meinen utich Anlles lieben unn kächsten 8 nloich az S Herausgegeben von der Bezirkssynode Wiesbaden. —284————- Wiesbaden. Verlag des Evangelischen Centralkirchenfonds. Redet unter einander in Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem HBerrn in euren Herzen! Eph. 5, 19. Druck von Carl Ritter in Wiesbaden. S S 8 1 AE Inlhyalt. Die mit bezeichneten Lieder stehen im Ev. Militär-Gesang⸗ und Gebetbuch. J. Lob und Dank. 3 1* Allein Gott in der Höh sei Ehr. Decius, 4+ 1541. Dir, dir Jehovah, will ich singen. Crasselius, 4 1724. Gott ist mein Lied. Gellert, 4 1769. Großer Gott, wir fallen nieder. Nach Tersteegen, 4 1769. Großer Gott, wir loben dich. Zuerst 1779. Hallelujah! Gott zu loben. Jorissen, 4 1823. Ich singe dir mit Herz und Mund. Gerhardt, 4 1676. Jehovah, Jehovah, Jehovah. Pfeffel, 4 1809. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. Neander, 4 1680. Lobe den Herrn, o meine Seele. Herrnschmidt, 4 1723. Nun danket alle Gott. Rinkart, 4 1649. Nun danket all und bringet Ehr. Gerhardt, 4 1676. Nun lob, mein Seel, den Herren. Gramann, 4 1541. Nun preiset alle. v. Löwenstern, 4 1648. O daß ich tausend Zungen hätte. Mentzer, + 1734. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut. Schütz, + 1690. Sollt ich meinem Gott nicht singen. Gerhardt, 4 1676. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht. Gellert, 4 1769. Wie groß ist des Allmächtgen Güte. Gellert, 4 1769. Womit soll ich dich wohl loben. Gotter, 1735. Wunderbarer König. Neander, 7 1680. II. Sonntag. Betgemeine, heilge dich. v. Pfeil, 4 1784. Eins hätten wir von Herzen gern. Sturm,' 1816. „Gott ist gegenwärtig. Tersteegen, 4 1769. 25. 26.0 27. 28. 29. 30.* 31. 32.* 33. 34.* r —— * * Inhalt. Großer Gott von alten Zeiten. Hallelujah, schöner Morgen. Neumann, 1 1715. Krause, 4 1762. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Zuerst 1651. Komm, heiliger Geist, erfüll die Herzen. Altkirchlich. Licht vom Licht, erleuchte mich. Schmolck, 4 1737. Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort. Clausnitzer, + 1684. O wie freun wir uns der Stunde. Spitta, + 1859. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. Neander, 4 1680. Sieh uns fertig. Gerok, 4 1890. Thut mir auf die schöne Pforte. Schmolck, 4 1737. III. Feste und Festzeiten. 1. Advent. Auf, auf, ihr Reichsgenossen. Rist, + 1667. Dein König kommt in niedern Hüllen. Rückert, 4 1866. Gott sei Dank durch alle Welt. Held, 4 1695. Hosianna! Davids Sohn. Schmolck, 4 1737. Hosianna! Zu der Erde. Heydenreich, 4 1858. Kommst du, kommst du, Licht der Heiden. Homburg, 4 1681. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit. Weissel, 4 1635. Mit Ernst, o Menschenkinder. Thilo jun., 4 1662. Nun jauchzet all, ihr Frommen. Schirmer, 4 1673. Warum willst du draußen stehen. Gerhardt, 4 1676. Was wär ich ohne dich gewesen. v. Hardenberg, 1 1801. Wie soll ich dich empfangen. Gerhardt, 4 1676. 2. Weihnacht und Epiphanien. Der heilge Christ ist kommen. Arndt, 1 1860. Dies ist der Tag, den Gott gemacht. Gellert, 4 1769. Dies ist die Nacht, da mir erschienen. Nachtenhöfer, 4 1685. Empor zu Gott, mein Lobgesang. F. A. Krummacher, 4 1845. Fröhlich soll mein Herze springen. Gerhardt, 4 1676. Gelobet seist du, Jesus Christ. Luther, + 1546. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel, in Chören. Tersteegen, 4 1769. Ich steh an deiner Krippe hier. Gerhardt, 4 1676. Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude. Nach Allendorf, 4 1773. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich. Hermann, 4 1561. O Liebesglut, wie soll ich dich. Lampe, 4 1729. Vom Himmel hoch da komm ich her. Luther, 4 1546. Wir singen dir, Immanuel. Gerhardt, 4 1676. Jesu, großer Wunderstern. Neumeister, 4 1756. Inhalt. 3. Jahreswechsel. Bis hierher hat mich Gott gebracht. Das alte Jahr vergangen ist. Das Jahr geht still zu Ende. Das Jahr ist nun zu Ende. Gott Lob! Ein Schritt zur Ewigkeit. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. Jesus soll die Losung sein. Nun laßt uns gehn und treten. Segnet uns zu guter letzt. Wir treten in das neue Jahr. 4. Passion. An des Herren Kreuz zu denken. Der am Kreuz ist meine Liebe. Eines wünsch ich mir vor allem andern. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. Herr stärke mich, dein Leiden zu bedenken. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Jesu, deine tiefen Wunden. Jesu, meines Lebens Leben. O du Liebe meiner Liebe. O Haupt voll Blut und Wunden. O Lamm Gottes unschuldig. O Welt, sieh hier dein Leben. Ruhe hier, mein Geist, ein wenig. Seht am Kreuz den Mann der Schmerzen. Sei mir tausendmal gegrüßet. Wenn meine Sünd mich kränken. Wir danken dir, Herr Jesu Christ. Am Kreuz erblaßt. Es ist vollbracht! Er ist verschieden. 5. Ostern. Bringt Preis und Ruhm dem Heiland dar. Christ ist erstanden. Christ lag in Todesbanden. Früh morgens, da die Sonn aufgeht. Gelobt sei Gott im höchsten Thron. 5 Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg⸗Rudolstadt, + Steuerlein, Fürstin Reuß, Bähr, Francke, —— Rist, Schmolck, 4 Gerhardt, 7 v. Pfeil, Preiswerk, A. J. Rambach, 1 Vor Knapp, Gerhardt, 7 Gellert, 4 Heermann, 1 Heermann, + Homburg, 7 Elisabeth v. Senitz, Gerhardt, 4 Decius, 1 Gerhardt, 1 Tersteegen, 1 Heydenreich, Gerhardt, Gesenius, Fischer, 1 C. F. Neander, 4 S. Franck, 4 Mudre, 7 Vor Luther, Heermann, 4 Nach Weiße, 1 1706. 1613. 1835. 1846. 17²⁷. 1667. 1737. 1676. 1784. 1871. 1851. 1676. 1864. 1676. 1769. 1647. 1647. 1681. 1679. 1676. 1541. 1676. 1769. 1858. + 1676. 1673. 1600. 1802. 17²⁵5. 1810. 1300. 1546. 1647. 1542. 106.* 112.. 117.5 1— — 2 Inhalt. Hallelujah! jauchzt ihr Chöre. Heut triumphieret Gottes Sohn. Ich geh zu deinem Grabe. Jesus lebt, mit ihm auch ich. Jesu, Todesüberwinder. O Tod, wo ist dein Stachel nun. Triumph, Triumph! Der Sieg ist mein. Überwinder, nimm die Palmen. Wach auf, mein Herz! Die Nacht ist hin. Willkommen, Held im Streite. Zwei der Jünger gehn mit Sehnen. 6. Himmelfahrt. Ach wundergroßer Siegesheld. Auf Christi Himmelfahrt allein. Ergrünt, ihr Siegespalmen. Großer Mittler, der zur Rechten. Hallelujah! Wie lieblich stehn. Herr, auf Erden muß ich leiden. Siegesfürst und Ehrenkönig. Zeuch uns nach dir. 7. Pfingsten. * Komm heiliger Geist, Herre Gott. Komm, o komm, du Geist des Lebens. Nun bitten wir den heiligen Geist. O du allersüßte Freude. O Gottes Geist und Christi Geist. O heilger Geist, kehr bei uns ein. O heiliger Geist, o heiliger Gott. O komm, du Geist der Wahrheit. Schmückt das Fest mit Maien. Zeuch ein zu deinen Thoren. 8. Trinitatis. Gelobet sei der Herr. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr. Wir glaͤuben all an einen Gott. Funk, 7 2 Stolshagius, e. Schmolck, 4 Gellert, 4 2 2 Gesenius, Arndt, 4 Taddel, Laurenti, 4 Schmolck, 4 Neunherz, Homburg, Nach Wegelin, 7 Knapp, J. J. Rambach, Knapp, 7 Neumann, Tersteegen, 4 Funcke, 4 Luther, 4 Held, 4 Luther, 7 Gerhardt, 4 Arndt, 7 Schirmer, 4 Vor Spitta, 4 Schmolck, 4 Gerhardt, 4 Olearius, 4 Nach Rinkart, 5 Clausnitzer, 7 18¹4. 1591. 1737. 1769. 1673. 1860. 1775. 1722. 1737. 1737. 1681. 1640. 1864. 1735. 1864. 171⁵. 1769. 1699. 1546. 1695. + 1546. 1676. 1860. 1673. 1655. 1859. 1737. 1676. 1684. 1649. 1684. 3. — ———— X 2* Inhalt. IV. Kirche und Gnadenmittel. 1. Kirche und Mission. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. Selnecker, + 1592. Ach bleib mit deiner Gnade. Stegmann, 1632. Ach Gott, vom Himmel sieh darein. Luther, 4 1546. Der du in Todesnächten. Barth, 7 1862. Der du zum Heil erschienen. Knapp, 4 1864. Eine Herde und ein Hirt. F. A. Krummacher, 4 1845. Einer ists, an dem wir hangen. Knapp, 4 1864. Ein feste Burg ist unser Gott. Luther, 4 1546. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Luther, 4 1546. Es wolle Gott uns gnädig sein. Luther, 4 1546. Gottes Stadt steht fest gegründet. Spitta, + 1859. Hier stehen wir von nah und fern. Knapp, 4 1864. O daß doch bald dein Feuer brennte. Fricker, 4 1766. O Jesu Christe, wahres Licht. Heermann, 4 1647. Verzage nicht, du Häuflein klein. Altenburg, 4 1640. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen. v. Bogatzky, 4 1774. Wann grünt dein ganzer Erdenkreis. Tersteegen, 4 1769. 2. Wort Gottes. Dein Wort, o Herr, ist milder Tau. Garve, 4 1841. Herr, dein Wort, die edle Gabe. N. L. v. Zinzendorf, 4 1760. Nun geh uns auf, du Morgenstern. Sturm,' 1816. Teures Wort aus Gottes Munde. Schmolck, 4 1737. Wort des Lebens, lautre Quelle. Spitta, 4 1859. 3. Taufe und Konfirmation. Barmherziger, laß deiner Gnade. Bei dir, Jesu, will ich bleiben. Spitta, 4 1859. Guter Hirt, der seine Herde. Sturm, 1816. Ich bin getauft auf deinen Namen. J. J. Rambach, 4 1735. Ich bleib bei dir! Wo könnt ichs besser haben. Moraht, 4 1884. Lasset die Kindlein kommen. Becker, + 1604. Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte. Schmolck, 4 1737. 4. Abendmahl. Christe, du Lamm Gottes. Alte Kirche. Herr, du wollst uns vollbereiten. *7 0 Klopstock, 4 1803. A Inhalt. 158. Herr, sei gelobet, daß du hast dein Leben. Nach 159. Ich komme, Herr, und suche dich. Gellert, 160. Jesu, Freund der Menschenkinder. Nach Lavater, 161.4 Komm, mein Herz, in Jesu Leiden. Woltersdorf, 162. Kommt her, ihr seid geladen. Arndt, 163. O Jesu, meine Wonne. Rist, 164.“ Schmücke dich, o liebe Seele. V. Christliches Leben. 1. Sündenerkenntnis und Reue. 165.“ Ach Gott und Herr. 166.* Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 167.* Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 168. Gott der Gnaden, schwer beladen. 169. Herr, ich habe mißgehandelt. Joh. Franck, 2 Rutilius, Schneesing, Luther, Puchta, Joh. Franck, 170.* Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. Ringwald, 5 171. Hüter, wird die Nacht der Sünden. 172. Ich erhebe mein Gemüte. 173.“* Ich will von meiner Missethat. 174. Mag über uns dein Eifer flammen. Sturm,' 1816. 175. O frommer und getreuer Gott. Vor 1643. 176. O großer Gott, du reines Wesen. Olearius, 4+ 1684. 177. O Vater der Barmherzigkeit. Denicke, 4 1680. 178.* Wir liegen hier zu deinen Füßen. Schmolck, 4 1737. 2. Glaube und Rechtfertigung. 179. Aus Gnaden soll ich selig werden. Scheidt, 4 1761. 180. Christi Blut und Gerechtigkeit. N. L. v. Zinzendorf, 4 1760. 181. Der Glaube hilft, wenn nichts mehr. v. Pfeil, 4 1784. 182. Es ist das Heil uns kommen her. Nach Speratus, 4 1554. 183. Ewge Liebe, mein Gemüte. J. J. Rambach, 4 1735. 184. Geht hin, ihr gläubigen Gedanken. Herrmann, 4 1791. 185. Ich bin erlöst durch meines Mittlers Blut. Wagner, 4 1825. 186. Ich bin im Himmel angeschrieben. S. Franck, 4 17²5. 187.* Ich habe nun den Grund gefunden. Rothe, 4 1758. 188.* Ich weiß, an wen ich glaube. Arndt, 4 1860. 189. Ich weiß von keinem andern Grunde. v. Bogatzty, 4 1774. 190.* Jesus nimmt die Sünder an. Neumeister, 4 1756. 191. Mein Heiland nimmt die Sünder an. Lehr, 4 1744. 192.* Mir ist Erbarmung widerfahren. Hiller, 4 1769. 193. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. Luther, 4 1546. 8 Richter, Luther. + 1769. + 1801. + 1761. + 1860. + 1667. + 1677. + 1618. + 1567. + 1546. + 1858. 4 1077. 1597(7). + 1711. Lavater, 4 1801. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 4 1667. —— Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein. Ach mein Herr Jesu, wenn ich dich nicht hätte. Ach sagt mir nichts von Gold und Schätzen. Allgenugsam Wesen. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht. Dir will ich danken bis zum Grabe. Einer ist König, Immanuel sieget. Eins ist not! Ach Herr, dies eine. Halt im Gedächtnis Jesum Christ. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. Ich bete an die Macht der Liebe. Ich bin nicht mehr mein eigen. * Ich will dich lieben, meine Stärke. Jesu, meine Freude. Jesus Christus herrscht als König. Jesus, Jesus, nichts als Jesus. Gräfin zu Schwarzburg⸗Rudolstadt, 4 1672. König, dem kein König gleichet. Liebe, die du mich zum Bilde. Meinen Jesum laß ich nicht. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn. O Ursprung des Lebens, o ewiges Licht. Seelenbräutigam. Such, wer da will, ein ander Ziel. Wenn alle untreu werden. Wenn ich ihn nur habe. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 4. Wandel im Licht. Ach komm, füll unsre Seelen ganz. Auf ihr Streiter, durchgedrungen. Auf dich seh ich. Aus irdischem Getümmel. Christen sind ein göttlich Volk. Dein Wort, o Herr, bringt uns zusammen. Die Gnade sei mit allen. Du Gott hasts angefangen. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir. Es glänzet der Christen inwendiges Leben. Inhalt. 3. Liebe zum Herrn. Gregor, Gregor, Tersteegen, Liebich, Knak, Allendorf, Schröder, 7 Günther, 7 + 1608. Schalling, Tersteegen, Döring, Scheffler, 1 Joh. Franck, Hiller, 1801. + 1801. Scheffler, + 1769. 1677. 1780. 1878. 1773. 1699. 1704. 1769. 1844. 1677. 1677. * 1769. Ludämilie Elisabeth, Rambach, Scheffler, Keymann, Heermann, Koitsch, Drese, Weißel, v. Hardenberg, v. Hardenberg, Nicolai, Deßler, v. Strauß, Buchka, Walter, Asschenfeldt, N. L. v. Zinzendorf, 4 Allendorf, 4 Hiller, Hiller, Neuß, 7 1735. 1677. 1662. 1647. + 1735. 1701. 1635. 1801. 1801. 1608. 1722. 1809. 17⁵². 1817. 1856. 1760. 1773. 1769. + 1769. 17¹6. Richter, 4 1711. O — 262. 263.* 264. 265.* 266. 267.* 268. 269. 270. Inhalt. Es ist nicht schwer ein Christ zu sein. Es kostet viel, ein Christ zu sein. Es kennt der Herr die Seinen. Fahre fort, fahre fort. Geht, ihr Streiter, immer weiter. Gott, deine Güte reicht so weit. Heilger Jesu, Heilgungsquelle. Herr Jesu, Gnadensonne. Herz und Herz vereint zusammen. Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder. Himmelan geht unsre Bahn. Jesu, der du bist alleine. Jesu, geh voran. Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens. Kommt, Kinder, laßt uns gehen. Lasset uns mit Jesu ziehen. Laß mich, o Herr, in allen Dingen. Mache dich, mein Geist, bereit. Mir nach, spricht Christus. O der alles hätt verloren. O Durchbrecher aller Bande. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. Rüstet euch, ihr Christenleute. Schaffet, schaffet Menschenkinder. Seele, was ermüdst du dich. Sei getreu bis an das Ende. So jemand spricht: ich liebe Gott. Stark ist meines Jesu Hand. Unverwandt auf Christum sehen. Wer das Kleinod will erlangen. Wer ist wohl wie du. Zeuch an die Macht, du Arm des Herrn. 5. Kreuz und Trost. Ach Gott, verlaß mich nicht. Alles ist an Gottes Segen. Auf Gott und nicht auf meinen Rat. Auf meinen lieben Gott. Befiehl du deine Wege. Dennoch bleib ich stets an dir. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Endlich bricht der heiße Tiegel. 10 Richter, Richter, Spitta, Schmidt, 7 Tersteegen, 5 Gellert, 4 7 Arnold,„ Gotter, 4 N. L. v. Zinzendorf, 4 Richter, 4 ——— Schmolck, 4 Tersteegen, 4 N. L. v. Zinzendorf, Schröder, Tersteegen, v. Birken, Zollikofer, 4 Freystein, 4 Scheffler, 7 Arnold, 7 Arnold, 4 Winckler, 4 Arends, 4 Gotter, 4 Wolf, 3 Nach Prätorius, Gellert, 4 Garve, 4 Rothe, 4 Mentzer, Freylinghausen, 4 Oser, S. Franck, 4 Vor Gellert, 4 7 Beurhaus, Gerhardt, 3 Schmolck, 4 Nerreter, 4 Harttmann, 7 171¹1. 171¹. 1859. 1745. 1769. 1769. 17¹4. 1735. 1760. 1711. 1737. 1769. 1760. 1699. 1769. 1681. 1788. 17¹8. 1677. 17¹4. 17¹4. 1722. 1721. 1735. 175⁵4. 1674. 1769. 1841. 175⁵8. 1734. 1739. 1891. 172⁵. 1676. 1769. 1609. 1676. 1737. 17²6. 181⁵5. && 1 IIIIINIrN 271. 272. 273. 274.* 275. 276. 277. 278. 279.5 280. 281. 282. 283. 284. 285. 286. 287.* 288. 289.* 290.* 291. 292.* 293. 294.* 295. 296.“ 297. 298. 299. 300. 301.5* 302. 303.* 304. 305. 306. Inhalt. Gott ist getreu. Gott lebt! Wie kann ich traurig sein. Gott wills machen. Herr, wie du willst, so schicks mit mir. Ich hab in Gottes Herz und Sinn. Ich hab in guten Stunden. Ich steh in meines Herren Hand. Je größer Kreuz, je näher Himmel. In allen meinen Thaten. Ist Gott für mich, so trete. Laß fahren deine Sorgen. Meine Seel ist stille. Meine Seele senket sich. O mein Herz, gieb dich zufrieden O wie fröhlich, o wie selig. Schwing dich auf zu deinem Gott. Sollt es gleich bisweilen scheinen. Stille halten deinem Walten. Von Gott will ich nicht lassen. Warum sollt ich mich denn grämen. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Was mein Gott will, gescheh allzeit. Weicht ihr Berge, fallt ihr Hügel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Wie Gott mich führt, so will ich gehn. Wunderanfang, herrlichs Ende. Liebich, Schmolck, Herrnschmidt, 4 Bienemann, Gerhardt, Gellert, Spitta, Schmolck, Flemming, Gerhardt, Sturm,” Schade, 4 Winkler, Strauß,' Schmolck, 4 Gerhardt, 4 Tietze, Hagenbach, Helmbold, 4 Gerhardt, Rodigast, —— ——— 1780. 1737. 1723. 1591. 1676. 1769. 1859. 1737. 1640. 1676. 1816. 1698. 1722. 1809. 1737. 1676. 1703. 1874. 1598. 1676. 1708. Albrecht, Markgraf zu Brandenburg,‚ 4 Schmolck, 4 Eber, 4 Magdeburg, 7 Neumark, Gedike, 4 Stockfleth, 4 VI. Besondere Zeiten und Verhältnisse. 1. Morgen und Abend. Aus meines Herzens Grunde. Des Morgens, wenn ich früh aufsteh. Die güldne Sonne. Früh am Morgen Jesus gehet. Gott des Himmels und der Erden. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank. Mein Gott, nun ist es wieder Morgen. Morgenglanz der Ewigkeit. 11 Zuerst Um Gerhardt, 4 Stip, Albert, Gellert, Neumann, 7 Knorr v. Rosenroth, 4 ———— 1557. 1737. 1569. 1583. 1681. 1735⁵. 1708. 1592. 1582. 1676. 1882. 1651. 1769. 17¹⁵. 1689. Inhalt. 307. O Jesu, süßes Licht. 308.* Wach auf, mein Herz, und singe. 309. Der Tag ist hin; mein Jesu bei mir bleibe. 310. Die Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen. 311. Herr, der du mir das Leben. 312. Herr, es ist von meinem Leben. 313.“ Hinunter ist der Sonne Schein. 314. Hirte deiner Schafe. 315.“ Nun ruhen alle Wälder. 316.“ Nun sich der Tag geendet hat. 317. Nun sich der Tag geendet, mein Herz. 318. Werde munter, mein Gemüte. 319. Wo willst du hin, weils Abend ist. 320. So ist die Woche nun geschlossen. 321. Der Sabbat ist vergangen. 2. Ehe und Hausstand. 322. Gott, Schöpfer, Stifter heilger Eh. 323. Ich und mein Haus, wir sind bereit. 324. Nun sprich du, Herr, dein Ja und Amen. 325. O selig Haus, wo man dich aufgenommen. 326. Sorge doch für meine Kinder. 327. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ. 328. Wohl einem Haus, da Jesus Christ. 3. Stand und Beruf. 329. Das walte Gott, der helfen kann. 330. Fang dein Werk mit Jesu an. 331. Geh hin nach Gottes Willen. 332. Herr, höre! Herr, erhöre. 333. In Gottes Namen fahren wir. 334. In Gottes Namen fang ich an. 335.“ O Gott, du frommer Gott. 336. Was macht ihr, daß ihr weinet. 4. Fürst und Vaterland. 337.* Ein Haupt hast du dem Volk gesandt. 338.“ Preis, Ehr und Lob sei dir. 12 Lange, + 1744. Gerhardt, 4 1676. Neander, 4 1680. Herbert, 4 1571. Gellert, 4 1769. Neumann, 7 1715. Hermann, 4 1561. Schmolck, 4 1737. Gerhardt, 4 1676. Herzog, 4 1699. Tersteegen, 4 1769. Rist, + 1667. Zuerst 1674. Neumeister, + 17⁵56. Schmolck, 4 1737. Spitta, Dieffenbach,‘ 1822. Spitta, + 1859. Schlosser, 4 1723. Gerhardt, 4 1676. v. Pfeil, 4 1784. Schlegel, 4 1793. Betichius, 4 1722. Vor 1734(7). Möller, 4 1861. Schmolck, 4 1737. Zuerst 1561. Liscow, 1698. Heermann, à 1647. Spitta, 4 1859. Sturm,' 1816. Grüneisen, 4 1878. 38 34 OO. O Inhalt. 339.“ Vater, kröne du mit Segen. Hülsemann, 4 1865. 340. Herr Jesu Christ, der du beweintest. Fröhlich, 4 1865. 341.“ Gott Lob! Nun ist erschollen. Gerhardt, 4 1676. 5. Ernte. 342. Herr, die Erde ist gesegnet. Puchta, 1858. 343. Herr im Himmel, Gott auf Erden. Schmolck, 4 1737. 344. O Gott, von dem wir alles haben. Neumann, 1715. 345. Was Gott thut, das ist wohlgethan! So denken. Schmolck 4 1737. VII. Tod und Ewigkeit. 346.“ Alle Menschen müssen sterben. 2 Albinus, 1679. 347. Auf du priesterlichs Geschlechte. Steinhofer, 4 1821. 348.“ Christus, der ist mein Leben. Vor 1609 349. Die Herrlichkeit der Erden. Gryphius, 4 1664. 350. Einen guten Kampf hab ich. Albert, 4 1651. 351. Ermuntert euch, ihr Frommen. Laurenti, 4 1722. 352. Es ist genug! So nimm Herr, meinen Geist. Zuerst 1662. 353. Es ist noch eine Ruh vorhanden. Kunth, 4+ 1779. 354.* Freu dich sehr, o meine Seele. Vor 1620. 355. Geht nun hin und grabt mein Grab. Arndt, + 1860. 356. Herzlich thut mich verlangen. Knoll, 4 nach 1627. 357.“ Ich bin ein Gast auf Erden. Gerhardt, 4 1676. 358.* Ich habe Lust zu scheiden. Schmolck, 4 1737. 359.“ Ich sterbe täglich, und mein Leben. Schmolck, 4 1737. 360.“ Jerusalem, du hochgebaute Stadt. Meyfart, 4 1642. 361. Jesus, meine Zuversicht. Luise Henriette v. Brandenburg, 4+ 1667. 362. In Christi Wunden schlaf ich ein. Eber, 4 1569. 363. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe. Schmolck, + 1737. 364. Mein Leben ist ein Pilgrimstand. Lampe, 4 1729. 365. Mit Fried und Freud ich fahr dahin. Luther, + 1546. 366.“ Mitten wir im Leben sind. Luther, 4 1546. 367. Nun bringen wir den Leib zur Ruh. Liebich, 4 1780. 368. O Ewigkeit, du Donnerwort. Rist, 4 1667. 369. O Ewigkeit, du Freudenwort. Nach Heunisch, 4+ 1690. 370. O Welt, ich muß dich lassen. Hesse, 4 1547. 371.* O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen. Dach, 4 1659. 372.“ Valet will ich dir geben. Herberger, 4 1627. 373.* Wachet auf, ruft uns die Stimme. Nicolai, 4 1608. 13 * + * * Inhalt. Wenn ich in Todesnöten bin. Wenn mein Stündlein vorhanden ist. Wer sind die vor Gottes Throne. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit. Du bist zwar mein und bleibest mein. Gott Lob! Die Stund ist kommen. Wenn kleine Himmelserben. Zeuch hin, mein Kind. Liturgische Stücke. Verleih uns Frieden gnädiglich. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze. Ehre sei Gott in der Höhe. Danket dem Herrn; denn er ist freundlich. Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer. Ehr sei dem Vater und dem Sohn. Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth. Herr Gott, dich loben wir. Laßt uns lobfingen. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi. Laß mich dein sein und bleiben. Unsern Ausgang segne Gott. Die wir uns allhier beisammen finden. Der heilge Christ, der segne dich. Zieht in Frieden eure Pfade. Geistliche Volkslieder. Danket dem Herrn! Wir danken dem Herrn. Lobt froh den Herrn, ihr jugendlichen Chöre. O du fröhliche, o du selige. Du lieber, heilger, frommer Christ. Es ist ein Ros entsprungen. Herbei, o ihr Gläubigen. Ihr Kinderlein, kommet. Nun singet und seid froh. 14 Kempff, + 1625. Hermann, 7 1561. H. Th. Schenck, 4 1727. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg⸗Rudolstadt, 4 1706. Neander, 4 1680. Gerhardt, 1676. Heermann, 4 1647. Rothe, 4 1758. Hoffmann, 1712. Luther, 4 1546. Psalm 51, 12. 13. Ev. Luk. 2, 14. Psalm 106, 1. Nach Luther, 4+ 1546. Luther, 4 1546. 2. Kor. 13, 13. Selnecker, 4 1592. H. Schenk, 4+ 1681. C. R. v. Zinzendorf, 4 1752. Mathesius, 4 1565. Knak, 1878. Herrosee, 4 1826. Geßner, 4 1843. Falk, 4 1826. Arndt, 4 1860. Aus dem 15. Jahrh. Um 1819. v. Schmid, 4 1854. Zuerst 1648. Inhalt. 406.* Stille Nacht, heilige Nacht. — 55 — * * Tochter Zion, freue dich. Wo ist Jesus, mein Verlangen. Gräfin zu Schwarzburg⸗Rudolstadt, 4 1672. Wollt ihr wissen, was mein Preis. Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ. Du Stern in allen Nächten. Wie lieblich ists hienieden. Wer ist ein Mann? Wer beten kann. Darf ich wiederkommen. Kehre wieder, kehre wieder. Wohin, o müder Wandrer, du. Der beste Freund ist in dem Himmel. Ein Gärtner geht im Garten. Ich will streben nach dem Leben. Meinen Heiland im Herzen. Merk, Seele, dir das große Wort. Näher, mein Gott, zu dir. Nun, so bleibt es fest dabei. Schönster Herr Jesu. So nimm denn meine Hände. Tausendmal gedenk ich dein. Weil ich Jesu Schäflein bin. Harre, meine Seele. In der Angst der Welt will ich nicht. Wenn der Herr ein Kreuze schickt. Wie mit grimmgem Unverstand. Geh aus, mein Herz, und suche Freud. Lieber Vater, hoch im Himmel. Der Mond ist aufgegangen. Es ist so still geworden. Müde bin ich, geh zur Ruh. Wie könnt ich ruhig schlafen. Der Mensch hat nichts so eigen. Ein getreues Herze wissen. Wir pflügen und wir streuen. Auferstehn, ja auferstehn wirst du. Auf, laßt uns fröhlich singen. Ich hab von ferne. In die Ferne möcht ich ziehen. Kennt ihr das Land, auf Erden. Laßt mich gehn. 15 Mohr, 1848. Nach Ludämilie Elisabeth, Schwedler, 1730. Preiswerk, 4 1871. F. W. Krummacher, 1868. Wetzel, + 1819. Arndt, 4 1860. Grafe, 4 1869. Spitta, 4 1859. J. C. Arndt. Schmolck, 4 1737. Schenkendorf, 4 1817. Hiller, 4 1769. Franz, 4 1843. N. L. v. Zinzendorf, 1 1760. Woltersdorf, 4 1761. Zuerst 1677. v. Hausmann, 1826. Flitner, 4 1678. v. Hayn, 1 1782. Räder, 4 1872. Spitta, 4 1859. v. Willich, 4 1873. Falk, 4 1826. Gerhardt, 1 1676. Claudius, 1 1815. Kinkel, + 1882. Hensel, 4 1876. Franz, 4 1843. Dach, 1 1659. Flemming, 4 1640. Claudius, 4 1815. Klopstock, + 1803. Arndt, 1 1860. Hermes, 1 1821. Schenkendorf, 4 1817. Harms, 4 1855. Knak, 4 1878. Inhalt. 447. Unter Lilien jener Freuden. 448. Wie sie so sanft ruhn. 449. Wie wird uns sein. 450. Wo findet die Seele die Heimat. Anhang. Gebete Vor der Eidesleistung Biblische Kernsprüche. Bibel-⸗Lesetafel für die häusliche Anbach. Verzeichnis der Liederdichterr.. Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. 16 Allendorf, 4 1773. Roller, 4 1850. Spitta, 4 1859. Jörgens, 4 1832. Al darur uns Ei nun all 5 2. für d daß regier G allzei Woh ** 3. * denn Dir + 1773. + 1850. + 1859. y 1832. Seite 385 431 435 447 462 476 J. Lob und Dank. Luk. 2, 14. llein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlaß; all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich für deine Ehr; wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessen ist dein Macht; allzeit geschieht, was du bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn ein⸗ geborn Jehovah, will ich singen; denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? ir will ich meine Lieder bringen; D* dir, D deines himmlischen Vaters, Versöhner derer, die verlorn, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not: erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, mit deinem Heil uns tröste. Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jesus Christ erlöste durch Marter groß und bittern Tod; wend allen Jammer ab und Not; darauf wir uns verlassen. Nikolaus Decius, 4 1541. 2. ach, gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2 — 9. —0 — SEEEE 2 Lob und Dank. 2. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen ein— gericht't und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschieht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 3. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir. Dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier, ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. daß 4. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan, so klingt es schön in meinem Liede, so bet ich dich in Geist und Wahr— heit an, so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 5. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaus⸗ sprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, ich Abba, lieber Vater! schrei. daher 6. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jeder Zeit, die giebst du und thust über— als und ich verstehe, bitte begehr. 7. Wohl mir! Ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist alles Ja und Amen,‚ was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir, jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Selig— keit! Bartholomäus Crasselius, 1667—1724. schwenglich mehr, du ei dir naus⸗ nd; beten, „daß ind Shristi Jater! dies be! t und Gabe, jeder über⸗ mehr, ind Jesu selbst Amen, t und itt. t und , Selig⸗ 24. Lob und Dank. 3 3. G˙⁰ ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke. Hehr ist sein Nam und groß sind seine Werke und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten, und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nach— mals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest; 19 ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre; Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel, Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden, und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 2* 4 Lob und Dank. 3 14. Kein Sperling fällt, 15. Ist Gott mein Schutz, 3 Herr, ohne deinen Willen; will Gott mein Retter werden, 3sollt ich mein Herz nicht mit dem so frag ich nichts nach Himmel und 3 Troste stillen, nach Erden 3 daß deine Hand mein Leben hält?[ und biete selbst der Hölle Trutz. —* Christian Fürchtegott Gellert, 1716-1769. 3 4. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. G Gott, wir fallen nieder. 3. Droben knien vor deinem Zwar du bedarfst nicht unsre Throne Lieder, die Altesten mit goldner Krone, 3 uns ziemt und nützt dein Lob der Erstgebornen selge Schar, 3* ö so sehr. samt den unzählbaren Frommen, 3 Dir zum Lob sind wir geboren, die durch den Sohn zu dir ge— 3 so teur erkauft, so hoch erkoren. kommen; 3 O Seligkeit, dir geben Ehr! sie bringen ihre Psalmen dar: 3 Zu deinem Lobe nur Macht, Weisheit, Herrlichkeit, 3 ist alle Kreatur. Preis, Dank in Ewigkeit! 3 Selges Wesen, Amen! Amen! 3 zu dir wir nahn Auch wir sind dein 3 und beten an; und stimmen ein: 3 in Geist und Wahrheit seis gethan.[du, Gott, bist unser Gott allein! ö 2. Tag und Nacht mit Ehr— 4. Alle preisen deine Werke, 3 furcht dienen die Weisheit, Liebe, Huld und dir Seraphim und Cherubinen, Stärke, der Engel Scharen ohne Zahl. die über alles Denken geht. Alle Geister, die dich kennen, Treue, Langmut, Licht und Segen dich heilig, heilig, heilig nennen, ist, Herr, in allen deinen Wegen; 3 sie fallen nieder allzumal. kein Lob ist, das dich g'nug erhöht. 3 Ihr Seligsein bist du; Doch ist es eingeprägt 4 dir jauchzet alles zu. in alles, was sich regt. 4 Amen! Amen! Amen! Amen! Auch wir sind dein Auch wir sind dein und stimmen ein: und stimmen ein: 4 du, Gott, bist unser Gott allein! du, Gott, bist unser Gott allein! 20 daß Nin daß und zerf En einem rone, 1, imen, rge⸗ ar: chkeit, llein! Verke, und Segen egen; höht. llein! Lob und Dank. 5. 6 5. Komm, in uns dich zu ver— klären, daß wir dich würdiglich verehren. Nimm unser Herz zum Heiligtum, daß es, ganz von dir erfüllet und durch dein Nahesein gestillet, zerfließ in deiner Gottheit Ruhm. Dich, unser höchstes Gut, erhebe Geist und Mut. Amen! Amen! Im Freudenschein, in Leid und Pein bleibst du, Gott, unser Gott allein. Nach Gerhard Tersteegen, 1697—1769. 5. Mel. Hosianna! Davids Sohn. (Eigene Volksliedmelodie.) Geder Gott, wir loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen stimmen dir ein Loblied an; alle Engel, die dir dienen, rufen dir in selger Ruh: heilig, heilig, heilig! zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth, heilig, Herr der Kriegesheere, starker Helfer in der Not! Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm; alles ist dein Eigentum. 4. Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gieb, daß wir von Sünden heut und von Unfall sei'n befreit! 5. Herr, erbarm, erbarme dich; über uns, Herr, sei dein Segen! Leit und schütz uns väterlich; bleib bei uns auf allen Wegen! Auf dich hoffen wir allein; laß uns nicht verloren sein! 1779. Nach dem Ambrosianischen Lobgesang(Te deum laudamus). 6. Psalm 146. Hde Gott zu loben bleibe meine Seelenfreud. Ewig sei mein Gott erhoben, meine Harfe ihm geweiht! Ja, so lang ich leb und bin, dank, anbet und preis ich ihn. 21 ————..... erenenenceocencoceeecee —————————.— 7 Lob und Dank. 2. Setzt auf Fürsten kein Ver⸗ trauen! Fürstenheil steht nimmer fest. Wollt ihr auf den Menschen bauen, dessen Geist ihn bald verläßt? Seht, er fällt, des Todes Raub, und sein Anschlag in den Staub. 3. Heil dem, der im Erdenleben Jakobs Gott zur Hilfe hat, der sich dem hat ganz ergeben, dessen Nam ist Rat und That! Hofft er von dem Herrn sein Heil, seht, Gott selber wird sein Teil. 4. Er, der Himmel, Meer und Erde mit all ihrer Füll und Pracht durch sein schaffendes: es werde! hat aus nichts hervorgebracht, er, der Herrscher aller Welt, ists, der Treu und Glauben hält. 5. Er, der Herr ists, der den Armen, Unterdrückten Recht verschafft, giebt mit mächtigem Erbarmen Hungernden stets Brot und Kraft, und von Zwang und Tyrannei macht er die Gefangnen frei. 6. Er, der Herr, ists, der den. Blinden liebreich schenket das Gesicht. O ja, die Gebeugten finden bei ihm Stärke, Trost und Licht. Seht, wie Gott, der alles giebt, immer treu die Frommen liebt! 7. Er ists, der den Fremdling schützet, der die Witwen hält im Stand, der die Waisen unterstützet, ja, sie führt an seiner Hand. Die ihm ruchlos widerstehn, müssen ratlos irre gehn. 8. Er ist Gott und Herr und König; er regieret ewiglich. Zion, sei ihm unterthänig, freu mit deinen Kindern dich! Sieh, dein Herr und Gott ist da! Hallelujah! er ist nah. Matthias Jorissen, 1739—1823. 7. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust! Ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. en raft, nnei den. licht. iebt, iebt! dling and, 0. hn, und t da! zrunn spat Lob und Dank. 7 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmels— zelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser mit Tau und Regen netzt? Feld Wer wärmet uns in Kält und Frost? schützt uns vor dem Wind? macht es, daß man Ol und Most zu seinen Zeiten find't? 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, werten, edlen Fried in unserm Vaterland? 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir; du, du mußt alles thun! Du hältst die Wacht an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, herzlich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr; ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein und was sein Kummer sei; kein stilles Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 9 2* 13. Wohlaͤuf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut; dein Gott, der Ursprung Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. aller 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. —— NNENAN ́——2— * 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zum Heil gekehrt! Lob ind Dank. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun! So laß ihn ferner thun und red ihm nicht darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt, 1607—1676. 8. QWehovah, Jehovah, Jehovah, deinem Namen sei Ehre, Macht und Ruhm! auf dein Wort in Staub zerfällt, soll in unsern Hallen das Heilig, Heilig, Heilig! er— Amen, Amen! schallen. Bis einst der Tempel dieser[Hallelujah! Hallelujah! Welt Gottlieb Konrad Pfeffel, 1736—1809. 9. Psalm 103. Lee den Herren, den mächtigen 11.— 1½ Ehren, meine geliebete Seele; das ist mein Banchren. Kommet zu hauf! Psalter und Harfe, wacht auf; lasset den Lobgesang hören! Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefäll hast du nicht d diese⸗ 8 x 1 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! der Der was we was hehn, erner ruhn 676. 809. iret? stlich eitet, dich 22 Lob und Dank. 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 10 — 5. Lobe den Herren! was in mir ist, lobe den Namen! Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! n 3es ja nicht chließe mit Amen! Alles, was Er ist dein Seele, vergi lobende, sch Joachim Neander, 1650— 1680. 10. Psalm 146. L᷑ den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Hallelujah! Hallelujah! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Hallelujah! Hallelujah! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist, der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. ö E Wer diesen Herrn zum stand hat, Bei⸗ findet am besten Rat und That. Hallelujah! Hallelujalh! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden und, was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah! Hallelujah! 5. Zeigen sich welche, die Un— recht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft. Hungrigen will er zur Speis be— scheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad ist mancherlei. Hallelujah! Hallelujah! — Weerrenrerenenenenenermenerenen 11 Lob und Dank. — — — Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tiefgebeuget gehn. Wo er kann gläubige Seelen finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Trutz; Witwen und Waisen hält er Schutz. Hallelujah! Hallelujah! 7. Aber der Gottesvergessnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich. Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Hallelujah! Hallelujah! 8. Rühmet, ihr Menschen den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe: Amen! und bringe Lob mit frohem Mut! Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heiligen Geist! Hallelujah! Hallelujah! Johann Daniel Herrnschmidt, 1675—1723. II. Sirach 50, Non danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben 24— 26. und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone, ihm, dem dreiein'gen Gott, wie es anfänglich war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rinkart, 1586—1649. N· dem, erhel 2 * Got der und 3 frisce und sich doch die und erfr ich. für den hut. en! tut! und gen sei Lob und Dank. 12. Sirach 50, 24—26. NI danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer erhebt im Himmelszelt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut, 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt, 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld ver— giebt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz Tiefe hin. ins Meeres 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, wenn wir von der Erd abscheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1607—1676. 13. Psalm 103. Non lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein! Sein Wohlthat thut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! hat dir dein Sünd vergeben, heilt deine Schwachheit groß, 57 2 erlöst dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit Trost dich überschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leid'n in seinem Reich. erewnmerebenenen ewwenenenens nee 14 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht. Den Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad thut er nicht sparen; den Blöden ist er hold. Sein Güt ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen ob ihrer jungen Kindelein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn fürchten kindlich rein. Er kennt uns arme Knechte und weiß, wir sind nur Staub, Lob und Dank. ein bald verwelkt Geschlechte, wie Gras und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet; sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit; sie bleibt bei der Gemeine, die, stets in seiner Furcht bereit, will seinen Bund bewahren. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engelscharen, lobt ihn mit uns zugleich und dient dem Herrn der Ehren und breitet aus sein Wort! Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Johann Gramann, 1487—1541. 14. Pun preiset alle Gottes Barmherzigkeit! Lob ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden; „: freue dich, Israel, seiner Gna— den! 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben; „: Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein; zur grünen Weiden stellet euch willig ein. Da läßt er uns sein Wort verkünden, „: machet uns ledig von allen Sünden.: O so s von 2 von ber Ne gkeit; Hereit, cen. Ehren hren 541. ihn Ehre Wort allen Lob und Dank. 15 4. Er giebet Speise reichlich und überall; nach Vaters Weise sättigt er allzumal. Er schaffet Früh- und späten Regen, „: füllet uns alle mit seinem Segen. — 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit! Sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden; „: freue dich, Israel, seiner Gna⸗ den! 7* Matthäus Apelles v. Löwenstern, 1594— 1648. 15. daß ich tausend Zungen hätte und einen tauf sendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzenzand ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimm erschallte bis dahin, wo die Sonne steht. O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir; ihr schwanken Gräschen in den Feldern, 1. Cates laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein nd stimmet t lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehilfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. alles, 6. Dir sei, o allerliebster Vater, unendlich Lob für Leib und Geist, für alles, mildester Berater, was deine Güte mir erweist, was du in deiner ganzen Welt zu meinem Wohlsein hast bestellt. 7. Mein treuster Jesu, priesen, daß dein erbarmungsvolles Herz sich mir so hilfreich hat erwiesen und mich durch Blut und Todes⸗ schmerz sei ge⸗ 29 ö 16 Lob und Dank. 3 von aller Teufel Grausamkeit 11. Wie sollt ich nun nicht ö 3 zu deinem Eigentum befreit. voller Freuden 3 8. Auch dir sei ewig Ruhm in deinem steten Lobe stehn? das und Ehre, Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden dar 3 o heilig-werter Gottesgeist, nicht triumphierend einhergehn? mit für deines Trostes süße Lehre. Und fiele auch der Himmel ein, die mich ein Kind des Lebens heißt. so will ich doch nicht traurig sein. ist Ac ich etwas Guts verric 76 0 geb 3 Ach⸗ ich en 6 ni n 12. Ich will von deiner Güte 3 das wirket nur dein göttlich Licht. singen 90 9. Wer überströmet mich mit so lange sich die Zunge regt. 20 5 Segen? ch will dir Freudenopfer bringen, ö Bist du es nicht, du reicher Gott!? so lange sich mein Herz bewegt. ach Werschützet mich aufmeinenWegen? Ja, wenn der Mund wird da Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! kraftlos sein, 42 Du trägst mit meiner Sünden so stimm ich noch mit Seufzen ein. Schuld 420— 9 unsäglich gnädige Geduld. 13. Ach, nimm das arme Lob Ack 10. Ich hab es ja mein, We geb Lebetage mein Gott, in allen Gnaden hin. + schon so manch liebes Mal gespürt. Im Himmel soll es besser werden, . Hei dei F ö bi daß du mich unter vieler Plage wenn ich bei deinen Engeln bin; ——..— 8 ů ö Fhor zwar wunderbar, doch wohl geführt; ů 3 ung 0——..0 Chor vor —.— N Hor. 1— ö denn in der größesten Gefahr We Aüsern Danmihn Er ward ich dein Trostlicht doch gewahr. Johann Mentzer, 1658—1734. ihr ꝗ* die 16. gel ö 5. Mose 32, 3. Mel. Es ist das Heil uns kommen her Se˙ Lob und Ehr dem höchsten 2. Es danken dir die Himmels— die Gut, heer, dem Vater aller Güte, o Herrscher aller Thronen, 90 dem Gott, der alle Wunder thut, und die auf Erden, Luft und Meer 2 ů dem Gott, der mein Gemüte in deinem Schatten wohnen, mit seinem reichen Trost erfüllt, die aan. deine Schöpfermacht, dem Gott, der allen Jammer stillt; die alles also wohlbedacht; gebt unserm Gott die Ehre! gebt unserm Gott die Chie! 30 nicht den 2 Leiden hn? elein, sein. Güte gt. ingen, wegt. wird u, n ein. e Lob nhin. erden, bin; Chor 1734. mels⸗ Meer nacht, Lob und Dank. 16 3. Was unser Gott erschaffen hat, das will er auch erhalten; darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich; gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Not: ach Gott, vernimm mein Schreien! da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir. Ach, danket, danket Gott mit mir; gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden. Er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her; gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilf er⸗— mangeln muß, die alle Welt erzeiget,— so kommt, so hilft der Überfluß, der Schöpfer selbst, und neiget 31 die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh; gebt unserm Gott die Ehre! — 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren. Man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich; mein Geist und Leib, erfreue dich; gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott! der Herr ist Gott, der Herr ist Gott; gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein An⸗ gesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen. Bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht; gebt unserm Gott die Ehre! Johann Jakob Schütz, 1640—1690. SSIISR SSSDRRRRRRRR 2n —.—. ———‚‚ IIInnnnrn Lob und Dank. 17. S ich meinem Gott nicht singen, sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ists doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald vom Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn. O du unergründ'ter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können! Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not entstehen, nimmt ers gleichfalls wohl intocht. Wenn mein Können, mein Ver— mögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebet an, seine Kraft mir beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält, Tier und Kräuter und Getreide; in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Gottes Lieb in Ewigkeit. See, Zeit, — Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein niem ob es thut al mir will und A G 9 ob 4 denn sind d. und die dure 2 0 ꝛrer Hant ort, erfülle liht, bricht t stille. e Zeit, it. ergehen icht; hen, in ccht. in Ver- kann, het an, Zeit, . e Heere stellt. nkehre, d hält, treide; Höh, ht sein it Lob und Dank. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus den Bahnen weicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Seine Strafen, seine Schläge, ob es mir auch bitter scheint, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die mich hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 18 10. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinn ent⸗ gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein; also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigei Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe find't, 11. ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind,, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser lob und lieb in Ewigkeit. Zeit Paul Gerhardt, 1607—1676. 18. Wen ich, o Schöpfer, deine so weiß ich, von Bewundrung Macht, voll, die Weisheit deiner Wege, nicht, wie ich dich erheben soll, die Liebe, die für alle wacht, mein Gott, mein Herr und anbetend überlege, Vater. 2 Seneie AIAIIIIIIrere D 19 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausge⸗ schmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herr— lichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm; dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Lob und Dank. Mich, ruft der Baum in sein 2. Pracht, mich, ruft die Saat, hat Go Der G gemacht; Wer ha bringt unserm Schöpfer Ehre! Er, de We 5. Der Mensch, ein Leib, de deine Hand. Wer g so wunderbar bereitet, Wer 1 der Mensch, ein Geist, den sei Verstand, Istsn dich zu erkennen, leitet, 3 der Mensch, der Schöpfun ö Ruhm und Prei 0 60 st sich ein täglicher Beweis ma d 901 deiner Güt und Größe. 110 Gott ö ö Du 6. Erheb ihn ewig, o meit Heis ö Geist, durch erhebe seinen Namen; Siel 8 ser V sei i Veh, Gott, unser Vater, sei gepreist, »'Welt sag: Amen! ö und alle Welt sag: Amen! damit und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihn 4. gern! Wer wollte Gott nicht dienen? und Er V Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. den 19. W'i groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei er ‚ine oßte Pfl ht! sei ewig meine größte flich Der Herr hat mein noch nie— W vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner Sen nicht. dein in seim at Go Ehre! eib, de ind den sei höpfun d Preit eis öße. o mei preist, n n Herrn en ihn enen? 1769. messen, icht! ch nie seiner Lob und Dank. 20 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Guts ge— nießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus lei⸗ den, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er; je mehr ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwach— heit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeitk der Schmerzen; sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. 20. Mel. Alle Menschen müssen sterben. W' soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende deines mir dazu von oben Geistes Kraft, mein Gott; denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür: 3* ee r E EE Arnernerernenen ——— 20 Lob und 2. Herr, entzünde mein Ge— müte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich ver— lassen und gehäufet Schuld auf Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmut und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast getragen voll Erbarmen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 4. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, ganz sich zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. Wie ein Vater nimmt und giebet, wie's den Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs höchste kommen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 36 Dank. 6. Mich hast du auf Adlers⸗ flügeln ö oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich; wenn schien alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hilf ich innen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! — 7. Fielen tausend mir zu Seiten und zur Rechten zehnmal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöten, die mich drangen, ich bin dennoch stets entgangen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Vater, du hast mir erzeigel lauter Gnad und Gütigkeit, und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausend⸗, tausendmal sei dit, großer König, Dank dafür! 9. Tausendmal sei dir gesungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten;— da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. Ludwig Andreas Gotter, 1661-1735, un 8 laß di Deine hast d ob wii Hil stärke1 Laß d laß di 2. deines mehr Große sende die de Lol Mond seid b einen Bẽ Jesu dir i Le alle von heilie ldlers⸗ Hügeln mnen, innen. ei dir, für! Seiten mehr, ten eer, angen, angen. ei dit, für! erzeiget it, get, st der den. ei dir, für! ungen, ob und n; ang ten u3 nd für underbarer König, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen! Deine Gnadenströme hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch; stärk uns doch. Laß die Zunge singen; laß die Stimm erklingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten, mehr als aller Menschen Staaten! Großes Licht der Sonne, sende deine Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern; seid bereit, zu ehren einen solchen Herren! Sonntag. 2I. 3 3. O du meine Seele, singe, fröhlich singe, singe deine Glaubenslieder! was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder! Er ist Gott Zebaoth; er ist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Hallelujah bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet! Hallelujah singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergiebet! O, wohl dir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander, 1650—1680. II. Sonntag. 22 r. Mel. Mache dich, mein Geist, bereit. Bdner heilge dich mit dem heilgen Oele. Jesu Geist ergieße sich dir in Herz und Seele. Laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig übergehen. der Seele Glut und ihr heiß Verlangen, dem, der für dich gab sein Blut heilig anzuhangen; heilger Rauch sei es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 2. Heilige SN D 3. Das Gebet der frommen Schar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet, und da ist Jesus Christ Priester und Versühner aller seiner Diener. 4. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier alle sich vereinen und es geht ein Gebet aus von ihnen allen, wie muß das erschallen! 23. Eirs hätten wir von Herzen gern und wollen unsern lieben Herrn recht innig drum anflehen: ach lieber Gott, in deinem Haus laß uns gesegnet ein und aus als deine Kinder gehen! 2. Es ist doch nirgends in der Welt um unser Herz so wohl bestellt als hier, wo wir erscheinen, den schönen Gottesdienst zu schaun und an dem Wort uns zu erbaun, womit du dienst den Deinen. Sonntag. 95— 5. O der unerkannten Macht von der Heilgen Beten! Ohne das wird nichts vollbracht und laß so in Freud als Nöten. uns ni Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde, so zum End der Feinde. 6. Betet, daß die letzte Zeit ott vollends übergehe, Le daß man Christi Herrlichkeit und l offenbaret sehe. Gott 1 ö Stimmet ein Alles insgemein 6 undsi mit der Engel Sehnen We nach dem Tag, dem schönen. wer ih Christoph Karl Ludw. v. Pfeil, schlagt 171¹²1784. gebt d 2 dem d Tage1 „Heili 3. Hier legen wir den Wander- Uugen stab aller und allen Staub der Erde ab He und alle Mühn und Sorgen; unsre wir halten mit einander Rast wenn und laden uns bei dir zu Gast unsre und fühlen uns geborgen. 3. 4. Da wird das Herz so allen freudenvoll die u und weiß nicht, wie es danken sol; Dael da beten wir und singen, Seele um dir mit aller Engel Heer dir z demütig Lob und Preis und h. D als Opfer darzubringen. sollst de, keit ten. Pfeil, zander⸗ eab jen; Rast Gast Macht 5. Ach komm und sei uns Burg und Hort llbracht und laß von deinem lautern Wort uns nichts auf Erden treiben 2 IE Zeit 6⁷⁷ ist gegenwärtig! Lasset uns anbeten und in hrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder; gebt das Herz ihm wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebeuget dienen. „Heilig, heilig, heilig“ singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, wenn auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, die uns Sünd und Welt bereiten. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, Sonntag. und segne gnädig unsern Gang, damit wir unser Leben lang bei deinem Haus verbleiben. Julius Sturm, geb. 1816. 4. unser Gott und Herre; dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allem. 5. Du durchdringest alles. Woll 0 mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 6. Mache mich voll Einfalt, innig, abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden! Mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit! FE SS..... enramnenen Laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. 7. Komm, in mir zu wohnen, daß mein Geist auf Erden dir ein Heiligtum kann werden! 25. 26 Sonntag. Komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich stets dich lieb und ehrel Wo ich geh, wo ich steh, laß mich dein gedenken, mich in dich versenken. Gerhard Tersteegen, 1697-1769. 25. roßer Gott von alten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt, heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, lieb ich diese Stunden; denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. wie 3. Habe Dank für Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt diesen und von Herzen betet, singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner, als Gott dienen? Was ist süßer, als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht't. 5. O mein Gott, sprich selber Amen; denn wir sind dein Eigentum. Alles preise deinen Namen! Alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann, 1648—1715. 26. Mel. Hallelujah! Gott zu loben. allelujah, schöner Morgen, schöner, als man denken mag! Heute fühl ich keine Sorgen; denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. Heu dem in d 8 heu den von · ehre! 1769. —* singt, dringt. Gott Vort, Bienen t² Nacht icht't. selber um. schehn, sehn. 17¹⁵. it 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunklen Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt, Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au. Da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Welt⸗ geschäfte! Heute hab ich sonst zu thun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gotteswerk für mich. 5. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, 27 Her Jesu Christ, dich zu uns H wend; dein heilgen Geist du zu uns send. Mit Hilf und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. Sonntag. 4¹ 27 wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. ermuntre meine Sinnen und bereite selbst die Brust. Laß mich Lehr und Trost gewinnen; gieb zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Schall recht tief in mein Herze fall. 6. Herr, 7. Segne deiner Knechte Lehren; öffne selber ihren Mund. Mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier fleht und singt, solches in dein Herze dringt. 8. Gieb, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist. Segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbats bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbat halten mag. Jonathan Krause, 1701—1762. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein; bereit das Herz zur Andacht fein. Den Glaͤuben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt. SSDNED D 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. Sonntag. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreifaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Zuerst 1651. 28. gomm, heiliger Geist! Erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du aus allerlei Geschlecht und Zungen ein heiliges Volk dem Herrn ge— sammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Hallelujah! Hallelujah! Nach einem altkirchlichen lateinischen Pfingstliede. 29. L vom Licht, erleuchte mich bei dem neuen Tageslichte! Gnadensonne, zeige dich meinem muntern Angesichte! Wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbat fröhlich sei. 2. Brunnquell aller Seligkeit, laß mir deine Ströme fließen! Mache Mund und Herz bereit, deiner Gnade zu genießen! Streu das Wort mit Segen ein; laß es hundertfrüchtig sein! 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget! Sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrtum mich betrüget und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit: heilig, heilig, heilig! singen und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flügeln schwingen. Gieb mir einen Vorschmack ein wie es mag im Himmel sein. 5 5. Ruh in mir und ich in dir; bau ein Paradies im Herzen! Offenbare dich doch mir! Sende meiner Andacht Kerzen immer neues Feuer zu, o du Liebesflamme du! 6. Dieser Tag sei dir geweiht; weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. Benjamin Schmolck, 1672—1737. auf ieb d Lenke do ganz 2 ist n wo uns d dem Thron; igkeit. 1651. in ge⸗ schen ezeit: ngen. k ein, — Sonntag. 30. 31 30. iebster Jesu, wir sind hier, &dich und dein Wort anzuhören. Lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes denken, thun und dichten wollst du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlich— keit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesamt bereit; öffne Herzen, Mund und Ohren. Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen! Tobias Clausnitzer, 1618-1684. 31. Mel. Herz und Herz vereint zusammen. wie freun wir uns der Stunde, da wir dir, Herr Jesu, nahn, um aus deinem heilgen Munde Lebensworte zu empfahn! Laß uns heute nicht vergebens Hörer deines Wortes sein; schreibe selbst das Wort Lebens tief in unsre Herzen ein. des 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen; großer Meister, rede du! sieh, wir hören deiner süßen Rede heilsbegierig zu. Lehr uns, wie wir werden; lehr uns, wie wir unsre Zeit, diese kurze Zeit auf Erden, nützen für die Ewigkeit! selig 3. Lehr uns, wie wir dem Ver— derben durch der Gnade Kraft entgehn, wie wir, eh wir leiblich sterben, wahrhaft geistlich auferstehn und nach deinem Wohlgefallen denken, reden, leiden, thun, graden Weges dahin wallen, wo wir nach der Arbeit ruhn. 4. Offne selbst uns das Ver⸗ ständnis, wie den Jüngern du gethan; zur lebendigen Erkenntnis trag die Fackel du voran! Licht der Welt, das schon ver— scheuchte manche dichte Finsternis, Licht der Welt, auch uns erleuchte; denn im Licht geht man gewiß. HSSERRN II 32. 33 Sonntag. 5. Gieß uns aber auch das 6. Nun so lege Licht und Liebe, Feuer Kraft und Feuer auf dein Wort; 3 K 2667—— deiner Liebe in das Herz, laß es mit lebendgem Triebe daß an dir wir immer treuer in uns wirken fort und fort! hangen unter Freud und Schmerz. Hilf uns, daß wir treu be— Keine Last sei uns beschwerlich, wahren, die von dir uns aufgelegt; was wir in das Herz gefaßt, alles sei uns leicht entbehrlich, und laß andre auch erfahren, was mit dir sich nicht verträgt. daß du Lebensworte hast. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. 32 ieh, hier bin ich, Ehrenkönig, Laß dich finden, laß dich finden; lege mich vor deinen 585 der hat alles, der dich hat. Schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon. 4. Hör, wie kläglich, wie be— weglich dir die treue Seele singt, wie demütig und wehmütig 2. Sieh doch auf mich, Herr, deines Kindes Stimme klingt. ich bitt dich; Laß dich finden, laß dich finden; lenke mich nach deinem Sinn. denn mein Herze zu dir dringt. Dich alleine ich nur meine; dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden; gieb dich mir und nimm mich hin. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. 3. Herr, erhöre, ich begehre Laß dich finden, laß dich finden, nichts als deine freie Gnad, großer Gott, ich bin bereit! die du giebest, den du liebest 7 1466168 25*— JIoad Neander, 1650—1680. und der dich liebt in der That. e 33. S8⁰ uns fertig, gegenwärtig, sind wir all versammelt hier. anzubeten, Herr, vor dir. Herr,erscheine! Groß und Kleine, Dir zur Ehre, uns zur Lehre deiner Gnade harren wir. 44 9 weht W'ĩ 98 bleib R —— 2 2 Ach mei hier Liebe, Wort; be t! be⸗ üden; e be— t. den; ingt. en, reud zen, den, 80. ine, Sonntag. 2. Hohe Stille, Segensfülle + 2—5 weht um uns an diesem Ort. Was zerstreuet und entzweiet, bleib aus diesen Mauern fort! 2 24 2* 3. Sieh uns fertig, wärtig, gegen⸗ anzubeten, Herr, vor dir. Brich die Wolke, zeig dem Volke Reine Hallen soll durch- offen deine Himmelsthür! ö schallen, Laß uns brennen und erkennen: Herr, Herr, dein lebendig Wort. ja fürwahr, der Herr ist hier! Karl Gerok, 1815—1890. 34. Mel. 7 mir auf die schöne Pforte; führt in Gottes Haus mich ein! Ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht; hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir ge— kommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein; laß es deinen Tempel sein! in Furcht mich vor dich treten! Heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten dir ein lieblich Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr; zieh das Herze ganz empor! 3. Laß ö Weicht, ihr Berge, fallt ihr Hügel. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Saatkorn auf mich fällt. Gieb mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein; laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben; laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben. Halte mir dein Wort stets für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. Herr, so hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt. Speise mich mit Himmelsbrot; tröste mich in aller Not. 6. Rede, will ich Benjamin Schmolck, 1672—1737. 3⁵ Feste und Festzeiten. III. Feste und Festzeiten. 1. Aövent. 35. A auf, ihr Reichsgenossen! Der König kommt heran. Empfahet unverdrossen den großen Wundermann! Ihr Christen geht herfür! Laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen! Der König ist gar nah. Hinweg all Angst und Schmerzen! Der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können in Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten! Der König ist nicht fern. Seid fröhlich, ihr Verzagten! Dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen; er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Seid fromm, ihr Unter— thanen! Der König ist gerecht. Laßt uns die Weg ihm bahnen; macht sie zum Einzug recht! 46 dieweil uns Gott aus Fürwahr, er meint es gut; drum lasset uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Mut! auf, ihr Hoch⸗ betrübten! Der König kommt mit Macht. 5. Frisch An uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden, Gnaden läßt seine Kinder sein. 6. So eilt mit schnellen Schritten, den König selbst zu sehn! Er kommt in unsre Mitten, stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. + 7. Der König will bedenken so er herzlich liebt, köstlichen Geschenken, der sich selbst uns giebt durch seine Gnad und Wort. O König, hocherhoben, die, mit als wir alle wollen loben dich freudig hier und dort! sanf emp gut; n/ icht. Pein den, den nellen zön. enken Vort. Hoch— 8. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach. Du liebest unvergleichlich; du gehst den Sündern nach. Advent. Drum woll'n wir dir allein die Stimmen hoch erschwingen, dir Hosianna singen und ewig dankbar sein! Johann Rist, 1607—1667. 36. ** König kommt in niedern Hüllen sanftmütig auf der Eslin Füllen; empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedens— palmen! Bestreu den Pfad mit grünen Halmen; so ists dem Herren angenehm. 5 O 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren; doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. —2 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden; doch aller Erden Reiche werden dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest her— gezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen; es schweigt der Sturm, von dir bedroht. auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fesseln Sünd und Tod. Du kommst, 5. O Herr von großer Huld und Treue, o, komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört! Not ist es, daß du selbst hie— nieden kommst, zu erneuen deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 6. O, laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. daß wir, Friedrich Rückert, 1789—1866. —α 37. 38 Feste und Festzeiten. 37. Ge sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und zu uns her gesendet hat. Rat 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, was sie haben prophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, Friedefürst, Kraft, Rat und Held, hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte dir auch eine Bahn, Herr, in meinem Herzen an. Zeuch, du Ehrenkönig, ein; es gehöret dir allein. Mach es, wie du gerne thust, rein von aller Sündenlust. 6. Und gleichwie dein Kommen war voller Sanftmut, ohn Gefahr, also sei auch jeder Zeit deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin und des Satans schlaue List sich gar hoch und kühn vermißt. 8. Laß mich, wenn du, Lebens⸗ fürst, prächtig wiederkommen wirst, freudig dir entgegengehn und vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held, 4 1695. 38. n Davids Sohn kommt in Zion eingezogen. Ach, bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen. Streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen. Unser Herz ist schon gerüst't, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Thoren ein; du sollst uns willkommen sein! 48 2 3. Hosianna, Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. eine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna, lieber Gast! Wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast; ach, so laß uns unverdrossen deinem Sceepter dienstbar sein; herrsche du in uns allein! 8 D ——— Ewi Gott mmen uhr, Sinn, e bin ist rmißt. ebens⸗ sein; 5. Hosianna! Komme bald‚, die Verheißung zu erfüllen! Sollte gleich die Knechtsgestalt deine Majestät verhüllen, o, so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna! Steh uns bei! O Herr hilf, laß wohlgelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Advent. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna nah und fern! Eile, bei uns einzugehen, du Gesegneter des Herrn. Warum willst du draußen stehen? Bist du da? Hallelujah! Je Ja, du kommst. Benjamin Schmolck, 1672—1737. 39. Mel. Wer das Kleinod will erlangen. (Eigene Volksmelodie.) KHet Zu der Erde steigt der Friedefürst herab. Ewig hochgepriesen werde Gott, der ihn der Erde gab. Freut euch Sünder, jauchzt ihr Frommen! Unsern König, seht ihn kommen! „: Unser Heil kommt, unser Licht, unsers Herzens Zuversicht. 5 2. Zu der Erde neigt sich wieder Gottes Vaterhuld herab. Segen taut vom Himmel nieder; Morgenglanz bestrahlt das Grab. August Ludwig Christian Heydenreich, 177 49 9— Erlösung wird gefunden; seht, es heilen alle Wunden. „: Müden strömet süße Ruh, Sterbenden Belebung zu. ½ 3. Kommt, ihn würdig zu empfangen; macht ihm Wege, macht ihm Bahn! Eilt, in Demut, mit Verlangen euern König zu empfahn! Streut ihm Zweige, streut ihm Palmen; Jubel, singt Psalmen! „ Geist und Herz sei ihm geweiht; Preis dem Herrn der Herrlichkeit!:,: bringt ihm ihm —1858. 40. 41 Feste und Festzeiten. 10. Köust du, kommst du, Licht der Heiden? Ja, du kommst und säumest nicht, weil du weißt, was uns gebricht. O du starker Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Thür steht dir offen, komm zu mir! 2. Ja, du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Gottes Sohn! Meine Sinnen spüren schon deinen gnadenvollen Segen und die Wunder deiner Kraft, welche Frucht und Leben schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe; Jesu, nimm mein Flehen hin! Schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; denn zu lieben dich, mein Licht, ö steht in meiner Kraft sonst nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüte; Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld, mich zu dir sein hoch erhaben! Dann so will ich für und für Hosianna singen dir. Ernst Christoph Homburg, 1605—1681. 4I. Psalm 24. M⸗ hoch die Thür, die Thor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rat.“ 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert; Sanftmütigkeit ist sein Gefährt. Sein Königskron ist Heiligkeit; sein Scepter ist Barmherzigkeit. All unsre Not zum End er bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von That. so die Wohl da di Er is bring mein Licht, nicht. müte; rund 681. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit! Eur Herz zum Tempel zubereit't! Die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud, Advent. so kommt der König auch zu euch, ja, Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad. 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ! Meins Herzens Thür dir offen ist. Ach, zeuch mit deiner Gnaden ein; dein Freundlichkeit auch uns er⸗— schein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weissel, 1590—1635. 12. Jes. 40, 3. 4. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Mi Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt! Bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast. Macht seine Steige richtig; laßt alles, was er haßt. Macht eben jeden Pfad. Die Thal laßt sein erhöhet; macht niedrig, was hoch stehet; was krumm ist, macht gerad. 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht. Ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten; zu dem kommt Jesus Christ. 4* 43. 44 4. Ach mache du mich Armen zu dieser Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! 43. Feste und Festzeiten. Zeuch in mein Herz hinein; mach es zu deiner Krippen, so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. Valentin Thilo jun., 1607— 1662. Mel. Auf, auf, ihr Reichsgenossen. N jauchzet all, ihr Frommen, in dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit, zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scepter, keine Krone sucht er in dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hie seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an! Wollt ihr beraten werden, so geht die rechte Bahn, die nach dem Himmel führt; denn wenn ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, euch Gottes Zorn gebührt. 4. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut! Laßt eure Lieder klingen, dem König zu lobsingen, der ist das höchste Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit, der euer Leid und Weinen verwandeln wird in Freud. Er ists, der helfen kann. Macht eure Lampen fertig! Seid seiner stets gewärtig; er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer, 1606—1673. I Mel. Werde munter, mein Gemüte. arum willst du draußen stehen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern. 52 Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. ein; 1662. nden inen — 5 zen jen. Welt nichtig; nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichtum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ists, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht gereue? 2. In der ist alles 3. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ. Dein Erfreuen ist die Weide, da man erst recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht! Laß, Herr, mich an dir er⸗ quicken; Jesu, komm, laß dich erblicken! Advent. 4⁵ 4. Freu dich, Herz, du bist erhöret; jetzo kommt und zeucht er ein. Sein Gang ist zu dir gekehret! heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu; gieb dich ganz zu seiner Ruh. Offne dein Gemüt und Seele; klag ihm, was dich drück und quäle! 5. Alles dient zu deinem Frommen, auch was bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen, und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt, 1607—1676. 15. Mel. Wie groß ist W' wär ich ohne dich gewesen? Was würd ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und Aengsten aus⸗ erlesen, stünd ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkles Grab; und wenn mein Herz sich tief betrübte, wer nähm ihm seinen Jammer ab? des Allmächtgen Güte. 2. Ach, unser Herz war in die Sünde, wie in ein schweres Joch, gespannt; wir irrten in der Nacht, wie Blinde, von Lust und Reu zugleich ent⸗ brannt. er Friede war der Brust entflohen; wie konnten wir uns Gottes freun? Bang hörten das Gesetz wir drohen; denn, ach! es drohte Tod und Pein. D 46 Feste und Festzeiten. 3. Da kam ein Heiland, ein Befreier, der Menschensohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sehen wir den Himmel offen, als unser wahres Vaterland; wir können glauben, lieben, hoffen und fühlen uns mit Gott ver— wandt. 4. Uns hat der Herr sich kund gegeben; des Heils in ihm sind wir gewiß. Nun dringt ein heitres, lichtes Leben in bodenlose Finsternis. Mit ihm bin ich erst Mensch geworden; das Schicksal ist verklärt durch ihn: ein Paradies muß aller Orten um mich, als Gottes Kind, er— blühn. 5. Nun flieht die Sünde aus dem Herzen; Straf und Pein entweicht. heilt der Schmerzen und macht die Last der Erde leicht. Durch ihn geheiligt, mag das Leben wie ein Traum; der ewgen Hoffnung hingegeben, bemerken wir den Abschied kaum. die Furcht vor Der Glaube Seele verschwinden schneller 6. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein; streckt jedem eure Hand ent⸗ gegen und laͤdet ihn zu Jesu ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an; die eines Glaubens mit uns werden, die sehn ihn mit uns aufgethan. Friedrich von Hardenberg, 1772—1801. 46. Mel. Valet will ich dir geben. W' soll ich dich empfangen, und wie begegn ich dir, o, aller Welt Verlangen, o, meiner Seele Zier? O, Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. e aus n; Pein Seele leicht. g das hneller egeben, kaum. f allen n an; t uns ethan. 1801. almen 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud, als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden,— du kommst und machst mich los. Ich stand in Spott und Schanden,— du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichtum thut. 5. Nichts, nichts trieben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund aus kann sagen, so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in H n du hochbetrübtes Hee bei welchem Gram 1 sich häufet mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. Advent. hat dich ge— dein Schmerze 46 7. Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht er— schrecken vor eurer Sünden Schuld Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld Er kommt, er kommt den Sündern zu Trost und wahrem Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem alle Macht und List der ganzen Welt zu wenig zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Welt⸗ gerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal! Paul Gerhardt, 1607— 1676. 47. 48 Feste und Festzeiten. 2. Weihnacht und Epiphanien. 47. Mel. Aus meines Herzens Grunde. (Eigene Volksliedmelodie.) er heilge Christ ist kommen, der teure Gottessohn; des sreun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist auf⸗ gegangen; die lange Nacht ist hin. Die Sünde liegt gefangen; erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg; der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos. Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß. Er will, daß alle, rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: geöffnet sind die Pforten,— ihr Kinder, kommt herein! Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. 48. Psalm 118, 24. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. .— ist der Tag, den Gott gemacht! Sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 56 vere wirf und we ve: hra die und 1860. dein ward; Thron seinen 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still. Er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 5. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. Weihnacht und Epiphanien. 49 6. Durch eines Sünde fiel die Welt; ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in das Vaters Schoße sitzt? 7. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 8. Dies ist der Tag, den Gott gemacht! Sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. 49. D ist die Nacht, da mir er— schienen des großen Gottes Freundlichkeit. Das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt- und Himmels⸗ licht hunderttausend nicht. weicht Sonnen 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein. 8 — Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein. Er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht in einer kurzen Zeit, 50 Feste und Festzeiten. wird dieses Licht mit seinem Willst du genießen diesen Schein, Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. dein Himmel und dein Alles sein. 5. Drum Jesu, schöne Weih— F᷑. nachtssonne, 4. Laß nur indessen helle bestrahle mich mit deiner Gunst! 20 scheinen Dein Licht sei meine Weihnachts⸗ dein Glaubens- und dein Liebes⸗ wonne*— licht! und lehre mich die Weihnachtskunst, le Mit Gott mußt du es treulich wie ich im Lichte wandeln sol. 4 110 meinen, und sei des Weihnachtsglanzes Srut sonst hilft dir diese Sonne nicht. voll. Chri Kaspar Friedrich Nachtenhöfer, 1624—1685. 2. Gott 50. der Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. reißt Ciwor zu Gott, mein Lob— 4. Er, der jetzt bei dem Vater gesang! thront, Got Er, dem das Lied der Engel hat unter uns, ein Mensch, ge⸗ das klang, wohnt, 0 der hohe Freudentag, ist da; damit auch wir ihm werden gleich 39 lobsinget ihm: Hallelujah! auf Erden und im Himmerreich— 2. Vom Himmel kam in 5. Einst führet er zur Himmels⸗ ruft dunkler Nacht, bahn mick der uns des Lebens Licht gebracht; uns, seine Brüder, auch hinan spri nun leuchtet uns sein milder[und wandelt unser Pilgerkleid Strahl, in Sternenglanz und Herrlichkeit. waẽ wie Morgenrot im dunkeln Thal. W0 6. Empor zu Gott, mein Lob. ich 3. Er kam, des Vaters Eben— gesang! bild, Er, dem das Lied der Engel vom schlichten Pilgerkleid umhüllt, klang, und führet uns mit sanfter Hand, der hohe Freudentag, ist da, St ein treuer Hirt, ins Vaterland. ihr Christen, singt: Hallelujaͤh! Gr Friedrich Adolf Krummacher, 1767—1845. kor 58 Schein, el sein. Weih⸗ / Gunst! nachts⸗ skunst, eln soll glanzes 1685. Vater h, ge⸗ gleich elreich. umels⸗ inan leid ichkeit, n Lob⸗ Engel 7— jah! 1845. F soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zu gute; Gottes Kind, das verbind't sich mit unserm Blute. liegt in seiner Krippen, 3. Nun, er ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder! — 4. Ei, so kommt und laßt uns laufen! Stellt euch ein, Groß und Klein; kommt mit großen Haufen! Weihnacht und Epiphanien. 5I. Liebt den, der vor Liebe brennet! Schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet! — 5. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 6. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfind't seine Sünd und Gewissens-Schmerzen, sei getrost, hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 7. Die arm elende, ihr seid und kommt herbei; füllet frei eure Glaubenshände! Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. Feste und Festzeiten. 8. Süßes Heil, laß dich um⸗ fangen; laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen! Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 9. Ich will dich mit Fleiß bewahren. Ich will dir ö leben hier ö 52. elobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist G von einer Jungfrau; das ist wahr; des freuet sich der Engel Schar. Hallelujah! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe find't. In unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Hallelujah! aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schoß. Er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Hallelujah! 3. Den 4. Das ewge Licht geht da herein, giebt der Welt ein'n neuen Schein. 60 und mit dir heimfahren. SQauch Mit dir will ich endlich schweben V voller Freud, Singet ohne Zeit, dort im andern Leben. Sehet Paul Gerhardt, 1607—1676. Gott zu Es leucht't wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Gott Hallelujah! Friede 5. Der Sohn des Vaters, Goth wird von Art, frer ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jamme 3 thal, macht Erben uns in seinem Saal Seahet N Sehe Hallelujah! 6. Er ist auf Erden kommen Gott arm, träget daß er unser sich erbarm all und uns im Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich, 4. Hallelujaͤh! ö 7. Das hat er alles uns Hier gethan, sein groß Lieb zu zeigen an. Gehe Des freu sich alle Christenheit eins und dank ihm des in Ewigkeit. di Hallelujah! Martin Luther, 1483—1546. Fleiß hweben —1676. in der macht. 6, Gott e ward ammer⸗ Saal. ommen e reich gleich. uns m. iheit Higkeit. 1546. Weihnacht und Epiphanien. 53. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. WJauchzet, ihr Himmel, frohlocket, V ihr Engel, in Chören! Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! Sehet doch da: Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, froh⸗ locket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget! die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget! Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. Sehet 4. Gott ist im Fleische. Wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze voll Liebe mir schenken. Sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren! Komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren! Wohne in mir; mache ganz eins mich mit dir, der du mich liebend erkoren! 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben. Laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben! Gieb mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, völlig mich dir zu ergeben! Gerhard Tersteegen, 1697—1769. Och steh an deiner Krippe hier, 8 Jesu, du mein Leben. Ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, und Mut, alles hin und laß dirs wohl gefallen! Herz, Seel nimm 2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich noch war ans gebracht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden. Licht lag in tiefer Todes— nacht; du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht't, wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann nicht satt mich sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, bleib ich anbetend stehen. Feste und Festzeiten. 54. O daß Sinn ein Ab⸗ grund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! mein 5. Wenn oft mein Herz vor Leide weint ö und keinen Trost kann finden, rufst du mir zu: ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden. Was trauerst du, o Bruder mein? Du sollst ja guter Dinge sein; ich zahle deine Schulden. 6. Du fragest nicht nach Lust der Welf noch nach des Leibes Freuden. Du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seele Trost und Freud durch dein selbsteignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß mich deine Wohnung sein; komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden. Paul Gerhardt, 1607—1676. Jesus A und Gotthe Schöp! Hin seines holet o, de De 5 Meer, z vor den, dein ruder sein; h Lust den. estellt t und zeleid; 'en. wirst 2. d für nnung ir ein 1676. Weihnacht und Epiphanien. 55. Mel. Einer ist König, Immanuel sieget. (Eigene Volksliedmelodie.) Jesus ist kommen, Grund ewiger 2 Freude! A und O, Anfang und Ende ist da. Gottheit und Menschheit vereinen sich beide; Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah! Himmel und Erde, erzählets den Heiden: „ Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.: 2. Jesus ist kommen! Die lieblichste Krone seines erhabenen Vaters ist hier, holet sich Sünder und führt sie zum Throne; o, der erstaunlichen Liebesbegier! Danket der Liebe, ergebt euch dem Sohne! „: Jesus ist kommen, die lieb— lichste Krone. ist kommen! Nun springen die Banden; Todes, sie reißen ent— zwei. urchbrecher ist nunmehr vorhanden; er, der Sohn Gottes, der machet recht frei, bringet zu Ehren aus Sünden und Schanden. ist kommen, nun springen die Banden. 3. Jesus Stricke des D Unser V „Jesus 4. Jesus ist kommen, der König der Ehren! Himmel und Erde, rühmt seine Gewalt! Monarche kann bekehren; Thore und Thüren fein bald! doch, er will euch die Krone gewähren! ist kommen, der König der Ehren. 7 Dieser Herzen öffne ihm Denkt „: Jesus 5. Jesus ist kommen, der Fürste des Lebens! Sein Tod verschlinget den ewigen Tod, ach hört es doch ja nicht vergebens!— Leben, der freundliche Gott. Glaubt ihm, so macht er ein Ende des Bebens. ist kommen, der Fürste des Lebens! giebt uns ewiges „: Jesus 6. Jesus ist kommen, sagts aller Welt Enden. zum Gnaden⸗ panier! Treue mit Herzen und Händen; wir leben und sterben bei dir! Eilet, ach eilet Schwöret ihm sprechet: 56. 57 Herzensfreund, gürte mit Wahr— heit die Lenden! „: Jesus ist kommen, sagts aller Welt Enden! 71 7. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden! Komme, wen dürstet, und trinke, wer will! Feste und Festzeiten. Holet für euren verderblichen Schaden ö Gnade aus dieser unendlichen Füll! Hier kann das Herze sich laben und baden. ö „: Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden! Nach Johann Ludwig Konrad Allendorf, 1693—-1773. 56. 21 Gott, ihr Christen allzugleich, in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Himmel— reich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein. Er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Der Herr begiebt sich der Gewalt, wird niedrig und gering, nimmt an sich eines Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er wechselt mit uns wunder⸗ bar, ö nimmt Fleisch an, wird uns gleich und beut uns Gottes Klarheit dar in seines Vaters Reich. ö 5. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein! Wie könnte doch sein freundlicher das liebe Christkindlein! 6. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis. Der Cherub steht nicht mehr dafür; Gott sei Lob, Ehr und Preis! Nikolaus Hermann, 1 1561. 57. O Liebesglut, wie soll ich dich mit Liebe würdig zieren? In deine Tiefen will ich mich, Es flammet Gottes Herrlich— keit; es brennt die ganze Ewigkeit; — ᷑ò¹n o volle See, verlieren. bleibt noch mein Herz erkaltet? 6⁴ blichen dlichen laben Quelle en! 1773. Aunder⸗ gleich eit dar t und 32W7 idlicher er auf dafür; reis! 1561. errlich— keit; Utet? Weihnacht und Epiphanien. 58 2. O Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schoß genommen! Er ist von dem gestirnten Thron zu uns herabgekommen. Sein Mangel, Knechtschaft, Kreuz und Grab sind uns ein Bild, zu malen ab, wie stark Gott lieben könne. 3. Hör auf zu grübeln, glaub allein! Kannst du dies Meer nicht gründen, so wirf dich blindlings nur hinein mit allen deinen Sünden. Laß dem das Herze sein ge— währt, der dir sein Herz hat ausgeleert; gieb Herz für Herz zum Opfer. 4. O liebster Vater, nimm es hin; gieb Kraft, um dich zu lieben. Herz und Begierden, Mut und Sinn sei dir hiermit verschrieben. Brenn aus das Feuer böser Lust; laß ewig nichts in dieser Brust als deine Liebe glühen. Friedrich Adolf Lampe, 1683—1729. 58. Ven Himmel hoch da komm ich her; ich bring euch gute neue Mär. Der guten Mär bring ich so viel, davon ich sing'n und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führ'n aus aller Not; er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 6⁵ 4. Er bringt euch alle Selig— keit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun die Zeichen recht, und die schlecht; da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt.“ die Krippe Windeln 6. Des laßt uns alle fröh— lich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. Feste und Festzeiten. 7. Sei uns willkommen, edler 8. Lob, Ehr sei Gott im 8. Gast! höchsten Thron, Den Sünder nicht verschmähet der uns schenkt seinen ein'gen doch hast Sohn! mein und kommst ins Elend her zu mir; Des freuet sich der Engel Schar wie soll ich immer danken dir? und singet uns solch neues Jahr. wirst Martin Luther,‚, 1483— 1546. ö 0 59. hab ir singen dir, Immanuel, Ach, daß die Hilfe bräch herein, 9a du Lebensfürst und Gnaden⸗ so würde Jakob fröhlich sein!“— aß quell, Hallelujah! du Himmelsblum und Morgen——— ö stern, 5. Nun bist du hier; da du Sohn der Jungfrau, Herr der Herrn. Hallelujah! * 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Hallelujah! 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir ge— wacht, auf dich gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Hallelujah! 4.„Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! liegest du, hältst in der Krippe deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, ö bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Hallelujah! 6. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid, bist aller Heiden Trost und Licht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. Hallelujah! 7. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, in als ich dich gerne lieben will. Hallelujah! t im hron, in'gen Schar Jahr. 1546. herein, in!“ ommst g aller id, Licht, st ihn ingster recht: viel, ill. 8. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Hallelujah! 9. Und bin ich gleich der Sünde voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, ei, kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Hallelujah! Weihnacht und Epiphanien. 10. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, so viel dein Geist mir giebt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Hallelujah! 11. Ich will dein Hallelujah hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Hallelujah! Paul Gerhardt, 1607—1676. 60. 4. Mose 24, 17. Mel. Hosianna! Desu, großer Wunderstern, V der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin. Wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin, so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsfeuer sein. Matth. 2, 1—12. Davids Sohn. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets; laß ihn gnädig dir genügen. Laß mein Herz in Demut stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu. Ach, mich schmerzet meine Sünde, aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister, 1671—1756. 61. 62 Feste und Festzeiten. Zahreswechsel. 61. 1. Sam. 7, 12. Bꝰ hieher hat mich Gott ge— In mein Gedächtnis bracht durch seine große Güte. Bis hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte. Bis hieher hat er mich geleit't; bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank für die bisher'ge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue. ich an: der Herr hat Großes mir gethan, bis hieher mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden. Hilf mir an all und jedem Ort; hilf mir durch Jesu Wunden, damit ich 130 bis in den Tod: durch Christi B Gott; er hilft, wie er geholfen. Amilie Juliane Gräfin zu Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1637—1706. * 62. Dr alte Jahr vergangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Not uns und Gefahr so gnädiglich beschützt dies Jahr. 2. Wir bitten dich, du ewger Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 68 3. Entzeuch uns nicht dein heil⸗ sam Wort, das ist der Seelen höchster Hort. Vor falscher Lehr, Abgötterei, behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn und fromm zu werden fangen an. Der alten Sünden nicht gedenk; ein gnadenreich Neujahr uns schenk. schreib lut hilft mir mein chreib ethan, teuster * Ort; en, Tod: mein stadt, heil⸗ Hort. ei, bei. der ahn man. denk; Jahreswechsel. 63 5. Hilf christlich leben, seliglich 6. Zu danken und zu loben einst sterben und laß fröhlich mich dich am jüngsten Tage auferstehn mit allen Engeln ewiglich. und mit dir in den Himmel[O Jesu, unsern Glauben mehr gehn. zu deines Namens Lob und Ehr! V. 1—2 vor 1568, V. 3—6 von? Joh. Steuerlein, 1546-1613. 63. Mel. Befiehl du deine Wege. Dir Jahr geht still zu Ende; 4. Hier gehen wir und streuen nun sei auch still mein Herz. die Thränensaat ins Feld; In Gottes treue Hände dort werden wir uns freuen leg ich nun Freud und Schmerz, im selgen Himmelszelt. und was dies Jahr umschlossen, Wir sehnen uns hienieden was Gott der Herr nur weiß, dorthin ins Vaterhaus die Thränen, die geflossen, und wissens, die geschieden, die Wunden brennend heiß. die ruhen dort schon aus. 2. Warum es so viel Leiden, 5. O das ist sichres Gehen so kurzes Glück nur giebt? durch diese Erdenzeit: Warum denn immer scheiden, nur immer vorwärts sehen wo wir so sehr geliebt? mit selger Freudigkeit! So manches Aug gebrochen Wird uns durch Grabeshügel und mancher Mund nun stumm, der klare Blick verbaut, der erst noch hold gesprochen,—Herr, gieb der Seele Flügel, du armes Herz, warum? daß sie hinüberschaut. 3. Daß nicht vergessen werde, 6. Hilf du uns durch die Zeiten was man so gern vergißt: und mache fest das Herz. daß diese arme Erde Geh selber uns zur Seiten nicht unsre Heimat ist. und führ uns heimatwärts. Es hat der Herr uns allen, Und ist es uns hienieden die wir auf ihn getauft, so öde, so allein, in Zions goldnen Hallen o, laß in deinem Frieden ein Heimatrecht erkauft. uns hier schon selig sein. Eleonore Fürstin Reuß, geb. 1835. 64. 65 Feste und Festzeiten. 64. Mel. Christus, der ist mein Leben. Das Jahr ist nun zu Ende, doch deine Liebe nicht; noch segnen deine Hände, noch scheint dein Gnadenlicht. 2. Des Glückes Säulen wanken; der Erde Gut zerstäubt; die alten Freunde schwanken; doch deine Liebe bleibt. 3. Der Jugend Reiz vergehet, des Mannes Kraft wird matt; doch innerlich erstehet, wer dich zum Freunde hat. doch weil ich dich gefunden, so kann ich fröhlich sein. 5. Das Dunkel ist gelichtet, das auf dem Grabe liegt. Das Kreuz steht aufgerichtet, an dem du hast gesiegt. 6. Erheben gleich die Sünden des alten Jahres sich, 4. Mein Tag ist hingeschwun— Du siehst mich an in Gnaden den, mein Abend bricht herein; du lässest Heil verkünden und wirfst sie hinter dich. 7 6 hilfst mir aus der Gefahr. auch in dem neuen Jahr. Christ. Aug. Bähr, 1795— 1846. 65. Ge Lob! Ein Schritt Ewigkeit ist abermals vollendet. Zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fließt und alle Gnade sich ergießt zu meiner Seele Leben. zur — 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und mir wird fast zu lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, I 0 damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz anheim gestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß gefällt, wenn ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. dirs Du heilest allen Schaden, und so b mick me ichtet, inden aden, den 1846. t an dir iheim dirs unde wrauf Lauf, 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen und daß ich frei vor jedermann dich meinen Freund darf nennen und daß du dort, o Lebensfürst, dich ganz mit mir vereinen wirst und mir dein Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet und also auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet, und freudig schreit ich weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 6. Wenn meine Hände lässig sind und meine Kniee beben, so biet mir deine Hand geschwind, mich wieder zu erheben; Jahreswechsel. 66 erfüll mit deiner Kraft mein Herz, damit ich freudig himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 7. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken. So dir der Lauf zu langsam däucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe. 8. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. August Hermann Francke, 1663-—1727. 66. Hi Herr Jesu, laß gelingen! Hilf! Das neue Jahr geht an. Laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann! Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnade geben. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich geraten und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen und verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein. 67 Feste und Festzeiten. Geh ich aus, wollst du mich Stärke mich in meinen Nöten, 6. leiten; daß mich Sünd und Tod nicht töten. unser 0* komm ich heim, so steh zur Seiten! eneen Guade nsre 4. Laß dies sein ein Jahr der geben, Gnade; daß dies Jahr mir heilig sei laß bereun mich meine Sünd. und ich christlich könne leben— Hilf, daß sie mir nimmer schade, sonder Trug und Heuchelei, daß ich bald Vergebung find!— daß ich noch allhier auf Erden Niemand sonst, als du, mein fromm und selig möge werden. Leben,— kannst die Sünde mir vergeben. 7. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr! zum 5. Tröste mich mit deiner Liebe; Trage stets mich auf den Händen; bis nimm, o Gott, mein Flehen hin, halte bei mir in Gefahr! weil ich mich so sehr betrübe, Freudig will ich dich umfassen‚ 2 ja voll Angst und Sorge bin. wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, 1607—1667. ö— 67 vom ö z Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 2 Qesus soll die Losung sein, also wird es uns zuteil, 901 00 ein neues Jahr erschienen; wird sich täglich bei uns mehren. n esu Name soll allein Auch fürs neue Jahr uns beut dur denen zum Paniere dienen, Jesu Name Seligkeit. die ö die in seinem Bunde stehn 4. Unsre Wege wollen wir ö und auf seinen Wegen gehn. nun in Jesu Namen gehen 2. Jesu Name, Jesu Wort Reht 0—36 Wa dsen 91 soll in der Gemeinde schallen, 1111101—ᷣ 7 D0n An ö n ů und durch seinen Gnadenschein mit ö und so oft wir nach dem Ort, les oller S 2 ö * da sein Name thronet, wallen, Winor ie i t ö mache seines Namens Ruhm 5. Alle Sorgen, alles Leid läß unser Herz zum Heiligtum. soll sein Name uns versüßen; wer so wird alle Bitterkeit in 3. Sein Versühnen und sein uns ein Segen werden müssen. Heil Jesu Nam sei Sonn und Schild, wollen wir im Glauben ehren; welcher allen Kummer stillt. für —— *— Nöten, töten. nade sei en Erden rden. enden ünden; fassen, lassen. 1667. lehren. 5 beut wir N ir, ischein Leid en; ssen. child, 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gnadenzeichen, unsres Landes bestes Teil, Jahreswechsel. 68 dem kein Kleinod zu vergleichen, Jesus, unser Schutz und Hort, bleib uns Losung fort und fort. Benjamin Schmolck, 1672-»1737. 68. Mel. Wach auf mein Herz und singe. Run laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wan⸗ dern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen, 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, — 5. Also auch und nicht minder läßt Gott uns, seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 6. Ach, Hüter unsres Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammer— pforten und laß an allen Orten, wo Krieg und Blutvergießen, die Friedensströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlassnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 69. 70 13. Hilf gnädig allen Kranken; gieb fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, meiste, füll uns mit deinem Geiste, was das 69. Liebster Jesu, wir sind hier. Mel. Sehe uns zu guter letzt auch noch dieses Jahres Ende; segnet künftig, segnet jetzt, o ihr treuen Jesushände; segnet, daß an Leib und Seele niemand etwas Gutes fehle 2. Helft, so wir gefallen sind, helft uns Wide aufzustehen; lehrt uns treulich und geschwind in den Wegen Jesu gehen, Feste und Festzeiten. der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt, 1607—1676. daß an Weisheit, Gnad 1 Segen wir auch täglich wachsen mögen. 3. Ja versiegelt dieses noch o ihr treuen Jesushände, ö am Beschluß des Jahres doch, daß wir alle bis ans Ende ö Glauben immer fester fassen, nichts von ihm uns trennen lassen. Christoph Karl Ludw. v. Pfeil, 1712—1784. 70. Mel. Wi treten in das neue Jahr in Jesu heilgem Namen; in ihm ist, was verheißen war, den Seinen Ja und Amen. Die Welt, und was sie hat, zerstiebt; Namen liebt, der hat das ewge Leben. doch wer den Jesu Ich steh an deiner Krippe hier. 2. Von dieser Welt, so bunt und arm, was ist uns hier beschieden? Viel falsche Lust, viel echter Harm, viel Die Zeit bricht Faden ab Grab; wir aber hoffen Bessres. 7⁴4 Täuschung, wenig Frieden!“ schnell den und legt sich Jahr um Jahr ins und wün; 2. untet in d bei ist 2 wen mae re. geben, are 1676. d und mögen. noch, doch, de assen, trennen 1784. o bunt n? Harm, rieden! ll den hr ins 3. Wir ziehen mit dem Volk des Herrn und seines Reichs Geweihten; wir folgen unserm Morgenstern im Dunkel dieser Zeiten; denn über allen Nächten klar strahlt uns sein Name: Wunderbar, Rat, Kraft und Ewig-Vater. Passion. 4. Wir legen auf des Herrn Altar, in ihm getreu verbunden, das angetretne neue Jahr und alle seine Stunden. Die Thränen alle, die es bringt, die Lieder alle, die es singt, dem Herrn sei alles heilig! Samuel Preiswerk, 1799— 1871. 4. Passion. 71. A' des Herren Kreuz zu denken, in dein Herz es zu versenken, sei, o Christ, dir heilge Pflicht! Wer mit Andacht seiner achtet und es glaubensvoll betrachtet, wünschet sich das Eitle nicht. 2. Wie am Abend, so am Morgen, unter Arbeit, unter Sorgen, in der Freude und im Schmerz, in der Einsamkeit und Stille, in dem lauten Weltgewühle, überall faß es ins Herz! Lebens trüben Stunden, bei der Seele tiefsten Wunden ist es sichre Arzenei. Wenn dich nichts mehr kann erquicken, wenn dich schwere Fesseln drücken, machet dieses Kreuz dich frei. 3. In des 4. Wer mit Trübsal hier gerungen und durch sie zu Gott gedrungen, dem gab es zum Kampfe Kraft. In ihm wohnet hohe Stärke, die des Glaubens schönste Werke und die größten Siege schafft. 5. Es gewährt uns stete Freude, ist dem Herzen süße Weide und dem Geiste helles Licht. Alles andre kann dich trügen; überall kannst du erliegen, nur bei Christi Kreuze nicht. 6. Diesem gnadenreichen Kreuze opfre gern der Sünden Reize und der Welt Vergnügen auf; stets entzünd es deine Triebe zu der allerwärmsten Liebe, bis sich schließt dein Lebenslauf! 72 Feste und Festzeiten. 7. Mit der Liebe heißem Sehnen, mit der Wehmut stillen Thränen schaue deines Heilands Bild; schau ihn an, den Mann der Schmerzen, und im tiefgerührten Herzen fühle nach, was er gefühlt! 8. Ach, woher die harten Plagen? Sieh, für uns ward er geschlagen, für der Menschen Missethat; wegen unsrer Sündenschulden mußte Gottes Sohn erdulden, was kein Mensch empfunden hat. Nach dem Lateinischen des Bonaventura( 9. Unter namenlosen Schmerzen dringet ihm der Tod zum Herzen, und er giebt die Seele auf. Sieh es, Welt, für die er büßet; fließt, ihr Wehmutsthränen, fließet nichts verhindre euern Lauf! mein Heiland, dein zu denken, ganz in dich mich zu versenken, sei mir immer heilge Pflicht! An mein Herz will ich dish drücken, mich an deinem Kreuz erquicken, bis auch mir das Herze bricht. 10. JIa, 127⁴ von August Jakob Rambach, 1777—1851. 72. Mel. D am Kreuz ist meine Liebe; meine Lieb ist Jesus Christ. Weg ihr argen Sündentriebe, Welt und Fleisch mit eurer List! Eure Lieb ist nicht von Gott; eure Lieb ist gar d der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich; so ist er mein Friedensschild, aber auch mein Lebensbild Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Freu dich sehr, o meine Seele. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du besiegst mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich ging ins Gericht! Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn! Trät ich nicht sein Blut mit Hohn! Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Mein Gewissen, glaube dran: Gott aus reinem Liebestriebe hat die Handschrift abgethan und mit meines Bürgen Blut sie durchstrichen mir zu gut. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe— — 2. Keine Hung nichts nic Engel Der weil Eir eine selig wenn Al der auf und wie dort hänt u daß hmerzen Herzen, uf. die a fließet uf! d, dein , ersenken, icht! ich dich quicken, bricht. (+ 12700 * 651. ne Liebe. nicht. betrübe, zericht! 5Sohn! t Hohn! Liebe, n übe. ne Liebe. dran: riebe han en Blut zut. Liebe, n übe. Passion. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Keine Trübsal noch so groß, Hunger, Boße Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesus los, nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Nun ist auch der Tod mein Freund. Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint; da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. Vor 1676. 73. Ere⸗ wünsch ich mir vor allem andern, eine Speise früh und spät; selig läßts im Thränenthal wandern, wenn dies eine mit uns geht: unverrückt auf einen Mann zu sich schauen, der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm, wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, — — und dann auch an mich gedacht, als er rief: es ist vollbracht! mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld, hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 5. Ic, 4. Ich bin dein,— sprich du darauf dein Amen! Treuster Jesu, du bist mein. Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund! Albert Knapp, 1798— 1864. Eir Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergiebt sich auf die Würgebank, verzicht't auf alle Freuden; es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund Heiland meiner Seelen; den hat Gott zum Sünden— feind und Sühner wollen wählen: „geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die von Anfang an verdienet Straf und Ruten. Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß; du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten.“ und den, 3.„Ja, Vater, ja, von Herzens⸗ grund; leg auf, ich wills gern tragen. Mein Wollen hängt an deinem Mund; — Feste und Festzeiten. 74. 0⁰ mein Wirken ist dein Sagen.“ O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen; o Liebe, Liebe du bist stark; du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen;* du sollst sein meines Herzen Licht, ö und wenn mein Herz in Stüchh bricht, sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblich— keit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen, und was du mir zu gut gethan, Zei soll und an Sin mei gen.“ Smacht, Mensch gen; irk; ba und gen. ich dich lassen. wie du Herzen Stücke ben; höchster Um Lieblich— en, ler Zeit . ns soll ind für gethan, das will ich stets, kann, in mein Gedächtnis schließen. so tief ich 6. Erweitre dich, mein Herzens⸗ schrein; du sollst ein Schatzhaus werden der Schätze, die viel größer sein als Himmel, Meer und Erden. Passion. 7⁵ Weg mit den Schätzen dieser Welt und allem, was dem Fleisch gefällt; ich hab ein Bessres funden: Mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, ist dein Blut, das geflossen ist aus deines Leibes Wunden. Paul Gerhardt, 1607—1676. 75. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Her stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, Statt gemartert und zerschlagen die Sünde tragen: an unsrer 3. Welch wundervoll hoch— heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte; mein Herz erbebt; ich empfinde den Fluch der Sünde. sehe und 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen; dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, mit dankendem Ge— müte in deine Güte. 6. O Herr verliere mich 7. Das Größt in Gottist: Gnad und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, sie demutsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 8. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir bewiesen. 76. H Jesu, was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missethaten bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und ver— höhnet;„ du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, ach Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. Feste und Festzeiten. 8⁰ Du hast, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 9. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gieb du, Herr, zu diesem heilgen Werke mir Kraft und Stärke. Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! ö Der gute Hirte leidet für die Schafe; ö die Schuld bezaͤhlt der Herre, der Gerechte, ö für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marter⸗ straße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden! 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich dir denn solche Treu ausbreiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. wom Wie in 8. wenn daß M die mit ich für en will eben deinen heilgen 1769. ist doch ür die re, der ieb ohn Marter⸗ in Lust groß zu he Tren mag es Passion. 77 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 8. Doch ist noch etwas, was dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. 9. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. so gieb mir 7 10. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten; werd ich mich, deinen Willen stets zu erfüllen. Herr, Q bemühen 11. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz mehr achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wohl wird klingen, Lob und Dank singen. Johann Heermann, 1585—1647. 7 Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Tesu, deine tiefen Wunden, Vdeine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs- und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein; die erlaubet meinem Herzen mit der Sünde nicht zu scherzen. 2. Will sich denn in Lüsten weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden; bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen; bald muß er von dannen weichen. 6 für alles, was mich kränket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wend't in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 9. a, 4. Auf dich setz ich all mein Hoffen; du bist meine Zuversicht. Dein Tod hat den Tod getroffen, daß er mich kann töten nicht. Feste und Festzeiten. Daß ich habe an dir teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 5. Hab ich dich in meinem Herzen, Brunnquell aller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich; kein Feind kann verletzen mich. Wer sich birgt in deine Wunden der hat glücklich überwunden. Johann Heermann, 1585—1647. 78. QWesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben: tausend⸗, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach du hast ausge— standen Lästerreden, Spott und Hohn, hast getragen Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von den argen Sündenketten. Tausend⸗, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 3. Wunden schlagen, ließest alle Frevel zu, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh. Ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 4. Man hat dich sehr haft verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt und mit Dornen gar gekrönet; was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergötzen, mir die Ehrenkron aufsetzen. Tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! ließest du dil“ 5. mich fälsch daß De hast Tauf liebst 6. ausg selbst um; D truge Tauf liebst eil, z und ben eben. meinem , ierzen Streit. ich; mich. Zunden, en. —1647. du dir gen, h. 1 Segen egen. dir, 4 hra hart f belegt rönet; t? ergötzen, zen. 5. Du hast wollen sein ge— schlagen, mich zu lösen von der Pein, fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 6. Du hast lange Marter— stunden ausgestanden mit Geduld, selbst den herben Tod empfunden, um zu büßen meine Schuld. Daß ich losgesprochen würde, trugest du der Qualen Bürde. Tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! Liebe meiner Liebe, erwünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens mir zu gute als ein Opfer eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt! du du 2. Liebe, die mit blutgen Thränen an dem Olberg sich betrübt, Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich fest geliebt, Passion. 79 7. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und Uebermut, dein Tod meinen Tod versüßet; es kommt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend-, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! ich danke dir von Herzen, Herr, für alle deine Not; ür die Wunden, für die Schmerzen, ür den herben, bittern Tod, für dein Zittern, für dein Zagen, für die tausendfachen Plagen, deine Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. 8. Nun, Ernst Christoph Homburg, 1605— 1681. Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt, und um Gottes Zorn zu stillen, treu die Last des Kreuzes trägt! die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die nicht Angst und Schmerzen noch der strenge Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, da der Atem geht zu End, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt! 3. Liebe, 6* 80 4. Liebe, die für mich ge— storben und ein immerwährend Gut an dem Kreuze mir erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, schmerzenreiche Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft an deinem Herzen ruh! Feste und Festzeiten. die sich tot kränket und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab gesenket, ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann; die du mir das Heil erworben, ewge Liebe, nimm mich an! 5. Liebe, ge⸗ Elisabeth von Senitz, 1629—1679. 80. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 8 Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn! O Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron! O Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor das Reich der Welt erschrickt und wird zunichte, wie bist du so entstellt; wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht't? 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht, ist hin und ganz vergangen. Des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh der Zorn verdienet hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! 5. Erkenne mich, mein Hüter; mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan. Dein Mund hat mich gelabet mit süßer Gnadenkost; dein Geist hat mich begabet mit manchem Himmelstrost. ich Armer, ö 6. verach Von! wenn We im let alsdar in me 7. und t wenn mein Ach an de mein wie w 8. 0 Jes. für d da di L 0 allzeit wiewo All sonst erbar 2. am allzei wiew nem torben, rben, —1679. eduldet, et, Armer, ex, Hüter; gelabet bek t. Passion. 8¹ 6. Ich will hier bei dir stehen; verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und thut mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deine Todesschmerzen, da du's so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei! 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür. Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Angsten kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot! Da will ich nach dir blicken; da will ich glaubensvoll fest an mein Herz dich drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! Paul Gerhardt, 1607—1676. 81I. Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes ge— schlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet. All Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes ge— schlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet. All Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; erbarm dich unser, o Jesu. 3. O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes ge— schlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet. All Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; gieb uns dein Frieden, o Jesu! Nikolaus Decius, 4 1541. 8² Feste und Festzeiten. 82. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. O Welt, sieh hier dein Leben 6. Du nimmst auf deinen am Stamm des Kreuzes Rücken, die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen; schweben; dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren —7 läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. dein Schmerzen muß mein Labsoh sein. 2. Tritt her und schau mit 7. Du setzest dich zum Bürgen Fleiße, du läßt dich gar erwürgen für mich und meine Schuld. Mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. wie er mit Todesschweiße und Blut ist überfüllt. Aus seinem edlen Herzen vor unerhörten Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 8. Ich bin, mein Heil, van bunden ö 36 Aertnhe 00 1900 mein N 19½0. dir überhoch und sehr. ö 15 20 zugericht Was ei und Seel vermögen Du bist ja nicht ein Sinder das soll ich billig legen—4 5 um unsre Kiider allzeit an deinen Dienst und Ehj von üÜbelthaten weißt du nicht. ö ö 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen — 9. Nun, ich kann nicht wit 4. Ich, ich und meine Sünden, geben die sich wie Körnlein finden in diesem armen Leben; des Sandes an dem Meer, eins aber will ich thun: ö die haben dir erreget es soll dein Tod und Leiden das Elend, das dich schläget, bis Leib und Seele scheiden, und deiner Marter großes Heer. mir stets in meinem Herzen ruh 5. Ich bins, ich sollte büßen, 10. Ich wills vor Augen setze an Händen und an Füßen mich stets daran ergötzen, gebunden in der Höll. ich sei auch, wo ich sei. Die Geißeln und die Banden, Es soll mir sein ein Spieg und was du ausgestanden, der Unschuld und ein Siegel das hat verdienet meine Seel.! der Lieb und unverfälschten Tig 86 1 wie mit Ui die 1 mit wie häng deinen cken ein. dagegen gen; n Labso Bürgen— gen huld. rönen öhnen, deduld. Heil, venr inden vermögen und Ehs nicht v 5 2 nd Leiden heiden, erzen ruh ugen setzeh zen, ei. in Spieg Siegel chten Treh 11. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz soll schmücken mit stillem, sanftem Mut und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. Ich will ans Kreuz mich schlagen mit dir und dem absagen, was meinem Fleisch gelüst't. 12. Passion. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 13. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1607—-1676. 83. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. R'6 hier, mein Geist, ein wenig und schau an dies Wunder groß, wie dein Herr und Ehrenkönig hängt am Kreuze bleich und bloß, den sein Lieben hat getrieben zu dir aus des Vaters Schoß. 2. Wie dich Jesus liebt von Herzen, kannst du hier am Kreuze sehn; schau, wie bittre Todesschmerzen ihm durch Leib und Seele gehn! Fluch und Schrecken ihn be— decken; höre doch sein Klaggetön! 3. Dies sind meiner Sünden Früchte, die, mein Heiland, ängstgen dich; dieser Leiden schwer Gewichte zöge sonst zum Abgrund mich; diese Nöten, die dich töten, sollt ich fühlen ewiglich. 4. Doch du hast für mich besieget Sünde, Tod und Höllenmacht, Gottes ewgem Recht genüget, seinen Willen ganz vollbracht, durch dein Sterben mich zum Erben deines Lebens dort gemacht. 5. Ach, ich Sündenkind auf Erden! Jesu, stirbst du mir zu gut? Soll dein Feind erlöset werden durch dein eigen Herzensblut? Ich muß schweigen und mich beugen für dies unverdiente Gut. 8⁴4 Feste und Festzeiten. 6. Seel und Leben, Leib und Glieder, alles giebst du für mich hin; sollt ich dir nicht schenken wieder alles, was ich hab und bin? Ich bin deine ganz alleine; dir verschreib ich Herz und Sinn. 7. Zeuch durch deines Todes Kräfte mich in deinen Tod hinein; laß mein Fleisch und sein Ge— schäfte, Herr, mit dir gekreuzigt sein, daß mein Wille sanft und stille und die Liebe werde rein. 8. Laß in allen Leidenswegen deine Leiden stärken mich, daß mein Leiden mir zum Segen mag gedeihen stetiglich, daß mein Herze auch im Schmerze ohne Wanken liebe dich. 9. Wenn mich schrecken meine Sünden, wenn mich böse Lust anficht, ich nicht Kraft noch Gnad kann finden, wollst du mich verlassen nicht! Laß dein Sterben mir erwerben Trost im Tod und im Gericht! 10. Jesu, nun will ich ergeben meinen Geist in deine Hand; laß mich dir alleine leben, bis ich nach dem Leidensstand bei dir wohne, in der Krone * dich beschau im Vaterland. Gerhard Tersteegen, 1697—1769. 84. Sl am Kreuz den Mann der Schmerzen; seht mit tiefergriffnem Herzen, wie er blutet, wie er stirbt! Seht, o seht, des Todes Kinder, seht den Todesüberwinder, wie er Leben euch erwirbt! 2. Wessen Auge kann der Zähren bei dem Kampfe sich erwehren, den der Weltversöhner stritt? Wer kann seine Lieb ergründen, die für uns, für unsre Sünden, willig jede Pein erlitt? 3. Für die Sünden seiner Brüder sinkt sein Haupt am Kreuze nieder, Blutend, in des Todes Nacht, schwebt er da; von Gott ver— lassen ö muß des Höchsten Sohn erblassen, rufet er:„es ist vollbracht!“ 88 ganz der wer an und wo im meine ht, kann icht! werben Bericht! ergeben nd; tand Krone 1769. ünden, zünden, seiner nieder. acht, stt ver⸗ blassen, 11* 4. Herr, an deines Kreuzes Fuße steht dein Volk und bringt der Buße Opfer dir, Gekreuzigter! An dem Kreuze schwört aufs neue dir dein Volk den Eid der Treue, Herr und Haupt, Erhöheter! 5. Laß in Liebe uns entbrennen, ganz für dich in Liebe brennen, der für uns sein Leben gab! Passion. 85 deines Heiles Erben, dir zu leben, dir zu sterben, dein zu bleiben bis ans Grab! Stärk uns, 6. Ruhe in der Angst der Sünden, Trost im Leiden laß uns finden; gieb uns deinen Frieden hier! Nimmt des Grabes düstre Höhle unsern Leib, so nimm die Seele auf ins Paradies zu dir! Nach dem Lateinischen des Giacopone da Todi(4 1306) von August Ludwig Christian Heydenreich, 1773—1858. 85. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Sei mir tausendmal gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest! mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht! Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. 2. Heile 3. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Diese Füße will ich halten auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten und mich selber freundlich an von dem hohen Kreuzesbaum und gieb meiner Bitte Raum; sprich: laß all dein Trauern schwinden; ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt, 1607—1676 86 W'in meine Sünd mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, wer es betrachtet recht: es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht! Selbst seinen eignen Sohn hat Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden. Die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Höllen Qual und Glut. 3. Was teures 4. Drum sag ich dir von Herzen, jetzt und mein Leben lang, für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. Feste und Festzeiten. 86. 90 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. — 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und treu dem Vorbild folge, das du mir vorgestellt. *+ 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennutz und Heuchel⸗ schein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und des versichern mich, ö weil ich auf dein Verdienst ö nur trau, ů du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, 1601—1673. ö W daß und gem 2 dure erlö und eiden dem meine Spott, Bott, Welt ge, üben, n, euchel⸗ zunden rdienst 1673. Mel. Ach bleib bei W' danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Wir bitten, wahrer Mensch und Gott, durch deine Wunden, Schmach und Spott, dem ewgen Tod in der letzten Not. erlös uns von und tröst uns A' Kreuz erblaßt, der Marterlast, der Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gebeuget schlagen. 3. Du schützest mich,— und über dich gehn aller Trübsal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! Passion. 87. uns, Herr Jesu Christ. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns deine mächtge Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein. 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, du werdest uns verlassen nicht, du werdest treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Fischer, 4 1600. 4. Du hasts gethan; dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5.„Es ist vollbracht!“ riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! Des Höchsten Rat will ich in Demut preisen; mein Erlöser wird mir einst seine Tiefen weisen. 9¹ 89 7. Allmächtig rief er, der entschlief, die Toten; sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Weg zum Schauen. Christoph Friedrich Neander,‚, 1724 Feste und Festzeiten. 9. Ich preise dich; erforsche mich und siehe, wie ichs meine; ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. 1802. 89. E ist vollbracht! Er ist ver-[Vom Himmel her hör ich ver— schieden. künden: Mein Jesus schließt die Want zu.[des Sohnes Blut erlangt Gehör; Der Friedefirst entsch Feieden die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht. O großes Wort: es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen. Das ewge Wort muß sprachlos sein. Das Herz der Treue wird ge— brochen; den Fels des Heils umschließt ein hläft im Stein. Die höchste Kraft ist nun ver— schmacht't. O wahres 3. Es ist Wort: es ist vollbracht! vollbracht! Ihr, meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr am Kreuz hats Frieden uns gemacht, O süßes es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! O, Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin; dich wünschen Engel zu umfangen; ruh auch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht. Wort: es ist vollbracht! Wort: O tröstlich 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen 8. Ruh auf Christi Grabesstein. Die Enget sind allhier zugegen; ich schlummre sanft wie Jakob ein. Die Himmelspfort ist aufge— macht. O Lebenswort: es ist vollbracht! Salomo Franck, 1659—1725. 92 welch den 6 und uns mei Du dein bin, 1802. ver⸗ ehör; uns racht! welch hin; ngen; drin, um racht! h will zstein. egen; b ein. nufge— ra 10 Ostern. 90 5. Ostern. 90. und Ruhm dem Heiland dar; 90 ihm in allen Landen! Er, der für uns getötet war, ist siegreich auferstanden. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bi und siegreich auferstanden! Hallelujah! Bin Preis hr ist 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein erhöht, Trost uns rauben, unser Heil vollbracht von des ewgen Todes Macht Sünder hast erlöset? Hallelujah! Gott den großen daß du und uns 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Wert hat er aufs herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Hallelujah! Erstandner, ich frohlocke dir; mein ist dein Sieg und Leben. Du lebst und herrschest, nun auch mir dein ewges Heil zu geben, meiner Seele Trost zu sein, zum Siege Kraft mir zu verleihn und mich zu Gott zu führen. Hallelujah! 5. Dein ist das Reich, dein ist die Macht Erstorbne zu erwecken. Du ruffst einst, und des dDe wird Tote nicht mehr decken. Wie du aasertanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Hallelujah! mich, weil noch bin, im Glauben an dich leben und jederzeit nach deinem nach Gottes Liebe streben, daß ich, wenn ich aufersteh 6. O laß ich hier Sinn und dich als meinen Richter seh, nicht angstvoll vor dir bebe. Hallelujah! 7. Wo du, Herr, bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wann du nun er⸗ scheinst, zu deiner Freud erheben. Laß dies auch mein Erbteil sein, so werd ich dein mich ewig freun, du Todesüberwinder! Hallelujah! 1810. Johann Friedrich Mudre, 1736 91. 92 Feste und Festzeiten. 91. hrist ist erstanden von der Marter alle. Des soll'n wir alle froh sein: Christ will unser Trost sem. Hallelujah! 2. Wär er nicht erstanden, die Welt, die wär vergangen; seit daß er erstanden ist, loben wir den Herren Jesum Christ. Halleluj jah! 3. Hallelujah, Hallelujah, Hal⸗ lelujah! Des soll'n wir alle froh sein: Christ will unser Trost sein. Hallelujah! Vor 1300. 92. Cͤast lag in Todesbanden, für unsre Sünd gegeben; der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und ihm dankbar sein und singen: Hallelujah! Hallelujah! 2. Den Tod niemand be— zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das machte alles unsre Sünd; kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod sobald und nahm auch über uns Gewalt; sein Reich hielt uns gefangen. Hallelujah! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unsrer statt ist kommen und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen 94 all sein Recht und sein Gewalt;“ da bleibet nich ts denn Todsgestalt, den Stach'l hat er verloren. Hallenjah! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben, das behielt den Sieg; es hat den Tod verschlungen. Die Schrift uns die Kunde bringt, wie da sein Tod den Tod be— zwingt; ein Spott der Tod ist worden. Hallelujah! 5. Hier ist das rechte Oster⸗ ö lamm, davon wir sollen leben; das ist uns an des Stamm Lieb gegeben. aus heißer Kreuzes F᷑ mein Halle Ve Licht, Halle 2. hält! Halle Ar mit Halle 2* 5. mit Halle D allda Halle 00. walt; estalt, . rlicher Sieg; »n. Runde ster⸗ enzes Hallelujah,‚ Des Blut zeichnet unsre Thür; das hält der Glaub dem für; nicht rühr'n kann uns der Würger. Hallelujah! feiern wir das Fest mit Herzensfreud und Wonne, 6. So hohe Ostern. Tode das uns der Herr erscheinenel läßt; er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnade Glanz erleuchtet unsre Herzen ganz; der Sünd Nacht ist vergangen. Hallelujah! Martin Luther, 1483—1546. 93. Trüh morgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht Halleluj jah, Hallelujah! Vertrieben ist der Sünden Nacht Licht, Heil und Leben wiederbracht. 7 Hallelujah, Hallelujah! 2. Nicht mehr als nur drei Tage lang hält meinen Heiland Todeszwang. Hallelujah, Hallelujah! Am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Hallelujah, Hallelujah! 3. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Hallelujah,‚ Hallelujah! Drauf folgt der Sabbat in dem Grab, allda ich Ruh und Frieden hab. Hallelujah! 0 ö In kurzem wach ich fröh— lich auf; mein Ost ertag ist schon im Lauf. Hallelujah, Hallelujah! Ich wach auf durch des Herren Stimm, Tod mit Grimm. Hallelujah, Hallelujah! veracht den seinem 5. O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Hallelujah, Hallelujah! Kein Angststein liegt so schwer auf mir, von des Thür. Hallelujah, Hallelujah! er wälzt ihn Herzens 6. Lebt Christus, was bin ich betrübt? daß er mich herzlich liebt. Hallelujah! Ich weiß, Hallelujah, 94. 95 Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, g'nug, daß ich Christum bei mir hab. Hallelujah, Hallelujah! 7. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Hallelujah, Hallelujah! Feste und Festzeiten. weil seines Leibes Glied ich bin. Hallelujah, Hallelujah! 8. Für diesen Trost, Held, Jesu, dankt dir alle Welt. leinjah, Hallelujah! Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Herr Ha Wo er jetzt lebt, da muß ich Hallelujah, Hallelujah! hin, Johann Heermann, 1585—1647. 94. G²⁰ο sei Gott im höchsten 3. Nun bitten wir dich, Jesu Thron Christ, samt seinem eingebornen Sohn, der für uns hat genug gethan. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! 2. Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Not, versühnet Sünd und Missethat. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! weil du vom Tod erstanden bist, verleih uns, was uns selig ist. Hallelujah, von Sünden wir befreit dem Namen dein gebenedeit frei mögen singen allezeit: Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah 4. Damit Nach Michael Weiße, 4 1542. 95. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. allelujah! jauchzt ihr Chöre, Er, der Held, zerriß die Banden singt Jesu Christo Preis und des Todes und ist auferstanden, Ehre; er, der für uns im Grabe lag. wie groß, wie herrlich ist sein Sein ist Gewalt und Macht! Tag! Preis ihm, er hats vollbracht! 96 o großer Hallelujah, Hallelujah!“ Hallel Er he er, de des 2 2 hat 1 von Wir sind und Be entsch du w der di Dusen rößerm Preis. 1647. „Jesu n bist, g ist. elujah! n wir Zanden anden, he lag. Macht! acht! Ostern. 96 Hallelujah! und Kraft und Herrlichkeit ihm 0 hats vollbracht, geben, r,‚ der die Macht dem Staube, der dir teuer ist. des Todes und des Grabes hat. Wir werden ewig dein, Gineichunatuldderboeld gerecht und selig sein. 2. orreich he Weld Hallelujah! emie Tod und Gericht hat mächtig Satans Reich be— erschreckt uns nicht zwingen⸗ denn Jesus, unser Mittler, lebt. von Todesketten uns befreit. —.— 2·0. 8 Lehens. Taa der Wir von Gott gefallne Sünder 1. Tag des Lebens, Tag der sind nun mit ihm versöhnt, sind 901 Wonne! 5509065 Kinder Wie wird uns sein, wenn Gottes und Erben seiner Seligkeit. 3— 5 Sonne ö——— Bald, bald entschlafen wir durch unsers Grabes Dunkel bricht! entschlafen, Christe, dir,——— werden wir empfinden, ruhn in Frieden wenn Nacht und Finsternis ver⸗ die kurze Nacht, schwinden und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du 3. Unsern Staub mag Staub uns diesem Tage zu, bedecken,— uns die Deinen! du wirst ihn herrlich auferwecken, Die Todesbahn der du des Staubes Schöpfer bist.—[gingst du voran; bis deine Macht das Licht des ewgen Tages ruft. Du wirst unvergänglich Leben wir folgen dir in deine Ruh. Gottfried Benedikt Funk, 1734—1814. 96. Mel. Wir singen dir, Immanuel. i riumphieret Gottes Sohn, 2. Dem Teufel hat er seine der von dem Tod erstanden Macht schon, zerstört und ihn zu Fall gebracht, t großer Pracht und Herrlich- wie pflegt zu thun ein großer keit; Held, des danken wir in Ewigkeit. der seinen Feind gewaltig fällt. Hallelujah! Hallelujah! 97 97 3. O lieber Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, führ uns durch dein Barm⸗ herzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Hallelujah! 4. Nun kann kein Feind uns schaden mehr, ob er gleich trotzet noch so sehr; im Staube liegt der arge Feind, wir aber Gottes Kinder seind. Hallelujah! 97. Mel. Valet will ich dir geben. Ich geh zu deinem Grabe, V du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit den Himmelserben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. Feste und Festzeiten. 9 5. Dafür wir danken allzu⸗ gleich und sehnen uns ins Himmekreich, zum selgen End, Herr, brin uns all, so singen wir mit großem Schall Hallelujah! 6. Gott Vater in dem höchstey Thron samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weiß in Ewigkeit sei Lob und Preiz Hallelujah! 7 Kaspar Stolshagius, um 1591, 3. Du ruhest in dem Grabs daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe. Du drückst die Augen zu: so soll mir gar nicht grauch wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seiten steht. ö 4. Dein Grab war wohl veh siegelt, doch brichst du es entzwei. Wenn mich der Tod verriegell, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücke der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. I—. 9. und wohir da ie D wo U da w in de TDesi V Jesu von E dies über mit ewig 6 läste Gne daß 6 dies 1allzu⸗ melreich, brin Schall. höchsten Sohn, er Weit Preis. Im 1591ʃ. Grabe. ) U grauey eht; uen, . vohl bek Hei. rriegell, on rückeh deckt; en, ckt. Ostern. 98 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. meines o meines Todes ich will mich dir in meiner letzten Not. Ich will mein Lager machen in deine liebe Gruft; da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. —— Lebens Leben, Tod, ergeben Benjamin Schmolck, 1672—1737. 98. Desus lebt, mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Jesus lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun ver— zagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre, Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. 99 74 99. 100 Mel. Alle Menf Tesu, Todesüberwinder, W auferstandner Siegesfürst, der du einst als Herr und König aller Welt erscheinen wirst! Leiblich bist du uns genommen; doch du willst im Geiste kommen, Leben spendend allerwärts in ein jedes Menschenherz. 2. Herr, mit vielen tausend Brüdern fleh ich nun bei Tag und Nacht: komm, o komm, laß uns erfahren deine Liebe, deine Macht! Komm, vom lauen, Wesen trägen Feste und Festzeiten. 99. chen müssen sterben. 3. Tratst du einst zu deinen Jüngern durch verschlossne Thüren ein, sollten dann die Menschenherzes dir zu fest verschlossen sein? Siehe, wie sie sich ermüden, ohne Leben, ohne Frieden! Komm, die Riegel brich entzwei, mach lebendig, froh und frei! los von Satan Banden, froh und stark in dir allein! Ach, die Blinden und die Toten führ ins Licht und Leben ein, daß sich alle dir ergeben, 4. Mache uns allmächtig zu erlösen; dir zu sterben, dir zu leben! nimm hinweg, was uns beschwert Jesu, kommst du, bist du nah! und was dir den Zugang wehrt! Amen, ja! Hallelujah! ö 100. 1. Kor. 15, 55—57. ö Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. O Tod, wo ist dein Stachel 2. Lebendig Christus komm —— 7 nun, herfür; wo ist dein Sieg, o Hölle? den Feind nimmt er gefangen, Was kann uns jetzt der Teufel zerbricht der Höllen Schloß un thun, Thür, wie trägt weg den Raub mit Prangen, grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! den lauf den starken Held kann halten auff er ist der Überwinder. 100 Nichts ist, was in dem Siegek und f Weil erstehr So mit 6 ist do dersell * mein Der! aus Be dereg die 7 deinen ein, enherzey n2 rüden, 7 entzwei; frei! Satanz ein! Toten ein, en, hen! ùnah! kommt ngen, oß und zrangen, Sieges⸗ en auf; Ostern. 2 VW 3.. es Herren Rechte, die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, 8 Hölle, Welt Sünd durch Christi Sieg gedämpfet sind; Zorn ist kraftlos worden. und 4. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. N Weil nun das Haupt erstanden ist, erstehn auch wir, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 5. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei; 101 Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 6. Das ist die rechte Oster— beut der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 7. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Was kann Sieg, o Hölle? uns jetzt der Teufel thun, grausam er sich Gott sei gedankt, Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg stelle? der uns den wie derselb ihn nicht angehet durch Jesum Christ gegeben! ? Justus Gesenius, 1601-1673 101. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 0 Triumph! Der Sieg 2.„Triumph, Triumph!“ der ist mein; Himmel klingt; mein Heiland ist erstanden. die Erde klingt es wieder. Der Held zieht in den Himmel ein—Der Sünde, Tod und Hölle zwingt, aus Grab und Todesbanden. ist nun im Himmel wieder. Bezwungen ist die lange Nacht, Dort sitzet er in Herrlichkeit der ganzen Welt das Licht gebracht, die Finsternis vergangen. 101¹ von Ewigkeit zu Ewigkeit und tröstet seine Brüder. 3. Drob soll'n wir alle fröh⸗ lich sein; der Heiland ist erstanden. Aufgangen ist der helle Schein den trüben Erdenlanden. Das ewge Morgenrot steht klar, das Wort des Vaters offenbar, das wen'ge nur verstanden. 4. Drob soll'n wir alle fröh⸗ lich sein und jauchzen, singen, klingen, daß Gott uns solchen Gnaden— schein der Seligkeit will bringen, 10 , nimm die Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpsalmen den erkämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordgeschrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da; Gott sei Dank, Hallelujah! 2. Stecke nun dein Sieges-— zeichen auf der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, Feste und Festzeiten. das helle Licht gezündet hat, das Nacht und Graus kann —10 2 E daß er uns auf dem dunklen Pfad zwingen. S„ 5. O süßer Schein, o himm⸗ lisch Licht, o Todesüberwinder! Wir zittern nicht, nicht, nun sind wir alle Kinder, sind alle Sieger in dem Sieg; vollendet ist des Todes Krieg; erlöset sind die Sünder. wir zagen Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen dar Gott sei Dank, Hallelusah!— 3. Teile, großer Fürst, dil Beute ö deiner armen Herde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt deinen Frieden gieb uns allen! O so jauchzet Herz und Mut, weil das Los uns wundergut und aufs lieblichste gefallen. Denn der Oelzweig grünet da; Gott sei Dank, Hallelujah! o Sonne der Ge— rechten, deinen Strahl ins Herze gehn; 4. Laß, gieb 6 daß f Hä 0„ so rufe Denn und Gott wenn weil schon gi gieb deine O, denn Got unklen al, kann himm⸗ zagen Sieg; rieg; 1860. n. zen da: h! rst, die heute de tritt; 8 allen! Mut, ergut en. net da; ih! Ostern. gieb Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch ge— fangen, o, so fördre du den Lauf,. rufe mächtig: wachet auf! Denn die Schatten sind ver⸗ gangen, und der helle Tag ist da; Gott sei Dank, Hallelujah! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die letzte Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt; gieb uns in den höchsten Nöten, gieb uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein. O, so kann der Tod nicht töten; denn die Hoffnung blühet da; Gott sei Dank, Hallelujah! 103 wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o, so streift das kühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren. Unser Hirte hütet da; Gott sei Dank, Hallelujah! 6. Zeige, 7 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunklen Nacht; wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht, dann wirst du die Krone geben; dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben, und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Hallelujah! Christian Ludwig Taddel, 1706—1775. 103. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. W'˖* auf, mein Herz! Die Nacht ist hin; die Sonn ist aufgegangen. Ermuntre dich, mein Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thür gebrochen aus dem Grab herfür, der ganzen Welt zur Wonne. 10² 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. * 7 Vergiß nun, was dahinten ist und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesus sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach dem Himmels— zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzes— pein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht; er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. — 5. Wohlauf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch 3. vinden weit in dir, weil er gebunden Feste und F estzeiten. der Feinde Macht, daß du auf⸗ stehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 6. Ach, mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. — hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern und ewig in der Herrlichkeit von allen überwindern, Sei die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden! Laurentius Laurenti, 1660—1722. 104. A d Held im Streite, Haus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; 104 du trittst in unsre Mitten und bringst den Osterfried. 3. Der Feind wird Schau ge— tragen Gol. 2, 15) und heißt nunmehr ein Spott. Wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott! 4. bei d Wir deswe unser und ihren sie b ihre Y daß doch sragt hst iest. , der t und »n, emeim „ dieser dein t und au ge⸗ 2, 155 pott. Ostern. 4. Ach, teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus! Wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Laß unser aller Sünden mit dir begraben sein, uns deinen Schatz hier der ewig kann erfreun. finden, 6. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 3 der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seelen voll Verdruß; man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; sie bejammern voller Schmerzen ihre Not und Ungemach. Manches wandert ganz alleine, daß es nur zu g'nüge weine; doch mein Jesus ist dabei, sragt, was man so traurig sei. 105 7. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur selig mit dir auch auferstehn. 8. Der Tod kann uns nicht schaden; sein Stachel ist nun stumpf; wir sind bei Gott in Gnaden und rufen schon: Triumph! Benjamin Schmolck, 1672—-1737. 3. Oft schon hab ichs auch empfunden, Jesus läßt mich nie allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich im Leid verzehre, gleich als ob er ferne wäre, o, so ist er mehr als nah und mit seiner Hilfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir; kommt die Welt, mich anzufeinden, ach, so sei du auch allhier! Wenn mich Trübsalswetter schrecken, wollst du kräftig mich bedecken. Komm, in meinem Geist zu ruhn; was du willst, das will ich thun. 105 5. Bin ich traurig und be— trübet, Herr, so ruf mir in den Sinn, daß mich deine Seele liebet und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich gründen; laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt! fester 6. Tröst auch andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn oder in der stillen Kammer tiefbekümmert zu dir flehn. Feste und Festzeiten. Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: liebes Kind, was trauerst du? 7. Hilf, wenn es will Abend werden und der Lebenstag sich neigt, wenn dem dunklen Aug auf Erden nirgends sich ein Helfer zeigt; bleib alsdann in unsrer Mitten, wie dich deine Jünger bitten; bis du sie getröstet hast, bleibe, bleibe, teurer Gast! Johann Neunherz, 1653—1737. 6. Himmelfahrt. 106. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. A˖ wundergroßer Siegesheld, du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rechten Gottes in der Kraft, hast deinem Reich den Sieg ver— schafft, den Feind zum Tod verletzet. Mächtig, prächtig triumphierst du und regierst du; Tod und Leben, alles ist dir untergeben. 106 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich Siegesfürsten loben, weil du den Segen bracht, mit Majestät und großer Pracht zur Freude bist erhoben. Singet, klinget, rühmt und ehret den, der fähre auf zum Throne, zu empfahn die Himmelskrone. wieder⸗ sind komi Trof was wird — * 3u mein Ehr wir zur sich nnen, Du? Abend gt, Erden igt; srer erubim, im wieder⸗ Pracht r fährek Throne, krone, Himmelfahrt. 3. Du bist das Haupt, o Herr, und wir sind deine Glieder; nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. Trost, Friede, Freude, Licht und Kraft, was dem Gemüt Erquickung schafft, wird uns von dir gegeben. Dringe, zwinge mein Gemüte, ewge Güte, dich zu preisen, Ehr dem Siegsherrn zu erweisen. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir fortan für und für nach deinem Reiche trachten! Laß unsern Wandel himmlisch sein; laß uns demütig, züchtig, rein all Uppigkeit verachten. Unart, Hoffart hilf uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 107 5. Sei Jesu, unser Schutz und Schatz! Sei unser Ruhm und fester Platz, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist! Auf Erden wohnet Trug und List; es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gna— denthron, Röm. 3, 25.) du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du bist uns allen ja zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Komm, Herr! Hilf, Herr! Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende jauchzend heben unsre Hände. Ernst Christoph Homburg, 1605—1681. 107. ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. denn weil A?r Christi Himmelfahrt allein 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh erlangen; denn wo mein Schatz ge— kommen hin, da ist hinfort mein Herz und Sinn; nach ihm mich stets verlanget. 108 Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren 1 —9 Feste und Festzeiten. und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen! Nach Josua Wegelin, 1604—1640. 108. Ersame ihr Siegespalmen; ihr Himmel, werdet klar! Ihr Herzen, bringet Psalmen und schmücket den Altar! Singt von dem Menschensohne und seinem großen Sieg; singt, wie er auf zum Throne der Ewigkeiten stieg! 2. Der einst, von Qual durch— drungen, den Sündern war ein Spott, der unsern Tod verschlungen in seine Todesnot, den sehn wir hoch und prächtig im Siegesglanze ziehn; der schwinget sich allmächtig durch alle Himmel hin. 2* 3. Dort auf dem stehen die Jünger arm und schwach hinauf gen Himmel sehen sie dir, o Jesu, nach. Doch sehn sie froh dich scheiden in deinen Sternensaal, weil du mit Licht und Freuden sie tröstest ohne Zahl. Olberg 4. Du aber hast nach oben zum Throne dich gewandt und waltest ewig droben zu Gottes rechter Hand. Von dannen wirst du kommen in Richtermajestät. Dann jauchzen deine Frommen; der Stolzen Hohn vergeht. Heil der Deinen, rüst uns auf diesen Tag, seis, daß er heut seis, daß er säumen mag! Wenn dann dir deine Knechte verklärt entgegen ziehn, dann führe deine Rechte auch uns zum Himmel hin; 5. OllsiJesu 6. Dann laß in Strömen quillen dein schönes Lebenslicht; dann zeig uns ohne Hüllen des Vaters Angesicht. O himmlisches Entzücken! O selger Liebeszug! Wenn wir nur dich erblicken, hat unser Herz genug. Nach dem Lateinischen des Beda Venerabilis(673 deutsch von Albert Knapp, 1798—1864. 108 * 7³3⁵ und was ist g 2 ist 1 und läßt in die dure 0 die nun Hei 4 träg und sind oben mmen men; der nechte 5 römen 73⁵ Himmelfahrt. 109 109. Mel. Ge Mittler, der zur Rechten seines großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt, den auf dem erhabnen Throne der königlichen Krone alles Heer der Ewigkeit mit verhülltem Antlitz scheut! Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer ist vollbracht was vollendet sollte werden, ist geschehn durch deine Macht. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 2. Dein 3 du ja Hort und Hüter in des Vaters Heiligtum, die erworbnen Segensgüter durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, Nun bist die zum Thron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes teure Namen trägst du stets auf deiner Brust, und die gläubig zu dir kamen, sind und bleiben deine Lust. 109 Alle Menschen müssen sterben. Du vertrittst, die an dich glauben, daß sie nichts dir möge rauben, bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil das Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht Ireih Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, 109. zielt dein Bitten hin. 6. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar und vertrittst vor ihm mit Freuden deine teur erlöste Schar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn Mittler, sei priesen, daß du in dem Heiligtum so viel Treu an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm! 7. Großer ge⸗ Laß uns dein Verdienst ver— treten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod! Johann Jakob Rambach, 1693 1735. Feste und Festzeiten. 110. allelujah! Wie lieblich stehn V hoch über uns die Himmelshöhn, seit du im Himmel sitzest, seit du vom ewgen Zion dort aussendest dein lebendig Wort und deine Herde schützest! Fröhlich, selig schaut der Glaube von dem Staube auf zum Sohne; meine Heimat ist am Throne! 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; was ist ihr tausendfacher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, das dir vom holden Angesicht ausgeht mit ewger Wonne! Spende, sende deine hellen Lebensquellen reichlich nieder, großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, ich weiß, daß dort ein Auge wacht, das einst um uns geweinet, das einst für uns im Tode brach; es ist dein Aug, es bleibet wach, bis neu die Sonne scheinet. O wer nunmehr nimmer klagte, nimmer zagte, seit du wachest und aus Nächten Tage machest! 11⁰ 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, ein Himmel neigt sich drüber her, dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet; da wallt man sicher früh und spät vor Feindeslist und Schaden. Keiner deiner Auserwählten, Geistbeseelten bleibt verlassen; treu will ihn dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, zu dir, wenn sich das arme Hers abhärmt in bittrer Reue. Du brichst nicht das zerstoßne Rohr, und wenn der Docht sein Ol verlor, so tränkst du ihn aufs neue. Im Licht soll nicht eine fehlen von den Seelen, die zum Leben dir dein Vater übergeben. 6. O selger König Jesu Christ, wie wundervoll und heilig ist, was uns in dir geschenket! In dir, der Gottes Kinder schirmt, bleibt unser Anker, wenn es stürmt, auf ewig eingesenket. Hier, hier sind wir festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile; dann hinauf zum ewgen Heile! Albert Knapp, 1798-1864. H. — Wa: war 9 oder daß tägl 2 und wen thue u rede den dart durch Meer, *her, n. obet; d spät en. bleibt fassen. t allem e Herz »Rohr, verlor, ue. Christ, Rist, 1 schirnt, stürmt, n fliehn Himmelfahrt. 111. 112 III. Mel. Schaffet, schaffet, Menschenkinder. Her auf Erden muß ich leiden „ und bin voller Angst und Weh; Warum willst du von mir scheiden? warum fährst du in die Höh? Nimm mich Armen auch mit dir oder bleibe doch in mir, daß ich dich und deine Gaben täglich möge bei mir haben. 2. Laß dein Herze mir zurücke und nimm meines mit hinauf; wenn ich Seufzer zu dir schicke, thue mir den Himmel auf und, so ich nicht beten kann, rede du den Vater an; denn du sitzt zu seiner Rechten; darum hilf uns, deinen Knechten. 3. Zeuch die Sinne von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himmlisch werde, ob ich gleich noch sterblich bin, und im Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit, bis wir auch zu dir gelangen, wie du bist vorangegangen. 4. Meine Wohnung mache fertig droben in des Vaters Haus, da ich werde gegenwärtig bei dir gehen ein und aus. Dahin bringe mich zur Ruh, denn der Weg dahin bist du, und nimm an dem letzten Ende meinen Geist in deine Hände. 5. Komme, wenn es Zeit ist, wieder, denn du hast es zugesagt, und erlöse meine Glieder aus des dunklen Grabes Nacht; richte dann die böse Welt, die dein Wort für Lügen hält, und nach ausgest tandnem Leide führ uns ein zu deiner Freude. Kaspar Neumann, 1648—1715. 112. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Tiegesfürst und Ehrenkönig, Odu verklärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig; du bist drüber hoch erhöht. Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 111 113 Feste und Festzeiten. 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, hör ich, wie der Engel Scharen rufen froh: Hallelujah! sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert und mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Him⸗ melssonne, leuchtet deine Herrlichkeit, die mit neuem Glanz und Wonne selge Geister hoch erfreut. Prächtig wirst du aufgenommen; jauchzend heißt man dich will— kommen. Schau, dein Kind im Staube hier ruft auch Hosianna dir! 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? sollte jetzt mein Mut noch sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem Königwill ich trauen,— vor dem Feind soll mir nicht grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. — 5. Herr, dein reicher ergieße über uns sich kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Geist Herr, zu deinem Scepter wende alles bis zum fernsten Ende; mache dir auf Erden Bahn, 5 5*e* 0 alle Herzen unterthan! 6. Nun erfüllst du aller Orten alles durch dein Nahesein; Heiland, meines Herzens Pforten stehen offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, komm, bei mir auch einzukehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron! Gerhard Tersteegen, 1697— 1769. 113. Hohes Lied 1, 4. DQDeuch uns nach dir, so laufen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 112 2. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege, sonst irren wir leicht ab von dir, vom rechten Lebenswege. 3. so fol dir ne daf allhier das b K'n erfüll deiner dein O zum 6 das Y das Halle 2 laß u und von Geist üße wende Orten 'forten Ehren, ehren; on! 1769. Pfingst 3. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in ctern Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. en. 114 4. Zeuch uns nach dir nur für und für, gieb, daß wir nachfahren dir in dein Reich und mach uns gleich den auserwählten Scharen. Friedrich Funcke, 1642—1699. DPfingsten. K᷑ mm, heiliger Geist, Herre O Herr! behüt vor fremder Gott, Lehr, erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubigen Herz, Mut und Sinn; dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz zum Glauben du versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen; das sei dir, Herr, zu Lob ge— sungen. Hallelujah, Hallelujah! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht er— kennen, von Herzen Vater ihn nennen. 113 daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum mit rechtem Glau ben, und ihm aus ganzer Macht ver— rauen. Hallelujah, Hallelujah! heilige Glut, Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleiben; laß Trübsal uns von dir nicht treiben. urch deine Kraft uns, Herr bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dringen! Hallelujah! süßer —5 C 3— u D dir Hallelujah, Martin Luther, 1483—1546. 8 Feste und Festzeiten. 115. K'un, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens; sie erfüll uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunkeln Herzen sein. 2. Gieb in Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir andres nicht beginnen, denn was nur dein Wille sucht. Dein Erkenntnis werde groß, und mach uns vom Irrtum los. 3. Zeige, Herr, die Wohl— fahrtsstege; was gethan ist wider dich, räume ferner aus dem Wege; schlecht und recht behüte mich. Wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. dein empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich gründen, 4. Laß wenn sich Not und Drangsal findt; denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; unser Herz und Zeugnis uns 114 seufz auch in uns, beten, und vertritt uns allezeit, so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. wenn wir 6. Wird uns auch nach Trostt bange, daß das Herz oft rufen muß: „ach mein Gott, mein Gott, wie lange!“ o, so mache den Beschluß, sprich der Seele tröstlich zu und gieb Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke. Wenn die Welt uns an sich reißt, schenk uns Waffen in den Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr uns unsern Glauben, Teufel, Tod, noh Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Goll Sagt das Fleisch gleich immer— nein, laß dein Wort gewisser sein. daß kein so ve als d R. u daß wenn L der unbe Troste muß: ott, win le. an sich n dem Sieg. Unsern 5„ hoch ben; id Goti. immer: sein. Pfingsten. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, 116. 117 jener Herrlichkeit und Ehr, die Gott giebt durch Jesum Christ und die unaussprechlich ist. Heinrich Held, 4 1695. 116. N bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glaͤuben aller— meist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahr'n aus diesem Elende. Erbarm dich, Herr! 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein; lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Erbarm dich, Herr! Martin Luther,‚, 1483—1546. 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst; laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Erbarm dich, Herr! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nimmer verzagen, wenn der Feind wird das verklagen. Erbarm dich, Herr! Leben V. Maus dem 12. Jahrhundert. 117. Mel. Werde munter, mein Gemüte. du allersüßte Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet lässest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe. 11⁵ 8* 2. Du bist j0 die beste Gabe, die ein Mensch je nennen kann. Wenn ich dich er dwunsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach ergieb dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein milder Regen ausgegossen von dem Thron, bringst uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und verteilst nach deinem Willen, meine ganze Seel erfüllen! 4. Du bist weise, voll Ver⸗ standes; is Geheimste ist dir kund, hast gezählt den Staub des Sandes 105 durchschaut des Meeres 0 Grund. Nun, du weißt auch zweifels— frei, wie verderbt und blind ich sei; drum gieb Weisheit und vor allem, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und heilig ist, fliehst hingegen Schand und Sünden, weil du lauter Reinheit bist. Feste und Festzeiten. Mache mich, o Gnadenquell, rein und züchtig, keusch und hell. Laß mich fliehen, was du fliehest; gieb mir, was du gerne siehest. 6. Deine Huld hat keine Schranken; du bist fromm und sanften Muts, bleibst im Lieben ohne Wanken, thust uns Bösen alles Guts. Ach! verleih und gieb mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 7. O mein Hort, frieden, du nur nicht weichst von mir; bleib ich von dir ungeschieden, bin ich stets getrost in dir. Laß mich sein dein Eigentum; ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. wen! 8. Allem will ich sagen, was dir deinen Ruhm entreißt, und mein Herz soll immer fragen nur nach dem, was du verleihst. Was der Satan will und sucht, will ich hassen als verflucht, und den schnöden Sündenwegen trete ich mit Ernst entgegen. gern ent⸗ 9. Wohl mir, wenn nur du mich stärkest und mir treulich stehest bei! 116 ich bin zu— nimm daß e und „ der 1 der u durch 2. als 6 du al erleud 3 —. hell i komm des 1 4. die V ach, geht Uell, d hell. iehest; siehest, keine Muts, anken, ir auch auch, liebe, übe. hin zu⸗ st von den, entum; rmögen treißt, fragen erleihst. d sucht, ht, nwegen en. nur du est ei! Pfingsten. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nötig sei. Brich des Fleisches bösen Sinn; nimm den alten Willen hin, daß er sich in dir erneue 10. Sei mein Retter, halt mich eben; wenn ich sinke, sei mein Stab; mein Leben; mein Grab! aufersteh, ich geh wenn ich sterbe, sei wenn ich liege, sei Wenn ich wieder o, so hilf mir, daß und mein Gott sich meiner hin, wo du in ewgen Freuden freue. wirst die Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, 1607—1676. 118 ——— + r Gottes Geist und Christi][5. Das Morgenrot der bessern Geist, Welt, der uns den Weg zum Leben das wie ein Strahl vom Himmel + I weist, fällt, der uns die dunkle Erdennacht durch seine Lichter helle macht. 2. Du der durch das Wel tall weht als Gottes stille Majestät, du aller Lichter reinstes Licht, erleucht uns Herz und Angesicht. Hauch 2 3. Komm, leuchte mit dem Gnadenschein hell in die weite Welt hinein; komm, mach uns in der Finsternis des lichten Himmelswegs gewiß. 4. Ach, hier ist alles Staub und Nacht, die Wahn und Sünde trübe macht; ach, hier ist alles Not und Tod, geht uns nicht auf das Morgenrot. 117 der uns als Gottes Macht und Gottes Lust durchblitzt die kranke Menschenbrust. 6. O Gottes Geist und Christi Geist, wie Kinder beten heißt, wie Kinder glauben heißt, o komm, du heilger Geist! der uns o komm, 7. Komm, Gottes Friede, Gottes Mut; komm, stille Kraft, die nimmer ruht; komm, gieße deinen Gnadenschein in Seele, Sinn und Herz mir ein! 8. Dann wandl ich wie ein Kind des Lichts im Glanze deines Angesichts schon meinen kurzen Erdenlauf stets himmelein und himmelauf. Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung was zerrissen und beflissen, dich sein; o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne. Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. deinen 2. Du Quell, draus alle Weis⸗— heit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten ö Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir auch leiden müssen. Feste und Festzeiten. 119. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. und auf deinen Trost zu bauen. (Christum unsern Heiland nennen, 118 Schaue, baue, zu schauen 4. Laß uns dein edle Balsam⸗ kraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Gebärden. Laß dich deinem reichlich auf uns nieder, daß wir wieden Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebens⸗ hort, laß uns dein himmelsüßes Won in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmer⸗ mehr von deiner weisheitsreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wi können gieb zünd daß 0 3 meh an G 0 „ dich bauen. zalsam⸗ chaft deinen utz wieder pfinden, Lebens⸗ Won nimmer⸗ n Lehr daß wit nennen. Pfingsten. 6. Du süßer Himmelstau, dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, laß 120 2 7. Gieb, daß in reiner Heilig⸗ keit wir führen unsre Lebenszeit; sei unsres Geistes Stärke, daß unser Sinn verbunden sei daß uns forthin sei unbewußt dem Nächsten stets mit Liebestreudie Eitelkeit, des Fleisches Lust und sich d darinnen übe. und seine toten Werke. Kein Neid, Rühre, kein Streit führe dich betrübe; Fried und Liebe unser Sinnen und Beginnen von müssen schweben; der Erden, Fried und Freude wirst du geben. daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer, 1606.—1673. 120. heiliger Geist, o heiliger Gott, O heiliger Geist, o heiliger du Tröster wert in aller Not, 60 Gott, du bist gesandt vom Himmels- erleucht uns durch dein göttlich thron Wort; von Gott dem Vater und dem lehr uns den Vater kennen schon, Sohn, dazu auch seinen lieben Sohn, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 2. O heiliger Geist, Gott, Lieb zu Wort; zünd an in uns der Liebe Flamm, daß wir uns lieben allesamt, o heiliger Geist, o heiliger Gott! gieb uns die deinem 3. O heiliger Geist, o Gott, mehr unsern Glauben immerfort; an Christum niemand glauben kann, es sei denn durch dein Hilf gethan, o heiliger Geist, o heiliger Gott! o heiliger heiliger o heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigest uns die Himmelspfort; laß uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Not und Tod. sagen dir Lob, Ehr und Dank jetzund und unser Leben lang, o heiliger Geist, o heiliger Gott! Wir Vor 1655. 121 Feste und Festzeiten. 121. Mel. komm, du Geist der Wahrheit, und kehre bei uns ein. Verbreite Licht und Klarheit; verbanne Trug und Schein. Gieß aus dein heilig Feuer; rühr Herz und Lippen an, daß jeglicher getreuer den Herrn bekennen kann. 2. O du, den unser größter Regent uns zugesagt, komm zu uns, werter Tröster, und mach uns unverzagt. Gieb uns in dieser schlaffen und glaubensarmen Zeit die scharfgeschliffnen Waffen der ersten Christenheit. und brüsten sich frecher jetzt als je; darum muft du uns rüsten mit Waffen aus der Höh. Du mußt uns Kraft verleihen, Geduld und Glaubenstreu, und mußt uns ganz befreien von aller Menschenscheu. 3. Unglaub Thorheit 4. Es gilt ein frei Geständnis in dieser unsrer Zeit, ein offenes Betemtuis bei allem Widerstreit, Karl Johann Philipp Spitta, 120 Valet will ich dir geben. trotz aller Feinde Toben, trotz allem Heidentum zu preisen und zu loben das Evangelium. 5. Fern in der Heiden Lande erschallt dein kräftig Wort; sie werfen Satans Bande und ihre Götzen fort. Von allen Seiten kommen sie in das Reich herein; ach, soll es 0 genommen, für uns verschlossen sein? 6. O solch strenges Strafgericht; uns ist das Licht erschienen, allein wir glauben nicht. Ach, lasset uns gebeugter um Gottes Gnade flehn, daß er bei uns den Leuchter des Wortes lasse stehn. 7. Du heilger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und fern; mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn. O, öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund, daß wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr machen kund. 1801-1859, wahrlich, wir verdienen 8 Zün; Den hat mach N so u euch und 2 Sieg Geif stark sanft Licht gi und wen führ Giel wenn sprig 6 du tröst bei 4 schüt auf N, Lande 5 nen N, rdienen )ter bereite ern; errn. n Rund, 5 1859. hmerzen Pfingsten. 122 122. Psalm mit Maien! streuen! Achmückt das Fest Lasset Blumen Zündet Opfer an! Denn der Geist der hat sich eingeladen; machet ihm die Bahn! Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. Gnaden 2. Tröster der Betrübten Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und starker Gottesfinger, sanfter Friedensbringer, Licht auf unserm Pfad, gieb uns Kraft und Lebenssaft; laß uns deine teuern Gaben zur Genüge laben. That, 3. Laß die Herzen brennen; wenn wir Jesum nennen, führ den Geist empor. Gieb uns Kraft zu beten; wenn vor Gott wir treten, sprich du selbst uns vor. Gieb uns Mut, du höchstes Gut; tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld! Lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; hundertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut! Laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen; dämpfe Fleisch und Blut! Laß uns doch am Sündenjoch mit der Welt nicht ferner und das Böse fliehen. ziehen 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen; führ uns ein und aus! Wohn in unsrer Seele; unser Herz erwähle dir zum eignen Haus! Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Hilf das Kreuz uns tragen, und in finstern Tagen sei du unser Licht! Trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, .— wenn der Tod, die letzte Not, will mit uns zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt; Feste und Festzeiten. dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benjamin Schmolck, 1672-1737. 123. (Deuch ein zu deinen Thoren! O sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich em— pfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht. Der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht, mit Segen mich geschmückt, mir schon im Wasserbade versiegelt Gottes Gnade, die mich im Tod erquickt. 50 4. Du bist das heilge Oele, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten Gott schützt vom Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll. Dein Beten wird erhöret; dein Singen klinget wohl. Es steiget himmelan und hört nicht auf mit Flehen, bis der die Hilf läßt sehen, der allen helfen kann. ein Geist der Freuden; mit Trauern hältst du's nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal! 6. Du bist ein will 30ꝛ will sich as naien r lehret, Flehen, jen, eist der nicht, Mal en en 1l Trinitatis. 124 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit; der Feindschaft Feind du bist, willst, daß in Liebesflammen sich wieder thu zusammen, was voller Zwietracht ist. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gieb doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden; verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Beschirm die Obrigkeiten; bau unsres Fürsten Thron; hilf ihm für Christum streiten. Schmück als mit einer Kron die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. —— 10. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergötzet, aus unserm Herzen reißt. 11. Gieb Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut; hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich. 12. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben in Todes Arme hin, wenns mit uns hier wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Paul Gerhardt, 1607 1676 z. Trinitatis. 124. Mel. Nun danket alle Gott. Gebee sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir Leib und Seele hat gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Guts an mir gethan. 12⁵5 Feste und Festzeiten. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was durch ihn lebt und webet; gelobet sei der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist. 5. Dem wir Hallelujah mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig! Fiht singen, den herzlich lobt und preist die ganze C herterhei, gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Johann Olearius, 1611-1684. * 25. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. allelujah! Lob, Preis und Ehr H sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke; von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget, singet: gnädig, herrlich, heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! ö 124 2. Hallelujah! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemein⸗ schaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. seine dure der und der und W an den d alles 1684. Ehr und zebracht, , erkauft, auft let. Gemein⸗ ir haben n. Trinitatis. 126 3. Hallelujah! Gott heilger 4. Hallelujah! Lob, Preis und Geist Ehr sei ewiglich von uns gepreist, sei unserm Gott je mehr und durch den wir neu geboren, mehr der uns mit Glauben hat ge- und seinem großen Namen. ziert Stimmt an mit aller Himmels— und dem Erlöser zugeführt, schar der uns sich hat erkoren. und singet nun und immerdar Schauet, mit Freuden: Amen, Amen! schauet! Klinget, Da ist Freude, da ist Weide, da singet: ist Manna gnädig, herrlich, heilig, heilig, und ein ewig Hosianna. heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! Bartholomäus Crasselius(2) nach Martin Rinkart, 1586— 1649. 126. W'i glauben all an einen Gott, der uns durch sein Blut und Vater, Sohn und heilgen Tod Geist, hat erlöst aus aller Not. an Gott, den Herrn Zebaoth, den die Schar der Engel preis.. ä den die Schar der Engel preist, 3. Wir glauben an den heilgen der durch seine große Kraft —*. Geist, alles wirket, thut und schafft. 1 der von beiden gehet aus, der uns Trost und Beistand leist wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit, sei gepreist zu aller Zeit! 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes und Marien Sohn, der vom Himmel kommen ist und uns führt in Himmels Thron‚ Tobias Clausnitzer, 1618—-1684. 12⁵ Kirche und Gnadenmittel. IV. Kirche und Gnadenmittel. 1. Kirche und Mission. 127. A* bleib bei uns, Herr Jesu V Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns erlöschen nicht. dieser letzten, trüben Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament stets rein behalten bis ans End. 2. In 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt; wir sind arg, sicher, träg und kalt. Gieb Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. V. 3—8 von Nikolaus Selnecker, 1530(2)— 1592. 126 5. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit Macht erheben hoch und bringen stets was Neues her,“ zu fälschen deine rechte Lehr. 6. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. Dein Wort ist unsres Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts andres suchen mehr. 8. Hilf leben uns nach deinem Wort ö und darauf gläubig fahren fonh von hinnen aus dem Jammer⸗ thal zu dir in deinen Himmelssaal. bei dein dan und wie ver der bei wa uwehre n hoch Ues her,“ ehr. unsres Trutz Schut; Herr, suchen h deinem ren fort Jammer⸗ elssaal. —1592. Kirche und Mission. 128. 129 128. Mel. Christus, der ist mein Leben. A7 Aeib mit deiner Gnade 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, Herr Jesu Christ, bei uns, du reicher Herr; daß uns hinfort nicht schade dein Gnad und all's Vermögen des bösen Feindes List. in uns reichlich vermehr. 2. Ach bleib mit deinem Worte 5. Ach bleib mit deinem bei uns, Erlöser wert, Schutze daß uns beid, hier und dorte, bei uns, du starker Held, sei Güt und Heil beschert. daß uns der Feind nicht trutze, ö ö noch fäll die böse Welt. 3. Ach bleib mit deinem Glanze 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, du wertes Licht; bei uns, mein Herr und Gott; dein Wahrheit uns umschanze, Beständigkeit verleihe, damit wir irren nicht. hilf uns aus aller Not. Josua Stegmann, 1588—1632. 129. Psalm 12. A˖ Gott, vom Himmel sieh Der wählet dies, der andre darein das; und laß dich des erbarmen, sie trennen uns ohn alles Maß wie wenig sind der Heilgen dein;[und gleißen schön von außen. verlassen sind wir Armen. E Gott woll . A— 3. 0 50 Srotter* Dein Wort man läßt nicht 3. Wit haben wahr; E Lehr, der Glaub ist auch verloschen gar die falschen Schein uns lehren bei allen Menschenkindern und sich vermessen hoch und sehr: „Tro 5 dem, ders uns will wehren! 2. Sie lehren eitel falsche List. Wir haben Recht und Macht was eigner Witz erfindet; allein; ihr Herz nicht eines Sinnes is was wir setzen, gilt allgemein; in Gottes Wort gegründet. wer ist, der uns soll meistern?“ 127 + — a 130 Kirche und Gnadenmittel. 4. Darum spricht Gott: ich muß auf sein; die Armen sind verstöret. Ihr Seufzen dringt zu mir herein; ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht't stark in die Lande— 6. Das wollst du, Gott, be— wahren rein vor diesem arg'n Geschlechte, und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher find't, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Martin Luther,‚, 1483— 1546. 130. Mel. Valet will ich dir geben. Dꝛ du in Todesnächten erkämpft das Heil der Welt und dich als den Gerechten zum Bürgen dargestellt, der du den Feind bezwungen, den Himmel aufgethan, dir stimmen unsre Zungen ein Hallelujah an! 2. Im Himmel und auf Erden ist alle Macht nun dein, bis alle Völker werden zu deinen Füßen sein. bis die von Süd und Norden, bis die von Ost und West sind deine Gäste worden bei deinem Hochzeitsfest. 3. Noch werden sie geladen; noch gehn die Boten aus, um mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, es ist kein Weg zu schwer, zu streun dein Lebensfeuer ins weite Völkermeer. — — 4. So ziehen deine Flammen wie Sonnen um die Welt. Getrenntes fließt zusammen; das Dunkle wird erhellt, und wo dein Name schallet, du König Jesu Christ, ein selig Häuflein wallet dahin, wo Frieden ist. dir daß und 5 und zu d verh als verst 9 ging nahs und 2 von sind N zu 1 von führ die kein die dir währet it und Lande. *tt, be— in te, sein, chte. umher —1546. zeladen; naden teuer, lammen t. en; Kirche und — O 5. O sammle deine Herden dir aus der Völker Zahl, daß viele selig werden und ziehn zum Abendmahl! Mission. 131 Schleuß auf die hohen Pforten! Es strömt dein Volk heran. Wo's noch nicht Tag geworden, da zünd ein Feuer an! Christian Gottlob Barth, 1799—1862. 131. Mel. Valet will ich dir geben. Der du zum Heil erschienen der allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am Marterholze versöhntest ihre Schuld, 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. + 3. Im schönen kleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. Hochzeits— 4. Drum Ruhe kann nicht werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht. Auch sie hast du gegraben in deinen Priesterschild, am Brunngquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein „Werde!“ Laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn, daß, wo man Greueln fröhnet und vor den Götzen kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 129 9 göttlich Kirche und Gnadenmittel. 7. Wir rufen, du willst Wie viele sind'zerbrochen! hören; Wie viele sinds noch nicht! wir fassen, was du sprichst. O du, ders uns versprochen, Dein Wort muß sich bewähren, verd aller Heiden Licht! womit du Fesseln brichst. Albert Knapp, 1798—-1864. und Uns 132. gehi Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. in Er Herde und ein Hirt! 4. Sieh, das Heer der Nebel ö VWie wird dann dir sein, flieht bere ö o Erde, vor des Morgenrotes Helle, 6 ö wenn sein Tag erscheinen wird! und der Sohn der Wüste kniet Der ö Freue dich, du kleine Herde! dürstend an der Lebensquelle; das Mach dich auf und werde ihn umleuchtet Morgenlicht; von Licht; Jesus hält, was er verspricht. Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan; 2. Hüter, ist der Tag noch rauscht, verdorrete Gebeine! du fern? Macht dem Bundesengel Bahn; nac Schon ergrünt es auf den Wei- großer Tag des Herrn, er— Unf den, scheine! und die Herrlichkeit des Herrn Jesus ruft: es werde Licht! und nahet dämmernd sich den Heiden. Jesus hält, was er verspricht. der Blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Her⸗ 165 lichkeit! 90. 3. Komm, o komm, getreuer Jesus Christus, du die Sonne, 1460 Hirt, und auf Erden weit und breit daß die Nacht zum Tage werde! Licht und Wahrheit, Fried und! 32 Ach, wie manches Schäflein irrt Wonne! fern von dir und deiner Herde! Mach dich auf; es werdt) Kleine Herde, zage nicht; Licht! ö Die Jesus hält, was er verspricht. Jesus hält, was er verspricht. 9e Friedrich Adolf Krummacher, 1767-1845. 30 Kirche und Mission. 133 en! 133. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. iner ists, an dem wir hangen, der für uns in den Tod ge— gangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen; in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum; Send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes. Da ruht der Streit; er Nebel bereite dir zum Ruhm da währt die Freud le deine Kinder! heut, We und in Ewigkeit. kniek Verbirg uns nicht lelle; das Gnadenlicht 4. Schan auf deine Millionen, ilicht; von deinem heilgen Angesicht! die noch im Todesschatten wohnen, richt. ö von d deinem Himmel reiche fern! 2. Nicht wir haben dich er⸗— Seit Jahrtausenden ist ihnen sgethan wählet; kein Evangelium erschienen, ne! du selbst hast unsre Zahl gezählet kein gnadenreicher Morgenstern. Bahn: nach deinem ewgen Gnadenrat. Glanz der Gerechtigkeit, rn, c Unsre Kraft ist schwach und geh auf, denn es ist Zeit! nichtig, Komm, Herr Jesu; Licht! und keiner ist zum Werke tüchtig, zeuch uns voran pricht. der nicht von dir die Stärke hat. und mach uns Bahn 22 65 Drum brich den eignen Sinn; gieb deine Thüren aufgethan! er Herr denn Armut ist Gewinn für den Himmel. 5. Deine Liebe, deine Wun⸗ Sonnt⸗ Wer in sich schwach, e d breit solgt, Herr, dir nach ö die uns ein ewges Heil erfunden, ried und trägt mit Ehren deine dein treues Herz, das für uns W Schmach. fleht, 3werbe! wollen wir den Seelen preisen 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, und auf dein Kreuz so lange pricht die Ernt ist groß, der Schnitter ö weisen, ö wenig; bis es durch ihre Herzen geht. ö 67185 drum sende treue Zeugen aus. Denn kräftig ist dein Wort; 131 9* 133 Kirche und Gnadenmittel. ö es richtet und durchbohrt Aber du wirst für uns streiten Geist und Seele; und uns mit deinen Augen dein Joch ist süß, leiten; dein Geist gewiß, auf deine Kraft vertrauen wir. ö E und offen steht dein Paradies. Dein Senfkorn, arm und und klein, die! 6. Heiland, deine größten wächst endlich ohne Schein stür⸗ Dinge doch zum Baume, 13—5 beginnest du still und geringe; weil du, Herr Christ, 2 was sind wir Armen, Herr, vor sein Hüter bist, 4 dir? dem es von Gott vertrauet ist. der Albert Knapp, 1798— 1864. 134. ö Psalm 46. Eir feste Burg ist unser Gott. 3. Und wenn die Welt voll. ein gute Wehr und Waffen; Teufel wär ö er hilft uns frei aus aller Not, und wollt uns gar verschlingen, die uns jetzt hat betroffen. so fürchten wir uns nicht so sehr,— E 6 Der alt böse Feind, es soll uns doch gelingen. ö mit Ernst ers jetzt meint; Der Fürst dieser Welt, sein groß Macht und viel List wie saur er sich stellt, sein grausam Rüstung ist; thut er uns doch nicht; erleu auf Erd ist nicht seins Gleichen. das macht: er ist gericht't; d 2. Mit unsrer Macht ist ein Wörtlein kann ihn fällen. und nichts gethan; 4. Das Wort sie sollen lassen und wir sind gar bald verloren. stahn ů Es streit't für uns der rechte und kein'n Dank dazu haben! beka Mann, Err ist bei uns wohl auf dem Plan und den Gott selbst hat erkoren. mit seinem Geist und Gaben. 5 Fragst du, wer der ist? Nehmen sie den Leib, 5 Er heißt Jesus Christ, Gut, Ehr, Kind und Weib,. öů‚—6 der Herr Zebaoth, laß fahren dahin! und ist kein andrer Gott; Sie habens kein Gewinn; ö das Feld muß er behalten. das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther, 1483—1546. 132 reiten Augen wir. und elt voll! är hlingen, sehr,— t; ällen. ein lassen aben! em Plan aben. deib, 3 bleiben. 3—1546. ö Kirche und Mis ssion. 135. 136 135. Grn uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, stürzen wollen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist; beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. heilger Geist, Tröster wert, gieb Eintracht deinem Volk auf Erd. Steh bei uns in der leit uns ins 3. Gott du letzten Not; Leben aus dem Tod. Martin Luther, 1483—1546. 136. Psalm 67. E wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken dir und loben dich, o Gott, die Völker alle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, dich Volk in guten Thaten. Land bringt Frucht En sich; dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! und lobe das Das und Martin Luther, 1483—1546. — ö SISISIS— Kirche und Gnadenmittel. 137. Psalm 87. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. ö G⁵es Stadt steht fest gegründet auf heilgen Bergen, es ver— bündet sich wider sie die ganze Welt; dennoch steht sie und wird stehen; man wird an ihr mit Staunen sehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Hallelujah! Lobsingt und sprecht: wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht! 2. Zions Thore liebt vor allen der Herr mit gnädgem Wohl— gefallen, macht ihre Riegel stolz und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwenglich dem zu lohnen, der ihn nur thun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld! Wie trägt er mit Geduld all die Seinen! O Gottes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heilge Dinge werden in dir gepredigt, wie auf Erden Gottes Wort ist deine Wahrheit; du hast den Geist und hast di Klarheit, die alle Finsternis zerstört. Da hört man fort und fort das teuer werte Wort ewger Gnade. Wie lieblich tönt, was hier versöhnt und dort mit ewgem Leben krönt! 4. Auch die nichts davon ver— nommen, die fernsten Völker werden kommen und in die Thore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, wird auch der Herr noch pred'gen lassen, was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn? Wo ist sein Gnadenthron?— wird man fragen. Dann kommt die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr der Herrlichkei 5. Darum stellet ein di⸗ Klagen! Man wird noch einst zu Zion sagen: wie mehrt sich deiner Bürge Zahl! Voll Erstaunen wird man schauesn, wie Gott sein Zion mächtig baueh sonst unter keinem Volk man hört. und herrlich weitern wird einmal 4 2* 3⁴ 9 in ei verei unsr dein 2 das nun Zu und für ahrheit; hast die . d fort n krönt! von ver⸗ kommen gehn. saßen, pred'gen geschehn. n? n?— rrlichkei ein die Zion Bürger schauen, tig baueh d einmal, ö Kirche und Erhebet Herz und Sinn! ů Es ist die Nacht schier hin ür die Heiden; es kommt ihr Tag; sie werden wach, und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst 19 Erden die Mutter aller Völker werden, die ewges Leben fanden hier. Mission. 138 Welch ein Jubel, wie vom Reigen, wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebensbrunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, das alles Ee stillt. Hallelujah! Von Sünd und Tod, von aller Not ö erlöst nur einer, Zions Gott. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. 138. Mel. Her stehen wir von nah und H fern, in einem Geist, vor einem Herrn, vereint zu Dank und Bitte o Jesu, selge Majestät, Gekreuzigt einst und nun erhöht, tritt ein in unsre Mitte. Stimm an, nimm an unsre Lieder, die wir wieder vor dich bringen, Thun zu singen. deiner Liebe 2. Was ein verborgnes Senf— korn war, das breitest du von Jahr zu Jahr nun aus mit mächtgen Zweigen. Zu Tausenden erwächst dein Bund und öffnet Herz und Hand und Mund, für Gottes Heil Wie schön leucht't uns der Morgenstern. deinen reinen Lebenssamen, deinen Namen durch die Weiten aller Länder auszubreiten. die Welt, dein sind auch wir, und alle Völker werden dir einst noch zu Füßen fallen. Du weckst sie aus der Todesruh und führst schon Erstlinge herzu zu Salems heilgen Hallen, spendest, sendest Licht und 3. Dein ist Segen allerwegen deinen Freunden, herrschest unter deinen Feinden. 4. Wir zählen unsrer Toten Zahl; laß, Herr, dies Herz im Pilgerthal zu zeugen, an Trennung sich gewöhnen. 35 139 Kirche und Gnadenmittel. ö ‚ Heil dem, der Seelen für dich fdrum wollen wir, du Held im warb Streit, ö und sanft in deinen Armen starb![an deinem Auge hängen. dod Da soll nur Lob ertönen. Wohlauf, mit Macht umgürte und Deine dich, als Zeugen du Arm des Herrn, so werden sich werden stehen in den Höhen, wie die Völker um dich drängen. die Sterne Alsdann leuchtend in des Himmels Ferne. wird man fröhlich singen, Palmen schwingen, V. 5. Dein sind wir, dein in wenn man schauet, O Ewigkeit; wie Jehovah Zion bauet. Albert Knapp, 1798—1864. und ö daß ö ä 139. —..— die 5 daß doch bald dein Feuer Erwecke, läutre und vereine aue brennte, des ganzen Christenvolkes Schar in du unaussprechlich Liebender, und mach in deinem Gnaden— und bald die ganze Welt erkennte, scheine daß du bist König, Gott und dein Heil noch jedem offenbar. Herr! von Zwar brennt schon in heller 3. Du unerschöpfter Quell des un ö ö Flamme 5 Lebens, E jetzt hier, jetzt in Ost und allmächtig starker Gotteshauch, ö West,„ dein Feuermeer ström nicht ver— dir, dem am Kreuz erwürgten gebens; ö— Lamme, ach, zünd in unsern Herzen ein herrlich Pfingst⸗ und Freuden— auch. fest. Schmelz alles, was sich trennt, 2. Und noch entzünden Him— zusammen melsfunken und baue deinen Tempel aus; di so manches kalte, tote Herz laß leuchten deine heilgen und maͤchen Durstge freudetrunken Flammen 6 und heilen Sünd- und Höllen-durch deines Vaters ganzes schmerz. Haus. 136 ö Kirche und Mission. 140. 141 eld im 4. Beleb, erleucht, erwärm, Dann tönen dir von Millionen ö entflamme der Liebe Jubelharmonien, doch bald die ganze weite Welt und alle, die auf Erden wohnen, mgürt. und zeig dich jedem Völkerstamme knien vor den Thron des Lammes als Heiland, Friedefürst und Held. hin. den sich Johann Ludwig Fricker, 1729—1766. zjen. 140. Bamgen Jesu Christe, wahres Licht, 4. Den Tauben öffne das schauet, erleuchte, die dich kennen Gehör; nicht, die Stummen richtig reden lehr, 1864. und bringe sie zu deiner Herd, die nicht bekennen wollen frei, daß ihre Seel auch selig werd. was ihres Herzens Glaube sei. 2. Erfüll mit deinem Gnaden⸗ 5. Erleuchte, die da sind ver— schein, blend't; ö die in Irrtum verführet sein, bring her, die sich von uns getrennt. 55„ auch die, so heimlich noch ficht an Versammle, die zerstreuet gehn; Schar, in ihrem Sinn ein falscher Wahn. mach feste, die im Zweifel stehn, Hnaden⸗ 3. Und was sich sonst ver⸗ 6. So werden sie mit uns enbar. laufen hat zugleich von dir, das suche du mit Gnad,‚ auf Erden und im Himmelreich, Mell des und ihr verwund't Gewissen heil,‚ hier zeitlich und dort ewiglich, laß sie am Himmel haben teil. für solche Gnade preisen dich. hgauch, Johann Heermann, 1585—1647. icht ver⸗ 141. Herzen ö Vobage nicht, du Häuflein klein, 2. Des tröst dich nur, daß h tremt. O obschon die Feinde willens deine Sach n sein, ist Gottes. Dem befiehl die Rach Uaus; dich gänzlich zu verstören, und laß du ihn nur walten; eilgen und suchen deinen Untergang, er wird durch seinen Gideon, u Dapvon dir recht wird Angst und den er wohl weiß, dir helfen zanzes bang; schon, es wird nicht lange währen. dich und sein Wort erhalten. 137 ö 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, Teufel, Welt und Höllen— pfort, und was dem thut anhangen, muß Kirche und Gnadenmittel. ö endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott; den Sieg woll'n wir erlangen. Michael Altenburg, 1584—1640. (Vers I u. 3 Gustav Adolfs Feldlied.) 142. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. Wꝰ auf, du Geist der ersten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind ent— gegen gehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt! 2. O, daß dein Feuer bald entbrennte; o, möcht es doch in alle Lande gehn! Ach, Herr, gieb doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein; die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. + 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum an— zuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: es soll geschehn! uns 4. Herr, gieb dein Wort mit großen Scharen; laß sie mit Kraft Evangelisten sein! Laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis bald aus zu deines Namens Preis! dein Reich 5. Ach, daß die Hilf aus Zion käme! deit Kirche und Mission. id und O, daß dein Geist, so wie dein hir mit ngen. 540. ldlied.) ja mit orten Mund rten d Sinn im an⸗ sprich: eschehn! ort mit scharen; igelisten erfahren ich mit nein. weitem deines Preis! us Zion Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme; o, würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen; es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! 143 7. O, bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn! Von Mietlingen mach deine Kirche frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei! 8. Du wirst dein herrlich Werk vollenden, der du der Welten Heil und Richter bist; Ach, führe bald dadurch mit du wirst der Menschheit Jammer Haufen wenden, der Heiden Füll zu allen Thoren so dunkel jetzt dein Weg, o Heilger, ein; ist. ja, wecke doch auch Israel bald Drum hört der Glaub nie auf, auf zu dir zu flehn; und also segne deines Wortes du thust doch über Bitten und Lauf! Verstehn! Karl Heinrich von Bogatzky, 1690—1774. 143. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. W'n grünt dein ganzer Erden— kreis? Wann geben dir die Völker Preis und werden unterthänig? Wann wirst du groß in mir und all'n, daß, die du schufst, zu Fuß fall'n dir und schrein: der Herr ist König? Gieße süße Geisteskräfte, Lebenssäfte in mich Schwachen, neu wirst machen. bis du alles Gerhard Tersteegen, 1697—1769. 144 2. Wort Gottes. Kirche und Gnadenmittel. 144. D'n Wort, o Herr, ist milder Tau für trostbedürftge Seelen. Laß keinem Pflänzchen deiner Au den Himmelsbalsam fehlen; erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Blitz, der Felsen splittert, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschüttert. O, laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilgerreise; es führt die Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. 140 Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. — 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte. Wo wendet ich mich anders hin! Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein: komm, du bist mein! Das rief mir nicht vergebens, ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segens— bund; dein Wort ist Ja und Amen; nie weich es uns aus Herz und Mund, zu preisen deinen Namen. Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören, und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. 7. O, sende Karl Bernhard Garve, 1763—1841. He denn wore Mir aber tten t festem hens, ns. Segens⸗ men; erz und n. Ort zu ehren, enswort M, Wort Gottes. 145. 146 145. Mel. diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. err, dein Wort, die edle Gabe, 7 Nikolaus L Herz und Herz vereint zusammen. 2. Hallelusah! Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn! Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat, und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria that. üdwig Graf von Zinzendorf, 1700- 1760. 146. R᷑X geh uns auf, du Morgen⸗ N stern, du seligmachend Wort des Herrn, Pfand des Heils, das uns im Sohn der Vater gab von seinem Thron. 2. Bereitet ist für dich die Bahn; die Herzen sind dir aufgethan. Wir sehnen uns nach deinem Licht und seufzen: Herr, versäum uns nicht! 3. Du Wort der Wahrheit, lautrer Quell, mach unsre Glaubensaugen hell, daß wir die Wege Gottes sehn und in der Welt nicht irre gehn. 4. Du Wort der Buße, füll das Herz uns an mit tiefem Reueschmerz, daß unser Flehn und Seufzen sei: Gott, steh uns armen Sündern bei! 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, bring uns Botschaft fort und fort von ihm, der für uns litt und starb und uns Gerechtigkeit erwarb. 6. Du Wort des Glaubens, gieb uns Kraft, daß wir der Eitelkeit entrafft, im gnädig dargebotnen Heil begreifen unser ewges Teil. 141 H +DꝗꝗFꝗFꝗFꝗFꝗFIꝗII——— —.— 7. So geh uns auf, du Gottesglanz; durchdring uns und verklär uns ganz, Kirche und Gnadenmittel du Wort, das noch in Krast! besteht, ö Himmel unter⸗ geht. ö wenn Erd und Julius Sturm, geb. 1816, 147. Mel. Gott des Himmels und der Erden. eures Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben von des Himmels Seligkeit, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch bereit, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränkt. der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht er— wägt, was für Schätze Gottes Hand 3. Geist durch sein Wort ihm zugesandt. 4. Gieb dem Samen einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker und, was hier dein Finger schreibt präge meinem Herzen ein; laß den Zweifel ferne sein. 5. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich thun; wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gieb, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei 6. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und That in den größten Nöten hat. 7. Laß dein Wort mir einen Spiegel, Jesu nachzufolgen, sein. Drück darauf dein Gnadensiegel; schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmolck, 1672—1737. die dür zu ö Kraft! unter⸗ b. 1816. ücker schreibt, ein; mich thun; Hlauben n, ch dabei ei. ne Wege ur gehn. ide lege, hn, Rat und densiegel rzen ein, ben steh, en geh. —1737. Worlk Gottes. 148. Mel. Herz und Herz vereint zusammen. W' des Lebens, lautre Quelle, die vom Himmel sich er— gießt, Lebenskräfte giebst du jedem, der dir Geist und Herz er⸗ schließt, der sich wie die welke Blume, die der Sonnenbrand gebleicht, dürstend von dem dürren Lande zu der Quelle niederneigt. 2. Ohne dich, was ist die Erde? Ein beschränktes, finstres Thal. Ohne dich, was ist der Himmel? Ein verschlossner Freudensaal. Ohne dich, was ist das Leben? Ein erneuter, finstrer Tod. Ohne dich, was ist das Sterben? Nachtgraun ohne Morgenrot. 3. Wort des Lebens, du er⸗ leuchtest, doch erwärmst du auch zugleich; eine Hölle offenbarst du, aber auch ein Himmelreich. Karl Johann Philipp Spitta, 1801 144 5 148 Furchtbar schreckest du den Sünder aus der dumpfen, trägen Ruh; doch mit Liebe deckst du wieder jedes Büßers Fehle zu. 4. Einen Richter lehrst du fürchten, der mit rechter Wage wägt, doch auch einen Vater lieben, der mit Langmut alle trägt, einen Gott, der den geliebten eingen Sohn zum Opfer giebt, der an ihm die Sünde richtet und in ihm die Sünder liebt. 5. Wort des Lebens, wer dich höret, dem versprichst du ewges Heil; doch nur dem, der dich bewahret, wird das Kleinod einst zuteil. Nun, so will ich dich bewahren, Schwert des Geistes, Gottes Wort! Hilf mir hier auf Erden streiten und die Kron erwerben dort. 1859. 149. 150 — 3. Taufe und Nonfirmation. Kirche und Gnadenmittel. 149. Mel. Mir ist Erbarmung widerfahren. Bcht ei laß deiner Gnade jetzt dieses Kind empfohlen sein, das wir im heilgen Wasserbade nach deines Sohns Befehl dir weihn; erfülle, was dein Wort verheißt, an ihm, Gott Vater, Sohn und Geist! 2. Regiere nun das ganze Leben auch dieses Kindes, treuer Gott! Dir sei und bleib es stets er— geben. Sei du mit ihm in Glück und Not! Ach, führ es selbst auf rechte Bahn; nimm es zuletzt in Ehren an! 3. Laß uns die Wohlthat recht ermessen, die uns die Taufe zugewandt, und nie, o Herr, den Bund vergessen, fest mit dir ver⸗ band. Uns alle stärk zu neuer Treu, daß über uns dein Friede sei! ö der uns so 150. Be dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir ver— treiben; deine Wege will ich gehn. Du bist meines Lebens meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. Leben, 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? 144 Könnt ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen, teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab! so in bei d mich D auch denn der 6 daß war u eing — und daß still. ick und rechter an! hat recht vandt, Bund hir ver⸗ Treu, 4 sei! werden, Christ, f Erden Herr zu nr thut, Sünden Blut? igehören gab? Treue Grab! Taufe und Kor Herr Jesu, bei dir bleib ich, so in Freude, wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich wärtig, Rufs aus dieser Welt; 4. d, ge⸗ auch des nahe, Wenn es einst will Abend werden und die Nacht herniedersteigt, firmation. 151. 152 5. Bleib mir nur auf dieser Erden bis mein Tag sich neigt! wenn mein Aug wird dunkler trüber, dann erleuchte meinen Geist, denn der ist zum Sterben fertig, daß ich fröhlich zieh hinüber, der sich lebend zu dir hält. wie man nach der Heimat reist. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. 151. Mel. Gott des Himmels und der Erden. G² Hirt, der seine Herde und, von Weltlust unbethört, Ymit dem eignen Blut erkauft, stets auf deine Stimme hört. daß dies Kind dein eigen werde, 3. lud sichs 5ü 0Oe Ss b0 ward es heut auf dich getauft 1110——5 und im heilgen Wasserbad des Leber W „*8 0 2 A eingetaucht in deine Gnad. 1557 45 geh ihm nanh, du treuer Hirte, 2. Schaff ihm nun ein Herz, ein neues, und gieb ihm gewissen Geist, daß es stets als ein getreues, trag es selig e1 daß es unverloren sei, und am Ende 151. Bahn himmelan stiles Lamm dich liebt und preist Julius Sturm, geb. 1816. * 152 Ich bin getauft auf deinen 2. Du hast zu deinem Kind 95 Namen, ind Erben Gott Vater, Sohn und heilger mein lieber Vater, mich erklärt. Geist! Du hast die Frucht von deinem Ich bin gezählt zu deinem Samen, Sterben, zum Volk, das dir geheiligt heißt Ich bin in Christum eingesenkt; ich bin mit seinem Geist beschenkt. 14⁵ mein teurer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 10 —³ —— W 2 och hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und aer zugesagt. Ich hab, o Herr, aus reinem Triebe, dein Eigentum zu sein gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab der Sünde schnöden Werken ab. treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan 4. Mein Kirche und Gnadenmittel. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer! hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut. der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Laß meinen Vorsatz nimma wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist;! halt mich in deines Bundes! Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt,- so leb ich dir, so sterb ich dir so lob ich dich dort für und für Johann Jakob Rambach, 1693-1735, 153. IOch bleib bei dir. Wo könnt 5 chs besser haben? Mir ist so wohl in deiner Liebes— hut. Du schmückest mich mit ewgen Liebesgaben, den du erkauft mit deinem heilgen Blut. O, weich mit deiner Gnade nicht von mir, ich nimmer, guter Hirt, von dir. so weich 2. Ich bleib bei dir. Du lohnst mit ewgem Leben, mit ewgem Sieg nach dieses Lebens Streit. Welt dem armen Herzen geben, als kurze Freud und ewges Herze⸗ leid? Für kurze Freuden tausch ich h ein; will ich nur bei dir, mein Heiland, sein. Was kann die drum bei dir. Es kam mit allen Schätzen, Gaben und mit allen Lust Welt ja nimmer del ergötzen, ö Liebe wohnet Brust. 3. Ich bleib mit allen die ganze deine dem in del ich für und bez der dag am au Gott, Opfer eue n Sinn, en Blut, en thut. nimmer er Geist, Bundet n, heißt,— ich dir, und für. n armen eben, 's Herze⸗ nusch ich hir, mein sein. Es kann Schätzen, mit aller imer den! t in der Taufe und Konfirmation. Du arme Welt, ich sehn mich nicht nach dir; ich bleib bei Jesu, und er bleibt bei mir. 4. Ich bleib bei dir, der du dich hingegeben für alle Welt in heilgem Liebes— drang. 154. 155 Ach wäre doch mein ganzes, ganzes Leben dir, lieber Herr, ein heilger Lob— gesang! Dann spräch ich einst in meiner letzten Pein: ich bleib bei dir und bin nun ewig dein. Adolf Moraht, 1805—1884. 154. Mark. 10, 14. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Lasset die Kindlein kommen zu mir, spricht Gottes Sohn, sie sind mein Freud und Wonne; ich bin ihr Schild und Kron. Auch für die Kindelein, daß sie nicht wär'n verloren, bin ich ein Kind geboren; drum sie mein eigen sein. 2. Der Herr gar freundlich küsset und herzt die Kindelein, bezeugt mit Worten süße, der Himmel soll ihr sein, dieweil sein teures Blut, das aus sein'n heilgen Wunden am Kreuzesstamm geronnen, auch ihnen kommt zu gut. 1 iebster Jesu, wir sind hier, & deinem Worte nachzuleben; dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man Kindlein zu dir führe; denn das Himmelreich ist ihre. 3. Drum nach Christi Ver⸗ langen bringet die Kinder her, damit sie Gnad erlangen; niemand es ihnen wehr. Führet sie Christo zu; er will sich ihr'r erbarmen. Legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh. 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ihr Seele Gott gefällt; denn sie sind Gottes Erben, lassen die schnöde Welt, sind frei aller Gefahr und dürfen hier nicht leiden; sie loben Gott mit Freuden dort bei der Engel Schar. Kornelius Becker, 1561—1604. 55. é 2. Darum eilen wir zu dir; nimm das Pfand von unsern Armen! Tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 7 10 ——— ++ ——— 156. 157 Kirche und Gnadenmittel. 3. Hirte, nimm dein Schäf— 4. Nun, wir legen an dein lein an; Herz, ö Haupt, mach es zu deinem Gliede! was von Herzen ist gegangen; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; führ die Seufzer himmelwärts Friedefürst, sei du sein Friede! und erfülle das Verlangen: ö Weinstock, hilf, daß diese Rebe ja, den Namen, den wir geben, auch im Glauben dich umgebe! schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benjamin Schmolck, 1672—1737. 4. Abendmahl. 156. Joh. 1, 29. Chust du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, der du trägst die Sünd der erbarm dich unser! Welt, erbarm dich unser! der dil krägst die Sr r R der du trägst die Sünd der Welt, 2. Christe, du Lamm Gottes, gieb uns deinen Frieden! Amen. Nach dem altkirchlichen Agnus Dei; deutsch zuerst 1528. 157. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. err, du wollst uns vollbereiten Amen, Amen! zu deines Mahles Seligkeiten; Anbetung dir! sei mitten unter uns, o Gott! Einst feiern wir Laß uns, Leben zu empfahen, das große Abendmahl bei dir. mit glaubensvollem Herzen nahen und sprich uns los von Sünd 2. Nehmt und eßt zum ewgen und Tod! Leben Wir sind, o Jesu, dein; das Brot, das euch der Hern dein laß uns ewig sein! gegeben; 3. Christe, du Lamm Gottes, die Neh den erer 1 dein die Gnade Jesu sei mit euch! ö Nehmt und trinkt zum ewgen igen; Leben zärts den Kelch des Heils, auch euch n: gegeben; geben,.! ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Leben.“ —1737 Abendmahl. 158. 159 Wacht! Eure Seele sei bis in den Tod getreu! Amen, Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl, die dort eingeht zum Abendmahl. Friedrich Gottlieb Klopstock, 1724—1803. 158. Her, sei gelobet, daß du hast H dein Leben für uns Sünder hingegeben. Stärk unsern Glauben; deine Himmelsspeise heilige uns dir zum Preise. Erbarm dich unser! r Welt,! Gottes,“ r Welt, Amen. 227 Vch Herr, und dich, mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh und finde sie n ewgen im Glauben der Erlösten. komme, suche est 1528. i dir. 2. bet ich zuversichtlich an; Heil der Sünder. Dich du bist das 2.— O, gieb uns allen deine Gnad und Segen, daß wir gehn auf deinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß dein Christenvolk dich freue. Erbarm dich unser! Nach Luthers Bearbeitung eines vorreformatorischen Liedes. 159. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. Du hast die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: bracht! u hast mein Heil verdienet. u hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. ist voll⸗ D D 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden und läßt an seinem Tische hier dich Gnad um Gnade finden. 149 160 Kirche und Gnadenmittel. ö Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich:„sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich er— kauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich! wird dir der Sieg gelingen.“ 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen; laß mich den Ernst der Heiligum durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. 160. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Wesu, Freund der Menschen— kinder, Heiland der verlornen Sünder, der zur Sühnung unsrer Schulden Kreuzesschmach hat wollen dulden, wer kann fassen das Er— barmen, das du trägest mit uns Armen? In der Schar erlöster Brüder fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll entgegen. In dem Elend meiner Sünden soll bei dir ich Hilfe finden; meine Schulden willst du decken mich befrein von Furcht un Schrecken, willst ein ewig selges Leben als des Glaubens Frucht m geben. 3. Mich, den Zweifelnden, de Schwachen, willst du fest im Glauben machen ladest mich zu deinem Tische, daß mein Herz sich dort erfrisch So gewiß ich Wein genosser ist dein Blut für mich geflossen so gewiß ich Brot empfangen, werd ich Heil in dir erlangen, 150 zch, en mich en.“ Hlück ist Hot; ien Tod zillen. 1 würdig Her II, zu sen; Heiligung ung isen. 116—1709, du decken ircht um en, Leben rucht m elnden, di ichen, en machel Tische, rt erfrisch n genosseh geflossen pfangen, erlangen. Abendmahl. 161 du kommst, dich mit den Deinen in dem Nachtmahl zu vereinen; du, der Weinstock, giebst den Reben Mut und Kraft zum neuen Leben; durch dich muß es mir gelingen, reiche gute Frucht zu bringen und durch Frömmigkeit zu zeigen, daß ich gänzli ich sei dein eigen. 4. Ja 5. Nun so sei der Bund er⸗ neuet und mein Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild will ich sehen und dir nach, mein Heiland, gehen; was du hassest, will ich hassen, stets von dir mich leiten lassen; was du liebest, will ich lieben, nie durch Untreu dich betrüben. 6. Doch ich kenne meine Schwäche; schwer ist, was ich dir verspreche Werd ich dir auch Glauben halten und im Guten nie erkalten? O, steh du mir bei und stärke mich zu jedem guten Werke; hilf, daß ich die Lust zur Sünde durch dich kräftig überwinde. 7. Gieb, daß ich Christen sich auf deine Zukunft rüsten, daß, wenn heut der Tag schon käme, dein Blick beschäme. neues Herz den Sündern; mache sie zu Gotteskindern, die dir leben, leiden, sterben, deine Herrlichkeit zu erben. Abendmahl der Frommen, Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schaun und ewig ehren? Hallelujah, welche Freuden sind die Früchte deiner Leiden! Danket, danket, fromme Herzen, ewig ihm für seine Schmer rzen! und alle keinen, Herr, Schaff ein 8. Großes Tag des Nach Johann Kaspar Lavater(1741-1801) von Johann Samuel D Diterich, 1721—1797. 161. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Keu, mein Herz! In Jesu 43 Leiden strömt auch dir ein Quell der Freuden. Stille hier dein sehnlich Dürsten an dem Mahl des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe, mich in seinem Heile labe und in sein X Verdienst mich kleide, das ist meines Herzens Freude. 2. Zwar hab ich ihn alle Tage, wenn ich nach ihm Sehnsucht trage; 151 — 161 Kirche und er ist auf der Himmelsreise täglich meine Seelenspeise; daß ich einen Heiland habe, bleibt mein alles bis zum Grabe, und ich mag nichts andres wissen, als sein Leiden zu genießen; 3. Aber ich will mit Ver⸗ langen auch sein Abendmahl empfangen Hier schenkt er sich ganz zu eigen; nimmer will ichs nun versch RBan daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, mein Erlöser war und bleibet. 4. Ach, wie werd ich oft so müde! Wie E der süße Friede! Sünd und Welt kann mich ver— wunden, wenn mir dieses Licht verschwunden, daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe sanft und mild und voll Vergeben mir nichts ist als Heil und Leben. 5. O ich Armer, ich Ver⸗ lorner, ich in Sünden schon Geborner! Was wollt ich vom Troste wissen, wäre dies mir weggerissen, daß ich einen Heiland habe, dessen Blut mich Sünder labe? Besser wär es nie geboren, Als dies teure Wort verloren. Gnadenmittel. 6. Sei gesegnet, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, solch ein Denkmal selbst gestiftet, daß ich einen Heiland habe, der den Gang zum Kreuz und Grabe, ja den Schritt in gern gethan, mich los zu machen. 7. Heilges segnet, weil mir der in dir begegnet, der mit seinen Todeswunden die Erl 42 ng mir erfunden! ) einen Heiland habe, der erbl 945 und tot im Grabe auch für meine Schuld gelegen, will ich schmecken und erwägen. 8. Heilger Kelch, sei mir ge— segnet, weil mir der in dir begegnet, dessen Blut mich lässet finden, die Vergebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, der die arme Seele labe, muß dies nicht mein Dürsten stillen ewige Liebe, Todes Rachen! Brot, sei mir ge⸗ und mein Herz mit Wonne füllen! 9. Er gebietet mir meines Jammers zu vergessen; er gebietet mir zu trinken und in Freude zu versinken, daß ich einen Heiland habe, der sich selbst zur Opfergabe, ja zur Nahrung und zum Leben mir aus freier Huld gegeben. zu essen, Ja Wes wer Ich wen soen Liebe, Triebe, rgiftet, estiftet, habe, 3 und V Nachen nachen. nir ge⸗ met, en n! )habe, Frabe gelegen, wägen. mir ge— gnet, uden, den! d habe, n stillen füllen! u essen, jessen; en, habe, zabe, —.—— na Leben eben. Abendmahl. 10. Gott, was brauch ich mehr zu wissen? Ja was will ich mehr genießen? Wer kann nun mein Heil ermessen? werd ich das nur nie vergessen, daß ich einen Heiland habe! Ich bin frei von Tod und Grabe; wenn mich Sünd und Hölle schrecken, so wird mich mein Heiland decken. 16² 11. Will hinfort mich etwas quälen oder wird mir etwas fehlen oder wird die Kraft zerrinnen, so will ich mich nur besinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder, zugehöret. Ernst Gottlieb Woltersdorf, 1725—1761. 162. Mel. Kommt, Kinder, laßt uns gehen. K her, ihr seid geladen! K Der Heiland rufet euch, der süße Herr der Gnaden, an Huld und Liebe reich; der Erd und Himmel lenkt, will Gastmahl mit euch halten und wunderbar gestalten, was er in Liebe schenkt. 2. Kommther, verzagte Sünder, und werft die Angsten weg! Kommt her, versöhnte Kinder; hier ist der Lebenssteg. Empfangt die Himmelslust, die heilge Gottesspeise, die auf verborgne Weise erquicket jede Brust. 3. Kommt her, betrübte Seelen, die Not und Jammer drückt, mit Gott euch zu vermählen, der wunderbar beglückt. Kommt, legt auf ewig ab der Sünde bange Säumnis; empfanget das Geheimnis, das Gott vom Himmel gab! 4. O wunderbare Treue! So lockst du mich zu dir? O wunderbare Weihe! nahst du selig mir? Ich soll der Sünden Tod in deinem Blute trinken, vergehen und versinken in deiner Liebe, Gott. So 5. O Wonne kranker Herzen, die mir von oben kam! Verwunden sind die Schmerzen, getröstet ist der Gram. Was von dem Himmel fleußt, hat lieblich sich ergossen; mein Herz ist gar durchflossen vom süßen Liebesgeist. 6. Drum jauchze, meine Seele, hell aus der Sünden Nacht; verkünde und erzähle die tiefe Wundermacht, die unermeßlich süß, ein Born der Liebe, quillet und jeden Jammer stillet, der fast verzweifeln ließ. 153 44— V * 1 p—————————— —... 163. 164 Kirche und Gnadenmittel. 7. Drum jaͤuchze, meine Seele, den Wunderborn im Blut, drum jauchze deinem Herrn; die selge Himmelsspeise, verkünde und erzähle die auf verborgne Weise eile die Gnade nah und fern, dir giebt das höchste Gut! Det Ernst Moritz Arndt, 1769.—1860, klop 162 wir Mel. Wach auf, mein Herz, und singe. spri O Jesu, meine Wonne, 5. Dir dank ich für dein von ö du meiner Seelen Sonne, Lieben, ö du Freundlichster auf Erden, das standhaft ist geblieben; ö laß mich dir dankbar werden! dir dank ich für dein Sterben.,. ö 0 das mich dein Reich läßt erben. on 2. Wie kann ich g'nugsam 2%%„„, schätzen 6. Du wollest ja die Sünd,, will dies himmlische Ergötzen die ich noch in mir finde, und diese teuren Gaben, aus meinem Herzen treiben köm die uns gestärket haben? und kräftig in mir bleiben. daß 7. Laß mich sie ernstlich. Her 3. Wie soll ich dirs verdanken, meiden: 5 o Herr, daß du mich Kranken laß mich geduldig leiden. gespeiset und geträntett Laß mich mit Andacht beten, ja selbst dich mir geschenket? von deinem Weg nie treten,— 4. Ich lobe dich von Herzen 8. So kann ich nicht verderben; für alle deine Schmerzen; drauf will ich selig sterben dir dank ich für dein Leiden, und freudig auferstehen, den Ursprung meiner Freuden. o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist, 1607—1667. 164. Schmaich dich, o liebe Seele; Denn der Herr voll Heil und laß die dunkle Sündenhöhle! Gnaden Komm ans helle Licht ge- will dich jetzt zu Gaste laden; gangen; der den Himmel kann verwalten, fange herrlich an zu prangen! will jetzt Herberg in dir halten.“ 15⁴4 lut, 1860. r dein n; erben, t erben.“ Sünde, ernstlich eten, ten,— rderben; en 7—1667. ö Heil und ö laden; erwalten, r halten. Abendmahl. 2. Dürstend nach dem Himmels segen eile deinem Herrn entgegen, der mit süßen Gnadem vorten klopft an d Herzens Pforten. Säume nicht, ihm aufzu— schließen hin zu seinen laß dich ch nicht mehr Füßen; umfassen; lassen. wirf dich sprich: o Herr, von dir will i 3. Mag ein köstlich Gut auf Erden sonst um Geld erkaufet werden du, o Herr, für deine Gaben wills nicht t Erdenschätze haben, und in allen Bergesgründen könnt ich ja kein Kleinod finden, daß ich be dem heilgen Mahle, Herr, dein Manna dir bezahle 4. Ach, wie hungert mein Ge⸗ müte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit T hränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu d dürsten nach dem Trank des Lebens⸗ fürsten, daß in diesem Brot und Weine Christus sich mit mir vereine! 5. Beides, Wonne und auch Bangen, fühl ich jetzt mein Herz umfangen. Das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise 16⁴ macht, daß ich voll Staunen merke, Größe deiner Werke. wohl ein Mensch zu finden, kann ergründen? die auch Herr, Ist der dein Allmacht 6. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen; laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns ver⸗ gossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 7. Herr, es 8. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dies Seelen— essen, deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Johann Franck, 1618 1677. 155⁵ 165. 166 V. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Erden Enden und wollt los sein des Elends mein, würd ich es doch nicht wenden. Zu dir flieh ich; verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet! Ach, geh doch nicht, —— 3. Gott, ins Gericht; dein Sohn hat mich versühnet. Abein zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden. ö Ich weiß, daß du mein Tröster bist; kein Trost mag mir sonst werden. 166. 156 Christliches Leben. Christliches Leben. 1. Sündenerkenntnis und Reue. MN 16 5. A˖ Gott und Herr, 4. Solls ja so sein, wie groß und schwer daß Straf und Pein sind mein begangne Sünden! auf Sünde folgen müssen, Da ist niemand, so fahr hier fort; H der helfen kann, nur schone dort, IIIII in dieser Welt zu finden. laß mich nicht ewig büßen. 5. Gieb auch Geduld. Vergiß der Schuld; schaff ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Teil, durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr mit mir, wie's dünket dir, ich will es gerne leiden. Nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Liebe scheiden. Martin Rutilius(2) 1550—1618, Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden ist kein Mensch geborn, der mir aus Nöten helfen kann. Ich ruf dich an; du bist allein der rechte Mann. den auf mög A dein und was wer un herze. 0—1618. S erkorn, geborn, en kann. Mann. Sündenerkenntnis und 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen und nimm dich mein beim Vater an, der du genug für mich gethan; so werd ich los der Sündenlast. Herr, halt mir fest, was du auch mir versprochen hast. 3. Gieb mir durch dein Barm— herzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine Freundlichkeit mög inniglich anschauen, Reue. 167 vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich; am letzten End dein Hilf mir send, damit behend des Todes Graun sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Christo, seinem lieben Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem werten heilgen Geist, der uns sein Hilfe allzeit leist, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und einst auch in der Ewigkeit. Johann Schneesing, 4 1567. 167 Psalm 130. An iefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen; dein gnädig Ohr neig her zu mir und meiner Bitt es öffne! Denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan, wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst, auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann; des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. — auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn will ich verlassen mich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein Wort; Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4. Und 3. Darum wertes das ist mein ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. Aiae 168 Christliches Leben. So thu das Volk von rechter Art, das aus dem Geist geboren ward, und seines Gottes harre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Martin Luther, 1483-1546. 168. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. Ger der Gnaden, schwer beladen Nneigt sich unser Haupt vor dir. Unsre Herzen sind voll Schmerzen, Staub und Asch ist unsre Zier. Hab Erbarmen mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen, denn wir tragen auf uns aller Sünden Last, aller Qualen volle Schalen, die du ausgegossen hast. Hab Erbarmen mit uns Armen! Angst und Not hat uns erfaßt. 3. Wenn du richtest, wenn du sichtest, geht das Zittern vor dir her; wenn uns decken deine Schrecken, dann ist keine Rettung mehr. Hab Erbarmen mit uns Armen! Deine Hand ist uns zu schwer. Strafe trifft die Schafe, deren Ohr nicht Folge gab; vor dem Schwerte bebt die Herde, die nicht hielt dem Hirtenstab. Hab Erbarmen mit uns Armen; führ uns nicht zum Tod hinab! 4. Herbe 158 5. Wir bekennen, Herr, wir nennen laut vor dir die Missethat; es ist keiner hier ein Reiner, jeder erntet böse Saat. Hab Erbarmen mit uns Armen; sieh auf ihn, der für uns batl 6. Hör Stufen deines hohen Gnadenthrons; tilg in Hulden unsre Schulden in dem Blut des Menschensohns! Hab Erbarmen mit uns Armen; sprich uns los des Sündenlohns! 7. Herr, verzeihe! Jesu, leihe uns dein priesterlich Gebet! Gott, verschone, wenn vom Sohme das Erbarmen zu dir fleht! Hab Erbarmen mit uns Armen, wenn der Mittler vor dir steht! 8. Jesu, rette, brich die Kettt unsrer Finsternis entzwei, daß der Glaube tief im Staube unser Trost und Zuflucht sei! Hab Erbarmen mit uns Armen; Jesu, mach uns wieder frei! uns rufen an den ich den mich Her dar ach dein znade; 1 Ziel, schade. Hirt, —1546. V + ner, Armen; 8 bat!l an den us; chulden nsohns! Armen; nlohns! su, leihe et! Sohm ht! Armen, ir steht! die Ketti Staub. t sei! Armen; frei! Sündenerkenntnis und Reue. 16 9. Du mußt siegen, wir er⸗ liegen; du bist frei, wir sind in Haft; du alleine bist der Reine; wir sind schwach, dein ist die Kraft. Hab Erbarmen mit uns Armen; denk an deine Pilgrimschaft! 10. Wenn du Frieden beschieden, fürchten wir die Strafe nicht; dein Versöhnen wird uns krönen mit Gerechtigkeit und Licht. Dein Erbarmen hilft den Armen; du bist unsre Zuversicht! Uns Christ. Rud. Heinr. Puchta, 1808—1858. 169. Hr ich habe mißgehandelt; ja, mich drückt der Sünden Last; ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allenthalben sein. Wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, gleichwohl würdest du mich finden. 2 3. Drum, ich muß es nur bekennen: Herr, ich habe mißgethan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen; ach, nimm mich zu Gnaden an! Laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht gar entzünden. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen weiten Meer, dennoch würd es ihm wohl fehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszusprechen. 5. Aber, Christe, deine Wun⸗ den und dein teuerwertes Blut machen meine Seel gesunden, löschen meiner Sünden Glut; drum will ich, mein Angst zu stillen, mich in dein Erbarmen hüllen. 6. Dir will ich die Last auf⸗ binden; wirf sie in die tiefe See. Wasche mich von meinen Sünden; mache mich so weiß als Schnee. Laß dein'n guten Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Johann Franck, 1618-1677. 159 170. 171 Christliches Leben. 170. Her Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brun nnquell aller Gnaden, sieh doch, wie ich in meinem Mut wit Sch ymerzen bin beladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder quälen. 2. Erbarm dich mein in solcher Last; nimm sie von meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet hast am Kreuz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh und ewiglich verzage. 3. Fürwahr, kommt alles mir zu Sinn, was ich von je begangen, so fällt mir aller Mut dahin und bin mit Furcht umfangen. Ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte ganz verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Jedoch dein heilsam Wort, das macht mit seinem süßen Klingen, daß mir und froh beginnt zu singen, das Herze wieder lacht weil Gnade uns dein Wort verheißt für die, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 5. So komm ich jetzt zu dir allhie in meiner Not geschritten und will dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: verzeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab gesündigt. 0W 6. Vergieb mir doch, o Herr, mein Gott, um deines Namens willen! Du wollst mir die große Not der Uebertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geh und dir hinfort zu Ehren leb mit kindlichem Gehorsam. 7. Stärk mich mit deines Geistes Mut; heil mich durch deine Wunden. Wasch mich mit deiner Gnade Flut in meinen letzten Stunden und führ mich einst, wenn dirs gefällt, im rechten Glauben aus der Welt zu deinen Auserwählten. Bartholomäus Ringwald, 1530—1597(H½. 171. Jes. wird die Nacht der Sünden Hie, d die Nachtd nicht verschwinden? — Hüter, ist die Nacht schier hin? I. Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verhüllet bin? 160 Jesu komt 3 — weil aber 00 auch der 1 5 — ohne in d V Den und Wort n Geist zu dir m Knie 2 iglich, her dich o Herr, 1t.t. n! ö oße Not eden geb leb deines Mut; unden. ade Flut n enn dits der Welt ö 1597(0. Sinnen Sündenerkenntnis und Reue. 172 2. Möcht ich wie das Rund 6. Ach, daß länger meine der Erden Seele lichte werden! sich nicht quäle, Seelensonne, gehe auf! zünd dein Feuer in mir an! Ich bin finster, kalt und trübe;: Laß mich finstres Kind der Jesu Liebe, Erden komm, beeile deinen Lauf! 4— werden, — 7* D ich Gi 8 hirke 3. Wir sind ja im neuen aß ich Gutes wirken kann. — Bunde, 7. Das Vernunftlicht kann da die Stunde 9as Lehern der Erscheinung kommen ist, ö mir nicht geben; und ich muß mich stets im Jesus und sein heller Schein, Schatten* is muß das Herz anblicken 0 ermatten, 19— Und erquicken, 0 weil du mir so ferne bist. Jesus Wüum die Sonne sein. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen weil du kommen; ö aber ich bin lauter Nacht; kan un nicht taugen; darum wollst du mir, dem seine Klarheit kann nicht ein. Deinen, Weun sein helles Licht den 8. Nur die Decke vor den Augen auch erscheiner Se el * or Heiner der nach 9 Licht und Rechte tracht't. soll erscheineen. muß das Auge reine sein. — 5. Wie kann ich des Lichtes Werke 9. Jesu, gieb gesunde Augen, ohne Stärke die was s in der Finsternis vollziehn? rühre meine Augen an! Wie kann ich die Liebe üben, Denn das ist die größte Plage, Demut lieben wenn am Tage und der Nacht Geschäfte fliehn? man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedrich Richter, 1676—1711. 172. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Ich erhebe mein Gemüte Ich erkenne deine Güte; Viehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir. o, wie teuer ist sie mir! 161 11 Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir. Daß ich richtig wandeln möge, führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Ver— V trauen; sicher kann ich auf dich ö deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. II 3. Ach, gedenke, Herr, der Sünden ö meiner Jugendjahre nicht; laß mich Gnade vor dir finden; geh nicht mit mir ins Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, 400 willst du, Vater, ja verzeihen. O, so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des 4 Leben; dir ist seine Seele wert. bauen; Ich will von V zum Herren mich bekehren; hierzu, o Gott, bescheren der neue Herzen in uns sch 15 aus Gnaden mir gewähren Christliches Leben. Sünders 173. meiner Missethat du wollest selbst mir Hilf und Rat ö und deines guten Geistes Kraft, Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt; du verwirfst ihn nicht. 5. Allen, die zu dir sich wen— den, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und senden, wenn ihr Herz sich dir ergiebt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüte, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. Rettung will ich mich dem 6. Dir ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht! Leine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner überwinden. Ach, bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! Johann Kaspar Lavater, 1741—180ʃ. 2. Der Mensch kann von Nalll. doch nicht ö sein Elend recht empfinden, bleibt ohne deines Geistes Licht blind, taub und tot in Sünden verkehrt ist Herz, Verstand und. Thun; mein Ich und des und Wa du rgeben, rt. denwege rege. Pflicht n nicht. ich wen⸗ Rettung! rgiebt. Güte ast st. ich denn lich nicht! leben, icht! Sünder iden. dich, mmich! 74118⁰01. von Nathl icht iden, stes Licht Uden; rstand m Sün Sündenerkenntnis und Reue. Jammers komm mich nun, zu entbinden. des großen o Vater, klopf in Gnaden bei mir an und mir wohl zu Sinnen, was ich vor dir gethan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 3. Herr, führ Böses 4. Du hast in Christo mich erwählt tief aus der Höllen Fluten, daß niemals mir es hat gefehlt an irgend einem Guten und daß ich ja dein eigen s hast du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Vaterruten. 5. Bisher hab ich in Sicher— heit fein unbesorgt geschlafen, gesagt: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; er, fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort; es hat Geduld der Hirte mit den Schafen. 6. Dies alles jetzt zugleich erwacht; mein Herz will mir zerspringen. Ich sehe deines Donners Macht und Feuer auf mich dringen. Luise Henriette, Kui 163 Es regt sich wider mich zugleich des Satans und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 7. Herr Jesu, nimm mich bei dir ein; ich flieh zu deinen Wunden, die du, o Heiland, wegen mein am Kreuze hast empfunden, als unser aller Sünden Müh dir, o du Gotteslamm, ward hie zu tragen aufgebunden. 8. Wollst mich durch deines Todes Pein und durch dein heilig Leiden, von allen meinen Sünden rein, deine Unschuld kleiden. Von wegen deines Kreuzes Last erquick, was du zermalmet hast, mit deines Trostes Freuden. 9. So angethan will ich mich hin vor deinen Vater machen. Ich weiß, er lenket seinen Sinn und schaffet Rat mir Schwachen. Er weiß, was Fleischeslust und Welt und Satan uns für Netze stellt, die uns zu stürzen wachen. 10. Wie werd ich mich mein Leben lang vor solcher Plage scheuen durch deines guten Geistes Drang, den du mir wollst verleihen, daß er von aller Sünden List und dem, was dir zuwider ist, helf ewig mich befreien. itrfürstin von Brandenburg, 1627—1667 14³ E— —— M uns dein flammen, weil wir vor dir nicht recht gethan, mag uns das eigne Herz ver— dammen, wir wagens dennoch, dir zu nahn; wir treten vor dein Angesicht: über Eifer verwirf, o Herr, verwirf uns nicht! 2. Du siehst, wie uns die Sünden brennen; wir wissen keinen andern Rat, denn dir von Herzen zu bekennen all unsre Schmach und Missethat; und was vergessen unser Mund, das lies in unsrer Seelen Grund. dir 3. Wir können nicht vor d bestehen ach, geh nicht mit uns ins Gericht! Wir beugen unsre Knie und flehen: verwirf uns nicht, verwirf uns ni 2 0 Nimm uns um Christi willen an, der auch für uns genug gethan. 1 und getreuer Gott, brocher bot gesündigt wider dich! O frommer ich hab ge und sehr Das isf Christliches Leben. 174. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 75. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. n dein Ge⸗ mir leid und reuet mich. 4. Wir zitterten vor deinen Throne und su chten bebend zu entfliehn, wenn du im eingebornen Sohnm nicht den Versöhner uns verliehn, das Lamm, das sich in Tod und Grab ld und Sünde gah. err, wollest länger nich verhüllen Antlitz, hör auf unser Schrein, 33— sti, deines Sohnes, willen ichten deiner Gnade Schein! Es floß ja auch für uns z unsre Schu 95 dei ———— gut vom Kreuz sein heilig Opferblut vergieb uns unsu Fehle, ob uns das eigne Herz verdamm und gieß in unsre bange Sell 6. Vergieb, den Frieden, der vom Himm stammt, und send uns deinen heilge Geist, der uns der Sünde Macht entreish Julius Sturm, geb. 18l. 2. Weil aber du, o gnädgh Gott, nicht Lust hast an des Sünders Ii so ist dein herzliches Begehr, daß ich mich wieder zu dir kah zuder durch und! in C D6 des dern! und Gott verlühn in Tod b nde gab, ger nicht Schrein 8, wun ö Schen uns z Ppferblah. uns unsi serdammt nge Sell Himmi ‚ in heilgah t entreist geb. 18l. o gnädhe nders Tod Begehr, u dir kehi Sündenerkenntnis und Reue. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm und bitt durch deines Sohnes Tod: erbarm dich mein in meiner Not! 4. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld, 176 so werd ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 5. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. Nach Johann Leon(& 1597) vor 1643. 176. Psalm 5 Mel. Wer großer Gott, du reines Wesen, der du die reinen n zur steten Wohnung erleser ach, schaff ein reines Herz in mir ein Herz, das von der argen Welt sich rein und unbefleckt erhält. 2. Vor allem mache mein Gemüte durch ungefärbte Buße rein ind laß es, Herr, durch deine Güte in Christi Blut gewaschen sein; dann mache m ich zur Reinigkeit des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich mit deinem Geiste, der mein getreuer Hife sei und mir erwünschte Hilfe leiste Gott, stehe mir aus Gnaden bei 12—14. nur den lieben Gott läßt walten. mir einen Geist, und willig heißt. und solchen gieb der neu, gewiß 1 4. Doch weil ich meine Schwach— heit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht nd stoß mich wegen meiner Werke ja nicht von deinem Angesicht. Laß mich hier in der Gnade stehn in deinen ind dort Himmel gehn. 5. Nimm deinen Gis, den Geist der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für. Auch führe du mich durch die Zeit reinen Ewigkeit. hin zu der Johann Olearius, 1611—-1684. 165 ——— 177. 178 Christliches Leben. 177. O Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße! Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich nälnt; durch deine Weisheit schaffe Rat in allem, wo mirs fehlet; gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 2. Durch 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! erbarm dich mein und mein ver⸗ schon; hör auf mein kläglich Rufen! 4. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun und nimmer⸗ mehr Begier nach Reichtum, Lust und Ehr in meinem Herzen herrsche! 5. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß 0 es Satans Trutz und List durch Christi Sieg ur Lit. and aß mir Krankheit, Angst und Not O Gottes und des Menschen und dann der letzte Feind, der Tod, Sohn nur sei die Thür zum Leben. David Denicke, 1603-1680. 178. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. W'ꝰ liegen hier zu deinen Füßen, ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist er— füllt; wenn du willt! ach, weh uns, strafen Vater, denk an deinen Namen; gedenk an deinen lieben Dein Wort heißt immer Amen; dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod sl nicht; 2. Doch, Sohn! Ja und ach, geh! nicht mit uns ins Gerichtl und d dein — nich daß von alls uver⸗ en! vahres anficht, vanken; 4 ündlein fen, und List ämpfen, Angst der Tod, eben. 3—1680. u deinen Sohn! Ja und t davon, Tod ju Gerichtl. immer⸗ ist und Glaube und Rechtfertigung. 179 3. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht nur tröstet uns allein der Glaube, daß du dich noch erbarmen wirst. Ja, du hast noch ein Vaterherz; drum sieh doch jetzt auf unsern Schmerz. 4. Das teure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit Schau doch von deinem Gnaden— throne und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los. 6. Gieb Ach, sammle Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit; laß Lieb und Treu sich stetig küssen und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut; und Haus in deine Hut, nimm Kirch So wollen wir dir Opfer bringen, dein eigen sein mit Leib und Seel. 5. Ach, laß die wohlverdiente Es soll dein Lob gen Himmel Strafe dringen, nicht über unsre Häupter gehn, und dein erlöstes Israel daß wir nicht als verlorne Schafe stimm in die Lieder Zions ein: von deiner Hut verlassen stehn der Herr soll mein Gott ewig sein! Benjamin Schmolck, 1672—1737. 2. Glaube und Rechtfertigung. 179. Eph. 2, 8—9. 2. Aus Gnaden! Hier gilt A˖- Gnaden soll ich selig werden! Herz, glaubst du's ich glaubst du's nicht? du dich blöd ge— bärden? was die verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein! Was willst Ists Wahrheit, Schrift kein annn die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch er— schienen, zum Gewinn Tod das Heil hat diese Ehre daß uns sein gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 167 180 Christliches Leben. — — Aus Gnaden! Merk dies Wort:„aus Gnaden“ o oft dich deine Sünde plagt, o schwer du immer bist beladen, o oft dich dein Gewissen nagt; was dis Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast. Was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sprich, wes du dich zu rühmen hast? Wars nicht, daß er dein Best es wollt und dir aus Gnaden helfen sollt? Die Aus Gnaden! ser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Worte preist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, denk nicht:„wohlan, ich greif auch zu.“ Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, der noch auf Gnade sündgen kann. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei; nur wenn der Sünder sich bekehret, dann lernt er erst, was Gnade sei. Beim Sündgen scheint die Gnad gering; dem Glauben ists ein Wunderdingl Gnaden bleibt dem blöden Herzen das 1 z des Vaters aufgethan, 8. Aus wenns unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf wil ich sterben; darum ist mir wohl. mein sündliches Ver⸗ derben, doch den auch, der mich heilen soll Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. ich glaube, Ich kenn Christian Ludwig Scheidt, 1709—1761. 180. Blut und Gerechtigkeit, C' B das ist mein Ehrenkleid; Schmuck und damit will ich vor Gott bestehh, wenn ich zum Himmel werd ein⸗— gehn. 168 gen und und aue gem und 5naden kann er dies öret, 7 ekehret, ade sei. e Gnad erdingl bt dem erzen fgethan, heißen u r hoffen tärkung 1 Anker rauf will ir wohl. es Ver⸗ ilen soll ie Seele g macht.] 9—1761. bestehn, verd ein⸗ Glaube und Rechtfertigung. 2. Das heilige, Lamm, das an dem rauhen Kreuzesstamm für meine Sünd gestorben ist, erkenn ich für den Herrn und Christ. unschuldge 3. Ich glaube, daß sein teures Blut genug für alle Sünden thut und daß es Gottes Schätze füllt und ewig in dem Himmel gilt 4. Drum soll auch Jesu Blut allein mein Trost und meine Hoffnung sein; im Leben und in Todesnot bau ich allein auf Jesu Tod. 5. Und würd ich durch des Herrn Verdienst auch noch so treu in seinem Dienst, auch allem Bösen ab digte nicht bis ins Grab, gewönns und sünd tikolaus Ludwig Graf v. 18¹ 6. So will ich, wenn ich zu ihm komm, mehr an gut fromm, sondern: da kommt ein Sünder her, der gern fürs Lösgeld selig wär. nicht denken und 7. So lang ich noch hienieden bin, so ist und bleibet das mein Sinn: ich will die Gnad in Jesu Blut bezeugen mit getrostem Mut. 8. Gelobet seist du, Christ, daß du ein Mensch geboren bist und hast für mich und alle Welt bezahlt ein ewig Lösegeld. 9. Du Jesu Ehrenkönig, Jesu Christ, des Vaters einger Sohn du bist; erbarme dich der ganzen Welt und segne, was sich zu dir hält. 1700 Zinzendorf, 1760, nach einem schon um 1640 bekannten Liede. 181. D᷑ꝰ Glaube hilft, wenn nichts mehr helfen kann; der Glaube dringt zu Christo sich hinan. Der Glaube sieht durch alle Hunet du; ht‚ durch der Glaube brie Hindernise. alle 2. Der bloße Glaub ergreifet Christi Kleid; der schwache Glaub lehnt sich an Christi Seit Der kleinste Glaub thut eitel Wundersachen; wer Glauben hat, kann alles möglich machen. Karl Ludwig v. Pfeil, 1712—1784. 169 182. 183 Christliches Leben. 182. Röm. 3, 28. von Gnad und lauter Güte; die Werke helfen nimmermehr, sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Chri— stum an, der hat genug für uns gethan; er ist der Mittler worden. E· ist das Heil uns kommen her — 2. Gerecht vor Gott sind die allein, die dieses Glaubens leben; dann wird des Glaubens heller Schein durch Werke kund sich geben. Der Glaub ist wohl mit Gott daran, und aus der Nächstenlieb sieht man, daß du aus Gott geboren. „. D 3. ie Hoffnung harrt der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage. Wann das geschehen soll zur Freud, setzt Gott nicht feste Tage. wohl, wanns am besten ist und braucht an uns kein arge List, das soll'n wir ihm vertrauen. Er weiß 4. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutthat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist; der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns begonnen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 5. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd G'scheh wie im Himmelsthrone; das täglich Brot noch heut uns werd; wollst unsrer Schuld verschonen, als wir auch unsern Schuldnern thun; laß uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Übel. Amen. Nach Paul Speratus, 1484—1554. 9 183. Mel. Freu dich Erge Liebe, mein Gemüte waget einen kühnen Blick in den Abgrund deiner Güte. Send ihm einen Blick zurück, sehr, o meine Seele. einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsternis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 170 2 daß und den d dure dure Gne 3 volle der Gna L der um aus eine daß der u und der sond 6 ins erhe der die 5am ge List, ien. mit is eilgem n, en hat „ sein Erd hrone; it uns honen, ldnern stehn on. 1554. Glaube und 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet hast und aus einem freien Triebe den erwünschten Schluß gefaßt, der im Fluch versenkten Welt durch ein teures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. Ratschluß barmen, voller Huld und Freundlichkeit, der so einer Welt voll A Gnade, Trost und H ilfe beut Liebe, die den Sohn nich tschont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 3. O, ein voll Er— 4. Doch du nn o weise eine Ordnung auch best immt, daß sich der darinnen übe,, der am Segen Anteil nimmt: wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen sondern Heil und Leben sehen. Rechtfertigung. 184 5. Liebe, dir sei Lob gesungen für den gnadenvollen Schluß, den die Schar verklärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunet hört und umsonst sich unterwindet, wie sie b. Tief ergründet. 6. Liebe, laß mich dahin streben, meines Heils Adiß zu sein; richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, ich sei auf dem Himmelswege. 7. Laß mich meinen Namen schauen in dem Buch des Lebens stehn; dann so werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn Keine Kreatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können noch von deiner Liebe trennen. 5 Johann Jakob Rambach, 1693—1735. 184. 6⁵n⁰ hin, ihr gläubigen Ge— dant ins weite Feld der Ewigkeit; erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit; erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das wicht zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gnaden— thron; in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Anden 1 zählte, für welche sie das Reich best ellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte Quelle steigt, Strom der hinauf zu dieser von welcher sich ein Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und geliebt! 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner 280 cht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hierher gebracht? Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. — 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; Christliches 70⁰ 72 Leben. Vater, mein, rr, und bleibe dein. ich bin, o selbst nicht dein bin ich, Herr 8. Im sichern Schatten deiner Flügel sind ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet m 0. dein Angesicht da spür ich deines Geistes Kraft, die in der 1 alles schafft. 10. Die offnung schauet in die Ferne alle Schatten dieser Zeit; durch die durch der Glaube schwingt sich Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und gelobtes Land. 11. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. da im die nicht e dein. deiner . Hiegel: est du. rgehn, bleibet ampfe eiden bricht, t mit cht; Kraft, schafft. Uet in Zeit; rch die Higkeit; Hand Land. ch nur n, ich an! hören, n mir erhöhn. Glaube und Rechtfertigung. 185⁵5 12. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Johann Gottfried Herrmann, 1707— 1791. 185. Och bin erlöst V durch meines Mittlers Blut und seinen Kreuzestod. Mit Gott versöhnt hab ich nun Trost und Mut und fürchte keine Not. Die Weisheit hat mein Heil erfunden, die Liebe glorreich überwunden; ich bin erlöst! 2. Ich bin erlöst; es trifft des Donners Spruch vom Sinai mich nicht. Mein Heiland nahm von mir den schweren Fluch; ich Lomn 1 nicht ins Gericht. Drum quält mich nicht, bereute Sünden! Der Vater läßt mich finden; Gnade ich bin erlöst! 3. Ich bin 901 der Held zerriß der Feinde meiner Ruh. Zur Hölle hat die Schlüssel seine Hand; er schloß die Pforte zu. Ich trete frei zu Gottes Throne, hab alles Heil in seinem Sohne; ich bin erlöst! 4. Ich bin erlöst; was ists, das mich erschreckt? Licht wird die Todesnacht, aus der mich bald der Herr des Lebens weckt zu seines Himmels Pracht. Werd ich ins stille Grab ge— tragen den Prüfungs⸗ tagen; so ruh ich nach ich bin erlöst! 5. Ich bin erlöst; in Frieden fahr ich hin, ist meine Stunde da. Der Tod wird mir zum seligsten Gewinn; mein Retter ist mir nah. Er führt mich in sein selig Leben; da werd ich ewig ihn ich bin erlöst! erheben; Joh. Christian Wagner, 1747—1825. C — I 186. 187 Christliches Leben. 186. Mel. Mir ist Erbarmung widerfahren. ch bin im Himmel angeschrieben; V ich bin ein Kind der Selig— keit. Was kann die Sünde mich be— trüben und alles Leiden dieser Zeit? Ich weiß, daß ich von Anbeginn in Christo auserwählet bin. 2. Das Lamm hat mich mit seinem Blute gezeichnet in das Lebensbuch und mir erlanget alles Gute: Erlösung von dem Tod und Fluch. de Was ists doch, das mein Herze quält? Ich bin zum Himmel auserwählt. 3. Kein Teufel soll den Trost mir rauben, ß ich erwählt von Anbeginn, ß ich aus Gnaden durch den Glauben Blut erlöset bin. und sterbe da an Christi So leb ich denn drauf; auf Christum schließ ich meinen Lauf. Salomo Franck, 1659—1725. 187. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Ich habe nun den Grund ge— funden der meinen Anker ewig hält; wo anders als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, und Himmel wenn Erd untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsre Herzensthür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! die Wunde binden; kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständih schreit: Barmherzigkeit! recht ver⸗ Barmherzigkeit, wie wo wo und Herze rwählt. 1 Trost n, eginn, rch den n. sterbe meinen »n sein; fErden Himmel und für thür. hlungen cht ver⸗ n statt, eständig igkeit! Glaube und Re 5. Darein will ich mich gläubig senken; dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit! chtfertigung. 188 6. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt. Das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einst auch nach der Zeit: Abgrund der Barmherzigkeit! 0 Johann Andreas Rothe, 1688—1758. 188. 2. Tim. Mel. Valet will Ich weiß, an wen ich glaube; Wich weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube, wie Stau b und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet, alles wankt und fällt, Wahn die Weisen treibet Klugen hält. wo wo und Trug die 2. Ich weiß, was ewig dauert; ich weiß, was nie verläßt; auf ewgem Grund gemauert steht diese Schutzwehr fest. Es sind des Heilands die Worte fest und klar; an diesem Felsenhorte halt ich unwandelbar. Worte, kenn ich wohl den Meister, die Feste baut; Herr der Geister, der Himmel schaut, 3. Auch der mir es ist der auf den 1, 12. ich dir geben. vor dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Heilgen dienen, ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, ů der nimmermehr kann wanken, mein Heiland und mein Hort, die Leuchte der Gedanken, die leuchtet hier und dort, 5. Er, den man blutbedecket am Abend einst begrub, er, der von Gott erwecket sich aus dem Grab erhub, der meine Schuld versöhnet, seinen Geist mir schenkt, mich mit Gnade krönet ewig mein gedenkt. der der und 189 6. Drum weiß ich, was ich glaube; ich weiß, was fest besteht und in dem Erdenstaube nicht mit als Staub verweht. Och weiß von keinem andern Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, ö ö von keinem andern Weg und Rat, AN als daß man elend arm und bloß sich legt in seines Vaters Schoß. 1 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; * ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Teil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets ver— bunden, so kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an, wer ist, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir nicht mehr, 176 Christliches Leben. Es bleibet mir im Grauen des Todes ungeraubt; es schmückt auf Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Moritz Arndt, 1769— 1860. 189. I. Mel. Aus Gnaden soll ich selig werden. weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der mir noch immer Unruh schafft; dies aber macht mich arm und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein, 6. Und 5. Wch da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn, da kann mein Wachstum vor sich gehn. 7. Ich bleib im tiefsten De— mutsgrunde Christo nimmer gehn; und will von 0⁰ Jesus 2 doch eidlig sehet ist Jesus 5. suche Jesu suche dq Jesu 4. komn Jesu mach Aen uen aupt. 1860. befinde; ch sehr. ig und sen ein nmmein i Kraft; täglich schafft; rm und schrein. Christo f 851 10 frö fleh, Grunde vor sich sten De— ude nimmer Glaube und ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; soll mein Grund auf ewig sein! dies 8. O Jesu, laß mich in dir bleiben; Rechtfertigung. 190 bleibe du in mir! deinen guten Geist treiben, ich im Glauben folge dir! stets mich fromm und wachsam sein, den Grund mir ein. Karl Heinrich v. Bogatzky, 1690—1774. o Jesu, Laß — mich daß — — 2 so reißet nichts 190. Mel. Jesus, Tesus nimmt die Sünder an! saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt; sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: gesus nimmt die Sünder an. —2 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann; Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet, ihr Jesus rufet macht aus kommet her, betrübten Sünder; euch und er Sündern Gottes Kinder. meine Zuversicht. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts; ob die Sünden blutrot wären, müssen sie kraft deines Bluts sich dennoch in schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sünder an; mich auch hat er angenommen, mir den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 16711756. 12 Erdmann Neumeister, Christliches Leben. 191. Me Heiland nimmt die Sünder an. Die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgend Ruh und finden, für deren Angst und Seelenpein die weite Welt ist selbst zu klein, weil über sie der Stab gebrochen, der Himmel ihnen abgesprochen, Rettung die sehn die Freistatt auf— gethan; mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden. Ihn drang der Sünder Not und Schmerz, an ihrer statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not und litt für sie den bittern Tod. Nun, da er denn sein eigen Leben für sie als Lösegeld gegeben und seinem Vater g'nug gethan, so heißts: er nimmt die Sünder an. 5 solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt es sich nach Zöllnern aus! Wie eilt er in Zachäi Haus! Wie sanft stillt er dort Magda⸗ lenen den Strom der heißen Reue⸗ thränen und denkt nicht, was sie sons gethan! Mein Heiland nimmt die Sünde an. 4. Wie freundlich blickt 4 Petrum an, so tief der Jünger auch gefallen Nun, dies hat er nicht nur ge than, da er auf Erden mußte wallen nein, er ist immerdar sich gleich an Liebe, Treu und Gnade reichz und wie er unter Schmach um Leiden, so ist er auf dem Thron de Freuden den Sündern liebreich zug⸗ than. Mein Heiland nimmt die Sünde⸗ an. So komme denn, u Sünder heißt, wen seine Sündenschuld betrüht zu dem, der keinen von sich wesh und der zerschlaͤgne Herzen liebel Wie, willst du dir im Kuht stehn und ohne Not verloren gehn? 178 komi Wen du A Zöllnern haus! Magda⸗ 1 Reue⸗ sie sonst Sünduen blickt an, gefallen nur ge e wallen, ich gleich ade reich, nach um hron da ich zug ie Sündi nn, w heißt betrübel sich was zen liebez im Liht gehn! Glaube und Rechtfertigung,— 191 Willst du der Sünde länger so soll ihm nichts die Hände dienen, binden, „dich zu retten, er erschienen? und du sollst dennoch Gnade O nein, verlaß die Sünden⸗ finden. bahn! Er hilft, wenn sonst nichts Mein Heiland nimmt die Sünder helfen kann. an. Mein Heiland nimmt die Sünder 6. Komm nur mühselig und gebückt; komm nur, so gut du weißt kommen. Wenngleich die Last dich nieder— drückt, du wirst auch so noch ange— nommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armer Mensch, heran! Mein Heiland nimmt die S an. ünder 7. Sprich nicht: ich sündigte zu schwer, ich bin zu sehr mit Schuld be— laden; für mich ist keine Rettung mehr; mich nimmt der Herr nicht an zu Gnaden. Wofern du's jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst be— weinst, an. . E och sprich auch nicht: es ist noch Zeit; ich muß erst noch der Welt ge— nießen; eben nicht heut die offne Gnadenpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und tritt zum Gnadenstuhl hinzu; wer seiner Seele Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet; Gott wird ja gleich ihm wird hernach nicht aufge— than; heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 9. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdselger Heiland aller Sünder; erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder. Zeig uns bei unserm Seelen⸗ schmerz dein aufgeschlossnes Liebesherz, und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an. Leopold Friedrich Lehr, 1709—1744. 9 12* 192. 193 ir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem NI baren; mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß 0 das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Wunder— V. I 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; er hat mich mit sich selbst ver— 1 sühnet, macht durch das Blut des Sohns mich rein. dies her? Warum geschiehts? ö Wo kam H Erbarmung ists und weiter nichts 3. as muß ich dir, mein Gott, bekennen; das rühm ich, wenn ein Mensch 0 mich fragt. N freut euch, lieben Christen g'mein, und laßt uns fröhlich springen, ö daß wir getrost und all in ein ö mit Lust und Liebe singen, ö was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; M. gar teur hat ers erworben. 18⁰ Christliches Leben. 192. Ich kann es nur Erbarmun nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöhs mir rauben; dies soll mein einzig Rühmen sein. Auf dies Erbarmen will ich glauben; auf dieses bet ich auch allein. Auf dies 0 duld ich in der Not, Auf dieses hoff ich noch im Tod, 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen durch meines Heilands Tod z dir; da bin ich ewig hocherfreut und rühme die Barmherzigkeit! Philipp Friedrich Hiller, 1699—1769. 193. Teufel ich gefangal lag; ich verloren. mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren. Ich fiel auch immer tiefer drein es war kein Guts am Leben mein die Sünd hat mich besessen. 2. Dem im Tod war Mein Sünd mein Er! er w von er „armung gesagt. u erfreut zigkeit. Geschöh ben; nen sein. will ich allein. der Not; im Tod. h bist an en, licht von od mich erfreut zigkeit! —1769. gefangeh en. Ite Nacht ag, ofer drein, ben meih, essen. Glaube und Rechtfertigung. 3. Mein gute Werk, die galten nicht; mit ihnen wars verdorben. Der frei Will haßte Gotts Ge— richt, zum Guten gar erstorben. Die Angst mich zu verzweifeln trieb, denn Sterben bei mir blieb; mußt ich sinken. daß nichts zur Höllen 4. Da jammert Gott in Ewig⸗ keit mein Elend übermaßen. Er dacht an sein Barmherzigkeit; er wollt mir helfen lassen. Er wandt zu mir das Vater— herz; ihm fürwahr kein Scherz, sein Bestes kosten. es war bei ließ es 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: „Es ist Zeit, zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben!“ 6. Der yzn dem Vater g'horsam ward; er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. Sohn 181 193 In meiner armen gestalt um die Gewalt zerstören. Knechts⸗ ging er einher, des Teufels zu 7. Er sprach zu mir:„halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz dich; da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein; uns soll der Feind nicht scheiden. für wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zu gut; das halt mit festem Glauben. Der Tod verschlingt das Leben mein; mein Unschuld trägt die Sünde dein; da bist du selig worden. 8. Vergießen 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein; den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, ö — —— 194 Christliches Leben. das sollst du thun und lehren, daß Gottes Reich hier werd ge— mehrt zu seinem Lob und Ehren; und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schaß— das laß ich dir zur Letze.“ „Martin Luther, 1483—1546. (Altestes evangelisches Kirchenlied) 3. Liebe zum Herrn. 194. A˖ mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, Gnadenanblick macht uns so selig, Seele darüber fröhlich und dankbar wird. und dein daß Leib und 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unsre Seele kanns schon ge— wahren; fühlbar offenbaren, auch ungesehn. du kannst dich g'nug 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, ge— duldig sein, uns täglich reichlich die Schul verzeihn, heilen, stillen, trösten, erfreun und segnen und unsrer Seele als Freund be— gegnen, ist deine Lust. 5. Ach, gieb an deinem kost— baren Heil uns alle Tage vollkommnen Teil und laß unsre Seelen sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, I6 tröst uns bald mit deiner heiligen Todsgestalt; ja, laß sie uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inins⸗ leben zu spüren sein. 182 7 mit! Muf wenn Ul A' und wo m 2 — denn 4 0 A von enschen Schaß; 0 546. enlied⸗) ig, ge⸗ in, Schuld un und und be⸗— em kost⸗ il ien Tel immar dir zu inen, so bald Sgestalt, r Augen Inuns⸗ Liebe zum Herrn. werden wir bis in Himmel hinein mit dir vergnügt wie die Kindlein sein. Muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen, wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen kann. 7. So 195. 196 8. Du reichst uns deine durch— grabne Hand, Treue an uns ge— wandt, Drandenken be⸗ schämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor, 1723—-1801. die so viel daß wir beim 195. A* mein Herr Jesu, wenn ich dich nicht hätte und wenn dein Blut nicht für „die Sünder red'te, wo sollt ich Armster unter den Elenden mich sonst hinwenden? 2. Ich wüßte nicht, wo ich vor Jammer 5 Du, du bist meine alleine; weiß ich keine. Zuversicht sonst 3. Drum dank ich dir vom Grunde meiner Seelen, daß du nach deinem ewigen Er⸗ wählen auch mich zu deiner Blutgemeinde brachtest denn wo ist solch ein Herz wie und selig machtest. deins voll“ Lebe? Christian Gregor, 1723—1801. 196. A˖ sagt mir nichts von Gold und Schätzen, von Pracht und Schönheit dieser Welt! Es kann mich ja kein Ding er⸗ götzen, das mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. allein ist meine Freude, 2. Denn er mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten; Schönheit nicht. Die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht't. 8³ des dauert Fl eisches du vergnügst alleine völlig, innig, reine, Seele, Geist und Mut. Wer dich hat, ist still und satt; wer dir kann im Geist anhangen, darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, kann in Frieden leben; er hat, was er will. Johann Scheffler, 1624—77. Bist du da und innig nah, muß das Schönste bald erbleichen und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein; was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben; du vergnügst allein. 197 Christliches Leben. Ein jeder liebe, was er will; Ein jeder liebe, was er will; V ich liebe Jesum, der mein Ziel. ich liebe Jesum, der mein Ziel. als 4. Sein Schloß kann keine 6. Er kann mich über all'z 156 Macht zerstören; erheben und sein Reich vergeht nicht mit der und seiner Klarheit machen gleich; Zeit; er kann mir so viel Schätze geben, 4. sein Thron bleibt stets in gleichen daß ich werd unerschöpflich reich. drob Ehren Ein jeder liebe, was er will;—alles von nun an bis in Ewigkeit. ich liebe Jesum, der mein Ziel. einer I Kin jedor siehe 3Her will: Fre din 1— ir⸗ Wren 3— 6 7. Und ob ichs zwar noch 50 ich liebe Jesum, der mein Ziel. eins ö muß entbehren, V 5. Sein Reichtum ist nicht zu so lang ich wandre in der Zeit, nur⸗ ö ergründen; so wird er mirs doch einst ge— sein majestätisch Angesicht, währen V und was von Schmuck um ihn im Reiche seiner Herrlichkeit. zu finden, Drum thu ich billig, was ich will verbleichet und veraltet nicht. und liebe Jesum, der mein Ziel. Di x Du 197. 9 8 Mel. Jesu, meine Freude. du x lgenugsam Wesen, Wer im Herzensgrunde du f das ich hab erlesen lebt mit dir im Bunde, mein mir zum höchsten Gut, liebet und ist still. 2 0— 184 will; 1 Ziel. X all's gleich; geben, reich, will; Ziel. rnoch ehren, r Zeit, nst ge⸗ it. ich will, n Ziel. 24—77. bleichen Güter, Liebe zum Herrn. 198 Was ich mehr als dich begehr, kann mein Seligsein nur hindern und den Frieden mindern. 4. Was genannt kann werden droben und auf Erden, alles reicht nicht zu; einer kann nur geben Freude, Ruh und Leben; eins ist not: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, und Seel ver— schmachten, will ichs doch nicht achten. so mag Leib 5. Komm, du selges Wesen, das ich mir erlesen, werd mir offenbar; meinen Hunger stille und mein Herz erfülle mit dir selber gar! Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirst in jenem Leben dich mir völlig geben. Gerhard Tersteegen, 1697—1769. 198. Dn Jesum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das redlich spricht: nur einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund; die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; 185 aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dir steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir; du eilst zu mir. Wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. ich, Jesum, laß ich ewig nicht, dich, Gottes größte Gabe! 199 Ich weiß, daß mir kein Gut gebricht, Herr, wenn ich dich nur habe! Ich mag der Welt für Gut und Geld, wonach die Eiteln laufen, den Heiland nicht verkaufen. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; Christliches Leben. bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 7. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken, und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein, und ich bin sein; er ist mein Schutz und Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich, 1713-1780. 199. Doi will ich danken bis zum Grabe, so lang ich atme, leb und für deine teuerwerte Gabe, daß ich durch dich erlöset bin, daß du, Herr, bist für mich gestorben und mir den Himmel hast er— worben. bin, 2. An dich nur will ich ewig denken; du sollst mein ein und alles sein. Dir will ich meine Seele schenken, zu dir mich halten ganz allein. Nach dir will ich voll Sehnsucht schauen und dir in Demut fest vertrauen. 3. Du bist ja nichts als lauter Liebe, Heiland und Hort, mein treuer mein und wenn auch nichts mehr übrig bliebe, so hab ich doch dein Himmelswort. Das wird mich halten und er— quicken, wenn mich Versuchung will be— rücken. 4. Die schnöde Welt mit ihren Gaben, wie ist sie doch so arm und leer und kann das müde Herz nicht laben, wenn Reu und Angst es drücktt schwer! Durch alle Güter dieser Erden kann ja die Schuld nicht kleiner werden. 5. Nur einer kann uns alle retten und führen aus des Wahnes Nacht; 186 nur und V ersc 7 den. )ewig ken, bricht, u röster, 1780. übrig l[swort. ind er⸗ ill be⸗ it ihren nd leer 3 nicht drücket Erden kleiner ns alle Wahnes Liebe zum Herrn. nur einer bricht der Sünde Ketten und nimmt dem Tode seine Macht: vor meines Jesu Gottesblicke erschrickt der Feind und flieht zurücke. 6. Bis in den Tod ist er gegangen für uns, die wir den Tod verdient; am Kreuze hat der Herr gehangen und unsre große Schuld gesühnt. Ja, dort hat er für uns gebeten und uns erlöst aus Furcht und Nöten. 7. Und wenn wir uns mit bittrer Reue zu seinem Gnadenthrone nahn, so nimmt er uns mit Liebestreue, mit Freuden wieder auf und an; und wenn wir fest im Glauben stehen, so werden wir ihn ewig sehen. 8. Nun wohl, ich habe kein Verlangen, als meinen Jesum ganz allein; an keinem andern will ich hangen, zu keinem sonst um Hilfe schrein. 200 Von ihm will ich mich nimmer trennen und nur für ihn in Liebe brennen. 9. Ich bin ja nichts, wenn er mir fehlet; ich sterbe, hab ich Jesum nicht. Wie er weiß keiner, was mich quälet, und wenn er: Friede! zu mir spricht, so mag die Welt mir alles nehmen; der Herr ist mein, mich solls nicht grämen! 10. So nimm denn all mein Sein und Wesen, mein Denken, Glauben, Hoffen hin! Durch dich nur kann ich ganz genesen, il ich durch dich erlöset bin. Herr, nimm mich hin mit Herz und Streben in Freud und Leid, in Tod und Leben! we Gustav Friedrich Ludwig Knak, 1806-1878. 200. Einer ist König, Immanuel ewiges Leben, unendlichen Frie— sieget; den, bebet, ihr Feinde, und gebet die Freude die Fülle hat er uns be— Flucht. schieden. Zion hingegen, sei innig vergnüget, labe dein Herze mit himmlischer Frucht; 2. Stärket die Hände, er— muntert die Herzen, 187 8———— D— 200 trauet mit Freuden dem ewigen Gott; Jesus, die Liebe, versüßet die Schmerzen, reißet aus Angsten, aus Jammer und Not; ewig muß unsere Seele genesen in dem holdseligsten, lieblichen Wesen. o Seele, im Leiden 19 7 2 e schlage die Rute des Vaters nicht ans; bitte und schöpfe Fülle Kräfte, zu siegen im Kampfe und Strauß. Trübsal verrauschen, vergehen; 3. Halte, göttlicher aus Fluten der Jesus, der treue, bleibt ewig dir stehen. 4. Zion, wie lange hast du nun geweinet? Auf, und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freuden erscheinet tausendmal heller, als du es ge— gl laubt. Jesus, der lebet, die Liebe regieret, die zu den Quellen des Lebens dich führet. 5. Laufet nicht hin und her eilet zur Quelle; Jesus, der bittet: mir! Christliches Leben. Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle fließen die Ströme des Lebens allhier. ihr Lieben, und werdet erquicket; hier ist Erlösung für alles, was drücket. Trinket, kommt alle zu Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, die euch der König des Himmels anbeut; selber Jehovah wird Siegern zum Lohne, dies Kleinod verlohnt sich den Streit. Streitet nur unverzagt, seht auf — wahrlich, die Krone; selber Jehovah wird Siegern zum Lohne. 7. Droben in Salem, da, da wird man sehen eine gewaltige, siegende Schar seine unendliche Hoheit erhöhen, bringen im Tempel den Lobgesang dar. Sehet, wie Kronen und Throne hinfallen! Höret, wie donnernde Stimmen erschallen: 8.„Reichtum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist!“ 188 V lehre Alle ist j d und Erle so 1 mei „ sich lauter ebens verdet was t, seht 2 nmels n zum rlohnt it. ht auf n zum da, da hen char höhen, gesang Throne immen eisheit, e, Lob, d dem 1 4 Liebe zum Herrn. Wenn ich da stünde, o wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Fesseln, zerreißt! 201 Amen, die Liebe wird wahrlich erhören; alles, was in mir ist, lobe den Herren! Johann Ludwig Konrad Allendorf, 1693—1773. 201. Luk. 10, 42. 1. Kor. 1, 30. Err⸗ ist not; ach Herr, dies als sie sich zu Jesu Füßen eine voller Andacht niederließ, lehre mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget kein wahres gnügen erjaget. Erlang ich dies eine, das alles ersetzt, so werd ich mit einem in allem ergötzt. Ver⸗ und dennoch 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Kreatur. Laß, was irdisch ist, dahinten; schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle er— scheinet, da, da ist das beste, notwendige Teil, mein ein und mein alles, mein seligstes Heil. —2 3. Wie dies eine zu genießen sich Maria dort befliß, 189 das Herz ihr entbrannte, nur einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr alles war gänzlich versenkt, und wurde ihr alles in geschenkt, in Jesum einem 4. Also ist auch mein Ver— langen, liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen; schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehren zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen; dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? denn was 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt; gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, — ——— —.— 202 darinnen die Demut und Ein— falt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit voll— kommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilges, teures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewig— keit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; Christliches Leben. entreiße mich aller vergänglichen Lust; dein Leben, sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr ver— langen? Mich beströmt die Gnadenflut; du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut. Da hast du die ewge Er— lösung erfunden, daß ich nun der Herrschaft der Hölle entbunden. Dein Eingang die völlige Frei— heit mir bringt; im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein ein und alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine; tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf bösem, be— trüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; gieb, daß ich nur alles hier achte für Spott und Jesum gewinne; ist not. dies eine Johann Heinrich Schröder, 1667-1699. 202. — 2. 8 2. im. 2, 8. Mel. Ich steh an deiner Krippe hier. alt im Gedächtnis Jesum Christ, o Mensch, der auf die Erden —— vom Himmelsthron gekommen is dein Bruder hier zu werden. 190 hat dan der ja g und 2 und dant der siegr befr 9 und dan mit Die nach wen und lichen einzig r ver⸗ flut; Blut. Er⸗ nden, ft der den. Frei⸗ gt; Abba alleine sein; ine; n, be⸗ tege, »wigem r achte —16099. nen is, en. Liebe zum Herrn. 203 Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist, und hat dadurch bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Not; dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht und dir das Leben wiederbracht; dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenommen. O sorge, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich ein⸗ gehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen, und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther, 1650— 1704. 203. Hih lieb hab ich dich, o Herr; ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hilf und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht; nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich nur dich kann haben; und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Teil und meines Herzeus Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmer— mehr! 204 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab mein Leib und Seel, und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zum Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr; des Satans Mord und Lügen wehr In allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot! Christliches Leben. 3. Ach Herr, laß deine ö Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seinem Kämmerlein, gar sanft ohn ein'ge Qual und Pein ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnaden⸗ thron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, 1532—1608. 204. Mel. Dir will ich danken bis zum Grabe. (Eigene Volksliedmelodie.) Och bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesu offenbart; h geb mich hin dem freien Triebe, mit dem auch ich geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so sehr gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und stark gezogen neigt sich mein alles auch zu dir; du traute Liebe, gutes Wesen, haͤst mich, ich hab dich erlesen. 3. Ich fühls, du bists, dich muß ich haben; ich muß für dich nur sein. im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Leben ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen; drum folg ich deinen selgen Zügen. ich fühls, Nicht 4». Für dich sei ganz mein Herz und Leben, mein süßer Gott und all mein Gut! hast du mirs nur gegeben; s nur und selig ruht. Für dich in dir e 192 von! aus W dem der 6 de der t der s in il nur Nur von A das ihm der e — 5. Seit will der deine mein 1, erlein, und je. mich,‚ ch Sohn, iaden⸗ ich. 1608. „ dich haben; ir sein. in den in. ier ist 5 Zügen. mein Leben, mein ogeben; uht. Liebe zum Herrn. 205 Hersteller meines schweren Falles, für dich sei ewig Herz und alles! — 5. Ehr sei dem hohen Jesus— namen, Liebe Quell springt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem die selge Schar dort trinkt! in dem der ent⸗ 20 OIch bin nicht mehr mein eigen. V Dem hab ich mich geschenkt, dem sich die Welten neigen, der alle Dinge lenkt; dem hab ich mich ergeben, der treu die Seinen liebt, der seinen Sohn gegeben, in ihm mir alles giebt. 2. Ich bin nicht mehr mein eigen; nur Christi will ich sein. Nur Huld will er erzeigen; von Sünden macht er rein. Auch mir ist mild erschienen das hohe Kreuzesbild; ihm will ich ewig dienen, der göttlich reich uud mild. 3. Ich nicht mehr mein eigen. Seit Christus für mich starb, will ihm die Knie ich beugen, der Leben mir erwarb. bin 193 Wie beugen sie sich ohne Ende! Wie falten sie die frohen Hände! 6. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein; möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein! Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen. Gerhard Tersteegen, 1697-1769. D. Wenn stets zu ihm ich käme, der tief erquicken kann, aus seiner Fülle nähme, wie selig wär ich dann! 4. Ich bin nicht mehr mein eigen; er, Christus, ist mein Herr. Nie will ich dies verschweigen; mein höchstes Gut sei er! Ich fürchte keine Feinde, nicht Spott und Hohn der Welt, ich leb in der Gemeinde, die sich zu Jesu hält. 5. Ich bin nicht mehr mein eigen; dem Herrn bin ich getauft. Laut will von dem ich zeugen, der mich so teur erkauft. Nur er soll mir gefallen, er, des ich ewig bin; mit ihm nur will ich wallen zur selgen Heimat hin! Karl August Döring, 1783—1844. 13 206. 207 Christliches Leben. 206. Och will dich lieben, meine Stärke, V ich will dich lieben, meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben, Gottes Lamm, als meinen Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobter Heiland du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet; ich suchte dich und fand dich nicht. Ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht. Nun aber ists durch dich ge— schehn, daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz das Licht!! gebracht ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du süßer Mund, daß du mich machst gesund! 6. Erhalte mich auf deinen! Stegen, und laß mich nicht mehr inm gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleuchte Leib und Seele gamz du starker Himmelsglanz! 7. Ich will dich lieben, meim Krone; ich will dich lieben, meinen Gott. Ich will dich lieben sonder Lohm auch in der allergrößten Not; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Johann Scheffler, 1624-1677. 207. Qesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier, ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! 194 D auße nicht 2. bin aller Laß rings mir O ob gl Jesus Du Jesu, Weg, Ich 1 bleibt El soll 1 nicht N alles alles IG Jesug dem Mäe geber wonne, emacht; Mund,‚ id! deinen hr irn Wegen stehn; le ganz, „ melhe n Gott. r Lohme Not; schönstes 41677. Liebe zum Herrn. Du bist mein und ich bin dein; außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß von Ungewittern rings die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Ob die Welt in Trümmer fällt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Weg mit allen Schätzen! Du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren! Ich mag euch nicht hören; bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 208 4. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen; mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden! Bleibet weit dahinten; kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir sei ganz, du Sündenleben, gute Nacht gegeben! 5. Weicht, ihr Trauergeister! Denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Segen sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Franck, 1618-1677. 208. Jesus Christus herrscht als v König; alles wird ihm unterthänig; alles legt ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Ge— walten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. 195 Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischeu Getümmel, ist zu seinem Dienst bereit. 2 3. Nur in ihm— o Wunder⸗ gaben! können wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts! Leben ist er— schienen, und ein ewiges Versühnen kommt in Jesus uns zu gut. 13* Das 4. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen; Kranken, ihm die Schmerzen; sagt, ihr Armen, ihm die Not! Wunden müssen Wunden heilen; Reichtum weiß er auszuteilen; Leben schenkt er nach dem Tod. klagt, ihr 5. Eil! Es ist nicht Zeit zum Schämen. Gnade? Du nehmen! Willst du leben? Es Willst du erben? sehen! Soll der Wunsch aufs gehen, willst du Jesum? Er Willst du sollst soll sein! Du wirsts Höchste ist dein. auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. 6. Zwar Nur Geduld! Es folgen alles sei ihm unterthänig; Freuden; ehret, liebet, lobet ihn! Philipp Friedrich Hiller, 1699—1769. 1 209. Jesus, Jesus, nichts als Jesus Einer ist es, dem ich leb, soll mein Wunsch sein und den ich liebe früh und spat; mein Ziel! Jetzund mach ich ein Verbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz, mit ihm erfüllt, rufet nur: ½ Herr, wie du Willt. Christliches Leben. nichts kann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. steht ein Himmel offen, i 1 I alles Hoffen, über alles Wünschen ist. Die 3 areiniate Gemeine weiß, daß eine Zeit erscheine, wo sie ihren König grüßt. 7. Ihnen 8. Jauchz ihm, Knechte; rühmt, vollendete Gerechte, und du Schar, die Palmen trägh und ihr Märtrer mit der Krone, und du Chor vor seinem der die Gottesharfen schlägt! 9. Ich auch auf der tiefsten ö Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich Jesus Christus König; Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. In dir ist mein Herz gestillt führe mich, Herr, wie du willt. 77 196 Menge heilger! Throne, schon noch Pilgrim binz herrscht a3 und ach, x Jesu, Gi nimm Kir demee der al der als d den f kröne 2. aller müsse was Fl alles und zitter cheiden, empor. Himmal eine, . euha „ n trägt, u dal lit 4 Throm, igt! tiefsten rufen, im bin.“ cht als ich lebe, pat; be, gestiltt wie du Liebe zum Herrn. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zuwider dir, ach, so nimm es bald zurücke; Jesu, gieb, was nützet mir! Gieb dich mir, mein mild; +*Herr, willt. 4. Und vollbringe deinen Wil⸗ len an Gott; Jesu nimm mich dir, wie du in, durch und mir, mein Ludämilia Elisabeth, 210 deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not, sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wie„ und wo willt. Sei auch, Jesu, priesen, der du dich und viel dazu hast geschenkt und mir erwiesen, daß ich fröhlich singe nun: es geschehe mir, mein Schild, wie du willt! Herr, wie du willt!) Gräfin zu Schwarzburg-Rudolstadt, 1640—1672 du stets ge⸗ 210. Dönig, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund er— reichet, Gott das Reich gebühret, Mensch das Scepter führet, das Recht gehört zum Throne als des Vaters ein'gem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten! Erde, Luft Meere, aller Kreaturen Heere müssen dir zu Diensten stehen; was du willst, das muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und vor deines Mundes zittern Menschen, Engel, dem als der als dem 2. Himmel, und Schelten Welten. Gnadenreiches Grenzen dich am glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haͤupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und wie du das Unrecht hassen. 3. In des sieht man schönsten 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 197 5. Herr in allen diesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Überfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vollkommenheit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschützest deine Freunde; du bezwingest deine Feinde. Christliches Leben. 6. Herrsche auch in meinen Herzen Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, gläubig dich ins Herze schließen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zur Seitenl über Zorn, 73 Johann Jakob Rambach, 1693—1735, 2II. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. iebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh als ich erschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. die für mich litten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, ge⸗ 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich ganz ergeben mir zum Heil und Seelenhort, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. die mich hat ge⸗ bunden an ihr Joch mit Leib und Sim, Liebe, die mich überwunden 5. Liebe, —— und mein Herz hat ganz dahih Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebch die für meine Seele bitt't, Liebe, die das Lösgeld giebet und mich kräftiglich vertritt, 198 dein 7 aus M so E nur 6 mein Höy laß mich mei du meinem hließen, lieben iben, streiten, Seiten! t und ist und hen nhort, ich, hat ge d Sinmn den z dahii, lich, ig liebet , iebet ritt, Liebe zum Herrn. Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich einst wird führen aus dem Grab der Sterblichkeit, 212. 213 Liebe, die mich dort wird zieren mit dem Kranz der Herrlichkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler, 1624—1677. 212. Mn Jesum laß ich nicht; weil er sich für mich ge— geben, so erfordert meine Pflicht, nur allein für ihn zu leben. Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich ewig nicht, weil ich soll auf Erden leben. Ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht't; meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen, laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen,— wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht unsrer Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht; meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele seufzt und sehnet; Jesum sucht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich frei macht vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu den Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: meinen Jesum laß ich nicht. Christian Keymann, 1607—1662. 213. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Jesu, Jesu, Gottes Sohn, mein Bruder und Gnadenthron, du meine Freud und Wonne! mein du weißt daß ich red wahr; vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne. 58 eS, 199 Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht g'nug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag zu Tag ent— zünd't; je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganz weiten Welt, Pracht, Ehre, Freude, Gut und Geld, wenn ich es recht erwäge, kann mich ohn dich g'nugsam laben; ich muß haben reine Liebe, die tröst't, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. 200 Christliches Leben. Es geh ihm, wie es woll, auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, ö soll er doch dein genießen. Ewig selig nach dem Leide große Freude wird er finden; alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat jemals dies gehört, gesehen noch gelehrt, es läßt sich nicht beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit't, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen kein Mensch noch vergleichen Erdenschätzen das, was uns dort wird ergötzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort ver⸗— meld't, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. —. die in r und mit ohn ich gew des —4 mir „ auf Kreuz e wird inden. 5 dies zelehrt, on, lichkeit ereit't, leichen en götzen. g dies t ver⸗ reuden mmen, men. Liebe zum Herrn. 7. Da werd ich deine Freund— lichkeit, die schon auf Erden mich erfreut, in reiner Liebe schmecken und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. 214 Reichlich werd ich sein erquicket und geschmücket vor dem Throne mit der schönen Himmelskrone. Johann Heermann, 1585—1647. 214. Ursprung des Lebens, o ewiges Licht, da niemand vergebens sucht, was ihm gebricht, lebendige Quelle, die lauter und helle sich aus seinem heiligen Tempel ergießt und in die begierigen Seelen einfließt, 2. Du sprichst: wer begehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme: allhier sind himmlische Gaben, die kräftiglich laben. Er trete im Glauben zur Quelle heran; hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Mein Hirt und mein Hüter, ich komme zu dir; gewähre die Güter des Heiles auch mir! Du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen. 201 — u siehest, wie elend und dürftig ich bin; drum gieb deine Gaben aus Gnaden nur hin. 4. O Brunnquell, du labest Geist, Seele und Mut, und wen du begabest, hat ewiges Gut; wenn man dich genießet, wird alles versüßet; es jauchzet und singet das fröhliche Herz; zurücke der Schmerz. es weichet bittere 5. Drum gieb mir zu trinken, wie dein Wort verheißt! Laß gänzlich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe! Laß heilige Triebe mich immerfort treiben zum Himm⸗ lischen hin; es werde mein Herze ganz selig darin! 6. Wenn du auch vom Leiden was schenkest mit ein, so laß mich mit Freuden gehorsam dir sein; denn alle die, welche mittrinken vom Kelche, den du hast getrunken im Leiden Christliches Leben. 7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu, erquickt, da, wo deine Herden kein Leiden mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille, wo Wonne, wo Jauchzen, wo allhier, Herrlichkeit wohnt, die werden dort ewig sich freuen wo heiliges Leben wird ewig mit dir. belohnt! Christian Jakob Koitsch, 1671—1735 215. Jesu, Gottes Lamm, habe Dank für deine Liebe, die für mich aus reinem Triebe starb am Kreuzesstamm, Jesu, Gottes Lamm. 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut; wenn du freundlich mich anblickest und mit deinem Geist erquickest, macht mich wohlgemut deiner Liebe Glut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch den Kreuzestod, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens laß verlöschen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, de ß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. Licht 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebes flamm mich ernähre und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir auch gram, Held aus Davids Stamm! 7. Deinen Frieden gieb aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen, und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gieb. 8. Wer der Welt abstirbt, sich mit Ernst bewirbt, dir zu leben und zu trauen, der wird bald mit Freude schauen, daß niemand verdirbt, der der Welt abstirbi. 202 all di hi be un de erden, „ wo vohnt, ewig 1735. lehren, tamm, rsehre, ennen, ennen; irbt, on, chauen, Liebe zum Herrn. 9. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 10. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und Vertrauen, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 216 11. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 12. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum! In mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werte Himmelsblum, du, mein Preis und Ruhm! Adam Drese, 1620— 1701. 216. Quch, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Not⸗ helfer viel, die uns doch nichts erworben,— hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zuteil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 203 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund; sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein Herzenskron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben! Bleib du mein Preis; dein Wort mich speis! — . 15 0 1 I.N 1 217. 218 Bleib du mein Ehr; dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben! 5. Wend von mir nicht dein Angesicht; laß mich im Kreuz nicht zagen; Christliches Leben. weich nicht von mir, mein höchste Zier; hilf mir mein Leiden tragen! Hilf mir zur Freud nach diesem Leid; hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig Lob dir sagen! Georg Weißel, 1590—1635. 217. Mel. Herzlich thut W'in alle untreu werden, so bleib ich dir doch treu, daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, sankst du in Todesschmerz; drum geb ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist und mancher von den dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen, hast du so viel gethan, uns ew'ges Heil errungen, und wen'ge denken dran. D — einen mich verlangen. 3. Du stehst, voll treuer Liebe, noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Du kamst ja für die Sünder, für der Verlornen Glück; du rufst verirrte Kinder zu ihrem Gott zurück. 4. Ich habe dich gefunden; laß du auch nicht von mir! Laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! O laß auch die dich finden, die jetzt noch dich verschmähn; laß sie dein Heil empfinden und deinen Ruhm erhöhn! Friedrich von Hardenberg, 17721801. 218. W'en ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt, weiß ich nichts von Leide, fühle nichts, als Andacht, und Freude. Lieb 204 2. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe mir sein treues Lieben sein, das mit sanftem Zwingen alles wird erreichen und durch— dringen. hab weil mei kan. Ob du siebe, uder, 801. abe, Urch⸗ Liebe zum Herrn. 219 3. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt, weil des Himmels schönste Gabe meinen Blick nach oben hält; hingesenkt im Schauen kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 4. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedrich von Hardenberg,‚, 1772.—1801. 219. Psalm 45. W'o schön leucht't uns der x Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, aus Juda aufgegangen. Du Davidssohn aus Stamm, mein König und mein Bräutigam, du hast mein Herz umfangen, lieblich, freundlich, schön und Jakobs prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben. 2. O meine Perle, werte Kron, Sohn Gottes und Marien Sohn, du hochgeborner König, mein Herz ist voll von deinem Ruhm; dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Herr, dich preis ich; Hosianna! Himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du Gottesglanz und schein, die Flamme deiner Liebe und stärk mich, daß ich ewig bleib, o Herr, ein Glied an deinem Leib, in frischem Lebenstriebe! Nach dir wallt mir mein Gemüte, ewge Güte, bis es findet dich, des Liebe mich entzündet. Himmels— 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn ich dein holdes Angesicht seh freundlich auf mich blicken. O Jesu, du mein höchstes Gut, 205 220 dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in die Arme; Herr, erbarme dich in Gnaden! Auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, o du starker Held, du hast mich ewig vor der Welt, in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat sich mit mir ver— traut; mein Herz auf ihn mit Freuden schaut,— was ists, das mich betrübet? Preis dir! Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. Christliches Leben. und laßt den süßesten Gesang ganz freudenreich erschallen. Ich will mit meinem Jesus Christ, der mir mein ein und alles ist, in steter Liebe wallen. Singet, klinget, jubilieret, triumphieret; dankt dem Herren, ihm, dem König aller Ehren! 7. Wie freu ich mich, Herr Jesu Christ, daß du der erst und letzte bist, der Anfang und das Ende. Du wirst mich einst zu deinem Preis aufnehmen in das Paradeis; froh falt ich meine Hände! Amen, Amen! Komm, o schöne Freudenkrone; bleib nicht lange; deiner wart ich mit Verlangen. 6. Spielt unserm Gott mit Saitenklang Philipp Nicolai, 1556-1608. 220. W' wohl ist mir, o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh. Ich steige aus der Schwermuts— höhlen und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Lust! 2. Die Welt mag schmähen oder preisen, es sei also! Ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieberweisen, bei einem freundlichen Gesicht. 206 blitz nur dankt n! Herr bist, einem * 57 krone; ange; igen. 1608. n auf erden, Lust!“ mähen n, nicht, veisen, icht. Liebe In dir vergnügt sich meine Seele; du bist mein Freund, den ich wähle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglücks⸗ wellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blitzt auf mich des Gesetzes nur du kannst mich dem entrücken; ich schaue gläubig in die und flieh zu dir und Wunden; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil, wer will ver— dammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich. Du giebst mir aus den Wolken Speise und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen; sie enden sich in Lieb und Segen. Genug, wenn ich dich bei mir hab! Weh, Fluch Höh deinen Wüsten zum Herrn. Wolfgang Christoph Deßler, 220 Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verlässest keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen macht des Weges End erzittern, wenn aus Gefahr und Ungewittern er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeiche— so wohl, Tod leien! Nichts kann, als Jesus, mich er⸗ freuen. O, reicher Trost: mein Freund ist mein! 1660 1722. Christliches Leben. 4. Wandel im Licht. 221. A˖ komm, füll unsre Seelen ganz, du gnadenreicher Liebesglanz, du väterlich Erbarmen; von deiner Glut laß Herz und Mut recht inniglich erwarmen! 2. Du willst den Tod des Sünders nicht; du gehst mit uns nicht ins Ge— richt, wie dürften wir denn richten? Laß immer mild des Bruders Bild durch unser Wort sich lichten! 3. Das ist der Liebe freund— lich Amt, daß sie zurecht bringt, nicht ver— dammt. Ach, wer steht unbescholten? Und was sind wir, Herr Gott, vor dir, daß wir verdammen sollten? Streiter, durch— gedrungen! Auf, und folgt dem Heiland nach, der durch Marter, Hohn und Schmach sich auf Zions Burg geschwungen. ihr leucht in uns deiner Gnad, 4. Herr, venn uns des Nächsten Wort und That Kränkung, Leid Schmerzen; laß ganz und rein uns ihm verzeihn in Wahrheit und von Herzen! bringt 5. Du reicher Geber Hab, all unser Gut ist deine Gab; o, hilf das Herz erschließen! Laß sie gemein durch Liebe sein und reich der Armut fließen! 6. Ach komm, füll unsre Herzen ganz, du gnadenreicher Liebesglanz, du väterlich Erbarmen; von deiner Glut laß Herz und Mut recht inniglich erwarmen! Viktor von Strauß, geb. 1809. 22 das Haupt hat schon gesiegt; weh dem Glied, das müßig liegt! Nach! 2. Fort, nur nach mit Wachen, Beten, 208 mit und aller und kann de und A? Jesus de führt über 2. wink deine zu Dir auch t und und 1809. t schon liegt! Jachen, Wandel im Licht. fort!— was seid Christus hat den und der Schlange Kopf zertreten. Rufet laut im Siegeston: „Schwert des Herrn und Gideon!“ ihr so verzagt? Sieg erjagt 3. Kein Erlöster müsse sprechen: „Ich bin elend, arm und schwach, und durch so viel Ungemach kann kein armer Sünder brechen“; denn der Herr ists, der uns heilt und den Schwachen Kraft erteilt. 4. Sind wir schwach,— bei ihm ist Stärke; der Herr ist reich. Wer ist unserm König gleich? Unser Gott thut Wunderwerke. sind wir arm, 223 Sagt, dem der ob der nicht helfen kann, Himmel unterthan? 5. Niemand kann zu thronen, der nicht recht mit Jesu kämpft und des Fleisches Lüste dämpft, weil wir noch im Fleische wohnen. Nur durch Ringen, Kampf und Streit kommet man zur Sicherheit. Salem 6. Nun so wachet, kämpfet, ringet, streitet mit Gebet und Flehn, bis wir auf der Höhe stehn, wo das Lamm die Fahne schwinget! Ist der Erde Werk gethan, Geht des Himmels Sabbat an! Johann Simon Buchka, 17051752. 223. Mel. A˖ dich seh ich, mit dir geh ich, Jesus Christus, starker Held, der durch Kriege führt zum Siege über Sünde, Tod und Welt. 2. Auf dem Plane winkt als Fahne deines Kreuzes Zeichen mir; zu der schwör ich. Dir gehör ich; auch durch Leiden folg ich dir. Gott wills machen. 3. Starke Waffen wirst du schaffen und ins Herz getrosten Mut. Statt des Schwertes wird dein wertes Wort mir dienen treu und gut. 4. Sei im Streite mir zur Seite; kämpfe für mich, wo es gilt! Wie's dann gehe, ich bestehe; denn mich deckt des Glaubens Schild. August Hermann Walter, geb. 1817. 14 — 220 5 224. Christliches Leben. 224. Joh. 14, 6. Mel. A us irdischem Getümmel, wo nichts das Herz erquickt, wer zeigt den Weg zum Himmel, dahin die Hoffnung blickt? Wer leitet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 2. Hier irren wir und fehlen, gehüllt in tiefe Nacht; durch wen wird unsern Seelen ein wahres Licht gebracht? Von oben kommt die Klarheit, die alles uns erhellt; Ich bin nicht mehr mein eigen. ist die Wahr— heit; er ist das Licht der Welt. 3. Wer giebt uns hier schon Freuden, die niemand rauben kann? Wer zeiget uns im Leiden den Himmel aufgethan? Wenn vor dem Tod wir beben, wer giebt dem Herzen Ruh? Heil! Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. denn Christus Christoph Karl Julius Asschenfeldt, 1792—1856. 225. Cheisten sind ein göttlich Volk, Vaus dem Geist„‚des Herrn gezeuget, ihm gebeuget und von seiner angefacht; vor des Flammenmacht Bräutgams Augen schweben, das ist ihrer Seelen Leben, und sein Blut ist ihre Pracht 2. Königskronen sind zu bleich für der Gottverlobten Würde; eine Hürde wird zum himmlischen Palast, und die Last, drunter sich die Helden plagen, wird den Kindern leicht zu tragen, die des Kreuzes Kraft gefaßt. 3. Ehe Jesus unser wird, ehe wir uns selbst vergessen und gesessen zu den Füßen unsers Herrn, sind wir fern von der ewgen Bundesgnade, von dem schmalen Lebenspfade, von dem hellen Morgenstern. 4. Pilgrimschaft zur Ewigkeit bleibet immerdar beschwerlich, ja gefährlich, 210 bis enge e Glu Jesr — — zeuct Dei führ dure d und bis 6 beben, 7 eben, nfeldt, plagen, tragen, aßt. zird, en Crn, Sgnade, pfade, ern. ö Swigkeit ö lich, bis man ringt und dringt zu dir, enge Thür, ein'ge Ursach der Vergebung, Glut der göttlichen Belebung, Jesu, unser Liebspanier! mich hin, erhöhter Freund, zeuch mich an dein Herz der Liebe! Deine Triebe führen mich, du durch die Welt, daß ich deine Seele bleibe und so lange an dich gläube, bis ich lieb im innern Zelt 5. Zeuch Siegesheld, 6. Da ist meine Hand und Herz! Nikolaus Wandel im Licht. 226 Du hast deine unverzaget, und das alles daß ich dein und du meine heißen könntest. Wenn du nicht von Liebe brenntest, hätte das nicht können sein. Seel gewaget, blos allein, Kronen, fahret hin; fahre hin, erlaubte Freude! Meine Weide sei des Herren letztes Mahl vor der Qual, 7. Nun, ihr meine Ehre seine Schande, meine Freiheit seine Bande, meine Zier die Ros im Thal! Ludwig Graf v. Zinzendorf, 1700—1760. 226. 1. Joh. 1 Dein Wort, o Herr, bringt uns D zusammen, daß wir in der Gemeinschaft stehn; es läßt an uns die heilgen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn. Wir werden durch das Wort der Gnaden auch zur Gemeinschaft jener Schar, die bei dem Herrn ist immerdar, gelockt und kräftig eingeladen. 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, die unter einem Haupte stehn, die hat der Herr sich auserkoren, die läßt er Wunderliebe sehn; Gemeinschaft mit dem Vater haben und mit dem Sohn im heilgen Geist, das ist, was ihre Seelen speist; nur das kann sie vollkommen laben. 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, ist Christus und sein teures Blut; das ein'ge Ziel, darauf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut, 211¹ 14* N N 4˙˙ WIINN 144 0 V 227 sein Wort die Regel, die wir kennen, sein Geist das Band, das uns verbind't; die Seelen all, die er gewinnt, sind, was wir heilge Kirche nennen. 4. Was ist das für ein himm⸗ lisch Leben, mit Vater, Sohn und heilgem Geist in seliger Gemeinschaft schweben, genießen das, was Gott verheißt! Wie flammen da die selgen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus. Hier wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und trägt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Gerechtigkeit; der heilge Geist tritt mit dem Ole des Friedens und der Freude zu. Christliches Leben. Die Herzen schmecken Gottes Ruh; die Kraft durchdringet Leib und Seele. 6. Die eines Herren Leib gegessen, die stehen auch für einen Mann; macht sich der Feind an eins ver⸗ messen, sobald greift er sie alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft; sie wollen von der Brüderschaft der Heilgen nicht das Kleinste missen. 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen durchs Thränenthal ins Vater⸗ land, versüßen sich die bittern Schmerzen; eins reicht dem andern seine Hand. Sie wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß bis zu dem völligen Genuß des großen Guts:„ich, ich in ihnen.“ Johann Ludwig Konrad Allendorf, 1693.—1773. 227. Off. 22, 21. Mel. Christus, der ist mein Leben. ie Gnade sei mit allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern! 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns ja kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis ans Ende mit. 212 mar und so l Ruh; und Leib dann; Sver⸗ tt zu Eraft; schaft leinste ndnen Vater⸗ ierzen; Hand. reuden id Fuß ich in Pfade Wandel im Licht. 3. Auf Gnade darf man trauen; man traut ihr ohne Reu, und wenn uns je will grauen, so bleibt der Herr doch treu. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: du mächtiger Erlöser, du kommst,— so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; denn sie flößt zu dem Siegen Geduld und Glauben ein. 19 15 — 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt; der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Thaten thut. 8. Herr, laß es dir gefallen, noch immer rufen wir: die Gnade sei mit allen, die Gnade sei mit mir! Philipp Friedrich Hiller, 1699 1769. 228. Phil. 1, 6. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. u, Gott, hasts angefangen, das gute Werk in mir. Mein erstes Heilsverlangen war, Vater, schon von dir. Das ganze Werk ist dein; du prüfest Herz und Nieren. Du wirst es auch vollführen; ich darfs versichert sein. 2. Du, Herr, hasts angefangen; du hast mich Gott versühnt, bist in den Tod gegangen, hast mir mit Blut gedient. Dein Leben ist in mir; du wirst es auch vollführen. Du wirst mich nicht verlieren; der Vater gab mich dir. 3. Du, Geist, hasts angefangen; den Glauben wirktest du. Ich kann an Jesu hangen; du giebst mir Kraft dazu. Das Abba lehrst du mich; du lehrst mich Freude spüren. Du wirst es auch vollführen; zum Pfande hab ich dich. 4. Hast du es angefangen, mein Gott, so führ es fort! So werd ich auch erlangen das Ziel nach deinem Wort. Du bists, auf den ichs wag; o Herr, du wirsts vollenden. Ich bin in deinen Händen bis an den letzten Tag. Philipp Friedrich Hiller, 1699 1769. Christliches Leben. 229. Mel. Christi Blu Enr reines Herz, Herr, schaff in mir; schleuß zu der Sünde Thor und Thür; vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh! 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür; ach, komm und wohne du bei mir; was unrein ist, das treib hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus. 3. Laß deines guten Geistes t und Gerechtigkeit. und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen unerschöpfter Güt, 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich; gieb Weisheit, Stärke, Rat, Ver⸗ stand aus deiner milden Gnadenhand,— 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, Licht wenn ich nur dir ergeben bin. Heinrich Georg Neuß, 1654 1716. 230. Kol. 3, 3— 4. Eꝰ glänzet der Christen in— wendiges Leben, obgleich sie von außen die Sonne verbrannt; was ihnen der König des Him⸗ mels gegeben, ist keinem als ihnen nur selber bekannt. Was niemand verspüret, was niemand berühret, hat ihre erleuchteten Sinne ge— ö zieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie gleichen im Äußern den Kindern der Erde und tragen auch an sich des Irdischen Bild; sie fühlen wie andre der Mensch⸗ heit Beschwerde, oft sehn sie die Sonne der Freude verhüllt. Sie stehen und wandeln, sie reden und handeln, wie jeder es treibet in zeitlichen Dingen; doch kann sie die weltliche Lut nicht bezwingen. 3. Denn innerlich sind sie autz göttlichem Stamme, Gott durch sein mächtiges Wort, geboren aus 214 sie! sie sie und — esicht Bemüt, züt, mein ich reich; „Ver⸗ ind,— amens tum vinn, bin. 17¹6. ich des ld; Mensch— de, Freude n, eitlichn che Lus gen. sie aut tamme, ch sein ort, Wandel im Licht. 231 ein Funke und Flämmlein aus göttlicher Flamme, entzündet von oben, genähret von dort. Die Engel sind Brüder, die ihre Loblieder mit ihnen gar freundlich und wonniglich singen; das muß dann ganz herrlich, ganz prächtig erklingen. 4. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel; sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt. Sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel; sie kriegen, die Armsten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden,— bleiben in Freuden; scheinen ertötet den äußeren Sinnen und führen das Leben des Glaubens von innen. sie sie 5. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst, wie er öffentlich stellt, so werden sie mit ihm als Herren der Erden auch herrlich erscheinenzum Wunder der Welt. Sie werden regieren, mit ihm triumphieren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren; da wird man die Freude gar offenbar spüren. ist, O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du himmlische Zierde der inneren Welt, laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, wenngleich uns die Schmach deines Kreuzes entstellt. Hier übel genennet und wenig gekennet, hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet! Christian Friedrich Richter, 16761711. 23I. Mel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. Ei ist nicht schwer, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; zwar der Natur geht es gar sauer ein, 215 — 2— sich immerdar in Christi Tod z geben; doch führt die Gnade selbst z aller Zeit den schweren Streit. .— — 231 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein; du darfst ja nur die leichte Liebe üben. blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr s ist nicht schwer. ½ Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle. Der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz; die Unlust schafft in dir dein eigner Wille. Drum übergieb ihn willig in den Tod, „: so hats nicht Not. 3. Dein nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; schau mein Elend gnädig an! so ists gethan. sprich: Vater, nur dein Herze in Geduld, Christliches Leben. wenn du nicht gleich des Vaters Hilfe merkest! Versiehst du's oft und fehlst aus eigner Schuld, du dich durch die Gnade stärkest, so gilt dein Fehl und kindliches Versehn geschehn. so sieh, daß „: als nicht 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich wird Nacht und Finster⸗ nis bedecken. Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun; vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken. Ja, siehst du endlich ferner keine Spur, : so glaube nur. ½ 7. So wird dein Licht aus Nacht entstehn, und wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen. du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; Was drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ selig ist! 7 auf, mein Geist! Was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? 8. Auf, 216 Gel im 0 — Vaters est! st aus hJuld, ch die kest, dliches rz im ruhn, rinster⸗ en. limmes jun; d darfst cken. ferner ir, ht aus stehn, größrer chauen. u dann ehn; rommen uen. vie ein hrist Geist! nest du, kindlich n? Wandel im Licht. 232 Geh ein, mein Herz, geneuß die Die Sorg und Last wirf nur süße Ruh; getrost und kühn im Frieden sollst du vor dem ½ allein auf ihn. Vater schweben. Christian Friedrich Richter, 1676 1711. 232. E kostet viel, ein Christ zu sein Es hat wohl Müh; die Gnade und nach dem Sinn des reinen aber macht, Geistes leben;„: daß mans nicht acht't. àh„ N„ 8 1* 5—ꝰR60— denn der Natur geht es gar sauer 4. Man soll ein Kind des ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht't, 1 das machts noch nicht. Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird man da so stark, so hell und rein, so herrlich sein, verklärt im An⸗— 2. Man muß hier stets auf Wiis gesichte, Schlangen gehn, dieweil uns da die wesentliche die leicht ihr Gift in unsre Fersen 20 Pracht bringen; so schöne macht! da kostets Müh, auf seiner Hut 5. Da wird das Kind den zu stehn, Vater sehn; daß nicht das Gift kann in die im Schauen wird es ihn mit Seele dringen. Lust empfinden. Wenn mans versucht, so spürt Der lautre Strom wird es da man mit der Zeit ganz durchgehn „ die Wichtigkeit. und es mit Gott zu einem Geist verbinden. 3 Lochsite den wüe Wer weiß, was da im Geiste wert wird geschehn? 5** d*—— Wäiätnan mt 6.— nwt, u„: Wer mags verstehn? die ewiglich ein solcher Mensch 6. Was Gott genießt, genießt erfährt, es auch; ö der sich hier stets aufs Himmlische was Gott besitzt, wird ihm in geleget. Gott gegeben. 217 * 233 Christliches Der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch; wie lieblich wird es dort mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, „: als Gott allein.: 7. Auf, auf, mein Geist, er— müde nicht, Leben. dich durch die Macht der Finster⸗ nis zu reißen! Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht! was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn; „: wie wohl wirds thun! Bedenke, Christian Friedrich Richter, 1676 1711. 233. 2. Tim. Ich bin nicht mehr mein eigen. Mel. E5 kennt der Herr die Seinen und hat sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land; er läßt sie nicht verderben; er führt sie aus und ein; im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet seine Scharen am Glauben, der nicht schaut und doch dem Unsichtbaren, als säh er ihn, vertraut, der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Mut, die fröhlich auf dem einen, daß er der Herr ist, ruht, 2, 19. in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und kühn, die Wmdeidure Pflanze, die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht und die mit lauterm Triebe ihm zu gefallen sucht, die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt, die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt. 5. So kennt der Herr die Seinen, wie er sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land am Werk der Gnadentriebe durch seines Geistes Stärk, an Glauben, Hoffnung, Liebe, als seiner Gnade Werk. Wandel in inster 6. So hilf uns, Herr, zum ißen! Glauben irs anund halt uns fest dabei! richt! Laß nichts die Hoffnung rauben! 5 Gott(Die Liebe herzlich sei! 1 Licht. 234 Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn! Johann Philipp Spitta, 1801 1859. 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten! Thue nicht, was er dich heißt; laß nur deinen Stern dich leiten! Zion, das, was gut scheint oder schlecht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott! dich mit Geist Leben! Sei nicht wie die andern tot; sei du gleich den grünen Reben! Zion, in die Kraft statt in den Schein dringe ein, dringe ein! Stärke und 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft! Weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Karl h nach ruhn; 7* 234. 123 Off. Joh. 3. Tahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle! Laß die erste Liebe nicht; suche stets die Lebensquelle! inze Zion, dringe durch die enge Pfort! Fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Liebe, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und be Hohne! Sei bis in den Tod getreu; siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich, . leide dich, leide dich! rr die 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, wenn sie dich sucht groß zu machen! ien Achte nichts ihr Gut und Geld, nichts ihr Dräuen, nichts ihr riebe Lachen! , Zion, wenn sie dir viel Lust iebe, ö verspricht, folge nicht, folge nicht! 219 Thür brich herfür, brich herfür! 235. 236 Christliches Leben. 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu; laß nicht lau und träg dich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Johann Eusebius Schmidt, 1669 1745. 235. G⁵⁷³ ihr Streiter, immer weiter 3. Geld und Güter— der durchs Verleugnen zum Gemüter Genuß! güldne Strick und Fesseln sind. Auserkorne, Hochgeborne! Lobt und schmeichelt, bückt und Standsgemäß man wandeln muß. heuchelt, Wenn ihr Jesu Braut wollt lästert auch,— es ist nur Wind. werden, Süßes Gift sind eure Lüste; werft den Kindern dieser Erden auf dem Staats- und Ehr'ngerüste ihren armen Tand zu Fuß! man nur glänzend Elend find'. 2. Wir verlachen eure Sachen, stoßen weg, was ihr begehrt! Euer schönes Dies und Jenes trösten mehr als eure Freud. achten wir nicht sehenswert. Könnt't ihr sehen und verstehen Euer Herrlich, Groß und die verborgne Seligkeit, 4. Unser Sehnen, unsre Thrä⸗ nen Wichtig ihr würd't euerm Kram ent⸗ ist für uns zu schlecht und laufen nichtig, und mit dem verschmähten Haufen euer Ballast uns beschwert. wandern nackt zur Ewigkͤeit. Gerhard Tersteegen, 1697—1769. 236. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. G'r deine Güte reicht so weit, Herr, meine Burg, mein Fels, so weit die Wolken gehen; mein Hort, du krönst uns mit Barmherzig- vernimm mein Flehn, merk auf keit mein Wort; und eilst uns beizustehen. denn ich will vor dir beten. 220 und laße1 nach Gi dich, und 2 5. so sel des laß 1 — n! Kampf uß det sind. kt und Wind. Lüste; igerüstz find't. e Thrä⸗ ud. stehen m ent⸗ Haufen it. 1769. Wandel 2. Ich bitte nicht um Überfluß und Schätze dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden! Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren! 3. Ich im Licht. 237 Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe! 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! Christian Fürchtegott Gellert, 17161769. 237. Mel. Wachet auf! Hice Jesu, Heilgungsquelle, mehr als Krystall rein, klar und helle, du lautrer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Cherubinen, die Heiligkeit der Seraphinen ist Landen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir; ach, bilde mich nach dir, du mein alles! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich mag heilig sein wie du! 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war, also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelassen; ach stille meinen Willen gar! ruft uns die Stimme. Mach mich dir gleichgesinnt, wie ein gehorsam Kind stille, stille; hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich fein stille sei wie du! 3. Wacher Jesu, ohne Schlum⸗ mer, Arbeit, Müh Kummer bist du gewesen Tag und Nacht, mußtest täglich viel ausstehen; des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen und hast gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, daß ich wie du allzeit wach und bete! in großer und — 238 Christliches Leben. Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich stets wachsam sei wie du. 4. Gütger Jesu, ach, wie gnädig, wie liebreich bist du und gutthätig doch gegen Freund und Feind gesinnt! Deine Sonne scheinet allen; dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir g ů39 undankbar sind. Mein Herr, ach, lehre mich, damit auch hierin ich dir nacharte! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich auch gütig sei wie du. Jesu, schuldig ertrugst du alle Schmach geduldig und übtest niemals Rache aus. Wer kann deine Sanftmut messen, bei der du dennoch nie s, den Eifer um des Vaters Haus Mein Heiland, ach, verleih mir Sanftmut und dabei guten Eifer! 5. Sanfter ganz un⸗ Nach dem Holländ. des von? Gottfried Arnold, 1666 1714. daß ich viel Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich sanftmütig sei wie du. 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und gering, wandeltest einher auf Erden in Demut und in Knechtsgebärden, erhobst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr mich auch je mehr und mehr stetig üben! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich demütig sei wie du. — 7. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allem dir ergeben und deinem heilgen Vorbild gleich; gieb, daß mich dein Geist durch— dringe, Glaubensfrüchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich, Ach, zeuch mich ganz zu dir; behalt mich für und für, treuer Heiland! Hilf mir dazu, daß ich wie du, und wo du bist, einst finde Ruh, Jod. v. Lodenstein(+ 1677) 238. Jesu, Gnadensonne, err H wahrhaftges Lebenslicht, Licht und Wonne Angesicht laß Leben, mein blödes nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen; mein Gott, versag mirs nicht! 2. und laß und Lo mein ach 8 3. den und auf! zu und weil 4. in m und durch da und zu H lasset lodey 6 er d er d er i du. önig, ig zering, n ärden, Ding. hr u. Leben, geben gleich; durch⸗ früchte Reich. u dir; uen icht! Wandel 2. Vergieb mir meine Sünden und wirf sie hinter dich; laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich. Laß deine Friedensgaben mein armes Herze laben; ach Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis durch dein heilsames Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Trutz der Höllenpfort. im Licht. 239 5. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 6. Nun Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut; denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen all mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 7.— du Gott Gnaden, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu. Gieb, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh mir kräftig bei. arum, der 1735. Ludwig Andreas Gotter, 1661 239. H65 und Herz vereint zusammen H sucht in Gottes Herzen Ruh; lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir Glieder, er das Licht und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein! seine — ach kommt, Gnadenkinder, und erneuert euren Bund; schwöret unserm Uberwinder Lieb und Treu von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o, so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt! 2. Kommt, ihr 4 — 240 Christliches Leben. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann! So hat uns der Herr geliebet; so vergoß er dort sein Blut. Denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr selbst euch Eintrag thut. 4. Ach, du holder Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß sie es so herzlich meine, wie's dein letzter Wille war, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sei'n, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun! 5. Friedefürst, laß deinen Frieden stets in unsrer Mitte ruhn. Liebe, laß uns nie ermüden, deinen selgen Dienst zu thun! Denn wie kann die Last auf Erden und des Glaubens Ritterschaft besser uns versüßet werden, als durch deiner Liebe Kraft? 6. Liebe, hast du es ge— boten, daß man Liebe üben soll, o, so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll. Zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 7. Laß uns so vereinigt wer⸗ den, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist; und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein; also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, 1700—1760. 240. ier legt mein Sinn sich vor H dir nieder; mein Geist sucht seinen Ursprung wieder. Herr, dein erfreuend Angesicht auf meine Armut gnädig richt. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; laß mich in Christi Tode sterben; o, möchte doch in seiner Pein die Eigenheit ertötet sein! 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; jedoch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit, 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durck Der du b Ich! und 86 in 2 bis durch hi drob —2 denn und nicht ei kehrt t auf imme, mme, mn. wer⸗ „ Erden ist; rennen ein; n, . 1760. dein iß ich 1übe; befreit. r auf en ö Wandel im Licht. durch deinen Geist geheiligt werden. Der Sinn muß tiefer in dich gehn; der Fuß muß unbeweglich stehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten; hier gelten nichts der Menschen Thaten. Wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 6. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben: du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. will ich kämpfen 7. Indessen treulich Heumer an geht unsre Bahn; wir e Gäste nur auf Erden, bis wir hin nach Kanaan durch die Wüste kommen werden; hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen; ein von Gott erleucht'ter Sinn kehrt zu seinem Ursprung hin. 241 und stets die falsche dämpfen, bis du dir deine Zeit ersieh und aus der Sünde Netz ih ziehst. Regung 8. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Hölle Macht ge— schlagen; Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. will die Sorge meiner Seelen Vater, ganz be⸗ fehlen. Ach, drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin! Christian Friedrich Richter, 1676—1711. Gott hat der 9. Drum ich dir, mein 41. 2 3. Himmelan! ruft Gott mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre; wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan denk ich allzeit, wenn er mir die Tafel decket und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket; nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitsmahl. 15 Christli 5. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, ches Leben. da ich über alle Not ewig werde triumphieren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht mir mein Sinn bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck, 1672.—1737. 242. Mel. Alles ist Jesu, der du bist alleine Haupt und König der Gemeine, segne mich, dein armes Glied! Wollst mir neuen Einfluß geben deines Geistes, dir zu leben; stärke mich durch deine Güt. 2. Ach, dein Lebensgeist durch— dringe, Gnade, Kraft und Segen bringe deinen Gliedern allzumal, wo sie hier zerstreuet wohnen unter allen Nationen, die du kennest überall. 3. O, wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen; o, wie köstlich sind sie mir! H 915 1 144 7 5*˙ Du weißt, wie michs oft er— quicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir. an Gottes Segen. 4. Ich umfasse, die dir dienen; ich verein'ge mich mit ihnen, und vor deinem Angesicht wünsch ich Zion tausend Segen; stärke sie in deinen Wegen, führe sie in deinem Licht. Die in Kreuz und Leiden leben, stärke, daß sie ganz ergeben ihre Seel in deine Hand; laß sie dadurch werden kleiner und von allen Schlacken reiner, ganz allein in dich gewandt. 6. Laß die Deinen noch auf Erden ganz nach deinem Herzen werden; mache deine Kinder schön, abgeschieden, klein und stille, sanst, einfältig, wie dein Wille, und wie du sie gern willst sehn. 2²26 7 die daß A gieb wie ⁰0 wese Jes und dir laß und nien d geht Sie oran, m. melan! Keiben. n reiben. Sinn, in. 1737. dienen: en, Segen; „ Leiden en kleiner reiner, dt. Ich auf verden; stille, Wille, st sehn. Wandel im Licht. 7. Sonderlich gedenke deren, die es, Herr, von mir begehren, daß ich für sie beten soll. Auf dein Herz will ich sie legen; gieb du jedem solchen Segen, wie es not; du kennst sie wohl. 8. Ach, besuch zu dieser Stunde ihre Herzen, und im Grunde sie erfreu in dir allein; 243. 244 9. Ach, du hast uns teur erworben, da du bist am Kreuz gestorben; denke, Jesu, wir sind dein! Halt uns fest, so lang wir leben und in dieser Wüste schweben; laß uns nimmermehr allein, 10. Bis wir einst mit allen Frommen zusammen kommen von allen Flecken rein, dort bei dir und, zeuch mit deinen Liebeszügen dort vor deinem Throne stehen, ihre Lust und ganz Vergnügen uns in dir, dich in uns sehen, wesentlich in dich hinein. ewig eins in dir zu sein. Gerhard Tersteegen, 1697—1769. 243. Mel. Seelenbräutigam. Jesu, geh voran v auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten niemals über denn durch Tagen Lasten klagen; Trübsal hier 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o, so gieb Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nötge Pflege; thu uns nach dem Lauf geht der Weg zu dir. deine Thüre auf. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, 1700—1760. 244. Jesu, hilf siegen, du Fürste des wie sie ihr höllisches Heer nicht Lebens! vergebens Sieh, wie die Finsternis dringet mächtig aufführet, mir schädlich herein, zu sein! 227 15* ö ö 244 Schau, wie sie sinnet auf allerlei Ränke, daß sie mich sichte, verstöre und kränke. 2. Jesu, hilf siegen! Ach, wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für! mich schmecken dein kräftig Versühnen und dies zu meiner Demütigung dienen. Ach, laß 3. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Last der Begierden empfinde mein tiefes Verderben darlegt. daß ich vor selber erröte und durch dein Leiden die Sünden⸗— lust töte. Eigenlieb, und sich Hilf dann, mir hilf siegen und lege gefangen Lüste des Fleisches und gieb, lebe des Verlangen, schwingend durch heiligen Trieb. 4. Jesu, in mir die mir daß in Geistes aufwärts sich Christliches Leben. Laß mich eindringen ins göttliche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 5. Jesu, hilf siegen, damit auch mein Wille dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt und ich mich so in dein Wollen verhülle, daß sich die Seele zur Ruhe hinlenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, ich mich zählen darf unter die Deinen. daß 6. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken heller dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meister; lehre mich kämpfen und prüfen die Geister laß doch viel 7. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten; Hüter, du schläfst ja und schlum⸗ merst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, versprochen, Fürsprecher zu sein. der du 228 und wenr wenr ae zur von es if öttlichs und sen. damit Wille eigen Wollen Ruhe id alle 'en, unter n. nd laß sinken! Lügen ahrheit iken, 1 deine . König ter; prüfen r. Wachen n; schlum⸗ t ein. nendlich sprecher Wandel im Licht. 245 Wenn mich die Nacht mit Er— müdung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 8. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet, und ich mein nichts und Verderben nur seh; wenn kein Vermögen zu beten sich findet, muß sein ein schüchtertes Reh, ach, Herr, so wollst du im Grunde der Seelen wenn ich ver⸗ dich mit dem innersten vermählen. Seufzen hilf siegen und laß mirs gelingen, Zeichen des Sieges erlang, so will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, o Held, dich erwiesen! daß ich das mit frohem wo du, so mächtig Johann Heinrich Schröder, 1667—1699. 245. hommt, Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen n dieser Wüstenei. Kommt, stärket euern Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. — 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem! Ein jeder sein Gesichte mit Kirrn Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Gehts der Natur entgegen, so gehts gerad und sein. Die Fleisch und Sinne noch schlechte Pilger sein. Verlaßt die Kreatur und was euch sonst will binden; laßt gar euch selbst dahinten; es geht durchs Sterben nur! muß wie Pilger wandeln, frei, bloß und wahrlich leer; viel sammeln, halten, handeln macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag sich tot; wir reisen abgeschieden, mit wenigem zufrnden; wir brauchens nur zur Not. pflegen, 4. Man 5. Schmückt euer Herz aufs beste, sonst weder Leib noch Haus; SSSSIIee—— —.—.—— — 246 wir sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; ein Pilger muß sich schicken, sich dulden und sich bücken den kurzen Pilgertag. 6. Ist gleich der Weg sehr enge, so einsam, krumm und schlecht, der Dornen in der Menge und manches Kreuze trägt, es ist doch nur ein Weg; laß sein, wir gehen weiter; wir folgen unserm Leiter und brechen durchs Geheg! 7. Kommt, Kinder, laßt uns gehen; der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Mut mit süßen Sonnenblicken, uns locken und erquicken; ach ja, wir habens gut. 8. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu. Man trag, man helfe allen; man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; ein jeder sei der Kleinste, Christliches Leben. doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Liebesbahn. 9. Kommt, laßt uns munter wandern; der Weg kürzt immer ab. Ein Tag der folgt dem andern; bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut; nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! 10. Es wird nicht lang mehr währen,— halt noch ein wenig aus,— es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn, wann wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen; wie wohl, wie wohl wirds thun! 11. Drauf wollen wirs denn wagen,— es ist wohl wagenswert,— und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein; wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewigkeiten; es soll nur Jesus sein. Gerhard Tersteegen, 16971769. 246. Joh. 11, 16. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. asset uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immi irdist glau in d 2 geh 2 seine Nach Arm Thre Hoff es k aus * dort Neinste nunter udern; Grab. Mut; g mehr ähren, hn, men n; thun! denn 1769. fliehen, brach, Wandel immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch, schon himmlisch sein, glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; geh voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich! Nach dem Leide folgen Freuden; Armut hier macht droben reich. Thränensaat, die erntet Lachen; Hoffnung tröstet mit Geduld es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir; dort teil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben! Sein Tod uns vom andern Tod im Licht. 247 rettet und vom Seelverderben, von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in des Himmels Leben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. J. Lasset uns mit Jesu leben! Weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist; wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir. Ach, erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder. Dir, o Jesu, leb ich hier und dort ewig auch bei dir. Sigismund von Birken, 1626 1681. 247. Mel. Her r Jesu Ch Herr, in allen &i mich, o Dingen auf deinen Willen sehn und dir mich weihn! Gieb selbst das Wollen und Voll⸗ bringen und laß mein Herz dir ganz ge— heiligt sein! Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist alles, was ich hab und bin! Gieb meinem Glauben Mut und Stärke hrist, der du beweintest. ihn in der sein, seinen merke, eitler Traum und falscher Schein! Er stärke mich in meiner Pil⸗ und laß Liebe thätig daß man an Früchten er sei kein grimschaft und gebe mir zum Kampfe Sieg und Kraft. mich, lang ich hier soll leben, bösen Tagen vergnügt in gut und sein 234 —. 248 und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten alles weis— lich fügt! Gieb Furcht und Demut, wenn du mich beglückst, Trost, wenn du mir Trübsal schickst! Geduld und 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen! Christliches Leben. Einst werd ich noch, wenn ich den Lauf vollbracht, im Himmel ewig Dank dir 23 dir, der du alles hast so wohl gemacht; dann werd ich heilig, rein, ganz dir geweiht, dein Lob verkündigen in Ewigkeit, Georg Joachim Zollikofer, 1730 1788. nisin Matth. 26, Me dic dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen. Wache, sonst wird dir sein Licht ewig ferne stehen; denn Gott will für die Füll 4931 Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß List im Schlaf mag finden, weils ihm sonst ein Leichtes ist, heimlich dich zu binden, und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sieh, es fehlt nie hier an falschen Brüdern unter Christi Gliedern. dich Satans nicht dazu auch für dich, Fleisch und Herze, 6. Wache für dein dam Got d v kann und — mitt denn von wé daß und 8 wenn mit Wer darf wie ich den bracht, bringen, so wohl in, ganz ht, wigkeit. 0—1788. Satanz den, tes ist, nicht dis lt, ich für Wandel im Licht. 249 damit es nicht freventlich er verlanget unser Schrein, Gottes Gnad verscherze; wenn wir wollen leben denn es ist uund durch ihn voller List, unsern Sinn, kann sich selber heucheln Feind, Welt, Fleisch und Sünden und in Hoffart schmeicheln. kräftig überwinden. 7. Bete aber auch dabei 9. Drum, so laßt uns immer⸗ mitten in dem Wachen; dar denn der Herr, der muß dich frei wachen, flehn und beten, von dem allen machen, weil die Angst, Not und Gefahr was dich drückt immer näher treten; und bestrickt, denn die Zeit daß du schläfrig bleibest ist nicht weit, und sein Werk nicht treibest. da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. 8. Ja, er will gebeten sein wenn er was soll geben; Johann Burchard Freystein, 16711718. 249. Mi nach!“ spricht Christus, 3. Mein Herz ist voll De⸗ unser Held, mütigkeit, „mir nach, ihr Christen alle! voll Liebe mein Gemüte. Verleugnet euch, verlaßt die Welt, Mein Mund, der fleußt zu jeder folgt meinem Ruf und Schalle; Zeit nehmt euer Kreuz und Un- von Sanftmut und von 901 gemach Mein Geist und Wille, Kraft auf euch, folgt meinem Wandel und Sinn nach! ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 2. Ich bin das Licht, ich leucht 4. Ich zeig euch das, was euch für schädlich ist, mit heilgem Tugendleben. zu fliehen und zu meiden Wer zu mir kommt und folget und euer Herz von arger List mir, zu rein'gen und zu scheiden. darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Seelen Fels und Ich bin der Weg; ich weise Hort wohl, und führ euch zu der Himmels⸗ wie man wahrhaftig wandeln soll. pfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran; ich steh euch an der Seite. Ich kämpfe selbst und breche Bahn, bin alles in dem Streite. Ein Kriegsmann darf nicht stille stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Christliches Leben. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier.“ So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen und wohlgemut, getrost und gern bei ihm im Leiden stehen; wer nicht gekämft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler, 16241677. 250. der alles hätt verloren, „ auch sich selbst, der allezeit nur das eine hätt erkoren, so Herz, Geist und Seel erfreut! 2. O, der alles hätt ver— gessen, der nichts wüßt als Gott allein, dessen Güte unermessen macht das Herz still, ruhig, rein! 3. O, der alles könnte lassen, daß er, frei vom Eiteln all, wandern möcht die Friedensstraßen durch dies dunkle Thränenthal! 4. O, wär unser Aug der Seelen stetig nur auf Gott gewend't, so hätt auch das bange Quälen im Gewissen ganz ein End! 5. O du Abgrund aller Güte, zeuch durchs Kreuz in dich hinein Geist, Seel, Herz, Sinn und Gemüte, ewig mit dir eins zu sein! 7 Gottfried Arnold, 1666 1714. 251. Mel. O du Liebe meiner Liebe. O Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, der da Schaden, Spott und Schande uns mit Himmelslust versüßt, übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis dein treues Angesichte uns führt aus dem Kerker hin. 234 daß hierzt aller wills denn dein weil der unge sich 5 sich und dure V limmt nir, neiner dem n en gern auch von. 1677. traßen thal! g der d't, Duälen Güte, hinein und 17¹4. r hin. Wandel im Licht. 251 2. Ists doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem ver⸗— lierest, was er dir geschenket hat, und es aus dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen; dein Herz ist auf uns gericht't, ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen sind geacht't, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns der Welt zum Spott gemacht. doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung von Natur, von dem Dienst der keiten, der uns noch so hart bedrückt, ungeacht't der Geist zu Zeiten sich auf etwas Bessers schickt. 4. Schau 5. Ach, erheb die matten Kräfte, sich einmal zu reißen los und durch alle Weltgeschäfte durchzubrechen frei und bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen! Eitel⸗ — 2 Weich, Vernunft-Bedenklichkeit! Fort mit Scheu vor Schmach und Plagen! Fort des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit; wie du's nötig findest, thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 7. Herrscher, herrsche! Sieger, siege! König, brauch dein Regiment! Führe deines Reiches Kriege! Mach der Sklaverei ein End! Ach, die Last treibt uns zu rufen; alle flehen wir dich an: zeig uns nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 8. Ach, wie teur sind wir erworben, Menschen Knecht zu sein; drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz voll⸗ kommen, nach dem besten Bild gebild't; der hat Gnad um Gnad ge— nommen, deiner Füll sich füllt. nicht der wer aus —— 9. Liebe, zeuch uns in dein Sterben; laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein! Christliches Leben. Doch wohlan! Du wirst nicht säumen; laß uns nur nicht lässig sein. Werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold, 1666—1714. 252. R'eren recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben; dring hinein in Gottes Reich! Will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht stich. 5. Ringe mit Gebet Schreien; halte damit feurig an; laß dich keine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. 4. Ringe, und 6. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, mit Zittern wahr; deines Heils hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 7. Halte deine Krone feste; halte männlich, was du hast! Recht beharren ist das Beste; Rückfall ist ein böser Gast. 8. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 9. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu gut. Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; Schatz doch in dem Himmel; ist ihr drum ist auch ihr Herz allda. 11. Dies 10. Wahre bedenket wohl, ihr Streiter: streitet recht und fürchtet euch! Geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. Johann Joseph Winckler, 1670.-1722. R'˖ ja, S Wap und dam zum so k nicht in. umen, erein. 17¹4. ahr. feste st! ste; ö lit der rieg, nde/ Sieg. ö Shrif ege, ut. t dem 5 umel; da. „ihr ch! lreich. 17²². Wandel in Licht. 253. 254 253. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. Ri euch, ihr Christenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute; ja, Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt! Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel! Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten; besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft! Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht straͤuchelt, wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Ritterschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel! Da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit; so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Toten⸗ bahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken und Christus wird die Welt er⸗ schrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mach aus denen Überwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. 254. Phil. 2, —* chaffet, schaffet kinder, schaffet eure Seligkeit; Menschen— Wilhelm Erasmus Arends, 1677— 1721. 12. bauet nicht, wie sichre Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch; * ——— 254 ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög ge— schehen, so bekämpfet Fleisch und Blut, und der Welt zu widerstehen, rüstet euch mit Kraft und Mut; Gottes Wille soll allein eures Lebens Richtschnur sein, mag es eure schwache Herzen nun erfreuen oder schmerzen. 3. Ihr habt Ursach zu be— kennen, daß in euch noch Sünde steckt, ß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüste dämpfet; selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Christliches Leben. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; nur den Siegern wird die Krone beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, hat bei Christen keine Statt. Leichtsinn bei der Welt Gelagen schwächt den Geist und macht ihn matt. Unter Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wollte thun und scherzen. muß man im Herzen tragen, Furcht vor dem, der Leib und Seel kann zur Hölle niederschlagen; Gott ists, der des Geistes Ol und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 7. Furcht 8. Und dann zähmet eute Glieder, drin die Sündenlust sich regt; kämpft den alten Menschen nieder, bis ihm seine Macht gelegt. Was euch ärgert, hauet ab; was euch hindert, senkt ins Grab und denkt immer an die Worte: dringet durch die enge Pforte! 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, 238 mit gieb mein * Krieg 3 3 Krone 2 ch Lust att. relagen macht ihn an, Herzen erzen. an im agen, ib und igen; 5 Ol beliebt, giebt. gehen, n. et eute regt; nieder, agt. et ab; 15 Grab Worte: forte! vor der hn, Wandel im Licht. 255 Beistand finde, zu bestehn. Heiland, geh doch nicht mit mir. Armen ins Gericht; gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. bis ich seinen in der Gnade Ach, mein Amen, es geschehe, Amen! 25 8⁵ was ermüdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. den Sinn; laß ihn sich zu Gott aufschwingen. Richt ihn stets zum Himmel hin; laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle zerstreuten 2 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebensquelle zu; da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 4. Geh in Einfalt stets einher; laß dir nichts das Ziel verrücken. Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. — Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen meinen Kampf zu Ende führ! Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. Ludwig Andreas Gotter, 1661— 1735. — Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöst durch Christi Tod und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilst dir nicht. 6. Schwinge dich nur oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, unter deinen Füßen stehen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. — 7. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilst dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht; Christliches Leben. 9. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. Jakob Gabriel Wolf, 1684 1754. Mel. Schaffet, schaffet, Menschenkinder. alles andre hilft dir nicht. Off +* ei getreu bis an das Ende, daß nicht Marter, Angst und Not N dich von deinem Jesu wende; sei ihm treu bis in den Tod. Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, 99 die dein Jesus dir will geben ö dort in jenem Freudenleben. 2..— 2. Sei getreu in deinem N Glauben! Laß dir dessen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben; halte treulich deinen Bund, den dein Gott durchs Wasserbad fest mit dir geschlossen hat. Ach, du gingest ja verloren, wenn du treulos ihm geschworen! 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich auch oft betrübt. Denke, was dein Heiland that, als er für die Feinde bat. Du mußt, soll dir Gott ver⸗ geben, auch verzeihn und liebreich leben. getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach, laß dich nichts von Jesu scheiden; murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer nur durch Ungeduld; leichter trägt, wer willig träget, was sein Gott ihm auferleget. 4. Sei getreu in deinem Hoffen! Traue fest auf Gottes Wort; hat dich Kreuz und Not betroffen und Gott hilft nicht alsofort,— hoff auf ihn doch festiglich; sein Herz bricht ihm gegen dich; seine Hilf ist schon vorhanden; Hoffnung machet nie zu schanden. 5. OSei 4⁰ Glar Ichen weil und G den? 2. und und läßt de und sind drun denn G mein 4. still, ngen; n. Licht; 175⁵4. d that, t ver⸗ leben. deinem jeiden; Ach! Schuld 93 träget, eget. deinem ort; troffen rt, lich; dich; Iden; anden. Wande 6. Nun wohlan, so bleib im Leiden, Glauben, Liebe, Hoffnung fest! Ich will treu sein bis zum Scheiden, weil mein Gott mich nicht verläßt. im Licht. 257 Herr, den meine Seele liebt, dem sie sich im Kreuz ergiebt, sieh, ich fasse deine Hände: 257. Mel. Do jemand spricht: ich liebe Gott, uud haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat und sieht die Brüder leiden und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der übertritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 3. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern; denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. 4. Ein Heil ist unser aller Gut; Mir nach! spricht Christus, hilf mir treu sein bis zum Ende! Nach Benjamin Prätorius, 1636—1674(7). unser Held. ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dies mehr als sie ver— dient? 5. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen; ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen, dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 6. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, 241 hätt ichs Und ich, ihm erwiesen. ich sollt ein Mensch noch sein in Brüdern nicht sreun? als und Gott er⸗ 16 ———..—— * — 258 7. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Christliches Leben. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. 258. Mel. Seele, was ermüd'st du dich. tark ist meines Jesu Hand, und er wird mich ewig fassen, hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht; das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmut auch Gefahr, fürcht ich auch zu unterliegen, Christus beut die Hand mir dar; Christus hilft dem Schwachen siegen. Daß mich Gottes Held ver— ficht, das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich verklagt, Christus hat mich schon vertreten; wenn er mich zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Mittler für mich spricht, das ist meine Zuversicht. —.— 4. Würd es Nacht vor meinem Schritt, daß ich keinen Ausgang wüßte und mit ungewissem Tritt ohne Licht verzagen müßte, Christus ist mein Stab und Licht; das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Miß⸗ geschick beben oder ängstlich klagen, ohne Halt ist all ihr Glück; wahrlich, sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, das ist meine Zuversicht. 6. Will der Herr durch strenge Zucht mich nach seinem Bild gestalten, dennoch will ich ohne Flucht seiner Hand nur stille halten. Er übt Gnad auch im Gericht; das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts; wer will diesen Trost mir rauben! mein Erbarmer selbst versprichts; sollt ich seinem Wort nicht glauben Jesus läßt mich ewig nicht; das ist meine Zuversicht. Karl Bernhard Garve, 1703 18ʃ1. 2⁴² no Allen ist ge — S was under so be 9 wie welch wahr D imme man und n 2 5. als 1 Lasse finder durch st Liebe 1769. 5 ba und Miß⸗ , ick; zagen. rbricht, strenge stalten, icht ö ten. HBericht; ißt mich auben! prichts; lauben! nicht; 3 1841. Wandel im Licht. 259. 260 259. Mel. Schaffet, schaffet, Menschenkinder. nverwandt auf Christum sehen bleibt der Weg zur Seligkeit. Allen, welche zu ihm flehen, ist gewisses Heil bereit't. Siehet man im Herzen an, was er für die Welt gethan, und man glaubt daran mit Beugen, so bekommt man es zu eigen. doch alle wüßten, dem so wohl ergeht, welcher in der Zahl der Christen, wahrer Glieder Jesu, steht! Da geht man in seinem Glück immer fort und nie zurück; man ist auf dem Lebenspfade und nimmt immer Gnad um Gnade. 2. Wenn Seelen wie es 2 3. Aber freilich kann nichts taugen, als nur das, was Jesus thut. Lassen wir ihn aus den Augen, finden wir was anders gut, so erfahren wir gewiß, Licht sei Finsternis, Helfen sei Verderben, Leben lander Sterben. 4. Wären wir doch völlig seine! Regte sich doch keine Kraft, da der Heiland nicht alleine, was sie wirkete, geschafft! Jesu, richte unsern Sinn lediglich auf dich nur hin, so lebts Herz in deiner Wahrheit, und das Auge wird voll Klar— heit! 5. Bring uns völlig in die Schranken, die dein Liebesrat gesetzt! Weder Worte noch Gedanken werden sonst für gut geschätzt. Eine arme Kreatur kann allein auf dieser Spur deines Namens Ruhm erhöhen und in deine Freud eingehen. Johann Andreas Rothe, 1688 1758. 260. 1. Kor. Mer das Kleinod will erlangen, der muß laufen, was er kann; wer die Krone will empfangen, der muß kämpfen als ein Mann. Dazu muß er sich in Zeiten auf das beste zubereiten, alles andre lassen gehn, was ihm kann im Wege stehn. 9, 24. 2. Herzens-Jesu, deine Güte hält auch mir ein Kleinod für, das entzückt mir mein Gemüte durch den Reichtum seiner Zier. O wie glänzt die sch öne Krone von dem hohen Ehrenthrone, die du in der Herrlichkeit deinen Streitern hast bereit't! 16³ — 261 Christliches Leben. 3. Mich verlangt von ganzem Herzen, daß sie mög mein eigen sein; ja ich sehne mich mit Schmerzen nach dem freudevollen Schein. Doch das Ringen macht mir bange, und der Kampf währt mir zu lange. An der Erde hängt mein Sinn; bald sinkt meine Kraft dahin. 4. Drum, mein Jesu, steh mir Armen in so großer Schwachheit bei; laß dich meine Not erbarmen; mache mich von allem frei, was mir will mein Ziel ver— rücken; komm, mich selbst recht zuzu⸗ schicken. Gieb mir Kraft und Freudigkeit; fördre meinen Lauf und Streit. 5. Es verlohnt sich wohl der Mühe, ob mirs gleich oft sauer wird, wenn ich mich der Welt entziehe, die mich stets zurücke führt. Denn der Treue Gnaden⸗ krone ist mir überg'nug zum Lohne; wirst du nur mein Beistand sein, so ist sie in kurzem mein. Johann Mentzer, 1658—1734. 261. Mel. Seelenbräutigam. Wꝰ ist wohl, wie du, Jesu, süße Ruh? Unter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit! du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt hast du mächtig überwunden und ein ewges Heil erfunden durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet! Deinen Sceepter will ich küssen, mit Maria dir zu Füßen sitzen früh und spät, höchste Majestät! 244 6 als durd stets al aller 7 +. deine daß sonde gieb 9. daß unver und — S dr fördr el Woh Noch wie V — igkeit; Streit. hl der Hird, itziehe, . naden⸗ hne; d sein, enket küssen, Wandel 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigentum, durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 8. Steure meinem der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleibe in den Schranken. Sei du mein Gewinn; gieb mir deinen Sinn. Sinn, 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsetze und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf. Johann Anastasius Freylinghausen, 1670 im Licht. 262 10. Deines Geistes in die Seele gieb, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gieb. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter in der Nacht! Trieb 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gieb mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut. 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. 1739. 262. Mel. Bis hierher hat mich Gott gebracht. Oeuch an die Macht, du Arm 3 des Herrn! Wohlauf! und hilf uns streiten! Noch hilsst du deinem Volke gern, wie du gethan vor Zeiten. Wir sind im Kampfe Tag und Nacht; o Herr, nimm gnädig uns in acht und steh uns an der Seiten. 2. Mit dir, du starker Hei⸗ land du, muß uns der Sieg gelingen; 2⁴4⁵ 263 Christliches Leben. wohl gilts zu streiten immerzu, bis einst wir dir lobsingen. Nur Mut! Die Stund ist nimmer weit, da wir nach allem Kampf und Streit die Lebenskron erringen. 3. Drängt uns der Feind auch um und um, wir lassen uns nicht grauen; du wirst aus deinem Heiligtum schon unsre Not erschauen. Fort streiten wir in Hut und widerstehen bis aufs Blut und wollen dir nur trauen! deiner du bist Gott und keiner mehr, auf den allein wir trauen. Wie gnädig wolltest du zur Wehr der Berge Wall uns bauen! Laß deine Güte, deine Treu behüten uns und stets aufs neu uns deine Hilfe schauen! du bist Gott! In deine Hand, o, laß getrost uns fallen! Wie du geholfen unserm Land, so hilfst du fort noch allen, die dir vertraun und deinem Bund und freudig dir von Herzensgrund ihr Loblied lassen schallen. Friedrich Oser, 1820 91. 4. Herr, 5. Herr, 5. Ureuz und Trost. 263. Psalm 38, 22. A˖ Gott, verlaß mich nicht; gieb mir die Gnadenhände. Ach, führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit; sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz; ach Gott, verlaß mich nicht. 2. Ach Gott, verlaß mich nicht; regiere du mein Wallen. Ach, laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen. Gieb mir den guten Geist; gieb Glaubenszuversicht; sei meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht. 3. Ach Gott, verlaß mich nicht; ich ruf aus Herzensgrunde; ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht. 246 der einer 2 und ist 1 d und wird 3 die und icd was und t und , Wehr n! Treu ss neu Land, n, deinem Sgrund 20—01. HFeist; ft; cht. ch nicht; Kreuz und Trost. 4. Ach Gott, verlaß mich nicht; ach, laß dich doch bewegen! Ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke des Berufs, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht. lles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher er⸗ nähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderbar geführet und noch leitet und regieret, wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viele mühen um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr, nach dem zu ringen, was den Frieden pflegt zu bringen und was man gar selten find't. sich 247 264 5. Ach Gott, verlaß mich nicht; ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Not und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht. Salomo Franck, 16591725. 64. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts schreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, ich bin bereit. vorzu⸗ 6. Soll ich länger leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang be— stehet; alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. allhier Vor 1676. — 265. 266 Aꝛ Gott, und nicht auf meinen Rat will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig— keit, wieviel mir nützen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, Christliches Leben. 265. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrigste Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt einst der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 4. Ist nicht 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Reichtum, Ehr und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. ist des Lebens Herr⸗ lichkeit? 6. Was mir gnädig, eh ichs bat, ge⸗ Wie bald ist sie verschwunden! währt, Was ist das Leiden dieser Zeit! wenns seine Weisheit litte. Wie bald ists überwunden! Er sorgt für mich Hofft auf den Herrn! stets väterlich. Er hilft uns gern. Nicht, was ich mir ersehe, Seid fröhlich, ihr Gerechten; sein Wille, der geschehe. der Herr hilft seinen Knechten! Christian Fürchtegott Gellert, 17161769. 266. A?/ meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not; er kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Noöten; mein Unglück kann er wenden; es steht in seinen Händen. 248 ist und dem mein 4 der wen auf wen 9 und törtes eschick, e be. ihrhaft acht, 3 rund Seelen. Herr⸗ iden! Zeit! en; hten! 1769. Nöten; henden; Kreuz und Trost. 2. Ob mich mein Sünd an⸗ ficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem will ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist 267 für mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworben, uns allen auch beschieden den ewgen Himmelsfrieden,— 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende; nimm mich in deine Hände, daß selig ich abscheide zur ewgen Himmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ohn Ende preisen. Amen. 7 Friedrich Beurhaus, 1609. 267. Psalm 37, 5. Besus hi du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein 249 läßt Gott sich gar nichts nehmen; es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen; an Mitteln fehlt dirs nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. 267 Christliches Leben. Dein Werk kann niemand das Werk hinausgeführet, hindern; das dich bekümmert hat. ö dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er sich vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken. Erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf! gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was dein Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll; Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst, und wird sich so verhalten daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und sollt'st du für und für in Angst und Nöten schweben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da du's am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. ö 11. Wohl dir, du Kind der Treue! Du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron; Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende Not; ö mit aller unsrer stärk unsfre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein; so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 16071676. keing die d denn der aber nur sieht ben, ir. inden, 7* bst; n nd der eie zalmen men t. 1676. Kreuz und Trost. 268. 269 268. Psalm 73, 23 f. Mel. Himmelan geht unsre Bahn. 3. Nimm mich dort mit Ehren D bleib ich stets an dir, wenn mir alles gleich zuwider; keine Trübsal drückt in mir die gefaßte Hoffnung nieder, daß, wenn alles bricht und fällt, dennoch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rat, der wohl wunderlich geschiehet, aber endlich in der That nur auf meine Wohlfahrt siehet; denn du führst es wohl hinaus, sieht es gleich verkehret aus. an; wenn ich ausgekämpfet habe, führe mich die Lebensbahn zu dem Himmel aus dem Grabe; endlich zeige mir das Los in der Auserwählten Schoß. 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir ergehen, dennoch bleib ich stets an dir; dennoch bleib ich feste stehen; ich muß, Trotz sei aller Pein, dennoch, dennoch selig sein. Benjamin Schmolck, 1672 1737. 269. Mel. Ein Christ kann ohne nicht sein; drum laß dichs nicht betrüben, wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, je ernster sind des frommen Vaters Schläge. Schau, das sind Gottes Wege. Kreuz 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Gott wills nicht anders haben. Auch dieses Lebens Not und Pein sind deines Vaters Gaben. Was Gott th ut, das ist wohlgethan. Solls denn so sein, so geh es ein; es kommt von Liebeshänden; Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; das Kreuz lehrt fleißig beten, zieht ab vom eitlen Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin mit schnödem Sinn, wenns nun zu dir gekommen; es soll der Seele frommen. 251 270 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; das muß uns immer wecken; wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, wenn unbereit die Ewigkeit und der Posaune Schallen uns würde überfallen! 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; es lehrt die Sünde hassen und unsern lieben Gott allein mit rechter Lieb umfassen. Christliches Leben. Die Welt vergeht,— nur Gott besteht; bedenks und laß dich üben, das ewge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein; was Gott schickt, will ich tragen. Schickts doch der liebe Vater mein; sinds doch nur kurze Plagen und wohlgemeint. Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuden; ich will mit Christo leiden. David Nerreter, 1649 1726. 270. Cind bricht der heiße Tiegel, und der Glaub empfängt sein Siegel gleich dem Gold, im Feur bewährt. Zu des Himmels höchsten Freuden werden nur durch tiefe Leiden Gottes Lieblinge verklärt. 2. Unter Leiden prägt der Meister in die Herzen, in die Geister sein allgeltend Bildnis ein. Wie er dieses Leibes Töpfer, will er auch des künftgen Schöpfer auf dem Weg der Leiden sein. bringt empörte Glieder 3. Leiden endlich zum Gehorsam wieder, macht sie Christo unterthan, 1 daß er die gebrochnen Kräste zu dem Heiligungsgeschäfte sanft und still erneuern kann. sammelt unsre Sinne, daß die Seele nicht zerrinne in den Bildern dieser Welt, ist wie eine Engelwache, die im innersten Gemache des Gemütes Ordnung hält. 4. Leiden 5. Leiden stimmt des Herzens Saiten für den Psalm der Ewigkeiten, lehrt mit Sehnsucht dorthin sehn, wo die selgen Palmenträger mit dem Chor der Harfen⸗ schläger preisend vor dem Throne stehn. 6 Leide zu d es jenes zum 7 mack Leid 8 drob die 8 drin imm dies Kreuz ragen. Vater en 17²⁰. Kräste un. usre erzens eiten, sehn, äger arfen⸗ stehn. Kreuz und Trost. 271 6. Leiden fördert unsere Schritte; Leiden weiht die Leibeshütte zu dem Schl af in kühler Gruft; 8 gleicht einem frohen Boten jenes Frühlings, der die Toten zum Empfang des Lebens ruft. 7. Leiden macht im Glauben gründlich, macht gebeugt, barmherzig, kindlich; Leiden, wer ist deiner wert? Hier heißt man dich eine Bürde; droben bist du eine Würde, die nicht jedem widerfährt. Gefühl der Schmerzen dringt das Herz zu Jesu Herzen immer liebender hinan, 8. Im tiefsten Nach Karl und um eins nur fleht es sehnlich: mache deinem Tod mich ähnlich, daß ich mit dir leben kann. 9. Endlich mit der Fülle bricht der Geist durch jede Hülle, und der Vorhang reißt entzwei. Wer ermisset dann hinieden, welch ein Meer von Gottesfrieden droben ihm bereitet sei! Seufzer 10. Jesu, laß zu jenen Höhen heller stets hinauf uns sehen, bis die letzte Stunde schlägt, da auch uns nach treuem Ringen heim zu dir auf lichten Schwingen eine Schar der Engel trägt. Friedrich Harttmann, 1743 1815. 271. Mel. G³¹⁴ ist getreu; sein Herz, sein Vaterherz ist voller Redlichkeit. Gott ist getreu bei Wohlsein und bei Schmerz, in gut und böser Zeit. Weicht, Berge, weicht! fallt hin, ihr Hügel! Mein Glaubensgrund hat dieses Siegel: getreu. Es ist genug; „ Gott ist 2. Gott ist getreu; er ist mein treuster Freund; dies weiß, dies glaub ich fest. so nimm, Herr, meinen Geist. Ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er wiegt bei jeder Prüfungs-— sund. die Kraft von meinem Glaubens— pfunde. Gott ist getreu. 3. Gott ist getreu. Er thut, was er verheißt was er verspricht. mir sein Wort den Weg zum Leben weist, so gleit und irr ich nicht. er hält Wenn — 271 Christliches Leben. Gott ist kein Mensch, er kann ,: Gott ist getreu. sein Wort der Wahrheit kann nicht lügen; nicht trügen. : Gott ist getreu. 4. Gott ist getreu. väterlich, und was er thut, ist gut. Sein Liebesschlag erweckt und bessert mich; die Strafe meint es gut. Das Kreuz wird mir zur Himmelsleiter; der Kampf macht mich zum guten Streiter. : Gott ist getreu., 5. Gott ist getreu. Er giebt der bösen Welt den ein gen Sohn dahin; der Heiligste bezahlt das Lösegeld, damit ich selig bin. Um uns zu retten vom Ver⸗ derben, ließ er den Eingebornen sterben. : Gott ist getreu. 6. Gott ist getreu. Mein Vater, des ich bin, sorgt für mein See elenwohl; sein Will und Wunsch, sein Zweck und sein Bemühn ist, daß ich leben soll. Er reinigt mich von Sünden; allen Er handelt er läßt mich Ruh in Christo finden. 7. Gott ist getreu. Sein gött⸗ lich treuer Blick giebt sorgsam auf mich acht; er sieht mit Lust, wenn mich ein zeitlich Glück erfreut und dankbar macht. Was uns zu schwer ist, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen. : Gott ist getreu. 8. Gott ist getreu. Mein Herz, was fehlt dir noch, dich stets im Herrn zu freun? Sei Gott getreu! sei unverzagt, 4 doch die Welt voll Falschheit sein. Der falschen Brüder Neid und Tücke gereicht am Ende mir zum Glücke. : Gott ist getreu. 9. Gott ist getreu. Vergiß, o Seel, es nicht, wie zärtlich treu Gott ist. Gott treu zu sein, sei deine liebste Pflicht, olang du denkst und bist. Halt fest an Gott, sei treu im Glauben; laß dir den starken rauben: —: Gott ist getreu! ½ Ehrenfried Liebich, 17131780. 254 Trost nicht Wie mein als Vor ganz K das dara bis nden. 9ein hilft lagen. Herz, noch, un? erzagt, Vergiß, licht, liebste st. treu im nicht Kreuz und Trost. 27. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 6³⁷ lebt. Wie kann ich traurig sein, als wär kein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, muß empfinden. Er kennt mein Herz und meinen Schmerz; so darf ich nicht verzagen und ihm nur alles klagen. die ich hier 2. Gott hört, wenn niemand hören will. Wie soll ich lange sorgen, mein Seufzen dringe nicht zum Ziel und bleibe Gott verborgen? Schrei ich empor, hört sein Ohr, steigt die Hilfe nieder, so schallt das Amen wieder. ——. 2 ⏑ 3. Gott sieht. Wie klaget denn mein Herz, er nicht mein Weinen? muß auch der tiefste Schmerz ganz offenbar erscheinen. Kein Thränlein fällt, das er nicht zählt, darauf sein Aug nicht blicket, bis er uns hat erquicket. als säh Vor ihm 4. Gott führt. So geh ich ruhig fort auf allen meinen Wegen; und wenn die Welt, bald hier, bald dort will ihre Stricke legen, so pflegt er mich zwar wunderlich doch selig auch zu führen, daß mich kein Fall kann rühren. 5. Gott giebt. Und wär ich noch so arm, doch soll ich nicht verderben. Was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt ich Hungers Er hat ja Brot, und wenn die Not uns nach der Wüste weiset, doch werden wir gespeiset. sterben? — — Gott lebt, wohlan, ich merke das; wills ihm sagen; setzt den Thränen Maß; Gott führt, ich darf nicht klagen; Gott giebt und liebt; nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. Gott Gott hört, ich sieht, er Benjamin Schmolck, 1672.1 273. 274 machen, Ge˙² wills Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen immer schwellen, wenn du nur bei Jesu bist. 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesu liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter, Gott dein daß die Wächter schläfet ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzusehen wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz. Laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken in Ge— danken, faß dich in Gelassenheit. Christliches Leben. 273. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 7. Gottes Hände sind ohn; Ende; Vermögen hat kein Ziel. beschwerlich, scheints gefähr— lich? Deinem Gott ist nichts sein Ists zu viel. 8. Wenn die Stunden sich ge⸗ funden, bricht die Hilf mit Macht herein, und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens sein. 9. Nun, so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld. Wer das Leiden will vermeiden, häufet seiner Sünden Schuld. 10. denen, die mit Thränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone vor dem Throné ihres Heilands werden noch. Aber Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, wie und wann und was er will 11. Amen, Johann Daniel Herrnschmidt, 16751723. 274. H'er mit mir im Leben und im Sterben! wie du willst, so schicks steht mein Be— gier; —— unl laß mich, Herr, nicht verderben! Allein zu dir 256 Ert sonst! denn 1— und L Behüt und 9 0 mein Was! der T Ich des H der, ol doch s —2 mein wenn so wil und gewöh halt i mich morgen reud. d ohn ziel. gefähr⸗ u viel. sich ge⸗ herein, chämen, e Plage uld. meiden, huld. ie mit Throne och. In dem +. er will. 5 17²23. rderben! Kreuz und Erhalt mich nur in deiner Huld; sonst wie du willst! Gieb mir Ge— duld; denn dein Will ist der beste. Ehr und Treu ver— leih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gieb mir hier und dorte, 2. Zucht, Trost. 27⁵ was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gieb mir durch Jesum Christum! Amen. Kaspar Bienemann, 1540—1591. 275. Mel. Was mein Gott will, gescheh allzeit. OIch hab in Gottes Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn; der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der vom Thron des Himmels wohl regieret, der, ob er schlägt und Kreuz auflegt, doch stets mit Liebe führet. Herz und kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben; wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen, fest zu stehen; halt ich dann stand, weiß Hand mich wieder zu erhöhen. N4 2. Das seine 257 2 3. Bei ihm 5 Weisheit und Verstand zu finden ohne Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 4. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret, hast spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschieht, gescheh zu deinem Frommen. 17 276 5. Fürwahr, der dich erschaffen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dien⸗ lich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 6. Wenns Gott gefällt, so muß es sein; zuletzt wirds dich erfreuen. Was du Pein, zum Trost gedeihen. in Geduld; die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden. All Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Rauch verschwinden. wird dir Wart 7. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände. Nimm mich und mach es mir bis an mein letztes Ende, so mit Ich hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl; so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? jetzt nennest Kreuz und: Christliches Leben. wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Heil entstehe, und deine Ehr je mehr und meh! sich in ihr selbst erhöhe. 8. Willst du mir geben Soh⸗ nenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Ungliüt sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Leben Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führn wirst, so will ich gern mitgehen. 9. Soll ich denn auch de Todes Weg und finstre Straßen reisen, wohlan, so geh ich Bahn um Steg, den deine Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alle wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Sal dich ewig möge ehren. Paul Gerhard, 1607—15ʃ6. 2. Ja, Herr, ich bin a Sünder, und stets strasst du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit Schil den, kein das 5. nicht mehr di und du h 4. mich erken Iä sein dein Och V nicht soll ur wer f wird 2. und die si verla E mein und meinem 2 mehl »n Son⸗ euden; Unglt mn. auch Weg sen, ahn und . der alle 7 1675, 607⁷ inder, ient. iem Sach bin ein nt Schül Kreuz und Trost. kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn; dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilsst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. noch 277 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. will dem wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken; der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird ge⸗ schehn. Christian Fürchtegott Gellert, 716—1769. 65. Ich Kummer 277. Och steh in meines Herren Hand v und will drin stehen bleiben; nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben; und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihm und wen er hält, wird wohlerhalten bleiben. 2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, und Wunder sollen schauen, die sich auf sein wahrhaftig Wort verlassen und ihm trauen. Er hats gesagt, und darauf wagt froh und unverzagt läßt sich gar nicht grauen. mein Herz es und 259 2 3. Und was er mit mir machen will, ist alles mir gelegen; ich halte ihm im Glauben und hoff auf seinen Segen; denn was er thut, ist immer gut, und wer von ihm behütet ruht, ist sicher allerwegen. 4. still Ja wenns am schlimmsten mit mir steht, freu ich mich seiner Pflege; ich weiß, die Wege, die er geht, sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, ist gut ge⸗ meint; er ist doch nimmermehr mein Feind und giebt nur Liebesschläge. 17*² ———— 278 Christliches Leben. 5. Und meines Glaubens Was er verspricht, das bricht Unterpfand er nicht; ist, was er selbst verheißen: er bleibet meine Zuversicht; daß nichts mich seiner starken Hand ich will ihn ewig preisen. soll je und je entreißen. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859 278. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Je größer Kreuz, je näher und scheinet gleich der Himmel U Himmel; trübe, wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. so lachet doch die Sonne drauf. Bei Sündenlust und Weltgetümmel Das Kreuz vermehrt der Liebe vergißt man Hölle, Fluch und Tod.„Glut, O selig ist der Mann geschätzt, gleichwie das Ol im Feuer thut. * 80o K*0* yII——* 42 den Gott in Kreuz und Trübsal 5. Je größer Kreuz, je mehr setz Gebete; 2. Je größer Kreuz, je bessrer geriebne Kräuter duften wohl. Christe; Wenn um das Schiff kein Sturm— Gott prüft uns an dem Probestein. wind wehte, Wie mancher Garten lieget wüste, so fragte man nicht nach dem Pol. fällt nicht ein Thränenregen drein. Wo kämen Davids Psalmen Das Gold wird auf dem her, Feuerherd, wenn er nicht auch versuchet wär! ein Christ in mancher Not bewährt. 6. Je größer Kreuz, je meht 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Verlangen; Glaube; im Thale steiget man bergan. die Palme wächset bei der Last. Wer durch die Wüsten oft ge⸗ Die Süßigkeit fließt aus der gangen, Traube, der sehnet sich nach Kanaan. wenn du sie wohl gekeltert hast. Das Täublein, find't es hier Am Kreuze wächset uns der Mut nicht Ruh, wie Perlen in gesalzner Flut. so fliegt es nach der Arche zu. 4. Je größer Kreuz, je größre 7. Je größer Kreuz, je lieber Liebe; Sterben; der Wind bläst nur die Flammen man freut sich recht auf seine auf, Tod; 260 bezer 8 die und der In Vũ der er solls uns 2 um mein E nach ich su 1—1859 Himmel drauf. »r Liebe er thut. je mehr wohl. Sturm⸗ hte, sem Pol. Psalmen het wärk je meht n; rgan. oft ge⸗ aan. es hier ih, sche zu— je lieber f seinen Kreuz und Trost. man entgehet dem Ver— derben; es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuz, das Christengräber ziert, bezeugt: sie haben triumphiert. denn 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gott den Seinen beigelegt und die einmal vor seinem Throne der Uberwinder Scheitel trägt. 279 Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht't. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein. Daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmolck, 1672 1737. 279. laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, uns selber geben Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe; mein Sorgen ist umsonst. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich stells in seine Vatergunst. 3. Es V allen meinen Thaten mir nichts schehen, als was er hat ersehen und was mir selig ist; ich nehm es, wie ers giebet; was ihm von mir beliebet, das hab ich willig auch erkiest. kann ge⸗ 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt; 261 leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu handen, so tröstet mich sein heilig Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen; mit Gott will ich ihn überstehn. 280 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß ja wohl die rechte Zeit. Christliches Leben. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Flemming, 1609 1640. + 2 280. Röm. 8, 31— 39. Mel. Valet will ich dir geben. Ist Gott für mich, so trete V gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der höchst und beste, mein Freund und Vater sei und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das„Abba“ schreien aus aller meiner Kraft. 5. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schrecken findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 6. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 262 7 mir wenn fällt M mit mein durch 8. du st kein! sollnt kei kein! kein sollen mir seine nir im merzen, ihen ft, reien m Orte find't, Vorte, Munde, nde meinem Kreuz und Trost. 281. 282 7. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht't; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 8. Die Welt, die mag zer— brechen,— du stehst mir ewiglich; tein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, lein Zorn des großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. aß fahren deine Sorgen, du änderst nicht dein Los! Das heut ist dein; das morgen trägt Gott in seinem Schoß. 2. Und wie ers wird gestalten, ergründen kannst du's nicht; doch glaubst du an sein Walten, so gehst du auch im Licht. 9. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 10. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, 1607-—1676. 81. 3. Und was er dir mag senden, du trägst es still und gern; kommt es doch aus den Händen des besten aller Herrn. 4. Nie kann dein Morgen trübe, dein Abend dunkel sein; denn deines Gottes Liebe giebt ihnen hellen Schein. Julius Sturm, geb. 1816. 282. Psalm 62, 2. Mel. Jesu, meine Freude. Mee Seel ist stille zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wie's Gott füget, nimmt an, wie es geht. 263 283 Geht es nur dem Himmel zu und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten und mag keinen leiden, der ihr rede ein; von der Welt Ehr, Lust und Geld, wonach so viel sind beflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt. Jesus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergiebt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß; Christliches Leben. lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist; wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket alles, was sie kränket, tief in Jesu Brust. Sie wird stark durch Hoffen; was sie je betroffen, träget sie mit Lust, fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; endlich kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahr'n, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu spar'n bis zu End; alsdann sich wend't das zuerst geschmeckte Leiden, und gehn an die Freuden. Johann Kaspar Schade, 1666.—95. 283. eine Seele senket sich hin in Gottes Herz und Hände und erwartet ruhiglich seiner Wege Ziel und Ende, legt sich still und sorgenlos in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 264 wil wa, und mei lieb Ku trif blei Geist; chicken, dern nn sich Kreuz und Trost. 284 3. Meine Seele sorget nicht, 5. Meine Seele klaget nicht; will vielmehr an nichts gedenken, denn sie weiß von keinen Nöten, was gleich spitzen Dornen sticht hängt an Gottes Angesicht und den Frieden nur kann kränken. auch alsdann, wenn er will töten. Sorgen kommt dem Schöpfer zu; Wo sich Fleisch und Blut beklagt, meine Seele sucht nur Ruh. wird das Freudenlicht verjagt. 4. Meine Seele grämt sich nicht, 6. Meine Seel ist still zu Gott, liebt hingegen Gott im Leiden; und die Zunge bleibt gebunden; Kummer, der das Herze bricht, also hab ich allen Spott, trifft und ängstet nur die Heiden. alle Marter überwunden, Wer Gott in dem Schoße liegt, bin gleich wie ein stilles Meer bleibt in aller Not vergnügt. voll von Gottes Preis und Ehr. Johann Joseph Winckler, 1670 1722. 284. Mel. Werde munter, mein Gemüte. mein Herz, gieb dich zufrieden; 3. Wär die ganze Welt dir o, verzage nicht so bald. feindlich, Was dein Gott dir hat beschieden, rottete sich wider dich, nimmt dir keiner Welt Gewalt. dank ihm; o, der Herr ist freund⸗ Niemand hindert, was Gott lich; will; seine Huld währt ewiglich. harre nur, vertraue still, Sind auch Trauer, Angst und geh des Wegs, den er dich sendet; Leid er begann und er vollendet. seines Segens dunkles Kleid, dank ihm; er schickt seinen Segen 2. Hüllt er dich in Dunkel⸗ 7 auf geheimnisvollen Wegen. heiten, so lobsing ihm aus der Nacht; 4. Endlich wird dein Morgen sieh, er wird dir 2—50 bereiten, grauen; wo du's nimmermehr gedacht. kennst du nicht sein Morgenrot? Häuft sich Not und Sorg um⸗ Darfst du Wend büchwärtshhnel, her, wenn dich Glut und Sturm be⸗ wird die Last dir allzuschwer, droht? faßt er plötzlich deine Hände Denn auch Feuerflamm und und führt selber dich ans Ende. Wind 265 Boten seines Willens sind, und kanns nur ein Wunder wen⸗ den, auch ein Wunder kann er senden. — O 5. O, so laß denn alles Bangen; Christliches Leben. frisch, halt mutig aus. mit ihm du angefangen, führet er mit dir hinaus; und ob alles widersteht, im Vertrauen und Gebet bleib am Werke deiner Hände, so führt ers zum schönsten Ende. wirke Was Viktor v. Strauß, geb. 1809. 285. Mel. Zwei der Jünger gehn mit Sehnen. O wie fröhlich, o wie selig werden wir im Himmel sein! Droben ernten wir unzählig unsre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, dort, wo man nach Thränen lacht. 2. Ach, wer wollte sich nicht sehnen, dort in Zion bald zu stehn und aus diesem Thal der Thränen an den Freudenort zu gehn, wo sich unser Kreuz in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig währt! 3. O, werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird uns das Lobgetöne seiner Engelschar erfreun! wie Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen! Wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 4. Ach, wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Antlitz schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht alles Gold beschämet macht? 5. Nun, so stille mein Verlan⸗ gen, o du großer Lebensfürst! Laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herz recht himmlisch werden, bis mein Los in jener Welt auf das allerschönste fällt. Benjamin Schmolck, 1672 17³⁷. 266 8 war: in d V Er dein dir 2 wer Dri mit von und wen 3 ziehr die ohne 2 war wen auf Got 8 gen, inde, Ende. 1809. glänzen n! rein, dahin au? lommen au, gleichet, weichet, ht? Verlan⸗ angen, wirst. rden immlisch Kreuz und Trost. 286. 287 286. Ichwing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele; warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Feindes List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz hinein mit dem bittern Leide, laß es dringen; kommt es doch von geliebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 3. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd auf was Guts will ziehen? 4. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen; wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen. Wem hier Christus recht be— wußt, hat in Gottes Garten droben die vollkommne Lust endlich zu gewarten. 5. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 6. Ei, so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen; wirf sie fröhlich hinterwärts; laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr. Gieb dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr; er wird helfen! Amen. Paul Gerhardt, 1607. 1676. 287. 80 es gleich bisweilen scheinen, als ob Gott verließ die Seinen, o, so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich noch gewiß. 267 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 288 3. Gleichwie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel; er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich ge— trösten, wenn die Not am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. mir Satan bange machen, ich kann seine Macht verlachen; drückt mich schwer des Kreuzes Joch, Gott, mein Vater, lebet noch. 5. Will Christliches Leben. 6. Laß die Welt nur immer neiden; will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts darnach; Gott ist Richter meiner Sach. 7. Will sie gleich mich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Gewinn, geb ich alles andre hin. 8. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, frag ich nicht nach andrer Gabe— legt man mich gleich in das Grah, g'nug, Herr, wenn ich dich nuu hab. Christoph Tietze, 1641— 1703. 288. Mel. Großer Gott von alten Zeiten. tille halten deinem Walten, stille halten deiner Zucht, deiner Liebe stille halten, die von je mein Heil gesucht, ja, das will ich, wie's auch geh, wie's auch thu dem Herzen weh. 2. Stille halten ohne Klage, ohne Murren, ohne Trotz, was dazu die Welt auch sage, ich will spotten ihres Spotts. Weiß ich doch, wie gut mir war, still zu halten immerdar. ichs selber wollh zwingen und es wagen ohne dich, ach, da sanken mir die Schwinge⸗ meines Mutes jämmerlich; aber wo ich stille hielt, hast du stets mein Heil erzielt. 3. Wo 4. Ward es anders auch ge wendet, gings durch banges Dunkel 1 immer hat es gut geendet, besser, als ich je gehofft, besser, als bei Tag und Nat ichs im Herzen ausgedacht. 268 mei sei er den immer leiden, rnach; Sach. nich von den, bleiben ewinn, ich dich e, er Gabe; as Grab, dich nun 3411703. er wollh ch, Schwinge lich; ielt, il erzielt. auch ge „ Dunkel af udet, fft, und Noth dacht. Tag und Nacht, Kreuz und Trost. 289 5. Darum will ich stille halten Jahr ein und aus, bricht auch neues zu dem alten Kreuz und Leid herein ins Haus. Weiß ich nur, es kommt von dir, nun, es sei willkommen mir! 6. Du, o Herr, giebst Kraft den Deinen und den Schwachen allermeist; darum gieb mir deinen reinen, deinen guten, stillen Geist, daß, es gelte wo und wann, ich dir stille halten kann! 7. In der wellenlosen Stille überm tiefen Meeresgrund thut sich mir dein Gotteswille in dem klarsten Spiegel kund; da nur kann dein Odem wehn, wo die Stürme schlafen gehen. 8. Wie das Weltmeer Masten sicher trägt auf stiller Flut, so, Herr, laß mich deine Lasten tragen mit ergebnem Mut! Kehr mit deinem Frieden ein; laß mich stille, stille sein! seine Karl Rudolf 74 289. V' Gott will ich nicht lassen; denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich ging in der Irr. Er reicht mir seine Hand; den Abend und den Morgen thut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Auf ihn will ich vertrauen meiner schweren Zeit, kann mir gar nicht wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er machs, wie's ihm gefällt. 3. Es grauen; — kann ihm fallen, denn was mir nütlich ist nichts ge— 1801—1874 gut meint ers mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, sein'n eingebornen Sohn. Durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret. Lobt ihn im Himmelsthron! mit Herz Munde, ihn, der uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt. Verlorn ist alle Zeit, ohn ihn vollbracht auf Erden; wir sollen selig werden und bleib'n in Ewigkeit. 4. Lobt ihn und 5. Darum, ob ich schon dulde hie Widerwärtigkeit, wie ichs auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, 269 — — 290 ist aller Freuden voll, die, weil ich Christum kenne und meinen Herrn ihn nenne, mir widerfahren soll. 6. Das ist des Vaters Wille, der uns erschaffen hat: Christliches Leben. aus seines Sohnes Fülle wir nehmen Gnad um Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich des Himmels führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold, 1532.—1598. 290. Wonm sollt ich mich ͤ grämen? Hab ich doch Christum noch! Wer will mir den nehmen? will mir den rauben, Wer den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Gut und Blut, und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Wé ill ers nehm ers hin; ich will ihn dennoch fröhlich ehren. denn Himmel Leib, Seel wieder zu sich kehren, 3. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 4. Gott hat mich bei gutun Tagen oft ergötzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schäs mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. Welt Rotten 5. Satan, können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 6. Unverzagt und ohng Grauen soll ein Christ, 270 und ihn laß sie lacheh Wi wi der nad; Heist führet. Preis! 21598. hei guteh id schärs aßen en. en. d ohne en und ihh sie lacheh Kreuz und Trost. 291 wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod auf⸗— reiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. uns doch der Tod nicht töten, 7. Kann sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn daß man kann gehn zu Himmelsfreuden. 8. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergötzen. Hier ist kein recht) Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 10. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein; niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 11. Du dein bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich 67 ewig werd fangen. 9. Was sind dieses Lebens 3 werd mnfünen Güter? Paul Gerhardt, 1607-pᷣ1676. 4 291. Mà Gott thut, das ist wohl⸗ gethan; es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not drum laß ich ihn nur mich wohl weiß zu erhalten; walten. 2. Was 2. Gott thut, das ist wohlgethan; er wird mich nicht betrügen. Er führet mich auf rechter Bahn; so laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab Geduld. Er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. Gott thut, das ist wohlgethan; er wird mich wohl bedenken. Er als mein Arzt und Wunder⸗ mann wird mir nicht Gift für Arzenei; Gott ist getreu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Gnade trauen. einschenken 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben Christliches Leben. in Freud und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. Gott thut, das ist wohlgethan; dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. 6. Was Samuel Rodigast, 16491708. 292. W mein Gott will, gescheh allzeit; sein Will, der ist der beste; zu helfen dem ist er bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will, daß mir geschieht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr; denn all mein Haar er selber hat gezählet; er schützt und wacht und hat wohl acht, auf daß uns ja nichts fehlet. — 2 5. hinfa zuen will M in n O fr hast W Gott sienn Le Gott 2. Gott der bis E es g 2 —. wenr sonde bis sei d 8 ist lecken, Lahn, recken, Iten. 1708. „mein Leben; 5 mir enn all at wohl hlet. Kreuz und Trost. 293 3. Drum, muß ich von der Welt hinfahr'n nach Gottes Willen zu meinem Gott,— wanns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden. O frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. Sünder 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: wenn mich der böse Geist anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen! Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf sprech ich fröhlich: Amen. 2 Albrecht, Markgraf zu Brandenburg, 1522. 1557. 293. Jes. eicht ihr Berge, fallt ihr Hügel, brecht ihr Felsen alle ein! Gottes Gnade hat das Siegel: sie will unverändert sein. Laß die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn 2. Gott hat mir ein versprochen; Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht; es geschieht, was er verspricht. Wort 3. Seine Gnade soll weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich zufrieden stellt Gott ist fromm und gut und treu, sei die Welt voll Heuchelei. nicht 54, 10. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen. So fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht in was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich ver⸗ stellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt sich auch empört. Ihre Liebe mag erkalten, achtet doch mein Gott mich wert. 18 294. 295 Ob auch Sturm und Donner brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Er— barmer; so hat er sich selbst genannt. Das ist Trost, so werd ich Armer immer als sein Kind erkannt. 294. und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hilf moch Rat, obgleich wir sorgen früh und spat, W'm wir in höchsten Nöten sein 2. So ist das unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein dich rufen an, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich all denen, die drum bitten dich. 295. Wꝰ Gott vertraut, hat wohl— x gebaut im Himmel und auf Erden; Christliches Leben. daß er mir was Leides thu. doch sein Bund bleibt ewig steht und klagen dir all unsre Not, daru will fe Herr J Sein Erbarmen läßt nicht zu 8. Nun, so soll mein gan Vertrauen 4— I Tod ankerfest auf ihm beruhn. 60 Auf ihn will ich Felsen bauen 2. ö was er sagt, das wird er thu Erd und Himmel kann vergeht und al dennoch der sie und Benjamin Schmolck, 1672—1737 dei Wir flehn im Namen Jesu Chriß der unser Heil und Fürsprech i 5. Drum kommen wir, He unser Gott, ind ho 6. Sieh nicht an unsre Sündden wi groß; in aller sprich uns davon in Gnaden l Wer Steh uns in unserm Elend be mach uns von allen Plagen süͤder hat weil wir jetzt stehn verlassen g in großer Trübsal und Gefaht 7. Auf daß von Herzen V 2. dafür hernach mit Freuden danken Was hi gehorsam sei'n nach deinem WolWas hi dich allzeit preisen hier und dübeseufze Paul Eber, 1511:-»1500 Wir nur gri wer sich verläßt auf Jos 3. Christ, dem muß der Himmel werden und sei 74 Kreuz nicht zu darum auf dich all Hoffnung ich thu. will fest und sicher setzen. ö Herr Jesu Christ, mein Trost du in gan 1 bist ö in Todesnot und Schmerzen. bauen: 2. Und wenns gleich wär dem er thun Teufel sehr Evergeht und aller Welt zuwider, vig steh dennoch so bist du, Jesu Christ, 372. 1731. der sie all schlägt darnieder; und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, osu Chri und Trost. 296 so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 2 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mir wohl geben, was mir ist not, du treuer Gott, hier und in jenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib uud Seele. Ach, höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen. 55 Str. 1 von Joachim Magdeburg, 1525—83. sprech Str. 2 und 3 späterer Zusatz. wir, He Gott, 296. sre Not, lassen g Gefaht er nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, Sündiden wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. znaden Wer Gott, dem Allerhöchsten, Elend be traut, lagen fuder hat auf keinen Sand gebaut. re Herzen 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? danken Was hilft uns unser Weh und Ach? nem WiWas hilft es, daß wir alle Morgen und doͤbeseuzen unser Ungemach? 1511. 159% Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. uf Jes 3. Man halte nur ein wenig stille (werden und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsres Gottes Gnaden⸗Wille, wie sein Allwissenh heit es fügt. Gott, der uns ihm hat aus⸗ erwählt, der weiß auch sehr wohl, uns fehlt. was Er kennt die rechten Freuden⸗ stunden; er weiß wohl, wann es nützlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner salshitze, daß du von Gott verlaf ssen seist und daß ihm der im Schoße sitze,‚ der sich mit stetem Glücke speist; Drang⸗ 5 18* 297 Christlich die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott geringe Sach en und ist dem Höchsten alles gleich,‚ den Reichen arm und klein zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 297. Mel. Was mein Gott will, gescheh allzeit. W'i Gott mich führt, so will ich gehn ohn alles Eigenwählen; geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit willig Schritt Schritt in kindlichem Vertrauen. und folge vor 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, ob gleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bereit in Zeit und auch in Ewigkeit, stets seinen Rat zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, ich vergnügt; in seinen Händen. bin ich bin ich ruh es Leben. 7. Sing, bet Gottes Wegen, verricht das Deine nur getren und trau des Himmels reicher Segen, so wird er bei dir werden neu— denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nich Georg Neumark, 1621.—168ʃ. Wie er es schickt und mit mir fih wie ers will kehrn und wendenr sei ihm hiermit ganz heimgestel er mach es, wie es ihm gefälh zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wvn derlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedat eh er mich hat ans Licht gebrah ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt. bleib ich treu Hoffen, Leiden; steht er mit seiner Kraft mitl was will mich von ihm scheidz Ich fasse in Geduld mich fi was Gott mir widerfahren i im Glauben muß mir zum Besten d dienen. 276 und geh au 6. es geh kann W' I Gottes Wu wunde. und di 2. was E ihm u ob ist das Friede 3. und in und d so hält E daß n 4. wo ma die Vi seh au Legen, getreu reiche en nen wersich er nich 21—168ʃ. mir fih wenden imgestel 1 gefälh en. führt, mich leich w füllen, t bedach t gebras eigen. führt, ich tren Leiden ft mir h i schei eidr mich fi ahren i dienen. Kreuz und — — „ 6. e Gott mich führt, will ich gehn, so Trost. 298 zuletzt wird ers aufdecken, wie er nach an Vaterrat es geh durch Dorn und Hecken: mich treu und wohl geführet hat; kann ichs auch anfangs nicht dies sei mein Glaubensanker. verstehn, Lampertus Gedike, 1683-1735. 6 298. Mel. Jesus Christus herrscht als König. dieum herrlichs Ende, wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, wunderherrlich seine Thaten, und du sprichst: wo wills hinaus? 2 2. Denke doch, es so gehen, was Gott weislich heißt geschehen ihm und dir zur Herrlichkeit; ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet; muß Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wassergüssen, und du spürst nicht seinen Fuß; (Psalm 77, 20) dem Meer Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. so auch in der Kein Besinnen er⸗ sinnen, wo man Hilfe kann gewinnen; die Vernunst ist hierzu blind; mag ihre halbgebrochnen Augen nicht für das Verborgne taugen, weil sie allzu blöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er läßt, was er angefangen, so zum Ende stets gelangen, daß es wunderherrlich sei. 6. Drum laß dir doch nimmer grauen; lerne deinem Gott vertrauen; sei getrost und guten Muts. Er, fürwahr, er wird es führen, daß du wirst am Ende spüren, wie er dir thut lauter Guts. * 7. Deinem Glauben wirds nicht fehlen; du wirst noch der Welt erzählen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz ver⸗ süßen, daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrlichs End! Heinrich Arnold Stockfleth, 1643. 1708. 299 Besondere Zeiten und Verhältnisse. VI. Besondere Zeiten und Verhältnisse. ö 1. Morgen und Abend. 299. A* meines Herzens Grunde 4. Mein Leib und Seel, mein sag ich dir Lob und Dank Leben, in dieser Morgenstunde mein Weib, Gut, Ehr und Kind und all mein Leben lang, sei dir, Herr, übergeben, Herr Gott, auf deinem Thron, dazu mein Hausgesind, zu Lob dir, Preis und Ehren als dein Geschenk und Gab, durch Christum unsern Herren, die Eltern und Verwandten, dein'n eingebornen Sohn, Geschwister und Bekannten ö und alles, was ich hab. 2. Daß du mich hast aus Gnaden 5. Gott will ich lassen raten, in der vergangnen Nacht der alle Ding vermag; vor Not und allem Schaden er segne meine Thaten behütet und bewacht. auch an dem heutgen Tag. Ich bitt demütiglich, Ihm hab ich heimgestellt wollst mir mein Sünd vergeben, Leib, Seele, Gut und Leben, womit in diesem Leben und was er sonst gegeben; ich hab erzürnet dich. er machs, wie's ihm gefällt. 3. Du wollest auch behüten 6. Darauf so sprech ich Amen mich gnädig diesen Tag und zweifle nicht daran, vor Satans List und Wüten, Gott nimmt in Jesu Namen vor Sünden und vor Schmach, mein Flehen gnädig an. ů vor Feur und Wassersnot, Naun streck ich aus die Hand. vor Armut und vor Schanden, greif an mein Werk mit Freuden, vor Ketten und vor Banden, was Gott mir will bescheiden vor bösem, schnellem Tod. in meinem Amt und Stand. Zuerst 1592. 278 und a sehn n Herr 2. da ka mit L mein 2 5 dein! Di bringt ein her M aber schaue l, mein rvaten, Amen lgen Hand, euden, den d. 1592. Morgen und Abend. 300. 301 300. D Morgens, wenn ich früh aufsteh, und abends, wenn ich schlafen geh, sehn meine Augen, Herr, auf dich; Herr Jesu, dir befehl ich mich. 2. In den heilgen fünf Wunden dein, da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut; mein Schutz ist nur dein heilges Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm dein heilges Blut die Sünd hin— nahm; drum ich wach oder schlafe ein, wollst du, Herr, allzeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halten Wacht; drum ich nicht Tod, nicht Teufel acht; denn wo ich bin, bist du bei mir; mein Glück und Kreuz kommt alls von dir. 5. Leb oder sterb ich, bin ich dein; darum ich dir die Seele mein befehle jetzt und auch im Tod: nimm sie zu dir, o treuer Gott. Um 1582. 301. Sonne voll Freud und Wonne Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet Ehren und uns zu lehren, Vermögen sei mächtig und groß, Di güldne bringt unsern zu seinen wie sein und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben; alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter; Lieder der Frommen, von Herzen gekommen, Weihrauch, der ihn am meisten ergötzt. sind 301 Besondere Zeiten und Verhältnisse. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen. Segnen und mehren, Unglück ver— wehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Be⸗ ginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Seelen⸗ feinds Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten be— stehn. 6. Laß mich mit Freuden, ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders Hand, Güter und Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. alles — 7. Menschliches Wesen, was ists? Gewesen! In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen muß brechen und fallen. Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Bestehn 8. Alles vergehet; Gott aber stehet Wanken; seine Ge⸗ danken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tötlichen Schmerzen, zeitlich und gesund. ohn alles halten uns ewig 9. Gott, meine Krone, vergieb und schone; laß meine Schulden in Gnad und Hulden vor deinen Augen sein ferne ge⸗ wandt. Sonst, Herr, regiere mich, lenke ö und führe, wie dirs gefället; ich habe ge⸗ stellet deine Beliebung und Hand. in 280 und wohl. „ was hesen!“ drein en und müssen n, zestehn. tt aber e Ge⸗ ewigen en, die nicht ötlichen t, ewig vergich ; ad und rne ge⸗ h, lenke be ge— g und Morgen und Abend. 302 10. Willst du mir geben, wo⸗ mit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören im Herzen Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste; Gott ist das Süß'ste und Aller— gewiß'ste, aus allen Schätzen der edelste Hort. allzeit dies heilige 11. Willst du mich kränken, mit Galle tränken und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schäd— lich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, hast niemals einen zu sehr noch betrübt. 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeresbrausen und Windes-— sausen leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille darf ich erwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken ge— richt't. Paul Gerhardt, 1607—1676. 302. rüh am Morgen Jesus gehet F und vor allen Thüren stehet, klopfet an, wo man geflehet: komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun, so lasset ihn nicht dorten! Thut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein, 4. weiden uns auf grünen Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja, es schehen! Jesus wird heut mit uns gehen, und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. soll ge— Gerhard Stip, 1809—1882. 303. 304 Besondere Zeiten und Verhältnisse. 303. Ge des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist erhält, 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß dich finden und dein Herz mir offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; nirgends, als bei dir allein, kann ich recht bewahret sein. Leib und meine Seele, samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr, mein Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum. 6. Meinen 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert, 1604—1651. 304. Mꝛ erst Gefühl sei Preis und Dank; erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohme Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? meit Wer und 4 sich Wer die — und du l und 6. Gelo daß mich 7 5 mich und nach u, rTag ericht, „ und Wort; ite Hort; lein, n. meine tand, le n Ehr, m, entum. sende, acht, mir cht, ur Ruh u. 1651. en ohne ieden. er Nacht u2 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht! Gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 7. La + bin geta wieder Christian Fürchtegott Gellert, 17161769. 305.. uft auf deinen Namen. Die Ruh ist aus, der Schlaf WNN dahin; W Me* Gott, nun ist es Morgen; die Nacht vollendet ihren Lauf. Nun wachen alle meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf. Morgen und Abend. 305 8. Nimm meines Lebens W gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll* Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, i ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue, 10. Daß ich als ein getreuer Knecht ö nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe, 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, NN nie Fleiß und Arbeit scheue, 1 mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue,. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. 12. ich sehe wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, 283 * 306 Besondere Zeiten wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich nur immer älter werde und häufe Sünd und Missethat. O Gott, von dessen Brot ich zehr, wenn ich dir doch auch nütze wär! 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen; regier mich auch in dieser Welt. Ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen; mach alles so, wie dirs gefällt. Schließ mich in deine Vorsicht ein; dein will ich tot und lebend sein. 4. Vergieb mir, Vater, meine Sünden, die ich bei Tag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden; erhöre, was ich bet und sing; und Verhältnisse. denn wenn ich nur bei dir wohl steh, so acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen raten; denn ich bin selber mir nicht klug. Behüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen List und Trug. Laß mich den Tag wohl legen an und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut; hilf, daß ich alles wohl ver— richt! u wirst es thun, ich zweifle nicht. Kaspar Neumann, 1654 1715, D 306. Meglan der Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei erstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Schmück uns mit Gerechtig⸗ keit als mit einem weißen Kleide, das, von Sünden unentweiht, nie an seinem Glanze leide. Laß uns hell und sündenrein alle sein. 284 nun auf' vom und verle mein Ich in heut das wei mit mit dur dir geh. achen klug. u, und jen an kann. und Hab geben, thut; ver⸗ nicht. 17¹⁵ e Glut Mut ergehn, rechtig⸗ ide, eiht, de. denrein 5. Ach, du Aufgang aus der Höh, Morgen und Abend. 307. 308 6. Leucht uns selbst in jene Welt, gieb, daß auch am jüngsten Tage du verklärte Gnadensonne; unser Leib verklärt ersteh führ uns durch das Thränenfeld und, entfernt von aller Plage, in das Land der süßen Wonne, sich auf jener Freudenbahn wo die Lust, die uns erhöht, freuen kann nie vergeht. Christian Knorr v. Rosenroth, 1636—1689. . 307. Jesu, süßes Licht, auch mit der Demut mich nun ist die Nacht vergangen; vor allem kleide an, nun hat dein Gnadenglanz so bin ich wohl geschmückt mich umfangen; was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat sich, Herr, nach dir verlangend ausgestreckt. aufs neue nun ist, 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnade senken mit Leib, mit Seel, mit heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. t Geist, 3. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Geduld durch deines Geistes Triebe; und 4. Gieb, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgebe, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund! 5. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft 8 also führ und lenke, daß alles nur gescheh u deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. köstlich angethan. — Joachim Lange, 1670-1744. 308. ach auf, mein Herz, und singe Die dem Schöpfer aller dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter! Ex. 309 Nacht, als dunkle Schatten mich ganz umfangen hatten, hast du, o Gott, gewehret, daß mich kein Leid versehret. 2. Heut 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege, mein starker Schutz dir gnüge! Schlaf wohl, laß dir nicht grauen; du sollst die Sonne schauen! 4. Dein Wort, Herr, ist ge— schehen; ich kann das Licht noch sehen. Von Not bin ich befreiet; dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben; in Demut fall ich nieder und bring Gebet und Lieder. Besondere Zeiten und Verhältnisse. 6. Die wirst du nicht ver— schmähen; du kannst ins Herze sehen, und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Bessres habe. 7. So wollst du nun voll⸗ enden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten; hilf selbst das Beste raten; den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte; mein Herz sei deine Hütte; dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, 1607-1676. 309. Der Tag ist hin; mein Jesu, bei mir bleibe; o Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe. Geh auf in mir, Glanz der Ge— rechtigkeit; erleuchte mich, o Herr; denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr, daß alles wohl gelungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, das mich em⸗ pfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, o Herzens⸗ kündiger, ich strauchle noch wie ein Un— mündiger. 28 Di Gott daß de fröh ver⸗ Habe voll⸗ Hen, einen 1676. gleich ·h; wie es ich em⸗ quälet: ir noch erzens⸗ in Un⸗ Morgen und Abend. 4. Vergieb es, Herr, was mir sagt mein Gewissen: Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen; es ist mir leid, ich stell mich wieder ein; da ist die Hand, du mein und ich bin dein. 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, Trost dein siegreich Schwert umgürte; u meinem — 310 bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht't. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen; ach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen. Lebenssonn, erquicke meinen Sinn; dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin! O Ivachim Neander, 1650—1680. 310. Di Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen. Gott walts zum Frommen nach sein'm Wohlgefallen, daß wir uns legen, in sein'm G'leit und Segen, der Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister; halt die Nachtwach gern, sei selbst unser Schutzherr; schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel; send uns dein Engel. 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufwachen und von dir nicht wanken; laß uns in Züchten unser Thun und Dichten zu dein'm Preis richten. 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten; hilf den Gefangnen, tröste die Betrübten; pfleg auch der Kinder, sei selbst ihr Vormünder; des Feindes Neid hinder. 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zukomme, dein Will werd beweiset; frist unser Leben, wollst die Sünd vergeben, erlös uns. Amen. Petrus Herbert, 4 1571. 7 — 311. 312 311. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. err, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, 312. Mel. Werde munter, mein Gemüte. Her es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, Christian Fürchtegott Gellert, 17161769. Besondere Zeiten und Verhältnisse. auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen; ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. und zu jeder Tagesstund pfleget Herze, Ha4nd und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen.“ 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen; doch vergieb mir alle Schuld! Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu, so will künftig deinen Willen ich noch mehr als heut erfüllen. 4 daß decke auch Li und daß nicht — 5. die i sollte uns so und wend den d ²⁵ Leuch laß u 2 bor Y durch aus lubens glaube, . tladen; u, n Teil. Segen Ende Geist. „1769. nd Mund fehlen, zählen. t der 5 laden; huld! Zillen erfüllen. Morgen 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte; auch dein Engel steh mir bei. Lösche Licht und Feuer aus und bewahre selbst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück müsse weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun; sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die That: wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. und Abend. 313 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich dann gesund er⸗ wachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann, 1648—1715. 313. Mel. Ach bleib bei inunter ist der Sonne Schein; die finstre Nacht bricht stark herein. Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht; laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Not, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel hast behüt't aus Gnad und väterlicher Güt. uns, Herr Jesu Christ. 3. Womit wir heut erzürnet dich, das, Herr, verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu; laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Der Engel Wach um uns bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuers⸗ not behüte uns, o lieber Gott! Nikolaus Hermann, 7 1561. 289 19 314 Besondere Zeiten und Verhältnisse. 314. Hen, deiner Schafe, der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag; sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen; drum vergieb die Schuld; denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen wohlgeborgen ein. Du bei mir und ich bei dir; also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel; unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein. Deck uns zu mit Schutz und Ruh, 4. Komm, so wird uns kein Grauen wecken. noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bettt heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch, hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; gerne, weil ich dich gefunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan! ich thue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, treuer Hüter du! Gute Nacht! Nimm mich in acht, und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmolck, 1672 1757 290 Die die F. mein gar h 5. die g am h alf wenn mein legt das di wird den R 2. sind die wecken, cken. in Bettti nden, thue rorgen, 72 1731. Morgen und Abend. 315. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. N* ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder; s schläft die ganze Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, auf! ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin! Ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun ver⸗ gangen; die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammer⸗ thal. Leib eilt Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus; dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 4. Der nun zur 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zu Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder; der Ruhe ihr begehrt. Es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in Erd. der 7. Mein Augen stehn ver⸗ drossen; im Nu sind sie geschlossen. Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden; sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein; will Satan mich verschlingen, so laß die Engel singen: dies Kind soll unverletzet sein! 8. Breit 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben kein Unfall, noch Gefahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Engel Schar! Paul Gerhardt, 1607 1676. 19* 316. 317 Besondere Zeiten und Verhältnisse. 316. RIn sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was da müd und matt und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht die Finsternis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. hast Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar 3. Gedenke, fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch aber deines Sohnes Huld Mel. O N1 sich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich. Dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte erleuchte und entzünde mich. ich kann 45 nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh; wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf; ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzt sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb und sterh hat g'nug für mich gethan. ich dir, 5. Den setz ich dir zum du Herr Gott Zebaoth; Bürgen ein, im Tod und Leben l hilfst du mit wenn ich muß vor Gericht; aus aller Angst uud Not. Johann Friedrich Herzog, 1647-16909, 317. Welt, ich muß dich lassen. 2. Ich schließe mich aufs nen in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstren Kräfte vertreibe durch dein Nahesein. 292 daß und de so w laß W' daß die er da vor st durch hat b 2. Vater daß 1 daß d und so get auch daß i stellei denn meine Ich aber ist vie die ich sein Augen meiner danken, Sinn ie letztt mel ein id sterb du mit . 71699, esein. Morgen und Abend. 3. Daß du mich liebest, daß du mich stets umgiebest und rufst zu dir hinein, daß du vergnügst alleine so wesentlich und reine, laß allezeit mir heilig sein. herzlich 31⁸ 4. Ein Tag der sagts dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerhard Tersteegen, 1697—1769. 318. Wewe munter, mein Gemüte, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat gethan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag durch sein gnadenreiches Walten hat beschirmet und erhalten. 2. Lob Dank dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich hast bewahrt, auch die Feinde weggetrieben, daß ich unversehrt geblieben. und sei gleich von dir gewichen, stel ich doch mich wieder ein; denn dein Sohn hat ausgeglichen meine Schuld durch seine Pein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich täglich in mir finde. ich 4. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und alle Zeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel hier; daß kein Unfall mich betrübe, röste mich mit deiner Liebe. 5. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh; alles Übel laß verschwinden; decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen sei'n in deinen Schutz geschlossen. 6. Ach, und bewahre mich vor Schrecken; schütze mich vor Überfall. Laß mich Krankheit nicht auf— wecken; halte fern des Krieges Schall. 319. 320 Wend ab Feur und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben noch an Leib und Seel verderben. 7. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat; Besondere Zeiten und Verhältnisse. Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rat; und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, es soll geschehen. Johann Rist, 1607—1667. 319. Luk. 24, 29. Mel. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. W'ꝰ willst du hin, weils Abend ist, o liebster Pilgrim, Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein und kehr in meinem Herzen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt; die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Lichtz mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich di Bahn zum Himmel sicher finden kam, damit die dunkle Sündennacht mich nicht verführt noch irre macht 5. Vornehmlich aus der letzten Not hilf mir durch einen sanften Toh Herr Jesu, bleib; ich halt dich fest. ich weiß, daß du mich nicht verläͤßt Zuerst 1674. 320. Mel. nicht. Wie sich dein Segensquell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, o ist die Woche nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze Ich bin getauft auf deinen Namen. daß er sich weiterhin ergießt und unerschöpflich auf mich fließ 2. Ich preise dich mit Ham und Munde; 294 mein — das so e zude d. und 4 ach d geder weil m auf 5 nach re, id Rat; werter er heißt, Flehen! hen. —7—1667. res Licht, nicht. iß ich di en kam, nnacht re macht der letztez ften Toh dich fest t verlaͤßt zerst 167ʃ ergießt rich fließt nit Hash unde; Morgen und Abend. 321 ich lobe dich, so hoch ich kann. Mein Glaube hält an diesem Ich rühme dich von Herzensgrunde Segen, für alles, was du mir gethan, und will also den Wochenschluß und weiß, daß dir durch Jesum vergnügt und froh zurückelegen, Christ da der Trost mich ergötzen muß, mein Dank ein süßer Weihrauch ist. daß ich ja soll in Christo dein 3. Hat mich in diesen Wochen- und schon in Hoffnung selig sein. tagen 7. Doch da mein Leben zu⸗ das liebe Kreuz auch mitbesucht, genommen, so gabst du auch die Kraft zu so bin ich auch der Ewigkeit tragen; um eine Woche näher kommen zudem ist es voll Heil und Frucht und warte nun der letzten Zeit, durch deine Liebe, Herr, zu mir, da du die Stunde hast bestimmt, und darum dank ich auch dafür. die mich zu dir in Himmel nimmt. 4. Nur eines bitt ich über 8. Und wenn ich morgen früh alles,— ö aufs neue ach du versagst mir solches nicht, den Sonntag wieder sehen kann, gedenke keines Sündenfalles, so blickt die Sonne deiner Treue weil mich mein Jesus aufgericht't, mich auch mit neuen Gnaden an; mein Jesus, der die Missethat ach ja, da teilt dein Wort und auf ewig schon gebüßet hat. Haus den allerbesten Segen aus. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht ehrachen,— 9. So will ich das im voraus du brichst ihn nicht in Ewigkeit— preisen, da du dem Sünder hast ver- was du mir künftge Woche giebst. sprochen, Du wirst es in der That erweisen, daß er, wenn ihm die Sünde leid, daß du mich je und immer liebst nicht sterben, sondern gnadenvoll und leitest mich nach deinem Rat, als ein Gerechter leben soll. bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister, 1671—1756. 321. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. De Sabbat ist vergangen; Gott hat mich unterweiset, ich habe mein Verlangen mit Lebensbrot gespeiset nach Herzenswunsch erfüllt. und meiner Seele Durst gestillt. 29⁵ 322 Besondere Zeiten und Verhältnisse. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh; denn allen Sündenschaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpurmantel zu. 3. O du dreieinig Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin. Ich habe Licht vom Lichte; dein leuchtend Angesichte treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zu schanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnüget:; denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel; es träumt mir nur vom Himmel. Ach, wer doch nur bald droben wär! Benjamin Schmolck, 1672—1737. 2. Ehe und Hausstand. 322. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. G'r, Schöpfer, Stifter heilger Eh, schau auf dies Paar aus deiner Höh, das vor dir steht, den Ehebund zu schließen jetzt mit Hand und Mund. 2. Mit Gnade schau auf sie herab, daß sie zusammen bis ins Grab geduldig, liebreich, fromm gesinnt, in Christo dir gefällig sind. 3. Laß sie einander inniglich sich lieben, doch nie mehr als dich, von Untreu fern, im Herzen rein, auch recht in Wort und Wandel sein. 4. Und wenn ein Kreuz sie niederdrückt, laß sie dabei nicht unerquickt; gieb heitre Tage nach dem Leid und segn es für die Ewigkeit. 5. Laß uns zusammen dir ver⸗ traun, unsre Seel erbaun, deine Hilf erflehn, auch dein Lob erhöhh, zusammen zusammen zusammen Johann Adolf Schlegel, 1721—17ʃ6, 296 Ei kle fromt direr dein an u er leu damit im H Re gle Seele uns, und 6 im 6 Laß zum voll i mir macht. müget; 3 immel: himmel. en wär! —1737. en rein, Wandel reuz sie ckt, uickt; m Leid igkeit. dir ver⸗ oaun, ehn, erhöhn. 11793. Ehe und Hausstand. 323 323. Josua 24, 15. Mel. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ. Ich und mein Haus, wir sind v bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein; gieb deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen; dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; er leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, im Glauben uns verbinde. Laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen sein bereit, voll Demut, sanft und linde. aus; 297 Liebe übe jede Seele; keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit kindlichem Gemüte, selig, fröhlich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Giebst du uns irdisch Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. Besondere Zeiten 6. Und endlich flehn wir aller— meist, Haus kein Geist, nur dein Geist regiere, alles wohl bestellt daß in dem andrer als daß er, der Karl Johann Philipp Verhältnisse. und“ Ordnung hält, ) ziere. und gute Zucht und“ uns alle liebreich Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim und droben dich in deinem Hause loben. Spitta, 1801-1859. 324. N sprich du, Herr, dein Ja und Amen! Wir sind vereint in deinem Namen und wollens ewig, ewig sein. Du wollest selbst das Haus uns bauen, der Hüter sein, auf den wir trauen; o, kehre täglich bei uns ein! 2. Sei du der Herr im kleinen Reiche; Wir wollen an dein Herz uns schmiegen, vor dir im Staube betend liegen, daß — gehn. 3. In Trübsal und in Sturm hienieden, sei unser Trost und unser Frieden, laß leuchten uns dein Angesicht O, leite uns mit treuen Hän⸗ * dein Lieben nimmer von uns den; weiche, gieb deiner Gnade reiche Spenden. das ist, o Jesu, unser Flehn. sei unsers Hauses Hort und Licht Georg Christian Dieffenbach, geb. 1852. 325. Volksliedmelodie. O so selig Haus, wo man dich wo aller Herzen dir entgegel⸗ aufgenommen, schlagen du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu und aller Augen freudig auf dih Christ, sehn, wo unter allen Gästen, die da wo aller Lippen dein Gebot erfragi kommen, und alle deines Winks gewärt du der gefeiertste und liebste bist, 298 stehn! nimmer du magst von unm in de als b im W. in L und an jer 3. mit 5 du 7 mit Wi und und l sich ¶ yhält, n heim n n. erz uns liegen, on umm Sturn ö rieden ngesicht en Hän. penden d Lichi eb, 1822. entgegel⸗ auf dith t erfragel gewärti Ehe und Hausstand. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders gesinnt, wo beide unzertrennbar an hangen in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen, an jedem guten, wie am bösen Tag! O O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt, wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freu⸗ den stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 326 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn, als deine Diener, deine Haus⸗ genossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen, froh und un⸗ verdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu! 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist, bis jeder einst sein Tagewerk vollendet und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich ge— sendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. 326. Mel. Schaffet, schaffet, Menschenkinder. Torge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugethan 299 und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschützen und beraten. 8 —1 2. Sie sind dir von Kindes⸗ beinen und von ihrer ersten Stund übergeben als die Deinen, und durch deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. 3. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätte leichtlich umgestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. andre große Schätze, daß ihr Haus in solchem Heil sich an Geld und Gut ergötze, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott; lasse sie in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 4. Sammeln Besondere Zeiten und Verhältnisse. 5. Schütze sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; —* laß sie ihre Lebensjahr in der Tugend bringen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. — hier, und wo es dir gefällt, was zu deinen Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 7. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag nach so vielem Kreuz und Leide ich mit Jauchzen sagen mag: liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt bescheret; ewig sei dein Nam geehret! Ludwig Heinrich Schlosser, 1663—1723. 327. W'i schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn 300 3. Können sie in diesem Leben kann dem 2 5 die! es if der und der A A aller wird W allei! Ja wie sen har, leiten; zu, tuh »nken nken. Leben t, en, 1 hn, tehn, und Freude, ag Leide Alten, rden en. — eib sich tehn Ehe und Hausstand. ö 328 und Hand in Hand durchs Leben gehn im Bunde reiner Treue, da blüht das Glück von Jahr zu Jahr; da sieht man, wie der Engel Schar im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet dem Paar, das in ihm sich liebet. * 3. Sei gutes Muts! Wir sind es nicht, die diesen Orden aufgericht't, es ist ein höh'rer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater. Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 4. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen lässet fließen; doch wer sich still und in Geduld ergiebt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Schweige, beuge dich ein wenig! Unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 5. Wohl denn, mein König, nah herzu; gieb Rat in Kreuz, in Nöten Ruh, in Angsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis; wir wollen singen bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen! Paul Gerhardt, 16071676. 328. Jos. 24, 15. Mel. Nun geh uns auf, du Morgenstern. einem Haus, da Jesus W˙ Christ allein das all in allem ist! Ja wenn er nicht darinnen wär, wie elend wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn da Mann und Weib und Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot! Besondere Zeiten 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt! 4. Wohl, wenn der Weihrauch im Gebet beständig in die Höhe geht und man nichts treibet fort und fort Werk und Gottes Wort! als Gottes 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art im Glauben seine Pflicht bewahrt! und Verhältnisse. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind und wenn sie Kind und Kindes⸗ kind versäumen nicht am ewgen Glück, so bleibet ihrer keins zurück! 7. Wohl solchem Haus! Denn es gedeiht; die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei den Herrn! Christoph Karl Ludwig v. Pfeil, 1712 1784. 3. Stand und Beruf. 329. Das walte Gott, der helfen kann! drum auch mein Mund mit Mit Gott ͤfang ich die Arbeit Freuden spricht: an; das walte Gott! mit Gott nur geht es glücklich 3. Jo Gott nicht hilft, si 2 150 kann ich nichtz; drum ist auch dies mein erstes wo Gott nicht giebet, da ge— 94 walte G hr brichts. das walte Gott! Gott giebt und thut mir alles 2. All mein Beginnen, Thun Guts; und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk. Mein Herz sucht Gottes Angesicht; drum sprech ich nun auch guten Muts: das walte Gott! stell er ge drum do 6. nach so g' drum da 7 ist d er w. drum da ltern 0 udes⸗ Glück, * Denn reut, us an, kann. dieser Bund: n ihm dei dem 1784. id mit spricht: ilft, so nichts; da ge⸗ ir alles ch guten Stand und Beruf. 329 4. Will Gott mir etwas geben drum sprech ich auch fein in der hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allin in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist; drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so g'nügets mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzens— grund: das walte Gott! 54 Trifft mich ein Unglück, unverzagt! Werk mit gewagt; er wird mir gnädig stehen bei; drum dies auch meine Losung sei: das walte Gott! ist doch mein Gott 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat; er giebt und nimmt, machts wie er will; Still: das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und giebt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts; drum sprech ich auch: das walte Gott! 10. Ohn ihn ist all mein Thun umsonst; nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst. Mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: das walte Gott! Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid, lass hassen, wers nicht lassen kann, und stimme doch mit Freuden an: das walte Gott! 11. 12. Thu ich denn was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: das walte Gott! Johann Betichius, 1650 1722. 330. 331 Besondere Zeiten u nd Verhältnisse. 330. vang d dein Werk mit Jesu an; V Jesus hats in Händen. Jesum ruf zum Beistand an; Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu morgens geh mit Jesu schlafen. Führ mit Jesu deinen Lauf; lasse Jesum schaffen. auf; 2. Morgens soll der sein, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu bestreiten. Anfang sein Setz nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände und glaub sicher, daß er dein Unglück wende. allein dann deine Sach mit Gott also angefangen, ei, so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen. Es wird folgen Glück und Heil in diesem Leben; wird dir Gott dein Himmel geben. 4. Wenn hier endlich auch im Teil 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben; es nach deinem Willen mach 3. Wenn dein Jesus mit dir auch im Tod und Leben. ist, All mein Werk greif ich jetz an, laß die Feinde 1 wüten; Herr, in deinem Namen er wird dich vor ihrer List laß es doch sein wohlgethan; schützen und behüten. darauf sprech ich Amen. Vor 1734(H. 331. Mel. Zeuch ein zu G. hin nach Gottes Willen„ in Demut und Vertraun; lern das Gebot erfüllen, sein großes Feld zu baun! Frag nach der Ernte nicht; du darfst den Lohn nicht messen, mußt Freud und Lust vergessen, nur sehn auf deine Pflicht. deinen Thoren. 2. Willst du nur sein geborgen und vor der Welt geehrt, so kannst du nicht besorgen, was deinem Herrn gehört. Sieht jemand auf Gewinn und trachtet hier auf Erden nur glücklicher zu werden, der hat den Lohn dahin. 304 3. dem⸗ so wi: zu seh Do du da nicht er ruf 4. die A Mit 1 sei wi Her 8 an all Bel durch beschüt 2. noch f zu un Ber die de beut 6 9. und u die be Auf laß de und§8 in dein ein Sach geborgen jen, . winn den „ Stand und Beruf. 3. Doch hast du deine Gaben dem Dienst des Herrn geweiht, so wirst du Augen haben, zu sehn, was er gebeut. Das thue still und gern; du darfst nicht zaudernd wählen, nicht rechnen und nicht zählen; er ruft,— du folgst den Herrn. 4. Nur frisch an allen Enden die Arbeit angefaßt! Mit unverdroßnen Händen sei wirksam ohne Rast; das ist der rechte Mut. Streu aus den 2 Samen; arbeit in Gottes Namen, so keimt und wächst es gut. 5. So wird von Stund zu Stunde Herrn gedeihn und bald auf seinem Grunde kein Unkraut sichtbar sein. Schlag alles aus dem Sinn, was sonst dich hielt gefangen, dein Wünschen und Verlangen, und gieb dich gänzlich hin. Johann Friedrich Möller, 1789 1861. 2 das Feld des 332. Mel. Her, höre; Herr, erhöre! RBreit deines Namens Ehre an allen Orten aus! Behüte alle Stände durch deiner Allmacht Hände; beschütze Kirche, Land und Haus. 2. Ach, dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nutz! Bewahr uns vor den Rotten, die deiner Wahrheit spotten; beut allen deinen Feinden Trutz. laß 3. Gieb du getreue und unverdrossne Hörer, die beide Thäter sei'n. Auf Pflanzen und Begießen laß dein Gedeihen fließen und Früchte reichlich ernten Lehrer ein. Ich hab in guten Stunden. 4. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen; schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen; ja segne beide, Herrn und Knecht. 5. Erhalt in jeder Ehe beim Glücke wie beim Wehe rechtschaffne Frömmigkeit. In Unschuld und in gedeihe unsre Jugend, zu deines Reiches Dienst bereit. Tugend 6. Gedenke voll Erbarmen der Leidenden und Armen; Verirrte bring herein. Die Witwen und die n wollst du mit Troste speise wenn sie zu dir um schrein. 20 Hils 333. 334 Besondere Zeiten 7. Hilf als ein Arzt den Kranken, und die im Glauben wanken, laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb und trage, damit sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 8. Die Reisenden beschütze; bleib der Verfolgten Stütze; die Sterbenden geleit 333. In Gottes Namen fahren wir; N sein Hilf und Gnad begehren wir. Bewahr uns heut des Vaters Güt und unsre Seel und Leib behüt. Erbarm dich unser. 2. Christus sei unser Geleits⸗ mann, stetig bei uns Bahn bleib auf der Zuerst 1561; 334. On Gottes Namen fang ich an, U was mir zu thun gebühret; mit Gott wird alles wohlgethan und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und muß uns auch gedeihen. und Verhältnisse. mit deinen Engelscharen, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkei 9. Nun, Herr, du wirst erfüllg was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen gläubig Amen in unsers Jesu Namen; so ist gewiß der Wunsch gewähn Benjamin Schmolck, 1672—173N• und wend von uns des Feindes Y auch was sein'm Wort zuwider Erbarm dich unser. 3. Der heilge Geist auch! uns halt mit seinen Gaben mannigfalt; er tröst und stärk uns in der N und führ uns wieder heim u Gott. Erbarm dich unser. nach einem alten Wallfahrtsliede aus den 13. Jahrhundert. 2. Gott ists, der das W mögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er giebt uns Segen, Mut u Kraft und läßt das Werk gelingen, läßt einen reichen Zug uns thiß Gedeihn auf unsrer Nahrung ruhz daß wir die Fülle haben. 306 und b der wi durch Da daß e auch 4. er krö Der l kann Go er seg und f 3 6 ohn d von d gesi und d ein ur und r 2. was M, N rrlichkeh erfüllen Villen Amen gewähh 572173ʃ, indes Y wider i6 t auch! t nigfalt; e aus den schafft, en. elingen, uns thuh rung ruhz hen. n der N heim u das W. Mut un Stand und Beruf. 3. Wer erst nach Gottes Reiche Kachtt und bleibt auf seinen Wegen, der wird gar leichtlich reich gemacht durch Gottes milden Segen. Da wird der Fromme und satt, daß er von seiner Arbeit hat, auch Armen Brot zu geben. 4. Gott der Frommen Schild und Lohn; er krönet sie mit Gnaden. Der bösen Welt Haß, Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. froh ist Gott decket sie mit seiner Hand; er segnet ihre Stadt, ihr Land und füllet sie mit Freuden. — 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken; 33⁵ laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu, erfahre deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinem Nächsten diene. 2* 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gieb, daß ich zur Ari erwünschten Lohn empfange! Salomon Liscow, 1640— 1698. 335. 8 Gott, du frommer Gott, du Brunngquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, 307 wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gieb, daß ichs thue bald zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gieb, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets womit ich kann bestehen; laß kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen, 20* TT 336 und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen. Gieb einen Heldenmut; das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind, und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gieb auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, Besondere Zeiten und Verhältnisse. durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Geduld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. + 7. Laß mich an meinem En auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein göm bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wil an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken. Laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. Johann Heermann, 1585.164, 336. Wẽ⸗ macht ihr, daß ihr weinet und brechet mir mein Herz? Im Herrn sind wir vereinet und bleibens allerwärts. Das Band, das uns verbindet, löst weder Zeit noch Ort; was in dem Herrn sich findet, das währt in ihm auch fort. 2. Man reicht sich wohl die Hände, als sollts geschieden sein, und bleibt doch ohne Ende im innigsten Verein. Man sieht sich an, als säͤhe man sich zum letztenmal, und bleibt in gleicher Nähe dem Herrn doch überall. 3. Man spricht: ich hier, L dorten; du ziehest, und ich bleib,— und ist doch aller Orten ein Glied an einem Leib. M und und in gl. 4. und Wir mit d in geführ Err und t in G geeint M den K zu de 2. du R und fl du w He den zu d ritt en, Sünd ahr, nem En Hen; en; ein göm „rab, yten wün d recken. imm auf klärt Ende als sahe , Nähe l. h hier, A ib, ten Leib. Fürst und Vaterland. Man spricht vom Scheidewege und grüßt sich einmal noch— und geht auf einem Wege in gleicher Richtung doch. 4. Was sollen wir nun weinen und gar so traurig sehn? Wir kennen ja den einen, mit dem wir alle gehn in einer Hut und Pflege, geführt von einer Hand, 337 auf einem sichern Wege ins eine Vaterland. 5. So sei denn diese Stunde nicht schwerem Trennungsleid, nein, einem neuen Bunde mit unserm Herrn geweiht. Wenn wir uns ihn erkoren zu unserm höchsten Gut, sind wir uns nicht verloren, wie weh auch Scheiden thut. Karl Johann Philiep Spitta, 1801 1859. 4. Fürst und Vaterland. 337. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. Eer Haupt hast du dem Volk gesandt und trotz der Feinde Toben in Gnaden unser Vaterland geeint und hoch erhoben. Mit Frieden hast du uns dacht, den Kaiser uns bestellt zur Wacht zu deines Namens Ehre. be⸗ 2. Wir danken dir mit Herz und Mund, du Retter aus Gefahren, und flehn aus tiefster Seele Grund, du wollest uns bewahren, Herr aller Herrn, dem keiner gleich, den Kaiser und das deutsche Reich zu deines Namens Ehre. 3. Verwirf, Gott, unser Flehen nicht! Laß auf des Kaisers Wegen dein huldvoll heilig Angesicht ihm leuchten uns zum Segen und salbe ihn mit deinem Geist, daß er sich kräftiglich erweist zu deines Namens Ehre. 4. Ach, komm, wie zu der Väter Zeit ein Feuer anzuzünden, daß wir im Frieden und im Streit fest auf dein Wort uns gründen,— ein frommes Volk, das dir ver⸗ traut und dir zum Tempel sich erbaut zu deines Namens Ehre. Julius Sturm, geb. 1816. 309 338. 339 Besondere Zeiten und Verhältnisse. 338. Mel. Nun danket alle Gott. in dessen Schirm und Schatten wir bis zur Stund allhier viel Heil zu schmecken hatten, der auch zu jeder Frist allmächtig nah und fern ein Herr und Helfer ist des Fürsten, unsers Herrn! Pr Ehr und Lob sei dir, 2. Du hast ihm lebenslang den Odem treu bewahret und auf manch strengem Gang dich huldvoll offenbaret; du hast in seiner Hand das Scepter stark gemacht und unser Vaterland mit reichem Gut bedacht. 3. Du wollest deinen Geist auf seine Stirne legen, der klar ihn unterweist, des hohen Amts zu pflegen; du wollst Gerechtigkeit und milder Gnade Lust ihm stellen an die Seit, ihm pflanzen in die Brust. 4. Du wollest allezeit in deinem Gleis ihn lenken und Zucht und Frömmigkeit in ihm dem Lande schenken, auf daß er Vorbild sei von jeder Tugendart und Hilf und Schutz verleih, wo man den Glauben wahrt. 5. Du wollest seine Treu vergelten durch die Treue, womit ihn täglich neu ein gutes Volk erfreue, daß dein Gebot im Bund von ihm und uns gescheh und seines Thrones Grund in unserm Herzen steh. 6. O segne, was wir flehn an seinem Jahresfeste, und gieb zum Wohlergehn ihm deiner Gaben beste! Gieb, daß ers nie vergißt, noch wir, wie du so gern ein Herr und Helfer bist des Fürsten, unsers Herrn! Karl v. Grüneisen, 1802⸗P1878. 339. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Wober kröne du mit Segen unsern König und sein Haus; führ durch ihn auf deinen Wegen herrlich deinen Ratschluß aus. Deiner Kirche sei er Schutz; deinen Feinden biet er Trutz. Sei du dem Gesalbten gnädig; segne, segne unsern König. 310 — reich daß ihm M die d Sei schütz 3. die m fest i für d Be eine Sei n leite, 4. die d daß Liebe II hast du e segne cleih, dahrt. Treu E, Bund h und ir flehn hn ergißt, rn st rrn! 802 1878 Schuß; Trutz. gnädig; nig. Fürst und Vaterland. 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde; reich ihm deines Geistes Schwert, daß Gerechtigkeit und Milde ihm des Friedens Heil gewährt. Mach ihm leicht die schwere Last, die du auferlegt ihm hast. Sei in Jesu du ihm gnädig; schütze, segne unsern König. 3. Sammle um den T Treuen, die mit Rat und frommem Flehn fest in deiner Streiter Reihen für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron eine Burg, o Gottessohn. Sei du ihm auf ewig gnädig; leite, segne unsern König. hron die 4. Nähre du die heilge Flamme, die das Herz des Volks erneut, daß es unserm Königsstamme Kebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht hast du über ihn gewacht; du erhieltest ihn uns gnädig; segne, segne unsern König. 340. err Jesu Christ, der du be- versammelt hättest gern die Kinder 8 weintest all, Jerusalem und deines Volkes wie nur die mütterliche Liebe Fall, thut, der du's so wohl und herzlich du Herr und König, sei uns Schirm meintest, und Hut! ziehen in dein Vaterhaus. 340 5. Fürchtet Gott, den König ehret! Das, o Herr, ist dein Gebot, und du hast es selbst bewähret, warst gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir; drum, so beten alle wir: vor dem Bösen schütz uns gnädig; Gott, erhalte unsern König. 6. Gieb uns Mut in den Ge— fahren, wenn der Feind uns ernst bedroht, daß wir Treue dann bewahren, gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier; Gott mit uns! so singen wir. Deine Treuen krönst du gnädig; segne, segne unsern König. 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden auch in unserm Lande aus, daß wir deine Bürger werden, Frieden und Gerechtigkeit gieb uns, Gott, zu aller Zeit. Sei du deinem Volke gnädig; segne, segne unsern König. Wilhelm Hülsemann, 1781— 1865. RWh —— 341 Besondere Zeiten und Verhältnisse. 2. Auf allen Höhn, in allen Gründen, in allen Hütten kehr du heute ein! Weck uns, bestrafe unsre Sünden; von ihrer Knechtschaft kannst nur du befrein. In alle Herzen rufe: ist not! Durch mich seid einig, wie ich „eins eins mit Gott!“ 3. Kehr ein bei allen, die regieren, verwalten, richten, lehren und erziehn; lehr sie ihr Amt mit Demut zieren und Stolz und Heuchelei und Selbstsucht fliehn; denn wider dich ist, wer sich dein nicht freut, und wer nicht mit dir sammelt, der zerstreut. 4. Kehr ein bei allen, die da leiden, so nehmen willig sie dein Kreuz auf sich; ein uns allen dein Mitleiden, wir in Brüdern nähren, kleiden dich. O lehr uns, daß wir alle, Arm und Reich, vor Gott und dir sind hilfs⸗ bedürftig gleich. 5. Kehr bei uns ein und lehr uns beten in Geist und Wahrheit und der Liebe Sinn, daß immer einiger wir treten durch dich, den Sohn, zu Gott, dem Vater, hin. Dann wird zum Tempel unser Vaterland; uns segnet deine Hohepriesterhand Abraham Emanuel Fröhlich, 1796.»1865. 341. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. G'n Lob! Nun ist erschollen das edle Fried- und Freuden⸗ wort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß, die Schwerter und ihr Mord! und nimm wieder Wohlauf, nun 31 dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen, vollen Chor! Erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 9 I 2 dun! Jetzt dein 8 all wer der des und die mit ⁵ Güt dein A ist d Unse unser 2 Herr daß und U dein Dein mach die da Kreuz tleiden, nähren, h. r alle, Reich, hilfs⸗ gleich. ind lehr ö und der nn, reten u Gott, er, hin. el unser terhand, 1865. Lieder ch: Hüte Ernte. 2. Sei tausendmal willkom⸗ men, du teure werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein bei uns Wohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze 342 3. Ach laß dich doch erwecken; wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als das letzte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt! Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muts; der Friede, den er giebet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: das Ende naht herzu; da sollt ihr bei Gott leben mit seiner eignen Hand. in Fried und ewger Ruh. Paul Gerhardt, 1607—1676. 5. Ernte. 342 Mel. Herz und Herz vereint zusammen. Lerr, die Erde ist gesegnet 3. Du gedenkst in deiner 9 von dem Wohlthun deiner Treue Hand. an dein Wort zu Noahs Zeit, Güt und Milde hat geregnet; dein Geschenk bedeckt das Land. Auf den Hügeln, in den Gründen ist dein Segen ausgestreut. Unser Warten ist gekrönet; unser Herz hast du erfreut. 2. Aller Augen sind erhoben, Herr, auf dich zu jeder Stund, daß du Speise giebst von oben und versorgest 1 Mund. Und du öffnest deine Hände; dein Vermögen wird nicht matt. Deine Hilfe, Gab und Spende machet alle froh und satt. daß dich nimmermehr gereue deiner Huld und Freundl lichkeit, und so lang die Erde stehet, über der dein Auge wacht, soll nicht enden Saat und Ernte, Frost und Hitze, Tag und Nacht. 4. Gnädig hast du ausgegossen deines überflusses Horn, ließest Gras und Kräuter sprossen, ließest wachsen Frucht und Korn. Mächtig hast du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr, und das Gut steht unversehret, und gesegnet ist das Jahr. 313 —.— wir haben Güte nicht verdient, die du gethan; unser Wissen und Gemüte klagt uns vieler Sünden an. Herr, verleih, daß deine Gnade jetzt an unsre Seelen rührt, daß der Reichtum deiner Milde unser Herz zur Buße führt. 5%% Herr, solche Christian Rudolf Heinrich Puchta, 1808 343. Mel. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. err im Himmel, Gott auf Erden, Herrscher dieser ganzen Welt, laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Fuße fällt, für den reichen Erntesegen Dank und Opfer darzulegen. 2. Vater, du hast aus Er⸗ barmen uns Unwürdige genährt; du hast Reichen, du hast Armen milder Gaben viel gewährt. Sei gelobt und hochgepriesen, daß du so viel Guts erwiesen. 3. Du hast Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, und so hat man allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg und Thäler, Tiefen, Höhen sahen wir im Segen stehen. Besondere Zeiten und Verhältnisse. 6. Hilf, daß wir das Gut der Erden treu verwalten immerfort. Alles soll geheiligt werden durch Gebet und Gotteswort. Alles, was wir Gutes wirken, ist gesät in deinen Schoß, und du wirst die Ernte senden unaussprechlich reich und groß. 1858. wer ist, der Güte dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares Gemüte für die große Wohlthat an! Alle Felder sollen schallen: du machst satt mit Wohlgefallen. 4. Ach, solche 5. Gieb nun, daß wir deinen Segen, den du jetzt uns hast beschert, also suchen anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. 6. Schenk uns auch zufriedne Herzen; Stolz und Geiz laß ferne sein. Laß den Undank nichts ver⸗ scherzen; streu das Samkorn wieder ein, daß wir jetzt und künftig haben, auch die Dürftigen zu laben. ö ö ö ö 7 daß so n wie und der die d sind Gut rt. zrken, den roß. 18⁵58. n! en: efallen. deinen hert, erzehrt. ünden, vinden. friedne sein. ver⸗ ein, haben, ben. Ernte. 7. Laß dein Wort auch Früchte bringen, daß man reichlich ernten kann, so wird man hier jährlich singen, wie du uns so wohl gethan. 3⁴44 Gieb uns nach dem samen Freudenernt im Himmel. Amen! Thränen⸗ Benjamin Schmolck, 1672 1737. 2ISTI Mel. Aus Gnaden soll ich selig werden. Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus; du aber teilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch darf die Notdurft keinem fehlen; denn du weißt allem vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot empfängt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonnen⸗ strahl sind deine Diener allzumal. —* —— 4. Und also wächst des Menschen Speise; der Acker selbst wird ihm zu Brot. Es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte Jung und Alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer kanns genug bedenken? der Wunder sind hier gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollen es auch nie vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebens⸗ lang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann, 1648 1715. 15 —— 34⁵5 Besondere Zeiten und Verhältnisse. 345. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es bleibt ꝛc. W'* Gott thut, das ist wohl⸗ gethan! So denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz nur himmelwärts, wenn er uns läßt auf Erden ein Ziel der Plagen werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er zeigt uns oft den Segen, und ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein der Schatz will sein, so nimmt er andre Güter zum Heile der Gemüter. * 316 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es geh nach seinem Willen, und läßt sichs auch zum Mangel an, so weiß er ihn zu stillen. Obgleich das Feld nicht viel enthält,— man kann bei wenig Gaben satt werden und sich laben. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Das Feld mag traurig stehen; wir gehn getrost auf seiner Bahn und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebenskraft; es nennt uns Gottes Erben; wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, das wohlgethan! So wollen wir stets schließen. Ist gleich bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, er, unser Gott, weiß, was uns not, und wird es gern uns geben. Kommt, laßt uns ihn erheben! — ——. v Benjamin Schmolck, 1672 1737. 5 ist 7 ö dangel N en. maan, zen, ben. eben! 737. Tod und Ewigkeit. 346 VII. Tod und Ewigkeit. 346. lle Menschen müssen sterben; alles Fleisch vergeht wie Heu. Was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib, der muß verwesen wenn er anders soll genesen zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird sein das Freuden⸗ leben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: „heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist,“ 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sitzet der zwölf Boten Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, wo dem Herrn, der uns versöhnt, ewig Hallel ujah tönt. 6. O Jerusalem, du schöne, ach, wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! Ach der großen Freud und Wonne! Jetzo gehet auf die Sonne; jetzo gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit; jeto werd ich schön geschmücket mit dem weißen Ehrenkleid; mit der goldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Johann Georg Albinus, 1624 1679. 317 E 347 Tod und Ewigkeit. 347. Mel. A du priesterlichs Geschlechte, das den Bund des Herrn bewahrt, und ihr, unsers Gottes Knechte, schaut auf eure Himmelfahrt! Suchet doch nur das, was droben; es verdients ja ganz allein! Sollt ich das nach Würden loben, müßt ich mehr als Engel sein. 2. Die ihr sonst die Harfen hinget an die Weiden Babylon, nehmt sie wieder ab und singet Zions Lied im Siegeston! Sollt uns unser Jammer hindern, der da nur zur Welt gehört, uns, ein Volk aus Königskindern? Wer ist, der die Feinde stört? 2 3. Droben seht zur Rechten sitzen voll Glanz und Licht! Sehet seine Augen blitzen und sein Sonnen-Angesicht! As und O, Anfang und Ende, erst und letzter nennt er sich; er beherrscht die Höllenschlünde als ein Sieger königlich. Jesum Christ, 4. Droben und doch immer nahe, wo ein Herz zu ihm sich naht, er ist, den Johannes sahe, der die sieben Sterne hat. O du Liebe meiner Liebe. Wandelnd unter den Gemeinen reinigt er sein Tempelhaus, tröstet, straft, warnt, lobt die Seinen und gießt Geist und Leben aus. 5. Droben, wenn wir über⸗ winden, Paradiese schon Holz des Lebens finden goldne Ehrenkron; neue wird im sich das und die himmlisch Manna, Namen, die nur der weiß, der sie trägt, gutes Zeugnis: dies zusammen wird den Siegern beigelegt. 6. Droben sind sie schrieben in dem Lebensbuch des Herrn alle, die den Heiland lieben und bei aller Schmach sich gern doch nach seinem Namen nennen; diese ziert das weiße Kleid, und er wird sie laut bekennen auf dem Thron der Herrlichkeit. ange⸗ 7. Droben soll in Salems Höhen, wo der Tempel Gottes prangt, als ein Grund und Pfeiler stehen, wer den Siegeskranz erlangt. Wessen Streiter er gewesen, dessen Namen wird man hell einst auf seiner Stirne lesen: Zion, Gott, Immanuel! 318 0 uns scho dan als 6 dem mit 2 zu daß und — — Krei dure bin 4 meit einen t die aus. über⸗ finden ue trägt, imen . ange⸗ errn n ) gern men men ichkeit. alems angt, stehen, gt. sen, ell en: Tod und Ewigkeit. 348 8. Droben sind unzählge Namen, Palmenträger, weiß gekleid't, die aus großer Trübsal kamen, und nun singen sie erfreut: Heil sei Gott und unserm Lamme, das in Gnaden uns erwählt und aus jedem Volk und Stamme uns den Seinen zugezählt! 9. Droben schickt sich neu zu werden schon der weite Himmel an; dann wird Himmel, Meer und Erden 8veraltet abgethan. EB 4 ö men, Neu⸗Jerusalem, die Braut, als die Königsstadt der Frommen, die Gott ihnen selbst erbaut. Bald wird sie hernieder kom— 10. Droben ruft er voll Ver⸗ langen: höre Braut, ich komme bald! Selig, wem ihn zu empfangen schon das Herz entgegenwallt! Er wird nimmer lang ver— weilen und bringt seinen Lohn mit sich. Komm, dein Zion heißt dich eilen; meine Seel erwartet dich! Ludwig Christian Steinhofer, 1746—1821. 348. Cbestis, der ist mein Leben und Sterben mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben; mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. + 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf. 5. Wenn Sinne und Gedanken vergehen wie ein Licht, das hin und her muß wanken, wenn ihm die Flamm gebricht, 6. Alsdann fein sanft und stille laß, Herr, mich schlafen ein nach deinem Rat und Willen, wann kommt mein Stündelein. 7. An dir laß gleich den Reben mich bleiben alle Zeit und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Vor 1609. 319 ——— 349 Tod und Ewigkeit. 349. Mel. Dꝛ Herrlichkeit der Erden muß Rauch und Asche werden; kein Fels, kein Erz kann stehn. Was uns hier mag ergötzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum ver— gehn. 2. De —— r Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher W ahn; sobald der Geist gewichen und dieser Mund erblichen, fragt keiner, was man hier gethan. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen; wir werden hingerissen, der morgen, dieser heut. Was nützt der Güter Menge? Dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zerinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt; was Menschen hier besitzen, kann vor dem Tod nicht schützen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? In allen meinen Thaten. Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. Was pocht man auf die da keine Macht noch Krone kann unvergänglich sein? Es mag vom Totenreihen kein Scepter dich befreien, kein Purpur, Gold noch Edelstein. 7. Wie eine Rose blühet, wenn sie die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehns abfällt,— 8. So wachsen wir auf Erden und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm ent⸗ zwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre; indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. der 9 und denn all m da seligli und Chris 2. der die n vor d Ie dem meine meine ngen? „ hmach uf die eiget, fällt,= f Erden n, frei; en ien, rm ent⸗ yr auf 15 hinnen 7 t. Tod und 10. Auf, Herz, wach und be⸗ denke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genossen, ist als ein Strom verfl ossen; was künftig,— wessen wird es sein? 11. Verlache Welt und Ehre, der Menschen Gunst und Lehre und geh den Herren an, Ewigkeit. der einzig König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der immer ewig machen kann. 12. Wohl dem, der auf ihn trauet! Er hat recht fest gebauet, und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Allmacht selbst erhält. Andreas Gryphius, 1616 1664. 350. 2. Tim. 4, 7—8. Ciin guten Kampf hab ich auf der Welt gekämpfet; denn Gott hat so gnädiglich all mein Leid gedämpfet, daß ich meines Lebens Lauf seliglich vollendet und die Seele himmelauf Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir beigelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt vor des Himmels Throne. Forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet, meines Gottes Angesicht meine Seele schauet. 32¹ 2 3. Dieser bösen, schnöden Welt jämmerliches Leben mir nun länger nicht gefällt; drum ich mich ergeben meinem Jesu, da ich bin jetzt in lauter Freuden; denn 155. Tod ist mein Gewinn, mein Verdienst sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Schritt, den ich nun thu in die Erde nieder; schaut, die Sonne geht zur Ruh, kommt doch morgen wieder. Heinrich Albert, 1604 1651. 21 . ö 0 I I. In ö Rl II Ai Iui +* * 351 Tod und Ewigkeit. 351. Matth. Gaunt euch, ihr Frommen; zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen; die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht. Auf, betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Ol und seid des Herrn gewärtig; bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah. Begegnet ihm in Reihen und singt Hallelujalh! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Thür ist aufgeschlossen; die Hochzeit ist bereit. Auf, auf, ihr Reichsgenossen! Der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang ver— ziehen; drum schlafet nicht mehr ein! Man sieht die Bäume blühen; der schönste Frühlingsschein verheißt Erquickungszeiten; die Abendröte zeigt den schönen Tag von weitem, davor das Dunkel weicht. 25, 1—13. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Gebärden und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mitleben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 7. Hier ist die Stadt de Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden; hier ist die sichre Pfort. Hier sind die güldnen Gassen. Hier ist das Hochzeitsmahl; hier soll sich niederlassen die Braut im Freudensaal. 8. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich aufl Geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laurentins Laurenti, 1660 1722. — befre de was es ist 2 5. den Wie Erden, bt! inden , zetragen Klagen Gassen. hl; al. Fonne, ich aufl ide Streit; ände 0 1722. Tod und Ewigkeit. 352. 353 352. 1. Kön. 19, 4. E5 ist genug; so nimm, Herr, meinen Geist zu Zions Geistern hin! Lös auf das Band, das allgemach zerreißt; befreie diesen Sinn, der sich nach seinem Gotte sehnet, der täglich klagt und nächtlich thränet! Es ist genug. 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt. Die sündliche Begier mit ihrem Gift hat mich fast ganz umstrickt; nichts Gutes wohnt in mir. Was täglich mich von Gott abtrennet, was täglich im Gewissen brennet, es ist genug. 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist Ich netze manche Nacht die harte Lagerstatt mit Thränen; wie lang, wie lang muß ich mich sehnen? Es ist genug. 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will; er kennet ja mein Herz. Ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der an der siechen Brust mir naget, abnimmt und endlich zu mir saget: es ist genug. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus. Mein Jesus kommt; nun gute Nacht, o Welt! Ich fahr ins Himmels Haus. Ich fahre sicher hin in Frieden; mein großer Jammer bleibt da— nieden. diese Last! Es ist genug. Zuerst 1662. 2 353. Hebr. 4, 9. Mel. ist noch eine Ruh vorhanden; auf, müdes Herz, und werde Licht! & — und deine Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. Du seufzest hier in deinen Ban⸗ den, Sonne scheinet nicht. 21* 2 353 Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der heiße Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf voll— endet; so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott aus⸗ erkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch ge— boren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Der gute Hirte wollte sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; er ruft, er locket weit und breit: ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! dort So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kummer⸗ höhlen; geht nicht mehr traurig und ge— bückt. Ihr habt des Tages tragen; dafür läßt euch der Heiland sagen: ich selbst will eure Ruhstatt sein! Ihr seid mein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Hölle toben, seid nur getrost und gehet ein! Tod und Ewigkeit. wir Last ge— 4. Da wird man Freuden⸗ garben bringen; denn unsre Thränensaat ist aus. O, welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid wird von uns weichen; wird kein Tod uns mehr er⸗ reichen; werden den Erlöser sehn. Er wird beim Brünnlein uns erfrischen, die Thränen von den Augen wischen. Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! 5. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen; denn die Erquickungszeit ist da. Die Sonne wird uns nicht meht stechen; der Herr ist seinem Volke nah. Er selbst will über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen; der große Sabbat ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß— 6. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden! ö Heiland in deh Schoß! Legt euch dem 324 unter also durch V und also unsre uden⸗ gen; aus. lingen aus! wird eichen; ehr er⸗ ehn. n uns Augen och soll ger wind ächen; ist da. cht mehr e nah. ihnen ohnen Ehr und grünen; schienen, it weiß. ind sind en in den Tod und Ewigkeit. Ach, Flügel her! eilen nicht länger hier ver⸗ weilen; dort wartet schon die frohe Wir müssen und uns Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubi⸗ lieren; auf, gürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhe⸗ jahr! Johann Sigismund Kunth, 1700—1779. 354. reu dich sehr, o meine Seele, F und vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal! Aus der Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wanders⸗ mann nach dem Ende seiner Bahn so hab ich gewünscht, mein Leben hin in Gottes Händ zu geben. hab ich 2 3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter Dornenspitzen gar, also auch die Christen gehen durch viel Angst, Not und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unsre Wallfahrt voll Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag; reich an Kreuz sind unsre Tag. Gleich, wann wir geboren werden, find't sich Jammer g'nug auf Erden. 5. Wann die Morgenröt auf⸗ gehet und der Schlaf sich von uns wend't, Sorg und Kummer uns umfähet; Müh sich find't an allen End. Une Thränen sind das Brot, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn aufhört zu scheinen, hört doch nicht auf Klag und Weinen. Herr Christ, Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei du jetzt von mir nicht ferne, weil dein Blut mich hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut; ach, sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse! 6. Drum du 998 325 355 Tod und Ewigkeit. 7. Ob mir schon die Augen 8. Freu dich sehr, o meine brechen Seele, und mir das Gehör verschwind't, und vergiß all Not und Qual, meine Zung nicht mehr kann weil dich Christus nun, dein sprechen, Herre, mein Verstand sich nicht besinnt, ruft aus diesem Jammerthal. bist du doch mein Licht und Hort, Seine Freud und Herrlichkeit Leben, Weg und Himmelspfort. sollst du sehn in Ewigkeit, Du wirst mich in Gnad regieren, mit den Engeln jubilieren, mich die Bahn zum Himmel ohn Aufhören triumphieren. führen. Vor 1620. 255 355. Mel. Meine Seele senket sich. G˙ nun hin und grabt mein Deine Hoffnung, ach, ist hohl, 0 Grab; deine Freuden selber Leiden, denn ich bin des Wanderns müde. deine Schönheit Unbestand, von der Erde scheid ich ab; eitel Wahn und Trug und Tand— denn mir wift 1957 dainee, 5. Darum letzte gute Nacht! Deun r t die süße Ruh Sonn und Mond und liebe Sterne von den Engeln droben zu. fahret wohl mit eurer Pracht; 2. Geht nun hin und grabt denn ich reis in weite Ferne, mein Grab! reise hin zu jenem Glanz, Meinen Lauf hab ich vollendet, worin ihr erbleichet ganz. 2—— n 015 Wanderstab 6. Die ihr nun in Trauen hin, wo alles Irdsche endet, geht, lege selbst mich nun hinein fahret wohl, ihr lieben Freunde in das Bette sonder Pein. was von oben niederweht, 3. Was soll ich hienieden noch tröstet ja des Herrn Gemeinde— in dem dunkeln Thale machen? Weint nicht ob dem eitleh Denn wie mächtig, stolz und hoch Schein; wir auch stellen unsre Sachen, droben nur kann ewig sein. muß es doch wie Sand zergehn, 7. Weinet nicht, daß ich mu wenn die Winde drüber wehn. will 4. Darum, Erde, fahre wohl; von der Welt den Abschied nehmen, laß mich nun in Frieden scheiden! daß ich aus dem Irrtum will, 326 meine und in de er; weil mit Id von! sehn 0 Jef 9 von es ha drauf wa vor§ Weil bin i meine Qual, „ dein hal. rlichkeit n. or 1620. hohl, den, tand, d Tand, Nachtl e Sterne, racht; rerne, lanz, Trauen Freunde; 0t, meinde. n eitlen ein. 3ich nuh nehmen. m will, Tod und Ewigkeit. 356 aus den Schatten, aus den woraus einst sein heilges Blut Schemen, floß der ganzen Welt zu gut. aus dem Eiteln, aus dem 9. Weint nicht, mein Erlöser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube 8. Weinet nicht! Mein süßes hell empor die Hoffnung schwebt, Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. Heil, und der Himmelsheld, der meinen Heiland hab ich funden, Glaube, und ich habe auch mein Teil und die ewge Liebe spricht in den warmen Herzenswunden, Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. 356. Hénich lich thut mich verlangen Ich weiß ein besser Leben, 0 nach einem selgen End, da meine Seel fährt hin; weil ich hier bin umfangen des freu ich mich gar eben; mit Trübsal und Elend. Sterben ist mein Gewinn. J Lust abzuscheide 0 Ich hab Lust abzuscheiden 4. Der Leib zwar in der Erden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald! zum Staube wiederkehrt, doch auferweckt wird werden durch Christum, schön verklärt, 2. Du hast mich ja erlöset wird leuchten als die Sonne von Sünde, Tod und Höll; und leben ohne Not es hat dein Blut gekostet, in Himmelsfreud und Wonne; drauf ich mein Hoffnung stell; was schadet mir der Tod? „ so 1v**—** warum sollt mir denn grauen 5. Ob mich die Welt auch vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich kann bauen, bin ich ein selig Kind. reizet zu bleiben länger hier, und mir auch immer zeiget 3. Wenn gleich süß ist das Ehr, Gut und all ihr Zier, Leben, doch ich das gar nicht achte; der Tod sehr bitter mir, es währt nur kurze Zeit; will ich mich doch ergeben, nach Himmlischem ich trachte, zu sterben willig dir. das bleibt in Ewigkeit. 327 357 Tod und Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, für mich und sie zum Leide, doch tröstet meinen Mut, daß wir in größern Freuden zusammen kommen schon, wo nichts uns mehr wird scheiden, dort an des Himmels Thron. 7. Muß ich auch hinterlassen betrübte Waiselein, der'n Not mich über Maßen jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er läßt sie nicht verderben; er hilft aus aller Not. 8. Gesegn euch Gott, der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzusehre über den Abschied mein! 357. Ich bin ein Gast auf Erden N und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden; da ist mein Vaterland. Hier wall ich bis zum Grabe; dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an denn Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, 32 Beständig bleibt im Glauben! Wir werd'n in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 9. Nun will ich mich gan wenden zu dir, Herr Christ, allein; gieb mir ein selig Ende; send mir die Engel dein; führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast, als du dich hingegeben für meine Sündenlast. 10. Hilf, daß ich ja nicht want von dir, Herr Jesu Christ;: den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist! Hilf ritterlich mir ringen; dein Hand mich halt mit Macht daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Christoph Knoll, 1563. 1627(0, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; Blitz, Donner, Wind und Regen hat mir oft Angst erweckt. Verfolgung, Haß und Neidei ob ichs gleich nicht verschuldt, ö hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4 an r wir wenn si ihr bis legt 5 in was Hier E es 1 wer geht 6 mein doch in d ie die da mein 7 da den der it und und nack auben! t )ganz 5 ben, y9t wank st; tärke zen; Machz gen: 1627(0. MRorgen, orgen n Wegen chreckt; d Regen kt. Neiden, huld't, en Tod und Ewigkeit. 357 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rat; sie zogen hin und wieder; ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben? Hier gilt es Müh und Streit! Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freude ein. 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 7. Mein Heimat ist dort oben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält und alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 8. Dorthin steht mein Ver⸗ langen; da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wen'ger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das meist ist Herzeleid. 9. Die Herberg ist zu böse; der Trübsal ist zu viel. Ach, komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende mit meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 10. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, alsdann tret ich hinaus und, was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wann ich ausgehauchet, so legt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne mit andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast— bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast. Da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt, 1607. 1676. 329 358 Tod und Ewigkeit. 358. Mel. Ich bin ein Gast auf Erden. Och habe Lust zu scheiden, V mein Sinn geht aus der Welt. Ich sehne mich mit Freuden nach Zions Friedens-Zelt. Weil aber uns die Stunde zum Abschied keiner nennt, so hört aus meinem Munde mein letztes Testament! 2. Gott Vater, meine Seele bescheid ich deiner Hand; aus dieser dunklen Höhle führ sie ins Vaterland. Du hast sie mir gegeben, so nimm sie wieder hin, daß ich in Tod und Leben nur dein alleine bin. 3. Was werd ich, Jesu, finden, das dir gefallen kann? Ach, nimm doch meine Sünden als ein Vermächtnis an; wirf sie in deine Wunden wie in ein Meer hinein, so hab ich Heil gefunden und schlafe selig ein. 4. Dir, o du Geist der Gnade, laß ich den letzten Blick; zieh ich des Todes Pfade, so sieh auf mich zurück. Ach, fleh in meinem Herzen, wenn ich kein Glied mehr rühr, und stell in meinen Schmerzen mir nichts als Jesum für. 330 Engel, nehmt die Thränen von meinen Wangen an; ich weiß, daß euer Sehnen sonst nichts erfreuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, tragt mich in Jesu Schoß, so bin ich voller Freuden und aller Thränen los. 5. Dhr 6. Euch aber, meine Lieben, die ihr mich dann beweint, euch hab ich was verschrieben: Gott, euren besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen; es wird gewiß geschehn, daß wir auf Zions Wegen einander wieder sehn. 7. Zuletzt sei dir, o Erde, mein blasser Leib vermacht, damit dir wieder werde, was du mir zugebracht. Mach ihn zu Asch und Staube, bis Gottes Stimme ruft; denn dieses sagt mein Glaube: er bleibt nicht in der Gruft. 8. Dies ist mein letzter Wille; Gott drückt das Siegel drauf. Nun wart ich in der Stille, bis daß ich meinen Lauf durch Christi Tod vollende; so geh ich freudig hin und weiß, daß ich ohn Ende des Himmels Erbe bin. Benjamin Schmolck, 1672.—1737. ob ie D ach, 2 2. er ko und Woh! D häng 2 5. hast wie das 1 V anen 4. als den e den ei wo i die eiden, ieben, 2 ben: Segen; rde, taube, nube: t. Wille; auf. E, Tod und Ewigkeit. 359. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ch sterbe täglich, und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin; kann einen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her; ach, wer nur immer fertig wär! wer mir Bürgen 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten; er kommet oft unangemeld't und fordert uns ins Land der Toten. Wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewges Unglück oder Glück hängt oft an einem Augenblick. aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glocken— schlag an meinen Abschied denken mag. 3. Herr 4. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Totenbahr; ein kleiner Schritt ist nur da— hin, wo ich der Würmer Speise bin. * 331 5. Ein einzger Schlag kann alles enden, Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. und 6. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Tagen: „Herr, dir befehl ich meinen Geist!“ Verschließen meine Lippen sich, so bitte Jesu Blut für mich! 7. Kann ich nicht segnen mehr die Meinen, so segne du sie, Herr, für mich; und wenn sie bittre Thränen weinen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlassnen Schrei'n durch deinen Trost erhörlich sein. 8. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließ mir, Herr, den Himmel auf; verkürze mir die Todesschmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. Benjamin Schmolck, 1672.—1737. 360. 361 Tod und Ewigkeit. 360. Jerusalem, du hochgebaute Stadt, V wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnend Herz so groß Ver⸗— langen hat und ist nicht mehr bei mir; weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, daß ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland? 3. O Ehrenburg, sei nun ge⸗ grüßet mir; thu auf der Gnaden Pfort! Wie manche Zeit hat mich ver— laͤngt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit! Nun hat mir Gott gegeben das Erb der Ewigkeit. für ein Volk, welch eine edle Schar kommt dort gezogen schon! Was in der Welt von erwählten war, trägt nun die Ehrenkron, die Jesus mir entgegen vom Himmel hat gesandt, da ich auf fernen Wegen T noch war im Thränenland. 4. Was Aus⸗ 5. Propheten groß und Pa⸗ triarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland trugen ihres Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt ich an⸗ gelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis, Das Hallelujah hallet dort rein in Heiligkeit; das Hosianna schallet ohn End in Ewigkeit. Johann Matthias Meyfart, 1590.-»G1642. 361. Jesus, meine Zuversicht V und mein Heiland, ist im Leben. 2 Dieses weiß ich; sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, we mir ich u sein, waru 1 Lã welch 3. zu g mein wird auch das mich de um 5 wird ich, werd n. wird d Pa⸗ + Treuzes heben, ich an⸗ t wird Preis. 164². nicht en, Tod und Ewigkeit. 362 was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt; ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? —Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. — 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan. 6. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen. Irdisch werd ich ausgesät; himmlisch werd ich auferstehen. Hier geh ich natürlich ein; nachmals werd ich geistlich sein. — 7. Seid getrost und hoch er— freut; Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht statt der Traurigkeit; sterbt ihr,— Christus ruft euch wieder, wenn einst die Posaune klingt, die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erdenkluft; lacht des Todes und der Höllen; denn ihr sollt euch aus der Gruft euerm Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter euerm Fuß. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr wollt vereinet werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein! Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 1627—1667. 362. In Christi Wunden schlaf ich ein; die machen mich von Sünden rein. Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehren⸗ kleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 22 330 363 Tod und Ewigkeit. 2. Mit Fried und Freud fahr durch Christi Blut von Sünden ich dahin; rein. ein Gotteskind ich allzeit bvin. Herr Jesu, stärk den Glauben Dank hab, mein Tod,‚ du förderst mein! mich; ins ewge Leben wandre ich, 2 Paul Eber, 1511.-1569. 363. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Me Gott, ich weiß wohl, daß ein andrer sanft in Schlummer ich sterbe; fällt. ich bin ein Mensch, der bald ver— Doch wie du willst; gieb, daß geht, dabei und finde hier kein solches Erbe, mein End in dir nur selig sei. das ewig in der Welt besteht; drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. 4. Mein Gott, ich weiß nicht wo ich sterbe und welche Erde mich einst deckt; 2. Mein Gott, ich weiß nicht, doch wenn ich nur den Trost er— wann ich sterbe; werbe, kein Augenblick geht sicher hin. daß mich dein Ruf zum Lebenl Wie bald zerbricht doch eine weckt, Scherbe; so nehm ich jede Stelle ein; wie kann die Blume schnell ver- die Erd ist allenthalben dein. blühn! Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich einst sterbe, so nimm du meinen Geist zu dis 3. Mein Gott, ich weiß nicht, auf daß ich dort mit Christo erbe; wie ich sterbe, hab ich nur den im Glauben hien, dieweil der Tod viel Wege hält. so gilt mirs gleich und gehl Dem einen wird das Scheiden mir wohl, herbe; wann, wo und wie ich sterben soll 57 Benjamin Schmolck, 1672 173 —— —— * —— ich v 2. hin und Ich Herr und de und der L man Der die 1 Ich ich unde 4. der Sünden lauben 11569. hlummer ieb, daß lig sei. eiß nicht, sterbe ist deckt; Trost er⸗ n. Leben lle ein; dein. tt, wenn sterbe, st zu dii, isto erbe ben hiet, und gehl 1, rben soll Tod und Ewigkeit. 364 364. M'n Leben ist ein Pilgrimstand; ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt auf Vunderblut gegründet hat; da werd ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrim⸗ stand; ich reise nach dem Vaterland. 2. Es rinnet ohne Unterlaß hin meines Lebens Stundenglas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit. Herr Jesu, mach mich nur bereit und öffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Unge— mach; der Lebensweg hat auch sein Ach; man wandelt nicht auf weichen Rosen. Der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich wegreißen von dem Ziel. Ich muß mich oft in Dornen stoßen; ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die mit Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet. Wind, Regen stürmen auf mich zu; mein matter Geist find't nirgend Ruh; doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich das güldne Himmels⸗ thor mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, der du ein Pil grim worden bist, da du mein Fleisch hast ange— nommen, zeig mir im Worte deine Tritt; laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach, eile du und komm mit Gnad und Hilf herzu. 6. Durch deinen Geist heilig leit; in Geduld Beständigkeit; Straucheln meinen Fuß be⸗ schütze. stündlich,— hilf mir auf; zeuch mich, damit ich dir nachlauf; sei mir ein Schirm in Trübsals⸗ hitze. Laß deinen süßen Gnadenschein in Finsternis nie ferne sein. mich gieb vor Ich falle — 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, nach dir verschmachten will, SD Durst 365. 366 so laß mich dich zum Labsal finden, und wenn ich schließ die Augen zu, so bring mich zu der stolzen Ruh, da Streit und alle Mühe schwinden; laß mich da Schoß 5 dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem fremden Land sein in Abrams ö Tod und Ewigkeit. dort sind die Freunde, kennen; schar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen Mein Heiland, komm, o, bleih! nicht lang; hier in der Wüste wird mir bang der blinden Welt gleich unbekannt, Friedrich Adolf Lampe, 1683 1729. 365. Luk. 2, 29—32. Mi Fried und Freud ich üuhr 3. Den du hast allen vor dahin gestellt in Gottes Wille; getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat: der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr'r Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, hast schaun und g'macht bekannt, daß er mir das Leben sei und Heil in Not und Sterben. lassen 366. M wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. wen suchen wir, der Hilfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. 336 mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Weh heißen laden ö durch dein teuer heilsam Won an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil Licht für alle Heiden, zu rleuchten, die dich kennen nicht und zu weiden. Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonn und selih Martin Luther, 14831540, Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland, die mich! —9 ů Laß 1 dort werd ich mit der Himmels⸗ du en in de Ert 2. uns —— Wer frei u Das Es je unsre Hei heilige heilige du en Laß 1 No und d den Li nichtei er wi mit se 3 0 lern l Tod und Ewigkeit. ie mich du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken mmels⸗ in des bittern Todes Not. Erbarm dich unser! erdar ö ö— 2 Rennen 2. Mitten in dem Tod anficht 9 bleib uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not 1 aug frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. 3.1720. Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, len vor⸗ heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott! Laß uns nicht verzagen nze Wel N V. m Wors und sellig un bringen wir den Leib zur N Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers nen nicht Israel Schluß Wonn zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch 483 1546 und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wenn Christus einst er— hat, scheint, hat. mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; eiland, lern hier, was unser Leben ist. Unach dem Lateinischen des Notker d. Alt.(4 327 531 367 vor der tiefen Hölle Glut. Erbarm dich unser! 2 3. Mitten in der Hölle Angst unsre Sünd uns treiben; wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, das g'nug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott! Laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Erbarm dich unser! Trost. Martin Luther, 1483— 1546. 912). 367. Nach Sorge, Furcht und mancher Not kommt endlich noch zuletzt der Tod. schwindet unsre Lebenszeit; 4. Schnell auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. So währen Reichtum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick: so währt auch Kreuz und Traurig- keit, wie unser Leben, kurze Zeit. 22 5. 368 6. O sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 7. Hier, 8. Laßt alle Sünden uns dann laß uns fröhlich auferstehn bereun, und dort dein Antlitz ewig sehn! Ehrenfried Liebich, 1713—1780. 368. Ewigkeit, du Donnerwort, ist ohne Maße, Ziel und Zeit, Schwert, das durch die bleibt unverändert stehen; Seele bohrt, ja, wie mein Heiland selber o Anfang sonder Ende! spricht: O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. ich weiß großer Traurigkei ich weiß vor großer raurigkeit 3. O Ewigkeit, du machs nicht, wo ich mich hinwende; mir bang! —1 0* 592— 8„„ ‚ Wein Ran aben Herz O, ewig, ewig ist zu lang; erbebt ein S r Dies 98 1.3 +. hier gilt fürwahr kein Scherzen. e* 8 9r— R Wemitnriier 1258——00 Sinne Drum wenn ich diese lange Nacht — 2„ ewent⸗ zusamt der großen Pein betracht +, oyschro 0 9 erzen. 2. Kein Unglück ist in aller erschreil ich recht don Han Welt Nichts ist zu finden weit und „„ rei das endlich mit der Zeit nicht breit fällt, nicht endlich 144 0 vergehen ½ nur die unselge Ewigkeit Tod und Ewigkeit. vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seine Seele wahr! 9. Wann unser Lauf vollendet ist, nah, Herr Jesu Christ, das Sterben zum Ge⸗ winn; zu dir hin! so sei uns mach uns Seele zieh unsre 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, so schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, gerecht! 338 wie bist du so Wie so ha Auf hast Ach, ack kurz ermur und Wach es 0 dir d X o An O E ich w nichts da weil 2. die er und allein bleibt bleibt indlich efahr; ihr! Kllendet Christ. m Ge⸗ in! nst, du st, u wirst iferstehn g sehn. 3—178⁰. ö Zeit, d selber et nicht. machst gl 105 Pcherzen. ge Nacht betracht, rzen. eit und igkeit. st du so Tod und E so hart mit ewgen Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen, ach, merke drauf, o Menschen⸗ kind: Wie strafest du den bösen Knecht kurz ist die Zeit, der Tod ge⸗ schwind! 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermuntre dich, verlornes Schaf, und bessre bald dein Leben! Wach auf, es ist sehr hohe Zeit; es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. wigkeit. 369 Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß doch, wie er sterben mag? 6. O Ewigkeit, du Donner⸗— wort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Johann Rist, 1607—1667. 369. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzensfröhlichkeit nichts mehr vom Weltelende, das uns in diesem Leben quält, weil ich die Ewigkeit erwählt. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß vergehen; allein die selge Ewigkeit bleibt ohne Jahre, Ziel und Zeit, bleibt unverändert stehen; 339 ja, wie das Wort des Herren spricht, sie welket und vergehet nicht. 3. O Ewigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß dies aufhöret; drum wenn ich diese lange Zeit erwäge samt der Seligkeit, die ewig nichts zerstöret, so acht ich alles Leiden kaum als einen ängstlich bösen Traum. 4. Im Himmel lebt der Christen Schar 2²* 370 Tod und bei Gott viek tausend, tausend Jahr und werden es nicht müde; sie haben mehr als Sonnenlicht; sie sehen Gottes Angesicht; sie haben goldnen Frieden, wo Christus giebt, wie er ver⸗ heißt, das Manna, so die Engel speist. verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Begier, du überselig Leben! Ach, bringe mich, mein Gott dahin, wonach jetzt Seele, Mut und Sinn mit allen Kräften streben. 5. Ach, wie Ewigkeit. Der schnöden Welt vergeß ich ganz und sehn mich nach des Himmels Glanz. 6. O Ewigkeit, du Freuden⸗ wort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gieb mir solchen Sinn, bis ich dort ewig bei dir bin. Nach Kaspar Heunisch, 1620.—1690. 370. O Welt, ich muß dich lassen; Wich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein'n Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben setzen in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun endet; der Tod das Leben endet. Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden; das Ewge muß mir werden; mit Fried und Freud dahin. 3. Ob trogen die Welt, von Gott gezogen durch Sünden mancherlei, voll⸗ fahr ich mich gleich hat be— will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Ver⸗ trauen; sein Antlitz will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben; mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden; erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu Frommen, will ich zu Gnaden kommen; der wahre Glaub allein es thut. 340 der mein 7 0 daru A und daß Tod und Ewigkeit. 371 ich 6. Drauf will ich fröhlich 8. Die Zeit ist schon vorhanden; ö sterben, hör auf von Sünd und Schanden umels ů das Himmelreich ererben, und richt dich auf die Bahn wie er mirs hat bereit't. mit Beten und mit Wachen; uden Hier mag ich nicht mehr sonst alle irdsche Sachen bleiben; ö sollst du gutwillig geben dran. fort, Hein Serk ßt 1910 Caltchetnd 9. Das schenk ich dir am Ende: Seele sich vom Leibe scheid t. eb wohl, zu Gott dich wende! eid, 7. Damit fahr ich von hinnen. Zu ihm steht mein Begehr. igkeit, O Welt du mußt zerrinnen; Hüt dich vor Pein und de. darum besinne dich. Schmerzen! olchen Auf! dich zu Gott bekehre Nimm mein'n Abschied zu Herzen; und von ihm Gnad begehre, meins Bleibens ist jetzt hier nicht bin. daß er auch dein erbarme sich. mehr. Johann Hesse, 1490-1547. 1690. 371. gen, wie selig seid ihr doch, ihr kein Kreuz und Leiden n, Frommen, ist euch hinderlich in euren en sei. die ihr durch den Tod zu Gott Freuden. n Ver⸗ gekommen! Ihr seid entgangen aller Not, die uns noch hält ge— 4. Christus wischet ab all eure Thränen; U is fangen. ihr habt schon, wonach wir uns ö erst sehnen; en, 2. Muß man doch hier wie ů n ö euch wird gesungen, 5 im Kerker leben, ö ů e ire was durch keines Ohr allhie ge⸗ en ist da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben drungen. r nich was wir hie ken 8 r*— 4 Wl Kandd aeleid 5. Ach, wer wollte denn nicht st nur Müh und Herzeleid zu gerne sterben t. Wutend. und den Himmel für die Welt ur zu 3. Ihr hingegen ruht in eurer ererben? Kammer, Wer wollt hie bleiben, en; sicher und befreit von allem sich den Jammer länger lassen Jammer; treiben? 341 372. 373 Tod und Ewigkeit. 6. Komm, o Christe, komm uns auszuspannen; lös uns von dannen! auf und führ uns bald Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach, 1605—1659. 372. Vilet will ich dir geben, du arge, falsche Welt! Dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen; hinauf steht mein Begier; da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Nat mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn; soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon; verkürz mir alles Leiden; stärk meinen blöden Mut. Laß selig mich abscheiden; schenk mir dein ewig Gut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde; drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde, zum Trost in meiner Not, wie du, Herr Christ, so milde geblut't dich hast zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden bei dir vor allem Leid; rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer erbt das Himmelslos, und ewig ist genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam'n auft beste ins Buch des Lebens ein; bind meine Seele feste ins Lebensbündlein ein der'r, die im Himmel grünen und vor dir leben frei; so will ich ewig rühmen, wie treu dein Herze sei. Valerius Herberger, 1562 1627, 373. Matth. 25, 1—13. ruft uns die W'e auf! Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne; 3⁴² wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde. Sie rufen uns mit hellem Munde; wo seid ihr klugen Jungfrauen! Wé steht Halle Mack zu d ihr 1 2. das sie n Ihr von Freud! ne. 5 1659. Bilde, , milde del aus en desen, 5 hoß. n'n auf grünen 21627. usalem! ßtunde. Munde: frauen! Tod und Ewigkeit. 37⁴ Wohlauf, der Bräutgam kömmt; steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujah! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegen gehn! 2. Zion hört die Wächter singen; das Herz thut ihr vor Freuden springen; sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig; ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Preis und Ruhm sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engel— zungen, mit Harfen- und mit Cymbelton. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Drum jauchzen wir Nun komm, du werte Kron, und singen dir Herr Jesu, Gottes Sohn! das Hallelujah für und für. Philipp Nicolai, 1556 1608. 374. W'n ich in Todesnöten bin Sein Tod— mein Leben und und weiß kein'n Rat zu Gewinnst, finden, mein Hoffnung, Zuflucht und Ver⸗ so nehm ich meine Zuflucht hin dienst, zu Christi Tod und Wunden; mein Schatz, mein Ehr und darinnen find ich Hilf und Rat Krone. für meine Schuld und Missethat, 3. O Vater, hoch in's Himmels auch wider Tod und Hölle. ö Thron 2. Es ist kein Schmerz, kein Leid, kein Not, kein Angst so groß auf Erden, so nicht durch Christi Wunden rot könnte geheilet werden. laß mich von hinnen scheiden; o Jesu Christe, Gottes Sohn, du wollest mich geleiten; o heilger Geist, thu auf die Thür 27 5. 376 und mich zum Baum des Lebens führ und zu dem Brunn der Gnaden! 4. Nun fühl ich Schutz, Trost, Ruh und Freud in deinen heilgen Wunden; 7 97 Tod und Ewigkeit. nun ist all Leid und Traurigkeit aus meinem Herz verschwunden. Fahr hin, mein Seel; Gott wartet dein mit seinen lieben Engelein, führt dich zum Himmelssaale. Johann Kempff, 4 1625. 375. W'rn mein Stündlein handen ist und ich soll fahrn mein Straße, geleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ; du wollst sie mir bewahren! 2. Mein vor⸗ Sünde wird mich kränken sehr und mein Gewissen nagen; denn ihr ist viel, wie Sand am Meer. Doch will ich nicht verzagen, will denken in der letzten Not, Herr Jesu Christ, an deinen Tod; der wird mich wohl erhalten. * 3. Ich bin ein Glied an deinen Leib; des tröst ich mich von Herzen. Von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterh ich dir; ein ewig Leben hast du mir mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben, mein höchster Trost dein Auffahrt ist, kann Todesfurcht vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. Nikolaus Hermann, 1561. 376. Off. Joh. 7, 13 17. Mel. Hallelujah! Gott zu loben. W': sind die vor Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? Jeder träget eine Krone, 2 —34⁴ glänzet gleich den Sternen klar; Hallelujah singen all, loben Gott mit hohem Schall. wie wenr hinge V hat göttl ange das u Wo 4. für habe folge di durch 5. Trüb im( mit N Gott hier urigkeit unden. Gott in deinem erzen. bleib rstanden bleiben, luffahrt en; mm ich id bin; Freuden. + 1561. n klar; chall. Tod und Ewigkeit. —5 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, wenn er seinen Feind erschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat erzeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in Seide göttlicher Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? reiner 4. Es sind die, so gerungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod bezwungen, folgend nicht dem sündgen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Herren Arm den Sieg. wohl 5. Es sind die, so viel erlitten, Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End; Gott hat all ihr Leid gewend't. 6. Es sind die, so stets er— schienen hier als Priester vor dem Herrn, 34⁵ 376 Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern. Nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 7. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gebet zu dir ich wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: treibe, Herr, die Feinde weit! 8. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt; führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott, 9. Daß mein Teil sei bei den Frommen. welche, Herr, dir ähnlich sind und aus großer Trübsal kommen; hilf, daß ich auch überwind alle Trübsal, Not und Tod, bis ich komm zu meinem Gott. 10. O, wie groß wird sein die Wonne, wenn ich mit der heilgen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinrich Theobald Schenck, 1656 1727. — —1 Tod und Ewigteit. 377. Wẽ' weiß, wie nahe mir mein Düben Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnot! Mein Gott,, ich bitt durch Christ Blut: machs nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. „: Mein Gott, ½1 ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, und wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, 5 ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage stets in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. : Mein Gott, ,51 ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut. ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seiti und sage: mein Herr und mein Gott! „: Mein Gott,, ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut. 6. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf; 1bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. „: Mein Gott, 1½ ich bitt durch Christi Blut: machs nur mit meinem Ende gut. 7. Ich habe Jesu Leib gegessen; hab sein Blut getrunken hier. Nun kann er meiner nicht ver⸗— gessen; ich bleib in ihm und er in mit. : Mein Gott, 58 ich bitt durch Christi Blut: nur mit meinem Ende gut. 8. So komm mein End hent oder morgen, mirs mit Jes glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, wie auch die Todesnot mich drüch „Mein Gott, ,1 ich bitt durch Christ Blut: nur mit meinem Ende gut ich weiß, daß machs 346 Y ö ö wie Wie bi wie das, Laß m wen 4 so le Giel ich von ide, Tod; e Seitl id mein tt durch lut: ide gut. igezogen heilgen sewogen, mommen itt durch dlut: nde gut. jegessen, en hier. icht ver⸗ in mir. itt durc zlut: nde gut. nd hent gen, it Jesu Sorgen, h drüch itt durch ö zlut: nde gut. Tod und Ewigkeit. 9. Ich leb indes in ihm ver— gnüget und sterb ohn alle Kümmernis; es gehe, wie mein Gott es füget,— 378 ich glaub und bin des ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst du's mit meinem Ende gut. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg-Rudolstadt, 1637. 1706. 378. W' fleucht dahin der Menschen Zeit; wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund; wie schweigt hievon der Mund! träge 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, wie ihr dies täglich vor euch seht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin; mir ists Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn! Gieb, daß ich zähle meine Tag 0⁷ und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not, Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu. Das merke du; du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. Joachim Neander, 1650 1680. 379 Tod und Ewigkeit. (Beim Tode von Uindern.) 379. Di bist zwar mein und bleibest mein; wer will mirs anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein; der Herr von ewgen Tagen, der hat das meiste Recht an dir; der fordert und erhebt von mir dich, o mein Kind, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut ewiglich mir wünschen und erwählen; ich wollte sagen:„bleib bei mir; du sollst sein meines Hauses Zier; an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben.“ 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut; in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr,— Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, daraus die Jungen und Alten sind entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und, der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel solle leben. Ich sprech:„ach weh, mein Licht verschwind't!“ Gott spricht:„willkommen, liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben.“ 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn; bei Gott kann keinem Leid ge— schehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmermehr betrübet. 6. Ach, dürft ich ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöyhn— und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den du auch geheiligt bist; ich weiß, ich würde müssen vor Freuden Thränen gießen. doch von ein b Gott D in ke mein —2 5. läßt in d E ist s des 4 man ein legt bei einem Thron mein nd't!“ liebes N schönes n! böser nken, l, kein id ge⸗ obet, ha von höhn ist, gt bist; n ßen. Tod und — 7. Nun denn, es sei und bleib also! Ich will nicht um dich weinen; du lebst und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnen scheinen, Ewigkeit. 380 die Sonnen ewger Freud und Ruh; da leb und bleib nur immerzu. Wills Gott, will ich mit andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt, 1607.—1676. 380. Mel. G²⁵⁰⁷ Lob! Die Stund ist kommen, da ich werd aufgenommen ins schöne Paradeis. Ihr Eltern dürft nicht klagen; mit Freuden sollt ihr sagen: dem Höchsten sei Lob, Ehr Preis! 2. Kurz ist mein irdisch Leben; ein bessres wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not verderben; mein Leben wird sein Freud. und lauter 3. Gott eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 4. Wie oft wird hier verführet manch Kind, an dem man spüret ein Herz voll Frömmigkeit! Die Welt voll List und Tücke legt heimlich ihre Stricke bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. In allen meinen Thaten. 5. Ihr Netze mag sie stellen,— mich wird sie nun nicht fällen; sie wird mir thun kein Leid; denn wer kann den verletzen, den Christus jetzt wird setzen ins Schloß vollkommner Sicherheit? bracht ich euch Freude; jetzt, nun ich von euch betrübt sich euer Herz. Doch wenn ihrs recht betrachtet und, was Gott thut, hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 7. Gott zählet alle Stunden; er schlägt und heilet Wunden; er kennet jedermann. Nichts ist jemals geschehen, das er nicht vorgesehen, und was er thut, ist wohlgethan. 6. Zuvor scheide, — 8. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden, in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm erhöhn, 349 381. 382 9. Da werdet ihr euch freuen; es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergiebt. Tod und Ewigkeit. 10. Ade! nun seid gesegnet! Was jetzo euch begegnet, ist andern auch geschehn. Viel müssens noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Johann Heermann, 1585—1647. 381. Mel. In allen meinen Thaten. Wem kleine Himmelserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sei'n. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was soll es ihnen schaden, daß er nun über sie gebeut? 3. Wie leichtlich geht Kindern, wie bei erwachsnen Sündern das fremde Feuer an! O Glücke, wenn wir wissen, daß nichts mehr einzubüßen, daß sie kein Tod mehr töten kann. bei 4. O, wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Johann Andreas Rothe, 1688 1758. 382. Mel. Es ist genug; so nimm, Herr, meinen Geist. euch hin, mein Kind! Gott 3 selber fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus; darum befiehlt er dir, nun wieder fortzuziehn. Zeuch hin, Gott hat es so ver⸗ sehen; was dieser will, das muß geschehen. Zeuch hin, mein Kind! was denn kein dort Zeue 4. sobal du ei verbi egnet! ren. ihren! rsehn. 16⁴⁷. issen, n, kann. Kinde! de. 1 en fen, Der ich mir befiehlt so ver⸗ chehen. Liturgische 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Humel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, kein Schmerz, der Seelen plagt. Hier müssen wir in Angsten schweben; dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, sobald es Gott gefällt; du eilest fort, eh dir das Ungemach verbittert diese Welt. Stücke. 383. 384 Wer lange lebt, steht lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist; nun siehest du, wie Gottes lieber Sohn dir selbst die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist ent⸗ bunden; du hast durch Jesum überwunden. Zeuch hin, mein Kind! Gottfried Hoffmann, 1658.1712. Liturgische Stücke. Zum Sündenbekenntnis. 383. V uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Martin Luther, 1483 1546. 384. ein reines mir einen Verwirf chaffe in mir, Gott, Herze und gieb neuen gewissen Geist. mich nicht ½ von deinem An⸗ gesicht½ und nimm deinen heilgen Geist nicht von mir. Psalm 51, 12. 13. 385—389 Liturgische Stücke. Hur Gnadenversicherung. 385. Ebee sei Gott in der Höhe und den Menschen ein Wohl— „: und Friede auf Erden: gefallen. Amen. Ev. Luk. 2, 14. 386. D dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Psalm 106, 1. Der Glaube. 387. W'i glauben all an einen Gott, uns zur Seligkeit bewahren Schöpfer Himmels und der durch den heilgen Geist im Glauben. Erden, Kein Leid soll uns widerfahren. der sich durch Jesum, seinen Sohn, Die heilige Dreifaltigkeit uns zum Vater hat gegeben; sei hochgelobt in Ewigkeit. er will uns allzeit ernähren, Amen. Nach Martin Luther,‚, 1483.—1546. Nach dem Glaubensbekenntnis. 388. hr sei dem Vater und dem immerdar und von Ewigkeit zu Sohn und dem heiligen Geist, Ewigkeit. Amen. wie es war im Anfang, jetzt und 389. eilig, heilig, heilig ist der Herr der Höh. Gelobt sei, der de Zebaoth. Alle Lande sind kommt im Namen des Herrn! seiner Ehre voll. Hosianna in Hosianna in der Höh! De und d Von halt n währet 106, 1. en „lauben. fahren. 32=1546. igkeit zu der da Herrn! Liturgische Stücke. 390—393 Nach dem Preisgebet. 390. err Gott, dich loben wir; auch Cherubim und Seraphim 8 Herr Gott, wir danken dir! singen immer mit hoher Stimm: Dich, Vater, in Ewigkeit heilig ist unser Gott! ehrt die Welt weit und breit;— Heilig ist unser Gott! all Engel und Himmelsheer, Heilig ist unser Gott, und was dienet deiner Ehr,— der Herre Zebaoth. Martin Luther, 1483 1546. Nach dem Ambrosianischen Lobgesang(Te deum laudamus). 391. Le uns lobsingen! Lasset uns rühmen, Lasset uns dankend froh— lasset uns von Herzen preisen locken! den Herren, unsern Gott. Hum Ausgang. 392. De Gnade unsers Herrn Jesu und die Gemeinschaft des heiligen Christi Geistes und die Liebe Gottes sei mit uns allen, mit uns allen! Amen. 2. Kor. 13, 13. 393. Mel. Herzlich thut mich verlangen; oder: Valet will ich dir geben. * mich dein sein und bleiben, Herr, laß mich nur nicht wanken; du treuer Gott und Herr! gieb mir Beständigkeit; Von dir laß nichts mich treiben; dafür will ich dir danken halt mich bei deiner Lehr! in alle Ewigkeit. Nikolaus Selnecker, 1530(2)— 1592. 23 2 r — f½½ 1 + 06 0 * 7 394 397 Liturgische Stücke. 394. Psalm 121, 8 Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Ui ern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen. Segne unser täglich Brot; segne unser Thun und Lassen. Segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben! Hartmann Schenk, 1634 1681. 395. Mel. Eines wünsch ich mir vor allem andern. Dꝛ wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu ver⸗ binden, dir auf ewig treu zu sein. Und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne deinem Herzen angenehm und schöne, sage: Amen! und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Christian Renatus Graf v. Zinzendorf, 1727—52. 0ri! 39 er heilge Christ, der segne dich, bewahr dich allezeit; 6. sein heilger Nam behüte dich, schütz dich vor allem Leid! 1504 Johann Mathesius, 1565. 397. Mel. ieht in Frieden eure Pfade! 3 Mit euch des großen Gottes Gnade und seiner heilgen Engel Wacht. Wenn euch Jesu Hände schirmen, gehts unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Wachet auf! ruft uns die Stimme. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn Er sei euch nimmer fern spät und frühe Vergeßt uns nicht in seinem Licht, und wenn ihr sucht sein M⸗ gesicht. Gustav Knak, 1806—1878 35 4 an 2 denn und 2. Ja le auch vergiß obt ih Er hö ein L Loh lobt f 2. zu sei aus 1 ein L Lo lobt 2 5. laß 1 Das zu de ssen. Sterben serben! 1681. dich, d! 041565. m Herrnn sein M anket dem Herrn! Wir danken dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. 2. Lobe den Herrn! Ja lobe den Herrn auch meine Seele; vergiß es nie, was er dir Guts gethan. + froh den Herrn, ihr jugendlichen Chöre! Er höret gern ein Lied zu seiner Ehre. Lobt froh den Herrn; lobt froh den Herrn! 2. Es schall empor zu seinem Heiligtume aus unserm Chor ein Lied zu seinem Ruhme. Lobt froh den Herrn; lobt froh den Herrn! 3. Vom Preise voll laß unser Herz dir singen! Das Loblied soll zu deinem Throne dringen. 806—18ʃ8. Geistliche Volkslieder. 398. 399 Geistliche Volkslieder. 2 3. Sein ist die Macht! Allmächtig ist Gott; sein Thun ist weise, und seine Huld wird jeden Morgen neu. 4. Groß ist der Herr! Ja groß ist der Herr, sein Name heilig, und alle Welt ist seiner Ehre voll. C. F. Herrosee, 4 1826. 399. Lobt froh den Herrn; lobt froh den Herrn! 4. Wir stammeln hier; doch hörst du unser Lallen zum Preise dir mit Vaterwohlgefallen. Dir jauchzen wir; dir singen wir. 5. Einst kommt die Zeit, wo wir auf tausend Weisen — o Seligkeit!— dich, unsern Vater, preisen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Georg Geßner, 1765 1843. 23⁷ 400 Geistliche Volkslieder. 1400. O du fröhliche, o du selige, gnaden— 8 ingende Weih— bringende Weih— nachtszeit! Welt ging verloren; Christ ist geboren; freue, freue dich) o Christenheit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu ver— sühnen; Christenheit! freue, freue dich, 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! König der Ehren, dich wolln wir hören. Freue, freue dich, o Christenheit! O du fröhliche, o du selige, ö gnadenbringende Osterzeit! Welt lag in Banden; Christ ist erstanden; Christenheit! freue, freue dich, 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! bezwungen, Leben er— rungen; Christenheit! Tod ist freue, freue dich, 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Kraft ist gegeben; ihm laßt uns leben! o Christenheit! Freue, freue dich, fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! unser Meister, heiligt die Geister; Christenheit! O du Christ, freue, freue dich, 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade! Freue, freue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Uns, die Erlösten, Geist, willst du trösten; freue, freue dich, o Christenheit! Johannes Daniel Falk, 1768.-1826. 356 D der dam und dam — — als von un mitte wohl davo hat 1 er * 0 kof n er⸗ nheit! selige, gende 3t uns enheit! selige, igende it! igt die enheit! selige, ugende eit! 8 deine tenheit! selige, ngende eit! „willst 5 tenheit! —1826. Geistliche +. Di lieber, heilger, frommer Christ, der für uns Kinder kommen ist damit wir sollen weiß und rein und rechte Kinder Gottes sein. 0 D u Licht, vom lieben Gott gesandt in unser dunkles Erdenland, du Himmelskind und Himmels⸗ schein, damit wir sollen himmlisch sein! 3. D 9..— u lieber, heilger, frommer Christ, Volkslieder. 401—403 01. weil heute dein Geburtstag ist, drum ist auf Erden weit und breit bei allen Kindern frohe Zeit. 4. O, segne mich, ich bin noch klein; o, mache mir das Herze ͤrein; o, bade mir die Seele hell in deinem reichen Himmelsquell. 5. Daß ich wie Engel Gottes sei, in Demut und in Liebe treu, daß ich dein bleibe für und für, du heilger Christ, das schenke mir! Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. 402. E ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart, als uns die Alten sungen; von Jesse kam die Art und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter wohl zu der halben Nacht. Marie, die reine Magd. Aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind geboren wohl zu der halben Nacht. 2 3. O Jesu, bis zum Scheiden aus diesem Jammerthal laß deine Hilf uns leiten 2. Das Röslein, das ich hin in den Freudensaal meine, in deines Vaters Reich, davon Jesaias sagt, da wir dich ewig loben. hat uns gebracht alleine O Gott, uns das verleih! Vor 1600. 403. o ihr Gläubigen, fröhlich Sehet das Kindlein, uns zum 6½ * triumphierend, o kommet, o kommet nach Beth— lehem! Heil geboren! O, lasset uns anbeten, o, lasset uns anbeten, o, lasset uns anbeten den König! 404 Geistliche 2. König der Ehren, Herrscher der Heerscharen, du ruhst in der Krippen im Erden— thal. Gott, wahrer Gott, von Ewig— keit geboren! O, lasset uns anbeten, o, lasset uns anbeten, o, lasset uns anbeten den König! 3. Kommt, singet dem Herren, o ihr Engelchöre! Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen! Volkslieder. Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden! O, lasset uns anbeten, o, lasset uns anbeten, o, lasset uns anbeten den Königl 4. Dir, der du heute bist für uns geboren, Jesu, Ehre sei dir und Ruhm, dir, fleischgewordnes Wort de— ewgen Vaters! O, lasset uns anbeten, o, lasset uns anbeten, o, lasset uns anbeten den König!; Um 1819. 404. OIhr Kinderlein kommet, o, kommet N doch all, zur Krippe her kommet in Beth— lehems Stall und seht, was in dieser hoch— heiligen Nacht der Vater im Himmel für Freude uns macht. 2. O, seht in der Krippe, im nächtlichen Stall, seht hier bei des Lichtleins hell— glänzendem Strahl in reinlichen Windeln das himm⸗— lische Kind, viel schöner und holder, als Engel es sind. 3. Da liegt es, ihr Kinder, auf Heu und auf Stroh; Maria und Joseph betrachten es froh. Die redlichen Hirten knien betend davor; hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor. 4. O, beugt, wie die Hirten, anbetend die Knie; erhebet die Händlein und danket, wie sie; stimmt freudig, ihr Kinder,— wer wollt sich nicht freun?— stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein. 5. O, betet: du liebes, du göttliches Kind, was leidest du alles für unsere Sünd! Ach, hier in der Krippe schon Armut und Not, bitteren Tod. 358 wir unse liegt nach Tröf 0 K d du 7 7* V am Kreuze dort gar noch den Hirt el und 11 ö Königl bist fin ren, muhm, ort des aters! König! m 1819. n betend ö Ind der Hirten, nie; danket, „— wer reun?— Ubel der ebes, du „ r unsere Geistliche Volkslieder. 405. 406 6. So nimm unsre Herzen zum Ach, mache sie heilig und selig, Opfer denn hin; wie deins, wir geben sie gerne mit fröhlichem und mach sie auf ewig mit deinem Sinn. in eins. Christoph von Schmid, 1768-1854. 405. mun singet und seid froh, 3. Groß ist des Vaters Huld; jauchzt alle und sagt so: der Sohn tilgt unsre Schuld; unsers Herzens Wonne wir warn all verdorben liegt in der Krippe bloß durch unsre Missethat, und leuchtet als die Sonne so hat er uns erworben in seiner Mutter Schoß. himmlische Freud und Gnad, Du hist A, und O.„: daß uns nichts mehr schad't. 2. Sohn Gottes in der Höh, 4. Dir schallt Hallelujah nach dir ist mir so weh. jetzt hier und einstens da, Tröst mir mein Gemüte, wo die Engel singen o Kind voll Mildigkeit, das Heilig allzumal durch alle deine Güte, und wo die Psalmen klingen du Fürst der Herrlichkeit. im hohen Himmelssaal, 7 Zeuch mich hin nach dir! 7 775 Wären wir doch da!— Zuerst 1648. (Nach dem lateinisch-deutschen In dulei jubilo“ aus dem 14. Jahrh.) 406. tille Nacht, heilige Nacht! durch der Engel Hallelujah Alles schläft, einsam wacht tönt es laut von fern und nah: nur das traute hochheilige Christ, der Retter, ist da. Paar 3. Stille Nacht, heilige Nacht! holder Knabe im Leban Han Gottes Sohn, o wie lacht „ schlaf in himmlischer Ruh.3. Lieb aus deinem göttlichen Mund, 2. Stille Nacht, heilige Nacht! da uns schlägt die rettende Stund, Hirten erst kund gemacht;„: Christ in deiner Geburt! Joseph Mohr, 1792 1848. 407—409 Geistliche Volkslieder. 407. Tn Zion, freue dich; Gründe nun dein ewges Reich. We ̃ jauchze laut, Jerusalem. Hosianna in der Höh! We N Sieh, dein König kommt Zu dir; 3. Hosianna, Davids Sohn, ja, er kommt, der Friedefürst. sei gegrüßet, König mild! We +* 2. Hosianna, Davids Sohn, Ebwig steht dein Friedensthron, Iu sei gesegnet deinem Volk! du, des ewgen Vaters Kind. 408. W IANI— We ö W' ist Jesus, mein Verlangen, 3. Er vertreibt mir Angst und We mein Geliebter und mein Schmerzen; ö Freund? er vertreibt mir Sünd und Tod. N/ Ach, wo ist er hingegangen? Quält mich was in meinem . ö Wo mag er zu finden sein? Herzen, lhNN Meine Seel ist sehr betrübet er hilft wiederum aus Not. I mit viel Sünd und Ungemach; Darum will ich nicht ablassen, N wo ist Jesus, den sie liebet, will ihn suchen hin und her, D a den sie suchet Nacht und Tag? in den Wäldern, auf den Straßen, ö l 2. Ach, ich ruf vor Pein und will ihn suchen mehr und meht 33 ö Schmerzen: 4. Liebster Jesu, laß dich un ‚ N wo ist denn mein Jesus hin? finden! 4 Keine Ruh hab ich im Herzen, Meine Seele ruft nach dir. 13— ö HANNA bis ich endlich bei ihm bin. Ach, vergieb mir meine Sünden! 200 W Ach, wer giebt mir Tauben- Heiland, zieh mich ganz nach dil! ö N flügel, Stille, Jesu, mein Verlangen; 1 daß ich kann zu jeder Frist sei und bleibe du doch mein! 951 ö fliegen über Berg und Hügel, Laß mich einzig dir anhangen 1 ö suchen, wo mein Jesus ist? und auf ewig bei dir sein! ö ö Nach Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1640—72. dur und 409. hi W''s ihr wissen, was mein Wollt ihr sehn mein Eigentum Preis? Wollt ihr wissen, was mein Ruhn!“ ö‚ Wollt ihr lernen, was ich weiß? Jesus, der Gekreuzigte! V. 36⁰ Reich, hron, 0 nd. gst und ) ö d Tod. leinem ot. blassen, her, ö traßen, mehr. 5 dich ir. ünden! ach dit! langen; ein! ngen n! olstadt, entum! Ruhm! 1 Geistliche Volkslieder. 2. Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf und Schuld? Wer schafft mir des Vaters Huld? Jesus, der Gekreuzigte! meines Kraft? Wer ist meines Geistes Saft? Wer macht fromm mich und gerecht? Wer macht mich zu Gottes Knecht? Jesus, der Gekreuzigte! 3. Wer ist Lebens 410 4. Wer ist meines Leidens Trost? Wer schützt, wenn mein Feind erbost? Wer erquickt mein mattes Herz? Wer verbindet meinen Schmerz? Jesus, der Gekreuzigte! 5. Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Not? Wer versetzt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engeln gleich? Jesus, der Gekreuzigte! Johann Christoph Schwedler, 1672—1730. 410. Di Sach ist dein, Herr Jesu Christ, die Sach, an der wir stehn, und weil es deine Sache ist, kann sie nicht untergehn. Allein das Weizenkorn, bevor es fruchtbar sproßt zum Licht empor, muß sterben in der Erde Schoß, zuvor vom eignen Wesen los, durch Sterben los, vom eignen Wesen los. 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt, durch Leiden himmelan und führest jeden, der da glaubt, mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, so nimm uns gleich allzu⸗ V. 1 u. 2 von Samuel Preiswerk, 1799 Leiden und am Reich; führ uns durch deines Todes Thor samt deiner Sach zum Licht empor, zum Licht empor, durch Nacht zum Licht empor! starbest selbst als Weizenkorn und sankest in das Grab; belebe denn, o Lebensborn, die Welt, die Gott dir gab. Send Boten aus in jedes Land, daß bald dein Name werd bekannt, dein Name voller Seligkeit! Auch wir stehn dir zum Dienst bereit in Kampf und Streit, zum Dienst in Kampf und Streit. zum Teil am V 3. Du 187¹. V. 3 von Felician Graf von Zaremba, 17941874. 361 V 411 u Stern in allen Nächten, du Schild in jedem Streit, du Mann zu Gottes Rechten in purpurfarbnem Kleid, verlaß die ewge Hütte und deiner Engel Reihn und trag in unsre Mitte heut deinen Stuhl hinein! 2. Du hast vom Marterhügel uns huldreich angeblickt; du hast dein fürstlich Siegel uns an die Stirn gedrückt. Drum wagen wirs und laden dich ungescheut herbei; die Allmacht deiner Gnaden macht uns den Mut so frei. 3. Es ist ein froh Getöne ringsum im Land erwacht, das hat uns, deine Söhne, vom Schlafe wach gemacht. Weinlese⸗-Lieder schwingen sich durch die öde Welt, und Sens und Sichel klingen in deinem Erntefeld. 4. Das klingt so wunder⸗ süße; das dringt durch Mark und Bein. Ei, ständen unsre Füße auch bei den Schnittern dein! Ei, wär dein Garbenacker auch unser Arbeitsplan! Herr Jesu, mach uns wacker; nimm unser Helfen an! Geistliche Volkslieder. 41I. 5. Ob wir gleich, kaum geboren, noch wie im Wieglein ruhn, auch mit zerstoßnen Rohren kannst du, Herr, Thaten thun. Sieht man auch kaum uns glimmen in deines Vaters Haus, mit Blitzen, Donnern, Stimmen kannst du uns rüsten aus. 6. Das war ja so dein Wesen von alten Tagen her, daß du dir hast erlesen, was schwach, gebeugt und leer, daß mit zerbrochnen Stäben du deine Wunder thatst und mit geknickten Reben die Feinde untertratst. 7. Zeigs denn in dieser Stunde durch deine Taube an, ob dir aus unserm Bunde ein Bruder dienen kann, die noch in Wüsten schlafen, zu rufen in dein Schloß; zeigs an, wer soll im Hafen sein Schifflein binden los? 8. Wer soll die Ruder schlagen wohl übers weite Meer? Wer deine Fahnen tragen ins blinde Heidenheer? Zeigs an, wen du erkoren, greif in die Schar hinein!— Wir habens all geschworen: dein sind wir, Amen,— dein! Friedrich Wilhelm Krummacher, 1796 1868. boren, n, hun. uns immen Stunde lafen, fen chlagen ren, dein! 1868. Geistliche Volkslieder. 412. 413 412. Wi lieblich ists hienieden, wenn Brüder treu gesinnt „: in Eintracht und in Frieden vertraut beisammen sind. 2. Wie Tau vom Hermon nieder auf Gottes Berge fließt, „: also auch auf die Brüder der Segen sich ergießt. 3. Und einstens wird erneuet durch sie die heilge Stadt; „: was Knecht ist, wird 4—8 und rein, was Flecken hat, 4. Und alles Volk der geht nun zum Lichte ein; „: dann wird nur eine Herde und nur ein Hirte sein. Erde Karl Friedr. Gottlieb Wetzel, 1779—1819. 413. W'ꝰ ist ein Mann? Wer beten kann und Gott dem Herrn vertraut. Wann alles bricht, er zaget nicht; dem Frommen nimmer graut. 2. Wer ist ein Mann? Wer glauben kann inbrünstig, wahr und frei; denn diese Wehr bricht nimmer⸗ mehr; sie bricht kein Mensch entzwei. 3. Wer ist ein Mann? Wer lieben kann von Herzen fromm und warm; die heilge Glut giebt hohen Mut und stärkt mit Stahl den Arm. 4. Dies ist der Mann, der sterben kann für Weib und liebes Kind; der kalten Brust fehlt Kraft und Lust, und ihre That wird Wind. ist der Mann, der sterben kann für Freiheit, Pflicht und Recht; dem frommen Muth däucht alles gut; es geht ihm nimmer schlecht. 6. Dies ist der Mann, der sterben kann für Gott und Vaterland; läßt nicht ab bis an das Grab mit Herz und Mund und Hand. 7. So, deutscher Mann, so, freier Mann, mit Gott dem Herrn zum Krieg! Denn Gott allein kann Helfer sein; von Gott kommt Glück und Sieg. Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. 5. Dies 363 414. 415 Geistliche Volkslieder. 414. Drf ich wieder kommen mit derselben Schuld? Hast du nicht verloren endlich die Geduld? Ist denn deine Gnade also täglich neu, daß du willst vergeben, auch so oft es sei? 41 Kere wieder, kehre wieder, der du dich verloren hast! Sinke reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir ent⸗ gegen, und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen; kehre wieder, zaudre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zer— streuung in die Einsamkeit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 364 2. Wenn ich so dich frage und ich seh dich an, o, wie hat dein Herze sich mir aufgethan! Liebe, nichts als Liebe ists, die mich umfängt, ach! und eine Liebe, wie kein Mensch es denkt. 1869. Hermann Grafe, . 3. Kehre wieder, irre Seele! deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Er⸗ barmen dir mit ausgestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme; kehre wieder, fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder! Neues Leben trink in seiner Liebeshuld. Bei dem Herrn ist viel geben, große Langmut und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen; er hat Trost für alle Schmerzen; er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flecken rein; darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. Ver⸗ W du fir läufst Ke 2 zum kein DR Auf denn mein daß, mich age + 1869. Seele! * Fehle, schmerz. oll Er⸗ men tamme; damme, bricht. 2s Leben uld. inem merzen; ilen, rein; ein. Geistliche endlich kehre ein, 5. Kehre wieder, in der Liebe Heimat die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein, aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, Volkslieder. 416. 417 aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute,— kehre gleich! Rarl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. 416. W7 o müder Wandrer du? Kehr heim ins Vaterhaus; du findest nirgends sonst auch Ruh, läufst du die Welt gleich aus. als Jesus nur allein. Kehr heim, kehr heim! 3. Kehr heim mit deinem Heim⸗ wehschmerz Kehr heim, kehr heim! in seinen Friedensschoß; 2. Kehr heim mit deiner wer nicht zuhaus am Heilands-— wunden Seel herz, zum Samariter dein; bleibt ewig heimatlos. kein Arzt hat für dich Wein Kehr heim, kehr heim! und Ol, J. C. Arndt. 417. Di beste Freund ist in dem Er ists, der mit mir lacht und Himmel. weint; Auf Erden sind die Freunde rar; mein Jesus ist der beste Freund. denn bei dem falschen Welt— 8 getümmel 3. Die Welt verkaufet ihre ist Redlichkeit oft in Gefahr Liebe Drum hab ichs immer so ge— dem, der am meisten nützen kann, meint: und scheinet dann das Glücke mein Jesus ist der beste Freund. trübe, I R ⁰ steht die Freundschaft hinten an; 2. Die Menschen sind wie Doch hier ist es nicht so gemeint; eine Wiege; mein Isus st der beste Freund. mein Jesus stehet felsenfest, daß, wenn ich gleich darniederliege, mich seine Freundschaft doch nicht läßt. 4. Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein eigen Blut. 365 418 Geistliche Volkslieder. Er steht mir bei in allen Nöten; Ach, hab ichs nun nicht recht er spricht für meine Sünden gut. gemeint? f Er hat mir niemals was ver⸗ Mein Jesus ist der beste Freund. ã. ö neint; ö ö ö ö in Sasits id Haste e 6. Behalte, Welt, dir deine Jo mein Jesus ist der beste Freund,. Behalte, Tunaer Dinz 1n Il Freunde! his d 5. Mein Freud, der mir sein Sie sind doch gar zu wandel⸗ He Herze giebet, bar; 4 ö mein Freund, der mein und ich und hätt ich hunderttausend Feinde, bin i ö— 3 ů in bin sein, so krümmen sie mir nicht ein fortge — 553— sortg ö mein Freund, der mich beständig Haar. bis z MAM liebet, Hier immer Freund und nimmer 5 AuN mein Freund bis in das Grab Feind;. 1 V„.„—* ö hinein. mein Jesus ist der beste Freund. will —4 Benjamin Schmolck, 1672—1737. bring I B ö ö 418. der r I was! 9——— ö in Gärtner geht im Garten, und zu den Selgen, Frommen ich u wo tausend Blumen blühn, trägt er sie himmelwärts, d 1 4 und alle treu zu warten ö ů 4—33N 0 5 2 soine N diese 4 ö ist einzig sein Bemühn. m 00 NN zu seiner schönen Welt, 2. Der gönnt er sanften Regen die nimmermehr, wie diese, M I und jener Sonnenschein; in Staub und Asche fällt. d 2 5 14 8 Vf V das nenn ich treues Pflegen;— d I 7.——.* 6. 5* 8 8 Herz Her⸗ da müssen sie gedeihn. 52 Füt Herz Ue ö glühen; 1 ö 3. In liebenden Gedanken das Weizenkorn verdirbt; 2. sieht man sie fröhlich blühn; dort oben gilt ein Blühen, da se sie möchten mit den Ranken das nimmermehr erstirbt. 7 el den Gärtner all umziehn. ö Den te ne 7. Du Gärtner, treu und milde, i, 4. Und wann ihr Tag ge- o, laß uns fromm und fein kommen, zum himmlischen Gefilde, legt er sie an sein Herz, zum ewgen Lenz gedeihn! Marx von Schenkendorf, 1783 18ʃ7. ö M 9 I 366 recht und. heine udel⸗ inde, ein nmer eund. 1737. nen ver⸗ — milde, 181⁷. Geistliche Volkslieder. 419. Och will streben nach dem Leben, wo ich selig bin. Ich will ringen, einzudringen, bis daß ichs gewinn. Hält man mich, so fort; bin ich matt, so ruft das Wort: fortgerungen, durchgedrungen bis zum Kleinod hin! lauf ich 2. Als berufen zu den Stufen vor des Lammes Thron, will ich eilen; das Verweilen bringt oft bösen Lohn. Wer auch läuft und läuft zu schlecht, der versäumt sein Kronenrecht; was dahinten, das mag schwinden, ich will nichts davon. 419—421 2. Jesu, richte mein Gesichte nur auf jenes Ziel; lenk die Schritt, stärk die Tritte, wenn ich Schwachheit fühl! Lockt die Welt, so sprich mir zu; schmäht sie mich, so tröste du; deine Gnade führ gerade mich aus ihrem Spiel! 4. Du mußt ziehen; mein Bemühen ist zu mangelhaft. Wo ihrs fehle, spürt die Seele, aber du hast Kraft, weil dein Wort ein Leben bringt und dein Geist das Herz durch⸗ dringt. Dort wirds tönen bei dem Krönen: Gott ists, der es schafft! Philipp Friedrich Hiller, 1699—1769. 420. Man Heiland im Herzen, da schlaf ich so süß; da träum ich so selig vom Paradies. 2. Meinen Heiland im Auge, da schreckt mich kein Feind; „Rer bleibet dem betenden Kinde vereint. ½ 3. Meinen Heiland im Sinne, bleibt Böses mir fern; „1 die Sünde entweichet vor Gott, meinem Herrn.) 4. Drum will ich ihn halten fest, fest und getreu; mein Vater im Himmel, mir bei!— o, stehe Agnes Franz, 1794 1843. 421. M* Seele, dir das große Wort: wenn Jesus winkt, so geh; wenn er dich zieht, so eile fort; wenn Jesus hält, so steh. 367 0 422 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; liebt, so ruh; aber schilt, so sprich: err, schlage zu! wenn er dich wenn er dich ich brauchs, He 3. Wenn Jesus seine Gnaden⸗ zeit bald da, bald dort verklärt, so freu dich der Barmherzigkeit, die andern widerfährt. Nikolaus L Geistliche Volkslieder. 4. Wenn er dich aber brauchen will, so steig in Kraft empor; wird Jesus in der Seele still, so nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe ganzes sei von dem Tage an bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz dem Heiland zugethan. Seel, I Her üdwig Graf v. Zinzendorf, 1700-1760. 9 422. N mein Gott, zu dir, näher zu dir! Drückt mich auch Kummer hier, drohet man mir, soll doch trotz Kreuz und Pein dies meine Losung sein: näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir! 2. Bricht mir wie Jakob dort Nacht auch herein, find ich zum Ruheort nur einen Stein, ist selbst im Traume hier mein Sehnen für und für: näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir! 3. Geht auch die schmale Bahn aufwärts zu steil, führt sie doch himmelan zu meinem Heil. Engel so licht und schön winken aus selgen Höhn: näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir! 4. Ist dann die Nacht vorbei, leuchtet die Sonn, weih ich mich dir aufs neu vor deinem Thron, baue mein Bethel dir und jauchz mit Freuden hier: näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir! 5. Ist mir auch ganz verhüllt dein Weg allhier, wird nur mein Wunsch erfüllt: näher zu dir! Schließt dann mein Pilgerlauf schwing ich mich freudig auf näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir! 368 N un, 0 4 We Im 9 denn auch daß n 8 chö H Gottes dich dich n du me 2. schöner in der Jes Jesus der ur 2 5. schön und d 40 r bis ar und er uchen till, r. dein nd bei 1760. vorbei, eu hier: 5 verhüllt erfüllt ilgerlauf auf , ö Geistliche Volkslieder. 423—425 1423. Run, so bleibt es fest dabei, 3. Herr, ich hang allein an dir; daß ich Jesu eigen sei. nimm nur alles selbst von mir, Welt und Sünde, fahret hin! was dir nicht t gefällig ist, Nur nach Jesu steht mein Sinn. weil du doch mein alles bist. 2. Jesus ist mein höchstes Gut; 4. Amen, ja du hörest mich, denn er gab sein teures Blut und ich Armer lobe dich; auch für mich verlornes Kind, ja, zum voraus werd ich schrein: daß mein Glaube Gnade find. Jesus wird mein Helfer sein. Ernst Gottlieb Woltersdorf, 1725 1761. 424. lr Herr Jesu, Jesus leucht't schöner; Herrscher aller Enden, i leuchtt reiner, Gottes und Marien Sohn, als 1 Engel im Himmelssaal. dich will ich lieben, dich will ich ehren, du meiner Seele Freud und Kron. 4. Schön sind die Blumen; schöner sind die Menschen, die in frischer Jugend sein. 2. Schön sind die Felder: Sie müssen sterben, schöner sind die Wälder müssen verderben; in der schönen Frühlingszeit. Jesus lebt in Ewigkeit. Jesus ist schöner; Nsus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. Alle die Schönheit Himmels und der Erden sind verfaßt in dir allein. 3. Schön leucht't die Sonne;— Keiner soll werden schön leucht't der Monde lieber auf Erden und die Sternlein allzumal. als der schönste Jesus mein. Zuerst 1677. 425. Mel. Wie könnt ich ruhig schlafen. o nimm denn meine Hände Ich mag allein nicht gehen, E und führe mich nicht einen Schritt; bis an mein selig Ende wo du wirst gehn und stehen, und ewiglich. da nimm mich mit. 369 24 Geistliche 2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz. Laß ruhn zu deinen dein armes Kind; es will die Augen schließen und glaͤuben blind. —14 Füßen Volkslieder. 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich. Julie von Hausmann, geb. 1826. 426. gedenk ich dein, mein Erlöser, und begehre dich allein, mein Erlöser, sehne mich, bei dir zu sein mein Erlöser, Jesu, mein Erlöser. 2. Weide mich und mach mich satt, Himmelsspeise! Tränke mich, mein Herz ist matt, Seelenweide! Sei du meine Ruhestatt, Ruh der Seelen, Jesu, Ruh der Seelen. 3. Ich bin krank, komm stärke mich, meine Stärke! Ich bin matt, erquicke mich, Lebensquelle! Wenn ich sterbe, tröste mich, du, mein Tröster, Jesu, du, mein Tröster! Johann Flitner, 1618 41678, 427. W' ich Jesu Schäflein bin, freu ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich wohl weiß zu bewirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab geh ich ein und aus und hab unaussprechlich süße Weide, daß ich keinen Mangel leide, und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunnquell hin. 3. Sollt ich denn nicht fröhlich sein, Ich beglücktes Schäfelein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heimgetragen in des Hirten Arm und Schoß. Amen! ja, mein Glück ist groß! Luise von Hayn, 17241782. — O wo m wo m an der 6* 2 Alles Sei 1 und e In wird will h wil deine! und d Gie Geistliche Volkslieder. 428. 429 Hicht 428. Hen, meine Seele, harre des 2. Harre, meine Seele, harre iele Herrn! des Herrn! Ales ihm befehle; hilft er doch Alles ihm befehle; hilft er doch zände so gern. so gern. ö Sei unverzagt! Bald der Morgen Wenn alles bricht, Gott verläßt tagt, uns nicht; und ein neuer Frühling folgt dem größer als der Helfer ist die Not 1826 Winter nach. ja nicht. In allen Stürmen, in aller Not Ewige Treue, Retter in Not, wird er dich beschirmen, der treue Rett auch unsre Seele, du treuer Gott. Gott! Friedrich Raeder, 1815—1872. n stärke 429. On der Angst der Welt will ich auf der graden, schmalen, steilen ich, nicht klagen, Straße, will hier keine Ehrenkrone tragen, die dein heilger Fuß einst selbst iic, wo mein Herr die Dornenkrone berührt. rl will hier Wchtaunt Moteudfeden 3. Mache mich im Glauben 8. 1048 wallen immer treuer, ö* 2 und des Glaubens Frucht, das vo man ihn, den Heiligsten von heilge Feuer ö 15 allen, ungefärbter Liebe, schenke mir! bin an den Stamm des Sünderkreuzes Ohne sie könnt ich nicht weiter uell hin. schlug. schreiten; fröhlich 2. Gieb mir, Herr, nur für zu der Lin 8innrn die Lebensreise sie nur führt mich durch die Welt deine Wahrheit, die den Weg mir zu dir. Tagen weise, 4. Freundlich hast du mich zu agen und den Geist, der diesen Weg dir gerufen, Schoß. mich führt! lieber Herr, doch sind noch viel st groß! Gieb ein Herz, das gern sich der Stufen, 1½2. führen lasse die zum Himmel ich ersteigen muß. 371 24⁰ N 430. 431 O, so reiche deinem schwachen Knechte aus dem Himmel deine Gnaden— Rechte; unterstütze, leite meinen Fuß, 5. Und recht hoffnungsvoll in deinen blauen, schönen, fernen Himmel laß mich schauen, wenn ich von der Wallfahrt müde bin, daß ich hier im tiefen Thal der Schmerzen Geistliche Volkslieder. einen festen Frieden hab im Herzen, einen klaren, himmelsfrohen Sinn! 6. Ja, ich bin ein Fremdling hier auf Erden, muß hier tragen mancherlei Be— schwerden, bin ein Pilger, arm und unbekannt, und das Kreuz ist meiner Wall⸗ fahrt Zeichen, bis ich werd mein Kanaan er⸗ reichen, das ersehnte, liebe Vaterland. Karl Johann Philipp Spitta, 1801.—1859. 430. W'nm der Herr ein Kreuze schickt, laßt es uns geduldig tragen! Betend zu ihm aufgeblickt, wird den Trost er nicht versagen. Drum es komme, wie es will,— in dem Herren bin ich still. 2. Ist auch oftmals unser Herz schwach und will wohl gar ver— zagen, wenn es in dem stärksten Schmerz keinen Tag der Freud sieht tagen, sag ihm: komm es, wie es will,— in dem Herren bin ich still. 3. Darum bitt ich, Herr, mein Gott, laß mich immer glaubend hoffen! Dann, dann kenn ich keine Not Gottes Gnadenhand ist offen. Darum komm es, wie es will,— in dem Herren bin ich still. 3. Ernst von Willich, 1860—18 431. W' mit grimmgem Unverstand Wellen sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land vor des Sturmwinds Schlägen. Einer ists, der in der Nacht einer ists, der uns bewacht: Christ in der Höh, du wandell auf der See! ö ö ö und sich „im Sinn! ndling rden, i Be⸗ ekannt, Wall⸗ hen, an er⸗ and. 1859. wie es till. rr, mein hoffen! ine Not; offen. will,— still. 601873. er Nacht. acht: wandell See! ö ö Geistliche Volkslieder. 432 2. Wie vor unserm Angesicht Lobet ihn mit Herz und Mund! Mond und Sterne schwinden! Lobet ihn zu jeder Stund! Wenn des Schiffleins Ruder bricht, Christ in der Höh, ja, dir gehört wo dann Rettung finden? die See! Wo sonst, als nur bei dem Herrn? Sehet ihr den Abendstern? Christ in der Höh, erscheine auf der See! 4. Einst, in meiner letzten Not, laß mich nicht versinken! Soll ich von dem bittern Tod Well auf Welle trinken, reiche mir dann liebentbrannt, 3. Nach dem Sturme fahren wir Herr, Herr, deine Glaubenshand! sicher durch die Wellen, Christ in der Höh, komm zu uns lassen, großer Schöpfer, dir auf die See! soer V** unser Lob erschallen. Johannes Daniel Falk, 1768—1826. 132. G* aus, mein Herz, und suche Die hochbegabte Nachtigall Freud ergötzt und füllt mit ihrem Schall in dieser schönen Sommerzeit Berg, Hügel, Thal und Felder. an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten lein aus⸗ ie—— 2 5 ö 3 33 ö der Storch baut und bewohnt sein und siehe, wie sie mir und dir ö Haus —— 9˙ NV. 95 * 8 5108 FO He— 2„— 9—„* sich ausgeschmücket haben. das Schwälblein speist die Jungen. 4. Die Glucke führt ihr Völk— 2. Die Bäume stehen voller Der schlanke Hirsch, das leichte Laub; Reh das Erdreich decket seinen Staub(ist froh und kommt aus seiner Höh mit einem grünen Kleide; ins tiefe Gras gesprungen. Narzissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. 5. Ach, denk ich, bist du hier so schön und läßt du's uns so lieblich gehn 3. Die Lerche schwingt sich in auf dieser armen Erden, die Luft; was will das doch nach dieser das Täubchen fliegt aus seiner Welt Kluft dort in dem reichen Himmelszelt und macht sich in die Wälder. und güldnen Schlosse werden! — 433. 434 663 O O, wär ich da! O, stünd ich schon, ach, treuer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen, Geistliche Volkslieder. so wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen! Paul Gerhardt, 1607-1676. 433. L Vater, hoch im Himmel, 3. Alles hast du ja in Händen, merk auf deines Kindes und du weißt, was mir gebricht— Flehn: o, so gieb aus deiner Fülle, laß mich heut und alle Tage, gieb mir, Herr, von deinem Licht. Herr, in deinem Segen stehn. 2. Meine Sonn ist deine Gnade und dein Wort der Himmelstau, der mich nähret und erquicket, gleich der Blume auf der Au. mich deinen Gei regieren; lehre mich gehorsam sein; führe mich auf deinen Wegen, Herr, in deinen Himmel ein. 4. Laß 134. er Mond ist aufgegangen; die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön! So sind wohl manche Sachen, die wir getrost verlachen, weil unsre Augen sie nicht sehn 4. Wir stolzen Menschenkinde sind doch recht arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinnste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel 5. Gott, laß dein Heil un schauen, auf nichts Vergänglichs bauen, nicht Eitelkeit uns freun! Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlith sein. 374 nun der sich wir und Engel reis nen! 1676. dänden, zebricht; ille, m Licht. Geis Legen, ein. ich t schn henkinde ünder dem Zill Heil um bauen, 1 erden Erden fröhlit Geistliche Volkslieder. 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du lieber, treuer, frommer Gott! 435. 436 — 7. So legt euch denn, Brüder, Namen nieder; Kist der Abendhauch. Verschon uns Gott mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch! Matthias Claudius, 1740—1815. ihr in Gottes kühl 435. E ist so still geworden, ö verrauscht des Abends Wehn; nun hört man allerorten der Engel Füße gehn. Rings in die Thale senket sich Finsternis mit Macht wirf ab, Herz, was dich kränket und was dir bange macht. 2. CES die Welt im Schweigen; ihr Tosen ist vorbei, stumm ihrer Freude Reigen und stumm ihr Schmerzensschrei. Hat Rosen sie geschenket, hat Dornen sie gebracht, wirf ab, und was dir bange macht. ruht Herz, was dich kränket 3. Hast heute du gefehlet o schaue nicht zurück. Empfinde dich beseelet von freier Gnade Glück. Auch des Verirrten denket der Hirt auf hoher Wacht; wirf ab, Herz, was dich kränket, und was dir bange macht. 4. Nun stehn am Himmels⸗ kreise die Stern in Majestät; in gleichem, festem Gleise der goldne Wagen geht. Und gleich den Sternen lenket er deinen Weg durch Nacht; wirf ab, Herz, was dich kränket, und was dir bange macht. Gottfried Kinkel, 1815—1882. 436. Mi bin ich, geh zur Ruh, chließe beide Auglein zu. Vater, laß die Augen dein über meinem Bette sein. 2. Hab ich unrecht heut gethan, sieh es, lieber Gott, nicht an; deine Gnad und Christi Blut macht ja allen Schaden gut. 37⁵ 437. 438 2 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand. Alle Menschen groß und klein sollen dir befohlen sein. Geistliche Volkslieder. 4. Kranken Herzen sende Ruh nasse Augen schließe zu. Laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn. Luise Hensel, 1798—1876. 1437. W' könnt ich ruhig schlafen in dunkler Nacht, wenn ich, o Gott und Vater, nicht dein gedacht? Es hat des Tages Treiben mein Herz zerstreut; bei dir, bei dir ist Friede und Seligkeit. 2. O, decke meine Mängel mit deiner Huld; du bist ja, Gott, die Liebe und die Geduld. 438. Dꝰ Mensch hat nichts so eigen, so wohl steht ihm nichts an, als daß er Treu erzeigen und Freundschaft halten kann, wenn er mit seines Gleichen soll treten in ein'n Bund, verspricht sich, nicht zu weichen mit Herzen, Hand und Mund. 2. Gott stehet mir vor allen, die meine Seele liebt; dann soll mir auch gefallen, der mir sich herzlich giebt. —— Gieb mir, um was ich flehe, ein reines Herz, das dir voll Freuden diene in Glück und Schmerz. 3. Auch hilf, daß ich vergehe, wie du vergiebst, und meinen Bruder liebe, wie du mich liebst; so schlaf ich ohne Bangen im Frieden ein und träume süß und stille und denke dein. Agnes Franz, 1794 1843. Mit diesen Bundsgesellen verlach ich Pein und Not, ö geh auf den Grund der Höllen und breche durch den Tod. ö + 3. Ich hab, ich habe Herzen, so treu, wie sichs gebührt, die Heuchelei und Scherzen nie wissentlich berührt. Ich bin auch ihnen wieder von Grund der Seelen hold; ich lieb euch mehr, ihr Brüder, als aller Erden Gold. Simon Dach, 1605.—1659, W doch steht der sich und Wu 2 kom und und gar und in 1 es kom vergehe, ngen ellen ot, r Hoͤllen od. ö Herzen, rt, zen vieder hold; Brüder, 05—1659. Geistliche Volkslieder. 439. 440 439. E getreues Herze wissen, hat des höchsten Schatzes Preis; der ist selig zu begrüßen, der ein solches Kleinod weiß. Mir ist wohl bei Freud und Schmerz; denn ich weiß ein treues Herz. 2. Läuft ein Glücke gleich zu ein getreues Herz hilft streiten wider alles, was ist feind. Mir ist wohl bei Freud und Schmerz; denn ich weiß ein treues Herz. 3. Seine Freude steht alleine in des andern Redlichkeit, hält des andern Not für seine, weicht nicht auch in böser Zeit. Zeiten Mir ist wohl bei Freud und anders, als man will und Schmerz; meint, denn ich weiß ein treues Herz. Paul Flemming,‚ 1609 1640. 440. Wi pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand; der thut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn; drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn. 2. Er sendet Tau und Regen und Sonn und Mondenschein und wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot; es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott. — Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn; „: drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn. 2 3. Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her, der Strohhalm und die Sterne, das Sandkorn und das Meer. Von ihm sind Büsch und Blätter und Korn und Obst, von ihm das schöne Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn; „ drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn. 4. Er läßt die Sonn aufgehen; er stellt des Mondes Lauf; er läßt die Winde wehen und thut die Wolken auf. — 441. 442 Geistliche Volkslieder. Er schenkt uns soviel Freude; Alle gute Gabe er macht uns frisch und rot; kommt her von Gott dem Herrn; er giebt dem Viehe Weide„: drum dankt ihm, dankt ½ und seinen Menschen Brot. und hofft auf ihn. Matthias Claudius, 1740 1815, 441. Aschn, ja auferstehn wirst Wenn ich im Grabe ö du, genug geschlummert habe, ö mein Staub, nach kurzer Ruh. erweckst du mich. sterblich Leben ö Unsterblich 4. Wie den Träumenden wirde hird, der dich schuf, dir geben.. Win, det Ithhuf⸗ geven dann uns sein; 8 5„ e Hallelujah! mit Jesu gehn wir ein 2. Wieder aufzublühn werd zu seinen Freuden. ich gesät. Der müden Pilger Leiden Der Herr der Ernte geht sind dann nicht mehr. und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Hallelujah! 5. Ach, ins Allerheiligste fühn mich mein Mittler dann, lebt ich 3. Tag des Danks, der Freuden- im Heiligtume thränen Tag, zu deines Namens Ruhme. du, meines Gottes Tag! Hallelujah! Friedrich Gottlieb Klopstock, 1724. 1803, 442. A˖ laßt uns fröhlich singen 2. Er sagt der grünen Erde ein Lied von Tod und Grab! die letzte gute Nacht; Gar herrlich soll es klingen denn Arbeit, Not, Gefährde, ins letzte Bett hinab. sie sind mit Gott vollbracht, Des Friedhofs stiller Hügel, die Freuden und die Mühen kein Leben deckt er zu; der armen Sterblichkeit;— der Geist schwingt frohe Flügel nun sieht er Kränze blühen und fliegt der Heimat zu. im Lenz der Ewigkeit. und meir und 2 2 was dun! drur Kön 3 der 0 das dein Herrn; en wirde S sein; ö n ste fühn ich ne. 24 1803, nen Erde hrde, acht, Mühen hen Geistliche Voltslieder. 443. 444 3. Nun sieht er hell im 4. Drum wolln wir fröhlich Lichte, singen was hier so dunkel war, ein Lied von Tod und Grab; des Herzens Traumgesichte, ein Himmelslied soll klingen des Lebens Rätsel klar; ins Erdenbett hinab! nun kann er ganz verstehen, Die Seele hat gewonnen was Gott, was Christus ist. das ewge Morgenrot Wie wohl ist ihm geschehen, und schaut aus heitern Wonnen daß er gestorben ist! hinab auf Grab und Tod. Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. 143. Eigene Melodie oder Mel. Nun preiset alle. * habe von ferne, Ich bin noch nicht genug gereinigt, Herr, deinen Thron erblickt ν noch nicht ganz innig mit und hätte gerne dir vereinigt. 91 Herz Hor 8 oschick ö 43—„ mein Herz vorausgeschickt I. Doch bin ich fröhlich, und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben! daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. 2. Das war so prächtig, Ich will mich noch im Leiden üben was ich im Geist gesehn!„1 und dich zeitlebens inbrünstig du bist allmächtig; lieben.) drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen —: doch schon von heut an ewig wohnen! ½ 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn 3. Noch bin ich sündig, und ihre hellen, goldnen Gassen der Erde noch geneigt;„ lebenslang nicht aus den Augen das hat mir bündig lassen. dein heilger Geist gezeigt. Johann Timotheus Hermes, 1738. 1821. 144. In die Ferne möcht ich ziehen, Wo die Bergesspitzen glühen, V weit von meines Vaters wo die fremden Blumen blühen, Haus.„: ruhte meine Seele aus. I Flügel, hätt ich Flügel, flög ich auf zu meinem Stern; über Meere, Thäler, Hügel sonder Schranke, sonder Zügel „: folgt ich immer meinem Herrn. 2. Hätt ich 3. Still und selig mit Marien ihm zu Füßen säß ich da; immer möcht ich vor ihm knieen, in mich seine Worte ziehen, „: hätt ihn immer hold und nah.: 4. Ach, das war ein schöner Segen, wenn er mit den Jüngern ging; auf den Feldern, auf den Wegen jedes Herz wie Maienregen „: seinen Trost, sein empfing. Wort Ander Los ward uns be— reitet; wie auch blühet rings das Land, wie sich rings die Ferne breitet,— der uns rufet, der uns leitet, unser holder Freund ver— schwand. „5 6. Aufgehoben, aufgenommen in den Himmel ist er nur; herrlich will er wiederkommen; seine Treuen, Stillen, Frommen „ folgen immer seiner Spur., 380 Geistliche Volkslieder. — 7. Will mich denn zufrieden geben, fassen mich im stillen Sinn; all mein Denken, Sehnen, Streben, meine Lieb und auch mein Leben „: geb ich meinem Freunde hin. Schwestern, seinen Brüdern will ich mich in Treue nahn; an den Armen, Blöden, Niedern will ich dankend ihm erwidern, „ was er liebend mir gethan. 9. Einst 8. Seinen erklingen andre Stunden, und das Herz nimmt andern Lauf, Erd und Himmel ist verschwunden, in den selgen Liebeswunden „ löset aller Schmerz sich auf. 10. Meine Seele, gleich das Taube, die sich birgt im Felsenstein, wird der Erde nicht zum Raube— in den Himmel dringt mein Glauhe, „ meine Lieb und Sehnsuͤcht ein.) 11. Dort ist Gnade, dort Er— barmen, ewge Füll und reiche Lust. All ihr Kranken, all ihr Armen zum Genesen, zum Erwarmen kommt an eures Heilandt Brust! „* Max von Schenkendorf, 1783—1817. bon wo der / I Mein ihn und 2 — Son daß schar 3 ist d Hät flög heut —. — ufrieden nn; Streben, n Leben Freunde „seinen iahn; Niedern didern, than.) andre rn Lauf; wunden, den h auf. ½ leich del tein, Raube; Glaube, Sehnsucht dort Er⸗ ist. Armen, armen Heilande Geistliche Volkslieder. 445. 446 445. Keim ihr das Land,— W. und Himmelswonn ins Herz her⸗ Erden liegt es nicht.— niedersteigt? von dem das Herz in hangen Kennt ihr es wohl? Stunden spricht, Dahin, dahin wo keine Thräne, keine Thräne laßt fest uns richten Herz und Sinn! ließt, 3. Kennt ihr das Land, das noch der Gute glücklich, stark der keine Ruge schaut, 0 Schwache dem nur der Glaube hoffend still Kennt ihr es wohl? Dahin, dahin 41 e ůF0 und alle zieht dahin ein mächtig laßt fest uns richten Herz und Sinn! Band, 2. Kennt ihr das Land, wo ewger Friede wohnt, doch nur dem Reinen öffnet sich das Land? wo treuen Herzen Gottes Liebe Kennt ihr es wohl? lohnt, Dahin, dahin wo irdsche Lust und Erdensorge laßt fest uns richten Herz und Sinn! schweigt Klaus Harms, 1778 1855. 446. 4 mich gehn, laßt mich gehn, daß ich Jesum möge sehn! Meine Seel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht! O, wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht? 3. Ach, wie schön, ach, wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Thal und Hügel heute noch nach Salems Höhn. 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein, in die Stadt der goldnen Gassen! mein Gott, ich kanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein! 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies! Herr, Ludwig Knak, 1878. Friedrich 1806 Gustav 447. 448 Geistliche Volkslieder. 447. *⁰ Lilien jener Freuden sollst du weiden; Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleuch behende; Jesu Hände öffnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiffleins, laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen und nicht eilen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den Johann Ludwig Konrad Allendorf, 1693 mir nichts rauben, Glauben, der durch alles dringt. Nach dir sehnt sich meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O, wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei. Du kannst durch des Todes Thüren träumend führen und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen; Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt dar— nieder; meine Glieder werden fröhlich auferstehn. 8. Gottes Lamm, dich will ich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben; hole, Heiland, mich zu dir! 17¹³. 448. Glauben W' sie so sanft ruhn, alle die Seligen, von ihrer Arbeit, die sie in Gott gethan, und ihre Werke folgen ihnen ewigen Hütten! nach in des Friedens 2. Von ihren Augen wischt er die Thränen ab; sie kommen freudig, bringen die Garben ein, die weinend gingen, edlen Samen trugen in Hoffnung, in Lieb und Glauben. — des 9 dann himm Wiü doch! wir e und w den 1 und was dringt. Seele wingt. du es Todes al frei. Straf gehn. jt dar⸗ will ich 1 uLeben ischt er ab; gen die Samen jeb und Geistliche Volkslieder. 449 3. Wenn einst die Stimme wieder sie auferweckt des Menschensohnes, die durch die Gräber dringt, dann wird, was irdisch und ver— weslich, himmlisch und jugendlich auf— erstehen. 4. Preis, Ruhm und Ehre sei dir, o Gott, gebracht für deine Werke, die du an uns gethan, daß, wie in einem alle sterben, also in einem sie wieder leben. Samuel David Roller, 1779.—1850. 449. Mel. O selig Haus, wo man dich aufgenommen. Wi wird uns sein, wenn endlich nach dem schweren, doch nach dem letzten ausgekämpften Streit wir aus der Fremde in die Heimat kehren und einziehn in das Ewigkeit, wenn wir den letzten Staub von unsern Füßen, den letzten Schweiß vom Angesicht gewischt und in der Nähe sehen und be— grüßen, was oft den Mut im Pilgerthal erfrischt! Thor der 2. Wie wird uns sein, wenn wir vom hellen Strahle des ewgen Lichtes übergossen stehn und— o der Wonne!— dann zum ersten Male uns frei und rein von aller Sünde sehn, wenn wir durch keinen Makel ausgeschlossen und nicht zurückgescheucht von Schuld und Pein als Himmelsbürger, Gottes Haus⸗ genossen, eintreten dürfen in der Selgen Reihn. 3. Wie wird uns sein, wenn wir mit Beben lauschen dem höhern Chor, der uns ent⸗ gegen tönt, wenn goldne Harfen durch die Himmel rauschen das Lob des Lammes, das die Welt versöhnt, wenn weit und breit die heilge Gottesstätte vom Hallelujah der Erlösten schallt und dort der heilge Weihrauch der Gebete empor zum Thron des Allerhöchsten wallt! 4. Wie wird uns sein, wenn jeder Blick zur Erde, Thal, das uns zu Füßen liegt, ins dunkle 38³ 450 Geistliche und jeder Blick auf schwerde, Glauben einst besiegt, Herrlichkeit des Himmels uns verkläret und den Genuß des Friedens selger macht, die Freude würzet und die Liebe nähret der herrlich uns gebracht! jegliche Be⸗ die wir, im wallend, die zu dem, hindurch 5. Wie wird uns sein! O, was kein Aug gesehen, Volkslieder. kein Ohr gehört, kein Menschensinn empfand, das wird uns werden, wird uns geschehen, wenn wir hineinziehn ins gelobte Land. Wohlan, den steilen Pfad hinan⸗ an geklommen! Es ist der Mühe und des Schweißes 450. W' findet die Seele die Heimat, die Ruh? sie mit schützenden Fittichen zu? Ach, bietet die Welt keine Frei— statt uns an, wo Sünde nicht herrschen, anfechten kann? Wer deckt nicht 3.Nein, nein,, hier ist sie nicht die Heimat der Seele ist droben im Licht. 2. Verlasset die Erde, die Heimat zu sehn, die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! droben, von erbaut, Jerusalem Golde wert, dahin zu eilen und dort anzu⸗ kommen, wo mehr, als wir verstehn, der Herr beschert. Karl Johann Philipp Spitta, 1801.—1859. ist dieses die Heimat der Seele, der Braut? „: Ja, ja, ½ dieses allein kann Ruhplatz und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! „Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht. Rauschen der Harfen, der liebliche Klang bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. Ruh,„ Ruh im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu! „: Ruh, himmlische 1791.1834. Ludwig Jörgens, deinen und G auch h Leben alles i böse hensinn ird an gelobte hinan⸗ weißes anzu⸗ yn, der 1859. llein iat der in. Hei Jesu zen, die rt nicht. en, der g t süßem numlische ich eile 1832. Anhang. Oebete. Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Ps. 92, 2. 3 Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgethan. Matth. 7, 7. ——— I. Morgen- und Abendgebete. 1. Luthers Morgensegen. Das walte Gott Vater, Sohn, heiliger Geist. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem übel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 1 38⁵ Ii 6 i ö ö + ö N e + I 60 Gebete. 2. Luthers Abendsegen. Das walte Gott Vater, Sohn, heiliger Geist. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädig behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich Unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 3. Morgengebet am Sonntag. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu betrachten. Ps. 27, 4. Barmherziger, getreuer Gott, du ewiger Vater unsers Hermn Jesu Christi, der du mit deinem Sohne und dem heiligen Geiste regierest in Ewigkeit, wir sagen dir Lob und Dank für alle Wohl⸗ thaten, die wir ohne Unterlaß von deiner milden Güte empfangen, daß du uns die ganze Zeit unsers Lebens, wie auch die vergangem Nacht, so väterlich behütet und uns den heutigen Tag gesund haft lassen erleben. Insonderheit danken wir dir, daß du bei uns das helle Licht deines Evangeliums hast lassen aufgehen, bei welchem win dich und deinen Willen recht erkennen und lernen mögen, wie win christlich leben und selig sterben sollen. Wir bitten dich, gütige Gott, du wollest solch Gnadenlicht des Evangeliums uns und unsern Nachkommen erhalten; und damit wir dein angenehmes Volk sein und bleiben können, so vergieb uns alle unsere Sünde und Missethaten um deines lieben Sohnes, unsers Heilandes Jesu Christi willen und heilige uns durch deinen heiligen Geist je länger je mehr, daß wit der Welt und allen weltlichen Lüsten von Herzen entsagen und 92 Freude und Lust darin suchen, daß wir dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Offne unsere Ohren und Herzen, daß wir dein heiliges Wort mit Freuden hören, mit Fleiß erwägen und in reinem Herzen behalten, dich getrost anrufen und nicht allein diesen Tag, sondern auch alle übrigen Tage unsers Lebens von allen 386 bösen langen, und pr 2 Seele Leib ur 1 und be mir da 1 gegeben Hilf m toͤrner venn i deiner Ewigke 2 — deinem Nachts von G uns ar jagen 5 ristum, et hast, wo ich Denn Hände. Macht ich im uen die rachten. Herrn Geistt ö Wohl⸗ fangen, gangene ind hast ins das hem wir wie wit gütiger unsern sein und ssethaten llen und daß wit d unsen Rkeit und Herzen, erwägen ht allein von allen Morgen- und Abendgebete. bösen Werken feiern, bis wir endlich zu dem ewigen Sabbattag ge— langen, da wir mit allen Auserwählten deine großen Thaten rühmen und preisen werden in alle Ewigkeit. Amen. 4. Gebet beim Eingang des Gottesdienstes. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth! Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. Psalm 84, 2 u. 3. 1. Lieber Vater im Himmel, hilf mir dein Wort recht hören und bewahren, und mache es fruchtbar in meinem Leben. Segne mir dazu den heutigen Gottesdienst um Jesu Christi willen. Amen. 2. Herr, öffne mir die Herzensthür; zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir! Laß mich dein Wort bewahren rein; laß mich dein Kind und Erbe sein! Amen. 5. Gebet beim Schluß des Gottesdienstes. 1. Mein Gott und Vater, ich danke dir, daß du mir dein Wort gegeben hast, das ich heute hier in deinem Hause habe hören dürfen. hilf mir, daß mein Herz dem guten Ackerland gleiche, wo die Samen⸗ börner reiche Früchte tragen. Bewahre mich vor weltlicher Zerstreuung, wenn ich jetzt in mein Haus zurückkehre, und halte mein Herz fest in deiner Gemeinschaft. Dir befehle ich mich, o Gott, für Zeit und Ewigkeit. Amen. 2. Lied No. 393. 6. Abendgebet am Sonntag. Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Ps. 92, 2. 3. Herr, allmächtiger Gott und himmlischer Vater, wir danken dir bon Grund unserer Herzen für deine Güte und Wohlthat, die du ins an diesem heiligen Tag so väterlich erzeigt hast. Insbesondere sagen wir dir Lob und Dank für dein göttliches Wort, welches du 387 25* Gebete. uns auch heute hast verkündigen lassen, und bitten dich, du wollest uns solches allezeit rein und lauter erhalten, auch dasselbe immer weiter ausbreiten und deine Kirche mehren und gnädiglich schützen und bewahren. Wir bitten dich auch, du treuer Gott, als deine lieben Kinder, du wollest uns bei deinem allein seligmachenden Worn bis an unser letztes Seufzen erhalten und unsere Herzen mit deinem heiligen Geist erleuchten, daß wir mögen erkennen, was gut und böse ist. Du wollest auch alle Sünden, die wir heute wissentlich oder unwissentlich gethan haben, auch die verborgenen Fehler, durch deim Barmherzigkeit uns vergeben und in der kommenden Nacht uns ruhig und sicher schlafen lassen, daß wir frisch und gesund zu deinem Lobe morgen wieder aufstehen. Hilf endlich, lieber Vater, daß wir durth deine Gnade ein neues, dir wohlgefälliges Leben anfangen zu unseren Seelen Seligkeit, in Christo Jesu, deinem lieben Sohn, unseren einigen Helfer. Amen. 7. Morgengebet am Montag. Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Wer unserer Hände bei uns; ja das Werk unserer Hände wolle er fördern! Ps. 90, 17. O Herr! Durch deine Güte fangen wir mit diesem Morgen unsere Wochenarbeit von neuem an. Laß deshalb deine ewige Liehe und Treue, die uns mit deinem Segen bisher überschüttet hat, auch heute uns abermals aufgehen. Wer sind wir, o Gott, daß du um bis hierher gebracht hast? Wir sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten. So gedenke denn auch heute unser nach deiner großen Barmherzigkeit und nach deiner Ver⸗ heißung, daß alle, die an den Sohn glauben, nicht sollen verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Verlaß uns nicht und ziehe deine Hand nicht von uns ab, Gott unser Heil! Lehre unt heute und die ganze Woche thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Wir wissen nicht, was uns in dieser Woche begegnen kann. Behüte uns vor allem Übel; behü unsere Seele und unseren Leib, unseren Eingang und Ausgang, Wehre allem Bösen, welches uns das Ziel unseres Christenlauft verrücken könnte. Laß uns aufsehen auf Jesum, den Anfänger und 388 Volle sei! Herze hast; Weis! auf, du ei uns segne und g vor d dich li um de hilfst daß d heute hreisen wieder Kreuz, Seele So ni in dei du un indesse und S auch a Erbari und Augen wir so unseres laß ur wollest immer chützen dein Wort deinem id böse h oder )deim ruhig m Lobe r durch Unserer unserem us Werk Holle er Morgen ge Liebe at, auch du uns mangeln nn auch ier Ver⸗ verloren cht und hre uns n; dein das uns behütt usgang. tenlaufs ger und Morgen- und Abendgebete. Vollender des Glaubens, damit alles, was wir thun, in dir gethan sei! Gieb zu unserer Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Herzen Frieden, und erhalte uns den Segen, den du seither uns hast zufließen lassen. Ernähre, versorge, beschütze uns. Gieb uns Weisheit, unsere Zeit wohl anzuwenden. Legest du uns eine Last auf, so hilf sie uns auch tragen und laß uns allezeit erfahren, daß du ein Gott seiest, der uns von allem Übel erlösen will. Sei mit uns und zeige uns dein Heil. Und wie alles auf dich wartet, so segne auch heute und in dieser Woche alle dir wohlgefällige Arbeit und gieb, daß ein jeder sich redlich nähre und mit gutem Gewissen vor dir wandle. Ja, denke an uns und segne uns. Segne, die dich lieben, beide, Große und Kleine. Segne uns je mehr und mehr um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen. 8. Abendgebet am Montag. Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilsst mir, daß ich sicher wohne. Ps. 4, 9. Wir loben und preisen deinen heiligen Namen, ewiger Gott, daß du uns erhört und unser Gebet nicht verschmäht hast, das wir heute in der Morgenstunde vor dein Angesicht gebracht haben. Wir preisen dich mit Herz und Mund sür alle Wohlthaten, die wir heute wieder von dir empfangen haben. Wir preisen dich auch für das Kreuz, welches du uns, als Jüngern Jesu, täglich auflegst, um unsere Seele von den Lüsten dieser Welt zu entwöhnen und zu dir zu ziehen. So nimm uns denn jetzt zur Ruhe, lieber Vater! Wir legen uns in deine Arme, in gläubigem Vertrauen auf deine Gnade. Schließe du uns mit deiner segnenden Vaterhand die Augen zu und bleibe indessen vereinigt mit unserm Geiste. Behüte uns gnädiglich Leib und Seele und alles, was du uns gegeben hast. Behüte insbesondere auch alle unsere Lieben und laß niemand sie aus deiner Hand reißen. Erbarme dich aller Menschen in der Welt, vornehmlich unserer Brüder und Schwestern in Christo Jesu.— Morgen aber öffne wieder unsere Augen und erfülle unsern Mund aufs neue mit deinem Lobe, damit wir so lange dich preisen und dir zur Ehre leben, bis der Abend unseres zeitlichen Lebens herankommt. Dann nimm uns zu dir und laß uns im merdar in Wahrheit und Klarheit vor dir leben. Amen. 389 Gebete. 9. Morgengebet am Dienstag. Bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht seh⸗ wir das Licht. Breite deine Güte über die, die dich kennen, u⸗ deine Gerechtigkeit über die Frommen. Ps. 36, 10. 11. Allmächtiger Gott und Vater des Lichts, der du wohnest einem Lichte, da niemand zukommen kann, der du aus der Finstern den Morgen machst und die Sonne dem Tage zum Lichte giebst, bringen wir das Dankopfer unserer Herzen dar, weil du uns du Licht nach der Finsternis wieder hast erblicken und den Tag gesun hast antreten lassen. Ach, Herr, laß mit dem Tageslicht uns i den Unsern, allen Christen und allen Menschen, unsern Freund⸗ und auch denen, die uns feind sind, deine Gnade neu aufgehg Gieb allenthalben neues Licht, neue Freudigkeit, neues Leben i neue Seligkeit! Laß unser Glück und unsere Wohlfahrt hervorbrechg wie die schöne Morgenröte, und wenn du uns einen dunklen M führen willst, so sei du unser Licht. O Herr Jesu Christe, du Som der Gerechtigkeit, gehe auf mit deiner Gnade in unsern Herz Gericht; bewahre uns vor den Werken der Finsternis; laß uns“ deinem Lichte wandeln, dir folgen, immer frommer werden und. einst zu deiner himmlischen Klarheit gelangen. Amen. ö Erleuchte, erwärme und erfreue dieselben. Lehre uns denken an de 10. Abendgebet am Dienstag. Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte; denn vor dir kein Lebendiger gerecht. Ps. 143, 2. Herr, du Hüter Israels, der du nicht schläfst noch schlummi⸗ wir danken dir für alle deine Wohlthaten, die du uns heute wih erwiesen, und bitten dich, gedenke unser und wache über uns 6 deinem Vaterauge auch in dieser Nacht. Erhöre in dieser Abends o barmherziger Vater, aller frommen Christen Abbaruf. Sch⸗ nach deiner großen Güte unser, die wir wider dich gesündigt hah Laß niemand unter uns vergessen, daß wir offenbar werden mist vor dem Richterstuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfange, M dem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse. H uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werdh denn es ist uns gesetzt, einmal zu sterben und dann das Gericht. 390 Gie die auch mit gew arbe Str. Herl selbs Zeit aller Nack Mor alle, einer der Gott in d Nan herzi So geist Gne thue uns, Ehr Chri Geif hast wah nicht liche cht sehs en, un hnest rinstern iebst, d uns d ig gesun uns un Freunde aufgehs eben m orbrecht iklen M du Som n Hersh n an de aß uns und de Vor dit!“ chlummi⸗ eute wich er uns 6 Abendz f. Sa⸗ digt hah den mist ange, u böse. ug weide Gericht.“ Morgen⸗- und Abendgebete. Gieb, daß alle, die heute uneins mit einander geworden sind, die Sonne nicht über ihrem Zorn untergehen lassen. Erbarme dich auch derer, die ohne Andacht und Gebet sich niederlegen. Erquicke mit sanfter Ruhe alle Menschen, welche diesen Tag über müde geworden sind. Stärke die, welche aus Not auch in dieser Nacht arbeiten müssen. Hilf den Reisenden zurecht, die jetzt noch auf der Straße wallen. Schaffe denen ihr Unterkommen, welche heute keine Herberge fanden. Labe, die sich hungrig niederlegen müssen. Wache selbst über den Kranken, pflege der Kinder und Säuglinge, kürze die Zeit denen, die nicht schlafen können, und stehe mit deinem Trost allen Notleidenden bei.— Behüte unsere ganze Gemeinde in dieser Nacht vor Not und Gewalt, vor Feuers- und Wassersgefahr, vor Mord und Totschlag, vor allem Schaden und Unglück. Hilf, daß alle, die für uns wachen, treulich auf ihrer Hut stehen, und erhalte einem jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir endlich aus der Finsternis dieser Welt kommen zu deinem ewigen Licht. Amen. 11. Morgengebet am Mittwoch. Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Ps. 143, 10. Lieber himmlischer Vater, durch deine Gnade sind wir wieder in die Mitte einer Woche eingetreten und preisen dafür deinen heiligen Namen. Deine Güte ists, daß wir nicht gar aus sind; deine Barm⸗ herzigkeit ist alle Morgen über uns neu, und deine Treue ist groß. So laß auch an diesem neuen Morgen und immerdar das rechte geistliche und himmlische Leben, das aus dir ist, durch den Geist der Gnade in uns neu werden. Dir ergeben wir uns aufs neue, o Vater; thue mit uns, wie es dir wohlgefällt. Reinige, läutere und bewähre uns, daß wir rechtschaffene Christen seien; denn wir begehren keine Ehre, als deine Kindschaft, keinen Reichtum, als die Gerechtigkeit Christi, keine Freude, als die gnadenreiche Einwohnung deines heiligen Geistes. Für unsere leibliche Notdurft wirst du wohl sorgen; denn du hast gesagt: ich will dich nicht verlassen noch versäumen. Doch be⸗ wahre uns vor Müßiggang und hilf uns, daß wir treulich arbeiten, Lil Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein — nicht aus Habsucht, sondern weil es dein Wille ist, und aus herz⸗ licher Liebe gegen unsern Nächsten. 391 6 Gebete. Laß deine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen. Gedenke deiner Kinder, die dich kennen und in der Einigkeit des Geistes verbunden sind als lebendige Glieder an ihrem hochgelobten Haupte, Jesu Christo. Laß unser aller Gebet ein Gebet sein vor dir durch Christum, in welchem du uns dir selbst angenehm gemacht hast. Sei du eine ewige Vergeltung denen, die uns Liebe beweisen. Unsere Beleidiger siehe mit erbarmendem Auge an und vergieb ihnen gleichwie wir ihnen von Herzen vergeben. Alle unsere Anverwandten legen wir in deine Liebesarme. Kirchen und Schulen, Obrigkeiten und Unterthanen befehlen wir dir, Herr, unser Gott. Siehe an dat Sündenelend in allen Ständen; mache dich auf und hilf uns, daß deine Ehre gerettet und des gottlosen Wesens ein Ende werde. Hih den Armen und Elenden, die zu dir schreien. Herr, unser Gott. verschmähe unser Gebet nicht, sondern erhöre uns um Jesu Christ willen! Amen. ö 12. Abendgebet am Mittwoch. Gott, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinen Flehen; merke auf mich und erhöre mich. Ps. 55, 2. 3. Barmherziger Gott, lieber himmlischer Vater! Wir sagen di Lob und Dank für alles Gute, das du uns in unserem bisheriges Leben erwiesen hast, für allen Segen, mit welchem du uns im Leib⸗ lichen wie im Geistlichen gekrönt, für alle Hilfe und allen Beistand den du uns ohne unser Verdienst und Würdigkeit hast zuteil werdes lassen. Insbesondere danken wir dir von ganzem Herzen für deim Gnade und Wohlthat, die du uns, o Gott, an dem vergangeneh Tage erzeigt, für die Freude, die du uns geschenkt, für den Schuß gegen alle Übel des Leibes und der Seele, den du uns gewähtt und für die Langmut und Geduld, womit du unsere Fehler getragůh hast. Wir sind zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die d an uns gethan hast, und bitten dich mit herzlicher Reue um Me gebung aller Sünden, die wir begangen und womit wir bis heuth und auch diesen Tag dich beleidigt haben. Herr, gehe nicht ink Gericht mit uns, sondern erbarme dich unser und laß deine Güt und Treue uns auch diese Nacht und ferner behüten. In deine Hamd befehlen wir Leib und Seele, unser Gut und Vermögen, unser Wachhh und Schlafen, unser Leben und Sterben. Decke uns mit deineh 392 auf An her; Du neu liche uns mit wie soll und wil uns Du heil Leil hat und alle alle dein Her Laß uns uschen. eit des elobten in vor gemacht weisen. ihnen, vandten igkeiten an das ns, daß . Hilh r Gott. Chrisi meinem agen di isherigeh im Leib⸗ Beistand l werden für dein gangenen n Schuß gewähth getrageh die. um Ver⸗ bis heul micht ih ine Gih ine Hald Wachel t deineh Morgen- und Abendgebete. Schilde und bewahre uns vor allem übel und vor aller Gefahr. Laß uns morgen wieder fröhlich erwachen, damit wir aufs neue dir die Opfer unseres Dankes bringen und unsern Christenlauf zu deinem Preise fortsetzen. Und wenn einst die Nacht auch für uns kommt, da niemand mehr wirken kann, dann reiche uns deine allmächtige Hand und nimm uns auf zu dir in dein himmlisches Reich. Amen. 13. Morgengebet am Donnerstag. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott; denn ich will vor dir beten. Herr, frühe wollest du meine Stimme hören; frühe will ich mich zu dir schicken und aufmerken. Ps. 5, 2—4. Allmächtiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du uns bis auf diese Stunde lebendig erhalten hast,‚ wir kommen vor dein heiliges Angesicht an diesem Morgen und preisen dich für alle deine Barm⸗ herzigkeit, die du wiederum in dieser Nacht an uns erwiesen hast. Du hast uns sicher ruhen lassen, unseren Leib und alle unsere Kräfte neu erquickt und uns fröhlich gemacht im Anschauen deines freund⸗ lichen Lichtes. Du, unser Gott und Herr, erforschest und kennest uns; du merkest auf unsere geheimsten Gedanken; wir aber müssen mit herzlichem Leid bekennen, daß wir nicht also vor dir wandeln, wie sichs gebührt, und des Ruhmes mangeln, den wir vor dir haben sollten. Wir sündigen oft und mannigfaltig in Gedanken, Worten und Werken. Ach, Vater, vergieb uns doch um deines Namens willen unsere Übertretungen! Gedenke der Fürbitte deines Sohnes, unseres gekreuzigten Heilands, und nimm uns wieder zu Gnaden an. Du bist ja unser Vater; von Alters her ist das dein Name. Dein heiliger Geist regiere uns zu allem Guten. Siehe, o Herr, unseren Leib und unsere Seele und alles, was uns deine Gnadenhand gegeben hat, befehlen wir in deine treuen Vaterhände. Sei du unser Licht und Heil. Sei mit uns in all unserem Thun; gieb, daß wir mit aller Treue warten des Berufes, in den du uns gesetzt hast. Laß alles wohlgelingen! Laß uns auch heute unser täglich Brot nach deiner Zusage von deiner Hand mit Danksagung empfangen. Ach, Herr, bewahre unsere Zunge und alle unsere Glieder vor dem Bösen. Laß uns diesen Tag in deiner Furcht zubringen, dir zur Ehre und uns zur Seligkeit, um Jesu Christi, unseres Heilands willen. Amen. 393 0 Gebete. 14. Abendgebet am Donnerstag. Behüte mich, wie einen Augapfel im Auge; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel. Ps. 17, 8. Lieber, barmherziger Gott und Vater! Wir kommen vor dein Angesicht, um dir zu danken, daß du uns auch diesen Tag wieder durch deinen Schutz vor Schaden und Gefahr gnädiglich behütet hast. Wir sind nicht wert aller der Güte und Treue, die du auch heute wieder an uns gethan hast. So du, Herr, willst Sünde zurechnen, wer wird bestehen? Aber du bist langmütig und freundlich und lässest dich gnädig finden denen, die dich suchen. Darum bitten wit dich, du wollest uns alle Sünden vergeben, welche wir in Gedanken, Worten und Werken begangen haben, und uns auch jetzt in dieser macht und alle Zeit unseres Lebens vor aller Gefahr und allem Schaden des Leibes und der Seele gnädiglich beschirmen. Zu dir steht unsre Hoffnung; denn du bist unser Gott, der Hort, auf den wir bauen. Darum laß deine Augen offen stehen über uns und decke uns mit deinem Schilde. Laß uns heute in Frieden schlafen und morgen fröhlich zu deinem Preise wieder erwachen. Führe uns durch Nacht zum Licht, bis endlich der letzte Tag unseres Lebens kommt»und ein Tag anbricht, der kein Ende nimmt; dann führe uns gnädig in die ewigen Hütten. Amen. 15. Morgengebet am Freitag. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Missethat und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenn meine Missethat, und meine Sünde ist immer vor mir. Pf. 51, 3—5, Gnädiger Gott und Vater! Wir erheben in dieser Morgen⸗ stunde unsere Herzen und Hände zu dem Thron deiner göttlichen Majestät, von welchem uns Zeit unseres Lebens und auch wieder in der vergangenen Nacht so viele Wohlthaten zugeflossen sind. Du warst unsere Stärke und unsere Burg, unser Schutz und Schirm. Darum danken wir dir und preisen deinen heiligen Namen; du haß Großes an uns gethan, des sind wir fröhlich. Sei, o gnädiger Gott, auch heute unser Beistand; leite uns nach deinem Rat und nimm uns endlich mit Ehren an. Gieb uns heute und allezeit ein, 394 W mich r dein wieder t hast. heute echnen, h und en wir hanken, dieser allem Zu dit iuf den 18 und schlafen jre uns Lebenz 1 führe Sünden meiner erkenne „IA Norgen⸗ öttlichen wieder d. Du Schirm. du haft gnädiget dat d zeit ein, Morgen⸗- und Abendgebete. was wir reden sollen, daß wir nichts übles reden; lehre uns, was wir thun sollen, daß wir nichts Böses thun. Laß deines Geistes Zucht unsere Herzen wecken und mahnen, wenn unsere Gedanken sich von dir verirren wollen. Und da der heutige Tag ein Gedenktag des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heilands ist, so stelle sein Kreuz vor unsere Augen, damit wir schauen, was er für uns gelitten hat, und alle Lust unserer Herzen zur Sünde erlösche. Ge⸗ denke auch im Leiblichen an uns und segne uns; laß uns aber auch alles Irdische als ein vergängliches Gut ansehen, daß wir unsere Seelen nicht daran hängen, sondern nach dem Ewigen trachten. Wenn wir arbeiten, so stärke uns; wenn wir beten, so erhöre uns; wenn wir ausgehen, so begleite uns; wenn wir heimkehren, so weiche nicht von uns. Umgieb uns und die Unseren mit deinem Schutze, daß wir den Abend fröhlich erleben mögen. Amen. 16. Abendgebet am Freitag. Herr, auf dich traue ich; laß mich nimmermehr zu Schanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit. Ps. 31, 2. Wir danken dir, Herr, unser Gott, für die wunderbare Liebe, mit welcher du uns Unwürdige durch deinen geliebten Sohn errettet hast. Also hast du die Welt geliebt, daß du deinen Eingebornen dahin gabst, auf daß alle, die an ihn glauben nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. O unermeßliche Liebe, du gabst den Sohn dahin, um uns Sünder zu erlösen und der Gewalt des Bösen zu entreißen. Wie sollen wir dich loben und dir Dank sagen für diese deine Barmherzigkeit? Laß dir wohlgefallen das Stammeln unseres Mundes und den kindlichen Dank unseres Herzens. Vernimm die schwachen Seufzer unserer Seelen, die wir dir darbringen für alle Erbarmungen, womit du uns in deinem Sohne, unserem Heiland, zu Hilfe kamst. Er starb für unsere Sünden und stand auf zu unserer Gerechtigkeit und herrschet nun in Ewigkeit zu deiner Rechten und bittet für uns. Du hast ihm alle Macht gegeben, daß in seinem Namen sich unsere Kniee beugen und alle Zungen bekennen sollen, daß er der Herr sei zu deiner Ehre. Gott, allmächtiger Vater, gelobet sei dein heiliger Name in Ewigkeit! 395⁵5 Gebete. Erfülle auch an uns, himmlischer Vater, die große Verheißung deines Sohnes, daß wir in ihm Leben und Seligkeit haben sollen. Vollende, was du begonnen hast, und laß uns immer reichlicher zum Genusse deiner Gnade gelangen. Schenke uns immer tiefere Blicke in das Geheimnis deiner Erbarmungen und zerstreue alle Finster⸗ nisse unseres Herzens durch die Strahlen deines ewigen Lichtes. Stärke, kräftige, gründe uns durch die helle Erkenntnis unseres Erlösers. Siehe, wir lieben ihn; hilf uns inniger ihn lieben. Siehe, wir glaͤuben; hilf unserm Unglauben. Amen. 17. Morgengebet am Samstag. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt gef shalfn wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ps. 90, 1. 2. Barmherziger Gott und Vater! Auch in dieser Ghach hast du uns wieder geholfen und lässest uns heute unter deinem Schutze den Schluß einer Woche erleben. Deine Güte reicht, so weit der⸗Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Darum danken wir dir für alle deine Gnade und lobsingen deinem Ondten du Höchster. Ach, gieb doch, daß wir ohne Unterlaß deiner Treue ge— denken und des Morgens deine Gnade, des Nachts deine Wahiheit verkündigen. Und hilf uns, daß auch all unser Wandel dich preise und unser Thun und Lassen dich ehre. Heilige du uns zu Opfern, die dir angehören und die da lebendig, heilig, unsträflich und dir wohl gefällig sind. Dazu erwecke uns alle Morgen; wirke beständig in unseren Herzen durch deinen heiligen Geist und mache uns zu neuen Menschen, auf daß wir in dir bleiben und einen Fels des Heils haben mögen, wenn auch eine Woche um die andere dahinflieht. Es ist ja alles eitel; alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blume. Das Gras verdorrt, die Blume fällt ab; du allein bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Darum nehmen wir unsere Zuflucht zu dir und bitten dich: sei unser allmächtiger Schutz und leite uns an deiner Hand, daß wir nicht von deinen Wegen abweichen. Hilf uns zu einem gesegneten Schlusse dieser Woche; segne uns zu ernstlicher Selbst⸗ prüfung, damit wir unsere Gedanken und Werke dieser Woche über— schauen und merken, wo wir gefehlt haben, und uns demütigen vor 396 dir. zu, Tar heil scher herr es soll hinf heil dein und Tas vor Sie Unr Her Gu Her behr so 1 getr wol lass. verd hab unse unst getr Wit hüte dies Fer zung olen. zum Blicke uster⸗ chtes. ösers. wir denn urden, ast du ze den immel danken n, du ue ge⸗ ahrheit preise pfern, nd dir ständig neuen Heils 9t. Es rlichkeit rt, die Jahre ir und deiner uns zu Selbst⸗ über⸗ en vor Morgen- und Abendgebete. dir. O Herr, wirke du selbst in uns wahre Buße. Bereite uns zu, daß du unter uns wohnen könnest; mache uns den heutigen Tag zu einem Vorsabbat unserer Seelen, damit wir morgen deinen heiligen Sabbattag im rechten Segen feiern mögen. O treuer Vater, schenke uns auch heute deine Hilfe und laß nichts Böses über uns herrschen. Sei uns gnädig und erfülle an uns deine Verheißung: es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. Ja, offenbare an uns deine Treue, Vater, Sohn und heiliger Geist. Hilf, o Herr, und laß alles wohlgelingen. Erhebe dein Angesicht über uns und gieb uns deinen Frieden! Amen. 18. Abendgebet am Samstag. Herr, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sie gehen daher wie ein Schemen und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es einnehmen wird. Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Pf. 39, 5—8. Lobe den Herrn meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! Ja Lob und Preis und Dank sei dir gesagt, Herr unser Gott, daß du uns diese ganze Woche über so gnädiglich behütet und bewahret hast! Bis hieher hat uns der Herr geholfen! so rühmen wir mit dankbarem Herzen. Nun befehlen wir uns auch getrost für diese Nacht in deine treuen Hände und bitten dich, du wollest uns unter deinem gnädigen Schutz und Schirm sicher ruhen lassen. Ach Herr, wir haben solche deine Güte und Treue nicht verdient: denn wir sind abgewichen von deinen Rechten und Geboten, haben auch in dieser vergangenen Woche dich oftmals betrübt mit unseren Sünden. Du aber bist gnädig und barmherzig und deckest unsre übertretung zu um Jesu Christi willen. Darum kommen wir getrost zu dir und bitten dich um Vergebung aller unsrer Sünden. Wir flehen dich an, du wollest uns in dieser Nacht gnädiglich be— hüten vor Gefahr und Schaden, wollest deine Hand halten über diesem Hause und allen unseren Lieben in der Nähe und in der Ferne, daß kein Unfall uns schreken mag. Laß uns in Frieden 397 Gebete. ruhen und schlafen; du bist bei uns, dein Auge wachet über uns. Gieb heiligen Frieden und Ruhe allen Menschen, insbesondere allen Betrübten, Elenden, Kranken und Sterbenden, und sende deine lieben Engel aus, daß sie mit himmlischen Waffen gerüstet stehen um alle die Deinen. Laß uns morgen mit Freuden erwachen, daß wir deinen heiligen Tag recht feiern mögen und in deinem Hause dich anbeten mit allen Gläubigen. Walte über uns bei Tag und Nacht, daß wir verharren in deiner Liebe und Gemeinschaft. Laß uns dereinst in Frieden zur letzten Ruhe eingehen und darnach mit Froh— locken auferstehen zum ewigen Sabbat deiner Heiligen im Himmel. Das wollest du uns verleihen aus lauter Gnade und Barmherzigkeit durch Jesum Christum! Amen. 19. Kindergebete. Lieber Gott, mach mich fromm, daß ich in den Himmel komm. Amen. Ich bin klein; mein Herzchen ist rein. Soll niemand drin wohnen als Jesus allein. Amen. Morgengebete. Wie fröhlich bin ich aufgewacht; wie hab ich geschlafen sanft die Nacht! Hab Dank, du Vater im Himmel mein, daß du hast wollen bei mir sein. Nun sieh auf mich auch diesen Tag, daß mir kein Leid geschehen mag. Amen. Des Morgens, wenn ich früh aufsteh, und abends, wenn ich schlafen geh, sehn meine Augen, Herr, auf dich; Herr Jesu, dir befehl ich mich. 398 ns. llen ben alle wir dich icht, uns roh⸗ mel. gkeit Morgen- und Abendgebete. Nimm du dich deines Kindleins an und führ mich auf der rechten Bahn, auf daß ich freudig diesen Tag in deinem Frieden schließen mag. Amen. Ach lieber Gott, behüte mich und meine Eltern gnädiglich; auch mein Geschwister vor Gefahr mit deinem starken Arm bewahr. Und alle, die uns sind verwandt, beschütz durch deine Vaterhand. Behüte mich vor aller Sünd; hilf, daß ich werd ein frommes Kind. Abendgebete. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein. Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: dies Kind soll unverletzet sein. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben kein Unfall noch Gefahr. Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen Amen. ums Bett und seiner Engel Schar. Amen. Gott, der du heute mich bewacht, beschütze mich auch diese Nacht! Du wachst für alle, Groß und Klein; drum schlaf ich ohne Sorgen ein. Amen. Müde bin ich, geh zur Ruh, s. Nr. 399 436. AIFF —.— U— x . A NI I. I ö ö 1* 40 N V ö II. Gebete.— Tischgebete. II. Cischgebete. Vor dem Essen. 1. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine Hand auf und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Diese Speise segne uns Gott der Vater, der Sohn und der heilige Geist! Amen. 2. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Luther. 3. Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast. Amen. 4. Speis uns, o Gott, deine Kinder, tröste die betrübten Sünder; sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Amen. Nach dem Essen. 1. Danket dem Herrn; denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Christum unsern Herrn, für alle deine Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewig— keit. Amen. 2. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht Not; du bist das wahre Lebensbrot! Amen. 3. Wir danken Gott für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben; wir bitten unsern lieben Herrn, er woll auch ferner sie beschern und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns geben nach dieser Welt das ewge Leben. Amen. 400 dem ein wiede und lieblic mütig Volk, lieben Leben ewige thürer des H finder Geiste und und alle, der G und deiner allen aufme mit 5 dem 6 Herrn Festgebete. III. Fesgebete. 1. Advent. hnen üllest Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt in Gott dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Matth. 21, 9. deius ö Barmherziger, ewiger Gott! Mit Dank und Freude gehen wir ö ein in die Thore, die du uns heute aufthust. Deine Liebe will durch wieder neu werden; deines Volkes willst du dich von neuem annehmen cher. und herzlich erbarmen. Ein neues Kirchenjahr ist angebrochen; die wuns liebliche Adventszeit ist gekommen. Zions König kommt gezogen sanft⸗ mütig und von Herzen demütig, um zu besuchen und zu erlösen sein übten Volk, um unter uns zu wohnen, zu wirken und zu walten, uns zu uns lieben und zu segnen, damit uns auf der Pilgerschaft das Brot des hrung Lebens nicht mangele, damit wir gewinnen die Wasser, welche in das nmen. ewige Leben fließen. Wir wollen mit Freuden aufthun unsere Herzens⸗ thüren. Wir wollen rufen und bitten: komm herein, du Gesegneter des Herrn; wo sollte ich Trost und Frieden, Leben und Seligkeit finden, wenn du draußen bliebest? Schenke uns die Kraft deines Güte Geistes, neu zu werden, unsrer Seelen Seligkeit zu schaffen mit Furcht und Zittern. Hilf, Herr, damit dein Feigenbaum, welchen du gepflanzet unsern und so treulich gepfleget hast, dir reichliche Früchte bringe. Ewig⸗ Du dreieiniger Gott, segne uns das neue Kirchenjahr. Segne ö alle, welche zu Dienern am Wort bestellt sind, samt allen Gliedern Gas der Gemeinde und deiner ganzen Kirche. Segne jeden Gottesdienst 4 und alle kirchlichen Anstalten. Segne unser Gebet und den Gebrauch st das deiner heiligen Sakramente. Wirke, o Gott, mit deinem Geiste in allen Herzen, in allen Häusern, in allen Gemeinden, daß alle sich fangen[aufmachen, dem Heiland entgegen zu gehen und ihn aufzunehmen eschern Jmit Freuden. er und Mache dich auf, Zion, denn dein König kommt. Hosianna elt das[dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Amen. 401 26 Gebete. 2. Weihnachten. Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Luk. 2, 11. D Ewiger und allmächtiger Gott! Du hast also die Welt geliebt, daß du deinen eingebornen Sohn gabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Wir danken dir dafür von Grund unserer Herzen und loben deine große Barmherzigkeit, daß uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, dein Sohn Jesus Christus, und unser Fleisch und Blut an⸗ genommen, damit er durch sein Leben unser Leben heilige und durch seinen Tod dem Tode die Macht nehme und Leben und unvergäng— liches Wesen an das Licht bringe. Wir bitten dich herzlich, ver— leihe uns die Gnade, daß wir dir unser Leben lang danken und von Tag zu Tag mehr erkennen, wie uns dein Sohn gemacht ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und Erlösung, daß wir alles für Schaͤden achten gegen die überschwengliche Erkenntnis Jesu Christi. Gieb, daß wir an ihn, unsern Heiland, aufrichtiz glauben, uns ihm gänzlich ergeben, ihm willig dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit und durch ihn deine Kinder und Miterben sein mögen deiner ewigen Herrlichkeit. Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. 3. Jahreswechsel. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mit Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmo und Erde gemacht hat. Ps. 121, 1. 2. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater! Wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgerschaft auf Erden zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein neues an. Ach, Hern und Gott, wie groß ist deine Gnade, die du uns seither erzeigt hast da wir doch durch unsere Sünden so viel Strafen verdient hätten. Wir rühmen und preisen deine große Barmherzigkeit und danken di für alle deine Güte und Treue.— Wir bitten dich aber auch durh deinen Sohn, unsern Heiland, gehe nicht mit uns ins Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Missethat, sondern vergieb uns unsen Sünden und führe uns auf deinen Wegen. Fange an, o Vaten, 40² uns keit, Tros Jahr bedüt Getri erhal erbar alle Vätet Krieg und im L unser Sünd unser versor die K lieben Joh. hast leben einge gegeb Jesus durch Arbe Miss dich wund auf sind groß „ der eliebt, in ihn haben. deine 18 der ut an⸗ durch rgäng⸗ h, ver⸗ en und acht ist g, daß enntnit ufrichtiz eiligkei en sein Friede hen mit Himmel r haben u Ende ch, Hert eigt hast t hätten. nken dir ch durch icht um 5 unsen o Vates, Festgebete. uns aufs neue zu segnen. Gieb uns rechte Zuversicht und Freudig⸗ keit, rechten Glauben, rechte Liebe und rechte Werke. Sei unser Trost und unsere Hilfe in aller Trübsal, und weil wir im neuen Jahre, wie in unserer ganzen Lebenszeit, vor allem deines Schutzes bedürftig sind, so halte deine Gnadenhand väterlich über uns. Getreuer Gott, erhöre unser Gebet und erbarme dich aller Menschen; erhalte uns dein reines Wort; heilige alle Lehrer und Prediger; erbaue Kirchen und Schulen; behüte uns vor falscher Lehre; stärke alle Regenten; fördere jeden guten Rat und jede gute That. Segne Väter und Mütter; regiere Kinder und Gesinde. Bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, vor Feuers⸗ und Wassersnot, vor Teurung und Krankheiten. Kröne das Jahr mit deinem Gut. Gieb Frieden im Lande, unseren Herzen Frieden, unserem Leibe Gesundheit. Segne unsere Nahrung und fördere das Werk unserer Hände. Bekehre die Sünder, stärke die Frommen, bringe zurecht die Irrenden, erleuchte unsere Feinde, wehre aller Verfolgern, schütze Witwen und Waisen, versorge die Armen, tröste die Elenden, errette die Bedrängten, pflege die Kranken, sei bei den Sterbenden, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unseren Heiland und Erlöser. Amen. 4. Karfreitag. Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Joh. 1, 29. Herr Gott, heiliger, barmherziger Vater, der du kein Gefallen hast an unserem Tode, sondern willst, daß wir uns bekehren und leben, in tiefer Demut preisen wir deine Gnade, daß du deines eingebornen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahin⸗ gegeben hast zum Opfer und Lösegeld für unsere Sünden.— Herr Jesus Christus, du Mittler des neuen Bundes, demütige uns heute durch den Anblick deines Leidens und Sterbens. Wir haben dir Arbeit gemacht mit unsern Sünden und Mühe gemacht mit unsern Missethaten. Fürwahr, du trugst unsre Krankheit und ludest auf dich unsre Schmerzen. Du bist um unsrer Missethat willen ver⸗ wundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt ö. auf dir, auf daß wir Frieden hätten, und durch deine Wunden sind wir geheilet. Treuer Heiland und Versöhner! Du hast das große Werk unserer Erlösung vollbracht. O laß dein Sterben unser 403 26⁵ Mu Gebete. AU Leben, deine Gerechtigkeit unser Heil, deinen Todeskampf unsern Sieg des§ ö und ewigen Frieden werden. Ergreife uns mit der Hand deines Erhal W heiligen Geistes und versetze uns in die Gemeinschaft deines Lebens, daß erstehr ö unser alter Mensch samt dir gekreuzigt und begraben werde in den Reich Ail Tod und wir zu einem neuen Leben mit dir auferstehen. Entzünde dem IIANN unsere Herzen durch die Liebe, damit du uns geliebt hast bis in unsere Hah den Tod, daß wir dich wiederum lieben mit rechter Inbrunst des Geree u Geistes und dir dein Kreuz nachtragen im Glauben und in Geduld. Kirche MuaN Herr Jesu, wie du selbst deinen Geist befohlen hast in die Hände ihr 8 H deines himmlischen Vaters, so befehlen auch wir im festen Vertrauenbetrüh ö auf die Kraft deiner Erlösung unsern Geist ganz samt Seele und Besche Leib in deine allmächtige Hand.— Laß, Herr, das Wort vomgang R Kreuz eine Gotteskraft und Friedensbotschaft werden bei allen Menschen himm! IN und unter allen Völkern, damit auch die, welche noch ferne stehen, W erlöst werden von ihren Sünden und samt uns deine Gnade und W Herrlichkeit rühmen. Denn du, Herr, hast uns erkauft mit deinem ö Blute; du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft und MMNNNN Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ist, d RM dem,! 5. Ostern. RN sagen Gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der armen ö V uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer welche MN lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den, sitzet; Toten I. Petri 1, 3. auch Wir loben und preisen dich, barmherziger Gott, und danken iehen, W dir von Herzen, daß du deinen Sohn, Jesum Christum, den großen himml Hirten der Schafe, ausgeführt hast von den Toten und ihm die! Beruf Herrlichkeit gegeben, welche er hatte, ehe denn die Welt war. Und n H dir, du großer Siegesfürst, sei ewig Ehre und Preis gebracht für lbel. x deine unaussprechliche Liebe und den Segen deiner Auferstehung. sier a Stärke und mehre unsern schwachen Glauben, daß wir gewiß werden, dich n du seiest um unserer Sünden willen gestorben und um unserer deiner Gerechtigkeit willen auferweckt. Wirke in uns durch deine Gnade, 1 daß wir die Frucht und Kraft deiner herrlichen Auferstehung recht ö ö an unseren Seelen erfahren und den beständigen Trost empfinden, N daß weder Tod noch Hölle uns schrecken können. Erwecke uns durch] gewisse deinen Geist zu einem neuen Leben in dir und stärke uns, die Lüste deinen . 404 Sieg deines „ daß n den tzünde, his in st des zeduld. Hände trauen le und t vom enschen stehen, de und deinem Ft und sti, der u einer on den danken großen hm die Und icht für“ stehung. werden, unserer Gnade, ng recht pfinden, 8 durch ie Lüstt Festgebete. des Fleisches zu besiegen und die Werke des Geistes zu vollbringen. Erhalte uns und unsern Nachkommen die Predigt von deiner Auf⸗ erstehung. Sei mit allen, die für dein Reich arbeiten, damit das Reich dieser Welt seine Macht verliere auf Erden. Kehre ein mit dem Segen deiner Auferstehung in alle Häuser und gieb, daß in unserem Lande deine Ehre wohne, Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Komme zu Hilfe deiner bedrängten Kirche und erwecke auch sie zu neuem Leben und neuer Kraft; gieb ihr Sieg gegen ihre Feinde. Tröste mit deiner Osterbotschaft alle betrübten Herzen und errette alle, die in Not und Gefahr sind. Beschere uns durch die Kraft deiner Auferstehung einen seligen Heim— gang zu deinem und unserem Vater und gieb, daß wir mit dir in himmlischer Freude und Herrlichkeit ewig leben mögen. Amen. 6. Himmelfahrt. Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, das droben ist, nicht nach dem, das auf Erden ist. Kol. 3, 1. 2. Allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesu Christi! Wir sagen dir von Herzen Dank für deine große Gnade, die du uns armen Sündern erzeigt hast durch deinen Sohn, unsern Herrn, welcher auferstanden ist von den Toten, aufgefahren gen Himmel, stzet zu deiner Rechten und vertritt uns. Wir bitten dich, du wollest auch uns erwecken aus dem Grabe aller Sünden und zu dir hinauf zehen, daß wir allein Lust, Liebe und Verlangen haben nach den himmlischen Gütern. Laß unsern Leib auf Erden leben und seines Berufes warten, unser Herz aber, Gedanken und Sinne laß bei dir im Himmel sein. Behüte und bewahre uns vor Sünden und allem übel. Erhalte uns in deiner wahren Erkenntnis, so lange wir noch hier auf Erden zu leben haben, bis wir einst ganz zu dir kommen, dich von Angesicht zu Angesicht sehen und ewig bei dir bleiben in deiner Herrlichkeit. Amen. 7. Pfingsten. Schaffe in mir, Gott, ein rein Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Pf. 51, 12. 13. 405 Gebete. O Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen so gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geist am Feste der Pfingsten besucht und begabt hast, gieße diesen deinen Geist auch über unsere dürren, verschmachtenden Herzen aus; erquicke doch dein Erbteil und labe die Elenden. Komm, so vielfältigen Gaben, daß wir die großen Thaten Gottes, welche durch Jesum Christum geschehen, wahrhaftig erkennen und preisen und mit neuen Zungen dein Wort reden, rühmen und ausbreiten. Erfülle deine Kirche, welche durch dich gegründ ndet ist, und laß sit immerdar deine Wohnung sein. Entzünd ide uns mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe und verzehre allen sündlichen Willen. Zünde — an das Licht deiner Wahrheit, daß wir inbrünstig mit rechtem Erni und Eifer unserm Gotte dienen. O du Geist des Friedens, ver⸗ binde unsere Herzen mit deinem Bande des Friedens, daß wir in Sanftmut und Demut, in Friede und Einigkeit beieinander bleiben und leben. O du Geist der Geduld, gieb uns Geduld in Leidens⸗ zeit und bis ans Ende Beständigkeit. O du Geist des Gebets, erwecke unsere Herzen, damit wir sie zu Gott erheben und ihn in allen Nöten anrufen. Und da wir nicht wissen, was wir bitten sollen, noch wie es sich gebührt, so vertritt du uns mit unaussprech⸗ lichem Seufzen. Sei unser Schutz in der Not, unsere Hilfe in Trübsal, unser Trost in aller Widerwärtigkeit. Komm, du starke Gott, und stärke die Schwachen, lehre die Elenden deinen Woh hilf den Gefallenen auf, bringe die Irrenden zurecht und erhalte sil bei deiner treuen Hand. Komm, o du ewiges Licht! Sei unse Licht im Finstern, unser. im Leben, unser Trost im Sterbeh und führ uns auf ebner Bahn zum ewigen Leben, damit wir dich, heiliger Geist, samt dem Vater und dem Sohne mit allen Engah und Auserwählten dort in deinem Reiche rühmen und preisen imm und ewiglich. Amen. 8. iche Bei reichlicher Ernte. Aller Augen warten auf 661 und du giebst ihnen ihre Spesß zu seiner Zeit. Du thust deine Hand auf und erfüllest alles, wos lebet, mit Wohlgefallen. Ps. 145, 15. 16. Herr unser Gott, du treuer und allgütiger Vater, unser Mud soll heute deines Lobes und Preises voll werden. Deine allmächtih 406 o heiliger Geist, und ziere uns mit deinen Han' unser und Sege Herr. gesser uns und uns du a bei d daß die g sein die e zum samm herzig deine nung hast verni uns Liebe gaben Gewi heit deine du d Felde bist d den ig und besucht dürren, id labe deinen welche preisen breiten. laß sie Feuer Zünde m Ernst 8, ver⸗ wir in bleiben Leidens⸗ Gebetz, ihn in 1 bitten Ussprech⸗ Hilfe in 1 starke n Weg, halte sie ei unser Sterben wir dich 1 Engehh n immei re Speis les, was er Mund (lmächtis Festgebete. Hand hat sich segnend über unsere Fluren ausgebreitet. Du hast unsern Feldern Frühregen und Spätregen zu feiner Zeit gegeben und hast das Gewächs des Landes so reich gemacht, daß bei des Segens Menge die Räume zu enge werden. Das danken wir, o Herr, deiner großen Güte.— Wir bitten dich, laß uns nicht ver⸗ gessen, daß alle diese Erntegaben dein Eigentum sind. Du hast sie uns gegeben, daß wir als deine Haushalter nach deinem Willen und Wohlgefallen sie genießen und anwenden sollen. So behüte uns vor Geiz und Habgier, üppigkeit und Verschwendung.— Was du an uns gethan hast, das laß uns auch an anderen üben und bei dem reichen Segen der Dürftigen nicht vergessen, weil wir wissen, daß solche Opfer dir wohlgefallen Laß uns des großen Erntetages stets eingedenk sein, an welchem die ganze Erde das Feld und alle Völker der Erde die reife Ernte sein werden, und deine Engel, die Schnitter, werden kommen und die Sichel anschlagen und werden das Unkraut in Bündlein binden zum Verbrennen, den guten Weizen aber in die himmlischen Scheunen sammeln. Du großer Herr der Ernte, du Gewalti iger und Barm⸗ herziger, hilf uns, daß auch wir dann als edle gute Garben in deinem Reiche gesammelt werden. Amen. Bei kärglicher Ernte. Sei nur 1 zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoff⸗ nung. Ps. 62, Herr Gott Zebaoth, du Schöpfer Himmels und der Erde, du hast nach deinem unerforschlichen Ratschluß unsere Erntehoffnungen vernichtet und große Heimsuchung über uns gebracht. Wir beugen uns in Demut unter deine gewaltige Hand. Gieb nur, daß dein Kebesrat an uns erfüllt werde und der Mangel an irdischen Ernte⸗ gaben uns antreibe, um so eifriger nach dem zu trachten, was ewigen Gewinn bringt. Behüte uns vor allem Murren und aller Unzufrieden⸗ heit mit deinem Thun und Walten. Stärke unsern Glauben an deine fürsorgende Liebe und das Vertrauen auf deine Hilfe. Der du die Vögel unter dem Himmel ernährst und die Lilien auf dem Felde kleidest, wirst auch uns nicht verlassen noch versäumen. Du bist der ewig reiche Gott, der allem Mangel steuern kann. Gieb uns den Geist des Gebets, täglich vor dich zu bringen, was unser Herz 407 Gebete. bekümmert und beschwert, und laß es uns täglich erfahren, daß es dir an Mitteln niemals fehlt, dich uns mit Trost und Hilfe zu beweisen. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarme dich auch über uns. Es kommt die Zeit, in welcher alles Darben auf ewig ein Ende hat und alles Seufzen und Klagen sich in ein Lob deiner wunderbaren Güte verwandeln wird. Deine Güte, o Herr, sei über uns, wie wir auf dich hoffen. Amen. 9. Reformationsfest. Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 1. Kor. 3, 11. O heiliger wahrhaftiger Gott und Herr! Wie können wir Loh und Dank genug gegen dich aussprechen, daß du nach so langer Finsternis dein seligmachendes Evangelium aus großer Barmherzigkeit wieder ans Licht gebracht und durch treue Zeugen und Bekenner desselben unsere Kirche von verderblichen Irrtümern und Menschen— satzungen so herrlich gereinigt hast. Gieb ferner Gnade, daß wit dein untrügliches Wort, wie es dein Geist den Propheten und Aposteln gegeben hat, samt den heiligen Sakramenten lauter und unverfälscht behalten. Wende unsre Herzen ab von unnützer Lehre, von Irrtum und Verführung. Wehre allen Feinden unseres Glaubens, daß keiner mit List oder Gewalt deine Schafe zerstreue und uns der gesunden und erquickenden Weide deines Wortes beraube. Bring auch die herbei zu deiner Herde, die noch in Unwissenheit, blindem Eifer, Unverstand und Irrtum dahingehen. Suche die Verlorenen, heile, die an ihrer Seele Schaden genommen haben. Heilige uns alle in deiner Wahrheit, daß wir nicht durch gottloses Leben deiner Kirche zur Schande gereichen, sondern würdiglich wandeln dem Evangelium und dasselbe in aller Widerwärtigkeit mit Worten und Werken bekennen. Siehe mit Gnade an den Weinberg, den du durch Jesum Christum gepflanzt und bisher gesegnet hast. Herr, du wollest ung vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Dir sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 10. Bußtag. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir; Herr, höre meine Stimma, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. So di 408 will bei grof und Her hab Wel fälti wen uns zum dein rein dein löste Geif gute werd Ma an von unse aller den gnäd wehr uns und dir erwe an, befel daß es lfe zu rbarme Darben in ein Herr, n, der hir Lob langer rzigkeit sekenner enschen⸗ iß wir (posteln erfälscht Irrtum keiner esunden uch die Eifer, „ heile, alle in Kirche ngelium Werken )Jesum lest un Macht Stimme, So du Festgebete. willst, Herr, Sünden zurechnen, Herr, wer wird bestehen? De bei dh ist die Detgehurng, daß Iihnsiin 0 190. Herr, Herr Gott, barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue, der du vergiebst Missethat, übertretung und Sünde, wir treten vor deinen Thron und bekennen mit demütigem Herzen, daß wir alle mannigfach wider dich gesündigt haben. Wir haben dich, unsern Gott und Herrn, oftmals verlassen, haben der Welt und unserm Fleische gedient und deine heiligen Gebote viel— fältig übertreten. Wenn du gerufen, haben wir nicht geantwortet; wenn du gedroht, haben wir vom Bösen nicht abgelassen; wenn du uns gezüchtigt, haben wir uns nicht gedemütiget. Ja wir sind all⸗ zumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten. Darum kommen wir jetzt zu dir und bitten im Namen Jesu, deines lieben Sohnes: vergieb uns unsere Schuld und mache uns rein von allen unseren Sünden. Sieh uns an mit den Augen deiner Barmherzigkeit, nicht als die Gefallenen, sondern als die Er— lösten in Jesu Christo, deinem Sohne. Schenke uns deinen heiligen Geist, daß er uns erleuchte, reinige und erneuere. Hilf uns den guten Kampf des Glaubens kämpfen und laß uns unsträflich erhalten werden bis ans Ende. Nimm dich deiner Kirche gnädig an und schütze sie wider alle Macht und List des Feindes. Segne die Predigt deines Wortes an allen Seelen und bewahre uns, daß der gute Same nicht wieder von unsern Herzen genommen werde. Laß deine Hilfe widerfahren unserm Vaterlande, unserm teuren Kaiser samt seinem ganzen Hause, allen Obrigkeiten unsers Landes und unsern Gemeinden. Laß unter den Unruhen und Stürmen dieser Zeit unser Vaterland deiner gnädigen Obhut befohlen sein. Sei unserm Volke eine starke Schutz⸗ wehr gegen alle Feinde und Gefahren, die ihm drohen; bewahre uns unter dem Schatten deiner Flügel in rechter Einigkeit, Liebe und Treue. Erbarme dich eines jeden, der heut mit bußfertigem Herzen zu dir aufblickt. Und wer noch verhärtet ist in Unbußfertigkeit, den erwecke du, o Herr, so lange es noch Zeit ist, und treibe ihn kräftig an, rechtschaffene Früchte der Besserung zu bringen. Alle Kranken und Notleidenden, alle Betrübten und Angefochtenen befehlen wir deiner treuen Vaterliebe. Laß in jeder Anfechtung 409 Gebete. deinen heiligen Geist die Herzen regieren, stärken und trösten, und jede Trübsal laß geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet werden. Welche du aber abberufen willst aus diesem Leben, in denen verherrliche deine Macht und Gnade, daß sie in getrostem Glauben von hinnen scheiden und die Seligkeit erlangen, die du uns bereitet hast durch Jesum Christum. Amen. 11. Schluß des Kirchenjahres und Totenfeier. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach. Offenb. 14, 13. Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für; der du die Menschen lässest sterben und sprichst: kommet wieder, Menschenkinder! Wir gedenken heute unsrer teuren Entschlafenen, insonderheit derer, welche du im vergangenen Kirchenjahre aus diesem Leben abgerufen hast. Wir danken dir, daß du dich an keinem unter ihnen, so lange sie auf Erden wandelten, unbezeugt gelassen hast, und befehlen sie deiner Barmherzigkeit. Wir gedenken auch derer, die zurück— geblieben sind. Tröste sie mit dem Worte des Lebens. Sei du ihre Stütze und erquicke sie durch dein Nahesein. Lehre auch uns bedenken, daß es ein Ende mit uns haben muß und unser Leben ein Ziel hat und wir davon müssen. Ja, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Verleihe, barmherziger Vater, daß keiner unter uns ohne Buße sterbe und ohne den seligmachenden Glauben an Jesum Christum, der sein Leben zum Lösegelde für uns gegeben hat und unser Friede ist. Reinige uns durch deinen heiligen Geist von allen Werken des Fleisches und stärke uns täglich zu neuem Eifer in der Heiligung, auf daß wir, wenn du uns rufest, bereit sein mögen. Dein Licht erleuchte uns, deine Barmherzigkeit führe uns, deine Hand schütze uns, deine Gnade helfe uns und schenke uns den Eingang zu deiner Herrlichkeit. Sei mit uns, o Jesu, wenn der letzte Augenblick nun da ist, und erscheine unsern Seelen, wie du für uns gelitten und unsre Sünden getragen hast. Hilf uns, daß wir einen guten Kampf kämpfen und Glauben halten, auf daß wir die Krone des Lebens erlangen. Erhalte uns im Glauben an dich und in der Liebe zu dir und stärke uns, gern um deinetwillen in der Welt zu leiden, so 410 wit un geg seh geä Ps. und enen, aus daß igkeit Imen. uan. ihre u die nder! derer, erufen n, so fehlen urück⸗ ei du ) uns Leben „daß Buße istum, Friede in des igung, Licht schütze deiner ck nun uund Kampf Lebens ebe zu hen, so Beicht- und Abendmahlsgebete. wirst du uns auch mit dir zur Herrlichkeit führen. Mache uns treu und erfülle dann an uns die Verheißungen, die du den Deinen gegeben hast, daß sie sein sollen, wo du bist, und deine Herrlichkeit sehen! Amen. IV. Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 1. Beichtgebet. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstet und zerschlagen Herz wirst du, Gott, nicht verachten. Ps. 51, 19. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! ich armer, elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missethat, die ich begangen mit Gedanken, Worten und Werken, damit ich dich jemals erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewiglich verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner unergründlichen Barmherzigkeit und um des unschuldigen bittern Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest mir armen sündhaften Menschen gnädig und 2. rzig sein, mir alle meine Sünden vergeben und mir zu meiner Besserung deines Geistes Kraft verleihen. Amen. 2. Vor dem heiligen Abeudmahl. Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Ps. 23, 1—3. Herr Jesus Christus, mein getreuer Hirte und Bischof meiner Seele, du hast gesagt: ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Siehe, ich komme zu dir und bitte dich, du selbst wollest mich recht bereiten und zum würdigen Gast deines 41¹ Gebete. himmlischen Mahles machen. Bewahre mich davor, daß ich unwürdig von diesem Brote esse und von diesem Kelche trinke und damit mir selbst esse und trinke das Gericht. Gieb rechte Reue über meine Sünden in mein Herz und festen Glauben an dein heiliges Verdienst zum Trost in meine Seele. Gieb mir auch einen demütigen und versöhnlichen Sinn, daß ich meinen Feinden vergebe, und tilge in mir die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit. Pflanze in mein Gemüt herzliche Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Bruder und Nächsten, ja alle Menschen, wie mich selber in dir lieb habe. Ach, Herr, reinige mich, erleuchte mich; mache meine Seele reich in dir. Erfülle mein Herz mit Gottseligkeit, Heiligkeit und Gerechtigkeit; erfülle es mit deiner Gnade, mit deinem Geiste, deiner Liebe, deiner Demut und Sanftmut, deiner Geduld und deinem Frieden. Du wahrhaftiges Brot des Lebens, speise mich zum ewigen Leben. Nur in dir habe ich volles Genüge; darum bleibe ewig in mir und laß mich ewig in dir bleiben, wie du gesagt hast: wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Amen. 3. Vor dem Hintritt zum Tisch des Herrn. O Gott, sei mir armen Sünder gnädig; gieb deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen. 4. Nach dem heiligen Abendmahl. Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich. Ps. 86, 12. Barmherziger Gott und Vater, ich lobe und preise deinen heiligen Namen und danke dir für deine unaussprechliche Güte, daß du mich armen, unwürdigen Sünder mit dem Leibe und Blute deines Sohnes Jesu Christi gespeist und getränkt hast. Ach, Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan hast. So hilf mir denn, getreuer Gott, daß mir dieses Mahl gedeihen möge zur Stärkung meines Glaubens und meiner 412 Liel Ged Ma anh dein setze mög Ein lisch wele Pre wir uns dir und Mit mit frohe und sage in d mit bleib deine Kreu Frie ürdig mir meine dienst und ze in mein ruder habe. Seele und deiner einem wigen ig in wer id ich Imen. iligen iglich wissen olches ehre deinen „daß Blute Herr, mir dieses neiner Gebete für besondere Tage. Liebe gegen die Brüder, zum Wachstum in der Gottseligkeit, zur Geduld im Leiden und dereinst zu einem freudigen seligen Sterben. Mache mich fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, laß mich anhalten am Gebet, auf daß ich die guten Vorsätze, welche ich durch deine Gnade gefaßt habe, durch deine Kraft nun auch ins Werk setzen und alle Anfechtungen der Welt und des Fleisches überwinden möge. Erhalte deine Kirche im rechten Glauben und in wahrer Einigkeit des Geistes und hilf uns allesamt aus zu deinem himm— lischen Reiche, das du aufgerichtet hast durch Jesum Christum, welchem samt dir und dem heiligen Geiste sei Dank, Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit von nun an bis in Ewigkeit. Amen. V. Gebete für besondere Tage des häuslichen Lebens. 1. Am Tranungstage. Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen. 0f. 2.. Herr, unser Gott! Nun ist der Tag gekommen, an welchem wir vor deinen Altar hintreten wollen, um in deinem heiligen Namen uns miteinander für unser ganzes Leben zu verbinden und uns von dir segnen zu lassen. Du warst bis dahin unser Gott und Vater und hast uns freundlich geführt; du willst auch ferner mit uns sein. Mit dir haben wir es begonnen; du wirst uns Gnade schenken, es mit dir auszuführen. Siehe uns huldvoll an und schenke uns einen frohen gesegneten Hochzeitstag. Vergieb uns alle unsere Sünden und laß uns mit getrostem Herzen vor dein Angesicht treten. Ver⸗ sage uns, lieber Gott, deinen Segen nicht. Gehe du mit hinein in den heiligen Stand, welchen du selbst gestiftet hast. Regiere uns mit deinem Wort und Geist, leite uns an deiner Hand, sei und bleibe bei uns früh und spat. Hilf uns, daß wir beständig vor deinem Angesicht wandeln, einander zu allem Guten ermuntern, im Kreuze aufrichten, im Glücke an dir bleiben und so unser Leben im Frieden und Segen zubringen. 413 Hl + V Rn ö W N Hi I 7. N V 169½1 II WAI ö 49 WAN ö V I V * V ö l ö + •41 0 ö ö V. ö ö ö ö Gebete. Lege du selbst, Herr Jesu, in uns den wahren Grund in Glauben und Liebe und gieb uns untereinander Geduld im Leiden, Sanftmut und Nachsicht bei allen Schwachheiten und Gebrechen. O hilf uns und laß es uns wohl gelingen. Wir harren deines Segens und getrösten uns deiner Hilfe. Segne uns, o Herr; hilf uns. Segne unsern Ausgang, segne unsern Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 2. Nach der Geburt eines Kindes. Lieber Herr Gott, himmlischer Vater! Wir danken dir, daß du unser Haus gesegnet und uns ein Kindlein geschenkt hast uns zur Freude und dir zur Ehre. Du hast gnädiglich gewacht über der Mutter dieses Kindleins, hast sie bewahret vor allerlei Schaden, hast sie getröstet und gestärkt in ihren schweren Stunden, und nun, da das Kind zur Welt geboren ist, freuen wir uns und sind fröhlich und sagen dir, Herr unser Gott, Dank für solche deine Gnade und herzliches Erbarmen, befehlen dir auch dies Kindlein in deine Vater⸗ hände; denn du bist ja der rechte Vater über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Du wollest ihm Leben und Odem bewahren und dein Angesicht über ihm leuchten lassen, es aufnehmen in deine heilige Kirche und Gemeinde, es zu deinem Kind und Erben machen, es treulich führen und leiten durch dies arme Leben und dereinst eingehen lassen zur Herrlichkeit der Kinder Gottes in deinem seligen Himmelreiche. Dazu hilf, o Gott der Gnade, diesem Kindlein und uns allen. Amen. 27.2 3. Vor der Taufe eines Kindes. O Herr Jesu Christe, unser einiger Heiland, Trost und Selig⸗ macher, du hast ein herzliches Wohlgefallen an den Kindlein, die zu dir gebracht werden, und nimmst sie gern an zum ewigen Leben. Denn du hast gesagt: lasset die Kindlein zu mir kommen; den solcher ist das Reich Gottes. Auf dies dein Wort bringen wir dies Kind durch unser Gebet zu dir und bitten: nimm es an und laß es deiner Erlösung, die du uns am Kreuz durch dein bitteres Leiden und Sterben erworben hast, durch die heilige Taufe teilhaftig werden zeichne es in deine Hände und laß es dein sein und bleiben zu seiner Seelen Seligkeit um deines heiligen Namens willen. Amen, 4¹⁴4 rech Erd Kin daß Sol bitte Kin und dein zum Erb unse an sich Lenk Ewi begi den kan und Kinn Leid neue nim bis mein was id in eiden, echen. deines hilf in an „daß t uns über haden, nun, röhlich 3e und Vater⸗ Kinder n und en, es n Kind arme Gottes Gnade, Selig⸗ die zu Leben. denn dir dies ind laß Leiden werden; iben zu Amen. Gebete für besondere Tage. 4. Nach der Taufe eines Kindes. Allmächtiger, ewiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du der rechte Vater bist über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden, wir sagen dir von Herzen Lob und Dank, daß du dieses Kindlein uns geschenkt und bisher behütet und nun verliehen hast, daß es durch die heilige Taufe der Gemeinschaft deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, einverleibt worden ist. Wir bitten dich herzlich, du wollest dieses Kind, welches nunmehr dein Kind und Erbe geworden ist, bei der empfangenen Wohlthat erhalten und Gnade geben, daß es nach allem deinem Wohlgefallen zur Ehre deines Namens treulich auferzogen werde, im wahren Glauben bis zum seligen Ende beständig verbleibe und endlich das verheißene Erbteil im Himmel mit allen Heiligen empfange durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 5. Am Konfirmationstag eines Kindes. Allmächtiger Gott, du Vater der Barmherzigkeit! Wir befehlen an diesem Tage unser Kind, das heute sein Bekenntnis ablegen und sich dir zum Eigentum angeloben will, in deine treuen Vaterhände. Lenke du selbst seinen Sinn vom Eitlen und Vergänglichen auf das Ewige und Himmlische hin. Schenke ihm ein aufrichtiges, heils⸗ begieriges Herz, das im Glauben an dich und in der Liebe zu Jesu den Frieden findet, den die Welt nicht geben und auch nicht nehmen kann. Hilf ihm wachen, fest und stark sein in den Versuchungen und Kämpfen dieses Lebens. Lege du, treuer Heiland, unserem Kinde deine Hand segnend auf das Haupt; segne es in Freud und Leid, in Zeit und in Ewigkeit. Amen. 6. Gebet eines Kindes am Tag der Konfirmation. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Psalm 51, 12 u. 13. Lieber himmlischer Vater! Von Herzen danke ich dir, daß du bis hierher mit mir gewesen bist und hast mich diesen Tag, den Tag meiner Konfirmation, erleben lassen. Meine Seele lobet dich, und was in mir ist, deinen heiligen Namen. Du hast Großes an mir 415 Gebete. gethan, getreuer Gott und Vater. Schon in der heiligen Taufe hast du mich als dein Kind angenommen. Du hast mich unterweisen lassen in dem Worte der Wahrheit und des Lebens. O Gott und Vater, segne mir nun den heutigen Tag meiner Konfirmation. Ge⸗ denke nicht meiner Sünden und Übertretungen,— gedenke meiner nach deiner großen Barmherzigkeit. Stärke mich mit deinem heiligen und guten Geist. Hilf mir, die Sünde zu überwinden, die böse Lust zu bekämpfen und dir zu dienen in einem geheiligten Lebenswandel. Gieb mir Kraft, mein Gelübde zu halten. Segne mich, o Gott und Vater, für Zeit und Ewigkeit. Amen. 7. Am Geburtstag. O Gott, Schöpfer und Erhalter meines Lebens! Groß ist deine Barmherzigkeit und Treue, die mich heut abermals den Tag erleben läßt, an welchem ich das Licht dieser Welt erblickt habe. Bis hier— her hast du mir geholfen; o mein Gott, wie kann ich all das Gute aufzählen, womit du mich von Kindesbeinen an so väterlich gesegnet hast, und dir würdig dafür danken? Ich will dich)preisen, so lange ich lebe, und deinem Namen Lob sagen, so lange ich hier bin. Mit dem heutigen Tage fängt ein neuer Abschnitt meines Lebens an. Ach Herr, versenke alle Verschuldungen meiner bisherigen Jahre und Tage in das Meer der Vergessenheit. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner vielfachen Übertretungen; gedenke aber meiner nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi willen. Hilf mir, mein Gott, wie ich dirs heute gelobe, mein Leben ferner ganz nach deinen Geboten einzurichten. Mein einziges Bestreben soll es sein, so zu denken, zu reden und zu handeln, wie es dir wohl⸗ gefällig ist. Allwissender Gott, du hörst mein Versprechen, du kennst aber auch meine Schwachheit und Gebrechlichkeit. Herr, ohne dich kann ich nichts Gutes vollbringen. Darum stärke mich durch deinen Geist, meine guten Vorsätze auszuführen. Verborgen ist es mir, welche Schicksale in diesem Jahre und in aller Zukunft meiner warten. Du allein weißt es, der alles, was mir begegnen soll, von Ewigkeit her beschlossen hat. Unter deiner gnädigen Leitung müssen alle Dinge zu meinem Besten dienen. Du wirst es gewiß wohl mit mir machen. Vater, dein Wille geschehe. Amen. 416 Feue einen lässef derbe Den regen Herr. dem Sün! Jesu und und hüte Nimsi und liche Will unter und womi Ewig Reich Gott Not, dir gnäd daß hast eisen und Ge— ieiner iligen Lust indel. t und deine rleben hier⸗ Gute esegnet lange Lebens Jahre ünden e aber willen. ferner en soll wohl⸗ kennst e dich deinen mir, varten. wigkeit Dinge nachen. Gebete in allerlei Not. VI. Gebete in allerlei Not. 1. Bei großem Ungewitter. O du großer und allmächtiger Gott, dem Sturmwinde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fährst wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Blitzen aus⸗ lässest,— wir armen Menschen müßten ja in einem Augenblick ver⸗ derben, wenn du deine vernichtenden Strahlen auf uns fahren hießest. Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und erzittern, wenn du deine gewaltige Hand erhebst. Herr, wir sehen und hören deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschrecklichen Rollen deines Donners. Ach gedenke nicht unserer Sünden und Missethaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Vernichte uns doch nicht mit deinem Wetter und zerschmettere uns nicht mit deinen Schlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus und Hof und die lieben Früchte des Feldes. Be⸗ hüte uns vor grausamem Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Kleinmütigkeit und ängstliche Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, herzliche Bußfertigkeit, fröh⸗ liche Hoffnung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Unwetter vorüber gehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines heiligen Zorns, womit du die Gottlosen einst in das ewige Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, Sohn und heiligen Geist, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preisen mögen! Amen. 2. Nach dem Unwetter. Allmächtiger Gott, der du gesagt hast: rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen! Wir sagen dir von Grund unsers Herzens Lob und Dank, daß du unser Gebet gnädiglich erhöret und dies böse Wetter also hast vergehen lassen, daß uns dadurch an Leib und Gut kein Schade geschehen ist. Da⸗ 417 27 ( Gebete. mit hast du abermal dein getreues Vaterherz zu erkennen gegeben, daß du nicht mit uns nach unsern Sünden handeln und uns nicht nach unserer Missethat vergelten willst. N Verleihe uns, barmherziger Vater, daß wir uns bei solchen deinen Aeue Rue ernstlichen und väterlichen Warnungen beständig bessern, in deiner Hen Furcht hinfort leben und auf die Zukunft deines lieben Sohnes, da 2— Rh diese Erde vergehen wird, uns gefaßt und bereit machen. Hilf un an s wachen und beten, damit wir ihm mit Freuden entgegengehen und Har TMNAN den neuen Himmel, in welchem Gerechtigkeit wohnen wird, mit Jauchzen ns und Frohlocken einnehmen und mit dir in deinem seligen Anschauen n Wsbh ewiglich besitzen mögen, durch deinen lieben Sohn, Jesum Christum, Hant WN unsern Herrn. Amen. ran ( ö heraus an un 3. In Kriegszeiten. Wuh ů W ů ö Heiliger und barmherziger Gott, erzeige uns deine Gnade und ad d und d hilf uns. Schwere Wetter steigen auf, Kriegsgeschrei ist rings um W 0 uns her. Ach daß wir unter dem Toben der Völker deine Stimme Gott 2 M hörten und deinen Geist uns strafen ließen! Mit Langmut hast du AN uns geschont und Geduld mit uns gehabt, aber wir sind über deine ö ö Güte allzu sicher geworden, haben dein Wort vergessen, viel wider * einander gemurret, aber wenig für einander gebetet, haben auf unsere —* ö Weisheit, unser Vermögen und Werk vertraut, statt allein auf dich MM unsere Hoffnung zu setzen. In tiefer Demut kommen wir zu di geiten IAI Herr unser Gott. Laß uns eins werden in Erkenntnis unserer sägliche I Sünde, daß wir auch eins werden im Vertrauen auf deine Er. Hunger rüstung. Sei eine feurige Mauer um unser Vaterland her und Gott, . 84 T( G 5 44 0* ö barmung. Deine Gnade sei unser Trost, dein Friede unsere Kampfes⸗ herdien — erzeige dich herrlich darinnen. Wächst die Not, so mache die Liehbt du mi l. brennender, daß sie rastlos einhergehe und den Verwundeten und bist gn I Kranken Pflege bringe, den Armen und Hungernden Obdach und erweise INN Speise. Knüpfe durch die Trübsal neue Liebesbande; führe unz der un ö Wl durch Kampf und Sieg zu neuen Siegen deines Reiches und laß Damit über unserm Vaterlande einen Frieden aufgehen, der deines Namen nauen. Ehre ist. Herr Gott, sei uns gnädig, erbarme dich über uns und dich ur Ie erhöre unser Gebet um Jesu Christi willen. Amen. nicht v MRR sihe I 41⁸ Gebete in allerlei Not. zeben, 4. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten. nicht 4 0. ö Ach Herr Gott, gnädig und barmherzig, von großer Güte und Deinen Treue! Wir demütigen uns unter deine gewaltige Hand, die so deiner schwer auf uns liegt. Ach schone unser, lieber Vater, um deines 2. da lieben Sohnes Jesu Christi willen. Strafe uns nicht in deinem funs gorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns 1 und gnädig nach deiner Güte und tilge unsere Sünde nach deiner großen uchzen Barmherzigkeit. Wende deine Plage von uns, daß wir nicht ver⸗ chauen shmachten von der Strafe deiner Hand. Wende dich, o Herr, und istum, errette uns. Hilf uns um deiner Güte willen. Heile, Herr, alle Kranken und Schwachen. Sei bei ihnen in der Not, reiße sie heraus und zeige ihnen dein Heil. Nimm dich ihrer Seelen herzlich an und vergieb ihnen alle ihre Sünde. Lehre hierbei uns alle be— denken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden und mit Furcht und Zittern unsere Seligkeit schaffen. Laß uns, wenn unser de und Stündlein kommt, an deinem Worte festhalten, in Frieden hinfahren gs um und den Tod nicht sehen ewiglich. Erhöre uns, erhöre unsere Bitte, stimme Hott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. ast du(Danach lies Psalm 90 und 91.) r deine wider 5. In teurer Zeit. unsere I 3 uf dich Herr Gott, himmlischer Vater! Du siehst, daß jetzt schwere zu dit, geiten sind in unserem Lande und viel Sorge und Not um des unserer täglichen Brots willen; so laß dich den Jammer der Armen und ne Er. Hungernden erbarmen und wende die Züchtigung, die wir ja wohl ampfes berdient haben, um deiner Barmherzigkeit willen von uns. Ach lieber er und Gott, wir hätten ja längst verschmachten und verderben müssen, wenn e Liebe u mit uns hättest handeln wollen nach unsern Werken. Du aber en und bist gnädig und barmherzig gewesen, wirst dich auch künftighin also ch und erweisen. Ach Herr, gieb es uns doch zu erkennen, daß du es bist, sre un der uns heimsuchet, damit wir unsere Herzen wieder zu dir kehren, nd laß damit wir lernen dich anrufen, auf dich schauen und dir allein ver⸗ Ramens trauen. Lege deine Hand nicht allzuschwer auf uns, sondern erbarme ns und dich unser. Du wirst uns aushelfen aus aller Not, du wirst uns nicht verderben lassen. Du giebst ja den Raben ihre Speise, wenn ihre Jungen zu dir schreien, und ernährest die Vögel unter dem 419 27² Gebete. Himmel. Du wirst auch noch Mittel und Wege haben, uns unser täglich Brot darzureichen mitten in dieser Teurung. Nun, du treuer ö Gott, so laß uns deine Gnade und Barmherzigkeit schmecken und — sende uns Hilfe und Erlösung in dieser schweren Zeit um deiner Liebe und Barmherzigkeit, um deines Namens Ehre willen. Amen. VII. Gebete für Kranke und Sterbende. 1. 1. Hilf, Herr Gott, hilf in dieser Not! An mweine Thür klopft an der Tod. Steh du mir bei zu dieser Frist, Herr Jesu Christ, der du des Todes Sieger bist! 2. Ist es dein Will, zieh aus den Pfeil, der mich verwundet, hilf und heil! Rufst du zum frühen Tode mich, der Thon bin ich; mach ganz ihn oder ihn zerbrich! 3. Nimmst du den Geist von dieser Erd, thust du's, daß er nicht böser werd und daß er frommen Herzen nicht mit falschem Licht entwende Trost und Zuversicht. 4 4. Tröst, Herr Gott, tröst! Die Krankheit steigt, und Seel und Leib dem Schmerz sich neigt. Nach deiner Gnad steht mein Begehr; zu mir dich kehr; denn außer dir ist Hilf nicht mehr! gesünd ö Krankl ist schu 0 42⁰ Gebete für Kranke und Sterbende. unser 5. Hin rinnt mein Leben, es ist um; treudr still wird es bald; mein Mund ist stumm, 1 und mag nicht mehr stammeln nur ein Wort. deiner Die Kraft ist fort; Amen. all meine Sinne sind verdorrt. 6. Darum, so bitt ich, es ist Zeit: führ, Herr, du selber meinen Streit! Ich bin gar schwach, du stärke mich; fest halt ich dich, wie grimm der Feind auch stelle sich. 7— 7. Gesund, Herr Gott, ich bin gesund! Wie preiset dich mein Herz und Mund! Ins Leben kehr ich wieder her; dein Lob und Ehr will ich auskünden immer mehr. 8. Wie es auch geh, dein ist mein Herz, bis einst mich rafft des Todes Schmerz. Wohl muß ich einmal ihn bestehn, mit schwerern Wehn vielleicht, als jetzo wär geschehn. ö 9. Doch trag ich Feindes Hohn und Trutz getrost, Herr, unter deinem Schutz. Du hast die Kraft mir angefacht; dein ist die Macht, und ohne dich wird nichts vollbracht! Nach Huldreich Zwingli, 1484 1531. 2. Auf dem Krankenbette. Herr sei mir gnädig, heile meine Seele; denn ich habe an dir ö gesündigt. Ps. 41, 5. Es hat dir gefallen, mein Schöpfer und Vater, mich mit Krankheit heimzusuchen. Meine Kraft hat mich verlassen, mein Odem ist schwach, meine Heiterkeit dahin; Mattigkeit und Schmerzen haben 42¹ Gebete. meine Glieder befallen, und mein leibliches Leben ist dem Grabe nahe. Allmächtiger, der du gesagt hast:„ich bin der Herr, dein Gott“, zu dir nehme ich meine Zuflucht, auf dich setze ich auch in dieser Prüfung mein Vertrauen. Vor allen Dingen bitte ich dich, daß du dich gnädig meiner Seele annehmen, mir um Christi willen meine Sünden vergeben und mir Hoffnung und Glaubensfreudigkeit im Tode schenken wollest. Laß die Krankheit meines Leibes zur Gesundheit meiner Seele gereichen, daß das Gefühl meiner Schwach⸗ heit den Glauben an dich stärke und meine Buße aufrichtig und ernsthaft mache. Sei mir freundlich, mein Gott, in diesem Leiden, und laß die Gebeine, die du zerschlagen hast, wieder Freude und Wonne fühlen; denn ich habe niemand im Himmel und auf Erden, der mir helfen, mich stärken und beruhigen könnte, als dich, den treuen Helfer in aller Not. O mein Vater, du hast mir eine Last auf— gelegt, hilf sie mir auch tragen; lindere meine Schmerzen; erquick meine matte Seele mit deinem himmlischen Troste; schenke mir christ— liche Geduld und Gelassenheit; läutere meinen Glauben in der Hitze der Trübsal und segne den Gebrauch der Arzneimittel zur Wieder⸗ herstellung meiner verlorenen Gesundheit. Herr, du Allmächtiger, bei dir ist kein Ding unmöglich; wenn du willst, kannst du mich wieder gesund machen. Bin ich noch nicht bereit zum Sterben, noch nicht reif für die Ewigkeit, o, so verlängere noch meine Gnadenzeit. Reiß mich nicht weg aus dem Lande der Lebendigen, sondern stärke mich noch ferner durch deinen Geist, daß ich künftig als ein frucht— barer Baum dir wohlgefällige Früchte bringen möge. Ja, Herr, ich gelobe es, daß ich mit Leib und Seele mich dir heiligen will; wenn du mich wieder aufkommen lässest. Sollte aber in deinem heiligen Rat mein Ende beschlossen sein, so bitte ich dich flehentlich um die Gnade, selig sterben zu dürfen. Ach, nur selig, welchen Ausgang auch die Krankheit nehmen wird; sie mag zum Leben oder zum Tode sein, laß sie nur zu deiner Ehre und zu meinem wahren Besten dienen. Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe— Herr, dir lebe ich; Herr, dir sterbe ich; Herr, dein bin ich tot und lebendig. Amen. 3. Auf dem Krankenbette. Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten. Ps. 25, 17. hast erret diese Soh nicht so h auf Wo Leber mir beste und nimn dein Herrr mich Psali gefall mein sterbl dir, sind dem doch Ende davor Habe habe Dara Gebe und Sün Grabe „ dein luch in h dich, willen udigkeit es zur chwach⸗ ig und Leiden, de und hen, der treuen st auf⸗ erquick chris⸗ er Hitze Wieder⸗ ichtiger, u mich n, noch demzeit. n stärke frucht⸗ „Herm, en will, deinem ehentlich welchen en oder wahren geschehe. tot und meinen Gebete für Kranke und Sterbende. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater! Weil du uns geboten hast und gesprochen:„rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen“, deswegen schreie ich zu dir in dieser meiner großen Not, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, und bitte dich, du wollest mich armen, sündhaften Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krankheit nicht zum Tode ist, so hilf mir auf, daß ich genese, um deiner Barmherzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft an mir erfahre und verkündige. Wo es mir aber nützlicher ist, bald zu sterben, denn allhier in diesem Leben zu bleiben, so geschehe, Herr, dein göttlicher Wille! Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allezeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich fest im christlichen Glauben und wahrer Erkenntnis bis an mein Ende. Laß mich von dir nimmermehr geschieden werden, sondern nimm meine Seele zu dir in dein Reich, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 4. Auf dem Krankenbette. Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet. Psalm 4, 2. Mein Gott, es hat dir nach deinem heiligen Rat und Willen gefallen, mich auf dieses Krankenbett zu legen und dadurch mich an meinen Tod zu erinnern, mich aufmerksam zu machen, daß ich ein sterblicher Mensch sei. Siehe, meine Tage sind eine Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir; ach, wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Ich weiß auch, daß dem Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach das Gericht; doch vergesse ichs nur zu leicht wieder. Darum bitte ich dich: ach Herr, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Ich weiß auch, daß ich alles muß verlassen, meine Habe, Gut, Ehre, Glück, und was ich in der Welt besitze. Ich habe hier keine bleibende Statt, sondern die zukünftige suche ich. Daran möge mich meine Krankheit erinnern, damit ich mich mit Gebet, mit aufrichtiger Prüfung meines bisherigen Lebens, mit Buße und Glauben zum seligen Sterben bereite und also von Welt und Sünden abgezogen und mein Leben, Geist und Seele dir geheiligt 423 Gebete. werde. Siehe, mein Gott, hier bin ich, nimm meine Seele hin; aber bereite mich zuvor recht in der Zeit, daß, wenn ich sterbe, ich in deiner Gnade und selig sterben möge. Amen. 5. Morgengebet eines Kranken. Ich komme in der Frühe und schreie; auf dein Wort hoffe ich. Pi. 119, l Herr, du Vater des Lebens, dessen Güte alle Morgen neu ist, sei gelobt und gepriesen, daß du mich armen Kranken in dieser Nacht so gnädig bewahrt und erhalten hast. Noch kann ich das Licht schauen im Lande der Lebendigen und deine über mich erneuerte Güte preisen. Sollte aber dieser Tag mein letzter auf Erden sein, ach, so bewahre doch in meinem Herzen das Licht des Glaubens und laß Jesum Christum, das ewige Licht, mit seiner Gnade mir leuchten bis ans Ende, daß ich selig einschlafen möge in seiner seligmachenden Erkenntnis. Nun, Herr, dein Wille geschehe! Nimm dich meiner Seele treulich an, daß sie nicht verderbe. Mein Gott und Vater, erbarme dich über mich! Mein treuer Heiland, Herr Jesu, erbarme dich meiner! O heiliger Geist, du Tröster in aller Not, erbarme dich über mich und gieb mir deinen Frieden! Amen. 6. Abendgebet eines Kranken. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Pf. 27, 1. Deinem Namen, mein treuer Gott und Heiland, sage ich von Herzen Dank und Lob, daß du mir diesen Tag hast überwinden helfen und daß deine Kraft in mir Schwachem mächtig war. Aber siehe, hier liege ich noch unter deiner Heimsuchung und seufze zu dir: ach, Herr, mein Gott, wie lange verziehst du mit deiner Hilfe! Siehe doch an meinen Jammer und mein Elend; vergieb mir alle meine Sünden und errette mich! Dir befehle ich meinen hinfälligen Leib und meine so teuer erkaufte Seele. Laß meinen Leib ruhen, die Seele aber stets zu dir wachen, damit ich deine herrliche Ankunst mit Verlangen erwarte. Stärke mich im Glauben und in der Geduld also, daß ich vor dir bestehen und das himmlische Erbe durch deine Gnade erlangen möge. Dazu hilf mir, mein Heiland und Erlöser, um deines bitteren Leidens und Sterbens willen. Amen. —42⁴4 will. unse Kön Jair hier dein dure in( Kin! dein es i geno Han möch gut, ihm dein Wel Aus uns wir gieb Hän Herr wir Ewi mich Psal Jam hin; e, ich hoffe euu ist, Nacht Licht ieuerte sein, lubens e mir seiner Nimm Gott Herr u aller nen. Ite ich ch von winden Aber Isze zu Hilfe! lir alle fälligen ruhen, Ankunft Geduld h deine Erlöser, Gebete für Kranke und Sterbende. 7. Fürbitte für ein krankes Kind. Hilf du uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Ps. 79, 9. Herr Jesu, du treuer und barmherziger Heiland, erbarme dich unser und dieses kranken Kindleins. Du hast einst das Kind des Königischen gesund gemacht, da sein Vater dich bat; du hast des Jairus Töchterlein vom Tode erweckt; so wissen wir, daß du auch hier gnädiglich helfen kannst. Und wir wenden uns flehend an dein Erbarmen, daß du uns deine Herrlichkeit offenbaren wollest durch deine allmächtige Hilfe. O lieber guter Hirte, nimm dich in Gnaden an dieses deines elenden Schäfleins. Du Freund der Kindlein, der du die Kleinen liebst und ihnen das selige Erbe deines Himmelreiches verheißen hast, erbarme dich dieses Kindleins; es ist ja dein Eigentum. Du hast es in der heiligen Taufe an⸗ genommen und zu den Deinen hinzugethan. So ziehe doch die Hand nicht ab von dem, was dein ist! Herr, unser Heiland, wir möchten wohl dies Kindlein noch behalten. Ist es ihm und uns gut, daß es länger lebe, so schenke es uns noch einmal und verleihe ihm wieder Kraft und Gesundheit, so wollen wir dich loben für deine Gnade. Hast du aber beschlossen, das Kindlein aus dieser Welt abzurufen und zu deinem ewigen Frieden und zur Schar deiner Auserwählten heimzuführen, so geschehe dein Wille. Wir weigern uns des Kreuzes nicht, das du uns auflegen willst. Hilf nur, daß wir ohne Murren die Last tragen. Stärke unsern Glauben und gieb uns den Geist der heiligen Stille, daß wir aus deinen treuen Händen alles dahinnehmen, es gefalle uns oder gefalle uns nicht. Herr, erbarme dich unser! An dein Herz und in deine Hände legen wir dies Kindlein, so ists wohlgeborgen und selig in Zeit und Ewigkeit. Amen. 8. Fürbitte für ein krankes Kind. Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in der Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet. Psalm 4, 2. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, du siehst, welcher Jammer unser Herz erfüllt. Die Freude an unserem lieben Kinde 42⁵ Gebete. ist in schwere Sorge und großes Herzeleid verwandelt. Wir möchten gern helfen und können doch Uicht Darum erbarme du dich, all— mächtiger Helfer; denn bei dir ist kein Ding unmögl ich. Gebiete du, dann wird die Krankheit weichen; laß es dein Wohl lgefallen sein, so werden wir die heißersehnte Freude haben, unser Kind genesen zu sehen. Doch ist es dein Kind, du bist sein rechter Vater; denn du hast es geschaffen und in der heiligen Taufe als dein Kind auf⸗ genommen. So hast du ein größeres Anrecht an es, als wir. Deshalb, dein Wille geschehe! Wir wollen nicht murren, wenn du es uns nimmst aus unseren Armen in deine treuen Vaterarme. Vor dir liegt ja alle Zukunft, wie ein aufgeschlagenes Buch, und du weißt am besten, was unserem teuren Kinde heilsam ist, Leben oder Sterben. Gedenkst du es zu versetzen als Pflanze in dein Paradies, dann wollen wir uns trösten, daß du es auch bewahrst vor den nn dieser Welt und es frühe führest zu deinem ewigen Heile. Willst du unser liebes Kind uns aber noch lassen, dann, o Herr, wollen wir es von neuem freudig aus deiner Vaterhand nehmen als lebendigen Zeugen deiner Macht und deiner Gnade. Dann aber schenke uns auch Kraft und Weisheit, es für dich und dein himmlisches Reich zu erziehen. Endlich, getreuer Gott, laß uns wieder vereinigt werden in dem Himmelreich unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi, da, wo kein Leid, kein Schmerz, kein Tod mehr unsre Freude stört und wo wir in vollkommener Seligkeit dich ewig loben und preisen werden. Amen. 9. Fürbitte für einen Kranken. Hilf du uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! — Hil Walm 79,19. Vater, wir flehen zu dir für den Kranken, der uns so wert und teuer ist. Kann es nach deiner Weisheit, die höher ist als alle Weisheit dieser Welt, geschehen, so laß ihn genesen und erhalte uns ihn, den wir so innig lieben. Doch wir unterwerfen uns mit Demut deinem heiligen Willen, wenn auch mit banger Besorgnis und mit Thränen. Ach, verwandle unsre Angst und Traurigkeit durch Erhörung unseres heißen Gebetes in Freude und Wonne. Hilf, Helfer, hilf! denn wenn du willst, so kannst du uns wohl helfen. In deinem heiligen Worte hast du uns ja gesagt: rufe 4²6 hten all⸗ biete Ulen lesen denn auf⸗ wir. du Vor du oder dies, den eile. Herr, men ann dein uns und Tod dich llen! wert als halte mit gnis gkeit nne. wohl rufe Gebete für Kranke und Sterbende. mich an in der Not, so will ich»dich erretten, so sollst du mich preisen. Vater, wir rufen dich an: ist es möglich, so laß uns den bittern Kelch der Trennung nicht trinken, gieb vielmehr, daß wir für Rettung und Erhaltung dich preisen und dir danken können. Mildere, o Gott, die Schmerzen unseres lieben Kranken und tröste, beruhige, stärke ihn durch deinen Geist. Und soll, o Herr über Leben und Tod, nach deinem väterlichen Ratschluß seine Todesstunde herannahen, ach, so mache sie ihm sanft und selig. Stärke dann mit Kraft aus der Höhe den Scheidenden und uns, die Zurück⸗ bleibenden. Laß ihn und uns im Geiste hinüberblicken in die ewigen Wohnungen, wohin diejenigen, die vor uns sterben, vorangehen und wohin wir ihnen folgen werden. Laß ihn und uns alle feststehen im Glauben an unsern Erlöser und Heiland, der dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat. In solchem Glauben laß uns leben, leiden und sterben. Amen. 10. Dankgebet nach der Genesung. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat; der dir alle deine Sünde vergiebt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöset; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Ps. 103, 1—4. Ich preise dich, Herr, denn du hast mich erhöret; da ich rief zu dir, machtest du mich gesund. Du hast mein Leid in Freude verwandelt. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Siehe, um Trost war mir sehr bange, aber du, Herr, hast dich meiner Seele angenommen, daß sie nicht verdürbe. Stricke des Todes umfingen mich, und ich dachte: nun bin ich gar dahin. Aber du hast mein Flehen erhört und mich vom Tode errettet. Herr, mein Gott, wie groß sind deine Wunder, die du an mir bewiesen hast! Ich will sie verkündigen, so lange ich lebe. Gelobt seist du, Herr, täglich, und gerühmt sei d dein herrlicher Name immer und ewiglich. Getreuer Vater, wende nun deine Barmherzig— keit nicht von mir, sondern vollführe das gute Werk, das du in mir angefangen hast, und stärke mich von Tag zu Tag mehr und mehr; leite mich durch deinen guten Geist, daß ich hinfort dir mein 4²27⁷ W 1 ö .. . N W V N 7 IINN Gebete. Leben lang diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Laß deine Güte und Treue allewege mich behüten und befiehl deinen heiligen Engeln, deinen starken Helden, über mir, daß sie mich auf meiner Lebensreise begleiten und auf den Händen tragen, damit ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott; sei nicht fern von mir; eile, mir immerdar beizustehen, Herr, meine Hilfe, auf daß ich alle— zeit deinen heiligen Namen lobe und deine Erbarmung und Gnade preise. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Amen. 11. Auf dem Sterbelager. Ach Herr, erlöse mich von allem übel und hilf mir aus zu deinem himmlischen Reiche. Amen. Du frommer und getreuer Gott und Vater unseres lieben Herrn Jesu Christi! Ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Not nicht verlassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntnis erleuchten, daß ich in demselben aus dieser Finsternis zu dir, dem ewigen Licht, möge wandeln. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll; stehe du mir zu meiner rechten Hand, wenn ich soll meinen Geist aufgeben; errette mich aus der Hand des Feindes; tröste und stärke mich; erhalte mich in deiner Erkenntnis und in festem, starkem Vertrauen auf deine große Gnade und Barm⸗ herzigkeit. Ach Herr Gott, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Kreuzes auch mein letztes Wort sein, daß ich mit starkem und gläubigem Vertrauen im Herzen darf sagen: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, Herr, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit und Schwere meiner Krankheit solches mit dem Munde nicht könnte ausreden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. 12. Auf dem Sterbelager. Barmherziger, gnädiger Gott, hilf mir in meinem Leiden und in meiner Todesstunde. O mein Gott, du bist ja allezeit mein gnädiger Gott und mein Beistand gewesen; ach, bleibe es auch jetzt. O Jesu, bleibe bei mir; es will Abend werden, und der Tag meines Lebens hat sich geneiget. O heiliger Geist, du Tröster, stärke mich; 428 auf ich rir; lle— lade nen. zu eben mich hren zu mir, enn des itnis arm⸗ hnes mit „ in öset, were „so men. und mein jetzt. eines nich; Gebete für Kranke und Sterbende. erhalte mich im festen Glauben bis an mein Ende; erleuchte mich zum ewigen Leben. Christus ist mein Leben, Sterben ist mein —— Gewinn. Herr Jesu, ich verlasse mich auf dich. Amen. 13. Fürbitte für einen Sterbenden. Heiliger Gott! barmherziger Gott! Siehe in Gnaden an diesen unsern Miterlösten, wie er mit dem Tode ringt! Erbarme dich über ihn in seiner Angst! Sei ihm gnädig im Gericht!— Nimm dich der geängsteten Seele an, die du zum ewigen Leben berufen hast. Erlöse sie aus den Stricken des Todes und hilf ihr aus zur ewigen Ruhe! Herr Jesu Christ! Auch für diesen Sterbenden hast du dein Blut vergossen, auch für ihn hast du mit dem Tode gerungen. Stehe ihm bei im Todeskampf, daß er überwinden möge!— Führe die scheidende Seele zu dir in die Heimat, daß sie deine Herrlich— keit schaue! Heiliger Geist, du allerheilsamster Tröster, sei dem Sterbenden Licht, Trost, Kraft in seiner Not. Stärke ihn in seiner Ohnmacht und hilf ihm hindurchdringen durch die enge Pforte zum ewigen Leben. Amen. 14. Sprüche, dem Sterbenden vorzusprechen. Ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Ps. 23, 4. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21. Fürchte dich nicht; denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, 1. Der Herr wird mich erlösen von allem übel und aushelfen zu seinem himmlischen Reich; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit! Amen. 2. Tim. 4, 18. Herr, ich warte auf dein Heil. 1. Mose 49, 18. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Joh. 16, 33. 429 68 WMRN WMN RAl V RNIIG 4 IMN WVII R M* Ii * WMN NN * 1 I ö * N ö ö i 0 ö ö ö 1 * * W W Gebete. Verlaß mich nicht, Herr! Mein Gott, sei nicht ferne von mir! Eile mir beizustehen, Herr, meine Hilfe! Ps. 38, 22. 23. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn, Herrn, der vom Tode errettet. Ps. 68, 21. In deine Hände befehle ich meinen Geist; Herr, du treuer Gott! Ps. 31, 6. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! du hast mich erlöset, Apostelgesch. 7, 58. 15. Gebet, wenn der Kranke verschieden ist. Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Ps. 39, 8. Herr, allmächtiger Gott und Vater, verleihe unserem Ent— schlafenen um deines lieben Sohnes willen die ewige Freude und Ruhe; laß ihm leuchten dein ewiges Licht und gieb ihm das ewige Leben! Uns aber, die wir hienieden bleiben und dem Entschlafenen nachschauen, tröste aus der Fülle deiner Barmherzigkeit! Sei unser aller Pfleger, Helfer und Beistand und laß uns deine Güte und Gnade reichlich erfahren, bis auch unser Stündlein kommt und wir selig dahinfahren. O getreuer Herr und Heiland, geleite die Seele unseres Ent— schlafenen, die du selber so teuer erkauft hast, in die Herrlichkeit Gottes um deiner Liebe willen. Amen. 16. Gebet nach dem Tode eines Kindes. Barmherziger Gott, bei dir suchen wir Trost und Frieden. Du hast uns durch den Tod unseres lieben Kindes tief verwundet; du wirst uns auch wieder heilen. Wir wollen nicht klagen und fragen: Herr, warum hast du uns dies gethan? Wir wollen vielmehr durch deine Gnade lernen, mit Ergebung in deinen heiligen Willen zu sprechen: haben wir das Gute von Gott empfangen, sollten wir nicht auch das Böse hinnehmen? Der Herr hats gegeben; der Herr hats genommen; der Name des Herrn sei gelobt! Sprich du selbst uns den Trost ins Herz, daß unser liebes Kind bei dir wohl aufgehoben ist, da, wo es keinen Schmerz, kein Leid, keine Sünde 430 und Sche Lieb so tr unse wied Ame stehst Eid dein rufst wahr und Untu Unse wär sieht bloß von rech los verze ihm: den rir! rrn, set, zch. ent⸗ und vige men nser und wir ent⸗ keit Du du zen: urch zu wir Herr du vohl inde Vor der Eidesleistung. und keinen Tod mehr giebt. Herr, dein Wille ist heilig und gut. Schenke uns die Gnade, daß wir auch im bittersten Leide an deiner Liebe nimmermehr zweifeln, und laß unsere Herzen und Blicke um so treuer und fester dahin gerichtet sein, wo wir nach kurzer Trennung unser teures, entschlafenes Kind bei dir in der ewigen Herrlichkeit wiederfinden werden. Dazu hilf uns, barmherziger Gott, durch Jesum Christum. Amen. Vor der Eidesleistung. Eidesvermahnung. Einen Eid schwören ist ein ernstes und heiliges Thun. Da stehst du vor dem lebendigen Gott und sprichst: ich schwöre einen Eid zu Gott dem Allmächtigen und Allwissenden, und bekräftigst deinen Schwur mit den Worten:— so wahr mir Gott helfe! Du rufst ihn an zum Zeugen der Wahrheit und zum Rächer der Un— wahrheit. Das wird von dir gefordert, auf daß Wahrheit, Gerechtigkeit und Treue geschützt werden, daß nicht die Lüge, Ungerechtigkeit und Untreue den Sieg gewinnen. Es wird von dir gefordert, damit der Unschuldige zu seinem Rechte komme, daß des Haders ein Ende werde. Du rufst Gott zum Zeugen an. Das ist der allgegen— wärtige und allwissende Gott. Er ist allerorten nahe und sieht in das Verborgene. Ihn kannst du nicht täuschen. Alles ist bloß und aufgedeckt vor seinen Augen. Er verstehet deine Gedanken von ferne. Er weiß die Wahrheit. Du rufst Gott zum Zeugen an. Das ist der heilige, ge— rechte und allmächtige Gott. Er ist nicht ein Gott, dem gott⸗ los Wesen gefällt; wer böse ist, bleibt nicht vor ihm. Er ist ein verzehrend Feuer allen, die mit argem, unwahrhaftigem Herzen zu ihm nahen. Er ist der eifrige Gott, der die Sünden heimsucht an den Sündern. Was wird er denen thun, die frevelnd seinen Namen 431 Gebete. zum Deckel ihrer Lüge machen? Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten— sagt sein heilig Wort. Du rufst Gott an zum Rächer der Unwahrheit. Sagst du die Unwahrheit, so soll Gott dich strafen. Du sprichst dir selbst das Urteil. Gott soll dir nicht helfen, weder im Leben, noch im Sterben,— du willst keinen Anteil haben an der Gnade Jesu Christi und an seiner teueren Erlösung, keinen Segen seines heiligen Wortes und Sakramentes,— ja du willst nicht selig werden, sondern ewig ver⸗ dammt sein und der Hölle Pein und Marter leiden, wenn du beim Eide lügst und nicht die volle reine Wahrheit sagst. Der Meineid ist eine große Sünde, ein schweres Verbrechen. Der Meineidige versündigt sich an Gott; denn er ruft den Namen Gottes an, um seine Lüge damit zu decken. Er versündigt sich an seinem Nächsten; denn er bringt über den Unschuldigen oft das größte Unglück. Er versündigt sich an sich selbst; denn er ruft Gottes Gericht über sich herab. Darum kann der Meineidige nicht mehr seines Lebens froh werden, weil sein Gewissen ihm Tag und Nacht keine Ruhe läßt. Das Elend, das er über seinen Nächsten gebracht, die trostlose Zukunft, der er entgegen geht, die Todesstunde, die ihn in die Hände des lebendigen Gottes liefert, das alles muß ihn quälen. Er hat Gott verloren; was hilft ihm alles andere? Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse? Weil es sich nun beim Schwören um so große und heilige Dinge, um zeitliches und ewiges Heil handelt, so dränge dich nicht zum Eid, am wenigsten, wo es sich um deinen eigenen Vorteil handelt. Du weißt, wie leicht der eigene Gewinn das Auge blendet und das Urteil trübt. Schwöre nicht, wo deine Erinnerung nicht ganz sicher, wo ein Irrtum nicht ausgeschlossen ist. Leide lieber einen Schaden an irdischem Gut, als daß du Gefahr läufst, Schaden an deiner Seele zu leiden. Solches alles bedenke, du Menschenkind. Ist dein Herz lauter und wahrhaftig vor deinem Gott, dann wird dir der Eidschwur ein heiliger Gottesdienst sein. Ist dein Herz aber unwahr und ohne Furcht des Herrn, dann wird dir dein Eid zu einem Richterspruch zur Verdammnis. Davor behüte dich der barmherzige Gott in Gnaden. Amen. — 432 erfab und mich ordn mein und kräft im Ausf Eidse schau mich gesich von! Gun heit ich d dem unser Ge und Kein Allwi du, 5 La wies Vor der Eidesleistung. sich. Gebet vor der Eidesleistung. Idie Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und das erfahre, wie ichs meine. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, W. und leite mich auf ewigem Wege. Ps. 139, 23. Nan Mit dieser Bitte, du heiliger Gott, trete ich vor dich hin, um und mich vorzubereiten, einen Eid vor der Obrigkeit, die du, Herr, ver— ver⸗ ordnet hast, abzulegen. Ich soll Zeugnis geben und dabei nach beim meinem besten Wissen und Gewissen die lautere Wahrheit aussagen und solches zuletzt mit dem Worte: so wahr mir Gott helfe! be— chen. kräftigen. Ja, so wahr du, Herr, mir helfen sollst im Leben und aumen im Sterben, soll auch ich wahr erfunden werden in allen meinen h an Aussagen.— Laß mich bedenken, daß dein Ohr die Worte meines das Eidschwurs hört und dein Auge bis in die Tiefe meines Herzens ruft schaut, damit sich dort keine Unwahrheit verstecke, die danach wider nicht mich zeugen könnte hier in meinem Gewissen, dort vor deinem An— und gesicht, du ewiger Richter.— Laß deine Furcht alle Menschenfurcht chsten von mir fern halten, dein Wohlgefallen alle Menschengefälligkeit, deine unde, Gunst alle Menschengunst, also daß ich von dem Wege der Wahr⸗ muß heit weder zur Rechten noch zur Linken weiche. dere?— O Herr, hilf mir ein unbefleckt Gewissen von der Stätte, da und ich den Eidschwur ablegen werde, heimtragen. Hilf mir dazu nach iensch dem Reichtum deiner Gnade in Christo Jesu, deinem einigen Sohn, unserm Herrn. Amen. eilige ö nicht. orteil Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. endet— Ger der du Herzenskenner bist, 2. Und wenn ich schwörend nicht dem Falschheit stets ein Greuel vor dir steh, einen ist dir feierlich ins Antlitz seh, nan und Lügen ein Verbrechen! die Hand zum Himmel hebe,— Kein Wort spricht je ein falscher wenn ich dich selbst zum Zeugen auter Mund, ruf, r ein Allwissender, dir ist es kund; zum Rächer dich, der mich erschuf, ohne—du, Heilger, wirst es rächen. durch den ich bin und lebe,— pruch Laß jederzeit mein ja und nein, dann sei von Trug und tt in wies Christen ziemt, aufrichtig Heuchelei sein! mein Herz und meine Zunge frei! 433 28 Gebete. 3. Wenn Frevler da auch Gott noch schmähn, mit Lügen frech noch vor ihm stehn, dann laß mein Herz erschrecken! Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Zittern an, Seel verderben kann! der Leib und 4. O Seele, wenn du dich noch liebst, denk, was du da zum Pfande giebst: dein Heil, dein ewig Leben! Verlier nicht mit Verwegenheit dein Teil an Gott und Selig-— keit! Wer kann dirs wiedergeben? Gott und sein Evangelium, wie kostbar ist dies Eigentum! 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Hei— land ist, dein Himmel nicht mein Erbe,— wenn mich beim Leiden dieser Zeit kein Trost vom Himmel mehr erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe,— ist Gott und Jesus nicht mehr mein, dann besser, nie geboren sein. 6. Frech ist die Zunge, die noch spricht: „Gott siehets nicht, Gott achtets nicht!“ So lästern Spötterrotten. Herr, deine Langmut ist bekannt; du lähmest nicht die falsche Hand; doch du läßt dich nicht spotten. Gott mit Zum Richten hast du lang noch Zeit, zum Strafen noch die Ewigkeit. 7. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fürstentum und keine Welt soll mich so weit verführen. Um alle Leiden dieser Zeit will ich doch Gott und Selig⸗ keit mutwillig nicht verlieren. Wie klein mein Glück auch immer sei,— nur reines Herz und Gott dabei! 8. Gott, lehre mich bei jedem Eid, aus Furcht vor deiner Heiligkeit, die Wahrheit pünktlich sprechen! Beschwör ich heilig Amt und— ö Pflicht, so laß mich auch im kleinsten nicht die teure Zusag brechen. Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein, erhalt mich ewig, ewig dein! 43⁴4 von dem vert dies Jesi zur ein meii mei erfa und „ die chtets annt; he otten. noch igkeit. t Gut Welt Selig⸗ auch zott jedem ligkeit, echen! W und einsten ch treu in! Biblische Kernsprüche. 9. Der du mein Trost im ich hörs mit voller Seelenruh: Tod noch bist, ich soll nicht sein verloren. Gott, dessen Wort wahrhaftig ist, O Seele, halt Gott deinen du hast auch mir geschworen. Eid; So wahr du Gott bist, sagst dann freu dich seiner Gütig⸗ du's zu, keit! Joh. Daniel Karl Bickel, 1737—1809. Biblische Kernsprüche. 1. Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. Micha 6, 8. 2. Du aber bleibe in dem, das du gelernet hast und dir vertrauet ist, sintemal du weißt, von wem du gelernet hast. Und weil du von Kind auf die heilige Schrift weißt, kann dich dieselbige unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christum Jesum. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt. 2. Tim. 3, 14—17. 3. Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Lul. 11, 28. 4. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. Psalm 119, 105. 5. Gieb mir, mein Sohn, dein Herz, und laß deinen Augen meine Wege wohlgefallen! Sprüche 23, 26. 6. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ichs meine, und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Psalm 139, 23. 24. 435 28*⁷ Biblische Kernsprüche. 7. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen; denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Psalm 143, 10. 8. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Psalm 86, 11. 9. Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Psalm 92, 2. 3. 10. Der Herr erhält alle, die da fallen, und richtet auf alle, die niedergeschlagen sind. Aller Augen warten auf dich, und du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine Hand auf, und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Psalm 145, 14—16. 11. Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knechte gethan hast. 1.. Mose 32, 11. 12. Herzlich lieb habe ich dich, Herr, meine Stärke, Herr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz. Psalm 18, 2. 3. 13. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und die Seele nicht mögen töten. Fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Hölle. Matth. 10, 28. 14. Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiden das Böse, das ist Verstand. ö Hiob 28, 28. 15. Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruhet die Sünde vor der Thür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie. 1. Mose 4, 7. 436 nicht denn heiß Gott ihn Obri Obri strebe Furck mit als Herz diene über daß ist ei denen folger keit, anru bist . iner men E. ngen des 2 5. alle, peise mit 6. reue, 1. Herr, „auf mein 3. d die „der 8. leiden 28. aber ir hat Biblische Kernsprüche. 16. Aus einem Munde gehet Loben und Fluchen. Es soll nicht, lieben Brüder, also sein. Jak. 3, 10. 17. Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn; denn das ist billig. „Ehre Vater und Mutter“, das ist das erste Gebot, das Ver— heißung hat: „auf daß dirs wohl gehe und du lange lebest auf Erden“. Eph. 6, 1—3. 18. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. 4. Petr. 2, 17. 19. Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung; die aber wider— streben, werden über sich ein Urteil empfahen. Röm. 13, 1. 2. 20. Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo, nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen, mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn dienet und nicht den Menschen. Ephes. 6, 5—7. 21. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie das mit Freuden thun und nicht mit Seufzen; denn das ist euch nicht gut. Hebr. 13, 17. 22. Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; thut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und ver— folgen, auf daß ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Matth. 5, 44. 45. 23. Fliehe die Lüste der Jugend; jage aber nach der Gerechtig- keit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden mit allen, die den Herrn anrufen von reinem Herzen. 2. Tim. 2, 22. 437 Biblische Kernsprüche. 24. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid, sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Röm. 13, 13. 14. 25. Alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergehet mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes thut, der bleibet in Ewigkeit. 1. Joh. 2, 16. 17. 26. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe, zu geben dem Dürftigen. Eph. 4, 28. 27. Leget alles ab von euch, den Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde. Lüget nicht unter⸗ einander. Kol. 3, 8. 9. 28. Darum leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir untereinander Glieder sind. Eph. 4, 25. 29. Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand, sondern ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizet und gelocket wird. Jak. 1, 13. 14 30. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten; denn was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Gal. 6, 7. 8. 31. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Uebertretungen, gedenke aber mein nach deiner Barmherzigkeit, um deiner Güte willen. Psalm 25, 7. 438⁸ keine lose nun und Men Soh sond unte werd und werd so d und und diese der der aller das Biblische Kernsprüche. in 32. So wahr, als ich lebe, spricht der Herr Herr, ich habe der keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß sich der Gott— Irtet lose bekehre von seinem Wesen und lebe. So bekehret euch doch nun von eurem bösen Wesen! Ezech. 33, 11. 33. Was hülfe es den Menschen, so er die ganze Welt gewönne der und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der — Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse? Matth. 16, 26. den 1 34. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, beite sondern das ewige Leben haben. oh. 3, 16. „zu 8. 35. Es ist in keinem andern Heil, ist auch kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig heit, werden. Apostelgesch. 4, 12. inter⸗ 4⁴¹ 4—.— ö* 9 36. Das ist je gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus kommen ist in die Welt, die Sünder selig zu ein machen. 1. Lim. 1, 15. sind. 37. Des Menschen Sohn ist nicht kommen, daß er sich dienen 5. lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. Matth. 20, 28. Gott zösen, 38. Es ist hie kein Unterschied; sie sind allzumal Sünder sucht, und mangeln des Ruhmes, den sie an Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, 4. so durch Christum Jesum geschehen ist. Röm. 3, 23. 24. 1— 8 39. Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen säet, Wa ö ů i, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig leben in nten. 1 P— 8. dieser Welt und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsres Heilandes Jesu Christi, 1107 der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von neiner IR e O2— n aller Ungerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigentum, +. das fleißig wäre zu guten Werken. Tit. 2, 11—14. 439 Biblische Kernsprüche. 40. Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig machet alle, die daran glauben. Röm. 1, 16. 41. Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Matth. 11, 28. 42. Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Joh. 14, 6. 43. Was soll ich thun, daß ich selig werde? Sie sprachen: glaͤube an den Herrn Jesum Christum, so wirst du und dein Haus selig. Apostelgesch. 16, 30. 31. 44. Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmel— reich ist ihr. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolget werden; denn das Himmelreich ist ihr. Matth. 5, 3— 10. 45. Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführet, und ihrer sind viele, die drauf wandeln. Und die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leben führet, und wenig ist ihrer, die ihn finden. Matth. 7, 13. 14. 440⁰ Gere nach kenne vor lische Sche Gott that Die seine haber seines Leibe seid, der icht; lran * iden hen; hen: aus mel⸗ den. eich keit; Reit Bott ider enn ist und und die Biblische Kernsprüche. 46. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner — Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Matth. 6, 33. 47. Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist mein nicht wert. Matth. 10, 38. 48. Wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich be— kennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himm— lischen Vater. Matth. 10, 52. 35. 49. Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Misse⸗— that willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Jes. 53, 4. 5. 50. Lasset uns ihn lieben; denn er hat uns erst geliebet. 1. Joh. 4, 19. 51. So wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohns, machet uns rein von aller Sünde. 1. Joh. 1, 7. 52. Ihr seid teuer erkauft. Darum so preiset Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind Gottes. 1. Kor. 6, 20. 53. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt. Joh., 13,95. 54. Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht. 2. Tim. 4, 44¹ Biblische Kernsprüche. 55. Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. Dine Gal. 5, 22. aber 56. Seid untereinander freundlich, herzlich und vergebt einer dem andern, gleich wie Gott euch vergeben hat in Christo. 51 Eph. 4, 32. t und 57. Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und welch durch, und euer Geist ganz, samt der Seele und Leib, müsse bewahret werden unsträflich auf die Zukunft unsers Herrn Jesu Christi. 1. Thess. 5, 23. ö treu, 20 50— 6 unree 58. Lieben Brüder, ich ermahne euch als die Fremdlinge und Pilgrime: enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten. I. Petr 2, 11. des 59. Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen,. sondern was nützlich zur Besserung ist, da es not thut, daß es holdselig sei zu hören, und betrübet nicht den heiligen Geist Gottes, damit ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung. Eph. 4, 29. 30. sollst 60. Wachet, stehet im Glauben, seid männlich, und seid starkl 1.11Kor. 16, 13. mit 61. Seid nüchtern, und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben. 1. Petr. 5, 8. 9. oben änder 62. Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Matth. 26, 41. ö.—— klopfe 63. Leide dich als ein guter Streiter Jesu Christi. 2. Tim. 2, 3 64. Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das gute ewige Leben, dazu du auch berufen bist. 1. Tim. 6, 12. ö heilig 44² uld, 2. einer und ahret und die 1. ehen, Ottes, Biblische Kernsprüche. 65. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine unvergängliche.. Kor. 9, 25. 66. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurige Pfeile des Bösewichts, und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Eph. 6, 16. 17. 67. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu, und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht. Luk. 16, 10. 68. Sei getreu bis an den Tod,‚ so will ich dir die Krone des Lebens geben. Offenb. 2, 10. 69. Halte was du hast, daß niemand deine Krone nehme. Offenb. 3, 11. 70. Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Psalm 50, 15. 71. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Psalm 145, 18. 72. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Ver⸗ änderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Jal. 1,817. 73. Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgethan. Matth. 7, 7. 74. So denn ihr, die ihr arg seid, könnet euren Kindern gute Gaben geben, wie vielmehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! Luk. 11,13. 4³ Biblische Kernsprüche. 75. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Phil. 4, 6. 76. Sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigne Plage habe. Matth. 6, 34. 77. Kaufet man nicht zween Sperlinge um einen Pfennig? Dennoch fällt derselbigen keiner auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählet. Matth. 10, 29. 30. 78. Er hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen, daß sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. Psalm 91, 11. 12. 79. Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer. Jes. 54, 10. 80. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn, Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. 81. Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen. Klagelieder 3, 26. 82. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. NRöm. 12, 12. 83. Demütiget euch unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er sorget für euch. 1. Petr. 5, 6. 7. 84. Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2. Kox. 12, 9. —⁴⁴ Nich und mir Fürf wede von aber wir und Chri Leibe Gott sind, herve dien itten . ende icher . nig? ater. dich uden 2. aber ines errn, . HBilfe 5. jaltet 2. daß ihn; 7. kraft 9. Biblische Kernsprüche. 85. Welche ich lieb habe, die strafe und züchtige ich. Offenb. 3, 19. 86. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. 300.„H4, 2. 87. Ich habe dich je und je geliebet, darum hab ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. Herem. 31, 3. 88. Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. Röm. 8, 38. 39. 89. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. IKor. 13, 13. 90. Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Psalm 90, 12. 91. Lasset eure Lenden umgürte t sein und eure Lichter brennen und seid gleich den Menschen, die auf i ihren Herrn warten. Luk. 12, 35.36. 92. Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhle Christi, auf daß ein jeglicher empfahe, nachdem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse. 2. Kor. 5, 10. 93. Das Gedächtnis der Gerechten bleibt im Segen, aber der Gottlosen Name wird verwesen. Spr. 10, 7. 94. Es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden die Stimme des Menschensohns hören und werden hervorgehen, die da Gutes gethan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber übels gethan haben, zur Auferstehung des Gerichts. Joh. 5, 28. 29. 44⁵ Biblische Kernsprüche. 95. Wer überwindet, der wirds alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. Offenb. 21, 7. 96. Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe, und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Joh. 11, 25. 26. 97. Es wird gesäet verweslich und wird auferstehen unverwes⸗ lich. Es wird gesäet in Unehre und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesäet in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesäet ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. 1. Kor. 15, 42— 44. 98. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verkläreten Leibe nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge sich unter⸗ thänig machen. Phil. 3, 20. 21. 99. Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das erste ist vergangen. Offenb. 21, 4. 100. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach. Offenb. 14, 13. 446 berde . Bibel-⸗Lesetafel. (Nach dem Bibel-Lesezettel der Preußischen Hauptbibelgesellschaft.) wes⸗ hkeit. Es 1. Advent. 4.0 Morgens. Abends. 7 Sonntag Ev. Matth. 21, 1-9. Ep. Römer 13, 11-14. Montag 1. Mose 3, 8.15. 1. Mose 12, 1.3. auch Dienstag ö„ 49, 8-12. 4. Mose 24, 15-17. 5 Mittwoch 5. Mose 18, 15-19. 2. Samuelis 7, 816. nsern Donnerstag Jesaia 7, 10-14. Jesaia 9, 27% äreten Freitag 11, 10. 0 12, 1.6. Inter⸗ Samstag 25, 6:9. Psalm 24. 1. 2. Advent. „ und Sonntag Ev. Lukas 21, 25-36. Ep. Römer 15, 4-13. hmerz ö Montag Jesaia 35, 1.10. Jesaia 40, 1-—11. 4. Dienstag 42, 1⸗9. 49, 5S-13. Mittwoch 51, 4.11. 52, 7.10. Donnerstag„ 54, 7-13. 55, 18 Freitag ö 57, 14.21. 61, 1.3 von Samstag 0 62, 6-12. Psalm 96. rbeit; . 3. Advent. Sonntag Ev. Matth. 11, 210. Ep. 1. Kor. 4, 1.-5. Montag Jeremia 23, 1-6. Lukas 1, 5-25. Dienstag 31, 31.34.„ 1, 26·38. Mittwoch 33, 14.26.„ 1, 39.56. Donnerstag Hesekiel 34, 11-16.„ 1, 57.80. Freitag ö 1 34, 23.31. Matthäus 1, 18.25. Samstag„ 36, 22.27. Psalm 97. 447 Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag 25. Dezember 26. Dezember 27. 25.„ 29. 30. 31. Dezember 1. Januar 2. 5 4. 0 5. 6. Januar * Bibel-Lesetafel. 4. Advent. Morgens. Ev. Joh. 1, 1928. Daniel 7, 1318. Hosea 2, 14-23. Joel 5, 15. Micha 4. 15 Zephanja„ 14-20. 5 Sacharja 9, Abends. Ep. Phil. 4, Daniel 9, Hosea 14, Amos 9, Micha 5, Haggai 2, Psalm 113. 1. Weihnachtsfeiertag. Ev. Lukas 2, 114. Ep. Titus 2, 2. Weihnachtsfeiertag. Ev. Lukas 2, 15-20. Johannes 1, 1468. Epheser 1, 36. Kolosser 9, 9-17. Hebräer 1, 14 Ep. Titus 3, 1. Johannis 3, Psalm 7 Sonntag nach Weihnachten. Ev. Lukas 2, 33-40. Jahresschluß. Hebräer 6, 11-20. Neujahr. Ev. Lukas 2, 21. Matthäus 3, 1.12. Johannes 1, 29.34. 2, 13.25. „ 4, 1-14. Epiphanias. Ev.Matthäus 2, 1-12. Johannes 4, 27.42. 448 Ep. Galater 4, Psalm 103. Ep. Galater 3, Matthäus 3, Johannes 1, „ 3, 7 4, Ep. Jesaia 60, Psalm 126. 1114. 1·7. 23.29. 13·17. 3551. 22·36. 15-26. 16. 2V Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Bibel-Lesetafel. Sonntag nach Neujahr. Morgens. Ev. Matthäus 2, 13-23. Psalm 8. 27. 1. nach Epiphanias.“) Ev. Lukas Lukas Matthäus 2, 41-52. 4, 14-30. 4, 31-44. 5, 27·48. % Lü. 8, 28.34. 9, 27·38. Abends. Ep. 1. Petri 4, Psalm 19. 80. 40. „ 32. 5. 3. Ep. Römer 12, Matthäus 4, 1 5, 6, O 7, 9, Psalm 29. 2. nach Epiphanias. Ev. Joh. Matthäus 77 7 O Johannes 7 Ep. Römer 12, Lukas 5 7 9, „ 10, * 1 I, Johannes 5, Psalm 38. 3. nach Epiphanias. Ev. Matthäus 8 Jesaia „13. 1, 118. 2, 1.19. 5, 1-7. 6, 1-13. 26, 1.12. 26, 13-21. Ep. Römer 12, Psalm 73. 12·19. 7.16. 36.50. 57·62. 38·42. 37·54. 17·30. ) Welche Epiphanien⸗Sonntage ausfallen, ist aus dem Kalender zu ersehen. 449 29 Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Bibel-Lesetafel. 4. nach Epiphanias. Morgens. Abends. Ev. Matthäus 8, 23.-27. Ep. Römer 13, 819. Jesaia 41, 114. Psalm 68, 1-12. 43, 113. 100. 44, 1.8. 123. 45, 111. 124. 45, 1225. 125. 49, 818. 12. 5. nach Epiphanias. Ev. Matth. 13, 24-30. Ep. Kolosser 3, 12-17. Jesaia 58, 7.14. Jesaia 63, 7-16. 64, 112. 65, 17.-25. „ 66, 13.-24. Hesekiel 51. I. Hesekiel 36, 22.28. Jona Jona 2. 1 3. 4. Psalm 116. 6. nach Epiphanias. Ev. Matth. 17, 1-9. Ep. 2. Petri I, 16-21. Sprichwört. 8, 1-21. Sprichwört. 9, 1.18. Prediger 2, 111. Psalm 119, 1-24. Psalm 119, 25.48. 119, 49-72. 119, 73-96. 119, 97.120. 119, 121.144. 119, 145-160. 119, 161.176. 14. Septuagesimä. Ev. Matth. 20, 116. Ep. 1. Kor. 9, 24·10,5. Markus 6, 7-13 Matthäus 14, 1-12. Matthäus 14, 22-33. Johannes 6, 22.34. Johannes 6, 35-51. 6, 52-60. 6, 61-71. Matthäus 15, 1-20. Matthäus 16, 1-12.„ 16, 13-28. 17, 14.27. Psalm 138. Bibel-Lesetafel. Sexagesimä. Morgens. Abends. 10. Sonntag Ev. Lukas 8, 4-15. Ep. 2. Kor. I1, 19.12,9. 12. Montag Matthäus 18, 1—11. Matthäus 18, 12.22. Dienstag Johannes 7, 1.19. Lukas 9, 51.56. Midttwoch„ 7, 11-24. Johannes 7, 25.36. Donnerstag„ 7, 37.53. 8, Itit. Freitag 8, 12-20.„ 34 8, 21.30. Samstag 8, 31-45. Psalm 141. Estomihi. 17. Sonntag Ev. Lukas 18, 31-43. Ep. 1. Kor. 13, 113. 16. Montag Johannes 9, 189. Johannes 9, 10.23. 25. Dienstag 9, 24.41.„ 10, 111. 19. Mittwoch Matthäus 10, 24-42. Lukas 10,621.24. Donnerstag Lukas 11. 113. Matthäus 11, 16.24. Freitag 11, 37.54. Lukas 12, 1.12. Samstag, 12, 18-31. Psalm 91. Invokavit. 21 Sonntag Ev. Matth. 4, 1.11. Ep. 2. Kor. 6, 110. 18. Montag Lukas 12, 32.40. Lukas 12, 41:48. 24. Dienstag 12, 4959. 13, 10-17. 72. Mittwoch„ 13, 22-35. 14, 25-35. 120. Donnerstag„ 15, 11-24. 15, 25-32. 160. Freitag 0 17, 110.„ 17, 20-37. 1 Samstag 18, 1.8. Psalm 13. Reminisceere. 05. Sonntag Ev. Matth. 15, 21-28. Eyp. 1. Thessal. 4, 1.7. 12. Montag Johannes 10, 2242. Markus 10, 1-16. .34. Dienstag 11, 116. Matthäus 19, 16-30. 5Z•60. Mittwoch Matthäus 20, 17.28. 20, 29.34. .20. Donnerstag Lukas 19, 1-10. Lukas 19, 11.28. .28. Freitag Johannes 11, 17-31. Johannes 11, 32.46. Samstag 11, 47.57. Psalm 121. 45⁵¹ 29* Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Okuli. Morgens. Ev. Lukas 11, 14-28. „ 19, 29-40. Markus 11, 11-19. Johannes 12, 34.:50. Matthäus 21, 33-46. 0 3, 1212. 23, 29.39. Lätare. Ev. Joh. 6, 1-15. Markus 12, 41.44. Matthäus 24, 29-36. 26, 18. Lukas 22, 7-13. 22, 24.38. Johannes 13, 31-38. Judika. Ev. Joh. 8, 46-59. Johannes 14, 121. 15, 16-25. Matthäus 26, 30-46. 26, 57.75. Lukas 23, 1.4. Matthäus 27, 11-23. Palmarum. Ev. Matth. 21, 1.⸗9. Matthäus 27, 24.31. Lukas 23. 33-88. Johannes 19, 19-29. Bibel-Lesetafel. Abends. Ep. Epheser 5, 1-9. Matthäus 21, 12-17 Johannes 12, 20-33 Matthäus 21, 23-33 22, 23-33 6 23, 13:28 Psalm 145. Ep. Galater 4, 21-31. Matthäus 24, 1-14. . 25, 14-30. Lukas 22, 1.6. Matthäus 26, 20.29. Johannes 13,12.80. Psalm 26. Ep. Hebr. 9, 11.15. Johannes 15, 1-15. 17, 1.26. Matthäus 26, 47.56. „ 27, 1.10. Lukas 23, 812 Psalm 69, 1-21 Ep. Philipper 2, 5⸗11. Lukas 23, 26-32 23, 39-43 Psalm 22. Am grünen Donnerstage. Ev. Joh. 13, 1-15. Ep. 1. Kor. Am Karfreitage. Ev. Matth. 27, 45.54. 27, 55-66. Matthäus 45⁵² Ep. Jes. Psalm 11, 23·32. 52, 13-53,12. 16. Cο S Bibel-Lesetafel. 1. Ostertag. Morgens. Abends. Sonntag Ev. Markus 16, 1.8. Ep. 1. Kor. 5, 6-8. 2. Ostertag. Montag Ev. Lukas 24, 13.35. Ep. Apostg. 10, 34.-41. Dienstag Lukas 24, 36-47. Apostelgesch. 13, 26:33. Mittwoch Johannes 20, 1-10. Johannes 20, 11-18. Donnerstag 5 21, 1.14.„ 21, 15-19. Freitag 0 21, 20:25. Matthäus 28, 16-20. Samstag Lukas 24, 48-53. Psalm 133. Quasimodogeniti. Sonntag Ev. Joh. 20, 19.31. Ep. 1. Joh. 5, 410. Montag Apostelgesch. 1, 12-26. Hiob 19, 23.27. Dienstag„ 2, 14·28. Psfalm 48. Mittwoch„ 2, 29.47.„ 72. Donnerstag„ 3, 1eiIi. 93. Freitag„ 3, 12-26.„ 95. Samstag 4, 118. 23. Miserikordias Domini. Sonntag Ev. Joh. 10, 12.16. Ep. 1. Petri 2, 21-25 Montag Apostelgesch. 4, 19.31. Psalm 98. Dienstag 0 4,32-5,11. 9. Mittwoch 5, 12.24. 110. Donnerstag 5, 25-42. 118, 14-29. Freitag, 6, 1-15. 122. Samstag„ 7, 44:59 0 66. Jubilate. Sonntag Ev. Joh. 16, 16-23. Ep. 1. Petri 2, 11-20. Montag Apostelgesch. 8, 1-25. Psalm 132. Dienstag 8, 26-40. 139. Mittwoch Lukas 18, 4⸗59. 102. Donnerstag Apostelgesch. 9g, 1-22. Abpostelgesch. 9, 23.31. Freitag 9, 32-43.„ 10, 1.16. Samstag 7 10, 17.33. Psalm 147. 45⁵53 Bibel-Lesetafel. Kantate. Morgens. Abends. Sonntag Erv. Joh. 16, 5-15. Ep. Jakobus I1, 16-21. Montag Apostelg. 11, 148. Apostelg. 11, 19.30. Dienstag 12,. 125. 43, 1.12. Mittwoch 13, 44-52. 14, 1-18. Donnerstag 14, 19-28. 15,.20. Freitag 16, 9-24.„ 16, 25-40. Samstag 17, 1-15. Psfalm 77. Rogate. Sonntag Ev. Joh. 16, 23-30. Ep. Jakobus 1, 22.-27. Montag Apostelg. 17, 16-34. Apostelg. 18, 1-28 Dienstag 19, 1-20. 19, 21:4⁰ Mittwoch 6 20, 1-16. Psalm 47. Am Tage der Himmelfahrt Christi. Donnerstag Ev. Markus 16, 14.-20. Ep. Apostelg. 1, 1-11. Freitag Apostelg. 20, 17-38. Apostelg. 21, 1-16. Samstag 21, 17:39. Pfalm 61. Exandi. Sonntag Ev. Joh. 15,26-164. Ev. 1. Petri 4, 8-11. Montag Apostelg. 21,40-22,22. Offenbarung 1, 17. Dienstag 22,23.23,11. 5 1, 820. Mittwoch 23, 12-35. 2,•1—. Donnerstag 1 24. 2, 811. Freitag„ 25, 112.„ 2, 12-17. Samstag 25, 13-27. Psalm 51. 1. Pfingsttag. Sonntag Ev. Joh. 14, 23.31. Ep. Apostelg. 2, 1-13. 2. Pfingsttag. Montag Ev. Joh. 3, 16-21. Ep. Apostelg. 10, 42.48. Dienstag Apostelg. 26. Offenbarung 2, 18-29. Mittwoch 27, 1.20. 3, 1-6. Donnerstag„ 27, 21-44. 0 3, 7.13. Freitag 28, 1-15. 3, 14.22. Samstag, 28, 16-31. Psalm 67. 4⁵⁴ Bibel-⸗Lesetafel. Trinitatis. Morgens. Abends. Sonntag Ev. Joh. 3, 1-15.ͤ Ep. Römer 11, 33-36. Montag I. Mose 1, 1-31. Römer 1, 1.12. Dienstag„ 2,61625.„ 1, 13.23. Mittwoch„ 3. i 2, 116. Donnerstag„ 4, 1-16. 2, 17·29. Freitag 6, 5-22.„ 3,½120. Samstag 7 Psalm 49. 1. nach Trinitatis. Sonntag Ev. Lukas 16, 19.-31. Ep. 1. Joh. 4, 16-21. Montag 1. Mose 8. Römer 3, 21.31. Dienstag. 9, 8-29. 4, 1-8. Mittwoch WMi o,. 4, 9⸗25. Donnerstag 0 13, 118. 0 5, 111. Freitag„ 14, 8.24.„ 5, 12-21. Samstag„ 15, 1-18. Psalm 104. 2. nach Trinitatis. Sonntag Ev. Lukas 14, 16-24. Ep. 1. Joh. 3, 13-18. Montag 1. Mose 17, 1-16. Römer 6, 12-18. Dienstag 18, 1.16.„ 7, 1213. Mittwoch 18, 17.33., 7, 14.25. Donnerstag 19, 12.-29.„ 8, 1-11. Freitag 21, 121.„ 8, 24.30. Samstag„ 22, 119. Psalm 6. 3. nach Trinitatis. Sonntag Ev. Lukas 15, 1-10. Ep. 1. Petri 5, 6-11. Montag 1. Mose 23. Römer„ 31.39. Dienstag 24, 1-14. 1·13. Mittwoch 24, 15.20.. 14.21. Donnerstag 10 24, 29-49. 22·33. Freitag„ 24, 50-67. 111. Samstag 27, 1.17. Pfsalm Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Bibel-Lesetafel. 4. nach Trinitatis. Morgens. Ev. Lukas 1. Mose 6, 36-42. 7, 18.29. 27, 30.-45. 28, 10-22. 29, 1.20. 31, 118. 32, 1.21. 5. nach Trinitatis. Ev. Lukas 1. Mose 5, 1.11. 32, 22-32. 33, 1-17. 35, 1-15 37, 117. 37, 18-36. 39. 6. nach Trinitatis. Ev. Matth. 1. Mose 5, 20.26. 1.23. 41, 1.24. 41, 25.43. 41, 44.57. 1—17. 42, 18.38. 40, 7. nach Trinitatis. Ev. Markus 1. Mose 8,1 1.91 45, 1.15. 43, 16-34. 44, 1-13. 44, 14.34. 45, 1•15. 45, 16.28. Abends. Ep. Römer 8, Römer 0, 0 11, U 11., 11, 3, Psalm 44 Ep. 1. Petri 3, Römer 14, 14, 1. Korinth. 1, 1. 7 2, Psalm 43. Ep. Römer 6, 1. Korinth. 2, I 3, 3, I 6, O 9, Psalm 3 Ep. Römer 6, 1. Korinth. 10, „ 12, 15, 15, 15, Psalm 55. 18:23. 12·21. 112. 13·24. 25-32. 1·7. *E —— II 3-11. 616. 110. 11.23. 112. 13·23. 19.23. 14·33. 12·31. 12·28. 29.49. 50-58. * 5 GHSSCG 8 Bibel-Lesetafel. 8. nach Trinitatis. Morgens. Abends. Sonntag Ev. Matthäus 7, 15-23. Ep. Römer 8, 12.17. Montag I. Mose 46,1-7. 26-34. 2. Korinther 1, 111. Dienstag„ 4/½%½.12. 2751. 1, 12.22. Mittwoch 48, 1-20. 4. Donnerstag 0 49,29-50,14.„ 5, 110. Freitag 50, 14.26. 5, 11.21. Samstag 2. Mose 1, 6-22. Psalm 17. 9. nach Trinitatis. Sonntag Ev. Lukas 16, 1-9. Ep. 1. Kor. 10, 6-13. Montag 2. Mose 2, 1-10. 2. Korinther 6, 11⸗18. Dienstag ö 2, 1125.1 0 7. Mittwoch„ 5, 1415.„ 8, 1-15 Donnerstag„ 4, 1-17.„ 9. Freitag„ 5. 5 10. Samstag 6, 1-13 Psalm 79. 10. nach Trinitatis. Sonntag Ev. Lukas 19, 41.48. Epy. 1. Kor. 12, 111. Montag 2. Mose 7. Galater I. 0. Dienstag„ 11. ö 0 1, 11.24. Mittwoch 12, 1-19. 2, 16.21. Donnerstag, 12, 29-42.„ ll. Freitag„ 13, 17.22. 4, 11-20. Samstag 14, 1-14. Psalm 25. 11. nach Trinitatis. Sonntag Ev. Lukas 18, 9.14.Ep. I. Kor. 15, 1.10. Montag 2. Mose 14, 15-31. Galater 5, 1715. Dienstag 15, 20.26. 70 6, 11-18. Mittwoch 16, 1-14. Epheser 1, 1.14. Donnerstag 16, 15-35. 1, 1523. Freitag ö 17, 16.* 2, 1719. Samstag 1 19. Psalm 94. 4⁵⁷ Bibel-Lesetafel. 12. nach Trinitatis. Morgens. Abends. Sonntag Ev. Markus 7, 31.37. Ep. 2. Kor. 3, 4•11. Montag 2. Mose 20, 1-19. Epheser 2, 11-22. Dienstag 24.„ 3, 1-12. Mittwoch ö 32, 1.14. 4, 7.14. Donnerstag 92, 1535.„ 4. 15.21. Freitag 33, 12.23. 5, 10•14. Samstag 34, 1-10.Pfsalm I. 13. nach Trinitatis. Sonntag Ev. Lukas 10, 23.37. Ep. Galater 3, 15.22. Montag 2. Mose 34, 27.35. Epheser 6, 1-9. Dienstag 3. Mose 10, 111.„ 6, 18.24. Mittwoch 4. Mose 2. Philipper 1, 12·21. Donnerstag 13, 17.34.„ 1, 22·30. Freitag„ 14,.25.„ 2, 12.18. Samstag 14, 26-45. Psalm 30. 14. nach Trinitatis. Sonntag Ev. Lukas 17, 11-19. Ep. Galater 5, 16-24. Montag 4. Mose 16, 1-19. Philipper 3, 1-16. Dienstag 16, 20-40. 4, 8.23. Mittwoch 16, 41.50. Kolosser 1.11.8. Donnerstag„ 17, krl. 1, 15.29. Freitag 20, 1-—13.„ 2, nilelg. Samstag 20, 14.29. Psalm 39. 15. nach Trinitatis. Sonntag Ev. Matth. 6, 24.34. Ep. Galater 5, 25-6, 10. Montag 4. Mose 21, 19. Kolosser 2, 16.23. Dienstag„ 23, 16-24. 3, 1.11. Mittwoch 5. Mose 31, 14-23.„ 3, 18-4, I. Donnerstag„ 34, 1-12. 4, 2-18. Freitag Josua 1. 1. Thessalon. 1. Samstag„ 3. Psalm 28. 4⁵⁸ GESO SGO 6 ———— —— Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Bibel-Lesetafel. 16. nach Trinitatis. Morgens. Abends. Ev. Lukas 7, 11-17. Ep. Epheser 3, Josua 6, 1.21. 1. Thessalon. 2, O 2 I 2, 23. 3. 24, 1-18. 4, 24, 19⸗33. 5. Richter 2, 8-23. Psalm 75. 17. nach Trinitatis. Ev. Lukas 14, 1—11. Ep. Epheser 4, Ruth 4. 2. Thessalon. 2, „ 2. 7 2, 17 3. 1 3. „ 4. I. Timoth. 1, 1. Samuelis 1, 1-20.„ 1, 1, 21-2, 11. Psalm 36. 18. nach Trinitatis. Ev. Matth. 22, 34.46. Ep. I. Kor. I, 1. Samuelis 3. I. Timoth. 2. 4, 1-18. 3. 7 5. 77 4. 7, 3˙¹3 5, 7 8. + 6, „ 9, 1417 Psalm 143. 19. nach Trinitatis. Ev. Matth. 9, 1-8. Ep. Epheser 4, 1. Samuelis 10, 1-16. 1. Timoth. 6, 10, 17.27 2. Timoth. I, 7 12. 17, 13, 1.14. 2, 15, 7.29. 2, 16, 1-13 Psalm 34. 1-6. 112. 13.17. 111. 12·20. 4·9. 22·28. 12.21. 17. 8•18. 110. 11.21. Sonntag Montag Dienstag ö Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Bibel-Lesetafel. 20. nach Trinitatis. Morgens. Ev. Matth. 22, 1. Samuelis 114. 16, 14:23. 17, 1219. 17, 20-31. 17, 32.51. 18, 1-14. 19, 1.-18. 21. nach Trinitatis. Ev. Joh. 4, 47-54. 1. Samuelis 24. I O 2 2. Samuelis V. . 26. 31. 1, 17-27. 5, 17.25. 6. 22. nach Trinitatis. Ev. Matth. 2. Samuelis 18, 23-35. 12, 1-14. 12, 15-23. 15, 1-14. 16, 5-15. 18, Iel7. 23. nach Trinitatis. Ev. Matth. 1. Chronika 1. Könige 22, 15.-22. 29, 1-10. 3, 3-15. 8, 1.21. 8, 22-30. 8, 54-66. 9, 1.9. 460 Abends. Ep. Epheser 5, 2. Timoth. 2, 3. „ 4, CTitus 1. 7 2, Psalm 20. Ep. Epheser 6, Philemon 1. 1. Petri 1, O I, O 2, Psalm 130. Ep. Philipp. 1, 1. Petri 4, U 5, 2. Petri 1, I 1. „ 2. Psalm 71. Ep. Philipp. 3, I. Johannis 1. 7 2, 2, 7 3, 7 4, Psalm 42. 10-17. 112. 13.25. 1·10. 15½22 17.21. 1·14. 15-29. 1·12. 1·16. t—. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Bibel-Lesetafel. 24. nach Trinitatis.“) Morgens. Ev. Matth. 9, 18.26. 1. Könige 10, 1-13. 1 17, 110. Am Bußtage. Psalm 102. 1. Könige 18, 1-16. ů 18, 17.29. 18, 30.46. Abends. Ep. Kolosser 1, I. Johannis 5, Hebräer 25 Johannes 12, Hebräer 3. 4. Psalm 76. 25. nach Trinitatis.“) Ev. Matth. 24, 15.28. I. Könige 19. „ 21, 1-19. 2. Könige 2, 1.14. 4. 1.7. 5, UI. 0 6, 8.23. Ep. 1. Thess. 4, Hebräer 5. „ 6. „ 10, 10, „ 12, Psalm 138. 26. nach Trinitatis.“) Ev. Matth. 25, 31-46. 2. Könige 17, 12⸗23. ‚ 18, 1.8. „ 20. 22. 25, 1-22. 7 Klagel. Jer. 3, 22-39. Ep. 2. Thess. 1, Hebräer 18, „ 13, 13, Jakobus 1. 2, Psalm 149. 27. nach Trinitatis.“) Ev. Matth. 25, 1-13. Offenbarung 5. 917. „ 15, 1.9. „ 20, 11.25. 21. „ 22. Ep. 1. Thess. 5, Jakobus 2, 7 9. 4. d 5. Judas 1. Psalm 150. 914. 12·21. 1—18. 35-48. 13-18. 118. 19·39. 111. 3-10. 12-29. 114. 1525. 1.15. 1.13. 1II. 14.26. ) Von dem Sonntage ab, an dem das Totenfest gefeiert wird, werden die Lektionen gelesen, die für die 27. Woche nach Trinitatis angegeben sind. 461 Verzeichnis der Jiederdichter. Albert, Heinrich, geb. 1604 zu Lobenstein im sächs. Voigtlande, Organist 3100 5.50 zu Königsberg i. Pr., Freund von Simon Dach, 1 1651. 303. 350. Albinus, Joh. Georg, geb. 1624 zu Unternessa b. Weißenfels, 1679 als Pfarrer zu Naumburg. 346(2). Allendorf, Joh. Ludw. Konr., geb. 1693 zu Josbach b. Marburg, Schüler A. H. Franckes, Hofprediger in Köthen, Konsistorialrat in Wernigerode, 1 1773 als Pfarrer in Halle. 55. 200. 226. 447. Altenburg, Joh. Michael, geb. 1584 zu Alach b. Erfurt, 4 1640 als Pfarrer zu Erfurt. 141. Arends, Wilh. Erasmus, geb. 1677, 4 1721 als Pfarrer in Halberstadt. 253. Arndt, Ernst Moritz, geb. 26. Dez. 1769 zu Schoritz auf der Insel Rügen, der kühne Vorkämpfer der deutschen Freiheit zur Zeit der Befreiungs⸗ kriege, 1 29. Jan. 1860 als Professor der neueren Geschichte zu Bonn. 47. 101. 118. 162. 188. 355. 401. 413. 442. Arndt, J. C. 416. Arnold, Gottfried, geb. 1666 zu Annaberg im sächs. Erzgebirge, Anhänger Speners, 1697 ein Jahr lang Professor der Geschichte in Gießen, 1 1714 als Pfarrer und Inspektor(Dekan) zu Perleberg. 237(2). 250(%. 251. Asschenfeldt, Christoph Karl Julius, geb. 1792 zu Kiel, seit 1824 Propst in Flensburg, 7 daselbst 1856.— 224. Bähr, Christian August, geb. 1795 zu Atterwasch b. Guben, 1846 als Pfarrer zu Weigsdorf b. Zittau. 64. Barth, Christian Gottlob, geb. 1799 zu Stuttgart, 1824 Pfarrer in Möttlingen, seit 1838 in Calw als Volksschriftsteller und Förderer der Heidenmission thätig, daselbst 1862.— 130. Becker, Kornelius, geb. 1561 zu Leipzig, 1 daselbst 1604 als Professor der Theologie und Pfarrer zu St. Nikolai. 154. Beda Venerabilis(d. h. der Ehrwürdige), ein Angelsachse, geb. 673 im Bistum Durham in England, Mönch im Kloster Jarrow, wo er 735 f. Wurde ebenso als Meister in allen Wissenschaften seiner Zeit wie als Muster der Anspruchslosigkeit bewundert.(108.) Betichius, Joh., geb. 1650 zu Stöckby in Anhalt, 1722 als Pfarrer in Zerbst. 329. Beurhaus, Friedrich, 1609 als Prorektor des Gymnasiums zu Dort⸗ mund. 266(2). 46² Verzeichnis der Liederdichter. Bickel, Joh. Daniel Karl, geb. 26. Juni 1737 zu Wiesbaden als S. des Kantors(späteren Pfrs. zu Altweilnau u. Dörsdorf) Joh. Chr. B., 1758 Lehrer am Waisenhaus u. Vikar der luth. Gemeinde zu Wiesbaden, 1763 Kaplan und 1777 Hofprediger zu Biebrich, 1787 Pfr. zu Mosbach, wo er 28. Juni 1809 als Nassau⸗Usingen'scher Konsistorialrat, Super⸗ intendent u. Hofprediger starb. Verf. des Nass. Gesangbuchs von 1779 u. des Nass. Spruchbuchs von 1793.(S. 433.) Bienemann(Melissander), Kaspar, geb. 1540 zu Nürnberg, Erzieher am Hofe zu Weimar, 1 1591 als Generalsuperintendent zu Altenburg. 274. Birken(Betulius), Sigismund von, geb. 1626 zu Wildenstein b. Eger, flüchtete mit seinen Eltern des Glaubens wegen aus Böhmen, Erzieher am Wolfenbütteler und Mecklenburger Hof, von Ferdinand III. geadelt, zuletzt Privatgelehrter zu Nürnberg, dort 1 1681.— 246. Bogatzky, Karl Heinr. von, geb. 7. Sept. 1690 zu Jankowe in Schlesien, studierte in Halle Theologie, Verfasser zahlreicher, weitverbreiteter Er⸗ bauungsschriften, 15. Juni 1774 als Privatmann im Waisenhaus zu Halle. 142. 189. Bonaventura(Joh. v. Fidanza), geb. 1221 im Toskanischen, Franziskaner, Prof. zu Paris, Kardinal, 1274 zu Lyon; scholastischer Theologe und zugleich einer der besten Mystiker seiner Zeit.(71.) Brandenburg, Luise Henr. von, geb. 27. Nov. 1627 im Haag als Tochter des Prinzen Heinr. Friedr. v. Oranien⸗Nassau, seit 7. Dez. 1646 Gemahlin des Großen Kurfürsten, 4 18. Juni 1667 zu Berlin. Die ihr gewöhnlich zugeschriebenen drei Lieder werden zwar„ihre Lieder“ genannt, jedoch wahrscheinlich nur im Sinne von Lieblingsliedern. 173(). 361(). Brandenburg⸗Kulmbach, Albrecht d. Jüngere, Markgraf von, geb. 1522 zu Anspach, 4 1557 zu Pforzheim. 292(7). Buchka, Joh., geb. 1705 zu Arzberg bei Bayreuth, Konrektor und Hilfs⸗ prediger zu Hof i. V., 4 daselbst 1752.— 222. Claudius, Matthias, der„Wandsbecker Bote“, geb. 15. Aug. 1740 zu Rein⸗ feld b. Lübeck, privatisierte zu Wandsbeck, 21. Jan. 1815 zu Hamburg als Revisor der Schleswig-Holsteinschen Bank zu Altona. 434. 440. Clausnitzer, Tobias, geb. 1618 zu Thum b. Annaberg im Erzgebirg, schwedischer Feldprediger, T 1684 als kurpfälzischer Kirchenrat und Inspektor zu Weiden, Oberpfalz. 30. 126. Crasselius, Bartholomäus, geb. 1667 zu Wernsdorf bei Glauchau in Sachsen, 1 1724 als luth. Pfarrer zu Düsseldorf. 2. 125(7). Dach, Simon, geb. 1605 zu Memel, 1 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg i. Pr. 371. 438. Decius(Hovesch), Nikolaus, anfangs Mönch im Kloster Steterburg bei Braunschweig, seit 1523 evang. Pfarrer zu Stettin, f daselbst 21. März 1541.— 1. 81. Denicke, David, geb. 1603 zu Zittau, 5 1680 als juristisches Mitglied des Konsistoriums in Hannover, seit 1646 mit Justus Gesenius Herausgeber des Hannoverschen Gesangbuchs, in welchem zuerst die ältern Lieder grundsätzlich dem Zeitgeschmack angepaßt wurden. 177. 463 2— 29 Verzeichnis der Liederdichter. Deßler, Wolfgang Christoph, geb. 1660 zu Nürnberg, 1722 als Konrektor der Schule zum hl. Geist daselbst. 220. Dieffenbach, Georg Christian, geb. 4. Dez. 1822 zu Schlitz in Oberhessen, Oberpfarrer daselbst; hat u. a. in mehrere Sprachen übersetzte„Kranken⸗ blätter“ herausgegeben. 324. Diterich, Joh. Samuel, geb. 1721 zu Berlin, daselbst 1797 als Ober⸗ konsistorialrat u. Pfarrer an St. Marien. 160. Döring, Karl Aug., geb. 1783 zu Mark-Alvensleben bei Magdeburg, 1 1844 als Pfarrer der luth. Gemeinde zu Elberfeld; Förderer der innern Mission. 205. Drese, Adam, geb. 1620 in Thüringen, f 1701 zu Arnstadt als Schwarz⸗ burgischer Kapellmeister. 215. Eber, Paul, geb. 1511 zu Kitzingen in Franken, Gehilfe Luthers, 4 1569 als Professor der Theologie, Generalsuperintendent u. Pfarrer zu Witten⸗ berg. 294. 362(2). Falk, Johannes Daniel, geb. 1768 zu Danzig, 1826 als Legationsrat zu Weimar; Begründer eines der ersten Rettungshäuser für verwahr⸗ loste Kinder. 400. 431. Fischer, Christoph, geb. zu Joachimsthal in Böhmen, f 1600 als Hofprediger u. Generalsuperintendent zu Celle. 87. Flemming(Fleming), Paul, geb. 5. Okt. 1609 zu Hartenstein in Sachsen, 1633—39 Teilnehmer einer Gesandtschaftsreise nach Rußland u. Persien, bei deren Antritt er das Lied 279 dichtete und durch welche seine Gesund— heit aufgerieben wurde, so daß er schon 25. März 1640 starb, als Arzt zu Hamburg. 279. 439. Flitner, Joh., geb. 1618 zu Suhl, Prediger zu Grimmen b. Greifswald, als solcher 81678 während des brandenburgisch-schwedischen Kriegs auf der Flucht zu Stralsund. 426. Franck, Joh., geb. 1618 zu Guben in der Niederlausitz, als Student zu Königsberg Schüler S. Dachs, f 1677 als Bürgermeister seiner Vater⸗ stadt. 164. 169. 207. Franck, Salomo, geb. 1659 zu Weimar, 4 1725 daselbst als Oberkon⸗ sistorial⸗Sekretär und Bibliothekar. 89. 186. 263. Francke, Aug. Herm., geb. 12. März 1663 zu Lübeck, Begründer des be— rühmten Waisenhauses zu Halle, daselbst 8. Juni 1727 als Professor der Theologie und Pfarrer der Vorstadt Glaucha. 65. 510% 457 geb. 1794 zu Militsch in Schlesien, 4 1843 zu Breslau. 20. 437. Freylinghausen, Joh. Anastasius, geb. 1670 zu Gandersheim in Braun⸗ schweig, A. H. Franckes Schwiegersohn u. Gehilfe, 4 1739 als Pfarrer zu St. Ulrich u. Direktor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. 261. Freystein, Joh. Burchard, geb. 18. April 1671 zu Weißenfels, seit 1709 Hof⸗ u. 24530(für Bausachen) in Dresden, 4 daselbst 1. April 1718.— 248. Fricker, Joh. Ludwig, geb. 1729 zu Stuttgart, 4 1766 als Pfarrer zu Dettingen in Württemberg. 139. 464 Funk ũ Garv P 14 Gedie pꝛ Gelle Geser se 1. Gott a Graf d6 Gran N se + mrektor rhessen, ranken⸗ Ober⸗ deburg, rer der chwarz— +T 1569 Witten⸗ ionsrat rwahr⸗ rediger zachsen, Zersien, zesund⸗ ls Arzt fswald, gs auf hent zu Vater— berkon⸗ hes be— dofessor reslau. Braun⸗ farrer 261. t 1709 April rer zu * Verzeichnis der Liederdichter. Fröhlich, Abr. Emanuel, geb. 1796 zu Brugg im Kanton Aargau, seit 1817 zu Brugg, seit 1827 zu Aarau in verschiedenen Lehr⸗ u. Kirchen⸗ ämtern thätig, Fabeldichter, 41865 zu Gebensdorf(zu Baden?) bei Aarau. 340. Funcke, Friedrich, geb. 1643 zu Nossen im Erzgebirg, Kantor in Perleberg und Lüneburg, seit 1694 Pfarrer zu Römstedt b. Lüneburg, dort 1 1699.— 113. Funk, Gottfr. Benedikt, geb. 1734 zu Hartenstein i. Sachsen, 1 1814 als Konsistorialrat u. Rektor des Domgymnasiums zu Magdeburg. 95. Garve, Karl Bernh., geb. 1763 zu Jeinsen b. Hannover, 1816—36 Prediger der Brüdergemeinde zu Neusalz a. O., 1 1841 in Herrnhut. 144. 258. Gedicke, Lampertus, geb. 1683 zu Gardelegen in der Altmark, 1709 Feld⸗ prediger, 1735 als Feldpropst in Berlin. 297. Gellert, Christian Fürchtegott, geb. 4. Juli(nach Gödeke:) 1716 zu Großen⸗ hayn in Sachsen(nach früherer Annahme: 1715 zu Hainichen bei Frei⸗ berg im Erzgebirg), seit 1751 Professor der Dichtkunst, Beredsamkeit und Sittenlehre zu Leipzig, daselbst 13. Dez. 1769.— 3. 18. 19. 48. 75. 98. 159. 236. 257. 265. 276. 304. 311. Gerhardt, Paul, nach Luther unser größter Kirchenliederdichter, geb. 12. März 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 1651 Propst in Mittenwalde, 1657—67 Prediger an St. Nikolai in Berlin, aus welcher Stellung er infolge konfessioneller Streitigkeiten schied, seit 1669 Ober⸗ pfarrer zu Lübben a. d. Spree, 1 daselbst 7. Juni 1676.— 7. 12. 17. 44. 46. 51. 54. 59. 68. 74. 80. 82. 85. 117. 123. 267. 275. 280. 286. 290. 301. 308. 315. 327. 341. 357. 379. 432. Gerok, Karl, geb. 1815 in Stuttgart, daselbst seit 1849 Pfarrer, zuletzt Oberhofpredigr u. Prälat, 4 1890.— 33. Gesenius, Justus, geb. 1601 zu Esbeck in Hannover, Pfarrer in Braun⸗ schweig u. Hildesheim, 4 1673 als Gen.-Sup. und Oberhofprediger zu Hannover.(Vergl. Denicke.) 86. 100(2). Geßner, Georg, geb. 1765 zu Dübendorf, Kanton Zürich, 7 1843 als Pfarrer am Großmünster zu Zürich. 399. Giacopone da Todi(Jacoponus, Jacobus de Benedictis), geb. zu Todi in Oberitalien, Franziskanermönch, vom Papst Bonifazius VIII., dessen Sittenlosigkeit er geißelte, in den Kerker geworfen und wie ein wildes Tier gefangen gehalten, aber vom Volke selig gesprochen; 25. Dez. 1306.—((4A.) Gotter, Ludwig Andreas, geb. 1661 zu Gotha, Jurist, s daselbst 1735 als Hofrat. 20. 238. 254. Grafe, Fabrikant zu Elberfeld, Mitbegründer der freien evang. Gemeinde daselbst,‚ 1 1869.— 414. Gramann(Graumann, Poliander), Jobann, geb. 1487 zu Neustadt in Baiern, Sekretär des Dr. Eck bei dessen Disputation mit Luther 1519, seit 1522 Anhänger Luthers, Rektor der Thomasschule zu Leipzig, + 1541 als Pfarrer der Altstädter Kirche zu Königsberg i. Pr. 13. 465 30 Verzeichnis der Liederdichter. Gregor, Christian, geb. 1723 zu Diersdorf in Schlesien, Herausgeber des Brüdergesangbuchs von 1778, 4 1801 zu Berthelsdorf als Bischof der Brüdergemeinde. 194. 195. Grüneisen, Karl, geb. 1802 zu Stuttgart, f daselbst 1878 als Oberhof⸗ prediger und Prälat. 338. Gryphius(Greif), Andreas, geb. 1616 zu Großglogau in Schlesien, Jurist, 1636—46 als Flüchtling i. d. Fremde, 1647 Syndikus des Fürstentums Glogau; 4 1664 in einer Versammlung der Glogau'schen Landstände am Schlagfluß. Gekrönter und geadelter Dichter; Hauptdramatiker seiner Zeit. 349. Günther, Cyriakus, geb. 1650 zu Goldbach b. Gotha, 1 1704 als Gymnasial⸗ lehrer zu Gotha. 202. Hagenbach, Karl Rudolf, geb. 1801 zu Basel, Professor der Theologie daselbst, 1 1874.— 288. Hardenberg, Friedr. Ludw. Freiherr von,(Novalis), geb. 1772 auf Gut Oberwiederstedt b. Mansfeld, 1801 als Bergassessor in Weißenfels. 45. 217. 218. Harms, Klaus, geb. 1778 zu Fahrstedt in Holstein, 1816 Pfarrer in Kiel, 1835 Hauptpfarrer an St. Nikolai und Kirchenpropst daselbst, T 1855.— 445. Harttmann, Karl Friedr., geb. 1743 zu Adelberg i. Württemberg, an der Karlsschule Schillers Lehrer, bis 1812 Pfarrer u. Dekan zu Lauffen, 1 1815 in Tübingen. 270. Hausmann, Julie von, geb. 1826 zu Riga, Erzieherin an verschiedenen Orten, seit 1870 Musiklehrerin an der St. Annenschule zu Peters⸗ burg. 425. Hayn, Henr. Luise von, geb. 22. Mai 1724 zu Idstein, wo ihr Vater Fürstl. Nassauischer Oberjägermeister war; seit 1746 Mitglied der Brüdergemeinde, 4 27. Aug. 1782 als Pflegerin der ledigen Schwestern in Herrnhut. 427. Heermann, Johann, geb. 11. Okt. 1585 zu Raudten bei Wohlau in Schlesien, 1611 Pfarrer zu Köben b. Glogau, legte 1634 sein Amt nieder, weil seine Gesundheit infolge der Drangsale des 30 j. Kriegs und vielen Hauskreuzes erschüttert war, 17.(27, 2) Febr. 1647 zu Lissa in Polen. Der bedeutendste Liederdichter zwischen Luther und P. Gerhardt. 76. 77. 93. 140. 213. 335. 380. Held, Heinrich, war 1643, in welchem Jahr er seine Gedichte herausgab, 2. in seiner Vaterstadt Guhrau in Schlesien, 1695.— 37. 115. Helmbold, Ludwig, geb. 1532 zu Mühlhausen i. Thür., Pfarrer u. Super⸗ intendent daselbst, 4 1598.— 289. Hensel, Luise, geb. 1798 zu Linum b. Fehrbellin als Tochter eines evang. Pfarrers, Erzieherin der Kinder des Konvertiten Grafen Leopold Stol⸗ berg, nachdem auch sie(1818 in Berlin) zur kath. Kirche übergetreten war, während ihre 1894 im 92. Lebensj. gest. Schwester Wilh., gleichfalls Dichterin, dem evang. Bekenntnisse treu blieb; 21876 zu Paderborn. 436. 466 ** * —. A G * des der hof⸗ rist, ums ände tiker sial⸗ logie Gut lfels. rin elbst, der Iffen, henen ters⸗ Bater der ꝛstern u in ieder, hielen a in hardt. sgab, uUper⸗ vang. Stol⸗ war, chfalls 436. Verzeichnis der Liederdichter. Herberger, Valerius, geb. 21. April 1562 zu Fraustadt in Posen, 1 als Pfarrer am Kripplein Christi daselbst 18. Mai 1627. Verfasser vieler Erbauungsschriften. Lehrer des Joh. Heermann. 372. Herbert, Petrus, 1 1571 als Konsenior der böhmisch-mährischen Brüder⸗ —.21 zu Eibenschütz; Mitarbeiter am Brüdergesangbuch von 1566. — 310. Hermann, Nikolaus, Kantor zu Joachimsthal in Böhmen, Freund seines Pfarrers Joh. Mathesius, 1 3. Mai 1561 hochbetagt. 56. 313. 375. Hermes, Joh. Timotheus, geb. 1738 zu Petznik b. Stargard in Pommern, 1 1821 als Oberkonsistorialrat und Oberpfarrer in Breslau. 443. Herrmann, Joh. Gottfr., geb. 1707 zu Altjeßnitz b. Bitterfeld, 1746 Ober⸗ hofprediger und Oberkonsistorialrat zu Dresden, 4 1791.— 184. Herrnschmidt, Joh. Daniel, geb. 11. April 1675 zu Bopfingen in Württem⸗ berg, 1712—16 Fürstl. Nassauischer(General⸗)Superintendent u. Kon⸗ sistorialrat zu Idstein, dann Professor der Theologie und Mitdirektor der Franckeschen Stiftungen zu Halle, 5. Febr. 1723 zu Glaucha (Vorstadt von Halle). 10. 273. Herrosee, C. F. 1 1826.— 398. Herzog, 15 Friedr., geb. 1647 zu Dresden, 7 daselbst 1699 als Rechts⸗ anwalt. 316. Hesse, Johann, geb. 1490 zu Nürnberg, 1 1547 als Pfarrer zu Breslau, wo er die Reformation hatte einführen helfen. 370(2). Heunisch, Kaspar, geb. 1620 zu Schweinfurt, daselbst 1690 als Pfarrer und Superintendent.(369.) Heydenreich, Aug. Ludw. Christian, geb. 25. Juli 1773 zu Wiesbaden, Pfarrer u. Inspektor(Dekan) zu Dotzheim, als solcher 1817 Mitglied der Idsteiner Unions⸗Synode, 1818 Kirchenrat, Professor am Prediger⸗ Seminar u. Pfarrer zu Herborn, 1837—58(41) der 2.(3.) Bischof der ev.⸗christl. Kirche im Herzogtum Nassau, Haupt⸗Verfasser des Gesang⸗ buchs v. 1841 u. der Agende v. 1843, 4 26. Sept. 1858 zu Wies⸗ baden. 39. 84. Hiller, Phil. Friedr., geb. 6. Jan. 1699 zu Mühlhausen a. d. Enz in Württemberg, 1748 Pfarrer zu Steinheim, verlor drei Jahre später die Stimme u. mußte deshalb sein Amt niederlegen, wirkte aber noch segensreich als Liederdichter und Verfasser vieler Erbauungsschriften; 1 24. April 1769.— 192. 208. 227. 228. 419. Hoffmann, Gottfried, geb. 1658 zu Löwenberg i. Schlesien, 1712 als Rektor des Gymnasiums in Zittau. 382. Homburg, Ernst Christoph, geb. 1605 in Mihla b. Eisenach, Rechts⸗ anwalt zu Naumburg u. Zeitz, T 1681.— 40. 78. 106. Hülsemann, Wilh., geb. 1781 zu Soest in Westfalen, 4 1865 zu Elsey als Pfarrer u. Superintendent i. R. 339. Jörgens, Ludwig, geb. 1791 zu Gütersloh, c. 1820—30 Reiseprediger in Kanada, 1831 nach Deutschland zurück, gab in Barmen„Stimmen der Erquickung v. Angesichte des Herrn“ heraus, worin das Lied„Wo findet die Seele“ ꝛc.; nach moralischem Schiffbruch in Amerika (St. Louis?) 1832. 450. 467 30² Verzeichnis der Liederdichter. Jorissen, Matthias, geb. 1739 zu Wesel, 1823 als deutscher reformierter Prediger im Haag. Trefflicher Psalmenübersetzer. 6. Kempff, Johann, geb. zu Staffelstein in der Gegend von Würzburg, + 1625 als Prediger zu Gotha. 374. Keymann, Christian, geb. 1607 zu Pankraz in Böhmen, 1662 als Rektor des Gymnasiums in Zittau. 212. Kinkel, Gottfried, geb. 1815 zu Oberkassel b. Bonn, 1836 Privatdozent der Theol. zu Bonn, dann Prediger und Lehrer in Köln, 1846 Professor der Kunst⸗ u. Kulturgeschichte zu Bonn, infolge der 1848/49r Ereignisse Nov. 1850 nach Amerika, Prof. am Westbourne⸗College in London, 1866 am Polytechnikum zu Zürich, 1 daselbst 1882.— 435. Klopstock, Friedr. Gottlieb, geb. 2. Juli 1724 zu Quedlinburg, längere Zeit in Kopenhagen, später in Hamburg, wo er 14. März 1803 als dänischer Legations⸗ und badischer Hofrat starb. Der Sänger des„Messias.“ 157. 441. Knak, Gustav Friedr. Ludw., geb. 1806 zu Berlin, Pfarrer zu Wusterwitz in Pommern, seit 1850 Goßners Nachfolger an der Bethlehemskirche zu Berlin, 4 1878 auf einer Reise zu Dünnow in Pommern. 199. 397. 446. Knapp, Albert, geb. 25. Juli 1798 zu Tübingen, Pfarrer in Kirchheim, seit 1836 an St. Leonhard in Stuttgart, wo er 18. Juni 1864 starb. Herausgeber des„Evang. Liederschatzes“ mit(in 3. Aufl.) 3130 Kirchen— liedern. 73. 108. 110. 131. 133. 138. Knoll, Christoph, geb. 1563 zu Bunzlau, nicht vor dem 25. Sept. 1627 als Prediger zu Sprottau nach mehr als 36 j. Amtsführung daselbst. 356. Knorr von Rosenroth, Christian, geb. 1636 zu Altrauden bei Wohlau in Schlesien, 1689 als pfalzgräflicher Geheimrat u. Kanzleidirektor zu Sulzbach in der Oberpfalz. 306. Koitsch, Christian Jakob, geb. 1671 zu Meißen, Inspektor am Pädagogium zu Halle, 1705 Rektor des Gymnasiums zu Elbing, + daselbst 1735. — 214. Krause, Jonathan, geb. 1701 zu Hirschberg i. Schl., 1762 als Pfarrer u. Superintendent zu Liegnitz. 26. Krummacher, Friedr. Adolf, geb. 1767 zu Tecklenburg in Westfalen, in verschiedenen Lehr- u. Kirchenämtern thätig, zuletzt Pfarrer zu St. Ans⸗ garii in Bremen, wo er 1845 starb. Parabeldichter. 50. 132. Krummacher, Friedr. Wilh., ältester Sohn des Vorigen, geb. 1795 zu Mörs a. Rh., Prediger in Frankfurt, Ruhrort, Barmen(Gemarke), Elber⸗ feld(1835), Berlin(47), f 1868 als Hof⸗ u. Garnisonprediger in Pots⸗ dam. 411. Kunth, Joh. Sigismund, geb. 1700 zu Liegnitz, seit 1743 Oberpfarrer 1770 solmsischer Superintendent zu Baruth i. d. Niederlausitz, daselbst 779.— 353. Lampe, Friedr. Adolf, geb. 18. Febr. 1683 zu Detmold, reformierter Pfarrer zu Weeze u. Duisburg, Prof. zu Utrecht, zuletzt Pfarrer an St. Stephani in Bremen, f daselbst 8. Dez. 1729.— 57. 364. 468 L 7— 2— 7— zent ssor lisse von, Zeit cher 8.“ witz rche 199. eim, arb. hen⸗ 627 356. hlau ektor ium 735. rer „ in Ans⸗ 6 zu lber⸗ Bots⸗ arrer selbst ierter an Verzeichnis der Liederdichter. Lange, Joachim, geb. 1670 zu Gardelegen i. d. Altmark, Freund und Amtsgenosse A. H. Franckes, 4 1744 als Professor der Theologie in Halle. 307. Laurenti, Laurentius,(Lorenz Lorenzen), geb. 1660 zu Husum i. Schles⸗ wig, 1 1722 als Domkantor u. Musikdirektor in Bremen. 103. 351. Lavater, Joh. Kaspar, geb. 15. Nov. 1741 zu Zürich, das. als Kirchen⸗ rat u. Pfarrer an St. Peters Münster 2. Jan. 1801 infolge eines bei 46 BI der Stadt durch die Franzosen empfangenen Schusses. 160.) 172. Lehr, Leopold Friedrich(nach dem Kirchenbuch nicht: Leop. Franz Friedr.), geb. 3., get. 5. Sept. 1709 zu Kronberg a. Taunus, wo sein Vater Kurfürstl. Mainzischer Oberkeller(Rentmeister) war, als Prediger an der luth. Kirche zu Köthen 27. Jan. 1744 zu Magdeburg auf einer Meise. 191. Leon, Johann, geb. zu Ohrdruf i. Thür., Feldprediger, dann Lehrer in Königssee u. bis 1575 in Groß-Mühlhausen, zuletzt Pfarrer in Wölfis bei Ohrdruf, wo er Ostern 1597 starb.(175.) Liebich, Ehrenfried, geb. 1713 zu Probsthain b. Liegnitz, 1780 als Pfarrer zu Lomnitz(und Erdmannsdorf) b. Hirschberg; Mitheraus⸗ geber der Hirschberger Bibel. 198. 271. 367. Liscow, Salomo, geb. 1640 zu Niemitzsch i. d. Niederlausitz, F 1689 als Prediger zu Wurzen i. Sachsen. 334. Lodenstein, Jodokus von, Prediger z. Utrecht, 4 1677.—(237). Löwenstern, Matthäus Apelles von, geb. 1594 zu Neustadt b. Oppeln, 1 1648 in Breslau als Kaiserlicher Rat und Staatsrat des Herzogs von Münsterberg⸗Ols. 14. Luther, D. Martin, der deutsche Reformator, zugleich der Begründer und Meister des deutschen evang. Kirchengesangs, geb. 10. Nov. 1483 zu Eisleben, seit 1508 Professor der Theologie zu Wittenberg, 1 18. Febr. 1546 zu Eisleben. 52. 58. 92. 114. 116. 129. 134. 135. 136.(158.) 167. 193. 365. 366. 383.(387.) 390. Magdeburg, Joachim, geb. 1525 zu Gardelegen i. d. Altmark, evang. Prediger, zuletzt zu Efferding in Osterreich, von dort 1583 vertrieben. 295. Mathesius(Mathe), Joh., geb. 1504 zu Rochlitz i. Sachsen, als Student Luthers Haus- und Tischgenosse, wirkte als Rektor, dann als Pfarrer zu Joachimsthal i. Böhmen, wo er 1565 F. Hier die vorletzte Str. aus seinem Wiegenlied:„Nun schlaf mein liebes Kindelein.“ 396. Mentzer, Johann, geb. 1658 zu Jahma i. d. Oberlausitz, f 17˙4 als Pfarrer zu Kemnitz b. Bernstadt(Lausitz). 15. 269. Meyfart, Joh. Matthäus, geb. 1590 zu Walwinkel b. Gotha, 1 1642 als Professor der Theologie u. Pfarrer an der Predigerkirche zu Erfurt. 360. Möller, Joh. Friedr., geb. 1789, zuletzt Gen.-Superintendent zu Magde⸗ burg, 1 1861.— 331. Mohr, Joseph, geb. 1792 zu Salzburg, kath. Priester, 1818 zu Laufen bei Salzburg, wo er„Stille Nacht“ dichtete, 1848 zu Wagrein im Salz⸗ kammergut. 406. 469 Verzeichnis der Liederdichter. Moraht, Adolf, geb. 1805 in Hamburg, dort neun Jahre im Dienst der innern Mission, 1838 Hilfsprediger zu Mölln in Lauenburg, 1846 Pfarrer daselbst, T1884.— 153. Mudre, Joh. Friedr., geb. 26. Dez. 1736 zu Lübben i. d. Niederlausitz, Gellerts Schüler, 4' zu Marienberg in Sachsen, als pensionierter Pfarrer von Mittelsaida bei Freiberg, 30. Mai 1810.— 90. Nachtenhöfer, Kaspar Friedr., geb. 1624 zu Halle, 4 1685 als Pfarrer in Koburg. 49. Neander, Christoph Friedr., geb. 1724 zu Eckau in Kurland, 1750 Propst zu Gränzhof in Kurland, 4 daselbst 1802.— 88. Neander, Joachim,„der Psalmist des neuen Bundes“, geb. 1650 zu Bremen, 1674 Rektor an der reformiertenSchule zu Düsseldorf, 1679 Prediger r zu Bremen, 7 daselbst 31. Mai 1680.— 9. 21. 32. 309. Nerreter, David, geb. 1649 zu Nürnberg, 1709 Gen.⸗Sup. des Herzogtums Hinterpommern und des Fürstentums Kammin u. Kons.⸗Rat zu Star⸗ gard, das. 1726.— 269. Neumann, Kaspar, geb. 1648 zu Breslau, Hofprediger zu Altenburg, 1678 Oberpfarrer zu St. Elisabeth, theologischer Professor am Gym⸗ 314.844 Kircheninspektor zu Breslau, das. 1715.— 25. 111. 305. 312. 344. Reumark, Georg, geb. 16., get. 17. März 1621 zu Langensalza(in der St. Stephani⸗Gemeinde), seit 1651 Bibliothekar u. Archivsekretär zu Weimar, 7 daselbst 8. Juli 1681.— 296. Neumeister, Erdmann, geb. 1671 zu üchteritz b. Weißenfels, zuletzt Haupt⸗ pfarrer zu St. Jakobi in Hamburg, f 1756.— 60. 190. 320. Neunherz, Johann, geb. 1653 zu Waltersdorf i. Schlesien, 4 1737 als Oberpfarrer in Hirschberg. 105. Neuß, Heinr. Georg, geb. 1654 zu Elbingerode a. Harz, Pfarrer in Wolfenbüttel, f 1716 als Kons.⸗Rat und Superintendent zu Werni⸗ gerode. 229. Nicolai, Philipp, geb. 10. Aug. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, zuerst Gehilfe seines Vaters daselbst, 1583 Pfarrer zu Herdecke a. d. Ruhr, 1586 an der heimlichen luth. Gemeinde zu Köln, 1587 Hofprediger in Wildungen, 1596 Pfarrer in Unna i. Westf., wo er seine beiden berühmten Lieder veröffentlichte, deren Melodien„der König und die Königin der Choräle“ heißen, 1601 Hauptpfarrer an St. Katharinen u. Senior zu Hamburg, f das. 26. Okt. 1608.— 219. 373. Notker d. Ältere(balbulus, d. Stammler), geb. um 850 zu Heiligau, Benediktinermönch zu St. Gallen, 6. April 912.—(366). Olearius, Johann, geb. 1611 zu Halle, Herzogl. Sächsischer Gen.⸗Sup. u. Hofprediger zuerst in Halle, wo Herzog August als Administrator des Erzstifts Magdeburg residierte, nach dessen Tod zu Weißenfels, wo er 1684 starb. 124. 176(2). Oser, Friedr. Heinr., geb. 1820 zu Basel, 1845 Pfarrer zu Waldenburg (Baselland), 1866 Prediger an der Strafanstalt zu Basel, 1891 als Pfarrer zu Benken(Baselland). 262. 47⁰ der 846 sitz, rter rrer opst nen, iger 3⁴ 32. ums tar⸗ urg, ym⸗ 305. der zu upt⸗ als in erni⸗ deck, tuhr, +π in iden )die inen igau, Sup. rator ifels, burg Hals Verzeichnis der Liederdichter. Pfeffel, Gottlieb Konr., der bekannte Fabeldichter, geb. 1736 zu Kolmar, seit seinem 21. Jahre völlig erblindet, 11809 als Präsident des Konsi⸗ storiums zu Kolmar. 8. Pfeil, Christoph Karl Ludw. von, geb. 1712 zu Grünstadt i. d. Grafschaft Leiningen, unfern Worms, württemb. Geh. Legationsrat, später in preußischen Diensten, 1784 als Geheimerrat auf seinem Gute Deuf⸗ stetten b. Dünkelsbühl. 22. 69. 181. 328. Prätorius, Benjamin, geb. 1. Jan. 1636 zu Obergreißlau b. Weißenfels, T 1674(2) als Pfarrer in Großlissa bei Delitzsch.(256.) Preiswerk, Samuel, geb. 1799 zu Rümlingen b. Basel, Pfarrer u. Antistes zu Basel, das. 1871.— 70. 410. Puchta, Christian Rud. Heinr., geb. 1808 zu Kadolzburg in Mittelfranken, wirkte zu München, Erlangen, Speier, Eib b. Ansbach teils im Kirchen⸗, teils im Lehramt; 1858 als Pfarrer zu Augsburg. 168. 342. Räder, Joh. Friedr., geb. 1815 zu Elberfeld, Kaufmann daselbst, 4 1872. — 128. Rambach, Aug. Jak., geb. 1777 zu Quedlinburg, f 1851 als Hauptpfarrer zu St. Michaelis u. Senior zu Hamburg. 71. Rambach, Joh. Jak., geb. 1693 zu Halle, daselbst 1723 Adjunkt als Herrnschmidts, 1727 Professor der Theologie als Franckes Nachfolger, 192 195.210 u. Superintendent zu Gießen, wo er 1735 starb. 109. 52. 183. 210. Reuß, Eleonore Fürstin von, geb. Gräfin zu Stolberg⸗-Wernigerode, geb. 1835 zu Gedern in Oberhessen, lebt zu Ilsenburg am Harz. 63. Richter, Christian Friedr., geb. 1676 zu Sorau i. d. Niederlausitz, Arzt am Waisenhaus zu Halle, f das. 1711.— 171. 230. 231. 232. 240. Ringwald, Bartholomäus, geb. 1530 zu Frankfurt a. O., 4 1597(od. 99) als Pfarrer zu Langfeld i. d. Neumark. 170 Rinkart, Martin, geb. 23. April 1586 zu Eilenburg an der Mulde, seit 1613 Pfarrer zu Erdeborn b. Eisl., 1617 Pfarrer in seiner Vaterstadt, wo er 8. Dez. 1649 starb. Verfasser von nahezu 100 Schriften lauch des ersten Lutherfestspiels:„Der Eißlebische Ritter“ 1613] und von mehr als 600 Kirchenliedern, die fast alle in den Stürmen des 30 jähr. Kriegs vernichtet worden sind. Er teilte die Drangsale dieses Kriegs treulich mit seiner Gemeinde, dichtete jedoch sein„Nun danket alle Gott“ 11. 295 Beendigung desselben, sondern schon 1630, als Tischgebet. 11.(125). Rist, Johann, geb. 1607 zu Ottensen b. Hamburg, f 1667 als Pfarrer zu Wedel a. d. Elbe i. Holstein. 35. 66. 163. 318. 368. Rodigast, Samuel, geb. 19. Okt. 1649 zu Gröben b. Jena, Freund Speners, + 19. März 1708 als Rektor des Gymnasiums zum grauen Kloster in Berlin. 291. Roller, Sam. David, geb. 1779 zu Heynitz bei Meißen, 1 1850 als Pfarrer zu Lausa b. Dresden. 448. Rothe,‚ Joh. Andreas, geb. 1688 zu Lissa b. Görlitz, 1722—37 Zinzendorfs Patronatspfarrer zu Berthelsdorf, 1758 als luther. Pfarrer zu Thommendorf b. Bunzlau. 187. 259. 381. 47¹ Verzeichnis der Liederdichter. Rückert, Friedrich, geb. 16. Mai 1789 zu Schweinfurt, Professor der morgenländischen Sprachen 1826 zu Erlangen, 1841—49 zu Berlin, lebte dann auf seinem Landsitz zu Neuseß b. Koburg, wo er 31. Jan. 1866 starb. 36. Rre(Rüdel), Martin, geb. 1550 zu Salza b. Magdeburg, 1 1618 als Pfarrer in Weimar, gilt allgemein(doch erst seit 1726) als Verf. des Liedes„Ach Gott und Herr“, welches zuerst 1513 mit einer von dem Professor Johannes Major(Groß) zu Jena(+ 1654) aus Veran⸗ lassung 915 IThüringer Sündflut“(29. Mai 1613) gehaltenen Predigt erschien und wohl von letzterem herrührt. 165 9 Schade, Joh. Kaspar, geb. 1666 zu Kühndorf b. Meiningen, Freund A. H. Franckes, 1691 08. an St. Nikolai in Berlin u. Amtsgenosse Speners, das. 1698.— 282. Schalling, Martin, geb. 1532 in Straßburg, 1576 Hofprediger u. Super⸗ intendent zu Amberg, 1585 Pfarrer an St. Marien in Nürnberg, T daf. 1608.— 203. Schesfler, Johann, geb. 1624 zu Breslau, seit 1649 Leibarzt des Herzogs von Württemberg-Ols zu Ols, trat nach Lösung dieses Verhältnisses 12. Juni 1653 zu Breslau unter dem Namen Angelus Silesius zur römischen Kirche über, wurde Geistlicherrat des Fürstbischofs und starb 211 245 zu St. Matthias daselbst 9. Juli 1677.— 196. 206. 11. 249. Scheidt, Christian Ludw., geb. 1709 zu Waldenburg bei Schwäbisch-Hall, 1 1761 als Geh. Hofrat u. Bibliothekar zu Hannover. 179. Schenck, Heinr. Theobald, geb. 10. April(1. Apr. a. St.?) 1656 zu Heidel⸗ bach a. d. Schwalm b. Alsfeld i. Oberhessen, 11. Apr. 1727 als Pfarrer zu Gießen. 376. Schenk, Hartmann, geb. 1634 zu Ruhla b. Eisenach, f 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. 394. Schenkendorf, Gottlob Ferd. Max von, geb. 1783 zu Tilsit, einer der 418 0 Befreiungskriege, 1 1817 als Regierungsrat zu Koblenz. Schirmer, Michael, geb. 1606 zu Leipzig, Freund P. Gerhardts, 1 1673 als Konrektor am Gymnasium zum grauen Kloster in Berlin. 43. 119. Schlegel, Joh. Adolf, geb. 1721 zu Meißen, 1 1793 als Pfarrer und General-Superintendent in Hannover. 322. Schlosser, Ludw. Heinr., geb. 1663 zu Darmstadt, 1723 als Pfarrer zu St. Katharinen in Frankfurt a. M. 326. Schmid, Joh. Christoph von, geb. 1768 zu Dinkelsbühl, 1791 Priester, 1826 Domkapitular zu Augsburg, 1 1854. Verfasser vieler Jugend⸗ schriften. 404. Schmidt, Joh. Eusebius, geb. 12. Jan. 1075 zu Hohenfelden im kur⸗ mainzischen Amte Tondorf bei Erfurt, 4 25. Dez. 1745 als Pfarrer in Siebleben b. Gotha nach 48j. Amtsführung daselbst. 234. Schmolck, Benjamin, 00 21. Dez. 1672 zu Brauchitschdorft im Fürstentum Liegnitz, 1701 Gehilfe seines Vaters im Pfarramt daselbst, seit 1702 in Schweidnitz, 7 daselbst 12. Febr. 1737 als Oberpfarrer u. Inspektor. 472 Verzeichnis der Liederdichter. Verfasser weit verbreiteter Erbauungsschriften. 29. 34. 38. 67. 97. 104. 122. 147. 155.„178. 2441. 268. 274. 278. 285. 298. 314. 321. 332. 343. 345. 358. 359. 363. 417. Schneesing, Johann,(Csiomusud, geb. zu Frankfurt a. M., 4 1567 als Pfarrer zu Friemar b. Gotha. 166. Schröder, Joh. Heinr., geb. 4. Okt. 1667 zu(Haller-) Springe b. Hannover, seit 1696 Pfarrer zu Meseberg b. Magdeburg, ‚ das. 30. Juni 1699. — 201. 244. Sch0 Joh. Jakob, geb. 7. Sept. 1640 zu Frankfurt a. M., f das. 22. Mai 1690 als Rechtsanwalt u.„verschiedener(Reichs⸗)Stände Rat.“ 16. Schwarzburg⸗Rudolstadt, Amilie Juliane Gräfin zu, geb. Gräfin von Barby, geb. 19. Aug. 1637 zu Rudolstadt, Gemahlin des Grafen Albrecht Anton, das. 3. Dez. 1706.— 61. 377. Schwarzburg⸗Rudolstadt, Ludämilie Elisabeth Gräfin zu, geb. 7. April 1640 zu Rudolstadt, 12. März 1672 als Braut des Grafen Christian Wilh. zu Schwarzburg-Sondershausen. 209.(408.) Schwedler, Joh. Christoph, geb. 1672 zu Krobsdorf i. Schlesien, 1730 als Pfarrer zu Niederwiese i. d. Oberlausitz. 409. Selnecker, Nikolaus, geb. 1530(32 2) zu Hersbruck b. Nürnberg, Schüler Melanchthons, Pfarrer in Dresden und Jena, 1592 als Professor der Theologie, Superintendent u. Pfarrer an St. Thomas in Leipzig. Mitverfasser der Konkordienformel. 127. 393. Senitz, Elisabeth von, geb. 1629 zu Rankau i. Fürstenrum Brieg i. Schles., Hr Venwaif, Hoffräulein an den Höfen zu Brieg u. Ols, 1 1679. 79. Speratus(Spret), Paul, geb. 13. Dez. 1484 zu Röthlen bei Ellwangen i. Schwaben, 1516 Pfarrer zu Salzburg, predigte schon 1522 das lautere Evangelium im Stephansdom zu Wien, 1523 in Wittenberg, 1524 auf Luthers Empfehlung Hofprediger des.— Albrecht von Preußen, Reformator des Herzogtums Preußen, 4 12. Aug. 1554 zu Liebemühl als evang. Bischof von Wonefanten. Er zuerst dichtete (1523) auf Luthers Anregung evangelische Kirchenlieder.(182.) Spitta, Karl Joh. Phil., geb. 1. Aug. 1801 zu Hannover, 4 28. Sept. 1859 als Superintendent und Pfarrer zu Burgdorf b. Hannover. Der Dichter von 38413 und Harfe“. 31. 121. 137. 148. 150. 233. 277. 323. 325. 336. 415. 429. 449. Stegmann, Jofua, geb. 1588 zu Sulzfeld b. Meiningen, 1 3. Aug. 1632 als Professor der Theologie u. schaumburgischer Superintendent zu Rinteln. 128(2). Steinhofer, Ludw. Christian, geb. 1746 zu Tübingen, f 1821 als Pfarrer zu Welzheim i. Württemberg. 347. Steuerlein, Johann, geb. 1546 zu Schmalkalden, 1613 als Stadtschult⸗ heiß zu Meiningen. 62. Stip, Gerhard, geb. 1809 zu Norden in Ostfriesland, Herausgeber des „Unverfälschten Liedersegens“(1851), 4 1882 zu Potsdam als Privat⸗ gelehrter. 302. 473 Verzeichnis der Liederdichter. Stockfleth, Heinr. Arnold, geb. 1643 zu Alfeld i. Hannover, 1708 zu Mönchsberg b. Bayreuth als brandenburgischer Kirchenrat, Oberhof⸗ prediger u. General⸗Superintendent. 298. Stolshagius, M. Kaspar, 1583 Pfr. zu Stendal, ließ als„Pfarrherr zur Igel(Iglau) im Lande zu Mehrn“(Mähren) 1591 zu Eisleben „Kinderspiegel, Oder Hauszucht, vnd Tischbüchlein, Wie die Eltern mit den Kindern singen und beten sollen“ ꝛc. drucken, worin das Lied„Heut triumphieret Gottes Sohn“ zuerst erschien. 96(/). Strauß, Viktor Friedr. von, geb. 1809 zu Bückeburg, 1840 Archivrat das., 1850 Kabinetsminister, auch Bundestagsgesandter des Fürsten zu Schaumburg⸗Lippe; lebt zu Dresden. 221. 284. Sturm, Julius Karl Reinhold, geb. 1816 zu Köstritz im Fürstentum Reuß, seit 1857 Oberpfarrer u. Kirchenrat daselbst. Verfasser der „Frommen Lieder“ u. a. 23. 146. 151. 174. 281. 337. Taddel, Christian Ludw., geb. 1706 in Mecklenburg⸗Schwerin, 1775 als Hofrat u. Justiz⸗Kanzlei⸗Direktor zu Rostock. 102. Tersteegen, Gerhard, geb. 25. Nov. 1697 zu Mörs a. Rh., machte die höhere Schule seiner Vaterstadt durch, erlernte die Kaufmannschaft u. dann das Bandwirken zu Mülheim a. d. Ruhr, wo er von seinem 15. Jahre bis zu seinem Tode, 3. April 1769, lebte.„Ein reformierter Mystiker mit reichem inneren Leben, durch Wort und Schrift vielen ein Seel⸗ sorger u. geistlicher Führer.“(4). 24. 53. 83. 112. 143. 197. 204. 235. 242. 245. 317. Thilo, Valentin, geb. 1607 zu Königsberg i. Pr., das. 1662 als Pro⸗ fessor der Beredsamkeit. 42. Tietze(Titius), Christoph, geb. 1641 zu Wilkau b. Breslau, 1 1703 als Pfarrer zu Hersbruck b. Nürnberg. 287. Wagner, Joh. Christian, geb. 1747 zu Hildburghausen, Amtmann zu Held⸗ burg, dann Regierungs⸗ u. Konsistorialrat zu Hildburghausen, daselbst 1825. Herausgeber des„Hildburghäuser Gesangbuchs“. 185. Walter, Aug. Herm., geb. 1817 zu Leipzig, 1843 Katechet u. Nachmittags⸗ prediger an St. Petri daselbst, trat 1849 wegen Ohrenleidens in den Ruhestand. 223. Wegelin, Josua, geb. 1604 zu Augsburg, Prediger daselbst, 4 1640 als Pfarrer in Preßburg.(107.) Weiße, Michael, geb. zu Neiße i. Schlesien, deutscher Pfarrer zu Landskron u. Fulneck i. Böhmen, gab 1531 das erste deutsche Gesangbuch der böhmischen Brüder heraus, 1540(422) als Vorsteher der Brüder in Neutomischl. Bearbeitete meist böhmische Hussitenlieder.(94.) Weissel, Georg, geb. 1590 zu Domnau i. Ostpr., 1 1635 als Prediger zu Königsberg i. Pr. 41. 216. Wetzel, Karl Friedr. Gottlieb, geb. 1779 in Bautzen, Litterat, f 1819 als Redakteur des fränkischen Merkur in Bamberg. 412. Willich, Ernst von, Stiefenkel Schleiermachers, geb. 25. Febr. 1860 zu Breslau, f 4. Febr. 1873; dichtete im Alter von 12 Jahren das Lied 430, das Lieblingslied Kaiser Friedrichs in seinen Leidenstagen. 430. 47⁴ zu of⸗ zur ben mit eut as., zu um der als here ann ihre iker eel⸗ 04. zro⸗ als eld⸗ bst gs- den als kron der in rzu als zu Lied 430. Verzeichnis der Liederdichter. Winckler, Joh. Joseph, geb. 1670 zu Lucka i. Sachsen⸗Altenburg, f 1722 als Kons.⸗Rat u. Domprediger zu Magdeburg. 252. 283. Wolf, Jak. Gabriel, geb. 1684 in Greifswald, 4 1754 als Professor der Rechte zu Halle. 255. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, geb. 1725 zu Friedrichsfelde b. Berlin, 1748 Pfarrer zu Bunzlau i. Schlesien, Stifter des dortigen Waisenhauses, das. 1761.— 161. 423. Zaremba, Felician Graf von, geb. 1794 zu Zaroy in Litthauen, 56 Jahre im Dienste der Basler Mission: 1821—38 zu Schuscha in Rußland, 1839—64 als Reiseprediger in Deutschland und der Schweiz; 1 1874 im Missionshause zu Basel. 410. Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von, geb. 26. Mai 1790 zu Dresden, Schüler A. H. Franckes, 1721 Hof⸗ und Justizrat, stiftete 1727 auf seinen Gütern die evang. Brüdergemeinde, 4als Bischof derselben 9. Mai 1760 zu Herrnhut. 145. 180. 225. 239. 243. 421. Zinzendorf, Christian Renatus Graf von, Sohn des Vorigen, geb. 1727 zu Herrnhut, f 1752 als Presbyter der Brüdergemeinde in London. 395. Zollikofer, Georg Joachim, geb. 1730 zu St. Gallen, Prediger 1754 in Murten, 1758 in Leipzig, T 1788.— 247. Zwingli, Huldreich, der Reformator der deutschen Schweiz, geb. 1. Jan. 1484 zu Wildhaus in Toggenburg, 11. Okt. 1531 in der Schlacht bei Cappel.(Seite 420.) Von unbekannten Verfassern:(4.) 5. 27. 28. 72. 91.(94.) 99.(107.) 120. 149. 156. 158.(175.)(182.)(256.) 264. 299. 300. 319. 330. 333. 348. 352. 354.(369.)(387.) 402. 403. 405. 407.(408.) 422. 424. 433.(S. 420.) Er?t ẽflt5.six;joÜ.Mf!—ynu 6 ‚nH1 öD Alphabetisches Verzeichnis der Jieder. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Shni Ach bleib mit deiner Gnade.. Ach Gott und Herr.. Ach Gott, verlaß mich nicht Ach Gott vom Himmel sieh darein Ach komm, füll unsre Seelen ganz. Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein Ach mein Herr Jesu, wenn ich dich nicht hätte Ach sagt mir nichts von Gold und T Ach wundergroßer Siegesheld Allein Gott in der Höh sei Ehr Allein zu dir, Herr Jesu Christ Alle Menschen müssen sterben Alles ist an Gottes Segen Allgenugsam Wesen Am Kreuz erblaßt An des Herren Kreuz zu denken Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf Christi Himmelfahrt allein Auf dich seh ich.. Auf! du priesterlichs Geschlechte Auferstehn, ja auferstehn wirst dun. Auf Gott und nicht auf meinen Rat. Auf, ihr Streiter, durchgedrungen. Auf, laßt uns fröhlich singen Auf meinen lieben Gpotet Aus Gnaden soll ich selig werden Aus irdischem Getümmel. Aus meines Herzens Grunde Aus tiefer Not schrei ich zu dir —476 (8²2) IIIAENDMDOVDVDDD(WGWW8 S Alphabetisches Verzeichnis der Barmherziger, laß deine Gnade Befiehl du deine Wege ö Bei dir, Jesu, will ich bleiben Betgemeine, heilge dich.. Bis hierher hat mich Gott gebracht. Bringt Preis und Ruhm dem Heiland dar. Christe, du Lamm Gottes Christen sind ein göttlich Volk. Christi Blut und Gerechtigkeit Christ ist erstanden. Christ lag in Todesbanden Christus der ist mein Leben. Danket dem Herrn, denn er ist Danket dem Herrn! Wir danken Darf ich wiederkommen Das alte Jahr vergangen ist Das Jahr geht still zu Ende Das Jahr ist nun zu Ende Das walte Gott, der helfen kann Dein König kommt in niedern Hüllen Dein Wort, o Herr, bringt uns zusammen. Dein Wort, o Herr, ist milder Tau. Dennoch bleib ich stets an dir Der am Kreuz ist meine Liebe. Der beste Freund ist in dem 22555. Der du in Todesnächten Der du zum Heil erschienen. Der Glaube hilft, wenn nichts mehr helfen kann Der heilge Christ, der segne dich Der heilge Christ ist kommen Der Mensch hat nichts so eigen Der Mond ist aufgegangen. Der Sabbat ist vergangrne Der Tag ist hin; mein Jesu, bei mir bleibe Des Morgens, wenn ich früh aufsteh. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht Die Gnade sei mit allen.. Die Gnade unsers Herrn Jesu ohrisi Die güldne Sonne Die Herrlichkeit der Erden Die Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen ö Die Sach il dein, Herr Jesu Chrise Dies ist der Tag, den Gott gemacht Dies ist die Nacht, da mir erschienen. Die wir uns allhier befannmen finden 477 Lieder. (117) (130) (142) Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. Dir, dir, Jehovah, will ich singen Dir will ich danken bis zum Grabe Du bist zwar mein und bleibest mein Du, Gott, hasts angefangen.. Du lieber, heilger, frommer Christ Du Stern in allen Nächten. Ehre sei Gott in der Höhe. Ehr sei dem Vater.. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sen Eine Herde und ein Hirt 23 Einen guten Kampf hab ich. Einer ist König, Immanuel sieget. Einer ists, an dem wir hangen. Eines wünsch ich mir vor allem andern Ein feste Burg ist unser Gott Ein Gärtner geht im Garten Ein getreues Herze wissen. Ein Haupt hast du dem Volk gesandt Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir Eins hätten wir von Herzen gern. Eins ist not! Ach Herr, dies eine Empor zu Gott, mein Lobgesang Endlich bricht der heiße Tiegel. Ergrünt, ihr Siegespalmen*— Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Ermuntert euch, ihr Frommen. Es Es Es glänzet der Christen inwendiges Leben ist das Heil uns kommen her. ist ein Ros entsprungen ist genug; so nimm, Herr, meinen Geist ist nicht schwer, ein Christ zu sein ist noch eine Ruh vorhanden ist so still geworden. ist vollbracht! Er ist verschieden kennt der Herr die Seinen kostet viel, ein Christ zu sein wolle Gott uns gnädig sein. Ewge Liebe, mein Gemüte Fahre fort, fahre fort! ö Fang dein Werk mit Jesu an Freu dich sehr, o meine Seele Fröhlich soll mein Herze springen Früh am Morgen Jesus gehet. Früh morgens, da die Sonn aufgeht. 478 (2 (45 (71 (150a) (90) (72 (73) (131) (30) SSRSISISIIIPP‚ee..ee..—..... D DDD H CANS NSS& Alphabetisches Verzeichnis der Geh aus, mein Herz, und suche Freud Geh hin nach Gottes Willen Geht hin, ihr gläubigen Gedanken. Geht, ihr Streiter, immer weiter Geht nun hin und grabt mein Grab. Gelobet sei der Herr*— Gelobet seist Du, Jesu Christ Gelobt sei Gott im höchsten Thron Gott, deine Güte reicht so weit. Gott, der du Herzenskenner bist. Gott' der Gnaden, schwer beladen. Gott des Himmels und der Erden. Gottes Stadt steht fest ei Gott ist inn n Gott ist getreu Gott ist mein Lied. Gott lebt. Wie kann ich traurig sein? Gott Lob! Die Stund ist kommen Gott Lob! Ein Schritt zur Ewigkeit Gott Lob! Nun ist erschollen Gott, Schöpfer, Stifter heilger Eh Gott sei Dank durch alle Welte. Gott wills machen Großer Gott von alten Zeiten Großer Gott, wir fallen nieder. Großer Gott, wir loben dich Großer Mittler, der zur Rechten Guter Hirt, der seine Herde Hallelujah! Gott zu loben Hallelujah! jauchzt, ihr Chöre Hallelujah! Lob, Preis und Ehr Waneriad Schöner Morgen Hallelujah! Wie lieblich stehn Halt im Gedächtnis Jesum 35395 Harre, meine Seele.. Heilger Jesu, Delgungsauelle Heilig, heilig, heilig Herbei, o ihr Gläubigen Herr, auf Erden muß ich leiden Herr, dein Wort, die edle Gabe Herr, der du mir das Leben Herr, die Erde ist gesegnet Herr, du wollst uns vollbereiten Herr, es ist von meinem Leben Herr Gott, dich loben wir Herr, höre, Herr, erhöre . 79 Lieder. (35 Seite 43³³ (145) (3) (149) (25) (118 (52) 75 (15 (78 (0 Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. Herr, ich habe mißgehandelt Herr im Himmel, Gott auf Erden Herr Jesu Christ, der du beweintest Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. Herr Jesu, Gnadensonne Herr, sei gelobet, daß du hast dein Leben Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken Herr, wie du willst, so schicks mit mir Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. Herzlich thut mich verlangen Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen Herz und Herz vereint zusammen. Heut triumphieret Gottes Sohn 13 1— Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder Hier stehen wir von nah und fern Hilf, Herr Gott, hilf in dieser Not Hilf, Herr Jesu, laß gelingen Himmelan geht unsre Bahn. Hinunter ist der Sonne Schein Hirte deiner Schafe Hosianna! Davids Sohn Hosianna! Zu der Erde Hüter, wird die Nacht der Sünden Ich bete an die Macht der Liebe. Ich bin ein Gast auf Erden Ich bin erlöst durch meines Mittlers Blut Ich bin getauft auf deinen Namen Ich bin im Himmel angeschrieben Ich bin nicht mehr mein eigen Ich bleib bei dir. Wo könnt ichs besser. Ich erhebe mein Gemüte Ich geh zu deinem Grabe Ich habe Lust zu scheiden Ich habe nun den Grund gefunden Ich hab in Gottes Herz und Sinn Ich hab in guten Stunden Ich hab von ferre Ich komme, Herr, und suche dich Ich singe dir mit Herz und Mund Ich steh an deiner Krippe hier Ich steh in meines Herren Hand Ich sterbe täglich, und mein Leben Ich und mein Haus, wir sind bereit. Ich weiß, an wen ich glaube Ich weiß von keinem andern Grunde 48⁰ Seite 4²⁰ (65) ** 2 25223 eDe 22t᷑ 2 7— 2——2— 2— H Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. Ich will dich lieben, meine Stärke Ich will streben Ich will von meiner Missethat Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all In allen meinen Thaten* In Christi Wunden schlaf ich ein In der Angst der Welt will ich nicht lagen In die Ferne möcht ich ziehen In Gottes Namen fahren wir In Gottes Namen fang ich an Jit Gott für mich, so trete Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel Je größer Kreuz, je näher Himmel Jehovah, Zehovah, Jehovah.. Jerusalem, du hochgebaute Stadt Jesu, Jesu, Jesu, Jesu, Jesu, Jesu, Jesu, Jesu, Jesus Jesus Jesus, deine tiefen Wunden der du bist alleine Freund der geh voran* 5. Wunderstern hilf f siegen, du Fürste des Lebens meine Freude meines Lebens Leben Christus herrscht als König ist kommen, Grund ewiger Freuden Jesus, nichts als Jesus Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an Jesus soll die Losung sein Jesu, Todesüberwinder Kehre wieder, 2— wieder Kennt ihr das Land- auf Erden liegt es nicht König, dem kein König gleichet Komm, heiliger Geist, Sere die Herzen. Komm, heiliger Geist, Herre Gott Komm, mein Herz, in Jesu Leiden Komm, o komm, du Geist des Lebens Kommst du, ihr ich du, Licht der Heiden Kommt her, r seid geladen Kommt, Runder, laßt uns gehen Lasset die Kindlein kommen Lasset uns mit Jesu ziehen Laß fahren deine Sorgen 481 (100) (61b) (61 a) Gh (70 65 Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. Laß mich dein sein und bleiben Laß mich, o Herr, in allen en Laßt mich gehn Laßt uns lobsingen. Licht vom Licht, erleuchte mich Liebe, die du mich zum Bilde Lieber Vater, hoch im Himmel. Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte 3* Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort Lobe den Herren, den mächtigen König der 5350 Lobe den Herren, o meine Seele Lobt froh den Herrn, ihr jugendlichen Chöre Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich Mache dich, mein Geist, bereit.. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit Mag über uns dein Eifer flammen Meinen Heiland im Herzen. Meinen Jesum laß ich nicht. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank Meine Seele senket sich Meine Seel ist stille.. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe Mein Gott, nun ist es wieder Morgen Mein Heiland nimmt die Sünder an Mein Leben ist ein Pilgrimstand Merk, Seele, dir das große Wort. Mir ist Erbarmung widerfahren Mir nach! spricht Christus, unser Held. Mit Ernst, o Menschenkinder Mit Fried und Freud ich fahr bußin Mitten wir im Leben sind Morgenglanz der Ewigkeit Müde bin ich, geh zur Ruh. Näher, mein Gott, zu dir Run bitten wir den heiligen Geist. tun bringen wir den Leib zur Ruhn. Nun danket alle Gott. Nun danket all und bringet Ehr Nun freut euch, lieben Christen g'mein Nun geh uns auf, du Morgenstern Nun jauchzet all, ihr Frommen Nun laßt uns gehn und treten Nun lob, mein Seel, den Herren Nun preiset alle Nun ruhen alle Wälder (17⁷ Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. tun sich der Tag geendet hat Nun sich der Tag geendet, mein Herz Nun singet und seid froh** Nun so bleibt es fest dabei Nun sprich du, Herr, dein Ja und Amen O daß doch bald dein Feuer brennte O daß ich tausend Zungen hätte O der alles hätt verloren O du allersüßte Freude du fröhliche du Liebe meiner Liebe Durchbrecher aller Banden. Ewigkeit, du Donnerwort Ewigkeit, du Freudenwort frommer und getreuer Gott. Gott, du frommer Gott. Gottes Geist und Christi Geist. Gott, von dem wir alles haben. großer Gott, du reines Wesen. Healart voll Blut und Wunden heilger Geist, kehr bei uns ein. heilger Geist, o heiliger Gott Jesu Christe, wahres Licht Jesu, Jesu, Gottes Sohn Jesu, meine Wonne. 8 Jesu, füßes Licht O komm, du Geist der Wahrheit O Lamm Gottes, unschuldig O Liebesglut, wie soll ich dich. O mein Herz, gieb dich zufrieden. n O selig Haus, wo man dich aufgenommen. O Tod, wo ist dein Stachel nun O Ursprung des Lebens O Vater der Barmherzigkeit. O Welt, ich muß dich lassen O Welt, sieh hier dein Leben O wie freun wir uns der Stunde. O wie fröhlich, o wie selig 2* O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen Preis, Ehr und Lob sei dir. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. Rüstet euch, ihr Christenleute Ruhe hier, mein Geist, ein wenige. 483 (147) Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. Schaffe in mir Gotete Schaffet, schaffet, Menschenkinder Schmücke dich, o liebe Seele Schmückt das Fest mit Maien Schonster Herr Jesnm Schwing dich auf zu deinem Gott Seelenbräutigamde Seele, was ermüdst du dich. Segnet uns zu guterletzt Seht am Kreuz den Mann der Schmerzen ö Sei getreu bis an das Ende— Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut. Sei mir tausendmal gegrüßet ů Siegesfürst und Ehrenkönig. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig Sieh unz fertig So ist die Woche nun geschlossen So jemand spricht: Ich liebe Gott Sollt es gleich bisweilen scheinen Sollt ich meinem Gott nicht singen So nimm denn meine Hände Sorge doch für meine Kinder Stark ist meines Jesu Hand Stille halten deinem Walten. Stille Nacht, heilige Nacht Such, wer da will, ein ander Ziel Tausendmal gedenk ich dein Teures Wort aus Gottes Munde Thut mir auf die schöne Pforte Tochter Zion, freue dich Triumph! Triumph! Der Sieg ist mein Überwinder, nimm die Palmen. Unsern Ausgang segne, Gott Unter Lilien jener Freuden Unverwandt auf Christum sehen Valet will ich dir geben. Vater, kröne du mit Segen Verleih uns Frieden gnädiglich Verzage nicht, du Häuflein klein Vom Himmel hoch da komm ich her Von Gott will ich nicht lassen Wach auf, du Geist der ersten Zeugen Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin. 484 (112) (20) zFfpFfFFFFI———————————————PN Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. N Nr. Wach auf, mein Herz und sinFhÆeeeeeee(144) 308 Wachet auf! ruft uns die Stimmz·uum(140) 373 Wann grünt dein ganzer Erdenkreis. 143 Warum sollt ich mich denn grämmeen(125) 290 Warum willst du draußen stehtthen 44. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es bleibt..(126) 291 Was Gott thut, das ist wohlgethan! So denken 3345 Was macht ihr, daß ihr weinerrrrr: w 336 Was mein Gott will, gescheh allzeiikkk..(127) 292 Was wär ich ohne dich gewesseees r᷑ṽ 4⁵ Weicht ihr Berge, fallt ihr Hügel(113) 293 Weil ich Jesu Schäflein bin e Wenn alle untren werdben Wenn der Herr ein Kreuze schickkk. 430⁰ Wenn ich ihn nur habdtte 218 Wenn ich in Todesnöten binnninii ẽt 37⁴4 Wenn ich, o Schöpfer, deine Machttt 18 Wenn kleine Himmelserbnee w᷑5L6o= 381 Wenn meine Sünd mich kränsñFkkndVUVUd...N65) 86 Wenn mein Stündlein vorhanden issti. 375 Wenn wir in höchsten Nöten sen.(86) 294 Wer das Kleinod will erlangen. 200 Werde munter, mein GemütttrTtrrrrrrrrrr 318 Wer Gott vertraut, hat wohlgebatltut. 295 Wer ist ein Mann? Wer beten kaaan ĩ4ü. 413 Wer ist wohl, wie düü(40) 261 Wer nur den lieben Gott läßt waltten(128) 296 Wer sind die vor Gottes Throrenrnenee r5 376 Wer weiß, wie nahe mir meine Ende(141) 377 Wie fleucht dahin der Menschen Zeit I3 Wie Gott mich führt, so will ich geeoijnhnghg. 297 Wie groß ist des Allmächtgen Güdte 43) 13 Wie könnt ich ruhig schlafennnnm ũ̃ßL—t. 437 Wie lieblich ists hiniedenn 412 Wie mit grimmgem Unverstaddd 431 Wie schön ists doch, Herr Jesu Chriilr. 327 Wie schön leucht't uns der Morgensterrnn(41) 219 Wie sie so sanft ruhn, alle die Seligeen. 448 Wie soll ich dich empfangnes.(27) 46 Wie wird uns sein, wenn endliiichhhhhhhh v&mñ 449 Wie wohl ist mir, o Freund der Seeleeen.(114) 220 Willkommen, Held im Streite(57) 104 Wir danken dir, Herr Jesu Christ(515) 87 Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer 387 Wir glauben all an einen Gott, Vater 68) 186 Wir liegen hier zu deinen Füen(87) 178 Wir pflugen und wir streuenn 44⁰ Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. Wir singen dir, Immanuel Wir treten in das neue Jahr Wo findet die Seele die Heimat, die W Wohin, o müder Wandrer dwun. Wohl einem Haus, da Jesus Christ Wo ist Jesus, mein Verlangen Wollt ihr wissen, was mein Preis. Womit soll ich dich wohl loben. Wort des Lebens, lautre Quelle Wo willst du hin, weils Abend ist Wunderanfang, herrlichs Ende Wunderbarer König. Zeuch an die Macht, du Arm des 5 6 Zeuch ein zu deinen Thoren. Zeuch hin, mein Kind. Zeuch uns nach dir.. Zieht in Frieden eure Pfade 23 25 Zwei der Jünger gehn mit Sehnen —.— S 486 (33) (1⁴ (66) 319 298 21 + meinen AR* + 48565933 8 23 4* 4 OEem 1 2