* A 5. 11—48161⁷8 39 I8 V —— Ie 13 M iiii e 0 +* + 407 QH 20006—.. 11 Q 2— ⁰3 2898864 29 N. 2 Dnnnnnnn UU II Iunmm ninung D UU Mnu — 268888888866 8 TTTCTC Druek u. Verlag der Kunstanstalt, Glauchau. 6. oig ECCe Homo. EVv. Joh. 19 V. —2———— Oldenburg. Druck und Verlag von Gerhard Stalling. 1885. —————————— evan V ö Gesangbuch für die evangelisch-lutherischen Gemeinden des Herzogthums Oldenburg. Vierzehnte unveränderte Auflage. —. Oldenburg. Druck und Verlag von Gerhard Stalling. 1885. in kleiner **„ in grober Das Gesangbuch kostet ungebunden: Schrift auf Druckpapier ohne Anhang 50 1 15 mit 63 „Schreibpapier ohne„ 55 „ mit 70 Anhang allein auf Druckpapier 13 „„ 1„Schreibpapier 15 Schrift mit Anhang 1 Mk. 75 1.0 lich Wi uns A Nach Lehren, von de gezogen 2. stand I geben. bekann zum fre bend l1 merken Leben 3. 8 lichkeit Gott g Herz g pel au Flehn. Herr (Old. O I. en Gottesdienstlieder, Lob⸗, Dank⸗ und Bittlieder. 1. Auhenee Gonsediemliden Eigne Melodie. —1 Diebster Jesu, wir sind 1* hier, Um dein gött— lich Wort zu hören. Gib uns Andacht und Begier nn. der Wahrheit selgen Lehren, Daß das Herz jetzt von der Erde Ganz zu dir gezgen werde! 2. Unser Wissen und Ver⸗ stand Ist mit Finsterniß um⸗ Leben. Mache du uns das bekannt, Was uns dient zum frommen Leben. Glau— bend lehr' aufs Wort uns merken, Laß es uns zum Leben stärken. 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit! Licht vom Licht aus Gott geboren!, Dir sei unser Herz geweiht, Dir zum? Tem⸗ pel auserkoren. Unser Hören, Flehn. und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen. (Old. G.⸗B.) Tobias Clausnitzer 1619—-84. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu ꝛc. er du stets unsre Zuflucht bist, Sei N mit den Deinen, Jesus Christ! Send' uns den Geist, der uns regiert Und uns den 90 zur Wahrheit führt. Er stärkt den wanken⸗ den„Peisantd Macht deinen Vater uns bekannt; Er flammt zur Heiligkeit uns an; Er leitet uns des Le⸗ bens Bahn. 3. Halleluja! Einst singen wir, Gott, heil ig, heilig, hei⸗ lig! dir Und schauen dich in deinem Licht Von Ange⸗ sicht zu Angesicht. (Old. G.⸗B.) nach Wilhelm II. von Sachsen-Weimar 1598- 1662. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu ꝛe. SVater, send' uns 2— deinen Geist, Den uns 3 8 in theures Wort ver⸗ ßt! Er drs in unsre erzen ein, Daß sie dein heilger Tempel sein. 2. Entzünd in Andacht unser Herz, Lenk' unsre Sin⸗ nen himmelwärts Und mach' uns allesammt bereit, Zu 1 ———p———————— * 2 Allgemeine Gottesdienstlieder. hören, was dein Wort ge⸗ beut. Erfüll' uns ganz mit deinem Licht, Gib uns des Glaubens Zuversicht, Daß wir in Jesu Namen flehn Und würdigl ich dein Lob erhöhn. 4. Dir, Gott, den Erd' und Himmel preist, Dir, Vater, deinem Sohn und Geist Erschalle hier Lob, Preis und Ruhm, Wie in des Himmels Heiligthum. nach demselben, ausGröningsEntwurf. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu ꝛe. Herr, öffne mir die Herzensthür, Mein euch durch dein Wort * Herz ze zu dir, L Laß mich n Wort bewahren rein, Laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, Dein Wort macht Leib und Seel' ge— sund, Dein Wort ist's, was mein Herz erfreut, Dein Wort gibt Trost und Selig— keit. 3. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, Dem heil— gen Geist in einem Thron; Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewig⸗ keit. Joh. Olearius 1611—84. 90 Jesu, meines Lebens ꝛc. 5 Jꝗ esu!„Seelenfreund * X der Deinen, Sonne der Gerechtigkeit, Wandelnd unter den Gemeinen, Die zu deinem Dienst bereit, Komm zu uns, wir sind beisammen, Gieß He Gei⸗— stesflammen, Gieß Licht und Leben aus Ueber dies dein Gotteshaus! 2. Komm, belebe alle Glie— der, Du, der Kirche heilig Haupt; Treibe aus, was dir zuwider, Was uns dei— nen Segen raubt! Komm, entdeck' uns in der Klarheit Gottes Herz voll Gnad' und Wahrheit; Laß uns fühlen allzugleich:„Ich bin mitten unter euch!“ 3. Laß sich die Gemüther kehren Zu dir, Glanz der Ewigkeit! Laß uns innigst nur begehren, Was uns dein Erbarmen beut. Laß dein Licht und Leben fließen Und in alle sich ergießen, Stärke deinen Gnadenbund,; Herr, in jedes Herzens Grund! 4. Komm,‚, o Herr, in jede Seele, Laß sie Wohnung sein, Daßd dir einst nicht eine fehle In der Gotteskinder Reihn. Laß uns deines Geistes Gaben Reichlich mit einander haben; Offenbare heiliglich, Haupt, in allen Gliedern dich! ————————....——.—. Allgemeine Gott 5. Was von dir uns zu⸗ geflossen, Müsse Geist und Leben sein; Was die Seele hat genossen, Mache sie ge— recht und rein. Komm, o Jesu, uns zu segnen, Wn gnädig zu begegnen, Daß in ewger Lieb' und Treu' Jedes dir verbunden sei. Joh. Michael Hahn 1758-1819. Mel en d 6. O x mein Gott, wir — sind vor dir Jetzt versammelt, dich zu ehren Und in deinem Tempel hier Auf dein heilig Wort zu hören, Von der Welt uns zu entfernen Und der Wahr⸗ heit Weg zu lernen. Gib uns deinen Geist o Gott, Und durch ihn den wahren Glauben; Nimmer laß der Lästrer Spott Die— ses Segens uns berauben! Schenke Licht und Muth und Stärke Uns zu jedem guten Werke. 3. Hilf, daß alle Sünder sich Durch dein Wort zu dir bekehren Und wir alle, Gott, durch dich Gern voll— bringen, was wir hören, Alle fromm durch dich auf Erden, All' im Himmel selig werden. 3.) Unbek. Verf. tesdienstlieder. 3 Mel. Gott des Himmels und ꝛe. 7 Thut mir auf die schöne Pforte, Führt in Gottes Haus mich ein: Ach, wie wird an diesem Orte Meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Ange⸗ sicht, Hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen; Komme du nun auch zu mir. Wo du Woh— nung hast genommen, Da ist Himmel für und für. Zieh doch in mein D hinein, Laß es deinen Tem— pel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, Heilge du Leib', Seel' und Geist, Daß mein Singen und mein Beten Ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, Zieh das Herz zu dir empor. 4. Mache mich zum gu⸗ ten Lande, Wenn dein Sam⸗ korn auf mich fällt. Gib mir Licht in dem Verstande; Und was mir wird vorge— stellt, Präge meinem Herzen ein, Laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk' in mir den schwachen Glauben, Laß dein theures Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rauben; Halte stets dein Wort mir für. Ja, das sei der Mor⸗ genstern, Der mich führt zu meinem Herrn. 4 Allgemeine 6. Rede, Herr, so will ich hören, Und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, Wenn der Brunn des Lebens quillt; Speise mich mit Himmels⸗ brot, Tröste mich in aller Noth. Benj. Schmolck 1672—-1737. Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛc. 8 8⁵⁰ und heilig ist 5 die Stätte, Wo die Christen zu dir flehn. Laß, so oft ich sie betrete, Mich, o Herr, dein Antlitz sehn. In der Welt ist Sorg' und Streit, All ihr Glück ist Eitelkeit. Hier find' ich, von ihr geschieden, Deine Ruh' und deinen Frieden. 2. Heilges Wort der ew⸗ gen Weisheit, Das dem Irrthum uns entriß, Du erhellst durch deine Klarheit Unsers Geistes Finsterniß. Meine Schuld enthüllst du mir, Jeder Trug entflieht vor dir; Wo du, heilges Wort, erklungen, Hast du 190 und Bein durchdrungen. Weinend und mit ban— gent Zagen Trat ich 5 ins Heiligthum. Doch, bald stillte meine Klagen, Herr, dein Evangelium? Ich gab mich in Gottes Hand Und, zum Mittler hingewandt, Hab' ich, ganz in ihn versunken, Gern den Leidenskelch ge⸗ trunken. Gottesdienstlieder 4. Knie' ich an des Al⸗ tars Stufen, Ein gebeugter Sünder, hin, Hör' ich heilge Stimmen rufen: Sei getrost, dir ist verziehn! Hoch be— gnadigt steh' ich auf, Fröh— lich fördr' ich meinen Lauf, Und mein Herz ist voll Ver⸗ trauen, Was ich glaube, dort zu schauen. 5. Sieht mein Auge, naß von Thränen, Der Gelieb— ten Stellen leer, Hier stillt sich mein banges Sehnen Bei dem Zuruf: Weint nicht mehr! Aus der Welt voll Kampf und Streit Zu des Himmels Herrlichkeit, Zur Gemeine selger Frommen Hat der Herr sie aufge⸗ nommen. 6. Bin auch ich dereinst verschwunden Aus der From-⸗ men Hörer Zahl, Werd' ich einst nicht mehr gefunden Bei des Herrn geweihtem Mahl: Dann ins höhre Heiligthum Gieng mein Geist mit Preis und Ruhm, Daß er ewig sich vereine Mit der himmlischen Gemeine. Aug. Herm. Niemeyer 1754—-1828. Mel. Wunderbarer König ꝛe. 9 zott ist gegenwärtig: * Lasset uns anbeten Und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitte: Alles in uns schweige Und sich innigst vor ihm beuge! Li. rr —. Wer ihn kennt, 5 ihn nennt,—, Fallt in Demuth nieder, Gebt das Herz ihm wieder! 2. Gott i t gegenwärtig, Dem die Chauuhmnen Tag und Nacht voll Ehrfurcht dienen. Heilig, heilig, hei⸗ lig! Singen ihm zur Ehre Aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm Unsre Stimm'. Wir auch, die Geringen, Wollen Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Die mit deinem Dienste streiten. Wir geloben h heilig⸗ Seele, Leib und Leben Dir zum Eigen⸗ thum zu geben. Du allein Sollst es sein, Unser Herr und Meister, Vater aller Geister. 4. Majestätisch Wesen, Möchten wir dich 1.—5 Und im Geist dir Dienst erweisen; Möchten, wie die Engel, Wir auch vor dir stehen Und dich gegenwärtig sehen! Laß uns dir Für und für, Großer Gott, vor allen Trachten zu gefallen. der alles füllet, 8 + 0 Geist, + Aller Dinge Grund und Leben, Meer ohn' Grund und Ende, Dich ersorscht kein Denken, In dich wollen wir uns senken. Nur nach dir Trachten wir; Nichts sind andre Gaben, Wenn wir dich nicht haben. 7 esdienstlieder. — 6. Du durchdringest alles: Herr, ach zieh und richte Doch auch uns zu deinem Lichte! Wie die zarten Blu⸗ men Willig sich entfalten Und der Sonne stille hal⸗ ten: Laß uns so, Stil und froh, Deine Strahlen fassen Und dich wirken lassen! 7. Mach' uns nur ein⸗ fältig. Innig, abgeschieden, Sanft und still in deinem Frieden; Mach' uns reines Herzens, Daß wir deine Klarheit Schaun im Geist und in der Wahrheit! Laß das Herz Himmelwärts Wie ein Adler schweben Und in dir nur 1cben! 8. Komm, in uns zu wohnen, Und laß schon auf Erden Dir zum Heiligthum uns werden! Komm, du nahes Wesen, In uns dich verkläre, Deine Lieb' in uns vermehre! Wo wir gehn, Wo wir stehn, Laß uns dich erblicken, Ganz zu dir uns schicken. Gerh. ter Steegen 1697- 1769. Mel. Lieber Tag, seh' ich dich ꝛc. 10. F wie freun wir uns der Stunde, Da wir dir, Herr Jesu, nahn, Um aus deinem heil⸗ gen Munde Lebensworte zu empfahn! Laß uns heute 6 Allgemeine Gottesdienstlieder. nicht vergebens Hörer dei Wortes sein; Schreibe sel das Wort des Lebens in unsre Herzen ein. 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen, Großer Meister, rede du! Sieh, wir hören deiner süßen Rede heilsbe— gierig zu. Lehr' uns, wie wir selig werden, Lehr' uns, wie wir unsre Zeit, Diese kurz Zeit auf Erden Nützen für die Ewigkeit! 3. Oeffne, Herr, Verständniß, Wie gern du gethan; Zur leben— digen Erkenntniß Trag' die Fackel uns voran! Licht der Welt, das schon verscheuchte Manche dichte Finsterniß,— Licht der Welt, auch uns erleuchte; Denn im Licht geht man gewiß. 4. Gieß uns aber auch das Feuer Deiner Liebe in das Herz, Daß wir an dir immer treuer Hangen unter 0— und Schmerz. Keine Last sei uns beschwerlich, Die von dir uns auferlegt, — Und uns äalles leicht ent⸗ behrlich, Was mit dir sich nicht verträgt. Nun so lege Licht und Liebe, Kraft und Feuer auf dein Wort! Laß es mit le⸗ bendgem Triebe In uns wirken fort und fort! Hilf uns, daß wir treu bewah— ren, Was wir in das Herz gefaßt, Und laß andre auch uns das den Jün⸗ SSSIIII — erfahren, Daß du Lebens⸗ worte hast! Carl Joh. Phil. Spitta 1801-59. Mel. So bin ich nun kein ꝛe. 11. Be eschwertes Herz, leg' ab die Sor⸗ gen, Erhebe dich, gebeugtes Haupt; Es kommt der an⸗ genehme Morgen, Da Gott zu ruhen hat erlaubt, Da Gott zu ruhen hat geboten Und neu den Ruhetag ge— 5 Als Jesus Christus von den Todten Nun auf⸗ erstand zur Herrlichkeit. 2. Auf! laß die Welt aus deinem Sinne, Dein irdisch)Werk muß ferne stehn. Du sollst zu höherem Ge— winne In deines Gottes Tempel gehn, Ihm zu be— zahlen deine Pflichten, Froh zu vermehren seinen Ruhm, In tiefster Demuth zu ver— richten Dein geistlich Werk und Priesterthum. 3. So bin ich, Gott, vor dir erschienen Und fleh' um deines Geistes Kraft; Wie kann ich dir wohl würdig dienen, Wenn er nicht in mir wirkt und schafft? Wie soll ich freudig vor dich tre— ten, Wenn er nicht stillt der Sünden Schmerz? Wie kann ich gläubig zu dir beten, Wenn er nicht stärkt mein blödes Herz? —————————— 4— (OS&Æ Q N) t —— ⏑——⏑ WPI + Allgemeine Gottesdienstlieder. 7 4. Erkauft hat—— 5 mich so theuer, Zu seinem Tempel Wic geweiht. Hier sei dein Herd, hier sei dein Feuer, Die Fülle deiner Herrlichkeit! Vollführe, was du angefan— gen, Neig' Eien zu mir dein Angesicht; Dann ist der Seele ausgegangen Des Sabbaths rechtes Freudenlicht. Christoph Wegleiter 1659—1706. Mel. Aus meines Herzens ꝛe. 12 Woe lauf, Herz und * Gemüthe! Des Herren Tag bricht an; Gott zeiget seine Güte, Die er an uns gethan. Weg, weg, was 140— heißt! Weich, fleisch— ches Beginnen, Weich, welt⸗ lch sündlich Sinnen, Komm an, du Himmelsgeist! 2. Mein Gott, hilf mir bedenken, Wie heilig dieser Tag! Was sündlich, hilf ver⸗ senken, Damit ich ruhen mag; Erwecke Lust in mir, Ihn christlich zu begehen, Laß Gnade mir geschehen, Wend Hen und Sinn zu dir. Mein Herz mit Freuden böre Herr, dein lebendig Wort; Mein Sinn und Wan⸗ del kehre Zu dir sich immer— fort! Zeuch alle Zeit——ꝑ18 hin Ins stille Geisteswesen; Dar⸗ in mag recht genesen Geist, Herz und Sinn. 4. Laß mich den Tag voll— bringen In wahrer Gottes⸗ ruh'; Mein Beten, Lesen, Singen Führ' mich dem Him— mel zu. Laß jeden Ruhetag Mich also hier begehen, Daß ich in Salems Höhen Einst ewig ruhen mag. Michael Scherneck um 1684. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛe. 13. Vor d deinem Throne bet' ich an, Du Schöpfer aller Dinge; Ich will, ich darf mich zu dir nahn, Du Dit wenn ich dir singe; Du willst's, wenn du gleich wohnst im Licht, In das mein blödes Auge nicht Vermag hineinzuschauen. 2. Ach, möcht ich doch mich allezeit An dir, mein Gott, erfreuen Und, voll von deiner Herrlichkeit, Mein ganzes Herz dir weihen! Oft aber reißen meinen Sinn Geschäfte, Noth und Welt dahin Zur Eitelkeit der Erde. 3. Ach, zeuch mich, o mein Gott, zu dir, Am Tage d Lae — Gib, daß ich dann nur dich in mir Empfind' und seh' und höre; Doch laß auch jeden Tag allein Dir, o mein Gott, geheiligt sein Zur Wohlfahrt meiner Seele! 4. Du aber kennst, mein Vater, mich, Mein Dichten und mein Trachten, Siehst, wie so schwach ich bin, auf dich, So, wie ich sollt', zu achten. Verzeihe mir auch diese Schuld Mit allen Sün— 8 Allgemeine Gottesdienstlieder. den; deine Huld Sei stark in meiner Schwachheit! 5. Nimm hin mein Herz und wohn' in mir, Damit mich nichts zerstreue, Wenn ich dich lob' und mich in dir Und deiner Gnade freue! Laß keine Sorge dieser Zeit Die Sorge für die Ewigkeit In meiner Seele stören. 6. Geheiligt laß vor dei— nem Thron, O Vater, mich erscheinen; Geheiligt, Gott, durch deinen Sohn Mein Herz mit dir vereinen! Was deiner Gnade Wort verheißt, Gewähre mir dein guter Geist Und allen deinen Frommen. 7. Gib, daß des Wortes Geist und Kraft Verstand und Herz durchdringe, Daß ich mit Fleiß, gewissenhaft Und treu dein Recht voll— bringe. Auch mache mir bis auf den Grund Mein Herz, mein ganzes Leben kund, Daß ich nie heucheln möge. 8. Gib alles, was dein Sohn verheißt, Und send' uns Kraft von oben, Damit wir dich mit einem Geist Aus einem Munde loben. Laß unser Lob und unser Flehn Und unsern Dank von Herzen gehn Und dir, o Herr, gefallen. (Jev. G.⸗B.) Unbek. Verf. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. 14 Vir, Ewiger, sei dieser Tag ge weihet! Ihn feiert gern, wer deines Heils sich freuet; O laß auch mich mit Freu— den vor dich treten, Dich an⸗ zubeten. 2. Dich preist der Lob— gesang der Himmelsheere! Auch unser Tempel schall' von deiner Ehre! Auch unser Dank und unser kindlich Flehen Soll dich erhöhen. 3. Wie freu' ich mich, die Stätte zu begrüßen, Wo Dürstenden des Lebens Bäche fließen Und wo dein Ruhm von dir geweihten Zungen Froh wird besungen! 4. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, Kann nicht gedeihen. 5. O laß auch heute deinen Geist mich lehren, Vom Weg, der dir mißfällt, mich abzu⸗ kehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele Zum Trost dich wähle. 6. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte; Heil bring' er mir und lenke mein Gemüthe Auf jenes Heil, das uns dein Sohn erworben, Als er gestorben. 7. Ja, Preis sei dir, du Todesüberwinder! An diesem Tag hast du zum Heil der Sünder, Die fern von Gott im Todesschatten saßen, Dein Grab verlassen. Allgemeine Gottesdienstlieder. 9 8. Es feire dankbar diesen Tag die Erde, Daß jedes Land voll deines Ruhmes werde! Lob sei, Erlöser, dei— nem großen Namen Auf ewig. Amen! Old. G.⸗B.) Chrph. Chrn. Sturm 1740- 86. Mel. Du—.— Jesu, meine ꝛe. 15. O Tag des Herrn, du holst mir hei⸗ lig, Ein Festtag meiner Seele sein! Gleich jenen ersten Christen heilig Will ich den Tag der Ruhe weihn. Weit weg von schlechten eiteln Din⸗ gen, Zum Himmel soll mein Geist sich schwingen. Ja, Vater, fröhlich feir' ich heut' Den Festtag der Unsterb⸗ lichkeit. 2. Mi allen heiligen Ge— meinen, Die heut' vor deinem Antlitz stehn, Soll meine Seele sich vereinen, Herr, deine Liebe zu erhöhn. Wo sich die i. versammeln, Will ich dein Lob mit Ehr⸗ furcht stammeln; Dort sing' ich in der Engel Chor Ein bessres Lied zu dir empor. 3. An diesem Gott ge— weihten Orte Erschallt der Gnade Stimme mir; Ich höre, Jesu, deine Worte, Und schweigend seufzt mein Herz zu dir. Da wirst du Lehrer mir und Tröster: Da kann ich mich, ich dein Erlöster, Weltheiland, deiner Liebe freun; Da lern' ich dir er⸗ gebner sein. 4. Die Schriften Gottes still zu lesen, Ist heut mein Glück und meine Pflicht. Wie blind wär' ich, allweises Wesen, Verwürf' ich deinen Unterricht! Nein, nein, mit einfaltsvoller Seele Erforsch' ich, Vater, die Befehle, Die lauter Licht und Leben sind, Mit Dank und Demuth, als dein Kind. 5. Und sammeln sollst du in der Stille, Mein Geist, vor deinem Schöpfer dich. Da frage dich: was sucht mein Wille?-Was 19 und was erfreuet mich? Da, da er⸗ gründe dein Bestreben, Wäg' alle Thaten, prüf' dein Leben! Da, Seele, wenn du redlich bist, V zergleiche dich mit Jesu Christ! 6. Da, da vergiß nicht deine Sünden, Die du viel⸗ leicht noch nie bereut, Mit tiefer Reue zu empfinden, Bis Gottes Trost dein Herz er— freut. Erwäge da des Vaters Güte, Dank' ihm mit 5. lichem Gemüthe, Dem Vater der Barmherzigkeit. Ja, tief im Staube dank' ihm heut. 7. O Tag des Herrn, 90 Tag der Wonne! Du Ta des Segens für mein Herz Erwärme mich, o Lebens— sonne, Und zieh' die Seele himmelwärts, Daß ich in dieser heilgen Stille, Erfüllt 10 Allgemeine Gottesdienstlieder. mit deines Geistes Fülle, Zur Tugend neue Kräfte spür', O Herr, mein Gott, das schenke mir! (Old. G.⸗B.) Joh. Casp. Lavater 1741—1801. Mel. Wie schön leucht' uns ꝛe. 16 Ge auf, du heller * Morgenstern, In allen Herzen nah und fern, Daß jeder dich erkenne; Daß deine ganze Christenheit In Lieb' und Glaubenseinigkeit Und heilgem Eifer brenne. Schöpfer, Retter, Dein Er⸗ barmen gab uns Armen neues Leben; Leben wollst du allen geben! Aus Grönings Entwurf. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛe. 17 1 nser Gott, wir 9* danken dir, Daß du uns dein Wort gegeben. Gib uns Gnade, daß wir hier Treu nach diesem Worte leben. Gib, o Herr, dem Glauben Stärke, Daß er thätig sei durch Werke. 2. Uns, o Vater, lehrest du, Was wir thun und glau— ben sollen. Schenk' uns deine Kraft dazu; Gib zum Wissen auch das Wollen, Gib zum Wollen das Voll— bringen! So wird alles wohl gelingen. (Old. G.⸗B.) Joh. Adam Haßlocher 1645—1726. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 18 P und Dank 9 sei Gott gebracht, Denn nun haben wir ver— nommen, Was die Sünder selig macht, Gottes Wort, den Trost der Frommen; Lehren, die zu guten Werken Unsern schwachen Glauben stärken. 2. Unsern Ausgang segne Gott, Unsern Eingang glei— chermaßen; Segne unser täg⸗ lich Brot, Segne unser Thun und Lassen, Segne uns mit selgem Sterben Und mach' uns zu Himmelserben. (Jev. G.-B. Hartmann Schenk 1634—81. Mel. Herzlich thut mich ꝛe. 19 ZDaß mich dein sein und bleiben, Du treuer Gott und Herr; Von dir laß nichts mich treiben, Halt mich bei deiner Lehr'. Herr, laß mich nur nicht wanken, Gib mir Beständig— keit; Dafür will ich dir dan— ken In alle Ewigkeit. Nie. Selnecker 1532—92. 2 Go Re lich Ew We kün Ru Se hoh ser Go (Do De: mel und den kehr Der Die Aue Rül und der sum Sat sen Leb Jest ters um Me dent zu Ma herr lles cher 726. 2. Lob⸗, Dank⸗ 11 und Bittlieder. Eigne Melodie. 20 Herr Gott, dich lo⸗ ben wir; Herr Gott, wir danken dir! Das Reich, die Kraft und Herr— lichkeit Ist, VBater, dein in Ewigkeit. Die Welt, Werk und Eigenthum, Ver⸗ kündigt deines Namens Ruhm. Die Cherubim, die Seraphim Lobsingen dir mit hoher Stimm': Heilig ist un⸗ ser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, Der Herr, Herr Zebaoth! 2. Weit, über alle Him— mel weit Geht deine Macht und Herrlichkeit. Sie, die den Erdkreis wunderbar Be— kehrten, deiner Boten Schar, Der Lehre Jesu Märtyrer, Die preisen ewig dich, o Herr! Auch deine e ganze Chrisf stenheit Rühmt dich auf Erden weit und breit; Dich, Vater, auf der Himmel Thron, Und Je— sum, deinen eingen Sohn, Sammt deinem Geiste, des⸗ sen Kraft In Sündern neues Leben afft. 3. Du 623— der Ehren, Jesu Christ es ewgen Va⸗ ters Sohn du bist Du wardst, um unser Trost zu sein, Ein Mensch wie wir, doch sün— denrein. Du hast den Weg zu Gott gelehrt; Des Todes Macht hast u zerstört. Nun herrschest du ins Vaters Reich, An Majestät und Gnad' ihm Gleih. Im Grabe lässest du uns nicht, Du kommst dereinst und hältst Gericht. 4. So hilf uns denn, dir dankbar sein, Dir folgen und uns deiner freun. Einst sei im Himmel ewges Heil Mit allen Frommen unser Theil! Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, Und s sehne, was dein Erbtheil ist. Leit' uns durch unsre Prüfungszeit Bis zu der frohen Ewigkeit. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich, Dir heiligt unsre Seele sich. Vor aller Unge— rechtigkeit Behüt' uns jetzt und jederzeit. Sei gnädig uns, o treuer Gott, Sei gnä⸗ dig uns in aller Noth! Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, Laß dein Erbarmen uns er— freun! Auf dich steht unsre Zuversicht; Verlaß uns auch im Tode nicht! Amen. (Jev. G.⸗B.) nach Dr. M. Luther 183—1548 1483—-1546. Eigne Melodie. 21. Du bist's, dem D Ruhm und Ehre gebüret, Und Ruhm und Ehre bring' ich dir. Du, Herr, hast stets mein Schicksal re⸗ gieret, Und deine Hand war über mir. 2. Wenn Noth zu meiner Hütte sich nahte, So hörte 12 Lob⸗, Dank— Gott, der Herr, mein Flehn Und ließ nach seinem gnä— digen Rathe Mich nicht in meiner Noth vergehn. 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit darnieder Und rief: O Herr, errette mich! Da half mir Gott, der mäch⸗ tige, wieder, Und mein Ge— bein erfreute sich. 4. Wenn mich der 71 des Feindes betrübte, Klagt' ich Gott indlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache verübte, Und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich, verirrt vom richtigen Pfade, Mit Sünde mich umfangen sah, Rief ich zu ihm, dem Vater der Gnade, Und seine Gnade war mir nah. 6. Er half und wird mich ferner erlösen. Er hilft; der Herr ist fromm und gut. Er hilft aus der V Versuchung zum Bösen Und gibt mir zu der Tugend Muth. 7. Dir dank' ich für die Prüfung der Leiden, Die du mir liebreich zugeschickt, Dir dank' ich für die häufigern Freuden, Womit mich deine Hand beglückt. 8. Dir dank' ich für das Wunder der Güte: Selbst deinen Sohn gabst du für mich; Von ganzer Seel' und ganzem Gemüthe, Mit allen Kräften preis' ich dich. und Bittlieder. Erhebt 5 ewig, gött⸗ liche Werke, Die Erd'i st voll der Huld des Herrn. Se ein, sein ist Ruhm und W eisheit und Stärke; Er hilft und er errettet gern. 10. Er hilft. Des Abends währet die Klage, Des Mor— gens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung weniger Tage Erhebt er uns zur Seligkeit. 441. Vergiß nicht deines Gottes, o Seele, Vergiß nicht, was er dir gethan! Verehr' und halte seine Be⸗ fehle Und bet' ihn durch Gehorsam an. Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. Eigne Melodie. 2 + den Herren, o ˙meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, Will ich lob— singen meinem Gott. Der Leib und Seel' gegeben hat, Werde gepriesen früh und spat. Halleluja! Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, Und sinken wieder in den Staub; Ihre Anschläge sind auch ver— loren, Wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, Rufe man Gott um Beistand an. Halleluja! Halleluja! FPTTTTTTTCRTRTR TTTDTDTDTDTDTDTDPTDDP]]D]P]FQHœůL«ꝰIÜR iSSSTPTPTDTRTDTDTPTDT nen Ha ma⸗ fa zött⸗ voll zein, heit d er ends Nor— Nach age keit. ines rgiß zan! Be⸗ urch ellert —69 Lob⸗, Dank⸗ 3. Selig, ja zu nennen, Des 00 ilfe d der Gott Jakobs ist, Der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen Und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, Fin⸗ det am besten Rath und That. Halleluja! Halleluja! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden Und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet wer— den, Was er uns einmal zugedacht. Er ist's, der Herrscher aller Welt, Welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja! Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden: Er ist's, der ihnen Recht verf shafft Hung⸗ rigen will er zur Speis' be⸗ scheiden, Was 2 dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen machterf ktei⸗ Des Herren Gnad' ist mancherlei Halleluja! Halleluja! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, Erhebt, die tief gebeuget gehn. Wo er nur immer kann Fromme finden, D aläßt er seine L Tiebe sehn. Sein Aufsehn ist des Fremden Trutz; Witwen und Waisen hält er Schutz. 22300 luja! Halleluja! Aber der C Gottesvergesse⸗ nen Tritte L Lenkt er mit starker Hand zurück, Daß sie nur machen verkehrte Schritte Und fallen selbst in ihren Strick. und Bittlieder. 13 Der Herr ist König ewig⸗ lih⸗ Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja! 9 Rühmet, ihr Menschen, den. Namen Des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen Und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heiligen Geist. Halleluja! Halleluja! oh. Dan. Herrnschmid 1675—-1723. 72 Eigne Melodie. 23.— den Herren, den mächtigen König der Ehren! Lob' ihn, o Seele, vereint mit den himmlischen Chören! Kommet zu Hauf! und Harfe, wach' auf! Lasset den Lobgesang hören! 2. Lobet den Herren, der alles so herrlich regieret, Der, wie auf Flügeln des Adlers, dich sicher geführet, Der dir gewährt, Was dich erfreuet und nährt, Dank' es ihm, innigst gerüh hret. 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Noth Hat nicht der gnädige Gott Ueber dir Flügel gebreitet. 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar geseg⸗ net, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe ge— 14 Lob⸗, Dank⸗ regnet; Denke daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren und seinen hochheiligen Namen! Alles, was Odem hat, lobe des Ewigen Namen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht, Lob' ihn in Ewig— keit. Amen. Joachim Neander 1650—8580. Mel. Nun lob', mein Seel' ꝛc 24. MPaun lob' den Herrn, Seele! Was in dir ist, d den Namen sein! Vergiß nicht und erzähle, Was er gethan, dich zu er⸗ freun! Er hat die Schuld vergeben; Denn seine Gnad' ist groß; Er schützt dein ar⸗ mes Leben, Nimmt dich in seinen Schoß; Er tröstet und erquicket, Verjünget deine Kraft, Und was sein Rath dir schicket, Hat immer Heil geschaff. 2. Er hat uns wissen lassen Sein heilig Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maßen Folgt dem, der nicht sein Bündniß bricht. Den Zorn läßt er bald schwinden, Straft nicht nach unsrer Schuld, Er läßt uns Gnade finden Und trägt uns mit Geduld. Nun dürfen wir nicht sorgen, Fern läßt er von uns sein, Wie Abend von dem Morgen, Die Sünd' und ihre Pein. ————— und Bittlieder. 3. Wie Väter sich erbar— men, Wenn ihre Kinder hülf⸗ los schrein, So hilft der Herr uns Armen, Wenn wir ihn fürchten kindlich rein. Er kennet unsre Schwäche, Er weiß, wir sind nur Staub, Wie Gras auf dürrer Fläche Und wie 3— fallend Laub; So bald der Wind nur we— het, Sind sie nicht länger da; Also der Mensch verge— het, Ihm ist sein Ende nah. 4. Nur Gottes Gnad' alleine Steht fest und währt in Ewigkeit; Sie bleibt in der Gemeine, Die seinem Dienst sich gläubig weiht. Wenn seinen Bund wir hal— ten, Bleibt er uns treu ge— sinnt; Es reicht sein gnädig Walten Auf Kind und Kin— deskind. Drum laßt uns ihn verehren, Den heilgen En— geln gleich, Die seinen Ruhm vermehren In seinem Him— melreich. Joh. Gramann(Poliande 1841 187—- 1541. Eigne Melodie. ö —25 9 un danket alle . Gott Mit Her— zen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der mächtig uns erhält Und von der Kindheit an Und bis auf diesen Tag Beständig wohl gethan. W. ber Un Woi Erl uns hier sei den gen mel bar An blei mer Old Mel 20 Ehr Wel der Him 2 sing serm Wu Din 2 5. leibe erhä meht zum 4. hoch bleib er⸗ n, In o0n bl Lob⸗, Dank⸗ 2. Der ewig reiche Gott Woll' uns, so lang wir le⸗ ben, Ein immer fröhlich Herz Und seinen Frieden geben; Woll' uns in seiner Gnad' Erhalten fort und fort Und uns aus aller Noth Erlösen hier und dort. 3. Lob', Ehr' und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne Und seinem heil— gen Geist Im 155 Him⸗ melsthrone. Ihm, dem Er— barmer, Gott, Ihm, der im Anfang war Und ist und bleiben wird, Lobsinget im— merdar. (Old. G.⸗B.) Martin Rinkart 1586—1649. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛe. 26. Nen d danket all' und Ehr', Ihr Menschen in der Welt, Ihm, den da preist der Engel Heer Im hohen Himmelszelt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, un⸗ serm höchsten Gut, Der seine Wunder überall Und große Dinge thut. ö 3. Der uns von Mutter— leibe an Frisch und gesund erhält, Und wo kein Mensch mehr helfen kann, Sich selbst zum 2— stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Doch gnädig bleibt und gut, Die Straf' und Bittlieder. 15 erläßt, die Schuld vergibt Und uns viel Gutes thut. 5. Er geb' uns stets ein fröhlich Herz, Erfrische Geist und Sinn Und werf' all' Angst, Furcht, Sorg' und Schmerz Ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn Auf unserm Vaterland, Er gebe Glück zu unserm Thun Und Heil in allem Stand. Er lasse seine Lieb' und Güt Um, bei und mit uns gehn, Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, Sei er stets unser Heil, Und wenn 10 110. von der Erd' Verbleibe unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, Uns unsre Au— gen zu Und zeig' uns drauf sein Angesicht Dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt 1606—76. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛe. 27. ich dich wohl loben, Den kein Engel würdig preist? Sende mir, o Herr, von oben Kraft dazu durch deinen Geist; Sonst kann nie mein Lob erreichen Deiner Huld und Liebe Zeichen. Tausend, tausend mal sei 16 Lob⸗, Dank⸗ „Gott der Gnaden, Dank dafür. 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, Daß ich deine Wundermacht Und den Reich⸗ thum deiner. Güte Froh er⸗ hebe Tag und Nacht, Weil dein väterliches Sorgen Sich erneut mit jedem Morgen. Tausend, tausend mal sei dir, Gott der Gnaden, Dank dafür. 3. Denk' ich, wie ich dich verlassen Und gehäufetS chul d mit Schuld, So vermag ich kaum zu fassen Deine Lang⸗ muth und Geduld; Unermü⸗ det hat mich Armen Stets getragen dein Erbarmen. Tausend, tausend mal sei dir, Gott der Gnaden, Dank dafür. 4. Du, Herr, bist mir nach— gegangen, Als verführt von Fleisch und Blut Ich mein einiges Richtete auf irdisch Gut; Durch dich lernt' ich darauf achten, Wo⸗ nach Christen sollen trachten. Tausend, tausend mal sei dir, Gott der Gnaden, Dank dafür. 5. Du, Herr, hast mich lassen finden Rettung aus der Seelennoth; Denn Verge⸗ bung meiner Sünden Schafft mir Christi Kreuzestod. Kraft zur B Wesrung, Heil und Leben Hast du mir durch ihn ge— geben. Tausend, tausend mal sei dir, Gott der Gnaden, Dank dafür. und Bittlieder. 6. Ja, Herr, lauter Gnad' und Wahrheit Ist vor dei— nem Angesicht; Täglich tritt in neuer Klarheit Deine Va⸗— tertreu' ans Licht, Und in allen deinen Werken Kann man ihre Spuren merken. Tausend,‚, tausend mal sei dir, Gott der Gnaden, Dank dafür. 7. Bald mit Lieben, bald mit Leiden, Kommst du, Herr, mein Gott, zu mir, Daß in Schmerzen und in Freuden Sich mein Herz ergebe dir Und daß gänzlich mein Ver— langen Möcht' an deinem Willen hangen. Tausend, tausend mal sei dir, Gott der Gnaden, Dank dafür. 8. Wie ein Vater nimmt und gibet, Je nachdem es Kindern frommt, So hast du auch mich geliebet; Segen ist, was von dir kommt. Selbst die Noth, die du gesendet, Hast du stets zum Heil ge— wendet. Tausend, tausend mal sei dir, Gott der Gna— den, Dank dafür. 9. Tausend mal will ich dich loben, Will dir singen Preis und Dank Für die Gnade, die von oben Hat geleitet meinen Gang. Du, Herr, wollst mich ferner leiten Und zum Himmel mich be— reiten. Ewig, ewig bring' ich dir Preis und Lob und Dank dafür. Ludw. Andr. 35. Gotter 1661—-17 Gnad' vor dei— ich tritt ine Va⸗ Und in n Kann merken. Isei dir, ik dafür. Freuden ebe dir ein Ver⸗ deinem Tausend, Gott dafür. nimmt hdem es ˖hast du segen ist, Selbst gesendet, Heil ge— tausend er Gna⸗ will ich r singen Für die ben Hat g9. Du, ner leiten mich be⸗ g bring' Lob und Lob-, Dank⸗ und Bittlieder. 17 Eigne Melodie oder Mel.. lieben Gott ꝛc. 28. daß ich tau⸗ O send Zungen hätte Und einen tausendfa⸗ chen Mund: So stimmt' ich damit um die Wette Vom allertiefsten Herzensgrund Ein Loblied nach dem andern an Von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte Bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang' in seinem Lauf es geht! Ach wär' ein jeder Puls ein Dank, Ein jeder 2230 ein Gesang. 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine e Kräfte⸗ Auf, auf, braucht allen euren Fleiß Und stehet munter im Ge— schäfte Zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich Und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, Bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, Ihr Blumen, laßt doch eure Zier Zu Got⸗ tes Ruhm bele bet sein Und stimmet lieblich mit mir ein! Ach! alles, alles, was ein Leben Und einen Odem in sich hat, Soll sich mir zum Gehülfen geben; Denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu er⸗ höhn, Die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zeba⸗— oth! Du trägst mit meiner Sündenschuld Unsäglich gnä— dige Geduld. —7 7. Ich hab' es ja mein Lebetage Schon so manch' liebes mal gespürt, Daß du mich unter vieler Plage Zwar wunderbar, doch wohl ge— führt; Denn in der größe⸗ sten Gefahr Ward ich dein Trostlicht stets gewahr 8. Wie sollt' ich nun nicht voller Freuden In dei— nem steten Lobe stehn? Wie wollt' ich auch im tiefsten Leiden Nicht triumphierend weitergehn? Und gieng's auch in den Tod hinein, So will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, So lange sich die Zunge regt; Ich will dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt; Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, So stimm' ich noch mit Seufzen ein. 10. Ach! nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin; Im Himmel soll es besser werden Wenn ich bei deinen Engeln bin. Da bring' ich mit der 5 T 18 Lob⸗, Dank⸗ Selgen Schar Dir tausend Halleluja dar. Joh. Mentzer 16581734. Mel. Sei Lob und Ehr' dem ꝛc. oder Allein Gott in der Höh' ꝛe. Nrringt her dem 29. Dnnbund Ehr' Aus freudigem Gemü— the; Ein jeder Gottes Ruhm vermehr' Und preise seine Güte. Ach, lobet, lobet alle Gott, Der uns befreiet aus der Noth, Und danket sei⸗ nem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit Die großen Wunder— werke, Die Majestät und Herrlichkeit, Die Weisheit, Kraft und Stärke, Die er beweist in aller Welt Und dadurch alle Ding' erhält; Drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns er⸗ schaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben Aus lauter väterlicher Gnad' Uns allen hat gegeben, Der uns durch seine Engel schützt Und gibt uns täglich, was uns nützt; Drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, Der für uns ist gestorben Und uns des ewgen Lebens Kron' Durch seinen Tod erworben, Der Tod und Hölle macht zu Spott Und uns versöhnt mit unserm Gott; Drum dan⸗ ket seinem Namen! und Bittlieder. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist Den Glau— ben angezündet Und alles Gute noch verheißt, Uns stärket, kräftigt, gründet, Der uns erleuchtet durch sein Wort, Regiert und treibet fort und fort; Drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch dies gute Werk, So in uns angefangen, Vollführen wird und geben Stärk', Das Kleinod zu erlangen, Das er hat allen dargestellt Und seinen Gläubgen vorbehält; Drum danket seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, Ihr Fürsten und ihr Thronen Es loben Gott mit heller Stimm', Die hier auf Erden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat; Ja alles, was nur Odem hat, Das danke sei⸗ nem Namen! Cyriac. Günther 1649—1704. Mel. Nun lob' mein' Seel' ꝛc. an lobt dich in 30. M der Stille, Du großer, hocherhabner Gott, Des Rühmens ist die Fülle Vor dir, o Herr Gott Zeba⸗ oth! Du bist doch Herr auf Erden, Der Frommen Zu- versicht. In Trübsal und Beschwerden Läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren Mein Mund vor jedermann Und deinen Ruh er l 2 freu und nem dich Hoc Du Und Wa Nur Zu nich⸗ So 2 5 Nar Wel Sch Haf dach erze ich's gene und erhe Did Lebe Mel 31 3Zwe srer gnä zum So erko gebe Lob-, Dank- und Bittlieder. 19 Ruhm vermehren, So lang' er lallen kann. 2. Es müsse dein sich freuen, Wer deine Macht und Gnade kennt, Und dei— nem Dienst sich weihen, Wer dich in 2 sto Vater nennt. Hoch seist du stets gepriesen; Du bist's, der Wunder thut, Und hast auch mir erwiesen, Was mir ist nütz' und gut. Nun, das ist meine Freude, Zu halten fest an dir, Daß nichts von dir mich scheide, So lang' ich walle hier. Herr, du hast deinen en Sehr herrlich in der Wel gemacht; Wenn Sawache zu dir klamen, Hast du gar bald an sie ge⸗ dacht. Du hast mir Gnad' erzeiget; Nun, wie vergell' ich's dir? Ach, bleibe mir geneiget, So h ich für und für Den Kelch des Heils erheben Und preisen allezeit Dich, Herr Gott, hier im Leben Und dort in Ewigkeit. Joh. Rist 1607—-67. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛe. 31. Gvsen Gott, wir fallen nieder; Zwar du bedarfst nicht un— srer Lieder, Doch blickst du gnädig auf uns her; Dir zum Lob sind wir geboren, So theur erkauft, so hoch O erkoren, O Seligkeit: dir geben Ehr'!— Zu deinem Lobe nur Ist alle Kreatur. Selges Wesen! Zu dir wir nahn Und beten an; In Geist und Wahrheit sei's ge— than! 2. Tag und Nacht mit Ehrfurcht dienen Dir Sera— phim und Cherubinen, Der Engel Scharen ohne Zahl; Alle Geister, die dich kennen, Dich heilig, heilig, heilig nennen, Sie fallen nieder allzumal. Ihr Seligsein bist du, Dir jauchzet alles zu. Amen, Amen! Auch wir sind dein Und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! 3. Alle preisen deine Werke, Die Weisheit, Liebe, Huld 10 Stärke, Die 5505 alles Denken geht. Treue, Lang— wuth, Licht und S W Ist, Herr, in allen deinen We⸗ gen, Kein Lob ist, das dich gnug erhöht; Doch ist es eingeprägt In alles, was sich regt. Amen, Amen! Auch wir sind dein Und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! Komm, in uns dich zu verklären, Daß wir dich wür— diglich verehren, Nimm un— ser Herz zum Heiligthum, Daß es, genz von dir er⸗ füllet Und durch dein Nahe— sein gestillet, Zerfließ' in dei— ner Gottheit Ruhm. Dich, unser höchstes Gut, Erhebe Geist und Muth. Amen, Amen! Im Freudenschein, 1— 20 Lob⸗, Dank— In Leid und Pein Bleibst du, Gott, unser Gott allein! Gerh. ter Steegen 1697—1769. se Mel. Wie schön leucht' uns ꝛe. 32. Wer faßt, wie groß du, Schopfer, bist? 15 aller Gott, dein Tempel ist Das ganze Weltgebäude. Lob schallet durch dies Heiligthum, Ohn Unterlaß erschallt dein Ruhm; Verkünden dich, bringt Freude. Droben, Lo— ben, Singen: heilig, heilig, heilig! dir zur Ehre Deiner Engel hohe Chöre. 2. Und dennoch sollten wir allein, Wir Menschen, kalt und träge sein, In dies Lob einzustimmen? Nein, unsre Herzen müssen stets Zu fro⸗ hen Opfern des Gebets Von heißer Andacht glimmen. Rühmet, Rühmet, Singet, 7 15 Jubellieder, daß die Erde Ganz voll seines Lobes werde. (Old. G.⸗B.) Joh. Ad. 21—59 21 Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛe. 33 1 nsern Gott, den 9u Gott der Ehre, Besingen seiner Engel Chöre; Der Herr ist groß! sein Nam' ist hoch! Werd' auch du voll 52 nes Ruhmes, Volk Gottes, zolk des Eigenthumes; Ob 90 schon Staub bist, preis' ihn doch. Gern hört er den und Bittlieder. Gesang, Ist schwach gleich unser Dank. Lobt den Höch— sten! Der reich an Güt' Aufs Niedre sieht, Ver— schmäht nicht schwacher Men— schen Lied. 2. Höchster! deiner All— macht gleichet Auch deine Gnade, und sie reichet Durch aller Himmel Himmel hin. Nie hast du dein Wort ge— brochen; Selbst Hoffnung des, das du versprochen, Ist mehr, als einer Welt Gewinn. Eh' Erd' und Him⸗ mel war, Warst du unwan⸗ delbar. Lobt den Höchsten! Ihn, ihn erhöht! Sein Wort besteht, Wenn Erd' und Himmel schon vergeht. 3. Herr, von dem wir alle Gaben Aus deines Reich— thums Fülle haben, Du, Herr, vergissest unser nie. Du schufst alle Millionen, Die auf dem weiten Erdkreis wohnen, Du kennst und über⸗ schauest sie, Und jedem thei— lest du Sein Maß mit Weis-⸗ heit zu. Lobt den Höchsten! Mein Gott, durch dich Ent— stand auch ich, Und du re— gierst mich väterlich. (Old. G.⸗B.) Joh. Ad. Schlegel 1721—93. Eigne Melodie oder Mel. Gott des Himmels und ꝛe. 6 We s Ille Welt, was 34. A lebt und webet All⸗ eine urch hin. ge⸗ ung hen, Lelt im⸗ QAn⸗ ten! zort und wir ich⸗ Du, nie. ien, reis her⸗ hei⸗ eis⸗ en! nt⸗ re⸗ legel 93 93. 20. 5⁴s bet Lob-, Dank- und Bittlieder. 2 Und in Feld und Häusern ist, Was nur Zung' und Stimm' erhebet, Jauchze Gott zu jeder Frist! Dienet ihm, wer dienen kann, Kommt mit Lust zu ihm heran! 2. Sprecht: der Herr ist unser Meister. Er hat uns aus nichts gemacht, Unsre Leiber, unsre Geister An das Licht hervorgebracht; Wir sind seiner Allmacht Ruhm, Sind sein Volk und Eigen⸗ thum. 3. Gehet ein zu seinen Pforten, Geht durch seines Vorhofs Gang; Lobet ihn mit schönen Worten, Saget ihm Lob, Preis und Dank! Demn der Herr ist jederzeit Voller Gnad' und Gütigkeit. 4. Gott des Himmels und der Erde, Vater, Sohn und heilger Geist! Daß dein Ruhm groß bei uns werde, Beistand selbst und Hülf' uns n Gib uns Kräfte und Begier, Dich zu preisen für und für. Joh. Franck 1618— 7⁴ Eigne Melodie. 35 ir, dir, Jehovah, . will ich singen; Denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lieder ente Ach, gib mir deines Geistes Kraft dazu, Daß ich es thu' im Namen Jesu Christ, So wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn Sern wieder zieh' zu dir; Dein Geist in meinem Herdn wohne Und gnädig⸗ lich Verstand und Sinn re⸗ gier', Daß ich den Frieden Gottes schmeck' und fühl' Und dir darob im Herzen sing' und spiel'! 3. Erfüllt mich, Höchster, dieser Friede, So ist vor dir mein Singen recht gethan, So klingt es schön in mei— nem Liede, Und ich bet dich in Geist und Wahrheit an; So hebt dein Geist mein 1 Wun dir empor, Daß ich dir Psalmen sing' im höhern Chor. 4. Denn er kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; Er lehret mich recht g Haubig beten, Gibt Zeugniß meinem Geist, ich sei dein Kind, Miterbe meines Herren Jesu Christ, Durch den du mein versöhnter Vater bist. 5. Wohl mir, deß ich dies =.— 6 Zeugniß habe! Drum bin ich voller Trost und Freu⸗ digkeit, Ich weiß ja: alle 9211 Gabe, Die ich von dir verlanget jederzeit, Die gibst du und thust überschweng— lich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr'. 6. Wohl mir, ich bitt' in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst ver⸗ 22 Lob⸗, Dank— tritt; In ihm ist alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schenkest solche Seligkeit. Barth. Crasselius 1667—1724. Eigne Melodie. 36. Uruell aller Selig⸗ keiten, Die in n verbreiten Durch der Schöpfung weit 3 id Vater, hör' mein flehend Li 2. Nicht um Güter dieser Erden, Die zur Last der Seele werden, Nicht um Goldstaub, der vert veht, Nicht um Erde, die vergeht, „Auch nicht um ein lan— 925 Leben Will ich Herz und Händ' erheben; Um die Weltlust komm' ich nicht, Vater, vor dein Angesicht. 4. Schätze, welche nie ver— stäuben, Tugenden, die ewig bleiben, Thaten, eines Chri⸗ sten werth, Sind es, die mein H6l begehrt. „Geber aller guten Ga— ben Festen Glauben möcht' ich haben, Wie ein Meerfels unbewegt, Wenn an ihn die Woge schlägt, 6. Lieb' aus deinem Herzen Wanens Immer rein und immer flammend, Liebe, die dem Feind on Und dem e das Leben weiht,— Hoffnung, die mit 1 Heun Haupte, Wenn die Welt und Bittlieder. ihr alles raubte, Hin blickt, wo sie wonnevoll Alles wie⸗ derfinden soll,— 8. Starken Muth im Kampf des Christen Mit der Welt und ihren Lüsten, Sieg dem Geist, und wenn er er siegt, Demuth, die im Staub sich schmiegt,— 9. Sanftmuth 16 Ge⸗ duld, die Plagen Dieses Le— bens zu ertragen, Stilles Harren, bis der Tod Mich erlöst auf dein Gebot,— 10. Seelenruhe, Muth im Sterben; Wenn die Lippen sich entfärben, Diesen Seuf⸗ zer noch von mir:„Jesu, nimm den Geist zu dir!“ 11. Willst du, Herr in meinem Leben Dase Selig⸗ keit mir geben, Dann wird selbst die Leidensnacht Mir zum hellen Tag gemacht. 12. Immer will ich beten, ringen, Stille harren, Dank dir bringen, Bis dein Ruf einst meinen Geist Zu dir, Vater, kommen heißt. 3. Seele, gib dich nun zufrieden: Jesus kommt und stäͤrkt die Müden; Nur ver— giß nie sein Gebot:„Sei getreu bis in den Tod!“ Chrn. Fr. Dan. Schubart 1739—91. Mel. Lieber Tag, seh' ich ꝛe. Ewager Vater aller 37. Dinge, Gott, in der Geschöpfe Chor, Die blickt, wie⸗ im t der Sieg siegt, sich Ge⸗ 5 Le⸗ tilles Mich h im ppen Seuf⸗ nun und ver— So „SOei Lob⸗, Dank- und Bittlieder. 23 dich betend preisen, dringe, Dring' auch mein Gebet em⸗ por. Durch dich leb' auch ich im Staube, Schwach und hülflos ohne dich. Deine Huld, Gebet und Glaube Stärken und erheben mich. 2. Laß mein Bitten nie vergebens, Aber auch nie thöricht sein. Weisheit ist das Glück des Lebens, Die⸗ ser Reichthum, Gott, sei mein. Gib, daß ich rechtschaffen handle, Ohne Stolz und Heuchelei Stets vor deinen Augen wandle, Nie ein Knecht des Lasters sei. 3. Miche mir die Selig⸗ keiten Deiner Liebe früh be— kannt. Lüsten, die den Geist bestreiten, Wehre selbst mit starker Hand. Lehre mich wohl überlegen, Was ich bin, was mir gebricht, Was nach wohl vollbrachten We— gen Dort die Ewigkeit ver— spricht. 4. Laß vergängliches Ver— gnügen Meinen Endzweck niemals sein, Laß mich hassen alle Lügen, Stets mein Herz der Wahrheit weihn. Mache mein Gemüthe heiter Und von Gram und Leichtsinn frei. Gib, daß ich ein gu— ter Streiter Auf der Tugend Kampfplatz sei. 5. Groß und edel laß mich denken, Sanftmuth meine Zierde sein, Feinden, die mich schmähn und krän⸗ ken, Willig, wie du mir, ver⸗ zeihn. Hast du mir ein Amt gegeben, Sorg' und Arbeit auferlegt, Dann gib Kraft, daß mein Bestreben Deines Beifalls Siegel trägt. 6. Hängt das Herz an eiteln Schätzen, Dann ver⸗ gißt es Pflicht und Gott, Treibtmit göttlichen Gesetzen, Treibt mit Höll' und Him⸗ mel Spott. Schlägt es Schand' und Mangel nieder, O dann murrt die Unge— duld, Zweifelt und verzaget wieder An des Höchsten Hülf' und Huld. 7. Beides wende du in Gnaden Von mir, mein Erbarmer, ab. Nähm' ich an der Seele Schaden, O wie schreckte mich das Grab! Wenig und ein gut Gewissen Macht den Aermsten groß und reich, Ist ein sanftes Sterbekissen, Ist schon hier ein Himmelreich. 8. Werd' ich einst zurücke⸗ sehen Auf die Zeit, die ich vollbracht, Schrecke mich nicht mein Vergehen, Nicht das Bild der Todesnacht. Dann gib, daß ich meine Seele Mit des Glaubens Zuversicht Deiner Hand, o Gott, befehle, Dann, mein Gott, verlaß mich nicht. (Old. G.⸗B.) Joh. Fr. Mudre 1736—-1810. 24 Lob-⸗, Dank⸗- und Bittlieder. Mel. Sei Lob und Ehr' dem ꝛc. oder Allein Gott in der Höh' ꝛe. 38 zott, deine Güte 2093. reicht so weit, So weit die Wolken gehen! Du trönst uns mit Barm⸗— herzigkeit Und eilst, uns bei— zustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Ver⸗ nimm mein Flehn, merk' auf mein Wort; Denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß Und Schätze die— ser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm,‚, So sehr sie Menschen rühren; Des gu— ten Namens Eigenthum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei mei— ne Pflicht, Der Ruhm vor deinem Angesicht Und from— mer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, o Herr, mein Gott, Auch nicht um langes Leben, Im Glücke Demuth, Muth in Noth, Das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; Laß du mich nur Barm— herzigkeit Vor dir im Tode finden. (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—-69. Mel. Wenn wir in höchsten ꝛc. oder Herr Jesu Christ, dich zu ꝛe. 39 Ich komme vor 39. dein Angesicht, Verwirf, o Gott, mein Fle⸗ hen nicht; Vergib mir alle meine Schuld, Du Gott der Gnaden und Geduld. 2. Schaff' du ein reines Herz in mir, Ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir, Ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, Ein ruhig Herz mein lebenlang. 3. Sei mein Beschützer in Gefahr; Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, Wenn deine Rechte mich be— deckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir em— pfieng ich den Verstand; Er⸗ halt' ihn mir, o Herr, mein Hort, Und stärk' ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, Ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, mei⸗ nes Glaubens mich zu freun, Ihn stets durch Liebe thätig — sein. 6. Das ist mein Heil, was du mich lehrst. Das sei mein Heil, daß ich zuerst Nach deinem Reiche tracht' und treu In allen meinen Pflich— ten sei. +7 1. eign mit aber an, lang 8. diese Vat eines voll „Ein Preis Herz er in einer ein reckt, be⸗ „in em⸗ Er⸗ nein urch tens vor nei⸗ »un, ätig vas iein kach und Lob-, Dank- und Bittlieder. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft Zum Kampfe mit der Leidenschaft; Du aber ziehst mit Kraft mich an, Daß ich den Sieg er— langen kann. 8. Gib mir vom Gute dieser Welt So viel, als, Vater, dir gefällt; Gib dei— nem Kind ein mäßig Theil, Zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, So laß mich mäßig im Genuß Und, dürft⸗ ge Brüder zu erfreun, Mich einen frohen Geber sein. 10. Gib mir D ich ie und verleih', Daß ich sie nütz' und dankbar sei Und nie aus Liebe gegen sie Mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 11. Erwecke mir stets einen Freund, Der's treu mit mei⸗ ner Wohlfahrt meint, Mit mir in deiner Furcht sich übt, Mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, Und werden meiner Tage viel: O Gott, du meine Zuversicht, Verlaß mich dann im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, So nimm dich meiner herzlich an Und sei durch Christum, deinen Sohn, Mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. 2 Eigne Melodie. Gott, du from— 40. nün Gott⸗ Brunnquell aller Gaben, Ohn' den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben! Gesunden Leib gib mir Und daß in diesem Leib Die Seele unverletzt, Rein das Gewissen bleib'. 2. Gib, daß ich thu' mit Fleiß, Was mir zu thun ge⸗ büret, Wozu mich dein Be⸗ fehl In meinem Stande füh⸗ ret; Gib, daß ich's thue bald, Zu der Zeit, da ich soll, Und wenn ich's thu', so gib, Daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen; Laß kein unnützes Wort Aus meinem Munde gehen; Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß, So gib den Worten Kraft Und Nach— druck ohn' Verdruß. 4. Wenn Fährlichkeit mir naht, So laß mich nicht ver⸗ zagen; Gib' einen Helden— muth, Das Kreuz hilf sel— ber tragen; Gib, daß ich meinen Feind Mit Sanft⸗ muth überwind', Und wenn ich Rath bedarf, Stets gu— ten Rath auch find'! 5. CLaß mich mit jeder⸗ mann In Fried' und Freund⸗ schaft leben, So weit es Ri stlich ist. Willst du mir etwas geben An Reichthum, 26 Lob-⸗, Dank- und Bittlieder. Hab und Gut, So gib auch dies dabei, Daß ungerechtes Gut Nicht untermenget sei. 6. Soll ich auf dieserWelt Mein Leben höher bringen, Durch manchen sauern Tritt Hindurch ins Alter dringen: So gib mir, Herr, Geduld; Vor Sünd' und Schand' be— wahr, Auf daß ich tragen mög' Mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich auf Christi Tod Einst froh von hinnen scheiden; Die Seele nimm zu dir Hinauf in deine Freu— den! Dem Leib ein Räum⸗— lein gönn' Bei frommer Christen Grab, Auf daß er seine Ruh' An ihrer Seite hab'. 8. Wenn du die Todten wirst An jenem Tag erwecken, Wollst du auch deine Hand Zu meinem Grab ausstrecken. Durch deiner Allmacht Wort Ruf' meinen Leib hervor Und führ' ihn schön verklärt Zu deiner Engel Chor! Joh. Heermann 1585-1647. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. (Eer kann, o Gott, 41. W was Gutes ha⸗ ben, Das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben Und im— mer groß an Rath und That. Du willst, daß mit Gebet und Flehn Wir stets auf deine Hülfe sehn. —ñ— ee Sibl. Slessei ——.——— SPISISISISIIIIPIPIItPPTxTxTxxxtTSTSTTSTCTCSTC&xCE—ͤééẽ 2. Drum komm' ich auch mit meinem Beten, O Gott, vor deinen heil'gen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten; Denn mich ver⸗ tritt bei dir dein Sohn; Durch ihn bin ich voll Zu— versicht:; Mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. 3. So gib mir denn nach deinem Willen, Was deinem Kinde heilsam ist; Nur du kannst mein Verlangen stil— len, Weil du des Segens; Quelle bist. Vor allen Din⸗ gen sorge du Für meines Geistes wahre Ruh'. 4. Gib mir Beständigkeit im Glauben; Laß meine Liebe thätig sein. Will etwas mir dies Kleinod rauben, So schränke die Versuchung ein Und stärke mich mit Kraft und Muth; So sieg' ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr' in mir ein gut Gewissen, Ein Herz zu dir, voll Freudigkeit, Ein Herz aufs Gute stets beflissen, Das sich vor deinem Auge scheut; Und fehl' ich, Gott, so züchtge mich Zu meiner Bessrung väterlich. 6. Ein Herz, das in be— glückten Tagen, O Vater, deiner nicht vergißt, Ein Herz, das unter Noth und Plagen Mit deinem Rath zufrieden ist, Ein Herz voll Zuversicht zu dir Und voll Geduld verleihe mir. — 7. lich beste deine gnüg tig Vate ge d 8. ger dir Tod Und Ster gan; Eine (Jev. M. Lo! 4² alle ich auch O Gott, Thron. ich vor ich ver— Sohn; oll Zu⸗ hwaches licht. in nach deinem Nur du en stil⸗ Segens 'in Din⸗ meines ndigkeit ie Liebe vas mir „ ing ein Kraft ich über ein gut zu dir, n Herz flissen, Auge Gott, meiner in be⸗ Vater, Ein ha und W z voll voll Lob-⸗, 7. Du wirst es alles weis— lich fügen; Du weißt am besten, was mir nützt. An deiner Huld laß ich mir gnügen, Die Schwache mäch⸗ tig unterstützt. Zageren⸗ Vater, folg' ich dir; Befest⸗ ge diesen Sinn in mir. 8. Soll ich auf Erden län— ger leben, So 105 daß ich dir leben mag. Laß mir den Tod vor Augen schweben, Und kommt dereinst mein Sterbetag, So sei mein Aus⸗ gang aus der Zeit Mein Eingang in die Herrlichkeit. (Jev. G.⸗B.) Unbek. Verf. Mel. Nun sich der Tag ꝛc. oder Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. 42. Allgitige, allein bei dir Steht aller Menschen He il. Rur du kannst segnen; gib auch mir An deinem Segen Theil. 2. Erleuchte du mir den Verstand, Mein Bestes ein⸗ zusehn, Und leite mich an deiner Hand, Den Weg des 150 zu gehn. 3. Zieh meine Seele ganz zu dir Und deiner Liebe hin, Und mehr sei deine Gnade mir Als irdischer Gewinn. 4. Hilf mir die schnöde Lust der Welt Mit weiser Vorsicht fliehn Und, nur zu thun, was dir gefällt, Mit Eifer mich bemühn. Dank⸗- und Bittli eder. 27 5. Zu einer jeden guten That Gewähre mir Gedeihn Und laß mich gern mit Hülf' und Rath Den Leidenden erfreun. 6. Was ich bedarf, so lange 550 Mein Leben dau⸗ ern soll, Das, o mein Vater, gib du mir; Du willst und liebst mein Wohl. 7. Gib mir ein immer fröhlich Herz, Das dich für alles preist, Und stärke, trifft mich auch ein Schmerz, Zum frohen Muth den Geist. 8. Erleichtre mir des Le— bens Last Mit Trost der Ewigkeit, Bis mich, was du verheißen hast, Vollkomm— nres Glück erfreut. (Old. G.⸗B.) Joh. Benj. Koppe 1750—-91. Mel. Herr Jesu Christ, dich ꝛe. 43. Fir alle Menschen beten wir, O Vater, wie für uns zu dir: Gib, der du aller Vater bist, Gib jedem, was ihm 5 1— ist. Du sandte st deinen ein⸗ gen Sol In Für alle von des Himmels Thron; Verbreite, Herr, sein Licht und Recht Beim ganzen menschlichen Ges chlecht. 3. Bring' alle Völker in dein Reich; Die letzten mach' den ersten gleich, Und schaffe bald zu deinem Ruhm Dir überall ein Heiligthum. 28 Lob-, Dank- und Bittlieder. 4. Auch die Verirrten bringe du Der Herde Christi wieder zu; Mach' sie im Glauben fest und treu. Daß auch ihr Wandel lauter sei. 5. Ach, viele, viele tra— gen noch Des Sündendien— stes schweres Joch; Gib ihnen, Herr, zur Buße Zeit, Zu schaffen ihre Seligkeit. 6. Gib deinen Frommen frohen Muth, Bewahr' ihr Leben und ihr Gut, Und richte ihres Geistes Blick Stets hin aufs ewge Le— bensglück. 7. Verlaß sie nie in Kreuz und Noth Und steh' bei ih— nen auch im Tod, Daß ihre Seel' ohn' Angst und Weh', Vollendet einst zur Heimat geh'. 8. Hör' unser kindliches Gebet, Das allen Menschen Heil erfleht; Laß sie geseg— net sein in dir, Daß wir dich preisen für und für. Joh. Andr. Cramer 1723—88. II. Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 1. Gottes Wesen und Eigenschaften. a. Wesen Gottes. Eigne Melodie. 44. A 15 fei Ehr. Er sorget, daß uns nimmer— mehr Gefahr und Unfall schade. Uns wohlzuthun ist er bereit; Sein Rath ist unsre Seligkeit, Erhebet ihn mit Freuden! 2. Ja, Vater, wir erheben dich Mit freudigem Gemüthe. Du herrschest unveränderlich Mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, Und stets geschieht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regierest! SSIIIIIIIIPIPPPPTFPTFTTFPPTPTTTQTQC 3. O Jesu Christ, des Höchsten Sohn! Dich, seinen Eingebornen, Dich sandte Gott vom Himmelsthron Zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, Hilf uns im Leben und im Tod; Erbarm' dich unser aller! 4. O heilger Geist, du Geist von Gott, Erleuchte, bessre, tröste, Die Jesus Christ durch seinen Tod Zum Dienst des Herrn erlöste. Auf dei— nen Beistand hoffen wir; Verlaß uns nicht, so sind wir hier Und auch einst ewig selig. (Old. G.⸗B.) Nie. Deeius, gest. 1529. Mel. 45 und( je me seine zu E herrse Weis Sing der! herrli und 2. Preis uns, Herr Du und sam ben 1 Selig und 6 men, Vate — Geist von Kraf mach und und mit 1 Stär wie Und leben (Jev. Kreuz bei ih⸗ uß ihre dliches inschen geseg⸗ ß wir ür. des seinen sandte sthron ornen. S und Leben 'dich D auchte, Christ Dienst f dei⸗ wir; sind einst 1529. Mel. Wie schön leucht' uns ꝛc. 14 obsinget Gott! 45.— Dank, Preis und Ehr' Sei unserm Gott je mehr und mehr Für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit Lebt er und herrschet weit und breit Mit Weisheit, Güt' und Stärke. Singet, Bringet Frohe Lie⸗ der! Fallet nieder! Gott ist herrlich, Unaussprechlich groß und selig. 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm Sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen. Du Mittler zwischen uns und Gott Hast durch Gehor— sam bis zum Tod Das Le⸗ ben uns errungen. Heilig, Selig Ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller From— men, Die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! Du Geist des Herrn, Sei nie von unserm Geiste fern, Mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weis' und rein, Hilfst uns getrost und siegreich sein Im Streit mit unsern Lüsten. Leit' uns Stärk' uns In der Freude wie im Leide, Gott ergeben Und der Tugend treu zu leben. (Jev. G.⸗B.) Barth. Crasselius 1667—-1724. Gottes. 29 Mel. Nun danket alle Gott ꝛe. ö zelobet sei der 46. Ge Hert, Mein Gott, mein Licht, mein Le⸗ ben, Mein Schöpfer, welcher mir Hat Leib und Seel' ge⸗ geben, Mein Vater, der mich schützt Von Mutterleibe an, Der jeden Augenblick Viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Heil, mein Leben, Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich gegeben, Der mich erlöset hat Mit seinem theuren Blut, Der mir im Glauben schenkt Sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost, mein Leben, Des Vaters werther Geist, Den mir der Sohn gegeben, Der mir mein Herz erquickt, Der mir gibt neue Kraft, Der mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den alles rühmt und lobt, Was durch ihn lebt und webet, Gelobet sei der Herr, Des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn Und Gott der heilge Geist. 5. Dem Halleluja wir Mit Freuden lassen klingen Und mit der Engel Schar Das Heilig! Heilig! singen; Den herzlich lobt und preist Die ganze Christenheit: Ge— 30 Wesen Gottes. lobet sei mein Gott In alle Ewigkeit. Joh. Olearius 1611—84. Mel. Wie schön leucht' uns ꝛce. 47 Vott, der du Quell 0* der Wesen bist, Vor dem nichts war, ohn' den nichts ist, In welchem alles lebet; Herr, dessen Wahrheit, Weisheit, Macht, Gerechtigkeit und Güt' und Pracht Natur und Schrift erhebet; Ewger, Selger, Dem zur Ehre Engelchöre Heilig! singen, Laß mein Loblied zu dir dringen! 2. Gott Vater, der die ganze Welt Aus nichts er— schuf und noch erhält, Der, was er machet, liebet, Der Sonn' und Mond und Stern bewegt, Der dem, was Luft und Erde trägt, Als Vater Speise gibet; Schöpfer, Schöpfer! Mach' uns kräftig und geschäftig, dich zu ehren, Dich, dem Ruhm und Dank gehören. 3. Gott Sohn, der aus des Vaters Schoß auf Er— den kam, sein Blut vergoß Und uns mit Gott versöhnte, Der willig litt und für uns starb Und Heil und Leben uns erwarb, Der uns mit⸗ Segen krönte; Heiland, Hei— land, Laß im Leiden, laß beim Scheiden zum Erquicken Uns dein treues Herz er— blicken. —3—9..—————ß—— 4. Gott heilger Geist, du Geist der Kraft, Der neue Herzen in uns schafft Und uns zu Christo führet, Der seine Kirch' in dieser Welt Erleuchtet, heiliget, erhält, Vermehrt, mit Gaben zieret: Tröster, Tröster! Komm hernieder, tröst' uns wieder nach den Schmerzen; Wohn' und wirk' in unsern Herzen. 5. Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Der Gnaden— bund der Taufe heißt Dich unsern Gott uns nennen. Ich glaub' an dich und diene dir, Dreieinger Gott, o gib dich mir Recht heilsam zu erkennen. Mein Gott, Mein Gott! Dir ergeben laß mich leben, dir vertrauen, Bis ich einst dich werde schauen. Ehrenfr. Liebich 1713-80. Mel. Wie schön leucht' uns ꝛe. 48 Wo freut mich * noch, wenn du's nicht bist, Herr Gott, der doch mein alles ist, Mein Trost und meine Wonne? Bist du nicht Schild, was decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich Im Finstern eine Sonne? Keine Reine, Wahre Freude, Trost im Leide und in Sün— den Ist, Herr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, Mein Herr und Heiland, Jesu Christ, Mein Friede und mein mein nicht Hilf sten? Freu für Geif Ph Mel. 49 die dem eist, du 'r neue ft Und t, Der r Welt erhält, zieret: Komm wieder Wohn' Herzen. hn und naden⸗ t Dich ennen. d diene o gib um zu Mein ß mich Bis ich en. 713—-80. uns de. mich in du's er doch Trost Bist du mich? o finde zonne? Freude, Sün⸗ dir zu noch, Mein Jesu d mein Wesen Leben? Heilst du mich nicht, wo find' ich Heil? Bist du nicht mein, wo ist mein Theil? Gibst du nicht, wer wird geben? Meine Eine Wahre Freude, wahre Weide, wahre Gabe, Hab' ich, wenn ich Jesum habe. 3. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, O O Geist, der uns gegeben ist Zum Führer der Erlösten? Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn? Führst du ich nicht, wo komm' ich hin? Hilfst du nicht, wer will trö⸗ sten? Meine Eine Wahre Freude, Trost im Leide Heil für Schaden Ist in dir, o Geist der Gnaden! Phil. Fr. Hiller 1699—1769(v. 3 von Albert Knapp 1798—1864). Mel. O Gott, du frommer ꝛe. 49. Gotte 2— Liebe selbst, Von dem die Liebesgaben, Als aus dem schönsten Quell, Den wahren Ursprung haben. Der bleibet fest in Gott, Wer in der Liebe bleibt Und welchen keine Macht Von seinem Jesu treibt. 2. Der Vater liebt die Welt. Sein väterlich Er— barmen Schickt den geliebten Sohn Zu uns verlassnen Armen; Und dieser liebet uns; Drum scheut er keine Noth, Er ledet williglich Den bittern Kreuzestod. Gottes. 34 3. Wie reiche Ströme sind Von dieser Huld geflossen: Die Liebe Gottes ist J st In un⸗ ser Herz gegossen; Ja, Got⸗ tes guter Geist Nimmt selbst die Seelen ein, So daß wir nun sein Haus Und Tempel mögen sein. 4. Nun, wer den Heiland liebt, Der hält sein Wort in Ehren; Und so verspricht der Herr, Selbst bei ihm einzu⸗ kehren. Was muß für reine Lust, Für Freud' in uns ent⸗ stehn, Wenn sich die Gott⸗ heit uns Zur W ohnung aus⸗ ersehn! 5. O heilger Gott, lehr' uns Die Liebe Jesu kennen, Weil wir uns allesammt Nach seinem Namen nennen! Führ' uns nach dieser Zeit In jenes Leben ein, Wo unsre Liebe wird In dir vollkommen sein. (Jev. G.⸗B.) Unbek. Verf. b. Gottes Eigenschaften. Mel. Nun danket alle Gott ꝛ V(Lie herrlich ist, 50. o Gott, Demn Ruhm in allen Landen! Die Himmel und ihr Heer Sind durch dein Wort ent⸗ standen; Du sprichst, und es ges schieht, Gebeutft, so steht es da; Wit Allmacht bist du mir Und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft, Dich preisen Erd' und 32 Gottes Eigenschaften. Meere, Die Himmel pre⸗ digen Die Wunder deiner Ehre. Dich bet' ich dankbar an; Mein Heil kommt von dem Herrn; Du hörst der Menschen Flehn, Und du er— rettest gern. 3. Wenn ich die Himmel seh', Die du, Herr, ausgebrei⸗ tet, Der Sonne Majestät, Den Mond, den du bereitet, So sprech' ich:„Was ist doch Der Mensch, daß du sein denkst Und daß du täglich uns Un— zählig Gutes schenkst?“ 4. Du wogit mein Glück mir dar Und Leiden, die mich üben, Und meiner Tage Zahl Ist in dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schutz, Du bist der Müden Ruh', Ein Gott, der gern verzeiht; Wie gnädig, Gott, bist du! 5. Herr, dein Gebot ist Heil, Dein Weg ist Fried' und Leben; Wie sollt' ich dir, dem Gott Der Liebe, widerstreben? Umsonst lockt mich die Welt, Die breite Straßen zieht; Ich hasse ihren Weg, Weil auich dein 1100 sieht! Auch wenn kein Mensch i sieht, Will ich die Sün⸗ de fliehen; Denn du wirst alle Welt Vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn sich mein Fleisch Hin sehnt, wo du nicht bist, 2 Bedenken, daß mein Leib, O Gott, dein Tempel ist ———‚—————.—— 7. Was frag' ich außer dir Nach allem Glück der Erde, Wenn ich nur deiner Huld, O Gott, versichert werde? Wie sanft ist dein Gebot:„Gib mir dein Herz, mein Sohn, Und wandle meinen Weg; Ich bin dein Schild und Lohn.“ Joh. Dan. Herrnschmid 1675—-1723. Mel. Aus meines Herzens ꝛc. 51. Swingt, meines Geists Gedan— ken, anchn von der Erde los! Gott, frei von allen Schran— ken, Ist unaussprechlich groß! Er ist der höchste Geist. Er will auch schon auf Erden Von euch verherrlicht wer— den, Wie ihn der Engel preist. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen; Kein Mensch, kein Engel ist Dem Höchsten zu vergleichen, Den kein Ge— dank' ermißt. Macht euch von dem kein Bild, Der aller Welten Kreise Zu seiner Größe Preise Mit Herr⸗ lichkeit erfüllt. 2 3. Laß, Sonn' in hoher Ferne Dein Antlitz schöner glühn; Glänzt Sonnen gleich, ihr Sterne, Was seid ihr gegen ihn? Ihr seid mit eurer Pracht, Womit der Herr euch schmücket, Womit ihr uns entzücket, Bloß Schim⸗ mer seiner Macht. seine das den Geif 5. Gött verst Erre Han Vere Bild außer ück der deiner rsichert t dein Herz, vandle nadein rnschmid 5—1728. ens z. neines hedan⸗ de los! schran⸗ groß! st. Er Erden wer⸗ preist. n ihn h, kein ten zu Ge⸗ t euch Der seiner Herr⸗ hoher chöner gleich, d ihr eurer Herr t ihr schim⸗ Gottes Eigenschaften. 4. Preist, Seelen, euren Meister, Der euch zu sich erhebt, Den Vater aller Geister, Durch den ihr denkt und lebt. Wir sind durch seinen Ruf, Er hat in sich das Leben; Kommt, laßt uns den erheben, Der uns zu Geistern schuf. 5. Die Heiden nannten Götter Aus Wahn und Un⸗ verstand Und Helfer und Erretter Die Bilder ihrer Hand. Sie beteten sie an, Vergaßen Gott und ehrten Bildsäulen, die nicht hörten, Und Steine, die nicht sahn. 6. Nun, diesen Finster⸗ nissen Hat er durch seinen Sohn Der Heiden Welt ent— rissen, Gestürzt der Götzen Thron. Nun können wir, befreit Vom Dienste falscher Götter, Ihm dienen, unserm Retter, Mit wahrer Heilig— keit. 7. Lobt, Menschen, euren Meister, Wie ihn der Engel preist, Den Vater aller Gei— ster, den allerhöchsten Geist! Auch du bist Gottes Hauch, O Seele, hoch erhoben, Ein Geist, um ihn zu loben; 7 Erwäg's und preis' ihn auch. 8. Du bist ein Geist, o: Seele; Bet' als ein Geist ihn an! Wenn ich zum Herrn ihn wähle, Wie selig bin ich dann! Er, der so hoch mich liebt, Hat Seligkeit und Leben; Das will er jedem geben, ergibt. (Old. G.⸗B.) Der ihm sich ganz Joh. Andr. Cramer 1723—88. Mel. Sei Lob und Ehr' dem ꝛe. oder Allein Gott in der Höh' zc. 52 Der Herr ist Gott . und keiner mehr, Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er? So herrlich, so voll— kommen? Der Herr ist groß! Sein Nam' ist groß! Un⸗ endlich ist und grenzenlos Der Herr in seiner Größe! 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht ver⸗ gebens, Ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer sei⸗ nes Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; Eh' noch die Erde ward, war er, War, eh' die Himmel wur⸗ den. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, Die seine Größ' erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, Verbor— gen und auch offenbar In seiner Werke Wundern. 4. Wir sind allein durch seine Kraft Das, was wir sind und werden. Er kennet alles, was er schafft Im Himmel und auf Erden. Bei ihm ist Weisheit und Ver⸗ 34 ö Gottes Eigenschaften. stand Und Kraft und Stärke; seine Hand Umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nah? Ist er nicht fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht. Gedanken selbst ent— fliehn ihm nicht In ihrer ersten Bildung. 6. Wer schützt den Welt⸗ bau ohne dich, O Herr, vor seinem Falle? Allgegenwär— tig breitet sich Dein Fittich über alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, Barmherzig, gnädig, voll Geduld, Ein Vater, ein Ver⸗ schöner. 7. Unsträflich bist du, hei— lig, gut Und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut; Denn du belohnst mit Wonne! Du hast Unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig sein, Du aller Freuden Fülle! 8. Dir nur gebüret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, Ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er? Frohlockt ihm, alle From— men! (Old. G.⸗B.) Joh. Andr. Cramer 1723—88. Mel. Mir nach, spricht ꝛe. 53 Du bist, Allgegen⸗ wärtiger, Und wirkst an allen Enden. Ich bin, wo ich auch bin, o Herr, In deinen Vaterhän⸗ den. Ich leb' und athme nur durch dich; Du trägst und unterstützest mich. 2. Was je mein Herz em⸗ pfunden hat, Was ich ver— werf' und wähle, Der erste Trieb in jeder That, Der stillste Wunsch der Seele, Der leiseste Gedank' in mir, Gott, alles liegt enthüllt vor dir. 3. Wohl mir, wenn ich durch deine Kraft Mein Herz zu dir erhebe Und redlich und gewissenhaft Nach dei— nem Willen lebe! Du siehst es, Herr, und stehst mir bei, Damit ich immer treuer sei. 4. Du kennest sicher und gewiß, Was ich der Welt verhehle; Siehst jedes Werk der Finsterniß, Siehst alle meine Fehle. Du zeigst sie mir und züchtigst mich Zu meiner Bessrung väterlich. 5. Du hörst auch meinen Seufzern zu, Schaffst, daß mir Hülf' erscheine; Voll Mitleid, Vater, zählest du Die Thränen, die ich weine; Dein Trost erquicket mein Gemüth, Und jeder Schmerz und Kummer flieht. 6. O drück', Allgegenwär⸗ tiger, Dies tief in meine Seel mein zur dein dir z 7. Heue meid unstr auch Huld du a (Jev. Mel. 54 34 ich n mein mein Seel reits dank entst 2. ein nicht was du nb gegn ich Weis fasse 3. Vor Wo Mick Füh: So 91 26. gegen⸗ Und Ich in, o erhän⸗ athme trägst Seele, mir, ithüllt un ich Herz redlich )dei⸗ siehst ir bei, er sei. r und Welt ieinen daß Voll st du Hheine; mein hmerz wär⸗ neine Gottes Eigenschaften. 35 Seele, Daß, wo ich bin, mein Herz, o Herr, Nur dich zur Zuflucht wähle, Daß ich dein heilig Auge scheu' Und dir zu dienen eifrig sei! 7. Laß ohne Falsch und Heuchelei Mich alle Sünden meiden, Daß ich vor dir unsträflich sei Im Glück und auch im Leiden, Weil deine Huld so mächtig ist, Weil du allgegenwärtig bist. (Jev. G.⸗B.) Chrph. Chrn. Sturm. 1740—86. Mel. O Gott, du frommer ꝛe. 54 Herr, du erforschest 2 7 H mich, Dir bin ich nie verborgen; Du kennst mein ganzes Thun Und alle meine Sorgen; Was meine Seele denkt, War dir be— reits bekannt, Eh' ein Ge— danke noch In meiner Seel' . 2. Nie 4—.— mein Mund ein Wort, Das du, o Herr, nicht wisf sest Du schaffest, was ich thu'; Du ordnest, du beschließest, Was mir be— gegnen soll. Erstaunt bet' ich dich an, Herr, dessen Weisheit selbst Kein Engel fassen tunn. 3. Wohin, wohin soll ich Vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl Mich deinem Aug' entziehen? Führ' ich gen Himmel auf, So bist du, Höchster, da. Führ' ich zur Tief hinab: Auch hier bist du mir nah! 4. Nähm' ich auch, schnell zu fliehn, Die Fittiche vom Morgen Und zög' geflügelt fort: Ich blieb' dir unver— burpen Es führt' und hielte mich, O Höchster, deine Hand, 12—. 3 wo die fernste Flut Des Meeres 42 das Land. 5. Spräch' ich zur Finster⸗ 22• Sie möge 2305 bedecken: Vor dir könnt' ich mich doch In keiner Nacht verstecken; Vor deinen Augen ist Die Finsterniß auch Licht; Die Nacht glänzt wie der Tag Vor deinem Angesicht. 6. Erforsche mich, mein Gott! Und prüfe, wie ich's meine, Ob ich rechtschaffen bin, Wie ich von außen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht Auf bösem Wege geht, Und leite mich den Weg, Der mich zu dir erhöht. Joh. Andr. Cramer 1723—88. Mel. Dir, dir, VR u bist mir na Or D mit deiner Eu⸗ de, Vergibst in deinem Sohn mir alle Schuld, Du leitest mich des Lebens Pfade, Gibst tausend Proben dei— ner Vaterhuld. Ich schmeck' und sehe deine Freundlichkeit Du wugst, du trägst mich mit Barmherzigkeit. 2. Du bist mir nah mit Vatertreue, Du läßt mich Jehovah, will ꝛe. 5——————————— 36 Gottes Eigenschaften. nicht, der Vater nicht sein Kind; Du hältst den Bund, wie oft aufs neue Des Kindes Schwüre schon ge— brochen sind. Gib du mir, Vater, treuen Kindessinn, Nimm Wankelmuth und Leichtsinn von mir hin. 3. Du bist mir nah mit deinem Lichte, Erleuchtest mir die dunkle Pilgerbahn; Vor deinem Strahlenangesichte Verschwinden Irrthum, Fin— sterniß und Wahn. So lang' ich leb', erleuchte mich dein Licht; Von ihm geleitet, irr' ich ewig nicht. 4. Du bist mir nah mit Kraft und Stärke; So oft ich bete, hilfst du mir im Streit; Durch dich nur üb' ich gute Werke, Von Ohn⸗ macht und Verzagtheit ganz befreit. Du wohnst, du wirkst in mir, Allmächtiger, Du gibst mir Muth ins Herz, Allliebender. 5. Du bist mit deinem Trost mir nahe; Denn meine Thränen hast du, Gott, ge— zählt; Dein liebend Vater⸗ auge sahe Mich gnädig an, so oft dein Kind gefehlt; Wie oft auch Noth und Kummer mich gedrückt, Du hast mich stets mit reichem Trost erquickt. 6. Du bist mir nah mit deinem Frieden, In mir und außer mir ist so viel Krieg; Ach, wär' ich nie von dir geschieden, So hätt' ich längst errungen jeden Sieg. Doch bin ich auch von meinem Ziel noch fern, Stets kost' ich mehr den Frieden mei— nes Herrn. 7. Du bist mir nah mit deinem Segen, Ich fühl's, du ziehst mit Macht mich himmelwärts; Drum eil' ich kindlich dir entgegen; Nimm, Vater, nimm denn hin mein ganzes Herz. O laß es ruhn in deiner Liebe Schoß, Und mach' es ganz von aller Weltlust los. 8. Ich nahe dir mit tie— fem Sehnen. Mit Kindes⸗ lieb'‘ und freudigem Ver— traun. Ich will auf dich, mein Stab, mich lehnen; Laß bald dein Vaterangesicht mich schaun. Ja, wohn' in mir! ein Freudenhimmel ist, Wo du, mein Gott, der Seele nahe bist. Carl Aug. Döring 1783—-1844. Mel. Was Gott thut, das ꝛe. 56 Der Vater kennt 0. dich! kenn' auch ihn, Erkenn' ihn wohl, o Seele! Ob finstre Wolken dich umziehn, Den höchsten Freund erwähle, Ist er nur dein, Bist du nur sein: Mag dich die Welt verkennen, Er wird sein Kind dich nennen. 2. Der Vater kennt dich! sei dein Schmerz In deiner Brust um ih klage Gott Ohr, Sehn die 2 3. deine er er sen F dein fern Went fromt komn 4. laß nie d dich, Verel täusck lertrr umge Licht — segne men, einsa himn sieht heißt kein Aug' 6. sei d nicht Vate hier Mit getre längst Doch einem kost' mei⸗ h mit ühl's, mich il' ich eimm, mein ruhn Und aller dich, hnen; gesicht n' in el ist, der 844. as ꝛe. kennt auch I, 0 zolken chsten rnur Mag n, Er nnen. dich! deiner Gottes Eigenschaften. 37 Brust verborgen,— Es weiß um ihn das Vaterherz, Ihm klage deine Sorgen. Zu Gott empor! Vernimmt kein Ohr, O Christ, dein banges Sehnen, Dein Vater zählt die Thränen. 3. Der Vater kennt dich! deine Kraft, Dein Heil hat er ermessen. Der allen We⸗ sen Freude schafft, Der sollte dein vergessen? Nicht wähne fern die Hand des Herrn; Wenn Hülf' und Lust dir frommen, Wird seine Stunde kommen. 4. Der Vater kennt dich! laß die Macht Der Sünde nie dich beugen; Gott schaut dich, wo kein Richter wacht! Verehre diesen Zeugen! Ihn täuscht nicht Lug Noch Frev⸗ lertrug; Was Nächte dicht umgeben, Muß einst ans Licht sich heben. 5. Dein Vater kennt dich! segnest du Geheim die Ar- men, Kranken? Verklärst du einsam deine Ruh' Durch himmlische Gedanken? Dich sieht der Geist, Der Vater heißt; Kein stilles Thun, kein Sinnen, Kann seinem Aug' entrinnen. 6. Der Vater kennt dich! sei die Bahn Der Zukunft nicht verkündet, Des lieben Vaters Blicke sahn, Was hier kein Aug' ergründet. Mit frommer Scheu Sei ihm getreu; Der ewgen Liebe Flügel Trägt dich auf Zions Hügel. Wilh. Nik. Freudentheil 1771—1853. In dich hab' ich gehoffet, Herr ꝛc. 57 Lott, wie du bist, 20 so warst du schon, Noch ehe du von dei— nem Thron Sprachst dein allmächtig,„Werde!“ Und rie⸗ fest aus dem Nichts hervor Den Himmel und die Erde. 2. Du wirst auch bleiben, wie du bist, Wenn längst die Erde nicht mehr ist Mit ihren Herrlichkeiten, Wenn längst die Kämpfer nicht mehr hier Um jene Kronen streiten. 3. Wie du, so bleibet auch dein Wort Und wird in Kraft sich fort und fort Um— waͤndelbar erhalten, Wenn alle Welten, die du schufst, Wie ein Gewand veralten. 4. Und stürzen Felsen in das Meer, So daß die Erde weit umher Von ihrem Fall erzittert, Bleibt deiner Liebe Bund mit mir Doch ewig unerschüttert. 5. Was klag' ich denn voll Traurigkeit, Daß alle Güter dieser Zeit Schnell wie ein Hauch vergehen, Da du das Gut der Güter bist, Das ewig wird be— stehen? 38 Gottes Eigenschaften. 6. Was 92 8, daß meine Seele zagt, Wenn mein Ge— Wissen mich verklagt, Daß ich an dir gesündigt? Bleibt ewig doch dein theures Wort, Das Gnade mir verkündigt! 7. Was klag' ich? Liebest du mich doch Mit aller dei— ner Liebe noch Und wirst mich ewig lieben, Hast t selber meinen Namen dir In Renn Hand ge schrieben. 8. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein, Und ewig, ewig wird er's sein; Nichts kann mich von ihm scheiden. 0 Welt vergeht mit ihrer Lust, Gott bleibt mit seinen Freuden. Balth. Münter 1735—93. Mel. O Gott, du frommer ꝛe. 58. Goltt ist und bleibt getreu; Er hört nicht auf zu lieben, Auch wenn es ihm gefällt, Die Seinen zu betrüben; Er prüfet sie durchs Kreuz, Wie rein ihr Glaube sei, Wie standhaft die Gedul d. Gott ist 3 0 bleibt getreu. „Gott ist und bleibt ge⸗ 12 Er hilft ja selber tra— gen, Was er uns aufgelegt, Die Last der schweren Pla— gen; Er züchtigel oft schwer Und bleibet doch dabei Ein Vater, der uns liebt: Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt ge⸗ treu; Er weiß, was wir ver⸗ SSIIIIIIIIIIPPPPttxxxTxTxTTfTTPTTTPTSSCs!CZTFTQHæꝗ⸗-Eł᷑;-zñ..5 ——— mögen, Und pfleget nie zu viel Den Schwachen aufzu— legen; Er macht sein Erb' und Volk Von Last und Banden frei, Wenn große Noth entsteht: Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu; Er tröstet nach dem Weinen Und läßt nach trü⸗ ber Nacht Die Freudensonne scheinen. Der Sturm des Unglücks geht Zu rechter Zeit vorbei; Sei, Seele, nur getrost: Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu; Er stillet dein Be— gehren, Er will dein Glau— bensgold In Trübsalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Hand Den Kreuzkelch ohne Scheu; Der Lebens-⸗ becher folgt: Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu; Befiel ihm deine Sachen: Er wird der Trüb— sal schon Ein solches Ende machen, Daß die erlittne Noth Dir ewig nütze sei. So liebt der Höchste dich: Gott ist und bleibt getreu. Joh. Chrn. Wilhelmi um 1720. Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛe. 59. T Treu ist Gott! Das Eehunt zu Herzen, Mens G0 die ihr jammernd klagt. Hört in allen euren Schmerzen, Was sein heilig Wort seine der 5 Und Euch Freu' 2. gnüg Schn mehr er gi der Hat wähl stillet Tros 3. trage und grau er, Die fest, verlä die kindl 4. Hän und Leid noch Gna dein mit Gott 5. errei Zuv zagt trau der lie zu lufzu⸗ Erb' und große und bleibt dem trü⸗ sonne des echter „nur hleibt oleibt Be⸗ 3lau⸗ sglut von zkelch hens-⸗ und leibt deine rüb⸗ Ende ittne sei. dich: treu. 1720. ne. Das rzen, ernd uren eilig Gottes Eigenschaften. 39 Wort uns sagt. Er, der seine Hand euch reicht, Macht der Trübsal Last euch leicht Und das Ende bittrer Leiden Euch zum Anfang ewger Freuden. 2. Laß dir an der Gnade gnügen, Die der Herr dem Schwachen schenkt; Nimmer— mehr wirst du erliegen, Da er gnädig dein gedenkt. Er, der deine Thränen, zählt, Hat Ier schon die Zeit er⸗ wählt, Da er deine Klagen stillet Und dein Herz mit Trost erfüllet. 3. Heben will er dich und tragen, Wenn du schwach und hüflos bist. Auch des grauen Alters Klagen Hört er, der uns nie vergißt. Die Verheißung steht noch fest, Daß er Fromme nie verläßt, Nie ar auf die zu schauen, Die sich 33 8 ihm vertrauen. Nun, so ruh' in seinen Händen, Seele die du klagst and wankst! Er wird deine Leiden wenden, Daß du ihm noch freudig dankst. Seiner Gnaden Bund allein Müsse deine Stärke sein. Halte nur mit festem Muthe Dich zu Gott, dem höchsten Gute. 5. Laß mich diese Gnad' erreichen. Herr, Gott, meine Zuversicht! Mögen doch Ver— zagte weichen, Mein Ver— trauen weiche nicht! Gott der Treue, ich bin dein; Du wirst mein Erretter sein, Wirst mir, wenn mich Leiden kränken, Deines Trostes Lab— sal schenken. (Old. G.⸗B.) Joh. Fr. Mudre 1736—1810. Mel. Auferstehn, ja auferstehn ꝛc. 60. Iqà fürwahr! uns führt mit sanfter Hand Ein Hirt durchs Pil— gerland Der dunklen Erde, Uns, 2—55 kleine Herde. Halleluja! 2. Wenn im Dunkel auch sein Häuflein irrt, Er wacht, der treue Hirt, Und läßt den Seinen Ein freundlich Stern⸗ lein scheinen. Halleluja! 3. Sicher leitet aus des Todes Graun Er uns auf grüne Aun, Aus Sturm und Wellen Zur Kühlung leiser Quellen. Halleluja! 4. Freundlich blickt sein Aug' auf uns herab; Sein sanfter Hirtenstab Bringt Trost und Friede; Er wachet sich nicht müde. Halleluja! 5. Ja, fürwahr! er ist ge⸗ treu und gut! Auch unsre Heimat ruht In seinen Ar⸗ men. Sein Name ist Er⸗ barmen! Halleluja! Fr. Adolf Krummacher 1768—-1845. Mel. So bin ich nun kein ꝛe. 61.(ÜRie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie micht rühr!? Der mit 40 Gottes Eigenschaften. verhärtetem Gemüthe Den Dank erstickt, der ihm ge— bürt? Nein, seine Liebe zu ermessen Sei ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergessen; Ver— giß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunder— bar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich ge— leitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau', o mein Geist, in jenes Leben, Zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben, Sein Wort bestärkt ihn ewiglich; Gott soll ich über alles lieben Und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein wie er. Ve mehr ich dies Gebot erfülle, Stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in mei⸗ ner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht; Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe Mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk' in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks, Und sie besieg' in meinem Herzen Die Furcht des letzten Äu— genblicks. (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. 62 Jauchzt unserm Gott . mit freudigem Ge— müthe! Er ist barmherzig und von großer Güte; Er sorgt, daß uns im Schutze seiner Gnade Kein Unfall schade. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, Läßt nicht die schweren Stra— fen uns empfinden, Die wir durch Mißbrauch der em— pfangnen Gaben Verdienet haben. 3. seine groß Gnad die i lieben 4. ist vor uns Sorge Sünd Trost Vater erbarr Sünd Gnad sich b— 6. verwu weiß, brechl. Geschi Erden 7. müsser Blum drüber Stätte den J 8. keit l Huld ret. auf e der C 9. Fried Leben verflie Dank, ˖soll 26 Je fülle, nmir mei⸗ mich b ich ehle, die Güt' rdar tärk' Nein eihn. der mich Und rzen Au⸗ ellert —69. Sae. ott Ge⸗ zig Er uUtze fall mit en, ra⸗ vir m⸗ net Gottes Eigenschaften. 41 3. So hoch und weit, wie seine Himmel reichen, So groß sind seiner Macht und Gnade Zeichen Bei denen, die in heilger Furcht ihn lieben Und Gutes üben. 4. Rfanne wie der Abend ist vom?. Hält er von uns der Seele 2 lngst und Sorgen Und schenket nach der Sünde bittern Schmerzen Trost unserm Herzen. 5. Wie sich erbarmt ein Vater seiner Kinder, So gern erbarmt der Herr sich aller Sünder, Wenn sie auf seine Gnadenstimme hören Und sich bekehren. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen; Er weiß, der Mensch ist ein ge— brechlich Wesen, Und das Geschöpf, genommen von der Erden, Muß Erde werden. 7. Wie Gras verwelkt, so müssen wir vergehen, Wie Blumen, wenn die Stürme drüber wehen, Und unsre Stätte wird nach wenig Stun⸗ den Nicht mehr gefunden. 8. Von Ewigkeit zu Ewig— keit bewähret Sich Gottes Huld an jedem, der ihn eh— ret. O leite du auch mich auf ebnem Pfade, Du Gott der Gnade! 9. So werd' ich deinen Frieden hier genießen, Mein Leben wird in Hoffnung froh verfließen, Und dort werd' ich mit deiner Engel Chören Dich ewig ehren. Joh. Andr. Cramer 1723—88. Mel. Freu' dich sehr, o meineꝛe. 63. Gon vor dessen Angesichte Nur ein—— r Wandel gilt, Ew⸗ ges Licht, aus dessen Lichte Stets die reinste Wahrheit quillt! Deines Nanwnz Hei⸗ ligkeit Werde stets von uns gescheut; Laß sie uns doch kräftig dringen, Nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, Und kein Böses ist an dir; Ewig bist du so ge— wesen, Und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, Ist un⸗ sträflich, recht und gut, Und mit Weisheit, Lieb' und Stärke Wirkst du stets voll⸗ kommne Werke. 3. Heilig sollen deine Kin— der, Aehnlich deinem Bilde sein. Nie besteht vor dir der Sünder; Denn du bist voll— kommen rein. Du bist nur der Frommen Freund; Uebel-⸗ thätern bist du feind; Wer beharrt in seinen Sünden, Kann vor dir nicht Gnade 9—4085 O so laß uns nicht ver⸗ shersen, Was dein Rath uns zugedacht; Schaff' in uns, Gott, reine Herzen! Tödt' in uns der Sünden Macht! Schwach und sündenvoll sind —— ———᷑—— 42 Gottes Eigenschaften. wir; Keiner ist ganz rein vor dir. Du, nur du allein kannst zählen Die Gebrechen unsrer Seelen. 5. Uns von Sünden zu erlösen Gabst du deinen Sohn dahin. O, so reinige vom Bösen Durch ihn unsern ganzen Sinn! Gib uns, wie du selbst verheißt, Gib uns deinen guten Geist, Daß er unsern Geist regiere Und zu Aem Guten führe! 6. Keiner sündlichen Be— gierde Bleibe unser Herz geweiht; Unsers Wandels größte Zierde Sei rechtschaffne Heiligkeit! Mach' uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich Wirst du, Herr, nur die erheben, Die im Glauben heilig leben. (Jev. G.⸗B.) Joh. Chrn. Zimmermann 1702—83. Mel. Aus tiefer Nothschrei'ichꝛe. 64 Goerechter Gott, vor * dein Gericht Muß alle. Welt sich stellen; Du wirst vor ihrem Angef sicht Auch mir mein re fällen. O laß mich jede Sünde scheun Und hier mit Ernst beflissen sein, Vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen Thron Auf alle Men— schenkinder; Bestimmtest je— dem seinen Lohn, Dem From⸗ men und dem Sünder. Nie siehst du die Personen an; Auf das allein, was wir 59696—79.——ß7—— gethan, Siehst du, gerechter 955 0 Viel Gutes und Barm⸗ Hant Gibst du schon hier den Frommen; Dw schützest sie vor manchem Leid, Darein die Sünder kommen. S Ise du vor aller Welt, Daß dir der Eifer wohl ge⸗ fällt, Den man der Tugend weihet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut; Du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, Wird von dir aufgenommen; Sein Werk und Dienst ge— fällt dir wohl, Ist er gleich nicht, so wie er soll, Ganz heilig, g anz vollkommen. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, frevelnden Verbrecher, Der dein Gesetz und Recht ent⸗ weiht, Bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Ge⸗ wissensmarter sind sein Lohn Oft schon in diesem Leben. 6. Und bleibt auch hier viel ungef straft, Viel Gutes unbelohnet, So kommt ein Tag der Rechenschaft, Der keines Sünders schonet. Da stellest du ins helle Licht, Wie recht und billig dein Ge— richt; Dann triumphiert der Fromme. 7. Gerechter Gott, laß mich, wie du, Das Gute eifrig lieben; Gib selber mir die c5 auszr Sünd mich! ich si⸗ 8. rechte besteh 28 6⁵ Ehre seiner rühm sen d o Me 2. unzäl führt Zelt? und läuft ein 3. die 2 die Verk Ordru nicht der 4. unzä sten Dur erechter Barm⸗ on hier chützest Darein I. So Welt, ohl ge⸗ ugend st, was ist ein Wer thut, mmen; nst ge⸗ gleich Ganz en. dich, Dem Der st ent⸗ renger Elend, Ge⸗ Lohn Leben. h hier Gutes nut ein Der 0 „Wie Ge⸗ rt der laß Gute r mir Gottes Eigenschaften. 43 die Kraft dazu, Es willig auszuüben. Regt sich die Sünde noch in mir, So stärke mich die Furcht vor dir, Daß ich sie überwinde. Und weil vor dir, ge⸗ rechter 55 Nur die allein be stehen, Die gläubig auf 2. Gottes a. Schöpfung, Erhaltung und Regierung. Eigne Melodie. 65 Die Himmel rüh— .men des Ewigen Ehre; Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn prei⸗ sen die Meere; Vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel umzählbare Sterne? Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne Und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimm's und siehe die Wunder der Werke, Die die Natur dir aufgestellt. Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? ö 4. Kannst du der Wesen nzählbare Heere, den klein— sten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? o gib 2 s Mittlers Tod Bei ihrer Reue sehen; So laß mich die Gerechtigkeit, Die mich von Straf' und Schuld be— freit, Im Glauben eifrig suchen. (Jev. G.⸗B.) Joh. Jac. Rambach 1693—1735 O Werke. ihm die Ehre! Mir, ruft der 965 sollst du vertraun. Mein ist die Kraft, mein ist Hinnmel und Erde; An meinen Werken kennst du mich. Ich bin's und werde sein, d der ich sein werde, Dein Gott mi. Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, Ein Gott der Ordnung und dein Heil; Ich bin's! mich liebe von ganzem& Gemüthe Und nimm an meiner Gnade theil. Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—-69. Mel. Lieber Tag, seh' ich dich: 66. O SO du schönes Welt⸗ 2— bende Das der Herr mit Glanz und Pracht Uns zum Segen und zur Freude Wunderherrlich hat gemacht! O wie wird in allen Stücken Da die Liebe offenbar, Die den Men⸗ schen zu beglücken So er— findrisch sorgsam war. 2. Ja, man kann in allen Werken, Klein und großen, 44 Schöpfung, Erhaltung und Regierung. nah und fern, Die verborgne Weisheit merken Des All⸗ gütgen, unsers Herrn! Allen ist das Königssiegel Ihres Schöpfers aufgedrückt; Erd' und Himmel sind ein Spiegel, Drin man seine Huld erblickt. 3. In der Nähe, in der Ferne Man viel tausend Zeu⸗ gen trifft; Wie die Blumen, so die Sterne Sind ja eine heilge Schrift, Die, dem Kin— dessinn verständlich, Wonne— volle Kunde gibt Von dem Gott, der uns unendlich Segnet, labet, tröstet, liebt. 4. O wie ist es schön, zu lesen In dem aufgeschlagnen Buch Der Natur von jenem Wesen, Das man niemals hoch genug Kann erheben, preisen, loben, Das uns liebe— voll umschlingt, Dem der Chor der Engel droben Laut das Dreimalheilig singt! 5. Ja, dich kenn' ich, Offen⸗ barung Meines Herrn in der Natur, Seit aus eigener Er⸗ fahrung Ich nicht bloß der Liebe Spur Angedeutet, auf— geschrieben In den Werken seiner Hand, Nein! ihn selbst und all sein Lieben Wesent⸗ lich in Christo fand. Carl Joh. Phil. Spitta 1801—59. Mel. Jesu, komm doch selbst ꝛe. oder Nun komm, der Heiden ꝛe. * Simmel, Erde, 67. H Luft und Meer Zeugen von des Schöpfers Ehr'! Meine Seele, sing' auch du Und bring' ihm dein Lob herzu! 2. Seht das große Son⸗ nenlicht, Wie's am Tag die Wolken bricht! Mondesglanz und Sternenpracht Jauchzen Gott bei stiller Nacht! 3. Sehet, wie den Erden⸗ ball Gott geziert hat überall! Wälder, Felder, Baum und Thier Zeigen Gottes Finger hier. 4. Seht, wie durch die Lüfte hin Frisch und froh die Vögel ziehn! Feuerflam— men, Sturm und Wind Sei⸗ nes Willens Diener sind. 5. Seht der Wasserwellen Lauf, Wie sie steigen ab und auf! Von der Quelle bis zum Meer Rauschen sie des Schöpfers Ehr'. 6. Ach, mein Gott, wie wunderbar Stellst du dich der Seele dar! Drücke tief in meinen Sinn, Was du bist und was ich bin! Joachim Neander 1650—80. Mel. Allein Gott in der Höh' ꝛe. 68 Wenn ich, o Schö⸗ 7 pfer, deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend über— lege, So weiß ich, von Be— wundrung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater. 2. es bli Werk tig ar du G hat d höht? Maje Heer 3. seiner Himn den Mit 8 O Go lichket reicht Wolk 4. schein der S rufte Brin, Ehre in se die S Bring 5. den! bar b Geist zu Men und! licher Güt' 6. Geist Gott preif Ame öpfers g' auch in Lob Son⸗ ag die Sglanz uchz zen Aden berall! n und Finger ch die froh rflam⸗ wellen b und le bis ie des „ wie dich ke tief as du 50—80. zöh' ꝛe Schö⸗ deine deiner für über⸗ Be⸗ „ wie Mein Vater. Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 45 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke. Der Himmel, präch— tig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm er⸗ höht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erden auf, Mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herr⸗ lichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnen⸗ schein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; Bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunder— bar bereitet, Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erkennen leitet, Der Mens ch, der Schöpfung Ruhm und Preis Ist sich ein täg⸗ licher Beweis Von deiner Güt' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen! Gott, unser Hue sei ge⸗ preist, Und— Welt sag' Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn Und hoff' auf ihn und dien' ihm gern. Wer wollte Gott nicht dienen? (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. Eigne Melodie. 69 Gol ist mein Lied! 5700 Er ist der Gott der Stärke; Hehr ist sein Nam', Und groß sind seine Werke Und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's, So sind und leben Welten; Und er gebeut, So fallen durch sein Schelten Die Him— mel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid Und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, Und seines Thrones Feste Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, Ein Meer von Seligkeiten, Ohn' Anfang Gott Und Gott in ewgen 229 Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war Im Himmel, Erd' und Meere, Das kennet Gott, Und seiner Werke Heere Sind ewig vor —36 offenbar. Er ist um mich, Schafft 66 ich f Uher ruhe; Er schafft, was ich Vor oder nachmals thue, Und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, Du sitzest oder gehest; Ob du ans Meer, Ob du gen Him⸗ ————————— τ 46 Schöpfung, Erhaltung und Regierung. mel flöhest, So ist er allent— halben da. 8. Er kennt mein Flehn Und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft Ich Gutes thu' und fehle, Und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, Was er mir geben wollte, Schrieb auf sein Buch, Wie lang' ich feben sollte, Da ist noch un⸗ Hereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, Das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar Soll deines Namens Ehre, Dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht Von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, Den du hast werden lassen, Verkün⸗ digt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm Ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, Ihr Auen, Thal und Hügel, Ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, Führst uns auf grüne Wei⸗ den, Und Nacht und Tag Und Korn und Wein und Freuden Empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen. Sollt' ich mein Herz Nicht mit dem Troste stillen, Daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, Will Gott mein Retter wer⸗ den, So frag' ich nichts Nach Himmel und nach Er— den Und biete selbst der Hölle Trutz. (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715— 69. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. 70. n her, ver⸗ Rfundigt Gottes Ruhm, Ihr Menschen, preist den Herrn; Denn ihr, ihr seid sein Eigenthum; Lob⸗ sngt und dankt ihm gern. 2. Vom Engel bis herab zum Wurm, Der Tag, so wie die Nacht, Das Früh⸗ lingslüftchen, wie der Sturm Verkündigt seine Macht. 3. Er gibt die Sonne seiner Welt Und seinem Mond ihr Licht; Er ist's der unsern Erdkreis hält In seinem Gleichgewicht. 4. Das Feld weiß seine Zeit genau; Nichts driugt zu früh hervor, Der Halm, erquickt durch seinen Thau, Schießt täglich mehr empor. 5. Gott gibt der jungen Saat Gedeihn, Uns Kräfte zum Genuß, Auch, unsre Herzen zu erfreun, Der Ga⸗ ben Ueberfluß. 6. Er hält den Blitz in seiner Hand; Ihm dient der Wolken Heer. Mit Segen füllet er sein Land, Mit Se⸗ gen auch sein Meer. 7. Noch steht zum Zeichen seiner Huld Sein Bogen in der Luft. Noch trägt den Sünd zur B 8. die 9 Schöp verkür holder 9. und b mens Herz ganz (Old.& 7I. Herr, Ich ander dir be 2. von 9 du die uns Viel 3. was ganzer Vater gegebe W gesetzt unser Regen 5 bei de uns v ich Er⸗ st der 3. Gellert 715— 69. isten ꝛe. ver⸗ Gottes preist r, ihr Lob⸗ gern. herab ag, so Früh⸗ Sturm t. Sonne seinem ist's ilt In seine dringt Halm, Thau, mpor. ungen Kräfte unsre r Ga⸗ litz in it der Segen it Se⸗ eichen en in den Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 47 Sünder die Geduld, Die ihn zur Buße ruft. 8. Dem Morgen saget es die Nacht: Groß ist der Schöpfer, Gott! Der Tag verkündigt seine Macht Dem holden Abendroth. 9. Allmächtiger, ja, weit und breit Schallt deines Na— mens Ruhm! Ein dankbar Herz sei dir geweiht, Dir ganz zum Heiligthum. (Old. G.⸗B.) Chrph. Chrn. Sturm 40—- 86. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛe. 71. Jâ singe dir mit HHerz und Mund, Herr, manes Herzens Lust. Ich sing' und mach' auch andern kund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, Gott, groß von Rath und That, Daß du die Quelle bist, Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch? was haben wir Auf dieser ganzen Erd'ꝰ, Das uns, o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Thau und . netzt? Wer schafft uns Wärme Läd dem Froste Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Korn und Most Zu seinen Zeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Gedeihn? Wer schenkt mit treuer Hand Den Frie— den, des wir uns erfreun In unserm Vaterland? 7. Allgütiger, allein von dir Fließt alles Heil uns zu. Geschöpfe deiner Hand sind wir, Und unser Schutz bist du. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst im— mer mild und treu Und ste— hest uns auch in Gefahr Und Nöthen gnädig bei. 9. Du—1— 15 Sünder mit Geduld, Du züchtigst väterlich, Und bitten wir: Erlaß die Schuld! Erbarmst du unser dich. 10. Das Unglück, das von ferne droht, Kehrst du so oft zurück, Und 9— schon gegenwärtge Noth Verwan— delst du in Glück. 11. Oft, wenn der Christ verlassen scheint, Hast du ihn schon gestärkt, Und keine Thräne, die er weint, Bleibt von dir unbemerkt. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit Gütern, die bestehn, Wenn dieses Leibes irdisch Haus Einst wird zu Trümmern gehn. 13. Wohlauf, mein Herz, sei froh und sing' Und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding', Ist selbst und bleibt dein Gut. Trost 48 Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 14. Er dein Schatz, dein Erb' und Theil, Dein Tröster und dein Licht, Dein Schirm und Schild, dein Rath und Heil; Dein Gott verläßt dich nicht. 15. Was kränkst du in deinem Sinn Und grämse dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin Auf den, der dich ge— macht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf Verf rsorget und ernährt? Wie manchen schwe— ren Unglückslauf Hat er zu⸗ —. 0 rt! „Er hat noch niemals —1 versehn In seinem Re— giment; Nein, was er thut und läßt geschehn, nimmt ein gutes End'. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun Und red' ihm nicht darein, So wirst du hier in Frieden ruhn Und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt 1606—76. Das Mel. Sei Lob und Ehr' dem ꝛe. oder Allein Gott in der Höh' ꝛe. 72. Leb, Ehr' und Preis dem höchsten Gut, Dem Vater aller Güte! Dem Gott, der alle Wunder thut, Dem Gott, der mein Ge— müthe Mit seinem reichen erfüllt, Dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danket dir des Him⸗ mels Heer, Beherrscher aller Thronen! Und die auf Er⸗ den, Luft und Meer In dei— nem Schatten wohnen, Die preisen deine Schöpfermacht, Die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 2 3. Was Gott ge⸗ schaffen hat, Das will er auch erhalten; Darüber will er früh und spat Mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Ach Gott, ver⸗ nimm mein Weinen! Da half mein Helfer mir vom Tod Und ließ mir Trost er⸗ scheinen. Ich danke, Gott, ich danke dir! Ach, danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht Von seinem Volk geschieden; Er ist der Frommen Zuversicht, Ihr Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er Sein Volk durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Hülfe nicht mehr helfen kann, Die nur die Welt erzeiget, So Wüfe der ewig helfen kann, der Schö— pfer f elbst, und neiget Die Vate sonste Gebt 7. Nam Gott Gott! unser falsch Spot der K serm 8. sein Ehrf die g uns hat e alles Gebt (Jev. 73 gen? dank in al er's doch ben, bewe und Dien währ Lieb' 2. fiede streck wied stillt! e Ehre! S Him— er aller uf Er⸗ In dei⸗ n, Die rmacht, Hedacht. e Ehrel ott ge⸗ will er er will t seiner seinem t alles Gebt e! rrn in tt, ver⸗ 4 Da rvom rost er⸗ Gott, danket, Gebt 34 —* ih und seinem ist der Ihr rieden. eitet er er und unserm t mehr r die ft, der Schö⸗ et Die Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 49 Vateraugen denen zu, Die sonstens nirgends finden Ruh'. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott; Der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! Gebt un⸗ serm Gott die Ehre! 8. Kommt, laßt uns vor sein Angesicht Mit froher rnnin dringen! Bezahlet die gelobte Pflicht Und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht Und alles, alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre! Jae. Schütz 1640—90. (Jev. G.⸗B.) Joh. Eigne Melodie. 73. S. ich meinem Gott nicht sin— gen? Sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Seh' ich doch in allen Dingen Wie so gut er's mit mir meint'. Ist's doch nichts als lauter Lie— ben, Was sein treues Herz bewegt Und ohn' Ende hebt und trägt, Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' 90 Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Ge⸗ fieder Ueber seine Jungen streckt, Also hat auch immer wieder Mich des Höchsten Arm gedeckt. Er, der über mir schon wachte, Als ich kaum zu sein begann, Nahm sich meiner herzlich an, Eh' ich noch ein Lob ihm brachte. Alles Ding währt seine Zeit, ttes Lieb' in Cwigkeit Für mich Armen, mich Verlornen, Mich, der ich ge— fallen bin, Gab er seinen Eingebornen, Gab er 15 Christum hin. O du Brun⸗ nen ohn' Ergründen, Wie will doch mein schwacher Geist, Ob er sich gleich hoch befleißt, Deines Grundes Tiefe finden; Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, Gibt er mir in sei⸗ nem Wort, Daß er werde mein Regierer Durch die Welt zur Himmelspfort', Daß er mir mein Herz er⸗ fülle Mit dem hellen Glau⸗ benslicht, Daß des Todes Reich z zerbricht Und die Hölle se lbst macht stille. Alles D Ding währt seine Zeit, Got— tes Lieéb' in Ewigkeit. 5. Himmel, Erd' und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt: Wohin ich mein Auge kehre, Beut er dar, was mich erhält. Thier und Kräuter und Getreide In den Gründen, auf der Höh', In den Wäldern, in der See Geben Nahrung mir und Freude. Alles Ding 50 Schöpfung, Erhaltung und Regierung. währt seine Zeit, Gottes 190 in Ewigkeit. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen Und ermuntert mein Gemüth, Daß ich jeden neuen Morgen Schaue neue Lieb' und Güt'; Wäre nicht mein Gott gewef en Meine Hülf' und Zuversicht, O für— wahr, dann wär' ich nicht Aus so mancher Angst ge— n Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 7. Wie ein Vater seinem Kinde Niemals ganz sein Herz entzeucht, Ob es gleich bisweilen Sünde Thut und aus dem Wege weicht: Also trägt Gott mein Vergehen, Straft gelinde meine Schuld Und läßt dann voll Gnad' und Huld Mich sein Antlitz wieder sehen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 8. Seine Strafen, seine Schläge, Ob es mir gleich bitter scheint, Sind doch, wenn ich 8 recht erwäge, Zei⸗ chen, daß er als mein Freund, Der mich liebet, mein Der denke Und mich von der schnöden Welt, Die uns hart gefangen hält Durch die Trübsal zu sich⸗ lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Got⸗— tes Lieb' in Ewigkeit. 9. Das weiß ich fürwahr und lasse Mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christen— kreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausge⸗ schneiet, Tritt der schöne Sommer ein; Also wird auch nach der Pein, Wer's er⸗ warten kann, erfreuet, Alles Ding währt s seine Zeit, Got⸗ tes Lieb' in Ewigkeit. 10. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe findt, So erheb' ich Herz und Hände Zu dir, Vater, als dein Kind,‚ Bitte, 594695 mir Gnade geben, Dir aus aller meiner Macht Anz zuhangen Tag und Nacht Hier in meinem ganzen Le⸗ ben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob' und lieb' in Ewig⸗ keit. Paul Gerhardt 1606—76. Mel. Lieber Tag, seh' ich dich ꝛe. 74 Ich will danken und 2 lobsingen Gott, der seine Welt regiert! Preis und Ruhm will ich ihm brin⸗ gen, Der mich wie ein Va— ter führt, Dessen Augen nie ermüden, Zu bewachen, die er liebt, Der mir Leben, Freude, Frieden, Der mir alles, alles gibt! 2. Meines kurzen Lebens Tage Zählest und bewahrest du, Wägest auf gerechter Wage Mir mein ganzes Schicksal zu, Ueberschüttest mich mit Segen, Sättigst mich mit milder Hand, Füh⸗ rest Gott land Seel hehle was und drau ber ich mir 4. ernst voll ich, Vat. lich Wie bist. prei lich (Old. Und stehn. Ausge⸗ schöne dauch s er⸗ Alles Got⸗ r Ziel Hottes b' ich 1 dir, Bitte, geben, Macht Nacht n Le⸗ dieser Swig⸗ 06—76. dich ꝛe. nund Gott, Preis brin⸗ Va⸗ nnie „die eben, mir bens ihrest echter inzes üttest ttigst Füh⸗ Schöpfung, Erhaltung und Regierung. 3 rest mich auf sichern Wegen, Got, nach meinem Vater⸗ land. 3. Nahe bist du meiner Seele, Die dir nichts ver— hehlen kann. Was ich denke, was ich wähle, Siehest du und merkst es an, Achtest drauf ob ich dich liebe, Ge— ber der Unsterblichkeit, Ob ich jede Tugend übe, Die mir dein Gesetz gebeut. 4. Heil mir, wenn ich ernstlich strebe, Deiner Liebe voll zu sein! O dann. werd' ich, weil ich lebe, Deiner Vaterhul d mich Reunt Täg⸗ lich wirst du mir beweisen, Wie so mild und gut du bist. Deme Güte werd' ich preisen, Daß sie unerschöpf⸗ lich ist. (Old. G.⸗B.) Balth. Münter 1735—93. Mel. Nun lob' mein Seel' ꝛe. 735 Poa ihm, dem ** Allregierer, Dem Gott, der, was nur lebt, er— hält! Dem guten, treuen Führer Aus dieser zu der bessern Welt! Von Anbe— ginn bis heute War er all— gnädig, treu, Gieng gern an unsrer Seite, Stand uns allmächtig bei, Gab stets uns Brot die Fülle Und, Leben und Gedeihn. Uns segnen ist sein Wille. O laßt uns dankbar sein! 2. Zu seiner Menschen Wonne Hat er die Welt so schön gemacht Und vor dem Strahl der Sonne Das Auge, dem sie strahlt, be⸗ dacht. Für seiner Menschen Leben Steigt jedes Kornfeld auf, Sonnt sich der Saft der Reben, Beginnt der Ströme Lauf, Ragt jeder Hain zur Wolke, Strömt milder Regenguß, Kommt Donner zu dem Volke, Der Segen tönen muß. 3. Lobsingt des Herren Namen, Lobsingt dem Herrn, 9—1 Pidten Gott! Und alles Volk sprech': Amen! Denn er ist ewig unser Gott. Von seinem Volk im Staube Heischt er nur Zuversicht, Nur daß es folg' und glaube, Nur Dank, mehr will er nicht. Nie hat er uns ver⸗ lassen; Nur Kleinmuth sas aigt's und Spott. O möcht' es je⸗ der fassen; Ein Vater ist uns Gott. (Old. G.⸗B.) Joh. Benj. Koppe 1750—91. b. Erlösung von der Sünde. Mel. Aufmeinen lieben Gott ꝛe. 76 u, der kein Bö⸗ 76. Dii ses thut, Du schufst den Menschen gut! Du gabst ihm Licht und Kräfte Zum seligen Geschäfte, In Heiligkeit zu wandeln. Stets recht vor dir zu handeln, 4*³⁰ ——————————————————— 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach! wir, dein Ei— genthum, Wie tief sind wir gefallen, Wo ist jetzt unter allen Ein Mensch ganz rein von Sünden Vor dir, o Gott, zu finden. 3. Hier ist kein Unterschied, Dein helles Auge sieht Auf alle Menschenkinder! Ach, sie sind alle Sünder; Da ist vor dir, Herr, keiner Un⸗ schuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist unser Sinn, Die Weisheit ist dahin, Die uns regieren sollte, Nur was dein Wille wollte, Mit freudevollen Trieben Zu wählen und zu üben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz Rührt leider unser Herz Mehr als die höhern Freuden, Mehr als die grö— ßern Leiden, Die wir auf Ewigkeiten Selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen dünkt uns Zwang; des Herzens böser Hang Reizt uns mit starkem Triebe Zu schnöder Sünden— liebe, Und wer vermags zu zählen, Wie oft wir vor dir fehlen? 7. O Herr, gib uns dein Licht. Daß wir, was uns gebricht, Beschämt vor dir erkennen Und von dem Ernst entbrennen, Der Sünde zu entsagen, Der Bessrung nach⸗ zujagen. 92 Erlösung von der Sünde. 8. Wohl dem, der sie ge⸗ winnt! Gott, so verderbt wir sind, So willst du uns doch heilen und neue Kraft er⸗ theilen, Durch Christum schon auf Erden Dir gleichgesinnt zu werden. 9. Ach, laß durch unsre Schuld Uns diese deine Huld Nicht freventlich verscherzen; Erwecke unsre Herzen, Dir nicht zu widerstreben, Damit wir ewig leben. (Jev. G.⸗B.) Joh. Bernh. Basedow. 1723—90. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛc. 77 Hen, wir singen * deiner Ehre! Er⸗ barm' dich unser und erhöre, Nimm gnädig unser Loblied an. Herr, wir danken voll Entzücken; Wo ist ein Gott, der so beglücken, So lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, Er, dessen Heil wir sehn, Ist die Liebe! Schon vor der Zeit, In Ewigkeit War Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu er⸗ heben, Haͤuchst du in unsre Brust das Leben Und schenk— test uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, Ent⸗ ziehst du unsrer Brust das Leben Und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott, Du sendest uns den Tod Nur zum Se⸗ gen; Bist liebevoll, Nur un⸗ ie ge⸗ t wir s doch ft er⸗ schon esinnt unsre Huld rzen; Dir Jamit sedow. 3—90. die ꝛce. ngen Er⸗ höre, blied voll Bott, ieben Der Er, t die Zeit, die mer⸗ insre senk⸗ Um Ent⸗ das des zibst idest Se⸗ un⸗ Erlösung von der Sünde. 53 ser Wohl, Nicht unser Elend schaffest du. 3. Als wir von der Sünde Plagen Gequält ganz trost⸗ los niederlagen, Als Nacht der Höllen uns umfieng, Fern von deiner Wahrheit Pfade; Da war es, Gott, als deine Gnade Erbarmend vor uns übergieng; Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück, Von der Sünde, Von ihrer Nacht Sind wir erwacht, Erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr Jubel⸗ lieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, Ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod be— zwungen: Ein neues Lied werd' ihm gesungen! Er hört uns, unser Vater, Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; Ihr Lobgesänge, tönt, Tönt zum Himmel! Erschallt schon hier; Einst knieen wir An seinem Thron und beten an. (Old. G.⸗B.) Joh. Joachim Eschenburg 1743—1820. Eigne Melodie. Zedanke, der uns 78. G Leben gibt, Welch Herz vermag dich aus— zudenken!„Also hat Gott die Welt geliebt, Uns seinen Sohn zu schenken!“ 2. Hoch über die Vernunft erhöht, Umringt mit heilgen Finsternissen, Füllst du mein Herz mit Majestät Und stil⸗ lest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, Noch ihren Lauf und Bau ergründen, Und doch kann ich der Sonne Licht Und ihre Wärm' em⸗ pfinden. 4. So kann mein Geist den hohen Rath Des Opfers Jesu nicht ergründen; Allein das Göttliche der That, Das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ Am Kreuz der Sünden Schuld getragen Und Gott und mein Erlöser ist, So werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, So werd' ich ewig irren müssen, Und wer Gott ist und was ich bin Und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit Soll mir kein frecher Spötter rauben; Ich fühle seine Göttlichkeit Und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, Durch ihn des ewgen Lebens Erbe, Dies bin ich, und das ist mein Ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. 9. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt;(So laß mich noch im Tode denken!) Wie sollt' uns der, der ihn 54 Erlösung von der Sünde. geschenkt. Mit ihm nicht alles schenken! (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. Mel. Wer nur den lieben Gottꝛe. 79. G het hin, ihr gläu⸗ bigen Gedanken, Ins weite Feld der Ewigkeit; Erhebt euch über alle Schran— ken Der alten und der neuen — 3 Erwägt, daß Gott die Liebe sei, Die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund 10 Welt war nicht geleget, Der Him— mel war noch nicht gemacht, So hat Gott schon den Trieb geheget, Der mir das Beste decherfen Da 0 noch nicht geschaffen war, Da nahm er mich in Gnaden wahr. 3. Sein Rathschluß war, ich sollté leben Durches seinen eingebornen Sohn; Den wollt er mir zum Mittler geben, Den macht' er mir zum Gnadenthron, In des⸗ sen Blute sollt' ich rein, Ge— heiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte Vor allem Anbeginn der Welt Und mich zu ihren Kindern zählte, Für welche sie das Reich bestellt! OVa— terhand, o Gnadentrieb. Der mich ins Buch des Lebens schrieb. 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüthe Hinauf zu dieser Quelle steigt Von welcher sich ein Strom der Güte Zu mir durch alle Zei— ten neigt, Daß jeder Tag sein Zeugniß gibt: Gott hat mich je und je geliebt. 6. Ich fühl' es, ich bin zu geringe Der herzlichen Barmherzigkeit, Womit, o Schöpfer aller Dinge, Mich deine Liebe stets erfreut! Ich bin, o Dard⸗ selbst nicht mein; Dein bin ich, Herr, und bleibe dein! — 7. Im sichern Schatten deiner Flügel Find ich die ungestörte Ruh'. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein. Herr, den ken⸗ nest du. Laß Erd' und Him— mel untergehn, Dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 8. Die Hoffnung schauet in die Ferne Durch alle Schatten dieser Zeit; Der Glaube schwingt sich durch die Sterne Und 1 ins Reich der E Ewigkeit; Da zeigt mir deine milde Hand Mein 3 9 und gelobtes Land. Ach, könnt' ich dich nur beser ehren; Welch' edles Loblied stimmt' ich an! Es sollten Erd' und Himmel hö⸗ ren, Was du,‚ mein Gott, an mir gethan. Nichts ist so köstlich, nichts so schön, Als, höchster Vater, dich er⸗ höhn. 10. Doch nur Geduld! es kommt die Stunde, Da mein durch dich erlöster Geist Im Mun schöne mein Und Ewig Jo Mel. Wer gen Schö höchf Von gegri Ewis bened 2. keiter einge Ende gesar Gott Gelo ihm geleg zu Aufr Bun Ewi bene 4. der Him nöth den Ewis m der L Zei⸗ g sein hat h bin lichen it, Mich Ich nicht Herr, atten h die feste iegel: ken⸗ Him⸗ Wort ehn. hauet alle Der durch ins zeigt Mein and. nur edles Es Ihö⸗ Hott, S ist hön, Rer⸗ uld! Da Heist Erlösung von der Sünde. 55 Im höhern Chor mit frohem Munde Dich, schönste Liebe, schöner preist; Drum eilt mein Herz aus dieser Zeit Und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfr. Hermann 1707—-91. Mel. O daß ich tausend Zungen ꝛc. 580 Wer nur den lieben Gott ꝛe. 80. Goelit Vater, der du allen Din— gen Ein Anfang und ein Schöpfer bist, Der du mit höchstem Lob und Singen Von allen„Vater“ wirst gegrüßt: Gott Vater, sei in Ewigkeit Gelobet und ge— benedeit! 2. Der du von allen Ewig— keiten Uns zugedacht den eingen Sohn Und ihn am Ende vorger Zeiten Uns hast gesandt vom Himmelsthron: Gott Vater, sei in Ewigkeit Gelobet und gebenedeit! 3. Der du uns hast in ihm erkoren, Eh' du zur Welt gelegt den Grund, Und uns zu Kindern neu geboren, Aufrichtend einen ewgen Bund: Gott Vater, sei in Ewigkeit Gelobet und ge— benedeit! 4. Der uns von Anbeginn der Erden Das Reich der Himmel hat bereit“, Uns nöthigt, daß wir Gäste wer— den Beim Freudenmahl der Ewigkeit: Gott Vater, sei in Ewigkeit Gelobet und ge— benedeit! 5. Der, dessen Tiefe un⸗ ergründl lich Und unermeßlich seine Macht, Der, dessen An⸗ fang unerfindlich Und un— vergleichlich seine Pracht: Gott Vater, sei in Ewigkeit Gelobet und gebenedeit! 6. Dem von Millionen Engelschören Das„Heilig, He ilig Heilig“ schallt Und der des Himmels ewgen Heeren Gebeut 24· mächti⸗ ger Gewalt; Gott Vater, sei in Ewigkeit Gelobet und ge— 897105 Gib, er dein Nam' geheiligt werde; Dein Reich 0 uns komm'— der Welt; Dein Will' gescheh' hier auf der Erde, Wie in dem ho⸗ hen Himmelszelt. Gib un⸗ ser Brot uns in der Zeit, Dich selbst nun und in Ewig— keit! 8. Erlaß die Schuld, wie wir Kaasß. Führ' uns, Herr, in Vers uchung nicht; Rett' uns vom Uebel aller⸗ maßen Und bring' uns in dein freies Licht, Daß du von uns in Ewigkeit Gelobt seist und gebenedeit. Joh. Angelus(Scheffler) 1624-77 Mel. Allein Gott in der Höh' ꝛe. 81. Arf, nnrn laßt uns unsern Gott Mit frohem Dank erheben! 56 Erlösung von der Sünde. Er hat nicht Lust an unserm Tod, Will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, Das hat er uns durch Jesum Christ Erbar⸗ mungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnaden— vollen Rath Kam er, sein Sohn, auf Erden, Von unsrer Schuld und Missethat Ein Retter uns zu werden Er ward's und hat sein Werk vollbracht Und sich nach kurzer Grabesnacht Gen Himmel aufges chwun⸗ gen. 3. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist sein Ueberwinder. Die Furcht da— vor hinwegzuthun, Starb er, das Heil der Sünder. Ge⸗ brochen ist uns nun die Bahn, Die von der Erd' uns himmelan Zur ewgen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb Sein Liebstes und sein Größtes. Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu gut Sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zum Leben uns verschafft, Das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, Das Heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er für uns am Kreuze starb. Wohl. die ihm trauen! 6. O laß uns ihm uns Anterann Und ů‚ eine Stimme hören, Auf seine Mittlers— hülfe baun, Ihn mit Ge⸗ horsam ehren! Das ist der Weg zum ewgen Wohl Der Weg, auf dem man frieden⸗ voll Auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns diesen Pfad! Zeuch uns zu Lewen Sohne, Daß Glaub' an ihn auch mit der That In unserm Herzen wohne; So haben wir an seinem Heil Zur Freude für uns ewig theil; So preisen wir dich ewig. (Jev. G.⸗B.) Joh. Sam. Diterich 1721—97. Mel. Jesu, hilf siegen ꝛe. Jesus ist kommen, 8². I Grund ewiger Freude! Er, der von Anfang gewesen, ist da. Gottheit und Menschheit vereinen sich beide; Schöpfer, wie Babl. du uns Menschen so nah! Himmel und Erde erzählet's den Hei— den: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden! 2. Jesus ist kommen! Nun springen die Bande; Stricke des Todes, die reißen ent⸗ zwei. Jesus erlöst uns vom knechtischen Stande; Er, der Sohn Gottes, er machet recht frei, aus E Jesus gen! 3. Könit und walt! Herze Thün Denk Kron komn ren! 4. Opfe der Lami Erlöt und Stan wer Jesu für — Que wer will derb! aus Alle gela die 6. aller eilet Schr Her⸗ chet mit starb. rauen! n uns ßtimme ittlers⸗ it Ge⸗ ist der lI, Der rieden⸗ Erden st uns ins zu Hlaub' That Hohne; seinem uns wir Diterich 21—97. 2. nmen, wiger nfang it und beide; u uns mmel Hei⸗ zrund Nun tricke ent⸗ vom „ der recht Erlösung von der Sünde. 57 frei, Bringt uns zu Ehren aus Sünd' und aus Schande; Jesus ist kommen, nun sprin⸗ gen die Bande! 3. Jesus ist kommen, der König der Ehren! Himmel und Erde, rühmt seine Ge— walt! Dieser Beherrscher kann Herzen bekehren, Oeffnet ihm Thüren und Thore fein bald. Denkt doch, er will euch die Krone gewähren; Jesus ist kommen, der König der Eh⸗ ren! 4. Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden; Sünden der ganzen Welt träget dies Lamm; Sündern die ewge Erlösung zu finden, Litt es und starb es am blutigen Stamm. Abgrund der Liebe, wer kann dich ergründen? Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden! 5. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden; Komme wer dürstet, und trinke, wer will! Holet für euren ver⸗ derblichen Schaden Heilung aus dieser unendlichen Füll'! Alle Verlornen sind hieher geladen; Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden! 6. Jesus ist kommen, sagt's aller Welt Enden; Eilet, ach, eilet zum Gnadenpanier! Schwöret ihm Treue mit Herzen und Händen; Spre⸗ chet: wir leben und sterben mit dir! Amen, o Jesu, du wollst uns vollenden! Jesus ist kommen, sagt's aller Welt Enden! Joh. Anast. Freylinghausen 1670—1739. Mel. Schmücke dich, o liebe ꝛe. 83 H'iland, deine Men⸗ Heh. schenliebe War die Quelle jener Triebe, Die dein treues Herz bewogen, Dich in unser Fleisch gezogen, Dich mit Schwachheit über— decket, Dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O der wun⸗ derbaren Triebe Deiner treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde wei— nen, Jedermann mit Hülf' erscheinen, Sich der Blinden, Lahmen, Armen, Mehr als väterlich erbarmen, der Be— trübten Klage hören, Sich in andrer Dienst verzehren, Sich für Sünder tödten las⸗ sen: Wer kann solche Liebe fassen? 3. O du Zuflucht der Elen⸗ den, Wer hat nicht von dei— nen Händen Segen, Hülf' und Heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, Wenn dich Kranke angespro— chen! Und wie pflegtest du zu eilen, Das Erbetne mit⸗ zutheilen! 4. Die Betrübten zu er⸗ quicken, zu den Kleinen dich zu bücken, Die Unwissenden ————‚—‚.————IIT—— 58 Erlösung von der Sünde. zu lehren, Die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Liebreich zu dir hinzulocken, Selbst dem Niedrigsten zu dienen,— Dazu warest du erschienen. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Da du für die ärmsten Armen Dein unschätz— bar theures Leben In den ärgsten Tod gegeben, Da du in der Sünder Händen, Alle Leiden zu vollenden Und den Segen zu erwerben, Als ein Fluch hast wollen sterben. 6. Deine Lieb' hat dich ge— trieben, Sanftmuth und Ge— duld zu üben, Ohne Schelten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, Für die Lästerung zu segnen, Für der Feinde Schar zu beten, Und die Mörder zu vertreten. 7. Demuth war bei Spott und Hohne Deiner Liebe Schmuck und Krone; Diese machte dich zum Knechte Einem sündlichen Geschlechte; Deines Vaters heilgen Wil— len Mit Gehorsam zu erfüllen Und uns Heil und Trost zu geben, Dahin gieng dein gan⸗ zes Leben. 8. Herr, laß deine Liebe decken Meiner Sünden Meng' und Flecken. Du hast das Gesetz erfüllet, Des Gesetzes Fluch gestillet; Laß mich wider dessen Stürmen Deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, Sal⸗ be sie mit deiner Liebe. Joh. Jac. Rambach 1693—1735. Mel. Mir nach, spricht Ehristusze. elch hohes Bei— 84. W spiel gabst du mir, Mein Heiland, durch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier Dir nachzueifern streben? Nicht gehn den Weg, den du betratst, Nicht freudig thun, was du selbst thatst? 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, War rein wie deine Lehre, Dein ganzer Wandel Heiligkeit, Dein Stre⸗ ben Gottes Ehre; Auch wenn du littest ohne Schuld, Er⸗ trugst du's willig mit Geduld. 3. DerKummervollenTrost zu sein, Zu wehren jedem Leide, Stets wohlzuthun und zu erfreun, War deine Sorg' und Freude, Und eines jeden Menschen Schmerz Durch— drang und jammerte dein Herz. 4. Mit Sanftmuth trugst du und mit Huld Die Schwach—⸗ heit deiner Freunde, Trugst auch die Sünder mit Geduld Und batst für deine Feinde; Du warst gehorsam bis zum Tod Und ehrtest selbst im Tode Gott. 5. 0 du mi lassen, ähnlich und L du, IX Komm wie ick 9. Kraft: Heil Jünge deinen Damit treu, Beispi (Old. G Mel. 85. Glück ist me Wohi Wer Wenn Wer Leben sus C 2. fange durchl gelan bensl die K gem ist di borne 3. und s r Liebe Heilge Sal⸗ istusꝛe. 5Bei⸗ bst du durch nicht rDir Nicht etratst, As du ünden in wie ganzer iStre⸗ wenn Trost jedem nund Sorg' jeden Durch⸗ dein trugst wach⸗ rugst eduld inde; zum t im Erlösung von der Sünde. 59 5. Ein solches Beispiel hast du mir Zum Vorbild hinter⸗ lassen, Wie du zu leben, ähnlich dir In meinem Thun nd La assen. Nimm, sprichst du, meine Last auf dich; Komm, folge mir, und thu 500 ich! . Ich komme, Herr; gib aaft und Licht, Daß ich mein Heil erkenne, Dein wahrer Jünger sei und nicht Mich deinen Knecht nur nenne, Damit ich, deinem Vorbild treu, Auch andern selbst ein Beispiel sei. (Old. G.⸗B.) Chr. Felix Weiße 1726—-1804. Mel. Herzlich thut mich ꝛe. us irdischem Ge— 85. A tümmel, Wo Glück und Lust vergeht, Wer ist mein Weg zum Himmel, Wohin die Hoffnung steht? Ver spornet unser Streben, Wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt Je⸗ sus Christ. 2. Wenn Irrthum uns be— fangen, Kein Strahl die Nacht durchbricht, Wie können wir gelangen Zum wahren Le— benslicht? Getrost! es strömt die Klarheit Von Gottes ew—- gem Thron; Denn Christus ist die Wahrheit, Der einge— borne Sohn. 3. Wer schenkt in Noth und Leiden, Wenn bang' das Herz verzagt, Die Hoffnung ewger Freuden, Daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben? Wer gibt im Tode Ruh'? Heil! Chri-⸗ stus ist das Leben, Führt uns dem Vater zu. Chrph. Carl Jul. Aschenfeld 1792—1856. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛc. Du bist der Weg, 86. D D die Wahrheit und das Leben; Darauf hast du uns, Herr, dein Wort gegeben. O leite uns, die wir in Schwachheit wallen, Daß wir nicht fallen! 2. Du bist der Weg; wenn deine Hand uns leitet, So stehn wir fest, daß unser Fuß nicht gleitet. Erhalt uns stets, o Hirt voll Huld und Gnade, Auf rechtem Pfade! 3. Du bist die eln gehn wir gleich im Dunkeln, Muß uns dein himmlisch Licht doch freundlich funkeln. Du bleibst der Morgenstern in unsern Herzen Bei Nacht und Schmerzen 4. Du bist das Leben; ewig himmlich Leben Wirst du, o den Deinen geben. Ban uns, wie wir kindlich 2 verlangen, Dorthin gelangen! Unbek. Verf. 60 Mel. Wach' auf, wach' auf, du ꝛc. 87. Wern meine Seele traurig ist Und Lust und Muth in mir ver— zaget, Wenn mich bestricken Wahn und List, Mich das Gewis ssen hart verklaget, Mein Schifflein steuerlos muß trei— ben Auf banger Zweifel wil— dem Meer:— Wo scheint der Stern der Rettung her, Was läßt mich dennoch oben bleiben? 2. Wenn um mich alles finster wird, Als säß' ich in der düstern Hölle, Wenn's in mir bangt und zagt und irrt, Als ob die dinn um mich schwölle, Wenn ich fast will am Heil verzagen In dieser tiefsten Seelen— noth:— Wo 1 dann das Morgenroth, Der Sonne Zukunft anzusagen. 3. Aus dir, aus dir! du bist der Stern, Du bist der Hoffnung lichte Sonne, Der Knechte Knecht, der Herr der Herrn, Der Kranken Arzt, der Schwachen Wonne, Ver— söhner aller, die verloren, Der Armen Schatz, der Blin— den Licht. Erlöser von n D Gericht, Der ganze Welt zum Heil geboren! 4. Du 9— allein, Herr Jesu Christ, Du bist die Hoffnung, du der Glaube: Du rettest von des Bösen List Und von der eiteln Lust Erlösung von der Sünde. am Staube; Du sagst uns: „Bleibet nicht im Dunkeln; Mein Sein ist lauter Lieb und Licht,“ Und richtest uns das Angesicht Hin, wo die ewgen Sterne funkeln. 5. Du bist's allein, du treuer Hort, Du milder Trö— ster aller Schmerzen, Dein ist die Hoffnung, dein das Wort, Dein ist. frommer Herzen; Wir sollen alle in dem Glauben Und in der Einfalt Kinder sein. Der Kinder soll der Himmel sein, Das Reich ist derer, die da glauben. Ernst Moritz Arndt 1769—1860, Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛr. 88. Dis dankt mein Herz, dir jauchzt mein Lied, Dein stent mein Glaube sich! Im Himmel, den mein Aug' einst sieht, Lebst, Heiland, du für mich. 2. Du hast dies Thränen⸗ thal gesehn, Wo ich ein Pil— ger bin; Dort, wo du jetzo thronest, gehn 225 Pilgers Wege hin. 3. Auf Erden warst du auch geprüft Durch Kummer, Angst und Weh'; O Trost, wenn ich, in Angst vertieft, Durch schwere Proben geh'! 4. Ich weiß, voll Mitleid neigst du dich Zu deiner Brüder Schmerz; Wär' alles fühllos dein gi eine L und fe den Ti recht g 6. Macht, treu D und 2 mich; lang ie Gnade meinen du bist 8. 2 sal bei mich m „Ich b Vater 9.— bahnet Himme erst im im Sis 10. Sterbe aus; deine des V 11. Himme mein werk Die ic Joh. st uns: unkeln; er Lieb test uns wo die n. ein, du der Trö⸗ „ Dein in das ndschaft r sollen en Und er sein. Himmel derer, 69—-1860. risten ꝛe. mein jauchzt t mein immel, sieht, r mich. hränen⸗ in Pil⸗ u jetzo Biger Irst du immer, Trost, ertieft, geh'! Nitleid deiner ꝰ alles Erlösung von der Sünde. 61 fühllos gegen mich, Nie wird's dein göttlich Herz. 5. Herr, nirgends find' ich eine Lieb' Wie deine, nah und fern; Du liebst bis in den Tod; o gib, Daß ich's recht glauben lern'. 6. Der Liebe unerhörte Macht,— Für wen hat sie so treu Den Kampf mit Welt und Tod vollbracht? Für mich; nun werd' ich frei! 7. Ich fürchte nichts, so lang ich 96— In deiner Gnade sind'; Dein Geist ruft meinem Herzen zu:„Sieh, du bist Gottes Kind!“ 8. Bricht dann die Trüb— sal bei mir ein, So tröst' ich mich mit dir. Und spreche: „Ich bin nicht allein, Der Vater ist bei mir.“ 9. Was ich noch kämpfe, bahnet mir Den Weg zum Himmelreich; Du magst mich erst im Kampfe dir Und dann im Siege gleich. 10. Einst zieh' ich mit dem Sterbekleid Mein Elend alles aus; Mein Schmuck wird deine Herrlichkeit, Mein Ort des Vaters Haus. 11. Mein Umgang aller Himmel Heer, Die Wonne mein Gefühl, Mein Tag⸗ werk ewig Preis und Ehr', Die ich dir bringen will. Joh. Gottfr. Schöner 1749—1818. l. Preis, Lob', Ehr', Ruhm ꝛc. 89. Dei hochgelobt, barmherzger Gott, ar du dich unser angenommen Und daß in unsrer Seelennoth Du uns zur Hülfe bist gekommen! Du schenkest uns von deinem Himmelsthron Das ewge Wort, den eingebornen Sohn. 2. Du segnest uns in ihm, dem Hrnn, Mit überschweng⸗ lich reichem Segen, Und un— srer Armuth gehst du gern Mit deiner theuern Gnad' entgegen; Was sind wir 1— du Tren 10 Gut, Daß deine Treu' so Großes an uns thut? 3. Du hast uns deinen Gnadenrath Durch Jesum Christum wissen lassen, Er— baut durch ihn die Gottes-⸗ stadt, Die alle Völker soll umfassen; Er ist der Grund, auf welchem alles steht, Der Fels des Heils, der ewig nicht vergeht. 4. In uns in Jes Blut Heil, Leben und Ver⸗ söhnung finden; Sein bittrer Tod kommt uns zu gut Und reinigt uns von unsern Sün⸗ den; O tiefe Lieb', o Wun⸗ dergütigkeit, Die unsre Seele von der Schwach befreit! 5. Mit dir hat Frieden er geschafft, Da wir noch deine Feinde waren; Den Frieden wird uns deine 62 Erlösung von der Sünde. Kraft Auch mitten in der Welt bewahren; O Herrlich— keit, daß wir im Frieden stehn! Nun können wir ge— trost zum Vater gehn. 6. Durch Jesum Christum, unsern Hort, Erkennen wir den Weg der Wahrheit Und wachsen immer fort und fort Im Lichte zur vollkommnen Klarheit; Du selber bist das glänzend helle Licht, Das in dem Sohn die Finsterniß durchbricht. 7. Lebt in uns Christt Sinn und Geist, Dann sind wir auch mit dir verbunden, Was ist noch, das uns dir entreißt? Wir haben volle Gnüge funden. In ihm sind wir voll Ruh' und Sicher⸗ heit Und schmecken schon des Himmels Seligkeit. Ludw. Andr. Gotter 1661—-1745. a. Anfang des Kirchenjahres. Mel. Erschienen ist der herrlichꝛe. 90 MPun kommt das 8 neue Kirchenjahr Des freue dich, o Christen— schar! Dein König kommt, wird Mensch wie wir, Und Gottes Kinder werden wir. Gelobt sei Gott! 2. Noch hören wir dies Gnadenwort Vom Anfang her und immerfort, Das uns den Weg zum Leben weist Und uns der Sünden Macht entreißt. Gelobt sei Gott! 3. Herr, was uns deine Wahrheit lehrt, Die unsern Glauben kräftig nährt, Laß wirksam werden, daß wir dir Mit Ehrfurcht dienen für und für. Erhör' uns Gott! (Jev. G.⸗B.) Joh. Olearius 1611—84. Mel. Wenn mein Stündlein ꝛe. oder Allein Gott in der ꝛe. 91 Gott Lob! ein neues Kirchen— jahr Macht uns die große Treue Des ewgen Gottes offenbar; Und nun will er aufs neue Den alten hoch beschwornen Bund,‚ Den ein⸗ zig festen Glaubensgrund, Durch seinen Geist uns lehren. 2. Wir sind nicht werth der neuen Huld Des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, Die wir auf uns geladen, Nimmt unsern eignen Ruhm dahin; Denn sie bewies den alten Sinn Noch stets mit neuen Sünden. 3. den ne uns du an ur Erneue neuen an, D kann Leben. 4. 5 dein L und A deln 1 In d Laß a Damit Schein verleue 6. den u auf E wir es den we Kirche Komm Dann Heit Mel. V 92. nsterniß Christi nn sind bunden; uns dit in volle hm sind Sicher⸗ hon des 61—1745. dlein ꝛe. 226. ein Rirchen⸗ große Gottes will er N hoch en ein⸗ ‚grund, t uns werth Gottes alten „ Die Nimmt dahin; alten neuen Advent. 63 3. Ach, Herr, gib uns den neuen Geist Und mach' uns durch die Güte, Die sich an uns aufs neu erweist Lor im Gemüthe. Den neuen Menschen zieh uns an, Der dir allein gefallen kann In seinem ganzen Leben. 4. Hierzu erhalt uns, Herr, dein Wort Sammt Tauf' und Abendmahle; So wan⸗ deln wir mit Freuden fort In diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchen— jahr; Laß Kirche, Schul', Tauf' und Altar Uns deine Wege zeigen. 5. Gib deinen Hirten Kraft und Geist V. reiner Lehr' und Leben, Dein Wort, daß Gottes Weide heißt, Der Herde rein zu geben. Laß alle Hörer Thäter sein, Damit kein heuchlerischer Schein Des Glaubens Kraft verleugne. 6. So halten und vollen— den wir Das Kirchenjahr auf Erden; Dabei befehlen wir es dir, Wie wir es en⸗ den werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; Kommt aber einst die Ewigkeit, Dann wird sie triumphieren. Heinr. Corn. Hecker 1699—1743. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. 92. Nech steht dein Bund, wie Fel⸗ sen stehen, Du Gott der Gnade, Gott der Treu'! Jahr' und Jahrhunderte vergehen; Doch deine Huld ist täglich neu. Auch heute noch erheben wir Mit Freu— den unsern Geist zu dir. 2. Kein Feind zerstörte die Altäre, Kein Feind zer— trat dein Heiligthum. Noch singen wir zu deiner Ehre, Noch predigt man von dei— nem Ruhm. Durch Tauf' und Abendmahl und Wort Pflanzt sich auch hier die Kirche fort. 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten Und bringst, was wir gethan, ans Licht, Um nach den Werken uns zu richten, O Richter, so bestehn wir nicht. Du 10 uns immer mit Geduld; Wir aber häuften Schuld auf Schuld. 4. Verwirf uns nicht, o Herr, verschone Und gib uns nicht der Sünder Lohn. Wir schaun empor zu deinem Sohne Und flehn gebeugt vor deinem Thron: Vergib dem sündigen Geschlecht! Vor dir ist keiner je gerecht. 5. O laß es, Vater, uns gelingen, In diesem neuen Kirchenjahr Die Macht der Sünde zu bezwingen, Reich' uns von oben Kräfte dar. Mach' uns durch deinen Geist geschickt, Zu thun, was ewig uns beglückt. 64 Advent. 6. Laß 130. hier dein Wort erschallen, Daß es zum Heil den Sünder schreckt Und alle, die dir wohlge— fallen, Zu freudenreicher Hoffnung weckt. So oft wir hier versammelt flehn, Laß, Herr, uns deine Gnade sehn. Unbek. Verf. Rommen Christi. Mel. Hen sei Dank durch ꝛe oder Nun komm, der Heiden ꝛe. 93 Po dem großen * Herrn der Welt, Der, was er verheißen, hält Und der Sünder Trost und Rath Mild herabgesendet hat 2. Was der alten Väter Schar Wunsch und Trost und Hoffnung war, Was sie fern im Dunkeln sah, Heil uns! ist im Lichte da. 3. Sei willkommen! Preis sei dir! Komm, o Jesu, auch zu mir. Oeffne du mir selbst die Bahn, Daß auch ich dir nahen kann. 4. Deiner Hülfe mich zu freun, Laß mein Herz dein eigen sein; Mach' es von der Sklaverei Jeder schnöden Sünde frei. 5. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei allem, was ich hier Zur Befördrung meiner Ruh' Denke, wünsche, wähle, thu'. ———.———— 6. Trifft mich Traurigkeit und Schmerz, Tröste dann mein zagend Herz. Wenn kein Mensch mir helfen kann, So nimm du dich meiner an. 7. Und, o Jesu, wenn du einst 9— 0 ich zum Gericht erscheinst, Laß mich freudig zu dir gehn Und gerecht vor dir be stehn. (Old. G.⸗B.) Heinr. Held um 1643. Mel. Aus meines Herzens ꝛc. 94. Erhebt den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er verspricht; Der Heiland ist gekommen, Der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, Hat uns zum Heil und Le— ben Selbst seinen Sohn ge⸗ geben; Durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche Liebe Hat uns der Herr erzeigt, Mit welchem Vatertriebe Sein Herz zu uns geneigt! Von seiner Himmel Thron Wumnl, Rettung vom Ver⸗ derben Uns Sündern zu er⸗ werben, Sein eingeborner Sohn. 3. Er kommt zu uns auf Erden In tiefer Niedrigkeit, Nimmt auf sich die Beschwer— den Von unsrer Pilgerzeit, Enthält sich seiner Macht, Verlengnet Himmelsfreuden, Bis er durch Todesleiden Sein großes Werk vollbracht. nurigkeit e dann Wenn n kann, iner an. venn du Gericht freudig echt vor um 1643. zens ꝛe. Herrn, ommen! rspricht; ommen, id Licht. Herstößt, ind Le⸗ ohn ge— ind wir e Liebe erzeigt, ertriebe zeneigt! Thron n Ver⸗ zu er⸗ eborner ns auf rigkeit, schwer— gerzeit, Macht, reuden, Sleiden lbracht. Advent. 65 4. Er hats vollbracht; o bringet Gott euren Lobge⸗ sang; Erlöste Menschen, sin⸗ get Dem Mittler ewig Dank. Wo niemand helfen kann, Da hilft er gern aus Gna⸗ den, Heilt unsrer Seelen Schaden; O nehmt ihn gläu⸗ big an! 5. Du Freund der Men⸗ schenkinder! Verwirf uns, Jesu, nicht. Dein Name, Heil der Sünder, Ist unsre Zuversicht. Gib unsern See⸗ len Ruh'; Hilf jeden Reiz zu Sünden Uns gläubig überwinden; Gib Muth und Kraft dazu. 6. Dich wollen wir erhe⸗ ben Hier und in Ewigkeit, Wo uns ein bessres Leben Vor deinem Thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, Und nichts wird mehr uns fehlen; Dann werden unsre Seelen Vollkommen selig sein. (Old. G.⸗B.) Joh. Sam. Diterich 1721—97(nach Nr. 97). Mel. Vom Himmel hoch, da ꝛe. 25 dob sei dem aller— 95. L höchsten Gott! Erbarmend sah er unsre Noth Und sandte Jesum, seinen Sohn, Zu uns herab vom Himmelsthron. 2. Ihn sandt' er, unser Trost zu sein, Vom Sünden⸗ dienst uns zu befrein, Mit Licht und Kraft uns beizu⸗ stehn Und uns zum Himmel zu erhöhn. 3. O, welch' ein liebevol⸗ ler Rath! O unaussprechlich große That! Gott thut ein Werk, dem keines gleicht, Das keines Menschen Lob erreicht. 4. Sein Sohn, durch den er alles schuf, Nimmt willig auf sich den Beruf, Uns vom Verderben zu befrein, Und schämt sich nicht, uns gleich zu sein. 5. Er kommt zu uns in Knechtsgestalt, Verleugnet Hoheit und Gewalt Und läßt, selbst bis zum Tod und Grab, Zu unsrer Rettung sich herab. 6. Was sind wir, daß uns Gott so liebt Und seinen Sohn selbst für uns gibt? Was nützen wir dem höch⸗ sten Gut, Daß er so Großes an uns thut? 7. Nimm, Seele, nun dein Bestes wahr, Verschmähe den nicht undankbar, Den Gott zum Helfer dir be⸗ stimmt Und der sich liebreich dein annimmt. 8. Bet' ihn als deinen Retter an Und sei ihm wil⸗ lig unterthan. Durch seine Lehre zeigt er dir Den Weg zum Leben; folge ihr. 9. Bei dieser Treue hast du theil An dem von ihm ..—.—..—————————————πñ— 66 Advent. erworbnen Heil. Wo nicht, ach! so verschließt du dir Muthwillig selbst die Him⸗ melsthür. 10. Sein' erste Zukunft in der Zeit War voller Huld und Freundlichkeit; Die an⸗ dre wird zu großer Pein Der Sünder majestätisch sein. 11. Zu Ehren aber nimmt er dann Mit Freuden seine Frommen an Und wird sie in des Vaters Reich Ver⸗ klärt erhöhen, Engeln gleich. 12. Gelobt sei Gott, der ihn gesandt! Sein Ruhm er⸗ fülle jedes Land! Gelobt sei von uns Jesus Christ, Der uns zum Heil erschienen ist. (Jev. G.⸗B.) Mich. Weisse um 1531. Mel. Freu' dich sehr, o meineꝛe. u, des Ankunft 96. D einst erflehten Tausende in Israel, Du bist unter uns getreten, Christus und Immanuel. O der theu⸗ ren Gnadenzeit! Nun ist allen Heil bereit. Nun soll keiner hülflos klagen, Keiner hoffnungslos verzagen. 2. Gott sei Dank! nun ist geschehen Und aus Gna⸗ den uns gewährt, Was so viele noch zu sehen Und zu hören einst begehrt. Gottes Rath ist nun enthüllt, Und zu unserm Heil erfüllt Ist der Väter heiße Bitte; Christus ist in unsrer Mitte. 3. Hosianna! sei willkom⸗ men! Christe, kehre bei uns ein! Du sollst von uns auf⸗ genommen, Herzlich aufge⸗ nommen sein; Siehl zum Einzug öffnen wir Freudig unsre Herzen dir! Komm denn, komm, darin zu woh⸗ nen, Ja, als König drin zu thronen. 4. Sieh, es hat uns nur zu lange Schon die Sünde übermocht Und mit unbesieg⸗ tem Zwange Leib und Seele unterjocht; Wie war aller unser Krieg Gegen sie doch ohne Sieg! Du nur kannst uns von dem Bösen Ganz und ewiglich erlösen. 5. Drum, wie dir das Reich verheißen, Nimm das Reich bei uns auch ein; Denn dem Starken uns ent⸗ reißen Kann der Stärkere allein. Mach' uns selig, Gottes Sohn, Sammle dei⸗ ner Liebe Lohn, Bis dir unterthänig werden Alle Reiche dieser Erden. Carl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. Mel. Aus meines Herzens ꝛc. un jauchzet all, 9. N ihr Frommen, In dieser Gnadenzeit, Weil unser Heil ist kommen, Der Herr der Herrlichkeit; Zwar ohne stolze Pracht, Doch mächtig zu verheeren Und gänzlich zu zerstören Des Teufels Reich und Macht. 2 Hütte sein Mitte ein; Gut, Sterb werbe hem 3. Kron Welt thron bestel Mack hülle Wille brach 4. den, Woll Und Die Son Und tet, rühr — . den Die Müf Seid Laß: Den Der 6 schei keit We in Hillkom⸗ bei uns ns auf⸗ aufge⸗ zum Freudig Komm u woh⸗ drin zu ns nur Sünde nbesieg⸗ d Seele r aller sie doch kannst Ganz dir das im das ch ein; ns ent⸗ Stärkere selig, ile dei⸗ zis dir Alle 01—1859. zens ꝛc. zet all, ommen, „Weil n, Der Zwar Doch Und Des Macht. Advent. 67 2. Er kommt in unsre Hütten, Will unser Helfer sein Und stellt sich in die Mitten Für uns zum Opfer ein; Er bringt kein zeitlich Gut, Er will uns durch sein Sterben Ein ewig Glück er⸗ werben. Lobt ihn mit fro⸗ hem Muth! 3. Kein Seepter, keine Krone Sucht er auf dieser Welt; Im hohen Himmels⸗ throne Ist ihm sein Reich bestellt; Er will hier seine Macht Und Majestät ver⸗ hüllen, Bis er des Vaters Willen Gehorsam hat voll⸗ bracht. 4. Ihr Mächtigen auf Er⸗ den, Nehmt diesen König an, Wollt ihr berathen werden Und gehn die rechte Bahn, Die zu dem Himmel führt; Sonst, wo ihr ihn verachtet Und nur nach Hoheit trach— tet, Des Herren Zorn euch rührt. 5. Ihr Armen und Elen⸗ den In dieser bösen Zeit, Die ihr an allen Enden Müßt haben Angst und Leid, Seid dennoch wohlgemuth, Laßt eure Lieder klingen, Dem König lobzusingen; Der ist das höchste Gut. 6. Er wird nun bald er⸗ scheinen In seiner Herrlich— keit Und euer Leid und Weinen Verwandeln dann in Freud'; Er ist's, der hel⸗ fen kann; Macht eure Lam⸗ pen fertig Und seid stets sein gewärtig; Er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer 1606—73. Mel. Ach Jesu, meiner Seelen ꝛc. oder Was sorgst du ängstlich für ꝛe. ein König kommt 98. D in niedern Hül⸗ len, Ihn trägt der lastbarn Eslin Füllen, Empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspalmen, Bestreu' den Pfad mit grü⸗ nen Halmen; So ist dem Herrn es angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, Gewaltger Kämpfer ohne Speere, O Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren Den Weg zu deinem Throne sperren; Doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden; Doch aller Erde Reiche werden Dem, das du gründest, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten, Zieht deine Schar nach den vier Orten Der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, Da ebnen sich des Meeres Wogen; Es schweigt der Sturm, von dir ⁷ 68 Advent. bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften Des Lebens neuen Bund zu stif⸗ ten, Und schlägst in Fessel Sünd' und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, O komme du auch jetzt aufs neue Zu uns, die wir sind schwer ver⸗ stört. Noth ist es, daß du selbst hienieden Kommst zu er⸗ neuen deinen Frieden, Dage⸗ gen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, Die Macht der Finsterniß erliegen, Und lösch' der Zwietracht Glim⸗ men aus, Daß wir, die Völker und die Thronen, Vereint als Brüder wieder wohnen In deines großen Vaters Haus. Friedr. Rückert 1789—1866. Mel. Herzlich thut mich ꝛe. Eie soll ich dich 99. Wĩ empfangen, Und wie begegn' ich dir? O aller Welt Verlangen, O meiner Seelen Zier! O Jesu, Jesu, zünde Mir selbst die Fackel an, Damit ich recht ergründe, Was dir ge⸗ fallen kann! 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen In stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unter⸗ lassen Zu meinem Trost und Freud'? Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid, Als mir das Reich genom— men, Da Fried' und Freude lacht, Da bist du, mein Heil, kommen Und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; Ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie irdscher Reichthum thut. 5. Das schreib' dir in dein Herze, Du tiefbetrübtes Heer, Bei welchem Gram und Schmerze Sich häuft je mehr und mehr; Seid un⸗ verzagt, ihr habet Die Hülfe vor der Thür; Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier! 6. Ihr dürft euch nicht be⸗ mühen, Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen Mit eures Ar⸗ mes Macht; Er kommt, er kommt mit Willen, Ist vol⸗ ler Lieb' und Lust, All' Angst und Noth zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 7. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sün⸗ densch sie de und komm Trost Schaf Kinde und 5 8. dem und i wird Auget komm Mach viel 3 stande 9. gerich der il und ihn komm Und Licht, In d Mel. 10 kinde Re Sun min und unter⸗ ost und d Seele en Leid, genom⸗ Freude in Heil, ich froh chweren ist und h stand handen, hst mich irdscher dir in trübtes Gram äuft je eid un⸗ e Hülfe reure tröstet, icht be⸗ nTag r ihn es Ar⸗ imt, er st vol⸗ Angst „ Die r nicht Sün⸗ Advent. 69 denschuld! Nein, Jesus will sie decken Mit seiner Lieb' und Huld! Er kommt, er kommt, den Sündern Zum Trost und wahren Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib' ihr Erb' und Theil. 8. Was fragt ihr nach dem Dräuen Der und ihrer Tück? Ihr Herr wird sie zerstreuen In einem Augenblick! Er kommt, er kommt, ein König, Dem alle Macht und List Der Feinde viel zu wenig Zum Wider⸗ stande ist. 9. Er kommt zum Welt⸗ gerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht, Mit Gnad' und süßem Lichte, Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne! Und hol' uns allzumal Zum Licht, zur ewgen Wonne In deinen Freudensaal! Paul Gerhardt 1606-76. Mel. Aus meines Herzens ꝛe. it Ernst, ihr 100. M Menschen⸗ kinder, Das Herz in euch bestellt, Damit das Heil der Sünder, Der große Wunder⸗ held, Den Gott aus Gnad' allein Der Welt zum Licht und Leben Gesendet und ge⸗ geben, Bei allen kehre ein! 2. Bereitet doch fein tüch⸗ tig Den Weg dem großen Feind' Gast. Macht seine Steige richtig, Laßt alles, was er haßt! Macht eben Bahn und Pfad; Die Thale rings er⸗ höhet; Erniedrigt, was hoch stehet, Was krumm ist, macht gerad. 3. Ein Herz, das Demuth liebet, Bei Gott am höchsten steht; Ein Herz, das Hoch⸗ muth übet, Mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das redlich ist Und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen In dieser Gnaden⸗ zeit Aus herzlichem Erbar— men, Herr Jesu, selbst be⸗ reit! Zeuch in mein Herz hinein Und wohn' auf im⸗ mer drinnen, So werden Herz und Sinnen Dir ewig dankbar sein. Valentin Thilo 1607—-62. Eigne Melodie. acht hoch die 101. M.Thur, de Thore weit; Es kommt der Herr der Herrlichkeit, Ein König aller Königreich', Ein Der aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt; Deshalb mit frohem Jauchzen singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer, reich von Rath! 2. Er ist gerecht, ein Hel⸗ fer werth, Sanftmüthigkeit ————— 70 Advent. ist sein Gefährt, Sein Kö⸗ nigsschmuck ist Heiligkeit, Sein Scepter ist Barmher⸗ zigkeit; All unsre Noth zum End' er bringt: Deshalb mit frohem Jauchzen singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Heiland, groß von That. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, Die diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, Wo dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn', Bringt mit sich lauter Freud' und Wonn'. Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster voller Gnad'! 4. Macht hoch die Thür, die Thore weit, Das Herz zum Tempel macht bereit; Die Zweiglein der Gottselig⸗ keit Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud'! So kommt der König auch zu euch, Bringt Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, Voll Rath, voll That, voll Gnad'! 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ! Des Herzens Thür dir offen ist; Ach, zieh mit deiner Gnade ein, In Freundlichkeit auch uns er⸗ schein'; Dein heilger Geist uns schirm' und leit' Den Weg zur ewgen Seligkeit! Dem Namen dein, o Herr, Sei ewig Preis und Ehr'! Georg Weissel 1590—1635. —9—9—6—7—.——— PIPIPIIIIIIIIPIFIFIFTITPxxxxTxTSTSTWSTCTLEꝓ—‚ ssscCc Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛ. 102 osianna! Da⸗ vidd Sohn Kommt in Zion eingezogen. Ach, bereitet ihm den Thron, Setzt ihm tausend Ehrenbo⸗ gen; Streuet Palmen, machet Bahn, Daß er Einzug hal— ten kann. 2. Hosianna! sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir ent⸗ gegen; Unser Herz ist schon gerüst, Will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu un⸗ sern Thoren ein, Du sollst uns willkommen sein! 3. Hosianna! Friedens⸗ fürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, Das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, Und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, Wir sind deine Reichsge⸗ nossen, Die du dir erwählet hast; Ach, so laß uns unver⸗ drossen Deinem Seepter dienstbar sein, Herrsche du in uns allein! 5. Hosianna! komme bald, Die Verheißung zu erfüllen. Sollte gleich die Knechtsge— stalt Deine Majestät ver⸗ hüllen, O so kennet Zion schon Seinen Herrn und Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei! O Herr, hilf, laß wohlge⸗ lingen, Daß wir ohne Heu⸗ ersicht ꝛ. 1 Da⸗ Sohn gezogen. Thron, hrenbo⸗ „machet ug hal⸗ gegrüßt! dir ent⸗ st schon dir zu zu un⸗ u sollst riedens⸗ deld im as du st unsre Rechte in Reich r Gast, eichsge⸗ rwählet Aunver⸗ Scepter sche du ie bald, rfüllen. echtsge⸗ ät ver⸗ t Zion n und ins bei! wohlge⸗ ne Heu⸗ Advent. 71 chelei Dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, Der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna nah und fern! Eile bei uns einzuge⸗ hen. Du Gesegneter des Herrn, Warum willst du draußen stehen? Hosianna! bist du da? Ja, du kommst; Halleluja! Benj. Schmolck 1672—1737. 2. Weihnachten. Mel. Vom Himmel hoch, da ꝛe. Dies ist der Tag, 103. D den Gott 1 macht; Sein werd' in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Fesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward; Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still; Er betet an und er ermißt, Daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt, Nimmst selbst an unsrer Menschheit theil, Erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Gedanke voller Maje⸗ stät! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke vol⸗ ler Seligkeit! Du bist es, der das Herz erfreut. 6. Durch eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler is's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, Der in des Va⸗ ters Schoße sitzt. 7. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt, Und Erde, die ihn heute sieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 8. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd' in aller Welt gedacht, Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. (Old. G ⸗B.) Chrn. Fürchteg. e 1115—69. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 10 4 ies ist die * Nacht, da mir erschienen Des großen Gottes Freundlichkeit; Das Kind, dem alle Engel die⸗ nen, Bringt Licht in meine Dunkelheit, Und dieses Welt⸗ und Himmelslicht Weicht allen Erdensonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht ————— ——— 72 Weihnachten. den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle Streckt sich in alle Welt hinein, Er treibet weg der Höllen Macht, Der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der kla⸗ ren Seligkeit; Wenn Sonne, Mond und Stern' vergehen Zur Stunde, da es Gott gebeut, Wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Him⸗ mel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht! Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht; Willst du genießen diesen Schein, So darfst du selbst nicht dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, Durch⸗ strahle meiner Seele Grund! Dein Licht sei meine Weih⸗ nachtswonne Und mach' es meinem Herzen kund, Wie ich, des Weihnachtsglanzes voll, In deinem Lichte wan⸗ deln soll. Casp. Fr. Nachtenhöfer 1624—85. Mel. Vom Himmel hoch, da ꝛc. 1 05 8 kam die gna⸗ denvolle Nacht! Wie leuchtete des Mondes Pracht! Wie freute sich der Engel Schar, Da Jesus Christ geboren war! SISSSISIIffffT..TTT 2. Erstaunend beteten sie an, Da sie den Sohn in Windeln sahn, Und jauch⸗ zend sang ihr strahlend Heer: „Allein Gott in der Höh' sei Ehr'! 3. Und Ruhe und Zufrie⸗ denheit Herrsch' auf der Erde weit und breit! Ein Wohl⸗ gefallen habe nun Auch Gott an seiner Menschen Thun!“ 4. Die Hirten hatten sie er⸗ blickt; Sie hören zitternd und entzückt Und staunen, beten an und gehn, In Windeln Gottes Sohn zu sehn. 5. Und wer das holde Kindlein sah, War froh und sprach: der Herr ist da! Es kommt sein gnadenvolles Reich! Welch Kind ist die⸗ sem Kinde gleich? 6. O wie viel Licht und Gnade gab Mit ihm Gott in die Welt herab! O wie uns unser Vater liebt, Daß er den liebsten Sohn uns gibt! 7. Der alles schuf und alles hält, Du kamst herab in unsre Welt! Du,‚ der im höchsten Himmel thront, Auf unserm Staub hast du ge⸗ wohnt. 8. Ja, Gottes Lieb' ist unumschränkt! Ein Gott, der seinen Sohn uns schenkt, Schenkt alles, was uns heil⸗ sam i Jesum (Old. G Mel. X 106 Erde, Gott: entströ Christt Heider die H Gottes sohn. Der V Jauch, uillt, sie mi 2. nicht h neu Die st bannt. Volk; ten sie ')hn in jauch⸗ Heer: öh' sei Zufrie⸗ r Erde Wohl⸗ h Gott hun!“ sie er⸗ id und beten indeln holde und Es volles t die⸗ und Gott wie Daß uns und herab r im Auf ge⸗ b' ist „der enkt, heil⸗ sam ist, Uns ewig nun durch Jesum Christ. (Old. G.⸗B.) Joh. Casp. Lavater 1741—1801. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛc. acht umhüllte 106. N rings die Erde, Da sprach noch einmal Gott: es werde! Und Licht entströmte seinem Thron! Christus kam, das Licht der Heiden, Der Hirt will selbst die Herde weiden, Seht, Gottes Sohn wird Menschen⸗ sohn. Er hat in unsre N acht Der Wahrheit Licht gebracht. Fauchzet alle! Aus ihm nur guillt, Was Herzen stillt Und sie mit Zuversicht erfüllt. 2. Diese Sonn' erlischt nicht wieder; Sie strahlt stets neu auf Menschen nieder, Die sonst in öde Nacht ge— bannt. Wahrheit geht von Volk zu Volke, Vertreibt des Irrthums düstre Wolke; Denn Jesus Christus wird erkannt. Ihr Völker, nehmt ihn auf Und richtet euren Lauf Froh zum Himmel. Er geht voran Und macht euch Bahn, Am Ziel die Krone zu em⸗ pfahn. 3. Hör' im Geist der Engel Chöre; Auf, bring' auch du ihm Preis und Ehre, Bring ihm dich selbst zum Opfer dar! Du auch bist zum Fest geladen, Nimm aus der Fülle Weihnachten. 73 seiner Gnaden! Ein jedes Herz sei ein Altar; Da brenne Licht und Glut, Da flamme Glaubensmuth, Hoffnung, Liebe. Empor, empor Schallt unser Chor Zu Gott, der uns zum Licht erkor. Carl Aug. Döring 1783-1844. Mel. Herzlich thut mich ꝛe. 107. Erfallt sind Stund und Zeiten, Der neue Tag bricht an; Das Licht der Ewig⸗ keiten Tritt auf die Sieges⸗ bahn. Zur Mitternacht ver⸗ schwiegen Hat es sich einge⸗ stellt: Die Engel Gottes fliegen Und rufen's in die Welt. 2. Hier liegt's im Mutter⸗ schoße Und ist noch schwach und klein; Nur zu geringem Lose Scheint es bestimmt zu sein, Als sollt' es sich verlieren In tiefer Dunkel⸗ heit, Und doch soll es re⸗ gieren Die Welt in Herr⸗ lichkeit. 3. Es hat nur abgenom⸗ men Von seinem Haupt den Schein, Damit wir zu ihm kommen Ganz ohne Furcht und Pein. Damit wir nicht erschrecken Vor seiner hellen Pracht, Will es sich gar ver⸗ stecken Und hüllt sich in die Nacht. 4. Doch muß vor diesem Lichte Der Glanz der Welt ———— 74 Weihnachten. vergehn, Vor diesem Ange⸗ sichte Die Sonne finster stehn. Sein stillverborgnes Wesen Hat eine solche Macht, Daß Kranke drin genesen Und Todtes neu erwacht. 5. Es ist ein Licht der Gnade, Ein Trost für jeden Schmerz; In seinem Strah⸗ lenbade Erneuert sich das Herz. Es kann uns frisch erstatten Den welken Freu⸗ denkranz; Die tiefsten To⸗ desschatten Verwandelt es in Glanz. 6. Es freuen sich die Ar⸗ men, Die Müden in dem Schein; Es ladet voll Er⸗ barmen Die Schwachen zu sich ein. Die Stolzen nur erquicken Sich nicht an seinem Strahl; Nur den verkehrten Blicken Ist dieses Licht zur Qual. 7. O Licht, laß uns hie⸗ nieden Als deine Kinder stehn, Bis wir dereinst im Frieden Den höhern Aufgang sehn! O Jesu, Stern der Gnade, Des Vaters Glanz und Zier, O leucht' auf unsre Pfade, Damit sie gehn zu dir! Chrn. Rud. Heinr. Puchta 1808—58. Mel. Nun lob', mein' Seel' ꝛc. 108 om Grab, an * dem wir wal⸗ len, Soll, Jesu Christ, dein Lobgesang Empor zum Him⸗ mel schallen. Dir opfre jede Seele Dank, Und jeder der Gebornen Freu' sich, ein Mensch zu sein, Und jeder der Verlornen, Rühm' es, er⸗ löst zu sein. Uns ist das Kind gegeben, Geboren uns der Sohn! Mit ihm erscheint das Leben, Mit ihm des Himmels Lohn! 2. Kommt, laßt uns nie⸗ derfallen Vor unserm Mittler Jesu Christ Und danken, daß er allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er, gleich der Morgensonne Mit ihrem ersten Strahl, Verbreitet Licht und Wonne Und Leben über⸗ all. Durch ihn kommt Heil und Gnade Auf unsre Welt herab; Er segnet unsre Pfade Durchs Leben bis ans Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitge— nossen Der Sünde und der Sterblichkeit! Nicht länger ist verschlossen Der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu un⸗ srer Erd' hernieder Kam Gottes ewger Sohn. Nun hebt er seine Brüder Empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder Und der Verlornen Hort; Hier sind sie Gottes Kinder Und Gottes Erben dort. 4. O du, dem jetzt die Menge Der Engel und Ver⸗ klärten singt, Vernimm die Lobgesänge, Die dir dein Volk im Staube bringt. Auch du warst einst auf Erden, Was Duld schwe da Einst Wen den, freur — 5. Lohn dort dann deine aus dann habe nähe schal Herr Ewi versi (Old. eder der ich, ein nd jeder es, er⸗ ist das ren uns erscheint hm des ins nie⸗ Mittler ken, daß Freund „ gleich it ihrem itet Licht en über⸗ imt Heil re Welt re Pfade 15 Grab. Mitge⸗ und der länger Eingang Zu un⸗ Kam . Nun Empor r ward er Und ; Hier der Und jetzt die ind Ver⸗ imm die dir dein gt. Auch Erden, Weihnachten. 7⁰ Was deine Brüder sind, Ein Dulder der Beschwerden, Ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden Einst deine Brüder sein, Wenn sie, entrückt der Er⸗ den, Sich deines Anschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne Der Himmelsbürger dort erhöht, Nah sind wir dann dem Throne Und schauen deine Majestät; Nicht mehr aus dunkler Ferne Dringt dann der Dank zu dir; Er⸗ haben über Sterne, Dir näher, jauchzen wir. Dann schallt durch jede Sphäre, Herr, unser Lobgesang: Dem Ewigen sei Ehre, Dem Welt⸗ versöhner Dank! (Old. G.⸗B.) Chrph. Chrn. Sturm 1740—86. Eigne Melodie. rmuntre dich, 109. Esen schwacher Geist, Und trage groß Ver⸗ langen, Den Heiland, den der Himmel preist, Mit Freu⸗ den zu empfangen. Dies ist die Nacht, in der er kam Und menschlich Wesen an sich nahm. Er will durch sein Erscheinen Uns ganz mit Gott vereinen. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, Du König aller Ehren! Willkommen, Jesu, Gottes Lamm, Ich will dein Lob vermehren; Ich will dir all mein Leben lang Von Herzen sagen Preis und Dank, Daß du, da wir verloren, Für uns bist Mensch geboren. 3. O wie ist deine Huld so groß, Ich kann sie nimmer fassen! Du hast dich aus des Vaters Schoß Zu uns her⸗ abgelassen. Hier wartete dein nichts, als Noth, Ver⸗ achtung, Kummer, Schmerz und Tod, Und doch kamst du auf Erden, Der Menschen Heil zu werden. 4. O große That, o Wun⸗ dernacht, Von Engeln selbst besungen! Du hast den Helfer uns gebracht, Der Sünd' und Tod bezwungen Und jetzt, zur Herrlichkeit erhöht, Herrscht auf dem Thron der Majestät, Um Heil und ew⸗ ges Leben Den Gläubigen zu geben. 5. O du, des Vaters ein⸗ ges Kind, Du Hoffnung aller Frommen! Durch den nun Gottes Kinder sind, Die dich, Herr, aufgenommen, Komm, Jesu, in mein Herz hinein Und laß es deine Wohnung sein; Dahin geht mein Ver⸗ langen, Dich würdig zu em⸗ pfangen. 6. Du, des sich meine Seele freut, Mein höchstes Gut, mein Leben, Was soll ich dir aus Dankbarkeit Für 76 Weihnachten. deine Treue geben? Herr, was ich hab' und was ich bin, Das geb' ich dir zu eigen hin; Mich soll kein Glück, kein Leiden Von deiner Liebe scheiden. 7. Noch sieht dich zwar mein Auge nicht; Doch du wirst wieder kommen. Dann schauen dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd' auch ich, Herr Jesu Christ, Dich sehn, so herrlich, wie du bist, Und ewig dich dort oben Mit allen Selgen loben. Joh. Rist 1607—67. Mel. Aus meines Herzens ꝛe. Der heilge 110. Dech n kommen, Der theure Gottes⸗ sohn; Des freun sich alle Frommen Am höchsten Him⸗ melsthron; Auch was auf Erden ist, Soll preisen hoch und loben Mit allen Engeln droben Den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufge⸗ gangen, Die lange Nacht ist hin; Die Sünde ist gefangen, Erlöset ist der Sinn. Die Sündenangst ist weg, Der Glaube geht zum Himmel Nun aus dem Weltgetümmel Auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder Verwaist und vaterlos, Gott rufet selbst die Sünder In seinen Gna⸗ denschoß; Er will, daß alle rein Von ihren alten Schul⸗ den, Vertrauend seinen Hul⸗ den, Gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, Ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, Der heilge Christ ist da. Er ruft euch insgemein Mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, Ihr Kinder, kommt herein! Ernst Mor. Arndt 1769—1860. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. 111 Nas in der heil⸗ 5* gen Nacht erklang Aus selger Geister Heer, Das sei auch unser Lobgesang: Gott in der Höh sei Ehr'! 2. Von aller Welt erschalle dir, O Jesu, Dank und Lob! Dich, unsern Retter, preisen wir, Der uns vom Staub erhob. 3. Du sprachst zur Finster⸗ niß: entweich! Da floh des Irrthums Nacht. Du hast das lichte Gottesreich In Herz und Welt gebracht 4. Nun bürgen Sorge selbst und Schmerz Für un⸗ srer Kindschaft Recht. Zum Vater hebt sich unser Herz; Wir sind ja sein Geschlecht. 5. Dank dir, daß du uns Brüder nennst! Darauf ruht unser Heil. Wen du als Brud an di Mel. 1II sang! Engel denta Halle 2. dunkl Leben leucht Stral dunke 3 Eben gerkle uns 1 treuer Gna⸗ iß alle Schul⸗ Hul⸗ ꝛel ein. ch und en und Vater rist ist zemein orten: forten, erein! —1860. sten ꝛe. r heil⸗ Nacht Beister unser r Höh' schalle d Lob! Hvreisen Staub inster⸗ ‚h des hast In ht Sorge r un⸗ Zum Herz; hlecht. uns fruht mals Bruder anerkennst, Hat ewig an dir theil. Unbek. Verf. Mel. Vom Himmel hoch ꝛe. mpor zu Gott, 12. E mein Lobge— sang! Er, dem das Lied der Engel klang, Der hohe Freu— dentag ist da; Lobsinget ihm, Halleluja! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, Der uns das Lebenslicht gebracht; Nun leuchtet uns ein milder Strahl, Wie Morgenroth im dunkeln Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, Von schlichtem Pil⸗ gerkleid umhüllt, Und führet uns mit sanfter Hand, Ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der jetzt bei dem Vater thront, Hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, Damit auch wir ihm werden gleich Auf Erden und im Himmel⸗ reich. 5. Einst führet er zur Him⸗ melsbahn Uns, seine Brüder, auch hinan Und wandelt unser Pilgerkleid In Ster⸗ nenglanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein ränen Er, dem der Engel Lied erklang, Der hohe Freudentag ist da; Ihr Chri⸗ sten, singt: Halleluja! Fr. Adolf Krummacher 1768—-1845. Weihnachten. 77 Mel. Lobe den Herren, den ꝛc. 113. Ilann ihr Himmel, froh⸗ locket, ihr Engel, in Chören! Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen zu Ehren! Sehet doch da! Gott will so freundlich und nah Zu den Verlornen sich kehren! 2. Jauchzet, ihr Himmel! frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sün⸗ der, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud' Wird uns verkündiget heut; Freuet euch, Hirten und Herden. 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste ge— neiget; Sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget! Sie wird ein Kind, Träget und tilget die Sünd'; Beugt euch in Ehrfurcht und schweiget! 4. Gott ist im Fleische, wer kann dies Geheimniß verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, Eins mit dem Sohne zu sein, Die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen ge⸗ denken? Du willst dich selber, dein Herze voll Liebe mir schenken? Sollt' nicht mein Sinn Innigst sich freuen darin Und sich in Demuth versenken? 78 Weihnachten. 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, Dem ich auch wieder mein Herz in der Liebe verbinde, Du sollst es sein, Den ich erwähle allein Ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd' auch in mir nun ge⸗ boren; Komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich verloren. Wohne in mir, Mache ganz eins mich mit dir, Der du mich liebend erkoren. Gerh. ter Steegen 1697- 1769. Mel. Allein Gott in der Höh' ꝛc. 114. Jo steh' an dei⸗ ner Krippe hier, O Jesu, du mein Leben; Ich siche, bring' und schenke dir, Was du mir hast ge⸗ geben. Nimm hin; es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel' und Muth; nimm alles hin Und laß dir's wohlge— fallen! 2. Da ich noch nicht ge— boren war, Da bist du mir geboren Und hast mich dir zu eigen gar, Eh' ich dich kannt', erkoren. Eh' ich durch Gottes Hand gemacht, Da hat dein Herze schon bedacht, Wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todes⸗ nacht; Du wurdest meine Sonne, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, SISISIIIIITITITITIITTff!fxx;xTSTTDTCTCTC Freud' und Wonne. O Sonne, die das werthe Licht Des Glaubens in mir zuge⸗ richt, Wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freu⸗ den an Und kann nicht satt mich sehen, Und weil ich nun nicht weiter kann, So bleib' ich sinnend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär Und meine Seel' ein weites Meer, Daß ich dich möchte fassen! 5. Wenn bitterlich mein Herze weint Und keinen Trost kann finden, Rufst du mir zu:„Ich bin dein Freund, Ich sühne deine Sünden! Was trauerst du in deinem Sinn, Da ich dein Bruder worden bin, Die Kindschaft dir zu geben?“ 6. Du fragest nicht nach Lust der Welt, Noch nach des Leibes Freuden; Du hast dich bei uns eingestellt, An unsrer Statt zu leiden, Suchst meiner Seelen Trost und Freud' Durch dein selbst eignes Herzeleid; Das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff' ich, wirst du mir, Mein Heiland, nicht versagen, Daß ich dich möge für und für In mei⸗ nem Herzen tragen. So laß es deine Wohnung sein; Komm, komm und kehre bei “. )e Licht r zuge⸗ )deine t Freu⸗ cht satt ich nun bleib' O daß id wär' weites möchte h mein n Trost du mir Freund, ünden! deinem Bruder dschaft ht nach h nach Du hast It, An leiden, 1 Trost n selbst as will off' ich, eiland,‚ ich dich n mei⸗ So laß sein; hre bei Weihnachten. 7˙½ mir ein Mit allen deinen Freuden. Paul Gerhardt 1606-76. Eigne Melodie. 75 elobet seist du, 115. G Jesus Christ, Daß du Mensch geboren bist Von einer Jungfrau wun⸗ bar; Des freuet sich der Engel Schar. Halleluja! 2. Des ewgen Vaters einig Kind Dort man in der Krippe findt! Mit unserm armen Fleisch und Blut Be⸗ kleidet sich das ewge Gut. Halleluja! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, Der liegt in Ma⸗ riens Schoß; Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding' erhält allein. Halleluja! 4. Das ewge Licht geht da herein, Gibt der Welt ein' neuen Schein; Es leuch⸗ tet mitten in der Nacht Und uns zu Lichtes Kindern macht. Halleluja! 5. Des Vaters Sohn geoffenbart, Gast in dieser Welt er ward Und führt uns aus dem Jammerthal Zum Erbtheil in den Him⸗ melssaal. Halleluja! 6. Er ist auf Erden kom⸗ men arm, Daß er unser sich erbarm', Uns in dem Him⸗ mel mache reich Und seinen lieben Engeln gleich. Halle⸗ luja! 7. Das hat er alles uns gethan, Seine Lieb' zu zei⸗ gen an; Des freu' sich alle Christenheit Und dank' ihm das in Ewigkeit. Halleluja! Dr. M. Luther 1483- 1546. Mel. Wie schön leucht uns ꝛe. erzage, Volk 116. V der Christen, nicht! Die Heiden sehen auch sein Licht Und finden den Erretter. Des wahren Got⸗ tes Sohn und Ruhm Stürzt aller Götzen Säulen um, Die Bilder falscher Götter. Gott wird Selbst Hirt Sei⸗ ner Herde, und die Erde sieht voll Freuden Gott selbst seine Herde weiden. 2. Der Gottheit Fülle wohnt in dir; Durch dich, mein Heil, kommt Gott zu mir Und schenkt mir seine Liebe. Wie dank' ich dir, wie preis' ich dich? Du wirst mir gleich, ein Mensch wie ich, Daß ich nicht hülflos bliebe. Dankvoll, Herr, soll Mein Gemüthe deine Güte hoch erheben; Du, mein Hei⸗ land, bist mein Leben. 3. Es deckte Finsterniß die Welt; Du hast die finstre Welt erhellt; Des freuen sich die Frommen. Vom Auf⸗ gang bis zum Niedergang Erschallt der Völker Lobge⸗ sang, Die anzubeten kommen. Wie blind, Herr, sind, Die 80 Weihnachten. dich hassen, sich nicht lassen Gott belehren, Sich zum Vater zu bekehren. 4. Ein Herz, das deine Wahrheit liebt Und sich dir willig übergibt, Das kannst du nicht verschmähen. Wer seine Hoffnung auf dich setzt Und sich in deinem Wort ergetzt, Der soll dich selbst einst sehen. Dein Licht Strahlt nicht Bei dem Sün⸗ der; deine Kinder sind die Frommen, Welche gläubig zu dir kommen. 5. Mein Glaube sei mein Dankaltar, Hier bring' ich mich zum Opfer dar Dir, der Verlassnen Tröster. Ich bete dich in Demuth an; Wer ist, der mich verdam⸗ men kann? Ich bin ja dein Erlöster. Von dir Strömt mir Gnadenfülle; Ruh' und Stille, Licht und Segen Find' ich, Herr, auf deinen Wegen. 6. Versichre mich durch deinen Geist, Daß du für mich erhöhet seist, Den Him⸗ mel mir zu geben. Bin ich nur meines Heils gewiß, Soll keine Macht der Fin⸗ sterniß Mich hindern, dir zu leben. Für mich Kann ich Nichts vollbringen; hilf mir ringen. Freund der Seelen, Ich will deinen Ruhm er⸗ zählen. Unbek. Verf. SISIIIIIIITII;;;T᷑UÿSůä TSTSTT Mel. Gott des Himmels und ꝛc. Eerde Licht, 117. L der Heiden, Werde Licht, Jerusalem! Dir geht auf ein Glanz der Freuden Vom geringen Bethlehem. Er, das Licht und Heil der Welt, Christus, hat sich eingestellt! 2. Ehe dieses Licht erschie— nen, Das die Völker wünsch— ten, lag Dicke Finsterniß auf ihnen; Doch uns scheinet lichter Tag, Und ein strah⸗ lenvoller Stern Führt uns sicher zu dem Herrn. 3. Aber ach! von deinem Volke Wirst du, Heiland, nicht erkannt, Und des Irr⸗ thums finstre Wolke Ueber⸗ schattet noch dein Land. Ueber Salem strahlt dein Licht; Aber Salem kennt dich nicht. 4. Ach, verwerfet doch, ihr Sünder, Den nicht, der euch retten kann; Kommt und werdet Gottes Kinder, Betet euren König an! Eilt zu ihm und säumet nicht, Macht euch auf und werdet Licht! 5. Nun, wir eilen mit Ver⸗ langen, Dich zu ehren, sind bereit, Dich, o Heiland, zu empfangen; Zeig' uns deine Herrlichkeit; Unsre Kniee beu⸗ gen sich, Unser Glaub' um⸗ fasset dich. Joh. Fr. Mudre 1736—1810. Mel 11 Plag Angf nung Dure klein gedru hinge Lob mir! 2 bauet Heil; vertr. mein wohl Troß ich fe deine 3 Liebe auch verül dich. geber mein zes L zu se 4. schick auch Arm dabe folg. befie S und ꝛe. Licht, Volk Licht, ht auf n Vom Er, das Welt, gestellt! erschie⸗ wünsch⸗ miß auf scheinet strah⸗ hrt uns deinem heiland, es Irr⸗ Ueber⸗ Land. It dein kennt och, ihr der euch it und „Betet Eilt zu Macht Licht! lit Ver⸗ n, sind nd, zu 8 deine see beu⸗ b' um⸗ 6—1810. 81 3. Arniah Mel. Herzlich thut mich ꝛe. 118. urch Trauern und durch Plagen, Durch Noth, durch Angst und Pein, Durch Hoff⸗ nung und durch Klagen, Durch Sorgen groß und klein Bin ich, Gott Lob! gedrungen; Dies Jahr ist hingelegt. Dir, Gott, sei Lob gesungen! Das Herz ist mir bewegt. 2. Der du mich hast er— bauet, In dir besteht mein Heil; Dir ist mein Glück vertrauet, Du bist und bleibst mein Theil. Du hast mich wohl erhalten, Du bist mein Trost und Hort; Dich lass' ich ferner walten Und traue deinem Wort. 3. Mein Gott, o meine Liebe, Was du willst, will auch ich. Gib, daß ich nichts verübe, Was irgend wider dich. Dir ist mein Will' er⸗ geben; Ja, er ist nicht mehr mein, Mein Herz, mein gan⸗ zes Leben Dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, Und, Herr, ich will's auch thun. Soll mich die Armuth drücken? Ich will dabei beruhn. Soll mich Ver— folgung plagen? Ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich schweben? Verachtung tragen? Herr, ich gehorche dir. 5. Soll ich verlassen le⸗ ben? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Aengsten Mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden? Ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden? Herr, dein Will' ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr be⸗ schlossen; Herr, deine Gnade sei Heut auf mich neu er— gossen. Mein Herze werd' auch neu! Lass' ich die alten Sünden, So werd' ich, Gott, bei dir Auch neuen Segen finden; Dein Wort verspricht es mir. Gottfr. Wilh. Sacer 1635—-99. Mel. Herr Jesu Christ, dich ꝛe. 119. Das alte Jahr vergangen ist; Dank, Vater, 2— durch den um Christ, Durch den du ine Christenheit Hier seg⸗ nest t und in Ewigkeit. 2. Erhalt uns ferner, unser Hort, Auf den wir traun, dein göttlich Erhalt uns deinem Dienste treu, Von Sünd' und Aber⸗ glauben frei! 3. Hilf uns den Lastern widerstehn Und deine Wege —————EEEe————— 82 Neujahr. freudig gehn. Bestrafe, Herr, durch dein Gericht Des alten Jahres Sünden nicht! 4. Gib uns zu unsrer Pilgrimschaft, Was wir be⸗ dürfen, Licht und Kraft, Und laß dies Jahr, das wir dir weihn, Ein gnadenreiches Jahr uns sein. 5. Laß fromm uns leben, christlich einst Uns sterben, daß, wenn du erscheinst, O Jesu, wir dann auferstehn, Froh in dein Reich dort einzugehn. 6. Dann danken, dann frohlocken wir Mit allen Engeln ewig dir. Dein Geist regier' uns, daß wir dein Im Leben und im Sterben sein. (Jev. G.⸗B.) Joh. Steuerlein 1546—1613. Mel. O Gott, du frommer ꝛe. 120 Ein Jahr der 2375139 0 Sterblichkeit, Der kurzen Lebenstage, Ist abermals dahin Mit seiner Lust und Plage, Und wie— derum ein Theil Von un⸗ srer Pilgerschaft Nunmehr zurückgelegt Durch Gottes Schutz und Kraft. 2. Herr, deine Güte macht's, Die niemals uns zu lieben Ermüdet noch ver— gißt, Daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Her⸗ zens Dank Denn jetzo gnä⸗ dig an Für das, was du an uns In diesem Jahr ge— than. 3. Wir schließen uns aufs neu' In dein so treues Sorgen, In dein Erbarmen ein; Da sind wir wohl ge— borgen; Da ist das feste Schloß Vor aller Feinde Trutz, Da eilt der Fromme hin Und findet sichern Schutz. 4. Gib mit dem neuen Jahr Uns neue Stärk' im Glaͤuben, Laß uns den alten Grund Der Wahrheit nie— mand rauben; Erneure Herz und Sinn Und laß das helle Licht Des unverfälschten Worts Bei uns verlöschen nicht. 5. Entzünde neue Lieb' Und Sanftmuth in uns allen; Und soll uns dieses Jahr Auch neue Noth be— fallen, So stärke die Geduld Und mache deine Treu', O Vater über uns Mit jedem Tage neu. 6. Gib, daß wir mehr und mehr Den alten Men⸗ schen tödten; Verleih an Seel' und Leib, Was jedem ist vonnöthen, Und laß uns, Herr, mit dem, Was deine Weisheit thut, Stets wohl zufrieden sein; Du machst doch alles gut. 7. Wem du im Jahr neuen Von dieser Welt zu scheid gesetzt Freut hier, Und Die 12 den den 2 tern trübe Jahr ware und uns 2. set 2 Er Und schwi ten leber Jah bend war schie in Gott srer cher gnä⸗ as du hr ge⸗ S aufs treues armen hl ge⸗ feste Feinde omme Schutz. neuen E' im e Herz S helle lschten öschen Lieb' uns dieses th be⸗ deduld „ 2 jedem mehr Men⸗ haᷓuan jedem uns, deine wohl nachst neuen lt zu Neujahr. 83 scheiden, Sein Ziel hast fest⸗ Resebt Den laß in dir mit Freuden, Im Glauben selig hier, Beschließen seinen Lauf, Und nimm in deine Hand Die Seele gnädig auf. Henr. Cath. v. Gersdorf 1648—1726. Eigne Melodie. as Jahr ist 121. D hingeschwun⸗ den Wie Schaum im wil⸗ den Bach. Denkt seinen hei— tern Stunden, Denkt seinen trüben nach! Zu jenen grauen Jahren Entfloh es, welche waren; Es brachte Freud' und Kummer viel Und führt' uns näher an das Ziel. 2. In stetem Wechsel krei⸗ set Des Menschen kurze Zeit; Er blöhet, altert, 248610 Und geht zur Ewigkeit. Bald schwinden selbst die Schrif⸗ ten Auf seinen morschen Grüften, Und Schönheit, Reichthum, Ehr' und Macht Sinkt mit hinab in Todes⸗ nacht. 3. Sind wir noch alle lebend, Wer heute vor dem Jahr In Lebensfülle stre⸗ bend Mit Freunden fröh hlich war? Ach, mancher 0 ge⸗ schieden Und liegt und schläft in Frieden! Wir wünschen Gottes Ruh' hinab In un⸗ srer Freunde stilles Grab! 4. Wer weiß, wie man⸗ cher modert Ums Jahr, ge⸗ senkt ins Grab! Unange⸗ meldet fodert Der Tod die Menschen ab. Trotz lauem Frühl ingswetter Wehn oft verwelkte Blätter. Wer von uns nachbleibt, wünscht dem Freund Im stillen Grabe Ruh' und weint. 5. Der gute Mann nur schließet Die Augen ruhig zu; Mit frohem Traum ver⸗ süßet Ihm Gott des Gra⸗ bes Ruh'. Er schlummert kurzen Schlummer—„ die⸗ ses Lebens Kummer; Dann weckt ihn Gott, von Glanz erhellt, Zur Wonne seiner bessern Welt. 6. Wohlauf denn, frohen Muthes, Auch wenn uns Trennung droht! Wer gut ist, findet Gutes Im Leben nd im Tod. Dort sammeln wir uns wieder Und singen Wonnelieder. Wohlauf, und: Gut sein immerdar! Sei un⸗ ser Wunsch zum neuen Jahr. (Old. G.⸗B.) Joh. Heinr. Voß 1751—-1826. Mel. Herzlich thut mich ꝛe. 55 Iich, wie die 12². A3 Jahrej schwin⸗ den, Wie alles muß ver⸗ gehn! Was wir auf Erden finden, Des kann nicht eins bestehn. Wie schnell ergraut der Scheitel, Wie bald er⸗ lahmt die Kraft! Ach, wie ist alles eitel Auf dieser Pil⸗ gerschaft. ———————— 84 Neujahr. 2. Der Kindheit Glück zerstiebet Und ist wie Rauch entflohn; Die wir zuerst ge⸗ liebet, Sie gehn zuerst da— von. Der Jugend Hoffnungs⸗ träume Und all ihr Leid und Glück Zergehn wie Wasserschäume, Und Leid bleibt nur zurück. 3. Wir legen Händ' in Hände, Als wär's für im⸗— merdar, Und plötzlich ist's am Ende, Wenn es am schönsten war. Es geht eins nach dem andern Hinunter in die Ruh', Und über Grä⸗ ber wandern Wir unserm Grabe zu. 4. In Sorge, Müh' und Plage, Bei nichtigem Ge— winn, Gehn unsre Lebens— tage Wie ein Geschwätz da— hin. Bringst du es hoch an Jahren, Was ist es, das du hast? Denn, wenn sie köst— lich waren, War's Arbeit, Müh und Last. 5. Und was uns dann gelungen 550 Schweiß des Angesichts, X 63 wir geschafft, errungen, Es ist ein eitles Nichts. Noch heut gedenkt man dessen, In Eile kommt die Nacht, Und morgen ist's vergessen, Als wär' sein nie gedacht. 6. Nur eins bleibt un— verloren; Du Herr, du al— terst nicht, Und wer aus dir geboren Und schaut dein .9.—97‚———————— Angesicht, Wer dich im Her⸗ zen findet, Der hat, was ewig steht, Wenn alles an⸗ dre schwindet Und Erd und Welt vergeht. Victor v. Strauß geb. 1809. Mel. Wenn wir in höchsten ꝛe. oder Herr Jesu Christ, dich zu ꝛe. nwiederbringlich 123. u schnell entfliehn Die Tage, die uns Gott geliehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon. Wie man⸗ ches ist bereits entflohn! 2. Dank sei dir, ewig⸗ treuer Gott, Für deinen Bei⸗ stand in der Noth, Für tau⸗ send Proben deiner Treu'; Denn deine Huld war täg⸗ lich neu. 3. Wenn unser Herz, von Schuld befreit, Sich man— cher guten That erfreut, Wes war die Kraft? wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebürt der Ruhm allein. 4. Oft fehlten wir und merkten's nicht. Verzeih uns die verletzte Pflicht! Du siehst, Erbarmer, unsre Reu'; Um Christi willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit Stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden zugezählt, Die letzte weislich uns verhehlt. geschi inder Tod — 4. Stur Leber uns Zu 1 8. Heile Licht mehr Licht laß (Jev. n Her⸗ was s an⸗ d und b. 1809. sten ꝛe. zu ꝛe. inglich tfliehn Gott tt ein man⸗ n! ewig⸗ Bei⸗ ꝛvtau⸗ Treu'; Neujahr. 85 6. Herr unsers Lebens, mache du Uns selber recht ges schickt dazu, Daß nicht, indem wir sicher sind, Der Tod uns unbereitet find'. 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, Daß unser Leben enden soll, So führ' uns aus der Prüfungszeit Zu deiner frohen Ewigkeit. 8. Da sind wir unsers Heils gewiß, Da wechseln Licht und Finsterniß Nicht mehr, wie hier. Du ewges Licht, Herr, unser Gott, ver⸗ laß uns nicht! (Jev. G.⸗B.) Chrph. Fr. Neander 1724—1802. Mel. Es ist gewißlich an ꝛe. 2j— Zott ruft der 124. G Sonn' und schafft den Mond, Das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, Und heißt die Zeiten eilen; Er rnet Jahre, Tag und Nacht; Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 2. Herr, der da ist und der da war! Von danker⸗ füllten Zungen Sei dir für das verflossne Jahr Ein heilig Lied gesungen, Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, 32 Fried und Ruh', für jede T That, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, Das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft,— die Kraft ist dein!— 0 deiner Furcht zu leben. ischützest uns, und du Dennhei Der Menschen Glück, wenn sie zuerst Nach wahrer Weisheit streben. 4. Gib uns, wofern es dir gefällt, Des Lebens R uh' und Freuden. Doch schadet uns das Glück der Welt, So gib uns Kreuz und Leiden. Gib nur zugleich ein freudig Herz Und laß uns nie in Noth und Schmerz Die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke vä⸗ terlich In diesem Jahre wie⸗ der. Erbarme der Verlass⸗ nen dich Und der bedrängten Glieder Gib Glück zu jeder guten That Und laß dich, Gott, mit Heil und Rath Auf unsern Fürsten nieder. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit Auf seinem Stuhle throne, Daß Tugend und Zufriedenheit I 2 unserm Lande wohne, Daß Treu' und Liebe bei uns sei. Dies, lieber Vater, dies verleih In Christo, deinem Sohne! (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. 86 Neujahr. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛc. oder Allein Gott in der Höh' ꝛc. 12 5 u, Gott, du bist e der Herr der Zeit Und auch der Ewig— keiten. Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit Dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin! Wem dank ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner E Gnad' und Güte. 2.—.— Ewiger, dich bet' ich an; Dir will ich mich er— geben; Dir, den kein Wechsel treffen bann, Vertrau' ich froh mein Leben. Wir blühen und vergehn durch dich; Nur du bist unveränderlich, Du warst und bist und bl leibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu', Mit Huld uns zu be⸗ gegnen; An jedem Morgen wird sie neu, Mit Wohlthun uns zu segnen. Von Augen⸗ blick zu Augenblick Ist mir von dir stets neues Glück Wohlthätig zugeflossen. 4. Du hast auch im ver— flossnen Jahr Mich väterlich geleitet Und, wenn mein Herz voll Sorgen war, Mir Trost und Hülf' bereitet. Von ganzer Seele preis' ich dich; Aufs neue übergeb' ich mich/ Gott, deiner weisen Führung. 5. Vergib mir die ge— häufte Schuld Von den ver— flossenen Tagen Und laß mich deine Vaterhuld.0 ferner schonend tragen. Laß deinen Segen auf mir ruhn Und lehre lebenslang mich thun Nach deinem Wohlge— fallen. 6. Gib neue Lust und neue Kraft, Vor dir gerecht zu wandeln. Herr, laß mich stets gewissenhaft Mit mir und andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth, Dich, o du ünchadlte Gut, Und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dies treibe mich, Die Lust der Welt zu fliehen. Um bessre Freuden lerne sich Mein Geist schon jetzt bemühen. Hier ist ja nur mein Prüfungs⸗ stand, Im Himmel ist mein Vaterland: Dahin, Herr, laß mich trachten. 8. O lehre selbst mich, meine Zeit Recht weislich anzuwenden, Und laß den Lauf zur Ewigkeit Mit Vor⸗ sicht mich vollenden. Der Tage Last erleichtre mir, Bis meine Ruhe einst bei dir Kein Wechsel weiter störet. (Old. G.⸗B.) Johann Sam. Diterich 1721—97. Mel. Aus meines Herzens ꝛc. 126. Des Jahres er⸗ ster Morgen Soll, Gott, dir heilig sein! Ich will mich, frei von Sor⸗ gen, Nur deiner Güte freun. Bis Lobsi Lobsi Wie 2. Der Gott war leitet so g mir ßer 3 5. den Was Wae Am Oft gen, Moꝛr Gra 4 Seg sicht We und mir und Sté — Ste keit We lich lan höh tes ges (Old Noch Laß ruhn mich zohlge— tund gerecht 5 mich it mir Dein Muth, Gut, lieben. ; dies st der bessre Geist Hier ungs⸗ mein Herr, mich, eislich den Vor⸗ Der Bis i dir öret. iterich 21—97. 2 nos ze. er⸗ orgen sein! Sor⸗ reun. Neujahr. 87 Bis hieher halfst du, Herr! Lobsing ihm, meine Seele! Lobsing ihm und erzähle, Wie treu, wie gut ist er. Ich überschau' die Pfade D. hurz zn Pilger chaft. Nah, Gott, war deine Gnade, Nah war mir deine Kraft. Du leitetest zum Ziel Mich auf so guten Wegen, Verliehst mir deinen Segen Und gro— ßer Freuden viel. 3. Und gegen diese Freu⸗ den(O wer, wer zählet sie?) Was sind die kurzen Leiden? Was ist des Lebens Müh'? Am Abend war mein Herz Oft voll von Gram und Sor— gen, Und mit dem neuen Morgen Verschwand mein Gram und Sowerz 4. So stärkte, Gott, dein Segen Stets meine Zuver⸗ sicht. Auf allen meinen Wegen Warst du mein Heil und Licht. Wie 0 du mir so wohl! Wohin ich geh' und trete, Ist jede, jede Stätte Von deiner Güte voll. 5. Gott, dir gebüret Stärke Und Preis in Ewig⸗ keit! Groß, groß sind deine Werke, Groß deine Freund⸗ lichkeit. 80 will mein leben⸗ lang Dich preisen, dich er⸗ höhen, Und einst mein letz⸗ tes Flehen Sei noch ein Lob⸗ gesang! (Old. G.⸗B.) Joh. Adolf Schlegel 1721—93. Mel. Nun laßt uns Gott, dem ꝛc. 127 Mit Freuden W laßt uns treten Vor Gott, ihn anzu⸗ beten! Vor Gott, der unserm Leben Bisher hat Kraft ge— geben. 2. Wir Erdenpilger wan⸗ dern Von einem Jahr zum andern; Die schnelle Flucht der Stunden Wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese Wandertage Sind nie ganz frei von Plage; Auf dornenvollen Wegen Gehn wir dem Grab entgegen. 4. Doch, gleich wie treue Mütter Bei schwerem Unge— witter Gern eilen, vor Ge⸗ fahren Die Kinder zu be— wahren: 5. So eilet 11. Erbarmen Auch Gott mit Vaterarmen, Wenn Trübsalswetter blitzen, Die Seinen zu beschützen. 6. Du Hüter unsers Le bens! Fürwahr, es ist ver⸗ gebens! Mit unserm Thun und Treiben, Du mußt der Hüter bleiben. 7 7. Für mich auch wirst du sorgen! Denn neu mit jedem Morgen Ist deine Vatertreue, Der ich mich dankbar freue. 8. Hör' ferner unser Fle⸗ hen Und eil' uns bezuutchen; Schenk' du in unsern Leiden Uns deines Geistes Freuden. 88 Neujahr. 9. Gib uns und allen denen, Die sich von Herzen sehnen, Zu thun nach deinem Willen, Auch Kraft, ihn zu erfüllen. 10. 28 6 wehre du den Kriegen; Laß Menschenliebe siegen Und da, wo Thränen fließen, Sich deinen Trost ergießen. 11. Sprich deinen milden Segen Zu allen unsern We— gen, Laß Großen und auch Kleinen Die Gnadensonne scheinen. 12. Hilf gnädig allen Kranken; Gib fröhliche Ge— danken Den tiefbetrübten Seelen, Die sich mit Schwer— muth quälen. 13. Vor allem, Herr, ver— leihe Uns deinen Geist aufs neue, Den Geist, 2— uns regiere Und so zum Himmel führe. 14. Dies wollest du uns allen Nach deinem Wohl— gefallen, O Herr, durch den wir leben, Zum neuen Fahre geben! (Old. G.⸗B.) Paul Gerhardt 1606—76. Mel. Herr, ich habe mißgeh. ꝛc. 12 Hilf, Ar Jesu, 128. 8 laß gelingen! lf das neue Jahr geht Laß es neue Kräfte brin⸗ e Daß aufs neu' ich wan— deln kann. Neues Glück und neues Leben Wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, Meiner Zunge Red' und Wort Müsse mit durch dich gerathen Und ge⸗ deihlich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen, Zu verrichten deinen Willen. * 3. Was ich dichte, was ich mache, Das ges scheh⸗ in dir allein! Wenn ich schlafe, wenn ich wache, Wollest du, Herr, bei mir sein! Geh' ich aus, wollst 6 mich leiten; Komm' ich heim, so steh zur Seiten! 4. Laß mich beugen meine Kniee Nur nn. Namens Ehr'; Hilf, daß ich mich stets bemühe, Dich zu preis 90 mehr und mehr; L 0 mein Bitten und mein Fle hen Doch gen Himmel zu dir gehen. 5. Laß di 3.—5 in ein Jahr der Gnade; Laß bereun mich meine Sündẽ— Hilf, daß sie mir nimmer schade Und ich bald Verzeihung find', Herr, in dir: nur du, mein Leben, Kannst die Sünde mir ver⸗ geben. 6. Tröste mich mit deiner Liebe; Nimm, o Herr, mein Flehen hin, Weil ich mich so sehr hetrübe, Ja, voll Angst und Z Zagen bin; Stärke mich in meinen N öthen, Daß mich Sünd' und Tod nicht tödten. 7.9 geben, heilig könne und He allhier und sel 8. L wohl ste del rich reich a. in dei Hab' ic Seelen Heilenf 9—— enden Jahr; nen He stand will ich ich soll Mel. J Gliede erkauf sten S Leiden Glück Vollest . Werk Zunge se mit nd ge⸗ Neue n, Zu n. as ich in dir hlafe, st du, eh' ich eiten; h zur meine mens stets mehr zitten gen Jahr mich ß sie d ich Herr, eben, ver⸗ einer mein ich so Ingst mich mich dten. Neujahr. 89 7. Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig sei Und ich christlich könne leben Sonder Trug und Heuchelei, Daß ich noch allhier auf Erden Fromm und selig möge werden. 8. Deine 355—. kann mich uoblf stärken, D Daß mein Wan⸗ del uchtig ie Mach' mich reich an anten Werken Und in deinem Dienst getreu! Hab' ich dich, du Freund der Seelen, Was kann mir zum 2101 ehlene ). Jesu, laß mich fröhlich enden Dieses angefangne Jahr; Trage mich auf dei— nen Händen, Sei mein Bei⸗ stand in Gefahr; Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt Verbafson Joh. Rist 1607-67. Mel. Jesus, meine Zuversichtꝛc. 129. J Jesus soll die Losung sein, Da ein neues Jahr erschie— nen; Jesu Name soll allein Denen zum Paniere dienen, Die in seinem 3850 stehn Und auff einen V Legen gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort Soll bei uns in Zion schal— len, Und so oft wir zu dem Ort, Der nach ihm genannt ist, wallen, Mache seines Na⸗ mens Ruhm Unser Herz zum Heiligthum. 3. Unsre Wege wollen wir Nun in Jesu Namen gehen; Geht uns dieser Leit⸗ stern für, So wird alles wohl bestehen Und durch seiner Gnaden Schein Alles voller Segen sein. 4. Alle Sorgen, alles Leid Soll sein Name uns ver⸗ süßen; So wird alle Bitter⸗ keit Uns zum Segen werden müssen. Er, der unsern Kummer stillt, Jesu Nam', sei Sonn' und In Benj. Schmolck 1672—17 Passion. Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛe. 130. F Jall auf die Ge⸗ Wmeinde nieder, Geist, der uns mit Feuer tauft! Wir sind alle Jesu Glieder Und mit seinem Blut erkauft. Lenke du den ern⸗ sten Sinn Auf des Heilands Leiden hin; Hilf, daß wir es würdig feiern, Sein Ge⸗ dã 5 fromm erneuern. Stell den Mittler un⸗ 1ers Bundes Uns in seiner Würde vor; Bring'die Reden seines Mundes Vor das auf⸗ geschlossne Ohr, Führ' uns nach Gethsemane, Daß dort unser Aug' ihn seh', Wie des —————— SISIIIIIIIITTTTG᷑łTłHfÄEscTTTTT 90 Passion. Todes Nacht ihn Und ihn blutger bedecket. 3. Zeig' uns ihn, den Sanften, Reinen, Unter sei⸗ ner Mörder Schar! Ach, es gab auf Erden keinen, Wel⸗ cher so verachtet war! Doch er hat der Frevler Hohn, Purpurmantel, Dornenkron', Alle Qual, die er empfun⸗ den, Siegreich duldend über⸗ wunden. 4. Geh mit uns dem Opferlamme Auf dem blut⸗ gen Pfade nach; Zeig' uns an dem Kreuzesstamme Seine Hoheit, seine Schmach; Um sein festes Gottvertraun Und des Heilgen Tod zu schaun, Trag uns auf der Andacht Flügel Zu dem nachtbedeckten Hügel. schrecket Schweiß 5. Seine letzten Worte schreibe Uns ins Berz mit Flammenschrift, Daß nun keiner trostlos bleibe, Den das Los des Todes trifft; Seit„Es ist vollbracht!“ ertönt, Sind wir nun mit Gott versöhnt, Sind bestimmt, bei dem zu leben, Der den Geist Gott übergeben. 6. Du meinde, Haupt empor, lich großen Freunde, zum Retter Gott begnadigte Ge⸗ Blick' zu deinem Zu dem gött⸗ Den erkor! Schöpfe Wonn' und Selig⸗ keit Dir aus seiner Leidens⸗ zeit; Reiß dich los vom Welt⸗ getümmel, Und dein Wandel sei im Himmel! Chr. Fr. Dan. Schubart 7 39—91. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛ 131. Her. stärke mich, dein Leiden zu bedenken, Mich in das Meer der Liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller Schuld des Bösen Uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden Und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, An un⸗ srer Statt gemartert und zer⸗ schlagen Die Sünde tragen: 3. Welch wundervoll hoch— heiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so sinken meine Kräfte; Mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde Den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen! Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken Am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnie⸗ der; Es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder, Lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde Zu Got⸗ tes Freunde. 6. o Herr Ich lie im St mit da deine ist Gne Uns k muthsr sehn, uns( Gnade 8.— Huld Leben Gib m Geschä Kräfte (Old. G.⸗ Mel. 13² Erhab Sie meiden Leben dich, d mich trug, Blut noch st 2. lieb u und 6 wo di allerg m Welt⸗ Wandel „Schubart 1739—91. „ was 2. ke mich Leiden in das ersenken, 'n aller Uns zu ott, ein f Erden m Kreuz An un⸗ und zer⸗ tragen: oll hoch— zinn' ich meine erbebt; mpfinde de. ht, ein Gott äßt die 5 kann schrecken Kreuz Stolz darnie⸗ ef, und r, Lehrt cht mich zu Got⸗ Passion. 91 6. O Herr, mein Heil, o Herr, an den ich glaube, Ich liege hier vor dir gebückt im Staube, Verliere mich mit dankendem Gemüthe In deine Güte. 7. Das Größt' in Gott ist Gnad' und Lieb erweisen; Uns kommt es zu, sie de⸗ muthsvoll zu preisen, Zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, Die Gnade steiget. 8. Sei ewig denn für deine Huld erhoben! Mein ganzes Leben müsse, Gott, sie loben, Gib mir zum besten, seligsten Geschäfte Selbst Lust und Kräfte! Ehrn. Fürchteg. Gellert 1715-69. (Old. G.⸗B.) Mel. So bin ich nun kein ꝛe. 132 Laß mir die Feier deiner Leiden, Erhabner Mittler, heilig sein! Sie lehre mich die Sünde meiden Und dir mein ganzes Leben weihn. Ich seh' auf dich, der so entschlossen Für mich die Last des Kreuzes trug, Der mir zum Heil sein Blut vergossen, Des Herz noch sterbend für mich schlug. 2. Wie seid ihr mir so lieb und theuer, Gethsemane und Golgatha, Ihr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe sah! Hier lern' ich jede Tugend üben, In Noth und Tod gelassen sein, Hier stärkt mein Herz sich, Gott zu lieben Und selbst dem Todfeind zu ver— zeihn. 3. Drum in den stillsten meiner Stunden Will ich nach deinem Kreuze sehn Und dich, o Herr, für deine Wun⸗ den Mit tiefgerührtem Dank erhöhn. O laß mich deine Huld ermessen, Mit der dein Herz die Welt umfaßt, Und nie im Undank es vergessen, Was du für mich erduldet hast. 4. Mir sollen diese Feier⸗ zeiten Der größten Liebe heilig sein; Still soll dein Kreuz mich stets begleiten Und jede meiner Stunden weihn. Dein Leiden sei mein höchster Segen, Dein Tod mein seligster Gewinn; Mein Herz schlägt dir voll Dank entgegen, Daß ich durch dich erlöset bin. 5. Bleibt mir zu allen Zeiten theuer, Gethsemane und Golgatha, Ihr Stätten, wo die Welt die Feier Der allergrößten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, Wo mein Erlöser litt und starb, Und noch im Tode dem vertrauen, Der uns die Seligkeit erwarb. Chrph. Georg Ludw. Meister 1738—1811. —————————————— 92 Passion. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛc. 133. Du, der Men⸗ schen Heil und Leben, Des sich meine Seele freut, Der für mich sich hingegeben, Stifter mei— ner Seligkeit; Du, der lieber wollt' erblassen, Als mich im Verderben lassen; Ach, wie dank' ich, Mittler, dir? Herr, wie preis' ich dich dafür? 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, Zu erfüllen seinen Rath, Längst hast du dein Werk vollendet, Wegzu— thun die Missethat. Doch in den Gedächtnißtagen Dei⸗ ner Leiden, Jesu, sagen Deine theur Erlösten dir Billig neuen Dank dafür. 3. Du e für uns zu sterben, Willig deine Lei⸗ densbahn, Stiegst, uns Leben zu erwerben, Gern den To— des berg hinan, Trugst, ver⸗ gessend eigne Schmerzen, Deine Menschen nur im Herzen; Diese Liebe preisen wir. Unvergeßlich sei sie mir! 4. Woeen. du Bande, Littest frecher Lästrer Spott, Achtetest nicht Schmach und Schande, Nicht den bit— tern Kreuzestod. Mich hast du der Noth entrissen, Die mich hätte treffen müssen. Nun, von Herzen dank' ich dir Lebenslang, mein Heil, dafür! sahst Bande, 5. Frevler krönten dich zum Hohne; Deine Stirne blutete Unter einer Dornen⸗ krone, König aller Könige! Das hast du für mich ge— litten, Mir die Ehrenkron erstritten. Preis, Anbetung Dank dafür, Großer Mittler, bring' ich dir. 6. Du, der tausendfache Schmerzen Mir zu Liebe gern ertrug, Deinem groß—⸗ muthvollen Herzen War mein Heil Belohnung gnug. Trost in meinen letzten Stunden Floß auch mir aus deinen Wunden. Herr, ich dank, ich danke dir Einst im Tode noch dafür. 7. Ruh' am Grabe: im Leben, Trost Unaussprechlicher Gewinn, Den ich dir zu danken habe, Dir, des ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, Deiner Tugend nachz zustreben, Dir zu traun, zu sterben dir, Dies, dies sei mein Dank dafür! (Jev. G.-B.) Ernst Chrph. Homburg 1605—-81. Mel. Christus, der uns selig ꝛe. 134 Mein Erlöser, auch für mich Giengst du hin zum Leiden Und entsagtest willig⸗ lich Allen Erdenfreuden. Du Schmerz und od von Hohn, Sahst den T ferne; Gottes gerne. 2. 2 Gefahr drohte; m anderl Ende. 3. L still 1 Und, einst n den. einmal Daß ů Thal 4. 2 dir Fü Denn mir D den. daß in sterbe; mit G Erbe. (Old. G.⸗ Mel. 13³ Sobal' Frevel seinem das T L Jesu, en dich Stirne Dornen⸗ Könige! nich ge— renkron ibetung, Mittler, endfache Liebe n groß⸗ zar mein . Trost Stunden deinen dank, m Tode „ Trost echlicher dir zu des ich su, dir Deiner „ Dir en dir, Dank Homburg 1605—8ʃ1. selig de. Frlöser, h für n zum willig⸗ en. Du rz und od von den. Nunmehr Pa ferne; Doch ertrugst du, Gottessohn, Alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, Die dem Leben drohte; Als die Stund er⸗ shienen war, Giengst du froh zum Tode. Muthig über⸗ gabst du dich In der Feinde Hände Und bliebst unver⸗ änderlich Treu bis an das Ende. 3. Lehre mich wie du so still Und getrost zu leiden Und, wenn es dein Rath einst will, Selig zu verschei— den. Stärke mich, wenn ich einmal Sterbend zu dir flehe, Daß ich durch des Todes Thal Ohne Schrecken gehe. 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir Für dein bittres Leiden; Denn dadurch erwarbst du mir Deines Himmels Freu⸗ weiß ich, daß im Tod Ich nicht ewig sterbe; Denn ich bin versöhnt mi Gott, Bin des Himmels Erbe. (Old. G.⸗B.) Chrph. Chrn. Sturm 1740—-86. Mel. Herzlich 135. D thut mich ꝛ dessen Au⸗ gen flossen, Sobald sie Zion sahn, Zur Frevelthat entschlossen, Sich dint Falle nahn, Wo ist das Thal, die Höhle, Die, Jesu, dich verbirgt? Verfol— — sion. 93 Habt ihr ger seiner Seele, ihn schon erwürgt? 2. Welch jammervolles Klagen Seufzt in Gethse⸗ mane? Wer ist der Mann der Plagen, Der langsam Sterbende? Ist unter Men⸗ schenkindern Ein Heiliger wie er? Und doch bebt er gleich Sündern Und sinkt und trägt's nicht wehrh 3. Ach, wie er tief im Staube Bedeckt mit Angst⸗ schweiß liegt, Und doch sein starker Glaube Im heißen Kampfe siegt! Schon kam der Mörder Rotte, Die kein Erbarmen rührt, Die ihn l Hohn und Spotte, Ihn, ach! zum Kreuze führt. 4. Sein Volk im bittern Grimme Erweicht sein An⸗ blick nicht, Nicht fremden Mitleids Stimme, Die vor dem Richtstuhl spricht. Er ist ihr Hohngelächter, Sie schrein mit wildem Ton: „Auf uns, auf Söhn' und Töchter Komm' seines Blutes Lohn!“ 5. Zur hohen Schädel— stätte Trägt er sein Kreuz hinan. Sie kreuzgen ihn!— o bete, Mein Geist, mit Wehmuth an. Noch höhnt in frechen Mienen Sein Volk des Dulders Schmerz. Er ruft:„Vergib es ihnen!“ Vergebend bricht sein Herz 9⁴ 6. Es bricht, und matt von Kummer Sinkt nun sein Haupt zur Ruh'. Nun schließt des Todes Schlummer Sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle; Der Geist schwebt, sanft entrückt, Zu Gott, wo ihn die Fülle Des hohen Lohns erquickt. 7. O Freund der Men⸗ schenkinder, Hier liegen wir gebückt, Wie hoch hat uns, uns Sünder, Wie hoch dein Tod beblückt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Dank; Hör' ihn, vernimm vom Staube Den schwachen Lobgesang! Old. G.⸗B. Carl Wilh. Ramler 1725.—98: Eigne Melodie. 136 Lamm Gottes, * im Staube Mit Blut und Thränen be— decket! Dein tröste sich mein Glaube, Wenn Tod und Sünde mich schrecket! Dein Ringen, Seufzen, Klagen, Dein Todeskampf, dein Za⸗ gen Sei meine Ruhe, Herr Jesu! 2. O Lamm Gottes, un⸗ schuldig Trugst du die herbe Verhöhnung Und immer so geduldig, Zu meiner Sünden Versöhnung. Dein Bild müss' uns beleben, Zu dul⸗ den, zu vergeben, Wie du zu lieben, Herr Jesu! —..———— (Jev. G.⸗B.) Passion. 3. O Lamm Gottes, un⸗ schuldig Für uns am Kreuz geschlachtet! Dein Tod mach uns geduldig, Wenn uns dis Welt verachtet! Er schreck uns ab von Sunden; Er müss' uns dir verbinden Zu treuer Liebe, Herr Jesu! (Old. G.⸗B.) Herm. Julius Tode 1733—97. (nach Nic. Decius 1529.) Eigne Melodie. 137 hriste, du Lamm L Gottes, Der du trägst die Sünde der Welt, Erbarm' dich unser! 2. Christe ꝛc. Erbarm' dich unser! 3. Christe! ꝛc. Gib deinen Frieden! Amen. Alte Kirche. uns 0 Melodie. Verzliebster Jesu, 9 was hast du verbrochen, Daß man ein solch scharf Urtheil hat ge— sprochen? Was ist die Schuld? In was für Missethaten Bist du Du wirst gegeise selt und ut Dorn gekrönet, Ins An⸗ gesicht geschlagen und ver— höhnet! Du wirst mit Essig und mit Gall' getränket, Ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach' solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich 138. S geschlag habe ¶ du erde selbst, d ohn' al bracht e Ich lel Lust ur mußt l 6. 2 zu all. ich gnu breiten vermag dir zu 7..— 1 das du will de pfen,; Herz zünden 8. in eigt Begier heften Geist, Guten 9. Gnad' Aus für ni müher deinen füllen. es, un⸗ 1 Kreuze d mach uns die schreck n; Er den Zu esu! lius Tode 1733—97. 1529.) u Lamm Der du r Welt, rm⸗ dic ib uns M. te Kirche. r Jesu, ast du an ein hat ge⸗ Schuld? en Bist elt und ns An⸗ d ver⸗ t Essig t, Ans ohl die ? Ach, n dich Passion. 9⁵ · geschlagen! Ich, o Herr Jesu, habe dies verschuldet, Was du erduldet! 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; Die Schuld bezahlt der Herr selbst, der Gerechte, Für seine Knechte! 5. O große Lieb', o Lieb' ohn' alle Maße, Die dich ge⸗ bracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, Und du mußt leiden. 6. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, Wie kann ich gnugsam solche Treu' aus⸗ breiten? Kein Menschenherz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 7. Doch ist noch etwas, das du wirst annehmen; Ich will des Fleisches Lüste däm⸗ pfen, zähmen, Daß sie mein Herz aufs neue nicht ent⸗ zünden Mit alten Sünden. 8. Weil aber nicht es steht in eignen Kräften, Fest die Begierden an das Kreuz zu heften, So gib mir deinen Geist, der mich regiere, Zum Guten führe. 9. Dann werd' ich deine Gnad' und Huld betrachten, Aus Lieb' zu dir die Welt für nichts mehr achten; Be⸗ mühen werd' ich mich, Herr, deinen Willen Stets zu er⸗ füllen. ö 10. Ich werde dir zu Eh⸗ ren alles wagen, Kein Kreuz mehr achten, keine Schmach und Plagen, Nichts von Ver⸗ folgung, nichts von Todes⸗ schmerzen Nehmen zu Herzen. 11. Dies alles, ob es zwar für schlecht zu schätzen, Wirst du es doch nicht gar bei Seite setzen; In Gna⸗ den wirst du dies von mir annehmen, Mich nicht be— schämen. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne Auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, Da will ich dir, wenn alles wird wohl— klingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann 1585—-1647. Eigne Melodie. 139 Ein Lamm geht 19 hin und trägt die Schuld Der Welt und ihrer Kinder; Es geht und träget in Geduld Die Sün⸗ den aller Sünder; Es folgt den Würgern ohne Zwang, Tritt an den herben Todes⸗ gang, Wählt Marter statt der Freuden; Es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Strie⸗ men, Kreuz und Tod Und spricht: Ich will's gern leiden. 2. Das Lamm, das ist der große Freund Und Hei⸗ land meiner Seelen; Den, ————— 96 Passion. den hat Gott zum Sünden⸗ feind Und Sühner wollen wählen. O Wunderlieb'! o Liebesmacht! Du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, Du streckest den in Grab und Sarg, Vor dem die 93 springen. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen; Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit Lie— besarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Sollst du mein Herze bleiben. Ich will dir, o mein höchster Ruhm, Hier— mit zu deinem Eigenthum Auf ewig mich verschreiben. 4. Ich will von deiner Lieblichkeit Bei Nacht und Tage singen, Mich selbst auch dir zu aller Zeit Zum Freudenopfer bringen, Mein Lebensbrunnen soll sich dir Und deinem Namen für und für In Dankbarkeit ergießen; Und was du mir zu gut gethan, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein Gedächtniß schließen. 5. Das soll und will ich mir zu nutz Zu allen Zeiten machen, Im Streite soll es sein mein Schutz, In Trau⸗ rigkeit mein Lachen, In Fröh— lichkeit mein Saitens spiel, Und wenn mir nichts mehr schme⸗ cken will, Soll mich dies Manna speisen; In Durst soll's meine Quelle sein; Bin ich verlassen und allein Soll es mein Tröster heißen. 6. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Tod, der ist mein Leben; Wenn mich der Sonne Hitze trifft, Kann er mir Schatten geben. Zieht auch das Wetter um mich her, Mag auf dem tiefbe⸗ wegten Meer Mein Lebens— schiff oft schwanken: Du bist mein Anker in der Flut, Du stärkst mich durch dein theures Blut; Drum kann 3— nimmer wanken! Wenn endlich ich soll Been ein In deines R deiches Freuden, Werd' ich dich, Herr, selig sein, Durch deine Todesleiden. Dann reichst du mir die Ehrenkron' Mit welcher ich will zu dem Thron Des l en Vaters gehen Und dir, dem er mich anvertraut, Auf den im Leben ich gebaut, Geschmückt zur Seite stehen. Paul Gerhardt 1606—76. Mel. Wie wohl 150 mir, o ꝛe. 140. Bae⸗ gehen Zum f schmerzensvollen Golgatha, Auf dessen schauer⸗ lichen Höhen, Was nie ein Engel faß;t, ges schah! Erwäg' durch an dies sterben; Und u ben ar schon werden ben, mehrnt 2.8 berg f schrick Herz! sieh ih ganz Hier überge tes Hier t Schul bange ein S Und! tes H 3. ten sich f ruft Herze was liche, liebre ter,! und den führe Beiss dem 4. from Leide rschme⸗ ch dies Durst in; Bin n, Soll en. mr des od, der in mich „Kann Zieht n mich tiefbe⸗ Lebens⸗ Du bist Flut, h dein n kann ich soll Reiches durch Durch Dann nkron', zu dem Vaters ar mich 'n im chmückt 606—76. 5„ 9 2. nich, o „wir zvollen chauer⸗ ne ein 5rwäg' Passion. 97 an diesem heilgen Orte Des sterbenden Erlösers Worte Und rufe Sott um Glau⸗ ben an. Sie können dir schon Trost im Leben, Sie bden Trost im Tode ge⸗ ben, Wenn nichts dich hier mehr trösten kann. 2. Schon zeigt der Blut⸗ berg sich von weiten! Er⸗ schrick und zittre, frommes Herz! Sieh deinen Retter, sieh ihn streiten Und werde ganz Gefähl ganz Schmerz. Hier hieng, den Mördern übergeben, Am Holze Got⸗ tes Sohn, dein Leben; Hier trug er unsrer Sünden Schuld, Empfand in jenen bangen Stunden, Was nie ein Sterblicher empfunden, Und bracht' uns wieder Got⸗ tes Huld. 3. Geduldig bei den größ⸗ ten Schmerzen, Nimmt er sich seiner Feinde an. Er ruft mit sanftmuthsvollem Herzen:„Sie wissen nicht, was sie gethan.“ Der gött⸗ liche, der größte Beter Fleht liebreich noch für Missethä⸗ ter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach. O Mensch, den Rach' und Zorn ver⸗ führen, Laß dich sein heilig Beispiel rühren Und bete dem Versöhner nach. 4. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, Als unter Leiden ohne Zahl Der Herr dem Jünger seiner Liebe Die Mutter sterbend noch em— pfahl! Ach, wird mein Aug' einst um die Meinen In mei⸗ ner letzten Stunde weinen, Dann soll der Trost mir Muth verleihn: Er, welcher, als er schon erblaßte, Die Seinen noch mit Lieb' um⸗ faßte, Wird auch der Mei⸗ nen Pfleger sein. 5. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeug⸗ ten Schächer Der Mund der Liebe sterbend spricht:„Du wirst,“ so ruft er ihm ent⸗ gegen,„Noch heute deines Glaubens wegen im Paradiese e sein. Herr, laß an des Todes Pforte Einst diese trostesvollen Worte Mich auch im letzten Kampf erfreun! 6. Wer kann die hohen Leiden fassen, Als Jesus an dem Kreuze rief:„Mein Gott! wie hast du mich verlassen?“ So tief war er gebeugt, so tief! Um unsrer Sünden Last zu büßen Hätt' er vor. verschmachten müssen; Doch Gott war seine Zuversi icht. Wenn ich den Kelch des Lei⸗ dens trinke, Die Seele zagt und ich versinke, Gott, so verlaß auch du mich nicht! 7. Der Herr des Himmels und der Erde, Von allem, Mit mir, 98 Passion. was erquickt, entblößt, Wünscht, daß sein Durst ge⸗ stillet werde, O Mensch, der dich so theur erlöst, Der Heiland ruft noch um Er⸗ barmen Aus tausend hülfs⸗ bedürftgen Armen, Die Hun⸗ ger, Durst und Mangel drückt. O selig, wer den Ruf erfül⸗ let! Denn wer den Durst des Armen stillet, Der hat den Heiland sebst erquickt. 8. Nun enden sich die schweren Leiden, Der Hei⸗ land spricht:„Es ist voll— bracht!“ O Wort des Sie⸗ ges, Wort der Freuden! Du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf, wer darf es wagen, Uns, die Erlösten, zu verklagen, Da er vom Tod uns frei gemacht? Gib, daß am Ende meiner Tage Auch ich, o Herr, mit Freu⸗ den sage: Es ist vollbracht! es ist vollbracht! 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Erlöser! soll auch meines sein. Laß es in meiner Todesstunde Mir Muth und Zuversicht ver— leihn. Du rufest:„Vater, ich befehle In deine Hände meine Seele, Die allen Men⸗ schen Heil erwarb.“— Nun war das große Werk voll— endet, Wozu der Vater ihn gesendet; Da neigt' er sanft sein Haupt und starb. 10. Bewein' ihn fromm mit stillen Zähren, O Christ; du hast ihn sterben sehn. Bald wirst du mit der En⸗ gel Chören Frohlockend sei— nen Ruhm erhöhn. Den deine Seufzer jetzt beklagen, Der wird als Held nach dreien Tagen Vom Grab siegreich auferstehn. Den freche Rotten hier entehrten, Den wirst du dort bei den Verklärten Zur Rechten sei— nes Vaters sehn. (Old. G.⸗B.) Ludw. Heinr. Bachhof von Echt 1725—92. Mel. Herzlich thut mich ꝛ 141. O Haupt vul Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn! O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornenkron'! O Haupt, zu⸗ vor gekrönet Mit n. Ehr' und Zier, Gebeugt jet und verhöhnet, Gegnußet seist du mir! 2. Nun, was du, Herr, er⸗ duldet, Ist alles meine Last; Ich hab' es selbst verschul— —— Was du getragen hast. Schau' her, hier steh' ich Armer, Der Zorn verdienet hat; Gib mir, o mein Er⸗ barmer, Den Anblick deiner Gnad'. 3. Erkenne mich, mein Hü⸗ ter, Mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, Ist mir viel Guts gethan; Dein Mund hat mich denkt bega mels 4. stehe. nicht geher bricht wird Tode dich und Freu lich! nem finde o me Kreu mir schäh eklagen d nach Grabe Den tehrten, bei den ten sei⸗ . Bachhof 1725—92. lich ꝛe. pt voll und erz und ot, zum it einer upt, zu⸗ höchster igt jetzt egrüßet err, er⸗ ie Last; erschul⸗ n hast. eh' ich erdienet in Er⸗ deiner ein Hü⸗ m mich I aller (Guts d hat Passion. 99 mich gelabet Mit süßer Gna⸗ denkost, Dein Geist hat mich begabet Mit mancher Him— melslust. 4. Ich will hier bei dir stehen, Verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, Wenn dir dein Herze bricht: Wenn dein Haupt wird erblassen Im letzten Todesstoß, Alsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Schoß. 5. Es dient zu meinen Ein o Und thut mir herz— lich wohl, Wenn ich in Der⸗ nem Leiden, Mein Heil, mich finden soll. Ach! möcht' ich, o mein Leben, An deinem Kreuze hier Mein Leben von mir geben, Wie wohl ge— schähe mir! Ich danke dir von Her— zen, O Jesu, liebster Freund, Für deine Todesschmerzen, Da du's so gut gemeint. Ach! gib, daß ich mich halte Zu dir und deiner Treu', Und wenn ich nun erkalte, In dir mein Ende sei. 7. Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wenn ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür, Wenn mir am aller⸗ bängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Aengsten Kraft deiner Angst und Pein. 8. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in mei⸗ nem Tod! Laß mich dich sehn im Bilde Der bittern Kreuzesnoth. Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Fest an mein 5223 dich drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt 1606—-76. Mel. Herzlich thut mich ꝛe. 142. Dꝰ du voll Blut und Wunden Für uns am Kreuze starbst Und unsern letzten Stunden Den höchsten Trost erwarbst, Der du dein theu— res Leben, Noch eh ich war, auch mir Rer Rettung hin⸗ gegeben, Mein Jesu, Dank sei dir! 2. Wie viel hast du er⸗ duldet, Erhabner Menschen— sohn, Als du so unverschul— det Empfiengst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; Da traf dich Schmach auf Schmach; Da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, Der Menschen wohl— gefällt, Hendser du an deinem Kreuze, Ein Opfer für die Welt, Dich flohen deine Freunde; Du warst der Leute Spott; Dich höhnten deine Feinde: Wo ist denn nun sein Gott? 4. Mein Heil, was du er⸗ duldet, Das war auch meine ———— 100 Last; Auch ich hab' es ver⸗ schuldet, Was du getragen hast. Ich hab's verdient, ich Armer! Um Gnad' fleh' ich zu dir. Du neigst dein Haupt, Erbarmer! Ach neig' es auch zu mir. 5. Ich will auf dich stets 15— Mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? Verwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, Wenn du mich, Herr, nicht liebst? Wo Reinigung von Sünden, Wenn du sie mir nicht gibst? 6. Du hast mir durch dein LeidenVergebung, Bessrungs⸗ kraft, In Trübsal Trost und Freuden, Die ewig sind, ver— schafft. O gib an dieser Gnade Auch mir im Glau— ben Theil Und auf des Le⸗ bens Pfade Mir Muth und 353 und Heil. 7. Ich danke dir von Her— zen,„Du, meiner Seele Freund, Für deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemernt! Ach gib, daß ich mich halte Zu dir und deiner Treu' Und, wenn ich einst erkalte, Ganz, ganz der deine sei. 8. Wenn 920 einmal soll scheiden, Auch dann verlaß mich nicht; Sei auch in To⸗ desleiden Mein Trost, mein Heil, mein Licht. Wenn mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, Dann reiß Passion. mich aus den Aengsten Kraft deiner Angst und Pein. 9. Erhebe dann mein Hof⸗ fen, Zur bessern Welt zu gehn, Und laß im Geist mich offen, Herr, deinen Himmel sehn. Dann werd' ich mit Entzücken Und heilger Sehn⸗ sucht voll Nach dir, Vollen— der, blicken; Wer so stirbt, der stirbt wohl! (Old. G.⸗B.) Joh. Sam. 1721—97. Diterich (nach Nr. 141.) Mel. Nun ruhen alle Wälder er. 143. O Welt, sieh hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schwe— ben, Dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich be— schweren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Wer hat dich so ge⸗ schlagen, Mein Heil, und dich mit Plagen So übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie wir und unsre Kinder; Von Uebel⸗ thaten weißt du nicht. 3. Ich, ich und meine Sünden, Die sich wie Körn⸗ lein finden Des Sandes an dem Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget, Und deiner Martern ganzes Heer. 4. Du setzest dich zum Bürgen, Ja, lässest gar dich würgen Für mich und meine Schul kröner dich hi mit C 9. bunde Stund sehr. vermö legen und 6 6. viel g Leben thun: Leider scheid. nem — + setzen, getzen 6. Spier ein unver 8. Wie cken Mutl lieber betrü Bosh 9 schlag absag gefäl hasse und derng Kraft n. N Hof⸗ elt zu st mich dimmel ch mit Sehn⸗ Vollen⸗ stirbt, Diterich er. 141.) ilder ae. ieh hier hen Am schwe— in den rst der sich be— „Hohn so ge⸗ „ und b übel a nicht ir und Uebel⸗ . meine eKörn⸗ des an ben dir as dich Nartern ch zum gar dich d meine Passion. 101 Schuld. Mir lässest du dich krönen Mit Dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit Geduld Ich bin, mein Heil, ver⸗ Eunden All' Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel' vermögen, Das 2 ich billig legen Allzeit an deinen Dienst und Ehr'. 6. Nun, ich kann nicht viel geben In diesem armen Leben; Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib und Seele scheiden, Mir stets in mei— nem Herzen ruhn. — 7. Ich will's vor Augen setzen, Mich stets daran er⸗ getzen, Ich sei auch, wo ich sei. Es 1l mir sein ein Spiegel Der Unschuld und ein Siegel Der Lieb' und unverfälschten Treu'. 8. Ich will darin erblicken, Wie ich mein Herz soll schmü— cken Mit silem sanftem Muth Und wie ich die soll lieben, Die mich doch sehr betrüben Mit Werken, so die Bosheit thut. 9. Ich will mich mit dir schlagen Ans Kreuz und dem absagen, Was meinem Fleisch gefällt. Was deine Augen hassen, Das will ich fliehn und hassen, Gefiel es auch der ganzen Welt. 10. Es ström' aus deinen Wunden In meinen letzten Stunden Mir Trost und Frieden zu! Nimm mich an meinem Ende, O Herr, in deine Hände Und führe mich zur ewgen Ruh'. Paul Gerhardt 1606-76. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ꝛc. 1 4 4. AN 00 ihn + dulden, blu⸗ ten, sterben! O meine 5. Soele sag' ihm frommen Dank! Sieh Gottes eingen Sohn und Erben, Wie mächtig ihn die Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan? Der so wie er für Sünder sterben kann? 2 Wie dunkel waren jene Stunden, O Herr, und wel⸗ che Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden! Und ach, es floß zum Heil und Trost für mich Und ruft noch heute mir ermunternd zu, Daß du mich liebst, du frommer Dul⸗ der, du. 3. So sollt' es sein; du mußtest leiden. Dein Tod macht mir des Vaters Liebe kund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, Ein Sie⸗ gel auf den ewgen Friedens⸗ bund. So wahr dich Gott für mich zum Opfer gibt, So feste steht's, daß er mich herzlich liebt. ——————————— 102 Passion. 4. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Du schliefst auch einst im Grab, du Menschenfreund; Mag sie doch meine Asched decken, Die Erde, wenn des Todes Nacht erschint Der Gott, der dir das Leben wiedergab, Wälzt einstens auch den Stein von meinem Grab. 5. Nimm hin den Dank für deine Plagen, Mein Retter, den die treuste Liebe bringt! Dort will ich dir's noch besser sagen, Wenn dir mein Geist im Engelchor lob— singt; Dann stimmen alle Selgen fröhlich ein; Der ganze Himmel soll dann Zeu⸗ ge sein. (Old. G.⸗B.) Joh. Aug. Hermes 1736—-1822. Mel. Freu' dich sehr, o meineꝛe. 145 Der am Kreuz 1 ist meine Liebe! Meine Lieb' ist Jesus Christ, Dem ich treu zu sein mich übe, Weil er mein Er⸗ löser ist. Sündenlieb' ist nicht von Gott, Sündenliebe bringt den Tod,‚ Jesum will ich nie betrüben, Meinen Jesum will ich lieben. 2. Der am Kreuz ist mei⸗ ne Liebe! Sünder, was be⸗ fremdet's dich, Daß ich mich im Glauben übe? Jesus Christus starb für mich. Er hat mich mit Gott versöhnt, Hat mit Gnade mich gekrönt; Jesum will ich nie betrüben, Meinen Jesum will ich 30 Der am Kreuz ist meine Leebe! Ach, der Welt entsag' ich gern, Daß ich ihn nur nicht betrübe, Meinen Hei⸗ land, meinen Herrn. Spräch' ich seinen Leiden Hohn, Kreu— zigt ich nicht Gottes Sohn? Nein, ihn will ich nicht be⸗ trüben, Meinen Jesum will ich lieben. 4. Der am Kreuz ist meine Lebel. aite bin ich in Ewig⸗ keit, Weih' ihm alle meine Miebe, Alle Kraft der Le⸗ benszeit. Von ihm trennt mich keine Noth, Keine Mar⸗ ter und kein Tod. Jesum will ich nie betrüben, Mei— nen Jesum will ich lieben. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe, Jesus mein bewährter Freund! Dieser Staub, mein Leib, zerstiebe, Dann werd' ich mit ihm vereint, Werde seine Herrlichkeit Schaun in jener Ewigkeit. Drum will ich ihn nicht betrüben, Mei⸗ nen Jesum will ich lieben. (Jev. G.-B.) Unbek. Verf. seit 1676. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛc. 146. aß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, Dein gött— lich Kreuz im Glauben zu verehren, Daß ich getreu in dem 2 christlich 2. De Böse f Herr, di dein he ich zugle lauben 3. D mich do könnt' i Willen mehr, u Zu dein 4. 0 Leiden Kreuzen Herzens viel für schuldet, 9 Leben könnt' i⸗ der, ha⸗ du, wer Für sie 6. V mit gle Wenn rächend Heilige der Gl nicht w 7. C deinem ist de Kreuze— Gott g deinem zuahme rönt; üben, ich neine itsag' nur Hei⸗ räch' dreu⸗ ohn? t be⸗ will neine wig⸗ ieine Le⸗ ennt Nar⸗ esum Mei⸗ en. ieine hrter mein verd' zerde n in will Mei⸗ ven. 1676. 18 Lc. Beist nein gött⸗ zu treu Passion. in dem Beruf der Liebe Mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir er⸗ lauben Und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, Wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben Und nicht viel⸗ mehr, weil ich dir angehöre, Zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, Wenn Kreuz mich trifft, gelassnen Herzens werden, Da du so viel für uns, die wir's ver⸗ schuldet, Liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, Wie könnt' ich sie, sie, meine Brü⸗ der, hassen Und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, Für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, Wenn man mich schilt, nicht rächend wiederschelten; Du, Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, Schaltst auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, Dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen; Und Gott gibt uns die Kraft in deinem Namen, Dir nach— zuahmen. 103 8. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, Im Glauben kämpf', im Glauben wach' und bete, So ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, Als Jesus lebet. 9. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, So schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; Und werd' ich matt in Uebung guter Werke, So sei mir's Stärke. 10. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden Ein Aergerniß und eine Thorheit werden, So sei's doch mir trotz allen frechen Spottes Die Weisheit Gottes. 11. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken, So laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; Dein Sterben sei, wenn ich den Tod einst leide, Mir Fried' und Freude. (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—-69. Mel. Hilf, Gott, daß mir's ꝛce. 1 47 Wern mich * die Sünden kränken, So laß, Herr Jesus Christ, Mich glaubensvoll bedenken, Wie du gestorben bist Und Rettung von der Schulden Last Den reuer⸗ füllten Sündern Am Kreuz erworben hast. 2. O wundervolle Liebe! Bedenk's, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe Der ——— 104 Passion. Herr für seinen Knecht! Selbst seinen eignen Sohn gab Gott Für mich verlor— nen Menschen In Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden Der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden; Durch Jesu Mittlerstod Bin ich von diesem Fluch befreit Und darf nicht ängstlich fürch— ten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum sag' ich dir von Herzen Jetzt und mein le— benlang Für deine Todes— schmerzen, Erlöser, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu' Auf ewig ganz ergeben Und thätig dankbar sei. 5. Stets reize mich dein Leiden, Die sündliche Begier Mit allem Ernst zu meiden Und fromm zu sein vor dir. Nie komm' es mir aus mei— nem Sinn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, Und wär's auch Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen. Laß nur, mein Herr und Gott Mich fliehn die Lüste dieser Welt Und dem Exempel fol— gen, Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir ge⸗ than, Und meinen Nächsten eilben, Gern dienen jeder— mann Ohn' Eigennutz und Heuchelei Und, wie du mir's erwiesen, Aus wahrer Lieb' und Treu'. 8. In meinen letzten Stun⸗ den Erquicke mich dein Tod, Daß ich, mit dir verbunden, Besieg' auch diese Noth. Laß mich, im freudigen Ver traun, Daß du mich selig machest, Dir sterben und dich schaun. (Old. G.⸗B.) Just. Gesenius 1601—71. Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛe. 148 Jesu, deine tiefen . H Wunden, Dei— ne Qual, den bittern Tod, Den du auch für mich em— pfunden, Laß mir geben Trost in Noth! Fällt mir etwas Arges ein, O so gib von deiner Pein Neuen Eindruck in die Seele, Daß ich dann das Beste wähle. 2. Schmachtet botnen Freuden Mein ver⸗ derbtes Fleisch und Blut, O so blick' ich auf dein Lei—⸗ den; Schnell verlischt der Lüste Glut. Der Versucher ist für mich Länger dann nicht fürchterlich; Denn mich schützt, daß er nicht schade, Deines Todes Kraft und Gnade. 3. Will die Welt mein Herz verführen Auf die breite Sündenbahn, Wo so viele nach ver⸗ sich ver ich bete ter schn gestand kann Siegre entschn 4. dich gle hingeri zum niederd Süßig⸗ Leid, erworb mich g nem Seligk keine ich im gen T durchb Dann, windet überw Old. G Mel. 0 144 Kreuz Schul Hat und 5 mit 6 2. Kreuz finder tz und mir's Lieb' Stun⸗ Tod, unden, Noth. Ver⸗ selig id dich zesenius 01—71. »ine ꝛce. tiefen „Dei⸗ Tod, hem⸗ Trost etwas von idruck dann ver⸗ ver⸗ Blut, NLei⸗ t der sucher dann mich chade, und mein breite viele Pa sich verlieren, O dann schau' ich betend an Deiner Mar⸗ ter schwere Last, Die du aus⸗ ünden hast; Dann, dann fann ich muthig ringen, Siegreich mich der Welt entschwingen. 4. Wenn ich innig an dich glaube, O wie werd' ich hingerückt Ueber alles, was zum Staube Meine Seele niederdrückt! Deines Trostes Süßigkeit Wendet jedes bittre Leid, Der du mir das Heile erworben, Da du bist für mich gestorben. 5. Hab' ich dich in mei⸗ nem Herzen, Geber aller Seligkeit, So empfind ich keine Schmerzen, Stark bin ich im letzten Streit! Drin⸗ gen Todesschauer ein Und durchbeben mein Gebein, Dann, dann werd' ich über⸗ winden, Jesu, durch dich überwinden. (Old. G.⸗B.) Joh. Heermann 1585—1647. Mel. Meine Liebe hängt am ꝛe. 149. M bingt 000 Kreuz! Ach! er hat für meine Schulden Müssen dulden, Hat mich durch sein Blut und Tod Wieder ausgesöhnt mit Gott. 2. Mein Erlöser hängt am 22—— Wie sollt' ich Gefallen finden An den Sünden? sion. 10⁵ Wäre doch die Welt nur mir Und ich auch gekreuzigt ihr! 3. Mein Erlöser hängt am Kreuz; Seiner will ich stets gevenken Wenn mich krän⸗ ken Leiden dieser Pilgrim⸗ schaft, Stärkt er mich mit Muth und Kraft. 4. Mein Erlöser hängt am Kreuz; Sein Verdienst gibt Trost im Sterben, Läßt mich erben Dort in jener Ewigkeit Die erworbne Seligkeit. B.) Adam Friedr.Tribbechow um 1670. v. 4. Joh. Henr. Rumpels. Jev. G.- Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. Ar Kreuze hängt 150. verschmachtet, Verspottet und verachtet, Ein Fluch, der Herr, mein Heil. Gequält von großen Schmer⸗ zen, 125 im gebrochnen Her en Der Göttliche den Todespfeil. 2. Die Erde bebt und zittert, Der Fels zerreißt und splittert, Der Tagesglanz erbleicht. Er fühlet 125 die Wehen, Die durch die Schö— pfung gehen; Er hat das müde Haupt geneigt. 3. Die Liebe weint und trauert, Von heilgem Schmerz durchschauert; Er sieht die Thränen nicht. Sein Blut ist hingeflossen, Wie Wasser ausgegossen; Erloschen ist sein Augenlicht. 106 4. Die ihn beweinen, tra⸗ gen Mit Seufzen und mit Klagen Den lieben Herrn zur Ruh' Und decken ihn mit Thränen Und mit der Liebe Sehnen Im kühlen Felsen— grabe zu. 5. Mit ihnen will ich zie— hen, Am Grabe niederknieen, Auf meinen Heiland sehn; An seinem Sterbetage Soll meine Todesklage Hervor aus tiefer Seele gehn. 6. Für mich ist er ge— storben, Und ohne ihn ver— dorben Wär' ich ganz sicher⸗ lich. Wie könnt' ich je ver⸗ gessen, Was ihm ward zu— gemessen? Er trug's aus Liebe auch für mich. 7. Er hat mich aus den Wogen Der Sündenangst gezogen Mit göttlich starker Hand,— Auf dunklem Er— denpfade Das helle Licht der Gnade Und ewges Heil mir zugewandt. 8. Gedenk' an seine Treue In wahrer Buß' und Reue, Gedenk' an seinen Schmerz! Reiß aus die Sündentriebe, Steh fest in deiner Liebe; Bei ihm ist Ruhe, müdes Herz. Chr. Aug. Bähr 1795—1846. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. 151 sGKer kann die Leiden fassen, Die du, Herr, so gelassen Passion. Für mich erduldet hast! Daß ich gerettet würde, Trugst du die schwerste Bürde Und nahmst auf dich auch meine Last. 2. Laß deine letzten Stun⸗ den, Die Qual, die du em— pfunden, Mich trösten und erfreun. Es lehre mich dein Leiden Den Dienst der Sün⸗ de meiden Und ganz mich deinem Dienste weihn. 3. Du starbst mit einem Herzen, Das selbst in Todes⸗ schmerzen Für deine Feinde bat. So will ich mich nun üben, Den, der mich kränkt, zu lieben; Oft wußt' auch er nicht, was er that. 4. Du gabest Trost dem Armen, Der sich auf dein Erbarmen Am Kreuze erst verließ. Wenn ich im Glau⸗ ben sterbe, Bin ich des Him— mels Erbe Und folge dir ins Paradies. 5. Du sorgtest für die Deinen, Die du um dich sahst weinen, Gabst ihrem Herzen Ruh'. So send' auch, wenn ich scheide, In ihrem bittern Leide Den Meinen Trost und Frieden zu. 6. Du mußtest, matt von Plagen:„Mich dürstet!“ schmachtend klagen, Und keiner labte dich; Doch ich kann nie verschmachten; Denn du wirst meiner achten, Du labest und erquickest mich. + 8 7 und Beb umgeben mein Go einst erbl nicht ver selbst de 8. Dr Ziele I Des Si bracht!“ vollbrine Ziele dr Sieges 9. Di ende In de Getr Wenn i Ihm eit O dam Gewinn Mel. W 15² Leiden lösers? Trosts Du ma kund. der all' Sünder 2.— Felsen Schein Todte ben, 5 öffnen Daß st du Und neine Stun⸗ em⸗ und dein Sün⸗ mich inem des⸗ inde nun änkt, ch er dem dein erst lau⸗ him⸗ dir die dich rem luch, rem inen von 2'117 Und ich enn Du . Passion. — 7. Du riefst mit Angst und Beben, Von Todesnoth umgeben:„Verläßt du mich, mein Gott?“ Werd' ich der⸗ einst erblassen, Du wirst mich nicht verlassen; Du fühltest selbst des Todes Noth. 8. Du sprachst an deinem giele Im freudigen Gefühle Des Siegs:„Es ist voll⸗ bracht!“ Lehr' mich mein Werk vollbringen Und einst zum Ziele dringen Durch deines Sieges Kraft und Macht. 9. Du gabst am Leidens⸗ ende In deines Vaters Hän⸗ de Getrost den Geist dahin. Wenn ich auch meine Seele Ihm einst, wie du, befehle, dann ist Sterben mein Gewinn. Aus dem Berliner G.⸗B. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 15²2 Es ist vollbracht! ruft nach dem Leiden Des sterbenden Er— lösers Mund. O Wort voll Trosts und heilger Freuden! Du machst mir die Erlösung kund. Nun weiß ich, daß, der alle liebt, Auch meine Sünden mir vergibt. 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben, Der Sonne Schein verlieret sich, In Todte dringt ein neues Le⸗ ben, Der Heilgen Gräber öffnen sich, Der Vorhang 107 reißt, die Erde kracht; Und die Erlösung ist vollbracht. 3. Netzt, fromme Thränen, meine Wangen Voll Glau⸗ bens und voll Dankbarkeit! Sieh, Seele, den am Kreuze hangen, Der mächtig uns vom Tod befreit! Er, den mir Gott zum Heil gemacht, Rief auch für mich: Es ist vollbracht! 4. O Herr, laß mich nun auch vollbringen, Was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich rin— gen, Dazu dein Tod mir Kraft gewährt. Er stärke mich, daß meine Treu' Und Besserung vollkommen sei. 5. Du, der du dich für mich gegeben, O, Jesu, laß mich eifrig sein, Zu deinem Dienste ganz zu leben Und keine Noth noch Schmach zu scheun, Dein, Jesu, sein, dein Eigenthum, Sei meines Herzens Freud' und Ruhm. 6. Soll ich bei dir ergeb— nem Herzen Auch hier durch manche Trübsal gehn, Und hat mein Gott gehäufte Schmerzen Zu meiner Prü⸗ fung ausersehn, So laß auch mich den Trost erfreun: Vollbracht wird auch mein Leiden sein. 7. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, Dann, Herr, erleichtre mir die Last, Laß mich den Trost auch 108 Passi schmecken, Daß du den Tod besieget hast; So geh' 100 in des Grabes Nacht Mit Siegsgesang: Es ist vollbracht! (Old. G.⸗B.) Joh. Sam. Diterich 1721—97. Mel. O Traurigkeit, o ꝛc. 15. Se ruhest du, O meine Ruh', In nn Grabeshöhle Und erweckst durch deinen Tod Meine todte Seele. 2. Man senkt dich ein Nach vieler Pein, Du mei⸗ nes Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels de 1 Heils, umgeben. Ach, du bist kalt, Mein 958 und Halt! Das macht dein heißes Lieben, Das dich in das kalte Grab Mir zu gut getrieben. 4. O Lebensfürst, Ich weiß, du wirst Mich wieder auferwecken; Sollte denn mein gläubig Herz Vor der Gruft erschrecken? 5. Sie wird mir sein Ein Kämmerlein, Wo ich im Frie— den liege, Weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. Nein, nichts verdirbt, Der Leib nur stirbt; Doch wird er aufer stehen Und in ganz verklärter Zier Aus dem Grabe gehen. dte will ich, Mein ‚F dich In meine Seele sen Und an deinen bittern Bis zum Tod gedenken. Sal. Franck 1659—1725, Mel. Lieber Tag, seh' ich dich ꝛe. Jesu, meines Le⸗ 154. X bens Leben, Du, mein Heiland, schlum— merst ein, Mir den größten Trost zu geben, Der die Seele kann erfreun. Du, Versöhner, neigest müde Nuf die Brust dein Haupt herab; Du, du stirbst! Dein Tod ist Friede, Ruh' und Ehre ist dein Grab. 2. Ruhe sanft im Schoß der Erde, Weihe du mein Grab mir ein, Daß auch mir die Hoffnung werde, Ruhe mich zu freun. Ach, du hast nun ausgelitten Wie noch nie ein Dulder litt, Hast den größten Sieg erstritten, Wie kein Sieger ihn erstritt. 3. Alle Früchte deiner Leiden, Deiner Siege sind auch mein; Ich soll aller deiner Freuden Froher Mit⸗— genosse sein. Welche Wonne, welcher Segen Fließt aus deinem Tod mir zu! Führe du auf meinen Wé zegen Mich auch dieser Wonne zu. 4. So sei denn dein bittres Leiden Ewig unvergeßlich mir; Dankbar schlaͤg' im letz— ten 22 Julsse uuch Dich, zu sehr Erlöste einst z Mein Seele bittern denken. 59—1725, dich ꝛe. ies Le— Leben, schlum⸗ größten er die Du, müde Haupt Dein hꝰ und Schoß mein auch werde, freun. elitten, Dulder Sieg Sieger deiner e sind aller Mit⸗ zonne, t aus Führe Mich hittres zeßlich n letz⸗ Passion. ten Scheiden Noch der letzte gulsschlag dir! Dann soll mich die Hoffnung trösten, Dich, der für mich starb, zu sehn Und im Kreise der Erlösten Dir zur Rechten einst zu stehn. Unbek. Verf. Mel. Herr Jesu Christ, meins ꝛe. oder Herr Jesu Christ, dich zu ꝛe. 155 Wir danken dir, 9. o Jesus Christ, Daß du für uns ge⸗ storben bist Und unsrer Sün⸗ den schwere Last Am Kreuz auf dich genommen hast. 109 2. Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Verherr⸗ licht nun nach Spott und Hohn! Sei unsre Zuflucht in der Noth Und unser Trost auch einst im Tod! 3. O reich' uns deine starke Hand In diesem un⸗ sern Pilgerstand, Damit auch wir geduldig sein, Wie du in deiner Kreuzespein. 4. Auf dich steht unsre Zuversicht; Verlaß uns, Herr, verlaß uns nicht! Hilf uns der Sünde widerstehn Und durch den Toͤd ins Leben gehn. (Old. G.⸗B.) Chrph. Vischer gest. 1600. 5. Ostern. Mel. Herr Jesu Christ, meins ꝛc. oder Vom Himmel hoch, da ꝛc. Frinnre dich, mein 156. E ö Geist, erfreut An dieses Tages Herrlichkeit. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien', Als spräch' er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich und bet' ihn an; Er mißt den Sternen ihre Bahn, Er lebt und herrscht, mit Gott ver⸗ eint, Und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Herrschaft immerdar Dem, der da ist und der da war! Ihm werde Preis und Dank geweiht, Von Ewigkeit zu Ewigkeit. 5. O Glaube, der Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, Wenn sie mein Geist mit der vergleicht, Die ich durch Gottes Sohn erreicht. 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, Unsterblich, heilig, Engeln gleich Und das 110 Ostern. ewig, ewig selig sein, Herr, aus Gott geboren ist. A an, welche Herrlichkeit ist mein! der Gottheit ewger Füll leben. 7. Du, der du in den Wogt ein tiefes Lebensmern aufer In dem Weltkreis weit un. einst her, Dringt auch in des Grabes Stille. Aller Chr⸗— Himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst! Und du erfüllst einst mein Vertraun, Dich dort von sten Preisgesang, Tönt dir Mel. Angesicht zu schaun! Gott des Lebens, Dank. 8. Ich soll, wenn du, des 2. Siegreich trat zurüt 15⁰ Lebens Fürst, Zum Weltge⸗ ins Leben Jesus aus des schöne richte kommen wirst, Erweckt Grabes Nacht, Und es it Lauf aus meinem Grabe gehn ihm nun gegeben Alle Hert— mein Und rein zu deiner Rechten lichkeit und Macht. Ueber seinen stehn. unsre Erde wehte Wunde⸗ Haup 9. Mit jener Schar um bare Himmelsluft Aus der Barg deinen Thron, Mit allen aufgesprengten Gruft, Als Flor. Engeln, Gottes Sohn, Mit Gott seinen Sohn erhöhte. vor u allen Frommen aller Zeit Soll Nun schafft er die Mensch⸗ er sti ich mich freun in Ewigkeit. heit um Durch sein Evan⸗ 2. 10. Nie komm' es mir aus gelium. Seele meinem Sinn, Was ich, mein 3. Heil uns! wir auch den Heil, dir schuldig bin; Da— den leben, Ob das Hert Grab mit ich mich, in Liebe treu, verden leben⸗. gem? Zu deinem Bilde stets erneu' I. Tode bricht, Werden h⸗ du se 906„ reich uns erheben Zu des 11. Du bist's, der alles Himmels ewgem Licht. Des rechte in uns schafft; Dein ist das verklärten Lebens Sonne 991910 Reich, dein ist die Kraft. Heilt dann jeden Erdenschmerz ni Ich hoff' auf dich, Herr Und des müden Pilgers 12700 Jesu Christ, Der du vom Herz Fühlet selger Geister 3. Tod erstanden bist. Wonne. Dann erst wird erstan (Old. G.⸗B.) Chrn. Uns offenbar, Welch' ein Tode Giut dies Leben war. von ö rung 4. Auf! nach jenem höhern liegst ö ö Leben Laßt uns in der Prü⸗ Und Mel. Sollt' ich meinem Gott zꝛe. fungszeit Duldend, kämpfend, Künd 157 Fest des Lebens, wirkend streben, Stark durch Noch * sei willkom⸗ Lieb' und Heiligkeit. Wer men! Heilges Fest, sei uns da hat, dem wird gegeben; bede⸗ gegrüßt! Also jauchzt die Jedes Werk, in Gott gethan, sr Schar der Frommen, Die Treibt mit neuer Kraft uns sinstr st. Auz r Füll⸗ hensmeer weit um⸗ in des er Chri⸗ önt dir, hank. t zurück nus des d es ist le Herr⸗ Ueber Vunder⸗ Aus der t, Ald erhöhte. Mensch⸗ Evan⸗ r auch 8 Herz en sieg⸗ Zu des Des Sonne schmerz Pilgers Geister wird ein ipfend, k durch Wer geben; ethan, ft uns finstre Nacht; Ostern. an, Fröhlicher in Gott zu leben. Wer so geistlich aufersteht, Wird mit Christo einst erhöht. Aus dem Berliner G.-B. Mel. Lieber Tag, seh' ich ꝛe. 158. andle leuch— tender und schöner, Ostersonne, deinen Lauf; Denn dein Herr und mein Versöhner Stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, Bargst du dich in nächtgem Flor. Doch jetzt komm her⸗ vor und leuchte; Denn auch er stieg längst empor. 2. Doch du selber, meine Seele, Sag', wie feierst du den Tag, Da der Herr des Grabes Höhle Mit gewalt⸗ gem Arm durchbrach? Feierst du sein Auferf stehen Auch in rechter Osterfreud'ꝰ??ꝰ Kann man an dir selber sehen, Welch ein hoher Festtag heut? 3. Bist du mit ihm auf⸗ erstanden Aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden Losge⸗ rungen, frei gemacht? Oder liegst du noch verborgen Und in deinen Sünden todt? Kündet deinen Ostermorgen Noch kein helles Morgenroth? 4. O 5 laß dich nicht bedecken Länger mehr die Sieh, dein Land des 111 Herr ist, dich zu wecken, Von dem Tode auferwacht. Komm, vom Schlaf dich zu erheben, Komm, der Fürst des Lebens ruft; Wache auf zum neuen Leben, Steig heraus aus deiner Gruft. 5. Steig empor zum neuen Leben, Denn du schliefest lang genug; Kraft zum Leben wird dir geben, Der für dich den Tod ertrug. Fang nur an erst aufzustehen, Fühlst du dich auch noch so matt; Der wird dir zur Seite gehen, Der dich auf— erwecket hat. 6. Sieh, dein Herr ist auferstanden, Daß du könn⸗ test auferstehn, Aus der Sünde Haft und Banden In die schönste Freiheit gehn. Willst du ihm dich nur er— geben, Streift er deine Ket⸗ ten ab, Und du siehst dein altes Leben Hinter dir als leeres Grab. Carl Joh. Phil. Spitta 1801—-59. Mel. Herzlich thut mich ꝛe. 6 Jâ geh' zu dei⸗ 15 9. nem Grabe, Du großer Sated Die Hoffnung, die ich habe, Ist nur auf dich gestellt; Du lehrst mich fröhlich sterben Und fröhlich auferstehn Und mit den Himmelserben Ins Lebens gehn. 142 Ostern. 2. Du hast geweiht die Erde, In die man dich ge— legt, Daß mir nicht bange werde, Wenn meine Stunde schlägt; Was an mir ist von Staube, Geb' ich dem Staube gern, Weil ich nun freudig glaube, Die Erde ist des Herrn. 3. Du schläfst in deinem Grabe, Daß ich auch meine Ruh' Im Schoß der Erde habe; Mein Hüter, Herr, bist du; Drum soll mir gar nicht grauen, Wenn mein Gesicht vergeht! Den Helfer werd' ich schauen, Der mir zur Seite steht. 4. Du sprengtest Stein und Siegel, Standst auf und warest frei; Auch mei— nes Grabes Riegel Bricht deine Macht entzwei; Du wirst den Stein schon rücken, Der mich im Tode deckt; Dann werd' ich dich erblicken, Der mich zum Leben weckt. 5. Du fährst zu Him⸗ melshöhen Und reichst mir deine Hand, Daß ich dir nach kann gehen Ins rechte Vaterland; Da ist es sicher wohnen Im Glanz der Herr⸗ lichkeit, Da warten mein die Kronen Nach kurzer Kam— pfeszeit. 6. Du, meines Lebens Le— ben, Du, meines Todes Tod, Dir will ich mich ergeben Auch in der letzten Noth ——.——.———— Und meine Ruhstatt machen In deiner Liebe Gruft; So werd' ich froh erwachen, Wenn deine Stimme ruft Benj. Schmolck 1672—1737. Mel. Vom Himmel hoch, da ꝛe 160 Trühmorgens, da 5 die Sonn' auf⸗ geht, Mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. 2. Nicht mehr als nur drei Tage lang Hält meinen Hei⸗ land Todeszwang. Am drit⸗ ten Tag durchs Grab er dringt Und hoch die Sieges⸗ fahne schwingt. 3. O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von des Herzens Thür. 4. Lebt Christus, was bin ich betübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wenn mir gleich alle Welt stürb' ab, Gnug', daß ich Christum bei mir hab'. 5. Er pflegt, er schützt, er tröstet mich; Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, Weil seines Leibes Glied ich bin. 6. Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die Engel lieben mich. Die Freu⸗ Mel.“ 161 Tod, Schre wird Todte umleu Dies 2. Reich Mit i gleich leben. verspr Zuver 3. ist me ganze zens Lüster läßt Dies 4. wiß, Jesu der 8 lichkei Kraft ist Mã. machen uft; So wachen, ch, da ꝛe. zens, da nnꝰ' auf⸗ ChKristus n ist der ht, Heil icht. nur drei ien Hei⸗ Um drit⸗ Hrab er Sieges⸗ roß, o ist ein t? Kein wer auf von des vas bin daß er Wenn stürb hristum ützt, er ich, so . Wo ich hin, lied ich f nicht ind die e Freu⸗ Ost de, die mir ist bereit, Ver⸗ treibet Furcht und Traurigkeit. 7. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu! dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß Er⸗ heben deinen Ruhm und Preis. Joh. Heermann 1585—1647. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 161 Jesus lebt, mit 2* ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich Von den Todten auferwecken. Dann umleuchtet mich sein Licht; Dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich Ueber alle Welt gegeben; Mit ihm werd' auch ich zu— gleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; Dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, sein Heil ist mein; Sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Her⸗ zens will ich sein Und den Lüsten widerstreben. Er ver⸗ läßt den Schwachen nicht; Dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, ich bin ge⸗ wiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsterniß, Keine Herr⸗ lichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu jeder Pflicht; Dies ist meine Zuversicht. ern. 113 5. Jesus lebt, nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth Wird es meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—09. Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛc. Olimen, deines 162. A Grabes Frie— de Wird auch unser Grab durchwehn, Wenn wir, von der Wallfahrt müde, Ruhn, um froher zu erstehn. Amen, Fürst der Auferstehung, Der des Grabes Siegel brach, Zeuch durch Grab und Tod uns nach Zu der Heiligen Erhöhung, Wo dem Herrn, der uns versöhnt, Aller Him⸗ mel Loblied tönt. 2. Großer Erstling deiner Brüder, Ja, du ziehest uns nach dir; Du, das Haupt, ziehst deine Glieder, Und wie du, so leben wir. Ja, wir werden auferstehen, Weil du auferstanden bist, Werden dich, Herr Jesu Christ, Einst in voller Klarheit sehen. Jetzt, o Herr, und ewiglich Leben wir allein durch dich. Carl Bernh. Garve 1763—-1841. Eigne Melodie. 163 Jesus, meine Zu⸗ 2* versicht Und mein Heiland, ist im Leben. ————— 114 Ostern. Dieses weiß ich; sollt' ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange Todes⸗ nacht Mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt; Ich werd' auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt; War⸗ um sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff— nung Band Zu genau mit ihm verbunden, Halt' ihn mit des Glaubens Hand Fest in meinen letzten Stun⸗ den, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden; Dieses weiß ich; doch wird er Mich er— wecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög' allezeit. 5. Dann werd' ich in hellerm Licht, Jesum, meinen Heiland, kennen. Ich, ich selbst, ein Fremder nicht, Werd' in seiner Liebe bren— nen; Nur die Schwachheit um und an Ist dann von mir abgethan. 6. Was hier kranket, seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen; Irdisch werd' ich ausgesät, Himmlisch werd' ich auferstehen: Hier geh' ich natürlich ein, Droben werd' ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, seine Glieder! Gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr: Christus ruft euch wieder, Wenn einst die Posaun' er⸗ klingt, Die durch alle Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erden⸗ kluft, Lacht des Todes und der Höllen; Denn ihr sollt euch aus der Gruft Eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Ver— druß Liegen unter eurem Fuß. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten die⸗ ser Erden Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr zugeführt sollt werden! Schickt das Herze da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg 1627—67. Mel. Christus, der ist mein ꝛe. Eillkommen, 164. We Streite, Aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute Um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird schau⸗ getragen Und ist nunmehr ein Spott; Wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott! ten S lied; Mitte Osterf 4. Beute aus; Desw 5. gesfa Herz; bahne wärts 6. den sein, finder freun. 7 storbe dir, worbe lich f 8. fröhl gehn, selig stehn. 9. nicht nunn beine rufen 2 Mel. 16 Hier Droben . hoh t euch, t nicht Sterbt wieder, un' er⸗ Gräber Erden⸗ es und r sollt Eurem Dann d Ver⸗ eurem Geist n die⸗ dem m ihr Schickt Wo ein. stin von 27—67. lein ae. nmen, d im rabes heute schau— mehr znnen unser Ostern. 3. In der Gerechten Hüt⸗ ten Schallt schon das Sieges⸗ lied; Du selbst trittst in die Mitten Und bringst den Osterfried! 4. Ach, theile doch die Beute Bei deinen Gliedern aus; Wir alle kommen heute Deswegen in dein Haus. 5. Schwing deine Sie— gesfahne Auch über unser Herz;: Den Lebensweg uns bahne Vom Grabe himmel— wärts. 6. Laß unser aller Sün⸗ den Ins Grab versenket sein, Uns einen Schatz hier finden, Der ewig kann er— freun. 7. Sind wir mit dir ge⸗ storben, So leben wir mit dir; Was uns dein Tod er— worben, Das stell' uns täg⸗ lich für. 8. Wir wollen hier ganz fröhlich Mit dir zu Grabe gehn, Wenn wir dereinst nur selig Mit dir auch aufer— stehn. 9. Der Tod kann uns nicht schaden, Sein Pfeil ist nunmehr stumpf; Wir stehn bei Gott in Gnaden Und rufen schon: Triumph! Benj. Schmolck 1672—-1737. — Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛc. 165 1 eberwinder, * nimm die 115 Palmen, Die dir Zion heute bringt, Das mit frohen Osterpsalmen Deinen großen Sieg besingt. Du hast dich empor geschwungen Aus der dunkeln Grabesnacht, Hast dein hohes Werk vollbracht Und der Feinde Wuth be— zwungen. An dem Tag, wo dies geschah, Singen wir: Aba Pflanze deine Siegs— ů——— Auf das Grab zu deinem Ruhm. Großer Kö— nig, komm, regiere Nun die Welt, dein Eigenthum. Du, den alle Himmel loben, Un-⸗ terwirf der Erde Kreis, Und es diene dir zum Preis Auch der Höllenmächte Toben. Uns sei stets als Helfer nah, Dann ertönt's: Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute Deiner armen Herde mit, Die in froher Sehnsucht heute Vor den Thron der Gnade tritt. Gib uns allen deinen Frieden, Gib uns Kraft und frohen Muth; Dann ist uns ein herrlich Gut Und ein lieblich Los beschieden. Nichts er— schreckt dann fern und nah, Und man singt: Halleluja! 4. Laß. o Sonne der Ge— rechten, Deinen Strahl ins Herz uns gehn; Gib Er⸗ seuchung deinen Knechten, Daß sie geistlich aufers stehn. Hält der Schl af uns noch 116 gefangen, O so fördre un⸗ sern Lauf. Rufe kräftig: Wachet auf; Denn die Schat⸗ ten sind vergangen, Und der helle Tag ist da! Gott sei Dank, Halleluja! 5. Zeige, wenn der blöde Kummer Ueber offnen Grä⸗ bern weint, Wie die Schwach— heit nach dem Schlummer Dort in voller Kraft er⸗ scheint. Deines geistgen Leibes Glieder Bleiben nicht des Todes Raub; Selbst des Erdenleibes Staub Wird verklärt und grünet wieder; Denn dein Aug' bewacht ihn ja. Gott sei Dank, Halleluja! 6. Tilge das verzagte Grauen, Wenn die letzte Stunde schlägt; Laß den Geist die Krone schauen, Die uns schon ist beigelegt. Laß in unsern höchsten Nöthen, Laß in unsrer Todespein Felsen⸗ fest den Glauben sein, Daß der Tod uns nicht kann tödten; Denn du, Herr, be⸗ zwangst ihn ja. Gott sei Dank, Halleluja! 7. Neige deines Scepters Spitze Uns voll Gnad' und voller Huld Einst von dei— nem Richtersitze Und sieh nicht auf unsre Schuld. Gib uns dann das ewge Leben, Und das ganz erlöste Herz Wird dann frei von Sünd' und Schmerz Ewig deinen Ruhm Ostern. erheben; Denn wir singen einst auch da: Gott sei Dank, Halleluja! Chr. Ludw. Taddel 1706—75. Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛe. 1 66 Auferstanden, * auferstan⸗ den Ist der Herr, der uns versöhnt! O wie hat nach Schmerz und Schanden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort zu seines Vaters Rechten, Ueber Schmach und Tod er— höht, Herrscht er nun in Majestät. Freut euch seiner, ihr Gerechten! Und ihr, seine Feinde, bebt! Halleluja! Jesus lebt! 2. Singt dem Herrn! er ist erstanden, Er, der starb auf Golgatha! Rühmt es, rühmt's in allen Landen; Was er uns verhieß, geschah. Wer, wer kann ihm wider⸗ streben? Mächtig dringt der Held empor; Im Triumph bricht er hervor, Und des Abgrunds Pforten beben, Da ihr Sieger sich erhebt. Halleluja! Jesus lebt! 3. Uns vom Tode zu be⸗ freien Sank er in des Grabes Nacht: Uns zum Leben zu erneuen Steht er auf durch Gottes Macht. Tod, durch ihn bist du bezwungen, Deine Schrecken sind gedämpft, Dei⸗ ne Herrschaft ist bekämpft Und das Leben uns errun⸗ gen. Jauchzt ihr, die man einst Jesus 4. erhebe Vater zur E Sterb tet u Im G Der 1 Unver den 2 mel st lebt! 5. teskin gesan übern Preis in er Wenn droht Tode einst euch es ey (Old.( bet! erheb Maje Sün! Raur Gott erhöl sang Ihm singen Dank, 1706—75, Gott ꝛc tanden, ferstan⸗ er uns ut nach n Gott Dort techten, od er⸗ un in seiner, r, seine leluja! n! er starb nt es, inden; eschah. wider⸗ gt der iumph d des beben, rhebt. u be⸗ rabes en zu durch durch Deine Dei⸗ impft rrun⸗ man Ostern. ö 117 einst begräbt! Ni lebt! Aus dem Grab uns zu aheden, Gieng er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben: Dann ist Sterben uns Gewinn. Hal⸗ tet unter Lust und Leiden In Gedächtniß Jesum Christ, Der vom Tod erstanden ist; Unvergänglich sind die Freu— den Des, der nach dem Him⸗ mel strebt. lebt! 5. Freut euch seiner, Got⸗ teskinder! Er sei euer Lob⸗ gesang! Bringt dem Todes⸗ überwinder Ehr' und Stärke, Preis und Dank. Rühmt's in euren letzten Stunden, Wenn der Sünde Fluch euch droht; Rühmt's in eurer Todesnoth, Und habt ihr einst überwunden, Wenn er euch zu sich erhebt. Rühmt es ewig: Jesus lebt! Old. G.⸗B.) Halleluja! Joh. Casp. Lavater 1741—-1801. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛe. 167. dobt den Höch— sten, Jesus le⸗ bet! Eilöste Menshen, kommt, erhebet Des Welterlösers Majestät. Hört's, betrübte Sünder, gebet Der Freude Raum; denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele, dein Ge⸗ sang Erschalle Jubelklang Ihm zur Ehre. Hallel uja! Jesus Dich, großer Held, Erhebt die Welt, Weil deine Hand den Sieg be⸗ hält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide; Lobsinget ihm und nehmt voll Freude Am Siege theil, den er erstritt. Seid ihr gleich des Grabes Kinder, Er ist des Todes Uebert vinder; Er herrscht, der für euch starb und lit. Was wollt ihr traurig sein? Getrost könnt ihr euch freun. Jesus lebet In Ewigkeit; Zu aller Zeit Ist er zur Hülfe uns bereit. 3. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, Verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben Sich von der Erde Staub erheben, Wenn Jesus den Entschlaf⸗ nen ruft. Dann wird des Todes Feld Zu einer regen Welt; Alles lebet, So wie erneut Zur Frühlingszeit Die junge Schöpfung sich erfreut. 4. Auferstandner, welch ein Segen Erwartet uns, wenn wir auf Wegen Ein⸗ hergehn, die dein Fuß be— trat. 2 gefühlte Selig— keiten; Die ewig währen, sind die Beuten, Die uns dein Sieg errungen hat. Einst sind sie unser Theil; Einst könet uns das Heil 118 Ostern. Deines Lebens. Halleluja, Herrlichkeit ihm geben, Dem Der Herr ist nah! Bald ist der Tag des Sieges da. Chrph. Chrn. Sturm 1740—86. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 168 Lobt den Herrn, o Gottes Kin⸗ der! Preist Jesum, preist den Ueberwinder! Wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er entriß des Todes Banden Mit Macht sich, ist nun auf⸗ erstanden, Er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Ge⸗ walt und Macht! Preist ihn, er hat's vollbracht, Preist den Sieger! Er hat's voll— bracht, Er, der die Macht Des Todes und des Lebens hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, Hat mächtig un— sern Tod bezwungen, Von allen Strafen uns befreit. Glaubt, ihr tief gefallnen Sünder, So seid ihr eures Gottes Kinder Und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, Entschlafen Christe, dir, Ruhn in Frie— den Die kurze Nacht, Bis deine Macht, Eh du einst richtest, ruft: erwacht! 3. Ob uns Gräber gleich bedecken, Wirst du doch un⸗ sern Staub erwecken, Der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergäng⸗ lich Leben Und Kraft und Staube, der dir heilig ist. Wir werden ewig dein, Ge— recht und selig sein. Sei gepriesen! Denn dein Ge⸗ richt Erschreckt uns nicht, Weil Jesus, unser Mittler,‚ lebt. ö 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unsers Grabes Dun— kel bricht! O, was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Finsterniß verschwinden Und uns umstrahlt des Him⸗ mels Licht! Vollender, führe du Uns diesem Tage zu, Uns, die Deinen! Die Le⸗ bensbahn Giengst du voran, Wir folgen dir in deine Ruh'. 5. Lob sei, Vater, deinem Namen! Gelobt sei Jesus! Amen! Amen! Gelobt sei Vater, Sohn und Geist! Christen, hallt des Himmels Lieder, So lang ihr Pilger seid, hier wieder, Bis ihr ihn selbst am Throne preist. Frohlocke Gott, o Christ! Sei heilig; heilig ist, Heilig, heilig Gott unser Gott, Der Herr, dein Gott; Die Welt ist seiner Ehre voll. (Old. G.⸗B.) Gottfr. Bened. Funk 1734—1814. Mel. Lieber Tag, seh' ich dich ꝛe. 169. P. gängl. Licht Lieb', Unser — gen, Stein Oster! dens 2. Bette Schlu Todee spren, Liebe der E süßre die r bens Gruf Stun der Herr, ihn Such ihn f Hofft 4. ihm erwe hoffe Ziel, lebt! Hält Bis „Dem lig is. n, Ge⸗ Sei N Ge⸗ nicht, ittler, „Tag d uns Sonne Dun⸗ verden Nacht hinden Him⸗ führe se zu, ie Le⸗ Hhoran, deine einem esus! t sei HBeist! imels Zilger 8 ihr reist. hrist! eilig, Der Welt Funk 1814. ich ꝛc. errn, ver⸗ Ostern. 119 günglich Wesen hat ans Licht gebracht; Preist die Lieb', die überschwenglich Unser hat in Lieb' gedacht! — Weggehoben ist der Sor— gen, Ist des finstern Grabes Stein, Und es bricht der Ostermorgen Mit des Frie⸗ dens Glanz herein! 2. Engel hüten noch das Bette, Da der Held im Schlummer lag, Der des Todes dunkle Kette Hat ge— sprengt am Siegestag. Zarte Liebe will ihn hüllen In der Spezereien Duft; Aber süßre Düfte füllen Schon die reine Morgenluft. 3. Welch Geruch des Le— bens dringet Aus der öden Gruft herauf! Welche frohe Stunde bringet Aller Welt der Boten Lauf! Christ, der Herr, ist auferstanden, Sucht ihn bei den Todten nicht; Sucht, wo Glaub' und Lieb' ihn fanden, Findet ihn im Hoffnungslicht! 4. Jesus lebt! und in ihm leben Alle, die mit ihm erweckt, Glaubend, liebend, hoffend streben Nach dem Ziel, das aufgesteckt; Jesus lebt! und die ihm trauen, Hält er fest in seiner Hand, Bis vom Glauben sie zum Schauen Auferstehn im bes— sern Land! Carl Rud. Hagenbach 1801—74. Mel. Nun lob', mein' Seel' ꝛc. obsinge, meine 170. 2 Seele, Dem Welterlöser, bet' ihn an! Lobsing ihm und erzähle, Was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich ge— rungen; Durch seine Macht hat er Des Todes Macht bezwungen, Gestürzt der Höllen Heer. Nun liegt ihr Trotz danieder; Sein Sieg hat uns befreit. Uns krönet Gott nun wieder Mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne Den festlich hohen Tag her— auf; Da stand er, meine Wonne, Mein Gott und mein Erlöser, auf. Gedanke, der zu Freuden Des Himmels mich erhebt! Gedanke, der im Leiden Mit reichem Trost belebt! Des höhern Lebens Quelle! Mein Schild in je⸗ der Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Sta⸗ chel, Tod? 3. Des Felsen Grund er⸗ bebet, Die Wächter fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, sieh, er lebet! Er lebt und stirbt hinfort nicht mehr! Der Jünger Herzen wanken, Schwach ist ihr Glaͤubens⸗ licht; Sie sehn ihn, freun sich, danken Und sind voll Zuversicht. Sie sehn empor ihn steigen Und gehn, wie er gebot, Mit Freuden hin 120 und zeugen Von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten sie— gen, Von dir und deinem Geist gelehrt. Die Götzen— tempel liegen; Der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, Bin freudenvoll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, Ihn, der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, Wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; Er starb für mich und lebt. (Old. G.⸗B.) Chrph. Fr. Neander 1724—1802. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛc. 171 QDween der Jün⸗ ger gehn mit Sehnen Ueber Feld nach Emmaus; Ihre Augen sind voll Thränen, Ihre Seele voll Verdruß, Und sie wech— seln Klageworte; Doch es ist von ihrem Orte Unser Jesus gar nicht weit Und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch man— che Herzen Ihrem stillen Kummer nach; Sie bejam⸗ mern, voll von Schmerzen, Ihre Noth, ihr Ungemach. Mancher wandelt ganzalleine, Daß er in der Stille weine; Aber Jesu tröstend Wort Scheuchet jeden Kummer fort. 3. Oft schon hab' auch ich empfunden, Jesus läßt mich Ostern. nie allein; In den trüben Unglücksstunden Stellt er unverhofft sich ein. Wenn ich traurig mich beschwere, Als ob er zu ferne wäre, O so ist er mir schon nah Und mit seiner Hülfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, Bleibe fer⸗ ner nah bei mir. Sucht die Welt mich anzufeinden, O so wend' ich mich zu dir. Wenn mich Trübsalswetter schrecken, Wollst du mächtig mich be— decken; Hab' ich zum Ge— fährten dich, Ist kein Feind mir fürchterlich. 5. Bin ich traurig, tief betrübet, Dann ruf du mir in den Sinn, Daß mich deine Seele liebet Und daß ich der deine bin. Laß in dir mich Ruhe finden, Auf dein Wort die Hoffnung gründen; Wer die Thränensaat ge⸗ streut, Erntet einst die Selig— keit. 6. Tröst' auch andre, die voll Jammer Einsam durch die Fluren gehn Oder in der stillen Kammer Tiefbe— kümmert zu dir flehn! Wenn sie von der Welt sich tren⸗ nen, Daß sie satt sich wei⸗ nen können, So sprich ihrer Seele zu: Zagender, was trauerst du? 7. Wenn es einst will Abend werden Und der Le⸗ benstag sich neigt, Wo dem blöden gends Bleibe! Gib m Mel. V 17² freuet auf zu triumpl Lobsing Stimm 2. ist voll er des hat die söhnt, mit Pr weit, E Herrlich Ne ihm miẽ 4. aller L Macht Er her: Fuß beugen 5.— stenhei keit. singet mit fr trüben llt er Wenn hwere, wäre, n nah da. von ht die O so Wenn recken, ch be— Ge⸗ Feind „tief mir deine 5 ich n dir dein iden; ge⸗ delig⸗ die durch rin efbe⸗ Benn tren⸗ wei⸗ ihrer was will Le⸗ dem bloden Aug' auf Erden Nir⸗ gends sich ein Helfer zeigt, Bleibe dann an meiner Seite, Gib mir Sieg im letzten Ostern. 121 Streite, Daß ich, bis ans Ende treu, Jener Krone würdig sei! Joh. Neunherz 1653—-1737. 6. Himmelfahrt. Mel. Vom Himmel hoch, da ꝛce. 0(uf, Christen, 172. A auf und freuet euch; Der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphiert; lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit lauter Stimm'! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; Zerstört hat er des Todes Macht; Er hat die Welt mit Gott ver⸗ söhnt, Und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, Geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit lauter Stimm'! 4. Sein sind die Völker aller Welt, Er herrscht mit Macht und Gnad' als Held; Er herrscht, bis unter seinem Fuß Der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Beschirmer seiner Chri⸗ stenheit Ist er in alle Ewig⸗ keit. Er ist ihr Haupt. Lob⸗ singet ihm, Lobsinget ihm mit froher Stimm'! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, Und unsre Herzen freuen sich Der Herrlichkeit und Majestät, Dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir Steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an, Was ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem gibst du Theil Am Segen, den du uns er⸗ warbst, Da du für uns am Kreuze starbst. 9. Wir freuen uns, nach dieser Zeit Bei dir zu sein in Ewigkeit. Nach treu voll⸗ brachtem Lebenslauf Nimmst du uns in den Himmel auf. 10. O zeuch uns immer mehr zu dir! Hilf uns mit eifrigster Begier Nach dem nur trachten, was da ist, Wo du, verklärter Heiland, bist. 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit Stärk' uns, in unsrer Prüfungszeit Nur dir zu leben, dir zu traun, Bis wir dereinst dein Antlitz schaun. 122 Himmelfahrt. 12. Dann werden wir uns ewig dein, Du größter Men⸗ schenfreund, erfreun; Dann singen wir von deinem Ruhm Ein neues 0 im Heiligthum. (Jev. G.-B.) Chrph. Fr. Neander 1724—1802. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛe. 7 eber aller Him— 173. U mel Heere Er⸗ hobst 5 dich mit Sieg und Ehre, Du Geber der Unsterb⸗ lichteit! Durch die Himmel hallten wieder Der Engel laute Freudenlieder Und prie⸗ sen deine Herrlichkeit. Du Gottes Sohn, Dich deines Vaters Thron. Preis und Chre Sei, Jesu, dir; Froh sehen wir Dir nach i in 23— Herrlichkei Ganz war alles nun Leilende. Wozu dich, Gott, dein Gott, gef sendet, Erlöst die ganze Sünderwelt. Jauchzet ihm, der Erde Kinder; Er hat euch euer Heil, ihr Sün— der, Allmächtig wieder her⸗ gestellt! Nun gehet mit euch nicht Der Richter ins Gericht. Der Erhöhte, Erwürgt für euch, Empfängt das Reich; Denn alles, alles war voll⸗ bracht. 3. Uns die Stätte zu be⸗ reiten, Um die wir Pilger hier noch streiten, Giengst du voran ins Vaterland. Herr⸗ lich wirst du wieder kom— men; Dann führst du alle deine Frommen Mit dir hin⸗ auf ins Vaterland. Geweiht hast du uns Gott Durc deinen Mittlertod. Wo du lebest Und Gott mit dir, Da sollen wir Auch mit dir leben und mit Gott. 4. Welch 05 Jubel wird es werden, Wenn wir dich wiedersehn uß Erden In aller Majestät des Herrn! Ist der große Tag des Le⸗ bens, Für deine Feind' ein Tag des Bebens, Herr, ist der große Tag noch fern? Wann kommt er? wann er⸗ freut Uns deine Herrlichkeit! Wel lterlöser! Wann führest du Der Wonn' uns zu, Die 0 dir ist in Ewigkeit? Old. G.⸗B.) Balth. Münter 1735—93. Mel. Jesu, meines Lebens u. 174. Siegesfürst und Ehrenkönig, air Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, Dubist drüber weit erhöht! Soll ich nicht zu Fuß dir fallen, Nicht mein Herz vor Freude wallen, Wenn mein Glau⸗ bensaug' entzückt Deine Herr⸗ lichkeit erbl ickt? 2. Weit und breit, du Himmelssonne, Deine Klar⸗ heit sich enthüllt Und mit neuem Glanz und Wonne Alle Himmel Sgeister füllt. Prächtig wirst du aufgenom⸗ men, Freudig heißt man dich willkom denstaul Hosiann 3.— nicht tr Klarhei: Muth n ich deine nem Ki Ohne F en, Nur Beugen 4. G überflie auch a Scheme Feinde deinem bis zun dir auf Herzen 5. R Orten! sein; A stes Pf komm König auch be in mir in dein 6. mir de Himme mich st Gleich da, 0 Zeit v abgesc Himm. mich 8 0. Heweiht Durch Wo du nit dir, mit dir el wird vir dich en In Herrn! des Le⸗ nd' ein err, ist fern? ann er⸗ ichkeit? führest Münter 1735—93. bens ꝛc. rst und nkönig, Alle Du bist Sollt' fallen, Freude Glau⸗ e Herr⸗ it, du Klar⸗ id mit Wonne füllt. jenom⸗ in dich Himmelfahrt. 123 willkommen; Auch vom Er— denstaube hier Schallt es Hosianna dir! 3. Sollt' ich deinen Kelch nicht trinken, Da ich deine Klarheit seh'? Sollt' mein Muth noch wollen sinken, Da ich deine Macht versteh'? Mei⸗ nem König will ich trauen Ohne Furcht und ohne Grau⸗ en, Nur in Jesu Namen mich Beugen hier und ewiglich. 4. Geist und Kraft nun überfließen; Laß sie fließen auch auf mich, Bis zum Schemel deinen Füßen Alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum Weltenende; Mache dir auf Erden Bahn, Alle Herzen unterthan. 5. Nun erfüllst du aller Orten Alles durch dein Nahe— sein; Meines gläubgen Gei— stes Pforten Stehn dir offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, Du mußt auch bei mir einkehren; Ewig in mir leb' und wohn' Als in deinem Himmelsthron! 6. Scheidend bringst du mir dein Leben, Gott und Himmel innig nah; Laß mich stets den Geist erheben, Gleich als stündst du sichtbar da, Fremd der Welt, von geit und Sinnen Bei dir abgeschieden drinnen, In den Himmel mit versetzt, Wo mich Jesus nur ergetzt. Gerh. ter Steegen 1697- 1769. Mel. Wie schön leucht uns ꝛe. wundergroßer 175. O Siegesheld, Du Sündenträger aller Welt, Dein Werk hast du vollendet, Vollendet deinen schweren Lauf; Du fährst verklärt zum Vater auf, Der dich herab— gesendet. Mächtig, Prächtig Lohnen Freuden deine Leiden; Tod und Leben Ist, Herr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cheru⸗ bim, Viel tausend hohe Seraphim Dich Siegesfürsten loben; Du hast den Segen wiederbracht Und bist in ewger Gottesmacht Zur Herr⸗ schaft nun erhoben. Singet, Bringet Jubellieder, fallet nieder, rühmt und ehret Den, der auf zum Himmel fähret. 3. Du, Herr, bist unser Haupt, und wir Sind deine Glieder; nur von dir Kommt auf uns Heil und Leben; Trost, Fried' und Freude, Licht und Kraft Und was dem Herzen Labsal schafft, Wird uns von dir gegeben. Dringe, Zwinge, Ewge Güte, mein Gemüthe, daß es preise, Dir Lob, Ehr' und Dank erweise! 4. Zeuch, Jesu, zeuch uns nach zu dir, Hilf, daß wir künftig für und für Nach deinem Reiche trachten; Laß unsern Wandel himmlisch sein, Daß wir der Erden eiteln 124 Himmelfahrt. Schein Und Ueppigkeit ver⸗ achten! Unart, Atlich l Laß uns meiden, christ lich leiden, wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Hort Und tröst' uns durch dein werthes Wort, Darauf wir uns verlassen! Laß suchen uns, was droben ist; Auf Erden wohnet Trug 5 List Und lauert an der Gassen. Lügen, Trügen, Angst und Plagen, ach, wie nagen, ach, wie quälen Sie die armen Christenseelen! 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenkron', Du Sieges⸗ fürst, Held, Davidssohn, Komm, stille das? Vdanaen Du bist uns allen ja zu gut Durch dein vergossnes theures Blut Ins Heiligthum ge— gangen. Dafür Soll dir Von uns allen Preis erschallen; nimm am Ende, Herr, uns auf in deine Hände. Ernst Christoph Homburg 1605—81. Mel. Nun lob', mein' Seel' de. 176. Du giengst zum höchsten Lohne Ins Haus des ewgen Vaters ein; Nun ist des Siegers Krone, Und Ruhm und Herr— lichkeit ist dein. Wir aber, voll Verlangen, Schaun dir, o Jesu, nach Und hoffen zu empfangen, Was uns dein Mund versprach. Die Stätt' uns zu bereiten, Giengst du, o Herr, voran; Auch uns zum Himmel leiten Willst du auf sichrer Bahn. 2. Die Qual, die du em⸗ pfunden, Des Erdenlebens bittres Leid, Wie sind sie jett entschwunden Vor Simmil ⸗ glanz und Herrlichkeit. So sind auch unsre Leiden Bald wie ein Traum entflohn, Und ewge Himmelsfreuden Sind dann der Frommen Lohn. Was sollten wir denn zagen? Wir blicken himmelwärts Und sind bereit, zu tragen Des Lebens kurzen Schmerz. 3. Einst wird die Wahr⸗ heit siegen; Du, ewge Wahr⸗ heit,f siegtest ja; Wenn Feinde sie bekriegen, Bist du mit deinem Schutze nah. Wird auch ein Ziel des Spottes, Wer dich im Glauben ehrt: Er steht im Schutze Gottes, Der sichern Sieg gewährt. Wer freudig hier gestritten Für Wahrheit, Recht und Licht, Schaut in den ewgen Hütten Dich einst von An⸗ gesicht. ö Aus dem Berliner G.⸗B. Mel. Wer nur den lieben ꝛe— 177 QAum Himmel bist du ein⸗ gegangen, Mit Preis gekrönt, Herr Jesu Christ; Wie sollte mich nun nicht verlangem Auch dort zu sein, wo du nun bi ein Pil die Hei 2. V auf zur verklärt So mut erheben in Sün Leben 3 ich eins 3. Al ne Leid ängsten giengst siegreid So fo lichkeit; bereit. 4. D Hände den De einst a dir ge Wenn bin, D ich dal R 5.* bensbl' denhim soll sich mir di brach. mein 2 du me 6. wieder aufgef ich völ mir be ich uns illst du du em⸗ nlebens sie jetzt mmels⸗ t. So Bald „ Und Sind Lohn. zagen? lwärts tragen chmerz Wahr⸗ Wahr⸗ Feinde du mit Wird pottes, Hehrt: Bottes, währt. stritten t und ewgen n An⸗ r G.⸗B. Nen ꝛ. immel 1 ein⸗ krönt, sollte ingen, oo du nun bist. Ich bin ja nur ein Pilgrim hier; Nimm in die Heimat mich zu dir. 2. Vom Tode standst du auf zum Leben Und giengst verklärt zum Himmel ein; So muß sich auch mein Geist erheben, Soll ich nicht todt in Sünden sein. Ein neues Leben wirk' in mir, So komm' ich einst gewiß zu dir! 3. Am Oelberg fiengen dei⸗ ne Leiden Mit bittern Todes⸗ ängsten an; Am Oelberg giengst in hohen Freuden Du siegreich deine Himmelsbahn. So folgt auf Leiden Herr⸗ lichkeit; Zu beiden mache mich bereit. 4. Du hobest segnend deine Hände Beim Scheiden von den Deinen auf; O hilf, daß einst auch ich vollende Von dir gesegnet meinen Lauf. Wenn ich von dir gesegnet bin, Dann fahr' in Frieden ich dahin. 5. Ich sehe dir mit Glau⸗ bensblicken In deinen Freu⸗ denhimmel nach; Mein Herz soll sich an dir erquicken, Der mir die Bahn zum Himmel brach. Sieht dich auch hier mein Auge nicht, Doch bleibst du meine Zuversicht. 6. Einst wirst du herrlich wiederkommen, Gleichwie du aufgefahren bist; Dann werd' ich völlig aufgenommen, Wo mir bereit mein Erbtheil ist. Himmelfahrt. 12⁵ So leb' ich nun im Glauben hier, Im Schauen aber dort mit dir. Unbek. Verf. Mel. Wie schön leucht uns ꝛc. 178 Wie 9lieblich stehn Hoch über uns die Himmels-— höhn, Seit du im Himmel sitzest, Seit du vom ewgen Aussendest dein lebendig Wort Und deine Herde schützest! Fröhlich, Selig Schaut der Glaube von dem Staube auf zum Sohne; Meine Heimat ist am Throne! 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; Was ist ihr tausendfacher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, Das dir vom holden Angesicht Ausgeht mit ewger Wonne! Sende, Spende Deine hellen Lebensquellen reichlich nieder, Großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, Ich weiß, daß dort ein Auge wacht, Das einst um uns geweinet, Das einst für uns im Tode brach; Es ist dein Aug', es bleibet wach, Bis neu die Sonne scheinet. O wer Nunmehr Nimmer klagte, nimmer zagte, seit du wachest Und aus Nächten Tage machest! ———ͤ— 126 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, Ein Himmel neigt sich drüber her, Dein Himmel voller CE Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, Da wallt man sicher früh und spät Vor Feindeslist und Schaden. Keiner Deiner Auserwählten, Geistbeseelten, bleibt verlassen; Treu will ihn dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, Zu dir, wenn sich das arme Herz Abhärmt in bittrer Reue! Du brichst nicht das H Rohr, Und wenn der Docht sein Oel verlor, So mänkst du ihn aufs neue. Im Licht Soll nicht Eine fehlen von den Seelen, die z zum Leben Dir dein Vater übergeben. 6. O selger König, Jesu Christ! Wie wundervoll und heili ist, Was uns in dir geschenket! In dir, der Got⸗— tes Kinder Achumt, Bleibt unser Anker, wenn es stürmt, Auf ewig eingesenket. Hier, hier Sind wir Festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile; Dann hinauf zum ewgen Heile! Albert Knapp 1798—1864. Mel. Ein Lämmlein geht und ꝛe. 179 Wiꝛ danken, * treuer Hei⸗ land, dir, Daß du uns nicht gelassen Als unversorgte 4947659—9C———————— Himmelfahrt. Waisen hier Auf unbekannten Straßen, Im fremden Volk und fremden Land, Da unsue Sprache unbekannt Und Thorheit unsre Sitte. Nein, nicht als Waisen stehn wit da; Du bist uns allenthalben nah Und lebst in unsrer Mitte. 2. Du bist bei uns mit deinem Last, O selge, heilge Nähe, Die so lebendig sich er weist, Als ob dich selbst man sähe. Du gibst uns Licht im dunkeln Thal, Wärmst uns in deiner Liebe Strahl, Gibst Seelen Trank und Speise, Stehst uns mit Rath und That zur Seit Und gibst uns selber das Geleit Auf unsrer Pilger⸗ reise. 3. Du bist bei uns mit deinem Wort, Das kann man kräftig spüren; Damit verstehst du fort und fort Die Herzen zu berühren. Wie sprichst du uns so freund⸗ lich zu! Wie lehrst ver⸗ mahnst und tröstest du Uns alle mannigfaltig! Wie legt darob sich bald der Schmerz! Wie brennet da in uns das Herz, Wie predigst du ge⸗ waltig! 4. Du bist bei deinem Abendmahl—— Lieb' und Huld zugegen; Da kann man sich getrost einmal Recht nah ans Herz dir legen. Ein 7 Herd d Blut uns zu ewig o lauter schonun duld M zwei ur sammen alles Z1 Vater l deine G kreise o selge e schmack wir ne Das V 6. D in der deinem einst b Schenkt nieden. Teufel, alles it Uns zu In di fest,‚ 1 dich ve wohl b 4.—8 seufzen und ve wir ke allen scheun Nun k und N Hölle kannten n Volk a unsre Und Nein, hn wir thalben Unsrer mit selge, ebendig h selbst st uns Thal,, r Liebe Trank ns mit Seit 'r das Pilger⸗ 8 8 mit kann Damit d fort rühren. freund⸗ Ver: u Uns ie legt hmerz! ns das du ge⸗ deinem und n man ht nah Ein Herz, das einst sein theures Blut Vergossen hat, auch uns zu gut, Das steht uns ewig offen; Von dem ist lauter Lieb' und Huld, Ver⸗ schonung, Langmuth und Ge⸗ duld Mit Zuversicht zu hoffen. 5. Du bist bei uns, wo zwei und drei Vereint zu⸗ sammentreten, Im Glauben, alles Zweifels frei, Zu ihrem Vater beten. Und wo sich deine Gegenwart Im Bruder⸗ kreise offenbart, Da gibt es selge Stunden, Den Vor⸗ schmack jener Seligkeit, Wenn wir nach dieser Pilgerzeit Das Vaterhaus gefunden. 6. Du bist bei uns auch in der Angst Der Welt mit deinem Frieden; Was du einst blutend uns errangst, Schenkst du uns jetzt hie⸗ nieden. Und wenn auch Teufel, Sünde, Welt Und alles in den Weg sich stellt, Uns zu bedräun, zu schrecken: In dir ruht unser Friede fest, Und wer sich nur auf dich verläßt, Den wirst du wohl bedecken. 7. Du bist bei uns, nun seufzen wir Nicht rathlos und verlegen; Nun fürchten wir kein Unglück hier Auf allen unsern Wegen. Nun scheun wir keine Leidensnacht, Nun keines Feindes Grimm und Macht, Auch nicht der Hölle Pforten; Der Herr Himmelfahrt. 1427 und König aller Welt, In dessen Schutz wir uns ge— stellt, Ist bei uns aller Orten. 8. Du bist bei uns zwar ungesehn; Doch wird's nicht lange währen, So dürfen wir hinübergehn Ins Reich der Freud' und Ehren, Dann sind wir bei dir allezeit Und schauen deine Herrlichkeit Und preisen deinen Namen. O bleib bei uns, geh uns zur Seit', Gib uns ein sicheres Geleit Bis in den Himmel! Amen! Carl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. Mel. Schmücke dich, o liebe ꝛe. 180 Kenig, dem kein R König gleichet, Dessen Ruhm kein Lob er— reichet, Du des Vaters Ein⸗ geborner Und zum Herrschen Auserkorner, Ebenbild von Gottes Wesen, Uns zum Mittler auserlesen, Dir ge— hört das Recht zum Throne, Als Vaters ewgem Sohne. 2. Himmel, Erde, Luft und Meere, Aller Kreaturen Heere Müssen zu Gebot dir stehen; Was du willst, das muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, Alles ist dir übergeben, Und vor deinem mächtgen Schel— ten Zittern Menschen, Engel, Welten. des 128 Himmelfahrt. 3. In des Gnadenreiches zu nennen, Dem man Ehre — . 0 Grenzen Sieht man dich am geben muß. Christ schönsten glänzen, Wo viel 2. Gott, des Weltalls Zeiten Nach dem Recht des Gnaden⸗ zählt a Geistr Edn bundes Durch die Worte E 5 e 50 6. deines Mundes Sich von Hrerbenn: Srcedih 10 7 „——. 7„Oe zu dir regieren lassen Und wie meiner Rechten!“ Doch r heilge: du das Unrecht hassen. sprach's zu seinem Sohn. vollen 4. In dem Reiche deiner 3. Gott ist Herr. der Herr Schar Ehren Kann man stets dich t ehner; Und demeher 2 loben hören Von dem himm— leichet keiner Als der Sohn: lischen Geschlechte, Von der Der ift ihm gleich aHesse 565 e ym gleich; Dessen wurrohne Furchtund Graen snurkenmaullestch Dehe Dein verklärtes Antlitz Woich ent een Ree 100 Mel. schauen, Die dich unermüdet 5„ 0 6 30 905 preisen Und dir Ehr' und„ 4. Er gibt Gnad' und 15 Dank erweisen. Fried alleine! Die begnadigte 18/ 5. Herrich arin Ser Gemeine Hat auch ihn zu rr er en ur d s Furcht Lust und Schmerzen mit Blut erkaufet, Zu dem Zünd Laß mnich deinen Schnt Himmelreich getaufet, Und Geist Biah⸗ Auf annch Deine sie lebet, weil sie glaubt. 9055 Gnade fließen. Dich will ich 5. Gebt, ihr Sünder ihn i im Glauben lieben Und mich die Herzen: Klagt, ihr mit; im Gehorsam üben, Will mit Kranken, ihm die Schmerzen; Und kämpfen, will mit leiden, Sagt, ihr Armen, ihm die 2 Bis ich einst mit herrsch' in Noth! Er kann alle Wunden Sieg Freuden. Ansdat nn usche voll“ Joh. Jac. Rambach 1693—1735. Auszutheilen, Leben schen— Joh. Jac. Rambach 1693—173 er nuh dem Tod. bm Mel. Alles ist an Gottes ꝛe 7758 50. ad nes it 5ꝛe. noch grämen? Wer verlanget, Ritte 181 I Christus der wird nehmen. Willst du theue herrscht als leben? Es soll sein! Willst Kam König; Alles wird ihm unter⸗ du erben? Du wirst's sehen! 3. thänig, Alles legt ihm Gott Soll der Wunsch aufs Höchste nen, zu Fuß. Jede Zunge soll gehen: Willst du Jesum?— nen; bekennen, Jesus sei der Herr Er ist dein! Gib in Ehre Leltalls bt! die Geister, seinem ierzen; ym die zunden eiß er schenkt ch jetzt anget, lst du Willst sehen! öͤchste n?— Himmelfahrt. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder Hier auf kurze Zeiten nieder, Und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! es folgen Freuden; Nichts kann sie von Jesu scheiden, Und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Jauchz' ihm, Menge heilger Knechte! Rühmt, vollendete Gerechte Und du Schar, die Palmen trägt, Und ihr Märtrer mit der Krone Und du Chor vor seinem Throne, Der die Gottesharfen schlägt! 9. Ich auch auf den tief⸗ sten Stufen, Ich will glau⸗ ben, reden, rufen, Ob ich schon noch Pilger bin: Jesus Christus herrscht als König! Alles sei ihm unterthänig! Ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Fr. Hiller 1699- 1769. 7. Pfingsten. Mel. Jesu, meine Liebe ꝛe. oder Jesu, meine Freude ꝛe. 18² Schmückt das Fest mit Maien, Lasset Blumen streuen, Zündet Opfer an! Denn der Geist der Gnaden Hat sich eingeladen; Macht ihm freu— dig Bahn! Nehmt ihn ein, so wird sein Schein Euch mit Licht und Heil erfüllen Und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rath und That, Starker Gottesfinger, Friedensüber— bringer, Licht auf unserm Pfad! Gib uns Kraft zur Ritterschaft, Laß uns deine theuern Gaben In dem Kampfe laben. 3. Laß die Zungen bren⸗ nen, Wenn wir Jesum nen— nen; Führ' den Geist empor! Gib uns Kraft zu beten Und S vor Gott zu treten, Sprich du selbst uns vor; Gib uns Muth, du höchstes Gut, Tröst' uns kräftiglich von oben Bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, Schütte deinen Segen Auf der Kirche Feld; Lasse Ströme fließen, Die das Land be⸗ gießen, Wo dein Wort hin⸗ fällt, Und verleih, daß es gedeih'; Hundertfältig Frucht zu bringen Laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flammen Ueber uns zusammen, Wahre Liebesglut; Laß dein sanftes Wehen Auch bei uns ge— schehen, Dämpfe Fleisch und Blut; Laß uns doch am Sündenjoch Künftig nicht mehr knechtisch ziehen Und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, 9 130 Führ' uns ein und aus; Wohn' in unsrer Seele, Unser Herz erwähle Dir zu deinem Haus. Werthes Pfand, mach' uns bekannt, Wie wir Jesum recht erkennen Und Gott Vater nennen. 7. Unser Kreuz versüße, Und durch Finsternisse Sei du unser Licht; Trag nach Zions Hügeln Uns mit Glaubensflügeln, Und verlaß uns nicht, Wenn der Tod, die letzte Noth, Mit uns will zu Felde liegen, Daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen Nimmermehr vergessen, Daß wir Gott verwandt; Dem laß uns stets dienen Und im Guten grünen Als ein frucht— bar Land, Bis wir dort, du werther Hort, Bei den grünen Himmelmaien Ewig uns er— freuen. Benj. Schmolck 1672—1737. Mel. Komm, heilger Geist ꝛe. 183 er recht die Pfingsten feiern will, Der werd' in seinem Herzen still; Ruh', Friede, Lieb' und Einigkeit Sind Zeichen einer solchen Zeit, Worin der heilge Geist regiert; Der ist es, der zur Andacht führt. Er kann kein Weltgetümmel leiden; Wer jenes liebt, muß dieses mei⸗ den Und Gott allein Gehor— sam sein. Pfingsten. 2. O nehmt ihn auf, den Geist aus Gott, Der From⸗ men Trost, der Bösen Spott! Die sich der Sündenlust ent— ziehn Und Buße thun, em⸗ pfaͤhen ihn. Auf wem er ruhet, der wird rein; Er geht zu keinem Stolzen ein, Ver⸗ leiht der Demuth reiche Ga— ben; Der geistlich Arme soll sie haben, Denn sein Gebet Wird nicht verschmäht. 3. Er ist der Odem und der Wind. Der Seelen an⸗ bläst und entzündt, Der von des Herren Munde webt Und was erstorben ist, belebt. Er ist ein Wort, das neu ge⸗ biert, Des Deutung man im Werke spürt, Ein Zeugniß, das zum Glaͤuben treibet Und das Gesetz ins Herz einschreibet, Daß jedermann Es wissen kann. 4. Er ist die Kraft, die alles regt, Ein Strahl, der durch die Felsen schlägt, Ein heller Glanz, der uns er⸗ leucht, Ein Licht, dem Nacht und Schatten weicht, Ein Lehrer, der aufs Gute dringt, Ein Helfer, welcher Stärke bringt, Ein Rath, der uns zurechte weiset, Ein Labsal, das mit Gnade speiset Und den erquickt, Den Elend drückt. 5. Du theurer Gast und höchste Gab', Sei unser Bei⸗ stand, Trost und Stab, An den sie Wenn fällt. Zuver Furcht Daß! terlieg den Ti die Ze Mel. 18⁰ und pr zen, ei de, di seinem Er tre die S Geist Zum wähle Gottes 2. seine öl, d die zer Aus zu He seiner ein Und reichs Kraft 3. und i Gotte Name Von if, den From⸗ Spott! ist ent⸗ „ em⸗ em er r geht „Ver⸗ je Ga⸗ ne soll Gebet n und n an⸗ von t Und t. Er u ge⸗ an im igniß, treibet Herz mann „ die („ der „Ein er⸗ Nacht Ein ringt, tärke uns bsal, Und end und Bei⸗ An den sich das Vertrauen hält, Wenn uns Versuchung über—⸗ fällt. Vermehr' in uns die Zuversicht, Wehr' aller Furcht, verlaß uns nicht, Daß wir in Noth nicht un⸗ terliegen, Vielmehr beherzt den Tod besiegen, Wenn uns die Zeit Das Ende dräut. Ernst Lange 1650—1727. Mel. So bin ich nun kein ꝛe. 184 Ihr Christen, V rühmt, erhebt und preiset Aus einem Her⸗ zen, einem Mund Die Gna⸗ de, die der Herr erweiset In seinem neuen ewgen Bund: Er tränkt mit Himmelskraft die Seelen Und gießt den Geist der Kindschaft aus; Zum Tempel will er sie er⸗ wählen, Will sie erbaun zum Gotteshaus. 2. Der Heiland strömt auf seine Glieder Das Salbungs-— öl, die Feuertauf', Bringt die zerstreuten Seelen wieder Aus der verworrnen Welt zu Hauf, Schlingt um sie seiner Liebe Netze, Mit ihm ein Geist und Leib zu sein, Und schreibt des Himmel— reichs Gesetze Mit Gottes Kraft in sie hinein. 3. Auf, auf, ihr Herzen und ihr Zungen, Verkündigt Gottes hohen Ruhm; Sein Name werde stets besungen Von seinem heilgen Eigen— Pfingsten. thum. O daß ein Geist des Lebens wehe Und, was nur Odem hat, erfüll', Daß alle Welt die Wunder sehe, Die Gott in Christo schaffen will. 4. Im Geiste laßt uns Pfingsten halten, Geheiligt werde unser Sinn! Denn laßt ihr noch die Sünde wal⸗ ten, Ach, so verscherzt ihr den Gewinn. Nur das heißt neu geboren werden, Wenn Christi Geist auch in uns lebt Und unser Sinn schon hier auf Erden Durch himm— lisch Thun zum Himmel schwebt. 5. Laß, Jesu, nichts in uns vermindern Des rechten Glaͤubens Zuversicht; Omach' uns ganz zu Gottes Kindern Durch deines Geistes Kraft und Licht. Ach, zünde deine reine Liebe In unser aller Herzen an Und schaffe, daß mit heilgem Triebe, Was lebt, dich ewig lieben kann. Aus dem neuen Schaffhäuser G.⸗B. Mel. Wie schön leucht uns ꝛc. 18 ir jauchzet froh 185. D die Christen⸗ heit, Du Geist der Kraft und Herrlichkeit, Du aller Geister Leben! Als unsers Erbes Unterpfand Bist du vom Vater ausgesandt, Zum Tröster uns gegeben. Jesu Glieder Wirst du führen und regieren; deine Gnade Leit' auch uns auf unserm Pfade. 132 Pfingsten. 2. O welch ein großer Tag erschien, Als man die Flammen sah erglühn Hell über jedem Haupte! Im Sturmwind thatest du dich kund; Dein Zeugniß heiligte den Bund Der Schar, die freudig glaubte. Mächtig Kamst du, Um die Schwachen stark zu machen, und erklun— gen Ist das Heil in allen Zungen. ö 3. O Dank für so viel gött— lich Licht, Das jede Finster— niß durchbricht Zur himm— lischen Belebung! Den Men⸗ schenherzen alt und jung Schaffst Kräfte du zur Hei⸗ ligung, Zu stiller Gotter— gebung. Preis dir, Dank dir, daß du kräftig und geschäftig uns belehrest, Je⸗ sum Christum uns verklärest! 4. Auch wir, die Christus sich erkauft, Wir sind mit deiner Kraft getauft, Die Welt zu überwinden. Wirk' in uns allen Lieb' und Zucht, Und laß in uns des Glau⸗ bens Frucht Sich hundert— fältig finden. Gnädig Hilf du Gottes Erben einst im Sterben, daß sie droben Ewig deine Wunder loben. 5. Wir beugen unsern Geist vor dir, Geist Gottes, alle flehen wir, Du wollest bei uns bleiben, Geh ferner aus in alle Welt, Damit, von deinem Licht erhellt, Die Völker alle gläuben. Führe Gnãdig Sie zur Wahrheit und zur Klarheit, daß die Erde, Geist des Herrn, dein Tem— pel werde. Unbek. Verf. Mel. Ein Lämmlein geht und ꝛc. 186 Dib, Vater, dankt mein Herz und singt, Daß du den Sohn gegeben, Den Sohn, der Heil uns Sün⸗ dern bringt Und unvergäng⸗ lichs Leben; Ich danke dir, daß du den Geist, Der dei— nen Sohn durch Wunder preist, Zur Erde hast gesen⸗ det! Der Geist der Wahr⸗ heit kam herab, Der seinen Boten Stärke gab, Daß sie sein Werk vollendet. 2. Erfüllt von seiner Wunder Kraft, Gehn sie die Welt zu lehren; Der Geist, der neue Herzen schafft, Hilft ihnen sie bekehren. Der Gnadenlehre Freudenschall Erfüllt den Erdkreis über⸗ all; Vernunft und Wahrheit siegen! Die Blindheit und das Laster flieht, Und wo man Gottes Finger sieht, Muß Satan unterliegen. 3. Umsonst, daß wilder Eifer tobt Und schäumt auf Blutgerüsten; Gelobt seist du, mein Gott, gelobt; Es siegt die Treu' der Christen; Der Geist der Stärke stärkte sie, S nie Tode. Eifer ben i priese 4. Geist der J Jesu Des In E und len 2 Mutl den, schent sten hifft Sohr erhal Bete⸗ tes nicht O ke hinei geber ein Reu' Sei (Old. Me Geif erbi⸗ Him wie Führe eit und Erde, Tem⸗ ek. Verf. und ꝛe. Vater, t mein aß du Den Sün⸗ rgäng⸗ ke dir, er dei⸗ Zunder gesen⸗ Wahr⸗ seinen aß sie seiner sie die Geist, Hilft Der nschall über⸗ ihrheit t und id wo sieht, en. wilder it auf seist „ Es risten; stärkte Pfingsten. 13 sie, Sie litten, doch erlagen nie In Martern und im Tode. Ihr Glaub' und Eifer wurden neu; Sie blie— ben ihrem König treu Und priesen ihn im Tode. 4. Noch jetzt bist du der Giit der Kraft, Noch jetzt der Menschen Lehrer, Der Jesu neue Jünger schafft, Des Sündenreichs Zerstörer. In Sündern wirkst du Reu' und Leid, In frommen See⸗ len Trost und Freud' Und Muth im Kampf der Sün⸗ den, In bangen Stunden schenkest du, In Todesäng— sten Seel lenruh'; Du, du hilfst überwinden. 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, Du Quell erhabner Triebe, Den Jesus Haenden verheißt Von Got— tes Vaterliebe! Wer dich . hat, der ist nicht sein. O komm auch in mein Herz hmei, Mir seinen Sinn zu geben. Schaff du in mir ein neues Herz; Gib wahre Reu' und Sündenschmerz; Sei meiner Seele Leben! (Old. G.⸗B.) Joh. Casp. Lavater 1741—1801. Mel. Kommt her zu mir ꝛe. 187. ott Vater, sende deinen Geist, Den uns dein Sohn ebäten heißt, Aus deines Himmels Höhen! Wir bitten, wie dein Sohn uns lehrt; Laß, Vater, uns nicht uner⸗ hört Von deinem Throne gehen! 2. Kein Mensch, der dei⸗ nen Geist begehrt, Ist die⸗ ser edlen Gabe werth; Wer könnte sie verdienen? Um Lieb' und Gnade flehen wir; Dein Sohn starb ja, um uns mit dir Aufs neue zu versühnen. 3. Es jammert deinen Vatersinn, Daß ich so tief gefallen bin, G.ln mit den Sündern. Denn mit der Sünde herrscht der Tod, Den des Gesetzes Urtheil droht, Bei alen Adams⸗ kindern. 4. Doch wir ergreifen Herr, dein Heil Und sind gewiß, Daß wir dein Theil Durch Jesum Christum blei⸗ ben, Weil wir durch deines Sohnes Blut Des Himmels Erb' und höchstes Gut Zu haben standhaft gläuben. 5. Doch dieser Glaub' ist auch von dir; Von deinem Geiste müssen wir Dazu ge⸗ stärket werden. Dein Geist erwecket und erhält Den Glauben, welcher dir gefällt, Und hilft uns standhaft werden. Wo Gottes Geist ist, da ist Kraft, Er ist's, der Gutes in uns schafft; Kein Feind mag uns dann scha⸗ den, Nicht unsers Fleisches 134 Widerstand, Nicht Macht, nicht des Verführers Hand; Wir stehn bei Gott in Gnaden. 7. Er macht uns unsers Heils gewiß, Ist unser Licht in Finsterniß, Ein Hirte sei⸗ ner Schafe. Er sorgt, daß keiner, der ihn hört, Nach— lässig werde, noch bethört Im sichern Sündenschlafe. 8. Er lehret uns die Furcht des Herrn, Liebt Heiligkeit und wohnet gern In guten, frommen Seelen. Er treibt uns, statt der Lust der Welt, Die bloß der Sinnlichkeit gefällt, Der Tugend Glück zu wählen. 9. Er bleibet seinen From⸗ men treu; Er steht uns auch im Leiden bei Und in dem letzten Streite, Daß er aus aller Qual uns dann, Wo uns kein Mensch mehr hel— fen kann, Zur Wonne Gottes leite. 10. Wir wissen, Herr, wir sind dir lieb, Gib, Va— ter aller Güte, gib Uns allen diese Gabe, Daß je— der deinen guten Geist, Bis er vor deinem Thron dich preist, Zu seinem Führer abe. (Jev. G.⸗B.) Paul Gerhardt 1606—76. Mel. Freu' dich sehr, o ꝛc. 188. Gott, gib einen milden Re— Pfingsten. gen; Denn mein Herz ist dürr wie Sand. Vater, gib vom Himmel Segen, Tränke du dein durstig Land; Laß des heilgen Geistes Gab' Aus der Höh' auf mich herab Sich in starkem Strom er⸗ gießen Und mein ganzes Herz durchfließen. 2. Jesu, der du hinge⸗ gangen Zu dem Vater, sende mir Deinen Geist, den mit Verlangen Ich erwarte, Herr, von dir; Laß den Tröster ewiglich Bei mir sein und lehren mich In der Wahr⸗ heit feste stehen Und auf dich im Glauben sehen. 3. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, Kehre bei mir Armen ein Und sei tau⸗ sendmal willkommen; Laß mich deinen Tempel sein. Reinige du selbst das Haus Meines Herzens, wirf hin⸗ aus Alles, was mich hier kann scheiden Von den süßen Himmelsfreuden. 4. Schmücke mich mit dei⸗ nen Gaben, Mache neu mich, rein und schön, Laß mich wahre Liebe haben Und in deiner Sanftmuth stehn. Gib mir einen starken Muth, Heilige mein Fleisch und Blut, Lehre mich vor Gott hintreten Und im Geist und Wahrheit beten. 5. So will ich mich dir ergeben; Dir gehorsam soll mein e lisch i werde vor de dem 5 Dich sen 2 melsn M Mel. 18⁰ der! des Glied Wort hat Volk 2. gib 1 Licht Gott freud uns Wen 3 Glau uns? Sün Laß Leide Schn von 4. uns Daß land uns Herz ist er, gib Tränke Laß Gal herab m er⸗ ganzes hinge⸗ „sende en mit „Herr, Tröster n und Wahr⸗ d auf . Kraft e bei stehn. Nuth, und Gott und dir soll mein Sinn Dem, was himm⸗ lisch ist, nachstreben, Bis ich werde kommen hin, Wo ich vor dem höchsten Thron Mit dem Vater und dem Sohn Dich erheben mag und prei⸗ sen Mit den schönen Him⸗ melsweisen. Mauritius Kramer 1646—-1702. Mel. Warum sollt' ich mich ꝛe. 189 Hnser Tröster, 9½komm hernie⸗ der! Sei nicht fern, Geist des Herrn, Stärke Christi Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Christus hat Deinen Rath Seinem Volk versprochen. 2. Geist der Weisheit, gib uns allen Durch dein Licht Unterricht, Wie wir Gott gefallen. Lehr' uns freudig vor ihn treten, Sei uns nah, Sprich dein Ja, Wenn wir gläubig beten. 3. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen; Gib uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dämpfen. Laß uns selbst das herbste Leiden, Angst und Noth, Schmach und Tod Nicht von Jesu scheiden. 4. Hilf nach Gottes Reich uns streben Und verleih, Daß wir treu Unserm Hei— land leben. Nimmer laß uns stille stehen, Treib uns Pfingsten. 135⁵ an, Seine Bahn Festen Muths zu gehen. 5. Jeden, der noch ohne Kummer Seine Zeit Sün⸗ den weiht, Weck' aus seinem Schlummer; Zeig' ihm den Betrug der Sünde, Daß sein Herz Tief den Schmerz Wahrer Reu' empfinde. 6. Sei in Schwachheit unsre Stütze, Mach' uns treu, Steh uns bei In der Trübsalshitze. Führ', wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, Unsern Geist Hin zur ewgen Freude. Ehrenfried Liebich 1713—80. Mel. Wie schön leucht uns ꝛe. 190 heilger Geist, kehr' bei uns ein Und laß uns deine Wohnung sein; O komm' du Herzenssonne! Du Him⸗ melslicht! laß deinen Schein Bei uns und in uns kräf⸗ tig sein Zu steter Freud' und Wonne! Sonne, Wonne, Himmlisch Leben wirst du geben, wenn wir beten Und in Demuth zu dir treten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, Die sich in fromme Seelen gießt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinig⸗ keit Auch andre in der Christenheit Dein wahres Zeugniß lehren. Höre, Lehre! Daß wir können Herz und 136 Sinnen dir ergeben, Dir zum Lob und uns zum Leben. Steh uns stets bei mit Leen m Rath Und führ' uns stets den rechten Pfad, Die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Auch wenn wir leiden müssen. Schaue, Baue, Was zerrissen und beflissen, dich zu schauen Und auf deinen Trost zu bauen. 4. Stärk' uns mit deiner Gotteskraft, Zu üben gute Ritterschaft In Drangsal und Beschwerden, Auf daß wir unter deinem Schutz Begegnen aller Feinde Trut Mit freudigen Geberden. Laß dich Reichlich Auf uns nie— der, daß wir wieder Trost empfinden, Alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, Laß uns dein süßes Himmelswort In un— sern Herzen brennen, Daß wir uns mögen nimmermehr n deiner weisheitsreichen Lehr' Und treuen Liebe tren— nen. Fließe, Gieße Deine Güte ins Gemütke, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du s süßer Himmelsthau, laß dich In unsre Herzen kräftiglich Und schenk' uns deine Liebe, Daß unser Sinn verbunden sei Dem Nächsten Pfingsten. det. mit Liebestren⸗ Und sich darinnen übe. Kein Neid, Kein Streit Dich betrübe! Fried' und Liebe müsse walten, Fried' und Freud' wollst du erhalten. 7. Gib, daß in reiner igkeit Wir führen unsre Lebenszeit; Sei unsers Gei— stes Stärke, Daß uns hin⸗ fort sei unbei wußt Die Eitel⸗ keit, des F leisches Lust Und seine todten Werke. Rühre, Führe Unser Sinnen und Beginnen von der Erden, Daß wir Himmelsbürger werden. Mich. Schirmer 1606—73. Mel. Gott des Himmels und ꝛe. 191. Kum o komm, du Geist des Lebens! Hilf uns Schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens Hier in diesem Pilgerlauf Um das Heil, das Gottes Rath Für uns ausersehen hat. 2. Gib in unser aller Seelen 3531 und Ent⸗ schlossenheit, Daß wir anders nichts erwählen, Als was uns dein Wort gebeut. Steh mit deinem Licht uns bei Und mach' uns vom Irr⸗ thum frei. 3. Zeig' uns selbst die rechten Stege Zu der wah⸗ ren Wohlfahrt an; Räume alles aus dem Wege, Was im Lau Wirke Wenn hat. 4* geugnif Gottes uns mit sich Tri Lehr' u Zucht sucht. 5 9. zu ihm mit Fr seinem vertritt wird ur die Zu 6. Hülfe erz v uen 0 lange? Leid; lich zu, duld u +.— und S das G uns de uns in Versuc Daß gelingt ——F— sern 6 gung, Nieme ben; Ind sich Neid, etrübe! müsse Freud' reiner 1 unsre s Gei⸗ is hin⸗ Eitel⸗ st Und Rühre, na und Erden, bürger 606—73 und ꝛe. komm, st des vachen emühn hier in n das h Für aller Ent⸗ inders was Steh 5bei Irr⸗ st die wah— äume Was im Lauf uns hindern kann; Wirke Reue nach der That, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, Daß wir Gottes Kinder sind; Stärke uns mit deinen Gaben, Wenn sich Trübsal in uns findt; dchr uns, daß des Vaters gucht Einzig unser Bestes sucht. 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten Kindlich und mit Freudigkeit, Nur nach seinem Willen beten, Und bertritt uns alle Zeit; So wird unser Flehn erhört Und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, Seufzt das Herz voll Traurigkeit: Ach, mein Gott, mein Gott! wie O so wende unser Leid; Sprich der Seele tröst⸗ lich zu, Gib ihr Muth, Ge— duld und Ruh' 7. O du Geist der Kraft und Stärke, Der in uns das Gute schafft, Fördre in uns deine Werke Und gib uns im Kampfe Kraft, Wenn Versuchung auf uns dringt, Daß uns dann der Sieg gelingt. 8. Ja, bewahr' uns un⸗ sern Glauben, Daß Verfol⸗ gung, Schmach und Spott Niemals ihn uns möge rau⸗ ben; Du bist unser Schutz, Pfingsten 13⁰ o Gott! Sagt das Herz gleich zweifelnd: Nein! Laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sol⸗ len sterben, O so steh mit Trost uns bei; Gib, daß uns als Gottes Erben Jene Herrlichkeit erfreu', Die uns unser Gott bestimmt Und die nie ein Ende nimmt. (Jev. G.⸗B.) Heinr. Held gest. 1643. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu ꝛc. 192. Koraun zu uns, Gottes guter Geist, Schaff deiner Men⸗ hen Herzen neu; Du ken⸗ nest, 5505 uns fehlt, und weißt, X Wie jeglichem zu hel— fen sei. 2. Du Geist der Weisheit, eite du Uns zu der Wahl des besten Theils. Dem Himmel führ' uns alle zu, Du Führer auf der Bahn des Heils. 3. Uns strahle deiner Wahrheit Licht! Gib uns ins Herz der Liebe Glut, Zum 2 Vater frohe Zuversicht, Zur Tugend Kraft und festen Muth. 4. Des Lebens Wort, das Gottes Sohn Vom Himmel uns herabgebracht, Erleuchte jede Nation Durch deiner Leitung sanfte Macht. 5. Vereine deine Christen⸗ heit Durch deines selgen Friedens 5 Band. Erinnr' uns 4— Pilger dieser Zeit Stets an das bessre Vaterland. 6. Lob sei dem Vater, Lob dem Sohn, Lob dir, o Trö⸗ ster, Gottes Geist! Einst singen wir vor deinem Thron Ein Lied, das würdiger dich preist. (Old. G.⸗B.) Nach Dr. M. Luther 1483—1546. Eigne Melodie. homm, heiliger 193. K Geis, Herre Gott! Erfüll' mit deiner Gnaden Gut Deiner Gläu-— bigen Herz, Muth und Sinn, Dein' brünstge Lieb' entzünd' in ihn. O Herr! durch deines Lichtes Glanz Zum Glauben du versammelt hast Das Volk aus aller Welt Zungen; Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort! Laß uns leuchten des Lebens Wort Und lehr' uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater ihn»nennen. O Herr, behüt' vor fremder Lehr', Daß wir nicht Meister suchen mehr, Denn Jesum, mit rechtem Glauben, Und ihm aus ganzer Macht ver— trauen. Halleluja, Halle— luja! 3. Du heilige Glut, sü— ßer Trost! Nun hilf uns fröhlich und getrost In Pfingsten. deinem Dienst beständig blei ben; Laß Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr! durch dein' Kraft uns bereit' Und stärk' des Fleisches Blödig⸗ keit, Daß wir hie ritterlich ringen, Durch Tod und Le— ben zu dir dringen. Halle⸗ luja, Halleluja! Dr. M. Luther 1483—1540. Mel. Freu' dich sehr, o n. 19 4 du allersüßte 1351 Freude, O du allerschönstes Licht, Der du uns in Lieb und Leide Un⸗ besuchet lässest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, Der du hältst und halten wirst Ohn' Aufhören alle Dinge, Höre, höre, was ich singe! 2. Du bist ja die beste Gabe, Die ein Mensch nur nennen kann, Wenn ich dich erwünsch' und habe, Geb ich alles Wünschen dran. Ach! ergib dich, komm zu mir In mein Herze, das du dir, Da ich in die Welt ge— boren, Selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein mil⸗ der Regen Ausgegossen von dem Thron, Bringst uns nichts als lauter Segen Von dem Vater und dem Sohn; Laß doch, o du wer⸗ ther Gast, Gottes Segen, den du hast Und vertheilst mich n den,( getröst! Eigenth hinwied all mei Ehren 5.— mich ste lich steh Helfer, mir Hüů des bö Nimm Daß er Und m freue. 6. Kniee b sei mei sterbe, ich lieg Wenn O so Hin, de den W weiden. Mel. IJ 105 Gabe, und T dem G ndig blei⸗ uns nicht r! durch reit Und Blöͤdig⸗ iterll und Le⸗ Halle— 1483—1540. )r, o ae. Ulersüßte de, O du Der du eide Un⸗ , 1. er Fürst, d h alten ren alle was ich die beste nsch nur ich dich „Geb dran. omm zu das du Lelt ge— Tempel ein mil⸗ sen von zst uns Segen id dem du wer⸗ Segen, ertheilst nach deinem Willen, Mich an Leib und Seele füllen! 4. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, Wenn du mich nur nicht verstößt; Bleib' ich von dir ungeschie⸗ den, Ei, so bin ich gnug getröst! Laß mich sein dein Eigenthum! Ich versprech' hinwiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. 5. Nur allein, daß du mich stärkest Und mir treu⸗ lich stehest bei; Hilf, mein el fer, wo du merkest, Daß mir Hülfe nöthig sei; Brich des bösen Fleisches Sinn, Nimm den alten Willen hin, Daß er sich in dir erneue Und wen Gott sich meiner freue. 6. Halt mich, wenn die Kniee beben; Wenn ich sinke, sei mein Stab; Wenn ich sterbe, sei mein Leben; Wenn ich liege, hüt' mein Grab; Wenn ich wieder aufersteh', O so hilf mir, daß ich geh' Hin, da du in ewgen Freu⸗ den Wirst die Auserwählten weiden. Paul Gerhardt 1606—-76. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛc. 2 eist des Le⸗ 105. G bens, heilge Gabe, Du der Seelen Licht und Trost, Erntesegen, aus dem Grabe Unsers Heilands Pfingsten. 139 aufgesproßt, Uns gesandt vom Himmelsthrone, Vom erhöhten Menschensohne, Geist und Kraft der Herr— lichkeit: Mache dir mein Herz bereit. 2. Einst bist du herabge— fahren Als ein Sturmwind aus den Höhn, Ließest dich in wunderbaren Feuerzungen herrlich sehn; Aber jetzo wehst du stille, Ohne Zeichen, ohne Hülle, Auf der Erde nah und fern, Als ein Athemzug des Herrn. 3. Ihn, den armen Naza⸗ rener, Der gering auf Erden gieng, Ihn, den Mittler und Versöhner, Der am Kreuz die Welt umfieng, Allen Her— zen zu verklären, Ihn, den großen Gott der Ehren, Dessen Herz von Liebe flammt, Groß zu machen, ist dein Amt. 4. Ja, du nimmst es von dem Seinen, Wenn du Le⸗ bensworte sprichf t, Wenn du bald durch Flehn und Wei— nen, Bald durch Psalmen Herzen brichst. Du bist sei— 9 Wesens Spiegel, Seiner Werk' und Worte Siegel, Zeuge, daß er 100 und liebt, Zeuge, daß er Leben gibt. 5. Ja, dein Strafen und Erschüttern, Das des Lebens Grund erregt, Das, wie Strahlen aus Gewittern, Stolze Geister niederschlägt, 140 Mahnet, ihm das Herz zu geben, Und dein gnaden— volles Weben Richtet in dem Glaubenslauf Matte Kniee tröstend auf. 6. O du Pfand des neuen Bundes, Geist des Vaters, mild und rein, Heilger Odem seines Mundes, Zeuch in un— sre Herzen ein! Leib und Seele, Haupt und Glieder Kehren aus dem Tode wie— der, Wo sich deine Gottes-— kraft Einen Sitz und Tem⸗ pel schafft. 7. O, wer innig möchte dürsten Und zum Gnaden— throne gehn, Würde bald vom Lebensfürsten Dich, du höchstes Gut, erflehn! Selig, wer von dir geleitet Sich auf Christi Tag bereitet, Wer dich, wenn sein Stünd— lein schlägt, Unbetrübt im Herzen trägt. Albert Knapp 1798—1864. Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛe. eist der Kraft, 196. G der Zucht und Liebe, Der sich in die Frommen senkt Und die Wohlthat seiner Triebe Gott—⸗ ergebnen Seelen schenkt, Seelen, die das Arge hassen Und den Vorsatz festgestellt, Daß sie sich von Fleisch und Welt Nicht mehr wollen treiben lassen: Laß auch mich in Freud' und Pein Deines Triebs theilhaftig sein! Pfingsten. 2. Laß dein Licht den Sinn erfüllen, Zu erkennen meine Pflicht: Neige aber auch den Willen Durch dein mächtiges Gewicht, Meine Pflichten zu vollbringen; Wenn mir Kraft und Nach⸗ druck fehlt, Wenn mich Kält' und Unmacht quält, So laß Kräfte mich durchdringen Und regieren meinen Geist, Das zu thun, was du mich heißt. 3. Führe mich zu Jesu Kreuze, Wenn mein Sön⸗ denelend groß; Halt mich beim Versuchungsreize In der Gnade sichrem Schoß. Treib mich an, getrost zu kämpfen Und durch einen ernsten Streit Mit Gebet und Wachsamkeit Meinen ärgsten Feind zu dämpfen. Treib mich auf der heil— gen Bahn Stets zum Lauf und Wachsthum an. 4. O wie sanft ist dieses Treiben Und wie kräftig doch dabei! Es läßt nie⸗ mand müßig bleiben, Ed macht von der Trägheit frei; Es bezwingt mit Liebes⸗ kräften Das gefesselte Ge⸗ müth, Daß es sich mit Lust bemüht, Treu zu sein in Lichtsgeschäften; Es läßt weder Rast noch Ruh', In, es nimmt beständig zu. 5. Geist der Kraft, der Zucht und Liebe, Treib auch mich zun durch de Mir zum So geh' Liden, Schmach durch T des Pe Ach, w Zucht, Frucht! Joh. Mel. Lie 197. mich Al kennen,« durch di Herrn i mußt Ganz 2 bekehren 2./ sterniß rer war das Her test die rest Ge von L Gnade. 3. D Gebet. Sehnen Seufzer Wonne Hoffnu Leiden, Geist d icht den erkennen ige aber urch dein Meine bringen; nd Nach⸗ nich Kält' So laß chdringen en Geist, du mich zu Jesu in Sön⸗ alt mich eize In Schoß. trost zu ch einen t Gebet Meinen hämpfen. er heil— im Lauf st dieses kräftig ißt nie⸗ 'n, Esd Trägheit t Liebes⸗ elte Ge⸗ nit Lust sein in 5 läßt ih', In, zu. ft, der eib auch mich zum Guten an; Mach' durch deine starken Triebe Mir zum Laufen freie Bahn. So geh' ich in Spott und Leiden, In die tiefste Schmach hinab, So geh' ich drch Tod und Grab Zu des Paradieses Freuden. Ach, wie süß, o Geist der gucht, Ist mir deiner Triebe Frucht! Joh. Jac. Rambach 1693—1735. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛe. 197. Geist der Wahr⸗ heit, lehre mich Aller Wahrheit Urquell lennen, Jesum Christum! Nur durch dich Kann ich meinen Herrn ihn nennen; Du, du mußt mir ihn verklären, Ganz mein Herz zu Gott bekehren. 2. In des Irrthums Fin⸗ sternyß Müßt' ich ohne Füh⸗ der wanken; Du nur machst das Herz gewiß Und erleuch⸗ test die Gedanken, Offenba⸗ rest Gottes Pfade, Zeugst von Wahrheit und von Gnade. 2 3. Du, du stärkst uns zum Gebet. Jenes inbrunstvolle Sehnen, Das mit stillem Seufzen fleht Und uns Wonne gibt durch Thränen, Hfung und Geduld im Leiden, Ist dein Werk, du Geist der Freuden. Pfingsten. 141 4. Heiligung und Reinig-⸗ keit Und ein Gott gefällig Leben, Selige Zufriedenheit, Wahre Weisheit kannst du geben. Selig, die an dei⸗ nen Gaben Theil durch Lieb' und Glauben haben. 5. Ich erflehe sie von dir, Noch bin ich ein todtes Wesen; Komm und wohne selbst in mir, Und ich leb' und bin genesen! Dann wird meine Ohnmacht Stärke, 3 ich wirke Gottes Werke. Nimm mein Herz und mach es rein; Auch die Läu⸗ terung durch Leiden Soll mir theurer Segen sein; Sie wird Gold und Schlacken Denen, die das Wird einst, scheiden. Ziel erreichten, Herr, dein Antlitz leuchten. (Old. G.-⸗B.) Sam. Gottl. Bürde 1753—1831. Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛc. 198. Gei ist vom Va⸗ ter und vom Sohne, Der du unser Trö— ster bist Und von unsers Gottes Throne Hülfreich auf uns Schwache siehst, Stehe du mir mächtig bei, Daß ich Gott ergeben sei, Daß mein ganzes Herz auf Er⸗ den Mög' ein Tempel Got⸗ 152 werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein, Wenn ich bange — 142 Zweifel hege, Deine Wahr⸗ heit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn Auf mein wahres Wohlsein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, Werd' ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, Daß ich über alles treu Meinen Gott und Va⸗ ter liebe, Daß mir nichts so wichtig sei, Als in seiner Huld zu stehn. Seinen Na⸗ men zu erhöhn, Seinen Willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn zu der Sünde Mein Gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde; Hab' ich irgend mich verirrt, O so strafe selbst mein Herz, Daß ich unter Reu' und Schmerz Mich vor Gott in Demuth beuge Und den Sinn zur Bessrung neige— 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, Wenn mir Hülfe nöthig ist, Zu dem Gnaden— stuhl zu treten; Gib, daß ich auf Jesum Christ Als auf meinen Mittler schau' Und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad' auf mein Verlangen Von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden Stets mit deinem Troste bei, Daß ich auch alsdann mit Freuden Mei— Pfingsten. nem Gott ergeben sei. Gib mir ein gelassnes Herz; Laß mich selbst im Todesschmer Deines Trostes Kraft em— pfinden, Alles glücklich über— winden. (Jev. G.⸗B.) Gottfried Hoffmann 1669—1728. Mel. Aus meines Herzens ꝛr. 199 8 ein 3zu meinen Tho⸗ ren, Sei meines Herzens Gast, Der du, da ich ver⸗ loren, Mich neu geboren hast: O hochgeliebter Geist Des Vaters und des Soh⸗ nes, Mit beiden gleichen Thrones, Mit beiden gleich gepreist. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden Und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hülf' und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr' und Dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. ů 3. Du bist ein Geist, der lehret, Wie man recht beten soll; Dein Beten wird er⸗ höret, Macht reicher Gaben voll; Es steiget himmelan, Es läßt nicht ab und stei⸗ get, Bis der sich helfend neiget, Der allen helfen kann. 4. Du bist ein Geist der Freuden, Das Trauern willst du nicht Leiden Licht. A nal Ha Worten Pforten densaal. 5. Du Liebe, Freundlie daß uns! Haß, Nei Reindscha Willst, de nen Sich men, Wa 6. Du in Hände Belt, Ka wenden, gefällt; Mel. Frer 200. Buße, N äben heu dem Fuß Gnadenze vielleicht dir die? laß dich hon dir 2. 5 Güte Di dermann neu Gen ei. Gib rz; Laß sschmerz aft en⸗ ich über⸗ Hoffmann 669—1725. Tzens ꝛ. ein zu en Tho⸗ Herzens ich ver⸗ geboren er Geist 5 Soh⸗ gleichen n gleich 5 mich hmecken aft, die If' und tsündge ich mit hr' und ich dir ist, der t beten ird er⸗ Gaben melan, d stei⸗ helfend helfen ist der willst du nicht; Erleuchtest uns im Liden Mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches⸗ Hast du mit süßen Vorten Mir aufgethan die forten Zum güldnen Freu⸗ densaal. 5. Du bist ein Geist der iebe, Ein Freund der greundlichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, haß, Neid und Streit. Der geindschaft bist du gram, Willst, daß durch Liebesflam— nen Sich wieder thu' zusam⸗ men, Was auseinander kam. 6. Du, Herr, hast selbst in Händen Die ganze weite Velt, Kannst Menschenherzen wenden, Wie dir es wohl⸗ gefällt; So gib doch deine Pfingsten 143 Gnad' Zu Fried' und Lie— besbanden, Verknüpf' in allen Landen, Was sich ge— trennet hat. 7. Erfülle die Gemüther Mit reiner Glaubenszier, Die Häuser und die Gͤͤter Mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geist, Der dir sich ere Und, was dein Herz ergetzet, Aus unsern Herzen reißt. 8. Richt' unser ganzes Leben Allzeit nach deinem Sinn, Und wenn wir's sollen geben In Gottes Hände hin Und scheiden aus der Zeit, So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem Tod ererben Die ewge Seligkeit. Paul Gerhardt 1606—-76. 8. Bußtag. Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛe. ess er ist kein dud, Nensch für dich, als äben heut; Kehre wieder auf dem Fuße! Heut ist noch die Gnadenzeit; Morgen kommt bielleicht der Tod. Heut ist dir die Buße noth; Heute laß dich noch erretten, Wirf 27 dir dein Uebertreten! Heute bietet Gottes i Dir und mir und je— dermann Ein neu Herz und neu Gemüthe, Einen neuen Geist uns an. Mache, daß der heutge Tag Dein Ge— burtsfest werden mag! Heute laß dich noch erretten, Wirf von dir dein Uebertreten! Chrph. Carl Ludw. v. Pfeil 1712—84. Mel. So bin ich nun kein ꝛe. 201. Cbrist. prüfe dich an jedem Tage Mit Ernst vor Gottes An⸗ gesicht! Hör', was der innre Richter sage, Verachte seine 144 ö Bußtag. Warnung nicht! Prüfst du dich streng, so wirst du fin— den, Wie viel noch deiner Tugend fehlt, Daß du noch oft den Weg der Sünden Und nicht den Weg des Heils erwählt. 2. So lernest du dein Herz bewahren, Dies Herz, das dich so oft betrügt. Nun schaut dein Auge die Gefah— ren, Die nur ein harter Kampf besiegt. Für jeden Tag, der dir verliehen, Ruft Gott dich einst zur Rechenschaft. Laß nicht die Gnadenzeit entflie— hen Und bessre dich durch Gottes Kraft. 3. An jedem Abend, jedem Morgen Bedenke, was dir Gott gebeut; Vergiß nicht über eitlen Sorgen Das Trachten nach der Seligkeit! Einst würdest du zu spät be— klagen, Wenn du die War⸗ nung nicht gehört, Daß dir von allen Erdentagen Kein einziger zurückekehrt. 4. Drum prüfe heute noch dein Leben; Denn noch ist diese Stunde dein. Wird dich des Todes Nacht um— geben, Dann ist nicht Zeit mehr zu bereun. Ihn, des— sen Augen alles prüfen, Ihn täuscht der Trug des Heuch— lers nicht; Er schauet in des Herzens Tiefen Und bringt einst alles an das Licht. Aus dem Berliner G.-B. Mel. So bin ich nun kein Kinder. 202 WMie fürcht' it ö* mich, mein Herz zu prüfen, Mich zu er⸗ forschen, wer ich bin! Wi blick' ich über seine Tiefen Bald lässig, bald mit Vor⸗ satz hin! Mich warnt im Stil— len mein Gewissen: Betrüg, o Mensch, dich selber nichti Geneigt, mein Unrecht nicht zu wissen, Vergess' ich, was mein Innres spricht. 2. Ich wandle ruhig auf dem Pfade Des Leichtsinns und der Eitelkeit; Ein falsches Baun auf Gottes Gnade Vermehret meine Sicherheit. Ich denke nach vollbrachten Sünden, Doch ohne Buß, an Jesum Christ; Vergebung hoff' ich leicht zu finden, Weil er für mich gestorben ist. 3. So bleiben unrein mei⸗ ne Triebe Und unerleuchtet mein Verstand; Leer ist mein Herz von Gottes Liebe Und nur dem Eitlen zugewandt. Mein Glaub' ist todt und ohne Früchte, Mein Wandel ohne Besserung, Und dennoch hoff' ich im Gerichte, O Gott, von dir Begnadigung. 4. Weh mir Verblendetem! wie lange Werd' ich mich selber hintergehn! Ich nahe mich dem Untergange Und will doch die Gefahr nicht sehn. Erwecke, Gott, mich aus dem Schlafe, Zeig' min —— die Gr Ach, eil Strafe noch G 5.— ner Se Augen vor mir birgt sie Reiß m ternisse Herz vi treibe Buße n 6. prüfst, bessre, auf deit traue g Laß fe mich ste und W ich der trogen Mel. e 20² Zeit, 2 fe! N Nahe L Gott s Seinen alle; denball Aber ein Kindu. fürcht ih ich, mein lich zu er n! Wie ie Tiefen mit Vor⸗ t im Stil⸗ Betrüg, ber nichtl echt niht ich, was uhig auf eichtsinns N falsches Gnade Zicherheit. llbrachten ne Buß, ergebung en, Weil en ist. rein mei⸗ erleuchtet ist mein iebe Und gewandt. odt und Wandel dennoch O Gott, ig. endetem! ich mich Ich nahe ge Und hr nicht tt, mich eig' mir Bußtag. 14⁵ die Größe meiner Schuld! Ach, eile nicht mit mir zur Strafe Und hab', o Vater, noch Geduld! 5. Sieh, in der Tiefe mei⸗ ner Seele Ist alles deinen Augen licht. Was ich auch vor mir selbf st verhehle Ver⸗ hirgt sich deinen Blicken nicht. Reiß mich aus meinen Fin⸗ sternissen, Entfalte du mein Herz vor mir, Und mächtig treibe mein Gewißf en Zur Buße mich und, Got, zu dir! 6. Der du die Herzen prüfst, bekehre, Erleuchte, bessre, leite mich, Daß ich guf deine Stimme höre Und 114 gläubig dann auf dich! ß fest in deiner Furcht 15 stehen, Vor dir sei Herz und Wandel rein! So werd ich der Gefahr 4910)en, Be⸗ mogen von mir selbst zu sein! Balth. Münter 1735—93. Mel. Straf' mich nicht in ꝛe. 0 Sichrer Mensch, 203. S noch ist es Zeit, Autueht vom Schla— fe! Nahe ist die Ewigkeit, Nahe Lohn und Strafe. Hör', Gott spricht! Säume nicht, Seinen Ruf zu hören Und dich zu bekehren. 2. Noch weckt der Posau⸗ nen Schall Nicht die Todten alle; Noch bebt nicht der Er⸗ denball, Nahe seinem Falle; Aber bald, Bald erschallt Gottes Ruf: Zur Erden Sollst du wieder werden! 3. Kommt nun, eh du es gedacht, Unter Sündenfreu⸗ den Deines Lebens letzte Nacht, Was wirst du dann leiden! Wenn dein Herz, Von dem Schmerz, Deiner Schuld zerrissen, Wird verzagen müs— sen! 4. Wenn vor deinem Ant— litz sich Jede Sünd' enthüllet, Wenn dann eine jede dich Ganz mit Graun erfüllet, Nichts dich dann Stärken kann, Keine deiner Freuden, Was wirst du dann leiden! 5. Noch, noch wandelst du allhier Auf des Lebens Pfade; Noch ist zur Errettung dir Nah des Ewgen Gnade. Eil' ihr zu, Daß du Ruh' Für dein Herz empfindest Und Vergebung findest. (Jev. G.⸗B.) David Denicke 1603—80. Mel. Der Tag ist hin, mein ꝛe. 204. Gf nicht endlich hören? Wie lass' ich mich bez aubern und be⸗ thören! Die kurze Freud', die kurze Zeit vergeht, Und meine Seel' noch so gefähr— lich steht. 2. Gott rufet noch! Sollt' ich nicht endlich kommen? Ich hab' so lang die treue Stimm Derbonnien Ich wußt' es wohl: ich war nicht, wie ich 10 sollt'. Er winkte mir; ich habe nicht gewollt. 3. Gott rufet noch! Ob ich mein Ohr verstopfet, Er stehet noch an meiner Thür und klopfet. Er ist bereit, daß er mich noch empfang'. Er wartet noch auf mich; wer weiß, wie lang? 4. Gott locket mich! Nun länger nicht verweilet! Gott will mich ganz; nun länger nicht getheilet! Du thöricht Herz, sag' immer, was du willt: Meins Gottes Stimm' mir mehr als deine gilt. 5. Ich folge Gott; ich möcht' ihm ganz genügen. Die Gnade soll im Herzen endlich siegen. Ich gebe mich; Gott soll hinfort allein Und unbedingt mein Herr und Meister sein. 6. Ach nimm mich hin, du Langmuth ohne Maße! Ergreif mich wohl, daß ich dich nie verlasse. Herr, rede nur! ich geb' begierig acht. Führ', wie du willst; ich bin in deiner Macht. Gerh. ter Steegen 1697-1769. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛe. 205 Mensch, er⸗ muntre deinen Sinn! Wie lange willst du schlafen? Auf, auf! die Stun⸗ den gehn dahin, Schon nahen Gottes Strafen; Vor ihm besteht der Sünder nicht, TTRQC 146 Bußtag. Und geht er mit dir ins Gericht, Wo willst du Ret⸗ tung finden? 2. Das eitle Wesen dieser Zeit Hat dich mit Nacht be— decket, Daß aus dem Schlaf der Sicherheit Dich keine Warnung wecket. Du freuest dich der trägen Ruh' Und drückest gern die Augen zu, Dem Lichte zu entweichen. 3. Gott rufet laut, du schlummerst fort; Er droht dir, doch vergebens! Er zei— get dir in seinem Wort Die Strafen jenes Lebens; Du aber merkest wenig drauf, Fährst fort in deinem Sün⸗ denlauf, Willst keinen Führer leiden! 4. Dein Heiland weinet über dich, Du lachst in dei⸗ nen Sünden! Er sucht und locket dich zu sich, Du läßt dich nimmer finden! Er fleht, du nimmst kein Bitten an! Er thut mehr, als ein Bru⸗ der kann; Du spottest seiner Liebe! 5. Du siehst, wie mancher Sünder fällt, Wenn Gott die Strafe sendet; Doch blei⸗ best du ein Kind der Welt, Von ihrem Tand verblendet! Des Nächsten Sturz erschreckt dich nicht; Du glaubst, daß Gottes Zorngericht Dich nie— mals treffen werde! 6. Gott! laß in mir nach deiner Huld Der Gnade Licht entbre Sichet Elend deinen Seele endlic Sünd Gott! Auge sichre Verde Jol Mel.“ 20 dein des ist d Will' stehe heit mit 1 o M nicht finde Gnat saget theur die 3. Siche Buß mich dir ins u Ret⸗ n dieser acht be⸗ Schlaf keine freuest Und gen zu, ichen. It, du r droht Er zei zrt Die 3 Du drauf, Sün⸗ Führer weinet in dei⸗ ht und zu läßt r fleht, en an! n Bru⸗ seiner nancher Gott ch blei⸗ Welt, lendet! schreckt t, daß ch nie— r nach e Licht entbrennen, Damit ich mei⸗ ner Sünden Schuld Recht gründlich mög' erkennen. O Jesu, Glanz der Herr⸗ lichkeit! Durchleuchte meine Sicherheit, Daß ich mein Elend schaue. 7. O heilger Geist! laß deinen Strahl Durch meine Seele dringen; Hilf, daß ich endlich mög' einmal Den Sündenschlaf bezwingen. Gott! thu mir Herz und Augen auf, Daß mich der H Sündenlauf Nicht zur Verdammniß führe. Joh. Chrph. Wentzel 1660—1723. Mel. Vater unser imHimmelr.ꝛe. 0 So wahr ich 206. S lebe, spricht dein Gott, Mir ist nicht lieb des Sünders Tod; Vielmehr ist dies mein Wunsch und Will', Daß in der Sünd' er stehe still, Von seiner Bos— heit wende sich Und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk', o Menschenkind, Verzweifle nicht in deiner Sünd'; Hier findest du Trost, Heil und Gnad', Die Gott dir zuge— saget hat Mit einem heilgen, theuren Eid; O selig, dem die Sünd' ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, Denk' nicht: zur Buße ist noch Zeit; Ich will mich erst des Lebens freun, Bußtag. Und werd' ich dessen müde sein, Alsdann will ich be— kehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es, aus Barm⸗ herzigkeit Ist zur Vergebung Gott bereit; Doch wer auf Gnade sündigt hin Und bleibt bei— 0. Sinn, Wer seiner Seele selbst nicht schont, Dem wid inst mach Ver⸗ dienst gelohnt. 5. Gnad' hat dir zuge— saget Gott Durch Jesu Christi Blut und Tod; Doch sagen hat er nicht gewollt, Ob du bis morgen leben sollt. Daß 0 mußt sterben, ist dir kund; Verborgen ist die Todesstund'! ö 6. Heut lebst du, heut bekehre dich! Eh morgen kommt, kann's ändern sich; Wer heut ist frisch, gesund und roth, Ist morgen krank, vielleicht gar todt. Stirbst du nun ohne Reu' und Leid, So büßest du in Ewigkeit. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich noch heute komm' zu dir Und mich be— kehre unverweilt, Eh mich mein Ende übereilt, Auf daß ich heut und jederzeit Zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann 1585—-1647. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. 207. W. deine Güte, Die alle Mißse 10² 148 that vergibt, Sobald ein reuiges Gemüthe Die Sün⸗ den, die es sonst geliebt, Er— kennt, verdammt und ernst— lich haßt Und Zuversicht zum Mittler faßt. 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, Weil du so reich an Gnade bist! Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, Die mir zum Heil gegeben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei, Daß ich sie meiner Bessrung weih'. 3. Zwar deine Gnade zu verdienen, Sind Reu' und Bessrung viel zu klein. Doch darf sich auch kein Mensch erkühnen, Zu glauben, dir versöhnt zu sein, Wenn er noch liebt, was dir mißfällt, Und nicht dein Wort von Herzen hält. 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, Der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, Der scheinbar sein Verdienst ergreift, Dabei in Sünden noch beharrt, Für welche er ein Opfer ward. 5. Drum fall' ich dir, mein Gott, zu Füßen, Vergib mir gnädig meine Schuld Und heile mein verwundt Gewissen Mit Trost von deiner Vaterhuld. Ich will mit Ernst die Sünden scheun Und willig dir gehorsam sein. Bußtag. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke Durch Christum mir geschenket sei, Will ich durch Uebung guter Werke Beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie dringe stets und leite mich. — 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, Der du die Missethat vergibst, Das hassen, was du mir vergeben, Das lieben, was du selber liebst. Laß, Vater, mein Ge⸗ wissen rein Und heilig meinen Wandel sein. (Jev. G.⸗B.) Joh. Fr. Bahrdt 1705—75. Mel. Wer nur den lieben Gottꝛe. ö ein Gott, ach 208. Muqhar mich er⸗ kennen Den Selbstbetrug und Heuchelschein, Daß Tausend', die sich Christen nennen, Mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum. 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, Der Sünde abge⸗ storben sei. Laß dir mich sterben, dir mich leben, Und mach' in mir, Herr, alles neu. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum. 3. Reiß los das Herz mir von der Erden, Laß mich, der ich unsterblich bin, Nach deinem Bild erneuert werden Und lands mir zu Gott, thum. 4. Seele, folge schmal Ehre s Ach, Ruhm wahre 9 Hoffm fest ur bis a Gehor Ach, Ruhm Christ 6. dieser ruhigt komm werde Selig zu dei das K 7 Gei Mel. 0 20 Füße Güt' zitter unrei Maß htigkeit hristum Gill ich Werke st mich gegen S und deiner ùu die Das geben, selber in Ge⸗ neinen Bahrdt 05—75. Hottꝛe. t, ach ich er⸗ g und send', Mit sein. einem das allein abge⸗ mich Und alles ir zu Gott, n. mir mich, Nach rden Bußtag. Und gib mir meines Hei— lands Sinn. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christen-⸗ thum. 4. Regiere du selbst meine Seele, Damit ich Christo folge nach Und stets den schmalen Weg erwähle, Ja, Ehre such' in Christi Schmach. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum. 5. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe Lebendig, fest und thätig sein, Daß ich bis an mein Sterben übe Gehorsam ohne Heuchelschein. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum. 6. So hab' ich schon auf dieser Erde, Was mich be— ruhigt und erfreut; So komm' ich, wenn ich sterben werde, Zu deines Himmels Seligkeit. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum. 7 Georg Joach. Zollikofer 1730—88. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 209 Wi liegen hier u zu deinen Füßen, Ach Herr von großer Güt' und Treu'! Und fühlen zitternd im Gewissen, Wie unrein unsre Seele sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt; 149 Ach, weh uns! wenn du strafen willt. 2. Doch, Vater, denk' an deinen Namen; Gedenk' an deinen lieben Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen; Dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht; Ach, geh nicht mit uns ins Ge⸗ richt! 3. Wir liegen hier vor dir im Staube, O Vater, mit zerknirschtem Geist; Uns tröstet ganz allein der Glaube, Daß du noch der Erbarmer seist. Ach, hast du noch ein Vaterherz, So siehe doch auf unsern Schmerz! 4. Das theure Blut von deinem Sohne Schreit für uns um Barmherzigkeit; Schau' doch von deinem Gnadenthrone Und denke noch der alten Zeit, Da du auch Gnade hast erzeigt, Dein Herz dem Sünder zu— geneigt! 5. Ach, laß die wohlver⸗ diente Strafe Nicht über unsre Häupter gehn, Daß wir nicht als verlorne Schafe Von deiner Huld verlassen stehn! Ach, sammle uns in deinen Schoß Und mach' uns aller Plagen los! 6. So wollen wir dir Opfer bringen, Die Deinen sein mit Leib und Seel'. Es soll dein Lob gen Himmel 150 dringen, Und dein erlöstes Israel Stimmt froh in das Bekenntniß ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein. Benj. Schmolck 1672— 1737. Mel. Sieh, hier bin ich ꝛe. den Og⸗ 210. den! S awer beladen Neigt sich unser Haupt vor dir. Unsre an zen Sind voll Schmerze Staub und Asch' ist aun Zier. Hab' Erbarmen Mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen; Denn wir tragen Auf uns aller Sünden Last, Aller Qualen Volle Schalen, Die du aus— gegossen hast. Hab' Erbarmen Mit uns Armen! Angst und Noth hat uns erfaßt. 3. Wenn du richtest, Wenn du sichtest, Geht das Zittern vor dir her. Wenn uns decken Deine Schrecken, Dann ist keine Rettung mehr. Hab' Erbarmen Mit uns Armen! Deine Hand ist uns zu schwer. 4. Wir bekennen, Herr, wir nennen Laut vor dir die Missethat! Es ist keiner Hier ein Reiner, Wder erntet böse Saat. Hab' Erbarmen Mit uns Armen! Sieh auf ihn, der für uns bat. Bußtag. 5. Hör' uns rufen An den Stufen Deines hohen Gna⸗ denthrons! Tilg' in Hulden Unsre Schulden In dem Blut des Mens schensohns. Hab' Erbarmen Mit uns Armen! Sprich uns los des Sünderlohns! 6. Herr, verzeihe! Jesu, leihe Uns dein e ich Gebet! Gott, verschone, Wenn vom Sohne Das Erbarmen zu dir fleht! Hab' Erbarmen Mit uns Armen, Wenn der 231 08 vor dir steht! Jesu, rette! Brich die Kette Unsrer Finsterniß ent⸗ zwei, Daß der Glaube Tief im Staube Unser Trost und Zuflucht sei. Hab' Erbarmen Mit uns Arment Jesu, mach' uns wieder frei! 8. Du mußt siegen, Wir erliegen; Du bist frei, wir sind in Haft; Du alleine Bist der Reine; Wir sind schwach, dein ist die Kraft. Hab' Erbarmen Mit uns Armen! Denk' an deine Pil⸗ grimschaft! 9. Wenn du Frieden Uns beschieden, Fürchten wir die Strafe nicht. Dein Ver⸗ söhnen Wird uns krönen Mit Gerechtigkeit und Lickt. Dein Erbarmen Hilft den Armen,— Du bist unsre Zuversicht! Chrn. Rud. Heinr. Puchta 1808—58. Mel. 2 Der 2 ein T Welt i weiß Baum die Ler läßt! die St Nest; Geht streut Erde, leiht. 2. neue das E wachs Halm Du s Allmé wächst Und; Kein, Du Fruch Und An den Gna⸗ Hulden dem nsohns. it uns los des Jesu, sterlich Wenn harmen harmen un der ö ich die iß ent⸗ e Tief st und harmen „mach' „Wir ei, wir alleine ir sind Kraft. t uns e Pil⸗ n Uns Hzir die Ver⸗ krönen Licht. ft den unsre 30858. 9. Saatfest. Mel. Nun lob', mein' Seel' ꝛc. 21¹ Der Frühling 2 ist erschienen, Der Winter dünkt uns nur ein Traum! Nun liegt die Welt im Grünen, Und schnee— weiß schimmert Heck' und Baum; Hört, wie so froh die Lerche Ihr Lied erschallen läßt! Die Schwalben und die Störche Beziehn ihr altes Nest; Mit fröhlicher Geberde Geht nun der Mensch und streut Den Samen in die Erde, Den er auf Wucher leiht. 2. Wer aber gibt aufs neue Dem Samenkörnlein das Gebot:„Keim' auf und wachs, gedeihe Und werde Halm und Aehr' und Brot!“ Du sprichst den Segen leise, Allmächtiger, und sieh, Es wächst für Menschen Speise, Und Futter grünt fürs Vieh! Kein Zweifel soll uns kränken; Du wirst barmherzig sein, Fruchtbaren Regen schenken Und milden Sonnenschein. 3. Und wenn sich Wolken thürmen Und Wetter drohn mit Glut und Flut, Wird deine Hand uns schirmen; Wir traun auf dich mit frohem Muth. Du hemmst des Sturmes Flügel, Du lenkst der Blitze Lauf Und stellst als Gnadensiegel Den lautem Freudenruf Das junge Himmelsbogen auf. Er wölbt sich hoch und schimmert Am grauen Wolkenzelt, Und siehe, unzertrümmert Bleibt unser Haus und Feld. 4. Freut euch des Herrn, ihr Frommen, Und heißt mit Jahr willkommen Und preist ihn, der den Frühling schuf! Seht, wie im Blumenkleide Die Wiese lieblich prangt! Nur der fühlt wahre Freude, Der Gott von Herzen dankt. Auf! Jeder pflüg' und säe Und singe froh dazu:„Ehr' sei Gott in der Höhe, Auf Erden Fried' und Ruh'!“ Sam. Gottlieb Bürde 1753-1831. Mel. Allein Gott in der Höh' ꝛc. 212 Di schöne Welt, * wie herrlich schmückt Dich Gott im Früh⸗ lingskleide! Wer ist, den nicht dein Reiz entzückt? Wes Herz schlägt nicht vor Freude Beim Wiederleben der Na-⸗ tur, Die ringsher uns des Schöpfers Spur So klar vor Augen stellet? 2. Er schafft, daß Segen weit und breit Im Thaue sich ergieße; Der Herr ge⸗ beut, daß Fruchtbarkeit Im sanften Regen fließe. O Gott, wer mißt der Gaben Zahl, Die hier und dort und 152 überall Von dir ergossen werden? 3. Das Feld in seiner bunten Pracht Zeigt uns die schönsten Farben; Es predigt, daß ein Vater wacht, Der uns nie lässet darben. Es reift die Saat zur gold— nen Frucht; Wer mit Gebet und Fleiß sie sucht, Wird sie bereitet finden. 4. Im kleinsten Gräslein bist du groß, Es grünt zu deinem Ruhme; Mehr als das Prachtkleid Salomos Steht herrlich jede Blume; Sie duftet mild, und ihre Pracht Verkündigt deine Schöpfermacht, Die sie so herrlich zieret. 5. Herr, deines Namens Ehr' und Ruhm Soll mein Gemüth erheben; Laß dir mich, als dein Eigenthum, In Jesu kindlich leben! Und wie mein Sinn, so sei die That, Daß ich, als hoffnungs— volle Saat, Dir reichlich Früchte bringe. 6. Einst kommt ein Tag, dem Frühling gleich, Da wir aufs neue leben; O selig, wer in jenes Reich Empor darf herrlich schweben, Wo er nur Wonn' und Klarheit erbt, Wenn seine Werke un⸗ gefärbt, Sein Glaube rein gewesen! 7. Ich will in deinem Vorhof hier, Herr, deine Saatfest. Gnade schauen, Und sterb ich nur in Jesu dir, Schreckt mich kein Todesgrauen. Du weckst die schlafende Natur; Auch deine Todten schlum— mern nur; Du wirst auch mich erwecken. Karl Chrph. Förster. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛe. 918 s baut, o Gott, 213. E auf dein Ge⸗ heiß Der Menschen Hand die Erde, Voll Hoffnung, daß nun auch ihr Fleiß Von dir gesegnet werde. Auf dein Versprechen trauen sie:„Du sollst dein Brot bei Fleiß und Müh', So lang du lebest, essen.“ 2. Noch immer traf dies Wort uns ein. Gib ferner deinen Segen, Daß Saat und Pflanzen wohl gedeihn, Gib Sonnenschein und Re⸗ gen; Denn ohne deine Se— genshand Bringt selbst ein wohlgebautes Land Nicht, was es bringen könnte. 3. Umsonst ist aller Men⸗ schen Müh' Im Pflanzen und Begießen, Läßt du vom Himmel nicht auf sie Des Segens Ströme fließen. Nur du regierst den Witt⸗ rungslauf; Durch dich wächst jede Pflanze auf, Durch dich nur bringt sie Früchte. 4. So kröne denn mit Fruchtbarkeit Das Land nach deiner Güte; Und wenn die Aussaa ter, so und St Sie ni mag, schwemt 5.— otreue wir nu am best gnädig wirst d Ruhm Eigentl versorg— (Old. G.⸗ Mel. Ii 214 nem V sich nor ner Kr unser? Und a 2. wir S⸗ nest du So ist Nur d chafft Lebens 3. segnet Wind Daß deihen Nach“ wieder d sterb' Schreckt 1. Du Natur; schlum— st auch „Förster. n der ꝛe. o Gott, in Ge⸗ Hand ffnung, 5ß Von uf dein „ Du iß und lebest, f dies ferner Saat edeihn, d Re⸗ ie Se⸗ ost ein Nicht, e. Men⸗ lanzen t du uf sie ließen. Witt⸗ wächst h dich mit d nach m die Aussaat nun gedeiht, O Va⸗ ter, so verhüte, Daß Frost und Sturm und Hagelschlag Sie nicht zerstörend treffen mag, Nicht Flut sie über⸗ schwemme. 5. Wir traun auf dich, otreuer Gott! Dich lassen wir nur walten; Du kennst am besten unsre Noth, Hast gnädig uns erhalten. So wirst du denn zu deinem Ruhm Auch uns in deinem Eigenthum Noch fernerhin versorgen. (Old. G.⸗B.) Barth. Ringwaldt 1530—98. Mel. In dich hab' ich gehoffet ꝛc. 51 Nas du, mein 214. W Gott, in dei⸗ nem Wort Versprichst, zeigt sich noch immerfort In sei⸗ ner Kraft auf Erden, Daß unser Feld Mit Nutz bestellt Und angebaut kann werden. 2. In Hoffnung streun wir Samen aus; Doch seg⸗ nest du nicht Feld und Haus, So ist die Müh' vergebens. Nur deine Kraft Und Güte schafft Uns Unterhalt des Lebens. 3. Laß unsre Saat ge⸗ segnet sein; Gib Regen, Wind und Sonnenschein, Daß Wachsthum und Ge— deihen Uns spät und früh Nach Sorg' und Müh' Einst wiederum erfreuen. Saatfest. 4. Bewahre sie das ganze Jahr Vor so vielfältiger Ge⸗ fahr, Die sie leicht kann ver⸗ letzen Und den, den heut Sein Feld erfreut, In Kum⸗ mer bald versetzen. 5. Bei solcher Saat seh' ich allhier Zugleich manch tröstlich Bild von mir. Denn unter Sturm und Winden Erhebt sie sich; So kann auch ich Durch Kreuz den Himmel finden. 6. Und wie das Körnlein erst verdirbt Und in der Erde gleichsam stirbt, Um neue Frucht zu bringen, So werd', o Gott, Ich durch den Tod Ins bessre Leben drin⸗ gen. 7. Auf diesen seligen Ge⸗ winn Freut sich bereits mein Herz und Sinn, Muß ich bei trüben Fällen Die Thrä⸗ nensaat Nach deinem Rath Gleich öfters hier bestellen. 8. Nur mache mich, o Gott, bereit, In Glauben und Gottseligkeit Viel gute Frucht zu bringen, So will ich dir Dereinst dafür In Ewigkeit lobsingen. (Jev. G.⸗B.) Casp. Gotthold Jensch 1681—1729. Mel. O daß ich tausend ꝛc. oder Wer nur den lieben Gott ꝛe. —2948 ir, milder 215. Geber aller 154 Saaffest. Gaben, Herr! dir gebüret Dank und Ruhm; Denn alles, was wir sind und haben, Ist ja dein Werk und Eigenthum. Mein Lobgesang steigt auf zu dir, O neige, Herr, dein Ohr zu mir. 2. Die kleinste deiner Krea⸗ turen Macht deine Weisheit offenbar; Du zeigest deiner Güte Spuren Und deine Macht von Jahr zu Jahr; Der kleinste Halm ruft laut uns zu, Daß niemand mäch— tig sei als du. 3. Du sorgst für uns nach Väter Weise, Erhältst die Werke deiner Hand, Gibst allem, was da lebt, die Speise, Beschirmst und seg— nest jedes Land; Du liebest unveränderlich, Der Bösen selbst erbarmst du dich. 4. Voll ist der Erdkreis deiner Güte, Und deiner Weisheit ist er voll! Herr, unterweise mein Gemüthe, Wie ich dich würdig loben soll. Dir dankt nur wahr— haft, wer dich liebt, Dich, der uns so viel Gutes gibt. 5. Das Saatkorn wird in deinem Namen Auf Hoffnung in das Land gestreut; Du schirmst, Allmächtiger, den Samen, Dein ist der Erde Fruchtbarkeit; Du gibst allein zur Arbeit Kraft, Du bist's, der das Gedeihen schafft. 6. Mild öffnest du den Schoß der Erde, Du tränst die Flur von oben her, Gibst, daß die Saat erquicket werde, Und machst die Aehre segenschwer; Du träufelst mit dem kühlen Thau Die Frucht⸗ barkeit auf Feld und Au'. 7. Kommt, preist des Schö⸗ pfers Huld und Stärke, Bringt seinem Namen Ehre dar! Groß ist der Herr, und seine Werke Sind herrlich, groß und wunderbar! Wie köstlich ist dein Lob, wie schön! Kommt, laßt uns sei— nen Ruhm erhöhn! Ehrenfr. Liebich 1713—-80. Mel. O daß ich tausend ꝛce. oder Wer nur den lieben Gott e. 6 Rir singen, 216. W Herr, von deinen Segen, Wiewohl sie nicht zu zählen sind. Du gibst uns Sonnenschein und Regen, Frost, Hitze, Donner, Thau und Wind; So blüht und reifet unsre Saat Nach deinem wundervollen Rath. 2. Der Himmel träufelt lauter Güte; Die Erd' ist stiller Schätze voll, Damit ein achtsames Gemüthe Dich finden und bewundern soll, Dich, der durch seine weise Macht Das alles hat her⸗ vorgebracht. 3. S geprieset Wunder Feldern Für T Nahrun rest un⸗ Du gil übrig h 4* Segens die nich allein d Feld u grünt. fernerh. Dank i Mel. A 217 Sonne Saat Gott, wehn entferr was Ihm nach; ihm w 2. Ewge König Lichtes alle g der G hört du den 1 tränktt en her, erquicktt ie Aehre felst mit Frucht⸗ Au. en Ehre rr, und herrlich, Wie b, wie uns sei⸗ 1713—80. send v. Gott ꝛe. singen, r, von vohl sie . Du in und Donner, o blüht it Nach Rath. träufelt Srd' ist Damit he Dich rn soll, e weise at her⸗ 3. So sei die Liebe denn gepriesen, Gepriesen sei die Wunderkraft, Die auf den Feldern, auf den Wiesen Für Thier' und Menschen Nahrung schafft. Du näh⸗ rest uns, wir werden satt; Du gibst, daß man noch übrig hat. 4. Du schüttest deines Segens Fülle Herab auf uns, die nichts verdient; Es ist allein dein guter Wille, Daß Feld und Au' und Garten grünt. O sei uns gnädig fernerkin Und wirk' auch Dank in unserm Sinn. Saatfest. 5. Bewahre ferner unsre Saaten Und unsre Häuser, Hab' und Gut; Bewahr' uns auch vor Missethaten, Vor Wollust, Geiz und Ueber⸗ muth, Weil ssonst im reichsten Ueberfluß Die Seele doch verderben muß. 6. So wollen wir denn hier auf Erden Die Saat des Himmels auszustreun Nie müde, nie verdrossen werden Und uns vielmehr der Ernte freun, Die einst nach dieser Zeit der Saat Dein Rath für uns ersehen hat. Unbek. Verf. (Gottfr. Hoffmann? 1658—-1712.) 10. Erntefest. Mel. Allein Gott in der Höh' ꝛce. To lang als 217. Erd' und Sonne stehn, Soll fortgehn Saat und Ernte!“ Sprach Gott, als er durch Windes— wehn Die Schreckensflut entfernte. Und fest steht, was sein Wort versprach, Ihm rühmen's Ewigkeiten nach; Auch dies Jahr hallt's ihm wieder. 2. Von oben, wo der Ewge thront Mit heilgem Königsstabe, Wo er, des Lichtes Vater, wohnt, Kommt alle gute Gabe; Nie hört der Gnadensonne Lauf,‚ Nie hört sein Born zu strömen Preis seinem Vater⸗ auf; segen! 3. Er krönt das Jahr mit seinem Gut, Er läßt die Scheuern füllen, Und Feld und Berg und Garten thut Nur seinen Liebeswillen. Die Wolke regnet, donnert, schneit, Wie ihr sein Segens⸗ wink gebeut. Wohl uns des großen Gebers! 4. Er gibt mit milder Gotteshand, Und wenn die Aun ersterben, Läßt er des Samens edles Pfand Im Acker nicht verderben. Er hütet ihn im stillen Grund Und macht im schönen Früh⸗ 156 ling kund, Wie treu sein Herz geblieben. — 5. Er gibt mit weisem Gottesmaß Bald reichlicher, bald minder; Nie aber, nein, noch nie vergaß Der Vater seine Kinder. Er, der so gern uns Gutes thut, Er weiß, was heilsam ist und gut. Preis seiner Vater— treue! 6. Wißt, unser großer Geber liebt, Die ihm an Milde gleichen Und, was er überflüssig gibt, Gern armen Brüdern reichen. Als Dar— lehn, das ihm wuchern soll, Füllt er des Vorraths Räume voll. Preist ihn, den Gott der Liebe! 7. Ja, bringt ihm Preis im Heiligthum, An seinen Dankaltären! Laßt Haus und Tisch den edlen Ruhm Der Gottesgüte mehren! Im bleib' in reiner Dank— barkeit Geist, Seel' und Leib zum Ruhm geweiht Und jeder Tag des Lebens! Carl Bernh. Garve 1763—1841. Mel. Lieber Tag, seh' ich dich ꝛc. err! die Erde 218. ist gesegnet Von dem Wohlthun deiner Hand; Güt' und Milde hat geregnet, Dein Geschenk be— deckt das Land. Auf den Hügeln, in den Gründen Ist dein Segen ausgestreut; Un⸗ Erntefest. ser Warten ist gekrönet Unser Herz hast du erfreut. 2. Aller Augen sind er— hoben, Herr, auf dich zu jeder Stund, Daß du Speise gest jaeden Mund. Und du öffnest deine Hände, Dein Vermögen wird nicht matt; Deine Hülfe, Gnad' und Spende Machet alle froh und satt. 3. Du gedenkst in deiner Treue An dein Wort zu Noahs Zeit, Daß dich nim— mermehr gereue Deiner Huld und Freundlichkeit. Und so lang die Erde stehet, Ueber der dein Auge wacht, Soll nicht enden Saat und Ernte, gibst von oben Und versor⸗ Frost und Hitze, Tag und ö Nacht. 4. Gnädig hast du aus⸗ gegossen Deines Ueberflusses Horn, Ließest Gras und Kräu⸗ ter sprossen, Ließest wachsen Frucht und Korn. Mächtig hast du abgewehret Schaden, Un⸗ fall und Gefahr, Und das Gut blieb unversehret Und gesegnet ist das Jahr. 5. Herr, wir haben solche Güte Nicht verdient, die du gethan. Unser Wissen und Gemüthe Klagt uns vieler Sünden an. Herr, verleih, daß deine Gnade Jetzt an unsre Seelen rührt, Daß der Reichthum deiner Milde Unser Herz zur Buße führt! — 6. Hi der Erd immerfo ligt we und Ge was wir gesät in Und du den Una groß. Chrn. Rud Mel. Au A09. Der Seg aus Got reich und alte Go kann es so viel preisen 2. Wi Die un Und of Gethan Die im Ob wir Die Fr geben, wohnt. 3. Z1 Segen derbt, Wegen geerbt; gethan Güte, 2 Gemüth men kat gekrönet, erfreut. sind er⸗ zu jeder Speise ; versor⸗ Und du „Dein t matt; dꝰ und le froh deiner Zort zu ich nim— ler Huld Und so „UVeber ** Ernte, ag und uU aus⸗ rflusses d Kräu⸗ wachsen tig hast »n, Un⸗ nd das t Und solche die du en und vieler verleih, etzt an Jaß der e Unser 6. Hilf, daß wir dies Gut der Erden Treu verwalten immerfort; Alles soll gehei— ligt werden Durch Gebet und Gottes Wort. Alles, was wir Gutes wirken, Ist gesät in deinen Schoß,— Und du wirst die Ernte sen⸗ den Unaussprechlich reich und groß. Ehrn. Rud. Heinr. Puchta 1808—58. Mel. Aus meines Herzens ꝛe. · Die Ernt' ist Ah. D nun zu Ende, Der Segen eingebracht, Wor⸗ gus Gott alle Stände Satt, nich und fröhlich macht; Der alte Gott lebt noch; Man hann es deutlich merken An so viel Liebeswerken; Drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, Die uns das Feld bestellt Und oft ohn' unsre Bitte Gethan, was uns gefällt, Die immer noch geschont, Ob wir gleich sündlich leben, Die Fried' und Ruh' ge— geben, Daß jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen Hat böses Thun ver⸗ derbt, Den wir auf guten Wegen Noch hätten sonst geerbt; Doch hat Gott mehr gethan Aus unverdienter Güte, Als Mund, Herz und Gemüthe Nach Würden rüh⸗ men kann. Erntefest. 157 4. O treuer, guter Vater, Du hast viel Dank verdient; Du mildester Berather Machst, daß uns Segen grünt; Wohlan, dich loben wir Für abgewandten Scha⸗ den, Für viel' und große Gnaden; Herr Gott, wir danken dir. 5. Zum Danke kommt das Bitten, Du wollest, frommer Gott, Vor Feuer uns be— hüten Und aller andern Noth; Gib friedenvolle Zeit; Er— halte deine Gaben, Daß wir uns damit laben; Regier' die Obrigkeit. 6. Besonders laß gedeihen Dein reines wahres Wort, Daß wir uns dessen freuen Und auch an unserm Ort Durch dieses Samens Frucht In unserm ganzen Leben Dir Dank und Ehre geben Mit Frömmigkeit und Zucht. 7. Kommt dann des Lebens Ende, So nimm du unsern Geist In deine Vaterhände, Da er der Ruh' geneußt, Da ihm kein Leid bewußt; So ernten wir mit Freuden Nach ausgestandnem Leiden Die Garben voller Lust. Gottfr. Tollmann um 1723. Mel. O daß ich tausend ꝛc. oder Wer nur den liebeu Gott ꝛe. Gott, d 220. O Wir alls 158 haben, Die Welt ist ein sehr großes Haus; Du aber theilest deine Gaben Recht wie ein Vater darin aus; Dein Segen macht uns alle reich; Ach, lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, Die stets bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Nothdurft keinem fehlen; Denn du weißt allem vor— zustehn Und schaffest, daß ein jeglich Land Sein Brot be— kommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet Und end— lich auch die Frucht genießt; Der Wind, der durch die Felder wehet, Die Wolke, so das Land begießt, Des Him⸗ mels Thau, der Sonne Strahl Sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, Der Acker selbst wird ihm zu Brot; Es mehret sich vielfältger Weise, Was anfangs schien, als wär' es todt, Bis in der Ernte jung und alt Erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer kann's genug bedenken? Der Wun— der sind hier gar zu viel. So viel als du kann nie— mand schenken, Und dein Er— barmen hat kein Ziel; Denn immer wird uns mehr be— Erntefest. retter! schert, Als wir zusammen alle werth. 6. Nie, Vater, wollen wirs vergessen, Was uns dein Segen bringet ein; Ein jeder Bissen, den wir essen, Soll deiner Güte Denkmal sein, Und Herz und Mund soll lebenslang Für unsre Nah⸗ rung sagen Dank. Casp. Neumann 1648—1715. Mel. Nun laßt uns Gott, dem ꝛr. 9 hommt! laßt 221. K uns Gott lobsingen Und Preis und Dank ihm bringen Für seiner Ernte Gaben, Die wir ge— sammelt haben. 2. Der Herr hat uns ge⸗ geben, Was noth ist uns zum Leben, Zum freudigen Ge— nusse Aus seinem Ueberflusse. 3. Die Scheuern sind voll Segen; Denn er gab Thau und Regen, Der Frucht, der wir uns freuen, Schuh, Wachsthum und Gedeihen. 4. Frohlocket seiner Milde, Daß Auen und Gefilde So reichlich wiedergaben, Was wir gesäet haben. ö 5. Frohlockt ihm, dem Er⸗ Oft drohten Sturm und Wetter Den Untergang der Saaten; Und doch sind sie gerathen. 6. Denn immer soll ge⸗ bären, Uns alle zu ernäh⸗ ren, 2 Erde, werde. 7. M Bewund jiden Fl so trägt 8. Au ernten; lernten. der Arr harmen 40.0 hoben, loben, Scheuer feiern. Old. G.⸗ Mel. N DD 22² preisen milde Dank Gnade uns 7 fröhlick unser mit rei den ist gesäet Fleiß gebrach isammen len wir's ns dein Sin jeder n, Soll ial sein, ind soll re Nah⸗ 648—1715. t, dem ꝛe. t! laßt 5 Gott eis und ir seiner wir ge⸗ uns ge⸗ ins zum zen Ge⸗ erflusse, ind voll b Thau cht, der Schutz, deihen. Milde, Ide So Was em Er⸗ Sturm tergang ch sind oll ge⸗ ernäh⸗ Err ren, Der reiche Schoß der Erde, Daß jeder dankbar werde. 7. Mit freudigem ante. Die Bewundert Gottes Güte, Di jeden Fleiß belohnet, Die uns so trägt, so f schonet. 8. Auf! preiset seine Gnade Und wandelt seine Pfade, Daß seine Mild und Treue Euch lebenslang erfreue. — pflügen, sän und anten; O! daß wir dankbar lernten, Ihm ähnlich, uns der Armen Mitleidig zu er⸗ barmen. 10. Gott! sei von uns er⸗ hoben, Bis wir dich dort zu loben, Gebracht in deine Scheuern, Ein ewig Fest dir feiern. (Old. G.⸗B.) Joh. Andr. Cramer 1723—88. mein' Seel' ꝛc. un laßt den Mel. Nun lob', 22 8 Herrn uns preisen Für alle Lieb' und milde That; Laßt uns ihm Dank erweisen Für seiner Gnade treuen Rath! Er hat uns Frucht gegeben Gar fröhlich auf dem Land, Hat unser armes Leben Erquickt mit reicher Hand. Mit Freu⸗ den ist gediehen, Was wir Rleis aus Und nach viel Fleiß und Mühen Auch wohl hucht nach Haus. itefest. 159 2. Wer sollte nicht er⸗ kennen, Was Gott an seinen Kindern thut? Wer sollte nicht ihn nennen Das einzig allerhöchste Gut? Es ist nichts, der da säet, Nichts, der da sammelt ein; Der Wind des Herren wehet, Es glänzt sein Sonnenf schein, Er sendet seinen Regen Und macht uns freudenvoll; An ihm nur ist's gelegen, Wenn Gutes kommen soll. 2 3. Wenn er denn nun gespendet Den Segen über Land und Stadt, Wenn Frieden er gesendet, Daß friedlich man geerntet hat, Dann sollen wir ihn preisen, Der in dem Himmel sitzt Und Reh viel tausend Weisen Uns D nährt und schützt; Dann sollen wir ihm Sanden Mit Herz, mit Hand und Mund, Mit Werken und nicht wanken Von seinem Gnadenbund. 4. Daß solches nun ge— schehe, Das wollst du helfen, treuer Gott! Gib ferner aus der Höhe Uns Segen, Licht 0 täglich Brot. Laß Lebensbrot genießen Ein jedes Christenhaus, Laß Lebenswasser fließen Auf unsre Herzen aus, Daß wir nicht bloß auf Erden An Früchten werden reich, Nein, dort auch Bürger werden In deinem Himmelreich! Josua Wegelin gest. 1640. 10 II V ö 160 Erntefest. Mel. Nun laßt uns Gott, dem ꝛe. 9 er Vater sei 223. D gepriesen, Der huldreich sich erwiesen. Am frohen Erntetage Verstumme jede Klage! 2. Wir streuten unsre Saaten Und hofften ihr Ge— rathen; Sie schliefen still verborgen Zum frohen Ernte— morgen. 3. Der Leben uns ge⸗ schenket, Hat sie mit Thau getränket; Der Liebe treues Walten Hat unsre Saat er⸗ halten. 4. Der Sturm, der Frost und Regen Ward ihr zum reichen Segen; Aus eines Körnleins Hülle Erwuchs die Segensfülle. 5. O säet froh im Glau⸗ ben, Laßt euch den Muth nicht rauben, Wenn ihr auch hier nicht sehet, Daß eure Saat erstehet. 6. Wenn wir die Armen nähren, Den Kranken Trost gewähren, Die Irrenden be— rathen, Dann streun wir Gottes Saaten. 7. Das Gute, das wir säen, Kann nimmer unter⸗ gehen; Sind wir schon längst geschieden, Blüht Gottes Saat in Frieden. 8. Es naht der Ernte⸗ morgen, Wo Freude kommt aus Sorgen. Die hier im Glauben starben, Sie bringen volle Garben. 9. Was kümmern uns die Stürme? Ob sich die Flut auch thürme, Wir freuen uns im Hoffen, Uns bleibt der Himmel offen. Wilh. Hülsemann 1781-1865, Mel. So bin ich nun kein Kindꝛe. 55 Eir alle, Gott 224. W und Vater, bringen Dir Preis und Dank im Heiligthum, Und unsre frohen Herzen singen Von deines Namens hohem Ruhm. Gekrönt hast du mit deiner Milde das ganze Land, Dein Segen strömt auf die Gefilde Aus deiner reichen Vaterhand. 2. Du schenktest Sonnen⸗ schein und Regen Für jede Frucht zu rechter Zeit Und gabst Gedeihen, Kraft und Segen Dem Samen, den wir ausgestreut. Für Millio⸗ nen deiner Kinder Reicht deiner Gaben Fülle hin, Du nährst den Frommen und den Sünder Mit ewig treuem Vatersinn. 3. Du gibst, uns lieb⸗ reich zu versorgen, Mehr, als wir bitten und verstehn; Du wachst am Abend und am Morgen Und hörest unser gläubig Flehn. Selbst unsern Undank, unsre Sünden Ver⸗ Rings um uns her gibst d Wir se empfind du alle 4. ganz als die dürfte Die Tr weicht? stets g thun ur Herz lenken, durch — 5. wohl uns V Bewah verschn Gaben willst, nießen nusse ruhige Güte 6. kam d Füll' wollen Von d gab. uns und b deinen Große than. bringen uns die ie Flut Uen uns eibt der 81—18865. Kindee. „ Gott Vater, d Dank d unsre Von Ruhm. deiner ins her Segen e Aus and. onnen⸗ ir jede Und ft und ‚ den Millio⸗ Reicht n, Du und treuem 5 lieb⸗ hr, als ; Du d am unser unsern Ver⸗ gibst du, der die Liebe ist; Wir smenen täglich und empfinden, 2 Wie gütig, Herr, du allen bist. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, Die weiter als die Wolken reicht? Wer mürfte undankbar vergessen Die Treue, die nie von uns weicht? Wir wollen deiner stets gedenken, Des Wohl— thun uns begnadigt hat, Das Herz nach deinem Reiche lenken, Dich preisen stets durch fromme That. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, Verleih uns Weisheit aan Verstand. Bewahr' uns, daß wir nicht verschwenden Die reichen Gaben deiner Hand. Du willst, wir sollen froh ge— nießen Und dankbar im Ge— sein; Gib, daß mit ruhigem Gewissen Wir deiner Güte stets uns freun. 6. Auch für den Armen kam dein Segen In solcher Füll' auf uns k herab; Wir wollen liebreich seiner pflegen Von dem, was deine Milde gab. Er danke heute mit uns allen, Frohlocke laut und bete an, Daß du nach deinem Wohlgefallen So Großes hast an uns ge⸗ than. Chrph. Georg Ludw. Meister 1738—1811. Erntefest 161 Mel. Was Gott thut, das ist ꝛe. 225 Prein Christen, — mit Zufrie⸗ denheit, Preist Gott, den Herrn der Ernte, Daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit Von Au' und Feld entfernte. Noch stets erhält Er seine Welt; Was nöthig ist zum Leben, Will er uns alles geben. 2. Er ist der Herr; in seiner Hand Ist, was die Erde bringet. So sehr auch Menschenfleiß das Land Baut, pfleget und bedünget, Kommt doch allein Von ihm Gedeihn; Nur er, er läßt die Saaten Blühn, reifen und gerathen. 3. Oft sehn wir froh in Hoffnung schon Der ri. Ernt' entgegen, Und plötzlich ist er uns entflohn, Der uns gezeigte Segen. Gott nimmt und gibt, Was ihm beliebt, Daß er als Herr der Erde V zon uns verehret werde. 4. Zeigt auch gleich nicht so sichtbar sich Der Reich— thum seiner Gaben, So gibet er doch sicherlich, So— viel wir nöthig haben, Ist stets bedacht, Voll Gnad' und Macht, Die Seinen zu erhalten, Die ihn nur lassen walten. 5. Wü, Höchster, wir ver⸗ ehren dich In allen deinen Wegen Und trauen unver⸗ 11 162 änderlich Auf deinen milden Segen. Auch unser Brot Wirst du uns, Gott, Von Jahr zu Jahr gewähren, Wenn wir dich kindlich ehren. 6. Wir beten demuthsvoll dich an, Der alles weislich füget, Des Vorsicht niemals irren kann, Des Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir Und prei⸗ sen deine Güte Mit gnüg⸗ samem Gemüthe. (Old. G.⸗B.) Chrph. Chrn. Sturm 1740—86. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛe. 226 Was Gott thut, 50 das ist wohl⸗ gethan; So denken Gottes Kinder. Wer auch nicht reich— lich ernten kann, Den liebet Gott nicht minder. Er zieht das Herz Doch himmelwärts, Obgleich wir oft auf Erden Beim Mangel traurig wer— den. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan Im Nehmen und im Geben; Was wir aus seiner Hand empfahn, Genüget uns zum Leben. Er nimmt und gibt, Weil er uns liebt; Laßt uns in Demuth schweigen Und vor dem Herrn uns beugen! Erntefest. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Wer darf sein Walten richten. Wenn er, eh man noch ernten kann. Den Segen will ver⸗ nichten? Weil er allein Der Schatz will sein, Nimmt er uns andre Güter Zum Heile der Gemüther. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Es geh' nach seinem Willen! Läßt es sich auch zum Mangel an, Er weiß das Herz zu stillen. Wer wie ein Christ Genüg⸗ sam ist, Kann auch bei wenig Gaben Satt werden und sich laben. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Das Feld mag traurig stehen, Wir gehn getrost auf seiner Bahn; Was gut ist, wird geschehen. Sein Wort verschafft Uns Lebenskraft; Es nennt uns Gottes Erben. Wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Laßt in Ge⸗ duld uns fassen! Er nimmt sich unser gnädig an Und wird uns nicht verlassen. Er, unser Gott, Weiß, was uns noth, Und wird es gern uns geben. Kommt, laßt uns ihn erheben. Benj. Schmolck 1672—1737. Mel. X 655 227 Gottes den un Mit de Weck' dunkle rechten heilger Frühe den zu Sonne prächti 2. Glanz Christ Hofe König harrer Ziel! sehen. sehen im 2 Gotte 3. Herrn , das r darf Wenn ernten U ver⸗ in Der umt er Heile t, das nach es sich i, Er stillen. henüg⸗ wenig nd sich „ das Feld Wir Bahn; hehen. Uns t uns önnen „das n Ge⸗ rimmt Und . Er, uns n uns uns 1787. 11. Reformationsfest. Mel. Wie schön leucht uns ꝛe. 227 mm, komm, du Licht in Gottes Pracht, Den Tag, den uns der Herr gemacht, Mit deinem Glanz zu weihen! Weck' auf, was schläft in dunkler Haft! Zünd' an der rechten Andacht Kraft, Uns heilgen Schmuck zu leihen! Frühe Ziehe Uns nach oben, den zu loben, der allmächtig Sonnen lenket groß und prächtig. 2. O seht, in hellem Glanze steht Die Kirche Christi, hoch erhöht; Ihr Hoffen ist geschehen. Viel Könige, Propheten viel Sahn harrend auf nach solchem Ziel Und haben's nicht ge⸗ sehen. Selig, Selig, Die da sehen auf den Höhen und im Thale Lebenslicht von Gottes Strahle. 3. Verdunkelt stand des Herrn Altar, In Menschen— trug begraben war Das Wort aus Gottes Munde. Wo bleibst du, Licht vom Anbeginn? Ach, Hüter, ist die Nacht bald hin? Ist nah des Aufgangs Stunde? Singet, Bringet Morgen⸗ lieder unserm Hüter, er schläft nimmer; Herrlich kam des Aufgangs Schimmer. 4. Zu Gottes Helden drang der Schein:„Steht auf, ihr sollt mein Rüstzeug sein; Euch ruft des Reiches König!“ Da schallt's:„Die Wahrheit macht euch frei! Die Nacht ist hin, der Tag herbei!“ Und Jubel hallt vieltönig. Herr! Herr! Ewger! Treu im Halten und im Walten überschwenglich; Gott, dein Licht ist unvergänglich! 5. Es stritt mit Macht die Finsterniß: Die Erde bebt', der Vorhang riß, Da siegt das Licht vom Morgen. Jahrhunderte sind hinge⸗ flohn, Manch Reich gestürzt und mancher Thron; Die Kirche steht geborgen. Jesus Christus Gestern, heute und in weite Ewigkeiten! Eilt, sein Lob heut auszubrei— ten! 6. Tag, den uns Gott erscheinen läßt, Dich grüßt, in Lieb und Glauben fest, Die heilige Gemeine, Die kämpfend noch hienieden geht, Die triumphierend droben steht; Sie ist ja doch nur eine! Ein Wort, Ein Hort; Jauchzt, Verklärte! jauchz', o Erde, seinem Namen: Heilig! heilig! heilig! Amen! Christian Friedrich Heinrich Sachse 1785—1860. 164 Mel. Was mein Gott will ꝛe. 0 Herr, dein 228. O seligmachend Wort Ist lang verdunkelt blieben, Da sie fast nichts an allem Ort Als Menschen— satzung trieben: Drauf hat dein Mund Den Gnaden— bund Aufs neue klar be— zeuget Und alle Macht, Die dich veracht, Mit starkem Sieg gebeuget. 2. Dir, Herr, sei ewig Preis und Ehr', Daß wir zur Wahrheit kommen, Und daß du durch die reine Lehr' Die Blindheit weggenommen. Behüt' uns doch Vorm argen Joch Der falschen Menschen⸗ lehre, Die wiederum Dir nimmt den Ruhm; Erbarm' dich und erhöre! 3. Hilf deiner Kirch' in ihrer Noth Und sei ihr ferner gnädig; Mach' uns von allem Trotz und Spott Der Wider— sacher ledig. Den Glauben mehr', Erbarm' dich der, Die noch dein Wort ver— wirren, Aus Unverstand Sind abgewandt Und ins Verderben irren. 4. Was uns gesagt dein eigner Mund, Dabei laß fest uns bleiben, Daß uns von diesem Glaubensgrund Kein Engel möge treiben; Und ob mit Licht, Wer anders spricht, Sich stolz auch möge brüsten, Es ist gewiß Nur Finsterniß; Das wissen deine Christen. Reformationsfest. 5. Geuß aus, o Jesu, deinen Geist Und rüste neue Zeugen; Das Wort, das deine Gnade preist, Laß nimmer bei uns schweigen; Und wer's veracht, Laß deine Macht Sein hartes Herz bezwingen, Daß deine Knecht' Behalten Recht Und Lob und Preis dir bringen. 6. Herr, deiner Kirche starker Hort, Du wirst die nicht verlassen, Die fest ins Herz dein wahres Wort Mit rechtem Glauben fassen. Gib ihnen Theil Am ewgen Heil Und laß sie nicht verderben; Ja, auch für mich, Herr, bitt' ich dich, Hilf mir nur selig sterben! Justus Gesenius 1601—71. Mel. Herr Jesu Christ, dich zuꝛe. 92 rhalt uns, 229. E Herr, bei deinem Wort Und steur' der Feinde List und Mord, Die Jesum Christum, deinen Sohn, Wollen stürzen von seinem Thron. 2. Zeig' deine Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist; Beschirme deine Christenheit, Daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gott, heilger Geist, du Tröster, gib Den Gläubgen einen Sinn und Trieb; Steh bei uns in der letzten Noth, aus de Mel. e Allei 230 thum wir le Name der Wort, macht Licht bar e 2. Unver bedeck ganz zur 8 dentr Trost sprac derbe 23 seufz ErTR komru baut Arm es Wor Sac 4. gab Kne Wa fort nied Jesu, te neue t, das „Laß veigen; Laß hartes deine yt Und ringen. Kirche st die est ins rt Mit . Gib n Heil erben; Herr, ir nur 301— ch zu ꝛe. uns, „ bei ur' der „ Die deinen von Noth, Leit' uns ins Leben aus dem Tod. Dr. M. Luther 1483—-1546. Mel. Sei Lob und Ehr' dem ꝛc. oder Allein Gott in der Höh' ꝛc. 230 Lobsingt in sei⸗ * nem Heilig⸗ thum Dem Herrn, durch den wir leben; Er hat zu seines Namens Ruhm Sein Wort der Welt gegeben; Sein Wort, das klug zum Himmel macht, Hat unser Gott ans Licht gebracht Und wunder⸗ bar erhalten. 2. Es war mit Lüg' und Unverstand Die Christenheit bedeckee, Der theure Ruf ganz unbekannt, Der uns zur Buße wecket; Am Gna⸗ dentrost es sehr gebrach, Der Trost, den Eigennutz ver⸗ sprach, War Unheil und Ver⸗ derben. 3. Die Heilgen Gottes seufzten laut: Wann wird er sich erbarmen? Wann kommt der Held, der Zion baut? Wann rettet er die Armen? Erlöser, komm; denn es ist Zeit; Dein lautres Wort ist arg entweiht, Dein Sacrament zerrissen! 4. Der Herr erschien und gab sein Wort Durch seinen Knecht uns wieder; Die Wahrheit trieb den Irrthum fort Und schlug die Lügen nieder; Der Weg des Heils Reformationsfest. ward neu entdeckt, Das Licht im Finstern aufgesteckt, Ein Wunder unsern Augen! 5. Des Höchsten Wort ver⸗ gehet nicht, Ob's Welt und Satan hassen; Der Gott des Lichtes kann sein Licht Bald wieder scheinen lassen; Ein Werkzeug, von der Welt verlacht, Kann alle falsche List und Macht, Wenn Gott gebeut, zerstören. 6. Dank dir, der du dein Volk erkauft, Daß uns dein Licht erfreuet; Du hast das Unkraut ausgerauft Und mächtig uns befreiet; Dein Evangelium erquickt Die Her⸗ zen, die ihr Elend drückt, Bringt Sündern Gnad' und Leben. 7. Dein Evangelium be⸗ hält Den Sieg und lehrt uns siegen; Denn deine Rechte, Herr der Welt, Läßt es nicht unterliegen. Dein Geist schreib' es in unsern Geist; Dann sagt sein Zeugniß uns, du seist Durch Christum unser Vater. Joh. Fr. Mudre 1736—-1810. Eigne Melodie. . din' feste Burg 231. L ist unser Gott, Ein' gute Wehr und Waffen; Er hilft uns frei aus aller Noth, Die uns jetzt hat be⸗ troffen. Der alt' böse Feind Mit Ernst er's jetzt meint; 166 Groß' Macht und viel List Sein' grausam' Rüstung ist; Auf Erd' ist nicht seins gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan; Wir sind gar bald verloren. Es streit für uns der rechte Mann, Den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer er ist? Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein ander Gott; Das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär', Und wolltn uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr; Es soll uns doch ge— lingen. Der Fürst dieser Welt, Wie saur er sich stellt, Thut er uns doch nicht; Das macht, er ist gericht, Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn Und kein Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben; Nehmn sie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib, Laß fahren dahin, Sie ha⸗ ben's kein Gewinn: Das Reich muß uns doch bleiben. 5. Preis, Lob und Ehr' dem höchsten Gott, Dem Vater aller Gnaden, Der uns aus Lieb' gegeben hat Sein Sohn für unsern Schaden, Dem Tröster, heil⸗ Reformationsfest. gen Geist, Von Sünden er uns reißt, Zum Reich Gottes heischt, Den Weg zum Him⸗ mel weist, Der helf' uns fröhlich, Amen! (Old. G.-⸗B.) Dr. M. Lulher. 1483—1546. Mel. Ein' feste Burg ist unserꝛe. Ve Nerzage nicht, 232. 2 du kleine Schar, Ob auch die Feinde schnauben; Halt dich an Gott in der Gefahr Und stehe fest im Glauben! Sein helles Auge wacht Auch in der Mitternacht. Gewaltig ist sein Arm; Der Widersacher Schwarm Schlägt seine Hand zu Boden. 2. Mag immerhin ihr stolzer/ Mund Viel neue Satzung lehren, Den alten tiefen Glaubensgrund Der Christen umzukehren, S weichen wir doch nicht Von Gott und seinem Licht; Sein seligmachend Wort Wird von der Höllenpfort' Doch nimmermehr bezwungen. 2 3. Wir ziehn den Harnisch Gottes an, Umgürten unsre Lenden Und stehn, mit Wahr⸗ heit angethan, Das Geistes⸗ schwert in Händen. Des Hei— lands reine Lehr' Ist unsre Waff' und Wehr; Christi Gerechtigkeit Ist unser Pan⸗ zerkleid Und unser Schild der Glaube. 4. lichten Herrn ist se Wenn Wir st Da u Der Der 6 Und e schütze ohne wohl selber ist sie den 2 bei ih ihre Zeiche 6. Christ bewal Feind stärk Gotte auf, deine Ehre. treue Mel. 2³ Laut gesch der kom uns den er Gottes Him⸗ ' uns Lulher. 3—1546. inserꝛe. nicht, kleine Feinde Gott he fest helles der ig ist sacher Hand ihr neue alten Der So Von Sein Wird 16 unsre ahr⸗ istes⸗ Hei⸗ unsre hristi Pan⸗ child Reformationsfest. 4. Wir wandeln in dem lichten Glanz, Der 0 dem Herrn ausgehet: Der Herr ist selber unsre Sond, n unser Feind aufstehet. Wir sind auf festem Grund, Da unserm Glaubensbund Der Heiland Jesus Christ Der Grund und Eckstein ist Und allezeit wird bleiben. 5. Mit Christo muß be⸗ schützet sein Die Kirch' ganz ohne Gleichen, Wenn auch wohl Hügel sinken ein Und selber Berge weichrn Ihm t ie ja vertraut, Auf ihn, den Fels, erbaut; Er wohnt bei ihr darin; Hell g länzet ihre Zinn“, Darauf sein Zeichen stehet. 6. O Glaubensherzog, Jesu Christ, Hilf uns dein Wort bewahren; Und wächst der Feinde Macht und List, So stärk' uns in Gefa hren! Held Gottes, dein Panier Richt' auf, wir folgen dir! In deiner heilgen Hut Steht Ehre, Gut und Blut Der treuen Kampfgenossen. Chrn. Aug. Bähr 1795—-1846. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛc. 233. Wahe auf, er⸗ ebtdie Bl licke; Laut mahnen 115 die Welt⸗ geschicke, Es dränget hart der Brüder Noth! Seht, 1—— kommen ist die Stunde, D Die uns vereint zu schönem Bunde, Zu thun, was uns der en gebot. Laßt nicht die Hände ruhn! Auf, laßt uns Gutes thun Allen Menschen WA ten Geist, Doch wie es heißt: An Glaubensbrüdern aller⸗ meist! 2. Wachet auf, schaut an das Gute, Das ihr der Väter Muth und Blute Und ihrer Glaubenstreu' verdankt. Auf, und tilgt die alten S Schulden! Wie lange soll sich noch ge⸗ dulden Das Schifflein, das im Sturme schwankt? Eilt ihm zur Hülf' herbei! Es rudert froh und frei, Wenn die Liebe Die Segel schwellt, Hin durch die Welt Gott ist es, der das Steuer hält. 3. Wachet auf! in allen Landen Erheben sich, vom Tod er rstanden, Die Zeugen frischer Glaubensmacht. Wer⸗ det müde nicht im Werke! Der Gott des Rechts ist unsre Stärke, Und seinem Lichte weicht die? Nacht. Drum wirkt, so lang es Tag, So heiß er glühen mag: Reift die Frucht d doch Im Sonnen⸗ glanz, Der Erntekranz Wiegt auf die Mühe voll und ganz. 4. Wachet auf! die Zeit zum Wachen Soll alle Gli ie⸗ der munter machen, Und keines trete scheu hintan. Leidet eins, so leiden alle; Drum wachet, daß nicht eines falle, Undf steh⸗ etfreudig Mann für Mamn. So streitet wa⸗ 168 Reformationsfest. cker fort Und haltet fest am trüget nicht: Der Herr ist Wort; Hoch vom Himmel Strahlt uns das Licht; Es unsre Zuversicht. Carl Rud. Hagenbach,—1801—16874 IV. Die Kirche und ihre Gnadenmittel. 1. Die Kirche Christi Mel. Wie schön leucht uns ꝛe. 0 ie groß, wie 234. Wꝰ angebetet ist Dein Nam', o Herrscher, Jesu Christ, Wie theuer deinem Volke! Dein Wort gab Licht der Finsterniß; Du 4. Herr, und es zerriß, Es floß des Irrthums Wolke! Als du Kamest, Hörten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, 5 zu danken. Nur arme Fischer sahn drnt Licht; Die Erdenweisen sahn es nicht. Es waren nicht die Hohen, Die Reichen nicht, nicht Mens schenmacht, Vor der des Götzendienstes Nacht Und ihre Schatten flohen. Nicht sie; Jesu, Deine Lehren, die wir hören, machten weise, Dir zum Ruhm und Gott zum Preise! 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; Wir werden deinen Himmel sehn, Den G65 von deinen Leiden, Genießen, was du uns er⸗ warbst, Als du für uns am und ihre Ausbreitung. Kreuze starbst, Der Engel hohe ben. Wohl uns Menschen, Daß auch Sünder Gottes Kinder werden sollen, Wenn an dich sie glauben wollen! 4. Vom Aufgang schallt zum Midergang Dein Wort und auch der Lobgesang Er⸗ retteter Gerechten. Unzähl⸗ bar sind die Scharen 1 Die gerne dir vor deun Thron Ein würdig Loblied brächten. Ihrer, Jesu! Jesu! werden mehr auf Erden dir lobsingen, Preis und Ruhm und Dank dir bringen. 5. Wie groß, wie angebetet ist Dein Nam', o Herrscher, Jesu Christ, Wie herrlich bei den Deinen! Doch führst du uns zu deiner Ruh', O wie weit herrlicher wirst du Den Deinen dann erscheinen! Ewig Müsse Dir zur Ehre ihrer Chöre Lob erschallen, Durch die Himmel wieder⸗ hallen! (Old. G.⸗B.) Joh. Andr. Cramer 1723—88. Mel. W 235 der We der Ein von G Wer vo wandt, schlafe! Klarhei Herrlich breiten; Leben, beut er 2. E große schwere sie frei sie und waren Todt 1 Köstlick ken, 1 Schrar Heilsg 2— tief ur ungehe send Rache Doch Noth2 Träge segnet Armer barme 4. ewgen Reich und g Engel uns zünder sollen, auben schallt Wort g Er⸗ nzähl⸗ schon, einem oblied Jesu! n dir stuhm ramer 3—88. Mel. Wie schön leucht uns ꝛe. 235 N acht weit die —* Pforten in der Welt! Ein König ist's, der Einzug hält, Umglänzt von Gnad' und Wahrheit. Wer von der Sünde sich ge— wandt, Wer auf vom Todes⸗ schlafe stand, Der siehet seine Klarheit. Seht ihn Weithin Herrlich schreiten, Licht ver— breiten; Nacht zerstreut er, Leben, Heil und Wonne beut er. 2. Es jauchzt um ihn die große Schar, Die lang in schweren Fesseln war; Er hat sie frei gegeben. Blind waren sie und sehen nun, Lahm waren sie und gehen nun, Todt waren sie und leben! Köstlich, Tröstlich Allen Kran— iu ohne 0 zanken, ohne Schranken Walten seine Heilsgedanken. 3. Noch liegt vor ihm so tief und schwer Der Sünden ungeheures Heer, Das tau⸗ send Völker drücket. Um Rache schreit es auf zu Gott; Doch lebet er und hat die Noth Der Sünder angeblicket; Träget, Pfleget, Heilt und segnet und begegnet seinen Armen Mit unendlichem Er— barmen. 4. Längst ist in seinem ewgen Rath Für sie zu seinem Reich der Pfad Gezeichnet und gebahnet. Ohnmächtig Die Kirche Christi und ihre Ausbreitung. 169 ist der Feinde Drohn; Schnell steht inHerrlichkeit sein Thron, Wo niemand es geahnet. Selig, Selig, Wer da trauet, bis er schauet, wer sich mühet, Bis sein Gott vorüber— ziehet. 5. Die ihr von Christi Hause seid, Kommt, schließet nun mit Freudigkeit Den Bund in seinem Namen. Laßt uns auf seine Hände schaun, An seinem Reiche muthig baun; Sein Wort ist Ja und Amen! Flehet, Gehet, Himmelserben anzuwerben! harret, ringet; Jesus ist es, der euch Dinget. 6. O du, den unsre Sünde schlug, Wann wird doch deines Lobs genug In dieser Welt r Wann wird der Völker volle Zahl Im un⸗ Waer Sonnenstrahl Zu deinem Tempel wallen? Wo dich Freudig Alle kennen, Jesus nennen, dir geboren, Dir auf ewig zugeschworen. 7. Wir harren dein; du irst es thun, Dein Herz a Liebe wird nicht ruhn, Bis alles ist vollendet. Die Wüste wird zum Paradies, Und bittre Quellen strömen süß, Wenn du dein Wort gesendet. Zu dem Sturme Sprichst du: Schweige! Licht, dich zeige! Schatten, schwindet! Tempel Gottes sei gegründet. Albert Knapp 1798-1864 170 Mel. Herzlich thut mich ꝛe. 236 Der du zum 46341111610 Heil erschie— nen Der allerärmsten Welt Und von den Cherubinen Zu Sündern dich gesellt, Den sie mit frechem Stolze Ver⸗ höhnt für seine Huld, Als du am Marterholze Versöhn— test ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder wür— den, Giengst du vom Vater aus, Nahmst auf dich unsre Bürden Und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, Von Morgen ohne Zahl Sind Gäste nun be⸗ schieden Zu deinem Abend— mahl. 3. Im schönen Hochzeits— kleide, Von allen Flecken rein, Führst du zu deiner Freude Die Völkerscharen ein; Und welchen nichts verkündigt, Kein Heil verheißen war, Die bringen nun entsündigt Dir Preis und Ehre dar. 4. Du hast dem ärmsten Sklaven, Wo heiß die Sonne glüht, Wie deinen andern Schafen Zu Liebe dich ge⸗ müht; Und selbst den öden Norden, Den ewig Eis be— drückt, Zu deines Himmels Pforten Erbarmend hin— gerückt. 5. Drum kann nicht Ruhe werden, Bis deine Liebe siegt, Bis dieser Kreis der Erden Zu deinen Füßen liegt, Bis Die Kirche Christi und ihre Ausbreitung. du im neuen Leben Die aus⸗ gesöhnte Welt Dem, der siz dir gegeben, Vors Angesiht gestellt. sten Mit Völkern ohne Licht Stehn in der Nacht und dürsten Nach deinem Ange⸗ sicht. Auch sie hast du ge⸗ graben In deinen Priester⸗ schild, Am Brunnquell sie zu laben, Der dir vom Herzen quillt. 7. Wir rufen, du willst hören; Wir fassen, was du sprichst. Dein Wort muß sich bewähren, Womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen! Wie viele sind's noch nicht! O du, ders uns versprochen, Werd' aller Heiden Licht! Alb. Knapp 1798—1864. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛ. 237 Finer ist's, an Wr dem wir han⸗ gen, Der für uns in den Tod gegangen Und uns er⸗ kauft mit seinem Blut. Un⸗ sre Leiber, unsre Herzen Ge— hören dir, o Mann der Schmerzen; In deiner Liebe ruht sich's gut! Nimm uns zum Eigenthum, Bereite dir zum Ruhm Deine Kinder! Verbirg uns nicht Das Gna⸗ denlicht Von deinem heilgen Angesicht. 2. O Herr Jesu, Ehren⸗ könig! Die Ernt' ist groß, 9 6. Und siehe, tausend Für⸗ der Sck sende Sende Viel fr Zum Y Haus. Wahl mahl 8 ruht de die Fre in Ewi — 3.— lionen, schatten Himme tausend gelium denreick der Ge denn es desu, mach'!: Thür 4.— Dinge geringe men, du w Und u leiten; trauen arm u lich ol Baum Sein von 6 Die aus⸗ der sie Ingesicht nd Für⸗ ne Licht Icht und Ange⸗ du ge⸗ Prief ter⸗ —— sie u Herzen u willst was du hrt muß mit du zie viele ie viele zu, der's rd' aller 98—1804. ns die ꝛe. , an ir han⸗ in den uns er⸗ t. Un; zen Ge⸗ nn der r Liebe im uns eite dir Kinder! 5 Gna⸗ heilgen Ehren⸗ t groß, Die Kirche Christi und ihre Ausbreitung. 171 der Schnitter wenig; Drum sende treue Zeugen aus; Sende sie hinaus in Gnaden, Viel frohe Gäste einzuladen gum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine hl Beruft zum Abend⸗ nahl In Reich Gottes! Da uht d der Streit, Da währt die Freud' Heut, gestern und in Ewigkeit. 3. Schau' auf deine Mil— lionen, Die noch im Todes⸗ schatten wohnen, Von deinem Himmel lreiche fern! Seit Jahr⸗ tausenden istihnen Kein Evan⸗ gelium erschienen, Kein gna⸗ denreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, Geh auf; denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, Zeuch uns voran Und mach' uns Bahn; Herr, deine Thür sei aufgeth han! 4. Heiland! deine größten Dinge Beginnest du still und geringe; Was sind wir Ar⸗ men, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten Und uns mit deinen Augen leiten; Auf Kraft ver⸗ trauen wir! Dein Senfkorn, arm und klein, Wächst end⸗ lich ohne Schein Doch zum Baume, Weil du, Herr Cb Hrist, Sein Hüter bist, Dem es von Gott vertrauet ist. Alb. Knapp 1798—-1864. Mel. Freu' dich 9 o meineꝛe. illst 238. Here dein Nehner⸗ + halten Ewig und unwandel— — Unter deines Geistes Walten Triumphiert es im⸗ merdar. Fest 2916 deines Friedens Bund; Also spricht der Wahrheit Mund: Erd' und Himmel W vergehen, Gottes Wort bleibt ewig stehen. 2. Laßt uns froh den Bund Larrente In der kur⸗ zen Pilgerzeit Guten Samen aitseniinen n das Reich der Ewigkeit. Breitet aus das Wort des Herun Hofft auf ihn und dient ihm gern! Selig sind, die Jesu die⸗ nen!— Er ist mitten unter ihnen. 3. Daß es deinem Wort gelinge, Schütz' es, Herr, dneh deine Hand! Deiner Wahrheit Band umschlinge Jedes Volk und jedes Land! Wirke, bis die ganze Welt Jesu Rat zu Füßen fällt; Hilf, daß alles auf der Erde Ein Hirt, eine Herde werde! Unbek. Verf. Mel. So bin ich nun kein ꝛe. 239 Ich lobe dich! 239. mein Auge schauet, Wie du auf diesem Erdenkreis Dir eine Kirche hast erbauet Zu deines Na— mens Lob und Preis; Daß alle sich zusammen finden J In einem heiligen Verein, Wo sie, erlöst von ihren Sünden, 172 Die Kirche Christi und ihre Ausbreitung. Sich, Jesu, deines Reiches freun. 2. Du rufest auch noch heutzutage, Daß jedermann erscheinen soll; Doch hört man stets auch deine Klage: „Noch immer ist mein Haus nicht voll!“ Zwar viele sind von dir geladen; Doch wenige sich auserwählt; Sie wan— deln auf des Weltsinns Pfa— den, Und mancher, den du rufest, fehlt. 3. Herr! unter Völkern vieler Zungen Hast du dein Haus nun aufgeführt, In dem dein Preis dir wird ge— sungen, Das Glaube, Lieb' und Hoffnung ziert, Wo alle unter Christo stehen Als ihrem königlichen Haupt, Auf den sie alle freudig sehen, Sie, deren Herz an Christum glaubt. 4. Nicht eignem Werk gilt ihr Vertrauen, Es ruht auf dir und deinem Sohn; Er ist der Fels, auf den sie bauen; Er ist der Weg zu Sieg und Lohn; Er ist der Weinstock, sie die Reben, In ihm nur reifet ihre Frucht; Er ist ihr Licht, ihr Heil und Leben Durch Wahrheit, Lieb' und fromme Zucht. 5. Ein Herr, ein Glaub' und eine Taufe Vereinigt sie zum heilgen Bund; Ein Ziel erglänzt dem Pilger— laufe; Ein Fels ist ihres Friedens Grund; Ein Vater waltet über allen, Und allen, Gott, bist Vater du; Dir streben alle zu gefallen, Und du gibst Ruh'. ö ö ihnen Heil und 6. So weih' uns denn zum neuen Leben, Daß wir nur deine Wege gehn, Zuerst nach deinem Reiche streben Und niedern Lüsten wider⸗ stehn. Gib, daß wir als getreue Glieder Fest halten an dem Haupt und Herrn Und dann auch allesammt als Brüder In Lieb' ihm folgen treu und gern. 7. Erhalt uns, Herr, im wahren Glauben Noch fer— nerhin bis an das End' Laß nichts uns deine Schätze rauben, Dein heilig Wort und Sacrament. Erfülle deiner Christen Herzen, O Gott, mit deinem Gnaden⸗ heil Und gib nach über⸗ wundnen Schmerzen Uns droben einst am Erbe Theill Fr. Conr. Hiller 16621726. Mel. Nun lob', mein' Seel'ꝛe. 0 Test steht zu Got⸗ 240. Fees Rahme Die Kirche, die geweihte Stadt, Die ihm zum Heiligthume Des Menschen Sohn gebauet hat. Er wohnt mit seiner Wahrheit In ihren Mauern gern; Sie glänzt in hoher Klarheit Und freut sich ihres errn. W.i gegen si⸗ zogen 3 2.* bauet, stadt er vertraus sein V ihren Wahrhe niemals Durchse bleibt Die g Herrn; wissen, ihm ge 3.— nung dieser seine X treu ge tet kei hier in einst in Heimat aufgen selig se Fromn sich fre 4. singe, Könige sein R drauße Daß a seinem freudi seinen 1 Vater d allen, u; Dir en, Und eill und 5denn )aß wir Zuerst streben wider⸗ vir als halten Herrn lesammt eb' ihm . err, im och fer⸗ Endꝰ Schätze Wort Erfülle jen, O öInaden⸗ über⸗ Uns . 100 32 —1726. Seel'ꝛ. zu Got⸗ me Die Stadt, gthume gebauet seiner Nauern i hoher ch ihres Die Kirche Christi und Herrn. Oft stürmten schon die Wogen Des Kampfes gegen sie; Umsonst, d die Feinde zogen Zurück und siegten nie. 2. Auf Felsengrund er— bauet, 51 sie zur Gottes⸗ sadt erhöht, Die ihm allein vertrauet Und ewig durch sein Wort besteht. Von ihren Bergen funkelt Der Bahrheit Sonnenlicht, Das, niemals mehr verdunkelt, Durch alle Nebel bricht. So lleibt dem Wé zahn entrissen Die gläubge Schar des —2—— Sie reinigt ihr Ge— wissen, Gehorcht und dient ihm gern. 3. Die Krone der Beloh-— nung Winkt jedem Bürger dieser Stadt, Der hier sich seine Wohnung E Erwählt und treu gestritten hat, Er fürch— tet kein Verderben, Bleibt hier in sichrer Ruh' Und eilet einst im Sterben Froh!—— 88— Heimat zu. Vom Vater aufgenommen, Wird er ganz selig sein Mit den verklärten Frommen, Die ihres Lohns sich freun. 4. Frohlocke denn und singe, Stadt Gottes, deines Königs Ruhm! Breit' aus sein Reich und bringe, Die draußen sind, ins Heiligthum, Daß alle selig werden, Von seinem Wort belehrt, Und freudig thun auf Erden, Was seinen Namen ehrt, Bis alles ihre Ausbreitung. 173 Volk, erneuert Und in sein Licht verklärt, Ein Fest des Friedens feiert, Das ewig, ewig währt. 2 Joh. Andr. Cramer 1723—88. Mel. Nun lob', mein' Seel' ꝛc. 241 Gott ist ein —3— Schutz in Nöthen Und seiner Kirche Zuversicht; Wenn wir um Hülfe beten, Versagt er seine Hülf' ihr nicht. Wenn gleich an allen Orten Gefahren sie bedräun, Wenn gleich der Kau Pforten Stets ihren Kampf erneun; Wenn Macht und List We Sich rüsten gegen sie: Der Herr, der sie gegründet, Der Herr verläßt sie nie. 2. Sie ist ein Fels im Meere, Es wilder Wogen Flut; Doch bricht sich, Gott zur Ehre, An die⸗ sem Felsen ihre Wuth. Sie ist das Licht der Erden, Vom Himmel uns gebracht, Das nicht verlöscht kann werden In finstrer Mitternacht; Sie ist auf Bergeshöhen Die fest⸗ gebaute Stadt; Gott läßt sie nicht vergehen, Der sie gegründet hat. 3. Der Stadt geweihte Mauern Sind auf des Glau⸗ bens Grund We Und darum wird sie dauern, Ob Erd' und Himmel untergeht. Wenn alles wankt und wei— 174 Die Kirche Christi und ihre Ausbreitung. chet, Der Erde Bau zerbricht, Wenn schauervoll erbleichet Der Sonne strahlend Licht, Dann endlich wird vollfüh— ret, Was Gottes Rath er⸗ dacht; Die Kirche triumphieret Dann ob der Hölle Macht. 4. Bis dahin, wie viel Kinder, Die für den Himmel sie gebiert, Wie viel bekehrte Sünder, Die sie zu ihrem Heiland führt! Ihr, die ihr sie bekrieget, Ihr schaffet euch nur Pein; Zu ihr, die doch einst sieget, Geht bald im Glauben ein! Dann könnt ihr noch entrinnen Dem Ab— grund, der euch dräut, Könnt Kronen noch gewinnen In einem bessern Streit. Joh. Andr. Cramer 1723—88. Mel. Ein' feste Burg ist unser ꝛc. —244² Eenn Christus 242. W seine Kirche schützt, So mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes sitzt, Hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; Wenn er gebeut, steht's da. Er schützt zu seinem Ruhm Mit Macht das Chri— stenthum; Mag doch die Hölle wüthen. 2. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; Uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; Wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ; Wer hier sein Jünger ist, Sein Lort von Herzen hält, Dem kann die ganze Welt Die Seligkeit nicht rauben. 3. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr Zebaoth Hält über sein Gebot, Gibt uns Geduld in Noth Und Kraft und Muth im Tod; Was will uns denn erschrecken? (Old. G.⸗B.) Christ Fürchteg. Gellert 1715—69. Mel. Wo Gott der Herr nicht ꝛr. oder Allein Gott in der Höh' ꝛe. 243 Die Feinde dei⸗ re/ nes Kreuzes drohn, Dein Reich, Herr, zu zerstören; Du aber, Mittler, Gottes Sohn, Kannst ihrem Trotze wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; Vergeblich wird sich wieder dich Die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, Kein Werk von Menschenkindern; Drum konnt' auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar Und wird selbst durch der Feinde Schar Zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herr⸗ schaft noch Auf Erden weit verbreite sanften Völker! bis zum alle W Dank 1 Namen. 4. A dich sch sich em Gnade sie sich sie mit schaun Vertrar warten. 5. U wollest heit gri unsre S Gnade Glaube Irrthur Bewah 6. auf ebr unsern Volk, di Gesetz scheines dann 1 Die M 7. V dich, men U Tages wieder wir, o uns ve Im H die ihr uch kein er Gott, lschaut, Hedecken. oth Hält ibt uns d Kraft Was ecken? eg. Gellert 1715—69. nicht ꝛe. zöh' 6 ide dei⸗ Kreuzes zerr, zu Mittler, t ihrem Thron rgeblich ich Die en. t nicht n Werk Drum icht der hrtgang bleibt wird Feinde Ruhm e Herr⸗ n weit Die Kirche C verbreiten Und unter deinem sanften Joch Zum Heil die Völker letten! Vom Aufgang bis zum Niedergang Bring' alle Welt dir Preis und Dank Und glaub' an deinen 755 4. Auch deine Feinde, die uch schmähn, Die fr 10eind sch empören, Laß deiner Gnade Wunder sehn, Daß sie sich noch bekehren! Lehr' se mit uns gen Himmel schaun Und unerschüttert im Vertraun Auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläubgen, wollest du Fest in der Wahr⸗ heit gründen, Daß wir für unsre Seelen Ruh' In deiner Gnade finden. Mach' unsers Glaubens uns gewiß; Vor Irrthum und vor Finsterniß Bewahr' uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ' uns auf ebner Bahn Und heilge unsern Willen; So wird dein Volk, dir unterthan, Gern dein Gesetz erfüllen, Bist du er⸗ scheinest zum Gericht Und dann vor deinem Angesicht Die Menschenkinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich Herr, alle deine F From⸗ men Und freun des großen Tages sich, Da du wirst nn rlochnlen. Dann 950 wir, o Gottes Sohn, Den ins verheißnen Gnadenlohn Im Himmelreich ererben. Balth. Münter 1735—93. Christi und ihre Ausbreitung. 175 Eigne Melodie. 244& wolle Gott * uns gnädig sein Und seinen Segen geben, Mit seiner Wahrheit hellem Schein Erleucht' er uns zum Leben, Daß wir verstehn, was ihm gefällt, Und gern es thun auf Erden, Daß Jesu, als dem Heil der Welt, Gehorsam alle werden Und sich zu Gott bekehren. 2. So danken dir und loben dich, O Gott, die Völker alle; So freuet dein der Weltkreis sich Und singt mit frohem Scha lle, Daß du sein Gott und Vater bist Und Sünde nicht läßt walten, Und daß dein Wort der Segen ist, Durch den wir Kraft erhalten, Auf rechter Bahn zu wallen. 3. Laß wie ein gutes Land uns sein Und reichlich Früchte bringen, Die deines Worts gedeihn, Dein Werk an uns gelingen. Uns segne Vater, Sohn und Geist, Daß unser Heil sich mehre: Er, unser Gott, sei hoch gepreist; Yyn lob' und ihn verehre Der ganze Weltkreis! Amen! (Old. G.⸗B.) Nach Dr. M. Luther 1483-1546. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu ꝛc. 4 S öJesu Christe, 245.— wahres Licht, Erleuchte, die dich kennen nicht, Und bringe sie zu deiner I 176 Die Kirche Christi und ihre Ausbreitung. Herd', Daß ihre Seel' auch selig werd' 2. Laß alle, die noch irre gehn, Die Klarheit deines Wortes sehn, Auch die, Jo heimlich noch ficht an In Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst ver— irret hat Von dir, das suche du mit Gnad': Mach' ihr verwundt Gewissen heil, Laß sie am Himmel haben theil. 4. Eu Tauben öffne das Gehör, Die Dtemmen richtig reden l lehr, Die nicht beken⸗ nen wollen frei, 9—275 ihres Herzens Glaube s 5. Erleuchte, de da sind verblendt, Bring' her, die sich von uns getrennt, Ver⸗ sammle, die zerstreuet gehn, Fest mache, die in Zweifeln stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich, Hier zeitlich und dort ewiglich Für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann 1585—1647. Mel. Herr Jesu Christ, wahr ꝛe. oder Herr Jesu Christ, dich zu uns ꝛc. ch, bleib bei 246. A“ uns, Herr Jesu Christ, Der du der einge Heiland bist! Dein göttlich Wort, das helle Licht, Erleucht“' uns, wenn uns Licht gebricht. 2. Hilf, daß wir stets der Wahrheit treu, Von Men⸗ schenwahn und Irrthum frei An deinem Wort und Sa⸗ crament Fest halten bis an unser End'. ö (Jev. G.⸗B.) Nach unbek. Verf. aus der Zeit der Reformation. Mel. Ein' feste Burg ist unserꝛe. 247 Jesu, einig wahres Haupt Der heili man Gemeine, Die an dich, ihren Heiland, glaubt Und nur auf dir alleine Als ihrem Felsen steht, Der nie untergeht, Wenn gleich die ganze Welt Zertrümmert und zerfällt: Erhör', erhör' uns, Jesu. 2. Laß uns, die gläubige Gemein', Die sich zu dir be— kennet, Dir ferner anbefohlen sein; Erhalt uns ungetrennet, Wort, Tauf und Abendmahl Laß in seiner Zahl Und er⸗ 00 Reinigkeit Bis an den Schluß der Zeit Zu unserm Troste bleiben. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit Mit reinem Her— zen dienen; Laß uns das Licht der Seligkeit, Das uns bisher geschienen, Zur Buße kräftig sein Und zum hellen Schein, Der unsern Glauben mehrt, Der Sinden Macht zerstört Und fromme Christen machet. 4. Laß uns beim Evan⸗ gelio Glut, Blut und Leben wager getrost Kreuz Bestät und L den m tag halter 5. Chrif Herde Herr erhal nisser bekeh zerbr lich 2 stets der n Men⸗ um frei, nd Sa⸗ bis an Verf. aus ormation. unserꝛe. „ einig 5 Haupt ie, Die „glaubt ine Als Der nie eich die iert und r' uns, läubige dir be⸗ efohlen trennet, ndmahl Und er⸗ an den unserm dir zu n Her⸗ 1s das as uns r Buße hellen lauben Macht hristen Evan⸗ Leben wagen! Mach' uns dadurch getrost und froh, Das schwere Kreuz zu tragen: Gib uns Beständigkeit, Daß uns Lust und Leid Von dir nicht schei⸗ den mag, Bis wir den Jubel⸗ tag Bei dir im Himmel halten. 5. Erbarm' dich deiner Christenheit; Vermehre deine Herde; Für uns, dein Volk, Herr Jesu, streit, Daß es erhalten werde; Den Aerger⸗ nissen wehr'; Was dich haßt, bekehr': Des Bösen Macht zerbrich; Mach' endlich selig⸗ lich An aller Noth ein Ende. Joh. Mentzer 1658—-1734. Mel. Nun bitten wir den ꝛe. 248 Die Kirche Christi, 19 die er geweiht Zu seinem Hause, ist weit und breit In der Welt zer⸗ streuet, In Nord und Sü⸗ den, In Ost und West, und doch so hienieden Als dro— ben eins. 2. Meist sind die Glieder sich unbekannt Und doch ein— ander gar nah verwandt. Einer ist ihr Heiland, Ihr Vater einer, Ein Geist re⸗ giert sie, und ihrer keiner Lebt mehr sich selbst. 3. Sie leben dem, der sie mit Blut erkauft Und mit dem heiligen Geiste tauft, Und im wahren Glauben Und treuer Liebe Gehn ihrer Die Kirche Christi und ihre 7 17 Ausbreitung. Hoffnung lebendge Triebe Aufs ewge Gut. 4. Die allgenugsame Hand des Herrn Besorgt sie all' in der Näh' und Fern', Und wenn in der Demuth Sie ihn nur meinen, Eilt er, im Geiste sie zu vereinen Zu einem Leib. 5. So wandelt er durch die Gemeinden hin, Die schaun, wie Stern' um die Sonn', auf ihn; Und wo Glaube wohnt, Da steht er inmitten Und füllt die Sei⸗ nen in Pilgerhütten Mit Gnad' und Licht. 6. O Geist des Herrn, der das Leben schafft, Walt' in der Kirche mit deiner Kraft, Daß die Gotteskinder Ge— boren werden Gleich wie der Morgenthau, schon auf Er⸗ den Zu Christi Preis! Aug. Gottl. Spangenberg 1704- 92. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛc. herrn Gesetz 2 er 249. O.0 —1 verkündet den Gemeinen, Sich hier in Lieb' und Frieden zu vereinen, Daß unter einem Hirten eine Herde Aus allen werde. 2. Mit ein em Opfer sind wir Gott erkaufet Und dazu all' auf eines Tod getaufet, Daß jeder nun mit ernstem, heilgem Triebe Den Näch⸗ sten liebe. 178 3. Die ja zu einem Mei⸗ ster sich bekennen, Die darf kein Streit um die Erkennt⸗ niß trennen, Die Herzen, die sich eines Heilands freuen, Kein Haß entzweien. 4. Laßt uns wie Brüder bei einander wohnen Und, irrt ein Bruder, seine Schwäche schonen; Denn uns gelingt nur durch ver— einte Kräfte Des Herrn Ge— schäfte. 5. Wer heller sieht, sei stärker auch in Liebe, Auf daß sich gern der Schwache mit ihm übe, Zur rechten Freiheit frei sich lasse leiten Ohn' alles Streiten. 6. Wie wir zuerst die Sonn' im Morgen sehen, Eh sie hinaufsteigt zu des Mittags Höhen, So soll der Glanz, den Kinder Gottes zeigen, Stets höher steigen. 7. So wollen wir in Liebe weiter dringen Und harren auf des Gotteswerks Gelingen, Daß unter einem Hirten eine Herde Aus allen werde. Joh. Andr. Cramer 1723—88. Mel. Nun sich der Tag ꝛe. oder Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. 250 Der du noch in 5 der letzten Nacht, Eh du für uns er⸗ blaßt, Den Deinen von der Die Kirche Christi und ihre Ausbreitung. Liebe Macht Ins Herz ge⸗ redet hast: 2. Erinnre deine schwache Schar, Die sich sonst leicht entzweit, Daß deine letzte Sorge war Der Glieder Einigkeit! Nic. Ludw. v. Zinzendorf 1700-60. Mel. Christus, der ist mein ꝛc. — 2 sch, bleib mit 251. deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ach, bleib mit deinem Worte Bei uns, Erlöser werth, Daß uns in diesem Horte Sei Trost und Heil beschert. 3. Ach, bleib mit deinem Glanze Bei uns, du werthes Licht. Dein' Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren nicht. 4. Ach, bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr. Dein' Gnad' und All⸗ vermögen Reichlich in uns vermehr'. 5. Ach, bleib mit deinem Schutze Bei uns, du starker Held, Daß uns der Feind nicht trutze, Noch fäll' die böse Welt. 6. Ach, bleib mit deiner Treue, Bei uns, Herr unser Gott; Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth. Josua Stegmann 1588—-1632. Mel. 25 Zur Christ Das lesen Wort Welt Und 2. Gott, hätte selbst redte furch mit fromi dich 9. vor falte bot halte Rath stehn I 4. Gott lasse heili wirst Heil Wal sie Gen 5 voll, erz ge⸗ hwache t leicht letzte Hlieder 700—60. mein ꝛc. b mit Gnade Christ, schade ist. deinem Erlöser diesem Heil deinem erthes t uns irren einem reicher d All⸗ uns einem tarker Feind 'die Heiner unser leihe, th. 1632. 2. Das Wort Gottes. Mel. O Gott, du frommer ꝛe. Soll dein ver⸗ 252. ˙doerbtes Herz zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, Das Wort des Herrn zu lesen Bedenke, daß dies Wort Zum Heil der ganzen Welt Von Gott gegeben ist Und seinen Rath enthält. 2. Merk' auf, als ob dir Gott, Dein Gott, gerufen hätte; Merk' auf, als ob er selbst u dir vom Himmel redte! So lies; mit Ehr⸗ furcht lies, Mit Lust und mit Vertraun Und mit dem frommen Ernst, In Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: O Gott, vor dem Ich meine Hände falte, Gib, daß ich dein Ge⸗ bot Für dein Wort ewig halte, Und laß mich deinen Rath Empfindungsvoll ver⸗ stehn Und stets das Göttliche In deiner Lehre sehn. 4. Er, aller Wahrheit Gott, Kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch; Lies oft,— du wirst es fassen, So viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Wahrheit gibt, Wenn man sie redlich sucht Und aus Gewissen liebt. 5. Spricht sie geheimniß⸗ voll, So laß dich dies nicht schrecken. Ein endlicher Ver— stand Kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt un— endlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, So glaube, was er spricht, Nicht, was dein Witz begehrt. 6. Drum laß dich, from⸗ mer Christ, Durch keine Zweifel kränken. Hier bist du Kind; doch dort Wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit deinem Glück Dein Licht in Ewigkeit; Dort ist die Zeit des Schauns Und hier des Glaubens Zeit. 7. Halt fest an Gottes Wort; Es ist dein Glück auf Erden Und wird, so wahr Gott ist, Dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß Des Bibel— feindes Spott; Die Lehre, die er schmäht, Bleibt doch das Wort aus Gott. (Old. G.⸗B.) Christ. Fürchteg. Gellert 1715—69. Mel. Gott des Himmels und ꝛe. HE Theures Wort 23. aus Gottes Munde, Das mir lauter Segen trägt, Dich allein hab' ich zum Grunde Meiner Seligkeit gelegt. In dir treff' ich alles an, Was zu Gott mich führen kann. 12* 180 2. Du mein Paradies auf Erden, Schleuß mich stets im Glauben ein; Laß mich täglich weiser werden, Daß dein heller Gnadenschein Mir bis in die Seele dring' Und die Frucht des Lebens bring'. 3. Geist der Gnaden, der im Worte Mich ans Herz des Vaters legt, Oeffne mir des Himmels Pforte, Daß mein Geist hier recht erwägt, Was für Schätze Gottes Hand Durch sein Wort mir zugesandt. 4. Gib dem Samen einen Acker, Der die Frucht nicht schuldig bleibt; Mache mir die Augen wacker, Und was hier dein Finger schreibt, Präge meinem Herzen ein; Laß den Zweifel ferne sein. 5. Was ich lese, laß mich merken; Was du sagest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, Laß es nicht damit beruhn, Son⸗ dern gib, daß auch dabei Ihm das Leben ähnlich sei. 6. Hilf, daß alle meine Wege Nur nach dieser Richt⸗ schnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege Müsse wie ein Felsen stehn, Daß mein Geist auch Rath und That In den größten Nöthen hat. 7. Laß dein Wort mir einen Spiegel, Jesu, deines Vorbilds sein; Drück' darauf Das Wort Gottes. dein Gnadensiegel, Drück' es meinem Herzen ein, Daß ich fest im Glauben steh', Bis ich dort zum Schauen geh'. Benj. Schmolck 1672—1737. Mel. O daß ich tausend Zungenꝛe— oder Mel. Wer nur den lieben ꝛe. 234 Sein Wort, o 254. D Höchster, ist vollkommen; Es lehrt uns unsre ganze Pflicht; Es gibt dem Sünder und dem From⸗ men Zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, Bewahrt und mit Gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, Zerstreut des Irrthums Finsterniß, Ver⸗ kündigt Gnade, Heil und Segen Und machet unser Herz gewiß; Es lehrt uns, Höchster, was du bist Und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, Und lehrt, wie viel du denen gibst, Die dein Gebot mit Freuden üben, Wie du so väterlich uns liebst; Was uns darin dein Mund ver⸗ spricht, Bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, deine Tröstungen sind besser, Als alles Silber, Gold und Geld, Ein Schatz, weit köstlicher und größer, Als alle Schätze dieser Welt. Wer Wort Segen 5. Lust heit, lehrt. gehor Befeh So fl. ruh' Wort Old. 6 Mel. 25 o Ge untüc Wille zu he wisse. Wo und nicht ——— mals deine deine Heil letzt Soh Him schen 3. Herr bei dein dem wir' rück' es Jaß ich „ Bis geh'. 2.—1757. ngenzꝛe. hen A. 1t, . ist et uns 5 gibt From⸗ sichern wer es t und 5 auf ut des Ver⸗ lund unser uns, t Und ist. rweckt Und denen yt mit du so Was ver⸗ wahr ungen zilber, chatz, rößer, Welt. Wer thut, was uns dein Wort gebeut, Dem ist dein stets bereit. 5. So laß mich denn mit Lust Hetrachten Die Wahr⸗ 1 die dein Wort mich lehrt. Laß mich auf das gehorsam achten, Was dein Hercl 2— mir begehrt: Wd. G. 8. Joh. Andr. Cramer 1723—88. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛc. 5 Meiir Menjs Wur 255. Wé sind zu dem, o Gott, Was geistlich ist, untüchtig, Dein Wesen, Wille und Gebot Ist viel zu hoch und wichtig: Wir wissen's und verstehen's nicht, Wo uns 2655 göttlich Wort und Licht Den Weg zu dir nicht i 2. Drum hast du vor⸗ mals ausgesandt Propheten, deine Knechte; Sie machten deinem Volk bekannt Dein Heil und deine Rechte. Zu⸗ letzt kam selbst dein eigner Sohn, O Vater, von des Himmels Thron, Die Men— schen zu belehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist! Laß uns da— bei verbleiben Und gib uns deinen guten Geist, Daß wir dem Worte Haäubon. Daß wir's annehmen jederzeit Mit Das Wort Gottes. Ehrfurcht, samkeit Als Gottes, nicht de Menschen. 4. Hilf, daß der Frevler Hohn und Spott Uns. vom Wort abwende; Denn du bist ein gerechter Gott Und strafst gewiß am Ende. Erweck' uns durch der Wahr⸗ heit Kraft, Und was sie Gutes in uns schafft, Das laß uns treu bewahren. Lust und Folg⸗ V 5. Herr, öffne selbst Ver⸗ stand und Herz, Daß wir dein Wort recht fassen, In Lieb und Leid, in Freud und Schmerz Es aus der Acht nicht lassen, Daß wir nicht Hörer nur allein, Nein! auch des Wortes Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Der Sam' am Wege wird sofort Vom Feinde n n In Fels und Steinen kann das Wort Die Wur zel nicht bekommen, Und wenn der Sam' in Dornen fällt, Hat Sorg' und Wollust dieser Welt Bald seine Kraft ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich Allhier dem guten Lande, Daß wir, an Tugendfrüchten reich, In unserm Amt und Stande Stets Gutes üben in Ge—⸗ duld Bewahren deine Lehr' und Huld In einem frommen Herzen. 182 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, Den Weg der Sünder meiden. Gib, daß wir halten fest an dir Im Wohlstand wie im Leiden. Rott' aus, was dir nicht wohlgefällt, Hilf uns die Sorge dieser Welt Und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort erhalt uns klar und rein, Und laß es unsern Füßen Ein Licht auf unsern Wegen sein; Hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, Daß wir im Leben und im Tod Bestän⸗ dig auf dich trauen. 10. So laß, o Gott, zu deiner Ehr' Dein Wort sich weit ausbreiten! Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' Erleuch— ten mög' und leiten! O heil— ger Geist, dein göttlich Wort Laß in uns wirken fort und fort Lieb', Hoffnung, Trost und Glauben. (Jev. G.⸗B.) Dav. Denicke 1603—80. Mel. Lieber Tag, seh' ich dich ꝛe. 6 Keerr, dein Wort, 256. H die edle Gabe, Diesen Schatz erhalte mir; Denn ich zieh' es aller Habe Und dem größten Reichthum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, Worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist's nicht um tausend Wel— ten, Aber um dein Wort zu thun. Das Wort Gottes. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, Daß ich mög' in deinem Namen Fest bei dei⸗ nem Worte stehn! Laß mich eifrig sein beflissen, Dir zu dienen früh und spat Und zugleich zu deinen Füßen Sitzen, wie Maria that. Nic. Ludw. v. Zinzendorf 170060. Mel. Lieber Tag, seh' ich dich ꝛe. 257 Woert des Le— 208 bens, lau⸗ tre Quelle, Die vom Him— mel sich ergießt! Lebens⸗ kräfte gibst du jedem, Der dir Geist und Herz erschließt, Der sich wie die welke Blume, Die der Sonnen— brand gebleicht, Dürstend von dem dürren Lande Zu der Quelle niederneigt. 2. Ohne dich, was ist die Erde? Ein beschränktes fin— stres Thal. Ohne dich, was ist der Himmel? Ein ver⸗ schlossner Freudensaal. Ohne dich, was ist das Leben? Ein erneuter finstrer Tod. Ohne dich, was ist das Sterben? Nachtgraun ohne Morgenroth. 3. Wort des Lebens, du erleuchtest; Doch erwärmst du auch zugleich; Eine Hölle offenbarst du, Aber auch ein Himmelreich. Furchtbar schre— ckest du den Sünder Aus der dumpfen, trägen Ruh'; einen! Langn Gott, Einger gibt, Sünde die S 9. dich l du es dem, Wird theil. bewal Geiste mir h Und dort. Mel. IE 25 ist's, herrl hellt durck Wor Von nicht schw. Wah heit Herr und est auf ög' in ei dei⸗ mich Dir zu t Und Füßen at. uzendorf 700—60. dich ꝛe. Les lau⸗ Him⸗ ebens⸗ Der hließt, welke nnen⸗ rstend de Zu st die 5 fin⸗ was ver⸗ Ohne eben? Tod das ohne „ du ist du Hölle ch ein schre— Aus Ruh'; Doch mit Liebe deckst du wieder Jedes Büßers Fehle zu. 4. Einen Richter lehrst du fürchten, Der mit rechter Wage wägt; Doch auch einen Vater lieben, Der mit Langmuth alle trägt; Einen Gott, der den geliebten Eingen Sohn zum Opfer gibt, Der an ihm die Sünde richtet Und in ihm die Sünder liebt. 5. Wort des Lebens, wer dich höret, Dem versprichst du ewges Heil; Doch nur dem, der dich bewahret, Wird das Kleinod einst zu theil. Nun, so will ich dich bewahren, Schwert des Geistes, Gottes Wort! Hilf mir hier auf Erden streiten Und die Kron' erwerben dort. Carl Joh. Phil. Spitta 180159. Mel. Wie schön leucht uns ꝛc. GKelch himm— 258. W lisch Licht is's, das der Welt So herrlich strahlt, so mild er⸗ hellt Den dunklen Pfad durchs Leben? Es ist das Wort des Herrn, das Licht Von Gott gesendet, das uns nicht In Finsterniß läßt schweben. Seine Reine, Ewge Wahrheit strahl' in Klar⸗ heit dir, o Erde, Daß der Herr verherrlicht werde. Das Wort Gottes. 2. Was führt uns hin zum höchsten Gut? Was gibt zum Guten Kraft und Muth Und reinigt uns von Sünden? Es ist des Lebens Wort allein; Dies lehrt uns treu und standhaft sein Und fröhlich überwinden. Heil uns! Laßt uns Fröhlich strei⸗ ten und verbreiten Gottes Lehre, Daß sich Jesu Reich vermehre! 3. Wo quillt dem Herzen Trost und Ruh'? Wo strömt ihm selge Hoffnung zu Und hoher Gottesfrieden? Das ist des Heilands theures Wort; Das führt zur Selig— keit uns dort Und tröstet uns hienieden. Diesen Sü⸗ ßen Quell der Freuden soll kein Leiden,— diesen Glau— ben Keine Macht der Welt uns rauben! Carl Aug. Döring 1783—1844. Mel. Was Gott thut, das ꝛc. 25 in Wort, o 259. DDa ist milder Thau Für rostbe— dürftge Seelen. Laß keiner Pflanze deiner Au' Den Himmelsbrunnen fehlen. Er⸗ quickt durch ihn, Laß jede blühn Und in der Zukunft Tagen Dir Frucht und Sa⸗ men tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, Ein Blitz, der Felsen splittert, 184 Das Wort Gottes. Ein Feuer, das im Herzen zu Meer, Der Herzen Durst meinen zehrt Und Mark und Bein zu stillen Und dir dein ReichWater st I durchschüttert. O laß dein zu füllen. 7. M Wort Noch fort und fort Carl Bernh. Garve 1763—1841. dir zu Der Sünde Macht zerschei— Heils G * 5 e du⸗ ⁵ 10 Mel. Ach, Gott und Herr ꝛe. 0 ( 3. Dein Wort ist uns 260. G Und Wüfte ö der Wunderstern Für unsre auf sein Wort Soll meine U. 0 ö Pilgerreise. Es führt die Seele trauen. Ich wandl uns die ar Ich wandle 2 5 macht die Einfolt end hier. Mein Gott, vor da ö macht die Einfalt weise.& ö Theil, . zr Im Glauben, nicht im aft Dein Himmelslicht verlösch Schatten Kraft uns nicht Und leucht' in jede i NI(ld. G.⸗ Seele, Daß keine dich ver⸗„ 2. Dein Wort ist wahr fehle. Laß immerdar Mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen 4. Ich suchte Trost und Spott, O Herr, mein Gott, Mel. L fand ihn nicht. Da ward Mich von dem Glauben das Wort der Gnade Mein schrecken. 261 Labsal, meine Zuversicht, 3. Wo hätt ich Licht mem Te V W Wofern mich nicht Dein Gib, Sie GHeee i Wort die Wahrheit lehrte? samkei zu dir Und leuchtet meinen Gott, obne sie Verständ ich shrift Schritten Bis zu den ew⸗ nie, Wie ich dich würdig verhei gen Hütten. ehrte. Em 5. Auf immer gilt dein 4. Dein Wort erklärt 2. Segensbund. Dein Wort ist Der Seele Werth, Unsterb⸗ deinen Ja und Amen. Nie weich lichkeitund Leben. Zur Ewig⸗ recht es uns aus Herz und Mund keit Ist diese Zeit Von dir enszi Und nie von unserm Sa⸗ mir übergeben. Vater men. Laß immerfort Den 5. Gott, deinen Rath, mem bann Jn Aen Le. Die Missethat Der Sünde. Vch benszeiten Uns trösten, war⸗ zu versühnen, Den kennt;. nen, leiten. ich nicht, Wär' mir dies ser 6. O sende bald von Ort Licht Nicht durch dein Wort forsch zu Ort Den Durst nach dei- erschienen. ins nen Lehren, Send' Hunger 6. Nun darf mein Herz deine aus, dein Lebenswort Und Voll Reu' und Schmerz In du deinen Geist zu hören, Und Sünden nicht verzagen; Daß send' ein Heer Von Meer Nein, du verzeihst, Lehrst wähl Durst Reich 3—1841. err ee. mein t, Und meine vandle or dir 14 wahr; seine keinen Gott, auben Licht, Dein ehrte? d' ich zürdig rklärt isterb⸗ Ewig⸗ 'n dir Rath, ünder kennt' dies Wort Herz z In agen; Lehrst Das Wort Gottes. meinen Geist Im Glauben Vater sagen. . Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, Ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' Vermag ich's nie; Dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, Laß uns dies Wort, Du hast es uns gegeben. Es sei mein Theil, Es sei mir Heil Und Kraft zum ewgen Leben! Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715-69. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. 261 T sei mir — 0 jederzeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre. Gib, daß ich mit Folg— samkeit Treulich ihre Vor⸗ schrift ehre, Dem, was sie verheißet, traue, Hierauf meine Hoffnung baue. 2. In dem Glanz von deinem Licht Lernen wir Gott recht erkennen, Ihn mit Her⸗ zenszuversicht Unsern lieben Vater nennen Und nach sei— nem heilgen Willen Unsre Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weisen die— ser Welt Nimmermehr er— forschet haben, Das hast du ins Licht gestellt, Und durch deines Geistes Gaben Bringst du es zu unsern Seelen, Daß wir Heil und Leben wählen. 185 4. Du entdeckst uns unsre Schuld Und der Sünde gro⸗ ßen Schaden, Aber auch des Höchsten Huld Und den Reich⸗ thum seiner Gnaden, Lehrst uns, aller unsrer Sünden Gnädige Vergebung finden. 5. Du rufst uns holdselig zu: Kommt zu mir, beschwerte Seelen. Es soll euch zu eurer Ruh' Nicht bei mir an Troste fehlen. Werdet ihr von mir nur lernen, Wird der Kummer sich ent⸗ fernen. 6. Herr, dein Evangelium Hat viel tausend Wahrheits⸗ zeugen, Die zu deines Na⸗ mens Ruhm Dankbar ihre Kniee beugen, Daß du noch dies Wort ersüllest Und die bange Seele stillest. 7. Köstlicher als Gold sei mir, Was dein göttlich Meine Seele danket dir Für den Wort mich lehret! Trof heilf den. 8. Nimm, Erbarmer, an den Dank, Den ich dir voll Ehrfurcht bringe; Höre mei⸗ nen Lobgesang, Den ich hoch Werd' ich Will erfreut dir singe. einst zu dir erhoben, ich würdiger dich loben. 9. Weil indes ich hier 7 noch bin, Werd' ich dir zu Ehren wandeln, Täglich im erneuten Sinn, Herr, nach dei— t, den es gewähret. Du t allen meinen Schaden, Du erquickest mich mit Gna⸗ 186 nem Willen handeln. So sterb' ich auf deinen Namen Einst getrost und freudig. Amen. (Jev. G.⸗B.) Unbet. Verf. Mel. Nun komm, der Heiden ꝛe. 960 alte fürder 262. W nah und fern Allgewaltig Wort des Herrn, Wo nur seiner All-— macht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt Schuf und in den ö Armen hält Und der Sün⸗ der Trost und Rath Zu uns hergesendet hat! N 3. Wort von des Erlösers ö Huld, Der der Erde schwere Schuld Durch des heilgen Todes That Ewig wegge— W nommen hat! a. Die heilige Taufe. Mel. Liebster Jesu, wir sind ꝛc. ů iebster Jesu, hier 263. 8 sind wir, Dei— nem Worte nachzuleben; Die— ses Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gegeben, Daß man sie zu dir hin führe; Denn das Himmelreichist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist Dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist Nicht zuvor ist neu geboren, Wird von dir nicht Das Wort Gottes. ö 3. Die heiligen 4. Kräftig Wort Gottes Geist, Der den Weg zum Himmel weist Und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft! 5. Wort des Lebens, stark und rein, Alle Völker harren dein; Walte fort, bis aus der Nacht Alle Welt zum Tag erwacht. 6. Auf, zur Ernt' in alle Welt! Weithin reifet schon das Feld; Klein ist noch der Schnitter Zahl, Viel zu schneiden überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, Weck' zum Werke Lust und Muth; Laß die Völker allzumal Schauen deines Lichtes Strahl! Jonath. Fr. Bahnmaier 1774—1841. Sacramente. aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, Nimm dies Pfand von unsern Armen; Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden. 4. Hirte, nimm dein Schäf—⸗ lein an; Haupt, mach' es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig' ihm die Bahn; Friede⸗ fürst, sei du sein Friede; von Weinsto Rebe A 13 umgebe. 5. N Hers, gegange himmeli das Ver men, de ins Le Mel. We 264 Gnade empfoh heilgen deines weihn; du ve Sohn 2.3 Leben treuer bleib' du mi Noth! auf re zuletzt neuer dein t von en Weg d dunt Wollen fft! 18, stark harren bis aus elt zum in alle t schon noch der iel zu ‚ groß Werke aß die 'chauen 1 741841. Gottes bir zu id von t mit Und „Daß Erden herden. Schäf⸗ es zu lsweg, Friede⸗ Friede; Weinstock, hilf, daß diese Rebe Auch im Gl Huen dich umgebe. 5. Nun, wir legen an dein Was von Herzen ist 95 gegangen; Führ' die Seufzer himmelwärts Und erfülle das Verlangen; Ja, den Na⸗ men, den wir geben, Schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmolck 1672—1737. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 264. Bu herziger, laß deiner Gnade Jetzt dieses Kind empfohlen sein, Das wir im heilgen Wasserbade Nach deines Sohns Befehl dir weihn; Erfüll' an ihm, was 0 verheißt, Gott Vater, Sohn und heil ger Geist! 2. Regiere nun das ganze Leben Auch diese s Kindes, treuer Gott! Dir sei und bleib' es stets ergeben, Sei in Glück und Noth! Ach, führ es sel lbst auf rechter Bahn, Nimm es zuletzt mit Ehren an! 3. Laß uns die Wohlthat recht ermessen, Die uns die Taufe zugewandt, Und nie, o Herr, den Bund vergessen, Der uns so fest mit dir ver⸗ band; Uns alle stärk' zu neuer Treu', Daß über uns dein Friede sei! Rar du mit ihm Die heilige Taufe Unbek. Verf. 187 Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 265 Ewig, ewig bin . Oich dein Theuer dir, mein Gott, erkaufet, Bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, ge⸗ taufet. Dessen soll mein Herz sich freun; Ewig, ewig bin ich dein. 2.„Lehrt die Völker, taufet die, Welche gläubig werden wollen; Kündigt's allen an, daß sie Ewig selig werden sollen.“ Jes sus sprach's, und er ist mein; Ewig werd' ich selig sein. 3. Welch ein göttlicher Gewinn, Daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, Daß ich ihn zum Vater habe! Einst von allen Sünden rein, Ewig, Vater, ewig dein! 4. Ich, ein Sünder von Natur, Ich Gefallner soll auf Erden Eine neue Krea— tur, Kann und soll Gott ähnlich werden. Heilig, heilig will ich sein; Jesus und sein Geist ist mein. ist Gottes Bund Das hat Jesus mir verheißen, Und ich sollte, Sünde, dir, Dir sollt' ich mich nicht enalben Ja, ich will's, ich will nicht dein, Ich will meines Gottes sein. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, Daß ich stets auf seinem Wege Heilig und ge— 5. Das mit mir, 188 wissenhaft Und im Glauben wandeln möge, Und er wird mir Kraft verleihn, Treu bis in den Tod zu sein. 7. Höre mich; denn ich bin dein, Theuer dir, mein Gott, erkaufet, Bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Ewig, ewig laß mich dein, Ewig laß mich selig sein. (Old. G.⸗B.) Joh. Andr. Cramer 1723—88. Mel. Wer nur den lieben ꝛe. 266 Ich bin getauft, ö ich steh' im Bunde Durch meine Tauf' mit meinem Gott! So sprech' ich stets mit frohem Munde In Kreuz, in Trübsal, Angst und Noth. Ich bin getauft, des freu' ich mich; Die Freude bleibet ewiglich. 2. Ich bin getauft; ich hab' empfangen Das aller— schönste Ehrenkleid, Darin ich ewiglich kann prangen Hier und dort in der Herr— lichkeit:; Ich bin mit Jesu Blut erkauft, Ich bin in seinen Tod getauft. 3. Ich bin getauft; mir ist gegeben Als Unterpfand der heilge Geist; Der hei— liget mein Herz und Leben; Dafür sei ewig Gott gepreist! — O wunderbare Gnaden— macht, Die mir die Selig⸗ keit gebracht! Die heilige Taufe. 9 4. Ich bin getauft; ich bin geschrieben Auch in das Buch des Lebens ein. Nun wird mein Vater mich lieben Und seinem Kinde gnädig sein; Es ist mein Name Gott bekannt Und eingeprägt in seine Hand. 5. Ich bin getauft und bin zufrieden Mit meines Vaters Lieb' und Treu'; I werde von ihm nie geschieden, Mein Liebestrieb wird stüm— lich neu. Wie es mein Vater schickt und fügt, Bin ich in allem wohl vergnügt. 6. Ich bin getauft; ob ich gleich sterbe, Was schader mir das kühle Grab? Ich weiß mein Vaterland und Erbe, Das ich bei Gott im Himmel hab'. Nach meinem Tod ist mir bereit Des Him⸗ mels Freud' und Seligkeit. Joh. Fr. Stark 1680—1755. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. 96 Ich bin getauft 267. V auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, Zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt; Ich bin mit sei⸗ nem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater! mich er seirt. Du hast die Fruc ben, N 0 dir verse nich di mein h. Treu u sein; H ins Gr. den W 4. deiner Bund u aber ie laß mi Nimm Gnade einen 5. aufs Herdzr mich mimm Sinn. Tropf Herr, 6. mer 1 Sohn Halt Schra Wille ich di lob' für. Ii liuft; ich h in das n. Nun mich ja f m Kinde ist mein nt Und Hand. zuft und meines reu'; Ich schieden rd stünd⸗ in Vater in ich in t. uft; ob S schadet bY Ith ind und Gott im meinem es Him⸗ Zeligkeit. 680—1755. n Gott ꝛe. getauft deinen „Sohn Ich bin Samen, zeheiligt hristum mit sei⸗ deinem in lieber Du hast Die heilige Taufe. die Frucht von deinem Ster⸗ ben, Mein treuer Heiland! mir gewährt. Du willst in aler Noth und Pein, O guter Geist! mein Tröster sein. 3. Ich habe, Herr, mich ubetschrieben Undangel lobt, nich dir zu weihn, Dich als mein höchstes Gut zu lieben, Treu und gehorsam dir zu sein; 5 sagt' ich bis ins Grab5 Der Sünde schnö⸗ den Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn; Numm mich, dein Kind, zu Gnaden an, Wenn ich hab' einen Fall gethan. 5. Ich 0 mein Gott! aufs neue Leib, Seel' und Herzzum Opfer hin; Erwecke nich zu neuer Treue Und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, Der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Laß diesen Vorsatz nim⸗ mer wanken, Gott, Vater Sohn und heilger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt. So leb' ich dir, so Winn ich dir, So lob ich dich dort für und für. Joh. Jac. Rambach 1693—1735. Mel. 189 b. Das heilige Abendmahl. Wenn mein Stündlein ꝛe. oder Es ist gewißlich 2 Hen deines 268. Lebens letzte Nacht, Die 90 voll Angst und Schmerzen, Die dich dem Tode nah gebracht, Sei heilig unsern Herzen! An deine Leiden ohne Zahl Er— innr' 265. das Gedächtniß⸗ mahl Von deinem Tod und Leben. 2. Vergossen sahst du schon dein Blut Und dich ans Kreuz geheftet; Du sahst schon deiner Feinde Wuth⸗ Dich schmachtend, dich entkräftet, Vabohne gemartert, voller Schmerz, Umdornt dein Hant. durchbohrt dein Herz Und deinen Leib erstarret. 3. Dies sahst du, und der Deinen Wohl, Wie lag dir's da am Herzen! Wie sprachst du ihnen liebevoll Trost zu bei eignen Schmerzen! Du reichtest ihnen Brot und Wein Zum Pfande, deine Kreuzespein Sei für sie Heil und Leben. 4. O du, der du für alle starbst, Auch uns gibst du dies Siegel, Daß du das Leben uns erwarbst Auf dei nem Todeshügel. Du heiße es uns bei Brot und Wein Uns deines Leibs und Bluts 190 zu freun Und deiner nie vergessen. 5. O daß wir dir zu Liebe nun Auch lernten Sünden meiden, In Gottes Willen gern beruhn, Dir folgten nur mit Freuden! Daß in uns lebte deine Huld Und deine Sanftmuth und Geduld, Du heiligster, Erlöser! 6. Dies sei die Frucht von deinem Mahl, So oft wir es genießen. Es reize uns, dich überall In unser Herz zu schließen, Uns deiner Liebe stets zu freun, Bei Sünden⸗ lockung fest zu sein Und dir nur, Herr, zu leben. (Jev. G.⸗B.) 1741—1801. Mel. Allein Gott in der Höh' ꝛc. 269 Ich preise dich, * o Herr, mein Heil, Für deine Todesleiden; Hab' ich an ihren Früchten theil, Was fehlt dann mei— nen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich; O gib, daß meine Seele sich Des ewig freuen möge. 2. Du lässest mich in dei⸗ nem Tod Das wahre Leben finden; Erlösung aus der ewgen Noth, Vergebung aller Sünden, Fried' im Ge⸗ wissen, Heilgungskraft, Das hast du, Herr, auch mir ver⸗ schafft, Da du am Kreuze starbest. Joh. Casp. Lavater nach zu streben. Herr, mache Das heilige Abendmahl. 3. Dein Abendmahl ist mir ein Pfand Von dieser großen Güte; Wie viel hast du an mich gewandt! Ostärtk mein Gemüthe Zum gläu— bigen Vertraun auf dich, Daß ich, so lang ich lebe. mich An deiner Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz Die Last von meinen Sünden; Laß mein vor dir gebeugtes Herz Den großen Trost empfinden, Daß du aus freier Lieb' und Huld Auch mir Vergebung meiner Schuld Auf Buße hast erworben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, Werd ewig mir zum Segen; Er stärke mich mit neuer Kraft, Auf allen meinen Wegen Nur das zu thun, was dir gefällt, Und alle Furcht und Lust der Welt Standhaft zu überwinden! 6. Mit dir gestorben, laß mich auch Mit dir, Herr, auferstehen; Gib Kraft, nach echter Jünger Brauch Die ebne Bahn zu gehen, Die mir dein heilig Vorbild weist Und die einst den erlösten Geist Zu deinen Freuden führet. 7. Zum ewgen Leben hast du dich Für mich dahin ge— geben. Dein Abendmahl erwecke mich, Mit Ernst dar⸗ mich da ich ein So sei Jo Mel. 27 füllen, Leidens gnaden segensr Du wi! denke; dieser Geistes Daß ie versenk 2. an die unser Erbarr dich bi bracht. damit deinen Du st bin ich ich ew durch mahl ist n dieser viel hast O stärke m gläu⸗ uf dich, ich lebe, de halte. rr, voll Die Last n;, Laß ztes Herz ipfinden, ꝛieb' und rgebung f Buße den mir Werd' en; Er r Kraft, Wegen was dir cht und dhaft zu den, laß Herr, [d weist erlösten Freuden en hast hin ge— udmahl st dar⸗ mache nich dazu geschickt, Und werd' ich einst der Welt entrückt, So sei dein Tod mein Leben! Joh. Sam. Diterich 1721—97. Mel. Mein Jesu, dem die ꝛe. 270. H Fesu, zu 5 füllen, Was du in deiner Leidensnacht Nach deinem gnadenvollen Willen Zur segensreichen Pflicht gemacht. Du willst, daß deiner ich ge⸗ denke; Drum gib zur Uebung dieser Pflicht Mir deines Geistes Kraft und Licht, Daß ich mich ganz in dich versenke. 2. Bewundernd denk' ich an die Liebe, Womit du unser Heil bedacht, An des Erbarmens starke Triebe, Die dich bis an das Kreuz ge— bracht. O du, der starb, damit ich lebe, Gib selbst von deinem Todesschmerz Heut solchen Eindruck in mein Herz, Daß er mir stets vor Augen schwebe. 3. Ich übergebe mich aufs neue, O du mein Herr und Heiland, dir, Gelobe dir be— ständge Treue Bei deinem heilgen Mahle hier. Auf deinen Tod bin ich getaufet; Du starbst für mich, drum bin ich dein; Dein eigen will ich ewig sein, Weil du mich durch dein Blut erkaufet. Das heilige Abendmahl. 191 4. Nie will ich vor der Welt mich schämen, Zu prei— sen deinen Kreuzestod, Und will mit Freuden auf mich nehmen Um deinetwillen jede Noth; Dich will ich immer frei bekennen Und bis zum Tode mich nicht scheun, Ein Herold deines Ruhms zu sein; Nichts soll mich, Hei— land, von dir trennen. 5. Ich will mit Ernst den Nächsten lieben, Wie du, mein Jesus, mich geliebt, Versöhnlichkeit und Sanft⸗ muth üben, Wie du an Fein⸗ den sie geübt. An deine Milde will ich denken Und an die schwere Schuldenlast, Die du mir, Herr, erlassen hast; Das soll zur Liebe Kraft mir schenken. 6. Heut stärke sich in mir der Glaͤube, Daß meine Seele ewig lebt Und daß einst aus des Grabes Staube Dein Ruf, Erlöser, mich er— hebt. Ich seh' dich auf des Vaters Throne, Ich glaube, daß du, Lebensfürst, Von dort einst wieder kommen wirst, Zu reichen mir des Lebens Krone. David Bruhn 1727—-82. Mel. Schmücke dich, o liebe ꝛc. 0 Serr, ich falle 271. H vor dir nie— der, Danke dir und singe Lieder! Wer, o Tilger mei⸗ 0* 192 Das heilige Abendmahl. ner Sünden, Wer kann deine Lieb' ergründen? O mit welch erhabnem Herzen Wolltest du die tiefsten Schmerzen, Schmach und Spott für meine Schulden, Ja, den Kreuzestod erdulden! 2. Meine Sünden willst du decken, Willst mich Todten auferwecken, Willst ein ewig seligs Leben Mir, wenn ich dir glaube, geben. Wenn ich, Heiland, hier im Staube Dich anbet' und an dich glaube, Kann ich theil an deinen Gaben, Theil an deinem Himmel haben. 3. Nun so sei der Bund erneuet; Ganz sei dir mein Herz geweihet! Wie du hier gelebt, zu leben, Will ich täg⸗ lich mich bestreben. Dir gelob' ich, deine Glieder, Jesu Christ, als meine Brü⸗ der Immer mit den reinsten Trieben, Immer wie mich selbst zu lieben! 4. Ich gelobe dir von Herzen, Meiner Brüder Noth und Schmerzen Täglich brü— derlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Ich gelobe dir mit Freuden, Auch das Unrecht still zu leiden, Ungeduldig nie zu klagen, Nie im Unglück zu verzagen. 5. Was du hassest, will ich hassen, Ganz von dir mich leiten lassen, Nie mit Vorsatz dich betrüben, Alles, was du liebest, lieben. Welt und Tand und alle Güter Eitler sündlicher Gemüther Sollen nie mein Herze locken, Mein Gewissen nie verstocken. 6. Zwar ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dirs verspreche. oft gebrochen, Was ich heute dir versprochen. Darum hilf du mir und stärke Mich zu jedem guten Werke. Komm und eile, mich vom Bösen, Das mir drohet, zu erlösen. 7. Hilf den ersten Reiz der Sünden, Hilf ihn zeitig überwinden. Wecke, wecke mein Gewissen, Eh der Geist wird hingerissen. Laß mich ihre Folgen schrecken Und der Tugend Freuden schme— cken, Die mein Herz so oft empfunden, Wenn ich Sün⸗ den überwunden. 8. Gib, daß ich und alle Christen Sich auf deine Zu— kunft rüsten, Daß wenn heut dein Tag schon käme, Keiner, Herr, vor dir sich schäme, Schaff ein neues Herz den Sündern, Mache sie zu Got⸗ tes Kindern, Die dir leben, leiden, sterben, Deine Herr⸗ lichkeit zu erben. 9. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils wann wirst du kommen, Daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren! Halleluja! ewig leben Morgen hab' ich Alle, Hallel Sind Leider (Old. Mel. é und Lelt und ter Eitler v Sollen en, Mein cken. ne meine ich dir' hab' ich ich heute rum hil Nich u Komm n Bösen, erlösen. ten Reiz hn zeitig e, wecke der Geist Laß mich ken Und schme⸗ rz so oft ich Sün⸗ und alle Heine Zu⸗ henn heut „ Keiner, schäme. Herz den e zu Got⸗ dir leben, ne Herr⸗ mahl der es Heils, nen, Daß Chören, ind ewig wig leben Alle, die sich dir ergeben! Halleluja! welche Freuden Sind die Früchte deiner Leiden! (Old. G.⸗B.) Joh. Casp. Lavater 1741—1801. Mel. Ein Lämmlein geht und ꝛe. 272. J Ich komme, Herr, I und suche dich, Mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würde dge mich Des Bundes deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten; Ich fühle meiner Sünden Müh', S. suche Ruh' und finde sie Im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet' ich zuversicht⸗ lich an; Du bist das Heil der Sünder. Du öffnest uns des Lebens Bahn, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht Und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mir Heil erworben. Du hast für mich dich dargestellt; Mit sich ver⸗ söhnte Gott die Welt, Da du für sie gestorben. 3. Des freuet sich mein Herz in mir! Du tilgest meine Sünden Und läßt bei deinem Mahle hier Mich Gnad' um Gnade finden; Du hörst der Reue sehnlich Flehn, Willst gern mich frei 9 liclich sehn, Gern alle Schuld vergeben. Nur soll Das heilige Abendmahl. 193 ich dem, der für mich starb Und mir so großes Heil er⸗ warb, Von ganzem Herzen leben. 4. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; Ich will es treu erfüllen. Verleihe mir durch deinen Tod Die Kraft zum ernsten Willen. Laß mich von nun an eifrig sein, Mein ganzes Leben dir zu weihn Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir und der Welt beweisen. (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. „Schmücke dich, o liebe ꝛe. 273. Kemen mein R Herz! aus Jesu Leiden Strömt auch dir ein Quell der Freuden! Stille hier dein sehnlich. An dem Mahl des Lebens-— fürsten! Daß ich einen Hei⸗ land habe Und in seinem Heil mich labe Und in Verdienst mich kleide, Das ist meines Herzens Freude. 2. Zwar ich hab' ihn alle Tage, Wenn ich Sehnsucht nach ihm trage; Er ist t auf der Himmelsreise Däglich meine Seelenspeise. Daß ich einen Heiland habe, Bleibt mein alles bis zum Grabe, Und ich mag nichts andres wissen, Als sein theures Heil genießen. 194 3. Dennoch will ich mit Verlangen Auch sein Abend⸗ mahl empfangen; Darf ich da mich ihm verbinden, Werd' ich's tiefer noch em— pfinden, Daß ich einen Hei⸗ land habe, Der am Kreuz und in dem Grabe, Wie sein Wort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. 4. Ach, wie werd' ich oft so müde, Wie entweicht der süße Friede! Sünd' und Welt kann mich verwunden, Wenn mir dieses Licht ent— schwunden: Daß ich einen Heiland habe, Der mit sei— nem Hirtenstabe Sanft und mild und voll Vergeben Mir nichts ist als Heil und Leben. 5. Sei gesegnet, ewge Liebe, Daß du mir aus treuem Triebe Solch ein Denkmal hast gegründet, Das den Glauben neu ent⸗ zündet, Daß ich einen Hei⸗ land habe, Welcher gieng zum Kreuz und Grabe, Daß er meinen Tod bezwänge Und in seinen Sieg ver⸗ schlänge. 6. Heilges Brot, sei mir gesegnet, Weil mir der mit dir begegnet, Der mit seinen heilgen Wunden Die Er— lösung mir erfunden! Daß ich einen Heiland habe, Der erblaßt und todt im Grabe Auch für meine Schuld ge— Das heilige Abendmahl. legen, Will ich schmecken und erwägen. 7. Heilger Kelch, sei mir gesegnet, Weil mir der mit dir begegnet, Dessen Blut mich lässet finden Die Ver⸗ gebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, Der die matte Seele labe, Dieses rühm' ich frohen Mundes Bei dem Blut des neuen Bundes. 8. Gott! was brauch' ich mehr zu wissen In der Erde Finsternissen? Es entweichen alle Schmerzen, Trag' ich dies in meinem Herzen, Daß ich einen Heiland habe, Der mich stärkt mit seiner Gabe; Wenn mich Sünd' und Hölle schrecken, So wird mich sein Schild bedecken. Ernst Gottlieb Woltersdorf 1725—61. Mel. So bin ich nun kein ꝛc. u ladest, Herr, 274. D au deuan Tische Hier jeden Erden⸗ pilger ein; Da soll, daß sich sein Herz erfrische, Der Aermste dir willkommen sein. So komm' ich denn mit meinem armen Und kranken Herzen auf dein Wort; Mich ruft dein göttliches Erbarmen Und treibet jeden Zweifel fort. 2. So schuldbefleckt und tief verstricket Auch noch mein Herz ist in der Welt, So oft e rücket in S doch chen, schwe zerste Und Geri 3. Men auch Dru: mein mein Sof stam auch heilg zünd dich en und sei mir der mit Blut e Ver⸗ Daß e, Der Dieses gundes neuen ich ich r Erde veichen ig ich „ Daß e, Der Gabe; „Hölle ch sein 72661. in ꝛc. Herr, heinem Erden⸗ „daß „Der n sein. mit anken Mich armen weifel t und mein So oft es auch, von Wahn be⸗ rücket, Noch strauchelt und in Sünden fällt, Willst du doch nicht das Urtheil spre⸗ chen, Willst löschen nicht das schwache Licht, Willst das zerstoßne Rohr nicht brechen Und gehst nicht mit mir ins Gericht. 3. Du kennest wohl der Menschen Herzen Und siehst auch meine ganze Schuld; Drum ludst du auf dich meine Schmerzen, Trugst meine Krankheit mit Geduld. So schau' ich dich am Kreuzes⸗ stamme, Verhöhnt, gemartert auch für mich! Herr, deine heilge Liebesflamme Ent⸗ zünd' mein kaltes Herz für dich! 4. Nun senk' ich muthig mein Verschulden In deiner Gnade tiefes Meer; Du blickst mich an mit ewgen Hulden, Und freudig schau' ich um mich her. Wer will, die du erwählt, verklagen? Ist Gott nicht hier und macht gerecht? Wer will noch zu verdammen wagen Des Höchsten freigesprochnen Knecht? 5. Ist Christ nicht hier, für uns gestorben? Ja mehr, auch für uns auferweckt? Er hat uns ewges Heil er⸗ worben Und alle Sünden zugedeckt. Zur Rechten Got— tes hoch erhaben, Vertritt Das heilige Abendmahl. 195 er uns, der treue Hort; Erfüllt von seines Geistes Gaben, Reißt uns der Glaube mächtig fort. 6. Wohlan, so tretet in die Schranken, Ihr Leiden alle dieser Zeit! Wir kämpfen muthig ohne Wanken Mit ihm und überwinden weit. Wohlan, so hasse, drohe, dränge Mit aller deiner Macht, o Welt; Du schreckst sie nicht, die kleine Menge, Die das Panier des Kreuzes hält! 7. Wohlan, entfalte deine Schrecken, Du letzter Feind, der uns noch droht! Des guten Hirten Stab und Stecken Ist unser Trost in Todesnoth! Er leitet uns zu Himmelsauen, Wo uns der Strom des Lebens fließt, Wo wir ihn unverhüllet schauen Und ewig sein das Herz genießt. Fr. Ferd. Adolf Sack 1788-1842. Mel. Allein Gott in der Höh' ꝛe. 37 Serr Jesu Christ, 27*. H—— höchstes Gut, Du Brunnguell aller Gnaden! Wir kommen, dei⸗ nen Leib und Blut, Wie du uns hast geladen, Zu dei⸗ ner Liebe Herrlichkeit Und unsrer Seelen Seligkeit In Demuth zu empfangen. 2. O Jesu, mach' uns selbst bereit Zu diesem ho⸗ 13* hen Werke! Schenk' uns dein schönes Ehrenkleid Durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein Und werden dir ge—⸗ pflanzet ein Zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir Auch bis ans Ende bleiben; Laß Sünd' und Noth uns für und für Von dir nicht wieder trei— ben, Bis wir durch deines Nachtmahls Kraft In deines Himmels Bürgerschaft Einst ewig selig werden. Barth. Ringwaldt 1530—98. Mel. Schmücke dich, o liebe ꝛe. 276 Jesu, Freund der Menschen⸗ kinder, Heiland der verlor— nen Sünder, Der die Kreu⸗ zesschmach erduldet Und ge— sühnt, was wir verschuldet: Wer kann fassen das Er⸗ barmen, Das du trägest mit uns Armen! In der Schar erlöster Brüder Fall' ich dankend vor dir nieder. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll' entgegen; In dem Elend meiner Sünden Soll bei dir ich Hülfe fin⸗ den; Meine Schulden willst du decken, Mich befrein von Furcht und Schrecken, Willst ein ewig selig Leben Als des Glaubens Frucht mir geben. Das heilige Abendmahl. 3. Herr, du kommst, dich mit den Deinen In dem Nachtmahl zu vereinen; Du, der Weinstock, gibst. den Reben Neue Kraft zum neuen Leben. Hilf, daß ich die Lust der Sünde Stark von nun an überwinde! Ja, durch dich muß es gelingen, Frucht der Heiligung zu bringen. 4. Nun, so sei der Bund erneuet, Unser Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild wolln wir sehen Und dir nach, mein Heiland, gehen. Schaff ein neues Herz uns Sündern, Mach' uns, Herr, zu deinen Kindern, Die dir leben, leiden, sterben, Deine Herrlichkeit zu erben! Joh. Casp. Lavater 1741—1801. Mel. Herzlich thut mich ꝛe. 7 en hast du 2 7. dir geladen, Mein Heiland mild und gut, Zu deinem Tisch der Gna⸗ den?— Nicht, die voll Kraft und Muth, Die Rei— chen nicht und Satten Sind dir willkommen dran;— Die Kranken und die Mat⸗ ten Rufst du voll Huld heran. 2. Da dürfen wir es wa⸗ gen Und treten mit heran; Wir müßten wohl verzagen, Gieng's nur die Starken an. Zu dir, dem guten Hirten, t, dich ndem Du, tden neuen ch die rk von ingen, g zu Bund r ganz orbild id dir gehen. z uns Herr, zie dir Deine —1801. ch ꝛe. t du laden, d gut, Gna⸗ voll Rei⸗ Sind Mat⸗ Huld 5 wa⸗ eran; agen, mnan. irten, Das heilige Stelln wir voll Muth uns ein; Du willst ja den Ver⸗ irrten Von Herzen gnädig sein. 3. Es sei dir, unserm Fürsten, Fortan das Herz geweiht Mit Hungern und mit Dürsten Nach der Ge— rechtigkeit.— Ach, laß uns doch genießen Das wahre Himmelsbrot Und Lebens⸗ bäche fließen Auf uns bis in den Tod. 4. Laß uns darnieder⸗ sinken An deinem Sühn⸗ altar Und reiche uns zu trin⸗ ken Den Kelch des Lebens dar! Wenn auf der Pilger⸗ reise Das Herz so matt und krank. Ist das die rechte Speise, Ist das der rechte Trank. 5. Wer glaubensvoll ge— nossen Den Leib, dazu das Blut, Für unsre Schuld vergossen, Der hat es ewig gut; Der ist vom Fluch entbunden, Der jedem Sün⸗ der droht, Hat Trost in schweren Stunden Und in der letzten Noth. Fr. Aug. Gotttreu Tholuck 1799—1877. und Chr. Fr. Tietz um 1836. Mel. Wenn wir in höchsten ꝛe. oder Herr Jesu Christ, dich zu ꝛe. 278 O Jesu Christe, * Gottes Lamm, Der du aus Lieb' am Kreu⸗ Abendmahl. 197 zesstamm Zur Tilgung mei⸗ ner Sündenlast Den schwer⸗ sten Tod erduldet hast: 2. Ich komm' zu deinem Abendmahl, Gebeugt durch manchen Sündenfall; Doch meines Herzens Zuversicht Steht, Herr, zu dir; ver⸗ wirf mich nicht! 3. Du bist der Arzt, der Seelen heilt, Der Sündern Rath und Trost ertheilt Und zur rechtschaffnen Heiligkeit Den Schwachen Muth und Kraft verleiht. 4. Darum, Herr Jesu, bitt' ich dich, Von meinen Sünden heile mich! Mach' in mir das Gewissen rein Und laß mich ganz dein eigen sein. 5. Erleuchte durch dein Wort mein Herz Und richt' es zu dir himmelwärts, Daß glaubensvoll und dankbar⸗ lich Ich deiner Lieb' er⸗ innre mich. 6. Gib, daß ich's mir zum Heile thu', Zur Förd⸗ rung meiner Seelenruh, Zur Stärkung in der Heiligung Und wahren Lebensbesse⸗ rung. 7. Tilg' alle Laster aus in mir, Mein Herz mit Glaub' und Liebe zier', Und was sonst ist von Tugend mehr, Das pflanz' in mir zu dei⸗ ner Ehr'. 8. Gib mir, was meiner Seele nützt Und mich vor dem Verderben schützt. Du bist mein Heil; laß mich mit Vereinigt bleiben für und ür. 9. Du bist's, der in uns Gutes schafft. Ach, stärke mich dazu mit Kraft, Damit ich glücklich Welt und Sünd' Im Glaͤuben an dich über— wind'! 10. Dein freue meine Seele sich! Mein ganzes Leben preise dich! Den gu⸗ ten Vorsatz, den ich hier Erneure, mache fest in mir. 11. Gib, daß ich, treu in meiner Pflicht, Mich stets nach deinem Willen richt'; So bring' ich christlich und in Ruh' Auf Erden meine Tage zu. 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, In deinen Him⸗ mel nehmen wirst, Daß ich bei dir dann ewiglich In deiner Güte freue mich. (Jev. G.⸗B.) Joh. Heermann 1585-1647. Mel. Meine Liebe hängt am ꝛc. ie ihr Christi 279. D Jünger seid, Theure, miterlöste Brüder, Jesu Glieder! Kommt, Ver⸗ söhnte, kommt, erneut Euren Bund der Seligkeit. 2. Die, so jetzt mit Zu⸗ versicht, Jesu, deines Heils Das heilige Abendmahl. sich freuen, Dir sich weihen, Laß ihr Herz, vom Stolze rein, Voll von deiner De— muth sein. 3. Tröste, die in Trau⸗ rigkeit Ueber ihre Seelen wachen; Hilf den Schwachen! Die gebeugt von ferne stehn, Können unerhört nicht flehn. 4. Gib, daß wir mit Würdigkeit Jetzt dein Abend⸗ mahl empfangen, Gnad' er⸗ langen; Hilf uns, Herr, daß wir es nicht Jemals nehmen zum Gericht! (Jev. G.-B.) Fr. Gottlieb Klopstock 1724—1803. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛe. 280 err, du wollst * sie vollbereiten Zu deines Mahles Selig— keiten; Sei mitten unter ihnen, Gott. Laß sie, Leben zu empfahen, Mit glaubens⸗ vollen Herzen nahen Und sprich sie los von Sünd' und Tod. Sie sind, o Jesu, dein, Dein laß sie ewig sein. Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir Das große Abendmahl bei dir. 2. Eßt das Brot, das euch gegeben, Und trinkt den Kelch zum ewgen Leben; Der Friede Christi sei mit euch. Einigt euch mit ihm im Glauben Und laßt sein Heil euch nimmer rauben, Dann führt er euch zu sei— weihen, Stolze er De⸗ Trau⸗ Seelen vachen! e stehn, t flehn. ir mit Abend⸗ ad' er⸗ Herr, jemals Klopstock 4—1803. S die ꝛe. wollst ereiten Selig⸗ unter Leben übens⸗ Und d' und „dein, sein. ig dir! große das kt den eben; i mit t ihm sein luben, zu sei⸗ nem Reich. Wacht, eure Seele sei Bis in den Tod getreu. Amen, Amen! Der Weg ist schmal; Bleibt in der Zahl, Die dort empfängt sein Abendmahl. Fr. Gottlieb Klopstock 1724—1803. Mel. Allein Gott in der Höh' ꝛc. ie heilig ist 281. W Saete hier, Wo ich voll Andacht stehe! Sie ist des Himmels Pforte mir, Die nun ich offen sehe. O Lebensthor, o Tisch des Herrn! Vom Him⸗ mel bin ich nicht mehr fern Und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Lebensbrot, Dies theure Gnadenzeichen, Vor dem des Herzens Angst und Noth Und alle Qualen weichen. O Brot, das meine Seele nährt, O Manna, das mir Gott beschert, Dich will ich jetzt genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, Der mein Ver⸗ langen stillet, Der mein Ge⸗ müth mit Lob und Dank Und heilger Freud' erfüllet. O Lebenstrank, o heilges Blut, Das einst geflossen mir zu gut, Dich will ich jetzt empfangen. 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, Welch Heil hab' ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein; Das heilige Abendmahl. 199 Mit ihm werd' ich verbunden. Wie ist mein Herz so freuden⸗ voll, Daß ich in Jesu leben soll Und er in mir will leben. 5. O wär' doch auch mein Herz geweiht Zu einer heil⸗ gen Stätte, Damit der Herr der Herrlichkeit An mir Ge⸗ fallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, An welchem Jesus fort und fort Aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich; Was sündlich ist, vertreibe, Damit ich nun und ewiglich Dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt; Herr, laß dein heilig Ebenbild Be⸗ ständig an mir leuchten. 7. Nun, du hast himmlisch mich erquickt, Du hast dich mir gegeben; In dir, der mich so hoch beglückt, Will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit, Von nun an bis in Ewig⸗ keit Mit dir vereinigt bleiben! Ernst Valentin Löscher 1673—1749. Eigne Melodie. 282 Schmücke dich, o S. liebe Seele; Laß die dunkle Trauerhöhle, Komm ans helle Licht ge— gangen, Fange herrlich an zu prangen; Denn der Herr voll Heil und Gnaden Will dich jetzt zu Gaste laden; Der den Himmel kann ver⸗ walten, Will jetzt Herberg' in dir halten. 2. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte; Ach, wie pfleg' ich oft mit Thränen Mich nach diesem Mahl zu sehnen; Ach, wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Trank des Lebensfürsten, Daß in diesem Brot und Weine Christus sich mit mir ver— eine! 3. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud' und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall' ich zu deinen Füßen: Laß mich würdiglich genießen Dieser deiner Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise! ö 4. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig hast dein Leben In den Tod für uns gegeben Und den Himmel uns erschlossen Durch dein Blut, am Kreuz ver⸗ gossen, Uns am Lebensquell zu tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 5. Jesu, wahres Brot des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder gar zu meinem Schaden Trete zu dem Mahl der Gnaden! Das heilige Abendmahl. Laß mich durch dies heilge Sünde Essen Deine Liebe recht er⸗ messen, Daß ich auch, wie jetzt auf Erden, Mög' dein Gast im Himmel werden! Joh. Franck 1618—77. Mel. Schmücke dich, o liebe ꝛe. üde, sünden⸗ 283. M volle Seele, Mach' dich auf, erlöste Seele! Komm, Vergebung zu em⸗ pfangen; Denn dein Licht ist aufgegangen, Und der Herr voll Heil und Gnaden Hat zu sich dich eingeladen. Dei⸗ nen Bund sollst du erneuen Und dich seines Todes freuen. 2. Wie vom Tod Erlöste pflegen, Eile deinem Arzt entgegen. Daß er dich der Sünd' entlade, Schenket er dir Gnad' um Gnade. Komm, es ist des Mittlers Wille; Komm und schöpf' aus seiner Fülle! Daß er dich der Sünd' entlade, Gibt er heute Gnad' um Gnade. 3. Heiland, laß mich wür⸗ dig nahen, Leben, Leben zu empfahen; Denn wie stärkst du nicht die Müden, O mit welchem hohen Frieden! Wann hat mich umsonst ge— dürstet, Gott, nach dir um⸗ sonst gedürstet? Laß, Ge⸗ opferter, mich nahen, Leben, Leben zu empfahen. 4. Du, dem unsrer Väter Scharen, Die, wie wir, auch Preis Daß empfiet ters! von de die dei Licht u 5. Lehrer Bekehr eignes den T ich zu laß r Dieser Mir z Preise 6. mich mich deines schau' Einst erkenr Liebe auch mir, (Old. 6 Mel.“ 28 meine Freu mich 2. schätz getze ben, heilge cht er⸗ „ wie g dein den! 618—77. liebe ꝛe. ünden⸗ Seele, Seele! u em⸗ icht ist r Herr n Hat Dei⸗ rneuen freuen. Frlöste Arzt ch der rket er Lomm, Wille; seiner Sünd' Gnad' wür⸗ sen zu stärkst mit ieden! ist ge⸗ um⸗ Ge⸗ Leben, Väter „auch Das heilige Sünder waren, Dank und Preis und Jubel singen, Daß sie hier dein Mahl empfiengen, Sohn des Va⸗ ters! Licht vom Lichte! Laß von deinem Angesichte Uns, die deinem Ruhm sich weihen, Licht und Leben jetzt erfreuen. 5. König! Hoherpriester! Lehrer! Du mein göttlicher Bekehrer! Du, der selbst sein eignes Leben Für mich in den Tod gegeben! Hier fall' ich zu deinen Füßen; Laß, laß würdig mich genießen Dieser deiner Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise. 6. Deines Heils will ich mich freuen; Dir will ich mich ewig weihen. Eng ist deines Lebens Pforte, Noch schau' ich im dunklen Worte; Einst werd' ich dich ganz erkennen, Ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfinden; Hilf mir, hilf mir überwinden. (Old. G.⸗B.) Fr. Gottlieb Klopstock 1724 7 803(nach Nr. 282). Mel. Nun laßt uns Gott, dem ꝛc. 284 O Jesu, meine Fenrrt Wonne, Du meiner Seelen Sonne. Du Freundlichster auf Erden, Laß mich dir dankbar werden! 2. Wie kann ich gnugsam schätzen Dies himmlische Er— getzen Und diese theuren Ga— ben, Die uns gestärket haben? Abendmahl. 201 3. Wie soll ich dir es danken, O Herr, daß du mich Kranken Gespeiset und getränket, Ja, selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Her⸗ zen Für alle deine Schmer⸗ zen, Für deine Schläg' und Wunden, Die du für mich empfunden. 5. Dir dank' ich für dein Leiden, Den Ursprung meiner Freuden; Dir dank' ich für dein Sehnen Und deine hei⸗ ßen Thränen. 6. Dir dank' ich für dein Lieben, Das standhaft ist geblieben; Dir dank' ich für dein Sterben, Das mich dein Reich läßt erben. 7. Herr! laß mich nicht vergessen, Daß du mir zuge⸗ messen Die kräftge Him⸗ melsspeise, Damit mein Herz dich preise. 8. Laß mich die Sünde meiden, Laß mich geduldig leiden, Laß mich mit Andacht beten Und von der Welt abtreten. 9. Nun kann ich nicht ver⸗ derben; Drauf will ich selig sterben Und freudig aufer⸗ stehen, O Jesu, dich zu sehen! Joh. Rist 1607—-67. Mel. Wer nur den lieben ꝛe. —ũI88 ch! könnt' ich 285. A doch mit dei⸗ nen Gliedern Im Tempel, Jesu! dich erhöhn Und freu— denvoll mit meinen Brüdern, Herr, deines Todes Mahl begehn! Doch weil mich Noth und Krankheit plagt, Ist diese Freude mir versagt. 2. Sieh, hier auf meinem Krankenbette Feir' ich dein Abendmahl allein; Doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte Hast du verheißen, nah zu sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, Da bist du, großer Menschen⸗ freund! 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden Mir Schwa⸗ chen Trost und Kraft ver— leihn! Laß es die Quelle höhrer Freuden Und deines Himmels Vorschmack sein! Das heilige Abendmahl. Dein Leiden, dein Ver söhnungstod Erquicke mich in meiner Noth! 4. Ich seh', ich seh' den Himmel offen, Ich fühle meine Seligkeit; Was kannst du, Seele, Größres hoffen, Als was dir hier dein Gott verleiht? Drängt auf mich ein der Leiden Heer, Mein Herz erbebt davor nicht mehn. 5. Und naht der Tod mit seinen Schrecken, Ich bin getrost und zage nicht. Vom Tode wirst du mich erwecken; Ich komme nicht in dein Ge⸗ richt. Ich bin getrost; dein Leib und Blut Gibt auch im Tode Trost und Muth. (Old. G.⸗B.) Chrph. Chrn. Sturm 1740—86. 4. Besondere kirchliche Handlungen. a. Consirmation. Mel. Lieber Tag, seh' ich ꝛe. 286. wil ich bler ben, Stets in deinem Dienste stehn; Nichts soll mich von dir vertreiben, Will auf deinen Wegen gehn; Du bist meines Lebens Leben, Mei— ner Seele Trieb und Kraft, Wie der Weinstock seinen Reben Zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt' ich's irgend besser haben, Als bei dir, der allezeit Soviel tausend Gnadengaben Für mich Ar⸗ men hat bereit? Könnt' ich je getroster werden, Als bei dir, Herr Jesu Christ, Dem im Himmel und auf Erden Alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, Der, was Jesus that, mir thut, Mich erkauft von Tod und Sünden Mit dem eignen theuren Blut- Sollt' ich dem nicht ange⸗ hören, Der sein Leben für mich gab? Sollt' ich ihm nicht T bis in 4. J bleib' i in Leid dir ver Zeit ur Winks Auch Welt; Sterbe bend z 5. dieser mein? es ein Und di Wenn ler, tr meinen lich zie nach d Carl 2— Mel. ö 28 Nichts Leit' Und 2. Wahr thume nur unsern 3. Fried uns 2 beschi erran in Ver⸗ ö icke mich seh' den h fühle us kannst hoffen, ein Gott uf mich r, Mein cht mehr Tod mit Ich bin ht. Vom rwecken; dein Ge⸗ 'st; dein bt auch Muth. rn. Sturn 1740—86. tausend nich Ar⸗ nut' ich Als bei st, Dem f Erden ist? in Herr sJesus erkauft en Mit Blut? t ange⸗ ben für ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib' ich, So in Freude, wie in Leid; Bei dir bleib' ich, dir verschreib' ich Mich für geit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, Auch des Rufs aus dieser Welt; Denn der ist zum Sterben fertig, Der sich le⸗ bend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, Bleibe, bis mein Tag sich neigt. Wenn es einst will Abend werden Und die Nacht herniedersteigt, Wenn mein Aug' wird dunk⸗ ler, trüber, Dann erleuchte meinen Geist, Daß ich fröh—⸗ lich zieh' hinüber, Wie man nach der Heimat reist. Carl Joh. Phil. Spitta 1801—-59. Mel. Christus, der ist mein ꝛc. ir flehn um 287. W deine Gnade; Nichts sind wir ohne dich; Leit' uns auf rechtem Pfade Und schütz' uns mächtiglich. 2. Wir flehn um deine Wahrheit In unsres Irr⸗ thums Nacht; Durch dich nur wird uns Klarheit In unsern Geist gebracht. 3. Wir flehn um deinen Frieden; Die Sünde bringt uns Angst; Uns sei das Heil beschieden, Das du am Kreuz errangst. Confirmation. 203 4. Wir flehn um deine Stärke; Du weißt, wie schwach wir sind; Zu jedem guten Werke Hilf jedem schwachen Kind. 5. Wir flehn um deinen Segen Zu diesem heilgen Tag; Laß nun auf allen Wegen Uns treu dir folgen nach. Carl Aug. Döring 1783—1844. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ꝛc. 0 ir ewge Treue 288. D zu geloben Sind wir versammelt hier im Heiligthum: Das Herz, zu dir, o Herr, erhoben, Bringt deiner Gnad' An⸗ betung, Preis und Ruhm. O Heiland, nimm dich unsrer Schwachheit an; Führ' uns zum Licht, leit' uns auf ebner Bahn. 2. Wir haben deinen Ruf vernommen, Du ludst zu dir voll Freundlichkeit uns ein. Mit Sehnsucht sind wir nun gekommen Und rufen: Herr, mach' unsre Herzen rein; Schenk' uns des rechten Glaubens Zuversicht Und wende nicht von uns dein Angesicht. 3. Wir sind auf dich, o Herr, getaufet, Du nahmst uns schon als zarte Kinder an; Du hast so theuer uns erkaufet, Als einst dein Blut herab vom Kreuze rann; So 204 nimm uns denn zu deinem Dienste hin Und wirke selbst in uns den neuen Sinn. 4. Dir schmücken heut sich unsre Herzen, Zeuch ein, du König aller Herrlichkeit; Von Erdenfreuden, Erdenschmer— zen Heb uns hinauf zum Glanz der Ewigkeit; Wir bringen dir ein schwach Ge— lübde dar, Dein Geist ver⸗ leih' uns Kraft und mach' es wahr.— 5. Wir flehn in dieser Segensstunde: Weich nicht von uns, wenn uns Ver— führung droht; Erhalt uns fest in deinem Bunde, Laß uns getreu dir sein bis in den Tod; Dann stehn wir einst verklärt vor deinem Thron, Empfahn aus deiner Hand des Lebens Kron'. Eman. Chrn. Gottlieb Langbecker 1792—1843. Mel. Seelenbräutigam ꝛc. 289 Ton des Him⸗ * mels Thron Sende, Gottes Sohn, Deinen Geist, den Geist der Stärke; Gib uns Kraft zum heilgen Werke, Dir uns ganz zu weihn, Ewig dein zu sein. 2. Mach' uns selbst bereit, Gib uns Freudigkeit, Unsern Glauben zu bekennen Und dich unsern Herrn zu nennen, Dessen theures Blut Floß auch uns zu gut. Confirmation. 3. Richte Herz und Sinn Zu dem Himmel hin, Daß wir unsern Bund erneuern Und mit Wahrheit dir be⸗ theuern, Deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, Wollest du auf unsre Bitten Uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh' Ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, Wie dein Wort ver⸗ heißt, Unauflöslich uns ver⸗ eine Mit der gläubigen Ge⸗ meine, Bis wir dort dich sehn In den Himmelshöhn. Sam. Marot 1770—1865. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛ. ir übergeben 290. W neue, O Vater, dir, dir, Sohn und Geist, Geloben heilig ewge Treue Und hoffen, was du uns verheißt. So schließen wir mit Herz und Mund Mit dir, o Gott, den heilgen Bund. 2. Gedenke nicht der Jugendsünden, O Vater, nimm uns huldreich an. Laß uns durch Jesum Gnade finden Und führ' uns, Herr, auf ebner Bahn. Dein Geist, der Wollen in uns schafft, Geb' uns auch zum Voll⸗ bringen Kraft! 3. J hin auf gerührt stärke d Daß Herr, wir une Und ew Old.G.⸗ Mel. 201 Flehn vor dir auf sie Vater, Den S berheiß Glieder mit dei: und V 2. erneun und S lich ver treu, Wande Laß brechen den T unter 3. freudig lübdes und g uns l. Mund unsern ernstli ind Sinn in, Daß erneuern dir be⸗ Zahn zu rschmähn. nd nahn, Wollest Uns mit n: Licht Ströme daß dein Vort ver⸗ uns ver⸗ igen Ge⸗ dort dich ielshöhn, 1770—1865. n Gott ꝛc. bergeben ns aufs ir, dir, Geloben AUnd verheißt. nit Herz o Gott, cht der Vater, m. Laß Gnade 8, Herr, in Geist, schafft n Voll⸗ 3. Ja, Vater, nimm uns hin aufs neue; Wir stehn gerührten Herzens hier. O stärke du selbst unsre Treue, Daß wir stets wandeln, Herr, vor dir. Dir weihn wir uns mit Herz und Mund, Und ewig, ewig sei der Bund! Old.G.⸗B.) Aus Sailers Lit. Magazin. Mel. O Ewigkeit, du ꝛe. 5 rhör', o Gott, 201. E das heiße Flehn Der Kinder, die hier vor dir stehn, Schau' gnädig auf sie nieder; Gib ihnen, Vater, Sohn und Geist, Den Segen, den dein Wort verheißt; Denn sie sind Jesu Glieder. Steh ihnen bei mit deiner Kraft, Die Wollen und Vollbringen schafft. 2. Sie wollen ihren Bund erneun, Sich dir mit Leib und Seele weihn, Dir feier⸗ lich versprechen, Im Glauben treu, im Herzen rein, Im Wandel ohne Falsch zu sein; Laß sie ihr Wort nicht brechen. Hilf, daß bis in den Tod getreu Ein jedes unter ihnen sei. 3. Schenk' ihnen Geistes⸗ freudigkeit, Laß des Ge⸗ lübdes Heiligkeit Sie ganz und gar durchdringen. Auch uns laß jetzt mit Herz und Mund Aufs neue schließen unsern Bund Und lehr' uns ernstlich ringen, Daß alle, Confirmation. 20⁵5 die hier vor dir stehn, Der⸗ einst in deinen Himmel gehn. Elieser Gottlieb Küster 1732—99. Mel. Allein Gott in der Höh' ꝛc. 292 ie hier vor Wr deinem Ant⸗ litz stehn, Sind Jesu Christi Glieder; Blick', wenn vereint wir für sie flehn, Erbarmend auf sie nieder; Gib ihnen, Vater, Sohn und Geist, Das Gute, was dein Wort ver— heißt, Im Leben und im Sterben. 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn Und dessen heilge Lehren. Ist Freude, Gott, vor deinem Thron, Wenn Sünder sich bekehren: Wie groß ist unsre Freude nun, Da diese das Gelübde thun, Dir treulich anzu⸗ hangen! 3. O laß sie nimmer zum Gericht Dein heilig Mahl empfahen; Laß sie in Glau⸗ benszuversicht Sich stets dem selben nahen. Dies stärke sie in aller Noth; Dies reize sie, des Mittlers Tod Zu preisen durch ihr Leben. 4. Setzt sich in ihrem Tugendlauf Die böse Welt entgegen: Hilf ihrem schwa⸗ chen Glauben auf. Wenn sich die Lüste regen, Laß sie auf Jesum Christum sehn, Die Welt mit ihrer Lust ver⸗ 206 schmähn, Beharren bis ans Ende. 5. Zeig' ihnen, die auf alle Zeit Jetzt Treue dir geloben, Den wichtgen Lohn der Ewigkeit, Die Herrlich— keit dort oben. Der Blick müss' ihnen Kraft verleihn; Herr, segne sie; denn sie sind dein; Erhalt sie in der Wahrheit. (Old. G.⸗B.) Theod. Gottlieb v. Hippel 1741—96. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. Gemeinde. 0 Tor dir, Todes⸗ 293. V überwinder, Stehn diese theur erlösten Kinder; Ihr Lobgesang sei dir gebracht! Freudig gehn sie dir entgegen, Weil du der Liebe reichsten Segen Den Kinderseelen zugedacht. Dein Auge sieht sie hier Im Jugendschmuck vor dir Knien und beten. Herr, sie sind dein; Laß ihre Reihn Dir an dein Herz geleget sein. Kinder. 2. Friedefürst, ich ward erkoren Am ersten Tag, als ich geboren, Zu deinem sel— gen Gnadenkind; Du gabst mir des Himmels Gaben, Weil wir nichts Gutes eigen haben Und ohne dich ver— loren sind. O Jesu, meine Ruh'! Ich greife freudig zu Nach den Gaben, Die du mir heut Zur Selligkeit Confirmation. Durch dein Erbarmen hast erneut. 3. Laß dich halten und umfassen! Ich will dich ewig nicht verlassen; Verlaß auch du mich ewig nicht! Schütze mich vor Welt und Sünde Und offenbare deinem Kinde Dein gnadenvolles Ange⸗ scht, Auf daß ich Tag fir Tag In dir mich freuen mag, Still und heilig, Und mich dein Mund Zu jeder Stund Erinnre an den Lie⸗ besbund. Gemeinde und Kinder. 4. O du Hirt erkaufter Seelen, Ich muß des rechten Wegs verfehlen, Wenn meine Seele von dir geht. Darum gib mir Licht und Stärke Und Glaubensmuth zum guten Werke, Zum Ringen, Wachen und Gebet, Bis ich den Pilgerstand Im ewgen Vaterland Selig ende Und du, o Sohn, Der Treue Lohn Mir reichst von deinem Gnadenthron! Albert Knapp 1798-1864. Mel. Jesu, meines Lebens u. 294. WLee. Wege! Gott sei eure Zuver⸗ sicht! Seid befohlen seiner Pflege, Scheut auch seine Prüfung nicht! Treffen Schmerzen euch und Leiden, Trübt euch schwerer Kampf Wege digkeit Zweife wohl g ihr seit Geist Glaube lebt, erhebt! Joh. b. Ord Mel. L Nur 5 295 Gott Und,‚,! Des Den Mit A Sei fi lobt 1 L. ch nen hast ten und dich ewig laß auch Schütze Sünde m Kinde Ange⸗ Tag für freuen ig, Und zu jeder den Lie⸗ ider. erkaufter rechten in meine Darum Stärke th zum Ringen, Bis ich ewgen de Und rTreue ndeinem 7981864. ebens ꝛe. elt glau⸗ ind eure e Zuver⸗ 1seiner ch seine Treffen Leiden, Kampf die Freuden: Seid voll Glaubens! Kampf und Leid Führen euch zur Seligkeit. 2. Wandelt liebend eure Wege! Lieb' ist Christi neu Gebot. Daß sie stets in euch sch rege, Schaut auf seinen heilgen Tod! Schaut der Liebe Sieg im Sohne; Denkt der euch verheißnen Krone, Die aus lichter Ferne schon Beut der treuen Liebe Lohn. g. Wandelt hoffend eure Wege In des Geistes Freu⸗ digkeit! Und daß niemand Zweifel hege, Ob sein Wirken wohl gedeiht! Treu nur müßt ihr sein und beten, Und der Geist wird euch vertreten. Glaubend, liebend, hoffend lebt, Bis euch Gott zu sich erhebt! Joh. Henr. v. Aschen 1764- 1842. b. Ordination und Introduction. Mel. O Gott, du frommer ꝛe. oder Nun danket alle Gott ꝛe. Serr Jesu! der 295. 8 du selbst Von Gott als Lehrer kommen Und, wie du's in dem Schoß Des Vaters hast vernommen, Den rechten Weg zu Gott Mit Wort und Werk gelehrt, Sei für dein Predigtamt Ge⸗ lobt von deiner Herd'! 2. Du bist zwar in die Höh' Zum Vater aufge⸗ Confirmation. 207 fahren; Doch gibst du noch der Welt Dein Wort mit großen Scharen Und baust durch diesen Dienst Die Kirche, deinen Leib, Daß er im Glauben wachs', Fest bis ans Ende bleib'. 3. Hab' Dank für dieses Amt, Durch welches man dich höret, Das uns den Weg zu Gott Und die Ver⸗ söhnung lehret, Durchs Evangelium Ein Häuflein in der Welt Berufet, sammelt, stärkt, Lehrt, tröstet und er⸗ hält. 4. Erhalt uns diesen Dienst Bis an das End' der Erden, Und weil die Ernte groß, Groß Arbeit und Beschwer⸗ den, Schick' selbst Arbeiter aus Und mach sie klug und treu, Daß Feld und Aus⸗ saat gut, Die Ernte reichlich sei. 5. Die du durch deinen Ruf Der Kirche hast gegeben, Erhalt bei reiner Lehr' Und einem heilgen Leben; Leg' deinen Geist ins Herz, Das Wort in ihren Mund; Was jeder reden soll, Gib ihm zur rechten Stund! 6. Ach, segne all dein Wort Mit Kraft an unsern Seelen; Laß deiner Herd' es nie An guter Weide feh— len; Such' das Verirrte selbst, Das Wunde binde zu, Das Schlafende weck 208 Ordination und Introduction. auf, Das Müde bring' zur Seelen, die sich ihm ver— seinen Ruh'. traun, Durch Lehr' und wenn 7. Bring', was noch Leben zu erbaun, Gib Weis⸗ Herze draußen ist, Zu deiner kleinen heit ihm und Kräfte. Lehr ihn b Herde; Was drinnen ist, ihn, Hilf ihm Thun und mehrt erhalt, Daß es gestärket leiden, dulden, streiten, beten, 2 werde; Dring durch mit wachen, Selig sich und uns e deinem Wort, Bis einstens zu machen. eibn Herd' und Hirt Im Glauben, 4. Herr, deinen Geist loß Und Herr, an dich Zusammen selig auf ihm ruhn; Laß ihn sein schaue wird! Amt mit Freuden thun; deines Eberh. Ludw. Fischer 1695—1773. Nichts sei, das ihn betrübel er ve Wenn er uns deine Wahr⸗ Wort *„ heit lehrt, Gib uns ein Herz, bei u N Mel. Wie schön leucht' uns ꝛe. das folgsam hört, Ein Herz 296. Jesu, Herr voll treuer Liebe. Lehrer, 3 zerr⸗ Hörer Laß in Freundschaft Herde der Herr 0 lichkeit, Du König deiner und Gemeinschaft feste stehen du w Christenheit, Du Hirte deiner Und den W0 zum Himmel 21. N Herde, Du siehst auf die gehen. 2 7010 erlöste Welt, Regierst sie, 5. Wenn einst dein großer ichl + wie es dir gefällt, Sorgst, Tag Wantan Laß unsern daß sie selig werde. Von Lehrer, unsern Freund, Uns wird ö dir Sind wir Auch erwählet, dir entgegen führen! Du 93— zugezählet den Erlösten, Die gibst ihm unter seine Hand 4. du segnen willst und trösten. Die Seelen als ein theures Mun 2. Wohl deinem Volk, daß Pfand; Laß keine ihn ver⸗ der du es liebst, Nach deinem lieren. Jesu, Hilf du, Beut—stört; Sinn ihm Hirten gibst, Die die Hände, daß am Ende meich es zum Himmel führen, Und Hirt und Herde Treu vor Wah die voll Eifer, Geist und dir erfunden werde. eeii e Kraft, Begabt mit heilger Soh. Carl Dan. Bickel 1734—06. Herz Wissenschaft, Das Herz der stockt Sünder rühren. Treue Hir— 5. sch Laß den Seelen niemals Mel. Dir, dir, Jehovah, will ꝛe. Geis⸗ fehlen und die Herden Mit rhöre gnädi und den Hirten selig werden. 297 E uer Nechen wide 3. Wir nehmen hier von Für deinen Knecht, den du unse deiner Hand Den Lehrer, uns, Herr, gesandt. Stär“ ihne den du uns gesandt; Herr, ihn mit Kraft aus deinen guns segne sein Geschäfte. Die Höhen Und rüst' ihn aus zu er el hm ver⸗ r' und ib Weis⸗ e. Lehr jun und n, beten, und uns heist laß ihn sein thun:; betrübe! eWahr⸗ ein Herz, hin Herz Lehrer, undschaft ste stehen Himmel n großer unsern nd, Uns n! Du ie Hand theures ihn ver⸗ u, Beut m Ende reu vor 737—1809. h, will ꝛe. gnädig r Flehen den du Stärk' deinen aus zu ———————‚———— Ordination und seinem Amt und Stand. Nur wenn dein Geist in seinem Herzen lehrt, Wird auch durch ihn bei uns dein Reich ge— mehrt. 2. Zu seinem Säen, Pflan⸗ zen, Bauen Gib dein Ge⸗ deihn, o Gott, von oben her Und laß ihn reiche Früchte schauen Zu unserm Heil und deines Namens Ehr'; Was er verkündiget aus deinem Wort, Das bleib' und wirke bei uns fort und fort. 3. Bewahre ihm die ganze Herde, Die seiner Hirtentreu' du willst vertraun, Daß kei⸗ ner je verloren werde, Daß alle dort dein Antlitz mögen schaun. Laß deine Weisheit reichlich auf ihm ruhn, So wird ein leuchtend Vorbild uns sein Thun. 4. Dein Wort in seinem Munde gleiche Dem Strom, der jeden Widerstand zer⸗ stört; Vor seiner ernsten Rede weiche, Was gegen Gottes Wahrheit sich empört; Sie sei ein Schwert, das in die Herzen dringt Und die Ver⸗— stockten auch zur Buße zwingt. 5. Verleih ihm deines Geistes Waffen, Dem Spott und Drohn der Welt zu widerstehn, Und wenn er unser Heil soll schaffen, Laß ihn auf Lohn und Menschen⸗ gunst nicht sehn. Gib, wenn er lehrt und warnt, ihm Introduction. 209 Kraft und Licht, Und, wenn er tröstet, feste Zuversicht. 6. Wohlan, wir baun auf deine Gnade; Laß seinen Eingang hier gesegnet sein! Führ' seinen Fuß auf ebnem Pfade Und laß sein Werk zu deinem Ruhm gedeihn; Sei mit uns, Herr; wir sind auf dich getauft, Mit deinem Blut hast du uns all' er⸗ kauft. Unbek. Verf. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ꝛc. 298 Di, Jesu, prei⸗ 0. sen unsre Lie⸗ der, Dich, Herr, der seine Kirche stets regiert; Du gabst uns einen Hirten wie⸗ der, Du hast ihn dieser Herde zugeführt. Heil uns, daß du so treu die Deinen liebst Und fromme Hirten deiner Herde gibst! 2. Sei auch mit diesem deinem Knechte; Mach' offen⸗ bar durch ihn dein theures Wort, Dein Licht und deine heilgen Rechte Und wie du lohnst den Deinen hier und dort; So wird die Herde, die er weiden soll, Durch seinen Dienst des wahren Glaubens voll. 3. Verleih ihm Muth und Geistesstärke, Erhalt in ihm den frommen Hirtensinn, Daß er in seinem Amt und Werke Seh' unverwandt, Herr, auf 14 440 210 Ordination und Introduction. dein Vorbild hin! Ihn rühre weder Menschengunst noch Dräun, Sein Hoffen gehe stets auf dich allein. 4. Verleih, daß tief ins Herz uns dringen Des Lebens Worte, die sein Mund uns lehrt; So werden wir viel Früchte bringen, So wird durch ihn dein göttlich Reich gemehrt. Sei hier, o Herr, sein Schild und großer Lohn, Dort preis' er dich sammt uns vor deinem Thron. Sam. Chrn. Gottlieb Küster geb. 1762. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ꝛc. . Nach' auf, du 299. Geist der ersten Zeugen, Der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, Die Tag' und Nächte nim⸗ mer schweigen Und die ge— trost dem Feind entgegen⸗ gehn, Ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt Und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht' es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Ernte doch die Hände, Viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernte, siehe doch darein; Die Ernt' ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten Uns diese ——.—— Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten Sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, Dich herzin⸗ brünstig darum anzuflehn; Drum hör', o Herr, und sprich: Es soll geschehn! 4. Ja, gib dein Wort durch große Scharen, Die in der Kraft Evangelisten sind; Laß eilend Hülf' uns widerfahren, Brich in des Feindes Reich und Macht geschwind! O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis Dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. O bessre Zions wüste Stege Und öffne drinnen dei⸗ nem Wort die Bahn! Was hindern kann, räum' aus dem Wege; Vertilge, Herr, den falschen Glaubenswahn! Von Mietlingen mach' deine Herde frei, Daß Kirch' und Schul' ein Garten Got⸗ tes sei. 6. Du wirst dein herrlich Werk vollenden, Der du der Welten Heil und Richter bist; Du wirst der Mensch— heit Jammer wenden, So dunkel jetzt dein Weg, o Heil⸗ ger, ist. Drum hört der Glaub' nicht auf, zu dir zu flehn; Du thust, Herr, über Bitten und Verstehn. Carl Heinr. v. Bogatzky 1690—1774. C. 0 Mel. 30 Grun name gen! die S walle des H Thro als b heit; Wah: 2. Herrl ist di wohl. dein Sege In Einh Herze tilg' ganz 3. wertl dein wir e über Dich men uns Him und Ster ererl 4. Dan von gelegt. n Orten herz und herzin⸗ zuflehn; r, und hn! Wort i, Die igelisten ilf' uns in des Macht „ Hert, 5 Dein deines wüste nen dei⸗ Was mꝗ5h⸗«aus „ Herr, Swahn! h' deine rchꝰ und Got⸗ herrlich du der Richter Mensch⸗ n, So o Heil⸗ ört der dir zu r, über Bogatzty 90—1774. Einweihung C. Einweihung einer Kirche. Mel. Wie schön leucht uns ꝛe. 300 zott Vater, * aller Dinge Grund, Gib deinen Vater⸗ namen kund An diesem heil⸗ gen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier; Die Herzen wallen auf zu dir; Hier ist des Himmels Pforte. Wohne, Throne Hier bei Sündern, als bei Kindern, voller Klar⸗ heit; Heilge uns in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, Dies Gotteshaus ist dir geweiht. O laß dir's wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, Dein Segen walte fort und fort In diesen Friedenshallen. Einheit, Reinheit Gib den Herzen; Angst und Schmerzen tilg' in Gnaden; Heil' uns ganz vom Sündenschaden. 3. O heilger Geist, du werthes Licht, Wend' her dein göttlich Angesicht, Daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus Dich mit allmächtgen Flam— men aus, Mach' himmlisch uns auf Erden. Auf zum Himmel Zieh das Sinnen und Beginnen; geht's zum Sterben, Hilf uns Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis Sei dir von allen gleicherweis Für einer Kirche. 211 dies dein Haus gesungen. Du hast's geschenkt und auf— erbaut, Dir ist's geheiligt und vertraut Mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier Sind wir Noch in Hütten; Herr, wir bitten, laß uns droben Dich im Tempel ewig loben! Albert Knapp 1798—- 1864. Mel. Wie schön leucht uns ꝛc. 301. S f * Lied im hö— hern Chor! Ihr Herzen, wallet mit empor In süßen Dankesweisen! Kommt, ihn, der seines Volks gedenkt, Ihn, der uns einen Tempel schenkt, Zu lieben und zu preisen! Heilig! Heilig! Singt dem Vater, dem Berather! Singt dem Sohne! Singt dem Geist in einem Throne! 2. O wie so lieblich steht dies Haus, Wo seine Hand uns ein und aus Mit Vater⸗ händen leitet! Wo sein Wort uns zum Himmel weist, Sein Abendmahl die Seele speist, Sein Geist uns vollbereitet! Freut euch! Weiht euch Ihm, dem Treuen! Laßt erneuen eure Seelen! Euch will er zum Tempel wählen. 3. Ja, du in uns und wir in dir! Du höchstes Gut, dich suchen wir; Komm, unser Herz zu stillen! Von dir laß ausgeschlossen keins, In dir 14*⁰ mach' unsre Herzen eins, Um deines Blutes willen! Alle, Alle! Den, der lehret, den, der höret, Eltern, Kinder Zeuch zu dir, du Heil der Sünder! 4. Einst sammelst du die Garben ein; Einst wird ein Tag der letzte sein, Daran Einweihung einer Kirche. wir hier erscheinen; O Jesu, dann verlaß uns nicht! Dann wollst du dort im Himmels⸗ licht Uns rein um dich ver⸗ einen! Dir, dir Weihn wir Herz und Sinne; keins ent⸗ rinne deinen Händen! Herr, beginn und hilf vollenden! Albert Knapp 1798-1864. V. Der christliche Heilsweg. 1. Buße und Bekehrung. Mel. Wer nur den lieben ꝛe. 0 er bin ich? 302. welche wicht— ge Frage! Gott lehre sie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, Um mich so, wie ich bin, zu sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, Bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen; Du schufst mich, Gott, zu deinem Preis! Mein Leben nützlich anzu— wenden, Das ist dein väter⸗ lich Geheiß. Doch leb' auch ich, dein Eigenthum, Wie mir's gebürt, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; Doch bin ich das auch in der That? Herr öffne selbst mir das Verständniß, Recht einzusehn, ob ich den Pfad, Den Jesus mir gewiesen, geh' Und ob ich auch im Glauben steh'. 4. Du kennest meines Her⸗ zens Tiefen, Die mir selbst unergründlich sind; Drum laß mich oft mein Innres prüfen, Mich fragen: bin ich Gottes Kind? Befreie mich vom falschen Wahn, Der auch den Klügsten täuschen kann. 5. Ist der, der selbst bei tiefem Wissen Des Herzens Zustand sich verhehlt, Auf wahre Besserung beffissen? Er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt! Sich selbst recht kennen ist Verstand; Drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, Mein Vater, das entdecke mir! Hab' ich der W So g verlier deinen mich 7 sichern Leben wecke Daß lernt. rung bist's, shaff 8. erfah und h nicht Reue kann Himr schnö Mel. O Jesu, Dann immels⸗ dich ver⸗ ihn wir ins ent⸗ Herr, enden! 98—1864. nzusehn, n Jesus Und ob steh'. les Her⸗ ir selbst Drum Innres bin ich eie mich „ Del äuschen lbst bei Herzens „ Au flissen? vie viel st recht Drum ekannt. meinem Vater, hab' ich Buße und der Wahrheit Weg erwählet, So gib, daß ich ihn nicht verlier'. Erleuchte mich mit deinem Licht, So täuschen mich Verführer nicht. 7. Doch bin ich noch vom sichern Pfade, Der mich zum Leben führt, entfernt, So wecke mich durch deine Gnade, Daß ihn mein Auge suchen lernt. Gib mir zur Bess⸗ rung Lust und Kraft; Du bis's, der beides in mir cchafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, Was ich hier war und hier gethan; O laß mich's nicht bis dahin sparen, Wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel klug Und frei von schnödem Selbstbetrug! Joh. Sam. Diterich 1721—97. Mel. Auf meinen lieben Gott ꝛc. Ich bin mir, 303. Gott, bewußt Der innern bösen Lust, Der Quelle meiner Sünden, Die Menschen nie ergründen. O heile du aus Gnaden Der Seele tiefen Schaden. . Wie oft gehorch' ich ihr! Wie oft hab' ich vor dir, Herr, dein Gesetz ver⸗ letzet Und dir mich wider— setzet! Ach, willst du nicht vergeben, Mein Gott, wie kann ich leben? Bekehrung. 213 3. Ein jegliches Gebot Zeugt wider mich und droht Mit ewigem Verderben. Laß, Vater, mich nicht sterben. Du kannst, du kannst vom Bösen Auch mich, o Herr, erlösen. 4. Verwirf mich nicht vor dir, Beweise Gnad' an mir. Erneure meine Seele, Daß sie das Gute wähle. Die Tilgung meiner Sünden Laß mich bei Jesu finden. 5. Drückt mich ihr schwe⸗ res Joch, So sei, o Vater, doch Noch stärker dein Er⸗ barmen; Das heilige mich Armen. Du kannst, mein Gott, vergeben, Bei dir ist Heil und Leben. 6. Hat sonst des Fleisches Macht Ihr Werk in mir vollbracht, So laß zu guten Werken Nun deinen Geist mich stärken, Daß folgsam deiner Lehre Ich nun dich fürcht' und ehre. 7. Hilf, wenn in meiner Brust Sich regt die böse Lust, Daß ich mich widersetze Und nicht dein Recht verletze, Dein Bild noch auf der Erde Und dort vollendet werde. Unbek. Verf. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich ꝛc. 304 Wie ist mein Herz so fern von dir, Du Urquell alles Lebens! Dein Friede wohnt noch nicht in mir, Und Ruh' such' ich vergebens; Verlaß mich, Gott, mein Vater, nicht; Verbirg mir nicht dein Angesicht, Um deiner Gnade willen! 2. Umhüllt von Dunkel⸗ heit bin ich, Mich fasset Angst und Beben; Mein Herz sucht Licht und ängstet sich; Doch fruchtlos ist sein Streben. Der Kampf, der täglich sich erneut, Die Bürde meiner Sterblichkeit, Beugt in den Staub mich nieder. 3. Ich bin zu schwach, aus eigner Macht Zu dir mich aufzuschwingen Und durch der Anfechtungen Nacht Zum Licht hindurch zu drin— gen. Du, Herr, mußt meine Stärke sein, Nur du kannst Trost und Kraft verleihn, Auf dich steht mein Ver⸗ trauen. 4. Mit festem Glauben an dein Wort Will ich dich kräftig fassen; Ich will von dir, mein Fels und Hort, Nicht weichen, dich nicht lassen. Wie viel auch meiner Fehle sind, Bin ich durch Christum doch dein Kind, Du mein versöhnter Vater. 5. Wohl mir! so fürcht' ich keinen Streit; Du kannst mich sieghaft machen; Du gibst den Bangen Freudig⸗ keit Und Kraft und Muth den Schwachen. Du, Gott, Buße und Bekehrung. bist meiner Seele Licht; Hab ich nur dich, so frag' ich nicht Nach Himmel und nach Erde. Gottfr. Bened. Funk 1734—1814. Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛe. 305 Hohster, denk' ich an die Güte, Die du mir bisher erzeigt, O so wird mein ganz Gemüthe Zu der tiefsten Scham gebeugt, Daß ich dich gering geschätzt, Dein Gebot hintan gesetzt Und dich, der du mich geliebet, Mit Ver⸗ gehungen betrübet. 2. Alle meine Seelen⸗ kräfte, Meine Glieder sind ja dein, Und sie sollten zum Geschäfte Deines Dienstes fertig sein. O wie hab' ich sie entweiht! Ach, zur Unge— rechtigkeit Und zum schnöden Dienst der Sünden Ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen Ueber mir, o Va⸗ ter, neu. Von wie manchen schweren Sorgen Machte sie das Herz mir frei! Was mir nützte, gabst du mir; Aber ach, wie dankt' ich dir? O wie hab' ich so vermessen Deines Wohlthuns Zweck vergessen! ö 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden Sollt' ich ja die Sünde fliehn Und von meinem Seelenschaden Frei 3zu u Deine 11 zur vor Sucht stocker gesün ohne oft schuld vergif Nimr an, pfade deine 6. neue beug' huld tröst dein Da Friel wisse mich 7. Seel neine ꝛe. denk' an die bisher in ganz tiefsten ich dich Gebot ch, der it Ver⸗ Seelen⸗ er sind en zum ienstes ab' ich Unge⸗ hnöden ieß ich jeden o Va⸗ anchen hte sie Was mir; 9 dir? * zu werden mich bemühn. Deine Güte lockte mich Oft zur Buße; aber ich Floh vor ihrem sanften Locken, Suchte selbst mich zu ver⸗ stocken. 5. Ach, an dir hab' ich gesündigt, Gott, mein Vater, ohne Scheu: Dir hab' ich oft aufgekündigt Meine schuldge Kindestreu'. Ach, vergib, was ich gethan; Nimm mich doch erbarmend an, Führe du vom Sünden⸗ pfade Mich zurück durch deine Gnade. 6. Dir ergeb' ich mich aufs neue; Gib, daß mein ge— beugter Geist Deiner Vater⸗ huld sich freue, Die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, Da er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Ge⸗ wissen, Ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele Den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, Folg⸗ sam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei, Daß mein Herz dir heilig sei; Dich zu lieben, dir zu leben Sei mein herzliches Bestreben. „Joh. Sam. Diterich 1721—-97. Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛc. Schaffet, schaffet 7 7 7 7 + Menschenkin-⸗ 306. Buße und Bekehrung. 21 der, Schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht wie sichre Sün⸗ der Auf die ungewisse Zeit. Unverweilt bekehret euch; Ringet nach dem Himmel⸗ reich; Strebet, heilig hier auf Erden, Strebet, selig dort zu werden. 2. Selig, wer im Glau⸗ ben kämpfet; Selig, wer im Kampf besteht, Wer des Fleisches Lüste dämpfet Und den Reiz der Welt verschmäht! Ohne tapfern Streit und Krieg Folget nie Triumph und Sieg; Nur den Sieger schmückt zum Lohne Unver⸗ welkt die Himmelskrone. 3. Brünstig beten, allzeit wachen, Die Versuchung weislich fliehn, Sich die Pflicht zur Freude machen Und sich niemals ihr ent⸗ ziehn, Selbst beim Spott und Hohn der Welt Das zu thun, was Gott gefällt: Dieses Wollen, dies Vollbringen Heißet nach dem Himmel ringen. 4. Drum entreißet euch den Lüsten, Die ihr noch ge— fesselt seid, Und beweiset euch als Christen, Muthig und getrost im Streit. Schont der liebsten Neigung nicht, Wär' es auch die schwerste Pflicht, Und denkt oft an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte. 5. Zittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum 216 sehn, Daß ich seinen Bei— stand finde, In der Gnade zu bestehn. Ach, mein Hei— land, steh mir bei, Daß ich wohl gerüstet sei; Gib mir deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. 6. Gib zum Wollen das Vollbringen, Muth und Kräfte zu dem Streit; Lehre mich mich selbst bezwingen Und verleih Beständigkeit; Zeige mir von deinem Thron Den verheißnen Gnadenlohn, Daß ich wache, bete, ringe Und also zum Himmel dringe. (Old. G.⸗B.) Ludw. Andr. Gotter 1661—1735. Eigne Melodie. 307 Kebre wieder, * kehre wie— der, Der du dich verloren hast! Sinke reuig bittend nieder Vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen Und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, Und sein heilig Wort ver— spricht Dir Vergebung, Heil und Segen. Kehre wieder, zaudre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung In die Einsam— keit zurück, Wo in geistiger Erneuung Deiner harrt ein neues Glück, Wo sich bald die Stürme legen, Die das Bekehrung. Herz so wild bewegen, Wo des heilgen Geistes Mahnen Du mit stillem Beben hörst Und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz Beut Vergebung dei⸗ nem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz; Sieh auf den, der voll Erbarmen Dir mit ausgestreckten Ar— men Winket von des Kreu— zes Stamme; Kehre wiederl fürchte nicht, Daß der Gnädge dich verdamme, Dem sein Herz voll Liebe bricht. 4. Kehre wieder! neues Leben Trink in seiner Liebes⸗ huld; Bei dem Herrn ist viel Vergeben, Große Lang⸗ muth und Geduld. Fass' ein Herz zu seinem Herzen! Er hat Trost für alle Schmer⸗ zen; Er kann alle Wunden heilen, Macht von allen Fle— cken rein. Darum kehre ohne Weilen Zu ihm um und bei ihm ein. 5. Kehre wieder, endlich kehre In der Liebe Heimat ein, In die Fülle aus der Leere, In das Wesen aus dem Schein, Aus der Lüge in die Wahrheit, Aus dem Dunkel in die Klarheit, Aus dem Tode in das Leben, Aus der Welt ins Himmel⸗ reich! heut heute; Carl Is 30 groß u vielen Mann. Auf d 28 dieser Enden Angst ich's d 350 barme nicht doch richt! versüh 4. Straf folgen fort 1 laß n 5. Vergi ein in d Ich n 6. dünke leider Nicht Liebe — 4. Mit n, Wo Nahnen n hörst u den heilig treues 1g dei⸗ für den eh auf barmen n Ar⸗ Kreu⸗ wieder! 5 der damme, Liebe neues Liebes⸗ rrn ist Lang⸗ ass' ein n Er schmer⸗ zunden n Fle⸗ re ohne nd bei endlich Heimat 18 der n aus Lüge 5 dem t, Aus Leben, mmel— reich! Doch, was Gott dir heut will geben, Nimm auch heute; kehre gleich! Carl Joh. Phil. Spitta 1801-1859. Eigne Melodie. 308. A groß und schwer Sind meine vielen Sünden! Da ist kein Mann, Der helfen kann, Auf dieser Welt zu finden. 2. Lief' ich auch weit Zu dieser Zeit Bis an der Erde Enden, Um los zu sein Der Angst und Pein, So würd' ichs doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh' ich; Er⸗ barme dich, Ob ich's gleich nicht verdienet! Ach, geh doch nicht, Gott, ins Ge⸗ richt! Dein Sohn hat mich versühnet. 4. Soll's ja so sein, Daß Straf' und Pein Auf Sünde folgen müssen, So fahr hie fort Und schone dort Und laß mich jetzo büßen! 5. Gib, Herr, Geduld! Vergiß der Schuld, Schaff ein gehorsam Herze, Daß in der Zeit die Seligkeit Ich murrend nicht verscherze! 6. Handle mit mir, Wie's dünket dir! Ich will es gerne leiden. Nur wollst du mich Nicht ewiglich Von deiner Liebe scheiden! 7. Das thust du nicht: Mit Zuversicht Darf es Buße und Bekehrung. 217 mein Glaube hoffen. Mir steht, o Gott, Durch Christi Tod Ja auch dein Himmel offen. 8. Nur daß ich treu Dem Heiland sei, Gib mir bis an mein Ende, Und daß den Lauf Zu dir hinauf Im Glauben ich vollende! 9. Gott, dir sei Ruhm! Dein Eigenthum Bleib' ich in Jesu Namen. Ich zweifle nicht; Denn Jesus spricht: Wer glaubt, wird selig. Amen. Mart. Rutilius 1550—1618. Mel. Auf meinen lieben Gott ꝛc. 309. Wnhe g 5 fliehen hin, Weil ich beschweret bin Mit viel und großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt herkäme, Mein' Angst sie nicht weg— nähme. 2. Du, mein Herr Jesu, du Rufst mir auch gnädig zu. Mit hoffendem Gemüthe Flieh' ich zu deiner Güte; Du hilfst beladnen Seelen, Die dich zum Helfer wählen. 3. Du hast ja, Herr, dein Blut Vergossen mir zu gut. Mit Trost mein Herz ver⸗ binde, Nimm weg all meine Sünde, Wollst ihrer nicht gedenken, Ins Meer sie tief versenken! 4. Ist meine Schuld auch groß, Ich werde sie doch los, Wenn ich dein Kreuz um⸗ fasse Und mich darauf ver— lasse: Wer sich zu dir nur findet, Die Angst ihm bald verschwindet. 5. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlass' ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben, Dein Reich muß ich ererben; Denn du hast mir's erworben, Da du für mich gestorben. 6. Ach, führ' mein Herz und Sinn Durch deinen Geist dahin, Daß ich mög' alles meiden, Was mich und dich kann scheiden, Daß ich an deinem Leibe Ein Glied auf ewig bleibe! Joh. Heermann 1585—-1647. Eigne Melodie. Verr, ich 310. H mißgehandelt, Und mich drückt der Sünden Last; Ich bin nicht den Weg gewandelt, Den du mir ge— zeiget hast; Jetzt möcht' ich vor deinem Schrecken Gern die bange Seele decken. 2. Doch wie könnt' ich dir entfliehen? Du wirst allent— halben sein. Wollt' ich über Meere ziehen, Stieg' ich in die Gruft hinein, Hätt' ich Flügel gleich den Winden, Dennoch würdest du mich finden. 3. Drum muß ich es nur bekennen: Herr, ich habe Buße und Bekehrung. habe mißgethan, Darf mich nicht dein Kind mehr nennen; Ach, nimm mich zu Gnaden an! Richte nicht der Sünden Menge, Herr, nach des Ge⸗ setzes Strenge. 4. Siehe, wie mein Auge thränet Ueber meine Sün⸗ denschuld! Siehe, wie mein Herz sich sehnet, Gott, nach deiner Vaterhuld! Willst du nicht mein Flehn erhören Und mir Gnad' und Trost gewähren? 5. Ja, ich hoffe; hinge⸗ geben Hat sich Christus in den Tod Mir zur Rettung und zum Leben, Hat mich dir versöhnt, o Gott! Seines Heils darf ich mich trösten Mit den Scharen der Er⸗ lösten. 6. Laß nun deinen Geist mich leiten, Stets zu thun, was dir gefällt; Laß mich unermüdet streiten Mit der Sünde, mit der Welt; Laß mich nimmer wieder wanken, So will ich dir ewig danken. Joh. Franck 1618-7. Eigne Melodie. us tiefer Noth 311. A ruf' ich zu dir, Der du ins Herz kannst sehen. Entzeuch nicht dein Erbarmen mir! Gott, laß mich Gnad' erflehen! Ach, sähst du bloß als Richter an, V dir get bestehe 2. denn Sünde ist der rein, Leben. er ohn Staub dir de⸗ 23 nur ar dienst verlass deiner sagt Wort; und Gott, 4. in di an de mein Verzw gen. Christ Geist seines — 9. der S doch dein Wie Schad gute ö was aus (Old. ich nicht n: Ach den an! Sünden des Ge⸗ in Auge ie Sün⸗ ie mein tt, na Zillst erhören d Trost hinge⸗ istus in Rettung zat mich Seines trösten der Er⸗ n Geist u thun, aß mich Mit der [It; Laß wanken, danken. 1618—77. r Noth zu dir, kannst ht dein tt, laß Ach, Richter an, Was wir nicht recht vor dir gethan, Wer könnte dann bestehen? 2. Vor dir gilt nichts denn Gnad' allein, Dem Sünder zu vergeben; Nie ist der Mensch von Fehlern rein, Auch in dem besten Leben. Und, Herr, was ist er ohne dich? Wie darf der Staub, der Sünder, sich Vor dir des Ruhms erkühnen? 3. Drum will ich hoffen nur auf dich, Auf mein Ver⸗ dienst nicht bauen; Auf dich verlassen will ich mich Und deiner Güte trauen. Die sagt mir zu dein werthes Vort; Dies ist mein Trost, und immerfort Will ich, Gott, deiner harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht Und wieder an den Morgen, Doch soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht, noch sor⸗ gen. So ist des rechten Christen Art, Der aus dem Geist geboren ward Und seines Glaubens lebet. 5. Sind gleich bei uns der Sünden viel, Bei dir ist doch mehr Gnade; Gott, dein Erbarmen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Du bist allein der gute Hirt, Der wiederbringt, was sich verirrt, Und hilft aus allen Nöthen. (Old. G.⸗B.) Nach Dr. M. Luther 1483—1546. Buße und Bekehrung. 219 Eigne Melodie. 312 An dir allein, 25330 an dir hab' ich gesündigt Und übel oft an dir gethan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt; Sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verbor⸗ gen, Und meine Thränen sind vor dir. Ach, Gott, mein Gott! wie lange soll ich sorgen? Wie lang ent⸗ fernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, Vergilt mir nicht nach mei— ner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden, Du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzig-— keit. Erfreue mich um deines Sohnes willen; Du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen Und lehre du dein heilig Recht Mich täglich thun nach dei⸗ nem Wohlgefallen; Du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile, du mein Schutz, mir beizustehen, Und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen Und nimmt sich meiner See— len an. Chrn. Fürchteg. Gellert 1715-69. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛc. 313 As einem tief 6 vor dir ge⸗ beugten Herzen Ruf' ich zu dir in meinen Sündenschmer⸗ zen: O mache mich, Gott, meines Kummers ledig Und sei mir gnädig! 2. Beschämt erkenn' und fühl' ich meine Sünden. Laß, Vater, mich Erbarmen vor dir finden. Willst du auf Schuld und Uebertretung sehen, Wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr! steht es, zu vergeben. Du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; Uns soll die Größe deiner Liebe lehren, Dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir, Herr, alle meine Fehle! Dein harret, Vater, meine müde Seele. Laß Trost und Ruh' um des Versöhners willen Mein Herz erfüllen. 5. Vom Abend an bis an den frühen Morgen Hoff' ich auf dich; o stille meine Sor— gen! Du schenkest ja Be— ladenen und Müden Gern deinen Frieden. 6. Ja, hoffe nur getrost auf Gottes Gnade! Viel größer ist sie als dein Buße und Bekehrung. Seelenschade, Und endlich wird sie dich von allem Bö⸗ sen Herrlich erlösen. Joh. Andr. Cramer 1723—88. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛꝛ. 314 A, abermal 50 bin ich ge⸗ fallen Mit Ueberlegung und mit Wahl! Tief, o wie tief bin ich gefallen; Vielleicht noch nicht zum letztenmal! Elender Sünder, der ich bin! In welchen Abgrund eil' ich hin! 2. O die verhaßte Lieb⸗ lingssünde, O die Gewohn⸗ heit ihrer Lust, Der Hang, den ich zu ihr empfinde, Wie wüthen sie in meiner Brust! Wie unumschränkt, wie fürchterlich Ist ihre Herr— schaft über mich! 3. Längst warnte schon mich mein Gewissen: Mensch, du empörst dich wider Gott! Von böser Lust dahin ge— rissen, Betrogner, eilst du in den Tod! Dir raubt die Sünd' in kurzer Zeit Der Erde Glück, die Seligkeit! 4. Wie oft hab' ich mir vorgenommen: Nun will ich meine Sünde fliehn! Rein und unsträflich und voll⸗ kommen Zu wandeln will ich mich bemühn! Wie oft, o Gott, hat mein Gebet Um Kraft dazu dich angefleht! mi d war g Ach, schwin und 1 verschr Nun druß. 6. über sonst Vorsa schwur mein Richte Und digt' 2 denlie lich fr wind' dämp Gott, mein ihr w 8. Seele Lust denke zeuge ihr! Eiger Werk 3. überf mein wirst Wie verze — —— endlich lem Bö⸗ 1723—88. n Gott ꝛc. abermal ich ge⸗ ing und wie tief Bielleicht tenmal! ich bin! eil' ich te Lieb⸗ hewohn— rHang, npfinde, meiner schränkt, re Herr⸗ te schon Mensch, er Gott! hin ge⸗ eilst du lubt die it Der igkeit! ich mir will ich Rein d voll⸗ In will Lie oft, bet Um efleht! Buße und 5. Bald reizt' aufs neue mich die Sünde; Wie schwach war gleich mein Widerstand! Ach, sie gefiel mir! und ge⸗ schwinde Ergriff sie mich und überwand. Die Lust verschwand mir im Genuß; Nun folgten Ekel und Ver⸗ druß. 6. Auch diesmal bin ich überwunden; Ach, niemals sonst fiel ich so tief! Mein Vorsatz war noch nicht ver⸗ schwunden, Mein Herz schlug, mein Gewissen rief; Gott, Richter, ich gedacht' an dich, Und dennoch, dennoch sün— digt' ich! 7. O unbegrenzte Sün⸗ denliebe, Wie werd' ich end⸗ lich freivon dir? Wie über⸗ wind' ich deine Triebe Und dämpfe dich und sie in mir? Gott, mein Erbarmer, hör' mein Flehn Und lehre mich ihr widerstehn! 8. O pflanze du in meine Seele Rechtschaffne Lieb' und Lust zu dir! Gott, was ich denke, was ich wähle, Das zeuge durch die That von ihr! Dich lieben als dein Eigenthum, Das sei mein Werk, mein Heil, mein Ruhm. 3. Dann werd' ich endlich überwinden Und Herrscher meiner Lüste sein. Dann wirst du alle meine Sünden, Wie viel, wie groß sie sind, verzeihn. Hier sei mein Le⸗ Bekehrung. 221 ben, Herr, dein Dank; Dort tönt dir höhrer Lobgesang! (Old. G. B.) Balth. Münter. 1735.—93. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ꝛc. 8 err Jesu Christ, 315. du höchstes Gut, Du Wonne der Er⸗ lösten, Auf dem des From⸗ men Hoffnung ruht Und des sich Sünder trösten, Wenn sie, Vergebung zu empfahn, Allgnädiger, zu dir sich nahn; Dir nah' auch ich, Erbarmer! 2. Beladen komm' ich; nimm die Last, Nimm du sie mir vom Herzen, Der du auch mich erlöset hast, Erlöst mit Todesschmerzen; Daß meine Seele nicht mit Weh' In ihren Sünden untergeh', Mein Hort und mein Er— retter! 3. Wenn mir, o Heiland aller Welt, Die Menge mei— ner Sünden Aufs Herz wie ein Gebirge fällt, Wo kann ich Rettung finden? Ich finde sie bei dir allein! Ver⸗ loren, Jesu, würd' ich sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. ö 4. Begnadigung und Heil verspricht Es denen, die dich ehren, Die reuevoll zu ihrer Pflicht Und dir zurückekehren Und nun, vom Sündenjoch befreit, Mit ganzer Herzens⸗ willigkeit Zu deiner Ehre leben. ö 5. Du rufst den Sündern liebreich zu: Ihr Reuerfüll— ten alle, Kommt her zu mir! ich schaff' euch Ruh' Und richt' euch auf vom Falle; Mein Joch ist sanft, leicht meine Last, Nehmt willig sie auf euch und faßt Die Hoffnung. Ruh zu finden. 6. Herr, dieser Zuruf tröst' auch mich Bei des Gewissens Schrecken. Du siehst es, ich vertrau' auf dich; Laß seine Kraft mich schmecken. Ver— gib, o du, der gern vergibt, Das Unrecht, welches ich verübt; Tilg' es durch deine Gnade. 7. Wie groß ist diese Seligkeit, Sein Herz vor dir zu stillen! Wie edel die Ent⸗ schlossenheit, Zu thun, Herr, deinen Willen! O leite mich auf dieser Bahn, Daß ich, dein selger Unterthan, Froh dein Gesetz befolge. 8. Stärk' auch mit deinem Freudengeist Mich in den letzten Stunden, Wenn sich mein Geist der Erd' entreißt, Von Sünden ganz entbun⸗ den, Und nimm mich dann, o Jesu Christ, Hinüber, wo der Tod nicht ist, Zur Wonne der Gerechten. ö (Old. G.⸗B.) Barth. Ringwaldt 1530- 98. Buße und Bekehrung. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛ. Cas betrübst 316. du dich, i Herze? Warum grämst du dich in mir? Sage, was für Noth dich schmerze; Warum ist kein Muth bei dir? Was für Leid hat dich betroffen, Und wo bleibt dein freudig Hoffen? Wo ist deine Zuver⸗ sicht, Die zu Gott sonst war gericht? 2. Denke nicht, du seist verlassen Und Gott achte deiner nicht! Seine Hände, die dich fassen, Und sein gnä⸗ dig Angesicht Haben acht auf deine Tritte, Deine Thränen, deine Schritte; Alle Trübsal, die dich quält, Wird genau von Gott gezählt. 3. Bist du jetzo noch in Nöthen, Weißt du nicht, wo aus und ein, Will dich Angst und Schrecken tödten, Lebest du in Furcht und Pein Wegen dessen, was geschehen, Daß du es so oft versehen, Nicht gelebt, wie du gesollt, Nicht gethan, was Gott gewollt: 4. O so komm und bringe Reue; Komm und beichte deine Schuld; Bitte, daß dir's Gott verzeihe; Suche seine Gnad' und Huld; Unterwirf dich seinen Schlägen, So wird sich sein Zürnen legen, Und nach Schmerz und harter Pein Wird Gott wieder gnä⸗ dig sein. 5. Wege, ganz Vater 7. verzag gedul! bürde mit d ich d in m Daß Helfe Mel. 31 sonne licht, Won sicht. erfre erner mir's ebens ꝛe. betrübst ich, mein ämst du was für Warum ‚? Was etroffen, freudig e Zuver⸗ inst war du seist tt achte Hände, sein gnä⸗ acht auf hränen, Trübsal, d genau noch in licht, wo ch Angst Lebest Wegen „ Daß „Nicht Nicht wollt: hbringe beichte aß dir's he seine iterwirf n, So legen, d harter der gnä⸗ geduld; erneuen; Buße und 5. Drum befiehl ihm deine Wege, Wirf den Kummer ganz auf ihn; Traue seiner Vaterpflege, Laß dein Seuf⸗ zen zu ihm fliehn; Rufe, weine, bet' und singe, Bis es ihm zu Herzen dringe; Laß nicht ab, zu ihm zu flehn, Bis dir Hülfe wird geschehn! 6. Sprich: Mein Gott, o schau mich Armen, Schau' zugleich mein Elend an; Ach, erweise dein Erbarmen, Wie du vormals hast gethan; Stärke meine matten Glieder, Gib mir Muth und Freude wieder, Rüste mich zum Kampf und Streit, Siegen hilf in Kreuz und Leid. 7. Laß mich nimmermehr verzagen, Wehre aller Un⸗ Hilf die Kummer⸗ bürde tragen, Tröste mich mit deiner Huld; Gib, daß ich dir treulich diene Und in mir die Hoffnung grüne, Daß du mir aus allem Leid Helfen wirst zur Herrlichkeit! Zach. Herrmann 1643—1716. Mel. Herr Christ, der einig ꝛe. 317 Herr Jesu, * Gnaden⸗ sonne, Wahrhaftes Lebens⸗ licht, Gib Leben, Licht und Wonne Dem blöden Ange⸗ sicht. Nur du kannst mich erfreuen Und meinen Geist O Herr, versag' mir's nicht. Bekehrung. 220 2. Vergib mir meine Sünden, Demüthig bitt' ich dich; Laß allen Zorn ver⸗ schwinden Und hilf mir gnä⸗ diglich; Laß deine Friedens⸗ gaben Mein armes Herze laben. Ach, Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seele Den alten bösen Sinn, Daß ich nur dich erwähle Zum seligen Gewinn. Dir will ich mich ergeben Und dir zu Ehren leben, Weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkennt⸗ niß In mir, mein Seelen⸗ hort, Und öffne das Ver⸗ ständniß Mir durch dein heilig Wort, Damit ich's gläubig treibe, In deiner Wahrheit bleibe Und wachse fort und fort. 5. Ach zünde deine Liebe In meiner Seele an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben kann Und dir zum Wohlgefallen Beständig möge wallen Auf rechter Lebensbahn. 6. Nun, Herr, verleih mir Stärke, Verleih mir Kraft und Muth; Das sind die Gnadenwerke, Die dein Geist in mir thut; Mein eigenes Beginnen, Mein Denken und mein Sinnen Ist nimmer recht und gut. — 7. Darum, du Gott der Gnaden, Du Vater aller Treu', Wend' allen Seelen— schaden Und mach mich täg— lich neu. Gib, daß ich dei— nen Willen Sets suche zu erfüllen, Und steh mir kräf— tig bei. Ludw. Andr. Gotter 1661—1735. Mel. Herr Jesu Christ, dich ꝛe. Wier bin ich, 318. S Herr, du rufest mir; Du ziehest mich, ich folge dir, Betrete freudig deine Bahn; Ach, Heiland, nimm mich gnädig an. 2. Ich fühl es tief, ich komme spät; Lang hab' ich deinen Ruf verschmäht, Und doch trugst du mich mit Ge— duld Und giengst mir nach mit Gnad' und Huld. 3. Nun aber säum' ich länger nicht, Zu suchen, Herr, Buße und Bekehrung. dein Angesicht. Ich komm', erfüllt von wahrer Reu'; Hilf, daß ich auch beständig sei. 4. Noch bin ich wie auf wildem Meer, Zu oft nur braust ein Sturm daher; Leicht stürzt mich schnöder Lüste Macht Tief in des Ab⸗ grunds finstre Nacht. 5. O reiche deine Hand mir dar, Daß ich entrinne der Gefahr. Du weißt, 9 Herr, wie schwach ich bin; Hältst du mich nicht, so sink ich hin. 6. Dein Ruf hat mich zu dir gebracht, Wie selig hast du mich gemacht! Und nun erhalte deine Hand Mich auch in meinem Gnadenstand. Joh. Jak. Rambach 1693—-1735. 2. Glaube und Rechtfertigung. Eigne Melodie. ir glauben 319. W all an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, Der sich zum Vater geben hat, Daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren; Allem Unfall will er wehren, Kein Leid soll uns widerfahren. Er sorget für uns, hüt und wacht; Es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Seinen Sohn und unsern Herren, Der ewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott von Macht und Ehren; Von Maria, der Jungfrauen, Als ein wahrer Mensch ge— boren Durch den heilgen Geist im Glauben; Für uns, die wir warn verloren, Am Kreuz gestorben und vom Tod durch 3. heilger und d Blöde mit G die 6 Hält eben. geben soll ar diesem ein L 32⁰ bring! schafft lenrul den z ist d nimm an, dir n 2. errett selbst damit Für Sünd hast ein 5. deine gnug komm; Reu'; eständig wie auf oft nur daher; schnöder des Ab⸗ e Hand entrinne veißt, o ich bin; so sint mich zu lig hast nd nun ich auch and. 93—1735. seiner auch an n Sohn er ewig Gleicher Ehren; frauen, nsch ge⸗ heilgen ür uns, n, Am d vom Wieder auferstanden 9 Gott. g. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, Der aller Blöden Tröster heißt Und mit Gaben zieret schöne, Der die Christenheit auf Erden Hält in einem Sinn gar eben. Hie all' Sünd' ver⸗ geben werden; Das Fleisch soll auch wieder leben. Nach diesem Elend ist bereit Uns in Leben in Ewigkeit. Dr. M. Luther 1483—1546. Mel. O daß ich tausend ꝛc. oder den lieben Gott ꝛe. 320. G G bringt uns Leben; Sie schafft uns Heil und See— lenruh'. Dein ist's, die Sün⸗ den zu vergeben, Und willig ist dein Herz dazu. Du nimmst die Sünder gnädig an, Die sich voll Reue zu dir nahn. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten Gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, damit wir Frieden hätten, Für uns den Tod, der Sünde Lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt, Welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig Dank sei deiner Treue, Die niemand gnug erheben kann! Nun Wer nur Glaube und Rechtfertigung. nimmst du jede wahre Reue Um Christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt Und gläubig seinen Mittler ehrt. 4. Du rettest ihn von allen Plagen, Die dem Ge— wissen furchtbar sind: Er kann getrost und freudig sagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind; Mein Je⸗ sus ist's, der für mich litt Und mich noch jetzt bei Gott vertritt. 5. O Herr, wie ruhig ist die Seele, Die ganz sich deiner Gnade freut! Sei's auch, daß irdisch Glück ihr fehle, Nie fehlt ihr doch Zufriedenheit. Denn über⸗ wiegt dein Heil nicht weit Die Welt und ihre Herrlich— keit? 6. Dein Friede stärkt mit frohem Muthe Das Herz auch in der größten Noth, Gibt Hoffnung zu dem ew— gen Gute Und macht getrost selbst in dem Tod. Er ist schon in der Pilgerzeit Ein Vorschmack jener Seligkeit. 7. Laß, Vater, denn in diesem Frieden Auch meine Seele freudig ruhn! Auch mir hast du dies Glück be⸗ schieden; Des tröst' ich mich und hoffe nun: Der seines Volkes Sünden trug, That sterbend auch für mich ge— nug. —2 226 8. O laß mich dies im Glauben fassen Und, Vater, mich voll Zuversicht Auf deine Treue stets verlassen! Wenn alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt; Sein Heil steht unbeweglich fest. 9. Lobsingend will ich dich erheben, Mich ewig deiner Gnade freun Und deinem Dienst mein ganzes Leben In kindlichem Gehorsam weihn. Herr, du vergabst mir meine Schuld; Nie, nie vergess' ich diese Huld. Joh. Sam. Diterich 1721—97. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛc. 290— Gottes Sohn, 321. D Herr Jesu Christ! Daß man an dich recht gläube, Der du das Heil der Sünder bist, Und glaubend treu dir bleibe, Das ist dein Werk; drum hilf auch mir, Daß ich recht glaube, daß ich dir Auf ewig zugehöre. 2. Ja, lehr' und unter⸗ weise mich, Den Vater zu erkennen; Gib Kraft, von Herzen, Jesu, dich, Dich meinen Herrn zu nennen. Gib, daß ich, wenn mein Lob dich preist, Mit dir auch deinen guten Geist, Wie deinen Vater ehre. 3. Auch lehre mich, daß der nur Heil In deinem Glaube und Rechtfertigung. Tode finde, Nur der am Himmel habe theil, Dem du vergibst die Sünde, Daß ich dich suche; denn du bist Der Weg zu Gott; du, Jesu, bist Die Wahrheit und das Leben. 4. Ist meines Glaubens Eifer klein Und schwach zu guten Werken, So wollest du ihm Kraft verleihn Und seinen Eifer stärken. Du wollest nicht ein glimmend Licht Verlöschen lassen, wol⸗ lest nicht Ein schwaches Rohr zerbrechen. 5. Hilf, daß ich wach' und eifrig sei, Den Glauben zu bewahren; Ein gut Ge⸗ wissen gib dabei Und Hoff⸗ nung in Gefahren. Mein Leben sei nur dir geweiht, Erfüllet mit Gerechtigkeit Und allen ihren Früchten. 6. Ja, Jesu Christe, gib mir Kraft, Dich ewig treu zu lieben Und eine gute Ritterschast Bis in den Tod zu üben. O hilf auch in der letzten Noth Mir siegen und durch deinen Tod Des Glau⸗ bens Ziel erlangen. 7. Du hast, o Jesu, selbst in mir Den Glauben ange⸗ zündet. Erhalt ihn! ich ver⸗ traue dir; Du hast mein Heil gegründet. Hier lehr' und tröste mich dein Wort, Und einst, mein Heiland, folge auf de (Old. G. Mel. Nun 6 32² Von Und In re O sieh meiner ich nie recht u 2 dich, 2 Glaub Zweife nur m. doch Wachs —. scht mehre, seist Daß a dir ver er am Dem Zünde, denn Gott; ahrheit lubens ich zu wollest nUnd Du nmend „wol⸗ Rohr wach' lauben it Ge⸗ Hof. Mein weiht, tigkeit hten. te, gib treu gute n Tod in der n und Glau⸗ selbst ange⸗ ch ver⸗ mein lehr' Wort, iland, folge dort Das Schauen auf den Glauben. (Old. G.⸗B.) Dav. Denicke 1603—-80. Mel. O Gott, du frommer ꝛe. oder Nun danket alle Gott ꝛc. 322 Her, allerhöch⸗ SE. ster Gott, Von dem wir alle Gaben Und was uns nützlich ist, In reichem Maße haben: O sieh erbarmend mich In meiner Schwachheit an, Weil ich nicht, wie ich will, Dir recht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, Doch nur mit schwachem Glauben; Oft will die Zweifelsucht Mir alle Hoff— nung rauben. Wer macht das Herz gewiß, Als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch Von mir nicht ferne sein! 3. O reiche du mir selbst Aus Gnaden deine Hände! Hilf meiner Schwachheit auf, Daß mich nichts von dir wende. Ist schon, dem Senf— korn gleich, Mein Glaube nur noch klein, So laß ihn doch bei mir In stetem Wachsthum sein. 4. Gib, daß die Zuver— sicht In meinem Geist sich mehre, Daß du mein Vater seist Und ich dir angehöre, Daß alle meine Schuld Von dir vergeben sei, Damit mein Glaube und Bekehrung. Als seines Herz sich dein Gottes freu'. 5. Mach' diese Zuversicht In mir, o Gott, so kräftig, Daß ich mein Leben lang In deinem Dienst geschäftig Und stets beflissen sei', Zu thun, was dir gefällt, So hab' ich schon in dir Den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland! der du einst Für deine Jünger ba⸗ test Und, wenn sie wanketen, Beim Vater sie vertratest; Ach, unterstütz' auch jetzt Mein sehnliches Gebet Und schenke Glaubenskraft Mir, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlers⸗ hand Ist Heil und aller Segen; Herr, unterstütze mich Auf allen meinen Wegen, So geh' ich freudig fort In dieser Pilgerzeit Zu mei⸗ nes Glaubens Ziel, Der Seelen Seligkeit. (Jev. G.⸗B.) Joh. Sam. Diterich 1721—97. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛe. 323 Af du zagen⸗ R des Gewissen, Sei getrost und fasse Muth! Deiner Noth bist du ent— rissen Durch des Mittlers theures Blut; Laß dein Trauern, laß dein Weinen; Denn Gott läßt dir Gnad' erscheinen; Du bist frei und sollst allein Deines Jesu ewig sein. —4* N 2. Drücket dich die Last der Sünden, Zitterst du, be⸗ ladnes Herz, Kannst du nir⸗ gends Ruhe finden, Stillet niemand deinen Schmerz, Kann gleich aus den Sünden⸗ ketten Dich kein Mensch, Lin Engel retten: Heil dir! Je sus rettet dich Und anert deine Schuld auf sich. 3. Ja, mein Heiland, Trost und Leben, Meiner Seele bestes Theil! Du bist's, der mir Ruh' gegeben, Der mir das verlorne Heil, Gottes Segen wiederbrachte. Hilf, daß ich nichts höher achte, Weder hier noch ewig dort, Als dich, o mein Schatz, mein Hort! 4. Nimm mein Alles, das ich habe, Nimm es, Herr, für deine Treu'! Es ist dein Geschenk und Gabe; Hilf mir, daß ich dankbar sei! Richte Sinnen und Gemüthe Auf den Reichthum deiner Güte, Daß mir deine Huld und Treu' Immer unver— geßlich sei! 5. Hilf, daß ich die Sünde meide; Hilf, daß keine böse Lust, Keine Macht mich von dir scheide; Laß mich stets mit treuer Brust, Herr, auf deinen Wegen bleiben, Dei⸗ nen Geist zu dem mich treiben, Was dir, Heiland, wohlge— fällt, Mich in deinem Dienst erhält! Glaube und Rechtfertigung. 6. Herr, ich will für diese Güte Und für deine große Huld Stets mit dankendem Gemüthe Meiner ewgen Liebe Schuld Dir, o Jesu, gern entrichten; Nichts soll den Entschluß vernichten: Du sollst ewig und allein Mei⸗ nes Herzens Freude sein! Aus dem Berliner G.⸗B. Mel. Jesu, meines Lebens u. u sollst glau⸗ 324. Olbe ben, und du Armer Gibst dich bangen Zweifeln hin? Du sollst be⸗ ten zum Erbarmer, Und dir fehlt der Kindessinn? Kind⸗ lich mußt du hier vertrauen, Dort wirst du den Ausgang schauen. Jesu Ausgang ward erst klar, Als er auferstan⸗ den war. 2. Glaube gibt der An⸗ dacht Flügel, Glaube hebt zu Gott empor; Glaube bricht des Grabes Riegel, Selbst der Ewigkeiten Thor; Glaube geht 11— Flamm! und Fluten, Ließ die Zeu⸗ gen Jesu bluten, Und sie überwanden weit, Sicher 3 Seligkeit. Glaube hilft die Welt enr Macht die schwerste Prüfung leicht; Alls muß ihm unterliegen,— Selbst die Macht der Sünde weicht. Ob du schon im Kampf er⸗ lagest Und nun an dir selbst verzage kämpf ermüde noch v Gottes rechte Täusch Der Hoffen alles zum 6 5. 5 erfahre Seite des V ausga: du de Ganz stehen nicht Glaub Reick Mel. 3². Saget allen, ten Wege sie ret die S 2. werth Wort begeh denpf ir diese große kendem ewgen oJesu, hts soll n: Du Mei⸗ sein! ter G.⸗B. bens ꝛ. glau⸗ und du bangen ollst be⸗ Und dir Kind⸗ trauen, usgang ig ward ferstan⸗ er An⸗ be hebt Glaube Riegel, Thor; Flamm' ie Zeu⸗ Und sie Sicher e Welt chwerste es muß Selbst weicht. mpf er⸗ ir selbst verzagest: Kämpfe stärker, kämpfe fort; Denn der Herr ist Schutz und Hort! 4. Willst du im Vertraun ermüden, Wenn die Hülfe noch verzieht? Stehe fest in Gottes Frieden, Der die rechte Zeit ersieht! Den hat Täuschung nie betroffen, Der gehorsam blieb im Hoffen. Glaube fest: der alles schafft, Gibt auch dir zum Glauben Kraft! 5. Hast du nicht schon oft erfahren, Wie er dir zur Seite stand? Hast du nicht des Wunderbaren Wunder⸗ ausgang oft erkannt? Mußt du denn ihn immer sehen, Ganz des Ewgen Rath ver⸗ stehen?— Selig, selig, die nicht sehn Und doch fest im Glauben stehn! Reichart Gottl. Reiber geb. 1744. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. SJFesus nimmt die 32⁵. Sünder an! Saget doch dies Trostwort allen, Die fern von der rech— ten Bahn Auf verkehrten Wegen wallen; Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth; Doch er beut in seinem Worte, Was ein reuig Herz begehrt; Offen steht die Gna— denpforte; Allen ist sie auf⸗ Glaube und Rechtfertigung. 229 gethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf ver⸗ loren ist, Suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das Verirrte, Daß es nicht ver⸗ derben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommt herbei, Kommet ihr betrübten Sünder; Der euch rufet, ist getreu, Macht aus Sündern Gotteskinder. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier Und bekenne meine Sün⸗ den; Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, Daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Nun so fass' ich neuen Muth Bei dem Schrecken meiner Sünden; Dein am Kreuz vergossnes Blut Macht, daß ich Vergebung finden Und voll Glaubens sprechen kann: Jesus nimmt die Sün⸗ der an. 7. Jesus nimmt die Sün⸗ der an! Mich hat er auch angenommen Und den Him⸗ mel aufgethan, Daß ich selig zu ihm kommen Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an! Erdm. Neumeister 1671-1756. Mel. Christus, der ist mein ꝛe. 326. W M Lenen 90 ben? Ach, Schuld, gehäuft auf Schuld! Bei Gott ist viel Vergeben Und namenlose Huld. 2. In Tugendstolz sich blähen, Was ist's als Tu⸗ gendf pott? Zehn Fehle sind geschehen Vor einem Werk in ann Herr, zögen nur Ge⸗ 129910 Zum Himmel, thaten⸗ schwer, Nur fehllos treue Knechte: Dein Himmel bliebe leer. 4. Die Krüppel, Lahmen, Blinden Rufst du mit mildem Ton. Sie kommen her und finden; Der Heiland wartet schon. 5. Und ihre Schmach ver— hüllet Der Gnade Feierkleid, Und ihren Mangel füllet 55 Herrn Barmherzigkeit. „O Trost der Erdenpilger, Den Christus uns ert warb, Da er als Sündentilger Am Kreuze für uns starb! O friedevoller Glaube! Dein, Dein bedarf mein Herz; Sonst sänk' es hin zum Raube Dem hoffnungslosen Schmerz. 8. Denn, Herr, auch mei⸗ ner Seele Wird ihre Last zu schwer. Wer zählet meine Fehle Von meiner Jugend her? Glaube und Rechtfertigung. 9. O, übersieh das Alte! Dein bin ich, wie ich bin. Herr, nimm mich und gestalte Mich ganz nach deinem Sinn. Karl Bernh. Garve 1763—1841. Mel. Wer nur Lden lieben Gottꝛe. 327. us Gnaden soll ich selig wer⸗ den! Herz, glaubst du's, oder glaubst du's nicht? Was willst du dich so blöd' geber⸗ den? Ist's Wahrheit was die Schrift verspricht, So muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Gnaden i ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Merk' dies Wort: aus Gnaden! So hart dich deine Sünde plagt, So schwer du immer bist beladen, So schwer dein Herz dich auch ihttanth Was die Vernunft nicht fassen kann, Das beut dir Gott aus Gna⸗ den an. 3. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden Und über⸗ nahm die Sündenlast. Was nöthigt' ihn dein Freund zu werden? Sprich, wes du dich zu rühmen hast! Gab er sich nicht zum Opfer dar Und nahm dein Heil in Gna⸗ den wahr? 4. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, So lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, Was Gott in seinem Worte preist, Glaub durch! 5. du, si nicht: Wahr lorne zur ve nimmt an, 2 sündge 18 Wort aller der Dann Gnade scheint ben if — 4. willei darun mein Doch len so die S die C der finde dacht stum Wor Alte! h bin. estalte Sinn. 3—1841. Gottꝛe. en soll awer⸗ 5„ oder Was geber⸗ was SO˙ ihrheit ist der Merk' saden! Sünde immer r dein Was kann, Gna⸗ n sein über⸗ Was nd zu 5 du Gab r dar Gna⸗ Dieser lange Was eiben, Worte preist, Worauf all unser Glaube ruht, Ist Gnade durch des Sohnes Blut. 5. Aus Gnaden! Doch du, sichrer Sünder, Denk' nicht: wohlan, ich greife zu! Wahr ist's: Gott ruft ver⸗ lorne Kinder Aus Gnaden zur verheißnen Ruh', Doch nimmt er nicht zu Gnaden an, Wer noch auf Gnade sündgen kann. 6. Aus Gnaden! Wer dies Wé 5 ehle Tret' ab von aller Heuchelei. Nur wenn der Sünder sich bekehret, Dann lernt er erst, was Gnade sei. Beim Sündethun scheint sie gering; Dem Glau⸗ ben ist's ein Wunderding. 7. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben. Ich glaube; darum ist mir wohl; Ich kenn' mein sündliches Verderben, Doch auch den, der mich hei⸗ len soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, Weil mich die Gnade selig macht! Chrn. Ludw. Scheidt 1709—61. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛc. oder Allein Gott in 20 Höh' ꝛe. 328. S Such', wer da will, ein an⸗ der Ziel, Die Seligkeit zu finden; Mein Herz allein be— dacht soll sein, Auf Chri⸗ stum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk Glaube und Rechtfertigung. gung das Heil 23 4 ist klar, Sein heilger Mund hat t und Grund, All' Feind' zu überwinden. 2. Such', wer da will, dach mie viel, Die uns doch nichts erworben; Hier ist der Mann, der helfen kann, Bei dem nie was ver⸗ dorben. Uns wird das Heil durch ihn zu theil; Uns macht gerecht der treue Knecht, Der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, Die ihr begehret! Er ist und keiner mehr, Heil gewähret. Stund von der Herr, Der euch das Sucht ihn all Herzens Grund; Sucht ihn allein, denn wohl wird sein Dem, der ihn herz lich ehret. 4. Mein höchster Ruhm, mein Eigenthum Sollst d du, Herr Jesu, bleiben. Laß mich doch nicht von deinem Licht Die Eitelkeit vertreiben. Wer dich nicht läßt, der stehet fest; Wer treu dich liebt und dein Wort übt, Des Grund wird nie zer⸗ stäuben. 5. Wend' von mir nicht dein Angesicht; Laß mich im Kreuz nicht zagen. Weich' nicht von mir, mein' höchste Zier; Hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid; Hilf, daß ich mag nach aller Klag- Dort ewig Lob dir sagen! Georg Weissel 1590—1635. 23 2 Glaube und Eigne Melodie. 0 llein zu dir, Christ, Steht mein Vertraun auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist; Kein Trost kann mir sonst werden. Es ist kein Retter außer dir, Kein Mensch, kein Engel, welcher mir Aus meinen Nö— then helfen kann. Dich ruf' ich an; Du bist's, der helfen will und kann. 2. Erlöser, meine Schuld ist groß; Doch reut sie mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los Durch deines Todes Schmerzen. seimmst du dich meiner hülf— reich an, Wer ist's, der mich verdammen kann? Dann werd' ich los der Sündenlast. Mein Glaube faßt, Herr, was du mir versprochen hast. 3. Dein guter Geist erneure mich Zu deines Namens Preise, Daß jederzeit mein Glaube sich Durch wahre Lieb' erweise. Sei mir in meiner Prüfungszeit Ein Helfer voll Barmherzigkeit, Und naht die letzte Stunde sich, So stärke mich Mit Trost, daß ich soll schauen dich. 4. Preis sei Gott auf der Himmel Thron, Dem Vater aller Güte! Preis dir, o Jesu, Gottes Sohn! Dein guter Geist behüte Und führ' uns auf der rechten Bahn Rechtfertigung. Des wahren Glaubens him— melan; So preisen wir dich hocherfreut Hier in der Zeit Und mehr nochin der Ewigkeit. (Old. G.⸗B.) Conr. Huober gest. 1577. (nach and. Joh. Schneesing, gest. 15675 Mel. Wer nur den lieben Gottꝛe. 330 Ich habe nun 330. den Grund gefunden, Der meinen Anker ewig hält. Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt: Der Grund, der unbeweglich steht, Wenn Erd' und Him⸗ mel untergeht. 2. Es ist das ewige Er⸗ barmen, Das alles Denken übersteigt; Der Herr ist's, der mit Vaterarmen Sich gnädig zu uns Sündern neigt, Dem stets das Herz vor Mitleid bricht, Wir kom— men oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein. Deswegen kam sein Sohn auf Erden Und nahm hernach den Him— mel ein; Deswegen klopft er für und für So stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden In Christi Tod verschlungen hat! Nun wir durch ihn Vergebung finden, Da findet kein Verdammen statt; Denn Christi Blut hat uns bef Barmhe 5. Ai gedenker und glä mich me Nach schaun; aller 3. herzigke 6— mir ent Seel e ich auch sen Und sich me Errettur bleibt d zigkeit. 7. E Willen, barmen Herz ge es nur So stel und Le Herrn 8. A ich halt die Er seine( lang i schlägt. hocherf Barmh Jol Mel. W 331 ir dich r Zeit bigkeit. est. 1577. 1. 1567.) Gottꝛe. nun Hrund Anker 8, als a lag Welt: eglich Him⸗ je Er⸗ )enken ist's, Sich ndern Herz kom⸗ t. rloren 8 soll wegen Erden Him⸗ klopft rk an elcher i Tod wir nden, nmen ut hat uns befreit Und rufet laut: Barmherzigkeit! 5. An diesen Ruf will ich gedenken, Will ihm getrost und gläubig traun Und, wenn mich meine Sünden kränken, Nach Gottes Vaterherzen schaun: Da findet sich zu aller Zeit Unendliche Barm⸗ herzigkeit. 6. Wird nun auch alles mir entrissen, Was Leib und Seel' erquicken kann, Muß ich auch jeden Trost vermis⸗ sen Und nimmt kein Freund sch meiner an, Scheint die Errettung noch so weit: Mir bleibt des Herrn Barmher⸗ zigkeit. 7. Es gehe mir nach dessen Willen, Bei dem so viel Er⸗ barmen ist; Er wird mein Herz gewißlich stillen, Wenn es nur seiner nicht vergißt. So steh' ich fest in Freud' und Leid, Mich hält des Herrn Barmherzigkeit. 8. An diesem Grunde will ich halten, So lange mich die Erde trägt; Ich lasse seine Gnade walten, So lang in mir das Herz noch schlägt. So ruf' ich immer hocherfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. Rothe 1688—-1758. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛe. 331. Jq weiß von keinem andern Glaube und Rechtfertigung. 233 Grunde, Als den der Glaub' in Christo hat: Ich weiß von keinem andern Bunde, Von keinem andern Weg und Rath, Als daß man elend, arm und bloß Sich legt in seines Vaters Schoß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen Und eil' ihm immer besser zu; Ich bin auch von ihm aufgenommen Und finde bei ihm wahre Ruh'; Er ist mein Kleinod und mein Theil, Und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib' in Christo nun erfunden Und bin in ihm gerecht und rein; Bleib' ich mit ihm nur stets ver⸗ bunden, So kann ich immer sicher sein: Gott sieht auch mich in Christo an! Wer ist, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; Doch fällen soll sie mich nicht mehr, Weil ich in Christo mich befinde; Wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein; Sonst dringt ein sich⸗ res Wesen ein. 5. Und da ich so in Christo bleibe, Stets vor ihm wan— delnd auf ihn seh', Das Wort des Friedens fröhlich treibe Und unablässig zu ihm fleh': So bleib' ich stets im Grunde stehn; Da kann mein Wachs⸗ thum vor sich gehn. 234 6. O Jesu, laß mich in dir bleiben; O Jesu, bleibe du in mir! Laß deinen guten Geist mich treiben, Daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wach— sam sein, So reißet nichts den Grund mir ein. Carl Heinr. v. Bogatzty 1690—-1774. Mel. Preis, Lob, Ehr', Ruhm ꝛe. 332 Der Grund, auf ütii dem mein Glaube ruht, Ist fest, mag auch die Welt vergehen. Sein Siegel ist des Mittlers Blut Und dessen glorreich Aufer— stehen. O Glaube, du, des Christen schönster Ruhm! Wie selig, wer dich hat zum Ei— Fente. 2. Ich kannte nicht den Weg zum Heil, Mein Auge deckten dichte Hüllen, Nur Wahn und Irrthum war mein Theil, Nichts konnte meine Sehnsucht stillen, Bis ich das Wort des ewgen Lebens fand, Das Himmels⸗ licht, vor dem die Nacht ver— schwand. 3. Daß mich bei meiner Sünden Schuld Nicht Furcht und Zweifel ganz verzehren, Daß ich vertrau' des Vaters Huld, Dies dank' ich Jesu heilgen Lehren. Ich weiß, ich bin versöhnet durch sein Blut, Und fühl' im Herzen Zuversicht und Muth. Glaube und Rechtf ertigung. 7 4. Ich war betrübt bis in den Tod, Von Leid und Sorgen rings umgeben; M ich konnte nicht aus tiefer Noth Der Freunde Rath und d Trost erheben. Der Glaube nur hat stets mit seiner Macht Ein neues Leben in mir an⸗ gefacht. 5. Erhalte mir, o WBot dein Wort Als meines L bens höchste Freude; Es 0 mein Trost, mein Licht, mein Hort, Mein letztes Labsaal, wenn ich scheide. Dort oben noch wil ich dich, Herr, er⸗ höhn, Daß mir so großes Heil durch dich geschehn. Chrph. Chrn. Sturm 1740—86. Mel. Herzlich thut mich ꝛe. 3 33 Ich weiß, an wen * ich g laube; Ich weiß, was fest besteht, Wenn alles hier im Staube Wie Staub und Rauch verweht; Ich weiß, was ewig bleibet, Wo alles wankt und fällt, Wo Wah hn die Weisen treibet Und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, Ich weiß, was nie verläßt; Auf ewgen Grund Cenanter Steht diese Schutz⸗ wehr fest. Es sind des Hei⸗ lands Worte, Die Worte fest und klar. An diesem Felsenhorte Halt' ich unwan⸗ delbar. 3. Ar Meister, baut; Geister, shaut, Ihnen ö Um den Ich wei Gedank grub, erwecket erhub, versöhn mir sch Gnade! gedenkt. 6. 2 ich glar fest be Erdenst Staub mir im ungerar Himme einst m Erns Mel. 2 33⁴ übt bis 19 und Mich 0 Noth id Trost ibe nur Macht mir an⸗ o Gott, nes Le⸗ Es sei ht, mein Labsal, ort oben zerr, er⸗ großes ehn. 1740—86. nich ꝛe. an wen be; Ich ö be Wie erweht; bleibet, d fällt, n treibet en hält. is ewig vas nie Grund Schutz⸗ des Hei⸗ Worte diesem unwan⸗ 3. Auch kenn' ich wohl den Meister, Der mir die Feste baut: Es ist der Herr der Geister, Auf den der Himmel schaut, Vor dem die Sera⸗ 21 Anbetend niederknien, Um den die Heilgen dienen! Ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, Das ist mein Jesus Christ, Der Fels, auf dem ich stehe, Der diamanten ist, Der nimmermehr kann wan— ken, Mein Heiland und mein Hort,— Die Leuchte der Gedanken, Die leuchtet hier und dort. 5. Er, den man blutbe— decket Am Abend einst be— grub, Er, der von Gott erwecket, Sich aus dem Grab erhub, Der meine Schuld versöhnet, Der seinen Geist mir schenkt, Der mich mit Gnade krönet Und ewig mein „Drum weiß ich, was 10 glaube; Ich weiß, was fest ebesteht Und in dem Erdenstaube Nicht mit zu Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen Des Todes ungeraubt; Es schmückt auf Himmelsauen Mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Moritz Arndt 1769—1860. Mel. Wie wohl ist mir, o ꝛc. 334. S o Ws. ich nun den Fels er⸗ Glaube und Rechtfertigung. reichet, Worauf mein Glaube sicher ruht, Den Fels, der keinen Stürmen weichet Und keiner wildempörten Fluth! Er kann vor der Gewalt der Wellen, Selbst vor der ganzen Macht der Höllen Mir Schutz und Sicherheit verleihn. Mein Herz, verbanne Furcht und Grauen; Hier kannst du dir nun Hütten bauen; Nur hier muß deine Wohnung sein! 2. Mich warf die Menge meiner Sünden Wie ein empörtes Meer herum; 8 0 ward ein traurig Spiel den Winden, Ward des Ver⸗ derbers Eigenthum. Mir drohte furchtbar mein Ge— wissen Mit grauenvollen Finsternissen, Mit ewger Qual und Seelennoth. Ich sah Hic 1 mit Angst und Beben Der offnen Hölle hin⸗ gegeben Und rang mit L Leben und mit Tod! 3. Doch mitten in des Todes Nöthen Erblickte Je sus meinen Schmerz; Es drang mein thränenvolles Beten In sein erbarmungs⸗ reiches Herz. Er hielt mir vor sein Kreuz und Sterben Und sprach:„Ich lass' dich nicht verderben, Trit nur im Glauben kühn herzu!“ — Geheilt bin ich durch seine Wunden; Ich habe Trost bei ihm gefunden Und für mein Herz die wahre Ruh'. V 4. Und wie so wohl ist meiner Seelen Nun, treuer Seelenfreund, bei dir! Was könnte mich noch länger quälen? Der größte Schmerz liegt hinter mir. Wie wird mein lechzendes Gemüthe Bei solchem Reichthum deiner Güte Mit Kräften jener Welt erfüllt! O Herr, ich bin viel zu geringe, Zu un— werth solcher hohen Dinge! Ich habe nichts, was vor dir gilt. 5. Nun laß die Tiefen immer brausen, Es wüthe ungestüm das Meer! Ich sehe ohne Furcht und Grau— sen Auf aller finstern Mächte Heer. Der Tod selbst kann mich nicht erschrecken; Mein Fels, mein Heiland, wird mich decken Auch in der aller⸗ bängsten Zeit. Ihr Berge möget untergehen: Mein Fels bleibt ewig, ewig stehen; Auf ihm ruht meine Selig— keit. Leop. Franz Friedr. Lehr 1709—44. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. 335 Die Sünden * 29 5 verge— ben! Das ist ein Wort zum Leben Für den gequälten Geist; Sie sind's in Jesu Namen, In dem ist Ja und Amen, Was Gott uns Sün⸗ dern je verheißt. 2. Das ist auch mir ge— schrieben; Auch ich bin von Glaube und Rechtfertigung. den Lieben, Weil Gott die Welt geliebt; Auch ich kann für die Sünden Bei Gott noch Gnade finden; Ich glaube, daß er mir vergibt. Mein höchstes Ziel auf Erden Soll die Vergebung werden; Dann schreckt mich nicht der Tod. O, in den Sünden sterben Ist Elend und Verderben; Wer hilft uns dann noch aus der Noth? 4. Hier ist die Zeit der Gnaden, Der Angst sich zu entladen, Auf Gottes Wort zu ruhn, Die Seele zu er⸗ retten, Zu glauben und zu beten Und das in Jesu 45.5 thun. Ach, Gott, laß meiner Seelen Es an dem Trost nicht fehlen, Daß du die Schuld vergibst; Wenn ich mich betend beuge, So sei dein Geist mein Zeuge, Daß du dein Kind in Christo liebst. 6. Wenn ich von hinnen scheide, So mach' mir das zur Freude, Daß ich begna⸗ digt bin! Im Glauben der Vergebung, In Hoffnung der Belebung Geh' ich als⸗ dann im Frieden hin. Phil. Fr. Hiller 1699—1769. Mel. Kommt her zu mir ꝛc. 336. S So hoff' ich denn mit festem Muth rn Gottes Gnad' und Christi ewges Vater, das Re seinem 2.5 sprechli deiner an den Herzen, rein, T sichert s Gaben 3.— der Se Zufried treu b uns Versüß Ruh'! fahren. 4. mein an dei deines ihn me sein, Herz Trost (Old. G Mel. * 33⁷ Und e Hat; wandt zulasse läßt meine zott die ch kann ei Gott 0 er hilft us der zeit der sich zu 5Wort zu er⸗ und zu n. Jesu meiner 1 Trost du die hinnen nir das begna⸗ ben der offnung ich als⸗ . 99—1769. mir ꝛe. ich denn festem ad' und Christi Blut; Ich hoff' ein ewges Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, Hat mir das Recht zur Seligkeit In seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaus⸗ sprechlich Heil, An dir, an deiner Gnade theil, Theil an dem Himmel haben, Im Herzen, durch den Glauben rein, Dich lieben und ver⸗ sichert sein Von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit Wirkt göttliche Zufriedenheit, Wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, Versüßet uns des Lebens Ruh' Und stärkt uns in Ge⸗ fahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, Den Glauben an dein göttlich Wort Um deines Namens willen; Laß ihn mein Licht auf Erden sein, Ihn täglich mehr mein Herz erneun Und mich mit Trost erfüllen. (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—-69. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 337 Stark ist meines 5 Jesu Hand, Und er wird mich ewig fassen, Hat zu viel an mich ge— wandt, Um mich wieder los⸗ zulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht; Das ist meine Zuversicht. Glaube und Rechtfertigung. 237 2. Sieht mein Kleinmuth auch Gefahr, Fürcht' ich auch zu unterliegen: Christus beut die Hand mir dar, Christus hilft dem Schwachen siegen. Daß mich Gottes Held ver— ficht, Das ist meine Zuver⸗ sicht. 3. Würd' es Nacht vor meinem Schritt, Daß ich keinen Ausgang wüßte Und mit ungewissem Tritt Ohne Licht verzagen müßte: Chri⸗ stus ist mein Stab und Licht; Das ist meine Zuversicht. 4. Mag die Welt in Miß⸗ geschick Beben oder ängstlich klagen! Ohne Halt ist all ihr Glück; Wahrlich, sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, Das ist meine Zuversicht. 5. Will der Herr durch strenge. Zucht Mich nach seinem Bild gestalten, Den⸗ noch will ich ohne Flucht Seiner Hand nur stiller halten. Er übt Gnad' auch im Gericht, Das ist meine Zuversicht. 6. Seiner Hand entreißt mich nichts; Wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst verspricht's; Sollt' ich seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht; Das ist meine Zuversicht. Carl Bernh. Garve 1763—1841. Glaube und Mel. Herzlich thut mich ꝛe. 3 Ist Gott für 338. X mich, so trete Gleich alles wider mich! So oft ich ruf' und bete, Stärkt meine Seele sich. Hab' ich das Haupt zum Freunde Und bin geliebt bei Gott, Was kann mir thun der Feinde Und Wider⸗ sacher Rott'? 2. Ich weiß und glaub' es feste, Ich rühm' es ohne Scheu, Daß Gott, der Höchst' und Beste, Mein Freund und Vater sei Und daß in allen Fällen Er mir zur Seiten steh' Und dämpfe Sturm und Wellen Und was mir bringet Weh'. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd'; Was Chri⸗ stus mir gegeben, Das ist der Liebe werth. 4. Er ist mein Ruhm und Ehre, Mein Glanz und schönstes Licht: Wenn er nicht in mir wäre, Hätt' ich den Frieden nicht. In ihm kann ich mich freuen, Hab' einen Heldenmuth, Darf das Gericht nicht scheuen, Wie sonst ein Sünder thut. 5. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Regieret meinen Rechtfertigung. Sinn, Vertreibt mir Sorg' in und Schmerzen, Nimmt allen an Un Kummer hin, Und wenn an meinem Orte Sich Furcht und Schwachheit findt, So Reude seufzt und spricht er Worte, ug 0 Die unaussprechlich sidd. em I Sonnen 6. Sein Geist spricht mei⸗ die mi nem Geiste Manch süßes Herr Je Trostwort zu, Wie Gott dem mich fri Hülfe leiste, Der bei inmm was im suchet Ruh', Und wie er hab' erbauet Dort eine edle Stadt, Wo Aug' und Herze schauet, Was es geglaubet Mel. O 0 339 7. Da ist mein Theil und Erbe Mir prächtig zuge⸗ Dank, richt; Wenn ich gleich fall agen, und sterbe, Fällt doch mein Geduld Himmel nicht. Verseufz' ich tagen, auch hienieden Mit Thränen Sünd' meine Zeit, Mein Herr mit lag Un seinem Frieden Versüßt mir Gott, alles Leid. Tag. 8. Mag mich die Welt——. 8 verkennen, Du liebst mich Huld E ewiglich; Kein Leiden soll nen. I uns trennen, Herr Jesu, dich fort D und mich. Kein Hunger und in kein Dürsten, Kein' Armuth, 5—9 keine Pein, Kein Zorn von rugst großen Fürsten Soll mir memem ein' Hindrung sein. 3. 2 kehrt, 9. Kein Engel, keine Freu⸗ richtet; den, Kein Thron noch Herr⸗ Mich U lichkeit, Kein Lieben und kein nichtet. Leiden, Kein' Angst, kein ind T Herzeleid, Was man nur Wolken kann erdenken, Es sei klein r Sorg' mt allen venn an Furcht dt, So Worte, sind. cht mei⸗ süßes ott dem ei ihm wie er ine edle d Herze glaubet eil und zuge⸗ ich fall' ha mein ufz' ich hränen err mit üßt mir Welt t mich en soll su, dich zer und rmuth, en von ll mir Freu⸗ »Herr⸗ nd kein „kein na nur i klein oder groß.— Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schoß. 10. Mein Herz ist voller Freude Und kann nicht trau⸗ nig sein; Ich weiß von kei⸗ nem Leide, Seh' lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ, Und was mich fröhlich machet, Ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt 1606-76. Mel. O Gott, du frommer ꝛe. Las kann ich 339. W doch fir Dank, O Herr! dir dafür sagen, Daß du mich mit Geduld So lange Zeit ge⸗ tragen, Da ich in mancher Sünd' Und Uebertretung lag Und dich, du frommer Gott, Erzürnte Tag. 2. Sehr große Lieb' und Huld Erwiesest du mir Ar⸗ men. Ich fuhr in Bosheit fort, Du aber in Erbarmen. Ich widerstrebte dir Und schob die Buße auf; Du tugst mit mir Geduld In meinem Sündenlauf. 3. Daß ich nun bin be⸗ kehtt, Hast du allein ver⸗ nichte; Du hast des Satans Rich Und Werk in mir ver⸗ nichtet. Herr! deine Güt' und Treu', Die an die Volken reicht, Hat auch manchen Glaube und Rechtfertigung. selbst, mein steinern Herz Gebro— chen und erweicht. 4. Selbst konnt' ich allzu⸗ viel Erzürnen dich mit Sün⸗ den! Ich konnte aber nicht Selbst Gnade wieder finden. Selbst fallen konnte ich Und ins Verderben gehn; Nur selber konnt' ich nicht Von — meinem Fall aufstehn. 5. Du hast mich aufge— richt Und mir den Weg gewiesen, Den ich nun wan—⸗ deln soll; Dafür sei, Herr, gepriesen! Gott sei gelobt, daß ich Die alten Sünden hass', Aus Lieb' und Furcht vor dir Die todten Werke lass'. 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle, So gib mir deinen Geist, So lang ich hier noch walle, Der meine Schwachheit stärk' Und darin mächtig sei Und mein Gemüthe stets Zu dei⸗ nem Dienst erneu'. 7. Ach, leit' und führe mich, Du treuer Gott! auf Erden; Ich kann durch dich allein Hier recht geführet werden. Führ' ich mich ohne dich, So werd' ich bald ver— führt! Wenn du mich führest Thu' ich, was mir gebürt. 8. O Gott, du großer Gott! O Vater, hör' mein Flehen! O Jesu, Gottes Sohn, Laß deine Kraft mich 240 Glaube und Rechtfertigung. sehen! O werther, heilger Geist, Regier' mich allezeit, Daß ich dir diene hier Und dort in Ewigkeit! Justus Gesenius 1601—71. Mel. Es wolle Gott uns ꝛc. 340. Bewaln, o Gott, mich, daß der Wahn Nie mein Gemüth bethöre, Als habe der schon gnug gethan, Der dir gibt äußre Ehre, Du, Ewger, bist ein reiner Geist, In dir ist lauter Klarheit! Drum gib, daß, wie dein Wort uns heißt, Im Geist und in der Wahrheit Wir gläu⸗ big dich anbeten. 2. Die kommen nicht im Himmelreich, Die„Herr!“ Jesu sagen Und nicht mit rechtem Ernst zugleich Der Heiligung nachjagen. Nur die nach deinem Willen thun, Sind wahrhaft deine Kin⸗ der; Sie lässest du in Frie⸗ den ruhn, Wenn heuchlerische Sünder Von dir verworfen werden. 3. Darum laß mich vom Glauben nicht Ein heilges Leben trennen; Durch treue Uebung meiner Pflicht Laß Jesum mich bekennen. Gib, daß mein Glaube thätig sei Und reiche Früchte bringe, Daß ich, vom Joch der Sünde frei, Mit Eifer dar⸗ nach ringe, Das Kleinod zu 654. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz Und liebst, die redlich handeln. O laß in Freuden und im Schmerz Mich richtig vor dir wan⸗ deln! Dein Wille sei mein Augenmerk; Hilf selbst mir ihn vollbringen! Durch dich muß jedes gute Werk Dem immer wohl gelingen, Der deine Hülfe suchet! 5. Doch wenn ich aus Unwissenheit Und Ueber⸗ eilung fehle, So thu an mir Barmherzigkeit Und richte meine Seele Durch deine Gnade auf vom Fall; 2. mich bei dem einen, Daß ich dich fürchte überall, Bis ich einst mit den Dei⸗ nen Dir ohne Fehltritt diene! Joh. Sam. Diterich 1721-9. Mel. O Gott, du frommer a. 341. Versuchet 5 doch selbst, b ihr im W sehe Christus in uc it, Ob ihr ihm auch nachgehet, In Demuth und Geduld In Sanftmuth, Freundlich⸗ keit, In Lieb' dem Nächsten stets Zu dienen seid bereit. 2. Der Glaube ist ein Licht, Im Herzen tief ver⸗ borgen, Bricht als ein r. hervor, Scheint als der helle die E gen erkan bald, bann 6. wohl lebet ists, streb gerer digke und Herz einod zu O laß Schmerz r wan⸗ sei mein lbst mir urch dich erk Dem en, Der ich aus Ueber⸗ thu an t Und Durch m Fall; m einen, überall, den Dei⸗ Fehltritt 1721—N. mmer A. ö et euch 9 selbst, n stehet, uch ist, achgehet, Geduld, eundlich⸗ Nächsten d bereit. ist ein ief ver⸗ in Glanz der helle — melsthrone Morgen, Erweiset seine Kraft, Macht Christo gleichgesinnt, Erneuert Herz und Muth, Macht dich zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben Und will's in Einfalt auch Dem Nächsten wiedergeben. Dieweil er überreich In Christo worden ist, Preist er die Gnade hoch, Bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, Was Gott im Wort zusaget; Drum muß der Zweifel fort, Die Schwermuth wird ver⸗ jaget. Sieh, wie der Glaube bringt Die Hoffnung an den Tag, Hält Sturm und Wetter aus, Besteht in Un⸗ gemach! 5. Die Welt war Gottes Feind; Er gibt dem Him⸗ Sein eingebor⸗ nes Kind; Er liebt uns in dem Sohne, Setzt Liebe ge⸗ gen Haß; Wer gläubig dies erkannt, Entbrennt in Liebe bald, Die allen Haß ver⸗ bannt. 6. So prüfe dich denn wohl, Ob Christus in dir lebet; Denn Christi Leben is's, Wonach der Glaube strebet; Erst macht er dich gerecht, Dann gibt er Freu⸗ digkeit, Gewährt dir Licht und Kraft, Die ganz dein Herz erneut. Glaube und Rechtfertigung. 241 7. O Herr! so mehre doch In mir den wahren Glau⸗ ben, So kann mir keine Macht Die guten Werke rauben; Wo Licht ist, geht der Schein Freiwillig davon aus. Du bist mein Gott und Herr, Bewahr' mich und mein Haus! Joach. Just. Breithaupt 1658—1732. Mel. O Gott, du frommer ꝛe. 2²⁴ u sagst J 3⁴². D bin Durch meines Jesu Wunden. Wo aber, sage mir, Hast du den Glauben funden? Ist er in wahrer Buß' Von Gottes Geist entzündt? Wie? oder bist du noch Natürlich nur gesinnt? 2. Du sagst: Ich bin ge⸗ recht. Kannst du den Glau⸗ ben zeigen? Kann er zu Gott dein Herz In reiner Liebe neigen? Beherrschet er die Sünd', Besieget er die Welt? Wo nicht, so ist für⸗ wahr Dein Glaube schlecht bestellt. 3. Du sagst: Ich bin ge⸗ recht. Ist's denn nun dein Bemühen, Auch die Gerech⸗ tigkeit Des Lebens anzu⸗ ziehen? Fühlst du so Trieb als Kraft Zur wahren Hei⸗ ligkeit? Jagst du dem Frie⸗ den nach? Bist du zum Kreuz bereit? 242 Glaube und Rechtfertigung. 4. Du sagst: Ich bin ge⸗ recht. Gerechte sind auch Erben Von ihres Vaters Reich Und können fröhlich sterben. Lebt auch in deiner Brust Die Hoffnung ewger Ruh', Und schließen sich darauf Getrost die Augen zu? 5. Sag' nicht: Ich bin ge— recht, Bei einem todten Glau⸗ ben; Denn diesen kann dir noch Der Teufel täglich rau⸗ ben. Wenn du noch leer und bloß Von Glaubens⸗ früchten bist: Was bist du, als ein Baum, Der dürr zum Feuer ist? 6. Ich nahe mich zu dir, Mein Gott, voll Reu' und Schmerzen Und suche deine Gnad' Mit sehnsuchtsvollem Herzen; So kehrt des Hei⸗ lands Geist Zum Leben bei mir ein; So werd' ich hier gerecht, Dort ewig selig sein. Joh. Jae. Rambach 1693—17835, VI. Heiligung des Sinnes und Wandels. 1. Friede und Freude des Christen. Mel. O Ewigkeit, du ꝛe. ein Glaub' 343. M ist meines Lebens Ruh' Und führt mich deinem Himmel zu, O du, an den ich glaube! Verleih mir, Herr, Beständigkeit, Daß diesen Trost in allem Leid Nichts meiner Seele raube. Tief präg' es meinem Herzen ein, Welch Heil es ist, ein Christ zu sein. 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht Zur selgen Ewig⸗ keit ein Recht Durch deinen Tod erworben. Zum Staube kehrt zurück der Staub, Mein Geist wird nicht des Todes Raub; Du bist für mich ge— storben. Mir, der ich dein Erlöster bin, Ist dieses Lei⸗ bes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst, ich bin ein Christ; Mein Herz ist ruhig und vergißt Die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen Trostes voll: Ich leide nicht vergebens; Gott selber mißt mein Theil mir zu, Hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh'. 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit, Wenn ich auf jene Herrlichkeit Mit froher Hoffnu mein H Und er lich, X traue. det a Himme Herz. so trag der Si In me Mit F Pflicht ich bin dereins Trost duld nach n 6. mich be Mittle der ick dir ve Denn du U wissen, meiner mich y 5 Dank dein E ben, mir se Den Seligl nicht meiner Glück aubens⸗ bist du, ser dürr zu dir, eu' und e deine Svollem eS Hei⸗ ben bei ich hier lig sein. 93—1735, Id nich ge⸗ ch dein ses Lei⸗ ich bin Herz ist t Die Lebens. dulden hohen de nicht r mißt Hier t ewge Leiden ich auf froher Hoffnung schaue? Bald ruft mein Herr und Heiland mich, Und er belohnt mich ewig— lich, Weil ich ihm hier ver⸗ traue. Bald, bald verschwin⸗ det aller Schmerz, Und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch Nicht mehr der Sünde schmachvoll Joch In meinem Lauf auf Erden. Mit Freuden üb' ich meine Pflicht; Doch fühl' ich wohl, ich bin noch nicht, Was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dies: Gott hat Ge⸗ duld Und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, Du hast mich, Mittler, aus der Angst, In der ich lag, gerissen. Dir, dir verdank' ich meine Ruh'! Denn meine Wunden heiltest du Und stilltest mein Ge⸗ wissen, Und fall' ich noch in meinem Lauf, So richtest du mich wieder auf. 7. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, Daß mich dein Evangelium Lehrt glau⸗ ben, hoffen, lieben. Was mir schon jetzt in dieser Zeit Den Vorschmack gibt der Seligkeit, Wie sollt' ich das nicht üben? Tief präg' es meinem Herzen ein, Welch Glück es sei, ein Christ zu sein. Balth. Münter 1735—93. Friede und Freude des Christen. 243 Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 344 HS err, aus deiner Gnadenfülle Fließt meinem Geist die sanfte Stille, In der ich dei⸗ nen Willen thu'; Seit ich dir mein Herz ergeben, Er⸗ wacht' ich erst zum wahren Leben, Kenn' ich erst echte Seelenruh'. Den Frieden, Gott, mit dir, Erkämpfte Christus mir; Ihm sei Ehre! So ward ich frei Durch deine Treu', Der Geist von oben schuf mich neu. 2. Muß ich noch mich selbst bezwingen, So werd' ich Sieg auf Sieg erringen, Und jeder gibt mir neue Kraft. Wenn ich gern das Beste wähle, So fühlt sich selig meine Seele In deines Rei⸗ ches Bürgerschaft. Ja, welche Seligkeit, Vom Sündendienst befreit, Dir zu leben, Was recht ist, thun Und freudig nun In deinen Vaterarmen ruhn. 3. Beugt mich auch die Schwachheit nieder, So rich— test du mein Herz doch wieder Mit deinem Troste huldreich auf, Und zum Heiligungs— geschäfte Erhöht dein Geist mir Muth und Kräfte Und fördert mich in meinem Lauf. Die du in Christo liebst, Die trägst du und vergibst Ihre Schwächen, Und lebenslang Ist Lieb' ihr Dank, Und immer fester wird ihr Gang. 16³ 244 Friede und Freude des Christen. 4. Drum will ich nicht ängstlich zagen, Wenn mir in meinen Pilgertagen Ge⸗ fahren auch und Leiden drohn. Auch auf dornen⸗ vollem Pfade Bleibt mir Gewißheit deiner Gnade; Du bist der Deinen Schild und Lohn. Zum Heil muß auch die Pein Des Lebens dem gedeihn, Der dich liebet. Drum blickt im Schmerz Mein gläubges Herz Getrost und freudig himmelwärts. 5. Ja, ich seh' den Himmel offen, Mein Geist frohlockt in sicherm Hoffen; Ich. habe dort mein Bürgerrecht. Ich darf nicht im Kampf ermüden, Da solches Heil der Herr beschieden Dem auserkorenen Geschlecht. Dort fühl' ich ganz erneut Die volle Selig-⸗ keit Meines Glaubens. Ich freu' mich dein; Das Wort ist mein: Bei Christo soll sein Diener sein. Aus dem Berliner G.-B. Mel. Schmücke dich, o liebe ꝛc. om Geräusch 345. V der Welt ge⸗ schieden, Schmeck' ich des Erlösers Frieden Und die Freude, schon auf Erden, Gott, mit dir vereint zu werden, Sehe diese Welt der Sünden Unter meinen Füßen schwinden Und das Glück von jenem Leben Den ent⸗ zückten Geist umgeben. 2. Gott! was bleibt der Reiz von Lüsten Ueber sie erhabnen Christen, Was der Glanz der eiteln Freuden, Was des Lebens kurze Lei⸗ den, Wenn sie deinen Lohn erblicken, Der sie ewig wird beglücken Und des Kranzes Werth empfinden, Den dort Engel für sie winden? 3. Nun mag Trübsal auf mich stürmen, Gottes Trost wird mich beschirmen. Kurz sind dieses Lebens Pfade, Ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren Will ich Got⸗ tes Rath verehren, Unter keiner Plage sinken Und den Kelch der Leiden trinken. 4. Du hast selbst der Men⸗ schen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, Mit dem schwersten Tod gestritten, Tausendfaches Leid gelitten! Laß mich deine Kraft beleben, Wenn die matten Hände beben; Laß sie mir den Sieg gewähren; Trockne, trockne meine Zähren. (Old. G.⸗B.) Joh. Joach. Eschenburg 1743—1820. Mel. Straf' mich nicht ꝛc. Mon den Him⸗ 346. V meidahe fließt Eine Lebensquelle, Die in kranke Seelen gießt Ihre heilge Welle. Christus winkt; Kommt und trinkt Aus dem X Heilet 2. 2 matt 0 Das 1 Gott, 1 Eit Mit de Könne Meine Lieb'! dein im Kr Glut grunde muth; Völlig licht Je vo 6. und S verzag melwe gen! du; A ich ke 7. Zeit, eibt der leber sie Was der Freuden, rze Lei⸗ en Lohn ig Wird Kranzes Den dort n? sal auf s Trost Kurz Pfade, )hn der Dankes ich Got⸗ Unter Ind den nken. er Men⸗ nd, voll Nit dem stritten, zelitten! beleben, Hände en Sieg trockne schenburg 43—1820. icht ꝛc. n Him⸗ Sbergen lle, Die ½½ Sristus nkt Aus dem Brunn der Gnaden! Heilet euren Schaden! 2. Herr, ich komme todes⸗ matt Hin zu dir geschritten; Ach, ich bin ein welkes Blatt, Das im Sturm gelitten; Gott, mein Heil, Tränk' in CEil' Des Gemüthes Aue Mit dem Gnadenthaue. 3. Andre Brunnen lass' ich stehn. Die kein Wasser geben; Dahin will ich schö— pfen gehn, Wo mir quillt das Leben. Richte auf Mei⸗ nen Lauf; Stärke, großer Meister, Meine Lebensgeister. 4. Nicht die Schätze dieser Welt,— Einzig deine Gaben Können, o du reicher Held, teine Seele laben. Höchste Lieb'! Glauben gib, Durch dein Wort genähret Und im Kreuz bewähret! 5. Wecke deiner Liebe Glut In dem Herzens- grunde Und verleihe Helden⸗ muth In der Prüfungsstunde. Völlig dein Laß mich sein, Nicht Gefahr noch Leiden, Je von dir mich scheiden. 6. Wenn vor lauter Angst und Schmerz Will mein Herz verzagen, Richte du es him⸗ melwärts, Stille seine Kla⸗ gen! Meine Ruh' Bist nur du; Außer dir hienieden Find' ich keinen Frieden. 7. Kommt herbei die letzte Zeit, Soll ich schlafen gehen, Laß dann jene Herrlichkeit Friede und Freude des Christen. 24⁵ Durch die Nacht mich sehen! Sei mein Schild, Wenn es gilt, Von der Welt zu, schei⸗ den Und den Tod zu leiden. 8. O, wie will ich dann so gern Meine Wohnung tauschen,— Dahin ziehen, wo von fern Lebensbäche rauschen! Frei von Schmerz An dein Herz Sink' ich dann mit Beben, Herr, mein Licht und Leben! Chrn. Aug. Bähr 1795—-1846. Mel. Christus, der uns selig ꝛe. 347 Gottes WS freue dich, Dank' ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, Daß kein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vor⸗ sicht nicht, Wenn Gefahren dräuen? Ist's nicht Wonne, ist's nicht Pflicht, Seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab' in dir, Was mein Herz be⸗ gehret, Meinen Vater, der mich hier Wartet und er⸗ nähret, Der mich durch sein göttlich Wort Hier zum Guten lenket Und mit Himmels⸗ wonne dort Meine Seele tränket. 3. Wenn ich ernstlich dein Gebot Und mit Freuden übe, Wenn ich kindlich dich, mein Gott, Fürcht' und ehr' und liebe: O wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein 246 Friede und Freude des Christen. Gemüthe Seliger Empfin⸗ dung voll, Voll von deiner Güte!. 4. Dann darf ich mit Zu⸗ versicht Auf zum Himmel blicken; Meine Leiden fühl' ich nicht, Wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zu⸗ friedenheit Wohnen mir im Herzen, Trösten und erhöhn mich weit Ueber alle Schmer⸗ zen. 5. Du bist mein! so jauchz' ich dann; Wer' ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann, Mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohl— fahrt werth! Du gabst mir mein Leben, Wirst auch, was mein Leben nährt Und er⸗ freut, mir geben! 6. Gib mir, Gott, so lang ich hier, In der Fremde walle, Das Bewußtsein, daß ich dir Als dein Kind gefalle. Diese sanfte Freudigkeit, Die zu dir ich habe, Sei mein Heil in dieser Zeit Und mein Trost am Grabe. (Old. G.⸗B.) Balth. Münter — 1735—-93. Mel. So bin ich nun kein Kind ꝛc. 348 Wé as wär' ich 240. ohne dich gewesen? Was würd' ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und Aengsten auserlesen, Ständ' ich in weiter Welt allein! Nichts wüßt'ich sicher, was ich liebte, Die Zukunft wär' ein dunkler Schlund, Und wenn mein Herz sich tief betrübte, Wem thät' ich meine Sorgen kund? 2. Hast aber du dich kund gegeben, Ist ein Gemüth erst dein gewiß: Wie schnell ver⸗ zehrt dein Licht und Leben Dann jede öde Finsterniß! Mit dir bin ich aufs neu' geboren, Die Welt wird mir verklärt durch dich; Das Paradies, das wir verloren, Blüht herrlich wieder auf für mich. 3. Ja, du mein Heiland, mein Befreier, Du Menschen— sohn voll Lieb' und Macht, Du hast ein allbelebend Feuer In meinem Innern angefacht. Durch dich seh' ich den Him⸗ mel offen, Als meiner Seele Vaterland; Ich kann nun glaͤuben, freudig hoffen Und fühle mich mit Gott ver⸗ wandt. 4. O gehet aus auf allen Wegen Und ruft die Irren⸗ den herein; Streckt allen eure Hand entgegen Und ladet froh sie zu uns ein. Der Himmel ist bei uns auf Erden, Das kündigt ihnen freudig an, Und wenn sie unsers Glaubens werden, Ist er auch ihnen aufgethan. Fr. Georg v. Hardenberg 17 72—1801. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 349. 2 hnih, un Gott,! nach Er Nichts labe, mein T sich die Ohn'! hewußt 2. ö mir ve doch g nichts achten, ich mi wider meine 3. alles Seele dir w Nimm dig d Du Ub Und und à Mel. 3³ Freu ich n Daß ehre, Sein 2. Müd und Frie zu t chlund, sich tief h meine ich kund üth erst zell ver⸗ Leben sterniß! s neu' ird mir Das rloren, er auf eiland, nschen⸗ Macht, d Feuer gefacht, n Him⸗ r Seele nanun Und 1 Ver⸗ fallen Irren⸗ allen Und 18 ein. ns auf ihnen nn sie Hherden, zethan. 2—1801. Gott ꝛc. nn ich mein Gott, nur habe, Frag' ich nach Erd' und Himmel nicht; Nichts ist, was meine Seele labe, Als du, mein Gott, mein Trost und Licht; Rühmt sich die Welt mit ihrer Lust: Ohn' dich ist mir kein Trost bewußt.“ 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten, Ich hoffe doch getrost auf dich; Für nichts will alle Qual ich achten, An dir allein erquick ich mich; Regt sich auch alles wider mich, Dein tröstet meine Seele sich. 3. Dich haben, Gott, heißt alles haben, Was nur die Seele wünschen kann. An dir will ich mich ewig laben; Nimm dich nur meiner gnä⸗ dig an! Dann sprech' ich: Du bist, Herr, mein Theil Und meines Herzens Trost und Heil! Benj. Schmolck 1672—1787. Mel. Warum sollt' ich mich ꝛe. eines Her⸗ 350. M zens reinste Freude Ist nur die, Daß ich nie Mich von Jesu scheide, Daß ich ihn durch Glauben ehre, Jederzeit Hocherfreut Seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden Und erfüllt Sanft und mild Ihren Geist mit Frieden; Seine Last ist leicht zu tragen, Er macht Bahn, Friede und Freude des Christen. 247 Geht voran, Tröstet, wenn wir zagen. 3. Denn er kennt die Leidensstunden; Größern Schmerz, Als sein Herz, Hat kein Herz empfunden. Dar⸗ um blickt, wenn seiner Brüder Einer weint Unser Freund Mitleidsvoll her⸗ nieder. 4. Will das Herz vor Jammer brechen, O dann pflegt Er und trägt Uns in unsern Schwächen. Selig, wer in bösen Zeiten, In Gefahr Immerdar Sich von ihm läßt leiten! 5. Jesu, treuster Freund von allen, Mit dir will Froh und still Ich durchs Leben wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken; Denn du wirst, Lebensfürst, Mich einst auferwecken! (Old. G.⸗B.) Sam. Gottl. Bürde 1753—1881. Mel. Herzlich thut mich ꝛe. V Jesu, meine 351. O Sonne, Vor der die Nacht entfleucht! O Jesu, meine Wonne, Die alle Noth verscheucht! Im Herzen klingt mir täglich Der eine helle Ton: Wie hast du so unsäglich Geliebt, o Gottes Sohn! 2. Es faßt mich so ein tiefes, Ein himmlisches Ge⸗ fühl; Es ist mir stets, als 248 Friede und Freude des Christen. rief es: Hier ist dein einzig Ziel! Ja, wenn mir gar nichts bliebe, Ich gäb' mit frohem Sinn Um Jesu Christi Liebe Auch noch das Letzte hin. 3. Um diese Perle wäre Mir alles andre feil, Selbst Hab' und Gut und Ehre, Mein ganzes Erdentheil. Wie gerne will ich meiden Das alles froh und still, Wenn's von dem Herrn mich scheiden Und ihn mir rauben will. 4. Ich kenn' auch gar kein Leben, Von dir, mein Herr, getrennt; Du bist mein einzig Leben Und Lebenselement. Ich kenne gar kein Sterben, Seitdem ich leb' in dir; Denn was mich konnt' ver— derben, Die Sünde, nahmst du mir. 5. Ich weiß nichts mehr von Leiden; Denn alles Kreuz und Leid Kann mich von dir nicht scheiden, Du Born der Seligkeit! Ja, wenn ich dich nur habe, Dann gilt mir alles gleich; Ich bin am Bettelstabe Noch wie ein König reich. 6. Ich bin schon hier auf Erden So selig und so leicht, Und was wird dort erst werden, Wo alle Schwach— heit weicht! Das macht ein selig Sterben, Daß ich als Gnadenlohn Ein Königreich soll erben Und eine ewge Kron'. 7. O lieber Herr, so präg' es Recht meinen Sinnen ein; O lieber Herr, so leg' es Mir tief ins Herz hinein, Daß ohne deine Liebe Ich ganz verloren wär' Und ohne Hoffnung triebe Auf wüstem Meer umher, 8. Doch daß du mich all— mählich Zum Hafen hast ge— bracht Und mich so überselig Aus Gnaden hast gemacht, Daß ich vor nichts erschrecke, Was andern schrecklich ist, Weil ich es seh' und schmecke, Wie du mein Heiland bist. Carl Joh. Phil. Spitta 1801—-59. Mel. Jesu, meine Liebe ꝛc. oder Jesu, meine Freude ꝛe. 0 lgenugsamWe⸗ 35². A sen, Das ich hab' erlesen Mir zum höch— sten Gut! Du vergnügst alleine Völlig, innig, reine Seele, Geist und Muth! Wer dich hat, Ist still und satt; Wer dir kann im Geist anhangen, Darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, Kann im Frieden leben; Er hat, was er will. Wer im Herzensgrunde Lebt mit dir im Bunde, Liebet und ist still. Bist du da, Uns innig nah, Muß das Schönste bald erbleichen Und das Beste weichen. 3. Hi Ruhe d in aller schöpfe 1 nügst ls di Seligsei den Fri 4. W den Dre Alles r nur ka Trost u noth:en Nur u Seel' ur Ich wil 5. Ki sen, D Verd'r Hunger erfülle Ich bin mein, Leben Ge Mel. 353 Jesu, si auserke verlore: Du bif Erlöser in uns 0 präg' len ein; leg' es 9 be Ich Und e Auf ich all⸗ hast g9e⸗ erselig emacht, chrecke, ch it, hmecke, bist. 801—59. be ꝛce. 26. mWe⸗ as ich höch⸗ gnügst reine Muth! U und Geist mehr geben, n; Er er im it dir nd ist innig e bald Beste 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüther, Trost in aller Pein! Was Ge⸗ schöyfe haben, Kann den Geist nicht laben: Du ver⸗ gnügst allein. Was ich mehr As dich begehr', Kann mein Seligsein nur hindern Und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag wer⸗ den Droben und auf Erden, Alles reicht nicht zu. Einer nur kann geben Freude, Trost und Leben; Eins ist noth: nur du! Hab' ich dich Nur wesentlich, So mag Seel' und Leib verschmachten, Ich will's doch nicht achten. 5. Komm, du selges We⸗ sen, Das ich mir erlesen, Werd' mir offenbar! Meinen Hunger stille, Meinen Grund erfülle Mit dir selber gar! Ich bin dein, Sei du auch mein, Bis du wirst in jenem Leben Dich mir völlig geben. Gerh. ter Steegen 16971769. Mel. Seelenbräutigam ꝛc. 353. W Jesu, süße Ruh'? Unter allen auserkoren, Leben derer, die verloren, Und ihr Licht dazu, Desu, süße Ruh'! 2. Glanz der Herrlichkeit, Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket Und in unser Fleisch versenket In Friede und Freude des Christen. 249 der Füll' der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 3. Deiner Sanftmuth Schild, Deiner Demuth Bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn noch Stolz sich rege; Vor dir sonst nichts gilt, Als dein eigen Bild. 4. Steure meinem Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög' von dir wanken, Sondern bleiben in den Schranken; Sei du mein Gewinn, Gib mir deinen Sinn. 5. Deines Geistes Trieb In die Seele gib, Daß ich wachen mög' und beten, Freudig vor dein Antlitz treten; Ungefärbte Lieb' In die Seele gib. 6. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Wollst du deine Hand ausstrecken; Habe auf mich acht, Hüter in der Nacht. 7. Einen Heldenmuth, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse Und des Fleisches Lüste hasse, Gib mir, höchstes Gut, Durch dein theures Blut. 8. Soll's zum Sterben gehn, Wollst du bei mir stehn, Mich durchs Todes⸗ thal begleiten Und zur Herr— lichkeit bereiten, Daß ich einst 250 Friede und Freude des Christen. mag sehn Mich zur Rechten stehn. Joh. Anast. Freylinghausen 1670—1739. Mel. Nun bitten wir den ꝛe. 354 Ab, mein Herr 8* Jesu, dein Nahesein Bringt großen Frie— den ins Herz hinein, Und dein Gnadenanblick Macht uns so selig, Daß Leib und Seele darüber fröhlich Und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freund⸗ liches Angesicht Voll Huld und Gnade wohl leiibblich nicht; Aber unsre Seele Kann's schon gewahren, Du kannst dich fühlbar gnug offenbaren, Auch ungesehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht Dein zu ge— nießen recht wär' bedacht! Der hätt' ohn' Ende Von Glück zu sagen, Und Leib und Seele müßt' immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, Uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, Heilen, stilln und trösten, Erfreun und segnen Und unsrer Seele als Freund be⸗ gegnen Ist deine Lust. 5. Ach, gib an deinem kostbaren Heil Uns alle Tage vollkommnen Theil Und laß 7 unsre Seele Sich immer schicken, Aus Noth und Liebe nach dir zu blicken, Ohn Unterlaß! 6. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, Die so viel Treue an uns gewandt, Daß wir beim Drandenken Beschämt dastehen Und unser Auge muß übergehen Vor Lob und Dank. Chrn. Gregor 1723—1801. 2. Liebe zu Gott und Christo. Mel. Mir nach, sprichtChristusꝛce. 24.+ EKer Gottes 355. W Wort nicht hält und spricht: Ich kenne Gott! der heuchelt, In dem ist Gottes Liebe nicht, Wie sehr er sich auch schmeichelt. Wer aber sein Wort glaubt und hält, Der liebt ihn so, wie's ihm gefällt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, Muß auch die Liebe zeugen; Je höher dein Erkenntniß steigt, Je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein, Er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Missethat, Sind wir nun Gottes Hoffnun flieht de Folgt ein Chr wie er 4. Al angeneh sam übe hält, in Gottes thätig E des Gl Ruhm. 5.— und Ge der Liel ist's, di zu gehr ist die Hat o hheil. Old. G. Nel. N 356 Gott, d Ich de hast, Mich ar Durch 2. bereitet leitet Du 9 Und se Verwa Glück. nd Leib immer du? gnädig, täglich Herzeihn, trösten, en Und eund be⸗ st. deinem lle Tage Ind laß immer nd Liebe „Ohn 18 deine Die so zewandt, indenken nd unser en Vor 723—1801. den sein auch die her dein Je mehr Den t allein, nd macht rein von bir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, Der lht den Rath der Sünder, Folgt Christi Beispiel als en Christ Und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, Wenn ich Gehor⸗ sam übe; Wer seinen Willen hült, in dem Ist wahrlich Hottes Liebe. Ein immer thätig Christenthum, Das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, Wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ists, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb'; an seinem Heil Hat ohne Liebe niemand heil. (Old. G.⸗B.) Chrn. Früchteg. Gellert 1715—-69. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛc. * ir dank' ich für 356. D mein Leben, Gott, der du mir's gegeben; Ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, Mich aus dem Nichts gezogen; Durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, Mich väterlich ge— leitet Bis diesen Augenblick, Du gabst mir frohe Tage, Und selbst der Leiden Plage Verwandeltest du in mein Glück. ů Liebe zu Gott und Christo. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, Der Treue zu geringe, Mit der du mich bewacht. Damit ich, Staub und Erde, Auf ewig selig werde, Hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du kanntest schon mein Sehnen Und zähltest meine Thränen, Eh ich bereitet war. Noch konnt' ich dich nicht denken, Zu dir das Herz nicht lenken, Da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Du ließt mich Gnade finden Und sahst doch meine Sünden Vorher von Ewig⸗ keit; O Höchster, welch Er— barmen! Du nahmest an mich Armen Und bist ein Vater, der verzeiht. 6. Für alle deine Treue, Für das, des ich mich freue, Lobsinget dir mein Geist. Es ist dein größt Geschenke, Daß ich durch ihn dich denke; Dein ist's, daß er dich Vater heißt. 7. Daß du mein Leben fristest Und mich mit Kraft ausrüstest, Dies, Vater, dank' ich dir. Daß du mich lieb⸗ reich führest, Mit deinem Geist regierest, Dies alles, Vater, dank' ich dir. 8. Was mir in diesem Leben Noch nützt, wirst du mir geben. Du gibst's, ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle Ich meinen Leib N und Seele. behüte mich! (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. Herr, segne und Mel. Wer nur den lieben ꝛe. 2 u Vater deiner 357. D Menschenkin⸗ der, Der du die Liebe selber bist Und dessen Herz auch gegen Sünder Noch gütig und voll Mitleid ist! Laß mich von ganzem Herzen dein, Laß mich's mit allen Kräften sein. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, Da du mich als ein Vater liebst, Und so gesinnt zu sein mich übe, Wie du mir selbst die Vor— schrift gibst. Was dir ge— fällt, gefall' auch mir; Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. ö 3. Bewahre mich durch deine Liebe, Wenn böses Beispiel mich verführt, Und gib, daß ich Verleugnung übe, Wenn Sinnenlust zu sehr mich rührt. Wie sollt' ich je die Kreatur Dir vor— ziehn, Schöpfer der Natur! 4. Laß mich um deiner Liebe willen Gern thun was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfül— len, So sieh auf meine Wil— ligkeit Und rechne mir nach deiner Huld Die Schwach— heit, Vater, nicht zur Schuld. Liebe zu Gott und Christo. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden Das thut, was dir, o Gott, miß⸗ fällt; Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, Gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, Laß, Vater, mich beflissen sein. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, Was mir dein weiser Rath bestimmt. Auch Trübsal führt zu Freuden, Und wer sie willig übernimmt, Geduldig trägt und weislich nützt, Wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, So ist selbst Sterben mein Gewinn; So werd' ich deinen Himmel erben, Wo ich ganz frei von Sünden bin. Da lieb' ich in Voll— kommenheit Dich, Vater der Barmherzigkeit. (Old. G.⸗B.) Balth. Münter 1735—93. — Mel. Jesu, meines Lebens a. uelle der Voll⸗ 358. 5— kommenheiten, Gott, mein Gott, wie preis' ich dich! Denn mit welchen Seligkeiten Sättigt deine Liebe mich! Seel' und Leib mag mir verschmachten; Hab ich dich, werd' ich's nicht achten! Mir wird deine Lieb' allein Mehr als Erd' und Himmel sein! — ewgen 8 1235 erhebet mir! lebet7 von di deine deine der me merniß 3. F fülle J zu? 2 dein 2 bin, se denke, 5. wieder zuerst als V lich m ruhig deine sie na sein d 6. vollko erkenn Vater h nicht, n Das tt, miß⸗ S mid Gest Welt. selbst zu „mich iß mich nir dein Auch ewgen e willig ig trägt Wird erstützt. laß mich Sterben Herd' ich i„ Wo Sünden n Voll⸗ ater der 1735—93. bens u. er Voll⸗ nheiten, e preis welchen deine nd Leib 1; Hab' nicht ne Lieb' rd'ꝰ und 2. Denk' ich deiner, wie erhebet Meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie be⸗ lebet Fühl' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, Deine Güte, deine Stärke, Wie befreiet der mein Herz Von Beküm⸗ merniß und Schmerz. 3. Floß aus deiner Gottes⸗ fülle Mir nicht zahllos Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; Daß ich noch bin, schaffest du, Daß ich denke, daß ich wähle, Dafür dankt dir meine Seele, Dankt dir, daß sie dich erkennt Und dich ihren Vater nennt. 4. Du erkauftest vom Ver⸗ derben Mich durch deinen Sohn, o Gott! Ließest den Gerechten sterben; Mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, Hast du mir durch ihn gegeben, Ewig deiner mich zu freun Und von dir geliebt zu sein. 5. Sollt' ich dich nicht wieder lieben, Der du mich zuerst geliebt, Der mit mehr als Vatertrieben So unend⸗ lich mich geliebt? Könnt' ich ruhig hier auf Erden Ohne deine Liebe werden, Ohne sie nach dieser Zeit Würdig sein der Seligkeit? 6. Noch lieb' ich dich un⸗ volllzjommen; Meine Seel' erkennt es wohl. Dort, im Vaterland der Frommen, Lieb' Liebe zu Gott und Christo. 253 ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen Kennen, ehren und erfüllen. Gib mir dann vor deinem Thron Der voll— kommnern Liebe Lohn. (Old. G.⸗B.) Balth. Münter 1735—93. Mel. So bin ich nun kein ꝛe. 3— daß ich Gott 359. O Eennenlernt Und wandelte den Weg des Rechts, Daß ich vom Eiteln mich entfernte; Denn ich bin göttlichen Geschlechts. Der Herr ist über alle Schätze, Er ist und bleibt das höchste Gut, Und wenn ich mich an ihm ergetze, So fühl' ich, wo man sicher ruht. 2. Denn was hier herr⸗ lich scheint auf Erden, Ist wie ein Rauch, der schnell vergeht, Ein Reichthum, der geraubt kann werden, Ist Lust, die nur im Traum besteht. Ein solcher Schatz wird nicht besessen, Und sol⸗ cher Trost schwächt nur den Muth; Die irdsche Freud' ist leicht vergessen; Gott aber ist ein ewges Gut. 3. Und dieses Gut ist lauter Liebe, Das rufet alle Kreatur. Gott schuf in hei⸗ ßem Liebestriebe Die ganze herrliche Natur. Sie soll zu ihm hinauf uns ziehen, Uns Zeuge sein von seiner Kraft, Vor der das Dunkel 254 muß entfliehen, Die alles aus dem Nichts erschafft. 4. Durch Lieb' allein ward er bewogen, Daß sich zum Bild er Menschen schuf Und, als die Sünd' uns ihm ent⸗ zogen, Uns wieder rief mit heilgem Ruf. So, Seele, sucht er auch noch heute, Wie er mit Liebe dich um— fah', Schenkt gern dich sei— nem Sohn zur Beute Und bleibt dir dann in 9 nah. 5. Er überschüttet dih mit Segen, Er speiset dich mit Himmelsbrot; Er ist dein Licht auf deinen Wegen Und führt dich mächtig aus dem Tod; Er tränkt dich aus den Lebensbächen, In Nö— then stehet er dir bei, Im Kreuz wird er dir Heil ver⸗ sprechen, Und stets bleibt seine Liebe neu. 6. O Seele, darf schmecken Kraft erfahren hat, Laß im⸗ mer stärker dich ewehen Und such' es eifrig früh und spat! O ringe drum mit heißen Thränen, Nichts halte dein Verlangen auf! Be⸗ ginne stets mit neuem Seh— nen, Nichts locke dich vom rechten Lauf! 7. Kein Kreuz und keine Lust soll stören, Die Liebe zu dem ewgen Gut; Nein, alles muß die Glut ver— die dies Gut Und seine Liebe zu Gott und Christo mehren Und stärken unsern—Deinen Glaubensmuth, Und alles Ach, so muß zu ihm uns treiben, 5. E Der Andacht Feuer fachen trachten an, Uns Christosi innger ein⸗ noch d verleiben, Der unsre Seelen sonst dr sich gewann. gremd Aus dem Berliner G. ⸗B. Sorgen dir verb Pilger 6. D Mel. Alles ist an Gottes n. wählen un so will i Seelen 360. N denn 10 deine N Leben Willig meinem Gott mich d ergeben; Nun wohlan! es es ewig ist geschehn. Sünd', ich will ich dir von dir nicht hören; Welt, Ger ich will mich von dir kehren, Ohne je zurückzusehn. 2. Hab' ich sonst mein Herz getheilet, Hab' ich his Mel. V und da verweilet, Endlich 361 sei der Schluß gemacht, Meinen Willen ganz zu ge⸗ nimm ben, Meinem Gott allein zu ganz er leben, Ihm zu dienen Tag Seele 23— Nacht. schnöder Herr, ich opfre dir u Waltlu Gabe All mein Liebstes, Bestand was ich habe; Schau', ich zu näl halte nichts zurück. Schau' Herz J und prüfe Herz und Nieren:;: Wie sol Solltest du was Falsches 2. 9 spüren, Nimm es diesen höchste Augenblick. mein 4. Ich scheu' keine Müh' mich m und Schmerzen; Gründl Allin und von ganzem Herzen hätt Will ich folgen deinem Zug. Voch Kann ich stetig und in alem nomme m unsern ‚d alles treiben, fachen iger ein⸗ Seelen iner G.⸗B. zottes ze. will ich nmmein ˙m Gott lan! es ich will Welt, kehren, . ist mein Rich hie Endlich gemacht, 3 zu ge— allein zu sen Tag dir zur Liebstes, hau', ich Schau' Nieren; Falsches diesen e Müh' ründlich Herzen em Zug. in allem Deinen Augen nur gefallen, Ach, so hab' ich ewig gnug. 5. Eines will ich nur be⸗ trachten Und nicht wissen noch drauf achten, Was sonst draußen mag geschehn. Fremd der Welt und ihren Sorgen, Will ich hier, in dir verborgen, Als ein wahrer Pilger gehn. 6. Dich allein will ich er⸗ wählen! Alle Kräfte meiner Seelen Nimm nur ganz in deine Macht. Ja, ich will mich dir verschreiben; Laß es ewig feste bleiben, Was ich dir hab' zugesagt. Gerh. ter Steegen 1697-1769. Mel. Was mein Gott will ꝛe. Fier ist mein 361. H Herz; Herr, nimm es hin; Dir sei es ganz ergeben! Was hat die Seele für Gewinn Vom schnöden Sündenleben? Der Weltlu-st Tand Hat nicht Bestand, Und statt den Geist zu nähren, Füllt er das Herz Mit Reu' und Schmerz; Wie sollt' ich's so beschweren? 2. Nur du, Gott, bist das höchste Gut; Nach dir steht mein Verlangen. Erfülle mich mit Kraft und Muth, Allein dir anzuhangen. O hätt' ich doch Dein sanftes Joch Allzeit auf mich ge— nommen! So wär' auch ich Liebe zu Gott und Christo. Schon längst durch dich Zur wahren Ruh' gekommen. 3. Kann auch das größte Glück der Welt Das Herz vor Kummer schützen? Kann es, wenn Trübsal uns be⸗ fällt, Mit Trost uns unter⸗ stützen? Sein Glanz ver⸗ schwindt, Wie Rauch vom Wind, Und schnell fliehn seine Freuden, Nur deine Treu Wird täglich neu Und gibt auch Ruh' im Leiden. 4. Wer dich zu seinem Trost erwählt, Sein Herz zum Guten neiget, Das Arge haßt und, wenn er fehlt, Beschämt sich vor dir beuget, Der schmeckt schon hier, Er— freut in dir, Der Seele wahren Frieden, Und volles Heil Ist einst das Theil, Das du ihm hast beschieden. 5. Wie thöricht irrt' ich doch umher! Fern von dem Sinn des Christen, Sucht' ich, an wahrer Freude leer, Ruh' in der Erde Lüsten. Welch ein Betrug! Es sei genug, Mich so getäuscht zu haben. Richt', meinen Sinn, O Gott, forthin Auf rechte Himmelsgaben. 6. Hilf, daß ich mein Ge— müth zu dir In Andacht oft erhebe Und mit der eifrigsten Begier Nach deiner Gnade strebe, Dir folgsam sei Und dein mich freu', Du meiner Seele Leben! Denn, Gott, 256 Liebe zu Gott und Christo. nur du Kannst wahre Ruh' Und Trost dem Herzen geben. 7. Bei dir ist bis in Ewig⸗ keit Der reinsten Freuden Fülle, Des Wohlseins größte Sicherheit, Vollkommne Ruh' und Stille. Nie täusche mehr Die Lust und Ehr' Der Erde mein Verlangen! Bis in den Tod Soll dir, mein Gott, Getrost mein Herz anhangen. (Jev. G.⸗B.) Seb. Franck 1606-68. Mel. Wer nur den lieben ꝛe. 5 Ich will dich 362. X lieben, meine Stärke; Ich will dich lieben, meine Zier; Ich will dich lieben mit dem Werke Und immerwährender Begier; Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herz im Tode bricht. 2. Ach, daß ich dich so spät erkennet, Du hochge— lobte Liebe du, Und dich nicht eher mein genennet, Du höchstes Gut und wahre Ruh'! Es ist mir leid, ich bin betrübt, Daß ich dich erst so spät geliebt. 3. Ich lief verirrt und war verblendet, Ich suchte dich und fand dich nicht; Ich hatte mich von dir ge— wendet Und liebte das ge— schaffne Licht; Nun aber ist's durch dich geschehn, Daß ich dich endlich hab' ersehn. 4. Ich danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; Ich danke dir, du Himmels⸗ wonne, Daß du mich froh und frei gemacht; Ich danke dir, du heilger Mund,‚ Daß du mich ewig machst gesund. 5. Erhalte mich auf deinen Stegen Und laß mich nicht mehr irre gehn; Laß meinen Fuß in deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn. Erleucht' mir Leib und Seele ganz, Du reiner, starker Himmelsglanz. 6. Ich will dich lieben, meine Krone, Ich will dich lieben, meinen Gott, Dich' lieben auch bei Schmach und Hohne, Auch in der aller⸗ größten Noth; Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herz im Tode bricht. Joh. Angelus(Scheffler) 1624—77. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛr. 363. Sele idi 90 dich In den Dingen dieser Erden, Die doch bald ver. zehren sich Und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht; Alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Laß ihn sich zu Gott aufschwingen; Richt' ihn stets zum Himmel hin, Laß ihn in die Gnad' eindringen. Suche; Alles 3. 2 Ruh', zu lab guelle reichlich und se hilft d 4. aus G Geist e nicht i 5„ zum 9 Jesum andre 5. im Ge melshi zur Er dir en FJesum andre . stät schweb gem 6 zu ihr sum 1 andre . ttill; Ziel sein L dein Jesun andre dir, du mir dein gebracht; himmels⸗ rich froh Ich danke , Du t gesund. uf deinen nich nicht ß meinen gen Nicht le stehn, ind Seele starker h lieben, will dich tt, Dih mach und der aller⸗ will dich cht, Bis de bricht. 1624—. versicht ꝛ. was er⸗ rüdst du zen dieser bald ver⸗ u Staub Suche ht; Alles t. erstreuten zu Gott hn stets Laß ihn ndringen. 2 Suche Jesum und sein Licht; Alles andre hilft dir nicht. g. Du verlangst oft süße Ruh', Dein betrübtes Herz zu laben; Eil' der Lebens⸗ guelle zu, Da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht; Alles andre hilft dir nicht. 4. Du bist ja ein Hauch aus Gott Und aus seinem Geist geboren; Darum bleibe nicht im Tod; Bist du nicht zum Reich erkoren? Suche Fesum und sein Licht; Alles andre hilft dir nicht. 5. Schwinge dich empor im Geist Ueber alle Him⸗ melshöhen; Laß, was dich zur Erden reißt, Weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht; Alles andre hilft dir nicht. 6. Laß dir seine Maje⸗ stät Immerdar vor Augen schweben; Laß mit brünsti⸗ gem Gebet Sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Je⸗ sum und sein Licht; Alles andre hilft dir nicht. 7. Sei im übrigen ganz stil:; Du wirst schon zum Ziel gelangen. Glaube, daß sein Liebeswill' Stillen werde dein Verlangen. Drum such' Fesum und sein Licht; Alles andre hilft dir nicht. Jac. Gabr. Wolf 1683—1754. Liebe zu Gott und Christo. Mel. Jesu, meines Lebens zc. 364 Jesu, meiner 8 Seele Leben, Meines Herzens höchste Freud', Dir hab' ich mich ganz ergeben Jetzo und in Ewigkeit. Meinen Herrn will ich dich nennen Und vor aller Welt bekennen, Daß ich dein bin und du mein; Ich will keines andern sein. 2. Ach, wie oft seit früher Jugend Hat mich deine Hand gefaßt, Wenn ich Frömmig⸗ keit und Tugend Weggewor⸗ fen und gehaßt! Ach, ich wäre längst gestorben Ohne dich und ganz verdorben! Ich bin dein, und du bist mein; Ich will keines andern sein. 3. Irr' ich, sucht mich deine Liebe; Fall' ich, hilft sie wieder auf; Ist es, daß ich mich betrübe, Stärkt sie mich in meinem Lauf; Bin ich arm, so gibt sie Güter; Droht Gefahr, ist sie mein Hüter. Ich bin dein, und du bist mein; Ich will kei⸗ nes andern sein. 4. Du,‚ Herr, zeigest mir das Erbe, Das mir droben beigelegt; Ich weiß, wohin, wenn ich sterbe, Deine Hand die Seel' hinträgt: Zu dir, Jesu, in die Freude; Trotz dem, der von dir mich scheide! Ich bin dein, und du bist mein; Ich will keines andern sein. 258 5. Drum, ich sterbe oder lebe, So bleib' ich dein Ei— genthum; Dir allein ich mich ergebe, Du bist meiner Seelen Ruhm, Meine Zuversicht und Freude, Meines Herzens Trost im Leide. Ich bin dein, und du bist mein; Ich will keines andern sein. Chrn. Scriver 1629—93. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛe. 365 Vich, Jesum, lass' * ich ewig nicht, Dir bleibt mein Herz ergeben; Du kennst dies Herz, das redlich spricht: Nur einem will ich leben, Du, du allein, Du sollst es sein; Du sollst mein Trost auf Erden, Mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, lass' ich ewig nicht, Ich halte dich im Glauben; Nichts kann mir meine Zuversicht Und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund Hat festen Grund: Die deiner sich nicht schämen, Die kann dir nie⸗ mand nehmen. 3. Dich, Jesum, lass' ich ewig nicht; Aus göttlichem Erbarmen Giengst du für Sünder ins Gericht Und büßtest für mich Armen. Mit Dankbarkeit Will ich allzeit Dir Ehr' und Dank erweisen Und deine Gnade preisen. 4. Dich, Jesum, lass' ich ewig nicht; Du stärkest mich Liebe zu Gott und Christo. von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, Wenn Stürme mich umtoben. Ich flieh' zu dir, Du eilst zu mir; Wenn mich die Feinde hassen, Wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, lasse ich ewig nicht, Nichts soll von dir mich scheiden; Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, Mit seinem Haupt zu leiden; Doch all mein Leid Währt kurze Zeit; Bald ist es überstan⸗ den Und Ruh' ist dann vor⸗ handen. 6. Dich, Jesum, lass'ich ewig nicht, Nie soll mein Glaube wanken, Und wenn des Leibes Hütte bricht, Sterb' ich mit dem Gedan⸗ ken: Mein Freund ist mein, Und ich bin sein; Er ist mein Schutz, mein Tröster, Und ich bin sein Erlöster. 7. Dich, Jesum, lass' ich ewig nicht; Hier will ich dir vertrauen, Dort hoff' ich dich von Angesicht Zu Angesicht zu schauen. Dort werd' ich dein Mich ewig freun Und ewig deinen Namen, Erlöser, preisen. Amen. Ehrenfr. Liebich 1713-80. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛe. einen Jesum Er hat sich für mich gegeben. Sollt' ich nicht aus Dank und Pfl ihm nur nes Leb Nesum! 2. und Ru Lebens zum Eig treuen Zuversie lass' ich 3. V berlischt sich en Labsal Sinne das me Lass' ich 4. D sum ni seinen dieses L ewig en strahlt Meiner 5. N ists, Wünsch du nur sie gan h steht enn . eilst zu Feinde ch nicht lassei oll üi bleibet t, Mit Doch rt kurze berstan⸗ nn vor⸗ Lasp ic Imein d wenn bricht, Gedan⸗ t mein, ist mein r, Und lass ich ich dir ich dich ngesicht erd' ich in Und Erlöser, 1713—80. rsicht ꝛ. Jesum h nichtl zegeben. Dank und Pflicht An ihm hangen, ihm nur leben? Er ist mei⸗ nes Lebens Licht; Meinen Fesum lass' ich nicht! 2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm Bis an meines Lebens Ende. Ihm geb' ich zum Eigenthum Mich in seine treuen Hände. Er ist meine Zuversicht: Meinen Jesum lass' ich nicht! 3. Wenn mein Auge schon berlischt, Wang' und Lippen sch entfärben, Mich kein Labsal mehr erfrischt, Alle Sinne mir ersterben Und das matte Herz nun bricht, Lass' ich meinen Jesum nicht! 4. Dort auch lass' ich Je⸗ sum nie, Hange stets an seinen Blicken; Denn nach dieses Lebens Müh' Will er ewig mich erquicken, Ewig strahlt mir dort sein Licht; Meinen Jesum lass' ich nicht! 5. Nichts auf dieser Erden ists, Was des Herzens Wünsche stillet; Du, o Jesu, du nur bist's, Du nur, der sie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, Dich, mein Jesu, lass' ich nicht! 6. Dich, mein Jesu, halt' ich fest, Lass auch nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr sein vergeßt! Ihr beraubt euch ewger Freuden. Selig, wer in Wahrheit Liebe zu Gott und Christo. 259 spricht: Meinen Jesum lass' ich nicht! (Old. G.⸗B.) Chrn. Keymann 1607—62. Mel. Wenn mein Stündlein ꝛc. oder Allein Gott in der Höh' sei ꝛc. Falt im Ge⸗ 367. dächtniß Je⸗ sum Christ, Den Heiland, der auf Erden Vom Thron des Himmels kommen ist, Dein Bruder hier zu werden; Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat angenommen Fleisch und Blut; Dank' ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der für dich hat gelitten; Da er am Kreuz gestorben ist, Hat er dir Heil erstritten; Besieget hat er Sünd' und Tod Und dich erlöst aus aller Noth; Dank' ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der aus des Todes Banden Als Held hervorgegangen ist: Mit ihm bist du erstanden; Das Leben hat er wiederbracht Und uns gerecht vor Gott gemacht; Dank' ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der nach den Leidenszeiten Gen Himmel aufgefahren ist, Die Stätte zu bereiten, Da du sollst bleiben allezeit Und schauen 17²⁰ 260 seine Herrlichkeit; Dank' ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der einst wird wieder kommen, Zu richten, was auf Erden ist, Die Bösen und die Frommen; O sorge, daß du dann bestehst Und mit ihm in sein Reich ein⸗ gehst, Ihm ewiglich zu dan— ken! 6. Gib, Jesu, daß ich dich fortan Mit wahrem Glauben fasse Und nie, was du an mir gethan, Aus mei⸗ nem Herzen lasse, Daß dessen ich in aller Noth Mich trösten mög' und durch den Tod Zu dir ins Leben dringe. Cyriacus Günther 1649— 1704. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. 3 u Glanz vom 368. ewgen Lichte, Von Gottes Angesichte, Du Herr der Herrlichkeit, Durch den Gott seine Milde Im reinsten Ebenbilde Und alle seine Gnaden beut: 2. In dir kann ich auf Erden Gerecht und heilig werden Und ewig selig sein. Dir fern sein ist Verderben, Qual, Finsterniß und Ster⸗ ben, Unseligkeit und Höllen⸗ pein. 3. Ich gehe oder stehe, Ich jauchze oder flehe, Ich sei auch, wo ich bin: Wenn du nicht in mir bleibest, Liebe zu Gott und Christo. zerrinnt, Nicht durch den Geist mich treibest, Sinkt alles zu dem Tode hin. 4. Komm, Jesu, meine Liebe! Entflamme meine Triebe Vom Himmel her für dich! Ach komm, mein ewig Leben, Mir Geist und Kraft zu geben; Komm, o mein Licht, erleuchte michl 5. Verbinde mein Ge⸗ müthe Nach deiner Wunder⸗ güte Auf ewiglich mit dir; Die Demuth sei mir Würde, Die Sanftmuth meine Zierde, Dein Bild mein reichster Schmuck in mir! 6. Bei Freuden und bei Schmerzen, Sprich du in meinem Herzen, Des Vaters ewig Wort, Und laß, wenn du willst zeugen, Die Welt ganz in mir schweigen; Treib allen Lärm der Lüste fort. 7. Wohl denen, die dich sehen, In deinem Hause ste⸗ hen Und Opferdienste thun! Die loben dich beständig; Ihr Sabbath ist inwendig, Wo sie von aller Sorge ruhn. 8. Wohl denen, die dich kennen, Dich ihre Stärke nennen, Die nimmermehr Von Herzen dir nachwandeln, Nach deinem Worte handeln, Voll Glau⸗ ben, Lieb' und Hoffnung sind! 9. Dein heilig Angedenken Soll mich mit Freude trän⸗ (S ken, S satt. K Seele, mehr f dem me P Mel. 2 369 Der d Lehre Licht, Zeiten Gütigke Herzen 2.— gedenke zu scher mich be dem tr: Herzen. zu Lich 3. 6 ich dir aufs en forderf es sich auch l den G für. 4. 60 erneue vel w heilig darinn Furcht mich 5. der Er ist mich zu dem meine meine nel her m, mein eist und omm, o mich! in Ge⸗ Wunder⸗ mit dir; Würde, eZierde, reichster und bei du in Vaters 3, wenn ie Welt Treib e fort. die dich nuse ste⸗ e thun! ständig; wendig, Sorge die dich Stärke ꝛermehr en dir deinem Glau⸗ ig sind! edenken e trän⸗ len, So bin ich reich und satt. Herr, wohn' in meiner Seele, Damit ihr nichts mehr fehle! Du bist's, in dem man alles hat. Phil. Fr. Hiller 1699—1769. Mel. Alles ist an Gottes ꝛe. 369 Gdßer König, * den ich ehre, Der durch seines Geistes Lehre Angezündet mir sein Licht, Der jetzt und zu allen geiten Durch viel tausend Gütigkeiten Liebevoll zum Herzen spricht: 2. Sollt' ich nicht daran gedenken, Dir mich wiederum zu schenken, Der du treulich mich bewachst Und auch an dem trübsten Tage Meines Herzens bange Klage Schnell zu Licht und Freude machst? 3. Herr, mein Herz will ich dir geben, Das soll dir aufs neue leben; Denn du forderst es von mir. Dir soll es sich fest verbinden Und auch lieb gewordnen Sün⸗ den Ganz entsagen für und für. 4. Gib, daß es dein Geist erneue, Dir zu einem Tem⸗ bel weihe, Der auf ewig heilig sei. Ach, vertilge doch darinnen Eitle Lust und Furcht der Sinnen; Mache mich vollkommen frei. 5. Laß mich kräftig von der Erden Himmelwärts ge⸗ Liebe zu Gott und Christo. 261 zogen werden. Zeuch, o zeuch mich hin zu dir, Daß ich, ganz zu dir bekehret, Ganz von deinem Geist verkläret, Täglich habe dich in mir. 6. Ja, ich will mein gan⸗ zes Leben, Jesu, dir zu eigen geben, Stehe mir in Gna⸗ den bei; Gib, daß ich zu allen Stunden Inniglich mit dir verbunden, Dir zur ew⸗ gen Freude sei. Joh. Angelus(Scheffler) 1624—77. Mel. Wie schön leucht uns ꝛe. 70. O Cutes Suhn Der du, noch eh ich war, mich schon Geliebt aus rei⸗ nem Triebe, Vor dir ist alles sonnenklar, Mein Herz ist auch dir offenbar; Du weißt, daß ich dich liebe. Herzlich Such' ich Dir vor allen zu gefallen, nichts auf Erden Kann und soll mir lieber werden. 2. Dies eine nur beküm⸗ mert mich, Daß ich mit sol⸗ cher Inbrunst dich Nicht liebe, wie ich wollte. Ich selbst empfind' es nur zu sehr, Daß ich dich mit der That noch mehr, Mein Heiland, lieben sollte. Laß mich Gläu⸗ big Deine Güte ins Ge⸗ müthe stärker fassen, Dir mich ganz zu überlassen. 3. Stehst du mit deiner Kraft mir bei, So werd 262 Liebe zu Gott und Christo. ich stets mit fester Treu' Und einzig dir anhangen. Nichts, was sonst Menschen wohlgefällt, Nicht Lust der Sinne, Ehr' und Geld Be⸗ friedigt mein Verlangen. Ohn' dich Kann mich Nichts von Schätzen recht ergetzen und beglücken, Du nur kannst mein Herz erquicken. 4. Den, der dich liebt, den liebst auch du, Dem schenkst du wahre Seelen⸗ ruh' Und Trost für sein Gewissen. Ob ihn auch manche Noth hier drückt, So wird er doch durch dich erquickt In seinen Kümmer⸗ nissen. Endlich Wird sich Nach dem Leide volle Freude für ihn finden; Da wird all sein Trauern schwinden. 5. Noch hat kein Aug' es je gesehn, Es kann's auch hier kein Mensch verstehn Und würdig gnug beschrei⸗ ben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit, Die dir erge⸗ ben bleiben. Was hier Von dir Wird gegeben, unser Le⸗ ben zu ergetzen, Ist dagegen nichts zu schätzen. 6. Drum lass' ich billig dies allein, O Jesu, meine Freude sein, Daß ich dich herzlich liebe Und mich in dem, was dir gefällt, Je mehr und mehr in dieser Welt Nach deinem Worte übe, Bis sich Für mich ge⸗ nes Leben wird anheben, wo die Frommen Aller Trübsal sind entnommen. 7. Da werd' ich deine Gütigkeit, Die mich schon hier so sehr erfreut, Im vollen Umfang schmecken; Da seh' ich in dem hellsten Licht Dein gnadenvolles An⸗ gesicht Auf immer frei von Schrecken. Wohl mir! Preis dir, Der mir droben auf⸗ gehoben ewge Freuden! Nichts, Herr, soll mich von dir scheiden. (Jev. G.⸗B.) Joh. Heermann 1585—-1647. Mel. Jesu, meines Lebens u. 8 dins ist noth! 371. o Herr, eine Lehre meine Seele doch! Alles andre, wie's auch scheine, Ist nur ein beschwer⸗ lich Joch, Unter dem das Herz sich quälet Und der Ruhe doch verfehlet. Nur dies einzige gib mir, Wah⸗ ren Frieden dort und hier. 2. Seele, willst du dieses finden, Such's bei keiner Kreatur; Laß nichts Irdi⸗ sches dich binden; Erden⸗ güter täuschen nur. Nur bei dem auf Gottes Throne Hocherhöhten Menschensohne Findest du dein wahres Heil Und das allerbeste Theil. 3. Dir ist auch das Glück beschieden, Das Maria sich 4. 2 Verlan nur ne heit e Triebr auch Will i ten Ur zu freu sam se .— heit 8 allein! und u in de Dann weise zum Rath des L 6. Sünd du m wahre ich fr Ich b Gnad mir d Mittl diese V. Seele sen auf⸗ Freuden! rich von Heermann 585—-1647. bens u. t noth! rr, dies le doch! Nauch eschwer⸗ em das Ind der Nur Wah⸗ d hier. I dieses keiner AIrdi⸗ Erden⸗ Nur bei Throne ensohne es Heil heil. 8 Glück tria sich erlas, Als sie, ohne zu er⸗ müden, Fromm zu Jesu Fü⸗ ßen saß. O, wie brannt ihr Herz, die Lehren Aus der Weisheit Mund zu hö⸗ ren! Sie vergaß die Welt und sich, Hört' und sah nur, Jesu, dich. 4. Also richt' auch mein Verlangen, Mein Erlöser, nur nach dir; Deiner Wahr⸗ heit anzuhangen, Schenke Trieb und Kräfte mir! Wenn auch andre sie nicht achten, Will ich sie mit Lust betrach⸗ ten Und, mich deines Heils zu freun, Ihren Lehren folg⸗ sam sein. 5. In dir liegt der Weis⸗ heit Fülle. Was die Seel' allein beglückt, Zeigst du mir, und wenn mein Wille Sich in deine Ordnung schickt, Dann werd' ich wahrhaftig weise Mir zum Heil und dir zum Preise, Lerne Gottes Rath verstehn Und den Weg des Lebens gehn. 6. Mit Vergebung aller Sünden, Herr, begnadigst du mich dann, Läßt mich wahre Ruhe finden, Daß ich fröhlich rühmen kann: Ich bin auch bei Gott in Gnaden; Und was könnte mir denn schaden? Meines Mittlers Gütigkeit Dank' ich diese Seligkeit. 7. Aber du bist meiner Seele Auch zur Heiligung iebe zu Gott und Christo. gemacht, Daß sie nicht mit Vorsatz fehle, Fliehe vor der Sünde Macht. Muth und Kraft zum heilgen Leben Kannst und willst du allen geben, Die mit Ernst sich nur bemühn, Schnöde Sün⸗ denlust zu fliehn. 8. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, und mein Alles sein; Prüf' und forsche, wie ich's meine, Tilge allen Heuchelschein, Daß ich hier schon auf der Erde Durch dich gut und selig werde Und dir treu sei bis zum Tod. Nur dies eine ist mir noth. (Jev. G.⸗B.) Joh. Heinr. Schröder 1666—1728. Eigne Melodie. 372 Wie schön e. leucht uns der Morgenstern, Voll Gnad' und Wahrheit von dem Herrn Uns herrlich aufgegangen. O guter Hirte, Davids Sohn, Mein König auf dem Himmelsthron, Du hast mein Herz umfangen! Lieblich, Freundlich, Schön und mächtig, groß und prächtig, reich an Gaben, Ueber alles hoch erhaben. 2. O Kleinod, dem kein Kleinod gleicht, Sohn Got— tes, den kein Lob erreicht, Vom Vater uns gegeben! Mein Herz zerfließt in dei⸗ nem Ruhm; Dein theures Evangelium Ist lauter Geist und Leben. Dich, dich, Will ich Ewig fassen, nimmer lassen, Brot des Lebens, Dein begehr' ich nicht ver— gebens. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, Du Gottesglanz und Himmelsschein, Die Flammen deiner Liebe Und stärk' mich, daß ich ewig bleib', O Herr, ein Glied von deinem Leib In frischem Le— benstriebe! Nach dir Wallt mir Mein Gemüthe, ewge Güte, bis es findet Dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, Wenn mich dein heilig Angesicht Mit Freundlichkeit anblicket. O Herr Jesu, mein trautes Gut, Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Mich inner⸗ lich erquicket. Tröst' mich Freundlich, Hilf mir Armen aus Erbarmen, hilf in Gna— den! Auf dein Wort komm' ich geladen. 5. Herr Gott, Vater, du starker Held, Du hast mich ewig vor der Welt In dei— Liebe zu Gott und Christo. 3. Gebet. nem Sohn geliebet; Dein Sohn hat theuer mich er⸗ kauft, Ich bin in seinen Tod getauft, Und nichts mich mehr betrübet. Sterb' ich, Erb' ich Himmlisch Le— ben, das er geben will dort oben; Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Saitenklang Und laßt den hohen Preisgesang Ganz freudenreich erschallen! Ich will mit meinem Jesu heut Und morgen und in Ewig⸗ keit In steter Liebe wallen. Singet, Klinget; Jubilieret, triumphieret: dankt dem Herren, Ihm, dem König aller Ehren! 7. Wie freu' ich mich, Herr Jesu Christ, Daß du der Erst' und Letzte bist, Der Anfang und das Ende; Du, der sein Leben für mich ließ, Nimmst einst mich in dein Paradies, Drauf fass. ich deine Hände. Amen, Amen! Komm, o Sonne, meine Wonne, komm ge⸗ gegangen! Deiner wart' ich mit Verlangen. Phil. Nicolai 1556—-1608. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 2 zott! gib mir 373. G deinen Geist zum Beten, Zum Beten ohne Unterlaß, Getrost im Glau⸗ ben hinzutreten, Wenn ich dein Wo Und aue uknien, und Jar ——— meine S Ruf: er ich Schu Sei di stärkenn werde Herr, h untergeh 3. Fi ein Wo es mich Läßt dr sehen, stets vo in der Schwin, dem Hi 129865 der Näh im Bet: den Br lehr' n ihn, Ur ner Pfl Seelen: 5.— mit dir auch ne sterb' i⸗ then J Geist i einst, ewig a 9 Dein nich er⸗ seinen nichts Sterb will Imein u heut wallen. ilieret, dem König mich, haß du e bist, Ende; ir mich nich in if fass Amen, Sonne, n ge⸗ lrt' ich 6—1608. nohne Glau⸗ nn ich Gebet. 26 dein Wort mit Freuden fass', Und auch im Glauben hin⸗ uknien, Wenn ich in Furcht und Jammer bin. 2. Im Schrecken über meine Sünde Sei dies mein Ruf: erbarme dich! So oft ich Schwachheit in mir finde, Sei dies mein Seufzer: stärke mich! Sink' ich, so werde dies mein Flehn: Herr, hilf; sonst muß ich untergehn! 3. Fühlt Seel' und Leib ein Wohlergehen, So treib' s mich zum Dank dafür; lßt du mich deine Werke sehen, So sei mein Rühmen stets von dir, Und find' ich in der Welt nicht Ruh', Schwingt sich mein dem Himmel zu. Herz 4. Ist der Versucher in der Nähe, So lehr' mich ihn im Beten fliehn; Wenn ich den Bruder leiden sehe, So lehr? mich bitten auch für ihn, Und in der Arbeit mei⸗ ner Pflicht Vergesse dein die Seele nicht. 5. Am Abend heiß mich mit dir reden, Am Morgen auch noch sein bei dir, Und sterb' ich, laß in letzten Nö— then Noch seufzen deinen Geist in mir. Weckst du mich einst, so bet' ich dann Dich ewig auch im Himmel an. Phil. Fr. Hiller 1699—1769. 5 Mel. Nach einer Prüfung ꝛe. oder Wer nur den lieben ꝛe. 374 Deis Heil, 9 * Christ, nicht zu verscherzen, Sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein Flehn aus reinem, gutem Herzen Hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst und hört, Was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen Mit Dank und Flehen oft und gern; Er lässet, was dir nützt, geschehen, Ist dir zu helfen niemals fern, Und thut, wenn du nur zu ihm flehst, Mehr, als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden Und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden Bedarf zwar keines Menschen Flehn; Er will bloß deine Seligkeit, Wenn er zu beten dir gebeut. 4. Sagt Gott nicht: bit⸗ tet, daß ihr nehmet? Ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, Der schämt sich Gottes Freund zu sein Und stößt das angebotne Glück Muthwillig selbst von sich zurück. 5. Sein Glück von seinem Gott begehren Ist wahrlich keine schwere Pflicht, Und 66 seine Wünsche Gott erklären Gereuet sicher niemals nicht. Es gibt uns Muth und stärkt die Kraft Zur Däm⸗ pfung jeder Leidenschaft. 6. Sich in der Furcht des Höchsten stärken, In dem Vertraun, daß Gott uns liebt, Im Fleiß zu allen guten Werken,— Ist diese Pflicht für uns betrübt, So trifft man nichts auf Erden an, Das unsern Geist er— freuen kann. 7. Gott, laß mich nicht mein Heil verscherzen, Gib Lust und Kraft mir zum Gebet, Und wenn mein Mund aus gutem Herzen Zu dir um Hülf' und Gnade fleht, So höre mich von deinem Thron Durch Jesum Chri— stum, deinen Sohn. (Jev. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert. 1715—69. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. 8 hönnt' ich in 375. K meinen Nö— then Nicht Gott vertraun, nicht beten, Wie elend wär' ich dann! Wenn Trost und Hoffnung wanken, Wie soll ich's Gott verdanken, Daß ich dann zu ihm beten kann? 2. Oft unterbrach der Kum— mer Mir meinen süßen Schlummer Und störte meine Ruh'; Doch wenn er in mir Gebet. wühlte, Dann kniet ich hin und fühlte: Mein Flehn, o Gott, erhörtest du! 2 3. Dann trug ich meine Leiden Mit größerm Muth, und Freuden Erfüllten mei⸗ nen Geist; Ich fand dann im Gebete Den Trost, um den ich flehte, Den Trost, den uns dein Wort verheißt. 4. Fleht' ich zu dir am Morgen, So schwiegen meine Sorgen Den ganzen Tag in mir; Mit ruhigem Ge⸗ müthe Vertraut' ich deiner Güte Und überließ mein Schicksal dir. 5. Und ruhig war mein Schlummer, Wenn ich dir meinen Kummer, O Gott, zuvor geklagt. Du, Herr, wachst für mein Leben; Von diesem Trost umgeben, War meine Seele unverzagt. 6. Wenn mir auch manche Tage Noch traurig unter Plage Und unter Gram ver⸗ gehn: Laß, Herr, in meinem Leiden Mich nie dein Antlitz meiden, Mich immer freudig zu dir flehn. ö 7. Und laß mich stets empfinden, Daß die dein Ant⸗ litz finden, Die gläubig dir vertraun: Mit ruhevollem Herzen Will ich in meinen Schmerzen Auf dich nur meine Hoffnung baun. (Old. G.⸗B.) Dilthen. Mel. Fr 376 nen; 2 sagt. bethörer berzagt, hören se wohl, soll die Ich wi hören. 2 wird ge kommt will ich der Liel für Lei Drober Der h Leben. wird g 3. wird mein( der Sü aus sei 4* wird st. be wa⸗ Unglü ich ohn in des der Drum f ich hin Flehn, o ch meine uMuth, ten mei⸗ id dann ost, um n Trost, verheißt. dir am en meine en Tag jem Ge⸗ h deiner mein ar mein ich dir O Gott, „ Hert, en; Von n, War igt. manche g unter ram ver⸗ meinem Antlitz freudig ch stets ein Ant⸗ ubig dir hevollem meinen ich nur in. Diltheh. Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛc. 376 ch will beten, * Gott wird hö— nen; Denn er hat es zuge⸗ sagt. Mich soll Zweifel nicht bethören, Und ich werde nicht verzagt, Wenn er nicht zu hören scheint; Denn ich weiß wohl, wie's gemeint: Es soll die Geduld sich mehren. Ich will beten, Gott wird hören. 2. Ich will beten, Gott wird geben; Denn von ihm kommt alles her. Schöpfen will ich mir und heben Aus der Liebe reichem Meer, Was für Leib und Seel' ist noth; Droben lebt der reiche Gott, Der hat Segen, Brot und Leben. Ich will beten, Gott wird geben. 3. Ich will beten, Gott wird schonen, Wenn mich mein Gewissen quält Und der Sünden Millionen Mir aus seinem Schuldbuch zählt. Buß', Gebet und wahre Reu' giehet Gottes Gnad' herbei; Er wird nach Verdienst nicht lohnen; Ich will beten, Gott wird schonen. 4. Ich will beten, Gott wird stärken, Wenn der Glau⸗ be wanken will; Werd' ich Unglückswetter merken, Bin ich ohne Sorgen still. Beten in des Glaubens Kraft Ist der Christen Ritterschaft; Dum bei allen meinen Wer⸗ Gebet. ken Will ich beten, Gott wird stärken. 5. Ich will beten, Gott wird retten. Ich will, wenn das Herz mir bricht, In des Vaters Schoß mich betten Mit Gebet und Zuversicht; Wer im Sterben beten kann, Der ist wahrlich wohl daran Und zerreißt des Todes Ketten. Ich will beten, Gott wird retten. Gottfr. Gottschling, gest. 1723. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛe. Rete nur, be⸗ 377. B trübtes Herz, Wenn dich Angst und Kum⸗ mer kränken; Klag' und sag' Gott deinen Schmerz, Er wird endlich an dich denken; Gott wird dein Gebet und Flehn, Ist es ernstlich, nicht verschmähn. 2. Gott wird dein Gebet und Flehn Dir zur rechten Zeit gewähren; Glaube nur, es wird geschehn, Was die Frommen hier begehren; Denn Gott kennet deinen Schmerz; Bete nur, betrübtes Herz! 3. Bete nur, betrübtes Herz, Bete stets in Jesu Namen; Wirf die Sorgen hinterwärts, Gott spricht schon das Ja und Amen; Sei getreu bis in den Tod, Beten hilft aus aller Noth. Beten hilft aus aller Noth; Nun, so bete sonder Zweifel! Bis Gott schenkt dir Brot; Schreckt dich Hölle, Welt und Teufel, — Bete nur, so wirst du sehn: Gott wird dir zur Seite stehn. 5. Gott wird dir zur Seite stehn; Vor wem sollte dir nun grauen? Mußt du hier auf Dornen gehn, End— lich sollst du Rosen schauen; Denn Gott kennet Vaen Schmerz. Bete nur, betrüb⸗ tes Herz! Joh. Gottfr. Krause 1685—-1746. Mel. Freu' dich sehr, o meinere. 378. W n. betreten, Wenn du liegst in Angst und Noth, Mußt zu Gott du fleißig beten; Beten hilft in Noth und Tod, Daß du Gottes Angesicht Auch im Kreuz auf dich gericht Kannst aus seinem Wort er⸗ blicken Und dein Herz mit Trost erquicken. 2. Es wird keiner je zu Schanden, Der sich seinem Gott vertraut; Kommt dir gleich viel Noth zu Handen, Hast du wohl auf ihn ge— baut; Scheint es gleich, als hört' er nicht, Weiß er doch, was dir gebricht; Deine Noth mußt du ihm klagen Gebet. Und in keiner Angst ver⸗ zagen. 3. Rufen, flehen, brünstig beten Ist der Christen beste Kunst; Freudig vor den Her⸗ ren treten Findet Hülfe, Gnad' und Gunst. Wer Gott fest vertrauen kann, Ist am aler besten dran; Er wird allzeit Rettung finden Und kein Feind ihn überwinden. 4. Lerne Gottes Weise merken, Die er bei den Sei— nen hält. Er will ihren Glauben stärken, Wenn sie Unglück überfällt. Unser Gott, der lebt ja noch; Schweigt er gleich, so hört er doch. Ruf' getrost du mußt nicht zagen; Dein Gott kann dir nichts versagen. 5. Laß dich Gottes Wort regieren, an was die Wahrheit lehrt; Laß die Welt dich nicht verführen, Die sich von der Wahrheit kehrt; Gottes Wort sei stets dein Licht, Schutz und Trost und Zuversicht; Trau' nur Gott, der kann nicht lügen; Bet; du wirst gewißl ich siegen. Joh. Olearius 1611—84. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ꝛc. Eer ist wohl 379. W würdig, il zu nahen Zu Gottes hocher— habner Majestät? Wie darf der Mensch sich unterfahen, Den Ewgen anzurufen, im Gebet? bebet v erz w mich 2. D ausgesü vergoß Er hat verdiene den We Das He aufgeth. dürfen 3. E angegar Vater Seht, Verlang nem No In rei ewig da groß ur st ver— brünstig en beste en Her⸗ e, Gnad' ott fest m aller⸗ d allzeit id kein n. Weise en Sei⸗ lihren zenn sie Unser noch; so hört ost, du in Gott igen. 5 Wort as die ie Welt Die sich kehrt; ts dein ost und r Gott, 3 Bet, gen. 1611—84. „will ꝛc. t wohl dig, sich hocher⸗ zie darf rfahen, en im 7 Gebet. Gebet? Die Finsterniß er⸗ bebet vor dem Licht; Das Herz will beten und vermag s nicht. 2. Doch Christus hat uns ausgesühnet, Als er für uns vergoß sein theures Blut. Er hat uns Gottes Huld berdienet Und uns gebahnt den Weg zum höchsten Gut. Das Heiligthum ist uns jetzt aufgethan; In Christi Namen dürfen wir uns nahn. 3. Er selbst ist uns vor⸗ angegangen, Vertritt beim Vater seine Gläubgen nun. Seht, wie er brennet vor Verlangen, Was sie in sei⸗ nem Namen flehn, zu thun. In reicher Fülle beut er (wig dar Des Heiles Güter, groß und wunderbar. 4. Nun kann und darf ich nimmer zagen, Mein Sündenelend machet mich nicht schuu. Im Glauben 269 will ich's fröhlich wagen; Gott selber steht durch seinen Geist mir bei. Und ruf' ich: Abba! gläubig in dem Herrn, So höret und erhöret Gott mich gern. 5. Stets lehre du mich also beten, Wie es, o Gott, dir wohlgefällig ist. Laß nie mich anders vor dich treten, Als daß ich hab' im Herzen Jesum Christ. Mit ihm steht offen deines Hauses Thür; Ohn' ihn verschließt sie sich auf ewig mir. 6. Nun, Vater, fülle meine Hände, Zu dir heb' ich sie gläubig betend auf. Aus deines Sohnes Fülle sende, Was mächtig ist, zu fördern meinen Lauf. Hier ist mein Geist dir im Gebete nah, Einst schaut mein Auge dich. Halleluja! Joh. Anast. Freylinghausen 1670—-1739. 4. Kampf mit der Sünde. Mel. Straf' mich nicht in ꝛe. ache dich, 380. V mein Geist, bereit; Wache, fleh' und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete! Unver⸗ hofft Ist schon oft Ueber viele Frommen Die Ver⸗ uchung kommen. 2. Wache recht; sonst kannst du nicht Christi Klar⸗ heit sehen. Wache; sonst wird dir sein Licht Ewig ferne stehen. Denn Gott will Für die Füll' Seiner Gna⸗ dengaben Offne Augen haben. 3. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt be⸗ 270 zwinge Oder, wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe! Wach' und sieh, Daß dich nie Falsche Brüder fäl— len, Die dir Netze stellen! 4. Wache, daß dich Satans List Nicht im Schlaf betrüge; Denn sobald du sorglos bist, Hilfst du ihm zum Siege, Und Gott gibt, Die er liebt, Oft in seine Strafen, Wenn sie sicher schlafen. 5. Aber bete auch dabei, Bete bei dem Wachen; Denn der Herr nur kann dich frei Von der Trägheit machen. Seine Kraft Wirkt und schafft, Daß du wacker bleibest Und sein Werk betreibest. 6. Nahe dich denn mit Gebet Oft zu seinem Throne; Wenn dein Herz nur gläubig fleht, Hört er in dem Sohne. Er verheißt, Seinen Geist, Mit ihm Kraft und Leben, Auf dein Flehn zu geben. 7. Nun, so laß uns im⸗ merdar Wachen, flehn und beten, Wenn Anfechtung und Gefahr Uns entgegentreten! Denn die Zeit Ist nicht weit, Da von allem Bösen Gott uns wird erlösen. Joh. Burkh. Freystein, gest. 1720. Mel. Lieber Tag, seh' ich dich ꝛe. 381 er sich dün⸗ * ken läßt, er stehe, Sehe zu, daß er nicht Kampf mit der Sünde. fall'; Es umschleicht ihn, wo er gehe, Der Versucher über⸗ all. Sicherheit kann nur betrügen, Lässigkeit thut nim⸗ mer gut; Lässest du in Schlaf dich wiegen, Mehret sich des Feindes Muth. 2. Ist der neue Geist auch willig, Ist das alte Fleisch doch schwach; Schläfst du, o so trifft dich billig Statt des Lohns viel Weh und Ach. Immer steht der Feind in Waffen, Nier kommt ihn der Schlummer an; Warum wollten wir denn schlafen? O, das wär' nicht wohlge— than! 3. Wohl dem, der mit Furcht und Zittern Seine Seligkeit stets schafft; Er entgeht den Ungewittern, Die den Sichern weggerafft. Wohl dem, der stets wacht und flehet Auf der schmalen Pilgerbahn, Weil er unbe⸗ weglich stehet, Wenn der Feind ihn greifet an. 4. O du Hüter deiner Kin⸗ der, Der du schläfst und schlummerst nicht, Mache mich zum Ueberwinder Alles Schlafs, der mich anficht. Weck' und hüte Geist und Sinnen, Laß sie dir stets wachend sein, Daß ich, rufst du mich von hinnen, Wachend auch mag schlafen ein. Unbek. Verf. Mel. Ack 3⁰² drungen Heiland Marter, Wie er gen, Ri Kraft; berschaff 2. V sagen, und M mit Flei soll der der Her Und de ertheilt. ihm ist arm, de ist unser uns se verzagt Feind Mag stürmer zur Se Geduld 5. und r im Gel Höhe f fahnen chlafen? wohlge⸗ der mit Seine ft; Er rn, Die ggerafft. 8 wacht chmalen r unbe⸗ nn der bek. Verf. Mel. Ach, was soll ich Sünder ꝛc. uf, ihr Strei⸗ 382. A ter, durchge⸗ drungen, Auf und folgt dem Heiland nach Selbst durch Rarter, Tod und Schwach. Wie er sich hat aufgeschwun⸗ gen, Ringt ihm nach in seiner Kraft; Er ist's, der den Sieg erschafft. 2. Kein Erlöster müsse sagen, Ihm gebreche Kraft und Muth Zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen, Weil der Herr die Wunden heilt Und den Schwachen Kraft ertheilt. 3. Sind wir schwach, bei ihm ist Stärke; Sind wir arm, der Herr ist reich; Wer ist unserm König gleich? Seine Macht thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, Dem die Himmel unter⸗ than? 4. Ja, er kann und will uns schirmen; Höret auf verzagt zu sein, Auf den Feind dringt muthig ein, Mag er drohen, mag er stürmen, Wißt, der Weg zur Seligkeit Fordert Muth, Geduld und Streit. 5. Nun, so wachet, kämpft und ringet, Bleibet wacker im Gebet, Bis ihr auf der Höhe steht, Wo ihr Sieges⸗ fahnen schwinget. Wenn der Kampf mit der Sünde. 271 Erde Werk gethan, Hebt des Himmels Wonne an. Unbek. Verf. Mel. Lieber Tag, seh' ich dich ꝛe. 298 inge recht, 383. 9 Wenn Got⸗ tes Gnade Dich nun ziehet und bekehrt, Daß dein Geist sich ganz entlade Von der Last, die ihn beschwert. Ringe; denn die Pfort' ist enge Und der Lebensweg ist schmal. Hier bleibt jeder im Ge⸗ dränge, Der nicht strebt zum Himmelssaal. 2. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, Dring hinein in Gottes Reich; Will der Feind dir widerstreben, Werde weder matt noch weich! Ringe, daß dein Eifer glühe Und die erste Liebe dich Von der ganzen Welt abziehe; Halbe Liebe hält nicht stich! 3. Ringe mit Gebet und Flehen, Halte feurig damit an; Laß den Eifer nicht ver⸗ gehen, Tag und Nacht sei es gethan! Hast du so die Perl' errungen, Denke ja nicht, daß du dann Alles Böse hast bezwungen, Was uns Schaden bringen kann! 4. Deines Heiles, deiner Seele Nimm mit Furcht und Zittern wahr! Hier in dieser Welt voll Fehle Schwebst du täglich in Gefahr. Halte deine Krone feste, Halte männlich, was du hast; Recht beharren ist das beste, Rück⸗ fall ist ein böser Gast. 5. Laß dein Auge ja nicht gaffen Nach der schnöden Eitelkeit; Bleibe Tag und Nacht in Waffen, Fliehe träge Sicherheit. Laß dem Fleische nicht den Willen, Gib der Lust den Zügel nicht; Willst du die Begierden stillen, So verlischt das Gnadenlicht. 6. Wahre Treu' führt mit der Sünde Bis zum Grab beständig Krieg, Gleichet nicht dem Rohr im Winde, Sucht in jedem Kampf den Sieg. Wahre Treu' liebt Christi Wege⸗— 1 beherzt auf ihrer Hut, Weiß von keiner Fleischespflege, Hält lein Unrecht sich zu gut. 7. Wahre Treu' kommt dem Getümmel Dieser Welt nie gern zu n Ist ihr Schatz doch in dem Himmel; Drum auch ihr Herz all— da! Dies bedenket wohl, ihr Streiter! Rüstet recht zum Kampfe euch; Dringet alle Tage weiter, Bis ihr kommt ins Himmelreich. Joh. Jos. Winckler 1670—- 1722. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛe. Iricht nur strei⸗ 384. N ten, über⸗ winden Muß, wer nach der Krone ringt. Mühvoll ist der Kampf der Sünden, Kampf mit der Sünde. Selig, wem der Sieg gr⸗ lingt. Ihn empfangen Jubel⸗ lieder, Freudig schaut vom Del er nieder Nuß des heißen Streits Gefahr, Los hienieden war. 2. Glorreich, Herr⸗ hat überwunden Deiner 0hn glänzend Heer; Ja, sie sahen dunkle Stunden, Und ihr Kampf war heiß und schwer, Schwerer, als im Lauf der Zeiten Ich ihn jemals werde streiten; Denn das Schwert der Feinde ruht, Trieft nicht mehr von Christenblut. Der sein 3. Ueberwunden, über⸗ wunden Hast du, Herr der Herrlichkeit. Todesschweiß und Blut und Wunden Zeugen von dem ernsten Streit. Tausendfache Angst und Schmerzen Lasteten auf deinem Herzen; Dennoch unterlagst du nicht Selbst im härtesten Gericht. 4. Wer kann das Geheim⸗ niß fassen, Wer, wie hoch er sich auch schwingt?„Warum hast du mich verlassen?“ Ruft, der mit dem Tode ringt! Dennoch ist Triumph sein Ende, Er gibt sich in Gottes Hände; Schon um⸗ hüllt von Todesnacht, Ruft er aus: Es ist vollbracht! 5. Was sind meine kurzen Leiden Gegen die, so Christus litt, Und was gegen jene Freuden, Die mir Christi Tod er ohne B in dein zum 2 Kraft Fr. G Mel. M 38 nicht!“ Und u gebrich sum he deiner ruft: schimm Lebens Willst grim 3. halber nieder läßt d ihm So j zurück Himn 4. säums wärts kümm doch Steil der es gi Sieg ge⸗ n Jubel⸗ aut vom es heißen Der sein zerr, hat Zeugen sie sahen Und ihr d schwer, Lauf der Is werde Schwert ieft nicht lut. „über⸗ Herr der Sschweiß Wunden ernsten he Angst eten auf Dennoch t Selbst Geheim⸗ e hoch er „Warum lassen?“ m Tode Triumph sich in hon um⸗ t, Ruft bracht! e kurzen Christus zen jene Christi Tod erstritt? Herr, ich folge ohne Beben; Hilf mir dringen in dein Leben, Du, der mir zum Heile starb Und mir Kraft zum Kampf erwarb. Fr. Gottlieb Klopstock 1724—-1803. Mel. Mir nach,sprichtChristus ꝛc. 385 Hiuan, hinan! 8— ermüde nicht! Ermuntre deine Kräfte, Und wenn es dir an Muth gebricht, Den Blick auf Je⸗ sum hefte! Er steht am Ziele deiner Bahn, Er winkt und ruft: hinan, hinan! 2. Er steht im offnen Him⸗ melsthor Auf seines Tem⸗ pels Schwelle, Hebt eine Krone hoch empor,— Wie schimmert sie so helle!„Die Lebenskrone, sie ist dein, Willst du mein treuer Pil⸗ grim sein! 3. Doch wehe, wer auf halbem Weg Verzagt und niedersinket,— Wer gar ver⸗ läßt den heilgen Steg, Weil ihm die Weltlust winket! So jemand kehrt zur Welt zurück, Wirft er hinweg sein Himmelsglück.“— 4. O Pilgrim du, was säumst du noch? Steig auf⸗ wärts ohne Weile! Was kümmern dich die Mühen doch Des Wegs und seiner Steile? Mag's rinnen von der Stirne heiß, Fürwahr, es gilt nicht schlechten Preis! Kampf mit der Sünde. 73 5. Schon ist manch saurer Schritt geschehn, Dein Ziel rückt immer näher; Bald wirst du auf dem Gipfel stehn; Hinan, und klimme höher! Hinan, hinan!— schon bist du nah,— Noch einen Schritt, und du bist da! 6. Hast du hier treu dem Wort geglaubt Vom ewgen Gnadenlohne, Dann setzt dein König dir aufs Haupt Die Ueberwinderkrone Und spricht:„Nun komm ins Vaterhaus, Da sollst du ruhn mit Ehren aus!“ Aug. Feldhoff 1800- 46. Mel. Wer nurden lieben Gott ꝛc. 386 Wos hinket ihr, 8 betrogne See⸗ len, Auf beiden Seiten immerfort? Fällt's euch zu schwer, das zu erwählen, Was euch anbeut des Him⸗ mels Wort? durch die schmale Bahn! O seht's mit offnen Augen an Und brechet 2. Bedenkt, es sind nicht Königskronen, Nicht R thum, Ehr' und Lust Welt, Womit euch Gott ewig lohnen, Wenn eich⸗ der will euer Kampf den Sieg erhält,— Gott selbst ist's und Ewigkeit Voll Lust, Ruh', voll Seligkeit! 3. Drum gilt hier die voll kein getheiltes Leben, Gott krönet kein getheiltes Herz; 18 Wer 274 Jesu sich nicht recht ergeben, Der macht sich selber Müh' und Schmerz Und träget zum verdienten Lohn Hier Unruh, dort die Qual davon. 4. Wer aber mit Gebet und Ringen Der Welt auf ewig Abschied gibt. Wer Christo folgt in allen Dingen Und ihn allein von Herzen liebt, Der wird der Krone werth geschätzt Und auf des Königs Stuhl gesetzt. 5. Zerreißet die gelegten Schlingen, Die euch in diesem schönen Lauf Verhindern und zum Säumen bringen Und rafft euch heut von neuem auf! Wohlan, ver— laßt die falsche Ruh'; Auf, auf! es geht dem Himmel zu. 6. Gott fordert nur, daß ihr euch haltet An ihn, den Herrn, der mit euch geht, Daß ihr die schwachen Hände faltet Und ohne Heucheln zu ihm fleht. Er kämpft für euch, er macht euch Bahn; Trotz dem, der euch besiegen kann! 7. Die Allmacht stehet euch zur Seiten, Die Weis⸗ heit hält bei euch die Wach', Die Gottheit selber will euch leiten; Folgt nur mit treuen Schritten nach. Wie manchen hat nicht diese Hand Schon durchgeführt ins Vaterland. 8. Laßt euch das Fleisch nicht träge machen, Ver⸗ Kampf mit der Sünde. bannet Furcht und Weich⸗ lichkeit; Ihr gebt euch j0 um eitle Sachen In tausend Müh' und Fährlichkeit; Ein Thor, wer um das höchste Gut So träg', verzagt und sorglos thut! 9. Eilt, faßt einander hei den Händen; Seht, wie it unser Ziel so nah! Wie bald wird unser Kampf sich enden; Dann stehet unser Könih da. Er führt uns ein zur stillen Ruh' Und theilet uns das Kleinod zu. Leop. Franz Fr. Lehr 1709—44. Mel. Es wolle Gott uns ꝛe 387 Ihr Mitgenossen, 99 auf zum Streit, Damit uns Gott belohne! Es gilt das Reich der Herr⸗ lichkeit, Der Ueberwinder Krone. Wer weichet, wird auch nicht gekrönt; Wie hat der Herr gestritten! Der Herr, der uns mit Gott ver⸗ söhnt, Er hat für uns ge⸗ litten Am Oelberg und am Kreuze. 2. Miterben, haltet an und seht Empor zum großen Lohne. Getrost! durch unsre Feinde geht Der Weg zu jener Krone. Ob tausend auch zur rechten euch, Zur linken tausend sänken, So weicht doch nicht; Gott wird sein Reich, Wird Kraft zum Streit wir nid . 0. Kampfs sie uns ist mit Wird decken. stärken Hülfe Harnise könnt i freudig 4Z. den Te nicht sel in sein er nie dieses Nach si Wird helles bekleide sten T (Jev. G. Mel. 2 seinen deinem nes Gl deinem wie er klärt l Wie d Weich⸗ euch ja tausend it; Ein höchste agt und nder bei wie ist Lie bald enden; König ein zur ilet uns 1709—44. Uns ꝛe. enossen, Streit, Helohne! r Herr⸗ rwinder d‚ wird Vie hat J. Der ott ver⸗ ins ge⸗ ind am tet an großen h unsre Leg zu tausend „Zur 1, 0 tt wird ft zum Kampf mit Streit uns schenken, Wenn wir nicht muthlos weichen. 3. Zwar groß ist unsers Kampfs Gefahr, Doch soll sie uns nicht schrecken; Gott it mit uns, und wunderbar Wird Gottes Schutz uns decken. Er stärkt, der mächtig tärken kann, Wenn wir um Hülfe flehen; Er reicht den Harnisch; zieht ihn an! So könnt ihr muthig stehen Und freudig überwinden. 4. Wer überwindet, soll den Tod, Der Sünder Tod nicht sehen. Vergieng' er auch in seiner Noth, Dort wird er nicht vergehen. Nach dieses Lebens kurzem Streit, Nach seinem kurzen Leiden, Wird ihn der Unschuld helles Kleid, Gerechtigkeit bekleiden Dort vor des Höch— sten Throne. (Jev. G.⸗B.) Fr. Gottlieb Klopstock 1724-1803. Mel. Was mein Gott will ꝛc. Sei Gott ge⸗ 388.. treu, halt seinen Bund, O Mensch, in deinem Leben! Bewahre dei⸗ nes Glaubens Grund; Bleib deinem Gott ergeben! Denk' wie er sich So väterlich Er⸗ klärt hat, dich zu lieben! Wie dich die Tauf' Verpflich— tet drauf, Beständge Treu' zu üben! ů 2. Sei Gott getreu! Du als sein Kind Mußt ihn in der Sünde. 275 ehren; Dein Gott, bei dem man Hülfe findt, Will dein Gebet erhören. Ein edler Muth Macht still und gut. Kann Gottes Huld dir werden, Wohl dir! so ist, Mein lieber Christ, Nichts Selgers hier auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden In deinem ganzen Lebenslauf Von sei⸗ ner Liebe scheiden. Sein' alte Treu' Wird täglich neu, Sein Wort steht nicht auf Schrauben. Was er ver⸗ spricht, Das bricht er nicht, Das magst du sicher glauben. dich gesetzet. hält mit seiner Hand, Wer ist's, der dich verletzet? Wer seine Gnad' Zum Beistand hat, Ist aller Furcht entho⸗ ben. Gott schützt und wacht; Durch seine Macht Wehrt er der Feinde Toben. 5. Sei Gott getreu, sein werthes Wort Recht stand⸗ haft zu bekennen. Steh fest darauf an allem Ort, Laß dich davon nichts trennen. Was diese Welt Nur in sich hält, Muß alles doch ver⸗ geben; Sein theures Wort Bleibt fort und fort Ohn' alles Wanken stehen. 6. Sei Gott getreu, als welcher sich läßt treu und 18*² 276 Kampf mit der Sünde. hülfreich finden. Streit un⸗ ter ihm nur ritterlich Und laß der Macht der Sünden Ja wider Pflicht Den Zü⸗ gel nicht; Und wär' ein Fall geschehen, So sei bereit, Mit Buß' allzeit Bald wie⸗ der aufzustehen. 7. Sei Gott getreu bis in den Tod Und laß dich nichts abwenden. Er kann und wird in Todesnoth Auch kräftgen Beistand sen— den. Das Grab schreckt nicht, Nicht das Gericht; Der Sieg muß uns gelingen, Durch Welt und Noth, Durch Grab und Tod Ins Leben durch— zudringen. 8. Verbleibst du also Gott getreu, So wird er sich er⸗ weisen, Daß er dein lieber Vater sei, Wie er dir hat verheißen, Und eine Kron' Zum Gnadenlohn Im Him- mel dir aufsetzen; Da wirst du dich Dort ewiglich An seiner Huld ergetzen. Mich. Franck 1609—67. Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛe. ei getreu bis 389. SaudasEnde, Daure redlich aus den Streit; Leidest du gleich harte Stände, Endlich ist der Sieg bereit. Ach, das Leiden die⸗ ser Zeit Ist nichtzwerth der Herrlichkeit, Die dein Jesus dir will geben Dort in je⸗ nem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Leiden Und laß dich kein Ungemach, Keine Noth von Jesu scheiden; Murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld Größer nur durch Ungeduld; Selig ist, wer willig träget, Was sein Gott ihm auferleget! 3. Sei getreu in deinem Glauben! Laß dir dessen festen Grund Ja nicht aus dem Herzen rauben; Halte treulich deinen Bund, Den dein Gott durchs Wasser⸗ bad Fest mit dir geschlossen hat. Ja, so sei dein ganzes Leben Deinem Gott zum Dienst ergeben. 4. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt! Auch die Lieb' am Nächsten übe, Wenn er dich gleich oft betrübt; Denke, was dein Heiland that, Als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott verge⸗ ben, Auch verzeihn und lieb⸗ reich leben. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Traue fest auf Got⸗ tes Wort; Hat dich Kreuz und Noth betroffen Und Gott hilft nicht alsofort, Hoffe fest; Gott ist schon hier Nahe stets in Liebe dir, Seine Hülf' ist schon vorhanden; Hoffnung machet nie zu Schanden. 6. Nun wohlan, so will ich leiden, Glauben, lieben, hoffen f bis zur mein 6 läßt. H liebt, N ergibt, Hände; bis zun Mel. Fꝛ 300 Ende Glaube Gott!! in diese einmal mir au bis ich Lieb' u 2. 8 gleicher Wellen zurücket koth Sei m bricht, helles von dir Glaube zu wer Christ besten; der H Der bleibt Siege deinem ich kein oth von rre nicht Denn du Größer Selig t, Was leget! deinem dessen cht aus Halte d, Den Wasser⸗ schlossen nganzes tt zum 1 deiner der dich ieb' am er dich Denke, hat, Als at! Du t verge⸗ Ind lieb⸗ deinem auf Got⸗ h Kreuz n Und alsofort, st schon 1 Liebe st schon machet so will lieben, Kampf mit hoffen fest Und getreu sein bis zum Scheiden, Weil mein Gott mich nicht ver— läßt. Herr, den meine Seele liebt, Dem sie sich im Kreuz ergibt, Sieh, ich fasse deine Hände; Hilf mir treu sein bis zum Ende! Benj. Praetorius um 1659. Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛe. 390 7 icht der An⸗ * fang, nur das Ende Krönt des Christen Glaubensstreit. Ach getreuer Gott! vollende Meinen Lauf in dieser Zeit! Hab' ich dich einmal erkannt, So verleih mir auch Bestand, Daß ich, bis ich einst erkalte, Glauben, Lieb' und Hoffnung halte. 2. Laß mich einem Felsen gleichen, Der in Sturm und Wellen steht; Laß mich nicht zurückeweichen, Wenn mich Noth und Tod umfäht. Sei mein Anker, der nicht bricht, Sei mein Stern und helles Licht, Daß ich nie von dir mich scheide Und am Glauben Schiffbruch leide. 3. Es ist gut, ein Christ zu werden, Besser noch, ein Ehrist zu sein; Doch den besten Ruhm auf Erden Gibt der Herr nur dem allein, Der ein Christ beständig bleibt Und den Kampf zum Siege treibt; Solchen wird der Sünde. 277 mit ewgen Kronen Christus droben einst belohnen. 4. Laß mich halten, was ich habe, Daß mir nichts die Krone nimmt. Es ist deines Geistes Gabe, Daß mein Glaubensdocht noch glimmt. Lösche nicht dies Fünklein aus, Mach' ein helles Feuer draus; Laß es ungestöret brennen, Dich vor aller Welt bekennen. 5. Du hast meinen Grund geleget; Jesus, der mein Grundstein ist, Wird durch keine Macht beweget, Ihn verrücket keine List. Laß mich fest auf ihm bestehn, Nim⸗ mermehr zu Grunde gehn, Wenn sich Macht und List bemühen, Mich von Christo abzuziehen. 6. Jesu! hilf mir dir an⸗ hangen, Wie das Schaf am Hirten hängt, Stets im Glauben dich umfangen, Wie mich deine Gnad' umfängt. Kommt es dann zur letzten Noth, versiegle mir im Tod, Was e So ö ich dir geglaubt auf Erden, Und laß es zum Schauen werden. Benj. Schmolck 1672—-1737. Mel. Mir nach, spricht ꝛe. 391 Bald oder spät 66ʃ3. 3 des Todes Raub, Wall' ich noch hier auf Erden, Ich Sterblicher, doch dieser Staub Soll einst 278 Kampf mit der Sünde. unsterblich werden, Und dann ist mein bestimmtes Theil, O Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit frohem Eifer soll der Christ Nach seinem Heile ringen, Nicht fröhnen dem, was irdisch ist, Hinauf zu Gott sich schwingen, Getrost den Pfad der Trübsal gehn Und standhaft in Versuchung stehn. 3. Ich weiß, daß ich noch laufen muß; Noch bin ich in den Schranken, Noch nicht am Ziele; doch mein Fuß Beginnet oft zu wanken. Drum stärke mich durch deine Kraft, Hart Herr, auf meiner Pilgerschaft. 4. So lang ich noch ein Fremdling hier Auf dieser Erde walle, So schaff ein reines Herz in mir, Ein Herz, das dir gefalle, Und leite mich auf ebner Bahn Durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es 50 mein Ruhm, dir werth zu sein, Was du gebeutst, 30 üben, Mein höchstes Gut: mich dein zu freun, Von Herzen dich zu lieben, Mein Trost: auf dei⸗ nen Schutz zu traun, Und meine Hoffnung: dich zu schaun. 6. Nie soll die Thorheit dieser Zeit, Nie soll sie mir den Glauben, Den süßen Trost der Ewigkeit, Des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? Dort schauen wir und beten an Vor Gottes Ange⸗ 4—08 Wir, die wir hier im Dunkeln sahn, Wir werden dort im Lichte Die Wunder seiner Liebe sehn Und seine Wege ganz n 8. Du, der du uns das Heil erwarbst, Laß, Jesu, mich's ererben! Der du für deine Menschen starbst, Laß, Jesu, dir mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, Getreu bis in den Eud dir sei, (Old. G.⸗B.) Gottfr. Bened. Funk 1734—1814. Mel. Es ist gewißlich an der e. 392 N. mar 9999 Seelen S ligkeit Laß, Herr, mich rig ringen. Sollt' ich die kurze Gnadenzeit In Sicher⸗ heit verbringen? Wie würd' ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, Muß reines Her⸗ zens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn Auf seine Sünden sehen Und, wenn man nicht mehr sündgen kann, Gott um Erbarmung flehen, Das ist der Weg zum Leben nicht, Den uns, Heil igu hier av wahre Haupto stꝑärke Nichs so lieb, wender 4. C ganze! Freude was d darübe hülfe Welt in sich ersetzer 9. Zufrie diesem mir 2 Iu N Nicht irdisch Gotte⸗ jenes 6. Herr, Dinge mir 1 edlem ich a Und steh, 7. wenn mich t, Des rauben. Lebens versüßt wir und 8 Ange⸗ hier im werden Wunder nd seine uns das „ Jesn, du für st, Laß, n! Gib, en treu, d dir sei, ned. Funk 734—1814. un der 2. meiner len Se⸗ nich eif— ich die Sicher⸗ ie würd' bestehn? wünscht nes Her⸗ Schluß uf seine „ wenn sündgen armung r Weg en uns, Kampf mit der Sünde. 279 o Gott, dein Unterricht In deinem Wort bezeichnet. g3. Du rufst uns hier zur Heiligung; Drum laß auch hier auf Erden Des Geistes wahre Besserung Mein Hauptgeschäfte werden. Herr, saͤkke mir dazu den Trieb; Nichts sei mir je so groß, so lieb, Mich davon abzu⸗ wenden. 4. Gewönn' ich auch die ganze Welt Mit allen ihren Freuden Und sollte das, was dir gefällt, O Gott, darüber meiden,— Was hülfe mir's! Nie kann die Welt Mit allem, was sie in sich hält, Mir deine Gnad' ersetzen. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit Schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit In Noth, im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück, Nur Friede Gottes und ein Blick Auf jenes Lebens Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich Vor allen Dingen trachten Und was mir daran hinderlich, Mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' Und im Gericht dereinst be— steh', Sei meine größte Sorge. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht Vor Trägheit mich beschützest Und mich so treu in meiner Pflicht Mit Kräften unterstützest! O stärke mich, mein Gott, dazu! So find' ich hier schon wahre Ruh' Und dort das ewge Leben. Joh. Sam. Diterich 1721—-97. Mel. Herzlich thut mich ꝛe. 393 Ich soll zum Le— 393. I ben dringen, Für welches Gott mich schuf, Soll nach dem Himmel rin⸗ gen; Das, das ist mein Be⸗ ruf. In einer Welt voll Sünden Soll ich nur ihm mich weihn, Sie fliehn, sie überwinden Und dann erst selig sein. 2. In meiner frühsten Ju⸗ gend Hat er mich das ge⸗ lehrt. Schön, göttlich ist die Tugend Und meines Eifers werth; Ihr folgen reine Freu— den, Und wer, was Gott will, thut, Hat selbst in sei⸗ nem Leiden Zufriedenheit und Muth. 3. Und wenn der Pilger Gottes Der Sünder Lust verschmäht, Wenn er trotz ihres Spottes Auf Gottes Pfade geht: Was wird ihm nicht zum Lohne, Wenn er die kurze Zeit Getreu war! welche Krone! Welch eine Seligkeit! 4. Das glaub' ich; mich verlanget, Dein Kind, o Gott, zu sein, Und meine 280 Seele hanget Doch nicht an dir allein. Ich weiß, ich werde sterben, Und liebe doch die Welt. O Herr, welch ein Verderben, Das mich gefangen hält! 5. Bald wandl' ich deine Wege Mit Lust, und plötzlich bin Ich ohne Kraft und träge, Ermüd' und sinke hin. Ich lasse nach zu ringen, Und doch ist's mein Beruf, Ich soll zum Leben dringen, Für welches Gott mich schuf. 6. Dir seufz' ich anzu⸗ hangen, Erbarmer, dir allein. Du hast es angefangen, Das gute Werk ist dein. Vollende, Gott, vollende, Was mir dein Wort verheißt! In deine Vaterhände Befehl' ich meinen Geist! Old. G.⸗B.) Joh. Andr. Cramer 1723—88. Mel. Was mein Gott will ꝛc. 394 Oft klagt dein Herz, wie schwer es sei, Den Weg des Herrn zu wandeln Und täg-— lich seinem Worte treu Zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh', Sie ist der Sieg der Lüste; Doch richte selbst, was wäre sie, Wenn sie nicht kämpfen müßte? ö 2. Sie, die sich ihrer La⸗ ster freun, Trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind Kampf mit der Sünde. die Sklaven eigner Pein Und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, Hat oft auch seine Leiden; Allein der Schmerz, mit dem er kämpft, Ver⸗ wandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar Ein breiter Weg durch Auen; Allein sein Fortgang wird Gefahr, Sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist an⸗ fangs steil, Läßt nichts als Mühe blicken; Doch weiter fort führt er zum Heil Und endlich zum Entzücken. 4. Du streitest nicht durch eigne Kraft; Drum muß es dir gelingen; Gott ist es, welcher beides schafft, Das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein Dem Sohn, der Brot begehrte? Bet' oft! Gott müßte Gott nicht sein, Wenn er dich nicht erhörte. 5. Dich stärket auf der Tugend Pfad Das Beispiel selger Geister; Ihn zeigte dir und ihn betrat Dein Gott und Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott Auf diesem Pfade hindern; Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott Und nicht bei Menschenkindern. 6. Sei stark, sei männlich allezeit, Tritt oft an deine Bahre; Vergleiche mit der Cuigkei er Jah dein neuen J Kräfte Die we +u unverza immer so viel Stets 1 cket. die Tha deinen? Verdien dein He Old. G.⸗ Mel. A Es ist 305 reines wahrer treu in Ein red mach' neu, Bilde chaffen 2. deinen mir bl 0 Guten mich Der st und Bl sanften muth, r Pein Frieden. ie Lüste ich seine ochmerz „Ver⸗ den. ahn ist breiter Allein Gefahr, Hrauen. ist an⸗ hts als weiter il Und n. ht durch muß es ist es, Das hingen. r einen er Brot Gott Wenn uf der Beispiel zeigte Dein Neister. Frechen Pfade Ruhm d nicht ännlich 1 deine nit der Aahn Den Kampf so kur⸗ Jahre. Das Kleinod, das din Glaube hält, Wird neuen Muth dir geben, Und Kräfte der zukünftgen Welt, —— werden ihn beleben. 7. Und endlich, Christ, sei mnerag, Wenn dir's nicht immer glücket, Wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, Stets neue Schwachheit drü— ket. Gott sieht nicht auf die That allein, Er sieht auf deinen Willen; Ein göttliches Verdienst ist dein! Dies muß dein Herze stillen. Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715-69. Mel. Ach, Gott vom Himmel ꝛc. oder Es ist gewißlich an der ꝛc. 395. Sbaff. in mir, Gott, ein reines Herz, Ein Herz voll wahrer Güte, Ein Herz, dir treu in Freud' und Schmerz, Ein redliches Gemüthe. Ach, mach' es dir zum Dienste neu, Daß es nach deinem Bilde sei In Heiligkeit ge⸗ schaffen. 2. Gib mir aufs neue deinen Geist, Der immer bei mir bleibe, Der mir zum Guten Beistand leist' Und nich zur Tugend treibe, Der steure meinem Fleisch und Blut Und gebe, daß ich sanften Muth, Zucht, De⸗ muth, Keuschheit liebe. Kampf mit der Sünde. 281 3. Verwirf von deinem Angesicht, Wenn ich es gleich verdienet, Mich, allertreuster Vater, nicht, Da Jesus dich versühnet. Laß mich, dein Kind, doch nimmermehr Hier Kan sogar tief und schwer, Daß du mich gar verwürfest 4. Den heilgen Geist nimm Dihn von mir! Den bösen Sinn bezähme, Daß er wich nicht von dih entführ', Ich mich nicht deiner schäme. Re⸗ giere Herz und Sinn und Muth Durch deinen Haiß, so fahr ich gut Im en und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich! Vergib mir meine Sünden! Und suchet meine Seele dich, So laß dich gnädig finden; Durch dein Verdienst, Herr Jesu Christ, Darinnen Trost und Leben ist, Hilf mir die Sünde dämpfen. 6. Dein D er⸗ halt' mich dir, Mich deiner 01—0 zu können; Unreine Lust laß nie in mir, Gott, wider dich entbrennen! O sei du meine Freud' allein! Laß mich auch deine Freude sein; Bring' mich zur ewgen Freude! (Jev. G.⸗B.) Ludaem. Elisab. von Schwarzburg-Rudolstadt 1640—72. Mel. Allein Gott in der Höh' ꝛc. 396 Pimm hin mein Herz, Gott, 282 nimm es an! Ich bring' es dir zur Gabe; Ich bring' es dir, so gut ich's kann, So schwach und arm ich's habe; Ich weiß doch, du verschmähst es nicht, So viel dem Opfer auch gebricht, Das ich dir willig weihe. 2. Nimm, o mein Heiland, nimm es hin, Du Herz voll ewger Liebe! Mein Herz ist voller Eigensinn Und voll verkehrter Triebe; Es hängt an Welt und eitler Lust! Doch ist dir's auch, o Herr, bewußt, Ich kann's ni icht selbst bekehren. 3. Mach' du's zu deinem reinen Haus, Das dir ge⸗ fallen könne; Was dir zu⸗ wider, reiß heraus, Daß dich und mich nichts trenne! Entsünd dge mich mit deinem Blut, Gib mir den Geist, — dann werd' ich gut, Dann fang' ich an zu leben. 4. Lunn r, gib— und kost' es imm erhin Dem Fleische tausend Schmerzen,— Herr, gib mir einen neuen Sinn, Ein Herz nach deinem Her— zen, Ein Herz, das dich mit Freuden ehrt, Das kindlich deine Stimme hört Und dei⸗ nen Namen fürchtet. 5. Gib mir ein Herz, das dich forthin Mit Vor⸗ satz nie betrübet, Ein Herz, das dich mit lauterm Sinn Aus allen Kräften liebet, Rampf mit der Sünde. Ein Herz, das nur für di entbrennt Und keine fal sche Liebe kennt, Ein Herz vol 101 und Glauben. Gib mir ein Herz, das deive Zucht, Wenn sich'ss verfehlt, bald spüret, Ein Herz, das keine Straße sucht, Als die zum Himmel führet Ein Herz, d das auch in Noth und Pein Zu dir die Zu⸗ flucht nimmt allein Und auch im Kreuz dich. Ein Herz, das Freund und Feinde liebt Und nichts haßt, als die Sünden, Ein Herz, das täglich mehr 0 übt, Sich stets in dir z finden, Ein Herz, das ümmer droben ist, Dort, wo du bist, Herr Jesu Christ, Vaters Rechten. 8. Herr! gibst du mit ein solches Herz, Was will ich mehr verlat angen? Dann bleib' ich fest in Freud' und Schmerz An deiner Liebe hangen; Dann bin ich dein, und du bist mein; Dann werd' ich einst dort oben sein Und selig dich umfangen. Ernst Gottlieb Woltersdorf 1725—61. Mel. 3 thut, das ist ꝛe. selig, wer in 3 77. O— dein Zucht Vor dir in Demuth wandelt, Beständig deine Ehre sucht Nach deinem Willen handelt! Wenn gleich die Noth Ihn Zu deines hart be deinen dein E⸗ 2. mit al Wahrhe Ruhm Mir ni Wenn Mtze Beten, ihre S 3. Tagew getrage mein 2 ich's f Glaube matt; Kräfte geschäf! 4. Kreuze. nicht se auferle helfen It ni. richtest halten — 5. Thorer Christe meiner Nicht! Der t Ehre mir zi winder 6. letzten für dich e falsche herz voll verz, das n sich's et, Ein e sucht, Ifü ühret in Noth die Zu⸗ Und auch t,— Freund' id nichts en, Ein nehr sich dir zu s immer du bist, u deines du mir as will Dann aud' und er Liebe ich dein, Dann rt oben nfangen. f1725—61. das ist ꝛe. wer in er Zucht wandelt, re sucht handelt! th Ihn hart bedroht: Er ruht in deinen Armen, Ihn tröstet dein Erbarmen. 2. Mein Gott! ich will mit aller Kraft An deine Wahrheit glauben, Den Ruhm der 2—65 Ritterschaft Mir niemand lassen rauben. Venn gleich die Welt Mir Ntze stellt, Mit Wachen, Beten, Ringen Zerreiß' ich ihre Schlingen. 3. Ich fürchte nicht das Tagewerk, Das du mir auf⸗ getragen; Hab' ich auf d dich mein Augenmerk, So kann ich's fröhl ich wagen. Wer Hlauben hat, Der wird nicht matt: Du gibst ihm neue Kräfte Zu dem Berufs⸗ geschäfte. 4 Ich fürchte nicht die Henzest ast; Du wirst so hart nicht schlagen, Und was du auferlegest hast, Vater helfen tragen. Zu deiner—— Ist nichts zu schwer; Du richtest auf die Knechte, Die halten deine Rechte. 5. Ich fürchte nicht der Thoren Spott, Die sich wohl Christen nennen, Dich aber, meinen Herrn und Gott, Nicht vor der Welt bekennen. Der tiefen Schmach Folgt Ehre nach; Dort reichst du mir zum Lohne Der Ueber⸗ winder Krone. 6. Ich fürchte nicht den letzten Feind, Will's ihn nach Kampf mit der Sünde. 283 mir gelüsten; Wenn um mich her die Liebe weint, Wirst du mit Kraft mich rüsten. Am Grabesrand Reicht mir die Hand,— Ich hoffe nicht vergebens,— Der Herr, der Fürst des Lebens. 7.— selig, wer den Kampf besteht Im Glauben der Er— lösten, Entschlossen deine Wege geht, Sich deiner Huld kann trösten! Ein Fels im Meer, Wenn um ihn her Die Wogen brausend gehen, Bleibt er im Sturme stehen. Chrn. Aug. Bähr 1795—1846. Mel. So bin ich nun kein Kind ꝛe. 3 98. Gott, welch ein Kampf in meiner Seelen, Welch steter Widerspruch in 403 Mein Geist heißt mich das Gute wählen, Sehnt sich, o Gott, so heiß nach dir; Allein das Fleisch verführt den Willen, Macht ihn den Sinnen unter— than, Strebt ihre Lüsternheit zu stillen Und'f schmiegt sich, aal den Sünden an. Der gute Vorsatz, den ich aßf sse, Entweicht oft wie ein Traumgesicht; Das 15 thu' ich, das ich hasse, Das Gute, das ich liebe, nicht. Getrieben wie ein Schiff vom Winde, Dem Steuerruder brach, sie mich hin, Sünde; Zu folgen nach. Mast und Reißt die Macht der späte Thränen 284 3. Wer löst mich von den Sklavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh'? Wer kann mich von mir selbst erretten? Nur du, Allmäch⸗ tiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade gnüget Zur seligsten Genesung mir; O send' ihn, daß mein Glaube sieget! Und ewig, ewig dank' ich dir. (Old. G.⸗B.) Sam. Gottlieb Bürde 1753—1831. Eigne Melodie. 399. esu, hilf siegen, du Furste des Lebens! Sieh, wie ich schweb' in Gefahren und Noth; Schwach ist mein Wollen, mein Ringen vergebens, Furchtbar die Macht, die mich täglich bedroht. Stehst du mir, Jesu, nicht schützend zur Seite, Wie könnt' ich kämpfen und siegen im Streite? 2. Fesu, hilf siegen; ein sündlich Verlangen Kämpfet in mir mit des Höchsten Ge— bot. Nimm du den Willen des Fleisches gefangen, Bring' durch dein Sterben der Sünde den Tod. Und daß nur möge, was gut ist, gelingen, Gib du das Wollen und gib das Vollbringen! 3. Jesu, hilf siegen; sonst muß ich verzagen, Wenn mein Gewisf en das Urtheil mir spricht, Wenn mich die Kampf mit der Sünde. Sünden der Jugend ver⸗ klagen Und ich erbebe vor Gottes Gericht. Wenn solche E die Seele be⸗ stürmen, Wollest du mich, o Versöhner, beschirmen. 4. Jesu, hilf siegen; wer mag sonst bestehen Wider den trüglich verschlagenen Feind? Wer mag dem Vater der Lügen IIHee Wenn er als Engel des Lichtes er⸗ scheint? Du bist die Wahr⸗ hei, mein göttlicher Meister Le hr mich sie finden und prüfen die Geister! 5. Jesu, hilf siegen, hilf wachen und beten! Herr, durch dein Flehen, das alles vermag, Wollest du mich bei dem Vater vertreten! Hüter, dein Auge bleibt immerdar wach; Wenn mich der Schlummer der Trägheit be⸗ fallen, Laß, mich zu wecken, dein Rufen erschallen! 6. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwunden, Was ich auf Erden mein eigen genannt. Wenn auch die Freunde, sonst treu mir ver⸗ bunden, Kalt und entfremdet sich von mir gewandt, Den⸗ noch soll nimmer mein Herz sich betrüben, Bist du,‚ o Jesu, mein Theil nur ge⸗ blieben. 7. Jesu, hilf siegen, wenn einst ich soll sterben; Mache von Furcht vor dem Tode mich fre mir, Der bis dir trer — 0. Mel. N Das is Mein h dem ich wieder Mich, d erschuf. 2. wallen, und fe Pilgerl Himme bereitet Prüfun ewig irdisch gegeber ich, me den, T Erden So sei Nur il Ihm, schuf. (ld. G. nd ver⸗ 5 vor solche cle be⸗ mich, o n. en; wer Wider agenen m Vater Wenn chtes er⸗ Wahr⸗ Meister; den und gen, hilf Herr, as alles mich bei Hüter, nmerdar ch der heit be⸗ wecken, n! n, wenn Was 1 eigen uch die mir ver⸗ tfremdet t, Den⸗ in Herz du, o nur ge⸗ n, wenn Mache na Tode So sei all mein mich frei; Zeige das Reich mir, das der soll ererben, Der bis ans Ende geblieben dir treu. Laß auch zuletzt 5. Weltverleugnung Kampf mit der Sünde. 285 mich im Kampf nicht er⸗ liegen, Reiche die H hand mir; o Jesu, hilf siegen! Joh. Heinr. Schröder 1666—1728. und Nachfolge Christi. Mel. Nun vuhen alle Wälder ꝛc. 400. Einst selig dort zu werden, Das ist und bleibt auf Erden Mein heiliger Beruf. Gott, dem ich freudig glaube, Weckt vieder aus dem Staube Mich, den er einst aus Staub erschuf. 2. Die Erde, da wir wallen, Oft straucheln, stehn und fallen, Ist nur ein Pilgerland, Das uns zum Himmel leitet, Zur Ewigkeit hereitet, Der Frommen kurzer Prüfungsstand. 3. So soll nicht Lust noch Leiden Von meinem Gott mich scheiden, Mich, der ich ewig bin. Kurz ist mein irdisch Leben. Wozu ist mir's gegeben? Und was ist, scheid ich, mein Gewinn? 4. Einst selig dort zu wer⸗ den, Das ist und bleibt auf Erden Mein Halid er Beruf. Bestreben, Nur ihm allein zu leben, Ihm, der zur Ewigkeit mich schuf. (ld. G.⸗B.) Gottfr. Bened. Funk 1734—1814. Mek. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 4 15 1 D dies ien u nem Herzen, O Herr, gleich anfangs eingesenkt, Daß es in dieser Welt voll Schmer⸗ zen Nach dem Unendlichen sich lenkt! Es sucht und wünschet immer zu Und findet nirgends seine Ruh'. 2. Gerechter Gott! wie hat die Sünde Mir doch das Ziel sehr verrückt, Daß ich in weiter Welt nichts finde, Was meine Seele recht erquickt; In dir allein ist wahre Ruh'; Bring', Herr, mein armes Herz dazu! 3. Ach, mache von den Eitelkeiten Der Welt, o Herr, mich ganz befreit Und ziehe mich von allen Seiten Zu⸗ rück von der Vergänglich⸗ keit, Damit ich durch solch Stillesein Zur wahren Ruhe kehre ein. 4. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Sonst bin ich ein verloren Kind,; Daß er durch Glauben in mir wohne Und ich in ihm die Ruhe find'; Denn durch den 286 Glauben ist er mein, Und ich bin durch den Glauben sein. 5. Sonst alles ist für nichts zu schätzen, Es mag auch heißen, wie es will; Pracht, Reichthum kann mich nicht ergetzen, Noch meine Seele machen still; Was Kinder dieser Welt erfreut, Bringt Gottes Kindern Trau⸗ rigkeit. 6. Geehret sein in Men-⸗ schenaugen Und ihrer Gunst versichert sein, Kann nichts an meinem Ende taugen; Im Leben ist's ein bloßer Schein. Drum laß, o Herr, mich diese Zeit Anwenden für die Ewigkeit. 7. Laß mich nach dieser Ehre trachten, Daß ich nur dir gefällig sei Und lerne diese Welt verachten, Die überall voll Täuscherei; Wer aber dir, o Gott, gefällt, Der hat das beste Theil er— wählt. 8. Drum laß mich dich allein behalten, O Herr, mein allerhöchstes Gut! Und wenn ich endlich soll erkalten, So stärke meinen blöden Muth Und rede meiner Seele zu: Komm, gehe ein in deine Ruh'! Joh. Ulrich Frommann 1669—1715. Mel. Mein Jesu, dem die ꝛe. 402. J. Weltverleugnung und Nachfolge Christi. fangen, Das außer Gott die Ruhe sucht; Gejagt von ir⸗ dischem Verlangen, Irrt es umher als auf der Flucht. Wer für das Eitle nur ent⸗ brennet, Bald dies, bald jenes sich erwählt, Hat seines wahren Ziels verfehlt, Weil er nicht seinen Ursprung kennet. 2. Du, der du bist von Gott gekommen, Ein Hauch und Strahl von seinem Geist, Hast nicht der Wahrheit Ruf vernommen, Wenn du dich mit der Welt noch freust. Hier auf der Erde willst du finden, Was dir allein der Himmel gibt; Ach, glaube, wer die Welt nur liebt, Des Thorheit ist nicht zu er⸗ gründen. 3. Wie kann das Sterb⸗ liche vergnügen Die Seele, die unsterblich ist? Soll denn das Ewge unterliegen Dem, was besteht so kurze Frist! Wie kann, was irdisch, den ergetzen, Der für den Him⸗ mel ist gemacht? Du bist von Gott so hoch geacht, Und weißt nicht deinen Werth zu schätzen? 4. O Schmach, so gibst du deine Würde Und deine Herrlichkeit dahin, Erliegst der selbst erwählten Bürde Und bleibest fern von Gottes Sinn! Gott hat zum Tempel dich erkoren; Bist du es nicht, welch g scherzest Huld, 3 nie gebe Ruhe fi Himmel Sohn, loren U gewandt Vateren von neu 6. 3 mußt di zu deine heißer 2 lingen, Herrn o hier be Den dir kann; 2 keit erst nie wirf Nel. 403 Was ha Schaut hin; Ei lisch we 2. VB Welt? ling und kurz du So erbt Gott die von ir⸗ Irrt es Flucht. nur ent⸗ 5‚ bald it seines lt, Weil sprumz bist von n Hauch m Geist, heit Ruf du dich Rfreust. willst du lein der e Seele, oll denn n Dem, e Frist? isch, den n Him⸗ Du bist geacht, deinen so gibst id deine Erliegst Bürde Gottes Tempel es nicht, welch große Schuld! Ver⸗ scherzest du des Schöpfers Huld, Dann besser, du wärst nie geboren. 5. Kehr' dich zu Gott, ver⸗ laß die Sünden, Sag' ab der Thorheit die ser Welt! Dann kann dein Herz erst guhe finden, Wenn dir der Himmel meist gefällt. Der Sohn, der thöricht sich ver⸗ loren Und in die Ferne weg⸗ gewandt, Wird von dem Vater nun erkannt Und wie von neuem ihm geboren. 6. Zu Gott, o Seele, nußt du dringen; Ach, geh zu deiner Ruhe ein! Dein heißer Wunsch wird dir ge— lingen, Ergibst du dich dem herrn allein. Du schmeckest hier bereits den Frieden, Den dir die Welt nicht geben kann; Dort geht die Selig— keit erst an, Da du von Gott nie wirst geschieden. Aus dem Berliner G.-B. Mel. Ich dank' dir schon ꝛe. 403. Er rhebet, Christen, euren Sinn; Was hangt ihr an der Erden? Shaut fest nach eurem Ziele sin; Ein Christ muß himm— lich werden. 2. Was bist du in der Welt? ein Gi Ein Fremd⸗ ling und ein Wandrer! Wenn kurz du hausgehalten hast, 8o erbt dein Gut ein andrer. Weltverleugnung und Nachfolge Christi. 287 3. Wer Gott erkennt, der suchet ihn, Kann nicht an Eitles denken, Lernt sich dem Joch der Sorg' entziehn Und sch zum Ewgen lenken. 4. Auch wenn die Last der Erd' ihn drückt, Wird er nicht muthlos zagen; Er kennt ja den, der ihn er⸗ quickt, Und weiß sein Leid zu tragen. — 5. Wo uns kein Schmerz mehr treffen kann, Wo Lebensströme fließen, Dort schaut er hin, schaut himmel— an, Den Schmerz sich zu versüßen. 6. Dort haben wir ein ewges Haus, Die Stätt' ist uns bereitet; Dort theilt Gott seine Kronen aus; Wohl dem, der tapfer streitet. 4. Dort ist' der Engel schönes Theil, Gott ewig Lob zu singen; So sei auch hier schon unser Heil, Für alles Dank zu bringen. 8. Dort wird das große Ziel erreicht, Vor unserm Herrn zu er Wer hier ihm als sein Jünger gleicht, Soll, Wi er ist, ihn sehen. 9. Drum hilf, Erlöser, uns schon hier Das Herz zu dir erheben, Daß wir entschlafen einst in dir Und ewig mit dir leben. Ehrenfried Liebich 1713-80. 288 Weltverleugnung und Nachfolge Christi Mel. Wer nur den lieben ꝛe. Uch, sas—9 404. 2 Lune don Gold und Schätzen, Von Pracht und Schönheit dieser Welt; Es kann mich ja kein Ding ergetzen, Das mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist allein nur meine Freude, Mein Kleinod und mein schönstes Bild, An dem ich meine Augen weide Und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, Des Fleisches Schönheit dauert nicht; Die Zeit kann alles das ver— wüsten, Was Menschenhände zugericht. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Je— sum, der mein Ziel. 4. Er ist allein mein Licht und Leben, Die Wahrheit selbst, das ewge Wort; Er ist der Weinstock, wir die Reben, Er ist der Seelen Fels und Hort. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Er ist der König aller Ehren, Er ist der Herr der Herrlichkeit; Er kann mir ewges Heil gewähren Und retten mich aus allem Streit. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, Sein Reich vergeht nicht mit der Zeit Sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren Von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe, was er will; Ich liehe Jesum, der mein Ziel. 7. Sein Reichthum ist nicht zu ergründen; Sein hoch und heilig Angesicht Und was von Schmuck um ihn zu finden, Verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 8. Er will mich über alles heben Und seiner Klarheit machen gleich; Er wird mir so viel Schätze geben, Daß ich werd' unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 9. Muß ich gleich hier sehr viel entbehren, So lang ih wandre in der Zeit, C0 wird er mir's doch wohl gewähren Im Reichef seiner Herrlichkeit. Drum lieb' billig in der Still' Nur F⸗ sum, meines Herzens Ziel. Joh. Angelus(Scheffler) 162411. Mel. Nun danket alle Gott a. 405. W. — Welt, Schätze Huld, ergetzer beglück erhält, freut; der W 2. 2 gleich, wehet, flieht, gehet! bleibt, und R. Leuten so leich gleiten Gunst gefällt Heilan nach d 4. und( ihren Ungest Schätz Gut,( füllt; Huld, der X Lust heben, nicht, zu gel was er sum, der ann keine ein Reich der Zei, stets in nun an Lin jeder Ich liebe ziel. thum ist n, Sein Angesich muck um zerbleicht Ein jeder Ich liebe ziel. über alles Klarheit wird mir en, Daß klich veich. was er“ esum, der h hier seht Klang ich Zeit, SO och wohl iche seinn n lieb' Nur Ie⸗ ns Ziel. r) 1624—1. le Gott u frag' ich nach der — Welt, Nach allen ihren Schätzen? Hab', ich nur Jesu Huld, Was kann mich mehr ergetzen? Sie ist's die mich begluͤckt, Die mich aufrecht erhält, Mich tröstet und er⸗ freut; Was frag' ich nach der Welt? 2. Die Welt, dem Rauche gleich, Den jede Luft ver⸗ wehet, Vergehet und ent⸗ flieht, Wie ihre Lust ver⸗ gehet! Mein Jesus aber bleibt, Wenn alles bricht und fällt; Er ist mein star⸗ ker Fels;: Was frag' ich nach der Welt? 3. Die Welt sucht Ehr' und Ruhm Bei hocherhabnen Leuten Und merkt nicht, wie so leicht, Wie bald auch diese gleiten. Ich suche Christi Gunst; Wenn ihm mein Herz gefällt, Wenn mich mein Heiland ehrt, Was frag' ich nach der Welt? 4. Die Welt sucht Geld und Gut, Den Mammon ihren Götzen; Sie strebt mit Ungestüm Nach dieser Erde Schätzen. Ich weiß ein besser Gut, Ein Gut, das mir ge⸗ fällt; Hab' ich nur Jesu Huld, Was frag' ich nach der Welt? 5. Die Welt miiß ihre Lust Mir noch so sehr' er— heben, Sie blendet Wic doch nicht, Mein Heil ihr preis zu geben. Ich freue mich Weltverleugnung und Nachfolge Christi. 289 des Herrn; Wenn ihm mein Herz gefällt. Wie selig bin ich dann! Was frag' ich nach der Welt? 6. Weg, Nichtigkeit der Welt! Weg, eitle Lust der Erden! Mein Geist kann nimmermehr Durch dich ge— Udich werden. Mir gilt kein irdisch Gut, Das mich zu— rücke hält; Der Himmel ist mein Theil; Was frag' ich nach der Welt? — 7. Was frag. ich nach der Welt? Bald öffnen sich die Thüren, Wodurch die Engel mich Zu meinem Jesu füh⸗ ren. Die Stätte seh' ich dann, Die er für mich bestellt; Drum bleibt es stets mein Wort: Was frag' ich nach der Welt? (Jev. G.⸗B.) Georg Mich. Pfefferkorn 1646—1732. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛe. 406. Seil und dor⸗ nicht ist der Pfad, Welcher zur Vollen⸗ dung leitet; Selig ist, wer ihn betrat Und, ein Streiter Jesu. streitet! Selig, wer den Lauf vollbringt Und das hohe Ziel erringt. 2. Ueberschwenglich ist der Lohn Der bis in den Tod Getreuen, Die, der Lust der Welt entflohn, Ihrem Gotte ganz sich 35—8 Deren 19 290 Weltverleugnung und Nachfolge Christi Hoffnung unverrückt Nach der Siegeskrone blickt. 3. Den wir lieben und nicht sehn, Er hat uns den Lohn errungen. Von dem Kreuz zu Gottes Höhn Hat, der starb, sich aufges chwun⸗ gen; Sieger in des Todes Nacht, Sprach er selbst: Es ist vollbracht! 4. Herrlicher Vorgänger! dir Zeuch uns nach, die Schar der Streiter! Sturm und Nacht umfängt uns hier, Jenseits ist es still und hei⸗ ter; Hoffnung sieht das Mor⸗ genroth Schimmern hinter Grab und Tod. 5. Auf denn, Mitgenossen, geht P durch die kurze Wüste! 19 8 auf Jesum! wachet, fleht, Daß Gott selbst zum Kampf euch rüste. Der in Schwachen mächtig ist, Gibt uns Sieg durch Je— sum Christ! (Old. G.⸗B.) Sam. Gottlieb Bürde 1753—1831. Eigne Melodie. ö ir nach! spricht 407. M Christus, un⸗ ser Held, Folgt meinem Vor— bild, Christen! Verleugnet euch, besiegt die Welt Mit ihren schnöden Lüsten; Gebt ihrer Reizung niemals nach, Erduldet lieber Ungemach. 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir Zu einem heil— gen Leben. Wem soll ich auch wohl sonst als dir Zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl Und wie ich richtig wandeln soll. 3. Dein Herz voll Gott⸗ ergebenheit War auch voll Menschenliebe, Voll T Demuth, Sanftmuth, Freundl ichkei Und voller Mitleidstriebe; Selbst deinen Feinden wand⸗ test du Großmüthig Hülf und Wohlthat zu. 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, Mit weiser Vorsicht fliehen; Es lehret mich, mein Herz der 130 Und Heuchelei entziehen. O wohl mir, wenn ich deinem Sinn Stets und in Wahrheit ähn— lich bin! 5. Du giengst als Führer einst voran, Stehst mir auch noch zur Seite; Du kämpf⸗ test selbst und brachst die Bahn, Stärkst nun auch mich im Streite. Wie könnt' ich denn noch zaghaft sein Und mich dir nachzufolgen scheun? 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, Wird's ohne dich verlieren;—— bei dir zu verlieren scheint, D Den wirst du selbst hinführen. Wer dich als seinen Herrn verehrt Und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, Froh und ge⸗ treu dem Ke So ste deln; trägt ewgen Joh. 2 Mel. Dir z 3 Und v gute Kreuze deiner der S ohne ihrer 2. wir's gestorl bloß Sonde ist? X willen erfülle wider Glaul 3. Hang wider ster, Hang uns 1 Und dämp suchur dir g l Gott⸗ ich voll Demuth, dlichkeit Striebe; nwand⸗ g Hülf lKlehrt, t weiser lehret ist Und O wohl m Sinn eit ähn⸗ Führer tir auch kämpf⸗ hst die uch mich nnt' ich in Und scheun? Flück zu 's ohne bei dir en wirst Ver dich hrt Und in nicht nn dir, und ge⸗ treu nachwandeln Und in dem Kampf der Tugend gern So standhaft wie du han⸗ deln; Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron' Des iinn Lebens nicht davon. Joh. Angelus(Scheffler) 1624—77. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛe. 408. Des du uns mit deinem Blute Dir zum Eigenthum erwarbst Und uns Sündern, uns zu gute Schmachvoll an dem Kreuze starbst! Ach, wie viele deiner Wmiste⸗ Dienen noch der Sünde Lüsten, Leben ohne Besserung. Fern von ihrer Heiligung. 2. Herr, wann werden wir's erkennen, Warum du gestorben bist? Wann nicht bloß uns Christen nennen, Sondern thun, was christlich ist? Wann um deines Todes willen, Mittler, dein Gebot erfüllen? Wann den Lüsten widerstehn Und auf dich im Glauben sehn? 3. Ach, wenn uns der Hang zur Sünde Reizet wider unsre Pflicht, Heilig⸗ ster, so überwinde Uns der Hang zur Sünde nicht! Lehr' uns muthig ihn bekämpfen Und die Macht der Lüste dämpfen; Steh uns in Ver⸗ suchung bei Und erhalt uns dir getreu. Weltverleugnung und Nachfolge Christi. 291 4. Jesu, lehr' auf dich uns schauen; Du erlagst der Sünde nie. Laß dein Bei⸗ spiel uns erbauen Und uns stärken wider sie. Präge deines Todes Schmerzen, Mittler, tief in unsre Herzen, Daß wir von der Sünde rein, Heiligster, dir ähnlich sein. (Old. G.⸗B.)— 151 Münter 735—93. Mel. Lieber Tag, seh' ich dich ꝛce. Nch x leibt bei dem, 409. B der euretwil⸗ len Auf die Erde niederkam, Der, um euren Schmerz zu stillen, Tausend Schmerzen auf sich nahm!e Bleibt bei dem, der einzig bleibet, Wenn auch alles untergeht, Der, wenn alles auch zer— stäubet, Siegend überm Staube steht. 2. Alles schwindet; Her— zen brechen, Denen ihr euch hier ergabt, Und der Mund hört auf zu sprechen, Der euch oft mit Trost gelabt, Und der Arm, der euch zum Stabe Und zum Schilde ward, Hlargarh Und das Auge schläft im Grabe, Das euch f sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt; das Ird⸗ sche findet In dem Irdi⸗ schen sein Grab; Alle Lust der Welt verschwindet. Und das Herz stirbt selbst ihr 19* 292 Weltverleugnung und Nachfolge Christi. ab. Irdsches Wesen muß verwesen, Irdsche Flamme muß verglühn, Irdsche Fes— sel muß sich lösen, Irdsche Blüte muß verblühn. 4. Doch der Herr steht überm Staube Alles Irdi⸗ schen und spricht:„Stütze dich auf mich und glaube, Hoffe, lieb'“, und fürchte nicht!“ Darum bleibt bei dem, der bleibet Und der geben kann, was bleibt, Der, wenn ihr euch ihm verschrei— bet, Euch ins Buch des Le⸗ bens schreibt. Carl Joh. Phil. Spitta 1801—59. Mel. O Gott, du frommer ꝛe. 410. H Gib mir recht zu erkennen, Daß nur die Frömmigkeit Auch Weisheit sei zu nen⸗ nen; Doch gib mir auch dabei Ein Herz, das so dich ehrt, Wie dir es wohlge— fällt Und uns dein Sohn gelehrt. 2. Ich nenne mich nach ihm; Befördre mein Bestre⸗ ben, Auch stets nach seinem Sinn Zu denken und zu leben. Ich bin getauft auf ihn; Dies sei zur Heiligung, Der ich gewidmet ward, Mir stets Ermunterung. 3. Auch mir gabst du dein Wort; Dies leite meine Seele, Daß sie den sichern Weg Der wahren Tugend wähle. Was nützt der Glaube mir Mit seiner Wissenschaft, Wenn doch mir immer fehlt Zum Guten Lust und Kraft? 4. Laß mich gewissenhaft In allen Stücken wandeln Und überall vor dir So denken, reden, handeln, Daß ich, im Herzen rein, Dir, Gott, vertrauen kann Und froh versichert sei, Du nimnist dich meiner an. 5. Doch wenn ich Schwa— cher noch Aus Uebereilung fehle, Herr, so verwirf mich nicht, Erwecke meine Seele, Daß sie den Fehltritt bald Erkenne und bereu' Und für die Zukunft ihn Zu meiden wachsam sei. 6. Ich übergebe mich Bis an mein Lebensende Mit allem, was ich bin, In dei⸗ ne Vaterhände. O mache du, mein Gott, Den Vor⸗ satz fest in mir, Ein wahrer Christ zu sein; So leb' und sterb' ich dir. 7. Ja, gib mir selbst die Kraft, Mich ernstlich zu be— fleißen, Es in der That zu sein Und nicht nur so zu heißen; Denn wer den Na⸗ men hat Und nicht die That zugleich, Kommt wahlrlich nimmermehr Zu dir ins Himmelreich. (Jev. G.⸗B.) Unbek. Verf. Mel. W 41¹ bemühe ger Ch wandt Daß e frei, 2 muthig und e 2. erwähl Lichte, Doͤr u len S nimmt Wer: Oelber nicht 2 3. stus i die Ki Dem l verlore durch Gottes biert Leben 4. heilget Lieb'! wir, geben, Vorbi Glaul N Weg wähle. ibe mir nschaft, er fehlt Kraft? senhaft bandeln hir So n, Daß Dit, in Und nimmst Schwa⸗ reilung rf mich Seele, bt bald Ind für meiden ich Bis e Mit In dei⸗ mache n Vor⸗ wahrer eb' und lbst die zu be⸗ hat zu so zu en Na⸗ e That ahrlich ir ins vek. Verf. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 411. Wohl dem, der sich mit Ernst bemühet, er ein Jün⸗ ger Christi sei, Der unver⸗ wandt auf Fcristin siehet, Daß er in Wahrhei werde frei, Der, stark in Christo, muthig kämpft Und Welt und eignen Willen dämpft. 2. Wohl dem, der ihn erwählt zum Wege, Zum Lichte, dem er folget nach, Der wandelt auf dem schma⸗ len Stege Und auf sich nimmt des Heilands Schmach! Wer nicht mit ihm zum Delberg steigt, Dem wird nicht Thabors Glanz gezeigt. 3. Was hilft's, daß Chri⸗ stus ist geboren Und uns die Kindschaft wieder bringt? Dem bleibt der Himmel doch verloren, Der nicht hinein durch Buße dringt, Daß Gottes Geist ihn neu ge⸗ biert Und in ein göttlich Leben führt. 4. Was hilft uns Christi heilges Leben, An Demuth, Lieb' und Milde reich, Wenn wir, der Selbstsucht hinge— geben, Nicht wandeln seinem Vorbild gleich. Der bloße Glaub' ist leerer Schein, Er muß durch Liebe thätig sein. 5. Was hilft dem Christi Angst und aenin Der nicht mit ihm ins Leiden geht? Nur der hat theil an sei— Weltverleugnung und Nachfolge Christi. 293 nen Freuden, Der auch am Kreuze bei ihm steht. Wer hier noch scheuet Spott und Hohn, Empfängt dort nicht die Ehrenkron'. 6. Was hilft uns Christi Tod und Sterben, Wenn wir uns selbst nicht sterben ab?— liebst dein Leben zum Verderben, Legst du die Lust nicht in sein Grab. Umsonst gab Christus sich dahin, Stirbt nicht in dir 1 alte Sinn. Was hilft dir Christi Wufer stehen, Bleibst du noch in den Sünden todt? Was hilft dir sein gen-Himmel⸗ gehen, Macht dir die Welt 8980 Sorg' und Noth? Was hilft d dir sein Triumph und Sieg, Führst du nicht mit dir selber Krieg? 8. W 910 so lebe, thu und leide, Wie Christus dir ein Vorbild war. Nimm seine Unschuld dir zum Klei— de, So bleibst du in der Seinen Schar. Wer Chri⸗ stum liebt, der strebt allein, In allem Christo gleich zu sein. Joh. Gabr. Wolf 1683—-1754. Mel. Ein Lämmlein geht und ꝛe. 5 er du die Liebe 412.— selber bist Und gern uns Menschen eaweit, Selbst dem, der, Herr, dein Feind noch ist, Mit Gnade 294 Weltverleugnung und Nachfolge Christi. doch begegnest! O bilde mei⸗ nen Sinn nach dir Und laß mich, mein Erlöser, hier Auf deinem Wege wandeln! Die können keine Christen sein, Die dir zu folgen sich nicht freun, Nicht menschenfreund— lich handeln. 2. Dein Leben in der Niedrigkeit Ward aller Men— schen Segen; Dir folgten Lieb' und Freundlichkeit Auf allen deinen Wegen. Was du nur sprachst, war War— nung, Rath Und Heil und Trost, und jede That Er⸗ rettung und Erbarmen. Du kamst, gering und arm zu sein, Von jeder Noth uns zu befrein, Und starbst zum Heil uns Armen. 3. Auch jetzt, da du er⸗ höhet bist, Erbarmst du dich der Sünder, Bist ewig, was dein Vater ist, Ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen Trost und Ruh', Und die Verirr— ten suchest du Auf deinen Weg zu leiten. Du hörst der Seufzenden Gebet Und brauchst nur deine Majestät, Um Segen auszubreiten. 4. Laß denn in meiner Pilgerschaft Mich auf dein Vorbild sehen. Erfülle mich mit Lust und Kraft, Dem Nächsten beizustehen, Betrüb— ter Herzen Trost zu sein, Mich mit den Fröhlichen zu freun, Mit Weinenden zu klagen! Nie müss' ich dem, der meinen Rath, Der meine Hülfe nöthig hat, Was er bedarf, versagen. 5. Laß mich mit brüder— licher Huld Des Trägen Fleiß erwecken Und seine Fehler mit Geduld Und Liebe gern bedecken. Kränkt einer mich, laß mich, o Herr, Vere zeihn und selbst Beleidiger Mit Lieb' umfahn als Brü⸗ der, Und kann ich ihre Her⸗ zen hier Nicht mehr gewin⸗ nen: gib sie mir In deinem Himmel wieder. (Old. G.⸗B.) Joh. Sam. Diterich 1721—97. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛe. Seele, schaue 413. O Fahnn an Hier kannst du recht er⸗ kennen, Was wahre Demuth heißen kann Und was wir Sanftmuth nennen. Er stellt sich dir zum Muster dar; Wie Jesus Christ gesinnet war, So sei auch du gesin⸗ net! 2. Er war des großen Gottes Sohn, Der Brunn⸗ quell aller Güte; Doch senkt' er sich von seinem Thron In menschliches Geblüte. Er prangte nicht mit der Gewalt, Er gieng in armer Knechtsgestalt; So sei auch du gesinnet. 9. bensze tes V und L treulid lem, v Gehor Rath: sinnet. 4. Liebe ste se das f Wohl. größte an U gethar sinnet. 0. alsobe gelten die X niema ttelltẽ So se Tod; 6. Hochr walti Jesu stehst nimm acht! gema gesim iden zu ch dem, r meine Was er brüder⸗ Trägen d seine 1d Liebe: ikt einer rr, Ver⸗ leidiger Is Brü⸗ re Her⸗ gewin⸗ deinem . Diterich 1721—97. n der ae. icht er⸗ Demuth as wir Er stellt er dar; gesinnet Rgesin⸗ großen Brunn⸗ ch senkt Thron heblüte. nt der armer ei auch 3. Er sah die ganze Le⸗ benszeit Hindurch auf Gott⸗ es Willen, Durch Thun und Leiden stets bereit, Ihn teulich zu erfüllen. In al⸗ lem, was er dacht' und that, Gehorcht' er seines Vaters Rath; So sei auch du ge— sinnet. 4. Er ließ sich mit der Liebe Sinn Zu unserm Dien⸗ ste senden Und hielt nur das sich für Gewinn, Uns Wohlfahrt zuzuwenden. Die größten Sünder nahm er an Und hat beständig Guts gethan; So sei auch du ge— sinnet. 5. Das Böse sucht' er alsobald Mit Gutem zu ver⸗ gelten: Man hörte, wenn die Welt ihn schalt, Ihn niemals wieder schelten; Er stellt' anheim es seinem Gott; So sanft war er bis in den Tod; So sei auch du gesinnet. 6. Nun, Seele, wenn der Hochmuth sich In dir ge⸗ waltig reget, So stärke Jesu Vorbild dich; Dann stehst du unbeweget. Ach, nimm doch dessen Wort in acht! Er, er hat alles wohl gemacht; Drum sei wie er gesinnet. Gottfr. Hoffmann 1658—1712. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛc. —— 1 J 414. Deümge guelle, Wie strahlt dein Weltverleugnung und Nachfolge Christi. 295 Glanz so rein und helle, Du lautrer Strom der Hei⸗ ligkeit! Aller Glanz der Se⸗ raphinen, Die Heiligkeit der Cherubinen Ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vor⸗ bild bist du mir; O bilde mich nach dir, Du, mein Alles! Jesu, hilf du Mir selbst dazu, Daß ich auch heilig sei, wie du! 2. Stiller Jesu, dessen Leben Dem Willen Gottes ganz ergeben Und bis zum Tod gehorsam war, Lehr' auch mich des Vaters Wil⸗ len Still und ergeben zu erfüllen, Ihm zu gehorchen immerdar! Mach' dir mich gleichgesinnt, Wie ein gehor— sam Kind, Fromm und stille! Jesu, hilf du Auch mir da⸗ zu. Daß ich fein stille sei, wie du! 3. Gütger Jesu. o wie milde, Wie ähnlich deines Vaters Bilde, Wie liebreich warest du gesinnt! Deiner Güte Glanz scheint allen; Du richtest freundlich auf, die fallen, Du suchest, die verloren sind. O neig' auch meinen Sinn Zu wahrer Liebe hin, Die nicht wan⸗ ket! Jesu, hilf du Mir selbst dazu, Daß ich auch gütig sei, wie du! 4. Sanfter Jesu, wie ge⸗ duldig Trugst du die Schmach und littst unschuldig Und sprachst kein Wort der Dro⸗ 296 Wé hung aus! Wer t deine Sanftmuth messen, Bei der du dennoch nie vergessen Den Eifer für des Vaters Haus! Mein Heiland, ach verleih Mir Sanftmuth und dabei Heilgen Eifer. Jesu, hilf du Auch mir dazu, Daß ich sanftmüthig sei, wie du! 5. Jesu, du mein Heil und Leben! Du wollest selbst die Kraft mir ů—— Zu werden deinem Vorbild gleich! Gib, daß mich dein Geist durchdringe, Daß ich viel Glaubensfrüchte bringe Und tüchtig sei zu deinem Reich! Ach, zeuch mich ganz zu dir Und lebe selbst in mir, Treuer Heiland! Jesu. hilf du Auch mir dazu, Daß ich bei dir einst finde Ruh'! Barth. Crasselius 1667—- 1724. Mel. So bin ich nun kein ꝛe. bestreue, Die fest an ihrem Herren hängt Und ohne Un⸗ terlaß aufs neue In allem ihm zu dienen denkt, Die im Geringen und im Kleinen Es recht genau und ernstlich nimmt Und wissentlich auch nicht in einen, Wenn noch so kleinen Fehler stimmt. 2. Denn wiss', o Seele, daß des kleinsten Gehorsams nicht der Herr vergißt, Weil bei dem kleinsten Dienst am eltverleugnung und Nachfolge Christi. 1 + 16 er Selbstsucht ist. Fang an im a en dich zu üben, Die kleinste Sünde haff und scheu'! Denn im Gehorchen wächst das“ Lieben, Aus klei⸗ ner Treu' wird große Treu'. 3. Wenn du die groben Sünden meidest Aus Furcht B Schmach, md ohne Scheu Die kleinen Mängel an dir leidest, Das ist noch keine Liebestreu'; Das heißt noch nicht den Herren lieben, Sich hm aus allen r. weihn; Das heißt noch folgen seinen Trieben, Theils Herr, theils 4— 78 Jünger sein. 4. Denn wer sich ganz des Herren nennet, Der folgt ihm immer und der flieht Das kleinste, was vom Heil ihn trennet Und einer Sünde ähnlich sieht. Er sucht in allem Christi Ehre Und wie in allem allez eit Er sich in dessen Bild verkl äre, Dem er als Jünger sich geweiht. 5. Bei jedem Werk, zu allen S Stunden Ist seine größte Sorg' allein, Von seinem Herrn getreu erfunden, Ge⸗ horsam seinem Wort zu sein; Für ihn verschmäht er keine Plagen, Kein Ungemach, kein Leid und Kreuz; Es ist ihm schon genug zu sagen: Mein lieber Herr will's und ge⸗ beut's! 6. O Herz, nach solcher Liebestreue Verlange, trachte, Das Herz von eitler ringe er und au Gehorsa bloß imé Sei 4. dacht; 9 heit dir — 5 V Proben vor ihm du Petr mußt il sehn. Treu' in Kämpfe wirst d weinen bitterlick Carl J Mel. Ar 116 1 len In traun; füllen, baun! nicht!! nicht m und Luf auf dei borgen geehrt, besorger gehört. Cewinn auf Erd werden, dahin. n eitler an im Die s'und horchen us klei⸗ e Treu. groben Furcht e Scheu an dir h keine ßt noch „ Sich weihn; seinen theils anz des folgt flieht m Heil Sünde ucht in nd wie sich in Dem eweiht. rk, zu größte seinem n, Ge⸗ u sein; keine h, kein ist ihm Mein dq ge⸗ solcher rachte, unge ernst, Damit du täglich und aufs neue Ihn durch Gehorsam ehren lernst! Nicht bloß im Großen, im Geringen Sei ihm zu dienen auch be— dacht; So wird dem ernsten Fleiß gelingen, Was Träg⸗ heit dir unmöglich macht. . O sage nicht: in großen Proben Will ich wohl treu vor ihm bestehn! Das hörst du Petrum auch geloben Und nußt ihn dennoch weinen sehn. Drum lerne recht die Treu' im Kleinen, In kleinen Kämpfen übe dich; Sonst wirst du bald wie Petrus weinen Um große Untreu bitterlich. Carl Joh. Phil. Spitta 1801-59. Mel. Aus meines Herzens ꝛe. 416 G hin nach * Gottes Wil— len In Demuth und Ver— traun; Lern' das Gebot er⸗ füllen, Sein großes Feld zu baun! Frag' nach der Ernte nicht! Du darfst den Lohn nicht messen, Mußt Freud' und Lust vergessen, Nur sehn auf deine Pflicht. 2. Willst du nur sein ge⸗ borgen Und von der Welt geehrt, So kannst du nicht besorgen, Was deinem Herrn gehört. Sieht jemand auf Cewinn Und trachtet hier auf Erden Nur glücklicher zu werden, Der hat den Lohn dahin. Weltverleugnung und Nachfolge Christi. 3. Doch hast du deine Gaben Dem Dienst des Herrn geweiht, So wirst du Augen haben Zu sehn, was er ge⸗ beut. Das thue still und gern! Du darfst nicht zau⸗ dernd wählen, Nicht rechnen und nicht zählen; Er ruft, du folgst dem Herrn. 4. Nur frisch an allen Enden Die Arbeit angefaßt! Mit unverdrossnen Händen Sei wirksam ohne Rast! Das ist der rechte Muth. Streu' aus den edlen Samen, Arbeit' in Gottes Namen; So keimt und wächst es gut. 5. So wird von Stund zu Stunde Das Feld des Herrn gedeihn Und bald auf seinem Grunde Kein Unkraut sichtbar sein. Schlag alles aus dem Sinn, Was sonst dich hielt gefangen, Dein Wünschen und Verlangen, Und gib dich gänzlich hin. Aus dem Berliner G.-B. Mel. Herzlich thut mich ꝛc. 417 Ich höre deine Stimme, Mein Hirt, und allgemach, Wenn auch in Schwachheit, klimme Ich deinen Schritten nach. O laß zu allen Zeiten Mich deine Wege gehn Und dei— nem sanften Leiten Mich nie⸗ mals widerstehn! 2. Dein Stab und Stecken trösten Mich, wenn Gefahr 298 Weltverleugnung und Nachfolge Christ. mir droht; Du zeigest dich am größten Mir in der größ— ten Noth. Will mir die Kraft verschwinden Und aller Muth entfliehn, Weißt du doch Rath zu finden, Mich aus der Angst zu ziehn. 3. Oft den. ich wie wird's weiter In dieser Lei— densnacht? Da wird's auf einmal heiter, Daß mir das Herze lacht. Oft bin ich wie gebunden Und weiß nicht aus noch ein,— Und doch wird bald gefunden Ein Ausgang aus der Pein. 4. Oft fühl' ich mich so traurig, Wenn in der argen Welt Die Zukunft sich so schaurig Mir vor die Seele stellt. Dein Wort, zum Heil beschieden, Spricht dann mir tröstend zu; Da geb' ich mich zufrieden Und finde in dir Ruh'. 5. Oft machen mir der Sünden Verboign Wunden Gram; Da weißt du zu ver— binden, 33 heilen wunder— sam. Oft sink' ich müde nieder, Ermatt' in meinem Lauf; Da weckest du mich wieder Und richtest sanft mich auf. 6. Mein Hirt, mein Gna⸗ denspender, Zieh mich dir kräftig nach! Ich folgte gern behender, Allein ich bin so schwach. O komm mir bei— zuspringen, Wenn ich nicht weiter kann! wohl gelingen, meiner an. Vielleicht ist's nur ein blthes So ist die Mühe aus; Du fihrst mich dann in deines Und meines Vaters Haus; Dann wird dein treues Leiten Durch so viel Angst und Pein Für alle Ewig⸗ keiten Mein Dank und Lab lied sein. Carl Joh. Phil. Spitta 1801—59 Es wird mir Nimmst du Mel. Herzlich thut mich ꝛ. 418. Eꝰ kennt der Herr die Sei⸗ nen Und hat sie stets gekannt, Die Großen und die Kleinen, In jedem Volk und Land; Er läßt sie nicht verderben, Er führt sie aus und ein; Im Leben und im Sterben Sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet seine Scha⸗ ren Am Glauben, der nicht schaut Und doch dem Unsicht⸗ baren, Als säh' er ihn, ver⸗ traut, gezeuget Und durch das Wort sich nährt Und vor dem Wort sich beuget Und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Seinen An ihrer Hoffnung Muth, Die fröhlich auf dem einen, Daß er ihr Herr ist ruht; In seiner Wahrheit Glanze Sich sonnet frei und Der aus dem Wort lühn Di Die imi 4. Liebe, T Und die Ihm zu andern das Her wie erf er sie t. 5.— Seinen, kannt, Kleinen, Land: dentrieb stes St Hoffnur Gnade 6. S Glaube: dabei; nung herzlich Tag er Welt n als die Rechten Carl J Mel. N Allein 119 Dem O Daß er geit G den, T wird mit immst du nur ein die Mühe nich dann es Vaters ein treues iel Angst le Ewig⸗ und Lob⸗ a 1801—59 mich ꝛe. nnt der die Sei⸗ gekannt, Kleinen, id Land; erderben, und ein; Sterben en sein. ne Scha⸗ der nicht Unsicht⸗ ihn, ver⸗ em Wort das Wort em Wort mit dem als die Hoffnung auf dem Herr ist Wahrheit frei und kühn Die wunderbare Pflanze, Die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Lebe, Die seiner Liebe Frucht Und die mit lauterm Triebe Ihm zu gefallen sucht, Die UI 4—0 andern so begegnet, Wie er das Herz bewegt, Die segnet, wie er segnet Und trägt, wie er sie trägt. 5. So kennt der Herr die Seinen, Wie er sie stets ge— kannt, Die Großen und die Kleinen, In jedem Volk und Land: Am Werk der Gna⸗ dentriebe Durch seines Gei— stes Stärk', An Glauben, Hoffnung, Liebe Als seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben Und halt uns fest dabei; Laß nichts die Hoff— nung rauben; Die Liebe herzlich sei; Und wird der Tag erscheinen, Da dich die Welt wird sehn, So laß uns als die Deinen Zu deiner Rechten stehn. Carl Joh. Phil. Spitta 1801—-59 Mel. Nun freut euch, lieben ꝛce. oder, Allein Gott in der Höh' ꝛc. 19 Ich danke Gott V in Ewigkeit, Dem Vater aller Gnaden, Daß er mir hat zur rechten geit Gezeiget meinen Scha⸗ den, Daß er die Seele hat Weltverleugnung und Nachfolge Christi. 299 gerührt Und kräftiglich her— ausgeführt Aus ihren todten Werken. 2. Ich danke Gott in Ewigkeit; Und weil ich bin entronnen So mancher Angst und Herzeleid, So bleibt mein Herz gesonnen, Zu wandeln auf der schmalen Bahn, Auf der uns Jesus geht voran Und führt uns in den Himmel. 3. Ich danke Gott in Ewigkeit; Es gilt zwar Furcht und Zittern, Zu schaffen meine Seligkeit Bei so viel Ungewittern, Die Feind und Welt so oft erhebt, Darüber Fleisch und Blut erbebt; Doch Gott hilft überwinden. Gott in 4. Ich danke Ewigkeit; Denn seine Güt' und Treue Beschützt mich allweg weit und breit, Daß sie mein Herz erneue. weg mit Schein und Heuche— lei, Weg mit der Menschen Täuscherei; Im Glauben werd' ich selig! 5. Ich danke Gott in Ewigkeit, Des Herz mir ewig offen. So bleibt mein Herz auch ihm bereit Zum Glau— ben, Lieben, Hoffen. Sein Wille soll mein Wille sein, Sein Vaterherz mein Trost allein Im Leben und im Sterben. Joh. Mart. Schamelius 1668—- 1742. Nur 300 Weltverleugnung und Nachfolge Christi. Mel. Sollt' ich meinem Gott ꝛc. asset uns mit 420. Jesu ziehen, Seinem Vorbild folgen nach, In der Welt der Welt ent— fliehen Auf der Bahn. die er uns brach. Lasset uns zum Himmel reisen, Irdisch nicht, schon himmlisch sein, Glauben recht und leben rein, In der Lieb' den Glau⸗ ben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; Geh voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, Seinem Vorbild wer— den gleich. Nach dem Leide folgen Freuden, Armuth hier macht dort uns reich; Thrä— nensaat bringt Heil und Wonne, Hoffnung tröstet mit Geduld; Denn es scheint durch Gottes Huld Nach dem Regen bald die Sonne. Jesu, hier leid' ich mit dir, Dort gib deine Freude mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben, Sein Tod wehrt dem ewgen Tod, Rettet uns von dem Verderben, Das dem sichern Sünder droht. Lasset uns, so lang wir leben, Ster⸗ ben unserm Fleische ab; So wird er uns aus dem Grab In das Himmelsleben heben. Sterb' ich, Herr, so sterb' ich dir, Daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben! Weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unmeer Haupt du bist. Wir sind deines Leibes Glieder, Und du ziehest uns dir nach; Er⸗ kenn' uns an jenem Tag, Treuer Freund, für deine Brüder. Dir. o Jesu, leb ich hier, Leb' auch ewig dort bei dir. Sigm. v. Birken(Betulius) 1626—581. Mel. Aus meines Herzens ꝛ. 421 Dich krönte Gott l mit Freuden, Herr Jesu, nach dem Streit; Du giengst durch Schmach und Leiden Zu deiner Herr⸗ lichkeit. Triumph war dir dein Tod! Dein Kampf war aus⸗ gekämpfet, Dein stolzer Feind gedämpfet; Nun fuhrst du auf zu Gott. 2. Ich, Herr, dein Pilger, walle Dir, meinem Führer, nach Und strauchle noch und falle; Denn ich bin müd' und schwach. Du führst mich auch durch Streit, Durch Kummer und durch Leiden Zu meiner Zukunft Freuden, Zu deiner Herrlichkeit. 3. Wie du des Todes Schrecken Allmächtig über⸗ wandst, Als du, ihn ganz zu schmecken, Herr, im Ge— richte standst, So stärkest du auch mich, Durchs finstre Thal zu gehen: Denn deine Fromme Thale d 4. We Grabe Streit 1 habe Ur Wie we sreun, d Entzücker blicken V sein 5. D und streit erscheint, zur Seit nein Fre Kampfe nüdet 1 und hebt Lohn ist 6. E banken, mein Lo nimmer Gottes dir getre gegeben, Leben M Mel. Au 5 422 hen; De bei. Es In diese stüärket Ewigkeit einer Kr ist das rab uns , unser Vir sind der, Und ach; Er⸗ em Tag, ir deine zesu, leb' wig dort (Betulius) 1626—581. erzens a. nte Gott Freuden, n Streit; Schmach er Herr⸗ dir dein var aus⸗ er Feind uhrst du Pilger, Führer, ꝛioch und n müd' führst Durch Leiden Freuden n ganz im Ge⸗ irkest du finstre n deine Grabe und hebt ihn wiede banken, mein Lohn; 122. K hen; Der Abend kommt her⸗ Evigkeit zu wandern, aer Kraft zur andern; Es rommen sehen Im finstern Thale dich. 4. Wenn ich einst bis zum Vollendet meinen Streit Und gut gekämpfet habe Um meine Seligkeit, Wie werd' ich dann mich steun, Wie werd' ich voll Entzücken Auf meine Krone bliken Und dann ganz selig sein! 5. Drum harr' ich hier und streite, Bis meine Stund' ascheint, Und du stehst mir zur Seite, Mein Retter und mnein Freund. Sinkt in dem Kampfe mir Mein Arm er⸗ müdet nieder, Dies stärkt r: Mein Lohn ist groß bei dir! 6. Erhalt mir den Ge— Groß sei bei dir So werd' ich nimmer wanken Von dir, o Gottes Sohn! So bleib' ich dir getreu, Der sich für mich gegeben, Daß bald ein besser Lben Mein ewig Erbtheil sei. Balth. Münter 1735—93. Rel. Aus meines Herzens ꝛe. hommt, Brüder, Nelaßt uns ge⸗ be Es ist gefährlich stehen In dieser Wüstenei. Kommt, särket euren Muth, Zur Von it das Ende gut. Weltverleugnung und Nachfolge Christi. 301 2. Es soll uns nicht ge— reuen Der schmale Pilger—⸗ pfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat. Getrost sei Herz und Sinn, Und jeder Pilger richte Mit heiterm Angesichte Den Lauf zur Heimat hin. 3. Schmückt euer Herz aufs beste Und mehr als Leib und Haus! Wir len hier fremde Gäste Und ziehen bald hinaus. Wir gehn ins Ewge ein! Mit Gott muß unser Handel, Im Him⸗ mel unser Wandel Und Herz und Alles sein. 4. Kommt, Brüder, laßt uns gehen; Der Vater gehet mit. Er selbst will bei uns stehen In jedem sauern Tritt. Er will uns machen Muth, Mit süßen Sonnenblicken Uns locken und erquicken; Ach ja, wir haben's gut. 5. Sollt' wo ein Schwa⸗ cher fallen, So greif' der Stärkre zu: 3.8 trag', man helfe allen, Man pflanze Fried' und Ruh'! Kommt, schließt euch fester an; Ein jeder sei der kleinste, Doch gerne auch der reinste Auf unsrer Lebensbahn! 6. Kommt, laßt, uns mun⸗ ter wandern; Der Weg kürzt immer ab; Ein Tag, der folgt dem andern, Bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Muth, Nur 302 Weltverleugnung und Nachfolge Christi. noch ein wenig treuer, Vor allen Dingen freier Gewandt zum ewgen Gut! 7. Es wird nicht lang mehr währen; Halt noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, So kommen wir nach Haus; Da wird man ewig ruhn, Wenn wir mit allen Frommen Heim zu dem Vater kommen! Wie wohl, wie wohl wird's thun! 8. Drauf wollen wir's denn wagen,— Es ist wohl Wagens werth.— Und gründ— lich dem absagen, Was auf— hält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein; Wir gehn durch Jesu Leiten Hin in die Ewigkeiten; Es soll nur Jesus sein! Gerh. ter Steegen 1697-1769. Mel. Seelenbräutigam ꝛc. 42 Jesu. geh voran 4 lAuf der Lebens⸗ bahn, Und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen; Führ' uns an der Hand Bis ins Vaterland. 2. Soll's uns hart ergehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz Irgend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden: O so gib Geduld zu beiden; Richte unsern Sinn Auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang. Jesu, lebenslang; Halt un auch auf rauhem Wege Stetz in deiner treuen Pflege! Thn uns nach dem Lauf Deine Thüre auf. Nic. Ludw. v. Zinzendorf 1700-600. Eigne Melodie. 424 Himmelan, nur himmelan Soll der Wandel gehn! Was die Frommen wünschen, kann 6en, Dort erst ganz geschehn Auf Erden nicht; Freude wechselt hier mit Leid. Richt hinauf zur Herrlichkeit Dein Angesicht! Dein Angesichtl 2. Himmelan schwing dei— nen Sinn Jeden Morgen auf. Schnell eilt er duichs Leben hin, Unser Pilgerlauf. Fleh' täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf, Präg' ins Herz mir den Be⸗ ruf; Mach' mich getreul z 3. Himmelan hat er dein Ziel Selbst hinauf gestellt Sorg' nicht muthlos, nicht! zu viel Um den Tand der Welt; Flieh' diesen Sinni Nur was du dem Himmel lebst, Dir von Schätzen dort erstrebst, Das ist Gewinn. 4. Himmelan erheb' dich gleich, Wenn dich Kummer drückt; Weil dein Vater, treu und reich, Stündlich auf dich Allich. 2 Droben Lichts V Sorgen lsch froh 5. Hin dir Alles Trägt im hier Se Dshließ drauf, Denke, jührt die 6. Hin hrist. Schmach günger bild na schwieg. Hott, wi gen, be Len Sies 7. Hi Hand D Ziehet d stand Nä Himmels lust frei ihm vert Himmel Nach de schnell T Auf das n Gang, Halt uns zege Stetz ege! Thu uf Deine rf 1700—60. Hne. an, nur ꝛelan Soll Was die in, kann geschehn, Freude id. Richt keit Dein ngesicht! wing dei⸗ Morgen er durchs ilgerlauf. Gott, der el schuf den Be⸗ jetreul; t er dein gestellt os, nicht: Tand der n Sinn! Himmel itzen dott ewinn. Heb' dich ater, treu auf dich llict. Was quält dich so? Droben in dem Land des Lichts Weiß man von den Sorgen nichts; Sei himm⸗ lsch froh. 5. Himmelan wallt neben Dir Alles Volk des Herrn, Trägt im Himmelsvorschmack lier Seine Lasten gern. schließ dich an! Kämpfe nauf, wie sich's gebürt; Denke, auch durch Leiden sührt die Himmelsbahn. 6. Himmelan gieng Jesus christ Mitten durch die Schmach; Eil', weil du sein günger bist, Seinem Vor⸗ bild nach; Er litt und schwieg. Halt dich fest an Hott, wie er; Statt zu kla⸗ gen, bete mehr; Erkämpf' Len Sieg. . Himmelan führt seine hand Durch die Wüste dich, giehet dich im Prüfungs⸗ fand Näher hin zu sich Im Himmelssinn. Von der Welt⸗ lust freier stets Und mit ihm vertrauter, geht's Zum Himmel hin. 8. Himmelan führt dich uletzt Selbst die Todesnacht; Sei's, daß sie dir sterbend tzt Kurze Schrecken macht! Harr' aus, harr' aus! Auf die Nacht wird's ewig hell, Nach dem Tod erblickst du „ 8 Vaters* Kummer shnell Des Vaters Haus., 9. Halleluja! Himmelan Steigt dein Dank schon hier. Weltverleugnung und Nachfolge Christi. 303 Einst wirst. du zum Schauen nahn, Und Gott naht zu dir In Ewigkeit. Aller Jammer ist vorbei; Alles preist, ver⸗ klärt und neu, In Ewig⸗- keit., 10. Halleluja singst auch du, Wenn du Jesum siehst, Unter Jubel ein zur Ruh' In den Himmel ziehst. Lob sei dem Herrn! Der vom Kreuz zum Throne stieg, Hilft dir aus zu diesem Sieg. Lob sei dem Herrn! ½ Joh. Gottfr. Schöner 1749—1818. Mel. Gott des Himmels und ꝛe. 425 Hört das Wort 2. H voll Ernst und Liebe, Das zu euch der Hei— land spricht; Hört's und prüft des Herzens Triebe Bei des Wortes hellem Licht! Was der Mund des Herrn gebeut, Das ist eure Seligkeit. 2.„Selig sind die geistlich Armen; Denn das Himmel—- reich ist ihr! Ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ew- gen Gnade Thür; Da wird ohne Maß gewährt, Was ihr sehnend Herz begehrt.“ 3.„Selig sind, die Leid empfinden Auf des Lebens schmaler Bahn! Ihre Trau⸗ rigkeit wird schwinden, Rei— cher Trost wird sie umfahn; Denn sie wirkt zur Seligkeit Reue, welche nie gereut.“ 304 4.„Selig sind, die sanf⸗ ten Muthes Und in Demuth milde sind; Sie erfreuen sich des Gutes, Das kein Trotz und Streit gewinnt. Durch der Sanftmuth stille Macht Wird das Schwerste leicht vollbracht.“ 5.„Selig sind, die hier mit Schmachten Dürsten nach Gerechtigkeit, Die nach Got⸗ tes Reiche trachten, Nicht nach Gütern dieser Zeit! Wo der Born des Lebens quillt, Wird ihr Seelendurst gestillt.“ 6.„Selig sind, die voll Erbarmen Auf der Brüder Leiden sehn Und den Schwach— chen, Kranken, Armen Freu⸗ dig eilen beizustehn! Noch vor Gottes Thron erfreut Einst auch sie Barmherzig— keit.“ „Selig sind die reinen Herzen, Die nicht Sünd' und Welt umstrickt, Die mit schnö⸗ der Lust nicht scherzen, Weil nur Heilges sie entzückt! Weltverleugnung und Nachfolge Christi. Einst im reinen Himmelslicht Schaun sie Gottes Ange⸗ 1910 „Selig sind, die Frieden Hruden Schuld und Krän⸗ kung übers sehn, mit Huld bezwingen, Für Verfolger segnend flehn! Trifft sie auch der Menschen Spott, Seine Kinder nennt sie Gott.“ 9. 4 sind, die als Gerechte D alden Kreur, Ver⸗ folgung, Schmach, Herrn getreue Knechte Bis zum Tod ihm folgen nach! D ist dort vor Gottes Thron Seiner Ueberwinder Lohn.“ 10.„Seid ein Salz, ein Licht der Erde, Laßt der Wahrheit Früchte sehn, Daß durch euch verherrlicht werde Euer Vater in den Höhn. Ob der Erdball untergeht, Sein Gebot, sein Wort be— steht.“ Carl Bernh. Garve 1763—-184ʃ. 6. Fü in Luen Mel. Was mein Gott will ꝛc. Asch, höchster 426. A Gott, ver⸗ leihe mir, Daß ich nur dich begehre, Mein ganzes Glück nur such' in dir Und dich allein verehre, Bis in den Tod dich meinen Gott Und Vater gläubig nenne, Daß weder Leid noch Glück und Freud' Mich jemals von dir trenne. 2. Gib, daß ich stets mit wahrer Reu' An meine Sün⸗ Feindeshaß ö —————— Als des den der Bise Tugen! nicht, Mit Der S⸗ Theil, den sch dich, ve Glaube und tl mir der daß ich Und a Und ir im To umfassi 4. H bin, liebe, seinem stets n sehn, i seiner gern, schwer, zu neh Gut nicht ä mich d Für Und Ruhm rastlos vielme wahre melslicht Frieden d Krän⸗ indeshaß n, Für flehn! MNenschen er nennt die als uz, Ver⸗ Als des chte Bis n nach! Gottes erwinder zalz, ein aßt der )n, Daß ht werde nHöhn. ntergeht, Vort be⸗ 763—1841. ott Und se, Daß lück und von dir tets mit ne Sün⸗ Christliche den denke Und daß ich alles Böse scheu', Mein Herz zur Tugend lenke. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht Mit Vorsatz je verletzen; Der Seele Heil, mein bestes Theil, Laß mich nach Wür⸗ den schätzen. 3. Mein Gott, ich bitte dich, verleih Mir einen festen Glauben, Der standhaft, treu und thätig sei, Und laß mir den nichts rauben. Gib, daß ich mich allzeit auf dich Und auf dein Wort verlasse Und in der Noth, ja selbst im Tod, Dein Heil getrost umfasse. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, Daß ich den Heiland liebe, Und bilde mich nach seinem Sinn; Gib, daß ich stets mich übe, Auf ihn zu sehn, ihm nachzugehn, Mich seiner nicht zu schämen Und gern, wie er, sei's noch so schwer, Mein Kreuz auf mich zu nehmen. 5. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld Laß mich nicht ängstlich trachten; Laß mich die Ehren dieser Welt Für eitle Schatten achten Und nie, auf Pracht und Ruhm bedacht, Nach beiden rastlos streben; Laß mich vielmehr zu deiner Ehr' In wahrer Demuth leben. 6. Zur unbefleckten Reinig⸗ keit, Herr, lenke mein Ge⸗ Tugenden. müthe, Daß ich in dieser Prüfungszeit Vor böser Lust mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, Müss' ich aufrichtig wandeln Und jederzeit nach Billigkeit Mit meinem Nächsten han— deln. 7. Gib, daß ich stets den Müßiggang Sammt aller Trägheit fliehe, Daß ich der Welt mein lebenlang Zu nützen mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, O Gott, mir wohl gelingen, Und segnest du das, was ich thu', Dir Dank und Ehre bringen. 8. Ach, gib mir deinen guten Geist, Daß er mich stets regiere Und mich, wie es dein Wort verheißt, Auf deinen Wegen führe; So wird mein Herz in Freud' und Schmerz Dir zu gefallen streben, Und du wirst mir, Gott, einst bei dir Den Lohn der Treue geben. Jev. G.⸗B.) Joh. Rist 1607—-67. V— Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛc. 427 Gib die Weis⸗ 3 heit meiner Seele, Daß ich deines Wor⸗ tes Licht, Herr, allein zum Leitstern wähle Und ihm trau' mit Zuversicht; Denn die Klugheit dieser Welt, Die der Thor für Weisheit 20 DDDIIII—— 306 hält, Fördert nicht mein Wohlergehen Und wird nie vor Gott bestehen. 2. Weisheit ist es: danach trachten, Recht mit sich be— kannt zu sein, Sich nicht für vollkommen achten, Allen Eigendünkel scheun, Gern auf seine Fehler sehn, Sie gebeugt vor Gott gestehn, Eifrig stets nach Bessrung streben Und sich des doch nie erheben. 3. Weisheit ist es: Chri⸗ stum ehren, Ihm als Hei— land ganz vertraun, So auf seine Stimme hören, So auf seinen Wandel schaun, Daß man falsche Wege flieht Und mit Eifer sich bemüht, Seinem Bilde hier auf Er⸗ den Immer ähnlicher zu werden. 4. Weisheit ist es: alles meiden, Was mit Reu' das Herz beschwert, Und sich hü— ten vor den Freuden, DVie der Sünde Dienst gewährt, Menschenruhm, der bald ver⸗ bleicht, Lust, die im Genuß schon fleucht, Nicht für sei⸗ nen Himmel achten, Nur nach Gottes Nähe trachten. 5. Weisheit ist es: stets bedenken, Daß wir hier nur Pilger sind, Und sein Herz auf das nur lenken, Was nicht mit der Zeit verrinnt, Seine Augen unverwandt Nach dem ewgen Vaterland Christliche Tugenden. Richten und mit Eifer stre⸗ ben, Für die Ewigkeit zu leben. 6. Diese Weisheit ist auf Erden Unsrer Seele bestes Theil; Die von ihr geleitet werden, Deren Weg ist Licht und Heil. Diese Weisheit kommt von dir; Herr, ver⸗ leihe sie auch mir; Laß sie mich zu allen Zeiten Auf den Weg des Friedens leiten. Joh. Anast. Freylinghausen 1670—1739. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 428. Wils du der Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, Der alle seine Pflichten gern, Weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, Wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern' Gottes Größe recht empfinden Und fühle deine Nichtigkeit, So wirst du nie dich unterwinden, Mit thörichter Verwegenheit Zu tadeln, was sein Rath be⸗ schließt, Der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, So wird dir keine Pflicht zur Last; Nur das wirst du vor ihm be— reuen, Daß du sie oft ver⸗ säumet hast. Wer Gott als geugen freut si 4. V kelheit Verbret Vird Herrn was u Denk' gesicht Mittag 5. 2 Welt v in der Gewiff Und w beut, die Fu das thi 6. L achtun⸗ dich fr. Di dich se die V Wer wohlg selbst 7 Allmä Kraft digkeit schen Gott beut. mein fürcht schen 8. mich r er stre⸗ keit zu ist auf bestes geleitet st Licht zeisheit v, Ver⸗ Laß sie Auf leiten. nghausen 0—1739. Gott ꝛc. du der eisheit ist die Herrn. d klug e seine lGott bringt, Nensch Größe fühle wirst „ Mit t Zu th be⸗ , doch öchsten ird dir Nur n be⸗ t ver⸗ tt als geugen vor sich hat, Der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dun⸗ kelheit dich decken, Die dem Verbrecher Muth verleihn, Wird dich die Furcht des Herrn erwecken, Auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk' nur: vor seinem An⸗ gesicht Ist Finsterniß wie Mittagslicht. 5. Den Höchsten vor der Welt verehren Sowohl, als in der Einsamkeit, Auf des Gewissens Stimme hören Und willig thun, was er ge⸗ beut, Auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, Auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läßt dich die Welt Ver⸗ achtung merken, Wenn du dich fromm von ihr entfernst: Die Furcht des Herrn wird dich schon stärken, Daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, Ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen Gibt Kraft und Muth und Freu⸗ digkeit, Wenn uns der Men⸗ schen stolzes Dräuen, Was Gott mißfällt, zu thun ge⸗ beut. Ist Gott mein Schutz, mein Heil und Licht, So fürcht' ich mich vor Men⸗ schen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, Mich stets auf Christliche Tugenden. dich, den Höchsten, sehn; Laß sie mich zu der Weisheit führen, So werd' ich nie— mals irre gehn. Wohl dem, der dich stets kindlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Se⸗ ligkeit. (Jev. G.⸗B.) Georg Joachim Zollikofer 1780—88. Mel. Wer nur den lieben ꝛe. 4 Zott richtet 429. immerdar auf Erden, Sein Auge schläft und schlummert nicht; Ge⸗ recht wird er erfunden wer⸗ den, Auch wenn der Mensch ihm widerspricht. Die Welt von Anfang zeigt es klar, Daß Gott ist Richter immer⸗ dar. 2. Die böse Saat bringt böse Früchte; Saat auf den Geist wird Heil empfahn. Folg' nicht dem lockenden Gesichte Der Sünden, die sich schmeichelnd nahn. Die Lust entflieht; mit ihrer Flucht Reift für den Tod die Sündenfrucht. 3. Erziehst du sorglos deine Kinder, Vereitelst du ihr Herz schon früh, So ziehst du für die Erde Sün⸗ der Und tödtest für den Himmel sie Und büßest selbst früh oder spät, Was Geiz und Leichtsinn ausgesät. 4. Streckst du nach Ehr' und goldnem Glanze Trug⸗ 20³ 308 volle Hände gierig aus, Ver⸗ derbest du der Unschuld Pflanze, Befleckest Seele, Amt und Haus, Dann hast du hier schon Seelenqual, Die deutet auf das Todes⸗ thal. 5. Verträumst du deine edlen Tage Mit eitlem Werk und schnödem Scherz, So sei gewiß, daß Pein und Klage Dir immer tiefer gehn durchs Herz. Kein Baum, der nur mit Blättern prangt, Die Frucht ist's, was der Herr verlangt. 6. Sprich nicht:„Es hat nichts zu bedeuten; Ich thu', was Tausenden gefällt“; Du wirst ja nicht von schwa— schen Leuten Gerichtet, nein, vom Herrn der Welt! Der Sünde schont er ewig nicht; Nach seinem Wort geht das Gericht. 7. Gott folget dir auf jedem Schritte, Er sprenget Riegel auf und Thor, Und auch der Lauheit matte Tritte Bringt strafend er ans Licht hervor. Vor ihm hüllt uns kein Dunkel ein, Ihn täuschet nicht der fromme Schein. 8. Gott richtet recht! Drum fleh' ihn, Seele, Buß⸗ fertig an aus voller Brust: Herr, wer kann merken seine Fehle? Bekehr' mich von der Sündenlust; Vergib und stel durch deinen Sohn Christliche Tugenden. Mich einst gerecht vor deinen Thron! Fr. Ludw. Würkert, geb. 1800. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛe. 8 Qürne nicht au 430. 3 stolze Sinder Die der Lust im Schoße ruhn; Neide nicht des Glückes Kinder, Die mit Lachen Arges thun. Bald wirst du sie welkend schauen, Wie das Gras wird abgehauen, Wie das grüne Kraut vergeht, Wenn der Wind von Morgen weht. 2. Hoffe du auf Gott und bleibe, Wo sein Rath dich hingestellt; Was er dir be— fohlen, treibe; Wandre red⸗ lich durch die Welt. Ueber— laß ihm deine Wege; Fleh;, daß er dich segnen möge, Und er segnet dich gewiß, Machet Licht aus Finsterniß. 3. Wer nach Geistes⸗ früchten ringet Und nach ewgem Gnadenstand, Wer Gött reine Opfer bringet, Bleibt bestehn und erbt das Land. Gott hat Lust an seinem Wege, Leitet ihn mit Vaterpflege; Kommt ihn eine Schwachheit an, Stärkt ihn Gott, der stärken kann. 4. Frommer Fleiß ist nie vergebens, Wird mit Schan⸗ den nie bestehn. Während meines ganzen Lebens Hab' ich Fromme nie gesehn, Daß sie schr Gott, nomme betteln Schma — 5.— bleibe und mi fordert Kinder — Unterr Gottes dungl Mensck Sei ge krönen Recht Sünde deinen Würkert, eb. 1800. bens ꝛc. ht auf zünder, Schoße Blückes Arges du sie zie das Wie ergeht, Norgen tt und th dich dir be⸗ re red⸗ Ueber⸗ Fleh, möge, gewiß, terniß. eistes⸗ nach Wer ringet, bt das st an n mit ihn Stärkt kann. st nie 'chan⸗ hrend Hab' Daß nuommen, sie schmählich umgekommen; Gott, der sie in Schutz ge— Ließ sie niemals bettln gehn, Noch mit Schmach in Mangel stehn. 5. Thue Gutes nur und bleibe In der Demuth sanft und mild; Was der Glaube fordert, treibe; Gott ist seiner Kinder Schild; Muß der Sünder Schar verderben, Wird dein Same Länder erben. Wer Gott nimmt zur Zuversicht, Den gereut es ewig nicht. 6. Rede Wahrheit, lehre Gnade, Spende Trost und Unterricht; Geh genau auf Gottes Pfade; Sei gewiß, du gleitest nicht. Wollen Menschen trotzen, höhnen, Sei getrost; Gott wird dich krönen, Der der Frommen Recht erhöht, Wenn der Sünder untergeht. Joh. Adam Lehmus 1707—-88. Mel. Herzlich thut mich ꝛe. 431 Mohl dem, der air richtig wan⸗ delt, Der als ein Wahrheits⸗ freund In Wort und Werken handelt Und das ist, was er scheint, Der Recht und Treue liebet Und von dem Sinn der Welt, Die Trug und Falschheit übet, Sich unbefleckt erhält! 2. Wohl dem, der Lügen hasset Und der, so oft er Christliche Tugenden. 309 spricht, So seine Reden fasset, Daß er die Wahrheit nicht Mit Vorbedacht verletzet, Und der an jedem Ort Sich dies vor Augen setzet:„Gott merkt auf jedes Wort!“ 3. Wohl ihm, daß sein Gemüthe, Herr, deine Rechte übt! Ihn leitet deine Güte, Er wird von dir geliebt; Du wirst ihn einst erhöhen, Wenn bei der Wahrheit Licht Beschämt die Falschen stehen, Geschreckt durch dein Ge— richt. 4. Herr! drücke dies im Leben Mir tief ins Herz hin—⸗ ein, Damit ich möge streben, der Lügen Feind zu sein. Erinnre mein Gewissen: Du hassest Heuchelei, Damit ich stets beflissen Der Treu' und Wahrheit sei. 5. O laß mich nichts ver— sprechen, Was ich nicht halten kann, Zusagen nie mich brechen, Die ich mit Recht gethan, Nie mich den Stolz verleiten Und nie des Bei⸗ spiels Macht, Als Wahrheit auszubreiten, Was ich doch selbst erdacht. 6. Doch laß zu allen Zeiten Auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten Zur Uebung meiner Pflicht; Gib Klugheit, daß ich wisse, Wann ich für andrer Wohl Und für mich reden müsse, Und wann ich schweigen soll. 310 Christliche Tugenden. 7. Ein Herz voll Treu' und Glauben, Das, Gott, zu dir sich hält, Das soll mir niemand rauben! So kann ich aus der Welt Einst mit der Hoffnung gehen: Ich werde als dein Kind Dich mit den Frommen sehen, Die reines Herzens sind. David Bruhn 1727—82. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 432 Mein Gott, du prüfst des Herzens Triebe, Dringst in der Seele Tiefen ein; Du weißt, ob ich dich wahrhaft liebe, Und hassest allen fal⸗ schen Schein. Du bringest alles an den Tag, Was noch so tief verborgen lag. 2. Bet' ich in deinem Heiligthume, So darf nicht bloß die Lippe flehn, Und sing' ich, Herr, von deinem Ruhme, Muß es aus Her⸗ zensgrund geschehn. Wenn sich mein Blick zum Himmel lenkt, Sei auch der Geist in dich versenkt. 3. Die Frömmigkeit flieht jeden Schimmer, Und sie be⸗ darf des Scheines nicht. Der Fromme täuscht und heuchelt nimmer Und scheuet nie der Wahrheit Licht. Wer Gottes⸗ furcht im Herzen hat, Be⸗ weist es auch in Wort und That. 4. Nicht ungestraft wird deiner spotten, Wer heuchelnd spricht, er sei ein Christ Du hast gedrohet auszurotten, Was von dem Geist der Lügen ist. Die sich durch frommen Schein erhöhn, Die werden dort mit Schmath bestehn. 5. Was hilft es, vor den Menschen prangen, Wenn mir dein Wohlgefallen fehlt? Drum gib, o Herr, daß mein Verlangen Die lautre Wahrheit nur erwählt. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir, O schaff ein reines Herz in mir. Aus dem Berliner G.⸗B. Mel. Wer nur den lieben u. Ferr, der sein 433. H wahres Wort gegeben, Der ewig Treu! und Glauben hält, Herr Jesu, du bist Licht und Leben Und Weg und Wahrheit in der Welt! Du bist's, der uns auf ebner Bahn In alle Wahrheit leiten kann. 2. Pflanz' in mich deine Gottesliebe, Dann such' ich auch die Wahrheit gern! Dann bleib' ich nicht im Eigentriebe Von rechkter Selbsterkenntniß fern Und werde nicht durch Schmeiche— lein Mein eigener Betrüger sein. So we verdan 4. E Herzen doch; heimlic scherzer Eigenn mach' feind, Böses 5. frei be an der Wort nenner meiner gern, Wahrl dar. 6. nach niema Laß verfech Gemü ohne drober 17 Wahr 0 Jesi ganz schreib ft wird euchelnd st; Du Urotten, ist der durch n, Die Schmach bor den Wenn ter G.⸗B. ieben ae. er sein 8 Wort Treu' Herr d Leben cheit in '8, der meiche⸗ etrüger Christliche 3. Du liebst die Wahr⸗ heit, die verborgen; Laß mich durch deines Geistes gucht Auch treu für meine Seele sorgen, Daß sie nicht Sündendecken sucht! Thut mein Gewissen hier sein Amt, So werd' ich nicht von dir verdammt. 4. Erlöse mich von einem Herzen, Das Ja spricht und doch Nein gedenkt, Das heimlich mag mit Wahrheit scherzen Und nach dem Eigennutz sich lenkt; Ach, mach' mich falscher Klugheit feind, Die Gutes spricht und Böses meint! 5. Laß mich die Wahrheit frei bekennen; Denn du hast an der Einfalt Lust! Dein Wort will ich mein Kleinod nennen, Den Perlenschatz in meiner Brust; Dann geb' ich gern, auch bei Gefahr, Um Wahrheit Leib und Leben dar. 6. Gib Wahrheit mir nach deinen Rechten, Die niemals auf Personen sieht; Laß mich dein ewig Recht verfechten Mit unparteilichem Gemüth; Denn wer hier ohne Furcht bestand, Wird droben auch von dir genannt. 7. Laß mich ein Kind der Wahrheit bleiben Und dir, o Jesu, als ein Christ Mich ganz zum Eigenthum ver⸗ schreiben, Weil du der Wahr— Tugenden. heit König bist! Dann schließt mich nichts von deinem Haus Und deinem Reich der Wahr— heit aus. Phil. Fr. Hiller 1699—-1769. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛc. ie Zunge, die 434. D vernehmlich spricht, Hat mir mein Gott gegeben; Doch gab er sie zum Mißbrauch nicht. Sie bringet Tod und Leben; Sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; Sie fluchet und sie lobet Gott; So gut ist sie, so böse! 2. Laß doch in meines Herzens Grund, Gott, deine Furcht stets wohnen; Ge— wissenhaft wird dann mein Mund Der Wahrheit Rechte schonen. Und wohl dem, der von Schmeichelei, List Lästersucht, Verstellung frei, icht mit den Lippen sün⸗ digt! 3. Auf deinen Ruhm und andrer Wohl Soll stets mein Thun sich lenken. Laß dann auch, wenn ich reden soll, Mich dies mit Ernst beden— ken! Dein Lob, des Näch— sten Ehr' und Nutz, Der Tugend Ruhm, der Un⸗ schuld Schutz Beschäftge meine Zunge. 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, Unheilge Spöttereien Verrathen ein 312 Christliche Tugenden. verderbtes Herz; Einst muß man sie bereuen. Regiere mich durch deinen Geist, Daß dich vielmehr die Zunge preist Und deinen Namen heiligt. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, Was wohl und lieblich klinget, Das redet überall der Christ, Spricht, wenn es Nutzen bringet, Und scheut den Zorn des Menschen nicht; Doch Schweigen wird alsbald ihm Pflicht, Wenn es die Liebe fordert. 6. Weh aber dem ver— wegnen Mund. Der Schwur und Fluch nicht scheuet! Wie wird des Herzens Leicht⸗ sinn kund Und oft zu spät bereuet! Ach! Fluchen brin— get Fluch und Noth Und, wenn nicht Bessrung folgt, den Tod. Laß mich dies wohl bedenken! 7. Auch Lügen schändet, bringt nur Müh', Ist eine Frucht der Hölle. Lehr' mich es hassen, daß ich nie Mich Lügnern zugeselle. Ihr Theil ist unaufhörlichs Leid; Die aber haben ewge Freud', Die Treu' und Wahrheit lieben. (Jev. G.⸗B.) Joh. Henr. Hävecker 1640—1722. Mel. O Ewigkeit, du ꝛc. 435. zott, der du Herzensken⸗ ner bist, Herr, dem die Falschheit Greuel ist Und Lügen ein Verbrechen! Kein Wort spricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es kund; Du, Heiliger, wirst's rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein, Wie's Christen ziemt, aufrichtig sein. 2. Und wenn ich schwö⸗ rend vor dir steh', Dir feier⸗ lich ins Antlitz seh', Die Hand zum Himmel hebe,— Wenn ich dich, Gott, der mich erschuf, Zum Zeugen und zum Rächer ruf',(d Herr, mein Gott, ich bebe!) Dann sei von Trug und Heuchelei Mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Freyler da auch Gott noch schmähn, Mit Lügen frech noch vor ihm stehn, Dann laß mein Herz erschrecken. Weh dem, der Gott und Gottes Macht Zum Siegel seiner Bosheit macht, Sie vor der Welt zu decken! Schau deinen Gott mit Zittern an, Der Seel' und Leib verderben kann. 4. O Seele, wenn du dich noch liebst, Denk', was du da zum Pfande gibst, Dein Glück, dein ewig Le— ben! Verlier nicht mit Ver⸗ wegenheit Dein Theil an Gott und Seligkeit. Wer kann dir's wieder geben? Gott und sein Evangelium, Wie kost thum! 5. Fr die noch het's ni nicht“ꝰ rotten. muth ist nicht jede Gott läß Zum St noch Ze noch die 6. Nei Gut und stenthum Soll mie Um alle Will ich ligkeit J leren. X auch imn Herz und 7. Go dem Ei deiner He heit pün! schwör' i Pflicht, im Kleins Pflichten Hott,. sein, m die Und Kein falscher dir ist wirsts t mein hristen schwö⸗ feier⸗ Die be,= t, der zeugen (O bebe 0 und und a auch Mit ihm n Herz „ der Macht osheit elt zu Gott Seel' nn. auch immer sei, Herz und Gott dabei! Uflicht ö im Kleinsten nicht Beschworne Wie kostbar ist dies Eigen⸗ chun! 5. Frech i ist die Zunge, die kuoch spricht:„Gott sie⸗ het's nicht, Gott achtet's nicht““ So lästern Spötter⸗ wtten. Ja! Gottes Lang⸗ nuth ist bekannt, Er lähmt nicht jede falsche Hand; Doch Gott 65 äßt sich nicht spotten! Zum Strafen hat er lang noch Zeit, Zum Strafen noch die Ewigkeit! 6. Nein! Ehre nicht, nicht Gut und Geld, Kein Für⸗ stenthum und keine Welt Soll mich so weit verführen. Un alle Leiden dieser Zeit Will ich doch Gott und Se— lgkeit Muthwillig nicht ver⸗ Wie klein mein Glück Nur reines leren. 7. Gott, lehre mich bei edem Eid, Aus Furcht vor deiner Heiligkeit Die Wahr⸗ heit pünktlich sprechen. Be— schwör' ich heilig Amt und So laß mich auch Pflichten brechen. Gott, schwur ich sin;: Erhalt mich ewig dein! Old. G.⸗B. Auch dir, treu zu ewig, Dan. Bickel 737—1809. Joh. Carl Hel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 36. He G Christliche Tugenden. ihr Christen, wenn ihr schwö— ret! Furchtbar ist die Hei⸗ ligkeit Eures Richters, der euch höret, Furchtbar, aller Lügen Feind, Hier und wenn er einst erscheint. 2. Wenn erhebt, heilig S ist euch nah, wird alles doch ihr eure Hand Dann ergreif euch Schrecken! Denkt: Gott er lebt! Er entdecken, Was Betrug und List ver⸗ stellt, Er, der Richter aller Welt! 3. Gott erforschet es ge— wiß, Wo wir freveln oder fehlen, Gott, dem keine Fin⸗ sterniß Mag des Sünders Herz verhehlen, Gott, der tausend Wege hat, Zu ent⸗ hüllen jede That. 4. Wenn ihr freveln woll— tet, ach, Immer, in der Nacht, am Tage, Ueberall dann folgt euch nach Des Gewissens Furcht und Klage; Selbstgericht(was ist ihm gleich?) Quälte, wo ihr gienget, euch. 5. Fluch und Elend würde dann Alles um euch her auf Erden, Alles, was erfreuen kann, Würde Pein und Rache werden, Und Verzweiflung, — wie erreicht Sie die Frev⸗ ler schnell, wie leicht! 6. Sagt: für aller Welt Gewinn Geb' ich nicht des Nicht die Daß ge⸗ Herzens Ruhe, Ueberzeugung hin, 314 Christliche Tugenden. recht ist, was ich thue, Daß selbst meine Neigung nicht, Was mir Gott gebietet, bricht. 7. Dann darf ich zu Gott empor Voll Vertraun und Hoffnung sehen; Gnädig neigt er dann sein Ohr Alle⸗ zeit zu meinem Flehen. Er, der Herr, der Lügner Feind, Ist mein Vater, ist mein Freund! (Old. G.⸗B.) Balth. Münter 1735—98. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc.. ö Nroßer Schö⸗ 437. G pfer, Herr der Zeit, Gib, daß ich bis an mein Ende, So wie mir dein Wort gebeut, Klüglich meine Zeit anwende, Die mir noch dein weiser Rath In der Welt beschieden hat. 2. Ach, wie flügelschnell entfliehn Jahre, Tage, Zeit und Stunden! Eh man's meint, sind sie dahin, Gleich dem Rauch, der schnell ver— schwunden. Der ist klug, der seine Zeit Nützlichen Geschäf— ten weiht. 3. Herr, vergib durch deinen Sohn, Daß ich manche meiner Zeiten, Welche nun schon sind entflohn, Ange— legt zu Eitelkeiten Und in solchem Thun verbracht, Das Verdruß und Kummer macht. 4. Dir sei Preis! du schenkest mir Nun noch Zeit und Raum zur Buße. Herr, ich komm' und falle dir Mit Gebet und Flehn zu Fuße, Und mein ganzes Herz be⸗ reut Meine schon verlorne Zeit. 5. Wiederbringen kann ich nicht, Was von meiner Zeit verschwunden. Doch wenn ich nach meiner Pflicht Treu⸗— lich nütze meine Stunden, Die du mir noch ferner schenkst, Weiß ich, daß du mein gedenkst. 6. Lehre mich, Herr, daß die Frist, Die du mir hast zugemessen, Als ein schneller Strom verfließt, Und laß nimmer mich vergessen, Hier sei meine Prüfungszeit Zu dem Glück der Ewigkeit. 7. Säen muß ich hier mit Fleiß Zu der Ernte je— nes Lebens. O wie glück⸗ lich, daß ich weiß, Dies ge⸗ schehe nicht vergebens. Ewig freut sich seiner Saat, Wer hier wohl gesäet hat. 8. Nun laß deinen guten Geist Mich zu dieser Weis— heit führen; Laß ihn, wie dein Wort verheißt, Meinen Wandel so regieren, Daß ich täglich Samen streu Dessen ich mich ewig freu⸗ (Jev. G.⸗B.) Joh. Olearius 161184. Mel. Es büret; wohl ge ausgefü Gottes allentha Und m deihen! 2. G Schild net sie bösen N Hohn ö schaden. seiner H§ Weg un sie mit 3. D und stä meinen deiner 6 ner A dein E Daß ic thu', E 4. R nen Ge zu meil du mic scheh' Auf d Treu' horsam Nächste 5. und b Werke eis! du noch Zei ze. Herr, dir Mit u Fuße, Herz be⸗ verlorne kann ich iner Zeit ch wenn ht Treu⸗ Stunden, ferner daß du herr, daß mir hast schneller Ind laß en, Hier zeit Zu gkeit. ich hier Ernte je⸗ ie glück⸗ Dies ge⸗ 3. Ewig at, Wer 1. en guten r Weis⸗ hn, wie Meinen , Daß streu, ig freu. . Olearius 161184. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛe. 438 In Gottes Na⸗ * men fang' ich an, Was mir zu thun ge⸗ büret: Mit Gott wird alles wohl gethan Und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, Ist allenthalben recht und gut Und muß uns wohl ge⸗ deihen! 2. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, Er krö— net sie mit Gnaden; Der bösen Welt Haß, Neid und Hohn Kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, Er segnet ihren Weg und Stand Und füllet sie mit Freuden. 3. Drum komm, o Herr, und stärke mich, Hilf mir in meinen Werken; Laß du mit deiner Gnade dich Bei mei⸗ ner Arbeit merken. Gib dein Gedeihen selbst dazu, Daß ich in allem, was ich thu', Erfahre deinen Segen. 4. Regiere mich durch dei— nen Geist, Den Müßiggang zu meiden, Daß das, was du mich schaffen heißt, Ge— scheh' mit lauter Freuden, Auf daß ich dir mit aller Treu' Auf dein Gebot ge— horsam sei Und meinem Nächsten diene. 5. Nun komm, und bleib bei mir; Werke meiner Hände o Herr, Die Be⸗ Christliche Tugenden. 315 fehl' ich, treuer Vater, dir; Hilf, daß ich sie vollende Zu deines Namens Herrlich⸗ keit Und gib, daß ich zur Abendzeit Erwünschten Lohn empfange. Sal. Liscov 1640—-89. Mel. Ringe recht, wenn ꝛe. 439. Glc na men, Greif dein Werk mit Freuden an; Frühe säe dei⸗ nen Samen! Was gethan ist, ist gethan. 2. Sieh nicht aus nach dem Entfernten; Was dir nah liegt, mußt du thun; Säen mußt du, willst du ernten; Nur die fleißge Hand wird ruhn. 3. Müßigstehen ist ge⸗ fährlich, Heilsam unverdross⸗ ner Fleiß, Und es steht dir abends ehrlich An der Stirn des Tages Schweiß. 4. Weißt du auch nicht, was gerathen Oder was mißlingen mag, Folgt doch allen guten Thaten Gottes Segen für dich nach. 5. Geh denn hin in Got⸗ tes Namen, Greif dein Werk mit Freuden an; Frühe säe deinen Samen! Was gethan ist, ist gethan. Carl Joh. Phil. Spitta 1801-59. Mel. Lieber Tag, seh' ich dich ꝛc. 440. A 316 Erden, Seit sie Dorn und Disteln trägt. Kann mein Leben köstlich werden, Wenn es sich nicht thätig regt? Nimmer sollen wir's ver— gessen, Bis der Feierabend blinkt, Unser Brot im Schweiß zu essen, Bis uns Gott zur Ruhe winkt. 2. Wohl dem Menschen, der mit Liebe Auf des Hei⸗ lands Wegen geht, Der mit dankerfülltem Triebe Nie⸗ mals träg' und müßig steht! Seiner Hände-Arbeit Segen Wird ihn nähren früh und spat. Seht, wie gut auf allen Wegen Es die from— me Arbeit hat! 3. Nicht so wird's der Faule haben, Den nicht Lust zur Arbeit treibt, Der nicht säen will, nicht graben, Der am Markte müßig bleibt. Immer näher, Schritt vor Schritte, Kommt der Armuth Ungemach, Und mit schre— ckensvollem Tritte Eilet ihm der Mangel nach. 4. Darum ringet, Men⸗ schenkinder, Ringet nach dem stillen Geist! In der Stille, Gotteskinder, Schaffet, was der Herr euch heißt! Schafft das Eure, wirket Segen! Was ihr thut, das thut dem Herrn! Und ein neuer Gnadenregen Ueberströmt euch nah und fern. 5. Dann erwartet euch am Ende Eine selge, süße Christliche Tugenden. Ruh'; Ruhe Gottes, sanft und linde, Weht euch Sab⸗ bathsfrieden zu! Und wie die, die vor euch starben, In dem Herrn entschlummert sind, Bringst auch du die vollen Garben Einst mit Freuden, Gotteskind! Chrn. Heinr. Zeller 1779—1860. Mel. Lobt Gott, ihr Christen a. ein Herr und 441. M Gott, des gute Hand Mich immerdar geführt, Hilf mir, daß ich in meinem Stand Das thuf was mir gebürt! 2. Was mir gebürt, das ist der Fleiß, Der sich nicht viel besinnt Und, wenn er, was er thun soll, weiß, Sogleich sein Werk beginnt. 2 3. Was mir gebürt, das ist die Treu', Die thut, so viel sie kann, Und sieht aufs Werk mit emsger Scheu, Ob's völlig auch gethan. 4. Was mir gebürt, das liege mir Am Herzen alle Zeit, Daß ich nicht Zeit noch Kraft verlier' Durch Vielgeschäftigkeit. Daß sich mein Herz nicht hin und her Zu vielen Dingen neigt; Sonst macht es sich das Leichte schwer Und nimmt das Schwere leicht. 6. Drum hilf, daß meine kleine Kraft In meinem Ant und unverdro ger, treu Un thu' ich zu deine segnend meine K Carl Jo Mel. Her 4⁴2. Welt er mann s Regiere Tag, 2 nähren 1 2. Hi dieser W dir gefäl Sorge se den Him 3. S Seele we auch, wi nes Leibe wahrer C 4. Di laß mich j wohl, Was du du mir denheit i 5. Mi mein W Leibe§ Ich streck den aus Segen in — 5„, sanft ich Sab⸗ Ind wie starben, lummert du die 110 mit 779—1860. risten ꝛr. herr und tt, des nmerdar daß ich as thu, irt, das ich nicht Henn er, weiß, beginnt. rt, das thut, so ht aufs Scheu, han. rt, das en alle ht Zeit Durch uHerz vielen t macht schwer Schwere meine meinem laß mich nicht! Nnt und Stand Das Ihre unverdrossen schafft Mit fleiß⸗ ger, treuer Hand. 7. Und was ich thu', das thu' ich dir;— Ach, richt's u deiner Ehr'! Bekenne segnend dich zu mir. Und meine Kraft vermehr'! Carl Joh. Phil. Spitta 1801—-59. Mel. Herr Jesu Christ, dich ꝛe. 442 Lott, dessen * Hand die Welt ernährt Und jeder⸗ mann sein Theil beschert, Regiere mich doch Tag für Tag, Daß ich mich redlich nähren mag. 2. Hilf, daß ich hier in dieser Welt So lebe, wie es dir gefällt; Laß meine erste Sorge sein, Wie ich geh' in den Himmel ein. 3. Steht es mit meiner Serle wohl, Dann lehre mich auch, wie ich soll Auf mei⸗ nes Leibes Wohlergehn Mit Wahrer Christenweisheit sehn. 4. Dich ruf' ich an; ver⸗ Du weißt a wohl, was mir gebricht; Vas du willst geben, gib du mir Und dann Zufrie⸗ denheit in dir! 5. Mit Beten geh' ich an mein Werk: Gib du dem Leibe Kraft und Stärk: Ich streck die Hand mit Freu⸗ den aus; Komm du mit Segen in mein Haus. Christliche Tugenden. 3⁴7 6. Erleichtre mir der Ar⸗ beit Last; Laß mich, wie du befohlen hast, Das thun, was meines Amtes ist; Ich weiß, daß du mein Helfer bist. 7. Ich trau' auf dich von Herzensgrund, Du werdest mir zu deiner Stund Auf meine Arbeit und Bemühn Den Nahrungssegen nicht entziehn. 8. Du machst die dürren Berge naß, Du kleidest Li⸗ lien, Laub und Gras, Du speisest alle Vögelein: Sollt' ich denn ohne Segen sein? 9. Verstünd' ich nur, nach deinem Sinn, So lang ich noch auf Erden bin, Mit deinen Gaben umzugehn, So würd' es wohl im Hause stehn! 10. Nun, treuer Gott, erhöre mich! Mein Auge siehet nur auf dich. Hilf, daß ich sorge, wie ich soll! Ja, sorge du, so geht mir's wohl! Gabr. Wimmer 1671—-1745. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛe. Ferr, laß mich 443. H stets gewissen⸗ haft Mein zeitlich Gut ver⸗ walten! Gib du mir Weis⸗ heit, gib mir Kraft, Damit wohl hauszuhalten, Auf daß ich, im Geringern treu, Durch 318 Christliche * deine Gnade fähig sei Zu größern Gnadengütern. 2. Was ich besitze, kommt von dir; Es ist dein milder Segen. Nicht zum Verder⸗ ben gabst du mir Mein zeit⸗ liches Vermögen, Du gabst es mir zum wahren Wohl! So hilf denn, daß ich's, wie ich soll, Nach deiner Vor— schrift brauche. 3. Was ist das mir ge⸗ schenkte Gut? Vergänglich— keit der Erde. Gib, daß ich nie zum Uebermuth Da— durch verleitet werde! Nie reiß' ein irdischer Gewinn Mein Herz soweit zum Ei— teln hin, Daß ich mein Heil vergesse! 4. Was nützte mir die ganze Welt Mit allen ihren Schätzen, Verblendete mich Gut und Geld, Mich dir zu widersetzen? Verschmäht' ich,‚ was dein Wort begehrt, Was mir ein ewig Glück gewährt, Wie elend würd' ich werden! 5. schenke, Vater, schenke mir Nur deines Gei— stes Gaben! So werd' ich, reich genug in dir, Die besten Güter haben; So bin ich sicher deiner Huld, Voll Freude, Friede und Geduld; Nichts fehlt dann meiner Seele. 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, Die Wurzel Tugenden. alles Bösen! Von Unruh' und Gewissenspein Kann Reichthum nicht erlösen. Er nützet mir im Tode nichts Und kann am Tage des Gerichts Nicht meine Seele retten. 7. Lehr' du mich weise Sparsamkeit, Um das nicht zu verschwenden, Was du mir gabst, um allezeit Es nützlich anzuwenden! Laß mich damit aus Dankbegier Auch meinem Nächsten, nicht bloß mir, Des Lebens Müh' erleichtern! 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft! Dies laß mich stets bedenken Und mein Ge⸗ müth gewissenhaft Zur Treu' im Irdschen lenken, Daß von den Gütern dieser Zeit Dereinst noch in der Ewig⸗ keit Ich reichen Segen ernte. Joh. Henr. Hävecker 1640—1722. Mel. Aus tiefer Nothschrei! icher, 44 UTch treuer Gott! 444. A ich ruf' zu dir; Hilf, daß mich nicht be⸗ thöre Die böse Lust, die strebt in mir Nach Reich⸗ thum, Pracht und Ehre; Gib, daß ich an dein Wort mich halt' Und dadurch jede Lockung bald In deiner Kraft besiege. 2. Du, der den Thieren Nahrung schafft Und Futter gibt den Raben, Du läßt auch mid Trank, haben. 2 rers wer du ja al deinen K 3. Weã das mit Huld beh Demuth Und läßt Sein W mehr A Gut und Unrecht 4. Eir Reichthur berhofft wenn es geht, X borhande Hut erre tes ewis einst die 5. Ack ihre Ruh sinden; oder thu' berschwin die Seel lich sein, Sie soll 6. Dr Herz erhe der Erde lang er Schätzen niemals sind in Vor Diel Unruh' Kann en. Er nichts ge des e Seele h weise as nicht Las du eit Es 1 Laß nkbegier en, nicht 15 Müh Tag der aß mich nein Ge⸗ ur Treu' „ Daß ser Zeit r Ewig⸗ »n ernte. 640—17²2. rei' ichte, er Gott! ruf' zu nicht be⸗ ust, die h Reich⸗ Ehre; in Wort urch jede ier Kraft Thieren d Futter Du läßt Gut und Ehr', Christliche auch mich durch deine Kraft Trank, Brot und Kleidung haben. Wenn uns ein meh⸗ rers werden soll, So weißt du ja als Vater wohl, Ob's deinen Kindern nütze. 3. Wer wenig hat und das mit Recht, Kann deine huld behalten; Er bleibt in Demuth recht und schlecht Und läßt dich ferner walten. Sein Weniges gedeiht ihm mehr Als reicher Sünder So sie mit Unrecht haben. 4. Ein Trost, der nur auf Reichthum steht, Wird un⸗ berhofft zu Schanden, Und wenn es an das Scheiden geht, Dann ist erst Noth borhanden; Dein Geld und Gut errettet nicht Von Got⸗ es ewigem Gericht, Das einst die Sünder schrecket. 5. Ach, meine Seel' kann ihre Ruh' Im Zeitlichen nicht sinden; Was ich da vornehm' oder thu', Muß wie ein Rauch berschwinden. Unsterblich ist die Seel'; es muß Unsterb⸗ lich sein, was ohn' Verdruß Sie soll mit Freude laben. 6. Drum selig, wer sein herz erhebt Gen Himmel von der Erde, Damit er reich, so lang er lebt, An ewgen Schätzen werde; Die fliegen niemals auf im Rauch Und sind in Gott gesichert auch Vor Dieben, Rost und Motten. Tugenden. * 7. O höchstes Gut, sei hier und dort Mir Reichthum, Lust und Ehre! Gib, daß in mir sich fort und fort Das Sehnen nach dir mehre, Daß ich dich stets vor Augen hab', Mir selbst und allem sterbe ab, Was mich von dir will ziehen. 8. Hilf, daß ich meinen Wandel führ' Als: wie im Himmel oben, Wo ich werd' ewig sein bei dir, Dich schauen und dich loben; So kann mein Herz zufrieden sein Und findet, Gott, in dir allein Die. wahre Ruh' und Freude. Dav. Denicke 1603—80. Mel. O Gott, du frommer ꝛe. IE aß mich doch 445. Lnich, o Goz Den Schätzen dieser Erden So meine Neigung weihn, Daß sie mein Abgott wer⸗ den! Oft fehlt beim Ueber⸗ fluß Doch die Zufriedenheit, Und was ist ohne sie Des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich Gut Auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz Richt bloß in unserm Willen? Nicht stets wird's dem zu theil, Der ängstlich darnach ringt, Und schnell verliert's oft der, Dem sein Bemühn gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist Wahrhaftig soll be— 320 Christliche glücken, Muß nicht vergäng— lich sein, Muß für den Geist sich schiken. Der Thor hat Geld und Gut, Er hat's und wünscht noch mehr; 2— immer bleibt sein Herz Von 205 Ruhe leer. O Gott, so wehre doch 155 Habsucht Wodrn Trie⸗ ben Und heilige mein Herz, Nicht Güter nur zu lieben, Die man mit Müh' gewinnt, Bald schwelgerisch verzehrt, Bald ruhelos bewacht Und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises, frommes Herz, Das sei mein Schatz auf Erden! Sonst alles, nur nicht dies, Mag mir entrissen werden; Es bleibt im Tod auch mein Und folgt mir aus der Zeit Zum seligsten Gewinn Noch in die Ewigkeit. 6. Was ist, wenn dieses fehlt, Das herrlichste Ver⸗ gnügen? Nur süßen Träumen gleicht's, Die unsern Geist betrügen, Drum lenke, Gott, den Wunsch Vom irdischen Gewinn Durch deines Gei— stes Kraft Zu ewgen Gü⸗ tern hin. (Jev. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. Mel. Mir nach, spricht ꝛe. I ohl dem, der 446. W bessre Schätze liebt, Als Schätze dieser Er⸗ den! Wohl dem, der sch mit Tugenden. Eifer übt, An Tugend reich zu werden, Und in dem Glauben, des er lebt, Sich über diese Welt erhebt! 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, Hier Güter zu besitzen; Er gab sie uns und 4— die Pflicht, Mit Weisheit sie zu nützen; Sie dürfen 25— er⸗ freun Und unsers Fleißes Antrieb sein. 3. Doch nicht nach Gütern dieser Zeit Soll meine Seele schmachten. Erst muß sie nach Gerechtigkeit Und Gottes Reiche trachten. Dies, dies ist eines Menschen Ruf, Den Gott zur Ewigkeit erschuf. 4. 95 Geiz erniedrigt unser H. Erstickt die edlern Daiehe. Die Liebe für ein schimmernd Erz Verdrängt der 2 Jugend Liebe Und machet, der Vernunft zum Spott, Ein elend Gold zu unserm Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, Läßt uns kein Gut genießen. Er quält durch Habsucht unsern Geist Und tödtet das Gewissen Und reißt durch schmeichelnden Gewinn Uns blind zu jedem Frevel hin. 6. Wie könnt' ein Herz, vom Geize hart, Des Wohl⸗ thuns Freuden schmecken, Nach dem, der arm 1— elend ward, Die Hand zur Hülfe strecken? Und wo ist eines Stande der Gei 7. E bei, De Entfer: sei, 2 hass guter 9 bens g Old. G.⸗ Mel. S⸗ E 44⁵ Beschw in dem strebest Und si strebst. erlaubt denk' ir Itt den begehre ein we 2.2 nie sck Mensch Die w ther nügsan dir Go gern, Ein je Friede hat sei 3. 0 seinen stets u so, wi nd reich in dem 1, Sich bt! „ Gott Mer Er gab Pflicht nützen; herz er⸗ Fleißes Gütern ie Seele nuß sie d Gottes es, dies if, Den rschuf. niedrigt ie edlern für ein rdrängt machet, ott, Ein m Gott. viel er ins kein quält n Geist zewissen helnden u jedem n Herz, Wohl⸗ mecken id elend r Hülfe st eines Standes Pflicht, Die nicht der Geiz entehrt und bricht? . Erhalte mich, o Gott, da⸗ bei, Daß ich mir gnügen lasse, Entfernt von niedrer Habs ucht sei, Den Geiz von Herzen hasse. Ein weises Herz und guter Muth Sei meines Le⸗ bens größtes Gut! Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. Mel. So bin ich nun kein Kind ꝛc. 447. Do klagst und fühlest die Beschwerden Des Stands, in dem du dürftig lebst; Du strebest glücklicher zu werden Und siehst, daß du vergebens strebst.— Ja, klage! Gott erlaubt die Zähren; Doch denk' im Re auch zurück: Ist denn das Glück, das wir kanchren, Für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter Dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemü⸗ ther Ist Tugend und Ge⸗ nügsamkeit. Genieße, was dir Gott beschieden; Entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, Ein jeder Stand hat seine Last. 3. Gott ist der Herr, und seinen Segen Vertheilt er stets mit weiser Hand, Nicht so, wie wir's zu wünschen Christliche Tugenden. 321 pflegen, Doch so, wie er's uns heilsam fand. Willst du zu d denken dich erkühnen, Daß seine Liebe dich vergißt? Er git uns mehr, als wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Le⸗ bens Kräfte In träger Un⸗ zufriedenheit; Besorge deines Stands Geschäfte Und nütze deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, Ein ewig Glück in Hoffnung sehn, Dies ist der Weg zu Ruh' und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. 4 48. u aller Men⸗ schen Vater, Du gütigster Berather In allem, was uns drückt! Die Freuden, die wir haben, Sind einzig deine Gaben; Du bist's, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich von uns Sündern Durch Undank nicht verhindern, Uns segnend zu erfreun; Zu ewgen Selig⸗ keiten Uns Sterbliche zu leiten, Ist Weisheit, Macht und Güte dein. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Vater, bilde Mein Herz nach deinem Sinn. Daß ich der Noth der Armen Mich willig mög' 322 Christliche Tugenden. erbarmen, Nimm alle Härte von mir hin. 4. Gib, daß ich willig gebe, Mich wohlzuthun be— strebe, So wie mein Heiland that, Der zärtliche Erbarmer, Den kein bedrängter Armer Vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe Der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan, So laß, um deinetwillen, Mich andrer Seufzer stillen, So oft ich sie nur stillen kann. 6. Zum Fleiß in guten Werken Laß mich die Hoff⸗ nung stärken: Vor dir, dem Herrn der Welt, Der frohe Geber liebet, Sei, was man willig gibet, Ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. O wohl mir! ich ge— winne Schon hier bei diesem Sinne Trost und Zufrieden⸗ heit, Und einst vor Gottes Throne Zum unschätzbaren Lohne Die Freuden einer Ewigkeit. (Jev. G.⸗B.) Phil. Fr. Hiller 1699—1769. Mel. Nun sich der Tag ꝛe. oder Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. hrist! wenn die 449. C Armen man⸗ chesmal Vor deiner Thüre stehn, Merk' auf, ob nicht in ihrer Zahl Der Herr sei ungesehn! 2. Und wenn ihr matter Ruf so bang Erschallt zu dir herein, Horch' auf, ob seiner Stimme Klang Nicht möchte drunter sein? 3. O nicht so fest und eng verschließ Die Thüren und das Herz! Ach, wer den Heiland von sich stieß, Was träfe den für Schmerz! 4. Drum öffne gern und mitleidsvoll Dem Flehenden dein Haus, Und reiche mild der Liebe Zoll Dem Dürf⸗ tigen hinaus. 5. Denn ehe du dich's wirst versehn, Ist's dein Herr Jesus Christ; Der wird durch deine Thüre gehn, Weil sie so gastlich ist. 6. Und ehe du ihn noch erkannt, Der arm erschien vor dir, Erhebt er seine heilge Hand Zum Segen für und für, 7. Zum Segen über deinen Tisch Und über all dein Gut Und über deine Kindr frisch Und deinen frohen Muth, 8. Zum Segen über deine Zeit, Die du hienieden gehst, Und über deine Ewigkeit, Da du dort oben stehst; 9. Dort oben, wo er dann die Thür Dir auf mit Freu⸗ den thut, Wie ihm und seinen Brüdern hier Du thatst mit frommem Muth. Wilh. Hey 1799—1854. Mel. Li 450 Geist Wenn Habe a ich nie Oder Denn wohl fehlt d 2. gegebet Jesum Liebe Glaub. Langm tern E nicht s Uebt 3. 0 berden sich, S werder fürchte sie, ni verträt Alles gnüger det sie 4. alle schön. nicht; bleibet präg'r den G ich ein Darf matter zu dir seiner möchte seine Segen deinen (dein Kindr frohen r deine gehst, vigkeit, st; rdann Freu⸗ seinen itst mit 9—1854. Mel. Lieber Tag, seh' ich dich ꝛc. ** iebe ist die größte 450. L Gabe, Die der Geist den Christen gibt. Wenn ich Engelssprache habe, Habe aber nicht geliebt, Bin ich nichts als eine Schelle Oder nur ein tönend Erz; Denn die Stimme klingt wohl helle, Aber ach, es fehlt das Herz! 2. O du Geist, der mir gegeben, Daß mein Glaube Jesum sucht, Lehre mich nach Liebe streben! Liebe ist des Glaubens Frucht. Sie übt Langmuth, sie ist gütig; Bit⸗ tern Eifern hat sie nicht, Ist nicht stolz und übermüthig, Uebt nicht trotziges Gericht. 3. Sie ist lieblich in Ge⸗ berden; Liebe siehet nicht auf sich: Sie mag nicht erbittert werden, Macht sich niemand fürchterlich; Wahrheit freut sie, nicht das Trügen, Sie verträget Last und Müh'; Alles glaubt sie mit Ver⸗ gnügen, Alles hofft und dul— det sie. 4. Ja, die andern Gaben alle Werden erst durch Liebe schön. Liebe kommt auch nicht zum Falle, Nein, sie bleibet ewig stehn. Jesu, präg' mir dein Exempel Durch den Geist der Liebe ein, Bis ich einst in Gottes Tempel Darf in Liebe selig sein! Phil. Fr. Hiller 1699—1769. Christliche Tugenden. Mel. Mir nach,sprichtChristusꝛe. 2. o jemand 451. Sppricht:„Ich liebe Gott!“ Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott Und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb' und will, daß ich Den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat Und sieht die Brüder leiden Und macht den Hung⸗ rigen nicht satt, Läßt Nackende nicht kleiden, Der ist ein Feind der ersten Pflicht Und hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht Und gern sie schmähen höret, Sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, Und nichts zum besten kehret, Nicht dem Verleumder wider⸗ spricht, Der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz Den Nächsten unterstützet, Doch nur aus Stolz, aus Eigen⸗ nutz, Aus Weichlichkeit ihm nützet, Nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, Auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis ihn anzuflehn Ein Dürftger erst erscheinet, Nicht eilt, dem Armen beizustehn, Der im Verborgnen weinet, Nicht gütig forscht, ob's ihm ge⸗ 21³ 324 Christliche Tugenden. bricht, Auch der liebt seinen Nächsten nicht. 6. Wer andre, wenn er sie beschirmt, Mit Härt' und Vorwurf quälet Und ohne Nachsicht straft und stürmt, Sobald sein Nächster fehlet; Wie bleibt bei seinem Un⸗ gestüm Die Liebe Gottes wohl in ihm? 7. Wer für der Armen Heil und Zucht Mit Rath und That nicht wachet, Dem Uebel nicht zu wehren sucht, Das oft sie dürftig machet, Nur sorglos ihnen Gaben gibt, Der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du ver⸗ magst es nicht, Stets durch die That zu lieben; Doch bist du nur geneigt, die Pflicht Getreulich auszuüben, Und wünschest dir die Kraft da— zu Und sorgst dafür, so lie⸗ best du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, So such' ihn zu be⸗ leben. Sprich oft: Gott ist die Lieb', und mir Hat er sein Bild gegeben. Denk' oft: Gott, was ich hab', ist dein; Sollt' ich gleich dir nicht gütig sein? 10. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines Leibes Glieder; Drum diene deinem Nächsten gern, Denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; Mein Nächster ist sein Kind wie ich. 11. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder has⸗ sen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So theur er⸗ kaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, Hab' ich dies mehr als sie verdient? 12. Du schenkst mir täg⸗ lich so viel Schuld, Du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld Mit mei— nen Brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du ver⸗ gibst? Und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was ich den From⸗ men hier gethan, Dem klein—⸗ sten auch von diesen, Das siehst du, mein Erlöser, an, Als hätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch sein Und Gott in Brü⸗ dern nicht erfreun? 14. Ein unbarmherziges Gericht Wird über den er⸗ gehen, Der nicht barmherzig ist, der nicht Erhört des Nächsten Flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, das dich durch Liebe preist. (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛe. 4 Ich glaube, daß 452². die Heiligen Im Ge Weil stehn Gaben. machet sein G Himme 2.— Schicks Gliede dieserd terschie ein ar: ist gee will ei 2 — Kreatu größer Christr Erlöser den Tauf' Herrn schenke 4. Freier Kinder hier ke keine hier! Inden kann, Gnade 5. ziehen barme nichts es fü solch sein ist sein er aller er has⸗ seines Ur er⸗ Gott rsühnt, als sie ir täg⸗ u Herr ch aber it mei⸗ Dem u ver⸗ lieben, From⸗ klein⸗ Das r, an, viesen. Nensch Brü⸗ rziges en er⸗ iherzig t des m gib Geist durch Gellert 15—69. der ꝛe. e, daß iligen Christliche Im Geist Gemeinschaft haben, Weil sie in einer Gnade stehn Und eines Geistes Gaben. So viele Christus machet rein, Die haben all sein Gut gemein Und alle Himmelsschätze. 2. Zwar nicht das gleiche Schicksal fällt Hienieden jedem Gliede; Es dauern noch in dieser Welt Die äußern Un⸗ terschiede; Dem einen fällt ein armes Los, Der andre ist geehrt und groß: Das will ein Christ nicht ändern. 3. Doch in der neuen Kreatur Ist keiner klein noch größer; Wir haben einen Christus nur, Den einigen Erlöser, Das Licht, das Heil, den Morgenstern; Wort, Tauf' und Nachtmahl unsers Herrn Ist allen gleich ge— schenket. 4. Da ist kein Knecht noch Freier mehr; Da sind sie alle Kinder; Der Reichthum macht hier keine Ehr', Die Armuth keine Sünder. Gott sieht hier die Person nicht an, Indem der Reiche arm sein kann, Der Arme reich an Gnaden. 5. Wir leiden mit, wir ziehen an Ein herzliches Er— barmen, Und wenn das Herz nichts weiter kann, So seufzt es für die Armen. Denn solch ein Glied, dem durch sein Herz Nicht geht der Tugenden. 325 andern Glieder Schmerz, Das hat gewiß kein Leben. 6. So trägt ein Glied des andern Last Um seines Haup⸗ tes willen; Wer seiner Brü⸗ der Lasten faßt, Lernt das Gesetz erfüllen; Der Herr voran als Vorbild geht, Sein königlich Gebot besteht Inein em Wörtlein:„Liebe.“ 7. Ich will mich der Ge— meinschaft nicht Der Heiligen entziehen; Wenn meine Brü— der Noth anficht, So will ich sie nicht fliehen.— Hab' ich Gemeinschaft an dem Leid, So laß mich an der Herrlichkeit Auch einst Ge— meinschaft haben. Phil. Fr. Hiller 1699—-1769. Mel. Lieber Tag, seh' ich dich ꝛe. 45½ Herz und Herz, u vereint zu⸗ sammen, Sucht in Gottes Herzen Ruh'; Lasset eure Liebesflammen Lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder; Er das Licht und wir der Schein; Er der Meister, wir die Brüder; Er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gotteskinder, Und erneuert euren Bund; Schwöret un— serm Ueberwinder Lieb' und Treu' von Herzensgrund! Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, 326 Christliche Tugenden. O so flehet um die Wette, Bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, Auf so treues Lie— ben an, Daß ein jeder für die Brüder Auch das Leben lassen kann! So hat uns der Herr geliebet, So vergoß er einst sein Blut; Jeder Jün⸗ ger ihn betrübet, Der nicht gleich dem Meister thut. 4. O du treuster Freund, vereine Selbst die dir ge— weihte Schar, Daß sie es so herzlich meine, Wie's dein letzter Wille war, Und daß, wie du eins mit ihnen, Also sie auch eines sein, Sich in wahrer Liebe dienen Und einander gern erfreun. 5. Liebe, hast du es ge⸗ boten, Daß man Liebe üben soll, O so mache doch die todten, Kalten Herzen lebens⸗ voll! Zünde an die Liebes⸗ flamme, Daß ein jeder sehen kann: Wir, als die von einem Stamme, Stehen auch für einen Mann. 6. Laß uns so vereinigt werden. Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein ge— trenntes Glied mehr ist, Und allein von deinem Brennen Nehme unser Licht den Schein; Also wird die Welt erkennen, Daß wir deine Jünger sein. Nie. Ludw. v. Zinzendorf 1700—60. Mel. Freu' dich sehr, o ꝛ. 4 Menschen, die 454. Mei Chrift Glieder Und nach Gottes Bilde seid, Uebet gegen eure Brüder Christliche Gerechtig— keit. Meint es mit dem Nächsten gut, Wie ihr wollt, daß man euch thut. Diese Lehre, so zu leben, Hat der Heiland uns gegeben. 2. Dient einander mit den Gaben, Welche Gott in euch gelegt; Denn den Baum will Gott nicht haben, Welcher keine Früchte trägt. Helft einander aus dem Kreuz Sonder Eigennutz und Geiz; Gebt und rathet, und geden⸗ ket, Daß euch alles Gott geschenket. 3. Ohne Falsch gleichwie die Tauben, Sucht einander beizustehn, Und aus unge⸗ färbtem Glauben Lasset eure Werke gehn. Habt Ver⸗ trauen unter euch, Seid am Sinn einander gleich, Haltet an der Liebe feste, Denkt und hoffet stets das Beste. 4. Lasset über euch nicht schreien, Daß ihr unversöhn⸗ lich seid! Seid begierig zum Verzeihen, Langsam zu der Bitterkeit. Sprecht den Näch⸗ sten freundlich an, Hat er was nicht recht gethan, Und gewinnet sein Gemüthe Selbst mit Freundlichkeit und Güte. 5. Lasset uns nicht übel sprechen, Wenn wir andrer Mäng haben uns U öret, weh meten noch h vor G 6. 4 Gute, nicht. nem aufger gibt v beschli imm Snri 25 mit de rechtig der er Hochz uns l Spric Knech: hier e viele barst, bewa „0/A. en, die Christi Gottes en eure rechtig⸗ t dem wollt, Diese hat der nit den in euch im will Velcher Helft Kreuz Geiz; geden⸗ Gott eichwie nander unge⸗ et eure Ver⸗ eid am Haltet Ekt und nicht rsöhn⸗ g zum zu der Näch⸗ hat er Und Selbst Güte. übel andrer Christliche Mängel sehn; Denkt, wir haben auch Gebrechen, Die uns wieder können schmähn. Höret, was der Heiland spricht: Richtet und verdam⸗ met nicht! Daß wir nicht noch hier auf Erden Selbst vor Gott verwerflich werden. 6. Gönnt einander alles Gute, Segnet und verfluchet nicht. Christus hat mit sei⸗ nem Blute Ein' Erlösung aufgericht. Und ein Vater gibt uns Brot, Unsre Zeit beschließt der Tod, Und ein Himmel ist dort oben Den Gerechten aufgehoben. 7. Höchster, schmück' uns mit dem Kleide Heiliger Ge— rechtigkeit. Mach' uns zu der ewgen Freude, Zu dem Hochzeitsmahl bereit. Mach' uns hier und dort gerecht; Sprich einst: Du getreuer Knecht, Komm, ich will dich hier ergetzen Und dich über viele setzen. Conrad Hubert, gest. 7686. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛc. —3 Daß, o Jesus, 45⁵. L mich empfinden, Welche Seligkeit es ist, Daß du mir, um mich von Sünden Zu befrein, erschienen bist, Daß ich Gottes Wege walle, Daß du liebreich, eh ich falle, Die Gefahr mir offen⸗ barst, Mich ergreifest, mich bewahrs.A Tugenden. 2. Laß mich's fühlen, welch ein Segen Es für meine Seele ist, Daß ich geh' auf Gottes Wegen, Weil du meine Hülfe bist; Ja, von deinem Geist ge— trieben, Ueber alles Gott zu lieben, Fühl' ich hohe Selig⸗ keit, Der sich dein Erlöster freut. 3. Ach, wie könnt' ich dies empfinden Und doch fühllos Menschen sehn In der Sklaverei von Sünden Wege des Verderbens gehn, Und nicht rufen, daß sie's hören: Eilet, Freunde, umzukehren, Wenn ihr selig werden wollt, Wie ihr's werden könnt und sollt. 4. Auch für meiner Brüder Seelen Und nicht für mein Heil allein Soll ich sorgen; wenn sie fehlen, Wo ich kann, ihr Führer sein. Wenn sie sündigen und sterben Und ich rief' nicht vom Ver⸗ derben, Wo ich könnte, sie zu dir, Forderst du ihr Blut von mir. 5. Von des Irrthums Finsternissen Selbst errettet, will auch ich Warnen, rühren des Gewissen, Der von deinem Wege wich, Will ihm zeigen, was ihn blende, Daß sein Herz zu dir sich wende Und zur wahren Seelenruh' Gib du mir nur Kraft dazu! 328 Christliche Tugenden. 6. Hilf mir, Herr, sein Herz erweichen, Und wenn meine Bitten nicht Bis zu seinem Herzen reichen, Sei mein Beispiel ihm ein Licht, Daß an mir er sehen möge, Wie so heilsam Gottes Wege Jedem, der sie liebgewinnt Und mit Treue wandelt, sind. 7. Laß ihn sehn an mei— nen Freuden, Wie beglückt der Fromme ist, Wie so heiter auch im Leiden, Welch ein Trost du dann ihm bist, Daß er sich der Lust der Erde Noch entreiß' und heilig werde, Selig auch wie ich zu sein, Ewig deiner sich zu freun. (Old. G.⸗B.) Joh. Andr. Cramer 1723—88. Mel. Gott des Himmels und ꝛe. 6 ichte nicht mit 456. harterStrenge, Wenn du andre fehlen siehst, Da auch du der Fehler Menge Doch nicht ganz und stets entfliehst! Schonung ist des Christen Pflicht; Richte deinen Nächsten nicht! 2. Reich' aus christlichem Gemüthe Ihm die Hand zu seinem Glück; Führ' mit Nachsicht und mit Güte Von dem Irrweg ihn zurück; Sieh dich vor, wenn du noch stehst, Daß du selbst dem Fall entgehst! 3. Laß die Liebe dich be⸗ seelen, Die den Argwohn niederschlagt Und, wenn andre wirklich fehlen, Ihre Fehler schonend trägt; Bessre gerne dich und sie; Rede liebreich, schmähe nie! 4. Jener Richter aller Welten Richtet mit Gerech⸗ tigkeit Und wird jedem einst vergelten, Wie er lebt in dieser Zeit; Ueberlaß ihm das Gericht; Christus spricht: „Verdamme nicht!“ Gottfr. Bened. Funk 1734—1814. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛe. 457 I ller meiner Brü⸗ * der Rechte Laß mir, Gott, stets heilig sein. Wenn ich sie zu kränken dächte, Ihres Kummers mich zu freun, Ueber sie mich zu erheben Oder üppiger zu leben, Welchen Haß ver⸗ dient' ich nicht, Welch ein schreckliches Gericht! 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, Ihnen das aus Eigensinn Oder Neid und Geiz versagen, Was ich ihnen schuldig bin, Könnt' ich ohne Treu' und Glauben Andern Gut und Ehre rauben, Welchen Haß ver⸗ dient' ich nicht, Welch ein schreckliches Gericht! 3. Nein, ich will das Un⸗ recht hassen, Will gerecht sein, kein Tyrann; Jedem geben, je hat und will ich L gehen; u ber niedr durch Ur 4. E Thränen sind nich gerechte deine P' du nicht du, Rich Harrt de nicht E Gericht? 5. Del billig& sein, Kr willig Jo berzeihn. laß sieer drängten wo Verl liebreich 6. Hi wandeln meinem mit alle aller Hä Richter mir all Was ie that, W mir nah (Old. G.-2 Mel. He 158 gwohn wenn & Ihre Bessre Rede aller jzerech⸗ einst bt in ihm pricht: —1814. ms A. Brü⸗ e Laß sein. änken mich ich zu er zu ver⸗ h ein bei das Neid As ich önnt' luben Ehre ver⸗ ein Un⸗ erecht sedem geben, jedem lassen, Was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden Als be— gehen; will mit Freuden Lie⸗ ber niedrig sein und bloß, Als durch Unrecht reich und groß. 4. Eines Unterdrückten Thränen, O wie furchtbar sind nicht die! Eh es Un⸗ gerechte wähnen, Treffen deine Pfeile sie. Und wenn du nicht eilen solltest, Wenn du, Richter, säumen wolltest, Harrt dann mein am Grabe nicht Ein noch schrecklicher Hericht? 5. Lehre mich gerecht und billig Gegen alle Menschen sein, Keinen drücken, lieber willig Jedem, der mich kränkt, berzeihn. Hab' ich Macht, laß sie mich nützen, Die Be⸗ drängten zu beschützen, Eilen, wo Verlassne flehn, Ihnen liebreich beizustehn. 6. Hilf mir immer richtig wandeln, Gott, vor dir, als meinem Herrn, Billig stets mit allen handeln Und von aller HKärte fern; Denn du, Rchter aller Welten, Wirst mir alles einst vergelten, Was ich meinen Brüdern that, Wenn sich dein Gericht mir naht. Old. G.⸗B.) Joh. Andr. Cramer 1723-88. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. 458 Herw, deine ö* Sanftmuth Christliche Tugenden. 329 ist nicht zu ermessen; Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große Güte Recht zu Gemüthe. 2. Du segnetest, die dei⸗ nem Namen fluchten; Du heiltest noch, die dein Ver⸗ derben suchten, Und zeigtest unter deiner Feinde Toben Der Langmuth Proben. 3. Bin ich dir gleich, o Heiland? Ich bekenne, Daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne Und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache Verwerflich mache. 4. Ich muß es dir, mein Jesu, traurig klagen: Mein stolzes Herz kann leider wenig tragen, Und schwer noch wird mir's, wenn mich andre hassen, Mich still zu fassen. 5. Vergib mir's, Herr, und wende mein Verderben; Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, Und du vergiltst zuletzt nach strengem Rechte Dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn den bittern Zorn ersticken; Laß sich dein Bild in meine Seele drücken, So werd' ich mich versöhnlich finden lassen Und niemals hassen. 7. Flucht mir die Welt, so laß mich, Herr, sie segnen Und ihrem Grimm mit Freundlichkeit begegnen, Daß mich das Böse, das ich dann empfinde, Nicht überwinde. 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth willen; So erb' ich auch im Lande deiner Stillen Die Selig— keit, wozu sie jenes Leben Einst wird erheben. Chrn. Sam. Ulber 1715—76. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. 2* Kas ich nur 459. W Gutes habe, Ist deine milde Gabe, Du Vater alles Lichts! Mein Dasein und mein Leben Ward mir von dir gegeben, Und ohne dich vermag ich nichts. 2. Sowohl Verstand als Kräfte Zu nützlichem Ge— schäfte Hab' ich aus deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten Dem Vorsatz wohl gerathen; Ich bin allein an Fehlern schuld. 3. Das Glück, des ich mich freue, Schaffst du nach deiner Treue, Du Herr der ganzen Welt! Du ordnest unsre Tage, Ihr Glück und ihre Plage, Wie's deiner Weisheit wohlgefällt. 4. Sollt' ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem Leben Viel Gutes wider⸗ fährt? Was hat dich, Herr, bewogen, Daß du mich vor⸗ gezogen? Bin ich auch je— mals dessen werth? Christliche Tugenden. 5. Ich bin viel zu geringe Der Huld, Herr aller Dinge, Die du mir stets erzeigt; O laß mich's nie vergessen, Wenn sich mein Herz ver⸗ messen Zum Stolz und Eigen⸗ dünkel neigt. 6. Das nützlich anzu⸗ wenden, Was du mit Vater⸗ händen Mir gütig zuge— wandt, Gehorsam dir zu werden, Das sei mein Fleiß auf Erden; Dazu gib De⸗ muth und Verstand. Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 3 Telig sind die 460 reinen Her⸗ zen, Die ihre Krone nicht verscherzen, Sie werden Got⸗ tes Antlitz sehn, All die Keuschen, Unbefleckten, Vom Herrn zum guten Kampf Er⸗ weckten, Die in der Reinig⸗ keit bestehn. Sie sehen einst im Licht Sein strahlend An— gesicht Voller Gnaden! Herr, wir sind dein, Behalt uns rein Und lehre dir uns ähn⸗ lich sein. Nic. Ludw. v. Zinzendorf 1700-60. Mel. Freu' dich sehr, o ꝛe. Seilger Gott, 461. H der du be⸗ gehrest Keuschheit, Zucht und fromme Scheu, Der du hassest und verwehrest Schnöde Lust und Schwel⸗ gerei! gesum C Heiland gleich g Weltsinr 2. M Bilde hochgesch hat für sein Lebe Vater nur sell Wenn wollte schänden 3. W Gott nie ist das kann nie Dem dii Soll m Schein freun, und Gli Lust zur 4. Gi betrübet schandba sich in! ihn völ Wollust Gram, Schand in solch Können erben. 5. De Scharen Geistes widerfal geringe Dinge, erzeigt, ergessen, erz ver⸗ d Eigen⸗ anzu⸗ t Vater⸗ g. zuge⸗ ir zu in Fleiß gib De⸗ 1715—69. t uns ꝛce. sind die en Her⸗ ne nicht den Got⸗ All die n, Vom mpf Er⸗ Reinig⸗ en einst end An⸗ Herr, alt uns ns ähn⸗ 1700—60. „ ze. Gott, du be⸗ icht und der du rwehrest Schwel⸗ gerei! Ach, ich fleh' durch ANsum Christ, Der der Seelen heiland ist: Mache mich ihm gleich gesinnet, Was der Weltsinn auch beginnet. 2. Meine Seel' ist deinem Bilde Gleichgemacht und hochgeschätzt: Dein Sohn hat für sie voll Milde Einst sein Leben eingesetzt. Drum, Vater, wär' ich ja Mir nur selbst zum Fluche da, Wenn ich unkeusch leben wollte Und dein Bild so schänden sollte! 3. Wer nicht rein, kann Gott nicht sehen; Denn Gott it das reinste Licht; Der kann nicht vor ihm bestehen, Dem die Reinigkeit gebricht. Soll mich nun der helle Schein Deines Angesichts er⸗ freun, Herr, so reinge Geist und Glieder, Mach' mir böse Lust zuwider! 4. Gottes Geist wird schon betrübet Durch ein einzig schanddar Wort, Und wer sich in Lüsten übet, Treibt ihn völlig von sich fort. Wollust machet Sorg' und Gram, Bringet uns in Schand und Scham; Die in solchen Sünden sterben, Können nie dein Reich er⸗— erben. 5. Darum, Herr der reinen Scharen, Laß mir deines Heistes Kraft Und die Gnade widerfahren, Die ein reines Christliche Tugenden. erze schafft. Sei du meines erzens Gast, Mach' die Sünde mir verhaßt; Auch entziehe mich bei Zeiten Sündlichen Gelegenheiten. 6. Tödte meines Fleisches Triebe Und was sonst mein Herz befleckt, Weil dein Sohn am Kreuz voll Liebe Qual und Tod für mich geschmeckt. Treib die Lüste ganz von mir, Daß ich Leib und Seele dir Als dein Heiligthum be— wahre Und zu dir im Frieden fahre. Fr. Fabricius 1642- 1703. Mel. Was sorgst du ängstlich ꝛc. 46 Der Wollust 462. D Reiz zu wi⸗ derstreben, Dies, Jugend, (liebst du Glück und Leben), Laß täglich deine Weisheit sein. Entflieh der schmei— chelnden Begierde; Sie raubet dir des Herzens Zierde, Und ihre Freuden werden Pein. 2. Laß, ihr die Nahrung zu verwehren, Nie Speis' und Trank dein Herz beschweren, Und sei ein Freund der Nüch— ternheit; Versage dir, dich zu besiegen, Auch öfters ein erlaubt Vergnügen Und steure deiner Sinnlichkeit. 3. Laß nicht dein Auge dir gebieten, Und sei, die Wollust zu verhüten, Stets schamhaft gegen deinen Leib. Entflieh des Witzlings freien 332 Scherzen Und such' im Um⸗ gang edler Herzen Dir Bei⸗ spiel, Witz und Zeitvertreib. 4. Der Mensch, zu Fleiß und Arbeit träge, Fällt auf des MüßiggangesWege Leicht in das Netz des Bösewichts. Der Unschuld Schutzwehr sind Geschäfte; Entzieh der Wollust ihre Kräfte Im Schweiße deines Angesichts. 5. Erwacht ihr Trieb, dich zu bekämpfen, So wach' auch du, ihn früh zu dämpfen, Eh er dein ganzes Glück zerstört. Ihn bald in der Geburt ersticken Ist leicht; schwer ist's ihn unterdrücken, Wenn ihn dein Herz zuvor genährt. 6. Oft kleiden sich des Lasters Triebe In die Ge— stalt erlaubter Liebe, Und du erblickst nicht die Gefahr. Ein langer Umgang macht dich freier, Und oft wird ein verbotnes Feuer Aus dem, was anfangs Freund⸗ schaft war. 7. Dein fühlend Herz wird sich's verzeihen; Es wird des Lasters Ausbruch scheuen, In⸗ dem es seinen Trieb ernährt. Du wirst dich stark und sicher glauben Und kleine Fehler dir erlauben, Und hast dich, eh du's glaubst, entehrt. 8. Doch wenn du dich auch nicht entehrest Und dir auch stets die That verwehrest, Christliche Tugenden. Ist drum dein Herz schon tugendhaft? Ist's Sünde nur, die That vollbringen? Sollst du nicht auch den Trieb be— zwingen, Nicht auch den Wunsch der Leidenschaft? 9. Begierden sind es, die uns schänden, Und ohne daß wir sie vollenden, Ver⸗ letzen wir schon unsre Pflicht. Wenn du vor ihnen nicht erröthest, Nicht durch den Geist die Lüste tödtest, So rühme dich der Keuschheit nicht. 10. Erfülle dich, scheinst du zu wanken, Oft mit dem mächtigen Gedanken: Die Unschuld ist der Seele Glückl Einmal verscherzt und auf— gegeben, Verläßt sie mich im ganzen Leben, Und keine Reu' bringt sie zurück. 11. Denk' oft bei dir: der Wollust Bande Sind nicht nur dem Gewissen Schande, Sie sind auch vor der Welt ein Spott. Und könnt' ich auch in Finster⸗ nissen Den Greul der Wol⸗ lust ihr verschließen, So sieht und findet mich doch Gott. 12. Die Wollust kürzt des Lebens Tage, Und Seuchen werden ihre Plage, DaKeusch⸗ heit Heil und Leben erbt, Ich will mir dies ihr Glück erwerben. Den wird Gott wiederum verderben, Der seinen Tempel hier verderbt. 1.— Jünglin bergaß d Und sei zehrt. 5 Ge cchrecklick Lüste, heert. 14. S an den später d züchtigt! Ihr Gift quälen, Licht der dir mit 13 2 Mel. We 463. nen Ra Glück er mich er ganzer der die A Wird m Als Got 2. Er keit, V würde, benszeit, meine d mein H Schmerz bens Eh wäre? rz schon nde nur, Sollst rieb be⸗ ich den haft? es, die d ohne n, Ver⸗ Pflicht. n nicht rch den est, So euschheit scheinst mit dem Die e Glück! nd auf⸗ ie mich nd keine . ei dir: Sind zewissen uch vor Und Finster⸗ r Wol⸗ So sieht Gott. irzt des Seuchen Keusch⸗ n erbt. r Glück d Gott Der erderbt. 13. Wie blühte nicht des Jünglings Jugend! Doch er bergaß den Weg der Tugend, Und seine Kräfte sind ver⸗ zehrt. Verwesung schändet sein Gesichte Und predigt schrecklich die Geschichte Der güste, die den Leib ver⸗ heert. 14. So rächt die Wollust an den Frechen Früh oder später die Verbrechen Und züchtigt dich mit harter Hand. Ihr Gift wird dein Gewissen guälen, Sie raubet dir das Licht der Seelen Und lohnet dir mit Unverstand. Christliche Tugenden. 15. Sie raubt dem Her⸗ zen Muth und Stärke, Raubt ihm den Eifer edler Werke, Den Adel, welchen Gott ihm gab, Und unter deiner Lüste Bürde Sinkst du von eines Menschen Würde Zur Nie⸗ drigkeit des Thiers herab. 16. Drum fliehe vor der Wollust Pfade Und wach' und rufe Gott um Gnade, Um Weisheit in Versuchung an. Erzittre vor dem ersten Schritte; Mit ihm sind schon die andern Tritte Zu einem nahen Fall gethan. (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. 7. Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛc. Isuf Gott und 463. A nicht auf mei⸗— nen Rath Will ich mein Glück erbauen Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen As Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig— keit, Wie viel mir nützen würde, Bestimmte meine Le⸗ benszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glau— bens Ehre Nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh ich's bat, gewährt, Wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, Sein Wille nur geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige Geschick, Bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Ver⸗ läßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, Läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, 334 Ehre, Reichthum, Pracht Sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath Vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewissen Die Trüb⸗ sal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn; Er hilft uns gern! Seid fröhlich, ihr Ge— treuen; Der Herr wird euch erfreuen! (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. Eigne Melodie. 464 er nur den lieben Gott läßt walten Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller Noth und Traurigkeit. Gott ist ein Fels! wer ihm ver— traut, Hat nicht auf leichten Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Beseufzen unser Un⸗ gemach? Auch ein sonst leicht ertragnes Leid Wird doppelt schwer durch Traurigkeit. 3. Erwartet mit Geduld und Stille Das Ende seines Wegs und wißt, Daß er all⸗ Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. wissend, daß sein Wille So weis' als gut und gnädig ist. Er hat zu Kindern uns erwählt Und sieht als Vater, was uns fehlt. 4. Zu Freud' und Schmerz wählt Gott die Stunden, Weiß wohl, wann beides nützlich sei, Und hat er uns bewährt erfunden, Geduldig, ohne Heuchelei, O dann— und scheint er gleich noch weit— Ist er schon da, hilft und erfreut. 5. Denk' nicht in deiner Drangsalshitze, Daß du von Gott vergessen seist Und daß er den nur lieb' und schütze, Den alle Welt hier glücklich preist; Die Folgezeit verän⸗ dert viel Und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Dem Gott der Niedern und der Großen Ist's leicht, Verlassnen beizustehn, Die Hohen in den Staub zu stoßen Und die Geringen zu erhöhn. Ein Wort von ihm, so wird sogleich, Wer reich war, arm, der Arme reich. 7. Sing, bet' und geh auf Gottes Wegen, Erfülle deine Pflicht getreu Und trau' des Himmels reichem Segen, So wird er bei dir werden neu; Denn wer nur seine Zuversicht Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark 1621-8ʃ. * Mel. Es 465. will ich Cigenwä er mir ar an keine nich füh Und fole Schritt trauen. 2. W so bin 1 seinem L Fleisch! oft will Gott mi Eit, I Ewigkeit zu ehren 3. W bin ich in seiner es schick Wie er Das sei gestellt; ihm gef Sterben 4. W so geb' Vaterwi Vernun⸗ Sein 9 füllen, bedacht, Licht ge nicht m 5. W so bleib zille So gnädig ern uns 8 Vater, Schmerz 5tunden, beides er uns deduldig, dann— ich noch da, hilft 1 deiner du von Und daß d schütze, glücklich t verän⸗ eglichem Niedern ' leicht, u, Die aub zu ingen zu on ihm, zer reich ereich. nd geh Erfülle Und reichem bei dir wer nur if Gott nicht. 1621—81. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛc. ie Gott mich 465. Wé führt, so will ich gehn Ohn' alles Eigenwählen; Geschieht, was er mir ausersehn, Wird mir's an keinem fehlen; Wie er mich führt, so geh' ich mit Und folge willig Schritt vor Schritt In kindlichem Ver⸗ trauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still Und folge seinem Leiten, Obgleich im Zleisch der Eigenwill' Gar oft will widerstreiten; Wie Gott mich führt, bin ich be— nit, In Zeit und auch in Ewigkeit Stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin icch vergnügt, Ich ruh' in seinen Händen; Wie er 's schickt und mit mir fügt, Wie er will alles wenden, Das sei ihm ganz anheim⸗ gestellt; Er mach' es, wie es ihm gefällt, Zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb' ich mich In seinen Vaterwillen; Scheint's der Vernunft gleich wunderlich, Sein Rath wird doch er— füllen, Was er in Liebe hat bedacht, Eh er mich an das Acht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib' ich treu Im Glau⸗ Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. 335 2 ben, Hoffen, Leiden; Steht er mit seiner Kraft mir bei, Was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Es geh' durch Dorn und Hecken; Kann ich's auch anfangs nicht ver⸗ stehn, Einst wird er mir's entdecken, Wie er nach seinem Vaterrath Mich treu und wohl geführet hat; Dies sei mein Glaubensanker. Lampertus Gedicke 1683—1735. Mel. Was Gott thut, das ist ꝛe. z Der Herr ist 466. D meine Zu⸗ versicht, Mein einzger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, Der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott, Auf sein Gebot Wird seine Seele stille; Ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke; Die Augen, welche auf dich schaun, Sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath Und stark von That, Mit gnaden⸗ vollen Händen Wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, Verlassen sehen müssen; Du läßt ihn, wenn 336—Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. ihn Noth umgibt, Doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz Wird frei von Schmerz; Der Sünder eitles Dichten Pflegst du, Herr, zu vernichten. 4. Drum hoff', o Seele, hoff' auf Gott! Des Thoren Trost verschwindet, Wenn der Gerechte in der Noth Hülf' und Erbarmung findet. Wenn jener fällt, Ist er ein Held; Er steht, wenn jene zittern, Ein Fels in Unge⸗ wittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, Die dir dein Glaube reichet. Weh denen, die zu Menschen fliehn Und wer vom Herrn abweichet! Schreckt Sünde schon, Sein einger Sohn, Der sich für dich ließ tödten, Erwarb dir Hülf' in Nöthen. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her Sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer Zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, Der Thränen Zahl Zählt er, er wägt die Schmerzen Und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht! Auf dich hofft meine Seele, Du weißt, was meinem Glück gebricht, Wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich Nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen Und sich in Trübsal fassen. 8. In deine Hand befehl ich mich, Mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; Dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott Und einst im Tod Mein Fels, auf den ich baue, Bis ich dein Ant⸗ litz schaue. (Jev. G.⸗B.) Chrph. Chrn. Sturm 1740—86. Mel. Was mein Gott will ꝛe. 467 Ich hab' in Got⸗ 65 tes Herz und Sinn Mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn; Der Tod selbst ist mein Leben. Denn Gott ist mein, Und ich bin sein; Was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt Und Kreuz auflegt, Ist doch sein Thun voll Gnade. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, Mein Vater muß mich lieben. Läßt er auch oft mich freudenleer, So will er mich nur üben Und mein Gemüth In seiner Güt Gewöhnen sich zu fassen; Ueb' ich Geduld, Trau' seiner Huld, Wird er mich nicht verlassen. 3. Ich bin ja nicht von ohngefähr Entsprungen aus der Erden; Gott ist's, der mich zu seiner Ehr' Das, was ic Gab e Leib al nur wä Geist, Und de 4. I Allgew zum Le längster mich n Mit se lich ner verleihe Das b. er stär 275 und Ve alle M ist ihm und au wann; wenn Sinner mit eir Lebens spät u und M ten We Das, dir zu 1 Sonne Frücht auch N verlassen l fassen. d befehl sein und hoffend h; Dir n. Sei einst im auf den Hein Ant⸗ jrn. Sturm 1740—86. t will ve. in Got⸗ erz und nd Sinn scheint, Der Tod . Denn ich bin das mir schlägt Ist doch Ide. r fehlen Vater Läßt er eer, So en Und ner Gütẽ fassen; uꝰ seiner ich nicht icht von gen aus t's, der Das, was ich bin, ließ werden. Gab er das Sein Dem Leib allein, Der kurze Zeit nur währet? Nein, auch dem Geist, Der jetzt ihn preist Und der ihn ewig ehret. 4. Und wer erhält mit Allgewalt Mir jede Kraft zum Leben? Wär' ich nicht längstens todt und kalt, Wenn mich nicht Gott umgeben Mit seiner Treu', Die täg⸗ lich neu Erquickt und Kraft verleihet? Was er nicht hält, Das bricht und fällt; Was er stärkt, wird erneuet. 5. Zudem ist Weisheit und Verstand Bei ihm ohn' alle Maßen; Die rechte Zeit ist ihm bekannt, Zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud', Er weiß, wann Leid Uns, seinen Kindern, diene, Und was er thut, Ist alles gut, Ob's noch so trau⸗ rig schiene. 6. Du denkst zwar, Mensch, wenn du nicht hast, Was Sinnenlust begehret, Als sei mit einer großen Last Dein Lebensgang beschweret; Hast spät und früh Viel Sorg' und Müh' Auf selbst erwähl⸗ ten Wegen Und denkest nicht, Das, was geschicht, Geschehe dir zum Segen. 7. Es kann bei lauter Sonnenlicht Das Feld nicht Früchte tragen; So reift auch Menschenwohlfahrt nicht Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. Bei lauter guten Tagen. Wie bitter sei Die Arzenei, Schafft sie doch neues Leben; So muß das Leid Zu neuer Freud' Und wahrem Glück erheben. 8. Ei nun, so fall' ich dir deine Hände. Nimm mich und mach' es so mit mir Bis an des Lebens Ende, Wie dir's gefällt, Der du die Welt Nach weisem Rath regierest Und so auch mich Stets väterlich Auf richtgem Pfade führest. 9. Willst du mir geben Sonnenschein, So nehm' ich's an mit Freuden; Soll's aber Nacht und Trübsal sein, Will ich's geduldig leiden. Willst du allhier Noch länger mir Des Lebens Kraft erhalten: Wie du mich führst Und führen wirst, So lass' ich gern dich walten. 10. Auch noch im Tode bin ich dein; Vor ihm soll mir nicht grauen. Er führt zum bessern Leben ein, Er ist der Weg zum Schauen. Du bist mein Hirt, Der alles wird Zu solchem Ende kehren, Daß ich mit Dank Und Lob⸗ gesang Dich ewig werde ehren. Paul Gerhardt 1606—- 76. mein Gott, Getrost in (Jev. G.⸗B.) Mel. Alles ist an Gottes ꝛc. 99 338 Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. walten, Der dich kann und will erhalten, Der die Sei— nen gnädig führt! Was dich auch zu Zeiten plaget, Trag es gern, sei unverzaget; Denn der große Gott regiert! 2. Hat nicht Gott mit seinen Händen Jederzeit an allen Enden Alles herrlich ausgeführt? Glaube, daß er ferner wisse, Wie er alles lenken müsse, Er, der alle Welt regiert. 3. Schau' das goldne Heer der Sterne In der weiten Himmelsferne Hin und her von Gott geführt; Schau' das Meer vom Sturm erreget, Wie sein Wüthen bald sich leget; Denn der große Gott regiert. „Sollte denn in Men⸗ schendingen Etwas seinen Lauf vollbringen Anders, als der Herr es führt? Trau' ihm! Alles muß geschehen, Was er für uns ausersehen; Denn der starke Gott regiert. 5. Sterben, Leben, Weinen, Freuen Muß zum besten dem gedeihen, Den die Liebe Gottes führt. Weil er ist bei Gott in Gnaden, Kann ihm keine Trübsal schaden; Denn der treue Gott regiert. 6. Drum, mein Herz, sei still und stehe Auf des Glau— bens Felsenhöhe; Folge, wie dein Gott dich führt! So wird alles wohl gelingen, Und du wirst mit Freuden sin⸗ gen: Gott, mein Herr und Gott, regiert! Mauritius Kramer 1646—1702. Eigne Melodie. 46 Cas Gott thut, 469. W das ist Weh gethan; Es bleibt gerecht sein Wille; Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Noth Mich wohl weiß zu erhalten; Drum lass'ẽ ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Sein Wort kann nimmer trügen; Es führet mich auf rechter Bahn, Daran lass' ich mir gnügen. Trost und Geduld Gibt seine Huld; Er wird mein Unglück wenden; Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Sollt' er an mich nicht denken? Sollt' er, mein Arzt, der helfen kann, Mir tödtend Gift einschenken Für Arzenei? Nein, Gott ist treu! Drum will ich auf ihn bauen Und seiner Liebe trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Er ist mein Licht, mein Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann; Ihm hab' ich mich ergeben. Nach Gram und Leid Kommt noch die Zeit, Da öffentlich er⸗ scheinet meinet. bitter i Lass' ie cken, werd' e im Her Schme 6. 2 ist wo ich ver auf di Tod u wird 6 lich J Drum (Jev. G 47⁰ Und o Ueber Wer setzet, verlet muth. 2. ernäh Gut bet e wund leitet hinen 3. Sache den sin⸗ rr und 16—1702. tt thut, t wohl⸗ gerecht fängt Vill ich Er ist r Noth halten; walten. t, das Wort Es Bahn, qügen. Gibt d mein steht in das ist er an ollt' er, kann, chenken „Gott ich auf r Liebe das ist Licht, nichts Ihm Nach nt noch lich er⸗ scheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Lass' ich mich doch nicht schre⸗ cken, Weil doch zuletzt Ich werd' ergetzt Mit süßem Trost im Herzen; Da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, So wird Gott mich Doch väter⸗ lich In seinen Armen halten; Drum lass' ich ihn nur walten. (Jev. G.⸗B.) Sam. Rodigast 1649—1708. Eigne Melodie. lles ist an Got⸗ 470. A tes Segen Und an seiner Gnad' gelegen Ueber alles Geld und Gut; Wer auf Gott sein Hoffen setzet, Der behält ganz un⸗ verletzet Einen freien Helden— muth. 2. Der mich hat bisher ernähret Und mir manches Gut bescheret, Ist und blei⸗ bet ewig mein; Der mich wunderbar geführet Und noch leitet und regieret Wird fort⸗ hin mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, Die nur Sorg' und Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. 339 Muß ich den Unruh' machen Und ganz unbeständig sind; Ich begehr' nach dem zu ringen, Was der Seele Ruh' kann bringen Und man in der Welt nicht findt. ö 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; Was ich wünsche, wird sich schicken, So es anders Gott gefällt; Meine Seele, Leib und Le⸗ ben Hab' ich seiner Gnad' ergeben Und ihm alles heim⸗ gestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen Mein Verlan⸗ gen zu erfüllen; Es hat alles seine Zeit. Ich hab' ihm nichts vorzuschreiben; Wie Gott will, so muß es bleiben; Wenn Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch län⸗ ger leben, Will ich ihm nicht widerstreben; Ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet; Alles Ir⸗ dische vergehet Und fährt wie ein Strom dahin. Unbek. Verf. seit 1676. 2 Eigne Melodie. (Las mein Gott 471. Wé will, gescheh' allzeit! Er wählt zu meinem Glücke. Er sorgt, daß mich die Traurigkeit Nicht ganz darnieder drücke. aus Noth, Der treue Gott, Und züchtiget mit Maßen; 22* Er bilft 340— Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. Wer ihm vertraut, Fest auf ihn baut, Den wird er nicht verlassen. 2. Er ist mein Trost und Zuversicht, Gibt Hoffnung, Freud' und Leben. Drum, was er will, dem will ich nicht Unmuthig widerstreben. Sein Wort ist wahr, Und in Gefahr Ist er es, der mich schützet; Des Höchsten Macht, Die für mich wacht, Gibt mir stets, was mir nützet. 3. Wenn es sein Wille mir gebeut, Das Leben zu verlassen, So will ich voll Ergebenheit In seinem Rath mich fassen. Dir, Gott, be— fehl' Ich meine Seel In meinen letzten Stunden; Dein Sohn, o Gott, Hat Grab und Tod Für mich auch überwunden. (Jev. G.⸗B. Albrecht, Markgraf —— v. Brandenburg⸗Culmbach 1522—57. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛe. 472 3 Gott ist meine Seele still Und stellet ein ihr Kla— gen; Er mach' es mit mir, wie er will, In allen mei⸗ nen Tagen. Er ist der Herr, ich bin der Knecht, Und was er thut, das ist gerecht; Sein Weg ist Güt' und Wahrheit. 2. Wie schwer ist's doch, ganz still zu sein, Wenn wir Gott nicht verstehen! Wie redet man sobald ihm drein, Als hätt' er was ver⸗ sehen! Wie stellt man ihn zur Rede gar, Wenn seine Wege wunderbar Und un⸗ begreiflich werden! 3. Man fragt: warum nun dies und das? Man seufzt: ach, wie will's wer⸗ den? Man klagt: wie geht's ohn' Unterlaß So widrig mir auf Erden! Man murrt: mein Unglück ist so groß; Ich hätte wohl ein bessres Los Verdient, als mir ge⸗ fallen! 4. Das thun wir und der Gütge schweigt, Bis er durch seiner Thaten Glor⸗ reichen Ausgang uns gezeigt, Daß ihm doch nichts miß-— rathen. Dann kommt auch endlich unsfre Stund', Wo voll Beschämung wir den Mund Vor ihm nicht auf⸗ thun mögen. 5. Drum, meine Seele, sei du still Zu Gott, wie sich'ss gebüret, Wenn er dich so, wie er es will, Und nicht, wie du willst, führet. Kommt dann zum Ziel der dunkle Lauf, Thust du den Mund mit Freuden auf, Zu loben und zu danken. 6. Dann wird's dich nach der kurzen Frist Recht innig⸗ lich erfreuen, Daß du fein still gewesen bist Und nichts hast zu bereuen, Und end⸗ lich n zeit Ewigk zur E Carl Mel * * 47. hören Wald ehren, erscha Sorge ken n Morg bricht 2. Schät und ihr sind ist st vergr jedes So! speise terze weise schne geber R, ben? Chri 4. nicht kleid Id ihm 1s ver⸗ m ihn i seine id un⸗ varum Man 5 wer⸗ geht's widrig murrt: groß bessres ir ge⸗ rund Bis er Glor⸗ he zeigt, miß⸗ t auch Wo rden st auf⸗ Seele, l, wie un er „Und führet. el der du den f, Zu ch nach innig⸗ u fein nichts d end⸗ Vertrauen auf Gott und lich nach der Schweigens⸗ 35 Kannst du in selger Ewigkeit Laut jubeln, Gott zur Ehre. Carl Joh. Phil. Spitta 1801- 59. Mel. Valet will ich dir ꝛe. oder Herzlich thut mich ꝛe. 473. Kewämt, laßt uns doch an— wald Die Vögel durch den Wald, Wie sie den Schöpfer Ohen, Daß Berg und Thal erschallt. Sie singen ohne Sorgen, freudig, den⸗ ken nicht, Ob ihnen auch den Morgen Dies oder das ge— bricht. 2. Sie trachten nicht nach Schätzen Durch S Sorge, Müh' und Streit. Der Wald ist ihr Ergetzen, Die Federn sind ihr Kleid. Ihr Tisch ist stets gedecket, Sie sind vergnügt und satt, Weil jedes, was ihm schmecket, So viel ihm noth ist, hat. 3. Der diese Thierlein speiset Und durch die Win⸗ terzeit Ihr Körnlein ihnen weiset, Wenn alles liegt be⸗ schneit, Wie sollte der nicht 108 Was dir vonnöthen ist, Den Unterhalt zum Le⸗ ben Trau' ihm nur als ein Christ! 4. Kommt, nicht trauet, kleiden kann; die ihr Gott Daß er euch Geht hin aufs Geduld in Leiden. 341 Feld und schauet Die schö⸗ nen Lllien an. Von wem kommt ihr Geschmeide? Auch König Salomo, In Purpur, Gold und Seide, War nicht n so. Man sieht sie nimmer sumnen; Doch sind sie so geschmückt, Daß aller Künst⸗ ler Sinnen Hierüber wird entzückt. Der Herr, der solchermaßen Den Blumen Kleider gibt, Wird ohne Kleid nicht lassen Den Men⸗ den er liebt. 3. Auf ihn will ich fest Hanen⸗ Ich weiß, er läßt mich nicht; Ihm will ich es vertrauen, Wenn etwas mir gebricht. S sorge nicht für morgen, Noch was ich heut verzehrt, Und lasse den nur sorgen, Der alle Welt er⸗ nährt. Andr. Heinr. Buchholz 1607—-71. Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛe. 474. O mein Herz, gib dich zu⸗ frieden! O verzage nicht so bald! Was dein Gott dir hat beschieden, Nimmt dir keiner Welt Gewalt. Keiner hindert, was er will; Harre aus, vertraue still, Geh des Wegs, den er dich sendet; Er und er vollendet. 2. Hüllt er dich in Dun⸗ dlheiten, So lobsing ihm 342 aus der Nacht. Sieh', er wird dir Licht bereiten, Wo du's nimmermehr gedacht. Häuft sich Noth und Sorg' umher, Wird die Last dir allzuschwer, Faßt er plötz⸗ lich deine Hände Und führt selber dich ans Ende. 3. Wär' auch alle Welt dir feindlich, Rottete sich wider dich,— Dank ihm! o der Herr ist freundlich, Seine Huld währt ewiglich. Sind auch Trauer, Angst und Leid Seines Segens dunkles Kleid,— Dank' ihm; er schickt seinen Segen Auf geheimnißvollen Wegen. 4. Endlich wird dein Mor⸗ gen grauen; Kennst du nicht sein Morgenroth? Darfst du zagend rückwärts schauen, Wenn dich Glut und Sturm bedroht? Denn auch Feuer— flamm' und Wind Boten seines Willens sind, Und kann's nur ein Wunder wen⸗ den, Auch ein Wunder kann er senden. 5. O so laß denn alles Bangen! Wirke frisch, halt' muthig aus! Was mit ihm du angefangen, Führet er mit dir hinaus. Und ob alles widersteht, Im Ver⸗ traun und im Gebet Bleib am Werke deiner Hände; So führt er's zum schönsten Ende. Vietor v. Strauß, geb. 1809. Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛc. 475 In allen meinen 79. Thaten Laß ich den Höchsten rathen, Der alles kann und hat! Er will auch mein Begehren, So mir es frommt, gewähren, Mein Helfer sein mit Rath und That. 2. Wie sehr ich spät und frühe Mich sorgenvoll be— mühe Mit Fleiß und mit Geduld: Allein kann doch dies Streben Mein Glück mir niemals geben; Das kann nur seine Sorg' und Huld. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er mir ersehen Und was mir heil— sam ist. Was ihm für mich beliebet, Das nehm' ich, wie er's gibet; Das beste hab' ich dann erkiest. 4. Wohl mir, daß seine Gnade Auf dieses Lebens Pfade Mich leitet und be— schützt. Hab' ich mich ihm ergeben, Wie ruhig fließt mein Leben! Nichts fehlt mir, das mir ewig nützt. 5. Laß, Vater, meine Sünden Vergebung vor dir finden; O tilge meine Schuld! Und so ich fürder fehle, Ver⸗ zagt nicht meine Seele; Ich weiß, du hast mit mir Ge⸗ duld. 6. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, Weckt mich der Morge ist imn und in von di hang' dein. . chlos verdro gegeng allen fallen überste 5. Leben geben, gebeut morge sorgen beste 9. stille, Der! gehe, Vater doch (Old. C Mel. 47 Hand bleib nicht älder ze. meinen nLaß n, Der Er will So mir „Mein tha und ät und oll be— nd mit n doch Glück Das 7 g' und nichts er mir ir heil— ür mich ich, wie te hab' 6 seine Lebens ind be⸗ ch ihm fließt fehlt ützt. meine vor dir Schuld! e, Ver⸗ e; Ich ir Ge⸗ Schlaf ich der Morgen wieder; Dein Schutz st immer mein. In Trübsal und in Freuden, Kann nichts von dir mich scheiden; Ich hang' an dir; denn ich bin dein. 7. Was du für mich be— schlossen, Dem will ich un⸗ verdrossen Voll Muth ent⸗ gegengehn. Kein Unfall unter allen Soll je zu hart mir fallen; Mit dir werd' ich ihn überstehn. 8. Dir will ich selbst mein Leben Mit Freuden wieder⸗ geben, Wenn es dein Wink gebeut. Es sei heut oder morgen, Dafür lass' ich dich sorgen; Du weißt gewiß die beste Zeit. 9. So sei nun, Seele, stille, Dich leitet dessen Wille, Der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, Dein Vater in der Höhe, Weiß doch in allen Dingen Rath. (Old. G.⸗B.) Paul Flemming 1609—40. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛe. Ich steh' in mei⸗ 476. nes Herren Hand Und will drin stehen bleiben; Nicht Erdennoth, nicht Erdentand Soll mich daraus vertreiben; Und wenn zerfällt die ganze Welt, Wer sich an ihn und wen er hält, Wird wohlbehalten bleiben. Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. 343 2. Er ist ein Fels, ein ichrer Hort, Und Wunder ollen schauen, Die sich auf sein wahrhaftig Wort Ver— lassen und ihm trauen. Er hat's gesagt, und darauf wagt Mein Herz es froh und unverzagt Und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir machen will, Ist alles mir gelegen; Ich halte ihm im Glauben still Und hoff' auf seinen Segen; Denn was er thut, ist immer gut, Und wer von ihm behütet ruht, Ist sicher allerwegen. 4. Ja, wenn's am schlimm⸗ sten mit mir steht, Freu' ich mich seiner Pflege; Ich weiß, die Wege, die er geht, Sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, ist gut gemeint; Er ist doch nimmermehr mein Feind Und gibt nur Liebes⸗ schläge. 5. Und meines Glaubens Unterpfand Ist, was er selbst verheißen, Daß nichts mich seiner starken Hand Soll je und je entreißen; Was er verspricht, das bricht er nicht, Er bleibet meine Zuversicht; Ich will ibn ewig preisen. Carl Joh. Phil. Spitta 1801-59. x x Eigne Melodie oder Aus meines Herzens Grunde ꝛc. 7 Non Gott will 477. V ich nicht lassen; 344 Vertrauen auf Gott und Geduld in Denn er verläßt mich nicht. Im Kummer mich zu fassen, Gibt er mir Kraft und Licht Er steht mir hülfreich bei; Mit jedem neuen Morgen Weiß er mich zu versorgen, Ich sei auch, wo ich sei. 2. Der Menschen Gunst und Liebe Erstirbt und ändert sich; Doch Gottes Vater— triebe Sind unveränderlich. Er hilft aus aller Noth, Er kann in allen Stürmen Die Seinigen beschirmen, Be— siegen selbst den Tod. 3. Auf ihn will ich ver— trauen In meiner Kümmer⸗ niß, Auf seine Hülfe bauen; Er hilft, ich bin's gewiß. Ihm hab' ich's heimgestellt! Leih, Seele, Gut und Leben Sei Gott, dem Herrn, er⸗ geben; Er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was uns nütz⸗ lich ist; Er meint es gut mit allen, Er gab uns Je⸗ sum Christ. O, der so viel gethan, Wird uns auch das gewähren, Was unsern Leib ernähren, Den Geist erfreuen kann. — 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, Lobt ihn, der alles schenkt. Wie selig ist die Stunde, Darin man sein gedenkt! So braucht man recht der Zeit; Wir sollen ja auf Erden Durch ihn Leiden. schon selig werden Und w erth der Ewigkeit. 6. Mag doch die Welt vergehen Mit ihrer Lust und Pracht! Das Heil bleibt ewig 19 5 Das Gott mir dnc, e Vollend' ich mei— nen Lauf—, Er we ckt mich, wenn im Grabe Ich aus⸗ geruhet habe, Zum neuen Leben auf. . Die Seel' ist unver⸗ loren J 9 Gottes Vaterhand; Der Leib wird neugeboren Zum bess ssern Vaterland. Wie selig werd ich sein! Mit Gott und seinen Frommen Soll ich mich da vollkommen, Soll ich mich ewig freun. 8. Auf Trübsal, die ich Hulde, Auf Leiden dieser R Die ich auch oft verschulde, Folgt Lohn der Ewigkeit, Den keiner hier ermißt; Des hab' ich sein Ver⸗ sprechen; Sein Wort kann der nicht brechen, Der selbst die Wahrheit ist. 9. Das ist des Vaters Wille, Der uns erschaffen hat;: Aus seines Sohnes Fülle Empfahn wir Gnad' um Gnad', Und seinen Geist hat er Auf unsrer Bahn zum Leben Zum Führer uns gegeben. Gelobet sei der Herr! (Old. G.⸗B.) Ludw. Helmbold 1532—98. 2 sei stille nes Leb aller F ihn mül Er ist! Sonne, zu dein zufriede 2. 0 Trost 1 färbten er stel Schade. größten Angst bald w Tod l Gib di 3. 4 oft erg. nicht und ke Der b gen; heißen zu Ha Gib di 4.8 mehr Treue Alsda ster w Bester Leid Auch benehr friedet owerth Welt Ist und bleibt tt mir ch mei⸗ mich )Naus⸗ neuen unver⸗ rhand; eboren . Wie Mit ümmen mmen, eun. die ich L Zeit, chulde, igkeit, rmißt; Ver⸗ kann selbst Vaters haffen ohnes Gnad' Geist Bahn r uns i der elmbold 32—98. Eigne Melodie. 478 Gi dich zu⸗ * frieden und sei stile In dem Gotte dei⸗ nes Lebens; In ihm ruht aller Freuden Fülle, Ohn' ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, Scheint täglich hell zu deiner Wonne; Gib dich zufrieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, Unge⸗ fürbten treuen Herzens; Wo er steht, thut dir kein Schaden Auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Noth kann er bald wenden, Ja, auch den Tod hat er in Händen; Gib dich zufrieden! 3. Wie's dir und andern oft ergehe, Ist ihm wahrlich nicht verborgen; Er sieht und kennet aus der Höhe Der betrübten Herzen Sor⸗ gen; Er zählt den Lauf der heißen Thränen Und faßt zu Hauf all unser Sehnen; Gib dich zufrieden! 4. Wenn gar kein einger mehr auf Erden, Dessen Treue du darfst trauen, Alsdann will er dein Treu⸗ ster werden Und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, Auch weiß er Zeit, dir's zu benehmen; Gib dich zu⸗ frieden! Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. 345 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen Und des Her⸗ zens stilles Klagen, Und was du keinem darfst erzählen, Magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitte, Hört bald und gern der Armen Bitte; Gib dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, Halt an Gott, so wirst du siegen; Ob aͤlle Fluten dich um⸗ ringen, Du wirst doch nicht unterliegen; Denn wenn du wirst zu hoch beschweret, Hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret; Gib dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, Wie du's hal⸗ ten willst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, Wird auch Unterhalt be— scheren. Er hat die Hand voll reicher Gaben, Dran See und Land sich können laben; Gib dich zufrieden! 8. Der allen Vögeln in den Wäldern Ihr bescheidnes Körnlein weiset, Der Schaf' und Rinder auf den Feldern Alle Tage tränkt und speiset, Der, glaube das, wird nicht vergessen, Nach rechtem Maß dein Theil zu messen; Gib dich zufrieden! 9. Sprich nicht:„Ich sehe keine Mittel; Wo ich such', ist nichts zum besten“; Denn das ist Gottes Ehrentitel: vorhanden, Gott wird lösen; uns reißen aus den Banden Dieses „Helfen, wenn die Noth am größten.“ Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, Tritt er herzu, uns wohl zu führen; Gib dich zufrieden! 10. Bleibt gleich die Hülf' in etwas lange, Wird sie dennoch endlich kommen; Macht dir das Harren angst und bange, Glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, Und was verzeucht, ist desto süßer; Gib dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Her— zen, was die Rotten Deiner Feinde von dir dichten; Laß sie nur immer bitter spotten, Gott wird's hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, Was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib dich zu— frieden! 12. Es kann und mag nicht anders werden, Alle Menschen müssen leiden; Was lebt und webet auf der Erden, Kann das Un⸗ glück nicht vermeiden. Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gib dich zufrieden! 13. Es ist ein Ruhetag Wo uns unser Er wird Leibs und allem 346 Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. Bösen. Es kommt einmal der Tod behende, Und alle Qual hat dann ein Ende; Gib dich zufrieden! 14. Er wird uns bringen zu den Scharen Der Er⸗ wählten und Getreuen, Die hier mit Frieden heimge⸗ fahren, Sich auch nun in Frieden freuen, Wo sie den Grund, der nicht kann bre— chen, Den ewgen Mund selbst hören sprechen:„Gib dich zufrieden!“ Paul Gerhardt 1606—76. Eigne Melodie. 47 Aiicht so traurig, 479. N nicht so sehr Meine Seele, sei betrübt, Daß dir Gott Glück, Gut und Ehr' Nicht so viel wie andern gibt. Habe gnug an deinem Gott; Hast du Gott, so hat's nicht noth. 2. Du nicht und kein Men⸗ schenkind Hat ein Recht an diese Welt; Alle, die auf Erden sind, Sind nur Gäst' im fremden Zelt; Gott ist Herr in seinem Haus; Wie er will, so theilt er aus. 3. Bist du doch nicht dar⸗ um hier, Daß du Erde haben sollt; Schau den Himmel über dir; Da, da ist dein edles Gold, Da ist Ehre, da ist Freud', Freud' ohn End;, Ehr' ohne Neid! 4. Se Die dei hält, K fann, 2 der Wel. Grabes alles hit 5. Al nährt, Christi? ner Zei bleibet zerfällt gut, da 6. G voll Un treu. prüft e Wunsch dir's gr Ist's d er nein 7. E Du betr das Se Deines lichtl die Na. traurig 8. Lauf denk. alles g dacht( widrig und H 480 einmal Ind alle 1 Ende; bringen der Er⸗ n, Die heimge⸗ nun in sie den nn bre⸗ Mund „Gib 1606—76. traurig, so sehr, betrübt, k, Gut ziel wie ganug Hast du noth. n Men⸗ echt an die auf r Gäst Bott ist 5, Wie aus. ht dar⸗ e haben Himmel st dein hre, da End', 4. Schaue alle Güter an, die dein Herz für Güter hält; Keines mit dir gehen fann, Wenn du gehest aus der Welt; Trittst du in des Grabes Thür, So bleibt alles hinter dir. 5. Aber was die Seele nchrt Gottes Huld und Christi Blut, Wird von kei⸗ ner Zeit verzehrt, Ist und bleibet ewig gut. Erdengut zerfällt und bricht; Seelen⸗ 0. ö das schwindet nicht. 6. Gott ist deiner Liebe voll Und von ganzem Herzen treu. Wenn du wünschest, Maif er wohl, Wie dein Wunsch beschaffen sei; Ist dirs gut, so geht er's ein; Is's dein Schade, spricht er nein. 7. Ei, so richte dich empor, Du betrübtes Angesicht! Laß das Seufzen, nimm hervor Deines Glaubens Freuden⸗ licht! Das behalt, wenn dich die Nacht Deines Kummers traurig macht. 8. Führe deines Lebens Lauf Allzeit Gottes einge⸗ denk. Wie es kommt, nimm alles auf Als ein wohlbe— dacht Geschenk; Geht dir's widrig, laß es gehn; Gott und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhardt 1606-76. Eigne Melodie. 480 arum sollt' ö ich mich Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. 347 denn grämen? Hab' ich doch Christum noch, Wer will den mir nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Bei— gelegt im Glauben? 2. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben Ist nicht mein; Gott allein Ist es, der's gegeben. Will er's wieder zu sich kehren, Nebm' er's hin; Ich will ihn Den⸗ noch fröhlich ehren. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein, So lt' ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; Er weiß wohl, Wie er soll All mein Unglück enden. 4. Gott hat mich bei guten Tagen Oft ergetzt, Sollt' ich jetzt t Auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und übt mit Maßen Sein Gericht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 5. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich la assen schauen. Wollt' ihn auch der Tod aufreiben, Soll der Muth Dennoch gut Und fein stille bleiben. Kann uns Tod mehr tödten, reißt Unsern Geist Aus viel tenend Nöthen, Schleußt das Thor der bittern Leiden Und macht Bahn, Da man 0 doch kein Sondern kann Gehn zu Himmels⸗ freuden. 7. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand Voller Sand, Kummer der Ge— müther. Dort, dort sind die edlen Gaben. Da mein Hirt, Christus, wird Mich ohn' Ende laben. 8. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden! Du bist mein, Ich bin dein; Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben! 9. Du bist mein, weil ich dich fasse Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Da du mich Und ich dich Ewig werd' umfangen. Paul Gerhardt 1606—-76. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. 481 Was ist's, daß * ich mich quäle? Harr' Gottes, meine Seele, Harr' und sei unver⸗ zagt! Du weißt nicht, was dir nützet; Gott weiß es, und Gott schützet; Er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, Mein Glück und meine Plage, Eh ich die Welt noch sah! Eh ich mich selbst noch kannte, Eh ich ihn Vater 348 Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. nannte, War er m mit Hülfe nah! 3. Die kleinste meiner Sorgen Ist dem ja nicht ver⸗ borgen, Der alles f ir schon ieht und hält; Und was er mir be— schieden, Das dient zu mei⸗ nem Frieden, Wär's auch die größte Last der Welt 4. Ich lebe nicht auf Er⸗ den, Ganz glücklich werden; Die Lust der Welt vergeht. Ich lebe h Segen Den Grund zum Glück hier zu ier, im zu legen, Das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Gli mehret, Sei mir von währet; Gott, du g ück ver⸗ dir ge⸗ ewährst es gern. Was dieses Glütk verletzet, Wenn's alle Welt auch schätzet, Sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krank⸗ heit Plagen, Ist Mangel schwer zu tragen, Noch schwe— rer Haß und Spott, So harr' ich und bin stille Zu Gott; denn nicht mein Wille‚ Dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Stärke, Und aller Müden deiner Werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir wider Wenn du mich willst ren? Und du, mein G wahrest mich. fahren, bewah⸗ ott, be⸗ (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. was deir allertreuf den Himr len, Luf Vege, L bird aue dein Fut 9. D vertrauet wohlerge mußt du Verk so gen und mit selb Gott sic Es muß 3. De Gnade, sicht, W Dem ste was du treibst d bringst Wesen, gefällt. 4. W gen, Ar nicht; 2 Segen, Licht. 3 mand k darf ni was d prießli 5. U fel Hi So wi ur schon meiner ncht ver⸗ ieht und mir be⸗ zu mei⸗ r's auch Welt.“ auf Er⸗ hier zu er Welt hier, im im Glück vie mein dir ge⸗ gewährs 8 Glück le Welt rr, mein Krank⸗ Mangel ch schwe cheh, e Müden deiner vig dich. fahren, bewah⸗ ott, be⸗ g. Gellert 1715—69. ö Mel. Her 0. thut mich ꝛe. 482. Besiohl du deine Wege Und was dein 55 kränkt, Der allertreusten Pflege an. der Ra lenkt; Der Wol— sen, Luft und Winden Gibt Vege, Lauf und Bahn, Der O2 vird auch Wege finden, Da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, Wenn dir's soll wohlergehn; Auf sein Werk wt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sor⸗ gen und mit Grämen Und mit selbsteigner Pein Läßt Gott sich gar nichts nehmen; Es muß erbeten sein. 3. Dein' ewge Treu' und Gnade, O Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geblüt, Und was du dann erlesen, Das treibst du, starker Held, Und bringst zum Stand und Wesen, Was deinem Rath gefällt. 4. Weg' hast du allerwe— gen, 255 Mitteln fehlt dir's nicht; Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann nie⸗ Wund hindern, Dein' Arbeit darf nicht ruhn, Wenn du, was deinen Kindern Er⸗ sprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle T fel Hie wollten widerstehn, ö So wird doch ohne Zweifel Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. 349 Gott nicht zurückegehn. Was er sich an Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Zu sei— nem Zweck und Ziel. 6. Hoff', o du arme Seele, Hoff' und sei unverzagt; Gott wird dich aus der Höhle, Da dich der Kummer plagt, Mit großen Gnaden rücken; Erwarte nur der Zeit, So Ra du schon erblicken Die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auf, auf! gib deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht; Laß fahren, was das Herze Betrübt und trau⸗ rig macht! Bist du doch nicht 01 0 Der alles führen Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten! Er ist ein weiser Fürst Und wird sich so ver⸗ halten, Daß du dich Wundem wirst, Wenn er, wie ihm ge⸗ büret, Mit wunderbarem Rath Die Sach' hinausge⸗ führet, Die dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost ver⸗ ziehn Und thun an seinem Theil, Als hätt' in seinem Sinn Er deiner sich begeben, Und solltst du für und für In Algst und Nöthen schwe⸗ ben, Fragt' er doch nichts nach dir. 35⁰ 10. Wird's aber sich be— finden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da du's am mind— sten gläubst; Er wird dein Herze lösen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Bösen Bisher getra⸗ 10 119 Wohl dir, du Kind 1 Hen Du hast und trägst davon Mit Ruhm und Dankgeschreie Die Siegs— und Ehrenkron'! Gott gibt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du singst Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach' End', o Herr, mach' Ende An aller unsrer Noth; Stärk' unsre Füß' und Hände Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu! empfohlen sein; So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt 1606—-76. Mel. Was 35 thut, das ꝛe. 483 zott lebt! Wie * kann ich trau⸗ rig sein, Als wär' kein Gott zu finden? Er weiß gar wohl von meiner Pein, Die ich hier muß empfinden. Er kennt mein 05 Und meinen Schmerz; Ich kann ihn alles klagen Und darf nun nicht verzagen. Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. 2. Gott hört, wenn nie⸗ mand hören will! Wie sollte mir denn bangen, Als könnt' an der Erhörung Ziel Mein Seufzen nicht gelangen? 255. ich empor, So hört sein Ohr; Sein Amen schallet wieder, Und Hülfe steigt hernieder 3. Gott sieht! Wie 10 Venn mein Herz, Als f er nicht mein Weinen? dor ihm muß der geheimste Schmerz Ganz offenbar er— scheinen. Zur Erde fällt Nicht ungezählt Die Lenst meiner Zähren; Er wird mir Trost gewähren. 4. Gott führt! So geh ich immer fort Auf allen meinen Wegen. Mag mir die Welt bald hier, bald dort Arglistig S Schlingen le⸗ gen, So wird er mich Zwar wunderlich, Doch selig immer leiten, Daß nie mein Fuß kann gleiten. Gott gibt! mein m tiglich Brot Für heut und morgen g geben; Ich werd' auch in der größten Noth Durch seine Gnade leben. Wär' ich auch arm. Fern sei der Harm; Müßt' ich durch Wüsten reisen, Doch würde Gott mich speisen. 6. Gott lebt! Wohlan, ich zage nicht! Gott hört, ihm will ich klagen. Gott sieht, ich such' sein Angesicht. Gott führt, er wird mich tragen. Er wird —.—. Hott lie nicht bet endlich g 115 n Mel. Nur 484 Lebens Sünder, gelinder verdient mit Sch Weh' er meinem 3. D geben, mein L als den will ich auf M hilfst u 4. Lä finden, Sünden un nie⸗ ie sollte 5 könnt' l Mein tn. in L Ohr; wieder, rnieder. e klaget Is säh' n? Vor eheimste bar er⸗ e fällt kleinste ird mir o geh' f allen ag mir „ bald gen le⸗ Zwar immer in Fuß rwird ür heut h werd' Noth leben. yern sei 9durch würde lan, ich rt, ihm t sieht, Gott tragen. Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. Gott l liebt und gibt; Nur nicht betrübt! Er wird mir adlich geben, Auch dort mit ihm zu leben. Benj. Schmolck 1672—-1737. Nel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. 484. IJ Ich hab' in guten Stunden Des Lbens Glück empfunden Und Freuden ohne Zahl; So will ich denn gelassen Mich auch im Leiden fassen. Welch Leben hat nicht seine Qualꝰ 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Und stets strafst d du gelinder, Als es der Mensch verdient. Sollt' ich, beiinen mit Schulden, Kein zeitl 4 Weh' erdulden, Das doch zr meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich er⸗ geben, Nicht meine Ruh', —3 Leben Mehr lieben 5 den Herrn. Dir, Gott, wil ich vertrauen Und nicht auf Menschen bauen; Du hilfst und du errettest gern. +. Laß du mich Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und be⸗ reun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Tost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe; Was schreckt mich Grab und Tode Auch auf nicht betrüben, 351 des Todes Pfade Vertrau' ich deiner Gnade; Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Dich durch Geduld verehren, Im Glauben auf dich sehn. Ich will den Tod Du, Herr, wirst alles lenken, Und was mir gut.—— wird geschehn. Chrn. Fürchteg. Gellert. 1715—69. bedenken; (Old. G.⸗ Gott thut, das ist ꝛc. Ein Christ kann ohne Kreuz Drum laß dich's Wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein Die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, Je b.ad sind Des frommen Vaters Schläge. Schau', das sind Gottes Wege. 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Gott will's nicht anders haben; Auch Mel. Was 485. C nicht sein; dieses Lebens Noth und Pein Sind deines Vaters Gaben. Soll's denn so geh es ein; Liebeshänden, Gott nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Das Kreuz lehrt fleiß ßig beten, Zieht ab vom eiteln Trug und Schein Und lehrt zu Jesu treten. Drum wirf's nicht hin Mit sprödem Sinn, Wenn's nun sein, So Es kommt von wird 352—Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. zu dir gekommen; der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Das muß uns immer wecken. Wir schliefen sonst in Sünden ein; Wie müßten wir er— schrecken, Wenn unbereit Die Ewigkeit Und der Posaunen Schallen Uns würde über— fallen. 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Es lehrt die Sünde hassen Und unsern lieben Gott allein Mit rechter Lieb' umfassen. Die Welt vergeht, Und Gott besteht; Bedenk's und laß dich üben, Das ewge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein; Was Gott schickt, will ich tragen. Schickt's doch der liebste Vater mein, Sind's doch nur kurze Plagen Und wohlge— meint! Wer hier auch weint, Lebt dort in steten Freuden; Drum will ich gerne leiden. Dav. Nerreter 1649—1726. Es soll Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. 486 Ein Herz, o Got, in Leid und Kreuz geduldig, Das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft ver— gessen, Täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage Standhaft ertrage? 2 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, Er⸗ dulden wir nur unsrer Thor⸗ heit Schulden Und nennen Lohn, den wir verdient be— kommen, Trübsal der From⸗ men! 4. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden Läßt du den Weg zu un⸗ serm Heil uns finden, Wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, Züchtigen lassen. 5. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, Wird alles mir zum besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 6. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden, Nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden, Und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, Dieser Zeit Leiden? 7. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde; Wenn ich als Mensch, als Christ hier leid' und dulde: So kann ich mich der Hülfe der Erlösten Sicher getrösten. 8. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken, Doch in der Noth an seinen Schöpfer denken Und ihm vertrau Herzen 9. S trägt Merk' hieher! er nicht Berath 10. der Al weißt leiden wirst, v Nachm 441. mit wi Heiligr empfal der Hi Andre 12. wirkt rung; Glaub rung. in der das B (Old. G. licht ein ich zu chweren rage? t, Wenn N, Er⸗ r Thor⸗ nennen ient be⸗ vFrom⸗ zott, in Sünden zu un⸗ Wenn kissethat lassen. uch dem „Wird dienen vegierst, 1 Wille ist und „Nicht soll ich d was ewgen Leiden? r nicht schulde; ch, als dulde: r Hülfe trösten. Mensch, ränken, seinen id ihm bertraun, dies stärket unsre Herzen Mitten in Schmerzen! 9. Schau' über dich! wer — der Himmel Heere? Merk' auf! wer spricht: bis hieher!l zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Herather, Ei wig dein Vater? 10. Willst du so viel als der Allweise wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; Allein du wirst, was seine Wege waren, Nachmals erfahren. 11. Er züchtigt uns, da⸗ mit wir zu ihm nahen, Die Heili igung des Geistes zu empfahen Und mit den Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 12. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfah⸗ rung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nah⸗ rung. Ein starkes Herz steht der Noth 300 feste. Hoffet das Beste! (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. Mel. Von Gott will ich nicht ꝛe. oder Aus meines Herzens ꝛe. 487. Geduld i d ist euch vonnöthen, Wenn Sorge, Gram und Schmerz Und was euch mehr will tödten, Cuch schneidet in das Herz. O auserwählte Zahl! Soll euch kein Tod Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. nicht tödten, Ist euch Geduld vonnöthen; Das sag' ich noch einmal! 2. Geduld kommt aus dem Glauben Und hängt an Got⸗ tes Wort; Das läßt sie sich nicht rauben, Das ist ihr Heil und 1 2 Das ist ihr hoher Wall, Da hält sie sich verborgen, Läßt Gott, den Vater sorgen Und fürchtet keinen Fall. 3. Geduld ist wohl zu⸗ frieden Mit Gottes weisem Rath, Läßt sich nicht bald ermüden Durch Aufschub seiner Gnad', Hält frisch und fröhlich aus, Läßt sich ge⸗ trost beschweren Und denkt: wer will's ihm wehren? Ist er doch Herr im Haus. 4. Geduld dient Gott z Ehren Und läßt sich nimmer⸗ mehr Von seiner Liebe kehren; Und schlüg er noch so sehr, So ist sie doch b bedacht Des Heilgen Hand zu loben, Spricht: der im Himmel droben Hat alles wohl ge— macht. 5. Geduld ist mein Ver⸗ O Hin meines Herzens Lust, Nach der ich oft ge⸗ gangen; Das ist dir wohl bewußt, Herr, voller Gnad' und Huld! Ach, gib mir und gewähre Mein Bitten; ich begehre Nichts anders als Geduld. 354 Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. 6. Geduld ist meine Bitte, Die sich sehr oft und viel Aus dieser Leibeshütte Zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, So gib durch deine Hände Auch ein geduldigs Ende; So hab' ich alles gnug. Paul Gerhardt 1606-76. Mel. Alles ist an Gottes ꝛe. 488. J Dortgekämpft und fortgerungen, Bis zum W durchge⸗ drungen Muß es, bange Seele sein! Durch die tief⸗ sten Dunkelheiten Kann dich Jesus hinbegleiten; Muth spricht er dem Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich fassen, Scheinst du gleich von ihm verlassen; Glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe sonder Wanken; Bald wirst du voll Freude danken! Bald umgibt dich Kraft und Licht! 3. Weg von aller Welt die Blicke! Schau' nicht seit⸗ wärts, nicht zurücke, Nur auf Gott und Ewigkeit! Nur zu deinem Jesu wende Aug' und Herz und Sinn und Hände, Bis er himmlisch dich erfreut. 4. 59—5 des Jammers wilden Wogen Hat dich oft herausgezogen Seiner All⸗ macht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; Wo ist einer seiner Knechte, Der bei —3 nich Rettung fand? 5. Schließ dich ein in deine Habrentenz Geh und schütte deinen Jammer Aus in Gottes Vaterherz. Kannst du gleich ihn nicht empfinden, Worte nicht, nicht Thränen finden, Klage schweigend dei⸗ —6 Schmerz. 3. Kräftig ist dein tiefes Schhen Gott wird sich als Vater zeigen. Glaube nur, daß er dich hört, Daß er Schweigende verstehet, Daß für dich dein Jesus flehet Und daß Gott sein Flehn gewährt. 7. Drum so will ich nicht verzagen, Mich vor Gottes Antlitz wagen Mit des Kindes Zuversicht. e will ich ohne Wanken; Bald werd ich voll Freuden danken, Bald umgibt mich Kraft und Licht. (Old. G.⸗B.) Joh. Casp. Lavater 1741—1801. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. ·0 ein Herz, gib 489. Mochu Und bleibe ganz geschieden Von Sorge, Furcht und Gram; Die Noth, die dich jetzt drücket, Hat Gott dir zugeschicket; Ihm halte still, 335 dem sie Ram Mit Sorgen und mit 2905 Und unmuthsvollem Klagen Häufst du nur deine Pein; Hoffen betroffe und lie 3. währen Zähren wischt; „Wie angst 1 er Leib 4. ziehen fliehen sagt, schwäch len bre⸗ die un⸗ 5. 0 lehren, ehren duld, Nöther tödten, seiner 6.— auch se seinen uns er sterbe, Erbe doch st 4 zufried bleib Furcht wird dich ar tragen er bei d? in in und r Aus Rannst inden, hränen nd dei⸗ nicht Bottes eindes ill ich werd' anken, Kraft Lavater —1801. der ꝛe. z, gib rieden jieden und e dich t dir ttill, )mit ollem deine Pein; Durch Stillesein und Hoffen Wird, was dich jetzt betroffen, Erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kann's doch nicht ewig währen, Oft hat Gott unsre zähren Gar balde abge⸗ wischt; Wenn's bei uns heißt: „Wie lange Wird mir so angst und bange! So hat er Leib und Seel' erfrischt. 4. Er will uns dadurch ziehen Zu Kindern, die da fliehen Das, was er unter⸗ sagt, Den alten Menschen schwächen, Den eignen Wil⸗ len brechen, Die Lust ertödten, die uns plagt. 5. Er will uns dadurch lehren, Wie wir ihn sollen ehren Mit Glauben und Ge⸗ duld, Und sollt' er auch in Nöthen Uns lassen gar er⸗ tödten, Uns doch getrösten seiner Huld. 6. Denn was will uns auch scheiden Von Gott und seinen Freuden, Dazu er uns ersehn? Man lebe oder sterbe, So bleibet uns das Erbe Des Himmels ewiglich doch stehn. 7. Drum gib dich ganz zufrieden, Mein Herz, und bleib geschieden Von Sorge, Furcht und Leid; Vielleicht wird Gott bald senden, Die dich auf ihren Händen Hin⸗ tragen zu der Herrlichkeit. Joh. Anast. Freylinghausen 1670—1739. Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. 35 Mel. Freu' dich sehr, o meineꝛe. 490 Meime Sorgen, Angst und Plagen Laufen mit der Zeit zu End'! Alles Seufzen, alles Klagen, Das der Herr alleine kennt, Wird, gottlob! nicht ewig sein; Nach dem Regen wird ein Schein Von viel tausend Sonnenblicken Meinen matten Geist er⸗ quicken. 2. Meine Saat, die ich gesäet, Wird zur Freude wachsen auf; Wenn die Dor⸗ nen abgemähet, Träget man die Frucht zu Hauf. Wenn ein Wetter ist vorbei, Wird der Himmel wieder frei; Nach dem Kämpfen nach dem Streiten Kommen die Erquickungszeiten. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, Muß man leiden in der Still', Daß uns auch die Dornen stechen; Es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, Das man nur im Kampf erreicht; Will man dort das Kleinod finden, Muß man hier erst überwinden. 4. Es sind wahrlich alle Frommen, Die des Himmels Klarheit sehn, Aus viel Trüb⸗ sal hergekommen; Darum 7 siehet man sie stehn Vor des Heilands Stuhl und Thron, Prangend in der Ehrenkron' Und mit Palmen schön ge⸗ 23 2 0 356 zieret, Weil sie glücklich trium— phieret. 5. Darum trage deine Ketten, Meine Seel', gedulde dich; Gott wird dich gewiß erretten, Das Gewitter leget sich. Nach dem Blitz und Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. Donnerschlag Folgt ein an—⸗ genehmer Tag; Auf den Abend folgt der Morgen Und die Freude nach den Sorgen. Unbek. Verf um 1708. VII. Die letzten Dinge. 1. Tod und Begräbniß. Mel. Wenn wir in höchsten ꝛe. oder Herr Jesu Christ, dich zu ꝛc. 491 ie sicher lebt ö der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub, Und den— noch schmeichelt er sich gern, Der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, Der Mann noch seiner Jahre viel, Der Greis zu vielen noch ein Jahr, Und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk' in Glück und Noth Im Her— zen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, Hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, Zu thun, was uns der Herr gebeut, Und unsers Lebens kleinster Theil Ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; Da bringt Gott alles an das Licht Und macht, was hier verborgen war, Den Rath der Herzen, offen⸗ bar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, So sei doch wacker und bereit; Prüf' deinen Glauben als ein Christ, Ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, Ein Wunsch, durch des Erlösers Tod Vor Gottes Thron gerecht zu sein, Dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, Ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, Ein gläubig Herz, von Lieb' er⸗ füllt, Dies ist, was vor dem Höchsten gilt. 9. 8 Müh'; Gott! ringe wäre 10. das di Ziel, Und versche des E 14. mit je Gott, Liebe, Treu', stes it 12. Gnad Schw einster Mach Es is Old. C in an⸗ if den Norgen ch den im 1708. I. Mit Heil. Seelen t Gott macht, war, offen⸗ Tod 5o sei Prüf Christ, tig ist. na der zunsch, d Vor u sein, t von Bottes gt und Ein b' er⸗ r dem 9. Die Heiligung erfordert Müh'; Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Zweck des Lebens, das du lebst, Dein höchstes giel, nach dem du strebst, Und was dir ewig Glück verschafft, Ist Tugend in des Glaubens Kraft; 11. Daß ich mein Herz mit jedem Tag Vor dir, o Gott, erforschen mag, Ob Liebe, Demuth, Fried' und Treu', Die Frucht des Gei⸗ stes in mir sei, 12. Daß ich zu dir um Gnade fleh, Stets meiner Schwachheit widersteh' Und einstens in des Glaubens Macht Mit Freuden ruf: Es ist vollbracht! (Old. G.⸗B.) Christ. Fürchteg. Gellert 1715—69. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 10⁵ r eilt, der letzte 492. L von den Ta⸗ gen, Die du hier lebst, o Mensch, herbei; Erkauf' die Zeit und, statt zu klagen, Sie sei zu kurz, gebrauch' sie treu. Nimm mit erkennt⸗ lichem Gemüth Der nahen Stunde wahr; sie flieht. 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten Verlierst du deines Lebens Zweck, Ver⸗ schiebst dein Heil auf ferne Tod und Begräbniß. 387 8.0( Zeiten Und wirfst so sorglos Jahre weg. Bist du, zu kühner Sterblicher, Des näch⸗ sten Augenblickes Herr? 3. Einst Ewigkeiten zu besitzen, Dazu laß dir des Lebens Zeit Als deine kurze Saatzeit nützen Und thu, was dir der Herr gebeut; Er ruft dir menschenfreund— lich zu: Die Zeit fleucht hin! was säumest du? 4. Drum eil', errette deine Seele Und denke nicht: ein andermal! Sei wacker, bet' und überzähle Der Menschen⸗ tage kleine Zahl. Gesetzt, dein Ende wär' auch fern, Sei fromm und wandle vor dem Herrn. 5. Mit jedem neu geschenk⸗ ten Morgen Erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: Dir, o Gott, ist nichts verborgen; Ich bin vor deinem Angesicht Und will, mich deiner Huld zu freun, Mein Leben gern der Tugend weihn. 6. Erleucht' und stärke meine Seele, Weil ohne dich sie nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil erwähle, Aus Gnaden mir noch diesen Tag. Was ist nicht jede Stunde werth, Die deine Langmuth mir gewährt. 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften Nach wahrer Weisheit hier ge⸗ strebt, In gottgefälligen Ge⸗ N ———————— 358 V od und schäften Die Pilgertage durch— gelebt Und einst im Glauben sagen kann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! (Old. G.⸗B.) Chrph. Fr. Neander 1724—1802. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 493 Meine Lebens⸗ zeit ver⸗ streicht, Stündlich eil' ich zu dem Grabe; Und wie wenig ist's vielleicht, Das ich noch zu leben habe! Denk', o Mensch an deinen Tod, Säume nicht; denn eins ist noth! 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst ge— lebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun; Diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott dir Zeugniß gibt, Wird dir deinen Tod dersüßen; Dieses Herz, von Gott erneut, Gibt im Tode Freudigkeit. 4. Daß du dieses Herz erwirbst, Fürchte Gott und bet' und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst, Deine Zeit ist Gottes Sache. Lerne nur den Tod nicht scheun, Lerne seiner dich erfreun. ———— Begräbniß. 5. Ueberwind' ihn durch Vertraun; Sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, Und ich weiß, ich werd' ihn schaun; Denn er weckt mich aus dem Staube. Er, der rief: Es ist vollbracht! Nahm dem Tode seine Macht. 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin, Siehe dein Gebein versenken; Sprich: Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich selbst bedenken; Lehre du mich's jeden Tag, Daß ich weiser werden mag. (Jev. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. Mel. Ich hab' mein Sach' ꝛc. 494 WMfledicht dahin . der Menschen Zeit! eilen wir zur Ewigkeit! Wie mancher sinkt in Todesnacht, Eh er's ge⸗ dacht Und sich dazu bereit gemacht. 2. Das Leben ist gleich einem Traum, Gleich einem leichten Wasserschaum; Der Blume gleicht's, die heute steht Und schnell vergeht, Sobald der Wind darüber weht. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir Das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, Mir ist's Gewinn, Wenn ich bei meinem Jesu bin. Wie 4. ütten Got mich s jeden sterbe, 5. letzter Reicht denk's du D komm Ruh'. 6. Thore höchst such'“ Das geuch V.. ich di deine ist v Mit: ein z durch weiß, Ind ich chaun; is dem f: Es nadem t zum e dein Sprich: Lehre Lehre Daß „Gellert 715—69. ach' ꝛc. dahin nschen r zur r sinkt ge⸗ bereit gleich einem Der heute rgeht, lrüber Gott, was Laß hin, Wenn in. 4. So lang ich in der Hütten wohn', Erwecke mich, o Gottes Sohn, Daß ich mich stets erhalte wach Und jeden Tag, Eh ich noch sterbe, sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Noth? Lust, Ehr' und Reichthum in dem Tod? Be⸗ denk's, o Mensch, was eilest du Dem Schatten zu? So kommst du nicht zur wahren Ruh'. 6. Weg, Thoren Lust! Eitelkeit, der Mir ist das höchste Gut bewußt: Das such' ich eifrig für und für, Das bleibet mir. Herr Jesu, zeuch mein Herz zu dir. 7. Wie wird mir sein, wenn ich dich seh' Und dort vor deinem Throne steh'! Dann ist verschwunden diese Zeit Mit ihrem Leid, Und ich geh' ein zur Herrlichkeit. Joachim Neander 1650—80. Eigne Melodie. 2 4—— Isch, was ist 495. A doch unsre Zeit? Flüchtigkeit, Nebel, Rauch und Wind und Schatten; Menschen können nicht bestehn; Sie vergehn, Wie die Blumen auf den Matten. Unser Leben fleucht behende,— Mensch, bedenke doch das Ende! 2. Menschen sind zerbrech⸗ lich Glas, Nichtig Gras, Tod und Begräbniß. Blumen, die nicht lange stehen; Ach, wie bald wird ihre Kraft Hingerafft, Wenn die Todeslüfte wehen! Unser Leben fleucht behende,— Mensch, bedenke doch das Ende! 3. Jugend, die den Rosen gleicht, Die verbleicht, Ihre Schöne muß verschwinden; Es vergeht durch Todesnacht Alle Pracht, Die wir an den Menschen finden. Unser Leben fleucht behende,— Mensch, bedenke doch das Ende! 4. Menschen sind der Zeiten Spiel Und ein Ziel, Drauf die Todespfeile fliegen; Die wie schlanke Cedern stehn, Groß und schön, Müssen durch den Tod er⸗ liegen. Unser Leben fleucht behende,— Mensch, bedenke doch das Ende! 5. Ach, der Tod ist dir gewiß, Drum vergiß Alles Eitle dieser Erden; Lenke dich zur Ewigkeit Jederzeit, Willst du dort unsterblich werden. Unser Leben fleucht behende,— Mensch, bedenke doch das Ende! 6. Schwinge dein Gemüth und Herz Himmelwärts, Wo nicht Tod, nicht Noth, nicht Leiden; Denk an das, was ewig ist, Lieber Christ,—. Soll dich einst der Himmel weiden. Unser Leben fleucht 360 Tod und Begräbniß. behende,— Mensch, bedenke doch das Ende! Unbek. Verf. um 1692. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛc. 496 ie Herrlichkeit der Erden Muß Rauch und Asche wer— den; Kein Stein, kein Erz bleibt stehn. Was uns hier kann ergetzen, Was wir für ewig schätzen, Wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, Den wir un— sterblich achten, Ist nur ein falscher Wahn; Sobald der Geist gewichen Und dieser Mund erblichen, Fragt keiner, was man hier gethan. 3. Und alles wird zer⸗ rinnen, Was Müh' und Fleiß gewinnen Und saurer Schweiß erwirbt; Was Men⸗ schen hier besitzen Kann vor dem Tod nicht schützen; Dies alles stirbet, wenn man stirbt. 4. Wie eine Rose blühet, Wenn sie die Sonne siehet Begrüßen diese Welt, Die, eh der Tag sich neiget, Eh sich der Abend zeiget, Ver⸗ welkt und unversehens fällt; 5. So wachsen wir auf Erden Und hoffen groß zu werden, Von Schmerz und Sorgen frei; Doch eh wir zugenommen Und recht zur Blüte kommen, Bricht uns des Todes Sturm entzwei. — 6. Wir rechnen Jahr auf —* 25 e + Jahre; Indessen wird die Bahre Uns vor die Thür gebracht; Drauf müssen wir von hinnen Und, eh wir uns besinnen, Der Erden sagen gute Nacht. 7. Auf, Herz, wach' und bedenke, Daß dieser Zeit Geschenke Den Augenblick nur dein; Was du zuvor genossen, Ist wie ein Strom verflossen, Und wessen wird das Künftge sein? 8. Trau' nicht auf Men⸗ schenlehre, Auf Weltgunst, Macht und Ehre; Vertrau' dem Herrn dich an, Der immer König bleibet, Den keine Zeit vertreibet, Der einzig ewig machen kann. 9. Wohl dem, der auf ihn trauet! Er hat recht fest gebauet, Und ob er hier gleich fällt, Wird er doch dort bestehen Und nimmer⸗ mehr vergehen, Weil ihn die Allmacht selbst erhält. Andr. Gryphius 1616—64. Mel. Herzlich thut mich ꝛe. 497 Die auf der Erde * wallen, Die Sterblichen, sind Staub; Sie blühen auf und fallen, Des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, Da Gottes Stimme ruft; Doch jede, jede Stunde Bringt näher uns zur Gruft. 2. C Kinder bahn, der Ve nahn, Spötter wagt Retter, 3. V gehen gebeut, stehen Wenn Und u bricht: Leben! nicht! 4. 2 Sünder Tode r überwir solcher! Kampfe mich fe deine hast. — 5. Erden mel we werden sich fre zu gebe Gott, a irdisch sterblich 6. 2 und F sterblid kurze Todess hr auf rd die Thür en wir hawir Erden hꝰund Zeit enblick zuvor Strom wird Men⸗ gunst, rtrau' Der Den Der nn. rauf ht fest hier doch imer⸗ n die 16—64. 9 ꝛe. Erde Die taub; Ullen, staub. unde, ruft; tunde ruft. Tod und Begräbniß. 2. Getrost gehn Gottes Kinder 5 finstre Todes⸗ bahn, Zu der verstockte Sün⸗ der Verzweiflungsvoll sich nahn, Wo selbst der freche Spötter Nicht mehr zu spotten wagt Und vor dir, seinem Retter, Erzittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen Dein Will' einst mir gebeut, Wenn vor mir offen stehen Gericht und Ewigkeit, Wenn meine Kräfte beben Und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben! O dann verlaß mich nicht! 4. Du, der du für die Sünder Selbst mit dem Tode rangst, Hilf, Todes⸗ überwinder, Hilf mir in solcher Angst, Und wenn des Kampfes Ende Gewal tiger mich faßt, Munm mich in deine Hände, Den du er rlöset hast. 5. Heil denen, die auf Erden Sich schon dem Him-— mel weihn, Die aufgelöst zu werden In i Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, We enn Gott, ihr Gott, gebeut, Fließt dies ihr idisch Leben Eamn zur Un⸗ terblichkeit. 6. Des Himmels Wonn' und Freuden Ermißt kein nunh Herz. O Trost für kurze Leiden, Für kurzen Todesschmerz! Dem Todes⸗ überwinder Sei ewig Preis und Dank! Preis in der für uns Sünder Den Kelch des Todes trank! (Old. G.⸗B.) Gottfr. Bened. Funk 1734—1814. Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. 498. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, Und finde hier kein sichres Erbe, Kein Gut das ewig— lich besteht; Drum zeige mir in Gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, Ob es nicht heute 1000 geschieht, Daß mich des Todes Hauch entfärbe, Der Auete gleich, die schnell verblüht; Drum mache täglich mich bereit Zum Hingang in die Ewig⸗ keit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, Wie mich des Todes Hand be⸗ rührt; Dem einen wird das Scheiden herbe, Sanft wird der andre heimgeführt; Doch wie du willst, nur das ver— 0 Daß ich getrost im Scheiden sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe Und welcher Hügel einst mich deckt; Gnug, wenn ich dieses nur erwerbe, Daß ich zum — —.— 1 Leben werd' erweckt. Wo dann mein Grab auch möge sein, Die Erd' ist allent⸗ halben dein. 5. Nun, treuer Vater, wenn ich sterbe, So nimm du meinen Geist zu dir; Ich weiß, daß ich dann nicht verderbe, Lebt Christus und sein Geist in mir. Darum erwart' ich glaubensvoll, Wo, wie und wann ich sterben soll. Benj. Schmolck 1672—1737. Mel. 891012 thut mich ꝛe. 499. n an das Lied vom Sterben, de ernsten Ab⸗ schiedssang! Vielleicht läuft heut zu Ende Dein irdscher Lebensgang, Und eh die Sonne sinket, Beschließt du deinen Lauf, Und wenn die Sonne steiget, Stehst du mit ihr nicht auf. 2. Es gibt nichts Unge⸗ wissers, Als Leben, Freud' und Noth, Allein auch nichts Gewissers, Als Scheiden, Sterben, Tod. Wir scheiden von dem Leben Bei jedem Lebensschritt; Uns stirbt die Freud' im Herzen, Und unser Herz stirbt mit. 3. An unserm Pilgerstabe Ziehn wir dahin zum Grab, Und selbst des Königs Scep⸗ ter Ist nur ein Pilgerstab. Ein Pilgerkleid hat allen Tod und Begräbniß. Die Erde hier beschert; Wir tragen's auf der Erde Und lassens auch der Erd'. 4. Geh', übersteig nur Berge Und Höhen mancher⸗ lei:— Dem kleinen Grabes⸗ hügel Kommst du doch nicht vorbei! Da gehst du nicht hinüber, Und ist er noch so klein; Da bleibst du mide liegen, Da legt man dich hinein. 5. So 10 das Lied vom Sterben, Das alte Pilger⸗ lied, Weil deine Straße täg⸗ lich Dem Grabe näher zieht. Laß dich es mild 35 freund⸗ lich, Wie Glockenton, um⸗ wehn; Es läute dir zum Sterben, Doch auch zum Auferstehn! Carl Joh. Phil. Spitta 1801-59. Mel. Herzlich thut mich ꝛc. I bin ein Gast 500. Vauf Erden Und hab' hier keinen Stand; Der Himmel soll mir werden; Da ist mein Vaterland. Hier wandre ich zum Grabe; Dort in der ewgen Ruh' Ist Got⸗ tes Gnadengabe; Die schleußt all' Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen Von meiner Jugend an Als Müh' und Noth ge— wesen? So lang ich denken kann, Hab' ich so manchen Morgen, So manche liebe Nacht Mit Kummer und mit Sorgen bracht. 9.— treiben die Wel uu bleil den Zel Straße mat fü alle Me sten wi 4. Y oben, 2 Den gie Der all seinen für un alles h dem's langen, hin; T gangen bin. J. Je wer Die m Das n 6. 2 Der Ti komm, Mein will! Ende cchaft, das we mes K 71* dessen, Haus; durchm ert; Wir de Und d' eig nur mancher⸗ Grabes⸗ och nicht du nicht noch so du müde nan dich ied vom Pilger⸗ aße täg⸗ her zieht. o freund⸗ on, um⸗ dir zum ich zum 1891-09. mich ꝛc. ein Gast den Und nd; Der den; Da .Hier he; Dort Ist Got⸗ schleußt ganzes Jugend Noth ge⸗ denken manchen che liebe und nit Tod und Sorgen Des Herzens zuge— bracht. 3. So will ich zwar nun weiben Mein Leben durch die Welt; Doch denk' ich nicht R bleiben In diesem frem⸗ den Zelt. I wandbe meine Straßen, Die zu der Hei⸗ mat führt, Da mich ohn' alle Maßen Mein Vater trö⸗ sten wird. 4. Mein' Heimat ist dort oben, Da aller Engel Schar Den großen Herrscher loben, Der alles ganz und gar In seinen Händen träget Und für und für erhält, Auch alles hebt und leget, Nach— dem's ihm wohlgefällt. 5. Zu ihm steht mein Ver⸗ langen, Da wollt' ich gerne hin; Die Welt bin ich durch⸗ gangen, Daß ich's fast müde bin. Je länger ich hier walle, Je wenger find' ich Freud', Die meinem Geist gefalle, Das 09 ist Herzeleid. Die n ist so böse, d. Tröbsal ist so viel; Ach, komm, mein Gott, und löse Mein Herz, wenn dein Herz will! Romm, mach' ein selig Ende An meiner Wander⸗ schaft, Und was mich kränkt, das wende Durch deines Ar⸗ mes Kraft. Wo ich gewohnt in⸗ dessen, Ist nicht mein rechtes Haus; Wenn meine Zeit durchmessen, Alsdann tret' Begräbniß. 363 ich hinaus, Und was ich hier gebrauchet, Das leg' ich alles ab, Und wenn ich ausge⸗ hauchet, So gräbt man mir ein Grab. 8. Du aber, meine Freude, Du meines Lebens Licht, Du zeuchst mich, wenn ich scheide, Hin vor dein Angesicht, Ins Haus der ewgen Wonne, Da ich stets freudenvoll Gleich als die helle Sonne Ohn' Ende leuchten soll. 9. Da will ich immer woh— nen Und nicht nur als ein Gast, Bei denen, die mit Kronen Du ausgeschmücket hast. Da will ich herrlich singen Von deinem großen Thun Und frei von schnöden Dingen In meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhardt 1606-76. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛc. Allle Menschen 501. A; müssen ster⸗ ben, Alles Fleisch veideht wie Heu; Was da lebet, muß verderben, Soll es an⸗ ders werden neu. Dieser Leib muß erst verwesen, Wenn er ewig soll genesen Zu der groß en Herrlichkeit, Die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich die⸗ ses Leben, Wenn es meinem Gott beliebt, Auch ganz wil— lig von mir geben, Bin dar⸗ über nicht betrübt; Denn 364 in meines Jesu Wunden Hab' ich schon Erlösung fun— den, Und mein Trost in To⸗ desnoth Ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich ge— storben, Und sein Tod ist mein Gewinn; Er hat mir das Heil erworben; Drum fahr ich mit Freuden hin, Hin aus diesem Weltgetüm⸗ mel In den schönen Gottes-— himmel, Da ich werde alle⸗ zeit Schauen Gottes Herr⸗ lichkeit. 4. Da wird sein das Freu— denleben, Wo viel tausend Seelen schon Sind mit Him— melsglanz umgeben, Dienen Gott vor seinem Thron, Wo die Seraphinen prangen Und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! 5. Wo die Patriarchen wohnen, Die Propheten all— zumal, Wo auf ihren Ehren— thronen Sitzet der Apostel Zahl, Wo in so viel tau⸗ send Jahren Alle Frommen hingefahren, Wo dem Herrn, der uns versöhnt, Ewig Halle— luja tönt. ö 6. O Jerusalem, du schöne! Ach, wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne Hört man da in sanfter Ruh'! O der großen Freud' und Wonne! Endlich gehet auf Tod und Begräbniß. die Sonne, Endlich gehet an der Tag, Der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon er⸗ blicket Alle diese Herrlichkeit; Bald, gar bald werd' ich ge⸗ schmücket Mit dem weißen Himmelskleid, Mit der güld⸗ nen Ehrenkrone, Stehe da vor Gottes Throne, Schaue solche Freude an, Die kein Ende nehmen kann. Joh. Georg Albinus 1624—79. Mel. Valet will ich dir geben ꝛ. oder Herzlich thut mich verlangen ꝛ. 502 In Gottes Rath 2. O ergeben, Ver⸗ lass' ich gern die Welt; Ich geh' zum bessern Leben, So bald es ihm gefällt. Was wär's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, Den meine Seele liebte, Noch eh ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen Uns voll Erbar⸗ men zu: Kommt her, beladne Herzen, Zu mir und findet Ruh'! Dies Wort aus dei⸗ nem Munde, Laß, Herr, mich zu erfreun, In meiner letz⸗ ten Stunde Mir Geist und Leben sein. 3. Mit dir muß es mir glücken, Den Kampf zu über⸗ stehn. Im gläubigen Ent⸗ zücken Laß meine Seele sehn Wie im Gericht der Sünder Du mit Und wi Allmäch Todꝰ? S wanke noth; sterbe, Gewinn Namen nicht v vergosse meine S in mir Seele, (Old. G.“ He 503 Macht; das Lie erhältst Du ke Ziel; oder vie theil m und w Allwiss wohl. 2.— letzten Muth Miten zehet an Ende chon er⸗ rlichkeit; ich ge⸗ weißen er güld⸗ tehe da Schaue Die kein 1624—79. geben ꝛ. angen ꝛr. 8 Rath u, Ver⸗ It, V en, So Was etrübte? ig den, te, Noch zeit der Erbar⸗ beladne d findet us dei⸗ rr, mich ier letz⸗ ist und es mir zu über⸗ n Ent⸗ le sehn Sünder Du mit dem Tode rangst Und wie du, Ueberwinder, Allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsge⸗ danke: Wo ist dein Stachel, Tod? Stärk' mich, daß ich nicht wanke In meiner Todes⸗ noth; So ist, obgleich ich sterbe, Doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Him⸗ mels Erbe; Dein Wort sagt, daß ich's bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens Auch meinen Namen ein; Dein Blut kann nicht vergebens Für mich vergossen sein. Dir trauet meine Seele; Dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, Der du die Liebe bist! (Old. G.⸗B.) Valer. Herberger 1562—-1627. Eigne Melodie. V Ich bin, o Herr 503. Nin deiner Macht; Du hast mich an das Licht gebracht, Und noch erhältst du mir mein Leben. Du kennest meiner Tage Ziel; Du weißt, wie wenig oder viel Du selbst zum An⸗ theil mir gegeben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Allwissender, das weißt du wohl. 2. Wen hab' ich in der letzten Pein? Wer kann mir Muth und Trost verleihn, Mit neuer Hoffnung mich Tod und Begräbniß. 365 beleben? Wer blickt voll Huld mich Schwachen an, Wenn mir kein Mensch mehr helfen kann Und ich der Welt muß Abschied geben? Wer schafft der trüben Seele Licht, Thust du es, o mein Hei⸗ land, nicht? 3. Mich dünkt, schon lieg' ich kraftlos da, Dem letzten Augenblicke nah, Von Todes⸗ angst schon überfallen; Der Sinnen Kräfte lassen nach, Gehör und Augen werden schwach, Und kaum kann noch die Zunge lallen; Doch des Gewissens Stimme spricht Mir laut genug: Gott hält Gericht. 4. Schon hör' ich der Posaunen Ton, Ich sehe meinen Richter schon Und vor ihm alle Völker stehen. In seiner Hand ist Heil und Fluch, Unwiderruflich ist sein Spruch, Ihn hintertreibt kein ängstlich Flehen. Nur seiner Frommen Los ist Heil; Ver⸗ dammniß bleibt der Sünder Theil. 5. Nicht Stand und Macht erretten dann; Umsonst beut sich ein Bruder an, Den andern da noch zu erlösen. Nach dem, was jeder hier gethan, Wird jeder dort den Lohn empfahn; Kein Schein der Tugend hilft den Bösen. Verschwendern ihrer Gnaden⸗ zeit Folgt Unglück in der Ewigkeit. 366 Tod und Begräbniß. „Drum fleh' ich, Herr, mein mn Heiland, dir: Erleuchte mich, damit ich mir Nicht eine böse That verzeihe. Er⸗ halte mich im Glauben treu, Daß ich, vom Joch der Sünde frei, Mich gänzlich deinem Dienste weihe; So geh' ich voller Zuversicht Hier in den Tod, dort vor Gericht. 7. O Menschenfreund, dein theures Blut Floß auch für mich; dies gibt mir Muth; Ich weiß, daß ich dir ange⸗ höre. Doch fällt in meiner Todespein Mir noch ein banger ein, So rette deines Leidens Ehre und nimm dich meiner huldreich an. Du bist's 8, der Schwache stärken kann. 8. Ja, ja, du meines Lebens Heil! Ich nehm' an deiner Wonnen theil, Ich darf dir nach zum Himmel steigen. Nun sieg' ich über Angst und Noth, Nun mögen sich mir Höll' und Tod Mit allen ihren Schrecken zeigen. So lang ich lebte, war ich dein: Dein werd' ich auch im Tode sein. (Jev. G.⸗B.) Simon Dach 1605—59. Mel. Es ist gewißlich an der ꝛe. 504. Serr, wie du willst, so schicks mit mir Im Leben und im Sterben! Mein Herz verlangt allein nach dir, Entreiß mich dem Verderben. Erhalte mich in deiner Huld, Und wie du's fügst, gib mir Geduld; Was du willst, ist das Beste. Des Glaubens Kraft verleihe mir, Zu deinem Worte Liebe; Gib, daß ich wanke nie von dir, Noch deinen Geist betrübe. Laß hier und dort mich selig sein dere was vor dir, Herr, s' ist, scheun In meinem aneen Leben. 3. Und wenn ich soll nach deinem Rath Von dieser Welt abscheiden, So hilf du mir durch deine Gnad', Daß es gescheh' mit Heralt Herr, Seel' und Leib befehl' ich dir; Gib du ein selig Ende mir Durch Jesum Christum. Amen. (Jev. G.⸗B.) Casp. Bienemann 1540—91. Eigne Melodie oder Es ist gewißlich an der ꝛe. VIIE GKenn mein 50 V. W Stündlein vorhanden ist Und ich fahr meine rn de So leit' du mich, Herr Jesu Christ, Mit Hülf mich nicht verlassel Herr, meine Seel' an mei⸗ nem End' Befehl ich dir in deine Händ'; Du wollst sie mir bewahren! 2. Die Sünde wird mich kränken sehr, Mein Herz wird mi Schuld am Mee nicht ver; meiner l desu Chr Der wi deinemà mich vor ich unge Todesno Und ster ich dir; du mir erworber 4. Wé standen Grab ni höchster ist, Die treiben. da komn bei dir Drum Freuden 5. St ein und Jesus u lässet m Wirde n aufthun zum Lel Mel. Cl 506 derben. r Huld, gib mir llst, ist Kraft deinem daß ich Noch Laß lig sein Herr, neinem ll nach dieser hilf du „Daß reuden. befehl selig Jesum nemann 540—91. Eu 2. mein ndlein fahr eit' du Mitx rlassel mei⸗ dir in lst sie mich Herz Tod und pird mich verklagen; Der Schuld ist viel, wie Sand am Meer; Doch will ich nicht verzagen. Ich denk' in meiner letzten Noth, Herr gesu Christ, an deinen Tod; der wird mich wohl er⸗ halten. ö 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, Des tröst' ich mnich von Herzen; Von dir ich ungeschieden bleibꝰ In Todesnoth und Schmerzen, Und sterb' ich nun, so sterb' ich dir; Ein ewig Leben hast du mir Durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod er⸗ standen bist, Werd' ich im Grab nicht bleiben; Mein höchster Trost dein' Auffahrt ist; Die kann die Furcht ver⸗ weiben. Denn wo du bist, da komm' ich hin, Daß ich bei dir stets leb' und bin; Drum fahr' ich hin mit Freuden. 5. So fahr' ich hin zu Jesu Christ Und lasse nichts mich schrecken; So schlaf' ich ein und ruhe fein, Mein Rsus wird mich wecken. Er lässet mich im Frieden ruhn, Wird mir die Himmelsthür aufthun Und führen mich zum Leben. Nic. Hermann gest. 1561. Mel. Christus, der ist mein ꝛe. ** Ich weiß, an wen 506. ich glaube, egräbniß. 367 Weiß, daß mein Heiland lebt, Der, wird der Leib. zu Staube, Den Geist zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, Wenn alles wankt und weicht, Der, wird dem Herzen bange, Die Rettungs⸗ hand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich ver⸗ traue, Weiß, wenn mein Auge bricht, Daß ich ihn ewig schaue, Ihn selbst von Angesicht. 4. Er trocknet alle Thrä⸗ nen So tröstend und so mild, Und mein unendlich Sehnen Wird nur durch ihn gestillt. Aug. Herm. Niemeyer 1754—1828. Eigne Melodie. 87 Ehristus, der ist 50 6. Ce mein Leben Und Sterben mein Gewinn; Ihm hab' ich mich ergeben, Mit Fried' fahr' ich dahin. 2. Mit Freud' fahr' ich von dannen Zu Christ, dem Bruder mein, Daß ich mög' zu ihm kommen Und ewig bei ihm sein. 3. Ich hab' nun über⸗ wunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth; Durch seine heil⸗ gen Wunden Bin ich ver⸗ söhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, Mein Athem geht schwer aus Und kann kein 368 Wort mehr sprechen: Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn Sinne und Ge⸗ danken Vergehn als wie ein Licht, Das hin und her thut wanken, Wenn ihm die Flamm' gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein Nach deinem Rath und Willen, Wenn kommt mein Stündelein. 7. Laß mich, als deinen Reben, Anhangen dir all⸗— zeit Und ewig bei dir leben In Himmelswonn' und Freud'. Unbek. Verf. um 1608. Mel. Christus, der ist mein ꝛe. 508. Einst geh' ich 250 Beben Zu meinem Tode hin; Denn Christus ist mein Leben Und Sterben mein Gewinn. 2. Ich scheue nicht die Schrecken Der freudenleeren Gruft; Der wird mich auf— erwecken, Der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich abzu⸗ scheiden Auch heute schon mein Gott, So folg' ich ihm mit Freuden Und sterb' auf sein Gebot. 4. Des Lebens frische Blüte Vermodre nur zu Staub, Die Wange, die sonst glühte Sei der Ver⸗ wesung Raub. Begräbniß. 5. Ich hoff' ein bessres Leben, Das nie von mir entflieht. Ein Leib wird mich umgeben, Der nimmermehr verblüht. 6. Dann eil' ich dir ent⸗ gegen, Mein triumphierend Haupt, Und seh' entzückt den Segen Des Heils, das ich geglaubt. (Old. G.⸗B.) Chrph. Chrn. Sturm 1740—86. Mel. Von Gott will ich nicht ꝛe. oder Aus meines Herzens Grunde ꝛe. VIII er letzte meiner 509. D an. Ist mir vielleicht nicht fern; O dann wird meine Klag 95 Ein Lob⸗ gesang dem Herrn! Voll⸗ bracht ist ganz mein Lauf; Ich trete zu dem Throne, Und Gott setzt mir die Krone Der Ueberwinder auf. 2. Für seines Reiches Erben Hat Jesus mich er⸗ klärt; Was fürcht' ich mich zu sterben, Wie er mich ster⸗ ben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn! Daß ich ganz selig Bch Entschwing ich mich der Erde Und geh' zum Him⸗ mel hin. 3. Nicht mich, nur meine Bürde Verf chließt die finstre Gruft; Mich hebt zu höhrer Würde Mein Vater, der mich ruft. Sein Bote heißet Tod; Er, furchtbar nur den Sün⸗ dern, Willkommen Gottes Kinder zu Got 4. ronnen hervor. nen H empor. Reihn Brüdet der S lied ei 5. Thron herab, Sohne schaft: mich Kampti gekrön Kleino 6. men gesät. komme steht. tag C Auch Der t Bunde Fürst, Stund wirst. reit Fromi Stund und f 8. Kumn Bahn bessres on mir ird mich nermehr dir ent⸗ hierend ückt den das ich n. Sturm 1740—86. nicht ꝛe. runde ꝛe. meiner Ist mir O dann in Lob⸗ Voll⸗ Lauf; Throne, e Krone f. Reiches rich er⸗ ch mich ich sler⸗ er Tod nz selig ch mich n Him⸗ meine finstre höhrer er mich t Tod; Sün⸗ Gottes Reihn Kindern, Führt mich hinauf 3zu Gott. 4. Ich, der Gefahr ent⸗ ronnen, Geh' aus dem Kampf hervor. Hoch über alle Son⸗ nen Hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Der Engel, meiner Brüder; In ihre hohen Lie⸗ der Stimmt mein Triumph⸗ lied ein. 5. Gott schaut von seinem Throne Mit Huld auf mich herab, Mich, dem er in dem Sohne Das Recht der Kind— schaft gab. Ich darf zu ihm mich nahn, Für meinen Kampf auf Erden Von ihm gekrönt zu werden, Das Kleinod zu empfahn. 6. Die Leiber seiner From⸗ men Sind Saat von Gott gesät. Die Freudenzeit wird kommen, Da reif die Ernte steht. Dann wird der Ernte⸗ tag Ein neues, ewges Leben Auch meinem Staube geben, Der tief im Tode lag. 7. Mit dir steh' ich im Bunde, Herr, meines Lebens Fürst, Der du mir einst die Stunde Des Todes senden wirst. Erhalt mich stets be— reit Im Glauben deiner Frommen; Laß dann die Stunde kommen, Die mich und sie befreit. 8. Dann geh' ich frei von Kummer Des Todes dunkle Bahn; Mir bricht nach kur⸗ Tod und B egräbniß. 369 zem Schlummer Ein ewger Morgen an. Heil mir! er ist nicht fern, Der letzte meiner Tage; Er kommt, und alle Klage Wird Lobgesang dem Herrn. (Old. G.⸗B.) Balth. Münter 1735—93. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. 51 0 Welt, ich muß . dich lassen, Ich fahre meine Straßen Ins ewge Vaterland; Den Geist will ich aufgeben, Will setzen Leib und Leben In meines Gottes gnädge Hand. 2. Mein Lauf ist nun vollendet, Der Tod das Leben endet; Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, Das Ewge muß mir werden; Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin. 3. Ob mich die Welt be⸗ trogen Und oft von Gott gezogen Durch Sünden man— cherlei: Ich will doch nicht verzagen, Ich will im Glau— ben sagen, Daß meine Sünd' vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen; Sein Gnaden⸗ antlitz schauben Werd' ich durch Jesum Christ, Der für mich ist gestorben Und mir hat Huld erworben, Der auch mein Mittler wor⸗ den ist. 300 Tod und 5. Die Sünd' mag mir nicht schaden; Erlöst bin ich aus Gnaden, Erlöst durch Christi Blut. Das ist es, was mich reinigt Und mich mit Gott vereinigt; Es kommt mein Glaube mir zu gut. 6. Damit fahr' ich von hinnen; O Welt, thu dich besinnen; Denn du mußt folgen nach! Zu Gott dich wolle kehren Und Gnad' von ihm begehren Und sei du nicht im Glauben schwach! 7. Die Zeit ist bald vor— handen; Laß ab von Sünd' und Schanden Und richt' dich auf die Bahn Mit Beten und mit Wachen! Laß du die Erdensachen Und fang⸗ ein göttlich Leben an! 8. Das schenk' ich dir am Ende; Zu Gott ich jetzt mich wende, Zu ihm steht mein Begehr. Hüt' dich vor Pein und Schmerzen, Mein Schei⸗ den nimm zu Herzen! Meins Bleibens ist nun hie nicht mehr. Joh. Hesse 1490—-1547. Mel. Jesus, meine Zuversicht ꝛc. 311 eht nun hin und grabt mein Grab; Denn ich bin des Wanderns müde. Von der Erde scheid' ich ab; Denn mir ruft des Himmels Friede, Denn mir ruft die süße Ruh' Von den Engeln droben zu. Begräbniß. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; Meinen Lauf hab' ich vollendet, Lege nun den Wanderstab Hin, wo alles Irdsche endet, Lege selbst mich nun hinein In das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch In dem eitlen Leben machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch Wir auch stellen unsre Sachen, Muß es doch wie Sand zergehn, Wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, Laß mich nun in Frie⸗ den scheiden! Deine Hoff⸗ nung, ach! ist hohl, Deine Freuden selber Leiden, Deine Schönheit Unbestand, Eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn' und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht; Denn ich reis' in weite Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Worin ihr verschwindet ganz. 6. Ihr, die nun in Trauern geht, Fahret wohl, ihr lieben Freunde; Was von oben niederweht, Tröstet ja des Herrn Gemeinde; Weint nicht ob dem eitlen Schein, Droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will Von der Welt den Abschied nehmen, Daß ich aus dem Irrthum will, Aus und Neinen nieden Leben ächtig, auch Muß rgehn, drüber fahre Frie⸗ Hoff⸗ Deine Deine Eitel Tand. gute Mond Fahret Denn Ferne, Hlanz, ganz. auern lieben oben à des Weint chein, g sein. nun t den 5 ih Aus dem Schatten, aus den Schemen, Aus dem Eiteln, aus dem Nichts Hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weint nicht! mein Er⸗ löser lebt; Aus dem finstern Edenstaube Hell zu ihm die Seele schwebt, Wird dem Tode nich zum Raube; Denn die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt 1769—-1860. Mel. Jesus,. H Zuversicht ꝛe. Hee mir und 51². morgen dir! So 2108 man die Glocken klingen, Wenn wir die Ver⸗ storbnen hier Auf den Got⸗ tesacker bringen. Aus den Gräbern ruft's herfür: Heute mir und morgen dir! 2. Heute roth und morgen todt! Unser Leben eilt auf Flügeln, Und wir haben's täglich noth, Daß wir uns an andern spiegeln. Wie bald ruft des Herrn Gebot: Heute roth und morgen todt! 3. Mensch, es ist der alte Bund, Und der Tod zählt keine Jahre. Bist du heute noch gesund, Denk' an deine Todtenbahre; Jedem kommt die letzte Stund. Mensch, das ist der alte Bund! 4. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe; So wird mir die letzte Noth, Tod und Begräbniß. 371 Wenn sie kommt, doch nicht so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott! Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 5. Selig, wer in Christo stirbt; Denn ihm wird der Tod zum Leben. Der das Leben hier erwirbt, Dem nur wird es dort gegeben. Wer nicht lebet, der ver⸗ dirbt; Selig, wer in Christo stirbt! Benj. Schmolck 1672—-1737. Mel. Nun laßt uns den Leib ꝛe. oder Herr Jesu Christ, dich ꝛc. 513 Begrabt den 213. Leib in seine Gruft, Bis ihn des Richters Stimme ruft! Wir säen ihn; einst blüht er auf Und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; Er war schon Staub und wird's nur mehr; Er liegt, er schläft, verwest, erwacht Dereinst aus dieser Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, Der sie aus aller ihrer Noth, Aus aller ihrer Missethat Durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Er wandelt' hier im finstern Thal; Er duldete oft Schmerz und Qual; Es folgten manchem Freudentag Bald Schmerz und Kümmer⸗ nisse nach. 24⁴² 372 Tod und 5. Viel mehr litt er, der uns versöhnt Und himmlisch seine Sieger krönt. O Lohn! o Lohn für wenig Pein! Dann wird's wie Träumen⸗ den uns sein. 6. Du Todter Gottes, schlummr' in Ruh'! Wir gehn nach unsern Hütten zu Und machen zu der Ewig— keit Mit Freud' und Zittern uns bereit. ‚ 7. Sohn Gottes, Mittler! ach, dein Tod Stärk' uns in unsrer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein Und freudig unser Ende sein! (Old. G.⸗B.) Mich. Weisse um 1531. Mel. Herr, ich habe ꝛe. uhet wohl, ihr 514. N Tadtnene In der stillen Einsamkeit! Ruhet, bis das End' er⸗ scheine, Da der Herr euch zu der Freud' Rufen wird aus euren Grüften Zu den freien Himmelslüften! 2. Nur getrost! ihr werdet leben, Weil das Leben, euer Hort, Die Verheißung hat gegeben Durch sein theuer werthes Wort: Die in sei⸗ nem Namen sterben, Sollen nicht im Tod verderben. 3. Und wie sollt' im Grabe bleiben, Der ein Tempel Gottes war, Den der Herr ließ einverleiben Seiner aus⸗ erwählten Schar, Die er * Begräbniß. selbst durch Blut und Ster⸗ ben Hat gemacht zu Him— melserben? 4. Jesus wird, wie er er⸗ standen, Auch die Seinen einst mit Macht Führen aus des Todes Banden, Führen aus des Grabes Nacht Zu dem ewgen Himmelsfrieden, Den er seinem Volk be— schieden. 5. Ruhet wohl, ihr Todten⸗ beine, In der stillen Einsam⸗ keit! Ruhet, bis der Herr erscheine An dem Ende dieser Zeit, Da ihr sollt mit neuem Leben Euch vor Gottes Thron erheben. Fr. Conr. Hiller 1662—1726. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. 4 Renn kleine 515. Himmels⸗ erben In ihrer Unschuld sterben, So büßt man sie nicht ein; Sie werden nur dort oben Vom Vater auf⸗ gehoben, Damit sie unver⸗ loren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe Zu ihrem Cyhristen⸗ laufe Für Christum einge⸗ weiht Und noch bei Gott in Gnaden; Was sollt' es ihnen schaden, Wenn er nun über sie gebeut? 3. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja Mel. L 51 bleibe mir's bist! lein; Tage Recht forde mein. Herz 2. wollt lein allem wüns wollt mir; Hauf ich m Sterl 3. und aber Grof nem noch Vate ist Ehr', die entsp 4. mein Ster⸗ Him⸗ euser⸗ hernen n Aus odten⸗ nsam⸗ Herr dieser neuem Thron 726. (der ꝛe. kleine mels⸗ schuld in sie nur auf⸗ mver⸗ der isten⸗ inge⸗ tt in ihnen über iesem t zu „ du st ja nur schlafen Und bleibest bei den Schafen, Die ewig unsers Jesu sind. Joh. Andr. Rothe 1688—-1758. Mel. Ermuntre dich, mein ꝛe. 516. Du bis bist zwar mein und bleibest mein; Wer will mir's anders sagen? Doch bist du nicht nur mein al⸗ lein; Der Herr von ewgen Tagen, Der hat das meiste Recht an dir, Der hat ge⸗ fordert dich von mir, O du mein Kind, mein W ille, Mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach, gält' es wünschen, wollt' ich dich, Du Stern⸗ lein meiner Seelen, Vor allem Weltgut ewiglich Mir wünschen und erwählen. Ich wollte sagen:„Bleib bei mir; Du sollst sein meines Hauses Zier; An dir will ich mein Lieben Bis in mein Sterben üben.“ 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meint's noch besser; Groß ist die Lieb' in mei⸗ nem Muth, In Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr; Gott ist der Väter Haupt und Ehr', Ein Quell, daraus die Jungen Und Alten sind entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, Und der Tod und Begräbniß. 373 mir ihn gegeben, Will, daß er nah an seinem Thron Im Himmel solle leben. Ich sprech':„Ach, weh! mein Licht verschwindt;:“ Gott spricht:„Willkommen, liebes Kind; Dich will ich bei mir haben Und ewig reichlich laben!“ 5. O süßer Rath, o schö⸗ nes Wort Und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, Kein Unglück und kein Kränken, Kein' Angst, kein Mangel, kein Versehn; Bei Gott kann keinem Leid geschehn; Wen Gott versorgt und liebet, Wird nimmermehr betrübet. 6. Darum es sei und bleibe so! Ich will nicht um dich weinen; Du lebst und bist von Herzen froh, Siehst lauter Sonnen scheinen, Die Sonnen ewger Freud' und Ruh',— Da leb' und bleib nur immerzu! Will's Gott, werd' ich mit andern Auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt 1606-76. Mel. O Gott, du frommer ꝛe. 1—2 Ihr Waisen, 51⁷. Iiwemet nicht! Wie? könnt ihr euch nicht fassen? Verlasset euch auf Gott, Der wird euch nicht verlassen! Sind gleich die Eltern todt, So lebet dennoch Gott; Weil aber Gott noch lebt, So habt ihr keine Noth. Tod und 2. Gott ist und bleibet stets Ein Vater aller Wai⸗ sen; Der will sie insge⸗ sammt Ernähren, kleiden, speisen. Demselben trauet nur, Der nimmt sich euer an; Seht, er ist euer Schutz Und euer Helfersmann. 3. Gott ist ein reicher Gott, Er wird euch wohl versorgen; Er weiß ja eure Noth, Sie ist ihm nicht ver— borgen. Habt ihr auch we— nig nur Und ist der Vor⸗ rath klein, So will fürs Künftige Gott der Versorger sein. 4. Habt einen guten Muth! Gott hat es ja verheißen, Er woll' Verlassene Aus ihrer Trübsal reißen; Dies Wort geht euch auch an! Ihr werdet es schon sehn, Wie auch an euch es noch Wird in Erfüllung gehn. 5. Ja, glaubet, bleibet fromm Und geht auf Gottes Wegen, Erwartet mit Ge— duld Den euch verheißnen Segen Und weichet nicht von Gott, Vertraut ihm allezeit; So werdt ihr glück⸗ lich sein In Zeit und Ewigkeit! Unbek. Verf. Eigne Melodie. 518 MWiitten wir im Leben sind Mit dem Tod umfangen; Wer ist, der uns Hülfe thut, Begräbniß. Daß wir Gnad' erlangen? Das bist du, Herr, alleine! Uns reuet unsre Missethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herr und Gott, Heiliger starker Gott, Heili⸗ ger barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht versinken In der bit⸗ tern Todesnoth. Erbarm' dich unser 2. Mitten in dem Tod anficht Uns der Hölle Ra⸗ chen; Wer will uns von solcher Noth Frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine! Es jammert dein' Barmherzigkeit Unsre Sünd' und großes Leid. Heiliger Herr und Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger barm⸗ herziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht ver⸗ zagen Vor der tiefen Höllen Glut. Erbarm' dich unser! 3. Mitten in der Höllen Angst Uns die Sünden trei⸗ ben. Wohin fliehen dann, wohin, Da wir mögen blei⸗ ben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein theures Blut, Das gnug für die Sünde thut. Hei⸗ liger Herr und Gott, Heili— ger starker Gott, Heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Trost. Erbarm' dich unser! ODr. Martin Luther 1483—-1546. Mel. U 51⁴ ternac ttill. sich f. begeg 2. gesagt stellt; mand es fü 3. blind in S des g noch 4. sich u treuer jener besteh — 2. auf L seiner himm Jesur 6. der sicher der f from 2 Herz re ja lich Als ungen? lleine! ssethat, let hat. Gott, Heili⸗ eiland, 5 uns er bit⸗ rbarm' ledig Herr, dein' Sünd' eiliger eiliger barm⸗ wiger ver⸗ Höllen unser! Höllen trei⸗ dann, blei⸗ Shrist, dein gnug Hei⸗ Heili⸗ iliger Du nicht echten barm' —1546. 2. Gericht und Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛe. — Derr Herr bricht 519. D ein um Mit⸗ ternacht; Jetzt ist noch alles still. Wohl dem, der nun sich fertig macht Und ihm begegnen will. 2. Er hat es uns zuvor gesagt Und einen Tag be⸗ stellt; Er kommt, wenn nie⸗ mand nach ihm fragt, Noch es für möglich hält. 3. Wie liegt die Welt so blind und todt! Sie schläft in Sicherheit Und meint, des großen Tages Noth Sei noch so fern und weit. 4. Wer wacht und hält sich nun bereit Als ein ge— treuer Knecht, Daß er in jener Rechnungszeit Vor Gott bestehe recht? 5. Wer gibt sein Pfund auf Wucher hin Und nützet seinen Tag, Daß er mit himmlischem Gewinn Vor Jesum treten mag? 6. Weckt ihr einander aus der Ruh', Daß niemand sicher sei? Ruft ihr einan⸗ der fleißig zu: Seid wacker, fromm und treu? 7. So wache denn, mein Herz und Sinn, Und schlumm⸗ re ja nicht mehr! Blick' täg⸗ lich auf sein Kommen hin, Als ob es heute wär'! ewiges Leben. 8. Dein Tagewerk ist schön und groß; Mit Jesu wird's vollbracht, Der ein so selig schönes Los Dem Treuen zugedacht, 9. Dem Knechte, der auf schmalem Pfad Ihm folgte Schritt für Schritt, Fromm blieb, wenn alles übel that, Geduldig stritt und litt. 10. Dann, wenn der Rich⸗ ter wie ein Blitz Vom Him⸗ mel niederfährt, Wenn aller Sünder Lust und Witz In Jammer sich verkehrt: 11. Dann kommt er dir als Morgenstern Mit ew⸗ gem Gnadenschein, Dann gehest du mit deinem Herrn Zu seinen Freuden ein. 12. Der Herr bricht ein um Mitternacht; Jetzt ist noch alles still. Wohl dem, der nun sich fertig macht Und ihm begegnen will! Unbek. Ver Mel. Es ist gewißlich an der ꝛ6 chon ist der 520.. Tag von Gott bestimmt, Da, wer auf Erden wandelt, Sein Los aus Gottes Händen nimmt, Nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn! Er kommt, und Wolken sind sein Thron, Der Erden Kreis zu richten! Gericht und 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, Hier stehn die Millionen, Die seit dem er⸗ sten Tag der Zeit Auf die— ser Erde ehnen, Nur dem Allwissenden bekannt, Un⸗ zählbar wie am Meer der Sand; Hier stehn sie vor dem Richter. Hier muß Der falsche Wahn der Welt Der 0 heit unterliegen. Hier, das Recht die Wage hält Wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; Hier gilt nicht mehr Betrug und List Hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, Und alle Völker hören e Erwartungsvoll und tief gebeugt:„Kommt, erbt das Reich der Ehren!“ So spricht er 0 der From⸗ men Schar; Doch die, die widerspenstig war, Heißt er nun von sich weichen. 5. Wie herrlich aber wird Wr„Der Frommen Werth erf scheinen! Du, Herr, nimmst 0 zu Ehren an, Erklärst sie für die Deinen; Sie schauen mit erstauntem Blick Des Glaubens und der Liebe Glück, Dem sie sich hier schon weihten. 6. Sie gehn nun in das elge Reich, Das Gott für ie bereitet, Und sehn auf ewig, Engeln gleich, Ihr 115 sie ewiges Leben. Heil dort ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommen⸗ heit! Kein Kummer, keine Traurigkeit Stört forthin ihre Freude. Mein Heiland, laß mich deit Gericht Oft und mit Ernst bedenken! Es stärke meine Oworsich, Wenn hier mich Leiden kränken; Es reize mich, ge ist Und eingedent der Rechenschaft Nach deinem Wort zu wan⸗ deln. (Old. G.-B.) Barth. 1339—98 1530—98. Eigne Melodie. . 1 Wocheta auf! so 52* 2 ruft die Stimme, So rufet einst der Engel Stimme; Verlaßt das Grab, verlaßt die Gruft! Wachet auf, erlöste Sünder; Versammelt euch, ihr Got⸗ teskinder! Der Welten Herr ist's, der euch ruft. Des Todes stille Nacht Ist nun vorbei! erwacht! Halleluja! Macht euch bereit Zur Ewig⸗ keit! Sein Tag, sein großer Tag ist da! 2. Erd' und Meer und Hölle beben; Die Frommen stehen auf zum Leben, Zum neuen Leben stehn sie auf! Ihr Versöhner kommt voll Klarheit, Vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit; Der Tugend Lohn krönt ihren Lauf! Thron Sohn! dir, D nes Ve 3. E sungen durchge sind wi Christu Fülle ihn ohr Freund Noch Noch Diese! Sei dit Dank (old. G. Soe 52² O Sch Seele der Er ohnen, großer ich mi ganz bebt, im i Das mmen⸗ keine forthin ugwaldt 30—98. hruft! inder; Got⸗ Herr Des tnun eluja! Swig⸗ roßer und nmen Zum auf! voll nade, Der ihren Lauf! Licht ist um deinen Thron Und Leben, Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, dir, Dir folgen wir Zu dei⸗ nes Vaters Herrlichkeit! g. Ewges Lob sei dir ge— sungen! Wir sind zum Leben durchgedrungen; Am Ziel. sind wir beim großen Lohn! Christus strömt der Freuden Fülle Auf uns; wir schaun ihn ohne Hülle, Ihn, unsern Freund und Gottes Sohn! Noch sah kein Auge sie, Noch scholl dem Ohre nie Diese Wonne! In Ewigkeit Sei dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr' und Preis! (Old. G.⸗B.) Fr. Gottlieb Klopstock 1724—1803(nach Nro. 526). Eigne Melodie. 52²2 O Ewigkeit, du ee Donnerwort! O Schwert, das durch die Seele bohrt! O Anfang son⸗ der Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende: Mein ganz erschrocknes Herz er⸗ bebt, Wenn mir dies Wort im Sinne schwebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, Das endlich mit der geit nicht fällt, Nicht end⸗ lich muß vergehen. Die Ewigkeit nur hat kein Ziel; Sie treibet fort und fort ihr Spiel, Bleibt unverän⸗ dert stehen. Ja, wie mein 2 Gericht und ewiges Leben. 377 Heiland selber spricht: Ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang! Hier gilt für⸗ wahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht Zusammt der großen Pein betracht', Erschreck' ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit So schrecklich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht; Wie strafest du den bösen Knecht So hart im Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt Hast du die laͤnge Pein bestellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen, Betracht' es oft, o Menschenkind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach' auf von deinem Schlaf, wach' auf, Halt ein in deiner Sünden Lauf Und bessre bald dein Leben! Wach' auf; denn es ist hohe Zeit; Es kommt heran die Ewigkeit, Dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag. Wer weiß doch, wann er sterben mag? 6. O Ewigkeit, du Donner⸗ wort! O Schwert, das durch die Seele bohrt! O Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Nimm 378 Gericht und du mich, wann es dir ge⸗ fällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Joh. Rist 1607—67. Mel. O Ewigkeit, du ꝛe. 523 Euhter Jesus, Gottes Sohn! du schon längst der Himmel Thron Als Herrscher eingenommen, Du wirst ge— wiß zur rechten Zeit In großer Kraft und Herrlich— keit Vom Himmel wieder kommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun Dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Hier faßt kein Sterb⸗ licher die Pracht, Die deinen Der Tag einst herrlich macht; Wie groß wirst du dich zeigen! Wenn du auf lichten Wolken einst Mit deiner Engel Heer erscheinst Und sie vor dir sich beugen; Dann sieht die Welt die Majestät, Wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Laut tönet dann in jedes Grab Dein allmachts⸗ voller Ruf hinab Und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer Das ganze zahlenlose Heer Der Todten wieder geben. Durch deine Stimme neu beseelt Gehn sie hervor, und keiner fehlt. ewiges Leben. 4. Da stehen sie vor dei— nem Thron, Erwarten den bestimmten Lohn Mit Freu⸗ den und mit Beben. Die Sünder trifft nun Schmach und Pein; Die Frommen aber führst du ein In das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesus Christ, Daß du der Erde Richter bist. 5. O gib, wenn nun dein Tag erscheint, Daß ich in dir dann meinen Freund Und Heiland wieder finde, Daß ich mit Freuden vor dir steh' Und mit dir in den Himmel geh', Befreit von Tod und Sünde. Laß mich im Glauben wachsam sein, So kann ich deines Tags mich freun. (Old. G.⸗B.) Chr. Sam. Ulber 1715—76. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛe. —9 FJesus kommt, 524. von allem Bösen, Uns, seine Christen, zu erlösen; Er kommt mit Macht und Herrlichkeit. Dann, an seinem großen Tage, Ver⸗ wandelt sich der Frommen Klage In ewige Zufrieden⸗ heit. Sei fröhlich, Volk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, Dein Erretter. Dein Schmerz ist kaum Ein Morgentraum; Auf ihn folgt ewig, ewig Heil. den, V Freude Ewigke am 3 kämpft langen, gnadigt eurem des L winder 9.— erwähl. alle zä ungeber Jesus tief wa drunge laut! Doch Auf sei Schreck Gott, jauchzte uns ri Haupt, Und s zu sei schafft, Nam Stärke Die w eine fe vor dei⸗ ten den it Freu⸗ n. Die Schmach rommen In das un zeigt Christ, Richter sun dein ich in nd Und „ Daß vor dir in den eit von aß mich m sein, Tags im. Ulber 1715—76. 18 die ꝛc. kommt, allem sten, zu Macht nn, an Ver⸗ ommen rieden⸗ ak des er ist rretter. m Ein n folgt Gericht und 2. Augenblicke dieser Lei⸗ den, Was seid ihr gegen jene Freuden Der unbegrenzten Ewigkeit? Seht die Kron' am Ziele prangen Und kämpft und ringt, sie zu er⸗ langen, Die ihr so hoch be⸗ gnadigt seid! Euch halt' in eurem Lauf Kein Schmerz des Lebens auf. Ueber⸗ winder! Das Ziel ist nah; Bald seid ihr da, Und eure Leiden sind nicht mehr! 3. Der sich euch zum Volk erwählet, Der eure Thränen alle zählet, Stritt auch mit ungebeugtem Muth. Wie hat Jesus nicht gerungen! Wie tief war er von Angst durch— drungen! Wie seufzt' er laut! wie floß sein Blut! Doch sahn die Feinde nicht Auf seinem Angesicht Bange Schrecken. Gestärkt von Gott, Litt er den Tod; Da jauchzten alle Himmel ihm! 4. Wohl uns, wenn wir mit ihm leiden! Dann ernten wir dereinst auch Freuden Mit ihm, dem Ueberwinder. ein. Laßt uns kämpfen, laßt uns ringen, Mit ihm, dem Haupt, hindurch zu dringen Und seines Himmels werth zu sein! Der Hülf' uns schafft, ist er! Sein großer Nam ist: Herr, Unsre Stärke! Die ihm vertraun, Die werden schaun, Welch eine feste Burg er ist! ewiges Leben. 5. Ja, du kommst, von allem Bösen Uns, deine Christen, zu erlösen; Des sind wir froh und danken dir! Auch in noch so trüben Tagen Soll unser Herz doch nicht verzagen; Auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist; Wir traun dir, Jesus Christ, Und sind stille! Wenn gleich die Welt In Trümmer fällt, Dein Arm ist's, der uns ewig hält. (Old. G.⸗B.) Balth. Münter 1735—- 93. Mel. Valet will ich dir geben ꝛc. oder Herzlich thut mich verlaͤngen ꝛc. —32 Ermuntert euch, NoO. ihr Frommen, Zeigt eurer Lampen Schein; Der Abend ist gekommen, Die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet Der Bräutigam mit Pracht, Auf! betet, kämpft und wachet; Bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig Und füllet sie mit Oel Und seid des Heils gewärtig, Bereitet Leib und Seel'. Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah; Be— gegnet ihm in Reihen Und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, Hebt nun das Haupt empor Mit Jauchzen und mit Schalle Zum frohen ö ö é ö ö 380 Engelchor. Die Thür ist auf— geschlossen, Die Hochzeit ist bereit; Auf, auf! ihr Reichs⸗ genossen; Der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang ver⸗ ziehen; Drum schlafet nicht mehr ein. Man sieht die Bäume blühen, Der schönste Frühlingsschein Verheißt Er— quickungszeiten; Die Abend⸗ röthe zeigt Den schönen Tag von weiten, Vor dem das Dunkel weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, Ihr, die ihr Zion liebt, Mit freudigen Ge— berden Und seid nicht mehr betrübt; Bald kommen Freu⸗ denstunden, Bald wird der Jubel laut, Wo dem, der überwunden, Die Krone wird vertraut. 6. Hier sind die Sieges⸗ palmen, Hier ist das weiße Kleid; Hier singt man Freu⸗ denpsalmen Im Frieden nach dem Streit; Hier steht nach Wintertagen Der Weizen wieder grün, Und die im Tode lagen, In Lebensfülle blühn. 7. Hier ist die Au' der Freuden, Wo der getreue Hirt Selbdst seine Schafe weiden Und reichlich tränken wird. Hier sind die goldnen Gassen, Hier ist der Freuden⸗ saal; Selig, wer zugelassen Zum großen Hochzeitsmahl! Gericht und ewiges Leben. 8. O Jesu, meine Wonnel Komm bald und mach' dich auf. Geh auf, ersehnte Sonne, Und fördre deinen Lauf. O Jesu, mach' ein Ende Und führ' uns aus dem Streit! Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurenti 1660—1722. Eigne Melodie. 526 NMachet auf! 3 ruft uns die Stimme Der Wächter sehr hoch auf der Zinne; Wach' auf, du Stadt Jeru⸗ salem! Mitternacht heißt diese Stunde! Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujal Macht euch bereit Zu der Hochzeit; Ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter singen; Das Herz will ihr vor Freuden springen; Sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gna⸗ den stark, von Wahrheit mächtig; Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron; Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all' Zum Freudensaal Und hal⸗ ten mit das Abendmahl. 3. G Mit 3 Engelzr Harfen sind d deiner Chore deinem hat je g e geh Drum singen für und Mel. V 207 52⁷ ben, Herren stehung letzten? desschli cken, 7 sterblick hen sie Müh'! Thron gleiten 2. 2 und Ei ewig, Versöh der 1 Bringt Preis 1 das g wie w Thrän⸗ Thrän⸗ Wonnel ach' dich ersehnte e deinen ach' ei ins aus heben Nach der 660—1722. et auf! uft uns Wächter Zinne; t Jeru⸗ t heißt fen uns Wo seid frauen? äutgam if, die lleluja! Zu der set ihm Wächter will ihr 1 Sie nd auf. t vom n Gna⸗ zahrheit rd hell, Nun Kron/ Sohn! zen all' nd hal⸗ ahl. das geopfert ist! * g. Gloria sei dir gesungen Mit Menschen⸗ und mit Engelzungen, Mit neuer Harfen hellem Ton; Prächtig sind die Perlenthore An deiner Stadt, wir stehn im Chore Der Engel hoch vor deinem Thron. Kein Aug' hat je gesehn, Kein Ohr hat 6 Rehört Solche Freude; Dam jauchzen wir Und singen dir Das Halleluja für und für. Phil. Nicolai 1556—1608. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛe. 527. Selig; sind des Himmels Er⸗ hen, Die Todten, die im Herren sterben, Zur Aufer⸗ Lanen! engeweiht Nach den letzten Augenblicken Des To⸗ desschlummers folgt Entzü⸗ ken, Folgt Wonne der Un⸗ sterblichkeit. In Frieden ru⸗ hen sie, Los von der Erde Müh'! Hosianna! Vor Gottes Thron Zu seinem Sohn Be⸗ gleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre Sei dir, Versöhner, Jesus Christ! Ihr, der Ueberwinder Chöre, Bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre Dem Lamme, Er sank wie wir ins Grab! Die Thränen trocknet ab, Alle Thränen! Er hat's vollbracht! Gericht und ewiges Leben. 381 Nicht Tag, nicht Nacht Wird an des Lammes Throne f sein! 3. Dorten glänzt uns — o der Wonne!— In Gott, in Gott die höhre Sonne, Uns glänzt die Herr⸗ lichkeit des Herrn! Heil, nach dem wir weinend rangen, Nun bist du, Heil, uns auf⸗ gegangen, Nicht mehr im Dunkeln, nicht von ferni Nun weinen wir nicht mehr! Das Alt' ist nun nicht mehr! Halleluja! Er sank ins atn Wie Wür hinab! Er gieng zi Gott! wir folgen ihm! (Old. G.⸗B.) Fr. Gottlieb Klopstock 1724—1803. meines Lebens ꝛe. 528. O wie unaus⸗ NS. O prechlich selig Werden wir im Himmel sein! Da, da ernten wir unzählich Unsers Glaubens Früchte ein; Da wird ohne Leid und Mel. Zähren Unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit Führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen Dort für Heil bereitet hast, Noch in keines Herz gekommen; Welcher Mensch auf Erden Ffaßt Deines Himmels große Freu⸗ den? Doch nach dieses Lebens Leiden Werden alle, die dir traun, Mehr, als je sie hoff⸗ ten, schaun. Gericht und 3. Dann wirst du dich unsern Seelen Offenbaren, wie du bist; Keine Wonne wird uns fehlen Da, wo alles Wonne ist. Zu voll— kommnen Seligkeiten Wird uns der Erbarmer leiten, Der uns dieses Heil erwarb, Als am Kreuz er für uns starb. 4. Da wird deiner From⸗ men Menge Ein Herz, eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgesänge Dir, erhab— ner Gott, zu weihn, Dir und dem, der selbst sein Le⸗ ben Willig für uns hinge— geben; Mit ihm, unserm treusten Freund, Sind wir ewig dann vereint. 5. O wer sollte sich nicht sehnen, Aufgelöst und da zu sein, Wo nach ausgeweinten Thränen Ewge Güter uns erfreun, Wo sich unser Kampf in Palmen, Unser Klagelied in Psalmen, Unsre Last in Lust verkehrt, Die forthin kein Kummer stört! 6. Sei, o Seele, hoch er— freuet Ueber das erhabne Glück, Das dir einst dein Gott verleihet; Richte deines Glaubens Blick Oft nach jener Stadt der Frommen Mit dem Ernst, dahin zu kommen; Trachte, weil du hier noch bist, Nur nach dem, was droben ist. 7. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Him⸗ ewiges Leben. mel gehn; O so mache im— mer reiner Hier mein Herz, dich einst zu sehn; Hilf du selber meiner Seele. Daß sie nicht den Weg verfehle, Der mich sicher dahin bringt, Wo man ewig dir lobsingt, Benj. Schmolck 1672-17837. Mel. Wie schön leucht uns ꝛ. . ie wird mir 529. W dann, o dann mir sein, Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, In ihm entschlafen werde! Von keiner Sünde mehr entweiht, Ent— laden von der Sterblichkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seele! Stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, Das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch! So drückt mich meines Elends Joch, Der Fluch der Sünde nieder. Der Herr erleichtert mir mein Joch; Es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, Glaubt und erhebt sich wieder. Jesus! Christus! Laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, Deines Vaters Reich zu erben! 3. Besiege denn des Todes Graun, Mein Geist; er ist ein Weg zum Schaun, Der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchter⸗ lich; Ins Allerheiligste führt dich T Thale. vergäng die Erli sprechli 4. die Sti wennen Zu deit Vielleic Nacht, noch v• dir au Vater! Seele d 0 Vate: 5. X Tage vi noch fer die Kr ich von Die Hi keit, V trümme Reiche mich be. der En 6. V ach, da ich, mie freun, de; Vi entweih Ewigke Mensch Heilig! und br Ehr' u Amen! (Old. G. Daß Herfehle, bringt, obsingt, 72—1737. uns ꝛe. rd mir o dann ich ganz In ihm n keiner t‚ Ent⸗ lichkeit, sch von Seele! Erlöste, das dir geben. ch und kt mich Der nieder. ir mein rch ihn Glaubt Jesus! streben, terben, ch zu Todes er ist „ Der e. Er irchter⸗ e führt Gericht und dich Der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh' ist un⸗ bergänglich, überschwenglich; die Erlösten Wird sie unaus⸗ sprechlich trösten. 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, Die mich, wenn nun mein Auge bricht, Zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, Eh ich dies Flehen noch vollbracht, Mein Lob dir ausgestammelt. Vater! Vater! Ich befehle meine Seele deinen Händen, Jetzt, o Vater, deinen Händen. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; Ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, An dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, Die Hütte meiner Sterblich— keit, Wird sie erst spät zer⸗ trümmert, Dann laß, Vater, Reiche Saaten guter Thaten mich begleiten Vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, ach, dann mir sein, Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, Ihn dort anbeten wer⸗ de; Von keiner Sünde mehr entweiht, Ein Mitgenoß der Ewigkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! Heilig! Heilig! singen wir und bringen deinem Namen Ehr' und Preis auf ewig. Amen! Odd. G.⸗V.) Fr. Gottlieb Klopstock 1724—1803. ewiges Leben. 383 Eigne Melodie. 530 Niie wird uns 330. sein, wenn endlich nach dem schweren, Doch nach dem letzten aus⸗ gekämpften Streit Wir aus der Fremde in die Heimat kehren Und einziehn in das Thor der Ewigkeit! Wenn wir den letzten Staub von unsern Füßen, Den letzten Schweiß vom Angesicht ge— wischt Und'in der Nähe sehen und begrüßen, Was oft den Muth im Pilgerthal erfrischt! 2. Wie wird uns sein, wenn wir vom hellen Strahle Des ewgen Lichtes über— gossen stehn Und— o der Wonne!— dann zum ersten Male Uns frei und rein von aller Sünde sehn; Wenn wir, durch keinen Makel aus—⸗ geschlossen Und nicht zurück⸗ gescheucht von Schuld und Pein, Als Himmelsbürger, Gottes Hausgenossen, Ein⸗ treten dürfen in der Selgen Reihn! 3. Wie wird uns sein, wenn wir mit Beben lauschen Dem höhern Chor, der uns entgegentönt, Wenn goldne Harfen durch die Himmel rauschen Das Lob Lammes, das die Welt ver— söhnt! Wenn weit und breit die heilge Gottesstätte Vom Halleluja der Erlösten des 384 Gericht und ewiges Leben. schallt Und dort der heilge Weihrauch der Gebete Em⸗ por zum Thron des Aller⸗ höchsten wallt! 4. Wie wird uns sein, wenn nun dem Liebeszuge Zu dem, der uns den Him⸗ mel aufgethan, Mit unge⸗ haltnem, sehnsuchtsvollem Fluge Die freigewordne Seele folgen kann; Wenn nun vom Aug' des Glau—- bens lichte Hülle, Wie Nebel vor der Morgensonne, fällt Und wir den Sohn in seiner Gottesfülle Erblicken auf dem Thron als Herrn der Welt. 5. Wie wird uns sein, Wenn wir ihn hören rufen: Kommt,— Gesegneten! wenn wir, im Licht Dastehend an des Gottesthrones Stufen, Ihm schauen in sein gnädig Angesicht, Die Augen sehn, die einst von Thränen flossen Um Menschennoth und Her— zenshärtigkeit, Die Wunden, die das theure Blut ver⸗— gossen, Das uns vom ewgen Tode hat befreit! 6. Wie wird uns sein, wenn durch die Himmels⸗ räume Wir Hand in Hand mit Selgen uns ergehn Am Strom des Lebens, wo die Lebensbäume Frisch wie am dritten Schöpfungstage wehn, Da, wo in ewger Jugend nichts veraltet, Nicht mehr die Zeit mit scharfem Zahne nagt, Da, wo kein Auge bricht, 196 Herz er⸗ kaltet, Kein Leid, kein Schmerz, kein Tod die Sel⸗ gen plagt! 7. Wie wird uns sein, wenn jeder Blick zur Erde, Ins dunkle Thal, das uns zu Füßen egt, Und jeder Blick auf jegliche Beschwerde, Die wir, im Glauben wal⸗ lend, einst besiegt, Die Herr⸗ lichkeit des Himmels uns verkläret Und den Genuß des Friedens selger macht, Die Freude würzet und die Liebe nähret Zu dem, der herrlich uns hindurch ge⸗ bracht! Wie wird uns sein! O was kein Aug' gesehen, Kein Ohr gehört, kein Menschen⸗ sinn empfand, Das wird uns werden, wird an uns geschehen, Wenn wir hinein⸗ ziehn ins gelobte Land. Wohlan, den steilen Pfad Hinangeilhumten Es ist der Mühe und des Schweißes werth, Dahin zu eilen und dort anzukommen, Wo mehr, als wir ver 3 der Herr beschert! Carl Joh. Phil. —— Spitta 1801-59. Eigne Melodie oder Wer nur den lieben Gott aꝛe. 531. ach einer Prü⸗ 5 fung kurzer Tage Erwartet uns die Erden wunde nen, ge schal mit J Schick hang. O. Thron mein Heilig Dem ward, selges stimm wo kein Herz er⸗ „ keut die Sel⸗ is sein, r Erde, as uns id jeder chwerde, en wal⸗ ie Herr⸗ ls uns Genuß macht, und die m, der rch ge⸗ sein! O d„ Kein enschen⸗ 8wird an uns hinein⸗ Land. Pfad ist der weißes en und o mehr, r Herr 801-59. Hott a. r Prü⸗ kurzer 8 die Ewigkeit. Dort, dort ver⸗ wandelt sich die Klage In göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, Und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden Schon manchen selgen Augenblick: Doch alle Freuden, die ihm werden Sind ihm ein un⸗ vollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' Nimmt in der Seele ab und zu. 3. Hier such' ich's nur; dort werd' ich's finden. Dort werd' ich, heilig und ver⸗ klärt, Der Tugend ganzen Werth empfinden, Den un⸗ aussprechlich großen Werth; Den Gott der Liebe werd' ich sehn, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 4. Da werd' ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah, Das wunderbar und heilig nen⸗ nen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schickung im Zusammen⸗ hang. 5. Da werd' ich zu dem Throne dringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart; Ein Heilig, heilig, heilig! singen Dem Lamme, das erwürget ward, Und aller Himmel selges Heer Jauchzt ihm ein⸗ stimmig Preis und Ehr'. Gericht und ewiges Leben. 385 6. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, Der Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu millionenmalen Noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find' ich in des Höchsten Hand Den Freund, den ich auf Erden fand. 7. Da ruft— o möchte Gott es geben!— Vielleicht auch mir ein Selger zu: „Heil sei dir, denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du!“ O Gott, wie muß das Glück erfreun, Der Retter einer Seele sein! 8. Was seid ihr Leiden dieser Erden Doch gegen jene Herrlichkeit, Die offen⸗ bart an uns soll werden Von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie Ist doch ein Augen⸗ blick voll Müh'! (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—-69. Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛc. —55 ier bin ich 532. H fremd, wie meine Väter waren; Wie sollt' ich nicht zur Heimat freudig fahren? Mir ist mein Bürgerrecht beim Herrn dort oben Schon aufgehoben. 2. Dort, wo der Fuß des Pilgers nicht mehr gleitet, Dort ist auch mir die Woh⸗ nung schon bereitet; Dort ist die Ruh' in ewig süßem Frieden Auch mir beschieden. 25 386 Gericht und 3. Noch wall' ich hier, umhüllt mit Staub und Erde, Gedrückt von Mängeln, Siechthum und Beschwerde; Dort werd' ich unter Engel— legionen Gar herrlich woh— nen. 4. Dort wird das dunkle Wort sich hell verklären, Kein Fehl wird mehr den reinen Frieden stören; Dort wird, von Sünde frei, mit neuen Zugen Gott Lob ge— sungen. 5. Zwar Gottes Kinder sind wir schon auf Erden; Doch wer kann's fassen, was wir dort sein werden? O Herrlichkeit, in seines Lichtes Reichen Dem Herrn zu gleichen! ö 6. Gottlob! ich bin hier fremd, wie meine Väter; Sie giengen früher heim, ich etwas später; Gottlob! ich werde zu der Heimat Freu⸗ den Von hinnen scheiden. Carl Bernh. Garve 1763—1841. Mel. Ich hab' mein' Sach' ꝛc. 533. O Hen einiert Daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, Die Gottes⸗ stadt, Die droben ist, ge⸗ funden hat. 2. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst ewiges Leben. so viel, und— eins ist noth! Die Welt beut ihre Güter feil; Denk' an dein Heil Und wähl' in Gott das beste Theil. 3. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; Schau' himmelwärts! Da, wo der Schatz ist, sei dein Herz. 4. Mit Gott bestell' dein Haus bei Zeit, Eh dich der Tod an Todte reiht. Sie rufen: Gestern war's an mir, Heut ist's an dir! Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 5. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, Aus Wieg' und Bett in Sarg und Grab! Wann, wo und wie, ist Gott bewußt. Schlag' an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch; du mußt!l 6. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, Kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm; Da blüht zu schön kein Wangenroth; Im Finstern droht Der Tod und überall der Tod. 7. Ach, banges Herz im Leichenthal, Wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht Aus Grabesnacht Das Leben hat ans Licht gebracht. 8. 2 so hoch mich g mehr!“ Grab, Himme Himme 9. 8 sich ver ewgen sieht de Und k der 3• Chrn. d Mel. — 53 thal, Müh' noch ruft Zeit keit 1 2. stille sinkt d wird freiem Blick Geist ihn g 3. Gott Jesus deines sehen Von Dich ins ist ut ihre n dein ott das su bis Nichts nimmst hergeht hmerz; Da, i dein dein ich der Sie 5 an Hier leiben zum g' und Grab! e. ist g' an t von mußt! itz zu Haupt varm; kein nstern berall z im dein Du Macht Leben noch wenig Tage; 8. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr:„Wer an mich glaubt, stirbt nimmer⸗ mehr!“ Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, Dein Himmelgehn Läßt uns den Himmel offen sehn. 9. Wohl dem, der Jesu sich vertraut, Schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern' Und kämpfet gern Und harrt der Zakunft seines Herrn. Chrn. Fr. Heinr. Sachse 1785—1860. Mel. Kommt her zu mir ꝛe. 5 och wallen wir 534. 2 im Thränen⸗ thal, Gedrückt von Kummer, Müh' und Qual, Doch nur Dann ruft uns Gott aus dieser geit Hinüber in die Ewig⸗ keit Und endet jede Plage. 2. Den Leib legt man ins stille Grab, Zum Staube sinkt der Staub hinab; Einst wird ihn Gott beleben. Mit freiem Flug und frohem Blick Kehrt der entbundne Geist zurück Zu dem, der ihn gegeben. 3. O welch ein Glück, vor Gott zu stehn! O Freude, Jesus, dich zu sehn Und deines Reiches Glieder, Zu sehen dich in deinem Licht Von Angesicht zu Angesicht, Dich ersten aller Brüder! Gericht und ewiges Leben. 4. Wie werd' ich dann mich deiner freun, Wenn zahllos der Erwachten Reihn Vor dir versammelt stehen! Wenn du dann meinen Namen nennst Und vor den Engeln mich bekennst, Die dich mit mir erhöhen. 5. Ich, der noch sorget hier und weint, Ich werde, wenn dein Tag erscheint, Verklärt und selig leben. Ich Sünder werd' von Sün⸗ den rein, Ich Sterblicher unsterblich sein, Anbetend dich erheben. 6. Und aller hohen Geister Schar Und was auf Erden heilig war, Sind alle meine Brüder; Sie alle sind ver⸗ eint mit mir Und singen, treuer Heiland, dir Des Dankes Jubellieder. 7. Wie ist der Seligkeit so viel! O Freuden ohne Maß und Ziel, Weit über alles Hoffen. O Ewigkeit, o Ewigkeit! Was ist das Leiden dieser Zeit? Ich seh' den Himmel offen! Joh. Casp. Lavater 1741—-1801. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛc. 535 Isch, wann werd' 339. ich dahin kom⸗ men, Wo du, mein Erlöser, bist? Wann mit den ver⸗ klärten Frommen Lob dir singen, Jesus Christ? Ach, wenn ich von dieser Erde — 5* Nur bald heimgenommen werde! Fliehe schneller, fliehe, Zeit! Denn mein Wunsch ist Ewigkeit. 2. Ewigkeit, du Trost des Lebens, Stärke du mein müdes Herz! Dich erwart' ich nicht vergebens, Frohes Ziel von jedem Schmerz! Ewigkeit, du Meer der Freu⸗ den! Mich gelüstet abzu⸗ scheiden, Fern von Irrthum, Sünd' und Pein, Liebster Gott, bei dir zu sein! 3. Mit Versuchung stets umgeben, Folg' ich oft der Sünde nach. Will mein Geist auch höher streben, O so ist mein Fleisch zu schwach. O wie schwer wird's mir auf Erden! Möcht' ich frei vom Joche werden, Das so hart mich niederdrückt, Wenn mein Geist zum Himmel blickt! 4. Ach, wie heiß ist mein Verlangen! Meine Seele ringt nach dir, Ringt, dich, Jesus, zu umfangen! Ach, wann rufst du:„Komm zu mir!“ Schaue nieder auf mein Sehnen, Zähle meine heißen Thränen. Wie ein Hirsch nach Quellen schreit, Schmacht' ich nach der Ewig⸗ keit. 5. Ach, so komm, o Tod, und eile! Eile, Ewigkeit, her⸗ bei, Daß ich hier nicht mehr verweile, Daß ich bald bei 388 Gericht und ewiges Leben. Jesu seil Hier kann ich nicht Ruhe finden, Dort, nur dort sie ganz empfinden, Dort, von jeder Sünde rein, Mei⸗ nem Heiland ähnlich sein. 6. Doch, mein Herz, sei wieder stille; Jesus ist auch hier bei dir. Drum gescheh dein heilger Wille; Du, o Jesus, bist auch hier. Gib mir nur Geduld, gib Stärke Mir zu jedem guten Werke, Daß ich auf die Ewigkeit Jede Stunde sei bereit. (Old. G.⸗B.) Joh. Casp. Lavater 1741—1801. Eigne Melodie. wie selig seid 536. ihr doch, ihr Frommen, Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen Aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben. Was wir hier kennen, Ist nur Müh' und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, Sicher und befreit von allem Jammer; Kein Kreuz und Leiden Ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen, Ihr habt das schon, wonach wir uns sehnen Was gedrun 2 nicht e Himme Wer u vom treiben ich nicht Hur dort Dort, „ Mei⸗ sein. erz, sei st auch gescheh Du, o ö Gib Stärke Werke, wigkeit tt. Lavater 1—1801. 9 seid „ ihr ch den Ihr shnen; Euch wird gesungen, Was in keines Ohr allhier 0 Ach, wer wollte denn nich gerne sterben Und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt' hier bleiben, Sich vom Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm uns auszuspannen; Lös' uns auf und führ' uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, Ist der Frommen Seele Freud' und Wonne. Simon Dach 1605—-59. Mel. Wie schön leucht uns ꝛe. 1 ie leuchtet uns 537. der Wadr stern Voll Gnad' und Wahr⸗ heit von dem Herrn, Der Aufgang aus der Höhe! O Sohn, von deinem Angesicht Umstrablet mich allmächtigs Licht, Daß ich den Tod nicht sehe! Leben Werd' ich! Zwar ich werde wieder Erde; aber leben, Dennoch werdꝰ ich ewig leben! 2. O mach' dich auf und werde Licht, Mein Geist! denn hier f schon kommt dein Lcht Zu dir vom ewgen Throne. Ganz geht dort nach vollbrachtem Lauf Die Herrlichkeit des Herrn dir auf, Der Vater mit dem Sohne. Jesus! Christus! Ewges Leben wirst du geben Gericht und ewiges Leben. 389 Gottes Kindern, Kronen, Herr, den Ueberwindern. 3. Du bist, Versöhner, mein, ich dein! Geuß tief in meine Seel' hinein Die Flamme deiner Liebe. Wer wär' ich, wenn durch Heilig⸗ keit Ich nicht der Prüfung kurze Zeit Dir treu, Ver⸗ söhner, bliebe? Dich, dich Lieben Hilf mir Schwachen; hilf mir wachen, kämpfen, ringen! Stark in dir, zu Gott mich schwingen! 4. Des Vaters Klarheit schauen wir In Christi An⸗ gesicht schon hier, Des ewgen Vaters Klarheit! O süßer Blick in jene Ruh', Voll wunderbaren Heils bist du! Siehst wunderbare Wahrheit! In dir, Mittler, Wohnt ohn' Hülle Gottes Fülle. Gnade, Gnade Schaun wir, nehmen Gnad' um Gnade! 5. O du, der schuf und der erhält! Du hast mich ewig vor der Welt In dei⸗ nem Sohn erkoren. Du hast den Bund: durch Christi Blut Seist du auch mir das höchste Gut, Herr, bei dir, selbst beschworen. Preis dir, Vater! Ach, ich falle nieder, lalle Dank im Staube! Weiß und fühl', an wen ich glaube! 6. Mein Pfalter, meine Harf', erwacht! Zwar hier an meines Grabes Nacht Kann ich sein Lob nur stam⸗ 390 meln. Doch hat an seines Grabes Nacht Der Herr sein großes Werk vollbracht; Drum hört er unser Stam⸗ meln. Heilig, Gnädig Bist du! Singet Christo! bringet Preis dem Sohne! Bald lommt er mit seinem Lohne. 7. Wie freu' ich dein mich, Jesus Christ, Daß du der erst' und letzte bist, Der Anfang und das Ende! Einst, wenn er dich im Tode preist, Und jetzt befehl ich meinen Geist, Herr, Herr! in deine Hände! Ewig, Werd'ich, Herr, dort oben hoch dich loben, dem ich traue, Wenn ich nun dein Antlitz schaue. (Old. G.⸗B.) Fr. Gottlieb Klopstock 1724—1803. (nach Nr. 372.) Mel. Wer nur den lieben Gott ꝛc. —3 8 ist noch eine 338. E Ruh vorhan⸗ den Für jeden Gott ergebnen Geist, Wenn er sich dieses Körpers Banden Nach Got⸗ tes Willen einst entreißt Und nun nicht mehr so eingeschränkt, Als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen, Und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen, Fang' ich das bessre Leben an, Wo nach der Last, die hier mich drückt, Der Freuden Fülle mich erquickt. Gericht und ewiges Leben 3. Wie Mütter ihre Kin⸗ der trösten, So tröstet deine Gütigkeit Mich mit der Wonne der Erlösten, Mit völliger Zufriedenheit, Und dann wird mir recht offenbar, Wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meine Klagen; Da bringt mein frommer Lobgesang Dir selbst für dieses Lebens Plagen Mit nie gefühlter Regung Dank. Froh jauchz ich dann: Sie sind vollbracht! Der Herr hat alles wohlge— macht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, Kein Schmerz und keine Schwach⸗ heit mehr; Ich denk' und fühle nichts als Freuden, Gekrönt von dir mit Preis und Ehr'; Mein Glück wird fest, und volles Heil Bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich dies zu Herzen fassen! Daß du den, der dich redlich liebt, Nicht stets willst in der Un⸗ ruh' lassen, Die dieses Leben noch umgibt, Das floöße Muth und Kraft mir ein, Dir auch im Leiden treu zu sein. 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden Der Leiden Joch getragen hast! Will ich des Lebens müde werden Und fühl' ich dieser Tage Last, So stärke mächtig meine. Unmu vere re Kin⸗ et deine Wonne völliger nn wird Wie gut war. n alle bringt bgesang Lebens efühlter jauchz lbracht! vohlge— ft mich Kein chwach⸗ k' und reuden, Preis E wird Bleibt Theil h dies aß du liebt, er Un⸗ Leben fiöß rein, reu zu er du Leiden Will herden Tage lächtig Gericht und ewiges Leben. 391 meinen Geist, Daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, Die einst der Frommen Erbtheil ist, Ich gern des Vaters Willen thue, Wie du darin mein Vorbild bist; So folgt auf meine Prüfungszeit Gewiß vollkommne Seligkeit! (Jev. G.⸗B.) Joh. Sam. Diterich 1721—97. Mel. Nun preiset alle ꝛc. 23 Ich hab' von 539. ferne, Herr, deinen Thron erblickt Und hätte gerne Mein Herz vor⸗ ausgeschickt Und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben. 2. Das war so prächtig, Was ich im Geist gesehn! Du bist allmächtig; Drum ist dein Licht so schön. Könnt' ich an diesen hellen Thronen Doch schon von heute an ewig wohnen. 3. Nur ich bin sündig, der Erde noch geneigt; Das hat mir bündig Dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, Noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich kein Bann erschreckt; Ich bin schon selig, Seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben Und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, Daß ich die Stadt gesehn, Und ohn' Ermüden Will ich ihr näher gehn Und ihre hellen goldnen Gassen Lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Tim. Hermes 1738—1821. Eigne Melodie. 540 SDerusalem, Du bhochgebaute Stadt, Wollt' Gott, ich wär' in dir! Mein hoffend Herz So groß Verlangen hat Und sehnet sich von hier! Weit über Berg' und Thale, Weit über Flur und Feld, Schwingt sich's zum Himmels⸗ saale Und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag, O sel⸗ ger Augenblick, Wann bricht dein Glanz hervor, Da frei und leicht Zu reinem Him⸗ melsglück Die Seele schwebt empor! Da ich sie übergebe In Gottes treue Hand, Auf daß sie ewig lebe In jenem Vaterland? 3. O Ehrenburg, Gegrüßet seist du mir! Thu auf die Gnadenpfort'. Wie lange schon Hat mich verlangt nach dir! Ich eile freudig fort, Fort aus dem hösen Leben, Aus jener Nichtigkeit, Der 392 Gericht und ich war hingegeben In meiner Prüfungszeit. 4. Was für ein Volk, Welch' eine edle Schar Kommt dort gezogen schon! Was in der Welt Von Aus⸗ erwählten war, Bringt mir die Ehrenkron'. Sie wird mir zugesendet Aus meines Jesu Hand, Nun ich den Kampf vollendet In jenem Thränenland. 5. Propheten groß, Apostel her und hoch, Blutzeugen ohne Zahl Und wer dort trug Des schweren Kreuzes Joch Und der Tyrannen Qual, Ich seh' sie ruhmvoll schweben In Freiheit über⸗ all, Mit Klarheit hell um⸗ geben, Mit sonnenlichtem Strahl. 6. Und lang' ich an Im schönen Paradies, Im Hei⸗ ligthum des Herrn, Dann schaut mein Geist, Was er einst glaubend pries, Was er gesehn von fern. Das Hal⸗ leluja singet Man dort in Heiligkeit, Das Hosianna klinget Ohn' End'in Ewigkeit. 7. Da tönen dann Der Engel Harfen laut Um ihren Schöpfer her. Ihr Lied erklingt Dem Gott„der Welten baut: Wer ist so groß wie er? Und heilig, heilig, heilig! Schallt alle Himmel durch. Auf, Seele, ewiges Leben. schwing dich eilig Hinauf zu Gottes Burg! 8. Du bist mein Ziel, Erhabne Gottesstadt, Wie schlägt mein Herz in mir! Des Irdischen Und seiner Freuden satt, Erheb' ich mich zu dir, Weg über Erd' und Sterne; Reicht, Engel, mir die Hand; Ich seh' es in der Ferne, Mein hohes Vaterland! Joh. Matthaeus Meyfart 1590—1642. Eigne Melodie. 5 41 Auferstehn, ja 42187 auferstehn wirst du, Mein Staub, nach kurzer Ruh'; Unsterblich Leben Wird, der dich schuf‚ dir geben. Frohlocke Gott! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesäet. Der Herr der Ernte geht Und sammelt Garben Uns ein, uns ein, die starben. Gelobt sei Gott! 3. Tag des Danks! der Freudenthränen Tag! Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe Genug ge⸗ schlummert habe, Erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein, Mit Jesu gehn wir ein Zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden Sind dann nicht mehr! (Old. G.⸗B.) Fr. Gottlieb Klopstock 172⁴4—1803. VII Mel. N 54⁴² singe ich auf des H betung, 5. mein 7 Herze wohl, nichts 9— vollend mir w Hinauf Ziel, „Wie n mir! seiner ch mich dꝰ und a, mir es in hohes Meyfart 0—1642. Yn, ja rstehn nach rblich schuf, Gott! blühn Herr nmelt ein, Gott! der Du Venn ge⸗ veckst nden Mit inen iiger 'ehr! opstock 1803. Güter, zum Throne! VIII. Besondere Zeiten und hältnisse. 1. Tageszeiten. a. Morgen. Mel. Nun laßt uns Gott, ꝛe. ach' auf, mein 542. W Herz, und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Des Menschen treuem Hüter. 2. Mit göttlichem Erbar⸗ men Bedecktest du mich Ar⸗ men. Schlaf, sprachst du, ohne Grauen; Die Sonne sollst du schauen! 3. Dein Wort ist, Herr, geschehen; Ich kann das Licht H sehen, Du machst, daß ich aufs neue Mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dank, Dem Vater und dem Sohne, Dem Geist des Herrn sei Ehre! An⸗ betung, Preis und Ehre! 5. Hör' meinen Dank, mein Flehen! Du kannst ins Herze sehen Und weißt wohl, daß zur Gabe Ich ja nichts Bessres habe. 6. Dein Werk wollst du vollenden Dich nimmer von mir wenden Und mich in Dein Wort f meinen Tagen Stets mit Verschonen tragen. 7. Du selber wollst mir rathen In allen meinen Thaten, Mich stets zum Besten leiten, Zum Himmel mich bereiten. 8. Auf allen meinen Wegen Begleite mich dein Segen: sei meine Speise Auf meiner Pilgerreise (Old. G.⸗B.) Paul Gerhardt 1606—76. Mel. Ich dank' dir schon ꝛe. ö 3543 ein erst Ge⸗ 43. füͤhl sei Preis und Dank; Erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; Lobsing ihn meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, 290 ch und schlief in Frieden. Wer Sicherheit der schafft die Ruhe für die Nacht Und eüden? 3. Du bist es, Herr und Gott der Welt, Und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält Und mir's jetzt neu gegeben. 394 4. Gelobet seist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue. 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege wallen, Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 6. Nimm meines Lebens gnädig wahr; Auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 7. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb' und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn' und willig thue; 8. Daß ich, als dein ge— horsam Kind, Dir zu ge— fallen strebe, Treu dir er— geben, fromm gesinnt, In deinem Reiche lebe; 9. Daß ich dem Nächsten beizustehn Nie Fleiß und Arbeit scheue, Mich gern an andrer Wohlergehn Und ihrer Tugend freue; 10. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht genieße Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe. (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715—69. Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛe. 3544 Wern ich einst von jenem Morgen. Schlummer, Welcher Tod heißt, aufersteh', Frei von dieses Lebens Kummer Dort den schönern Morgen seh: O dann wach' ich anders auf, Schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, Großer Tag! an deinem Morgen. 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterb⸗ lichkeit, Dir, dem Richtenden, einst sage, Er sei ganz von mir entweiht. Auch noch heute wacht' ich auf; Dank dir, Herr! zu dir hinauf Führe jeder meiner Tage Mich durch jede Freud' und Plage; ö 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, Wenn ihr letzter nun erscheint, Wenn zum dunkeln Thal ich gehe, Von den Meinigen beweint. Lindre dann des Todes Pein, Laß mein Ende lehrreich sein, Daß ich sie zum Himmel weise Und dich, Herr des Todes, preise. ö (Old. G.⸗B.) Fr. Gottlieb Klopstock 1724—1803. Mel. Wie schön leucht uns ꝛe. IER Wich seh' ich wie⸗ 545. der, Morgen⸗ licht, Und freue mich der edlen Pflicht, Dem Höchsten lobzusingen. Ich will, ent— brannt von Dankbegier, O mildester Erbarmer, dir Preis: Schöpf Treue Gemüt deine 2. Nacht ich, hä hülfrei meinen einen 1 boch d dich B neue Meine 3. Lieb' u und GE Auf e Daß Thale nimms du, Leben Herr, Erde dort Old. G er Tod rei von er Dort en seh': anders ist dann ne sind Großer orgen. rmeiner Unsterb⸗ htenden, anz von h noch Dank hinauf Tage ud' und sie vor letzter in zum e, Von Lindre in, Laß h sein, Himmel err des * Klopstock 24—1803. uns a. ich wie⸗ Korgen⸗ ich der öchsten l, ent⸗ ier, O dir neue Stärke; Preis und Anbetung bringen. Schöpfer! Vater! Deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Froh empfind' ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich So hülfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben setzest du Jetzt einen neuen Tag hinzu; Sei hoch dafür gepriesen! Durch dich Bin ich, Und ich merke dich erhebe Meine Zunge, weil ich lebe! 3. Verleih, o Gott der Lieb' und Macht, Daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht, Auf ewig von mir fliehe; Daß ich die kurze Lebens⸗ zeit In christlicher Zufrieden⸗ heit Zu nutzen mich bemühe. Prüfe, Siehe, Wie ich's meine; dir ist keine meiner Sorgen, Auch die kleinste nicht verborgen. 4. Auch im Geräusch der Welt soll mich Der heilige Gedank' an dich Oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier; Einst nimmst du mich hinauf zu dir, Zum Licht und höhern Leben. Auf dich Hoff' ich. Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, Dir dort ewig Lob zu singen. Old. G.⸗B.) Chrph. Fr. Neander 1724—1802. Morgen. 395 Mel. Nun freut euch lieben ꝛc. oder Allein Gott in der Höh' ꝛce. 546. ESae dh Die Finsterniß vergehet; Schon zeigt der Glanz des Tages sich, Die Sonn' am Himmel stehet; Zu Gott er⸗ hebe deinen Sinn, Daß er sein Werk in dir beginn' Und gnädig dich erleuchte. 2. Im Licht muß alles rege sein Und sich zur Arbeit kehren; Im Licht singt früh das Vögelein, Im Licht zu Gottes Ehren; So soll der Mensch in Gottes Licht Auf⸗ heben billig sein Gesicht Zu dem, der ihn erleuchtet. 3. Nun laßt uns an die Arbeit gehn Und froh den Herrn erheben; In Christo laßt uns auferstehn Und zeigen, daß wir leben; Laßt uns in seinem Gnadenschein Nicht eine Stunde müßig sein! Gott ist's, der uns erleuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort; Doch Got— tes Werk bleibt liegen, Weil ohne That mit leerem Wort So viele sich betrügen. Herr! laß uns freudig gehn ans Werk; Verleih uns Gnade, Kraft und Stärk' Im Licht, das uns erleuchtet. 5. Du zeigst, was zu ver⸗ richten sei Auf unsern Glau⸗ 396 benswegen. So hilf uns nun und steh' uns bei, Ver⸗ leihe deinen Segen, Daß das Geschäft von deiner Hand Vollführet werd' in allem Land, Wozu du uns erleuchtet. 6. Das Licht des Glaubens sei in mir Ein Licht der Kraft und Stärke; Es sei die Demuth meine Zier, Die Lieb' das Werk der Werke: Die Weisheit sprech' aus meinem Mund Und wohn' in meines Herzens Grund; So bin ich recht erleuchtet. 7. Herr, bleib bei mir, du ewig Licht, Daß ich stets gehe richtig; Erfreu' mich durch dein Angesicht, Mach' mich zum Guten tüchtig, Bis ich erreich' die goldne Stadt, Die deine Hand gegründet hat Und ewiglich erleuchtet. Peter Lackmann, gest. 1713. Mel. O daß ich tausendZungenꝛe. oder Wer nur den lieben Gott ꝛc. 547 Mein Gott, nun 2 5 ist es wieder Morgen, Die Nacht vollendet ihren Lauf; Nun wachen alle meine Sorgen Auf einmal wieder mit mir auf. Die Ruh' ist aus, der Schlaf dahin, Und ich seh' wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, Wo jeder Tag sein Elend hat, Wo ich nur Morgen. immer älter werde Und häufe Sünd' und Missethat. O Gott, von dessen Brot ich zehr', Wenn ich dir doch auch nütze wär'! 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen, Regier' mich auch in dieser Welt. Ich weiß nicht, wie mir's heut wird gehen, Mach' alles so, wie dir's gefällt. Schließ mich in deine Vorsicht ein; Dein will ich todt und lebend sein. 4. Vergieb mir, Vater, alle Sünden, Die ich bei Tag und Nacht begieng, Und laß mich vor dir Gnade fin⸗ den, Erhöre, was ich bet' und sing'; Denn wenn ich nur bei dir wohl steh', So acht' ich gar nicht, wie es geh'. Hilf du in allen Sachen rathen; Denn ich bin selber mir nicht klug. Behüte mich vor Missethaten, Vor böser Menschen List und Trug; Laß mich den Tag wohl legen an Und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, Mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, Und laß den Himmel Segen geben, Wenn meine Hand das Ihre thut; Hilf, daß ich alles wohl verricht'! Du wirst es thun, ich zweifle nicht. Casp. Neumann 1648-1715. Mel.“ Her — 54⁴8 ben, Er Bring' Ein dan wer erh dieser d Herr, Der ha Wie da Wie so Was d Mein O dir erge was ick in Gna 5. O Vergalt Mit tief meine s zeihe m sündlich täglich! Siege! 4. E Wegen zu Und Segen h¹ι kräfte! höhn,? schäfte ten geh 9 Dingen Geist, d häufe at. O sFrot ich och auch Morgen er' mich 4. I 5 heut 105 Schließ cht ein; ; lebend Vater, ich bei ig, Und de fin⸗ ich bet' enn ich „ S˙ wie es Sachen selber te mich 110 35 Laß 11 , wo n Leib b und Gut, Segen Hand aß ich wirst cht. 1715. Mel. Valet will ich dir ꝛe. oder Herzlich thut mich ꝛe. 348 Auf auf, den 94. Herrn zu lo⸗ ben, Erwache, mein Gemüth! Bring' deinem Vater droben Ein dankerfülltes Lied! Denn wer erhielt mein Leben In dieser dunklen Nacht? Der Herr, der mir's gegeben, Der hat es auch bewacht. Beschützer aller Welten! W. dank ich würdig dir? Wie soll ich dir vergelten, Was du gethan an mir? Mein Opfer ist geringe; Ein dir ergebner Sinn Ist alles, was ich bringe: Nimm es in Gnaden hin! 3. O Vater, oft mit Sünde Vergalt ich deine Huld! Mit tiefer Reu' empfinde Ich meine schwere Schuld; Ver⸗ zeihe mir und dämpfe Die sündliche Begier, Mit der ich täglich kämpfe; Herr, hilf zum Siege mir! 4. Send' auch auf meinen Wegen Mir deinen Engel zu Und sprich du selbst den Segen Zu allem, was ich thu'; Laß strömen Lebens⸗ kräfte Aus deinen Himmels⸗ höhn, Daß des Berufs Ge⸗ schäfte Erwünscht von Stat⸗ ten gehn! 5. Gib mir vor allen Dingen Getrosten Muth und Geist, Das freudig zu voll⸗ Morgen. 397 bringen, Was meine Pflicht mich heißt. Laß mich in guten Tagen Nicht über— müthig sein Und auch nicht ängstlich zagen, Wenn Trüb— sal bricht herein! 6. Hilf, daß in meinem Stande Ich thu', was dir gefällt; Auch laß mich nicht in Schande Gerathen vor der Welt. Flöß' allen mei⸗ nen Trieben Nur deinen Willen ein Und laß auch meine Lieben Von dir geseg— net sein. 7. Gib, daß in Kreuz und Glücke Ich stets so leben mag, Daß ich all' Augen⸗ blicke Denk' an den letzten Tag; Und wird er einst an⸗ brechen, So hilf, daß ich erfreut Von Herzen könne sprechen:„Komm, Herr, ich bin bereit!“ Joh. Jac. Rambach 1693—1 38 30. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ꝛe. 549. Der an tomt 2 gen kommt gegangen, Das Dunkel weicht, der neue Tag bricht an! Bald wird die Sonn' am Himmel prangen; Seht, schon beginnt sie ihre Se⸗ 4 Was in der Nacht erstarrt und schlafend lag, Das reget sich, ist munter, frisch und wach. 2. Auch du, mein Geist ihr, meine Kräfte, Ermunter 398 euch, legt alle Trägheit ab! Gott loben sei mein erst Ge⸗ schäfte, Den treuen Gott, der Seinen Schutz und Stab. Sein Auge schläft und schlum— mert ewig nicht, Weil es der Gottheit nie an Kraft ge— bricht. 3. Gott ist mein Schöpfer und mein Vater, Des Huld mir Leib und Seel' und alles gab; Er ist mein Freund und mein Berather; Was an mir gut ist, kommt von ihm herab. Er nährt und pflegt, er hält und träget mich Und seine Treu' er⸗ neuert täglich sich. 4. Oft gieng ich irr' auf finstern Wegen, Da zeigt' er mir sein freundlich Angesicht. Ich spürte seines Geistes Regen Und kam zu seinem wunderbaren Licht. Mir war, als sei ich aus dem Schlaf erwacht Und hinter mir läg' eine tiefe Nacht. 5. In Christo hat er mich geliebet, Durch Christi Tod bin ich mit ihm versöhnt. O große Huld, die mir ver— gibet, O größre Huld, die mich mit Christo krönt! Ja, durch den Sohn bin ich des Vaters Kind Und erbe Güter einst, die ewig sind. 6. Gott hat mir seinen Geist gegeben, Ein himmlisch Licht dem irrenden Verstand, Der leitet mich zum wahren Morgen Leben, Ist mir der Gnade sichres Unterpfand. Und wenn ich schwach, gebeugt und elend bin, Labt er mit Fried' und Trost den blöden Sinn. 7. Drum will ich, Gott, mich dir ergeben Und deiner Treu' mich ewig anvertraun. Geheiliget sei dir mein Leben, Mein Auge soll beständig auf dich schaun, Daß dieser Tag, zu dem ich bin erwacht, Dir wohlgefällig werde zu— gebracht. 8. Ja, segne, Vater, und behüte An Leib und Seele mich; denn ich bin dein. Das Antlitz deiner Lieb' und Güte Erleuchte mich mit seiner Klarheit Schein. O richt' auf mich dein gnädig Ange⸗ sicht Und gönne mir dein himmlisch Friedenslicht. Joh. Anast. Freylinghausen 1670—1739. Mel. Valet will ich dir geben ꝛe. oder Herzlich thut mich verlangen ꝛe. ob sei dir, der 350. 5 den Morgen Uns sendet nach der Nacht! Wir schliefen ohne Sorgen, Weil du für uns gewacht. Du, der die Erde schmücket, Und, was da lebt, erfreut, Hast uns im Schlaf erquicket Und unsre Kraft erneut. 2. Von dir ist mir gege⸗ ben, Herr, was ich hab' und bin; De Leben& hin. Be schwunde kurze Ze ihren S der Ewi 9— beꝛ Ic stehn; Iu Stau nicht ver nie verg Hoffnun mich err werden 4.— thum tr nur das und Wel Lohn is Hieniede Soll me Tempel ihm geh 5. G müde nicht! Friede versicht! streite, ist nah! heute 2 Gottfr Mel. G 551 Segen und gef Gnade Und gebeugt er mit blöden Gott, deiner rtraun. Leben, ständig dieser rwacht, de zu⸗ r, und Seele . Das d Güte seiner richt Ange⸗ rdein t. ighausen 0—1739. eben de. igen A. r, der dorgen Nacht! orgen, wacht. nücket, freut, uicket itG 960 und bin; Doch dies mein irdisch Leben Eilt schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz ver⸗ chwunden, Der Wallfahrt lurze Zeit; Doch hängt an ihren Stunden Das Heil der Ewigkeit. g. O theurer, hoher Glau⸗ be: Ich werd einst aufer⸗ stehn; Mein Leib nur wird Iu Staube, Mein Geist wird nicht vergehn! Laß 110 dies nie ver gessen; Der heilgen Hoffnung voll, Laß täglich mich ermessen, Was ich einst werden soll. 4. Sollt' ich nach Reich⸗ thum trachten? Er täuschet nur das Herz; Nach Ehr' und Weltlust schmachten? Ihr Lohn ist Reu' und SHmerz Hienieden schon auf Erden Soll meine Seele rein, Ein Tempel Gottes werden, Ganz ihm geheiligt sein. 5. Getrost, mein Geist, er⸗ müde In deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede Mit Kraft und Zu⸗ versicht! Ermuntre dich und streite, Des Sieges Lohn ist nah! Getrost, vielleicht ist heute Des Kampfes Ende da. Gottfr. Bened. Funk 1734—1814. Mel. Gott des Himmels und ꝛe. öchster Gott, 551. Hen durch deinen Segen Konnt' ich fröhlich und gesund Diese Nacht zu⸗ Morgen. 39 rückelegen; Also preist dich Herz und Mund; Denn du willst für alle Treu' Nichts, als daß man dankbar sei. 2. Segne heute mich von neuem, Weil du segnen kannst und mußt; Denn mit Wohlthun zu erfreuen, Das ist deine Herzenslust, Und du machst die milde Hand Täglich aller Welt bekannt. 3. Segne mich mit deinem Geiste, Daß er heut mit seiner Kraft Meinem Glau⸗ ben Beistand leiste, Daß er gute Werke schafft Und dem Bösen insgemein Mag ein wackrer Gegner sein. 4. Segne mich mit deinem Worte, Schreib es in mein Herz hinein, Daß es mag 35 n Orte Meines Wan⸗ s Richtschnur sein. Leuch⸗ 5 mir dies Lebenslicht, O so fehl' und fall' ich nicht! 5. Segne mich in meinem Stande, Zeuch mein Herz mit Klugheit an, Daß ich solchen ohne Schande Und mit Ehren führen kann. Gib dazu mein täglich Brot Und was irgend sonst mir noth. 6. Segne mich in Kreuz und Leiden Mit Vertrauen und Geduld, Segne mich in Glück und Freuden Mit dem Reichthum deiner Huld, Daß ich dir im Kreuz getreu Und im Glück voll Demuth sei 400 Morgen. 7. So will ich für allen Segen Lob und Ehre, Preis und Dank Dir zu deinen Füßen legen Und es thun mein Leben lang, Bis ich mit den Engeln dort Vor dir jauchze fort und fort. Erdm. Neumeister 1677—1756. Eigne Melodie. 3sus meines Her⸗ 352. zens Grunde Sag' ich dir Lob und Dank In dieser Morgenstunde Und all mein lebenlang, O Gott in deinem Thron, Zu Lob dir, Preis und Ehren, Durch Christum, unsern Herren, Dein eingebornen Sohn, 2. Daß du mich hast aus Gnaden In der vergangnen Nacht Vor Fährlichkeit und Schaden Behütet und be— wacht. Ich bitt' demüthig⸗ lich, Wollst mir die Sünd' vergeben, Womit in diesem Leben Ich hab' erzürnet dich. 3. Du wollest auch behü— ten Mich gnädig diesen Tag Vor aller Feinde Wüthen, Vor Sünden und vor Schmach, Vor Feur und Wassersnoth, Vor Armuth und vor Schanden, Vor Ket⸗ ten und vor Banden, Vor bösem schnellen Tod. 4. Mein Seel', mein Leib, mein Leben, Mein Weib, Gut, Ehr' und Kind Sei dir, Herr, übergeben, Dazu mein Hausgesind, Als dein Ge⸗ schenk und Gab', Die El— tern und Verwandten, Die Freunde und Bekannten Und alles, was ich hab'. 5. Gott will ich lassen rathen, Der alle Ding' ver⸗ mag; Er segne meine Thaten Auch an dem heutgen Tag; Ihm hab' ich heimgestellt Leib, Seele, Gut und Leben Und was er sonst gegeben; Er mach's, wie's ihm gefällt. 6. Darauf so sprech' ich Amen Und zweifle nicht dar⸗ an, Gott wird es allzusam⸗ men In Gnaden nehmen an. Nun streck' ich aus die Hand, Greif' an mein Werk mit Freuden, Das Gott mir will bescheiden In meinem Erden⸗ stand. Joh. Matthesius 1504—65. Eigne Melodie. ott des Him⸗ 353. mels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns schei⸗ nen heißt, Dessen starke Hand die Welt Und was drinnen ist, erhält. 2. Gott, ich danke dir von Herzen. Daß du mich in dieser Nacht Vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen, Hast behütet und bewacht; Ach, bei aller meiner Schuld Trägst huld! 9—9 meiner dieser Zesu, dein H Du al Rath,« that. 4. H sem M stehen Seele nun de erschein Ich da 5. 66 leite! deinem du auch und m als bei recht be 6. Seele und Ve ich dir starke Schild, Nimm thum! 4—— sende, List m zum B Leben einst, zu deir in Ge⸗ Die El⸗ , Die n Und lassen ig' ver⸗ Thaten Tag; igestellt Leben geben; gefällt. ech ich ht dar⸗ zusam⸗ ien an. Hand, rk mit ir will Erden⸗ 504—65. Him⸗ nd der und Tag erden, schei⸗ Hand rinnen ir von ch in efahr, erzen, vacht; chuld Trägst du mich mit Vater⸗ huld! 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jetzt mit dieser Nacht vergehn; O Herr Jesu, laß dich finden, Laß dein Herz mir offen stehn; Du allein hast Hülf' und Rath, Herr, für meine Misse⸗ that. 4. Hilf, daß ich mit die⸗ sem Morgen Geistlich aufer⸗ stehen mag Und für meine Seele sorgen, Daß, wenn nun dein großer Tag Uns erscheint und dein Gericht, Ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort; Sei und bleibe du auch heute Mein Beschützer und mein Hort; Nirgends als bei dir allein Kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele Sammt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand; Herr, mein Schild, mein Ehr' und Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigen— thum! 7. Deinen Engel zu mir sende, Wenn Gewalt und List mir droht; Alles mir zum Besten wende, Es sei Leben oder Tod; Sterb' ich einst, dann führe du Mich zu deiner ewgen Ruh'! Heinrich Albert 160468. Morgen. 401 Eigne Melodie. R Die goldne 554. Sonne, Voll Freud' und Wonne, Bringt unsern Grenzen, Mit ihrem Glänzen Ein herzer— quickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, Die lagen darnieder; Aber nun steh' ich, Bin munter und fröhlich, Schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, Was Gott gebauet Zu sei— nen Ehren Und uns zu lehren, Wie sein Vermögen sei mächtig und groß, Und wo die Frommen Dann sollen hinkommen, Wenn sie mit Frieden Von hinnen ge— schieden Aus dieser Erde ver⸗ gänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, Dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; Was wir nur haben, Alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter Sind unsre Gemüther; Lieder der Frommen, Von Herzen gekommen,— Die sind's, dran er sich am meisten er⸗ getzt. 4. Abend und Morgen Sind seine Sorgen; Segnen und mehren, Unglück ver⸗ wehren Sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, So ist er zugegen; Wenn wir auf⸗ stehen, So läßt er aufgehen 26 402 Morgen. Ueber uns seiner Barm— 9. Gott, meine Krone, herzigkeit Schein. Vergib und schone! Laß 5. Ich hab' erhoben Zu dir hoch droben Mein ganzes Sinnen; Laß mein Beginnen Ohn' allen Anstoß und glück⸗ lich ergehn. Laster und Schande, Der Finsterniß Bande, Fallen und Tücke Treib ferne zurücke; Laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden Ohn' alles Neiden Sehen den Segen, Den du wirst legen In meines Nächsten und Mitbruders Haus. Gei⸗ ziges Brennen, Unchristliches Rennen Nach Gut mit Sünde, Das tilge geschwinde Von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, Was ist's gewesen? In einer Stunde Geht es zu Grunde, Wie nur die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen Muß brechen und fallen; Himmel sammt Erden, Die müssen das werden, Was sie gewesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet Ohn' alles Wanken; Seine Gedanken, Sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, Die nehmen nicht Schaden, Heilen im Her⸗ zen Die tödtlichen Schmer⸗ zen, Halten uns zeitlich und ewig gesund. meine Schulden In Gnad und Hulden Augen sein ferne verbannt; Sonsten regiere Mich, lenke und führe, Wie dir's ge⸗ fället: Ich habe gestellet Alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, Womit mein Leben Ich kann ernähren, So laß mich hören Allzeit im Herzen dies hei⸗ lige Wort: Gott ist das Größte, Das Schönste, das Beste; Gott ist das Süßte Und Allergewißte, Aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, Mit Galle tränken, Und soll von Plagen Ich auch was tragen, Wohlan, so mach' es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, Was schädlich und nichtig Meinem Gebeine, Das weißt du alleine; Hast keinen jemals zu bitter be⸗ trübt. 12. Nicht ewig währen Trübsal und Zähren; Nach Meeresbrausen Und Windes- sausen Leuchtet der Sonne ersehntes Gesicht. Freude die Fülle Und selige Stille Darf ich erwarten Im himmlischen Garten; Dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt 1606-76. Aus deinen E 55⁵ goldne was d borgen hellt v all di Höhn eingehi schliefe vor de 2.* und Wonn. dunkler wecke 1 schein. vielen das ne stalten Bild L 5. mich deiner handel lebte K eine n Schöpf preise Lob ut 4. mir vi Herr, dein 2 gib ein Zieht irdsche mein eigen Erde Krone, 20 Laß n Gnad' deinen erbannt; ch, lenke ir's ge⸗ gestellet seliebung ir geben, Ich kann ch hören dies hei⸗ ist das ste, das Süßte Aus edelste kränken, Und soll ich was machꝰ Was chädlich hebeine, e; Hast tter be⸗ währen Nach Zindes⸗ Sonne Ude die e Darf lischen meine 606—76. Eigne Melodie. Em Osten flammt 55⁵5. endur der goldne Morgen, Und alles, was die finstre Nacht ver⸗ borgen, Wird offenbar, er⸗ hellt vom Sonnenlicht, Und al die Wälder, all die Höhn und Tiefen, Die eingehüllt im Nebelbette schliefen, Stehn glänzend vor der Sonne Angesicht. 2. Leucht' in mein Herz und gib mir Licht und Wonne, Mein Jesu u, meines dunklen Herzens Sonne; Er⸗ wecke drin den hellen Tages⸗ schein. O offenbare mir die vielen Falten Des Herzens, das nach dir sich muß ge— stalten Und in dein heilig Bild verkläret sein. 3. In deinem Lichte laß mich heute wandeln, In deiner Liebeswärme laß mich handeln, Wie eine neu be⸗ lebte Kreatur, Die auch durch eine neue Lebensweise Den Schöpfer ihres neuen Lebens preise Und leb' zu seinem Lob und Ruhme nur. 4. Ich bitte nicht: Gib mir viel äußre Stille! Nein, Herr, auch hier geschehe ganz dein Wille; Doch bitt' ich: gib ein kindlich stilles Herz! Zieht mich die Ee in ihr irdsches Treiben, So laß mein Herz doch stets dein eigen bleiben, Zieh's von der Erde zu dir himmelwärts! Morgen. 403 5. Ich bitte nicht: o ende du recht frühe Des Erden⸗ lebens Angst und Noth und Mühe! Nein, sei mein Frie⸗ den in der Erdennoth! Ich bitte nicht: laß bald dein Reich mich erben! Nein, eh ich sterb', laß mich der E Sünde sterben, Und werde du recht meiner Sünde Tod. 6. Du rechte Morgensonne meines Lebens, O leuchte mir denn heute nicht ver⸗ gebens, Sei du mein Licht, wenn ich im Dunkeln steh'! Umleuchte mich mit Glanz und Heil und Wonne, Daß ich mit Freuden in die Abend⸗ sonne Am Ende meiner Erdenwallfahrt seh Carl Joh. Phil. Spitta 1801- 59. 5 Herzlich thut mich ꝛe. 3556.J Ich bin vom süßen Schl ummer Ge⸗ 92 und froh erwacht; Es weckte mich kein Kummer, Kein Schmerz die ganze Nacht. Sanft ruhten meine Glieder Auf weichem Lager hier; Jetzt scheint so freund⸗ lich wieder, Die lie 5 Sonne mir. 2. Und meine Eltern leben; Sie eilen froh herbei Und segnen mich und geben Mir neue Lieb' und Treu'. Soll das mein Herz nicht rühren? O Gott, ich danke dir! Wie viel konnt' ich verlieren! Du, du erhieltst es mir. 404 Morgen. 3. Ich will mit schwachem Munde Dir, Herr, mein Loblied weihn Und in der Morgenstunde Mich deiner Güte freun! Wenn ich dich gleich nicht sehe, Doch siehst und hörst du mich, Du Vater in der Höhe! Wohl mir; dein Kind bin ich! 4. Lenk' alle meine Triebe, Allgütiger, zu dir! Gib Demuth, Sanftmuth, Liebe, Treu' und Gehorsam mir, Daß ich in frühster Jugend Mich deinem Dienste weih' Und christlich fromme Tugend Mein bestes Kleinod sei. (Old. G.⸗B.) Sam. Gottlieb Bürde 1753—1831. b. Mittag. Mel. Schmücke dich, o liebe ꝛe. 557 Sbas uns, o Wuin Gott, deine Kinder, Tröste die betrübten Sünder, Sprich den Segen zu den Gaben, Die wir nun hier vor uns haben, Daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, Bis wir endlich mit den Frommen An die Him⸗ melstafel kommen. Joh. Heermann 1585-1647. Mel. Herr Jesu Christ, dich ꝛc. ARC err Gott, 558. H Vater im Himmelreich! Wir, deine Kin der allzugleich, Wir bitten dich aus Herzens⸗ grund: Speis' uns, o Herr zu dieser Stund! 2. Thu auf uns deine milde Hand; Behüt' uns. Herr, vor Sünd' und Schand', Bewahr' uns auch vor theurer Zeit; Gib Frieden uns und Einigkeit, 3. Damit wir leben selig⸗ lich Und einst im Himmel schauen dich. Das sei heut und zu aller Frist Amen im Namen Jesu Christ! Unbek. Verf. im. 16. Jahrh. Mel. Jesu, als du erstlich ꝛc. 359 Her wir gehen 111511 zu dem Essen, Laß uns deiner nicht ver— gessen; Denn du bist das Himmelsbrot! Speis' die Leiber, stärk' die Seelen, Die wir dir jetzt anbefehlen, Steh uns bei in aller Noth! Hilf uns, daß wir nach der Erden Deine Gäst' im Him⸗ mel werden. Unbek. Verf. Mel. Ringe recht, wenn Gottes ꝛe. 8 Dankt dem 560. D Herrn; mit frohen Gaben Füllet er das ganze Land. Alles, alles, was wir haben, Kommt aus seiner Vaterhand. 2. Dankt dem Herrn; er gibt uns Leben, Gibt uns Nahrung und Gedeihn. O wer w heben freun? ähnlich Wunder Mel. 2 561. deiner unsre geben, 2. 6 deine H Geber gessen. 35 Brot, d uns eit that ge 4.92 mit der wir vo Christu — 5. V du uns wahrha fromme 6. auf daf du uns Auen. Wi erzens⸗ Herr deine uns. chand', theurer 8 und selig⸗ immel i heut nen im Jahrh. tlich ꝛe. gehen Essen, t ver⸗ st das *die n, Die fehlen, Noth! ich der Him⸗ ek. Verf. ottesde. dem n; mit er das alles, nt aus ner t uns n. O wer wollt' ihn nicht er⸗ heben Und sich seiner Güte freun? 3. Dankt dem Herrn; ver— giß, o Seele, Deines guten Vaters nie; Werd' ihm ähnlich und erzähle Seine Wunder spät und früh. Joh. Heinr. Vinc. Nölting geb. 1735. Mel. Danket dem Herrn ꝛe. 561 Seda uns, o Herr, aus deiner reichen Fülle, Mach' unsre Seelen fromm, er⸗ geben, stille. 2. Gib, daß wir täglich deine Huld ermessen, Dich, Geber alles Guten, nie ver⸗ gessen. 3. Verleih den Armen Brot, das sie ernähret; Gib uns ein Herz, das Wohl⸗ that gern gewähret. 4. Mach' uns zufrieden mit den guten Gaben, Die wir von dir durch Jesum Christum haben. 5. Bei treuem Fleiß wirst du uns alles geben, Was wahrhaft dient zu einem frommen Leben. 6. O Vater, stärk' uns, auf daß wir dir trauen, Bis du uns führst zu ewig grünen Auen. Wilh. Hülsemann 1781-1865. Mittag. 405 Mel. Nun lobt und dankt ꝛe. 562 ir danken 2 Gott für seine Gaben, Die wir von ihm empfangen haben; Wir bitten unsern lieben Herrn, Er woll' auch ferner uns beschern, Woll' speisen uns mit seinem Wort, Daß wir satt werden hier und dort. Unbek. Verf. C. Abend. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. RGS err, der du mir 563. das Leben Bis diesen Tag gegeben, Dich bet' ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe Der Treue, die ich singe Und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Ge— müthe Freu' ich mich deiner Güte; Ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke Und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott! welche Ruh' der Seelen, Nach deines Worts Befehlen Einher im Leben gehn, Auf deine Güte hoffen, Im Geist den Himmel offen Und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen; Ich bin 406 bei dir in Gnaden, Und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, Eil' ich der Ruh' entgegen; Dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende Ist dein, in deine Hände Befehl ich, Vater, meinen Geist. (Old. G.⸗B.) Chrn. Fürchteg. Gellert 1715.—09. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. un sinkt die 564. N Sünne nieder, Die stille Nacht kommt wieder Und mit ihr Schlaf und Ruh'. Sie schenkt uns neue Kräfte, Beschließt des Tags Geschäfte Und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach' ich und er⸗ zähle Mit tiefgerührter Seele, Was Gott an mir gethan. Mit dankbarem Gemüthe Lobsing' ich seiner Güte; Er hört mein frommes Lob⸗ lied an. 3. Von ihm kommt jede Gabe, Das Leben, das ich habe, Die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, Mein Schutz und treuer Hü⸗ ter, Der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finster wer⸗ den Und hüllt den Kreis der Erden In schwarze Dunkel— heit; Doch auch in dunkler Stille Wohnt Gott mit seiner Abend. Fülle Und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne Den Mond und tausend Sterne Mit Maje⸗ stät herauf. Sie lenchen ihm zur Ehre Hoch über Erd' und Meere, Und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Groß, wenn der Morgen grauet, Groß, wenn der Abend thauet, Groß, in der stillen Nacht, Im Sonnen⸗ schein und Sturme, Am Menschen und am Wurme, Groß, Schöpfer, zeigst du deine Macht. 7. Voll Majestät und Stärke Stehn lauter Wunder⸗ werke In deiner Schöpfung da. Wie kann ich dir's ver⸗ gelten? Du Gott so vieler Welten Warst auch mir Ar⸗ men heute nah. 8. Woher mein Glück, mein Leben? Du bist's, der mir's gegeben! Du bist's, der für mich wacht! Woher auf meinen Wegen So mancher frohe Segen? Du bist's, der alles wohl gemacht! 9. Gott, groß von Macht und Treue, Jetzt, da ich dein mich freue, Wird auch die Nacht mir Licht. Leg ich die müden Glieder In dei⸗ nem Namen nieder, So wa⸗ chest du; ich sorge nicht. 10. Soll mir der Schlaf zum Leben Erneute Kräfte Uns geben, lich eir enden, vollend noch ir Old. G. Mel. — N5 3zu Gliede ihrer säume deine“ noch; ihm ze 2. Seele! deine! er's je richt z erwäg Denk' Tod! Leben Gnade 3 5. gestehe meine du U schon', Vertre Christ du ar Lieber trübes 4. Leben seine unkler und Maje⸗ euchten über d seine f. Norgen na der in der onnen⸗ Am zurme, zst du und under⸗ öpfung ver⸗ vieler ir Ar⸗ Glück, 5, der , der er auf lancher 5, der Macht geben, So schlaf' ich fröh⸗ lich ein; Soll er mein Leben enden, So wird Gott mich vollenden, Mein Gott auch noch im Tode sein. (Old. G.⸗B.) Unbek. Verf. Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛc. 8 acht und Stille 565. 2 e wieder Uns den milden Schlaf her— zu; Die von Arbeit matten Glieder Sehnen sich nach ihrer Ruh'; Aber 2 ver⸗ süume nicht, Meine Seele, deine Pflicht, Dich zu Gott noch zu erheben Und dich ihm zu übergeben. 2. Prüfe dich vor ihm, o Seele! Brauchst du weislich deine Zeit? Wärst du, wenn er's jetzt beföhle, Vors Ge⸗ richt zu gehn bereit? Ach, erwäg' es, Eins ist Noth! Denk bei Zeiten an den Tod! Eile; hier in diesem Leben Will dir Gott noch Gnade geben. 3. Herr, ich muß es dir gestehen, Oft vergaß ich meine Pflicht; Ach, ich weiß, du hast's gesehen; Aber schon', und richte nichtl Mein Vertrauen gründet sich, Jesu Christe, nur auf dich, Der du auch die Sünder liebest, Lieber wohlthust als be— trübest. 4. Richter über Tod und Leben Nimm mich noch in Abend. 407 Gnaden an; Du allein bist's, der vergeben, Der das Herz mir heilen kann. Sieh, ich komm' und suche dich; Hei⸗ land, bitte auch für mich, Laß' mich Gnad' und Segen finden, Mach' mich los von allen Sünden. 5. Leb' ich morgen, o so leite Meinen Gang auf deine Bahn; Nimm dich, Herr, daß ich nicht gleite, Mächtig meiner Schwachheit an. Gib zu meiner Pilgrims chaft Mir dein Licht und deine Kraft; Freudig geb' ich dann am Ende Meinen Geist in deine Hände. Joh. Franck 1618-77. Eigne Melodie. Qo ist nun aber⸗ 566. 2 Il Von mei⸗ ner Tage Zahl Ein Tag ver⸗ strichen; O wie mit schnellem Schritt Und unvermerktem Tritt Ist er gewichen! 2. Die Zeit, sie säumet nicht. Sie kehret ihr Gesicht Niemals zurücke; Ihr Fuß steht nimmer still; Drum, wer sie nützen will, Sich in sie schicke! 3. Was träumest du denn noch, Mein Geist? erwecke doch Die trägen Sinnen, Um von der schnellen Zeit Für jene Ewigkeit Heil zu gewinnen. 4. Wie mancher Tag ist nicht Vor deiner Augen Licht Nun schon vergangen, Da du doch himmelan Zu laufen deine Bahn Kaum ange⸗ fangen! 5. O Herr der Ewigkeit, Der du vor aller Zeit All meine Tage Und ihren Lauf ohn' Rast Mir zugemessen hast, Hör', was ich sage: 6. Vergieb nach deiner Huld, Wie du bisher Geduld An mir geübet, Daß mein' Unachtsamkeit Dich in ver— wichner Zeit So oft be— trübet. 7. Gib aber Freudigkeit, Den Rest der Lebenszeit So anzuwenden, Daß ich den letzten Tag Einst fröhlich schließen mag Und selig enden. 8. Hilf auch durch diese Nacht Und habe auf mich acht; Sei mir zur Wonne, Zum hellen Tag und Licht, Wenn mir das Licht gebricht, Du Lebenssonne. Joh. Anast. Freylinghausen 1670—-1739. Mel. Herzlich thut mich ꝛe. hat sich 567. Die Finsterniß bricht an. Dir sei mein Knie gebeuget, Herr, der uns wohlgethan! Es ist nur Lieb' und Güte, Was du an uns gewandt. Nun Abend. auch bei Nacht behüte Uns deine Vaterhand. 2. Nichts ist, was stetig bliebe In diser armen Zeit; Nur Gottes Gnad' und Liebe, Die währt in Ewigkeit; Die steht noch allen offen; Gott läßt die Seinen nicht. Dar⸗ auf setz' ich mein Hoffen Und meine Zuversicht. 3. Ihm hab' ich mich er⸗ geben In dieser argen Welt. Was ist des Menschen Leben? Ein Blümlein auf dem Feld, Des Morgens in dem Thaue, Da glänzet es so schön; Des Abends auf der Aue Muß es zu Grunde gehn. 4. Vergieb mir, mein Er⸗ barmer, All' Sünd' und „Missethat! Nur Gnade will ich Armer, Der viel gesündigt hat. Wolltst du zur Rech— nung schreiben All meine Schuld vor dir: O Gott, wo sollt' ich bleiben? Der Tod nur bliebe mir. 5. Drum fleh' ich, daß du gnädig Mir in dem Sohne seist. Mach mich von Sün⸗ den ledig Und gib mir dei⸗ nen Geist; Er leite mich und führe Mein Herz den schmalen Steg, Damit ich nie verliere Den wahren Himmelsweg. 6. Leib, Seele, Chren und Leben, Haus, Ehre, Hab und Gut, Und was du mir gegeben, Befehl' ich deiner ——. Hut. Hände, ugleich; 6e Reich! Mel. M Der 2 * 568 Glanzuef sie sollt vollende dringt 6 bringet zur Rul 2. Je der Näc du mich und Pl Hand u Hast un durch ge 3. Ve Tage s nach de gestrebet durch 1 In Ewi sein! 4. S dich ung ich mich vertraue nach di In dei! erholen Uns stetig Zeit; Liebe, Die Gott Dar⸗ Hoffen ich er⸗ Welt. Leben? Feld; Thaue, Des Muß in Er⸗ und e will ündigt Rech⸗ meine Gott, Der daß du Sohne Sün⸗ ir dei⸗ mich rz den lit ich hahren t und Hab u mir deiner Hut. Herr, nimm's in deine Hände, Die Meinen auch ugleich; Gib uns ein selges Ende Und führ' uns in dein Reich! Paul Oderborn vor 1600. Mel. Mein Herz und Seel' ꝛc. oder Der Tag ist hin, mein ꝛe. ie Sonn' hat 568. D sich mit ihrem Glanz gewendet Und, was sie sollt', auch diesen Tag vollendet; Die dunkle Nacht dringt allenthalben zu Und bringet alles, was da lebt, zur Ruh'! 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt' und Tage, Daß du mich heut vor aller Noth und Plage Durch deine Hand und hochgelobte Macht Hast unverletzt und frei hin⸗ 930 gebracht. 3. Vergib, wenn ich bei Tage so gelebet, Daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet; Laß alle Schuld durch deinen Gnadenschein 40 Ewigkeit bei dir erloschen ein! 4. Schaff, daß mein Geist ih unn dr enun Wenn ch mich dir in dunkler Nacht Würan⸗ Und daß der Leib nach diesem schweren Tag In deiner Kraft sich sanft erholen mag. Abend. 409 5. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken Und in die Ruh' des tiefen Grabes strecken, So blicke mich mit deinen Augen an, Daraus ich Licht im Tode nehmen kann. 6. Laß mich hernach mit allen deinen Frommen Zum ewgen Glanz des andern Lebens kommen, Da du uns hast den großen Tag be⸗ stimmt, Dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. Josua Stegmann 1588—-1632 Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. 569. Ver schwunden ist die Sonne; Des Tages Weh und Wonne Verklingt allmählich auch, Und Wald und Flur und Auen Umspielt mit lindem Thauen Der liebe, stille Abendhauch. 2. Was alles heut ge— schehen In Tiefen und auf Höhen, Es ist nunmehr ge⸗ schehn; Des Dunkels ernste Hull Nimmt's in die ewge Stille, Und Gottes Sterne wolln aufgehn. 3. Ihr lieben Menschen alle, Die ihr mit lautem Schalle Des Tages euch betäubt, Ach, wollt zu Herzen nehmen, Ob Freuen oder Grämen Die Nacht ins Buch des Richters schreibt. 410 Abend. 4. Des längsten Lebens Helle Räumt endlich doch die Stelle Der langen Todes⸗ nacht; Wohl allen, die im Sorgen Um den verheißnen Morgen Den Tag bis Abend zugebracht! 5. Der Herr dort oben schenket Uns so viel Guts und tränket Mit Lichte täg⸗ lich uns; Im stillen Abend— wehen Kommt er dann täg— lich sehen Nach Recht und Unrecht unsers Thuns. 6. Nun, Herr, ich bin dein eigen; Laß alles in mir schweigen, Sprich du noch still in mir! Vergib, was ich gefehlet; Nimm von mir, was noch quälet; Zeuch mich nach oben für und für! 7. O daß in Abendruhe Ich alles, was ich thue, Für jenen Morgen thät', Der einst für deine Frommen Mit ew— ger Lust wird kommen, Wenn diese Wechselwelt vergeht! Rud. Stier 1800-63. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. 2. enn sich die 570. W Sonn' er⸗ hebet, Die dieses Rund be— lebet, So grüß' ich dich, mein Licht; Wenn sie sich wieder neiget, Mein Herz und Geist sich beuget Vor deinem heil— gen Angesicht. 2. Die Sonn', der Mond, die Sterne Und was in Näh' und Ferne Nur Schönes wird gesehn, Was sich auf Erden reget, Was Luft und Wasser heget, Soll mit mir deine Macht erhöhn. 3. Mit den viel tausend Chören Der Selgen, die dich ehren Stets deinem Throne nah. Mit aller Engel Scharen Will ich mein Lob⸗ lied paaren Und singen froh: Halleluja! 4. Die Zeit ist nur ver⸗ schwendet, Wo man, zur Welt gewendet, In dir nicht lebt und ruht. Du hast uns Geist und Leben Zu deinem Dienst gegeben; Bei dir nur hat's die Seele gut. 5. Nun sich der Tag ge— endet, Mein Herz zu dir sich wendet Und danket inniglich. Dein holdes Angesichte Zum Segen auf mich richte; Er⸗ leuchte und entzünde mich. 6. Daß du mich herzlich liebest, Daß du mich stets umgibest Und rufst zu dir empor, Daß du allein den Frieden Mir geben kannst hienieden, Das stelle früh und spät mir vor. 7. Ein Tag sagt es dem andern, Mein Leben sei ein Wandern Zur großen Ewig⸗ keit. O Ewigkeit, du schöne, Mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in die⸗ ser Zeit. Gerh. ter Steegen 16971769. Mel. 57l. Mein L Es fall müden Schuld von Sü wie zur möge se kensbil! frei; schildern seil Le Sorgen gehn U platz n Kräften 3. 2 schlumn Nacht dem Kr Ende mich, Der le Du wi Ein S Tod. 4.— Freude Herrn! Leiden, gern. ans Christ in dein meinen Joh. Schönes sich auf zuft und mit mir tausend en, die deinem er Engel 'ein Lob⸗ jen froh: nur ver⸗ an, zur dir nicht hast uns deinem i dir nur Tag ge⸗ dir sich nniglich. te Zum Er⸗ mich. herzlich ich stets zu dir lein den kannst le früh es dem sei ein n Ewig⸗ schöne, wöhne! in die⸗ Mel. Herzlich thut mich ꝛe. 571. HS Herr! es gescheh' ͤ dein Wille; Mein Leib eilt nun zur Ruh'; Es fallen in der Stille Die müden Augen zu. Erlaß mir Schuld und Strafe, Daß ich, von Sünden rein, Zum Tode, wie zum Schlafe, Bereitet möge sein. 2. Von Angst und Schre⸗ ckensbildern Laß meine Seele frei 1415 möge sie sich schil dern, Was ihrer unwerth si Laß fern von eitlen Sorgen Mich jetzt zur Ruhe n Und auf dem Kampf⸗ platz morgen Mit Kräften stehn. 3. Doch, wenn der Todes⸗ schlummer Für mich in dieser Nacht Den Freuden sammt dem Kummer Ein schnelles Ende macht, Daun stärk' mich, wenn das Schrecken Der letzten Stunde droht; Du wirst mich auferwecken, Ein Schlaf nur ist mein Tod. 4. Drum fahr' ich hin mit Freuden Zu Jesu, meinem Herrn! Die Welt und ihre Leiden, O Gott, verlass' ich der bis Sich als ein Mein Gott, Befehl' ich gern. Wohl dem, ans Ende Christ erweist; in deine Hände meinen Geist! Joh. Fr. von Cronegk 1731—58. Abend. neuen⸗ 411 ——— Nun ruhen alle Wälder ꝛc. er Mond ist 3 72 D aufgegangen, Die go Wnen Sterne prangen Am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, Und aus den Wiesen steiget Der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille Und in der Dämmrung Hülle So traulich und so hold, Als eine estille Kammer, Wo ihr des Tages Jammer Verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen?— Er ist nur halb zu sehen Und ist doch rund und schön! So sind wohl manche Sachen, Die wir getrost belachen, Weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolzen Menschen⸗ kinder Sind eitel arme Sün⸗ der Und wissen gar nicht viel; Wir spinnen Luftge⸗ spinnste Und suchen viele Künste Und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, Haf. 10—— Ver⸗ gänglichs trauen, Nicht Eitel⸗ keit uns freun! Laß uns ein⸗ fältig werden Und vor dir hier auf Erden Wie Kinder fromm und fröhlich sein! 6. Wollst endlich sonder Grämen Aus dieser Welt uns nehmen Durch einen 412 sanften Tod! Laß, wenn du uns genommen, Uns in den Himmel kommen, Du unser Herr und unser Gott! 7. Wir legen uns denn wieder In Gottes Namen nieder; Kalt ist der Abend— hauch. Verschon' uns, Gott, mit Strafen Und laß uns ruhig schlafen Und unsre kranken Brüder auch. (Old. G.⸗B.) Matthias Claudius 1740—1815. Eigne Melodie. X7 Mun ruhen alle 573. N Wälder, Vieh, Menschen, Städt' und Fel⸗ der; Es schläft die ganze Welt; Ihr aber, meine Sin⸗ nen, Auf, auf! ihr sollt be— ginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind; Fahr' hin! ein' andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun ver⸗ gangen; Die güldnen Stern⸗ lein prangen Am blauen Himmelssaal; So, so werd' ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe, Legt ab nun Kleid und Schuhe, Das Bild der Abend. Sterblichkeit; Die zieh' ich aus; dagegen Wird Christus mir anlegen Das Kleid der Ehr' und Herrlichkeit. — 5. Das Haupt, die Füß und Hände Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen sei. Herz, freu' dich, du sollst werden Vom Elend dieser Erden Und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht, geht und legt euch nieder; Der Betten ihr begehrt. Es kommen Stund und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'. 7. Die Augen stehn ver⸗ drossen; Wer wacht, wenn sie verschlossen, Wer sorgt für Leib und Seel'? Nimm sie zu deinen Gnaden, Sei gut für allen Schaden, Du Aug' und Wächter Israel! 8. Breit' aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein. Will mich der Feind ver⸗ schlingen, So laß die Engel singen: Dies Kind soll un⸗ verletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nichts betrüben, Kein Unfall noch Gefahr; Gott laß' euch ruhig schlafen, Stell' euch die gold— nen Waffen Ums Bett und seiner Engel Schar. Paul Gerhardt 1606-76. Mel. Jesi 57⁴ von kei wissen r milde D Den ve die Nad Und le Scharer wahren 2— Vor der der Vat Gewisse 3. Lo Keine J sind me uns mit Vaterar ein! T bei dir! geschiede Frieden. 4. K Kammer mer F Sei du Unter d dein Kü zu Mi So wir wecken, schrecken. ieh ich Shristus eid der ie Füß oh, daß Arbeit eu' dich, Elend hon der matten ind legt tten ihr Stund an euch uh' ein yn ver⸗ „wenn r sorgt Nimm Sei Du srael! Flügel Freude, ein ein. d ver⸗ Engel oll un⸗ meine nichts noch ruhig ie gold— tt und 606—76. Unter deine Flügel Mel. Jesu, meine Liebe ꝛe. oder Jesu, meine Freude ꝛe. 37⁴4 Zirte deiner 944. Schafe, Der von keinem Schlafe Etwas wissen mag! Deine Wunder⸗ milde Diente mir zum Schilde Den vergangnen Tag; Sei die Nacht Auch auf der Wacht Und laß mich von deinen Scharen Um und um be⸗ wahren! 2. Decke mich von oben Vor der Feinde Toben Mit der Vaterhuld! Ein versöhnt Gewissen Sei mein Ruhe⸗ kissen; Ach t Me die Schuld! Fesus Christ ist; Er 45 das, was ich ver— 0 det, Williglich erduldet. Laß auch meine Lieben Kene Noth betrüben; Sie sind mein und dein. Schlaf uns mit Erbarmen In den Vaterarmen Wohlgeborgen ein! Du bei mir Und ich bei dir! Also sind wir un⸗ geschieden, Und ich schlaf' im Frieden. 4. Komm, ver schließ die Kammer Und laß allen Jam⸗ mer Ferne von uns sein! Sei du Schloß und Riegel, Nimm dein Küchlein ein; Deck' uns u Mit Schutz und Ruh', So wird uns kein Grauen wecken, Noch ein Feind uns shrecken. Abend. Mein Mittler: 5. Wie, wenn ich mein Bette Heut zum Grabe hätte, Jetzt noch roth, bald todt? Doch ist es beschlossen, Meine Zeit verflossen,— Kommt die Todesnoth, So will ich Nicht wider dich; Hab' ich Heil in dir gefunden, Sterb' ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich thue In vergnügter Ruhe Meine Augen zu; Seele, Leib und Leben, Hab' ich dir ergeben, Treuer Hüter, du! Gute Nacht! Nimm mich in acht! Und 0 leb' ich je den Mor— gen, Wirst du weiter sorgen. Benj. Schmolck 1672—-1737. Mel. Wenn wir in höchsten ꝛe. oder Herr Jesu Christ, dich zu ꝛe. IS en üßen 575. D Sclaf 150 bitten wir, Du bester Vater, uns von dir. Gib deinen müden Kindern Ruh'; In⸗ des sie schlummern, wache du. 2. Du waltest mit Barm⸗ herzigkeit Stets über unsre Lebenszeit; Voll Lieb' und Weisheit theilst du sie In Tag und Nacht, in Ruh' und Müh'. 3. Was gut ist, Vater, kommt von dir! Des Guten viel empfiengen wir; Nimm ——— dankend Lallen an Für das, was du an uns gethan! 414 Abend. 4. Wir wollen deine Kin⸗ der sein Und stets es bleiben und uns freun, Daß du, Gott, unser Vater bist Durch unsern Heiland Jesum Christ. 5. Als der ein Mensch auf Erden war, Da brach— ten sie ihm Kindlein dar: Er ließ sie freundlich zu sich nahn Und seinen Segens⸗ gruß empfahn. 6. Er liebt und segnet auch noch heut Ein Herz voll reiner Kindlichkeit. Gib uns solch Herz, von Bos⸗ heit rein, Und laß uns fromme Kinder sein. 7. Wir sammeln uns mit frohem Muth, Zu ruhn in deiner Vaterhut; Kein Haar von unserm Haupte fällt Ohn' dein Geheiß, du Herr der Welt! 8. Wir schlummern ein; du weißt die Frist, Wenn's unser letzter Schlummer ist. Ach, sollt' es diese Nacht geschehn, So laß uns dort dein Antlitz sehn! (Old. G.⸗B.) Sam. Gottlieb Bürde 1753—1831. 2. Jahreszeiten. Mel. Jesu, meines Lebens ꝛc. Zott, du lässest ö 576. Treu' und Güte Täglich über uns auf⸗ gehn, Schmückst die Flur mit Laub und Blüte, Machest uns die Erde schön, Daß sich in dem grünen Maien Berg und Thal und Wiesen freuen, Wo nur hin die Augen ziehen, Sieht man deinen Segen blühen. 2. Die gewünschten Früh⸗ lingszeiten Haben Wald und Feld verjüngt; Alles muß dein Lob ausbreiten, Nach— tigal und Lerche singt Dir, o Schöpfer aller Dinge! Nicht ein Gras ist so geringe, Es erzählet deine Treu' Und wie groß dein Wohlthun sei. 3. Soll der Mensch denn stille schweigen, Den du noch weit höher krönst, Den du dir erwählt zu eigen, Dessen Herz du dir versöhnst, Den du durch dich selbst erneuest, Den du inniglich erfreuest, Daß er wieder dich erfreu Und dein schöner Garten sei? 4. Auf, die ihr seid Christi Glieder, Opfert eurem Schö— pfer Dank, Bringt ihm ange— nehme Lieder, Stimmet an den Lobgesang, Daß er durch die Wolken dringe Und in Gottes Herzen klinge, Der so freundlich auf uns blickt Und das Jahr mit Gütern schmückt! Gr. Leipziger G.⸗B. v. 1697. Mel. 2 577 nest, thronest du geth Staune täglich im Gei 2. V und erst Rufs g ben neu schwellet Gräser! Alles gr 9. 2 vernom: wiederke ohne Ze wie sie mit Fr großen 4. J begange hat's c wird es auch sche Und m vor W wie schl 5—— prächtig „Gott alles h du so Und un glückest, Dank g iß uns ins mit ruhn Kein Haupte eiß, du rn ein; Wenn's mer ist. Nacht ns dort ieb Bürde 53—183ʃ. ch denn du noch Den du Dessen st, Den erneuest, Tfreuest, Rerfreu Garten Christi m Schö⸗ m ange⸗ imet an er durch Und in e, Der 1s blickt Gütern j. v. 1697. Mel. Alles ist an Gottes ꝛe. + er du im Ver⸗ 577. borgnen woh— nest, Herrlich über Welten thronest, Wie hast Wunder du gethan! Jedes Aug' mit Staunen siehet, Was tag⸗ täglich jetzt geschiehet, Und im Geiste bet' ich an. 2. Was jüngst todt schien und erstarret, Hat nur deines Rufs geharret, Ist zum Le⸗ ben neu erwacht. Knospen schwellen, Saaten sprossen, Gräser wachsen unverdrossen; Alles grünet, blüht und lacht. 3. Weil sie dein Gebot vernommen, Sind sie alle wiederkommen, Kreaturen ohne Zahl. Wie sie rufen, wie sie locken, Wie sie eilen mit Frohlocken, Zu dem großen Festesmahl! 4. Ja, ein Fest wird nun begangen; Groß und hehr hat's angefangen, Täglich wird es schöner noch. Mir auch scheint des Festes Sonne, Und mein Herz wallt auf vor Wonne; Gottes voll, wie schlägt es hoch! 5. Was ich sehe, ist so prächtig, Und ich spreche: „Gott ist mächtig, Der dies alles hat gemacht!“ Der du so die Erde schmückest Und uns Menschen hoch be— Aückest, Dir sei Ruhm und Dank gebracht! Jahreszeiten. 415 6. Jetzt, wo ringsum Freude schallet, Daß der Erd⸗ kreis widerhallet, Wer doch bliebe still und stumm? Gott, wir singen deinem Namen, Und ein lautes Amen, Amen Tönt in deinem Heiligthum! Joh. Gottl. Fr. Köhler 1788-1855. Mel. Kommt her zu mir, ꝛe. 578 Des Jahres schönster Schmuck entweicht, Die Flur wird kahl, der Wald erbleicht, Der Vöglein Lieder schweigen. Ihr Gotteskinder, schweiget nicht Und laßt hinauf zum ewgen Licht Des Herzens Opfer steigen. 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn; Wir greifen zu, wir holen ein; Wir sam⸗ meln seinen Segen. Herr Jesu, laß uns gleichen Fleiß An deiner Liebe Ruhm und Preis Mit Herzensfreude legen! 3. Was Gottes Hand für uns gemacht, Das ist nun alles heimgebracht, Hat Dach und Raum gefunden. So sammle dir zur Gnadenzeit, O Seele, was dein Herr dir beut, Für deine Kreuzes-⸗ stunden. 4. Denn wie die Felder öde stehn, Die Nebel kalt darüber wehn Und Reif entfärbt die Matten, So endet alle Lust der Welt; 416 Jahreszeiten. Des Lebens Glanz und Kraft zerfällt, Schnell wachsen seine Schatten. 5. Es braust der Sturm, der Wald erkracht, Der Wandrer eilt, um noch vor Nacht Zu flüchten aus den Wettern. O Jesu, sei uns Dach und Thurm, Hilf, wenn des Lebens rauher Sturm Uns will zu Boden schmettern. 6. Es fällt der höchsten Bäume Laub sich wieder mit dem Staub, Von dannen es gekommen. Ach, Mensch, sei noch so froh und werth;: Du mußt hinunter in die Erd', Davon du bist genommen. 7. Doch, wie der Landmann seine Saat Ausstreuet, eh der Winter naht, Um künftig Frucht zu sehen, So, treuer Vater, deckest du Auch unsern Leib mit Erde zu, Daß er soll auferstehen. 8. Indes, wie über Land und Meer Der Störche Zug, der Schwalben Heer Der Sonn' entgegenstreben, So laß zu dir die Seele fliehn, Zu deinem Paradiese ziehn, An deiner Sonne leben. Vietor v. Strauß geb. 1809. Mel. O daß ich tausend ꝛc. oder Wer nur den lieben Gott ꝛe. 579. Und mischt Glück und Segen Ist, Schö⸗ pfer, deine schöne Welt! Im Sturm, im Sonnenschein und Regen Wirkt fort die Kraft, die uns erhält, Die, nie veraltend, stets erneut, Mit tausend Gaben uns erfreut. 2. Uns gieng aus der Ver⸗ wesung Hülle Das Samen⸗ korn gedeihend auf; In Scheunen liegt der Felder Fülle, Dein Vaterauge ruhte drauf; Im Segen floß des Landmanns Schweiß, Und reiche Zinsen trug sein Fleiß. 3. Du lenktest, Herr, der Winde Flügel, Des Regens und der Ströme Flut; Du hieltest, Gott, des Blitzes Zügel, Der Elemente wilde Wuth, Schufst selbst die Schrecken der Natur Zu Zeugen deiner Güte nur. 4. Und neue Güter, neue Gaben Bringt auch der Herbst uns fern und nah; Uns zu ernähren, uns zu laben, Stehn prangend un—⸗ sre Gärten da; Rings win⸗ ken uns in Stadt und Land Geschenke deiner milden Hand. 5. Froh können wir zum Himmel schauen; Was ist, das uns betrüben kann? Uns darf nicht vor der Zu⸗ kunft grauen; Denn freund⸗ lich lächelt sie uns an, Und deine Huld und Vatertreu Bewäl lich ne 6. sein u dig sei unser (Alls Mel. N 580 Mit E chen A Pflicht zu geb und L Mensck 2. 2 Sinner beginn bei? 2 Dichter zuricht gut zu 5.— wegen Steger nen R mit V Kräfte kaum 4. melspf Glaub Beistal Segen t, Schö Itl Im enschein fort die Die, erneut, n uns Her Ver⸗ Samen⸗ ge ruhte loß des 3, Und n Fleiß. err, der Regens Du Blitzes e wilde bst die 1 Zu nur. r, neue ch der d nah; uns zu nd un⸗ 5 win⸗ d Land milden ir zum as ist, kann? er Zu⸗ freund⸗ „ Und tertreul Bewährt sich täglich, stünd⸗ lich neu. 6. Laßt mild wie er zu sein uns streben, So wür⸗ dig seiner Liebe sein Und unser ganzes Erdenleben Jahreszeiten. 417 Uns unsrer Brüder Glücke weihn! Ja, Wohlthun, Thä— tigkeit und Fleiß Sei seiner Huld und Liebe Preis! Joh. Fr. Schink 1755—1835 3. Lebensalter, Hausstand und Beruf. (Allgemeine Berufslieder.) Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛce.« 4 u sollst in al— 580. D len Sachen Mit Gott den Anfang ma⸗ chen— ˙•u treuer Schuld und Pflicht; Wem hast du Dank zu geben, Als ihm, für Heil und Leben? Von dir, o Mensch, entspringt es nicht. 2. Was will dein kaltes Sinnen, Du Staub der Zeit, beginnen, Legt er nicht Hülfe bei? Der Mensch mit seinem Dichten Weiß wenig aus⸗ zurichten, Was wahrhaft gut zu heißen sei. 3. Drum sei nicht zu ver⸗ wegen Auf des Berufes Stegen, Und such' nicht eig— nen Ruhm. Wie kannst du mit Vertrauen Auf deine Kräfte bauen? Sind sie doch kaum dein Eigenthum. 4. Schlag an die Him⸗ melspforten Mit starken Glaubensworten; Da bitte Beistand aus. Daher wird Segen fließen Und reichlich sich ergießen Auf dein Ge— schäft und auf dein Haus. 5. Wo Gott die Hand dir reget, Zur Arbeit Grund selbst leget, Da fügt er Se⸗ gen bei; Wenn er davon sich wendet, Wird nicht das Werk vollendet, Ob noch so klug der Meister sei. Andreas Tscherning 1611—59. Mel. Wenn mein Stündlein ꝛe. oder Allein Gott in der Höh' sei ꝛe. ** Vis hieher hat 581. B mich Gott gebracht Durch seine große Güte; Bis hieher hat er Tag und Nacht Bewahrt Herz und Gemüthe; Bis hieher hat er mich geleit, Bis hieher hat er mich er⸗ freut, Bis hieher mir ge— holfen. 2. Hab' Lob 498 Ehre, Preis und Dank, O Gott, für deine Treue, Die du mir täglich lebenslang Be⸗ wiesen hast aufs neue. In meinem Herzen schreib' ich an, Daß Großes du an 27 418 mir gethan, Bis hieher mir geholfen! 3. Hilf fernerhin, mein treuer Hort; Hilf mir zu allen Zeiten, Hilf mir an all und jedem Ort, Hilf mir in Freud' und Leiden; Hilf mir durch Jesu Christi Tod Im Leben und in To⸗ desnoth; Hilf mir, wie du geholfen! Aemilie Juliane v. Schwarzburg⸗ Rudolstadt 1637— 1706. Mel. In dich hab' ich gehoffet ꝛe. 8809 IIch weiß, mein 582. Gott, daß all mein Thun Und Werk auf deinem Willen ruhn; Von dir kommt Glück und Se⸗ gen. Was du regierst, das geht und steht Auf rechten, guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, Daß sein Rath werd' ins Werk ge— bracht Und seines Gangs sich freue; Des Höchsten Rath, der macht's allein, Daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, Dies oder jenes sei ihm gut, Und ist doch weit gefehlet; Oft sieht er auch für schädlich an, Was doch Gott selbst er— wählet. 4. Drum, lieber Vater, der du Kron' Und Scepter trägst im Himmelsthron Lebensalter, Hausstand und Beruf. Und aus den Wolken blitzest, Vernimm mein Wort und höre mich Vom Stuhle, da du sitzest. 5. Verleihe mir das edle Licht, Das sich von deinem Angesicht In fromme See— len gießet, Auf daß der. rechten Weisheit Kraft In meiner Seele sprießet. 6. Gib mir Verstand aus deiner Höh', Auf daß ich ja nicht ruh' und steh' Auf meinem eignen Willen; Sei du mein Freund und treuer Rath, Was gut ist, zu erfüllen. 7. Prüf' alles wohl und, was mir gut, Das gib mir ein; was Fleisch und Blut Erwählet, das verwehre. Der höchste Zweck, das beste Theil Sei deine Lieb' und Ehre. 8. Ist's Werk von dir, so hilf zu Glück; Ist's Men⸗ schenthun, so treib's zurück Und ändre meine Sinnen; Was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst In kurzem zu entrinnen. 9. Tritt du zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast unmöglich däucht, Und bring' zum guten Ende, Was du selbst angefangen hast, Durch Weisheit deiner Hände. 10. Ist gleich der Anfang etwas schwer Und muß ich auch bittern treib laß 3 11. dir tr ihm s tapfre Sein der E spring 12. ist fa und H wer ih endlich Geist, Wonn 1432. ich dei mir 1 herrlie 14. Ruhm dein mehr len d aller leb', e * Mel. 58. kann! die 2 nur g litzest, t und le, da 5 edle einem See⸗ der. t In rstand daß steh' zillen, und It ist, und, b mir Blut vehre. S beste und 1 dir, Men⸗ zurück nnen; pflegt urzem r und sonst Und Was hast, deiner nfang uß ich auch ins tiefe Meer Der bittern Sorgen treten, So treib mich nur, ohn' Unter— laß Zu seufzen und zu beten. 11. Wer fleißig betet und dir traut, Wird alles, da ihm sonst vor graut, Mit tapfrem Muth bezwingen; Sein Sorgenstein wird in der Eil' In tausend Stücke springen. 12. Der Weg zum Guten ist fast wild Mit Dorn und Hecken ausgefüllt; Doch wer ihn freudig gehet, Kommt endlich, Herr, durch deinen Geist, Wo Freud' und Wonne stehet. 13. Du bist mein Vater, ich dein Kind; Was ich bei mir nicht hab' und find', Hast du zu aller Gnüge; So hilf nun, daß ich mei⸗ nen Stand Wohl halt' und herrlich siege. 14. Nur dein sei aller Ruhm und Ehr'; Ich will dein Thun je mehr und mehr Aus hocherfreuter See— len Vor deinem Volk und aller Welt, So lang ich leb, erzählen. ö 0 Paul Gerhardt 1606- 76. Mel. Erschienen ist der ꝛe. 92WDas walte Gott, 583. der helfen kann! Mit Gott fang' ich die Arbeit an, Mit Gott nur geht es glücklich fort; Lebensalter, Hausstand und Beruf. 4¹19 Drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. Wenn Gott nicht hilft, so kann ich nichts; Wo Gott nicht gibt, alsdann gebricht's; Gott gibt und thut mir alles Guts; Drum sprech' ich nun auch gutes Muths: Das walte Gott! 3. Legt Gott mir seinen Segen bei Nach seiner gro— ßen Güt' und Treu', So hab' ich Gnüg' zu jeder Stund'; Drum sprech' ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 4. Trifft mich ein Un⸗ glück: unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott ge— wagt; Er wird mir gnädig stehen bei; Drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 5. Er kann mich segnen früh und spat, Bis all mein Thun ein Ende hat; Er gibt und nimmt, macht's, wie er will; Drum sprech' ich fein auch in der Still': Das walte Gott! 6. Gott steht mir bei in aller Noth Und gibt mir auch mein täglich Brot; Nach seinem alten Vater⸗ brauch Thut er mir Guts; drum sprech' ich auch: Das walte Gott! 7. Thu' ich denn was mit Gottes Rath, Der mir bei— stehet früh und spat, So 57* — 420 Lebensalter, Hausstand und Beruf. fügt er's, daß es glücken muß; Drum sprech' ich noch⸗ mals zum Beschluß: Das walte Gott! Joh. Betichius 1650—1722. Mel. Gott, du frommer ꝛe. Isch Gott, verlaß 584. A mich nicht, Reich' mir die Vaterhände Und führe mich, dein Kind, Daß ich den Lauf vollende Zu meiner Seligkeit; Sei du mein Lebenslicht, Mein Stab, mein Hort, mein Schutz. Ach Gott, verlaß mich nicht. 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, Regiere du mein Wal⸗ len Und laß mich nimmer⸗ mehr In Sünd' und Schan⸗ de fallen; Gib mir den gu— ten Geist, Gib Glaubens⸗ zuversicht, Sei meine Stärk' und Kraft. Ach Gott, ver— laß mich nicht. 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ich ruf' aus Herzens⸗ grunde; Ach, Höchster, stärke mich In jeder bösen Siun⸗ de. Wenn mich Versuchung plagt Und meine Seel' an⸗ ficht, So weiche nicht von mir; Ach Gott, verlaß mich nicht. 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, Gib Wollen und Ver⸗ mögen; In allem meinem Thun Begleite mich dein Segen; Die Werke meines Amts, Die Werke meiner Pflicht Laß dir gefällig sein; Ach Gott, verlaß mich nicht. 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ich bleibe dir er⸗ geben. Hilf mir, mein treuer Hort, Recht glauben, christ⸗ lich leben Und selig scheiden ab, Zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Noth und Tod; Ach Gott, verlaß mich nicht. Sal. Franck 1659—1725. (Für Dienstboten.) Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. 585. Gemen 1. len Soll jeder hier efülten Laß ihn mir heilig sein. Du hast auch mich auf Er— den Zum Mens chen lassen werden; Dir will ich meine Kräfte weihn. 2. Ich soll hier andern dienen, Und dien' ich treu⸗ lich ihnen, So folg' ich dir, mein Gott. Laß meiner Herrschaft Willen Mich gern und treu erfüllen Als deinen Willen, dein Gebot. 3. Lehr' ohne bittre Kla⸗ gen Des Lebens Last mich tragen Und immer auf dich sehn. Im Reden und im Schweigen Christ mich zeigen Und auf dem Pfad der Tugend gehn. 4. Die Herrschaft will ich ehren Und ihren Nutzen meh⸗ ren, Sie, wo ich kann, er⸗ freun; Nie dein Gebot ver— Will ich als sein; nicht. mich er⸗ reuer christ⸗ eiden esicht. Tod; nicht. 1725. Her e. einen Wil⸗ illen; sein. Er⸗ assen neine idern treu⸗ dir, einer gern einen Kla⸗ mich dich„ im als auf jehn. Iich meh⸗ „er⸗ ver⸗ letzen, Mich ihr nicht wider⸗ setzen Und jeden Fehler gleich bereun. 5. Ich will sie redlich lie⸗ ben, Mit Vorsatz nie be⸗ trüben; Nie träg' und müßig sein; Ich will sie nie be— lügen, Recht thun und nie betrügen Und mich vor dei— nem Auge scheun. 6. In meinem Dienst auf Erden Stets tüchtiger zu werden, Sei Freude mir und Pflicht. Ich bin ja, wo ich wandle, Bei allem, was ich handle, O Herr, vor deinem Angesicht. 7. Du bist stets der Ge— rechte, Der Herr der Herrn und Knechte Und beider Trost und Heil. Der Nie— drigste auf Erden Kann groß im Himmel werden, Hat Reichen gleich, Gott, an dir theil. 8. Laß mich dies recht er⸗ messen, Nie meiner Pflicht vergessen Und meines Rufs mich freun; So wirst du, Herr der Welten, Es reich⸗ lich mir vergelten, Und ich werd' ewig glücklich sein. Joh. Casp. Lavater 1741—1801. (Gebet für die Obrigkeit.) Mel. Nun freut euch lieben ꝛe. oder Allein Gott in der Höh' ꝛc. —86 rhalt' 586. E· 948 uns die Lebensalter, Hausstand und Beruf. 421 Obrigkeit, Die du uns gibst, auf Erden Mit Wohlstand und mit Sicherheit Durch sie beglückt zu werden. Ver⸗ leih ihr Weisheit, Trieb und Kraft, Was wahres Wohl dem Lande schafft, Mit Sorgfalt wahrzunehmen. 2. Gib, daß sie deinem Vorbild gleich Uns väter⸗ lich regiere Und deinen Se⸗ gen in ihr Reich Durch gute Anstalt führe, Der Unschuld Schirm und Wächter sei, Den Redlichen im Land er⸗ freu', Dem Unrecht kräftig steure. 2 3. Laß uns, von ihrem Schutz bewacht, Des Frie⸗ dens Glück genießen Und ruhig unter ihrer Macht Das Leben uns verfließen. Hilf, daß wir in Gottselig⸗ keit Dir dienen und schon in der Zeit Die Frucht da⸗ von empfinden. 4. Beschirme sie durch deinen Schutz, Daß, die ihr Uebels gönnen, Mit ihrer List und ihrem Trutz Ihr niemals schaden können. Nie fehle jeder guten That, Die sie sich vorgenommen hat, Dein segnendes Gedeihen. 5. Gib denen Eifer, Fleiß und Treu', Die ihr sind un⸗ tergeben, Daß jedermann beflissen sei, Nach seiner Pflicht zu leben. Erleichtre ihr des Lebens Müh', Mit 422 deinem Segen kröne sie Und sei ihr Lohn auf ewig. 6. Laß uns mit ihr be⸗ flissen sein, In deiner Furcht zu leben, Uns deiner Ober— herrschaft freun, Mit ihr dein Lob erheben, Daß so vor deiner Majestät, Die über alle Hoheit geht, Re— gent und Volk sich beuge. (Jev. G.⸗B.) Joh. Sam. 2197 1721—97. (Bei der Einsegnung der Ehe.) Mel. Wie schön leucht uns ꝛe. 587. Einigkeit, Ward einst der Ehebund geweiht; Von dir kommt auch der Segen. O segn' auch jetzt von deinen Höhn, Die hier vor deinem Antlitz stehn, Um Hand in Hand zu legen. Laß sie, Vater, Dir ergeben, einig le⸗ ben, treu sich lieben Und in deinem Wort sich üben. 2. Gott, der du selbst ge— knüpft ihr Band, Laß sie durch Eintracht Hand in Hand Ihr Eheglück stets mehren! Laß ihre Liebe lau⸗ ter sein, Laß Untreu nie den Bund entweihn, Den sie dir heut beschwören! Immer Laß sie Dir ergeben, fried— lich leben, einig handeln, Fromm und heilig vor dir wandeln. Leben salter, Hausstand und Beruf. Von dir, du Gott der 3. Nimm sie in deine Vaterhut; Halt ihren Sinn bei frohem Muth, Ihr Herz dem Himmel offen, Und lehre sie sich deiner freun, Ein Herz und eine Seele: sein Im Glauben, Lieben, Hoffen! Laß sie, Vater, Dir ergeben, glücklich leben, freu— dig sterben Und vereint den Himmel erben. Georg Ernst Waldau 1745—1817. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. 588 Ferr, vor dein Auͤntlitz treten zwei, Um fürder eins zu sein, Um eins dem andern Lieb' und Treu' Bis in den Tod zu weihn. 2. Sprich selbst das Amen auf den Bund, Der sie vor dir vereint; Hilf, daß ihr Ja von Herzensgrund Für immer sei gemeint. 3. Zusammen füge Seel' und Herz, Daß nichts hin⸗ fort sie trennt; Erhalt sie eins in Freud und Schmerz Bis an ihr Lebensend'. 4. Laß du ihr neugegrün⸗ det Haus, Herr, deine Woh⸗ nung sein; Was arg und falsch ist, flieh' hinaus; Was heilig ist, kehr' ein! 5. Gib Segen über diese Stund, Gib Segen allezeit; Gib Segen, Herr, daß dieser Bund Dies Paar dir ewig weiht! Victor v. Strauß geb. 1809. — Mel.“ X 58 schein zu ve gewei sprech hören Wie's syrich vor d Freud Grab Und Segn 2. Höhe fromi das! verbu Weg O tre Dein Fried Hauf Mach ewge! (All Mel. 59 Jesu dein heilg neigt alles deine sich deine Sinn hr Herz „Und freun, Seele Lieben, er, Dir , freu⸗ int den 5181TT. isten ꝛe. *r dein treten ins zu andern in den Amen sie vor aß ihr Für Seel' 5 hin⸗ alt sie chmerz 2 egrün⸗ Woh⸗ g und Was diese llezeit; dieser ewig b. 1809. Mel. Wachet auf, ruft uns die ꝛc. 589. Sieh. o Höch— V ster, es er⸗ scheinen Jetzt 9898 se zwei, sich zu vereinen Zu dem von dir geweihten Bund; Ihr Ver⸗ sprechen, ihr Geloben Sollst hören du, ihr Zeuge droben Wie's meint ihr Herz. wie's spricht ihr Mund. Sie sind vor dir bereit, Zu theilen Freud und Leid Bis zum Grabe; Nun stehn sie hier Und flehn zu dir: O segne! Segne! flehn auch wir.— 2. Vater in des Himmels Höhen; Du heilger Stifter frommer Ehen, Ja, segne du das neue Band; Reiche den verbundnen beiden Auf ihrem Weg durch Lust und Leiden, O treuer Vater, deine Hand! Dein Auge führe sie; Dein Fried' entweiche nie Ihrem Hause; Hier in der Zeit Mach' sie bereit Zu deiner ewgen Seligkeit Fulda. (Allgemeine Ehestandslieder.) Mel. Wie schön leucht uns ꝛe. ie schön ist's 590. W doch, Hem Jesu Christ, Im 5 Stande, da dein Segen ist, Im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab' Und alles Gut f so mild herab Aus deiner heilgen Höhe, Wenn sich An dich Junge halten, Lebensalter, Hausstand und Beruf. 423 gleich den Alten, die ver— bunden In dem Herren sich gefunden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn Und un— verrückt zusammengehn Im Bunde reiner Treue, Da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, Da sieht man, wie der Engel Schar Im Him⸗ mel selbst sich freue; Kein Sturm, Kein Wurm, Kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet Dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Seid gutes Muths! nicht Menschenhand Hat auf— gerichtet solchen Stand, Es ist Gott, unser Vater; Der hat uns je und je geliebt Und bleibt, wenn Sorge uns betrübt, Der beste Freund und Rather; Anfang, Aus⸗ gang Aller Sachen, die zu machen wir gedenken, Wird er wohl und weislich lenken. 4. Zwar bl u. nicht aus, es kommt ja wohl Ein. lein, da man leidensvoll D Thränen lässet fließen; 0 dennoch, wer sich in Geduld Ergibt, des Leid wird Got— tes Huld In großen Freuden schließen. Wage, Trage Nur ein wenig! unser König wird behende Machen, daß die Angst sich wende. 5. Wohl denn, mein Kö— nig, nah' herzu! Gib Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh', In Aengsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis, Wir wollen singen bester Weis' Und danken alle beide, Bis wir Bei dir, Deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen Ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt 1606-76. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu ꝛc. 591. W Jesus Christ Allein das All in Allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär', Wie fin⸗ ster wär's, wie arm und leer. 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Kind Im rechten Glauben einig sind, Zu dienen ihrem Herrn und Gott Nach seinem Willen und Gebot! 3. Wohl, wenn die Seele im Gebet Beständig in die Höhe geht Und man nichts treibet fort und fort, Als Gottes Werk und Gottes Wort! 4. Wohl, wenn im äußer⸗ lichen Stand Mit fleißiger, getreuer Hand Ein jegliches nach seiner Art Den Geist der Eintracht offenbart! 5. Wohl solchem Haus! denn es gedeiht; Die Eltern werden hocherfreut, Und ihren Kindern sieht man's an, Wie Gott die Seinen segnen kann. Lebensalter, Hausstand und Beruf. 6. So mach' ich denn zu dieser Stund Sammt mei⸗ nem Hause diesen Bund: Wich' alles Volk auch von ihm fern, Ich und mein Haus stehn bei dem Herrn! Chrph. Carl Ludwig v. Pfeil 1712—84. Mel. So führst du doch ꝛe. selig Haus 592. O wo man dich aufgenommen, Du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ! Wo unter allen Gästen, die da kommen, Du der gefeiertste und liebste bist, Wo aller Herzen dir entgegen schlagen Und aller Augen freudig auf dich sehn, Wo aller Lippen dein Gebot erfragen Und alle deines Winks gewärtig stehn! 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, In deiner Liebe eines Geistes sind, Als beide eines Heils gewürdigt, keiner Im Glau⸗ bensgrunde anders ist ge— sinnt, Wo beide unzertrenn⸗ bar an dir hangen In Lieb und Leid, Gemach und Un⸗— gemach Und nur bei dir zu bleiben stets verlangen An jedem guten, wie am bösen Tag! 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen Mit Hän⸗ den des Gebets ans Herz dir legt, Du Freund der Kinder, der sie als die Sei— nen M liebe he sie zu sich sam deiner lernen Freuder ner fre land,‚ d. 4.— Knecht 1 Und wi auf sie in einen es nach geschehn deine H muth u frei, De und unr Dingen 5. O die Frer bei kein gißt! O die Wi aller A: bist, X Tagewe sie end! Dahin, gesendet schöne 3 Carl JI. Mel. V 593 sind ber ganze L nn zu t mei⸗ Bund: h von Haus 12—64. ch ꝛe. Haus, n dich vahrer Jesu allen „ Du liebste n dir aller sehn, Gebot deines ö po einer, zeistes Heils Glau⸗ t ge⸗ trenn⸗ Lieb Un⸗ dir zu ½% An bösen Hman Hän⸗ Herz der Sei⸗ Lebensalter, nen Mit mehr als Mutter⸗ liebe hegt und pflegt, Wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln Und horchen deiner süßen Rede zu Und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, Sich dei⸗ ner freun, du lieber Hei⸗ land, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, Und wissend, wessen Augen auf sie sehn, Bei allem Werk in einem Eifer brennen, Daß es nach deinem Willen mag geschehn, Als deine Diener, deine Hausgenossen, d In De⸗ muth willig und in Liebe frei, Das Ihre schaffen froh und unverdrossen, In kleinen 4905 zeigen große Treu'. O selig Haus, wo du Weende theilest, Wo man bei keiner Freude dein ver— gißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest Und aller Arzt und aller Tröster bist, Bis jeder einst sein Tagewerk vollendet Und bis sie endlich alle ziehen aus Dahin, woher der Vater dich gesendet, Ins große, freie, schöne Vaterhaus! Carl Joh. Phil. Spitta 1801—59. Mel. Wie schön leucht uns ꝛe. 593 Ich und mein Haus, wir sind bereit, Dir, Herr, die ganze Lebenszeit Mit Seel' Hausstand und Beruf. und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein; Gib deinen Segen nur darein, Daß wir dir willig dienen. Eine Kleine Fromme, reine Hausgemeine mach' aus allen! Dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Gieß deinen Frieden auf das Haus Und alle, die drin wohnen, aus; Im Glauben uns verbinde. Laß uns in Liebe allezeit Zum Dulden, Tragen sein bereit, Voll Demuth, sanft und linde. Liebe Uebe Jede Seele; keinem fehle, dran man kennet Den, der sich den Deinen nennet. 3. Laß unser Haus ge⸗ gründet sein Auf deine Gnade ganz allein Und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun Auf deine treue Hülfe schaun Mit kind— lichem Gemache Selig, Fröhlich, S elbst mit Schmer⸗ zen in dem Herzen dir uns lassen Und dann in Geduld uns fassen. 4. Gibst du uns irdsches Glück ins Haus, So schließ den Stolz, die Weltlust aus, Des Reichthums böse Gäste; Denn wenn das Herz an Demuth leer Und voll von eitler Weltlust wär“, So Ichl. uns das Beste: Jene Schöne, Tiefe, stille Gnaden⸗ fülle die mit Schät en Einer Welt nicht zu ersetzen. 425 426 Lebensalter, Hausstand und Beruf. 5. Und endlich flehn wir allermeist, Daß in dem Haus kein andrer Geist, Als nur dein Geist regiere, Daß er, der alles wohl bestellt, Der gute Zucht und Ordnung hält, Uns alles lieblich ziere. Sende, Sende Ihn uns allen, bis wir wallen heim und droben Dich in deinem Hause loben. Carl Joh. Phil. Spitta 1801—-1859. (Für Eltern.) Mel. Freu' dich sehr, o meineꝛe. Se Herr, für 594. S unsre Kinder; Sorge für 901 wahres Heil! Sind sie gleich vor dir nur Sünder, Haben sie an dir doch theil. Sie sind in der Taufe schon Dir geweiht und deinem Sohn; Darum leite deine Gnade Sie auf ihrem Lebenspfade! 2. Der du sie bisher er⸗ halten Bei so manchem Un— glücksfall, Wollest über ihnen walten Immerdar und über— all. Bricht Gefahr für sie herein, Wollst du ihr Be— schützer sein; Wenn in Noth sie zu dir flehen, Laß sie deine Hülfe sehen. 3. Sammeln andre große Schätze, Suchend in der Welt ihr Heil, Daß sie Geld und Gut ergetze, So bist du mein einzig Theil! Bleib auch meiner Kinder Gott, Laß sie, Herr, in keiner Noth Und in keinem Kreuz 0 derben, Bis sie endlich seli sterben. 4. Schütze sie vor bösen Leuten Und vor der Ver⸗ führer Schar, Daß ihr Fuß nicht möge gleiten; Laß sie ihre Lebensjahr' In der Gnade bringen zu, Bis du sie wie mich zur Ruh' Wirst ins kühle Grab versenken Und die Seligkeit uns schenken. 5. Ja, erhalt sie deinem Reiche, Lieber Vater, stets getreu, Auf daß keines von dir weiche Und dereinst ver⸗ loren sei! Stets laß ihnen, wo sie gehn, Deine Furcht vor Augen stehn, Daß sie dich im Thun und Lassen Stets in ihre Herzen fassen. 6. Schenke mir die Him⸗ melsfreude, Daß ich einst am jüngsten Tag Nach so manchem Kampf und Leide Mit Frohl locken sprechen mag— „Liebster Vater, siehe hier Meine Kinder all' mit mir! Ihrer keines ist verloren, Alle für dein Reich erkoren!“ Ludw. Heinr. Schlosser 1663-1723. (Für Kinder.) Mel. Herr Jesu Christ, dich zure. Ihr Kinder, lernt 595. J von Anfang gern Der dnh Grund, die Furcht des Herrn! Was ihr bei Zeiten lernt und thut, Rommt zu gut. 2. 0 welche auf sein den Hin Und eu heißt: 3.„E und frül Lieb' un dir woh Dann w mel sehr 4.— Erdenba sus unt Stuhl War eir Kind. — 5. 2 baut ein froh geh Fluch d Hein; De der Räck 6. Eit Vater si von der gleich de laubt 1 und Tob 7. Di Vatermi freude liebste 2 I Herzens, ner Noth lich selig or bösen der Ver⸗ ihr Fuß Laß sie In der Bis du h' Wirst en Und henken. deinem er, stets nes von inst ver⸗ 5 ihnen, Furcht Daß sie d Lassen n fassen. die Him⸗ ich einst Nach so nd Leide hen mag: ehe hier mit mir! verloren, rkoren!“ 663—1723. ; „dich zuꝛe. der, lernt Anfang Grund, n! Was und thut, Kommt jetzt und ewig euch zu gut. 2. Hört die Verheißung, welche Gott Als Vater legt auf sein Gebot, Wenn er den Himmelsweg euch weist Und euch gehorsam werden heißt: 3.„Ehr' deine Eltern spät und früh, Dank' ihnen ihre Lieb' und Müh'; Dann wird's dir wohl auf Erden gehn, Dann wirst du Gottes Him⸗ mel sehn.“ 4. So war auf seiner Erdenbahn Den Eltern Je⸗ sus unterthan; Er, dessen Stuhl die Himmel sind, War einst gehorsam als ein Kind. 5. Des Vaters Segen baut ein Haus, Wo Kinder froh gehn ein und aus; Der Fluch der Mutter reißt es ein; Denn Gott will selbst der Rächer sein. 6. Ein Kird, das seinen Vater schmäht Und trotzig von der Mutter geht, Wird gleich dem Baume früh ent⸗ laubt Und ruft sich Noth und Tod aufs Haupt. 7. Doch o wie süß, wenn Vatermund Und Mutter⸗ freude geben kund:„Die liebste Blume, die ich find', Ist unser treues, frommes Rind!“ 8. Den Vater lieb' von Herzensgrund Und ehre ihn Lebensalter, Hausstand und Beruf.—427 mit That und Mund; Ver⸗ giß nicht, wie du lange Frist Der Mutter sauer worden bist! 9. Gott! sende deinen Segensstrahl Eltern und Kindern allzumal; Halt sie verbunden in der Zeit, Ver⸗ bunden in der Ewigkeit! Alb. Knapp 1798—-1864. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. — 596. D a Kind, laß es sein! Der Vater hört's; sei still! Der Vater kommt; begegn' ihm fein Und höre, was er will. 2. Er ist der unsichtbare Gott Und allenthalben nah; Drum halte kindlich sein Ge— bot, Denk': immer ist er da! 3. Das, was du nicht, wenn er vor dir Da gegen— wärtig stünd', Thun oder reden dürftest hier, Das laß, o Gotteskind! ö 4. Doch, wenn dich Noth, wenn dich Gefahr Befällt, o junger Christ, So glaube wieder fest und wahr, Daß dein Gott bei dir ist. 5. Glaub', daß er, was dich drückt und quält Und ängstet im Gemüth, Was dir an Leib und Seele fehlt, Mit Vateraugen sieht. 6. Halt dich an ihm im Glauben fest, Als könntest du ihn schaun, Und glaube, 428 Lebensalter, Hausstand und Beruf. daß er nicht verläßt, Die also ihm vertraun. 7. Sprich kindlich zu ihm: Siehe hier Dein Kind in dieser Noth! Stets will ich, Nate⸗ fliehn zu dir Im Leben und im Tod. Chrph. Carl Ludw. v. Pfeil 1712—84. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. 591. Den liebtest mich, Eh deine Hand- mich schuf. Zu kennen und zu Uchen dich Ist, Vater, mein Beruf. 2. Dein sei der Jugend Blüte, dein Die ganze Le⸗ benszeit, Und mein sei deine Gnade, mein Noch in der Ewigkeit! 3. Mit Weisheit, ach, ich bitte dich, Erfülle den Ver— stand, Und naht mir ein Verführer sich, So beut mir deine Hand. 4. Zum Lernen gib mir Treu und Fleiß, Laß Mühe nie mich scheun; So werd' ich dir, o Herr, zum Preis, Der Welt einst nützlich sein. 5. Du gabst mir Eltern, Lehrer mir; Ihr treuer Unter⸗ richt, Ihr lehrend Beispiel kommt von dir, Von dir, du höchstes Licht. 6. Hab ich sie nicht genug geliebt, Wie mir dein Wort gebeut, Und sie aus Leicht⸗ sinn oft betrübt: Vergibs! es ist mir leid. 7. Du sollst, Gott meiner Jugend, noch Mein Gott in Alter sein, Und so will ich auch sterbend noch Dith preisen, dein mich freun. Leonh. Fr. Dürr 1743—181ʃ3. Mel. Jesu, meine Liebe ꝛe oder Jesu, meine Freude ꝛe. 598. S Schöpfer meines Lebens! Laß mich nicht vergebens Auf der Erde sein. Gieße deine Liebe, Deines Geistes Triehe In mein Herz hinein, Daß dein Bild So rein und mild, Schöner stets bei dei⸗ ner Pflege An mir leuchten möge! 2. Einmal nur erblühet, Ach, und bald entfliehet Meine Frühlingszeit! Sorg⸗ los sie verträumen Und dein Heil versäumen Bringt vill bittres Leid. Mein Wirst du niht Lebenslicht, Werd' ic dir nicht neu geboren, I sie mir verloren. 3. Dir allein zu leben Und mit dir zu streben Nach der Heiligung, Thorheit zu verlassen, Sündenlust zu hassen, Bin ich nie zu jung. Mache dies Mir recht ge— wiß, Eh ich um verlorne Tage Einst vergeblich klage! 4. Jesu, Freund der Sün⸗ der, Der auch für die Kinder Einst auf janft und Herz und Ram! He ollen dir und Geber t werder 5. Seli Selig, we Kind zu f Triebe Liebe Ur Daß dein mild, Dor melssaale trahle. Rel. Mirn 509. Hebot Se shrieben: du bis zu und sie theuren, s gesse mein 2. Vo Kindheit a Gutes; M gelten ka mir Gute⸗ se für m ärtlich ur 3. So ich sie V lieben, und sieen betrüben. Vergibss tt meiner Gott im will ich ch Dich freun. 1743—1813. Liebe ꝛ. uUde ꝛe. r meines ns! Laß ns Auf eße deine es Triebe in, Daß rein und bei dei⸗ leuchten erblühet, entfliehet itl Sorg⸗ Und dein ingt viel du nicht Werd' ich ren, N zu leben sen Nach orheit zu nlust zu zu jung. recht ge⸗ verlorne ich klage! der Sün⸗ ie Kinder Einst auf Erden kam, O wie fanft und stille War dein Herz und Wille, Allem Bösen gam! Herr, auch wir, Wir llen dir Nach Gedanken und Geberden Gleich gestal⸗ tet werden. 5. Selig, wer dich liebet! Selig, wer sich übet, Gottes kind zu sein! Diese heilgen Triebe Gieß durch deine diebe Unsern Herzen ein, Daß dein Bild, So rein und mild, Dort im schönen Him⸗ nelssaale Ewig an uns trahle. Alb. Knapp 1798—-1864. Mel. Mir nach sprichtChristus ꝛce. 300 Gott, mein 99 Vater, dein Hebot Sei mir ins Herz ge⸗ scrieben: Den Eltern sollst du bis zum Tod Gehorchen und sie lieben. O dieser theuren, süßen Pflicht Ver⸗ gesse meine Seele nicht. 2. Von meiner ersten Hindheit an Erzeigten sie mir Gutes; Mehr, als ich je ver⸗ gelten kann, Erzeigten sie nir Gutes, Und noch sind se für mich, ihr Kind, So ärtlich und so treu gesinnt. 3. So lang ich lebe, will ih sie Von ganzem Herzen leben, Gern ihnen folgen und sie nie Erzürnen, nie hetrüben. Erwachsen einst, Lebensalter, Hausstand und Beruf. 429 wie jetzt noch klein, Will ich der Eltern Freude sein. (Old. G.⸗B.) Joh. Andr. Cramer Mel. Alles ist an Gottes ꝛe. 600 esu, Vorbild * frommer Jugend, Höchstes Muster wahrer Tugend, Bilde du mein Herz nach dir! Immer mehr dir gleich zu werden Ist mein höchstes Ziel auf Erden, Ist der Weg zum Himmel mir. 2. Deines großen Vaters Willen Warst du eifrig zu erfüllen, Warst den Eltern unterthan. Lehr' auch mich den Schöpfer ehren Und der Eltern Freude mehren, Nimm dich meines Lebens an! 3. Auf der Weisheit hellem Pfade Giengst du stets, und Gottes Gnade Und der Menschen Huld mit dir. Herr, auch ich will Gutes lernen Und von Thorheit mich ent— fernen; Sieh, ich flehe: hilf du mir! Unbek. Verf. (Schullieder.) Mel. Herr Jesu Christ, dich zu ꝛc. 601 Mun hilf uns, * o Herr Jesu Christ, Der du einst hier ge— wesen bist Ein freundliches und frommes Kind, Ohn' alle Schuld, ohn' alle Sünd'! 430 2. Wir Kinder bitten eines nur, Versag's nicht, Herr der Kreatur: Hilf uns in deinem Willen ruhn, Lehr' uns nach deinem Vorbild thun. 3. Gib deinen Geist in unsre Brust; Hilf lernen uns mit Kindeslust, Damit wir legen rechten Grund Und ewig stehn in deinem Bund. Mich. Weisse um 1531. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ꝛc. V ö u hast uns 64 2. D aus dem Schlummer wieder Durch deine Morgensonne neu er— weckt. Gestärkt sind unsre müden Glieder, Und nichts hat uns in stiller Nacht er— schreckt; Drum schwingt sich dankend unser Herz empor Und mischt sich freudig in der Engel Chor. 2. In heilger Dankbar— keit erglühe Für jede Gabe Gottes unser Herz; Sie lohne treuer Lehrer Mühe Und schütze sie vor jedes Un⸗ danks Schmerz. Gehorsam sei des Dankes edle Frucht Und ernster Sinn für Fröm⸗ migkeit und Zucht. 3. Der Heiland gab im Erdenleben Des kindlichen Gehorsams reinstes Bild. Dies heilge Bild soll vor uns schweben, Wo's Treu' und Liebe zu erwidern gilt; Lebensalter, Hausstand und Beruf. Dann bleiben wir, entfernt von eitlem Wahn, Stets guter Lehre willig unterthan. 4. Du Vater alles Lichts vermehre Den wahren Kin— dessinn in unsrer Brust! Nur er gewährt vor dir uns Ehre Und schützt das Herz vor jeder bösen Lust. Drum mach' uns hier den frommen Kindern gleich Und droben nimm uns in dein Himmel⸗ reich! Joh. Chrn. Wilh. Aug. Hopfensat geb. 1801—74. Mel. Freu' dich sehr, o meine r. 2 Ziiblich ist die 60 3. Morgenstunde, Wenn man sie mit Gott be— ginnt! Freud' im Herzen, Dank im Munde Ziemet einem Christenkind, Das nach einer sanften Nacht, Y des Schöpfers treuer Wacht, Ohne Gram und ohne Sor— gen Aufgewacht zum hellen Morgen. 2. Lasset uns gen Himmel schauen, Wo die Sonne glänzend steht Und auf Berge, Thal und Auen Licht und Leben niedersät! Aber mehr denn Sonnenlicht Strahlet Christi Angesicht; Heil und Friede, Gnad' und Wahr⸗ heit Leuchten hier in ewger Klarheit. 3. Wie die Frühlings⸗ blumen blühen In der Sonne mildem Glanz, Also will er uns erzi Blumenk und rufe u sich h Arkennen, Bruder 4. Her hegleiten mit uns Herz zu Und un stehn, De Tag Ke mag, De Segen A legen. 5. 01 Gnade und leicht Jugendpi die Hän selig ist ihm den Vestand, Heiligt Liebe! 6. Kor ewgen unsern K und laß Deines X Nimm d wahr, S Schar, wohl ge Herz sich Rel. Her 604. entfernt „Stets nterthan. Lichts ren Kin⸗ Brust! dir uns das Herz Drum frommen d droben Himmel⸗ Hopfensact 180 1—74. meine u. ist die enstunde, Gott be⸗— Herzen, Ziemet Das acht, N r Wacht, )ne Sor⸗ m hellen Himmel Sonne If Berge, icht und her mehr Strahlet Heil und Wahr⸗ in ewger ühlings⸗ r Sonne will er 604. Ja uins erziehen Sich zu einem Blumenkranz; Segnend lockt und rufet er Alle Kindlein zu sich her; Alle sollen ihn Akennen, Heil 1nd ihn und Bruder nennen. 4. Heut auch will er uns hegleiten, Auch zur Schule mit uns gehn, Wé Will das Herz zur Weisheit leiten Und uns treu zur Seite stehn, Daß uns diesen ganzen Tag Keine Sünde fällen mag, Daß wir unter seinem Segen Abends uns zur Ruhe legen. 5. O wie wird durch seine Gnade Alles Lernen süß und leicht, Wenn er auf dem Jugendpfade Freundlich uns die Hände reicht! O wie selig ist ein Kind, Das mit ihm den Tag beginnt, Das Verstand, Gemüth und Triebe Heiligt durch des Mittlers Liebe! 6. Komm denn, Herr des ewgen Lebens, Tritt in unsern Kreis hinein; Hilf und laß uns nicht vergebens Deines Wortes Schüler sein! Nimm des treuen Lehrers wahr, Segne deiner Kinder Schar, So wird alles wohl gedeihen Und dein Herz sich unser freuen. Alb. Knapp 1798—-1864. Nel. Herr Jesu Christ, dich ꝛe. will mich meinem Hei— Lebensalter, Hausstand und Beruf. land weihn Und meines Lehrers Freude sein; Kein Lebenstag geh' mir vorbei, Daß ich nicht weiser, besser sei. 3. Mit Ehrfurcht, Schweig— samkeit und Ruh' Hör' ich der Unterweisung zu. Ich will zu Gott oft eifrig flehn: Herr, lehre deinen Weg mich gehn! 3. Allwissender, du kennst mein Herz; O hilf ihm streben himmelwärts, Bis sich's von dir nie mehr entfernt Und freudig deine Wahrheit lernt. Unbek. Verfasser. (Für Witwen.) Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. 605 Af Gott nur * will ich sehen, Er hört der Witwen Flehen Und nimmt sich meiner an. In meinen tiefsten Schmerzen Bleibt er doch meinem Her⸗ zen Der Fels, auf den ich bauen kann. 2. Mich tröstet seine Gnade, Er ist auf jedem Pfade Bei mir bis an das Grab. Er wird mich nicht verlassen,— Dies Trostwort will ich fassen; Es sei mein Stecken und mein Stab. 3. Gott will ich gläubig lieben Und gute Werke üben In stiller Einsamkeit. Er sieht es, wie ich's meine, Er sieht auch, wenn ich 431 432 Lebensalter, weine, Und gibt mir, was mein Herz erfreut. 4. Auch wenn ich mehr noch litte, Bis zu dem Laan Schritte Will ich ihm folgf sein. Er prüft mich Un durch Leiden Und führt zu höhern Freuden Mich einst mit frommen Duldern ein. 5. So eilen meine Tage Auch unter Last und Plage Wie Träume schnell dahin, Und ohne Widerstreben Ver— lass' ich einst das Leben Mit stillem, ihm ergebnem Sinn. 6. Wenn ich dann einst dich schaue, Auf den ich hier vertraue, Mein Vater und mein Freund, Wie will ich dann dich ehren, Wie danken für die Zähren, Die ich als Witwe hier geweint! 7. Den Gatten, den ich liebte, Des Abschied mich betrübte, Find' ich in Gottes Hand. Wie wollen wir uns freuen Und unsre Lieb' neuen Im thränenfreien Vaterland! Joh. Casp. Lavater 1741—-1801. (Reiselieder.) Mel. Freu' dich sehr, o meine ꝛe. 606 1 nergründlich 5 Meer der Gnaden, Abgrund aller Gü⸗ tigkeit, Gott, beschütze mich vor Schaden, Leite mich in Sicherheit; Führe, wie du Hausstand und Beruf. sonst gethan, Mich auf rech⸗ ter, ebner Bahn, Daß sich auch auf dieser Reise Herr⸗ lich deine Huld erweise. 2. Vor der Wetter Sturm und Krachen, Vor der Wellen wilder Wuth, Vor des Ab- grunds finsterm Rachen Halte mich in sichrer Hut; Ach, laß deiner GnadenSchein Meinen holden Leitstern sein. Vor des Schiffbruchs Noth und Schrecken Laß mich deine Flügel Idecken. 3. Herr, zu dessen Preis und Ehre Jeder Tropfen Wassers rinnt, Starker Gott, dem Wind und Meere, Blitz und Sturm gehorsam sind, Nimm in deine treue Hut Leib und Seele, Schiff und Gut; Ja, du selber wollst zum Segen Deine Hand ans Ruder legen. 4. Wirst du deine Gnad' verleihen, Daß die Ankunft uns ergetzt, Herr, dann kröne mit Gedeihen, Was sich jeder vorgesetzt: Führ' uns alle glücklich fort, Jeden hin an seinen Ort, Und führ' uns 55 letzten Scheiden An den Ort der Himmelsfreuden. Joh. Heinr. Calisius 1633—16958. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ꝛ. 607. Zottlob, die Reise ist vollbracht Der Weg zurückgelegt. Des Herren Schutz und starke Macht pflegt. 2.N dienten für dei dir mei zensfri 3. 2 wohlee her geb Schutz auch b 4. zum O pfer, Aufseh Daß e 5. vorbei bekann ein Pi ins V Joh. Mel. Wer 60⁵ Leben⸗ zurück. nicht hast Durch hier; war i 2. mit de Treue ihnen uf rech⸗ Jaß sich e Herr⸗ ise. Sturm Wellen des Ab⸗ Rachen r Hut; uSchein ern sein. 5 Noth mich n Preis Tropfen er Gott, e, Blitz m sind, ue Hut iff und wollst Hand Gnad' Ankunft in kröne ich jeder ns alle hin an hr' uns An den iden. 33—1698. risten ꝛe. die Reise lbracht, t. Des starke Macht Hat mich bisher ver⸗ pflegt. 2. Nimm hin den wohlver⸗ dienten Dank, Mein Gott, für dein Geleit; Es steigt zu dir mein Lobgesang Mit Her⸗ zensfröhlichkeit. 3. Dein Auge hat mich wohl geführt Und hin und her gebracht. Ich habe deinen Schutz gespürt Bei Tag und auch bei Nacht. 4. Ich bring' aufs neu' zum Opfer dir, Mein Schö⸗ pfer, Seel' und Leib; Dein Aufsehn meinen Lauf regier', Daß er gesegnet bleib'! 5. Ist diese Reise gleich vorbei, So mach' mirs doch bekannt, Daß ich hier noch ein Pilgrim sei; Bring' mich ins Vaterland. Joh. Jae. Rambach 1693—-1735. Mel. O daß ich tausend ꝛe. oder Wer nur den lieben Gott ꝛe. 608 Dank sei dir, * Vater meines Lebens, Daß du mich froh zurückgebracht! Ich flehte nicht zu dir vergebens; Du hast mich väterlich bewacht! Durch deine Gnade bin ich hier; Dein Schutz und Schirm war über mir. 2. Nun kann ich wieder mit den Meinen Mich deiner Treue herzlich freun, Mit ihnen Freudenthränen weinen Lebensalter, Hausstand und Beruf. 433 Und dir des Dankes Opfer weihn, Daß du die Gnade uns gewährt Und ihr und mein Gebet erhört. 3. Nun sei gelobt, sei hoch gepriesen Für alles Gute, das du mir Auf meiner Reise hast erwiesen; Mein schwacher Dank gefalle dir! Einst lande ich nach dieser Zeit Im Hafen froher Ewig— keit. Unbek. Verf. (Abschied.) Mel. Herzlich thut mich ꝛe Cas macht ihr, 609. W daß ihr wei⸗ net Und brechet mir das Herz? Im Herrn sind wir vereinet Und bleiben's aller⸗ wärts. Das Band, das uns verbindet, Löst weder Zeit noch Ort; Was in dem Herrn sich findet, Das währt in ihm auch fort. 2. Man reicht sich wohl die Hände, Als sollt's ge— schieden sein, Und bleibt doch ohne Ende Im innigsten Verein. Man sieht sich an, als sähe Man sich zum letzten⸗ mal,Und bleibt in gleicher Nähe Dem Herrn doch über— all. 3. Man spricht:„Ich hier, du dorten; Du ziehest, und ich bleib'“, Und ist doch aller Orten Ein Glied an einem Leib. Man spricht vom Scheidewege Und grüßt sich 28 einmal noch einem Wege Richtung doch. 4. Was sollen wir nun weinen Und gar so traurig Und geht auf In gleicher sehn? Wir kennen ja den einen, Mit dem wir alle gehn, In einer Hut und Pflege, Geführt von einer Hand Auf einem sichern Wege Ins eine Vaterland. 5. So sei denn diese Stunde Nicht schwerem Trennungs⸗ leid, Nein, einem neuen Bunde Mit unserm Herrn geweiht! Wenn wir uns ihn erkoren Zu unserm höch— sten Gut, Sind wir uns nicht verloren, Wie weh auch Scheiden thut! Carl Joh. Phil. Spitta 1801—59. (Alter.) Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛc. zott hat in mei⸗ 610. G nen Tagen Mich väterlich getragen Von meiner Jugend auf, Hat mich auf meinen Wegen Ge⸗ leitet und zum Segen Ge— lenket meines Lebens Lauf. 2. Ich hatt' oft große Sorgen; Doch wie ein heitrer Morgen Durch dunkle Nächte bricht, So hab' ich stets er⸗ fahren, Der Herr weiß zu bewahren Und führt durch Finsterniß zum Licht. 3. War Menschenrath ver⸗ gebens, So kam der Herr des Lebens Und half und Lebensalter, Hausstand und Beruf. machte Bahn. Ihn ließ ich Wille s thun und rathen; Denn er deiner thut große Thaten Und nimmt mein( sich unser mächtig an. deine X 4.„Bis zu des Alters gen we Tagen Will ich dich heben, tragen Und dein Erretter 2. sein““ Dies hat mir Gölt—Erhalte versprochen, Der nie sein—weichen Wort gebrochen; Des will im höh ich auch als Greis mich freun. Lebens! 5. Er wird in meinen(daß ich Alter Mich tragen; mein Er⸗ Geduld halter Ist gütig und getreu. Und la Bin ich gleich schwach und Schmer müde, Bei ihm ist Trost det Her und Friede; Er steht auch 3. X meiner Schwachheit bei. ner Sei 6. Nach wenig bangen md Oh Stunden Hab' ich ganz über⸗ die sch Ich b; ö schn wunden; Ich bin dem Ziele Und di nah, Dem Ziele meiner Lei⸗ reift den. O welche hohe Freuden fat 10 Erwarten meine Seele da! Ens i f gel 7. Drum harr' ich froh sei du s. und stille, Bis meines Gottes ich seh⸗ Wille Mich nach dem Kampfe krönt. An meines Lebens 4. V Ende Sink'ich in Jesu Hände; nen sch Denn er hat mich mit Gott Flehn versöhnt. in dem (Jev. G.⸗B.) Jac. Fr. 1436—85. als Hel mein He Schenke Armen! Mel. Jesu, meines Lebens ꝛc. rn 611 Schste. Helfer, * sei nicht ferne; 5. NY Mein Beschirmer, steh mir heben 3 bei! Hilf mir, daß ich eifrig lichkeit, lerne, Was dein heilger denleber ließ ich )enn er onimmt . Alters heben, Crretter ir Gott ie sein 2s will freun. meinem ein Er⸗ getreu. ch und Trost t auch ei. bangen z über⸗ n Ziele ler Lei⸗ Freuden e da! h froh Gottes dampfe Lebens Hände; t Gott zeddersen 736—88. ens a. Helfer, ferne; h mir eifrig heilger Leite mich nach deiner Güte Und erleuchte mein Gemüthe: Laß mir deine Vatertreu' Alle Mor⸗ gen werden neu! Wille sei. 2. Halte mich, o mein Erhalter! O mein Führer, weiche nicht! Führ' mich auch im höhern Alter, Wenn mir Lebenskraft gebricht. Gib, daß ich die bösen Tage Mit Geduld und Hoffnung trage, Und laß mich in Sorg' und Schmerz Finden ein befreun⸗ det Herz. 3. Weiche nicht von mei⸗ ner Seiten, Wenn sich Angst und Ohnmacht häuft, Wenn die schwachen Tritte gleiten Und die Hand zum Stabe greift. Wenn die Augen fast erblinden Und die Le⸗ bensgeister schwinden, O so sei du selbst mein Licht, Daß ich seh' dein Angesicht. 4. Wenn ich soll von hin— nen scheiden, Neige meinem Flehn dein Ohr; Tritt auch in dem letzten Leiden Mir als Helfer dann hervor. O mein Heiland, hab'Erbarmen! Schenke deinen Trost mir Armen! Hilf mir aus der bängsten Noth Bald durch einen selgen Tod! 5. Meine Seele soll er⸗ heben Dich, o Herr der Herr⸗ lichkeit, Dort in jenem Freu⸗ Wenn ich hier denleben, Lebensalter, Hausstand und Beruf. 435 vollbracht den Streit. Ew⸗ gen Dank werd' ich dir brin⸗ gen Und vor deinem Throne singen, Daß du mich so wohl bedacht Und zum Him— mel hast gebracht. Zach. Hensel vor 1736. (Todesnähe.) Mel. O Gott, du frommer ꝛe. oder Nun danket alle Gott ꝛe. 315 leib, Jesu, 6¹². bleib bei mir; Es will nun Abend werden! Der Tag hat sich geneigt Mit meiner Zeit auf Erden; Mein Abschied stellt sich ein; Die Stunde naht sich nun, Da ich soll auf der Welt Die letzte Reise thun. 2. Der Weg der Pilger⸗ schaft, Den ich hier angefan— gen, Ist über Berg und Thal, Durch Kreuz und Noth ge— gangen; Du aber warst bei mir, Auch wenn ich's nicht gemerkt, Und hast das matte Herz Durch deinen Trost gestärkt. 3. So wirst du mich zu— letzt, Mein Jesu, nicht ver⸗ lassen; Mein Glaube soll dich fest Mit beiden Armen fassen. Ach ja, ich höre schon, Was mir dein Mund ver⸗ spricht:„Ich weiche nicht von dir; So fürchte dich nur nicht!“ 4. Drum fürcht' ich mich auch nicht; Wird meine Seele 28* 436 Lebensalter, Hausstand und Beruf. scheiden, So führest du sie ein Ins Paradies der Freu⸗ den. So wird der schwere Weg Des ganzen Lebens gut, Wenn man den letzten Schritt Mit dir zum Himmel thut. 5. Der Leib nimmt seinen Weg Ins Grab und in die Erde, Voll Hoffnung, daß er nicht Im Staube bleiben werde. Ich nehme Hoffnung mit In meinen Sarg hinein, Daß mir ein Leben muß Auch nach dem Tode sein. Erdm. Neumeister 1671—1756. (Leiden und Krankheit.) Mel. Aus tiefer Noth ꝛe. ch, treuer Gott, 6¹3. A barmherzig Herz, Des Güte sich nicht wendet! Ich weiß, dies Kreuz und diesen Schmerz Hat deine Hand gesendet; Auch weiß ich, daß du diese Last Aus Lieb' mir zugetheilet hast; Ein Vater kann nicht hassen! 2. Ich bitte dich, verleihe mir, O höchstes Gut der Frommen, Daß mir durch Trübsal nicht die Zier Des Glaubens werd' genommen. Erhalte mich, o starker Hort, Befestge mich in deinem Wort, Behüte mich vor Murren! 3. Bin ich ja schwach, laß deine Treu' Mir an die Seite treten; Hilf, daß ich unverdrossen sei Im Rufen, Seufzen, Beten. So lang ein Herz noch hofft und gläubt Und im Gebet be⸗ ständig bleibt, So lang ists unbezwungen. ö 4. Greif mich auch nicht zu heftig an, Damit ich nicht vergehe! Du weißt wohl, was ich tragen kann, Wie's um mein Leben stehe; Wie eine Blume schnell verweht, So bald der Sturm darüber geht, So fall' ich hin und sterbe. 5. Ach Jesu, der du wor⸗ den bist Mein Heil mit dei⸗ nem Blute, Du weißt gar wohl, was Trübsal ist Und wie dem sei zu Muthe, Den Kreuz und großes Unglück plagt; Drum wirst du, was mein Herz dir klagt, Gar gern zu Herzen fassen. 6. Sprich meiner Seel' ein Herze zu Und tröste mich aufs beste; Denn du bist ja der Müden Ruh', Der Schwachen Thurm und Feste, Ein Schatten vor der Son⸗ nenglut, Die Hütte, wo man sicher ruht In Sturm und Ungewittern. 7. O laß mich schauen, wie so schön Und lieblich sei das Leben, Das denen, die durch Trübsal gehn, Du der⸗ maleinst wirst geben,— Ein Leben, gegen welches hier Die ganze Welt mit ihrer gier D gleichen. 8. 2 wger L mir har das mi In Fre Mel. Au 6¹⁴ ster, je deinem in bitte das Gef hör' es gen Här auch en deinem Zeit ur 3.— nicht, Bei all Denn g den, 1 minder, wir Si 4. 2 Ist gr Gedenk reuige denke r gebeugt Rufen, 5o lang fft und ebet be⸗ ing ists ich nicht ich nicht t wohl, „ Wie's e; Wie verweht, darüber hin und du wor⸗ mit dei⸗ eißt gar ist Und he, Den Unglück du, Was t, Gar ꝛn. r Seel' ste mich du bist „ Der d Feste, er Son⸗ wo man irm und schauen, eblich sei nen, die Du der⸗ — Ein hes hier nit ihrer gier Durchaus nicht zu ver⸗ gleichen.—8 8. Daselbst wirst du in wger Lust Gar liebreich mit mir handeln. Mein Kreuz, das mir und dir bewußt, In Freud' und Ehr' ver⸗ Lebensalter, Hausstand und 437 Beruf. wandeln. Da wird mein Trauern Sonnenschein, Mein Aechzen lauter Jauchzen sein! Das glaub' ich; hilf mir! Amen. Paul Gerhardt 1606—-76. 4. Allerlei gemeine Noth. Mel. Auf meinen lieben Gott ꝛc. 614. Ee e ster, jetzt das Land. Zu deinem Vaterherzen Erhebt in bittern Schmerzen Sich das Geschrei der Armen. Er⸗ hör' es dus Erbarmen! 2. Du siehst des Landes Noth, Sie kam auf dein Ge⸗ bot. Du kannst mit mächt⸗ gen Händen Sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde Verändert Zeit und Stunde. 3. O Herr, wir murren nicht, Gerecht ist dein Gericht Bei allem, was wir dulden; Denn groß sind unsre Schul— den, Und du bestrafst uns minder, Als wir's verdient, wir Sünder. 4. Doch, Vater, deine Huld Ist größer als die Schuld. Gedenke an die Deinen, Die reuig vor dir weinen; Ge⸗ denke mit Erbarmen An die gebeugten Armen. 5. Verkürze, gnädger Gott, Die Dauer unsrer Noth. Laß uns, die ängstlich flehen, Trost und Erquickung sehen. Verwandle alles Leiden In neue Lebensfreuden. 6. Doch wenn, Herr aller Welt, Es dir noch nicht ge— fällt, Die Trübsal zu entfer⸗ nen, So stärk' uns, daß wir lernen Mit ehrfurchtsvollem Schweigen Vor dir, Herr, uns zu beugen. 7. Ja, deine Züchtigung Führ' uns zur Besserung. Laß sie die Sichern schrecken, Die Schläfrigen erwecken, Auf dein Gebot zu merken, Und redlich Fromme stärken. 8. Wenn dich das Herz nur liebt, So wird, was uns betrübt, Uns doch zum Heil gedeihen. Wer deiner sich kann freuen, Dem wird auch dei— ne Gnade Zum Licht auf dunklem Pfade. 9. So stärke denn das Herz, Daß auch im größten 438 Allerlei gemeine Noth. Schmerz Es nie an Muth uns fehle. O sprich zu un⸗ srer Seele: Getrost! dich soll kein Leiden Von meiner Lie⸗ be scheiden. 10. Am Schluß von un⸗ serm Lauf, Dann klärt sich alles auf, Dann wird die Aussicht heiter, Dann thränt kein Auge weiter, Und die⸗ ses Lebens Leiden Verwan⸗ deln sich in Freuden. David Bruhn 1727—82. Mel. Wenn wir in höchsten ꝛe. oder Herr Jesu Christ dich ꝛe. Eenn wir in 61⁵. W höchster Noth und Pein Und wissen nicht, wo aus noch ein, Und fin— den weder Hülf' noch Rath, Ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, Daß wir zusammen insgemein Anrufen dich, o treuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Noth; 3. Die willst du schaffen gnädiglich Allen, die darum bitten dich Im Namen deins Sohns Jesu Christ, Der unser Heil und Fürsprech ist. 4. Drum kommen wir, Herr unser Gott, Und klagen dir all unsre Noth, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer Trübsal und Ge⸗ fahr. 5. Sieh nicht an unsre Sünde groß Und sprich uns, Herr, aus Gnaden los, Steh uns in unsermElend bei, Mach' uns von allen Plagen frei. 6. Alsdann von Herzen wollen wir Mit hohen Freu⸗ den danken dir, Gehorsam sein nach deinem Wort, Dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber 1511—69. (Dürre und Nässe.) Mel. O Gott, du frommer eꝛ. Ferr, allerhöchster 616. H Gott Im Him⸗ mel und auf Erden, Dem Wolken, Luft und Wind Allzeit gehorsam werden! Was du befiehlst, geschieht: O laß auch unser Flehn Durch dich, Allmächtiger, Jetzt in Erfüllung gehn. Z. Wir bitten kindlich dich Um deinen Vatersegen; Gib uns, o Vater, gib Uns einen milden Regen! Staub ist jetzt unser Land, Erstor⸗ ben jede Flur; Es schmach⸗ tet Feld und Thier, Es trau⸗ ert die Natur. 3. Wir haben's wohl ver⸗ dient; Denn groß sind unsre Sünden; Doch deine Lang⸗ muth läßt Uns wieder Gna⸗ de finden. Vergib uns unsre Schuld! Thu auf die milde Hand, Wirf einen Vaterblick Auf uns und unser Land! 4. Befeuchte Berg und Thal, Erfrische unsre Felder! Dein; Auf Flr Das, Erquick Daß je dig dan 5. 6 Wort Regen Herz N gen. D sich, E freun; An wa (Jev. G.⸗2 Mel. Au 6¹⁷ ganz N Dochen Glanz entflieh dir ist Laß de und P; erfreuer 2.— in ein! wandel aus de trauert jeder H Betrüb neigt derben. unsre ch uns, „ Steh „Mach' n frei. Herzen n Freu⸗ horsam t, Dich d dort. 151 151 169. — Imer u. höchster m Him⸗ Dem Wind verden! eschieht: Flehn ichtiger, ehn. lich dich n; Gib Uns Staub Erstor⸗ schmach⸗ 55 trau⸗ ohl ver⸗ ‚d unsre eLang⸗ er Gna⸗ 8 unsre e milde aterblick Land! rg und Felder! Dein Regen träufle sanft Auf Fluren, Gärten, Wälder! Das, was bisher gelechzt, Erquicke, Herr, aufs neu', Daß jede Kreatur Dir freu⸗ dig dankbar sei. 5. Ergieß zugleich dein Wort Gleich einem milden Regen Auf unser träges Herz Mit tausendfachem Se⸗ gen. Der Fromme nur kann sich, Gott, deines Segens freun; O laß uns alle reich An wahrer Tugend sein! (Jev. G.⸗B.) Peter Busch 1682—1744. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich ꝛc. 617 Gott, du kannst den Himmel ganz Mit Wolken überziehen. Doch müssen vor der Sonne Glanz Sie, wenn du willst, entfliehen. Laß doch,— bei dir ist Rath und Macht,— Laß doch der Sonne Glanz und Pracht Uns wiederum erfreuen. 2. Als ob der Himmel in ein Meer Des Zorns ver⸗ wandelt wäre, So strömt es gus den Wolken her; Drum trauert Feld und Aehre. Ja, jeder Halm steht tief gebeugt, Betrübt er sich zur Erde neigt Und ahnet sein Ver⸗ derben. 3. Wer hilft uns hier? o Gott, wir sehn Auf dich bei unsern Klagen. Du thust weit mehr, als wir verstehn Allerlei gemeine Noth. 439 Und dich zu bitten wagen. Du, der's mit uns aufs beste meint, Kannst leicht, was uns Verderben scheint, In Wohlthat uns verkehren. 4. Herr, thue, was dir wohlgefällt, Erquick' auch uns zur Wonne Das schon so lang durchnäßte Feld Durch heitern Schein der Sonne. Doch findest du es uns nicht gut, So stärk', Allweiser, uns den Muth, Auch diese Noth zu tragen. 5. Durch Hoffen und durch Stillesein Soll unser Herz dich ehren. Was du schickst, muß uns doch erfreun, Im Glauben uns bewähren. Denn nach dem Wechsel die— ser Zeit Wird dir das Herz in Ewigkeit Auch für die Leiden danken. Dav. Denicke 1603—-80. (Theurung.) Mel. Von Gott will ich nicht ꝛe. oder Aus meines Herzens ꝛe. 618 Du reicher Trost 2* der Armen, O Herr der ganzen Welt, Du Vater voll Erbarmen, Der alles trägt und hält! Du, Gott, erhörst Gebet; Er⸗ höre, was im Staube Ver⸗ trauensvoll der Glaube Von dir in Noth erfleht. 2. Sonst zeigte jeden Mor⸗ gen Dein Segen sich uns neu; O O mach' auch jetzt von Sor⸗ 440 gen Die bangen Herzen frei! Zu helfen ist dir leicht; Du kannst dem Mangel wehren, In Ueberfluß ihn kehren, Wenn's uns unmüöglich däucht. 3. Den e gib Er⸗ barmen Bei der Bedrängten Ochmerz, Und zu erfreun die Armen Sei Freude für ihr Herz. Damit sie mild ihr Brot Den dürftgen Brüdern brechen Und diese dankbar sprechen: Euch lohn' und segne Gott! 4. Die Früchte laß gera⸗ then, Uns wieder zu erfreun, Und allen unsern Saaten Gib Wachsthum und Gedeihn. Mit milder Vaterhand Gib Wärme, Thau und Regen; Dann kehret reicher Segen Zurück in unser Land. 5. Allgütiger, wir hoffen Auf dich und deine Treu'. Oft hat uns Noth betroffen; Doch standest du uns bei. Du hilfst und rettest gern; So sei denn unser Leben Vertrauensvoll ergeben Dir, unserm Gott und Herrn. Phil. Fr. Hiller 1699—1769. (Wassersnoth.) Mel. Was mein Gott will ꝛe. 619 O großer Gott, * nimm uns in acht, Du kannst die Fluten hemmen; Jetzt droht der Wasserwogen Macht Das Land zu übers schwemmen; Allerlei gemeine Noth. Verbirg jetzt nicht dein An⸗ gesicht; Gedenk' an uns in Gnaden! Gott, wenn uns jetzt dein Arm beschützt, Was kann das Meer uns schaden? 2. Du, Herr, kannst unser Retter sein, Hilf uns um Christi wilen! Du, du allein kannst uns befrein, Kannst Sturm und Wellen stillen! Erbarme dich, hilf väterlich, Beschütz' uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Preis, Dank und Ehre geben. (Jev. G.⸗B.) Chrn. v. Stöcken 1633—84. (Seuchen.) Mel. In dich hab' ich gehoffet ꝛe. 0 In unsern Nöthen 620. J Irfallen wir Voll Reu' und demuthsvoll vor dir In unserm Jammer nieder; Denn Seuch' und Tod umgibt uns, Gott, Und würget unsre Brüder. 2. So viele sanken schon ins Grab Wie unerwartet schnell hinab! Wie ist um Hülf' uns bange! O schone noch, befrei' uns doch Von unserm Untergange! 3. Arzt, Kunst und Vor⸗ sicht retten nicht; Wir haben keine Zuversicht Als nur zu deiner Güte. Dem Tod, o Herr, gebeut, daß er Wilt weiter schrecklich wüthe! Wir handen an den Sohn und dich, Und darum schaue v beugte allein 1 Errett' 5. V und La Vaterha Plage. Allmäch heitre 2 D noch nie uns, 6 Und dir Raß, st vor dir leben. (Kriegs Mel. He 2 Schande ihren N den Be deine H di ale sich all, verlasser Gnaden Laß die 3. H stand 5 Wenn werden Sie mü fen nier mehr re in An⸗ uns in n uns schütz, r uns t unser 1s um Fallein Kannst stillen! terlich, Leben! Gott, und Stöcken 633—84. offet ꝛe. seöthen r Voll lÜU vor Immer und Gott, üder. schon wartet ist um schone Von Vor⸗ haben nur Tod, aß er vüthe! n den darum schaue väterlich Auf tief ge— heugte Sünder; Denn du allein kannst uns befrein; Errett' uns, deine Kinder! 5. Wir übergeben Volk und Land In deine treue Vaterhand; Entferne jede Ulage. Erquick' uns, Herr, Almächtiger, Gib wieder heitre Tage! 6. Doch willst du uns noch nicht befrein, So laß uns, Gott, geduldig sein Und dir uns ganz ergeben! Laß, sterben wir, uns dort vor dir In deiner Wonne leben. Unbek. Verfasser. (Kriegs- und Friedenslieder.) Mel. Herzliebster Jesu, was ꝛe. 621. Herr, unser Gott, laß nicht zu Schanden werden Die, so in ihren Nöthen und Beschwer— den Bei Tag und Nacht auf deine Hände sehen Und zu dir flehen! 2. Zu Schanden mache alle, die dich hassen, Die sich allein auf ihre Macht verlassen; Ach, kehre dich mit Gnaden zu uns Armen, Laß dich's erbarmen. 3. Herr, schaff' uns Bei⸗ stand wider unsre Feinde! Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; Sie müssen Wehr' und Waf⸗ fen niederlegen, Kein Glied mehr regen! Allerlei gemeine Noth. 441 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; Vergebens ist's, auf Men⸗ schenhülfe bauen; Mit dir wir wollen 2 Thalen h jvun und kämpfen,‚ Die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, du kannst die Mächtgen zwingen, Du kannst den Schwachen Hülf' und Rettung bringen; Wir traun auf dich und flehn in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen! Joh. Heermann 1585-1647. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ꝛc. 622 Hern, der du 3 vormals hast dein Land Mit Gnaden an— geblicket Und, wenn du Stra⸗ fen ihm gesandt, Es wiederum erquicket, Der du mit väter⸗ licher Huld Verziehen deinem Volk die Schuld, Gelöset seine Bande: 2. Soll nun dein ernstes Strafgericht, O Herr, ohn' Ende währen? Willst du dein freundlich Angesicht Nicht wieder zu uns kehren? Gott, unser Heiland, o erfreu' Mit deinem Gnadenschein aufs neu' Uns, die dein Zorn er⸗ schrecket! 3. O würde mit Posau⸗ nenschall Des. Wort gehöret, Daß Friede sein soll überall, Wo Christus wird verehret! Daß alle, denen er bekannt, Die Waffen 442 Allerlei gemeine Noth. legten aus der Hand Und bauten Friedenshütten! 4. Zu ihm sei unser Herz gewandt! Er wird zu uns sich wenden! Der Herr mit seiner starken Hand Wird alle Drangsal enden, Auf daß zu seines Namens Ruhm Des ganzen Volkes Eigen⸗ thum Sei Wohlfahrt, Zucht und Ehre. 5. Wo Christen jetzt im blutgen Streit Einander tref⸗ fen müssen, Da wird dann die Gerechtigkeit Sich mit dem Frieden küssen; Es werden da, wo jetzt das Schwert In Feindeshand die Flur verheert, Sich Güt' und Treu' begegnen. 6. Der Herr woll' uns viel Gutes thun, Dem Lande Früchte geben! Und die in seinem Schoße ruhn, Die lass' er blühn und leben! Gerechtigkeit lass'er bestehn; Er lass' uns Hen und Friede sehn Zu seines Namens Ehre! Paul Gerhardt 1606—-76. Mel. Nun ruhen alle Wälder ꝛe. I Alten mit 623. den Jungen, Erhebet eure Zungen, Lobt Gott mit süßem Klang! Der Herr sei hoch gepreiset, Der uns den Frieden weiset; Bringt Ruhm ihm dar und Lobgesang! 2. O Vaterland, beschweret, Von Feinden ausgezehret Verwüstet hier und da: Lob' Gott; den Krieg er endet Und alles Unglück wendet; Von Herzen sing: Hallelu⸗ ja! 3. Ihr, die bisher geplaget, on Haus und of verjaget, Sed dankbar immerdar! Der Feind mit Schwert und Bogen Ist nunmehr fern gezogen; Nehmt wieder ein, was euer war! 4. Der Krieg ist weggenom⸗ men, Der Fried' ist wieder kommen; Gott sei Lob, Ehr' und Preis! Jetzt scheinet neu die Sonne Und bringt nach Trauern Wonne; Drum lobet Gott mit treuem Fleiß! 5. Groß sind, Herr, deine Gaben, Die wir empfangen haben Aus deiner milden Hand; Zu vielen tausend⸗ malen Kann man dir nicht bezahlen, Was du uns allen zugewandt! 6. Wir bitten deine Treue: Auch ferner Ruh' verleihe, Herr Gott, zu unsrer Zeit! Wir wollen, weil wir leben, Dafür dein Lob erheben Und deine große Herrlichkeit! Georg Werner 1607-71. Mel. Nun danket alle Gott ꝛc. 624. Hem n Regier', Herr, unsre Stim⸗ men, Glut glimme edle Fl uns all mit Lu loben 5 2. H wir! V Wir r Mit h Es stei an die tönt mit Gott, d getrage: Mund gier: chweret, zezehret, v: Lob r endet wendet; Hallelu⸗ eplaget, erjaget, nerdar! ert und rr fern der ein, genom⸗ wieder b, Ehr' scheinet bringt Drum Fleiß! „ deine ofangen milden ausend⸗ ir nicht 18 allen Treue: erleihe, 1 Zeit! r leben, en Und eit! 1607—71. Gott u. tt, dich nwir! Stim⸗ men, Laß deines Geistes Glut In unsern Herz en glimmen. Komm, komm, o idle Flamm', Ach komm zu uns allhier, So singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir. 2. Herr Gott, dich loben wir! Wir preisen deine Güte, Wir rühmen deine Macht Mit herzlichem Gemüthe; Es steiget unser Lied Bis an die Himmelsthür Und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir Für deine großen Gna⸗ den, Daß du das Vaterland Von Kriegeslast entladen, Daß du uns blicken läßt Des goldnen Friedens Zier! Drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, Die wir in bangen Tagen Der Waffen schweres Joch Und frechen Grimm Allerlei gemeine Noth. 443 in Ruh'; Herr Gott, wir danken dir. 5. Herr Gott, dich loben wir, Daß— die Pfeilꝰ und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert Zer⸗ brochen und zerschlagen. Der Strick ist nun entzwei; Dar⸗ um so singen wir Mit Her⸗ zen und mit Mund: Herr Gott, wir danken dir. 6. Herr Gott, wir danken dir Und bitten, du wollst geben, D Daß wir auch künftig stets In guter Ruhe leben. Krön' uns mit deinem Gut, Erfülle nach Gebür, O Va⸗ ter, unsern Wunsch! Herr Gott, wir danken dir. Herr Gott, wir danken dir Und preisen deinen Na⸗ men; Herr Gott, dich loben wir, Und alle Welt sagt Amen! Was lebt und Odem hat, Preist dich voll Dankbe— gier. Herr Gott, wir loben getragen. Jetzt rühmet unser dich; Herr Gott, wir dan⸗ Rund Mit herzlicher Be⸗ ken dir! gier: Gott Lob! wir sind Joh. Franck 1618 7⁷ —9.——ii—— J. Allgemeine Gottesdienstlieder, Lob-, Dank⸗ und Vitt⸗ 2555— Nr. 1—43. II. 111905 Wesen, Eigenschaften und Werke. Nr. 44—89, nh al k. en Gottes 36.—. stlieder. Nr. 1—19. Lob⸗, Dank⸗ und X Bittlieder. Nr. 20—43. Gottes Wesen und Eigenschaften. Nr. 44—64. 5 Wesen Gottes. Nr. 44—49. Eigenschaften Gottes. Nr. 50—64. Gothes 5Werke. Nr. 65—89. a. Schöpfung, Erhaltung und Regierung. Nr. 65—75. b. Erlösung von der Sünde. Nr. 76—89. III. Festlieder. Nr. 90—233. VII. 2 2. Weihnachten. Nr. 103—117. 3. Neujahr. Nr. 118—129. 4. Passion. Nr. 130—-155. 7. Pfingsten. Nr. 182—199. Adpent. Nr. 90—102. N H a. Anfang des Kirchenjahrs. Nr. 90—-92 b. Kommen Christi. Nr. 93—102. VIII. 2 Sern Ar. 15. Himmelfahrt. Nr. 172—181. Bußtag. Nr. 200—210. Saatfest. Nr. 211—216. „Erntefest. Nr. 217—226. 7 Reformationsfest. Nr. 227—233. Kirche und ihre Cyndeumitten Nr. 234—301. Die Kirche und ihre Ausbreitung. Nr. 234—251. Das Wort Gottes. Nr. 252—262 Die heil. Sacramente. Nr. 263—285. a. Die heil. Taufe. Nr. 263—267. b. Das heil. Abendmahl. Nr. 268— 285. Besondere kirchliche. Handlungen. Nr. 286—301. a. Confirmation. Nr. 286—294. b. Ordination und Futtoduelton Nr. 295—299. c. Einweihung einer Kirche. Nr. 300. 301. B ud Bitt⸗ 19. 43. 44—89. 44—64. 65—75, 301. 6—301. 299. Inhalt. V. Der christliche Heilsweg. Nr. 302—342. 1. Buße und Bekehrung. Nr. 302—318. 2. Glaube und Rechtfertigung. Nr. 319—342. VI. Heiligung des Sinnes und Wandels. Nr. 343—490. 1. Friede und Freude des Christen. Nr. 343—354. 2. Liebe zu Gott und Christo. Nr. 355—372. 3. Gebet. Nr. 373—379. 4. Kampf mit der Sünde. Nr. 380—399. 5. Weltverleugnung und Nachfolge Christi Nr. 400—425. 6. Christliche Tugenden. Nr. 426—462. (Christliche Tugenden im allgemeinen Nr. 426—428. Gewissenhaftigkeit Nr. 429. 430. Wahrhaftigkeit Nr. 431—436. Benutzung der Zeit Nr. 437. Fleiß Nr. 438—442. Gebrauch der zeitlichen Güter Nr. 443—447. Mildthätigkeit Nr. 448. 449. Liebe Nr. 450—453. Gerechtigkeit und Billigkeit Nr. 454—457. Sanftmuth Nr. 458. Demuth Nr. 459. Keusch⸗ heit Nr. 460— 462.) 7. Vertrauen auf Gott und Geduld in Leiden. Nr. 463—490. VII. Die Harie Dinge. Nr. 491—541. 0 Tod und Begräbniß. 0 491—518. Gericht und ewiges Leben. Nr. 519—541. VII. Veseer Zeiten und Verhältnisse. Nr. 542—624. 1. Tageszeiten. Nr. 542—575. a. Morgen. Nr. 542—556. b. Mittag. Nr. 557—562 c. Abend. Nr. 563—575. „Jahreszeiten. Nr. 576—579. leenene d Hänsständund Beruf. Nr.580-613. (Allgemeine Verufslieder Nr. 580—584. Für Dienst⸗ boten Nr. 585. Gebet für die Obrigkeit. Nr 586. Bei Einsegnung der Ehe Nr. 587— 589. Allgemeine Ehestandslieder Nr. 590— 593. Für Eltern Nr. 594. Für Kinder Nr. 595—600. Schullieder Nr. 601-604. Für Witwen Nr. 605. Reiselieder Nr. 606—608. Abschied Nr. 609. Alter Nr. 610. 611. Todes⸗ nähe Nr. 612. Leiden und Krankheit Nr. 613.) 4. Allerlei gemeine Noth. Nr. 614—624. ö (Im allgemeinen Nr. 614. 615. Dürre und Nässe Nr. 616. 617. Theurung Nr. 618. Wassersnoth Nr. 619. Seuchen Nr. 620 Kriegs- und Friedens⸗ lieder Nr. 621—624. (Die mit einem Kreuz bezeichneten Melodien sind nicht zum öffent⸗ 29. Es wolle Gott uns gnädig sein Nr. 244, 340, 387. Melodien-Register. lichen Gebrauch bestimmt.) Ach, Gott und Herr, Nr. 260, 308. Ach Gott vom Himmel, sieh darein Nr. 395. 3. 7+ Ach, was ist doch unsre Zeit Nr. 495. „Ach, was soll ich Sünder machen Nr. 382. 5. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' Nr. 44, 68, 81, 114, 217, 269, 275, 281, 292, 396. Allein zu dir, Herr Jesu Christ Nr. 329. 7. Alles ist an Gottes Segen, Nr. 181, 360, 369, 468, 488, 577, 600. . An dir allein, an dir hab' ich Nr. 312. Auferstehn, ja, auferstehn, Nr. 60, 541. Auf meinen lieben Gott Nr. 76, 303, 309, 614. Ar 1s meines Herzens Grunde Nr. 12, 51, 94, 97, 100, 126, 199, 219, 416, 421, 422, 552. 2. Aus tiefer Noth schrei' Nr. 64, 304, 311, 315, 444, 617, 622. „Christe, du Lamm Gottes, Nr. 137. „Christus, der ist mein L. Nr. 164 „ 251, 287, 326 50%½, 508. „Christus, der uns selig macht Nr. 134, 347. Danket dem Herrn: denn er ist Nr. 561. „Das Jahr ist hingeschwunden Nr. 121. +Der Tag ist hin; mein Jesu Nr. 204. Die goldne Sonne Nr. 554. Die Himmel rühmen des Nr. 65. Die Him eu des 9 ö „Dir, dir, Jehovah, will Nr. 35, 55, 144, 288, 297, 299, 379, 549, 602. +Du bist's, dem Ruhm und Nr. 21. „Du bist ja, Jesu, meine Nr. 15. Ein feste Burg ist Nr. 231, 232, 242, 247. 25. Ein Lämmlein geht und trägt Nr. 139, 179, 186, 272, „Ermuntre dich, mein schwacher Nr. 109, 516. „Erschienen ist der herrlich Tag Nr. 90, 583. Es ist gewißlich ar der Zeit Nr. 13, 124, 125, 205, 255, 321, 328, 392, 413, 434, 438, 443, 452, 465, 476, 504, 505, 520. 2—2, 208 56. 57. . Cο. Stor: — =„ 2 2— 2 8:. . Ve — E— οα Iqũ Liebs 62. t Lobe Melodien-Register. 30. Freu' dich sehr, o meine Seele Nr. 8, 59, 63, 96, 130, 145, 148, 188, 194, 198, 200, 238, 305, 306, 376, 378, 389, 390, 427, 454, 461, 474, 490, 544, 565, 594, 603 606 51. 7 Gedanke, der uns Leben gibt, Nr. 78. 2. Gelobet seist du, Jesus Christ Nr. 115. m öffent⸗ 33. Gib d dich zufrieden Nr 478. 34. Gott des Himmels und der Erden Nr. +, 334, ki, 191, 293, 425, 450, 551, 5583. 35. 4 Gott ist mein Lied Nr. 69. 36. Herr Christ, der einig Gottes Sohn Nr. 317. i 7. 4 Herr Gott, dich loben wir Nr. 20. 38. Herr, ich habe mißgehandelt Nr. 128, 310, 514. 39. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Nr. 2, 3, 4, 43, 119, 14. 21² 192, 229, 245, 246, 318, 442, 558, 591, 595, 601, 604. ö ö 40. Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Nr. 155, 156. Wl 11. Herzlich thut mich verlangen Nr. 19, 85, 99, 107, 118, ö 38, 470 422, 135, 431 142, 159, 230, 277, 393,— 5 39ʃ4,393, 417, 418, 431, 482, 497, 499, 500, 556, 567, 571, 609. 42. Herzliebster——— was Nr. 1 4, 62, 86, 131, 138, 146, 249, 313, 458, 486, 23², 621. 43. Hilf, Gott, daß mir's gelinge Nr. 147. 00, 110, 44. f Himmelan, nur himmelan Nr. 44. 45. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht Nr. 503. 14, 613, 46. Ich dank' dir schon durch deinen Nr. 403, 543. . 4 Ich hab' mein' Sach' Gott Nr. 494, 533. 48. Jerusalem, du hochgebaute Nr. 540. 6, 506, 49. + Jesu, als du erstlich kamest Nr. 559. 50. 4 Jesu, hilf siegen, d du Fürste Nr. 82, 399. 51. Jesu, komm doch selbst zu mir Nr. 67. 52. Jesu, meine Freude Nr. 182, 352, 574, 33. Jesu, meines 34 Leben Nr. 5, 27, 13 33, 174, 195, 294, 316, 323, 32 358, 364, 371, 384, 408, 430, 455, 45⁷, 501, 5 528, 535, 56, 611. 54. Jesus, meine Herscht Nr. 102, 129, 161, 163, 265, 325 ö 7, 298, 331, 363, 366, 3½%, 406, 436, 437 5065 463, 941, 512. 55. Im Osten flammt empor Nr. 555. 50. In dich hab' ich gehoffet, Herr Nr. 57, 214, 582, 620. 57. Kehre wieder, kehre wieder Nr. 307. ö 38. Komm, heiliger Geist, Herre Gott Nr. 183, 193. 72, 412. 50. Kommt her zu mir, spricht Gottes Nr. 187, 336, 534, 578 60. Lieber Tag, seh' ich dich wieder Nr. 10, 37, 66, 74, 154, 158, 169, 218, 256, 257, 286, 381, 383, 409, 440, 5, 25 ne h 45 ö 65, 472, 61. Liebster Jesu, wir sind hier Nr. 1, 4, 18, 197, 264, 263. 62. Lobe den Herren, den mächtigen Nr 23, 113. 63. fLobe den Herren, o meine Seele Nr. 22 64. —— — 8—— 2.— 0— — — 2 00— 744 —— 80. — 82. 83 84. 85. 86. 88. 89. H „Nun laßt uns Gott dem Herren Nr. 127, 221 „Nun lob', mein' Seel', den Herren Nr. 24, 30 Melodien-Register. 5 Lobt Gott, ihr Christen alle gleich Nr. 26, 70, 71, 8 111, 441, 519, 588, 596, 597, 607. 7 Macht hoch die Thür, die Thore Nr. 70 Meine Liebe hängt am Kreuz Nr. 149, 279. Mein Herz und Seel' dem Herrn Nr. 568. Mein Jesu, dem die Seraphinen Nr. 270, 402. Mir nach, spricht Christus, unser Nr. 53, 84, 355, 385 391, 407, 446, 451, 599. . Mitten wir im Leben sind Nr. 518. „Nach einer Prüfung tuthen Tage Nr. 374, 531. Nicht so traurig, nicht so sehr Nr. 479. Nun bitten wir den h. Geist Nr. 248, 354. „Nun danket alle Gott Nr. 25, 46, 50, 405, 624. Dunn freut euch, lieben Nr. 419, 546, 586. Nun komm, der Heiden Heiland Nr. 93, 262. Nun laßt uns den Leib Nr. 513. „225, 284,5 170, 176, 211, 222, 240, 241. Nun lobt und dankt Nr. 562. + Nun preiset alle Gottes Nr. 539. Nun ruhen alle Wälder Nr. 143, 150, 151, 335, 356, 368, 375, 400, 448, 459, 475, 481, 484, 489, 496, 510, 515, 563, 564, 569, 570, 572, 573, 580, 585, 605, 610, 623. Nun sich der Tag geendet Nr. 42, 250, 449. daß ich tausend Zungen hätte Nr. 28, 80, 215, 2ʃ0, 220, 254, 320, 547, 579, 608. — O Ewigkeit, du Donnerwort Nr. 291, 343, a 522, 523. O Gott, du frommer Gott Nr. 40, 49, 54, 58, 120, 252 295, 322, 339, 341, 342, 410, 445, 517, 584 612, 616 O Lamm Gottes, unschuldig Nr. 136. O Traurigkeit, o Herzeleid Nr. 153. 2* + O wie selig seid ihr doch Nr. 536. +Preis, Lob, Ehr', Ruhm Nr. 89, 332. +Ringe recht, wenn Gottes Nr. 439, 560. 2. Schmücke dich, o liebe Seele Nr. 83, 180, 271, 273, 20, 282, 283, 345, 337. Seelenbräutigam, Jesu Nr. 289, 353, ö Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gut Nr. 29, 38, 52, 72, 230. + Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig Nr. 210. So bin ich nun kein Kind der Erde Nr. 11, 61, 132, 184, 201, 202, 224, 239, 274, 348, 359, 398, 415, 447. 97. 4 So führst du doch recht selig Nr. 592. 8. 7 So ist nun abermal Nr. 566. 9. Sollt' ich meinem Gott nicht singen Nr. 73, 157, 162, 165, 166, 196, 420. Straf' mich nicht in deinem Zorn Nr. 203, 346, 380. We „ 71, 8 284, 542 75, 105 356, 368 510, 515 610,623. 215, 210, 522, 529. 120, 252, 612, 616. 101. 102. 103. 104. 105. 106. 107. 108. 109. Melodien-Register. 449 1 Urquell aller Seligkeiten Nr. 36. Valet will ich dir geben Nr. 473, 502, 525, 548, 550. Vater unser im Himmelreich Nr. 206. Vom Himmel hoch, da komm' ich her Nr. 95, 103, 105, 112, 160, 172. Von Gott will ich nicht lassen Nr. 477, 487, 509, 618. Wach' auf, wach' auf, du Nr. 87. Wachet auf, ruft uns die Nr. 31, 33, 77, 106, 167, 168, 173, 233, 237, 280, 293, 344, 414, 460, 521, 524, 526, 527, 589. Warum sollt' ich mich denn Nr. 189, 350, 480. Was Gott thut, das Nr. 56, 225, 226, 259, 365, 397, 463, 466, 469, 483, 485. „Was mein Gott will, das Nr. 228, 361, 388, 394, 426, 467, 471, 619. „Was sorgst du ängstlich Nr. 98, 462. „Wenn mein Stündlein vorhanden Nr. 91, 268, 367, 505, 581. „Wenn wir in höchsten Nöthen Nr. 39, 123, 278, 491, 575, 615. „Wer nur den lieben Gott Nr. 41, 79, 92, 104, 152, 177, 207, 208, 209, 264, 266, 267, 285, 290, 302, 314, 327, 330, 331, 349, 357, 362, 373, 386, 401, 404, 411, 428, 429, 432, 433, 464, 492, 498, 538. 5. Wie schön leucht uns der Morgenstern Nr. 16, 32, 45, 47, 48, 116, 175, 178, 185, 190, 227, 234, 235, 258, 296, 300, 301, 370, 372, 529, 537, 545, 587, 590, 593. Wie wird uns sein, wenn Nr. 530. J. Wie wohl ist mir, o Freund Nr. 140, 334. „Wir glauben all an einen Gott Nr. 319. „Wo Gott der Herr nicht Nr. 243. „Wunderbarer König Nr. 9. Aemilie Juliane, Reichs⸗ gräfin von Schwarzburg—- Rudolstadt. Nr. 581. Albert(Alberti), Heinrich, Or⸗ ganistinKönigsberg. Nr.3 553. Albinus, Johann Georg, Pa— stor in Naumburg. Nr. 501. Albrecht, Markgraf von Brandenburg-Culmbach Nr. 1471. Angelus, Johann(Scheffler), Arzt in Breslau. Nr. 80 36², 369, 404, 407. Arndt(Ernst Moritz„Professor in Bonn. Nr. 87, 110, 333, 511. von Aschen, Johann Henrich. Nr. 294. Aschenfeldt, Christoph Carl Julius, Pastor in Flens⸗ burg. Nr. 85. Bachhof von Echt, Ludwig Heinrich. Nr. 140. Bähr, Christian August, Pa⸗ stor zu Weigsdorf bei Zittau. Nr. 150, 232, 346, 397. Bahnmaier„Jonathan Fried⸗ rich, Dekan in Kirchheim unter Teck. Nr. 262. Bahrdt, Johann Friedrich, Professor in Leipz i0. Nr.207. Basedow, Johann Bernhard, Director des Philantropins in Dessau. Nr. 76. Betichius, Johann, Pastor in Zerbst. Nr. 583. Betu lius von Birken. Bickel, Johann Carl Daniel, Super intendent in Mosb ach. Nr. 296, 435. Bienemann, Caspar(Me⸗ lissander), Gen.-Superinten⸗ dent in Altenburg. Nr. 504. Verzeichniß der Tiederdichter von Birken, Sigmund,(Be⸗ tulius) gekrönter Dichter in Nürnberg. Nr. 420. von Bogatzky, Carl Heinrich, in Halle. Nr. 299, 331. Brreithau pt. J dachim Justus, e or in Halle. Nr. 341. Bruhn, David, Pastor in Berlin. Nr. 270, 431, 614. Buchholz, Andreas Heinrich, Superintendent in Braun⸗ schweig. Nr. 473. Bürde, Samuel Gottlieb, Kanzleidirector in Berlin. Nr. 197, 211, 350, 398, 406, 556, 575. h, Peter, Pastor in Han⸗ nover. Nr. 616. Calisius, Johann Heinrich, Cons istorialrath in Wohlau in Schlesien. Nr. 606. Claudius, Matthias, in Wandsbeck. Nr. 572. Clausnitzer, 1. Pfar⸗ rer in Weyden, Oberpfalz. Nr. 1. Cramer, Johann Andreas, Professor in Kiel. Nr. 43, 51, 52, 54, 62, 221, 234, 240(2), 241, 249, 251 265, 313. 393, 455, 457, 599. Crasselius, Bartholomäus, Pastor in Düsseldorf. Nr. 35, 45, 414. von Cronegk, Johann Fried⸗ rich, Regierungsrath in Ansbach. Nr. 571. Dach, Simon, Professor in Königsberg. Nr. 503, 536. Deceius, Nicolaus, Pastor in Stettin. Nr. 44,(136). Denicke rath 255, Dilthe Diterin Proz Dörint in E 258, Dürr, kan Eber, Witt von Ee Eschen. chim schwe Fabrie in E Fedder Proz Feldho Wup Fischer Con gart Flemm Han Förste 21². Franck meis Nr. 624. Franck Cob: Franck sekre 153., Frane in Freud cola Nr ö(Be⸗ ter in ustus, 341. or in „614. inrich, raun⸗ ttlieb, her lin. „398. inrich, zohlau 06. mäus, Nr Fried⸗ h.in sor in tor in 36). Denicke, David, Consistorial⸗ rath in Hannover. Nr. 203, 255, 321, 444, 617. Dilthey, Nr. 375. Diterich, Johann Samuel, Propst in Berlin. Nr.81, 94, 125, 142, 152, 2609, 302, 305, 320, 322, 340, 392, 412, 538, 586. Döring, Carl August, Pastor in Elberfeld. Nr. 55, 106, 258, 287. dürr, Leonh ard Friedrich, kan in Kempten. Nr. 597. Eber, Paul, Professor in Wittenberg. Nr. 615. von Echt, s. Bachhof. Eschen burg, Johann Joa⸗ chim, Professor in Braun⸗ schweig. Nr. 77, 345. Fabrieius, Friedrich, Pastor in Stettin. Nr. 461 Feddersen, Jacob Friedrich, Propst in Altona. Nr. 610. Feldhoff, August, Pastor in Wupperfeld. Nr. 385. Fischer, Eberhard Ludwig, Consistorialrath in Stutt⸗ gart. Nr. 295. Flemming, Paul, Arzt in Hamburg. Nr. 475. Förster, Carl Christoph, Nr. 21². Franck, Johann, Bürger- meister in Guben, Lausitz, Nr. 34, 282, 310, 505, 624. Franck, Michael, Lehrer in Coburg. Nr. 388. Franck‚, Salomo, Consistorial⸗ sekretär in Weimar. Nr. 153, 584. Franck, Sebastian, Diakonus in Schweinfurt. Nr. 361. le eil, Wilhelm Ni⸗ 95 aus, Pastor in Hamburg. — De Nr 56. Verzeichniß der Liederdichter. Freylinghausen, Johann Anastasius, Pastor in Halle. Nr. 82, 353, 379, 427, 489, 549, 566. Freystein, Johann Burkhard, Justizrath in Dresden. Nr. 380. Frommann, Johann Ulrich, Professor in Tübingen. Nr. 401. Fulda, Nr. 589. Funk, Gottfried Benediet, Ree— tor in Magdeburg. Nr. 168, 304, 391, 400, 456, 497, 550. Garve, Carl Bernhard, Pre⸗ diger in Herrnhut. Nr 162, 217, 259, 326, 337, 425, 332. Gedicke, Lampertus, Feld— propst in Berlin. Nr. 465. Gellert, Christian Fürchte⸗ gott, Professor in Leipzig. Nr. 21, 38, 39, 61, 35, 68, 69, 78, 103, 124, 131, 146, 156, 161, 242, 252, 200, 2%½, 312, 390, 335, 356, 374, 394, 445, 446, 447, 451, 459, 462, 463, 481, 484, 486, 491, 493, 531, 5343, 303. Gerhardt, Paul, Archidiako⸗ nus in Lübben, Lausitz. Nr. 26.(, 73, 99, latt, 127, 139, 141, 143, 187, 194, 199, 338, 467, 478, 479, 480, 482, 487, 500, 316, 342, 354, 379, 382, 590, 613, 622. von Gersdorf, Henriette Catharine, Freifrau in Dresden. Nr. 120. Gesenius, Justus, Gen.⸗ Superintendent in Han⸗ nover. Nr. 147, 228, 339. Gotter, Ludwig Andreas, Hof— 29˙ 7 rath in Gotha. Nr. 27, 89, 300, 31. Gottschling, Gottfried, Pre⸗ diger in Medzibor in Schle— sien. Nr. 376. Gramann, Johann(Polian⸗ der), Pastor in Königsberg. Nr. 24. Gregor, Christian, Bischof in Herrnhut. Nr. 354. Gryphius, Andreas, Land⸗ schaftssyndieus in Glogau. Nr. 496. Günther, Cyriacus, Lehrer in Gotha. Nr. 29, 367. Hävecker, Johann Henrich, Pastor in Calbe a. d. Saale. Nr. 434, 443. Hagenbach, Carl Rudolf, Professor in Basel. Nr. 169, 233. Hahn. Johann Michael, Land— mann in Sindlingen, Würt⸗ temberg. Nr. 5. von Hardenberg, Friedrich Georg(Novalis), Salinen⸗ inspeetor in Weißenfels. Nr. 348. Haßlocher, Johann Adam, Consistorialrath in Weil⸗ burg, Nassau. Nr. 17. Hecker, Heinrich Cornelius, Pastor in Meuselwitz bei Altenburg. Nr. 91. Heermann, Johann, Pastor in Köben, Schlesien. Nr. 40, 138, 148, 160, 206, 245, 278, 309, 370, 557, 621. Held, Heinrich, Sachwalter in Guhrau, Schlesien. Nr. 93, 191(sonst auch dem Joa⸗ chim Neander zugeschrieben). Helmbold, Ludwig, Super⸗ intendent in Mühlhausen, Thüringen. Nr. 477. Hensel, Zacharias, Pastor in Frankfurt a.d. Oder. Nr.611. Verzeichniß der Liederdichter. Herberger, Valerius, Pastor in Fraustadt, Posen. Nr.502. Hermann, Johann Gottfried, Oberhofprediger in Dresden. Nr. 79. Hermann, Nicolaus, Cantor in Joachimsthal. Nr. 505. Hermes, Johann Angust, Superintendent in Quedlin⸗ burg. Nr. 144. Hermes, Johann Timotheus, Superintendent in Breslau. Nr. 539. Herrmann, Zacharias, Pastor in Lissa. Nr. 316. Herrnschmid,‚ JohannDDaniel, Professor inHalle. Nr.22,50. Hesse, Johann, Pastor in Breslau. Nr. 510. Hey, Wilhelm, Superintendent in Ichtershausen bei Gotha. Nr. 449. Hiller, Friedrich Conrad, Kanzleiadvokat in Stuttgart. Nr. 239, 514. Hiller, Philipp Friedrich, Pfar⸗ rer in Steinheim, Württem⸗ berg. Nr. 48, 181, 335, 368, 373,433,448, 450, 452, 618. von Hippel, Theodor Gott⸗ lieb, Kriegsrath in Königs-— berg. Nr. 292. Hoffmann, Gottfried, Pro⸗ fessor in Tübingen. Nr. 198. Hoffmann, Gottfried, Reetor in Zittau. Nr. 2162 4132 Homburg, Ernst Christoph, Rechtsconsulent in Naum⸗ burg. Nr. 133, 175. Hopfensack, Johann Christian Wilhelm August, Pastor in Cleve. Nr. 602. Hubert, Conrad, Diakonus in Straßburg. Nr. 454. Hülsemann, Wilhelm, Pastor in Elsey(Westfalen). Nr. 223, 561. Köhl zastor .502. fried, Sden. antor 505. ngust, edlin⸗ theus, Slau. zastor aniel, 2,50. or in ndent zotha. nrad, tgart. Pfar⸗ ttem⸗ „368, „618. Gott⸗ nigs⸗ Pro⸗ 198. dector 413 stoph, aum⸗ istian or in onus 154. zastor Nr. Huober, Conrad. Nr. 329. Jensch, Caspar Gotthold. Nr. 214 Keymann, Christian, Rector in Zittau. Nr. 366. Klopstock, Friedrich Gottlieb, Legationsrath in Hamburg. Nr. 279, 280, 283, 384, 380, 524, 327, 329, 397, 541, 544. Knapp, Albert, Pfarrer in Stuttgart. Nr. 48 V. 3, 8, 195, 255, 236, 237, 203, 300, 301, 595, 598, 603. Köhler, Johann Friedrich, Pfarrer in Deger— loch bei Stuttgart. Nr. 577. Koppe, Johann Benjamin, Consistorialrath in Han—⸗ nover. Nr. 42, 75. Kramer, Mauritius, Pastor in Dithmarschen. Nr. 188, 468. Krause, Johann Gottfried, Superintendent in Dahma im Brandenburgischen. Nr. 3970. Krummacher, Friedrich Adolf, Pastor in Bremen. Nr. 60, 112. Küster, Elieser Gottlieb, Gen.- Superintendent in Braun⸗ schweig. Nr. 291. Küster. Samuel Christian Gottlieb, Superintendent in Berlin. Nr. 298. Lackmann, Peter, Oberpfarrer zu Oldenburg in Holstein. Nr. 546. Langbecker,. Emanuel Chri-⸗ stian Gottlieb, Hofstaats-— sekretär in Berlin. Nr. 288. Lange, Ernst. Rathsherr in Danzig. Nr. 183. Lauren ti, Laurentius, Musik⸗ directorin Bremen. Nr. 525 Verzeichniß der Liederdichter. Gottlieb Lavater, Johann Caspar, Pfarrer in Zürich. Nr. 15, 105, 166, 186, 268, 271, 276, 488, 534, 535, 585, 605. Lehmus, Johann Adam, Su⸗ perintendent in Rothenburg a. d. Tauber. Nr. 430. Lehr, Leopold Franz Friedrich, Diakonus in Köthen. Nr. 334, 386. Liebich, Ehrenfried, Pastor in Lomnitz in Schlesien. Nr. 47, 189, 215, 365, 403. Liscov, Salomo, Diakonus in Wurzen. Nr. 438. Löscher, Ernst Valentin, Su⸗ perintendent in Dresden. Nr. 281. Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, Ge— mahlin des großen Kur⸗ fürsten. Nr. 163. Ludaemilia Eli sabeth, Gräfin von Schweldburn⸗ Rudolstadt. Nr. 395. Luther, Martin, Dr. Professor in Wittenberg. Nr. 20, 115, 192, 193, 229, 231, 244, 311, 319, 518. Marot, Samuel, Consistorial⸗ rath in Berlin. Nr. 289. Matthesius, Johann, Pastor zu Joachimsthal. Nr. 552. Meister, Christoph Georg Ludwig, Rector in Bremen. Nr. 132, 224. Melissander s. Bienemann. Mentzer, Johann, Pastor zu Kemnitz, Oberlausitz. Nr. 28, 247. Meyfart, Johann Matthäus, Professor in Erfurt. Nr. 540. Mudre, Johann Friedrich, Pastor in Mittelsaida bei Freiburg. Nr. 37, 359, 14½, 230. ‚ 4⁵⁴ Verzeichniß der Liederdichter. Münter, Balthasar, Pastor in Kopenhagen. Nr. 5% 4, 173, 202, 243, 314, 3438. 34%, 350, 358, 408, 421, 436, 509, 524. Nachtenh öfer, Caspar Fried⸗ rich, Pastor in Coburg. Nr. 104. Neander, Christoph Friedrich, Propst in Gränzhof, Kur— land. Nr. 123, 170, 172, 492, 545. Neander, Joachim, Pastor in Bremen. Nr. 23,67, 494. Nerreter, David‚ Consistorial⸗— rath in Stargard. Nr. 485. Neumann, Caspar, Professor in Breslau. Nr. 220, 547. Neumark, Georg,“ Bibliothekar in Weimar. Nr. 464. eumeister, Erdmann, Pa⸗ stor in Hamburg. Nr. 325, 551, 612. Neunherz, Johann, Ober— pfarrer in Hirschberg. Nr. 14. Nicolai, Philipp, Pastor in Hamburg. Nr. 372, 526. Niemeyer, August Hermann, Kanzler in Halle. Nr. 8, 506. Nölting, Johann He inrich Vincenz. Nr. 560. Novalis, s. von Hardenberg. Oderborn, Paul, Pastor in Riga. Nr. 567. Olearius, Johann, Gen.⸗Su⸗ perintendent in Weißenfels. Nr. 4, 46, 90, 378, 337(2). Pfefferkorn, Georg Michael, Superintendent zu Gräfen⸗ Tonna bei Gotha. Nr. 405. von Pfeil, Christoph Carl Ludwig, preußischer Ge— heimerrath in Deufstetten im Ansbachschen. Nr. 200, 591, 596. Poliander s. Gramann. Praetorius, Boniamin, Pa⸗ stor zu Groß⸗ Lissa bei De⸗ litzch. Nr. 389. Puchta, Ch ristian Rudolfpein⸗ rich, Pfar rer zu Eyb bei Ans⸗ bach. Nr. 107, 210, 218. Rambach, Johann Jacob, 10161 e ßen. Nr. 64, 83, 180, 196, 267, 318,342, mi 694 Ramler, Carl Wilhelm Pro⸗ fessor in Berlin. Nr. 135, Reiber, e lob, Pa⸗ stor in Dirsdorf, Sch Hlesten. Nr. 324. Ringwaldt, Bartholomäus, Pastor in Tangjeld, Neu⸗ mark. Nr. 213, 275,315,520. Rinkart, Martin, Archidiako⸗ nus in Eilenburg, Sachsen. Nr. 25. Rist, Johann, Pastor in We⸗ del, Holstein. Nr. 30, 109, 128, 284, 1426, 322 Rodi 0 a st, Samuel, Reetor in Berlin. Nr. 469. Rothe, Johann Andreas, Pastor in d bei Bunzlau. Nr. 330, 515. Rückert, Friedrich, Professor in Berlin. Nr. 98. Rumpels, Johann Henrich, Nr. 149, V. 4. Rutilius, Martin, Archidia⸗ konus in Weimar. Nr. 308. Sacer, Gottfried Wilhelm, KammerconsulentinWolfen⸗ büttel. Nr. 118. Sachse, Christian Friedrich Heinrich, Consi storialrath in Altenburg. Rr. 227, 938. Sack, Friedrich Ferdinand Adolf, Hofprediger in Ber⸗ lin. Nr. 274. Schamelius, Johann Mar⸗ tin, Oberpfarrer in Naum⸗ burg. Nr. 419. in in, Pa⸗ bei De⸗ IfHein⸗ dei Ans⸗ 0, 218. Jacob, Nr. 64, 18,342, n, Pro⸗ X. 125, Ob, Pa⸗ chlesien. omäus, Neu⸗ 15,520. hidiako⸗ Zachsen. in We⸗ 30, 109, Rector 9. ndreas, dorf bei 915. rofessor Henrich, rchidia⸗ Cr. 308. zilhehm, Wolfen⸗ riedrich rath in 7.333. rdinand in Ber⸗ Mar⸗ Naum⸗ Scheffler s. Angelus. Scheidt, Christian Ludwig, Bibliothekar in Hannover. NI. 327. Schenk, Hartmann, Diakonus in Ostheim, Thüringen. Nr. 18. Schernack, Michael, Pastor in Wittenberg. Nr. 12. Schink, Johann Friedrich, Bibliothekar in Sagan. Nr. 579. Schirmer, Michael, Conrector in Berlin. Nr. 97, 190. Schlegel, Johann Adolf, Gen.⸗Superintendent in Hannover. Nr. 32, 33, 126. Schlosser, Ludwig Heiarich, Pastor in Frankfurt a. M. Nr. 594. Schmolck, Benjamin, Pastor in Schweidnitz. Nr. 7, 102, 129, 159, 164, 182, 209, 226, 253, 263, 349, 390, 483, 498, 512, 528, 574. Schneesing, Johann, Pastor in Frimar bei Gotha. Nr. 329(2). Schöner, Johann Gottfried, Pfarrer in Nürnberg. Nr. 88, 424. Schröder, Johann Heinrich, Pastor zu Meseberg bei Magdeburg. Nr. 371, 399. Schubart, Christian Friedrich Daniel, Hofdichter in Stutt-— gart. Nr. 36, 130. Schütz, Johann Jacob, Rechts— consulent in Frankfurt a. Main. Nr. 72. Seriver, Christian, Hofpredi— gerin Quedlinburg. Nr. 364. Selnecker, Nieolaus, Professor in Leipzig. Nr. 19. Spangenberg, August Gott⸗ lieb, Bischof in Herrnhut. Nr. 248. 6 Verzeichniß der Liederdichter. 4⁵⁵ Spitta, Carl Johann Philipp, Superintendent zu Burg-⸗ dorf im Lüneburgischen. Nr. 10, 66, 96, 158, 19, 257, 286, 307, 351, 409, 415, 417, 418, 439, 441, 472, 476, 499, 530, 555, 592, 593, 609. Stark, Johann Friedrich, Consistorialrathin Frankfurt a. Main. Nr. 266. Stegmann, Josua, Professor in Rinteln. Nr. 251, 568, Steuerlein, Johann, Stadt⸗ schultheis in Meiningen. Nr. 119. Stier, Rudolf, Superintendent in Schkeuditz, Provinz Sach— sen. Nr. 569. von Stöcken, Christian, Gen.⸗ Superintendent von Schles-— wig-⸗Holstein. Nr. 619. von Strauß, Victor, Geh. Cabinetsrath in Bückeburg. Nr. 122, 474, 578, 588. Sturm, Christoph Christian, Pastor in Hamburg. Nr. 14, 53, 70, 108, 134, 167, 225, 285, 332, 466 508. Taddel, Christian Ludwig, Kanzleidireetor in Rostock. Nr. 165. ter Steegen, Gerhard, Band— macher in Mühlheim a. d. Ruhr. Nr. 9, 31, 113, 174, 204, 352, 360, 422, 570. Thilo, Valentin, Professor in Königsberg. Nr. 100. Tholuck, Friedrich August Gotttreu, Professor in Halle. NT. 277. (Tietz, Christian Friedrich. Nr. 277). Tode, Hermann Julius, Meck— lenburgischer Kirchenrath. Nr. 130. Tollmann, Gottfried. Nr.219. Woltersdorf, Tribbechow, Adam Friedrich,‚ Gen.-Superintendent in Gotha. Nr. 149. Tscherning, Andreas, Pro⸗ fessor in Rostock. Nr. 580. Ulber, Christian Samuel, Pastor in Hamburg. Nr. 458, 523. Vischer, Christoph, Gen.-Su⸗ perintendent in Celle. Nr 155. Voß, Johann Heinrich, Rector in Eutin. Nr. 121. Waldau, Georg Ernst, An-— tistes in N ürnberg. Nr. 587. Wegelin, Josua, Pfarrer in Preßburg. Nr. 222. Wegleiter, Christoph, Pro— fosor in Altorf. Nr. 11. Weiße, Christian Felix Kreis⸗ stenertinnehmer in Leipzig. Nr. 84. Michael, Pfarrer zu Landskron in Böhmen. Nr. 95, 313, 601. Weissel, Georg, Pastor in Königsberg. Nr. 101, 328. Wentzel, Johann Christoph, Rector in Zittau. Nr. 205. Werner, Georg, Professor in Helmstädt. Nr. 623. Wilhelm II., Herzog von Sachsen⸗Weimar. Nr. 2,(3). Wilhelmi, Johann Christian, Stadtsyndikus in Gießen. Nr. 58. Wimmer, Gabriel, aus Sa— gan 65 Raen Nr. 442. Winckle Johann Joseph, Consiorinlrath in Magde— burg. Nr. 383. Wolf, Jacob Gabriel, Pro⸗ fessor in Halle. Nr. 363, 411. Ernst Gott⸗ lieb, Pastor in Bunzlau. Nr. 273, 396. Verzeichniß der Liederdichter. Würkert, Friedrich Ludwig 12 Super intendent in Walden⸗ burg in Sachsen. Zeller, Christian Heinrich, Ins spector in Beuggen, Ba⸗ den. Nr. 440. Nr. 420. Zimmermann i n 92—6 rop Nr. vo 0 Zingendrr f. Nicolaus Ludwig, Graf, B Zischof der See 3 Herrn⸗ hut. Nr. 250, 256, 43 453, 460. Zollikofer, Pastor in 208(2), 248. in Uelzen. Georg Ivachim, Leipzig. Nr. Unbekannte Verfasser. Nr. 86, 92, 111, 116, 154, 17, 185, 238, 264, 297, 308, 381, 382, 470, 490, 405, 507, 517, 519, 558, 559, 562, 600, 604, 608, 620. (aus dem olde 03. v. J. 1791) Nr. 564. (aus Grönings Eutwun v. J. 1859) Nr. 3, 16. (aus dem j jever rscheun Gesang⸗ 13.4 J. 1792) Nr. 6, 13,41, 49, 137, 145, 2ʃ0 261, 9410 (aus dem Berliner Gesang⸗ buch) Nr. 151, 157, 176, 201, 323, 344, 359, 402, 416, 432. (aus dem Gr. Leipziger Ge⸗ sangbuch v. J. 1697) Nr. 576. (aus dem Neuen Schaffhäu— ser Gesangbuch) Nr. 184. (aus Sailers Lit. Magazün Nr. 290. Al Die mit ch, aber lch, beib ch, blei A 6 1 ch Gott ch, höch chl kön Ach, n ch, sagt ch, sieh ch.treue h, 5. ch, Got — treue 9 5 —.— — —— — — „wie lein G lein zu 0 Haet ..— EI???EE D———— == lle Wel (lgenug Ugütige men, de Am Krer An dir rbeit is =D /D D.= — 2— .—. 8 2 52 uferstar Aufers luf 601 S S S · Ludwig, Walden⸗ Nr. 429. Heinrich, zen, Ba⸗ mnn Chri⸗ Uelzen. Nicolaus schof der Herrn⸗ 56, 423, Joachim, g. Nr. ser. Nr. 54, 177, 7, 303, 0, 405, „3509, 8, 620. angbuch 64. wurf v. 6. Gesang⸗ Nr. 6, 45, 246, Gesang⸗ 7, 170, 59, 402, er Ge⸗ 57) Nr. ffhäu⸗ kr. 184. agazin) Alphabetisches Die mit einem Kreuz bezeichneten Lieder sind nicht zum öffent⸗ lichen Gebrauch bestimmt.) Register der Gesänge. A. Nr. Uch, abermal bin ich 314 Ach, beib bei uns, Herr. 246 Uch, bleib mit deiner. 251 Ach, Gott und Herr, Wie 308 Ach arn verlaß mich 584 Ach, höchster Gott, verleihe 426 Ach! könnt' ich doch mit. 285 Ach, mein Herr Jesu,. 35 Ach,‚ sagt mir nichts von. 404 Ach, sieh ihn dulden, 144 Uchtreuer Gott, barmherzig 613 Ach, treuer Gott! ich ruf' zu 444 Ach, wann werd' ich dahin 535 Ach, was ist doch unsre 495 Ach, wenn ich dich, mein. 349 Ach, wie die Jahre 122 Allein Gott in der Höh' 44 Allein zu dir, Herr Jesu 329 Alle Menschen müssen 501 Aller meiner Brüder Rechte 457 Alles ist an Gottes Segen 470 Alle Welt, was lebt und 3. Allgenugsam Wesen 2332 Allgütiger, allein bei dir. 42 Amen, deines Grabes. 162² Um Kreuze hängte. 150 An dir allein, an dir. 312 Arbeit ist mein Los auf. 440 Auf, auf, den Herrn zu„ 548 Juf, Christen, auf und„172 Auf, Christen, laßt uns. 81 Auf, du zagendes Gewissen 323 Auferstanden, auferstanden 166 5 Auferstehn, u Gott nur will ich. 605 Auf Gott und nicht auf. Auf, ihr Streiter Aus einem tief vor dir Aus Gnaden soll ich selig Aus irdischem Getümmel. Aus meines Herzens Aus tiefer Noth ruf' U . Bald oder spät des Todes! Barmherziger, laß deiner Befiehl du deine Wege Begleite mich, o Christ Begrabt den Leib in seine 3 Bei dir, Jesu, will ich Beschwertes Herz, leg' ab Besser ist kein Tag zur Bete nur, Bewahr', Bleib, Jesu, bleib bei Bleibt bei dem, der Bringt her dem Herren C. Christe, du Lamm Gottes Christ, prüfe dich an jedem: Christus, der ist mein Christ, wenn die Armen. IV 0* Dank sei dir, Vater 35 Danet dem Herrn; 1 Das alte Jahr ee Das ist die rechte Liebestr. ich. betrübtes Herz! o Gott, mich, daß Bis hierher hat mich Gott 3 mit 5 — F —— —2 + — –& 415 458 Alphabetisches Register Nr. Das Jahr ist hingeschw.. 121 Das walte Gott, der 583 Deines Gottes freue dich. 347 Dein Heil, o Christ, nicht 374 Dein König 9 in 98 Wann Wort, o Herr, ist 259 Dein Wort, 5 Höchster, ist 2 Den süßen Schlaf erbitten! Der am Kreuz ist meine. Der du die Liebe selber Der du im Verborgnen. Der du noch in der letzten 2 De — du stets unsre Zuflucht Der du uns mit deinem. du voll Blut und du 1940 Heil De Der Der frohe Morgen kommt! Der Frühling ist erschienen? + Der Grund, auf dem. Der heilge Christ ist Der Herr bricht ein um. Der Herr ist Gott und 2— Der Herr ist meine Der letzte meiner Tage Der Mond ist aufgegangen 5 Der Tag hat sich geneiget Der Vater kennt dich! kenn' V Der Vater sei gepriesen. 22 D Der Vater sieht's; Kind,‚. Der Wollust Reiz zu. V Des Herrn Gesetz verkündet 2 Des Jahres erster Morgen 12 Des Jahres schönster Dich Jesum lass' ich Dich, Jesu, preisen unsre Dich krönte Gott mit. Dich seh' ich wieder, Die auf der Erde wallen Die Ernt' ist nun zu Ende.: Die Feinde deines Kreuzes: Die goldne Sonne, Voll 51 Die Herrlichkeit der Erden Die hier vor deinem Antlitz 2 +Die Himmel rühmen Die ihr Christi Jünger + Die Kirche Christi, die 2 der Gesänge. M Dies ist der Tag, den 103 Dies ist die Nacht, da mir 104 0 Die Sonn' hat sich mit 568 Die Sünden sind vergeben 335 Die Zunge, die vernehmlich 43 Dir dank' ich für mein„339 9215 dankt mein Herz, dir 8³ Dir, dir, Jehovah, will ich 33 Dir ewge Treue zu. B Dir, Ewiger, sei dieser.½ Dir jauchzet froh die.. 185 Dir, milder Geber aller. 235 Dir, Vater, dankt mein.18ʃ Du aller Menschen Vater 468 Du bist, Allgegenwärtiger 33 Du bist der Weg, die 86 Du bist mir nah mit deiner 55 + Du bist's, dem Ruhm. A Du bist zwar mein und 51ʃ6 Du, der kein Böses thut. 70 Du, der Menschen Heil und 133 Du, des Ankunft einst„ 96 Du, dessen Augen flossen 135 Du giengst zum höchsten. 176 Du Glanz vom ewgen„ 368 Du, Gott, du bist der Herr 125 Du hast ja dieses meinem 401 Du hast 115 aus dem„ 602 Du kanntest schon und 5 Du klagst und fühlest die 447 Du ladest, Herr, zu deinem 24 Durch Trauern und durch 118 Du reicher Trost der. 6ʃ8 Du sagst: Ich bin gerecht 342 Du schöne Welt, wie herrlich 2ʃ2 Du sollst glauben, und. 324 Du sollst in allen Sachen 580 Du Vater deiner Menschenk. 357 E. Ein Christ kann ohne„ 485 Einer ist's, an dem wir. 237 Ein' feste Burg ist unser 2331 Ein Herz, o Gott, in Leid 486 Ein Jahr der Sterblich keit 120 Ein Lamm geht hin m 139 Eins ist Einst gel Einst sel Empor 3 Er eilt, Er n chc. Erhöhter Erhöre g Erhör', Erinnre Ermunte Ermuntr Es baut, Es ist n Es ist vo! Es kam Es kennt Es wolle Es zücht Ewger 2 Ewig, er Fall auf Fest des Fest steht Fortgekü Frühmoꝛ Für all — 25 Gedar Geduld Geh auf Gehe Geh hin! Geht hir Geht nu Geist de Geist de Heist de M den„105 a mir 104 ch mit 568 rgeben 333 hmlich iein„ 356 rz, dir 8 ill ich 33 9 280 ser„I1 E80 aller. 255 nein„186 Vater 4ʃ8 irtiger 33 ie. 680 deiner 55 uhm. A und. 516 thut. 76 il und 133 Ust 0 flossen 135 hsten. 176 en„ 368 Herr 125 einem 401 em. 602 nd. 507 st die 447 einem 274 durch 118 0418 erecht 342 rrlich 212 imd„ 324 achen 580 chenk. 357 le„485 wir. 237 Unser 231 Leid 486 ichkeit 120 und 139 Alphabetisches Eins ist noth! o Herr, Einst geh' ich ohne Beben 5 Einst selig dort zu werden Empor zu Gott, mein Er eilt, der letzte von den“ Erfüllt sind Stund und Erhalt uns, Herr, bei Erhalt 5 Herr, die Erhebet, Erhebt den Herrn, ihr Erhöhter Jesus, Gottes Erhöre gnädig unser Flehen 2 Erhör', o Gott, das heiße Erinnre dich, mein Geist. Ermuntert euch, ihr Ermuntre dich, mein Es baut, o Gott, Es ist noch eine Ruh' Es ist vollbracht! ruft nach Es kam die gnadenvolle Es kennt der Herr die Es wolle Gott uns gnädig Es züchtigt deine Hand Ewger Vater aller Dinge Ewig, ewig bin ich dein.2 — V· Fall auf die Gemeinde FJest des Lebens, sei Fes st steht Fortgekämpft und Frühmorgens, da dien. Für alle Menschen beten G. Gedanke, der uns Leben Geduld ist euch vonnöthen Geh auf, du heller Gehe hin in Gottes Geh hin nach Gottes Willen Geht hin, ihr gläubigen Geht nun hin und grabt.! Geist der Kraft, der Zucht Heist der Wahrheit, lehre Geist des Lebens, heilge. hristen, euren.« Erheb, o Uurnnt Seele, dich 5— auf dein: zu Gottes Ruhme 2 Register der Gesänge. Geist vom Vater und vom Gelobet sei der Herr Gelobet seist du, Jesus Gerechter Gott, vor dein. + Gib dich Gott, Gott, deine Güte reicht so Gott, deinen weisen Willen! Gott, der du Herzenskenner Gott, der du Quell der + Gott der Gnaden Gott des Himmels und der Gott, dessen Hand die. Gott, du lässest Treu' und: Gott! gib deinen Geist Gott gib einen milden Gott hat in meinen Tagen Gott ist die Liebe selbst Gott ist ein Schutz in Gott ist gegenwärtig Gott ist mein Hort + Gott ist mein Lied. Gott ist und bleibt getreu Gott lebt! wie kann ich Gottlob, die Reise ist. Gott Lob! ein neues Gott richtet immerdar auf 42 + Gott rufet noch; sollt Gott ruft der Sonn' und Gott Vater, Gott Vater, der du allen Gott Vater, sende deinen Gott, vor dessen Angesichte Gott, welch ein Kampf in! Gott, wie du bist, so warst Großer Gott, wir fallen. Großer König, den ich Großer Schöpfer, Herr H. alleluja. wie lieblich. Hehr und heilig ist die eiland, deine Menschenl. Heilger Gott, der du. πι . zufrieden und Gib die Weisheit meiner.« deine Gnade bringt! aller Dinge. lt im Gedächtniß Jesum 36 8 83 461 460 Heilger J Jesu, Hei ilgungsqu. Deilh heilig sei der Eid err, allerhöchster G ott, I Du Herr, allerhöchst.——.— Von Herr, aller Weisheit Quell Herr, aus deiner Gnadenf. Herr, deine Sanftmuth Herr, deines Lebens letzte Herr, dein Wort, die edle Herr, der du mir das Herr, der du vormals hast Herr, der sein wahres Wort Herr, die Erde ist gesegnet Herr, du erforschest mich. Herr, du willst dein Reich Herr, du wollst sie vollb. Herr, es gescheh' dein. Herr Gott, dich loben wir; Herr Gott, wir ö Herr Gott, dich loben wir! Regier' 9 Herr Gott, Vater im. Herr, ich falle vor dir * 24 Herr, ich habe mißgehandelt! Herr Jesu Christ, du höch— stes Gut, Du Brunnquell H 911 Jesu Christ, du höch— stes Gut, 2 err Jesu, Gnadensonne. Herr, laß mich stets 1—8 öffne mir die err, stärke mich dein Habr⸗ unser Gott, laß Herr, vor dein Antlitz Herr wie du willst, so Herr, wir gehen zu dem Herr, wir singen deiner Herzliebster r Jesu, was hast Herz und Herz, vereint Heute mir und morgen dir 7—**t. Hier bin ich fremd, wie.5 Hier bin ich, Herr; du Hier bin ich, Jesu, zu Hier ist mein Herz, Herr Hilf, Herr Jesu, laß S. Du Wonne. Herr Jesu, der du selbst.à Alphabetisches Register der Gesänge. Nr. 414 436 616 322 410 344 458 268 256 563 622 33 218 54 238 280 3⁰ 20 — 504 559 3357 138 453 512 32 318 320 361 128 M. Himmelan, Dur himmelan 424 Himmel, Erde, Luft und 07 Hinan, hinan! ermüde.380 Hirte deiner Schafe..5 Höchster, denk' ich an die 9⁰⁵ Höchster Gott, durch deinen 551 H Hö *—— —, 5 .+ öchster Helfer, sei nicht. 6ʃ1 chster Tröster, komm. 189 ört das Wort voll.. 423 Hosianna! Davids Sohn. 103 J. Ja, fürwahr! uns führt 00 Jauchzet, ihr Himmel..1ʃ3 Jauchzt unserm Gott mit h2 Ich bin ein Gast auf.„500 Ich bin getauft auf deinen Mr Ich bin getauft, ich steh'. 200 Ich bin mir, Gott. 308 Ich bin, o Herr, in. 503 Ich bin vom süßen.„ 550 Ich danke Gott in... 4ʃ0 Ich geh' zu deinem Grabe 159 Ich glaube, daß die.„ 452 Ich habe nun den Grund 330 Ich hab' in Gottes Herz 40 Ich hab' in guten Stunden l +Ich hab' von ferne.„ 539 Ich höre deine Stimme. 4ʃ7 Ich — Ich lobe dich! mein Auge 239 Ich preise dich, o Herr, 250 Ich singe dir mit Herz.71 Ich soll zum Leben 300 Ich steh' an deiner Krippe 1—4 Ich steh' in meines„ 470 Ich und mein Haus, wir 598 Ich weiß, an wen ich glaube, Ich weiß 8 3³³ Ich weiß, an wen ich glaube, Weiß, daß 5060 Iche! weiß, mein Gott, daß 58² Ich weiß von keinem.. 331 Ich will beten, Gott wird 375 Ich will danken und.. 74 komme, Herr, und.2 Ich komme vor dein..39 will die will m Jerusalem u deine vNju, 91 10— geh r Fesu, il mein IJu, meine FNsus Chris Nau Seel esus ist k Ruus komu YNsus lebt, Nsus, meii YNsus nimi Nsus soll Nsu, Vorb Ihr Alten Ihr Christer hr Kinder Ihr Mitgen L Waiser Im Osten INn allen m In Gottes In Gottes In Thorhe In unsern I Gott fü: —.——7— Kehre wi gomm, heil omm, kon lomm, me lomm, o k kommt, Bi sammt' her kommt, lat lommt, laf somm zu sönig, dem Lünnt' ich M. melan 424 st und 67 üde. 383 . 541 an die 305 deinen 551 nicht. 6ʃ1 mm. 18 .425 Sohn. 102 führt 69 el. 110 tt mit 62 uf.. 500 deinen 207 steh'. 30 3303 503 „ 550 419 Brabe 159 402 5rund 330 Herz 467 unden 484 e. 00 ine. 417 1d 22 Auge 239 err,, 209 er; 303 rippe 1ʃ4 .470 „wir 505 aube, „333 aube, 392 wird 376 74 In Gottes Igh will dich lieben, meine 3 Ich will mich meinem Rursalem, du hochgebaute! h, deine tiefen Wunden isu, Freund der Neu, geh voran Nsu, hilf siegen. du, meiner Seele Leben: Iau, meines Lebens Leben 15— FNsus Christus herrscht als Fru Seetensreuns der Zesus ist kommen, Grund Nus kommt, von allem. Aus lebt, mit ihm auch Nsus, meine Zuversicht Asus nimmt die Sünder zesus soll die Losung. Nsu, Vorbild frommer Ihr Alten mit den Ihr Christen, rühmt, erhebt Ihr Kinder, lernt von Ihr Mitgenossen, auf zum Ihr Waisen, weinet nicht m Osten flammt empor Rallen rann Thaten. Namen fang'. u Gottes Rath ergeben. n Thorheit ist ein Herz unsern Nöthen fallen stGott für mich, so trete II * N V 00 V* * AI. K. Kehre wieder, kehre somm, heiliger' Geist, lomm, komm, du Licht in lomm, mein Herz, aus lomm, o komm, du Geist uummt, B Jrüder, laßt uns lommt' her. verkündigt dommt, laßt uns doch kommt, laßt uns Gott lomm zu uns, Gottes 66 dem kein König lönnt' ich in meinen. Alphabetisches Register der Gesänge. 600 629 184 595 387 511 555 475 438 502 402 620 338 307 193 227 273 191 422 70 473 221 192 180 35 Nr. L. Laß deinen Geist mich stets 146 Lasset uns mit Jesu 42⁰ Laß mich dein sein und 19 Laß mich doch nicht, o Gott 445 Laß mir die Feier deiner 132 Laß, o Jesus, mich 155 Liebe ist die größte Gabe 450 Lieblich ist dDieNorgenstunde 601 Liebster Liebster Jesu, wir sind hier Lobe den Herren, den. +Lobe den Herren, o meine Lob, Ehr' und Preis dem Lob sei dem allerhöchsten Lob sei dir, der den Lobsinge, meine Seele. Lobsinget Gott! Dank Lobsingt in seinem. Lobt den Herrn, o Gottes Lobt den Höchsten, Jesus M. Mache dich, mein Geist +Macht hoch die Thür Macht weit die Pforten in 2 Man lobt dich in der Stille Meine Lebenszeit verstreicht“ Meinen Jesum laß ich nicht Mein Erlöser, auch fürmiich Mein Erlöser hängt am. Mein erst Gefühl sei Preis 54 468 Meine Seele, laß Gott Meines Herzens reinste Meine Sorgen, Angst und Mein Glaub' ist meines. Mein Gott, ach, lehre mich Mein Gott, du prüfst des Mein Gott, ich weiß wohl Mein Gott, nun ist es Mein Herr und Gott, des Mein Herz, gib dich Menschen, die ihr Christi 111 nach, 4 0 Christus Mit Ernst, ihr. Jesu, hier sind wir 2 350 490 343 208 432 498 547 441 489 454 407 100 462 Mit Freuden laßt uns +Mitten wir im Leben. Müde, sündenvolle Seele. N N. Nach einer Prüfung kurzer 1—9— meiner Seelen Nacht umhüllte Buß die Nacht und Stille führen. Nicht der Anfang, nur das! 38⁴ Nicht nur streiten, +Nicht so traurig, nicht Nimm hin mein Herz Noch steht dein Bund, wie Noch wallen wir im Nun danket alle Gott. Nun danket all und bringet Nun hilf uns, o Herr Jesu Nun jauchzet all, ihr Nun kommt das neue. Nun laßt den Herrn uns Nun lob' den Herrn, o Nun ruhen alle Wälder Nun sinkt die Sonne nieder Nun so will ich denn mein O. daß ich Gott erkennen. O daß ich tausend Zungen O du allersüßte Freude. O du schönes Weltgebäude O Ewigkeit, du Donnerwort Oft klagt dein Herz, wie. O Gott, du frommer Gott O Gott, du kannst den O Gottes Herr O Gott, mein Vater, dein O Gott, von dem wir O großer Gott, nimm uns O Haupt voll Blut und O heilger Geist, kehr' bei O Herr, dein seiamachend O Jesu Christe, Gottes O Jesu Christe, wahres. O Jesu, einig wahres O Jesu, Herr der Alphabetisches 247 24 296 Register der Gesänge. Nr. 12⁷ 518 283 531 392 106 565 479 396 92 534 25 26 601 97 90 222 24 973 564 360 359 28 194 66 522 394 40 6637 321 599 220 619 141 190 228 278 ——— Nr. O Jesu, Jesu, Gottes 37⁰ O Jesu, meine Sonne. 351 O Jesu, meine Wonne„ O Lamm Gottes, im.136 O mein Gott, wir sind vor 6 O mein Herz, gib dich.„474 O Mensch, ermuntre. 205 O Seele, schaue Jesum an 413 + O selig Haus, wo man 592 7 O selig, wer das Heil. 533 O selig, wer in deiner„ 397 O Tag des Herrn, du 15 O Vater, send' uns deinen 3 O Welt, ich muß dich 51⁰ O Welt, sieh hier dein. 143 O wie freun wir uns der 10 + O wie selig seid ihr. 536 O wie unaussprechlich 52 O wundergroßer 17⁵ P. Preis dem großen Herrn 93 Preis ihm, dem 7⁵ Preist, Christen, mit 225 Preist den Herrn, der. 169 Preis und Dank sei Gott 18 e Quelle der R. Richte nicht mit harter Ringe recht, wenn Gottes Ruhet wohl, ihr —— S. caffet, schaffet, chaff in mir, Gott, ein. chmücke dich, o liebe Schmückt das Fest mit Schon ist der Tag von Schöpfer Schwingt, meines Geists. Seele, was ermüdst du +Segn' uns, o Herr, aus Sei getreu bis an das — 8.— 2 8 Vollkommenh. Todtenb. 5 Mensch.! meines Lebens. 561 .389 en ei Gott g Sei hoch tlg 1 Sklig sind zichrer Me a0Hah Zich, 9 l 60 hab' ich 7 80 je — off' ick emand Coll dein Collt' ich 1 Sorge, de 8o ruhest 8 wahr i Speis' uns, Stark ist n Steig' auf,‚ Steil und! Stimm' an Zuch', wer heuer sei heures We leber aller leberwinde Unergründl luser Gott Unsern Go Unwiederbr fUrquell Lerschwund Lersuchet Lerzage 5 Lerzage, V Vom 6 Ger Vom Grab vor an nan 5 eil. 531 Tin Bott 306 230 —— Register Aphabetisches Nr. Zei Gott getreu, halt 388 Sei hochgelobt, 89 Ztlig sind des Himmels.. 527 Ellig sind die reinen. 160 aihrer Mensch, noch ist. 203 Ziegesfürst und Ehrenk.. 174 Sieh, o Höchster, es erschein. 589 8⁰ hab' ich nun den Fels 334 80 hof ich denn mit. 336 Elwund spricht: Ich„451 80 ist nun abermal 566 So lang, als Erd' und„ 217 Zoll dein verderbtes Herz 252 Sollt' ich meinem Gott 45 Sorge, Herr, für unsre 594 80 ruhest du, o meine. 153 60 wahr ich lebe, spricht 206 Speis' uns, o Gott, deine 557 Surk ist meines Jesu 337 Steig' auf, du Lied im 301 Steil und dornicht ist der 406 Stimm' an das Lied vom 499 Such', wer da will, ein„ 328 T. Theuer sei mir jederzeit„261 Theures Wort aus Gottes 253 Tut mir auf die schöne. 7 Treu ist Gott! das nehmt 59 U. leber aller Himmel Heere 173 leberwinder, nimm die. 165 lergründlich Meer der. 606 luser Gott, wir danken. 17 lusern Gott, den Gott 33 luwiederbringl lich schnell. 123 Urquell aller Seligkeiten 36 V. Aerschwunden ist die 5669 Lersuchet euch doch selbst 341 Lerzage nicht, du kleine„232 Jernge, Volk der Christen 116 Iun Geräusch der Welt. 345 Vom Grab, an dem wir. 108 der Gesänge. Von den Himmelsbergen Von des Himmels Von dir, o Gott der Von Gott will ich nicht Vor deinem Throne bet'. Vor dir, Todesüberwinder W. Wach' auf, du Geist der. Wach' auf, mein Herz Wachet auf, erhebt die Wachet auf! so ruft die Wachet auf! ruft uns die Walte fürder nah und fern Wandelt glaubend eure Wandle leuchtender unde. Warum sollt' ich mich denn Was betrübst du dich, Was du, mein Gott, in Was frag' ich nach der Was freut mich noch, wenn Was Gott thut, das ist wohl—⸗ gethan; Es bleibt gerecht 44 Was Gott thut, das ist wohl⸗ gethan; So denken. Was hinket ihr, betrogne Was ich nur Gutes habe Was in der heilgen Nacht Was ist des Menschen Was ist's, daß ich mich Was kann ich doch für Was macht ihr, daß ihr. Was mein Gott will Was wär' ich ohne dich Welch himmlisch Welch hohes Beispiel gabst Wen hast Wenn Christus seine Kirche Wenn dich Unglück hat Wenn ich einst von jenem Wenn ich, o Schöpfer, Wenn kleine Himmelserben +Wenn meine Seele Wenn mein Stündlein Wenn mich die Sünden Wenn sich die Sonn' Thron 2 Licht ist's: du dir geladen: 464 Wenn wir in höchster Noth Wer bin ich? welchen. Werde Licht, du Volk der Wer faßt, wie groß du Wer Gottes Wort nicht Wer ist wohl wie du. Wer ist wohl würdig, sich Wer kann die Leiden.. Wer kann, o Gott, was. Wer nur den lieben Gott Wer recht die Pfingsten Wer sich dünken läßt, er. I Wie fleucht dahin der. Wie fürcht' ich mich, mein 2 Wie Gott mich führt, so. Wie groß ist des Allmächt. Wie groß, wie angebetet ist Wie heilig ist die Stätte.? Wie herrlich ist, o Gott. Wie ist mein Herz so fern 3 Wie leuchtet uns der. Wie reich an Freude, Glück 5 Wie schön ist's doch, Herr 54 Wie schön leucht uns der Wie sicher lebt der Mensch Wie soll ich dich empfangen Wie theuer, Gott, ist deine 2 Wie wird mir dann, o Alphabetisches Register der Gesänge. Nr. Wie wird uns sein. 530 Willkommen, Held im. 164 Willst du der Weisheit. 428 Wir alle, Gott und Vater, 224 Wir danken dir, o Jesus 155 + Wir danken Gott für„ 562 Wir danken, treuer Heiland 179 Wir flehn um deine Gnade 287 Wir glauben all' an 319 Wir liegen hier zu deinen 209 Wir Menschen sind zu dem 255 Wir singen, Herr, von. 216 Wir übergeben uns aufs 290 Wohlauf, Herz und 12 Wohl dem, der bessere. 446 Wohl dem, der richtig. 431 Wohl dem, der sich mit. 411 Wohl einem Haus, wo. 591 Womit soll ich dich wohl 27 Wort des Lebens, lautre 257 Wo soll ich fliehen hin„ 309 3. Zeuch ein zu meinen.. 199 Zu Gott ist meine Seele 472 Zum Himmel bist du.. 177 Zürne nicht auf stolze„ 430 Zween der Jünger gehn. 171 Ehll n.. Die waͤngelischen und epistolischen Terte auf alle Sonntage und Festtage des Kirchenjahrs nebst einer Sammlung von Gebeten zu dem Gesangbuch für die ev.⸗luth. Gemeinden des Herzogtums Oldenburg. Zehnte Auflage. Oldenburg. Druck und Verlag von Gerhard Stalling. 1886. Da sie an und spre uuch lieg bunden ö se zu m prechet: Das gese ist durch Zion. E reitet au Cselin. Nsus b Füllen darauf. die ander sie auf d ( folgte, s Gelobet Hosianna Im A Go Anfang macht, u ist. In Licht der und die Am ersten Sonntage des Advents. Evang. Matth. 21, 1—9. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zweeen und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden ange— bunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet se zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; so wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt it durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter gion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und nitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Helin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Rsus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das güllen und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn durauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen und streueten se auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nach— folgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne Davids! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! hosianna in der Höhe! Oder: Joh. 1, 1—14. Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei I Gott, und Gott war das Wort. Dasselbige war im Iufang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbige ge— macht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ss. In ihm war das Leben, und das Leben war das Liht der Menschen. Und das Licht scheinet in der Finsternis, und die Finsternisse haben es nicht begriffen. Es war ein 4 Die evangelischen Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Derselbige kam zum Zeugnis, daß er von dem Lichte zeugte, auf daß sie alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht sondern daß er zeugete von dem Licht. Das war das wahr⸗ haftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbige gemacht; und die Welt kannte es nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben; welche nicht von dem Geblüt, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns, und wir sahen seine Herr⸗ lichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Epist. Röm. 13, 11— 14. U weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf; sintemal unser — Heil jetzt näher ist, denn da wir es glaubten; die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei gekommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage; nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Am zweiten Sonntage des Advents. Evang. Luk. 21, 25—36. Urd es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden zagen; und das Meer und die Wasserwogen werden brausen. Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und He so sehet eure Er Sehet 6 jetzt aus jetzt der alles sel ist. W. bergeher werden hütet er Fressen komme strick wi So seid werden soll, und Wo der Sch des Tro einander einem 3 Nesu Cl gleich w Ich sage der Bese stätigen heiden wie gese den Hei spricht e abermal. alle Völ die Wu: über die aber der im Glar Kraft de rselbige Licht, 5 wahr⸗ in diese Lelt ist 5 nicht. ien ihn gab er Namen on dem Nannes, t ward daß die al unser e Nacht b 2 7 gen die n/ als ammern ꝛehet an ch also, ne und Leuten ind die werden ige, die Kräfte hen des r Kraft und epistolischen Texte. und t Wenn aber dieses anfähet zu gescheher so sehet auf und hebet eure Häupter auf, darum, daß si dure Erlösung nahet. Und er 59 ihnen ein Gleichnis Sehet an den Feigenbarint und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausf schlagen, so sehet ihr es an ihnen und merket, daß jeht der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe st. Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergeben, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fall⸗ srick wird er kommen über alle, die auf 593— wohnen. 20 seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Epist. Röm. 15, 4—13. Wꝰ· aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch 988 zduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Christo; auf daß ihr einmütiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Fsu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleich wie euch Christus hat aufge nommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu be⸗ Beden die Verheißung, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen. Und abermal pricht er: Freuet euch, ihr Heiden mit seinem Volk! Und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völ r. Und abermal spricht Jesaias: Es wird sein die Wurzel Jesse, und der aufstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden in Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes. Die evangelischen Am dritten Sonntage des Advenuts. Evang. Matth. 11, 2—10. Dae aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi höret, sandte er seiner Jünger zweeen und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines anden warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret Die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, und die Tauben hören, die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium geprediget. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volke von Johannes: Was seid ihr hinaus gegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ist es, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epist. 1. Korinth. 4, 1—5. * halte uns jedermann, nämlich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist es ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem mensch— lichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerecht— fertiget; der Herr ist es aber, der mich richtet. Darun richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Am vierten Sonntage des Advents. Evang. Joh. 1, 19— 28. U* dies ist das Zeugnis Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten nicht; fragten bin es Nein. wir Ar sagest! eines J wie de waren, und sp Christu antwor er ist Der if geweser riemen Jordar zreu- F i Mensch allen Dankse Gottes Herzen sti hörete, m sagen: S andern Gehet nd höret. 1Ssätzigen in stehen get. Und ingingen, ohannes: u sehen? und her zu sehen? n sehen? r Könige u sehen? üge euch, er ist es, en Engel ti Diener e. Nun daß sie Heringes, i mensch⸗ bin mir t gerecht⸗ Darum welcher herborgen inn wird sandten sie ihn und epistolischen Texte. fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bin es nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn! wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern; und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, des ich nicht wert bin, daß ich seine Schuh⸗ liemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara, jenseit des Jordans, da Johannes taufte. Epist. Phil. 4, 4—7. Ireuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts; sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Am ersten Weihnachtstage. Evang. Luk. 2, 1—14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schatzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war; auf daß er sich schätzen ließe 2.922232 8 Die evangelischen mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihrer Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobeten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Epist. Tit. 2, 11—14. Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken. Oder: Jesaias 9, 2—7. as Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, und über die da wohnen im finstern Lande, scheinet es helle. Du machst der Heiden viel, damit machst du der Freuden nicht viel. Vor dir aber wird man sich freuen, wie man sich freuet in der Ernte, wie man fröh⸗ lich ist, wenn man Beute austeilet. Denn du hast das Joch ihrer Last und die Rute ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen, wie zu der Zeit Midians. Denn a herbran. ein Kin Herrscha Rat, Ki Herrscha dem St lichte v an bis Herrn U d die Bethleh die uns und fan der Krij teten si Kinde g sich der aber be Herzen. lobten wie den Dy u töten u euren zu der Blut, d gerechter welchen Wahrlie Geschlee die Pre wanger. gebären elte ihn hatten Hirten den, die Herrn leuchtete sprach ige euch denn hristus, Zeichen: und in Engel in Gott ede auf S allen leugnen züchtig, warten rlichkeit Christi, erlösete n Volk großes Lande, machst ian sich n fröh⸗ ast das nd den lidians. — und epistolischen Texte. Denn aller Krieg mit Ungestüm und eid wird berbrannt und mit Feuer verzehret werden. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns aageben welches Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig⸗ Vater, Friedefür rst; auf daß seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Stuhl Davids und seinem Königreich; daß er es zu⸗ richte und stärke mit Gericht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit Solches wird thun der Eifer des Herrn Zebaoth. Am zweiten Weihnachtstage. Evang. Luk. 2, 15—20. Ur da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Laßt uns nun n gen Beihlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kund gethan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dasn das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, brei— teten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Oder: Evang. Matth. 23, 34-39. zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, und derselbigen werdet ihr etliche töten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern, auf daß über euch komme alle das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels bis an Blut Zacharias, Barachias Sohn, welchen 25„Hmn habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrl lich, sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht Rudmen Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigest, die zu dir gesandt sind! wie arum siehe, ich sende 10 Die evangelischen oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Epist. Hebr. 1, 1—14. Machdem vor Zeiten Gott manchmal und mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzet hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat; welcher, sinte— mal er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat gemacht die Reinigung unsrer Sünden durch sich selbst, hat er sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe; so viel besser worden denn die Engel, so gar viel einen höheren Namen er vor ihnen er⸗ erbet hat. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesaget: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget? Und abermal: Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein. Und abermal, da er einführet den Erstgeborenen in die Welt, spricht er: Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten. Von den Engeln spricht er zwar: Er macht seine Engel Geister und seine Diener Feuerflammen; aber von dem Sohne: Gott, dein Stuhl währet von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit, das Scepter deines Reiches ist ein richtiges Scepter. Du hast geliebet die Gerechtigkeit und gehasset die Ungerechtig⸗ keit, darum hat dich, o Gott, gesalbet dein Gott mit dem Ole der Freuden, über deine Genossen. Und du, Herr, haft von Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Dieselbigen werden vergehen, du aber wirst bleiben; und sie werden alle veralten wie ein Kleid, und wie ein Gewand wirst du sie wandeln, und sie werden sich verwandeln; du aber bist derselbige, und deine Jahre werden nicht aufhören. Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit? tey S etliche und de Ciliciet Und si dem E etliche worte das V traten Rat, Mensck heilige sagen: und ä sie sah Angesi 7 und b voll t sahe d Gottes des M aber l mütigl steinig zu der nigten nimm laut: das g Urd wie eine gel, und uch wüste det mich sei, der nancherlei ropheten, det durch ber alles, er, sinte— Ebenbild kräftigen Sünden chten der denn die ihnen er⸗ gesaget: 't? Und Hzird mein zeborenen el Gottes acht seine aber von zu Ewig⸗ ter. Du gerechtig⸗ mit dem u, Herr, mel sind hen, du wie ein „und sie ind deine aber hat „bis ich Sind sie n Dienst und epistolischen Texte. Oder: Ap. Gesch. 6, 8—15 und 7, 54-59. Stephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen etliche auf von der Schule, die da heißt der Libertiner und der Kyrener und der Alexanderer und derer, die aus Cilieien und Asien waren, und befragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret Läster⸗ worte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk und die AÄltesten und die Schriftgelehrten, und taten herzu und rissen ihn hin und führten ihn vor den Rat, und stellten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rate saßen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Da sie solches höreten, ging es ihnen durchs Herz, und bissen die Zähne zusammen über ihn. Als er aber voll heiligen Geistes war, sahe er auf gen Himmel und sahe die Herrlichkeit Gottes und Jesum stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen aber laut und hielten ihre Ohren zu und stürmeten ein⸗ mütiglich auf ihn ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus, und stei⸗ nigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er knieete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Am Sonntage nach Weihnacht. Evang. Luk, 2, 33—40. Urd sein Vater und Mutter wunderten sich des, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie und 12 Die evangelischen sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf daß vieler Her⸗ zen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Aser, die war wohl betaget und hatte gelebet sieben Jahr mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft; und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde und preisete den Herrn und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehreten sie wieder in Galiläa, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epist. Gal. 4, 1—7. Ich sage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist V unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hie kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Am Nenjahrstage. Evang. Luk. 2, 21. Un da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genennet Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. he! E6 der da Zuchtme Glauber ist, sin ihr seid Jesu; d angezog Knecht ihr seid Christi, Verheiß Dꝰ xs 135 sprach: Mutter bis ich Kindlein und nal Nacht, nach de. Herr d Aus Ag nun sal sehr zor lehemet ährig Fleiß v gesagt Auf de gens, und we ihnen. d gesetzt und zu s wird ler Her⸗ ophetin, ser, die ihr mit ar nun nimmer en Tag selbigen ihm zu Und Herrn, azareth. voller so ist „ob er ter den eit vom ren wir ber die en von daß er wir die d, hat en, der Knecht so sind hnitten welcher terleibe Epist. Gal. 3, 23—29. Ebe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glaͤuben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser guchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube gekommen st, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn 0 0 alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christo denn wie viele euer getauft sind, die haben Christum 2in zogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Anecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu. Seid ihr aber bhale so seid ihr ja Abrahams Samen und nach der Verheißung Erben. Am Sonntage nach dem Neujahrstage. Evang. Matth. 2, 13—23. der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf, 56 nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und fleuch in Agyptenland, und bleibe allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, bei der Nacht, und entwich in Agyptenland und blieb allda bis nach dem Tode Herodes; auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Agypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sahe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus und ließ alle Kinder zu Beth⸗ lehem töten und an ihren ganzen Grenzen, die da zwei⸗ jährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Kla⸗ gens, Weinens und Heulens; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien Da sie aber Rinrg gezogen waren, siehe, da erschien ——————————— 14 Die evangelischen der Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Agypten⸗ land und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und zeuch hin in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodes, fürchtete er sich dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott und zog in die Örter des galiläischen Landes; und kam und wohnete in der Stadt, die da heißt Nazareth; auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Epist. Tit. 3, 4—.7. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes: nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Epiphanias. Fest der Offenbarung Christi. (Wenn der 6. Januar sein Sonntag oder einem solchen ganz nahe ist.)/N Evang. Matth. 2, 1—12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes lörete, erschrak er, und mit ihm das ganze Jerusalem. Und ließ versam⸗ meln alle Hohepriester und Schriftgelehrten uiter dem Volke 59—I—II‚‚‚‚——— und erfor Und sie Denn al' Bethleher unter der der Herz berief He von ihne sie gen fleißig n aget mi Als sie n siehe, der ging vo da das sie hoch das Kind und bet schenkten befahl il zu Herod wieder ii ache Denn si die Völk Herrlichk in deinet über dir her: die werden erzogen brechen, wenn si Macht! Kamele Epha. Weihrarv gypten⸗ in und Jsrael; tanden. d seine Da er ig war ihin zu N Gott ud kam h; auf pheten: eligkeit willen seiner ad der welchen ristum, gerecht lsung. solchen Lande en die achen: haben mmen, rschrak ersam⸗ und epistolischen Texte. und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da herief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erf schienen wäre; und weisete sie gen Bethlehem, und sprach: Ziehet hin, und— schet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr es findet, so saget mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als 52 nun den Konig gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgimiande gesehe n hatten, ging vor ihnen hin, bis„Daß er kam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet, und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an, und thaten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken; und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Epist. Jesaias 60, 1—6. Moebͤe dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe um⸗ her: diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Sust sehen und aus⸗ brechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu—— bekehret und die Nacht dor Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Veihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen. Die evangelischen Am ersten Sonntage nach dem Feste der Offenbarung Christi. Evang. Luk. 2, 41—52. Urd seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem nach Gewohnheit des Festes, Und da die Tage vollendet waren und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten es nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragete. Und alle, die ihm zu⸗ höreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist es, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie ver⸗ standen das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weis⸗ heit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Epist. Röm. 12, 1—6. Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzig⸗ V keit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneue⸗ rung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und de: vollkommene Gottes⸗Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten, sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott ausgethe WBeise, alle Glie hiele ein andern Gnade, Ar nd a Gal seine Jü es an V haben ni mit dir z Seine Y das thut gesetzt n. je in ein Füllet d bis oben bringet's der Spe war, un aber wu Speisem mann gi worden Wein b Jesus tl ö seine He H² je Ha jemand, warte e fültiglic em auf gingen Festes, Hause id seine e Unter ten ihn sie ihn m und fanden n, daß ihm zu⸗ seiner Und hast du en dich Was ist daß ich ie ver⸗ Und er nd war e diese Weis⸗ iherzig⸗ Opfer, welches h nicht erneue⸗ welches mmene ie mir ter von rn daß 1 Gott und epistolischen Texte. 17 ausgetheilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher VPeise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist eines des andern Glied. Und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Am zweiten Sonntage nach dem Feste der Offenbarung Christi. Evang. Joh. 2, 1—11. U* am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt nach der Weise der jüdischen Reinigung, und giengen se in einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Jüllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bringet's dem Speisemeister. Und sie brachten's. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam,(die Diener aber wußten's, die das Wasser geschöpft hatten,) rufet der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jeder⸗ mann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringeren; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Zesus that, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Epist. Röm. 12, 7—16. H² jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret semand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gebe er ein⸗ fältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. Uebet 2 Die evangelischen jemand Barmherzigkeit, so thue er's mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem anderen mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, ge⸗ duldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Am dritten Sonntage nach dem Feste der Offenbarung Christi. Evang. Matth. 8, 1—13. a er aber vom Berge herabgieng, folgete ihm viel Volls — nach. Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus und rührte ihn an und sprach: Ich will's thun, sei gereinigt! Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand; sondern gehe hin und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus eingieng zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Haupt⸗ mann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so gehet er; und zum andern: Komme her! so kommt er; und zu meinem Knechte: Thue das! so thut er's. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele w nit Abr aber dii äußerste klappen. hin, dir ward ge Hel, B gegen je habt mi meine s stehet spricht d ihn; dü wirst dr dich nic Böse mi A nd et Und also, de und er ihn auf sagte er furchtsan das Me verwund Mann, TDeid . ein das Gef ie Liebe lten an. Einer id nicht Geist. ng, ge⸗ euch der net, die uch mit Habt hohen 7 igen. el Volks tete ihn ich wohl rührte t! Und d Jesus rn gehe übe, die Da aber zu ihm, Hause Hrach zu Haupt⸗ werth, aur ein bin ein mer mir hin, so imt er; Da das ien, die Hlauben e euch: und epistolischen Texte. 19 Wele werden kommen vom Morgen und vom Abend,‚ und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen; aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähn⸗ llappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubet hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Epist. Röm. 12, 17—21. Helte euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn; denn 's stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Am vierten Sonntage nach dem Feste der Offeubarung Christi. Evang. Matth. 8, 23—27. nd er trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erhob sich ein groß Ungestüm im Meer, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward; und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben! Da agte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedräuete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Epist. Röm. 13, 8.—10. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst 5 20 Die evangelischen nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts ge⸗ lüsten; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Oder: Röm. 13, 1—7. Iae sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Ur— theil empfahen; denn die Gewaltigen sind nicht den guten Werken, sondern den bösen zu fürchten. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so thue Gutes; so wirst du Lob von derselbigen haben. Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zu gut. Thust du aber Böses, so fürchte dich, denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. So seid nun aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Ge⸗ wissens willen. Derhalben müsset ihr auch Schoß geben; denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen hand— haben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebüret; Zoll, dem der Zoll ge— büret; Furcht, dem die Furcht gebüret; Ehre, dem die Ehre gebüret. Am fünften Sonntage nach dem Feste der Offenbarung Christi. Evang. Matth. 13, 24—30. E legte ihnen ein anderes Gleichniß vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säete Unkraut zwischen den Weizen und gieng davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Kne du nicht hat er! der Feit denn,! Nein, a so ihr d wachsen zu den bindet Weizen o z ur Demuth andern, hat wid hat, alf die da Gottes rufen s Wort C lehret gesänge Herrn Worten des H durch il d U'n führete verklär Sonne Und f stehlen; ichts ge⸗ wird in eben als Böses. alt über in Gott; t. Wer Gottes ein Ur⸗ n guten du dich ites; so t Gottes fürchte sie ist den, der n, nicht des Ge⸗ 3 geben; en hand⸗ dig seid: Zoll ge— dem die her sprach: sen, der ie Leute chen den ichs und a traten und epistolischen Texte. 21 die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausgäten? Er sprach: Rein, auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zur Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne, aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuern. Epist. Koloss. 3, 12—17. Ce ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld; und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so jemand Klage hat wider den andern; gleich wie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch be— rufen seid in einem Leibe; und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lob— gesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Am sechsten Sonntage nach dem Feste der Offenbarung Christi. Evang. Matth. 17, 1—-9. nd nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jacobum und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg; und ward verkläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die 22 Die evangelischen redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr, hie ist gut sein; willst du, so wollen wir hie drei Hütten machen, dir eine, Mosi eine und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohl⸗ gefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht! Da sie aber ihre Augen auf⸗ hoben, sahen sie niemand denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herabgiengen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Epist. 2. Petx. 1½6r. Denm wir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da — wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi, sondern wir haben seine Herr⸗ lichkeit selbst gesehen, da er empfieng von Gott dem Vater Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschiehet aus eigner Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die hei— ligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Oder: Roloss. 3, 18, 1. Ihr Weiber, seid unterthan euern Männern in dem — Herrn, wie sich's gebüret. Ihr Männer, liebet eure Weiber und seid nicht bitter gegen sie. Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen, denn das ist dem Herrn g daß sie allen Di Augen, fältigkei ihr thut den Me hfahen dem He empfahe sehen de das ben Herrn i (Für di U d ka ihn dar dem Ge die Mu daß sie des Her Und sie Simeon fürchtig heilige geworde sehen, Und kat da die daß sie da nah sprach: fahren, deinen Völkern deines hHrach zu wir his 5 eine, sie eine Wolke Wohl⸗ Jünger en sehr. Stehet en auf⸗ Ind da sprach: kenschen zet, da Zukunft e Herr⸗ uVater geschah lieber Stimme nit ihm festes darauf dunkeln nufgehe 8 erste het aus sagung die hei⸗ n dem nadem eure r, seid ist dem und epistolischen Texte. 23 Herrn gefällig. Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, auf daß sie nicht scheu werden. Ihr Knechte, seid gehorsam in allen Dingen euren leiblichen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit Ein⸗ fä ltigkeit des Herzens und mit Gottesfurcht. Alles, was ihr thut, das thut von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen; und wisset, daß ihr von dem Herrn em⸗ pfahen werdet die Vergeltung des Erbes; denn ihr dienet dem Herrn Christo. Wer aber Unrecht thut, der wird empfahen, was er Unrecht gethan hat; und gilt kein An⸗ sehen der Person. Ihr Herren, was recht und gleich ist, das beweiset den Knechten, und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt. Fest der Darstellung Jesu im Tempel. (Für diejenigen Gemeinden des Landes, in denen dies Fest noch gefeiert wird.) Evang. Luk. 2, 22-— 32. nd da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mosis kamen, brachten sie ihn gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn;(wie denn geschrieben stehet in dem Gesetz des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen;) und sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist im Gesetz des Herrn, ein Paar Turteltauben und zwo junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und derselbige Mensch war fromm und gottes— fürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm; und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pflegt nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, wel lchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. Die evangelischen Epist. Mal. 3, 1—5. Siche, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, des ihr begehret. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmieds und wie die Seife der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern wie Gold und Silber; dam werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Judas und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Und ich will zu euch kommen und euch strafen, und will ein schneller Zeuge sein wider die Zauberer, Ehebrecher und Meineidigen und wider die, so Gewalt und Unrecht thun den Tagelöhnern, Witwen und Waisen, und den Fremd⸗ ling drücken und mich nicht fürchten, spricht der Hem Zebaoth. Am Sonntage Septuagesimä. Evang. Matth. 20, 1—16. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausgieng, Arbeiter zu mieten in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde und sahe andere an dem Markte müßig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben was recht ist. Und sie giengen hin. Abermal gieng er aus um die sechste und neunte Stunde und that gleich also. Um die elfte Stunde aber gieng er aus und fand andere müßig stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbei— tern un bis zu gedinget Da abe empfah. Groscher den Ha Stunde die wir antwort Freund eins ge und gel wie dir will, m so gütie ersten wenige W. Laufet der da sie eine gänglic ich fech ich betä andern D S Es gie indem treten, Und et mir her nmen zu er Engel t, spricht Zukunft er wird oschmieds zen und e Kinder r; dann chtigkeit; r Judas n. Und will ein her und cht thun Fremd⸗ er Herr der am seinen hard um 1 seinen de und prach zu vill euch Abermal ind that zus und as stehet zu ihm: : Gehet in wird, rach der n Arbei⸗ und epistolischen Texte. tern und gib ihnen den Lohn, und hebe an an den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die ö elfte Stunde gedinget waren, und empfieng ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie würden mehr enpfahen; und sie empfiengen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfiengen, murrten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben! Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin! Ich will aber diesem letzten geben gleich wie dir. Oder habe ich nicht Macht, zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die letzten die ersten, und die ersten die letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. — Epist. 1. Korinth. 9, 24—- 27. Wiset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine unver⸗ gängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft sstreichet; sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige und selbst verwerflich werde. Am Sonntage Sexagesimä. Evang. Luk. 8, 4-15. Dae nun viel Volks bei einander war und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichniß: Es gieng ein Säemann aus zu säen seinen Samen; und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward ver— treten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf. Und etliches fiel auf den Fels; und da es aufgieng, verdorrete 26 Die evangelischen es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel Gefaür mitten unter die Dornen; und die Dornen giengen mit auf Gefa und erstickten's. Und etliches fiel auf ein gutes Land; und in Gefa es gieng auf und trug hundertfältige Frucht. Da er das Hefahr sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es dern; in fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dies und Du Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist es gegeben, 3— was sich wissen das Geheimniß des Reiches Gottes; den andern aber gelaufen in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon üwach, sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das it und ich aber das Gleichniß: Der Same ist das Wort Gottes. ih wich Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; mnsers 5 darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von wiß, da ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. des Kön Die aber auf dem Fels, sind die: wenn sie es hören, nehmen vollte r sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel Fenster eine Zeit lang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung a en fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, lütze; so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum barunger und Wollust dieses Lebens, und ersticken und bringen keine dl vier Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die das ichs nick 3—— 2& 2 Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen ihs aue und bringen Frucht in Geduld. bis in d gen Frucht in Geduld WMunsche wesen ist Epist. 2. Korinth. 11, 19— 12, 9. zückt in Denn ihr vertraget gerne die Narren, dieweil ihr klug welche k seid. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten uhmen; — macht, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, o ahne me euch jemand trotzt, so euch jemand in das Angesicht streichet. thäte ich Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach eit sage geworden. Worauf nun jemand kühn ist(ich rede in semand. Thorheit), darauf bin ich auch kühn. Sie sind Ebräer, ich mr höre auch. Sie sind Israeliter, ich auch. Sie sind Abrahams barung Same, ich auch. Sie sind Diener Christi,(ich rede thörlich; nänlich ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe duf daß I mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todes⸗- Herrn g R nöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal z mir empfangen vierzig Streiche weniger eins. Ich bin drei neine K V mal gestäupet, einmal gesteinigt, dreimal habe ich Schiff— 9 mich bruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der aß die Tiefe(des Meeres). Ich habe oft gereiset; ich bin in hes fiel mit auf nd; und er das re! Es as dies ben, zu ern aber S schon Das ist Gottes. hören; ort von werden. nehmen Wurzel, fechtung ind die, eichthum en keine die das Herzen ihr klug Rnechten imt, so streichet. schwach rede in räer, ich rahams hörlich) ch habe Todes⸗ fünfmal n drei⸗ Schiff⸗ in der bin in und epistolischen Texte. 27 Gefahr gewesen 0 Wasser, in Gefahr unter den Mördern, in Gefahr 9Z— den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr in der Wüste, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter den falschen Brü— dern; in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; ohne was sich sonst zuträgt, nämlich, daß ich täglich werde an— gelaufen und trage Sorge für alle Gemeinden. Wer ist blunch und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damaskus, der Landpfleger des Königs Areta verwahrete die Stadt der Damasker und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum genster aus durch die Mauer niedergelassen und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nütze; doch will ich kommen auf die Gesichte und Offen— barungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren,(ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ichs auch nicht; Gott weiß es;) derselbige ward entzücket bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen,(ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe ge— wesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es.) Er ward ent⸗ zückt in das Paradies und hörte unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich d darum nicht thörlich; denn ich wollte die Wahr— heit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet oder von 6 höret. Und auf d daß ich mich nicht der hohen Offen⸗ barung überhebe, ist mir gegeben ein Pf ahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche; und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Die evangelischen Am Sonntage Quinquagesimä oder Estomihi. (Psalm 31, 3. Evang. Luk. 18, 31—43. E nahm aber zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Pro— pheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überant⸗ wortet werden den Heiden; und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden, und sie werden ihn geiseln und tödten; und am dritten Tage wird er wieder auf— erstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin gieng, forschete er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth gienge vor⸗ über. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Die aber vorne an giengen, bedräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein! Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! dein Glaube hat dir geholfen. Und alsobald ward er sehend und folgte ihm nach und preisete Gott. Und alles Volk, das solches sahe, lobte Gott. Epist. 1. Korinth. 13, 1—13. Wern ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntniß und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Lib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blähet ich nic das Ih nach Se freuet glaubet höret n werden kenntniß und uns wird da Da ich war klu ich aber Wir seh dann al stückweif erkannt diese dr tihi. iihnen: es wird die Pro⸗ überant⸗ ttet und n geiseln der auf⸗ die Rede 8 gesagt am, saß er hörete as wäre. nge vor⸗ Davids, dräueten Du Sohn tille und bei ihn du, daß en möge. aube hat id folgte 5 solches n redete, n tönend weissagen rkenntniß tzte, und wenn ich nen Leib 's nichts die Liebe sie blähet und epistolischen Texte. 29 sch nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit, sie verträget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden und die Sprachen aufhören werden und das Er⸗ fenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückverk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich's tückweise; dann aber werde ich's erkennen, gleich wie ich erkannt bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Freitag vor Invocavit: Bußtag. Vom Ober-Kirchenrath ausgeschriebener Text. Am ersten Sonntage in der Fasten oder Invocavit. (Psalm 91, 15.) Evang. Matth. 4, 1—11. Dai ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er vom Teufel versucht würde. Und da er vierzig ZLaͤge und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellete ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen ————— — 30 Die evangelischen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan; denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. Epist. 2. Korinth. 6, 1—10. Wir ermahnen aber euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöthen, in Aengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht er⸗ tödtet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Am zweiten Sonntage in der Fasten oder Reminiscere.(Ps. 25, 6.) Evang. Matth. 15, 21—28. 1 nd Jesus gieng aus von dannen und entwich in die Gegend Tyrus und Sydons. Und siehe, ein cananäisch Weib g sprach: Meine antwort baten il schreiet nicht ge dem Ha und spr sprach: nehme Herr; 6 die von und spro geschehe, derselbig eite de habt, wi immer v wir euch das ist die Hur. behalten wie die niemand im Han; wie wir hat uns gung. sondern Am d nd J s Stumme esus zu st Gott, ihn der gete ihm prach zu illst und dich weg u sollst en. Da Ingel zu ihr nicht spricht: nd habe ist die sset uns uß unser Dingen großer chlägen, chen, in luth, in r Liebe, „ durch Linken; ind gute als die en, und nicht er⸗ als die ie nichts er in die nanäisch und epistolischen Texte. Weib gieng aus derselbigen Grenze und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaͤube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epist. 1. Thess. 4, 1—8. Weier, lieben Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesu,(nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen) daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren; nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heili⸗ gung. Wer nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen heiligen Geist gegeben hat in euch. Am dritten Sonntage in der Fasten oder Oculi. (Ps. 25, 15.) Evang. Luk. 11, 14—28. U Jesus trieb einen Teufel aus, der war stAumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber 32 Die evangelischen unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beel⸗ zebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andre. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufel durch Beelzebub aus⸗ treibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast be— wahret, so bleibt das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, suchet Ruhe und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er's mit Besemen gekehret und geschmücket. Dam gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da; und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Epist. Ephes. 5, 1—9. SDo seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet, auch schandbare Worte und Narrenteidinge oder Scherz, welche euch niht ziemen, wissen, cher ist und Go lichen 2 Gottes ihre M nun abe die Kin Gültigk Am Drn 2 nach, d Kranken und setz nahe d Augen sricht; (Das se was er hundert daß ein zu ihm Petri: und zw aber spr aber vie tausend gab sie gelagert wie viel Jüngert komme. Brocken ch Beel⸗ ersuchten nel. Er en: Ein as wird denn der in Reich us durch Hzub aus⸗ Darum ) Gottes h Gottes alast be⸗ nn aber ihn, so ieß, und der ist erstreuet. usfähret, nd findet ꝛehren in rkommt, Dann 'ie ärger wohnen en ärger 5 redete, zu ihm: Brüste, sind, die Kinder, stus uns ur Gabe Hurerei von euch handbare uch nicht und epistolischen Texte. 33 ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger(wel⸗ cher ist ein Götzendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch niemand verführen mit vergeb⸗ lichen Worten; denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsternis, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gültigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Am vierten Sonntage in der Fasten oder Lätare. (Jesaias 54, 1.) Evang. Joh. 6, 1—15. arnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brot, daß diese essen? (Das sagte er aber ihn zu versuchen; denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: Zwei⸗ hundert Pfennig wert Brots ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zweeen Fische; aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, das sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf⸗ tnausend Mann. Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselben gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts um⸗ komme. Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Bocken von den fünf Gerstenbroten, die überblieben denen, 34 Die evangelischen die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Oder: Matth. 11, 25- 30. 3³ derselbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: Ih preise dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen hast, und hast es den Unmündigen geoffenbaret. Ja, Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn denn nur der Vater, und niemand kennet den Vater denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offen⸗ baren. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmet auf eugh mein Joch, und lernet von mir; denn ich bin sanftmütih und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. Epist. Gal. 4, 21—31. Siset mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, habt iht das Gesetz nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben, daß Ahraham zweeen Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd waß; ist nach dem Fleisch geboren; der aber von der Freien, is durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten ettbas Denn das sind die zwei Testamente, eins vön dem Berhe Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Aräabien der Berg Sinai und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist und ist dienst bar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das drohel ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn stehet geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor und rufe, die du nicht schwaͤnger bist, denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn ů 4* 3 3 4. 4 die 95 nach, de der nach dem Gei spricht Sohn;! der Frei Magd K Wir ö Denn u ordnet, Sohnes, Brüdern berufen; recht ger auch her Ist Got auch sei hat ihn ihm nich tes besch will ver vielmehr Gottes Liebe G Hunger geschrieb ganzen in dem geliebet Leben, Gegenw noch kei Gottes, Zeichen yrlich der sus nun daß sie 'en Berg, ach: Ih der Erde, hast, und „denn es sind mit nnet den den Vater ill offen⸗ elig und auf euch unftmütiz nden für ꝛeine Last habt ihr eschrieben, Nagd, den agd war, Freien, ist en etwas. em Berge die Agal, nd langet ist dienst 18 droben Denn es die du du nicht der, denn „ und epistolischen Texte. 35 die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind, Isaak nac, der Verheißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Nagd Kinder, sondern der Freien. Oder: Röm. 8, 28—39. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch ver⸗ ordnet, daß sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohnes, auf daß derselbe der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch ge⸗ ncht gemacht; welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir denn hiezu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Got⸗ ts beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist, ja hielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Fährlichkeit oder Schwert? Wie geschrieben stehet: Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe. Aber in dem allen überwinden wir weit, um des willen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. ö 36 Die evangelischen Am fünften Sonntage in der Fasten oder Judica. (Psalm 43, 1.) V nd i **—*— 0 vo (Gest der Empfängnis Christi oder der Verkündi⸗ nit Nn 21 mit Nar gung Mariä.) seß Ma Gegrüße Evang. Joh. 8, 46—59. Gebened erschrak Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So it das? ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ir Maria, mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort: schwange darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Iu Namen antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen in Sohn de nicht recht, daß du ein Samariter bist und hast den Teufel? duird ihn Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel; sondern ich ehre vird ein meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht mein seines K Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahr: uu dem lich, wahrlich, ich sage euch: Sb jemand mein Wort wid kinem halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen un ihr. die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel Kraft de hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du Oiilige, sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nennet h nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr denn unser Vater ist auch Abraham, welcher gestorben ist? Und die Propheten sind gehet jet gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jesus ant. nuufruchtb wortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichs. Maria g Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet heschehe, er sei euer Gott; und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, hristt daß er meinen Tag sehen sollte, und er sahe ihn und freues C zu sich,. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht nere Hüt funfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jesus sprach die nicht zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Kälber Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie in das auf ihn würfen. Aher, Jesus verbarg sich; und ging zum erfunden. Tempel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. die Asche zudica. kündi⸗ en? So aubet ihr Wort; ott. Da Igen wir Teufel? rmich ehre ht meine Wahr⸗ ort wird sprachen Teufel und du den Tod er Vater ten sind sus ant⸗ e nichts. sprechet, nne ihn. o würde nne ihn rd froh, d freuete och nicht s sprach he denn daß sie ing zum und epistolischen Texte. u im sechsten Mond ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißet Naza⸗ reth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßet seist du,‚ Holdselige! Der Herr ist mit dir, du Gebenedeite unter den Weibern. Da sie aber ihn sahe, erschrak sie über seiner Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe und einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genennet werden; und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben; und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen? sintemal ich von keinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum auch das heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn ge⸗ nennet werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundte, it auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Naria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. Epist. Hebr. 9, 11—15. Christus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkomm⸗ nere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Hälber Blut, sondern er ist durch sein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen 38 Die evangelischen zu der leiblichen Reinigkeit; wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Ubertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfahen. Oder: Jesaias 7, 10—15. Urd der Herr redete abermal zu Ahas und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott, es sei unten in der Hölle oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause Davids, ist es euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ibr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wud er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen. Am Palmsonntage. Evang. Matth. 21, 1—9. Dẽe sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zweeen und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden ange⸗ bunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanft⸗ mütig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihn und da ihn dar Weg, streuete und ne Davids Herrn! Ein. er es äußerte wie eir erfunde zum T Gott üͤber a sollen und ur daß I Vaters Voer ginge in der nach Judas verriet seine und; seine sich. Jünge das Blut heiligen von den id darum auf daß von den rren, die, ihen. ) sprach: Gott, es he. Aber den Herrn ihr vom die Leute 7Darum iehe, eine gebären, ‚nig wird Gutes zu Bethphage er zweeen der vor den ange⸗ ind führet sagen, so r sie euch et würde, t: Saget dir sanft⸗ m Füllen id thaten, und epistolischen Texte. vie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Beg, die andern hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und. nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne Davids!. Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrnl. Hosianna in der Höhe! Epist. Phil. 2, 5—11. Ein segtwer sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Geberden als ein Mensch erfunden; erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind; und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Am Gründonnerstage. Evang. Joh. 13, 115. — seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebete er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Judas Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriete, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging: stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Ver dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß 40 Die evangelischen Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht; du wirst es abet hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein; und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr, und sagt recht daran; denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Bei⸗ spiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch ge⸗ than habe. Oder: Sul. 22, 14— 20. nd da die Stunde kam, setzte er sich nieder, und die zwölf Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen! Mich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide; denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß es erfüllet werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Neh⸗ met denselbigen und teilet ihn unter euch; denn ich sage euch, ich werde nicht trinken von dem Gewächse des Wein⸗ stocks, bis das Reich Gottes komme. Und er nahm das Brot, dankte und brachs und gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, das thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl, und sprach! Das ist der Kelch, das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird. ho Jũ˖ ge er verra und spre gebroche selbigen rach: Blut; so nis. D sem Kel. daß er isset ode an dem aber sich von dief ket, der er nicht auch so Teil schl den wir so werde nicht sar Eva Sah, über dir denn an Kinder. auch Ki Denn u es mit die werd Simon du mir zu ihm: es aber nermehr te ihm: mit mir. e allein, t Jesus ie Füße n, aber darum Füße wieder was ich vr, und ch, euer so sollt in Bei⸗ uch ge⸗ ind die Mich essen, rt nicht n Reich Neh⸗ ch sage Wein⸗ m das sprach: 8 thut Kelch h, das rgossen und epistolischen Texte. Epist. 1. Korinth. 11, 23—32. Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch ge⸗ geben habe. Denn der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brachs und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Des⸗ selbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem But; solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächt⸗ nis. Denn so oft ihr von diesem Brot esset und von die⸗ sem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot iset oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst; und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trin⸗ ket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so wür⸗ den wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt verdammet werden. Am stillen Freitage. Evang. Ein aus dem Schluß der Leidensgeschichte unsers Erlösers zu wählender Text. Epist. Jesaias Kap. 53. Siche, mein Knecht wird weislich thun, und wird er⸗ höhet und sehr hoch erhaben sein. Daß sich viele über dir ärgern werden; weil seine Gestaͤlt häßlicher ist denn anderer Leute, und sein Ansehen denn der Menschen Kinder. Aber also wird er viele Heiden besprengen, daß auch Könige werden ihren Mund gegen ihn zuhalten. Denn welchen nichts davon verkündigt ist, dieselben werden es mit Lust sehen; und die nichts davon gehöret haben, die werden es merken. Aber wer glaubt unserer Predigt? 42 ö Die evangelischen und wem wird der Arm des Herrn offenbaret? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der allerverachtetste und unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit; er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplaget und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der Itre wie Schafe, ein jeglicher sahe auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführet wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Länge aus⸗ reden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weg⸗ gerissen, da er um die Missethat meines Volks geplaget war. Und er ist begraben wie die Gottlosen und gestorben wie ein Reicher; wiewohl er niemand Unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der Herr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben und des Herrn Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum, daß seine Seele gearbeitet hat wird er seine Lust sehen und die Fülle haben, und durch sein Erkenntnis wird er, mein Knecht der Gerechte, viele gerecht machen; denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben; darum, daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Ubel⸗ thätern gleich gerechnet ist und er vieler Sünde getragen hat und für die Übelthäter gebeten. d U* auf do Grabe ging. den S und w er war und se hatte aber s von N ist nic gehet er vor sehen, heraus und 6 denn Ar daß 1 und k welche den K nicht, der a liefen lief z Grab. aber ging das Denn Wurzel Schöne; gefallen „ voller aß man n nichts lud auf den, der t wäre. det und fe liegt rch seine der Irre aber der gestraft zuf, wie und wie id seinen igst und ige aus⸗ zen weg⸗ geplaget gestorben han hat, der Herr er sein Samen rnehmen ne Seele ie Fülle Knecht, ägt ihre ir Beute darum, en Übel⸗ getragen und epistolischen Texte. Am ersten Ostertage. Evang. Mark. 16, 1—-8. Ud da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria Jakobi und Salome Spezerei, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr früh, da die Sonne auf⸗ ging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht; ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden und ist nicht hie; siehe da, die Stätte, da sie ihn hinlegten; gehet aber hin und sagets seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Entsetzen angekommen, und sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Oder: Joh. 20, 1—18. Ar der Sabbather einem kommt Maria Magdalena früh, da es noch finster war, zum Grabe und siehet, daß der Stein vom Grabe hinweg war. Da läuft sie und kommt zu Simon Petro und zu dem andern Jünger, welchen Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Da ging Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grabe. Es liefen aber die zweeen mit einander, und der andere Jünger lief zuvor, schneller denn Petrus, und kam am ersten zum Grabe, gucket hinein und siehet die Leinen gelegt; er ging aber nicht hinein. Da kam Simon Petrus ihm nach und ging hinein in das Grab, und siehet die Leinen gelegt und das Schweißtuch, das Jesu um das Haupt gebunden war, nicht bei die Leinen gelegt, sondern beiseits, eingewickelt, 44 Die evangelischen an einen besonderen Ort. Da ging auch der andere Jün⸗ ger hinein, der am ersten zum Grabe kam, und sahe und glaubte es. Denn sie wußten die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müßte. Da gingen die Jünger wieder zusammen. Maria aber stand vor dem Grabe und weinete draußen. Als sie nun weinete, guckte sie in das Grab und siehet zweeen Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zu den Häupten und den andern zu den Füßen, da sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und dieselben sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück und siehet Jesum stehen, und weiß nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? Wen suchest du? Sie meinet, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetra⸗ gen, so sage mir, wo hast du ihn hingelegt? so will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni, das heißt Meister. Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu mei— nem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria Magdalena kommt und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und solches hat er zu mir gesagt. Epist. 1. Korinth. 5, 6—8. Euer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit. Oder: 1. Petri 1, 3—-9. Gobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiederg Auferst vergäng das bel Macht welche geit, i kleine Anfecht köstliche durchs wenn 1 nicht ge wiewoh mit un⸗ eures E ua ir weges mit ein da sie Jesus Augen sprach zwischer antwor ihm: 2 der nie ist? spracher war eit Gott 1 Oberste und ge und ül gescheh⸗ e Jün⸗ he und t, daß zen die or dem guckte Weidern Füßen, ieselben richt zu und ich sie das n, und Weib, sei der ggetra⸗ will ich te sie Neister. ich bin her hin zu mei⸗ und zu kündigt hes hat uß ein Darum r Teig n auch darum „auch ondern Jesu und epistolischen Texte. wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem un⸗ hergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel, euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten geit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Zeit(wo es sein soll) traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn nun geoffenbaret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude und das Ende eures Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit. Am zweiten Ostertage. Evang. Luk. 24, 13-35. Urd siehe, zweeen aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feld⸗ weges weit, des Namen heißet Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten und befragten sich mit einander, nahete Nsus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er spyrach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegen, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht, wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprache zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammnis des Todes und gekreuziget; wir aber hofften, er sollte Israel erlösen; und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist; auch haben uns erschreckt etliche Weiber 46 Die evangelischen der unseren, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben than un ö 33727 seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben waren; ö ein Gesichte der Engel gesehen, welche sagen, er lebe; und alles de etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fandens Jerusal also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. hänget. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und trägen Her⸗ und ihn zens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet uns, de: haben; mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner gegessen ö Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen von den * Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellte sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich Ihr A geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und VA es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das das We Brot, dankte, brachs und gab es ihnen. Da wurden ihre wohnen, Augen geöffnet und erkannten ihn. Und er verschwand vor noch di ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht bather I unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, teilen er 1* als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu an ihm derselbigen Stunde, kehrten wieder gen Jerusalem und Und al. fanden die Elfe versammelt und die bei ihnen waren, ist, nah welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Grab. Simoni erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Und er Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre auf vor an dem, da er das Brot brach. sind sei ö euch die + ö daß die WII 9 34⁰— dem, d Epist. Ap. Gesch. 10, 34— 41. Polm 5 aber that seinen Mund auf und sprach: Nun ich dich erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person ö nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet 4 und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl Am er von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Chri⸗ stum,(welcher ist ein Herr über alles,) die durch das ganzz jüdische Land geschehen ist und angegangen in Galiläj. nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott den⸗ An * selben Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen 1153 Geist und Kraft; der umhergezogen ist und hat wohlge⸗ Jurcht haben haben e; und andens e nicht. n Her⸗ geredet seiner d allen ie von en, da fürder ibe bei hat sich Und er das en ihre und vor te nicht Wege, auf zu m und waren, en und tuf dem it wäre Nun Person fürchtet et wohl gesandt m Chri⸗ S ganze Baliläa, tt. den⸗ heiligen wohlge⸗ und epistolischen Texte. 47 han und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles des, das er gethan hat im jüdischen Lande und zu gerusalem. Den haben sie getötet und an ein Holz ge⸗ hänget. Denselben hat Gott auferwecket am dritten Tage und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Toten. Oder: Ap. Gesch. 13, 26—33. Inr Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Geschlechts Abrahams und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gesandt. Denn die zu Jerusalem wohnen, und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht kenneten, noch die Stimme der Propheten,(welche auf alle Sab⸗ bather gelesen werden,) haben sie dieselben mit ihren Ur⸗ teilen erfüllet. Und wiewohl sie keine Ursache des Todes an ihm fanden, baten sie doch Pilatum, ihn zu töten. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen sie ihn von dem Holz und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auferwecket von den Toten. Und er ist erschienen viele Tage denen, die mit ihm hin⸗ auf von Galiläa gen Jerusalem gegangen waren, welche sind seine Zeugen an das Volk. Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Vätern geschehen ist, daß dieselbige Gott uns, ihren Kindern, erfüllet hat, in dem, daß er Jesum auferwecket hat; wie denn im andern Pfalm geschrieben stehet: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget. ö Am ersten Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. (I. Petri 2, 2.) Evang. Joh. 20, 19—31. m Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammelt und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein 48 Die evangelischen und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite; da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwölfen einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meine Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, will ichs nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger drinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite; und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich ge⸗ sehen hast, Thoma, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Auch viele andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buche. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christ, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen. Epist. 1. Joh. 5, 4—10. enn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, oder der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ists, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind eins. Und dr das We So wir geugnis gezeuget Sohn C Am z Ich bi Vfü ist. des men un erhaschet fliehet; Ich bin bekannt kenne de Und ich sem Ste werden ein Hirt 2* daß ihr Sünde erfunder nicht dr der da hat an abgestor ihr seid Schafe; Bischof Rals er eite; da »n. Da it euch! ich euch u ihnen: Sünden behaltet, en einer, us kam. ben den nn, daß je meine in seine e waren t ihnen. ind tritt Darnach nd siehe je sie in gläubig. herr und mich ge⸗ die nicht hen that sind in glaubet, urch den ndet die ie Welt rwindet, Dieser hristus; d Blut. Vahrheit r Vater, 1d eins. und epistolischen Texte. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugnis annehmen, so ist Gottes geugnis größer; denn Gottes Zeugnis ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugnis bei ihm. Am zweiten Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini.(Psalm 89, 2.) Evang. Joh. 10, 12—16. Ich bin ein guter Hirte; ein guter Hirte lässet sein Leben für die Schafe. Ein Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kom⸗ men und verlässet die Schafe und fliehet; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Mietling aber fliehet; denn er ist ein Mietling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater; und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus die— sem Stalle. Und dieselbigen muß ich herführen; und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden. Epist. 1. Petr. 2, 21—25. Denn dazu seid ihr berufen. Sintemal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht dräuete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bschof eurer Seelen. 50 Die evangelischen Am dritten Sonntage nach Ostern, Jubilate. (Psalm 66, 2.) Evang. Joh. 16, 16—23. V ber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er saget zu uns: Über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er saget: Über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: Über ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber wer⸗ det traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude ver⸗ kehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an dem⸗ selbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epist. 1. Petri 2, 11—20. Leben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrime: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch after⸗ reden als von Übelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenns nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen; es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Haupt⸗ leuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Übelthäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der W Unwiss nicht a —— Habt 90 K. nicht a wunder Gewiss Unrecht Missetl that w A un Non hin? s euer H. Wahrh nicht h aber h selbige und u Sünde keit ab nicht f gerichte könnet der W heit le sonderr zukünf mich 1 und er mein; nehmer te. ; und denn seinen üget zu sehen, n, und st das, „ was vollten, nander, r mich r mich weinen wer⸗ de ver⸗ hat sie nn sie an die rWelt ber ich n, und n dem⸗ ndlinge Lüsten, guten after⸗ n und Seid willen; Haupt⸗ Her die as ist und epistolischen Texte. 51 der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der börichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen, denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Übel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wé ohl⸗ that willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Am vierten Sonntage nach Ostern, Cantate. (Ps. 98, 1—-2.) Evang. Joh. 16, 5—15. Nen aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn der⸗ selbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtig— keit aber, daß ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnet es jetr nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahr⸗ heit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hörenwird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird ers nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum hab' ich gesagt: Er wirds von dem Meinen nehmen und euch verkündigen. Die evangelischen Epist. Jal. 1, 16—21. Irret nicht, lieben Brüder; alle gute Gabe und alle voll⸗ V kommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zom thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Am fünften Sonntage nach Ostern, Rogate. (Joh. 16, 24) Evang. Joh. 16, 23—30. ahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet; es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jüngert Siehe;, nun redest du frei heraus und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißest, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Seid ein Hi einem schauet Stund aber d und de sonderr That. diene verfühs und ur die We von de 3*U keit, d hatten alle L Wer d wer al Zeicher sind d mit ne etwas die Kr mit ih geredet zur rer digten bekräft voll⸗ Vater Vechsel t nach iß wir rüder, ber zu Zorn l alle ort an kann Vater rd ers leinem Freude chwort durch heraus Tage e euch selbst, t und vom derum en zu und alle frage. bist. und epistolischen Texte. Epist. Jak. 1, 22— 27. Teid aber Thäter des Worts und nicht Hörer allein, & damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Thäter, der ist gleich Wem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel be⸗ schauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund an davon und vergisset, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführt sein Herz, des Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt behalten. Am Feste der Himmelfahrt Jesu. Evang. Mark. 16, 14— 20. Ir da die Elfe zu Tische saßen, offenbarte er sich und schalt ihren Wugtanden und ihres Herzens Heschen keit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten, auferstanden. Und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: in meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wirds ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wirds besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel und sitzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und pre⸗ digten an allen Orten; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. 54 Die evangelischen Epist. Ap. Gesch. 1, 1—11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle dem, das Jesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln, welche er hatte erwählet, durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte, welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte durch mancherlei Er⸗ weisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehört(sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird; und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahrend, siehe, da standen bei ihnen zweeen Männer in weißen Klei⸗ dern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Am sechsten Sonntage nach Ostern, Exaudi. (Ps. 27, 7 Evang. Joh. 15, 26—16, 4. N (enn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater/ der Geist der Wahr⸗ heit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir, Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang Cẽ denn frei u ein je guten mand ein A Gott werde von( JTesi ihn l bei i mein⸗ mein, habe Aber sende eophile, un und ward, „durch ich nach rlei Er⸗ g Tage Ind als cht von heißung on mir. ollt mit diesen fragten wieder ihnen: „welche werdet suf euch rusalem Ende gehoben Augen fahrend, en Klei⸗ a, was welcher ꝛen, wie di. hen ich Wahr⸗ on mir. Anfang und epistolischen Texte. bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tötet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran ge⸗ denket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epist. 1. Petri 4, 8—11. So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen . Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gast⸗ frei unter einander ohne Murmeln. Und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So je⸗ mand redet, daß ers rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß ers thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde durch Jesum Christ, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Aussaatfest. Frei zu wählende Texte. Am ersten Pfingsttage. Evang. Joh. 14, 23—31. Sesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wirds euch alles 56 Die evangelischen lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt ge⸗ höret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer denn ich. Und nun habe ichs euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun ge⸗ schehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde fort mehr nicht viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat: stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. Epist. Ap. Gesch. 2, 1—13. Urd als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmütig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zerteilet, als wären sie feurig; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen. Und wurden alle voll des heiligen Geistes und fingen an zu predigen mit anderen Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend; die waren gottesfürchtige Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt; denn es hörete ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, ver⸗ wunderten sich und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa und Kappadocien, Pontus und Asien, Phrygien und Pamphylien, Agypten und an den Enden der Libyen bei Kyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber; wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes irre, un⸗ werden? chen: Si 1 nicht ver Denn G daß er d selig wer wer abe glaubet Gottes. Welt gel mehr der Arges tl Licht, a. aber die Werke o. nd er zeu der Lebe Prophete ben, Ver noch dies dem Wo schneidun daß auc ausgegos redeten 1 Nag au taufet w gleich w Namen gesagt n gebe Euer abt ge⸗ komme hr euch denn 9s euch un ge⸗ r nicht v Welt, rkenne, nir der hinnen waren geschah altigen saßen. wären Unter 8und m der Juden känner a nun „und ie mit „ver⸗ sind n wir boren wir ocien, n und änder raber; haten und epistolischen Texte. Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hattens ihren Spott und spra⸗ chen: Sie sind voll süßen Weins. Am zweiten Pfingsttage. Evang. Joh. 3, 16—21. Alo hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen einge⸗ borenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubbet nicht an den Namen des eingeborenen Sohns Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist; und die Menschen liebten die Finsternis mehr denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Epist. Ap. Gesch. 10, 42— 48. Ur er hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Toten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glau⸗ ben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Be⸗ schneidung, die mit Petro gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Nag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht ge⸗ naufet werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleich wie auch wir? Und befahl, sie zu taufen in dem Namen des Herrn. 58 Die evangelischen Am Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Joh. 3, 1—15. 90 E war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden; der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wi wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fähret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist ge⸗ boren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm— Bist du ein Meister in Israel und weißest das nicht? Wahr⸗ Zeugnis nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel herniedergekom⸗ men ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. 4 si Epist. Röm. 11, 33.—36. ö welchleine Tiefe des Reichtums, beides der Weisheit und Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind 166 2 seine Ge hat des gewesen? werde m und zu Amen. Am 85 w Err Taͤge he mit Na Schwäre die von und leck der Arm Abrahan begraber war, ho und La; ů— iannn Abrahan lich, wahrlich ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und das Au zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser meine Abrahar empfang Böses e wirst ge euch ein hinnen von dar ich dich, denn ich daß sie ham spr laß sie Abrahar it Namen der kam ister, wir en; denn sei denn zu ihm: 3jemand ttes nicht uMensch wiederum 7.Jesus sei dem, nd Geist, Vas vom om Geist dern, daß werden. sen wohl, d wohin Geist ge⸗ ym: Wie Rzu ihm: 2 Wahr⸗ ssen, und iet unser euch von wenn ich niemand Hergekom⸗ mmel is öhet hat, auf, daß sondern Weisheit flich sind und epistolischen Texte. 59 sene Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? oder wer ist sein Ratgeber gewesen? oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, daß ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Mnen. Am ersten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Luk. 16, 19—31. Fs war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde ind leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf und sah Abraham von ferne und Lazarum in seinem Schoß, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das Außerste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen haͤst in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du witst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, können nicht, und auch nicht bon dannen zu uns herüberfahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abra⸗ ham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen 60 Die evangelischen ginge, so würden sie Buße thun. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten aufer⸗ stünde. ö ö Epist. 1. Joh. 4, 16—21. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Daran ist dis Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondem die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig an der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns ers geliebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Am zweiten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Luk. 14, 16—24. r aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit. Und si fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da wald der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und sühre die herin. 1 hu befoh! herr spro ind an d daß mein Männer vird. S8 reic sie sollen denn sie! hungert u att werde Barmherz ind, denn fertigen, sund, die das Himn Nenschen nden alle fröhlich u berden. bor euch erwun haft Leben gek den Brud Hruder he en Totsch Daran ha uns gela die Brüde hat und x zu ihm: 5werden en aufer⸗ ibet, der n ist die eit haben sind auch „sondern ie Furcht völlig an uns erst nd hasset er seinen tt lieben, von ihm, liebe. Heil. r machte 1d sandte zu sagen Und sie n. Der und muß schuldige h Ochsen ich bitte habe ein Und der da ward e: Gehe dt, und und epistolischen Texte. 61 fihre die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden lerein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und Aün⸗ sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken itd. Oder: Matth. 5, 3—12. Telig sind, die da geistlich arm sind, denn das Himmel⸗ reich ist ihr. Selig sind, die da Leid tragen, denn se sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Waeneren denn sie sollen itt werden. Selig sind die B Barmherzigen, denn sie Werden varmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reines Herzens nd, denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Fried— frtigen, denn sie werden Gottes Kinder Heiden Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn das Himmelreich ist ihr. Selig seid ihr, wenn euch die Nenschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und Eden allerlei ÜUbels wider euch, so sie daran lügen. Seid froͤhlich und getrost, es wird euch im Himmel wohl belohnet werden. Denn also haben sie verfolget die Propheten, die bor euch gewesen sind. Epist. 1. Joh. 3, 13—18. erwundert euch nicht, meine Brüder, ob 1— die Welt hasset. Wir wi ssen, daß wir aus dem Tode in das Iben gekommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Totschläger; und ihr wisset, daß Totschl äger nicht hat das ewige Leben bei ihm bl leibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für 5nn ge lassen hat; und wir sollen auch das Leben für li Brüder lassen. Wenn äber jemand dieser Welt Güter hat und siehet seinen Bruder darben und schließt sein Herz 62 Die evangelischen vor ihm zu: wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Am dritten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Luk. 15, 1—10. Es naheten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sündet, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schrift⸗ gelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verliert, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste und hingehe nath dem verlornen, bis daß ers finde? Und wenn ers gefunden hat, so leget ers auf seine Achseln mit Freuden; und wenn er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbam und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freutt euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. ö Oder: Luk. 15, 11—32. Ur er sprach: Ein Mensch hatte zweeen Söhne; und der a jüngste unter ihnen sprach zum Vater: Gieb mir, Vater, ö das Teil der Güter, das mir gehöret. Und er teilte ihnen das Gut. Und nicht lange darnach sammelte der jüngste 4. + Sohn all lbst bra all das durch das und ging Landes, hüten. 1 ——— bern, die schlug er 7 mein Vat im Hung Veter gel in den Hi Vß ich Zagelöhn Vter. 2 sein Vate Hals un Vater, ick bin hinfo der Vater Hleid her gerreif a hinget ei essen und und ist ist gefun Uber der nahe zun Migen u das wäre und dein ihn gesun nicht hin bat ihn. Siehe, so loch nie geben, d aber diese berschlung Er aber Meine mit der seit. Heil. Sünder, Schrift⸗ Sünder nen dies uch, der der nicht gehe nach gefunden ind wenn Nachbarn ich habe ige euch: Sünder, die der die zehn ein Licht bis daß rufet sie Freuet den, den Freude der Buße und der , Vater, te ihnen jüngste und epistolischen Texte. Sohn alles zusammen und zog ferne über Land; und da⸗ selbst brachte er sein Gut um mit Prassen. Da er nun al das Seine verzehret hatte, ward eine große Teurung durch dasselbige ganze Land, und er fing an zu darben; und ging hin und hängte sich an einen Bürger desselbigen Landes, der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit Tre⸗ bern, die die Säue aßen, und niemand gab sie ihm. Da shlug er in sich und sprach: Wie viel Tagelöhner hat nein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe in Hunger. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vter gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor dir und bin hinfort nicht mehr wert, doß. ich dein Sohn heiße; mache mich als einen deiner Lagelöhner. Und er machte sich auf und kam zu seinem Wter. Da er aber noch ferne von dannen war, sahe ihn sin Vater, und jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen hals und küßte ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Unter, ich habe gesündigt in den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste gleid hervor und thut ihn an, und gebet ihm einen Fin⸗ gerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße, und heinget ein gemästet Kalb her und schlachtet es; lasset uns (sen und fröhlich sein; denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und st gefunden worden. Und fingen an fröhlich zu sein. Aber der älteste Sohn war auf dem Felde; und als er nahe zum Hause kam, hörte er das Gesänge und den Reigen und rief zu sich der Knechte einen und fragte, was dus wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat ein gemästet Kalb geschlachtet, daß er ihn gesund wieder hat. Da ward er zornig und wollte nicht hinein gehen. Da ging sein Vater heraus und hat ihn. Er antwortete aber und sprach zum Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock ge⸗ geben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich wäre; nun aer dieser dein Sohn gekommen ist, der sein Gut mit Huren berschlungen hat, hast du ihm ein gemästet Kalb geschlachtet. Ersaber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei 64 Die evangelischen mir und alles, was mein ist, das ist dein; du solltest ab fröhlich und gutes Muts sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war ver⸗ loren und ist wieder gefunden. Epist. 1. Petr. 5, 6—11. So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zusseiner Zeit. Alle eure Sorgen werfet auf ihn; denn er sorget für euch. Seid nüchtem und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet um⸗ her wie ein brüllender Löwe und suchet, welchen er ver⸗ schlinge. Dem widerstehet fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am vierten Sonntage nach dem Feste der Heil. 3— Dreieinigkeit. Evang. Luk. 6, 36—42. arum seid barmherzig, wie auch euer Vater barm⸗ herzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht ver⸗ dammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt gerüttelt und über⸗ flüssig Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht übes seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Aüge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu dei⸗ nem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus dei Balken Balken Splitter —— Nenn li den. D die Offe unterwo um des Denn o⸗ des ver Kinder sich mit aber sie, Erstling. schaft ur Am daß ers und leh aufgehör Höhe, u Und Si haben d auf dein shaten, NRetz zer test aber Bruder Haν ver⸗ Gottes, Sorgen nüchtern het um⸗ er ver⸗ set, daß t gehen. u seiner rd euch, räftigen, Ewigkeit Heil, barm⸗ ch nicht cht ver⸗ bet, so d über⸗ in eben wieder uch ein ie nicht ht über ster/ so Splitter n Auge zu dei⸗ Splitter und epistolischen Texte. aus deinem Auge ziehen, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epist. Röm. 8, 18—23. Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herr⸗ lichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbaret wer⸗ den. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns und äugstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kind⸗ schaft und warten auf unseres Leibes Erlösung. Am fünften Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Luk. 5, 1—11. Es begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes; und er stand am See Gene⸗ zareth und sahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Netze; trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom Lande führete. Und er setzte sich und lehrte das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber guf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Retz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern — 66 Die evangelischen Schiff waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie sanken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken an⸗ gekommen und alle, die mit ihm waren, über diesen Fisch⸗ zug, den sie mit einander gethan hatten; desselbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht: denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie füh⸗ reten die Schiffe zu Lande und verließen alles und folgeten ihm nach. Epist. 1. Petri 3, 8—15. ndlich aber seid allesamt gleich gesinnet, mitleidig. brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Ge⸗ rechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die da Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommt? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. Am sechsten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. 0 ö Evang. Matth. 5, 20— 26. enn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet in Christo ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu aber tö sage eue richts se der ist ist des Gabe a daß deit dem Al dich mit deine G weil du der Wie und der in den K nicht vo Heller b WI ö sind wir auf daß durch di einem 1 gepflanz der Auf alter M liche Lei Denn w Sind w wir auc von den hinfort ist, das aber leb dafür, d n. Und daß sie zu den ich bin ken an⸗ n Fisch⸗ gleichen Simonis ch nicht; sie füh⸗ folgeten itleidig, t nicht sondern id, daß ud gute s Böses wende nd jage die Ge⸗ ngesicht nd wer kommt? so seid n nicht n euren eil. besser⸗ werdet gehört, und epistolischen Texte. daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Ge⸗ nichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdaun komm und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, die⸗ weil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht voön dannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Epist. Röm. 6, 3—11. Wiset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getaufet sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleich wie Christus ist auferwecket von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuzigt ist, auf daß der sünd⸗ liche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Toten erwecket, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einem Mal; das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. 5* 68 Die evangelischen Am siebenten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Mark. 8, 1—9. 3 der Zlit, da viel Volks da war und hatten niht zu essen, rief Jesus seine Fünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen, und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brote? 86 prachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote und dankte und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volke vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da ehessen hatten; und er ließ sie von sich, Epist. Röm. 6, 19— Ich muß men schlich davon reden, um der Schwachhlit V willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder he⸗ geben habt zum Dienst der Unreinigkeit und von einer Un⸗ gerechtigkeit zu der andern, also begebet nun auch eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes 1 das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. dn Am he See sie reißt kennen. oder Fᷓ. Baum arge Fr bringen, bringen. bringet, an ihrer alle, die kommen Himmel Herr, H Haben Haben Dann erkannt, lles se die Pro die Pfo dammni Und die hum Lel a ö So nach be ihr aber Heil. n nichts rach zu un drei n, und würden ren von Woher ättigen? prachen: die Erde kte und selbigen tten ein en auch oben die Iren bei on sich, vachheit eder be⸗ ner Un⸗ Glieder Denn von der Frucht? selbigen rei und daß ihr enn der ist das und epistolischen Texte. 69 Am achten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Matth. 7, 15—23. ehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafsk leidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie er⸗ kennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte beingen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr. in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen:„Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir, ihr Übelthäter. Oder: Matth. 7, 12614. les nun, was ihr wollet, daß euch die Leute thun sollen, das thut ihr ihnen; das ist das Gesetz und die Propheten. Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Ver⸗ dammnis abführet, und ihrer sind viele, die darauf wandeln. Und die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leben führet, und wenige sind ihrer, die ihn finden. Epist. Röm. 8, 12—17. Se sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleis che leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so 70 Die evangelischen werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knech⸗ tischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist giebt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi; so wir andets mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. 0 Am neunten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Luk. 16, 1—9. E sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; der ward vor ihm berüchtigt, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haus⸗ halter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Hert nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Oels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze' dich und schreibe flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den unge⸗ rechten Haushalter, daß er klüglich gethan hätte; denn dit Ji w NIun sind all Mose g haben alle ein von der Christus gefallen ist aber Kinder dieser Welt sind klüger denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlecht.“ Undsich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. würdest gelüsten det auck als gesck und zu nicht Hr ben und Laßt ur von jen. umgebre reten u ches alle schrieben gekomm mag wi keine de getreu, sondern daß, ihr. Am nd 0 Wi deinem Augen treibet, knech⸗ fürchten fangen, rselbige Kinder Erben, anders erhoben Heil. var ein rward ebracht. ich das denn Haus⸗ in Herr schäme n will, mich in zuldner bist du n Oels. ich und mdern: hundert deinen unge⸗ nu die „Lichts et euch wenn Hütten. und epistolischen Texte. Epist. 1. Korinth. 10, 1—13. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Nose getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mit folgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohl⸗ gefallen; denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Das it aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelüstet hat. Wer⸗ det auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wurden, als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trie⸗ ben und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Laßt uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche mur⸗ reten und wurden umgebracht durch den Verderber. Sol⸗ ches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber ge⸗ schrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich lässet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihrs könnet ertragen. Am zehnten Sonutage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Luk. 19, 41—48. Urd als er nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an und weinete über sie und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich 72 Die evangelischen kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten; und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: ö Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habts gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte Eꝰ a täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schrift. I. sie gelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm Snen nach, daß sie ihn umbrächten. Und fanden nicht, wie sie Tempel ihm thun sollten, denn alles Volk hing ihm an und Höllner. hörte ihn. dlso: J ö ö Leute, R Zöllner; Zehnten Epist. 1. Korinth. 12,1—11. von fer: Himmel, Ven den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben 10 Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden Iina 100 seid gewesen und hingegangen zu den stummen Götzen, sch selbs wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch kund, daß sch selbf niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet, und niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Amter, aber es Ich eri ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ich ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen men hab erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. auch seli Einem wird gegeben, durch den Geist zu reden von der habe, st Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der umsonst Erkenntnis nach demselbigen Geist; einem andern der gegeben, Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gestorben gesund zu machen in demselbigen Geist; einem andern er!begral Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem andern Tage, n Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen: von Kep einem andern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles gesehen 1 wirket derselbige einige Geist und teilet einem jeglichen einmal, seines zu, nach dem er will. Im Darnach WJosteln. 1nl. einer un d deine rn und 'n und u nicht Und ben die ihnen: 8; ihr lehrte Schrift⸗ n ihm wie sie n und lieben Heiden Hötzen, d, daß Gottes „ohne „ aber ber es es ist glichen Nutzen. n der on der n. der Gabe indern indern achen; alles glichen und epistolischen Texte. Am elften Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Luk. 18,9— 14. Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären und verachteten die andern, ein solch Gleichnis: Es gingen zweeen Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser göllner; ich faste zweimal in der Woche und gebe den gehnten von allem, was ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöhet werden. Epist. 1. Korinth. 15, 1—10. Ich erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenom⸗ men habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündigt habe, so ihrs behalten habt, es wäre denn, daß ihrs umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß eubegraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Zage, nach der Schrift: Und daß er gesehen worden ist bon Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jäkobo, darnach von allen Iposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als kiner unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin Die evangelischen der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Ge⸗ meinde Gottes verfolgt habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht ver⸗ geblich gewesen; sondern ich habe vielmehr gearbeitet denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Am zwölften Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Mark. 7, 31—37. 1 nd da er wieder ausging von den Grenzen Tyrus und Sidons, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders und legte ihm die Finger in die Ohren und spützete und rührete seine Zunge. Und sahe auf gen Himmel, seufzte und sprach zu ihm: Hephata, das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie solltens niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je 1 sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. ö Epist. 2. Korinth. 3, 4 11. Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendigg So aber das Amt, das durch die Buchstaben tötet und in die Steine ist ge⸗ bildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen Angesich Amt, da Amt, da hat das Klarheit. ö nicht für Klarheit. vielmehr Am dre IUfen ihr schet wollten und hör⸗ siehe, da sprach: Leben er sh gesch Du sollst von gar Gemüte, prach zu wirst du wrach z. wortete von Jerr die zoge und lief ohngefäh und da auch ein er vorüb und da ht wert die Ge⸗ Gnade cht ver⸗ et denn die mit Heil. Tyrus mitten hten zu en ihn, hn von Ohren zuf gen das ist, en auf, e recht. n. 990 Und Er hat und die tum zu selber aß wir gemacht cht des ichstabe 3 Amt, ist ge⸗ donnten und epistolischen Texte. 75 ansehen das Angesicht Mose um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Unt, das die Verdammnis prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Denn auch jenes Teil, das verkläret war, ist nicht für Klarheit zu achten gegen dieser überschwenglichen Klarheit. Denn so das Klarheit hatte, das da aufhöret, bielmehr wird das Klarheit haben, das da bleibet. Am dreizehnten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Luk. 10, 23—37. Uꝛ er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach in⸗ sonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und habens nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Ge⸗ setz geschrieben? wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da ant⸗ wortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder; dien zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halb tot liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinab zog, und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit,‚ da er kam bei die Stätte und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin; und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, 76 Die evangelischen verband ihm seine Wunden und goß drein Ol und Wein; und hob ihn auf sein Tier und führete ihn in die Her⸗ berge und pflegete sein. Des andern Tages reisete er und zog heraus zweeen Groschen und gab sie dem Wirt und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst darthun will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Oder: Luk. 10, 38— 42 Eꝰ begab sich aber, da sie wandelten, ging er in einen Markt. Da war ein Weib, mit Namen Martha, die nahm ihn auf in ihr Haus. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seiner Rede zu. Martha aber machte sich viel zu schaffen. ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Henz, fragest du nicht darnach, daß mich meine Schwester lässet allein dienen? Sage ihr doch, daß sie es auch angreife, Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du hast viel Sorge und Mühe; eines aber ist not; Marig hat das gute Teil erwählet, das soll nicht von ihr ge⸗ nommen werden. Epist. Gal. 3, 15—22. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht: darch die Samen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor bestätigt ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durchs Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahr hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben. Gott aber hats Abraham durch X setz? Es Same k stellt vi Mittler ist einig heißunge wäre, d rochtigke hat es heißung geben d ö gelustet Ind e mi einen N die stan chen: I. sie sahe, Priester! rein. C worden Stimme dankte antwort den? 2 funden, dieser F hin, dei 14½ Iude Wein; ie Her⸗ isete et m Wirt 8meht wieder ien der gefallen m that. gleichen. n einen tha, die hwester, d hörte schaffen. Herr, r lässet ingreife. Martha, Maria ihr ge⸗ reden: it nicht, Nun ist ugesagt. sondern hristus. t zuvor daß die gegeben enn so ürde es braham und epistolischen Texte. durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Ge⸗ setz? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist ge⸗ stelt von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines Einigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Gesetz wider Gottes Ver⸗ heißungen? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Ge⸗ rochtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetz. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Ver⸗ heißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, ge⸗ geben denen, die da glauben. Am vierzehnten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Luk. 17, 11—19. U es begab sich, da er reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samaria und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und spra⸗ chen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesund worden war, kehrte er um und preisete Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein gewor⸗ den? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner ge⸗ funden, der wieder umkehrte und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Epist. Gal, 5, 16—24. Í˖ sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Ileisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch. 78 Die evangelischen Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. Am fünfzehnten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Matth. 6, 24—34. U iemand kann zweeen Herren dienen. Entweder er wird einen hassen und den anderen lieben, oder wird einem. anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch⸗ Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise? und der Leib⸗ mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an, sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ift unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht vielmehr euch⸗ thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen 1 wir trin allen tr weiß, de dem Rei euch sol andern —.....'.:. Seine se eigene J ˙ W.· unter eir so ein N helfet ih geistlich bersuchet ihr das dünken, sch selb alsdann einem ar Der abe allerlei( Gott läf das wird von den den Geif ernten. den, der Aufhörer Gutes tl Genossen t, was hr nicht rke des inigkeit, „Neid, Saufen, ezuvor werden ber des lichkeit, r solche en, die. n. Heil. er wird d einem et nicht h.euch: trinken werdet. er Leib Himmel t in die Seid ar euch, darum Schauet rbeiten ß auch zewesen uf dem rgen in 5 euch nicht und epistolischen Texte. sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epist. Gal. 5, 25—6, 10. s wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eiteler Ehre geizig sein, unter einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehl übereilet würde, so helfet inm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand lässet dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein selbst Werk; und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes thun und nicht müde wer⸗ den, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. 80 Die evangelischen Am sechzehnten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Luk. 7, 11—17. 1 nd es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viele mit ihm und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu und rührete den Sarg an; und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter, Und es kam sie alle eine Furcht an, Uand preiseten Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns auf⸗ gestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Epist. Ephes. 3, 13—21. arum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind; derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißet im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Am si ndee ste essenn Rensch bwortete und spr aber sch und lie Welcher Brunne Sabbatl Antwor Gästen, und spr zur Hoc ein Ehr kommt, diesem, Sonder dich un hat, sp Ehre h. wer sid wer sic se ihr ber Geduld d fl Band auch b Ein He (unser) und in r Heil. adt mit iele mit tadtthor der ein Witwe, 9.da sie hrach zu n Sarg ingling, sich auf Mutter. en Gott ns auf⸗ nd diese nd und meiner che euch gen den zater ist ind auf n seiner un dem rch den wurzelt get mit Länge hristum daß ihr E Der en oder dem sei u aller und epistolischen Texte. Am siebzehnten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. ö Evang. Luk. 14, 1—11. nd es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Ober⸗ sten der Pharisäer auf einen Sabbath, das Brot zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus ant⸗ wortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ists auch recht auf den Sabbath heilen? Sie aber chwiegen stille. Und er griff ihn an und heilete ihn und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Velcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn heraus ziehet am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer denn du von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem, und du müssest dann mit Scham unten an sitzen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf; dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Epist. Ephes. 4, 1—6. s ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebüret eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld, und vertraͤget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater (unser) aller, der da ist über euch alle und durch euch alle und in euch allen. Die evangelischen Oder: Ephes. 4, 11—16. Ud er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, daß die Heiligen zugerichtet werden zum Weck des Amts, dadurch der Leib Christi erbauet werde, bis. daß wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und Er⸗ kenntnis des Sohnes Gottes und ein vollkommener Mann werden, der da sei in der Maße des vollkommenen Alters Christi; auf daß wir nicht mehr Kinder seien und uns wägen und wiegen lassen von allerlei Wind der Lehre durch Schalkheit der Menschen und Täuscherei, damit sie uns erschleichen zu verführen. Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an den, der das Haupt ist, Christus; aus welchem der ganze Leib zusammengefüget und ein Glied am andern hanget durth alle Gelenke, dadurch eins dem andern Handreichung thut nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in seiner Maße, und machet, daß der Leib wächset zu seiner selbst Besserung, und das alles in der Liebe. Am achtzehnten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Matth. 22, 3446. a aber die Pharisäer hörten, daß er den Sadducäern das Maul gestopfet hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünket euch um Christo? wes Sohn ist er? Sie sprachen denn T hat ges bis daf So nur sein So und du fragen. 3* d sp Fesus und spꝛ euch un nicht in erniedri reich. Namen Gering daß ein würde der Ar doch we So abe ihn ab zum Le zwo He ewige reiß es du einé habest zu, da — gefeiert. aber zu u Hirten um Werk rde, bis und Er⸗ r Mann n Alters und uns er Lehre damit sie tschaffen an den, nze Leib zet durch ung thut r Maße, esserung, 1 Heil. ducäern h. Und ihn und ebot im n Gott, ele und )R größte t deinen Geboten nun die sprach: Sie und epistolischen Texte. sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Gest einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze d dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Oder: Matth. 18, 1—11. (Evang. für den Micharlistag.“) 3* derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu und sprachen: Wer ist doch der Größeste im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu f sich und stellte es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umkehret und werdet wie die Kind der, so werdet ihr nicht in das DSe kommen. Wer sich nun selbst erniedrigt wie dies Kind, der ist der Größeste im Himmel⸗ reich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget und er ersäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der wehe der halben! Es muß ja Argernis kommen; doch wehe dem Menschen, durch welchen Argernis kommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, ⁰0 haue ihn ab und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm oder ein Krüppel eingehest, denn daß du zwo Hände oder zweeen Füße l habest und werdest in das wige Feuer geworf fen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus und wirf es von dir. Es ist Ni besser, daß du einäugig zum L Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet — *k) Wird in einigen evangel. Gemeinden des Münsterlandes gefeiert. 8⁴ Die evangelischen denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, selig zu machen, das ver⸗ loren ist. Epist. 1. Korinth. 1, 4—9. Ich danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre und in aller Erkenntnis. Wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig geworden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesu Christi, welcher auch wird euch festbehalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Oder: Offenb. Joh. 12, 7—12. (Epist. für den Michaelistag.) Urd es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drache stritt und seine Engel, und siegten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt ver⸗ führet, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich und die Macht unseres Gottes seines Christus geworden, weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklaget Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses, und haben ihr Leben nicht geliebet bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel, und die darinnen wohnen. Am ner Da tra ka ihm eine nun Jes brüchiger vergeben sprachen Rsus ih so Arges Dir sind auf und Mensche. vergeben hebe de und gin sich und gegeben o le d/ berderbe und ziel ist in r leget die mit sein sind. über er dem Lä sondern auf da. faul G nützlich allezeit enn des das ver⸗ für die to Jesu, acht, an Predigt daß ihr wartet Christ, daß ihr Christi. seid zur zerrn. haelzund r Drache ard ihre S ward „die da zelt ver⸗ e Engel te große und die 5 seines Brüder or Gott. les Blut hr Leben ich nh und epistolischen Texte. 85 — Am nennzehnten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Matth. 9, 1—8. kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sahe, sprach er zu dem Gicht⸗ brüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Fsus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stehe auf und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe, auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bette auf und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es scch und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Dẽ trat er in das Schiff und fuhr wieder herüber und Epist. Eph. 4, 22—32. S leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und sündigt nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum den Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern was — nützlich zur Besserung ist, da es not thut, daß es hold⸗ 86 Die evangelischen selig sei zu hören. Und betrübet nicht den heiligen Geist Gottes, damit ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung. Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung sei ferne von euch, samt aller Bosheit. Seid⸗ aber unter einander freundlich, herzlich und vergebet einer dem andern, gleichwie Gott euch vergeben hat in Christo. Am zwanzigsten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Matth. 22, 1— 14. Urd Jesus antwortete und redete abermal durch Gleich⸗ nisse zu ihnen und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohn Hochzeit machte. Und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen; und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und alles bereit; kommt zur Hoch⸗ zeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Hantierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und töteten sie. Da das der König hörte, ward er zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste warens nicht wert. Darum gehet hin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen; und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt. Ce seh ale euch in d nicht un! herrn V ein unor' und rede und geist eurem H dem Vat seid unte Am e nd es per in Galil hinab k. krank. und Wu sprach z stirbt. Der Me und gin seine Kr lebet. es besse ihn: 6 Fieber. wäre, in lebet. nun da Judäa Geist lösung. i und Seid t einer risto. Heil. Gleich⸗ t gleich Und ochzeit idte er Siehe, seine te ihre yochzeit wert. ochzeit, uf die Böse ging allda „und n und immte. Hände inaus, le sind und epistolischen Texte. Epist. Eph. 5, 15—21. Do sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen, und schicket uch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus an unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes, und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in aurem Herzen, und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi; und sed unter einander unterthan in der Furcht Gottes. Am einundzwanzigsten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Joh. 4, 47—54. ud es war ein Königischer, des Sohn lag krank zu Ca⸗ pernaum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläam und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er hinab käme und hülfe seinem Sohne, denn er war tod⸗ sfank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische shrach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind siebt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinabging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäxe, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn kbet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist gun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläa kam. Die evangelischen Epist. Eph. 6, 10—17. meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnt gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herrn der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um des willen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun und alles wohl aus⸗ richten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feu⸗ rigen Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Am zweiundzwanzigsten Sountage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Matth. 18, 23—35. Doarum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er an⸗ fing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn⸗ tausend Pfund schuldig. Da ers nun nicht hatte zu be⸗ zahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dirs alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an und würgete ihn und sprach: Bezaͤhle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: 7 Habe& wollte Gefängr Da ab betrübt was sich sich und habe ich denn di ich mich zornig bezahlte mein hi von eur Ich de ich und thu am Eve selbigen hat das den Ta ich dern meinem ich das ihr alle ist mein Herzens daß eur Erkennt das best auf den die dur und Lo! in der Gottes, fe des dlut zu ich mit r Welt l. Um aß ihr AHLsaus⸗ t nun, en mit lt, als nit ihr Schild le feu⸗ m des Wort Feste und epistolischen Texte. Habe Geduld mit mir, ich will dirs alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten vor ihren Herrn ales was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehle. Epist. Phil. 1, 311. Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke(welches ich 159. thue in alle meinem Gebet für euch alle und thue das Gebet mit Freuden) über eurer Gemeinschaft am Cvangelio vom ersten Tage an bisher. Und bin des⸗ selbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wirds auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi Wie es denn mir 5 6 ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum, daß ich. in meinem Herzen habe in diesem meinem Gefängnis, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade teilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrunde in Jesu Christo. Und daselbst um bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntnis und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen(in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. 90 Die evangelischen Am dreinndzvanzigsten Sountage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Matth. 22, 15—22. Ja gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, samt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ists recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkete ihre Schalk⸗ heit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Überschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gotte, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn und gingen davon. ö Epist. Phil. 3, 17—21. QJolget mir lieben Brüder, und sehet auf die, die also - wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi; welcher Ende ist die Verdammnis, welchen der Bauch ihr Gott ist und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Oder: Phil. 3, 716. ber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden geachtet. Denn ich achte es alles für Schaden gegen der überschwenglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um welches willen ich alles habe für Schaden Christum habe mei den Glat die von ihn und schaft se damit is Nicht da seiz ich. nachdem Brüder, habe. C und stre. dem vor die him viel nur sinnet se euch Go Regel, d sinnet se Am v siehe, e trat von an. De Kleid a Nsus u Tochter, ward ge Obersten tümmel este Rat, en zu achen: ehrest denn sage Kaiser schalk⸗ mich? einen t das Des kaiser, α sie und e also Denn nun reuzes nder derer, mmelh, i, des „daß rkung, hen. Christi alles Christi he für — und epistolischen Texte. 94 Schaden gerechnet, und achte es für Dreck, auf daß ich Christum gewinne und in ihm erfunden werde, daß ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz, sonderß die durch den Glauben an Christum kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird; zu erkennen ihn und die Kraft seiner Aufer stehung und die Gemein⸗ shaft seiner Leiden, daß ich senem Tode ähnlich werde, damit entgegen komme zur Auferstehung der Toten. Neht daß ichs schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage 155 aber nach, ob ichs auch ergreifen möchte, nachdem ich von Wn Jesu ergriffen bin. Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht, daß ichs ergriffen habe. Emnes aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist und strecke mich zu dem, das da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, nach dem Kleinod, welches vorhält die himmlische Berufung Gottes in Christo Jesu. Wie biel nun unser vollkommen sind, die lasset uns also ge⸗ sinnet sein; und sollt ihr sonst etwas halten, das lasset euch Gott doch so ferne, daß wir nach einer Regel, darein wir Hetommen hnd, waͤndeln und gleich ge⸗ sinnet seien. Am vierundzwanzigsten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Matth. 9, 18—26. Da er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben! aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf und folgete ihm nach, und seine Jünger. Und sihe, ein Weib, das zwölf Jahr den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Nsus um, und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam und sahe die Pfeifer und das Ge⸗ timmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn Die evangelischen das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie diese T verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, selig, e e ging er hinein und ergriff sie bei der Hand; da stand berkürz das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dassel. hier ist bige ganze Land. Denn stehen führet ( Epist. Kol. 1, 9—14. die Au ö Darum Den auch wir von dem Tage an, da wir es gehöret der Wi haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu Kamme bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntnis seines Willens, ausgeh MI* in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand, daß ihr wan⸗ also w M delt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar Wo ab seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntnis Gottes und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmütigkeit mit Freuden; und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht, welcher uns ö ö errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis, und hat uns Geei versetzt in das Reich seines lieben Sohns, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Ver⸗ er fünf N gebung der Sünden. jedemen NV. der hin N denselb N Am fünfundzwanzigsten Sonntage nach dem Feste auch d der Heil. Dreieinigkeit. iweeen * 8 9 und m * N 5 20. ö Herrn Evang. Matth. 24, 15— 28. ö Anechte Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, der fün . davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß Centne er stehe an der heiligen Stätte,(wer das lieset, der merke gethan darauf!) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen wonner Lande ist, und wer auf dem Dache ist, der steige nict und ge hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen, und wer ich wil auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu Freude holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der hatte, N Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im than; N Winter oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine wonner große Trübsal sein, als nicht gewesen ist von Anfang der getreue Welt bis her, und als auch nicht werden wird. Und vwo will di —. 9— nd sie war, stand dassel⸗ zehöret und zu illens, rwan⸗ Ichtbar nntnis seiner it mit emacht uns at Uns em wir Ver⸗ Feste üstung,‚ I, daß merke dischen e nicht id wer ider zu zu der he im n eine ng der nd wo und epistolischen Texte. diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig, aber um der Auserwählten willen werden die Tage berkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da; so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten auf⸗ stehen und große Zeichen und Wunder thun, daß ver⸗ führet werden in den Irrtum(wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste; so gehet nicht hinaus; Siehe, er ist in der Kammer; so glaubet es nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohnes. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Oder: Matth. 25, 14- 30. leichwie ein Mensch, der über Land zog, rief seinen Knechten und that ihnen seine Güter ein, und einem gab er fünf Centner, dem andern zweeen, dem dritten einen, einem jedem nach seinem Vermögen; und zog bald hinweg. Da ging der hin, der fünf Centner empfangen hatte, und handelte mit denselbigen und gewann andere fünf Centner. Desgleichen auch der zweeen Centner empfangen hatte, gewann auch zweeen andere. Der aber einen empfangen hatte, ging hin und machte eine Grube in die Erde und verbarg seines Herrn Geld. Über eine lange Zeit kam der Herr dieser Knechte und hielt Rechenschaft mit ihnen. Da trat herzu, der fünf Centner empfangen hatte, und legte andere fünf Centner dar und sprach: Herr, du hast mir fünf Centner gethan; siehe da, ich habe damit andere fünf Centner ge⸗ wonnen. Da sprach sein Herr zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude. Da trat auch herzu, der zweeen Centner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zweeen Centner ge⸗ than; siehe da, ich habe mit denselben zweeen andere ge⸗ wonnen. Sein Herr sprach zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude. 9⁴ Die evangelischen Da trat auch herzu, der einen Centner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wußte, daß du ein harter Mann bist; du schneidest, wo du nicht gesäet hast, und sammlest, da du nicht gestreuet hast. Und fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Centner in die Erde. Siehe, da hast du das Deine. Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du Schalk und fauler Knecht, wußtest du, daß ich schneide, da ich nicht gesäet habe, und sammle, da ich nicht gestreuet habe; so solltest du mein Geld zu den Wechslern gethan haben, und wenn ich kommen wäre, hätte ich das Meine zu mir genommen mit Wucher. Darum nehmet von ihm den Centner, und gebets dem, der zehn Centner hat. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, das er hat, genommen werden. Und den unnützen Knecht werfet in die äußerste Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Epist. 1. Thess. 4, 13.—18. ir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glaͤuben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das f Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Po⸗ saune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Hennn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. ö agen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der —.—.— Am W. er sitzen ihm all einande Böcken und die denen; Vaters, ginn de habt m mich ge mich be mich be besuchet gekomm sagen: haben! ket? 2 herberg haben dir gek: zu ihne einem ihr mir Linken: Feuer, Ich bin Ich bin Ich bin berget. bekleide habt m worten hungrig n hatte, Mann immlest, 10 hin da hast Hrach zu daß ich ich nicht echslern ich das nehmet Centner n, und rd auch, Knecht ird sein erhalten traurig Denn so den ist, Jesum, in Wort in der en, die t einem der Po⸗ ind die Darnach eich mit 1 Herrn 1 Herrn n unter und epistolischen Texte. 9⁵ Am sechsundzwanzigsten Sonutage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Matth. 25, 31—46. Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Hmnnn rni Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbe⸗ ginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? oder durstig, und haben dich geträn⸗ det? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und be⸗ herberget? oder nackend, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht ges peiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beher⸗ berget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch ant— worten und fagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig oder einen Gast oder nackend oder 96 Die evangelischen ö krank oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann Am si wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage 12 euch, was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Ge— ringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. ann ö f. Epist. 2. Petri 3, 3—14. dem B ö ren thi U wisset das aufs erste, daß in den letzten Tagen kon⸗ nahmen men werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wan sich. T deln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? samt il Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibet es alles, wurden wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber mun⸗ aber w. willens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vorzeiten gehet ar auch war, dazu die Erde aus Wasser und in Wasser be⸗ alle auf standen durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit ö sprachen die Welt durch dieselbigen mit der Sündflut verderbet. unsere L Also auch der Himmel jetzund und die Erde werden durch prachen sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden Gehet a am Tage des Gerichts und Verdammnis der gottlosen Und de Menschen. Eines aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, und we daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und Hochzeit tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr verzieht nicht die auch di Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern thue un er hat Geduld mit uns und will nicht, daß jemand ver⸗ ich sage loren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. ihr wiss Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in Sohn kt der Nacht; in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hitze zer— ö schmelzen, und die Erde und die Werke, die drinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie Mond sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gott⸗ V 11 seligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunst daß der des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer der Na zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden. hat Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen überfall Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkt und 156 „ wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten seid nit * sollt, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und un. Dieh er sträflich im Frieden erfunden werdet. Kinder Dann h sage en Ge⸗ Ind sie hten in n kom⸗ n wan⸗ ukunft? alles, mut⸗ orzeiten sser be⸗ er Zeit rderbet. n durch werden ottlosen Lieben, e, und licht die sondern nd ver⸗ e kehre. Dieb in den mit itze zer⸗ en sind, n, wie id gott⸗ Zukunft 1 Feuer werden. r neuen chtigkeit warten ind un⸗ und epistolischen Texte. 97 Am siebenundzwanzigsten Sonntage nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit. Evang. Matth. 25, 1—13. Denn wird das Himmelreich gleich sein zehn Jung⸗ frauen, die ihre Lampen na Wmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen wa⸗ ren thöricht, und fünf waren klug. Die thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Ol mit sich. Die klugen aber nahmen Ol in ihren Gefäßen samt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm entgegen. Da standen diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den Rnten Gebet uns von eurem Öl, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also; auf daß nicht uns und euch gebreche. Gehet aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit; und die Thür ward Wischuser⸗ Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, 0 kenne euch nicht. Darum wachet, denn ihr wisset wed 1 noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn tymmen.— Epist. 1. Thess. 5, 1—11. Ton den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder, ist nicht not euch zu schreiben. Denn ihr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn wenn sie werden sagen: Es ist Friede, es hat keine Gefahr; so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleich wie der Schmerz ein! schwangeres Weib; und werden nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, seid nicht in der Finsternis, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allzumal Kinder des Lichts und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch ———9—————pß—7ꝛ— —3——————————————————— 98 Die evangel. und epistol. Texte. von der Finsternis. So lasset uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern sein. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besitzen durch unsern Herrn Jesum Christ, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch unter einander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. (Anm. In den Jahren, wo der 26. oder 27. Sonntag nach dem Feste der Heil. Dreieinigkeit oder beide wegfallen, kann mit den Evangelien und Episteln der zwei letzten Sonntage am 25. und 26. Sonntage abgewechselt werden.) G ich jetzt welches thaten, danke d Nacht h Körper mich er herzigke heutiger so anw. Feier tüchtig, andächti Brüderr eine le Güte u Wahrhe Christo dacht u Einsamk gerichtet höre, so gebessert laß dies dessen i Alle me deinem »'n wie n sein. die da er, die in mit t dem t uns esitzen storben it ihm „ und ich dem inn mit Huntage Gebete für die häusliche Andacht. Morgengebete. Am Sonntage. Gott, mein Vater! mit Freuden und Dank erscheine ich jetzt vor deinem Angesicht. Ich freue mich des Lebens, welches du mir von neuem geschenkt hast, und aller Wohl⸗ thaten, die ich durch dasselbe von dir erhalten habe. Ich danke dir für den Schutz, den du mir in der verflossenen Nacht hast angedeihen lassen, für die Ruhe, durch welche mein Körper erquickt ist, und für den neuen Morgen, welchen du mich erleben lässest. Herr, ich bin zu geringe aller Barm⸗ herzigkeit, die du mir erzeiget hast; hilf mir nun auch den heutigen Tag, der zu deinem feierlichen Dienst bestimmt ist, so anwenden, wie es die Absicht erfordert, zu welcher die Feier desselben angeordnet ist. Dein Geist mache mich tüchtig, dir recht wohlgefällig zu dienen und dein Wort andächtig zu betrachten. Wenn ich öffentlich mit meinen Brüdern dich in deinem Hause anbete, so gieb meiner Seele eine lebendige Empfindung deiner Allgegenwart, deiner Güte und Heiligkeit, damit ich dich im Geiste und in der Wahrheit anbete. Wenn ich, dir und deinem Sohne Jesu Christo zu Ehren, Loblieder singe, so geschehe es mit An⸗ dacht und Inbrunst. Wenn ich öffentlich oder in der Einsamkeit zu dir bete, so sei mein Herz ganz zu dir gerichtet. Wenn ich dein Wort betrachte oder verkündigen höre, so laß mich durch dasselbe erleuchtet und überzeugt, gebessert und gestärkt, ermuntert und getröstet werden. So laß diesen Tag für mich einen Tag des Segens werden, dessen ich mich einst noch in der Ewigkeit freuen könne. Alle meine Mitmenschen empfehle ich deiner Gnade und deinem Schutze, o barmherziger Vater! Erbarme dich * ————— PPPffffTTTTTSTCTL᷑ᷓ¶P. ⁊ ͥ ꝛi!.·.·.᷑!᷑I᷑]: 100 Morgengebete. der Verirrten und führe sie auf den Weg der Wahrheit und Gottseligkeit. Belehre die Lasterhaften und gieb, daß heute viele durch dein Wort gewonnen werden mögen. Stärke die Schwachen im Glauben, damit sie immer voll⸗ kommener, immer fester in der Erkenntnis Jesu Christi und in der Übung aller christlichen Tugenden werden. Gieb allen Traurigen heute Trost und Freude für ihr Herz und den Kranken Erquickung und Hoffnung. Sorge väterlich für die Bedürfnisse aller deiner Kinder und deines ganzen Reiches. Laß Wahrheit und Gottseligkeit, Friede und Eintracht immer mehr unter den Bekennern deines Sohnes Jesu Christi ausgebreitet und dadurch die allgemeine Glückseligkeit befördert und erhalten werden. Amen. (Aus dem Anhang zum bisherigen Oldenb. Gesangbuch.) An den Wochentagen. 1. Mit dem Morgen erwacht unser Herz zu dir, unserem Gott, denn deine Gebote sind unser Licht auf Erden; lehre uns der Gerechtigkeit und Heiligung nach⸗ jagen in deiner Furcht, denn du, der allein wahre Gott, bist unser Ruhm. Neige zu uns dein Ohr und gedenke unser, o Herr, die wir hier versammelt sind und gemein⸗ schaftlich deinen Namen anrufen. Beschirme uns durch deine starke Hand, segne dein Volk und heilige dein Erbe! Schenke Frieden deiner Welt und deiner Kirche, daß Ruhm und Preis deinem heiligen Namen sei überall und immer in Ewigkeit. Amen! (Alte Kirche. Bunsen allgem. evang. Gesang⸗ und Gebetbuch.) 2. Herr, unser Gott, der du das Licht scheinen lässest aus der Finsternis, uns durch den Schlaf erquicket und jetzt aufgewecket hast, deinen Ruhm zu preisen und deine Gnade anzurufen, nimm in dieser Gnade von uns an das Opfer unserer Anbetung und unseres Dankes, und neige dein Ohr zu unsern Bitten. Richte uns zu, Herr, zu Kindern des Lichts und des Tages und zu Erben deiner ewigen Güter! Gedenke nach der Fülle deiner Erbar⸗ mungen deines ganzen Volkes, aller, die mit uns beten, unsrer Brüder, die auf dem Lande oder auf dem Meere oder wo sonst in deinem weiten Reiche deiner Hülfe bedürf Barml verrück rühmer (Alte 3 diese 3 diesen deinen dern 6 Gottes tigkeit gefällit und 7 Reinig schaffer Kindsck keine 5 Mensck in der Gliede du un wie ei was 1 siehe n ich die und B Schule den A Gott, 4. geht, e hrheit „daß rögen. voll⸗ Christi erden. r ihr Sorge und igkeit, nnern ch die erden. ich.) t dir, t auf nach⸗ Gott, edenke mein⸗ deine Erbe! daß und tbuch.) deine n das neige , n deiner Yrbar⸗ beten, Meere Hülfe Morgengebete. 101 bedürfen, und schütte über sie alle aus den Reichtum deiner Barmherzigkeit, daß wir, erlöset nach Seel' und Leib, un⸗ verrückt in festem Glauben deinen heiligen großen Namen rühmen mögen. Amen. (Alte Kirche. Bunsen allgem. evang. Gesang- und Gebetbuch.) 3. Lieber himmlischer Vater! ich prei diese Nacht, die du mich hast überleben lass diesen Tag, den du mich sehen lässest. Laß nun das rechte göttliche, geistliche Leben durch deinen Geist in mir neu werden, daß nicht ich lebe, son⸗ dern Christus in mir, und ich im Glauben des Sohnes Gottes stets erneuert werde, als eine Pflanze der Gerech— tigkeit zu grünen und zu blühen mit lebendiger, dir wohl⸗ gefälliger Frucht des Geistes, meinem Nächsten zu Nutz und Dienst. Vater, ich ergebe mich dir aufs neue. Reinige, läutere und bewähre mich, daß ich ein recht⸗ schaffener Christ sei. Ich begehre keine Ehre als deine Kindschaft, keinen Reichtum als die Gerechtigkeit Christi, keine Freude als die Gemeinschaft des heiligen Geistes. Für das Leibliche wirst du sorgen, denn du hast gesagt: Ich will dich nicht verlassen noch versäumen. Doch bewahre mich vor Müßiggang. Laß mich arbeiten, nicht aus Habsucht, sondern in herzlicher Liebe zu meinem Nächsten. Laß deine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen. Gedenke deiner Kinder, die dich kennen und in der Einigkeit des Geistes verbunden sind als lebendige Glieder an ihrem Haupte, Christo; laß durch ihn, in welchem du uns dir angenehm gemacht hast, unser aller Gebet wie ein Gebet vor dir sein. Vergelte du, Gott, alles, was mir an Liebe bewiesen wird. Die mich beleidigen, siehe mit erbarmenden Augen an, und vergieb ihnen, wie ich diesen Schuldigern vergebe. Alle Verwandte, Freunde und Bekannte lege ich an dein treues Herz; Kirchen und Schulen, Obrigkeit und Unterthanen befehle ich dir. Hilf den Armen und Elenden, die zu dir schreien. Herr, mein Gott, erhöre mich um Jesu Christi willen. Amen! (Aug. Herm. Franke. 1663—1727. Aus Bunsen allgem. evang. Gesang- und Gebetbuch.) se dich für en, und für 4. Wie die Kreatur aufsteht von ihrem Lager und fort⸗ geht, also ich nicht, weil ich ein Mensch und ein Christ bin. Morgengebete. Lobe den Herrn, meine Seele! danket dem Gütigen, meine Lippen! denn er ist mein Schutz und Schirm ge— wesen in dieser Nacht. Darum soll dieser Tag auch dir gehören, mein Gottl Fliß. dir lebe und dir diene nach Pflicht und mit eiß. Hilf thun, was mir zu schwer ist! hilf lassen, was mir zu lieb ist! hilf tragen, was mir zu lästig ist! hilf, Gott, in allen Dingen! Amen! (Claus Harms. Anhang zum Schlesw.-Holst. Gesangbuch.) 5. Gott, nun will ich zu dir beten und nicht ver⸗ gessen meine Schuldigkeit! Ich schlief, du wachtest über mir. Ich konnte nicht an mich denken, aber du, Vater, hast an dein Kind ge⸗ dacht und mich gesund aufstehen lassen. Das hast du viele tausendmal gethan; könnte ich darum dessen müde werden, dir zu danken? Ich danke dir so viel herzlicher, Gott! Ich habe nichts als ein Wort, nimm es an. Du nimmst damit zugleich mein Herz. Das sei nun völlig dein. Ich trete in eine Welt voll Sünden. Hilf selbst mir, heiliger Sott, dein Eigentum, mein Herz, dir bewahren, daß heute nicht eine Sünde der Bosheit es dir raube, nicht eine Sünde der Schwachheit es beflecke! Ich trete in eine Welt voll Sorgen und Not. Auch auf mich fällt ein Teil davon, ich weiß nicht, wie groß. Hilf, Gott, daß sich frei erhalte mein Geist, fröhlich mein Herz. Sorge du für mich, Barmherziger! Nimm auch die Meinigen in deinen Schutz. Es ist heute meine erste Liebeserweisung, daß ich für sie bete. Segne sie zuerst, dann mich. Und keinen Menschen schließe ich aus, segne Gott auch meine Feinde! ö Ich trete in eine Welt voll Arbeit, und mein Tage⸗ werk liegt vor mir; Arbeit, wie gering sie auch scheint, ist Ehre vor dir. In Gottes Namen, das ist mein Anfang heute wie täglich. Die Arbeit ruft, ich säume nicht länger. Aber diese Augenblicke gehörten dir, Gott! und Beten ist nicht Säu⸗ men. Ich werde noch manchen Augenblick frei haben, den Tag über, zu frommen Seufzern nach oben. Laß mich 6. meines für die lassen. den Se Munter meines dies so Sinne was ick Le deiner vor all eigene und st. kommer gegen! Schmer G mungen doch al Unglüd dich ar die mi Segens D Herz, deinem alles, Du wj Christu tigen, N ge⸗ Gott! mit was hilf, buch.) ver⸗ hließe Tage⸗ it, ist fang diese Säu⸗ „den mich Morgengebete. 103 sie zu dir senden, daß ich im steten Umgang mit dir bleibe, dich zu ehren und mich zu stärken, bis der Feier⸗ abend kommt und ich mein Abendopfer dir bringe. (Abgekürzt nach Claus Harms. Anhang zum Schleswig-Holst. Gesangbuch.) 6. Herr, mein Gott, du Erhalter und Wohlthäter meines Lebens! Dir danke ich jetzt mit erfreutem Hleden für die Gnade, daß du mich auch diesen Tag hast erleben lassen. Du hast mich die Nacht über geschützt und durch den Schlaf erquickt, und von dir habe ich die erneuerte Munterkeit, mit welcher ich nun abermals die Pflichten meines Berufes und Standes vollbringen kann. Gieb mir dies so lebendig zu erkennen, daß es mir nie aus dem Sinne komme, wie ich dir ganz angehöre und dir alles, was ich bin und habe, verdanke Leite mich nun auch an diesem heutigen Tage mit deiner Gnade auf lauter guten Wegen. Bewahre mich vor aller Ungerechtigkeit und Sünde, damit ich 0 icht durch eigene Schuld mich unglücklich mache. Mache mick wachsam und stark gegen die Persüchungen, die mir heute vor⸗ kommen könnten, damit ich nicht am Abend Vergehungen gegen dich und Untreue gegen mein Gewissen mit bitterem Schmerz bereuen darf. Gieb meinen rechtmäßigen Geschäften und Unterneh⸗ mungen einen guten Fortgang, da ohne dein Gedeihen doch alle unsere Arbeit vergebens ist. Wende Gefahr und Unglück ab von mir und denen, die mir angehören. Erbarme dich auch nach deiner väterlichen Güte aller. die mit mir deine Kinder sind, und laß die Welt deines Segens voll werden. Dir, mein Gott, übergebe ich also auch heute mein Herz, mein Leben und meine Schicksale. Erhalte mich i deinem Wohlgefallen und in deiner Liebe, und laß dann alles, was mir begegnen soll, zu meinem Besten dienen. Du wirst mich gnädig erhören, wie du durch Jesum Christum mir verheißen hast. Amen. (Aus dem Anhang zum bisherigen Oldenb. Gesangbuch.) Am Sonnabend. Herr, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon ITTTTxTFTꝓẽTé⁊⁰ꝰg( MA—— 104 Abendgebete. muß. Dieses sind jetzt meine Gedanken am Ende der Woche, da du am letzten Tage derselben mich hast gesund von meiner Ruhe aufstehen lassen. Ich rühme dich in dieser frühen Stunde, daß du Leib und Seele so herrlich beschützt hast, daß mich keine Gefahr noch Leiden hat beun⸗ ruhigen können. O, mein Gott, so wenig die Sterne am Himmel, die Tropfen im Meere zu zählen sind, so wenig kann ich auch die Wohlthaten zählen, welche ich Zeit meines Lebens und auch in dieser Woche von dir empfangen habe. Du bist in dieser Nacht nicht von mir gewichen, du hast alles Ungemach von mir gewiesen. Mit göttlichem Er⸗ barmen bedecktest du mich Armen; schlaf, sprachst du, ohne Grauen! die Sonne sollst du schauen! Dein Wort ist, Herr, geschehen, ich kann das Licht noch sehen, du machst, daß ich aufs neue, mich meines Lebens freue. Ach laß mich diesen Tag verleugnen alles ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig den Tag hinbringen. Laß mich anziehen herzliches Er⸗ barmen, Freundlichkeit, Sanftmut, Demut und Geduld; weihe mein Herz dir zu einem Tempel, damit heute von mir nichts geredet oder vollbracht werde, was dir zuwider sein könnte. Laß mich in deiner heiligen Furcht diesen Tag zubringen, behüte meinen Ausgang und Eingang, segne meine Arbeit und richte all mein Beginnen nach deinem Willen. Vergieb mir meine Sünden, welche ich in dieser Woche gethan, und laß mich in der neuen Woche behut⸗ samer, frömmer und dir gefälliger werden. Ich freue mich schon auf den morgenden Sonntag, an welchem ich von meiner Arbeit ruhen soll, auf daß du dein Werk in mir habest.— Ich geh' nun freudig zum Beruf; Gott, der die Welt und mich erschuf, wird Kraft von oben mir verleihn, der Anfang und das Ende sein. Amen. (Aus Grönings Gebetbuch.) Abendgebete. Am Sonntage. I. Herr, unser Gott und Vater, wir preisen dich, daß du uns an diesem Tage so reichlich versorget hast und nicht allein unserm Leibe das tägliche Brot, sondern heute vornehn Wortes korn in dir zur dein la uns ger etwa a möchten und vä⸗ deines! Liebe, f ten der wenn er Toten, empfang den ewi Er alle Ges den heil durch 8 Amen. 2. der heiß Finstern dein he Leibliche gethan. ich bin du tägl. heute w ja, wie Auge sie Ab. heißt m Reue de Sünden siegle m Glauben mein Ve e der jesund ich in errlich beun⸗ e am wenig eines gang, inem dieser ehut⸗ freue m ich rk in Gott, mir ch.) daß und heute Abendgebete. 105 vornehmlich auch unsern Seelen die Himmelsspeise deines Wortes dargeboten. Hilf nun, o Gott, daß dies Samen⸗ korn in unsern Herzen keime, wurzle und viele Frucht trage, dir zur Ehre, uns aber zur Seligkeit. Laß auch ferner dein lauteres Wort um unserer Sünde willen nicht von uns genommen werden, sondern vergieb alles, womit wir etwa auch den heutigen heiligen Tag entheiligt haben möchten. Behalte uns dir in deinen göttlichen Schutz und väterlichen Segen befohlen, und verleihe die Gnade deines heiligen Geistes, in lebendigem Glauben, brünstiger Liebe, fester Hoffnung und heiligem Wandel stets zu war⸗ ten der seligen Erscheinung unsers Heilandes Jesu Christi, wenn er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten, damit wir dann ihn würdig und mit Freuden empfangen können und durch ihn mit allen Auserwählten den ewigen Sabbath- und Freudentag erlangen. Erbarme dich, Herr, deiner ganzen Christenheit. Tröste alle Geängstigten und Betrübten durch den wahren Tröster, den heiligen Geist, und sende uns allen deinen Frieden durch Jesum Christum, unsern Fürsprecher und Mittler. Amen. (Alte Kirche. Bunsen.) 2. Ewiger Gott, treuer Vater über alles, was Kin⸗ der heißt im Himmel und auf Erden. Bei dir ist keine Finsternis, die Nacht leuchtet wie der Tag. Gelobt sei dein heiliger Name, daß du heute mich nicht nur im Leiblichen versorget hast, sondern auch meiner Seele Gutes gethan. Du hast mich dein Wort hören lassen. Herr, ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit und Treue, die du täglich an mir thust. Wie viel Gutes ist auch wohl heute wieder von mir unterlassen! wie viel Böses gethan! ja, wie viel sind der verborgenen Fehler, die aber dein Auge siehet! Aber eben dein Wort, das ich heute vernommen, heißt mich zu dir kommen im Namen deines Sohnes, in Reue dein Vaterherz zu suchen. Vergib mir also meine Sünden! Bekleide mich mit der Gerechtigkeit Christi, ver— siegle mir deine Gnade mit dem verheißenen Geiste im Glauben, decke mich zu mit deiner Liebe, die größer ist als mein Vergehen. 106 Abendgebete. Umfange mit deinem Erbarmen mit mir alle andern, Bekannte und Unbekannte, Freunde und Feinde. Bewahre das Wort, das wir heute gehört haben, zu einer unver⸗ gänglichen Frucht und gieb einem jeden, wessen er be⸗ dürftig ist. Hüter Israels, bewahre unsern Leib und Seele und alles, was wir haben, und schirme uns vor allen Werken der Finsternis. Dein Licht erfreue alle Betrübten, erquicke die Leidenden, bereite die Sterbenden, ja uns alle, auf den Tag Christi, daß wir würdig werden einzugehen in das Jerusalem, das droben ist, wo keine Nacht mehr sein wird. Amen.(Joh. Christ. Storr 1756, nach Bunsen.) Womit soll ich, mein Gott und Vater! auch jetzt, urden ich mich zu dir wende, anders anfangen als mit Lob und Danksagung? denn du hast mir bis auf diesen Augenblick lauter Gutes erwiesen. Wie viel Gutes habe ich auch heute hören, lesen oder sonst lernen können! Du hast mir Zeit und Gelegenheit gegönnt, über mich selbst, mein eigen Herz und Leben und über deine mannigfaltige Barmherzigkeit nachz udenken. Du hast mir dein Wort gegeben, mich bei diesem Nachdenken zu leiten. Wie viel Licht, wie viel Ermunterung und Trost würde uns fehlen, wenn uns dein Wort fehlte! Darum danke ich dir herzlich, gütiger Vater, für die unschätzbare Wohlthat deiner Offenbarung, 1 welche uns zur himmlischen Seligkeit leitet. Laß mich nur nicht morgen oder übermorgen schon wieder vergessen, was ich heute aus derselben Gutes und Wahres gehört und gelernt habe; und laß auch andere eben dieser Gnade teilhaftig werden und nicht vergeßliche Hörer, sondern Thäter deines Wortes sein. Hilf uns allen das halten, was wir dir heute ge⸗ lobt haben, und das Gute ausüben, wozu wir ermuntert worden sind! Gieb, Daß wir uns alle durch unser ganzes Verhalten als treue Jünger Jesu beweisen. Der morgende Tag und alle folgenden Tage sollen mir heilig und wichtig sein. Möchte ich es nur nie ver⸗ gessen, daß du mir in meinem Hause eben so nahe bist als in der Kirche, daß du alle meine übrigen, Worte eben sowohl hörest als mein Gebet, und jeder Tag für mich ein Vorbereitungstag auf die Ewigkeit ist. Laß habe, u poollen. Guten it Rückfälle recht da bielleicht und mich hinreißen Gie glück un alle mein Bey Trostlose durch de ihrem E Laß und Mut deinem 4 ö Nur mich dur U————————————————.——————————— ( 1. du uns und nun Gebet u uns alle gen. Ni deiner E ner Mac und diese i Erbat Ruhm u 2. nicht; w jetzt, gn und sage unter de indern, ewahre unver⸗ er be⸗ le und Werken rquicke „ auf hen in hr sein zunsen.) h jetzt, Is mit diesen 8 habe I Du selbst faltige Wort ie viel fehlen, für die ns zur norgen ite aus habe; werden Wortes ute ge⸗ nuntert ganzes sollen ie ver⸗ he bist e eben x mich Abendgebete. 107 Laß mich darauf merken, was ich heute gesündigt habe, was ich etwa hätte unterlassen oder besser machen sollen. Laß mich so mit jedem Tage meines Lebens im Guten immer mehr zunehmen, und behüte mich gnädig vor Rückfällen in Leichtsinn und Sorglosigkeit. O laß mich tocht darauf denken, den Schaden, den meine Sünden bielleicht anrichten, so viel ich kann, wieder gut zu machen, und mich immer sorgfältiger hüten, mich von der Sünde hinreißen zu lassen! Gieb mir einen sanften erquickenden Schlaf. Vor Un⸗ glück und Gefahr bewahre, o Gott, mich, die Meinigen und alle meine Mitmenschen. Beweise insonderheit deine Gnade allen Elenden, Trostlosen und Verlassenen! Unterstütze, stärke, tröste sie durch dein Wort und deinen Geist! Laß sie mitten in ihrem Elende noch erkennen, daß du die Liebe bist. Laß mich morgen gesund erwachen und mit Freuden und Munterkeit an meine Arbeit gehen, die ich zum voraus deinem Segen anbefehle. Nun, Vater, ich verlasse mich auf deine Güte. Erhöre mich durch Jesum Christum, meinen Herrn. Amen. (Aus dem Anhang zum bisherigen Oldenb. Gesangbuch.) An den Wochentagen. 1. Gelobet seist du, Gott, allmächtiger Herrscher, der du uns die Bahn des Tages hast durchwandeln lassen und nun uns zur stillen Nacht führst. Höre jetzt auf unser Gebet und auf das deines ganzen Volkes, und vergieb uns alle wissentlichen und alle unwissentlichen Übertretun⸗ gen. Nimm unser Abendopfer an, und schütte die Fülle deiner Erbarmung über uns aus. Beschirme uns mit dei⸗ ner Macht, und gieb uns Gnade, daß wir diesen Abend und diese Nacht in deinem Frieden durchleben. Bei dir ist Erbarmung und Erlösung. Dir, Herr, bringen wir Ruhm und Preis. Amen.(Alte Kirche. Bunsen.) 2. Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht; was können wir Menschen thun? Also spreche ich etzt, gnädiger, barmherziger Gott, in dieser Abendstunde, und sage dir demütigen Dank, daß du mich diesen Tag unter deinem Schutze und Segen hast zurücklegen lassen. 108 Abendgebete. O, wie geschwind eilt doch ein Tag dahin! lehre mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, dar⸗ nach das Gericht. Aber, so wir uns selbst richten, so werden wir nicht gerichtet; darum richte ich mich und frage meine Seele: Wie hast du diesen Tag hingebracht? It Gott mit dir vereinigt geblieben, oder hast du mit wissent⸗ lichen Sünden dich von ihm geschieden? Mein Mund, was hast du geredet? Wohin seid ihr gegangen, meine Füße? Was habt ihr verrichtet, ihr Hände? Was habt ihr gehört, ihr Ohren? Ihr Augen, wonach habt ihr gesehen? Was ist heute dein Verlangen, Dichten und Trachten gewesen, mein Herz? Ach, wenn ich auf alle diese Fragen antworten soll, wie werde ich bestehen? Nimm weg, Herr, in Gnaden mit dem entweichenden Tage meine Übertretungen; tilge, Sohn Gottes, meine Sünden; versichere mich, heiliger Geist, noch ehe ich einschlafe, der Vergebung derselben, so werde ich ruhen in Frieden. Amen. (Nach Joh. Friedr. Stark. 1680— 1756. Bunsen.) 3. Herrlich wie Abendrot und doch sanft wie ein Tau ist den Frommen die Güte Gottes. Die muß ich preisen, da jetzt der Tag sich geneigt hat. Mein Tagewerk ist nicht vollbracht, ehe ich nicht ge⸗ betet habe, und das letzte ist das Wichtigste. Ich rief den Helfer an in der Morgenstunde, der Gütige hat thun helfen, tragen helfen; ohne ihn wäre ich erlegen, ja! ohne ihn wäre ich nicht mehr. Darum ist auch mein Herz so dankesvoll, und mein Geist freut sich vor dir, o Gott, daß du mein Gott bist. ö Ich nenne dich Vater. So hast du dich bewiesen. Ach, möchte ich mehr als dein Kind mich gezeigt, treueren Gehorsam, reinere Liebe, festeres Vertrauen bewiesen haben! Wende darum deine Hand nicht von mir ab! Dein Sohn hat mir den Trost gebracht, daß du vergebest und alle Sünden auf ihn geworfen habest, dessen tröste ich mich im Glauben. Leuchtet mir morgen ein neuer Tag, so hilf mir mor⸗ gen besser laufen die Bahn der Heiligung. Darum mich, o Zwi inmer ir nicht mü mir dazu Und meinen 5 liche Th freiem CE ö Abe ö mehr als Du weiß, ist Sie fertigung nicht imr than, we was ich schlechter Vater, o Ich tragen, I Gott, u versöhnt Dat eine imsu Glauben man hof ö Sol mir wac Schon u stunden vermöge Got Darum d mein „‚ dar⸗ en, so frage 2.cst vissent⸗ d, was Füßes gehört, Vas ist „ mein en soll, en mit „Sohn t, noch rde ich isen.) hie ein uß ich cht ge⸗ e, der äre ich um ist ut sich wiesen. eueren haben! Dein st und ch mich mor⸗ Abendgebete. 109 Zwischen heute und morgen liegt die Nacht! Ber vahre mich, o Gott, in dieser Nacht! Der Schlaf ist süß; du, der immer wacht, Allmächtiger, bist meine Sicherheit Amen. (Cl. Harms. Schlesw.⸗Holst. Gesangbuch.) 4. Nun will ich beim Herrn mein Morgengelübde lösen und ihm, dem Höchsten, Lob sagen. Mein letzter wie mein erster Gedanke sollst du sein, o Vater. Höre dein Kind, das zu dir betet. Ich hebe werter Hände zu dir empor, sie sind dazu nicht müde. Ich schlage meine Augen zu dir auf, sie sind mir dazu nicht schwer vom Schlaf. Und ich darf heiliger Vater, ich darf es thun. An an 1n Händen klebt kein Frevel, kein Raub, keine schänd⸗ lice That, und ansehen kann ich jeden Mens chen mit hem Gesicht. Aber 1— Gott, bist nicht wie die Menschen, du weißt mehr als f Du weißt alles, 5. ich weiß; und mehr als ich selbst weiß, ist dir bekannt, Allwissender! Siehe, mein Wort sollte vor dir auch keine Recht— fertigung sein. Ich bekenne in Demut, ich habe heute nicht immer gedacht, wie ich denken sollte, nicht immer ge⸗ than, was ich thun sollte, und bin so nicht das gewesen, was ich sein sollte, und in deinen heiligen Augen vielleicht schlechter als der und der, den man Verbrecher nennt; Vater, o sei mir Sünder gnädig! Ich würde glauben, mir Dornen auf mein Lager zu twagen, wenn ich meine Sünden mitnähme. Barmherziger Gott, um deines Sohnes Jesu Christi willen, der mich bersöhnt hat, laß sie alle vergeben sein! Dann aber, in Kraft davon, wollest du mir geben eine immer inbrünstigere Liebe zu dir, wie sie aus dem Glauben geboren wird, der gewissen Zuversicht dessen, was man hofft. Solche Zuversicht hat auch heute, wie alle Tage, bei mir h wachsen müssen, denn deine Güte ist alle Morgen neu. Schon was du in einer einzigen der jetzt verflossenen Tages⸗ stunden an mir und für mich gethan hast, bin ich nicht vermögend zu zählen und zu rühmen. Gott, du kennst mein Herz' und meine Dankbarkeit. Die Nacht ist da, und die Stille ladet zur Ruhe ein. TTDTDTFꝗHò᷑ůůfr?!?!TETEPT WCWC 110 Abendgebete. Wohl dem, der sie findet. Laß sie gefunden werden von dem, der vor Sorgen auf seinem Lager sich hin und her wirft, wie von dem, der vor Schmerzen sich windet. Willkommen, feierliche Stille! Gott, durch dein Wachen und Walten in dieser Einsamkeit geschieht es, daß die Nacht mit jeder Stunde weiter immer ernster wird. Be⸗ gegne mit deinem Schrecken dem, der auf schlechten Wegen geht; laß mit jedem Geräusch deine Furcht aufsteigen in dem Bösen, damit die Guten in Frieden schlafen. Dir befehl' ich mich in deinen Schutz, himmlischer Vater; in den Armen der Allmacht laß mich ruhen. Mit mir die Meinigen, die du dir auch wollest befohlen sein lassen zu einer guten Nacht. Erhöre mich. Amen. (Cl. Harms. Schlesw.⸗-Holst. Gesangbuch.) 5. Erhöre, o allwissender Gott, mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen. Es ist Abend ge⸗ worden, und der Tag hat sich geneigt; darum bitte ich dich, bleibe bei mir und behüte mich, wie du auch den Tag über alles wohl gemacht hast. Deiner Liebe bin ich zwar nicht wert; denn mein Thun und Lassen ist mit Sünde befleckt; aber wenn auch bange Sorge und Furcht mich erfüllt, so leuchtet deine Gnadensonne noch über mir. Darum nahe ich mich dir in Reue und Demut, flehe um Vergebung für alles Unrecht, das ich verschuldet habe, und gelobe Besserung meines Herzens und Lebens. Ver⸗ leihe mir dazu, mein Gott, die rechte Erkenntnis und Beharrlichkeit, heilige du mich, damit mein Geist samt Seele und Leib unsträflich behalten werde auf die Zukunft unsers Herrn Jesu Christi. Nimm mein Herz und bilde es nach deinem Sinn. An dir will ich Tag und Nacht hangen, in deiner Liebe will ich einschlafen, und wenn ich aufwache, will ich mich freuen, daß ich bei dir bin. Wenn dein Angesicht mir leuchtet, so ist die Finsternis wie das Licht und die Nacht leuchtet wie der Tag. Sei du demnach mein Licht, mein Heil und meines Lebens Kraft. Ohne deinen Willen kann mir nichts begegnen. Es sei nun Glück oder Unglück, Freude oder Trauer, die mich heimsuchen, so ergebe ich mich in kindlicher Ehrfurcht deinen heiligen Führungen; ich weiß, daß du es treu mit mir meinst und väterlich mit mir verfährst. Wer ist jemals zu Schanden geworden, der auf dich gehofft hätte? Wer war jem Wer hat angerufe nimm d Erkenntu mangelh änderlich mir Ans ich deine ich getrö Vaterher berufen gethan h Liebe, u — Blick lichkeit, Dunkelh Böses th unserm 6. dankerfü zu preise hat. D Von dit dir der hast du Odem. Namen. du mir gebrocher vergange neue ver ich vor legenheit wie viel getrauen Ach han mir nich meines tretung n von nd her nlischer Mit m sein uch.) t und nd ge⸗ itte ich ch den bin ich st mit Furcht r mir. flehe habe, Ver⸗ und samt ukunft bilde Nacht wenn ir bin. sternis Sei Lebens egnen. r, die rfurcht u mit jemals Wer Abendgebete. 111 war jemals verlassen, der in deiner Furcht verblieben ist? Wer hat jemals im Elend des Trostes entbehrt, der dich angerufen hat? So wende dich denn auch zu mir und nimm dich meiner an, daß ich nicht verderbe. Meine Erkenntnis ist unvollkommen, mein Thun und Lassen ist mangelhaft, mein Glaube ist wankend, mein Hoffen ver⸗ änderlich, und keiner Ansprüche kann ich mich rühmen, die mir Anspruch geben auf die ewige Seligkeit. Nur wenn ich deiner ewigen Gnade und Barmherzigkeit gedenke, bin ich getröstet und blicke freudig gen Himmel, wo ein treues Vaterherz mich vom ewigen Tode erlöset und zum Leben berufen hat. Dank sei dir für alles, was du an mir gethan hast und noch thust; Dank für die unaussprechliche Liebe, unter deren Schutz ich auch diese Nacht sicher ruhe. — Blicke hell auf mich hernieder, großer Herr der Herr— lichkeit, wenn des Schlafes Nachtgefieder uns umhüllt in Dunkelheit. Laß uns all' in Frieden ruhn, keinen heimlich Böses thun, denn die reinen Engel schweben wachend über unserm Leben. Amen.(Aus Grönings Gebetbuch.) 6. Hier erscheine ich vor dir, mein Vater, um mit dankerfülltem Herzen dich für die unzähligen Wohlthaten zu preisen, womit deine Hand auch heute mich überschüttet hat. Deine Gnade ist es, durch die ich war und lebte. Von dir kam die Kraft zu jedem guten Geschäfte, von dir der Segen, der es begleiteke Leben und Wohlthat hast du an mir gethan; dein Aufsehen bewahrt meinen Odem. Dafür danke ich dir, mein Gott, und erhebe deinen Namen. Möchte ich dir doch eben so angenehm sein, als du mir gnädig warst! Möchte ich doch keines der Gelübde gebrochen haben, wodurch ich mich an dem Morgen des vergangenen Tages vor deinem Angesichte mit dir aufs neue verband. Aber, Herr, allwissender Gott, wie könnte ich vor dir meine Schwäche verhehlen? Wie manche Ge⸗ legenheit zum Guten habe ich auch heute ungenutzt gelassen; wie viele meiner Kräfte nicht so angewandt, daß ich mir getrauen dürfte, dir einst Rechenschaft davon abzulegen! Ach handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meinen Missethaten! Um deines Sohnes, meines geliebten Erlösers willen, verzeihe mir die Über⸗ tretung dieses und aller verflossenen Tage meines Lebens. Abendgebete. Entziehe mir den Schutz nicht, welchen alle genießen, die sich mit kindlicher Demut deiner Regierung unterwerfen. Erneuere die Kräfte meines Körpers durch einen ruhigen Schlaf, damit ich mein Tagewerk morgen mit Freuden wieder antreten und mit allem Eifer mutig treiben könne. Laß kein Übel mir und den Meinigen begegnen und keine Plage zu unsrer Wohnung nahen. Laß mich mit reinem Herzen voll Preis und Dank für deine auch im Schlaf mir erzeigte Gnade morgen erwachen. Amen. (Aus dem Anhang zum bisherigen Oldenb. Gesangbuch.) 7. Großer Gott! deine Güte reichet, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. An diesem ganzen Tage war dein Segen über mich aus⸗ gebreitet. Herr, du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Anbetung. Wie soll ich dir genug danken für alle Wohlthaten, die ich in dem vergangenen Laufe meiner Wallfahrt von dir erhalten habe? Möchte ich doch heute dir in allen Dingen gehorsam gewesen sein. Aber, o Herr, du großer Wohlthäter, ich werde mich auch heute an dir versündigt haben, und daher bitte ich dich um die Vergebung meiner heutigen Übertretungen. Wohl mir, daß du ein Gott bist, der mir um Christi willen gern Gnade widerfahren läßt. Hilf mir, daß ich dem Bösen immer stärker widerstehe und ein Christ sein möge nach deinem Willen. Laß mich in dieser Nacht unter deinem mächtigen Schutze ruhen, und siehe auf mich in allen übrigen Tagen meines Lebens auf Erden. Gieb, daß ich dich im Glück durch einen schuldlosen Gebrauch der Freu— den dieses Lebens verehre, und wenn Trübsale über mich kommen, so laß mich auch dadurch immer näher zu dir gezogen und genauer mit dir verbunden werden. Wenn du mir beistehest, fürchte ich kein Unglück. Getrost will ich mich zur Ruhe begeben. Wache du über mich und alle diejenigen, die mir angehören. Du bist in der Finsternis mein Licht, in Gefahren mein Erretter, und auch noch im Tode hilfst du mir, wenn ich dir treu bleibe. Regiere mich, heiliger Gott, daß ich mich immer sorgfältiger auf die Ewigkeit vorbereite. Deine Weisheit hat mir zwar den Tag und die Stunde meines Todes verborgen, aber deine wahren Verehrer trifft dieses Schicksal nicht unvor⸗ bereitet. Gieb, daß ich wachen, und als Christ allezeit tugen⸗ verlaf deiner Güte Herzer nun was 1 G Unfal hast d Seele Trübf das: langer welche gange gieb auch barmi en, die werfen. ruhigen Freuden könne. d keine reinem Schlaf buch.) eit der gehen. ch aus⸗ is und ken für meiner h heute (ber, o eute an um die Rmir, in gern Bösen ge nach deinem allen daß ich rFreu⸗ er mich zu dir Wenn ost will ind alle nsternis noch im Regiere ger auf rzwar ‚ aber unvor⸗ allezeit Abendgebete. tugendhaft leben möge, damit ich bereit sei, diese Welt zu verlassen, wenn du es mich heißest, und in die Ewigkeit zu deinen seligen Unterthanen überzugehen. Amen. (Aus dem Anhang zum bisherigen Oldenb. Gesangbuch.) Am Sonnabend. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Ich danke dir, Herr, von ganzem Herzen und will dich erhöhen, mein König und mein Gott, nun auch am Ende dieser Woche, denn wer bin ich, und was ist mein Haus, daß du uns bis hierher gebracht hast! Du hast uns diese ganze Woche vor so mancherlei Unfall in Gnaden bewahret! Wie viel und wie reichlich hast du uns täglich vergeben! Wie herzlich hast du unsrer Seelen dich angenommen! Und ob du uns auch mit Trübsal und Widerwärtigkeiten heimgesucht hast, ist auch das uns zu Nutz geschehen, daß wir deine Heiligung er— langen. Vergieb mir um Jesu Christi willen meine Sünden, welche ich wider dich, meinen Nächsten und mich selbst be— gangen habe. Schaff' in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist! Dann aber neige auch mein Herz durch deine Erbarmung zu gleicher Er— barmung gegen alle, die an mir gesündigt haben, daß ich auch ihnen von Herzen vergebe, einem jeglichen seine Fehler. Ich weiß ja nicht, ob nicht mit diesem Ende der Woche auch das Ende meines Lebens kommen soll. So laß mich nicht in Zorn, Unversöhnlichkeit oder anderer solcher Sünde aus dieser Welt gehen, sondern in Christo erfunden werden. Dessen tröste ich mich: Du, Herr, bist meine Zu⸗ flucht. Durch deine Kraft bereite mich, die Meinigen und alle, die dein Heil lieb haben, daß jeder das ihm befohlene Werk von Tage zu Tage treulich ausrichte, damit das Ende, wenn es dann kommt, eine Befreiung vom Dienst des vergänglichen Wesens und ein Anfang der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes in jener Welt sei. Erhöre uns, lieber himmlischer Vater, um Jesu Christi willen. Amen. (Nach Joh. Chr. Storr, 1756, aus Bunsen.) 114 Gebete vor und nach dem Gewitter. Gebete vor und nach dem Gewitter. Gebet vor dem Gewitter. Ach Herr, wer ist dir gleich? Wer ist so herrlich, löblich, schrecklich und wunderthätig? Es müssen ja Don— ner, Blitz, Feuer und Wasser, Hagel und Sturmwinde deinen Befehl ausrichten. Aber, Herr, sei uns gnädig; Herr, verschone unser bei diesem Wetter; beweise an uns, daß du der rechte Nothelfer bist, und laß uns dein Vaterherz wieder sehen! Deiner allmächtigen Hand be— fehlen wir unsern Leib und unser Leben, Haus und Hof, Vieh und Früchte auf dem Felde und alles, was wir haben; beschirme dieselbigen vor Feuer, Schlossen, Hagel und Wasserfluten. Herr, wir sind dein, vbehüte uns vor Not und Tod! Amen. Erhöre uns und erbarme dich über uns alle. Amen. (Aus Lubachs Gebetbuch.) Gebet nach dem Gewitter. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, der du uns zugesaget hast: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen! Wir sagen dir von Herzen Lob und Dank, daß du unser Gebet gnädig erhöret und dies Wetter also hast vergehen lassen, daß uns dadurch an Leib und Gut kein Schaden geschehen ist. Damit hast du abermals dein getreues Vaterherz zu er— kennen gegeben, daß du nicht mit uns handeln wollest nach unsern Sünden und uns nicht vergelten nach unsern Missethaten. Verleihe uns, barmherziger Vater, um deines ein⸗ gebornen Sohnes Jesu Christi willen, daß wir uns auf Grund deiner väterlichen Warnung ernstlich bessern, hin— fort in deiner Furcht leben und uns auf die herrliche Zukunft deines lieben Sohnes bereiten, damit wir ihm mit Freuden entgegen ziehen, den neuen Himmel, in welchem Gerechtigkeit wohnen wird, mit Frohlocken und Jauchzen einnehmen und mit dir in deiner seligen An⸗ rrlich, Don⸗ vinde ädig; uns, dein be⸗ Hof, wir Hagel Tod! alle. ch.) uns ich n dir nädig daß n ist. 1 ser⸗ nach nsern Gebete in Beziehung auf die Feier des heil. Abendmahls. 115 schauung ewiglich besitzen mögen durch denselben deinen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland Jesum Christum. Amen. (Aus Lubachs Gebetbuch.) Gebete in Beziehung auf die Feier des heiligen Abendmahls. Vor der Beichte. Gnädiger, barmherziger Gott, ich will mich heute auf— machen, zu deinem Gnadenstuhl zu treten und von dem Amt, das die Vers öhnung predigt, die Versicherung zu be— gehren, daß mir meine Sünden vergeben sind. Gieb Gnade, daß ich in wahrer Innigkeit und Aufrichtigkeit des Her⸗— zens erscheine. Du kennst mein Herz, siehst meine Schwach— heiten, mein ganzes Verderben, und stellst auch meine un— erkannten Sünden ins Licht vor dein Angesicht. Du siehst aber auch das Verlangen meines Geistes, meinen Hunger und Durst nach deiner Gnade. Wenn du mit mir handeln wolltest nach meinen Sünd den, könnte ich nicht vor dir be— stehen. Aber, weil du gnädig und barmherzig bist, weil Jesus Christus für meine Sünden genug gethan hat, und 01 dein Geist Reue über die Sünde, Verlangen nach Vergebung und einen Sinn in mir wirkte, daß ich gerne möchte mehr Kraft haben, die Sünde immer besser zu überwinden und ein völliges Eigentum meines Heilandes in seiner Nachfolge zu werden, so komme ich jetzt zu dir. Niemand kann Sünde vergeben als du alen, aber ich bin schuldig, deine Ordnung zu ehren und durch das Amt der Versöhnung, das du selbst unter uns aufgerichtet hast, meinen Glauben mir stärken zu lassen. Gieb nun deinem Knechte Weisheit, daß er so rede, wie es der Zustand unserer Seelen erfordert, und das Wort von der Ver⸗ söhnung in Beweisung des Geistes und der Kraft an das Herz lege. Dann aber, wenn er die Versicherung der Sündenvergebung verkündigt, sprich du selbst das Ja und Amen! dazu. Amen. (Stier, evangel. Gesangbuch.) 8* 116 Gebete in Beziehung auf die Feier des heil. Abendmahls. Beichtgebet. Lieber himmlischer Vater, der du nicht willst den Tod des Sünders, sondern daß er lebe und sich bekehre, siehe, mühselig und beladen, von dem Gefühle meiner mannig⸗ faltigen Sünden zu Boden gedrückt, stehe ich vor deinem Angesichte und flehe um Vergebung und Gnade. Ach, Herr, meine Sünden scheiden mich von dir; dein sanftes Joch habe ich verschmäht, dein heiliger Wille ist von mir vielfach übertreten, und jeder Tag meines Lebens hat deines Gerichtes mich schuldig gemacht. Erbarme dich meiner, o Herr, reinige mich durch das Blut Jesu Christi und wende die Strafen ab, die ich zeitlich und ewiglich gar wohl verdient habe. Meine Sünden sind mir von Herzen leid und reuen mich sehr, darum wende dich nicht von mir. Ich heilige und weihe heute mein Leben von neuem deinem Dienste; kräftige mich, daß ich immer mehr mich erneuere nach deinem heiligen Bilde und fleißig sei zu guten Werken; gieb mir deinen seligen Frieden. Amen. (Aus Grönings Gebetbuch.) Kurzes Sündenbekenntnis. Du siehst, o Gott, mein Innerstes und weißt, wie manches Unrechts, wie mancher Übertretung deiner hei⸗ ligen Gebote ich mich schuldig gemacht habe. Du siehst aber auch meine herzliche Beschämung und Reue, daß ich damit deinem, meines himmlischen Vaters, heiligen Willen zuwider gehandelt und mir selbst an meinem wahren und ewigen Heil so sehr geschadet habe. Vergieb mir nach der Barmherzigkeit, die du in Jesu Christo, deinem Sohne, geoffenbaret hast, alle meine Sünden und hilf mir zur Vollführung des gefaßten, ernstlichen Vorsatzes, besser zu werden und als ein gewissenhafter frommer Christ zu leben. Amen. (Aus dem Anhang zum bisherigen Oldenb. Gesangbuch.) Nach der Beichte. Lieber himmlischer Vater! dir sei Preis und Dank, der du durch deinen eingebornen Sohn Jesum Christum auch mir die Zusage gegeben hast, daß mir alle meine Sünden ahls. Tod siehe, nnig⸗ inem Ach, uftes mir eines X, 0 hende wohl leid mir. inem euere zuten jank, Gebete in Beziehung auf die Feier des heil. Abendmahls. 117 vergeben sein sollen, du mich um seinetwillen als gerecht und dein liebes Kind halten und mich zum Erben aller deiner Himmelsgüter machen willst. O Herr! entzünde nun mein Gemüt mit heiliger Liebe zu dir, daß ich dein eigen sei und du samt dem Sohne und heiligen Wei kommen und in mir Wohnung machen könnest. Dazu segne mir dein Abendmahl. Bereite 2—— Seele völlig dazu, daß als ein reines Gefäß den 55 Reichtum deiner Gnade in sich u me. Komm, o Jesu, gieb dich mir, und nimm 100 hin, daß ich nach Leib, Seele und Geist dein Opfer und Genen sei und du dich ewig an mir verherrlichen könnest. Amen. (Nach Kapffs Kommunionbuch.) Morgengebet am Kommuniontage. Hochgelobter Heiland! mit innigster Freude begrüße ich in deinem Namen den gesegneten Tag, an welchem du deinen Leib und dein Blut mir zu eigen geben willst. Preis und Dank sei dir gesagt, daß du mich bis hierher gebracht hast. Komm nun, 8 5 und besuche mich als der Aufgang aus der öhe, als die Sonne der Gerechtig— keit, als das Licht und Leben der Welt, als der Arzt meiner Seele, als die Versöhnung meines ganzen Lebens, als der Wiederbringer alles Verlorenen, als der ewige Hohepriester, K i und Friedensfürst aller, die durch dich zu Gott kommen. Lege deine Hände auf mein len und segne mich, daß ich jetzt aufstehe aus allem alten Wesen und auch von den geheimsten Banden der Sünde mich löse. Ziehe du meinen inwendigen Menschen so an, daß er würdiglich geschmückt sei, 80 deinem Tische zu erscheinen. Meine Seele verlangt nach dem himmlischen Manna, das du in der Wüste dieses Lebens für mich bereitet hast, mich dürstet nach dem Trante des ewigen Lebens. Hilf mir dein Abendmahl halten, nicht im alten Sauerteige, sondern im Süßteige der Lauterkeit und 3. Zähle mich ganz wieder zu deinem Volke, zum Volke des Eigentums, zum auserwählten Geschlecht, zum königlichen Priestertum, und laß mich als Glied deines Leibes ganz dein sein und ——2———————.— 118 Gebete in Beziehung auf die Feier des heil. Abendmahls. bleiben. Dazu segne mir alles, was ich heute höre und betrachte, empfange und genieße, und verherrliche so, Jesu, an mir und allen, die mit mir dasselbe genießen werden, deinen Namen, der du mit dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes lebest und regierest immer und ewiglich. Amen. (Nach Kapffs Kommunionbuch.) Gebet vor dem Hinzutreten zum Altar. Barmherziger Gott! ich danke dir, daß du mich zu deinem Gnadentisch geladen hast. Ich komme jetzt und bitte dich im Namen Jesu Christi: bereite mich nun ganz, wie du mich haben willst. Dein heiliger Geist helfe mir, daß ich mit solcher Ehrfurcht und Andacht, mit solchem Glauben und gutem Vorsatz erscheine, wie es die Würde des Sakraments und die Wohlfahrt meiner Seele erfordert, und laß mich zum ewigen Leben gespeiset und getränket werden. Amen. (Beicht- und Kommunionbuch des Norddeutschen Vereins.) Dankgebete nach dem heil. Abendmahle. 1I. Ich danke dir von Herzen, Herr Jesu, für allen Trost und für alle Stärkung, die du mir jetzt in dem Genuß deines Abendmahls hast darreichen wollen. Hilf mir nun auch, daß ich die Frucht an mir zeige, mich vor jeder Art der Versündigung hüte und in allen rechtschaffenen Gesinnungen dir ähnlich zu werden trachte. Das ist nun wohl auch jetzt mein ganzer Ernst; und wie sollte er es nicht sein bei dem so lebhaft erneuerten Andenken deiner Liebe und Treue gegen ein sündiges Geschlecht! Aber dieses Andenken wird in den Zerstreuungen und Verwir— rungen des Lebens wieder schwächer werden, und der selige Eindruck davon kann erlöschen. Laß es also meine vornehmste Sorge sein, mir oft vors Auge zu stellen, was du, größter Menschenfreund, erduldet hast, um Seelen zu erretten und allen deinen Gläubigen Freudigkeit zu Gott, Trost des Gewissens, Hoffnung der Seligkeit zu er⸗ werben. Des will ich mich stets mit dankbarer Liebe Sor EE- E& R 285 —*E 9&„9 ( e SeOOS allen dem Hilf vor fenen nun er es einer Aber rwir⸗ der neine was n zu Gott, er⸗ Liebe Gebete in Beziehung auf die Feier des heil. Abendmahls. 119 erinnern, dem will ich nachdenken, es mir einen mächtigen Antrieb sein lassen, ein gutes Gewissen zu bewahren. Wie selig werde ich dann sein! wie wohl wird mir sein in dem Frieden des Herzens, den kein irdisches Glück gewähren kann, und in jeder guten Erwartung des Zukünftigen! Wie ruhig wird dann mein Hoffen sein, auch einmal zu dem Leben bei dir zu gelangen, wo Freude die Fülle ewiglich ist! Noch ist es nicht alles erschienen, was auch ich sein und werden soll, und mein Glaube sagt es mir, daß hier noch nicht der ganze Rat meines Gottes an mir vollendet sei. Aber das weiß ich, daß, wenn es erscheinen wird, es denen nicht anders als wohl gehen kann, die dir, Herr Jesu, gleich gesinnt zu sein mit weisem Ernst sich bestrebt haben! So wandle ich denn auf der Bahn der Tugend mit gestärktem Eifer fort. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er wird mir Weisheit und Kraft verleihen, wenn ich sie aufrichrig suche; er wird mir Trost und Freude ins Herz geben, so viel ich nötig habe; er wird mir vergelten nach seiner Güte. Amen. (Aus dem Anhang zum bisherigen Oldenb. Gesangbuch.) 2. Wie sollte ich dich nicht lieben, mein Erbarmer! Du hast mich erst geliebet, du hast dein Leben für mich gelassen. Du hast mir an deinem Tische die heiligsten Pfänder deiner Liebe geschenket. Wie könnte mein Herz dabei gleichgültig und unempfindlich bleiben! Nein! das soll vielmehr meine Freude sein, daß ich mich zu dir halte. Dir, dem Erretter meiner Seele, habe ich mein Glück in der Ewigkeit zu verdanken. Wie sehr erfreut mich der Gedanke an dich! Wie sehnet sich mein Geist nach deinem beständigen Umgang! Alles, was die Welt schön, groß und erhaben nennet, müsse zu schwach sein, mein Herz von dir abzuziehen. Mit Vergnügen will ich an den Ort geben, wo dich deine Bekenner gemeinschaftlich verehren, um dir mein ganzes Herz zu opfern und dir mit innigster Ehrerbietung zu dienen. Aus gerührtem Herzen soll mein Lob und Dank emporsteigen. Alles, was ich thue mit Worten oder mit Werken, das will ich in deinem Namen, zu deiner Ehre thun. Denn darin muß sich meine Liebe gegen dich offenbaren, daß ich deine Gebote halte. Deine Liebe, die du mir erwiesen, erwecke meinen Eifer für deine Ehre. Sie ermuntere mich, recht freudig in der Ausrichtung 120 Gebete in Beziehung auf die Feier des heil. Abendmahls. deiner Befehle zu sein, das zu hassen, was du hassest, und das zu lieben, was du liebest. So will ich denn deiner großen Liebe nimmermehr vergessen. Die Erinnerung deiner unaussprechlichen Wohl— thaten soll mich auf allen meinen Wegen begleiten. Meine Liebe sei dir ewig geheiligt. Mein Glaube wird aufhören, wenn alle deine Verheißungen in ihre Erfüllung gehen. Aber die Liebe höret nimmer auf. So gehet mit in die Ewigkeit. Wie stark, wie feurig werde ich dich lieben, wenn ich dieser Unvollkommenheit entrissen und von den Schwachheiten meiner sündlichen Natur, die mich in deiner Liebe stören, befreit sein wenn ich dich in deiner Herrlich⸗ keit von Angesicht zu Angesicht schauen werde! Ach! mache mich tüchtig, dich von Herzen und über alles zu lieben. Laß mich in deiner Liebe und lebendigen Erkenntnis täg⸗ lich zunehmen, und bereite mich dadurch zu einem würdigen Genossen jenes himmlischen Reiches, das lauter Liebe ist. Amen. (Aus dem Anhang zum bisherigen Oldenb. Gesangbuch.) Abendgebet am Kommuniontage. Barmherziger Gott und Vater, der du überschwenglich thust über unser Bitten und Verstehen, dich preist meine Seele am Schlusse des Gnadentages, den deine Liebe mir heute geschenkt hat. So ist es denn gewiß, daß du mich nicht lassen willst, sondern du hast meiner Seele herzlich dich angenommen, daß sie nicht verderbe. O mein Heiland! was hast du mir erworben! So gewiß ich deinen Leib und dein Blut empfangen, so gewiß ist es, daß du mich liebst, mir alle meine Sünden vergeben hast und willst, ich soll ein Kind deines und meines Vaters, ein Miterbe deiner Herrlichkeit sein. Du in mir und ich in dir! dies unerforschliche Gnadenwort verstehe ich noch lange nicht, wie ich auch den Segen deines Abendmahls erst in der Ewigkeit recht einsehen werde. Aber das fühle ich, daß diese innige Vereinigung mit dir mehr ist, als aller Welt Weisheit, Hoheit, Lust, Ehre, Freude und Herrlichkeit. O Herr, mein Gott! du in mir, ich in dir! laß es so immer⸗ dar bleiben! So leicht nehmen die irdischen Dinge mich wieder gefangen, obgleich ich weiß, daß sie mich niemals nahls. „und mehr Vohl⸗ Neine ören, zehen. n die eben, den Hdeiner rlich⸗ nache eben. täg⸗ digen L ist. ch.) iglich neine mir mich rzlich and! Leib mich illst, terbe dies nicht, der daß Welt mer⸗ mich mals Gebete in Beziehung auf die Feier des heil. Abendmahls. 121 sättigen und befriedigen können. Nur du giebst Leben und volles Genüge. Darum laß mich bange werden überall, wo ich dich nicht finde. Mache mich los auch von den finstern Banden der Welt, hilf auch von dem flatterhaften, zerstreuten Sinne, und führe mich so in dich ein, daß mein ganzes Wesen in dir ruhet. Mit diesem Gebete gehe ich nun zur leiblichen Ruhe. Laß den Sabbathfrieden, den du mir heute geschenkt hast, im Herzen forttönen, und mich, schlafend und wachend, in dir erfunden werden, auch noch wenn der große Tag kommt, dem keine Nacht folgt, wo du in deines Vaters Reich das ewige Abendmahl hältst mit den Deinen. Laß mich, laß mit mir die Meinen dabei nicht fehlen. Amen. (Abgekürzt nach Kapffs Kommunionbuch.) Vor der Kranken-Kommunion. Es hat dir gefallen, mein Gott, mich auf das Kranken— bett zu legen. Weil ich aber nicht weiß, ob ich davon gesund wieder aufstehen oder darauf sterben werde, so will ich vor allen Dingen meine Seele versorgen und das Übrige dir, meinem allmächtigen und barmherzigen Gott, befehlen. Ich will mich mit dir und ebenso mit allen meinen Mitmenschen versöhnen, jetzt wo ich mich noch be— sinnen kann über alle meine Sünden; ich will dich um Ver— zeihung bitten, da ich noch beten kann, und Frieden suchen mit allen, die etwas wider mich haben, ehe du meine Seele mit allen ihren Schulden von mir forderst. Ich weiß ja wohl, wer sich zum seligen Sterben be— reitet, der stirbt deswegen nicht früher noch später, sondern verschafft sich damit nur den größten Nutzen, daß, wenn er gesund wird, er sich desto ernstlicher vor den Sünden hüte, die er auf dem Krankenbett erkannt und bereut hat, und wenn er stirbt, daß er versichert sei, er sterbe wohl und bereitet. Dies sind auch meine Gedanken, mein Gott, darum will ich dir jetzt beichten und das heilige Abend— mahl empfangen, sodann aber geduldig, freudig und gläubig erwarten, wie du es mit mir machen wirst. Deswegen komme ich bußfertig zu dir, himmlischer Vater, und spreche: Sei deinem Kinde gnädig und rechne mir meine Sünden nicht zu um Jesu, meines Heilandes, willen. Gieb Gnade, TTtTTTDTQTłstTTTT 122 Gebete in Krankheit. o Gott, zu meinem Vorhaben, hilf auch der Schwachheit des Leibes auf, daß ich das heilige Werk zu deiner Ehre und meinem Heil im rechten Glauben vollbringen kann. Amen. (Anhang zu Stiers evangel. Gesangbuch.) Nach der Kranken-Kommunion. Treuer, barmherziger Heiland! wie hast du meiner Seele herzlich dich angenommen! Du hast mich erquickt mit den Unterpfändern deines versöhnenden Todes und so mir Sünder aus freier Gnade Gerechtigkeit, Leben und Seligkeit geschenkt. Wie kann ich dir genug danken für solche Wohlthat! Nimm das Opfer meines Herzens und meiner Lippen in Gnade an. Laß mich nur recht stark geworden sein am inwendigen Menschen, ob auch mein äußerlicher Mensch abnimmt. Ich bin nun mit dir vereinigt, laß mich dein Eigentum bleiben! Herr Jesu, dir leb' ich, Herr Jesu, dir sterb' ich, dein bin ich tot und lebendig. Mache es mit meiner Krankheit, wie es dir gefällt, nur daß ich selig werde. Amen. (Anhang zu Stiers evangel. Gesangbuch.) Gebete in Krankheit. 1. Gott, es hat dir nach deinem heiligen Rat ge— fallen, mich auf dieses Krankenbette zu legen und dadurch nicht nur mich von meinen Geschäften, von meinen Sün⸗ den und sündlichen Gewohnheiten abzurondern und zur wahren Buße aufzumuntern, sondern mich auch an meinen Tod zu erinnern, daß ich ein sterblicher Mensch sei. Siehe, meine Tage sind eine Hand breit vor dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir; ach! wie gar nichts sind alle Men⸗ schen, die doch so sicher leben! Mein Gott, sind Krankheiten Vorboten des Todes, so erinnere ich mich gar wohl, daß ich ein Mensch und sterblich bin. Ich bin Erde und muß wieder zur Erde werden. Ich weiß, daß dem Menschen reite nich schi abge wer! schic kehr Siel aber sterl Am — Gebete in Krankheit. 123 achheit gesetzt ist, einmal zu sterben, darnach aber das Gericht; Ehre derhalben ich auch oft in gesunden Tagen gebetet habe: kann. Ach Herr, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. uch.) Ich weiß auch, daß ich alles muß verlassen, mein Hab, Gut, Ehre, Glück und was ich in der Welt besitze. Ich habe hier keine bleibende Stätte, sondern die zukünftige suche ich. Willst du durch diese Krankheit mich nun an meiner mein Ende erinnern, so verleihe, daß ich freudig an mein rquickt Ende denke, daß ich mir vorstelle: dieses ist vielleicht mein 5und letztes Lager und mein letztes Jahr; diese Krankheit zeigt n und vielleicht an, daß die Lebenstage, die du auf dein Buch geschrieben, nun verflossen sind, damit ich mich möge mit Athat! Gebet, mit Buße und Glauben, mit wahrer Untersuchung hen in meines bisher geführten Lebens zum seligen Sterben be⸗ in am reiten. Ja, stelle mir vor, mein Gott, daß ich darum Nensch nicht sterben muß, wenn ich mich schon zum seligen Sterben h dein schicke, sondern daß ich dadurch von Welt und Sünden Jesu, abgezogen, und mein Leib, Geist und Seele dir geheiligt che es werde; ja, daß du eben deswegen die Krankheit mir ge⸗ hselig schickt habest, daß ich mich also prüfen, untersuchen, be⸗ kehren, bereiten, der Welt absterben und in dir leben soll. uch.) Siehe, mein Gott, hier bin ich, nimm meine Seele hin, aber bereite mich zuvor recht in der Zeit, daß, wenn ich sterbe, ich möge in deiner Gnade stehen und selig sterben. Amen.(Anhang zu Stiers evangel. Gesangbuch.) 2. O Herr, himmlischer Vater! du bist ein treuer Gott und lässest niemand über sein Vermögen versucht it ge⸗ werden, sondern schaffest, daß die Versuchung also ein Idurch Ende gewinne, daß wir sie mögen ertragen. Ich bitte dich Sün⸗ in meinen Nöten und Schmerzen, laß mir das Kreuz zur nicht zu schwer werden, stärke mich, daß ichs mit Geduld einen aushalten kann und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr Siehe, verzage. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn! der du Leben des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für Men⸗ meine Sünde gestorben bist, zu dir rufe ich aus Grund eiten meines Herzens, erbarme dich über mich armen sündigen Iß ich Menschen! Vergieb mir alle meine Missethat, die ich wider muß dich in meinem ganzen Leben gethan habe. Laß mich im ischen Glauben nicht sinken. O heiliger Geist! du wahrer Tröster IIrTTTTTTPTGTLQTłäF—1PPTPTDTDT 124 Gebete in Krankheit. in aller Not, erhalte mich in der Geduld und rechter Anrufung, heilige mich mit wahrer Zuversicht, und weiche nicht von mir in meiner letzten Not. Leite mich aus die⸗ sem Jammerthal in das rechte Vaterland. Amen. (Anhang zu Stiers evangel. Gesangbuch.) Gebet um rechte Todesbereitung. Jeder Tag, jede Stunde, jeden Augenblick, den ich zurücklege, bringt mich meinem Tode immer näher! und was ist, das ich hier noch zu leben habe! Herr, lehre mich meine Hinfälligkeit mit Ernst bedenken, damit ich weislich die Zeit anwende, welche deine Güte mir noch zu meinem Besten gönnet! Du hast mich nicht für die wenigen Tage bestimmt, die ich hier zubringe; ein anderes und nicht auf⸗ hörendes Leben steht mir nach deiner Anordnung bevor, und wieviel hat das nicht auf sich, da ich eben in dem— selben empfangen soll, nachdem ich hier gehandelt habe, es sei gut oder böse. Preis, Ehre und unvergängliches Wesen wirst du nur denen geben, die dich hier lieben und Gutes thun lernen, Trübsal und Angst aber über alle Seelen kommen lassen, die den Sünden ergeben sind und Böses thun. Laß mich diesen genauen und wichtigen Zu⸗ sammenhang des jetzigen Lebens mit dem zukünftigen stets vor Augen haben, und erwecke mich dadurch zu ernstlicher Sorgfalt, in einer dir ergebenen guten Gesinnung ge⸗ wissenhaft das in allen Fällen meines Erdenlebens zu beobachten, was vor dir recht ist. Dies ist die rechte, einzige Zubereitung zu einem seligen Tode und zu einer. erfreulichen Ewigkeit, und die laß mich doch nicht unbedacht⸗ sam oder verführt durch falsche Hoffnungen versäumen, und das um so weniger, da diese Versäumnis durch nichts ersetzt werden kann. Schneller, als ich denke, kann das Ende meines zeitlichen Lebens kommen. Darum gieb. daß ich das nie auf den ungewissen Morgen aufschiebe, was nach deinem Willen noch heute von mir geschehen kann und soll. Und da ich im Tode alles Irdische gewiß verlassen muß, so bewahre mich, daß ich an das Zeitliche nicht mein ganzes Herz hänge und mir dadurch meinen Abschied aus der daß noch könn besse raub übri Seel Sün in j und imm fassi mir ich f aus dure Flei sie; mit gedi trau Hilf harr mir Noc ich erlei ich gele zu! Sus meir mit des rechter weiche 8 die⸗ uch.) Hen ich und e mich eislich leinem Tage t auf⸗ bevor, dem⸗ habe, liches nund r alle d und uZu⸗ stets tlicher 3. 66 nus zu rechte, einer dacht⸗ „und ersetzt 0 5 ich nach und lassen mein Haus Gebete in Krankheit. 125 der Welt schwer mache. Lehre es mich vielmehr so brauchen, daß ich es mit gutem Gewissen zurücklassen und auch dann noch, wenn ich es nicht mehr haben kann, mich ewig freuen könne, es einmal gehabt zu haben. Hilf mir nach den bessern Gütern der Seele trachten, die mir kein Tod rauben kann; und regiere mich in meinem ganzen noch übrigen Leben mit deinem guten Geiste so, daß ich eine Seele voll deiner Erkenntnis und Liebe, gereinigt von Sünden und versichert von deiner Gnade, aus dieser Welt in jene hinüber nehmen könne. Zu was für einer Zeit und in welchen äußerlichen Umständen mich dann auch immer der Tod treffen möge, so wird er in solcher Ver— fassung allemal Gewinn für mich sein. Und dazu hilf mir nach deiner Barmherzigkeit durch Christum. Amen. (Aus dem Anhang zum bisherigen Oldenb. Gesangbuch.) Gebet bei anhaltender Krankheit. Noch währen meine Leiden, o Gott! Noch empfinde ich sie in ihrer ganzen Stärke. Noch ist der Kampf nicht ausgekämpft, wodurch ich ins höhere, bessere Leben hin— durch dringen soll! Ach! der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach! Ich erkenne meine Pflicht, ich bin bereit sie zu erfüllen, und bete dich, meinen Schöpfer und Vater, mit Unterwerfung an. Aber oft reget sich heimliche Un— geduld in mir. Oft will mein Mut sinken und mein Ver⸗ trauen auf dich wanken. Gott, stärke mich Schwachen! Hilf du mir alles überwinden und bis an das Ende be— harren! Du kennst ja das Maß meiner Kräfte. Du wirst mir nicht mehr zu leiden auflegen, als ich tragen kann! Noch ist- es um wenig mühsame Schritte zu thun, so stehe ich am Ziele, und auch diese Schritte wirst du mir gewiß erleichtern, du, der du mich von dem ersten Tritt an, den ich auf dem Pfade des Lebens that, bis jetzt so väterlich geleitet und geführet hast! Ja, du weißt es am besten, zu welcher Stunde und auf welche Art und Weise ich diesen Zustand mit dem künftigen verwechseln soll. Und wenn meine Stunde kommt, dann kommt Errettung und Heil mit ihr! In deine Arme werfe ich mich, als in die Arme des weisesten, gütigsten Vaters! Du wirst dein Kind, an 126 Gebete in Krankheit. dem du dich schon so gnädig und huldreich erwiesen hast, gewiß nicht verlassen! Bald, bald wirst du es allen Leiden, aller Schwachheit entreißen und in die Wohnungen der Ruhe und des Friedens einführen! Ich will auf Jesum, meinen Vorgänger, sehen. In seinen Gesinnungen will ich mich stärken. Wie geduldig, wie standhaft hielt er nicht aus bis zum Tod, bis zum Tode am Kreuze! Wie ganz ohne alles Widersprechen, wie kindlich unterwarf er sich nicht deinem Willen! Wie unbeweglich war nicht sein Vertrauen auf dich, seinen himmlischen Vater! Wie ruhig, wie hoffnungsvoll sah er nicht allen Schrecknissen des Todes und des Grabes entgegen! Ja, ihm will ich nachfolgen. Er hat den dunkeln Pfad, der vor mir ist, erhellet und die Schrecknisse des Todes hinweg⸗ genommen. Mit ihm und gleich ihm will ich leiden und sterben, damit ich auch dereinst mit ihm und gleich ihm leben und selig sein möge. Sein Sinn soll der meinige, seine Sprache die meinige sein. Vater, nicht was ich will, sondern was du willst! Vater, dein Wille geschehe! Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist! Amen. (Aus dem Anhang zum bisherigen Oldenb. Gesangbuch.) Gebete in der Todesnot, auch den Sterbenden vorzubeten. 1. Warum sollte ich mich vor dem Tode fürchten? Habe ich dich doch im Herzen, Herr Jesu, der den Tod verschlungen und zu nichte gemacht hat! Was schadet mir des Leibes Schwachheit. wenn nur darin deine Gotteskraft mächtig wird? Was kann mir der Tod schaden, wenn ich dich, der du bist die Auferstehung und das Leben, im Glauben besitze? Herr, wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde; wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, mein Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. Amen. (Aus Stiers evangel. Gesangbuch.) 2. Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich zu Ehren an. Durch dein bitteres Leiden und deinen Todeskampf hilf mir, mein Heiland und Herr Jesu mir Herz Ich Ang Bist so w teuer eigen diene schen Gebete in Krankheit. 127 Herr! Ich weiche nicht von dir, ach, bleibe du auch bei mir! Jesu, weil mein Kampf angeht, so hilf mir ringen, so hilf mir siegen und überwinden; wenn die Angst meines Herzens groß wird, so führe mich aus allen meinen Nöten. Ich bin ja dein Eigentum, darum führe mich durch alle Angst hindurch zur Freude, zur Wonne, zur Herrlichkeit. Bist du mit mir, so fürchte ich mich nicht, so bin ich selig, so werde ich zur Freude eingehen. Amen. (Aus Stiers evangel. Gesangbuch.) 3. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Du hast mich teuer mit deinem Blute und Tode erkauft, daß ich dein eigen sei, in dem Reiche deiner Herrlichkeit lebe und dir diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Ach, schenke mir das ewige Leben! Vollende. Jesu, meinen Lauf! Nimm mich zur ewigen Ruhe auf! Verwirf, da mir mein Herze bricht, Verwirf mich nicht, mein Gott, vor deinem Angesicht! Amen. (Aus dem Anhang zum bisherigen Oldenb. Gesangbuch.) Fürbitte des Sterbenden für die Seinigen. Barmherziger Gott, treuer himmlischer Vater, du eilest mit mir zu Ende und willst mich in dein ewiges Himmel— reich abfordern, dahin ich dir herzlich gerne folgen will. Weil ich aber die lieben Meinigen in großer Traurigkeit zurücklasse, so bitte ich dich um meines Herrn Jesu Christi willen, der mich bei dir vertritt, du wollest sie in ihrer Betrübnis reichlich trösten, dein Vaterherz nicht von ihnen wenden, deine milde Hand ihnen nicht entziehen, sondern sie beständig erfahren lassen, daß du wahrhaftig ihr Gott bist. Laß sie endlich zur bestimmten Zeit mir in das rechte Vaterland selig nachfolgen, da wir alle miteinander dich in Freuden ohne Aufhören loben und preisen wollen. Nun, wie du mir sie gegeben und vertraut, so gebe und ver— traue ich dir sie wieder; du treustes Vaterherz wirst es besser machen, denn wirs meinen; ich werfe alle meine und ihre Sorge auf dich, du wirst sie wohl versorgen. Amen, in Jesu Namen. Amen. (Aus Stiers evangel. Gesangbuch.) IIFFFFTTTTTTTTTTDTDTłT᷑' ‚.. D——TTDTDTDTDTD*D¶ü 128 Gebete in Krankheit. Gebet der Umstehenden, wenn der Ster— bende verschieden ist. Herr, allmächtiger Gott und Vater, verleihe diesem unserm verschiedenen Mitchristen, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, die ewige Freude und Ruhe, laß ihm leuchten dein Himmelslicht, und nimm ihn auf zur Schar aller Erzväter, Propheten, Apostel, Märtyrer und aller gläubigen Christen, erwecke ihn auch am jüngsten Tage, und gieb ihm die ewige Herrlichkeit um deines Namens Ehre willen. Uns aber laß an diesem Tode lernen, daß wir auch einmal also sterben und die Welt verlassen müssen, damit wir uns in Zeiten durch Buße, Glauben und Ver⸗ meidung aller Sünde und Eitelkeit der Welt dazu bereiten mögen. Tröste du, o Gott, alle durch diesen Tod Be— trübten, sei du Vater, Versorger, Pfleger, Helfer und Beistand. Erhöre uns, Herr unser Gott, und zieh uns alle durch treuen Kampf in dein Himmelreich, wo du der Deinen Gott bist ewiglich. Amen. (Aus Stiers evangel. Gesangbuch.) ter⸗ iesem )hnes ö ihm Schar aller Tage, mens daß issen, Ver⸗ eiten Be⸗ und uns der EEERT Sers ————————————