hinzugethan; so ziehe doch die Hand nicht ab von dem, was dein ist. Herr, unser Heiland, wir möchten wohl dies Kindlein noch behalten. Ist es ihm und uns gut, daß es länger lebe, so schenke es uns noch einmal und verleih ihm wieder Kraft und Gesundheit, so wollen wir dich loben für deine Treue und Gnade. Hast du aber beschlossen, dies Kindlein aus dieser argen und sündhaften Welt abzurufen und zu deinem ewigen Frieden und zur Schar deiner Auserwählten heimzu⸗ führen, so geschehe dein Wille. Wir weigern uns des Kreuzes nicht, das du uns auflegen willst. Stärke nur unsern Glauben und gieb uns den Geist der heiligen Stille, daß wir aus deinen treuen Händen alles dahinnehmen, es gefalle uns oder gefalle uns nicht. Herr, erbarme dich unser. An dein Herz und in deine Hände legen wir dies Kindlein, so ists wohlgeborgen und selig in Zeit und Ewigkeit. Amen. 48. Gebete eines Kranken. 1. O Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und lässest niemand über sein Vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir sie ertragen mögen, ich bitte dich in meinen großen Nöten und III. Gebete in allerlei Not. Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden. Stärke mich, daß ich es mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünde gestorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: Erbarme dich über mich sündigen Menschen, vergieb mir alle meine Übertretungen, die ich in meinem ganzen Leben begangen habe. Erhalte mich im wahren Glauben bis an mein Ende. O Gott heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Geduld und herzlichen Anrufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Not. Leite mich aus diesem Jammerthale in das rechte Vaterland. Amen. 2. Herr Jesu Christe, du hast deinen Boten zu mir geschickt, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen lassen. Siehe, mein Herr, ich erkenne deinen gnädigen Willen, bin gehorsam und bekehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten, nämlich mein armes Gebet und mein Seufzen. O Herr, nimm mein Flehen an und laß meine Seufzer vor dich kommen. Gefällt dirs, mein Erlöser, und ist mirs gut und selig, daß ich leben soll, wohl, so richte mich auf und hilf, daß es ein neues, gesundes, christliches Leben sei bis an mein Ende. Gefällt dirs nicht, daß ich lebe, sondern soll dies das Ende sein, wohl, so sei es ein seliges Ende. So komm, Herr Jesu, bald und nimm meine Seele in deine Hände. Amen. 3. O allmächtiger, starker Gott, der du bist gnädig und barm⸗ herzig, geduldig und von großer Güte und Treue, vergiebest Sünde und Missethat, zu dir rufe ich, du wollest mir alle meine Sünde aus Gnade verzeihen und meine Seele wider alle An⸗ fechtung stärken und erhalten. Komm mir zu Hülfe und stehe mir bei, daß der Glaube in mir nicht wanke, die Hoffnung nicht verzage, die Liebe nicht erkalte, menschliche Schwachheit vor Schrecken des Todes nicht versinke. Und wenn mein Stündlein kommt, so laß mich in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. An diesen Heiland glaube ich und auf ihn hoffe ich. Ach Herr, laß mich nicht zu schanden werden, denn du bist meine Hülfe und Stärke. Siehe mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit und wende zu mir deine väterliche Huld, durch Jesum Christum deinen Sohn, der mit seinem heiligen Leiden und Sterben uns eine ewige Erlösung erworben hat. Amen. en. Stärke an deiner lebendigen slitten hast ufe ich aus sündigen die ich in im wahren du wahrer d herzlichen und weiche aus diesem ir geschick, ermahnen gen Willen, „ ih sende t und mein laß meine ser, und ist te mich auf sei bis an N soll diks So komm, de. Amen. und barm⸗ „vergiebes alle meine r alle A⸗ e und stche nung nicht heit bor Stündlein lugen haben 10 u den werden, ne vöterligt mit seinen 109 erworben III. Gebete in allerlei Not. 39 49. Dankgebet eines Genesenden. err, mein Gott, mein Trost, mein Erretter, mein einiger Nothelfer, dir danke ich von Grund meines Herzens für deine unaussprechlichen, vielfältigen Wohlthaten, die du mir armen Sünder erzeiget hast, sonderlich aber, daß du in meiner großen Not, Krankheit und Elend mich in Gnaden angesehen, mein Herz gestärkt, mein Gebet erhört und mir so väterlich wiederum aufgeholfen hast. Ich danke dir, Herr, daß du zornig über mich gewesen bist, und dein Zorn sich so gewendet hat, daß du mich nun wiederum tröstest. Ach wie gut ist mir es, daß du mich gedemütigt hast. Du hast, o lieber Vater, mich gezüch— tigt, damit ich nicht mit der gottlosen Welt verdammt werde. Um Trost war mir sehr bange, aber, Herr, du hast dich meiner Seele herzlich angenommen, wie soll ich dir vergelten all das Gute, das du an mir gethan hast? Ich will dir danken mein Lebelang und deinen Ruhm verkündigen für und für. Da ich dich, Herr, suchte, antwortetest du mir und errettetest mich aus meiner Not. Du verlässest die nicht, die dich suchen. Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Du bist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilfst denen, die zerschlagene Gemüter haben. Ach mein Gott, verleihe mir eine herzliche, beständige Buße durch die Kraft des heiligen Geistes um Jesu Christi willen, damit ich hinfort nicht mehr sündige, auf daß mir nicht etwas Argeres widerfahre, sondern daß ich mich mein Lebelang vor solcher Betrübnis meiner Seele hüte. Beschütze mich auch hinfort durch deine heiligen Engel, daß sie mich bewahren auf allen meinen Weger. Und dieweil ich doch endlich dieses Leben werde gesegnen und sterben müssen, so er— halte und vermehre in mir den wahren seligmachenden Glauben, Gottesfurcht, Geduld und Trost, damit ich ritterlich kämpfen, selig überwinden und fröhlich in dein himmlisches Reich eingehen möge, dich, o Vater aller Barmherzigkeit, samt deinem Sohne und heiligem Geist, den einigen wahren Gott, ewiglich zu preisen. Dir, o allerhöchster Gott, sei Lob, Ehre und Dank gesagt in alle Ewigkeit. Amen. 50. Um Geduld in langwieriger Krankheit. O Herr Jesu Christe, der du in den Tagen deines Fleisches in höchster Geduld all dein Elend ausgestanden und uns unsere Seelen mit Geduld zu fassen befohlen hast, du siehst mein betrübtes Elend, hörst mein Seufzen, das ich auf meinem Angst⸗ III. Gebete in allerlei Not. lager ausgieße. Du weißt, wie meine Schwachheit und Gebrech⸗ lichkeit so groß und heftig ist. Wie soll ich aber thun, du frommer Herr? Keine Arznei weiß ich als das Kräutlein Ge⸗ duld. Dieweil aber dasselbe nicht wächst in dem ungebauten Garten meines Fleisches und Blutes, denn der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach, so stärke du mich mit dem Geiste der Gnade und des Trostes, gieb mir Geduld in Leidens⸗ zeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, damit ich wider deine Gerichte nicht murre, sondern mit Freuden ein Halleluja darein singe und gewiß dafür halte, du wollest mitten unter deinen Zuchtruten gedenken deiner väterlichen Barmherzigkeit, mich züch⸗ tigen, aber mit Maße, mich strafen, aber nicht in deinem Zorn, mich töten, aber wieder lebendig machen, mir eine Last auflegen, aber wiederum aushelfen. Du bist ja der Gott, der da hilft, und der Herr Herr, der vom Tode errettet, hochgelobt in Ewig⸗ keit. Amen. Sprüche aus Gottes Wort für Rranke. Bange Seufzer: Deine große herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich.(Jes. 63, 15.) Ach du Herr, wie lange?(Psalm 6, 4.) Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?(Röm. 7, 24. Demütigung vor Gott: Ach Herr, unsere Missethaten habens ja verdient.(Jer. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen?(Psalm 130, 3.) Wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.(Dan. 9, 18.) Trost des Glaubens: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.(4Joh. 1, 70 Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit sein, aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.(Hebr. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfahen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.(Jac. 1, 12.) Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselbigen vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen. Siehe, in die Hände hab ich dich ge⸗ d Gebrech⸗ thun, du utlein Ge⸗ ungebauten t ist zwar h mit dem n Kidens⸗ vider deine luja darein ter deinen mich züch⸗ nem Zorn, t auflegen, da hilst, in Ewig⸗ mherzigkeit Herr, wie ich erlösen it, sondern Hristi, dez Joh. 7. t Freude, geben ein⸗ ich geübel Aufechtund Krone des ie ihn lib ein Weib übet den so will i 6 dich ge⸗ III. Gebete in allerlei Not. 41 zeichnet.(Jes. 49, 15. 16.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.(Hebr. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.(Jer. 31, 3.) Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.(Joh. 7, 37. 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. (2 Cor. 12, 9.) Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.(Offenb. 2, 10.) Auch können folgende längere Abschnitte göttlichen Wortes von dem Kranken gelesen oder ihm vorgelesen werden: 1 Petr. 5, 6—11. Psalm 130. Psalm 25. Psalm 42. Psalm 63, 2—9. Psalm 91. Klagelieder 3, 22—42. Röm. 8, 18—27. Röm. 8, 28—-39. 1 Petr. 1, 3—9. Psalm 126. Offenb. 7, 9—17. 51. Morgengebet eines Kranken. O du getreuer Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du mich armen kranken Menschen diese Nacht über so gnädig erhalten, gestärket und das erquickende Tageslicht wieder hast sehen und erleben lassen. Gelobt sei deine Gnade und Barmherzigkeit, welche über mich waltet, so hoch der Himmel über der Erde ist. Ich bitte dich, vergieb mir alle meine Sünde, verneure, vermehre deine Liebe und Treue diesen Morgen und allezeit an mir armen Menschen und laß deine Güte nicht von mir weichen. Tröste und stärke mich mit deinem heiligen Geiste, daß ich in allem nach deinem Willen leben und leiden möge. Ach Herr, verlaß mich nun und nimmermehr mit deinem Schutze. Laß aufhören die böse Zeit; wenn es, lieber Herr und Gott, dein Wille ist, so mache meinen schwachen Leib gesund, oder bringe mich bald und seliglich aus diesem Elende zu deiner ewigen Herrlichkeit durch das bittere Leiden und Sterben und durch die siegreiche Auferstehung Jesu Christi, deines lieben Sohnes, welcher als unser Mittler alle unsere Krankheit getragen, unsere Schmerzen auf sich geladen und uns durch seine Wunden geheilet hat. Nun, ich befehle dir nochmals meinen Leib, Seele und alles, was du mir gegeben, in deinen väterlichen Schutz; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Der Segen, Schutz und Kraft Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes sei über, in und bei mir jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. III. Gebete in allerlei Not. 52. Abendgebet eines Kranken. eiliger Herr und Gott, barmherziger himmlischer Vater, ich danke dir, daß du mir bis hieher so gnädig geholfen und mich nun abermals einen beschwerlichen Krankheitstag in diesem Elend hast zurücklegen lassen. Ich bitte dich von Grund des Herzens, vergieb mir um Christi, meines höchsten Seelen-Arztes und Heilandes willen, alle meine Sünde und hilf mir Kranken auch durch diese bevorstehende Nacht hindurch mit deiner Gnade, Kraft und Trost. Mein Leib will sich zur Ruhe legen, ach dieselbe gönne mir gnädiglich zur Erquickung dieses meines schwachen Leibes. Behüte mich vor der ewigen Nacht um der Angst⸗ und Jammernacht Jesu Christi willen und laß mich das liebe Tageslicht wiederum erfreulich sehen, auch dermaleinst den Glanz des ewigen Tages in himmlischer Herrlichkeit unaufhörlich schauen. Indessen, weil ich meiner selbst nicht pflegen kann, so lege die Wacht deiner heiligen Engel zu mir, über meine Seele und Leib und alles, was du mir gegeben, daß mir kein Feind noch Unfall schade. Herr Gott Vater, erbarme dich diese Nacht über dein armes Geschöpf. Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, siehe gnädiglich an deinen Diener und erkauftes Gut. Herr Gott heiliger Geist, tröste und führe mich seliglich in diesem und nach diesem zu dem ewigen Leben. Deine Gnade und Wahrheit, o du heilige Dreifaltigkeit, walte über mich in Ewigkeit. Amen. 53. Gebet eines Kranken, der sich zum Sterben schickt. O Vater aller Gnade, erbarme dich über meine arme Seele. Vergieb mir alle meine Sünde, die ich leider wider dich gethan habe. Verachte nicht dein armes Geschöpf, verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin. Laß den nicht umkommen, welchen du gemacht und geschaffen hast, denn auf dich hoffe ich, du bist meine Hülfe und mein Gott. O Christe, wahrer Heiland, der du bist das Lamm Gottes, welches da trägt die Sünde der Welt, der du mich mit deinem Blute gewaschen und gereinigt hast, ich bitte dich durch dein bitteres Leiden, son⸗ derlich aber durch die Schmerzen, die du zu der Stunde deines Todes empfunden hast: Erbarme dich über meine arme Seele bei ihrem Ausgange und führe sie zum ewigen Leben. O Gott heiliger Geist, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des bösen Feindes, stärke meinen Glauben, daß ich festiglich glaube eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben. So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist Vater, ich holfen und in diesem Grund des elen⸗Arztes ir Kranken ner Gnade, legen, ach ses meines cht um der 5 mich das nleinst den maufhörlich n lann, so neine Seele kein Feind diese Nacht lt Heiland, Herr Gott und nach Bahrheit, o t. Anen. t. rme Serle wider 5 verschmähe —5 nicht „denn auf Ochise da trägt gewaschen eiden, 1 III. Gebete in allerlei Not. 43 n deine Hände. Du treuer Gott, du hast mich erlöset, der du lcbet und regierest in Ewigkeit. Amen. 54. Gebete der Umstehenden für den Sterbenden. llmächtiger, gütiger Gott, der du unser Leben erhältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen der Barmherzigkeit wenden zu diesem kranken Menschen und ihn erquicken an Leib und Seele und ihm alle seine Sünden aus Gnaden vergeben. Nimm an das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Christi, deines lieben Sohnes, für die Bezahlung seiner Missethat. Er ist ja auch auf desselbigen Namen getauft und mit desselbigen Blut gewaschen und gereinigt. So errette ihn nun von des Leibes Qual und Pein. Verkürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und wider alle Htndre des bösen Feindes, auf daß er im Glau⸗ ben ritterlich kämpfe und überwinde. Verleihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben. Schicke deine heitnen Engel her, 0. sie ihn begleiten zur Versammlung aller Auserwählten, in Chris 0 Jesu, unserm Herrn. Amen. Herr Jesu Christe, der du allein bist die Thür zum ewigen Leben, daß, wer durch dich eingeht, selig werden mag, wir bitten dich von Herzen, du wollest solche Gnadenthür diesem Dahinsterbenden auf sthun und ihn aus der Anfechtung der Sünde und des Teufels List und Macht bald erlösen. Ach Herr, hilf ihm, daß er im finstern Thale und Schatten des Todes nicht irre gehe noch verderbe, sondern du, als ein getreuer Hirte, nimm auf dieses verlorene Schaf und deinen Knecht, laß ihm dein Wort in seinem Herzen leuchten, stehe ihm in aller Not bei und zeige ihm dein Heil, laß ihn nicht entfallen aus des rechten Glaubens Trost, nimm seine Seele in deine Hände und.— ihrer mit Gnaden, auf daß sie keine Qual anrühre, und gieb also ihm das ewige Leben. Amen. Sprüche, dem Sterbenden zuzusprechen. b ich schon wanderte im finstern Thale, fürchte ich kein Un⸗ glück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23, 4 Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21. Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset,— habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 44 III. Gebete in allerlei Not. Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aus⸗ helfen zu seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewig— keit zu Ewigkeit! Amen. 2 Tim. 4, 18. Herr, ich warte auf dein Heil. 1 Mos. 49, 18. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Joh. 16, 33. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott, sei nicht ferne von mir. Eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe. Psalm 38, 22. 23. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3, 16. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. Vater, in deine Hände befehl ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Psalm 31, 6. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf. Ap.⸗Gesch. 7, 58. Abschiedssegen. er allmächtige Gott stärke dich, wider alle Anfechtung ritter⸗ lich zu kämpfen und im wahren Glauben bis ans Ende zu verharren! Der Herr Jesus Christus sei mit dir und begleite dich in das ewige Leben und verleihe dir am jüngsten Tage eine fröhliche Auferstehung! Amen, Amen, Amen. 55. Gebet nach dem Tode eines Rindleins. err Jesu Christe, du ewiger Gott und Heiland, der du so freundlich der Kindlein dich angenommen und sie zu dir gerufen und gesegnet hast, wir zweifeln nicht, daß du auch dieses unser liebes Kindlein zu dir in deine ewige Freude gerufen und mit Leben und Seligkeit gesegnet habest. Aber, Herr, unser Gott und Heiland, unsre Seele ist betrübt, und wir tragen Leid, weil du unser liebes Kind so frühe dahingenommen. Wenn wir schon wissen, daß du es wohl meinest, da du mit ihm aus diesem bösen Leben geeilet, so will es uns doch fast schwer werden, uns stille in deinen heiligen Willen zu fügen. So hilf du selbst uns durch deinen heiligen Geist und stärke unsern Glauben, daß wir deinen Rat ehren und preisen, auch wenn wir ihn nicht verstehen. Wir danken dir, daß du unser liebes Kindlein in der heiligen Taufe zu deinem Kinde angenommen, es zum ewigen Leben wiedergeboren und ihm das Erbe des Himmels zuge⸗ sprochen hast. Darum sind wir der guten Zuversicht, daß es hdir aus⸗ von Ewig⸗ ch habe die ie von mir. „22.23. ngeborenen ht verloren 6. rrn Herrn, hast mich 7. b8. ung ritter⸗ 18 Ende zu nd begleite Tage eine der du so sir zu dir auch dieses rufen und Inser Gol Leid, Well Wenn wur aus diesem er werden, If du seb auben, daß ihn niß lein in der um ewihen mels zuh, t, daß ⸗ III. Gebete in allerlei Not. 4⁵ nunmehr in deinem Frieden und in der ewigen Ruhe ist. Hilf, lieber Herr, daß wir umkehren und werden wie die Kinder, auf daß auch wir dereinst mit Freuden einschlafen und zur ewigen Ruhe der Heiligen gelangen mögen durch deine ewige Gnade und Barmherzigkeit. Amen. 56. An Begräbhnistagen. armherziger, gnädiger Gott, der du nach deinem unerforsch— lichen, aber gewißlich gnädigen Ratschluß uns mit schwerem Leid heimgesucht hast, wir sagen dir Lob und Dank, daß du uns auch deine heiligen Tröstungen darreichest im Worte des Lebens. So sind wir nun nicht wie die andern, die keine Hoff— nung haben, sondern wir wissen es, daß du unsere sterblichen Leiber zur Herrlichkeit und zum ewigen Leben auferwecken willst am jüngsten Tage. Dessen getrösten wir uns auch heute, da wir ein edles Samenkorn in deinen heiligen Acker legen auf den Tag der Auferstehung. Ach Herr, deine Wege sind wunderbar, wer kann sie verstehen? Deine Gerichte sind heilig und hoch, wer darf darüber murren? Du hast alles wohlgemacht, und dein Wille ist gut und gnädig, auch wenn du uns heimsuchst mit Trauer und Herzeleid. Darum wollen wir stille sein und dir unsere Sache befehlen. Tröste uns, Gott, unser Heiland, und verlaß uns nicht in unserm Leide. Du bist uns nahe, und dein Erbarmen hat noch kein Ende. Bleibe bei uns und sei unsers Herzens Trost und unser Teil. Gieb, daß uns nichts von dir und deiner Liebe scheide. In deine Hände befehlen wir uns ganz und gar. Erbarme dich unser und sei uns gnädig jetzt und im letzten Stündlein und am Tage des Gerichts, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Darnach lies 1 Thess. 4, 13—18. Offenb. 7, 9—17. 46 IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. IV. Zeicht⸗ und Abendmahlsgebete. So wir unsere Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünde vergiebt und reiniget uns von aller Untugend. Biblische Abschnitte, deren je etliche an Beichttagen zu lesen und zu betrachten: Psalm 32. 51. 130. Jes. 55, 1—11. Jer. 2, 13. 3, 12. 13. Matth. 5. Luc. 15. Luc. 18, 9—14. Eph. 4, 22—5, 9. Hebr. 10, 19—27. Offenb. 3, 14— 22. 57. Um rechtschaffene Buße. nädiger und barmherziger Gott, du bist geduldig, von großer Güte und Treue, du berufest uns täglich durch die Gnaden⸗ predigt deines Wortes zur christlichen Bekehrung; du lässest in deinem Namen allen Menschen Buße und Vergebung der Sünden verkündigen. Dazu hast du auch nach deiner Langmut und unaus⸗ sprechlichen Barmherzigkeit Geduld mit uns, indem du die Sünder nicht auf frischer That in ihren Übertretungen plötzlich überfällst, dieselben mit deinem gerechten Zorn und Gerichte zu strafen; sondern du giebst Raum und Frist zur Bekehrung, also, daß niemand über dich zu klagen hat und dich beschuldigen kann. Denn es ist ja nicht dein Wille, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre und das ewige Leben habe. O lieber Gott, du weißt unsers Fleisches Trägheit und des Herzens Härtigkeit, daß wir durch die Erbschuld dermaßen verderbt und so tief in die Sünde gefallen sind, daß wir von uns selber nicht aufstehen oder wiederkehren können. Darum bitte ich dich durch die Wunden Jesu Christi, unsers Herrn: Bekehre du mich, so werde ich bekehrt; heile du mich, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen. Entsündige mich, daß ich rein werde, wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. O lieber Gott, siehe mich so gnädig an, wie du angesehen hast die bußfertige Sünderin, als sie zu deinen Füßen lag und herzlich über ihre Missethat weinte, und wie den Zöllner im Tempel, als er an seine Brust schlug und um Gnade bat. Ver⸗ leih mir ernstliche Reue und Leid über meine Sünde, auch einen wahren Glauben mit rechter Zuversicht auf deine Gnade, dazu * d gerecht, von aller zu lesen 3, 12. 13. 2—5, 9. von großer ie Gnaden⸗ u lässest in der Sünden und unaus die Sünder h überfüllt, zu sttafen; also, daß igen kann ren werde, wige Leben rügheit und d dermaßen 6 wir von N. Darum ers Herrn. „ so werde mich, daß haffe in mi, vissen Geit men Heiligel big n einen Füße den 225— bot. Per auch einel IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 47 würdige Früchte der Buße. Laß mich die Zeit meiner Heim⸗ suchung erkennen und den Reichtum deiner Güte nicht verachten, auf daß ich die angenehme Zeit und den Tag des Heils nicht versäume, daß ich meine Buße nicht von einem Tage auf den andern noch auf das letzte Stündlein spare, sondern jetzt diesen Tag mich zu dir bekehre. Amen. 58. Um wahre Erkenntnis der Sünde. O heiliger und gerechter Gott, barmherziger Vater, ich bekenne und beklage dir meine angeborne Blindheit, daß ich meine Sünde nicht so vollkommen erkenne noch so herzlich bereue, als es wohl sein sollte. Ach Herr, du stellest unsere unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesichte. Gieb mir die Größe und Mannig⸗ faltigkeit meiner Sünden zu erkennen, stelle sie mir in diesem Leben unter die Augen, damit sie mir nicht am jüngsten Tage unter die Augen gestellt und ich dadurch vor Engeln und Men— schen zu schanden werden möge. Ach Herr, du siehest und weißt meines Herzens Härtigkeit, die mir angeboren ist; nimm dieselbe von mir hinweg und erweiche mein Herz durch dein heiliges Wort, daß ich meine Sünde inniglich bereuen möge. O Herr Jesu, der du dein heiliges Blut am Stamme des Kreuzes ver⸗ gossen hast, auf daß du mein Herz dadurch erweichen möchtest, laß dieses dein heiliges Blut und teures Leiden an mir nicht ver⸗ loren sein. Du treuer Lehrer hast in den Tagen deines Fleisches gerufen: Thut Buße! du wollest jetzo auch kräftiglich in mein Herz rufen: Thu Buße und bereue deine Sünde! Du stehest vor der Thür meines Herzens und klopfest an, ach gieb Gnade, daß ich deine Stimme höͤre, daß ich nicht mein Herz verschließe, sondern die Thür aufthue. O heiliger Geist, du ewiges himm⸗ lisches Licht, erleuchte mein finsteres Herz, daß ich in deinem Lichte die Finsternis meiner Sünden erkennen und herzlich bereuen möge. Amen. 59. Bekenntnis der Sünde vor Gott. err Jesu Christe, du einiger Arzt der Kranken, du Genesung der verwundeten Gewissen, der du in der Fülle der Zeit auf Erden gekommen bist, nicht die Gerechten, sondern die Sünder zur Buße zu rufen, wir armen, vom Stachel der Sünde tödlich verwundeten Menschen kommen zu dir in Zuversicht auf deine unaussprechliche Güte und Liebe, welche du an uns bis in den bittern Tod des Kreuzes gewendet hast. O du, von dem Vater uns zaghaften, erschrockenen Sündern zum Gnadenstuhle auf⸗ 48 IV. Beicht⸗- und Abendmahlsgebete. gerichtet, vor dein Angesicht bringen wir unser sündiges Herz. In uns wohnt das heimliche Laster des Unglaubens, der Eigenliebe, des Ungehorsams wider deinen heiligen Willen, der Verachtung deiner ewigen Güter. Wie hängt das Herz so fest an dieser Welt und ihren vergänglichen Gütern! Welch eine große Sorge wenden wir auf dieses arme Leben und unser sterbliches Fleisch! Darin stehen wir ganz vertieft und vergessen der geistlichen Güter und Gaben. Dazu gilt uns unsere Blindheit für Licht, und wollen in nichts vor dir unrecht haben. Kalt sind wir und ohne deinen heiligen Geist, ohne Gerechtigkeit, Friede und Freude, ohne Demut, ohne Furcht und Schrecken vor deinen gerechten Gerichten. Ver⸗ achtung deiner Herrlichkeit, Undank gegen deine zahllosen Wohl⸗ thaten ist all unser Leben. Wir bekennen dir nun diese mannigfaltigen, ungestümen Wellen der bösen Begierde. Wir geben uns schuldig aller Früchte des bösen Baumes, unsers Herzens, von dem dein Mund mit Wahr⸗ heit gesprochen hat, daß nur böse Gedanken und Werke von ihm kommen. Du kennst den bösen Baum, alle seine Wurzeln und Aste und Früchte, unser arges Herz mit allen seinen Krümmungen und Winkeln. Nimm uns wieder in deine schaffenden, allmäch— tigen Hände; gieb uns ein neues Herz, daß wir nicht ewig Dornen und Disteln tragen. Fülle uns bald mit deiner Gnade, welche besser ist als Leben. Laß durch Gnade unsere Sünde bedeckt, unsern Geist zu deiner Liebe und Furcht erneut werden. Laß ihn deiner Gnade Herrlichkeit preisen im Lande der Lebendigen und im Thale des Todes und in der Menge der Seligen und Auserwählten! Amen. 60. Um Vergebung der Sünde. H du hast gesagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinaus stoßen. Auf solche deine Verheißung komme ich zu dir und glaube festiglich, ich werde nicht hinaus gestoßen werden. Ich komme aber, weil ich mühselig und beladen bin. Es drückt und beschweret mich der Sünden Last, welche ich in demütiger Beichte vor deinem Angesicht niederlege. Ach Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor dir, ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Kind heiße. Ich mag nicht alle meine Sünden erzählen, es gereuet mich, daß ich sie begangen habe; ich schäme mich, viel Worte davon zu machen. Dies eine sage ich, daß ich viel und große Strafe verdienet habe, welche ich mit meinen Kräften nicht abwenden kann. Du aber bist gnädig und barm⸗ Herz. In Eigenliebe, Vetachtung dieser Belt rge wenden schl Darin Güter und und wollen ohne deinen hne Demut, hten. Ver⸗ osen Wohl⸗ men Wellen rüchte des mit Wahr⸗ le von ihm zurzeln und rümmungen n, allmäch⸗ vig Dornen ade, welche de bedeckt, rden. Laß Lebendigen eligen und de ich nich nme ich iu hen werden. Es drüct demütiget IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 49 herzig und von großer Güte. Darum trete ich mit gläubiger Zuversicht zu deinem Gnadenstuhle und begehre demütiglich Gnade. Erlaß mir, o Gott, was ich dir schuldig bin, ich kann nicht zahlen aus Unvermögen, du aber kannst es mir erlassen aus Gnade. Geh nicht, ach geh nicht mit deinem Knechte(mit deiner Magd) ins Gericht. Rechne mir die Sünden nicht zu, die mein Gewissen beschweren, und verzeih mir auch die verborgenen Fehler. Siehe an das Blut deines Sohnes, dasselbe ist vergossen für die Sünde der Welt. Ich bin auch in der Welt und bin ein Sünder, darum ist es auch für mich vergossen. Ach Herr, du hast mich geschlagen, verbinde mich; du hast mich zerrissen, heile mich. Gieb mir Glauben und Beständigkeit, daß ich an deinem Tische ein würdiger Gast sei und in der Gottseligkeit zunehme. Führe und regiere mich hinfort, daß ich das Gute, so ich mir vorgenommen, ins Werk richten möge. Beuge das Herz zur Gottesfurcht, öffne die Ohren zur fleißigen Aufmerkung deines Wortes, die Lippen zum Lobe deines Namens. Segne meine Arbeit, verleih Frieden im Hause und öffentlich, wende ab die Argernisse, behüte die Meinen und regiere all unser Thun, daß es dir angenehm und den Gläubigen heilsam sein möge. Höre mein Seufzen, o mein Gott, ja erhöre es, daß ich in dir und du in mir sein und bleiben mögest. Amen. 61. Gebet, wenn man zur Beichte geht. llmächtiger, ewiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du dem Donner deines heiligen Wortes Kraft giebst, du hast mir mein Herz mit deinem Gesetze gerührt, daß ich nun meine Sünden erkenne, bereue und nach der gnädigen Vergebung derselben ein herzliches Verlangen habe. Darum hast du auch nebst dem gepredigten Worte geordnet, daß ich armer, verderbter, sündhafter Mensch zum Reichtum deiner himmlischen Gnade kom⸗ men und Vergebung suchen soll. So gehe ich nun hin, meine Sünde dir zu bekennen, dagegen Trost und Absolution zu empfangen; bitte deswegen, du wollest in mir eine rechte Andacht, Begierde und Verlangen nach deiner Gnade anzünden und mir einen festen Glauben an deine Verheißung geben, daß, ob ich wohl schwach und verzagt bin, ich mich dennoch solches nicht irren lasse, sondern die Vergebung der Sünden mit starkem Glauben ergreife und dadurch zum rechten Vaterlande komme. Amen. 4 IV. Beicht⸗- und Abendmahlsgebete. 62. Etliche Beichten. ve 1. Ich armer Sünder bekenne mich Gott, meinem himmʒ 10 lischen Vater, daß ich leider schwer und mannigfaltig gesündigt 1 habe, nicht allein mit äußerlichen groben Sünden, sondern viel ih mehr mit innerlicher angeborener Blindheit, Unglauben, Zwei⸗ felung, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, Gn heimlichem Neid, Haß und Mißgunst, auch andern Sünden; nd daß ich auf mancherlei Weise, mit Gedanken, mit Gebärden, Iue Worten und Werken die allerheiligsten Gebote Gottes übertreten I habe, wie das mein Herr und Gott an mir erkennt und ich Bul leider so vollkommen nicht erkennen kann. Also reuen sie mich den und sind mir leid, und begehre von Herzen Gnade von Gott ö durch seinen lieben Sohn, Jesum Christum, und bitte, daß er mir seinen heiligen Geist zur Besserung meines Lebens mitteilen wolle. 2. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missethat, damit ich dich jemals erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich durch deine grundlose Barm— herzigkeit und durch das unschuldige bittre Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, du wollest mir armen sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein. Ich will mich durch deine Gnade hinfort bessern. Amen. 3. Ich armer sündiger Mensch bekenne und klage meinem lieben Gott, daß ich in Sünden empfangen und geboren bin, * also daß in mir von Natur nichts Gutes, sondern eitel Sünde wohnt, und daß dieselbe angeborne Sünde mich leider oft zu N Falle bringt in wirkliche Sünde, mit Gedanken, Worten und wo Werken, wider die erste und wider die andere Tafel des Gesetzes hat Gottes. Ich erkenne und bekenne auch, daß ich den bösen Lüsten in ö‚ meines Fleisches nicht mit allem Fleiß widerstrebe, sondern leider De 7½0 die Sünde oft in mir herrschen lasse und dadurch den heiligen N. Geist betrübe. Ja, wenn ich gleich einen guten Vorsatz habe, Gr hanget mir doch das Böse an, daß ich zum Guten unwillig, in dieselben, wenn ich sie gleich erkenne, mir nicht lasse so leid sein, kalt, faul und überdrüssig bin; der Glaube ist schwach, die Liebe ich ist kalt. Ich erkenne aber und weiß auch, daß der Sünden Sold geft ist Gottes Zorn und der ewige Tod. Derhalben gereuen mich uf meine Sünden und sind mir leid; allein das klage ich, daß ich daß nem himm⸗ ig gesündigt sondern vill lben, Zwei⸗ üsten, Geiß n Sünden; t Gebärden, Sübertreten nnt und ich uen sie mich e bon Gott itte, daß er ns mitteilen ner, elender, d Missethat h und evij ich leid und dlose Barm⸗ nd Sterben du wollel hetzig sein lmen. age meinen geboren bij eitel Sündt eider oft zu Worten und des Gesehe , die Litb IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 51 wie es mein lieber Gott von mir haben will. Weil aber Jesus Christus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, und mein frommer, treuer Gott spricht: So wahr ich lebe, will ich nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe; so kehre und wende ich mich in wahrer Buße durch rechten Glauben zu meinem lieben Mittler und Erlöser, Jesu Christo, und bitte dich, du mein himmlischer Vater, du wollest mir aus Gnaden um desselben deines lieben Sohnes willen alle meine Sünde vergeben und wollest durch deinen heiligen Geist wahre Buße, rechten Glauben und beständige Besserung in mir anzün⸗ den, stärken, mehren und erhalten. Amen. 4. Vor Gericht, Herr Jesu, steh ich hie, Zu dir beug ich meins Herzens Knie, Kann mir selbst gar nicht raten. Mein groß und viele Missethat eich hier und dort verdammet hat. Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein Macht mich von allen Sünden rein, Weil ich in wahrer Reu und Buß An dich gläub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ, Des dank ich dir, Ich will mich bessern, hilf du mir! Amen. 63. Danksagung nach der Absolution. (Icchh will den Herrn loben allezeit, sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Denn da ich den Herrn suchte, ant⸗ wortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Er hat meine Seele beim Leben erhalten, er hat meine Traurigkeit in Freude verwandelt, er hat meine Finsternis licht gemacht. Darum freue ich mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster. Laß mich noch ferner vor deinen Augen Gnade finden. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wandele in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Lehre mich thun nach deinem Wohl— gefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten. Rüste mich aus mit Kraft aus der Höhe und mache meine Wege ohne Wandel, damit ich Glauben 4• 52 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. und gut Gewissen behalte und in deiner Gnade bleiben möge. Das bitte ich um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, meines einigen Erlösers und Heilandes willen. Amen. Nach dir, Herr, verlaͤnget mich. Biblische Abschnitte für Abendmahlstage: Psalm 23. Psalm 111. Joh. 6, 48—58. Joh. 15, 1—12. Röm. 8, 31—39. 1 Cor. 11, 23—32. Offenbarung 22. 64. Morgengebet am Abendmahlstage. Ancheger und barmherziger Gott und Vater, ich danke dir von Grund meines Herzens für deinen Schutz und Schirm in dieser Nacht und für den frohen Morgen, welchen du mich erleben lässest. Gelobt sei deine Barmherzigkeit, die alle Morgen neu ist und mich heute zu deinem Hause, zu deinem Altare beruft und einladet. O Herr, weil ich nun mit den Haufen, die da feiern, zu deinem Abendmahle kommen will, so bereite du mich selbst dazu. Willst du eine reine Wohnung in mir finden, so reinige und heilige selbst meinen Leib und Seele. Leite mich mit deinen Augen, führe mich mit deiner Hand zum Reichtum deiner Güte, tröste mich mit deinem Angesichte. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, nach dir. Erhalte mich in beständiger Andacht, bewahre mich vor bösen Gedanken, nimm mich in deinen besonderen Gnadenschutz und weiche nicht von mir. Heiliger Jesu, vereinige du dich an diesem Tage mit meinem Leibe und mit meiner Seele. Speise mich mit deinem Leibe, tränke mich mit deinem Blute, auf daß mein schwacher Glaube gestärkt und ich deiner Gnade, der Vergebung meiner Sünden und der ewigen Seligkeit versichert werde, daß ich als ein würdiger Gast an deinem Tische erscheine. Nun, Herr Gott Vater, sei mein Schutz und Beistand. Herr Jesu, sei meiner Seele Speise, Licht und Leben. Und du, Herr Gott heiliger Geist, erleuchte mich und erhalte mich in der wahren Heiligung, daß ich in dem Stande der Gnade, in welchen ich heute aufs nene trete, Zeit meines Lebens verbleiben möge. O Herr, hilf; o Herr, laß wohl gelingen. Deinem heiligen Den sei Lob, Ehre und Dank gesagt immer und ewiglich. men. en möge. IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 53 65. Gebet vor dem heiligen Abendmahle. „meines 9²⁵⁷⁵ Jesu Christe, ewiger Gottessohn, du hast in deiner wahren „112. ing 22. danke dir d Schirm du mich eMorgen are beruft feiern, zu lbst dazu. inige und it deinen jer Güte, eiet nach Erhalte hedanken, iche nicht t meinem m Lebe, Glaube Sünden würdiger Menschheit für uns den Tod erlitten und uns von Sünden und der ewigen Verdammnis erlöset; und damit wir solcher deiner Treue nimmermehr vergessen mögen, hast du in dem letzten Abend⸗ mahl uns ein ewiges Gedächtnis des aufgerichteten neuen Bundes gestiftet, darinnen der Sünde der Gläubigen nun und in Ewigkeit nicht mehr soll gedacht werden. Wir armen, elenden Menschen kommen zu dir, dem Brunnen aller Gnade und Barmherzigkeit, und bitten dich, tilge unsere Sünden, reinige und erquicke unsere Seelen und laß uns mit wahrer Reue und Leid, in festem Glauben, mit heiliger Ehrerbietung deinen allerheiligsten Leib und dein Blut zu unserer Seligkeit empfangen. Hilf, daß durch dieses Geheimnis des neuen Testamentes der Glaube gemehrt, die Hoffnung gestärkt, die Liebe entzündet, das schwache Gewissen getröstet, alle Anfechtungen überwunden, und wir in unserm Herzen deiner göttlichen Huld und ewigwährenden Erlösung unserer Seelen allenthalben versichert und versiegelt werden. O gütiger Herr, gieb uns erleuchtete Augen unsers Verstandes, daß wir erkennen mögen, welches da sei der Reichtum deines herrlichen Abendmahls, in welchem du uns nebst deinem Leibe und Blute Vergebung der Sünden, wahre Gerechtigkeit und alle himmlischen Güter aus⸗ spendest, auf daß wir mit herzlicher Begierde und Verlangen dies heilige Sakrament würdig empfahen, deine Süßigleit schmecken, deine Liebe empfinden und durch dieselbe wiederum gegen dich ent— zündet werden. Nimm von uns weg alles, was dir mißfällt und uns hindert oder von dir wendet, und gieb uns, was uns zu dir kehret und fördert, damit wir der Frucht dieses heilbringenden Tisches teilhaftig, unsere hungrigen und durstigen Seelen allhier gespeist und getränkt werden, und wir nach dieser Zeit auch in jenem Leben das himmlische Brot mit dir ewiglich essen. Amen. 66. Im Hinzugehen. Gott Vater im Himmel, erbarme dich über mich und sei mir gnädig, deinem Kinde, welches anjetzt mit kindlicher Furcht zu deinem heiligen Altar kommt. Laß mich deiner himm⸗— lischen Mahlzeit genießen, wie du sie mir bereitet hast, nämlich zu meiner Seele Seligkeit. O Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme dich über mich und laß mich anjetzt bei deinem heiligen Abendmahl ein dir ange⸗ 54 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. nehmer Gast sein. Gieb mir, was du verheißen hast, und laß mich nehmen, was mir von dir beschieden ist, jenes nach deiner Wahrheit und dieses zu meiner Gerechtigkeit. O Gott heiliger Geist, erbarme dich über mich und verleihe mir deine Gnade, daß ich dieses heilige Sakrament würdig empfange, damit meinen schwachen Glauben stärke, mein kaltes Herz mit Liebe entzünde, mein blödes Gewissen tröste, meine Hoffnung erfrische, mein sündhaftes Leben bessere und darauf selig werde. O Herr, hilf; o Herr, laß wohl gelingen. Amen. O Herr Jesu Christe, ich bin nicht würdig, daß du eingehest in mein sündiges Herz; du weißt aber und erkennst meine große Armut und Not, darum ich von Herzen begehre deiner Gegenwart, zu speisen, zu trösten und zu stärken meine arme — Sprich sie an mit Einem Wort, so wird sie gesund. Amen. Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. 67. Seufzer bei dem Empfange des gesegneten Brotes. Sẽ mir willkommen, Herr Jesu Christe, mit der edlen Speise deines allerheiligsten Leibes, den du mir jetzt im Sakramente des Altars mit dem gesegneten Brote zu essen giebst, wie du ihn für mich in den bittern Tod des Kreuzes gegeben hast zur Vergebung meiner Sünde; das laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Herr Jesu Christe, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. 68. Seufzer bei dem Empfange des gesegneten Uelches. Sẽ mir willkommen, Herr Jesu Christe, mit dem edlen Tranke deines allerheiligsten Blutes, das du mir jetzt im Sakramente des Altars mit dem gesegneten Weine zu trinken giebst, wie du es am Kreuze vergossen hast zur Vergebung meiner Sünden; das laß mir zum ewigen Leben gedeihen. Herr Jesu Christe, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. 69. Wenn man nach empfangenem Leibe und Blute Christi wieder an seinen Platz getreten. Hen Jesu Christe, ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jetzt abermal so gnädig an deinem Tische mit deinem Leibe und Blute gespeist und getränkt hast, und bitte dich von Herzen, laß mir solches gedeihen zur Stärkung meines Glaubens, ö Iur V schere lund. ᷓ Spei hast. hast, Lebe Eban dein Veso den thate durt men detg Blu vor in Unt Sch stark Den sehn daß bleil gede Dag und laß ach deiner verleihe t würdig ein kaltes te, meine nd darauf . Amen. eingehest nst meine hre deiner eine arme d. Amen. sen Speise akramente „wie du hast zur gedeihen. ahre mich 5. en Tranle akramente t, wie du Sünden; bewahte wieder , daß du it deinem dich von Haubens, IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. 5⁵ zur Besserung meines Lebens, zum Schirm meiner Seele und zu sicherer Geleitung aus diesem Jammerthal in das ewige Vater⸗ land. Bleibe in mir, daß ich ewiglich bleibe in dir. Amen. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen, Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit Liebesarmen fassen; Du sollst sein meines Herzens Licht, Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Sollst du mein Herze bleiben, Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigentum Beständiglich verschreiben. 70. Danksagung nach dem heiligen Abendmahle. V.derzen& liebreicher Herr Jesu Christe, dir sage ich von Herzen Dank, daß du mich mit der köstlichen und teuren Speise und Trank deines heiligen Leibes und Blutes erquickt hast. Ach, wer bin ich, daß du mich Unwürdigen gewürdigt hast, von deinem Tische zu essen? Ich danke dir für alle deine Liebe und Treue, für deine Menschwerdung, für dein holdseliges Evangelium, für deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, für dein heiliges Leiden, für die Bezahlung meiner Schuld, für die Versöhnung deines himmlischen Vaters, für die Heiligung durch den heiligen Geist, für das ewige Leben. Aller dieser Wohl⸗ thaten hast du mich durch den Glauben teilhaftig gemacht und durch das hohe, teure Pfand deines Leibes und Blutes im Sakra⸗ ment versichert. Gieb, daß ich deiner großen Liebe nimmermehr vergesse, deines heiligen Todes stetiglich gedenke. Dein Leib und Blut heilige und segne meinen Leib und Seele und behüte mich vor allen Sünden. Ach mein Erlöser und Seligmacher, lebe du in mir, und ich in dir. Vertreib aus meinem Herzen alle Untugend, behalte und besitze du allein das Haus meines Herzens. Schmücke und ziere meine Seele mit geistlichem Schmuck, mit starkem Glauben, feuriger Liebe, brennender Hoffnung, mit edler Demut, heiliger Geduld, brünstigem Gebet, holdseliger Sanftmut, sehnlichem Verlangen nach dir allein und nach dem ewigen Leben, daß du bei mir und in mir, und ich bei dir und in dir ewig bleibe, von dir rede, singe und sage, ohne Unterlaß an dich gedenke, daß ich möge in diesem Glauben einschlafen, am jüngsten Tage fröhlich auferstehen und in die ewige Freude eingehen. Amen. 56 IV. Beicht- und Abendmahlsgebete. N 71. Um neuen Gehorsam. llln Non, mein Heiland, in deiner Kraft will ich hingehen, und 20 was noch übrig ist im Fleische zu leben, nach deinem Willen R zubringen. Weil es aber nicht in eines Menschen Kraft stehet, LWat wie er wandele und seinen Gang richte, so gieb dꝓu mir das Uen Vollbringen. Regiere mich durch deinen heiligen Geist, laß deine wa Güte und Treue mich allewege behüten. Laß mich empfinden, Meer daß du durch den Glauben in mir wohnest, durch die Liebe in den mir lebest und durch die Hoffnung mich täglich stärkest. Gieb, ind daß ich ohne Heuchelei in Sanftmut und Demut beständig einher⸗ buu ö gehe, damit dein Leben an mir offenbar werde. Gieb mir alle iuse Tage neue Kraft, daß ich mich verleugne, die Welt verschmähe, nit dein Kreuz auf mich nehme und dir beständig nachfolge. Gieb 000 mir Mut und Stärke, daß ich meinen Feinden getrost widerstrebe, Selig die Werke des Teufels in mir beständig töte, auch die Welt und mnahl was in der Welt ist, als Augenlust, Fleischeslust und hoffärtiges Wesen mutig untertrete. Laß mich in allen Stücken an dir, meinem Haupte, wachsen und fruchtbar sein in allen guten Werken. Vollführe du selbst das gute Werk, welches du in mir angefangen hast. Bleibe in mir und laß mich in dir bleiben, laß mich in deiner Liebe und Erkenntnis zunehmen, daß ich im Glauben Wo bleibe, einen guten Kampf kämpfe und in das ewige Leben dringe, wo Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich ist, da ich denn mit allen Auserwählten vor deinem HN Throne stehen und singen werde: Lob, Preis und Dank und O Weisheit und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. licbe ö 72. Abendgebet am Abendmahlstage. llmächtiger, ewiger Gott, der du allewege unsere Schwachheit uns ganz väterlich bedenkest und daher neben andern unzählbaren uns Wohlthaten, die du uns erzeigest, auch die Nacht zur notwendigen Wir ů Ruhe unsers müden Leibes gnädiglich verordnet hast, ich bitte so h dich von Herzen, verzeihe mir und allen denen, welche du heute Ach mit himmlischer Speise und Trank begnadigt hast, alles, wodurch Zeit wir deiner himmlischen Güte nach unserer großen Schwachheit Zukt aufs neue unwert geworden sind. Gieb uns, Herr, ein ernstlich Uns Mißfallen aller unserer sündlichen Gebrechlichkeiten, entzünde in uf uns durch deinen heiligen Geist eine unauslöschliche Begierde dein nach der täglichen Besserung. Verleihe nun, o Herr und getreuer Glüt Bater, eine stille und ruhige Nacht in deinem Frieden mir und V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 57 aallen freudenmüden Menschen, sowie auch denen, die ohne deine hen, und besondere Gabe und Erhörung dieser Bitte vor Krankheit, Kummer, m Willen Herzeleid, Anfechtungen oder Leibesschmerzen nicht schlafen könnten. It stehet Wache du über uns, du getreuer Vater, erleuchte die Augen unsers mir das Gemütes, daß wir nicht im Tode der Sünden entschlafen, sondern laß deine wachen im lebendigen Glauben, welcher allezeit in der Lampe npfinden, unsers Herzens brenne und seine notwendige Nahrung habe von Liebe in dem Ole deines heiligen Geistes, auf daß, wenn du kommst . Gicb, und anklopfest zu der Stunde, die uns verborgen, dir aber allein ö g einher⸗ bewußt ist, wir dich ohne Verzug mit aller Freude einlassen, dir, ö mir alle unserm geliebten Bräutigam, fröhlich entgegengehen und dann rschmähe, mit dir eingelassen werden in deinen himmlischen Freudensaal, e. Gieb wo du dich mit allen Gläubigen in ewiger Liebe, Freude und derstrebe Seligkeit vereinigen und erfreuen wirst bei deinem ewigen Abend⸗ elt und mahle. Amen. offärtiges ünn an dir, 3 Werken. V. Gebete für Teste und Wochengottesdienste Refangen der Rirche. mich in 66 0 Glauben Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben dich n dringe, immerdar. —5 73. Auf Advent. 0 O Herr Christe, heut freuet sich billig die ganze werte Christen⸗ Ewigkeit heit, weil sie deinen heiligen Advent festlich begeht. Die liebe Kirche jauchzt als deine Braut, weil du, ihr lieber himm⸗ lischer Bräutigam, zu ihr kommst. Wir irrenden Schäflein froh— locken, daß du, o Hirt und Bischof unserer Seelen, mitten unter wachhet uns deine gnädige Gegenwart sehen lässest. Wir Kranken freuen uns, weil du uns besuchest, o heilsamer Arzt aller Menschen. airin Wir Armen jubeln, weil du, obwohl ein reicher Herr, dennoch . itte so brüderlich mit großen, herrlichen Geschenken bei uns einkehrst. t heut Ach Herr, weiche nicht von uns mit deiner Gnade, laß uns die wodurch Zeit deiner gnädigen Heimsuchung dankbar erkennen und deine wachheil Zukunft stets gnadenreich und heilsam sein. Komm täglich zu Hauslih uns, in unsere Kirchen, in unsere Schulen, auf unsere Rat⸗ bn in häuser und in unsere Wohnungen, mit deinem reinen Wort, mit 9 ni deinen heiligen Sakramenten, mit deiner Weisheit, mit Beistand, 1.1. Glück, Segen und Gnade. Ja, weil du bereits in unsere Herzen gette gekommen bist, so laß uns dich nie wieder verlieren und nimmer mit und 58 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. ohne Trost erfunden werden. Endlich weil du einmal kommen wirst zu richten die Lebendigen und die Toten, so regiere uns, daß wir uns bereiten und unsern Lauf also beschließen, daß wir deine Zukunft mit Freuden erwarten und dich nicht als einen gestrengen Richter, sondern als einen freundlichen Erlöser an— schauen und Erben deines Reiches werden mögen. Amen. 74. Am Christfeste. allmächtiger Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unserer Herzen, daß du aus lauter Wohlgefallen und aus unaussprechlicher Liebe deinen eingeborenen Sohn Jesum Christum, den Glanz deiner Herrlichkeit und das Ebenbild deines Wesens, in diese Welt gesandt hast, welcher unser armes Fleisch und Blut an sich genommen, auf daß er uns von Sünden, Tod, Teufel und Hölle erlösete und mit sich in das Reich der ewigen Seligkeit versetzte. Gelobet sei deine herzliche Barmherzigkeit immer und ewiglich. Erfülle nun an diesem Feste unser aller Herzen mit deiner Gnade, daß wir deine große Liebe und Barm— herzigkeit erkennen, nicht uns, sondern dir leben, dir vertrauen, dich lieben und loben unser Lebenlang. Erhalte bei uns und unsern Nachkommen dein heiliges, seligmachendes Wort, sende treue Diener in deine Ernte. Wir bitten auch für alle Men— schen, insonderheit aber für unsere christliche Obrigkeit. Regiere sie durch deinen Geist, daß sie zuvörderst und vor allen Dingen bei ihrer Regierung, so viel an ihnen ist, das Reich unsers einigen, ewigen Königs Jesu Christi befördere und ausbreite und ja ihren Stand und Wandel auf dieser Welt also führe, daß sie dermaleinst mit ihm und allen Auserwählten im Himmelreiche in alle Ewigkeit herrschen möge. Siehe deine arme, bedrängte Kirche und kleine Herde in Gnaden an, komm ihr zu Hülfe und errette sie aus den großen Nöten, die sie betroffen haben. Tröste sie, Herr, durch deinen Geist, auf daß sie sich deiner Güte erfreuen und deinen Namen ewig preisen möge. Laß heute in den Herzen aller Angefochtenen, Kranken, Verfolgten, Witwen, Waisen und aller andern, so in Not und Trübsal stecken, eine tröstliche Christ— freude aufgehen. Auch die, welche deinen Sohn Jesum Christum noch nicht erkennen, bringe an das Licht deiner Wahrheit, damit sie samt uns und allen Auserwählten, Engeln und Menschen, dich loben und im wahren Glauben und mit herzlicher Freudigkeit singen mögen: Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen. berfl Güt llin unse uns und Gelt Jese durd Rage mit fteu seid erret Vr und Am Rirche. Ikommen giere uns, „daß wir als einen clöser an⸗ nen. n dir von öhlgefallen ohn Jesum ild deines les Fleisch den, Tod, er ewigen nherzigkeit mser aller nd Barm⸗ vertrauen, uns und ort, sende lle Men⸗ Regiere uDingen ch unsers Hreite und e, daß sie selceiche in igte Kirche nd errette Tröste fi, e erfreuen en Herzen aisen und che Christ Ehian eit, dami schen, di leit singen und dell V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 59 75. Sum Schlusse des Jahres. ir danken dir, Herr Zebaoth, du Gott Israels, wir danken dir für alle deine Güte und deine Wunder, die du dies verflossene Jahr hindurch an uns gethan hast. Es ist deine Güte, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, du hast alle unsere Sünde hinter dich geworfen, unsere Gebrechen geheilt, unser Leben vom Verderben erlöst und uns gekrönt mit Gnade und Barmherzigkeit; Kirche und Schule und Haus hast du gesegnet und vor allem Übel behütet. Du hast uns Lehrer gegeben zur Gerechtigkeit und uns sagen lassen, daß sich ein jeglicher von seinem bösen Wesen bekehre und sein Leben bessere. Du hast unserer christlichen Obrigkeit Gnade und Weisheit verliehen, daß wir unter ihrem Regiment in stiller Ruhe und gutem Frieden, wie Christen gebühret, haben unser Leben vollführen mögen. Du hast uns viel Gutes gethan an Leib und Seele, an Weib und Kind, an Hab und Gut, in der Stadt und auf dem Felde, daß wir nicht alles erzählen können. Gelobet sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum, der uns so viel Gutes gethan, vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freuden. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Saget, die ihr erlöset seid durch den Herrn, die er aus der Not erlöset hat, die er errettet aus ihren Angsten: Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk sage Amen und lobe den Herrn. Gelobet sei der Herr ewiglich. Amen. Amen. 76. Am Neujahrstage. llmächtiger, ewiger Gott, barmherziger, lieber Vater, wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgrimschaft in diesem irdischen Leben zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach Herr und Gott, wie groß ist deine Güte, die du uns bisher aus väterlichem Herzen bewiesen hast. Dein heiliges Wort haft du uns samt dem rechten Gebrauch der heiligen Sakramente rein erhalten, friedliches Regiment beschert, täglich Nahrung gegeben, unsere Herzen mit Speise und Freude erfüllt, allerlei Seuchen, Pestilenz, feindlichen Unfall und viel Unglück in dieser betrübten Zeit von uns gnädiglich abgewendet. Du hast uns zwar gezüchtigt um unserer vielfältigen Sünden 60 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. willen, aber deine Gnade hast du nicht von uns gewendet. Für solche deine Barmherzigkeit sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich demütiglich: Rechne uns nicht zu unsere vorige und alte Sünde, womit wir dich so oft erzürnt haben, sondern ver— gieb sie uns um unsers Herrn Jesu willen. Regiere uns, daß wir keine alte Unreinigkeit und Missethat in das neue Jahr bringen, sondern den alten Menschen aus- und den neuen an⸗ ziehen, der nach dir geschaffen ist. Fange an, lieber Vater, uns aufs neue zu segnen. Gieb uns neugeborene Herzen, erneuere deine väterliche Liebe und Treue an uns, gieb heiligen Mut und rechte Werke. Nimm von uns alles Herzeleid und wohlverdiente Strafen, und weil keine Stunde noch Augenblick vergeht, da wir ohne deinen Schutz nicht in groß Elend geraten könnten, so halte deine Gnadenhand väterlich über uns. Barmherziger Gott und Vater, erhöre unser Gebet, erbarme dich aller Menschen, erhalte uns dein reines Wort, heilige alle Lehrer und Prediger, erbaue Kirchen und Schulen. Behüte uns vor falscher Lehre, stärke alle treuen Regenten, fördere guten Rat und That; segne Väter und Mütter, regiere Kinder und Gesinde; bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, wende ab Pest und Teurung; steure dem Grimme des Teufels; sende uns deine heiligen Engel; kröne das Jahr mit deinem Gut; gieb Frieden im Lande, unserm Herzen Freude, unserm Leibe Gesundheit, unserer Stadt (Gemeinde) Einigkeit; benedeie unsere Nahrung, fördere das Werk unserer Hände, nähre treue Arbeiter; bekehre die Sünder, kräftige die Frommen, bringe zurecht die Irrigen; schütze Witwen und Waisen, tröste die Elenden, erfreue die Traurigen, pflege der Kranken, hilf den Hülflosen, errette die Bedrängten, sei bei den Sterbenden. Durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Heiland und Erlöser. Amen. 77. Am Feste der Erscheinung Christi. err, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, wir danken deiner göttlichen Majestät, daß du den Weisen aus dem Morgenlande deinen heiligen und eingeborenen Sohn Jesum Christum hast offenbart und daß du auch uns arme Heiden durch den Stern deines seligmachenden Wortes zu seiner heil⸗ samen Erkenntnis hast kommen lassen. Lob, Ehre, Preis und Dank sei dir, barmherziger, gütiger Gott, für diese und alle deine großen Wohlthaten. Wir bitten dich herzlich, regiere uns mit deinem heiligen Geiste, daß wir trotz aller Hinderungen heine Ind des L Shei Wir und Rein Ind hah Vaht Onal being lomm Hifte Sohr tirche. det. Für dank und orige und dern ver⸗ uns, daß eue Jahr neuen an⸗ ater, uns erneuere Mut und lberdiente Igeht, da könnten, mherziger Menschen, Prediger, her Lehre, atz segne ahre uns Teurung; heiligen im Lande, rer Stadt dere das Sünder, e Witwen m, pflege u, sei bei en Sohn, ir danken aus dem n Jesum iner heil⸗ hreis und giere un⸗ derungen V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 61 deinen Sohn, unsern Heiland und Seligmacher, suchen, finden und erkennen, anbeten, dienen und ehren. Laß uns im Glanze des Lichtes, das die ganze Welt erleuchtet, unsere Füße nach dem Scheine des leuchtenden Sternes, deines Wortes, richten, daß wir ein neu christlich Leben beständig führen mögen. Regiere und segne unsere liebe Obrigkeit und die ganze christliche Ge— meinde. Tröste alle betrübte, mit dem Tode ringende Herzen, und erfülle sie mit deiner Himmelsfreude. Und weil du willst, daß allen Menschen geholfen werde und alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, so bitten wir dich: Laß das Licht deiner Gnade leuchten über alle, die noch in Finsternis wandeln, und bringe deine zerstreuten Kinder zusammen, auf daß dein Reich komme und Eine Herde und Ein Hirte werde, wie du uns ver— heißen und vertröstet hast durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 78. Passionsgebete. 1. O Herr Jesus Christus, der du uns armen verlorenen Sün⸗ dern durch dein heiliges, unschuldiges Leiden Gnade bei deinem himmlischen Vater erworben und das ewige Leben wieder gebracht hast, wir danken dir aus Herzensgrund für deine Liebe, deine Angst und Not und deinen seligmachenden Tod und bitten dich: Erhalte uns ewig in der Liebe und im Lobe deines Leidens, und gieb uns Gnade, die ewige Wohlthat der teuren Erlösung mit dankbarem Herzen zu erkennen und zu preisen. Laß uns da⸗ durch im Glauben stärker, in der Hoffnung fröhlicher, in der Liebe heißer, in der Geduld getroster, im Gehorsam williger und beständiger werden und unsern Sünden absterben. Hilf auch, daß wir an unserm Ende deines blutigen Todes uns zur ewigen Seligkeit freuen und trösten, o Herr Jesus Christus. Amen. 2. Herr Jesus Christus, du Lamm Gottes, wir danken dir von Herzen, daß du der Welt Sünde getragen hast und durch dein Leiden und deinen Tod das Sühnopfer für uns geworden bist. Du hast dich in der Sünder Hände hingegeben und bist um unsertwillen verspottet, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und gekreuzigt worden. Ach verleih uns Gnade, daß wir durch die andächtige Betrachtung deines heiligen Leidens und Todes von Herzen gedemütigt, unter allen Anfechtungen im Leben und Sterben getröstet und zu dem Kampfe wider Sünde und Welt mächtig gewaffnet werden. Du hast uns, o liebster Heiland, ein Vor⸗ bild gelassen, daß wir sollen nachfolgen deinen Fußstapfen. Gieb, 62 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. daß wir im Aufsehen auf dich, den Anfänger und Vollender unsers Glaubens, laufen durch Geduld in dem Kampfe, der uns verordnet ist, auch einst des Glaubens Ende, der Seelen Seligkeit, davonbringen und dich für deine unaussprechliche Liebe loben und preisen immer und ewiglich. Amen. Am Gründonnerstage siehe Gebet 65. 79. Am Karfreitage. Wir danken dir, Herr Jesu Christe, wahrer Gott und Mensch, daß du uns arme Sünder und verdammte Menschen ohne alle unsre Werke, Verdienst und Würdigkeit durch dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöset hast. O Herr Jesu Christe, wie groß ist dein Leiden, wie schwer ist deine Pein, wie viel ist deiner Marter, wie tief sind deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist dein Tod! Wie unaussprechlich ist deine Liebe, womit du uns deinem himmlischen Vater versöhnt hast, da du am Olberge blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzt, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen, und daselbst, von allen deinen Jüngern verlassen, in die Hände der Sünder dich willig für uns ergeben, die dich hart gebunden und von einem ungerechten Richter zu dem andern unbarmherzig geführt haben; daselbst bist du fälschlich verklagt, verurteilt und verspeit, verhöhnt und mit Fäusten in das Angesicht geschlagen worden. Du bist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen, gegeißelt und mit Dornen gekrönt; du warest der allerverachtetste und unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit, also, daß es auch ein heidnisch Herz erbarmet hat zu sagen: Sehet, welch ein Mensch! Du bist wegen unsrer Missethaten unter die Ubelthäter gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in deinem höchsten Durst mit Essig und Galle getränkt, und mit großen Schmerzen hast du deinen Geist aufgegeben, auf daß du unsere Schuld be— zahltest und wir durch deine Wunden geheilt würden. O Herr Jesu Christe, für alle diese deine Marter und Pein sagen wir dir Lob und Dank und bitten dich: Laß dein heiliges, bittres Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gieb, daß wir uns desselben jederzeit von Herzen trösten und rühmen, auch dasselbe also begehn und betrachten, daß alle bösen Lüste in uns aus⸗ gelöscht und gedämpft, dagegen aber alle Tugend eingepflanzt und gemehrt werde, auf daß wir, der Sünde abgeftorben, der Gerechtig⸗ keit leben und deinem Vorbilde nachfolgen, in deine Fußstapfen Kirche. Vollender mpfe, der er Seelen liche Aebe d Mensch, schen ohne in heiliges Herr Jesu Pein, wie bitter und eine Liebe, st, da du geschwitz, selbst, von ünder dich von einem hrt haben verhöhnt Du bist er Sünde warest der Krankheit, en: Sehet, n U änden u öhr Schmerzen Schuld be⸗ O Herr 0 eI wir wir un⸗ dasselbe uns aus⸗ flanzt und Gerechtig⸗ f V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 63 treten, das Ubel mit Geduld ertragen und das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Das verleih uns, Herr Jesu, um deines heiligen, teuren Verdienstes willen. Amen. 80. Am Osterfeste. S Herr Jesus Christus, du allmächtiger Gott und starker Siegesfürst, der du die Bande des Todes zerrissen, in großer Majestät und Herrlichkeit aus deinem Grabe auferstanden und ein Erstling worden bist unter denen, die da schlafen, wir danken dir an diesem deinem großen Ehrentage für dein heiliges Leiden, Sterben und Auferstehung, denn es ist alles uns zu gute geschehen. Du hast die Pforten der Hölle zerbrochen, damit wir in ewiger Freiheit aus⸗ und eingehen mögen. Du hast uns mit gewaltiger Hand ausgeführt aus dem Gefängnis und dem Reiche des Todes, dem du seine Macht genommen, und hast uns von der ewigen Dienstbarkeit erlöset. Du bist von den Toten auf⸗ erstanden und mit Macht hervorgedrungen als unser Haupt und Hirt, auf daß wir als deine Glieder und Schafe auch nicht im Grabe bleiben, sondern durch dich zur ewigen Herrlichkeit auferstehen sollen. Darum rufen wir heute mit fröhlichem Munde: Gott sei Lob und Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum. Auch bitten wir dich: Laß deine heilige Auf⸗ erstehung allezeit uns trösten, daß wir festiglich glauben, du habest alle unsere Sünden in deinem Grabe tief verborgen, daß sie vor das Angesicht des himmlischen Vaters nicht mehr kommen noch uns beschämen werden. Hilf uns auch endlich alle Todesnot und Schmerzen durch den freudigen Trost der Auferstehung unserer Leiber kräftig überwinden, und wenn du durch die Stimme des Erzengels rufen wirst: Stehet auf, ihr Toten! so öffne unsere Gräber und laß uns dir mit Freuden entgegen gehen. Dann werden wir dein heiliges Angesicht fröhlich anschauen und dich samt dem Vater und heiligen Geist in Ewigkeit preisen. Amen. 81. Am Feste der Himmelfahrt Christi. err Jesus Christus, allmächtiger Herr und Gott, wir danken dir, daß du nach erhaltenem Sieg wider alle deine Feinde deine fröhliche Himmelfahrt mit großer Majestät, mit Triumph und Jubel der heiligen Engel gehalten und dich zur Rechten deines himmlischen Vaters gesetzt hast. So hat dein Kreuz und Leiden ein seliges Ende genommen, du bist durch den Tod zu deiner ewigen Herrlichkeit eingegangen. Lieber Heiland, du bist am Ufer, wir sind noch auf dem wilden Meere; du bist im 64 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Siege, wir sind noch im Streit. Gieb uns doch deine Gnade, daß wir mit unsern Herzen und Gedanken dir nachsehen, auf daß unser Herz sei, wo unser Schatz ist. Laß uns alles Welt⸗ liche mit Füßen treten, damit wir uns mit herzlichem Gebete, Seufzen und Flügeln des wahren Glaubens zu dir in die Höhe schwingen können. Wir glauben und trösten uns festiglich, du werdest uns als deine Glieder nicht hier im Elend lassen, sondern endlich, wenn wir unsern Lauf vollendet und im wahren Glauben beschlossen haben, uns auch zu dir nehmen. Denn du hast ja deinen himmlischen Vater vor deinem heiligen Leiden so inbrünstig gebeten und gesagt: Vater, ich will, daß wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast. Und weil du nicht allein zu deinem, sondern auch zu unserm Vater aufgehoben bist und deinen Jüngern und uns verheißen hast: Ich will wieder kommen und euch zu mir nehmen, daß ihr seid, wo ich bin, so erfülle deine tröstliche Zusage, lieber Erlöser, und hole uns bald zu dir, denn uns verlangt von Herzen nach dir. Wie gerne wollten wir bei dir in unserm himmlischen Vaterlande sein; wie viel lieber wollten wir das, als länger in dieser elenden Pilgrimschaft wallen. Gerne wollten wir unsere irdischen Hütten ablegen. Denn wir sehnen uns nach unsrer Behausung, die im Himmel ist, und daß das Sterbliche vom Leben verschlungen würde und wir da— heim wären bei dir. Bis aber unsere Stunde kommt, wollen wir mit unserm Gemüt in den Himmel dringen und mit dem Verlangen daheim sein bei dir, der du bist unsers Herzens Freud und Wonne, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 82. Am Pfingstfeste. ir loben und preisen dich, lieber himmlischer Vater, daß du deine Verheißung erfüllt, deinen heiligen Geist über alles Fleisch ausgegossen, deinen Himmel aufgethan und uns mit geist⸗ lichem Segen in himmlischen Gütern gesegnet hast. Nun hast du alles gethan, du Gott aller Gnade und Vater der Barm— herzigkeit, was du dir vorgenommen, und deine großen Werke auf Erden vollendet, die deines Namens Ehre sind und unser ewiges Heil. Du hast den Namen deines lieben Sohnes verklärt und deine Liebe in unsere Herzen ausgegossen. Ja du willst selbst in uns wohnen, willst unser Gott sein, und wir sollen dein Volk sein. Hochgelobt sei dein heiliger Name! Erhöre nun heute die Gebete deines Volkes. Tröste uns wieder mit deiner Hülfe und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Halte in dir f Tal Eeine Hat his Heist Verk Möge ber indl Ous Clen Ind in gr allen würd allen Lob V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 65 im Bau den Weinstock, den deine Rechte gepflanzt hat, den du ne Gnade, ehen, auf dir festiglich erwählt hast, und tränke ihn mit dem himmlischen les Welt⸗ Tau deines Segens. Laß deine Gemeinde bleiben bei deinem m Gebete, reinen Wort und öffne wieder ihren Mund, daß sie deine großen die Höhe Thaten preise. Thu die Thore deines Reiches weit auf und laß iglich, du die Fülle der Heiden zu ihnen eingehen. Regiere mit deinem „ sondern Geist alle christliche Obrigkeit, richte nach deinem Willen die Glauben Werke ihrer Hände und leite sie auf rechtem Wege, daß sie thun du hast ja möge, was dir wohlgefällig und deinem Volke heilsam ist. Gieß inbrünstig über unsere Häuser den Geist der Gnade und des Gebetes aus auch die und laß die Leuchte deines heiligen Wortes darin nicht verlöschen. ucht allen Laß deinen Geist, den Geist des Trostes und der Kraft, die bist und Elenden erquicken, die Traurigen trösten, die Schwachen stärken 4 er kommen und die aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen vertreten, die so erfülle in großer Anfechtung nicht mehr beten können. Vollende an uns d zu dit allen das gute Werk, das du angefangen hast, und mache uns ollten wir würdig, dein ewiges Reich zu erlangen, da die große Schar aus viel lieber allen Heiden und Völkern und Sprachen dir mit neuen Zungen aft wallen Lob und Dank sagt ewiglich. Dir samt deinem lieben Sohne Oenn wir und dem heiligen Geiste sei Ehre in der Gemeinde zu aller Zeit is, und und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. d wir ni 83. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. , err Gott, allmächtiger Vater, der du die Welt so hochherzlich 1001 ld und unaussprechlich geliebt hast, daß du auch deines einigen ens dre ohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahin gegeben, ö wir ehren und loben deine Majestät, und unser Herz freut sich in dir über alles, was du uns an Leib und Seele gethan hast, 0 und bitten dich, du wollest dein väterliches Herz nimmermehr l, daß 5 von uns wenden und um Christi willen, deines Geliebten, unser über gnädiger Vater in Ewigkeit sein und bleiben.— O Jesu Christe, nit Hann du Sohn des lebendigen Gottes, du treuer Heiland aller Men⸗ Nun m schen, wir danken dir auch für deine inbrünstige Liebe, daß du er Barm⸗ um unserer Seligkeit willen deinen himmlischen Thron verlassen, zen Bert bis zum Tode am Kreuz dich erniedrigt und uns den Weg zum ind u ewigen Leben wieder eröffnet hast.— O Gott heiliger Geist, du verläat werter Tröster und Lehrer der ganzen Christenheit, dich loben du will wir auch und danken dir für alle deine geistlichen Wohlthaten, wit solle mit denen du deine Kirche zierst und schmückst, in allen An— rhöre nun fechtungen und Nöten uns herzlich tröstest, und bitten dich, du mit 910 wollest uns mit deiner Gnade ferner überschatten und erleuchten.— 5. 5 66 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. O du heilige Dreieinigkeit, weil in deiner Erkenntnis unsere Seligkeit steht, so erhalte uns fest darin, daß wir dich als unsern Gott allezeit recht ehren, loben und preisen. Verlaß uns nicht, deine armen Kreaturen, und stärke uns in unserer Pilgerschaft. Laß einem jeden, der deine Hülfe anruft, den Reichtum deiner Erbarmung kund werden. Breite deine Gnade aus über unser ganzes Land, nimm in deinen allmächtigen Schutz und Schirm den Kaiser, unsern König, und sein Haus; baue und festige deine Kirche auf dem Fels der Wahrheit und laß sie unbeweglich stehn wider den Trotz der Welt, ja wider die Pforten der Hölle. Verleih uns durch deine Kraft, daß wir das Geheimnis deines Wesens nicht allein mit dem Munde, sondern auch mit der That und Wahrheit ehren, daß wir uns dir zum Eigentum übergeben, in dir leben und sterben und dermaleinst mit Freuden erscheinen vor dem Thron deiner ewigen Majestät und Herrlichkeit. Amen. 84. Am Feste der Engel oder Michaelis. llmächtiger Gott, ein Herr Himmels und der Erde, der du alles geschaffen hast, beide das Sichtbare und das Unsicht— bare, die Thronen und die Herrschaften, wir sagen dir Lob und Dank, daß du die himmlischen Heerscharen, die heiligen Engel, verordnet und ausgesandt hast zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit. Wir bitten dich, du wollest ihnen Befehl thun, daß sie uns behüten auf allen unsern Wegen, daß sie uns auf den Händen tragen und wir unsern Fuß nicht an einen Stein stoßen. Treibe von uns alle bösen Mächte der Finsternis und laß deine heiligen Engel uns allezeit begleiten, schützen und mächtiglich erretten. Laß durch ihren Dienst Stadt und Land, Haus und Hof, Weib und Kind und alles, was wir haben, vor allem Unfall bewahrt werden. Gieb uns wahre Buße in unsere Herzen, daß sich die Engel im Himmel über uns freuen. Zünde in uns an ein brünstiges Gebet und Lob deines Namens, daß wir der Engel Amt verrichten und mit ihnen anbeten und rufen: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! Gieb uns aber auch Gnade, daß wir ihnen nachfolgen im Gehorsam gegen deinen heiligen Willen und freudig, wie sie, deine Befehle ausrichten. Und wenn wir aus diesem zeitlichen Leben scheiden sollen, so laß unsere Seelen von den Engeln in Abrahams Schoß getragen werden und mache uns ihnen gleich am Tage der Auferstehung, daß wir mit ihnen dich ewig loben und preisen mögen. Amen. hast u virru Ind e Fried Hotte bei m haben lecht Gott, in ab Kirche. is unsere als unsern uns nicht, lgerschaft. um deiner über unser d Schirm nd festige nbeweglich der Höͤlle. nis deines t der That übergeben, erscheinen t. Amen. de, der du 5 Unsicht⸗ Lob und en Engel, pillen, die lest ihnen egen, daß nicht an lächte der begleiten, enst Stadt „was wir ms 2 mmel über und Lob und mit der Herr aber auc en deinen ausrichten. en, so 12 f getragen ferstehunl, Amen. . V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 67 85. Am Reformationsfeste. Adn und grundgütiger Gott, wir danken dir von Herzen, daß du deiner Kirche dich gnädiglich angenommen, das Ge— fängnis deines Volkes gewendet und am Abend der Welt unserm werten Vaterlande durch dein teures Rüstzeug Martin Luther ein großes Licht angezündet hast. In deines Geistes Kraft hat er den Brunnen Israels gereinigt, die seligmachende Wahrheit von aller Verführung abgesondert, die heilige Schrift deutlich über— setzt, den Stand der lieben Obrigkeit gerettet und viel Gutes mehr zu deiner Ehre und deiner lieben Gemeinde Erbauung und zur Beruhigung der geängstigten Gewissen ausgerichtet. Danket dem Herrn Zebaoth, daß er so gnädig ist und thut immerdar Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn, lobe, Zion, deinen Gott, der sein Wort giebt mit großen Scharen Evangelisten, und alle, die den Herrn fürchten, sollen sagen: Seine Gnade und Wahr⸗ heit waltet über uns in Ewigkeit. Nun, du treuer Gott, du hast uns bisher wider so manche Gefahr, Verfolgung und Ver— wirrung in diesem Licht gnädig erhalten, so bewahre es ferner und erhalte den Heilsbrunnen der allein seligmachenden Lehre in Fried und Ruhe bei uns und unsern Kindern, daß die Stadt Gottes fein lustig bleibe mit ihren Brünnlein. Erwecke auch bei uns allen wahre Gottseligkeit, daß wir behalten, was wir haben, und unsern Schatz nicht durch Undank verscherzen, sondern recht evangelisch, desselben würdig leben und dort dich ewigen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist, loben und preisen mögen in alle Ewigkeit. Amen. 86. An öffentlichen Buß⸗ und Bettagen. armherziger, ewiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, du Herr Himmels und der Erde, wir armen, elenden Sünder bekennen vor deinem allerheiligsten Angesichte, daß wir leider mit unsern Vätern gesündigt, daß wir miß- gehandelt und gottlos gewesen mit unsern vielfältigen schweren Sünden, auch deinen gerechten Zorn und allerlei Strafen, ja den endlichen Untergang wohl verdient haben. Solche unsere begangenen Sünden reuen uns von Herzen, und dieweil du unser aller Vater und liebreicher Gott bist, der du dich also erklärt hast: So wahr als ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, so fliehen wir zu deiner in⸗ brünstigen und herzlichen Barmherzigkeit, demütig bittend, du wollest aller unserer Übertretung nicht gedenken, sondern vielmehr eingedenk sein deiner grundlosen Güte und Barmherzigkeit. Ach 5 68 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. Vater und Herr, strafe uns nicht in deinem Zorn, züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, verstoße uns nicht von deinem Angesicht und laß es nicht mit uns gar aus sein. Erweise uns deine wunderliche Güte, du Heiland derer, die auf dich hoffen, und laß unser Angesicht nicht zu schanden werden. Ach Herr, Gott Zebaoth, sei du unser Gott, mache dich auf zu richten und hilf allen Elenden und Bedrängten auf Erden, zerbrich die Pfeile aller Feinde deines allerheiligsten Wortes und Namens, laß ihre Hände sinken, laß sie beschließen einen Rat und nichts daraus werden, und zerstreue die Völker, die da gerne kriegen. Gestatte ja nicht, o treuer Vater, daß dein Weinberg, den du unter uns gepflanzt hast, verwüstet werde. Stehe auf, Herr, und hilf uns mit deiner starken Hand und allmächtigen Arm, thu wohl diesen und allen andern Landen, in welchen du mit deinem Worte deine Wohnung hast. O lieber Herr und Gott, sei und bleibe du bei und unter uns, stärke und erweitere dein Reich, das du aufgerichtet hast, denn es ist dein Werk. Erhalte uns und unsere Nachkommen bei reiner, gesunder Lehre und bei gewünschtem Landfrieden. Verschone uns, o treuer Gott und Vater, mit Krieg, Aufruhr und Empörung, mit Pestilenz und andern gefährlichen Seuchen. Wende ab Teurung, Mißwachs, schädliches Wetter und alle andern Plagen. Sei uns gnädig, zeige uns deine Barmherzigkeit, Gott, unser Heil. Erleuchte unsere Herzen, daß wir rechtschaffene, wahre Buße thun, alle wissentlichen und vorsätzlichen Sünden fliehen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben und also dem wohlverdienten Verderben zeitlich und ewiglich entgehen mögen. Das alles wollest du thun, o treuer, barmherziger Vater, um des teuren, werten Verdienstes und der kräftigen Fürbitte willen deines lieben Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebt' und regieret in gleicher Majestät und Ehre, wahrer Gott und Mensch, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. 87. Gebet für die wöchentlichen Betstunden. Am Montag. armherziger Gott und Vater, nachdem wir abermals eine Woche zurück gelegt und in eine neue eingetreten sind, so danken wir dir für alle erwiesenen Wohlthaten. Du hast dein Wort und Sakrament unter uns rein und lauter erhalten, uns Ruhe und Friede, auch tägliche Nahrung bescheret. Du hast V Il Helfer Intre bn Ooch 0 ist Ind woche Hidet Henie Sünd linen ber und! auch unde Vat und Iried Beru Inser Got, du m deing deine lich k gehen Gedr ertra von Tod selig Hesar Him Herr Felt Rrunk Kirche. üchtige uns , verstoße t uns gar u Heiland t nicht zu inser Gott, Bedrängten erheiligsten beschließen die Völket, , daß dein istet werde. Hand und LCanden, in O lieber uns, stärke enn es ist bei reiner, schone uns, Empörung, Wende ab rn Plagen. ott, unser ne, wahre den fliehen stets vor Hen zeitlich iger Valer N Fürbitte n, welche in gliiche gelobt in ntag. mmals eine 1 sind, s hast deil alten, m5 Du haft V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 69 uns der vorigen Woche Tage und Plage gnädig überwinden helfen und lässest uns diese Woche mit Gesundheit und Freuden antreten. Für solche und alle andern Gutthaten sagen wir dir von Herzen Lob und Dank. Weil wir aber in der vergangenen Woche wider dich, Herr unser Gott, vielfältig gesündigt haben, so ist uns solches herzlich leid, und bitten wir alle um Gnade und Vergebung. Laß uns der heiligen Leidens- und Marter— woche deines lieben Sohnes und dessen, was er uns durch sein Leiden, Kreuz und Tod in derselben erworben hat, heilsamlich genießen. Gieb, daß wir aus der alten Woche keine alten Sünden mit in die neue nehmen. Gieb uns neue Herzen und einen neuen gewissen Geist. Laß deine Gnade alle Morgen über uns neu aufgehen und erhalte uns bei deinem reinen Worte und bei dem rechten Gebrauche der heiligen Salramente. Stärke auch mit Kraft aus der Höhe unsere gnädigste Landesherrschaft und alle christlichen Obrigkeiten. Fördere guten Rat und nützliche That und wende Krieg, Pest, Teurung, Feuersbrunst, Wassersnot und sonst alles Herzeleid in Gnaden von uns ab. Gieb uns Friede und Gesundheit, auch Glück und Heil zu unser aller Beruf und Stande. Und weil wir nun mit der neuen Woche unsere Amts⸗ und Berufsarbeit wieder antreten, so fange, o Gott, von neuem an, uns zu segnen. Laß uns das Werk, dazu du uns beschieden hast, mit Freude angreifen und führe durch deinen Segen alles, was wir in deinem Namen anfangen, zu deiner Ehre, zu unserer und unsers Nächsten Wohlfahrt glück⸗ lich hinaus. Gefällt es dir aber, lieber Vater, uns in der an⸗ gehenden Woche mit Kreuz und Trübsal heimzusuchen, so gieb Geduld und mache uns das Kreuz nicht schwerer, als wir es ertragen können. Hast du endlich über einen oder den andern von uns beschlossen, ihn in dieser Woche durch den zeitlichen Tod aus dieser Welt abzufordern, so gieb demselben hier ein seliges Ende, daß er dort ewig bei dir sei, und wir zuletzt ins⸗ gesamt, nach aller Mühe und Arbeit auf Erden, bei dir im Himmel einen Sabbath nach dem andern in ewiger Freude und Herrlichkeit feiern mögen. Das verleihe uns, o Gott, in des heiligen Geistes Kraft durch Jesum Christum. Amen. 88. Noch ein Gebet für Betstunden. O Herr, allmächtiger, barmherziger Vater, wir armen Sünder kommen vor dein heilig Angesicht und sagen dir aus Herzens⸗ grund für alle deine Wohlthaten billig Lob und Dank, daß du 70 V. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. uns zu deinem Ebenbild erschaffen und nach deiner großen Barm⸗ herzigkeit wiedergeboren und in deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo, der Hoffnung nach zu Erben der ewigen, himmlischen Güter angenommen, auch bisher an Leib und Seele gnädiglich erhalten hast. Wir bitten dich ferner demütiglich, du wollest uns alle unsere Sünden und Missethaten durch das teure Verdienst deines Sohnes Jesu Christi vergeben und um seiner vollgültigen Fürbitte willen alle wohlverdienten Haus- und Land⸗ plagen gnädiglich mildern und abwenden und deinen heiligen Geist verleihen, daß wir uns forthin in unserm Beruf und allem Vornehmen durch denselben auf ebener Bahn führen und regieren lassen, damit wir dich, o Gott, stets vor Augen haben und kindlich fürchten, hingegen die Sünde mit allem Ernste meiden, das liebe Kreuz mit christlicher Geduld hinnehmen und gehor— samlich leiden. Wir befehlen dir auch weiter, o getreuer, allmäch— tiger Vater, die ganze Christenheit auf Erden, alle hohen christ— lichen Häupter, desgleichen unsere Obrigkeit, unsere getreuen Lehrer und alle gottseligen Hausväter samt ihren Angehörigen. Behüte unser liebes Vaterland vor Krieg, Mißwachs, Hunger, Seuchen und Krankheiten, vor Feuers- und Wassersnöten. Auch laß dir, o milder Vater, die Früchte auf dem Lande und unsere ganze Nahrung wohl befohlen sein. Die wollest du segnen und uns gedeihen lassen, den Armen Brots genug, den Kranken Geduld und Gesundheit geben, den Sündern Gnade zur Besserung ihres Lebens, uns und allen Christgläubigen Barmherzigkeit und nach diesem vergänglichen das ewige selige Leben schenken und mitteilen durch Jesum Christum, unsern Herrn und Heiland. Amen. 89. Für kirchliche Bibelstunden. llerheiligster und gnädigster Gott, du hast in deinem Wort versprochen, daß du wollest zu uns kommen und uns segnen an dem Orte, da du deines Namens Gedächtnis stiften würdest. Gedächtnis nun zu halten von deinem allerheiligsten Namen sind wir auch allhie versammelt. Darum bitten wir dich herzlich und demütig, du wollest mitten unter uns sein, du wollest uns segnen und zu diesem deinem Dienst geschickt und tüchtig machen. Vergieb uns zu dem Ende, himmlischer Vater, alle unsere Sünden, Ubelthaten, Fehler und Schwachheiten um Jesu Christi und seiner blutigen, vollljommenen Aussöhnung willen, und heilige uns täglich mehr und mehr, der Sünde und Welt abzusterben. Schenke uns deinen heiligen Geist mit reichem Maß, damit dein göttliches Vort v heständi undelt Hewegur Urück Kräfte! Herz d Wahrhe gehe du sclichen zur Erh Sohnes Raa dein mit re Iesum Kirche. hen Barm⸗ e, unserm er ewigen, und Seele tiglich, du das teure um seiner und Land⸗ n heiligen und allem nd regieren haben und ste meiden, ind gehor⸗ , allmäch⸗ hen christ⸗ uen Lehrer n. Behüte „ Seuchen ch laß dit, sere ganze und uns n Geduld ung ihres und nach mitteilen Amen. nem Wort ins segnen 1 würdes amen sind erzlich und ollst uns ij machen. Sünden, und seintt ms tihlih schenke uns gitliihes Kollekten. Wort von uns möge recht gelehrt, andächtig gehört, in einem beständig guten Herzen bewahrt und in ein christlich Leben ver⸗ wandelt werden. Heilige unsere Gedanken, reinige unsere Gemüts⸗ bewegungen, sammle alle unsere verstreuten Sinne aus der Welt zurück hieher vor dein göttlich Angesicht, daß wir Worte und Kräfte des Lebens empfangen. Rühre auch den Mund und das Herz deines unwürdigen Dieners, das Wort der himmlischen Wahrheit mit aller Freudigkeit und Geisteskraft auszureden, und gehe du von Seele zu Seele in der Gemeinde unter uns, einen jeglichen aufzuwecken zum Stande rechtschaffener Bekehrung und zur Erhaltung der gewünschten Seligkeit. Alles um deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi willen. Amen. Rollekten. Für bestimmte Tage und Zeiten. Auf Advent. 1. ieber Herr Gott, wecke uns auf, daß wir bereit sein, wenn dein Sohn kommt, ihn mit Freuden zu empfangen und dir mit reinem Herzen zu dienen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 2. err Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von ganzem Herzen, daß du uns armen Sündern zu Trost deinen Sohn Christum zu einem Messias verordnet und gesandt hast, daß er als ein gerechter König und Heiland sein Volk von Sünden erlösen und aus des Teufels Tyrannei und ewigem Tode erretten sollte. Wir bitten dich von Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist also erleuchten, regieren und führen, daß wir diesen gerechten König und Heiland wahrhaftig erkennen, an ihm allein halten, uns an seiner geringen Gestalt, verachtetem Worte und Reiche nicht ärgern, sondern in einem rechten Vertrauen auf ihn ewig selig werden mögen, durch den⸗ selben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. —— 72 Kollekten. 2 Wit bitten dich, lieber Herr Gott, du wollest unsere Herzen durch deiner Gnaden Heimsuchung reinigen, daß dein Sohn, wenn er zu uns kommt, eine bereite Wohnung finde, der mit dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Vorabend des Christfestes. 4. Licher Herr Gott, der du diese geweihte Nacht im Glanz des wahren Lichts hast scheinen lassen, verleih, daß wir dort im Himmel der Freuden jenes Lichtes inne werden, dessen Geheimnisse du uns hier auf Erden offenbart hast, durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, der da ist das wahrhaftige Licht und mit dir lebt und herrschet, wahrer Gott, immer und ewiglich. Amen. Am Christfeste. 5. ilf, lieber Herr Gott, daß wir der heiligen Geburt deines lieben Sohnes teilhaftig werden und von unserer sündlichen Geburt erledigt in der neuen Geburt dir dienen, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 6. 9⁰ Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine große Gnade und Barmherzigkeit, daß du deinen eingeborenen Sohn in unser Fleisch hast kommen lassen und durch ihn uns von Sünden und ewigem Tode gnädiglich geholfen. Wir bitten dich herzgründlich, erleuchte unsere Herzen durch deinen heiligen Geist, daß wir dir für solche deine Gnade dankbar sein und derselbigen uns in aller Anfechtung trösten und endlich ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 2. err Gott, der du uns mit dem jährlichen Gedächtnis unserer Erlösung erfreuest, gieb, daß wir deinen eingeborenen Sohn, 9 i hommer Hesetz e einen nöchte. unsere vider v Ruuch d Kinder moͤgen, Herrn. Ae die du hast er nun w vor Un hitllic welcher Cwigke 9⁵ 0 9 den H das se lieben du wi begabe wande erfreu densel 9⁵¹⁰ E tung Kollekten. Am Neujahrstage. ere Herzen c. dein Sohn, Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine „ der mit väterliche Gnade, daß du dich der armen Sünder ange— nommen und deinen Sohn Christum ihnen zu gut unter das Gesetz gethan hast, daß er mit seinem vollkommenen Gehorsam deinen gerechten Zorn stillen und unsern Ungehorsam heilen möchte. Wir bitten dich, du wollest durch deinen heiligen Geist unsere Herzen also erleuchten, daß wir uns solches Gehorsams Glanz des wider unsere Sünde und das böse Gewissen trösten können und ö ir dort im durch die Hülfe des heiligen Geistes auch anfangen, gehorsame ö heheimnisse Kinder zu werden, und endlich die ewige Seligkeit erlangen ö en unsern mögen, durch denselben deinen Sohn, Christum Jesum, unsern t und nit Herrn. Amen. h. Amen. 9. llmächtiger, ewiger Gott, von dem alle gute und vollkommene Gabe herabkommt, wir danken dir für alle deine Wohlthat, die du uns im vergangenen Jahre beides geistlich und leiblich Rens hast erzeiget; und bitten deine Barmherzigkeit, du wollest uns ö 1 hen nun wiederum ein glückseliges und freudenreiches Jahr bescheren, vor Unglück und Gefahr uns gnädiglich behüten und mit deinem göttlichen Segen erfüllen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, Amen. welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in ö Ewigkeit. Amen. eine große Am Feste der—.— Christi. ö nen Sohn. ö ö uns bon err Gott, himmlischer Vater, der du deinen eingeborenen Itten dic Sohn Jesum Christum durch die Erscheinung eines Sterns gen Geist, den Heiden offenbart und uns auch in diesen letzten Zeiten durch lbigen das selige Licht deines göttlichen Wortes zu der Erkenntnis deines — 130 lieben Sohnes hast kommen lassen, wir bitten von ganzem Herzen, 6 0 du wollest uns durch deinen heiligen Geist also begnaden und n Iesum A 35 ö 45 1 Iit begaben, daß wir nach solchem Lichte deiner Wahrheit immerdar wandeln, uns mit ganzer Zuversicht unseres Heilandes allezeit erfreuen und also zur ewigen Seligkeit erhalten werden, durch 15 n denselben deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. x len Sohn, 11 hei seiner* ö bei 0 err Gott, himmlischer Vater, der du an diesem Tage deinen u, un eingeborenen Sohn Jesum Christum den Heiden durch Lei⸗ ltrt m tung des Sternes offenbart hast, verleih uns gnädiglich, daß 7⁴ Kollekten. wir dem seligen Lichte der Heiden immerdar nachwandeln und endlich alle zur Anschauung deiner göttlichen Majestät und Herr⸗ lichkeit gelangen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Für die Weihnachts⸗ und Epiphaniaszeit. 12. Almuchniger, ewiger Gott, wir bitten dich, verleih uns, die wir mit dem gnadenreichen Lichte deines neugeborenen Sohnes Jesu Christi begnadigt sind, daß wir auch mit der That voll⸗ bringen, was wir im Herzen glauben und mit dem Munde bekennen, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 13. err Gott, himmlischer Vater, der du aus väterlicher Liebe gegen uns arme Sünder deinen Sohn uns geschenkt hast, daß wir an ihn glauben und durch den Glauben sollen selig werden, wir bitten dich, gieb deinen heiligen Geist in unsere Herzen, daß wir in solchem Glauben bis an unser Ende beharren und ewig selig werden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 14. Allmuchnger, gütiger Gott, barmherziger Vater, erleuchte über uns dein väterliches Angesicht und stärke in uns die Er⸗ kenntnis deiner Barmherzigkeit, die du uns in deinem lieben Sohne bewiesen hast, auf daß wir, zu deinem Lobe entzündet, mit allem himmlischen Heer in allen unsern Worten und Werken dich rühmen und preisen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. 15. err Gott, himmlischer Vater, der du deinen Sohn uns zum Heilande bereitet hast, daß er der Heiden Licht und Israels Preis sein sollte, wir bitten dich, erleuchte unsere Herzen, daß wir deine Gnade und väterlichen Willen in ihm erkennen, auch Hülfe und Schutz wider die Sünde, Verdammnis und den leidigen Satan an ihm haben und endlich ewig selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 16. 91— Herr Jesu Christ, der du bist das wahre Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen, wir bitten dich, erleuchte unser Herz mit deinen Gnaden, auf daß wir di unden luigli Heilige er 0 bedach unsert ganzer berleih Sterbe eckenn Geiste ndeln und und Herr⸗ Christum, , die wir n Sohnes That voll⸗ n Munde Christum, icher Liebe henkt hast, ollen selig in unsere e beharren en Sohn, uchte über die Er⸗ m lieben indet, mit erken dich n. Amen. uns zum Fraels rzen, daß nen, auch n leidigen en, durch „ walhe men, wir auf ß Kollekten. 7⁵5 wir dich mit dem heiligen Simeon als unsern Heiland erkennen und nach dieser Welt Dunkelheit bei dir in himmlischer Klarheit ewiglich bleiben, der du lebst und herrschest mit dem Vater und heiligen Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Feste der Verkündigung Mariä. +. err Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für deine un⸗ aussprechliche Gnade, daß du uns arme Sünder so gnädig bedacht, deinen Sohn in unser Fleisch geschickt und ihn um unsertwillen Mensch hast werden lassen. Wir bitten dich von ganzem Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen Geist Gnade verleihen, daß wir uns seiner Menschwerdung, seines Leidens und Sterbens trösten, ihn für unsern Herrn und ewigen König erkennen und annehmen und durch ihn mit dir und dem heiligen Geiste ewig leben und selig werden mögen. Amen. In der Fastenzeit. 18. llmächtiger, ewiger Herr Gott, der du für uns hast deinen Sohn des Kreuzes Pein lassen leiden, auf daß du von uns des Feindes Gewalt triebest, verleih uns, also zu begehen und zu danken seinem Leiden, daß wir dadurch der Sünden Vergebung und vom ewigen Tode Erlösung erlangen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 19. B uet derit ewiger Gott, der du deines einigen Sohnes nicht verschont hast, sondern ihn für uns alle dahin gegeben, daß er unsere Sünde am Kreuze tragen sollte, verleih uns, daß unser Herz in solchem Glauben nimmermehr erschrecke noch ver⸗ zage, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 20. err Gott, der du allezeit Lust hast zur Barmherzigkeit und gerne verschonest, nimm an unser bußfertig Gebet und mache die, so in Banden der Sünde liegen, los und ledig nach deiner milden Güte, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Kollekten. 21. err Gott, himmlischer Vater, der du aus väterlicher Gnade deines eingeborenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn in den Tod und an das Kreuz hinan gegeben hast, wir bitten dich, gieb deinen heiligen Geist in unsere Herzen, daß wir solcher Gnade uns herzlich trösten, vor Sünden ferner uns hüten, und was du zu leiden schickest, geduldig tragen mögen, auf daß wir durch ihn mit dir ewig leben. Amen. 22 err Gott, Vater aller Barmherzigkeit, wir bitten dich, du 9 wollest gnädiglich sehen auf dies dein Volk und Hausgesinde, um welches willen dein lieber Sohn Jesus Christus sich nicht geweigert hat, übergeben zu werden in die Hände der Sünder und zu dulden die schmähliche Pein des Kreuzes, der mit dir lebt und herrschet wahrer Gott in Einigkeit des heiligen Geistes ewiglich. Amen. 23. H Jesu, unsere Ruhe und Leben, wir danken dir, daß du unsere Sünde mit dir in dein Grab genommen und darin begraben und uns durch deinen neuen Sabbath im Grabe ewige Ruhe erworben hast. Hilf, daß wir dein Grab für unserer Sünden Kerker erkennen und uns vor unserm Grabe nicht fürchten, sondern in deiner Erkenntnis gern und willig in unser Ruhelämmerlein schlafen gehen, der du mit deinem heiligen Leibe all unsere Gräber weihest und heiligest, hochgelobet in Ewigkeit. Amen. Am Gründonnerstage, auch sonst bei der Feier des heiligen Abendmahls. 2⁴. O Eas Jesu Christe, der du uns hier in dem wunderbaren Sakramente ein Gedächtnis deines Leidens gelassen hast, wir bitten dich, gieb uns Gnade, daß wir das heilige Geheimnis deines Leibes und Blutes so ehren und handeln, daß wir deine Erlösung in uns täglich fruchtbarlich empfinden, der du mit dem Vater und dem heiligen Geist lebest und regierest, wahrer Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. W herzig egen Chris Al Preis deiner lieber daß v suchen Sohn A. Emer ersteht unsert Al und gebro in de Herz loben Chri her Gnade rn ihn in itten dich, vir solcher hüten, und f daß wir 1dich, du ausgesinde, sich nicht r Sünder r mit dit en Geistes „ daß du und darin abe ewige r unserer abe nicht willig in mheiligen gelobet in igen nderbaren hast, wi heheimnis wir deine rer Goth, Kollekten. 77 25. ir danken dir, allmächtiger Herr Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe hast erquicket, und bitten deine Barm⸗ herzigkeit, daß du uns solches gedeihen lassest zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 26. llmächtiger Gott, ewiger Vater, ein König der Ehren und ein Herr Himmels und der Erde, dir sei Lob, Ehre und Preis, daß du uns würdig geachtet hast, zu diesem Reichtum deiner Gnade und seligen Speise zu kommen. Wir bitten dich, lieber Vater, du wollest uns deinen heiligen Geist verleihen, auf daß wir mit Herz und Gemüte, was droben ist im Himmel, suchen und auch gnädiglich finden, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Osterfeste. 27. llmächtiger Gott, wir bitten dich, verleih uns, die wir das Fest der Auferstehung unsers Herrn feiern, daß wir durch Erneuerung deines heiligen Geistes vom Tode der Seelen auf⸗ erstehn, auf daß wir mit dir ewiglich leben, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 28. llmächtiger Gott, himmlischer Vater, der du durch den Tod deines Sohnes die Sünde und den Tod zunichte gemacht und durch sein Auferstehen Unschuld und ewiges Leben wieder⸗ gebracht hast, auf daß wir, von der Gewalt des Teufels erlöset, in deinem Reiche leben, verleih uns, daß wir solches von ganzem Herzen glauben und, in solchem Glauben beständig, dich allezeit loben und dir danken, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 29. err Gott, himmlischer Vater, der du deinen eingeborenen Sohn um unserer Sünde willen dahin gegeben und um unserer Gerechtigkeit willen wieder auferwecket hast, hilf, daß wir als Glieder seines Leibes an ihm, unserm Haupte und Lebens⸗ fürsten, fest hangen und dermaleinst in der herrlichen Auferstehung der Gerechten an jenem Tage mit Freudigkeit vor ihm erscheinen 78 Kollekten. und mit ihm in sein ewiges Reich eingehen mögen, da er als ein sieghafter Uberwinder aller seiner und unserer Feinde mit dir und dem heiligen Geiste in Ewigkeit lebet und herrschet. Amen. Für die Freudenzeit. 30. llmächtiger Gott, der du uns durch deinen Sohn eröffnet hast den Zugang zum ewigen Leben und durch das Geheimnis seiner fröhlichen Auferstehung der ganzen Welt Heil verliehen, wir bitten dich, du wollest unsere Begierde zur schönen Ewigkeit erwecken und uns die himmlische Gabe der vollkommenen Freiheit verleihen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 31. Leeder Herr Gott, der du durch die Erniedrigung deines Sohnes die Welt vom tiefen Falle aufgerichtet haͤst, gieb deinen Gläubigen allzeit fröhlichen Mut, auf daß sie, von den Schrecken des ewigen Todes errettet, der unvergänglichen Freuden teilhaftig werden, durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 32. Herr Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen mit einerlei Sinn erfüllest, verleih deinem Volke, das zu lieben, was du befiehlst, das zu begehren, was du verheißest, auf daß bei dem eitlen Treiben dieser Welt unsere Herzen droben haften, wo die wahren Freuden sind, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Feste der Himmelfahrt. 33. llmächtiger Gott, wir bitten dich, verleih, daß unser Sinn allezeit dahin stehe, wohin der Herr dieses Festes mit Ruhm und Preis ist eingegangen, und daß wir dort, wohin wir hier im Glauben trachten, unsern ewigen Aufenthalt finden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, der in Einigkeit des heiligen Geistes mit dir lebet und herrschet in Ewigkeit. Amen. eit m sondern lles, Ind ret Ins sen bei deit Hirche Feinde Sünde 9* 99 gieb u haben freuen, da er als ide mit dir et. Amen. n eröffnet Geheimnis berliehen, n Ewigkeit en Freiheit m, unsern es Sohnes ieb deinen Schrecken teilhaftiz m, deinen nd regieret bigen mit zu lieben, auf daß en haften, Christum, lebet und nser Sinn mit Ruhm wir hier n, durl 3 heiligen n. Kollekten. 34. H err Jesu Christe, du Sohn des allerhöchsten Gottes, der du nun forthin nicht mehr auf Erden arm und elend bist, sondern zur Rechten deines Vaters ein gewaltiger Herr über alles, was da ist im Himmel und auf Erden, alles auch erfüllest und regierest, wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist uns senden, fromme Kirchendiener geben, dieselbigen begaben und bei deinem Wort erhalten, dem Satan und allen Feinden deiner Kirche wehren und dein Reich gewaltiglich erhalten, bis daß alle Feinde zu deinen Füßen liegen, und wir auch durch dich die Sünde, den Tod und alles überwinden. Amen. Am Pfingstfeste. 35. err Gott, lieber Vater, der du an diesem Tage deiner Gläubigen Herzen durch den heiligen Geist erleuchtet und gelehret hast, gieb uns, daß wir auch durch denselben Geist rechten Verstand haben und uns seines Trostes und seiner Kraft zu aller Zeit freuen, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 36. O Herr Jesu Christe, du Sohn des allmächtigen Gottes, wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist durch dein Wort in unsere Herzen geben, daß derselbe uns allezeit nach deinem heiligen Willen regiere und führe, in allerlei Unglück und An⸗ fechtung tröste und in deiner Wahrheit wider allen Irrtum leite und erhalte, auf daß wir im Glauben fest bestehen, in deiner Liebe und guten Werken zunehmen und durch eine gewisse Hoffnung deiner erworbenen und geschenkten Gnade ewig selig werden mögen, der du mit dem Vater und heiligen Geiste regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 27 wiger Gott, gnädiger Vater, der du deinen heiligen Geist und ein neu Gesetz in unser Herz zu geben verheißen hast, wir bitten deine milde Güte, du wollest deine armen Kinder mit deinem Gnadengeist beseligen und unsere Herzen trösten und erhalten, daß wir bei deinem Wort mit Freudigkeit beharren und dir in Geduld mit wahrer Anrufung allezeit dienen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. A 80 Kollekten. Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. 38. Alhtrr, ewiger Gott, der du uns gelehret hast, im rechten Glauben zu wissen und zu bekennen, daß du in dreien Personen gleicher Macht und Ehren ein einiger, ewiger Gott und dafür anzubeten bist, wir bitten dich, du wollest uns bei solchem Glauben allezeit fest erhalten wider alles, was uns dagegen mag anfechten, der du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am Feste Johannis des Cäufers. 39. llmächtiger, ewiger Gott, verleih, daß dein Volk auf dem Wege des Heiles wandle und durch Gehorsam gegen das Wort des Vorläufers Johannes zu dem gelange, von dem er geweissagt hat, zu unserm Herrn Jesu Christo, der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und herrschet in alle Ewigkeit. Amen. Am Feste der Beimsuchung Mariä. 40. llmächtiger Gott, der du an der Jungfrau Maria große Dinge gethan und sie zur Mutter deines lieben Sohnes, unsers Herrn, gemacht, auf daß uns kund würde, wie du der Armen, Nichtigen und Verachteten dich gnädiglich annimmst, gieb, daß auch wir uns in aller Demut und Gelassenheit an dein Wort mit wahrem Glauben ergeben und also deines lieben Sohnes teilhaftig werden, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Am Michgelisfeste. 41. llmächtiger, ewiger, barmherziger Gott, der du wunderbarer Weise der Engel und Menschen Dienste geordnet hast, wir bitten dich, verleih uns gnädiglich, daß unser Leben hier auf Erden behütet und beschirmt werde von denen, die deiner gött⸗ lichen Majestät allezeit beiwohnen im Himmel, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Am Reformationsfeste. 42. ir danken dir, allmächtiger Gott und Vater, daß du dich deiner Kirche väterlich erbarmt und dein lauteres Evangelium uns wieder geschenkt und erhalten. Wir bitten dich, du wollest Met a n Ey uunselb d ste Ihen. Eerr. Dn ns, di Uunser Ind w hurch! Maan 0 che, üglich, Was di Mter Vort Heech Herrn. A˖ Waht gekröt hast ewige reichl alleze Amer Al Erz Gute im rechten in dreien viger Gott st uns bei was uns n Ewigkeit k auf dem gegen das on dem er it dir und t. Amen. roße Dinge s, Unsers er Armen, gieb, daß dein Wort n Sohnes Riste lebet underbarer hast, wir hier aus einer gött rch Nsum Spangelum Kollekten. 81 unser aller Herzen durch deinen heiligen Geist regieren, daß wir dem Evangelium allezeit treu und fest anhangen, aber auch nach demselben würdiglich wandeln und auf den Trost desselben leben und sterben, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Für die Früchte des Feldes.(Am Tage der Hagelfeier.) 13. err, allmächtiger Gott, der du alles, was da ist, regierest und nährest, ohne dessen Gnade nichts geschehen kann, gieb uns, deinen Kindern, lieber Vater, ein gnädiges Wetter, auf daß unser Land durch deinen Segen mit seinen Früchten erfüllet werde, und wir dich in allen deinen Wohlthaten erkennen und loben, durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 44. llmächtiger Gott, barmherziger Vater, der du durch deine göttliche Kraft alles hast erschaffen, und was da lebet und webet, sättigest nach deinem Wohlgefallen, wir bitten dich demü— tiglich, du wollest unsere Felder mit deinem Segen krönen, und was du zu Nutzen der Menschen aus der Erde wachsen lässest, unter deinem Schirme und Schutz gnädiglich erhalten, auch dein Wort in unsere Herzen pflanzen, daß wir dir viele Früchte der Gerechtigkeit bringen, durch deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Erntedankfeste. 45. llmächtiger Gott, barmherziger Vater, der du deine milde Hand aufthust und sättigest alles, was da lebet, nach deinem Wohlgefallen, wir danken dir demütiglich, daß du die Felder gekrönet mit deinem Segen und die Früchte der Erde uns wiederum hast sammeln lassen; und bitten dich, segne und behüte auch die ewige Saat deines Wortes in unsern Herzen, auf daß wir in reichlichen Früchten der Gerechtigkeit die rechten Dankopfer dir allezeit darbringen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Am Bergfeste. 46. A La. ewiger Gott, himmlischer Vater, der du Berg und Thal, Klüfte und Gänge erschaffen und lässest Silber und Erz wachsen zur Notdurft der Menschen, wir bitten deine milde Güte, du wollest unser Bergwerk aus Gnaden segnen und uns 6 82 Kollekten. nach deinem Willen gut Erz bescheren, auch deinen Geist und Gnade uns mitteilen, daß wirs zu deiner Ehre und Unterhaltung deines Worts und täglicher Notdurft seliglich gebrauchen und unserem Nächsten christlich damit dienen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. An Buß⸗ und Bettagen. 47. err Gott, himmlischer Vater, der du nicht Lust hast an der armen Sünder Tode, lässest sie auch nicht gerne verderben, sondern willst, daß sie bekehrt werden und leben, wir bitten dich herzlich, du wollest die wohlverdienten Strafen unserer Sünden gnädiglich abwenden, und uns hinfort zu bessern deine Barm— herzigkeit mildiglich verleihen, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 48. V'Ounde Herr, verschone unserer Sünde; und wiewohl den Sündern ewige Strafe gebühret, so bitten wir doch von ganzem Herzen, laß uns alles zu einer zeitlichen, gnädigen Strafe und erträglichen Züchtigung kommen, was wir zum ewigen Ver⸗ derben gar wohl verdient haben, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Allgemeine Kollekten. Um den Segen des Wortes und rechten Gottesdienst. 49. A Herr Gott, wir bitten dich, gieb deiner Gemeinde deinen Geist und göttliche Weisheit, daß dein Wort unter uns laufe und wachse, mit aller Freudigkeit, wie sichs gebührt, gepre— digt, und deine christliche Gemeinde dadurch gebessert werde, auf daß wir von aller Anfechtung unversehrt mit beständigem Glau⸗ ben dir dienen und im Bekenntnis deines Namens bis an unser, Ende verharren, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 50. H* Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest durch deinen heiligen Geist uns also regieren und führen, daß wir mit ganzem Herzen dein Wort hören und annehmen und den Sabbath recht heiligen, damit wir durch dein Wort auch ehei Vetr deinet wire sllben Gist und nterhaltung uchen und Christum, hast an der verderben, bitten dich er Sünden ine Barm⸗ ers Herrn, iewohl den doch von igen Strafe wigen Ver⸗ im, deinen Gemeinde unter uns hrt, gepre— werde, au zjem Glal an unser hen Sohn, ollst durh ihren, b hmen Un Wort auc Kollekten. 83 geheiligt werden, auf Jesum Christum, deinen Sohn, all unser Vertrauen und Hoffnung setzen und danach unser Leben nach deinem Wort auch bessern, vor allem Argernis uns behüten, bis wir durch deine Gnade in Christo ewig selig werden, durch den— selben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 51. Wii danken dir, Herr Gott, himmlischer Vater, von Grund unsers Herzens, daß du uns dein heiliges Evangelium gegeben und dein väterliches Herz hast erkennen lassen. Wir bitten deine grundlose Barmherzigkeit, du wollest solch selig Licht deines Wortes in uns gnädiglich erhalten und durch deinen heiligen Geist unsere Herzen also leiten und führen, daß wir nimmermehr davon abweichen, sondern fest daran halten und endlich dadurch selig werden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 52. L Herr und Gott, stärke und behalte uns in deinem lieben reinen Wort, durch Jesum Christum, unsern Herrn, und hilf uns, daß wirs dankbarlich erkennen und kräftiglich mit guten Früchten bezeugen und zieren, dir zu Lob und Dank in Ewig-— keit. Amen. 53. Ermae⸗ Herr, wir bitten dich, die Herzen deiner Gläubigen, auf daß sie die Frucht deines göttlichen Wortes immer völliger bringen und deiner Gnade Hülfe dabei immer reichlicher empfangen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Für die Hirche und die Mission. 54. llmächtiger, ewiger Gott, der du die ganze Christenheit durch deinen heiligen Geist heiligest und regierest, erhöre unser Gebet und gieb gnädiglich, daß sie mit allen ihren Gliedern in reinem Glauben, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, so dir gefällig ist, durch deine Gnade dir diene, um Jesu Christi, deines Sohnes, unsers Herrn und Heilandes, willen. Amen. 55. llmächtiger, ewiger Gott, der du allein große Wunder thust, gieß aus den Geist deiner heilsamen Gnade über deine Diener und die Gemeinden, die ihnen befohlen sind, und damit 6* 8⁴4 sie dir in der Wahrheit wohlgefällig seien, so tränke sie alle⸗ zeit mit dem Tau deines Segens, durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. 56. llmächtiger, ewiger Gott und Vater, der du leuchten läßt das Licht deiner Wahrheit denen, die da irren, daß sie wieder auf den Weg der Gerechtigkeit kommen mögen, wir bitten dich, gieb Gnade allen Gläubigen, daß sie verachten, was deinem Namen entgegen ist, und annehmen, was ihm dienet, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Kollekten. 57. Geẽ unser Schild, schaue doch, siehe an das Reich deines Gesalbten, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, und verleih, daß vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang dein Name herrlich werde unter den Heiden und an allen Orten geopfert werde deinem Namen ein reines Opfer, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 58. err Gott, himmlischer Vater, der du willst, daß allen Men⸗— schen geholfen werde, und daß sie zur Erkenntnis der Wahr— heit kommen, wir bitten deine milde Güte, sende die Boten deiner Barmherzigkeit und laß sie verkündigen dein Heil allem Volke, das im Dunkeln wohnet, auf daß erfüllet werde das Wort deiner gnädigen Verheißung, daß die Heiden wandeln in deinem Lichte und die Könige im Glanze deiner Herrlichkeit, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Um Buße und Vergebung der Sünden. 59. Alwchider und barmherziger Gott, der du nicht willst, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre, gieb, daß wir aus deinem Worte allezeit unsere mannigfaltige Sünde von Herzen erkennen, auch in wahrhaftiger seliger Reue den Trost deines Geistes und Glaubens inniglich wieder ergreifen, auf daß wir in deinem Sohne gerecht und durch denselben selig werden, der du mit ihm und dem heiligen Geiste lebest und herrschest immer und ewiglich. Amen. 60. Wii bitten dich, Herr, huldreicher Gott, gieb deinen Gläubigen mildiglich Vergebung und Frieden, auf daß sie von allen Sünden gereinigt werden und dir mit getrostem Herzen dienen, abig z Hurch mit di Amen. r auch illen hefried Imen. err 0 daß w mit all deinen Aa auch 9 nach deinen e sie all⸗ rrn Iisun läßt das sie wieder hitten dich, as deinem irch Isum ich deines Erlöͤsung, Niedergang llen Orten rch Iequn llen Men⸗ der Wahr⸗ die Boten Heil allen das Wort in deinem Uch Iesum willst, daß mann zut rit unsen ahrhaftig innigii Iund dur igen Geist Gläubigel bvon allen zen dienen, Kollekten. 85 durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Um Geist, Glauben und göttliches Leben. 61. err Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest deinen heiligen Geist in unsere Herzen geben, uns in deiner Gnade ewig zu erhalten und in aller Anfechtung zu behüten; wollest auch allen Feinden deines Wortes, um deines Namens Ehre willen, wehren und deine arme Christenheit allenthalben gnädig befrieden, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 62. err Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich, du wollest uns den Geist der Wahrheit und des Friedens verleihen, auf daß wir von ganzem Herzen, was dir gefällt, erkennen und dem mit allen Kräften allein nachfolgen mögen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 63. llmächtiger Herr Gott, gieb uns den rechten, wahrhaftigen Glauben und mehre denselben täglich in uns; gieb uns auch Liebe und Hoffnung, damit wir dir und unserm Nächsten nach deinem Wohlgefallen mögen dienen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 64. err Gott, der du denen, die dich lieben, unsichtbare Güter bereitet hast, geuß deiner Liebe Brunst in unsere Herzen, auf daß wir dich in allem und über alles lieben und also deine Verheißung erlangen, die überschwenglich ist über alles, das wir bitten oder verstehen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 65. Herr, wir bitten, gieb uns allzeit gnädiglich einen Geist zu gedenken und zu thun, was recht ist, auf daß wir, die wir ohne dich nicht sein können, nach dir auch leben mögen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher 2 dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. men. Kollekten. 66. llmächtiger Herr Gott, der du bist ein Beschützer aller, die auf dich hoffen, ohne welches Gnade niemand etwas vermag noch vor dir gilt, laß uns deine Barmherzigkeit reichlich wider⸗ fahren, auf daß wir durch dein heiliges Eingeben denken, was recht ist, und dasselbige auch durch deine Kraft vollbringen, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. 67. 9.(lmächtiger Herr Gott, himmlischer Vater, von dem wir ohne Unterlaß allerlei Gutes ganz überflüssig empfangen und noch täglich vor allem Übel gnädiglich behütet werden, wir bitten dich, laß uns solches alles durch deinen Geist mit ganzem Herzen in rechtem Glauben erkennen, auf daß wir deiner milden Güte und Barmherzigkeit hier und dort ewiglich danken und dich loben, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 68. llmächtiger, ewiger Gott, ein Beschützer aller, die auf dich hoffen, mehre über uns deine Barmherzigkeit, auf daß, so du unser Regierer und Führer bist, wir dermaßen durch die zeitlichen Güter wandeln, daß wir die ewigen nicht verlieren, um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unsers Herrn, willen. Amen. 69. err Gott, der du deine Kraft und Herrlichkeit allermeist kund thust im Verschonen und Erbarmen, laß uns deine Barm⸗ herzigkeit reichlich widerfahren, daß wir laufen nach deiner Verheißung und also der himmlischen Güter teilhaftig werden, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Um Frieden und Segen. Für die Obrigkeit. 70. err Gott, himmlischer Vater, der du heiligen Mut, guten Rat und rechte Werke schaffest, gieb deinen Dienern Frieden, welchen die Welt nicht kann geben, auf daß unsere Herzen an deinen Geboten hangen und wir unsere Zeit durch deinen Schutz still und sicher vor Feinden leben, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. wit 0 ale D bon w ollest Jͤttlic lechter Nsum erhältf Nsum pflanz. göttlic Heiblich Mame Herrn dem h aller, de has vermog lich wider⸗ mken, was ingen, un wir ohne n und noch wir bitteh zem Herzen ilden Güt und dich sern Hern ie auf dich f doß, so d durch die t verliere, rn, willen rmeist kund eine Barnl nach deinn tig werden welcher mi u Eviglel Mut, ull ern richn Hehne inm Sͤ um, denn Kollekten. 87 1. wiger, allmächtiger Gott, ein Herr Himmels und der Erde, durch welches Geist alles regieret, durch welches Vorsehung alle Dinge geordnet werden, der du bist ein Gott des Friedens, von welchem alle Einigkeit zu uns kommt, wir bitten dich, du wollest uns alle unsere Sünde vergeben und uns mit deinem göttlichen Frieden und Einigkeit begnaden, damit wir dir in rechter Furcht dienen zu Lob und Preise deines Namens, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 72. O allmächtiger Herr und Vater, der du durch dein ewiges göttliches Wort alle Dinge erschaffen hast, segnest und erhältst, wir bitten dich, daß du dein ewiges Wort, unsern Herrn Jesum Christum, uns wollest offenbaren und in unsere Herzen pflanzen, dadurch wir nach deiner Gnade würdig werden, deinen göttlichen Segen über alle Früchte der Erde und alles, was zur leiblichen Notdurft gehört, zu empfangen und zum Preise deines Namens und unsers Nächsten Dienst zu gebrauchen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 73. AGemiger Gott, du König aller Könige, der du die allerhöchste Gewalt hast über aller Menschen Königreiche und ordnest Herrschaft und Regiment im menschlichen Geschlechte, wir danken dir für deine gnädige Ordnung und für das weltliche Regiment und unsere liebe Obrigkeit, darunter du uns gesetzt hast, wie unter einen Baum, unter dessen Schatten wir Frieden und Ruhe haben, dein teures Wort zu hören und zu üben. Wir bitten dich, du wollest unsere liebe Obrigkeit selbst regieren, führen, bewahren und beschützen, und in gutem Frieden dein Licht und Wort bei uns erhalten, daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. Um Crost und Stärke. 7⁴. llmächtiger Gott und Vater, der du der Elenden Seufzen nicht verschmähst und der betrübten Herzen Verlangen nicht verachtest, siehe doch an unser Gebet, welches wir in unserer Not vor dich bringen, und erhöre uns gnädiglich, daß alles, was uns ————— 88 Kollekten. sowohl vom Teufel als von Menschen widerstrebt, zunichte und durch den Rat deiner Gütigkeit zerstört werde, auf daß wir, von aller Anfechtung unversehrt, dir in deiner Gemeine danken und dich allezeit loben, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. — 75. err Gott, himmlischer Vater, du weißt, daß wir aus mensch⸗ licher Schwachheit in so mancher und großer Gefahr, die uns auf Erden befällt, ohne deinen Beistand nicht bleiben noch bestehen mögen; verleih uns, beides an Leib und Seele, Kräfte, daß wir alles, so uns um unserer Sünde willen quält und anficht, durch deine Hülfe überwinden und durch deine starke Hand davon gewaltig errettet werden, um Jesu Christi, unsers Herrn, willen. Amen. — (0. allmächtiger, ewiger Gott, ein Trost der Traurigen und eine Stärke der Schwachen, laß vor dein Angesicht gnädiglich kommen die Bitte aller derer, so in Bekümmernis und Anfechtung zu dir seufzen und schreien, auf daß jedermann in der Not deine göttliche Hülfe empfinde und dich dafür ewiglich lobe und preise, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 700. llmächtiger, ewiger Gott, der du uns durch deinen Sohn Vergebung unserer Sünden, Gerechtigkeit und ewiges Leben verheißen hast, wir bitten dich, du wollest unsere Herzen durch deinen heiligen Geist also führen und erwecken, daß wir solche Hülfe durch tägliches Gebet, und sonderlich in aller Anfechtung, bei ihm suchen und durch festen Glauben auf seine Zusagung und auf sein Wort gewiß finden und erlangen, durch denselben deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 78. err Gott, himmlischer Vater, der du deinen Sohn, unsern Herrn Jesum Christum, in diese Welt gesandt hast, daß er des Teufels Tyrannei wehren und uns arme Menschen wider solchen argen Feind soll schützen, wir bitten dich, du wollest uns vor Sicherheit behüten und in aller Anfechtung durch deinen heiligen Geist, nach deinem Worte zu wandeln, gnädiglich er⸗ halten, daß wir bis an das Ende vor solchem Feinde befriedet bleiben und endlich selig werden mögen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. err 9* dein g lichen leiben mit di Amen. r Be berufe und a und t bis w zugef Geist Chri lichte und ö daß wir, ne danken en Sohn, S mensch⸗ efahr, die iben noch e, Kräfte, uält und ine starke ti, unsers r und eine gnädiglic Infechtung Wt deine nd preise, en Sohn ges Leben zen durch wir solche nfechtung, usagung denselben t dir und men. , insem tt, daß Kl hen wider ollest 10 ch deine diglich l⸗ befriedet en deinen Kollekten. 89 Um christliche Bereitschaft, seligen Cod und das ewige Leben. 79. err Gott, regiere unsere Herzen und Gedanken durch deinen heiligen Geist, daß wir allzeit denken an das Ende und an dein gerechtes Gericht, und erwecke uns dadurch zu einem gött⸗ lichen Leben in dieser Zeit, auf daß wir dort ewiglich mit dir bleiben mögen, durch unsern Herrn Jesum Christum, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 80. B ewiger Gott und Vater, der du uns in Christo Jesu zu einer lebendigen Hoffnung des ewigen Lebens berufen hast, verleih uns, daß wir durch deinen Geist die Welt und alle Lüste dieses Lebens bestreiten, unser Fleisch kreuzigen und töten und nach dem, was droben ist, am ersten trachten, bis wir im Glauben, Hoffnung und Geduld alles überwinden und vor deinem Angesichte gekrönt und ewiglich erfreuet werden, um Jesu Christi, unsers Seligmachers, willen. Amen. 8¹. err, allmächtiger, ewiger und barmherziger Gott, der du uns aus dieser sundigen und verkehrten Welt durch den Tod zu dir forderst und hinwegnimmst, auf daß wir nicht durch stetig Sündigen verderben, sondern zu dem Ewigen hindurchdringen, wir bitten dich, du wollest uns solches von Herzen lassen erkennen und glauben, auf daß wir uns unsers Abscheidens freuen und dem Berufe zu deinem Reiche gern und williglich folgen, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. 82. Aachun d ewiger Gott, der du durch deinen Sohn Ver— gebung der Sünden und Rettung vor dem ewigen Tode zugesaget hast, wir bitten dich, stärke uns durch deinen heiligen Geist, daß wir in solchem Vertrauen auf deine Gnade durch Christum täglich zunehmen und die Hoffnung fest und gewiß behalten, daß wir nicht sterben, sondern entschlafen und am jüngsten Tage zum ewigen Leben erweckt werden sollen, durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 83. O Herr Jesu Christe, der du bist die Auferstehung und das Leben und hast uns durch deinen Sieg eine ewige Gerechtig⸗ keit, Freude und Herrlichkeit erworben, wir bitten deine Güte, —— —...——.——— 10. I ö 11. 9⁰ Versikel. du wollest uns eine fröhliche Auferstehung des Lebens verleihen 3 und uns in das ewige Paradies und Vaterland heimholen, der du von dem Tode bist erstanden und herrschest mit Vater und heiligem Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 22 — 8 Versikel. Auf Advent. Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja. Machet seine Steige richtig. Halleluja. Machet die Thore weit und die Thüren in der Welt hoch, Halleluja. Daß der König der Ehren einziehe. Halleluja. Hosianna dem Sohne Davids! Halleluja. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Halleluja. Am Christfeste. Euch ist heute der Heiland geboren, Halleluja. Welcher ist Christus der Herr. Halleluja. Uns ist ein Kind geboren, Halleluja. Ein Sohn ist uns gegeben. Halleluja. Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Halleluja. Gott ist geoffenbaret im Fleisch. Halleluja. Also hat Gott die Welt geliebet, Halleluja. Daß er seinen eingebornen Sohn gab. Halleluja. Am Nenjahrstage. „Jesus Christus gestern und heute, Halleluja. Und derselbe auch in Ewigkeit. Halleluja. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für, Halleluja Du bist unser Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Halleluja Am Feste der Erscheinung Christi. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen, Halleluja. Und ein Zepter aus Israel aufkommen. Halleluja. Die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, Halleluja. Und die Könige im Glanze, der über dir aufgeht. Halleluja. 2. 13. 14. 15. 16. 14. 15 24. berleihm holen, der Vater und Welt hoch, Hallelun. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. Versikel. 9¹ Für die Weihnachts⸗ und Epiphaniaszeit. Das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, Halleluja. Und wir sahen seine Herrlichkeit. Halleluja. Singet dem Herrn ein neues Lied, Halleluja. Denn er thut Wunder. Halleluja. Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. Bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, Halleluja. Und der Engel des Bundes, des ihr begehret. Halleluja. Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, Halleluja. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Halleluja. Auf Mariä Verkündigung. Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, Halleluja. Lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein. Halleluja. Christus kommt her aus den Vätern nach dem Ileische, Halleluja. Welcher ist Gott über alles, gelobet in Ewigkeit. Halleluja. Für die Fastenzeit. Hilf uns, Herr, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen, Errette uns und vergieb uns unsere Sünde um deines Namens willen. Christus ist um unserer Missethat willen verwundet Und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, Und durch seine Wunden sind wir geheilet. Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet, Sondern hat ihn für uns alle dahingegeben. Siehe, das ist Gottes Lamm, Welches der Welt Sünde trägt. Auf Gründonnerstag, auch sonst bei Abendmahlsfeiern. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, Der gnädige und barmherzige Herr. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja. Und seine Güte währet ewiglich. Halleluja. 39. Versikel. Am Osterfeste und für die Freudenzeit. Der Herr ist auferstanden, Halleluja. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja. Christus ist um unserer Sünde willen dahingegeben, Halleluja. Und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket. Hallelata Christus hat dem Tode die Macht genommen, H. Und Leben und unvergänglich Wesen an das Licht gebracht. Halleluja. „Ich weiß, daß mein Erlöser lebet, Halleluja. Er wird mich hernach aus der Erde auferwecken. Halleluja. Christus, von den Toten auferweckt, stirbt hinfort nicht mehr, Halleluja. Der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Halleluja. Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Halleluja. Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat. Halleluja. Alle Zungen sollen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, Halleluja. Zur Ehre Gottes des Vaters. Halleluja. Auf Christi Himmelfahrt. „Christus ist aufgefahren in die Höhe, Halleluja. Und hat den Menschen Gaben gegeben. Halleluja. Trnachtet nach dem, das droben ist, Halleluja. Da Christus ist, sitzend zur rechten Hand Gottes. Halleluja. Am Pfingstfeste. Ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, Halleluja. Den Geist der Gnaden und des Gebets. Halleluja. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, Halleluja. Und gieb mir einen neuen, gewissen Geist. Halleluja. „Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes, Halleluja. Unser Gott kommt und schweiget nicht. Halleluja. Wir haben einen kindlichen Geist empfangen, Halleluja. Durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! alleluja. 38. Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen, Halleluja. Der Herr liebet die Thore Zions. Halleluja. Am geste der heiligen Dreieinigkeit. Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist, Halleluja. Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja. alleluja. 0. 4I. 43. 48. 49. 50. 51. 52. 8. Hallelja. ul Halleluja. k gebracht. Halleluj licht meht, Halleluja. . Halleluj Herr sei 40. 41. 43. 47. 48. 49. 50. 51. 52. 53. Versikel. 93 Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, Halleluja. Alle Lande sind seiner Ehre voll. Halleluja. Am Feste Johannis des Täufers. Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, Halleluja. Der deinen Weg vor dir bereiten soll. Halleluja. Gelobet sei der Herr, der Gott Israel, Halleluja. Denn er hat besucht und erlöset sein Volk. Halleluja. Auf Mariä Beimsuchung. Ich freue mich in dem Herrn, Halleluja. Und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott. Halleluja. Meine Seele erhebet den Herrn, Halleluja. Und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Halleluja. Am Michaelisfeste. Lobet den Herrn, ihr starken Helden, Halleluja. Die ihr seinen Befehl ausrichtet. Halleluja. Er hat seinen Engeln befohlen über dir, Halleluja. Daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Halleluja— Am Reformationsfeste. Halt im Bau deine Gemeinde, die du gepflanzet hast, Halleluja. Die du dir festiglich erwählet hast. Halleluja. Dein Wort ist eine rechte Lehre, Halleluja. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich. Halleluja. An Buß und Bettagen, auch sonst um Buße und Vergebung der Sünden. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Gott, sei uns gnädig nach deiner Güte, Und tilge unsere Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Herr Gott Zebaoth, tröste uns, Laß leuchten dein Angesicht, so genesen wir. Verwirf uns nicht von deinem Angesicht, Und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinen Knechten, Vor dir ist kein Lebendiger gerecht. 54. Versikel. Bekehre du uns, Herr, so werden wir bekehret, n du uns, so ist uns geholfen. armherzig und gnädig ist der Herr, Halleluja. Geduldig und von großer Güte. Halleluja. Am Cage der Hagelfeier und am Erntedankfeste. Herr, erzeige uns deine Gnade und Güte, Halleluja. Daß unser Land sein Gewächs gebe. Halleluja. Aller Augen warten auf dich, Herr. Halleluja. Und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Halleluja. Das Land giebt sein Gewächs. Halleluja. Es segne uns Gott, unser Gott. Halleluja. „Du krönest das Jahr mit deinem Gut, Halleluja. Und deine Fußstapfen triefen von Fett. Halleluja. Wort, Lehre, Gottesdienst. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, Halleluja. Und ein Licht auf meinen Wegen. Halleluja. Herr, erhalte uns dein Wort, Halleluja. Dein Wort ist unsers Herzens Freude und Trost. Halleluja. Heiliger Vater, heilige uns in deiner Wahrheit, Halleluja. Dein Wort ist die Wahrheit. Halleluja. „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, Halleluja. Und den Ort, da deine Ehre wohnet. Halleluja. „Dienet dem Herrn mit Freuden, Halleluja. Kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken. Halleluja. Kirche und Mission. Thu wohl an Zion nach deiner Gnade, Halleluja. Baue die Mauern zu Jerusalem. Halleluja. Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen, Und der Gläubigen ist wenig unter den Menschenkindern. Gott gedenket der Barmherzigkeit, Halleluja. Und hilft seinem Diener Israel auf. Halleluja. Das Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, Halleluja. Und über die, so da wohnen in Finsternis, scheint es helle. Halleluja. — 0ec2&& r, Halleluje Halleluj Halleluja eluja. Versikel. 9⁵ Lobet den Herrn, alle Heiden, Halleluja. Preiset ihn, alle Völker. Halleluja. Alle Könige werden ihn anbeten, Halleluja. Alle Heiden werden ihm dienen. Halleluja. Lob und Dank. Der Name des Herrn sei gelobet und gebenedeiet, Halleluja. Von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja. „Preiset mit mir den Herrn, Halleluja. Und lasset uns mit einander seinen Namen erhöhen. Halleluja. Ich will den Herrn loben, so lange ich lebe, Halleluja. Und meinem Gott lobsingen, weil ich hier bin. Halleluja. Freuet euch des Herrn, ihr Gerechten, Halleluja. Die Frommen sollen ihn schön preisen. Halleluja. „Der Herr denket an uns und segnet uns, Halleluja. Er segnet, die ihn fürchten, beide Kleine und Große. Halleluja. Um göttliche Regierung, Hülfe und Segen. Herr, lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen, Halleluja. Dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn. Halleluja. Herr, laß Christum durch den Glauben in unsern Herzen wohnen, Halleluja. Und uns durch die Liebe fest gewurzelt und gegründet werden. Halleluja. Herr, zeige uns deine Wege, Halleluja. Und lehre uns deine Steige. Halleluja. Bei dem Herrn findet man Hülfe, Halleluja. Und deinen Segen über dein Volk. Halleluja. Hilf deinem Volke und segne dein Erbe, Halleluja. Weide sie und erhöhe sie ewiglich. Halleluja. Gott, gieb Fried in deinem Lande, Halleluja. Glück und Heil zu jedem Stande. Halleluja. Bittet, so werdet ihr nehmen, Halleluja. Daß eure Freude vollkommen sei. Halleluja. In Not und Crübsal. Rufe mich an in der Not, 84. So will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. Ich hoffe darauf, daß du so gnädig bist. Halleluja. Mein Herz freuet sich, daß du so gerne hilfst. Halleluja. 93. Versikel. . 98 du wollest deine Barmherzigkeit nicht von uns wenden, aß deine Güte und Treue uns allewege behüten. Das Verlangen der Elenden hörest du, Herr. Dallehmn Ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket. Halleluja. Tod und Sterben. Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Auf daß wir klug werden. „Leben wir, so leben wir dem Herrn. Halleluja. Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Halleluja. In deine Hände befehle ich meinen Geist, Du hast mich erlöset, Herr, du getreuer Gott. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben. Halleluja. Sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach. Halleluja. Gericht und ewiges Leben. „Siehe, der Herr kommt mit viel tausend Heiligen, 92. Gericht zu halten über alle. Siehe, es kommt der Herr, der Herrscher, Halleluja. Und in seiner Hand ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Halleluja. Vor dir ist Freude die Fülle, Halleluja. Und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Halleluja. x 5 wenden, be]Lektionar. ———— , ö „Episteln und Evangelien, Hallelaja nebst den gen ihnen. epistolischen und evangelischen Lektionen auf alle „, m Sonn⸗ und Festtage, ö sowie die Halleluia aus den vier Evangelisten zusammengezogene Geschichte von dem Leiden, Sterben und Auferstehen unsers HErrn Jesu Christi und die Beschreibung der Zerstörung Zerusalems. — Hannover. Druck und Verlag der Schlüterschen Buchdruckerei— 1901. Epift Un aufzuste 5 glau Uns abl Laßt u nicht in an den nicht 0 Epange De andte3 der vor und e andert aber, d Gelob Cpist. don d Geiste Lektionar. 1. Advent. Vormittags. Epistel. Röm. 13, 11—14.(Die Stunde ist da, aufzustehen vom Schlaf.) Und weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf; sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir es glaubten; die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeikommen: so laßt uns ablegen die Werke der Finsternis, und anlegen die Waffen des Lichts. Laßt uns ehrbarlich wandeln als am Tage; nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den HErrn Jesum Christum, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium. Matth. 21, 1—9.(Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des HErrn.) Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage, an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt; und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und bringet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der HErr bedarf ihrer; so bald wird er fie euch lassen Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Pro⸗ pheten, der da spricht:„Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der last⸗ baren Eselin“ Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider drauf und setzten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des HErrn! Hosianna in der Höhe! Epistolische Lektion. Offenb. Joh. 1, 4—-8.(Der da ist, und der da war und der da kommt.) Johannes den sieben Gemeinen in Asien: Gnade sei mit euch, und Friede von dem, der da ist, und der da war, und der da kommt, und von den sieben Geistern, die da sind vor seinem Stuhl, und von Jesu Christo, welcher ist der treue Zeuge und Erstgeborne von den Toten und ein Fürst der Könige auf Erden. Der uns geliebet hat und gewaschen von den Sünden mit seinem Blut, und hat uns zu Königen und Priestern gemacht vor Gott und seinem Vater, demselbigen sei Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Siehe, er kommi mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen, und die ihn gestochen haben; und werden heulen alle Geschlechter der Erde. Ja, Amen Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht der HErr, der da ist, und der da war, und der da kommt, der Allmächtige. 1* 1. Advent. Oder: Psalm 40, 6— 18.(Im Buch ist von mir geschrieben.) HErr, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest. Dir ist nichts gleich. Ich will sie verkündigen, und Ichnet davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen find. Opfer und Speisopfer Ihr v * gefallen dir nicht; aber die Ohren hast du mir aufgethan. Du willst Ahee 0 weder Brandopfer noch Sündopfer. Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Hottil Buch ist von mir geschrieben. Deinen Willen, mein Gott, thue ich gern, em und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen. Ich will predigen die Gerech⸗ väte, ö tigkeit in der großen Gemeine; siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen Nann lassen, HErr, das weißt Du. Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Ind k 170 Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich; ich verhehle umme VI deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeine. Du aber, HErr, HErrn wollest deine Barmherzigkeit von mir nicht wenden; laß deine Güte und sacte Treue allewege mich behüten. Denn es hat mich umgeben Leiden ohne Zahl; ¶ Fium es haben mich meine Sünden ergriffen, daß ich nicht sehen kann; ihrer ist hit du N. mehr denn Haare auf meinem Haupt, und mein Herz hat mich verlassen. denn i ½ Laß dirs gefallen, HErr, daß du mich errettest; eile, HErr, mir zu helfen! Hegt x Schämen müssen sich und zu Schanden werden, die mir nach meiner Seele dir 96 stehen, daß sie die umbringen; zurück müssen sie rr und zu Schanden mir zu werden, die mir ÜUbels gönnen. Sie müssen in ihrer Schande erschrecken, 5Ert die über mich schreien:„Da, da!“ Es müssen sich freuen und fröhlich sein Schla alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, müssen sagen allewege: Schla „Der HErr sei hochgelobet!“ Denn ich bin arm und elend, der HErr aber bor al ö sorget für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht! dsen d ö Evangelische Lektion. Luc. 17, 20—30.(Das Reich Gottes ist inwendig Webe x in euch.) fopf; Da er aber gefraget ward von den Pharisäern: Wann kommt das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt Reltid N nicht mit äußerlichen Gebärden. Man wird auch nicht sagen: Siehe, hie,— 35 141 oder: da ist es. Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch. Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, daß ihr werdet begehren, zu sehen Einen Tag des Menschen Sohnes, und werdet ihn nicht werde * sehen. Und sie werden zu euch sagen: Siehe hie, siehe da. Gehet nicht vermr ö hin, und folget auch nicht. Denn wie der Blitz oben vom Himmel blitzt und sonde I. leuchtet über alles, das unter dem Himmel ist, also wird des Menschen Heset ö Sohn an seinem Tage sein. Zuvor aber muß er viel leiden, und verworfen diewe werden von diesem Geschlecht. Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, bevei so wird es auch geschehen in den Tagen des Menschen Sohnes. Sie aßen, sie visser tranken, sie freieten, sie ließen sich freien bis auf den Tag, da Noah in die 996 Arche ging, und kam die Sintflut, und brachte sie alle um. Desselbigen Iim gleichen, wie es geschah zu den Zeiten Lots: sie aßen, sie tranken, sie kauften, 9—55 17 sie verkauften, sie pflanzten, sie baueten; an dem Tage aber, da Lot aus 16 Sodom ging, da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel, und brachte 11. x sie alle um. Auf diese Weise wird es auch gehen an dem Tage, wenn des Liht Menschen Sohn soll offenbaret werden. inf V. Nachmittags. du an Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Mos. 3, 1—15.(Die Weissagung nd d nach dem Sündenfall.) dr g Und die Schlange war listiger, denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott 5 H der HErr gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: dlbes eben.) nlen, die dr ndigen, und Speisopfa Du willt komme; im ue ich gern, die Gerech⸗ nicht stopfen t in meinem ich verhehle aber, HErr, e Güte und ohne Zahl; n; ihrer ist ch verlassen zu helfen! zeiner Seele u Schanden erschrecken, fröhlich sein en allewege: H Err aber rziehe nicht! ist i. wendig kommt das ttes lommt Siehe, hie, euch. Er ihr werdet et ihn nicht Gehet nicht el blitt und 5 Menschen verworfen iten Noahs, ie ahen, e oah in dit Dehelbigen sie Hauftes, da Lot auz und brachte wenn De Weissagult 01 de,die Hol csagt haben 1. Advent. Ihr sollt nicht essen von allerlei Bäumen im Garten? Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baums mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret es auch nicht an, daß ihr nicht sterbet. Dasprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mit nichten des Todes sterben; sondern Gott weiß, daß, welches Tages ihr davon esset, so werden eure Augen aufgethan, und werdet sein wie Gott, und wissen, was gut und böse ist. Und das Weib schaute an, daß von dem Baum gut zu essen wäre, und lieblich anzusehen, daß es ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte; und nahm von der Frucht, und aß, und gab ihrem Manne auch davon; und er aß. Da wurden ihrer beider Augen aufgethan, und wurden gewahr, daß sie nackend waren; und flochten Feigenblätter zu⸗ sammen und machten sich Schürzen. Und sie hörten die Stimme Gottes des HErrn, der im Garten ging, da der Tag kühl worden war. Und Adam ver- steckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des HErrn unter die Bäume im Garten. Und Gott der HErr rief Adam, und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte deine Stimme im Garten, und fürchtete mich, denn ich bin nackend; darum versteckte ich mich. Und er sprach: Wer hat dirs gesagt, daß du nackend bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellet hast, gab mir von dem Baum, und ich aß. Da sprach Gott der HErr zum Weibe: Warum hast du das gethan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich also, daß ich aß. Da sprach Gott der HErr zu der Schlange; Weil du solches gethan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und vor allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauch sollst du gehen, und Erde essen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, und zischen Lenten Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Ropf zertreten; und du wirst ihn in die Ferse stechen. Lektion aus dem Neuen Testamente. Röm. 2, 12—24.(Du kannst dich nicht entschuldigen.) Welche ohne Gesetz gesündiget haben, die werden auch ohne Gesetz verloren werden; und welche am Gesetz gesündiget haben, die werden durch das Gesetz verurteilt werden; sintemal vor Gott nicht die das Gesetz hören, gerecht sind, sondern die das Gesetz thun, werden gerecht sein. Denn so die Heiden, die das Gesetz nicht haben und doch von Natur thun des Gesetzes Werk, dieselbigen, dieweil sie das Gesetz nicht haben, sind sie ihnen selbst ein Gesetz, damit, daß sie beweisen, des Gesetzes Werk sei beschrieben in ihren Herzen, sintemal ihr Ge— wissen sie bezeuget, dazu auch die Gedanken, die sich unter einander verklagen oder entschuldigen, auf den Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesum Christ richten wird, laut meines Evangelii. Siehe aber zu, du heißest ein Jude, und verlässest dich auf das Gesetz, und rühmest dich Gottes, und weißt seinen Willen; und weil du aus dem Gesetz unterrichtet bist, prüfest du, was das Beste zu thun sei, und vermissest dich, zu sein ein Leiter der Blinden, ein Licht derer, die in Finsternis sind, ein Züchtiger der Thörichten, ein Lehrer der Einfältigen, hast die Form, was zu wissen und recht ist, im Gesetz Nun lehreft du andere, und lehrest dich selber nicht; du predigest, man solle nicht stehlen, und du stiehlst; du sprichst, man solle nicht ehebrechen, und du brichst die Ehe; dir greuelt vor den Götzen, und raubest Gott, was sein ist; du rühmest dich des Gesetzes, und schändest Gott durch Übertretung des Gesetzes; denn„euret⸗ halben wird Gottes Name gelästert unter den Heiden,“ als geschrieben stehet. 5 2. Advent. 2. Advent. Vormittags. Epistel. Röm. 15, 1—13.(Die Verheißung, den Vätern geschehen.) Wir aber, die wir stark sind, sollen der Schwachen Gebrechlichkeit tragen, und nicht Gefallen an uns selber haben; es stelle sich aber ein jeglicher unter uns also, daß er seinem Nächsten gefalle zum Guten, zur Besserung. Denn auch Christus nicht an ihm selber Gefallen hatte, sondern wie geschrieben stehet: „Die Schmach derer, die dich schmähen, ist über mich gefallen.“ Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Christo, auf daß ihr einmütiglich mit Einem Munde lobet Gott und den Vater unsers HErrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleich wie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet:„Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen.“ Und abermal spricht er:„Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk!“ Und abermal:„Lobet den HErrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker!“ Und abermal spricht Jesaias:„Es wird sein die Wurzel Jesses, und der auferstehen wird, zu herrschen über die Heiden; auf den werden die Heiden hoffen.“ Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Oesnrn habet durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium. Luc. 21, 25—36.(Werdet würdig zu stehen vor des Menschen Sohn.) Und es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen; und das Meer und die Wasserwogen werden brausen; und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dies anfänget, zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume, wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr es an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell Über euch; denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Epistolische Lektion. Offenb. Joh. 2, 1—7.(Ich werde deinen Leuchter wegstoßen.) Und dem Engel der Gemeine zu Ephesus schreibe: Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben goldenen Leuchtern: Ich weiß deine Werke und deine Arbeit und deine Geduld, und daß du die Bösen nicht tragen kannst; und hast versucht die, so da sagen, sie seien Apostel, und sind es nicht, und hast sie Lügner er⸗ funden; und verträgst, und hast Geduld, und um meines Namens willen arbeitef du die und thu deinen! dus hast Ver O vindet, Paradi W ihr nich ohne G dar, da höͤret n werden. uure Se die gew Hestellet uufen, dit lau der dich weil er seine O. und zu ind ni HErt; meine Oedank eschehen.) chkeit tragen glicher unter rung. Denn rieben stehet: Was aber 5 wir durth Geduld und der nach Jau nd den Vater r auf, gleich r, daß Jesus hrheit willen 5 die Heiden het:„Darum Und abermal mal:„Lobet ermal spricht en wird, zu Hott aber der ben, daß iht enschen Sohn) nd Sternen; nd das Meer Herschmachten Irden; denn den sie sehen Herklichkeit aure Häuptet in Gleichnis: agen, so sehet uch ihr, wemn t. Wahrlith U entfliehe —*— en Sohn. 2. Advent. 7 arbeitest du, und bist nicht müde worden. Aber ich habe wider dich, daß du die erste Liebe verlässest. Gedenke, wovon du gefallen bist; und thue Buße, und thue die ersten Werke. Wo aber nicht, werde ich dir kommen bald, und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte, wo du nicht Buße thust. Aber das hast du, daß du die Werke der Nikolaiten hassest, welche Ich auch hasse. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinen sagt: Wer über⸗ windet, dem will ich zu essen geben von dem Holz des Lebens, das im Paradies Gottes ist. Oder: Jes. 55, 1— 13.(Kaufet ohne Geld und umsonst.) Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! und die ihr nicht Geld habt, kommt her, kaufet und esset; kommt her und kaufet ohne Geld und umsonst beide Wein und Milch! Warum zählet ihr Geld dar, da kein Brot ist, und eure Arbeit, da ihr nicht satt von werden könnet? Höret mir doch zu, und esset das Gute, so wird eure Seele in Wollust fett werden. Neiget eure Ohren her, und kommt her zu mir; höret, so wird eure Seele leben; denn ich will mit euch einen ewigen Bund machen, nämlich die gewissen Gnaden Davids. Siehe, ich habe ihn den Leuten zum Zeugen gestellet, Jum Fürsten und Gebieter den Völkern. Siehe, du wirst Heiden rufen, die du nicht kennest, und Heiden, die dich nicht kennen, werden zu dir laufen um des HErrn willen, deines Gottes, und des Heiligen in Israel, der dich preise. Suchet den HErrn, weil er zu finden ist; rufet ihn an, weil er nahe ist. Der Gottlose lasse von seinem Wege, und der Übelthäter seine Gedanken, und bekehre sich zum HErrn, so wird er sich sein erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der 5Err; sondern so viel der Himmel höher ist denn die Erde, so sind auch meine Wege höher denn eure Wege, und meine Gedanken denn eure Gedanken. Denn gleich wie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin kommt, sondern feuchtet die Erde, und macht sie fruchtbar und wachsend, daß sie giebt Samen, zu säen, und Brot, zu essen: also soll das Wort, so aus meinem Munde gehet, auch sein. Es soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern thun, das mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ich es sende. Denn ihr sollt in Freuden ausziehen, und im Frieden geleitet werden. Berge und Hügel sollen vor euch her frohlocken mit Ruhm, und alle Bäume auf dem Felde mit den Händen klappen. Es sollen Tannen für Hecken wachsen, und Myrten für Dornen; und dem SErrn soll ein Name und ewiges Zeichen sein, das nicht ausgerottet werde. Evangelische Lektion. Luc. 13, 18— 30.(Wem ist das Reich Gottes gleich?) Er sprach aber: Wem ist das Reich Gottes gleich, und wem soll ich es vergleichen? Es ist einem Senfkorn gleich, welches ein Mensch nahm, und warf es in seinen Garten; und es wuchs, und ward ein großer Baum, und die Vögel des Himmels wohneten unter seinen Zweigen. Und abermal sprach er: Wem soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es ist einem Sauerteige gleich, welchen ein Weib nahm, und verbarg ihn unter drei Scheffel Mehls, bis daß es gar sauer ward. Und er ging durch Städte und Märkte, und lehrete, und nahm seinen Weg gen Jerusalem. Es sprach aber einer zu ihm: HErr, meinest du daß wenige selig werden? Er aber sprach zu ihnen: Ringet darnach, daß ihr durch die enge Pforte eingehet; denn viele werden, das sage ich euch, dar⸗ nach trachten, wie sie hineinkommen, und werden es nicht thun können. Von dem an, wenn der Hauswirt aufgestanden ist, und die Thür verschlossen hat, da aber etliche nicht glauben an dasselbige, was liegt daran? Sollte ihr Unglaube 8 2. Advent. werdet ihr dann anfangen draußen zu stehen, und an die Thür klopfen, und sagen HErr, HErr, thu uns auf! Und er wird antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht, wo ihr her seid So werdet ihr dann anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf den Gassen hast du uns gelehret. Und er wird sagen. Ich sage euch, ich kenne euch nicht, wo ihr her seid; weichet alle von mir, ihr Übelthäter! Da wird sein Heulen und Zähn⸗ klappen, wenn ihr sehen werdet Abraham und Isaak und Jakob und alle Pro⸗ pheten im Reiche Gottes, euch aber hinausgestoßen Und es werden kommen vom Morgen und vom Abend, von Mitternacht und vom Mittag, die zu Tische sitzen werden im Reich Gottes. Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein. Nachmittags. Leltion aus dem Alten Testamente. 1. Mos. 9, 1—19.(Der Bund mit Noah.) Und Gott segnete Noah und seine Söhne, und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch, und erfüllet die Erde. Eure Furcht und Schrecken sei über alle Tiere auf Erden, über alle Vögel unter dem Himmel und über alles, was auf dem Erdboden kreucht; und alle Fische im Meer seien in eure Hände gegeben. Alles, was sich reget und lebet, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich es euch alles gegeben. Allein esset das Fleisch nicht, das noch lebt in seinem Blut. Denn ich will auch eures Leibes Blut rächen, und will es an allen Tieren rächen; und will des Menschen Leben rächen an einem jeglichen Menschen, als der sein Bruder ist. Wer Menschenblut vergeußt, des Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht. Seid fruchtbar und mehret euch, und reget euch auf Erden, daß eurer viel drauf werden. Weiter sagte Gott zu Noah und seinen Söhnen mit ihm: Siehe, Ich richte mit euch einen Bund auf und mit eurem Samen nach euch und mit allem lebendigen Tier bei euch, an Vögeln, an Vieh und an allen Tieren auf Erden bei euch, von allem, das aus dem Kasten gegangen ist, was für Tiere es sind auf Erden. Und richte meinen Bund also mit euch auf, daß hinfort nicht mehr alles Fleisch verderbet soll werden mit dem Wasser der Sintflut, und soll hinfort keine Sintflut mehr kommen, die die Erde verderbe. Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich gemacht habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Tier bei euch hinfort ewiglich: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken, der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. Und wenn es kommt, daß ich Wolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. Als⸗ dann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allem lebendigen Tier in allerlei Fleisch, daß nicht mehr hinfort eine Sintflut komme, die alles Fleisch verderbe. Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, daß ich ihn ansehe, und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Tier in allem Fleisch, das auf Erden ist. Dasselbe sagte Gott auch zu Noah: Dies sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden. Die Söhne Noahs, die aus dem Kasten gingen, sind diese: Sem, Ham, Japheth. Ham aber ist der Vater Kanaans. Das sind die drei Söhne Noahs, von denen ist alles Land besetzt. Lektion aus dem Neuen Testamente. Röm. 3, 1—18.(Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht Einer.) Was haben denn die Juden Vorteils? Oder was nützt die Beschneidung? Zwar fast viel. Zum ersten: ihnen ist vertrauet, was Gott geredet hat. Daß Hottes Hei wahr gerecht s. Juden st nicht, klopfen, und u euch sagen zen zu sagen: hast du uns t wo ihr her und Zaͤhn⸗ nd alle Pro⸗ lommen vom die zu Tischt en die Ersten ind mit Noah) ruchtbar und sei Uber alle lles, was auf nde gegeben. e Rraut habe ebt in seinem allen Tieren Nenschen, als UHauch durch seinem Bilde en, daß eurer en mit ihm: en nach euch ind an allen zegangen ist, lso mit euch dem Wasser die die Erde nich gemach fortewiglich hen sein dez Dich Wolken hollen. Al⸗ 9 und allen ine Sinfflut den Wollel en Gott und aeselbe sagt aufgericht + it der Vott Land beseh ist nich, 3. Advent. 9 Gottes Glauben aufheben? Das sei ferne! Es bleibe vielmehr also, daß Gott sei wahrhaftig, und alle Menschen falsch; wie geschrieben steht:„Auf daß du gerecht seiest in deinen Worten, und überwindest, wenn du gerichtet wirst.“ Ist es aber also, daß unsre Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit preiset: was wollen wir sagen? Ist denn Gott auch ungerecht, daß er darüber zürnet?(Ich rede also auf Menschen⸗Weise.) Das sei ferne! Wie könnte sonst Gott die Welt richten? Denn so die Wahrheit Gottes durch meine Lüge herrlicher wird zu seinem Preise, warum sollte ich denn noch als ein Sünder gerichtet werden? Und nicht vielmehr also thun, wie wir gelästert werden, und wie etliche sprechen, daß wir sagen sollen:„Lasset uns Übels thun, auf daß Gutes daraus komme?“ Welcher Verdammnis ist ganz recht. Was sagen wir denn nun? Haben wir einen Vorteil? Gar keinen. Denn wir haben droben bewiesen, daß beid— Juden und Griechen alle unter der Sünde sind; wie denn geschrieben stehet: Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht Einer; da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage; sie sind alle abgewichen, und allesamt untüchtig worden; da ist nicht, der Gutes thue, auch nicht Einer. Ihr Schlund ist ein offen Grab, mit ihren Zungen handeln sie trüglich, Otterngift ist unter ihren Lippen. Ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit. Ihre Füße sind eilend Blut zu vergießen; in ihren Wegen ist eitel Unfall und Herzeleid, und den Weg des Friedens wissen sie nicht. Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen“ 3. Advent. Vormittags. Epistel. 1. Kor. 4, 1— 7.(Richtet nicht vor der Zeit.) Dafür halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener und Haushalter üÜber Gottes Geheimnisse. Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist es ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt; aber darinnen bin ich nicht ge— rechtfertigt; der HErr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der HErr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Solches aber, lieben Brüder, habe ich auf mich und Apollo gedeutet um euretwillen, daß ihr an uns lernet, daß niemand höher von sich halte, denn jetzt geschrieben ist, auf daß sich nicht einer wider den andern um jemandes willen aufblase. Denn wer hat dich vorgezogen? Was hast du aber, das du nicht empfangen hast? So du es aber empfangen hast, was rühmest du dich denn, als der es nicht empfangen hätte? Evangelium. Matth. 11, 2—10.(BVist du, der da kommen soll?) Da aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi hörete, sandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist Du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret: Die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, und die Tauben hören, die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seid ihr hinaus gegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her webet? Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder 10 3. Advent. was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem geschrieben stehet:„Siehe, Ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.“ Epistolische Lektion. Offenb. Joh. 3, 1—13.(Halte, was du hast.) Und dem Engel der Gemeine zu Sardes schreibe: Das sagt, der die Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich weiß deine Werke, denn du hast den Namen, daß du lebest, und bist tot. Sei wacker und stärke das andere, das sterben will; denn ich habe deine Werke nicht völlig erfunden vor Gott. So gedenke nun, wie du empfangen und gehöret hast, und halte es, und thue Buße. So du nicht wirst wachen, werde ich über dich kommen wie ein Dieb, und wirst nicht wissen, welche Stunde ich über dich kommen werde. Du hast auch wenige Namen zu Sardes, die nicht ihre Kleider besudelt haben; und sie werden mit mir wandeln in weißen Kleidern; denn sie sind es wert. Wer über⸗ windet, der soll mit weißen Kleidern angelegt werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinen sagt. Und dem Engel der Gemeine zu Phila⸗ delphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der aufthut, und niemand zuschließet; der zuschließet, und niemand aufthut: Ich weiß deine Werke. Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Thür, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft, und hast mein Wort behalten, und hast meinen Namen nicht verleugnet. Siehe, ich werde geben aus Satanas Schule, die da sagen, sie sind Juden, und sind es nicht, sondern lügen: siehe, ich will sie machen, daß sie kommen sollen, und an⸗ beten zu deinen Füßen, und erkennen, daß Ich dich geliebet habe. Dieweil du hast behalten das Wort meiner Geduld, will Ich auch dich behalten vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über der ganzen Welt Kreis, zu versuchen, die da wohnen auf Erden. Siehe, ich komme bald; halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme. Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und soll nicht mehr hinaus gehen; und will auf ihn schrei⸗ ben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel hernieder kommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinen sagt. Oder: Haggai 2, 2—10.(Es soll kommen aller Heiden Trost.) Am ein und zwanzigsten Tage des siebenten Monats geschah des HErrn Wort durch den Propheten Haggai und sprach: Sage zu Serubabel, dem Sohne Sealthiels, dem Fürsten Judas, und zu Josua, dem Sohne Jozadaks, dem Hohenpriester, und zum übrigen Volk und sprich: Wer ist unter euch über⸗ blieben, der dies Haus in seiner vorigen Herrlichkeit gesehen hat? Und wie sehet ihr es nun an? Ist es nicht also, es dünket euch nichts sein? Und nun, Seru⸗ babel, sei getrost! spricht der HErr; sei getrost, Josua, du Sohn Jozadaks, du Hoherpriester! sei getrost, alles Volk im Lande! spricht der HErr, und arbeitet; denn Ich bin mit euch, spricht der HErr Zebaoth. Nach dem Wort, da ich mit euch einen Bund machte, da ihr aus Agypten zoget, soll mein Geist unter euch bleiben. Fürchtet euch nicht! Denn so spricht der HErr Zebaoth: Es ist noch ein Kleines dahin, daß Ich Himmel und Erde, das Meer und Trockne bewegen werde. Ja, alle Heiden will ich bewegen. Da soll dann kommen aller Heiden Trost; und ich will dies Haus voll Herrlichkeit machen, spricht der HErr Zebaoth. Denn mein ist beide Silber und Gold, spricht der 50 werden, Frieden r Hlaubet Solches wohl so erflllet glaubt Darum Augen noch mi Solches der Obe sie ese lieber d und syr der mie weiß, ich ahj Leltio 7 Abrah deinen und o werde Osel u Hoh Gott und s. hie m angeh i— nahm ander. anlwo n schen? I6. ists, von den deinen Wez du hast.) sagt, der die rke, denn du e das andere en vor Gott es, und thue wie ein Dieb, rde. Du has ben; und sie Wer über⸗ werde seinen einen Namen hat, der höte ue zu Phila⸗ da hat den schließet, und gegeben eine kleine Kraft, Inet. Siche, und sind es len, und an⸗ ieweil du hal der Stunde hersuchen, die daß niemand feiler in dem uf ihn schrei⸗ m, der Stadt und meinen meinen sagt Trost. des HEmm ubabel, den ne Jozadab, er euch Ubel at? Und wi Seru 3. Advent. 11 der HErr Zebaoth. Es soll die Herrlichkeit dieses letzten Hauses größer werden, denn des ersten gewesen ist, spricht der HErr Zebaoth; und ich will Frieden geben an diesem Ort, spricht der HErr Zebaoth. Evangelische Lektion. Joh. 12, 35—-50.(Glaubet an das Licht, dieweil ihr es habt.) Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, dieweil ihr das Licht habt, daß euch die Finsternis nicht Überfalle. Wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hingehet. Glaubet an das Licht, dieweil ihr es habt, auf daß ihr des Lichtes Kinder seid. Solches redete Jesus, und ging weg, und verbarg sich vor ihnen. Und ob er wohl solche Zeichen vor ihnen that, glaubten sie doch nicht an ihn; auf daß erfüllet würde der Spruch des Propheten Jesaias, den er sagt:„HErr, wer glaubt unserm Predigen? Und wem ist der Arm des HErrn offenbaret?“ Darum konnten sie nicht glauben, denn Jesaias sagt abermal:„Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstocket, daß sie mit den Augen nicht sehen, noch mit dem Herzen vernehmen, und sich bekehren, und ich ihnen hülfe.“ Solches sagte Jesaias, da er seine Herrlichkeit sah, und redete von ihm. Doch der Obersten glaubten viele an ihn; aber um der Pharisäer willen bekannten sie es nicht, daß sie nicht in den Bann gethan würden. Denn sie hatten lieber die Ehre bei den Menschen denn die Ehre bei Gott. Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubet, der glaubet nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Und wer mich siehet, der siehet den, der mich gesandt hat. In bin kommen in die Welt ein Licht, auf daß, wer an mich glaubet, nicht in der Finsternis bleibe. Und wer meine Worte höret, und glaubet nicht, den werde Ich nicht richten; denn ich bin nicht kommen, daß ich die Welt richte, sondern daß ich die Welt selig mache. Wer mich verachtet, und nimmt meine Worte nicht auf, der hat schon, der ihn richtet; das Wort, welches ich geredet habe, das wird ihn richten am jüngsten Tage. Denn ich habe nicht von mir selber geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich thun und reden soll. Und ich weiß, daß sein Gebot ist das ewige Leben. Darum, das Ich rede, das rede ich also, wie mir der Vater gesagt hat. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Mos. 22, 1—18.(Die Verheißung an Abraham.) Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham, und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hie bin ich. Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einigen Sohn, den du lieb hast, und gehe hin in das Land Morija, und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde. Da stund Abraham des Morgens frühe auf, und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zween Knaben und seinen Sohn Isaak; und spaltete 80t zum Brandopfer, machte sich auf, und ging hin an den Ort, davon ott ihm gesagt hatte. Am dritten Tage hub Abraham seine Augen auf, und sah die Stätte von ferne; und sprach zu seinen Knaben: Bleibet ihr hie mit dem Esel; ich und der Knabe wollen dorthin gehen; und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen. Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer, und legte es auf seinen Sohn Isaak; er aber nahm das Feuer und Messer in seine Hand, und gingen die beide mit ein⸗ ander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hie bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hie ist Feuer MII. 12 4. Advent. und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beide mit einander. Und als sie kamen an die Stätte, die ihm Gott sagte, baute Abraham daselbst einen Altar, und legte das Holz drauf, und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz, und reckte seine Hand aus, und faßte das Messer, daß er seinen Sohn schlachtete. Da rief ihm der Engel des HErrn vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hie bin ich. Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben, und thu ihm nichts; denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest, und hast deines einigen Sohnes nicht verschonet um meinetwillen. Da hub Abraham seine Augen auf, und sah einen Widder hinter sich in der Hecke mit seinen Hörnern hangen; und ging hin und nahm den Widder, und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes Statt. Und Abraham hieß die Stätte: Der HErr siehet. Daher man noch heutiges Tages sagt: Auf dem Berge, da der HErr siehet. Und der Engel des HErrn rief Abraham abermal vom Himmel und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HErr, dieweil du solches gethan hast, und hast deines einigen Sohnes nicht verschonet, daß ich deinen Samen segnen und mehren will, wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meers; und dein Same soll besitzen die Thore seiner Feinde; und durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden; darum daß du meiner Stimme gehorcht hast. Lektion aus dem Neuen Testamente. Röm. 10, 18—11, 6.(Ich habe mein⸗ Hände ausgestreckt zu dem Volk, das sich nicht sagen läßt.) Ich sage aber: Haben sie es nicht gehöret? Zwar es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall und in alle Welt ihre Worte. Ich sage aber: Hat es Israel nicht erkannt? Der erste Moses spricht:„Ich will euch eifern machen über dem, das nicht mein Volk ist; und über einem unverständigen Volk will ich euch erzürnen.“ Jesaias aber darf wohl sagen:„Ich bin erfunden von denen, die mich nicht gesucht haben, und bin erschienen denen, die nicht nach mir gefragt haben.“ Zu Israel aber spricht er:„Den ganzen Tag habe ich meine Hände ausgestrecket zu dem Volk, das sich nicht sagen läßt, und widerspricht.“ So sage ich nun: Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn ich bin auch ein Israeliter von dem Samen Abrahams, aus dem Geschlecht Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, welches er zuvor versehen hat. Oder wisset ihr nicht, was die Schrift sagt von Elias? wie er tritt vor Gott wider Israel und spricht: „HErr, sie haben deine Propheten getötet, und haben deine Altäre aus⸗ gegraben; und ich bin allein überblieben, und sie stehen mir nach meinem Leben.“ Aber was sagt ihm die göttliche Antwort?„Ich habe mir lassen überbleiben sieben tausend Mann, die nicht haben ihre Kniee gebeuget vor dem Baal.“ Also gehet es auch jetzt zu dieser Zeit mit diesen Ubergebliebenen nach der Wahl der Gnaden. Ist es aber aus Gnaden, so ist es nicht aus Verdienst der Werke; sonst würde Gnade nicht Gnade sein. Ist es aber aus Verdienst der Werke, so ist die Gnade nichts; sonst wäre Verdienst nicht Verdienst. 4. Advent. Vormittags. Epistel. Phil. 4, 4— 9.(Der HErr ist nahe.) Freuet euch in dem HErrn allewege, und abermal sage ich: euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der HErr ist nahe. e euet rget — — 6 — nichts, Danbaa ist denn lieben 2 lblich, Nach. habt an Gpange Un Rriester Ind ler ragten Bist Di Was bi Was se Predige Jeaias und fre nicht E ihnen 1 gelteten bor mit uflöse. auste. bricht: W es,! mit ge ondern Uufen Geist ih 1 prach ihm bi ahe e Epi jämme aufes Kleide deiner Velch chue meine angeh N antwortei Und gingn die ihm Goth drauf, und Holz, und n schlachtete Abraham! Hand nich du Gob meinetwillen hinter sich in den Widder nd Abraham Tages sagt: rief Abraham woren, spricht igen Sohnts will, wie die 5; und dein nen sollen all gehorcht haf Ich habe meint J in alle Lande ge aber: Hal Ueuch eifem berständigen n:„ch bin ienen denen, t er:„Den lk, das sich enn Gott sen iter von den in Volk nich icht, was di und sprict. gebeuget ol Ist e abe re 4. Advent. 1 nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu! Weiter, lieben Brüder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach. Welches ihr auch gelernet und empfangen und gehöret und gesehen habt an mir, das thut, so wird der HErr des Friedens mit euch sein. Evangelium. Joh. 1, 19—- 34.(Die Stimme des Predigers in der Wüste.) Und dies ist das Zeugnis Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist Du? Und er bekannte, und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist Du Elias? Er sprach: Ich bin es nicht. Bist Du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des HErrn! wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern; und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, des ich nicht wert bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara, jenseit des Jordans, da Johannes taufte. Des andern Tages siehet Johannes Jesum zu sich kommen, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Dieser ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, welcher vor mir gewesen ist; denn er war eher denn ich. Und ich kannte ihn nicht; sondern auf daß er offenbar würde in Israel, darum bin ich kommen, zu taufen mit Wasser. Und Johannes zeugete und sprach: Ich sahe, daß der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel, und blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, zu taufen mit Wasser, derselbige sprach zu mir: Über welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, derselbige ist es, der mit dem heiligen Geist taufet. Und ich sahe es, und zeugete, daß dieser ist Gottes Sohn. Epistolische Lektion. Offenb. Joh. 3, 14— 22.(Ich stehe vor der Thür und klopfe an.) Und dem Engel der Gemeine zu Laodicea schreibe: Das sagt Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Kreatur Gottes: Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. Ach, daß du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist, und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Du sprichst: Ich bin reich, und habe gar satt, und bedarf nichts; und weißt nicht, daß du bist elend und jämmerlich, arm, blind und bloß. Ich rate dir, daß du Gold von mir kaufest, das mit Feuer durchläutert ist, daß du reich werdest; und weiße Kleider, daß du dich anthust, und nicht offenbaret werde die Schande deiner Blöße; und salbe deine Augen mit Augensalbe, daß du sehen mögest. Welche Ich lieb habe, die strafe und züchtige ich. So sei nun fleißig und thue Buße. Siehe, ich stehe vor der Thür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wierd, und die Thür aufthun, zu dem werde ich eingehen, und das Abendmahl mit ihm halten, und er mit mir. Wer 14 4. Advent. Überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Stuhl zu sitzen, wie Ich überwunden habe, und bin gesessen mit meinem Vater auf seinem Stuhl. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinen sagt. Oder: Jerem. 23,1— 8.(Man wird ihn nennen HErr, der unsre Gerechtigkeit ist.) Wehe euch Hirten, die ihr die Herde meiner Weide umbringet und zerstreuet! spricht der HErr. Darum spricht der HErr, der Gott Israels, von den Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Herde zerstreuet, und verstoßen, und nicht besucht. Siehe, ich will euch heimsuchen um eures bösen Wesens willen, spricht der HErr. Und ich will die Übrigen meiner Herde sammeln aus allen Ländern, dahin ich sie verstoßen habe; und will sie wieder bringen zu ihren Hürden, daß sie sollen wachsen und viel werden. Und ich will Hirten über sie setzen, die sie weiden sollen, daß sie sich nicht mehr sollen fürchten, noch erschrecken, noch heimgesucht werden, spricht der HErr. Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HErr, daß ich dem David ein gerecht Gewächs erwecken will; und soll ein König sein, der wohl regieren wird, und Recht und Gerechtigkeit auf Erden anrichten. Zu des⸗ selbigen Zeit soll Juda geholfen werden, und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, daß man ihn nennen wird: HErr, der unsre Gerechtigkeit ist. Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der HErr, daß man nicht mehr sagen wird: So wahr der HErr lebt, der die Kinder Israel aus Agyptenland geführt hat, sondern: So wahr der HErr lebt, der den Samen des Hauses Israel hat heraus geführt und gebracht aus dem Lande der Mitternacht und aus allen Landen, dahin ich sie verstoßen hatte, daß sie in ihrem Lande wohnen sollen. Evangelische Lektion. Matth. 11.,11—19.(Das Himmelreich leidet Gewalt.) Wahrlich, ich sage euch: Unter allen, die von Weibern geboren sind, ist nicht aufkommen, der größer sei denn Johannes der Täuser; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer denn er. Aber von den Tagen Johannis des Täufers, bis hieher leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalt thun, die reißen es zu sich. Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissaget bis auf Johannes. Und(so ihr es wollt annehmen) er ist Elias, der da soll zukünftig sein. Wer Ohren hat, zu hören, der höre. Wem soll ich aber dies Geschlecht vergleichen? Es ist den Kindlein gleich, die an dem Markt sitzen, und rufen gegen ihre Gesellen und sprechen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr wolltet nicht tanzen; wir haben euch geklaget, und ihr wolltet nicht weinen. Johannes ist kommen, aß nicht und trank nicht, so sagen sie: Er hat den Teufel. Des Menschen Sohn ist kommen, isset und trinket, so sagen sie: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und ein Weinsäufer, der Zöllner und der Sünder Geselle! Und die Weis⸗ heit muß sich rechtfertigen lassen von ihren Kindern. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Mos. 49, 8— 12.(Jakobs Segen uber Juda.) Juda, du bist es; dich werden deine Brüder loben. Deine Hand wird deinen Feinden auf dem Halse sein; vor dir werden deines Vaters Kinder sich neigen. Juda ist ein junger Löwe. Du bist hoch kommen, mein Sohn, durch große Siege. Er hat niedergeknieet, und sich gelagert wie ein Löwe und wie eine Löwin; wer will sich wider ihn auflehnen? Es wird das Scepter von Juda nicht entwendet werden, noch ein Meister von seinen Füßen, bis daß der Held komme; und demselben werden die Völker anhangen. Er win den edl in Wei veißer Eeltion I ist,so f hrochen und tei nicht w du die Jweige sind zer Sei nit erscho und der dir,sof ene,so Uann f Natur gepfro Olbau daß ih is die wie ge das ich ihr Fende willen. Weise, ihr Bo leht n auf de unter zu sitzen, wi seinem Stuhl. erechtigkeit is) ubringet und Zott Jeraelh, de zerstreuet hen um eutts Hrigen meiner be; und will viel werden sie sich nich u, spricht der dem Dabid n, der wohl en. Zu dek⸗ vohnen. Und rr, der unste cht der HEn, er die Kindn 1 HErr leht, gebtacht auß sie verstoben det Gewalt) geboren sind 247 der aber n den Tagel Hewalt, und ten und da It annehmen) u hören, e den Kindlein und sprechen ir haben u aß nicht un hen Sohn ich ein Frest 9 ne W r bon 14 der anharhe 1. Weihnacht. 1⁵ Er wird sein Füllen an den Weinstock binden und seiner Eselin Sohn an den edlen Reben. Er wird sein Kleid in Wein waschen und seinen Mantel in Weinbeerblut. Seine Augen sind rötlicher denn Wein, und seine Zähne weißer denn Milch. Lektion aus dem Neuen Testamente. Röm. 11, 16— 32.(Gott hat alles beschlossen unter den Unglauben, auf daß er sich aller erbarme.) Ist der Anbruch heilig, so ist auch der Teig heilig; und so die Wurzel heilig ist, so sind auch die Zweige heilig. Oh aber nun etliche von den Zweigen zer⸗ brochen sind, und du, da du ein wilder Olbaum warest, bist unter sie gepfropfet, und teilhaftig worden der Wurzel und des Safts im Olbaum, so rühme dich nicht wider die Zweige. Rühmest du dich aber wider sie, so sollst du wissen, daß du die Wurzel nicht trägst, sondern die Wurzel trägt dich. So sprichst du: Die Zweige sind zerbrochen, daß ich hinein gepfropfet würde. Ist wohl geredet. Sie sind zerbrochen um ihres Unglaubens willen; du stehest aber durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich. Hat Gott der natürlichen Zweige nicht verschonet, daß er vielleicht dein auch nicht verschone. Darum schaue die Güte und den Ernst Gottes; den Ernst an denen, die gefallen sind, die Güte aber an dir, so ferne du an der Güte bleibest; sonst wirst du auch abgehauen werden. Und jene, so sie nicht bleiben in dem Unglauben, werden sie eingepfropfet werden; Gott kann sie wohl wieder einpfropfen. Denn so du aus dem Olbaum, der von Natur wild war, bist ausgehauen, und wider die Natur in den guten Olbaum gepfropfet, wie viel mehr werden die natürlichen eingepfropfet in ihren eigenen Olbaum? Ich will euch nicht verhalten, lieben Brüder, dieses Geheimnis, auf daß ihr nicht stolz seid. Blindheit ist Israel eines Teils widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden eingegangen sei, und also das ganze Israel selig werde, wie geschrieben stehet:„Es wird kommen aus Zion, der da erlöse, und abwende das gottlose Wesen von Jakob. Und dies ist mein Testament mit ihnen, wenn ich ihre Sünden werde wegnehmen.“ Nach dem Evangelio halte ich sie für Feinde um euretwillen; aber nach der Wahl habe ich sie lieb um der Väter willen. Gottes Gaben und Berufung mögen ihn nicht gereuen. Denn gleicher Weise, wie auch ihr weiland nicht habt geglaubet an Gott, nun aber habt ihr Barmherzigkeit überkommen über ihrem Unglauben: also auch jene haben jetzt nicht wollen glauben an die Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, auf daß sie auch Barmherzigkeit überkommen. Denn Gott hat alles beschlossen unter den Unglaͤuben, auf daß er sich aller erbarme. 1. Weihnacht. Vormittags. Epistel. Tit. 2, 11—14.(Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes.) Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes, Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium. Luc. 2, 1—20.(Euch ist heute der Heiland geboren.) Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schätzung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und 16 1. Weihnacht. jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlecht Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihrer Herde. Und siehe, des HErrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HErrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen; Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HErr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobeten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen! Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HErr kund gethan hat. Und sie kamen eilend, und fanden beide, Mariam und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte, und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Epistolische Lektion. 1. Joh. 4, 1—6.(Die Liebe, die Gott zu uns hat.) Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viel falsche Propheten ausgegangen in die Welt. Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeglicher Geist, der da bekennet, daß Jesus Christus ist in das Fleisch kommen, der ist von Gott; und ein jeglicher Geist, der da nicht bekennet, daß Jesus Christus ist in das Fleisch kommen, der ist nicht von Gott Und das ist der Geist des Widerchrists, von welchem ihr habt gehöret, daß er kommen werde, und ift jetzt schon in der Welt. Kindlein, ihr seid von Gott, und habt jene über⸗ wunden; denn der in euch ist, ist größer, denn der in der Welt ist. Sie sind von der Welt; darum reden sie von der Welt, und die Welt höret sie. Wir sind von Gott, und wer Gott erkennet, der höret uns; welcher nicht von Gott ist, der höret uns nicht. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums. Oder: Micha 4, 1—8.(Der HErr wird König über sie sein.) In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des HErrn Haus stehet, gewiß sein, höher denn alle Berge, und über die Hügel erhaben sein Und die Völker werden herzu laufen, und viel Heiden werden gehen und sagen: Kommt, laßt uns hinauf zum Berge des HErrn gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege, und wir auf seiner Straße wandeln; denn aus Zion wird das Gesetz ausgehen, und des HErrn Wor, aus Jerusalem. Er wird unter großen Völkern richten, und viel Heiden strafen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und shre St Schwer unter f Nund vandelt Etrn, Err, ind die ollen,! Hönig! hu, Tu bmmen Cpange Di dem Jo var do olltef aber al und sp Hemahl Heligen Ius l Da ist Nrophe Finn, u hüßen, erwacht Oemah und hie Leltio M Ii gang plager dann aber Name Oeit! haben dertret erweck Leltic ich ah welche der K 7 8 e Stadt. Du areth, in daz m daß er vor gen ließe mit 5 sie daselbs ersten Sohn nn sie hatten X derselbigen ihrer Herde t des HErth ach zu ihnen allem Voll st Christus liegen. Und 5 charen, die d Friede auf jel von ihnen ne nun geh die uns der Mariam und esehen hatter e gesagt wat. u die Hirten e sie in ihren ten Gott um esagt war. u uns hat.) die Geistet gangen i licher Geist der ist vof Christus! der Geist de⸗ herde, und t jene über Jelt ist. E. zelt höret se welcher uit en Geist d 1. Weihnacht. 17 iyre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andre ein Schwert aufheben, und werden nicht mehr kriegen lernen. Ein jeglicher wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen ohne Scheu; denn der Mund des HErrn Zebaoth hat es geredet. Denn ein jeglich Volk wird wandeln im Namen seines Gottes; aber wir werden wandeln im Namen des HErrn, unsers Gottes, immer und ewiglich. Zur selbigen Zeit, spricht der HErr, will ich die Lahmen versammeln und die Verstoßenen zuhauf bringen, und die ich geplagt habe. Und will die Lahmen machen, daß sie Erben haben sollen, und die Verstoßenen zum großen Volk machen; und der HErr wird König über sie sein auf dem Berge Zion von nun an bis in Ewigkeit. Und du, Turm Eder, eine Feste der Tochter Zion, es wird deine goldene Rose kommen, die vorige Herrschaft, das Königreich der Tochter Jerusalem. Evangelische Lektion. Matth. 1, 18— 25.(Er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden.) Die Geburt Christi war aber also gethan. Als Maria, seine Mutter, dem Joseph vertrauet war, ehe er sie heimholte, erfand sichs, daß sie schwanger war von dem heiligen Geist. Joseph aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht rügen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen. Indem er aber also gedachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des HErrn im Traum und sprach: Joseph, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Gemahl, zu dir zu nehmen; denn das in ihr geboren ist, das ist von dem heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen; denn Er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würde, das der HErr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht:„Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein, und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Immanuel heißen, das ist verdolmetschet, Gott mit uns.“ Da nun Joseph vom Schlaf erwachte, that er, wie ihm des HErrn Engel befohlen hatte, und nahm sein Gemahl zu sich; und erkannte sie nicht, bis sie ihren ersten Sohn gebar; und hieß seinen Namen Jesus. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Micha 5, 1—4.(Er soll aus Beth⸗ lehem kommen.) Und du Bethlehem Ephratha, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel HErr sei, welches Aus⸗ gang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. Indes läßt er sie plagen bis auf die Zeit, daß die, so gebären soll, geboren habe; da werden dann die übrigen seiner Brüder wiederkommen zu den Kindern Israel. Er aber wird auftreten, und weiden in Kraft des HErrn und im Siege des Namens seines Gottes. Und sie werden wohnen; denn er wird zur selbigen Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist. Dazu werden wir auch Frieden haben vor dem Assur, der jetzt in unser Land gefallen ist, und unsre Häuser zertreten hat. Denn es werden sieben Hirten und acht Fürsten über ihn erweckt werden. Leltion aus dem Neuen Testamente. 1. Tim. 3, 14—16.(Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis.) Solches schreibe ich dir, und hoffe, aufs schierste zu dir zu kommen; so ich aber verzöge, daß du wissest, wie du wandeln sollst in dem Hause Gottes, welches ist die Gemeine des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit. Und kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Gott ist 2 2 18 2. Weihnacht. offenbaret im Fleisch, gerechtfertiget im Geist, erschienen den Engeln, gepre⸗ diget den Heiden, geglaubet von der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit. 2. Weihnacht. Vormittags. Epistel. Ebr. 1, 1—14.(Gott hat am letzten geredet durch den Sohn.) Nachdem vor Zeiten Gott manchmal und mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzet hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat; welcher, sintemal er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens, und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort, und hat gemacht die Reinigung unsrer Sünden durch sich selbst, hat er sich gesetzt uu der Rechten der Majestät in der Höhe, so viel besser worden denn die Engel, so gar viel einen höhern Namen er vor ihnen ererbet hat. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt:„Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget?? Und abermal: „Ich werde sein Vater sein, und Er wird mein Sohn sein“? Und abermal, da er einführet den Erstgebornen in die Welt, spricht er:„Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten.“ Von den Engeln spricht er zwar:„Er macht seine Engel Geister und seine Diener Feuerflammen;“ aber von dem Sohne:„Gott, dein Stuhl währet von Ewigkeit zu Ewigkeit; das Scepter deines Reichs ist ein richtiges Scepter. Du hast geliebet die Gerechtigkeit, und gehasset die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, gesalbet dein Gott mit dem Ole der Freuden über deine Genossen.“ Und:„Du, HErr, hast von Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werke. Dieselbigen werden vergehen, Du aber wirst bleiben; und sie werden alle veralten wie ein Kleid; und wie ein Gewand wirst Du sie wandeln, und sie werden sich verwandeln; Du aber bist derselbige, und deine Jahre werden nicht aufhören.“ Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße“? Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit? Evangelium. Joh. 1, 1—18.(Das Wort ward Fleisch.) Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbige war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheinet in der Finsternis, und die Finsternis haben es nicht begriffen. Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Der⸗ selbige kam zum Zeugnis, daß er von dem Licht zeugete, auf daß sie alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern daß er zeugete von dem Licht. Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbige gemacht; und die Welt kannte es nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben; welche nicht von dem Geblüt, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, und wir sahen seine Herr⸗ lichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Onade war es gewesen alle ge gegeben Memat Schoß Ey dienen, hat, d seines Velche hat, d die hat Oottf Sohne wie sol Oottes damme erwecke uns sc oder 8 stehet: Heachte des wi Lben, rah;! uns se Engeln, genre ie Herrlichtei den Sohn.) se geredet hat sen Tagen zu en über alles nal er ist der nd trägt all nigung unsrer T Majestät in einen höhern hat er jemale Und abermal. Und abermal Und es sollen r zwar:„Er aber von dem das Scepfet Gerechtigkeit lbet dein Gol „ HErr, haf Hände Werke werden all yandeln, und deine Jahn mals gesagt um Scheme Sgesandt zun isch. ut, und Ei le Dinge sih was gemach der Mensche jaben es Nihl hannes. Dal 2. Weihnacht. 19 Gnade und Wahrheit. Johannes zeuget von ihm, ruft und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher denn ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Mosen gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesum Christum worden. Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündiget. Epistolische Lektion. Röm. 8, 28— 39.(Wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken.) Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorfatz berufen sind. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohnes, auf daß derselbige der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir denn hiezu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht macht. Wer will ver⸗ dammen? Christus ist hie, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auf⸗ erwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes, und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal, oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Fährlichkeit, oder Schwert? Wie geschrieben stehet:„Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe.“ Aber in dem allen überwinden wir weit um des willen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentum noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm HErrn. Oder: Jes. 49, 1—13.(Das Heil bis an der Welt Ende.) Höret mir zu, ihr Inseln, und ihr Völker in der Ferne, merket auf! Der HErr hat mich gerufen von Mutterleibe an; er hat meines Namens gedacht, da ich noch im Mutterleibe war; und hat meinen Mund gemacht wie ein scharf Schwert; mit dem Schatten seiner Hand hat er mich bedecket; er hat mich zum reinen Pfeil gemacht, und mich in seinen Köcher gesteckt, und spricht zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, durch welchen ich will gepriesen werden. Ich aber dachte, ich arbeitete vergeblich, und brächte meine Kraft umsonst und unnützlich zu, wiewohl meine Sache des HErrn und mein Amt meines Gottes ist. Und nun spricht der HErr, der mich von Mutterleibe an zu seinem Knechte bereitet hat, daß ich soll Jakob zu ihm bekehren, auf daß Israel nicht weggerafft werde; darum bin ich vor dem HErrn herrlich, und mein Gott ist meine Stärke, und spricht: Es ist ein Geringes, daß du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten, und das Verwahrloste in Israel wieder zu bringen; sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, daß du seiest mein Heil bis an der Welt Ende. So spricht der HErr, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu der verachteten Seele, zu dem Volk, des man Greuel hat, zu dem Knechte, der unter den Tyrannen ist: Könige sollen sehen, und aufstehen, und Fürsten sollen anbeten um des HErrn willen, der treu ist, um des Heiligen in 2* 20 2. Weihnacht. Israel willen, der dich erwählt hat. So spricht der HErr: Ich habe dich erhöret zur gnädigen Zeit, und habe dir am Tage des Heils geholfen; und habe dich behütet und zum Bund unter das Volk gestellet, daß du das Land aufrichtest, und die verstörten Erbe einnehmest; zu sagen den Gefangenen: Gehet heraus! und zu denen in Finsternis: Kommt hervor! daß sie am Wege sich weiden, und auf allen Hügeln ihre Weide haben. Sie werden weder hungern noch dürsten, sie wird keine Hitze noch Sonne stechen; denn ihr Erbarmer wird sie führen, und wird sie an die Wasserquellen leiten. Ich will alle meine Berge zum Wege machen, und meine Pfade sollen gebahnet sein. Siehe, diese werden von ferne kommen, und siehe, jene von Mitternacht, und diese vom Meer, und jene vom Lande Sinim. Jauchzet, ihr Himmel, freue dich, Erde, lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! denn der SErr hat sein Volk getröstet, und erbarmet sich seiner Elenden. Evangelische Lektion. Joh. 6, 32— 39.(Das Brot vom Himmel.) Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Moses hat euch nicht Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater giebt euch das rechte Brot vom Himmel. Denn dies ist das Brot Gottes, das vom Himmel kommt, und giebt der Welt das Leben. Da sprachen sie zu ihm: HErr, gieb uns allewege solch Brot. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Aber ich habe es euch gesagt, daß ihr mich gesehen habt, und glaubet doch nicht. Alles, was mir mein Vater giebt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Denn ich bin vom Himmel kommen, nicht, daß ich meinen Willen thue, sondern des, der mich gesandt hat. Das ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von allem, das er mir gegeben hat, sondern daß ich es auferwecke am jüngsten Tage. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 2. Sam. 7, 1—13.(Der Tempelbau durch Davids Sohn.) Da nun der König in seinem Hause saß, und der HErr ihm Ruhe Natgan hatte von allen seinen Feinden umher, sprach er zu dem Propheten athan: Siehe, ich wohne in einem Cedernhause, und die Lade Gottes wohnet unter den Teppichen. Nathan sprach zu dem Könige: Gehe hin, alles, was du in deinem Herzen hast, das thue; denn der HErr ist mit dir. Des Nachts aber kam das Wort des HErrn zu Nathan und sprach: Gehe hin, und sage zu meinem Knechte David: So spricht der HErr: Solltest du mir ein Haus bauen, daß ich drinnen wohnte? Habe ich doch in keinem Hause gewohnet seit dem Tage, da ich die Kinder Israel aus Agypten führte, bis auf diesen Tag, sondern ich habe gewandelt in der Hütte und Wohnung. Wo ich mit allen Kindern Israel hinwandelte, habe ich auch je geredet mit irgend der Stämme Israels einem, dem ich befohlen habe, mein Volk Israel zu weiden, und gesagt: Warum bauet ihr mir nicht ein Cedern⸗ haus? So sollst du nun so sagen meinem Knechte David: So spricht der HErr Zebaoth: Ich habe dich genommen von den Schafhürden, daß du sein solltest ein Fürst über mein Volk Israel; und ich bin mit dir gewesen, wo du hingegangen bist, und habe alle deine Feinde vor dir ausgerottet, und habe dir einen großen Namen gemacht wie der Name der Großen auf Erden. Und ich will meinem Volk Israel einen Ort setzen, und will es pflanzen, daß es daselbst wohne, und es nicht mehr in der Irre gehe, und Ich habe dich geholfen; und du das Land Oefangenen: daß sie am Sie werden stechen; denn quellen leiten. Pfade sollen iehe, jene von im. Jauchhet zen! denn der n. Himmel.) euch: Moses ter giebt euch tes, das vom n sie zu ihm: nen: Ich bin hungern; und habe es euch les, was mir nt, den werde nicht, daß ich ist aber det re von allem, ingsten Tage der Tempelbau Sonntag nach Weihnacht. 2¹ es die Kinder der Bosheit nicht mehr drängen wie vorhin, und seit der Zeit ich Richter über mein Volk Israel verordnet habe; und will dir Ruhe geben von allen deinen Feinden. Und der HErr verkündiget dir, daß der HErr dir ein Haus machen will. Wenn nun deine Zeit hin ist, daß du mit deinen Vätern schlafen liegst, will ich deinen Samen nach dir erwecken, der von deinem Leibe kommen soll; dem will ich sein Reich bestätigen. Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will den Stuhl seines König⸗ reichs bestätigen ewiglich. Lektion aus dem Neuen Testamente. Ebr. 2, 3— 18.(Er mußte allerdinge seinen Brüdern gleich werden.) Wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht achten? welche, nachdem sie erstlich gepredigt ist durch den HErrn, ist sie auf uns kommen durch die, so es gehöret haben; und Gott hat ihr Zeugnis gegeben mit Zeichen, Wundern und mancherlei Kräften und mit Austeilung des heiligen Geistes nach seinem Willen. Denn er hat nicht den Engeln unter⸗ gethan die zukünftige Welt, davon wir reden. Es bezeuget aber einer an einem Ort, und spricht:„Was ist der Mensch, daß du sein gedenkest, und des Menschen Sohn, daß du ihn heimsuchest? Du hast ihn eine kleine Zeit der Engel mangeln lassen; mit Preis und Ehre hast du ihn gekrönet, und hast ihn gesetzt über die Werke deiner Hände; alles hast du untergethan zu seinen Füßen.“ In dem, daß er ihm alles hat untergethan, hat er nichts gelassen, das ihm nicht unterthan sei; jetzt aber sehen wir noch nicht, daß ihm alles unterthan sei. Den aber, der eine kleine Zeit der Engel gemangelt hat, sehen wir, daß es Jesus ist, durchs Leiden des Todes ge⸗ krönet mit Preis und Ehre, auf daß er von Gottes Gnaden für alle den Tod schmeckte. Denn es ziemte dem, um des willen alle Dinge sind, und durch den alle Dinge sind, der da viel Kinder hat zur Herrlichkeit geführet, daß er den Herzog ihrer Seligkeit durch Leiden vollkommen machte. Sintemal sie alle von Einem kommen, beide der da heiliget und die da geheiliget werden. Darum schämet er sich auch nicht, sie Brüder zu heißen, und spricht:„Ich will verkündigen deinen Namen meinen Brüdern, und mitten in der Gemeine dir lobsingen.“ Und abermal:„Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen.“ Und abermal:„Siehe da, Ich und die Kinder, welche mir Gott gegeben hat.“ Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist Er es gleichermaßen teilhaftig worden, auf daß er durch den Tod die Macht nähme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist, dem Teufel, und erlösete die, so durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mußten. Denn er nimmt nirgend die Engel an sich, sondern den Samen Abrahams nimmt er an sich. Daher mußte er allerdinge seinen Brüdern gleich werden, auf daß er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu versöhnen die Sünde des Volks. Denn darinnen Er gelitten hat, und ver⸗ sucht ist, kann er helfen denen, die versucht werden. Sonntag nach Weihnacht. Vormittags. Epistel. Apgsch. 6, 8—15 und 7, 54— 59.(Und steinigten Stephanum.) „Stephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da stunden etliche auf von der Schule, die da heißt der Libertiner und der Kyrener und der Alexanderer und derer, die aus Cilicien und Asien waren, und befragten sich mit Stephano. Und sie 22 Sonntag nach Weihnacht. vermochten nicht, zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret Lästerworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Altesten und die Schriftgelehrten; und traten herzu, und rissen ihn hin, und führeten ihn vor den Rat; und stelleten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören, und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rat saßen, und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht. Da sie solches höreten, ging es ihnen durchs Herz, und bissen die Zähne zusammen über ihn. Als er aber voll heiligen Geistes war, sahe er auf gen Himmel, und sahe die Herr⸗ lichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechten Gottes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmeten einmütiglich auf ihn ein, stießen ihn zur Stadt hinaus, und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus. Und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: HErr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er kniete aber nieder, und schrie laut: HErr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Evangelium. Matth. 23, 34— 39.(Ihr habt nicht gewollt.) Darum siehe, Ich sende zu euch Propheten und Weise und Schrift⸗ gelehrte; und derselbigen werdet ihr etliche töten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alle das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Äbel bis aufs Blut Zacharias, Barachias Sohn, welchen ihr getötet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten, und steinigest, die zu dir gesandt sind! wie oft habe ich deine Kinder ver⸗ sammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sei, der da kommt im Namen des HErrn! Epistolische Lektion. Judä 17—25.(Erbauet euch auf euren allerheiligsten Glauben.) Ihr aber, meine Lieben, erinnert euch der Worte, die zuvor gesagt sind von den Aposteln unsers HErrn Jesu Christi; da sie euch sagten, daß zu der letzten Zeit werden Spötter sein, die nach ihren eigenen Lüsten des gottlosen Wesens wandeln. Diese sind, die da Rotten machen, Fleischliche, die da keinen Geist haben. Ihr aber, meine Lieben, erbauet euch auf euren aller⸗ heiligsten Glauben durch den heiligen Geist, und betet, und behaltet euch in der Liebe Gottes, und wartet auf die Barmherzigkeit unsers HErrn Jesu Christi, zum ewigen Leben. Und haltet diesen Unterschied, daß ihr euch etlicher erbarmet, etliche aber mit Furcht selig machet, und rücket sie aus dem Feuer; und hasset den befleckten Rock des Fleisches. Dem aber, der euch kann be⸗ hüten ohne Fehl, und stellen vor das Angesicht seiner Herrlichkeit unsträflich mit Freuden, dem Gott, der allein weise ist, unserm Heilande, sei Ehre und Majestät und Gewalt und Macht nun und zu aller Ewigkeit! Amen. Du zeug und spr Haugnis shez ih Yt rich mein du mich Menschen Rer Vat ihn: W meinen „aus welchen bir haben ihn bewegten dis zu, und rissen e Zeugen da, erworte wider hören sagen; die Sitten, die tat saßen, und lches höreten, r ihn. Als er sahe die Hert⸗ prach: Siehh, lechten Gottez und stürmeten steinigten ihn, ünglings, de sprach: Hen schrie laut. , entschlief e. wollt.) und Schrift u, und etlith en von einet gerechte Blut Ibel bis außß zwischen dem 3 wird über ie Propheten, Kinder ver⸗ wihre Flügel vüste gelassch nicht sehe Errn! Sonntag nach Weihnacht. 23 Evangelische Lektion. Joh. 8, 12— 19.(Ich bin das Licht der Welt.) Da redete Jesus abermal zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du zeugest von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr. Jesus antwortete und sprach zu ihnen: So Ich von mir selbst zeugen würde, so ist mein Zeugnis wahr; denn ich weiß, von wannen ich kommen bin, und wo ich hin gehe; ihr aber wisset nicht, von wannen ich komme, und wo ich hin gehe. Ihr richtet nach dem Fleisch; Ich richte niemand. So Ich aber richte, so ist mein Gericht recht; denn ich bin nicht allein, sondern Ich und der Vater, der mich gesandt hat. Auch stehet in eurem Gesetze geschrieben, daß zweier Menschen Zeugnis wahr sei. Ich bin es, der ich von mir selbst zeuge; und der Vater, der mich gesandt hat, zeuget auch von mir. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennet weder mich, noch meinen Vater; wenn ihr mich kennetet, so kennetet ihr auch meinen Vater. Nachmittags. Leltion aus dem Alten Testamente. Jes. 12.(Der HErr ist meine Stärke und mein Heil.) Zu derselbigen Zeit wirst du sagen: Ich danke dir, HErr, daß du zornig bist gewesen über mich, und dein Zorn sich gewendet hat, und tröstest mich. Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher, und fürchte mich nicht; denn Gott der HErr ist meine Stärke und mein Psalm, und ist mein Heil. Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen. Und werdet sagen zu derselbigen Zeit: Danket dem HErrn, prediget seinen Namen, macht kund unter den Völkern sein Thun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist. Lobsinget dem HErrn, denn er hat sich herrlich bewiesen; solches sei kund in allen Landen. Jauchze und rühme, du Einwohnerin zu Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Kor. 1, 3—20.(Alle Gottes⸗ Verheißungen sind in ihm Ja und Amen.) Gelobet sei Gott und der Vater unseres HErrn Jesu Christi, der Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, der uns tröstet in aller unsrer Trübsal, daß wir auch trösten können, die da sind in allerlei Trübsal, mit dem Trost, damit wir getröstet werden von Gott. Denn gleich wie wir des Leidens Christi viel haben, also werden wir auch reichlich getröstet durch Christum. Wir haben aber Trübsal oder Trost, so geschiehet es euch zu gut. Ist es Trübsal, so geschiehet es euch zu Trost und Heil; welches Heil beweiset sich, so ihr leidet mit Geduld, dermaßen, wie wir leiden. Ist es Trost, so geschiehet es euch auch zu Trost und Heil. Und stehet unsre Hoffnung fest für euch, dieweil wir wissen, daß, wie ihr des Leidens teilhaftig seid, so werdet ihr auch des Trostes teilhaftig sein. Denn wir wollen euch nicht ver⸗ halten, lieben Brüder, unsre Trübsal, die uns in Asien widerfahren ist, da wir über die Maße beschweret waren und über Macht, also daß wir uns auch des Lebens erwegten, und bei uns beschlossen hatten, wir müßten sterben. Das geschah aber darum, daß wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst stelleten, sondern auf Gott, der die Toten auferwecket, welcher uns von solchem Tode erlöset hat und noch täglich erlöset; und hoffen auf ihn, er werde uns auch hinfort erlösen, durch Hilfe eurer Fürbitte für uns; auf daß über uns für die Gabe, die uns gegeben ist, durch viel Personen viel 2⁴ Danks geschehe. Denn unser Ruhm ist der, nämlich das Zeugnis unsers Gewissens, daß wir in Einfältigkeit und göttlicher Lauterkeit, nicht in fleisch⸗ licher Weisheit, sondern in der Gnade Gottes auf der Welt gewandelt haben, allermeist aber bei euch. Denn wir schreiben euch nichts anders, denn das ihr leset und auch befindet. Ich hoffe aber, ihr werdet uns auch bis an das Ende also befinden, gleich wie ihr uns zum Teil befunden habt. Denn wir sind euer Ruhm, gleich wie auch ihr unser Ruhm seid auf des HErrn Jesu Tag. Und auf solches Vertrauen gedachte ich jenes Mal zu euch zu kommen, auf daß ihr abermal eine Wohlthat empfinget, und ich durch euch in Mace⸗ donien reisete, und wiederum aus Macedonien zu euch käme, und von eus geleitet würde in Judäag. Habe ich aber einer Leichtfertigkeit gebrauchet, da ich solches gedachte? Oder sind meine Anschläge fleischlich? Nicht also: sondern bei mir ist Ja Ja, und Nein ist Nein. Aber, o ein treuer Gott, daß unser Wort an euch nicht Ja und Nein gewesen ist. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt ist, durch mich und Silvanum und Timotheum, der war nicht Ja und Nein, sondern es war Ja in ihm. Denn alle Gottes-Verheißungen sind Ja in ihm, und sind Amen in ihm, Gott zu Lobe durch uns. Neujahr. Vormittags. Epistel. Gal. 3, 23— 4, 7.(Ihr seid allzumal Einer in Christo.) Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz ver⸗ wahret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbaret werden Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viele euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen, und nach der Verheißung Erben. Ich sage aber, solange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein HErr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hie kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder; sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium. Luc. 2, 21.(Da ward sein Name genannt Jesus.) Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Epistolische Lektion. Psalm 33.(Singet dem HErrn ein neues Lied.) Freuet euch des HErrn, ihr Gerechten; die Frommen sollen ihn schön preisen. Danket dem HErrn mit Harfen, und lobsinget ihm auf dem Psalter von zehn Saiten; singet ihm ein neues Lied; machet es gut auf Saiten⸗ Neujahr. ielen Mͤagt, boll d gemacht, Laser i 00 Vell (les, we 0 Er ge und wen wiglich, Hrr sei schauet v Hron si Hatzz er Nacht; Luch nic sihet au ertette v auf den sch sein, si Uber Wangel Buch he HErm! das Ev den Oe den Ze angenel Diener auf ih bor ey eugnis unsen nicht in fleish vandelt haben ers, denn das ich bis an dat bt. Denn wir OErrn Iqu ch zu kommen euch in Mate und von eus gebrauchet, de Neht also tteuer Gott un der Sohn st, durch mich n, sondern el in ihm, und Christo.) m Gesetz var⸗ baret werden aß wir dut ist, sind wir Kinder duth uft sind, die hie ist kin Dallzumal Abrahamé e der Erhe schied, ob e mündern und wir, da wu gungen. M n von einem 1 dem Gesth denn Kindit der schrei. Litel Kindet stum. Iesus.) Neujahr. 2⁵ spielen mit Schalle. Denn des HErrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiß. Er liebet Gerechtigkeit und Gericht. Die Erde ist voll der Güte des HErrn. Der Himmel ist durch das Wort des HErrn gemacht, und all sein Heer durch den Geist seines Mundes. Er hält das Wasser im Meer zusammen wie in einem Schlauch, und legt die Tiefe in das Verborgene. Alle Welt fürchte den HErrn, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnet. Denn so Er spricht, so geschiehts; so Er gebeut, so stehts da. Der HErr macht zu nichte der Heiden Rat, und wendet die Gedanken der Völker. Aber der Rat des HErrn bleibet ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für. Wohl dem Volk, des der HErr sein Gott ist; das Volk, das er zum Erbe erwählet hat! Der HErr schauet vom Himmel, und siehet aller Menschen Kinder. Von seinem festen Thron siehet er auf alle, die auf Erden wohnen. Er lenket ihnen allen das Herz; er merket auf alle ihre Werke. Einem Könige hilft nicht seine große Macht; ein Riese wird nicht errettet durch seine große Kraft. Rosse helfen auch nicht, und ihre große Stärke errettet nicht. Siehe, des HErrn Auge siehet auf die, so ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen, daß er ihre Seele errette vom Tode, und ernähre sie in der Teurung. Unsre Seele harret auf den HErrn; Er ist unsre Hilfe und Schild. Denn unser Herz freuet sich sein, und wir trauen auf seinen heiligen Namen. Deine Güte, HErr, sei über uns, wie wir auf dich hoffen. Evangelische Lektion. Luk. 4, 16— 21.(Das angenehme Jahr des HErrn.) Und er kam gen Nazareth, da er erzogen war, und ging in die Schule nach seiner Gewohnheit am Sabbathtage, und stund auf, und wollte lesen. Da ward ihm das Buch des Propheten Jesaias gereicht. Und da er das Buch herumwarf, fand er den Ort, da geschrieben steht:„Der Geist des HErrn ist bei mir, derhalben er mich gesalbet hat, und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen die zerstoßenen Herzen, zu predigen den Gefangenen, daß sie los sein sollen, und den Blinden das Gesicht, und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen, und zu predigen das angenehme Jahr des HErrn.“ Und als er das Buch zuthat, gab er es dem Diener, und setzte sich. Und aller Augen, die in der Schule waren, sahen auf ihn. Und er fing an, zu sagen zu ihnen: Heute ist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 67.(Es wolle Gott uns gnädig sein.) Gott sei uns gnädig, und segne uns; er lasse uns sein Antlitz leuchten! Sela. Daß wir auf Erden erkennen seinen Weg, unter allen Heiden sein Heil. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. Die Völker freuen sich und jauchzen, daß du die Leute recht richtest, und regierest die Leute auf Erden. Sela. Es danken dir, Gott, die Völker; es danken dir alle Völker. Das Land giebt sein Gewächs. Es segne uns Gott, unser Gott. Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn! Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Tim. 6, 13—19.(Die Hoffnung auf den lebendigen Gott.) Ich gebiete dir vor Gott, der alle Dinge lebendig macht, und vor Christo Jesu, der unter Pontio Pilato bezeuget hat ein gut Bekenntnis, daß du haltest das Gebot ohne Flecken untadelig, bis auf die Erscheinung unsers 26 Epiphanias. HErrn Jesu Christi, welche wird zeigen zu seiner Zeit der Selige und allein Gewaltige, der König aller Könige und Herr aller Herren, der allein Un⸗ sterblichkeit hat, der da wohnet in einem Licht, da niemand zukommen kann, welchen kein Mensch gesehen hat, noch sehen kann; dem sei Ehre und ewiges Reich! Amen. Den Reichen von dieser Welt gebiete, daß sie nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den ungewissen Reichtum, sondern auf den lebendigen Gott, der uns dargiebt reichlich allerlei zu genießen; daß sie Gutes thun, reich werden an guten Werken, gerne geben, behilflich seien, Schätze sammeln, ihnen selbst einen guten Grund aufs Zukünftige, daß sie ergreifen das ewige Leben. Epiphanias. Vormittags. Epistel. Tit. 3, 3—8.(Die Freundlichkeit Gottes, unsers Heilandes.) Denn wir waren auch weiland unweise, ungehorsame, irrige, dienend den Lüsten und mancherlei Wollüsten, und wandelten in Bosheit und Neid, und hasseten uns unter einander. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes, nicht um der Werke willen der Ge⸗ rechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Das ist je gewißlich wahr. Solches will ich, daß du fest lehrest, auf daß die, so an Gott gläubig sind worden, in einem Stande guter Werke gefunden werden. Solches ist gut und nütze den Menschen. Oder: Jes. 60, 1—6.(Dein Licht kommt.) Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herr⸗ lichkeit des HErrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir gehet auf der HErr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher! Diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seite er⸗ zogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des HErrn Lob verkündigen. Evangelium. Matth. 2, 1—12.(Die Weisen vom Morgenlande.) Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem, und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind kommen, ihn anzu⸗ beten. Da das der König Herodes hörete, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem; und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten:„Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, hist mit ommen Herodes Stern e Ind for mirs wi ghötet gsehen 94 das und gir Nutter, nd sche in Tra durch ei histoli Un dem Fü ditser 3 wir aut Hleische auch Ki der da Reliebet lebendig amt ih Christo lichen! Denn nicht a nicht j zu gut wande Fleis die 0 geschie außer heißu an w gegebe noch derstof er nic wird antich Ler o ihr G denen, lige und allin der allein Un⸗ Akommen kom, re und ewige nicht stolz seien den lebendign ie Outes thun, häte sammehh, ifen das ewigt Heilandes.) rrige, dienerd heit und Nei, indlichkeit und willen der Oe⸗ rzigkeit macht 9 des heiligen sum Christum, t und Erben ewißlich waht. gläubig sind Zolches ist gut ind die Herr⸗ 5 bedeckt daz r HErr, und n in deinen sigehet. Hehe mmen zu dir zur Seite er en, und dei am Meer z n die Merg Epha. He gen, und ds Epiphanias. 27 bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Judas, denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei!“ Da berief Herodes die Weisen heimlich, und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und wies sie gen Bethlehem, und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr es findet, so saget mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und fiehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stund oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet, und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an, und thaten ihre Schätze auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Epistolische Lektion. Eph. 2, 1—12.(Ihr waret ohne Gott in der Welt.) Und auch euch, da ihr tot waret durch Übertretung und Sünden, in welchen ihr weiland gewandelt(habt nach dem Lauf dieser Welt und nach dem Fürsten, der in der Luft herrschet, nämlich nach dem Geist, der zu dieser Zeit sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens, unter welchen wir auch alle weiland unsern Wandel gehabt haben in den Lüsten unsers Fleisches, und thaten den Willen des Fleisches und der Vernunft, und waren auch Kinder des Zorns von Natur, gleich wie auch die andern; aber Gott, der da reich ist von Barmherzigkeit, durch seine große Liebe, damit er uns geliebet hat, da wir tot waren in den Sünden, hat er uns samt Christo lebendig gemacht,(denn aus Gnaden seid ihr selig worden) und hat uns samt ihm auferwecket, und samt ihm in das himmlische Wesen versetzt in Christo Jesu, auf daß er erzeigete in den zukünftigen Zeiten den überschweng⸗ lichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte über uns in Christo Jesu. Denn aus Gnaden seid ihr selig worden durch den Glauben, und dasselbige nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken, auf daß sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hat, daß wir darinnen wandeln sollen. Darum gedenket daran, daß ihr, die ihr weiland nach dem Fleisch Heiden gewesen seid, und die Vorhaut genannt wurdet von denen, die genannt sind die Beschneidung nach dem Fleisch, die mit der Hand geschiehet, daß ihr zu derselbigen Zeit waret ohne Christum, Fremde und außer der Bürgerschaft Israels, und fremde von den Testamenten der Ver⸗ heißung; daher ihr keine Hoffnung hattet, und waret ohne Gott in der Welt. Oder: Jes. 42, 1—12.(Er wird das Recht unter die Heiden bringen.) Siehe, das ist mein Knecht, ich erhalte ihn, und mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben, er wird das Recht unter die Heiden bringen. Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen. Das zerstoßene Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. Er wird das Recht wahrhaftiglich halten lehren. Er wird nicht mürrisch noch greulich sein, auf daß er auf Erden das Recht anrichte; und die Inseln werden auf sein Gesetz warten. So spricht Gott, der HErr, der die Himmel schaffet und ausbreitet, der die Erde macht und ihr Gewächs, der dem Volk, so drauf ist, den Odem giebt, und den Geist denen, die drauf gehen: Ich, der HErr, habe dich gerufen mit Gerechtigkeit, 28 Epiphanias. und habe dich bei deiner Hand gefasset, und habe dich behütet, und habe dich zum Bund unter das Volk gegeben, zum Licht der Heiden; daß du sollst öffnen die Augen der Blinden, und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen, und die da sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker. Ich, der HErr, das ist mein Name; und will meine Ehre keinem andern geben, noch meinen Ruhm den Götzen. Siehe, was kommen soll, verkündige Ich zuvor, und verkündige Neues; ehe denn es aufgehet, lasse ich es euch hören. Singet dem HErrn ein neues Lied, sein Ruhm ist an der Welt Ende, die im Meer fahren, und was drinnen ist, die Inseln, und die drinnen wohnen! Rufet laut, ihr Wüsten und die Städte drinnen samt den Dörfern, da Kedar wohnet. Es jauchzen, die in Felsen wohnen, und rufen von den Höhen der Berge. Lasset sie dem HErrn die Ehre geben, und seinen Ruhm in den Inseln verkündigen. Evangelische Lektion. Matth. 3, 13—17.(Die Stimme vom Himmel.) Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, und Du kommst zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß jetzt also sein; also gebühret es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er es ihm zu. Und da Jesus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser: und siehe, da that sich der Himmel auf über ihm. Und Johannes sahe den Geist Gottes, gleich als eine Taube, herabfahren, und über ihn kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe. Nachmittags. Leltion aus dem Alten Testamente. 1. Könige 19, 1—18. (Elias auf Horeb.) Und Ahab sagte Isebel an alles, was Elia gethan hatte, und wie er hätte alle Propheten Baals mit dem Schwert erwürgt. Da sandte Isebel einen Boten zu Elia, und ließ ihm sagen: Die Götter thun mir dies und das, wo ich nicht morgen um diese Zeit deiner Seele thue, wie dieser Seelen einer. Da er das sah, machte er sich auf und ging, wo er hin wollte, und kam gen Beer⸗-Seba in Juda, und ließ seinen Knaben daselbst. Er aber ging hin in die Wüste eine Tagereise, und kam hinein, und setzte sich unter einen Wachholder, und bat, daß seine Seele stürbe, und sprach: Es ist genug, so nimm nun, HErr, meine Seele; ich bin nicht besser denn meine Väter. Und legte sich, und schlief unter dem Wachholder. Und siehe, der Engel rührte ihn, und sprach zu ihm: Stehe auf, und iß! Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstet Brot und eine Kanne mit Wasser. Und da er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. Und der Engel des HErrn kam zum andern Mal wieder, und rührte ihn, und sprach: Stehe auf, und iß; denn du hast einen großen Weg vor dir. Und er stund auf, und aß und trank, und ging durch Kraft derselben Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis an den Berg Gottes Horeb; und kam daselbst in eine Höhle, und blieb daselbst über Nacht. Und siehe, das Wort des HErrn kam zu ihm, und sprach zu ihm: Was machst du hie, Elia? Er sprach: Ich habe geeifert um den HErrn, den Gott Zebaoth; denn die Kinder Israel haben deinen Bund verlassen, und deine Altäre zerbrochen, und deine Propheten mit dem Schwert erwürget; und ich bin allein Über⸗ blieben, und sie stehen darnach, daß sie mir mein Leben nehmen. Er sprach: Gehe heraus, und tritt auf den Berg vor den HErrn! Und siehe, der HErr g v0 Helhen Nach d Erdbebe nicht in 0 Eli d tro nd syr OEtrn, Lund v Awürge Ds Lel Arges um K Rtael, an dein unnet, Hll Cl lämlich der ihn Altion D solle, v oder inm Kreuz waret!! mit der Helig im Gle Gpang KHreatu Nun an me Leib, göttlic Gottes wesen st seit herrli m eue verma daß daran kafti⸗ itet, und hab. daß du solll em Gefängniz Ich, der Hr; n, noch meinen ch zuvor, und hören. Singe „ die im Meer ohnen! Rufel rn, da Kedar den Höhen der Ruhm in den om Himmel) Johannes, daß D sprach: I u mir? Jesu⸗ o gebühret es Und da Jesuz „ da that sich Gottes, gleich eine Stimmt welchem ih 118, und wie er andte Isebel mir dies und dieser Serlen n wollte, und bst. Er aber hte sich untt Es ist genug meine Väter , der Enhl sah sich um e Kanne mu ieder schlaft. rührte au Weg vor dil abe Spas 1. Sonntag nach Epiphanias. 2· ging vorüber und ein großer starker Wind, der die Berge zerriß, und die Felsen zerbrach, vor dem HErrn her; der HErr aber war nicht im Winde. Nach dem Winde aber kam ein Erdbeben; aber der HErr war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HErr war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein still sanftes Sausen. Da das Elia hörte, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel, und ging heraus, und trat in die Thür der Höhle. Und siehe, da kam eine Stimme zu ihm und sprach: Was hast du hie zu thun, Elia? Er sprach: Ich habe um den HErrn, den Gott Zebaoth, geeifert; denn die Kinder Israel haben deinen Bund verlassen, deine Altäre zerbrochen, deine Propheten mit dem Schwert erwürget; und ich bin allein überblieben, und sie stehen darnach, daß sie mir das Leben nehmen. Aber der HErr sprach zu ihm: Gehe wiederum deines Weges durch die Wüste gen Damaskus, und gehe hinein, und salbe Hasael zum Könige über Syrien, und Jehu, den Sohn Nimsis, zum Könige über Israel, und Elisa, den Sohn Saphats, von Abel-Mehola, zum Propheten an deiner Statt. Und soll geschehen, daß, wer dem Schwert Hasaels ent⸗ rinnet, den soll Jehu töten, und wer dem Schwert Jehus entrinnet, den soll Elisa töten. Und ich will lassen überbleiben sieben tausend in Israel, nämlich alle Kniee, die sich nicht gebeuget haben vor Baal, und allen Mund, der ihn nicht geküsset hat. Lektion aus dem Reuen Testamente. Kol. 1, 19— 29.(Das von der Welt her verborgene Geheimnis gepredigt unter aller Kreatur.) Denn es ist das Wohlgefallen gewesen, daß in ihm alle Fülle wohnen sollte, und alles durch ihn versöhnet würde zu ihm selbst, es sei auf Erden oder im Himmel, damit, daß er Frieden machte durch das Blut an seinem Kreuz durch sich selbst. Und euch, die ihr weiland Fremde und Feinde waret durch die Vernunft in bösen Werken, nun aber hat er euch versöhnet mit dem Leibe seines Fleisches durch den Tod, auf daß er euch darstellete heilig und unsträflich und ohne Tadel vor ihm selbst; so ihr anders bleibet im Glauben gegründet und fest, und unbeweglich von der Hoffnung des Evangelii, welches ihr gehöret habt, welches geprediget ist unter aller Kreatur, die unter dem Himmel ist, welches ich, Paulus, Diener worden bin. Nun freue ich mich in meinem Leiden, das ich für euch leide, und erstatte an meinem Fleisch, was noch mangelt an Trübsalen in Christo, für seinen Leib, welcher ist die Gemeine, welcher ich ein Diener worden bin nach dem göttlichen Predigtamt, das mir gegeben ist unter euch, daß ich das Wort Gottes reichlich predigen soll, nämlich das Geheimnis, das verborgen ge— wesen ist von der Welt her und von den Zeiten her, nun aber offenbaret ist seinen Heiligen, welchen Gott gewollt hat kund thun, welcher da sei der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Heiden, welches ist Christus in euch, der da ist die Hoffnung der Herrlichkeit, den wir verkündigen, und vermahnen alle Menschen, und lehren alle Menschen mit aller Weisheit, auf daß wir darstellen einen jeglichen Menschen vollkommen in Christo Jesu; daran ich auch arbeite und ringe, nach der Wirkung des, der in mir kräftiglich wirket. 1. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. Röm. 12, 1—6.(Das Opfer, das da lebendig ist.) Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohl⸗ 1. Sonntag nach Epiphanias. gefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gottes-Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von sich halte, denn sichs gebühret zu halten; sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeg⸗ licher, nach dem Gott ausgeteilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in Einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also sind wir viele Ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied; und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangelium. Luk. 2, 41—52.(Ich muß sein in dem, das meines Vaters ist.) Und seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder nach Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise, und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem, und suchten ihn. Und es begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragte. Und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist es, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Epistolische Lektion. 1. Kor. 1, 20— 31.(Was thöricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählet.) Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weltweisen? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Thorheit gemacht? Denn dieweil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch thörichte Predigt selig zu machen die, so daran glauben; sintemal die Juden Zeichen fordern, und die Griechen nach Weisheit fragen. Wir aber predigen den gekreuzigten Christum, den Juden ein Argernis und den Griechen eine Thorheit. Denen aber, die berufen sind, beide Juden und Griechen, predigen wir Christum, göttliche Kraft und göttliche Weisheit. Denn die göttliche Thorheit ist weiser, denn die Menschen sind, und die göttliche Schwachheit ist stärker, denn die Menschen sind. Sehet an, lieben Brüder, euren Beruf: nicht viel Weise nach dem Fleisch, nicht viel Gewaltige, nicht viel Edle sind berufen; sondern was thöricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählet, daß er die Weisen zu Schanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählet, daß er zu Schanden mache, was stark ist; und das Unedle vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählet, und das da nichts ist, daß er zu nichte mache, was etwas ist, auf daß sich vor ihm kein Fleisch rühme. Von velchem Hott zy rlösun sch des Et De Und alẽ Und zw. aber wa scet il Mister Desselbi huben d fhrete Sohn; andern lopum, Vahsaid und spr Heseh u Magretl hmmen Nathane liter, in du mich rief, do wortete König weil i du wir wahrl und di Lektio let euch niche ö Aures Sinnes, gefällige urd ade, die mir halte, demn alte, ein jeg⸗ Denn gleiche Olieder nict o, aber unter ben nach de nes Vaters ist) das Osterfest rusalem nach nd sie wieder seine Eltemn „ und kamen annten. Und o suchten ihn. sihen mitten alle, die ihn atwort. Und u ihm: Mein nd ich haben es, daß it „das meineä ihnen redet war ihnen rem Herzen tt und deh or der Well Wo sind di dal gnah eisheit nich ö machen die die Griechel ristum, di aber, öttlich 1. Sonntag nach Epiphanias. 31 welchem auch ihr herkommt in Christo Jesu, welcher uns gemacht ist von Gott zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, auf daß,(wie geschrieben stehet,) wer sich rühmet, der rühme sich des HErrn. Evangelische Lektion. Joh. 1, 35— 51.(Kommt und sehet es.) Des andern Tages stund abermal Johannes und zween seiner Jünger. Und als er sah Jesum wandeln, sprach er: Siehe, das ist Gottes Lamm. Und zween seiner Jünger höreten ihn reden, und folgten Jesu nach. Jesus aber wandte sich um, und sahe sie nachfolgen, und sprach zu ihnen: Was suchet ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Rabbi(das ist verdolmetschet: Meister), wo bist du zur Herberge? Er sprach zu ihnen: Kommt und sehet es. Sie kamen, und sahen es, und blieben denselbigen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde. Einer aus den zween, die von Johanne höreten und Jesu nachfolgten, war Andreas, der Bruder Simonis Petri. Derselbige findet am ersten seinen Bruder Simon, und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden(welches ist verdolmetschet: der Gesalbte). Und führete ihn zu Jesu. Da ihn Jesus sah, sprach er: Du bist Simon, Jonas Sohn; du sollst Kephas heißen(das wird verdolmetschet: ein Fels). Des andern Tages wollte Jesus wieder in Galiläam ziehen, und findet Phi⸗ lippum, und spricht zu ihm: Folge mir nach! Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt Andreas und Petrus. Philippus findet Nathanael, und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Moses im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesum, Josephs Sohn von Nazareth. Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann von Nazareth Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm, und siehe es. Jesus sah Nathanael zu sich kommen, und spricht von ihm: Siehe, ein rechter Israe⸗ liter, in welchem kein Falsch ist. Nathanael spricht zu ihm: Woher kennest du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe denn dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warest, sahe ich dich. Nathanael ant⸗ wortete und spricht zu ihm: Rabbi, Du bist Gottes Sohn, Du bist der König von Israel. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubest, weil ich dir gesagt habe, daß ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum; du wirst noch Größeres denn das sehen. Und spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen, und die Engel Gottes hinauf und herab fahren auf des Menschen Sohn. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 122.(Ins Haus des HErrn nach Jerusalem.) Ich freue mich des, das mir geredet ist, daß wir werden ins Haus des HErrn gehen; und daß unsre Füße werden stehen in deinen Thoren, Jerusalem. Jerusalem ist gebauet, daß es eine Stadt sei, da man zusammen kommen soll, da die Stämme hinauf gehen sollen, nämlich die Stämme des HErrn, zu predigen dem Volk Israel, zu danken dem Namen des HErrn. Denn daselbst sitzen die Stühle zum Gericht, die Stühle des Hauses Davids. Wünschet Jerusalem Glück! Es müsse wohl gehen denen, die dich lieben! Es müsse Friede sein inwendig in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen! Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Friede wünschen. Um des Hauses willen des HErrn, unsers Gottes, will ich dein Bestes suchen. 32 2. Sonntag nach Epiphanias. Lektion aus dem Neuen Testamente. Ebr. 3, 1—14.(Moses ein Knecht in seinem Hause, Christus ein Sohn über sein Haus.) Derhalben, ihr heiligen Brüder, die ihr mit berufen seid durch den himmlischen Beruf, nehmet wahr des Apostels und Hohenpriesters, den wir bekennen, Christi Jesu, der da treu ist dem, der ihn gemacht hat,(wie auch Moses) in seinem ganzen Hause. Dieser aber ist größrer Ehre wert denn Moses, nachdem der eine größere Ehre am Hause hat, der es bereitet, denn das Haus. Denn ein jeglich Haus wird von jemand bereitet; der aber alles bereitet, das ist Gott. Und Moses zwar war treu in seinem ganzen Hause als ein Knecht, zum Zeugnis des, das gesagt sollte werden; Christus aber als ein Sohn über sein Haus; welches Haus sind wir, so wir anders das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung bis an das Ende fest behalten. Darum, wie der heilige Geist spricht:„Heute, so ihr hören werdet seine Stimme, so verstocket eure Herzen nicht, als geschah in der Verbitterung, am Tage der Versuchung in der Wüste; da mich eure Väter versuchten; sie prüften mich, und sahen meine Werke vierzig Jahre lang; darum ich entrüstet ward über dies Geschlecht, und sprach: Immerdar irren sie mit dem Herzen; aber sie wußten meine Wege nicht; daß ich auch schwur in meinem Zorn, sie sollten zu meiner Ruhe nicht kommen.“ Sehet zu, lieben Brüder, daß nicht jemand unter euch ein arges, ungläubiges Herz habe, das da abtrete von dem lebendigen Gott; sondern ermahnet euch selbst alle Tage, so lange es heute heißt, daß nicht jemand unter euch verstocket werde durch Betrug der Sünde. Denn wir sind Christi teilhaftig worden, so wir anders das angefangene Wesen bis an das Ende fest behalten. S. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. Röm. 12, 6—16.(Mancherlei Gnadengaben in mancherlei Erweisungen.) Und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Er⸗ mahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Giebt jemand, so gebe er ein⸗ fältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. ÜUbet jemand Barmherzigkeit, so thue er es mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geiste. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Notdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium. Joh. 2, 1—11.(Das erste Zeichen seiner Herrlichkeit.) Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gi de W. hricht Hiachte gewesen 3, die Ind spr sie trur Hieher Kana i Hlaubte Phistol Un Vorten Denni Isum und m Predigt Deweisu auf Me das ist Velt, nden v hat vor ditser L herrn kein Au Herz ko⸗ hat es Dinge, Mensch nieman empfar können Vorte der hei liche Y heit, u. Heistlic hat des haben U D daselbf zu En. oses ein Rneth ) id durch der sters, den wir hat,(wie auc re wert denn bereitet, denn tet; der aber seinem ganzen den; Christus o wir anders fest behalten. werdet seine Verbitterung, r versuchten; 33 darum ich irren sie mit ich schwur in het zu, lieben 3 Herz habe, ich selbst all rstocket werde orden, so wit Crweisungen gegeben ist Jemand ein Lehte. Ex ebe er ei⸗ umherziglei Arge, hange glich. Einer was iht thun Seid fröhlih met euch de olgen; sehnt net mit del nach hohen xrlichltit) 2. Sonntag nach Epiphanias. 33 und gingen je in einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam,(die Diener aber wußten es, die das Wasser geschöpft hatten,) rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringern; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarete seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Epistolische Lektion. 1. Kor. 2.(Die Beweisung des Geistes und der Kraft.) Und ich, lieben Brüder, da ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch zu verkündigen die göttliche Predigt. Denn ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, ohne allein Jesum Christum, den Gekreuzigten. Und ich war bei euch mit Schwachheit und mit Furcht und mit großem Zittern; und mein Wort und meine Predigt war nicht in vernünftigen Reden menschlicher Weisheit, sondern in Beweisung des Geistes und der Kraft, auf daß euer Glaube bestehe, nicht auf Menschen Weisheit, sondern auf Gottes Kraft. Da wir aber von reden, das ist dennoch Weisheit bei den Vollkommenen; nicht eine Weisheit dieser Welt, auch nicht der Obersten dieser Welt, welche vergehen, sondern wir reden von der heimlichen, verborgenen Weisheit Gottes, welche Gott verordnet hat vor der Welt zu unsrer Herrlichkeit, welche keiner von den Obersten dieser Welt erkannt hat; denn wo sie die erkannt hätten, hätten sie den HErrn der Herrlichkeit nicht gekreuziget; sondern wie geschrieben stehet:„Das kein Auge gesehen hat, und kein Ohr gehöret hat, und in keines Menschen Herz kommen ist, das Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.“ Uns aber hat es Gott offenbaret durch feinen Geist; denn der Geist erforschet alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, ohne der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also auch weiß niemand, was in Gott ist, ohne der Geist Gottes. Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist; welches wir auch reden, nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern wit Worten, die der heilige Geist lehret, und richten geistliche Sachen geistlich. Der natür⸗ liche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Thor⸗ heit, und kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich gerichtet sein. Der geistliche aber richtet alles, und wird von niemand gerichtet. Denn wer hat des HErrn Sinn erkannt? oder wer will ihn unterweisen? Wir aber haben Christi Sinn. Evangelische Lektion. Joh. 3, 2— 36.(Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen.) Darnach kam Jesus und seine Jünger in das jüdische Land, und hatte daselbst sein Wesen mit ihnen, und taufte. Johannes aber taufte auch noch zu Enon, nahe bei Salim, denn es war viel Wassers daselbst; und sie kamen dahin, und ließen sich taufen. Denn Johannes war noch nicht in das Gefängnis gelegt. Da erhub sich eine Frage unter den Jüngern Johannis samt den Juden über die Reinigung; und kamen zu Johanne, und sprachen zu ihm: Meister, der bei dir war jenseit des Jordans, von dem du zeugetest, 2 34 2. Sonntag nach Epiphanias. siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm. Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, es werde ihm denn gegeben vom Himmel. Ihr selbst seid meine Zeugen, daß ich gesagt habe, ich sei nicht Christus, sondern vor ihm her gesandt. Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund aber des Bräutigams stehet, und höret ihm zu, und freuet sich hoch über des Bräutigams Stimme. Dieselbige meine Freude ist nun erfüllet. Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen. Der von oben her kommt, ist über alle. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde, und redet von der Erde. Der vom Himmel kommt, der ist über alle, und zeuget, was er gesehen und gehöret hat; und sein Zeugnis nimmt niemand an. Wer es aber annimmt, der versiegelt es, daß Gott wahrhaftig sei. Denn welchen Gott gesandt hat, der redet Gottes Wort; denn Gott giebt den Geist nicht nach dem Maß. Der Vater hat den Sohn lieb, und hat ihm alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubet, der hat das ewige Leben. Wer dem Sohn nicht glaubet, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibet über ihm. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 5. Mos. 18, 15— 22.(Ich will meine Worte in seinen Mund legen.) Einen Propheten wie mich, wird der HErr, dein Gott, dir erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen. Wie du denn von dem HErrn, deinem Gott, gebeten hast zu Horeb am Tage der Ver⸗ sammlung, und sprachest: Ich will fort nicht mehr hören die Stimme des HErrn, meines Gottes, und das große Feuer nicht mehr sehen, daß ich nicht sterbe. Und der HErr sprach zu mir: Sie haben wohl geredet. Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern, und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde. Und wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen reden wird, von dem will Ichs fordern. Doch wenn ein Prophet vermessen ist, zu reden in meinem Namen, das ich ihm nicht geboten habe zu reden, und welcher redet in dem Namen andrer Götter, derselbe Prophet soll sterben. Ob du aber in deinem Herzen sagen würdest: Wie kann ich merken, welches Wort der HErr nicht geredet hat? Wenn der Prophet redet in dem Namen des HErrn, und wird nichts draus, und kommt nicht, das ist das Wort, das der HErr nicht geredet hat; der Prophet hat es aus Vermessenheit geredet, darum scheue dich nicht vor ihm. Lektion aus dem Neuen Testamente. Gal. 1, 6—16.(Ich habe es von keinem Menschen gelernt, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi.) Mich wundert, daß ihr euch so bald abwenden lasset von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, auf ein ander Evangelium; so doch kein anderes ist; ohne, daß etliche sind, die euch verwirren, und wollen das Evangelium Christi verkehren. Aber so auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen anders, denn das wir euch gepredigt haben, der sei verflucht. Wie wir jetzt gesagt haben, so sagen wir auch abermal: So jemand Evangelium predigt anders, denn das ihr empfangen habt, der sei verflucht. Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zum Dienst? Oder gedenke ich, Menschen gefällig zu sein? Wenn ich den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht. Ich thue euch aber kund, lieben Brüder, daß das Evangelium, das von mir gepredigt ist, nicht menschlich ist. Denn ich habe es von keinem Menschen empfangen, uot gel vohl Maße d Ydentu Maß ann mei ad erf Hrlündi ht dar shist. Hal Hlißiget luch is, Hbsten, ache i Heind h Iünn 0 —08 V 6 Ose Haangel unging Orr Qual. Der H. unter u gesund. unter n ) und Hue d wortete und egeben vom ich sei nicht der ist der tet ihm zu, deine Freude er von oben Erde, und und zeuget, niemand an. sei. Denn bt den Geist ihm alles das ewige nicht sehen, O wil ir erwecken zie du denn e der Ver⸗ mme des aß ich nicht Ich will und meine as ich ihn in meinem N Prophet boten habe be Prophet ie kann ich er Prophet ymmt nicht, hat ez au⸗ habe es von hristi m, der euc doch kein wollen da Engel bon 0 gepredigt u wir auch empfange Gott zun m ich den 34 epredigt ampfangen 3. Sonntag nach Epiphanias. 35⁵ noch gelernet, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi. Denn ihr habt je wohl gehöret meinen Wandel weiland im Judentum, wie ich über die Maße die Gemeine Gottes verfolgte, und verstörete sie, und nahm zu im Judentum über viele meines gleichen in meinem Geschlecht, und eiferte über die Maße um das väterliche Gesetz. Da es aber Gott wohlgefiel, der mich von meiner Mutter Leibe hat ausgesondert und berufen durch seine Gnade, daß er seinen Sohn offenbarete in mir, daß ich ihn durch das Evangelium verkündigen sollte unter den Heiden: alsobald fuhr ich zu, und besprach mich nicht darüber mit Fleisch und Blut. 3. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. Röm. 12, 17— 21.(Die alles überwindende Macht der Liebe.) Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn; denn es stehet geschrieben:„Die Rache ist mein; Ich will vergelten, spricht der HErr.“ So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium. Matth. 8, 1—13.(Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.) Da er aber vom Berge herabging, folgte ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussätziger kam, und betete ihn an und sprach: HErr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an, und sprach: Ich will es thun, sei gereiniget! Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugnis über sie. Da aber Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: HErr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: HErr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin! so geht er; und zum andern: Komme her! so kommt er; und zu meinem Knechte: Thue das! so thut ers. Da das Jesus hörte, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen; aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistolische Lektion. Röm. 1, 13—25.(Das Evangelium eine Kraft Gottes, selig zu machen.) Ich will euch aber nicht verhalten, lieben Brüder, daß ich mir oft habe vorgesetzt, zu euch zu kommen,(bin aber verhindert bisher,) daß ich auch 3 36 3. Sonntag nach Epiphanias. unter euch Frucht schaffte gleich wie unter andern Heiden. Ich bin ein Schuldner beide der Griechen und der Ungriechen, beide der Weisen und der Unweisen. Darum, so viel an mir ist, bin ich geneigt, auch euch zu Rom das Evangelium zu predigen. Denn ich schäme mich des Evangelii von Christo nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen. Sintemal darinnen geoffenbart wird die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie denn geschrieben stehet:„Der Gerechte wird seines Glaubens leben.“ Denn Gottes Zorn vom Himmel wird offenbaret über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit aufhalten. Denn daß man weiß, daß Gott sei, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbaret, damit, daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist, seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt; also daß sie keine Entschuldigung haben; dieweil sie wußten, daß ein Gott ist, und haben ihn nicht gepriesen als einen Gott, noch gedanket, sondern sind in ihrem Dichten eitel worden, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren worden; und haben verwandelt die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes in ein Bild, gleich dem vergäng⸗ lichen Menschen, und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere. Darum hat sie auch Gott dahin gegeben in ihrer Herzen Gelüste, in Unreinigkeit, zu schänden ihre eigenen Leiber an ihnen selbst, die Gottes Wahrheit haben verwandelt in die Lügen, und haben geehret und gedienet dem Geschöpf mehr denn dem Schöpfer, der da gelobet ist in Ewigkeit. Amen. Evangelische Lektion. Joh. 4, 5— 26.(Ich sehe, daß du ein Prophet bist.) Da kam er in eine Stadt Samariä, die heißt Sichar, nahe bei dem Dörflein, das Jakob seinem Sohne Joseph gab. Es war aber daselbst Jakobs Brunnen. Da nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich also auf den Brunnen und es war um die sechste Stunde. Da kommt ein Weib von Samaria, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gieb mir zu trinken. Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, daß sie Speise kauften. Spricht nun das samaritische Weib zu ihm: Wie bittest du von mir zu trinken, so du ein Jude bist, und ich ein samaritisch Weib?(Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern.) Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkennetest die Gabe Gottes, und wer der ist, der zu dir sagt: Gieb mir zu trinken, du bätest ihn, und er gäbe dir leben⸗ diges Wasser. Spricht zu ihm das Weib: HErr, hast du doch nichts, damit du schöpfest, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn lebendiges Wasser? Bist du mehr denn unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? und er hat daraus, getrunken und seine Kinder und sei Vieh. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer dieses Wassers trinkt, den wird wieder dürsten; wer aber des Wassers trinken wird, das Ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillet. Spricht das Weib zu ihm: HErr, gieb mir dasselbige Wasser, auf daß mich nicht dürste, daß ich nicht herkommen müsse, zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gehe hin, rufe deinen Mann, und komm her. Das Weib antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: ich habe keinen Mann. Fünf Männer hast u ge eqagt bit. Alem glaube Nrusc vir w Iber werder will a beten, Weib derselb ihr 2— * Ohalbe Herzen Hebun einen den T. Taaurt aß sie Peise störet srstöt weiden aber Gottes lichkei fr d Iwief Lektio 2 wert! Gelch dem diewei lehre Heilsan Vottse Mage boser und Hever Ich bin ein eisen und der euch zu Rom vangelii von acht alle, die 2. Sintemal welche kommt Herechte wird ird offenbaret die Wahrheit sei, ist ihnen unsichtbares so man des elt; also daß Hott ist, und udern sind in rfinstett. Da n verwandelt dem vergäng⸗ er kriechenden rzen Gelüst, t, die Gottes und gedienet igkeit. Amen. 5 du 5 ahe bei dem ber daselbst sehte er sich h a kommt ein Gieb mir zu fe Speit ttest du von eib?(Denn 15 antwortek wer det ist le dir leben⸗ 916, damil 3. Sonntag nach Epiphanias. 37 du gehabt, und den du nun hast, der ist nicht dein Mann; da hast du recht gesagt. Das Weib spricht zu ihm: HErr, ich sehe, daß Du ein Prophet bist. Unsre Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, zu Jeru⸗ salem sei die Stätte, da man anbeten solle. Jesus spricht zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt die Zeit, daß ihr weder auf diesem Berge, noch zu Jerusalem werdet den Vater anbeten. Ihr wisset nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden. Aber es kommt die Zeit, und ist schon jetzt, daß die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit; denn der Vater will auch haben, die ihn also anbeten. Gott ist ein Geist, und die ihn an⸗ beten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Spricht das Weib zu ihm: Ich weiß, daß Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn derselbige kommen wird, so wird er uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin es, der mit dir redet. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jes. 61, 1—7.(Der Geist des HErrn hat mich gesalbet.) Der Geist des HErrn, HErrn ist über mir, darum hat mich der HErr gesalbet. Er hat mich gesandt, den Elenden zu predigen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden; zu predigen den Gefangenen eine Erledigung, den Gebundenen eine Offnung; zu predigen ein gnädiges Jahr des HErrn und einen Tag der Rache unsers Gottes; zu trösten alle Traurigen; zu schaffen den Traurigen zu Zion, daß ihnen Schmuck für Asche, und Freudenöl für Traurigkeit, und schöne Kleider für einen betrübten Geist gegeben werden; daß sie genannt werden Bäume der Gerechtigkeit, Pflanzen des HErrn zum Preise. Sie werden die alten Wüstungen bauen, und was vorzeiten zer⸗ störet ist, aufbringen; sie werden die verwüsteten Städte, so für und für zerstört gelegen sind, verneuen. Fremde werden stehen, und eure Herde weiden, und Ausländer werden eure Ackerleute und Weingärtner sein. Ihr aber sollt Priester des HErrn heißen, und man wird euch Diener unsers Gottes nennen; und werdet der Heiden Güter essen, und über ihrer Herr⸗ lichkeit euch rühmen. Für eure Schmach soll Zwiefältiges kommen, und für die Schande sollen sie fröhlich sein auf ihren Ackern. Denn sie sollen Zwiefältiges besitzen in ihrem Lande, sie sollen ewige Freude haben. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Tim. 6, 1—5.(Bleibe bei den heilsamen Worten unsers HErrn Jesu Christi.) Die Knechte, so unter dem Joch sind, sollen ihre Herren aller Ehren wert halten, auf daß nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde. Welche aber gläubige Herren haben, sollen dieselbigen nicht verachten(mit dem Schein), daß sie Brüder sind, sondern sollen viel mehr dienstbar sein, dieweil sie gläubig und geliebt und der Wohlthat teilhaftig sind. Solches lehre und ermahne. So jemand anders lehret, und bleibet nicht bei den heilsamen Worten unsers HErrn Jesu Christi und bei der Lehre von der Gottseligkeit; der ist verdüstert und weiß nichts, sondern ist seuchtig in Fragen und Wortkriegen, aus welchen entspringet Neid, Hader, Lästerung, böser Argwohn, Schulgezänke solcher Menschen, die zerrüttete Sinne haben und der Wahrheit beraubet sind, die da meinen, Gottseligkeit sei ein Gewerbe. Thue dich von solchen. 4. Sonntag nach Epiphanias. 4. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. Röm. 13, 1—10.(Die alles vollbringende Macht der Liebe.) Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der wider⸗ strebet Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen. Denn die Gewaltigen sind nicht den guten Werken, sondern den bösen zu fürchten. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrig⸗ keit, so thue Gutes, so wirst du Lob von derselbigen haben. Denn sie ist Gottes Dienerin dir zu gut. Thust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. So seid nun aus Not unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. Derhalben müsset ihr auch Schoß geben; denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebühret; Zoll, dem der Zoll gebühret; Furcht, dem die Furcht gebühret; Ehre, dem die Ehre gebühret. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den anderen liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist:„Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; dich soll nichts gelüsten;“ und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset:„Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst.“ Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangelium. Matth. 8, 23—27.(Die allgebietende Macht des HErrn.) Und er trat in das Schiff, und seine JUnger folgten ihm. Und siehe, da erhub sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward; und Er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: HErr, hilf uns, wir verderben! Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stund auf, und bedrohete den Wind und das Meer; da ward es ganz stilll. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Epistolische Lektion. Röm. 7, 6—25.(Das Gesetz ist geistlich, ich aber bin fleischlich.) Nun aber sind wir von dem Gesetze los und ihm abgestorben, das uns gefangen hielt, also daß wir dienen sollen im neuen Wesen des Geistes, und nicht im alten Wesen des Buchstabens. Was wollen wir denn nun sagen? ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht, ohne durch das Gesetz. Denn ich wußte nichts von der Lust, wo das Gesetz nicht hätte gesagt:„Laß dich nicht gelüsten.“ Da nahm aber die Sünde Ursach am Gebot, und erregte in mir allerlei Lust. Denn ohne das Gesetz war die Sünde tot. Ich aber lebte etwa ohne Gesetz. Da aber das Gebot lam, ward die Sünde wieder lebendig; ich aber starb, und es befand sich, daß das Gebot mir zum Tode gereichte, das mir doch zum Leben gegeben war. Denn die Sünde nahm Ursach am Gebot, und betrog mich, und tötete mich durch dasselbige Gebot. Das Gesetz ist je heilig, und das Gebot ist heilig, recht und gut. Ist denn, das da gut ist, mir ein Tod worden? Das sei ferne! Aber die Sünde, auf daß sie erscheine, wie sie Sünde ist t der iebe) über ihn ha leit ist, die it zet, der wider⸗ sich ein Urtel zerken, sonden or der Obrig Denn sie il. hte dich; dem eine Rächern Not unterthan wissens willen tes Diener, di vas ihr schulbi bühret; Furch Seid niemand denn wer dun esagt ist: u hlen; du soll so ein ande u sollst deiße nichts Böst des HErrn. m. Und sih das Schiffle ger traten wit verderbei o furchtsan ward es gu Was ist d ser bin feishlt rben, das 25 Geistes, u n nun sahe annte ich mi wo das O her die Eu das M 4. Sonntag nach Epiphanias. 39 hat sie mir durch das Gute den Tod gewirket, auf daß die Sünde würde Überaus sündig durchs Gebot. Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich weiß nicht, was ich thue; denn ich thue nicht, das ich will, sondern das ich hasse, das thue ich. So ich aber das thue, das ich nicht will, so willige ich, daß das Gesetz gut sei. So thue ich nun dasselbige nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnet. Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, wohnet nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber Vollbringen das Gute finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das thue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das thue ich. So ich aber thue, das ich nicht will, so thue ich dasselbige nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnet. So finde ich in mir nun ein Gesetz, der ich will das Gute thun, daß mir das Böse anhanget. Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwen⸗ digen Menschen. Ich sehe aber ein ander Gesetz in meinen Gliedern, das da widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüte, und nimmt mich gefangen in der Sünde Gesetz, welches ist in meinen Gliedern. Ich elender Mensch! wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes? Ich danke Gott durch Jesum Christ, unsern HErrn. So diene ich nun mit dem Gemüte dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde. Evangelische Lektion. Joh. 4, 27— 42.(Dieser ist Christus, der Welt Heiland.) Und über dem kamen seine Jünger, und es nahm sie Wunder, daß er mit dem Weibe redete. Doch sprach niemand: Was fragest du? oder: Was redest du mit ihr? Da ließ das Weib ihren Krug stehen, und ging hin in die Stadt, und spricht zu den Leuten: Kommt, sehet einen Menschen, der mir gesagt hat alles, was ich gethan habe, ob er nicht Christus sei? Da gingen sie aus der Stadt, und kamen zu ihm. Indes aber ermahnten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iß. Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, da wisset ihr nicht von. Da sprachen die Jünger unter einander: Hat ihm jemand zu essen gebracht? Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, daß ich thue den Willen des, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. Sagt ihr nicht selbst: Es sind noch vier Monate, so kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebet eure Augen auf, und sehet in das Feld, denn es ist schon weiß zur Ernte. Und wer da schneidet, der empfänget Lohn, und sammelt Frucht zum ewigen Leben, auf daß sich mit einander freuen, der da säet, und der da schneidet. Denn hie ist der Spruch wahr: Dieser säet, der andre schneidet. Ich habe euch gesandt, zu schneiden, das ihr nicht habt gearbeitet; andre haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit kommen. Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus der⸗ selbigen Stadt um des Weibes Rede willen, welches da zeugete: Er hat mir gesagt alles, was ich gethan habe. Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, daß er bei ihnen bliebe; und er blieb zween Tage da. Und viel mehr glaubten um seines Worts willen, und sprachen zum Weibe: Wir glauben nun fort nicht um deiner Rede willen; wir haben selber ge⸗ höret und erkannt, daß dieser ist wahrlich Christus, der Welt Heiland. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 93.(Die Größe des HErrn über großen Wassern.) Der HErr ist König und herrlich geschmückt; der HErr ist geschmückt, und hat ein Reich angefangen, soweit die Welt ist, und zugerichtet, daß es bleiben soll. Von dem an stehet dein Stuhl sest; Du bist ewig. HErr, 4⁰ 5. Sonntag nach Epiphanias. die Wasserströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr Brausen, die Wasserströme heben empor die Wellen, die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen greulich; der HErr aber ist noch größer in der Höhe. Dein Wort ist eine rechte Lehre. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Kor. 4, 9— 20.(Das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in Kraft.) Ich halte aber, Gott habe uns Apostel für die Allergeringsten darge⸗ stellet, als dem Tode übergeben. Denn wir sind ein Schauspiel worden der Welt und den Engeln und den Menschen. Wir sind Narren um Christi willen, ihr aber seid klug in Christo; wir schwach, ihr aber stark; ihr herr⸗ lich, wir aber verachtet. Bis auf diese Stunde leiden wir Hunger und Durst, und sind nackend, und werden geschlagen, und haben keine gewisse Stätte, und arbeiten und wirken mit unsern eigenen Händen. Man schilt uns, so segnen wir; man verfolgt uns, so dulden wir es; man lästert uns, so flehen wir; wir sind stets als ein Fluch der Welt und ein Fegopfer aller Leute. Nicht schreibe ich solches, daß ich euch beschäme, sondern ich er⸗ mahne euch, als meine lieben Kinder. Denn ob ihr gleich zehntausend Zuchtmeister hättet in Christo, so habt ihr doch nicht viel Väter; denn ich habe euch gezeuget in Christo Jesu durch das Evangelium. Darum ermahne ich euch, seid meine Nachfolger. Aus derselben Ursache habe ich Timotheum zu euch gesandt, welcher ist mein lieber und getreuer Sohn in dem HErrn, daß er euch erinnere meiner Wege, die da in Christo sind, gleich wie ich an allen Enden in allen Gemeinen lehre. Es blähen sich etliche auf, als würde ich nicht zu euch kommen. Ich will aber gar kürzlich zu euch kommen, so der HErr will, und erlernen, nicht die Worte der Aufgeblasenen, sondern die Kraft. Denn das Reich Gottes stehet nicht in Worten, sondern in Kraft. 5. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. Kol. 3, 12—4, 1.(Das Band der Vollkommenheit.) So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Ge⸗ liebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld, und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so jemand Klage hat wider den andern; gleich wie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit; und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe; und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen, lieblichen Liedern, und singet dem HErrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des HErrn Jesu und danket Gott und dem Vater durch ihn. Ihr Weiber, seid unterthan euren Männern in dem HErrn, wie sichs gebühret. Ihr Männer, liebet eure Weiber, und seid nicht bitter gegen sie. Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist dem HErrn gefällig. Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, auf daß sie nicht scheu werden. Ihr Knechte, seid gehorsam in allen Dingen euren leiblichen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit Einfältigkeit des Herzens und mit Gottesfurcht. Alles, was ihr thut, das thut von Herzen, als dem HErrn, und nicht den Menschen; und wisset, daß ihr von dem HErrn mpfanger Ohristo. hatz und It, das b himmel h Cpangel Er l gleich aber die! Weizen, 0 fand f Ind sprac Sammelt hetbrenne ANsus das nd sprat Miwortet Ne Enge Herbrenne Sohn wis llle Arge erfen; d luchten, her höre! Brausen, di der sind groß Höhe. Dein ises ewiglih, 5 Reich Gotis Igsten darge⸗ spiel worden n um Chrisi tkz ihr hen⸗ Hunger und keine gewisse Man scil n lästert uns, jegopfer alle dern ich er⸗ Zehntauserd let; denn ich rum ermahne Timotheum dem HErrm, leich wie ith che auf, als uch kommen, nen, sondern ern in Kraft. heit.) en und Oe⸗ ut, Oeduld, 1. so jemand en hat, alß 35 Band del zu welchn et das Wolt d vermahne hen Lieder ihr thut mi HErrn Ja ahr Keecht vor 5. Sonntag nach Epiphanias. 4 empfangen werdet die Vergeltung des Erbes; denn ihr dienet dem HErrn Christo. Wer aber unrecht thut, der wird empfangen, was er unrecht gethan hat; und gilt kein Ansehen der Person. Ihr Herren, was recht und gleich ist, das beweiset den Knechten, und wisset, daß ihr auch einen HErrn im Himmel habt. Evangelium. Matth. 13, 24— 30 und 36— 43.(Cangmut und Weisheit des HErrn.) Er legte ihnen ein ander Gleichnis vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und säete Unkraut zwischen den Weizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen, und es ausjäten? Er sprach: Nein! auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausjätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zu der Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuern. Da ließ Jesus das Volk von sich, und kam heim. Und seine Jünger traten zu ihm, und sprachen: Deute uns dieses Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn ist es, der da guten Samen säet. Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder der Bosheit. Der Feind, der sie säet, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel. Gleich wie man nun das Unkraut ausjätet, und mit Feuer verbrennet, so wird es auch am Ende dieser Welt gehen. Des Menschen Sohn wird seine Engel senden; und sie werden sammeln aus seinem Reich alle Argernisse, und die da Unrecht thun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Zähnklappen. Dann werden die Gerechten leuchten, wie die Sonne, in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat, zu hören, der höre! Epistolische Lektion. Röm. 8, 1—11.(Wer Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.) So ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christo Jesu sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Denn das Gesetz des Geistes, der da lebendig macht in Christo Jesu, hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn das dem Gesetz unmöglich war,(sintemal es durch das Fleisch geschwächet ward,) das that Gott, und sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündlichen Fleisches, und verdammte die Sünde im Fleische durch Sünde, auf daß die Gerechtigkeit, vom Gesetz erfordert, in uns erfüllet würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnet; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnet Aber fleischlich gesinnet sein, ist der Tod, und geistlich gesinnet sein, ist Leben und Friede. Denn fleischlich gesinnet sein, ist eine Feindschaft wider Gott; sintemal es dem Gesetze Gottes nicht unterthan ist; denn es vermag es auch nicht. Die aber fleischlich sind, mögen Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, so anders Gottes Geist in euch wohnet. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. So aber 42 5. Sonntag nach Epiphanias. Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist das Leben um der Gerechtigkeit willen. So nun der Geist des, der Jesum von den Toten auferwecket hat, in euch wohnet, so wird auch derselbige, der Christum von den Toten auferwecket hat, eure sterblichen Leiber lebendig machen um des willen, daß sein Geist in euch wohnet. Evangelische Lektion. Joh. 5, 1—18.(Mein Vater wirket bisher, und ich wirke auch.) Darnach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf gen Jerusalem. Es ist aber zu Jerusalem bei dem Schafhause ein Teich, der heißt auf Ebräisch Bethesda, und hat fünf Hallen, in welchen lagen viel Kranke, Blinde, Lahme, Dürre, die warteten, wenn sich das Wasser bewegte. Denn ein Engel fuhr herab zu seiner Zeit in den Teich, und bewegte das Wasser. Welcher nun der erste, nachdem das Wasser beweget war, hineinstieg, der ward gesund, mit welcherlei Seuche er behaftet war. Es war aber ein Mensch daselbst, acht und dreißig Jahre krank gelegen. Da Jesus denselbigen sah liegen, und vernahm, daß er so lange gelegen war, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: HErr, ich habe keinen Menschen, wenn das Wasser sich bewegt, der mich in den Teich lasse; und wenn ich komme, so steigt ein andrer vor mir hinein. Jesus spricht zu ihm: Stehe auf, nimm dein Bett, und gehe hin! Und alsbald ward der Mensch gesund, und nahm sein Bette, und ging hin. Es war aber des⸗ selbigen Tages der Sabbath. Da sprachen die Juden zu dem, der gesund war worden: Es ist heute Sabbath; es ziemt dir nicht, das Bette zu tragen. Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der sprach zu mir: Nimm dein Bette, und gehe hin! Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bette, und gehe hin? Der aber gesund war worden, wußte nicht, wer er war; denn Jesus war gewichen, da so viel Volks an dem Orte war. Darnach fand ihn Jesus im Tempel, und sprach zu ihm: Siehe zu, du bist gesund worden; sündige hinfort nicht mehr, daß dir nicht etwas Argeres widerfahre. Der Mensch ging hin, und verkündigte es den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe. Darum ver⸗ folgten die Juden Jesum, und suchten ihn zu töten, daß er solches gethan hatte auf den Sabbath. Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirket bisher, und Ich wirke auch. Darum trachteten ihm die Juden nun viel mehr nach, daß sie ihn töteten, daß er nicht allein den Sabbath brach, sondern sagte auch, Gott sei sein Vater, und machte sich selbst Gott gleich. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jerem. 24.(Gesicht von guten und bösen Feigen.) Siehe, der HErr zeigte mir zween Feigenkörbe, gestellt vor dem Tempel des HErrn, nachdem der König zu Babel, Nebukadnezar, hatte weggeführt Jechanja, den Sohn Jojakims, den König Judas, samt den Fürsten Judas, Zimmerleute und Schmiede von Jerusalem, und gen Babel gebracht. In dem einen Korbe waren sehr gute Feigen, wie die ersten reifen Feigen sind; im andern Korbe waren sehr böse Feigen, daß man sie nicht essen konnte, o böse waren sie. Und der HErr sprach zu mir: Jeremia, was siehest du? Ich sprach: Feigen; die guten Feigen sind sehr gut, und die bösen sind sehr böse, daß man sie nicht essen kann, so böse sind sie. Da geschah des HErrn Wort zu mir, und sprach: So spricht der HErr, der Gott Israels: Gleich wie diese Feigen gut sind, also will ich mich gnädiglich annehmen der Gefange der Chal dies Lat pflanzen, lennen Ich ihr! Aber wi der HEt Fürsten, die in! leinem werden, ich sie v schicken, gegeben Leltion Und bitten n uns hör von ihn Sünde denen, daflr so s ist e geboren bewahre von Go der Sol erlennen Feuu Cl lein, U De hi u ir datr großen Vohlge Hebracht de willen, der nun der Oeit ohnet, so win eure sterblichn 9 wohnet. rlet bisher, gen Jerusalen der heißt au viel Kranke ewegte te das Wasse hineinstieg, du war aber en sus denselbign cht er zu ihn Err, ich hale en Teich losen. esus spricht u. bald ward du! war aber de⸗ m, der gesund hette zu tragt u mir: Mium * Mensch, u er gesund in 3 so viel Volk WI und sprach f mehr, daß de nd verkündigt Darum va solches geth Vater wirlh üden nun dun zabbath bih t Gott ges ht von gulen r dem Tn ute weggese, Fürsten Rhne n Feihenfn 6. Sonntag nach Epiphanias. 43 Gefangenen aus Juda, welche ich habe aus dieser Stätte lassen ziehen in der Chaldäer Land; und will sie gnädiglich ansehen, und will sie wieder in dies Land bringen, und will sie bauen, und nicht abbrechen; ich will sie pflanzen, und nicht ausraufen; und will ihnen ein Herz geben, daß sie mich kennen sollen, daß Ich der HErr sei. Und sie sollen mein Volk sein, so will Ich ihr Gott sein; denn sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren. Aber wie die bösen Feigen so böse sind, daß man sie nicht essen kann, spricht der HErr, also will ich dahin geben Zedekia, den König Judas, samt seinen Fürsten, und was übrig ist zu Jerusalem und übrig in diesem Lande, und die in Agyptenland wohnen. Ich will ihnen Unglück zufügen, und sie in keinem Königreich auf Erden bleiben lassen, daß sie sollen zu Schanden werden, zum Sprichwort, zur Fabel und zum Fluch an allen Orten, dahin ich sie verstoßen werde. Und will Schwert, Hunger und Pestilenz unter sie schicken, bis sie umkommen von dem Lande, das ich ihnen und ihren Vätern gegeben habe. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Joh. 5, 14— 21.(Es ist etliche Sünde nicht zum Tode.) Und das ist die Freudigkeit, die wir haben zu ihm, daß, so wir etwas bitten nach seinem Willen, so höret er uns. Und so wir wissen, daß er uns höret, was wir bitten, so wissen wir, daß wir die Bitte haben, die wir von ihm gebeten haben. So jemand siehet seinen Bruder sündigen eine Sünde nicht zum Tode, der mag bitten, so wird er geben das Leben denen, die da sündigen nicht zum Tode. Es ist eine Sünde zum Tode; dafür sage ich nicht, daß jemand bitte. Alle Untugend ist Sünde; und es ist etliche Sünde nicht zum Tode. Wir wissen, daß wer von Gott geboren ist, der sündiget nicht, sondern wer von Gott geboren ist, der bewahret sich, und der Arge wird ihn nicht antasten. Wir wissen, daß wir von Gott sind, und die ganze Welt liegt im Argen. Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes kommen ist, und hat uns einen Sinn gegeben, daß wir erkennen den Wahrhaftigen und sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohne Jesu Christo. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Kind⸗ lein, hütet euch vor den Abgöttern. Amen. 6. Sonntag nach Epiphanias. Vormittags. Epistel. 2. Petri 1, 16— 21.(Das feste prophetische Wort.) Denn wir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers HErrn Jesu Christi, sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen:„Dies ist mein lieber Sohn, an dem Ich Wohlgefallen habe.“ Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort; und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschiehet aus eigener Aus⸗ legung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. 6. Sonntag nach Epiphanias. Evangelium. Matth. 17, 1—9.(Jesus verklärt, Moses und Elias mit ihm redend.) Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jakobum und Johannem, seinen Bruder, und führte sie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward verkläret vor ihnen; und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: HErr, hie ist gut sein; willst du, so wollen wir hie drei Hütten machen, dir eine, Mosi eine und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören. Da das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an, und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht; da sie aber ihre Augen aufhuben, sahen sie niemand denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist. Epistolische Lektion. Röm. 10, 1—17.(Christus ist des Gesetzes Ende.) Lieben Brüder, meines Herzens Wunsch ist, und flehe auch Gott für Israel, daß sie selig werden. Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie eifern um Gott, aber mit Unverstand. Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor Gott gilt, und trachten, ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten und sind also der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, nicht unterthan. Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubt, der ist gerecht. Moses aber schreibt wohl von der Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt:„Welcher Mensch dies thut, der wird drinnen leben.“ Aber die Gerechtigkeit aus dem Glauben spricht also:„Sprich nicht in deinem Herzen: Wer will hinauf gen Himmel fahren?“(Das ist nichts anders, denn Christum herabholen.) Oder:„Wer will hinab in die Tiefe fahren?“(Das ist nichts anders, denn Christum von den Toten holen.) Aber was sagt sie?„Das Wort ist dir nahe, nämlich in deinem Munde und in deinem Herzen.“ Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jesum, daß er der HErr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Toten auferwecket hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht:„Wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden.“ Es ist hie kein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist aller zumal Ein HErr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn„wer den Namen des HErrn wird anrufen, soll selig werden.“ Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber glauben, von dem sie nichts gehöret haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben stehet:„Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen!“ Aber sie sind nicht alle dem Evangelio gehorsam. Denn Jesaias spricht:„HErr, wer glaubet unserm Predigen?“ So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Evangelische Lektion. Joh. 5, 31—47.(Moses hat von mir geschrieben.) So Ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr. Ein andrer ist es, der von mir zeuget; und ich weiß, daß das Zeugnis wahr ist, has er vor Uahrheit. sche ich, a Uhtz ihr ler habe N mir de h thue, Mier, der nider sein Abt ihre hut. Sudd mninnen; unmen, Maschen; 0 bin kl 80 ein a mnehmen. Ind die minen, d Hirllagt,! Haubtet i öhriften allion g Mose u Moian dag Got Ilamme Ind ward bi Hruß ah, daß Nose, Me Rine Sck in heilig Walt Abr ind Clias * Iakobum und hohen Vun ie die Sonne redete, sich us der Wolk en habe; den ihr Angesiht „und sprac: Ifhuben, sahm gingen, gebck gen, bis di setzes Ende) uch Gott slt gnis, daß se Gerechtiglel aufzurh 0 rthan. Denli recht. Most mt:„Welche keit aus den will hinauf herabholen ichts anderz 2 5 Wol ihn annmn Mi herden. Aen sie 55 r höten. den? M verden den Htith icht ale du aubet uuse Hredigen 0 geshrien wahr. 7 antẽ vhr u + 6. Sonntag nach Epiphanias. 4⁵ das er von mir zeuget. Ihr schicktet zu Johanne, und er zeugete von der Wahrheit. Ich aber nehme nicht Zeugnis von Menschen; sondern solches sage ich, auf daß ihr selig werdet. Er war ein brennend und scheinend Licht; ihr aber wolltet eine kleine Weile fröhlich sein von seinem Lichte. Ich aber habe ein größer Zeugnis denn Johannis Zeugnis; denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, daß ich sie vollende, dieselbigen Werke, die Ich thue, zeugen von mir, daß mich der Vater gesandt habe. Und der Vater, der mich gesandt hat, derselbige hat von mir gezeuget. Ihr habt nie weder seine Stimme gehöret, noch seine Gestalt gesehen; und sein Wort habt ihr nicht in euch wohnend; denn ihr glaubet dem nicht, den Er gesandt hat. Suchet in der Schrift, denn ihr meinet, ihr habt das ewige Leben darinnen; und sie ists, die von mir zeuget; und ihr wollt nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben haben möchtet. Ich nehme nicht Ehre von Menschen; aber ich kenne euch, daß ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. Ich bin kommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmet mich nicht an. So ein andrer wird in seinem eigenen Namen kommen, den werdet ihr annehmen. Wie könnet ihr glauben, die ihr Ehre von einander nehmet? und die Ehre, die von Gott allein ist, suchet ihr nicht. Ihr sollt nicht meinen, daß Ich euch vor dem Vater verklagen werde; es ist einer, der euch verklagt, der Moses, auf welchen ihr hoffet. Wenn ihr Mosi glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben. So ihr aber seinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben? Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 2. Mos. 3, 1—15.(Mosis Berufung.) Mose aber hütete der Schafe Jethros, seines Schwähers, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe weiter hinein in die Wüste, und kam an den Berg Gottes Horeb. Und der Engel des HErrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Busch. Und er sah, daß der Busch mit Feuer brannte, und ward doch nicht verzehret; und sprach: Ich will dahin, und besehen dies große Gesicht, warum der Busch nicht verbrennet. Da aber der HErr sah, daß er hinging, zu sehen, rief ihn Gott aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hie bin ich. Er sprach: Tritt nicht herzu, ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn der Ort, da du auf stehest, ist ein heilig Land. Und sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose ver⸗ hüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Und der HErr sprach: Ich habe gesehen das Elend meines Volks in Agypten, und habe ihr Geschrei gehöret über die, so sie treiben; ich habe ihr Leid erkannt, und bin hernieder gefahren, daß ich sie errette von der Agypter Hand, und sie ausführe aus diesem Lande in ein gut und weit Land, in ein Land, darinnen Milch und Honig fließet; nämlich an den Ort der Kananiter, Hethiter, Amoriter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter. Weil denn nun das Geschrei der Kinder Isrgel vor mich kommen ist, und habe auch dazu gesehen ihre Angst, wie sie die Agypter ängsten, so gehe nun hin, ich will dich zu Pharao senden, daß du mein Volk, die Kinder Israel, aus Agypten führest. Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, daß ich zu Pharao gehe, und führe die Kinder Israel aus Agypten? Er sprach: Ich will mit dir sein. Und das soll dir das Zeichen sein, daß Ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Agyyten geführet hast, werdet ihr Gott opfern auf diesem Berge. Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israel komme, und spreche zu ihnen: Der Gott * 46 6. Sonntag nach Epiphanias. eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mir sagen werden:„Wie heißt sein Name?“ was soll ich ihnen sagen? Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: Ich werds sein, der hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach weiter zu Mose: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: Der HErr, eurer Väter Gott, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name ewiglich, dabei soll man meiner gedenken für und für. Lektion aus dem Neuen Testamente. Hebr. 11, 8—35.(Sie haben die Verheißung von ferne gesehen.) Durch den Glauben ward gehorsam Abraham, da er berufen ward, auszugehen in das Land, das er ererben sollte; und ging aus, und wußte nicht, wo er hin käme. Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen Lande als in einem fremden, und wohnte in Hütten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselbigen Verheißung; denn er wartete auf eine Stadt, die einen Grund hat, welcher Baumeister und Schöpfer Gott ist. Durch den Glauben empfing auch Sara Kraft, daß sie schwanger ward, und gebar über die Zeit ihres Alters; denn sie achtete ihn treu, der es ver⸗ heißen hatte. Darum sind auch von Einem, wiewohl erstorbenen Leibes, viele geboren wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Rande des Meers, der unzählig ist. Diese alle sind gestorben im Glauben, und haben die Ver⸗ heißung nicht empfangen, sondern sie von ferne gesehen, und sich der ver⸗ tröstet und sich wohl begnügen lassen, und bekannt, daß sie Gäste und Fremd⸗ linge auf Erden sind. Denn die solches sagen, die geben zu verstehen, daß sie ein Vaterland suchen. Und zwar, wo sie das gemeint hätten, von welchem sie waren ausgezogen, hatten sie ja Zeit, wieder umzukehren. Nun aber be⸗ gehren sie eines bessern, nämlich eines himmlischen. Darum schämet sich Gott ihrer nicht, zu heißen ihr Gott; denn er hat ihnen eine Stadt zubereitet. Durch den Glauben opferte Abraham den Isaak, da er versucht ward; und gab dahin den Eingebornen, da er schon die Verheißung empfangen hatte, von welchem gesagt war:„In Isaak wird dir dein Same geheißen werden;“ und dachte, Gott kann auch wohl von den Toten erwecken; daher er auch ihn zum Vorbilde wieder nahm. Durch den Glauben segnete Isaak von den zukünftigen Dingen den Jakob und Esau. Durch den Glauben segnete Jakob, da er starb, beide Söhne Josephs, und neigte sich gegen seines Scepters Spitze. Durch den Glauben redete Joseph vom Auszug der Kinder Israel, da er starb, und that Befehl von seinen Gebeinen. Durch den Glauben ward Moses, da er geboren war, drei Monden verborgen von seinen Eltern, darum, daß sie sahen, daß er ein schön Kind war, und fürchteten sich nicht vor des Königs Gebot. Durch den Glauben wollte Moses, da er groß ward, nicht mehr ein Sohn heißen der Tochter Pharaos, und erwählte viel lieber, mit dem Volk Gottes Ungemach zu leiden, denn die zeitliche Ergötzung der Sünde zu haben, und achtete die Schmach Christi für größern Reichtum denn die Schätze Agyptens; denn er sah an die Belohnung. Durch den Glauben verließ er Agypten, und fürchtete nicht des Königs Grimm; denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn. Durch den Glauben hielt er die Ostern und das Blutvergießen, auf daß, der die Erstgeburten würgete, sie nicht träfe. Durch den Glauben gingen sie durch das rote Meer als durch trocken Land; welches die Agypter auch versuchten, und ersoffen. Durch den Glauben fielen die Mauern zu Jericho, da sie sieben Tage umher gegangen waren. Durch den Glauben ward die Hure Rahab nicht verloren nit den Ui lll ich me umn Gideon und den P Helechtigke Feuers luftig wo N Fremde luferstehu ine Erlöf Hangeten. 6 Wisset cber Einer Iglicher ab ie vergän cber also, stichetz s asdern pre Gangeliu Da an lasen, und zu ihnen:! der Wieder Harlichiit Uachlechter Oder Vate . den emt e habe „Wie heßt Ich werde dern Iorael Gott sprach Der HErt, Bott Jakobs, ei soll man ie haben die rufen ward, „und wußte 9 gewesen in Hütten mit mer wartete chöpfer Golt anger ward, der es ver⸗ Leibes, viele e dez Meets ben die Ver⸗ sich der ber⸗ und Fremd⸗ rstehen, daß von welchem un aber be⸗ net sich Go t zubereitt ward; und angen hatt, n Werden; her er auch aak von den gnete Iobb, 12 Steptet nder Jrad (auben watd tern, darull icht vor d ward, nich lieber, n l —1 Am Sonntag Septuagesimä. mit den Ungläubigen, da sie die Kundschafter freundlich aufnahm. Und was soll ich mehr sagen? Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich sollte erzählen von Gideon und Barak und Simson und Jephthah und David und Samuel und den Propheten, welche haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit gewirkt, die Verheißung erlanget, der Löwen Rachen verstopfet, des Feuers Kraft ausgelöscht, sind des Schwerts Schärfe entronnen, sind kräftig worden aus der Schwachheit, sind stark worden im Streit, haben der Fremden Heer darnieder gelegt. Die Weiber haben ihre Toten von der Auferstehung wieder genommen; die andern aber sind zerschlagen, und haben keine Erlösung angenommen, auf daß sie die Auferstehung, die besser ist, erlangeten. Am Sonntag Septuagesimä. Vormittags. Epistel. 1. Kor. 9, 24— 27.(Einer ergreifet das Kleinod.) Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber Einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft treichet; sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige und selbst verwerflich werde. Evangelium. Matth. 19, 27— 20, 16.(Die Letzten werden die Ersten und die Ersten werden die Letzten sein.) Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles ver⸗ lassen, und sind dir nachgefolget; was wird uns dafür? Jesus aber sprach 6 ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolget, in er Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sitzen auf dem Stuhle seiner herrlichkeit, werdet ihr auch sitzen auf zwölf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Israels. Und wer verläßt Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Äcker um meines Ramens willen, der wird es hundertfältig nehmen und das ewige Leben ererben. Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Letzten, und die Letzten werden die Ersten sein. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu mieten in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Wein⸗ berg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sah andere am Markte müßig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ih will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus, und fand andre müßig stehen, und sprach zu ihnen: Pas stehet ihr hie den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Veinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter, und gieb ihnen den Lohn, und hebe an an den letzten bis zu den ersten. Da amen, die um die elfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher stinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten fie, sie würden mehr mpfangen; und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da s den empfingen, murreten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese ligten haben nur Eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, 48 Am Sonntag Septuagesimä. die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin! Ich will aber diesem Letzten geben, gleich wie dir. Oder habe ich nicht Macht, zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind aus⸗ erwählet. Epistolische Lektion. Phil. 1, 27— 2, 4.(Wandelt würdiglich dem Evangelio.) Wandelt nur würdiglich dem Evangelio Christi, auf daß, ob ich komme und sehe euch, oder abwesend von euch höre, daß ihr stehet in Einem Geist und Einer Seele, und samt uns kämpfet für den Glauben des Evangelii, und euch in keinem Wege erschrecken lasset von den Widersachern, welches ist eine Anzeige, ihnen der Verdammnis, euch aber der Seligkeit, und das⸗ selbige von Gott. Denn euch ist gegeben, um Christi willen zu thun, daß ihr nicht allein an ihn glaubet, sondern auch um seinetwillen leidet, und habet denselbigen Kampf, welchen ihr an mir gesehen habt, und nun von mir höret. Ist nun bei euch Ermahnung in Christo, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so erfüllet meine Freude, daß ihr Eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einhellig seid; nichts thut durch Zank oder eitle Ehre, sondern durch Demut achtet euch unter einander einer den andern höher denn sich selbst. Und ein jeglicher sehe nicht auf das Seine, sondern auf das, das des andern ist. Evangelische Lektion. Luc. 9, 18— 26.(Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst.) Und es begab sich, da er allein war, und betete, und seine Jünger bei ihm, fragte er sie und sprach: Wer sagen die Leute, daß ich sei? Sie ant⸗ worteten und sprachen: Sie sagen, du seiest Johannes, der Täufer; etliche aber, du seiest Elias; etliche aber, es sei der alten Propheten einer auferstanden. Er aber sprach zu ihnen: Wer sagt ihr aber, daß ich sei? Da antwortete Petrus und sprach: Du bist der Christ Gottes. Und er bedrohete sie, und gebot, daß sie das niemand sagten; und sprach: Denn des Menschen Sohn muß noch viel leiden, und verworfen werden von den Altesten und Hohen⸗ priestern und Schriftgelehrten, und getötet werden, und am dritten Tage auferstehen. Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der ver⸗ leugne sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich täglich, und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verlieret um meinetwillen, der wird es erhalten. Und was Nutzen hätte der Mensch, ob er die ganze Welt gewönne, und verlöre sich selbst, oder beschädigte sich selbst? Wer sich aber mein und meiner Worte schämet, des wird sich des Menschen Sohn auch schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und seines Vaters und der heiligen Engel. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 2. Mos. 19, 3— 8.(Ihr sollt mir ein heilig Volk sein.) Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HErr rief ihm vom Berge und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Igkob, und verkündigen den Kindern Jsrael: Ihr habt gesehen, was ich den Agyptern gethan habe, und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln, und habe euch zu mir gebracht. Verdet i hallt ihr mein. U sin. De am, und vor, die hrachen: agte die Leltion Pau Hott, den Zriede vi — —. Liebe Oh ristus dem heil gewesen f und des mit Freu Oläubige Vort de— Orten is uuch etwe Eingang den Abgö ines S Nesum, lete aber und Unrecht. Di was dein is, r. Oder habe jest du datum sten und di ge sind aus⸗ em Cvangelio) ob ich lomm. Einem Oei es Epangeli, hern, welchs eit, und dak⸗ zu thun, daß n leidet, und ind nun von der Liebe, it, so erfülll enmitig und durch Dem lbst. Und ein andern ist „der verleugne 12 Jünger he ei? Sie ant äufer; etlic auferstanden V antworte hele sie 0 enschen Sohl und Hohn dritten A Tl lge mir ½% Am Sonntag Sexagesimä. 49 Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen, und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein priesterlich Königreich und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israel sagen sollst. Mose lam, und forderte die Altesten im Volk, und legte ihnen alle diese Worte vor, die der HErr geboten hatte. Und alles Volk antwortete zugleich und sprachen: Alles, was der HErr geredet hat, wollen wir thun. Und Mose sagte die Rede des Volks dem HErrn wieder. Lektion aus dem Reuen Testamente. 1. Thess. 1, 1— 10.(Wir wissen, wie ihr auserwählet seid.) Paulus und Silvanus und Timotheus der Gemeine zu The ssalonich, i in Gott, dem Vater, und dem HErrn Jesu Christo. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem HErrn Jesu Christo! Wir danken Gott allezeit für euch alle, und gedenken euer in unserm Gebet ohne Unter⸗ laß, und gedenken an euer Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung, welche ist unser HErr Jesus Christus, vor Gott und unserm Vater. Denn, lieben Brüder, von Gott geliebet, wir wissen, wie ihr auserwählet seid, daß unser Evangelium ist bei euch gewesen, nicht allein im Wort, sondern beide in der Kraft und in dem heiligen Geist, und in großer Gewißheit; wie ihr wisset, welcherlei wir gewesen sind unter euch um euretwillen. Und ihr seid unsre Nachfolger worden und des HErrn, und habt das Wort aufgenommen unter vielen Trübsalen mit Freuden im heiligen Geist, also daß ihr worden seid ein Vorbild allen Gläubigen in Macedonien und Achea Denn von euch ist auserschollen das Wort des HErrn, nicht allein in Macedonien und Achaja, sondern an allen Orten ist auch euer Glaube an Gott ausgebrochen, also daß nicht not ist, F 4s zu sagen. Denn sie selbst verkündigen von euch, was für einen Eingang wir zu euch gehabt haben, und wie ihr bekehret seid zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott, und zu warten seines Sohns vom Himmel, welchen er auferwecket hat von den Toten, Jesum, der uns von dem zukünftigen Zorn erlöset hat. Am Sonntag Sexagesimä. Vormittags. Epistel. 2. Kor. 12, 1— 10.(Laß dir an meiner Gnade genügen.) Es ist mir ja das Rühmen nichts nütze; doch will ich kommen auf die Oesichte und Offenbarungen des HErrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren(ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht; Gott weiß es); der⸗ selbige ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen(ob er Lin dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es). Er ward entzückt in das Paradies, und hörte un⸗ aussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir ge⸗ 4 50 Am Sonntag Sexagesimä. geben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem HErrn ge⸗ flehet habe, daß er von mir wiche; und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich gutes Muts in Schwachheiten, in Schmachen, in Nöten, in Verfolgungen, in Angsten, um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. Evangelium. Luc. 8, 4— 15.(Es ging ein Säemann aus, zu säen.) Da nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen; und indem er säete, fiel etliches an den Weg, und ward ver⸗ treten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrete es, darum daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf, und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gut Land; und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen, was dieses Gleichnis wäre? Er aber sprach: Euch ist es gegeben, zu wissen das Geheimnis des Reichs Gottes; den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die: wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel; eine Zeit lang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichtum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Epistolische Lektion. Phil. 1, 12—26.(Christus ist mein Leben.) Ich lasse euch aber wissen, lieben Brüder, daß, wie es um mich stehet, das ist nur mehr zur Förderung des Evangelii geraten, also daß meine Bande offen⸗ bar worden sind in Christo in dem ganzen Richthause und bei den andern allen, und viel Brüder in dem HErrn aus meinen Banden Zuversicht gewonnen, desto thürstiger worden sind, das Wort zu reden ohne Scheu. Etliche zwar predigen Christum auch um Haß und Haders willen; etliche aber aus guter Meinung. Jene verkündigen Christum aus Zank, und nicht lauter; denn sie meinen, sie wollen eine Trübsal zuwenden meinen Banden; diese aber aus Liebe; denn sie wissen, daß ich zur Verantwortung des Evangelii hie liege. Was ist ihm aber denn? Daß nur Christus verkündiget werde allerlei Weise, es geschehe zufallens oder rechter Weise, so freue ich mich doch darinnen, und will mich auch freuen; denn ich weiß, daß mir dasselbige gelinget zur Seligkeit durch euer Gebet und durch Handreichung des Geistes Jesu Christi; wie ich endlich warte und hoffe, daß ich in keinerlei Stück zu Schanden werde, sondern daß mit aller Freudigkeit, gleich wie sonst alle Zeit, also auch jetzt Christus hoch gepriesen werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod. Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. ö Sintemal nicht, we Lust, abz Mria al u hie ge daß, was iht: Deit daß er a u ihr: der wird der wird z ich g hommen i Maria 0 llb sie d loch nich Martha! llösteten Algten f lbst wei einen Zi wäre nic die mit prach: L siehe es. wie hat dem Blit fürbe?; 5 war en Stei Herr er Habe ich Holles aber hub shöret k ult i hhandt. Raaus! lhen u Ss aaden en ihn. nen, h mit ausin em HErrn ge t: Laß dir an achen mächii hheit, auf daß Schwachheite, Shristi wille „ zu säen) tädten zu ihn aus, zu sien ind ward ver⸗ fliches fiel auj cht Saft hattk. ngen mit auf ging auf, und Ohren hat, zu en, was diess das Geheimnis es nicht sehen ren. Das is aber an den l, und nimm selig werden sie das Wol 9 glauben st 1 die Dornen Reichtum un) Das aber auh einem feineg in Leben) Am Sonntag Sexagesimä. 51 Sintemal aber im Fleisch leben dienet, mehr Frucht zu schaffen, so weiß ich nicht, welches ich erwählen soll. Denn es liegt mir beides hart an: Ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christo zu sein, welches auch viel besser wäre; aber es ist nötiger, im Fleisch bleiben um euretwillen. Und in guter Zuversicht weiß ich, daß ich bleiben, und bei euch allen sein werde, euch zur Förderung und zur Freude des Glaubens, auf daß ihr euch sehr rühmen möget in Christo Jesu an mir durch meine Zukunft wieder zu euch. Evangelische Lektion. Joh. 11, 20—- 46.(Ich bin die Auferstehung und das Leben.) Als Martha nun hörte, daß Jesus kommt, gehet sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen. Da sprach Martha zu Jesu: HErr, wärest du hie gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben; aber ich weiß auch noch, daß, was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder soll auferstehen. Martha spricht zu ihm: Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am jüngsten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet, und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? Sie spricht zu ihm: HErr, ja; ich glaube, daß Du bist Christus, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen ist. Und da sie das gesagt hatte, ging sie hin und rief ihre Schwester Maria heimlich, und sprach: Der Meister ist da, und ruft dich. Dieselbige, als sie das hörte, stund sie eilend auf, und kam zu ihm. Denn Jesus war noch nicht in den Flecken kommen, sondern war noch an dem Ort, da ihm Martha war entgegen kommen. Die Juden, die bei ihr im Hause waren und trösteten sie, da sie sahen Maria, daß sie eilend aufstund und hinausging, folgten sie ihr nach, und sprachen: Sie gehet hin zum Grabe, daß sie da⸗ selbst weine. Als nun Maria kam, da Jesus war, und sah ihn, fiel sie zu seinen Füßen, und sprach zu ihm: HErr, wärest du hie gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Als Jesus sie sah weinen, und die Juden auch weinen, die mit ihr kamen, ergrimmete er im Geist, und betrübte sich selbst, und sprach: Wo habt ihr ihn hin gelegt? Sie sprachen zu ihm: HErr, komm, und siehe es. Und Jesu gingen die Augen über. Da sprachen die Juden: Siehe, wie hat er ihn so lieb gehabt! Etliche aber unter ihnen sprachen: Konnte, der dem Blinden die Augen aufgethan hat, nicht verschaffen, daß auch dieser nicht stürbe? Jesus aber ergrimmete abermal in ihm selbst, und kam zum Grabe. Es war aber eine Kluft, und ein Stein darauf gelegt. Jesus sprach: Hebet den Stein ab. Spricht zu ihm Martha, die Schwester des Verstorbenen: HErr, er stinket schon; denn er ist vier Tage gelegen. Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt, so du glauben würdest, du solltest die Herrlichkeit Gottes sehen? Da huben sie den Stein ab, da der Verstorbene lag. Jesus aber hub seine Augen empor, und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhöret hast; doch Ich weiß, daß du mich allezeit hörest; sondern um des Volks willen, das umher stehet, sage ich es, daß sie glauben, Du habest mich gesandt. Da er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazare, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein Angesicht verhüllet mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löset ihn auf, und laßt ihn gehen. Viele nun der Juden, die zu Maria kommen waren, und sahen, was Jesus that, glaubten an ihn. Etliche aber von ihnen gingen hin zu den Pharisäern, und sagten ihnen, was Jesus gethan hatte. 4 52 Am Sonntag Sexagesimä. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Amos 8, 1— 12.(Sie werden des HErrn Wort suchen und nicht finden.) Der HErr, HErr zeigte mir ein Gesicht, und siehe, da stund ein Korb mit Obst. Und er sprach: Was siehest du, Amos? Ich aber antwortete: Einen Korb mit Obst. Da sprach der HErr zu mir: Das Ende ist kommen über mein Volk Israel; ich will ihm nicht mehr übersehen. Und die Lieder in der Kirche sollen in ein Heulen verkehret werden zur selbigen Zeit, spricht der HErr, HErr; es werden viel tote Leichname liegen an allen Orten, die man heimlich wegtragen wird. Höret dies, die ihr den Armen unterdrückt, und die Elenden im Lande verderbet, und sprechet: Wann will denn der Neumond ein Ende haben, daß wir Getreide verkaufen, und der Sabbath, daß wir Korn feil haben mögen, und den Epha ringern, und den Sekel steigern, und die Wage fälschen; auf daß wir die Armen um Geld, und die Dürftigen um ein Paar Schuhe unter uns bringen, und Spreu für Korn verkaufen? Der HErr hat geschworen wider die Hoffart Jakobs: Was gilt es, ob ich solcher ihrer Werke ewig vergessen werde? Sollte nicht um solches willen das Land erbeben müssen, und alle Einwohner trauern? Ja, es soll ganz wie mit einem Wasser überlaufen werden, und weggeführet und Über⸗ schwemmet werden wie mit dem Fluß in Agypten. Zur selbigen Zeit, spricht der HErr, HErr, will ich die Sonne im Mittage untergehen lassen, und das Land am hellen Tage lassen finster werden. Ich will eure Feiertage in Trauern und alle eure Lieder in Wehklagen verwandeln; ich will über alle Lenden den Sack bringen, und alle Köpfe kahl machen, und will ihnen ein Trauern schaffen, wie man über einen einigen Sohn hat; und sollen ein jämmer⸗ lich Ende nehmen. Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HErr, HErr, daß ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot, oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des HErrn, zu hören; daß sie hin und her, von einem Meer zum andern, von Mitternacht gegen Morgen um⸗ laufen, und des HErrn Wort suchen, und doch nicht finden werden. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Kor. 1, 23—2, 17.(Ein Geruch des Todes zum Tode, ein Geruch des Lebens zum Leben.) Ich rufe aber Gott an zum Zeugen auf meine Seele, daß ich euer ver⸗ schont habe in dem, daß ich nicht wieder gen Korinth kommen bin. Nicht, daß wir Herren seien über euren Glauben, sondern wir sind Gehilfen eurer Freude; denn ihr stehet im Glauben. Ich gedachte aber solches bei mir, daß ich nicht abermal in Traurigkeit zu euch käme. Denn so ich euch traurig mache, wer ist, der mich fröhlich mache, ohne der da von mir betrübet wird? Und dasselbige habe ich euch geschrieben, daß ich nicht, wenn ich käme, traurig sein müßte, über welche ich mich billig sollte freuen; sintemal ich mich des zu euch allen versehe, daß meine Freude euer aller Freude sei. Denn ich schrieb euch in großer Trübsal und Angst des Herzens mit viel Thränen; nicht, daß ihr solltet betrübt werden, sondern auf daß ihr die Liebe erkennetet, welche ich habe sonderlich zu euch. So aber jemand eine Betrübnis hat angerichtet, der hat nicht mich betrübet, ohne zum Teil, auf daß ich nicht euch alle beschwere. Es ist aber genug, daß derselbige von vielen also gestraft ist, daß ihr nun hinfort ihm desto mehr vergebet, und tröstet, auf daß er nicht in allzu großer Traurigkeit versinke. Darum ermahne ich euch, daß ihr die Liebe an ihm beweiset. Denn darum habe ich euch auch geschrieben, daß ich erkennete, ob ihr rechtschaffen seid, gehorsam zu sein in allen Stücken. Welchem aber ihr dwas ve Imanden nicht übe t im Si Ihristi, Auhe in ih macht Hott sei Heruch s⸗ ein guter denen, di aber ein vit sind lls aus Wer Lebe nit Lenn ich Ind hätte ie werden dez und ein Roth r antwortete: de ist lommen nd die Lieder n Zeit, spricht en Orten, die n unterdrück, will denn der der Sabbath, nd den Sell Geld, und die reu für Kom Was gilt ez t um solhtz Ja, es sol ret und Uher selbigen gel rgehen lasen eure Feiertage will uber ale vill ihnen eit ein jůmmer HErr, daß ch Brot, ode n daß sie hn Morgen um⸗ jerden. (Ein Gert n.) ih nera. bin. Richt Behilfen eulte bei mit, W Am Sonntag Quinquagesimä oder Esto mihi. 53 etwas vergebet, dem vergebe ich auch. Denn auch ich, so ich etwas vergebe jemanden, das vergebe ich um euretwillen, an Christi Statt, auf daß wir nicht übervorteilt werden vom Satan; denn uns ist nicht unbewußt, was er im Sinn hat. Da ich aber gen Troas kam, zu predigen das Evangelium Christi, und mir eine Thür aufgethan war in dem HErrn, hatte ich keine Ruhe in meinem Geist, da ich Titum, meinen Bruder, nicht fand, sondern ich machte meinen Abschied mit ihnen, und fuhr aus in Macedonien. Aber Gott sei gedankt, der uns allezeit Sieg giebt in Christo, und offenbaret den Geruch seiner Erkenntnis durch uns an allen Orten. Denn wir sind Gott ein guter Geruch Christi, beide unter denen, die selig werden, und unter denen, die verloren werden: diesen ein Geruch des Todes zum Tode; jenen aber ein Geruch des Lebens zum Leben. Und wer ist hiezu tüchtig? Denn wir sind nicht, wie etlicher viele, die das Wort Gottes verfälschen, sondern als aus Lauterkeit, und als aus Gott, vor Gott, reden wir in Christo. Am Sonntag OQuinquagesimä oder Esto mihi. Vormittags. Epistel. 1. Kor. 13, 1—13.(Die Herrlichkeit der Liebe.) Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis, und hätte allen Glauben, also daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig; sie suchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit; sie verträget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückverk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich es stückweise; dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkannt bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Evangelium. Luc. 18, 31— 43.(Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem.) Er nahm aber zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überant⸗ wortet werden den Heiden; und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden; und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörte das Volk, das durchhin ging, forschte er, was 54 Am Sonntag Quinquagesimä oder Esto mihi. das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Die aber vornean gingen, bedroheten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein! Jesus aber stund stille, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: HErr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! dein Glaube hat dir geholfen. Und alsobald ward er sehend, und folgte ihm nach, und preisete Gott. Und alles Volk, das solches sah, lobte Gott. Epistolische Lekltion. Röm. 5, 1—11.(Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz.) Nun wir denn sind gerecht worden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern HErrn Jesum Christ, durch welchen wir auch einen Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben soll. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen, daß Trübsal Geduld bringet; Geduld aber bringet Er⸗ fahrung; Erfahrung aber bringet Hoffnung; Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist. Denn auch Christus, da wir noch schwach waren nach der Zeit, ist für uns Gottlose gestorben. Nun stirbt kaum jemand um des Rechtes willen; um etwas Gutes willen dürfte viel⸗ leicht jemand sterben. Darum preiset Gott seine Liebe gegen uns, daß Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren. So werden wir je viel mehr durch ihn behalten werden vor dem Zorn, nachdem wir durch sein Blut gerecht worden sind. Denn so wir Gott versöhnet sind durch den Tod seines Sohnes, da wir noch Feinde waren, viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nun versöhnet sind. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unsern HErrn Jesum Christ, durch welchen wir nun die Versöhnung empfangen haben. Evangelische Lektion. Joh. 11, 47— 12, 8.(Kaiphas Rat und die Salbung Jesu durch Maria.) Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer einen Rat, und sprachen: Was thun wir? Dieser Mensch thut viel Zeichen. Lassen wir ihn also, so werden sie alle an ihn glauben; so kommen dann die Römer, und nehmen uns Land und Leute. Einer aber unter ihnen, Kaiphas, der desselbigen Jahrs Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts, bedenket auch nichts; es ist uns besser, Ein Mensch sterbe für das Volk, denn daß das ganze Volk verderbe. Solches aber redete er nicht von sich selbst, sondern, dieweil er desselbigen Jahrs Hoherpriester war, weissagte er; denn Jesus sollte sterben für das Volk, und nicht für das Volk allein, sondern daß er die Kinder Gottes, die zerstreuet waren, zusammen brächte. Von dem Tage an ratschlagten sie, wie sie ihn töteten. Jesus aber wandelte nicht mehr frei unter den Juden, sondern ging von dannen in eine Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt, genannt Ephrem, und hatte sein Wesen daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern der Juden; und es gingen viele hinauf gen Jerusalem aus der Gegend vor den Ostern, daß sie sich reinigten. Da stunden sie, und fragten nach Jesu, und redeten mit einander im Tempel: Was dünket euch, daß er nicht kommt auf das Fest? Es hatten aber die Hohenpriester und Pharisäer lassen ein Gebot uusgehen guffen. vat, der Daselbst abet war Iund S Ind trock Heruch d Wcariotk um drei nicht, daf hen Beut rieden; Ueme ha Eeltion Dar filt, der dernicht in gehe daß sie f Kehtes l nahe i l. Manich! ber mei och sage Rs?“ müssen has könt willi Ragen Riester ihren Uriede!“ hkehen, Ind woll ginge vorüber ch mein! Di Er aber schri her stund stil, brachten, fragt Er sprah: i sehend! dein nd folgte ihn obte Gott. st auẽgegossen so haben win 9 welchen wir nen wir stehen, die Gott geben der Trübsal er bringet Er⸗ läßt nicht z nser Herz durh 15, da wir noh n. Nun stith en dürste biel gen uns; ‚eh . So werdin „nachdem wit versöhnet fish mehr werdel RNicht ollh HErrn Iqjun ben. 8 Rat Am Sonntag Quinquagesimä oder Esto mihi. 55 ausgehen, so jemand wüßte, wo er wäre, daß er es anzeigte, daß sie ihn griffen. Sechs Tage vor den Ostern kam Jesus gen Bethanien, da Lazarus war, der Verstorbene, welchen Jesus auferwecket hatte von den Toten. Daselbst machten sie ihm ein Abendmahl, und Martha dienete; Lazarus aber war der einer, die mit ihm zu Tische saßen. Da nahm Maria ein Pfund Salbe von ungefälschter, köstlicher Narde, und salbte die Füße Jesu, und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe. Da sprach seiner Jünger einer, Judas, Simonis Sohn, Ischariothes, der ihn hernach verriet: Warum ist diese Salbe nicht verkauft um drei hundert Groschen, und den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, daß er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb, und hatte den Beutel, und trug, was gegeben ward. Da sprach Jesus: Laßt sie mit Frieden; solches hat sie behalten zum Tage meines Begräbnisses. Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jeremias 8, 4— 12.(Mein Volk will das Recht des HErrn nicht wissen.) Darum sprich zu ihnen: So spricht der HErr: Wo ist jemand, so er fällt, der nicht gerne wieder aufstünde? Wo ist jemand, so er irre gehet, der nicht gerne wieder zurecht käme? Noch will ja dies Volk zu Jerusalem irre gehen für und für. Sie halten so hart an dem falschen Gottesdienst, daß sie sich nicht wollen abwenden lassen. Ich sehe und höre, daß sie nichts Rechtes lehren. Keiner ist, dem seine Bosheit leid wäre, und spräche: Was mache ich doch? Sie laufen alle ihren Lauf wie ein grimmiger Hengst im Streit. Ein Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, eine Turteltaube, Kranich und Schwalbe merken ihre Zeit, wann sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HErrn nicht wissen. Wie möget ihr doch sagen:„Wir wissen, was recht ist, und haben die heilige Schrift vor uns?“ Ist es doch eitel Lügen, was die Schriftgelehrten setzen. Darum müssen solche Lehrer zu Schanden, erschreckt und gefangen werden; denn was können sie Gutes lehren, weil sie des HErrn Wort verwerfen? Darum so will ich ihre Weiber den Fremden geben, und ihre Acker denen, so sie verjagen werden. Denn sie geizen allesamt, beide klein und groß, und beide Priester und Propheten lehren falschen Gottesdienst, und trösten mein Volk in ihrem Unglück, daß sie es gering achten sollen, und sagen:„Friede! Friede!“ und ist doch nicht Friede. Darum werden sie mit Schanden bestehen, daß sie solche Greuel treiben; wiewohl sie wollen ungeschändet sein, und wollen sich nicht schämen. Darum müssen sie fallen über einen Haufen, und wenn ich sie heimsuchen werde, sollen sie fallen, spricht der HErr. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Joh. 4, 7— 15.(Darin stehet die Liebe: nicht, daß wir Gott geliebet haben.) Ihr Lieben, lasset uns unter einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer lieb hat, der ist von Gott geboren, und kennet Gott. Wer nicht lieb hat, der kennet. Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. Daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen uns, daß Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, daß wir durch ihn leben sollen. Darinnen stehet die Liebe: nicht, daß wir Gott geliebet haben, sondern daß Er uns geliebet hat, und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. hr Lieben, hat uns Gott also geliebet, so sollen wir uns auch unter ein⸗ 56 Am ersten Sonntag in den Fasten, genannt Invocavit. ander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. So wir uns unter ein⸗ ander lieben, so bleibet Gott in uns, und seine Liebe ist völlig in uns. Daran erkennen wir, daß wir in ihm bleiben und Er in uns, daß er uns von seinem Geist gegeben hat. Und wir haben gesehen und zeugen, daß der Vater den Sohn gesandt hat zum Heiland der Welt. Welcher nun bekennet, daß Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibet Gott, und er in Gott. Am ersten Sonntag in den Fasten, genannt Invocavit. Vormittags. Epistel. 2. Kor. 6, 1—10.(In allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes.) Wir ermahnen aber euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget. Denn er spricht:„Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen.“ Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Argernis geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Angsten, in Schlägen, in Ge⸗ fängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben, als die Gezüchtigten, und doch nicht ertötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangelium. Matth. 4, 1—11. Gesus ward vom Teufel versucht. Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben:„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet.“ Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben:„Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“ Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben:„Du sollst Gott, deinen HErrn, nicht versuchen.“ Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst, und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan! denn es stehet geschrieben:„Du sollst anbeten Gott, deinen HErrn, und ihm allein dienen.“ Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. Epistolische Lektion. Ebr. 4, 14—5, 9.(Versucht allenthalben, doch ohne Sünde.) Dieweil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesum, den Sohn Gottes, der gen Himmel gefahren ist, so lasset uns halten an dem Bekenntnis. Denn wi nit unsre doh ohne Hnadenstt auf die hriester, Ienschen der da kö auch s vie für niemand glich wii sarkem ynnte ar Und wie Oehorsan Rehorsam Evar Der hcgehret, ich gebe dich bekel lin bere hrach:) dreimal! ft ich ei auch ihnen:“ zuch die Schwert mir, da abit. ins unter ein⸗ völlig in unz „ daß et unz d zeugen, daß Welcher nun nd er in Oott nvocavit. beweisen vergeblich di er angenehmen Sehet, jeht is aber nieman lästert werdt; Gottes,in gen, in O in Keuschhei gen Geist, i Gottes, durt rch Ehre und zerführer, u ie Sterbenden, rtötet; als d och viele vic bersucht) er von den lächte gefaßt rach: Bist d ö er antwortel 1 Brot allil goites R ind stellte i5 ttes Sohn. ngeln ¹¹ Sohl um den S, n Velnni Am ersten Sonntag in den Fasten, genannt Invocavit. 57 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitleiden haben mit unsrer Schwachheit, sondern der versucht ist allenthalben gleich wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasset uns hinzu treten mit Freudigkeit zu dem Gnadenstuhl, auf daß wir Barmherzigkeit empfangen, und Gnade finden auf die Zeit, wenn uns Hilfe not sein wird. Denn ein jeglicher Hoher⸗ priester, der aus den Menschen genommen wird, der wird gesetzt für die Menschen gegen Gott, auf daß er opfere Gaben und Opfer für die Sünden; der da könnte mit leiden über die, so unwissend sind und irren, nachdem er auch selbst umgeben ist mit Schwachheit. Darum muß er auch, gleich wie für das Volk, also auch für sich selbst opfern für die Sünden. Und niemand nimmt ihm selbst die Ehre, sondern der auch berufen sei von Gott, gleich wie der Aaron. Also auch Christus hat sich nicht selbst in die Ehre gesetzt, daß er Hoherpriester würde, sondern der zu ihm gesagt hat:„Du bist mein Sohn, heute habe Ich dich gezeuget.“ Wie er auch am andern Ort spricht:„Du bist ein Priester in Ewigkeit, nach der Ordnung Melchi⸗ sedeks.“ Und er hat in den Tagen seines Fleisches Gebet und Flehen mit starkem Geschrei und Thränen geopfert zu dem, der ihm von dem Tode konnte aushelfen; und ist auch erhöret, darum daß er Gott in Ehren hatte. Und wiewohl er Gottes Sohn war, hat er doch an dem, das er litt, Gehorsam gelernet. Und da er ist vollendet, ist er worden allen, die ihm gehorsam sind, eine Ursache zur ewigen Seligkeit. Evangelische Lektion. Luc. 22, 31— 44.(Er rang mit dem Tode.) Der HErr aber sprach: Simon, Simon, siehe, der Satanas hat eurer begehret, daß er euch möchte sichten wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dermaleinst dich bekehrest, so stärke deine Brüder. Er sprach aber zu ihm: HErr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Petre, ich sage dir, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal verleugnet hast, daß du mich kennest. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche, wer aber nicht hat, verkaufe sein Kleid, und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es muß noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet:„Er ist unter die Übelthäter gerechnet.“ Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: HErr, siehe, hie sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. Und er ging hinaus nach seiner Gewohnheit an den Olberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach an denselbigen Ort. Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und Er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf, und knieete nieder, betete, und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jeremias 17, 5—14.(Serflucht ist der Fleisch für seinen Arm hält.) So spricht der HErr: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verläßt, und hält Fleisch für seinen Arm, und mit seinem Herzen vom HErrn 58 Am zweiten Sonntag in den Fasten, genannt Reminiscere. weicht. Der wird sein wie die Heide in der Wüste, und wird nicht sehen den zukünftigen Trost, sondern wird bleiben in der Dürre, in der Wüste, in einem unfruchtbaren Lande, da niemand wohnet. Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den HErrn verläßt, und der HErr seine Zuversicht ist. Der ist wie ein Baum am Wasser gepflanzet, und am Bach gewurzelt. Denn obgleich eine Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und sorget nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern er bringet ohne Aufhören Früchte. Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen? Ich der HErr kann das Herz ergründen, und die Nieren prüfen, und gebe einem jeglichen nach seinem Thun, nach den Früchten seiner Werke. Denn gleich wie ein Vogel, der sich über Eier setzet und brütet sie nicht aus, also ist der, so unrecht Gut sammelt; denn er muß davon, wenn er es am wenigsten achtet, und muß doch zuletzt Spott dazu haben. Aber die Stätte unsers Heiligtums, nämlich der Thron gött⸗ licher Ehre, ist allezeit fest geblieben. Denn, HErr, du bist die Hoffnung IJsraels. Alle, die dich verlassen, müssen zu Schanden werden, und die Abtrünnigen müssen in die Erde geschrieben werden; denn sie verlassen den HErrn, die Quelle des lebendigen Wassers. Heile du mich, HErr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen; denn du bist mein Ruhm. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Joh. 3, 7— 12.(Wer Sünde thut, der ist vom Teufel.) Kindlein, lasset euch niemand verführen. Wer recht ihut, der ist gerecht, gleich wie Er gerecht ist. Wer Sünde thut, der ist vom Teufel; denn der Teufel fündiget von Anfang. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre. Wer aus Gott geboren ist, der thut nicht Sünde, denn sein Same bleibet bei ihm; und kann nicht sündigen, denn er ist von Gott geboren. Daran wird es offenbar, welche die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels sind. Wer nicht recht thut, der ist nicht von Gott, und wer nicht seinen Bruder lieb hat. Denn das ist die Botschaft, die ihr gehöret habt von Anfang, daß wir uns unter einander lieben sollen. Nicht wie Kain, der von dem Argen war, und erwürgte seinen Bruder. Und warum erwürgte er ihn? Daß seine Werke böse waren, und seines Bruders gerecht. Am zweiten Sonntag in den Fasten, genannt Reminiseere. Vormittags. Epistel. 1. Thess. 4, 1—12.(Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung.) Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem HErrn Jesu,(nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen,) daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Ge⸗ bote wir euch gegeben haben durch den HErrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und daß niemand zu weit greife, noch vervorteile seinen Bruder im Handel; denn der HErr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Wer nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen heiligen Geist gegeben hat in euch. Von der brüderlichen Liebe aber ist nicht not, euch zu schreiben; denn ihr seid selbst von Gott gelehret, euch unter einander lieben ind. Wi und ring mit eurer harlich w schtie ihn Mene T Vort. 2 von dir, in nicht Sie kam antworte nehme, u die Hünd antworte Hechehe,! Ppistolis Wir hem Oes⸗ chuldig lht sein cber ist haret, un —— 0 hhrist zu hid f haben so die Erloö gelellt z die Oere giebt, w u— Herecht bleibt Oesch Nuß der Hlauben Vott? 0 0 0 Aurch de Oluuben Wbangel Un Iund si Seehet nistere. rd nicht sehn in der Wiltz let aber ist de seine Blätte mt, sondern er ig und verzugt herz ergruͤnden m Thun, not sich Über Ein sammelt; dem ch zuletzt Syoh er Thron got die Hoffnurg rden, und d e verlassen den 5Err, so werde Ruhm. Der Sünde thul der ist getech Ifel; denn du Gottes, d ist, der thl nicht sndign che die Kindn thut, der i n das ist di mter einanda und erwürg e Werke bol eminiscet⸗ e Hellihung eiligung ur Hei der seil abet i 10 unter einand Am zweiten Sonntag in den Fasten, genannt Reminiscere. 59 zu lieben. Und das thut ihr auch an allen Brüdern, die in ganz Macedonien find. Wir ermahnen euch aber, lieben Brüder, daß ihr noch völliger werdet, und ringet darnach, daß ihr stille seid, und das Eure schaffet, und arbeitet mit euren eigenen Händen, wie wir euch geboten haben, auf daß ihr ehr⸗ barlich wandelt gegen die, die draußen sind, und ihrer keines bedürfet. Evangelium. Matth. 15, 21— 28.(Ja, HErr— aber doch!) Und Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein kananäisch Weib ging aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach und sprach: Ach HErr, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: HErr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, HErr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herrn Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistolische Lektion. Röm. 3, 19— 31.(Wir werden ohne Verdienst gerecht.) Wir wissen aber, daß, was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, auf daß aller Mund verstopfet werde, und alle Welt Gott schuldig sei; darum daß kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor ihm ge⸗ recht sein mag; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Nun aber ist ohne Zuthun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offen⸗ baret, und bezeuget durch das Gesetz und die Propheten. Ich sage aber von solcher Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesum Christ zu allen und auf alle, die da glauben. Denn es ist hie kein Unter⸗ schied; sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den sie an Gott haben sollten; und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, so durch Christum Jesum geschehen ist, welchen Gott hat vor⸗ gestellt zu einem Gnadenstuhl durch den Glauben in seinem Blut, damit er die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt, darbiete in dem, daß er Sünde ver⸗ giebt, welche bis anhero geblieben war unter göttlicher Geduld; auf daß er zu diesen Zeiten darböte die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt; auf daß Er allein gerecht sei, und gerecht mache den, der da ist des Glaubens an Jesum. Wo bleibt nun der Ruhm? Er ist aus. Durch welches Gesetz? Durch der Werke Gesetz? Nicht also, sondern durch des Glaubens Gesetz. So halten wir es nun, daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben. Oder ist Gott allein der Juden Gott? Ist er nicht auch der Heiden Gott? Ja freilich, auch der Heiden Gott. Sintemal es ist ein einiger Gott, der da gerecht macht die Beschneidung aus dem Glauben und die Vorhaut durch den Glauben. Wie? Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! sondern wir richten das Gesetz auf. Evangelische Leltion. Luc. 22, 45—52.(Und der HErr wandte sich und sahe Petrum an.) Und er stund auf von dem Gebet, und kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafen vor Traurigkeit; und sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf, und betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Da er aber 6⁰ Am zweiten Sonntag in den Fasten, genannt Reminiscere. noch redete, siehe, die Schar; und einer von den Zwölfen, genannt Judas, ging vor ihnen her, und nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen. Jesus aber sprach zu ihm: Juda, verrätst du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: HErr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? Und einer aus ihnen schlug des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Jesus aber antwortete und sprach: Laßt sie doch so ferne machen. Und er rührte sein Ohr an, und heilete ihn. Jesus aber sprach zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Altesten, die über ihn kommen waren: Ihr seid, als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Stangen aus⸗ gegangen. Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen, und ihr habt keine Hand an mich gelegt; aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis. Sie griffen ihn aber, und führeten ihn, und brachten ihn in des Hohen⸗ priesters Haus Petrus aber folgte von ferne. Da zündeten sie ein Feuer an mitten im Palast, und setzten sich zusammen und Petrus setzte sich unter sie. Da sah ihn eine Magd sitzen bei dem Licht, und sah eben auf ihn und sprach zu ihm: Dieser war auch mit ihm. Er aber verleugnete ihn und sprach: Weib, ich kenne ihn nicht. Und über eine kleine Weile sah ihn ein andrer, und sprach: Du bist auch derer einer. Petrus aber sprach: Mensch, ich bin es nicht. Und über eine Weile, bei einer Stunde, bekräftigte es ein andrer, und sprach: Wahrlich, dieser war auch mit ihm; denn er ist ein Galiläer. Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagest. Und alsbald, da er noch redete, krähete der Hahn. Und der HErr wandte sich, und sahe Petrum an. Und Petrus gedachte an des HErrn Wort, das er zu ihm gesagt hatte: Ehe denn der Hahn krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus und weinete bitterlich. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 130.(Aus der Tiefe rufe ich zu dir.) Aus der Tiefe rufe ich, HErr, zu dir. HErr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens! So du willst, HErr, Sünde zurechnen, HErr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte. Ich harre des HErrn; meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort. Meine Seele wartet auf den HErrn von einer Morgen⸗ wache bis zur andern. Israel hoffe auf den HErrn; denn bei dem HErrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm; und Er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Kor. 7, 1—12.(Die göttliche Traurigkeit.) Dieweil wir nun solche Verheißung haben, meine Liebsten, so lasset uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen, und fortfahren mit der Heiligung in der Furcht Gottes. Fasset uns; wir haben niemand Leid gethan, wir haben niemand verletzt, wir haben niemand ver⸗ vorteilet. Nicht sage ich solches, euch zu verdammen; denn ich habe droben zuvor gesagt, daß ihr in unsern Herzen seid, mit zu sterben, und mit zu leben. Ich rede mit großer Freudigkeit zu euch; ich rühme viel von euch; ich bin erfüllet mit Trost; ich bin überschwenglich in Freuden in aller unsrer Trübsal. Denn da wir in Macedonien kamen, hatte unser Fleisch keine Ruhe, sondern allenthalben waren wir in Trübsal; auswendig Streit, inwendig Furcht. Aber Gott, der die Geringen tröstet, der tröstete uns durch die Zu⸗ Unst Titt Nost, dar uer Wei Dumn daf Ind ob es Aarübet Lvorden, s Hetrübt w Denn die gerkuet; d ihreg Ran Vere ewiesen uchgesch sat, auch huß euer Am dache u Nissen, de mienet, E Refhren Hottes A * Denn ih Errn. llerlei + Und Rufel a Ellche e 26 an Zeic n wird wü uch mit 0 treibe Helhebu 6 ure! komm ainen I Surkere Humist uscere. mannt Judas . Isus abet t einem Kuß! sprachen sie zu iner aus ihnen hr ab. Jaus Und er rührt npriestern und mmen waren Stangen aué⸗ ihr habt kein der Finsterniz n des Hohes⸗ sie ein Feun sehte sich unte eben auf ihn Herleugnete ihn ine Weile sal 2 aber sprach. ude, bekräftit m; denn er il was du sages HErr wandte rrn Wort, d mich dteimi Tiefe rufe i6 ich kine Imn Inwend t. in reit, inwen; duh ve l ö Am dritten Sonntag in den Fasten, genannt Oculi. 61 kunft Titi. Nicht allein aber durch seine Zukunft, sondern auch durch den Trost, damit er getröstet war an euch, und verkündigte uns euer Verlangen, euer Weinen, euren Eifer um mich, also daß ich mich noch mehr freute. Denn daß ich euch durch den Brief habe traurig gemacht, reuet mich nicht. Und ob es mich reuete, so ich aber sehe, daß der Brief vielleicht eine Weile euch betrübet hat, so freue ich mich doch nun, nicht darüber, daß ihr seid betrübt worden, sondern daß ihr seid betrübt worden zur Reue. Denn ihr seid göttlich betrübt worden, daß ihr von uns ja keinen Schaden irgend worinnen nehmet. Denn die göttliche Traurigkeit wirket zur Seligkeit eine Reue, die niemand gereuet; die Traurigkeit aber der Welt wirket den Tod. Siehe, dasselbige, daß ihr göttlich seid betrübt worden, welchen Fleiß hat es in euch gewirket, dazu Verantwortung, Zorn, Furcht, Verlangen, Eifer, Rache! Ihr habt euch bewiesen in allen Stücken, daß ihr rein seid an der That. Darum, ob ich euch geschrieben habe, so ist es doch nicht geschehen um des willen, der beleidiget hat, auch nicht um des willen, der beleidiget ist, sondern um des willen, daß euer Fleiß gegen uns offenbar würde bei euch vor Gott. Am dritten Sonntag in den Fasten, genannt Oculi. Vormittags. Epistel. Ephes. 5, 1—9.(Er hat sich selbst dargegeben für uns.) So seid nun Gottes Nachfolger als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleich wie Christus uns hat geliebet, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet, auch schandbare Worte und Narrenteidinge oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger, welcher ist ein Götzen⸗ diener, Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsternis, nun aber seid ihr ein Licht in dem HErrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts; die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangelium. Luc. 11, 14— 28.(Er ward geschmäht.) Und er trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehreten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andre. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber Ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibt das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und teilt den Raub aus. Wer nicht mit 6² Am dritten Sonntag in den Fasten, genannt Oculi. mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubre Geist von den Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, suchet Ruhe, und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er es mit Besemen gekehret und geschmücket. Dann geht er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Epistolische Lektion. Ebr. 12, 1—13.(Er achtete der Schande nicht.) Darum auch wir, dieweil wir solchen Haufen Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht, und lasset uns laufen durch Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist, und aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens; welcher, da er wohl hätte mögen Freude haben, erduldete er das Kreuz, und achtete der Schande nicht, und ist gesessen zur Rechten auf dem Stuhl Gottes. Gedenket an den, der ein solches Widersprechen von den Sündern wider sich erduldet hat, daß ihr nicht in eurem Mut matt werdet, und ablasset. Denn ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden über dem Kämpfen wider die Sünde, und habt bereits vergessen des Trostes, der zu euch redet als zu den Kindern:„Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des HErrn, und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst; denn, welchen der HErr lieb hat, den züchtiget er; er stäupet aber einen jeglichen Sohn, den er auf⸗ nimmt.“ So ihr die Züchtigung erduldet, so erbietet sich euch Gott als Kindern, denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtiget? Seid ihr aber ohne Züchtigung, welcher sie alle sind teilhaftig worden, so seid ihr Bastarde, und nicht Kinder. Auch so wir haben unsre leiblichen Väter zu Züchtigern gehabt, und sie gescheuet, sollten wir denn nicht vielmehr unter⸗ than sein dem geistlichen Vater, daß wir leben? Und jene zwar haben uns gezüchtiget wenig Tage, nach ihrem Dünken; dieser aber zu Nutz, auf daß wir seine Heiligung erlangen. Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind. Darum richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Kniee, und thut gewisse Tritte mit euren Füßen, daß nicht jemand strauchele wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. Evangelische Lektion. Luc. 22, 63— 71.(Sie schlugen ihn ins Angesicht.) Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, und schlugen ihn, verdeckten ihn, und schlugen ihn ins Angesicht, und fragten ihn und sprachen: Weissage, wer ist es, der dich schlug? Und viel andre Lästerungen sagten sie wider ihn. Und als es Tag ward, sammelten sich die Altesten des Volks, die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und führten ihn hinauf vor ihren Rat, und sprachen: Bist du Christus? sage es uns. Er sprach aber zu ihnen: Sage ich es euch, so glaubet ihr es nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und laßt mich doch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist Du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr saget es, Jugnis? Oaltion Im Adas, g Tritt in Judas, d die ich di Hlleicht Uesen, d hun um u HErr 0 ich e Prophete oltet: Sndt zu Rophete Ruuse des Vrr bef Ind das Rlissagen nie Silo vohne? Auemmia. Duuse hin OErtn. Alem Vo ize Sto Uallen ches a Uder die Stin Ubel, mögt HM wisser h selhf Hen ha leden Jol Ullion 38 „ Hetrof naste,! Heinen Wi. ö li. der zerstreuet uchwandelt er t er: Ich wil Und wenn en Dann geht er selbst; und it demselbigen s redete, erhub ist der Leb, r aber sprach: hande nicht) m uns haben, ge macht, ud Adnet ist, und 8; welcher, de ind achtete de ttes. Gedente sich erdule et. Denn iht fen wider di redet als x ig des HEnn shen der Hön u, den er au euch Gott at 4 Eed n n, so seid i chen Väter elmehr unte ar haben uh, aufu da ist, duh vird siegebl gubet s n Knict u. uchele wit en ins Augescl und schlugth agten ihn 1 saget es, denn Ich bin es. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugnis? Wir haben es selbst gehöret aus seinem Munde. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jeremias 26, 1—15.(Ob sie vielleicht hören wollen, und sich bekehren.) Im Anfang des Königreichs Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs Judas, geschah dies Wort vom HErrn und sprach: So spricht der HErr: Tritt in den Vorhof am Hause des HErrn, und predige allen Skädten Judas, die da herein gehen, anzubeten im Hause des HErrn, alle Worte, die ich dir befohlen habe ihnen zu sagen; und thue nichts davon. Ob sie vielleicht hören wollen, und sich bekehren, ein jeglicher von seinem bösen Wesen, damit mich auch reuen möchte das Übel, das Ich gedenke ihnen zu thun um ihres bösen Wandels willen. Und sprich zu ihnen: So spricht der HErr: Werdet ihr mir nicht gehorchen, daß ihr in meinem Gesetz wandelt, das ich euch vorgelegt habe, daß ihr höret die Worte meiner Knechte, der Propheten, welche Ich stets zu euch gesandt habe, und ihr doch nicht hören wolltet: so will ich es mit diesem Hause machen wie mit Silo, und diese Stadt zum Fluch allen Heiden auf Erden machen. Da nun die Priester, Propheten und alles Volk hörten Jeremia, daß er solche Worte redete im Hause des HErrn, und Jeremia nun ausgeredet hatte alles, was ihm der Err befohlen hatte, allem Volk zu sagen, griffen ihn die Priester, Propheten und das ganze Volk, und sprachen: Du mußt sterben! Warum darfst du weissagen im Namen dee HErrn und sagen: Es wird diesem Hause gehen wie Silo, und diese Stadt soll so wüste werden, daß niemand mehr drinnen wohne? Und das ganze Volk sammelte sich im Hause des HErrn wider Jeremia. Da solches hörten die Fürsten Judas, gingen sie aus des Königs Hause hinauf ins Haus des HErrn, und setzten sich vor das neue Thor des HErrn. Und die Priester und Propheten sprachen vor den Fürsten und allem Volk: Dieser ist des Todes schuldig; denn er hat geweissagt wider diese Stadt, wie ihr mit euren Ohren gehört habt. Aber Jeremia sprach zu allen Fürsten und zu allem Volk: Der HErr hat mich gesandt, daß ich solches alles, das ihr gehört habt, sollte weissagen wider dies Haus und wider diese Stadt. So bessert nun euer Wesen und Wandel, und gehorchet der Stimme des HErrn, eures Gottes, so wird den HErrn auch gereuen das Übel, das er wider euch geredet hat. Siehe, ich bin in euren Händen; ihr mögt es machen mit mir, wie es euch recht und gut dünkt. Doch sollt ihr wissen: wo ihr mich tötet, so werdet ihr unschuldig Blut laden auf euch selbst, auf diese Stadt und ihre Einwohner. Denn wahrlich, der HErr hat mich zu euch gesandt, daß ich solches alles vor euren Ohren reden soll. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Kor. 6, 11—18.(Wie stimmt Christus mit Belial2) O ihr Korinther! unser Mund hat sich zu euch aufgethan, unser Herz ist getrost. Unserthalben dürft ihr euch nicht ängsten. Daß ihr euch aber ängstet, das thut ihr aus herzlicher Meinung. Ich rede mit euch als mit meinen Kindern, daß ihr euch auch also gegen mich stellet, und seid auch getrost. Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit für Genieß mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmet Christus mit Belial? Am dritten Sonntag in den Fasten, genannt Oculi. 63 ö 6⁴ Am vierten Sonntag in den Fasten, genannt Lätare. Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? Was hat der Tempel Gottes für eine Gleiche mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht:„Ich will in ihnen wohnen und in ihnen wandeln, und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“ Darum gehet aus von ihnen, und sondert euch ab, spricht der HErr, und rühret kein Unreines an, so will ich euch annehmen, und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige HErr. Am vierten Sonntag in den Fasten, genannt Lätare. Vormittags. Epistel. Ebr. 9, 11—15.(Der sich selbst ohne Wandel Gott geopfert.) Christus aber ist kommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist, auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigen Blut Einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn, so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche von der Kuh, gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den übertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium. Joh. 8, 46— 59.(Wer unter euch kann mich einer Sünde zeihen?) Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß Du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet, und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und Du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist Du mehr denn unser Bater Abraham, welcher gestorben ist? und die Propheten sind gestorben. Was machst Du aus dir selbst? Jesus antwortete: So Ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer Gott; und kennet ihn nicht; Ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr seid. Aber Ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sahe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin Ich. Da huben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. 6 Und uchlet n⸗ vallet, u Hold erl mit dem mes, der ofenbare an Gott hegeben, machet k ungefärb ninem sondern Hottes, Herrlichk und die Da ist Wangel Des anen Re Iin, und Judas, 6 ihn, 1 hen Alte herraten Und er n khängte Hrachen: I Mutg durum,; Autacke den Pre Eilberli den Kin nit der Leltion re. bigen? Wa Af, 70 Ihr aber seid „Ich will in und sie sollen uch ab, spricht anehmen, und n, spricht det Lätare. ugeopfert) er zuk mit der Hand urch der Böct in das Iget N Blut Chtist Gott geopfer em lebendign nents, auf diß retungen, di as verheißen Suͤnde zeihen ich euch abn Gott ist du icht von Goth ir nicht rehl uwortete:. Am vierten Sonntag in den Fasten, genannt Lätare. 6⁵ Epistolische Lektion. 1. Petri 1, 17— 25.(Das teure Blut.) Und sintemal ihr den zum Vater anrufet, der ohne Ansehen der Person richtet nach eines jeglichen Werk, so führet euren Wandel, so lange ihr hie wallet, mit Furcht, und wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöset seid von eurem eiteln Wandel nach väterlicher Weise, sondern mit dem teuren Blute Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten Lam⸗ mes, der zwar zuvor versehen ist, ehe der Welt Grund geleget ward, aber offenbaret zu den letzten Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubet an Gott, der ihn auferwecket hat von den Toten, und ihm die Herrlichkeit gegeben, auf daß ihr Glauben und Hoffnung zu Gott haben möchtet. Und machet keusch eure Seelen im Gehorsam der Wahrheit durch den Geist, zu ungefärbter Bruderliebe, und habt euch unter einander brünstig lieb aus reinem Herzen, als die da wiederum geboren sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewiglich bleibet. Denn„alles Fleisch ist wie Gras, und alle Herrlichkeit der Menschen wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorret, und die Blume abgefallen; aber des HErrn Wort bleibet in Ewigkeit.“ Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündiget ist. Evangelische Lektion. Matth. 27, 1—10.(Ich habe unschuldig Blut verraten.) Des Morgens aber hielten alle Hohepriester und die Altesten des Volks einen Rat über Jesum, daß sie ihn töteten. Und banden ihn, führeten ihn hin, und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato. Da das sah Judas, der ihn verraten hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Altesten, und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon, ging hin, und erhängte sich selbst. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge, und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen; denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rat, und kauften einen Töpfers⸗Acker darum, zum Begräbnis der Pilger. Daher ist derselbige Acker genannt der Blutacker bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht:„Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel, und haben sie gegeben um einen Töpfers⸗Acker, als mir der HErr befohlen hat.“ Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Maleachi 2, 1—10.(hr Priester seid von dem Wege abgetreten.) Und nun, ihr Priester, dies Gebot gilt euch. Wo ihr es nicht hören noch zu Herzen nehmen werdet, daß ihr meinem Namen die Ehre gebet, spricht der HErr Zebaoth, so werde ich den Fluch unter euch schicken, und euren Segen verfluchen, ja, verfluchen werde ich ihn, weil ihr es nicht wollt zu Herzen nehmen. Siehe, ich will schelten euch samt dem Samen, und den Rot eurer Feiertage euch in das Gesicht werfen, und soll an euch kleben bleiben. So werdet ihr dann erfahren, daß ich solch Gebot zu euch gesandt habe, daß es mein Bund sein sollte mit Levi, spricht der HErr Zebaoth. Denn mein Bund war mit ihm zum Leben und Frieden, und ich gab ihm die Furcht, daß er mich fürchtete und meinen Namen scheuete. Das Gesetz der Wahrheit war in seinem Munde, und ward kein Böses in seinen Lippen 66 Auf das Fest der Verkündigung Mariä ꝛcf. funden. Er wandelte vor mir friedsam und aufrichtig, und bekehrte viele von Sünden. Denn des Priesters Lippen sollen die Lehre bewahren, daß man aus seinem Munde das Gesetz suche; denn er ist ein Engel des HErrn Zebaoth. Ihr aber seid von dem Wege abgetreten, und ärgert viele im Gesetz, und habt den Bund Levis verbrochen, spricht der HErr Zebaoth. Darum habe Ich auch euch gemacht, daß ihr verachtet und unwert seid vor dem ganzen Volk, weil ihr meine Wege nicht haltet, und sehet Personen an im Gesetz. Denn haben wir nicht alle Einen Vater? Hat uns nicht Ein Gott geschaffen? Warum verachten wir denn einer den andern, und ent⸗ heiligen den Bund, mit unsern Vätern gemacht? Lektion aus dem Neuen Testamente. Ebr. 7, 11—28.(Der Hohepriester, der da ist heilig, von den Sündern abgesondert.) Ist nun die Vollkommenheit durch das levitische Priestertum geschehen, (denn unter demselbigen hat das Volk das Gesetz empfangen,) was ist denn weiter not, zu sagen, daß ein andrer Priester aufkommen solle nach der Ordnung Melchisedeks, und nicht nach der Ordnung Aarons? Denn wo das Priestertum verändert wird, da muß auch das Gesetz verändert werden. Denn von dem solches gesagt ist, der ist aus einem andern Geschlecht, aus welchem nie keiner des Altars gepfleget hat. Denn es ist ja offenbar, daß von Juda aufgegangen ist unser HErr; zu welchem Geschlecht Moses nichts geredet hat vom Priestertum. Und es ist noch klärlicher, so nach der Weise Melchisedeks ein andrer Priester aufkommt, welcher nicht nach dem Gesetz des fleischlichen Gebots gemacht ist, sondern nach der Kraft des unendlichen Lebens. Denn er bezeuget:„Du bist ein Priester ewiglich nach der Ordnung Melchisedeks.“ Denn damit wird das vorige Gesetz aufgehoben, darum daß es zu schwach und nicht nütze war;(denn das Gesetz konnte nichts vollkommen machen;) und wird eingeführet eine bessere Hoffnung, durch welche wir zu Gott nahen; und dazu, das viel ist, nicht ohne Eid. Denn jene sind ohne Eid Priester worden, dieser aber mit dem Eide, durch den, der zu ihm spricht:„Der HErr hat geschworen und wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“ Also gar viel eines bessern Testaments Ausrichter ist Jesus worden. Und jener sind viel, die Priester wurden, darum daß sie der Tod nicht bleiben ließ; dieser aber darum, daß er bleibet ewiglich, hat er ein unvergänglich Priester⸗ tum. Daher er auch selig machen kann immerdar, die durch ihn zu Gott kommen, und lebet immerdar, und bittet für sie. Denn einen solchen Hohenpriester sollten wir haben, der da wäre heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher, denn der Himmel ist; dem nicht täglich not wäre, wie jenen Hohenpriestern, zuerst für eigene Sünden Opfer zu thun, darnach für des Volks Sünde; denn das hat er gethan Einmal, da er sich selbst opferte. Denn das Gesetz macht Menschen zu Hohenpriestern, die da Schwachheit haben; dies Wort aber des Eides, das nach dem Gesetz gesagt ist, setzt den Sohn ewig und vollkommen. Auf das Fest der Verkündigung Mariä, so am Sonntag Judica gefeiert wird. Vormittags. Epistel. Jes. 7, 10—15.(Den wird sie Immanuel heißen.) Und der HErr redete abermal zu Ahas und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom HErrn, deinem Gott, es sei unten in der Hölle oder droben in der 5 hErmn Dabid:; meinen( geben: S hen wird Uise, Bo Und tine Sta var eine stau hieß stiest du, Matem. Velch ein War ö verden i heißen. Hott der wird ein nitd kein gehen? fi hrach zu des Höch Aboren deine Ge Ichet jeh Senn be in des shied vor 0 Der Uelt un Aurchgeds vohl in nan der Hot au ham, mit der sud, so Uuch dit Hahe al Ales Ver Aummis Henn so Inen, 3 Oab. ie nun l, also cherall bekehrte dill dewahren, daß gel des HErm rgert viele im WErr Zebaoth, nwert seid vor sehet Personen uns nicht Ein ern, und ent⸗ her Hoheptiestr tum geschehen ) was ist den solle nach de 37 Denn ändert werden Geschleht, al offenbar, diß t Moses niché nach der Wist ich dem Gest s unendlicht der Ordnuh hoben, doumn konnte nich ffnung, Aih Eid. Dan de, durch di nicht geteln isedels“ W N. Und jan bleiben Lih Auf das Fest der Verkündigung Mariä ꝛc. 67 in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Errn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause David: Ist es euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der HErr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse, Böses zu verwerfen, und Gutes zu erwählen. Evangelium. Luc. 1, 26— 38.(Er wird groß sein.) Und im sechsten Monat ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause David; und die Jung⸗ frau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seiest du, Holdselige! Der HErr ist mit dir, du Gebenedeiete unter den Weibern. Da sie ihn aber sah, erschrak sie über seine Rede, und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der HErr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben; und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zu⸗ gehen? sintemal ich von keinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundte, ist auch schwanger mit einem Sohne in ihrem Alter, und gehet jetzt im sechsten Monat, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des HErrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. Epistolische Lektion. Röm. 5, 12— 21.(Der andere Adam.) Derhalben, wie durch Einen Menschen die Sünde ist kommen in die Welt und der Tod durch die Sünde, und ist also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, dieweil sie alle gesündiget haben; denn die Sünde war wohl in der Welt bis auf das Gesetz, aber wo kein Gesetz ist, da achtet man der Sünde nicht; sondern der Tod herrschte von Adam an bis auf Mose, auch über die, die nicht gesündigt haben mit gleicher Ubertretung wie Adam, welcher ist ein Bild des, der zukünftig war. Aber nicht hält sichs mit der Gabe wie mit der Sünde. Denn so an Eines Sünde viele gestorben sind, so ist viel mehr Gottes Gnade und Gabe vielen reichlich widerfahren durch die Gnade des einigen Menschen, Jesu Christi. Und nicht ist die Gabe allein über Eine Sünde, wie durch des einigen Sünders einige Sünde alles Verderben. Denn das Urteil ist kommen aus Einer Sünde zur Ver⸗ dammnis; die Gabe aber hilft auch aus vielen Sünden zur Gerechtigkeit. Denn so um des Einigen Sünde willen der Tod geherrschet hat durch den Einen, viel mehr werden die, so da empfangen die Fülle der Gnade und der Gabe zur Gerechtigkeit, herrschen im Leben durch Einen, Jesum Christ. Wie nun durch Eines Sünde die Verdammnis über alle Menschen kommen ist, also ist auch durch Eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung des Lebens über alle Menschen kommen. Denn gleich wie durch Eines Menschen Un⸗ 5* 68 Auf das Fest der Verkündigung Mariä ꝛc. gehorsam viel Sünder worden sind, also auch durch Eines Gehorsam werden viel Gerechte. Das Gesetz aber ist neben einkommen, auf daß die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig worden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger worden, auf daß, gleich wie die Sünde geherrschet hat zu dem Tode, also auch herrsche die Gnade durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesum Christ, unsern HErrn. Evangelische Lektion. Matth. 27, 11—31.(Der dornengekrönte König.) Jesus aber stund vor dem Landpfleger; und der Landpfleger fragte ihn und sprach: Bist Du der Juden König? Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst es. Und da er verklagt ward von den Hohenpriestern und Altesten, antwortete er nichts. Da sprach Pilatus zu ihm: Hörest du nicht, wie hart sie dich verklagen? Und er antwortete ihm nicht auf Ein Wort, also daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Auf das Fest aber hatte der Landpfleger die Gewohnheit, dem Volk Einen Gefangenen los zu geben, welchen sie wollten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barabbas. Und da sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barabbam oder Jesum, von dem gesagt wird, er sei Christus? Denn er wußte wohl, daß sie ihn aus Neid Überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhle saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitlen im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und die Altesten überredeten das Volk, daß sie um Barabbas bitten sollten, und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zween, den ich euch soll losgeben? Sie sprachen: Barabbam. Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit Jesu, von dem gesagt wird, er sei Christus? Sie sprachen alle: Laß ihn kreuzigen! Der Landpfleger sagte: Was hat er denn Übels gethan? Sie schrieen aber noch mehr und sprachen: Laß ihn kreuzigen! Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffte, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, nahm er Wasser, und wusch die Hände vor dem Volk, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu! Da antwortete das ganze Bolk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsre Kinder! Da gab er ihnen Barabbam los; aber Jesum ließ er geißeln, und überantwortete ihn, daß er gekreuziget würde. Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesum zu sich in das Richthaus, und sammelten über ihn die ganze Schar; und zogen ihn aus, und legten ihm einen Purpurmantel an; und flochten eine Dornen⸗ krone, und setzten sie auf sein Haupt, und ein Rohr in seine rechte Hand, und beugten die Kniee vor ihm, und spotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seiest du, der Juden König! Und speieten ihn an, und nahmen das Rohr, und schlugen damit sein Haupt. Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus, und zogen ihm seine Kleider an, und führten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Nachmittags. Leltion aus dem Alten Testamente. Psalm 2.(Sie lehnen sich auf wider den HErrn und seinen Gesalbten.) Warum toben die Heiden, und die Leute reden so vergeblich? Die Könige im Lande lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen mit einander wider den HErrn und seinen Gesalbten:„Lasset uns zerreißen ihre Bande, und von uns werfen ihre Seile!“ Aber der im Himmel wohnet, lachet ihrer, ur gorn, u König solchen! Sohn,! Heiden; mit eine So laßt auf Erd Küfset d denn sei Leltion Wi in ihm, wie ihr daß euc der Men Denn ir bolllomn lit; in dutch A dung C welchem welcher lebendig eures F. Handsch entgegen gaheftet; e Scha sich sebb horsam werde aß die Sünde a ist doch die de geherrschi rechtigkeit zun rönte Rönig) ger fragte ihn zu ihm: Du und Altesten, nicht, wie har Zort, also daß lber hatte de los zu geben, ngenen, eineg mmelt waren, e? Barabban r wußte wohl, em Richtstuhl du nichts u n Traum von eten das Voll Da antworteh r unter diese an. Pilch gesagt witd, r Landpflegt och mehr und nichts schaftz er, und wuch an dem Vlul und sprah en Barabbal iget er gekreiz 0 um zu sih, en ihn Am Sonntag Palmarum. 69 ihrer, und der HErr spottet ihrer. Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken.„Aber Ich habe meinen König eingesetzt auf meinen heiligen Berg Zion.“ Ich will von einer solchen Weise predigen, daß der HErr zu mir gesagt hat:„Du bist mein Sohn, heute habe Ich dich gezeuget; heische von mir, so will ich dir die Heiden zum Erbe geben und der Welt Ende zum Eigentum. Du sollst sie mit einem eisernen Scepter zerschlagen, wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen.“ So laßt euch nun weisen, ihr Könige, und laßt euch züchtigen, ihr Richter auf Erden! Dienet dem HErrn mit Furcht, und freuet euch mit Zittern! Küsset den Sohn, daß er nicht zürne, und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald anbrennen. Aber wohl allen, die auf ihn trauen! Lektion aus dem Neuen Testamente. Kol. 2, 6—15.(Er hat die Gewaltigen Schau getragen.) Wie ihr nun angenommen habt den HErrn Christum Jesum, so wandelt in ihm, und seid gewurzelt und erbauet in ihm, und seid fest im Glauben, wie ihr gelehret seid, und seid in demselbigen reichlich dankbar. Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die Philosophie und lose Verführung nach der Menschen Lehre und nach der Welt Satzungen, und nicht nach Christo. Denn in ihm wohnet die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. Und ihr seid vollkommen in ihm, welcher ist das Haupt aller Fürstentümer und Obrig⸗ keit; in welchem ihr auch beschnitten seid mit der Beschneidung ohne Hände, durch Ablegung des sündlichen Leibes im Fleisch, nämlich mit der Beschnei⸗ dung Christi, in dem, daß ihr mit ihm begraben seid durch die Taufe; in welchem ihr auch seid auferstanden durch den Glauben, den Gott wirket, welcher ihn auferwecket hat von den Toten; und hat euch auch mit ihm lebendig gemacht, da ihr tot waret in den Sünden und in der Vorhaut eures Fleisches; und hat uns geschenket alle Sünden, und ausgetilget die Handschrift, so wider uns war, welche durch Satzungen entstund, und uns entgegen war, und hat sie aus dem Mittel gethan, und an das Kreuz geheftet; und hat ausgezogen die Fürstentümer und die Gewaltigen und sie Schau getragen öffentlich, und einen Triumph aus ihnen gemacht durch sich selbst. Am Sonntag Palmarum. Vormittags. Epistel. Phil. 2, 5—13.(Gehorsam bis zum Tode am Kreuz.) Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein andrer Mensch, und an Gebärden als ein Mensch erfunden; erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der HErr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters. Also, meine Liebsten, wie ihr allezeit seid gehorsam gewesen, nicht allein in meiner Gegenwärtigkeit, sondern auch nun viel mehr in meinem Abwesen; schaffet, daß ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist es, der in euch wirket beide das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen. Am Sonntag Palmarum. Evangelium. Jes. 53.(Um unsrer Sünde willen zerschlagen.) Siehe, mein Knecht wird weislich thun, und wird erhöhet und sehr hoch erhaben sein: daß sich viele über dir ärgern werden, weil seine Gestalt häßlicher ist denn andrer Leute, und sein Ansehen denn der Menschen⸗ kinder. Aber also wird er viele Heiden besprengen, daß auch Könige werden ihren Mund gegen ihn zuhalten. Denn welchen nichts davon verkündiget ist, dieselben werden es mit Lust sehen; und die nichts davon gehört haben, die werden es merken. Aber wer glaubt unsrer Predigt? Und wem wird der Arm des HErrn offenbaret? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts geachtet. Fürwahr, Er trug unsre Krankheit, und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missethat willen verwundet, und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten; und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der HErr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer, und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Volks geplagt war. Und er ist begraben wie die Gottlosen, und gestorben wie ein Reicher, wiewohl er niemand Unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der OErr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben, und in die Länge leben, und des HErrn Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen, und die Fülle haben. Und durch sein Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen; denn Er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, darum daß er sein Leben in den Tod gegeben hat, und den Übelthätern gleich gerechnet ist, und Er vieler Sünde getragen hat, und für die Übelthäter gebeten. Epistolische Lektion. Gal. 2, 16—21.(Ich bin mit Christo gekreuzigt.) Doch weil wir wissen, daß der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesum Christum, so glauben wir auch an Christum Jesum, auf daß wir gerecht werden durch den Glauben an Christum, und nicht durch des Gesetzes Werke; denn durch des Gesetzes Werke wird kein Fleisch gerecht. Sollten wir aber, die da suchen durch Christum gerecht zu werden, auch noch selbst Sünder erfunden werden, so wäre Christus ein Sündendiener. Das sei ferne! Wenn ich aber das, so ich zerbrochen habe, wiederum baue, so mache ich mich selbst zu einem Über⸗ treter. Ich bin aber durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, auf daß ich Gott lebe; ich bin mit Christo gekreuziget. Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebet hat, und sich fllbst fül o durch Ev Und der kam üge. lagten hrach: lber eut bmmen, Liber, Danne n zu den was wi andre U an die die Ubet aber spr Und sie tund, u Er hat Gotles. hrachten selber. Hriechis Hönig. Lltion hlagen.) öhet und sehr il seine Hefah der Menschen⸗ Könige werden on verkündige gehört haben, Ind wem with ihm wie ein e keine Gefal ie uns gefalln Schmerzen und ihm verbarg nsre Krankhei, für den, der ber er ist un len zerschlagen nd durch seise ie Schafe, ei ler Sünde as sund nicht auf wie ein Schuf t austhut. t seines Lebenz en weggerisse er ist begrabeh 1er niemand ist. Aber du in Leben zun in die Lanh ehen. Darhn mnd Ne dil Gerechte, wil ich ihm gloß haben, darun Ichätern gltt die Ubelthiit sto gehennil 3 Werle rit Am Sonntag Palmarum. 7¹ selbst für mich dargegeben. Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn so durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben. Evangelische Lektion. Luc. 23, 26— 38.(Sie führten ihn hin, daß er gekreuzigt würde.) Und als sie ihn hinführeten, ergriffen sie einen, Simon von Kyrene, der kam vom Felde, und legten das Kreuz auf ihn, daß er es Jesu nach⸗ trüge. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen, und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben! Dann werden sie anfangen, zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführet zween andre Übelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn daselbst und die Übelthäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergieb ihnen; denn sie wissen nicht, was sie thun. Und sie teileten seine Kleider, und warfen das Los darum. Und das Volk stund, und sah zu. Und die Obersten samt ihnen spotteten sein und sprachen: Er hat andern geholfen, er helfe ihm selber, ist Er Christ, der Auserwählte Gottes. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm, und brachten ihm Essig, und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. Es war aber auch oben über ihm geschrieben die Überschrift mit griechischen und lateinischen und ebräischen Buchstaben: Dies ist der Juden König. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jeremias 18, 1—14.(Das Regen⸗ wasser verschießt nicht so bald, als mein Volk meiner vergißt.) Dies ist das Wort, das geschah vom HErrn zu Jeremia und sprach: Mache dich auf und gehe hinab in des Töpfers Haus; daselbst will ich dich meine Worte hören lassen. Und ich ging hinab in des Töpfers Haus, und siehe, er arbeitete eben auf der Scheibe. Und der Topf, den er aus dem Thon machte, mißriet ihm unter den Händen. Da machte er wiederum einen andern Topf, wie es ihm gefiel. Da geschah des HErrn Wort zu mir und sprach: Kann ich nicht auch also mit euch umgehen, ihr vom Hause Israel, wie dieser Töpfer? spricht der HErr. Siehe, wie der Thon ist in des Töpfers Hand, also seid auch ihr vom Hause Israel in meiner Hand. Plötzlich rede ich wider ein Volk und Königreich, daß ich es ausrotten, zerbrechen und verderben wolle. Wo sichs aber bekehret von seiner Bosheit, dawider ich rede, so soll mich auch reuen das Unglück, das ich ihm gedachte zu thun. Und plötzlich rede ich von einem Volk und Königreich, daß ich es bauen und pflanzen wolle. So es aber Böses thut vor meinen Augen, daß es meiner Stimme nicht gehorcht, so soll mich auch reuen das Gute, das ich ihm verheißen hatte zu thun. So sprich nun zu denen in Juda und zu den Bürgern zu Jerusalem: So spricht der HErr: Siehe, Ich bereite euch ein Unglück zu, und habe Gedanken wider euch; darum kehre sich ein jeglicher von seinem bösen Wesen, und bessert euer Wesen und Thun. Aber sie sprechen: Da wird nichts aus; wir wollen nach unsern Gedanken .— .— 102 Gründonnerstag. wandeln, und ein jeglicher thun nach Gedünken seines bösen Herzens. Darum spricht der HErr: Fragt doch unter den Heiden, wer hat je des⸗ gleichen gehört, daß die Jungfrau Israel so gar greulich Ding thut? Bleibt doch der Schnee länger auf den Steinen im Felde, wenn es vom Libanon herab schneiet, und das Regenwasser verschießt nicht so bald, als mein Volk mein vergißt. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Tim. 1, 12—17.(Das teuer werte Wort.) Und ich danke unserm HErrn Christo Jesu, der mich stark gemacht und treu geachtet hat, und gesetzet in das Amt, der ich zuvor war ein Lästerer und ein Verfolger und ein Schmäher; aber mir ist Barmherzigkeit wider⸗ fahren, denn ich habe es unwissend gethan im Unglauben. Es ist aber desto reicher gewesen die Gnade unseres HErrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christo Jesu ist. Denn das ist je gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus kommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, auf daß an mir vornehmlich Jesus Christus erzeigete alle Geduld, zum Exempel denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen Könige, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren und allein Weisen, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen. Gründonnerstag. Vormittags. Epistel. 1. Kor. 11, 23— 32.(Das ist mein Leib, das ist mein Blut.) Ich habe es von dem HErrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der HErr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte, und brach es, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brot esset, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des HErrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brote isset, oder von dem Kelche des HErrn trinket, der ist schuldig an dem Leibe und Blute des HErrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brok, und trinke von diesem Kelche. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des HErrn. Darum sind auch so viel Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem HErrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt ver⸗ dammet werden. Evangelium. Joh. 13, 1—15.(Er liebte die Seinen bis ans Ende.) Vor dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte ge⸗ liebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Judas Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriete, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen var, und ab, und in ein B se mit d nd derse Asus an cht; du Ummern Uerde id ihm Sim Ind das henn die nicht alle id nicht leider, r, was sget rec Mister, ander din hut, wie 6 Dar Hlugen! uir segne has wir Ein Bro Hllhaftig sen, si un sage Höhenoh Iaesen Himmel dcendige den Herzers. er hat je de⸗ Ding thul wenn es vom so bald, alz „ Das keutt gemacht und L ein Lästere zigkeit wider⸗ Es ist abe uben und der wahr und ein t, die Suͤnder darum ist mit jesus Christus m sollten zun ünglichen und gkeitl Amen. mein Vlut) egeben habe nahn er da st mein Lei) Desselbigen ieser Kelch if r es trinleh set, und vof bis daß l on dem Kelht e des HErm. m Brot, n ttinlet, unterschedl und Kral lber tichtehn en, so pede yet Welt he⸗ nz Eide aß sein 95 * Hich is hl⸗ Gründonnerstag. 73 war, und zu Gott ging: stund er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz, und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro; und derselbige sprach zu ihm: HErr, solltest Du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was Ich thue, das weißt du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst Du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: HErr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und HErr, und saget recht daran, denn ich bin es auch. So nun Ich, euer HErr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter ein— ander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie Ich euch gethan habe. Epistolische Lektion. 1. Kor. 10, 14— 21.(Viele Ein Leib.) Darum, meine Liebsten, fliehet von dem Götzendienst. Als mit den Klugen rede ich; richtet ihr, was ich sage. Der gesegnete Kelch, welchen wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn Ein Brot ist es, so sind wir viele Ein Leib; dieweil wir alle Eines Brotes teilhaftig sind. Sehet an den Israel nach dem Fleisch. Welche die Opfer essen, sind die nicht in der Gemeinschaft des Altars? Was soll ich denn nun sagen? Soll ich sagen, daß der Götze etwas sei? oder, daß das Götzenopfer etwas sei? Aber ich sage, daß die Heiden, was sie opfern, das opfern sie den Teufeln, und nicht Gott. Nun will ich nicht, daß ihr in der Teufel Gemeinschaft sein sollt. Ihr könnt nicht zugleich trinken des 5Errn Kelch und der Teufel Kelch; ihr könnt nicht zugleich teilhaftig sein des HErrn Tisches und der Teufel Tisches. Evangelische Lektion. Joh. 6, 47—- 58.(Wer mich isset, wird leben.) Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben Manna gegessen in der Wüste, und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, auf daß, wer davon isset, nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel kommen. Wer von diesem Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das Ich geben werde, ist mein Fleisch, welches Ich geben werde für das Leben der Welt. Da zankten die Juden unter einander, und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschen Sohnes, und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isset, und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und Ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken. Denn mein Fleisch ist die rechte Speise, und mein Blut ist der rechte Trank. Wer mein Fleisch isset, und trinket mein Blut, der bleibet in mir, und Ich in ihm. Wie mich gesandt hat der lebendige 7⁴ Karfreitag. Vater, und Ich lebe um des Vaters willen, also, wer mich isset, derselbige wird auch leben um meinetwillen. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommen ist; nicht, wie eure Väter haben Manna gegessen, und sind gestorben. Wer dies Brot isset, der wird leben in Ewigkeit. Karfreitag. Vormittags. Epistolische Lektion. 2. Kor. 5, 14— 21.(Jasset euch versöhnen mit Gott.) Denn die Liebe Christi dringet uns also; sintemal wir halten, daß, so Einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben, und er ist darum für alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. Darum von nun an kennen wir niemand nach dem Fleisch; und ob wir auch Christum gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr. Darum, ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu worden. Aber das alles von Gott, der uns mit ihm selber versöhnet hat durch Jesum Christum, und das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt. Denn Gott war in Christo, und versöhnte die Welt mit ihm selber, und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu, und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt; denn Gott vermahnet durch uns, so bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Oder: Psalm 22.(Warum hast du mich verlassen?) Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich heule, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du nicht; und des Nachts schweige ich auch nicht. Aber Du bist heilig, der du wohnest unter dem Lobe Israels. Unsre Väter hofften auf dich, und da sie hofften, halfest du ihnen aus. Zu dir schrieen sie, und wurden errettet; sie hofften auf dich, und wurden nicht zu Schanden. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und Verachtung des Volks. Alle, die mich sehen, spotten mein, sperren das Maul auf, und schütteln den Kopf:„Er klage es dem HErrn, der helfe ihm aus, und errette ihn, hat er Lust zu ihm.“ Denn Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du warest meine Zuversicht, da ich noch an meiner Mutter Brüsten war. Auf dich bin ich geworfen aus Mutterleibe; Du bist mein Gott von meiner Mutter Leibe an. Sei nicht ferne von mir; denn Angst ist nahe; denn es ist hie kein Helfer. Große Farren haben mich umgeben, fette Ochsen haben mich umringet; ihren Rachen sperren sie auf wider mich wie ein brüllender und reißender Löwe. Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Gebeine haben sich zertrennet; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzen Wachs. Meine Kräfte sind vertrocknet wie ein Scherben, und meine Zunge klebet an meinem Gaumen, und du legest mich in des Todes Staub. Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat sich um mich gemacht: sie haben meine Hände und Füße durchgraben. Ich möchte alle meine Gebeine zählen. Sie aber schauen, und sehen ihre Lust an mir. Sie teilen meine Kleider unter sich, und werfen das Los um mein Gewand. Aber Du, SErr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mit zuk hunden! den Einl il dich 3 ehre i Daunn er sein Ant 6. Did hegahlen att wer Herz soll zum 5E Denn de Hetten at lle, die anen Se Kinde Lulk, da 6 Abe Prach: 2 audte, st der du drnnen; hat nicht uch, we ich sage um die! is an d Dahmg hrach:! Asagt, Gott nd alle Glugen Kine Ve Huchgefol Neltio isset, dersekig vom Himmel sind gesorhen hnen mit Gott) halten, daß, der ist darun ht ihnen sels ist. Daun ob wir auh ihn doch jih neue Kteatut; Iber das alls sum Christum. Gott war iu rechnete ihnn Wort von der tz denn Ooh tt: Lasset eg ade wußte, u e Oerechtihki, V Ich halh so antwont. u bist heil sten auf Dih, , und wurdeh eN. Ich 8 Berachtung V. ul auf, in Karfreitag. 7⁵ mir zu helfen! Errette meine Seele vom Schwert, meine einsame von den Hunden! Hilf mir aus dem Rachen des Löwen, und errette mich von den Einhörnern! Ich will deinen Namen predigen meinen Brüdern; ich will dich in der Gemeine rühmen. Rühmet den HErrn, die ihr ihn fürchtet; es ehre ihn aller Same Jakobs, und vor ihm scheue sich aller Same Israels. Denn er hat nicht verachtet noch verschmähet das Elend des Armen, und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen; und da er zu ihm schrie, hörete er es. Dich will ich preisen in der großen Gemeine; ich will meine Gelübde bezahlen vor denen, die ihn fürchten. Die Elenden sollen essen, daß sie satt werden; und die nach dem HErrn fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben. Es werde gedacht aller Welt Ende, daß sie sich zum HErrn bekehren, und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden. Denn der HErr hat ein Reich, und er herrschet unter den Heiden. Alle Fetten auf Erden werden essen und anbeten; vor ihm werden Kniee beugen alle, die im Staube liegen, und die, so kümmerlich leben. Er wird einen Samen haben, der ihm dienet; vom HErrn wird man verkündigen zu Kindeskind. Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird, daß er es thut. Evangelische Lektion. Luc. 23, 39— 49.(Des HErrn Tod.) Aber der Übelthäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn und sprach: Bist Du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andre, strafte ihn, und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind billig drinnen; denn wir empfangen, was unsre Thaten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: HErr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Und es war um die sechste Stunde, und es ward eine Finsternis über das ganze Land bis an die neunte Stunde. Und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels zerriß mitten entzwei. Und Jesus rief laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt, verschied er. Da aber der Hauptmann sah, was da geschah, pries er Gott und sprach: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen! Und alles Volk, das dabei war und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Es stunden aber alle seine Verwandten von ferne, und die Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, und sahen das alles. Nachmittags. Lelktion aus dem Alten Testamente. Micha 6, 1—8.(Was habe ich dir gethan, mein Volk?) Höret doch, was der HErr sagt: Mache dich auf, und schilt die Berge, und laß die Hügel deine Stimme hören! Höret ihr Berge, wie der HErr strafen will, samt den starken Grundfesten der Erde; denn der HErr will sein Volk schelten, und will Israel strafen. Was habe ich dir gethan, mein Volk? Und womit habe ich dich beleidiget? Das sage mir! Habe ich dich doch aus Agyptenland geführet, und aus dem Diensthause erlöset, und vor dir hergesandt Mosen, Aaron und Mirjam. Mein Volk, denke doch dran, was Balak, der König in Moab, vorhatte, und was ihm Bileam, der Sohn Beors, antwortete, von Sittim an bis gen Gilgal; daran ihr 76 1. Ostertag. ja merken solltet, wie der HErr euch alles Gute gethan hat. Womit soll ich den HErrn versöhnen? Mit Bücken vor dem hohen Gott? Soll ich mit Brandopfern und jährigen Kälbern ihn versöhnen? Meinest du, der HErr habe Gefallen an viel tausend Widdern? Oder am Ol, wenn es gleich unzählige Ströme voll wären? Oder soll ich meinen ersten Sohn für meine Übertretung geben? Oder meines Leibes Frucht für die Sünde meiner Seele? Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der HErr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten, und Liebe üben, und demütig sein vor deinem Gott. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Joh. 2, 1—6.(Er ist die Versöhnung für unsre Sünden.) Meine Kindlein, solches schreibe ich euch, auf daß ihr nicht sündiget. Und ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christum, der gerecht ist. Und derselbe ist die Versöhnung für unsre Sünden; nicht allein aber für die unseren, sondern auch für der ganzen Welt. Und an dem merken wir, daß wir ihn kennen, so wir seine Gebote halten. Wer da sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in solchem ist keine Wahrheit. Wer aber sein Wort hält, in solchem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, daß wir in ihm sind. Wer da sagt, daß er in ihm bleibet, der soll auch wandeln, gleich wie Er gewandelt hat. 1. Ostertag. Vormittags. Epistel. 1. Kor. 5, 6—8.(Wir haben auch ein Osterlamm.) Euer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleich wie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauer⸗ teige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangelium. Marc. 16, 1—8.(Er ist auferstanden.) Und da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria Jakobi und Salome Spezerei, auf daß sie kämen, und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hie; siehe da die Stätte, da sie ihn hin legten. Gehet aber hin, und saget es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hin gehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Entsetzen ankommen; und sagten niemand nichts; denn sie fürchteten sich. Chist So ustanden sti nicht Hhristus Insre Pr aber auc hätten, sitemal 0 ist C ustanden 0 sind llein in allen Me der Erstl Nenschen bommt. Ihristo e Der Ers wird; da antworte Ind Geu Hne Fü Benn er 6 alles miergeth Wird aut hat, auf aus denf Al erfa Vomit sal ott? Soll it einest du, de Ol, wenn ez rsten Sohn für ur die Sünde und was der ebe UÜben, und Er ist die nicht sündigt hei dem Valen sung für unst für der ganzen ir seine Gebot e nicht, der is ein Wort häl erkennen wiß der soll auh lamm.) nig Sauerkeh teig aus, al „ Denn vn mert. Dann tim Saul der Lauterke en) Nagdalena u subetn ih. da die Sosl 1. Ostertag. 7⁷ Epistolische Lektion. 1. Kor. 15, 12— 28.(Der Erstling unter denen, die da schlafen.) So aber Christus geprediget wird, daß er sei von den Toten auf⸗ erstanden, wie sagen denn etliche unter euch, die Auferstehung der Toten sei nichts? Ist aber die Auferstehung der Toten nichts, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden aber auch erfunden falsche Zeugen Gottes, daß wir wider Gott gezeuget hätten, er hätte Christum auferwecket, den er nicht auferwecket hätte, sintemal die Toten nicht auferstehen. Denn so die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auf⸗ erstanden, so ist euer Glaube eitel, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, so in Christo entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten und der Erstling worden unter denen, die da schlafen. Sintemal durch einen Menschen der Tod, und durch einen Menschen die Auferstehung der Toten kommt. Denn gleich wie sie in Adam alle sterben, also werden sie in Christo alle lebendig gemacht werden; ein jeglicher aber in seiner Ordnung: Der Erstling Christus; darnach die Christo angehören, wenn er kommen wird; darnach das Ende, wenn er das Reich Gott und dem Vater über— antworten wird, wenn er aufheben wird alle Herrschaft und alle Obrigkeit und Gewalt. Er muß aber herrschen, bis daß er alle seine Feinde unter seine Füße lege. Der letzte Feind, der aufgehoben wird, ist der Tod. Denn er hat ihm alles unter seine Füße gethan. Wenn er aber sagt, daß es alles unterthan sei, ist es offenbar, daß ausgenommen ist, der ihm alles untergethan hat. Wenn aber alles ihm unterthan sein wird, alsdann wird auch der Sohn selbst unterthan sein dem, der ihm alles untergethan hat, auf daß Gott sei alles in allen. Oder: Ezechiel 37, 9—14.(Ich will eure Gräber aufthun.) Und er sprach zu mir: Weissage zum Winde; weissage, du Menschen⸗ kind, und sprich zum Winde: So spricht der HErr, HErr: Wind, komm herzu aus den vier Winden, und blase diese Getöteten an, daß sie wieder lebendig werden! Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam Odem in sie, und sie wurden wieder lebendig, und richteten sich auf ihre Füße. Und ihrer war ein sehr groß Heer. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, diese Beine sind das ganze Haus Israel. Siehe, jetzt sprechen sie: Unsre Beine sind verdorret, und unsre Hoffnung ist verloren, und ist aus mit uns. Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht der HErr, Err: Siehe, Ich will eure Gräber aufthun, und will euch, mein Volk, aus denselben heraus holen, und euch in das Land Israel bringen; und sollt erfahren, daß Ich der HErr bin, wenn ich eure Gräber geöffnet, und euch, mein Volk, aus denselben gebracht habe. Und ich will meinen Geist in euch geben, daß ihr wieder leben sollt; und will euch in euer Land setzen; und sollt erfahren, daß Ich der HErr bin. Ich rede es, und thue es auch, spricht der HErr. Evangelische Lektion. Joh. 20, 1—10.(Das leere Grab.) An der Sabbather einem kommt Maria Magdalena früh, da es noch finster war, zum Grabe, und siehet, daß der Stein vom Grabe hinweg war. Da läuft sie, und kommt zu Simon Petro und zu dem andern 1. Ostertag. Jünger, welchen Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den HErrn weggenommen aus dem Grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hin gelegt haben. Da ging Petrus und der andre Jünger hinaus, und kamen zum Grabe. Es liefen aber die zween mit einander, und der andre Jünger lief zuvor, schneller denn Petrus, und kam am ersten zum Grabe, gucket hinein, und siehet die Leinen gelegt; er ging aber nicht hinein. Da kam Simon Petrus ihm nach, und ging hinein in das Grab, und siehet die Leinen gelegt, und das Schweißtuch, das Jesu um das Haupt gebunden war, nicht bei die Leinen gelegt, sondern beiseits, eingewickelt, an einem besondern Ort. Da ging auch der andre Jünger hinein, der am ersten zum Grabe kam; und sah, und glaubte es. Denn sie wußten die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müßte. Da gingen die Jünger wieder zusammen. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 118, 14— 29.(Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein worden.) Der HErr ist meine Macht und mein Psalm, und ist mein Heil. Man singet mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HErrn behält den Sieg; die Rechte des HErrn ist erhöhet; die Rechte des HErrn behält den Sieg. Ich werde nicht sterben, sondern leben, und des HErrn Werk verkündigen. Der HErr züchtiget mich wohl; aber er giebt mich dem Tode nicht. Thut mir auf die Thore der Gerechtigkeit, daß ich da hinein gehe und dem HErrn danke. Das ist das Thor des HErrn; die Gerechten werden da hinein gehen. Ich danke dir, daß du mich demütigest, und hilfst mir. Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein worden. Das ist vom HErrn geschehen, und ist ein Wunder vor unsern Augen. Dies ist der Tag, den der HErr macht; laßt uns freuen, und fröhlich drinnen sein. O HErr, hilf! o HErr, laß wohl gelingen! Gelobet sei, der da kommt im Namen des HErrn! Wir segnen euch, die ihr vom Hause des HErrn seid. Der HErr ist Gott, der uns erleuchtet. Schmücket das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars! Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen. Danket dem HErrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Lektion aus dem Neuen Testamente. Offenb. Joh. 5, 1— 14.(Es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda.) Und ich sahe in der rechten Hand des, der auf dem Stuhl saß, ein Buch, geschrieben inwendig und auswendig, versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sahe einen starken Engel predigen mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzuthun, und seine Siegel zu brechen? Und niemand im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde konnte das Buch aufthun, und darein sehen. Und ich weinte sehr, daß niemand würdig erfunden ward, das Buch aufzuthun, und zu lesen, noch darein zu sehen. Und einer von den Altesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der da ist vom Geschlecht Juda, die Wurzel Davids, aufzuthun das Buch, und zu brechen seine sieben Siegel. Und ich sahe, und siehe, mitten im Stuhl und den vier Tieren und mitten unter den Altesten stund ein Lamm, wie es erwürget wäre, und hatte sieben Hörner und sieben Augen, welches sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande. Und es kam, und nahm das Buch aus der rechten Hand des, der auf dem Stuhl saß. Und da es das Buch nahm, da fielen die vier Tiere und die vier und zwanzig Altesten bur das Muchwe und spra Sitgel;! lus aller Inserm 0 in auf Stuhl ut lusendm kwürget Slürke u und o , höret lob und Uir Tier ud bete 6 Petr I Waht hit ihn bon der undigen lher aller Olliläa Ion Naz hhogen i Ibewält 5, das egetöte Rutten 2 Ul bore hben, u 6 Sie haben de ht, wo sie ihn r hinaus, und und der andu en zum Grabe, ht hinein. Da rab, und siche aupt gebunden kelt, an einem der am ersten ten die Schrif Da gingen di J. DDer Stein, .) ein Heil. Mun Die Rechte de⸗ die Rechte de leben, und de er er giebt mih ßj ich da hinein die Gerechttj gest, und uworden. Da⸗ ugen. Dies i drinnen sil da kommt in es HErrn sei mit Maien he anke dir; men freundlich, un 14.(Es lsah, ein xu 97 Ind 2. Ostertag. 79 vor das Lamm, und hatten ein jeglicher Harfen und goldene Schalen voll Räuchwerks, welches sind die Gebete der Heiligen; und sangen ein neues Lied und sprachen: Du bist würdig, zu nehmen das Buch, und aufzuthun seine Siegel; denn du bist erwürget, und hast uns Gott erkauft mit deinem Blut aus allerlei Geschlecht und Zungen und Volk und Heiden, und hast uns unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht, und wir werden Könige sein auf Erden. Und ich sahe, und hörte eine Stimme vieler Engel um den Stuhl und um die Tiere und um die Altesten her; und ihre Zahl war viel tausendmal tausend. Und sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob. Und alle Kreatur, die im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und im Meer, und alles, was drinnen ist, hörete ich sagen zu dem, der auf dem Stuhl saß, und zu dem Lamm: Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier Tiere sprachen: Amen. Und die vier und zwanzig Altesten fielen nieder, und beteten an den, der da lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit. 2. Ostertag. Vormittags. Epistel. Apgsch. 10, 34— 41.(Denselbigen hat Gott auferwekket.) Petrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und ver⸗ kündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum,(welcher ist ein Herr Über alles,) die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte: wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geist und Kraft; der umher⸗ gezogen ist, und hat wohlgethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel Überwältiget waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles des, das er gethan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getötet und an ein Holz gehänget. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Toten. Evangelium. Luc. 24, 13— 35.(Durch Leiden zur Herrlichkeit.) Und siehe, zween aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldweges weit, des Name heißt Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist Du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsre Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammnis des Todes, und gekreuziget. 8⁰ 2. Ostertag. Wir aber hofften, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern; die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten; aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben; mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hin gingen; und Er stellte sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankte, brach es, und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und Er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie stunden auf zu derselbigen Stunde, kehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Elfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der HErr ist wahr⸗ haftig auferstanden und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brot brach. Epistolische Lektion. 1. Kor. 15, 35— 58.(Der Tod ist verschlungen in den Sieg.) Möchte aber jemand sagen: Wie werden die Toten auferstehen? und mit welcherlei Leibe werden sie kommen? Du Narr, das du säest, wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und das du säest, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloß Korn, nämlich Weizen, oder der andern eins. Gott aber giebt ihm einen Leib, wie er will, und einem jeglichen von den Samen seinen eigenen Leib. Nicht ist alles Fleisch einerlei Fleisch, sondern ein anderes Fleisch ist der Menschen, ein anderes des Viehes, ein anderes der Fische, ein anderes der Vögel. Und es sind himmlische Körper und irdische Körper. Aber eine andre Herrlichkeit haben die himmlischen, und eine andre die irdischen. Eine andre Klarheit hat die Sonne, eine andre Klarheit hat der Mond, eine andre Klarheit haben die Sterne; denn ein Stern übertrifft den andern nach der Klarheit. Also auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesäet verweslich, und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesäet in Unehre, und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesäet in Schwachheit, und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesäet ein natürlicher Leib, und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Hat man einen natürlichen Leib, so hat man auch einen geistlichen Leib. Wie es geschrieben stehet: Der erste Mensch, Adam, ist gemacht in das natürliche Leben; und der letzte Adam in das geistliche Leben. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche; darnach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der andre Mensch ist der HErr vom Himmel. Welcherlei der irdische ist, solcherlei sind auch die irdischen; und welcherlei der himmlische ist, solcherlei sind auch die himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, also werden wir auch tragen das Bild des himmlischen. Davon sage ich aber, lieben Brüder, daß Fleisch und Blut nicht können das Reich Gottes ererben; auch wird das Verwesliche nicht erben das Unverwesliche. Siehe, ich shge tuch lle verwe git der! nerden ar N. Bert mñiehen d Aberwes uird erfi chlungen lber der 5 Hesetz Hrrn Jc und nehm Uheit ni Od HEr Uthust 2 Dunn du em He und nimr dAidte ge Armet n der 6 Umd. 2 lah daß halten Altge ein Wiin, dai hun, dar shekt si Verr wit Ne Schm NMar Rante, 0 I ein IMu hin A Sie Haß nich Wn üus u Ariner ö 10 hast laria Uaster sht che ihne aat uun Angern alles ist heute kschreckt etliche haben seinen cht der Engel in zum Grabe, ie nicht. Und uben alle dem, 5 leiden, und len Propheten wen. Und sie „als wollte et uns; denn e3 ing hinein, H saß, nahm er n ihre Augen nd sie sprachen sit uns redet tunden auf zu nden die Else Err ist waht⸗ n ihnen, wa wäre an dem, rschlungen in ferstehen? und est, wird nigl b, der werdef n eins. 600 n den Samah im ein andett der Fische el Körper.„W e die irdischel jat der Mond if denun 56 wird gelh zet in Uehl wachhet 55 leib, und U 2. Ostertag. 81 sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und dasselbige plötzlich in einem Augenblick, zu der Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muß anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche wird anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche wird anziehen die Unsterblichkeit, dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben stehet:„Der Tod ist ver⸗ schlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“ Aber der Stachel des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern HErrn Jesum Christum. Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unbeweglich, und nehmet immer zu in dem Werk des HErrn, sintemal ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem HErrn. Oder: Jes. 25, 1—8.(Er wird den Tod verschlingen ewiglich.) HErr, Du bist mein Gott; dich preise ich. Ich lobe deinen Namen, denn du thust Wunder. Deine Vornehmen von Altem her sind treu und wahrhaftig. Denn du machst die Stadt zum Steinhaufen, die feste Stadt, daß sie auf einem Haufen liegt, der Fremden Palast, daß nicht mehr eine Stadt sei, und nimmermehr gebauet werde. Darum ehret dich ein mächtig Volk, die Städte gewaltiger Heiden fürchten dich. Denn du bist der Geringen Stärke. der Armen Stärke in Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten wie ein Ungewitter wider eine Wand. Du demütigest der Fremden Ungestüm wie die Hitze in einem dürren Ort, daß die Hitze den Reben der Tyrannen verderbe, und die Wolke dennoch Schatten gebe. Und der HErr Zebaoth wird allen Völkern machen auf diesem Berge ein fett Mahl, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darinnen keine Hefe ist. Und er wird auf diesem Berge das Hüllen weg⸗ thun, damit alle Völker verhüllet sind, und die Decke, damit alle Heiden zu⸗ gedeckt sind; denn er wird den Tod verschlingen ewiglich; und der HErr, HErr wird die Thränen von allen Angesichtern abwischen, und wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen; denn der HErr hat es gesagt. Evangelische Lektion. Joh. 20, 11— 18.(Was weinest du 7) Maria aber stund vor dem Grabe, und weinte draußen. Als sie nun weinte, guckte sie in das Grab, und siehet zween Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zu den Häupten und den andern zu den Füßen, da sie den Leichnam Jesu hin gelegt hatten. Und dieselbigen sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen HErrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hin gelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück, und siehet Jesum stehen, und weiß nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? Wen suchest du? Sie meinet, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast Du ihn weggetragen so sage mir, wo hast du ihn hin gelegt? so will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um, und spricht zu ihm: Rabbuni, das heißt: Meister. Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an; denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern, und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria Magdalena kommt, und verkündiget den Jüngern: Ich habe den HErrn gesehen, und solches hat er zu mir gesagt. 6 2 2. Ostertag. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 16.(Du wirst nicht zugeben, daß dein Heiliger verwese.) Bewahre mich, Gott; denn ich traue auf dich. Ich habe gesagt zu dem HErrn: Du bist ja der HErr, ich muß um deinetwillen leiden, für die Heiligen, so auf Erden sind, und für die Herrlichen; an denen habe ich all mein Gefallen. Aber jene, die einem andern nacheilen, werden groß Herzeleid haben. Ich will ihres Trankopfers mit dem Blut nicht opfern, noch ihren Namen in meinem Munde führen. Der HErr aber ist mein Gut und mein Teil; Du erhältst mein Erbteil. Das Los ist mir gefallen aufs Liebliche mir ist ein schön Erbteil worden. Ich lobe den HErrn, der mir geraten hat; auch züchtigen mich meine Nieren des Nachts. Ich habe den HErrn laser⸗ allezeit vor Augen; denn er ist mir zur Rechten, darum werde ich wohl bleiben. Darum freuet sich mein Herz, und meine Ehre ist fröhlich; auch mein Fleisch wird sicher liegen. Denn du wirst meine Seele nicht in der Hölle lassen, und nicht zugeben, daß dein Heiliger verwese. Du thust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle und lieblich Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 13, 26—41.(Er hat die Verwesung nicht gesehen.) Ihr Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Geschlechts Abraham, und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gesandt. Denn die zu Jerusalem wohnen und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht kannten, noch die Stimme der Propheten,(welche auf alle Sabbathe gelesen werden,) haben sie dieselben mit ihren Urteilen erfüllet. Und wiewohl sie keine Ur⸗ sach des Todes an ihm fanden, baten sie doch Pilatum, ihn zu töten. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen sie ihn von dem Holz, und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn aufer⸗ wecket von den Toten; und er ist erschienen viele Tage denen, die mit ihm hinauf von Galiläa gen Jerusalem gegangen waren, welche sind seine Zeugen an das Volk. Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Vätern geschehen ist, daß dieselbige Gott uns, ihren Kindern, erfüllt hat in dem, daß er Jesum auferwecket hat; wie denn im andern Psalm geschrieben stehet:„Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget.“ Daß er ihn aber hat von den Toten auferwecket, daß er hinfort nicht mehr soll verwesen, spricht er also:„Ich will euch die Gnade, David verheißen, treulich halten.“ Darum spricht er auch am andern Ort:„Du wirst es nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe.“ Denn David, da er zu seiner Zeit gedienet hatte dem Willen Gottes, ist er entschlafen, und zu seinen Vätern gethan, und hat die Verwesung gesehen. Den aber Gott auferwecket hat. der hat die Verwesung nicht gesehen. So sei es nun euch kund, lieben Brüder, daß euch verkündiget wird Vergebung der Sünden durch diesen und von dem allen, durch welches ihr nicht konntet im Gesetz Mosis gerecht werden. Wer aber an diesen glaubet, der ist gerecht. Sehet nun zu, daß nicht über euch komme, das in den Propheten gesagt ist:„Sehet, ihr Verächter, und verwundert euch, und werdet zu nichte; denn Ich thue ein Wert zu euren Zeiten, welches ihr nicht glauben werdet, so es euch jemand erzählen wird.“ Um erf Ihistl. Wer und wer ihm gebo Mir Got Oott, da Dunn al Haube Helt üb stes,! huget, d Nr Vate hi sind Autz u uehmen, gezeu, der hat uum Lül finem e hat gege Obtles hus Leb Iumen es nicht zugeben, he gesagt zu din leiden, für N habe ich all meiz groß Herzeleij fern, noch ihrer uGut und maiz waufs Liebliche der mir gerater habe den HErtn werde ich woh st fröhlich auch eele nicht in det Du thust nit lieblich Wesn II.(Er hal Abraham, und gesandt. Demn n nicht kannten gelesen werden lsie keine zu töten, In nahmen sie i hat ihn aust u, die mit iht ud seine Za ig,die zu unsel erfüllt hun faln gehrin „ Daß er il soll berwesl alth haltt Am ersten Sonntag nach Ostern, genannt Quasimodogeniti. 83 Am ersten Sonntag nach Ostern, genannt Quasimodogeniti. Vormittags. Epistel. 1. Joh. 5, 1—13.(Was von Gott geboren ist, überwindet die Welt.) Wer da glaubet, daß Jesus sei der Christ, der ist von Gott geboren; und wer da liebet den, der ihn geboren hat, der liebet auch den, der von ihm geboren ist. Daran erkennen wir, daß wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben, und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut; und der Geist ist es, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn[drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind Eins. Und! drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugnis an⸗ nehmen, so ist Gottes Zeugnis größer; denn Gottes Zeugnis ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugnis bei ihm. Wer Gott nicht glaubet, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubet nicht dem Zeugnis, das Gott zeuget von seinem Sohne. Und das ist das Zeugnis, daß uns Gott das ewige Leben hat gegeben, und solches Leben ist in seinem Sohne. Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Solches habe ich euch geschrieben, die ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes, auf daß ihr wisset, daß ihr das ewige Leben habet, und daß ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes. Evangelium. Joh. 20, 19— 31.(Friede sei mit euch.) Am Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammelt und die Thüren verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den HErrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleich wie mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwölfen einer, der da heißt Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den HErrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägel⸗ male, und lege meinen Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger drinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein, und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her, und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein HErr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thoma, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen, und 7 8⁴ Am ersten Sonntag nach Ostern, genannt Quasimodogeniti. doch glauben. Auch viel andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern. die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christ, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. Epistolische Lektion. 1. Petri 1, 3—16.(Die lebendige Hoffnung.) Gelobet sei Gott und der Vater unsers HErrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem un⸗ vergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel, euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Zeit (wo es sein soll) traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde denn das vergäng⸗ liche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn nun offenbaret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, und das Ende eures Glaubens davonbringen, nämlich der Seelen Seligkeit. Nach welcher Seligkeit haben gesuchet und geforschet die Propheten, die von der zukünftigen Gnade auf euch geweissaget haben, und haben geforschet, auf welche und welcherlei Zeit deutete der Geist Christi, der in ihnen war, und zuvor bezeuget hat die Leiden, die in Christo sind, und die Herrlichkeit darnach; welchen es ogffenbaret ist. Denn sie haben es nicht ihnen selbst, sondern uns dargethan, welches euch nun verkündiget ist durch die, so euch das Evangelium verkündiget haben durch den heiligen Geist, vom Himmel gesandt; welches auch die Engel gelüstet zu schauen. Darum so begürtet die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern, und setzet eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird durch die Offenbarung Jesu Christi, als gehorsame Kinder, und stellet euch nicht gleich wie vorhin, da ihr in Unwissenheit nach den Lüsten lebtet, sondern nach dem, der euch berufen hat, und heilig ist, seid auch ihr heilig in alle eurem Wandel. Denn es stehet geschrieben:„Ihr sollt heilig sein, denn Ich bin heilig.“ Evangelische Lektion. Joh. 21, 1—19.(Simon Johanna, hast du mich lieb /) Darnach offenbarte sich Jesus abermal den Jüngern an dem Meer bei Tiberias. Er offenbarte sich aber also. Es waren bei einander Simon Petrus und Thomas, der da heißt Zwilling, und Nathanael von Kana aus Galiläa, und die Söhne Zebedäi und andere zween seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprachen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und traten in das Schiff alsobald, und in derselbigen Nacht fingen sie nichts. Da es aber jetzt Morgen ward, stund Jesus am Ufer; aber die Jünger wußten es nicht, daß es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz zur Rechten des Schiffs, so werdet ihr finden. Da warfen sie, und konnten es nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Petro: Es ist der HErr! Da Simon Petrus hörte, daß es der HErr war, gürtete er das Hemd um sich,(denn er war nackend) und warf sich in das Meer. Die andern Jünger aber kamen auf Eion Petr Ische, hunde Vriß doch Sts Mahl. Dul Denn Himmt das Dus ist nut hihdem er Ihulten hatt ich lieber, Wißt, daßi Shlicht er z Er pricht 0 E u ihm: Simon Joh. Writen Mal Du weißt al ihm: Wé linger ware venn du ab vird dich gi u deuten, ligt, puch Lallon aus Mache ich herrl eschnittener che auf, d geniti. nen Jungen schrieben, du ht durch du Hofun) isti, der un er lebendign zu einem un behalten wih ben bewahnk werde zu de ne kleine uf daß eun das vergäng 3 und Ehr geschen ud nicht sehet, Freude seten, die hyn en geforsche dom Himm so begürtl! ing ganz ul Jesu Chuish! , da iht u euch bersh l. Denn 64 du mich lib em Mett d nder Siih Am ersten Sonntag nach Ostern, genannt Quasimodogeniti. 8⁵ sem Schiffe,(denn sie waren nicht ferne vom Lande, sondern bei zweihunder! Ellen) und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun austraten auf las Land, sahen sie Kohlen gelegt und Fische drauf und Brot. Spricht zesus zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt. Simon Petrus stieg hinein, und zog das Netz auf das Land voll großer sische, hundert und drei und funfzig. Und wie wohl ihrer so viele waren, krriß doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl. Niemand aber unter den Jüngern durfte ihn fragen: Wer bist Du? Denn sie wußten es, daß es der HErr war. Da kommt Jesus, und timmt das Brot, und giebt es ihnen, desselbigen gleichen auch die Fische. Das ist nun das dritte Mal, daß Jesus offenbaret ist seinen Jüngern, nachdem er von den Toten auferstanden ist. Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du nich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, HErr, Du pbeißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer! Spricht er zum andern Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, HErr, Du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe! Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: HErr, Du weißt alle Dinge, Du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Da du Unger warest, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wo du hin wolltest; penn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein andrer pird dich gürten, und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber, zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach! Nachmittags. lektion aus dem Alten Testamente. Jes. 52, 1—10.(Die Füße der Boten auf den Bergen.) Mache dich auf, mache dich auf, Zion! Ziehe deine Stärke an, schmücke dich herrlich, du heilige Stadt Jerusalem! Denn es wird hinfort kein Un⸗ beschnittener oder Unreiner in dir regieren. Mache dich aus dem Staube, tehe auf, du gefangene Jerusalem! Mache dich los von den Banden deines halses, du gefangene Tochter Zion! Denn also spricht der HErr: Ihr seid umsonst verkauft; ihr sollt auch ohne Geld erlöset werden. Denn so spricht der HErr, HErr: Mein Volk zog am ersten hinab in Agypten, daß es doselbst ein Gast wäre; und Assur hat ihm ohne Ursach Gewalt gethan. Uber wie thut man mir jetzt allhie! spricht der HErr. Mein Volk wird umsonst verführet; seine Herrscher machen eitel Heulen, spricht der HErr und mein Name wird immer täglich gelästert. Darum soll mein Voll meinen Namen kennen zu derselbigen Zeit; denn siehe, Ich will selbst reden Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Boten, die da Frieden ver⸗ Undigen, Gutes predigen, Heil verkündigen; die da sagen zu Zion: Dein Hott ist König! Deine Wächter rufen laut mit ihrer Stimme, und rühmen mit einander; denn man wird es mit Augen sehen, wenn der HErr Zion lkehret. Lasset fröhlich sein, und mit einander rühmen das Wüste zu ZRerusalem; denn der HErr hat sein Volk getröstet, und Jerusalem erlöset Der HErr hat geoffenbaret seinen heiligen Arm vor den Augen aller Heiden; deß aller Welt Ende siehet das Heil unsers Gottes. 66 ÄAm zweiten Sonntag nach Ostern, genannt Misericordias Domini. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Kor. 5, 1—10.(Das Haus, das ewig ist im Himmel.) Wir wissen aber, so unser irdisch Haus dieser Hütte zerbrochen wird, ö daß wir einen Bau haben von Gott erbauet, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist, im Himmel. Und über demselbigen sehnen wir uns auch nach unsrer Behausung, die vom Himmel ist, und uns verlanget, daß wir damit überkleidet werden; so doch, wo wir bekleidet, und nicht bloß erfunden werden. Denn dieweil wir in der Hütte sind, sehnen wir uns, und sind beschweret; sintemal wir wollten lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden, auf daß das Sterbliche würde verschlungen von dem Leben. Der uns aber zu demselbigen bereitet, das ist Gott, der uns das Pfand, den Geist, gegeben hat. Wir sind aber getrost allezeit, und wissen, daß, dieweil wir im Leibe wohnen, so wallen wir dem HErrn; denn wir wandeln im Glauben, und nicht im Schauen. Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, außer dem Leibe zu wallen, und daheim zu sein bei dem HErrn. Darum fleißigen wir uns auch, wir sind daheim, oder wallen, daß wir ihm wohlgefallen. Denn wir müssen alle offenbar' werden vor dem Richtstuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfange, nach dem er ge⸗ handelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse. Am zweiten Sonntag nach Ostern, genannt Misersicordias Domini. Vormittags. Epistel. 1. Petri 2, 19—- 25.(Ihr waret wie die irrenden Schafe.) „, Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das UÜbel verträgt, und leidet' das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Denn dazu seid ihr berufen; sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litt; er stellte es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsre Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Birten und Bischof eurer Seelen. Evangelium. Joh. 10, 12—18.(Ich bin ein guter Hirte.) Ich bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läßt sein Leben für die Schafe. Ein Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verläßt die Schafe, und fliehet; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Mietling aber fliehet; denn er ist ein Mietling, und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und Ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andre Schafe; die sind nicht aus diesem Stalle; und dieselbigen muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Herde und Ein Hirte werden. Darum liebet mich mein Vater, daß Ich mein Leben lasse, auf daß ich es wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern Ich lasse es von mir selber. Ich Im zwe Wbe es Mae Bact habe! Cpiftol Velcher Aihts darau Iin HErtn, Uiht, und bibt ihm s⸗ kuben wir oérn. D ditder leben ller, waser Heinen Brud daden; nac hrt, mir elennen.“ sehen. Da 0s richtet Ligernis da Changelise Und er un Gott sill Vohnu Ehe hin,e Ssitt zu b W daß ihr en Beger uht, wo! plicht zu il nand komr emnetet ihr salt ihn g o genüget ikennest vie spichst in Mter, sie rede ich Leftlbiget 5 Domini. Das Halz rbrochen wiß ht mit Hündn ehnen wir un verlanget, di ind nicht bl hnen wir un det, sondan nn von du t, der uns di it, und wish rrn; denn u er getrost un werden ach dem er g isericordin den Schafe) n zu Gott für ein Nah um Wohlh dazu seid; ns ein Vomh 1 keine S welchtt M ttz er stell selbst geoßf de abgestnl worden. V elehtet Iu N Hitte) Leben sit, n d fliehal aber fieh Am zweiten Sonniag nach Ostern, genannt Misericordias Domini. 87 übe es Macht zu lassen, und habe es Macht wieder zu nehmen. Solches hebot habe ich empfangen von meinem Vater. Epistolische Lektion. Röm. 14, 6—13.(Wir sind des HErrn.) Welcher auf die Tage hält, der thut es dem HErrn; und welcher uchts darauf hält, der thut es auch dem HErrn. Welcher isset, der isset um HErrn, denn er danket Gott; welcher nicht isset, der isset dem HErrn ucht, und danket Gott. Denn unser keiner lebt ihm selber, und keiner ürbt ihm selber. Leben wir, so leben wir dem HErrn; sterben wir, so serben wir dem HErrn. Darum, wir leben oder sterben, so sind wir des hErrn. Denn dazu ist Christus auch gestorben und auferstanden, und nieder lebendig worden, daß er über Tote und Lebendige HErr sei. Du über, was richtest du deinen Bruder? Oder du andrer, was verachtest du einen Bruder? Wir werden alle vor dem Richtstuhl Christi dargestellet nerden; nach dem geschrieben stehet:„So wahr als ich lebe, spricht der Err, mir sollen alle Kniee gebeuget werden, und alle Zungen sollen Gott Rkennen.“. So wird nun ein jeglicher für sich selbst Gott Rechenschaft Eeben. Darum laßt uns nicht mehr einer den andern richten; sondern dus richtet vielmehr, daß niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Argernis darstelle. Evangelische Lektion. Joh. 14, 1—14.(Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.) Und er sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet r an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In meines Vaters Hause sind nel Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich hin ginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wiederkommen, und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo Ich bin. Und wo Ich hin gehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: HErr, wir wissen ncht, wo du hin gehest; und wie können wir den Weg wissen? Jesus pricht zu ihm: Ich bin der Weg, und die Wahrheit und das Leben; nie⸗ nand kommt zum Vater denn durch mich. Wenn ihr mich kennetet, so üunnetet ihr auch meinen Vater. Und von nun an kennet ihr ihn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: HErr, zeige uns den Vater, sy genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe, wer mich siehet, der siehet den Vater; wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß Ich in Vater, und der Vater in mir ist? Die Worte, die Ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnt, derselbige thut die Werke. Glaubet mir, daß Ich im Vater, und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, die Ich thue, und wird größere denn diese thun; denn Ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich hun, auf daß der Vater geehret werde in dem Sohne. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will Ich thun. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Hesekiel 34, 11—16.(Ich will mich meiner Herde selbst annehmen.) Denn so spricht der HErr, HErr: Siehe, Ich will mich meiner Herde slbst annehmen, und sie suchen. Wie ein Hirte seine Schafe suchet, wenn 2 8 Am dritten Sonntag nach Ostern, genannt Jubilate. sie von seiner Herde verirret sind, also will ich meine Schafe suchen, und will sie erretten aus allen Ortern, dahin sie zerstreuet waren zu der Zeit, da es trübe und finster war. Ich will sie von allen Völkern ausführen, und aus allen Ländern versammeln, und will sie in ihr Land führen, und will sie weiden auf den Bergen Israels und in allen Auen und auf allen Angern des Landes. Ich will sie auf die beste Weide führen, und ihre Hürden werden auf den hohen Bergen in Israel stehen; daselbst werden sie in sanften Hürden liegen, und fette Weide haben auf den Bergen Israels. Ich will selbst meine Schafe weiden, und Ich will sie lagern, spricht der HErr, HErr. Ich will das Verlorne wiedersuchen, und das Verirrte wieder⸗ bringen, und das Verwundete verbinden, und des Schwachen warten; und was fett und stark ist, will ich behüten, und will ihrer pflegen, wie es recht ist. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Petri 4, 12—19.(Der Geist der Herrlichkeit in der Schmach.) Ihr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden, (die euch widerfährt, daß ihr versuchet werdet,) als widerführe euch etwas Seltsames, sondern sreuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmähet werdet über dem Namen Christi; denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er gepriesen. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übelthäter, oder der in ein fremd Amt greift. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht; er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfange das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns, was will es für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. Am dritten Sonntag nach Ostern, genannt Jubilate. Vormittags. Epistel. 1. Petri 2, 11—18.(Als die Fremdlinge und Pilgrime.) Lieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrime: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von Übelthätern, eure guten Werke sehen, und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des HErrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten als den Gesandten von ihm zur Rache über die Übel⸗ thäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Evangelium. Joh. 16, 16—23.(Eure Freude soll niemand von euch nehmen.) Über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen; denn Ich gehe zum Vater. Da sprachen lliche, unter Ins: Uber sllines, so Hachen sie vas er red uihnen: an Kleines herdet ihr ghainen und sal; doch enn sie g Uenn sie e Ireude wil nun Traur euen, und Zuge werd chistolisch Sehet Hhinder soll ihn nicht. aihienen, af wir ih Id ein je nie Er au Ande ist unsre Sün! Nr fndig Ghangeli Es w Laß sie an dus Galil gerne sehe aunj Re Zeit! ahrlich, slle, und vl Früch in Lben Uer mit Menet au — .— — te. suchen, un zu der Zal! n ausführe führen, un nd auf allx! en, und ihn bst werden s. gen Jeraelz 1, spricht du rirrte wieder warten; uh bie es recht i Der Geis ht befrenden e euch eimz auf daß ihr und Wonn dem Namh ttes ist, wuhn en. Niemand ter, odet du chäme et st daß anfang was will icht glauben und Sündu ie sollen in ken. ubilate Hilgrime) 1d Pilgim streiten, Ay so von ku Gott prest menschlahl em Obetseh her die e 90 Gotles, 0 euc nehmit Iber ch 25 puul Am dritten Sonntag nach Ostern, genannt Jubilate. 89 etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er sagt zu uns: Über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er sagt: Über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fragt ihr unter einander, daß ich gesagt habe: Über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist kommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistolische Lektion. 1. Joh. 3, 1—6.(Wir werden ihn sehen, wie er ist.) Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget, daß wir Gottes Kinder sollen heißen! Darum kennet euch die Welt nicht; denn sie kennet ihn nicht. Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder, und ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, daß wir ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und ein jeglicher, der solche Hoffnung hat zu ihm, der reiniget sich, gleich wie Er auch rein ist. Wer Sünde thut, der thut auch Unrecht, und die Sünde ist das Unrecht. Und ihr wisset, daß Er ist erschienen, auf daß er unsre Sünden wegnehme, und ist keine Sünde in ihm. Wer in ihm bleibet, der sündiget nicht; wer da sündiget, der hat ihn nicht gesehen, noch erkannt. Evangelische Lektion. Joh. 12, 20—26.(Die Zeit ist kommen, daß des Menschen Sohn verkläret werde.) Es waren aber etliche Griechen unter denen, die hinauf kommen waren, daß sie anbeteten auf das Fest. Die traten zu Philippo, der von Bethsaida aus Galiläa war, baten ihn, und sprachen: Herr, wir wollten Jesum gerne sehen. Philippus kommt, und sagt es Andreas, und Philippus und Andreas sagten es weiter Jesu. Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist kommen, daß des Menschen Sohn verkläret werde. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es sei denn, daß das Weizenkorn in die Erde falle, und ersterbe, so bleibt es allein; wo es aber erstirbt, so bringt es viel Früchte. Wer sein Leben lieb hat, der wird es verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasset, der wird es erhalten zum ewigen Leben. Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo Ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 23.(Der HErr ist mein Hirte.) Der HErr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue, und führet mich zum frischen Wasser; er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück; denn Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch gegen meine Feinde. Du salbest mein Haupt mit Ol, und —.——————— 90 Am vierten Sonntag nach Ostern, genannt Cantate. 9 0 9 schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HErrn immerdar. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Tim. 1, 3—14.(Der heilige Ruf.) Ich danke Gott, dem ich diene von meinen Voreltern her in reinem Gewissen, daß ich ohne Unterlaß dein gedenke in meinem Gebet Tag und Nacht. Und mich verlanget, dich zu sehen, wenn ich denke an deine Thränen, auf daß ich mit Freude erfüllet würde; und erinnere mich des ungefärbten Glaubens in dir, welcher zuvor gewohnet hat in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike; bin aber gewiß, daß auch in dir. Um welcher Sache willen ich dich erinnere, daß du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände. Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht. Darum so schäme dich nicht des Zeugnisses unsers HErrn, noch meiner, der ich sein Gebundener bin, sondern leide dich mit dem Evangelio, wie ich, nach der Kraft Gottes; der uns hat selig gemacht, und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Vorsatz und Gnade, die uns gegeben ist in Christo Jesu vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbaret durch die Erscheinung unsers Heilandes Jesu Christi, der dem Tode die Macht hat genommen, und das Leben und ein unvergänglich Wesen an das Licht gebracht durch das Evangelium, zu welchem ich gesetzt bin ein Prediger und Apostel und Lehrer der Heiden. Um welcher Sache willen ich solches leide; aber ich schäme michs nicht; denn ich weiß, an welchen ich glaube, und bin gewiß, daß er kann mir meine Beilage bewahren bis an jenen Tag. Halte an dem Vorbilde der heilsamen Worte, die du von mir gehöret hast, vom Glauben und von der Liebe in Christo Jesu. Diese gute Beilage bewahre durch den heiligen Geist, der in uns wohnet. Am vierten Sonntag nach Ostern, genannt Cantate. Vormittags. Epistel. Jak. 1, 12— 21.(Gezeuget durch das Wort der Wahrheit.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott ver⸗ heißen hat denen, die ihn lieb haben. Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von Gott versucht werde. Denn Gott ist nicht ein Versucher zum Bösen, er versuchet niemand; sondern ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eignen Lust gereizet und gelocket wird. Darnach, wenn die Lust empfangen hat, gebieret sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebieret sie den Tod. Irret nicht, lieben Brüder. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell, zu hören; langsam aber, zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium. Joh. 16, 5— 15.(Es ist euch gut, daß ich hingehe.) Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fragt mich: Wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu VI Heredet se Gahthe lche, o kom lch senden. W Sünde! zh sie nich Mer gehe, Fhlast dieser Vmnnet es j Tummen wir vun ihm sel ns zulünft Maten; demn Ales, was bon dem Chistolij Halte Dolen, aus ih mich lei uiht gebun Lah auch s Da ist je Aulden wir such verleu hscht leugn she; wer hie Jüng unn ihr lbor war Uuge. Di sud eklich ahl, wel sprach: ihm d Mhger vi prach Jes Im Sime Wigen Lel der Sohn ac Zwö Den Iud det Iwöl e. folgen mah nerdar. er heilige gufh er in reinen bet Zag un eine Thräntn ungefärbin mutter Loß in dir. Un Oabe Gottez Bott hat ush er Liebe und HErrn, not m Evangeli und berufn nach seinen der Zeit du ilandes I ben und eh angelium, u r der Heidtn michs nichj er kann mi Vorbilde du ben und vos den heilign antate. Hahrheit) nachdem a he Gott d n er versuh ein Versucht ersucht, un ich, wenn d aubertil iuc gepfont ö hingthe) I0 ud milhin ich solche Am vierten Sonntag nach Ostern, genannt Cantate. 91 juch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden. Aber Ich sage euch sie Wahrheit: Es ist euch gut, daß Ich hin gehe. Denn so ich nicht hin sehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; so ich aber hin gehe, will ich ihn zu luch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um zie Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht: Um die Sünde, haß sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Bater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet; um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr bnnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, ommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht bon ihm selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und vas zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich ver⸗ lären; denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird 3 von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. Epistolische Lektion. 2. Tim. 2, 8—13.(Sterben wir mit, so werden wir mit leben.) Halte im Gedächtnis Jesum Christum, der auferstanden ist von den Toten, aus dem Samen Davids, nach meinem Evangelio; über welchem ich mich leide bis an die Bande als ein Übelthäter; aber Gottes Wort ist nicht gebunden. Darum dulde ich alles um der Auserwählten willen, auf daß auch sie die Seligkeit erlangen in Christo Jesu mit ewiger Herrlichkeit. Das ist je gewißlich wahr: Sterben wir mit, so werden wir mit leben; dulden wir, so werden wir mit herrschen; verleugnen wir, so wird Er un⸗ auch verleugnen; glauben wir nicht, so bleibet Er treu; er kann sich selbst nicht leugnen. Evangelische Lektion. Joh. 6, 60— 71.(Wollt ihr auch weggehen) Viele nun seiner Jünger, die das höreten, sprachen: Das ist eine harte Rede; wer kann sie hören? Da Jesus aber bei sich selbst merkte, daß seine JUnger darüber murreten, sprach er zu ihnen: Argert euch das? Wie, wenn ihr denn sehen werdet des Menschen Sohn auffahren dahin, da er zuvor war? Der Geist ist es, der da lebendig macht; das Fleisch ist kein nütze. Die Worte, die Ich rede, die sind Geist und sind Leben. Aber es sind etliche unter euch, die glauben nicht. Denn Jesus wußte von Anfang wohl, welche nicht glaubend waren, und welcher ihn verraten würde. Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben. Von dem an gingen seiner Jünger viel hinter sich, und wandelten hinfort nicht mehr mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: HErr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubet, und erkannt, daß Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Jesus antwortete ihm: Habe Ich nicht euch Zwölfe erwählet? und eurer einer ist ein Teufel. Er redete aber von dem Judas Simon Ischarioth; derselbige verriet ihn hernach, und war der Zwölfen einer. Nachmittags. gektion aus dem Alten Testamente. Jesaias 57, 11— 21. Er erquickt das Herz der Zerschlagenen.) Vor wem bist du so sorgfältig, und fürchtest also, so du doch mit Augen umgehest, und denkest an mich nicht, und nimmst es nicht zu Herzen? 3—)—. n —3..—. —...55 22 92 Am fünften Sonntag nach Ostern, genannt Rogate. Meinest du, Ich werde allewege schweigen, daß du mich so gar nicht fürchtestz Ich will aber deine Gerechtigkeit anzeigen und deine? Zerke, daß sie dir kein nütze sein sollen. Wenn du rufen wirst, so laß dir deine Haufen helfen. Aber der Wind wird sie alle wegführen, und Eitelkeit wird sie wegnehmen. Aber wer auf mich trauet, wird das Leben erben, und meinen heiligen Berg besitzen, und wird sagen: Machet Bahn, machet Bahn, räumet den Weg, hebet die Anstöße aus dem Wege meines Volks! Denn also spricht der Hohe und Erhabene, der ewiglich wohnet, des Name heilig ist: Der ich in der Höhe und im Heiligtume wohne, und bei denen, so zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf daß ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen, Ich will nicht immerdar hadern, und nicht ewiglich zürnen, sondern es soll von meinem Angesicht ein Geist weben, und ich will Odem machen. Ich war zornig über die Untugend ihres Geizes, und schlug sie, verbarg mich, und zürnete; da gingen sie hin und her im Wege ihres Herzens. Aber da ich ihre Wege ansah, heilte ich sie, und leitete sie, und gab ihnen wieder Trost, und denen, die über jene Leid trugen. Ich will Frucht der Lippen schaffen, die da predigen: Friede, Friede, beide denen in der Ferne und denen in der Nähe, spricht der HErr, und will sie heilen. Aber die Gottlosen sind wie ein ungestüm Meer, das nicht stille sein kann, und seine Wellen Kot und Unflat auswerfen. Die Gottlosen haben nicht Frieden, spricht mein Gott. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Tim. 2, 14—- 23.(Der HErr kennet die Seinen.) Solches erinnere sie, und bezeuge vor dem HErrn, daß sie nicht um Worte zanken, welches nichts nütze ist, denn zu verkehren, die da zuhören. Befleißige dich, Gott zu erzeigen einen rechtschaffenen, unsträflichen Arbeiter, der da recht teile das Wort der Wahrheit. Des ungeistlichen, losen Ge⸗ schwätzes entschlage dich; denn es hilft viel zum ungöttlichen Wesen. Und ihr Wort frißt um sich wie der Krebs; unter welchen ist Hymenäus und Philetus, welche der Wahrheit gefehlet haben, und sagen, die Auferstehung sei schon geschehen, und haben etlicher Glauben verkehret. Aber der feste Grund Gottes bestehet, und hat dieses Siegel: Der HErr kennet die Seinen; und: Es trete ab von der Ungerechtigkeit, wer den Namen Christi nennet. In einem großen Hause aber sind nicht allein goldene und silberne Gefäße, sondern auch holzerne und irdene, und etliche zu Ehren, etliche aber zu Unehren. So nun jemand sich reiniget von solchen Leuten, der wird ein geheiligt Faß sein zu den Ehren, dem Hausherrn bräuchlich, und zu allem guten Werk bereitet. Fliehe die Lüste der Jugend; jage aber nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden mit allen, die den HErrn anrufen von reinem Herzen. Aber der thörichten und unnützen Fragen entschlage dich; denn du weißt, daß sie nur Zank gebären. Am fünften Sonntag nach Ostern, genannt Rogate. Vormittags. Epistel. Jak. 1, 22— 27.(Der reine und unbefleckte Gottesdienst.) Seid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leiblich Angesicht in einem Spiegel beschauet. Denn, nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund an davon, und vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das Ir Welt u Cpan Wahrlt Herdet in Alchts gebet Ruude voll 3 kommt Rden werde dmselbigen sicht, daß hal euch lie Mägeganger Uelt; wied hm sein Hort. Nur Ach imand hist. Jesus ild ist schon nich allein Halches ha Ualt habt Spistoli So er Hbet, Fün r alle Ol Maller Ge helehm vor Lerde, und und Ein chtitus J. seiner Wangel Solche Wrach: O 1%0 ein E Ne. nicht fürchth aß sie dit l Haufen helft ie wegnehmen einen heilign „ räumet du n also sprch kilig ist: In zerschlagenn Gedemüttigtz hadern, un Geist weben dihtes Geihz und her in ich sie, und ie Kid trugn Friede, beih „und will se nicht fiilen ie Gottlose Oer Hen sie nicht u e da zuhöten chen Arbeilz n, losen H⸗ menäus ul Auferstehunz ber der fes die nal nennet. A erne Gefuͤh iche aber f her witd eI and zu allu her nach A len, die dI nd unnühe Am fünften Sonntag nach Ostern, genannt Rogate. 9³ vollkommene Gesetz der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch läßt dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, des Gottes⸗ dienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: Die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium. Joh. 16, 23— 33.(Bittet, so werdet ihr nehmen.) Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß Ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum daß ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und kommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagst kein Sprich⸗ wort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubet ihr. Siehe, es kommt die Stunde, und ist schon kommen, daß ihr zerstreuet werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich allein lasset. Aber ich bin nicht allein; denn der Vater ist bei mir. Solches habe ich mit euch geredet, daß ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, Ich habe die Welt überwunden. Epistolische Lektion. 1. Tim. 2, 1—6.(Fürbitte für alle Menschen.) So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Denn solches ist gut, dazu auch an⸗ genehm vor Gott, unserm Heilande, welcher will, daß allen Menschen geholfen werde, und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist Ein Gott und Ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, daß solches zu seiner Zeit geprediget würde. Evangelische Lektion. Joh. 17, 1—11.(Ich bitte für die, die du mir gegeben hast.) Solches redete Jesus, und hub seine Augen auf gen Himmel, und sprach: Vater, die Stunde ist hie, daß du deinen Sohn verklärest, auf daß dich sein Sohn auch verkläre; gleich wie du ihm Macht hast gegeben über alles Fleisch, auf daß er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leden, daß sie dich, daß du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen. Ich habe dich verkläret auf Erden, und vollendet das Werk, das du mir gegeben hast, daß ich es thun sollte. Und nun verkläre mich, du Vater, bei dir selbst nit der Klarheit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Ich habe deinen Namen offenbaret den Menschen, die du mir von der Welt gegeben hast. .— ————— 9⁴ Am fünften Sonntag nach Ostern, genannt Rogate. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort behalten. Nun wissen sie, daß alles, was du mir gegeben hast, sei von dir. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben; und sie haben es angenommen, und erkannt wahrhaftig, daß ich von dir ausgegangen bin, und glauben, daß Du mich gesandt hast. Ich bitte für sie, und bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein. Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verkläret. Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und Ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, daß sie eins seien, gleich wie wir. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 102, 12— 29.(Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen.) Meine Tage sind dahin wie ein Schatten, und ich verdorre wie Gras. Du aber, HErr, bleibest ewiglich, und dein Gedächtnis für und für. Du wollest dich aufmachen, und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, daß du ihr gnädig seiest, und die Stunde ist kommen. Denn deine Knechte wollten gerne, daß sie gebauet würde, und sähen gerne, daß ihre Steine und Kall zugerichtet würden; daß die Heiden den Namen des HErrn fürchten, und alle Könige auf Erden deine Ehre, daß der HErr Zion bauet, und erscheinet in seiner Ehre. Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen, und verschmähel ihr Gebet nicht. Das werde geschrieben auf die Nachkommen; und das Volk, das geschaffen soll werden, wird den HErrn loben. Denn er schauel von seiner heiligen Höhe, und der HErr siehet vom Himmel auf Erden, daß er das Seufzen des Gefangenen höre, und losmache die Kinder des Todes; auf daß sie zu Zion predigen den Namen des HErrn und sein Lob zu Jerusalem, wenn die Völker zusammen kommen und die Königreiche, dem HErrn zu dienen. Er demütiget auf dem Wege meine Kraft, er verkürzet meine Tage. Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälste meiner Tage! Deine Jahre währen für und für. Du hast vorhin die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, aber Du bleibest. Sie werden alle veralten wie ein Gewand; sie werden verwandelt wie ein Kleid, wenn du sie verwandeln wirst; Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Die Kinder deiner Knechte werden bleiben, und ihr Same wird vor dir gedeihen. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Thess. 5, 14— 25. (Beten und danken.) Wir ermahnen euch aber, lieben Brüder, vermahnet die Ungezogenen, tröstet die Kleinmütigen, traget die Schwachen, seid geduldig gegen jeder⸗ mann. Sehet zu, daß niemand Böses mit Bösem jemand vergelte, sondern allezeit jaget dem Guten nach, beide unter einander und gegen jedermann. Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlaß, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christo Jesu an euch. Den Geist dämpfet nicht, die Weissagung verachtet nicht, prüfet aber alles und das Gute behaltet. Meidet allen bösen Schein. Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist ganz, samt der Seele und Leib müsse behalten werden unsträflich auf die Zukunft unsers HErrn Jesu Christi. Getreu ist er, der euch rufet, welcher wird es auch thun. Lieben Brüder, betet für uns. 6t Die e das Jesus aufgenomn durch den Leiden leb (hen untet Und als e vichen, so gehöret(sy aber sollt Agen. 2 hErr, wi Prach abe welche der Kraft des werdet me und bis a ehoben zr Und als ween Mä Oaliläa, duch ist a hen Himn Cvang Zulet Unglaube denen, di hin in al glaubet u det wird N da gl. mit neuen einlen, w ltgen, so Hhnen ger Hand Got e Hert Hhen. Shist 11 8 gnacht i dnmel hacht, daß u dus 0 hfang en dein Vun! st, sei von du geben; und fů Lausgegarge sie, und bihh denn sie sih in ist, dae in der Wih Vater, erhol 5 seien, glat Fr mendei. (Er wendit rre wie Out und für. Zeit, doß! Rnechte wolh teine und gl fürchten, v und erschtih ind verschmihe men; und henn er schul del auf Ethe ie Kinder! und sein nigreiche t, er verh in der Hh orhin die erden vetg alln in Geit dud 0d 5 0⁰ 0 Himmelfahrt. Himmelfahrt. Vormittags. Epistel. Apgsch. 1, 1—11.(Er ward aufgehoben zusehends.) Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle dem, das Jesus anfing, beide zu thun und zu lehren bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln(welche er hatte erwählet) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte, welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret(sprach er) von mir; denn Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem heiligen Geiste getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammenkommen waren, fragten ihn und sprachen: HErr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er auf⸗ gehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahrend, siehe, da stunden bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium. Marci 16, 14— 20.(Er ward aufgehoben gen Himmel.) Zuletzt, da die Elfe zu Tische saßen, offenbarte er sich, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der HErr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sitzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten; und der HErr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Epistolische Lektion. Ebr. 9, 24—10, 14.(Christus vor dem Angesichte Gottes für uns.) Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heilige, so mit Händen gemacht ist,(welches ist ein Gegenbild des Rechtschaffenen,) sondern in den Himmel selbst, nun zu erscheinen vor dem Angesichte Gottes für uns; auch nicht, daß er sich oftmals opfere, gleich wie der Hohepriester gehet alle Jahr in das Heilige mit fremdem Bluk; sonst hätte er oft müssen leiden vom Anfang der Welt her. Nun aber, am Ende der Welt, ist er Einmal erschienen, — —— 96 Himmelfahrt. durch sein eigen Opfer die Sünde aufzuheben. Und wie den Menschen ist gesetzt, Einmal zu sterben, darnach aber das Gericht: also ist Christus Einmal geopfert, wegzunehmen vieler Sünden; zum andern Mal aber wird er ohne Sünde erscheinen denen, die auf ihn warten, zur Seligkeit. Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht das Wesen der Güter selbst, alle Jahre muß man opfern immer einerlei Opfer, und kann nicht, die da opfern, vollkommen machen; sonst hätte das Opfern aufgehöret, wo die, so am Gottesdienst sind, kein Gewissen mehr hätten von den Sünden, wenn sie Einmal gereiniget wären. Sondern es geschiehet nur durch dieselbigen ein Gedächtnis der Sünden alle Jahre. Denn es ist unmöglich, durch Ochsen-und Bocksblut Sünden wegnehmen. Darum, da er in die Welt kommt, spricht er:„Opfer und Gaben hast du nicht gewollt, den Leib aber hast du mir zubereitet; Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht. Da sprach ich: Siehe, ich komme, im Buch stehet vornehmlich von mir geschrieben, daß ich thun soll, Gott, deinen Willen.“ Droben als er gesagt hatte:„Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt, sie gefallen dir auch nicht,“(welche nach dem Gesetz geopfert werden) da sprach er:„Siehe, uh komme, zu thun, Gott, deinen Willen.“ Da hebt er das erste auf, daß er das andre einsetze. In welchem Willen wir sind geheiliget, einmal geschehen durch das Opfer des Leibes Jesu Christi. Und ein jeglicher Priester ist eingesetzt, daß er alle Tage Gottes⸗ dienst pflege, und oftmals einerlei Opfer ihue, welche nimmermehr können die Sünden abnehmen. Dieser aber, da er hat Ein Opfer für die Sünden geopfert, das ewiglich gilt, sitzt er nun zur Rechten Gottes, und wartet hinfort, bis daß seine Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt werden. Denn mit Einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet, die geheiliget werden. Oder: Psalm 110. Setze dich zu meiner Rechten.) Der HErr sprach zu meinem HErrn:„Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege.“ Der HErr wird das Scepter deines Reichs senden aus Zion. Herrsche unter deinen Feinden! Nach deinem Sieg wird dir dein Volk williglich opfern in heiligem Schmuck. Deine Kinder werden dir geboren wie der Tau aus der Morgenröte. Der Err hat geschworen, und wird ihn nicht gereuen:„Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.“ Der HErr zu deiner Rechten wird zerschmeißen die Könige zur Zeit seines Zorns; er wird richten unter den Heiden; er wird große Schlacht thun; er wird zerschmeißen das Haupt über große Lande. Er wird trinken vom Bach auf dem Wege; darum wird er das Haupt empor heben. Evangelische Lektion. Joh. 17, 12—26. Nun aber komme ich zu dir.) Dieweil ich bei ihnen war in der Welt, erhielt Ich sie in deinem Namen. Die du mir gegeben hast, die habe ich bewahret, und ist keiner von ihnen verloren, ohne das verlorne Kind, daß die Schrift erfüllet würde. Nun aber komme ich zu dir, und rede solches in der Welt, auf daß sie in ihnen haben meine Freude vollkommen. Ich habe ihnen gegeben dein Wort, und die Welt hasset sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie denn auch Ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, daß du sie von der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrest vor dem Übel. Sie sind nicht von der Welt, gleich wie auch Ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. Gleich wie du mich gesandt hast in die Welt, so sende Ich sie auch in die Welt. Ich heilige mich selbst für sie, auf daß uc sie geͤ se, sondern h sie alle luch sie in Ind Ich 0 s eins se mir, auf d nich gesand Rll, daß, dah sie me mich gelieb Helt kenne nich gesand wil ihnen ihnen, und Ultion aus Als mi sine Knech Iigte ihnen sanen Knec der Stadt sänen Brus vun wieder ihn, ging thl heißt. habor. U. uud sprach: Etde befihe Ond besch Unltion au Heilig batit 18 10 luch ist Auwissen, Shunden n es is Lidct denn Sunden 90 dui opfert Menschen ist Chrisuz al aber wiß igkeit. Dem t das Woen Opfer, und das Syen x hätten von geschichet um Denn es isl Darum, du nicht gewolh opfer gefalln k vornehmlih Droben als pfr his v hesetz geopfen inen Willen⸗ Ichem Willi Leibes I Tage Ootte mehr könnn die Sündey und warti legt werden liget werdes. iner Rechihh rt witd du ien Feinden jem Schlllt enröte. Du ein Priist Rechten m0 n untet a n rum wind Himmelfahrt. 97 auch sie geheiliget seien in der Wahrheit. Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß sie alle eins seien, gleich wie Du, Vater, in mir, und Ich in dir; daß auch sie in uns eins seien, auf daß die Welt glaube, Du habest mich gesandt. Und Ich habe ihnen gegeben die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, daß sie eins seien, gleich wie Wir eines sind, Ich in ihnen und Du in mir, auf daß sie vollkommen seien in eins, und die Welt erkenne, daß Du mich gesandt hast, und liebest sie, gleich wie du mich liebest. Vater, ich will, daß, wo Ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebet, ehe denn die Welt gegründet ward. Gerechter Vater, die Welt kennet dich nicht; Ich aber kenne dich, und diese erkennen, daß Du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kund gethan, und will ihnen kund thun, auf daß die Liebe, damit du mich liebest, sei in ihnen, und Ich in ihnen. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Mos. 14, 14—20.(Priester und König.) Als nun Abram hörte, daß sein Bruder gefangen war, wappnete er seine Knechte, drei hundert und achtzehn, in seinem Hause geboren, und jagte ihnen nach bis gen Dan; und teilte sich, fiel des Nachts über sie mit seinen Knechten, und schlug sie, und jagte sie bis gen Hoba, die zur Linken der Stadt Damaskus liegt; und brachte alle Habe wieder, dazu auch Lot, seinen Bruder, mit seiner Habe, auch die Weiber und das Volk. Als er nun wiederkam von der Schlacht des Kedor-Laomor und der Könige mit ihm, ging ihm entgegen der König von Sodom in das Feld, das Königs⸗ thal heißt. Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein hervor. Und er war ein Priester Gottes des Höchsten. Und segnete ihn, und sprach: Gesegnet seist du, Abram, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde besitzet; und gelobet sei Gott, der Höchste, der deine Feinde in deine hand beschlossen hat. Und demselben gab Abram den Zehnten von allerlei. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Petri 3, 15— 22.(Ihm ist alles unterthan.) Heiliget aber Gott den HErrn in euren Herzen. Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung jedermann, der Grund fordert der Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmütigkeit und Furcht; und habt ein gut Gewissen, auf daß die, so von euch afterreden als von Übelthätern, zu Schanden werden, daß sie geschmähet haben euren guten Wandel in Christo. Denn es ist besser, so es Gottes Wille ist, daß ihr von Wohlthat wegen keidet denn von Übelthat wegen. Sintemal auch Christus einmal füs unsre Sünden gelitten hat, der Gerechte für die Ungerechten, auf daß er uns Gott opferte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. In demselbigen ist er auch hingegangen, und hat geprediget den Geistern im Gefängnis, die etwa nicht glaubten, da Gott einstmals harrete, und Geduld hatte zu den Zeiten Noahs, da man die Arche zurüstete, in welcher wenige, das ist acht Seelen, behalten wurden durchs Wasser; welches nun auch uns selig macht in der Taufe, die durch jenes bedeutet ist, nicht das Abthun des Unflats am Fleisch, sondern der Bund eines guten Gewissens mit Gott, durch die Auferstehung Jesu Christi, welcher ist zur Rechten Cottes in den Himmel gefahren, und sind ihm unterthan die Engel und die Gewaltigen und die Kräfle. 7 9 Am sechsten Sonntag nach Ostern, genannt Exaudi. Am sechsten Sonntag nach Ostern, genannt Exaudi. Vormittags. Ile kline; l. Ihr 1 Epistel. 1. Petri 4, 8—11.(Die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes) in k So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen abet in gehen, habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der ghen, die Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln. Und dienet das für einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten isgen; und Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So jemand redet, daß er ez zue des d rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er es thue als aus In da d dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott 2—— ui die Se werde durch Jesum Christum, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeil sichn. D zu Ewigkeit! Amen. ihn glo Evangelium. Joh. 15, 26 16, 4.(Der Geist der Wahrheit wird zeugen von mit) noch Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werd! vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang alion au bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert Wie d Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wei hatzzu d reinigkeit, schändliche Brunst, böse Lust und den Geiz, welcher ist Abgötterei, 0 euch tötet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches Jann wer 168 werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Minen si f Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, h ist nur 9 daß ihr daran gedenket, daß Ich es euch gesagt habe. Solches aber habe Haß herau x ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch. nd mit ih Epistolische Lektion. Kol. 3, 1—11.(Suchet, was droben ist.) anrhe Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da 0 Amn Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, das droben ist, In mir: nicht nach dem, das auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben, und euer äm— A Leben ist verborgen mit Christo in Gott. Wenn aber Christus, euer Leben, und 00. sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in der iih De Herrlichkeit. So tötet nun eure Glieder, die auf Erden sind, Hurerei, Un⸗ ich Hle 639 um welcher willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubenss n— in welchen auch ihr weiland gewandelt habt, da ihr drinnen lebtet. Nun mi n AI aber leget alles ab von euch, den Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schand⸗. bare Worte aus eurem Munde. Lüget nicht unter einander; ziehet dem Em alten Menschen mit seinen Werken aus, und ziehet den neuen an, der da⸗ inpschts verneuert wird zu der Erkenntnis nach dem Ebenbilde des, der ihn geschaffen. hchts ö q hat; da nicht ist Grieche, Jude, Beschneidung, Vorhaut, Ungrieche, Scythe, Wllion u N Knecht, Freier, sondern alles und in allen Christus. W ö Evangelische Lektion. Joh. 7, 28— 39.(Ströme lebendigen Wassers.) Wuchang ö Da rief Jesus im Tempel, lehrte, und sprach: Ja, ihr kennet mich. euld Wi x und wisset, von wannen ich bin; und von mir selbst bin ich nicht kommen. seid vo sondern es ist ein Wahrhaftiger, der mich gesandt hat, welchen ihr nichtt ier euc kennet. Ich kenne ihn aber; denn ich bin von ihm, und Er hat mich gesandt sarrmann Da suchten sie, ihn zu greifen; aber niemand legte die Hand an ihn, denn. ö seine Stunde war noch nicht kommen. Aber viele vom Volk glaubten an. hlich wie ihn, und sprachen: Wenn Christus kommen wird, wird er auch mehr Zeichen. Lelher 9 thun, denn dieser thut? Und es kam vor die Pharisäer, daß das Volli Ein Ze —— .½..—— u udi. Am sechsten Sonntag nach Ostern, genannt Exaudi. 99 Exaudi. solches von ihm murmelte. Da sandten die Pharisäer und Hohenpriester Knechte aus, daß sie ihn griffen. Da sprach Jesus zu ihnen: Ich bin noch eine kleine Zeit bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt i Gnade Grlg Hat. Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und da Ich bin, könnet ihr I. Hze n icht hin kommen. Da sprachen die Juden unter einander: Wo will dieser Lehtt ant ihin gehen, daß wir ihn nicht finden sollen? Will er unter die Griechen — el auch v9. gehen, die hin und her zerstreuet liegen, und die Griechen lehren? Was . W hin ist das für eine Rede, daß er saget: Ihr werdet mich suchen, und nicht „als die gutt finden; und wo Ich bin, da könnet ihr nicht hin kommen? Aber am letzten det, dahen Tage des Festes, der am herrlichsten war, trat Jesus auf, rief und sprach: s thue alsn Wen da dürstet, der komme zu mir, und trinke! Wer an mich glaubet, Gott geptit. wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers lt von Ewik] fließen. Das sagte er aber von dem Geist, welchen empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der heilige Geist war noch nicht da; denn Jesus vieugen wnni[ war noch nicht verkläret. h senden wan Nachmittags. ageht, der wil Heht, den engektion aus dem Alten Testamente. Psalm 42.(Meine Seele dürstet nach Gott.) von Afan uch nicht irgt Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Zet, daß, u. Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. 1 Und soliel Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Meine nich etkent] Thränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: (lommen vl]Wo ist nun dein Gott? Wenn ich denn des inne werde, so schütte ich mein olches aber h Herz heraus bei mir selbst; denn ich wollte gerne hingehen mit dem Haufen, und mit ihnen wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken unter dem Haufen, die da feiern. Was betrübest du dich, meine Seele, und bist roben ist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, droben ist, daß er mir hilft mit seinem Angesicht. Mein Gott, betrübt ist meine Seele das droben[in mir; darum gedenke ich an dich im Lande am Jordan und Hermonim, ben, und 6lauf dem kleinen Berge. Deine Fluten rauschen daher, daß hie eine Tiefe suus, euer Hleund da eine Tiefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mit ihm inun] mich. Der HErr hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts 9, Hurerti I6. inge ich ihm, und bete zu Gott meines Lebens. Ich sage zu Gott, meinem it Abgüfh Fels: Warum hast du mein vergessen? Warum muß ich so traurig gehen, 65 Unglalle wenn mein Feind mich dränget? Es ist als ein Mord in meinen Beinen, en lebtet, lndaß mich meine Feinde schmähen, wenn sie täglich zu mir sagen: Wo ist dsterung h, nun dein Gott? Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig der; zichttEein mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines uen an, duAngesichts Hilfe und mein Gott ist. er ihn 90 Lektion aus dem Neuen Testamente. Jak. 1, 2—11.(Himmlischer Sinn.) „ E miehe Meine lieben Brüder, achtet es eitel Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallet, und wisset, daß euer Glaube, so er rechtschaffen ist, Geduld wirket. Die Geduld aber soll fest bleiben bis ans Ende, auf daß ihr seid vollkommen und ganz, und keinen Mangel habet. So aber jemand unter euch Weisheit mangelt, der bitte von Gott, der da giebt einfältiglich kdermann, und rückt es niemand auf, so wird sie ihm gegeben werden. Er bitte aber im Glauben, und zweifle nicht; denn wer da zweifelt, der ist gleich wie die Meereswoge, die vom Winde getrieben und gewebet wird. Solcher Mensch denke nicht, daß er etwas von dem HErrn empfangen werde. Ein Zweifler ist unbeständig in allen seinen Wegen. Ein Bruder aber, der —* 0 .—.——— — — —.— ——...— 10⁰ 1. Pfingsttag. niedrig ist, rühme sich seiner Höhe; und der da reich ist, rühme sich seiner Niedrigkeit; denn wie eine Blume des Grases wird er vergehen. Die Sonne gehet auf mit der Hitze, und das Gras verwelket, und die Blume fällt ab, und seine schöne Gestalt verdirbt: also wird der Reiche in seiner Habe verwelken. 1. Pfingsttag. Vormittags. Epistel. Apgsch. 2, 1—18.(ie wurden alle voll des heiligen Geistes.) Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmültig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen zerteilet, als wären sie feurig; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an, zu predigen mit andern Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt; denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich, und sprachen unter einander; Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wie wohnen in Mesopotamien und in Judäg und Kappadocien. Pontus und Asien, Phrygien und Pamphylien, Agypten und an den Enden der Libyen bei Kyrene und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gotles reden. Sie entsetzien sich aber alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie zind voll süßen Weins. Da trat Petrus auf mit den Elfen, hub auf seine Stimme, und redete zu ihnen: Ihr Juden, lieben Männer, und alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, das sei euch kund gethan, und laßt meine Worte zu euren Ohren eingehen. Denn diese sind nicht trunken, wie ihr wähnet; sintemal es ist die dritte Stunde am Tage; sondern das ist es, das durch den Propheten Joel zuvor gesagt ist:„Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, ich will ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Altesten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in denselbigen Tagen von meinem Geiste ausgießen, und sie sollen weissagen.“ Evangelium. Joh. 14, 15— 31.(Ich will euch nicht Waisen lassen.) Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote. Und ich will den Vater bitten, und er soll euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch bleibe ewiglich, den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfangen; denn sie siehet ihn nicht, und dennet ihn nicht. Ihr aber kennet ihn; denn er bleibet bei euch, und wird in euch sein. Ich will euch nicht Waisen lassen; ich komme zu euch. Es ist noch um ein Kleines, so wird mich die Welt nicht mehr sehen; ihr aber sollt mich sehen; denn Ich lebe, und ihr sollt auch leben. An demselbigen Tage werdet ihr erkennen, daß Ich in meinem Vater bin, und ihr in mir, und Ich in euch. Wer meine Gebote hat, und hält sie, der ist es, der mich liebet. Wer mich aber liebet, der wird von meinem er gelieb Opricht 3u uch zu ih Mler wird Aa ihm mas Ind das W Wendt hat. In. Aber! in meinem Ul des, de Inden geb Haz erschre. Olgt habe: Uah,sso wür Oan der Ve Dann es ges⸗ O werde Hiser Welt, den Vat schct auf,! Hosoͤlich Odelobet Tohnet hat Shstum. Huund geleg à. Nebe; Iun Chri Vrlichen C ten, an Ugcbung ö bwiderfe Isen lasser Aasselbi n seiner Hal igen Geistes) alle einmuthh mel, als eint zen. Und mn d er setzte st eiligen er Geist ih wohnend,“ r dem Himmih en, und wurdag iprache redekn unter einande Wie hören Porther un und in Jude hlien, Agppfe n Rom, Judn unsern Zungt e, und wurdi 12 Die andeh en Weinz A edete zu ihnt u wohnet, d hren eingch Hist die deh ten Joel Rut Gott,ich r öhne und än 1e shen und auf m⸗ agießen, u/ nisen lafen en Vater hu bleibe ewighz ngen; 1 denn er bli len lassen;, 7æ0 0 iht sollaß meinen—4 hat, ua 1d von min 4. Pfingsttag. 10¹ Bater geliebet werden, und Ich werde ihn lieben, und mich ihm offenbaren. Spricht zu ihm Judas, nicht der Ischarioth: HErr, was ist es, daß du uns dich willst offenbaren, und nicht der Welt? Jesus antwortete und brach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein gater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung lei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich jesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen lin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird es euch alles lehren, und euch erinnern lles des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe Ich euch, wie die Welt giebt. Euer herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß Ich euch esagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich heb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; zenn der Vater ist größer denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe enn es geschiehet, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. och werde hinfort nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ih den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat: sehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. kpistolische Lektion. Ephes. 1, 3—23.(Das Haupt der Gemeine über alles.) üiud der Offenbarung zu seiner selbst Erkenntnis, und erleuchtete Augen 569ttt⸗ — 10² 1. Pfingsttag. eures Berufs, und welcher sei der Reichtum seines herrlichen Erbes an seinen Heiligen, und welche da sei die überschwengliche Größe seiner Kraft an uns, die wir glauben nach der Wirkung seiner mächtigen Stärke, welche er gewirket hat in Christo, da er ihn von den Toten auferwecket hat und gesetzt zu seiner Rechten im Himmel, über alle Fürstentümer, Gewalt, Macht. Herrschaft und alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen; und hat alle Dinge unter seine Füße gethan, und hat ihn gesetzt zum Haupt der Gemeine über alles, welche da ist sein Leib, nämlich die Fülle des, der alles in allem erfüllet. Oder: Hes. 36, 22— 28.(Ich will euch einen neuen Geist geben.) Darum sollst du zu dem Hause Israel sagen: So spricht der HErr, HErr: Ich thue es nicht um euretwillen, ihr vom Hause Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, welchen ihr entheiliget habt unter den Heiden, zu welchen ihr kommen seid. Denn ich will meinen großen Namen, der durch euch vor den Heiden entheiligt ist, den ihr unter denselbigen ent⸗ heiliget habt, heilig machen. Und die Heiden sollen erfahren, daß Ich der HErr sei, spricht der HErr, HErr, wenn ich mich vor ihnen an euch erzeige, daß ich heilig sei. Denn ich will euch aus den Heiden holen, und euch aus allen Landen versammeln und wieder in euer Land führen. Und will rein Wasser über euch sprengen, daß ihr rein werdet. Von aller eurer Unreinigkeit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neu Herz, und einen neuen Geist in euch geben, und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen, und euch ein fleischern Herz geben; ich will meinen Geist in euch geben, und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten, und darnach thun. Und ihr sollt wohnen im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe, und sollt mein Volk sein, und Ich will euer Gott sein. Evangelische Lektion. Joh. 15, 1— 7.(Ich bin ein rechter Weinstock.) Ich bin ein rechter Weinstock, und mein Vater ein Weingärtner. Einen jeglichen Reben an mir, der nicht Frucht bringet, wird er wegnehmen; und einen jeglichen, der da Frucht bringet, wird er reinigen, daß er mehr Frucht bringe. Ihr seid jetzt rein um des Worts willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibet in mir, und Ich in euch. Gleich wie der Rebe kann keine Frucht bringen von ihm selber, er bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibet, und ich in ihm, der bringet viel Frucht; denn ohne mich könnet ihr nichts thun. Wer nicht in mir bleibet, der wird weg⸗ geworfen, wie ein Rebe, und verdorret, und man sammelt sie, und wirft sie ins Feuer, und muß brennen. So ihr in mir bleibet, und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Rachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jesaias 62.(Die Herrlichkeit deß neuen Jerusalems.) Um Zions willen so will ich nicht schweigen, und um Jerusalems willen, so will ich nicht inne halten, bis daß ihre Gerechtigkeit aufgehe wie ein Glanz, und ihr Heil entbrenne wie eine Fackel; daß die Heiden sehen deine Gerechtigkeit und alle Könige deine Herrlichkeit; und du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des HErrn Mund nennen wird. Und du wirst sein eine schöne Krone in der Hand des HErrn und n Eniglid Ne Verlass⸗ Meine Lu HErr hat' vie ein liel lieb haben; sch dein O Mauern be schweigen st Schweigen und gesetzt Finer Reht ö nahr deine Uhnt, die 8 uch essen minken in de Thore, die Steine liht sich dein vor ihm. und dich w Kltion Da a Oottes ang Ullhe, d0 empfingen. gekaust in 99 sie em Mest gegel Held 0 Häͤnde au Iu ihm: 2 Hottes Oe hoben an Wrum tl Yben wer ol hittre aud prach Ryn ihr ort des s Cvane Ahifel Und iN ver 2Z. Pfingsttag. 103 ein königlicher Hut in der Land deines Gottes. Man soll dich nicht mehr die Verlassene, noch dein Land eine Wüstung heißen, sondern du sollst „Meine Lust an ihr“, und dein Land„lieber Buhle“ heißen; denn der HErr hat Lust an dir, und dein Land hat einen lieben Buhlen. Denn, wie ein lieber Buhle einen Buhlen lieb hat, so werden dich deine Kinder in Mestr Uul lieb haben; und wie sich ein Bräutigam freuet über der Braut, so wird an in. ül sich dein Gott über dir freuen. O Jerusalem, ich will Wächter auf deine Lles wilhe Mauern bestellen, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nimmer stille t schweigen sollen, und die des HErrn gedenken sollen; auf daß bei euch kein Schweigen sei, und ihr von ihm nicht schweiget, bis daß Jerusalem gefertiget zist geben) und gesetzt werde zum Lobe auf Erden. Der HeErr hat geschworen bei seiner Rechten und bei dem Arm seiner Macht: Ich will dein Getreide nicht mehr deinen Feinden zu essen geben, noch deinen Most, daran du gearbeitet hen Erbez n e seiner Rrni wecket hat iht der hen hbt uick hast, die Fremden trinken lassen; sondern die, so es einsammeln, sollen es roßen nt auch essen und den HErrn rühmen; und die ihn einbringen, sollen ihn e trinken in den Vorhöfen meines Heiligtums. Gehet hin, gehet hin durch mnschh die Thore, bereitet dem Volk den Weg; machet Bahn, machet Bahn, räumet „ 2— die Steine auf, werfet ein Panier auf über die Völker! Siehe, der HErr 10 0 läßt sich hören bis an der Welt Ende: Saget der Tochter Zion: Siehe, mach dein Heil kommt; siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Vergeltung ist 50 er i vor ihm. Man wird sie nennen das heilige Volk, die Erlöseten des HErrn, 140 Idi und dich wird man heißen die besuchte und unverlassene Stadt. „ und will Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 8, 14— 25. Sie beteten fleischern He über sie um den heiligen Geist.) Leute aué d Da aber die Apostel höreten zu Jerusalem, daß Samaria das Wort te halten VI Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrum und Johannem. euren dn Welche, da sie hinabkamen, beteten sie über sie, daß sie den heiligen Geist Gott sein. empfingen.(Denn er war noch auf keinen gefallen, sondern waren allein Wnsoh getauft in dem Namen Christi Jesu.) Da legten sie die Hände auf sie, er Peinse[und sie empfingen den heiligen Geist. Da aber Simon sah, daß der heilige zärtner, b Geist gegeben ward, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen er Wegnehft Geld an, und sprach: Gebet mir auch die Macht, daß, so ich jemand die ern. Hände auflege, derselbige den heiligen Geist empfange. Petrus aber sprach 30 zu ihm: Daß du verdammet werdest mit deinem Gelde, daß du meinest, n Gottes Gabe werde durch Geld erlanget! Du wirst weder Teil noch Anfall haben an diesem Wort; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott. Darum thue Buße für diese deine Bosheit, und bitte Gott, ob dir ver⸗ H geben werden möchte der Tück deines Herzens. Denn ich sehe, daß du bist ihhvoll bittrer Galle und verknüpft mit Ungerechtigkeit. Da antwortete Simon wiund sprach: Bittet ihr den HErrn für mich, daß der keins über mich komme, Unl“ davon ihr gesagt habt. Sie aber, da sie bezeuget und geredet hatten das Wort des HErrn, wandten sie wieder um gen Jerusalem, und predigten das Evangelium vielen samaritischen Flecken. 2. Pfingsttag. Vormittags. Epistel. Apgsch. 10, 42— 48.(Der heilige Geist fiel auf alle, die dem Worte zuhöreten.) Und er hat uns geboten, zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß Er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Toten. Von 4 V. 14 10⁴ 2. Pfingsttag. diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro kommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes aus⸗ gegossen ward; denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getaufet werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleich wie auch wir? Und befahl, sie zu taufen in dem Namen des HErrn. Evangelium. Joh. 3, 16— 21.(Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet.) Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott gethan. Epistolische Lektion. Ephes. 2, 13—22.(Die Behausung Gottes im Geift. Nun aber, die ihr in Christo Jesu seid, und weiland ferne gewesen, seid nun nahe worden durch das Blut Christi. Denn Er ist unser Friede, der aus beiden Eins hat gemacht, und hat abgebrochen den Zaun, der da⸗ zwischen war, in dem, daß er durch sein Fleisch wegnahm die Feindschaft, nämlich das Gesetz, so in Geboten gestellet war, auf daß er aus zween Einen neuen Menschen in ihm selber schaffte, und Frieden machte, und daß er beide versöhnete mit Gott in Einem Leibe durch das Kreuz, und hat die Feindschaft getötet durch sich selbst; und ist kommen, hat verkündiget im Evangelio den Frieden euch, die ihr ferne waret, und denen, die nahe waren; denn durch ihn haben wir den Zugang alle beide in Einem Geiste zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau in einander gefüget wächset zu einem heiligen Tempel in dem HErrn auf welchem auch ihr mit erbauet werdet zu einer Behausung Gottes im Geist. Oder: Jer. 31, 31— 34.(Ich will mein Gesetz in ihren Sinn schreiben.) Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HErr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen. Nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern machte, da ich sie bei der Hand nahm, daß ich sie aus Agyptenland führte; welchen Bund fie nicht gehalten haben, und Ich sie zwingen mußte, spricht der HErr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel machen will nach dieser Zeit, spricht der HErr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volt sein, so will ich ihr Gott sein. Und wird keiner den andern, noch ein Bruder den andern lehren und Igen:„Er lin und vugeben, u Whongelisch Darint Verdet mei! luch auch. rin meir ih seiner L hlibe, und luch unter Uiebe denn Aunde, s iht Knechte cher habe Meinem Ve erbählet, f und Fruch Uilet in m Ulion au Ich b6 Zumherzi . des ih mich d mi sein Setauft m an den si. Da 2. Pfingsttag. 10⁵ die an ih jagen:„Erkenne den HErrn,“ sondern sie sollen mich alle kennen, beide trus noch dih öilein und groß, spricht der HErr. Denn ich will ihnen ihre Missethat orte zuhörein bergeben, und ihrer Sünde nicht mehr gedenken. ommen warg 1. 10 Geits a Evangelische Lektion. Joh. 15, 8—16.(Ich sage hinfort nicht, daß ihr 30 Knechte seid.) Darinnen wird mein Vater geehret, daß ihr viel Frucht bringet, und werdet meine Jünger. Gleich wie mich mein Vater liebet, also liebe Ich tuch auch. Bleibet in meiner Liebe. So ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleich wie Ich meines Vaters Gebote halte, und bleibe in seiner Liebe. Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch ren Sohn gl bleibe, und eure Freude vollkommen werde. Das ist mein Gebot, daß ihr dern da⸗ ehil tuch unter einander liebet, gleich wie ich euch liebe. Niemand hat größere die Welt, du Liebe denn die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde. Ihr seid meine I. W u Freunde, so ihr thut, was ich euch gebiete. Ich sage hinfort nicht, daß er is shn ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr thut. Euch arlen Schh aber habe ich gesagt, daß ihr Freunde seid; denn alles, was ich habe von ornen Hohje meinem Vater gehöret, hab ich euch kund gethan. Ihr habt mich nicht erwählet, sondern Ich habe euch erwählet, und gesetzt, daß ihr hingehet, und Frucht bringet, und eure Frucht bleibe; auf daß, so ihr den Vater bittet in meinem Namen, daß er es euch gebe. d nicht gerichtt — 2 2 n. Wer ale Herke offeba Nachmittags. Hektion aus dem Alten Testamente. Jes. 54, 7— 13.(Der Bund meines ttes im Gaf Friedens soll nicht hinfallen.) ferne gewesh Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen; aber mit großer unser Frich Barmherzigkeit will ich dich sammeln. Ich habe mein Angesicht im Augen⸗ gaun, der. blick des Zorns ein wenig von dir verborgen; aber mit ewiger Gnade will Feindscha ich mich dein erbarmen, spricht der HErr, dein Erlöser. Denn solches soll 3 e mir sein wie das Wasser Noahs, da ich schwur, daß die Wasser Noahs sollten nicht mehr über den Erdboden gehen. Also habe ich geschworen, daß ich nicht Über dich zürnen, noch dich schelten will. Denn es sollen wohl Berge weichen, und Hügel hinfallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Err, dein Erbarmer. Du Elende, über die alle Wetter gehen, und du Trostlose! Siehe, Ich will deine Steine wie einen Schmuck legen, und will deinen Grund mit Saphiren legen; und deine Fenster aus Krystallen ö machen und deine Thore von Rubinen und alle deine Grenzen von erwählten en Tmpel ö Steinen; und alle deine Kinder gelehrt vom HErrn, und großen Frieden uer Vehauun] deinen Kindern. Vektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 19, 1—8.(Habt ihr den heiligen Geist empfangen?) Es geschah aber, da Apollo zu Korinth war, daß Paulus durchwandelte die obern Länder, und kam gen Ephesus, und fand etliche Zünger; zu denen sprach er: Habt ihr den heiligen Geist empfangen, da ihr gläubig worden seid? Sie sprachen zu ihm: Wir haben auch nie gehört, ob ein heiliger Geist sei. Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft? Sie sprachen: Auf Johannis Taufe. Paulus aber sprach: Johannes hat inn schreiben 10 2 8— 4 e W getauft mit der Taufe der Buße, und sagte dem Volk, daß sie sollten glauben 70 Diht det an den, der nach ihm kommen sollte, das ist, an Jesum, daß er C hristus ih en sei. Da sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des HErrn n lchrn 29.——.—— ————————— 60 106 Trinitatis. Jesu. Und da Paulus die Hände auf sie legte, kam der heilige Geist auf sie, und redeten mit Zungen, und weissagten. Und aller der Männer waren bei zwölfen. Er ging aber in die Schule, und predigte frei drei Monate lang, lehrte und beredete sie von dem Reich Gottes. Trinitatis. Vormittags. Epistel. Röm. 11, 33— 36.(Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge.) O welch eine Tiefe des Reichtums, beide der Weisheit und Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des HErrn Sinn erkannt? oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Evangelium. Joh. 3, 1—15.(Geburt aus dem Wasser und Geist.) Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden; der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott kommen; denn niemand kann die Zeichen thun, die Du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus ant⸗ wortete und sprach zu ihm: Bist Du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben; und ihr nehmet unser Zeugnis nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel herniederkommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistolische Lektion. Apgsch. 2, 33.—47.(Die Getauften.) Nun er durch die Rechte Gottes erhöhet ist, und empfangen hat die Verheißung des heiligen Geistes vom Vater, hat er ausgegossen dies, das ihr sehet und höret. Denn David ist nicht gen Himmel gefahren. Er spricht aber:„Der HErr hat gesagt zu meinem HErrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße.“ So wisse nun das ganze Haus IJsrael gewiß, daß Gott diesen Jesum, den ihr gekreuzigt Ult, ue hing es il Hhosteln: ihnen: Nu Chtis 6 heilig und aller, mit viel a helfen von leßen sich Seklen. Ommeinscht Jurcht an aber, die Duge ger mnter alle bei einand Husern, Herzen, u sinzu täg Odet Sieh ich auser Reinetwil meine Eh mein Ber Hand hat umspanne höret: W ihn; darr däern be ihn auch 551 er Zeit OEtr, 8 in Jorae Und leite ö ilige Geist ah r der Mämn digte frei dr sind alle Ding ind Erkenntuß sorschlich sen sein Rathehn werde wichn d alle Ding und Geist) zen Nikodenntz ht, und sput Gott kommn denn Gott m „ih se er das Rii Rensch gebon 1 Mutter Lal wahrlich, i6 u Wasser un 3 vom 8 wird, das H ht müsset ur du hörest seh würde? A Herkommen) Moses in&. Sohn ei erden, sonde⸗ Trinitatis. 107 habt, zu einem HErrn und Christ gemacht hat. Da sie aber das höreten, ging es ihnen durchs Herz, und sprachen zu Petro und zu den andern Aposteln: Ihr Männer, lieben Brüder, was sollen wir thun? Petrus sprach zu ihnen: Thut Buße, und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes. Denn euer und eurer Kinder ist diese Verheißung, und aller, die ferne sind, welche Gott, unser HErr, herzurufen wird. Auch mit viel andern Worten bezeugte er und ermahnte und sprach: Laßt euch helfen von diesen unartigen Leuten. Die nun sein Wort gerne annahmen, ließen sich taufen; und wurden hinzugethan an dem Tage bei drei tausend Seelen. Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam auch alle Seelen Furcht an; und geschahen viel Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig waren worden, waren bei einander, und hielten alle Dinge gemein. Ihre Güter und Habe verkauften sie, und teilten sie aus unter alle, nach dem jedermann not war. Und sie waren täglich und stets bei einander einmütig im Tempel, und brachen das Brot hin und her in Häusern, nahmen die Speise, und lobten Gott mit Freuden und einfältigem Herzen, und hatten Gnade bei dem ganzen Volk. Der HErr aber that hinzu täglich, die da selig wurden, zu der Gemeine. Oder: Jes. 48, 10—- 22.(Ich bin der Erste, dazu auch der Letzte.) Siehe, ich will dich läutern, aber nicht wie Silber, sondern ich will dich auserwählt machen im Ofen des Elendes. Um meinetwillen, ja, um meinetwillen will ich es thun, daß ich nicht gelästert werde; denn ich will meine Ehre keinem andern lassen. Höre mir zu, Jakob, und du, Israel, mein Berufener: Ich bin es, Ich bin der Erste, dazu auch der Letzte. Meine Hand hat den Erdboden gegründet, und meine rechte Hand hat den Himmel umspannet; was Ich rufe, das stehet alles da. Sammelt euch alle, und höret: Wer ist unter diesen, der solches verkündigen kann? Der HErr liebt ihn; darum wird er seinen Willen an Babel und seinen Arm an den Chal⸗ däern beweisen. Ich, ja Ich habe es gesagt, ich habe ihn gerufen; Ich will ihn auch kommen lassen, und sein Weg soll ihm gelingen. Tretet her zu mir, und höret dies; ich habe es nicht im Verborgenen zuvor geredet. Von der Zeit an, da es geredet wird, bin Ich da; und nun sendet mich der HErr, HErr und sein Geist. So spricht der HErr, dein Erlöser, der Heilige in Israel: Ich bin der HErr, dein Gott, der dich lehret, was nützlich ist, und leitet dich auf dem Wege, den du gehest. O, daß du auf meine Gebote merktest, so würde dein Friede sein wie ein Wasserstrom, und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen; und dein Same würde sein wie Sand, und das Gewächs deines Leibes wie desselbigen Kies; des Name nicht würde ausgerottet noch vertilget vor mir. Gehet aus von Babel, fliehet von den Chaldäern mit fröhlichem Schall; verkündiget und lasset solches hören, bringet es aus b's an der Welt Ende. Sprechet: Der HErr hat seinen Knecht Jakob erlöset. Sie hatten keinen Durst, da er sie leitete in der Wüste; er ließ ihnen Wasser aus Felsen fließen; er riß den Fels, daß Wasser heraus rann. Aber die Gottlosen, spricht der HErr, haben keinen Frieden. Evangelische Lelktios. Matth. 28, 18— 20.(Der Name des Dreieinigen.) Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin, und lehret alle Völker, und kaufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des —.———.——— 7 7 108 Trinitatis. heiligen Geistes; und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe Und siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jeh. 6, 1—8.(eilig, heilig, heilig ist der HErr Zebaoth.) Des Jahrs, da der König Usia starb, sahe ich den HErrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Stuhl, und sein Saum füllte den Tempel. Seraphim stunden über ihm, ein jeglicher hatte sechs Flügel; mit zween deckten sie ihr Antlitz, mit zween deckten sie ihre Füße, und mit zween flogen sie. Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Err Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! daß die überschwellen bebten von der Stimme ihres Rufens, und das Haus ward voll Rauchs. Da sprach ich: Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen, und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den HErrn Zebaoth, gesehen mit meinen Augen. Da flog der Seraphim einer zu mir, und hatte eine glühende Kohle in der Hand die er mit der Zange vom Altar nahm, und rührte meinen Mund, und sprach: Siehe, hiemit sind deine Lippen gerühret, daß deine Missethat von dir genommen werde, und deine Sünde versöhnet sei. Und ich hörte die Stimme des HErrn, daß er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hie bin ich, sende mich! Zektion ans dem Neuen Testamente. 2. Kor. 13, 3. (Der apostolische Gruß.) Komme ich zum dritten Mal zu euch, so soll in zweier oder dreier Zeugen Munde bestehen allerlei Sache. Ich habe es euch zuvor gesagt, und sage es euch zuvor, als gegenwärtig, zum andern Mal, und schreibe es nun im Abwesen denen, die zuvor gesündigt haben, und den andern allen: wenn ich abermal komme, so will ich nicht schonen; sintemal ihr suchet, daß ihr einmal gewahr werdet des, der in mir redet, nämlich Christi, welcher unter euch nicht schwach ist, sondern ist mächtig unter euch. Und ob er wohl gekreuzigt ist in der Schwachheit, so lebt er doch in der Kraft Gottes. Und ob wir auch schwach sind in ihm, so leben wir doch mit ihm in der Kraft Gottes unter euch. Versuchet euch selbst, ob ihr im Glauben seid; prüfet euch selbst. Oder erkennet ihr euch selbst nicht, daß Jesus Christus in euch ist? Es sei denn, daß ihr untüchtig seid. Ich hoffe aber, ihr erkennet, daß wir nicht untüchtig sind. Ich bitte aber Gott, daß ihr nichts Übels thut; nicht, auf daß wir tüchtig gesehen werden, sondern, auf daß ihr das Gute thut, und wir wie die Untüchtigen seien. Denn wir können nichts wider die Wahrheit, sondern für die Wahrheit. Wir freuen uns aber, wenn wir schwach sind, und ihr mächtig seid. Und dasselbige wünschen wir auch, nämlich eure Vollkommenheit. Derhalben ich auch solches abwesend schreibe, auf daß ich nicht, wenn ich gegenwärtig bin, Schärfe brauchen müsse nach der Macht, welche mir der HErr zu bessern, und nicht zu verderben, gegeben hat. Zuletzt, lieben Brüder, freuet euch, seid vollkommen, tröstet euch, habt einerlei Sinn, seid friedsam, so wird Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. Grüßet euch unter einander mit dem heiligen Kuß. Es grüßen euch alle Heiligen. Die Gnade unsers HErrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen. Gott i ind Gott il Hendigkeit luch wir in ihe treibe suchtet, dei t uns erf bruder, der sihet, wie k uir von ih Hangeliun 6s wa scher Heinn in Urmer, 10 begehrt run in h Braha Aulr Abra ses Fing Han in di. Ain Outes Astes empf. Uer das Ae da wo uht von Mler, daß ö Zder, da I Qual. si dies vinn einer huuch zu i uch uiht Hltlshe befohlen hil . Rilig, heilig, rrn sitzen au den Templ el; mit zwen Vzween flogn heilig ist d Uberschwelln voll Rauchz T Lippen, und be den Köni der Seraphin ie er mit du sprach: Sieht it genommah Stimme da er Vote sein —13. L oder dreit or gesagt, un hreibe e3 nin allen: wernn ichet, daß is welcher unii ob er wol Gottes. U in der Ruuf seid, hrus ristus in elt erkennet,do übels ihud ihr das Ha nichts vön er, wenn uu en wir ud end shu, n müse uu ben, gehebt iet euch In Friedent un 1. Sonntag nach Trinitatis. 1. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Joh. 4, 16— 21.(Gott ist die Liebe.) Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleich wie Er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn Er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium. Luc. 16, 19— 31.(Er lebte alle Tage herrlich und in Freuden.) Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köst⸗ licher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte, sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde, und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hub er seine Augen auf, und sah Abraham von ferne und Lazarum in seinem Schoß, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das Außerste seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüberfahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch aicht glauben, ob jemand von den Toten auferstände. Epistolische Lektion. Apgsch. 4, 32—37.(Keiner sagte von seinen Güters, daß sie sein wären.) Der Menge aber der Gläubigen war Ein Herz und Eine Seele; auch keiner sagte von seinen Gütern, daß sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemein. Und mit großer Kraft gaben die Apostel Zeugnis von der Auferstehung des HErrn Jesu, und war große Gnade bei ihnen allen. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wie viele ihrer waren, die da Acker oder Häuser hatten, verkauften sie dieselben, und brachten das Geld des verkauften Guts und legten es zu der Apostel Füßen; und man gab einem jeglichen, was ihm not war. Joses aber, mit dem Zunamen 45667.it ——— 5ii. .—.—.——— 11⁰ 1. Sonntag nach Trinitatis. von den Aposteln genannt Barnabas,(das heißt ein Sohn des Trosts) vom Geschlecht ein Levit aus Cypern, der hatte einen Acker, und verkaufte ihn, und brachte das Geld, und legte es zu der Apostel Füßen. Evangelische Lektion. Matth. 5, 1—10.(Selig sind die Armen.) Da er aber das Volk sahe, ging er auf einen Berg, und setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Und er that seinen Mund auf, lehrete sie und sprach: Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr. 2 Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 5. Mos. 6, 1—15.(Du sollst den HErrn, deinen Gott, lieb haben.) Dies sind aber die Gesetze und Gebote und Rechte, die der HErr, euer Gott, geboten hat, daß ihr sie lernen und thun sollt im Lande, dahin ihr ziehet, dasselbe einzunehmen; daß du den HErrn, deinen Gott, fürchtest, und haltest alle seine Rechte und Gebote, die ich dir gebiete, du und deine Kinder und deine Kindeskinder, alle eure Lebtage, auf daß ihr lange lebet, Israel, du sollst hören und behalten, daß du es thust, daß dirs wohl gehe, und sehr vermehret werdest, wie der HErr, deiner Väter Gott, dir geredel hat ein Land, da Milch und Honig innen fließt. Höre, Israel, der HErt, unser Gott, ist ein einiger HErr. Und du sollst den HErrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allem Vermögen. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen; und sollst sie deinen Kindern schärfen, und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest, oder auf dem Wege gehest, wenn du dich niederlegest, oder aufstehest; und sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sollen dir ein Denkmal vor deinen Augen sein; und sollst sie über deines Hauses Pfosten schreiben und an die Thore. Wenn dich nun der HErr, dein Gott, in das Land bringen wird, das er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat dir zu geben, große und feine Städte, die du nicht gebauet hast, und Häuser, alles Guts voll, die du nicht gefüllet hast, und gusgehauene Brunnen, die du nicht aus⸗ gehauen hast, und Weinberge und Olberge, die du nicht gepflanzt hast, daß du essest, und satt wirst: so hüte dich, daß du nicht des HErrn vergessest, der dich aus Agyptenland, aus dem Diensthause, geführet hat; sondern sollst den HErrn, deinen Gott, fürchten, und ihm dienen, und bei seinem Namen schwören. Und sollst nicht andern Göttern nachfolgen der Völker, die um euch her sind. Denn der HErr, dein Gott, ist ein eifriger Gott unter dir; daß nicht der Zorn des HErrn, deines Gottes, über dich ergrimme, und vertilge dich von der Erde. Lektion aus dem Neuen Testamente. Jak. 5, 1—7.(Euer Reichtum ist verfaulet) Wohlan nun, ihr Reichen, weinet und heulet Über euer Elend, das Über euch kommen wird! Euer Reichtum ist verfaulet, eure Kleider sind mottenfräßig worden. Euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird euch zum Zeugnis sein, und wird euer Fleisch fressen wie ein Feuer. Ihr habt euch Schätze Asammelt geuntet ha Inmter ist uf Erden, Sclachtta⸗ ht wider MhErrn geduldi Verw. Hisen, da I Brüde Ruder ha niht hat ie Liebe, Leben für lnd fiehet ai Leebe loch mit! annen hn stillen her Her, Uadammet Hir von i Mlig ist Sohnes Je Wu Und; ennen ⸗ 6 Und sprae Hohzeit z asen; u hn des Trost und verkauft izen. die Armen) d setzte sich, un „ehrete sie un melreich ist in den. Selig si Selig sind, d. len satt werde igkeit erlangn. schauen. S en. Selig sih melreich ist in 5. Du solls der HErr, eul ande, dahin ih Oott, fürchth „du und dah iht lange leht dits wohl gh hott, dit gereh rael, der Hen einen Gott, l. ermögen. men; und sf deinem Hun oder aufste dir ein Denint en schreibenm mint dus ren hat du 00 e du nicht ist ve tum if. lend, durk motkanh 2. Sonntag nach Trinitatis 111 gesammelt an den letzten Tagen. Siehe, der Arbeiter Lohn, die euer Land ein⸗ geerntet haben, und von euch abgebrochen ist, der schreiet, und das Rufen der Ernter ist kommen vor die Ohren des HErrn Zebaoth. Ihr habt wohlgelebet auf Erden, und eure Wollust gehabt, und eure Herzen geweidet als auf einen Schlachttag. Ihr habt verurteilt den Gerechten, und getötet, und er hat euch nicht widerstanden. So seid nun geduldig, lieben Brüder, bis auf die Zukunft des HErrn. Siehe, ein Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde, und ist geduldig darüber, bis er empfange den Morgenregen und Abendregen 2. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Joh. 3, 13—24.(Wer in ihm bleibet.) Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Totschläger; und ihr wisset, daß ein Totschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß Er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Daran erkennen wir, daß wir aus der Wahrheit sind, und können unser Herz vor ihm stillen, daß, so uns unser Herz verdammet, daß Gott größer ist denn unser Herz, und erkennet alle Dinge. Ihr Lieben, so uns unser Herz nicht verdammet, so haben wir eine Freudigkeit zu Gott; und was wir bitten, werden wir von ihm nehmen; denn wir halten seine Gebote, und thun, was vor ihm gefällig ist. Und das ist sein Gebot, daß wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesu Christi, und lieben uns unter einander, wie er uns ein Gebot gegeben hat. Und wer seine Gebote hält, der bleibet in ihm, und Er in ihm. Und daran erkennen wir, daß er in uns bleibet, an dem Geist, den er uns gegeben hat. Evangelium. Matth. 22, 1—14.(Die konigliche Hochzeit.) Und Jesus antwortete und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte; und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen; und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit! Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andre zu seiner Hantierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und töteten sie. Da das der König hörte, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht wert. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein kommen, und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu 112 2. Sonntag nach Trinitatis. seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die heser, daß äußerste Finsternis hinaus! da wird sein Heulen und Zähnklappen; denn Höͤlle gewo viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. cheidet, det Oder: Luc. 14, 16—24.(Das große Abendmahl.) Wateh Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein groß Abend⸗ habt weiter mahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des id thun, Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit! Und Ueringe sie fingen an alle nach einander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu Zuhl; not ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinausgehen, und ihn besehen; salem, den ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andre sprach: Ich habe fünf Rinem Har Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, ent⸗ shwarz zu schuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum I, das is 1 kann ich nicht ksommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn luge, Zah wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe dem übel aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen und Lacken, der Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist Dil, und 460 geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach imand nöt zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nötige sie, hereinzukommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Leltit Epistolische Lektion. Apgsch. 5, 1—11.(Die Gemeine der Lebendigen.) Die A Ein Mann aber, mit Namen Ananias, samt seinem Weibe Saphira Rch 100 verkaufte seine Güter, und entwandte etwas vom Gelde mit Wissen seines Dirnen 90 Weibes, und brachte einen Teil, und legte es zu der Apostel Füßen. Petrus muce sih aber sprach: Anania, warum hat der Satan dein Herz erfüllet, daß du dem Rot, und heiligen Geist lögest, und entwendetest etwas vom Gelde des Ackers? Hättest du 10 werdet ö ihn doch wohl mögen behalten, da du ihn hattest; und da er verkauft war, war Spötter 4 es auch in deiner Gewalt. Warum hast du denn solches in deinem Herzen losen sraf 1N vorgenommen? Du hast nicht Menschen, sondern Gott gelogen. Da aber h af I Ananias diese Worte hörte, siel er nieder, und gab den Geist auf. Und es kam noh u eine große Furcht über alle, die dies höreten. Es stunden aber die Jüng⸗ nehmen linge auf, und thaten ihn beiseits, und trugen ihn hinaus, und begruben ihn. lehret, wa 4 Und es begab sich über eine Weile bei dreien Stunden, kam sein Weib verden N n hinein, und wußte nicht, was geschehen war. Aber Petrus antwortete ihr: Sage mir, habt ihr den Acker so teuer verkauft? Sie sprach: Ja, so teuer. Rltion Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr denn eins worden, zu versuchen II den Geist des HErrn? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben Liebe * haben, sind vor der Thür, und werden dich hinaustragen. Und alsbald unsern 96 1 0 fiel sie zu seinen Füßen, und gab den Geist auf. Da kamen die Jünglinge, Lesanml 149 und fanden sie tot, trugen sie hinaus, und begruben sie bei ihrem Manne. serlhen ⸗ RN Und es kam eine große Furcht über die ganze Gemeine, und über alle, die mn ihr si solches höreten. Sthe du 0 Evangelische Lektion. Matth. 5, 27.— 41.(Das Gesetz im Reiche Gottes.) wasthed Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Iuthi Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansiehet, ihrer zu begehren, der hat schon mit 0 nicht ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. Argert dich aber dein rechtes Auge, b und 6 so reiß es aus, und wirf es von dir. Es ist dir besser, daß eins deiner Glieder 0 90 0 verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Argert— Oe dich deine rechte Hand, so haue sie ab, und wirf sie von dir. Es ist dir Wam 9 et ihn in di klappen; denn .) n groß Abend⸗ r Stunde des es bereitl Und erste sprach zu d ihn besehen; Ich habe fünf bitte dich, ent⸗ mmen, darum seinem Herm Knechte: Oehe die Armen und ich: Hert, es is der Hetr sprach ine, und nötige euch abet, chmecken wird. Lebendigen.) Hättet u fauft war, war deinem Herzen en. Da abnt . Und es kan ber die Jünh⸗ begtuben ihn am sein Wib mtwortete iht JJ, so feut. u, zu versuc tann begtabel Und alsbal die Junglinzz ihrem Mannt Uber alle, N Reiche Gottss 2. Sonntag nach Trinitatis. 113 besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Es ist auch gesagt: Wer sich von seinem Weibe scheidet, der soll ihr geben einen Scheidebrief. Ich aber sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet,(es sei denn um Ehebruch,) der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine Abgeschiedene freiet, der bricht die Ehe. Ihr habt weiter gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst keinen falschen Eid thun, und sollst Gott deinen Eid halten. Ich aber sage euch, daß ihr allerdinge nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Stuhl; noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel; noch bei Jeru⸗ salem, denn sie ist eines großen Königs Stadt. Auch sollst du nicht bei deinem Haupte schwören; denn du vermagst nicht, ein einiges Haar weiß oder schwarz zu machen. Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein; was darüber ist, das ist vom Übel. Ihr habt gehört, daß da gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern, so dir jemand einen Streich giebt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar. Und so jemand mit dir rechten will, und deinen Rock nehmen, dem laß auch den Mantel. Und so dich jemand nötiget Eine Meile, so gehe mit ihm zwo. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Sprüche Sal. 9, 1— 11. (Das Gastmahl der Weisheit.) Die Weisheit baute ihr Haus, und hieb sieben Säulen, schlachtete ihr Vieh, und trug ihren Wein auf, und bereitete ihren Tisch, und sandte ihre Dirnen aus, zu laden oben auf die Paläste der Stadt: Wer albern ist, der mache sich hieher! und zum Narren sprach sie: Kommt, zehret von meinem Brot, und trinket des Weins, den ich schenke; verlasset das alberne Wesen, so werdet ihr leben, und gehet auf dem Wege des Verstandes. Wer den Spötter züchtiget, der muß Schande auf sich nehmen, und wer den Gott⸗ losen straft, der muß gehöhnet werden. Strafe den Spötter nicht, er hasset dich; strafe den Weisen, der wird dich lieben. Gieb dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zu— nehmen. Der Weisheit Anfang ist des HErrn Furcht, und der Verstand lehret, was heilig ist. Denn durch mich wird deiner Tage viel werden, und werden dir der Jahre des Lebens mehr werden. Lektion aus dem Neuen Testamente. Jak. 2, 1—13.(Die, welche durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden.) Lieben Brüder, haltet nicht dafür, daß der Glaube an Jesum Christum, unsern HErrn der Herrlichkeit, Ansehen der Person leide. Denn so in eure Versammlung käme ein Mann mit einem goldenen Ringe und mit einem herrlichen Kleide, es käme aber auch ein Armer in einem unsauberen Kleide, und ihr sähet auf den, der das herrliche Kleid trägt, und sprächet zu ihm: Setze du dich her aufs beste, und sprächet zu dem Armen: Stehe du dort, oder setze dich her zu meinen Füßen; und bedenket es nicht recht, sondern ihr werdet Richter, und machet bösen Unterschied. Höret zu, meine lieben Brüder! Hat nicht Gott erwählet die Armen auf dieser Welt, die am Glauben reich sind und Erben des Reichs, welches er verheißen hat denen, die ihn lieb haben? Ihr aber habt dem Armen Unehre gethan. Sind nicht die Reichen die, die Gewalt an euch üben, und ziehen euch vor Gericht? Verlästern sie nicht den guten Namen, davon ihr genannt seid? So ihr das königliche Gesetz vollendet nach der Schrift:„Liebe deinen Nächsten als dich selbst,“ so 8 114 3. Sonntag nach Trinitatis. thut ihr wohl; so ihr aber die Person ansehet, thut ihr Sünde, und werdet gestraft vom Gesetz als die Übertreter. Denn so jemand das ganze Gesetz hält, und sündiget an Einem, der ist es ganz schuldig. Denn der da gesagt hat:„Du sollst nicht ehebrechen,“ der hat auch gesagt:„Du sollst nicht töten.“ So du nun nicht ehebrichst, tötest aber, bist du ein Übertreter des Gesetzes. Also redet, und also thut, als die da sollen durch das Gesetz der Freihei gerichtet werden. Es wird aber ein unbarmherzig Gericht über den gehen, der nicht Barmherzigkeit gethan hat; und die Barmherzigkeit rühmet sich wider das Gericht. 3. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Petri 5, 5—11.(Der Teufel sucht, welchen er verschlinge.) Allesamt seid unter einander unterthan, und haltet fest an der Demut. Denn Gott widerstehet den Hoffärtigen; aber den Demütigen giebt er Gnade. So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn Er sorget für euch. Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium. Luc. 15, 1—10.(Jesus nimmt die Sünder an.) Es naheten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eins verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gesunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über Einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht be⸗ dürfen. Oder welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, rufet sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über Einen Sünder, der Buße thut. Epistolische Lektion. Apgsch. 3, 1—16.(Im Namen Jesu Christi stehe auf, und wandele.) Petrus aber und Johannes gingen mit einander hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, da man pflegte zu beten. Und es war ein Mann, lahm von Mutterleibe, der ließ sich tragen; und sie setzten ihn täglich vor des Tempels Thür, die da heißt die schöne, daß er bettelte das Almosen von denen, die in den Tempel gingen. Da er nun sah Petrum und Johannem, daß sie wollten zum Tempel hineingehen, bat er um ein Almosen. Pettus ab sah sie an Silber un Namen Ii hei der re und Knöch in den Te olles Volk der um de sie wurden Als aber hielt, lief wunderten von Isra als hätten dienst? 2 Miter, ha Kugnet ha berleugnet Morder se Oott aufe Olauben betätiget diese Gesu Evo Und hnen spre 0 h r jungst hrachte er hatte, wa an, zu dar Landes, d eeinen Be sie ihm. Aler, di Hlch aufn ih habe uchr wer lohner. roch ferne d sel ihn: Vat. liht meh uchn hlen Fin Wgemer a r Sünde, und nand das ganze Denn der da „Du sollst nicht Ubertreter dez das Gesetz der ig Gericht Uber Barmherzigket er berschlinge) an der Demul giebt er Gnade er euch erhöhi sorget für euch el, gehet umha Dem widerstehe ber eure Brüdet berufen hat zu uch, die ihr eint Demselbigen si under an.) sie ihn hörelen. 0 Dion hundert Scht und neunzig in de? Und wenn . Und wenn pricht zu ihn verlorm mn Cinen Sülhe Wuße nich ö sie der eih eh der Luhe ii Chrifi sehe el 3. Sonntag nach Trinitatis. 11⁵ Petrus aber sah ihn an mit Johanne, und sprach: Siehe uns an! Und er sah sie an, wartete, daß er etwas von ihnen empfinge. Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: im Namen Jesu Christi von Nazareth stehe auf, und wandele! Und griff ihn bei der rechten Hand, und richtete ihn auf. Alsobald stunden seine Schenkel und Knöchel fest; sprang auf, konnte gehen und stehen, und ging mit ihnen in den Tempel, wandelte und sprang, und lobte Gott. Und es sah ihn alles Volk wandeln, und Gott loben Sie kannten ihn auch, daß er es war, der um das Almosen gesessen hatte vor der schönen Thür des Tempels; und sie wurden voll Wunderns und Entsetzens über dem, das ihm widerfahren war. Als aber dieser Lahme, der nun gesund war, sich zu Petro und Johanne hielt, lief alles Volk zu ihnen in die Halle, die da heißt Salomos, und wunderten sich. Als Petrus das sah, antwortete er dem Volk: Ihr Männer von Israel, was wundert ihr euch darüber? oder was sehet ihr auf uns, als hätten wir diesen wandeln gemacht durch unsre eigne Kraft oder Ver⸗ dienst? Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unsrer Väter, hat sein Kind Jesum verkläret, welchen ihr überantwortet und ver— leugnet habt vor Pilato, da derselbige urteilte, ihn loszulassen. Ihr aber verleugnetet den Heiligen und Gerechten, und batet, daß man euch den Mörder schenkte; aber den Fürsten des Lebens habt ihr getötet. Den hat Gott auferwecket von den Toten; des sind wir Zeugen. Und durch den Glauben an seinen Namen hat er an diesem, den ihr sehet und kennet, bestätiget seinen Namen, und der Glaube durch ihn hat diesem gegeben diese Gesundheit vor euren Augen. Evangelische Lektion. Luc. 15, 11—32.(Der verlorene Sohn.) Und er sprach: Ein Mensch hatte zween Söhne; und der jüngste unter ihnen sprach zum Vater: Gieb mir, Vater, das Teil der Güter, das mir gehöret. Und er teilte ihnen das Gut. Und nicht lange darnach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen, und zog ferne über Land; und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen. Da er nun alle das Seine verzehret hatte, ward eine große Teurung durch dasselbige ganze Land, und er fing an, zu darben Und ging hin, und hängte sich an einen Bürger desselbigen Landes, der schickte ihn au seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit Trebern, die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm. Da schlug er in sich, und sprach: Wie viel Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben und ich verderbe im Hunger! Ich will mich aufmachen, und zu meinem Vater gehen, und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündiget in den Himmel und vor dir, und bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich als einen deiner Tage⸗ löhner. Und er machte sich auf, und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater, und jammerte ihn, lief und siel ihm um seinen Hals und küssete ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor, und thut ihn an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße; und bringet ein gemästet Kalb her, und schlachtet es; laßt uns essen und fröhlich sein; denn dieser mein Sohn war tot, und ist wieder lebendig worden; er war verloren und ist gefunden worden. Und fingen an, fröhlich zu sein. Aber der älteste Sohn war auf dem Felde; und als er nahe zum Hause kam, hörte er das Gesänge und den Reigen; und rief zu sich der Knechte einen, 8* 116 3. Sonntag nach Trinitatis. und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist kommen, und dein Vater hat ein gemästet Kalb geschlachtet, daß er ihn gesund wieder hat. Da ward er zornig, und wollte nicht hinein gehen. Da ging sein Vater heraus, und bat ihn. Er antwortete aber und sprach zum Vater: Siehe, so viel Jahre diene ich dir, und habe dein Gebot noch nie übertreten; und du hast mir nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Nun aber dieser dein Sohn kommen ist, der sein Gut mit Huren verschlungen hat, hast du ihm ein gemästet Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und gutes Muts sein; denn dieser dein Bruder war tot, und ist wieder lebendig worden; er war verloren, und ist wiedergefunden. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Josua 24, 14— 27.(Erwählet euch, welchem ihr dienen wollt.) So fürchtet nun den HErrn, und dienet ihm treulich und rechtschaffen, und lasset fahren die Götter, denen eure Väter gedienet haben jenseit des Wassers und in Agypten, und dienet dem HErrn. Gefällt es euch aber nicht, daß ihr dem HErrn dienet, so erwählet euch heute, welchem ihr dienen wollt, dem Gott, dem eure Väter gedienet haben jenseit des Wassers, oder den Göttern der Amoriter, in welcher Lande ihr wohnet. Ich aber und mein Haus wollen dem HErrn dienen. Da antwortete das Volk und sprach: Das sei ferne von uns, daß wir den HErrn verlassen, und andern Göttern dienen! Denn der HErr, unser Gott, hat uns und unsre Väter aus Agyptenland geführt, aus dem Diensthause, und hat vor unsern Augen solche große Zeichen gethan, und uns behütet auf dem ganzen Wege, den wir gezogen sind, und unter allen Völkern, durch welche wir gegangen sind; und hat ausgestoßen vor uns her alle Völker der Amoriter, die im Lande wohneten. Darum wollen wir auch dem HErrn dienen; denn er ist unser Gott. Josua sprach zum Volk: Ihr könnet dem HErrn nicht dienen; denn er ist ein heiliger Gott, ein eifriger Gott, der eurer Ubertretung und Sünde nicht schonen wird. Wenn ihr aber den HErrn verlasset, und einem fremden Gott dienet, so wird er sich wenden, und euch plagen, und euch umbringen, nachdem er euch Gutes gethan hat. Das Volk aber sprach zu Josua: Nicht also, sondern wir wollen dem HErrn dienen. Da sprach Josua zum Volk: Ihr seid Zeugen über euch, daß ihr den HErrn euch erwählet habt, daß ihr ihm dienet. Und sie sprachen: Ja. So thut nun von euch die fremden Götter, die unter euch sind, und neiget euer Herz zu dem HErrn, dem Gott Israels. Und das Volk sprach zu Josua: Wir wollen dem HErrn, unserm Gott, dienen, und seiner Stimme gehorchen. Also machte Josua desselben Tages einen Bund mit dem Voll, und legte ihnen Gesetze und Rechte vor zu Sichem. Und Josua schrieb dies alles ins Gesetzbuch Gottes, und nahm einen großen Stein und richtete ihn auf daselbst unter einer Eiche, die bei dem Heiligtum des HErrn war, und sprach zum ganzen Volk: Siehe, dieser Stein soll Zeuge sein zwischen uns; denn er hat gehöret alle Rede des HErrn, die er mit uns geredet hat; und soll ein Zeuge über euch sein, daß ihr euren Gott nicht verleugnet. Lektion aus dem Neuen Testamente. Jak. 2, 14— 23.(Der Glaube, der tot ist an ihm selber.) Was hilft es, lieben Brüder, so jemand sagt, er habe den Glauben, und hat doch die Werke nicht? Kann auch der Glaube ihn selig machen? So aber ein Nahrung, wärmet e Notdurft hat, ist e Hlauben, Verken, Du glaut glauben e der Glaul Berke ge siehest du Verke is da spricht gerechnet, Den wert sei, der Kreat Kreatur willen, d werden Freiheit mit uns, wir selbf selbst na wir sind sche, ist So wit Geduld. Denn w Heistsel die Herz die Heili 6 Und lich au dabon? Uohlthä Wäfellig Danks h der ist lommen, n gesund wieder Da ging sein ach zum Vatet: Rnie Ubertreten; teinen Freunden r sein Gut mit geschlachtet. Er und alles, was tes Muts sein; dig worden; er (Erwählet euch, ind rechtschaffen, aben jenseit des euch aber nicht, hr dienen woll, assers, oder den aber und mein md sprach: Da Göttern dienen! 3 Agyptenlard be große Zeichn zogen sind und hat ausgestoßen neten. Darun „Josua sprah ist ein heiligt Rschonen wid dienet, so wit es Derlalb, 0 n, Me n Olub, 90 machen 4. Sonntag nach Trinitatis. 11⁷ aber ein Bruder oder Schwester bloß wäre, und Mangel hätte der täglichen Nahrung, und jemand unter euch spräche zu ihnen: Gott berate euch, wärmet euch, und sättiget euch; gäbet ihnen aber nicht, was des Leibes Notdurft ist: was hülfe sie das? Also auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an ihm selber. Aber es möchte jemand sagen: Du hast den Glauben, und ich habe die Werke; zeige mir deinen Glauben mit deinen Werken, so will ich auch meinen Glauben dir zeigen mit meinen Werken. Du glaubest, daß ein einiger Gott ist: du thust wohl daran; die Teufel glauben es auch, und zittern. Willst du aber wissen, du eitler Mensch, daß der Glaube ohne Werke tot sei? Ist nicht Abraham, unser Vater, durch die Werke gerecht worden, da er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte? Da siehest du, daß der Glaube mitgewirket hat an seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen worden; und ist die Schrift erfüllet, die da spricht:„Abraham hat Gott geglaubet, und ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet,“ und ist ein Freund Gottes geheißen. 4. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Röm. 8, 18—- 27. Die neue Kreatur.) Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unseres Leibes Erlösung. Denn wir sind wohl selig, doch in der Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man sichet, ist nicht Hoffnung: denn wie kann man des hoffen, das man siehet? So wir aber des hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein durch Geduld. Desselbigen gleichen auch der Geist hilft unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sichs gebühret, sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn sei; denn er vertritt die Heiligen nach dem, das Gott gefällt. Evangelium. Luc. 6, 31—42.(Die Kinder des Allerhöchsten.) Und wie ihr wollt, daß euch die Leute thun sollen, also thut ihnen gleich auch ihr. Und so ihr liebet, die euch lieben, was Danks habt ihr davon? Denn die Sünder lieben auch ihre Liebhaber. Und wenn ihr euren Wohlthätern wohlthut, was Danks habt ihr davon? Denn die Sünder thun dasselbige auch. Und wenn ihr leihet, von denen ihr hoffet zu nehmen, was Danks habt ihr davon? Denn die Sünder leihen den Sündern auch, auf daß sie Gleiches wiedernehmen. Doch aber liebet eure Feinde; thut wohl und leihet, daß ihr nichts dafür hoffet, so wird euer Lohn groß sein, und werdet Kinder des Allerhöchsten sein; denn Er ist gütig über die Undankbaren und Boshaftigen. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Ver⸗ dammet nicht, 10 werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch 11⁸ 4. Sonntag nach Trinitatis. vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und über⸗ flüssig Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistolische Lektion. Apgsch. 4, 8—- 31.(Alle redeten das Wort Gottes mit Freudigkeit.) Petrus, voll des heiligen Geistes, sprach zu ihnen: Ihr Obersten des Volks und ihr Altesten von Israel! So wir heute werden gerichtet über dieser Wohlthat an dem kranken Menschen, durch welche er ist gesund worden, so sei euch und allem Volk von Israel kund gethan, daß in dem Namen Jesu Christi von Nazareth, welchen ihr gekreuziget habt, den Gott von den Toten auferwecket hat, stehet dieser allhie vor euch gesund. Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein worden ist; und ist in keinem Andern Heil, ist auch kein andrer Name den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden. Sie sahen aber an die Freudigkeit Petri und Johannis, und verwunderten sich; denn sie waren gewiß, daß es unge⸗ lehrte Leute und Laien waren, und kannten sie auch wohl, daß sie mit Jesu gewesen waren. Sie sahen aber den Menschen, der gesund war worden, bei ihnen stehen, und hatten nichts dawider zu reden. Da hießen sie sie hinaus⸗ gehen aus dem Rat, und handelten mit einander, und sprachen: Was wollen wir diesen Menschen thun? Denn das Zeichen, durch sie geschehen, ist kund und offenbar allen, die zu Jerusalem wohnen, und wir können es nicht leugnen. Aber damit es nicht weiter einreiße unter das Volk, laßt uns ernstlich sie bedrohen, daß sie hinfort keinem Menschen von diesem Namen sagen. Und riefen sie, und geboten ihnen, daß sie sich allerdinge nicht hören ließen, noch lehreten in dem Namen Jesu. Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Richtet ihr selbst, ob es vor Gott recht sei, daß wir euch mehr gehorchen denn Gott. Wir können es ja nicht lassen, daß wir nicht reden sollten, was wir gesehen und gehöret haben. Aber sie droheten ihnen, und ließen sie gehen, und fanden nicht, wie sie sie peinigten, um des Volks willen; denn sie lobten alle Gott über dem, das geschehen war. Denn der Mensch war über vierzig Jahre alt, an welchem dies Zeichen der Gesundheit geschehen war. Und als man sie hatte lassen gehen, kamen sie zu den Ihren, und verkündigten ihnen, was die Hohenpriester und Altesten zu ihnen gesagt hatten. Da sie das höreten, huben sie ihre Stimme auf einmütiglich zu Gott, und sprachen: HErr, der Du bist der Gott, der Himmel und Erde und das Meer und alles, was drinnen ist, gemacht hat; der du durch den Mund Davids, deines Knechts, gesagt hast:„Warum empören sich die Heiden, und die Völker nehmen vor, das umsonst ist? Die Könige der Erde treten zusammen, und die Fürsten versammeln sich zuhauf wider den HErrn und wider seinen Christ“: Wahrlich ja, sie haben sich versammelt über dein heiliges Kind Jesum, welchen du gesalbet hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und dem Volk Israel, zu thun, was deine Hand und dein Rat zuvor bedacht hat, das geschehen sollte. Und nun, HErr, siehe an ihr Drohen,: Vort, und geschehen d hatten, ber des heilige Cvange Selig verfolgen, röhlich u also habe das Salz Cs ist zu die Leute auf einen Licht an, leuchtet es vor den Himmel! Leltion a Und HErrn A begab sic an, dunk gelegt im Gottes hie bin i gerufen. lege dich abermal Siehe, nicht ges Samuel nicht gel er stund gerufen. ihm: Ge hrich: 9 sch an! mals: S Und der daß, we Aage w uill es sän wil wie sein schen. Hausz Uttelt und über⸗ em Maß, da ihr m ein Gleichnis: Herden sie nicht seinen Meister; Was siehest du in deinem Auge uder: Halt stille, siehest selbst nicht len aus deinem ers Auge ziehest Vort Gottes hr Obersten des u gerichtet über gesund worden, in dem Namen n Gott von den d. Das ist der den ist; und ist enschen gegeben, hreudigkeit Petti 3„ daß es unge⸗ aß sie mit Jesu war worden, de n sie sie hinaus⸗ n: Was wolle schehen, ist lund 25 nicht leugnen. mns ernstlich se. ien sagen. Und ht hören ließen mes antwortetel iht sei, daß vi , daß wir nith hbroheten ihnen um des Buli war. Denn du det Geum 4. Sonntag nach Trinitatis. 119 Drohen, und gieb deinen Knechten mit aller Freudigkeit zu reden dein Wort, und strecke deine Hand aus, daß Gesundheit und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Kindes Jesu. Und da sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, da sie versammelt waren; und wurden alle des heiligen Geistes voll, und redeten das Wort Gottes mit Freudigkeit. Evangelische Lektion. Matth. 5, 11—16.(Ihr seid das Licht der Welt.) Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen, und reden allerlei Übels wider euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl belohnet werden. Denn also haben sie verfolget die Propheten, die vor euch gewesen sind. Ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man salzen? Es ist zu nichts hinfort nütze, denn daß man es hinausschütte, und lasse es die Leute zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es mag die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an, und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denen allen, die im Hause sind. Also lasset euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen, und euren Vater im Himmel preisen. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Samuelis 3, 1— 19.(Es ist der HErr, er thue, was ihm wohlgefällt.) Und da Samuel, der Knabe, dem HErrn diente unter Eli, war des HErrn Wort teuer zu derselbigen Zeit, und war wenig Weissagung. Und es begab sich, zu derselben Zeit lag Eli an seinem Ort, und seine Augen fingen an, dunkel zu werden, daß er nicht sehen konnte. Und Samuel hatte sich gelegt im Tempel des HErrn, da die Lade Gottes war, ehe denn die Lampe Gottes verlosch. Und der HErr rief Samuel. Er aber antwortete: Siehe, hie bin ich! Und lief zu Eli, und sprach: Siehe, hie bin ich! du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe dich nicht gerufen; gehe wieder hin, und lege dich schlafen. Und er ging hin, und legte sich schlafen. Der HErr rief abermal: Samuel! Und Samuel stund auf, und ging zu Eli, und sprach: Siehe, hie bin ich! du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn; gehe wieder hin, und lege dich schlafen. Aber Samuel kannte den HErrn noch nicht, und des HErrn Wort war ihm noch nicht geoffenbart. Und der HErr rief Samuel aber zum dritten Mal. Und er stund auf, und ging zu Eli, und sprach: Siehe, hie bin ich! du hast mich gerufen. Da merkte Eli, daß der HErr den Knaben rief; und sprach zu ihm: Gehe wieder hin, und lege dich schlafen; und so du gerufen wirst, so sprich: Rede, HErr, denn dein Knecht höret. Samuel ging hin, und legte sich an seinen Ort. Da kam der HErr, und trat dahin, und rief wie vor⸗ mals: Samuel, Samuel! Und Samuel sprach: Rede, denn dein Knecht höret. Und der HErr sprach zu Samuel: Siehe, ich thue ein Ding in Israel, daß, wer das hören wird, dem werden seine beiden Ohren gellen. An dem Tage will ich erwecken über Eli, was ich wider sein Haus geredet habe; ich will es anfangen und vollenden. Denn ich habe es ihm angesagt, daß ich Richter sein will über sein Haus ewiglich um der Missethat willen, daß er wußte, wie seine Kinder sich schändlich hielten, und hätte nicht einmal sauer dazu esehen. Darum habe ich dem Hause Eli geschworen, daß diese Missethat des Hauses Eli soll nicht versöhnet werden, weder mit Opfer noch mit Speis⸗ „** 12⁰ 5. Sonntag nach Trinitatis. opfer ewiglich. Und Samuel lag bis an den Morgen und that die Thür auf am Hause des HErrn. Samuel aber fürchtete sich, das Gesicht Eli anzusagen. Da rief ihn Eli und sprach: Samuel, mein Sohn! Er ant⸗ wortete: Siehe, hie bin ich! Er sprach: Was ist das Wort, das dir gesaget ist? Verschweige mir nichts. Gott thue dir dies und das, wo du mir etwas verschweigest, das dir gesagt ist. Da sagte es ihm Samuel alles an, und verschwieg ihm nichts. Er aber sprach: Es ist der HErr; er thue, was ihm wohlgefällt. Samuel aber nahm zu, und der HErr war mit ihm, und fiel keins unter allen seinen Worten auf die Erde. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Petri 1, 2—15.(Thut Fleiß, euren Beruf und Erwählung fest zu machen.) Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu Christi, unsers HErrn! nachdem allerlei seiner göttlichen Kraft (wwas zum Leben und göttlichen Wandel dienet) uns geschenket ist durch die Erkenntnis des, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend, durch welche uns die teuren und allergrößesten Verheißungen geschenket sind, nämlich, daß ihr durch dasselbige teilhaftig werdet der göttlichen Natur, so ihr fliehet die vergängliche Lust der Welt: so wendet allen euren Fleiß daran, und reichet dar in eurem Glauben Tugend, und in der Tugend Be⸗ scheidenheit, und in der Bescheidenheit Mäßigkeit, und in der Mäßigkeit Geduld, und in der Geduld Gottseligkeit, und in der Gottseligkeit brüderliche Liebe, und in der brüderlichen Liebe gemeine Liebe. Denn wo solches reich⸗ lich bei euch ist, wird es euch nicht faul noch unfruchtbar sein lassen in der Erkenntnis unsers HErrn Jesu Christi; welcher aber solches nicht hat, der ist blind, und tappet mit der Hand, und vergißt der Reinigung seiner vorigen Sünden. Darum, lieben Brüder, thut desto mehr Fleiß, euren Beruf und Erwählung fest zu machen; denn wo ihr solches thut, werdet ihr nicht straucheln. Und also wird euch reichlich dargereicht werden der Eingang zu dem ewigen Reich unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi. Darum will ich es nicht lassen, euch allezeit solches zu erinnern, wiewohl ihr es wisset, und gestärkt seid in der gegenwärtigen Wahrheit. Denn ich achte es billig sein, so lange ich in dieser Hütte bin, euch zu erwecken und zu erinnern; denn ich weiß, daß ich meine Hütte bald ablegen muß, wie mir denn auch unser HErr Jesus Christus eröffnet hat. Ich will aber Fleiß thun, daß ihr allenthalben habet nach meinem Abschied, solches im Gedächtnis zu halten. 5. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Petri 3, 8—15.(Heiliget Gott den HErrn in euren Herzen.) Endlich aber seid allesamt gleichgesinnet, mitleidig, brüderlich, barm⸗ herzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet, denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nicht Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes; er suche Frieden, und jage ihm nach. Denn die Augen des HErrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des HErrn siehet auf die, da Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Heiliget ab Es be Gottes, u stehen; die in der Sck bom Land Und als e Höhe, un! antwortete und nichte da sie das uß. Und lämen, un voll, also d und sprach war ihn e Hiczg und Jchan Simon: sie fhrete Chistolisch Es st ist die Se an die Ap des HErr ie heraus Vult alle⸗ in den Te waren, u rael; lamen da ndigten Yleiß, und anden wi der Haupt ihnen bet Udigte ih im T mit den D bur dem Halten fi Haben wi sem Na wollet Die Nedhosti Rt Gott und an 0. ithat die Thür das Orsht Ei Sohn! Er ant⸗ das dir gesaget vo du mit etwas el alles an, und thue, was ihm it ihm, und fiel Thut Fleiß, euren ckenntnis Oottes göttlichen Kraft lket ist durch die eit und Tugend, geschenket sind, lichen Natur, so en euren Fleiß der Tugend Be— der Mäßigkei gkeit brüderliche vo solches reich⸗ in lassen in der nicht hat, der ig seiner vorigen Iren Beruf und erdet ihr nicht der Eingang zu Darum wi r es wisset und e es billig sein. erinnern; denn denn auch unst thun, daß ih hmis zu helln euren Herzen 5. Sonntag nach Trinitatis. 121¹ doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht, und erschrecket nicht; heiliget aber Gott den HErrn in euren Herzen. Evangelium. Luc. 5, 1—11.(Petri Fischzug.) Es begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und Er stund am See Genezareth, und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Netze: trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führte. Und er setzte sich, und lehrete das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehört, zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zer⸗ riß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiff waren, daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie sanken. Da das Simon Petrus sah, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: HErr, gehe von mir hinaus! ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ankommen und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten; desselbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. Epistolische Lektion. Apgsch. 5, 17— 42.(Sie waren fröhlich, daß sie würdig gewesen der Schmach um Christi willen.) Es stund aber auf der Hohepriester und alle, die mit ihm waren, welches ist die Sekte der Sadducäer, und wurden voll Eifers, und legten die Hände an die Apostel, und warfen sie in das gemeine Gefängnis. Aber der Engel des HErrn that in der Nacht die Thür des Gefängnisses auf, und führte sie heraus, und sprach: Gehet hin, und tretet auf, und redet im Tempel zum Volk alle Worte dieses Lebens. Da sie das gehöret hatten, gingen sie früh in den Tempel, und lehreten. Der Hohepriester aber kam, und die mit ihm waren, und riefen zusammen den Rat und alle Altesten der Kinder von Israel; und sandten hin zum Gefängnis, sie zu holen. Die Diener aber kamen dar, und fanden sie nicht im Gefängnis; kamen wieder, und ver⸗ kündigten und sprachen: Das Gefängnis fanden wir verschlossen mit allem Fleiß, und die Hüter draußen stehen vor den Thüren; aber da wir aufthaten, fanden wir niemand drinnen. Da diese Rede höreten der Hohepriester und der Hauptmann des Tempels und andere Hohepriester, wurden sie über ihnen betreten, was doch das werden wollte. Da kam einer dar, der ver⸗ kündigte ihnen: Sehet, die Männer, die ihr in das Gefängnis geworfen habt, sind im Tempel, stehen, und lehren das Volk. Da ging hin der Hauptmann mit den Dienern, und holeten sie, nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten sich vor dem Volk, daß sie nicht gesteiniget würden; und als sie sie brachten, stelleten sie sie vor den Rat. Und der Hohepriester fragte sie und sprach: Haben wir euch nicht mit Ernst geboten, daß ihr nicht solltet lehren in diesem Namen? Und sehet, ihr habt Jerusalem erfüllet mit eurer Lehre, und wollet dieses Menschen Blut über uns führen. Petrus aber antwortete und die Apostel und sprachen: Man muß Gott mehr gehorchen denn den Menschen. Der Gott unserer Väter hat Jesum auferwecket, welchen ihr erwürget habt und an das Holz gehänget. Den hat Gott durch seine rechte Hand erhöhet 5. Sonntag nach Trinitatis. zu einem Fürsten und Heiland, zu geben Israel Buße und Vergebung der Sünden. Und wir sind seine Zeugen über diese Worte, und der heilige Geist, welchen Gott gegeben hat denen, die ihm gehorchen. Da sie das höreten, gings ihnen durchs Herz, und dachten, sie zu töten. Da stund aber auf im Rat ein Pharisäer, mit Namen Gamaliel, ein Schriftgelehrter, wohl gehalten vor allem Volk, und hieß die Apostel ein wenig hinausthun, und sprach zu ihnen: Ihr Männer von Israel, nehmet eurer selbst wahr an diesen Menschen, was ihr thun sollt. Vor diesen Tagen stund auf Theudas, und gab vor, er wäre etwas, und hingen an ihm eine Zahl Männer, bei vier hundert; der ist erschlagen, und alle, die ihm zufielen, sind zerstreuet und zu nichte worden. Darnach stund auf Judas aus Galiläa in den Tagen der Schatzung, und machte viel Volks abfällig ihm nach; und der ist auch umkommen, und alle, die ihm zufielen, sind zerstreuet. Und nun sage ich euch: Laßt ab von diesen Menschen, und laßt sie fahren. Ist der Rat oder das Werk aus den Menschen, so wird es untergehen; ist es aber aus Gott, so könnet ihr es nicht dämpfen; auf daß ihr nicht erfunden werdet, als die wider Gott streiten wollen. Da fielen sie ihm zu; und riefen die Apostel, stäupten sie, und geboten ihnen, sie sollten nicht reden in dem Namen Jesu, und ließen sie gehen. Sie gingen aber fröhlich von des Rats Angesicht, daß sie würdig gewesen waren, um seines Namens willen Schmach zu leiden; und höreten nicht auf, alle Tage im Tempel und hin und her in Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesu Christo. Evangelische Lektion. Luc. 7, 36— 50.(Viel Liebe, wo viel Vergebung.) Es bat ihn aber der Pharisäer einer, daß er mit ihm äße. Und er ging hinein in des Pharisäers Haus, und setzte sich zu Tische. Und siehe, ein Weib war in der Stadt, die war eine Sünderin. Da die vernahm, daß er zu Tische saß in des Pharisäers Hause, brachte sie ein Glas mit Salben, und trat hinten zu seinen Füßen, und weinete, und fing an, seine Füße zu netzen mit Thränen, und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küssete seine Füße, und salbete sie mit Salben. Da aber das der Pharisäer sah, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüßte er, wer und welch ein Weib das ist, die ihn anrühret; denn sie ist eine Sünderin. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sage an. Es hatte ein Wucherer zween Schuldner. Einer war schuldig fünf hundert Groschen, der andre fünfzig. Da sie aber nicht hatten, zu bezahlen, schenkte er es beiden. Sage an, welcher unter denen wird ihn am meisten lieben? Simon ant⸗ wortete und sprach: Ich achte, dem er am meisten geschenket hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht gerichtet. Und er wandte sich zu dem Weibe, und sprach zu Simon: Siehest du dies Weib? Ich bin kommen in dein Haus, du hast mir nicht Wasser gegeben zu meinen Füßen; diese aber hat meine Füße mit Thränen genetzet, und mit den Haaren ihres Haupts ge— trocknet. Du hast mir keinen Kuß gegeben; diese aber, nachdem sie herein⸗ kommen ist, hat sie nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Ol gesalbet; sie aber hat meine Füße mit Salben gesalbet, Derhalben sage ich dir: Ihr sind viele Sünden vergeben, denn sie hat viel geliebet; welchem aber wenig vergeben wird, der liebet wenig. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben. Da fingen an, die mit ihm zu Tische saßen, und sprachen bei sich selbst: Wer ist dieser, der auch die Sünden vergiebt? Er aber sprach zu dem Weibe: Dein Glaube hat dir geholfen; gehe hin mit Frieden. Leltion at Und den ich be Horn mit Jai; den aber sprac Der HEr Ich bin k da will I dit sagen gen Bethl entgegen, bin komm Opfer. U Da sie m dem HEr nicht an Denn es Augen ist 1 ließ auch nicht Diesen vor Sam keinen er Er aber Da syra werden u ihn holen Und der sein Olhe des HErr machte si Leltiong Vergebung der und der heilige a sie das höreten, stund aber auf tgelehrter, wohl hinausthun, und st wahr an diesen uf Theudas, und Männer, bei vier ud zerstreuet und n den Tagen der nd der ist auch ind nun sage ich n. Is der Rat 5 aber aus Gott, n werdet, als die efen die Apostel, em Namen Jesu, Rats Angesicht chmach zu leiden; her in Häusemn isto. viel Vergebung.) m äße. Und e 2. Und fiehe, ein vernahm, daß er las mit Salben u. seine Fuße i u trocknen, un as der Pharisen e: Wenn dish das ist, die ihn 5 10 ster, sage an. Indat Hroshn nkte er es bedn ? Simon auh t. Er abl 5. Sonntag nach Trinitatis. 12³3 Nachmittags. Leltion aus dem Alten Testamente. 1. Samuelis 16, 1—13.(Der HErr siehet das Herz an.) Und der HErr sprach zu Samuel: Wie lange trägst du Leid um Saul, den ich verworfen habe, daß er nicht König sei über Israel? Fülle dein Horn mit OÖl, und gehe hin; ich will dich senden zu dem Bethlehemiter Isai; denn unter seinen Söhnen habe ich mir einen König ersehen. Samuel aber sprach: Wie soll ich hingehen? Saul wirds erfahren, und mich erwürgen. Der HErr sprach: Nimm ein Kalb von den Rindern zu dir, und sprich: Ich bin kommen, dem HErrn zu opfern. Und sollst Isai zum Opfer laden; da will Ich dir weisen, was du thun sollst, daß du mir salbest, welchen ich dir sagen werde. Samuel that, wie ihm der HErr gesagt hatte, und kam gen Bethlehem. Da entsetzten sich die Altesten der Stadt, und gingen ihm entgegen, und sprachen: Ist es Friede, daß du kommest? Er sprach: Ja, ich bin kommen, dem HErrn zu opfern; heiliget euch, und kommet mit mir zum Opfer. Und er heiligte den Isai und seine Söhne, und lud sie zum Opfer. Da sie nun herein kamen, sahe er den Eliab an, und gedachte, ob der vor dem HErrn sei sein Gesalbter. Aber der HErr sprach zu Samuel: Siehe nicht an seine Gestalt, noch seine große Person; ich habe ihn verworfen. Denn es gehet nicht, wie ein Mensch siehet. Ein Mensch siehet, was vor Augen ist, der HErr aber siehet das Herz an. Da rief Isai den Abinadab, und ließ ihn vor Samuel übergehen. Und er sprach: Diesen hat der HErr auch nicht erwählet. Da ließ Isai vorüber gehen Samma. Er aber sprach: Diesen hat der HErr auch nicht erwählet. Da ließ Isai seine sieben Söhne vor Samuel übergehen. Aber Samuel sprach zu Isai: Der HErr hat derer keinen erwählet. Und Samuel sprach zu Isai: Sind das die Knaben alle? Er aber sprach: Es ist noch übrig der kleinste; und siehe, er hütet der Schafe. Da sprach Samuel zu Isai: Sende hin, und laß ihn holen; denn wir werden uns nicht setzen, bis er hieher komme. Da sandte er hin, und ließ ihn holen. Und er war bräunlich, mit schönen Augen und guter Gestalt. Und der HErr sprach: Auf! und salbe ihn; denn der ist es. Da nahm Samuel sein Olhorn, und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des HErrn geriet über David von dem Tage an und fürder. Samuel aber machte sich auf, und ging gen Rama. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 9, 32— 43.(Petri Wunderwerk.) Es geschah aber, da Petrus durchzog allenthalben, daß er auch zu den Heiligen kam, die zu Lydda wohneten. Daselbst fand er einen Mann mit Namen Aneas, acht Jahre lang auf dem Bette gelegen, der war gichtbrüchig. Und Petrus sprach zu ihm: Anea, Jesus Christus macht dich gesund; stehe auf, und bette dir selber! Und alsobald stund er auf. Und es sahen ihn alle, die zu Lydda und zu Sarona wohneten; die bekehrten sich zu dem HErrn. Zu Joppe aber war eine Jüngerin, mit Namen Tabea,(welches verdolmetschet heißt eine Rehe.) die war voll guter Werke und Almosen, die sie that. Es begab sich aber zu derselbigen Zeit, daß sie krank ward und starb. Da wuschen sie dieselbige, und legten sie auf den Söller. Nun aber Lydda nahe bei Joppe ist, da die Jünger höreten, daß Petrus daselbst war, sandten sie zween Männer zu ihm, und ermahneten ihn, daß er sichs nicht ließe verdrießen, zu ihnen zu kommen. Petrus aber stund auf, und kam mit ihnen. Und als er darkommen war, führeten sie ihn hinauf auf den Söller, und traten um ihn alle Witwen, weineten, und zeigten ihm die 1²⁴ 6. Sonntag nach Trinitatis. Röcke und Kleider, welche die Rehe machte, weil sie bei ihnen war. Und da Petrus sie alle hinausgetrieben hatte, knieete er nieder, betete, und wandte sich zu dem Leichnam, und sprach: Tabea, stehe auf! Und sie that ihre Augen auf; und da sie Petrum sah, setzte sie sich wieder. Er aber gab ihr die Hand, und richtete sie auf, und rief die Heiligen und die Witwen, und stellte sie lebendig dar. Und es ward kund durch ganz Joppe, und viele wurden gläubig an den HErrn. Und es geschah, daß er lange Zeit zu Joppe blieb bei einem Simon, der ein Gerber war. 6. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Röm. 6, 3— 14.(Wir sind in Christi Tod getauft.) Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, die find in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleich wie Christus ist auferwecket von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu Einem Mal; das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm HErrn. So laßt nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, ihr Gehorsam zu leisten in seinen Lüsten. Auch begebet nicht der Sünde eure Glieder zu Waffen der Ungerechtigkeit, sondern begebet euch selbst Gott, als die da aus den Toten lebendig sind, und eure Glieder Gott zu Waffen der Gerechtigkeit. Denn die Sünde wird nicht herrschen können Über euch, sintemal ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade. Evangelium. Matth. 5, 17—26.(Die Gerechtigkeit, die besser als die der Pharisäer.) Ihr sollt nicht wähnen, daß ich kommen bin, das Gesetz oder die Pro⸗ pheten aufzulösen; ich bin nicht kommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch wahrlich: Bis daß Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe, noch Ein Tüttel vom Gesetze, bis daß es alles geschehe. Wer nun Eins von diesen kleinsten Geboten auflöset, und lehret die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber thut und lehret, der wird groß heißen im Himmelreich. Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt ge— hört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm, und opfere deine Gabe. Sei willfertig bist, auf Richtet, u Aletier get kommen,! Cpiftolisc Aber und gehe Gaza, die Mann au in Mohre gen Jeru und las! hinzu, un hörte, daf was durl Und erm. Inhalt al Schlachtu hat er ni— erhaben. ist von d und sprae selbst ode und fing Jesu. Ul der Kämt aufen la mag es w Gottes S das Waf Ebangel Und Samen der Sam bon ihr eizen i un as Rei Fünt llinste Un und wird daß die! Laltion 0 Und zun Sau sin der rut ganz 6. Sonntag nach Trinitatis. 12⁵ willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen heraus⸗ kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Epistolische Lektion. Apgsch. 8, 26— 38.(Der Kämmerer aus Mohrenland.) Aber der Engel des HErrn redete zu Philippo und sprach: Stehe auf, und gehe gegen Mittag, auf die Straße, die von Jerusalem gehet hinab gen Gaza, die da wüste ist. Und er stund auf, und ging hin. Und siehe, ein Mann aus Mohrenland, ein Kämmerer und Gewaltiger der Königin Kandace in Mohrenland, welcher war über alle ihre Schatzkammern, der war kommen gen Jerusalem, anzubeten, und zog wieder heim, und saß auf seinem Wagen, und las den Propheten Jesaias. Der Geist aber sprach zu Philippo: Gehe hinzu, und mache dich bei diesen Wagen. Da lief Philippus hinzu, und hörte, daß er den Propheten Jesaias las, und sprach: Verstehest du auch, was du liesest? Er aber sprach: Wie kann ich, so mich nicht jemand anleitet? Und ermahnte Philippum, daß er aufträte und setzte sich bei ihn. Der Inhalt aber der Schrift, die er las, war dieser:„Er ist wie ein Schaf zur Schlachtung geführet, und still wie ein Lamm vor seinem Scherer, also hat er nicht aufgethan seinen Mund. In seiner Niedrigkeit ist sein Gericht erhaben. Wer wird aber seines Lebens Länge ausreden? denn sein Leben ist von der Erde weggenommen.“ Da antwortete der Kämmerer Philippo und sprach: Ich bitte dich, von wem redet der Prophet solches? Von ihm selbst oder von jemand anders? Philippus aber that seinen Mund auf, und fing von dieser Schrift an, und predigte ihm das Evangelium von Jesu. Und als sie zogen der Straße nach, kamen sie an ein Wasser. Und der Kämmerer sprach: Siehe, da ist Wasser; was hindert es, daß ich mich taufen lasse? Philippus aber sprach: Glaubest du von ganzem Herzen, so mag es wohl sein. Er antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus Gottes Sohn ist. Und er hieß den Wagen halten, und stiegen hinab in das Wasser beide Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn. Evangelische Lektion. Marc. 4, 26— 32.(Der Same geht auf und wächst.) Und er sprach: Das Reich Gottes hat sich also, als wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft, und schläft, und stehet auf, Nacht und Tag; und der Same gehet auf, und wächset, daß er es nicht weiß. Denn die Erde bringt von ihr selbst zum ersten das Gras, darnach die Ahren, darnach den vollen Weizen in den Ahren. Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schickt er bald die Sichel hin, denn die Ernte ist da. Und er sprach: Wem wollen wir das Reich Gottes vergleichen? und durch welch Gleichnis wollen wir es vor⸗ bilden? Gleich wie ein Senfkorn, wenn das gesäet wird aufs Land, so ist es das kleinste unter allen Samen auf Erden; und wenn es gesäet ist, so nimmt es zu, und wird größer denn alle Kohlkräuter, und gewinnet große Zweige, also daß die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Sam. 24, 1—20.(iebe für Haß.) Und David zog hinauf von dannen, und blieb in der Burg Engedi. Da nun Saul wieder kam von den Philistern, ward ihm gesagt: Siehe, David ist in der Wüste Engedi. Und Saul nahm drei tausend junger Mannschaft aus ganz Israel, und zog hin, David samt seinen Männern zu suchen auf 12⁶ 6. Sonntag nach Trinitatis. den Felsen der Gemsen. Und da er kam zu den Schafhürden am Wege, war Aahher eine Höhle, und Saul ging hinein, seine Füße zu decken. David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle. Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, davon der HErr dir gesagt hat:„Siehe, ich will deinen Feind in deine Hände geben, daß du mit ihm thust, was dir gefällt.“ Und David stund auf, und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls. Aber darnach schlug ihm sein Herz, daß er den Zipfel Sauls hatte abgeschnitten, und sprach zu seinen Männern: Das lasse der HErr ferne von mir sein, daß ich das thun sollte, und meine Hand legen an meinen Herrn, den Gesalbten des HErrn; denn er ist der Gesalbte des HErrn. Und David wies seine Männer von sich mit Worten, und ließ sie nicht wider Saul sich auflehnen. Da aber Saul sich aufmachte aus der Höhle, und ging auf dem Wege, machte sich darnach David auch auf, und ging aus der Höhle, und rief Saul hinten nach und sprach: Mein Herr König! Saul sah hinter sich. Und David neigte sein Antlitz zur Erde, und betete an, und sprach zu Saul: Warum gehorchest du Menschen Wort, die da sagen: David sucht dein Unglück? Siehe, heutiges Tages sehen deine Augen, daß dich der HErr heute hat in meine Hand gegeben in der Höhle, und es ward gesagt, daß ich dich sollte erwürgen. Aber es ward deiner verschonet; denn ich sprach: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen; denn er ist der Gesalbte des HErrn. Mein Vater, siehe doch den Zipfel von deinem Rock in meiner Hand, daß ich dich nicht erwürgen wollte, da ich den Zipfel von deinem Rock schnitt. Erkenne und siehe, daß nichts Böses in meiner Hand ist, noch keine ÜUbertretung. Ich habe auch an dir nicht gesündigt, und du jagest meine Seele, daß du sie wegnehmest. Der HErr wird Richter sein zwischen mir und dir, und mich an dir rächen; aber meine Hand soll nicht über dir sein. Wie man sagt nach dem alten Sprichwort: Von Gottlosen kommt Untugend. Aber meine Hand soll nicht über dir sein. Wem ziehest du nach, König von Israel? Wem jagest du nach? Einem toten Hunde, einem einigen Floh. Der HErr sei Richter, und richte zwischen mir und dir, und sehe drein, und führe meine Sache aus, und rette mich von deiner Hand. Als nun David solche Worte zu Saul hatte ausgeredet, sprach Saul: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul hub auf seine Stimme, und weinte, und sprach zu David: Du bist gerechter denn ich. Du hast mir Gutes bewiesen; ich aber habe dir Böses bewiesen. Und du hast mir heute angezeigt, wie du Gutes an mir gethan hast, daß mich der HErr hatte in deine Hände beschlossen, und du mich doch nicht erwürget hast. Wie sollte jemand seinen Feind finden, und ihn lassen einen guten Weg gehen? Der HErr vergelte dir Gutes für diesen Tag, das du an mir gethan hast. Lektion aus dem Neuen Testamente. Gal. 3, 1—12.(Die mit des Gesetzes Werken umgehen.) O ihr unverständigen Galater, wer hat euch bezaubert, daß ihr der Wahrheit nicht gehorchet? welchen Christus Jesus vor die Augen gemalet war, und jetzt unter euch gekreuziget ist. Das will ich allein von euch lernen: habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben? Seid ihr so unverständig? Im Geist habt ihr angefangen, wollt ihr es denn nun im Fleisch vollenden? Habt ihr denn so viel umsonst erlitten? Ist es anders umsonst. Der euch nun den Geist reicht und thut solche Thaten unter euch, thut er es durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben? Gleich wie Abraham hat Gott geglaubet, und es ist ihm gerechnet zur Gerechtigkeit. So erkennet ihr ja nun, daß, die des Glau zuvor ers⸗ berkündig Also wer Abraham Fluch. 2 in alle d Daß aber „der Oer Glauben⸗ ihr euch gehorsam rechtigkeit aber nun ihr ergeb Anechtet Schwachl zum Die also beg heilig w von der ihr euch von der! heilig we Sold; ab e4 nahm Jungern hatten ei hagen. duf, siel hatten; x chifoli Sar Vunger en am Wege, war cken. David aber e Männer Davidtz t:„Siehe, ich will „was dir gefällt“ tock Sauls. Aber abgeschnitten, und sein, daß ich das albten des HErrn; e Männer von sich Da aber Saul sich ich darnach David und sprach: Mein e sein Antlitz zur chest du Menschen „heutiges Tage e Hand gegeben in n. Aber es ward nicht an meinen Voter, siehe ii ich nicht erwürgeh au siche, duf habe u u sie wegnehmest ih an dir rüchen nach dem alle e Hand sal dis Wem jages u 1 sci Richter, u neine Sache aus Worte zu S mme, mein Sohi , und weh. iesen; ich aul, 00 91 du Gutth Algssen Hime beschloseh 00 Knn Err vergelte B.. nit des Oefh 7. Sonntag nach Trinitatis. 427 des Glaubens sind, das sind Abrahams Kinder. Die Schrift aber hat es zuvor ersehen, daß Gott die Heiden durch den Glauben gerecht mache; darum verkündigt sie dem Abraham:„In dir sollen alle Heiden gesegnet werden.“ Also werden nun, die des Glaubens sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham. Denn die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter dem Fluch. Denn es stehet geschrieben:„Verflucht sei jedermann, der nicht bleibt in alle dem, das geschrieben stehet in dem Buch des Gesetzes, daß er es thue.“ Daß aber durch das Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn „der Gerechte wird seines Glaubens leben“. Das Gesetz aber ist nicht des Glaubens, sondern„der Mensch, der es thut, wird dadurch leben“. 7. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Röm. 6, 15— 23.(Die Gabe Gottes ist das ewige Leben.) Wie nun? sollen wir sündigen, dieweil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne! Wisset ihr nicht, welchem ihr euch begebet zu Knechten in Gehorsam, des Knechte seid ihr, dem ihr gehorsam seid, es sei der Sünde zum Tode, oder dem Gehorsam zur Ge— rechtigkeit? Gott sei aber gedankt, daß ihr Knechte der Sünde gewesen seid, aber nun gehorsam worden von Herzen dem Vorbilde der Lehre, welchem ihr ergeben seid. Denn nun ihr frei worden seid von der Sünde, seid ihr Knechte worden der Gerechtigkeit. Ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleich wie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienste der Unreinigkeit und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet nun auch eure Glieder zu Dienste der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm HErrn. Evangelium. Marc. 8, 1— 9.(Mich jammert des Volks; sie haben nichts zu essen.) Zu der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks; denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von ferne kommen. eine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hie in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brote? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote, und dankte, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte, und hieß dieselbigen auch vor— tragen. Sie aßen aber und wurden satt; und huben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei vier tausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. Epistolische Lektion. Apgsch. 9, 1—19.(Um Christi willen habe ich alles für Schaden geachtet.) Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden wider die Jünger des HErrn, und ging zum Hohenpriester, und bat ihn um Briefe 128 7. Sonntag nach Trinitatis. gen Damaskus an die Schulen, auf daß, so er etliche dieses Weges fände, Männer und Weiber, er sie gebunden führete gen Jerusalem. Und da er auf dem Wege war, und nahe bei Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; und er fiel auf die Erde, und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Er aber sprach: HErr, wer bist du? Der HErr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel löcken. Und er sprach mit Zittern und Zagen: HErr, was willst du, daß ich thun soll? Der HErr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe in die Stadt; da wird man dir sagen, was du thun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, stunden, und waren erstarret; denn sie höreten eine Stimme, und sahen niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen aufthat, sah er niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand, und führeten ihn gen Damaskus; und war drei Tage nicht sehend, und aß nicht und trank nicht. Es war aber ein Jünger zu Damaskus, mit Namen Ananias; zu dem sprach der HErr im Gesichte: Anania! Und er sprach: Hie bin ich, HErr. Der HErr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe hin in die Gasse, die da heißt die richtige, und frage in dem Hause Judas nach Saul, mit Namen von Tarsen; denn siehe, er betet, und hat gesehen im Gesicht einen Mann, mit Namen Ananias, zu ihm hineinkommen, und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Ananias aber antwortete: HErr, ich habe von vielen gehöret von diesem Manne, wie viel Übels er deinen Heiligen gethan hat zu Jerusalem; und er hat allhie Macht von den Hohenpriestern, zu binden alle, die deinen Namen anrufen. Der HErr sprach zu ihm: Gehe hin; denn dieser ist mir ein auserwählt Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor den Heiden und vor den Königen und vor den Kindern von Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Und Ananias ging hin, und kam in das Haus, und legte die Hände auf ihn, und sprach: Lieber Bruder Saul, der HErr hat mich gesandt,(der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamest,.) daß du wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllet werdest. Und alsobald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er ward wieder sehend; und stund auf, ließ sich taufen, und nahm Speise zu sich, und stärkte sich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Damaskus. Evangelische Lektion. Matth. 19, 16—26.(Verkause, was du hast.) Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes thun, daß ich das ewige Leben möge haben? Er aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote. Da sprach er zu ihm! Welche? Jesus aber sprach: Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; ehre Vater und Mutter; und: du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Da sprach der Jüngling zu ihm; Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf; was fehlt mir noch? Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gieb es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach. Da der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt von ihm; denn er hatte viel Güter. Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: ein Reicher wird schwerlich in das Himmelreich kommen. Und weiker sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Da das seine Jünger höreten, entsetzten sie sich se gahe sie bei Gott Heltlon ö Und Goit syr meinem denn vo Herzen v einen Si Nun, H. meines weder m das du vor der daß er d wer verr wohl, da du solche noch um so habe berständ nach dir dir auch unter de wandeln gewande Lektion Es mann v samt se mmer; Stunde 1 aberf + Laahn Sinon, Simon, Und da ween se die auf Des and amen, nd alg vard er uun Oefd hiederget 5 Weges fände, em. Und da er lete ihn plötlich e eine Stimme, Er aber sprach: u verfolgest. Es rach mit Zittern Err sprach zu sagen, was du „ stunden, und emand. Saulus zen aufthat, sah ühreten ihn gen und trank nicht. nanias; zu dem bin ich, HErt. ie Gasse, die da mul, mit Namen ht einen Mann, auf ihn legen, rr, ich habe von Heiligen gethen henpriestern, zu ö zu ihm: Gahe meinen Namen n Kindern von meines Namens legte die Hände ch gesandt, er wieder sehend d fiel es von sund auf,ließ aulus aber war er 9½, U sah luch: 0 sahe 10 7. Sonntag nach Trinitatis. 129 sie sich sehr, und sprachen: Je! wer kann denn selig werden? Jesus aber sahe sie an und sprach zu ihnen. Bei den Menschen ist es unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Könige 3, 5— 14.(Du wollest deinem Knechte ein gehorsames Herz geben.) Und der HErr erschien Salomo zu Gibeon im Traum des Nachts, und Gott sprach: Bitte, was ich dir geben soll. Salomo sprach: Du hast an meinem Vater David, deinem Knechte, große Barmherzigkeit gethan, wie er denn vor dir gewandelt hat in Wahrheit und Gerechtigkeit und mit richtigem Herzen vor dir; und hast ihm diese große Barmherzigkeit gehalten, und ihm einen Sohn gegeben, der auf seinem Stuhl säße, wie es denn jetzt gehet. Nun, HErr, mein Gott, Du hast deinen Knecht zum Könige gemacht an meines Vaters David Statt. So bin ich ein kleiner Knabe, weiß nicht weder meinen Ausgang noch Eingang. Und dein Knecht ist unter dem Volk, das du erwählet hast, so groß, daß es niemand zählen noch beschreiben kann, vor der Menge. So wollest du deinem Knechte geben ein gehorsam Herz, daß er dein Volk richten möge, und verstehen, was gut und böse ist. Denn wer vermag dies dein mächtig Volk zu richten? Das gefiel dem HErrn wohl, daß Salomo um ein solches bat. Und Gott sprach zu ihm: Weil du solches bittest, und bittest nicht um langes Leben, noch um Reichtum, noch um deiner Feinde Seele, sondern um Verstand, Gericht zu hören, siehe, so habe ich gethan nach deinen Worten. Siehe, ich habe dir ein weises und verständiges Herz gegeben, daß deines gleichen vor dir nicht gewesen ist, und nach dir nicht aufkommen wird. Dazu, das du nicht gebeten hast, habe ich dir auch gegeben, nämlich Reichtum und Ehre, daß deines gleichen keiner unter den Königen ist zu deinen Zeiten. Und so du wirst in meinen Wegen wandeln, daß du hältst meine Sitten und Gebote, wie dein Vater David gewandelt hat, so will ich dir geben ein langes Leben. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 10, 1— 33.(Bekehrung des Hauptmanns Cornelius.) Es war aber ein Mann zu Cäsarien, mit Namen Cornelius, ein Haupt⸗ mann von der Schar, die da heißt die welsche, gottselig und gottesfürchtig samt seinem ganzen Hause, und gab dem Volk viel Almosen, und betete immer zu Gott. Der sah in einem Gesicht offenbarlich um die neunte Stunde am Tage einen Engel Gottes zu ihm eingehen, der sprach zu ihm: Corneli! Er aber sah ihn an, erschrak, und sprach: Herr, was ists? Er aber sprach zu ihm: Dein Gebet und deine Almosen sind hinauf kommen in das Gedächtnis vor Gott. Und nun sende Männer gen Joppe, und laß fordern Simon, mit dem Zunamen Petrus, welcher ist zur Herberge bei einem Gerber Simon, des Haus am Meer liegt; der wird dir sagen, was du thun sollst. Und da der Engel, der mit Cornelio redete, hinweg gegangen war, rief er 7˙ seiner Hausknechte und einen gottesfürchtigen Kriegsknecht von denen, ie auf ihn warteten, und erzählte es ihnen alles, und sandte sie gen Joppe. Des andern Tages, da diese auf dem Wege waren, und nahe zur Stadt lamen, stieg Petrus hinauf auf den Söller, zu beten, um die sechste Stunde. Und als er hungrig ward, wollte er anbeißen. Da sie ihm aber zubereiteten, ward er entzückt, und sahe den Himmel aufgethan, und herniederfahren zu ihm ein Gefäß, wie ein groß leinen Tuch, an vier Zipfeln gebunden, und ward niedergelassen auf die Erde; darinnen waren allerlei vierfüßige Tiere der Erde 9 130⁰ 8. Sonntag nach Trinitatis. und wilde Tiere und Gewürm und Vögel des Himmels. Und geschah eine Stimme zu ihm: Stehe auf, Petre, schlachte, und iß! Petrus aber sprach: O nein, HErr; denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Unreines gegessen. Und die Stimme sprach zum andern Mal zu ihm: Was Gott gereiniget hat, das mache du nicht gemein. Und das geschah zu drei Malen; und das Gefäß ward wieder aufgenommen gen Himmel. Als aber Petrus sich in ihm selbst bekümmerte, was das Gesicht wäre, das er gesehen hatte, siehe, da fragten die Männer, von Cornelio gesandt, nach dem Hause Simons, und stunden an der Thür, riefen und forschten, ob Simon, mit dem Zunamen Petrus, allda zur Herberge wäre. Indem aber Petrus sich besinnet über dem Gesicht, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich; aber stehe auf, steige hinab, und ziehe mit ihnen, und zweifle nichts; denn Ich habe sie ge⸗ sandt. Da stieg Petrus hinab zu den Männern, die von Cornelio zu ihm gesandt waren, und sprach: Siehe, ich bin es, den ihr suchet; was ist die Sache, darum ihr hie seid? Sie aber sprachen: Cornelius, der Hauptmann, ein frommer und gottesfürchtiger Mann und guten Gerüchts bei dem ganzen Volk der Juden, hat einen Befehl empfangen vom heiligen Engel, daß er dich sollte fordern lassen in sein Haus, und Worte von dir hören. Da rief er sie hinein, und beherbergte sie. Des andern Tages zog Petrus aus mit ihnen, und etliche Brüder von Joppe gingen mit ihm. Und des andern Tages kamen sie ein gen Cäsarien. Cornelius aber wartete auf sie, und rief zusammen seine Verwandten und Freunde. Und als Petrus hineinkam, ging ihm Cornelius entgegen, und fiel zu seinen Füßen, und betete ihn an. Petrus aber richtete ihn auf, und sprach: Stehe auf, ich bin auch ein Mensch. Und als er sich mit ihm besprochen hatte, ging er hinein, und fand ihrer viele, die zusammenkommen waren. Und er sprach zu ihnen: Ihr wisset, wie es ein ungewohnet Ding ist einem jüdischen Mann, sich zu thun oder zu kommen zu einem Fremdling; aber Gott hat mir gezeiget, keinen Menschen gemein oder unrein zu heißen. Darum habe ich mich nicht geweigert, zu kommen, als ich bin her gefordert. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt lassen fordern. Cornelius sprach: Ich habe vier Tage gefastet bis an diese Stunde, und um die neunte Stunde betete ich in meinem Hause. Und siehe, da trat ein Mann vor mich in einem hellen Kleide, und sprach: Corneli, dein Gebet ist erhöret, und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott. So sende nun gen Joppe und laß her rufen einen Simon, mit dem Zu⸗ namen Petrus, welcher ist zur Herberge in dem Hause des Gerbers Simon an dem Meere; der wird dir, wenn er kommt, sagen. Da sandte ich von Stund an zu dir; und du hast wohl gethan, daß du kommen bist. Nun sind wir alle hie gegenwärtig vor Gott, zu hören alles, was dir von Gott befohlen ist. 8. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Röm. 8, 12—17.(Die Kinder Gottes.) So sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist giel denn Kin Christi, erhoben k 6y Gehe Weg ist b wandeln. führet; u Prophete Lreißende Trauben glicher atge Frü Baum ka Früchtel Früchten OErrhin im Himn haben wi Namen gethan? alle von sie, den! baute. die Win einen Fel der ist e Da nun und stieß begab si einer Le 6 Es begegnet zu mit Und geschah ein rus aber sprach. inreines gegessen st gereiniget hat, und das Gefäß sich in ihm selbs siehe, da fragten ns, und stunden unamen Petrus, lber dem Gesicht. aber stehe auf! Ich habe sie 91 Cornelio zu ihn chet; was ist dit der Hauptmann bei dem ganzen Engel, daß er hören. Da riff jog Petrus aus Und des andem auf sie, und ri hineinkam, ging ihn an. Pettué in Mensch. Und fand ihrer viel⸗ hr wisset, wie& oder zu komme hunsn ie ert, zu kommen ihr nic hu stet bis an diet pause. Und sieh, srah: Loge 8. Sonntag nach Trinitatis. 131 Geist giebt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium. Matth. 7, 13—29.(Von den falschen Propheten.) Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführet; und ihrer sind viele, die darauf wandeln. Und die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leben führet; und wenige sind ihrer, die ihn finden. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HErr, HErr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: HErr, HErr, haben wir nicht in deinem Namen geweissaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werze ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übelthäter! Darum, wer diese meine Rede höret, und thut sie, den vergleiche ich einem klugen Manne, der sein Haus auf einen Felsen baute. Da nun ein Platzregen fiel, und ein Gewässer kam, und weheten die Winde, und stießen an das Haus, fiel es doch nicht; denn es war auf einen Felsen gegründet. Und wer diese meine Rede höret, und thut sie nicht, der ist einem thörichten Manne gleich, der sein Haus auf den Sand baute. Da nun ein Platzregen fiel, und kam ein Gewässer, und weheten die Winde, und stießen an das Haus, da fiel es und that einen großen Fall. Und es begab sich, da Jesus diese Rede vollendet hatte, entsetzte sich das Volk über seiner Lehre; denn er predigte gewaltig, und nicht wie die Schriftgelehrten. Epistolische Lektion. Apgsch. 16, 16—36.(Vas soll ich thun, daß ich selig werde?) Es geschah aber, da wir zu dem Gebet gingen, daß eine Magd uns begegnete, die hatte einen Wahrsagergeist, und trug ihren Herren viel Genuß zu mit Wahrsagen. Dieselbige folgte allenthalben Paulo und uns nach, schrie und sprach: Diese Menschen sind Knechte Gottes des Allerhöchsten, die euch den Weg der Seligkeit verkündigen. Solches that sie manchen Tag. Paulo aber that das wehe, und wandte sich um, und sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir in dem Namen Jesu Christi, daß du von ihr ausfahrest. Und er fuhr aus zu derselbigen Stunde. Da aber ihre Herren sahen, daß die Hoffnung ihres Genusses war ausgefahren, nahmen sie Paulum und Silan, zogen sie auf den Markt vor die Obersten, und führeten sie zu den Hauptleuten, und sprachen: Diese Menschen machen unsre Stadt irre, und sind Juden; und verkündigen eine Weise, welche uns nicht ziemet anzunehmen, noch zu thun, weil wir Römer sind. Und das Volk ward erreget wider sie; und die Hauptleute ließen ihnen die Kleider abreißen, und hießen sie stäupen. Und da sie sie wohl gestäupet hatten, warfen sie sie in das Gefängnis, und geboten dem Kerkermeister, daß er sie wohl bewahrete. Der nahm solch 9* 8. Sonntag nach Trinitatis. Gebot an, und warf sie in das innerste Gefängnis, und legte ihre Füße in den Stock. Um die Mitternacht aber beteten Paulus und Silas, und lobten Gott. Und es höreten sie die Gefangenen. Schnell aber ward ein großes Erdbeben, also daß sich bewegeten die Grundfesten des Gefängnisses. Und von Stund an wurden alle Thüren aufgethan, und aller Bande los. Als aber der Kerkermeister aus dem Schlaf fuhr, und sah die Thüren des Gefängnisses aufgethan, zog er das Schwert aus, und wollte sich selbst er— würgen; denn er meinte, die Gefangenen wären entflohen. Paulus aber rief laut und sprach: Thue dir nichts Übels; denn wir sind alle hie. Er forderte aber ein Licht, und sprang hinein, und ward zitternd, und fiel Paulo und Sila zu den Füßen, und führete sie heraus, und sprach: Lieben Herren, was soll ich thun, daß ich selig werde? Sie sprachen: Glaube an den HErrn Jesum Christum, so wirst du und dein Haus selig. Und sagten ihm das Wort des HErrn und allen, die in seinem Hause waren. Und er nahm sie zu sich in derselbigen Stunde der Nacht, und wusch ihnen die Striemen ab; und er ließ sich taufen und alle die Seinen alsobald. Und führete sie in sein Haus, und setzte ihnen einen Tisch, und freuete sich mit seinem ganzen Hause, daß er an Gott gläubig worden war. Und da es Tag ward, sandten die Hauptleute Stadtdiener, und sprachen: Laß die Menschen gehen. Und der Kerkermeister verkündigte diese Rede Paulo: Die Hauptleute haben hergesandt, daß ihr los sein sollet; nun ziehet aus, und gehet hin mit Frieden. Evangelische Lektion. Matth. 10, 32— 42.(Ich will ihn bekennen vor meinem himmlischen Vater.) Darum, wer mich bekennet vor den Menschen, den will Ich bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Men⸗ schen, den will Ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Ihr sollt nicht wähnen, daß ich kommen sei, Frieden zu senden auf Erden. Ich bin nicht kommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Denn ich bin kommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater, und die Tochter wider ihre Mutter, und die Schnur wider ihre Schwieger. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert. Und wer Sohn oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, und folget mir nach, der ist mein nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verlieret um meinetwillen, der wird es finden. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt in eines Propheten Namen, der wird eines Propheten Lohn empfangen. Wer einen Gerechten aufnimmt in eines Ge⸗ rechten Namen, der wird eines Gerechten Lohn empfangen. Und wer dieser Geringsten einen nur mit einem Becher kalten Wassers tränket in eines Dteben Namen, wahrlich, ich sage euch, es wird ihm nicht unbelohnt eiben. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jerem. 23, 16— 32. (Die falschen Propheten.) So spricht der HErr Zebaoth: Gehorchet nicht den Worten der Pro⸗ pheten, so euch weissagen. Sie betrügen euch; denn sie predigen ihres Herzens Gesicht, und nicht aus des HErrn Munde. Sie sagen denen, die mich lustern:„ nach ihres Leuch komm gssehen u Siehe, es Ungewitte nicht nach werdet ihr ich redete Rat blieb sie dassell Vin Ich der ferne ich ihn ni Erde füll digen, un geträumet die falsch mein Vol andern yr Oaal? Et Vort hat, zusammen der HErt, will an d andern. Vort füh Träume! mein Vol isandt u nhe sind Letlion g Um der Gem mit dem und fin Du er Uer Viert Ofern de ondern gte ihre Füße in ind Silas, und UHaber ward ein des Gefüngnisses, aller Bande los. die Thuren des lte sich selbst er⸗ . Paulus aber ind alle hie. Er itternd, und fiel d sprach: Lieben hen: Glaube an elig. Und sagten waren. Und er wusch ihnen die alsobald. Und freuete sich mi var. Und da es rachen: Laß die Kede Paulo: Die ziehet aus, und ihn bekennen vill Ich bekennen 1 vor den Men⸗ hen Vater. Ihr auf Erden. 0 . Denn ich bin die Tochter wider ud des Menschen ner oder Mutter wer Sohn oder Und wer nich. mein nicht wern n Leben verlierh der nimmt 11 nic gsrrdt he 1. der wird ein“ mt in eines Ind wa dieh änket in eintt wich unbelchn 8. Sonntag nach Trinitatis. 133³3 lästern:„Der HErr hats gesagt, es wird euch wohl gehen;“ und allen, die nach ihres Herzens Dünkel wandeln, sagen sie:„Es wird kein Unglück über euch kommen.“ Denn wer ist im Rat des HErrn gestanden, der sein Wort gesehen und gehöret habe? Wer hat sein Wort vernommen und gehöret? Siehe, es wird ein Wetter des HErrn mit Grimm kommen, und ein schrecklich Ungewitter den Gottlosen auf den Kopf fallen. Und des HErrn Zorn wird nicht nachlassen, bis er thue und ausrichte, was er im Sinn hat; hernach werdet ihr es wohl erfahren. Ich sandte die Propheten nicht, noch liefen sie; ich redete nicht zu ihnen, noch weissagten sie. Denn wo sie bei meinem Rat blieben, und hätten meine Worte meinem Volk gepredigt, so hätten sie dasselbe von ihrem bösen Wesen und von ihrem bösen Leben bekehret. Bin Ich nicht ein Gott, der nahe ist, spricht der HErr, und nicht ein Gott, der ferne sei? Meinest du, daß sich jemand so heimlich verbergen könne, daß ich ihn nicht sehe? spricht der HErr. Bin Ich es nicht, der Himmel und Erde füllet? spricht der HErr. Ich höre es wohl, daß die Propheten pre— digen, und falsch weissagen in meinem Namen, und sprechen: Mir hat geträumet, mir hat geträumet. Wann wollen doch die Propheten aufhören, die falsch weissagen und ihres Herzens Trügerei weissagen, und wollen, daß mein Volk meines Namens vergesse über ihren Träumen, die einer dem andern predigt; gleich wie ihre Väter meines Namens vergaßen über dem Baal? Ein Prophet, der Träume hat, der predige Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen? spricht der HErr. Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HErr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt? Darum siehe, ich will an die Propheten, spricht der HErr, die mein Wort stehlen einer dem andern. Siehe, ich will an die Propheten, spricht der HErr, die ihr eigen Wort führen, und sprechen: Er hat es gesagt. Siehe, ich will an die, so falsche Träume weissagen, spricht der HErr, und predigen dieselben, und verführen mein Volk mit ihren Lügen und losen Teidingen, so Ich sie doch nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe, und sie auch diesem Volk nichts nütze sind, spricht der HErr. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 12, 1—17.(Die Befreiung aus dem Kerker.) Um dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände an etliche von der Gemeine, zu peinigen. Er tötete aber Jakobum, Johannis Bruder, mit dem Schwert. Und da er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort, und fing Petrum auch. Es waren aber eben die Tage der süßen Brote. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängnis, und überantwortete ihn vier Vierteilen Kriegsknechten, ihn zu bewahren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzustellen. Und Petrus ward zwar im Gefängnis be— halten; aber die Gemeine betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsknechten, gebunden mit zwo Ketten, und die Hüter vor der Thür hüteten des Gefängnisses. Und siehe, der Engel des HErrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach; und schlug Petrum an die Seite, und weckte ihn auf und sprach: Stehe behende auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich, und thue deine Schuhe an! Und er that also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich, und folge mir nach! Und er ging hinaus, und folgte ihm, und wußte nicht, daß ihm wahrhaftig solches geschähe durch den Engel, sondern es deuchte ihn, er sähe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die 134 9. Sonntag nach Trinitatis. erste und andre Hut, und kamen zu der eisernen Thür, welche zur Stadt führet; die that sich ihnen von ihr selber auf, und traten hinaus, und gingen hin eine Gasse lang; und alsobald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu sich selber kam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der HErr seinen Engel gesandt hat, und mich errettet aus der Hand Herodis und von allem Warten des jüdischen Volks. Und als er sich besann, kam er vor das Haus Marias, der Mutter Johannis, der mit dem Zunamen Marcus hieß, da viele bei einander waren und beteten. Als aber Petrus an die Thür des Thores klopfte, trat hervor eine Magd, zu horchen, mit Namen Rhode. Und als sie Petri Stimme erkannte, that sie das Thor nicht auf vor Freude, lief aber hinein und verkündigte es ihnen, Petrus stünde vor dem Thor. Sie aber sprachen zu ihr: Du bist unsinnig. Sie aber bestund darauf, es wäre also. Sie sprachen: Es ist sein Engel. Petrus aber klopfete weiter an. Da sie aber aufthaten, sahen sie ihn, und entsetzten sich. Er aber winkte ihnen mit der Hand, zu schweigen, und erzählte ihnen, wie ihn der HErr hätte aus dem Gefängnis geführet, und sprach: Ver⸗ kündet dies Jakobo und den Brüdern. Und ging hinaus, und zog an einen andern Ort. 9. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Kor. 10, 1—13.(Das ist geschehen uns zum Vorbilde und zur Warnung.) Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsre Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durch das Meer gegangen, und sind alle unter Mose getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohlgefallen; denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleich wie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleich wie jener etliche wurden, als geschrieben stehet: „Das Volk setzte sich nieder, zu essen und zu trinken, und stund auf, zu spielen.“ Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf Einen Tag drei und zwanzig tausend. Laßt uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleich wie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Evangelium. Luc. 16, 1—12.(Die Klugheit des ungerechten Haushalters.) Er sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hin⸗ fort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme nun von er rief zr viel bist! er sprach Darnach sprach: Brief, un daß er denn die Macht e nun dar iteu ist, der ist a nicht tre dem Fre Epi Da da er sa und Got die sich zankten Etliche; er hatte Undiget brachen du lehre gerne w velche zur Stad en hinaus, und von ihm. Und rhaftig, daß de r Hand Herodiz sich besann, kan tt dem Zunamen Als aber Petrus zu horchen, mit at sie das Thor 3 ihnen, Pettuz unsinnig. Sit u Engel. Petruz hn, und entsetztn nd erzäͤhlte ihnen, ind sprach: Ver⸗ 13, und zog an um Vorbilde daß unfre Välh eer gegangen, und Neer, und habef geistlichen Tranh. Igte, welcher wa n; denn ste 6 de geschehen, di mie hu. Werdl geschrieben stehe ö auf, zu piela 3 Hurerei triehe Laßt uns abe hten, und wurdn ie jener etltz Solches aus zur Watnunh 10 läßt dünkn roc Eine euch nicht 10 Bersuchung Haushaletz hten H 0 ihm: uhl du kanhit, e A 700 Richt en mah ih uß 9. Sonntag nach Trinitatis. 13⁵ so schäme ich mich, zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem exsten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Ols. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich, und schreibe flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hatte; denn die Kinder dieser Welt sind klüger denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht. Und ich sage euch auch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht. So ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer will euch das Wahrhaftige vertrauen? Und so ihr in dem Fremden nicht treu seid, wer will euch geben dasjenige, das euer ist? Epistolische Lektion. Apgsch. 17, 16— 34.(Das Gericht über alle durch einen Mann, in welchem ers beschlossen hat.) Da aber Paulus ihrer zu Athen wartete, ergrimmete sein Geist in ihm, da er sah die Stadt so gar abgöttisch. Und er redete zwar zu den Juden und Gottesfürchtigen in der Schule, auch auf dem Markt alle Tage zu denen, die sich herzufanden. Etliche aber der Epikurer und Stoiker Philosophen zankten mit ihm. Und etliche sprachen: Was will dieser Lotterbube sagen? Etliche aber: Es siehet, als wollte er neue Götter verkündigen. Das machte, er hatte das Evangelium von Jesu und von der Auferstehung ihnen ver⸗ kündiget. Sie nahmen ihn aber, und führeten ihn auf den Richtplatz, und sprachen: Können wir auch erfahren, was das für eine neue Lehre sei, die du lehrest? Denn du bringest etwas Neues vor unsre Ohren; so wollten wir gerne wissen, was das sei. Die Athener aber alle, auch die Ausländer und Gäste, waren gerichtet auf nichts anders, denn etwas Neues zu sagen oder zu hören. Paulus aber stund mitten auf dem Richtplatz, und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe euch, daß ihr in allen Stücken allzu abergläubig seid. Ich bin herdurch gegangen, und habe gesehen eure Gottesdienste, und fand einen Altar, darauf war geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch denselbigen, dem ihr unwissend Gottesdienst thut. Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was drinnen ist, sintemal er ein HErr ist Himmels und der Erde, wohnet er nicht in Tempeln mit Händen ge⸗ macht; seiner wird auch nicht von Menschenhänden gepfleget, als der jemandes bedürfte, so Er selbst jedermann Leben und Odem allenthalben giebt; und hat gemacht, daß von Einem Blut aller Menschen Geschlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen, und hat Ziel gesetzt, zuvor versehen, wie lang und weit sie wohnen sollen, daß sie den HErrn suchen sollten, ob sie doch ihn fühlen und finden möchten; und zwar er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir; als auch etliche Poeten bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts. So wir denn göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, filbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Gedanken gemacht. Und zwar hat Gott die Zeit der Unwissenheit übersehen; nun aber gebietet er allen Menschen an allen Enden, Buße zu thun, darum daß er einen Tag gesetzt hat, auf welchen er richten will den Kreis des Erdbodens mit Gerechtigkeit durch einen Mann, in welchem ers beschlossen hat, und jedermann vorhält 36 9. Sonntag nach Trinitatis. den Glauben, nachdem er ihn hat von den Toten auferwecket. Da sie hörten die Auferstehung der Toten, da hatten es etliche ihren Spott; etliche aber sprachen: Wir wollen dich davon weiter hören. Also ging Paulus von ihnen. Etliche Männer aber hingen ihm an, und wurden gläubig; unter welchen war Dionysius, einer aus dem Rat, und ein Weib, mit Namen Damaris, und andere mit ihnen. Evangelische Lektion. Matth. 13, 44— 52.(Der eine Schatz und allerlei Gattung.) Abermal ist gleich das Himmelreich einem verborgenen Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand, und verbarg ihn, und ging hin vor Freuden über demselbigen, und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. Aber⸗ mal ist gleich das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte. Und da er Eine köstliche Perle fand, ging er hin, und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte dieselbige. Abermal ist gleich das Himmelreich einem Netze, das ins Meer geworfen ist, damit man allerlei Gattung fänget. Wenn es aber voll ist, so ziehen sie es heraus an das Ufer, sitzen und lesen die guten in ein Gefäß zusammen; aber die faulen werfen sie weg. Also wird es auch am Ende der Welt gehen; die Engel werden ausgehen, und die Bösen von den Gerechten scheiden, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähnklappen sein. Und Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr das alles verstanden? Sie sprachen: Ja, HErr. Da sprach er: Darum ein jeglicher Schriftgelehrter, zum Himmelreich gelehrt, ist gleich einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorträgt. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Sprüche Salomonis 16, 1—9. (Befiehl dem HErrn deine Werke.) Der Mensch setzt sich wohl vor im Herzen; aber vom HErrn kommt, was die Zunge reden soll. Einem jeglichen dünken seine Wege rein sein; aber allein der HErr macht das Herz gewiß. Befiehl dem HErrn deine Werke, so werden deine Anschläge fortgehen. Der HErr macht alles um sein selbst willen, auch den Gottlosen zum bösen Tage. Ein stolzes Herz ist dem HErrn ein Greuel, und wird nicht ungestraft bleiben, wenn sie sich gleich alle an einander hängen. Durch Güte und Treue wird Missethat versöhnet, und durch die Furcht des HErrn meidet man das Böse. Wenn jemandes Wege dem HErrn wohlgefallen, so macht er auch seine Feinde mit ihm zu⸗ frieden. Es ist besser wenig mit Gerechtigkeit, denn viel Einkommens mit Unrecht. Des Menschen Herz schlägt seinen Weg an, aber der HErr allein giebt, daß er fortgehe. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Thess. 3, 1—13.(Mit stillem Wesen arbeiten.) Weiter, lieben Brüder, betet für uns, daß das Wort des HErrn laufe, und gepriesen werde wie bei euch, und daß wir erlöset werden von den unartigen und argen Menschen. Denn der Glaube ist nicht jedermanns Ding Aber der HErr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Argen. Wir versehen uns aber zu euch in dem HErrn, daß ihr thut und thun werdet, was wir euch gebieten. Der HErr aber richte eure Herzen zu der Liebe Gottes und zu der Geduld Christi. Wir gebieten euch aber, lieben Brüder, in dem Namen unsers HErrn Jesu Christi, daß ihr euch entziehet von allem Bruder, der da unordentlich wandelt und nicht nach der Sathung, nachfolgen auch nicht und Müh unter eud haben, sor Und da u will arbei euch wan Solchen Christum, aber, lieb Epi Von halten. stummen niemand lann Jesu mancherle aber es Oott, det Oaben de Geist zu der Erken Felbigen Heist, ein andern, andern, d Oeist, un Ein Leib wiewohl Evar 0 fi, undi dener Ze berborgen werden u blagemn ö t. Da sie hörten tt; etliche aber ng Paulus von gläubig; unter ib, mit Namen e Schatz und Schatz im Adkr, r Freuden ber en Acker. Aber⸗ te Perlen suchte aufte alles, was mmelreich einem g fänget. Wenn d lesen die guten eg. Also wird ausgehen, und den Feuerofen zesus sprach zu za, HErr. Da n Himmelteich heues und Aller nis 16, 1—9 Errn kommt⸗ Hgege rein sein HErrn deint talles um sein 5 Herz ist den m sie sich gleih sethat versohne. Wenn jemandt de mit ihm zu inkommens mi der HErr allen 3. Mit fila 6 HErrn lauf, verden von; iht jdennen ewahien V u, daß ihn bl. 10. Sonntag nach Trinitatis. 137 Satzung, die er von uns empfangen hat. Denn ihr wisset, wie ihr uns sollt nachfolgen. Denn wir sind nicht unordentlich unter euch gewesen, haben auch nicht umsonst das Brot genommen von jemand, sondern mit Arbeit und Mühe Tag und Nacht haben wir gewirket, daß wir nicht jemand unter euch beschwerlich wären. Nicht darum, daß wir des nicht Macht haben, sondern daß wir uns selbst zum Vorbilde euch geben, uns nachzufolgen. Und da wir bei euch waren, geboten wir euch solches, daß, so jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen. Denn wir hören, daß etliche unter euch wandeln unordentlich, und arbeiten nichts, sondern treiben Vorwitz. Solchen aber gebieten wir, und ermahnen sie durch unsern HErrn Jesum Christum, daß sie mit stillem Wesen arbeiten und ihr eigen Brot essen. Ihr aber, lieben Brüder, werdet nicht verdrossen, Gutes zu thun. 10. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Kor. 12, 1—12.(Alles wirket derselbige einige Geist.) Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht ver⸗ halten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch kund, daß niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesum einen HErrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben; aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Amter; aber es ist Ein HErr. Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntnis nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube in dem⸗ selbigen Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern, Wunder zu thun, einem andern Weissagung; einem andern, Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist, und teilt einem jeglichen seines zu, nach dem er will. Denn gleich wie Ein Leib ist, und hat doch viele Glieder, alle Glieder aber eines Leibes wiewohl ihrer viel sind, sind sie doch Ein Leib: also auch Christus. Evangelium. Luc. 19, 41— 48.(Der HErr weint über Jerusalem.) Und als er nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an, und weinte über sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten; und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen; darum daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an, auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben:„Mein Haus ist ein Bethaus;“ ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an und hörete ihn. 138 10. Sonntag nach Trinitatis. Epistolische Lektion. Apgsch. 20, 17—38.(Ich befehle euch Gott und dem Wort seiner Gnade.) Aber von Miletus sandte er gen Ephesus, und ließ fordern die Altesten von der Gemeine. Als aber die zu ihm kamen, sprach er zu ihnen: Ihr wisset von dem ersten Tage an, da ich bin in Asien kommen, wie ich allezeit bin bei euch gewesen, und dem HErrn gedienet mit aller Demut und vielen Thränen und Anfechtungen, die mir sind widerfahren von den Juden, so mir nachstelleten; wie ich nichts verhalten habe, das da nützlich ist, daß ich euch nicht verkündiget hätte, und euch gelehret öffentlich und sonderlich; und habe bezeuget beide den Juden und Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unsern HErrn Jesum Christum. Und nun siehe, ich, im Geist gebunden, fahre hin gen Jerusalem, weiß nicht, was mir daselbst begegnen wird, ohne, daß der heilige Geist in allen Städten bezeuget und spricht: Bande und Trübsal warten mein daselbst. Aber ich achte der keines, ich halte mein Leben auch nicht selbst teuer, auf daß ich vollende meinen Lauf mit Freuden und das Amt, das ich empfangen habe von dem HErrn Jesu, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes. Und nun siehe, ich weiß, daß ihr mein Angesicht nicht mehr sehen werdet, alle die, durch welche ich gezogen bin, und geprediget habe das Reich Gottes. Darum zeuge ich euch an diesem heutigen Tage, daß ich rein bin von aller Blut; denn ich habe euch nichts verhalten, daß ich nicht verkündiget hätte alle den Rat Gottes. So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, unter welche euch der heilige Geist gesetzet hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeine Gottes, welche er durch sein eigen Blut erworben hat. Denn das weiß ich, daß nach meinem Abschied werden unter euch kommen greuliche Wölfe, die der Herde nicht verschonen werden. Auch aus euch selbst werden aufstehen Männer, die da verkehrte Lehren reden, die Jünger an sich zu ziehen. Darum seid wacker, und denket daran, daß ich nicht abgelassen habe drei Jahre, Tag und Nacht einen jeglichen mit Thränen zu vermahnen. Und nun, lieben Brüder, ich befehle euch Gott und dem Wort seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen, und zu geben das Erbe unter allen, die geheiliget werden. Ich habe euer keines Silber, noch Gold, noch Kleid begehret. Denn ihr wisset selbst, daß mir diese Hände zu meiner Notdurft und derer, die mit mir gewesen sind, gedienet haben. Ich habe es euch alles gezeiget, daß man also arbeiten müsse, und die Schwachen aufnehmen, und gedenken an das Wort des HErrn Jesu, das Er gesagt hat:„Geben ist seliger denn nehmen.“ Und als er solches gesagt, knieete er nieder, und betete mit ihnen allen. Es ward aber viel Weinens unter ihnen allen, und fielen Paulo um den Hals, und küsseten ihn, am allermeisten betrübt über dem Wort, das er sagte, sie würden sein Angesicht nicht mehr sehen; und geleiteten ihn in das Schiff. Evangelische Lektion. Luc. 12, 49— 56.(Wie prüfet ihr diese Zeit nicht!) Ich bin kommen, daß ich ein Feuer anzünde auf Erden; was wollte ich lieber, denn es brennete schon! Aber ich muß mich zuvor taufen lassen mit einer Taufe; und wie ist mir so bange, bis sie vollendet werde! Meinet ihr, daß ich herkommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, son⸗ dern Zwietracht. Denn von nun an werden fünf in Einem Hause uneins sein, drei wider zwei, und zwei wider drei. Es wird sein der Vater wider den Sohn, und der Sohn wider den Vater; die Mutter wider die Tochter, und die Tochter wider die Mutter; die Schwieger wider die Schnur, und die Schnur wider die Schwieger. Er sprach aber zu dem Volk: Wenn ihr eine Wolke sehet aufgehen vom Abend, so sprechet ihr bald: Es kommt ein Regen; u 0 sprecht die Gestal aber diese Leltion Dies Ritt in d sprich: H engehet, Vraels: Ort. Ver Tempel, bessert eue und den uuschuldi, Göttern z wohnen a nun verle Diebe, olget fre Und trete and sprer ihr denn Aube? Ort zu e aaselbsteg iht denn hredigen antworter darauf il eben thu scht weg Samen Altion Und Juße, un sirt Pa hnn möh auf deine ch Gott und den ern die Altesen zu ihnen: Ihr „ wie ich alleze mut und vielen on den Juden, nühlich ist, daß und sonderlich; be zu Gott und n siehe, ich, in as mit daselbs en bezeuget und achte der keinez vollende meinen von dem HErm ind nun fiehe, ih die, durch welch um zeuge ich euh denn ich habe den Rat Gotltz de, unter welche Gemeine Gotte diß ich daß nh s die der Henn hen. 0 mum seid wadn 2 Nuth ben Brüder, ih itg get werden.. nihr wiset sell mit mir neie an also arbel Wor dee HEmn Ind als er 0 3 ard aber hu ale, und kusch „e vürden se 10. Sonntag nach Trinitatis. 139 Regen; und es geschiehet also. Und wenn ihr sehet den Südwind wehen, so sprecht ihr: Es wird heiß werden; und es geschiehet also. Ihr Heuchler, die Gestalt der Erde und des Himmels könnt ihr prüfen; wie prüfet ihr aber diese Zeit nicht? Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jerem. 7, 1—15.(Ich rufe euch, und ihr wollt nicht antworten.) Dies ist das Wort, welches geschah zu Jeremia vom HErrn, und sprach: Tritt in das Thor im Hause des HErrn, und predige daselbst dies Wort und sprich: Höret des HErrn Wort, ihr alle von Juda, die ihr zu diesen Thoren eingehet, den HErrn anzubeten! So spricht der HErr Zebaoth, der Gott Israels: Bessert euer Leben und Wesen, so will ich bei euch wohnen an diesem Ort. Verlaßt euch nicht auf die Lügen, wenn sie sagen: Hie ist des HErrn Tempel, hie ist des HErrn Tempel, hie ist des HErrn Tempel! Sondern bessert euer Leben und Wesen, daß ihr Recht thut einer gegen den andern; und den Fremdlingen, Waisen und Witwen keine Gewalt thut, und nicht unschuldig Blut vergießet an diesem Ort; und folget nicht nach andern Göttern zu eurem eigenen Schaden: so will ich immer und ewiglich bei euch wohnen an diesem Ort, im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe. Aber nun verlaßt ihr euch auf Lügen, die kein nütze sind. Daneben seid ihr Diebe, Mörder, Ehebrecher und Meineidige, und räuchert dem Baal, und folget fremden Göttern nach, die ihr nicht kennet. Darnach kommt ihr denn und tretet vor mich in diesem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, und sprechet: Es hat keine Not mit uns, weil wir solche Greuel thun. Haltet ihr denn dies Haus, das nach meinem Namen genannt ist, für eine Mörder⸗ grube? Siehe,‚ Ich sehe es wohl, spricht der HErr. Gehet hin an meinen Ort zu Silo, da vorhin mein Name gewohnet hat, und schauet, was ich daselbst gethan habe um der Bosheit willen meines Volks Israel. Weil ihr denn alle solche Stücke treibet, spricht der HErr, und ich stets euch predigen lasse, und ihr wollt nicht hören, ich rufe euch, und ihr wollt nicht antworten: so will ich dem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, darauf ihr euch verlasset, und dem Ort, den ich euren Vätern gegeben habe, eben thun, wie ich Silo gethan habe; und will euch von meinem Ange— sicht wegwerfen, wie ich weggeworfen habe alle eure Brüder, den ganzen Samen Ephraims. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 14, 8— 20.(Vergötterung und Steinigung des Apostels.) Und es war ein Mann zu Lystra, der mußte sitzen; denn er hatte böse Füße, und war lahm von Mutterleibe, der noch nie gewandelt hatte. Der hörte Paulum reden. Und als er ihn ansah, und merkte, daß er glaubte, ihm möchte geholfen werden, sprach er mit lauter Stimme: Stehe aufrichtig auf deine Füße! Und er sprang auf, und wandelte. Da aber das Volk sahe, was Paulus gethan hatte, huben sie ihre Stimme auf, und sprachen auf Lykaonisch: Die Götter sind den Menschen gleich worden, und zu uns herniederklommen. Und nannten Barnabam Jupiter, und Paulum Mer⸗ kurius, dieweil er das Wort führte. Der Priester aber Jupiters, der vor ihrer Stadt war, brachte Ochsen und Kränze vor das Thor, und wollte opfern samt dem Volk. Da das die Apostel Barnabas und Paulus hörten, Rerishn sie ihre Kleider, und sprangen unter das Volk, schrieen und sprachen: Ihr Männer, was macht ihr da? Wir sind auch sterbliche Menschen, gleich 140⁰ 11. Sonntag nach Trinitatis. wie ihr, und predigen euch das Evangelium, daß ihr euch bekehren sollt von diesen falschen zu dem lebendigen Gott, welcher gemacht hat Himmel und Erde und das Meer und alles, was drinnen ist; der in vergangenen Zeiten hat lassen alle Heiden wandeln ihre eigenen Wege; und zwar hat er sich selbst nicht unbezeuget gelassen, hat uns viel Gutes gethan, und vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, unsre Herzen erfüllet mit Speise und Freude. Und da sie das sagten, stilleten sie kaum das Volk, daß sie ihnen nicht opferten. Es kamen aber dahin Juden von Antiochien und Ikonien und überredeten das Volk, und steinigten Paulum, und schleiften ihn zur Stadt hinaus, meineten, er wäre gestorben. Da ihn aber die Jünger umringten, stund er auf, und ging in die Stadt. Und auf den andern Tag ging er aus mit Barnabas gen Derbe. 11. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Kor. 15, 1—10.(Nicht ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.) Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch ver— kündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet: welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsre Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf Ein Mal, derer noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jakobo, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum daß ich die Gemeine Gottes ver— folget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium. Luc. 18, 9—14.(Pharisäer und Zöllner.) Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solch Gleichnis: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer, der andre ein Zöllner. Der Pharisäer stund, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner; ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stund von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der 1510 erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistolische Lektion. 1. Tim. 6, 6—12.(Großer Gewinn.) Es ist aber ein großer Gewinn, wer gottselig ist und läßt ihm ge⸗ nügen. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum offenbar ist, wir werden auch nichts hinausbringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so in Mesud ersenken aine Wurz itre gegar mensch, fli Olauben, des Olau bekannt h Cvang Und Held ein! 6 kam ei Heller. 1 ich sage e lle, die e diese aber eingelegt. Eeltion a Da, uns schän Oott, ist worden, wir gewa Anechte, Dra ab der Flu Ootses ie er ge er solchg Himmel geschriebe etgangen. belehren solt von sat Himmel und rgangenen Zeiten zwar hat er sich ind vom Himmel mit Speise und lt, daß sie ihnen ien und Ikonien chleiften ihn zur aber die Jünger auf den andern e, die mit mir ist das ich euch ver⸗ velchem ihr auch euch verkündiget msonst geglaubel auch empfangen der Schrift; und Tage, nach det Harnach von den m fünf hundert sind entschlafen N Aposteln. An Oeburt, gesehen als der ich nicht eine Gottes ver⸗ und seine Gnade mehr geurbeitt nit mir ist 3elner.) sie romm wäten. I.. Menschn ndre ein Zölnn danke dir, Gol Chebrecher, wu und gebe 11. Sonntag nach Trinitatis. 141 haben, so lasset uns begnügen. Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke, und viel thörichte und schädliche Lüste, welche versenken die Menschen ins Verderben und Verdammnis. Denn Geiz ist eine Wurzel alles ÜUbels, welches hat etliche gelüstet, und sind vom Glauben irre gegangen, und machen ihnen selbst viel Schmerzen. Aber, du Gottes-⸗ mensch, fliehe solches! Jage aber nach der Gerechtigkeit, der Gottseligkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut; kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, dazu du auch berufen bist, und bekannt hast ein gut Bekenntnis vor vielen Zeugen. Evangelische Lektion. Marci 12, 41—44.(Das Scherflein der Witwe.) Und Jesus setzte sich gegen den Gotteskasten, und schaute, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten; und viel Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe, und legte zwei Scherflein ein; die machen einen Heller. Und er rief seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt denn alle, die eingelegt haben. Denn sie haben alle von ihrem Übrigen eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles, was sie hat, ihre ganze Nahrung, eingelegt. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Daniel 9, 8—19.(Auf deine große Barmherzigkeit.) Ja, HErr, wir, unsre Könige, unsre Fürsten und unsre Väter müssen uns schämen, daß wir uns an dir versündigt haben. Dein aber, HErr, unser Gott, ist die Barmherzigkeit und Vergebung. Denn wir sind abtrünnig worden, und gehorchten nicht der Stimme des HErrn, unsers Gottes, daß wir gewandelt hätten in seinem Gesetz, welches er uns vorlegte durch seine Knechte, die Propheten; sondern das ganze Israel übertrat dein Gesetz und wichen ab, daß sie deiner Stimme nicht gehorchten. Daher trifft uns auch der Fluch und Schwur, der geschrieben stehet im Gesetz Moses, des Knechtes Gottes, daß wir an ihm gesündigt haben. Und er hat seine Worte gehalten, die er geredet hat wider uns und unsre Richter, die uns richten sollten, daß er solch groß Unglück über uns hat gehen lassen, daß desgleichen unter allem Himmel nicht geschehen ist, wie über Jerusalem geschehen ist. Gleich wie es geschrieben stehet im Gesetz Moses, so ist alle dies große Unglück über uns ergangen. So beteten wir auch nicht vor dem HErrn, unserm Gott, daß wir uns von den Sünden bekehrten, und deine Wahrheit vernähmen. Darum ist der HErr auch wacker gewesen mit diesem Unglück, und hat es über uns gehen lassen. Denn der HErr, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er thut; denn wir gehorchten seiner Stimme nicht. Und nun, HErr, unser Gott, der du dein Volk aus Agyptenland geführt hast mit starker Hand, und hast dir einen Namen gemacht, wie er jetzt ist: wir haben ja gesündigt, und sind leider gottlos gewesen. Ach HErr, um aller deiner Gerechtigkeit willen wende ab deinen Zorn und Grimm von deiner Stadt Jerusalem und deinem heiligen Berge. Denn um unsrer Sünde willen und um unsrer Väter Missethat willen trägt Jerusalem und dein Volk Schmach bei allen, die um uns her sind. Und nun, unser Gott, höre das Gebet deines Knechts und sein Flehen, und siehe gnädiglich an dein Heiligtum, das verstöret ist, um des HErrn willen. Neige deine Ohren, mein Gott, und höre, thue deine Augen auf, und siehe, wie wir verstöret sind, und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist. Denn wir liegen vor dir mit 14² 12. Sonntag nach Trinitatis. unserm Gebet, nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barm⸗ herzigkeit. Ach, HErr, höre! ach, HErr, sei gnädig, ach, HErr, merke auf, und thue es, und verziehe nicht um dein selbst willen, mein Gott! denn deine Stadt und dein Volk ist nach deinem Namen genannt. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 15, 4- 22.(Der Herzens⸗ kündiger zeugete über sie.) Da sie aber darkamen gen Jerusalem, wurden sie empfangen von der Gemeine und von den Aposteln und von den Altesten. Und sie verkündigten, wie viel Gott mit ihnen gethan hatte. Da traten auf etliche von der Phari⸗ säer Sekte, die gläubig waren worden, und sprachen: Man muß sie beschnei⸗ den, und gebieten, zu halten das Gesetz Mosis. Aber die Apostel und die Altesten kamen zusammen, diese Rede zu besehen. Da man sich aber lange gezanket hatte, stund Petrus auf, und sprach zu ihnen: Ihr Männer, lieben Brüder, ihr wisset, daß Gott lange vor dieser Zeit unter uns erwählet hat, daß durch meinen Mund die Heiden das Wort des Evangelii höreten, und glaubten. Und Gott, der Herzenskündiger, zeugete über sie, und gab ihnen den heiligen Geist, gleich wie auch uns; und machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, und reinigte ihre Herzen durch den Glauben. Was versucht ihr denn nun Gott mit Auflegen des Jochs auf der Jünger Hälse, welches weder unsre Väter noch wir haben mögen tragen? Sondern wir glauben, durch die Gnade des HErrn Jesu Christi selig zu werden, gleicher Weise wie auch sie. Da schwieg die ganze Menge stille, und höreten zu Paulo und Barnaba, die da erzählten, wie große Zeichen und Wunder Gott durch sie gethan hatte unter den Heiden. Darnach, als sie geschwiegen hatten, antwortete Jakobus und sprach: Ihr Männer, lieben Brüder, höret mir zu. Simon hat erzählet, wie aufs erste Gott heimgesucht hat und angenommen ein Volk aus den Heiden zu seinem Namen. Und da stimmen mit der Propheten Reden, als geschrieben stehet:„Darnach will ich wieder kommen, und will wieder bauen die Hütte Davids, die zerfallen ist, und ihre Lücken will ich wieder bauen, und will sie aufrichten, auf daß, was übrig ist von Menschen, nach dem HErrn frage, dazu alle Heiden, über welche mein Name genannt ist, spricht der HErr, der das alles thut.“ Gott sind alle seine Werke bewußt von der Welt her. Darum beschließe ich, daß man denen, so aus den Heiden zu Gott sich bekehren, nicht Unruhe mache, sondern schreibe ihnen, daß sie sich enthalten von Unsauberkeit der Abgötter und von Hurerei und vom Erstickten und vom Blut. Denn Moses hat von langen Zeiten her in allen Städten, die ihn predigen, und wird alle Sabbathertage in den Schulen gelesen. Und es deuchte gut die Apostel und Altesten samt der ganzen Gemeine, aus ihnen Männer zu erwählen, und zu senden gen Antiochien mit Paulo und Barnaba, nämlich Judas, mit dem Zunamen Barsabas, und Silas, welche Männer Lehrer waren unter den Brüdern. 12. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 2. Kor. 3, 4- 9.(Das Amt des Geistes.) Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott: Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern, daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geist aber das Klarheit Angesicht wie sollte Denn so hat das Und an das brachten die Hand legte ihm und sahe Thue did seiner 3 es niema und vern gemacht; Lieb wisset, de mannigf. lommene die Pfer ganzen Winden wo der und richt Andet es Aso ist zundet ar alle Natt wunder aber die Hifts. 3 Aunschen Ind Flu⸗ Bunnen ine große Barm⸗ , merke auf, und ottl denn deine . DDer Herzenz: pfangen von det sie verkündigten, e bon der Phari⸗ muß sie beschnei⸗ Apostel und die 1 sich aber lange Männer, lieben ns erwählet hat elii höreten, und „und gab ihnen inen Unterschich Glauben. Was er Junger Haͤlf, Sondern wui werden, gleiche. höreten zu Paull under Gott durt schwiegen hatten er, höret mir zu ind angenommel timmen aun 0 ieder kommen, 10 ihre Lücke as übrig ist von elche mein Nam alle seine Werl m denen, jo aue sondern schreih ötter und bul hat von langa le Sabbatherh nd Altesten son d zu senden 10 t dem Zunant den Brüddern. 12. Sonntag nach Trinitatis. 143 des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tötet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret, wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben! Denn so das Amt, das die Verdammnis prediget, Klarheit hat, viel mehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Evangelium. Marci 7, 31—37.(Hephatha!) Und da er wieder ausging von den Grenzen Tyrus und Sidons, kam er an das galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spützete und rührete seine Zunge und sahe auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephatha! das ist: Thue dich auf! Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr Er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maße, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Epistolische Lektion. Jak. 3.(Heiligung der Zunge.) Lieben Brüder, unterwinde sich nicht jedermann, Lehrer zu sein, und wisset, daß wir desto mehr Urteil empfangen werden. Denn wir fehlen alle mannigfaltiglich. Wer aber auch in keinem Wort fehlet, der ist ein voll⸗ kommener Mann, und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten. Siehe, die Pferde halten wir in Zäumen, daß sie uns gehorchen, und lenken den ganzen Leib. Siehe, die Schiffe, ob sie wohl so groß sind, und von starken Winden getrieben werden, werden sie doch gelenket mit einem kleinen Ruder, wo der hin will, der es regieret. Also ist auch die Zunge ein klein Glied, und richtet große Dinge an. Siehe, ein klein Feuer, welch einen Wald zündet es an! Und die Zunge ist auch ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Also ist die Zunge unter unsern Gliedern, und befleckt den ganzen Leib, und zündet an allen unsern Wandel, wenn sie von der Hölle entzündet ist. Denn alle Natur der Tiere und der Vögel und der Schlangen und der Meer⸗ wunder werden gezähmet, und sind gezähmet von der menschlichen Natur; aber die Zunge kann kein Mensch zähmen, das unruhige Übel, voll tödliches Gifts. Durch sie loben wir Gott, den Vater, und durch sie fluchen wir den Menschen, nach dem Bilde Gottes gemacht. Aus Einem Munde gehet Loben und Fluchen. Es soll nicht, lieben Brüder, also sein. Quillet auch ein Brunnen aus Einem Loch süß und bitter? Kann auch, lieben Brüder, ein Feigenbaum Ol, oder ein Weinstock Feigen tragen? Also kann auch ein Brunnen nicht salzig und süß Wasser geben. Wer ist weise und klug unter euch? Der erzeige mit seinem guten Wandel seine Werke in der Sanftmut und Weisheit. Habt ihr aber bittern Neid und Zank in eurem Herzen, so rühmet euch nicht, und lüget nicht wider die Wahrheit. Denn das ist nicht die Weisheit, die von oben herab kommt, sondern irdisch, menschlich und teuflisch. Denn wo Neid und Zank ist, da ist Unordnung und eitel böses Ding. Die Weisheit aber von oben her ist aufs erste keusch, darnach friedsam, gelinde, läßt ihr sagen, voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch, ohne Heuchelei. Die Frucht aber der Gerechtigkeit wird gesäet im Frieden denen, die den Frieden halten. 144 12. Sonntag nach Trinitatis. Cvangelische Lektion. Joh. 8, 37—45.(Ihr könnet mein Wort nicht hören.) Ich weiß wohl, daß ihr Abrahams Samen seid; aber ihr suchet mich zu töten, denn meine Rede fähet nicht unter euch. Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; so thut ihr, was ihr von eurem Vater gesehen habt. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, so thätet ihr Abrahams Werke. Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen solchen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehöret habe. Das hat Abraham nicht gethan. Ihr thut eures Vaters Werke. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren; wir haben Einen Vater, Gott. Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn Ich bin ausgegangen und komme von Gott; denn ich bin nicht von mir selber kommen, sondern Er hat mich gesandt. Warum kennet ihr denn meine Sprache nicht? Denn ihr könnet ja mein Wort nicht hören. Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr thun. Der⸗ selbige ist ein Mörder von Anfang, und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lügen redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselbigen. Ich aber, weil ich die Wahrheit sage, so glaubt ihr mir nicht. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 62.(Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilst.) Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Denn er ist mein Hort, meine Hilfe, mein Schutz, daß mich kein Fall stürzen wird, wie groß er ist. Wie lange stellet ihr alle Einem nach, daß ihr ihn erwürget, als eine han⸗ gende Wand und zerrissene Mauer? Sie denken nur, wie sie ihn dämpfen, fleißigen sich der Lügen; geben gute Worte, aber im Herzen fluchen sie. Sela. Aber meine Seele harret nur auf Gott; denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Hort, meine Hilfe und mein Schutz, daß ich nicht fallen werde. Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke; meine Zu⸗ versicht ist auf Gott. Hoffet auf ihn allezeit, lieben Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht. Sela. Aber Menschen sind doch ja nichts, große Leute fehlen auch; sie wägen weniger denn nichts, so viel ihrer ist. Verlasset euch nicht auf Unrecht und Frevel, haltet euch nicht zu solchem, das nichts ist; fällt euch Reichtum zu, so hänget das Herz nicht dran. Gott hat Ein Wort geredet, das habe ich etlichemal gehöret: das Gott allein mächtig ist. Und du, HErr, bist gnädig, und bezahlest einem jeglichen, wie ers verdienet. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 16, 9—15.(Der HErr that ihr das Herz auf.) Und Paulo erschien ein Gesicht bei der Nacht; das war ein Mann aus Macedonien, der stund, und bat ihn und sprach: Komm hernieder in Mace— donien, und hilf uns! Als er aber das Gesicht gesehen hatte, da trachteten wir alsobald zu reisen in Macedonien, gewiß, daß uns der HErr dahin be— rufen hätte, ihnen das Evangelium zu predigen. Da fuhren wir aus von Troas; und stracks Laufs kamen wir gen Samothracien, des andern Tages gen Neapolis, und von dannen gen Philippi, welche ist die Hauptstadt des Landes Macedonien und eine Freistadt. Wir hatten aber in dieser Stadt unser Wesen etliche Tage. Des Tages der Sabbather gingen wir hinaus vor die Stadt an das Wasser, da man pflegte zu beten, und setzten uns, und redeten Veib, mi hörete zu was von ermahnte den HErt Epi Chr in Fluc am Holz Christo Olauben man dock auch nich zugesagt. durch Eir das Test aufgehob geben ist durch da geben; soll denr Same l Engeln einigen Ootles das da dem Gee daß die denen,d Cvange Und sind die Pheten u 8 in Schr 10 im Gese Oott, 0 wafn Uber spre krar nein N. gung von ihn aus bige Iog; und — 13. Sonntag nach Trinitatis. 1⁴⁵ Wort nicht huten) redeten zu den Weibern, die da zusammenkamen. Und ein gottesfürchtig wihr suchet nic Weib, mit Namen Lydia, eine Purpurkrämerin aus der Stadt der Thyatirer, de, was 4 hörete zu; welcher that der HErr das Herz auf, daß sie darauf Acht hatte, m Vat on was von Paulo geredet ward. Als sie aber und ihr Haus getauft ward, aier geshen ermahnte sie uns und sprach: So ihr mich achtet, daß ich gläubig bin an 3 1• den HErrn, so kommt in mein Haus und bleibet allda. Und sie zwang uns. Rnhben du 13. Sonntag nach Trinitatis. Da sprachen sie Vormittags. en Vater, Gott. Epistel. Gal. 3, 13— 22.(Das Gesetz kann nicht lebendig machen.) ihr nich; den Christus aber hat uns erlöset von dem Fluch des Gesetzes, da er ward nicht von mi ein Fluch für uns,(denn es stehet geschrieben:„Verflucht ist jedermann, der kihr den meine am Holz hanget,“) auf daß der Segen Abrahams unter die Heiden käme in 1. M sed un Christo Jesu, und wir also den verheißenen Geist empfingen durch den iht thun. 100 Glauben. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: verachtet u der Wahrheit man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut edet, so rdeten auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abraham und seinem Samen derselbigen. Ih zugesagt. Er spricht nicht:„durch die Samen,“ als durch viele, sondern als durch Einen:„durch deinen Samen,“ welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht Zelt is file aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gesetz aufhören, welches ge⸗ Seele! geben ist über vier hundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung ge⸗ r ist mein Hort geben; Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was „wie groß er is.) soll denn das Gesetz? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der get, als eine he“ Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den sie ihn dämpfen. Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines luchen sie. Sel. einigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Hoffnung. E Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, cht fallen werd. das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus rke; meine Zu' dem Gesetz. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf chüttet euer Her daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben enschen sind doh. denen, die da glauben. m nichts, 0 1—0 Evangelium. Luc. 10, 23—42.(Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet.) ltet 934 nicl Und er wandte sich zu seinen Jüngern, und sprach insonderheit: Selig dret: daß Gah sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Pro⸗ chörel. jeglihemn! pheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen, steinem jez und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siehe, da stund 10 ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich Der Her n thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach:„Du sollst ar ein Mann Gott, deinen HErrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen in Male Kräften und von ganzem Gemüte, und deinen Nächsten als dich selbst.“ Er 0 0 aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. 66rr dahin be Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn 5.— mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ir „e Zage ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen H Oauhfs ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb tot liegen. t! dieser l Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinab⸗ n wir hinol zog; und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein oschn Ins, A ö II 146 13. Sonntag nach Trinitatis. Levit, da er kam bei die Stätte, und sah ihn, ging er vorüber. Ein Sama⸗ riter aber reisete, und kam dahin; und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß drein Ol und Wein, und hub ihn auf sein Tier, und führete ihn in die Herberge, und pflegte sein. Des andern Tages reisete er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirt, und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Es begab sich aber, da sie wandelten, ging Er in einen Markt. Da war ein Weib, mit Namen Martha, die nahm ihn auf in ihr Haus. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich zu Jesu Füßen, und hörte seiner Rede zu. Martha aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu, und sprach: HErr, fragst du nicht darnach, daß mich meine Schwester läßt allein dienen? Sage ihr doch, daß sie es auch angreife. Jesus aber ant⸗ wortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du hast viel Sorge und Mühe; Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählet, das soll nicht von ihr genommen werden. Epistolische Lektion. 1. Petri 2, 1—10.(Das auserwählte Geschlecht.) So leget nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alles Afterreden; und seid begierig nach der vernünftigen lautern Milch, als die jetzt gebornen Kindlein, auf daß ihr durch dieselbige zunehmet, so ihr anders geschmecket habt, daß der HErr freundlich ist, zu welchem ihr kommen seid, als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber bei Gott ist er auserwählt und köstlich. Und auch ihr, als die leben⸗ digen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause und zum heiligen Priester⸗ tum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesum Christum. Darum stehet in der Schrift:„Siehe da, ich lege einen auserwählten köstlichen Eckstein in Zion; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zu Schanden werden.“ Euch nun, die ihr glaubet, ist er köstlich; den Ungläubigen aber ist der Stein, den die Bauleute verworfen haben, und zum Eckstein worden ist, ein Stein des Anstoßens und ein Fels der Argernis; die sich stoßen an dem Wort, und glauben nicht daran, darauf sie gesetzet sind. Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht. Die ihr weiland nicht ein Volk waret, nun aber Gottes Volk seid, und weiland nicht in Gnaden waret, nun aber in Gnaden seid. Evangelische Lektion. Joh. 9, 24— 41.(Die Blinden werden sehend, und die Sehenden werden blind.) Da riefen sie zum andern Mal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gieb Gott die Ehre; wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete und sprach: Ist er ein Sünder, das weiß ich nicht; eins weiß ich wohl, daß ich blind war, und bin nun sehend. Da sprachen sie wieder zu ihm; Was that er dir? Wie that er deine Augen auf? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch jetzt gesagt; habt ihr es nicht gehöret? Was wollt ihr es abermal hören? Wollt ihr auch seine Jünger werden? Da fluchten sie ihm und sprachen: Du bist sein Jünger; wir aber sind Mosis Jünger. Wir wissen, daß Gott mit Mose geredet hat; diesen aber wissen wir nicht, von wannen er ist. Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Das ist tin wun meine A höret, sor er. Von die Auge thun. S boren, u daß sie Glaubest ists? au und der betete ihi auf daß, Und sole zu ihm: blind, f bleibet e Lektion Und nehmen an Vers Verlaß Denn d lieber h wird die schmücke Rind, u will dich daß, wer daß du er. Ein Sama⸗ nmerte ihn sein, Ol und Wein, rge, und pflegte Groschen, und o du was mehr omme. Welcher dem, der unter eit an ihm that. n. Es begab sich ein Weib, mit e eine Schwestet, seiner Rede zu. nd sie trat hinzu, e Schwester laͤt. Jesus aber ant⸗ orge und Mühe; soll nicht von blte Geschleht). uchelei und Neid n lautern Milch zunehmet, so ihr zu welcem iht schen verworfen Fals die leben⸗ eiligen Priester esum Christun ählten köstlichn t zu Schanden ngläubigen abet ö Cdstein an ie sich stoßen al ö 0 2 se 35 heilige Boll hhnden des, ui Licht. Die i nd weiland nith verden sehend/ ewesen wan 0 Massh 3. Sonntag nach Trinitatis. 147 ein wunderlich Ding, daß ihr nicht wisset, von wannen er sei; und er hat meine Augen aufgethan. Wir wissen aber, daß Gott die Sünder nicht höret, sondern so jemand gottesfürchtig ist, und thut seinen Willen, den höret er. Von der Welt an ist es nicht erhöret, daß jemand einem gebornen Blinden die Augen aufgethan habe. Wäre dieser nicht von Gott, er könnte nichts thun. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden ge⸗ boren, und lehrest uns? Und stießen ihn hinaus. Es kam vor Jesum, daß sie ihn ausgestoßen hatten. Und da er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubest du an den Sohn Gottes? Er antwortete und sprach: HErr, welcher ists? auf daß ich an ihn glaube. Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es. Er aber sprach: HErr, ich glaube; und betete ihn an. Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht auf diese Welt kommen, auf daß, die da nicht sehen, sehend werden, und die da sehen, blind werden. Und solches höreten etliche der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind wir denn auch blind? Jesus sprach zu ihnen: Wäret ihr blind, so hättet ihr keine Sünde, nun ihr aber sprechet: Wir sind sehend, bleibet eure Sünde. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Sprüche Salom. 4, 4— 27.(Ich will dich den Weg der Weisheit führen.) Und er lehrete mich und sprach: Laß dein Herz meine Worte auf⸗ nehmen; halte meine Gebote, so wirst du leben. Nimm an Weisheit, nimm an Verstand; vergiß nicht, und weiche nicht von der Rede meines Mundes. Verlaß sie nicht, so wird sie dich behalten; liebe sie, so wird sie dich behüten. Denn der Weisheit Anfang ist, wenn man sie gerne höret, und die Klugheit lieber hat denn alle Güter. Achte sie hoch, so wird sie dich erhöhen, und wird dich zu Ehren machen, wo du sie herzest. Sie wird dein Haupt schön schmücken, und wird dich zieren mit einer hübschen Krone. So höre, mein Kind, und nimm an meine Rede, so werden deiner Jahre viel werden. Ich will dich den Weg der Weisheit führen; ich will dich auf rechter Bahn leiten, daß, wenn du gehest, dein Gang dir nicht sauer werde, und wenn du läufst, daß du dich nicht anstoßest. Fasse die Zucht, laß nicht davon;' bewahre sie, denn sie ist dein Leben. Komm nicht auf der Gottlosen Pfad, und tritt nicht auf den Weg der Bösen. Laß ihn fahren, und gehe nicht drinnen; weiche von ihm, und gehe vorüber. Denn sie schlafen nicht, sie haben denn übel gethan; und sie ruhen nicht, sie haben denn Schaden gethan. Denn sie nähren sich von gottlosem Brot, und trinken vom Wein des Frevels. Aber der Gerechten Pfad glänzet wie ein Licht, das da fortgeht, und leuchtet bis auf den vollen Tag. Der Gottlosen Weg aber ist wie Dunkel, und wissen nicht, wo sie fallen werden. Mein Sohn, merke auf mein Wort, und neige dein Ohr zu meiner Rede. Laß sie nicht von deinen Augen fahren, behalte sie in deinem Herzen. Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und gesund ihrem ganzen Leibe. Behüte dein Herz mit allem Fleiß; denn daraus gehet das Leben. Thu von dir den verkehrten Mund, und laß das Lästermaul ferne von dir sein. Laß deine Augen stracks vor sich sehen, und deine Augenlider richtig vor dir hinsehen. Laß deinen Fuß gleich vor sich gehen, so gehest du gewiß. Wanke weder zur Rechten, noch zur Linken; wende deinen Fuß vom Bösen. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 18,1—18.(Rede und schweige nicht.) Darnach schied Paulus von Athen, und kam gen Korinth; und fand einen Juden, mit Namen Aquila, der Geburt aus Pontus, welcher war neulich 10² 1⁴4⁸ 14. Sonntag nach Trinitatis. aus Welschland kommen samt seinem Weibe Priscilla,(darum, daß der Kaiser Claudius geboten hatte allen Juden, zu weichen aus Rom). Zu den⸗ selbigen ging er ein; und dieweil er gleichen Handwerks war, blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren aber des Handwerks Teppichmacher. Und er lehrte in der Schule auf alle Sabbather, und beredete beide Juden und Griechen. Da aber Silas und Timotheus aus Macedonien kamen, drang Paulum der Geist, zu bezeugen den Juden Jesum, daß er der Christ sei. Da sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus, und sprach zu ihnen: Euer Blut sei über euer Haupt; ich gehe von nun an rein zu den Heiden. Und machte sich von dannen, und kam in ein Haus eines, mit Namen Just, der gottesfürchtig war; und desselbigen Haus war zunächst an der Schule. Krispus aber, der Oberste der Schule, glaubte an den HErrn mit seinem ganzen Hause; und viel Korinther, die zuhöreten, wurden gläubig, und ließen sich taufen. Es sprach aber der HErr durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulo: Fürchte dich nicht, sondern rede, und schweige nicht; denn Ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ichhabe ein groß Volk in dieser Stadt. Er saß aber daselbst ein Jahr und sechs Monate, und lehrte sie das Wort Gottes. Da aber Gallion Landvogt war in Achaja, empörten sich die Juden einmütiglich wider Paulum, und führten ihn vor den Richtstuhl, und sprachen: Dieser überredet die Leute, Gott zu dienen dem Gesetz zuwider. Da aber Paulus wollte den Mund aufthun, sprach Gallion zu den Juden: Wenn es ein Frevel oder Schalkheit wäre, lieben Juden, so hörte ich euch billig; weil es aber eine Frage ist von der Lehre und von den Worten und von dem Gesetz unter euch, so sehet ihr selber zu; ich gedenke darüber nicht Richter zu sein. Und trieb sie von dem Richtstuhl. Da ergriffen alle Griechen Sosthenes, den Obersten der Schule, und schlugen ihn vor dem Richtstuhl; und Gallion nahm sichs nicht an. Paulus aber blieb noch lange daselbst; darnach machte er seinen Abschied mit den Brüdern, und wollte in Syrien schiffen, und mit ihm Priscilla und Aquila; und er beschor sein Haupt zu Kenchrea; denn er hatte ein Gelübde. 14. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Gal. 5, 16—24.(Die Frucht des Geistes.) Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch; dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanft⸗ mut, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. Evangelium. Luc. 17, 11—19.(Wo sind aber die Neun?) Und es begab sich, da er reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samaria und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm hn ausst Und sprach prach er z da sie hin er gesund und fiel var ein e schn rein! der wiede er sprach Cpif Dart viderfahr Schande, Vort, sor aler Men ist es in Velt der Läht des Denn wir HErt, wi licht aus unsre He Erkenntni aber solch ii Gottes unhsten u erfolgun aber wir Jasu an! Leibe off Tod gege an unser aber das haben,(n wir au Ium he arum, daß der tom). Zu den⸗ ar, blieb er bei chmacher. Und eide Juden und n kamen, drang der Christ sei. leider aus, und Hoon nun an rein ein Haus eines, uus war zunächst glaubte an den lhöreten, wurden Hyurch ein Gesicht d schweige nicht; dir zu schaden; aselbst ein Jahr a aber Gallion wider Paulum, er Uberredet die ulus wollte den ein Frevel oder il es aber 90 em Gesetz untet zu sein. Und Sosthenes, den (3 und Gallion darnach machte hiffen, und mit Henchrea; denn stes.) Flich ste des Fleyscht. und den Gei nicht thut, vus nter dem ann urele, 2 105 — 14. Sonntag nach Trinitatis. 149 zehn aussätzige Männer, die stunden von ferne, und erhuben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund worden war, kehrte er um, und preisete Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen, und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die Neune? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. Epistolische Lektion. 2. Kor. 4.(Der Schatz in irdenen Gefäßen.) Darum, dieweil wir ein solch Amt haben, nachdem uns Barmherzigkeit widerfahren ist, so werden wir nicht müde, sondern meiden auch heimliche Schande, und gehen nicht mit Schalkheit um, fälschen auch nicht Gottes Wort, sondern mit Offenbarung der Wahrheit, und beweisen uns wohl gegen aller Menschen Gewissen vor Gott. Ist nun unser Evangelium verdeckt, so ist es in denen, die verloren werden, verdeckt; bei welchen der Gott dieser Welt der Ungläubigen Sinne verblendet hat, daß sie nicht sehen das helle Licht des Evangelii von der Klarheit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes. Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesum Christum, daß er sei der Licht wir aber eure Knechte um Jesu willen. Denn Gott, der da hieß das icht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, daß durch uns entstände die Erleuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. Wir haben aber solchen Schatz in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft sei Gottes, und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübsal; aber wir ängsten uns nicht. Uns ist bange; aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung; aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt; aber wir kommen nicht um; und tragen um allezeit das Sterben des HErrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des HErrn Jesu an unserm Leibe offenbar werde. Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, auf daß auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleische. Darum so ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch. Dieweil wir aber denselbigen Geist des Glaubens haben,(nachdem geschrieben stehet:„Ich glaube, darum rede ich,“) so glauben wir auch, darum so reden wir auch, und wissen, daß der, so den HErrn Jesum hat auferwecket, wird uns auch auferwecken durch Jesum, und wird uns darstellen samt euch. Denn es geschiehet alles um euretwillen, auf daß die überschwengliche Gnade durch vieler Danksagen Gott reichlich preise. Darum werden wir nicht müde, sondern, ob unser äußerlicher Mensch ver— weset, so wird doch der innerliche von Tage zu Tage verneuert. Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schaffet eine ewige und über alle Maße wichtige Herrlichkeit uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber un⸗ sichtbar ist, das ist ewig. Evangelische Lektion. Matth. 20, 20—28.(Nicht sich dienen lassen, sondern dienen.) Da trat zu ihm die Mutter der Kinder Zebedäi mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder, und bat etwas von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne sitzen in deinem 15⁰0 14. Sonntag nach Trinitatis. Reich, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinken, den Ich trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da Ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja, wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken, und mit der Taufe, da Ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden; aber das Sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben, stehet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. Da das die Zehn höreten, wurden sie un⸗ willig über die zween Brüder. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisset, daß die weltlichen Fürsten herrschen, und die Oberherren haben Ge⸗ walt. So soll es nicht sein unter euch; sondern, so jemand will unter euch gewaltig sein, der sei euer Diener. Und wer da will der Vornehmste sein, der sei euer Knecht. Gleich wie des Menschen Sohn ist nicht kommen, daß er ihm dienen lasse, sondern daß er diene, und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 63, 2—9.(Daß ich dich mit fröhlichem Munde loben sollte.) Gott, Du bist mein Gott, frühe wache ich zu dir; es dürstet meine Seele nach dir, mein Fleisch verlanget nach dir in einem trocknen und dürren Lande, da kein Wasser ist. Daselbst sehe ich nach dir in deinem Heiligtum, wollte gerne schauen deine Macht und Ehre. Denn deine Güte ist besser denn Leben. Meine Lippen preisen dich. Daselbst wollte ich dich gerne loben mein Leben lang, und meine Hände in deinem Namen aufheben. Das wäre meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben sollte. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir. Denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel rühme ich. Meine Seele hanget dir an; deine rechte Hand erhält mich. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 21, 3—19.(Des HErrn Wille geschehe.) Als wir aber Cypern ansichtig wurden, ließen wir sie zur linken Hand, und schifften in Syrien, und kamen an zu Tyrus; denn daselbst sollte das Schiff die Ware niederlegen. Und als wir Jünger fanden, blieben wir da⸗ selbst sieben Tage. Die sagten Paulo durch den Geist, er sollte nicht hinauf gen Jerusalem ziehen. Und es geschah, da wir die Tage zugebracht hatten, zogen wir aus und wandelten. Und sie geleiteten uns alle mit Weibern und Kindern bis hinaus vor die Stadt, und knieeten nieder am Ufer, und beteten. Und als wir einander segneten, traten wir in das Schiff; jene aber wandten sich wieder zu den Ihrigen. Wir aber vollzogen die Schifffahrt von Tyrus, und kamen gen Ptolemais, und grüßten die Brüder, und blieben einen Tag bei ihnen. Des andern Tages zogen wir aus, die wir um Paulo waren, und kamen gen Cäsarien, und gingen in das Haus Philippi, des Evangelisten, der einer von den Sieben war, und blieben bei ihm. Der⸗ selbige hatte vier Töchter, die waren Jungfrauen, und weissagten. Und als wir mehre Tage dablieben, reisete herab ein Prophet aus Judäa, mit Namen Agabus, und kam zu uns. Der nahm den Gürtel Pauli, und band seine Hände und Füße, und sprach: Das sagt der heilige Geist: Den Mann, des der Gürtel ist, werden die Juden also binden zu Jerusalem, und über⸗ antworten in der Heiden Hände. Als wir aber solches höreten, baten wir ihn, un zöge. mir mei sondern Jesu. Des 50 uns, un! Junger Cypern, nun ger Tages alle dal was GOo er Linken. Aber ttet. Könnet ihr lassen mit der a, wohl. Und a mit der Taufe das Sitzen zu sondern denen ez wurden sie un⸗ und sprach: Iht herren haben Ge⸗ will unter euth Vornehmste sein, kommen, daß et u einer Erlösung Daß it dih nu! rstet meine Seele knen und dürten einem Heiligtum, e Güte ist besse dich gerne loben eben. Das wärt röhlichem Mundi dich; wenn ih und unter den an; deine recht ö (Des HErrn Will ö zur linlen* haselbst sollte du ö wichegthinn ollte nicht has ugebracht hatln mit Weibern n am Ufer,, = — SS=. K“— — =.. 15. Sonntag nach Trinitatis. 151 ihn, und die desselbigen Orts waren, daß er nicht hinauf gen Jerusalem zöge. Paulus aber antwortete: Was macht ihr, daß ihr weinet, und brechet mir mein Herz? Denn ich bin bereit, nicht allein mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben zu Jerusalem um des Namens willen des HErrn Jesu. Da er aber sich nicht überreden ließ, schwiegen wir, und sprachen: Des HErrn Wille geschehe. Und nach denselbigen Tagen entledigten wir uns, und zogen hinauf gen Jerusalem. Es kamen aber mit uns auch etliche Jünger von Cäsarien, und führeten uns zu einem, mit Namen Mnason, aus Cypern, der ein alter Jünger war, bei dem wir herbergen sollten. Da wir nun gen Jerusalem kamen, nahmen uns die Brüder gerne auf. Des andern Tages aber ging Paulus mit uns ein zu Jakobus, und kamen die Altesten alle dahin. Und als er sie gegrüßet hatte, erzählte er eins nach dem andern, was Gott gethan hatte unter den Heiden durch sein Amt. 15. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Gal. 5, 25—6, 10.(Was der Mensch säet, das wird er ernten.) So wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, die ihr geistlich seid; und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrügt sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn, was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Auf⸗ hören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an jeder⸗ mann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelium. Matth. 6, 19— 34.(Sorget nicht für euer Leben.) Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen, und da die Diebe nach graben und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten, noch Rost fressen, und da die Diebe nicht nach graben, noch stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz. Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn dein Auge einfältig ist, so wird dein ganzer Leib licht sein; wenn aber dein Auge ein Schalk ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn aber das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis selber sein! Niemand kann zween Herren dienen. Entweder er wird einen hassen, und den andern lieben; oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euern Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und 15² euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge Eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht be⸗ kleidet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet, und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr euch thun, o ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epistolische Lektion. 2. Kor. 8, 1—15.(Durch seine Armut sind wir reich.) Ich thue euch kund, lieben Brüder, die Gnade Gottes, die in den Ge— meinen in Macedonien gegeben ist. Denn ihre Freude war da Überschwenglich, da sie durch viel Trübsal bewähret wurden; und wiewohl sie sehr arm waren, haben sie doch reichlich gegeben in aller Einfältigkeit. Denn nach allem Vermögen(das zeuge ich) und über Vermögen waren sie selbst willig, und fleheten uns mit vielem Ermahnen, daß wir aufnähmen die Wohlthat und Gemeinschaft der Handreichung, die da geschiehet den Heiligen; und nicht, wie wir hofften, sondern ergaben sich selbst, zuerst dem HErrn, und darnach uns, durch den Willen Gottes, daß wir mußten Titum ermahnen, auf daß er, wie er zuvor hatte angefangen, also auch unter euch solche Wohlthat ausrichtete. Aber gleich wie ihr in allen Stülcken reich seid, im Glauben und im Wort und in der Erkenntnis und in allerlei Fleiß und in eurer Liebe zu uns, also schaffet, daß ihr auch in dieser Wohlthat reich seid. Nicht sage ich, daß ich etwas gebiete; sondern, dieweil andere so fleißig sind, versuche ich auch eure Liebe, ob sie rechter Art sei. Denn ihr wisset die Gnade unsers HErrn Jesu Christi, daß ob er wohl reich ist, ward er doch arm um euretwillen, auf daß ihr durch seine Armut reich würdet. Und mein Wohlmeinen hierinnen gebe ich; denn solches ist euch nützlich, die ihr angefangen habt vor dem Jahre her, nicht allein das Thun, sondern auch das Wollen; nun aber vollbringet auch das Thun, auf daß, gleich wie da ist ein geneigt)Gemüt, zu wollen, so sei auch da ein geneigt Gemüt, zu thun von dem, das ihr habt. Denn so einer willig ist, so ist er angenehm, nach dem er hat, nicht, nach dem er nicht hat. Nicht geschiehet das der Meinung, daß die andern Ruhe haben, und ihr Trübsal, sondern daß es gleich sei. So diene euer Überfluß ihrem Mangel diese(teure) Zeit lang, auf daß auch ihr Überfluß hernach diene eurem Mangel, und geschehe, das gleich ist; wie geschrieben stehet:„Der viel sammelte, hatte nicht Über⸗ fluß; und der wenig sammelte, hatte nicht Mangel.“ Evangelische Lektion. Luc. 12, 15—23.(Der reiche Narr.) Und sprach zu ihnen: Sehet zu, und hütet euch vor dem Geiz; denn niemand lebet davon, daß er viel Güter hat. Und er sagte ihnen ein Gleichnis, und sprach: Es war ein reicher Mensch, des Feld hatte wohl getragen. Und er gedachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich thun? Ich habe nicht, da ich meine Früchte hin sammle. Und sprach: Das will ich 15. Sonntag nach Trinitatis. thun: ich summeln Iu meiner habe nun Du Narr vird es se Ind ist r age ich e slr euren und der! Eeltione6 Und So wahr Ichre we des HErr gegen Me llleßt; un Lch dase OErrn, v fießt. U des Aben duß der das Wor Arpath, aner Wi Aug gen eine Witt wenig W rief er i sprach:! ohne ein siehe, ich M. mei Rht: Fül nache mi dir aber hhricht de nicht viel mehr usetzen möge, ob ddung? Schauet ht, auch spinnen klichkeit nicht be⸗ Oras auf dem Ofen geworfen ubigen? Darum Das werden wir llen trachten die alles bedürfet. Gerechtigkeit, so andern Morgen; genug, daß ein It sind wir reich.) die in den Ge⸗ berschwenglich, hl sie sehr arm eit. Denn nach sie selbst willig, n die Wohlthat Heiligen; und em Herrn, und itum ermahnen, nter euch solch reich seid, im lei Fleiß und Vohlthat reich andere so fleißig un ihr wisset die , ward er do würdet, Ud 0 nütlic, di Thun, sondem daß, gleich wit Reigt Gemüt. u st er angenehn schhet dasde sondern daß e ure) Zeit lanz und geshehe atte nicht Ube⸗ 15. Sonntag nach Trinitatis. 1⁵³ thun: ich will meine Scheunen abbrechen, und größere bauen, und will drein sammeln alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter; und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre; habe nun Ruhe, iß, trink, und habe guten Mut. Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wes wird es sein, das du bereitet hast? Also gehet es, wer sich Schätze sammelt, und ist nicht reich in Gott. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen sollt; auch nicht für euren Leib, was ihr anthun sollt. Das Leben ist mehr denn die Speise, und der Leib mehr denn die Kleidung. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 1. Könige 17, 1—16.(Ich habe den Raben geboten, daß sie dich versorgen.) Und es sprach Elia, der Thisbiter, aus den Bürgern Gileads, zu Ahab: So wahr der HErr, der Gott Israels, lebt, vor dem ich stehe, es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage es denn. Und das Wort des HErrn kam zu ihm und sprach: Gehe weg von hinnen, und wende dich gegen Morgen, und verbirg dich am Bach Krith, der gegen den Jordan fließt; und sollst vom Bach trinken; und ich habe den Raben geboten, daß sie dich daselbst sollen versorgen. Er aber ging hin, und that nach dem Wort des HErrn, und ging weg und setzte sich am Bach Krith, der gegen den Jordan fließt. Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch des Morgens und des Abends, und er trank des Bachs. Und es geschah nach etlichen Tagen, daß der Bach vertrocknete; denn es war kein Regen im Lande. Da kam das Wort des HErrn zu ihm und sprach: Mache dich auf und gehe gen Zarpath, welche bei Sidon liegt, und bleibe daselbst; denn ich habe daselbst einer Witwe geboten, daß sie dich versorge. Und er machte sich auf, und ging gen Zarpath. Und da er kam an die Thür der Stadt, siehe, da war eine Witwe und las Holz auf. Und er rief sie und sprach: Hole mir ein wenig Wasser im Gefäß, daß ich trinke. Da sie aber hinging zu holen, rief er ihr und sprach: Bringe mir auch einen Bissen Brots mit. Sie sprach: So wahr der HErr, dein Gott, lebt, ich habe nichts Gebacknes, ohne eine Hand voll Mehls im Kad und ein wenig Ol im Kruge. Und siehe, ich habe ein Holz oder zwei aufgelesen, und gehe hinein und will mir und meinem Sohne zurichten, daß wir essen und sterben. Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, gehe hin und mache es, wie du gesagt hast; doch mache mir am ersten ein kleines Gebacknes davon und bringe mirs heraus; dir aber und deinem Sohne sollst du darnach auch machen. Denn also spricht der HErr, der Gott Israels: Das Mehl im Kad soll nicht verzehret werden, und dem Olkruge soll nichts mangeln, bis auf den Tag, da der HErr regnen lassen wird auf Erden. Sie ging hin, und machte, wie Elia gesagt hatte. Und er aß, und sie auch und ihr Haus eine Zeit lang. Das Mehl im Kad ward nicht verzehret, und dem Olkruge mangelte nichts, nach dem Wort des HErrn, das er geredet hatte durch Elia. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 21, 40— 22, 22.(Pauli Verantwortung vor dem Volte zu Jerusalem.) Als er aber ihm erlaubte, trat Paulus auf die Stufen, und winkte dem Volk mit der Hand. Da nun eine große Stille ward, redete er zu ihnen auf Ebräisch, und sprach: Ihr Männer, lieben Brüder und Väter, höret meine Verantwortung an euch. Da sie aber höreten, daß er auf Ebräisch zu 16. Sonntag nach Trinitatis. ihnen redete, wurden sie noch stiller. Und er sprach: Ich bin ein jlldischer Mann, geboren zu Tarsen in Cilicien, und erzogen in dieser Stadt zu den Füßen Gamaliels, gelehret mit allem Fleiß im väterlichen Gesetz, und war ein Eiferer um Gott, gleich wie ihr alle seid heutiges Tages. Und habe diesen Weg verfolget bis an den Tod. Ich band sie, und Überantwortete sie ins Gefängnis, beide Männer und Weiber; wie mir auch der Hohepriester und der ganze Haufe der Altesten Zeugnis giebt, von welchen ich Briefe nahm an die Brüder, und reiste gen Damaskus, daß ich, die daselbst waren, gebunden führte gen Jerusalem, daß sie gepeiniget würden. Es geschah aber, da ich hinzog, und nahe bei Damaskus kam, um den Mittag, um⸗ blickte mich schnell ein groß Licht vom Himmel. Und ich fiel zum Erdboden, und hörte eine Stimme, die sprach zu mir: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Ich antwortete aber: HErr, wer bist du? Und er sprach zu mir: Ich bin Jesus von Nazareth, den du verfolgest. Die aber mit mir waren, sahen das Licht, und erschraken; die Stimme aber des, der mit mir redete, höreten sie nicht. Ich sprach aber; HErr, was soll ich thun? Der HErr aber sprach zu mir: Stehe auf, und gehe gen Damaskus; da wird man dir sagen von allem, das dir zu thun verordnet ist. Als ich aber vor Klarheit dieses Lichts nicht sehen konnte, ward ich bei der Hand geleitet von denen, die mit mir waren, und kam gen Damaskus. Es war aber ein gottes⸗ fürchtiger Mann nach dem Gesetz, Ananias, der ein gut Gerücht hatte bei allen Juden, die daselbst wohneten; der kam zu mir, und trat bei mich und sprach zu mir: Saul, lieber Bruder, siehe auf! Und ich sah ihn an zu derselbigen Stunde. Er aber sprach: Gott unsrer Väter hat dich verordnet, daß du seinen Willen erkennen solltest, und sehen den Gerechten, und hören die Stimme aus seinem Munde; denn du wirst sein Zeuge zu allen Menschen sein des, das du gesehen und gehöret hast. Und nun, was verziehest du? Stehe auf, und laß dich taufen, und abwaschen deine Sünden, und rufe an den Namen des HErrn. Es geschah aber, da ich wieder gen Jerusalem kam, und betete im Tempel, daß ich entzückt ward, und sah ihn. Da sprach er zu mir: Eile, und mache dich behende von Jerusalem hinaus; denn sie werden nicht aufnehmen dein Zeugnis von mir. Und ich sprach: HErr, sie wissen selbst, daß ich gefangen legte und stäupte die, so an dich glaubten, in den Schulen hin und wieder; und da das Blut Stephani, deines Zeugen, vergossen ward, stund ich auch daneben, und hatte Wohl⸗ gefallen an seinem Tode, und verwahrte denen die Kleider, die ihn töteten. Und er sprach zu mir: Gehe hin, denn ich will dich ferne unter die Heiden senden. Sie höreten ihm aber zu bis auf dies Wort, und huben ihre Stimme auf, und sprachen: Hinweg mit solchem von der Erde! denn es ist nicht billig, daß er leben soll. 16. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Ephes. 3, 8— 21.(Die Liebe, die alle Erkenntnis übersteigt.) Mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist gegeben diese Gnade, unter den Heiden zu verkündigen den unausforschlichen Reichtum Christi, und zu erleuchten jedermann, welche da sei die Gemeinschaft des Geheimnisses, das von der Welt her in Gott verborgen gewesen ist, der alle Dinge ge⸗ schaffen hat durch Jesum Christum, auf daß jetzt kund würde den Fürsten⸗ tümern und Herrschaften in dem Himmel an der Gemeine die mannig⸗ faltige Weisheit Gottes, nach dem Vorsatz von der Welt her, welche er bewiesen Freudig Darum die ich meine K Bater ij er euch durh se durch d gegründ da sei d daß Cht etftllet lann üb hingz u aber na der ein viel Vo ihn der ruͤhrete ich sag reden. an, un aufgesta ihm ers Epifte bin ein judischn r Stadt zu den Gesetz, und wm iges. Und habe Wüberantwortete der Hohepriester elchen ich Briefe e daselbst waren, en. Es geschah en Mittag, um⸗ zum Erdboden, „was verfolges er sprach zu mit: mit mir waren, mit mir redet, un? Der HErt a wird man dit ber vor Klarhei leitet von denen, aber ein gottes⸗ Gerücht hatt , und trat bei 1 Und ich sch Väter hat dih den Gerechten, st sein Zeuge zu Und nun, was u deine Sünden, ich wieder gen „ und sah ihn. usalem hinaus Und ich sprach die, so an dit Blut Stephani nd hatte Bohl die ihn bitkn unter die Heiden und huben ihn de! denn es 6 lis höasteit) hen diese Onn eichtum Chus 65 Sehn Dinge g all 127 16. Sonntag nach Trinitatis. 15⁵ bewiesen hat in Christo Jesu, unserm HErrn, durch welchen wir haben Freudigkeit und Zugang in aller Zuversicht durch den Glauben an ihn. Darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers HErrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium. Luc. 7, 11—17.(Weine nicht!) Und es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viele mit ihm und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der HErr sah, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührete den Sarg an; und die Träger stunden. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Tote richtete sich auf, und fing an, zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Epistolische Lektion. Ebr. 12, 14— 24.(Ihr seid kommen zu der Stadt des lebendigen Gottes.) Jagt nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den HErrn sehen, und sehet darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade versäume; daß nicht etwa eine bittre Wurzel aufwachse, und Unfrieden anrichte, und viele durch dieselbe verunreiniget werden; daß nicht jemand sei ein Hurer oder ein Gottloser wie Esau, der um Einer Speise willen seine Erstgeburt verkaufte. Wisset aber, daß er hernach, da er den Segen ererben wollte, verworfen ist; denn er fand keinen Raum zur Buße, wiewohl er sie mit Thränen suchte. Denn ihr seid nicht kommen zu dem Berge, den man anrühren konnte, und mit Feuer brannte, noch zu dem Dunkel und Finsternis und Ungewitter, noch zu dem Hall der Posaune und zur Stimme der Worte, welcher sich weigerten, die sie höreten, daß ihnen das Wort ja nicht gesagt würde;(denn sie mochten es nicht ertragen, was da gesagt ward. Und wenn ein Tier den Berg anrührete, sollte es gesteiniget oder mit einem Geschoß erschossen werden; und also erschrecklich war das Gesicht, daß Moses sprach: Ich bin erschrocken und zittere.) Sondern ihr seid kommen zu dem Berge Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, zu dem himmlischen Jerusalem, und zu der Menge vieler tausend Engel, und zu der Gemeine der Erstgebornen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der voll⸗ 15⁵6 16. Sonntag nach Trinitatis. kommenen Gerechten, und zu dem Mittler des neuen Testaments, Jesu, und zu dem Blut der Besprengung, das da besser redet denn Abels. Evangelische Lektion. Luc. 9, 46— 56.(Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid?) Es kam auch ein Gedanke unter sie, welcher unter ihnen der Größeste wäre Da aber ZJesus den Gedanken ihres Herzens sah, ergriff er ein Kind, und stellete es neben sich, und sprach zu ihnen: Wer das Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Welcher aber der Kleinste ist unter euch allen, der wird groß sein. Da antwortete Johannes und sprach: Meister, wir sahen einen, der trieb die Teufel aus in deinem Namen, und wir wehreten ihm; denn er folgte dir nicht mit uns. Und Jesus sprach zu ihm: Wehret ihm nicht; denn wer nicht wider uns ist, der ist für uns. Es begab sich aber, da die Zeit erfüllet war, daß er sollte von hinnen genommen werden, wandte Er sein Angesicht, stracs gen Jerusalem zu wandeln. Und er sandte Boten vor sich hin; die gingen hin, und kamen in einen Markt der Samariter, daß sie ihm Herberge bestelleten. Und sie nahmen ihn nicht an, darum daß er sein Angesicht gewendet hatte, zu wandeln gen Jerusalem. Da aber das seine Jünger, Jakobus und Johannes, sahen, sprachen sie: OErr, willst du, so wollen wir sagen, daß Feuer vom Himmel falle, und verzehre sie, wie Elias that? Jesus aber wandte sich, und bedrohte sie und sprach: Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Des Menschen Sohn ist nicht kommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erhalten. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Hiob 5, 17—26.(Weigere dich der Züchtigung des Allmäͤchtigen nicht.) Siehe, selig ist der Mensch, den Gott strafet; darum weigere dich der Züchtigung des Allmächtigen nicht. Denn Er verletzet, und verbindet; er zerschmeißet, und seine Hand heilet. Aus sechs Trübsalen wird er dich erretten, und in der siebenten wird dich kein Übel rühren. In der Teurung wird er dich vom Tode erlösen und im Kriege von des Schwertes Hand. Er wird dich verbergen vor der Geißel der Zunge, daß du dich nicht fürchtest vor dem Verderben, wenn es kommt. Im Verderben und Hunger wirst du lachen, und dich vor den wilden Tieren im Lande nicht fürchten; sondern dein Bund wird sein mit den Steinen auf dem Felde, und die wilden Tiere auf dem Lande werden Frieden mit dir halten; und wirst erfahren, daß deine Hütte Frieden hat; und wirst deine Behausung versorgen, und nicht sündigen; und wirst erfahren, daß deines Samens wird viel werden und deine Nachkommen wie das Gras auf Erden; und wirst im Alter zu Grabe kommen, wie Garben eingeführt werden zu seiner Zeit. Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 23, 1—17.(Pauli Verant⸗ wortung vor dem Rat zu Jerusalem.) Paulus aber sah den Rat an, und sprach: Ihr Männer, lieben Brüder, ich habe mit allem guten Gewissen gewandelt vor Gott bis auf diesen Tag. Der Hohepriester aber, Ananias, befahl denen, die um ihn stunden, daß sie ihn aufs Maul schlügen. Da sprach Paulus zu ihm: Gott wird dich schlagen, du getünchte Wand! Sitzest du, und richtest mich nach dem Gesetz, und heißest mich schlagen wider das Gesetz? Die aber umherstunden, shrachen: Heben 2 sehet gef aber Pai Pharisäer suer und und Auf Aufruhr sch. De noch Gei Oeschrei; und spra Oeist ode Da aber möchten von ihne der Nacht wie du v Rugen. verhanne Hetötet h machten. haben un So thut zu euch zu töten den Ans 66 Paul rach:“ ihm etwe zents, Jesu, und bels. „ welches Geistez zen der Größeste riff er ein Kind, nd aufnimmt in mmt, der nimmt te ist unter euch sprach: Meister, amen, und wir sprach zu ihm: uns. Es begab nnen genommen wandeln. Und in einen Markt ahmen ihn nicht gen Jetufalem. „, sprachen sie: mmel falle, und bedrohte sie und Des Menschen hen, sondern zu (Beigere dich det peigere dich der verbindet; er wird er dich n der Teurung und mirst in seiner Heit (aili Leut 17. Sonntag nach Trinitatis. 15⁷ sprachen: Schiltst du den Hohenpriester Gottes? Und Paulus sprach: Lieben Brüder, ich wußte es nicht, daß er der Hohepriester ist. Denn es stehet geschrieben:„Dem Obersten deines Volks sollst du nicht fluchen.“ Als aber Paulus wußte, daß ein Teil Sadducäer war, und der andre Teil Pharisäer, rief er im Rat: Ihr Männer, lieben Brüder, ich bin ein Phari⸗ säer und eines Pharisäers Sohn; ich werde angeklagt um der Hoffnung und Auferstehung willen der Toten. Da er aber das sagte, ward ein Aufruhr unter den Pharisäern und Sadducäern, und die Menge zerspaltete sich. Denn die Sadducäer sagen, es sei keine Auferstehung, noch Engel, noch Geist; die Pharisäer aber bekennen beides. Es ward aber ein groß Geschrei; und die Schriftgelehrten, der Pharisäer Teil, stunden auf, stritten und sprachen: Wir finden nichts Arges an diesem Menschen; hat aber ein Geist oder ein Engel mit ihm geredet, so können wir mit Gott nicht streiten. Da aber der Aufruhr groß ward, besorgte sich der oberste Hauptmann, sie möchten Paulum zerreißen; und hieß das Kriegsvolk hinabgehen, und ihn von ihnen reißen, und in das Lager führen. Des andern Tages aber in der Nacht stund der HErr bei ihm, und sprach: Sei getrost, Paule! denn wie du von mir zu Jerusalem gezeuget hast, also mußt du auch zu Rom zeugen. Da es aber Tag ward, schlugen sich etliche Juden zusammen, und verbanneten sich, weder zu essen noch zu trinken, bis daß sie Paulum getötet hätten. Ihrer aber waren mehr denn vierzig, die solchen Bund machten. Die traten zu den Hohenpriestern und Altesten, und sprachen: Wir haben uns hart verbannet, nichts anzubeißen, bis wir Paulum getötet haben. So thut nun kund dem Oberhauptmann und dem Rat, daß er ihn morgen zu euch führe, als wolltet ihr ihn besser verhören; wir aber sind bereit, ihn zu töten, ehe denn er vor euch kommt. Da aber Paulus Schwester-Sohn den Anschlag hörte, kam er dar und ging in das Lager, und verkündigte es Paulo. Paulus aber rief zu sich einen von den Unterhauptleuten, und sprach: Diesen Jüngling führe hin zu dem Oberhauptmann; denn er hat ihm etwas zu sagen. 17. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Ephes. 4, 1— 6.(Ein Leib und Ein Geist.) So ermahne nun euch ich Gefangener in dem HErrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebührt eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein HErr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater unser aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. Evangelium. Luc. 14, 1—-11.(Sabbathsleben in Liebe und Demut.) Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Phari⸗ säer auf einen Sabbath, das Brot zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen still. Und er griff ihn an, und heilete ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den 1⁵⁸ 17. Sonntag nach Trinitatis. Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herausziehet am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten, obenan zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht obenan, daß nicht etwa ein Ehrlicherer denn du von ihm geladen sei, und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Scham untenan sitzen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und setze dich untenan, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Epistolische Lektion. Ebr. 6, 1— 15.(Daß ihr nicht träge werdet!) Darum wollen wir die Lehre vom Anfang christlichen Lebens jetzt lassen, und zur Vollkommenheit fahren; nicht abermal Grund legen von Buße der toten Werke, vom Glauben an Gott, von der Taufe, von der Lehre, vom Händeauflegen, von der Toten Auferstehung und vom ewigen Gerichte. Und das wollen wir thun, so es Gott anders zuläßt. Denn es ist unmöglich, daß die, so einmal erleuchtet sind, und geschmeckt haben die himmlische Gabe, und teilhaftig worden sind des heiligen Geistes, und geschmeckt haben das gütige Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt, wo sie abfallen, und wiederum ihnen selbst den Sohn Gottes kreuzigen, und für Spott halten, daß sie sollten wiederum erneuert werden zur Buße. Denn die Erde, die den Regen trinkt, der oft über sie kommt, und bequem Kraut trägt denen, die sie bauen, empfängt Segen von Gott. Welche aber Dornen und Disteln trägt, die ist untüchtig und dem Fluch nahe, welche man zuletzt verbrennet. Wir versehen uns aber, ihr Liebsten, Bessers zu euch, und daß die Seligkeit näher sei, ob wir wohl also reden. Denn Gott ist nicht ungerecht, daß er vergesse eures Werks und Arbeit der Liebe, die ihr bewiesen habt an seinem Namen, da ihr den Heiligen dienetet und noch dienet. Wir begehren aber, daß euer jeglicher denselben Fleiß beweise, die Hoffnung fest zu halten bis ans Ende, daß ihr nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch den Glauben und Geduld ererben die Verheißungen. Denn als Gott Abraham verhieß, da er bei keinem Größeren zu schwören hatte, schwur er bei sich selbst, und sprach:„Wahrlich, ich will dich segnen und vermehren.“ Und also trug er Geduld, und erlangte die Verheißung. Evangelische Lektion. Luc. 9, 57— 62.(Ungeteilte Nachfolge des HErrn.) Und sie gingen in einen andern Markt. Es begab sich aber, da si auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wo du hin gehest. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hin lege. Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: HErr, erlaube mir, daß ich zuvor hin gehe, und meinen Vater begrabe. Aber Jesus sprach zu ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben; gehe du aber hin und verkündige das Reich Gottes. Und ein anderer sprach: HErr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, daß ich einen Abschied mache mit denen, die in meinem Hause sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug legt, und siehet zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes. Leltion Ich! sngen. danken ur hertlich g und gieb Erden, d des HErr und siehe nitten in Über den HErr wi ewig. D Leltion a Uber und mit Paulum. brach: Thaten Felix, de Auf daß uns kürz gefunden Erdboden huchet hat ihn geri unterkam b0 n orsche 2 aber, do weiß da unerschrot enn zwö beten. Oer eine Stͤdten. Oas beke lihen, heschriebez e Auferste Hg 17. Sonntag nach Trinitatis. 159 Nachmittags. sagte bs gexktion aus dem Alten Testamente. Psalm 138.(Der HErr siehet auf ten, obenan zu Re Ian 10 das Niedrige.) denn du von„Ich danke dir von ganzem Herzen, vor den Göttern will ich dir lob⸗ den hat, sprehe singen. Ich will anbeten zu deinem heiligen Tempel, und deinem Namen untenan sihen danken um deine Güte und Treue; denn du hast deinen Namen über alles untenan, a.herrlich gemacht durch dein Wort Wenn ich dich anrufe, so erhöre mich, „ Freund, rch und gieb meiner Seele große Kraft. Es danken dir, HErr, alle Könige auf Iu Tische sthe. Erden, daß sie hören das Wort deines Mundes, und singen auf den Wegen wet sch sel des HErrn, daß die Ehre des HErrn groß sei. Denn der HErr ist hoch, und siehet auf das Niedrige, und kennet den Stolzen von ferne. Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickest du mich, und streckest deine Hand nage werdeth über den Zorn meiner Feinde, und hilfst mir mit deiner Rechten. Der 1 HErr wird es ein Ende machen um meinetwillen. HErr, deine Güte ist 4 Aure ewig. Das Werk deiner Hände wollest du nicht lassen. n von Buß EtI der Lehre, von Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 24, 1—25.(Paulus vor dem Gerichte. Ud ö Landpfleger Felix.) ist unmöglic Über fünf Tage zog hinab der Hohepriester Ananias mit den Altesten jimmlische Oab, und mit dem Redner Tertullus; die erschienen vor dem Landpfleger wider meckt haben du Paulum. Da er aber berufen ward, fing an Tertullus zu verklagen, und wo sie abfallen sprach: Daß wir in großem Frieden leben unter dir, und viel redliche ir Spott halen Thaten diesem Volk widerfahren durch deine Vorsichtigkeit, allerteuerster u die Erde, de[Felix, das nehmen wir an allewege und allenthalben mit aller Dankbarkeit. aut trägt denet, Auf daß ich aber dich nicht zu lange aufhalte, bitte ich dich, du wollest nen und Distll uns kürzlich hören nach deiner Gelindigkeit. Wir haben diesen Mann gefunden schädlich, und der Aufruhr erreget allen Juden auf dem ganzen 35 die Seligket Erdboden, und einen Vornehmsten der Sekte der Nazarener, der auch ver⸗ gerecht, daß& suchet hat, den Tempel zu entweihen; welchen wir auch griffen, und wollten habt an seinen ihn gerichtet haben nach unserm Gesetz. Aber Lysias, der Hauptmann, begehren aben unterkam das, und führete ihn mit großer Gewalt aus unsern Händen, und hieß seine Verkläger zu dir kommen; von welchen du kannst, so du es derer, die durh erforschen willst, dich des alles erkundigen, um was wir ihn verklagen. Die Denn als O0 Jauden aber redeten auch dazu, und sprachen, es hielte sich also. Paulus atte, schwur aber, da ihm der Landpfleger winkte, zu reden, antwortete: Dieweil ich und vermehn. weiß, daß du in diesem Volk nun viele Jahre ein Richter bist, will ich unerschrocken mich verantworten; denn du kannst erkennen, daß nicht mehr ö denn zwölf Tage sind, daß ich bin hinauf gen Jerusalem kommen, anzu⸗ olge dez Hr beten. Auch haben sie mich nicht gefunden im Tempel mit jemand reden oder einen Aufruhr machen im Volk, noch in den Schulen noch in den b Städten. Sie können mir auch nicht beibringen, des sie mich verklagen. solgen, WW Das bekenne ich aber dir, daß ich nach diesem Wege, den sie eine Sekte hruben, I zhheißen, diene also dem Gott meiner Väter, daß ich glaube allem, was geschrieben stehet im Gesetze und in den Propheten; und habe die Hoffnung *2 — — — .—. 2 * — — — U 2 —— — = — Oo Uül an: Fosen zu Golt, auf welche auch sie selbst warten, nämlich, daß zukünftig sei die hin gehe ge Auferstehung der Toten, beide der Gerechten und Ungerechten. In dem-⸗ die Lulen selbigen aber übe ich mich, zu haben ein unverletzt Gewissen allenthalben, ch Oottes Iuu, beide gegen Gott und die Menschen Aber nach vielen Jahren bin ich laube mi 0 kommen, und habe ein Almosen gebracht meinem Volk und Opfer. Darüber use sind. 1— fanden sie mich, daß ich mich reinigen ließ im Tempel ohne allen Rumor Ud siehet zu und Getümmel. Das waren aber etliche Juden aus Asien, welche sollten 16⁰ 18. Sonntag nach Trinitatis. hie sein vor dir, und mich verklagen, so sie etwas zu mir hätten. Oder laß 15 diese selbst sagen, ob sie etwas Unrechtes an mir gefunden haben, dieweil ich lasse un stehe vor dem Rat, ohne um des einigen Worts willen, da ich unter ihnen und gut stund und rief: Über der Auferstehung der Toten werde ich von euch heute hlegen, angeklaget. Da aber Felix solches hörte, zog er sie auf; denn er wußte ihr schet fast wohl um diesen Weg, und sprach: Wenn Lysias, der Hauptmann, dem wir herabkommt, so will ich mich eures Dinges erkundigen. Er befahl aber kin and dem Unterhauptmann, Paulum zu behalten, und lassen Ruhe haben, und Herichts niemand von den Seinen wehren, ihm zu dienen, oder zu ihm zu kommen. Iemand Nach etlichen Tagen aber kam Felix mit seinem Weibe Drusilla, die eine zween o Jüdin war, und forderte Paulum, und hörte ihn von dem Glauben an berdienet Christum. Da aber Paulus redete von der Gerechtigkeit und von der Keusch— ments v heit und von dem zukünftigen Gericht, erschrak Felix, und antwortete: Gehe Onade hin auf dies Mal; wenn ich gelegene Zeit habe, will ich dich her lassen Ich will rufen. Volk rich V ö 18. Sonntag nach Trinitatis. dnen ö Vormittags. Tebsl Epistel. 1. Kor. 1, 4— 9.(Durch Christum reich an allen Stücken.) denen es Ich danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die und den euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken ihr beit reich gemacht, an aller Lehre und in aller Erkenntnis; wie denn die Predigt duer Ver von Christo in euch kräftig worden ist, also daß ihr keinen Mangel habt an ist euch irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers HErrn ümpfange Jesu Christi, welcher auch wird euch fest behalten bis ans Ende, daß ihr lummen ö unsträflich seid auf den Tag unsers HErrn Jesu Christi. Denn Gott ist leben. treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu haben.“ Christi, unsers HErrn. werden, Evangelium. Matth. 22, 34—46.(Das vornehmste Gebot und der vornehmste Eh Glaubensartikel.) Da aber die Pharisäer höreten, daß er den Sadducäern das Maul Wer gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schrift⸗ anmealt, gelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot Mash. im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm:„Du sollst lieben Gott, deinen HErrn, enscher von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemüte.“ Dies ist em wir das vornehmste und größte Gebot. Das andre aber ist dem gleich:„Du wird es sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst.“ In diesen zween Geboten 4* gut hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei mah einander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dünket euch um Christo? tterngz / Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet Gerg vol ihn denn David im Geist einen HErrn, da er sagt:„Der HErr hat gesagt Herbor a zu meinem HErrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Vises her Feinde zum Schemel deiner Füße“? So nun David ihn einen HErrn nennet, Msen R wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, ort, de und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. werden, Epistolische Lektion. Ebr. 10, 22—39.(Es ist schrecklich, in die Hände des 0 lebendigen Gottes zu fallen.) Rekti So lasset uns hinzugehen mit wahrhaftigem Herzen, in völligem Glauben, besprenget in unsern Herzen, und los von dem bösen Gewissen, und gewaschen Di am Leibe mit reinem Wasser; und lasset uns halten an dem Bekenntnis der bedhbi itten. Oder laß aben, dieweil ich ich unter ihnen von euch heute denn er wußte er Hauptmann, Er befahl aber uhe haben, und ihm zu kommen. rusilla, die eine em Glauben an von der Keusch⸗ ntwortete: Gehe dich her lassen len Stücken.) nade Gottes, die m allen Stücken senn die Predigt Mangel habt an unsers HErn Ende, daß iht Denn Gott ist Sohnes Jesu d der vornehmft zern das Maul N, ein Schrift⸗ ornehmste Gebol deinen HErmn müte.“ Dies i em gleich „Du ween Gebolel 2 Phariser bn uch um 0 Wie nem 3Ert hat geshh deih deint 9Erm memnd Wort antvottn agen. in di hirde u⸗ 1. m Glaubch +* Rpnhn Bakenttti Chrif! 18. Sonntag nach Trinitatis. 161 Hoffnung, und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat; und lasset uns unter einander unser selbst wahrnehmen mit Reizen zur Liebe und guten Werken, und nicht verlassen unsre Versammlung, wie etliche pflegen, sondern unter einander ermahnen; und das so viel mehr, so viel ihr sehet, daß sich der Tag nahet. Denn so wir mutwillig sündigen, nach⸗ dem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir fürder kein ander Opfer mehr für die Sünde, sondern ein schrecklich Warten des Gerichts und des Feuereifers, der die Widerwärtigen verzehren wird. Wenn jemand das Gesetz Mosis bricht, der muß sterben ohne Barmherzigkeit durch zween oder drei Zeugen. Wie viel, meinet ihr, ärgere Strafe wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt, und das Blut des Testa⸗ ments unrein achtet, durch welches er geheiliget ist, und den Geist der Gnade schmähet? Denn wir wissen den, der da sagt:„Die Rache ist mein; Ich will vergelten,“ spricht der HErr, und abermal:„Der HErr wird sein Volk richten.“ Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Gedenket aber an die vorigen Tage, in welchen ihr, erleuchtet, erduldet habt einen großen Kampf des Leidens, zum Teil selbst durch Schmach und Trübsal ein Schauspiel worden, zum Teil Gemeinschaft gehabt mit denen, denen es also gehet. Denn ihr habt mit meinen Banden Mitleiden gehabt, und den Raub eurer Güter mit Freuden erduldet, als die ihr wisset, daß ihr bei euch selbst eine bessere und bleibende Habe im Himmel habt. Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber ist euch not, auf daß ihr den Willen Gottes thut, und die Verheißung empfanget. Denn„noch über eine kleine Weile so wird kommen, der da kommen soll, und nicht verziehen. Der Gerechte aber wird des Glaubens leben. Wer aber weichen wird, an dem wird meine Seele kein Gefallen haben.“ Wir aber sind nicht von denen, die da weichen, und verdammet werden, sondern von denen, die da glauben und die Seele erretten. Evangelische Lektion. Matth. 12, 30— 37.(Die Lästerung wider den heiligen Geist.) Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung wider den Geist wird den Menschen nicht vergeben. Und wer etwas redet wider des Menschen Sohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet wider den heiligen Geist, dem wird es nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt. Setzet entweder einen guten Baum, so wird die Frucht gut; oder setzet einen faulen Baum, so wird die Frucht faul. Denn an der Frucht erkennet man den Baum. Ihr Otterngezüchte, wie könnt ihr Gutes reden, dieweil ihr böse seid? Wes das Herz voll ist, des gehet der Mund über. Ein guter Mensch bringet Gutes hervor aus seinem guten Schatz des Herzens; und ein böser Mensch bringet Böses hervor aus seinem bösen Schatz. Ich sage euch aber, daß die Menschen müssen Rechenschaft geben am jüngsten Gericht von einem jeglichen unnützen Wort, das sie geredet haben. Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Klagel. Jerem. 3, 22— 40. (Ein jeglicher murre wider seine Sünde.) Die Güte des HErrn ist, daß wir nicht gar aus sind; seine Barm⸗ herzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine —11 16² 18. Sonntag nach Trinitatis. Treue ist groß. Der HErr ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen. Denn der HErr ist freundlich dem, der auf ihn harret, und der Seele, die nach ihm fraget. Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein, und auf die Hilfe des HErrn hoffen. Es ist ein köstlich Ding einem Manne, daß er das Joch in seiner Jugend trage; daß ein Verlassener ge⸗ duldig sei, wenn ihn etwas überfällt, und seinen Mund in den Staub stecke, und der Hoffnung erwarte, und lasse sich auf die Backen schlagen und ihm viel Schmach anlegen. Denn der HErr verstößt nicht ewiglich, sondern er betrübet wohl, und erbarmet sich wieder nach seiner großen Güte; denn er nicht von Herzen die Menschen plaget und betrübet, als wollte er alle die Gefangenen auf Erden gar unter seine Füße zertreten und eines Mannes Recht vor dem Allerhöchsten beugen lassen, und eines Menschen Sache ver⸗ kehren lassen, gleich als sehe es der HErr nicht. Wer darf denn sagen, daß solches geschehe ohne des HErrn Befehl, und daß weder Böses noch Gutes komme aus dem Munde des Allerhöchsten? Wie murren denn die Leute im Leben also? Ein jeglicher murre wider seine Sünde! Und laßt uns forschen und suchen unser Wesen, und uns zum HErrn bekehren! Lektion aus dem Neuen Testamente. Apgsch. 26, 13—32.(Paulus vor dem Könige Agrippas.) Mitten am Tage, lieber König, sahe ich auf dem Wege, daß ein Licht vom Himmel, heller denn der Sonne Glanz, mich und die mit mir reiseten, umleuchtete. Da wir aber alle zur Erde niederfielen, hörte ich eine Stimme reden zu mir, die sprach auf Ebräisch: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Es wird dir schwer sein, wider den Stachel zu löcken. Ich aber sprach: HErr, wer bist du? Er sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest; aber stehe auf, und tritt auf deine Füße. Denn dazu bin ich dir erschienen, daß ich dich ordne zum Diener und Zeugen des, das du gesehen hast, und das ich dir noch will erscheinen lassen; und will dich erretten von dem Volk und von den Heiden, unter welche ich dich jetzt sende, aufzuthun ihre Augen, daß sie sich bekehren von der Finsternis zu dem Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, zu empfangen Vergebung der Sünden und das Erbe samt denen, die geheiliget werden durch den Glauben an mich. Daher, lieber König Agrippa, war ich der himmlischen Erscheinung nicht ungläubig, sondern verkündigte zuerst denen zu Damaskus und zu Jerusalem, und in alle Gegend des jüdischen Landes, auch den Heiden, daß sie Buße thäten und sich bekehreten zu Gott und thäten rechtschaffene Werke der Buße. Um deswillen haben mich die Juden im Tempel gegriffen, und unterstunden, mich zu töten. Aber durch Hilfe Gottes ist es mir gelungen, und stehe bis auf diesen Tag, und zeuge beide den Kleinen und Großen, und sage nichts außer dem, das die Propheten gesagt haben, daß es geschehen sollte, und Moses: daß Christus sollte leiden, und der Erste sein aus der Auferstehung von den Toten, und verkündigen ein Licht dem Volk und den Heiden. Da er aber solches zur Verantwortung gab, sprach Festus mit lauter Stimme: Paule, du rasest! die große Kunst macht dich rasend. Er aber sprach: Mein teurer Feste, ich rase nicht, sondern ich rede wahre und vernünftige Worte. Denn der König weiß solches wohl, zu welchem ich freudig rede. Denn ich achte, ihm sei der keins nicht verborgen; denn solches ist nicht im Winkel geschehen. Glaubst du, König Agrippa, den Propheten? Ich weiß, daß du glaubest. Agrippas aber sprach zu Paulo: Es fehlt nicht viel, du überredest mich, daß ich ein Christ würde. Paulus aber sprach: Ich wünschte vor Gott, es fehlte an viel oder an wenig, daß nicht allein du, sondern alle, die mich Und dae und die sprachen: wert sei. gegeben Cy So wie die stand vei durch die welche vi reinigkeit ihr ande ein recht Wandel Erneuert an, der! Darum! Mähsten, nicht; la Maum d beite, un dem Dih was nüt Und bert den Tag und Last ander fre vergeben Cvangel * Da Stadt. einem Be brichigen siche, ell Hott. D Nges in vergeben; duß des hrach er heim! U s sich m 6 Halt betet zugl 19. Sonntag nach Trinitatis. 163 le, darum wil die mich heute hören, solche würden, wie ich bin, ausgenommen diese Bande. auf ihn harret Und da er das gesagt, stund der König auf und der Landpfleger und Bernice „geduldig sein, und die mit ihnen saßen, und entwichen beiseits, redeten mit einander, und 9 Ding einen sprachen: Dieser Mensch hat nichts gethan, das des Todes oder der Bande Verlassener ge⸗ wert sei. Agrippas aber sprach zu Festo: Dieser Mensch hätte können los⸗ 10 an ur w gegeben werden, wenn er sich nicht auf den Kaiser berufen hätte. Hagen und ihm.— üh, sondern er 19. Sonntag nach Trinitatis. rnn Vormittags. ahe W Epistel. Ephes. 4, 17—32.(Das rechtschaffene Wesen in Christo.) Hen Sache ber⸗„So sage ich nun und zeuge in dem HErrn, daß ihr nicht mehr wandelt, arf denn sagen wie die andern Heiden wandeln in der Eitelkeit ihres Sinnes, welcher Ver⸗ der Vöses noc stand verfinstert ist, und sind entfremdet von dem Leben, das aus Gott ist, urren denn die durch die Unwissenheit, so in ihnen ist, durch die Blindheit ihres Herzens; nde! Und laft. welche ruchlos sind, und ergeben sich der Unzucht, und treiben allerlei Un⸗ bekehren! reinigkeit samt dem Geiz. Ihr aber habt Christum nicht also gelernet, so ihhr anders von ihm gehöret habt, und in ihm gelehret seid, wie in Jesu 2.(Haulus vor ö ein rechtschaffen Wesen ist. So leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet. , daß ein Lih Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüts, und ziehet den neuen Menschen nit mit reiseten, an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. ch eine Stimme Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem nolget du mic! Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet, und sündiget Sch aber sprach— nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht oget; aber sthh Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern ar⸗ chienen daß ich beite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe, zu geben 10 und das ih dem Dürftigen. Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern Dm Volk und was nützlich zur Besserung ist, da es not thut, daß es holdselig sei zu hören. Augen, dah Und betrübet nicht den heiligen Geist Gottes, damit ihr versiegelt seid auf 5 Gewalt de den Tag der Erlösung. Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei 105 Erbe samt und Lästerung sei ferne von euch samt aller Bosheit. Seid aber unter ein⸗ Dahe liebe ander freundlich, herzlich, und vergebet einer dem andern, gleich wie Gott euch uli funden vergeben hat in Christo. und in all Evangelium. Matth. 9, 1—8.(Dem Gichtbrüchigen wird Vergebung und „häten und sih Heilung.) ö Da trat er in das Schiff, und fuhr wieder herüber, und kam in seine . Iin mich lStadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gicht⸗ brüchigen: Sei getrost, mein Sohn; deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stehe auf, und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe heim! Und er stund auf, und ging heim. Da das Volk das sah, verwunderte es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Epistolische Lektion. Kol. 4, 2—9.(Haltet an am Gebet.) Haltet an am Gebet, und wachet in demselbigen mit Danksagung; und betet zugleich auch für uns, auf daß Gott uns die Thür des Worts auf⸗ 2447 164 19. Sonntag nach Trinitatis. thue, zu reden das Geheimnis Christi, darum ich auch gebunden bin; auf daß ich dasselbige offenbare, wie ich soll reden. Wandelt weislich gegen die, die draußen sind, und schicket euch in die Zeit. Eure Rede sei allezeit lieblich und mit Salz gewürzet, daß ihr wisset, wie ihr einem jeglichen antworten sollt. Wie es um mich stehet, wird euch alles kund thun Tychikus, der liebe Bruder und getreue Diener und Mitknecht in dem HErrn, welchen ich habe darum zu euch gesandt, daß er erfahre, wie es sich mit euch hält, und daß er eure Herzen ermahne, samt Onesimo, dem getreuen und lieben Bruder, welcher von den Euren ist. Alles, wie es hie zustehet, werden sie euch kund thun. Evangelische Lektion. Luc. 18, 1—8.(Sollte Gott nicht retten seine Auserwählten?) Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, daß man allezeit beten, und nicht laß werden sollte, und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete sich nicht vor Gott, und scheuete sich vor keinem Menschen. Es war aber eine Witwe in derselbigen Stadt, die kam zu ihm, und sprach: Rette mich von meinem Widersacher! Und er wollte lange nicht. Darnach aber dachte er bei sich selbst: Ob ich mich schon vor Gott nicht fürchte, noch vor keinem Menschen scheue, dieweil aber mir diese Witwe so viel Mühe macht, will ich sie retten, auf daß sie nicht zuletzt komme, und übertäube mich. Da sprach der HErr: Höret hie, was der ungerechte Richter sagt! Sollte aber Gott nicht auch retten seine Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte Geduld darüber haben? Ich sage euch: Er wird sie erretten in einer Kürze. Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinest du, daß er auch werde Glauben finden auf Erden? Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Hosea 14, 2—10.(Bekehre dich, Jsrael, zu dem HErrn.) Bekehre dich, Israel, zu dem HErrn, deinem Gott; denn du bist gefallen um deiner Missethat willen. Nehmet diese Worte mit euch, und bekehret euch zu dem HErrn, und sprechet zu ihm: Vergieb uns alle Sünde, und thue uns wohl; so wollen wir opfern die Farren unsrer Lippen. Assur soll uns nicht helfen, und wollen nicht mehr auf Rossen reiten, auch nicht mehr sagen zu den Werken unsrer Hände:„Ihr seid unser Gott;“ sondern laß die Waisen bei dir Gnade finden. So will ich ihr Abtreten wieder heilen; gerne will ich sie lieben; dann soll mein Zorn sich von ihnen wenden. Ich will Israel wie ein Tau sein, daß er soll blühen wie eine Rose, und seine Wurzeln sollen ausschlagen wie Libanon; und seine Zweige sich ausbreiten, daß er sei so schön als ein Olbaum, und soll so guten Geruch geben wie Libanon. Und sollen wieder unter seinem Schatten sitzen; von Korn sollen sie sich nähren, und blühen wie ein Weinstock; sein Gedächtnis soll sein wie der Wein am Libanon. Ephraim, was sollen mir weiter die Götzen? Ich will ihn erhören und führen; Ich will sein wie eine grünende Tanne; an mir soll man deine Frucht finden. Wer ist weise, der dies verstehe, und klug, der dies merke? Denn die Wege des HErrn sind richtig, und die Gerechten wandeln drinnen; aber die Übertreter fallen drinnen. Lektion aus dem Reuen Testamente. Röm. 14, 14—23.(Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit und Friede und Freude im heiligen Geist.) Ich weiß und bin es gewiß in dem HErrn Jesu, daß nichts gemein ist an ihm selbst; ohne, der es rechnet für gemein, demselbigen ist es gemein. So aber dei nicht nac welches v derlästert Herechtig Christo d uns dem einander Es ist zu Anstoß se keinen V schwach u Selig ist aber dari aus dem 20 shistel. Den hᷣErrn. aht wohlgefäl Weten ihnen ges bar, wen ist Licht. nun ichtigli bict 0 fündig,f. nicht voll Geistes u iedern, Gcget f Cristi; 20. Sonntag nach Trinitatis(Reformationsfest). 165 unden bin; auf aber dein Bruder über deiner Speise betrübet wird, so wandelst du schon üslich gegen dit nicht nach der Liebe. Lieber, verderbe den nicht mit deiner Speise, um allezeit Hieblic welches willen Christus gestorben ist. Darum schaffet, daß euer Schatz nicht ichen antworten verlästert werde. Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern chikus, der lieke Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem heiligen Geist. Wer darinnen welchen ich habe Christo dienet, der ist Gott gefällig und den Menschen wert. Darum laßt hält, und diß uns dem nachstreben, das zum Frieden dienet, und was zur Besserung unter lieben Bruder, einander dienet. Lieber, verstöre nicht um der Speise willen Gottes Werk. e euch kund thun Es ist zwar alles rein; aber es ist nicht gut dem, der es isset mit einem Anstoß seines Gewissens. Es ist besser, du essest kein Fleisch, und trinkest ht retten seine keinen Wein, oder das, daran sich dein Bruder stößt, oder ärgert, oder schwach wird. Hast du den Glauben, so habe ihn bei dir selbst vor Gott. lezeit beten, und Selig ist, der sich selbst kein Gewissen macht in dem, das er annimmt. Wer in einer Stadt, aber darüber zweifelt, und isset doch, der ist verdammet; denn es gehet nicht N Menschen. Es aus dem Glauben. Was aber nicht aus dem Glauben gehet, das ist Sünde. . 20. Sonntag nach Trinitatis(Reformationsfest). cht fürchte, 10 Vormittags. r. Epistel. Ephes. 5, 8—21.(Alles wird offenbar, wenn es vom Licht gestraft wird.) Richter sagtt Denn ihr waret weiland Finsternis, nun aber seid ihr ein Licht in dem ihm Tag und HErrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts; die Frucht des Geistes ist ich: Er wird si allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit; und prüfet, was da sei bommen mith wohlgefällig dem HErrn. Und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, strafet sie aber vielmehr. Denn was heimlich von ihnen geschiehet, das ist auch schändlich zu sagen. Das alles aber wird offen⸗ bar, wenn es vom Licht gestraft wird; denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum spricht er:„Wache auf, der du schläfest, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“ So sehet nun zu, wie ihr vor⸗ u bist gefͤln sichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen, und du— Lekhn schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unver⸗ 9,%n 0 1h1 ständig, sondern verständig, was da sei des HErrn Wille. Und saufet euch Sunde, 11 11 nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folgt, sondern werdet voll Afut 90 sahh Geistes, und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen nicht. Man Liedern, singet und spielet dem HErrn in eurem Herzen, und saget Dank 1 laß die Nallezeit für alles Gott und dem Vater, in dem Namen unsers HErrn Jesu Christi; und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. Oder: Gal. 5, 1—15.(Bestehet in der Freiheit.) reiten, daß er— So bestehet nun in der Freiheit, damit uns Christus befreiet hat, und ie Libanon. 10 laßt euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen. Siehe, ich Paulus sie sch nise sage euch: Wo ihr euch beschneiden laßt, so ist euch Christus kein nütze. ie der Wein u Ich zeuge abermal einem jeden, der sich beschneiden läßt, daß er noch das ganze Gesetz schuldig ist zu thun. Ihr habt Christum verloren, die ihr durch ir soll man d das Gesetz gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen. Wir aber Rel warten im Geist durch den Glauben der Gerechtigkeit, der man hoffen muß. drinne Denn in Christo Jesu gilt weder Beschneidung noch Vorhaut etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe thätig ist. Ihr liefet fein. Wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen? Solch Überreden ist nicht von dem, der euch berufen hat. Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig. Geist N Ich versehe mich zu euch in dem HErrn, ihr werdet nicht anders gesinnet nichts gent 60 sein. Wer euch aber irre macht, der wird sein Urteil tragen, er sei, wer er „ Jerael lehre dich, Neit — 2 S — — .— — —————————— —.. ——..— 166 20. Sonntag nach Trinitatis(Reformationsfest). wolle. Ich aber, lieben Brüder, so ich die Beschneidung noch predige, warum leide ich denn Verfolgung? So hätte das Argernis des Kreuzes aufgehöret. Wollte Gott, daß sie auch ausgerottet würden, die euch verstören! Ihr aber, lieben Brllder, seid zur Freiheit berufen; allein sehet zu, daß ihr durch die Freiheit dem Fleisch nicht Raum gebet, sondern durch die Liebe diene einer dem andern. Denn alle Gesetze werden in Einem Wort erfüllet, in dem: „Liebe deinen Nächsten als dich selbst.“ So ihr euch aber unter einander beißet und fresset, so sehet zu, daß ihr nicht unter einander verzehret werdet. Evangelium. Psalm 119, 29—52.(Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen.) Wende von mir den falschen Weg, und gönne mir dein Gesetz. Ich habe den Weg der Wahrheit erwählet; deine Rechte habe ich vor mich gestellet. Ich hange an deinen Zeugnissen; HErr, laß mich nicht zu Schanden werden! Wenn du mein Herz tröstest, so laäufe ich den Weg deiner Gebote. Zeige mir, HErr, den Weg deiner Rechte, daß ich sie bewahre bis ans Ende. Unterweise mich, daß ich bewahre dein Gesetz, und halte es von ganzem Herzen. Führe mich auf dem Steige deiner Gebote; denn ich habe Lust dazu. Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen, und nicht jum Geiz. Wende meine Augen ab, daß sie nicht sehen nach unntitzer Lehre, sondern erquicke mich auf deinem Wege. Laß deinen Knecht dein Gebot festiglich für dein Wort halten, daß ich dich fürchte. Wende von mir die S Schmach, die ich scheue; denn deine Rechte sind lieblich. Siehe, ich begehre deiner Befehle; erquicke mich mit deiner Gerechtigkeit. HErr, laß mir deine Gnade widerfahren, deine Hilfe nach deinem Wort, daß ich antworten möge meinem Lästerer; denn ich verlasse mich auf dein Wort. Und nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit; denn ich hoffe auf deine Rechte. Ich will dein Gesetz halten allewege, immer und ewiglich. Und ich wandle fröhlich; denn ich suche deine Befehle. Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen, und schäme mich nicht, und habe Lust an deinen Geboten, und sind mir lieb, und hebe meine Hände auf zu deinen Geboten, die mir lieb sind, und rede von deinen Rechten. Gedenke deinem Knechte an dein Wort, auf welches du mich lässest hoffen. Das ist mein Trost in meinem Elend; denn dein Wort erquicket mich. Die Stolzen haben ihren Spott an mir; dennoch weiche ich nicht von deinem Gesetz. HErr, wenn ich gedenke, wie du von der Welt her gerichtet hast, so werde ich getröstet. Epistolische Leltion. 1. Kor. 3.(Einen andern Grund kann niemand legen.) Und ich, lieben Brüder, konnte nicht mit euch reden als mit Geistlichen, sondern als mit Fleischlichen, wie mit jungen Kindern in Christo. Milch habe ich euch zu trinken gegeben, und nicht Speise; denn ihr konntet noch nicht; auch könnet ihr noch jetzt nicht, dieweil ihr noch fleischlich seid. Denn sintemal Eifer und Zank und Zwietracht unter euch sind, seid ihr denn nicht fleischlich, und wandelt nach menschlicher Weise? Denn so einer sagt! Ich bin Paulisch; der andre aber: Ich bin Apollisch, seid ihr denn nicht fleischlich? Wer ist nun Paulus? wer ist Apollo? Diener sind sie, durch welche ihr seid gläubig worden; und dasselbige, wie der HErr einem jeg⸗ lichen gegeben hat. Ich habe gepflanzt, Apollo hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. So ist nun weder der da pflanzet, noch der da begießet, etwas, sondern Gott, der das Gedeihen giebt. Der aber pflanzet und der da begießet, ist einer wie der andre. Ein jeglicher aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit. Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerwerk und Gottes Gebäude. Ich von Gottes Gnade, die mir gegebet hallet! Orund Christu Holz,“ Lag w welchet WBerk! aber je aber u ihr Ge den I Oottes untere weise scht ö 10 nie h sei; Gegen Christi Cvo * Thate razin! als he Buße ergeheh erhoher werden schehen er S dersell OErr borgen ist als Mieinen Riemay osfenba Will eu ich hin ture E Rllior 0 10 un Welt Mor sh. predige, warum euzes aufgehöret ören! Ihr aber aß ihr durch die Liebe diene einer rfüllet, in dem: unter einander verzehret werdet Zeugnissen vor dein Gesetz. Ih hor mich gestelet. schanden werden. bote. Zeige mir nde. Unterweis rzen. Führe mih ige mein Herz uu wab, daß fie nich Zege. Laß deinen h fürcht. Wemnt lieblich. Sich; echtigkeit. HEtt u Vort, daß ih auf dein Wotl ahrheit; denn ih ege, immer un efehle. Ic 00 und habe duf dde auf zu deint Gedenke deinen . Das ist mel ie Stalhn han n Gesez. Han verde ich gettöt 20. Sonntag nach Trinitatis(Reformationsfest). 167 gegeben ist, habe den Grund gelegt, als ein weiser Baumeister; ein andrer bauet darauf. Ein jeglicher aber sehe zu, wie er darauf baue. Einen andern Grund kann zwar niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. So aber jemand auf diesen Grund bauet Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stoppeln, so wird eines jeglichen Werk offenbar werden; der Tag wird es klar machen; denn es wird durchs Feuer offenbar werden, und welcherlei eines jeglichen Werk sei, wird das Feuer bewähren. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebauet hat, so wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er des Schaden leiden; er selbst aber wird selig werden, so doch, als durchs Feuer. Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid, und der Geist Gottes in euch wohnet? So jemand den Tempel Gottes verderbet, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig; der seid ihr. Niemand betrüge sich selbst. Welcher sich unter euch dünkt, weise zu sein, der werde ein Narr in dieser Welt, daß er möge weise sein. Denn dieser Welt Weisheit ist Thorheit bei Gott. Denn es stehet geschrieben:„Die Weisen erhaschet er in ihrer Klugheit.“ Und abermal: „Der HErr weiß der Weisen Gedanken, daß sie eitel sind.“ Darum rühme sich niemand eines Menschen. Es ist alles euer: Es sei Paulus oder Apollo, es sei Kephas oder die Welt, es sei das Leben oder der Tod, es sei das Gegenwärtige oder das Zukünftige, alles ist euer, ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes. Evangelische Lektion. Matth. 11, 20—30.(Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid.) Da fing er an, die Städte zu schelten, in welchen am meisten seiner Thaten geschehen waren, und hatten sich doch nicht gebessert: Wehe dir, Cho⸗ razin! wehe dir, Bethsaida! Wären solche Thaten zu Tyro und Sidon geschehen, als bei euch geschehen sind, sie hätten vor Zeiten im Sack und in der Asche Buße gethan. Doch ich sage euch: Es wird Tyro und Sidon erträglicher ergehen am jüngsten Gericht denn euch. Und du, Kapernaum, die du bist erhoben bis an den Himmel, du wirst bis in die Hölle hinuntergestoßen werden. Denn so zu Sodom die Thaten geschehen wären, die bei dir ge⸗ schehen sind, sie stünde noch heutiges Tages. Doch ich sage euch: Es wird der Sodomer Lande erträglicher ergehen am jüngsten Gericht denn dir. Zu derselbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater und HErr Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen ver⸗ borgen hast, und hast es den Unmündigen offenbaret. Ja, Vater; denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn denn nur der Vater. Und niemand kennet den Vater denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch, und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 46.(Der SErr ist bei ihr drinnen.) Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unterginge, und die Berge mitten ins Meer sänken, wenn gleich das Meer wütete und wallete, und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. — 7 168 21. Sonntag nach Trinitatis. Sela. Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünn⸗ lein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie wohl bleiben; Gott hilft ihr frühe. Die Heiden müssen verzagen, und die Königreiche fallen; das Erdreich muß vergehen, wenn er sich hören läßt. Der HErr Zebaoth ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz. Sela. Kommt her, und schauet die Werke des HErrn, der auf Erden solch Zerstören anrichtet; der den Kriegen steuert in aller Welt; der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt, und Wagen mit Feuer verbrennt. Seid stille, und erkennet, daß Ich Gott bin. Ich will Ehre einlegen unter den Heiden; ich will Ehre einlegen auf Erden. Der HErr Zebaoth ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz. Sela. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Kor. 7, 20— 31.(Frei in Christo.) Ein jeglicher bleibe in dem Beruf, darinnen er berufen ist. Bist du ein Knecht berufen, sorge dir nicht; doch, kannst du frei werden, so brauche des viel lieber. Denn wer ein Knecht berufen ist in dem HErrn, der ist ein Gefreiter des HErrn; desselbigen gleichen wer ein Freier berufen ist, der ist ein Knecht Christi. Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte. Ein jeglicher, lieben Brüder, worinnen er berufen ist, darinnen bleibe er bei Gott. Von den Jungfrauen aber habe ich kein Gebot des HErrn; ich sage aber meine Meinung, als ich Barmherzigkeit erlanget habe von dem HErrn, treu zu sein. So meine ich nun, solches sei gut um der gegenwärtigen Not willen, daß es dem Menschen gut sei, also zu sein. Bist du an ein Weib gebunden, so suche nicht, los zu werden; bist du aber los vom Weibe, so suche kein Weib. So du aber freiest, sündigest du nicht; und so eine Jungfrau freiet, sündiget sie nicht; doch werden solche leibliche Trübsal haben. Ich verschonte aber euer gerne. Das sage ich aber, lieben Brüder, die Zeit ist kurz. Weiter ist das die Meinung: Die da Weiber haben, daß sie seien, als hätten sie keine; und die da weinen, als weineten sie nicht; und die sich freuen, als freueten sie sich nicht; und die da kaufen, als besäßen sie es nicht; und die dieser Welt brauchen, daß sie derselbigen nicht mißbrauchen; denn das Wesen dieser Welt vergehet. 21. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Ephes. 6, 10— 20.(Des Christen Waffenrüstung.) Zuletzt, meine Brüder, seid stark in dem HErrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um des willen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurigen Pfeile des Bösewichts; und nehmet den Helm des Heils, und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Und betet stets in allem Anliegen mit Bitten und Flehen im Geist, und wachet dazu mit allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen, möge, ur Evan Und hörete, d bat ihn, Und Jes glaubet denn me Der Me Und ind und spra welcher! um die daß es 1 Sohn le andre 3 Eh Iht hillig. hat:„ar Bäter, und Ver Herren nicht mi als die! gutem X den Mer von dem thut au euer Evange Und Mann, und bege denn er Mulber lls Jesu brach 0 Hause Freuden. hirlehrte i Hälf hube; ‚0 diszem 0 Men bren ist t ihren Brünn⸗ bei ihr drinnen, Heiden müssen gehen, wenn er Hakobs ist unse Errn, der auf aller Welt; der erbrennt. Seid legen unter den th ist mit uns; Frei in Christo ist. Bist du ein so brauche des rrn, der ist ein berufen ist, det t der Menschen N ist, darinnen kein Gebot des it erlanget hab⸗ sei gut um der so zu sein. WI bist du aber los digest du niht; solche leiblich ich aber, lieben Die da Weiber 1, als weineten die da kaufen. sie derselbign ruftung) 2. Sonntag nach Trinitatis. 169 und für mich, auf daß mir gegeben werde das Wort mit freudigem Aufthun meines Mundes, daß ich möge kund machen das Geheimnis des Evangelii, welches Bote ich bin in der Kette, auf daß ich darinnen freudig handeln möge, und reden, wie sichs gebühret. Evangelium. Joh. 4, 47— 54.(Er glaubte mit seinem ganzen Hause.) Und es war ein Königischer, des Sohn lag krank zu Kapernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläam, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinabkäme, und hülfe seinem Sohne; denn er war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: HErr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinabging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andre Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläam kam. Epistolische Lektion. Ephes. 6, 1—9.(Die christliche Haustafel.) Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem HErrn; denn das ist billig.„Ehre Vater und Mutter,“ das ist das erste Gebot, das Verheißung hat:„auf daß dirs wohlgehe, und du lange lebest auf Erden.“ Und ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zum HErrn. Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo; nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen, mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem HErrn dienet, und nicht den Menschen, und wisset, was ein jeglicher Gutes thun wird, das wird er von dem HErrn empfangen, er sei ein Knecht oder ein Freier. Und ihr Herren, thut auch dasselbige gegen sie, und lasset das Drohen und wisset, daß auch euer HErr im Himmel ist, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Evangelische Lektion. Luc. 19, 110.(Ich muß heute zu deinem Hause einkehren.) Und er zog hinein, und ging durch Jericho. Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachäus, der war ein Oberster der Zöllner, und war reich; und begehrte, Jesum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volk; denn er war klein von Person. Und er lief vorhin, und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe; denn allda sollte er durchkommen. Und als Jesus kam an dieselbige Stätte, sahe er auf, und ward sein gewahr, und sprach zu ihm: Zachäe, steig eilend hernieder; denn ich muß heute zu deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend hernieder, und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murreten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrte. Zachäus aber trat dar, und sprach zu dem HErrn: Siehe, HErr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist. Denn des Menschen Sohn ist kommen, zu suchen, und selig zu machen, das ver⸗ loren ist. 17⁰ 21. Sonntag nach Trinitatis. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. 2. Sam. 7, 17— 29.(Wer bin ich, HErr, und was ist mein Haus?) Da Nathan alle diese Worte und all dies Gesichte David gesagt hatte, kam David, der König, und blieb vor dem HErrn, und sprach: Wer bin ich, HErr, HErr, und was ist mein Haus, daß du mich bis hieher gebracht hast? Dazu hast du das zu wenig geachtet, HErr, HErr, sondern hast dem Hause deines Knechts noch von fernem Zukünftigem geredet. Das ist eine Weise eines Menschen, der Gott der HErr ist. Und was soll David mehr reden mit dir? Du erkennest deinen Knecht, HErr, HErr! Um deines Worts willen und nach deinem Herzen hast du solche große Dinge alle gethan, daß du sie deinem Knechte kund thätest. Darum bist du auch groß geachtet, HErr, Gott; denn es ist keiner wie du, und ist kein Gott denn du, nach allem, das wir mit unsern Ohren gehört haben. Denn wo ist ein Volk auf Erden wie dein Volk Israel, um welches willen Gott ist hingegangen, sich ein Volk zu erlösen, und sich einen Namen zu machen, und solch große und schreckliche Dinge zu thun auf deinem Lande vor deinem Volk, welches du dir erlöset hast von Agypten, von den Heiden und ihren Göttern? Und du hast dir dein Volk Israel zubereitet, dir zum Volk in Ewigkeit; und du, HErr, bist ihr Gott worden. So bekräftige nun, HErr, Gott, das Wort in Ewigkeit, das du über deinen Knecht und über sein Haus geredet hast; und thue, wie du geredet hast: so wird dein Name groß werden in Ewig⸗ keit, daß man wird sagen: Der HErr Zebaoth ist der Gott über Israel, und das Haus deines Knechts David wird bestehen vor dir. Denn du, HErr Zebaoth, du Gott Israels, hast das Ohr deines Knechts geöffnet, und gesagt: Ich will dir ein Haus bauen. Darum hat dein Knecht sein Herz gefunden, daß er dies Gebet zu dir betet. Nun, HErr, HErr, Du bist Gott, und deine Worte werden Wahrheit sein. Du hast solches Gut über deinen Knecht geredet. So hebe nun an, und segne das Haus deines Knechts, daß es ewiglich vor dir sei; denn Du, HErr, HErr, hast es geredet, und mit deinem Segen wird deines Knechts Haus gesegnet werden ewiglich. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Kor. 12, 12— 27.(So ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit.) Denn gleich wie Ein Leib ist, und hat doch viele Glieder, alle Glieder aber eines Leibes, wiewohl ihrer viel sind, sind sie doch Ein Leib: also auch Christus. Denn wir sind durch Einen Geist alle zu Einem Leibe getauft, wir seien Juden oder Griechen, Knechte oder Freie, und sind alle zu Einem Geist getränket. Denn auch der Leib ist nicht Ein Glied, sondern viele. So aber der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum bin ich des Leibes Glied nicht; sollte er um deswillen nicht des Leibes Glied sein? Und so das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum bin ich nicht des Leibes Glied; sollte es um deswillen nicht des Leibes Glied sein? Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? So er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruch? Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt, ein jegliches sonderlich am Leibe, wie er gewollt hat. So aber alle Glieder Ein Glied wären, wo bliebe der Leib? Nun aber sind der Glieder viele; aber der Leib ist Einer. Es kann das Auge nicht sagen zu der Hand: Ich darf dein nicht; oder wiederum das Haupt zu den Füßen: Ich darf euer nicht. Sondern viel mehr die Glieder des Leibes, die uns dünken die schwächsten zu sein, sind die nötigsten; und die uns dünken die unehrlichsten zu sein, denselbigen legen wir am meisten. den Leib auf daß Hleich sot Ein Olie aber der Cpist. Ich thue in über eur desselbig Verk, d denn mil euch in u Evangelt kilhaftig langet v. Nebe je daß ihr unanstöß die durd 9. Wer bin ih, vid gesagt hatt, sprach: Wer bin s hieher gebragt sondern hast den t. Das ist eine soll David meht rr! Um deinss roße Dinge all ist du auch groß n Gott denn du, wo ist ein Volk ist hingegange und solch große em Volk, welchs n Göttern? Und 3 Ewigkeit; ud Gott, das Won ms geredet haf verden in Ewih olt Uber Jeral, dir. Denn du, hts gröffnet, ud Anecht sein en , Du bist Ooh. Zut über deineh es Knechts, duß heredet, und 0 wiglich. 7. so ein Gli Ien. denselbi 22. Sonntag nach Trinitatis. 171 wir am meisten Ehre an; und die uns übel anstehen, die schmückt man am meisten. Denn die uns wohl anstehen, die bedürfen es nicht. Aber Gott hat den Leib also vermenget, und dem dürftigen Gliede am meisten Ehre gegeben, auf daß nicht eine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder für einander gleich sorgen. Und so Ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und so Ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit. Ihr seid aber der Leib Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil. 22. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Phil. 1, 3—11.(Erfüllet sein mit Früchten der Gerechtigleit.) Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke,(welches ich allezeit thue in alle meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden,) Über eurer Gemeinschaft am Evangelio vom ersten Tage an bisher; und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe in diesem meinem Gefängnis, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade teilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen ver— langet von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntnis und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen in euch zu Ehre und Lobe Gottes. Evangelium. Matth. 18, 21— 35.(Der Schalksknecht.) Da trat Petrus zu ihm, und sprach: HErr, wie oft muß ich denn meinem Bruder, der an mir sündiget, vergeben? Ists genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht siebenmal, sondern siebenzigmal siebenmal. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte, zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dirs alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus, und fand einen seiner Mit⸗ knechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an, und würgte ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist! Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dirs alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlaͤssen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himm⸗ 17² 22. Sonntag nach Trinitatis. lischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Epistolische Lektion. Ebr. 13, 1—21.(Es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde.) Bleibet fest in der brüderlichen Liebe. Gastfrei zu sein, vergesset nicht; denn durch dasselbige haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherberget. Ge— denket der Gebundenen als die Mitgebundenen, und derer, die Trübsal leiden, als die ihr auch noch im Leibe lebet. Die Ehe soll ehrlich gehalten werden bei allen, und das Ehebett unbefleckt; die Hurer aber und Ehebrecher wird Gott richten. Der Wandel sei ohne Geiz; und lasset euch begnügen an dem, das da ist. Denn Er hat gesagt:„Ich will dich nicht verlassen, noch versäumen.“ Also daß wir dürfen sagen:„Der HErr ist mein Helfer, und will mich nicht fürchten; was sollte mir ein Mensch thun?“ Gedenket an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben, welcher Ende schauet an, und folget ihrem Glauben nach. Jesus Christus gestern und heute, und derselbige auch in Ewigkeit. Lasset euch nicht mit mancherlei und fremden Lehren umtreiben; denn es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade, nicht durch Speisen, davon keinen Nutzen haben, die damit umgehen. Wir haben einen Altar, davon nicht Macht haben zu essen, die der Hütte pflegen. Denn welcher Tiere Blut getragen wird durch den Hohenpriester in das Heilige für die Sünde, derselbigen Leichname werden verbrannt außer dem Lager. Darum auch Jesus, auf daß er heiligte das Volk durch sein eigen Blut, hat er gelitten außen vor dem Thor. So lasset uns nun zu ihm hinausgehen außer dem Lager, und seine Schmach tragen. Denn wir haben hie keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. So lasset uns nun opfern durch ihn das Lobopfer Gott alle⸗ zeit, das ist, die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Wohlzu⸗ thun und mitzuteilen vergesset nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl. Gehorchet euren Lehrern, und folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen; auf daß sie das mit Freuden thun, und nicht mit Seufzen; denn das ist euch nicht gut. Betet für uns. Unser Trost ist der, daß wir ein gut Gewissen haben, und fleißigen uns, guten Wandel zu führen bei allen. Ich ermahne euch aber zum Überfluß, solches zu thun, auf daß ich aufs schierste wieder zu euch komme. Gott aber des Friedens, der von den Toten ausgeführet hat den großen Hirten der Schafe durch das Blut des ewigen Testaments, unsern HErrn Jesum, der mache euch fertig in allem guten Werk, zu thun seinen Willen, und schaffe in euch, was vor ihm gefällig ist, durch Jesum Christum; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelische Lektion. Joh. 8, 23—36.(Bleibet an meiner Rede.) Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, Ich bin von oben herab; ihr seid von dieser Welt, Ich bin nicht von dieser Welt. So habe ich euch gesagt, daß ihr sterben werdet in euren Sünden; denn so ihr nicht glaubet, daß Ich es sei, so werdet ihr sterben in euren Sünden. Da sprachen sie zu ihm: Wer bist Du denn? Und Jesus sprach zu ihnen: Erstlich der, der ich mit euch rede. Ich habe viel von euch zu reden und zu richten; aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was Ich von ihm gehört habe, das rede ich vor der Welt. Sie vernahmen aber nicht, daß er ihnen von dem Vater sagte. Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr des Menschen Sohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, daß Ich es sei, und nichts von mir Und der denn Ich an ihn. hleiben w die Wahr worteten Fnechte e wortete i hut, der Hause; d seid ihr 1 Leltion Meil behalten, mit Fleif so du sit wirst du Denn der und Ver Frommer Heiligen. und aller lernest, daß du Schwähe sich freuer welche ih Rltion Wif Altars 5 die das aber hab 6 it n daß mir Cuangeli weht 0 wird z Ksohlen. Hangeln neiner d hermanr 22. Sonntag nach Trinitatis. 17³3 en, ein jegliche von mir selbst thue, sondern, wie mich mein Vater gelehret hat, so rede ich. Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Der Vater läßt mich nicht allein; denn Ich thue allezeit, was ihm gefällt. Da er solches redete, glaubten viele suic inz, an ihn. Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger, und werdet „vergesset nichtz die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Da ant⸗ eherberget. Oe⸗ worteten sie ihm: Wir sind Abrahams Samen, sind nie kein Mal jemandes r, die Trübsal Knechte gewesen; wie sprichst du denn: Ihr sollt frei werden? Jesus ant⸗ ehrlich gehallen wortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde und Ehebrecher thut, der ist der Sünde Knecht. Der Knecht aber bleibet nicht ewiglich im t euch begnügen Hause; der Sohn bleibet ewiglich. So euch nun der Sohn frei macht, so t verlassen, noc seid ihr recht frei. iein Helfer, und Nachmittags. Ocenkon. Lettion aus dem Alten Testamente. Spr. Salom. 2, 1—15.(Gott laßt jer Ende schautt und hate, um es den Aufrichtigen gelingen.) lei und fremdn Mein Kind, willst du meine Rede annehmen, und meine Gebote bei dir Herz fest werd behalten so laß dein Ohr auf Weisheit Acht haben, und neige dein Herz Nuten haben mit Fleiß dazu. Denn so du mit Fleiß darnach rufest, und darum betest, Naht habn so du sie suchest wie Silber, und forschest sie wie die Schätze: alsdann wirst du die Furcht des HErrn vernehmen, und Gottes Erkenntnis finden. Denn der HErr giebt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Verstand. Er läßt es den Aufrichtigen gelingen, und beschirmet die dem Thor. S˙ Frommen, und behütet die, so recht thun, und bewahret den Weg seiner Semt Heiligen. Dann wirst du verstehen Gerechtigkeit und Recht und Frömmigkeit di unäl und allen guten Weg. Wo die Weisheit dir zu Herzen gehet, daß du gerne 11. al⸗ lernest, so wird dich guter Rat bewahren, und Verstand wird dich behüten, opfer Wohlh⸗ daß du nicht geratest auf den Weg der Bösen, noch unter die verkehrten men. wol Schwätzer, die da verlassen die rechte Bahn, und gehen finstere Wege, die llen 0⁰ Lnnr sich freuen, Böses zu thun, und sind fröhlich in ihrem bösen, verkehrten Wesen, lenit Freodet welche ihren Weg verkehren, und folgen ihrem Abwege. as mit Freude Betet für ung Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Kor. 9, 13—23.(Frei von jeder⸗ fleißigen uns, mann und jedermanns Knecht.) Wisset ihr nicht, daß die da opfern, essen vom Opfer? und die des Altars pflegen, genießen des Altars? Also hat auch der HErr befohlen, daß t getragen wird bigen Leichname f daß er heiligt oßen Hirten die das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelio nähren. Ich Iun Jesum, A. aber habe der keins gebraucht. Ich schreibe auch nicht darum davon, daß len, ch es mit mir also sollte gehalten werden. Es wäre mir lieber, ich stürbe, denn helchem sei Ehn daß mir jemand meinen Ruhm sollte zu nichte machen. Denn daß ich das Evangelium predige, darf ich mich nicht rühmen; denn ich muß es thun. Und wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predigte! Thue ich es gerne, neiner Rr. so wird mir gelohnet; thu ich es aber ungerne, so ist mir das Amt doch 0 bin bon befohlen. Was ist denn nun mein Lohn? Nämlich, daß ich predige das Belt. Eo 10 Evangelium Christi, und thue dasselbige frei umsonst, auf daß ich nicht enn so iht 10 meiner Freiheit mißbrauche am Evangelio. Denn wiewohl ich frei bin von n. Dassrug, jedermann, habe ich mich doch selbst jedermann zum Knechte gemacht, auf ö n: Ersllich daß ich ihrer viele gewinne. Den Juden bin ich worden als ein Jude, auf ihhn daß ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich von ihm rn. worden als unter dem Gesetz, auf daß ich die, so unter dem Gesetz sind, . daß er 0 gewinne. Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich als ohne Gesetz worden,(so des Hnh ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern bin in dem Gesetz Christi,) und nich⸗ sei, un 17⁴ 23. Sonntag nach Trinitatis. auf daß ich die, so ohne Gesetz sind, gewinne. Den Schwachen bin ich worden als ein Schwacher, auf daß ich die Schwachen gewinne. Ich bin jedermann allerlei worden, auf daß ich allenthalben ja etliche selig mache. Solches aber thue ich um des Evangelii willen, auf daß ich sein teilhaftig werde. 23. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Phil. 3, 8— 21.(Ergriffen sein von Christo.) Denn ich achte es alles für Schaden gegen die überschwengliche Er⸗ kenntnis Christi Jesu, meines HErrn, um welches willen ich alles habe für Schaden gerechnet, und achte es für Dreck, auf daß ich Christum gewinne, und in ihm erfunden werde, daß ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz, sondern die durch den Glauben an Christum kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird, zu erkennen ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, daß ich seinem Tode ähnlich werde, damit ich entgegenkomme zur Auf⸗ erstehung der Toten. Nicht, daß ich es schon ergriffen habe, oder schon voll⸗ kommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen möchte, nachdem ich von Christo Jesu ergriffen bin. Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht, daß ich es ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich zu dem, das da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, nach dem Kleinod, welches vorhält die himmlische Berufung Gottes in Christo Jesu. Wie viel nun unser vollkommen sind, die laßt uns also gesinnet sein; und sollt ihr sonst etwas halten, das laßt euch Gott offenbaren; doch so fern, daß wir nach einer Regel, darein wir kommen sind, wandeln, und gleich gesinnet seien. Folget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vor⸗ bilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammnis, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des HErrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium. Matth. 22, 15—33.(Gebet Gott, was Gottes ist.) Da gingen die Pharisäer hin, und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre Jünger samt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünkt dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Weiset mir die Zins⸗ münze! Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Überschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn, und gingen davon. An demselbigen Tage traten zu ihm die Sadducäer, die da halten, es sei keine Auferstehung, und fragten ihn, und sprachen: Meister, Moses h sein Mei gewesen Samen andre un dos Wei seben? ihnen: J der Aufe ind gleit bon der „Ich bin Oott abe solches d Cpistol S0 seiner Mr ist uns a nen nic gehen in sollten zu Unbegim sebenten Werken.“ meiner 9 deselbig mmen hlcher lat iht seine Ssua sie Tage gej Tunn w hleich ni dieser Ru enn da schneidig auch Ma wachen bin ich inne. Ich bin he selig mache. sein teilhaftig isto. chwengliche Er⸗ alles habe für istum gewinne, tigkeit, die auz ommt, nämlich d, zu erkennen t seiner Leiden, mme zur Auf⸗ oder schon voll möchte, nachden ähe mich selhß ch vergesse, wo und jage nac die himmlishe ollommen sind, alten, das laßt Regel, darein get mir, lichen habt zum Vor⸗ abe, nun abel pelcher Ende ij re zu Schanden ist im Himmeh hi, des Herm werde seinen alle Dinge iin Gottes ist) ie sieihn,funt das 1— . Da0 23. Sonntag nach Trinitatis. 17⁵ Moses hat gesagt: So einer stirbt, und hat nicht Kinder, so soll sein Bruder sein Weib freien, und seinem Bruder Samen erwecken. Nun sind bei uns gewesen sieben Brüder. Der erste freite, und starb; und dieweil er nicht Samen hatte, ließ er sein Weib seinem Bruder; desselbigen gleichen der andre und der dritte bis an den siebenten. Zuletzt nach allen starb auch das Weib. Nun in der Auferstehung, wessen Weib wird sie sein unter den sieben? Sie haben sie ja alle gehabt. Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irret, und wisset die Schrift nicht, noch die Kraft Gottes. In der Auferstehung werden sie weder freien, noch sich freien lassen, sondern sie sind gleich wie die Engel Gottes im Himmel. Habt ihr aber nicht gelesen von der Toten Auferstehung, das euch gesagt ist von Gott, da er spricht: „Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs?“ Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. Und da solches das Volk hörte, entsetzten sie sich über seiner Lehre. Epistolische Lektion. Ebr. 4, 1—13.(asset uns Fleiß thun, einzukommen zu seiner Ruhe.) So lasset uns nun fürchten, daß wir die Verheißung, einzukommen zu seiner Ruhe, nicht versäumen, und unser keiner dahinten bleibe. Denn es ist uns auch verkündiget, gleich wie jenen; aber das Wort der Predigt half jenen nichts, da nicht glaubten die, so es höreten. Denn wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe, wie er spricht:„Daß ich schwur in meinem Zorn, sie sollten zu meiner Ruhe nicht kommen.“ Und zwar, da die Werke von Anbeginn der Welt waren gemacht, sprach er an einem Ort von dem siebenten Tage also:„Und Gott ruhete am siebenten Tage von allen seinen Werken.“ Und hie an diesem Ort abermal:„Sie sollen nicht kommen zu meiner Ruhe.“ Nachdem es nun noch vorhanden ist, daß etliche sollen zu derselbigen kommen, und die, denen es zuerst verkündiget ist, sind nicht dazu kommen um des Unglaubens willen, bestimmte er abermal einen Tag nach solcher langen Zeit, und sagte durch David:„Heute“, wie gesagt ist,„heute, so ihr seine Stimme hören werdet, so verstocket eure Herzen nicht.“ Denn, so Josua sie hätte zur Ruhe gebracht, würde er nicht hernach von einem andern Tage gesagt haben. Darum ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volk Gottes. Denn wer zu seiner Ruhe kommen ist, der ruhet auch von seinen Werken, gleich wie Gott von seinen. So lasset uns nun Fleiß thun, einzukommen zu dieser Ruhe, auf daß nicht jemand falle in dasselbige Exempel des Unglaubens. Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn kein zwei⸗ schneidig Schwert, und durchdringet, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und ist keine Kreatur vor ihm unsichtbar, es ist aber alles bloß und entdeckt vor seinen Augen; von dem reden wir. Evangelische Lektion. Joh. 5, 19—26.(Der Sohn macht lebendig, welche er will.) Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von ihm selber thun, denn was er siehet den Vater thun; denn was derselbige thut, das thut gleich auch der Sohn. Der Vater aber hat den Sohn lieb, und zeiget ihm alles, was Er thut; und wird ihm noch größere Werke zeigen, daß ihr euch verwundern werdet. Denn wie der Vater die Toten auferwecket, und macht sie lebendig, also auch der Sohn macht lebendig, welche er will. Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohne gegeben, auf daß sie alle den Sohn ehren, 176 24. Sonntag nach Trinitatis. wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort höret, und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben, und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hin⸗ durchgedrungen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde, und ist schon jetzt, daß die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören; und die sie hören werden, die werden leben. Denn wie der Vater das Leben hat in ihm selber, also hat er dem Sohne gegeben, das Leben zu haben in ihm selber. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 126.(Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten.) Wenn der HErr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens, und unsre Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Heiden: Der HErr hat Großes an ihnen gethan. Der HErr' hat Großes an uns gethan; des sind wir fröhlich. HErr, wende unser Gefängnis, wie du die Wasser gegen Mittag trocknest. Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen, und tragen edlen Samen; und kommen mit Freuden, und bringen ihre Garben. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Tim. 4, 1—11.(Die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütze.) Der Geist aber sagt deutlich, daß in den letzten Zeiten werden etliche von dem Glauben abtreten, und anhangen den verführerischen Geistern und Lehren der Teufel, durch die, so in Gleisnerei Lügenredner sind, und Brand⸗ mal in ihrem Gewissen haben, und verbieten, ehelich zu werden, und zu meiden die Speise, die Gott geschaffen hat, zu nehmen mit Danksagung, den Gläubigen und denen, die die Wahrheit erkennen. Denn alle Kreatur Gottes ist gut, und nichts verwerflich, das mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiliget durch das Wort Gottes und Gebet. Wenn du den Brüdern solches vorhältst, so wirst du ein guter Diener Jesu Christi sein, auferzogen in den Worten des Glaubens und der guten Lehre, bei welcher du immerdar gewesen bist. Der ungeistlichen aber und altvettelischen Fabeln ent⸗ schlage dich; übe dich selbst aber an der Gottseligkeit. Denn die leibliche Ubung ist wenig nütze; aber die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütze, und hat die Ver⸗ heißung dieses und des zukünftigen Lebens. Das ist je gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort. Denn dahin arbeiten wir auch, und werden geschmähet, daß wir auf den lebendigen Gott gehoffet haben, welcher ist der Heiland aller Menschen, sonderlich aber der Gläubigen. Solches gebiete und lehre. 24. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. Kol. 1, 9—14.(Er hat uns tüchtig gemacht zu dem Erbteil der Heiligen im Licht.) Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wir es gehöret haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntnis seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand, daß ihr wandelt würdiglich dem HErrn, zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken und wachset in der Erkenntnis Gottes, und gestärket werdet! Langmü gemacht hat von seines li hämlich Cvanget Wi euren A erlanget ihr streit und krie euren Y nicht, da Eein wil Schrift Haß“ den Ho unterkhe zu Gott machet und wei rigkeit. unter eit inen au aber ichter. 24. Sonntag nach Trinitatis. 147⁷ hret den in werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht in aller Geduld und uch: Wer men Langmütigkeit mit Freuden, und danksaget dem Vater, der uns tüchtig s ewige Leben. gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet um Leben hin⸗ hat von der Obrigkeit der Finsternis und hat uns versetzet in das Reich mt die Stunde, seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, Sohnes Gottez nämlich die Vergebung der Sünden. wie der Vater Evangelium. Matth. 9, 18— 26.(Lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig.) Da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: HErr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus n, das Leben zu it Thrünen süen, stund auf, und folgte ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührete so werden wit seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur hens, und unste sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und n Heiden: Dar sah sie, und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir ge⸗ an uns gethan; holfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er du die Wasser in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Freuden ernten Volks, sprach er zu ihnen: Weichet! denn das Mägdlein ist nicht tot, sondern d kommen mi es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stund das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Epistolische Lektion. Jak. 4.(So seid nun Gott unterthänig.) (Die Gottseligkel werden ellihe Woher kommt Streit und Krieg unter euch? Kommt es nicht daher: aus n Geistern und euren Wollüsten, die da streiten in euren Gliedern? Ihr seid begierig, und nd, und Brand⸗ erlanget es damit nicht; ihr hasset und neidet, und gewinnet damit nichts; jerden, und zu ihr streitet und krieget; ihr habet nicht, darum daß ihr nicht bittet; ihr bittet it Dankqagung, und krieget nicht, darum daß ihr übel bittet, nämlich dahin, daß ihr es mit in alle Kreatut euren Wollüsten verzehret. Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisset ihr npfangen wir? nicht, daß der Welt Freundschaft Gottes Feindschaft ist? Wer der Welt Freund Wenn du den sein will, der wird Gottes Feind sein. Oder laßt ihr euch dünken, die u Christi sein Schrift sage umsonst:„Den Geist, der in euch wohnet, gelüstet wider den Hbei welcher H Haß?“ Und giebt reichlich Gnade. Sintemal die Schrift sagt:„Gott widerstehet en Fabeln ek. den Hoffärtigen, aber den Demütigen giebt er Gnade.“ So seid nun Gott leibliche Ubung unterthänig. Widerstehet dem Teufel, so fliehet er von euch. Nahet euch nd hat die Be⸗ zu Gott, so nahet er sich zu euch. Reiniget die Hände, ihr Sünder, und ch waht und in machet eure Herzen keusch, ihr Wankelmütigen. Seid elend, und traget Leid, Iden gechnähch und weinet; euer Lachen verkehre sich in Weinen, und eure Freude in Trau⸗ I der Heilold rigkeit. Demütiget euch vor Gott so wird er euch erhöhen. Afterredet nicht hiet und lehte unter einander, lieben Brüder. Wer seinem Bruder afterredet, und urteilet seinen Bruder, der afterredet dem Gesetz, und urteilet das Gesetz. Urteilest du aber das Gesetz, so bist du nicht ein Thäter des Gesetzes, sondern ein Richter. Es ist ein einiger Gesetzgeber, der kann selig machen und ver⸗ dammen. Wer bist du, der du einen andern urteilest? Wohlan, die ihr nun saget: Heute oder morgen wollen wir gehen in die oder die Stadt, und dem Etbtel wollen Ein Jahr da liegen, und hantieren, und gewinnen; die ihr nicht Hönn wisset, was morgen sein wird. Denn was ist euer Leben? Ein Dampf ist es, et hahen n der eine kleine Zeit währet, darnach aber verschwindet er. Dafür ihr sagen hllet wrrd solltet: So der HErr will, und wir leben, wollen wir dies oder das thun. d Werstand, 10 Nun aber rühmet ihr euch in eurem Hochmut. Aller solcher Ruhm ist böse. f Denn wer da weiß, Gutes zu thun, und thut es nicht, dem ist es Sünde. 12 178 24. Sonntag nach Trinitatis. Evangelische Lektion. Joh. 10, 22—30.(Niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen.) Es war aber Kirchweihe zu Jerusalem, und war Winter. Und Jesus wandelte im Tempel in der Halle Salomos. Da umringten ihn die Juden, und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsre Seelen auf? Bist Du Christus, so sage es uns frei heraus. Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubet nicht. Die Werke, die ich thue in meines Vaters Namen, die zeugen von mir. Aber ihr glaubet nicht; denn ihr seid meine Schafe nicht, als ich euch gesagt habe. Denn meine Schafe hören meine Stimme, und Ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen. Der Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer denn alles; und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Pred. Salom. 7, 3— 9.(Das Herz der Weisen ist im Klaghause.) Es ist besser, in das Klaghaus gehen denn in das Trinkhaus; in jenem ist das Ende aller Menschen, und der Lebendige nimmt es zu Herzen. Es ist Trauern besser denn Lachen; denn durch Trauern wird das Herz gebessert. Das Herz der Weisen ist im Klaghause, und das Herz der Narren im Hause der Freuden. Es ist besser, hören das Schelten des Weisen denn hören den Gesang der Narren. Denn das Lachen des Narren ist wie das Krachen der Dornen unter den Töpfen; und das ist auch eitel. Ein Widerspenstiger macht einen Weisen unwillig, und verderbet ein mildes Herz. Das Ende eines Dinges ist besser denn sein Anfang. Ein geduldiger Geist ist besser denn ein hoher Geist. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Tim. 3, 1—13.(Alle, die gottselig leben wollen in Christo Jesu, müssen Verfolgung leiden.) Das sollst du aber wissen, daß in den letzten Tagen werden greuliche Zeiten kommen. Denn es werden Menschen sein, die von sich selbst halten, geizig, ruhmredig, hoffärtig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, ungeistlich, störrig, unversöhnlich, Schänder, unkeusch, wild, ungütig, Ver⸗ räter, Frevler, äufgeblasen, die mehr lieben Wollust denn Gott; die da haben den Schein eines gottseligen Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie. Und solche meide! Aus denselbigen sind, die hin und her in die Häuser schleichen, und führen die Weiblein gefangen, die mit Sünden beladen sind, und mit mancherlei Lüsten fahren, lernen immerdar, und können nimmer zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Gleicher Weise aber, wie Jannes und Jambres Mosi widerstunden, also widerstehen auch diese der Wahrheit; es sind Menschen von zerrütteten Sinnen, untüchtig zum Glauben. Aber sie werden es die Länge nicht treiben; denn ihre Thorheit wird offenbar werden jedermann, gleich wie auch jener war. Du aber hast erfahren meine Lehre, meine Weise, meine Meinung, meinen Glauben, meine Langmut, meine Liebe, meine Geduld, meine Verfolgung, meine Leiden, welche mir widerfahren sind zu Antiochien, zu Ikonien, zu Lystra, welche Verfolgung ich da ertrug; und aus allen hat mich der HErr erlöset. Und alle, die gottselig leben wollen in Christo Jesu, müssen Verfolgung leiden. Mit den bösen Menschen aber 2 verführerischen wirds je länger je ärger, verführen und werden ver⸗ ühret. Cpistel. Wi schlafen haben. also wi Denn d und übe die da Stimmi Himmel wir lebe in den! HErrn Ey ist durd das lies. Lande i seinem! Kleider Bittet Denme Anfang Tage ni erwählte sagen: S werden Wunder die Aus cuch sag er ist in! Aufgan des Nen Spistoli Liel durch sei von Anf Überwun habe eue habe eud eieu Velt, aicht die lisches mit aus meiner r. Und Nauz ingten ihn die elen auf? VDist hnen: Ich habe thue in meinez denn ihr seid e Schafe höten ich gebe ihnen und niemand nir gegeben hat Vaters Hand —9. Das Hen haus; in jenen Herzen. Es is erz gebessett. en im Hause der hren den Gesand hen der Dorner ger macht einen einez Dingezi ein hoher Geit lue, die gotseiz en.) erden greuliche felbst holt. dankbar, 25. Sonntag nach Trinitatis. 179 25. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 1. Thess. 4, 13—18.(Gott wird, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen.) Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des HErrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des HErrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der HErr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Vosaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem HErrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem HErrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Evangelium. Matth. 24, 15—-28.(Ich habe es euch zuvor gesagt.) Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung,(davon gesagt ist durch den Propheten Daniel,) daß er stehet an der heiligen Stätte,(wer das lieset, der merke drauf!) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist; und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen; und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Aus⸗ erwählten willen werden die Tage verkürzt. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hie ist Christus, oder; da, so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrtum(wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich hab es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubet es nicht. Denn gleich wie der Blitz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohnes. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Epistolische Lektion. 1. Joh. 2, 12—29.(Wer den Willen Gottes thut, der bleibet in Ewigkeit.) Lieben Kindlein, ich schreibe euch, daß euch die Sünden vergeben werden durch seinen Namen. Ich schreibe euch Vätern; denn ihr kennet den, der von Anfang ist. Ich schreibe euch Jünglingen; denn ihr habt den Bösewicht Überwunden. Ich schreibe euch Kindern; denn ihr kennet den Vater. Ich habe euch Vätern geschrieben, daß ihr den kennet, der von Anfang ist. Ich habe euch Jünglingen geschrieben, daß ihr stark seid, und das Wort Gottes bei euch bleibet, und den Bösewicht überwunden habt. Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, nämlich des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom 127 * 18⁰ 25. Sonntag nach Trinitatis. Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergehet mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes thut, der bleibet in Ewigkeit. Kinder, es ist die letzte Stunde; und wie ihr gehöret habt, daß der Widerchrist kommt, und nun sind viele Widerchristen worden; daher erkennen wir, daß die letzte Stunde ist. Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wo sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber auf daß sie offenbar würden, daß sie nicht alle von uns sind. Und ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und wisset alles. Ich habe euch nicht geschrieben, als wüßtet ihr die Wahrheit nicht, sondern ihr wisset sie, und wisset, daß keine Lüge aus der Wahrheit kommt. Wer ist ein Lügner, ohne der da leugnet, daß Jesus der Christ sei? Das ist der Wider⸗ christ, der den Vater und den Sohn leugnet. Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht. Was ihr nun gehöret habt von Anfang, das bleibe bei euch. So bei euch bleibet, was ihr von Anfang gehöret habt, so werdet ihr auch bei dem Sohne und Vater bleiben. Und das ist die Ver⸗ heißung, die Er uns verheißen hat: das ewige Leben. Solches habe ich euch geschrieben von denen, die euch verführen. Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibet bei euch, und bedürfet nicht, daß euch jemand lehre, sondern wie euch die Salbung allerlei lehret, so ist es wahr, und ist keine Lüge; und wie sie euch gelehret hat, so bleibet bei demselbigen. Und nun, Kindlein, bleibet bei ihm, auf daß, wenn er offenbaret wird, daß wir Freudigkeit haben, und nicht zu Schanden werden vor ihm in seiner Zu⸗ kunft. So ihr wisset, daß er gerecht ist, so erkennet auch, daß, wer recht thut, der ist von ihm geboren. Evangelische Lektion. Matth. 10, 16—28.(Wer bis an das Ende beharret, der wird selig.) Siehe, Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben. Hütet euch aber vor den Menschen; denn sie werden euch überantworten vor ihre Rathäuser, und werden euch geißeln in ihren Schulen. Und man wird euch vor Fürsten und Könige führen um meinetwillen, zum Zeugnis über sie und über die Heiden. Wenn sie euch nun überantworten werden, so sorget nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tode überantworten, und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich empören wider ihre Eltern, und ihnen zum Tode helfen. Und müsset gehasset werden von jedermann um meines Namens willen. Wer aber bis an das Ende beharret, der wird selig. Wenn sie euch aber in einer Stadt verfolgen, so fliehet in eine andere. Wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet die Städte Israels nicht ausrichten, bis des Menschen Sohn kommt. Der Jünger ist nicht über seinen Meister, noch der Knecht über den Herrn. Es ist dem Jünger genug, daß er sei wie sein Meister, und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebub geheißen, wie viel mehr werden sie seine Hausgenossen also heißen! Darum fürchtet euch nicht vor ihnen. Es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, und ist nichts heimlich, das man nicht wissen werde. Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was ihr höret in das Ohr, das prediget auf den Dächern. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, und die Seele nicht mögen töten. Fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Hölle. Lektion Ic meiner losen st Freuder meinem mit me haben meine! vor dir Sie gen ruhez f wes sol Sünde! und me Plage! Wenn! zehret u Höre n über me wie all⸗ hinfahr Lektion Ab sammlu bewegen durch& vorhand lommt; der Mer wärtige also da er sei e euch zu seine daß, der der Bos dem Ge scheinun hrer Lust; wer der, es ist die st kommt, und ie letzte Stunde on uns; denn ieben; aber auf Und ihr habt Ich habe euch dern ihr wisst Wer ist ein ist der Wider⸗ hn leugnet, der aahnn l. ehöret habt, 0 ist die Ver⸗ habe ich euc ig, die iht von a5 euch jemand wahr, und is selbigen. Und wird, daß vit in seiner Zu⸗ daß, wet reht 3 Ende beharte) sez darum seid hütet euch abet hre Rathäuser uch vor Fürsten 2 und über die nicht, wie odn n werden, was rn eures Vatnn der den andern Kinder waon . Und müst Wer aba r N sage dun nt 25. Sonntag nach Trinitatis. 18¹ Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 39.(Wie gar nichts sind alle Menschen.) Ich habe mir vorgesetzt: Ich will mich hüten, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge. Ich will meinen Mund zäumen, weil ich muß den Gott-— losen so vor mir sehen. Ich bin verstummet und still, und schweige der Freuden, und muß mein Leid in mich fressen. Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe, und wenn ich dran gedenke, werde ich entzündet; ich rede mit meiner Zunge. Aber, HErr, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sela. Sie gehen daher wie ein Schemen, und machen sich viel vergebliche Un⸗ ruhe; sie sammeln, und wissen nicht, wer es kriegen wird. Nun, HErr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Errette mich von aller meiner Sünde und laß mich nicht den Narren ein Spott werden. Ich will schweigen, und meinen Mund nicht aufthun; Du wirst es wohl machen. Wende deine Plage von mir; denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand. Wenn du einen züchtigest um der Sünde willen, so wird seine Schöne ver⸗ zehret wie von Motten. Ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen! Sela. Höre mein Gebet, HErr, und vernimm mein Schreien, und schweige nicht über meinen Thränen; denn ich bin beides, dein Pilgrim und dein Bürger, wie alle meine Väter. Laß ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe denn ich hinfahre, und nicht mehr hie sei. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Thess. 2, 1—17.(Gott wird ihnen kräftige Irrtümer senden.) Aber der Zukunft halben unsers HErrn Jesu Christi und unsrer Ver⸗ sammlung zu ihm bitten wir euch, lieben Brüder, daß ihr euch nicht bald bewegen lasset von eurem Sinn, noch erschrecken, weder durch Geist, noch durch Wort, noch durch Briefe, als von uns gesandt, daß der Tag Christi vorhanden sei. Lasset euch niemand verführen in keinerlei Weise; denn er kommt nicht, es sei denn, daß zuvor der Abfall komme, und offenbaret werde der Mensch der Sünde und das Kind des Verderbens. Der da ist ein Wider⸗ wärtiger, und sich überhebt über alles, das Gott oder Gottesdienst heißt, also daß er sich setzet in den Tempel Gottes als ein Gott, und giebt sich vor, er sei Gott. Gedenket ihr nicht daran, daß ich euch solches sagte, da ich noch bei euch war? Und was es noch aufhält, wisset ihr, daß er offenbaret werde zu seiner Zeit. Denn es reget sich schon bereits die Bosheit heimlich, ohne daß, der es jetzt aufhält, muß hinweg gethan werden. Und alsdann wird der Boshaftige offenbaret werden, welchen der HErr umbringen wird mit dem Geist seines Mundes, und wird seiner ein Ende machen durch die Er⸗ scheinung seiner Zukunft, des, welches Zukunft geschiehet nach der Wirkung des Satans mit allerlei lügenhaftigen Kräften und Zeichen und Wundern, und mit allerlei Verführung zur Ungerechtigkeit unter denen, die verloren werden, dafür daß sie die Liebe zur Wahrheit nicht haben angenommen, daß sie selig würden. Darum wird ihnen Gott kräftige Irrtümer senden, daß sie glauben der Lüge, auf daß gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glauben, sondern haben Lust an der Ungerechtigkeit. Wir aber sollen Gott danken allezeit um euch, geliebte Brüder von dem HErrn, daß euch Gott erwählet hat von Anfang zur Seligkeit, in der Heiligung des Geistes und im Glauben der Wahrheit, darein er euch beruͤfen hat durch unser 18² 26. Sonntag nach Trinitatis. Evangelium zum herrlichen Eigentum unsers HErrn Jesu Christi. So stehet nun, lieben Brüder, und haltet an den Satzungen, die ihr gelehret seid, es sei durch unser Wort oder Epistel. Er aber, unser HErr Jesus Christus, und Gott und unser Vater, der uns hat geliebet, und gegeben einen ewigen Trost und eine gute Hoffnung durch Gnade, der ermahne eure Herzen, und stärke euch in allerlei Lehre und gutem Werk. 26. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 2. Thess. 1, 3—10.(Er wird herrlich erscheinen mit seinen Heiligen.) Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist; denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinen Gottes von eurer Geduld und Glauben in allen euren Ver⸗ folgungen und Trübsalen, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reich Gottes, über welchem ihr auch leidet; nach dem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen. Euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der HErr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel samt den Engeln seiner Kraft und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers HErrn Jesu Christi; welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Angesicht des HErrn und von seiner herrlichen Macht, wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugnis an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. Evangelium. Matth. 25, 31— 46.(Vor ihm werden versammelt werden alle Völker.) Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhle seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch be⸗ reitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: HErr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? oder nackend, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder ge⸗ fangen gesehen, und sind zu dir kommen? Und der König wird antworken und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt Einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich din ein Gast gewesen, und ihr hal nicht b. besuchet wir die krank, antwor Einem sie wer Ppistol Siehe, geduldi Seid i HErrn nicht v meine! pheten, preisen das En ein Er weder Es sei nicht ir Muts, der Ge des H6 HᷣErr bergebe einande 5 ernf Gebet, und se⸗ und di wuͤrde wer de Seele u Christi. S die ihr gelehreh ser HErr Jesuz et, und gegeben e, der ermahne Werk. seinen Heiligen) r, wie es billi jeglichen unter er rühmen unter ulen euren Ver⸗ daß Gott recht ber welchem ihr übsal denen, die Ruhe mit unz, n Himmel samt geben Uber di, d dem Evangelih ewige Verderben Nacht, wenn er und wunderbar emselbigen Tagt erden alle Völle) mer Herrlichlel m Stuhle seintt 26. Sonntag nach Trinitatis. 183 ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: HErr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt Einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. Epistolische Lektion. Jak. 5, 7—20.(Seid geduldig bis auf die Zukunft des HErrn.) So seid nun geduldig, lieben Brüder, bis auf die Zukunft des HErrn. Siehe, ein Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde, und ist geduldig darüber, bis er empfange den Morgenregen und Abendregen. Seid ihr auch geduldig und stärket eure Herzen; denn die Zukunft des HErrn ist nahe. Seufzet nicht wider einander, lieben Brüder, auf daß ihr nicht verdammet werdet. Siehe, der Richter ist vor der Thür. Nehmet, meine lieben Brüder, zum Exempel des Leidens und der Geduld die Pro⸗ pheten, die zu euch geredet haben in dem Namen des HErrn. Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Die Geduld Hiobs habt ihr gehöret, und das Ende des HErrn habt ihr gesehen; denn der HErr ist barmherzig und ein Erbarmer. Vor allen Dingen aber, meine Brüder, schwöret nicht, weder bei dem Himmel, noch bei der Erde, noch mit keinem andern Eide. Es sei aber euer Wort: Ja, das Ja ist; und: Nein, das Nein ist, auf daß ihr nicht in Heuchelei fallet. Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand gutes Muts, der singe Psalmen. Ist jemand krank, der rufe zu sich die Altesten von der Gemeine, und lasse sie über sich beten, und salben mit Ol in dem Namen des HErrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der HErr wird ihn aufrichten; und so er hat Sünden gethan, werden sie ihm vergeben sein. Bekenne einer dem andern seine Sünden, und betet für einander, daß ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. Elias war ein Mensch, gleich wie wir; und er betete ein Gebet, daß es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate. Und er betete abermal, und der Himmel gab den Regen, und die Erde brachte ihre Frucht. Lieben Brüder, so jemand unter euch irren würde von der Wahrheit, und jemand bekehrete ihn, der soll wissen, daß wer den Sünder bekehret hat von dem Irrtum seines Weges, der hat einer Seele vom Tode geholfen, und wird bedecken die Menge der Sünden. Evangelische Lektion. Luc. 19, 11—27.(Die anvertrauten Centner.) Da sie nun zuhöreten, sagte er weiter ein Gleichnis, darum daß er nahe bei Jerusalem war, und sie meineten, das Reich Gottes sollte alsobald offenbaret werden, und sprach: Ein Edler zog fern in ein Land, daß er ein Reich einnähme, und dann wiederkäme. Dieser forderte zehn seiner Knechte, und gab ihnen zehn Pfund, und sprach zu ihnen: Handelt, bis daß ich wieder⸗ komme. Seine Bürger aber waren ihm feind, und schickten Botschaft nach ihm und ließen ihm sagen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche. Und es begab sich, da er wiederkam, nachdem er das Reich eingenommen hatte, hieß er dieselbigen Knechte fordern, welchen er das Geld gegeben hatte, daß er wüßte, was ein jeglicher gehandelt hätte. Da trat herzu der erste, und sprach: Herr, dein Pfund hat zehn Pfund erworben. Und er sprach zu ihm: Ei, du frommer Knecht, dieweil du bist im Geringsten treu ge⸗ wesen, sollst du Macht haben Über zehn Städte. Der andre kam auch, und 18⁴ 26. Sonntag nach Trinitatis. sprach: Herr, dein Pfund hat fünf Pfund getragen. Zu dem sprach er auch: Und du sollst sein über fünf Städte. Und der dritte kam, und sprach: Herr, siehe da, hie ist dein Pfund, welches ich habe im Schweißtuch be⸗ halten; ich fürchtete mich vor dir, denn du bist ein harter Mann; du nimmst, das du nicht gelegt hast, und erntest, das du nicht gesäet hast. Er sprach zu ihm: Aus deinem Munde richte ich dich, du Schalk. Wußtest du, daß ich ein harter Mann bin, nehme, das ich nicht gelegt habe, und ernte, das ich nicht gesäet habe; warum hast du denn mein Geld nicht in die Wechsel⸗ bank gegeben? und wenn ich kommen wäre, hätte ich es mit Wucher erfordert. Und er sprach zu denen, die dabei stunden: Nehmt das Pfund von ihm, und gebt es dem, der zehn Pfund hat. Und sie sprachen zu ihm: Herr, hat er doch zehn Pfund. Ich sage euch aber: Wer da hat, dem wird gegeben werden, von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, das er hat. Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her, und erwürget sie vor mir! Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Maleachi 3, 13—18.(Ihr sollt sehen, was für ein Unterschied sei zwischen dem Gerechten und Gottlosen.) Ihr redet hart wider mich, spricht der HErr. So sprechet ihr:„Was reden wir wider dich?“ Damit, daß ihr sagt: Es ist umsonst, daß man Gott dienet, und was nützt es, daß wir sein Gebot halten, und hart Leben vor dem HErrn Zebaoth führen? Darum preisen wir die Verächter; denn die Gottlosen nehmen zu; sie versuchen Gott, und gehet ihnen alles wohl hinaus. Aber die Gottesfürchtigen trösten sich unter einander also: Der HErr merket es und höret es, und ist vor ihm ein Denkzettel geschrieben für die, so den HErrn fürchten, und an seinen Namen gedenken. Sie sollen, spricht der HErr Zebaoth, des Tages, den Ich machen will, mein Eigentum sein; und ich will ihrer schonen, wie ein Mann seines Sohns schonet, der ihm dienet. Und ihr sollt dagegen wiederum sehen, was für ein Unterschied sei zwischen dem Gerechten und Gottlosen, und zwischen dem, der Gott dienet, und dem, der ihm nicht dienet. Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Kor. 9, 6—15.(Wer da säet im Segen, der wird auch ernten im Segen.) Ich meine aber das: Wer da kärglich säet, der wird auch kärglich ernten; und wer da säet im Segen, der wird auch ernten im Segen. Ein jeglicher nach seiner Willkür, nicht mit Unwillen oder aus Zwaͤng; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Gott aber kann machen, daß allerlei Gnade unter euch reichlich sei, daß ihr in allen Dingen volle Genüge habet, und reich seid zu allerlei guten Werken. Wie geschrieben stehet:„Er hat ausgestreuet und gegeben den Armen; seine Gerechtigkeit bleibet in Ewigkeit.“ Der aber Samen reicht dem Säemann, der wird ja auch das Brot reichen zur Speise, und wird vermehren euren Samen, und wachsen lassen das Gewächs eurer Gerechtigkeit, daß ihr reich seid in allen Dingen mit aller Einfältigkeit, welche wirket durch uns Danksagung Gotte. Denn die Handreichung dieser Steuer erfüllet nicht allein den Mangel der Heiligen, sondern ist auch Über⸗ schwenglich darinnen, daß viele Gott danken für diesen unsern treuen Dienst, und preisen Gott über eurem unterthänigen Bekenntnis des Evangelii Christi und über eurer einfältigen Steuer an sie und an alle, und über ihrem Gebet für euch, welche verlanget nach euch, um der überschwenglichen Gnade Gottes willen in euch. Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe. Spötter Verheiß bleibt e willens die Erd ward z Also ar daß sie der got Ein Ta Tag. Vetzug —ũ—:40 des 50 Himme Hitze z verbren heiligen Zulunf dem sprach er m, und sprac: chweißtuch be⸗ im; du nimms, ast. Er sprach ußtest du, daß und ernte, das in die Wechsel⸗ ucher erfordert und von ihm, ihm: Herr, hat wird gegeben ömmen werden, aß ich über fi Ihr sollt sehen, jottlosen.) het ihrt„Wa onst, daß man ind hart Leben Herächter; denn nen alles wohl wer also: Der itel geschrieben n. Sie sollen, nein Eigentum schonet, det ein Unterschied em, der Golt Wer da süͤt in auch Härglih n Segen. Eil wang; denn an, daß allerle Genüge ht tehet.„ de 27. Sonntag nach Trinitatis. 18⁵ 27. Sonntag nach Trinitatis. Vormittags. Epistel. 2. Petri 3, 3—14.(Wir warten eines neuen Himmels und einer neuen Erde.) Und wisset das aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber Mut⸗ willens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sintflut verderbet. Also auch der Himmel jetzund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammnis der gottlosen Menschen. Eins aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem HErrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Hœrr verziehet nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des HErrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze zerschmelzen, und die Erde und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des HErrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtig⸗ keit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet. Evangelium. Matth. 25, 1—13.(Siehe, der Bräutigam kommt.) Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen, und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren thöricht, und fünf waren klug. Die thörichten nahmen ihre Lampen; aber sie nahmen nicht Ol mit sich. Die klugen aber nahmen Ol in ihren Gefäßen samt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm entgegen! Da stunden diese Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Ole, denn unsre Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; gehet aber hin zu den Krämern, und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen, zu kaufen, kam der Bräu⸗ tigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Thür ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen, und sprachen: Herr, Herr, thu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Epistolische Lektion. Offenb. Joh. 21, 1—8.(Das neue Jerusalem.) Und ich sahe einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr. Und ich, Johannes, sahe die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott 18 aus dem Himmel herabfahren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne. Und hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen; und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen; und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß. Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von dem Brunnen des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. Den Verzagten aber und Ungläubigen und Greulichen und Totschlägern und Hurern und Zauberern und Abgöttischen und allen Lügnern, deren Teil wird sein in dem Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennet; welches ist der andre Tod. Evangelische Lektion. Luc. 12, 35— 46.(Jasset eure Lichter brennen.) Lasset eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen; und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wenn er aufbrechen wird von der Hochzeit, auf daß, wenn er kommt, und anklopft, sie ihm bald aufthun. Selig sind die Knechte, die der Herr, so er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich aufschürzen; und wird sie zu Tisch setzen, und vor ihnen gehen und ihnen dienen. Und so er kommt in der andern Wache und in der dritten Wache, und wird es also finden, selig sind diese Knechte. Das sollt ihr aber wissen, wenn ein Hausherr wüßte, zu welcher Stunde der Dieb käme, so wachte er, und ließe nicht in sein Haus brechen. Darum seid ihr auch bereit; denn des Menschen Sohn wird kommen zu der Stunde, da ihr es nicht meinet. Petrus aber sprach zu ihm: HErr, sagest du dies Gleichnis zu uns, oder auch zu allen? Der HErr aber sprach: Wie ein groß Ding ist es um einen treuen und klugen Haushalter, welchen der Herr setzt über sein Gesinde, daß er ihnen zu rechter Zeit ihre Gebühr gebe! Selig ist der Knecht, welchen sein Herr findet also thun, wenn er kommt. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen. So aber derselbige Knecht in seinem Herzen sagen wird: Mein Herr verziehet zu kommen; und fängt an, zu schlagen Knechte und Mägde, auch zu essen und zu trinken, und sich voll zu saufen: so wird desselbigen Knechts Herr kommen an dem Tage, da er sichs nicht versiehet, und zu der Stunde, die er nicht weiß, und wird ihn zerscheitern, und wird ihm seinen Lohn geben mit den Ungläubigen. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jes. 65, 12—19.(Verwerfung und Erwählung.) Wohlan, ich will euch zählen zum Schwert, daß ihr euch alle bücken müsset zur Schlacht, darum daß ich rief, und ihr antwortetet nicht, daß ich redete, und ihr hörtet nicht, sondern thatet, was mir übel gefiel, und erwähltet, das mir nicht gefiel. Darum spricht der HErr, HErr also: Siehe, meine Knechte sollen essen, ihr aber sollt hungern; siehe, meine Knechte sollen trinken, ihr aber sollt dürsten; siehe, meine Knechte sollen fröhlich sein, ihr aber sollt zu Schanden werden; siehe, meine Knechte sollen vor gutem Mut jauchzen, ihr aber sollt vor Herzeleid schreien und vor Jammer heulen, und sollt euren Namen lassen meinen Auserwählten zum Schwur; und der 27. Sonntag nach Trinitatis. 6Etr, nennen rechten dem re von m und ei wird, fröhlich schaffen Jerusa gehört Lektiot zulünft und m oder zu es wird nach il ihnen und sit dich, t aus. vorhar vollend der O geben lieb 00 Epistel sol und di HErr und w Feuer und sch und lü opfer Speist ö nd i⸗ ein w Gewal Fremd Eva brachte Fest der Darstellung Jesu im Tempel. 187 bte Braut ihren HErr, HErr wird dich töten, und seine Knechte mit einem andern Namen ie sprach: Sithe nennen; daß, welcher sich segnen wird auf Erden, der wird sich in dem ihnen wohne rechten Gott segnen, und welcher schwören wird auf Erden, der wird bei ihnen, wird ihr dem rechten Gott schwören; denn der vorigen Angst ist vergessen, und sind ren Augen; unh von meinen Augen verborgen. Denn siehe, ich will einen neuen Himmel „ noch Schmen und eine neue Erde schaffen, daß man der vorigen nicht mehr gedenken auf dem Stuhl wird, noch zu Herzen nehmen; sondern sie werden sich ewiglich freuen und mir: Schreiht fröhlich sein über dem, das ich schaffe. Denn siehe, Ich will Jerusalem rach zu mir: schaffen zur Wonne und ihr Volk zur Freude. Und ich will fröhlich sein über das Ende. Jerusalem, und mich freuen über mein Volk; und soll nicht mehr drinnen Wassers umsons gehört werden die Stimme des Weinens, noch die Stimme des Klagens. e sen Gott sn Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Tim. 4, 1—8.(Ich habe einen Ingläubigen und und Abgöttichn guten Kampf gekämpfet.) So bezeuge ich nun vor Gott und dem HErrn Jesu Christo, der da r nit deuer un zukünftig ist, zu richten die Lebendigen und die Toten mit seiner Erscheinung und mit seinem Reich: Predige das Wort, halte an, es sei zu rechter Zeit ichter brennen) oder zur Unzeit; strafe, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre. Denn ennen; und sed es wird eine Zeit sein, da sie die heilsame Lehre nicht leiden werden, sondern aufbrechen wir nach ihren eigenen Lüsten werden sie ihnen selbst Lehrer aufladen, nach dem st, sie ihm bab ihnen die Ohren jücken; und werden die Ohren von der Wahrheit wenden, „ wachend findel und sich zu den Fabeln kehren. Du aber sei nüchtern allenthalben, leide urd sie zu Tih dich, thue das Werk eines evangelischen Predigers, richte dein Amt redlich er kommt in du aus. Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Abscheidens ist vorhanden. Ich habe einen guten Kampf gekämpfet, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinfort ist mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der HErr an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird, nicht mir aber allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben. Fest der Darstellung Jesu im Tempel. —.E +— —.— —= 85 Und ich will zu euch kommen, und euch strafen, und will ein schneller Zeuge sein wider die Zauberer, Ehebrecher und Meineidigen und wider die, so en Haushalter Vormittags. rechter Zit ihe Epistel. Maleachi 3, 1—5.(Bald wird kommen zu seinem Tempel der HErr, fndet abho hun den ihr suchet.) alle seine Gil Siehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten en wird. Min soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der HErr, den ihr suchet; te und Mibde und der Engel des Bundes, des ihr begehret, siehe, er kommt! spricht der witd desselbigt HErr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? ersichet, undu uund wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das und witd ihn Feuer eines Goldschmieds und wie die Seife der Wäscher. Er wird sitzen, und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern wie Gold und Silber. Dann werden sie dem HErrn Speis⸗ opfer bringen in Gerechtigkeit; und wird dem HErrn wohlgefallen das Rund Ewihind Speisopfer Judas und Jerusalems wie vorhin und vor langen Jahren. ö euch alle—. icht, doß! 14 0 dGewalt und Unrecht thun den Tagelöhnern, Witwen und Waisen, und den alo: Shh Fremdling drücken, und mich nicht fürchten, spricht der HErr Zebaoth. 1 ne Rnechte 1⁷ Evangelium. Luc. 2, 22— 40.(Dieser wird gesetzt zu einem Fall und nühlih fitgt ö Auferstehen vieler in Israel.) vor gutemm un Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mosis kamen, ner au 5 brachten sie ihn gen Jerusalem, daß sie ihn darstelleten dem HErrn;(wie hwur; 18⁸ Fest der Darstellung Jesu im Tempel. denn geschrieben stehet in dem Gesetz des HErrn:„Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem HErrn geheiliget heißen;“) und daß sie gäben das Opfer, nach dem gesagt ist im Gesetz des HErrn, ein Paar Turteltauben oder zwo junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort worden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des HErrn gesehen. Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pflegt nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme, und lobete Gott, und sprach: HErr, nun lässest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Israel. Und sein Vater und Mutter wunderten sich des, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird, (und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen,) auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Asser; die war wohl betaget, und hatte gelebt sieben Jahr mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft; und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren; die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde, und pries den HErrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetz des HErrn, kehreten sie wieder in Galiläa zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit; und Gottes Gnade war bei ihm. Epistolische Lektion. 1. Joh. 1, 1—10.(Das Leben ist erschienen.) Das da von Anfang war, das wir gehöret haben, das wir gesehen haben mit unsern Augen, das wir beschauet haben, und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens:(und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und zeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, welches war bei dem Vater, und ist uns erschienen;) was wir gesehen und gehöret haben, das verkündigen wir euch, auf daß auch ihr mit uns Gemeinschaft habet; und unsre Gemeinschaft sei mit dem Vater und mit seinem Sohne, Jesu Christo. Und solches schreiben wir euch, auf daß eure Freude völlig sei. Und das ist die Verkündigung, die wir von ihm gehört haben, und euch verkündigen, daß Gott ein Licht ist, und in ihm ist keine Finsternis. So wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir, und thun nicht die Wahrheit. So wir aber im Lichte wandeln, wie Er im Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft unter einander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unfre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergiebt und reiniget uns von aller Untugend. So wir sagen, wir haben nicht gesündiget, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. Cyangeli Höte einen We drinnen, und zog! seine Kne nahmen töteten si mehr den sandte er Sohne sc unter eine Erbgut a berge hinc wird, wa wird die gättnern zu ihnen: leute vern das gesche ich euch: gegeben u ällt, der Und da di daß er vo Leltion „Es u höher den alle Heide laßt uns pr er ur on Zion und er x e ihre 6 Männlem, daz hen;“) und daß Hrrn, ein Paar Mensch war zu ar fromm und er heilige Geis heiligen Geis, rist des HErm l. Und da die für ihn thäten, ine Arme, und ner im Frieden Heiland gesehen, chten die Heiden, utter wunderten sie, und sprach einem Fall und ersprochen wird, aß vieler Hern „Hanna, eine aget, und hatte rauschaft; und m nimmer von cht. Dieselbiz HErrn, und salem warteten. des HErrn, . Aber da Gottes Gnade st erschienen.) a wir gesehn Hände beiase und wir habe nig it, wiche Hörh Fest der Darstellung Jesu im Tempel. 189 Evangelische Lektion. Matth. 21, 33— 45.(Ver auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen.) Höret ein ander Gleichnis: Es war ein Hausvater, der pflanzte einen Weinberg, und führete einen Zaun darum, und grub eine Kelter drinnen, und baute einen Turm, und that ihn den Weingärtnern aus, und zog über Land. Da nun herbei kam die Zeit der Früchte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, daß sie seine Früchte empfingen. Da nahmen die Weingärtner seine Knechte; einen stäupten sie, den andern töteten sie, den dritten steinigten sie. Abermal sandte er andre Knechte, mehr denn der ersten waren; und sie thaten ihnen gleich also. Darnach sandte er seinen Sohn zu ihnen, und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohne scheuen. Da aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie unter einander: Das ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten, und sein Erbgut an uns bringen! Und sie nahmen ihn, und stießen ihn zum Wein⸗ berge hinaus, und töteten ihn. Wenn nun der Herr des Weinbergs kommen wird, was wird er diesen Weingärtnern thun? Sie sprachen zu ihm: Er wird die Bösewichter übel umbringen, und seinen Weinberg andern Wein⸗ gärtnern austhun, die ihm die Früchte zu rechter Zeit geben. Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift:„Der Stein, den die Bau⸗ leute verworfen haben, der ist zum Eckstein worden. Von dem HErrn ist das geschehen, und es ist wunderbarlich vor unsern Augen?“ Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und den Heiden gegeben werden, die seine Früchte bringen. Und wer auf diesen Stein sällt, der wird zerschellen; auf welchen er aber fällt, den wird er zermalmen. Und da die Hohenpriester und Pharisäer seine Gleichnisse höreten, vernahmen sie, daß er von ihnen redete. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Jesaias 2, 2—5.(Von Zion geht das Gesetz aus und das Wort des HErrn von Jerusalem.) Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HErrn Haus ist, gewiß sein, höher denn alle Berge, und über alle Hügel erhaben werden; und werden alle Heiden dazu laufen, und viel Völker hingehen, und sagen: Kommt, laßt uns auf den Berg des HErrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege, und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen, und des HErrn Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Heiden, und strafen viel Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andre ein Schwert aufheben, und werden fort nicht mehr kriegen lernen. Kommt ihr nun vom Hause Jakob, laßt uns wandeln im Licht des HErrn! Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Joh. 2, 7—11.(Das wahre Licht scheinet jetzt.) Brüder, ich schreibe euch nicht ein neu Gebot, sondern das alte Gebot, das ihr habt von Anfang gehabt. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr von Anfang gehöret habt. Wiederum ein neu Gebot schreibe ich euch, das da wahrhaftig ist bei ihm und bei euch; denn die Finsternis ist vergangen, und das wahre Licht scheinet jetzt. Wer da sagt, er sei im Licht, und hasset seinen Bruder, der ist noch in der Finsternis. Wer seinen Bruder liebet, der bleibet im Licht, und ist kein Argernis bei ihm. Wer aber seinen Bruder hasset, der ist in der Finsternis, und wandelt in der Finsternis, und weiß nicht, wo er hin gehet; denn die Finsternis hat seine Augen verblendet. Fest Johannis des Täufers. Fest Johannis des Täufers. Vormittags. Epistel. Jes. 40, 1—8.(Eine Stimme eines Predigers in der Wüste.) Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott; redet mit Jerusalem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat, denn ihre Missethat ist vergeben; denn sie hat Zwiefältiges empfangen von der Hand des HErrn um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem HErrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Thale sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel sollen geniedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckericht ist, soll schlicht werden; denn die Herrlichkeit des HErrn soll geoffenbaret werden, und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des HErrn Mund redet. Es spricht eine Stimme: Predige! Und er sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Heu, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Heu verdorret, die Blume verwelket; denn des HErrn Geist bläset darein. Ja, das Volk ist das Heu. Das Heu ver⸗ dorret, die Blume verwelket; aber das Wort unsers Gottes bleibet ewiglich. Evangelium. Luc. 1, 57— 80.(Du Kindlein wirst vor dem HErrn hergehen.) Und Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundte höreten, daß der HErr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tage, kamen sie, zu beschneiden das Kindlein; und hießen ihn, nach seinem Vater, Zacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn wollte heißen lassen. Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete und lobte Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn; und diese Geschichte ward alle ruchtbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es hörten, nahmen es zu Herzen, und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des HErrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weissagte und sprach: Gelobet sei der HErr, der Gott Israels; denn er hat besucht und erlöset sein Volk; und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David, als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten; daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, und die Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham; uns zu geben, daß wir, erlöset aus der Hand unsrer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem HErrn her gehen, daß du seinen Weg bereitest, und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsre Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs, und ward stark im Geist; und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel. Eyi Zior digetin, h age den HErt kor ist bei ih wie ein K Busen tre daust, ur tinem Di mit einer geber unt lchte ihn weise ihn Bopfen, Siehe, di zum Feue bor ihm denn Got Der Mei macht fill wählt eir ein Bild euch nich der Erde wie Heus. sie aus w und die) noch Sam berdorren ihr denn Uugen in ihr Heer! und stark srichst di berborgen hast durr Heshaffen giebt dem verden m. huren, kr n der Wüste. mit Jerusalen hat, denn ihtt von der Hand es Predigers in em Gefilde eine erden, und alle ich ist, soll eben heit des HErmn d sehen, daß de Und er sprach ine Güte ist wie verwelket; denm Das Heu ver⸗ bleibet ewiglich HeErrn hergehen) und sie gehat „daß der HEn mit ihr. U 3 Kindlein; und jutter antwortet Und sie sprachen eiße. Und st. Fest Johannis des Täufers. 191 Epistolische Lektion. Jes. 40, 9—31.(Siehe, da ist euer Gott.) Zion, du Predigerin, steige auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Pre⸗ digerin, hebe deine Stimme auf mit Macht, hebe auf, und fürchte dich nicht; sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott! Denn siehe, der HErr, HErr kommt gewaltiglich, und sein Arm wird herrschen. Siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Vergeltung ist vor ihm. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte; er wird die Lämmer in seine Arme sammeln, und in seinem Busen tragen, und die Schafmütter führen. Wer misset die Wasser mit der Faust, und fasset den Himmel mit der Spanne, und begreift die Erde mit einem Dreiling, und wiegt die Berge mit einem Gewicht und die Hügel mit einer Wage? Wer unterrichtet den Geist des HErrn, und welcher Rat⸗ geber unterweiset ihn? Wen fragt er um Rat, der ihm Verstand gebe, und lehre ihn den Weg des Rechts, und lehre ihn die Erkenntnis, und unter⸗ weise ihn den Weg des Verstandes? Siehe, die Heiden sind geachtet wie ein Tropfen, so im Eimer bleibt, und wie ein Scherflein, so in der Wage bleibt. Siehe, die Inseln sind wie ein Stäublein. Der Libanon wäre zu gering zum Feuer, und seine Tiere zu gering zum Brandopfer. Alle Heiden sind vor ihm nichts, und wie ein Nichtiges und Eitles geachtet. Wem wollt ihr denn Gott nachbilden? oder was für ein Gleichnis wollt ihr ihm zurichten? Der Meister gießt wohl ein Bild, und der Goldschmied übergoldet es, und macht silberne Ketten dran. Desgleichen wer eine arme Hebe vermag, der wählt ein Holz, das nicht fault, und sucht einen klugen Meister dazu, der ein Bild fertige, das beständig sei. Wisset ihr nicht? Höret ihr nicht? Ist es euch nicht vormals verkündiget? Habt ihr es nicht verstanden von Anbeginn der Erde? Er sitzt über dem Kreis der Erde, und die drauf wohnen, sind wie Heuschrecken. Der den Himmel ausdehnet wie ein dünnes Fell, und breitet sie aus wie eine Hütte, da man innen wohnet; der die Fürsten zunichte macht, und die Richter auf Erden eitel macht, als hätte ihr Stamm weder Pflanzen noch Samen noch Wurzel in der Erde, daß sie, wo ein Wind unter sie wehet, verdorren, und sie ein Windwirbel wie Stoppeln wegführet. Wem wollt ihr denn mich nachbilden, dem ich gleich sei? spricht der Heilige. Hebet eure Augen in die Höhe, und sehet! Wer hat solche Dinge geschaffen, und führet ihr Heer bei der Zahl heraus, der sie alle mit Namen rufet? Sein Vermögen und starke Kraft ist so groß, daß nicht an Einem fehlen kann. Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: Mein Weg ist dem HErrn verborgen, und mein Recht gehet vor meinem Gott über? Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HErr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt; sein Verstand ist unausforschlich. Er giebt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Die Knaben werden müde und matt, und die Jünglinge fallen; aber die auf den HErrn harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen, und nicht matt werden, daß sie wandeln, und nicht müde werden. Evangelische Lektion. Marci 6, 17—29.(Johannis Enthauptung.) Er aber, Herodes, hatte ausgesandt, und Johannem gegriffen und in das Gefängnis gelegt um Herodias willen, seines Bruders Philippi Weib; denn er hatte sie gefreiet. Johannes aber sprach zu Herodes: Es ist nicht recht, daß du deines Bruders Weib habest. Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten, und konnte nicht. Herodes aber fürchtete Johannem; denn er wußte, daß er ein frommer und heiliger Mann war; und verwahrete ihn, und gehorchte ihm in vielen Sachen, und hörte ihn gern. Und es kam ein 0 19² Fest Johannis des Täufers. gelegener Tag, daß Herodes auf seinen Jahrstag ein Abendmahl gab den Obersten und Hauptleuten und Vornehmsten in Galiläa. Da trat hinein die Tochter der Herodias, und tanzte, und gefiel wohl dem Herodes und denen, die am Tische saßen. Da sprach der König zum Mägdlein: Bitte von mir, was du willst, ich will dirs geben. Und schwur ihr einen Eid: Was du wirst von mir bitten, will ich dir geben, bis an die Hälfte meines König⸗ reichs. Sie ging hinaus, und sprach zu ihrer Mutter: Was soll ich bitten? Die Eite r Das Haupt Johannis, des Täufers. Und sie ging bald hinein mit Eile zum Könige, bat und sprach: Ich will, daß du mir gebest jetzt sobald auf einer Schüssel das Haupt Johannis, des Täufers. Der König ward betrübt; doch um des Eides willen und derer, die am Tische saßen, wollte er sie nicht lassen eine Fehlbitte thun. Und bald schickte hin der König den Henker, und hieß sein Haupt herbringen. Der ging hin, und enthauptete ihn im Gefängnis, und trug her sein Haupt auf einer Schüssel, und gab es dem Mägdlein, und das Mägdlein gab es ihrer Mutter. Und da das seine Jünger höreten, kamen sie, und nahmen seinen Leib, und legten ihn in ein Grab. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Maleachi 4, 4— 6.(cch will euch senden den Propheten Elia.) Gedenket des Gesetzes Moses, meines Knechts, das ich ihm befohlen habe auf dem Berge Horeb an das ganze Israel samt den Geboten und Rechten. Siehe, Ich will euch senden den Propheten Elia, ehe denn da komme der große und schreckliche Tag des HErrn. Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern, daß ich nicht komme, und das Erdreich mit dem Bann schlage. Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Kor. 6, 9— 20.(Preiset Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste.) Wisset ihr nicht, daß die Ungerechten werden das Reich Gottes nicht ererben? Laßt euch nicht verführen! Weder die Hurer, noch die Abgöttischen, noch die Ehebrecher, noch die Weichlinge, noch die Knabenschänder, noch die Diebe, noch die Geizigen, noch die Trunkenbolde, noch die Lästerer, noch die Räuber werden das Reich Gottes ererben. Und solche sind eurer etliche ge⸗ wesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiliget, ihr seid gerecht worden durch den Namen des HErrn Jesu und durch den Geist unsers Gottes. Ich habe es alles Macht; es frommt aber nicht alles. Ich hab es alles Macht; es soll mich aber nichts gefangen nehmen. Die Speise dem Bauche, und der Bauch der Speise; aber Gott wird diesen und jene hinrichten. Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem HErrn, und der HErr dem Leibe. Gott aber hat den HErrn auferwecket, und wird uns auch auferwecken durch seine Kraft. Wisset ihr nicht, daß eure Leiber Christi Glieder sind? Sollte ich nun die Glieder Christi nehmen, und Hurenglieder draus machen? Das sei ferne! Oder wisset ihr nicht, daß wer an der Hure hanget, der ist Ein Leib mit ihr? Denn sie werden(spricht er) zwei in Einem Fleische sein. Wer aber dem HErrn anhanget, der ist Ein Geist mit ihm. Fliehet die Hurerei. Alle Sünden, die der Mensch thut, sind außer seinem Leibe; wer aber huret, der sündiget an seinem eigenen Leibe. Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer selbst? Denn ihr seid teuer erkauft. Darum so preiset Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind Gottes. Chiste Un aus sein HErtn, der Stä Riechen dem sein wird mit im Land mit dem Ourt sei Cpar Ma u der e Und es in ihten laut un die Fru meines hörte, 6 du, die ist von und me Fest der Heimsuchung Mariä. 193 mahl gab d m 1 Fest der Heimsuchung Mariä. es und denen, Vormittags. 56 1* Epistel. Jes. 11,1—5.(Es wird eine Rute aufgehen von dem Stamm Isais.) Rees abnig⸗ Und es wird eine Rute aufgehen von dem Stamm Isais, und ein Zweig ol ich bitten: aus seiner Wurzel Frucht bringen; auf welchem wird ruhen der Geist des 9 bild hinen HErrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rats und nir gebest iht der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HErrn. Und sein Der Körig Riechen wird sein in der Furcht des HErrn. Er wird nicht richten, nach Niche sußen dem seine Augen sehen, noch strafen, nach dem seine Ohren hören, sondern hin der Röni wird mit Gerechtigkeit richten die Armen, und mit Gericht strafen die Elenden 10 enthauptel im Lande; und wird mit dem Stabe seines Mundes die Erde schlagen, und . und gab mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten. Gerechtigkeit wird der 0 das seim Gurt seiner Lenden sein, und der Glaube der Gurt seiner Nieren. n in ein Grab Evangelium. Luc. 1, 39—56.(Selig bist du, die du geglaubet hast.) Maria aber stund auf in den Tagen, und ging auf das Gebirge endelich zu der Stadt Judas, und kam in das Haus Zacharias, und grüßte Elisabeth. 60 nil eih Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll, und rief sollen hel laut und sprach: Gebenedeiet bist Du unter den Weibern, und gebenedeiet ist nd khn die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter 1 und 10 80 meines HErrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes da 100 i hörte, hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und o selig bist Väter bele 1l du, die du geglaubet hast! denn es wird vollendet werden, was dir gesagt daß ich ni ist von dem HErrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den HErrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Denn er hat die Rreiset Gatt a Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da Gottes nihh mächtig ist, und des Name heilig ist; und seine Barmherzigkeit währet 9 6⁰ dtischn immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem ie Abgö v Arm, und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet ünder, no 9edie Gewaltigen vom Stuhl, und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen füllet steret, noh eer mit Gütern, und läßt die Reichen leer. Er denket der Barmherzigkeit, urer elih u und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat unsern Vätern, gerecht ů98 Abraham und seinem Samen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr bei drei 1 al Nh Monate; darnach kehrte sie wiederum heim. Duuch, I Epistolische Lektion. Psalm 145.(Mein Mund soll des HErrn Lob sagen.) inrichten. 10 Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben rt den Leibe immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deinen Namen rühmen uferwecenzus immer und ewiglich. Der HErr ist groß und sehr löblich, und seine Größe er sind? al. ist unaussprechlich. Kindeskinder werden deine Werke preisen, und von deiner machen? n Gewalt sagen. Ich will reden von deiner herrlichen schönen Pracht und von get der i— deinen Wundern; daß man solle reden von deinen herrlichen Thaten, und Zische sin.. daß man erzähle deine Herrlichkeit; daß man preise deine große Güte, und het die Hunn, deine Gerechtigkeit rühme. Gnädig und barmherzig ist der HErr, geduldig wet aber 9710 und von großer Güte. Der HErr ist allen gütig, und erbarmet sich aller daß hue u seiner Werke. Es sollen dir danken, HErr, alle deine Werke, und deine iht habt h. Heiligen dich loben, und die Ehre deines Königreichs rühmen, und von deiner Darum Gewalt reden, daß den Menschenkindern deine Gewalt kund werde und die 0 Golts ehrliche Pracht deines Königreichs. Dein Reich ist ein ewiges Reich, und 13 — 19⁴ Fest der Heimsuchung Mariä. deine Herrschaft währet für und für. Der HErr erhält alle, die da fallen, und richtet auf alle, die da niedergeschlagen sind. Aller Augen warten auf dich, und Du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine Hand auf, und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Der OErr ist gerecht in allen seinen Wegen, und heilig in allen seinen Werken. Der HErr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Er thut, was die Gottesfürchtigen begehren, und höret ihr Schreien, und hilft ihnen. Der HErr behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen. Mein Mund soll des HErrn Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich. Evangelische Lektion. Matth. 12, 46— 50.(Wer den Willen thut meines Vaters im Himmel, derselbige ist mein Bruder, Schwester und Mutter.) Da er noch also zu dem Volk redete, siehe, da stunden seine Mutter und seine Brüder draußen, die wollten mit ihm reden. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen, und wollen mit dir reden. Er antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter? und wer sind meine Brüder? Und reckte die Hand aus über seine Jünger, und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen thut meines Vaters im Himmel, derselbige ist mein Bruder, Schwester und Mutter. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 89, 2— 22.(Ich habe David, meinem Knechte, geschworen.) Ich will singen von der Gnade des HErrn ewiglich, und seine Wahr⸗ heit verkündigen mit meinem Munde für und für, und sage also: Daß eine ewige Gnade wird aufgehen, und du wirst deine Wahrheit treulich halten im Himmel.„Ich habe einen Bund gemacht mit meinem Auserwählten; ich habe David, meinem Knechte, geschworen: Ich will dir ewiglich Samen ver⸗ schaffen und deinen Stuhl bauen für und für.“ Sela. Und die Himmel werden, HErr, deine Wunder preisen, und deine Wahrheit in der Gemeine der Heiligen. Denn wer mag in den Wolken dem HErrn gleich gelten, und gleich sein unter den Kindern der Götter dem HErrn? Gott ist fast mächtig in der Versammlung der Heiligen und wunderbarlich über alle, die um ihn sind. HErr, Gott Zebaoth, wer ist wie du ein mächtiger Gott? und deine Wahrheit ist um dich her. Du herrschest über das ungestüme Meer; Du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben. Du schlägst Rahab zu Tode; du zerstreuest deine Feinde mit deinem starken Arm. Himmel und Erde ist dein; Du hast gegründet den Erdboden, und was drinnen ist. Mitternacht und Mittag hast Du geschaffen; Thabor und Hermon jauchzen in deinem Namen. Du hast einen gewaltigen Arm; stark ist deine Hand, und hoch ist deine Rechte. Gerechtigkeit und Gericht ist deines Stuhls Festung, Gnade und Wahrheit sind vor deinem Angesichte. Wohl dem Volk, das jauchzen kann! HErr, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln; sie werden über deinem Namen täglich fröhlich sein, und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein. Denn Du bist der Ruhm ihrer Stärke, und durch deine Gnade wirst du unser Horn erhöhen. Denn der HErr ist unser Schild; und der Heilige in Israel ist unser König. Dazumal redetest du im Gesicht zu deinem Heiligen und sprachest:„Ich habe einen Held erweckt, der helfen soll, ich habe erhöhet einen Auserwählten aus dem Volk; ich habe gefunden meinen Anecht2 soll ihn Leltion Und das Gel wandelt. Isum 6 und der krarbeite nicht in hleibet, und brir auch nich Ehistel. Ich Munde hören, einander mir, un anlaufer hörte de HErrnl and sche Fürchtet Rangel. uchen, höxet mi Leben be und deir Gutes; st die da fallen, warten auf st deine Hand Ert ist gerecht Der HErr ist fen. Er thut, hilft ihnen. alle Gottlosen. seinen heiligen n thut meines d Mutter.) ne Mutter und Reiner zu ihn: wollen mit dir ansagte: Wer die Hand aus ter und meint mel, derselbige Ic habe Darij o seine Wahl⸗ llso: Daß eine treulich halte zerwählten; i ich Samen bet d die Himme n der Gemen u gleich geln Gott ist sf über alle un müchihe gan das Mhste agn üh Fest der Engel oder Michaelis. 195⁵ Knecht David, ich habe ihn gesalbet mit meinem heiligen Hle. Meine Hand soll ihn erhalten, und mein Arm soll ihn stärken.“ Lektion aus dem Neuen Testamente. 2. Joh. 6—11.(Wer in der Lehre Christi bleibet, der hat beide, den Vater und den Sohn.) Und das ist die Liebe, daß wir wandeln nach seinem Gebot; das ist das Gebot, wie ihr gehöret habt von Anfang, auf daß ihr daselbst innen wandelt. Denn viel Verführer sind in die Welt kommen, die nicht bekennen Jesum Christum, daß er in das Fleisch kommen ist. Dieser ist der Verführer und der Widerchrist. Sehet euch vor, daß wir nicht verlieren, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangen. Wer übertritt, und bleibet nicht in der Lehre Christi, der hat keinen Gott; wer in der Lehre Christi bleibet, der hat beide, den Vater und den Sohn. So jemand zu euch kommt, und bringet diese Lehre nicht, den nehmet nicht zu Hause, und grüßet ihn auch nicht. Denn wer ihn grüßet, der macht sich teilhaftig seiner bösen Werke. Fest der Engel oder Michaelis. Vormittags. Epistel. Psalm 34.(Der Engel des HErrn lagert sich um die her, so ihn fürchten.) Ich will den HErrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Meine Seele soll sich rühmen des HErrn, daß die Elenden hören, und sich freuen. Preiset mit mir den HErrn, und lasset uns mit einander seinen Namen erhöhen. Da ich den HErrn suchte, antwortete er mir, und errettete mich aus aller meiner Furcht. Welche ihn ansehen und anlaufen, derer Angesicht wird nicht zu Schanden. Da dieser Elende rief, hörte der HErr, und half ihm aus allen seinen Nöten. Der Engel des HErrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus. Schmecket und sehet, wie freundlich der HErr ist. Wohl dem, der auf ihn trauet! Fürchtet den HErrn, ihr seine Heiligen! denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel. Die Reichen müssen darben und hungern; aber die den HErrn suchen, haben keinen Mangel an irgend einem Gut. Kommt her, Kinder, höret mir zu; ich will euch die Furcht des HErrn lehren. Wer ist, der gut Leben begehrt, und gerne gute Tage hätte? Behüte deine Zunge vor Bösem, und deine Lippen, daß sie nicht falsch reden. Laß vom Bösen, und thue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach. Die Augen des HErrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Schreien; das Antlitz aber des HErrn stehet über die, so Böses thun, daß er ihr Gedächtnis ausrotte von der Erde. Wenn die(Gerechten) schreien, so höret der HErr, und errettet sie aus aller ihrer Not. Der HErr ist nahe bei denen, die zerbrochenes Herzens sind, und hilft denen, die zerschlagen Gemüt haben. Der Gerechte muß viel leiden; aber der HErr hilft ihm aus dem allen. Er bewahret ihm alle seine Gebeine, daß derer nicht eins zerbrochen wird. Den Gottlosen wird das Unglück töten, und die den Gerechten hassen, werden Schuld haben. Der HErr erlöset die Seele seiner Knechte, und alle, die auf ihn trauen, werden keine Schuld haben. Evangelium. Matth. 18, 1—11.(Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.) Zu derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu, und sprachen: Wer ist doch der Größeste im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich, und stellete es mitten unter sie, und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es sei denn, daß 455 196 Fest der Engel oder Michaelis. ihr euch umkehret, und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer nun sich selbst erniedriget wie dies Kind, der ist der Größeste im Himmelreich. Und wer Ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten Einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget, und er ersäufet würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Argernis halben! Es muß ja Argernis kommen; doch wehe dem Menschen, durch welchen Argernis kommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab, und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm oder ein Krüppel eingehest, denn daß du zwo Hände oder zween Füße habest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus, und wirf es von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest, und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist kommen, selig zu machen, das verloren ist. Epistolische Lektion. Psalm 103.(Lobet den HErrn, ihr seine Engel.) Lobe den HErrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den HErrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! Der dir alle deine Sünde vergiebt, und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barm⸗ herzigkeit; der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler. Der HErr schaffet Gerechtigkeit und Gericht allen, die Unrecht leiden. Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Thun. Barmherzig und gnädig ist der HErr, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht immer hadern, noch ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten Über die, so ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsre Übertretung von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der HErr über die, so ihn fürchten. Denn Er kennet, was für ein Gemächte wir sind; er gedenket daran, daß wir Staub sind. Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber gehet, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr. Die Gnade aber des HErrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind, bei denen, die seinen Bund halten, und gedenken an seine Gebote, daß sie darnach thun. Der HErr hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich herrschet über alles. Lobet den HErrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man höre die Stimme seines Worts! Lobet den HErrn, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen thut! Lobet den HErrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den HErrn, meine Seele! Evangelische Lektion. Luc. 10, 16—20.(Freuet euch, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind.) Wer euch höret, der höret mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat. Die Siebenzig aber kamen wieder mit Freuden, und sprachen: HErr, es sind uns auch die Teufel unterthan in deinem Namen. Er sprach aber zu ihnen: Ich sah ich habe lber alle freuet et eure Na Laltion We des Allt meine X Strick d seinen§ Seine bor dem der Pest derbet. Rechten, deine Ly OErr ii kein Ub Denn e deinen nicht ar und tre ich ihm Er ruft will ihn Leben, Leltion Da lonnte, und vor Händen, dem Stt um den dem Sti LIob und aanm u Uaserbr r nicht in das s Kind, der ist aufnimmt in eser Geringsten lstein an seinen ssten st. Wehe men; doch wehe eine Hand oder dit. Es ist dir „denn daß du Feuer geworfen. dir. Es ist dir ei Augen habest, hr nicht jemand gel im Himmel n des Menschen seine Engel.) seinen heiligen as er dir Gutes eine Gebrechen; nde und Barm⸗ der jung wirs len, die Unrecht rael sein Thun. oßer Güte. Er ndelt nicht mit srer Missethat. Onade walten Ubend, läßt er inder erbarmet Er kennet, was eure Namen in Fest der Engel oder Michaelis. 197 Ich sahe wohl den Satanas vom Himmel fallen als einen Blitz. Sehet, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und üÜber alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch beschädigen. Doch darinnen freuet euch nicht, daß euch die Geister unterthan sind. Freuet euch aber, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 91.(Er hat seinen Engeln befohlen über dir.) Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzet, und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibet, der spricht zu dem HErrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Denn Er errettet mich vom Strick des Jägers und von der schädlichen Pestilenz. Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und deine Zuversicht wird sein unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, daß du dich nicht erschrecken müssest vor dem Grauen des Nachts, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern schleichet, vor der Seuche, die im Mittag ver⸗ derbet. Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehn tausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. Ja, du wirst mit deinen Augen deine Lust sehen, und schauen, wie es den Gottlosen vergolten wird. Denn der HErr ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht. Es wird dir kein Übels begegnen, und keine Plage wird zu deiner Hütte sich nahen. Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen daß sie dich auf den Händen tragen, und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. Auf den Löwen und Ottern wirst du gehen und treten auf den jungen Löwen und Drachen.„Er begehret mein, so will ich ihm aushelfen; er kennet meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Er ruft mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn heraus reißen, und zu Ehren machen; ich will ihn sättigen mit langem Leben, und will ihm zeigen mein Heil.“ Lektion aus dem Neuen Testamente. Offenb. Joh. 7, 9—17.(Die große Schar vor dem Stuhle Gottes.) Darnach sahe ich, und siehe, eine große Schar, welche niemand zählen konnte, aus allen Heiden und Völkern und Sprachen, vor dem Stuhl stehend und vor dem Lamm, angethan mit weißen Kleidern, und Palmen in ihren Händen, schrieen mit großer Stimme und sprachen: Heil sei dem, der auf dem Stuhl sitzt, unserm Gott und dem Lamm! Und alle Engel stunden um den Stuhl und um die Altesten und um die vier Tiere, und fielen vor dem Stuhl auf ihr Angesicht, und beteten Gott an, und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Und es antwortete der Altesten einer, und sprach zu mir: Wer sind diese, mit den weißen Kleidern angethan? und woher sind sie kommen? Und ich sprach zu ihm: HErr, Du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind es, die kommen sind aus großer Trübsal, und haben ihre Kleider gewaschen, und haben ihre Kleider helle gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Stuhl Gottes, und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Stuhl sitzt, wird über ihnen wohnen. Sie wird nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne oder irgend eine Hitze. Denn das Lamm mitten im Stuhl wird sie weiden, und leiten zu den lebendigen Wasserbrunnen, und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen. I Gemeinsamer Buß⸗ und Bettag. Gemeinsamer Buß⸗ und Bettag. Vormittags. Epistolische Lektion. Röm. 2, 1—11.(Verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmütigkeit?) Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du bist, der da richtet; denn worinnen du einen andern richtest, verdammest du dich selbst; sintemal du eben dasselbige thust, das du richtest. Denn wir wissen, daß Gottes Urteil ist recht über die, so solches thun. Denkest du aber, o Mensch, der du richtest die, so solches thun, und thust auch dasselbige, daß du dem Urteil Gottes entrinnen werdest? Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmütigkeit? Weißt du nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet? Du aber nach deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufest dir selbst den Zorn auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichts Gottes, welcher geben wird einem jeglichen nach seinen Werken; nämlich Preis und Ehre und unvergängliches Wesen denen, die mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben; aber denen, die da zänkisch sind, und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber dem Ungerechten, Ungnade und Zorn; Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses thun, vornehmlich der Juden und auch der Griechen; Preis aber und Ehre und Friede allen denen, die da Gutes thun, vornehmlich den Juden und auch den Griechen. Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott. Evangelische Lektion. Luc. 13, 1—9.(Er suchte Frucht am Feigenbaume und fand sie nicht.) Es waren aber zu derselbigen Zeit etliche dabei, die verkündigten ihm von den Galiläern, welcher Blut Pilatus samt ihrem Opfer vermischt hatte. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder gewesen sind, dieweil sie das erlitten haben? Ich sage: Nein; sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen. Oder meinet ihr, daß die achtzehn, auf welche der Turm in Siloah fiel und erschlug sie, seien schuldig gewesen vor allen Menschen, die zu Jerusalem wohnen? Ich sage: Nein; sondern, so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen. Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberge; und kam und suchte Frucht darauf, und fand sie nicht. Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang alle Jahre kommen, und habe Frucht gesucht auf diesem Feigenbaum, und finde sie nicht; haue ihn ab; was hindert er das Land? Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, laß ihn noch dies Jahr, bis daß ich um ihn grabe, und bedünge ihn, ob er wollte Frucht bringen; wo nicht, so haue ihn darnach ab. Nachmittags. Lektion aus dem Alten Testamente. Psalm 85.(HErr, erzeige uns deine Gnade, und hilf uns!)) HErr, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande, und hast die Gefangenen Jakobs erlöset; der du die Missethat vormals vergeben hast deinem Volk, und alle ihre Sünde bedecket, Sela; der du vormals hast allen deinen Zorn aufgehoben, und dich gewendet von dem Grimm deines Zorns; tröste uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns! Willst du denn ewiglich über uns zürnen, und deinen Zorn gehen lassen immer für und für? Willst Du uns denn nicht wieder erquicken, daß sich Die Gese dein Vo! hilf uns Frieden eine Tho daß in Herechtig Gerechtig damit u bleibe, 1 Lelit Und wie ein Mitten e Lebens, und die wird keit nitd dar Angesich Nacht d denn Go zu Ewig in diesei böse; u der sei! siehe, ie wie sein das End auf daß gehen ir und die lieb hab di um seiner Gutt, er du bist, der du dich selbst ir wissen, daß ber, o Mensch, „ daß du dem teichtum seiner 9 Gottes Gütt fertigen Herzen r Offenbarung hen nach seines denen, die mit denen, die do m Ungerechten, Menschen, dit n; Preiz aber lich den Juden on vor Gott. Feigenbaume und clündigten ihn Hermischt hatk. diese Galiläet tlitten haben! alle auch als se richt hut prach zu in: bedünge iy ö ab. Die Geschichte des Leidens ꝛc. unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi. 199 dein Volk über dich freuen möge? HErr, erzeige uns deine Gnade, und hilf uns! Ach, daß ich hören sollte, daß Gott der HErr redete, daß er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf daß sie nicht auf eine Thorheit geraten! Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, daß in unserm Lande Ehre wohne; daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; daß Treue auf der Erde wachse, und Gerechtigkeit vom Himmel schaue; daß uns auch der HErr Gutes thue; damit unser Land sein Gewächs gebe; daß Gerechtigkeit dennoch vor ihm bleibe, und im Schwange gehe. Lektion aus dem Neuen Testamente. Offenb. 22, 1—5; 10—15. Siehe, ich komme bald, und mein Lohn mit mir.) Und er zeigte mir einen lautern Strom des lebendigen Wassers, klar wie ein Krystall; der ging von dem Stuhl Gottes und des Lammes. Mitten auf ihrer Gasse und auf beiden Seiten des Stromes stund Holz des Lebens, das trug zwölferlei Früchte, und brachte seine Früchte alle Monate; und die Blätter des Holzes dienten zu der Gesundheit der Heiden. Und wird kein Verbanntes mehr sein: und der Stuhl Gottes und des Lammes wird darinnen sein; und seine Knechte werden ihm dienen, und sehen sein Angesicht; und sein Name wird an ihren Stirnen sein. Und wird keine Nacht da sein, und nicht bedürfen einer Leuchte oder des Lichts der Sonne; denn Gott der HErr wird sie erleuchten, und sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und er spricht zu mir: Versiegele nicht die Worte der Weissagung in diesem Buch; denn die Zeit ist nahe. Wer böse ist, der sei immerhin böse; und wer unrein ist, der sei immerhin unrein; aber wer fromm ist, der sei immerhin fromm; und wer heilig ist, der sei immerhin heilig. Und siehe, ich komme bald, und mein Lohn mit mir, zu geben einem jeglichen, wie seine Werke sein werden. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte. Selig sind, die seine Gebote halten, auf daß ihre Macht sei an dem Holz des Lebens, und zu den Thoren ein⸗ gehen in die Stadt. Denn draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Hurer und die Totschläger und die Abgöttischen und alle, die lieb haben und thun die Lügen. Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Auferstehung unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi, aus den vier Evangelisten zusammengezogen. Erste Abteilung. Das Leiden Jesu am Slberge. Da Jesus und seine Jünger(nach dem Genuß des Osterlamms und der Einsetzung des heiligen Abendmahls) den Lobgesang gesprochen hatten, ging er hinaus nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron an den Olberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir. Denn es stehet geschrieben:„Ich werde den Hirten schlagen und die Schafe der Herde 200 Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Auferstehung werden sich zerstreuen.“ Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich doch mich nimmermehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute, in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verleugnen. Desselbigen gleichen sagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hof, der hieß Gethsemane; da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verriet, wußte den Ort auch, denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Setzet euch hie, bis daß ich dorthin gehe, und bete. Und er nahm zu sich Petrum und Jakobum und Johannem, die zween Söhne Zebedäi, und fing an, zu trauern, zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hie, wachet mit mir und betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf, und knieete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde, und betete, daß so es möglich wäre, die Stunde vorüberginge; und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich; überhebe mich dieses Kelchs; doch nicht, was Ich will, sondern was Du willst. Und er kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon, schläfst du? vermöchtest du nicht, Eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andern Mal ging er hin, betete und sprach: Mein Vater, ist es nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Und er kam und fand sie abermal schlafend, denn ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, und ging abermal hin und betete zum dritten Mal, und redete dieselbigen Worte. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. Und er stund auf vom Gebet, und kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafen vor Traurigkeit, und sprach zu ihnen: Ach! wollt ihr nun schlafen und ruhen? Es ist genug. Sehet, die Stunde ist kommen und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände; stehet auf, und lasset uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe. Betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und alsbald, da er noch redete, kam Judas, der Zwölfen einer, da er hatte zu sich genommen die Schar und Diener der Hohenpriester und Pharisäer, der Altesten und Schriftgelehrten, ging vor ihnen her, und kam dahin mit Fackeln, Lampen, mit Schwertern und mit Stangen. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus, und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bins. Judas aber, der ihn verriet, stund auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe es euch gesagt, daß Ich es sei; suchet ihr denn mich, so lasset diese gaehen. Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast. Der Verräter aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben, und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ists; den greifet, und führet ihn gewiß. Und alsobald trat er zu Jesu, ihn zu küssen, und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi! und kl komme traten D u ihm Vetrus Knecht Jesus Petro: der so könnte Engel ich der sein O des Te zu eine fangen und il die Mt ihn all nach, d linge g * * 1 aipha uth für das Hohen S bis an briester Petrus tehung ö euch hingehen Wenn sie auth ärgern. Jesus ehe denn der Er aber redete e ich dich nicht mane; da war aber, der ihn st daselbst mit e, bis daß ich Jakobum und ern, zu zittern t bis an den in Anfechtung knieete nieder, möglich wäre, es ist dir alles l sondern was end, und sprac tunde mit mir let. Der 90 ging er hin, 92 Kelch von er kam und 3, und wußten abermal hin kte ihn. Und war aber sein , und fand st un schlafen und Nenschen Sohn sset uns gehen in Anfechtung her un am unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi. und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kommen? Juda, verrätst du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu, und legten die Hände an Jesum, und griffen ihn. „Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie u ihm: HErr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwert, und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Laßt sie doch so ferne machen. Und zu Petro: Stecke dein Schwert in die Scheide, denn wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hak? Und rührete sein Ohr an, und heilete ihn. Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Altesten, die über ihn kommen waren: Ihr seid als zu einem Mörder mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fangen; bin ich doch täglich bei euch gewesen und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich gelegt; aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis, auf daß die Schrift erfüllet werde. Da verließen ihn alle Jünger, und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand gekleidet auf der bloßen Haut; und die Jüng⸗ linge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren, und flohe bloß von ihnen. Zweite Abteilung. Das Leiden Jesu vor dem geistlichen Gerichte. Die Schar aber und der Oberhauptmann und die Diener der Juden nahmen Jesuin und banden ihn, führeten ihn aufs erste zu Hannas; der war Kaiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Kaiphas, der den Juden riet, es wäre gut, daß Ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas, dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Altesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jesu von ferne und ein andrer Jünger bis an den Palast des Hohenpriesters. Derselbe Jünger war dem Hohen⸗ priester bekannt, und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber stund draußen vor der Thür. Da ging der andre Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus, und redete mit der Thürhüterin, und führte Petrum hinein. Es hatten aber die Knechte und Diener ein Kohlfeuer gemacht danieden mitten im Palast, denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber setzte sich mitten unter sie, und wärmete sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt; ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe nichts im Verborgenen geredet. Was fragst du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei stunden, Jesu einen Backenstreich, und sprach: Sollst du dem Hohenpriester also antworten? Jesus ant⸗ wortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es Unrecht sei; habe ich 202 Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Auferstehung aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zu dem Hohenpriester Kaiphas, Die Hohenpriester aber und die Altesten, und der ganze Rat suchten falsch Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihn zum Tode brächten, und fanden keines, wiewohl viel falsche Zeugen herzu traten; denn ihre Zeugnisse stim⸗ meten nicht überein. Zuletzt traten herzu zween falsche Zeugen, und sprachen: Wir haben gehöret, daß er sagte: Ich kann und will den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, abbrechen, und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Ihr Zeugnis aber stimmete noch nicht Überein. Und der Hohepriester stund auf unter sie, und fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille, und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohe⸗ priester abermal, und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn des hochgelobten Gottes? Jesus sprach: Du sagest es, ich bin es; doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft, und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider, und sprach: Er hat Gott gelästert; was dürfen wir weiter Zeugnis? Siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. Was dünket euch? Sie aber verdammten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, und speieten aus in sein Angesicht, und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber verdeckten ihn, und die Knechte schlugen ihn ins Angesicht und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist es, der dich schlug? Und viel andre Lästerung sagten sie wider ihn. Simon Petrus aber war(wie vorhin erzählt worden) draußen im Palast; da kam des Hohenpriesters Mägde eine, die Thürhüterin, und da sie Petrum unter den Knechten bei dem Feuer sahe, schauete sie ihn an und sprach zu ihm: Und du warest auch mit dem Jesu aus Galiläa. Er aber verleugnete vor ihnen allen, und sprach: Weib, ich bins nicht, ich kenne ihn nicht, ich weiß auch nicht, was du sagest. Und er ging hinaus in den Vorhof; und der Hahn krähete. Und als er zur Thür hinausging, sahe ihn nebst der vorigen eine andere Magd, die sprachen zu denen, die dabei stunden: Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete abermal und sprach: Mensch, ich bins nicht, und schwur dazu: Ich kenne des Menschen nicht. Und über eine kleine Weile bei einer Stunde bekräftigte es ein anderer mit denen, die dabei stunden, und sprachen: Wahrlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache verrät dich. Spricht des Hohenpriesters Knechte einer, ein Gefreundter des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sahe ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an, sich zu verfluchen, und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, krähete der Hahn zum andern Mal. Und der HErr wandte sich um, und sahe Petrum an. Da gedachte Petrus an das Wort Jesu, das er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus, und weinete bitterlich. Des Morgens aber versammelten sich alle Hohenpriester, Schriftgelehrten und die Altesten des Volks, dazu der ganze Rat, und hielten einen Rat Über Jesum, daß sie ihn töteten. Und führten ihn hinauf vor ihren Rat und sprachen: Bist du Christus? sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ich es euch, so glaubet ihr es nicht, frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und laßt mich dennoch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohnf du dem bin es. selber g Da feh sung hi Enne und syr 5 ist darum, Jerusal Akeldar das ges genomi sie Lauf Acker, D würden und spr antwort hätten ehung ihn gebunden Rat suchten u, und fanden eugnisse stim⸗ und sprachen: empel Gottes, einen andern stimmete noch stagte Jesum dich zeugen! ihn der Hohe⸗ em lebendigen s hochgelobten ch euch: Lon ten Hand der r Hohepriester m wit weiter Was dünlet it des Todez 3, und speieten verdeckten ihn, je uns, Christe, sie wider ihn. draußen im ltetin, und da ie ihn an und läa. Er aber ic kenne ihn inaus in zging, sahe 5 die dabe V Prachen e er sprach: Du kensch, ich binz über eine lleine die dabel ihnen iht nn 5 Masthe unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi. 203 Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er aber sprach zu ihnen: Ihr saget es, denn Ich bin es. Sie aber sprachen: Was dürfen wir weiter Zeugnis? Wir haben es selber gehöret aus seinem Munde. Dritte Abteilung. Das Leiden Jesu vor dem weltlichen Gerichte. Und der ganze Haufe stund auf, und banden Jesum, führeten ihn von Kaipha vor das Richthaus, und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato. Und es war noch früh. Da das sah Judas, der ihn verraten hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Altesten, und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon, ging hin, und erhängte sich selbst; und ist mitten entzwei geborsten und sein Eingeweide ausgeschüttet. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge, und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen; denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rat, und kauften einen Töpfers-Acker darum, zum Begräbnis der Pilger. Und es ist kund worden allen, die zu Jerusalem wohnen, also daß derselbige Acker genannt wird auf ihre Sprache Akeldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht:„Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel, und haben sie gegeben um einen Töpfers⸗ Acker, als mir der HErr befohlen hat.“ Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus, und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein übelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin, und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten. Auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. Da fingen an die Hohenpriester und Altesten ihn hart zu verklagen und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwendet, und verbietet, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht: Er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus, und rief Jesum und fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus aber stund vor dem Land⸗ pfleger, und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben es dir andre von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet, was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus ant⸗ wortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren, und in die Welt kommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder hinaus zu den Juden, und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und die Hohenpriester und Altesten 204 Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Auferstehung beschuldigten ihn hart, er aber antwortete nichts. Da fragte ihn Pilatus Dig erc sprach: Antwortest du nichts? Hörest du nicht, wie hart sie dich verklagen? Und er antwortete ihm nicht auf Ein Wort mehr, also daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an, und sprachen: Er hat das Volk erreget, damit daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hieher. Da aber Pilatus Galiläa hörte, fragte er, ob er aus Galiläag wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodis Obrigkeit gehörte, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sah, ward er sehr froh; denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; Er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten stunden, und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander; denn zuvor waren sie einander feind. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen, und sprach zu ihnen: Ihr habet diesen Menschen zu mir bracht, als der das Volk abwendet; und siehe, ich habe ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der Sachen keine, die ihr ihn beschuldiget; Herodes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn bracht, das des Todes wert sei. Darum will ich ihn züchtigen und losgeben. Auf das Osterfest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Volke Einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barabbas, welcher war um eines Aufruhrs, der in der Stadt geschahe, und um eines Mordes willen in das Gefängnis geworfen. Und das Volk ging hinauf, und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Ihr habet eine Gewohnheit, daß ich euch einen losgebe auf Ostern; welchen wollet ihr, daß ich euch losgebe? Baxabbam oder Jesum, den König der Juden, von dem gesagt wird: Er sei Christus? Denn er wußte wohl, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhle saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und Altesten überredeten und reizten das Volk, daß sie um Barabbas bitten sollten, und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollet ihr unter diesen zween, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barabbam los. Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte Jesum loslassen, und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, von dem gesagt wird: Er sei Christus, und den ihr beschuldiget, er sei ein König der Juden? Sie schrieen abermal: Kreuzige, kreuzige ihn! Er aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat er denn Übels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie lagen ihm an mit großem Geschrei, und forderten, daß er gekreuzigt würde. Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffte, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, gedachte er, dem Volke genug zu thun und urteilte, daß ihre Bitte geschähe, nahm Wasser, und wusch die Hände vor dem Volk, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten; sehet ihr zu! Di uns und Aufruhr baten; 6 kreuziget Da ihn hera Also gin er sprich und die Pilatus finde keir Geset, u Sohn g und gin bist Du Redest d kreuzigen keine M darum, an trach sprachen: Jung ihn Pilatus wie hart si hr, also daß ind sprachen: im ganzen liläa wäte? „übersandte usalem war. ie ihn längst er würde ein wortete ihm nd verklagten rspottete ihn to. Auf den zuvor waren Obersten und schen zu mit euch verhörel iget; Herodez at nichts auf und losgeben pohnheit den hatte aber zu eß Barabbat, ind um einez hinauf, und aren, sprach inen losgebe oder Jesum, 3 Denn er et hatten. — und licß denn it hob. ten das Voll, Da antworteie ½ unter diese e und bn latus aberma dem nug beshulin euzige Mn, kreuz ahmt hels ge Übels 1 unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi. 20⁵ zu! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsre Kinder! Da gab er ihnen Barabbam los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängnis geworfen, um welchen sie baten; aber Jesum ließ er geißeln, und überantwortete ihn, daß er ge⸗ kreuziget würde. Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesum zu sich in das Richthaus, und riefen zusammen die ganze Schar, und zogen ihn aus, und legten ihm einen Purpurmantel an; und flochten eine Krone von Dornen, und setzten sie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand,‚ und beugten die Kniee vor ihm, spotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seist du, der Juden König! und gaben ihm Backenstreiche, speieten ihn an, und nahmen das Rohr, und schlugen damit sein Haupt. Da ging Pilatus wieder heraus, und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus, und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin, und kreuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr und ging wieder hinein in das Richthaus, und spricht zu Jesu: Von wannen bist Du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich loszugeben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hats größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn los ließe. Die Juden aber schrieen, und sprachen: Lässest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich selbst zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesum heraus, und setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf Ebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in Ostern, um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem! kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König denn den Kaiser. Da überantwortete er ihn, daß er gekreuziget würde. Vierte Abteilung. Die Kreuzigung und der Tod Jesu. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum,(den sie verspottet hatten.) zogen ihm den Mantel aus, und zogen ihm seine eigenen Kleider an, und führten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten; und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen, der vorüberging, von Kyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater Alexandri und Rufi war; den zwangen sie, und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen, und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, 206 Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Auferstehung die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben! Dann werden sie anfangen, zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden?— Es wurden aber auch hingeführet zween andre Übelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißt auf Ebräisch Golgatha, das ist verdeutschet Schädelstätte, und sie gaben ihm Myrrhen im Wein zu trinken; und da ers schmeckte, wollte ers nicht trinken. Und sie kreuzigten ihn daselbst und die zween Übelthäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken, Jesum aber mitten inne. Da ward die Schrift erfüllet, die da sagt:„Er ist unter die übelthäter gerechnet.“ Jesus aber sprach: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Pilatus aber schrieb eine Überschrift, und setzte sie auf das Kreuz oben zu seinem Haupt, als die Ursache seines Todes. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Überschrift lasen viel Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. Und es war geschrieben auf ebräische, griechische und lateinische Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreib nicht: Der Juden König, sondern daß Er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Und die Kriegsknechte, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen seine Kleider, und machten vier Teile, einem jeglichen Kriegsknecht ein Teil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Laßt uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da sagt:„Sie haben meine Kleider unter sich geteilet, und haben über meinen Rock das Los geworfen.“ Solches thaten die Kriegsknechte. Und sie saßen allda, und hüteten sein. Es war aber um die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. Und das Volk stund, und sah zu. Die aber vorübergingen, lästerten ihn, und schüttelten ihre Köpfe, und sprachen: Psui dich, wie fein zerbrichft du den Tempel, und bauest ihn in dreien Tagen, hilf dir selber! Bist du Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuz! Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander mit den Schriftgelehrten und Altesten samt dem Volke, und sprachen: Er hat andern geholfen, und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christus, der König von Israel, der Auserwählte Gottes, so helfe er ihm selber, und steige nun vom Kreuz, auf daß wirs sehen, und glauben ihm. Er hat Gott vertraut, der erlöse ihn nun, lüstet es ihn; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, iraten zu ihm, und brachten ihm Essig, und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. Aber der Übelthäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn und sprach: Bist Du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andre, strafte ihn, und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind billig drinnen, denn wir empfangen, was unsre Thaten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: HErr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Es stunden aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester Maria, Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe, und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Darnach spricht er zu dem Ii der Jü Ur Land b um die das ist: schliefen in die! lleinen Zebedäi hatten Di am Kre groß) würden und de lamen, nicht, und als hat es Wahrhe ie Schr sprict De abbath Namen auch au hung ben! Dann und zu den 3, was will „daß sie mit die da heißt ie gaben ihn nicht trinken. uit ihm, einen Da ward die hnet.“ Jesus sie thun. à Kteuz oben geschrieben. t lasen vit gekreuziget ist sshe Sprache nicht: Du zuden Köniz geschrieben. nahmen seine ein Teil, dahl gewirket dulh nicht zerteilej ie Schrist du n über meinen ie saben aldi hn kreußigten gen, lästerte sein zerbrihf ber Bist du Hohenpriefte Miteten san unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi. 207 dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich. Und von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis über das ganze Land bis an die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die dabei stunden, da sie das höreten, sprachen sie: Siehe, er ruft den Elias. Darnach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürstet. Da stund ein Gefäß voll Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm, und füllte ihn mit Essig, und steckte ihn auf ein Rohr von Ysop, und hielts ihm dar zum Munde, und tränkete ihn, und sprach mit den andern: Halt, laß sehen, ob Elias komme und ihn herabnehme. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und abermal rief er laut, und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigte er das Haupt, und gab seinen Geist auf. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus, und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und stunden auf viel Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt, und erschienen vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stund gegen ihm über, und die bei ihm waren, und bewahreten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben, und was da geschah, erschraken sie sehr, und priesen Gott und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch und Gottes Sohn gewesen! Und alles Volk, das dabei war und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Es stunden aber alle seine Verwandten von ferne, und viele Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, unter welchen war Maria Magdalena und Maria, des kleinen Jakobs und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, und viele andere, die mit ihm gen Jerusalem gegangen waren, und hatten ihm gedienet, und sahen das alles. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben den Sabbath über,(denn desselbigen Sabbaths Tag war groß,) baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen, und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm gekreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugnis ist wahr; und derselbige weiß, daß er die Wahrheit saget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde:„Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen.“ Und abermal spricht eine andre Schrift:„Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben.“ Fünfte Abteilung. Das Begräbnis Jesu. Darnach am Abend, weil es der Rüsttag war, welcher ist der Vor— sabbath, kam ein reicher Mann von Arimathia, der Stadt der Juden, mit Namen Joseph, der war ein Ratsherr, ein guter frommer Mann, welcher auch auf das Reich Gottes wartete; der hatte nicht gewilliget in ihren Rat 208 Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Auferstehung und Handel, denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden. Der wagte es, und ging zu Pilato, und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon tot war, und rief den Hauptmann, und fragte ihn: ob er längst gestorben wäre? Und als er es erkundet von dem Hauptmann, befahl er, man sollte Joseph den Leichnam Jesu geben. Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nikodemus der vormals bei der Nacht zu Jesu kommen war, und brachte Myrrhen und Aloe unter einander bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, und wickelten ihn in eine reine Leinwand, und banden ihn in leinene Tücher mit Spezereien, wie die Juden pflegten zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget ward, ein Garten, und in dem Garten ein neues Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen in einen Felsen hauen, in welches niemand je geleget war. Daselbst hin legten sie Jesum um des Rüsttages willen der Juden, dieweil der Sabbath anbrach und das Grab nahe war, und wälzeten einen großen Stein vor die Thür des Grabes, und gingen davon. Es waren aber allda Maria Magdalena und Maria Joses und die Weiber, die mit Jesu kommen waren aus Galiläa, die folgeten nach asetzten sich gegen das Grab und beschaueten, wohin und wie sein Leib gelegt ward. Sie kehrten aber um, und bereiteten Spezerei und Salben. Und den Sabbath über waren sie stille nach dem Gesetz. Des andern Tages, der da folgt nach dem Rüsttage, kamen die Hohen⸗ priester und Pharisäer sämtlich zu Pilato, und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn, und sagen zum Volie: Er ist auferstanden von den Toten; und werde der letzte Betrug ärger denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habet ihr die Hüter; gehet hin und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin, und verwahrten das Grab mit Hütern, und versiegelten den Stein. Sechste Abteilung. Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu. Zur Ersparung des Raums ist das in den Evangelien hievon Enthaltene nur dem Inhalte nach angeführt; das Übrige aber in harmonischer Ordnung ausführlich beigefügt worden. Als die im vorigen Abschnitt benannten gottseligen Weiber und etliche mit ihnen an dem ersten Sabbather(d. i. Wochentage) mit dem Anbruch des Tages sich nach dem Grabe Jesu begaben, um ihn mit den zubereiteten Spezereien zu salben, wird noch vor ihrer Ankunft das Grab Jesu bei seiner Auferstehung unter einem Erdbeben durch einen Engel zur großen Bestürzung der Hüter eröffnet. Siehe das Evangelium am 1. Ostertage, vergl. mit Matth. 28 und Luc. 24, 1. Unter ihnen kommt Maria Magdalena zu dem Grabe und siehet, daß der Stein vom Grabe hinweg war. Da läuft sie, kommt zu Simon Petro und dem andern Jünger, welchen Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den HErrn weggenommen aus dem Grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Auch die übrigen Weiber sehen den Stein abgewälzt und gehen hinein in das Grab, wo sie den Leib Jesu nicht finden, aber zu verschiedenen Malen hung Furcht vor aß er möchte daß er schon igst gestorben , man sollte kodemus, der hen und Aloe ichnam Jesu, einene Tücher aber an der ten ein neues sen hauen, in esum um des nd das Grab Grabes, und Maria Joses „die folgeten und wie sein Spezerei und hesetz en die Hohen⸗ r, wir haben U nach dreien wahte bis an hlen ihn, und erde der lettie habet iht die gen hin, und n. su. Enthaltene nin ung ausführlic unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi. durch Engel die Versicherung seiner Auferstehung und den Auftrag erhalten, solche seinen Jüngern zu verkündigen. Siehe das Evangelium des 1. Ostertages, vergl. mit Matth. 28 und Lue. 24, 2—11. Unterdessen ging Petrus und der andere Jünger auf die von der Maria Magdalena erhaltene Nachricht hinaus und kamen zum Grabe. Es liefen aber die zween mit einander, und der andre Jünger lief zuvor, schneller denn Petrus, und kam am ersten zum Grabe, gucket hinein, und siehet die Leinen gelegt; er ging aber nicht hinein. Da kam Simon Petrus ihm nach, und ging hinein in das Grab, und siehet die Leinen gelegt, und das Schweiß⸗ tuch, das Jesu um das Haupt gebunden war, nicht bei die Leinen gelegt, sondern beiseits, eingewickelt, an einem besondern Ort; und es nahm ihn Wunder, wie das zuginge. Da ging auch der andre Jünger hinein, der am ersten zum Grabe kam; und sah, und glaubte es. Denn sie wußten die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müßte. Da gingen die Jünger wieder zusammen. Jesus aber, da er auferstanden war früh am ersten Tage der Sab— bather, erschien er am ersten der Maria Magdalena, von welcher er sieben Teufel ausgetrieben hatte. Diese Maria nämlich(die Petro und dem andern Jünger gefolgt und bei deren Weggehen zurück geblieben war) stund vor dem Grabe, und weinte draußen. Als sie nun weinte, guckte sie in das Grab, und siehet zween Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zu den Häupten und den andern zu den Füßen, da sie den Leichnam Jesu hin gelegt hatten. Und dieselbigen sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen HErrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hin gelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück, und siehet Jesum stehen, und weiß nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? Wen suchest du? Sie meinet, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast Du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hin gelegt? so will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um, und spricht zu ihm: Rabbuni, das heißet Meister. Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an; denn ich bin noch nicht auf— gefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern, und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria Magdalena kommt, und verkündiget den Jüngern, die mit ihm gewesen waren, die da Leid trugen und weineten: Ich habe den HErrn gesehen, und solches hat er zu mir gesagt. Und die⸗ selbigen, da sie hörten, daß er lebte und wäre ihr erschienen, glaubten sie nicht. Gleich nach dieser ersten Erscheinung des HErrn Jesu geschah die zweite den übrigen Weibern, als sie auf dem Wege waren, um die Verkündigung der Engel den Jüngern anzuzeigen. Zu welcher Zeit auch die Hüter des Grabes den Hohenpriestern von demjenigen, was geschehen war, Nachricht bringen, aber von selbigen durch Bestechung zur Verfälschung der Wahrheit verleitet werden. Jesus offenbarte sich hierauf noch an dem Tage seiner Auferstehung den zween Jüngern, die nach Emmaus gingen. Nach dem Evangelio des zweiten Ostertages, wo zugleich die nach 1. Kor. 15, 5 dem Petro besonders geschehene Erscheinung erwähnt wird. Und am Abend desselbigen Tages seinen versammelten Jüngern, Siehe den ersten Teil des Evangelii am ersten Sonntage nach Ostern, vergl. mit Marc. 16, 14, Luc. 24, 36— 44. 14 210 Die Geschichte des Leidens ꝛc. unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi. denen er acht Tage darauf im Beisein des Thomas zum andern Male erscheinet. Siehe den aidern Teil des Evangelii am ersten Sonntage nach Ostern. Darnach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern an dem Meer bei Tiberias. Er offenbarte sich aber also: Es waren bei einander Simon Petrus und Thomas, der da heißt Zwilling, und Nathangel von Kana aus Galiläa, und die Söhne Zebedäi und andere zween seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprachen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und traten in das Schiff alsobald, und in derselbigen Nacht fingen sie nichts. Da es aber jetzt Morgen ward, stund Jesus am Ufer; aber die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz zur Rechten des Schiffs, so werdet ihr finden. Da warfen sie, und konnten es nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Petro: Es ist der HErr! Da Simon Petrus hörte, daß es der HErr war, gürtete er das Hemd um sich,(denn er war nackend,) und warf sich in das Meer. Die andern Jünger aber kamen auf dem Schiffe,(denn sie waren nicht ferne vom Lande, sondern bei zwei⸗ hundert Ellen,) und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun austraten auf das Land, sahen sie Kohlen gelegt und Fische drauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt. Simon Petrus stieg hinein, und zog das Netz auf das Land voll großer Fische, hundert und drei und funfzig. Und wie wohl ihrer so viele waren, zerriß doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl. Niemand aber unter den Jüngern durfte ihn fragen: Wer bist Du? Denn sie wußten es, daß es der HErr war. Da kommt Jesus, und nimmt das Brot, und giebt es ihnen, desselbigen gleichen auch die Fische. Das ist nun das dritte Mal, daß Jesus offenbaret ist seinen Jüngern, nachdem er von den Toten auferstanden ist. Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, HErr, Du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer! Spricht er zum andern Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, HErr, Du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe! Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: HErr, Du weißt alle Dinge, Du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein andrer wird dich gürten, und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber, zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach! Petrus aber wandte sich um, und sah den Jünger folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war, und gesagt hatte: HErr, wer ist es, der dich verrät? Da Petrus diesen sah, spricht er zu Jesu: HErr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach! Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nicht. Und Jesus sprach Juden r o näh E3n Thrän und d Augen Onade Volk Christt 0 V ergeg wohl Verder ganze; und u n Jerusa und d Lerrüt V Ieu Christ indern Male stern. in dem Meer mder Simon on Kana aus iger. Spricht sprachen zu traten in das Da es aber wußten nicht, hr nichts zu Berfet das fen sie, und üpricht der Da Simon n sich,(denn aber kamen ern bei zwei⸗ un austraten rot. Spricht efangen habt. großer Fisch, , zerriß doch et das Mahl. Du? Denn nimmt das Das ist nun hdem er von ten hatten, mich lieber wäßt, daß ich Shyricht en r shrih er zu ihn: ihm: Simon Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. 2¹1 nicht zu ihm: Er stirbt nicht, sondern: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben; und wir wissen, daß sein Zeugnis wahrhaftig ist. Hierauf erfolgte die Offenbarung des Erlösers auf einem Berge in Galiläa. Nach Matth. 28, vergl. mit dem Evangelium am Himmelfahrtstage. Wohin auch wahrscheinlich die nach 1. Kor. 15, v. 6. mehr denn fünf⸗ hundert Brüdern widerfahrene Erscheinung gehört. Nach selbiger ist er gesehen worden von Jakobo; darnach von allen Aposteln, Siehe die Epistel am 11. Sonntage nach Trinitatis. bei seiner Himmelfahrt. Er führte sie nämlich hinaus bis gen Bethania, und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr gen Himmel. Sie aber beteten ihn an, und kehrten wieder gen Jerusalem mit großer Freude, und waren allewege im Tempel, priesen und lobeten Gott. Siehe auch das Evangelium und die Epistel am Himmelfahrtstage. Und in Ansehung der dem Paulo nach der vorhin angezogenen Epistel geschehenen sehr merkwürdigen Offenbarung Apostelgesch. Kap. 9. Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. Als das vormals von Gott so außerordentlich begnadigte Volk der Juden das Maß seiner gehäuften Sünden durch die Verwerfung und Kreuzigung des unter ihnen erschienenen Heilandes der Welt erfüllet hatte, so näherte sich dasselbe demjenigen erschrecklichen Strafgerichte immer merk⸗ licher, welches durch die Propheten und den mitleidigen Erlöser selbst mit Thränen zuvor verkündiget war und in der gänzlichen Zerstörung Jerusalems und des ganzen jüdischen Reichs der Welt ein belehrendes Denkmal vor Augen legte, wie schwer der Zorn Gottes gegen beharrliche Verächter seiner Gnade, und wie groß insonderheit die Verschuldung sei, die dieses unglückliche Volk durch die Vergießung des unschuldigen und heiligen Blutes Jesu Christi auf sich geladen. Josephus erzählt verschiedene vor dem Ausbruche dieser Gerichte Gottes hergegangene Zeichen; allein die sicherste und nächste Anzeige davon war wohl das sich in dem jüdischen Reiche immer weiter ausbreitende gänzliche Verderben. Man verließ nun völlig die heiligen Gesetze Gottes, setzte die ganze Religion nur in eine abergläubische Beobachtung äußerlicher Gebräuche, und überließ sich mit einem frechen Leichtsinn allen Lastern. Daher nahmen Unordnungen und Spaltungen in allen Ständen immer mehr Überhand; Jerusalem und das ganze Land ward mit Räubern und Mördern angefüllt, und die ganze Nation beschleunigte ihren Untergang durch ihre eigene Zerrüttung mehr, als die Gewalt der Römer. Diese beherrschten seit den Zeiten Jesu Christi das jüdische Land durch Landpfleger, welche durch Geiz und Härte das römische Joch den Juden noch unerträglicher machten. Gessius Florus, der zuletzt diese Stelle ver⸗ waltete, übertraf hierin alle seine Vorgänger. Er 4 047 alle Unord⸗ 14* 2¹² Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. nungen, auch selbst die öffentlichen Räubereien, wenn er nur seine unersätt⸗ liche Gewinnsucht dabei befriedigen konnte; vergriff sich sogar an dem Schatz des Tempels, uld war recht geflissen, das Volk immer mehr wider die Römer aufzubringen. Hieraus entstanden in mehreren Gegenden des Landes sehr blutige Empörungen, und Florus ließ selbst bei einem Aufstande in Jerusalem über 3000 Juden erschlagen und viele der Angesehensten geißeln und kreuzigen. Die Juden suchten zwar in diesen Bedrängnissen bei dem syrischen Statthalter Cestius Gallus Hülfe; allein Florus wußte nicht nur solche zu vereiteln, sondern auch die Unruhen also zu vermehren, daß endlich Cestius genötigt ward, mit einem Heere anzurücken. Nach vielen Verwüstungen drang er mit selbigem in Jerusalem, schloß die Juden in dem innern Teile der Stadt und dem Tempel ein, und würde dem Kriege ein Ende gemacht haben, wenn nicht die Juden schwereren Gerichten wären aufbehalten gewesen. So aber verleitete Florus den Cestius durch List und Verräterei zur Verzögerung, die Juden gewannen Zeit zur Gegenwehr und nötigten sogar den syrischen Statthalter mit einem sehr beträchtlichen Verlust zum Abzuge. Dieser anscheinende Vorteil vermehrte ihnen zu ihrem Unglück den Mut. Die damals fast allgemeine Erwartung eines irdischen Erretters und mächtigen Beherrschers stärkte ihre eitle Hoffnung, sich von der Be— herrschung der Römer zu befreien, und der Krieg wider selbige ward mit großer Heftigkeit beschlossen. Man machte dazu überall die stärksten Zu⸗ rüstungen, wählte in Jerusalem den Joseph, einen Sohn Gorions, nebst dem Hohenpriester Ananus, in Idumäa den Eleazar und in Galiläa Josephum, einen sehr verständigen und tapfern Mann, der diese Geschichte hinterlassen hat, zu Anführern und fing die Feindseligkeiten in verschiedenen Gegenden, doch mehrenteils mit sehr großem Verlust an; wie denn allein vor der Stadt Ascalon über 18000 Juden ihr Leben einbüßten. Die Christen hingegen waren der Warnung ihres Heilandes eingedenk, und setzten sich durch ihre Flucht in die benachbarte Stadt Pella in Sicherheit. Als der römische Kaiser Nero diesen allgemeinen Aufstand der jüdischen Nation erfuhr, trug er dem Vespasianus, einem sehr erfahrenen Feldherrn, den Krieg wider die Juden auf, der nebst seinem Sohne, dem Titus, mit einem zahlreichen Heere den Anfang desselben in Galiläa machte. Josephus hatte daselbst 100000 Mann versammelt; allein der Schrecken zerstreuete solche sogleich bei der Ankunft der Römer, und Josephus ward genötigt, mit dem Rest seiner Truppen sich in die Festung Jotapata zu werfen, welche nach einer tapfern Verteidigung erobert und 40000 Juden dabei erschlagen wurden. Josephus geriet selbst in die Gefangenschaft der Römer; erhielt aber durch die Fürsprache des Titus, und weil er dem Vespasian die künftige Gelangung zur kaiserlichen Würde vorhersagte, sein Leben und nach der Erfüllung dieser seiner Vermutung auch die Freiheit. Vespasian bemächtigte sich gar bald des ganzen Galiläa, wobei viele Tausende erschlagen oder als Leibeigene verkauft oder sonst in eine elende Sklaverei geführt wurden. In Jerusalem und den übrigen Gegenden des jüdischen Landes häufte sich gleichfalls Aufruhr und Elend. Die Partei derer, die auf den Krieg drangen, verübte gegen diejenigen, die zum Frieden rieten, die äußersten Gewaltthätigkeiten. Mit ihnen verband sich unter der Anführung des Eleazar eine andre Art von Räubern, die Zeloten oder Eiferer genannt wurden, weil sie unter dem Vorgeben eines besondern Eifers für Religion und Freiheit die größten Grausamkeiten begingen; und Plünderung und Mord breiteten sich allenthalben aus. Der Hohepriester Ananus suchte in Jerusalem dieser bösen Rotte Einhalt zu thun; als aber Johannes von Giscala, ein sehr b auf se die P. als ei der vo die u Haupt der de römise welche eigene Tod römisc Vespaf überlie + außers Heer gelasse aberm der be annod sich in und e so bel hestigf darber Leben? erschrer Christi und ir mit ei aßte, feste S ungew. Hungen Miion der Be tapfern vielen außerst Uberwä sich un ine unersätt dem Schah r wider die des Landes Uufstande in usten geißeln issen bei dem zte nicht nur mehren, daß Nach vielen die Juden in dem Kriege richten wären urch List und genwehr und lichen Verlust hrem Unglück hen Erretters von der Be⸗ ge ward mit stärkten Zu⸗ orions, nebst in Galilän iese Gescichte verschiedenen denn allein n. 65 eingedenl u Sicherheit. der jüdischen n Feldherrn, u Titus, mi lt. Zfephus en zerstreute ard genötigt, a zu werfen Juden dabei it det Römet; Despasn us hen und na Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. 23 sehr berüchtigter Bösewicht, nach Jerusalem kam, und die Zeloten daselbst auf seine Seite brachte, auch 20000 Idumäer in die Stadt zog, so ward die Partei des Ananus überwältigt, und dieser Hohepriester, den Josephus als einen der besten Männer der damaligen Zeit beschreibt, nebst 12000 der vornehmsten Einwohner getötet. Vespasianus eroberte in dem folgenden Jahre unter vielem Blutvergießen die um Jerusalem liegenden festen Orter und näherte sich darauf dieser Hauptstaͤdt des jüdischen Landes. Sein Heer verlangte, daß er solche, bei der darin herrschenden Uneinigkeit, unverzüglich angreifen möchte; allein der römische Feldherr hielt ratsamer, einem Volke, das sich selbst aufrieb, und welches Gott, wie er sagte, in die Hände der Römer geben würde, zur eigenen Beförderung seines Unterganges längern Raum zu lassen. Der Tod des Nero und die darauf folgenden öfteren Veränderungen mit dem römischen Kaisertum verzögerten die Belagerung noch weiter; und als Vespasian selbst zum Kaiser erwählt ward, begab er sich nach Rom, und überließ die Fortsetzung des Krieges dem Titus. Die durch die unerhörten Grausamkeiten des Johannes und der Zeloten äußerst beängstigten Einwohner in Jerusalem hatten in dieser Zeit ein neues Heer von Räubern unter einem Anführer Namens Simon in die Stadt gelassen, um durch sie von jenen Ungeheuern befreit zu werden; allein diese abermalige Verblendung vergrößerte nur ihr Elend. Denn dieser Simon, der bereits in Idumäa die fürchterlichsten Verwüstungen angerichtet, Übertraf annoch den Johannes an Grausamkeit und Blutbegierde, zwang denselben, sich in den Tempel zurück zu ziehen, und da auch dessen Partei sich trennte, und ein Teil derselben unter dem Eleazar den innern Tempel behauptete, so bekriegten diese drei räuberischen Haufen sich unter einander auf das heftigste, opferten eine große Menge der Einwohner ihrer Wut auf, ver⸗ darben durch Raub und Brand den in der Stadt befindlichen Vorrat der Lebensmittel, und legten dadurch den Grund zu der bald nachher erfolgenden erschrecklichen Hungersnot. Bei einer solchen Verfassung rückte Titus im siebenzigsten Jahre nach Christi Geburt im Anfange des Aprils mit seinem wohlgerüsteten Heere und in Begleitung des Josephus vor die Stadt Jerusalem. Selbige war mit einer dreifachen sehr starken Mauer und vielen Türmen versehen und faßte, außer dem sehr befestigten Tempel, die Burg Antonia und andre feste Schlösser in sich. Die Feier des Osterfestes hatte auch damals eine ungewöhnliche Menge Juden in derselben versammelt, wodurch sowohl die Hungersnot desto geschwinder vermehrt, als auch der auf der ganzen Nation ruhende Fluch um so deutlicher offenbar wurde. Bei dem Anfange der Belagerung vereinigten sich zwar die drei aufrührerischen Rotten zum tapfern Widerstande gegen die Römer, fügten ihnen durch heftige Ausfälle vielen Schaden zu, und setzten bei einem derselben selbst den Titus in die äußerste Gefahr. Allein jene Vereinigung dauerte nicht lange. Johannes überwältigte durch List und Gewalt die Partei des Elegzar, und bemächtigte sich unter vielem Blutvergießen des ganzen Tempels. Die Verteidigung der Stadt war also zwischen ihm und dem Simon geteilet, die aber gleichfalls nicht aufhörten, sich unter einander zu bekriegen, so bald nur die Römer ihnen einige Ruhe ließen. Nachdem Titus den Juden vergeblich den Frieden anbieten lassen, ward die Belagerung mit großem Eifer fortgesetzt und gegen das Ende des Aprils die erste Mauer und fünf Tage nachher die andre eingenommen, und obwohl die Juden sich der letztern wieder bemächtigten, ward solche doch nach einer 21¹⁴ Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. dreitägigen Bestürmung mit einer großen Niederlage der Juden völlig be⸗ hauptet. Wenige Tage nachher ward der Angriff auf die Burg Ankonia gerichtet. Titus ließ nach seiner gütigen und mitleidigen Gesinnung die Belagerten abermals durch den Josephus zur Übergabe ermahnen; allein ob dieser gleich durch eine sehr nachdrückliche Rede und mit Thränen sie zu bewegen suchte, so wurden doch alle Vorstellungen nur mit Schimpfworten und sogar mit Pfeilen erwidert. Viele Einwohner suchten indes durch die Flucht ihre Errettung und erhielten auch solche, wenn sie der Wachsamkeit und den Schwertern der Besatzung zu entgehen vermochten, durch die Gelin— digkeit des Titus. Die aber in die Hände der Römer fielen, wurden in so großer Menge in dem Angesichte der Stadt gekreuzigt, daß nach Josephi Ausdruck es zuletzt an Raum und Holz zu Kreuzen mangelte. Ein gewiß sehr merkwürdiger Anblick vor einer Stadt, deren Einwohner die Kreuzigung Christi dem Pilatus mit der größten Wut abgedrungen hatten. Titus ließ inzwischen diese Grausamkeit zu, um zu versuchen, ob vielleicht die Furcht vor einer gleichen Bestrafung die Hartnäckigkeit der Belagerten überwinden möchte. Aber so wenig dieses, als die bereits sehr zunehmende Hungersnot, noch auch die wiederholten Warnungen des römischen Feldherrn, die Stadt, den Tempel und ihr eigenes Leben zu retten, vermochten etwas bei diesen gänzlich Verstockten auszurichten; sie erklärten vielmehr dem Titus selbst mit unter⸗ mengter Verschmähung, daß sie lieber sterben, als sich ergeben wollten, und beriefen sich dabei frech auf den Schutz Gottes, dessen Verächter sie doch waren. Die Fortsetzung ihrer verzweiflungsvollen Gegenwehr nötigte endlich den Titus, die Stadt mit einer Mauer völlig einzuschließen. Hierdurch ward dasjenige aufs genaueste erfüllet, wie Christus vorher geweissaget, und die erschreckliche Hungersnot nebst allem damit verbundenen äußersten Elend nahm nun völlig überhand. Ausgezehrte Menschen suchten bei tausenden vergeblich ihre Erhaltung. Die bewaffneten Räuber fielen in die Häuser, bemächtigten sich aller Nahrungsmittel, und quälten mit den entsetzlichsten Martern alle und jede, auf welche nur der Verdacht einiger Verbergung fiel. Die Eltern rissen ihren Kindern, und diese ihren Eltern und Geschwistern den letzten Bissen aus dem Munde. Viele, die diesem Jammer durch die Flucht zu den Römern zu entrinnen suchten, wurden von den Soldaten in der Vermutung, daß sie Gold verschlungen, lebendig aufgeschnitten. Man suchte durch die unnatürlichsten Mittel die Stillung des Hungers, und eine bemittelte Mutter, die durch diese Plage zur äußersten Verzweiflung gebracht war, schlachtete und kochte ihr eigenes Kind und bot, da sie einen Teil desselben verzehret, den grausamen Kriegsknechten die andere Hälfte dar— Alle Straßen waren mit Leichen bedeckt, und das Sterben war so häufig, daß vom 14. April bis zum 1. Julius 115880 Leichen zu einem Thore hinaus⸗ gebracht und 600000 über die Mauer geworfen wurden. Titus ward durch diese erschrecklichen Umstände äußerst gerührt und bezeugte mit gen Himmel gehobenen Händen, daß er an diesen unnatürlichen Grausamkeiten unschuldig sei, und solche unerhörte Gräuel unter den Trümmern der Stadt begraben werden müßten. Nachdem die Burg Antonia unter vielem Blutvergießen erobert und völlig niedergerissen war, mußte nun auch der sowohl durch seine Lage als die stärksten Mauern ausnehmend feste Tempel angegriffen werden, zu welcher Zeit denn auch das tägliche Opfer in demselben aufhörte. Titus, der für dieses herrliche Gebäude und für den Gottesdienst der Juden eine bewun⸗ derungswürdige Ehrerbietung äußerte, ließ sich dessen Erhaltung mit der außerste Person endlich ogeschl den Rat das Gef eigenem feurigen Sogleic 0 l Die rör die im und Le Tempel fand, d die dergeb Vge, Flamm lage he Tampel⸗ ihre Ar Titus Tempele antwort mit ihre den völlig be⸗ Burg Antonin Hesinnung die nahnen; allein Thränen sie zu Schimpfworten ndes durch die L Wachsamkeit urch die Gͤlin⸗ wurden in ⁰o nach Joseph. e. Ein gewiß die Kreuzigung en. Titus lich cht die FJurht en überwinden de Hungersnot die Stadt,de diesen gänzlit bst mit unter⸗ n wollten, und ächter sie do nötigte endlih en. Hierdurh er geweissageh enen äußersin n bei tausender n die Häuser entsehlichte zerbergung fiel d Geshwistert mer 119 1 Soldaten m n Solda 90 2 inau⸗ Thore hinal 1s wud dun Titu⸗ ⸗ n eine u altung Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. 2¹⁵ äußersten Sorgfalt angelegen sein, und ermüdete nicht, sowohl in eigener Person als durch den Josephus den Johannes mit seinem gottlosen Haufen durch wiederholte rührende Vorstellungen zu bewegen, daß sie durch ihren fortgesetzten Frevel das Heiligtum Gottes nicht entweihen, vielmehr durch eine endliche ÜUbergabe es dem Untergange entreißen möchten, versprach ihnen auch die ungestörte Fortsetzung ihres Gottesdienstes. Allein diese Bösewichter verschmähten dieses alles, besetzten die Thore des Tempels mit Kriegsmaschinen und machten denselben durch Raub und Blutvergießen nach Christi Worten nun völlig zur Mördergrube. Daher sah sich Titus endlich genötigt, die äußerste Gewalt zu gebrauchen, und nach verschiedenen abgeschlagenen Stürmen an die Thore desselben Feuer legen zu lassen, welches denn alle bedeckten Gänge um den Tempel ergriff. Er gab zwar sogleich den Befehl, das Feuer zu löschen, um das noch unversehrte Haupt⸗ gebäude des Tempels zu erhalten, aber keine menschliche Vorsicht vermochte den Ratschluß Gottes zu verhindern. Ein heftiger Ausfall der Juden zog das Gefecht in die Nähe des Tempels, und ein römischer Soldat warf aus eigenem Antriebe, oder vielmehr von einer höhern Hand geleitet, einen feurigen Brand in ein Fenster der an den Tempel gebauten Zimmer. Sogleich breitete sich das Feuer in diesem Nebengebäude aus. Titus eilte alsbald den Brand zu löschen, aber seine Befehle wurden nicht vernommen. Die römischen Legionen drangen wütend auf den Tempel zu, unterhielten die immer weiter um sich greifenden Flammen, und erfüllten alles mit Blut und Leichen. Titus begab sich mit einigen seiner Heerführer selbst in den Tempel, besah dessen Heiligtum und die darin befindlichen Geräte und fand, daß die Pracht alle Nachrichten davon weit überträfe. Er erneuerte die eifrigsten Bemühungen, dieses Innere des Tempels zu retten, aber vergeblich; der ganze Tempel ward, wie Josephus bemerkt, an eben dem Tage, da der erste von den Babyloniern verbrannt worden, durch die Flammen völlig verzehrt. Ein allgemeiner Raub und die blutigste Nieder⸗ lage verbreitete sich ohne einiges Verschonen in dem ganzen Raum des Tempels. Die römischen Soldaten pflanzten an das östliche Thor desselben ihre Kriegeszeichen, brachten daselbst ihre heidnischen Opfer, und riefen den Titus als Sieger aus. Eine Anzahl Priester, so auf der Mauer des Tempels ihre Sicherheit gesucht, flehte vergeblich um ihr Leben; Titus antwortete, die Zeit der Begnadigung sei geendet, und sie mußten nunmehr mit ihrem Tempel umkommen. Die Aufrührer hatten sich inzwischen mit gewaffneter Hand den Weg aus dem Tempel geöffnet, und verlangten eine Unterredung mit dem Titus. Dieser erbot sich, ihnen das Leben zu schenken, wenn sie sogleich die Waffen niederlegen und sich ergeben würden; als sie sich aber dessen, unter der Vorschützung eines Eides, weigerten und einen freien Abzug verlangten, versagte er ihnen alle Gnade, übergab die untere Stadt der Plünderung und dem Feuer, und griff den noch übrigen Teil derselben an, in welchen sich die sämtlichen Aufrührer unter dem Simon und Johannes gezogen hatten. Sobald die römischen Maschinen auch hier die Mauer durchbrochen, überfiel diese Hartnäckigen die mutloseste Verwirrung. Voll Furcht und Schrecken verließen sie die von ihnen besetzten sehr festen Türme, versuchten vergeblich durch die römischen Verschanzungen zu entkommen und verbargen sich endlich in unterirdische Höhlen. Die Römer bemächtigten sich also auch der ganzen obern Stadt, plünderten selbige und zündeten sie nach der entsetzlichsten Niederlage unter den Einwohnern mit Feuer an. Dieses geschah am 8. September des Jahres 70 nach Christi Geburt. E. 216 Die Beschreibung von der Zerstörung Jerusalems. Als Titus in die nun völlig eroberte Stadt ging und die ungemeine Festigkeit ihrer Mauern und Türme bewunderte, brach er in dieses ihm rühmliche Geständnis aus: Wir haben mit Gottes Beistand Krieg geführt; es ist Gott, der die Juden aus diesen Festungen herausgetrieben hat, denn was würden menschliche Hände und Maschinen gegen solche Türme vermögen? Gleich nach der Eroberung wurden die noch übrigen Aufrührer sämtlich getötet. Die ansehnlichsten Jünglinge wurden zum Triumphe des Titus, die übrigen Gefangenen aber zu den römischen Schauspielen oder 5 schweren Arbeiten bestimmt; die, so unter 17 Jahren, wurden verkauft. Die Zahl aller in dem ganzen Kriege Gefangenen rechnet Josephus auf 97000 und der in der Belagerung Umgekommenen auf 1100000, außer der großen Menge, die sonst in diesem Kriege ihr Leben verloren, und macht jene große Anzahl aus der unter dem Cestius berechneten Jahl der Osterlämmer begreiflich. Simon und Johannes gerieten aus ihren Höhlen auch endlich in die Hände der Römer. Sie wurden gleichfalls zum Triumph des Titus aufbehalten und nach selbigem der erste zum Tode, der andre aber zeit⸗ lebens zum Gefängnis verurteilt. Die sämtlichen Überbleibsel der Stadt, außer dreien Türmen und einem Teil der Mauer, wurden auf Titi Befehl dem Erdboden gleich gemacht. Jerusalem wurde also nach Christi Weissagung völlig geschleift. Wie nun diese merkwürdige Geschichte nebst der ganz sonderbaren Er⸗ haltung der jüdischen Nation bei ihrer großen Zerstreuung die Göttlichkeit der Lehre Jesu ausnehmend bestätigt, so muß einem jeden, der solche be— kennet, bei einer mitleidigen Erwägung dieser Gerichte Gottes jene Warnung des Apostels stets wichtig bleiben: Sei nicht stolz, sondern fürchte dich. Hat Gott der natürlichen Zweige nicht verschonet, daß er vielleicht dein auch nicht verschone. Darum schaue die Güte und den Ernst Gottes: Den Ernst an denen, die gefallen sind; die Güte aber an dir, sofern du an der Güte bleibest, sonst wirst du auch abgehauen werden. Da tinem 6 ems. d die ungemeine rin dieses ihm d Krieg geführt; rieben hat, denn dürme vermögen? ufrührer sämtlich I mphe dis Titus, 5 nn Haupt⸗Gottesdienstes auft. Die Zahl J Hauf 97000 und hn nun an Sonn⸗ und Festtagen. macht jene große der Osterlämmer——— hlen auch endlich aumph des Titus Ordnung des andre aber zeit⸗ 1. Eingang. ürmen und einen Der Gottesdienst beginnt mit dem Gesange des Introitus oder X gleich gemacht einem Eingangsliede. Beides schließt mit: cleift. sunderborn Er⸗ Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen ie GöttlichkeiIIU Geist f hige be Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von jene WarnungEwigkeit zu Ewigkeit. Amen. fürchte dih. Has eicht dein auch 2 aue d ErnsI. 2. Kyrie. du an der Gütt Pastor: HErre Gott, Gemeinde: 4— 2— IPERE I— — 5der — FI I—F er-bar-me Dich! er ⸗-bar-me Dich! Pastor: Christe, Gemeinde: —0— 9— DEV 2 FVL + E——— oder ⁵—. F er ⸗bar⸗me Dich! er ⸗-bar⸗-me Dich! Pastor: HErre Gott, Gemeinde: 9——— 2.— x———.— E=oer....—— +* er⸗bar⸗me Dich! er⸗bar⸗me Dich ü⸗ ber uns! 2 Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. 3. Gloria. Pastor: Ehre sei Gott in der Höhe Chor oder Gemeinde: — 63 20——— 1— 1——— 5—.— DSDPIPIIPIPIPIPIIPISISISIeeeee‚eee... —.— + 4* EEE und Friede auf Er⸗den und den Men⸗schen ein Wohlge-fal⸗len! (An Festtagen: Wir loben Dich, wir benedeien Dich, wir beten Dich an, wir preisen Dich, wir sagen Dir Dank, um Deiner großen Herrlichkeit willen, HErr Gott, himmlischer König, allmächtiger Vater! HErr, eingeborener Sohn, Jesus Christus! HErr Gott, Du Lamm Gottes, Sohn des Vaters, der Du die Sünde der Welt trägst, erbarme Dich unser! Der Du die Sünde der Welt trägst, nimm an unser Gebet! Der Du sitzest zur Rechten des Vaters, erbarme Dich unser! Denn Du allein bist heilig, Du allein bist der HErr, Du allein bist der Allerhöchste, Jesus Christus, mit dem Heiligen Geiste in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen.) Gemeinde: Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. * 4. Gruß. Pastor: Der HErr sei mit euch Gemeinde: —— N — ö ie——— —* II und mit dei ⸗ nem Geist! Astor betet Pesen darn3 Die gohelte⸗ Gemeinde: 8— 10—‚..... ..... oder— * A · men. A*„men. Wohlge⸗fal⸗lenl ich, wir beten Deiner großen allmächtiger Err Gott, Du er Welt trägst, igst, nimm an ters, erbarme lein bist der tus, mit dem ters. Amen) und Dank für rühren kann nun ist groß Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. Pastor verliest 6. die Epistel oder, wenn über die Epistel gepredigt wird, die epistolische Lektion des Tages. Chor oder Gemeinde: I D I— 1 ——.————.—————— 7. Gemeindelied. Pastor verliest 8. das Evangelium oder, wenn über das Evangelium gepredigt wird, die evangelische Lektion des Tages. Chor oder Gemeinde: 84 ——— 4 —— +* I 1 ........ Lob sei Dir, Chri⸗ste! A⸗ men. 9. Glaubensbekenntnis: Pastor spricht das Apostolische Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde. Ich glaube an Jesum Christum, Gottes eingeborenen Sohn, unsern HErrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen Er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. * —.* 4 Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. Oder das Nicänische Glaubensbekenntnis: Ich glaube an einen einigen allmächtigen Gott, den Vater, Schöpfer Himmels und der Erde, Alles, das sichtbar und un⸗ sichtbar ist. Und an einen einigen HErrn, Jesum Christum, Gottes einigen Sohn, der vom Vater geboren ist vor der ganzen Welt, Gott von Gott, Licht von Licht, wahrhaftiger Gott vom wahr⸗ haftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, mit dem Vater in einer⸗ lei Wesen, durch welchen Alles geschaffen ist. Welcher um uns Menschen und um unsrer Seligkeit willen vom Himmel kommen ist, und leibhaftig worden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch worden, auch für uns gekreuziget unter Pontio Pilato, gelitten und begraben, und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel, sitzet zur Rechten des Vaters, und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten, des Reich kein Ende haben wird. Und an den HErrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der vom Vater und dem Sohn ausgehet, der mit dem Vater und dem Sohn zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat. Und eine einige, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne eine einige Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Toten und ein Leben der zukünftigen Welt. Gemeinde: 9⁰— ———— 25 27 DDSEE—— A⸗ men, A⸗ men, A men. 10. Gemeindelied. 11. Die Predigt. 12. Gemeindelied. * * x‚ Vater, dd un⸗ Gottes Welt, wahr⸗ einer⸗ im uns ommen ungfrau Pontio standen tzet zut keit, zu en wird. lebendig Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. 13. Gebet, entweder: oder: Das allgemeine Kirchengebet. Die Abkündigungen und der Die Danksagungen und Für⸗ Friedenswunsch. bitten. Vater Unser. Geneindelicd. Abkündigungen und der Kirchengebet vor dem Altar. Friedenswunsch. Vater Unser. Gemeindelied. * * 14. Abendmahlsfeier. Gemeindelied oder Gesang des Kirchenchors: Schaff in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist, verwirf mich nicht von Deinem Angesicht und nimm Deinen Heiligen Geist nicht von mir. Während des Gesanges treten die Abendmahlsgäste vor den Altar. Pastor: Der HErr sei mit euch Gemeinde: 2—65 TE 4+—— —— 4— SSSSSII—4 5 und mit dei ⸗nem Gei-ste! Pastor: Empor die Herzen! Gemeinde: Q 4Z.E———— C——4 —*—— Wir ha ⸗ ben sie bei dem HEr⸗ren. Pastor: Dank sagen lasset uns dem HErren, unserm Gott. Gemeinde: Q— —. — Ordnung des Haupt-Gottesdienstes. Pastor: Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ists, daß wir Dir, heiliger HErr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, allezeit und überall Dank sagen durch Christum, unsern HErren, durch welchen Deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herr⸗ schaften, fürchten die Mächte, die Himmel und aller Himmel Kräfte samt den seligen Seraphim mit einhelligem Jubel preisen. Mit ihnen laß auch unsre Stimmen uns vereinen und anbetend zu Dir sprechen: Gemeinde: ů——— 1———— . 7* —0——— Hei⸗lig, hei- lig, hei⸗lig ist Gott, der HErr ED. SS———.—— Ze⸗ba⸗oth. Al⸗le bn de sind Sei⸗ ner Ehrre 2I ED——— ——— 1 voll. Ho⸗ si ⸗ an⸗ na in der 9d bel EV* — V lo-⸗-bet sei, der da kommt im Na-men des —83—— 5,.. 5.9U75—5 E.55 —. 2— DqPIPIPIPPIII— HErrn! Ho⸗si ⸗an na in der Hö ⸗he! Pastor liest die Vermahnung: Meine Geliebten in dem HErrn. Wer da würdig will essen und trinken dies heilige Sakrament, der soll zwei Dinge thun: Er soll glauben, was Christus sagt, und thun, was er gebeut. Er sagt: Das ist Mein Leib, der für euch gegeben wird, das ist Mein Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches sollet ihr glauben. Er gebeut aber: Nehmet hin, esset, und trinket alle daraus und gedenk Vort barmh auf d von Sakre Glau wir Grun Dein wie i heute Schu uns sam ists, er Gott, HErren, die Herr⸗ Himmel preisen. anbetend n HErrn. akrament, tus sagt, „der füt vetgossen glauben. nus und RRSA. U———— Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. 7 gedenket Meiner. Solches sollet ihr thun nach Seiner Gnade Wort und Befehl. Daß uns aber der allmächtige Gott und barmherzige Vater Seinen heiligen Geist reichlich mitteilen wolle, auf daß wir durch desselbigen Gnade uns dieser zweier Stücke von Grund des Herzens befleißigen mögen und also das heilige Sakrament würdiglich empfahen zur Stärkung unseres schwachen Glaubens und Besserung unseres sündlichen Lebens: so wollen wir Ihn darum anrufen und in dem Namen Christi beten von Grund des Herzens ein andächtiges Vater Unser. Vater unser, der Du bist im Himmel, geheiliget werde Dein Name, zu uns komme Dein Reich, Dein Wille geschehe wie im Himmel auch auf der Erde, unser täglich Brot gieb uns heute und vergieb uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Gemeinde: — —— 22— E— —.——.— mei. Pastor: Unser HErr Jesus Christus, in der Nacht, da Er verraten ward, nahm Er das Brot, dankte und brachs und gabs Seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist Mein Leib, der für euch gegeben wird. Solchs thut zu Meinem Gedächtnis. ö Desgleichen nahm Er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte, gab ihn und sprach: Trinket alle daraus, dieser Kelch ist das Neue Testament in Meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solchs thut, so oft ihrs trinket, zu Meinem Gedächtnis. Darnach erfolgt die Austeilung mit den Worten: Nimm hin und iß, das ist der Leib Christi, der für dich gegeben ist. Der stärke und erhalte dich zum ewigen Leben! Amen. 8 Ordnung des Haupt⸗Gottesdienstes. Nimm hin und trink, das ist das Blut des Neuen Testa⸗ ments, das für deine Sünde vergossen ist. Das stärke und er⸗ halte dich zum ewigen Leben! Amen. 2 15. Schluß. Pastor: Danket dem HErrn, denn Er ist freundlich— Halleluja! Gemeinde: EV 4 ů— 4—..——— 4.— EATSSEEEFFF————— —* 2—— Und Sei⸗ne Gü⸗te wäh⸗ret e-wig=lich. 2—.— [EZ 2— ——.— ᷓ E— 5 Hal ⸗le ⸗lu ⸗jal Pastor betet die Kollekte: Wir danken Dir, allmächtiger HErr Gott, daß Du uns durch diese heilsame Gabe hast erquicket, und bitten Deine Barm— herzigkeit, daß Du uns solches gedeihen lassest zu starkem Glauben gegen Dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen, um Jesu Christi, unseres HErrn, willen. Gemeinde: — . I E—— S—— len⸗. Pastor erteilt den Segen. Gemeinde: — —— 4—— — IISIITTT A; men, A men, men. (Findet keine Abendmahlsfeier statt, so schließt sich an Nr. 13 sofort Versikel und Kollekte an.) ———— II. — — n Testa⸗ und er⸗ reundlich. Du uns e Borm⸗ Glauben um Jesu — . . Introiten. 1. Advent(Ton 5). Freue dich sehr, du Tochter Zion, und jauchze, du Tochter Jerusalem. Dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. Nach Dir, HErr, verlanget mich, mein Gott, ich hoffe auf Dich. Laß mich nicht zu Schanden werden, daß sich meine Feinde nicht freuen über mich. HErr, zeige mir Deine Wege und lehre mich Deine Steige. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. I. und II. Amen. 2. Weihnachten(Ton 5). Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, welches Herrschaft ist auf Seiner Schulter, und Er heißt: Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig⸗Vater, Friedefürst. Singet dem HErrn ein neues Lied, denn Er thut Wunder. Jauchzet dem HErrn all Welt! Singet, rühmet und lobet!— Ehre sei ꝛe. . Am Sonntage nach Weihnachten(St. Stephanstag) (Ton 5). Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Elkstein geworden. Introiten. Das ist vom HErrn geschehen 7 1 und ein Wunder vor unsern Augen. Die Rechte des HErrn ist erhähet die Rechte des 5Errn behült den Sieg.— Ehre ꝛc. 4. Neujahr(Ton 1). Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von denen mir Hilfe kommt. Meine Hülfe kommt von dem HErren, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht., Der HErr behüte dich vor allem übel, Er behüte deine Seele. Der HErr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.— Ehre ꝛc. Oder:(Ton 1). HErr Gott, Du bist unsre Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge worden, bist Du Gott von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit. Fülle uns frühe mit Deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Lebenlang. Zeige Deinen Knech ten Deine Werke und Deine Ehre ihren Kindern.—Ehre ꝛc. 5. Epiphanienzeit(Ton 8). Der HErr ist König, des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, se viel ihrer ist. Zion hörts und ist froh, und die Töchter Juda sind fröhlich, HErr, über Deinem Regimente. Introiten. 11 I. Denn die Herrlichkeit des HErrn soll geoffenbaret werden, II. und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des HErrn Mund redet.— Ehre ꝛc. 5 6. Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel(Ton 8). J. Gott, wir warten Deiner Güte II. in Deinem Tempel. J. Gott wie Dein Name, so ist auch Dein Ruhm bis an der Welt Ende. ‚ II. Deine Rechte ist voll Gerechtigkeit. I. Groß ist der HErr und hochberühmt in der Stadt unseres ö Gottes, II. auf Seinem heiligen Berge.— Ehre ꝛc. 7. An den Sonntagen Septuagesimae und Sexagesimae (Ton 8). ö I. Ich habe dich je und je geliebet, II. darum habe Ich dich zu Mir gezogen aus lauter Güte. IJ. Mein Wort soll nicht wieder leer zu Mir tommen, . II. sondern thun, das Mir gefällt, dazu Ichs sende. u Cug I. Ich will rühmen Goͤttes Wort, II. ich will rühmen des HErrn Wort. I. Dein Wort, HErr, ist die rechte Lehre, Ubellng. II. Heiligkeit ist die Zierde Deines Hauses ewiglich.— Ehre ꝛe. 8. In der Fastenzeit vom Sonntage Quinquagesimae an ö und Charfreitag(Ton 7). J. Siehe, das ist Gottes Lamm, II. welches der Welt Sünde trägt. I. Fürwahr, Er trug unsre Krankheit II. und lud auf Sich uns sre Schmerzen. „ Denen J. Die Strafe liegt auf Ihm, auf daß wir Friede hätten, II. und durch Seine Wunden sind wir geheilet. Introiten. Gedenke, HErr, an Deine Barmherzigkeit und an Deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. Daß nicht unsere Feinde über uns herrsche. Gott Israels, erlöse uns aus aller unsrer Not.— EChre ꝛc. 9. Am Feste der Verkündigung Mariä(Ton 4). Träufelt, ihr Himmel, von oben, und die Wolken regnen die Gerechtigkeit. Die Erde thue sich auf und bringe das Heil. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündiget Seiner Hünde Werk.— Ehre ꝛe. 10. Am Gründonnerstage(Ton. Der HErr hat ein Gedächtnis gestiftet Seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HErr. Wie der Hirsch schreit nach srischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu Dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gotte.— Ehre ꝛc. 11. Ostern(Ton 5.. Der SHErr ist auferstanden. Halleluja Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja! Gedenkt daran, was Er euch sagte. Halleluja! Des Menschen Sohn muß gekreuziget werden und am dritten Tage auferstehen! Halleluja! Mit Ehre und Schmuck hast Du Ihn gekrönt und hast Ihn zum HErrn gesetzt über Deiner Hünde Werk. Ehre ꝛc. 12. Freudenzeit(Ton 5). Singet dem HErrn ein neues Lied. Halleluja! 2— ——— n ist. Chre ꝛe. 9. Chre ꝛt. 7* zunder, m aritten — — — Introiten. 13 Denn Er thut Wunder, Halleluja! Vor den Völkern läßt Er Seine Gerechtigkeit offenbaren. Halleluja, Halleluja! Er sieget mit Seiner Rechten und mit Seinem heiligen Arme.— Ehre ꝛe. 13. Himmelfahrt(Ton 5). Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen; Himmelꝰ Halleluja! Wie ihr Ihn gesehen habt gen Himmel fahren, wird Er kommen. Halleluja! Halleluja! Halleluja! Frohlocket mit Händen alle Volker und jauchzet Gott mit fröhlichem Schalle.— Ehre ꝛc. 14. Pfingsten(Ton 8). ö Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes, unser Gott kommt und schweiget nicht. So spricht der HErr: Ich will Wasser gießen auf die Durstigen und Ströme auf die Dürren. Ich will Meinen Geist auf deinen Samen gießen und Meinen Segen auf deine Nachtommen. Der HErr ist Gott, der uns erleuchtet. Schmücket das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars! — Ehre ꝛc. 15. In der Trinitatiszeit. A.(Ton 8). Gott, unser Schild, schaue doch, siehe an das Reich Deines Gesulbten. Introiten. Denn ein Tag in Deinen Vorhöfen ist besser, denn sonst tausend. ö Wie lieblich sind Deine Wohnungen, HErr Zebaoth. ö Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des HErren.— Chre ꝛc. B.(Ton 8). HErr, neige Deine Ohren und erhöͤre mich! Hilf Du, mein Gott, Deinem Knechte, der sich verläßt auf Dich. HErr, sei mir gnüdig, Denn ich rufe täglich zu Dir. Erfreue die Seele Deines Knechtes, denn nach Dir, HErr, verlunget mich.— Ehre ꝛc. C.(Ton 8). Kommt, laßt uns anbeten und knieen und niederfallen vor dem HErrn, der uns gemacht hat. Denn Er ist unser Gott und wir das Volk Seiner Weide und Schafe Seiner Hand. Kommt herzu, laßt uns dem HErrn frohlocken und jauchzen dem Hort unsers Heils.— Ehre ꝛc. D.(Con 1). Für die drei letzten Sonntage des Kirchenjahrs. Seid stille in dem HErrn, denn des HErrn großer Tag ist nahe, er ist nahe und eilet sehr. Wenn der HErr die Gefangenen Zions erlöͤsen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein. Siehe, ich komme bald, spricht der HErr. Halte, was du hast, daß niemand deine Krone raube.— Ehre ꝛc. 5 & e Rx„R — 2 Ee.. 21 Zthuoth den Vothöfen elift un Dich EChre u. Seiner Weide jcken Shre u. irijahtz et Dag ist tunhe, sen wird, ule—Ehtrr — Introiten. 16. Am Feste Johannis des Täusers(Ton 3). Der HErr hat mich von Namen und hat meinen Mund gemacht wie ein schar fes Schwert Mit dem Schatten Seiner Hand hat Er mich bedecket. Er hat mich zum reinen Pfeil gemacht. Es ist ein köstlich Ding, dem 5Erren danken und lobsingen Deinem Ramen, Du Hächster.— Ehre ꝛc. * +— 7* Mutterleibe gerufen mit meinem 17. Am Feste der Heimsuchung Mariä(Ton 9). Die Himmel werden, HErr, Deine Wunder preisen und Deine Wahrheit in der Gemeinde der Heiligen Gott ist fast mächtig in der Sammlung der Heili igen, und wunderbarlich über alle die um Ihn sind. Mein Herz dichtet ein feines Lied, Ich will singen von einem Knige, Ich freue mich in dem HErren, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gotte. Ehre ꝛe. 18. Am Reformationsfeste(Ton 6). Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen ben des Höchsten sind. Gott ist bei ihr darinnen, darum wird si wohl bleiben, Gott hilft ihr frihe Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, eine Hülfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben Der HErr Zebasth ist mit uns, Der Gott Jakobs ist unser Schutz.— Ehre ꝛc. Introiten. 19. Am Michaelis⸗ und Ernte⸗Dankfeste(Ton 5). J. Lobe den HErrn, meine Seele II. und was in mir ist, Seinen heiligen Namen. J. Lobet den HErrn, ihr Seine Engel, II. ihr starken Helden, die ihr Seine Befehle ausrichtet, daß man höre die Stimme Seines Wortes 8. I. Lobet den HErrn, alle Seine Heerschaaren, II. Seine Diener, die ihr Seinen Willen thut. J. Lobet den HErrn alle Seine Werke, an allen Orten Seiner Herrschaft. II. Lobe den HErrn, meine Seele.— Ehre ꝛe. 20. Am Bußtage(Ton 2). I. Aus der Tiefe rufe ich, HErr, zu Dir. HErr, höre meine Stimme. II. Laß Deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. ö I. So Du willst, HErr, Sünde zurechnen, ů II. HErr, wer wird bestehen? 1 x I. Denn bei Dir ist die Vergebung, ö II. daß man Dich fürchte. V I. HœErr, wir liegen vor Dir mit unserm Gebete, IN II. nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf Deine große 1 „* Barmherzigkeit.— Ehre ꝛc. —.— Schlütersche Buchdrucerel in Hannodver. COIOUr& Grey Control Chart Green VOIIOV Red Magenta Se „6