S* 4— D Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Landeskirche des Königreichs Sachsen. Herausgegeben von dem Evangelisch-lutherischen Landeskonsistorium im Jahre 1883. Verlag der Neuen Gesangbuchs⸗Kasse in Dresden. In Kommission bei B. G. Teubner in Leipzig und Dresden. Druck von B. G. Teubner in Leipzig. Une.-Siel. Glessen „Das geistliche Lieder singen gut und Gott angenehm sei, „acht ich, sei keinem Christen verborgen, dieweil jedermann nicht „allein das Exempel der Propheten und Könige im Alten Testament „(die mit Singen und Klingen, mit Dichten und allerlei Saiten⸗ „spiel Gott gelobt haben), sondern auch solcher Brauch, sonderlich „mit Psalmen, gemeiner Christenheit von Anfang kund ist. Ja „auch St. Paulus solches 1. Kor. 14. einsetzt und zu den Kolossern „gebeut, von Herzen dem Herrn singen geistliche Lieder und „Psalmen, auf daß dadurch Gottes Wort und christliche Lehre auf „allerlei Weise getrieben und geübt werde. Demnach hab ich auch, „samt etlichen anderen, zum guten Anfang und Ursach zu geben „denen, die es besser vermögen, etliche geistliche Lieder zusammen⸗ „gebracht, das heilige Evangelium, so jetzt durch Gottes Gnaden „wieder aufgegangen ist, zu treiben und in Schwang zu bringen, „daß wir uns auch möchten rühmen, wie Moses in seinem Gesang „tut, 2. B. Mos. 15., daß Christus unser Lob und Gesang sei „und wir nichts wissen sollen zu singen noch zu sagen, denn Jesum „Christum, unsern Heiland, wie Paulus sagt 1. Kor. 2.“ So hebt Dr. Martin Luther an in der Vorrede zu dem ersten, im Jahre 1524 von ihm herausgegebenen„Geistlichen Gesangbüchlein“, welches nur wenige Lieder, darunter fünf von ihm selbst verfaßte, enthielt. Der gute Anfang hat einen guten Fortgang gehabt, wie die schon im Zeitalter der Reformation und seitdem erfolgte Vermehrung des evangelischen Liederschatzes, dieses köstlichen Kleinods unserer Kirche, durch zahlreiche und treffliche Gesänge gottbegnadigter Dichter, bis herab auf unsere Tage, und 93 IV die große Menge verschiedener Gesangbücher im deutschen evangeli⸗ schen Volke mit ihrer oft übergroßen Liederzahl beweist. Aber auch die Besorgnis hat sich im Laufe der Zeit als eine nur allzuwohl begründete erwiesen, welche Luther schon im Jahre 1529 aussprach:„Weil ich sehe, daß des täglichen Zutuns ohn allen „Unterschied, wie einem jeglichen gut dünkt, will keine Maße „werden, über das, daß auch die ersten unsrer Lieder je länger „je fälscher gedruckt werden, hab ich Sorge, es werde diesem „Büchlein die Läng gehen, wie es allezeit guten Büchern ge⸗ „gangen ist, daß sie durch ungeschickter Köpfe Zusetzen so gar über⸗ „schüttet und verwüstet sind, daß man das Gute darunter verloren „und allein das Unnütze im Brauch behalten hat.“ Durch Gottes Gnade und Hilfe ist in der evangelisch-lutherischen Kirche seit einer Reihe von Jahrzehnten die Erkenntnis solcher„Gesang⸗ buchsnot“, wie man das Übel kurz und treffend bezeichnet hat, je länger desto lebendiger geworden. Der Herr hat viele gläubige und fleißige Arbeiter erweckt, welche zur Wiederherstellung unserer evangelischen Kirchenlieder in ihrer ursprünglichen Kraft und Schönheit und zur Auswahl des Besten aus ihrer großen Zahl treulich Handreichung getan haben. Auf dem Grunde dieser Vorarbeiten ist auch das Gesangbuch entstanden, welches hiermit im vierhundertsten Jahre nach Luthers Geburt, gleichsam als eine Jubiläumsgabe, der evangelisch-lutherischen Landeskirche des Königreichs Sachsen dargeboten wird. Das Gute und Treffliche, was die zurzeit noch in Gebrauch stehenden Gesangbücher ent⸗ halten, an erster Stelle das, was wir unserm Luther und Paul Gerhardt, aber auch manchem unserer sächsischen Sänger, besonders unserm Gellert, an geistlichen Liedern verdanken, wird, so weit möglich in seiner ursprünglichen Gestalt, darin wiedergefunden. Minder Gutes oder Entbehrliches ist durch anderes ersetzt, das seine Kraft zur Erbauung schon vielfach bewährt hat und, so der Herr hilft durch seinen heiligen Geist, ferner bewähren wird. So mögen die in diesem Buche zusammengestellten 686 Lieder, nicht minder die in dem Anhange beigegebenen Gebete und die eli⸗ ber nur 29 llen aße ger sem ge⸗ ber⸗ ren ttes seit ing⸗ 7 je bige erer und zahl eser mit als des iche, ent⸗ und ger, „ so den. das der der, die V guten Bekenntnisse unserer evangelischen Väter aus den Tagen der Reformation eine gesegnete Hilfe zur Erbauung, zur Stärkung im Glauben und in der Liebe, zur Übung in der Gottseligkeit, zur Treue gegen die Kirche des lauteren Wortes und Sakramentes, zu Trost und Frieden im Leben und im Sterben werden. Liebe Gemeinden! Der Herr gebe seine Gnade, daß dieses Buch den Weg offen finde, den es zu euch sucht, auf daß es in eueren gottesdienstlichen Versammlungen, wie in Haus und Schule, etwas werde zum Lobe der Herrlichkeit unsers Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes; und zur Erfüllung der apostolischen Ermahnung: Ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause und zum heiligen Priestertume, zu opfern geistliche Opfer, die Gott an— genehm sind durch Jesum Christum. Amen. Inhaltsverzeichnis. Vorwort Inhaltsverzeichnis. Verzeichnis der Lieder I. 1. 8 christliche Kirchenjahr 1. Sonntag und öffentlicher Gottesdienst Advent und 40 des Weihnacht. RNeuah** Fest der Cischeinnng hrim Passionszeit Ostern Christi Himmelfahrt Pfingsten Fest der heiligen Drnigket —1—75 Feste Maria Verkündigung. 0 Fest Johannis des Täufers 3. Michaelisfest. Schutz der W engel. 4. Reformationsfest 5. Erntedankfese 6. Bußtag(Litanei 183) U. Die christliche Kirche und die 595 anvertrauten Gnaden⸗ mittel 1. Die christliche Kirche 2. Missionslieder 3. Kirchweih und bei Einweihung einer Kurce(CLied 221. Glockenweihe) r —— 4. Wort Gottes und ategismus— 5. Heilige Taufe 6. Konfirmation 7. Das heilige Abendmahl III. Der christliche Glaube—— 1. Der Glaube im allgemeinen 2. Der erste Artikel: Gott der Vater. A. Schöpfung und Erhaltung B. Ratschluß der Erlösung C. Göttliche Regierung und Fürsorge* 135—141 142—155 156—159 160—190 160—162 163—165 166—170 171—179 180—182 183—190 191—2614 191—206 207—216 217—221 222—231 232—236 237—241 242—261 262—424 262—276 277—301 277—280 281—283 284—301 I Der zweite Artikel: Gott der A. B. Inhaltsverzeichnis. Die Erlösung Jesuslieder. 4. Der dritte Artikel: Gott der heilige Geis IV. Gebet⸗, A. B. C. D. Sünde, Buße, Beichtte Gnade, Glaube, Rechtfertigung Friede und Freude in dem heiligen Geiste Heiligung und gottseliger Wandel Lob⸗ und Danklieder 1. Das Gebet im allgemeinen. 2. Gebetslieder. A. B. Morgenlieder Tischlieder. a) Vor Tische b) Nach Tischen. Abendlieder Lieder auf die vier Jahreszeiten 1. Frühling 2. Sommer 3. Herbst 4. Winter Witterungslieder 4a) Bei dürrer Zeit und nach geschenktem Regen b) Bei Nässe und nach Abhilfe solcher Not c) Beim Gewitter und Danklied nach dem⸗ selben Beim Beginn und während der Ernte „Bergwerkslieder. Reiselieder—— Hrieg und Friede In Seuchen und Krankheiten In allerlei gemeiner Not. 3. Lob⸗ und Danklieder V. Standes⸗ und Berufslieder „ Vaterland und Obrigkeit 2. Kirche und Schule A. B. Bei Einführung eines N Predigers oder Lehrers Kinder⸗ und 899 3. Hausstand A. Brautstand ee Trauung und Ehestand Geburtstag Eltern und Kinder „Treue im Beruuf Witwer, Witwen und Waisen Alter VII 302—338 302—307 308—-338 339—424 339—360 361—379 380—388 389— 424 425—536 425—440 441—520 441—465 466—470 466—468 469. 470 471—493 498—503 498. 499 500. 501 502. 503 50⁴4 505—508 509—511 512—514 515—517 518—520 521—536 537—571 537—539 540—545 540. 541 5⁴42—545 546—571 5⁴6 547—553 554. 555 556—561 562—567 568. 569 570. 571 VIII Inhaltsverzeichnis. VI. Hreuz⸗ und Trostlieder Nr. 572—616 VII. Sterbe⸗ und Begräbnislieder„ 617—669 VIII. Wiederkunft des Herrn, Auferstehung, jüngstes Ge⸗ richt und ewiges Teheen„ 670—686 1. Wiedertunft des Hernn„ 670—672 2. Auferstehung und jüngstes Gericchh....„ 673—677 5. Swiges Lebennn 678—686 Geistliche Volkslieder; Bekenntnislied...Nr. 1(687)—30(716) Verzeichnis der Liederdichter D Seite 464— 475 Anhang. I. Die Sonn⸗ und Festtags⸗Perikopen nach den vier Jahr⸗ ängen:· m Seite 476 II. Die allgemeine Beichte mit der Absolution„ 480 11. Gehete„„ W„ 480 . Allgemeines Kirchengebell„ 480 B. Betstundengeber.„ 481 (C. Beiondere Gedettetete„, 282 1. Um die Gnade, recht zu bettn 82 2. Morgengebetee ũw.„ 482 4. Am Sonntage 3„ 482 2. An den Wochentageen„ 483 5. Abeudgebee„„„484 1. Am Sountags„484 2. An den Wochentagen„ 485 4. Tischgebete„487 Vor dem Csseinnn.... q„ 487 Nach dem Essen„ 27 5. Beicht⸗ und Kommuniongebete„, 487 Vor der Peichte„ 487 Nach der Beichte, vor der Feier des heiligen Abend⸗ mahl ́„ 490 Während der Kommunion„ 491 Danksagung nach Empfang des heiligen Abend⸗ mahlds wga„ 491 6. Um Glück und Segen im Beruffe„ 293 7. Um beständigen Glauben„ 494 8. Gebete für Kranke und Sterbendde.„ 494 9. Sprüche, einem Sterbenden zuzusprechen.„ 495 10. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden.„ 496 IV. Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers mit der Haustast„ 496 V. Die 21 Artikel des Glaubens und der Lehre der Augs⸗ burgischen Konfessionunn 3„ 5006 VI. Gotte dienstorynunn).ũ—.„ 514 VII. Sprüche für den Eingang und Schluß des Gottesdienstes„ 517 eeerr O 90 —— Verzeichnis Abendmahlsfeier... Ach bleib bei uns, Herr Jesu Ach bleib mit deiner Gnade. Ach Gott, gib du uns deine Ach Gott, ich muß iin Ach Gott, laß dir befohlen.. Ach Gott und Herr, wie.. Ach Gott, verlaß mich nicht. Ach Gott, vom Himmel sieh. Ach Gott, wie manches..... Ach Herr, Herr, du gerechter Ach hilf, o Helfer Jesu Christ Ach komm, füll unsre Seelen Ach lieber Gott, behüte mich. Ach lieber Herr, du großer.. Ach mein Herr Jesu, dein. Ach sagt mir nichts von Gold Ach treuer Gott, barmherzig. Ach, was soll ich Sünder machen Ach wie flüchtig, ach wie... Ach wundergroßer Siegesheld Ade, ich muß nun scheiden. Allein Gott in der Höh sei Ehr Allein zu dir, Herr Jesu.. Alle Menschen müssen sterben Aller Engel himmlisch Heer. Aller Gläubgen Sammelplatz Alles ist an Gottes Segen. Alle Welt, was lebt und Allgenugsam Wesen Also hat Gott die Weltt Am Grab des Christen singet An deine Leiden denken wir. An des Herren Kreuz zu denken An dir allein, an dir hab ich An Einen Gott nur glauben. Auf, auf, den Herrn zuw. Auf, auf, ihr Reichsgenossen. Auf, auf, mein Herz, mit. Auf Christi Himmelfahrt allein Auf den Nebel folgt die Sonn der Lieder. Nr. Auferstehn, ja auferstehn.... 673 Auf Gott und nicht auf... 284 Auf, hinauf zu deiner Freude 361 Auf meinen lieben Gott.... 574 Auf, schicke dich, recht feierlich 33 Auf Seele, schicke dich...... 242 Auf! was willst du hier.... 392 Aus Gnaden soll ich selig... 362 Aus irdischem Getümmel... 309 Aus Lieb läßt Gott der... 167 Aus meines Herzens Grunde 444 Aus tiefer Not schrei ich... 185 Bedenke, Mensch, das Ende 622 Befiehl du deine Wege 57⁵ Bei dir, Jesu, will ich bleiben 237 Bete nur, betrübtes Herz... 425 Betgemeinde, heilge dich.... 426 Bis hieher hat mich Gott.... 522 Brich an, du schönes..... 34 Brunn alles Heils, dich ehren 3 Christ, der du bist der helle Tag 473 Christe, du Beistand deiner.. 194 Christe, du Lamm Gottes. 75 Christen erwarten in allerlei. 576 Christe, wahres Seelenlicht.. 445 Christ fuhr gen Himmel.. 137 Christi Blut und Gerechtigkeit 363 Christ ist erstanden von der 114 Christ lag in Todesbanden für 115 Christus, der ist mein Leben 623 Danket dem Herrn 68⁷7 Dank sei Gott in der Höhe. 446 Das alte Jahr vergangen ist 62 Das ist eine selge Stunde. 4 Das ist ein teuer wertes.. 303 Das Jahr geht still zu Ende 63 Das liebe neue Jahr geht an 54 Das walte Gott, der helfen.. 562 X Verzeichnis Nr. Das walt Gott Vater und.. 447 Das Wetter ist vertrieben.. 503 Dein König kommt in niedern 19 Dein Wort, o Herr, bringt.. 195 Dein Wort, o Herr, iste 222 Dennoch bleib ich stets an.. 577 Der am Kreuz ist meine Liebe 100 Der beste Freund ist in dem 310 Der du, Herr Jesu, Ruh.... 110 Der du in Todesnächten. 207 Der du zum Heil erschienen.. 208 Der Glaub ist eine Zuversicht 265 Der heilge Christ ist kommen 35 Der Herr, der aller Enden. 285 Der Herr ist Gott, und keiner 267 Der Herr ist meine Zuversicht 286 Der Herr ist mein getreuer.. 223 Der lieben Sonne Licht und. 474 Der Mond ist aufgegangen.. 475 Der Sabbat ist vergangen.. 471 Der Tag ist hin. Mein Geist 476 Der Tag ist hin; mein Jesu. 477 Der Tod har zwar 116 Der Tod ist tot, das Leben.. 117 Des Christen Schmuck und.. 688 Des Jahres schöner Schmuck. 496 Dich, dich, mein Gott, will... 448 Dich, Jesu, laß ich ewig.... 311 Dich, Jesu, preisen unsfre... 540 Die Christen gehn von Ort.. 624 Die Feinde deines Kreuzes... 196 Die Gnade sei mit allen... 364 Die Gnade unsers Herrn.. 15 Die güldne Sonne, voll Freud 449 Die helle Sonn leucht jetzt... 450 Die Himmel rühmen des 268 Die Nacht ist kommen 478 Die Sach ist dein, Herr Jesu 689 Dies ist der Tag, den Gott. 36 Dies ist der Tag, dies sind.. 554 Dies ist die Nacht, da mir. 37 Dies sind die heilgen zehn Gebot 224 Die wir uns allhier 76 Die Woche geht zu Ende 493 Dir, dir, Jehova, will ich... 427 Dir sei mein ganzes Leben.. 287 der Lieder. Dreieinger, großer Gott. Dreieinger, heilger, großer Gott! Du bist ein Mensch, das.. Du gehest in den Garten beten Du Herr der Seraphinen.. Du Lebensbrot, Herr Jesu... Du meine Seele, singe Du meines Lebens Leben, du Durch Trauern und durch... Du siehest, Mensch, wie fort Du treuer Gott, sei hochgepreist Du unerforschlich Meer der.. Du weinest vor Jerusalem. Du wesentliches Wort, von... Ein Christ kann ohne Eine Herde und Ein Hirt!l.. 2 Einer ist König, Immanuel.. Einer ists, an dem wir hangen Eines wünsch ich mir vor allem Ein feste Burg ist unser Gott Ein getreues Herze wissen.... Ein Jahr der Sterblichkeit... Ein Lämmlein geht und trägt Ein neuer T Tag, ein neues Leben Ein neues Jahr ist angefangen Ein reines Herz, Herr, schaff. Eins ist not! Ach Herr, dies! Ein Tröpflein von den Reben Eitle Welt, ich bin dein müde Ergrünt, ihr Siegespalmen! Erhalt uns deine Lehre, Herr Erhalt uns, Herr, bei deinem Er ist nicht hier; er ist. Ermuntert euch, ihr Frommen Ermuntre dich, mein Herz, im Erneure mich, o ewges Licht: Er ruft der Sonnn Erschienen ist der herrlich Tag Es glänzet der Christen. Es hat uns heißen treten Es ist das Heil uns kommen? Es ist die Nacht gekommen.. Es ist ein Ros entsprungen Es ist genug; so nimm, Herr Es ist gewißlich an der Zeit —————2 Verzeichnis Nr. Es ist nicht schwer, ein Christ 396 Es ist noch eine Run 679 Es ist vollbracht! Er ist.... 101 Es kennt der Herr die Seinen 691 Es kostet viel, ein Christ zu.. 395 Es wolle Gott uns gnädig... 197 Fahre fort z: Hion,., 17⁴ Fang dein Werk mit Jesu.. 563 Freu dich sehr, o meine Seele 627 Freuet euch, ihr Christen alle 39 Fröhlich soll mein Herze..... 40 Früh am Morgen Jesus..... 45² Früh morgens, da die Sonn 120 Für alle Güte sei gepreist... 480 Gedanke, der uns Leben 282 Geh aus, mein Herz, und... 495 Gehe hin in deine Kammer.. 628 Geht hin, ihr gläubigen..... 283 Geht nun hin und grabt mein 629 Gelobet sei der Herr, der Gott 163 Gelobet sei der Herr, mein... 156 Gelobet sei, Gott Israel!.... 164 Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du der Sünder 366 Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren.... 41 Gelobet seist du, treuer Gott 499 Gesegn uns, Herr, die Gaben 466 Gewagt in Jesu Namen.. 564 Gib dich zufrieden und sei..... 579 Gib unserm Fürsten 537 Gnädigster Erbarmer, zu.. 506 Gott, deine Güte reicht so... 428 Gott dem Erzschöpfer droben.. 507 Gott, den ich als Liebe kenne 516 Gott, der du Herzenskündger bist 397 Gott der Gnaden 186 Gott der Juden, Gott der.. 67 Gott, der wirds wohl machen 580 Gott des Himmels und der.. 453 Gott, du Licht, das ewig..... 45⁴4 Gottes Sohn ist kommen 20 der Lieder. XI Nr. Gott, gib einen milden Regen 143 Gott hat in meinen Tagen.. 570 Gott ist gegenwärtig! Lasset. 269 Gott ist mein Hort und auf sein Wort.. 225⁵5 Gott ist mein Lied. Er ist.. 270 Gott ist und bleibt getreu;.. 271 Gott lebet noch! Seele 581 Gottlob! der Sonntaag. 5 Gottlob! die Stund ist. 665 Gottlob! ein Schritt... 6⁵ Gottlob! nun ist erschollen.... 514 Gott, Schöpser, Stifter... 548 Gott sei Dank durch alle..... 21 Gott sei Lob! der Tag ist.. 244 Gott sei uns gnädig und 16 Gott sorgt für dich, was. 582 Gott Vater, sende deinen.... 142 Gott verläßt die Seinen nicht 583 Gott wills machen, daß die.. 584 Gott woll uns hoch beglücken 538 Großer Gott von alten Zeiten 6 Großer Gott, wir loben dich. 692 Großer Mittler, der zur. 30⁴4 Habe deine Lust am Herrn.. 290 Halleluja, jauchzt ihr Chöre.. 121 Halleluja! Lob, Preis und Ehr 157 Halleluja, schöner Morgenl. 7 Halt im Gedächtnis Jesum... 314 Harre, meine Seele, harre.. 693 Heiland, deine Menschenliebe.. 305 Heilge Einfalt! Gnadenwunder 398 Heilger Jesu, Heilgungsquelle 399 Helft Gottes Güte preisen. 66 Herbei, o ihr Gläubigen. 694 Herr, auf Erden muß ich..... 139 Herr, dein Wort, die edle... 226 Herr, denk an mich! Wie oft.. 102 Herr, der du als ein stilles Lamm 245 Herr, der du einst gekommen 400 Herr, der du mir das Leben 481 Herr, der du vormals hast.... 512 Herr, die Erde ist gesegnet... 180 Herr, du hast für alle Sünder 246 Herr, du hast in deinem Reich 169 XII Verzeichnis Nr. Herr, du wollst sie 247 Herr, es ist von meinem. 482 Herr Gott, der du mein. 429 Herr Gott, dich loben wir.... 521 Herr, Gott Vater iim 467 Herr, Herr, Erbarme dich!.... 183 Herr, höre! Herr erhöre! breit 42 Herr, ich habe mißgehandelt.. Herr, ich lasse nicht von dir Herr Jesu Christ, dein teures Herr Jesu Christ, dich zu uns Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunngquell aller Gnaden, sieh doch, wie ich! Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnguell aller Gnaden, wir kommen Herr Jesu Christ, mein höchste Gu •w ¶¶ 7— Herr Jesu Christ, wahr Mensch 6 Herr Jesu, deine Angst und. Herr Jesu, dir sei Preis und Herr Jesu, Gnadensonne.. Herr Jesu, Licht der Heiden. Herr, meine Seele seufzt zu.. Herr, öffne mir die Herzenstür Herr, stärke mich, dein Leiden Herr, stärke mir den Glauben Herr, unser Gott, laß nicht zu Herr von du wült Herr, wie du willst, so schicks Herz, laß dein Sorzen sein Herzlich lieb hab ich dich Herzlich tut mich verlangen... Herzliebster Jesu, was hast... Herz und Herz vereint Heute mir und morgen dir.. 6: Heut triumphieret Gottes Sohn Hier ist Immanuel! das soll Hier legt mein Sinn sich vor Hilf deiner Kirch in ihrer.... Hilf Gott, daß unsfre Hilf Helfer, hilf in Angst.... Hilf, Herr Jesu, laß gelingen Hilf mir, mein Gott, hilf, daß Himmelan geht unsre Bahn der Lieder. Hinunter ist der Sonne Schein Hirte deiner Schaf˖τmnGa Hochgelobt sei unser Gott, der Höchster, denk ich an die Güte! Höchster Tröster, komm. Höret, ihr Eltern, Christus..5 Hosianna Davids Sohne! Der Hosianna! Davids Sohn kommt 5 Hüter, wird die Nacht der... Jauchzet, ihr Himmel Ich armer Mensch, ich armer Ich bete an die Macht der Liebe Ich bin bei Gott in Gnaden. Ich bin ein Gast auf Erden.. Ich bin getauft auf deinen... Ich bin Ich bin Ich bin Ich bin ja, Herr, in deiner Ich danke dir durch deinen Sohn Ich danke dir für deinen Tod Ich freue mich in dir und.. Ich geh zu deinem Grabe, du Ich habe nun den Grund.... Ich hab in Gottes Herz und 2 Ich hab in guten Stunden. Ich hab mein Sach Gott. Ich hab mich Gott ergeben Ich hab von ferne, Herr.... Ich komme, Herr, und suche Ich komme vor dein Angesicht Ich ruf zu dir, Herr Jesu... Ich sag es jedem, daß Er... Ich singe dir mit Herz und.. 2 Ich steh an deiner Krippe hier Ich steh in meines Herren.. Ich sterbe täglich, und mein.. Ich und mein Haus, wir sind Ich weiß, an wen ich glaube, ich weiß Ich weiß, daß mein Erlöser Ich weiß, mein Gott, daß all Ich weiß von keinem andern Ich will dich lieben, meine... Ich will die neue Woch... · ˖ ‚¶— getauft, ich steh im.. 2 gewiß in meinem. im Himmet... Ich will mit Danken kommen Ich will streben nach dem Leben Ich will von meiner..... 5 Je größer Kreuz, je näher.... Jerusalem, du hochgebaute... Jesu, bester Menschenfreund.. Verzeichnis der Lieder. Nr. 294 Jesu, deine Passioem 84 Jesu, deine tiefnn Wunden.. 85 Jesu, der du bist alleine Haupt 200 Jesu, frommer Menschenherden 318 Jesu, geh voran auf der.... 405 Jesu, großer Wunderstern, der 68 Jesu hilf siegen, du Fürste.. Jesu, meine Freude, meines.. 319 Jesu, meiner Seele Leben.... 320 Jesu, meines Lebens Leben. 86 Jesus Christus herrscht als.. Jesu, Seelenbräutigaem..... Jesus ist kommen, Grund.. Jesus lebt! Mit ihm auch... Jesus, meine Zuversicht und Jesus nimmt die Sünder an 3 Jesus soll die Losung sein... Ihr Eltern, gute Nacht 2* In allen meinen Taten.. In Christi Wunden schlaf ich In deines Vaters Hände.... In der stillen Einsamkeit..... In dich hab ich gehoffet, Herr In dir ist Freude, in allem In Gottes Namen fahren.... In Gottes Namen fang ich an! In Gottes Rat ergeben In Jesu Namen zieh ich aus? Ist Gott für mich, so trete.. Kehre wieder, kehre wieder.. Keinen hat Gott verlassen.... 5 König, dem kein König gleichet 32 König Jesu, streite, siege.... 211 Komm, du wertes Lösegeld... 24 Komm Heidenheiland, Lösegeld Komm, heilger Geist, o Schöpfer Komm, heiliger Geist, erfüll Komm, heiliger Geist, Herre.. Komm, komm, du Licht.. 25 147 14⁵ 146 176 Komm, mein Herz, in Jesu Komm, o komm, du Geist Komm, Segen aus der Höh.. Kommst du, großer Gottessohn Kommst du nun, Jesu Kommt alle zu mir, kommt. Kommt her! ihr Christen.... Kommt her, ihr seid geladen! Kommet, ihr Hirten, ihr.... Kommt, Kinder, laßt uns gehen Kommt, Menschenkinder, rühmt Kommt und laßt uns Kyrie, Gott Vater Lasset ab, ihr meine Lieben Lasset mich voll Freuden... Lasset uns mit Jesu ziehen. Laß fahren deine Sorgen... Laß mich dein sein und bleiben Laß mir, wenn meine Augen Laßt mich gehn, laßt mich... Lebst du in mir, o wahres.. Licht, das in die Welt.. Licht vom Licht, erleuchte mich Liebe, die du mich zum Bilde! Liebster Jesu, wir sind hier, deinem 235 Liebster Jesu, wir sindhier, dich Liebster Vater, ich, dein Kind: Lobe den Herren, den mächtigen Lobe den Herren, o meine.. Lobet den Herren, denn er ist! Lobt Gott, ihr Christen alle. Mache dich, mein Geist, bereit Machs mit mir, Gott, nach.. Macht hoch die Tür, die Tor. Man lobt dich in der Stille. Meine Hoffnung steht auf... Meine Lebenszeit verstreicht. Meinen Jesum laß ich nicht, meine Meinen Jesum laß ich nicht; weil! Mein erst Gefühl sei Preis. Meine Seele erhebet den.. Meine Seele, nimm zu XIV Verzeichnis der Lieder. Nr. Nr. Meine Seele senket sich..... 386 Nun gottlob! es ist vollbracht 236 Meine Seele, voller Fehle... 352 Nun hilf uns, o Herr Jesu.. 543 Meine Seel ist stle 593 Nun ist der Regen hin 501 Meine Sorgen, Angst und... 594 Nun jauchzet all, ihr Frommen 28 Mein Friedefürst, dein..... 387 Nun jauchzt dem Herren, alle 531 Mein Glaub ist meines Lebens 266 Nun kommt das neune 29 Mein Gott, das Herz ich.... 410 Nun laßt uns den Leib. 65⁵⁰ Mein Gott, du bist und.... 295 Nun laßt uns gehn und... 61 Mein Gott, ich danfse 528 Nun laßt uns Gott dem... 469 Mein Gott, ich klopf an deine 433 Nun lob, mein Seel, den... 532 Mein Gott, ich weiß wohl... 646 Nun preiset alle Gottes... 273 Mein Gott, nun ist es 457 Nun ruhen alle Wälder. 487 Mein Gott, was hab ich doch. 555 Nun schlaf, mein liebes..... 559 Mein Gott, wie bist du so.. 272 Nun sich der Tag geendet hat Mein Jesu, dem die 374 und keine Sonn mehr. 488 Mein Jesu, der du vor dem. 254 Nun sich der Tag geendet, mein Mein Jesus kommt; mein.. 647 Herz zu dir sichh 489 Mein Jesus lebt! was sollt ich 127 Nun singet und seid froh... 48 Mein Leben ist ein Pilgrimstand 411 Nur frisch hinein! es wird.. 596 Mein lieber Gott, gedenke... 434 Mein schönste Zier undd 327 O daß doch bald dein Feuer 213 Mir ist Erbarmunnng 307 O daß ich tausend Zungen.. 533 Mir nachl spricht Christus... 412 O drückten Jesu Todesmienen 89 Mit dir, Allmächtger, fahr... 505 O du allersüßste Freude... 150 Mit Ernst, o Menschenkinder. 27 O du fröhliche, o du selige.. 700 Mit Freuden will ich heben.. 508 O du fröhliche, o du selige.. 701 Mit Fried und Freud ich... 648 O du fröhliche, o du selige.. 702 Mit meinem Gott geh ich... 485 O du Liebe meiner Liebe.... 90 Mitten wir im Leben sind... 649 O Durchbrecher aller Bande„414 Morgenglanz der Ewigkeit... 458 O du schönes Weltgebäude... 279 Müde bin ich, geh zur Ruh.. 486 O du Vater über alles.... 544 O Ewigkeit, du Donnerwort.. 676 Nach einer Prüfung kurzer.. 681 O Ewigkeit, du Freudenwort. 682 Nehmet Jesu Ladung an.. 255 O frommer Gott, ich danke. 560 Nicht Opfer und nicht Gaben. 413 O frommer und getreuer Gott 353 Nichts Betrübtres ist auf.... 569 O Gott, der du das Firmament 500 Nicht so traurig, nicht so.... 595 O Gott, du frommer Gott.. 435 Nimmt Gott, dem wir. 296 O Gottes Lamm, unschuldig Nimm von uns Herr, du.. 518 am Kreuzz 93 Noch läßt der Herr mich.... 459 O Gott voll Gnad und.... 354 Nun bitten wir den heiligen. 149 O Gott, von dem wir alles. 181 Nun bricht die finstre Nacht„472 O großer Gott, du reines Wesen 41⁵ Nun danket alle Gott. 529 O Haupt voll Blut und. 105 Nun danket all und bringet.. 530 O heilger Geist, kehr bei uns 151 Nun dankt, ihr Christen, alle 170 O heilige Dreifaltigkeit... 460 Nun freut euch, lieben Christen 375 O Herr Gott, der du deiner. 504 S 89 8886386888588686688886868888 & GS7 Herr, vor dem sich Erd und hilf Christe, Gottes Sohn Jesu Christe, wahres Licht Jesu Christ, meins Lebens Jesu, einig wahres Haupt Jesu, Herr der Herrlichkeit Jesu, Jesu, Gottessohn, mein Jesu, meine Wonne, du. Jesu, süßes Licht König aller Ehren, Herr.. O König, dessen Majestät.. O komm, du Geist der Wahrheit O Lamm Gottes, unschuldig. O Licht, geboren aus dem Lichte O Liebe, die den Himmel hat — 888686868880 O liebster Herr, ich armes Kind? O mein Herz, gib dich zufrieden! O Mensch, gedenk ans Ende O selig Haus, wo man dich. O selig Kind, so führt dich nun O süßes Wort, das Jesus... O Tod, wo ist dein Stachel. O Traurigkeit! o Herzeleid!.. O Ursprung des O Vater der Barmherzigkeit, der du dir deine Herden.. O Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße O Vater du, mein Licht und Leben 2 O Welt, ich muß dich lassen O Welt, sieh hier dein Leben O wie fröhlich, o wie selig.. O wie selig seid ihr doch, ihr Preis dem, der die Welt Rede, liebster Jesu, rede.... Rett, o Herr Jesu, rett dein Ehr Ringe recht, wenn Gottes.. Rüstet euch, ihr Christenleute Schaffe in mir, Gott, ein. Schaffet, schaffet, Nenschenkinder Schatz über alle Schätze..... Schaut die Mutter voller.. Lebens Verzeichnis der Lieder. Nr. 219 94 201 651 47¹ 541 328 256 462 70 187 152 92 461 107 Schlage, Jesu, an mein Herz. Schmücke dich, o liebe Seele Schmückt das Fest mit Maien. Schönster Herr Jesu Schweigt vom Glücke und... Schwing dich auf zu deinem. Seele, geh nach Golgatha.... Seelenbräutigam, Jesu Seele, sei zufrieden Seele, was ermüdst du dich.. Segne und behüte uns Sehet, sehet, welche Liebe.... Seid stille, Sinn und Geist. Sei getreu bis an das Ende. Sei Gott getreu, halt seinen Sei Lob und Ehr dem Sei mir tausendmal gegrüßet 2** Selig, selig sind die Toten... 6 Selig sind des Himmels. Selig sind die reinen Herzen. 418 Sende, Vater, deinen Geist.. 436 Sichrer Mensch, noch ist es.. 188 Siegesfürst und Ehrenkönig.. 140 Sieh, dein König kommt zu. 30 Sieh, hier bin ich 333 Sieh, wie lieblich und wie... 420 So führst du doch recht selig. 299 So gehst du nun, mein Jesu 94 So jemand spricht: ich liebe„421 Sollt es gleich bisweilen.... 601 Sollt ich meinem Gott nicht singen 300 Sollt ich meinem Gott nicht wrauen 60² So nimm denn meine Hände 705 Sorge doch für meine.... 564 So ruhest du, o meine Ruh.112 So schreib ins Buch des.... 241 So tret ich demnach an... 567 So wahr ich lebe, spricht.... 189 Speise, Vater, deine Kinder. 468 Steig auf, du Lied im höhern Chor 220 Stille Nacht, heilige Nacht... 706 Straf mich nicht in deinem. 358 Such, wer da will, ein ander. 334 XVI Tag des Zorns, o Tag voll Teures Wort aus Gottes. Tochter Zion, freue dich... Tretet her zum Tisch des.... Treuer Heiland, habe Dank.. Treuer Wächter Israel. Triumph, Triumph! es kommt Tut mir auf die schöne... Unsern Ausgang segne Gott Unter Lilien jener Freuden Unumschränkte Liebe, gönne.. Unverwandt auf Christum... Valet will ich dir geben... 6 Vater, kröne du mit Segen. Vater unser im Himmelreich.. Verleih uns Frieden gnädiglich 5 Verwirf mich nicht im Alter. Verzage nicht, du Häuflein... Vollendet hat der Tag die... Vom Himmel hoch da komm. Vom Himmel kam der Engel Von Gott will ich nicht..... Vor deinen Thron tret ich hiermit Wach auf, du Geist der Wach auf, mein Herz, die Nacht Wach auf, mein Herz, und singe Wachet auf, erhebt die Blicke! Wachet auf! ruft uns die. 6 Wär Gott nicht mit uns diese Walte, walte nah und fern.. 2 Wann wird doch einst Warum betrübst du dich, mein 6 Warum sollt ich mich denn.. Warum willst du doch für... Warum willst du draͤußen.. Was Gott gefällt, mein.... Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan; es bleibt gerecht.. Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan! So denken Gottes. Was hätt ich, hätt ich Jesum nicht Verzeichnis der Lieder. Was ists, daß ich mich quäle Was kann ich doch für Dank Was mein Gott will, gescheh Was rührt so mächtig Sinn. Was uns mit Frieden und. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr. Weine nicht, Gott lebet noch. Wen hast du dir geladen.... Wenn Christus seine Kirche.. Wenn dich Unglück hat betreten Wenn ich einst von jenem. Wenn ich ihn nur habe..... Wenn ich mir auf viele Jahre Wenn ich, o Schöpfer, deine. Wenn ich vor meinen Schöpfer Wenn kleine Himmelserben.. Wenn meine Sünd mich kränken Wenn mein Stündlein Wenn wir in höchsten Nöten. Werde licht, du Stadt der... Werde munter, mein Gemüte Wer Gott vertraut, hat wohl Wer ist ein Mann? wer. er ist wohl, wie du, Jesu. Wer ist wohl würdig, sich zu Wer nur den lieben Gott läßt Wer sich auf seine Schwachheit Wer sind die vor Gottes... Wer weiß, wie nahe mir mein Wes ist das Fest, zu wem. Wie flieht dahin der Menschen Wie Gott mich führt, so will 6 Wie groß ist des Allmächtgen Wie heilig ist die Stätte... Wie könnt ich ruhig schlafen. Wie könnt ich sein vergessen. Wie lieblich ist der Maien... Wie lieblich ists hienieden.. Wie mit grimmgem Unverstand Wie schön ists doch, Herr Jesu Wie schön leuchtet der Wies Gott gefällt, gefällts... ****** Wie sicher lebt der Mensch...é Wie sie so sanft run. Wie soll ich dich empfangen.. Wie wird mir dann, o dann mir en su lir Verzeichnis der Lieder. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen(zehnzeilig) Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen(achtzeilig) Willkommen, Held im Streite Wir Christenleut habn jetzund Freud Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod Wir danken Gott fürrr Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Wir glauben all an Einen Gott, Vater, Sohn und heilgen.. Wir haben dieses Haus Wir liegen hier zu deinen Wir Menschen sind zu dem. Wir pflügen und wir streuen Wir sind dein, Herr, laß uns Wir singen dir, Immanuel — Nr. 97 132 470 262 263 545⁵ 190 229 713 42⁴4 53 Wir treten zum Beten Wo findet die Seele die Wohlauf, wohlan zum letzten Wohl dem, der Jesum liebet. Wohl einem Haus, wo Jesus Wollt ihr wissen, was mein Womit soll ich dich wohl.... Wort des Lebens, lautre Quelle Wo soll ich fliehen hin, weil. Wo willst du hin, weilss Wunderanfang, herrlich Ende Wunderbarer König, Herrscher Zeuch ein zu deinen Toren Zeuch hin, mein Kind Zeuch uns nach dir, so laufen Zieht in Frieden eure Pfade. Zion, gib dich nur zufrieden Zion klagt mit Angst und. Zu dir, Herr Jesu, komme ich Zween der Jünger gehn mit. 2** Die zu Anfang der Lieder hinter dem Worte„Melodie“ stehende Zisfer bezeichnet die betreffende Nummer im Landeschoral⸗, sowie in dem demselben entsprechenden kleinen Melodienbuche. Beide Druckwerke sind von B. G. Teubner in Leipzig und Dresden zu beziehen. Das christliche Kirchenjahr. . Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. 1. Eigene Melodie. 7. Luk. 2, 14. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich re⸗ gierst ehn alles Wanken. Ganz ungemessn ist deine Macht, fort gschieht, was dein Will hat bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn ein⸗ geborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller unsres Haders; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser aller. 4. O heilger Geist, du größtes Gut, du allrheilsamster Tröster, vors Teufels Gwalt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Martr und bittern Tod; abwend all unsern Jammr und Not, darauf wir uns verlassen. Nikolaus Decius. 1541. 2. Mel. 58: Gott des Himmels ꝛe. Psalm 100. Ale Welt, was lebt und webet, was in Feld und Häusern ist, was nur Stimm und Zunge hebet, jauchze Gott zu jeder Frist! Dienet ihm, wer dienen kann, tret mit Lust vor ihn heran! 2. Sprecht: der Herr ist unser Meister, er hat uns aus nichts gemacht, unsre Leiber, unsre Gei⸗ ster an die lichte Welt gebracht, wir sind seiner Allmacht Ruhm, seine Schaf und Eigentum. 3. Gehet ein zu seinen Pforten, geht durch seines Vorhofs Gang, lobet ihn mit schönen Worten, saget ihm Lob, Preis und Dank; denn der Herr ist jederzeit voller Gnad und Gütigkeit. 4. Gott des Himmels und der Erde, Vater, Sohn und heilger Geist, daß dein Ruhm bei uns groß werde, Beistand selbst und Hilf uns leist! Gib uns Kräfte und Begier, dich zu preisen für und für. Johann Franck. 1677. 3. Mel. 97: Komm, Gott Schöpfer ꝛc. 4. Mos. 6, 24—26. Brunn alles Heils, dich ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir; aus deiner Gottheit Heilig⸗ tum dein hoher Segen auf uns komm. 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib. Er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Übel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, laß leuchten uns sein Angesicht, daß wir ihn schaun und glauben frei, daß er uns ewig gnädig sei. 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, sein Antlitz über uns erheb, daß uns sein Bild werd eingedrückt, und geb uns Frieden unverrückt. 5. Jehova, Vater, Sohn und Geist, o Segensbrunn, der ewig fleußt, durchström Herz, Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll. Gerhard Tersteegen. 1769. Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. 4. Mel. 93: Jesu, meines Lebens ꝛc. Das ist eine selge Stunde, Jesu, da man dein gedenkt und das Herz von Herzensgrunde tief in deine Wunden senkt. Wahrlich, nichts als Jesum kennen, Jesum suchen, finden, nennen, das erfüllet unsre Zeit mit der höchsten Seligkeit! 2. Jesu, deine Gnadenquelle fließt so gern ins Herz hinein, deine Sonne scheinet helle, denn du willst genossen sein; und bei aller Segensfülle ist dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil dein Brünnlein voll, unaufhörlich schöpfen soll. 3. Nun, so laß auch diese Stunde dein Gedächtnis in uns sein! In dem Herzen, in dem Munde leb und herrsche du allein. Laß uns deiner nie vergessen! Wie Maria still gesessen, da sie dir hat zugehört, mach das Herz dir zugekehrt. Ernst Gottlieb Woltersdorf. 1761. 5. Mel. 43: Erschienen ist der herrlich ꝛc. Gottlob! der Sonntag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu. Heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja. 2. Dies ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist und schenkt mir die Gerechtig⸗ keit, Trost, Leben, Heil und Selig⸗ keit. Halleluja. 3. Das ist der rechte Sonnen⸗ tag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja. 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort, führ mich zur Him⸗ mels⸗Ehrenpfort; laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich. Halleluja. Johann Olearius. 4 1684. 6. 4 Mel. 58: Gott des Himmels ꝛc. Vroßer Gott von alten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt: heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost ver⸗ bunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen betet, singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner, als Gott Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. 3 dienen? Was ist süßer, als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht alsonach dem Himmeltracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen! denn wir sind dein Eigen⸗ tum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann. 1715. 2 Mel. 58: Gott des Himmels ꝛc. Halleluja, schöner Morgen! schöner als man denken mag; heute fühl ich keine Sorgen; denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunkeln Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit, du ver⸗ treibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgen⸗ tau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au; da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltge⸗ schäfte! Heute hab ich sonst zu tun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. 1* Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. Heut schickt keine Arbeit sich, als uns send; mit Hilf und Gnad nur Gotteswerk für mich. er uns regier und uns den Weg 5. Wie soll ich mich heute zur Wahrheit führ. schmücken, daß ich Gott gefallen 2. Tu auf den Mund zum mag? Jesus wird die Kleider Lobe dein, bereit das Herz zur schicken, die ich ihm zu Ehren Andacht fein, den Glauben mehr, trag. Sein Blut und Gerechtig⸗ stärk den Verstand, daß uns dein keit ist das schönste Sonntagskleid. Nam werd wohl bekannt; 6. Ich will in der Zionsstille 3. Bis wir singen mit Gottes heute voller Arbeit sein; denn Heer: Heilig, heilig ist Gott der da sammle ich die Fülle von den Herr! und schauen dich von An⸗ höchsten Schätzen ein, wenn mein gesicht in ewger Freud und sel⸗ Jesus meinen Geist mit dem gem Licht. Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sin⸗ dem Sohn, dem heilgen Geist in nen und bereite selbst die Brust; einem Thron! Der heiligen Drei⸗ laß mich Lehr und Trost ge⸗ faltigkeit sei Lob und Preis in winnen, gib zu deinem Manna Ewigkeit! 4. Ehr sei dem Vater und —.. C'¼ÜTTTRRR Lust, daß mir deines Wortes Hall 7105 recht tief in mein Herze fall. 9 * 8. Segne deiner Knechte Leh⸗ ren, öffne selber ihren Mund. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich ꝛc. Mach mit allen, die dich hören, Herr, öffne mir die Herzens⸗ heute deinen Gnadenbund, daß, tͤͤr, zeuch mein Herz durch dein wenn man hier fleht und singt, Wort zu dir; laß mich dein Wort solches in dein Herze dringt. bewahren rein, laß mich dein 9. Gib, daß ich den Tag be⸗ Kind und Erbe sein. schließe, wie er angefangen ist. 2. Dein Wort bewegt des Sege, Laes Sand begieße, 0 Herzens Grund, dein Wort macht e bats bist; bis Leib und Seel gesund; dein Wort ich einst auf jenen Tag ewig ist, was mein Herz erfreut, dein Sabbat L 1762 Wort gibt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und 8. dem Sohn, dem heilgen Geist err Jesu Christ, dich zu uns in Ewigkeit! wend, dein heilgen Geist du zu Johann Olearius. 1684. in einem Thron! Der heiligen Eigene Melodie. 68..„ ö Dreieinigkeit sei Lob und Preis 10. Mel. 164: Valet will ich dir geben. aß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gib mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nikolaus Selnecker. 4 1592. 11. Mel. 114: Meinen Jesum laß ꝛe. icht vom Licht, erleuchte mich bei dem neuen Morgenlichte, Gnadensonne, zeige dich meinem muntern Angesichte, wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sab⸗ bat fröhlich sei. 2. Brunnquell aller Süßig⸗ keit, laß mir deine Ströme fließen, mache Mund und Herz bereit, dich in Andacht recht zu grüßen, streu das Wort mit Segen ein, laß es hundertfrüchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget, sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrtum mich betrüget, und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit: Heilig, heilig, heilig! singen, und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flügeln schwingen. Gib mir einen Vorschmack ein, wie es mag im Himmel sein. Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. 5 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies im Herzen. Offenbare dich doch mir, führe meiner Andacht Kerzen immer neue Nahrung zu, heilge Liebes⸗ flamme du. 6. Dieser Tag sei dir geweiht, weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst tun, als in deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr denn Salo⸗ mon: laß mich deine Weisheit hören, ich will deinen Gnaden⸗ thron mit gebeugten Knieen ehren, bis mir deine Sonne lacht und den schönsten Sonntag macht. Benjamin Schmolck. + 1737. 12. Eigene Melodie. 104. Apostelgesch. 10, 33. Diebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören. Lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes denken, tun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlich⸗ keit, Licht vom Licht, aus Gott 6 Sonntag und öffentlicher Gottesdienst. geboren, mach uns allesamt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren. Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Tobias Clausnitzer. 4 1684. 13. Mel. 141: O Gott, du frommer Gott. eid stille, Sinn und Geist, und euch in Gott ergötzet, heut ist der Ruhetag, den er selbst eingesetzet. Er will in stiller Furcht und Lieb geehret sein, wofern er soll bei uns in Gnaden kehren ein. 2. Komm heute in mein Herz, du König aller Frommen. Laß mit dir Segen, Heil und Seelen⸗ frieden kommen. Die Sonne deiner Gnad kehr heute bei mir ein, so wird dann dieser Tag ein rechter Sonntag sein. Valentin Ernst Löscher. 4 1749. 14. Mel. 58: Gott des Himmels ꝛc. Tut mir auf die schöne Pforte, führet mich in Zion ein! Ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir ge⸗ kommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast ge⸗ nommen, da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zieh das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt, gib mir Licht in dem Verstande; und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht ge⸗ deihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben, halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leit⸗ stern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd er⸗ füllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not. 7. Offne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann. Lasse mir dein Manna tauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammertal zu des Lammes Ehrensaal. Benjamin Schmolck. + 1737. =. H. GDA EAN‚‚.—‚————— Advent und Anfang des Kirchenjahres. 7 15. Eigene Melodie. 30. 2. Korinth. 13, 13. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns allen, mit uns allen! Amen. 16. Eigene Melodie. 62. 4. Mos. 6, 24—26. Gott sei uns gnädig und barm⸗ herzig und gebe uns seinen gött⸗ lichen Segen. 2. Er lasse uns sein Antlitz leuchten, daß wir auf Erden er⸗ kennen seine Wege. 3. Es segne uns Gott, unser Gott, es segne uns Gott und gebe uns seinen Frieden. Amen. 1 Mel. 104: Liebster Jesu, wir ꝛe. Psalm 121, 8. Uasern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Tun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmels Erben. Hartmann Schenk. 4 1681. 2. Advent und Anfang des Rirchenjahres. 18. Mel. 19: Aus meines Herzens ꝛc. Matth. 21, 1—9. Auf, auf, ihr Reichsgenossen, eur König kommt heran, empfahet unverdrossen den großen Wunder⸗ mann. Ihr Christen, geht her⸗ für, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah, hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da; seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können in Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplag⸗ ten, der König ist nicht fern; seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Frisch auf, ihr Hochbetrüb⸗ ten, der König kommt mit Macht, an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst und Pein, noch Zorn hinfort uns schaden, die⸗ weil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 5. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu besehn, 8 Advent und Anfang des Kirchenjahres. dieweil er kommt geritten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz ver⸗ süßen und uns erlösen kann. 6. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit köst⸗ lichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch er⸗ hoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 7. Nun Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unver⸗ gleichlich, du jagst den Sündern nach. Drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. Johann Rist. 1667. 19. Mel. 3: Ach Jesu, meiner ꝛc. Dan König kommt in niedern Hüllen, ihn trägt der lastbarn Eslin Füllen, empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspalmen, bestreu den Pfad mit grünen Halmen! So ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von gro⸗ ßer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du ge⸗ winnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch aller Erde Reiche werden dem, das du grün⸗ dest, untertan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten, zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus, und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest her⸗ gezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hiernieden kommst, zu erneuen deinen Frieden, da⸗ gegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen, und lösch der Zwietracht Glimmen aus; daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus! Friedrich Rückert. 4 1866. 20. Eigene Melodie. 59. Gottes Sohn ist kommen uns zum Heil und Frommen hier auf diese Erden uns gleich an Ge⸗ bärden, daß er uns von Sünde freie und entbinde. Advent und Anfang des Kirchenjahres. 9 2. Er kommt auch noch heute und belehrt die Leute, wie sie sich von Sünden solln zur Buße wenden, von Irrtum und Tor⸗ heit treten zu der Wahrheit. 3. Die sich sein nicht schämen, seinen Dienst annehmen durch den rechten Glauben und ihm ganz vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd vergeben. 4. Er tut ihnen schenken in den Sakramenten selber sich zur Speise, sein Lieb zu beweisen, daß sie sein genießen in ihrem Gewissen. 5. Die treu und ergeben ihm beständig leben, ihm, dem Herrn in allem trachten zu gefallen, werden auch mit Freuden einst von hinnen scheiden. 6. Denn bald und behende kommt ihr letztes Ende; da wird er vom Bösen ihre Seel erlösen und sie mit sich führen zu der Engel Chören. 7. Von dort wird er kommen, wie er aufgenommen, wann die Toten werden aufstehn von der Erden und zu seinen Füßen sich darstellen müssen. 8. Da wird er sie scheiden: seines Reiches Freuden erben alle Frommen; doch die Bösen kom⸗ men dahin, wo sie müssen ihr Untugend büßen. 9. Ei nun, Herre Jesu, schick unsre Herzen zu, daß wir alle Stunden werden fromm erfun⸗ den und im Glauben scheiden zu den ewgen Freuden. Böhmische Brüder. 1544. (Johann Horn. 1 1547.) 21. „Mel. 128: Nun komm, der Heiden ꝛc. Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist er⸗ füllt nach Herrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jung⸗ frau Sohn, der wohl zweige⸗ stammte Held hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne tust, rein von aller Sünden Wust. 6. Und wie deine Zukunft war voller Sanftmut, ohn Gefahr; also sei auch jederzeit deine Sanft⸗ mut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch für mich vermißt. 8. Tritt der Schlangen Kopf 10 Advent und Anfang des Kirchenjahres. entzwei, daß ich, aller Angsten frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugetan; 9. Daß, wenn du, o Lebens⸗ fürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegengehn und vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held. Um 1650. 22. Eigene Melodie. 77. osianna Davids Sohne! Der soll hochgelobet sein, der bei uns jetzt kehret ein, kommend von des Höchsten Throne. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 2. Den die Alten mit Ver⸗ langen oft gewünscht, gerufen oft, dessen Eintritt sie gehofft, der läßt sich von uns empfangen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 3. Kommt, dem Könige zu hulden, treu nach Untertanen⸗ pflicht; denn ihr sollet ferner nicht fremde Dienstbarkeit erdul⸗ den. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 4. Kommet her, ihr blöden Herzen, seht des Herren Sanft⸗ mut an; seine Gütigkeit, die kann heilen alle Sündenschmerzen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 5. Seht, ihr Sünder, den Ge⸗ rechten, der euch seine Heiligkeit tausend Ehrenbogen. anlegt als ein Ehrenkleid und will eure Sach verfechten. Durch die Welt erschall und geh: Ho⸗ sianna in der Höh. 6. Seht den Helfer wibllig kommen, euch zu raten in der Not, in dem Leben, in dem Tod, als den er auf sich genommen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 7. Seht, ihr Armen, seht den Armen, der von seiner Armut euch hier und ewig machet reich; er will euer sich erbarmen. Durch die Welt erschall und geh: Ho⸗ sianna in der Höh. 8. Herr, o Herr, laß wohl⸗ gelingen! Diesen Tag hast du gemacht, dieser Tag hat Freuden bracht; drum wir alle billig singen: Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh. 9. Hosianna Davids Sohne! Der soll hochgelobet sein, der bei uns jetzt kehret ein, kommend von des Höchsten Throne. Durch die Welt erschall und geh: Ho⸗ sianna in der Höh. Christian Keymann. 7 1662. 23. Mel. 114: Meinen Jesum laß ꝛe. Hosiannal Davids Sohn kommt in Zion eingezogen. Auf! be⸗ reitet ihm den Thron, setzt ihm Streuet Advent und Anfang des Kirchenjahres. 11 Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna! sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen. Unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Toren ein, du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna! Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast; ach, so laß uns unverdrossen deinem Zepter dienstbar sein, herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! steh uns bei! O Herr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 6. Hosianna! laß uns hier an den Olberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; dort ist unser Bethphage: Hosianna in der Höh! 7. Hosianna nah und fern! Eile, bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Ho⸗ sianna! Bist du da? Ja, du kommst, Halleluja! Benjamin Schmolck. 4 1737. 24. Mel. 114: Meinen Jesum laß ꝛc. omm, du wertes Lösegeld, dessen alle Heiden hoffen; komm, o Heiland aller Welt, Tor und Türen stehen offen; komm in angestammter Zier, komm, wir warten mit Begier. 2. Zeuch auch in mein Herz hinein, o du großer Ehrenkönig; laß mich deine Wohnung sein. Bin ich armer Mensch zu wenig, ei, so soll mein Reichtum sein, wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an mit den Siegespalmenzweigen; so viel ich nur immer kann, will ich Ehre dir erzeigen und im Glauben dein Verdienst mir zueignen zum Gewinst. 4. Hosianna, Davids Sohn! Ach Herr, hilf, laß wohl gelingen, laß dein Zepter, Reich und Kron uns viel Heil und Segen bringen, daß in Ewigkeit besteh: Hosianna in der Höh! Johann Gottfried Olearius. 4 1711. 25. Mel. 167: Vom Himmel hoch ꝛe. omm, Heidenheiland, Löse⸗ geld, komm, schönste Sonne dieser Welt: Laß abwärts flammen dei⸗ 12 Advent und Anfang des Kirchenjahres. nen Schein, denn so will Gott geboren sein. 2. Komm an von deinem Ehrenthron, Sohn Gottes und der Jungfraun Sohn; komm an, du zweigestammter Held, geh mutig durch dies Tal der Welt. 3. Du nahmest erdwärts dei⸗ nen Lauf, und stiegst auch wieder himmelauf. Dein Abfahrt war zum Todestal, die Rückfahrt in den Sternensaal. 4. O höchster Fürst, dem Vater gleich, besieg hier dieses Fleisches Reich, denn unser Geist, in Flei⸗ sches Haft, sehnt sich nach deiner Himmelskraft. 5. Von deiner Krippe glänzt ein Strahl, ein Licht leucht durch dies finstre Tal, es gibt die Nacht so hellen Schein, der da wird unverlöschlich sein. 6. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreifaltig⸗ keit sei Lob und Preis in Ewig⸗ keit. Joh. Franck 1646 nach Ambrosius. f 397. 26. Eigene Melodie. 111. Psalm 24, 7—10. Mecht hoch die Tür, die Tor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Ge⸗ fährt, sein Königskron ist Heilig⸗ keit, sein Zepter ist Barmherzig⸗ keit; all unser Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von Tat! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insge⸗ mein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit; die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit An⸗ dacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll Tat, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland, Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnaden ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zu Advent und Anfang des Kirchenjahres. 13 zur ewgen Seligkeit. Dem Na⸗ men dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weissel. 4 1635. 27. Mel. 168: Von Gott will ich nicht ꝛc. Jes. 40, 3. 4. Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt! Bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Täler all erhöhet; macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demut übet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut liebet, mit Angst zugrunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen; so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein! Nach Valentin Thilo jun. 4 1662. 28. Mel. 19: Aus meines Herzens ꝛc. Nun jauchzet all, ihr Frommen, in dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu ver⸗ heeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt, im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hie seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt. Sonst, wo ihr ihn ver⸗ achtet und nur nach Hoheit trach⸗ tet, des Höchsten Zorn euch rührt. 4. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlge⸗ mut! Laßt eure Lieder klingen, dem König Lob zu singen, der euer höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erschei⸗ nen in seiner Herrlichkeit, ver⸗ wandeln euer Weinen und eure Klag in Freud. Er ists, der helfen kann. Halt eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn! Michael Schirmer. 4 1673. 14 Advent und Anfang des Kirchenjahres. 29 reuet; komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat ent⸗ Mel. 43: Erschienen ist der ꝛc. weihet. Mach mit deinem Opfer⸗ un kommt das neue Kirchen⸗ blut alles wieder rein und gut. jahr, des freuet sich die Christen 4. Komm mit deinem Abend⸗ schar. Dein König kommt, drum mahl, das du uns zum Heil ge⸗ freue dich, du wertes Zion, ewig⸗Ggeben, daß wir schon im Erden⸗ lich. Halleluja. tal mit dir als im Himmel leben. 2. Wir hören noch das Gnaden⸗ Komm, Herr Jesu, leb in mir, wort von Anfang immer fort und und mein Leben sei in dir! fort, das uns den Weg zum Leben 5. Komm und bring den Geist weist. Gott sei für seine Gnad auch mit, deinen Geist, der dich gepreist. Halleluja. verkläret, der mich im Gebet ver⸗ 3. Gott, was uns deine Wahr⸗ tritt und des Königs Willen lehret, heit lehrt, die unsern Glauben daß ich bis auf jenen Tag: komm, stets vermehrt, laß bei uns bleiben, Herr Jesu! rufen mag. daß wir dir Lob und Preis sagen Philipp Friedrich Hiller. 4 1769. für und für. Halleluja. Johann Olearius. 4 1684. 31. 3 0 3.—0 179: Werde munter, mein ꝛc. Warum willst du draußen ste⸗ Mel. 114: Meinen Jesum laß ꝛe. hen 5), du Gesegneter des Herrn? Matth. 21, 5.. 2375 Laß dir, bei mir einzugehen, wohl⸗ 7 1. 7 Sich, dein König kommt zu gefallen, du mein Stern. Du dir! Seele, das sind frohe Worte; mein Jesu, meine Freud, Helfer sprich: Mein König, komm zu in der rechten Zeit, hilf, o Hei⸗ mir; sieh, ich öffne dir die Pforte, land, meinem Herzen von den zeuch mit deiner Sanftmut ein; Wunden, die mich schmerzen. was du findest, das ist dein. 9 1. Mos. 24, 31. 2. Komm, ich bin dein Eigen⸗ 2. Meine Wunden sind der tum schon seit deinem Wasser⸗ Jammer, welchen oftmals Tag bade; komm, dein Evangelium und Nacht des Gesetzes starker werde mir ein Wort der Gnade, Hammer mir mit seinem Schrecken du schickst ja dein Wort voran, macht. O der schweren Donner⸗ daß mein König kommen kann. stimm, die mir Gottes Zorn und 3. Komm und räume alles Grimm also tief ins Herze schläget, aus, was du hassest, was mich daß sich all mein Blut beweget. Advent und Anfang des Kirchenjahres. 15 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad absagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zer⸗ martert und zerfrißt mich mein eigenes Gewissen mit vergiften Schlangenbissen. 4. Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends tief hinein: da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig; nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichtum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ist, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ißt. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 7. Freu dich Herz, du bist erhöret, jetzo zeucht er bei dir ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, Uag ihm, was dich drückt und quäle. 8. Was du Böses hast be⸗ gangen, das ist alles abgeschafft. Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünde Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schäd⸗ lich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt. 4 1676. 32. * 164: Valet will ich dir geben. Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir? o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier! O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis, und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Weihnacht. 16 Leib und Seele saßen in ihrem Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen größten Leid, als mir das Reich mit eures Armes Macht. Er genommen, da Fried und Freude kommt, er kommt mit Willen, ist lacht, da bist du, mein Heil, kommen voller Lieb und Lust, all Angst und hast mich froh gemacht. und Not zu stillen, die ihm an 4. Ich lag in schweren Banden, euch bewußt. du kommst und machst mich los; 8. Auch dürft ihr nicht er⸗ ich stand in Spott und Schanden, schrecken vor eurer Sündenschuld; du kommst und machst mich groß, nein! Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld! Er kommt, und hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das er kommt den Süͤndern zum Trost sich nicht läßt verzehren, wie irdisch und wahrem Heil, schafft, daß bei Reichtum tut. Gottes Kindern verbleib ihr Erb 5. Nichts, nichts hat dich ge⸗ und Teil. ö trieben zu mir vom Himmelszelt, 9. Was fragt ihr nach dem als das geliebte Lieben, damit du Schreien der Feind und ihrer alle Welt in ihren tausend Plagen Tück? Der Herr wird sie zer⸗ und großen Jammerslast, die kein streuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem Mund aus kann sagen, so fest ö alle Macht und List auf Erden umfangen hast. ö ö 6. Das schreib dir in dein viel zu wenig zum Widerstande ist. Herze, du herzbetrübtes Heer, bei 10. Er kommt zum Welt⸗ welchem Gram und Schmerze sich gerichte, zum Fluch dem, der ihm häuft je mehr und mehr; seid un⸗ flucht; mit Gnad und süßem Lichte verzagt, ihr habet die Hilfe vor dem, der ihn liebt und sucht. Ach der Tür; der eure Herzen labet komm, ach komm, o Sonne, und und tröstet, steht allhier! hol uns allzumal zum ewgen Licht 7. Ihr dürft euch nicht be⸗ und Wonne in deinen Freuden⸗ mühen, noch sorgen Tag und saal! Paul Gerhardt. 4 1676. 3. Weihnacht. 33 begehen! Lieb ist der Dank, der 8 Lobgesang, durch den wir ihn, Mel. 186: Wir Christenleut ꝛc. den Gott der Lieb erhöhen. Auf, schicke dich, recht feierlich 2. Sprich dankbar froh: Also, des Heilands Fest mit Danken zu also hat Gott die Welt in seinem u Licht euden⸗ 1676. nk, der ir ihn, n. : Also, seinem Weihnacht. 17 Sohn geliebet. O, wer bin ich, nicht, der täglich wiederkehret. Es Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet! 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm teil; er ist das Heil. Tu täglich Buß und glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr, Herr! spricht, und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, tränken, der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun und dein dabei gedenken. 6. Rat, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden, die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn, er hilft uns gern; und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten! Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. Mel. 101: Kommt her zu mir ꝛc. Bich an, du schönes Morgen⸗ licht! Das ist der alte Morgen ist ein Leuchten aus der Fern, es ist ein Schimmer, ist ein Stern, von dem ich längst gehöret. 2. Nun wird ein König aller Welt, von Ewigkeit zum Heil be⸗ stellt, ein zartes Kind geboren. Der Teufel hat sein altes Recht am ganzen menschlichen Geschlecht verspielt schon und verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit, es naht die selge Gotteszeit der Freiheit und der Liebe. Wohl⸗ auf, du frohe Christenheit, daß jeder sich nach langem Streit in Friedenswerken übe! 4. Ein ewig festes Liebesband hält jedes Haus und jedes Land und alle Welt umfangen; wir alle sind ein heilger Stamm, der Löwe spielet mit dem Lamm, das Kind am Nest der Schlangen. 5. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt? Hier in der Krippe liegt ein Kind mit lächelnder Gebärde. Wir grüßen dich, du Sternenheld! Willkommen, Hei⸗ land aller Welt! willkommen auf der Erde! Max von Schenkendorf. 1817. 35. Mel. 19: Aus meines Herzens ꝛc. Der heilge Christ ist kommen, der teure Gottessohn; des freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf 2 18 Weihnacht. Erden ist, muß preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde ist gefangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 3. Verwaiset sind die Kinder nicht mehr und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß. Er will, daß alle, rein von ihrem alten Schaden, vertrauend seinen Gnaden, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und prei⸗ set, ihr Kindlein, fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist dal Er ruft so freundlich drein mit süßen Liebes⸗ worten: Geöffnet sind die Pfor⸗ ten, ihr Kinder kommt herein! Ernst Moritz Arndt. 4 1860. 36. Mel. 167: Vom Himmel hoch ꝛc. ies ist der Tag, den Gott ge⸗ macht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein ge⸗ harrt, bis daß die Zeit erfüllet⸗ ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehr⸗ furcht still, er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unend⸗ lich ist. 4. Damit der Sünder Gnad er⸗ hält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir.„Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen tu ich gern.““) Gelobt sei, der da kommt im Herrn! ) Ps. 40, 8. 9. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? 10. Jauchzt Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heilig⸗ Weihnacht. 20 19 sten Geburt! und Erde, die ihn diese Sonne nicht. Willst du ge⸗ heute sieht, sing ihm, dem Herrn, nießen diesen Schein, so darfst du ein neues Lied! nicht mehr dunkel sein. 11. Dies ist der Tag, den Gott 5. Drum, Jesu, schöne Weih⸗ gemacht; sein werd in aller Welt nachtssonne, bestrahle mich mit gedacht! Ihn preise, was durch deiner Gunst! Dein Licht sei meine Jesum Christ im Himmel und Weihnachtswonne und lehre mich auf Erden ist! die Weihnachtskunst, wie ich im Christian Fürchtegott Gellert. f1769. Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. 37 Kaspar Friedrich Nachtenhöfer. 4 1685. Mel. 136: O daß ich tausend Zungen ꝛc. 38 Dies ist die Nacht, da mir er⸗ schienen des großen Gottes Freund⸗ Mel. 141: O Gott, du frommer Gott. lichkeit, das Kind, dem alle Engel Mu wesentliches Wort, von An⸗ dienen, bringt Licht in meine fang her gewesen! Du Gott, von Dunkelheit; und dieses Welt⸗ und Gott gezeugt, von Ewigkeit er⸗ Himmelslicht weicht hunderttau⸗ lesen zum Heil der ganzen Welt, send Sonnen nicht. o mein Herr Jesu Christ! will⸗ 2. Laß dich erleuchten, meine kommen, der du mir zum Heil ge⸗ Seele, versäume nicht den Gnaden⸗ boren bist. schein! Der Glanz in dieser kleinen 2. Komm, o du göttlich Wort, Höhle streckt sich in alle Welt hin⸗ und sprich in meiner Seele, daß ein; er treibet weg der Höllen mirs in Ewigkeit an Troste nim⸗ Macht, der Sünden und des Todes mer fehle; im Glauben wohn in Nacht. mir und weiche von mir nicht, 3. In diesem Lichte kannst du laß mich auch nicht von dir ab⸗ sehen das Licht der klaren Selig⸗ weichen, schönstes Licht! keit; wenn Sonne, Mond und 3. Was hat, o Jesu, dich von Stern vergehen, vielleicht in noch Anfang doch bewogen? Was hat gar kurzer Zeit, wird dieses Licht vom Himmelsthron dich in die mit seinem Schein dein Himmel Welt gezogen? Ach! deine große und dein Alles sein. Lieb und meine große Not hat 4. Laß nur indessen helle schei⸗ deine Glut entflammt, die stärker nen dein Glaubens⸗ und dein Lie⸗ als der Tod. beslicht; mit Gott mußt du es 4. Gib, daß ich dir zum Dienst treulich meinen, sonst hilft dir mein ganzes Herz ergebe, auch dir 2* 20 Weihnacht. allein zum Preis auf dieser Erden lebe. Ja, Jesu, laß mein Herz ganz neu geschaffen sein und dir bis in den Tod gewidmet sein allein. 5. Ach, laß nichts in mir sein, was du nicht hast geschaffen, reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen. Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind ge⸗ tan, du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn. 6. Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; an mir laß deinen Glanz, mein Gott, nicht sein vergebens. Weil du das Licht der Welt, so sei mein Lebens⸗ licht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laurentius Laurenti. 1 1722. 39. Eigene Melodie. 51. Freuet euch, ihr Christen alle, freue sich, wer immer kann: Gott hat viel an uns getan! Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht, sich mit uns befreundt gemacht. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnaden⸗ sonne. 2. Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippen Höhle harte lieget dir zugut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnaden⸗ sonne. 3. Jesu, wie soll ich dir dan⸗ ken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr. O laß mich nicht von dir wanken, nimm mich dir zu eigen hin: so emp⸗ findet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an; schenke was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder. Gib der ganzen Christenschar Friede und ein selig Jahr. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnaden⸗ sonne. Christian Keymann. + 1662. 40. Eigene Melodie. 52. Frohlic soll mein Herze sprin⸗ gen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kam⸗ mer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu⸗ ude hret über den⸗ dan⸗ dir laß imm emp⸗ eude, istus onne, 18 ist einer ꝛaden kann, ib der und reude 7 ehret e über aden⸗ 1662. sprin⸗ Freud hört,‚ e Luft boren! Kam⸗ Welt Gott Weihnacht. 21 gute, Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt, über alle Maßen? Gott gibt, un⸗ serm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein ge⸗ kehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kommt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir getan, gibt sich an, unser Lamm zu werden; un⸗ ser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Heil und Fried erwirbet. 6. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, liebe Brüder, was euch quält; was euch fehlt, ich bring alles wieder. 7. Ei, so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, groß und klein, kommt mit großen Haufen. Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 8. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Tür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 9. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost! hier wird gefunden, der in Eil machet heil die ver⸗ giften Wunden. 10. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 11. Süßes Heil, laß dich um⸗ fangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrie⸗ den geben. 12. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine Last all auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 13. Ich bin rein um deinet⸗ willen, du gibst gnug Ehr und Schmuck, mich darein zu hüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen. 14. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, und mit dir heimfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt. 4 1676. 41. Eigene Melodie. 54. Ge)lobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr; des freuet sich der Engel Schar. Halleluja. 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen findt. In unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Halleluja. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein wor⸗ den klein, der alle Ding erhält allein. Halleluja. 4. Das ewge Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Halleluja. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hier ward, und führt uns aus dem Jammertal, er macht uns Erbn in seinem Saal. Halleluja. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und uns im Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja. 7. Das hat er alles uns ge⸗ tan, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christen⸗ heit und dank ihm des in Ewigkeit. Halleluja. Martin Luther. 4 1546. Weihnacht. 42. Mel. 106: Lobe den Herren, den ꝛce. Bauchzet, ihr Himmel, frohlocket ihr englischen Chöre, singet dem Herren, dem Heiland der Men⸗ schen zur Ehre: Sehet doch da! Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, froh⸗ locket ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische; wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; gehet hinein, eins mit dem Sohne zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen geden⸗ ken? Du willst dich selber, dein Herz voll Erbarmen mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herz in der Weihnacht. 23 Liebe verbinde; du sollst es sein, den ich erwähle allein. Ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir neu geboren; komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren; wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, den du zum Leben erkoren. 8. Menschenfreund Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Ge⸗ fallen nur streben; gib mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, ewiglich dir nur zu leben. Gerhard Tersteegen. 4 1769. 43. Mel. 125: Nun danket alle Gott. Jo freue mich in dir und heiße dich willkommen, mein liebster Jesu, du! Du hast dir vorge⸗ nommen, mein Bruder hier zu sein. Ach, wie ein süßer Ton! Wie freundlich sieht er aus, der große Gottessohn! 2. Gott senkt die Majestät, sein unbegreiflich Wesen, in eines Menschen Leib; nun muß die Welt genesen. Der allerhöchste Gott spricht freundlich bei uns ein, wird gar ein kleines Kind, will unser Heiland sein. 3. Wie lieblich klingt es mir, wie schallt es in die Ohren! Es kann durch Stahl und Erz und harte Felsen bohren das Evan⸗ gelium. Wer Jesum recht er⸗ kennt, der stirbt nicht, wenn er stirbt, so man ihn gläubig nennt. 4. Wohlan, so will ich mich an diesen Jesum halten, und sollte gleich die Welt in tausend Stücken spalten. O Jesu, dir, nur dir, dir leb ich ganz allein! Auf dich, allein auf dich, o Jesu! schlaf ich ein. Kaspar Ziegler. 1 1690. ⁴7 Mel. 127: Nun freut euch, lieben ꝛc. Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohlgefallen. 2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren, und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefster Todes⸗ nacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen, 24 Weihnacht. und weil ich nun nicht weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 5. Wenn oft mein Herz im Leibe weint und keinen Trost kann finden, rufst du mir zu: „Ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden; was trauerst du, mein Fleisch und Bein? du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle deine Schulden.“ 6. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seelen Herr⸗ lichkeit durch dein selbst eignes Herzeleid. Das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht ver⸗ sagen, daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich deine Wohnung sein, komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden! Paul Gerhardt. 4 1676. 45. Mel. 88: Jesu, hilf siegen, du ꝛc. Oesus ist kommen, Grund ewiger Freude; A und O, Anfang und Ende ist da! Gottheit und Mensch⸗ heit vereinen sich beide; Schöpfer, wie kommst du den Menschen so nah! Himmel und Erde, erzählt es den Heiden: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden. 2. Jesus ist kommen, nun springen die Banden, Stricke des Todes, die reißen entzwei. Unser Durchbrecher ist nunmehr vor⸗ handen, er, der Sohn Gottes, der machet recht frei, bringet zu Ehren aus Sünden und Schanden. Jesus ist kommen, nun springen die Banden. 3. Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden; Sünden der ganzen Welt träget dies Lamm; Sün⸗ dern die ewge Erlösung zu finden, steigt er aus Lieb an den blutigen Stamm. Abgrund der Liebe, wer kann dich ergründen? Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden. 4. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden. Komme, wen dürstet, und trinke, wer will; holet für euren verderblichen Schaden Gnade aus dieser un⸗ endlichen Füll. Nehmet, ach nehmt doch, Gott hat euch geladen. Jesus ist kommen, die Quelle der Gna⸗ den. 5. Jesus ist kommen, der Her⸗ zog des Lebens, sein Tod ver⸗ schlinget den ewigen Tod; gibt uns, ach hört es doch ja nicht vergebens! ewiges Leben, der freundliche Gott. Glaubt ihm, so macht er ein Ende des Bebens. Jesus ist kommen, der Herzog des Lebens. ählt nen, nun des nser vor⸗ der hren esus die pfer nzen zün⸗ den, igen wer ist den. die me, ill; chen un⸗ hmt esus Dna⸗ Ver⸗ ver⸗ gibt icht der hm, ens. des Weihnacht. 25 6. Jesus ist kommen; sagts aller Welt Enden, eilet, ach eilet zum Gnadenpanier; schwöret ihm Treue mit Herzen und Händen, sprechet: wir leben und sterben bei dir. Herzensfreund, gürte mit Wahrheit die Lenden! Jesus ist kommen, sagts aller Welt Enden! Johann Anastasius Freylinghausen. + 1739. 46. Mel. 106: Lobe den Herren, den ꝛc. ommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter auf Erden? Soll nun der Himmel und Erde vereiniget werden? Ewiger Gott, kann dich mein Jammer und Not bringen zu Menschengebärden? 2. Was ich in Adam und Eva durch Sterben verloren, hast du mir, Jesu, durch Leben und Lei⸗ den erkoren: Gütiger Gott, alle mein Jammer und Not endet sich, da du geboren. 3. Teufel, Tod, Hölle, die zürnen und halten zusammen, wollen mich Sünder verschlingen und gänzlich verdammen: Mäch⸗ tiger Gott, wende den Jammer und Not, tilge die höllischen Flam⸗ men! 4. Gib mir, o Jesu, nur heilige gute Gedanken, halte die Glieder des Leibes in heiligen Schranken: Heiliger Gott, laß mich nach deinem Gebot herzlich im Glauben dir danken. 5. Führe mich endlich, o Jesu, ins ewige Leben, welches du allen, die glauben, versprochen zu geben, da ich bei Gott ohne Not, Jam⸗ mer und Tod ewig in Freuden kann schweben. Kaspar Friedrich Nachtenhöfer. 1685. 47. Eigene Melodie. 109. Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich in seinem höchsten Thron, der heut schließt auf sein Himmel⸗ reich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner Gwalt, wird niedrig und gering, nimmt an sich eines Knechts Ge⸗ stalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, ihr Milch ist seine Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Davids Reis, 5. Das seinem Stamm ent⸗ sprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott aufrichten wollt sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wunder⸗ lich: Fleisch und Blut nimmt er an, und gibt uns in seins Vaters Reich die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht, und ich 26 Weihnacht. ein Herr, das mag ein Wechsel sein! wie könnt er doch sein freund⸗ licher, der liebe Jesus mein? 8. Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis, der Cherub steht nicht mehr dafür; Gott sei Lob, Ehr und Preis! Nikolaus Hermann. 1561. 48. Eigene Melodie. 134. Nun singet und seid froh, jauchzt all und singet so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht doch als die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und O, du bist A und O. 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kindlein zart und rein, durch alle deine Güte; o liebstes Jesulein, zeuch mich hin nach dir. 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld. Wir warn all verdorben durch Sünd und Eitelkeit, so hat er uns erworben die ewge Himmels⸗ freud; eia, wärn wir da! 4. Wo ist der Freudenort? Nirgend sonst als dort, da die Engel singen mit den Heilgen all, und die Psalmen klingen im hohen Himmelssaal. Eia, wärn wir da! Nach dem Lateinischen In dulci jubilo. Unw. 49. Mel. 113: Mein Freund zerschmilzt ꝛc. VLiebe, die den Himmel hat zerrissen, die sich zu mir ins Elend niederließ: Was für ein Trieb hat dich bewegen müssen, der dich zu mir ins Jammertal verwies? Die Liebe hat es selbst getan, sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, daß du für mich das größte Wunder tust; die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, daß mir zugut du unter Dornen ruhst. O uner⸗ hörter Liebesgrad, der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesenket hat. 3. Die Liebe ist mein Anver⸗ wandter worden, mein Bruder ist selbst die Barmherzigkeit; der Gott⸗ heit Quell lebt nun in meinem Orden, die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit: das Leben selbst ist Mensch geborn, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Mensch⸗ heit ausgesöhnet, die Reinigkeit der Seelen wiederbracht; sie wird als Braut der Gottheit nun ge⸗ krönet, da sie der Himmel selbst so angelacht. Die Menschheit wird nun ganz erneut und als ein reiner Thron der Gottheit ein⸗ geweiht. ö ö SBivl. Gsesseh Weihnacht. 27 5. Die Weisheit spielt nun wieder auf der Erden, dadurch das Paradies im Menschen grünt: Nun können wir aus Gott ge⸗ boren werden, weil die Geburt des Herren dazu dient; die neu⸗ geborne Seele spürt, daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. 6. Kein Elend kann nun unser Herz bezwingen, Immanuel ist bei uns in der Not; ich darf ja nur zur Gnadenquelle dringen, so dient mir selbst das Elend und der Tod: Der Jammer hängt mir nur noch an, der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, dieweil sie selbst durch ihn verdammet ist; was schaden nun der Seele ihre Flammen, weil Christi Blut und Wasser in sie fließt? Immanuel löscht ihren Trieb, er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8. Ich habe nun ein ewig Leben funden, viel Reichtum, Ehr und Wonne schenkt er mir; ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, den ich in mir mit Liebeswirkung spür: Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geist, ver⸗ giß die Trauerlieder, erfreue dich in dieser Liebesmacht; des Him⸗ mels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, und der Verlust ist völlig wiederbracht. O ewig, ewig wohl ist mir, daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür. Christian Friedrich Richter. 1711. 50. Eigene Melodie. 167. Luk. 2. Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich soviel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau aus⸗ erkorn; ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott; der will euch führn aus aller Not, er will eur Hei⸗ land selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Selig⸗ keit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippen, Windelein so schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt 28 Weihnacht. 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin, was liegt doch in der Krippen drin? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. 8. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß. 9. Sei mir willkommen, edler Gast, den Sünder nicht ver⸗ schmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir: wie soll ich immer danken dir? 10. Und wär die Welt viel⸗ mal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seide dein, das ist grob Heu und Windelein, drauf du König, so groß und reich, herprangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut. 13. Ach, mein herzliebes Jesu⸗ lein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuen sich der Engel Schar und singen uns solch neues Jahr. Martin Luther. 1 1546. 51. Mel. 167: Vom Himmel hoch ꝛc. om Himmel kam der Engel Schar, erschien den Hirten offen⸗ bar, sie sagten ihn: Ein Kind⸗ lein zart, das liegt dort in der Krippen hart, 2. Zu Bethlehem, in Davids Stadt, wie Micha“) das verkündet hat. Es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. „ Micha 5, 1. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eur Fleisch und Blut; eur Bruder ist das ewge Gut. 4. Was kann euch tun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur Zu⸗ versicht; es mögen viel euch fechten an, dem sei Trotz, ders nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht, ihr seid nun worden Gotts Geschlecht; des danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich alle⸗ zeit. Martin Luther. 1 1546. Lebe gen Weihnacht. 29 52. Eigene Melodie. 186. Wir Christenleut habn jetzund Freud, weil uns zu Trost Christus ist Mensch geboren: Hat uns er⸗ löst; wer sich des tröst und glaubet fest, soll nicht werden verloren. 2. Ein Wunderfreud! Gott selbst wird heut von Maria ein wahrer Mensch geboren; ein Jung⸗ frau zart sein Mutter ward, von Gott dem Herren selbst dazu er⸗ koren. 3. Die Sünd macht Leid, Christus bringt Freud, weil er zu uns in diese Welt ist kommen; mit uns ist Gott nun in der Not: Wer ist, der uns als Christen will verdammen? 4. Drum sag ich Dank mit meim Gesang Christo dem Herrn, der uns zugut Mensch worden, daß wir durch ihn nun all los sein der Sünden Last und un⸗ träglichen Bürden. 5. Halleluja! Gelobt sei Gott! singen wir all aus unsers Herzens Grunde; denn Gott hat heut ge⸗ macht solch Freud, der wir ver⸗ gessen solln zu keiner Stunde. Kaspar Füger. 4 1592. 53. Mel. 43: Erschienen ist der ꝛc. ir singen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgenstern, du Jungfraun Sohn, Herr aller Herrn. Halleluja. 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o längst ge⸗ wünschter Gast, dich nunmehr ein⸗ gestellet hast. Halleluja. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Pro⸗ pheten Schar. Halleluja. 4. Vor andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Herd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wenn er dir sang auf Saitenspiel: Halleluja. 5.„Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein!“e) Halleluja. Ps. 14, 7. 6. Nun, du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh, bist klein, und machst doch alles groß, bekleidst die Welt, und kommst doch bloß. Halleluja. 7. Du kehrst in fremder Hau⸗ sung ein, und sind doch alle Himmel dein, trinkst Milch aus deiner Mutter Brust, und bist doch selbst der Engel Lust. Halle⸗ luja. 8. Du bist der süße Menschen⸗ freund, doch sind dir so viel Men⸗ schen feind. Herodis Heer hält 30 ö Neujahr. dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja. 9. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 10. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zu⸗ wider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 11. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, erwähltest, was die Welt veracht: warst arm und dürftig, nahmst fürlieb da wo der Mangel dich hintrieb. Halleluja. 12. Du schliefst ja auf der Erde Schoß, so war das Kripp⸗ lein auch nicht groß, der Stall, das Heu, das dich umfing, war alles schlecht und sehr gering. Halleluja. 13. Darum, so hab ich guten Mut, du wirst auch halten mich für gut. O Jesulein, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 14. Bin ich gleich Sünd und Schulden voll, hab ich gelebt nicht wie ich soll; ei, kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja. 15. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jam⸗ mers frei, du trägst den Zorn, du würgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Not. Hal⸗ leluja. 16. Du bist mein Haupt, hin⸗ wiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, so viel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs geliebt. Halleluja. 17. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für; und dort in deinem Ehren⸗ saal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja. Paul Gerhardt. 1 1676. 4. Neujahr. (Name Jesu.) 54. Mel. 127: Nun freut euch, lieben ꝛc. as liebe neue Jahr geht an, das alte hat ein Ende. Drum freuet sich heut jeder⸗ mann, erhebt sein Herz und Hände zu unsrem Gott ins Himmels Thron, dankt ihm und seinem lieben Sohn, auch Gott dem heilgen Geiste. 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gott Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht solchs bekannt uns, die wir warn verloren; im selgen lieben Gottes⸗ wort geschrieben ists an manchem Ort und wird uns klar verkündet. Neujahr. 31 3. Die reine Lehr und Sakra⸗ ment wir habn in unsrem Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande; Gott krönt das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 4. Das danken wir dem lieben Herrn und freun uns solcher Güte, er woll den Feinden steurn und wehrn und uns hinfort behüten. Er geb ein selges neues Jahr und helf uns zu der Engel Schar, da wolln wir ihn schön preisen. Cyriakus Schneegaß. 4 1597. 55. Mel. 140: O Gott, du frommer Gott. Yin Jahr der Sterblichkeit, der kurzen Lebenstage, ist abermals dahin mit seiner Lust und Plage: Und wiederum ein Teil von un⸗ srer Pilgerschaft nunmehr zurück⸗ gelegt durch Gottes Schutz und Kraft. 2. Herr, deine Güte machts, die niemals uns zu lieben er⸗ müdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben! Nimm un⸗ sers Herzens Dank denn jetzo gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr getan. 3. Wir schließen uns aufs neu in dein so treues Sorgen, in dein Erbarmen ein; da sind wir wohl Zeborgen, da ist das feste Schloß vor aller Feinde Trutz, da läuft dein Häuflein hin und findet sichern Schutz. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärk im Glauben, laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben: Er⸗ neure Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmut in uns allen; und soll uns dieses Jahr auch neue Not befallen, so stärke die Geduld, und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen töten; verleih an Seel und Leib, was jedem ist vonnöten, und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weis⸗ heit tut, stets wohl zufrieden sein, du machst doch alles gut. 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden sein Ziel hast festgesetzt, den laß auf dich mit Freuden im Glauben selig hier beschließen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. Henriette Katharine v. Gersdorf. 4 1726. 56. Mel. 34: Die Tugend wird durchs ꝛc. Ein neues Jahr ist angefangen, laß es ein Jahr der Gnade sein. Herr, jedes blicket voll Verlangen 32 Neujahr. in diese künftge Zeit hinein. Laß jeden finden und erfahren, was seiner Seele dient und frommt; o Heil uns, wenn in allen Jah⸗ ren dein Reich uns immer näher kommt. 2. Die Tage fliehn und tauchen nieder, die Jahre schwinden wie ein Rauch; du sprichst: ihr Men⸗ schen kommet wieder! und nimmst sie weg mit einem Hauch. Du führst heraus die Zahl der Sterne, vor dir ist alles Fleisch wie Heu; was du gebeutst, das kommt von ferne, und deine Hand macht alles neu. 3. O laß auch uns ein Neues hören in dieser neuen Gnadenzeit, ein Neues aus des Himmels Chö⸗ ren, ein Neues aus der Ewig⸗ keit: ein neues Wort von alter Treue, die täglich neu die Hand uns beut, ein Wort, das unser Herz erfreue, so oft es seine Kraft erneut. 4. Hilf, Gott, mit deinem Gnadengeiste, daß dieses ange⸗ fangne Jahr in deinem Reich ein Beßres leiste, als der Gewinn des alten war. Erwecke du den Trieb der Seelen, der ein er⸗ neutes Herz begehrt, und laß es nicht an Früchten fehlen, wenn sich der alte Mensch bekehrt. 5. Laß deinen Namen neu er⸗ schallen, so weit dein Reich die Erde deckt, laß alle falschen Götter fallen, so weit das Kreuz die Arme streckt. Du hast den heil⸗ gen Christusnamen zum Gnaden⸗ throne hingestellt; aus diesem Lebenskeim und Samen erneure die erstorbne Welt. 6. Laß Trost und Frieden neu verkünden den Herzen die zer⸗ schlagen sind, zerbrich das Joch der alten Sünden und rette das verirrte Kind. Vergib uns, Herr, was wir bereuen, und lege du den bessern Grund, auf dem wir Tag für Tag erneuen den fest⸗ geschloßnen Gnadenbund. Heinrich Puchta.— 1858. 57. Mel. 45: Es ist das Heil uns ꝛc. r ruft der Sonn und schafft den Mond, das Jahr danach zu teilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht; auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank erteilen! 2. Herr, der da ist, und der da war! von dankerfüllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat, für Fried und Ruh, für jede Tat, die uns durch dich ge⸗ lungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben; verleih uns Kraft, die Kraft ist Hie die L neues schreil singt mit u Freuden; Neujahr. 33 dein, in deiner Furcht zu leben; du schützest uns und du ver⸗ mehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden; nur stärke mit Ge⸗ duld mein Herz und laß mich nicht in Not und Schmerz die Glücklichen beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder, erbarme der Verlaßnen dich und der be⸗ drängten Glieder; gib Glück zu jeder guten Tat und laß dich, Gott, mit Heil und Rat auf un⸗ sern Fürsten nieder; 6. Daß Weisheit und Gerech⸗ tigkeit auf seinem Stuhle throne, daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne, daß Treu und Liebe bei uns sei: dies, lieb⸗ ster Vater, dies verleih in Christo, deinem Sohne! Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. 58. Mel. 140: O Gott, du frommer Gott. ier ist Immanuel! Das soll die Losung bleiben, da wir ein neues Jahr durch Gottes Güte schreiben. So rufet Zion aus, so singt ganz Israel, es heißet: Gott mit uns! Hier ist Immanuel! 2. Immanuel! Gott sei mit uns in allen Ständen! er sei uns Schild und Lohn und trage uns auf Händen. In unsern Häusern fließ ein steter Segensquell, wo diese Stimme schallt: Hier ist Immanuel! 3. Immanuel! Gott sei bei seiner kleinen Herde, daß Zions Licht und Recht noch immer größer werde. Hier triefet Lebenstau, hier ist der Himmel hell, so rufet man getrost: Hier ist Immanuel! 4. Immanuel! Gott wohn in allen frommen Häusern! und sollte Kreuz und Not sich da und dorten äußern, so sei Gott Rat und Tat, der uns zufrieden stell; so heißts durchs ganze Jahr: Hier ist Immanuel! Benjamin Schmolck. 59. Mel. 178: Werde licht, du Stadt ꝛc. Oilf, Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an, laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann; neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk und Taten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich ge⸗ raten und ganz glücklich gehen fort; neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich 3 + 1737. 34 Neujahr. mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich lei⸗ ten, komm ich heim, so steh zur Seiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr, hilf, daß ich mich stets bemühe, dich zu preisen mehr und mehr; laß mein Bitten und mein Flehen doch gen Himmel zu dir gehen. 5. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, gib mir Buß um meine Sünd, hilf, daß sie mir nimmer schade, und ich bald Verzeihung find. Niemand sonst, als du, mein Leben, kann die Sünde mir vergeben. 6. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, ja voll Angst und Zagen bin; stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 7. Herr, du wollest Gnade ge⸗ ben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 8. Jesus richte mein Beginnen, Jesus bleibe stets bei mir, Jesus zähme mir die Sinnen, Jesus sei nur mein Begier, Jesus sei mir in Gedanken, Jesus lasse nie mich wanken. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage mich stets auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist. 1 1667. 60. Mel. 114: Meinen Jesum laß ꝛc. HSesus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen, Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. oft wir nach dem Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum. 3. Sein Versöhnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren: also wird es uns zuteil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen, so wird alle Bitterkeit uns zu Freude 2. Jesu Name, Jesu Wort soll bei uns in Zion schallen, und so werden müssen. Jesu Nam sei Sonn Kumm Mel Nun mit Si Herrn, hierher 2. dern v dern, u alten; 3. Plager Zagen Schrec 4.0 tern ir Kindle Fleiß 5.— läßt G Not u nem E 6. fürwal unsern nicht d 7 alle Y starken leid w o Vat in, da Jesu zum seinem Wege rt soll und so r nach mache r Herz! d sein ehren: wird t; auch Jesu hir nun ht uns d alles seinen Segen eid soll o wird Freude am sei Neujahr. 35 Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Benjamin Schmolck. 4 1737. 61. Mel. 130: Nun laßt uns Gott ꝛc. un laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wan⸗ dern von einem Jahr zum an⸗ dern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen, 3. Durch soviel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müt⸗ tern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewaͤhret werden, 5. Also auch und nichts minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, in sei⸗ nem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsers Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Tun und Machen, wo 407 dein Augen wachen. Waelobt sei deine Treue, die ale 3 Norgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herz⸗ leid wenden! Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schließ zu die Jammer⸗ pforten, und laß an allen Orten, wo Krieg und Blutvergießen, des Friedens Ströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Un⸗ versorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hoch⸗ betrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Dies alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schare zum selgen neuen Jahre! Paul Gerhardt. 1 1676. 62 Mel. 189: Wo Gott zum Haus ꝛc. Das alte Jahr vergangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so viel Gefahr behütet hast auch dieses Jahr. 3* 36 Neujahr. 2. Wir bitten dich, du ewger Sohn des Vaters in dem höch⸗ sten Thron, wollst deine arme Christenheit bewahren ferner alle⸗ zeit. 3. Entzieh uns nicht dein heil⸗ sam Wort, welchs ist der Seelen Trost und Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn, und fromm zu werden fangen an; der alten Sünden nicht gedenk, ein gnaden⸗ reich Neujahr uns schenk: 5. Christlich zu leben, selig⸗ lich zu sterben, auch hernach fröh⸗ lich am jüngsten Tage aufzu⸗ stehn, mit dir zum Himmel einzugehn, 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. V. 1—2 i. J. 1568, V. 3—6 i. J. 1588. 63. Mel. 74: Herzlich tut mich verlangen. as Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz und was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Tränen, die geflossen, die Wunden bren⸗ nend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur gibt? warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen— du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: daß diese arme Erde nicht unsre Hei⸗ mat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen die Tränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im sel⸗ gen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vater⸗ haus und wissens: die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. O, das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit: nur immer vorwärts sehen mit selger Freu⸗ digkeit; wird uns durch Grabes⸗ hügel der klare Blick verbaut, Herr, gib der Seele Flügel, daß sie hinüberschautl 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns heimatwärts. Und ist es uns hienieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein! Eleonore Fürstin Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg, geb. 1835. drücker Soll Ja, H ich Ve gehore 5. Herre ich in Heilar denn! eiden, arum ir so Aug Nund hold Herz, verde, daß Hei⸗ uns tauft, ein reuen dort n sel⸗ ehnen Bater⸗ ieden, Behen mmer Freu⸗ rabes⸗ rbaut, „ daß h die Herz, und nd ist allein, uns Gräfin . Neujahr. 37 6⁴4. Mel. 79: Ich dank dir, lieber ꝛc. urch Trauern und durch Pla⸗ gen, durch Not, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch manchen Sorgen⸗ stein bin ich, gottlob! gedrun⸗ gen, dies Jahr ist hingelegt. Dir, Gott, sei Lob gesungen! Mein Herze wird erregt. 2. Der du mich hast erbauet, in dir besteht mein Heil, dir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Teil; du hast mich wohl erhalten, du bist mein Trost und Licht; dich laß ich ferner walten, wenn mich die Not anficht. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich; gib, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken und, Herr, ich wills auch tun. Soll mich die Armut drücken? Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? Ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen? Ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen sitzen? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Angsten schwitzen? Mein Heiland, wie du willst. Soll ich denn Krankheit leiden? Ich will gehorsam sein. Soll ich von dannen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr be⸗ schlossen; Herr, deine Gnade sei nun über mich ergossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. Gottfried Wilhelm Sacer. 7 1699. 65. — Mel. 127: Nun freut euch, lieben ꝛc. Gottlob! ein Schritt zur Ewig⸗ keit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet; o Quell, daraus mein Leben fließt, daraus sich alle Gnad ergießt in meine Seel zum Leben! 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzu⸗ lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, da⸗ mit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir und ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht mein Herz, daß sich ent⸗ zündet, was in mir ist, und mein Gemüt sich so mit dir verbindet, daß du in mir und ich in dir, und ich doch immer noch allhier will näher an dich dringen. 4. O daß du selber kämest 38 Neujahr. bald! Ich zähl die Augenblicke. Ach komm, eh mir das Herz er⸗ kalt und sich zum Sterben schicke. Komm doch in deiner Herrlichkeit, schau, deine Braut hat sich bereit, die Lampen sind geschmücket. 5. Doch sei dir ganz anheim⸗ gestellt die rechte Zeit und Stunde; wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 6. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor jedermann dich meinen Freund darf nennen, und daß du dort, o Lebensfürst, dich ganz mit mir vereinen wirst und mir dein Erbe schenken. 7. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet, und also auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet, und schreite hurtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 8. Wenn auch die Hände lässig sind und meine Kniee wanken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke und ich himmel⸗ wärts ohn Unterlaß aufsteige. 9. Geh, Seele, frisch im Glau⸗ ben dran und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken; so dir ö der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleugt mit Flügeln süßer Liebe. 10. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. A. H. Francke. 1727. 66. Mel. 19: Aus meines Herzens ꝛc. elft Gottes Güte preisen, ihr Christen, stimmet ein, mit Sang und andern Weisen ihm allzeit dankbar sein, vornehmlich zu der Zeit, wo sich das Jahr will en⸗ den, die Sonn sich zu uns wen⸗ den, das neu Jahr ist nicht weit. 2. Erstlich laßt uns betrachten des Herren reiche Gnad, und so gering nicht achten, was er uns Gutes tat, stets fassen zu Ge⸗ müt, wie er dies Jahr gegeben all Notdurft unserm Leben und uns vor Leid behüt; 3. Lehramt, Kirch, Schul er⸗ halten in gutem Fried und Ruh, den Jungen wie den Alten Nah⸗ rung beschert dazu, und mit gar milder Hand sein Güter ausge⸗ spendet und Unheil abgewendet von diesem Ort und Land. 4. Er hat unser verschonet aus väterlicher Gnad. Wenn er uns h Misset dient, in ma wir vr 5. er uns die S Jesum chelei, Mel. 58 Je Got den), Saba den, spricht von fe stern. 2. die au Frage du hei salem, 3. sagen, gericht fragen nicht; weiset 4. und F ul er⸗ Ruh, Nah⸗ it gar zusge⸗ vendet chonet nn er Erscheinung Christi. 39 uns hätt gelohnet nach unsrer Missetat, wie wir es wohl ver⸗ dient, wir wären längst gestorben, in mancher Not verdorben, die wir voll Sünden sind. 5. Nach Vaters Art und Treue er uns so gnädig ist; wenn wir die Sünd bereuen, glauben an Jesum Christ herzlich ohn Heu⸗ chelei, will er all Sünd vergeben, lindert die Straf daneben, steht uns in Nöten bei. 6. All solch dein Güt wir prei⸗ sen, Vater im Himmelsthron, die du uns tust beweisen durch Christum, deinen Sohn, und bit⸗ ten ferner dich: Gib Fried im neuen Jahre, vor allem Leid be⸗ wahre und nähr uns mildiglich. Nach Paul Eber. 1 1569. 5. Fest der Erscheinung Christi. (Epiphanienzeit.) 67. Mel. 58: Gott des Himmels und der ꝛe. Jes. 60, 1—6. Matth. 2, 1—12. ott der Juden, Gott der Hei⸗ den), aller Völker Heil und Licht, Saba sieht den Stern mit Freu⸗ den, der von dir am Himmel spricht, Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, du Jakobs⸗ stern. Röm. 3, 29. 2. Wir gesellen uns zu denen, die aus Morgenlande sind; unser Fragen, unser Sehnen ist nach dir, du heilig Kind. Bist du in Jeru⸗ salem, oder nur in Bethlehem? 3. Kein Herodes kann uns sagen, wo dein Thron ist auf⸗ gericht; wenn wir Weltgelehrte fragen, wissen sie die Weisheit nicht; suchen wir, o König, dich, weiset uns die Welt von sich. 4. Doch dein Wort ist Stern und Flamme und bezeichnet Haus und Pfad, wo dich, Held aus Jakobs Stamme, Tyrus angebetet hat, wo die erste Heidenschaft nun an deinem Glanze haft. 5. Nun, wir eilen mit Ver⸗ langen, wie die Läufer Midian, dich, Messias, zu umfangen, der den Himmel schenken kann; unsre Kniee beugen sich, unser Arm um⸗ fasset dich. 6. Nimm die aufgetanen Schätze, Schatz, der unser Herz erfreut, deine Mildigkeit ersetze unsrer Hände Dürftigkeit; hier ist kein Arabia, es ist lauter Ar⸗ mut da. 7. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoff⸗ nung an, laß dich einen Weihrauch laben, den die Andacht bringen kann, und als Myrrhen geben wir die Geduld und Buße dir. 8. Nimm die Opfer doch in 40 Erscheinung Christi. Gnaden von ergebnen Herzen an, und laß keinen Feind uns schaden, noch verrücken unsre Bahn; wenn Herodes' Schwert gewetzt, so be⸗ halt uns unverletzt. 9. Nun, wir gehn von deiner Krippen, laß mit Segen uns von dir; zeig uns Bahn durch Dorn und Klippen, still der Feinde Mordbegier; mach uns einen Weg bekannt, der uns führt ins Vater⸗ land. Benjamin Schmolck. 4 1737. 68. Mel. 114: Meinen Jesum laß ꝛe. Jesu, großer Wunderstern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glau⸗ bens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin, so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsfeuer sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir ge⸗ nügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wann ich bete, nimm es auf, und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach mich schmerzet meine Sünde; aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister. 4 1756. 69. Mel. 27: Den die Hirten lobten sehre. Kommt und laßt uns Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren, singet fröhlich, laßt euch hören, wertes Volk der Christen⸗ heit. 2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen, wir, die unser Heil an⸗ nehmen, werfen allen Kummer hin. 3. Sehet, was hat Gott ge⸗ geben! seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud. 4. Seine Seel ist uns gewo⸗ gen, Lieb und Gunst hat ihn ge⸗ zogen, uns, die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Höh. 5. Jakobs Stern ist aufgegan⸗ gen, stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlan⸗ gen und zerstört der Hölle Reich. 6. Unser Kerker, da wir saßen und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen, ist ent⸗ zwei, und wir sind frei. 7. O gebenedeite Stunde, da wir das von Herzensgrunde gläu⸗ ben und mit unserm Munde dan⸗ ken dir, o Jesulein! 8. Schönstes Kindlein in dem Erscheinung Christi. 41 Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt. 4 1676. 70. Mel. 79: Ich dank dir, lieber ꝛc. O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron. Hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur ewgen Seligkeit. 2. Von deinem Reich auch zeu⸗ gen die Leut aus Morgenland, die Knie sie vor dir beugen, dieweil sie dich erkannt. Der Stern auf dich hinweiset, dazu das göttlich Wort; drum man dich billig prei⸗ set, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest du gar wenig vergänglich Glück und Geld, prangst nicht auf einem Rosse, trägst keine güldne Kron, thronst nicht im festen Schlosse; hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Ge⸗ rechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Ge⸗ walt, daß sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbar⸗ men, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Not. 6. Du wollst in mir entzünden dein Wort, den schönen Stern; halt falsche Lehr und Sünden von meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Chri⸗ stenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behm. 1622. 71. Eigene Melodie. 178. Werde licht, du Stadt der Hei⸗ den, und du Salem werde licht! Schaue, welch ein Glanz mit Freu⸗ den über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die in Finsternis gesessen. 2. Ach, wie waren wir ver⸗ blendet, ehe noch dies Licht brach an; ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Gebärden haf⸗ teten nur an der Erden. 3. Gottes Rat war uns ver⸗ borgen, seine Gnade schien uns nicht, Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmels⸗ leben seinen Glanz uns sollte geben. 4. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben 42 Erscheinung Christi. wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 5. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubens⸗ bahn; ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl getan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 6. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch des wahren Glaubens Werke folgen in Gerechtigkeit und her⸗ nach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 7. Dein Erscheinen müss er⸗ füllen mein Gemüt in aller Not. Dein Erscheinen müsse stillen meine Seel auch einst im Tod. Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 8. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Zohann Rist. 1 1667. 72. Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre. Luk. 2, 22—32. Herr Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden, durch deines Geistes Trieb, in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier nach Simeons Exempel dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Ver⸗ heißungswort; vergönnst noch heut⸗ zutage, daß man dich gleicher⸗ weis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, im Dunk⸗ len unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zagheit Glut und Feuer, in Not ein Freuden⸗ strahl, in Banden ein Befreier, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns gelingen, daß letzt, wie Simeon, ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut, kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in dei⸗ nem Herzen, und in dem meinen du, uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zuwei⸗ len so hart und streng mich an, daß oft vor Angst und Heulen ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von An⸗ gesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Johann Franck. 4 1677. Passionszeit. 6. Passionszeit. 73. Mel. 177: Wenn wir in höchsten ꝛe. An deine Leiden denken wir, Herr Jesu Christ, und danken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan und beten dich mit Freuden an. Dresdner Gesangbuch. 74. Mel. 10: Alles ist an Gottes Segen. An des Herren Kreuz zu denken, in dein Herz es zu versenken, sei, o Christ, dir heilge Pflicht. Wer mit Andacht seiner achtet und es glaubensvoll betrachtet, wünschet sich das Eitle nicht. 2. Wie am Abend, so am Morgen, unter Arbeit, unter Sorgen, in der Freude und im Schmerz, in der Einsamkeit und Stille, in dem lauten Welt⸗ gewühle, überall fass es ins Herz. 3. In des Lebens trüben Stun⸗ den, bei der Seele tiefsten Wunden ist es sichre Arzenei. Wenn dich nichts mehr kann erquicken, wenn dich schwere Fesseln drücken, machet dieses Kreuz dich frei. 4. Wer mit Trübsal hier ge⸗ rungen und durch sie zu Gott ge⸗ drungen, dem gab es zum Kampfe Kraft. In ihm wohnet hohe Stärke, die des Glaubens schönste Werke und die größten Siege schafft 5. Es gewährt uns stete Freude, ist dem Herzen süße Weide und dem Geiste helles Licht. Alles andre kann dich trügen, überall kannst du erliegen, nur bei Christi Kreuze nicht. 6. Diesem gnadenreichen Kreuze opfre gern der Sünden Reize und der Welt Vergnügen auf. Stets entzünd es deine Triebe zu der allerwärmsten Liebe, bis sich schließt dein Lebenslauf. 7. Mit der Liebe heißem Seh⸗ nen, mit der Wehmut stillen Tränen schaue deines Heilands Bild; schau ihn an, den Mann der Schmerzen, und im tiefgerührten Herzen fühle nach, was er gefühlt. 8. Durst und Hunger mußt er tragen, alle Freuden sich versagen, Gott gehorchen bis zum Tod; und wie niedrig und verachtet schwebet er am Kreuz und schmachtet, dich zu retten aus der Not. 9. Sieh den Heiligsten gefangen und am Marterholze hangen, ihn, des Höchsten eignen Sohn! Sieh, wie seine Feind ihn kränken und 44 Passionszeit. mit Essigweine tränken, und die Freunde fliehn davon! 10. Sieh sein Aug, aus dessen Blicken Liebe strahlte und Ent⸗ zücken, ach, erloschen ist es ganz; auf den Gliedern blutge Nässe, auf den Wangen Todesblässe, auf dem Haupt der Dornenkranz! 11. Ach, woher die harten Plagen? Sieh, für uns ward er geschlagen, für der Menschen Missetat; wegen unsrer Sünden⸗ schulden mußte Gottes Sohn er⸗ dulden, was kein Mensch emp⸗ funden hat. 12. Unter namenlosen Schmer⸗ zen dringet ihm der Tod zum Her⸗ zen, und er gibt die Seele auf. Sieh es, Welt, für die er büßet! Fließt ihr Wehmutstränen, flie⸗ ßet, nichts verhindre euren Lauf! 13. Ja, mein Heiland, dein zu denken, ganz in dich mich zu versenken, sei mir immer heilge Pflicht. An mein Herz will ich dich drücken, mich an deinem Kreuz erquicken, bis auch mir das Herze bricht. Nach dem Lateinischen des Bonaventura. + 1274. 75. Eigene Melodie. 22. Ev. Joh. 1, 29. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gib uns deinen Frieden! Amen. 76. Mel. 70: Herr und Altster deiner ꝛe. Die wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu ver⸗ binden, dir auf ewig treu zu sein; und zum Zeichen, daß dies Lob⸗ getöne deinem Herzen angenehm und schöne, sage: Amen! und zu⸗ gleich: Friede, Friede sei mit euch! Christian Renatus Graf von Zinzendorf. 1 1752. 77. Mel. 74: Herzlich tut mich verlangen. u meines Lebens Leben, du meines Todes Tod, für mich da⸗ hin gegeben in tiefste Seelennot, in Marter, Angst und Sterben aus heißer Liebsbegier, das Heil mir zu erwerben, nimm tausend Dank dafür! 2. Ich will nun mit dir gehen den Weg nach Golgatha; laß mich im Geiste sehen, was da für mich geschah. Mit innigzartem Sehnen begleitet dich mein Herz, und meine Augen tränen beim Blick auf deinen Schmerz. 3. Erst komm ich zu der Stätte, wo Jesus für mich rang, wo Blut⸗ schweiß beim Gebete ihm aus den Adern drang. Ach, diese blutgen Tropfen, die Seele, todbetrübt, und seines Herzens Klopfen sagt mir, daß er mich liebt. 4. Da seh ich, daß ich Armer des Fluches würdig bin; da gibt sich mein Erbarmer für mich zum Opfer hin. Hier flossen seine Klagen, sein tränendes Gebet, daß ich nicht muß verzagen, wanns einst zum Sterben geht. 5. Mein Heiland wird verraten, geführt zu Spott und Qual; ach, meine Missetaten, die brachten allzumal ihn vors Gericht der Heiden und in der Feinde Hand, ich wars, ich sollte leiden, was da mein Bürg empfand. 6. Seht, welch ein Mensch! er stehet geduldig wie ein Lamm, und nun wird er erhöhet, ein Fluch, am Kreuzesstamm, voll⸗ endet da sein Büßen der Welt, auch mir zugut; aus Händen und aus Füßen strömt sein Ver⸗ söhnungsblut. 7. Du flehst am Kreuz für Feinde; mein Jesu, wer war ich? Du denkst an deine Freunde; ge⸗ denk, Herr, auch an mich! Du machst den Schächer selig, ver⸗ heißest ihm dein Reich; das macht mich Sünder fröhlich, mich, der dem Schächer gleich. „Du klagst voll Angst im Passionszeit. 45⁵5 Herzen: Mein Gott verlässet michl Du dürstest in den Schmerzen, und niemand labet dich. Nun soll dein Leid sich enden; du rufst: Es ist vollbracht! empfiehlst des Vaters Händen den Geist. Es war vollbracht! 9. Ich seh mit Lieb und Beugen des Heilands letzten Blick, ich seh sein Haupt sich neigen; das war mein ewges Glück. Mein Bürge stirbt, ich lebe, so todeswert ich bin; er gibt sich mir, ich gebe mich ihm zu eigen hin. 10. O du, an den ich glaube und den mein Geist umfaßt, der du im Todesstaube für mich ge⸗ legen hast, auf dein Verdienst und Leiden vertrau ich ganz allein, darauf will ich einst scheiden, und ewig bei dir sein. 11. Erhalt mir deinen Frieden und deines Heils Genuß, so lang ich noch hienieden in Schwachheit wallen muß, bis endlich dir zu Ehren, der mich mit Gott ver⸗ söhnt, dort in den obern Chören mein Halleluja tönt. Heinrich von Bruiningk. 4 1785. 78. „Mel. 70: Herr und Altster deiner ꝛc. Eines wünsch ich mir vor allem andern, eine Speise früh und spät; selig läßts im Tränental sich wandern, wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf einen 46 Passionszeit. Mann zu schauen, der mit blut⸗ gem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht. 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finster⸗ nis gesessen, trugest du mit mir Geduld; hattest längst nach dei⸗ nem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein! sprich du darauf ein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles tun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund. Albert Knapp. 4 1864. 79. Mel. 13: An Wasserflüssen Babylon. Joh. 1, 29. Jes. 53, 4—7. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Ge⸗ duld die Sünden aller Sünder. Es geht dahin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Würge⸗ bank, entzieht sich allen Freuden, es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Strie⸗ men, Kreuz und Tod, und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen, den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen.„Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgetan zur Straf und Zornes Ruten. Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten.“ 3.„Ja, Vater, ja von Herzens⸗ grund, leg auf, ich will dirs tra⸗ gen. Mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen.“ O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn ab vingen. O Liebe, Liebe, du bist stark! du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben. Passionszeit. 47 Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigen⸗ tum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieb⸗ lichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zugut getan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. 6. Wann endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dein Blut mein Purpur sein, ich will mich darein kleiden; es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt. 1 1676. 80. Mel. 143: O Jesu Christ, meins ꝛc. err Jesu Christ, dein teures Blut ist meiner Seele höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Blut, dein Lebenssaft gibt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Johann Olearius. 4 1684. 8¹. Mel. 20: Aus tiefer Not ꝛc. Oerr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit sein, die Sünde zu vermeiden; laß mich an deine große Not und deinen herben, bittern Tod, dieweil ich lebe, denken. 2. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen; ach liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnad für Recht ergehen. 3. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, vertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rat und unsre schwere Missetat bei Gott versöhnen möchtest. 4. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir lob⸗ 48 Passionszeit. singen, und wenn du zu der Seligkeit mich wirst hinkünftig bringen, so will ich daselbst noch viel mehr zusamt dem ganzen Him⸗ melsheer dich ewig dafür loben. 5. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe! Amen. Nach Tobias Clausnitzer. 4 1684. 82. Mel. 73: Herzliebster Jesu, was ꝛc. Her, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemar⸗ tert und zerschlagen die Sünde tragen; 3. Welch Wunder, welch hoch⸗ heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich seh und ich emp⸗ finde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen, Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen; dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst danieder, es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Ge⸗ müte in deine Güte. 7. Sie übersteigt die mensch⸗ lichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unter⸗ winden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt in Gott ist, Gnad und Lieb erweisen; uns kömmt es zu, sie demutsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein gött⸗ lich Kreuz im Glauben zu ver⸗ ehren, daß ich getreu in dem Be⸗ ruf der Liebe mich christlich übe. 10. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen leben, und nicht vielmehr, weil ich dir an⸗ gehöre, zu deiner Ehre? 11. Unendlich Glück: du lit⸗ test uns zugute. Ich bin ver⸗ söhnt mit deinem teuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 12. So bin ich denn schon Passionszeit. 49 selig hier im Glauben, so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben, so werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben. 13. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Argernis und eine Torheit werden, so seis doch mir, trotz allen frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 14. Gott, eile nicht, sie rächend zu zerschmettern, erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehrt und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. 15. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. 83. Mel. 69: Herr Jesu Christ, du ꝛc. Ich danke dir für deinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, die du in deiner letzten Not emp⸗ fandst in deinem Herzen. Laß die Verdienste solcher Pein ein Labsal meiner Seele sein, wenn mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du auch mir erzeiget, da du zur Zahlung meiner Schuld dein Haupt im Tod geneiget. Ach neig dich auch zu mir, mein Gott, wenn ich gerat in Todes⸗ not, damit ich Gnade spüre. 3. Laß meine Seel in deiner Gunst aus ihrem Leibe scheiden, auf daß an mir nicht sei umsonst dein teuer wertes Leiden; nimm sie hinauf zu solcher Frist, wo du, ihr liebster Jesus, bist, und laß mich ewig leben. Johann Scheffler. 4 1677. 84. ö Mel. 90: Jesu Leiden, Pein ꝛc. OSesu, deine Passion will ich jetzt bedenken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt er⸗ schein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 2. Meine Seele sehen mach deine Angst und Bande, deine Schläge, deine Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dor⸗ nenkron, Speer⸗ und Nägelwun⸗ den, deinen Tod, o Gottessohn, den du hast empfunden! 3. Aber laß mich nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen! Ach, die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde; diese hat gemartert dich, daß ich Gnade finde. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Sünde dich martre 4 50 Passionszeit. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf die breite Sünden⸗ bahn, da nichts ist als Jubilie⸗ ren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Zentnerlast, die du ausgestanden hast; so kann ich nicht aufs neue! Sollt ich haben dazu Lust und nicht wollen mei⸗ den, was mein Heiland büßen mußt mit so großen Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will drohen mit der Hölle: Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mit⸗ tel stellel Dich und deine Passion laß mich gläubig fassen; liebet mich der liebe Sohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gib auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb für Lieb. Indes laß dies Lallen— bessern Dank ich dorten üb— Jesu, dir gefallen. Sigismund von Birken. 1 1681. 85. Mel. 193: Zion klagt mit Angst ꝛc. Oesu, deine tiefen Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein, die verleidet meinem Her⸗ zen, mit der Sündenlust zu scherzen. 2. Will sich denn in Lüsten weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden; bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen; bald muß er von dannen weichen. in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja, für alles, was mich kränket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf ich neuen Lebens⸗ saft. Deines Trostes Süßigkeit wendet mir das bittre Leid, weil du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Ver⸗ trauen, du bist meine Zuversicht. Dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Aufer⸗ stehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, Brunnquell aller Gütig⸗ keit, so besieg ich alle Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verletzen mich. Wer sich birgt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Johann Heermann. 1647. 86. Eigene Melodie. 93. HSesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich Herz ünden⸗ ubilie⸗ sig an t, die ünn ich se Lust mich unden ein sich debens⸗ ßigkeit d, weil en, da n Ver⸗ ersicht. hauen, nicht. bringet deine Aufer⸗ neinem Gütig⸗ merzen Streit. , kein Wer n, der 1647. „Jesu, u dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Ver⸗ derben, nur daß ich nicht möchte sterben: Tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast ausgestan⸗ den Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tau⸗ send tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh. Ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart ver⸗ höhnet, dich mit großem Schimpf belegt, und mit Dornen gar ge⸗ krönet. Was hat dich dazu be⸗ wegt? Daß du möchtest mich er⸗ götzen, mir die Ehrenkron auf⸗ setzen. Tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Du hast wollen sein ge⸗ schlagen, zu vertilgen meine Pein, fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tau⸗ send tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Schweiß und Blut hat dich Passionszeit. 51 bedecket, hast gelitten mit Geduld, ja, den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld. Daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und ÜUbermut, dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zugut. Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not. Für die Wunden, für die Schmer⸗ zen, für den herben, bittern Tod, für dein Zittern, für dein Zagen, für die tausendfachen Plagen, für dein Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Christoph Homburg. 4 1681. 87. Mel. 159: Sollt ich meinem Gott nicht ꝛc. Joh. 11, 16. Lasset uns mit Jesu ziehen, sei⸗ nem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach, immer⸗ fort zum Himmel reisen, irdisch noch schon himmlisch sein, glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, gehe vor, ich folge dir. 4* 52 Passionszeit. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich; nach dem Leiden folgen Freuden, Armut hier macht droben reich; Tränensaat, die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab: so wird er uns aus dem Grab in des Himmels Leben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder, wo du lebst, da leben wir. Ach erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Sigismund von Birken. 1681. 88. Mel. 50: Freu dich sehr, o ꝛc. Mene Seele, nimm zu Herzen und mit allem Fleiß betracht deines Jesu bittre Schmerzen, der zum Heiland dir gemacht, der durch seinen blutgen Tod dich erlöst aus aller Not. Drum, o Seele, nimm zu Herzen deines Jesu bittre Schmerzen. 2. Nunmehr gehest du zum Leben, weil er ging für dich in Tod; nun wirst du in Freuden schweben, weil er hat vollendt die Not; nun wird Frieden, Kraft und Heil durch sein Kreuz dein ewig Teil. Drum, o Seele, nimm zu Herzen deines Jesu bittre Schmerzen. Johann Christoph Arnschwanger. + 1696. 89. Mel. 34: Die Tugend wird durchs ꝛc. O drückten Jesu Todesmienen sich meiner Seel auf ewig ein, 0 möchte stündlich sein Versühnen in meinem Herzen kräftig seinl Denn ach, was hab ich ihm zu danken! Für meine Sünden floß sein Blut, das heilet mich, den Armen, Kranken, und kommt mir ewiglich zugut. 2. Ein Blick im Geist auf Jesu Leiden gibt auch dem blödsten Herzen Mut, die Quelle wahrer Geistesfreuden ist sein vergoßnes teures Blut, wenn seine Kraft das Herz durchfließet, sein Lieben unsre Seel durchdringt, die Glau⸗ benshand sein Kreuz umschließet und uns sein Anblick Frieden bringt. d dich m, o deines zum dich in euden ollendt Kraft dein nimm bittre nger. uchs ꝛc. rienen ein, o ühnen sein! ym zu n floß „ den it mir f Jesu ödsten Hahrer oßnes Kraft ieben Blau⸗ ließet ieden 3. Für mich starb Jesus, meine Sünden sinds, die ihn in den Tod versenkt; drum läßt er Gnade mir verkünden, die mich mit Lebenswasser tränkt. O Strom der Liebe, klar und helle, mein Herz soll offen stehn für dich; o unerschöpfte Friedensquelle, er⸗ gieß ohn Ende dich in mich! 4. Herr Jesu, nimm für deine Schmerzen mich Armen an, so wie ich bin. Ich setze dir in meinem Herzen ein Denkmal deiner Liebe hin, die dich für mich in Tod ge⸗ trieben, die mich aus meinem Jammer riß. Ich will dich zärt⸗ lich wieder lieben, du nimmst es an, ich bins gewiß. 5. Wenn einst mein Herz wird stille stehen, schließ mich in dein Erbarmen ein. Dann werd ich dich von nahem sehen in deiner Klarheit ewgem Schein; die Seele, die durch dich genesen, ruht dann in deinen Armen aus und lässet gern den Leib verwesen, er wird dereinst ihr neues Haus. Nach Christian Renatus Graf von Zinzendorf. 4 1752. 90. Eigene Melodie. 137. O du Liebe meiner Liebe, du erwünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jam⸗ mervolle Leid deines Leidens, mir zugute, als ein Opfer eingestellt, Passionszeit. 53 und bezahlt mit deinem Blute alle Missetat der Welt! 2. Liebe, die mit Schweiß und Tränen an dem Olberg sich be⸗ trübt, Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt und, den Fluch der Welt zu stillen, treu die Last des Kreuzes trägt! 3. Liebe, die mit starkem Her⸗ zen alle Schmach und Hohn ge⸗ hört, Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt! Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt! 4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuletzt umfangen wollt, Liebe, die aus Liebserbarmen mich zuletzt in höchster Huld ihrem Vater überlassen, die selbst starb und für mich bat, daß mich nicht der Zorn sollt fassen, weil mich ihr Verdienst vertrat! 5. Liebe, die für mich gestor⸗ ben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach wie denk ich an dein Blut! Ach wie dank ich deinen Wunden, schmerzensreiche Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft in deinen Armen ruh! 6. Liebe, die sich tot gekränket und für mein erkaltet Herz in das kalte Grab gesenket, ach wie ö ö 54 Passionszeit. dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben! Nimm mich ewig liebend an. Elisabeth von Senitz. 1679. 91. Mel. 90: Jesu Leiden, Pein ꝛc. O hilf Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir, dir stets untertan, all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, da⸗ für, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. Michael Weiße. 1 1540. 92. Eigene Melodie. 14. Jes. 53, 3—7. O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes ge⸗ schlachtet, allzeit erfunden gedul⸗ dig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! 2. O Lamm Gottes, unschul⸗ dig am Stamm des Kreuzes ge⸗ schlachtet, allzeit erfunden gedul⸗ dig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, unschul⸗ dig am Stamm des Kreuzes ge⸗ schlachtet, allzeit erfunden gedul⸗ dig, wiewohl du wurdest verachtet, all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gib uns deinen Frieden, o Jesu, o Jesul Nikolaus Decius. 4 1541. 93. Mel. 144: O Lamm Gottes, unschuldig. Jes. 53, 3—7. O Gottes Lamm, unschuldig am Kreuze für uns erwürget, be⸗ funden stets geduldig, da du für uns dich verbürget, du trugst der Sünden Plagen, daß wir nicht dürften verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesul 2. Von Herzen wir dir danken, daß du so herzliche Treue getan hast an uns Kranken; gib eine selige Reue, laß uns die Sünde meiden zu Ehren deinem Leiden. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesul 3. Stärk in uns das Vertrauen auf deine heiligen Wunden. Laß uns darauf fest bauen in unsern letzten Stunden und hilf uns selig sterben, daß wir den Himmel erben. Gib uns deinen Frieden, o Jesu, o Jesul V. 1 Nikolaus Decius. 1541, s. Nr. 92. V. 2—3 unbekannter Dichter. 94. Mel. 174: Was mein Gott ꝛc. o gehst du nun, mein Jesu, hin, den Tod für mich zu leiden, für mich, der ich ein Sünder bin, der d Wohle Hort, gleich Weh, 2 schädli kannst der F Tod t kommi Macht abtrag Sünd nicht 3. zwar den, war, berau so nin dein Gott, 4. ich bů sollen meine genief diewe zu be durch dir ge 5. dir, H Ich mir; Leben hier dul⸗ htet, sonst uns zesul 541. Idig ldig „be⸗ für tder nicht dich nken, etan eine ünde iden. zesul auen Laß isern uns mel den, r. 22. zesu, iden, bin, Passionszeit. 55 der dich betrübt in Freuden. Wohlan, fahr fort, du edler Hort, mein Augen sollen fließen, gleich einem See, mit Ach und Weh, in Tränen sich ergießen. 2.(Jesus:) Ach Sünd, du schädlichs Schlangengift, wie weit kannst du es bringen! Dein Lohn, der Fluch, mich jetzo trifft, in Tod tut er mich zwingen. Jetzt kommt die Nacht, der Sünden Macht; fremd Schuld muß ich abtragen. Betracht es recht, o Sündenknecht, nun darfst du nicht verzagen. 3. Ich, ich, Herr Jesu, sollte zwar der Sünden Strafen lei⸗ den, der Leib und Seele schuldig war, auch ewig aller Freuden beraubet sein und leiden Pein: so nimmst du weg die Schulden, dein Blut und Tod vertritt bei Gott, was ich hätt müssen dulden. 4.(Jesus:) Ja, liebe Seel, ich büß die Schuld, die du hättst sollen büßen; erkenne daraus meine Huld, die ich dich laß genießen. Ich wähl den Fluch, dieweil ich such vom Fluch dich zu befreien. Denk meiner Lieb, durch deren Trieb die Segen dir gedeihen. 5. Was kann für solche Liebe dir, Herr Jesu, ich wohl geben? Ich weiß und finde nichts an mir; doch nimm mein ganzes Leben zu eigen dir und laß mich hier von deinem Dienst nichts treiben, auch nach der Zeit in Ewigkeit in deiner Liebe bleiben. Kaspar Friedrich Nachtenhöfer.(2) 4 1685. 95. Mel. 90: Jesu Leiden, Pein ꝛc. reuer Heiland, habe Dank für dein bittres Leiden, Dank für deinen Todesgang, Dank für dein Verscheiden. Was dem Danken hier gebricht, soll dort besser klingen, wenn du mich, mein schönstes Licht, wirst zum Himmel bringen. Joachim Weickmann. 4 1736. 96. Mel. 76: Hilf Gott, daß mirs ꝛc. Wenn meine Sünd mich krän⸗ ken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist, und alle meine Schuldenlast am Stamm des heil⸗ gen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, wenn mans betrachtet recht; es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; selbst seinen eignen Sohn hat Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht 56 Passionszeit. mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Her⸗ zen jetzt und mein Leben lang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not, dein Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Lei⸗ den mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sünd⸗ liche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gib, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und folge dem Exempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir getan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigen⸗ nutz und Heuchelschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und des versichern mich, weil ich auf dein Ver⸗ dienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius. 4 1673. 97. „Mel. 143: O Jesu Christ, meins ꝛc. ir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut vor Gott gemacht gerecht und gut, 2. Und bitten, wahrer Mensch und Gott, durch deine Wunden, Angst und Not, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns deine Allmachtshand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein, 4. Und schöpfen draus die Zu⸗ versicht, daß du uns werdst ver⸗ lassen nicht, sondern ganz treu⸗ lich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Fischer. 4 1600. 98. Eigene Melodie. 190. Wolt ihr wissen, was mein Preis? wollt ihr lernen, was ich weiß? wollt ihr sehn mein Eigentum? wollt ihr hören, was mein Ruhm? Jesus, der Gekreuzigte.:: 2. Wer ist meines Glaubens Grund? wer stärkt und erweckt den Mund? wer trägt meine Straf und Schuld? wer schafft Mel. Du mein mit; treten Schri Meist recht 2. mit 18 ꝛc. Jesu rben dein nacht ensch nden, von uns dünd deine reuz einer ö Zu⸗ ver⸗ treu⸗ Irchs 300. nein was nein ren, der bens veckt eine afft Passionszeit. 57 mir des Vaters Huld? Jesus, der Gekreuzigte.: 3. Wer ist meines Lebens Teil, meines Geistes Kraft und Heil? wer macht rein mich und gerecht? wer macht mich zu Gottes Knecht? Jesus, der Gekreuzigte.: 4. Wer ists, der mir Hilfe schenkt? wer schützt, wenn ein Feind mich drängt? wer erquickt mein mattes Herz? wer erleich⸗ tert meinen Schmerz? Jesus, der Gekreuzigte.: 5. Wer ist meines Todes Tod? wer hilft in der letzten Not? wer versetzt mich in sein Reich? wer macht mich den Engeln gleich? Jesus, der Gekreuzigte.:: 6. Und so wißt ihr, was ich weiß, ihr wißt meinen Ruhm und Preis. Er ists bis zum Grabe hin, dem ich lebe, des ich bin, Jesus, der Gekreuzigte.: Johann Christoph Schwedler. 4 1730. 92. Mel. 180: Wer nur den lieben Gott ꝛe. Matth. 26, 36—46. Du gehest in den Garten beten, mein treuster Jesu, nimm mich mit; laß mich an deine Seite treten, ich weiche von dir keinen Schritt. Ich will an dir, mein Meister, sehn, wie mein Gebet soll recht geschehn. 2. Du gehst mit Zittern und mit Zagen und bist bis in den Tod betrübt. Ach, dies soll mir ans Herze schlagen, daß ich die Sünde so geliebt; drum willst du, daß ein Herz voll Reu mein Anfang zum Gebete sei. 3. Du reißest dich von allen Leuten, du suchst die stille Ein⸗ samkeit; so muß auch ich mich wohl bereiten und fliehen, was mein Herz zerstreut. Zeuch mich von aller Welt allein, daß nur wir zwei beisammen sein. 4. Du kniest und wirfst dich hin zur Erden, fällst nieder auf dein Angesicht; so soll die Demut sich gebärden, wenn sich das Herz mit Gott bespricht. Tief beug ich vor ihm meinen Sinn, ich, der ich Staub und Asche bin. 5. Du betest zu dem lieben Vater, rufst Abba! Abba! wie ein Kind; dein Vater ist auch mein Berater, sein Vaterherz ist treu gesinnt. Ich halte mich ge⸗ trost an dich und rufe: Abba, höre mich! 6.. Du wirfst voll Zuversicht und Liebe dem Vater dich ans treue Herz und rufst aus stärkstem Herzenstriebe mit heißen Trä⸗ nen himmelwärts. Ach, Glaub und Liebe sind mir not, sonst ist mein Beten kalt und tot. 7. Geduldig Lamm, wie hältst du stille und im Gebete dreimal an; dabei ist auch für mich dein Wille, daß ich soll tun, wie du getan Hilft Gott nicht gleich 58 Passionszeit. aufs erste Mal, so bet und ruf ich abermal. ö 8. Dein Wille senkt sich in den Willen des allertreusten Va⸗ ters ein; darein muß ich mich auch verhüllen, dafern ich will er⸗ höret sein. Drum bet ich in Ge⸗ lassenheit: Was mein Gott will, gescheh allzeit. 9. Nun du erlangest auf dein Flehen Trost, Kraft, Sieg, Leben, Herrlichkeit. Damit hast du auf mich gesehen, daß ich zur ange⸗ nehmen Zeit auf ernstlich Beten freudenvoll den gleichen Segen ernten soll. 10. Mein Jesu, hilf mir stets so beten, wie mich dein heilig Vorbild lehrt; so kann ich frei zum Vater treten und werde von ihm stets erhört, so bet ich mich zum Himmel ein und will dir ewig dankbar sein. Johann Mentzer. 7 1734. 100. Mel. 179: Werde munter, mein ꝛc. Der am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb ist Jesus Christ! Weg ihr argen Seelendiebe, Satan, Welt und Fleischeslist! Eure Lieb ist nicht von Gott, eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdet dich, daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Friedens⸗ schild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt. Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? trät ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Schweig Gewissen! glaube dran: Gott aus reinem Liebes⸗ triebe hat die Handschrift abge⸗ tan und mit meines Bürgen Blut sie durchstrichen mir zugut. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Keine Trübsal noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, nichts macht mich von Jesu los; nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Nun, o Tod, bist du mein Freund! Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, wird mein Jesus mir vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 1674. Mel. 1 Es schiede ist de Wort 4. Herzv du, di fanget Herze Grab Es is 5. mich Grab zugeg uuben t für dens⸗ ĩSbild. Ziebe, übe. neine haßt. rübe, laßt. zohn? zohn? Liebe,‚ übe. meine laube iebes⸗ abge⸗ Blut Der weil meine groß, nichts nicht tuhm, ntum. Liebe, übe. meine mein Staub mir zottes igam. „weil 1676. Passionszeit. 59 101. Mel. 180: Wer nur den lieben Gott ꝛe. Joh. 19, 30. Es ist vollbracht! Er ist ver⸗ schieden; mein Jesus schließt die Augen zu, der Friedefürst schläft ganz in Frieden, die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht. O großes Wort: Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen; das ewge Wort muß sprachlos sein, das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umschließt ein Stein, die höchste Kraft ist nun ver⸗ schmacht. O wahres Wort: Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Schweig, mein Gewissen; ihr Sünder, fasset neuen Mut! Des Tempels Vor⸗ hang ist zerrissen; nun spricht für uns des Sohnes Blut. Gebrochen ist der Hölle Macht. O süßes Wort: Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Mein Herzverlangen, o hochgelobte Liebe du, dich wünschen Engel zu um⸗ fangen, nimm auch in meinem Herzen Ruh, wo Liebe dir ein Grab gemacht. O tröstlich Wort: Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel sind allhie zugegen, ich schlummre sanft wie Jakob ein, die Himmelspfort ist aufgemacht. O Lebenswort: Es ist vollbracht! Salomo Franck. 4 1725. 102. Mel. 146: O Traurigkeit, o Herzeleid. Luk. 23, 42. Herr, denk an mich! Wie oft hab ich mit Sünden dich verachtet! Sieh die Seele gnädig an, die nach Hilfe schmachtet! 2. Herr, denk an mich! Es jammre dich dies Elend, mein Er⸗ barmer. Wenn du meiner nicht gedenkst, ach was wär ich Armer! 3. Herr, denk an mich! Ach ewiglich kannst du mich nicht ver⸗ gessen. Wer kann deine Freund⸗ lichkeit, deine Gnad ermessen? 4. Herr, denk an mich! Wie leicht kann ich in Sünd und Elend fallen! Laß mich stets an deiner Hand deine Wege wallen. 5. Herr, denk an mich! Dann nahe sich die Stunde schwerer Lei⸗ den. Bin ich dein, o was ver⸗ mag, mich von dir zu scheiden? 6. Herr, denk an mich! Ge⸗ stärkt durch dich geh ich dem Tod entgegen. Tod und Grab wird mir durch dich, Jesu Christ, zum Segen. 7. Herr, denk an mich! Dann will ich dich für deine Huld er⸗ heben, wenn du mir das Paradies wirst aus Gnaden geben. Unbekannter Dichter. 103. Eigene Melodie. 73. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missetaten bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht ge⸗ schlagen und verhöhnet; du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ur⸗ sach solcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, o Herr Jesu, habe dies ver⸗ schuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte! 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden! 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnug⸗ sam solche Treu ausbreiten? Kein Menschenherz vermag es auszu⸗ denken, was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sin⸗ nen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir doch deine Passionszeit. 8. Doch ist noch etwas, das du wirst annehmen: des Fleisches Lüste will ich dämpfen, zähmen, daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. 9. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, fest die Be⸗ gierden an das Kreuz zu heften, so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Alsdann, so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten; bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. 11. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz mehr achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todes⸗ schmerzen nehmen zu Herzen. 12. Dies alles, ob es zwar für schlecht zu schätzen, wirst du es doch nicht gar beiseite setzen. Zu Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 13. Wann, o Herr Jesu, dort vor deinem Throne wird stehn auf meinem Haupt die Ehren⸗ krone, da will ich dir, wenn alles wird wohlklingen, Lob und Dank singen. Johann Heermann. 4 1647. 104. Mel. 74: Herzlich tut mich ꝛc. Luk. 23, 46. In deines Vaters Hände be⸗ Liebestaten im Werk erstatten? fiehlst du deinen Geist. O glau⸗ bensve Himm getrag nun e erduld 2. ich, zwisch bens? du ge⸗ kann. nicht k 3. ben, denn ist und Hirt, besrat kalte,‚ be⸗ Hau⸗ Passionszeit. 61 bensvolles Ende, das mich zum Himmel weist! Nun ist sie ganz getragen, die zentnerschwere Last, nun enden alle Plagen, die du erduldet hast. 2. In diese Hand befehle auch ich, Herr, meinen Geist, wann zwischen Leib und Seele des Le⸗ bens Band zerreißt. Voran bist du gegangen, daß ich dir folgen kann. Mich nimmt, mir darf nicht bangen, in dir der Vater an. 3. O Herr, mein Heil und Le⸗ ben, ich soll, wo du bist, sein; denn was dir Gott gegeben, das ist und bleibt ja dein. Nun, treuer Hirt, so halte mich bis zum Gra⸗ besrand; dann geht, wenn ich er⸗ kalte, mein Geist in Gottes Hand. Johann Christian Wilhelm August Hopfensack. 4 1874. 105. Mel. 74: Herzlich tut mich ꝛc. Haupt voll Blut und Wun⸗ den, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott ge⸗ bunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet, gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so be⸗ speit, wie bist du so erbleichet, wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schänd⸗ lich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin. und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hinge⸗ nommen, hat alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, er⸗ duldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn ver⸗ dienet hat; gib mir, o mein Er⸗ barmer, den Anblick deiner Gnad! 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts getan, dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und tut mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, 62 o Jesu, liebster Freund, für deine Todesschmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll schei⸗ den, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür. Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Angsten kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt. 1 1676. 106. Mel. 148: O Welt, ich muß dich ꝛc. 2 Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren läßt willig G sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her, und schau mit Fleiße: sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt. Aus seinem edlen Herzen vor un⸗ erschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. Passionszeit. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von üÜbeltaten weißt du nicht. 4. Ich, ich, und meine Sün⸗ den, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. Du bist ja 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen ge⸗ bunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel! 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen erwirbst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja lässest dich erwürgen für mich und meine Schuld. Mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit eduld. 8. Ich bin, mein Heil, ver⸗ bunden all Augenblick und Stun⸗ den dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, hlagen Plagen bist ja ir und eltaten Sün⸗ finden er, die dd, das etrübte büßen, en ge⸗ eißeln has du rdienet deinen drücken 1. Du wirbst merzen ürgen, r mich lässest n, die es mit ver⸗ Stun⸗ Was as soll deinen t viel Leben, Passionszeit. 63 eins aber will ich tun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergötzen, ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und un⸗ verfälschten Treu. 11. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruten, wie zornig seine Fluten, will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit tut. 13. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Un⸗ recht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 14. Ich will ans Kreuz mich schlagen mit dir, und dem ab⸗ sagen, was meinem Fleisch gelüst. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 15. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Tränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt. 1 1676. 107. Mel. 5: Ach was soll ich Sünder ꝛc. chaut die Mutter voller Schmerzen, wie sie mit zerrißnem Herzen bei dem Kreuz des Sohnes steht! Schauet ihre Trübsalshitze, wie des Schwertes blutge Spitze tief durch ihre Seele geht! 2. Wessen Auge kann der Zähren bei dem Jammer sich er⸗ wehren, der des Höchsten Sohn umfängt? Wie er mit gelaßnem Mute todesmatt in seinem Blute an dem Holz des Fluches hängt! 3. Für die Sünden seiner Brüder leidet er, daß seine Glieder unnennbare Qual zerreißt. Für uns ruft er im Erblassen: Gott, mein Gott, ich bin verlassen! und veratmet seinen Geist. 4. Laß, o Jesu, Quell der Liebe, deines Herzens heilge Triebe strömen in mein Herz hinab! Laß mich dich mein Alles nennen, ganz für dich in Liebe brennen, der für mich sein Leben gab! 5. Drück, mein König, deine Wunden, die du auch für mich empfunden, tief in meine Seel hinein. Laß in Reue mich zer⸗ fließen, mit dir leiden, mit dir büßen, mit dir tragen jede Pein. 64 Passionszeit. 6. Laß mich herzlich um dich weinen, mich durchs Kreuz mit dir vereinen; aller Weltsinn sei verflucht! Unterm Kreuze will ich stehen und dich zittern, bluten sehen, wenn die Sünde mich ver⸗ sucht. 7. Gib mir teil an deinem Leiden, laß von aller Lust mich scheiden, die dir solche Wunden schlug! Ich will auch mir Wun⸗ den schlagen, will das Kreuz des Lammes tragen, welches meine Sünden trug. 8. Laß, wenn meine Tränen fließen, mich den Gnadenglanz genießen deines milden Ange⸗ sichts. Decke mich durch deine Plagen vor den Angsten und den Klagen einst am Tage des Gerichts. 9. Gegen aller Feinde Stürmen laß mich, Herr, dein Kreuz be⸗ schirmen, deine Gnade leuchte mir! Deckt des Grabes finstre Höhle meinen Leib, so nimm die Seele hin ins Paradies zu dir. Nach dem Lateinischen des Jacoponus. 1 1306. 108. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. eele, geh nach Golgatha, setz dich unter Jesu Kreuze, und be⸗ denke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize. Willst du un⸗ empfindlich sein, o so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jammer⸗ bild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strö: men quillt, daß ihm alle Kraft vergangen! Ach der übergroßen Not: Jesus ist, mein Jesus, tot. 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hatt ich ver⸗ schuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich er⸗ duldet. Daß ich nicht verloren bin, gibst du dich ans Kreuz dahin. 4. Ich kann nimmer, nimmer⸗ mehr diese Plagen dir vergelten; viel zu wenig ist dafür aller Reich⸗ tum aller Welten. Alles, alles ist zu klein für die Größe deiner Pein. 5. Nun, ich weiß, was du be⸗ gehrst, daß ich dir mein Herz soll geben; dir gehört es, du gewährst ihm Gerechtigkeit und Leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 6. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt ver⸗ schmähen; laß mich dich, du höch— stes Gut, immer vor den Augen sehen. Führ in allem Kreuze mich wunderbar, nur seliglich. Benjamin Schmolck. 1 1737. 109. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine ꝛc. Sei mir tausendmal gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit Rast ine ꝛc. rüßet, Jesu, vomit Passionszeit. 65 ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, wann ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 2. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selbsten mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. 3. Schreibe deine blutgen Wun⸗ den mir, Herr, in das Herz hin⸗ ein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht. Laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Diese Füße will ich halten, liebend, wie ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten und mich Armen freundlich an von dem hohen Kreuzesbaum und gib meiner Bitte Raum, sprich: Laß all dein Trauren schwinden, ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt. 4 1676. 110. Mel. 143: O Jesu Christ, meins ꝛc. er du, Herr Jesu, Ruh und Rast in deinem Gab gehalten hast, gib, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die du erkauft mit dei⸗ nem Blut, und führ uns in das Himmelslicht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gottes⸗ lamm, getötet an des Kreuzes Stamm; laß ja uns Sündern deine Pein den Eingang in das Leben sein. Nach Bonaventura(+ 1274) von Georg Werner. 1643. 111. Eigene Melodie. 146. O Traurigkeit! O Herzeleid! Wer kann es gnug beklagen? Gott des Vaters einig Kind wird ins Grab getragen. 2. O große Not! Das Leben tot! Am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind! nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missetat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Got⸗ teslamm, liegt hier mit Blut be⸗ flossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund! O Glau⸗ bensgrund! Wie bist du so zer⸗ schlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 5 66 Ostern. 6. Hochselig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab gesenket. 7. O Jesu du, mein Hilf und Ruh! Ich bitte dich mit Trä— nen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab möge nach dir sehnen. Johann Rist. 4 1667. 112. Mel. 146: O Traurigkeit, o Herzeleid. o ruhest du, o meine Ruh, in deines Grabes Höhle und er⸗ weckst durch deinen Tod meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsen⸗ grab, Fels des Heils, umgeben. 3. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 4. Sie wird mir sein ein Käm⸗ merlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Grab und Tod besiege. 5. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er aufer⸗ stehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 6. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis ins Grab gedenken. Salomo Franck. 1 1725. “. Ostern. 113. Eigene Melodie. 14. Auf, auf, mein Herz, mit Freu⸗ den nimm wahr, was heut ge⸗ schieht! Wie kommt nach großen Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist ge⸗ reist. 2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei; eh ers vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Viktoria, schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein, als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut, zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb erworben ist. 4. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd und Not, erreißet durch die Höll, stets bin ich sein Gesell Ch unsre wiede Felsen⸗ igeben. eiß, du vecken; ö Herz Käm⸗ liege, n Tod er Leib aufer⸗ klärter meinen Gut, ist aus b auch Glied; zangen, it. Er h Welt, et durch Gesell. Ostern. 67 5. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und darf mich gar nicht kehren an Not und Ungemach. Es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an; mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt. 6. Er bringt mich an die Pforte, die in den Himmel führt, daran mit goldnem Worte der Spruch gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit ge⸗ krönt, wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt. 4 1676. 114. Eigene Melodie. 24. Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost D sein. Halleluja. 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ. Halleluja. 3. Halleluja, Halleluja, Halle⸗ luja. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja. um 1200. 11⁵. Eigene Melodie. 25. Christ lag in Todesbanden für unsre Sünd gegeben. Der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben: Des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dank⸗ bar sein und singen Halleluja, 2. Den Tod niemand zwingen Lunt bei allen Menschenkindern; das macht alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in seinem Reich gefangen. Halleluja. 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kommen und hat die Sünd abgetan, da⸗ mit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt, da bleibt nichts denn Todsgestalt, den Stachel hat er verloren. Halle⸗ luja. 4. Es war ein wunderlicher In da Tod und Leben rungen. as Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja. 5. Hie ist das rechte Oster⸗ lamm, das Gott uns hat ge⸗ geben; das ließ an des Kreuzes⸗ stamm in heißer Lieb sein Leben; des Blut zeichnet unsre Tür, das hält der Glaub dem Tod für, der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja. 6. So feiern wir das hohe Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr scheinen 5* 68 Ostern. läßt. Er selber ist die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleucht unsre Herzen ganz; der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja. Martin Luther. 4 1546. 116. Mel. 19: Aus meines Herzens ꝛc. er Tod hat zwar verschlungen den Herrn der Herrlichkeit, doch ists ihm nicht gelungen zu dieser Osterzeit. Heut stellt sich Christus ein, die gnadenreiche Sonne bringt Leben, Heil und Wonne, wer wollt nicht fröhlich sein? 2. Man singet in den Landen mit Herzensfröhlichkeit, daß Chri⸗ stus sei erstanden, wie er selbst prophezeit; sein Wort erfüllet ist, freut euch ihr Menschen alle und singt mit großem Schalle: Wir danken dir, Herr Christ! 3. Herr, der du überwunden den Feind und all sein Heer, in unsern letzten Stunden ein sanftes End bescher. Führ uns zum Himmelsthron, weck auf ohn alle Klage den Leib am jüngsten Tage, o Jesu, Gottes Sohn! 4. Du hast uns unverdrossen durch dein hochteures Blut den Himmel aufgeschlossen, erworben großes Gut: drum halten wir aufs best mit Jauchzen und mit Freuden nach deinem schweren Leiden das fröhlich Osterfest. Georg Werner. 4 1643. 117 so leb lebt a Mel. 136: O daß ich tausend Zungen 0 Joh. 14, 19. ö Der Tod ist tot, das Leben lebet, das Grab ist selbst be⸗ Mel. 1 graben nun. Mein Jesus, der sein Haupt erhebet, will ferner Er nicht im Kerker ruhn und stellt den! mir diese Losung für: Ich leb Mund und ihr lebt auch mit mir. allen 2. Nun liegt der Tod zu mei. des nen Füßen, der Lebensfürst, er Christ stirbt nicht mehr, er weiß die denbo Gräber aufzuschließen, er stürzt 2. das blasse Totenheer. Das Sie⸗ stande geslied klingt herrlich hier: Ih sein, leb und ihr lebt auch mit mir. schand 3. Mein Jesu, Wahrheit, We inter und Leben, der Leben hat und bleibe Leben gibt, wie soll ich den 3 Triumph erheben, der Rach an ketten meinen Feinden übt? Sie liegen dort, du rufest hier: Ich leb und irnn ihr lebt auch mit mir. Abgr 4. Das Haupt belebet seine in sei Glieder, wer wollte dann gestor⸗ auf d ben sein? Die Lebenssonne scheint 4. uns wieder und leuchtet bis ins stiege Grab hinein. Da lesen wir die lich f Grabschrift hier: Ich leb und ihy endlie lebt auch mit mir. denne 5. O toter Tod, wie kannst du ihrer schrecken? Mein Jesus nimmt ds siche Schrecken hin; wie er sich selber 5. konnt erwecken, so werden wir er⸗ halte weckt durch ihn. Weil Jesus lebt, nicht gen 2e. Leben st be⸗ 5, der ferner stellt ch leb u mei⸗ rst, er iß die stürzt 8 Sie⸗ r: Ich mir. t, Weg at und ha den ach an liegen eb und t seine gestor⸗ scheint bis ins wir die und ihr nnst du unt das selber wir er⸗ us lebt, Ostern. 69 so leben wir: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. Benjamin Schmolck. 4 1737. 118. Mel. 136: O daß ich tausend Zungen ꝛc. 94 Matth. 28, 6. Er ist nicht hier; er ist erstan⸗ den! So tröstet uns des Engels Mund. Das Wort erschallt in allen Landen und macht den Sieg des Lebens kund; und jedes Christenherz durchbebt die Freu⸗ denbotschaft: Jesus lebt! 2. Ist mein Erlöser aufer⸗ standen, so ist die ganze Erde sein, so wird der Lügengeist zu⸗ schanden, die Götzentempel stür⸗ zen ein, der Menschenwahn muß untergehn, nur seine Wahrheit bleibet stehn. 3. Hat er zersprengt die Todes⸗ ketten, so bricht er auch das Sün⸗ denjoch, kann von der Strafe mich erretten, ergreift mich an dem Abgrund noch, führt mich gewiß in seiner Gnad und bringt mich auf den Lebenspfad. 4. Ist er aus seinem Grab ge⸗ stiegen, so darf die Unschuld fröh⸗ lich sein, so muß die Wahrheit endlich siegen, so ist die Krone dennoch mein, wenngleich mit ihrer Macht die Welt erbittert sich entgegenstellt. 5. Hat ihn die Erde nicht be⸗ halten, so hält sie auch die Seinen nicht; die Felsengrüfte müssen spalten, die Grabesnacht wird Tageslicht, ja, wahrer Christen Sterbensnot ist nur des Himmels Morgenrot. 6. Ihr Gläubigen, hört auf zu weinen, denn die Erlösungs⸗ stunde schlägt! Bald wird der Lebensfürst erscheinen, der euch aus allen Leiden trägt. Setzt fort im Glauben euren Lauf und hebet eure Häupter auf! 7. O Tag des Lebens, Tag der Wonne, wann wir aus unsern Gräbern gehn, den Auferstandnen als die Sonne des neuen Himmels leuchten sehn! Dann fragen wir den Herrn nichts mehr, denn Licht ist alles um uns her. Christian August Bähr. 1 1846. 119. * Eigene Melodie. 43. Erschienen ist der herrlich Tag, dran niemand sich gnug freuen mag; Christ, unser Herr, heut triumphiert, all seine Feind ge⸗ fangen führt. Halleluja. 2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, die Hölle, Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja. 3. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst danieder lag. Halleluja. MN M I ö W IA EI DN A NIMNI N RWI H. + I A * W WM ů MI N NIMV EIRN 6 +. RN ů M W M N NIN HI l WI W RN R ů V + N II ö N ö I NNN M/ R ö M WII MII ö II W NIN NIR VI * FPIRN V I 70 Ostern. 4. Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Halleluja fein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja. Nikolaus Hermann. 1561. 120. “.el. 43: Erschienen ist der herrlich ꝛc. Frühmorgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja. 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen, gleich als wär ich tot, läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn nach Trauern, Freud und Wonn. Halleluja. 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt in Todeszwang. Am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halle⸗ luja. 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Drauf folgt der Sabbat in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja. 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf. Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja. 6. O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Tür. Halleluja. 7. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wann mir gleich alle Welt stürb ab: gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja. 8. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Halleluja. 9. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engel Brüder⸗ schaft. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja. 10. Mein Herz darf nicht ent⸗ setzen sich, Gott und die Engel lieben mich. Die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja. 11. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja. Johann Heermann. 1647. 121. Mel. 169: Wachet auf! ruft uns ꝛc. HQalleluja, jauchzt ihr Chöre, singt Jesu Christo Lob und Ehrel Sein herrlich großer Tag ist da. Er zerriß des Todes Banden, der H stande wesun und 9 bracht Sohn Kam 2. runge bezwr und S gefall Christ Erber durch Preis sind 1 unser 3. nicht uns Stim unve keit d Lauf werde einge held, nach, 4 Won Gotte bes den 1 und uns Volle Tage den er liegt zt ihn eluja. hin ich mich gleich aß ich eluja. röstet rmich umuß Glied ehung rüder⸗ ch mit aft ist t ent⸗ Engel e, die Furcht a. zroßer r alle mit deinen Hja. 1647. der Held ist aus dem Grab er⸗ standen, der nimmer die Ver⸗ wesung sah. Sein ist Gewalt und Macht, er hat sein Werk voll⸗ bracht, Halleluja! Des Menschen Sohn trägt nun davon des herben Kampfes reichen Lohn. 2. Glorreich hat der Held ge⸗ rungen, der Hölle finstre Macht bezwungen und uns von Straf und Schuld befreit. Wir, die tief gefallnen Sünder, sind nun durch Christum Gottes Kinder und Erben seiner Seligkeit. Wir sind durch ihn versöhnt, den Gott mit Preis gekrönt, Halleluja! Wir sind nun sein und ihm allein soll unser ganzes Herz sich weihn. 3. Nun kann uns der Tod nicht schrecken, einst wird der Herr uns auferwecken durch seiner Stimme Wundermacht. Er wird unvergänglich Leben und Herrlich⸗ keit den Seinen geben, die ihren Lauf in ihm vollbracht. Wir werden auferstehn, zu seiner Freud eingehn, Halleluja! O Sieges-⸗ held, in jene Welt zeuch uns dir nach, wann dirs gefällt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Gra⸗ bes Dunkel bricht! O was wer⸗ den wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden, und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Ostern. 71 Todesbahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Ruh. Gottfried Benedikt Funk. 122. Eigene Melodie. 75. Heut triumphieret Gottes Sohn, der von dem Tod erstanden schon, Halleluja, Halleluja, mit großer Pracht und Herrlichkeit. Des sei ihm Dank in Ewigkeit. Halleluja, Halleluja. 2. Dem Tode hat er die Ge⸗ walt zerstört, verheert ihm all Gestalt, Halleluja, Halleluja, wie pflegt zu tun ein großer Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja, Halleluja. 3. O mächtiger Herr Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Halleluja, führ uns durch deine Gütigkeit mit Freuden in die Herrlichkeit. Halle⸗ luja, Halleluja. 4. Wir danken dir, Gott, alle gleich und sehnen uns ins Himmel⸗ reich. Halleluja, Halleluja. Gott helf zum End uns allzumal, so singen wir mit großem Schall: Halleluja, Halleluja. 5. Dem Vater in dem höchsten Thron und Christo, seinem lieben Sohn, Halleluja, Halleluja, dem heilgen Geiste gleicherweis in Ewigkeit sei Lob und Preis! Halleluja, Halleluja. Kaspar Stolshagius. 1591. + 1814. —eesssssett, t ttttttR——.—.... öSSXXÄ— 72 123. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Jc⸗ geh zu deinem Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich ster⸗ ben und fröhlich auferstehn, auch mit den Himmelserben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn ich be⸗ graben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe, du drückst die Augen zu; so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht: den⸗ noch werd ich den schauen, der mir zur Seiten steht. 4. Dein Grab war wohl ver⸗ siegelt, doch brichst du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt, da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich, da warten Himmelskronen in deiner Hand auf mich. Ostern. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not, ich will mein Bette machen in deiner Liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. 7. Du wirst den Olberg zeigen, wo man gen Himmel fährt; da werd ich fröhlich steigen, bis daß ich eingekehrt in Salems Friedens⸗ häuser; da heißts Viktoria! da trägt man Siegesreiser: ach wäre ich schon da! Benjamin Schmolck. 124. Mel. 126: Nun danket all ꝛc. Iih sag es jedem, daß Er lebt und auferstanden ist, daß Er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt es seinem Freunde gleich, daß bald an allen Orten tagt das neue Himmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vater⸗ land; ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel aus, und wer nur hört auf seinen Rat, kommt auch ins Vaterhaus. + 1737. mich Not, n in rd ich deine eigen, t; da 5 daß dens⸗ da wäre 1737. lebt r in ewig r sagt daß das dem dater⸗ immt hand. Meer und hehr n er aus, Rat, 6. Nun weine keiner mehr all⸗ hie, wenn eins die Augen schließt; vom Wiedersehn, spät oder früh, wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten Tat ein jeder frischer glühn, denn herr⸗ lich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, wenn alles uns verläßt, und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfest. Friedr. v. Hardenberg. 1 1801. 12⁵. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. Joh. 14, 19. 6999— ö Sesus lebt! Mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! Wer nun ver⸗ zagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott ver⸗ stößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Ostern. 73 Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu jeder Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. 126. Eigene Melodie. 95. Desus, meine Zuversicht und mein Heiland, ist im Leben. Die⸗ ses weiß ich, soll ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland lebt; ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbun⸗ den; meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, daß 74 Ostern. mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche wer⸗ den; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, ein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgetan. 6. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen; hie geh ich natürlich ein, nach— mals werd ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hocherfreut! Jesus trägt euch, meine Glieder. Gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wann die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Grä⸗ ber dringt. 8. Lacht der finstern Erdenkluft, lacht des Todes und der Höllen; denn ihr sollt euch, wenn er ruft, eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 9. Nur daß ihr den Geist er⸗ hebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Trostlied der Kurfürstin Luise Henriette von Brandenburg 1653. 127. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott ꝛe. Mein Jesus lebt! was sollt ich sterben? Hier steht mein Haupt und triumphiert; so muß ich ja das Leben erben, weil Not und Tod die Macht verliert. Weg Traurig⸗ keit! Was zag ich mehr? Mein Jesus lebt, das Grab ist leer! 2. Mein Jesus siegt, drum liegt zu Füßen, was mir das Leben rauben kann; der Tod wird völlig weichen müssen, mir wird der Satan untertan. Der Höllen Abgrund selber bebt, denn überall schallt: Jesus lebt! 3. Mein Jesus lebt! Das Grab ist offen; so geh ich freudig in die Gruft. Hier kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie lieblich schallt die Stimme hier: Ich leb, und ihr lebt auch mit mir. 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich ihm das Leben geben, der Tod kommt mir nicht schrecklich für, weil er mich in den Himmel hebt, so wahr als Jesus ist und lebt. Benjamin Schmolck. 4 1737. sei ger herrlie durch 2. Schla kämpf auf i dämp sticht, nicht, 3 herfüt fange und mit in de Held Über: 4. hält des 5 was i fel, Chrif Zorn 5. und nun stehn jema im 5 wo riette Zott ꝛe. llt ich tund udas Tod turig⸗ Mein leer! drum das wird wird zöllen derall Grab n die Tode t ins hallt und mein rzen eben nicht den esus 37. 128. Mel. 36: Du Lebensbrot, Herr ꝛc. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, als Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang, jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür, den Feind nimmt er ge⸗ fangen, zerbricht der Höllen Schloß und Tür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, was in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf; er ist der Überwinder. 4. Des Herren Rechte, die be⸗ hält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod, Teu⸗ fel, Hölle, Welt und Sünd durch Christi Sieg gedämpfet sind, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder! Weil nun das Haupt erstanden ist, er⸗ stehn auch wir, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht Ostern. 7³ bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, zum Ehrenthron erhöhet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und un⸗ vergänglich Wesen. 7. Das ist die reiche Osterbeut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort des Herrn verklärtem Leibe. 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! Justus Gesenius. 4 1673. 120. — Eigene Melodie. 162. Triumph, Triumph! es kommt mit Pracht der Siegesfürst heut aus der Schlacht. Wer seines Reiches Untertan, schau heute sein Triumphfest an. Triumph, Triumph, Viktoria und ewiges Halleluja! 2. Das stille Lamm jetzt nicht mehr schweigt, sich mutig als ein Löwe zeigt; kein harter Fels ihn 76 Ostern. lauf und laß dein Herz sich heben ä hält und zwingt, Grab, Siegel, nicht Riegel vor ihm springt. Triumph, gen Himmel, da dein Jesus ist, Schwe Triumph, Viktoria und ewiges und such, was droben, als ein in de Halleluja! Christ, der geistlich auferstanden. Siege 3. Der andre Adam heut er⸗ 3. Vergiß nun, was dahinten winde wacht nach seiner harten Todes⸗ ist, und tracht nach dem, was 8 nacht, aus seiner Seiten er erbaut droben, damit dein Herz zu jeder du bi uns, seine teur erlöste Braut. Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt rett u Triumph, Triumph, Viktoria und unter dich die böse Welt und List u ewiges Halleluja! strebe nach dem Himmelszelt, wo daß 4. Herr Jesu, wahrer Sieges⸗ Jesus ist zu finden. zum fürst, wir glauben, daß du schen 4. Drückt dich ein schwerer du ur ken wirst uns deinen Frieden, den Sorgenstein, dein Jesus wird 9 du bracht mit aus dem Grab und ihn heben; es kann ein Christ bei Zeit v aus der Schlacht. Triumph,‚ Kreuzespein in Freud und Wonne ewig Triumph, Viktoria und ewiges leben. Wirf dein Anliegen auf Überr Halleluja! den Herrn und sorge nicht, er durch 5. Triumph, Triumph! Dich ist nicht fern, weil er ist aufer⸗ uns ehren wir und wollen durch dich standen. auch kämpfen hier, daß wir als Reichs⸗ 5. Es hat der Löw aus Juda genossen dort dir folgen durch die Stamm heut siegreich überwun⸗ Siegespfort. Triumph, Triumph, Viktoria und ewiges Halleluja! Benjamin Prätorius. nach 1668. den, und das erwürgte Gottes⸗ lamm hat, uns zum Heil, gefun⸗ den das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde Schau getragen.) 45) Kol. 2, 15. 6. Drum auf, mein Herz, fang 130. Mel. 36: Du Lebensbrot, Herr ꝛe. ach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Tor ge⸗ brochen aus dem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubens⸗ an den Streit, weil Jesus über⸗ wunden; er wird auch überwin⸗ den weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du auf⸗ stehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 7. Laß weder Teufel, Welt noch Tod dich scheu und zaghaft machen. Dein Jesus lebt, es hat nicht not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringsten in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du über⸗ winden. 8. Ach mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 9. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern, und ewig in der Herrlichkeit von allen Überwindern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. Laurentius Laurenti. 131. Mel. 26: Christus, der ist ꝛc. Wilkkommen, Held im Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird Schau ge⸗ tragen“) und heißt nunmehr ein Spott, wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott. 4) Kol. 2, 15. 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied, du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach teile doch die Beute + 17²2. Ostern. 77 an deine Glieder aus, wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. ö 5. Schwing deine Siegesfahne auch über unser Herz, den Lebens⸗ weg uns bahne vom Grabe him⸗ melwärts. 6. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein und einen Schatz uns finden, der ewig kann erfreun. 7. Wir sind mit din gestorben, so leben wir mit dir. Was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 8. Wir wollen hier ganz fröh⸗ lich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur selig mit dir auch auferstehn. 9. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf. Wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon: Triumph! Benjamin Schmolck. 4 1737. 132. „Mel. 43: Erschienen ist der ꝛc. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist und hast zerstört des Todes Macht und uns das Leben wieder⸗ bracht. Halleluja. 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, nimm von uns unsre Missetat und hilf uns durch die — 78 Güte dein, daß wir dir treue Diener sein. Halleluja. 3. Gott⸗Vater in dem höchsten Thron, samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja. Thomas Hartmann. 133. Mel. 21: Christ, der du bist ꝛc. Luk. 24, 29. Wo willst du hin, weils Abend ist, o lebster Pilgrim Jesu Christ? Ren laß mich so glückselig sein und kehr in meinem Herzen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil mein Herz es kindlich meint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden kann, damit die dunkle Sünden⸗ nacht mich nicht verführt, noch irre macht. 5. Hilf, Herr, aus meiner letzten Not mir einst durch einen sanften Tod. Herr Jesu, bleib, ich halt dich fest, ich weiß, daß du mich nicht verläßt. Nach Johann Scheffler. Um 1604. + 1677. Ostern. 134. Mel. 170: Walle stets, o Christ ꝛc. Luk. 24, 13—35. een der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus. Ihre Augen sind voll Tränen, ihre Seelen voll Verdruß. Man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach, sie bejammern ihre Schmer⸗ zen, che Not und Ungemach. Manches wandert ganz alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Wenn zwei Seelen sich be⸗ sprechen, so ist er der dritte Mann; er bemerket die Gebrechen, redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir glaubenslos oft träumen; er hat alles im Gesicht, seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und der Sünde nachgehangen; o der unglückselgen Zeit, die ich der⸗ gestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren, Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wiederbracht. 5. Hat sich eine Not gefunden, so ließ er mich nicht allein; Jesus stellt seinen mich ob er als n 6. Freur mir! zufein hier! schrech bedec zu ru ich so 5 mich der T fester st ꝛc. n mit maus. ränen, Man es ist us gar ot die nanche ummer chmer⸗ emach. illeine, weine; fragt ich be⸗ Nann; redet, enn er , wie en; er Treu angen, t und o der h der⸗ r hat hat an äflein inden, Jesus Christi Himmelfahrt. 79 stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich in Leid verzehre, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seiner Hilfe da! 6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir! Kommt die Welt, mich an⸗ zufeinden, ach so sei du auch all⸗ hier! Wenn mich Trübsalswetter schrecken, wollst du mächtig mich bedecken. Komm, in meinem Geist zu ruhn; was du willst, das will ich tun. 7. Bin ich traurig und betrübet, so gib mir in meinen Sinn, daß mich deine Seele liebet und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich fester gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn, oder in der stillen Kammer tiefbekümmert zu dir flehn! Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Hilf, wenn es will Abend werden, und der Lebenstag sich neigt, wenn dem dunkeln Aug auf Erden nirgends sich ein Helfer zeigt; bleib alsdann in unsrer Mitten, wie dich deine Jünger bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, daß du mich getröstet hast. Johann Neunherz. 4 1737. 8. Christi Himmelfahrt. 135. Mel. 183: Wie schön leuchtet der ꝛe. ch wundergroßer Siegesheld, du Sündenträger aller Welt! heut hast du dich gesetzet zur Rechten von des Vaters Kraft, der Feinde Schar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet. Mächtig, präch⸗ tig triumphierst du und regierst du, Tod und Leben, alles ist dir unter⸗ geben. 2. Dir dienen alle Cherubim; viel tausend hohe Seraphim dich, Siegesfürsten, loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben; singet, klinget, rühmt und ehret den, der fähret auf gen Him⸗ mel mit Posaunen und Getümmel. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder; ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben. Heil, Friede, Freude, Licht und Kraft und was dem Herzen Labsal schafft, wird uns von dir gegeben. Bringe, dringe all mein Sinnen, mein Beginnen, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. 80 Christi Himmelfahrt. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trach⸗ ten. Laß unser Tun und Wandel sein, wo Zucht und Demut tritt herein, all Uppigkeit verachten. Un⸗ art, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schatz, sei unser Ruhm und fester Platz, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gna⸗ denthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen; du, du bist allen uns zugut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Komm Herr! Hilf Herr! Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. Ernst Christoph Homburg. 4 1681. 136. Mel. 127: Nun freut euch, lieben ꝛc. uf Christi Himmelfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh erlangen; denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn, nach ihm mich sehr ver⸗ langet. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenns dir gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen! Nach Josua Wegelin. 4 1640. 137. * Eigene Melodie. 23. Christ fuhr gen Himmel; was sandt er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Halleluja. 2. Halleluja, Halleluja, Halle⸗ luja! Des sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Erbarm dich, Herr! Aus dem 15. Jahrhundert. 138. „Mel. 164: Valet will ich dir geben. &V rgrünt, ihr Siegespalmen! Ihr Himmel, werdet klar! Ihr Herzen, bringet Psalmen und schmücket den Altar! Singt von dem Men⸗ schensohne und seinem großen Sieg, singt, Ewig 2. drung Spott gen it wir h glanze allmã 3. die J deiner Jesu, dich saal, den f 4. Throt ewig Hand men jauch. Stolz 5. rüst! daß e er sär deine ziehn, auch 6. deins uns gesich Osele dich e melan „mein kann, denn n hin, z und r ver⸗ Gnade püren, ben ich m und zefällt, Welt. hen! 1640. was Den st, zu enheit. Halle⸗ e froh t sein. ndert. eben. nIhr erzen, mücket Men⸗ Sieg, Christi Himmelfahrt. 81 singt, wie er auf zum Throne der Ewigkeiten stieg! 2. Der einst von Qual durch⸗ drungen den Sündern war ein Spott, der unsern Tod verschlun⸗ gen in seine Todesnot, den sehn wir hoch und prächtig im Sieges⸗ glanze ziehn, der schwinget sich allmächtig durch alle Himmel hin. 3. Dort auf dem Olberg stehen die Jünger arm und schwach, mit deiner Mutter sehen sie dir, o Jesu, nach. Doch sehn sie froh dich scheiden in deinen Sternen⸗ saal, weil du mit Licht und Freu⸗ den sie tröstest ohne Zahl. 4. Du aber hast nach oben zum Throne dich gewandt, und waltest ewig droben zu Gottes rechter Hand. Von dannen wirst du kom⸗ men in Richtersmajestät; dann jauchzen deine Frommen, der Stolzen Hohn vergeht. 5. O Jesu, Heil der Deinen, rüst uns auf diesen Tag, seis, daß er heut erscheinen, seis, daß er säumen mag! Wenn dann dir deine Knechte verklärt entgegen⸗ ziehn, dann führe deine Rechte auch uns zum Himmel hin! 6. Dann laß in Strömen quillen dein schönes Lebenslicht; dann zeig uns ohne Hüllen des Vaters An⸗ gesicht. O himmlisches Entzücken! Oselger Liebesʒug! Wenn wir nur dich erblicken, hat unser Herzgenug. Nach Beda Venerabilis. Übersetzt von Albert Knapp. + 735 + 3. 139. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine ꝛc. err, auf Erden muß ich leiden und bin voller Angst und Weh. Warum willst du von mir schei⸗ den, warum fährst du in die Höh? Nimm mich Armen auch mit dir, oder bleibe doch in mir, daß ich dich und deine Gaben möge täg⸗ lich bei mir haben. 2. Laß dein Herze mir zurücke und nimm meines mit hinauf! Wenn ich Seufzer zu dir schicke, tue selbst den Himmel auf. Und, so ich nicht beten kann, rede du den Vater an; denn du sitzest ihm zur Rechten: darum hilf uns, dei⸗ nen Knechten. 3. Zeuch die Sinnen von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himmlisch werde, ob ich gleich noch sterblich bin, und im Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit, bis wir auch zu dir gelangen, wie du bist vorangegangen. 4. Dir ist alles übergeben, nimm dich auch der Deinen an! Hilf mir, daß ich christlich leben und dir heilig dienen kann. Kommt der Satan wider mich, ach so wirf ihn unter dich zu dem Schemel deiner Füße, daß er ewig schweigen müsse. 5. Meine Wohnung mache fer⸗ tig droben in des Vaters Haus, da ich werde gegenwärtig bei dir 6 gehen ein und aus; denn der Weg dahin bist du: darum bringe mich zur Ruh und nimm an dem letzten Ende meinen Geist in deine Hände. Kaspar Neumann. 1 1715. 140. Jesu, meines Lebens ꝛc. iegesfürst und Ehrenkönig, höchst verklärte Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht. Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug betracht deine Glorie und Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Scha— ren alle rufen Gloria, sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, nicht mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmels⸗ sonne, deine Klarheit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und Wonne durch die Himmelsgeister fließt. Prächtig wirst du aufge⸗ nommen, freudig heißt man dich willkommen, schau, ich armes Kindlein hier ruf auch Ho⸗ sianna dir! 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollte mir der Mut noch sinken, da ich deine Macht versteh? Mei⸗ Mel. 93: Christi Himmelfahrt. nem König will ich trauen, ohne Furcht und ohne Grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun über⸗ fließen, laß sie strömen auch für mich, bis besiegt zu deinen Füßen alle Feinde legen sich. Herr, bis zu dem fernsten Ende streck dein Zepter aus und wende alle Her⸗ zen nah und fern hin zu dir als ihrem Herrn. 6. Du kannst alles allerorten nun erfülln und nahe sein, mei⸗ nes armen Herzens Pforten stell ich offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in dei⸗ nem Himmelsthron. Gerhard Tersteegen. 141. Mel. 1: Ach Gott und Herr. e uns nach dir, so laufen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Him⸗ melsstege. Wir irrn sonst leicht und sind verscheucht vom rechten Lebenswege. 3. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Welt⸗ getümmel. + 1769. den v aus d bitten uns deine 2. der E bei u gilt g die C Büße 2 Heil: Teil die r Blut stes E 4. denwe Stärt wie b Treu stünde legen! 5. Glaut dawid vielen „ohne nur in hier über⸗ ch für Füßen r, bis k dein e Her⸗ dir als rorten „mei⸗ n stell omm, mußt vig in n dei⸗ 1769. laufen n hin, t, aus Herr Him⸗ leicht echten r, so heinen mehr Welt⸗ Pfingsten. 83 4. Zeuch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nach⸗ fahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwähl⸗ ten Scharen. Friedrich Funck. 1686. 9. Pfingsten. 142. „Mel. 101: Kommt her zu mir ꝛe. Gott Vater, sende deinen Geist, den uns dein Sohn erbitten heißt, aus deines Himmels Höhen! Wir bitten, wie er uns gelehrt; laß uns doch ja nicht unerhört von deinem Throne gehen! 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd ist dieser edlen Gabe wert, bei uns ist kein Verdienen; hier gilt gar nichts, als Lieb und Gnad, die Christus uns verdienet hat mit Büßen und Versühnen. 3. Wir halten, Herr, an unserm Heil und sind gewiß, daß wir dein Teil in Christo werden bleiben, die wir durch seinen Tod und Blut des Himmels Erb und höch⸗ stes Gut zu haben treulich gläuben. 4. Und das ist auch ein Gna⸗ denwerk und deines heilgen Geistes Stärk, in uns ist kein Vermögen; wie bald würd unser Glaub und Treu, Herr, wo du uns nicht stündest bei, sich in die Asche legen! 5. Dein Geist hält unsers Glaubens Licht, wenn alle Welt dawider ficht mit Sturm und vielen Waffen; und wenn auch gleich der Fürst der Welt selbst wider uns sich legt ins Feld, so kann er doch nichts schaffen. 6. Er reißt der Höllen Band entzwei, gibt Trost und macht das Herze frei von allem, was uns kränket. Wenn uns des Un⸗ glücks Wetter schreckt, ist er es, der uns schützt und deckt viel besser, als man denket. 7. Er macht das bittre Kreuz uns süß, ist unser Licht in Fin⸗ sternis, führt uns als seine Schafe, hält über uns sein Schild und macht, daß seine Herd in tiefer Nacht in Fried und Ruhe schlafe. 8. Der Geist, den Gott vom Himmel gibt, der leitet alles, was ihn liebt, auf wohlgebahnten Wegen; er setzt und richtet unsern Fuß, daß er nicht anders treten muß, als wo man findet Segen. 9. Er macht geschickt und rüstet aus die Diener, die des Herren Haus in diesem Leben bauen, er ziert ihr Herz, Mund und Ver⸗ stand und läßt sie, was uns unbe⸗ kannt, zu unserm Besten schauen. 10. Er öffner unsers Herzens Tor, wenn sie seig Wort in unser Ohr als edlen Samen streuen, er gebet Kraft demselben 6* Wort, läßt es in Segen wachsen fort und auch zur Frucht ge⸗ deihen. 11. Er lehret uns die Furcht des Herrn, liebt Reinigkeit und wohnet gern in frommen keuschen Seelen; was niedrig ist, was Tugend ehrt, was Buße tut und sich bekehrt, das pflegt er zu er⸗ wählen. 12. Er ist und bleibet stets ge⸗ treu und steht uns auch im Tode bei, wenn alle Dinge fallen. Er lindert unsre letzte Qual und läßt uns durch das Todestal zum Himmel fröhlich wallen. 13. O selig, wer in dieser Welt läßt diesem Gaste Haus und Zelt in seiner Seel aufschlagen! Wer ihn aufnimmt in dieser Zeit, den wird er dort zur ewgen Freud in Gottes Hütte tragen. 14. Nun, Herr und Vater aller Güt, hör unsern Wunsch, geuß ins Gemüt uns allen diese Gabe. Gib deinen Geist, der uns all⸗ hier regiere und dort für und für im ewgen Leben labe. Paul Gerhardt. 143. Mel. 179: Werde munter, mein ꝛe. ott, gib einen milden Regen, denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gib vom Himmel Segen, tränke du dein durstges Land; laß des heilgen Geistes + 1676. Pfingsten. Gab über mich von oben ab wie die starken Ströme fließen und mein ganzes Herz durchgießen. 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur: Solltest du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich er⸗ warte, Herr, von dir: Laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich in der Wahrheit fest zu stehen, und auf dich im Glau⸗ ben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tausendmal will⸗ kommen, laß mich deinen Tempel sein. Säubre du nur selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann schei⸗ den von den süßen Himmels⸗ freuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön, laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gib mir einen starken Mut, heilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott hintreten und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir er— geben, dir zu Ehren soll mein ö b wie und ßen. er im tatur, nichts olltest guter nicht t den angen heinen ich er⸗ ß den n und it fest Glau⸗ ft der rmen will⸗ empel st das hinaus schei⸗ mels⸗ deinen n und haben Gib heilige lehre nd im ir er⸗ mein Pfingsten. 85 Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn ich im höchsten Himmelsthron dich erheben kann und preisen mit den süßen Engelweisen. Mauritius Kramer. 4 1702. 144. Mel. 172: Warum sollt ich mich ꝛc. Oöchster Tröster, komm hernie⸗ der, Geist des Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen Le⸗ bens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wichtig! Wer ist wohl, wie er soll, treu zu han⸗ deln tüchtig! 3. Weck uns auf vom Sünden⸗ schlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe; reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 4. Geist der Weisheit, gib uns allen durch dein Licht Unter⸗ richt, wie wir Gott gefallen. Lehr uns freudig vor Gott treten, sei uns nah und sprich Ja, wenn wir gläubig beten. 5. Hilf den Kampf des Glau⸗ bens kämpfen, gib uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trüb⸗ sal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 6. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugend⸗ haft und gerecht zu leben. Gib, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 7. Sei in Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude. Ehrenfried Liebich. 4 1780. 145. Eigene Melodie. 98. Kaum, heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe; der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt ver⸗ sammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Halleluja, Halleluja. Nach dem lateinischen Veni, sancte spiritus aus dem 11. Jahrh. Deutsch 1527. 146. Eigene Melodie. 99. V* 0— Kounn, heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubigen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb 86 Pfingsten. entzünd in ihn. O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen; das sei dir, Herr, zu Lob gesun⸗ gen. Halleluja, Halleluja. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum Christ mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns, fröhlich und getrost in deinem Dienst bestän⸗ dig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halle⸗ luja, Halleluja. Martin Luther. 1 1546. 147. Mel. 97: Komm, Gott Schöpfer ꝛc. Reunn, heilger Geist, o Schöpfer du, sprich deinen armen Seelen zu, erfüll mit Gnaden, süßer Gast, die Brust, die du ge⸗ schaffen hast. 2. Der du der Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebesquell, du Lebens⸗ 9 bronn, du Herzenssalbung, Him⸗ melssonn, 3. Du siebenfaches Gnaden⸗ gut, du Finger Gotts, der Wun⸗ der tut, du lösest aller Zungen Band, gibst frei das Wort in alle Land. 4. Leucht uns mit deinem hellen Schein, geuß deine Lieb ins Herz hinein, stärk unser schwaches Fleisch und Blut durch deiner Gottheit starken Mut. 5. Den Feind treib von uns fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir, durch deine Huld geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, und wie den Sohn man ehren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. 7. Ehr sei dem Vater, unserm Herrn, und seinem Sohn, dem Lebensstern, dem heilgen Geist in gleicher Weis sei jetzt und ewig Lieb und Preis. Nach dem Veni, ereator spiritus von Johann Scheffler. 4 1677. 148. Eigene Melodie. 100. Keum, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewig⸗ keit! Deine Kraft sei nicht ver⸗ gebens sie erfüll uns jederzeit; werde Irrtu 3. fahrte rechte dem hinde Sünd gestra 4 nis fů sind, wenn findt. Rut 5. treten seufz und v unsre versich 6. bange muß: wie l schluß zu ur Ruh. 7 Stärk ebens⸗ Him⸗ naden⸗ Wun⸗ zungen ort in heinem e Lieb unser durch ut. n uns 18 auf wir, „vom kennen man mache beiden mserm „dem Geist tund piritus 1677. st des Ewig⸗ t ver⸗ erzeit; Pfingsten. 87 so wird Geist und Licht und Schein in den dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde groß und mach uns von Irrtum los. 3. Zeige, Herr, die Wohl⸗ fahrtsstege, halt uns auf der rechten Bahn; räume alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; wirke Reu an Sünden Statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeug⸗ nis fühlen, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn alleine zielen, wenn sich Not und Drangsal findt. Denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit; so wird unsre Bitt erhört und die Zu⸗ versicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: ach mein Gott, mein Gott, wie lange! o so mache den Be⸗ schluß: sprich der Seele tröstlich zu und gib Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser neuer Geist! Fördre in uns deine Werke, wenn der Feind uns fliehen heißt, schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz, o Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort ge⸗ wisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben jener Herrlichkeit und Ehr, die Gott gibt durch Jesum Christ, und die unaussprechlich ist. Heinrich Held. Um 1650. 149. Eigene Melodie. 124. Nun bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heim⸗ fahrn aus diesem Elende. Kyri⸗ eleis. 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis. 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und 88 Pfingsten. in Frieden auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis. 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod; daß in uns die Sinne nicht gar verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis. Martin Luther 150. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine ꝛe. du allersüßte Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet lässest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch je nennen kann. Wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach ergib dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein milder Regen ausgegossen von dem Thron, bringst uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und verteilst nach deinem Willen, meine ganze Seel erfüllen. + 1546. 4. Du bist weise, voll Ver⸗ standes, das Geheimste ist dir kund, hast gezählt den Staub des Sandes und durchschaut des Meeres Grund. Nun du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gib Weisheit, gib uns allen, daß wir mögen Gott gefallen. 5. Du bist heilig und zu fin⸗ den, wo man rein und sauber ist, fliehst hingegen Schand und Sünden, hassest Schlangentrug und List. Mache mich, o Gnaden⸗ quell, rein und züchtig, keusch und hell, laß mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Schäflein pfleget, frommen Herzens, sanften Muts, bleibst im Lieben unbe⸗ weget, tust uns Bösen alles Guts. Ach verleih und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 7. O mein Hort, ich bin zu⸗ frieden, wenn du nur nicht weichst von mir; bleib ich von dir unge⸗ schieden, bin ich stets getrost in dir. Laß mich sein dein Eigen⸗ tum, ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Allem will ich gern ent⸗ sagen, was dir deinen Ruhm ent⸗ reißt, und mein Herz soll immer frage verlei und verflu denwe gegen 9. mich stehef wo d Ver⸗ st dir Staub it des weißt rderbt 1 gib „daß u fin⸗ sauber d und ntrug iaden⸗ keusch „was 8 du äflein mften unbe⸗ alles b mir und und liebst, in zu⸗ beichst unge⸗ ost in digen⸗ erum, nögen ent⸗ nent⸗ mmer Pfingsten. 89 fragen nur nach dem, was du verleihst. Was der Satan will und sucht, will ich hassen als verflucht, und den schnöden Sün⸗ denwegen trete ich mit Ernst ent⸗ gegen. 9. Wohl mir, wenn nur du mich stärkest und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nötig sei. Brich des bösen Flei⸗ sches Sinn, nimm den alten Willen hin, daß er sich in dir erneue und mein Gott sich meiner freue. 10. Sei mein Retter, halt mich eben; wenn ich sinke, sei mein Stab! Wenn ich sterbe, sei mein Leben, wenn ich liege, sei mein Grab! Wenn ich wieder aufersteh, o so hilf mir, daß ich geh hin, wo du in ewgen Freuden wirst die Auserwählten weiden. Paul Gerhardt. 4 1676. 151. Mel. 183: Wie schön leuchtet der ꝛc. O heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, himmlisch Leben wirst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weis⸗ heit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubens⸗ einigkeit auch können alle Christen⸗ heit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit dei⸗ nem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständig⸗ keit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir auch leiden müssen. Schaue, baue, was zer⸗ rissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsam⸗ kraft empfinden und zur Ritter⸗ schaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begeg⸗ nen aller Feinde Trutz mit freu⸗ digen Gebärden. Laß dich reich⸗ lich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebens⸗ hort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß 90 Pfingsten. unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Heilig⸗ keit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns hinfort sei unbewußt die Eitel⸗ keit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer. 1673. —0 152. tel. 79: Ich dank dir, lieber ꝛe. komm, du Geist der Wahr⸗ heit, und kehre bei uns ein, ver⸗ breite Licht und Klarheit, ver⸗ banne Trug und Schein. Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an, daß jeglicher ge⸗ treuer den Herrn bekennen kann. 2. O du, den unser größter Regent uns zugesagt, komm zu uns, werter Tröster, und mach uns unverzagt. Gib uns in dieser schlaffen und glaubensarmen Zeit die scharf geschliffnen Waffen der ersten Christenheit. 3. Unglaub und Torheit brüsten sich frecher jetzt, als je; darum mußt du uns rüsten mit Waffen aus der Höh. Du mußt uns Kraft verleihen, Geduld und Glaubens⸗ treu und mußt uns ganz befreien verwir von aller Menschenscheu. 4. Es gilt ein frei Geständnis in dieser unsrer Zeit, ein offenes Bekenntnis bei allem Widerstreit, trotz aller Feinde Toben, trotz allem Heidentum zu preisen und zu loben das Evangelium. 5. Fern in der Heiden Lande erschallt dein kräftig Wort, sie werfen Satans Bande und ihre Götzen fort; von allen Seiten kommen sie in das Reich herein; ach, soll es uns genommen, für uns verschlossen sein? 6. O wahrlich, wir verdienen solch strenges Strafgericht; uns ist das Licht erschienen, allein wir glauben nicht. Ach, lasset uns ge⸗ beugter um Gottes Gnade flehn, daß er bei uns den Leuchter des Wortes lasse stehn. 7. Du, heilger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und fern; mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn! O öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund, daß wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr machen kund! Karl Johann Philipp Spitta. 4 1859. 153 95. Eigene Melodie. 151. Psalm 51, 12. 13. Schffe in mir, Gott, ein reines Herze und gib mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht, Angef unden nicht 1 Sch lasset Opfer Gnade ihm d so wi Licht Kumm 2. gel de und Friede unsern und L teuren 3. wenn den E zu bet sprich uns N uns k. Feind 4. schütte Kirche die da Wort es ge⸗ zu brit efreien ändnis offenes rstreit, „trotz m und Lande rt, sie id ihre Seiten herein; m, für dienen t; uns ein wir uns ge⸗ flehn, ter des bereite n; mit eugnis du die nus den d und machen + 1859. rreines neuen ch nicht, Pfingsten. 91 verwirf mich nicht von deinem Angesicht, von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 154. Mel. 91: Jesu, meine Freude. chmückt das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an; denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen, machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Sie⸗ gel der Geliebten, Geist voll Rat und Tat, starker Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad! Gib uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine teuren Gaben zur Genüge laben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor; gib uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gib uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; hundertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Lie⸗ besglut; laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen, und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wol⸗ len und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus. Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße; kommen Finsternisse, sei du unser Licht, trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und ver⸗ laß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nim⸗ mermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benjamin Schmolck. 4 1737. 155. Mel. 19: Aus meines Herzens ꝛe. Zeuch ein zu deinen Toren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast. O hochgeliebter Geist des Vaters 92 Pfingsten. und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfin⸗ den und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilge Ole, da⸗ durch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten Gott schützt vom Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl; es steiget himmelan, hält an in Jesu Namen und bringt von dem das Amen, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freu⸗ den, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgetan die Pforten zum güldnen Freudensaal! 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder tun zusammen, die voller Zwietracht sind. 8. Du, Herr, hast selbst in Hän⸗ den die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd, bring wie— der und erneure die Wohlfahrt deiner Herd! Laß blühn durch deine Hut die Länder, so ver⸗ heeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuersglut. 10. Beschirm die Obrigkeiten, bau unsers Königs Thron, steh ihm und uns zur Seiten; schmück als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im gan⸗ zen Land. 11. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergötzet, aus unsern Herzen reißt. 12. Gib Freudigkeit und Stärke, den S uns täg ritterlic und ja kein Cl 13 Me Gaddt mein Schöpft und S der mie an, der an mir 2. 0 Gott, u Vaters mich g hat mi mir im rühmt r schwebe r Liebe, lichkeit, eZorn, it. Der willst, en sich voller in Hän⸗ kannst wie dir h deine zanden, „‚ was re dem ig wie⸗ hlfahrt durch o ver⸗ erstöret lut. eiten, , steh chmück, Alten migkeit Sfurcht ngan⸗ er mit Häuser en für Geist, d, was unsern und Fest der heiligen Dreieinigkeit. 93 Stärke, zu stehen in dem Streit, allzeit nach deinem Sinn, und den Satans Reich und Werke wenn wirs sollen geben ins To⸗ uns täglich anerbeut; hilf kämpfen des Hände hin, wenns mit uns ritterlich, damit wir überwinden, hie wird aus, so hilf uns fröh⸗ und ja zum Dienst der Sünden lich sterben und nach dem Tod kein Christ ergebe sich. 13. Richt unser ganzes Leben ererben des ewgen Lebens Haus. Paul Gerhardt. 1676. 10. Fest der heiligen Dreieinigkeit. 156. Mel. 125: Nun danket alle Gott. Gaobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, dessen Hand mir Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir getan! 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuern Blut, der mir im Glauben schenkt das aller⸗ höchste Gut! 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft! 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet! Gelobet sei der Herr, des Name heilig heißt, Gott Va⸗ ter, Gott der Sohn und Gott der werte Geist! 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig, Heilig! singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit: Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Johann Olearius. 4 1684. 157. Mel. 183: Wie schön leuchtet der ꝛc. Dalleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Singet, klinget, hallet wider, Jubellieder, Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmels⸗ heere! 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind er⸗ wählet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und ge⸗ 9⁴4 tauft und sich mit uns vermählet! Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja! Gott heilger Geist sei ewiglich von uns ge⸗ preist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeitstag erkoren! Heil uns! Heil uns! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna! 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmels⸗ schar und singet nun und immer⸗ dar mit Freuden: Amen, Amen! Singet, klinget, hallet wider, Jubellieder, Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmelsheere! Bartholomäus Crasselius.(2) 4 1724. 158. Eigene Melodie. 102. Kunis, Gott Vater in Ewigkeit, groß ist dein Barmherzigkeit, aller Ding ein Schöpfer und Regierer. Eleison! 2. Christe, aller Welt Trost, uns Sünder allein du hast erlöst. O Jesu, Gottes Sohn! unser Mittler bist in dem höchsten Thron; Fest der heiligen Dreieinigkeit. zu dir schreien wir aus Herzens Begier: Eleison! 3. Kyrie, Gott heilger Geist, tröst, stärk uns im Glauben alle⸗ zeit, daß wir am letzten End fröh⸗ lich abscheiden aus diesem Elend. Cleison! Johann Spangenberg. 190. Mel. 138: O Durchbrecher aller Bande. 2. Sehet, sehet, welche Liebe hat der Vater uns erzeigt; sehet, wie er voll Erbarmen über uns sein Antlitz neigt! Seht, wie er das Allerbeste für das Allerschlechtste gibt: seinen Sohn für unsre Sün⸗ den! Sehet, seht, wie er uns liebt! 2. Sehet, sehet, welche Liebe unser Heiland zu uns trägt, wie er alles für uns leidet, selbst daß man ans Kreuz ihn schlägt; wie er da auch noch den letzten Tropfen Bluts für uns vergießt. Sehet, seht, ob das nicht Liebe, namen⸗ lose Liebe ist! 3. Sehet, sehet, welche Liebe uns erzeigt der heilge Geist, wie er auch den ärgsten Sünder gern zum Leben unterweist, wie er strafend, lehrend, tröstend immer zu den Menschen spricht! O wer priese solche große, dreifach große Liebe nicht! Karl Johann Philipp Spitta. 4 1859. + 1550. Mel Kom von de und ve Bruder man g bühren 2. muß z was di in deir mich a wirst d Feind Heil li— Ja unt 4. 2 will Ge deines dauert Jakobs Jakobs 5. 2 wollen sieh un uns dei in uns sich kein herzens Geist, en alle⸗ id fröh⸗ Elend. 1550. er Bande. ebe hat et, wie us sein er das lechtste e Sün⸗ S liebtl Liebe gt, wie bst daß jt; wie ropfen Sehet, namen⸗ Liebe st, wie er gern wie er immer O wer große 1850. Andere Feste. Mariä Verkündigung. 9⁵ II. Andere Feste. 1. Mariä Verkündigung. 160. Mel. 104: Liebster Jesu, wir sind hier. Kommst du, großer Gottessohn, von dem Himmel auf die Erden und verlässest deinen Thron, unser Bruder hier zu werden? Wie soll man genug dich preisen, dir ge⸗ bührend Dank erweisen? 2. Nazareth, die kleine Stadt, muß zu deiner Herkunft dienen; was die Welt verachtet hat, kann in deinen Augen grünen. Laß mich allen Stolz verfluchen, so wirst du mich auch besuchen. 3. Jesus soll dein Name sein, dieses heißt ein Seligmacher. Nun, so fürcht ich keine Pein, keinen Feind und Widersacher! Lauter Heil liegt in dem Namen, lauter Ja und lauter Amen. 4. Dir, des Allerhöchsten Sohn, will Gott Davids Stuhl bereiten, deines Königreiches Thron über⸗ dauert alle Zeiten. Du sollst Jakobs Haus regieren, und die Jakobs Glauben führen. 5. Wir sind dir auch untertan, wollen gern dein Zepter küssen, sieh uns stets in Gnaden an, laß uns deine Huld genießen, herrsch in uns mit lauter Segen, so darf sich kein Feind mehr regen. 6. Mir gescheh, wie du gewillt, ich bin dir als Knecht verbunden; du bleibst nun mein Freudenschild, wenn der Engel gleich verschwun⸗ den; denn der Herr der Engel⸗ scharen ist zu mir herabgefahren. Benjamin Schmolck. 1737. 161. Eigene Melodie. 115. Luk. 1, 46—55. Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes. 2. Denn er hat die Niedrig⸗ keit seiner Magd angesehen; siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskind. 3. Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist. 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebet die Nie⸗ drigen. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern und lässet die Reichen leer. 96 Mariä Verkündigung. 8. Er denket der Barmherzig⸗ keit und hilft seinem Diener Israel auf; ö 9. Wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. 10. Lob und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geiste; 11. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 162. Mel. 67: Herr, ich habe mißgehandelt. reis dem, der die Welt ent⸗ sündigt! Preis sei Gott! Der Völker Heil, Jesus Christus ist verkündigt, nimmt an unsrer Menschheit teil und will mitleids⸗ voll auf Erden der Verlornen Retter werden. 2. Tag des Heils, sei uns will⸗ kommen! Tag, den uns der Herr gemacht! Was die Sehnsucht jener Frommen Israels sich kaum ge⸗ dacht, krönt nun deines Volks Verlangen, Jesus wird vom Geist empfangen. 3. Jesus ist der Heilands⸗ Name, der die Sünder selig macht. Der versprochne Weibessame bricht allein des Todes Macht und bringt allen Heil und Leben, die nach seinem Reiche streben. 4. Gottes Sohn verläßt die Freuden seines Thrones uns zu⸗ gut, will hier Not und Armut leiden, kommt in unser Fleisch und Blut, die zu retten, die ihn hassen; o wer kann dies Wunder fassen! 5. Ihn will Gott einst hoch erheben, ihm, des Allerhöchsten Sohn, will er Königreiche geben, und von Davids Königsthron soll er Jakobs Haus regieren und zur ewgen Wonne führen. 6. Komm, o Jesu, und vollende deines Reiches Herrlichkeit! Schutz und Gnade sei ohn Ende über deine Christenheit ausgebreitet, laß den Deinen täglich neue Huld erscheinen! 7. Laß in deinem Reich der Gnaden dir dein Volk gehorsam sein und an deines Geistes Taten dankbar sich ohn Ende freun, daß wir dir zur Ehre leben und nach jenem Reiche streben. 8. Leit auch mich auf deinen Wegen, gib mir Treu und Dank⸗ barkeit, daß ich hier schon deinen Segen und dein Reich der Herr⸗ lichkeit einst mit allen, die dir trauen, möge froh und ewig schauen! Unbekannter Dichter. Ge ISrac erlöse 2. Horn seines 3. hat d ligen 4. unser Hand 5 zeiget dächte 6. schwot ham, +. Hand ten ol 8. keit, d Leben, reben. ßt die ns zu⸗ Armut ch und assen; fassen! t hoch öchsten geben, on soll und Uende Schutz über reitet, Huld ch der orsam Taten n, daß d nach deinen Dank⸗ deinen Herr⸗ ie dir ewig ichter. Fest Johannis des Täufers. 97 2. Hest Johannis des Täufers. 163. Eigene Melodie. 53. Luk. 1, 68—79. Gelobet sei der Herr, der Gott Israel; denn er hat besucht und erlöset sein Volk; 2. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David; 3. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner hei⸗ ligen Propheten, 4. Daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, 5. Und die Barmherzigkeit er⸗ zeigete unsern Vätern, und ge⸗ dächte an seinen heiligen Bund, 6. Und an den Eid, den er ge⸗ schworen hat unserm Vater Abra⸗ ham, uns zu geben, 7. Daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm diene⸗ ten ohne Furcht unser Leben lang, 8. In Heiligkeit und Gerechtig⸗ keit, die ihm gefällig ist. 9. Und du Kindlein wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest, 10. Und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden, 11. Durch die herzliche Barm⸗ herzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besuchet hat der Auf⸗ gang aus der Höhe, 12. Auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 13. Lob und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste; 14. Wie er war im Anfang, bleibt er jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 164. Mel. 173: Was Gott tut, das ist ꝛc. Gelobet sei, Gott Israel! Du hast dein Volk erhöret, das Horn des Heils, Immanuel, ist Davids Haus bescheret. Wir sind erlöst und auch getröst; was du vor⸗ längst versprochen, das hast du nicht gebrochen. 2. Ach, ist uns so viel Herrlich⸗ keit durch deinen Sohn erschienen, so mach auch unser Herz bereit, ihm lebenslang zu dienen. Kein ander Heil wird uns zuteil, Ver⸗ gebung unsrer Sünden ist nur bei ihm zu finden. 3. Johannes ging vor Jesu her, wir folgen seinen Schritten, denn heut erschallet seine Lehr, er steht in unsrer Mitten. Dir nur allein 7 solln treu wir sein, bis wir auf Zions Auen dich, Lebenssonne, schauen. Benjamin Schmolck. 1737. 165. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. ochgelobt sei unser Gott, der sein Volk besucht und liebet! Er erlöset aus der Not, weil er uns den Heiland gibet. Unser Horn des Heils ist hier; lobet unsern Gott mit mir! 2. Was der Herr verheißen hat, solches hat er auch erfüllet; nun wird unsern Tränen Rat, unser Kummer wird gestillet. Unsre Ketten sind entzwei, wir Gebundne sind nun frei. 3. Gott hat an den Eid gedacht, den er Abraham geschworen, er hat einen Bund gemacht, dieser geht nun nicht verloren. Ach das 3. Michaelisfest. 166. Mel. 128: Nun komm, der Heiden ꝛc. Aler Engel himmlisch Heer singt Gott ewig Lob und Ehr. Himmel widerhallt. 2. Cherubim und Seraphim preisen ihn und dienen ihm, Hel⸗ den, mächtig und geschwind, gleich als Feuerflamm und Wind. Michaelisfest. Heilig, heilig, heilig! schallt, vaß der 3. Anzustaunen seine Macht, ist Barmherzigkeit, leb ihm auch zum Dank bereit. 4. Jesus macht von Feinden los, daß wir ihm mit Willen dienen. Schätzen wir die Rettung groß, so muß auch der Glaube grünen, daß man recht und heilig lebt und das Herz zu Gott er⸗ hebt. 5. Das macht Gottes Vater⸗ herz, daß die Sonn uns auf⸗ gegangen; also weicht der Seelen⸗ schmerz, wenn wir dieses Licht erlangen: dann vergeht die Höllennacht; Gott sei Dank, der uns bewacht. 6. Nun, so sind wir unverzagt, fürchten keinen Todesschatten, nur mit Jesu frisch gewagt! Dieser Quell erfrischt die Matten; gehn wir doch den Friedensweg: Je⸗ sus, Jesus ist der Steg. Johann Neunherz. 1 1737. Schutz der heiligen Engel. seiner Werke hehre Pracht, und zu tun, was er gebeut, das ist ihre Seligkeit. 4. Der du sie zum Dienste schickst dem, auf den du gnädig blickst, lasse sich ihr schirmend Heer mächtig lagern um uns her. vor der Abgefallnen Wut, vor dem Fürsten dieser Welt, wenn 5. Laß sie halten um uns Hut sein Trug uns Schlingen stellt auch einden Willen ettung aube heilig ott er⸗ Vater⸗ 5auf⸗ deelen⸗ Licht t die nk, der erzagt, en, nur Dieser gehn g Je⸗ 1737. t, und das ist Dienste gnädig rmend uns 18 Hut „vor wenn stellt Michaelisfest. 99 6. Gib, daß vieler Sünder Reu dort im Himmel sie erfreu; gib, daß keiner mehr verübt, was ihr heilig Aug betrübt. 7. Lieb und Hilf ist Engelamt, dazu schufst du uns gesamt; daran mach uns hier schon reich, hier schon deinen Engeln gleich. 8. Jesu, deinen Geist uns send, daß bei unserm letzten End Engel⸗ hand uns sanft und süß zu dir trag ins Paradies. Viktor von Strauß. 1 1899. 167. Mel. 127: Nun freut euch, lieben ꝛe. us Lieb läßt Gott der Christen⸗ heit viel Gutes widerfahren, aus Lieb hat er ihr zubereit viel tau⸗ send Engelscharen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die uns gar wohl bewahren. 2. Sie lagern sich, wenn kommt die Not, in Eil gefaßt sich machen und retten die, so fürchten Gott, und stehen bei den Schwachen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die immer für uns wachen. 3. Sie führen auf den Straßen wohl die Großen samt den Kleinen, daß keiner Schaden leiden soll und nicht im Unglück weinen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die uns mit Treue meinen. 4. Solch Wohltat denen wird erzeigt, die nach dem Herren fragen; die Engel ihnen sind geneigt, den Satan sie verjagen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die uns gen Himmel tragen. Georg Reimann. 1 1615. 168. Mel. 148: O Welt, ich muß dich 20. u Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Ge⸗ bote stehn, du allerhöchster Meister der wunderstarken Geister, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Engel und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, gibst du zu meiner Wacht; sie sehn dein Angesichte in höchst voll⸗ kommnem Lichte, doch nehmen sie auch mich in acht. 3. Das sind die starken Helden, die deinen Rat vermelden, du Hüter Israel; das sind die Feuer⸗ flammen, die schlagen stets zu⸗ sammen um frommer Christen Leib und Seel. ö 4. O laß auch mich bewahren durch diese Heldenscharen, ich sei auch, wo ich sei; laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so ist mein Fuß vom Anstoß frei. 5. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein; da werd ich 7* 100 Michaelisfest. dich recht loben und in dem Himmel droben dir gleich und deinen Engeln sein. Nach Benjamin Schmolck. 4 1737. 169. Mel. 114: Meinen Jesum laß ꝛc. err, du hast in deinem Reich große Scharen vieler Engel! Die⸗ sen bin ich noch nicht gleich, denn mein Herz ist voller Mängel. Ach wann werd ich auch so rein, als die guten Engel sein! 2. Mich beschweret Fleisch und Blut, hilf du, daß ich geistlich werde; gib mir einen Engelmut, der sich trenne von der Erde, daß ich als dein liebes Kind allzeit himmlisch sei gesinnt. 3. Mache mir dein Wort be⸗ kannt durch des heilgen Geistes Gabe, daß ich Weisheit und Ver⸗ stand wie ein Engel Gottes habe, bis ich einst in jenem Licht völlig seh dein Angesicht. 4. Auch dein Wille soll geschehn in dem Himmel und auf Erden; darum laß uns dahin sehn, daß wir dir gehorsam werden, und verleih, daß ich dabei aller Engel Mitknecht sei. 5. Unsre Weit ist voll Gefahr, ach sie hat viel böse Stellen; sende deiner Engel Schar, daß mich niemand könne fällen, und da, wo ich schlafe ein, laß sie meine Wächter sein. 6. Mach es wie mit Lazaro, wenn ich künftig werde sterben; und damit ich ebenso möge Trost und Segen erben, heiß die Engel mich zur Ruh tragen nach dem Himmel zu. Kaspar Neumann. 1715. 170. Mel. 142: O Herre Gott, dein ꝛc. Nun dankt, ihr Christen, alle Gott mit Herzen und mit Munde, lobt unsern Herren Zebaoth, weil er zu aller Stunde in der Gefahr uns immerdar erweiset Gnad und Segen, auch durch die Macht der Engelwacht uns schützt auf unsern Wegen. 2. Darum will ich auf meinen Gott in aller Trübsal bauen und ihm allein in aller Not Leib, Seel und Gut vertrauen. Nichts achte ich, ob wider mich gleich alle Feinde stehen; tuts Engelheer nur Gegenwehr, muß alles wohl ausgehen. 3. Ach Herr, laß mir am letzten End auch diesen Schutz gedeihen, und mir die lieben Wächter send, von Angst mich zu befreien. Laß mich von hier fein sanft zu dir in deinen Schoß hintragen, so will ich dir, und sie mit mir, dort ewiglich Dank sagen. Nach Josua Wegelin. 1 1640. Reformationsfest. 101 4. Reformationsfest. 141. Eigene Melodie. 38. Psalm 46. Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsgleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald ver⸗ loren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst er⸗ koren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch ge⸗ lingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, tut er uns doch nichts. Das macht, er ist gericht; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren da⸗ hin; sie habens kein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther. 4 1546. 172². „Mel. 164: Valet will ich dir geben. Erhalt uns deine Lehre, Herr, zu der letzten Zeit, erhalt dein Reich und mehre stets deine Chri⸗ stenheit; erhalte festen Glauben, der Hoffnung hellen Strahl, laß uns dein Wort nicht rauben in diesem Jammertal. 2. Erhalt dein Ehr und wehre dem, was dir widerspricht, er⸗ leuchte und bekehre, allwissend ewges Licht, was dich noch nicht erkennet. Entdecke doch der Welt, der du dein Licht gegönnet, was einzig dir gefällt. 3. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das selig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in dieser Nacht. Laß diesen Born uns tränken im dürren Tal der Welt; laß diese Stimm uns lenken hinauf zum ewgen Zelt. 4. Erhalt in Sturm und Wel⸗ len dein Häuflein; laß doch nicht uns Wind und Wetter fällen: steur selbst dein Schiff und richt den Lauf, daß wir erreichen die Anfurt nach der Zeit, hilf uns die Segel streichen in selger Ewigkeit. Andreas Gryphius. 1664. —— 173. Eigene Melodie. 40. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, dei⸗ nen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist; beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gib deinm Volk einen Sinn auf Erd; steh bei uns in der letzten Not, gleit uns ins Leben aus dem Tod. Martin Luther. 4 1546. 174. Eigene Melodie. 49. Tahre fort:: Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuch— ter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle. Zion, dringe durch die enge Pfort! Fahre fort 2. Leide dich ü: Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebens⸗ krone. Zion, fühlest du den Schlangenstich, leide dich:: 3. Folge nicht:: Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Reformationsfest. Gut und Geld, bleib im Beten und im Wachen! Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht 1 4. Prüfe recht:: Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; tue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, beide, das was krumm und schlecht, prüfe recht: 5. Dringe ein:: Zion, dringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht, wie die an⸗ dern tot, sei du gleich den grü⸗ nen Reben. Zion, in die Kraft für Heuchelschein dringe ein:: 6. Brich herfür:: Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruder⸗ liebe brennet; zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Tür brich herfür: 7. Halte aus: Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden. Auf! das Kleinod rückt herbei. Auf! verlasse, was dahinten. Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus:: Johann Eusebius Schmidt. 1745. 175. Mel. 174: Was mein Gott will ꝛc. ilf deiner Kirch in ihrer Not und sei ihr ferner gnädig; mach uns von allem Trotz und Spott der Widersacher ledig. Mehr das Reformationsfest. Vertraun, lehr auf dich schaun, die noch dein Wort verwirren, die Menschenwahn blind nehmen an und ins Verderben irren. 2. Geuß aus, o Jesu, deinen Geist und rüste neue Zeugen. Das Wort, das deine Gnade preist, laß nimmer bei uns schwei⸗ gen; und wers veracht, laß deine Macht sein hartes Herz bezwin⸗ gen, daß deine Knecht behalten recht und Lob und Preis dir bringen! 3. Herr, deiner Kirche starker Hort, du wirst die nicht verlassen, die fest ins Herz dein wahres Wort mit rechtem Glauben fassen. Gib ihnen Teil am ewgen Heil und laß sie nicht verderben; ja, auch für mich, Herr, bitt ich dich: hilf mir nur selig sterben! Nach einem alten Reformationsliede. 176. Mel. 183: Wie schön leuchtet der ꝛc. omm, komm, du Licht in Gottespracht, den Tag, den uns der Herr gemacht, mit deinem Glanz zu weihen! Weck auf, was schläft in dunkler Haft, zünd an der rechten Andacht Kraft, uns heilgen Schmuck zu leihen! Frühe ziehe uns nach oben, den zu loben, der allmächtig Sonnen lenket groß und prächtig! 2. O seht! in hellem Glanze steht die Kirche Christi hoch er⸗ 103 höht, ihr Hoffen ist geschehen. Viel Könige, Propheten viel sahn harrend auf nach solchem Ziel, und habens nicht gesehen. Selig, selig, die da sehen auf den Höhen und im Tale Lebenslicht von Gottes Strahle! 3. Verdunkelt stand des Herrn Altar, in Menschentrug begraben war das Wort aus Gottes Munde. Wo bleibst du, Licht vom An⸗ beginn? Ach Hüter, ist die Nacht bald hin? ist nah des Aufgangs Stunde? Singet, bringet Mor⸗ genlieder unserm Hüter! Er schläft nimmer; herrlich kam des Aufgangs Schimmer. 4. Zu Gottes Helden drang der Schein: Steht auf, ihr sollt mein Rüstzeug sein; euch ruft des Reiches König! Da schallts: Die Wahrheit macht euch frei! Die Nacht ist hin, der Tag her⸗ bei! und Jubel hallt vieltönig. Herr, Herr! Ewger! Treu im Halten und im Walten über⸗ schwenglich! Gott, dein Licht ist unvergänglich! 5. Es stritt mit Macht die Finsternis; die Erde bebt, der Vorhang riß, da siegt das Licht vom Morgen. Jahrhunderte sind hingeflohn, manch Reich gestürzt und mancher Thron; die Kirche steht geborgen. Jesus Christus, gestern, heute und in weite Ewig⸗ keiten! Eilt, sein Lob heut aus⸗ zubreiten! 104 6. Tag, den uns Gott erschei⸗ nen läßt, dich grüßt, in Lieb und Glauben fest, die heilige Gemeine, die kämpfend noch hienieden geht, die triumphierend droben steht; es ist ja doch nur Eine! Ein Wort, Ein Hort! Jauchzt, Verklärte! Jauchz, o Erde, seinem Namen: Heilig, heilig, heilig! Amen! Christian Friedrich Heinrich Sachse. 4 1860. 177. Mel. 38: Ein feste Burg ist unser ꝛe. O Jesu, einig wahres Haupt der heiligen Gemeine, die an dich, ihren Heiland, glaubt und nur auf dir alleine als ihrem Felsen steht, der nie untergeht, wenn gleich die ganze Welt zertrüm⸗ mert und zerfällt: erhör, erhör uns, Jesu! 2. Laß uns, dein kleines Häufe⸗ lein, das sich zu dir bekennet, dir ferner anbefohlen sein, erhalt uns ungetrennet! Wort, Tauf und Abendmahl laß in seiner Zahl und ersten Reinigkeit bis an den Schluß der Zeit zu unserm Troste bleiben. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit mit reinem Herzen dienen; Reformationsfest. Gut, Blut und Leben wagen, mach uns dadurch getrost und froh, das schwere Kreuz zu tragen. Gib uns Beständigkeit, daß uns Lust und Leid von dir nicht scheiden mag, bis wir den Jubeltag bei dir im Himmel halten. 5. Auf unsers Landesvaters Haus geuß von dem Gnadenthrone den Segen deines Blutes aus; umstrahle seine Krone mit deiner Herrlichkeit, ihm zur Sicherheit, zu seiner Feinde Trutz und zum gewünschten Schutz uns, deinen armen Kindern. 6. Erbarm dich deiner Christen⸗ heit, vermehre deine Herde; für uns, dein armes Häuflein, streit, daß es erhalten werde. Den Arger⸗ nissen wehr, was dich haßt, be⸗ kehr; was sich nicht beugt, zer⸗ brich; mach endlich seliglich all unsrer Not ein Ende. 7. Ach Jesu, ach wir bitten dich in deinem Jesusnamen: Er⸗ hör, erhör uns gnädiglich, sprich, Jesu, Ja und Amen! Willst du uns Jesus sein, sind wir, Jesu, dein, so halt dein Jesuswort und laß uns hier und dort darüber jubilieren! Joh. Mentzer. 4 1734. laß uns das Licht der Seligkeit, das uns bisher erschienen, zur Buße kräftig sein und zum hellen Schein, der unsern Glauben mehrt, der Sünden Macht zerstört und fromme Christen machet. 4. Laß uns beim Evangelio 178. Mel. 20: Aus tiefer Not schrei ꝛc. Psalm 124. Wer Gott nicht mit uns diese Zeit, so soll Israel sagen, wär ö dem W V mach „das Gib Lust eiden g bei daters hrone aus; einer rheit, zum einen isten⸗ für streit, rger⸗ „be⸗ zer⸗ 9 all itten Er⸗ prich, st du Jesu, t und rüber 734. c. diese wär Erntedankfest. Gott nicht mit uns diese Zeit, wir müßten gar verzagen, die so ein armes Häuflein sind, veracht von so viel Menschenkind, die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; wo Gott hätt das zugeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn, als die ein Flut ersäuft und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen! Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist ent⸗ zwei und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, Gotts Him⸗ mels und der Erden. Amen. Martin Luther. 1 1546. 179. Mel. 38: Ein feste Burg ist unser ꝛc. Wenm Christus seine Kirche schützt, so mag die Hölle wüten; er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hilfe nah; wenn er ge⸗ beut, stehts da. Er schützet sei⸗ 105 nen Ruhm und hält das Chri⸗ stentum. Mag doch die Hölle wüten! 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn em— pören, denn den Gesalbten, sei⸗ nen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts, sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahr⸗ heit schmähn, uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn, wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Not, und Kraft und Mut im Tod; was will uns denn erschrecken? Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. 5. Erntedankfest. 180. Mel. 138: O Durchbrecher aller Bande. Oerr, die Erde ist gesegnet von dem Wohltun deiner Hand, Güt und Milde hat geregnet, dein Ge⸗ schenk bedeckt das Land. Auf dem Felde, in dem Garten ist dein Segen ausgestreut und gekrönt ist unser Warten, unsre Herzen sind erfreut. 106 2. Aller Augen sind erhoben, Herr, auf dich zu jeder Stund, daß du Speise gibst von oben und versorgest jeden Mund, und du öffnest deine Hände, dein Ver⸗ mögen wird nicht matt, deine Hilfe, Gab und Spende machet alle froh und satt. 3. Gnädig hast du ausgegossen deines Überflusses Horn, ließest Gras und Kräuter sprossen, ließest wachsen Frucht und Korn; mäch⸗ tig hast du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr, und das Gut steht unversehret, und gesegnet ist das Jahr. 4. Herr, wir haben solche Güte nicht verdient, die du getan; unser Wissen und Gemüte klagt uns vieler Sünden an. Ach gib, daß auch das Gefilde für dich rühre unser Herz, daß der Reich⸗ tum deiner Milde uns bewege himmelwärts. 5. Hilf, daß wir dies Gut der Erden treu verwalten immerfort. Alles soll geheiligt werden durch Gebet und Gottes Wort. Was wir wirken und vollenden, sei ein Same für dein Reich. Wenn du wirst die Sichel senden, sei die Ernte groß und reich! Heinrich Puchta. 4 1858. 181. Mel. 136: O daß ich tausend Zungen ꝛc. O Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Erntedankfest. Haus, du aber teilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch darf die Notdurft keinem fehlen; denn du weißt allem vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonnen Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot, es mehret sich vielfältger⸗ weise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer kanns genug bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollens auch niemals vergessen, was uns dein Segenträ⸗ get ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein; und Herz und Mund soll le⸗ benslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann. 1715. Me Was getan! Wenn kann, minder himmel auf Er werden 2. wohlge im Gel wohl 1 leben. er uns müssen 3. Willen Gaben n aus. reich; gleich? en alle Tische tdurft weißt st, daß kommt in auf .au Wind, et, die zt, des Strahl I. mschen rd ihm ältger⸗ n, als e jung erhalt. genug nd hier lIs du, id dein denn eschert ert. iemals zen trä⸗ 'en wir enkmal soll le⸗ g sagen 17¹⁵• Bußtag. 182. Mel. 173: Was Gott tut, das ist ꝛc. as Gott tut, das ist wohl⸗ getan! So denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz nur himmelwärts, ob wir gleich hier auf Erden bei Mangel traurig werden. 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und gibt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Er zeigt uns oft den Segen, und eh er noch ge⸗ deihen kann, muß sich die Hoff⸗ nung legen. Weil er allein der Schatz will sein, so nimmt er andre Güter und bessert die Gemüter. 4. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Laß ihm nur seinen Willen; läßt es sich gleich zum 107 Hunger an, er weiß ihn doch zu stillen. Wer als ein Christ ge⸗ nügsam ist, wird bei geringen Brocken doch danken und froh⸗ locken. 5. Was Gott tut, das ist wohlgetan“ Das Feld mag traurig stehen, wir gehn getrost auf Zions Bahn und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brot, so hats nicht not, es nennt uns Gottes Erben, wie können wir verderben? 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan! So wollen wir stets schließen; und ist bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, doch ists genug zur Sät⸗ tigung, wenn Gott die Notdurft segnet, obs auch nicht Vorrat regnet. 7. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Wie er es nun ge⸗ füget, so nehmen wir es billig an und sind dabei vergnüget. Er, unser Gott, weiß, was uns not. Laßt in Geduld uns fassen! Er wird uns nicht verlassen. Nach Benjamin Schmolck. 4 1737. 6. Bußtag. Citanei. Herr, Herr, 183 Erbarme dich! 4l. 105. Christe, Herr, Herr, 605 Erbarme dich! Erbarme dich! Christe, Erbarme dich! Herr, Gott Vater im Himmel, Herr, Gott Sohn, der Welt Hei⸗ land, 108 Herr, Gott heiliger Geist, Erbarm dich über uns! Sei uns gnädig, Verschon uns, Herr, Herr, unser Gott! Sei uns gnädig, Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor allen Sünden, vor allem Irrsal, vor allem Übel Behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Vor des Teufels Trug und List, vor Pestilenz und teurer Zeit, vor Krieg und Blutvergießen, vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuer⸗ und Wassersnot, vor bösem schnellen Tod, vor dem ewigen Tod Behüt uns, Herr, Herr, unser Gott! Durch deine heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutgen Schweiß, durch dein Kreuz und deinen Tod Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Durch dein Auferstehn und deine Himmelfahrt, in unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht Hilf uns, Herr, Herr, unser Gott! Wir armen Sünder bitten, ö Du wollest uns erhören, Herr, Herr, unser Gott! Bußtag. Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, alle Hirten und Diener deiner Kirche im heilsamen Wort und in heiligem Leben be⸗ halten, allen Rotten und Argernissen wehren, alle Irrende und Verführte wieder⸗ bringen, den Satan unter unsere Füße treten, treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! Wollest allen Fürsten und Völkern Fried und Eintracht geben, unsern König leiten und schützen und glückliche Regierung ihm verleihen, über unserm deutschen Volke gnä⸗ dig walten, dem deutschen Kaiser Kraft und Segen schenken, die deutsche Kriegsmacht zu Wasser und zu Lande beschützen, unsers Königs Räte und Diener mit Weisheit und mit Treue rüsten, unsern Rat, Schule und Gemeinde segnen und behüten. ö Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! Kirche deiner Wort »n be⸗ rnissen vieder⸗ Füße Ernte Worte helfen Herr, zölkern geben, chützen ng ihm ke gnä⸗ ft und Wasser en, Diener Treue meinde „Herr, Bußtag. Wollest allen, so in Gefahr und Not, mit Hilf erscheinen, allen Müttern und Säuglingen Gedeihen, Kraft und Leben schenken, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle unschuldig Gefangene los und ledig lassen, alle Unterdrückte retten und be⸗ freien, alle Witwen und Waisen ver⸗ teidigen und versorgen, aller Menschen dich erbarmen Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! Wollest unsern Feinden, Verfol⸗ gern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, unsrer Hände Werke bei uns för⸗ dern und unser Flehen gnä⸗ diglich erhören. Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! O Jesu Christe, Gottes Sohn, Erhör uns, Herr, Herr, unser Gott! O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Verleih uns steten Frieden! Christe, Erhöre uns! Herr, Herr, Erbarme dich! Christe, Erbarme dich! Herr, Herr, erbarme dich! Amen. 184. Eigene Melodie. 8. Alein zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden ist kein Mensch geborn, der mir aus Nöten hel⸗ fen kann; ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen hab 2 Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Her⸗ zen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmer⸗ zen; und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich getan, so werd ich los der Sün⸗ den Last Herr, halt mir fest, wes du dich mir versprochen hast 3. Gib mir nach deinr Barm⸗ herzigkeit den wahren Christen⸗ glauben, auf daß ich deine Süßig⸗ keit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und mei⸗ nen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hilf mir send, damit behend des Teufels List sich von mir wend. 110 4. Ehr sei Gott in dem höch⸗ sten Thron, dem Vater aller Güte, und Christo seinem liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott, dem werten heilgen Geist, der uns allzeit sein Hilfe leist, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und folgends in der Ewigkeit. Konrad Hubert. 4 1577. 185⁵. Eigene Melodie. 20. Psalm 130. Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Ru⸗ fen! Dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffne. Denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist ge⸗ tan, wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Tun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann; des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen. Auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Mor⸗ gen, doch soll mein Herz an Gottes Bußtag. Macht verzweifeln nicht, noch sor⸗ gen. So tu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sün⸗ den viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Martin Luther. 4 1546. 186. — Mel. 155: Sieh, hier bin ich ꝛe. Gott der Gnaden, schwerbeladen neigt sich unser Haupt vor dir. Unsre Herzen sind voll Schmer⸗ zen, Staub und Asch ist unsre Zier. Hab Erbarmen mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen, denn wir tragen auf uns aller Sünden Last, aller Qualen volle Schalen, die du ausgegossen hast. Hab Er⸗ barmen mit uns Armen! Angst und Not hat uns erfaßt. 3. Wenn du richtest, wenn du sichtest, geht das Zittern vor dir her. Wenn uns decken deine Schrecken, dann ist keine Rettung mehr. Hab Erbarmen mit uns Armen! Deine Hand ist uns zu schwer. 4. Herbe Strafe trifft die Schafe, deren Ohr nicht Folge gab. Vor dem Schwerte bebt die Herde, stab. Armen Tod hi 3.— nennen tat; es ner, jed Erbarn auf ihn 6. H fen dei Tilg ii in dem Hab E Sprich 7•.— uns dei verschor Erbarn E Trost v barmen mach u 9.— ledig, f Tal! vermin⸗ qual. Armen! Mal. 10. liegen; Haft; d sch sor⸗ r Art, ward, Sün⸗ mehr en hat sei der r gute ird aus 1546. 20. Hdeladen or dir. chmer⸗ unsre it uns en wir. n wir in Last, en, die ub Er⸗ Angst wenn rn vor deine tettung it uns uns zu t die Folge ebt die Herde, die nicht folgt dem Hirten⸗ stab. Hab Erbarmen mit uns Armen! Führ uns nicht zum Tod hinab. 5. Wir bekennen, Herr, wir nennen laut vor dir die Misse⸗ tat; es ist keiner hier ein Rei⸗ ner, jeder erntet böse Saat. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sieh auf ihn, der für uns bat. 6. Hör uns rufen an den Stu⸗ fen deines hohen Gnadenthrons. Tilg in Hulden unsre Schulden in dem Blut des Menschensohns. Hab Erbarmen mit uns Armen! Sprich uns los des Sündenlohns. 7. Herr, verzeihe! Jesu, leihe uns dein priesterlich Gebet! Gott, verschone, wenn vom Sohne das Erbarmen zu dir fleht! Hab Er⸗ barmen mit uns Armen, wenn der Mittler vor dir steht. 8. Jesu rette, brich die Kette unsrer Finsternis entzwei, daß der Glaube tief im Staube unser Trost und Zuflucht sei. Hab Er⸗ barmen mit uns Armen! Jesu, mach uns wieder frei. 9. Sei uns gnädig, mach uns ledig, führ uns aus dem finstern Tal! Du kannst lindern und vermindern alle Not und Herzens⸗ qual. Hab Erbarmen mit uns Armen! Jesu, hilf noch dieses Mal. 10. Du mußt siegen, wir er⸗ liegen; du bist frei, wir sind in Haft; du alleine bist der Reine, wir Bußtag. 111 sind schwach, dein ist die Kraft. Hab Erbarmen mit uns Armen! Denk an deine Pilgrimschaft. 11. Wenn du Frieden uns be⸗ schieden, fürchten wir die Strafe nicht. Dein Versöhnen wird uns krönen mit Gerechtigkeit und Licht. Dein Erbarmen hilft den Armen! Du bist unsre Zuversicht. Heinrich Puchta. 1858. 187. Mel. 13: An Wasserflüssen Babylon. König, dessen Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget; der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wundertätig; ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner tat, beschämet und von ferne; ich suche deine Hilf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Sünden bin und, wo ich mich nur wende hin, von allem Guten ledig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht. Gott sei mir Sün⸗ der gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Ge⸗ wissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen 112 büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Abba, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug getan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind: der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja guttätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe tätig; und will es nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Ster⸗ ben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es gleich bös oder gut, gib nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst beirätig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott sei mir Sünder gnädig. Valentin Ernst Löscher. 4 1749. Bußtag. 188. Mel. 160: Straf mich nicht in deinem ꝛc. ichrer Mensch, noch ist es Zeit, aufzustehn vom Schlafe; nah ist dir die Ewigkeit, nahe Lohn und Strafe. Hör, Gott spricht! Säume nicht, seinen Ruf zu hören und dich zu bekehren. 2. Noch tönt nicht zum Welt⸗ gericht der Posaune Stimme, noch sinkt dieser Erdball nicht vor des Richters Stimme. Aber bald, bald erschallt Gottes Ruf: zu Erden sollst du wieder werden! 3. Kommt nun, eh du es ge⸗ dacht, in der Sünde Freuden deines Lebens letzte Nacht, was wirst du dann leiden, wann dein Herz, von dem Schmerz deiner Schuld zerrissen, wird verzagen müssen! 4. Wann vor deinem Antlitz sich jede Sünd enthüllet, wann dann jede, jede dich ganz mit ö Graun erfüllet, nichts dich dann stärken kann, keine deiner Freuden, kehren: erbarme du an des Grabes Stufen, bang was wirst du dann leiden! 5. Nah dem Untergang wirst um Trost und Seelenruh, dann vergebens rufen: Rette, Gott, mich vom Tod! Rette noch im Sterben mich von dem Verderben! 6. Noch, noch wandelst du, o Christ, auf des Lebens Pfade; nahe zur Errettung ist dir noch Jesu Gnade. Eil ihr zul du wirst Ruh fü Vergebꝛ Christ Mel. 16 Son Gott, n ders Te Wunsch Sünden heit keh ewiglich 4. 2 nem ꝛc. Zeit, ih ist und äume und Welt⸗ „noch r des bald, : zu den! 8 ge⸗ eines wirst Herz, chuld issen! ntlitz wann mit dann uden, wirst bang dann „mich erben du, o fade; noch wirst Bußtag. Ruh für dein Herz empfinden und Vergebung finden. Christoph Christian Sturm. 1786. 189. Mel. 165: Vater unser im Himmelreich. Hesek. 33, 11. (Oo wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sün⸗ ders Tod; vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bos⸗ heit kehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Men⸗ schenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar mit einem teuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicher⸗ heit; denk nicht: zur Buß ist noch wohl Zeit, ich will mich erst des Lebens freun, und werd ich dessen müds sein, alsdann will ich be⸗ kehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist wohl stets bereit dem Sünder mit Barm⸗ herzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn und seiner Seelen selbst nicht schont, der wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott durch Jesu Christi Blut und Tod; 113 doch sagen hat er nicht gewollt, daß du bis morgen leben sollst. Daß du mußt sterben, ist dir kund; verborgen ist die Todesstund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich! Eh morgen kommt, kanns ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krank, ja wohl gar tot. Schläfst du in deinen Sünden ein, fährst du da⸗ hin zur ewgen Pein. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und Buße tu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Johann Heermann. 1 1647. 190. Mel. 180: Wer nur den lieben Gott ꝛc. Wir liegen hier zu deinen Füßen, ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Ge⸗ wissen, wie reif zur Strafe jeder sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt. Ach weh uns, wenn du strafen willst! 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder; wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungeratnen Kinder, die des Verderbens Wege gehn. Verbirgst du deinen Gnaden⸗ schein, wir müßten ganz verloren sein. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben 114 Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht. Ach geh mit uns nicht ins Gericht. 4. Das teure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barm⸗ herzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 5. Ach laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Huld verlassen stehn. Ach sammle uns in deinem Bußtag. Schoß und mach uns aller Pla⸗ gen los. 6. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit; laß Lieb und Treu sich stetig küssen und fördre die Gerechtig⸗ keit. Krön unser Feld mit deinem Gut; nimm Kirch und Haus in deine Hut. 7. So wollen wir dir Opfer bringen, dein eigen sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Israel stimm in die Lieder Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! Benjamin Schmolck. 4 1787. und Pla⸗ d im feile tetig inem is in pfer Leib gen östes zions ewig 737. II. Die christliche Kirche und die ihr anvertrauten Gnadenmittel. J. Die christliche Kirche. 191. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich ꝛe. Luk. 24, 29. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend wor⸗ den ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns aus⸗ löschen nicht. 2. In dieser letztn, betrübten Zeit verleih uns, Herr, Bestän⸗ digkeit, daß wir dein Wort und Sakrament rein bhalten bis an unser End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt; wir sind gar sicher, träg und kalt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an jedem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord; gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einig⸗ keit, Mut und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Sekten und groß Schwär⸗ merei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit Gwalt erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich ver⸗ lassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Her⸗ zens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts an⸗ ders suchen mehr. 9. Gib, daß wir lebn in dei⸗ nem Wort und darauf endlich fahren fort von hinnen aus dem Jammertal zu dir in deinen Himmelssaal. Nürnberger Gesangbuch von 1611. Vers 3—9 von Nikolaus Selnecker. 4 1592. 8* 192. Mel. 26: Christus, der ist mein Leben. Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not. Josua Stegmann. f 1632. 193. Eigene Melodie. 2. Psalm 12. Ach Gott, vom Himmel sieh darein und laß dich des erbar⸗ men! Wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben Die schristliche Kirche. wahr, der Glaub ist auch ver⸗ loschen gar bei allen Menschen⸗ kindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigner Witz erfindet; ihr Herz nicht Eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß, und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle gar, die falschen Schein uns leh⸗ ren; dazu ihr Zung stolz offen⸗ bar spricht: Trotz! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein; was wir setzen, das gilt gemein. Wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag er⸗ höret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stun⸗ den. Es will durchs Kreuz be⸗ währet sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, be⸗ wahren rein vor diesem argen Gschlechte; und laß uns dir be⸗ fohlen sein, daß sichs in uns Dieschristliche Kirche. 117 nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Martin Luther. 4 1546. 194. Mel. 108: Lobet den Herren, alle ꝛc. hriste, du Beistand deiner Kreuzgemeine, eile! mit Hilf und Rettung uns erscheine! Steure den Feinden, ihre Blutgedichte mache zu nichte! 2. Streite doch selber für dein arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze danieder! 3. Frieden in Kirch und Schu⸗ len uns beschere; Frieden zu⸗ gleich der Obrigkeit gewähre; Frieden dem Herzen, Frieden dem Gewissen gib zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wäch⸗ ter deiner armen Herde, Himmel und Erde. Matthäus Apelles von Löwenstern. 1+ 1648. 195. Mel. 116: Mein Jesu, dem die ꝛc. Den Wort, o Herr, bringt uns zusammen, da wir in der Gemeinschaft stehn, es läßt an uns die heilgen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn. Wir werden durch das Wort der Gnaden auch zur Gemeinschaft jener Schar, die um das Lamm beständig war*), gelockt und kräftig eingeladen. 9 Off. Joh. 7, 9. 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, die unter Einem Haupte stehn, die hat der Herr sich auserkoren, die läßt er Wun⸗ derliebe sehn. Gemeinschaft mit dem Vater haben und mit dem Sohn im heilgen Geist, das ist, was ihre Seele speist, nur das kann sie vollkommen laben. 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, ist Christus und sein teures Blut; das einge Ziel, darauf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut; sein Wort die Regel, die wir kennen, nicht dieser oder jener Ort. Dies ist, was wir nach seinem Wort die heilige Gemeine nennen. 4. Was ist das für ein himm⸗ lisch Leben, mit Vater, Sohn und heilgem Geist in seliger Ge⸗ meinschaft schweben, genießen das, was Gott geneußt! Wie flam⸗ men da die süßen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus; hier woh⸗ net Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und herzt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit, des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Gerechtigkeit, der heilge Geist tritt mit dem Ole des Frie⸗ 118 Dieschristliche Kirche. dens und der Freude zu; dann schmeckt das Herz die Gottes⸗Ruh, die Kraft durchdringet Leib und Seele. 6. Die Eines Herren Leib ge⸗ gessen, die stehen auch für Einen Mann. Macht sich der Feind an eins vermessen, sobald greift er sie alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft, sie wollen von der Brüderschaft der Heilgen nicht das Kleinste missen. 7. Sie wallen mit verbund⸗ nen Herzen durchs Tränental ins Vaterland, versüßen sich die bittern Schmerzen, eins reicht dem andern seine Hand, und wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß, bis zu dem völligen Ge⸗ nuß des großen Guts: Ich, ich in ihnen. Johann Ludwig Konrad Allendorf. + 1773. 196. Mel. 45: Es ist das Heil uns ꝛc. ie Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zer⸗ stören. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Trotze weh⸗ ren. Dein Thron bestehet ewig⸗ lich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Men⸗ schenkindern; drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst von der Feinde Schar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herrschaft noch auf Erden weit verbreiten, und unter deinem sanften Joch zum Heil die Völker leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren. Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden. Mach un⸗ sers Glaubens uns gewiß; vor Irrtum und vor Finsternis be⸗ wahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk, dir untertan, gern dein Gesetz erfül⸗ len, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder sammelst. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen, und freun des großen Tages sich, da du Dann den un dein K Es und s Antlitz erleuch wir e ihm ge Christ den H Gott 2. loben und a sing n auf E die Si die Hr Volk zu we 3. dich d das besser gerate der S heilge Ehre allern zen 2 auch inen rbe vird zu haft iten, Joch Gom zang und inen dich zren, ehn, Lehr haun raun Aest iden, ih in un⸗ vor be⸗ auf sern „dir rfül⸗ richt esicht . arten men, sch —7m————.—— Dieschristliche Kirche. 119 da du wirst wieder kommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich, ererben. Balthasar Münter. 4 1793. 197. Eigene Melodie. 48. Pfalm 67. Es wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk, was ihm geliebt auf Erden, und Jesu Christi Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle; und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Taten; das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl⸗ geraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott, der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre tu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Her⸗ zen Amen! Martin Luther. f 1546. 198. Mel. 73: Herzliebster Jesu ꝛc. Herr, unser Gott, laß nicht zu⸗ schanden werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen. 2. Mache zuschanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach kehre dich mit Gnaden zu uns Armen, laß dichs erbarmen! 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen, vergebens ists, auf Menschenhilfe bauen; mit dir wir wollen Taten tun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das be⸗ drängte kleine Häuflein retten. Wir suchen dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer, Amen. Johann Heermann. 1647 199. Mel. 137: O du Liebe meiner Liebe. Oerz und Herz vereint zusam⸗ men sucht in Gottes Herzen Ruh, lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das 120 Haupt, wir seine Glieder, er das Licht, und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gotteskinder, und erneuert euren Bund! Schwöret unserm Über⸗ winder Lieb und Treu von Her⸗ zensgrund; und wenn eurer Lie⸗ beskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr selbst euch Eintrag tut. 4. Halleluja! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat, daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühl⸗ bar nahe bist! 5. Ach du holder Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß sie sich so herzlich meine, wies dein letzter Wille war. Ja verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klarheit in der Tat erleuchtet ist. 6. So wird dein Gebet er⸗ füllet, daß der Vater alle die, Die christliche Kirche. welchen du sein Herz enthüllet, auch in seine Liebe zieh, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun. 7. Friedefürst, laß deinen Frieden stets in unsrer Mitte ruhn, unser Tagewerk hienieden all in Einem Geist uns tun; denn, wie kann die Last auf Erden und des Glaubens Ritterschaft besser uns versüßet werden, als durch deiner Liebe Kraft? 8. Liebe, hast du es geboten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll; zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann: wir, als die von Einem Stamme, stehen auch für Einen Mann. 9. Laß uns so vereinigt wer⸗ den, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein: also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. + 1760. 200. Mel. 10: Alles ist an Gottes ꝛc. Hesu, der du bist alleine Haupt und König der Gemeine, segne mich, mir ne kennest 3. Deiner meinen Du we ihre dadurc allen dir hi 6 Erden werde abgesch einfält wie d 7. die es daß id dein§ Dieschristliche Kirche. mich, dein armes Glied! Wollst mir neuen Einfluß geben deines Geistes, dir zu leben; stärke mich durch deine Güt! 2. Ach, dein Lebensgeist durch⸗ dringe, Gnade, Kraft und Segen bringe deinen Gliedern allzumal, wo sie hier zerstreuet wohnen unter allen Nationen, die du kennest überall. 3. O wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen, o wie köstlich sind sie mir! Du weißt, wie michs oft erquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen, ich vereinge mich mit ihnen, und vor deinem Angesicht wünsch ich Zion tausend Segen; stärke sie in deinen Wegen, führe sie in deinem Licht! 5. Die in Kreuz und Leiden leben, stärke, daß sie ganz ergeben ihre Seel in deine Hand; laß sie dadurch werden kleiner und von allen Schlacken reiner, völlig zu dir hingewandt. 6. Laß die Deinen noch auf Erden ganz nach deinem Herzen werden, mache deine Kinder schön, abgeschieden, klein und stille, sanft, einfältig, wie dein Wille, und wie du sie gern willst sehn. 7. Sonderlich gedenke deren, die es, Herr, von mir begehren, daß ich für sie beten soll. Auf dein Herz will ich sie legen, gib du 121 jedem solchen Segen, wie es not, du kennst sie wohl. 8. Ach besuch zu dieser Stunde ihre Herzen und im Grunde sie erfreu in dir allein; zieh mit deinen Liebeszügen ihre Lust und ganz Vergnügen wesentlich in dich hinein. 9. Teuer hast du uns er⸗ worben, da du bist am Kreuz ge⸗ storben; denke, Jesu, wir sind dein. Halt uns fest, so lang wir leben und in dieser Wüste schweben, laß uns nimmermehr allein; 10. Bis wir einst mit allen Frommen dort bei dir zusammen⸗ kommen und, von allen Flecken rein, da vor deinem Throne stehen, uns in dir, dich in uns sehen, ewig eins in dir zu sein. Gerhard Tersteegen. 4 1769. 201. Mel. 143: O Jesu Christ, meins ꝛc. Jesu Christe, wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfüll mit deinem Gnaden⸗ schein, die in Irrtum verführet sein; auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad und ihr verwundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil. 122 Die christliche Kirche. 4. Den Tauben öffne das Ge⸗ hör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind ver⸗ blendt, bring her, die sich von uns getrennt. Versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zu⸗ gleich auf Erden und im Himmel⸗ reich, hier zeitlich und dort ewig⸗ lich, für solche Gnade preisen dich. Johann Heermann. 1647. 202. Mel. 45: Es ist das Heil uns ꝛc. O Vater der Barmherzigkeit, der du dir deine Herden gesammelt zur Apostelzeit und herrlich lassen werden, du hast durch deines Geistes Kraft die große Schar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. 2. Aus ihrer Mannigfaltigkeit des Streits und vieler Sprachen, dadurch sie in der Welt zerstreut sich voneinander brachen, hat sie dein guter Geist geführt und sie mit Herrlichkeit geziert in Einig⸗ keit des Glaubens. 3. Ach sei doch auch zu dieser Zeit uns, Vater, wieder gnädig, und mach uns von der Zungen Streit hinwieder frei und ledig; gib, daß dein Häuflein für und für in Einem Geiste diene dir, in deiner Liebe lebe. 4. Ach, schaue, wie des Satans List sie jämmerlich zertrennet, wie man der Lieb im Streit ver⸗ gißt, im Unverstande brennet, wie alles in Verwirrung geht, da eins das andre nicht versteht, sich ohne Not entzweiet. 5. Ach Herr, hilf solchem Übel ab, versammle deine Herde, daß unter deines Wortes Stab sie wieder einig werde, daß dein Band der Vollkommenheit, die Liebe, uns aus allem Streit in deinem Geiste bringe. 6. Wie schön und lieblich sieht es aus, wenn Brüder sind bei⸗ sammen einträchtiglich in Einem Haus und stehn in Liebesflammen, wenn sie im Geist zusammenstehn, zu Gott in Einem Sinne gehn und halten an mit Beten. 7. Dann fließet Gottes Geist und Gnad von Christo zu uns nieder auf die, so er erwählet hat, und alle seine Glieder. Das ist die Frucht der Einigkeit: Heil, Segen, Leben allezeit und alle Himmelsgüter. Heinrich Georg Neuß. 1716. 203. „Mel. 40: Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. R ett, o Herr Jesu, rett dein Ehr, das Seufzen deiner Kirche hör, der Feind Anschläg und Macht deine 8 der Te kein Ri 4. lein bei Ruh vi kennen Kirche 5. L ser Got zu Spo auf sei aus de Mel. Verz obschon dich ga suchen dir wi es wir 2. Sach i Rach u Er win ir, in atans Rnet, t ver⸗ ennet, geht, rsteht, Uübel „daß ib sie Band Liebe, einem hsieht d bei⸗ Sinem nmen, istehn, gehn Geist uns et hat, as ist Heil, d alle 17¹⁶. i 2. t dein Kirche und Die christliche Kirche. Macht zerstör, die jetzt verfolgen deine Lehr. 2. Groß ist ihr List, ihr Trutz und Macht, sie fahren hoch daher mit Pracht. All unsre Hoffnung wird verlacht, wir sind bei ihnen nichts geacht. 3. Vergib uns unsre Misse⸗ tat, vertilg uns nicht, erzeige Gnad. Beweis den Feinden in der Tat, es gelte wider dich kein Rat. 4. Steh deinem kleinen Häuf⸗ lein bei, aus Gnaden Fried und Ruh verleih; laß jedermann er⸗ kennen frei, daß hier die rechte Kirche sei. 5. Laß sehn, daß du seist un⸗ ser Gott, der unsre Feinde setzt zu Spott und macht, daß kommt auf sein Gebot den Seinen Hilfe aus der Not. Johann Heermann. 1647. 204. Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht ꝛc. erzage nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten. Er wird durch seinen Gideon, den 123 er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort und was dem tut an⸗ hangen, endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns, und wir mit Gott, den Sieg wolln wir erlangen. 4. Amen! das hilf, Herr Jesu Christ; dieweil du unser Schutz⸗ herr bist, hilf uns durch deinen Namen; so wollen wir, deine Ge⸗ mein, dich loben und dir dankbar sein und fröhlich singen Amen! Gustav Adolfs Feldlied von Johann Michael Altenburg. 1640. 205. Mel. 35: Dir, dir, Jehova, will ꝛc. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen, die auf der Mauer treu als Wächter stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen, und die getrost dem Feind entgegengehn; ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren 124 Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herz⸗ inbrünstig hierum anzuflehn. Drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. Ja gib dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erden⸗ kreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis. 5. Ach daß die Hilf aus Zion käme, o daß dein Geist so, wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Him⸗ mel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei. 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen; es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in alle Tore ein! Ja wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. O bessre Zions wüste Stege; und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, ach räum aus jedem Wege! Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und mach uns bald von jedem Mietling frei, Die christliche Kirche. daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein; ja sitze du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer überall erstehn, die, Herr, zu dir für deine Kirche flehn. 9. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub undAsche bin. Du als der Brum. unsre S quell aller Güte gibst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern magz r kann. Drum bitt ich, Herr, nimm mein Bitten an! Karl Heinrich von Bogatzkty. 4 1774. 206. Wachet auf, erhebt die Blicke! Laut mahnen uns die Weltge⸗ schicke, es dränget hart der Brüder Not. Seht, gekommen ist die Stunde, die uns vereint zu schönem Bunde, zu tun, was uns der Herr gebot! Laßt nicht die Hände ruhn, auf, laßt uns Gutes tun allen Menschen im rechten Geist, doch wie es heißt: An Glaubens⸗ brüdern allermeist. 2. Wachet auf, schaut an das Gute, das ihr der Väter Mut und Blute und ihrer Glaubens⸗ treu verdankt. Auf und tilgt die alten Schulden, wie lange soll Mel. 169: Wachet auf! ruft uns ꝛc. * sch nog das im ihm zur froh und Segel sc Gott ist 3. 2 den erh standen, bensmac Werke, weicht d so lang bis die deine Hochzei 3. 3 noch ge zubens⸗ an das r Mut rubens⸗ ilgt die ge soll Missionslieder. sich noch gedulden das Schifflein, das im Sturme schwankt? Eilt ihm zur Hilf herbei, es rudert froh und frei, wenn ihm Liebe die Segel schwellt, hin durch die Welt, Gott ist es, der das Steuer hält. 3. Wachet auf! In allen Lan⸗ den erheben sich, vom Tod er⸗ standen, die Zeugen frischer Glau⸗ bensmacht; werdet müde nicht im Werke, der Gott des Rechts ist unsre Stärke, und seinem Lichte weicht die Nacht. Drum wirkt, so lang es Tag, so heiß er glühen mag; reift doch die Frucht im 125 Sonnenglanz, der Erntekranz wiegt auf die Mühe voll und anz. 4. Wachet auf! die Zeit zum Wachen soll alle Glieder munter machen, und keines trete scheu hintan. Leidet Eins, so leiden alle, drum wachet, daß nicht Eines falle, und stehet freudig Mann für Mann. So streitet wacker fort und haltet fest am Wort! Hoch vom Himmel strahlt uns das Licht, es trüget nicht; der Herr ist unsre Zuversicht! Karl Rudolf Hagenbach. 4 1874. 2. Missionslieder. 207. Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre. er du in Todesnächten er⸗ kämpft das Heil der Welt und dich als den Gerechten zum Bür⸗ gen dargestellt, der du den Feind bezwungen, den Himmel aufge⸗ tan: dir stimmen unsre Zungen ein Halleluja an. 2. Im Himmel und auf Erden ist alle Macht nur dein, bis alle Völker werden zu deinen Füßen sein, bis die von Süd und Norden, bis die von Ost und West sind deine Gäste worden bei deinem Hochzeitfest. 3. Noch werden sie geladen, noch gehn die Boten aus, um mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, es ist kein Weg zu schwer, zu streun dein Lebensfeuer ins weite Völkermeer. 4. So ziehen deine Flammen wie Sonnen um die Welt, Ge⸗ trenntes fließt zusammen, das Dunkle wird erhellt; und wo dein Name schallet, du König Jesu Christ, ein selig Häuflein wallet dahin, wo Friede ist. 5. O sammle deine Herden dir aus der Völker Zahl, daß viele selig werden und ziehn zum Abend⸗ mahl! Schleuß auf die hohen Pforten, es strömt dein Volk heran; wos noch nicht Tag geworden, da zünd ein Feuer an! Christian Gottlob Barth. 1862. 126 Missionslieder. 208. Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre. er du zum Heil erschienen der allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich ge⸗ sellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am Marterholze versöhntest ihre Schuld! 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitkleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völker⸗ scharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Du hast dem ärmsten Skla⸗ ven, wo heiß die Sonne glüht, wie deinen andern Schafen zuliebe dich gemüht und selbst den öden Norden, den ewges Eis bedrückt, zu deines Himmels Pforten er⸗ barmend hingerückt. 5. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 6. Und siehe, tausend Fürsten, mit Völkern ohne Licht, stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht! Auch sie hast du ge⸗ graben in deinen Priesterschild, am Brunngquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 7. So sprich dein göttlich Werdel laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auf⸗ erstehn, daß, wo man Götzen frönet und vor den Teufeln kniet, ein willig Volk versöhnet zu dei⸗ nem Tempel zieht. 8. Wir rufen, du willst hören; wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen! wie viele sinds noch nicht! O du, ders uns versprochen, werd aller Heiden Licht! Albert Knapp. 1 1864. 209. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. (Cine Herde und Ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf und werde licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden, blinde Pilger flehn um Lichtz Jesus hält, was er verspricht. 3. K Hirt, d werde; irrt fer Herde! Jesus l 4.— flieht v und de dürstend umleuck Licht u Wonne Licht! spricht. Friet Mel. Eine der für und un Unsre ren dir in deit Nimm reite d Missionslieder. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde; ach wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht! Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle, ihn umleuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgetan; rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundesengel Bahn, großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er ver⸗ spricht. Friedrich Adolf Krummacher. 1 1845. 210. Mel. 169: Wachet auf! ruft uns ꝛc. Einer ists, an dem wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehö⸗ ren dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, be⸗ f reite dir zum Ruhm deine Kinder. 127 Verbirg uns nicht das Gnaden⸗ licht von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich er⸗ wählet, du selbst hast unsre Zahl ge⸗ zählet nach deinem ewgen Gnaden⸗ rat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist vum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Armut ist Gewinn für den Himmel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig! die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus; send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzu⸗ laden zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millionen, die noch im Todesschatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern. Seit Jahrtausenden ist ihnen kein Evangelium erschienen, kein gna⸗ denreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu! Zieh uns voran und mach uns Bahn; gib deine Türen aufgetan. 5 Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe; was ind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten 128 Missionslieder. und uns mit deinen Augen leiten, auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp. 1 1864. 211¹. Mel. 169: Wachet auf! ruft uns ꝛc. önig Jesu, streite, siege, daß alles bald dir unterliege, was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, laß wehen deinen Lebensodem durchs ganze weite Totenfeld. Erhöre unser Flehn und laß es bald ge⸗ schehn! Amen! Amen! So rüh⸗ men wir und jauchzen dir ein Halleluja für und für. Unbekannter Dichter. Um 1850. 2¹². Mel. 100: Komm, o komm, du Geist ꝛc. Licht, das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern aus Gott entglom⸗ men, treib hinweg die alte Nacht, zieh in deinen Wunderschein bald die ganze Welt hinein. 2. Gib dem Wort, das von dir zeuget, einen allgewaltgen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz tut auf, eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ. 3. Heile die zerbrochnen Herzen, baue dir Jerusalem und verbinde ihre Schmerzen; laß, was vor dir angenehm, durch der Bundes⸗ schriften Zucht noch erblühn zur ewgen Frucht. 4. Wo du sprichst, da muß zer⸗ gehen, was der starre Frost ge⸗ baut, denn in deines Geistes Wehen wird es linde, schmilzt und taut. Herr, tu auf des Wortes Tür, ruf die Seelen all zu dir. 5. Es sei keine Sprach noch Rede, da man nicht die Stimme hört, und kein Land so fern und öde, wo nicht dein Gesetzbuch lehrt; laß den hellen Freuden⸗ schall siegreich ausgehn überall. 6. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer, laufe deinen Heldenpfad, strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt verdunkelt hat. O erleuchte, ewges Wort, Ost und West und Süd und Nord. 7. Komm, erquick auch unsre Seelen, mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn er⸗ wählen, vor den Stolzen uns be⸗ wahr. Ja, laß deinen Himmels⸗ schein unsres Fußes Leuchte sein! Rudolf Stier. 1 1862. 2¹3. Mel. 34: Die Tugend wird durchs ꝛe. ö daß doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Lie⸗ bender, und bald die ganze Welt erkennt und H vereine Schar, Gnade jedem 2. heller? im Ost Kreuz herrlich und n funken Herzu +* trunker ö Höllen R3. trennt, nen T deine deines leb, er doch be und ze als Hei RIAR gewalt seiner! den H 2. Welt s und a nen S r dir ides⸗ zur 5 zer⸗ t ge⸗ eistes und ortes dir. noch imme und öbuch den⸗ erall. 8 der pfad, nmer t. O und unsre und n er⸗ 8 be⸗ mels⸗ sein! 862. 8 1.. Feuer Lie⸗ Welt erkennte, daß du bist König, Gott und Herr! Erwecke, läutre und vereine des ganzen Christenvolkes Schar, und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. 2. Zwar brennt es schon mit heller Flamme jetzt hier und dort im Ost und West, dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst⸗ und Freudenfest; und noch entzünden Himmels⸗ funken so manches kalte, tote Herz und machen Durstge freude⸗ trunken und heilen Sünd und Höllenschmerz. 3. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue dei⸗ nen Tempel aus; laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. Be⸗ leb, erleucht, erwärm, entflamme doch bald die ganze, weite Welt, und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefürst und Held. Johann Ludwig Fricker. 4 1766. 21¹4. „Mel. 128: Nun komm, der Heiden ꝛc. Walte walte nah und fern, all⸗ gewaltig Wort des Herrn, wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt schuf und in den Armen hält, und aus seinem Schoß herab sei⸗ nen Sohn zum Heil ihr gab; Missionslieder. 129 3. Wort von des Erlösers Huld, der der Erde schwere Schuld durch des heilgen Todes Tat ewig weg⸗ genommen hat; 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel weist und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft; 5. Wort des Lebens, stark und rein, alle Völker harren dein; walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag erwacht. 6. Auf, zur Ernt in alle Welt! weithin wogt das weiße Feld! klein ist noch der Schnitter Zahl, viel der Arbeit überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, wirk zum Werke Lust und Mut, laß die Völker allzumal schauen deines Lichtes Strahl. Jonathan Friedrich Bahnmaier. 1841. 215. Mel. 183: Wie schön leuchtet der ꝛc. Was rührt so mächtig Sinn und Herz, was hebt die Blicke himmel⸗ wärts, wem schallen die Gesänge? Zu dir drängt sich aus fernem Land, vereinigt durch des Glau⸗ bens Band, der Völker frohe Menge. Heiland, Retter! deine Wahrheit füllt mit Klarheit unsre Erde, daß der Sünder selig werde. 2. Ein himmlisch Feuer ist ent⸗ flammt durch dich, der aus dem Himmel stammt und uns zum Himmel leitet. Es glüht gewaltig 9 130 Missionslieder. fort und fort, wo sich dein selig⸗ machend Wort in Lauterkeit ver⸗ breitet. Glaube, Liebe füllt die Seelen, die dich wählen, läutert, reinigt, bis in dir sich alles einigt. 3. Herr, du gibst Sieg, dich preisen wir. Schon glüht der kalte Pol von dir, o Licht, das allen scheinet; des Negers Sklavenkette bricht, der Inseln Menge jauchzt dem Licht, das alle Völker einet. Falscher Götter Tempelhallen sind zerfallen; auf den Trümmern siehet man das Kreuz nun schimmern. 4. Des blutgen Halbmonds Licht erbleicht, des Ostens falscher Schimmer weicht vor deiner Wahr⸗ heit Sonne! Schon blickt mit reuiger Begier ein Häuflein Ja⸗ kobs, Herr, nach dir, ahnt der Vergebung Wonne. Ist die Fülle aller Heiden einst mit Freuden eingegangen, wird auch Jakob Heil erlangen. 5. Dein Geist erfüll die Boten all, laß ihres Wortes Freuden⸗ schall durch alle Länder dringen; mit Kraft von oben angetan laß sie bekämpfen Sünd und Wahn, und Heil den Völkern bringen. Eins nur wolle, dich nur wähle ihre Seele, dir nur traue, wer da hilft am großen Baue! 6. Vertilge alle Eigensucht, Gemächlichkeit und Leidensflucht und heilge dir die Herzen. Ver⸗ leih zu jedem Opfer Mut, für dich zu wagen Gut und Blut, zu dulden Hohn und Schmerzen. Hilf uns, Heiland, und vermehre dir zur Ehre deine Herde, daß dein Reich vollendet werde! Jonathan Friedrich Bahnmaier. 1 1841. 216. Mel. 183: Wie schön leuchtet der ꝛc. 95 Wes ist das Fest, zu wem empor schallt der Gemeine heilger Chor mit frohen Feierliedern? Es gilt des großen Königs Ruhm, dem Priester in dem Heiligtum, dem Haupt von vielen Gliedern. Dro⸗ ben loben ihn, den Meister, reine Geister, aber Sünder preisen ihn als Gottes Kinder. 2.„Wenn ich dereinst erhöhet bin, will ich sie alle zu mir ziehn“: so hat sein Mund gesprochen. O süßes Licht, o selges Wort, das geht durch Erd und Himmel fort, der Tag ist angebrochen! Zeuget, beuget euch, ihr Höhen, Inseln, Seeen, Länder, Meere, Kinder Gottes, bringt ihm Ehre! 3. Fest steht in Ewigkeit dein Thron! So singen wir, o Gottes Sohn, am Tage deiner Ehren. Weit streckst du von des Vaters Haus das Zepter deines Reiches aus und niemand wird dirs weh⸗ ren. Machtvoll, prachtvoll, un⸗ abwendlich wird doch endlich, Herr, den Deinen ganz dein hoher Rat erscheinen. 4. Nicht Macht und Weisheit dieser Fleisch erkore Geist alle 2 neu ge Wahr und 9 gefilde 25 Me Dre sieh vr hier v Deine das S zu dei heilge 988 gebau ist es unserr werte weiht hören 2 5. Christ ihr! ist, d hoch Gotte ihren 4. ehre daß +. 1841. per ꝛc. mpor Chor 5 gilt dem dem Dro⸗ reine n ihn höhet iehn“: n. O t, das Ifort, zeuget, znseln, rinder t dein Bottes Ehren. Baters deiches weh⸗ l, un⸗ ndlich, hoher eisheit dieser Welt, nicht was dem klugen Fleisch gefällt, das hast du nicht erkoren. Dein Lebenswort, dein Geist und Blut, das ists, was alle Wunder tut, was dir uns neu geboren. Helle Quelle ewger Wahrheit, gieße Klarheit, Kraft und Milde in des Todes Nacht⸗ gefilde. — 5.„Ich komme bald!“ so Kirchweih und bei Einweihung einer Kirche. 151 zeugest du. O komm und weck aus toter Ruh, die noch dein Heil nicht kennen, daß alle gläu⸗ big auferstehn, dem Bräutigam entgegengehn, daß alle Lampen brennen. Faß uns! Laß uns treue Hände bis zum Ende vor dir heben, bis du kommst, den Lohn zu geben. Albert Knapp. 4 1864. 3. Rirchweih und bei Einweihung einer Kirche. 218 217. Mel. 45: Es ist das Heil uns ꝛc. Dreieinger, heilger, großer Gott! sieh von des Himmels Höhen, wie hier vor dir, Herr Zebaoth, die Deinen dankend stehen; merk auf das Seufzen und Gebet, das jetzt zu deinem Throne geht von dieser heilgen Stätte. 2. Wir haben dieses Gotteshaus gebauet deinem Namen; mit dir ist es gezieret aus, daß wir samt unserm Samen dein heilig teuer, wertes Wort an diesem dir ge⸗ weihten Ort zum Seelenheil an⸗ hören. 3. Der Grund ist selber Jesus Christ, Apostel und Propheten; ihr Wort der Pfeiler Grundfest ist, darauf in allen Nöten, wie hoch die List der Feinde geht, die Gottesstadt doch lustig steht mit ihrem Zionsbrunnen. 4. Herr, hebe nun zu segnen an dies Haus, nach dir genennet, daß es kein Feind zerstören kann, vie hoch sein Eifer brennet. Stoß aus, was uns hier stören will, laß uns in dieses Hauses Still dich ohne Ende loben. 5. Lob, Ehr und Dank und Herrlichkeit sei dir, o Herr, ge⸗ sungen, daß bei der jetzt betrüb⸗ ten Zeit es uns so weit gelungen. Gib, daß, was wir jetzt fangen an, nicht eher Ende nehmen kann bis Erd und Himmel brechen. Hans von Assig. 4 1694. 21¹. 183: Wie schön leuchtet der ꝛc. Kommet her, ihr Christen, voller Freud, erzählet Gottes Freund⸗ lichkeit, kommt her und laßt er⸗ klingen die Stimm des Dankens unserm Gott; laßt uns dem Herren Zebaöoth mit frohem Munde singen! Singet, bringet 9* 5 132 schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier ge⸗ nossen haben. 2. Wir gehn in diesem Gottes⸗ haus ein Jahr nun wieder ein und aus und hören da verkünden den edlen Schatz, das Gnaden⸗ wort, das uns erschließt des Lebens Pfort, Vergebung unsrer Sünden. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 3. Da sehen wir mit Freuden an die Dienste, die man leisten kann dem Herrn in seinem Tempel; da hört man mit Verwundrung zu, was Gott für große Taten tu und Wunder ohn Exempel. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 4. Da wird Gerechtigkeit ge⸗ lehrt, da wird Gottseligkeit ge⸗ mehrt, da wird der Glaub ent⸗ zündet. Geduld, Lieb, Hoffnung, keusche Zucht, und was noch mehr des Geistes Frucht, wird alles da gegründet. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier ge⸗ nossen haben. ö 5. O große Wohltat, die Gott tut! o heilig, gnadenreiches Gut! kommt her, kommt liebe Christen! Da wohnt der Herr der Herrlich⸗ keit; wohl denen, die sich allezeit zu seinem Dienste rüsten! Singet, Kirchweih und bei Einweihung einer Kirche. preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 6. Und nun, o Höchster, bitten wir, laß uns auch künftig für und für allhier zusammen kommen; bewahr die Kirch und die Gemein x und die darinnen Lehrer sein, so werden dir die Frommen singen bringen schöne Weisen und dich preisen für die Gaben, die sie zdů genießen haben. Johann Christoph Arnschwanger. 1 1696. 219. Mel. 108: Lobet den Herren, alle ꝛc. Herr, vor dem sich Erd und Himmel beuget, du Gottes Sohn, von Ewigkeit gezeuget, blick auf der Deinen Flehn und Dankes⸗ lieder huldreich hernieder! 2. Dies Haus, o Herr, ist deinem Dienst geweihet; hier schmecken deine Gläubgen hocher⸗ freuet das Blut, den Leib, den du zu unserm Leben dahingegeben. 3. Hier wird in deinem heil⸗ gen Wasserbade die Schuld ge⸗ tilgt, geheilt der Seelenschade, hier weihen wir, o Todesüber⸗ winder, dir unsre Kinder. 4. Hier finden Kranke Hei⸗ lung, Kraft die Müden, die Blin⸗ den Licht, die Sünder Seelen⸗ frieden, hier atmen freier bei des Lebens Schmerzen die wunden Herzen. bringet schöne Weisen, laßt uns 74 2739 diesem Herrn, offen entgeg 6. alles; Fels i bei der Christi 7 1. heilger Herr, uns ge auf al uS. ens f dieser Volk, melsg 2. dir, o dir, uns, d keiten Aus N Ste ö Chor! empor Kom denkt, schenkt Heilig uns wir hitten r und men; mein in, so ngen, dich sie zu + 1696. 5. Des Ewgen Vorhof ist an diesem Orte, das Heiligtum des Herrn, des Himmels Pforte, stets offen allen, die dem ewgen Leben entgegenstreben. 6. Mag bei der Stürme Wüten alles zittern, die Kirche steht, ein Fels in Ungewittern, und bleibet bei der Hölle wildstem Trutze in Christi Schutze. 7. Drum freun wir uns der heilgen Tempelweihe und bitten: Herr, Allgütiger, verleihe, daß uns geleite dein mildreicher Segen auf allen Wegen! 8. Nichts raube uns des Her⸗ zens fromme Freude, oft kehre dieser Tag zurück, oft weide dein Volk, o Herr, sich an den Him⸗ melsgaben, die hier uns laben! 9. Lob und Anbetung töne dir, o Vater! dir, Gottes Sohn! dir, Tröster und Berater! Lehr uns, dein Volk, durch alle Ewig⸗ keiten dein Lob ausbreiten! Aus dem Lateinischen des achten Jahr⸗ hunderts, oder noch früherer Zeit. 220. Mel. 183: Wie schön leuchtet der ꝛc. Oteig auf, du Lied im höhern Chor! ihr Herzen wallet mit empor in süßen Dankesweisen! Kommt, ihn, der seines Volks ge⸗ denkt, ihn, der uns einen Tempel schenkt, zu lieben und zu preisen! Heilig, heilig! singt dem Vater, Kirchweih und bei Einweihung einer Kirche. 133 dem Berater, singt dem Sohne, singt dem Geist in einem Throne! 2. O wie so lieblich steht dies Haus, wo seine Hand uns ein und aus mit Vaterhänden leitet, wo sein Wort uns zum Himmel weist, sein Abendmahl die Seele speist, sein Geist uns vollbereitet! Freut euch, weiht euch ihm, dem Treuen; laßt erneuen eure Seelen! euch will er zum Tempel wählen. 3. Ja, du in uns, und wir in dir! du höchstes Gut, dich suchen wir, komm unser Herz zu stillen! Von dir laß ausgeschlossen keins, in dir mach unsre Herzen eins, um deines Blutes willen! Alle, alle, den, der lehret, den, der höret, Eltern, Kinder, zeuch zu dir, du Heil der Sünder! 4. Einst sammelst du die Gar⸗ ben ein, einst wird ein Tag der letzte sein, daran wir hier er⸗ scheinen. O Jesu, dann verlaß uns nicht, dann wollst du dort im Himmelslicht uns rein um dich vereinen! Dir, dir weihn wir Herz und Sinne, keins ent⸗ rinne deinen Händen, Herr, be⸗ ginn und hilf vollenden. Albert Knapp. 221. Glockenweihe. Mel. 45: Es ist das Heil uns ꝛc. + 1864. VD Direieinger, großer Gott und Herr, heut sind zuerst erklungen 134 zu deines Namens Preis und Ehr die neuen ehrnen Zungen. Du hast sie uns zum Heil ge⸗ schenkt, hast allen Unfall abge⸗ lenkt, wir danken dir von Herzen. 2. Laß sie uns früh und abends spat aufrufen zum Gebete, daß jedermann in deinem Rat und Wort sein Werk antrete, daß wir uns, wenn die Nacht einbricht, in deinem lieben Gnadenlicht ge⸗ trost zur Ruhe legen. 3. Laß ihren Klang an deinem Tag durch alle Herzen dringen, daß sie dein Volk mit hellem Schlag zu deinem Hause bringen, auch alle, die in Sündennacht verirret, dein nicht mehr gedacht, zu dir, Herr, wieder rufen. 4. Das Kind, das nach dem Vater weint, lad ein zum Kind⸗ schaftsbade, den Sünder, der sich selber feind, lad ein zum Mahl der Gnade: Komm, komm! der Tisch ist dir gedeckt, dein Heiland Wort Gottes und Katechismus. Jesus Christus streckt auch dir die Arm entgegen. 5. Und wallet zu dem Hoch⸗ altar zum Bunde heilger Ehe still betend ein verlobtes Paar, so mahn es aus der Höhe: Nehmt mich in euren Bund hinein! ich segne und ich kann allein den rechten Einklang geben. 6. Gehn wir dann einst den letzten Gang hinaus zur engen Kammer, so töne aus der Glocken Klang, zum Trost in ihren Jamn⸗ mer, den Trauernden das Freu⸗ denwort: Stillt euren Schmerz! ich hab ihn dort zu Gnaden an⸗ genommen. 7. Dreieinger, großer Gott und Herr, laß es dir wohlge⸗ fallen, daß diese Glocken nimmer⸗ mehr zu Krieg und Aufruhr schal⸗ len. Nur deines hohen Namens Ruhm laß sie im Haus und Heilig⸗ tum zu aller Zeit vermehren! Friedrich Ahlfeld. 4 1884. 4. Wort Gottes und Ratechismus. 222. Mel. 173: Was Gott tut, das ꝛc. Dein Wort, o Herr, ist milder Tau für trostbedürftge Seelen. Laß keinem Pflänzchen deiner Au den Himmelsbalsam fehlen. Erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort, das Schwert, das Seel und Geist, auch Mark und Bein zertrennet, der Hammer, der den Fels zerschmeißt, das Feuer, welches brennet, o laß dies Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilger⸗ reise, zum K falt n verlöse jede fehle. 4. ihn n der E Zuver Pfade zu dir ten bi 5. festem Horte hin? Noch bist n vergeh Leben 6. bund, Amen Herz unser fort Lebe leiten 7. Ort d Send wort und zu stillen füllen dir Hoch⸗ Ehe Paar, ehmt ich den st den engen klocken Jam⸗ Freu⸗ hmerz! en an⸗ Gott ohlge⸗ mmer⸗ schal⸗ amens Heilig⸗ en! 1884. hwert, Mark mmer, „ das o laß ort der 1und 8 der Bilger⸗ reise, es führt auch Toren hin zum Herrn und macht die Ein⸗ falt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich ver⸗ fehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht, da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schrit⸗ ten bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte; wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein: Komm, du bist mein! Das rief mir nicht vergebens ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segens⸗ bund, dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Herz und Mund und nie von unserm Samen. Laß immer⸗ fort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten! 7. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren. Send Hunger, Herr, dein Lebens⸗ wort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen! Karl Bernhard Garve. 1841. Wort Gottes und Katechismus. 223. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen ꝛe. Psalm 23. D. Herr ist mein getreuer Hirt, dem ich mich ganz vertraue; zur Weid er mich, sein Schäflein, führt auf schöner grüner Aue; zum frischen Wasser leit er mich, labt meine Seele kräftiglich durchs selge Wort der Gnade. 2. Er führet mich auf rechter Bahn von seines Namens wegen; obgleich viel Trübsal geht heran aufs Todes finstern Stegen, so grauet mir doch nicht dafür; mein treuer Hirt ist stets bei mir, sein Steckn und Stab mich trösten. 3. Er hat mir einen Tisch bereit, sollts auch die Feind ver⸗ drießen, schenkt mir voll ein, läßt Ol der Freud über mein Haupt herfließen. Drum Gutes und Barmherzigkeit werden mir fol⸗ gen allezeit; in seinem Haus ich bleibe. Cornelius Becker. 1 1604. 224. Eigene Melodie. 33, oder leichter singbar mit Weglassung des Kyrieleis: Komm, Gott Schöpfer ꝛc. 97. 2. Mos. 20, 1—17. Dies sind die heilgen zehn Ge⸗ bot, die uns gab unser Herre Gott, durch Mosen, seinen Diener treu, hoch auf dem Berge Sinai. (Kyrieleis.) 2. Ich bin allein dein Gott, 136 der Herr, kein Götter sollst du haben mehr; du sollst mir ganz vertrauen dich, von Herzensgrunde lieben mich.(Kyrieleis.) 3. Du sollst nicht führen zu Unehrn den Namen Gottes, dei⸗ nes Herrn; du sollst nicht prei⸗ sen recht und gut, ohn was Gott selber redt und tut.(Kyrieleis.) 4. Du sollst heilgen den siebent Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollst von deinm Tun lassen ab, daß Gott sein Werk selbst in dir hab.(Kyrieleis.) 5. Du sollst ehrn und gehor⸗ sam sein dem Vater und der Mutter dein, und wo dein Hand ihn dienen kann, so wirst du langes Leben han.(Kyrieleis.) 6. Du sollst nicht töten zornig⸗ lich, nicht hassen noch selbst rächen dich, geduldig sein und sanften Muts und auch dem Feinde tun nur Guts.(Kyrieleis.) 7. Die Eh sollst du bewahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein, und halten keusch das Leben dein mit Zucht und Mäßig⸗ keit gar fein.(Kyrieleis.) 8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß noch Blut; du sollst auftun dein milde Hand den Armen, die in deinem Land. (Kyrieleis.) 9. Du sollst kein falscher Zeuge sein, nicht lügen auf den Nächsten dein, sein Unschuld sollst auch Wort Gottes und Katechismus. retten du und seine Schande ö decken zu.(Kyrieleis.) 10. Du sollst deins Nächsten Weib und Haus begehren nicht noch etwas draus, du sollst im wünschen alles Gut, wie dirs dein Herze selber tut.(Kyrieleis.) 11. All die Gebot uns geben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollst und lernen wohl, wie man vor Gott recht leben soll.(Kyrieleis.) 12. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist, es ist mit unserm Tun verlorn, hilft er uns nicht von Gottes Zorn.(Kyrieleis.) Martin Luther. 4 1546 225. Mel. 1: Ach Gott und Herr. Gott ist mein Hort und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahr⸗ heit lehrte? Gott, ohne sie ver⸗ stünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben von d 5. tat d den k— Licht schien 6 Reu nicht: lehrst Abba . zu w schäft mag mir d auf auen. „vor auen. laß räfte tt, o dem ofern zahr⸗ ver⸗ irdig der und Leben; zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewgen Rat, die Misse⸗ tat der Sünder zu versühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort er⸗ schienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Ge⸗ schäfte; durch meine Müh ver⸗ mag ichs nie, dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort, denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben. Christian Fürchtegott Gellert. 226. Mel. 138: O Durchbrecher aller Bande. Derr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Wel⸗ ten, aber um dein Wort zu tun. 2. Halleluja! Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen + 1769. Wort Gottes und Katechismus. 137 fest bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat, und mich stets zu deinen Füßen sitzen, wie Maria tat. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. + 1760. 227. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine ꝛc. Rede, liebster Jesu, rede, denn dein Kind gibt acht darauf. Stärke mich, denn ich bin blöde, daß ich meinen Lebenslauf dir zu Ehren setze fort. Ach, so laß dein heilig Wort in mein Herze sein verschlossen, dir zu folgen unver⸗ drossen. 2. Ach, wer wollte dich nicht hören, dich, du liebster Menschen⸗ freund! sind doch deine Wort und Lehren alle herzlich wohlge⸗ meint. Sie vertreiben alles Leid; auch des Honigs Süßigkeit“) muß vor deinen Worten weichen, nichts ist ihnen zu vergleichen. ) Psalm 19, 11. 3. Jesu, dein Wort soll mich laben, deine trosterfüllte Lehr will ich in mein Herz vergraben. Ach nimm sie ja nimmermehr hier von mir in dieser Zeit, bis ich in der Ewigkeit werde kommen zu den Ehren, dich, o Jesu, selbst zu hören. 4. Unterdes vernimm mein Flehen, liebster Jesu, höre mich. Laß bei dir mich feste stehen, so 138 will ich dich ewiglich preisen mit Herz, Sinn und Mund; ich will dir zu jeder Stund Ehr und Dank in Demut bringen und dein hohes Lob besingen. Anna Sophia, Landgräfin von Hessen⸗ Darmstadt. 1 1683. 228. Mel. 58: Gott des Himmels ꝛc. Tewes Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränkt. 3. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort mir zugesandt. 4. Laß in dieses Leibes Schran⸗ ken mich ohn eitle Sorgen sein. Schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 5. Gib dem Samen einen Acker, der die Frucht nicht schul⸗ dig bleibt. Mache mir die Augen Wort Gottes und Katechismus. wacker und, was hier dein Fin⸗ ger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein. 6. Was ich lese, laß mich mer⸗ ken; was du sagest, laß mich tun. Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gib, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 7. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und Tat in den größten Nöten hat. 8. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein. Drücke drauf dein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmolck. 1737. 229. Mel. 71: Herr, wie du willst, so ꝛe. Matth. 13, 1—23. * Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vorzeiten aus⸗ gesandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohlbekannt dein Will und deine Rechte. Zum letzten Vater selbst 3 gepre ben, ihnen ein C Wort in u uns 5. das recht Fre Acht Höre sonde dert 6 sofo auf Wor der von ver! erzen sein. mer⸗ tun. uben uhn, ihm Wege gehn. lege, daß at in einen sein. iegel, ein, 9, bis 1737. Fin⸗ letzten ist dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist! laß uns dabei verblei⸗ ben, und gib uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb annehmen jeder⸗ zeit mit Sanftmut, Ehre, Lieb und Freud, als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort ab⸗ wende; denn ihr Gespött samt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gib du selbst deinem Worte Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns 2. Offn uns die Ohren und 909 Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, i Freud und Schmerz es aus e. Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Täter sein, Frucht hun⸗ dertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel weggenommen; auf Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Same, so auf Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich allhie dem guten Lande, und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, Wort Gottes und Katechismus. 139 viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, den Weg der Sünder meiden, gib, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns klar und rein; hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit aus⸗ breiten. Hilf, Jesu, daß uns n deine Lehr erleuchten mög und leiten. O heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. David Denicke. 230. Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre. Woehl dem, der Jesum liebet und dessen Himmelswort! Der wird niemals betrübet von Satans List und Mord. Wo Jesus sich befindet, da stehet alles wohl; wer sich auf Jesum gründet, der lebet lebensvoll. + 1680. 140 2. Bist du vielleicht verirret vom rechten Lebensport, hat dich die Welt verwirret, komm, hier ist Gottes Wort; das wird dir klärlich weisen die vrechte Tugend⸗ bahn, darauf du müssest reisen, wenn du willst himmelan. 3. Bist du vielleicht betrübet, ja wirst du fort und fort in Kreuz und Not geübet, komm, hier ist Gottes Wort; das wird dich schon erquicken, daß, wenn gleich Höll und Welt dich wollen unterdrücken, du doch behältst das Feld. 4. Hast du dich lassen blenden, so daß bald hier, bald dort du tappest an den Wänden, komm, hier ist Gottes Wort; das machet, daß die Blinden sich zu dem rechten Steg hinwieder können finden von ihrem Irreweg. 5. Und wirst du gleich geführet auch durch den finstern Ort, da sonst der Tod regieret, komm, hier ist Gottes Wort; dies ist der Stab und Stecken, mit diesem kannst du dich auch vor dem letzten Schrecken beschützen mächtiglich. 6. Hilf, Jesu, daß ich liebe dein seligmachend Wort, daß ich mich stets drin übe; hilf, liebster Seelenhort, daß ichs in meinem Herzen bewahr durch deine Huld, damit in Kreuzes Schmerzen es Frucht trag in Geduld. Anna Sophia, Landgräfin von Hessen⸗ Darmstadt. 4 1683. Wort Gottes und Katechismus. 231. * 138: O Durchbrecher aller Bande. Wort des Lebens, lautre Quelle, die vom Himmel sich ergießt! Lebenskräfte gibst du jedem, der dir Geist und Herz erschließt, der sich wie die welke Blume, die der Sonnenbrand gebleicht, dürstend von dem dürren Lande zu der Quelle niederneigt. 2. Ohne dich, was ist die Erde? Ein beschränktes finstres Tal.— Ohne dich, was ist der Himmel? Ein verschloßner Freudensaal.— Ohne dich, was ist das Leben? Ein erneuter finstrer Tod!— Ohne dich, was ist das Sterben? Nachtgraun ohne Morgenrot.— 3. Wort des Lebens, du er⸗ leuchtest, doch erwärmst du auch zugleich; eine Hölle offenbarst du, aber auch ein Himmelreich. Furcht⸗ bar schreckest du die Sünder aus der dumpfen trägen Ruh; doch mit Liebe deckst du wieder jedes Büßers Fehle zu. 4. Einen Richter lehrst du fürch⸗ ten, der mit rechter Wage wägt; doch auch einen Vater lieben, der mit Langmut alle trägt; einen Gott, der den geliebten eingen Sohn zum Opfer gibt, der an Ihm die Sünde richtet, und in Ihm die Sünder liebt. 5. Wort des Lebens, wer dich höret, dem versprichst du ewges 1 0 Heil; wahre uuteil. wahre Mel. u Gnade bad! Schad hat. hin, w 2. Gaber und diese das h mit ge mel 3. Ehre? Kind, höre, sind. gleich Him 4 des L Lebe nicht getau so krä vertil 5. inen ngen an d in dich oges Heil; doch nur dem, der dich be⸗ wahret, wird das Kleinod einst zuteil. Nun, so will ich dich be— wahren, Schwert des Geistes, Heilige Taufe. 141 Gottes Wort! Hilf mir hier auf Erden streiten und die Kron er⸗ werben dort. Karl Johann Philipp Spitta. 4 1859. 5. Beilige Caufe. 232. Mel. 84: Ich will dich lieben, meine ꝛc. u unerforschlich Meer der Gnaden, wie selig ist dein Wasser⸗ bad! Es heilet an mir allen Schaden, den Adams Fall gestiftet hat. Die Sündflut gehet über hin, wenn ich in dieser Arche bin. 2. Wie groß sind, Jesu, deine Gaben! Du kommst mit Wasser und mit Blut; und wenn wir diese Schätze haben, so erben wir das höchste Gut. Wenn ich da⸗ mit gezeichnet bin, so ist der Him⸗ mel mein Gewinn. 3. Was frag ich nach der eitlen Ehre? Ich bin des Allerhöchsten Kind, weil ich in deren Zahl ge⸗ höre, die aus Gott selbst geboren sind. Kein Ehrenstand ist diesem gleich, das ist mein Recht zum Himmelreich. 4. Du schreibest mich ins Buch des Lebens, du, meines Lebens Leben, ein; ach lasse mich doch nicht vergebens auf deinen Tod getaufet sein. Ja schreibe mich so kräftig an, daß mich kein Fluch vertilgen kann. 5. Hab ich dir Herz und Hand gegeben, so gib mir, Jesu, deine Gnad, auch dem Versprechen nach⸗ zuleben, das selbst dein Geist ver⸗ siegelt hat. Des Satans Werk und Wesen sei kein Hindernis an meiner Treu. 6. Erhalte mich durch deine Taufe im Bunde der Lebendigen, und führe mich in meinem Laufe vom Irdischen zum Himmlischen, daß ich durch diesen Jordan geh und dort im Lebenslande steh. Benjamin Schmolck. 4 1737. 233. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott ꝛc. Ich bin getauft, ich steh im Bunde durch meine Tauf mit meinem Gott! So sprech ich stets mit frohem Munde in Kreuz, in Trüb⸗ sal, Angst und Not. Ich bin ge⸗ tauft, des freu ich mich; die Freude bleibet ewiglich. 2. Ich bin getauft, ich hab emp⸗ fangen das allerschönste Ehren⸗ kleid, darin ich ewiglich kann prangen hier und dort in der Herrlichkeit. Ich bin mit Jesu Blut erkauft, ich bin in seinen Tod getauft. — 142 Heilige — 3. Ich bin getauft, mir ist ge⸗ geben zu gleicher Zeit der heilge Geist; der heiliget mein Herz und Leben, dafür sei ewig Gott ge⸗ preist! O welche Zier und große Pracht, die mich gerecht und selig macht. 4. Ich bin getauft, ich bin ge⸗ schrieben auch in das Buch des Lebens ein. Nun wird mein Vater mich ja lieben und seinem Kinde gnädig sein. Es ist mein Name Gott bekannt und eingeprägt in seine Hand. 5. Ich bin getauft, was kann mir schaden? Ich bin und bleibe Gottes Kind. Ich weiß, ich bin bei Gott in Gnaden, bei dem ich allzeit Hilfe find. Denn wenn ich weine bitterlich, so spricht mein Vater: Hier bin ich! 6. Ich bin getauft, was kann mir fehlen, weil ja mein Vater an mich denkt? Wer kann die Wohltat all erzählen, die er mir gnädig hat geschenkt? Mein Vater ist ein reicher Herr, der gibt mir immer mehr und mehr. 7. Ich bin getauft, ihr Feinde weichet! Ich stehe unter Gottes Schutz, der seinem Kind die Hände reichet, was acht ich eure Macht und Trutz? Greift ihr ein Gottes⸗ kind nur an, so glaubt, daß Gott es schützen kann. 8. Ich bin getauft und bin zu⸗ frieden mit meines Vaters Lieb und Treu. Ich werde von ihm Taufe. nie geschieden, mein Liebestrieb wird stündlich neu. Wie es mein Vater schickt und fügt, bin ich in allem wohl vergnügt. 9. Ich bin getauft; ob ich gleich sterbe, was schadet mir das kühle Grab? Ich weiß mein Vaterland und Erbe, das ich bei Gott im Himmel hab; nach meinem Tod ist mir bereit des Himmels Freud und Seligkeit. Johann Friedrich Starck. 4 1756. 234. Mel. 93: Jesu, meines Lebens Leben. asset mich voll Freuden sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind Gottes ist. Was sind alle Schätze nütze, da ich einen Schatz besitze, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht! 2. Keine Sünde macht mir bange, ich bin ein getaufter Christ! Denn ich weiß gewiß, so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das teure Wasserbad mich damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! Und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so mächtig bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Bund 4. sterbe Denn nun e 9 Lie deine Kindl den zu Cl melr 2. diese wer 7 nicht von in C 3. nim Arm einen Heil selig tmir hrist! lange kann inden, inden, mich agen: Und n, ob da ich st dir von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ! Denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so ver⸗ sichert mich der Glaube, daß mir doch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun, so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist! Erdmann Neumeister. 235. Mel. 104: Liebster Jesu, wir sind hier. + 1756. Diebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe, denn das Him⸗ melreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu geboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm dies Pfand von unsern Armen; tritt mit deinem Glanz Heilige Taufe. 143 herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, sei du sein Friede, Weinstock, hilf, daß dieser Rebe auch im Glauben dich umgebe. 5. Nun, wir legen an dein Herz, was vom Herzen ist gegangen, führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benjamin Schmolck. 1737. 236. „Mel. 104: Liebster Jesu, wir sind hier. Nn getlobt er ist vollbracht, und der Bund mit Gott geschlossen; was uns rein und selig macht, ist auf dieses Kind geflossen; Jesus hat es eingesegnet und mit Him⸗ melstau beregnet. 2. O du dreimal selig Kind, vom Dreieinigen geliebet, dem der Vater sich verbindt, dem der Sohn das Leben gibet, dem der Geist ist ausgegossen und der Himmel aufgeschlossen! 3. Werde fromm und wachse groß, werde deiner Eltern Freude, und dein selig Christenlos tröste dich in allem Leide; deine Taufe sei die Türe, welche dich zum Himmel führe! Benjamin Schmolck. 4 1737. Konfirmation. 6. Ronfirmation. 27. Mel. 137: O du Liebe meiner Liebe. Dei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn, nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus tat, mir tut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht an⸗ gehören, der sein Leben für mich gab, sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grabꝰ 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich, so in Freude, wie in Leid, bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein Tag sich neigt. Wenn es nun will Abend werden und die Nacht her⸗ niedersteigt, lege segnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, sprechend: Kind, hier gehts zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt. 6. Bleibe mir zur Seite stehen, wenn mir grauet vor dem Tod, als dem kalten scharfen Wehen vor dem Himmelsmorgenrot. Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist. Karl Johann Philipp Spitta. 4 1859. 238. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott ꝛc. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt; ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst zugesa reinen sein bis ins Werke 4. deiner wohl ihn üb verlor Kind, hab ei 5. aufs zum L neuer von n mir ke Herr, 6. Finste unver befleck Blut du, S ich en 7. wanke heilgef Bund Wille dir, so dort f d zu ieser Tag will her⸗ n die ache ehts hier ehen, Tod, n vor Wird dann 5 ich man 1859. ott ꝛc. einen und lt zu das in in mit Kind zater, rucht reuer willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt. Ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall getan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen tut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse, ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt! du, Sünde, weich! Gott hört es; ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir; so lob ich dich dort für und für. Johann Jakob Rambach. 4 1735. Konfirmation. 239. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine ꝛc. Sei getreu bis an das Ende, daure redlich aus den Streit, leidest du gleich harte Stände, endlich ist der Sieg bereit. Ach das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, so dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glau⸗ ben! Laß dir seinen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben; halte treulich deinen Bund, den dein Gott durchs Wasserbad fest mit dir geschlossen hat. Die da weichen, sind verloren, nur, die treu, sind auserkoren. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe; und ob er dich hat betrübt, denke, wie dein Heiland tat, als er für die Feinde bat, so mußt du ver⸗ zeihen eben, soll Gott anders dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach von der Liebe Jesu scheiden; murre nicht in Weh und Ach. Hilft denn was die Ungeduld? Ach sie häufet nur die Schuld. Der trägt leichter, wer das träget mit Ge⸗ duld, was Gott aufleget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott nicht, wie du gewillt, Mittel hat er bald 10 146 getroffen, daß dein Wünschen werd erfüllt. Denke, wie er manche Zeit, dir zu helfen, war bereit; aber dein Ohr war verstopfet, als er bei dir angeklopfet. 6. Sei getreu in Todeskämpfen, fechte kühn den letzten Streit; will die Flut der Angst dich dämpfen, schau, das Ufer ist nicht weit. Wer alsdann mit Jesu ringt und das Sündenfleisch bezwingt, dem setzt er zum Gnadenlohne auf das Haupt die Lebenskrone. 7. Drum getreu, getreu aus⸗ halten mußt du deinem lieben Gott; ihn mußt du es lassen walten, wenn du nicht willst haben Spott. Rufe nur! Er ist schon hier; sein Herz bricht ihm gegen dir. Rufe nur! Gott ist vor⸗ handen; Hoffnung macht ja nicht zuschanden. Benjamin Prätorius. s nach 1668. 240. Mel. 142: O Herre Gott, dein ꝛc. ei Gott getreu, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben! Leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein ergeben. Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu von Jugend auf; laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebens⸗ Ronfirmation. lauf von seiner Liebe scheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrau⸗ ben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du kühnlich glauben. 3. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen; steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt am höchsten hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt immerfort ohn alles Wanken stehen. 4. Sei Gott getreu, der immer sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht; und wär ein Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß beizeit nur wieder aufzustehen. 5. Sei Gott getreu bis in den Tod und laß dich nichts ab⸗ wenden; er kann und wird in aller Not dir treuen Beistand senden. Und käm auch gleich der Hölle Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 6. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Himmel dir aufsetzen, da wirst du dich dann ewiglich an seiner Treu ergötzen. Michael Franck. 1661. D Au Heile geger Lust nicht 2. den nicht dem sich genig 3 ihrer zeige kann Eng daß Har höch Blu hab es h eiden. 9neu, chrau⸗ bricht hnlich liebes nnen; Ort, ennen. n hält, sein rt ohn immer finden; erlich, den ja nicht; en, so eit nur bis in hts ab⸗ in aller senden. Hölle ungen, ibe du, bleiben weisen, ei, wie d eine zimmel u dich Treu 1667. 241. Mel 131: Nun lob, mein Seel ꝛc. o schreib ins Buch des Le⸗ bens, o Herr, auch ihre Namen ein, und laß sie nicht vergebens dir, Jesu, zugezählet sein. Be⸗ Das heilige Abendmahl. 147 wahr sie vor der Sünde und vor der ewgen Pein; ach präg es jedem Kinde heut tief ins Herz hinein, daß es zum ewgen Leben durch dich erkaufet ist; denn du willst allen geben dein Heil, Herr Jesu Christ. Unbekannter Dichter. “. Das heilige Abendmahl. 242. Mel. 117: Mein Jesu, der du mich. uf Seele, schicke dich, dein Heiland nahet sich; geh ihm ent⸗ gegen. Nimm Abschied von der Lust und laß jetzt deine Brust nichts Eitles hegen. 2. Der wird dein Gast, o Geist, den das, was Himmel heißt, nicht kann umschließen. Der, dem die Welt zu klein, gibt sich in Brot und Wein dir zu genießen. 3. O Liebe, die sich hier in ihrer schönsten Zier vollkommen zeiget! Huld, der kein Ziel be⸗ kannt, die über den Verstand der Engel steiget! 4. Ach wie komm ich dazu, daß so ein Herr wie du mein Haus beschreitet? Daß mir das höchste Gut von seinem Leib und Blut ein Mahl bereitet? 5. Doch da dirs so gefällt, hab ich mich eingestellt, du willst es haben. Dein Wort entschul⸗ digt mich, bei diesem halt ich dich; du wirst mich laben. 6. Nur Glauben schenke mir, der mich, mein Arzt, mit dir ge⸗ nau verbinde, damit mein kran⸗ ker Geist, wenn er dein Mahl geneußt, Gesundheit finde. 7. Laß dein gesegnet Blut, das lauter Wunder tut, mein Herz durchdringen; laß diesen edlen Saft Heil, Trost und Le⸗ benskraft mir Armen bringen. 8. Der Leib, der für die Welt zum Opfer dargestellt, sei meine Speise, durch deren Kraft mein Geist, der sich der Welt entreißt, zum Himmel reise. 9. Dies Pfand von deiner Huld, die dich für meine Schuld in Tod getrieben, verbinde mei⸗ nen Sinn, so lang ich leb und bin, dich treu zu lieben. 10. Wie du, o höchstes Gut, dich mir mit Leib und Blut hast übergeben, so wirke du in mir, daß ich hinwieder dir mag einig leben. 11. Gib, daß ich als ein 10* 148 Das heilige Zweig, an Saft und Leben reich, nun an dir bleibe und als in dich versetzt, stets frisch und un⸗ verletzt, viel Früchte treibe. 12. Mein Leben sei in dir, dein Leben sei in mir: nimm mich zu eigen. Ich will auf dich nun sehn und nur die Wege gehn, die du wirst zeigen. 13. Du hast an mir getan ein Werk, das niemand kann nach Würden preisen. Gib, daß ich willig sei, dem Nächsten Lieb und Treu auch zu erweisen. 14. Zuletzt gewähre mir, daß ich mich dort mit dir zu Tische setze und mich in deinem Reich mit Abraham zugleich an dir ergötze. Johann Jakob Rambach. 1 1735. 243. Eigene Melodie. 36. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, kann dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben: so bitt ich dich demütig⸗ lich, du wollest recht bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 2. Auf grüner Aue wollest du mich diesen Tag, Herr, leiten, den frischen Wassern führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sündlich, matt und krank, doch laß mich deinen Gnadentrank aus deinem Becher schmecken. Abendmahl. 3. Zwar bin ich deiner Gunst nicht wert, als der ich jetzt er⸗ scheine mit Sünden allzuviel be⸗ schwert, die schmerzlich ich beweine. In solcher Trübsal tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. 4. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, komm selbst, dich mir zu schenken! Dein Blut, das mir vergossen ist, woll auch mich Schwachen tränken. Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, güldne Himmelstür, auch mich einst dort aufnehmen. Johann Rist. 4 1667. 244. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine ꝛc. Gott sei Lob! der Tag ist kom⸗ men, da ich Jesu werd vertraut, da ich, aller Schuld entnommen, werd in Gottes Huld geschaut. Gott sei Lob, daß mir bereit ist des Lammes Hochzeit heut, da mir Gott zum ewgen Leben will den ganzen Jesum geben. 2. Gott, ich komm bei frühem Morgen zu dir als dein liebes Kind, leg in deine Vatersorgen mich mit Leib und Seel geschwind. Abba, Vater, sorg für mich, daß ich ja heut würdiglich als dein Gast bei dir erscheine und mit Jesu mich vereine. 3. Christe, du Lamm Gottes, höre, trag auch heute meine Sünd: äIꝗH n Brär Hirt, Güte grün zugu und 4. sass mir; lasse, mir ich g ich d mein Amilic hunst t er⸗ Ibe⸗ deine. mich, iglich Jesu ir zu mir mich eib in drum lstür, men. 1667. Eꝛc. t kom⸗ traut, nmen, schaut. eit ist da mir ll den rühem liebes sorgen wind. „ da dein d mit )ottes, Sünd; Bräutigam, dich zu mir kehre, guter Hirt, dein Schäflein find. Deiner Güte ich vertrau; führe mich auf grüner Au, speise mich, mir stets zugute, heut mit deinem Leib und Blute. 4. Heilger Geist, den ich um⸗ fasse, bleibe heut und stets bei mir; mich mit Beistand nicht ver⸗ lasse, sondern hilf, daß selig hier mir zum Nutze, Gott zum Preis, ich genieß die Himmelsspeis, daß ich danach christlich lebe, freudig meinen Geist aufgebe. Amilia Juliane, Gräfin von Schwarzburg⸗ Rudolstadt. + 1706. 245. Mel. 177: Wenn wir in höchsten ꝛc. Her, der du als ein stilles Lamm am martervollen Kreuzes⸗ stamm zur Tilgung meiner Sün⸗ denlast dich auch für mich ge— opfext hast, 2. Hier feir ich deinen bittern Tod, hier nährst du mich mit Himmelsbrot, hier ist das un⸗ schätzbare Gut, das du mir gibst, dein Leib und Blut. 3. Hier labet mich als deinen Gast der Leib, den du geopfert hast, dein Blut, das, o Herr Jesu Christ, am Kreuzesstamm ver⸗ gossen ist. 4. O Heiland, hilf mir, daß ich ja mit tiefer Ehrfurcht dir mich nah! O Herr, mein Mund Das heilige Abendmahl. 149 empfahe nicht des Lebens Speise zum Gericht! 5. Hilf, daß mühselig und be⸗ schwert mein gläubges Herz da⸗ nach begehrt, der Wohltat ganze Größ ermißt, auch deiner Liebe nicht vergißt. 6. Hier deinen liebevollen Tod verkündigen ist dein Gebot; hilf, daß ich ihn als vor mir seh, auch sein Geheimnis recht versteh: 7. Den Fluch, den hier mein Bürge trug, die Wunden, die auch ich dir schlug, den Segen, den du, als du starbst, durch dei⸗ nen Tod auch mir erwarbst. 8. Mein Herr und Gott, ich glaub an dich und weiß gewiß, du segnest mich; wenn wir im Glauben dir uns nahn, willst du uns gnädig nehmen an. 9. Ich Erd und Asche bins nicht wert, daß so viel Heil mir widerfährt; du willst, mein Hei⸗ land, nicht verschmähn, zu mei⸗ nem Herzen einzugehn. 10. Mein Herz steht offen, richte du dirs selbst zu deiner Wohnung zu; wirf alle Laster ganz hinaus, schmück es mit jeder Tugend aus. 11. Du kommst; gesegnet seist du mir! Du bleibst in mir, ich bleib in dir; ich end in dir einst meinen Lauf, du weckest mich vom Tode auf. 12. O wie so großen Segen gibt dein Bundesmahl dem, der 150 Das heilige dich liebt! Ihm ists ein Pfand der Seligkeit, ein Siegel der Ge⸗ rechtigkeit. 13. Ach wie so reich ergießet sich hier meines Gottes Lieb in mich! Hier schau ich seine Lieb⸗ lichkeit, hier schmeck ich seine Freundlichkeit. 14. Auch stärkt mich dieses Mahles Kraft auf meiner ganzen Pilgerschaft, den Feinden stark zu widerstehn, die mir nach meiner Seele stehn. 15. Und wenn du mich, o Lebensfürst, zur Seligkeit vollen⸗ den wirst, ergötzt mit Freuden ohne Zahl mich dort dein ewges Abendmahl. Johann Adolf Schlegel. 1 1793. 246. Mel. 179: Werde munter, mein ꝛe. err, du hast für alle Sünder einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Hier erschein ich als ein Gast, welchen du geladen hast. Laß mich nicht mit falschem Herzen deine große Huld verscherzen. 2. Höre mich, o Herr der Güte! Mache mich vom Eitlen frei, daß voll Andacht mein Ge⸗ müte und mein Herz dir heilig sei. Nur zu dir steht mein Ver⸗ traun; lehr mich gläubig auf dich i schaun, und laß deinen Tisch auf Abendmahl. Erden mir des Himmels Vor⸗ schmack werden. 3. Gnadenvoll willst du mir schenken deinen Leib, dein teures Blut. Drum so laß mich wohl bedenken, was hier deine Liebe tut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du doch zum Heil und Leben mir im Abendmahl willst geben. 4. Wirke heilige Gedanken in der Seele, die dich ehrt. Halte meinen Sinn in Schranken, wenn mich Furcht und Zweifel stört. Fühl ich immer Sündennot, so erquicke mich dies Brot, dieser Kelch mit deinem Blute; denn es floß auch mir zugute. 5. Ohne dich ist ja kein Leben; gib mir neue Lebenskraft! Ich bin mit Gefahr umgeben, du bists, der mir Hilfe schafft. Arm am Geist komm ich zu dir; laß dein Abendmahl auch mir bei so mancher Last auf Erden, Herr, zu großer Stärkung werden. 6. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder, wenn je Furcht und Schrecken mich dabei noch über⸗ fällt, so verleihe mir dein Blut einen rechten Freudenmut, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch niemand lasse rauben. 7. Tief will ichs zu Herzen fassen, daß dein Tod mein Leben ist; keinen meiner Brüder hassen, der mit mir Ein Brot genießt. teure Chri Leib komr Seli 2 Brot gebe Nehr Lebe ward 2 du b Vor⸗ mir eures wohl Liebe nicht was n mir . en in Halte wenn stört. t, so dieser nn es jener t und über⸗ Blut daß n mir . derzen Leben assen, nießt. Deiner will ich mich erfreun, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles, haben. Kaspar Neumann. 1715. 247. Chor. Mel. 169: Wachet auf! ruft uns die ꝛc. err, du wollst sie vollbereiten zu deines Mahles Seligkeiten; sei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß sie, o Sohn, sich würdig nahen, und sprich sie los von Sünd und Tod. Denn durch den Glauben rein, sind sie, o Mittler, dein, sind unsterblich. Ach, die hier stehn und zu dir flehn, laß sie am Ziel die Krone sehn! Gemeinde. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, teure miterlöste Brüder, all auf Christi Tod getauft, alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, kommt, erneut euren Bund der Seligkeit. 2. Nehmet hin und eßt sein Brot; Jesus Christus ward ge⸗ geben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben; hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 3. Hoherpriester Jesu Christ, du bist einmal eingegangen in das Das heilige Abendmahl. 151 Heiligtum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott. 4. Hoherpriester, ja du bist auch für diese eingegangen. Sprich sie los, Gott, Jesu Christ, wenn sie nun dein Mahl empfangen; laß sie fühlen: ins Gericht kommen, die da glauben, nicht. 5. Nehmet hin und eßt sein Brot; Jesus Christus ward ge⸗ geben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben; hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 6. Ausgeschüttet warest du, warst wie Wasser hingegossen, suchtest, fandest keine Ruh. Deines Todes Wunden flossen, strömten über, ach vom Blut, deines großen Opfers Blut. 7. Deiner Zunge Durst war heiß, heißer noch der Durst der Seele. Müd in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn, doch schien seine Hilfe fern. 8. O wie warst du fürchterlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu retten vom Verderben. Ewig fassen dein Gericht endliche Gedanken nicht. 9. Jesus rief: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich ver⸗ lassen! starb darauf den Kreuzes⸗ tod. Wer kann diese Liebe fassen? 152 Fluch und Tod sind nun nicht mehr; gebt, ach gebt dem Mittler + 10. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward ge⸗ geben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. Friedrich Gottlieb Klopstock. 4 1803. 248. Mel. 71: Herr, wie du willst, so ꝛe. err Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer See⸗ len Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst be⸗ reit zu diesem hohen Werke; schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zu ewgem Him⸗ melswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft einst ewig selig werden. 1712. Das heilige Abendmahl. 249. Mel. 183: Wie schön leuchtet der ꝛc. err Jesu, dir sei Preis und Dank für diese Seelen⸗Speis und Trank, damit du uns begabet. Im Brot und Wein dein Leib und Blut wahrhaftig kommt uns sehr zugut und unsre Herzen labet. Daß wir in dir uns erfreuen, wohl gedeihen, ewig leben, solches wollest du uns geben. 2. Du kehrest, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel und willst da Wohnung machen; drum uns ein solches Herz verleih, o Gott, das frei und ledig sei von allen eitlen Sachen. Bleibe, treibe unsre Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, alle Weltlust zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein wertes Nacht⸗ mahl zum Gericht; ein jeder recht bedenke, daß er mit diesem Lebens⸗ brot im Glauben stille seine Not. Der Fels des Heils uns tränke, züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. 4. O daß wir solche Seligkeit erwarten möchten allezeit in Hoff⸗ nung und Vertrauen; und nach⸗ mals aus dem Jammertal ein⸗ gehen in den Himmelssaal, dein Antlitz, Herr, zu schauen; da sich fröhlich alle Gäste auf das beste werden laben und ganz volle Gnüge haben. der ꝛc. 3und is und gabet. 1 Leib nt uns labet. freuen, solches wuel, ja willst m uns „Gott, wallen e unsre iß wir achten. doch Nacht⸗ r recht ebens⸗ e Not. ränke, oben verden rden. ligkeit Hoff nach⸗ Iein⸗ „dein a sich beste volle Das heilige 5. Das gib du uns von deinem Thron, o Jesu Christe, Gottes Sohn, gibs durch dein bittres Leiden. Dasselbe, weil wir leben hier, laß uns betrachten für und für, und alles Böse meiden. Amen! Amen! hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, hilf uns fröhlich überwinden. Bernhard von Derschow. 250. Mel. 13: An Wasserflüssen Babylon. Joc komme, Herr, und suche dich mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wun⸗ ders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten; ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgetan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet, du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir; er tilget deine Sünden, und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad um Gnade finden. Du + 1639. Abendmahl. 153 rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn; die Schuld ist dir ver⸗ geben. Du bist in meinen Tod getauft, und wirst nun dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Ich schenke dir die Seligkeit, bewahre sie im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Wein⸗ stock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich fortan nun eifrig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. 251. Mel. 152: Schmücke dich, o liebe Seele. Kewm, mein Herz, in Jesu Lei⸗ den dich zu laben und zu weiden; stille hier dein sehnlich Dürsten an dem Mahl des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe, und in seinem Heil mich labe, und in 154 Das heilige Abendmahl. sein Verdienst mich kleide, das ist meines Herzens Freude. 2. Zwar hab ich ihn alle Tage, wenn ich Sehnsucht nach ihm trage; er ist auf der Himmelsreise täglich meine Seelenspeise. Daß ich einen Heiland habe, bleibt mein Alles bis zum Grabe, und ich mag nichts andres wissen, als sein teures Heil genießen. 3. Aber ich will mit Verlangen auch sein Abendmahl empfangen. Hier darf Seel und Leib ihn essen, und so kann ichs nicht vergessen, daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schrei⸗ bet, mein Erlöser war und bleibet. 4. Ach wie werd ich oft so müde, wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, wenn mir dieses Licht entschwunden, daß ich einen Hei⸗ land habe, der mit seinem Hirten⸗ stabe, sanft und mild und voll Vergeben, mir nichts ist, als Heil und Leben. 5. O ich Armer, ich Verlorner, ich in Sünden schon Geborner! was wollt ich vom Troste wissen, wäre dies mir weggerissen, daß ich einen Heiland habe, dessen Blut mich Sünder labe! Besser wär es, nie geboren, als dies teure Wort verloren. 6. Sei gesegnet, ewge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, solch ein Denkmal selbst gestiftet, daß ich einen Heiland habe, der gekreuzigt sank zu Grabe, daß er meinen Tod bezwänge und in seinen Sieg verschlänge. 7. Heilges Brot, sei mir ge⸗ segnet, weil mir der mit dir be⸗ gegnet, dessen heilge Todeswunden die Erlösung mir erfunden. Daß ich einen Heiland habe, der er⸗ blaßt und tot im Grabe auch für meine Schuld gelegen, will ich schmecken und erwägen. 8. Heilger Wein, sei mir ge⸗ segnet, weil mir der mit dir be⸗ gegnet, dessen Blut mich lässet finden die Vergebung aller Sün⸗ den. Daß ich einen Heiland habe, der die arme Seele labe, muß nicht dies mein Dürsten stillen und mein Herz mit Wonne füllen? 9. Er befiehlts, mich satt zu essen, meines Jammers zu ver⸗ gessen; er gebeuts, mich satt zu trinken, und in Freude zu ver⸗ sinken, daß ich einen Heiland habe, der sich selbst zur Opfergabe, ja zur Nahrung und zum Leben mir aus ewger Huld gegeben. 10. Will hinfort mich etwas quälen, oder wird mir etwas fehlen, oder wird die Kraft zer⸗ rinnen, so will ich mich nur be⸗ sinnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder, zugehöret. Ernst Gottlieb Woltersdorf. 1 1761. Mel om der He Herr! Liebe: lenkt, halten was e⸗ 2. der, ur kommt ist der Himm speise, erquick 3. die No Gott wunde auf er Säum nis, d 4. lockst bare; mir? in dein undve⸗ 5. die mi sind d der Gr fleußt mein vom s 95⁵ stiftet, e, der daß er nd in sir ge⸗ ir be⸗ unden Daß 'er er⸗ ch für ill ich ir ge⸗ ir be⸗ lässet Sün⸗ habe, nicht dmein att zu ver⸗ att zu ver⸗ habe, be, ja n mir etwas etwas t zer⸗ ur be⸗ habe, hrabe, ehret, et. 1761. Das heilige Abendmahl. 252. Mel. 19: Aus meines Herzens Grunde. ommt her, ihr seid geladen! der Heiland rufet euch; der süße Herr der Gnaden, an Huld und Liebe reich, der Erd und Himmel lenkt, will Gastmahl mit euch halten und wunderbar gestalten, was er in Liebe schenkt. 2. Kommt her, verzagte Sün⸗ der, und werft die Angsten weg! kommt her, versöhnte Kinder, hier ist der Liebesweg! Empfangt die Himmelslust, die heilge Gottes⸗ speise, die auf verborgne Weise erquicket jede Brust! 3. Kommt her, betrübte Seelen, die Not und Jammer drückt, mit Gott euch zu vermählen, der wunderbar beglückt! Kommt, legt auf ewig ab der Sünde bange Säumnis, empfanget das Geheim⸗ nis, das Gott vom Himmel gab! 4. O wunderbare Treue! so lockst du mich zu dir? O wunder⸗ bare Weihe! so nahst du selig mir? Ich soll der Sünden Tod in deinem Blute trinken, vergehen undversinken in deiner Liebe, Gott. 5. O Wonne kranker Herzen, die mir von oben kam, verwunden sind die Schmerzen, getröstet ist der Gram. Was von dem Himmel fleußt, hat lieblich sich ergossen; mein Herz ist gar durchflossen, vom süßen Liebesgeist. 6. Drum jauchze, meine Seele, 155⁵5 hell aus der Sünden Nacht; ver⸗ künde und erzähle die tiefe Wun⸗ dermacht, die unermeßlich süß, ein Born der Liebe, quillet, und jeden Jammer stillet, der fast ver⸗ zweifeln ließ. 7. Drum jauchze, meine Seele, drum jauchze deinem Herrn, ver⸗ künde und erzähle die Gnade nah und fern, den Wunderborn im Blut, die selge Himmelsspeise, die auf verborgne Weise dir gibt das höchste Gut! Ernst Moritz Arndt. 253. Mel. 114: Meinen Jesum laß ich nicht. Meinen Jesum laß ich nicht, meine Seel ist nun genesen; selig ist das heutge Licht, da ich Jesu Gast gewesen. Drum ruft jetzt mein Herz und spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Meinen Jesum laß ich nicht, weil er mich so brünstig liebet und sich in mein Herze flicht, ja, sich mir zu eigen gibet und sich ewig mir verspricht. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Herr, dein Leib und teures Blut, Jesu, das ich jetzt genossen, stärkt mich und macht alles gut, daß ich hinfort nicht verstoßen bin von Gottes Angesicht. Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Wohl mir, daß mich nichts mehr drückt; ach wie wohl ist mir + 1860. 156 Das heilige Abendmahl. geschehen! Meine Seel ist ganz entzückt, weil ich, Jesu, dich ge⸗ sehen. Jesu, meine Zuversicht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. 5. Meinen Jesum laß ich nicht, er ist ja mein Bruder worden. Trotz, daß Welt und Satanspricht, ich sei noch in ihrem Orden. Nein, mein Jesus ist mein Licht; dich, mein Bruder, laß ich nicht. 6. Laß mich auch, mein Jesu, nicht, wenn es mit mir kommt zum Ende, wenn mir Sinn und Herze bricht. Jesu, nimm in deine Hände meinen Geist, mein Lebens⸗ licht. Ach, mein Jesu, laß mich nicht! 7. Und des bin ich auch gewiß, weil mein Jesus mir verheißen, aus des Todes Finsternis mich mit starker Hand zu reißen. Drum mein Herze gläubig spricht: Amen, Jesum laß ich nicht. Johann Friedrich Mayer. 4 1712. 254. Mel. 42: Erquicke mich, du Heil ꝛc. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden in deiner letzten Trauer⸗ nacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testament ver⸗ macht, es preisen gläubige Ge⸗ müter dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu. Man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen verneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Ge⸗ wissen ein neues Siegel aufge⸗ drückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Vergebung unsrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. 4. Das Band wird fester zu⸗ gezogen, das dich und uns zu⸗ sammenfügt. Die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, fühlt, wie sie neue Stützen kriegt. Wir werden mehr in solchen Stun⸗ den mit dir zu einem Geist ver⸗ bunden. 5. Dies Brot kann wahre Nah⸗ rung geben, und dieser Kelch er⸗ quickt den Geist. Es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kampf und Glaubenswerke. 6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein, daß wir und sie in solchem Stande Ein Herz und Eine Seele sein. Der Geist muß mehr zu⸗ sammenfließen, da wir Ein Fleisch und Blut genießen. ö 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, der Schwachheit voll, einst herrlich aus dem Staube grünen und un⸗ verweslich werden soll, ja daß vollkor „ wie nBlut, merzen Herzen. en Ge⸗ aufge⸗ rief sei dschrift zebung lutgen ter zu⸗ us zu⸗ schaft, lt, wie Wir Stun⸗ t ver⸗ eNah⸗ lch er⸗ rt sich unser ühlen nserm aure iedern olchem Seele hr zu⸗ leisch zum leisch errlich d un⸗ u daß Das heilige du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. 8. O teures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist verpflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! ein solcher hoher Liebes⸗ schein verdient, daß aller Engel Zungen zu dessen Ruhm ge⸗ schäftig sein. Wird unser Geist zu dir erhoben, so wird er dich vollkommen loben. Johann Jakob Rambach. 1 1735. 255. Mel. 92: Jesu, meines Herzens Freud. ehmet Jesu Ladung an, teure Seelen, der für euch auf rauher Bahn sich ließ quälen. Kommt, ach kommt zu ihm heran, Heil zu wählen, kommt, erlöste Seelen. 2. Angstiget euch das Gefühl böser Taten, seid ihr mannig⸗ falt und viel durch den Schaden, der von Adam auf euch fiel, jetzt beladen, kommt zum Quell der Gnaden. 3. Nehmet seine Last auf euch, o ihr Schwachen. Er kann stark, zufrieden, reich, selig machen. Lernet nur von ihm zugleich Gottes Sachen. Hier ist Kraft der Schwachen. Abendmahl. 157 4. Er ist voller Lindigkeit und voll Güte, ganz der Demut ist geweiht sein Gemüte, ist zu lauter Treu bereit und zum Friede. Trauet seiner Güte. 5. Seelenruh bedürfet ihr, Trost und Leben; Seelenruhe wird euch hier dargegeben, Seelenruhe quillt euch hier, Trost und Leben; eilt, danach zu streben. 6. O sein Joch ist sanft und soll nie beschweren; sein Gesetz ist liebevoll, zu gewähren allen Friede, Ruh und Wohl, die es hören. Folget seinen Lehren. 7. O Erlöser, bleibe doch unsre Freude und gewöhne an dein Joch deine Leute; tröste, stärk, erfreu uns hoch, Seelenweide, Jesu, unsre Freude! Valentin Ernst Löscher. 1749. 256. Mel. 130: Nun laßt uns Gott ꝛc. Jesu, meine Wonne, du mei⸗ ner Seelen Sonne, du Freund⸗ lichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmlische Ergötzen und diese teure Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dir es danken, o Herr, daß du mich Kranken ge⸗ speiset und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen 158 Das heilige für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Lei⸗ den, den Ursprung meiner Freu⸗ den; dir dank ich für dein Sehnen und heiß vergoßne Tränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist ge⸗ blieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht ver⸗ gessen, daß du mir zugemessen die kräftig Himmelsspeise, wofür ich jetzt dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus mei⸗ nem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich los gezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben; was kannst du Wertres geben? 11. Ach laß, Herr, meine Seele in dieser Leibeshöhle doch allzeit mit Verlangen an deiner Liebe hangen. 12. Laß mich die Sünde mei⸗ den, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten. 13. Nun kann ich nicht ver⸗ derben; drauf will ich selig sterben Abendmahl. und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist. f 160r. 257. — Eigene Melodie. 152. Schmücke dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen! Denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eil, wie Gottverlobte pfle⸗ gen, deinem Bräutigam entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten. Säume nicht, ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: o Herr, laß dich umfassen, von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Mag ein köstlich Gut auf Erden sonst um Geld erkaufet werden, du, o Herr, für deine Gaben willst nicht Erdenschätze haben, und in allen Bergesgrün⸗ den könnt ich ja kein Kleinod finden, daß ich bei dem heilgen Mahle, Herr, dein Manna dir bezahle. 4. Ach, wie hungert mein Ge⸗ müte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Tränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten: daß in diesem Brot und 2 verein 5. Bang umfar Speis macht Herr, Ist finder ergrü 6. Jesu, Jesu, Leben Hier mich deiner Heil 7 Lieber triebe Leben geben drosse vergo kräfti geden 8. Leben verge Scha laden essen daß den, werde Jesu, + 1667. ele, laß komm fange Denn znaden n; der n, will e pfle⸗ gegen, vorten forten. ließen, Füßen, fassen, lassen. it auf kaufet deine schätze grün⸗ leinod eilgen a dir n Ge⸗ deiner —— Das heilige und Weine Christus sich mit mir vereine! 5. Beides, Wonne und auch— Bangen, fühl ich jetzt mein Herz umfangen. Das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise macht, daß ich voll Staunen merke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht kann ergründen? 6. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu deinen Füßen: laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her ge⸗ trieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns ge⸗ geben, und dazu ganz unver⸗ drossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir vielleicht zum Schaden, sei zu deinem Tisch ge⸗ laden! Laß mich durch dies Seelen⸗ essen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Er⸗ den, mög dein Gast im Himmel werden. Nach Joh. Franck. 1 1677. Abendmahl. 258. Mel. 160: Straf mich nicht in deinem ꝛc. Tretet her zum Tisch des Herrn, Gott hat euch geladen; eure Her⸗ zen sein nicht fern von dem Mahl der Gnaden. Mit Bedacht nehmt in acht, was euch Gott wird ge⸗ ben zu dem ewgen Leben. 2. Geht heran, schön angetan mit dem Glaubenskleide; solche Gäste stehn Gott an, sie sind seine Freude. Nehmt die Speis, gleicherweis trinkt sein Blut vergossen, o ihr Tischgenossen. Johann Georg Müller. 4 1745. 259. Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre. Wen hast du dir geladen, mein Heiland mild und gut, zu dei⸗ nem Tisch der Gnaden? Nicht die voll Kraft und Mut, die Reichen nicht und Satten sind dir willkommen dran; die Kranken und die Matten rufst du voll Huld heran. 2. Da dürfen wir es wagen und treten mit heran; wir müßten wohl verzagen, gings nur die Starken an. Zu dir, dem guten Hirten, stelln wir voll Mut uns ein; du willst ja den Verirrten von Herzen gnädig sein. 3. Es sei dir, unserm Fürsten, fortan das Herz geweiht, mit Hungern und mit Dürsten nach 160 der Gerechtigkeit. Ach laß uns doch genießen das wahre Him⸗ melsbrot und Lebensbäche fließen von uns bis in den Tod. 4. Laß uns daniedersinken an deinem Sühnaltar, und reiche uns zu trinken den Kelch des Lebens dar. Wenn auf der Pilgerreise das Herz so matt und krank, ist das die rechte Speise, ist das der rechte Trank. 5. Wer glaubensvoll genossen den Leib, dazu das Blut, für unsre Schuld vergossen, der hat es ewig gut; der ist vom Fluch entbunden, der jedem Sünder droht, hat Trost in schweren Stun⸗ den und in der letzten Not. Friedrich August Gottgetreu Tholuck. 4 1877 und Christian Friedrich Tietz 1836. 260. Mel. 71: Herr, wie du willst, so ꝛc. Wie heilig ist die Stätte hier, wo ich voll Andacht stehe! Sie ist des Himmels Pforte mir, die ich nun offen sehe. O Lebens⸗ tor, o Tisch des Herrn! Vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Lebens⸗ brot, dies teure Gnadenzeichen, vor dem des Herzens Angst und Not und alle Qualen weichen! O Brot, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott beschert, dich will ich jetzt genießen! Das heilige Abendmahl. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüt mit Lob und Dank und heilger Freud erfüllet. O Lebenstrank, o heilges Blut, das einst geflossen mir zugut, dich will ich jetzt empfangen. 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich ge— funden! Mein Jesus kehret bei mir ein, mit ihm werd ich ver⸗ bunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll und er in mir will leben! 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! O wäre doch mein Herz der Ort, an wel⸗ chem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich; was sündlich ist, ver⸗ treibe, damit ich nun und ewig⸗ lich dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt; Herr, laß dein heilig Ebenbild beständig aus mir leuchten! 7. Nun, du hast himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben; in dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben! Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewig⸗ keit mit dir vereinigt bleiben! Valentin Ernst Löscher. 4 1749. V Wie der m seine L Herz Schme mich f Herzer 2.— der m jemals mir sic erhobe ruft er folge d 3. der mir A. A Gem.: Gott, und neuen Verwi verwir deinem deinem nimm Geist Geistl. euch. Gem.: Geistl. die Hö Gem.: zum H dieser stillet, und füllet. Blut, „ dich Glück ch ge⸗ et bei ver⸗ rz so Jesu will Herz tätte, ichkeit wäre wel⸗ aus und ver⸗ ewig⸗ leibe. Herz eilig mir — 2 261. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Wie könnt ich sein vergessen, der mein noch nie vergaß? wie seine Lieb ermessen, dadurch mein Herz genas? Ich lag in bittern Schmerzen, er kommt, und macht mich frei, und stets quillt aus dem Herzen ihm neue Lieb und Treu. 2. Wie sollt ich ihn nicht lieben, der mir so hold sich zeigt? wie jemals ihn betrüben, der so zu mir sich neigt? Er, der ans Kreuz erhoben, getragen meine Schmach, ruft er mir nicht von oben: Komm, folge du mir nachl 3. Ihn will ich ewig lieben, der mir aus Todesnacht, von mei⸗ Das heilige Abendmahl. 161 nem Schmerz getrieben, Unsterb⸗ lichkeit gebracht; der noch zur letzten Stunde mir reicht die treue Hand, daß mich kein Feind ver⸗ wunde im Lauf zum Heimatland. 4. Er gibt zum heilgen Pfande mir seinen Leib, sein Blut, hebt mich aus Nacht und Schande, füllt mich mit Himmelsmut, will selber in mir thronen mit süßem Gnaden⸗ schein; sollt ich bei ihm nicht wohnen, in ihm nicht selig sein? 5. Bei Freude und bei Schmer⸗ zen durchleuchte mich dein Bild, wie du, o Herz der Herzen, ge⸗ blutet hast so mild! Mein Lieben und mein Hoffen, mein Dulden weih ich dir; laß mir die Heimat offen, und dein Herz für und für! A. An Sonntagen. Gem.: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze und gib mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht, verwirf mich nicht von deinem Angesicht, von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Geistl.: Friede sei mit euch. Gem.: Amen. Geistl.: Die Herzen in die Höhe Gem.: Erheben wir zum Herren. Christian Gottlob Kern. 4 1885. 2614. Abendmahlsfeier. B. An den hohen Festen. Gem.: Wohlauf, die ihr hungrig seid und durstig nach eurer Seligkeit, kommt und eiltzum großen Abend⸗ mahl, stärkt euch in eurer Trübsal. Geistl.: Friede sei mit euch. Gem.: Amen. Geistl.: Die Herzen in die Höhe Gem.: Erheben wir zum Herren. C. An besonderen Festtagen. Gem.: Wir wollen nun singen heut vor allen Dingen, von Herzens⸗ grunde mit dem Geist und Munde, Christum groß achten, seinen Tod betrachten und fleißig danken. Geistl.: Friede sei mit euch. Gem.: Amen, Amen. Geistl.: Aufwärts die Herzen Gem.: Haben wir beim Herren. 11 162 A. An Sonntagen. Geistl.: Lasset uns danksagen dem Herrn, unserm Gotte. Gem.: Das ist würdig und recht. Geistl: Wahrhaft würdig und recht usw. Gem.: Heilig ist Gott, der Vater, heilig ist Gott, der Sohn, heilig ist Gott, der heilge Geist. Er ist der Herre Zebaoth. Alle Welt ist seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herren, Hosianna in der Höhe. Das heilige Abendmahl. B. An den hohen Festen. Geistl.: Lasset uns danksagen dem Herrn unserm Gott. Gem.: Das ist würdig und ist recht. Geistl.: Wahrhaft würdig und recht usw. Gem.: Heilig, heilig, heilig ist unser Gott, der Herr Zebaoth. Alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, Hosianna in der Höhe. Geistlicher: Das Vaterunser.* Gemeinde: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichteit in Ewigkeit. Amen. Geistlicher: Die Einsetzungsworte. Gemeinde wührend der Ausspendung: Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unserl Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gib uns deinen Frie⸗ den! Amen. Hierauf nach Bedürfnis ein andres Lied. O Gottes Lamm, un⸗ schuldig am Kreuze für uns erwürget, be⸗ funden stets geduldig, da du für uns dich verbürget, du trägst der Sünden Plagen, daß wir nicht dürften verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu. C. An besonderen Festtagen. Geistl.: Danksagen lasset uns dem Herrn, unserm Gott. Gem.: Würdig ist dies und recht. Geistl.: Wahrhaft würdig und recht usw. Gem: Heilig, heilig, heilig ist unser Gott, der Herr Zebaoth. All Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, Hosianna in der Höhe. O du Lamm Gottes, der du trägst die Sünden der Welt, er⸗ barme dich unser! O du Lamm Gottes, der du trägst die Sünden der Welt, er⸗ barme dich unser! O du Lamm Gottes, der du trägst die Sünden der Welt, verleih uns deinen Frieden. Die Abendmahlsfeier schließt mit Spruch, Gebet, Segen und Schlußvers. —— .......—— ν 9.— πι Wi Schöf den, hat, d Er n Leib wahre wehre fahrer und seiner 2. Christ Herret ist, gl Ehren frauer gebore im G warn ben u stande sttagen. ksagen Herrn, st dies ihrhaft ht usw. heilig, Gott, ebaoth. seiner sianna Gelobt imt im Herrn, r Höhe. lichteit deinen hlofeier III. Der christliche Glaube. J. Der Glaube 262. Eigene Melodie. 187. Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Er⸗ den, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl be— wahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns wider⸗ fahren. Er sorget für uns, hüt und wacht; es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren; von Maria, der Jung⸗ frauen, ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestor⸗ ben und vom Tod wieder aufer⸗ standen durch Gott. im allgemeinen. 3. Wir glauben an den heil⸗ gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne; die ganze Christen⸗ heit auf Erden hält in einem Sinn gar eben; hier all Sünd vergeben werden, das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. Martin Luther. 263. K Eigene Melodie. 188. Wir glauben all an Einen Gott, Vater, Sohn und heilgen Geist, an den Herren Zebaoth, den die Schar der Engel preist, der durch seine große Kraft alles wirket, tut und schafft. 2 Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes und Marien Sohn, der vom Himmel kommen ist, und 11³ + 1546. 164 uns führt ins Himmels Thron, der uns durch sein Blut und Tod hat erlöst aus aller Not. 3. Wir glauben an den heil⸗ gen Geist, der von beiden gehet aus, der uns Trost und Beistand leist wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit, sei gepreist zu aller Zeit! Tobias Clausnitzer. 264. Eigene Melodie. 12. An Einen Gott nur glauben wir, Vater, Sohn und heilgen Geist, den froh die Schar der Christen hier, dort der Chor der Engel preist; der durch seine Huld und Kraft alles wirket, tut und schafft. 2. An Jesum Christum glau⸗ ben wir, Gottes eingebornen Sohn, der für uns Mensch geworden hier, dort herrscht auf des Vaters Thron, der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. 3. Wir glauben an den heil⸗ gen Geist, dessen gnadenvolle Kraft an unsern Herzen sich erweist, Wollen und Vollbringen schafft. Heilige Dreieinigkeit, segne deine Christenheit! Dresdner Gesangbuch. 265. + 1684. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen her. Hebr. 11. Der Glaub ist eine Zuversicht zu Gottes Gnad und Güte, die Der Glaube im allgemeinen. seines Geistes Kraft und Licht uns bringet ins Gemüte, ein unbeweglich fester Grund, auf Gottes Wort und ewgen Bund in seinem Sohn gestiftet. 2. Er ist ein göttlicher Beweis, den Gottes Zeugnis gibet, daß er uns selbst zu seinem Preis in seinem Sohne liebet; der macht das Herz so ganz gewiß, daß es ohn alle Hindernis zu Gott in Christo eilet. 3. Der Glaube höret, schmeckt und schaut die unsichtbaren Dinge, darauf mein Herze traut und baut, macht, daß ich fröhlich singe: Gott ist mein Gott, sein Sohn mein Heil, der heilge Geist hat mir mein Teil im Himmel schon versiegelt. 4. Ist oft mein Glaube schwach und klein, wenn Trübsal sich er⸗ hebet, so muß es doch ein Glaube sein, weil er nach Hilfe strebet. So lange sich die Hoffnung regt, die mich nach Gott in Christo trägt, so ist ein Glaub im Herzen. 5. Drückt meiner Fehler Menge mich und schlägt das Herz da⸗ nieder, erhebt der alte Drache sich, stellt Gott selbst sich zuwider, so kämpft und ringt des Glaubens Licht, bis es hindurch durch alles bricht und Gottes Liebe findet. 6. Ich weiß, an wen ich glau⸗ ben kann, das soll mir niemand nehmen; Gott ist mein Freund, den lauf ich an, so kann mich nichts nicht, auch ich se . ich m in G auf Geist sein. allein Joh Me Ruh mel; Ach g daß d nichts präg welch 2. Chrif vergi Leber den s voll: Gott hu, ewge 3. Zeit mit! ruft lohne Licht „ein „auf Bund eweis, t, daß reis in macht daß es ott in hmeckt Dinge, t und singe: Sohn ist hat schon chwach ich er⸗ hlaube trebet. g regt, Shristo herzen. Nenge z da⸗ he sih der, so rubens alles ndet. glau⸗ emand reund, mich ————— Der Glaube im allgemeinen. nichts beschämen. Er läßt die nicht, die auf ihn sehn, und wenn auch alles soll zergehn, so glaub ich seinem Worte. 7. Auf diesen Glauben will ich nun getrost und freudig bauen; in Gottes Liebe will ich ruhn, auf Jesu Tod vertrauen, sein Geist soll Pfand und Zeugnis sein. Und so will ich in Gott allein durch meinen Glauben leben. Johann Hermann Schrader. 1 1737. 266. Mel. 139: O Ewigkeit, du ꝛc. Mein Glaub ist meines Lebens Ruh und führt mich deinem Him⸗ mel zu, o du, an den ich glaube! Ach gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube. Tief präg es meinem Herzen ein, welch Heil es ist, ein Christ zu sein. 2. Ich bin erlöst, ich bin ein Christ! mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dul⸗ den soll, ich bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Teil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 3. Was seid ihr Leiden dieser Zeit mir, der ich meiner Ewigkeit mit Ruh entgegenschaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich be⸗ lohnet und erquickt er mich, weil 165 ich ihm hier vertraue. Bald, bald verschwindet mir mein Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 4. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, in der ich lag, gerissen. Nur dir verdank ich meine Ruh, denn meine Wunden heiltest du und stilltest mein Ge⸗ wissen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 5. Gelobt sei Gott! ich bin ein Christ, und seine Gnad und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Sein Wort hilft mir zur Heiligung, die Gnade wirkt Erneuerung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 6. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, daß mich dein Evan⸗ gelium lehrt glaͤuben, hoffen, lieben. Was mir schon jetzt in dieser Zeit den Vorschmack gibt der Seligkeit, wie sollt ich das nicht üben? Erhalte nur mein Herz dabei, so preis ich ewig deine Treu. Balthasar Münter. 4 1793. 267. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen ꝛc. Der Herr ist Gott, und keiner mehr, frohlockt ihm, alle From⸗ 166 Der Glaube im allgemeinen. men! Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, so herrlich, so voll⸗ kommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß; er ist un⸗ endlich grenzenlos in seinem gan⸗ zen Wesen. 2. Er ist und bleibet wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen, wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde ward, war er, war, eh die Himmel waren. 3. Des Ewgen Thron um⸗ gibt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fassen alle Him⸗ mel nicht, die seine Größ er⸗ füllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und doch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Ver⸗ stand, und er umspannt mit sei⸗ ner Hand die Erde samt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah, ist er nicht fern? weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch ver⸗ bergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsternis, was ihr beginnt, er siehts gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittich über alle; du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barm⸗ herzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Untadelhaft bist du und gut und reiner, als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen tut, denn du vergiltst mit Wonne; du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre; kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr, alle seine Heere. Der Herr ist Gott, und keiner mehr; wer ist ihm gleich? wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Johann Andreas Cramer. 1788. 268. Eigene Melodie. 32. Die Himmel rühmen des Ewi⸗ gen Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir a heit 1 nicht Welt 4. zählb Stau wen Ehre du vo 5. ist nen bins, sein ewigl 6. Weis der L bins; müte teil. Der Glaube im allgemeinen. 167 dir aufgestellt! Verkündigt Weis⸗ heit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen un⸗ zählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde; an mei⸗ nen Werken kennst du mich. Ich bins, und werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins; mich liebe von ganzem Ge⸗ müte, und nimm an meiner Gnade teil. Christian Fürchtegott Gellert. 41769. 269. Mel. 191: Wunderbarer König. ott ist gegenwärtig! Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder! Kommt, ergebt euch wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig, heilig, heilig singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, ver⸗ nimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, die mit deinem Dienste streiten. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre; dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trach— ten zu gefallen, liebster Gott, in allem. 5. Du durchdringest alles, wollst mit deinem Lichte, Herr, berüh⸗ ren mein Gesichte! Wie die zar⸗ ten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so, still und froh, deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 6. Mache mich voll Einfalt, innig abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit. Laß mein Herz himmelwärts, wie ein Adler schwe⸗ ben und in dir nur leben. 7. Komm, in mir zu wohnen, laß mein Herz auf Erden dir ein Heiligtum noch werden! Komm, 168 du nahes Wesen! dich in mir verkläre, daß ich stets dich lieb und ehre! Wo ich geh, wo ich steh, laß mich dein gedenken, mich in dich versenken. Gerhard Tersteegen. 270. Eigene Melodie. 60. Gott ist mein Lied. Er ist der Gott der Stärke; hehr ist sein Nam, und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er ge⸗ beut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste; er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war, in Him⸗ mel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals tue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. + 1769. Der Glaube im allgemeinen. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes tu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immer⸗ dar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist dei⸗ ner Weisheit Spiegel; die Luft, das Meer, die Auen, Tal und Hügel, sie sind dein Loblied und dein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Le⸗ ben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Trutz. Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. ꝗRNRXCXe n und weiß, fehle, istehn. bas er If sein sollte, mn, das mmer⸗ Ehre, e sein. ht von Ein verden öpfers ist dei⸗ Luft, Iund d und Land, eiden; Korn fangen Herr, lt ich Troste in Le⸗ Scu, Herden, immel selbst 1769. ———— Der Glaube im allgemeinen. 271. Mel. 140: O Gott, du frommer Gott. Gott ist und bleibt getreu; sein Herze bricht von Lieben, pflegt er gleich oft und schwer die Sei⸗ nen zu betrüben; er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld. Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schwe⸗ ren Plagen; er braucht die Ruten oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt. Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreu; er weiß, was wir vermögen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen; er macht sein Erb und Volk von Last und Banden frei, wenn große Not entsteht. Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen, er läßt nach trüber Nacht die Freu⸗ densonne scheinen; der Sturm, des Kreuzes Sturm geht augenblicks vorbei; sei, Seele, nur getrost: Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu; er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübsals⸗ N glut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu, der Lebensbecher folgt. Gott ist und bleibt getreu. 169 6. Gott ist und bleibt getreu; laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Not dir ewig nütze sei. So liebt der Höchste dich; Gott ist und bleibt getreu. unbekannter Dichter. Um 1695. 272. Mel. 180: Wer nur den lieben Gott ꝛe. Mern 6 Gott, wie bist du so ver⸗ borgen, wie ist dein Rat so wun⸗ derbar! Was helfen alle meine Sorgen? Du hast gesorget, eh ich war. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. 2. Herr, wer kann deinen Sinn verstehen? Wir schaun nur deinen Wegen nach; was du bestimmt, das muß geschehen bei unserm Glück und Ungemach. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. 3. Herr, wer kann deinen Rat ergründen? Dir bleibt allein der Weisheit Preis. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Ver⸗ nunft nicht einen weiß. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. 4. Dein allerheiligsten Ge⸗ danken sind himmelweit von genschenwahn; drum leite mich in deinen Schranken und führe mich auf rechter Bahn. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, obgleich wunderlich. 170 Der Glaube im allgemeinen. 5. Dir will ich mich ganz über⸗ lassen mit allem, was ich hab und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, auf deine Macht und Weisheit hin. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, ob⸗ gleich wunderlich. 6. Hilf, daß ich nie mich von dir kehre in Glück und Unglück, Freud und Leid. Schick alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seelen Seligkeit. Mein Gott und Vater, führe mich nur selig, ob⸗ gleich wunderlich. Salomo Franck. 4 1725. huur 273. Eigene Melodie. 132. Nun preiset alle Gottes Barm⸗ herzigkeit; lob ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden; freue dich, Israel, seiner Gnaden!: 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, ihm auch zu Füßen fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben; Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zu grünen Wei⸗ den stellet euch willig ein! Da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sün⸗ den. 4. Er gibet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh- und spaten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen.:: 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob ver⸗ mehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden; freue dich, Israel, seiner Gna⸗ den Matthäus Apelles von Löwenstern. + 1648. 274. Mel. 191: Wunderbarer König. Ununschräntte Liebe, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken, und zugleich freuden⸗ reich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja, dein ganz Gebiete ist ein Schau⸗ platz deiner Güte. Deiner Lang⸗ mut Ehre wird durch neue Pro⸗ ben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit, über Berg und Hügel, streckt sie ihre Flügel. 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schul⸗ den, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen, Herr, wer kann das fassen? haffet füllet 1.7 seine ver⸗ Uns jaden; Gna⸗ stern. lieben kann Der Glaube im allgemeinen. 171 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nie⸗ der; da man doch, wenn du noch kaum sie weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Trä⸗ nen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm das Zepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Johann Jakob Rambach. 4 1735. 275. Mel. 58: Gott des Himmels und ꝛc. Jes. 54, 10. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, brechet, alle Felsen, ein; Gottes Gnade hat das Siegel, sie will unverändert sein. Laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort ver⸗ sprochen, Gott hat einen Bund gemacht; der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat voll⸗ bracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht; es geschieht, was er ver⸗ spricht. 3. Seine Gnade soll nicht wei⸗ chen, wenn gleich alles bricht und fällt, sie wird ihren Zweck er⸗ reichen, weil sie ewig Glauben hält. Gott ist fromm und gut und treu, sei die Welt voll Heu⸗ chelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Ver⸗ sprechen. So fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich ver⸗ stellen, ist sein Herz doch treu ge⸗ sinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Frieden mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Liebe mag erkalten, ich bin seinem Herzen wert. Ob auch Sturm und Donner brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Er⸗ barmer, so hat er sich selbst ge⸗ nannt. Das ist Trost, so werd ich Armer immer als sein Kind erkannt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides tu. 8. Nun so soll mein ganz Vertrauen ankerfest auf ihm be⸗ 172 ruhn; auf ihn will ich Felsen bauen, was er sagt, das wird er tun. Erd und Himmel kann ver⸗ gehn, doch sein Bund bleibt ewig stehn. Benjamin Schmolck. 1737. 276. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz ꝛc. Wie groß ist des Allmüchtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhär⸗ tetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Lang⸗ mut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? wer gibt dem Geiste neue Kraft? wer läßt mich so viel Guts genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du er⸗ schaffen bist, wo du, mit Herr⸗ lichkeit umgeben, Gott ewig sehn Der Glaube im allgemeinen. wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, da⸗ mit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille, ich soll vollkommen sein, wie er. Je mehr ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bild⸗ nis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie be⸗ sieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Christian Fürchtegott Gellert. 1769. ist ein durch Sieh, N, da⸗ llt ich nicht nicht zeigt, t mir Wort t soll ieinen „dies mmen dies Bild⸗ Lieb emich schon rrscht gt. t und lugen guten n dir zur mich ie be⸗ urcht 1769. — Der erste Artikel: Gott der Vater. 175 2. Der erste Artikel: Gott der Vater. A. Schöpfung und Erhaltung. 277. Eigene Melodie. 10. Ales ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen, über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher er⸗ nähret und mir manches Glück be⸗ scheret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird hin⸗ fort mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was kann volle Gnüge bringen, und man hier gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad er⸗ geben, und ihm alles heimge⸗ stellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu er⸗ füllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, will ich ihm nicht wider⸗ streben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang be⸗ stehet; alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Um 1676. 278. Mel. 109: Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Lebens Lust; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Him⸗ melszelt hoch über uns gesetzt? wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? wer schützt uns vor dem Wind? wer macht es, daß man Ol und Most zu seinen Zeiten findt? ö 174 Der erste Artikel 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werten Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, und du mußt alles tun; du hältst die Wach an unsrer Tür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, herzlich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu⸗ sehr; ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kum⸗ mer sei; kein Zähr⸗ und Trän⸗ lein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Him⸗ mels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring, und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Gott der Vater. Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Ju⸗ gend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglücks⸗ lauf hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er tut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner tun und red ihm nicht darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt. 1 1676. 279. Mel. 138: O Durchbrecher aller Bande. L du schönes Weltgebäude, das der Herr mit Glanz und Pracht, uns zum Segen und zur Freude, wunderherrlich hat gemacht! O wie wird in allen Stücken da die Liebe offenbar, die, den Menschen zu beglücken, so erfindrisch sorg⸗ sam war! 2. Ja, man kann in allen Werken, klein und großen, nah und fern, die verborgne Weisheit merken des Allgütgen, unsers 3 und und schafft ich in t dich deine f den, n Ju⸗ ährt? was nein, chehn, ferner arein, ruhn 1076. Bande. e, das racht, reude, t! O da die nschen sorg⸗ allen „nah isheit insers Schöpfung und Erhaltung. Herrn! Allen ist das Königs⸗ siegel ihres Schöpfers aufgedrückt; Erd und Himmel sind ein Spie⸗ gel, drin man seine Huld erblickt. 3. In der Nähe, in der Ferne man viel tausend Zeugen trifft; wie die Blumen, so die Sterne sind ja eine heilge Schrift, die, dem Kindessinn verständlich, wonne⸗ volle Kunde gibt von dem Gott, der uns unendlich segnet, labet, tröstet, liebt. 4. O wie ist es schön zu lesen in dem aufgeschlagnen Buch der Natur von jenem Wesen, das man niemals hoch genug kann erheben, preisen, loben, das uns liebevoll umschlingt, dem der Chor der Engel droben laut das Drei⸗ malheilig singt. 5. Ja, dich kenn ich, Offen⸗ barung meines Herrn in der Na⸗ tur, seit aus eigener Erfahrung ich nicht bloß der Liebe Spur an⸗ gedeutet, aufgeschrieben in den Werken seiner Hand, nein, ihn selbst und all sein Lieben wesent⸗ lich in Christo fand. Karl Johann Philipp Spitta. 4 1859. 280. Mel. 45: Es ist das Heil uns ꝛc. Wern ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, an⸗ betend überlege; so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich 175⁵ dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? wer kleidet sie mit Majestät? wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? wer heißt den Himmel regnen? wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff auf 176 ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. B. Ratschluß der Erlösung. 281. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott ꝛc. — Joh. 3, 16. Ermuntte dich, mein Herz, im Glauben bei dieses Lebens Not und Qual! Was kann die Selig⸗ keit dir rauben? Bedenke deine Gnadenwahl, was sie für Trost und Freude gibt! Also hat Gott die Welt geliebt! 2. Dein schnöder Fall ist ja ge⸗ schehen, doch will Gott dein Ver⸗ derben nicht. Er hat dein Elend angesehen, daß ihm sein Vater⸗ herze bricht; es schmerzt ihn auch, was dich betrübt. Also hat Gott die Welt geliebt. 3. Eh er dich will verderben lassen, gibt er dir seinen eignen Sohn; der muß die Not zusammen fassen, der träget deinen Sünden⸗ lohn, der wird bis in den Tod betrübt. Also hat Gott die Welt geliebt. 4. Er hat dir seinen Geist ge⸗ geben, der dich in hoher Kraft regiert, der dich im Glauben und im Leben stets auf dem rechten Wege führt, und deinem Geiste Zeugnis gibt. Also hat Gott die Welt geliebt. Der erste Artikel: Gott der Vater. 5. Er hat den Bund bei sich geschworen, den er dir als ein Vater hält. Deshalben bist du unverloren, wenn Teufel, Sünde, Tod und Welt dich gleich verfolget und betrübt. Also hat Gott die Welt geliebt. 6. Du stehst in seiner Hand ge⸗ schrieben, da kann der Satan nicht hinein. Nur an dem Glauben fest geblieben, so ist und bleibet Jesus dein, wenn dich die letzte Not betrübt! Also hat Gott die Welt geliebt. 7. Das ist der Grund, der hat das Siegel, daß Gott sein Volk in Jesu kennt. Wir fliehen unter seine Flügel, wann Himmel, Luft und Erde brennt, und rühmen, wann dies Rund zerstiebt: Also hat Gott die Welt geliebt! Johann Jakob Rambach. 1735. 282. Mel. 80: Ich dank dir schon durch ꝛe. edanke, der uns Leben gibt, wer kann dich ganz ausdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft er⸗ höht, umringt von Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden i sich 5 ein st du ünde, folget tt die id ge⸗ nicht muben leibet letzte tt die r hat Volk unter Luft jmen, Also 1735. rch ꝛe. gibt, nken? liebt, mn. ft er⸗ issen, jestät under nden; Licht ——— Ratschluß der Erlösung 4. So kann ich auch nicht Gottes Rat von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der Tat, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist, so werd ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, so werd ich irren müssen und, wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Spötter rauben; ich fühle seine Göttlich⸗ keit und halte fest am Glauben. 8. Sohn Gottes, ganz dein Eigentum, durch dich des Him— mels Erbe, dies bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. 9. Du gibst mir deinen Geist, das Pfand, im Glauben mich zu stärken, und bildest mich durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich deinen Willen gern mit reinem Herzen tue, so fühl ich eine Kraft des Herrn und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zu dir, Herr, trete, weiß ich, daß dein Herz mein gedenkt und tut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß du, mein Heiland, lebst und mich einst aus der Erde erweckst und zu dem 177 Reich erhebst, wo ich dich schauen werde. 13. Kann unsre Lieb im Glau⸗ ben hier für dich jemals erkalten? Dies ist die Lieb, o Herr, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll mein Herz mit Dank⸗ barkeit, so oft ich dich nur nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch wür⸗ dig sein, um dich hier Schmach zu leiden, so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. 16. Und sollt ich auch nicht für und für des Glaubens Freud empfinden, so wirk er nur sein Werk in mir und reinge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend denken, wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken! Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. 283. Mel. 84: Ich will dich lieben, meine ꝛc. eht hin, ihr gläubigen Ge⸗ danken, ins weite Feld der Ewig⸗ keit; erhebt euch über alle Schran⸗ ken der alten und der neuen Zeit; erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war 12 178 Der erste Artikel noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht. Da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebor⸗ nen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gnadenthron; in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnaden⸗ trieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte hinauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeug⸗ nis gibt: Gott hat mich je und je geliebt. 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, wo⸗ mit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein, dein bin ich, Herr, und bleibe dein. : Gott der Vater. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn; dies Wort der Wahr⸗ heit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwach⸗ heit alles schafft. 10. Ach könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! es sollten Erd und Him⸗ mel hören, was du, mein Gott, an mir getan. Nichts ist so köst⸗ lich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 11. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Johann Gottfried Herrmann. 1 1791. C. Göttliche Regierung und Fürsorge. 284. „Mel. 173: Was Gott tut, das ist ꝛc. Auf Gott und nicht auf meinen Rat will ich mein Glücke bauen, und dem, der mich erschaffen hat, keine tum, das Gott wird sal a 6. lichke schwr diese wund heiner störte dieses „den mmel Vahr⸗ werer Kraft Haupt 9 dein deines wach⸗ besser timmt Him⸗ Gott, o köst⸗ öchster Es durch Chor hönste n eilt t und it. T 1701. und ist ꝛc. neinen bauen, n hat, ——— Göttliche Regierung und Fürsorge. mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nützen würde, be⸗ stimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod; und Ehre, Glück und Habe ver⸗ läßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Reich⸗ tum, Ehr und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trüb⸗ sal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herr⸗ lichkeit? wie bald ist sie ver⸗ schwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ists über⸗ wunden! Hofft auf den Herrn! 179 er hilft uns gern; seid fröhlich, ihr Gerechten! der Herr hilft seinen Knechten. Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. 285. Mel. 130: Nun laßt uns Gott dem ꝛc. Psalm 23. Der Herr, der aller Enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang ich diesen habe, fehlts mir an keiner Gabe; der Reichtum seiner Fülle gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rat in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Not zu rücken. 5. Er lehrt mich tun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen, um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor an⸗ dern im finstern Tal muß wan⸗ dern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vom Mißgeschicke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schützst mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und 12* 180 Der erste Artikel: dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmer⸗ zen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Ole und füllst mir Herz und Seele, die leer und durstig saßen, mit vollgeschenkten Maßen. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Mutes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. 11. Ich will dein Diener blei⸗ ben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest und Frommsein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch preisen, singen, loben. Paul Gerhardt. 1 1676. 286. Mel. 173: Was Gott tut, das ist ꝛc. Der Herr ist meine Zuversicht, mein bester Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Heil und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist mein Gott! auf sein Gebot wird meine Seele stille; mir gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche zu dir schaun, sehn deine Wunder⸗ Gott der Vater. werke. Herr, groß von Rat und stark von Tat! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk voll⸗ enden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Not um⸗ gibt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten wird einst dein Rat ver⸗ nichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff. auf Gott! Des Toren Trost verschwindet, wenn der Gerechte selbst im Tod Ruh und Erquickung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn Frevler zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoff⸗ nung hin, die dir dein Glaube reichet! Weh denen, die zu Men⸗ schen fliehn; weh dem, der von ihm weichet! Dein Heiland starb und er erwarb auf seinem Todes⸗ hügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freuden⸗ leer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Tränen Zahl zählt er; er wägt die Schmer⸗ zen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuver⸗ sicht, auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz t und vollen voll⸗ r dich üssen; t um⸗ ießen. frei eitles it ver⸗ „hoff. Trost erechte lickung ist er rrevler ittern. Hoff⸗ Raube Men⸗ er von starb Todes⸗ Siegel. m um nmeln! euden⸗ nmeln. Tränen ichmer⸗ Herzen. Zuver⸗ Seele. Glück orgend ht ganz ————— Göttliche Regierung und Fürsorge. auf dich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehl ich mich, mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod der Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Christoph Christian Sturm. 1 1786. 287. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. ir sei mein ganzes Leben, mein Vater, übergeben, dir sei mein Herz geweiht. Du sollst zu allen Zeiten mein Gott sein und mich leiten; du leitest stets mit Gütigkeit. 2. Das heut vorherzusehen, was morgen wird geschehen, das ist zu hoch für mich. Dein Weg bleibt mir verborgen; drum werf ich alle Sorgen auf meinen besten Freund, auf dich. 3. Hilf, daß ich nicht in Sün⸗ den mein Glück je such zu finden: Kein Sünder bleibt vor dir. Mit ruhigem Gewissen dein Wohltun zu genießen, dies Glück, o Gott, verleihe mir. 4. Herr, präge dir zur Ehre und mir zum Trost die Lehre tief in mein Herz hinein: Wer Gott von Herzen liebet, ihm dient, sich ihm ergibet und auf ihn hofft, muß selig sein. 181 5. Ich will stets mit Vertrauen auf dich, den Vater, schauen, der gerne Gutes tut. Wenn Seel und Leib sich trennen, so will ich doch bekennen: dein Weg ist all⸗ zeit recht und gut. Dresdner Gesangbuch. 288. Mel. 41: Ermuntre dich, mein ꝛc. Du bist ein Mensch, das weißt du wohl; was strebst du denn nach Dingen, die Gott, der Höchst, alleine soll und kann zuwege bringen? Du fährst mit deinem Witz und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin, und denkst: wie wills auf Erden doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst, du wirst für⸗ wahr mit allem deinen Dichten auch nicht ein einzges kleines Haar in aller Welt ausrichten. Es dient dein Gram sonst nirgends zu, als daß du dich aus deiner Ruh in Angst und Schmerzen stürzest und selbst dein Leben kürzest. 3. Willst du was tun, was Gott gefällt und dir zum Heil gedeihet, so wirf dein Sorgen auf den Held, den Erd und Himmel scheuet, und gib dein Leben, Tun und Stand nur fröhlich hin in Gottes Hand, so wird er deinen Sachen ein fröh⸗ lich Ende machen. 4. O siehe doch, wie viel und oft ist schändlich umgeschlagen, 182 Der erste Artikel: was du gewiß und fest gehofft mit Händen zu erjagen. Hin⸗ gegen, wie so manches Mal ist doch geschehn, was überall kein Mensch, kein Rat, kein Sinnen sich hat erdenken können. 5. Wie oft bist du in große Not durch eigne Schuld gekom⸗ men, da dein betörter Sinn den Tod fürs Leben angenommen; und hätte Gott dein Werk und Tat ergehen lassen nach dem Rat, in dem dus angefangen, du wärst zugrund gegangen. 6. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir ver⸗ wirren; erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüt und die so reine Vater⸗ güt, in der uns arme Sünder er trägt als seine Kinder. 7. Ach wie so oftmals schweigt er still, und tut doch, was uns nützet; da unterdessen unser Will und Herz in Angsten sitzet; sucht hier und da, und findet nichts; will sehn, und mangelt doch des Lichts; will aus der Angst sich winden, und kann den Weg nicht finden. 8. Gott aber geht gerade fort auf seinen weisen Wegen; er geht und bringt uns an den Port, da Sturm und Wind sich legen. Hernachmals, wenn das Werk geschehn, so kann der Mensch alsdann erst sehn, was der, so Gott der Vater. ihn regieret, in seinem Rat ge⸗ führet. 9. Drum, liebes Herz, sei wohl⸗ gemut und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dein Bestes wahrzunehmen; er kanns nicht lassen, glaube mir, sein Herz ist ganz gekehrt zu dir und uns hier allzusammen in heilger Liebe Flammen. 10. Tu als ein Kind und lege dich in deines Vaters Arme, bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme; so wird er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohlgehalt⸗ nem Ringen aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt. 1 1676. 289. Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre. Psalm 146. Du meine Seele, singe, wohl⸗ auf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn! Ich will den Herren dro⸗ ben hier preisen auf der Erd, ich will ihn herzlich loben, so lang ich leben werd. 2. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil. Wer sich dem anvertrauet, der hat das beste Teil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz at ge⸗ wohl⸗ g und Herz, Bestes nicht erz ist 1s hier Liebe d und Arme, er sich barme; seinen u jetzt gehalt⸗ Sorgen 1676. Herre. „wohl⸗ velchem Willen en dro⸗ Ird, ich so lang einzig tt und rtrauet, höchste Schatz Göttliche Regierung und Fürsorge. 183 geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 3. Bei ihm ist alle Stärke und unerschöpfte Macht. Das pre⸗ digen die Werke, die seine Hand gemacht, der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer, der Fisch unzählge Herde im wilden, weiten Meer. 4. Hier sind die treuen Sinnen, die niemand unrecht tun und denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden und, was er spricht, geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schützt er im Gericht. 5. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod, er nährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungersnot, macht schöne rote Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 6. Er ist der Fremden Hütte, der Waisen Gut und Hab, er⸗ füllt der Witwen Bitte, wird selbst ihr Trost und Stab. Die aber, die ihn hassen, von seinem Geiste nicht sich ziehn und strafen lassen, die trifft sein Strafgericht. 7. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm; der Herr allein ist König, ich eine welke Blum. Jedoch, weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ists billig, daß ich mehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt. 4 1676. 290. Mel. 114: Meinen Jesum laß ich nicht. Psalm 37, 4. Habe deine Lust am Herrn, der dir schenket Lust und Leben, so wird dir dein Gnadenstern tau⸗ send holde Strahlen geben; denn er beut dir treulich an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret; wer das Herz in seiner Brust Gott allein zur Lust gewähret, dieser trifft in allem an, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott steigt über sich, wenn man Gott im Wort erkennet, Lust an Gott ist innig⸗ lich, wenn man in der Liebe brennet; solche Lust geht eine Bahn, die das Herz nur wün⸗ schen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen und bemüht sich früh und spat, diesen Willen zu erfüllen; und dann wird ihm auch ge— tan, was das Herz nur wünschen kann. 5. Ist die Lust nicht ohne Last, trage willig die Beschwer⸗ den; wenn du wohl gelitten hast, wirst du erst recht fröhlich wer⸗ den und triffst dort im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. 0 Benjamin Schmolck. 4 1737. 291. Mel. 174: Was mein Gott will ꝛc. Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn er⸗ geben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Himmels auf⸗ gezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmer⸗ mehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er gleich auch mich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen festzustehen; halt ich dann stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen. Zeit, Ort und Stund ist ihm be⸗ kannt, zu tun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er tut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 4. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, es sei mit einer großen Last dein Glück und Heil be⸗ schweret, hast spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 5. Fürwahr, der dich geschaffen Der erste Artikel: Gott der Vater. hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur tu nach seinem Wohlgefallen. 6. Wills Gott, so kanns nicht anders sein, es wird zuletzt dich freuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden. All Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 7. Es kann bei lauter Sonnen⸗ licht das Feld nicht Früchte tra⸗ gen; so reift auch Menschenwohl⸗ fahrt nicht bei lauter guten Tagen. Wie bitter sei die Arzenei, weckt sie doch neues Leben; so wird ins Herz durch Angst und Schmerz dir Gottes Heil gegeben. 8. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände. Nimm mich, und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist ein Segen draus erstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich an mir selbst erhöhe. 9. Willst du mir geben Sonnen⸗ schein, so nehm ichs an mit Freu⸗ den; solls aber Kreuz und Un⸗ glück sein, will ichs geduldig lei⸗ den. Soll mir allhier des Lebens Tür noch ferner offen stehen, et, der n Rat vahrer ir und n doch seinem S nicht zt dich Kreuz Trost d, die 9 doch st und ich wie onnen⸗ te tra⸗ nwohl⸗ Tagen. „weckt wird chmerz so fall Hände. du mit de, wie n Geist id deine an mir onnen⸗ t Freu⸗ 2 Göttliche Regierung und Fürsorge. wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so geh ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt. 4 1676. 292. Mel. 36: Du Lebensbrot, Herr ꝛc. Jh steh in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben; nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben; und wenn zerfällt die ganze Welt, wer sich an ihn und wen er hält, wird wohlbehalten bleiben. 2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, und Wunder sollen schauen, die sich auf sein wahrhaftig Wort verlassen und ihm trauen. Er hats gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir machen will, ist alles mir gelegen; ich halte ihm im Glauben still und hoff auf seinen Segen. Denn was er tut, ist immer gut, und wer von ihm behütet ruht, ist sicher aller⸗ wegen. 4. Ja, wenns am schlimmsten mit mir steht, freu ich mich seiner 185 Pflege; ich weiß, die Wege, die er geht, sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, ist gut gemeint, er ist doch nimmermehr mein Feind, und gibt nur Liebesschläge. 5. Und meines Glaubens Un⸗ terpfand ist, was er selbst ver⸗ heißen, daß nichts mich seiner starken Hand soll je und je ent⸗ reißen. Was er verspricht, das bricht er nicht; er bleibet meine Zuversicht, ich will ihn ewig preisen. Karl Johann Philipp Spitta. 1 1859. 293. Eigene Melodie. 83. 9. 00 10, 23. Apostelgesch. 5, 38. 39. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Tun und Werk auf deinem Willen ruhn; von dir kommt Glück und Segen; was du regierst, das geht und steht auf rechten guten Wegen. 2. Gib mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen. Sei du mein Freund und treuer Rat, was recht ist, zu erfüllen. 3. Prüf alles wohl, und, was mir gut, das gib mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre. Der höchste Zweck, das beste Teil sei deine Lieb und Ehre. 4. Was dir gefällt, das laß 186 Der erste Artikel auch mir, o meiner Seelen Sonn und Zier, gefallen und belieben; was dir zuwider, laß mich nicht in Werk und Tat verüben. 5. Ists Werk von dir, so hilf zu Glück; ists Menschentun, so treibs zurück und ändre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von sich selbst in kurzem zu zerrinnen. 6. Sollt aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rächen, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könnest brechen. 7. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast un⸗ möglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst an⸗ gefangen hast durch Weisheit deiner Hände. 8. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur, ohn Unterlaß zu seufzen und zu beten. 9. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, davor sonst ihm graut, mit tapfrem Mut be⸗ zwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stücke springen. 10. Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr, durch : Gott der Vater. deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 11. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu aller Gnüge. So hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herr⸗ lich siege. 12. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr. Ich will dein Tun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Paul Gerhardt. 4 1676. 294. Mel. 19: Aus meines Herzens Grunde. Psalm 111. Jc will mit Danken kommen in den gemeinen Rat der rechten, woahren Frommen, die Gottes Rat und Tat mit süßem Lob erhöhn; zu denen will ich treten, da soll mein Dank und Beten von gan⸗ zem Herzen gehn. 2. Groß ist der Herr und mächtig, groß ist auch, was er macht. Wer aufmerkt und an⸗ dächtig nimmt seine Werk in acht, hat eitel Lust daran. Was seine Weisheit setzet und ordnet, das ergötzet und ist sehr wohl ge— tan. 3. Sein Heil und große Güte steht fest und unbewegt. Damit auch dem Gemüte, so lang das Herze schlägt, dieselbe nicht ent⸗ d und ter, ich ir nicht u aller daß ich d herr⸗ Ruhm Tun je rfreuter nd aller zählen. + 1676. Grunde. ommen rechten, tes Rat erhöhn; da soll m gan⸗ rr und was er nd an⸗ in acht, 8 seine et, das ohl ge⸗— ze Güte Damit ng das cht ent⸗ —— Göttliche Regrierung und Fürsorge. weich, hat er zum Glaubenszunder ein Denkmal seiner Wunder ge⸗ stift in seinem Reich. 4. Gott ist voll Gnad und Gaben, gibt Speis aus milder Hand, die Seinen wohl zu laben, die ihm allein bekannt; denkt stets an seinen Bund, gibt denen, die er weiden will mit des Geistes Freuden, all seine Taten kund. 5. Das Wirken seiner Hände und was er uns gebeut, das hat ein gutes Ende, bringt rechten Trost und Freud und Wahrheit, die nicht treugt. Gott leitet seine Knechte in dem rechtschaffnen Rechte, das sie zum Leben neigt. 6. Sein Herz läßt ihm nicht reuen, was uns sein Mund ver⸗ spricht; gibt redlich und mit Treuen, was unser Unglück bricht; macht freudig, unverzagt, will endlich uns erlösen vom Kreuz und allem Bösen, das seine Kin⸗ der plagt. 7. Sein Wort ist wohl ge⸗ gründet, sein Mund ist rein und klar. Wozu er sich verbindet, das macht er fest und wahr, und wird ihm gar nicht schwer. Sein Name, den er führet, ist heilig und gezieret mit großem Lob und Ehr. 8. Die Furcht des Herren gibet den ersten, besten Grund zur Weis⸗ heit, die Gott liebet und rühmt 187 mit seinem Mund. O wie klug ist der Sinn, der diesen Weg ver⸗ stehet und fleißig darauf gehet! Des Lob fällt nimmer hin. Paul Gerhardt. 4 1676. 295. Mel. 173: Was Gott tut, das ist ꝛc. Mein Gott, du bist und bleibst mein Gott; das macht mir tausend Freuden. Es kann mich weder Not noch Tod von deiner Liebe schei⸗ den; denn hab ich dich, so werden mich die Flammen nicht ergreifen, die Fluten nicht ersäufen. 2. Du bist mein Gott von Jugend auf in Freud und Leid gewesen. Es war mein ganzer Lebenslauf zum Segen auserlesen. Wie manche Not, die mir ge⸗ droht, hat deine Hand gewendet und Hilfe mir gesendet! 3. Du bist mein Gott, und bis hieher willst du noch immer wal⸗ ten. Da meiner längst vergessen wär, hast du mich doch erhalten, gespeist, getränkt und sonst be⸗ schenkt mit vielen Gnadengaben, die Leib und Seele laben. 4. Du bist mein Gott auch noch jetzund; kein Augenblick verschwin⸗ det, der nicht zugleich mir Herz und Mund zu neuem Dank ver⸗ bindet. Und seh ich an, was du getan auf allen meinen Wegen, so ist es lauter Segen. 5. Du bist mein Gott auch künf⸗ 188 Der erste Artikel: Gott der Vater. tighin, darauf vertrau ich feste; du änderst nie den treuen Sinn, und sorgst für mich aufs beste. In Lieb und Leid bist du bereit, mir Rat und Tat zu geben, so lang ich werde leben. 6. Du bist mein Gott; kein Kreuze kann mir diesen Trost be⸗ nehmen, und geh ich gleich auf rauher Bahn, will ich mich doch nicht grämen. Der Weg zu dir ist dornicht hier, und führt mich doch zum Ziele, wenn ich auch Schmerzen fühle. 7. Du bist mein Gott, auch wenn der Tod mir alles andre raubet. Stirbt gleich der Leib, es hat nicht not; wer nur an Jesum glaubet, der findet dort des Lebens Port, wo uns ein bessres Leben von Christo wird gegeben. 8. Du bist mein Gott, drum freu ich mich; ich werde zu dir kommen, sobald aus Todesbanden ich bin aller Angst entnommen; es ist mir schon vor deinem Thron das Erbteil zugewendet, das nie verblüht noch endet. 9. So bist und bleibest du mein Gott; dran hab ich keinen Zweifel. Ich sag es aller Welt zum Spott, und auch zum Trotz dem Teufel: Mein Gott ist mein, und ich bin sein! Nichts soll mir diesen Glauben aus meinem Herzen rauben. Benjamin Schmolck. 4 1737. 296. Mel. 74: Herzlich tut mich verlangen. Psalm 127. Nimmt Gott, dem wir ver⸗ trauen, nicht unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bauen, vergebens baun wir dann. Will er die Stadt nicht schützen, er groß durch Rat und Macht, was wird der Wächter nützen? Umsonst ists, daß er wacht. 2. Was hilfts, daß ihr vom Morgen bis in die Nacht euch quält? Laßt euren Vater sorgen, er weiß es, was euch fehlt; er, der uns selbst im Leiden so treu und zärtlich liebt und uns so viele Freuden auch unerwartet gibt. Johann Andreas Cramer. 1788. 200.5 Mel. 184: Wie wohl ist mir, o ꝛe. Vater, du mein Licht und Leben, du aller guten Gaben Quell, dir bin ich einmal über⸗ geben, dir, dir gehöret Leib und Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren: So geh nun mit mir aus and ein und leite mich bei allen Tritten; ich geh— ach hör, o Herr, mein Bitten!— für mich nicht einen Schritt allein. 2. Wos kann dein schwaches Kind vollbringen? ich weiß mir gar in keinem Rat. Drum sei angen. ver⸗ sich an, bauen, Will zen, er t, was msonst r vom ht euch sorgen, At; er, so treu so viele gibt. 1788. ́——— Göttliche Regierung und Fürsorge. in groß und kleinen Dingen mir immer selber Rat und Tat. Du willst dich meiner gar nicht schämen; werd ich zu dir die Zuflucht nehmen, willst du mir selber alles sein. So sollst du denn in allen Sachen den Anfang und das Ende machen; dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du führest mich, ich kann nicht gleiten, dein Wort muß ewig feste stehn. Du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn; ja, deine Güte und Erbarmen soll mich umfan⸗ gen und umarmen. O daß ich nur recht kindlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu. 4. Gib, daß ich auch im klein⸗ sten merke auf deine Weisheit, Güt und Treu, damit ich mich im Glauben stärke, dich lieb und lob und ruhig sei und deine Weis⸗ heit lasse walten, stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten, denn lauf ich vor, so lauf ich an. Drum mach in allem mich gelassen, nichts ohne dich mir anzumaßen: was du mir tust, ist wohlgetan. 5. Du weißt allein die rechten Wege, weißt auch, was meinen Frieden stört; drum laß mich meiden alle Stege, wo Welt und Sünde mich versehrt. Ach, daß ich nimmer von dir irrte, noch durch Zerstreuung mich verwirrte, auch nicht beim allerbesten Schein! 189 O halte meine Seele feste, hab auf mich acht aufs allerbeste und lehre selbst mich wachsam sein! 6. O mache mich recht treu und stille, daß ich dir immer folgen kann. Nicht mein, nur dein vollkommner Wille sei für mich Schranke, Lauf und Bahn. Nichts soll mich ohne dich vergnügen, laß mir nichts mehr am Herzen liegen, als deines großen Namens Ruhm. Der sei allein mein Ziel auf Erden; ach, laß mirs nie ver⸗ rücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. 7. Ich sehne mich, nur dir zu leben, der du mein Gott und Vater bist. Was dir sich will nicht ganz ergeben, und was nicht deines Willens ist, das strafe bald in dem Gewissen; laß deine Gnade auf mich fließen und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden und dann das Heil der armen Herden mit einer reinen Lieb im Geist. 8. So lob und lieb ich in der Stille und ruh als Kind in deinem Schoß. Ich schöpf aus deiner Gnadenfülle und bin nun aller Sorgen los. Ich sorge nur vor allen Dingen, wie ich zum Him⸗ mel möge dringen und halt im Glauben mich bereit. Ach zieh mich, zieh mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrin⸗ nen, o reiner Glanz der Ewigkeit! Karl Heinrich von Bogatzty. 1 1774. 190 298. Mel. 155: Sieh, hier bin ich ꝛc. Schweigt vom Glücke und Ge⸗ schicke, die ihr Gottes Tun nicht wißt! Mir genüget, was Gott füget, welcher Erd und Himmel mißt, der lebendig, der beständig, der der rechte Vater ist. 2. Alle Schritte, alle Tritte sind dem Vater wohlbekannt; wenn ich falle, da ich walle, fall ich doch in seine Hand. Gehn die Gänge durchs Gedränge, gehn sie doch zum Vaterland. 3. Das ist feste: auf das beste führt mich Gott auf seiner Bahn; und ich fühle an dem Ziele, was er tut, sei wohlgetan. Ihm ge⸗ höre Dank und Ehre, weil er selig führen kann. Philipp Friedrich Hiller. 4 1769. 299. Eigene Melodie. 157. So führst du doch recht selig, Herr, die Deinen, ja selig und doch meistens wunderlich! wie könntest du es böse mit uns mei⸗ nen, da deine Treu nicht kann verleugnen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, wor⸗ auf du läßt die Kinder zu dir gehn. Da pflegt es wunderselt⸗ sam auszusehn; doch triumphiert zuletzt dein hoher Rat. 2. Du willst dein Werk nicht Der erste Artikel: Gott der Vater. auf Gesetze bauen, wie sie Ver⸗ nunft und Menschenmeinung stellt; du kannst den Knoten mit dem Schwert zerhauen und sanft auflösen, wie es dir gefällt. Du reißest wohl das stärkste Band entzwei; was sich entgegensetzt, muß sinken hin, ein Wort von dir bricht oft den härtsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, teilt dein Ver⸗ stand in Ost und Westen aus. Was mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft; sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein; ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein; dein Geist bei Toten Kraft und Leben schafft. 4. Wen die Vernunft oft fromm und selig preiset, den hast du längst aus deinem Buch getan. Doch wem die Welt dies Zeugnis nicht erweiset, den führst du in der Stille himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß, was manch⸗ mal deine Absicht sei? wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, hast du, großer Gott, recht lieb. Der Wort diren Kraft Die b Lob, geht r sie, di sind; 6 bened leben⸗ Geist leihet du fü spielt bei u Lust, brust Kinde 7. uns mit schieh auszi uns enr wir d du kü zu: d Herze Zaun 8. das s. und! kann lesen, dern du zu braue Göttliche Regierung und Fürsorge. Worte Pracht und Ruhm kann dir nicht taugen, du gibst die Kraft durch deines Geistes Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob, sie sind versteckt, der Blinde geht vorbei; wer Augen hat, sieht sie, doch nie so frei; die Sachen sind zu fein, der Sinn zu grob. 6. O Herrscher, sei von uns ge⸗ benedeiet, der du uns tötest und lebendig machst. Wenn uns dein Geist der Weisheit Schatz ver⸗ leihet, so sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt bei uns, wir spielen mit; bei uns zu wohnen, ist dir lauter Lust, die reget sich in deiner Vater⸗ brust und gängelt uns im zarten Kinderschritt. 7. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen, bald fährest du mit uns ganz säuberlich. Ge— schiehts, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, so weist die Zucht uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden Augen hin; du küssest uns, wir sagen Bessrung zu: drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh und hält im Zaum den ausgeschweiften Sinn. 8. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, die Ohnmacht und der Sinne Unverstand; man kann es fast an unsrer Stirne lesen, wie es mit schwachen Kin⸗ dern sei bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, brauchst Vaterrecht und zeigest 191 Muttertreu. Wo niemand meinet, daß es deine sei, da hegest du dein Schäflein, lässests nie. 9. So gehest du nicht die ge⸗ meinen Wege, dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legt sich vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne hast; wer meint, er hab die Absicht recht erfaßt, der wird am End ein andres oft gewahr. 10. O Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gib mir des scharfen Blickes Sicherheit, der die Natur von Gnade unter⸗ scheidet, das eigne Licht von deiner Herrlichkeit. Laß doch mein töricht Herz dich meistern nicht, brich ganz den Willen, der sich selber liebt; erweck die Lust, die sich nur dir ergibt und tadelt nie dein heimliches Gericht! 11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen und schüttelt ihren Kopf zu deinem Weg, so wollst du ihre Festung nieder⸗ brechen, daß ihre Höhe sich bei⸗ zeiten leg. Kein fremdes Feuer sich in mir entzünd, das ich vor dich in Torheit bringen möcht, womit ich gar dir zu gefallen dächt! Ach selig, wer dein Licht ergreift und findt. 12. So zieh mich gänzlich denn nach deinem Willen und trag und 192 heb und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen; dein Geist die Furcht und Lüste überwind. Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein, dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir. Ich brenne nur nach dir in Heilsbegier; wie oft erquickt mich deiner Wahrheit Schein. 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freuden⸗ quell! weich ewig, aller Schmerz! Gottfried Arnold. 4 1714. 300. Eigene Melodie. 159. Sollt ich meinem Gott nicht singen? sollt ich ihm nicht fröhlich sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat Der erste Artikel: Gott der Vater. auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedeckt; mich ge⸗ schützt mit Vatertreue, seit er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und des ich mich jetzt noch freue. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn. O du unergründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können! Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Re⸗ gierer durch die Welt zur Himmels⸗ pfort, daß er mir mein Herz er⸗ fülle mit dem hellen Glaubens⸗ licht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohl⸗ ergehen hat er ja recht wohl be⸗ dacht; will dem Leibe Not ent⸗ stehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Ver⸗ mögen beizulegen. Alles Ding ich des ich ge⸗ er mir Leben, h mich Ding Lieb in n nicht hn für ewgen Blut ündter )mein gleich ründen t seine wigkeit. edlen seinem in Re⸗ mmels⸗ erz er⸗ wubens⸗ Reich ö selbst währt ieb in Wohl⸗ ohl be⸗ ot ent⸗ ls wohl rönnen, hermag, t mein in Ver⸗ Ding .* Göttliche Regierung und Fürsorge. währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält, Tier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Ge⸗ müt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde tut und aus der Bahne weicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zugut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Seine Strafen, seine Schläge, ob es mir auch bitter scheint, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die mich hart 193 gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn, Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein; also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind; bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu um⸗ fangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt. 1 1676. 301. Mel. 10: Alles ist an Gottes Segen. underanfang, herrlich Ende, wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, wunderherrlich seine Taten, und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Denke doch: es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen, ihm und dir zur Herr⸗ lichkeit. Ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut 13 gemeinet, Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wasser⸗ güssen, und du spürst nicht seinen Fuß. So auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Weil der Herr im Dunkeln wohnet und sein Reich im Trauen thronet, da man glaubt, ob man nicht sieht: bleibet unnütz unser Sorgen; wer nicht trauen will auf morgen, dem auch keine Hilfe blüht. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann 94 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, lassen so ein End erlangen, daß es wunderherrlich sei. 6. O laß dir doch nimmer grauen, lerne deinem Gott ver⸗ trauen, sei getrost und guten Muts. Er fürwahr, er wird es führen, daß du wirst am Ende spüren, wie er dir tut lauter Guts. 7. Du wirst seinen Ruhm er⸗ zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst be⸗ kennen müssen: Wunderanfang, herrlich End! Heinrich Arnold Stockfleth. 4 1708. 5. Der zweite Artikel: Gott der Sohn. A. Die Erlösung. 302. Mel. 41: Ermuntre dich, mein ꝛc. Joh. 3, 16. Alo hat Gott die Welt geliebt, das merke, wer es höret! Die Welt, die Gott so hoch betrübt, hat Gott so hoch geehret, daß er den eingebornen Sohn, den ein⸗ gen Schatz, die einge Kron, das einge Herz und Leben, mit Willen hingegeben. 2. Warum doch das? Daß du, o Welt, frei wieder möchtest stehen und durch ein teures Lösegeld aus deinem Kerker gehen. Du warst in Fluch und Tod versenkt, sollst nun durch den, den Gott geschenkt, Erlösung, Trost und Gaben des ewgen Lebens haben. 3. Ich freue mich, so oft und viel ich dieses Sohns gedenke; dies ist mein Lied und Saitenspiel, wenn ich mich heimlich kränke; wenn meine Sünd und Missetat will größer sein, als Gottes Gnad, und wenn mir meinen Glauben mein eigen Herz will rauben. 4. Ei, sprech ich, war mir Gott geneigt, da wir noch Feinde waren, so wird er ja, der kein Recht beugt, verzag schwin nicht Kleine seinen mich sollt e nicht 6. drauf mein lauf n Hier Sohn und mein schwel Mel Das ein W Jesus will d ein ter ist der 2. Krank den, e der ih Du senkt, Gott und aben. t und enke; spiel, änke; ssetat nad, zuben m. Gott aren, Heugt, ————— Die Erlösung. nicht feindlich mit mir fahren jetzt, da ich bin mit ihm versühnt, da, was ich Böses je verdient, sein Sohn, der nichts verschuldet, so wohl für mich erduldet. 5. Fehlts hier und da? Ei un⸗ verzagt! laß Sorg und Kummer schwinden! Der mir das Größte nicht versagt, wird Rat zum Kleinen finden. Hat Gott mir seinen Sohn geschenkt und für mich in den Tod gesenkt, wie sollt er, laßt uns denken, mit ihm nicht alles schenken? 6. Ich bins gewiß und sterbe drauf nach meines Gottes Willen: mein Kreuz und ganzer Lebens⸗ lauf wird sich noch fröhlich stillen. Hier hab ich Gott und Gottes Sohn; und dort bei Gottes Stuhl und Thron, da wird fürwahr mein Leben in ewgen Freuden schweben. Paul Gerhardt. 1676. 303. Mel. 110: Machs mit mir, Gott ꝛc. 1. Tim. 1, 15. Das ist ein teuer wertes Wort, ein Wort sehr lieb zu hören, daß Jesus ist der Sünder Hort und will die Armen lehren. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 2. Mein Jesus nimmt die Kranken an, er heilet allen Scha⸗— den, er ist ein Gast bei jedermann, der ihn zu sich geladen. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 3. Mein Jesus ist ein treuer Hirt, er suchet, was verloren, er holt zurücke, was verführt, er ist zum Heil erkoren. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, du hast die Schuld getra⸗ gen, du Osterlamm, du Gnaden⸗ thron, du Zuflucht, wenn wir zagen. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 5. Ach gib mir, daß ich diese Gnad und meine Sünd erkenne, daß ich, dein Schäflein, früh und spat nach dir vor Liebe brenne, und denk an dieses werte Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. Heinrich Georg Neuß. 4 1716. 304. 5 Mel. 93: Jesu, meines Lebens Leben. Großer Mittler, der zur Rech⸗ ten seines großen Vaters sitzt, und die Schar von seinen Knech⸗ ten in dem Reich der Gnaden schützt, dem auf dem erhabnen Throne, in der königlichen Krone, bringet aller Engel Heer stets in Demut Preis und Ehr. 2. Dein Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer ist voll⸗ bracht; was vollendet sollte wer⸗ den, hast du alles wohl gemacht. 13* 196 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erwor⸗ ben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nunmehr ist es dein Ge⸗ schäfte in dem obern Heiligtum, die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mit⸗ zuteilen, die zum Thron der Gnaden eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Alle Namen deiner From⸗ men trägst du stets auf deiner Brust, und die gläubig zu dir kommen, sind und bleiben deine Lust. Du vertrittst, die an dich glauben, daß sie nichts dir möge rauben, wirkest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch die⸗ nen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht. Daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach, da zielt dein Bitten hin. 6. Großer Mittler, sei geprie⸗ sen, daß du in dem Heiligtum so viel Treu an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm. Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. Johann Jakob Rambach. 1 1735. 305. Mel. 152: Schmücke dich, o liebe Seele. eiland, deine Menschenliebe war die Quelle deiner Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O der wunderbaren Triebe dei⸗ ner treuen Menschenliebe! 2. Über seine Feinde weinen, jedermann mit Hilf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sich für Sünder töten lassen, wer kann solche Liebe fassen? 3. O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzuteilen. 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen dich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, liebreich zu dir hinzulocken mit Verzeh⸗ rung deiner Kräfte, war dein tägliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Er⸗ barmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar teures Leben geben Hände wende werbe sterber 6 ben, üben, Klage zu tra gegne nen, beten treten 7 decken und 75 setz er gestill Stürt beschit zens Liebe. Seele. nliebe riebe, vogen, n, dich t, dich trecket. e dei⸗ einen, einen, Armen en, der sich in ich für kann enden, händen mmen, nmen? rochen, rochen! n, das uicken, bücken, mn, die zünder, iebreich Verzeh⸗ r dein ein Er⸗ ärmsten teures Die Erlösung. Leben in den ärgsten Tod ge⸗ geben! Da du in der Sünder Händen, alles Leid von uns zu wenden, uns den Segen zu er⸗ werben, als ein Fluch hast wollen sterben. 6. Deine Lieb hat dich getrie⸗ ben, Sanftmut und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Klagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu be⸗ gegnen, für die Lästerung zu seg⸗ nen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu ver⸗ treten. 7. Herr, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken. Du hast das Ge⸗ setz erfüllet, des Gesetzes Fluch gestillet. Laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Her⸗ zens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. Johann Jakob Rambach. 306. Mel. 180: Wer nur den lieben Gott ꝛc. err von unendlichem Erbar⸗ men, du unergründlich Liebes⸗ meer! ich danke dir mit andern Armen, mit einem ganzen Sün⸗ derheer, für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ist. 2. Für dein so allgemein Er⸗ lösen, für die Versühnung aller + 1735. 197 Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld, ja, für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, für dieses Glau⸗ bens Kraft und Triebe, wodurch sich deine Macht erweist, für die Befestigung darin dankt dir mein neugeschaffner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Ver⸗ sprechen, daß deine Gnade ewig sei! Wenn Berge stürzen, Hügel brechen, so bleibt dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Him⸗ mel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine teuren Sakra⸗ mente, die Siegel deiner wahren Schrift, wo Gott, damit ich glau⸗ ben könnte, ein Denkmal seiner Wunder stift, für diese Gnaden in der Zeit dankt dir mein Herz in Ewigkeit. 6. Ja, Mund und Herze soll dir danken; doch bittet auch mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wanken und gründe mich auf diesen Grund; erhalte nur durch deine Treu auch bis ans Ende mich dabei. 7. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich dir zum Lobe sein, versichere mein Herz da⸗ neben, es reiße keine Lust noch Pein mich von der Liebe Gottes 198 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. hin, weil ich in Christo Jesu bin. 8. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Hölle in sich schließt, nichts soll mich von der Liebe scheiden, die da in Christo Jesu ist. Ja, Amen, Vater aller Treu, zähl mich den Auserwählten bei. Philipp Friedrich Hiller. 4 1769. 307. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott ꝛc. ir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert, das zähl ich zu dem Wunder⸗ baren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet, und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit sich selbst versühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum ge⸗ schiehts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein, auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe einst im Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hocherfreut und rühme die Barmherzigkeit. Philipp Friedrich Hiller. 1769. B. Jesuslieder. 0 308. „Mel. 143: O Jesu Christ, meins ꝛc. ch Gott, wie manches Herze⸗ leid begegnet mir zu dieser Zeit. Der schmale Weg ist trübsalvoll, den ich zum Himmel wandeln soll. 2. Wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. 3. Bei dir mein Herz Trost, Hilf und Rat allzeit gewiß ge⸗ funden hat. Niemand jemals verlassen ist, der fest vertraut auf Jesum Christ. 4. Es kann kein Trauern sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr; kein Elend mag so bitter sein, dein süßer Trost der linderts fein. 5. Ob mir gleich Leib und armen es bet duld hoff ist an armen nst im neines in ich ne die 1769. n8 ꝛc. Herze⸗ Zeit. alvoll, ln soll. t doch gen zu ch mich „Herr Trost, iß ge⸗ jemals ut auf n sein erfreut iag so ost der b und Jesuslieder. 15³ Seel verschmacht, so weißt du Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. 6. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir tun Sünd, Tod und Höll? Kein bessre Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ. 7. Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest; du bist mein rechter treuer Hirt, der ewig mich be⸗ hüten wird. 8. So oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir. 9. Wenn ich in Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß schon dabei des ewgen Lebens Vorschmack sei. 10. Drum will ich, weil ich lebe noch, nachtragen dir des Kreuzes Joch. Mein Gott, mach mich dazu bereit; es dient zum besten allezeit. 11. Hilf mir mein Sach recht greifen an, daß ich den Lauf voll⸗ enden kann. Hilf mir bezwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schand nimm mich in Hut. 12. Erhalt mein Herz im Glau⸗ ben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begehr: o, wenn ich doch schon bei dir wär! Martin Moller.(2) 1 1606. 309. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Joh. 14, 6. Aus irdischem Getümmel, wo nichts das Herz erquickt, wer zeigt den Weg zum Himmel, wohin die Hoffnung blickt? Wer spornet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg ist Jesus Christ. 2. Wenn Irrtum uns be⸗ fangen, kein Strahl die Nacht durchbricht, wie können wir ge⸗ langen zum wahren Lebenslicht? Getrost! es strömt die Klarheit von Gottes ewgem Thron, denn Christus ist die Wahrheit, der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Not und Leiden, wenn bang das Herz ver⸗ zagt, die Hoffnung ewger Freu⸗ den, daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben? Wer gibt im Tode Ruh? Heil! Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. Christoph Karl Julius Asschenfeldt. + 1856. 310. Mel. 136: O daß ich tausend Zungen ꝛe. ñ—DDer beste Freund ist in dem Himmel, auf Erden sind die 200 Freunde rar; denn bei dem fal⸗ schen Weltgetümmel ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Menschen sind wie eine Wiege, mein Jesus stehet felsen⸗ fest; daß, wenn ich gleich da⸗ niederliege, mich seine Freundschaft doch nicht läßt. In Freud und Leid ers redlich meint: Mein Jesus ist der beste Freund. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nützen kann; und scheinet dann das Glück uns trübe, so steht die Freundschaft hintenan. Doch hier ist es nicht so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein eigen Blut, er steht mir bei in allen Nöten, er sagt für meine Schulden gut. Er hat mir Gutes nie verneint: Mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze gibet, mein Freund, der mein, und ich bin sein, mein Freund, der mich beständig liebet, mein Freund bis in das Grab hinein. Ach hab ichs nun nicht recht gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund! 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde, sie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt ich hundert⸗ tausend Feinde, so krümmen sie Der zweite Artikel: Gott der Sohn. mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nimmer Feind: Mein Jesus ist der beste Freund. Benjamin Schmolck. 4 1737. 3¹1¹. Mel. 173: Was Gott tut, das ist ꝛc. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das redlichspricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein, du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund; die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand nehmen. 3. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich erfreut um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, du eilst zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, dich, Gottes größte Gabe. Ich bricht habe. und laufe kaufe 6. nicht, scheid Pflic den. kurze und 7. nicht, Wemn sterb Freut er ist und M Ein sieget bet d sei in Herze Ewig den, beschi 2 tert di deme verst Angst mmer Mein 737. ist ꝛc. nicht, Du richt: Du, u, du mein ewig uben. rsicht Der rund; „ die ewig rmen ericht Aus t um flicht ewig oben. rsicht, 96 mir; wirst ewig Habe. Jesuslieder. 201 Ich weiß, daß mir kein Gut ge⸗ bricht, Herr, wenn ich dich nur habe. Ich mag der Welt für Gut und Geld, wonach die Eitlen laufen, dich, Heiland, nicht ver⸗ kaufen. 6. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu lei⸗ den. Doch all mein Leid währt kurze Zeit, bald ist es überstanden und Ruh ist dann vorhanden. 7. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, nie will ich von dir wanken. Wenn meine morsche Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schatz und Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich. 1780. 31¹2. Mel. 88: Jesu, hilf siegen, du Fürste ꝛc. iner ist König, Immanuel sieget, bebet ihr Feinde und ge⸗ bet die Flucht! Zion hingegen, sei innig vergnüget, labe dein Herze mit himmlischer Frucht! Ewiges Leben, unendlichen Frie⸗ den, Freude die Fülle hat er uns beschieden. 2. Stärket die Hände, ermun⸗ tert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen Gott! Jesus, die Liebe, versüßet die Schmerzen, reißet aus Angsten, aus Jammer und Not. Ewig muß unsere Seele genesen in dem holdseligsten, lieblichen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, schlage die Rute des Vaters nicht aus; bitte und nimm aus der göttlichen Fülle Kräfte, zu siegen im Kampfe und Strauß. Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen, Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen. 4. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle; Jesus, der bittet: Kommt alle zu mir. Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle flie⸗ ßen die Ströme des Lebens all⸗ hier! Trinket, ihr Lieben, und werdet erquicket; hier ist Erlösung für alles, was drücket. 5. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, die euch der König des Himmels anbeut! Jesus wird selber den Siegern zum Lohne; wahrlich, dies Kleinod belohnet den Streit. Streitet nur unver⸗ zagt, seht auf die Krone, selber Jehova wird Siegern zum Lohne. 6. Droben in Salem, da wird man einst sehen eine gewaltige, siegende Schar deine unendliche Hoheit erhöhen, dir wird man bringen Halleluja dar. Seht, wie sie preisend aufs Angesicht fallen, höret, wie donnernde Stimmen erschallen! 7. Reichtum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen 202 Geist! Wenn ich da stände, o wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Fesseln zerreißt! Amen, die Liebe wird wahrlich erhören. Alles, was Odem hat, lobe den Herren! Johann Ludwig Konrad Allendorf. 4 1778. 313. Eigene Melodie. 39. Luk. 10, 42. Eins ist not! Ach Herr, dies Eine lehre mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Er⸗ lang ich dies Eine, das alles er⸗ setzt, so werd ich mit Einem in allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses fin⸗ den, suchs bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendigste Teil, mein Ein und mein Alles, mein selig⸗ stes Heil. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller An⸗ dacht niederließ: ihr Herze ent⸗ brannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte Der zweite Artikel: Gott der Sohn. belehren, ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Ver⸗ langen, liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehren zum grö⸗ ßesten Haufen, so will ich dir den⸗ noch in Liebe nachlaufen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit“) höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, darinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, füh⸗ ret. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis.) 1. Kor. 1, 30. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein teures Mittler⸗ blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun, so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild er⸗ wacht; du bist ja, den ich er⸗ wähle, mir zur Heiligung ge⸗ zlich e ihr Ver⸗ nach ndir mir. grö⸗ rden⸗ denn Leben „das 2 öchste liegt. mein anken t und zu der Jesum ohab menen 1, 30. Gott mein iß mir littler⸗ igkeit ist am orben a habe Hlaube meine zild er⸗ ich er⸗ ng ge⸗ Jesuslieder. macht. Was dienet zum gött⸗ lichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles ge⸗ geben; entreiße mich aller ver⸗ gänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr ver⸗ langen? Auf mich strömt die Gnadenflut. Du bist einmal ein⸗ gegangen in das Heilge durch dein Blut; da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergötzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßers kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein; sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege. Laß alles mich achten für Schaden, mein Gott, und Jesum gewinnen, dies Eine ist not. Johann Heinrich Schröder. 4 1699. 203 314. Mel. 71: Herr, wie du willst, so ꝛc. 2. Timoth. 2, 8. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zugut hat angenommen Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Not. Dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage. Be⸗ denk, daß Frieden er gemacht und Heil und Leben wieder bracht. Dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidens⸗ zeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit. Dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wieder kommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenom⸗ men. O denke, daß du da be⸗ 204 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. stehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen, und nie, was du an mir getan, mög aus dem Herzen lassen; daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriarus Günther. 1 1704. 31⁵. Eigene Melodie. 72. Psalm 18, 2. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr; ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hilf und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Himml und Erde frag ich nicht, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zer⸗ bricht, so bist du doch mein Zu⸗ versicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr. 2. Es ist ja, Herr, dein Gschenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben. Damit ichs brauch zum Lobe dein, zum Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Sa⸗ tans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot. 3. Ach Herr, laß dein lieb Enge⸗ lein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen; den Leib in seinem Kämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis zum jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnaden⸗ thron. Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling. 4 1608. 316. Mel. 164: Valet will ich dir geben. 2. Timoth. 1, 12. Ich weiß, an wen ich glaube, ich weiß, was fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf ewgen Grund gemauert steht diese Schutzwehr fest. Es sind des Heilands Worte, die Worte fest und klar; an diesem Felsenhorte halt ich unwandelbar. 3. Meif es is den die E knien — i 4. das Fels diam kann mein danke 5. glau und als mir gerar auen aube, wenn Staub was t und reibet auert, auf diese des e fest ihorte Jesuslieder. 205 3. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend nieder⸗ knien, um den die Heilgen dienen, — ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr kann wanken, mein Heiland und mein Hort,— die Leuchte der Ge⸗ danken, die leuchtet hier und dort. 5. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Erdenstaube nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes un⸗ geraubt; es schmückt auf Himmels⸗ auen mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Moritz Arndt. 4 1860 317. Eigene Melodie. 84. Jo will dich lieben, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Be⸗ gier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herz im Tode bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben Gotteslamm, als meinen Seelen⸗ bräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein ge⸗ nennet, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich dich hab so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht, ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich endlich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mir machst das Herz gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß auf deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn. Erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker, reiner Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone; ich will dich lieben, mei⸗ nen Gott, ich will dich lieben sonder Lohne, auch in der aller⸗ größten Not; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herz im Tode bricht. Nach Johann Scheffler. 1 1677. 206 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. 318. Mel. 93: Jesu, meines Lebens Leben. Desu, frommer Menschenherden guter und getreuer Hirt, laß mich auch dein Schäflein werden, das dein Stab und Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb dein Leben für die Schafe hingegeben, und du gabst es auch für mich; laß mich wieder lieben dich. 2. Herden ihre Hirten lieben, und ein Hirt liebt seine Herd; laß uns auch so Liebe üben, du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, soll dir meine schallen wieder; wenn du rufst: Ich liebe dich! ruft mein Herz: Dich liebe ich! 3. Schafe ihren Hirten kennen, dem sie auch sind wohlbekannt; laß mich dir in Liebe brennen, wie dein Herz zu mir gebrannt. Als der Wolf mit offnem Rachen mich zur Beute wollte machen, riefest du: Ich kenne dich! ich auch rief: Dich kenne ich! 4. Herden ihre Hirten hören, folgen ihrer Stimm allein; Hirten sich zur Herde kehren, wenn sie schreien groß und klein. Wenn du rufest, laß mich eilen, wenn du dräuest, nicht verweilen. Laß mich hören stets auf dich; Jesu, höre du auch mich. 5. Höre, Jesu, und erhöre meine, deines Schäfleins, Stimm; mich auch zu dir schreien lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm. Laß mein Schreien dir gefallen, deinen Trost herniederschallen; wenn ich bete: Höre mich! Jesu, sprich: Ich höre dich! 6. Höre, Jesu, und erhöre, wenn ich ruf, anklopf und schrei; Jesu, dich nicht von mir kehre, steh mir bald in Gnaden bei! Ja, du hörst, in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub und fühle schon deinen Trost, o Gottes Sohn. 1675. 319. Eigene Melodie. 91. VDesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräu⸗ tigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebres werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Mag die Hölle wüten, ich kann Trotz ihr bieten, mir steht Jesus bei. Ob es jetzt gleich kracht und blitzt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Weg mit allen Schätzen! Du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, will von euch nicht hören, bleibt mir unbewußt. Elend, fanger umfin hange hing. genon komm eines Zier! dem nach Bräu⸗ rauf erden. mn bin einde n, ich steht kracht und mich ätzen! Jesu, eitlen hören, Slend, Jesuslieder. 207 Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 4. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen; mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir sei ganz, o Lasterleben, gute Nacht gegeben. 5. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Wonne sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, den⸗ noch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Franck. 1677. 320. Mel. 87: Jesu, der du meine Seele. Desu, meiner Seele Leben, mei⸗ nes Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz ergeben jetzt und bis in Ewigkeit. Meinen Gott will ich dich nennen, und vor aller Welt bekennen: Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich um⸗ fangen, eh mich noch die Welt umfing, dir bin ich schon ange⸗ hangen, als an Mutterbrust ich hing. Dein Schoß hat mich auf⸗ genommen, da ich bin zur Taufe kommen. Ich bin dein, und du * bist mein; ich will keines andern sein. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt. Deines Geistes Trieb und Regen regte mir oft mein Gemüt, daß ich nach dem Übertreten zu dir wiederkam mit Beten. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 4. Ach, wie oft in meiner Ju⸗ gend hat mich deine Hand ge⸗ faßt, wenn die Frömmigkeit und Tugend meinem Sinne war ver⸗ haßt! Ohne dich wär ich ver— dorben und in Sünden längst gestorben. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 5. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, richtet sie mich auf, tröstet, wenn ich mich be⸗ trübe, stärket mich in meinem Lauf. Bin ich arm, gibt sie mir Güter; droht Gefahr, ist sie mein Hüter. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 6. Dein Geist zeiget mir mein Erbe, das mir droben beigelegt. Ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude, daß von dir mich nichts mehr scheide. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 7. Drum, ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigentum; dir allein ich mich ergebe, du bist —.—..— 208 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. meiner Seele Ruhm, meine Zu⸗ versicht und Freude, und mein süßer Trost im Leide. Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 8. Höre, Jesu, noch ein Flehen, eine Bitte nimm noch an: Wenn das Auge nicht mehr sehen und ich nicht mehr sprechen kann, laß mich deinen Geist vertreten und mich noch im Seufzen beten: Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. Christian Seriver. 4 1693. 321. Eigene Melodie. 94. Vesus Christus herrscht als Kö⸗ nig, alles wird ihm untertänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewal⸗ ten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr; der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner; nur der Sohn, der ist ihm gleich. Dessen Stuhl ist un⸗ umstößlich, dessen Leben unauf⸗ löslich, dessen Reich ein ewig Reich. 4. Gleicher Macht und gleicher Ehren sitzt er unter lichten Chören über allen Cherubim. In der Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 5. Nur in ihm, o Wunder⸗ gaben! können wir Erlösung ha⸗ ben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts: das Leben ist erschienen, und ein ewiges Versühnen kommt in Jesu uns zugut. 6. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen; klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen; sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit danieder, und das Leiden geht zu⸗ vor. Nur Geduld, es folgen Freu⸗ den; nichts kann sie von Jesu schei⸗ den, und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Jauchz ihm, Menge heil⸗ ger Knechte; rühmt, vollendete Gerechte, und du Schar, die Pal⸗ men trägt! Märtyrer, ihr mit der Krone, und du Chor vor sei⸗ nem Throne, der die Gottes⸗ Harfen schlägt! 9. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm untertänig; ehret, liebet, lobet ihn! Philipp Friedrich Hiller. 1769. Me Kon dessen dem a der al ret, d Throꝛ Sohn heiten gleitet 2. Erde, der E den S Herr zum Mensf schen 3 zen f glänz Seele wähle Mun Gnad gierer Unre 4. kann von d von die d dein! dich Ehr 5. ———.———— Jesuslieder. 32²2. Mel. 152: Schmücke dich, o liebe Seele. önig, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund erreichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Zepter füh⸗ ret, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Vollkommen⸗ heiten krönen, zieren und be⸗ gleiten! 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde, nebst der ungezählten Herde der Geschöpfe in den Feldern, in den Seeen, in den Wäldern, sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben. Tiere, Menschen, Geister scheuen, Men⸗ schensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Gren⸗ zen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt er⸗ wählen, die durchs Zepter deines Mundes, nach dem Recht des Gnadenbundes, sich von dir re⸗ gieren lassen und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5.O Monarch in dreien Reichen, 209 dir ist niemand zu vergleichen, an dem Überfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vortreff⸗ lichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben. Du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, gläubig dich ins Herze schließen, ehren, fürchten, loben, lieben, und mich im Ge⸗ horsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herr⸗ schen dir zur Seiten. Johann Jatob Rambach. 1 1735. 323. Volksweise oder Mel. 103. Laßt mich gehn, laßt mich gehn, daß ich Jesum möge sehn! Meine Seel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht, o wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht? 3. Ach, wie schön, ach, wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Tal und Hügel heute noch nach Zions Höhn! 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein, 14 210 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. in die Stadt der goldnen Gassen? Herr, mein Gott, ich kanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein! 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies! Gustav Friedrich Ludwig Knak. f 1878. 324. Mel. 184: Wie wohl ist mir, o Freund ꝛc. ebst du in mir, o wahres Leben, so sterbe nur, was du nicht bist; denn seit ich dir mein Herz er⸗ geben, so weiß ich erst, was Leben ist. O Jesu, du sollst mein ver⸗ bleiben, nichts soll mich von der Liebe treiben, wie du mir zuge⸗ saget hast. O Strom der Freude, der mich tränket, wenn sich mein Herz in dich versenket, und dich, o Seelenfreund, umfaßt! 2. Herz, das in Liebesglut gestorben, ach laß mein Herz in Flammen stehn; entzünd es mir, du hasts erworben, laß alles andre untergehn. An dir soll ewig mir genügen; laß mich in deiner Liebe siegen, ja, siege du nur selbst in mir, so werd ich ewig triumphieren, so wird dein Todes⸗Sieg mich zieren, so leb und leid und sterb ich dir. 3. Zünd auch in mir der Liebe Flammen zum Dienste deiner Glieder an. Halt uns als Einen Leib zusammen, daß keine Macht uns trennen kann. Wenn ich nur bin wie du gesinnet, dein Bild in mir Gestalt gewinnet, und dein Gebot mir heilig ist, so werd ich Freund und Feinde lieben, so wird ihr Kummer mich betrüben, wie du mir vorgegangen bist. 4. Soll ich in Not und Kummer stehen, so laß mich nie verzaget sein. Die Liebe muß mit Tränen säen, eh goldne Halmen sie er⸗ freun. Du gehst voran mit treuem Winken; und wenn die müden Kniee sinken, so richte du sie wie⸗ der auf. Laß mich im Kampf nicht mutlos werden; der kurze Leidensgang auf Erden führt mich zur ewgen Freud hinauf. 5. Gib mir des Glaubens Licht und Kräfte, daß er die wahren Früchte treibt; mach mich zur Rebe voller Säfte, die fest an ihrem Weinstock bleibt. Du bist der Fels, auf den ich baue, du bist mein Heiland, dem ich traue, du bist des Glaubens fester Grund. Wenn sich die Zweifelsstunden finden, so laß dein Licht mir nicht verschwin⸗ den, und mach den kranken Geist gesund. 6. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget, und daß dein Kreuz ihr Anker ist; gib, daß sie alle Angst besieget durch dich, der du mein Alles bist! Die Welt mag auf Einen Nacht n ich dein innet, ig ist, Feinde r mich angen immer rzaget ränen sie er⸗ reuem müden e wie⸗ Rampf kurze t mich 8 Licht vahren r Rebe ihrem Fels, t mein du bist Wenn den, so schwin⸗ Geist ig nicht euz ihr Angst mein zag auf Jesuslieder. das Eitle bauen, ich aber will auf dich nur schauen, o Jesu, meiner Hoffnung Licht! Ich will dich stets in Lieb umfassen, dich, der du mich nicht wirst verlassen, denn deine Liebe wanket nicht! 7. Zur Demut führe mich dein Leiden, die Niedrigkeit sei meine Zier. Wer dich sucht, muß das Hohe meiden, der Stolz hat keinen Teil an dir. Weh dem, der nur nach Ehren rennet! Dagegen wer sein Nichts erkennet, den hebst du aus dem Staub empor. O drück dein Bild mir in die Seele, daß ich das Kleinod Demut wähle, so dring ich durch das enge Tor. Philipp Balthasar Sinold gen. von Schütz. 1 1742. 325⁵. Mel. 100: Komm, o komm, du Geist ꝛc. iebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh ich noch erschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust 211 und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich dar⸗ gegeben mir zum Heil und Seelen⸗ hort: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herze hat dahin: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt; Liebe, die das Lösgeld gibet und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir er⸗ geb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird er⸗ wecken aus dem Grab der Sterb⸗ lichkeit; Liebe, die mein Haupt wird decken mit dem Kranz der Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler. 4 1677. 326. Eigene Melodie. 114. Meinen Jesum laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, nur allein für ihn zu leben. Er ist meines Lebens Licht: meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer 14* 212 nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht: meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen wei⸗ chen, laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn des Leibes Hütte bricht: meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin ge⸗ langet, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht: mei⸗ nen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Him⸗ mel nicht meine Seele wünscht und sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich frei macht vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: meinen Jesum laß ich nicht! Christian Keymann. 1 1662. 327. Mel. 83: Ich weiß, mein Gott ꝛc. Mein schönste Zier und Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ; dich will ich lassen walten Der zweite Artikel: Gott der Sohn. und allezeit in Lieb und Leid im Herzen dich behalten. 2. Dein Lieben über alles geht, kein Ding auf Erd so fest besteht, das muß man frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst und Not von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab. O schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, es will nun Abend werden; laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns all⸗ hier auf Erden. Um 1597. 328. Mel.183: Wie schön leuchtet der ꝛc. Jesu, Jesu, Gottessohn, mein Bruder und mein Gnaden⸗ thron, mein Schatz, mein Freud und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag Jesuslieder. zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht erwäge, kann mich ohn dich gnugsam laben. Nur die Gaben deiner Liebe trösten, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll, auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen. Ewig selig nach dem Leide große Freude wird er finden, alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, kein Mensch gesehen, noch gelehrt, es kanns niemand be⸗ schreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen, noch vergleichen den Weltschätzen dies, was uns dort wird ergötzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und 213 mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Gütigkeit, die hier schon waltet weit und breit, in reiner Liebe schmecken und sehn dein lieblich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht, ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich werd ich sein erquicket und geschmücket vor dem Throne mit der schönen Himmelskrone. Johann Heermann. 1 1647. 329. Eigene Melodie. 147. O Ursprung des Lebens, o ewiges Licht, da niemand ver⸗ gebens sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, die lauter und helle sich aus seinem heiligen Tempel ergießt und in die be⸗ gierigen Seelen einfließt; 2. Du sprichst: Wer begehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme, allhier sind himmlische Gaben, die süßiglich laben; er trete im Glauben zur Quelle heran, hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Hier komm ich, mein Hirte, mich dürstet nach dir; o Liebster, bewirte dein Schäflein allhier! Du kannst dein Versprechen mir Armen nicht brechen, du siehest, 214 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. wie elend und dürftig ich bin; auch gibst du die Gaben aus Gnaden nur hin. 4. Du süße Flut labest Geist, Seele und Mut und, wen du be⸗ gabest, findt ewiges Gut. Wenn man dich genießet, wird alles ver⸗ süßet, es jauchzet, es singet, es springet das Herz, es weichet zu⸗ rücke der traurige Schmerz. 5. Drum gib mir zu trinken, wies dein Wort verheißt, laß gänz⸗ lich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe; laß hei⸗ lige Triebe mich immerfort treiben zum Himmlischen hin, es werde mein Herze ganz trunken darin. 6. Wenn du auch von Leiden was schenkest mir ein, so gib, dir mit Freuden gehorsam zu sein. Denn alle die, welche mit trinken vom Kelche, den du hast getrunken im Leiden allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu, erquickt, da wo deine Herden kein Leiden mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo lieb⸗ liche Stille, wo Wonne, wo Jauch⸗ zen, wo Herrlichkeit wohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt. Christian Jakob Koitsch. 1 1735. 330. Mel. 164: Valet will ich dir geben. chatz über alle Schätze, o Jesu, liebster Schatz, an dem ich mich ergötze, hier hab ich einen Platz in meinem treuen Herzen dir, Hei⸗ land, zugeteilt, weil du mit deinen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach Freude aller Freuden, du wahres Himmelsbrot, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennot ganz kräftiglich kann stillen und auch in Leidenszeit mich reichlich kann erfüllen mit Trost und Süßigkeit: 3. Laß mich im Geist erblicken dein freundlich Angesicht; mein Herze zu erquicken, komm, komm, mein Freudenlicht! Denn ohne dich zu leben ist lauter Herzeleid, vor deinen Augen schweben ist wahre Seligkeit. 4. Drum bleibt mein Herz er⸗ geben dir immer für und für, zu sterben und zu leben. Ich will getrost mit dir die Schmach des Kreuzes leiden, und soll mich keine Pein von deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich sein. 5. O Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht; mein Geist will himmlisch werden und ist dahin gericht, wo Jesus wird geschauet; da sehn ich mich hinein, wo Jesus Hütten bauet, denn dort ist gut zu sein. 6. Nun Jesu, mein Verlangen, komm, hole mich zu dir, daß ich dich mög umfangen; komm, meiner Seelen Zier, und setze mich aus Gnaden in deine Freudenstadt, Platz „Hei⸗ einen hmerz uden, damit meine kann t mich Trost blicken mein komm, ohne zeleid, en ist erz er⸗ ür, zu h will ich des h keine heiden, Erden, 3 mein en und 8 wird hinein, denn langen, daß ich meiner ich aus enstadt, Jesuslieder. so kann mir niemand schaden, so bin ich reich und satt. Salomo Liscow. 1689. 331. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. eele, was ermüdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott auf⸗ schwingen; richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil zum Lebensquell hinzu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 4. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 5 Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 215 6. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lam⸗ mes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich im reichen Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 7. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Je⸗ sum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 8. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Suche Je⸗ sum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jakob Gabriel Wolf. 1 1754. 332. Eigene Melodie. 154. Seclenbräntigam, Jesu, Gottes Lamm, habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm: Jesu, Gottes Lamm. 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut: wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohl⸗ gemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott. 216 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht, salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob ver⸗ mehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 7. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib. 8. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen: denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 9. Jesu hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich über⸗ winde, und in deinem Sieg emp⸗ finde, wie so ritterlich du ge⸗ kämpft für mich. 10. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum, in mir soll nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werte Himmels⸗ blum, du mein Preis und Ruhm. Adam Drese. 4 1701. Der zweite Artikel: Gott der Sohn. 333. Eigene Melodie. 155. Sieh, hier bin ich, Chrenkönig lege mich vor deinen Thron; schwache Tränen, kindlich Seh⸗ nen bring ich dir, du Menschen⸗ sohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Ton. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach dei⸗ nem Sinn. Dich alleine ich nur meine; dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gib dich mir und nimm mich hin. 3. Herr, erhöre! Ich begehre nichts, als deine freie Gnad, die du gibest, weil du liebest den, der dich liebt in der Tat. Laß dich finden, laß dich finden; der hat alles, der dich hat. 4. Hör, wie kläglich, wie be⸗ weglich dir die treue Seele singt, wie demütig und wehmütig deines Kindes Stimme klingt. Laß dich finden, laß dich finden; denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud, sind nur Schmerzen mei⸗ nem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit. Joachim Neander. 1 1680. könig, hron; Seh⸗ ischen⸗ 5ĩ dich h und Herr, ch dei⸗ h nur b ich dich nimm egehre d, die t den, Laß 1; der ie be⸗ singt, deines 5 dich mein keiten, und mei⸗ t die „ laß ch bin 1680. Jesuslieder. 334. Mel. 71: Herr, wie du willst, so ꝛc. uch, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Not⸗ helfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zuteil, uns macht ge⸗ vecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil be⸗ gehret; er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Her⸗ zensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herz⸗ lich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitel⸗ keit vertreiben. Bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein 217 Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Lei⸗ den tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Georg Weissel. 4 1635. 335. Bolkeweise oder Mel. 175. enn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt: weiß ich nichts vom Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treugesinnt nur mei⸗ nem Herrn, lasse still die an⸗ dern breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein: ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erweichen und durchdringen. 4. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand. Längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedrich v. Hardenberg. 1 1801. 218 Der zweite Artikel: Gott der Sohn. 336. Mel. 154: Seelenbräutigam. er ist wohl, wie du, Jesu, süße Ruh? Unter vielen aus⸗ erkoren, Leben derer, die ver⸗ loren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh. 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat ge⸗ schmecket, meine Schulden zuge⸗ decket und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket, und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt hast du herrlich überwunden und mir ewig Heil erfunden durch das Lösegeld deines Bluts, o Held 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Zepter will ich küssen, ich will sitzen dir zu Füßen, wie Maria tät, höchste Majestät. 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm. 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn und Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Gewinn, gib mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsetze, und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf. 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gib. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Her⸗ zens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter in der Nacht. 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinet⸗ willen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut. 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todestal begleiten und zur Herr⸗ lichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Johann Anastasius Freylinghausen. + 1739. 337. * Eigene Melodie. 183. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern, voll Gnad und Wahrheit von d gegan Jakol mein Herz lich, mächt hoch 2 Sohr du Herz dein Mile preis Man kann 3 hine mels Lieb bleil Leib Nac ewg Liel 4 Fre des anb trav deir lich blic an kon He x der nicht dern ei du inen daß u dir inem ördre b in ichen dein ꝛeb in tacht Her⸗ 1du öf, acht. r da inet⸗ sches Gut, jehn, irchs err⸗ mag —————. Jesuslieder. von dem Herrn, aus Juda auf⸗ gegangen! Du Davids Sohn aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, du hast mein Herz umfangen, lieblich, freund⸗ lich, schön und prächtig, groß und mächtig, veich an Gaben, über alles hoch erhaben. 2. O meine Perle, werte Kron, Sohn Gottes und Marien Sohn, du hochgeborner König, mein Herz ist voll von deinem Ruhm, dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Herr, dich preis ich, Hosianna! himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du Gottesglanz und Him⸗ melsschein, die Flamme deiner Liebe, und stärk mich, daß ich ewig bleib, o Herr, ein Glied an deinem Leib in frischem Lebenstriebe. Nach dir wallt mir mein Gemüte, ewge Güte, bis es sindet dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn mich dein hol⸗ des Angesicht mit Freundlichkeit anblicket. Herr Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich inner⸗ lich ercuicket. Nun, ich bitt dich, blick mich Armen voll Erbarmen an mit Gnaden; auf dein Wort komm ich, geladen. 5. Gott Vater, o du starker Held, du hast mich ewig vor der 219 Welt in deinem Sohn geliebet; dein Sohn hat sich mit mir ver⸗ traut, mein Herz auf ihn mit Freuden schaut; was ists, das mich betrübet? Preis dir, Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unsrem Gott mit Saitenklang und laßt den süßesten Gesang ganz freudenreich erschal⸗ len! Ich will mit meinem Jesus Christ, der mir mein Ein und Alles ist, in steter Liebe wallen. Singet, klinget, jubilieret, trium⸗ phieret, dankt dem Herren, ihm dem König aller Ehren. 7. Wie freu ich mich, Herr Jesu Christ, daß du der erst und letzte bist, der Anfang und das Ende! Du wirst mich einst zu deinem Preis aufnehmen in das Paradeis; froh falt ich meine Hände. Amen, Amen! komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, weil ich sehn⸗ lich dein verlange. Nach Philipp Nicolai. 4 1608. 338. Eigene Melodie(achtzeilig). 185. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeß ich meine Leiden: 220 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. denn o wie viele hohe Freuden genieß ich nicht, vereint mit dir! Du bist mein Himmel auch schon hier. 2. Hab ich, Erlöser, dich zum Freunde, was brauch ich dann? du sorgst für mich. Hätt ich auch eine Welt voll Feinde: ich bin getrost, ich trau auf dich. Tritt alles wider mich zusammen; ich bebe nicht. Wer will verdammen? Du hast für mich genug ge⸗ tan, Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden g. Der dritte Artikel: A. Sünde, Buße, Beichte. 339. Eigene Melodie. 1. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden. Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende, und wollt los sein des Kreuzes mein, würd ich doch solchs nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet. Ach Gott, zürn nicht, einst zum Segen, auf dunkle Nächte folgt das Licht. Ich zittre nicht mehr vor dem Grabe; so lang ich dich zum Freunde habe, kann ich des Grabes selbst mich freun. Bald werd ich ewig bei dir sein. 4. Gelobt seist du, o Freund der Seelen! In deiner Huld, wie wohl ist mir! Was kann, da du uns liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Beschwerden hab ich den Himmel schon auf Erden: denn du bist durch den Glauben mein. Mein Freund ist mein, und ich bin sein. Dresdner Gesangbuch. Gott der heilige Geist. geh nicht ins Gricht, dein Sohn hat mich versühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahr hier fort und schone dort und laß mich hier wohl büßen. 5. Gib Herr Geduld, vergib die Schuld, verleih ein ghorsam Herze. Laß mich nur nicht, wies oft geschicht, mein Heil murrend verscherzen. 6. Handle mit mir, wies dün⸗ ket dir, durch dein Gnad will ichs leiden; laß mich nur nicht dort ewiglich von dir sein abgeschieden. Johann Major. 1 1654. Sünde, Buße, Beichte. 221 340. Eigene Melodie. 5. Ach, was soll ich Sünder machen? ach, was soll ich fangen an? mein Gewissen klagt mich an, es beginnet aufzuwachen. Dies ist meine Zu⸗ versicht: meinen Jesum laß ich nicht. 2. Zwar es haben meine Sün⸗ den meinen Jesum oft betrübt, doch weiß ich, daß er mich liebt, denn er läßt sich gnädig finden. Drum, ob mich mein Sünd an⸗ sicht, meinen Jesum laß ich nicht. 3. Ob gleich schweres Kreuz und Leiden, so bei Christen oft entsteht, mir sehr hart entgegen⸗ geht, soll michs doch von ihm nicht scheiden. Zu ihm ist mein Herz gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben nichts als nur ein Nebel ist; denn wir hier zu jeder Frist mit dem Tode sind umgeben. Doch, wenn auch mein Herze bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 5. Durch ihn will ich wieder leben, denn er wird zur rechten Zeit wecken mich zur Seligkeit, und sie mir aus Gnaden geben; muß ich schon erst vors Gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 6. Drum, o Jesu, sollst mein bleiben, bis ich komme an den Ort, welcher ist des Himmels Pfort, wo du dann wirst ein⸗ verleiben meine Seele deinem Licht; meinen Jesum laß ich nicht. Johann Flittner. 1 1678. 341. Eigene Melodie. 11. Psalm 51, 6. An dir allein, an dir hab ich gesündigt und übel oft vor dir getan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Tränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? wie lang ent⸗ fernst du dich von mir! 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich, laß mich dein Antlitz finden, du Gott der Langmut und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Erfreue mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wie⸗ der freudig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich täg⸗ lich tun nach deinem Wohlge⸗ fallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mein Schutz, mir beizustehen, und leite mich ö 222 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. auf ebner Bahn. Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Christian Fürchtegott Gellert. f1769. 342. Mel. 8: Allein zu dir, Herr Jesu ꝛc. u weinest vor Jerusalem, Herr Jesu, heiße Zähren, be⸗ zeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß erschein und über meine Sünden wein, so wäschst du ab aus lauter Gnad die Missetat, so mich bisher ge⸗ quälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Tränen ich mich wend, da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt; wer damit seine Sünde netzt, den blickt Gott an mit Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich noch im Tränenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten manchen Strauß; sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, fängt sie mit mir zu hadern an. Doch tröstet mich zu aller Frist: Herr Jesu Christ, in Not du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Tränen mein; ich weiß, sie sind gezählet, und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir sie regen sich, so oft be⸗ wegen sie auch dich, daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt mein Kreuz: drum hilsfst du mir mit Lust. 5. Wer jetzund säet Tränen aus, hält in Geduld Gott stille, wird fröhlich sein in deinem Haus, da Freude ist die Fülle; ja solche Freude, die kein Mann mit seiner Zung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewig⸗ keit; mein Kreuz und Leid wird werden dort zu lauter Freud. 6. Für diese Tränen dank ich dir, daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir im Himmelsthrone. Wenn du mich holen wirst hin⸗ auf zu deiner Auserwählten Hauf, dann will ich recht lob⸗ singen dir, o höchste Zier, für deine Tränen für und für. Johann Heermann. 1647. 343. Eigene Melodie. 67. Herr, ich habe mißgehandelt, ja mich drückt der Sünden Last; ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt möchte ich voll Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch, wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allenthal⸗ Indelt, Last; andelt, und hrecken stecken. ch dir anthal⸗ Sünde, Buße, Beichte. 223 ben sein. Wollt ich übers Meer gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, dennoch würdest du mich finden. 3. Drum ich muß es nur be⸗ kennen: Übel, Herr, hab ich ge⸗ tan; darf mich nicht dein Kind mehr nennen, ach nimm mich zu Gnaden an; laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht ganz entzünden. 4. O daß meine Augen wären Tränenquellen Tag für Tag, o daß ich mit heißen Zähren möcht betrauern meine Schmach! Laß mein Weinen, laß mein Flehen steigen, Herr, zu deinen Höhen. 5. Doch, mein Heiland, deine Schmerzen, dein für mich ver⸗ goßnes Blut, tilgen aus die Qual im Herzen, löschen meiner Sün⸗ den Glut. Drum will ich, die Angst zu stillen, mich in dein Erbarmen hüllen. 6. Dir will ich die Last auf⸗ laden, wirf sie in die tiefste See; tilge meiner Seele Schaden, mache mich so weiß wie Schnee. Lasse deinen Geist mich treiben, ewig, Herr, bei dir zu bleiben. Johann Franck. 4 1677. 344. Eigene Melodie. 69. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gna⸗ den, sieh doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin be⸗ laden und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder quälen. 2. Erbarm dich mein in sol⸗ cher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmer⸗ zen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden unter⸗ geh, noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir kommt alles ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßt ewig verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Allein dein heilsam Wort, das macht mit seinem süßen Klingen, daß mir das Herz vor Freuden lacht, dein Lob beginnt zu singen, dieweil es alle Gnad ver⸗ heißt dem, der sich mit zerknirschtem Geist zu dir, Herr Jesu, nahet. 5. So komm ich denn zu dir allhie in meiner Not geschritten, und will dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Ver⸗ gib es mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 6. Vergib mirs doch, ach Herr, mein Gott, um deines Namens willen. Du wollsti in mir die große Not der Übertretung stillen, daß 224 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. sich mein Herz zufrieden geb und dir hinfort zu Ehren leb in kind⸗ lichem Gehorsam. 7. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich mit deinen Wunden, durch deinen Tod mir Beistand leist in meiner letzten Stunden, und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, in wahrem Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten. Bartholomäus Ringwald. 1 1598. 345. Mel. 64: Herr Christ, der einig ꝛe. err Jesu, Gnadensonne, wahr⸗ haftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad er⸗ freuen und meinen Geist erneuen; mein Gott, versag mirs nicht. 2. Vergib mir meine Sünden und wirf sie hinter dich, laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich; laß deine Friedens⸗ gaben mein armes Herze laben; ach Herr, erhöre mich. 3. Ertöt in meiner Seele den alten Adamssinn, daß ich nur dich erwähle, nur deinem Dienst fort⸗ hin von Herzen mich ergebe, nur dir zu Ehren lebe, durch den er⸗ löst ich bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und bring mir zum Verständnis dein heilges Lebenswort, damit ichs gläubig treibe, in deiner Wahrheit bleibe und wachse fort und fort. 5. Auch zünde deine Liebe in meinem Herzen an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 6. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut; denn das sind Gnaden⸗ werke, die dein Geist schafft und tut; dagegen all mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist nimmer recht und gut. 7. Darum, du Gott der Gna⸗ den, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu; gib, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh mir kräftig bei. Ludwig Andreas Gotter. 1 1735. 346. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine ꝛc. öchster, denk ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüte zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, dein Gebot hintangesetzt und dich, der du mich geliebet, mit Vergehungen be⸗ trübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. O wie hab 2——— ich sie entweiht; ach, zur Unge⸗ rechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Mor⸗ gen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machte sie das Herz mir frei. Was mir nützte, gabst du mir, aber ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohltuns Zweck vergessen. 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und von meinem Seelen⸗ schaden frei zu werden mich be⸗ mühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. 5. Ach, an dir hab ich ge— sündigt, Gott mein Vater, ohne Scheu; dir hab ich oft aufgekün⸗ digt meine schuldge Kindestreu. Ach vergib, was ich getan; nimm mich doch erbarmend an, führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade. 6. Dir ergeb ich mich aufs neue; gib, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu Sünde, Buße, Beichte. 225 weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei, daß mein Herz dir heilig sei; dich zu lieben, dir zu leben, sei mein heiligstes Bestreben. Johann Samuel Diterich. 4 1797. 347. Mel. 180: Wer nur den lieben Gott ꝛe. Ich armer Mensch, ich armer Sünder steh hier vor Gottes An⸗ gesicht: ach Gott, ach Gott, ver⸗ fahr gelinder und geh nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Er⸗ barmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange, wie kränkt mich meine große Sünd; hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich ꝛc. 3. Nicht, wie ich hab verschul⸗ det, lohne und handle nicht nach meiner Sünd. O treuer Vater, schone, schone; erkenn mich wie⸗ der für dein Kind. Erbarme dich ꝛe. 4. Hör, ach erhör mein seuf⸗ zend Schreien, du allerliebstes Vaterherz: wollst alle Sünden mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich ꝛe. 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben; sag, daß der arme Sünder hör: Geh hin, die Sünd 15 226 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. ist dir vergeben; nur sündige hin⸗ fort nicht mehr! Erbarme dich, er⸗ barme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Tietze. f 1703. 348. Eigene Melodie. 82. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen; ver⸗ leih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nütz zu sein, dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben: daß ich nicht wieder werd zu Spott, die Hoffnung gib da⸗ neben; voraus, wann ich muß hie davon, daß ich dir mög ver⸗ trauen und nicht bauen auf eignes Werk und Tun, sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzens⸗ grund den Feinden mög vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg sein, die Seel damit zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht herein, das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden, allzeit beständig sein gib mir; du hasts allein in Hän⸗ den, und wem dus gibst, der hats umsonst; es mag niemand er⸗ erben, noch erwerben durch Werke deine Gunst, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, mir Schwachen! In deiner Gnad allein ich leb; du kannst mich stärker machen. Kommt nun An⸗ fechtung und Gefahr, wollst du mich bestermaßen fest umfassen; behüt mich immerdar! Ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johann Agricola. 1 1566. 349. Mel. 71: Herr, wie du willst ꝛc. Ich will von meiner Missetat zum Herren mich bekehren: Du wollest selbst mir Hilf und Rat hierzu, o Gott, bescheren, und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Der Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend recht emp⸗ finden, bleibt ohne deines Geistes Licht blind, taub und tot in Sün⸗ den; verkehrt ist Herz, Verstand und Tun; des großen Jammers komm mich nun, o Vater, zu entbinden. 3. Herr, klopf in Gnaden bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir getan; du kannst mein Herz ge⸗ winnen, daß ich aus Kummer und War rinn 4 gewe Gna deine lader und noch schad 5 erwä Flut gefel und sei, groß ruter 6 heit ges Gott er fä so st der 7 erwa zersp Don mich mich Höll. schlin 8 dir e die am issetat : Du d Rat und ft, der t, aus Natur t emp⸗ geistes Sün⸗ rstand mmers er, zu Hen bei ohl zu Hhor dir erz ge⸗ ummer Sünde, Buße, Beichte. 227 und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Tränen rinnen. 4. Wie hast du doch an mich gewandt den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand; die hat mich über⸗ laden mit Ruh, Gesundheit, Ehr und Brot; du machst, daß mir noch keine Not bis hieher können schaden. 5. Hast auch in Christo mich erwählt tief aus der Höllen Fluten, daß niemals mir es hat gefehlt an irgend einem Guten: und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Vater⸗ ruten. 6. Bisher hab ich in Sicher— heit fein unbesorgt geschlafen, gesagt: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Hirte mit den Schafen. 7. Dies alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen, ich sehe deines Donners Macht und Feuer auf mich dringen. Es regt sich wider mich zugleich des Satans und der Hölle Reich, die wollen mich ver⸗ schlingen. 8. Herr Jesu, nimm mich bei dir ein, ich flieh zu deinen Wunden, die du, o Heiland, wegen mein am Kreuze hast empfunden, als unser aller Sünden Müh dir, o du Gotteslamm, ward hie zu tragen aufgebunden. 9. Wollst mich durch deines Todes Pein und durch dein heilig Leiden, von allen meinen Sünden rein, in deine Unschuld kleiden. Von wegen deines Kreuzes Last erquick, was du zermalmet hast, mit deines Trostes Freuden. 10. So angetan will ich mich hin vor deinen Vater machen. Ich weiß, er lenket seinen Sinn und schaffet Rat mir Schwachen. Er weiß, was Fleischeslust und Welt und Satan uns für Netze stellt, die uns zu stürzen wachen. 11. Wie werd ich mich mein Leben lang vor solcher Plage scheuen, durch deines guten Geistes Drang, den du mir wollst ver⸗ leihen, daß er von aller Sünden List und dem, was dir zuwider ist, helf ewig mich befreien. Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg. + 1667. 350. Eigene Melodie. 96. Kehre wieder, kehre wieder, der du dich verloren hast! Sinke reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Ver⸗ 15* 228 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. gebung, Heil und Segen. Kehre wieder, zaudre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zer⸗ streuung in die Einsamkeit zu⸗ rück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 3. Kehre wieder, irre Seele; deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von dem Kreuzesstamme. Kehre wie⸗ der, fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder, neues Leben trink in seiner Liebeshuld! Bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmut und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen! Er hat Trost für alle Schmerzen, er kann alle Wunden heilen, macht von allem Aussatz rein. Darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein! 5. Kehre wieder, endlich kehre in der Liebe Heimat ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein; aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute, kehre gleich! Karl Johann Philipp Spitta. 4 1859. 351. Mel. 90: Jesu Leiden, Pein und Tod. Diebster Vater, ich, dein Kind, komm zu dir geeilet, weil ich son⸗ sten niemand find, der mich Armen heilet. Meine Wunden sind sehr groß, groß sind meine Sünden. Mach mich von denselben los, laß mich Gnade finden. 2. Nahmst du mich in dein Geschlecht, hast du Vatersitten, ei so hab ich Kindesrecht und darf kühnlich bitten; denn den Kindern steht es frei, Väter an⸗ zuflehen: Vater, deine Vatertreu laß mich Armen sehen. 3. Liebster Vater, willst du dich Vater lassen nennen, ei so mußt du lassen mich Vatersinn erkennen. Meine Sünden bringen Schmerz, die ich hab begangen, ach, du liebstes Vaterherz, laß mich Gnad erlangen. 4. Hast du doch in deinem Wort Gnade mir versprochen; laß mich an die Gnadenpfort nicht vergeblich pochen. Laß mein Flehn durch deinen Sohn zu dem Him⸗ mel dringen und von deinem Gna⸗ denthron mir die Gnade bringen. 5. Ich laß doch nicht eher gut, gleich Kind mich laß 6 deine meir 4 deln Gott auch 1859. Tod. Kind, ch son⸗ Armen d sehr ünden. n los, dein rsitten, t und n den ter an⸗ tertreu Ist du ei so tersinn ringen angen, 5, laß deinem rochen; rt nicht Flehn Him⸗ Gna⸗ ingen. t eher ab, bis du mir gewähret Gnade, die ich von dir hab inniglich be— gehret. Segne mich, ich lasse dich eher nicht; ich hange unverrückt an dir, bis ich Gnad von dir erlange. 6. Du bist Gott und heißest gut, weil du Guttat übest und, gleich wie ein Vater tut, deine Kinder liebest. Dieser Guttat laß mich auch, treuer Gott, genießen, laß auf mich nach deinem Brauch deine Gnade fließen. Christoph Tietze. 4 1703. 352. Mel. 155: Sieh, hier bin ich. + Meine Seele, voller Fehle, suchet in dem Dunkeln Licht. Jesu, neige dich und zeige mir dein tröstlich Angesicht; auf mein Flehen laß dich sehen, und ver⸗ birg dich länger nicht! 2. Ich empfinde, meine Sünde sei an allem Kummer schuld; ich gestehe dies und flehe um Ver⸗ gebung und Geduld. Du, mein Leben, kannst mir geben neue Hilfe, neue Huld. 3. Ach von Herzen und mit Schmerzen such ich dich, mein Trost und Heil. Wie so lange ist es bange meiner Seele, komm in Eil; laß dich nieder, komme wieder, meines Herzens bestes Teil! 4. Richtig wandeln, weise han⸗ deln wollst du künftig mir ver⸗ Sünde, Buße, Beichte. leihn; gib die Triebe reiner Liebe voller in mein Herz herein. Welch ein Segen ist zugegen, wenn es heißt: du mein, ich dein! 5. Lehre, leite, vollbereite mich, wie du mich haben willst; gib mir Klarheit, Geist und Wahrheit, daß ich gleich sei deinem Bild, daß man merke, meine Stärke sei in dir, und du mein Schild! 6. Bis im Lichte dein Gesichte mir sich droben völlig zeigt, wenn die Deinen nicht mehr weinen und die Klagestimme schweigt. Drum so zeige mir die Steige, da man auf zum Himmel steigt! Magdalena Sibylla Rieger. 4 1786. 353. Mel. 40: Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. O frommer und getreuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und sehr gesündigt wider dich, das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht hast Gefalln an mei⸗ nem Tod und ist dein herzliches Begehr, daß ich tu Buß und mich bekehr: 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm, und bitt dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden rot 4. Deins lieben Sohnes Jesu Christ, der mir zugut Mensch worden ist: laß dein Gnad und 230 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Barmherzigkeit mehr gelten denn Gerechtigkeit. ö 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld; so werd ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. Unbekannter Dichter. Um 1640. 354. Mel. 37: Durch Adams Fall ꝛc. O Gott voll Gnad und Gütig⸗ keit, mein Gott, erhör mein Flehen; gedenk an dein Barmherzigkeit, laß dirs zu Herzen gehen. Ich steck in Not; Sünd, Höll und Tod will meine Seel verschlingen; eröffne mir die Gnadentür, laß mein Gebet durchdringen. 2. Ich muß gestehn, ich bins nicht wert, mein Augen aufzu⸗ heben; ich muß mich schämen und die Erd ansehn mit Furcht und Beben, weil ich vielmal, ja ohne Zahl, in meinem ganzen Leben nicht recht getan, der breiten Bahn der Sünden mich ergeben. 3. Ach Gott, mein Gott, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, ich flieh zu dir; Herz, Sinn und Mut, mühselig und beladen, sucht deine Gnad, die früh und spat noch allen offen stehet; eröffne mir die Gnaden⸗ tür, eh mein Geist gar vergehet. 4. Ach sei mir gnädig, weil dein Sohn auch meine Schuld getragen; hilf mir durch diesen Gnadenthron, du wirst mirs nicht versagen. Sein teures Blut, mein höchstes Gut, macht mich ja rein von Sünden. Erhöre mich, hilf gnädiglich; ach laß mich Gnade finden. 5. Gottlob! mein Herz emp⸗ findet schon aus deinem Wort das Leben; ich seh, daß mir des Himmels Thron mein Jesus hat gegeben. Mein Gott, regier all mein Begier, den rechten Weg mir weise; gib Frömmigkeit, Beständigkeit, daß ich dich ewig preise. Johann Olearius. 4 1684. 355. Mel. 177: Wenn wir in höchsten ꝛc. Onedster Herr, ich armes Kind, das nirgends Trost und Ruhe findt, will mich, so elend als ich bin, vor deine Augen legen hin. 2. Du weißt es, wie ich bin verirrt, beschwert, verfinstert und verwirrt; dir ist mein ganzer Jammerstand viel besser, als mir selbst, bekannt. 3. Ich mag mich kehren, wie ich will, mein Herz wird ohne dich nicht still; ach schau mich mit Er— barmen an, da ich mir selbst nicht helfen kann! 4. Ich lieg ganz hilf⸗ und rat⸗ naden⸗ rgehet. il dein ragen; ithron, Sein Gut, ünden. h; ach emp⸗ Wort tir des us hat ier all Weg nigkeit, h ewig 1684. sten ꝛc. 8 Kind, Ruhe als ich en hin. ich bin ert und ganzer Us mir wie ich ne dich mit Er⸗ selbst ind rat⸗ Sünde, Buße, Beichte. los hier und schrei aus Herzens⸗ grund zu dir: O Gottessohn, er⸗ barm dich mein und mach mein Herze still und rein! 5. Du Menschenfreund, ich weiß es wohl, daß ich dein eigen wer⸗ den soll. So komm denn meinem Herzen nah, bereit es selbst und wohne da! 6. Nichts heiligt mich, nicht tenschengunst, nicht Menschen⸗ wort, noch Kraft, noch Kunst; komm du ins Herz und schleuß es zu, so find in dir ich Gnad und Ruh. 7. Wenn du in mir wirst offen⸗ bar, bald wird mein Herz befrie⸗ digt gar; es weicht die Finster⸗ nis und Sünd, ich werd ein selges Gotteskind. Gerhard Tersteegen. 356. Mel. 20: Aus tiefer Not schrei ꝛc. Vater der Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße. Verstoß den nicht, der zu dir schreit und tut noch endlich Buße; was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Meistertat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weis⸗ heit schaffe Rat, worinnen mirs noch fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir + 1769. all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen ge⸗ tragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! O Gottes und des Menschen Sohn, erbarm dich mein, und mein verschon, hör an mein kläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zugut, daß ich nicht muß verderben; bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun noch nimmer⸗ mehr Begier nach Reichtum oder Ehr in meinem Herzen herrsche! 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trotz und List durch Christi Sieg mög dämpfen; auf daß mir Krank⸗ heit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Tür zum Leben. David Denicke. 357. Mel. 90: Jesu Leiden, Pein und Tod. Schlage, Jesu, an mein Herz, rühre mein Gewissen, damit aus + 1680. 232 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. der Sünden Schmerz heiße Trä⸗ nen fließen. Blicke mich wie Pe⸗ trum an, daß ich in mich schlage, daß ich mag gedenken dran und doch nicht verzage. 2. Weck mich durch der Glocken Ton aus dem Schlaf der Sünden; laß, o Herr, vor deinem Thron mich Erbarmung finden, und nimm mich zu Gnaden auf; mei⸗ nen Glauben stärke, daß mein ganzer Lebenslauf sei voll Tugend⸗ werke. 3. Dein Blut, das mir Rettung schafft, sei mein Trost in Leiden, meiner Seele Heil und Kraft, so sterb ich mit Freuden. In der Stunde letzter Not wollst du mein gedenken und ein selig End im Tod mir, o Jesu, schenken. Veit Ludwig Megander. 1 1719. — 358. Eigene Melodie. 160. Psalm 6. Snaf mich nicht in deinem Zorn, großer Gott, verschone! Ach, laß mich nicht sein verlorn, nach Verdienst nicht lohne! Hat die Sünd dich entzündt, laß um Christi willen deinen Zorn sich stillen. 2. Herr, wer denkt im Tode dein? wer dankt in der Hölle? Rette mich aus jener Pein, rette meine Seele; daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. 3. Zeig mir deine Vaterhuld, stärk mit Trost mich Schwachen; ach Herr, hab mit mir Geduld, wollst gesund mich machen; heil die Seel mit dem Ol deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 4. Weicht ihr Feinde, weicht von mir! Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. Teufel, weich! Hölle, fleuch! Was mich sonst gekränket, hat mir Gott ge⸗ schenket. 5. Vater, dir sei ewig Preis, hier und auch dort oben; wie auch Christo gleicherweis, der allzeit zu loben; heilger Geist, sei ge⸗ preist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Johann Georg Albinus. 4 1679. 359. Mel. 18: Auf meinen lieben Gott. Wo soll ich fliehen hin, weil ich beschweret bin mit viel und großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt her käme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte. Laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel huld, ichen; duld, heil heiner allen veicht Zeten. jzegier eufel,‚ mich tt ge⸗ Preis, e auch allzeit 'i ge⸗ t, daß 1679. zott. weil und m ich Welt nicht „auf mein roßen wissen . Kind, viel Sünde, Buße, Beichte. 233 ihr in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zugut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde, und ihr nicht mehr ge⸗ denke, ins Meer sie tief versenke. 5. Du bist der, der mich tröst, weil du mich hast erlöst; was ich gesündigt habe, hast du verscharrt im Grabe; da hast du es bedecket, daß es mich nicht mehr schrecket. 6. Ist meine Sünde groß, werd ich doch ihrer los, wenn ich dein Kreuz umfasse und mich darauf verlasse; wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Nun kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 8. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Glied⸗ maß ewig bleibe. Johann Heermann. 1647. 360. Mel. 72: Herzlich lieb hab ich dich ꝛc. u dir, Herr Jesu, komme ich, nachdem du mich so mildiglich zu dir hast heißen kommen. Mich drücket meiner Sünden Last, sie läßt mir keine Ruh noch Rast. Wird sie mir nicht benommen, so müßt darunter ich vergehn, ich könnte nicht vor Gott bestehn, vor dem die Himmel selbst nicht rein, ich müßt ein Kind des Todes sein. Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, erquicke mich und laß mich nicht. 2. Zu dir steht meine Zuver⸗ sicht, ich weiß von keinem Helfer nicht, ohn dich, du Arzt der Sün⸗ der! All andre Helfer sind zu schlecht, du bist allein vor Gott gerecht, des Todes Überwinder, die Freistatt und der sichre Ort, das feste Schloß, der Schild und Hort, der Mittler und der Gna⸗ denthron, des Vaters Herz und liebster Sohn. Herr Jesu Christ, das glaube ich, das glaube ich, ach stärk in solchem Glauben mich! 3. Hinfort will ich nun jeder⸗ zeit auf mich zu nehmen sein be⸗ reit dein Joch, die sanfte Bürde. Darunter find ich Fried und Ruh, ich wachs und nehm im Guten zu, und ob ich dabei würde aus Schwachheit, die dir ist bekannt, ermüden, wird doch deine Hand mir immer wieder helfen auf, um zu vollenden meinen Lauf. Herr Jesu Christ, durch dich allein, durch dich allein kann ich hier und dort selig sein. Johann Anastasius Freylinghausen. 234 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. B. Gnade, Glaube, Recht⸗ fertigung. 361. Eigene Melodie. 17. Auf, hinauf zu deiner Freude, meine Seele, Herz und Sinn! Weg, hinweg mit deinem Leide; hin, zu deinem Jesu, hin! Er ist dein Schatz, Jesus ist dein einzig Leben; will die Welt nicht Raum dir geben, bei ihm ist Platz. 2. Fort, nur fort, steig immer weiter in die Höh zu Jesu auf! An, hinan die Glaubensleiter klettre mit geschwindem Lauf. Gott ist dein Schutz; Jesus bleibet dein Beschirmer wider alle Seel⸗ bestürmer, und bietet Trutz. 3. Fest, nur fest dich angehalten an die starke Jesustreu! Laß du, laß du Gott nur walten, seine Güt ist täglich neu; er meint es gut. Wenn die Feinde dich an⸗ fallen, müssen sie zurücke prallen; hab guten Mut. 4. Ein, hinein in Gottes Kammer, die dir Jesus aufgetan! Klag und sag ihm deinen Jammer, rufe ihn um Hilfe an! Er steht dir bei; wenn dich alle Menschen hassen, kann und will er dich nicht lassen; das glaube frei. 5. Hoch, so hoch du dich vom Staube kannst erheben himmel⸗ wärts, schwing zu Jesu sich dein Glaube, gib ihm hin dein ganzes Herz! Er ists allein, der um dich so treulich wirbet und für dich aus Liebe stirbet; drum bist du sein. 6. Auf, hinauf! was droben, suche; trachte doch allein dahin, wo dein Jesus; sonst verfluche allen schnöden Sündensinn. Zum Himmel zu! Welt und Erde muß verschwinden; nur bei Jesu ist zu finden die wahre Ruh. Johann Kaspar Schade. 4 1698. 362. Mel. 84: Ich will dich lieben, meine Stärke. Ephes. 2, 8. 9. Aus Gnaden soll ich selig wer⸗ den! Herz glaubst dus oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd gebärden? Ists Wahr⸗ heit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: aus Gnaden! So hart dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so schwer dein Herz dich auch verklagt: was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. Stärke. gwer⸗ Haubst u dich Wahr⸗ pricht, t sein: dein. ilt kein fallen Fleisch zum ‚d das maden K dies h hart schwer schwer t: was kann, 'en an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast. Was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sprich, wes du dich zu rühmen hast? Gab er sich nicht zum Opfer dar und nahm dein Heil in Gnaden wahr? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahr⸗ haftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Worte preist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Sohnes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, denknicht: wohlan, ich greife zu! Wahr ists: Gott ruft verlorne Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heu⸗ chelei. Nur wenn der Sünder sich bekehret, dann lernt er erst, was Gnade sei; beim Sünde tun scheint sie gering, dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Va⸗ ters aufgetan, wenns unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel! Ich schwinge Gnade, Glaube, Rechtfertigung. ⁴ 2 3 meine Glaubensfahn und geh ge⸗ trost trotz allem Zweifel durchs rote Meer nach Kanaan; ich glaub, was Jesu Wort verspricht, ich fühl es oder fühl es nicht. Christian Ludwig Scheidt. 4 1761. 363. „el. 143: O Jesu Christ, meins ꝛc. Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehren⸗ kleid, damit will ich vor Gott be⸗ stehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Und wenn ich durch des Herrn Verdienst noch so treu würd in seinem Dienst, gewänn den Sieg dem Bösen ab und sündigte nicht bis ans Grab; 3. So will ich, wenn ich zu ihm komm, nicht denken mehr an gut und fromm; nur dies: hier kommt ein Sünder her, der gern fürs Lösgeld selig wär. 4. Ja, sei gelobet Jesus Christ, daß du ein Mensch geboren bist und hast für mich und alle Welt bezahlt ein ewig Lösegeld. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. + 176⁰. 364. Mel. 26: Christus, der ist mein Leben. ie Gnade sei mit allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern. 236 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns gar kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu; und wenn uns je will grauen, so bleibt der Herr doch treu. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du kommst; so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; denn sie flößt zu dem Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt; der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Taten tut. 8. Herr, laß es dir gefallen! Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen! die Gnade sei mit mir! Philipp Friedrich Hiller. 4 1769. 365. Eigene Melodie. 45. Röm. 3, 28. Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte; die Werke helfen nimmermehr, sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an; der hat genug für uns getan, er ist der Mittler worden. 2. Was Gott uns im Gesetz gebot, das konnte niemand hal⸗ ten. Darob erhob sich große Not vor Gott so mannigfalten; vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, drauf das Gesetz dringt allermeist; es war mit uns ver⸗ loren. 3. Es war der falsche Wahn dabei, Gott hab sein Gsetz ge⸗ geben, als ob wir könnten selber frei nach seinem Willen leben; ist es doch nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sündge Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war es, diese Art aus eigner Kraft zu lassen; wie wohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohnmaßen; denn sie nahm Ursach am Gebot, das dräute mir den ewgen Tod, weil ich den Sünden diente. 5. Doch mußts Gesetz erfüllet sein, sonst waren wir verloren; drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist wor⸗ den. Das ganz Gesetz hat er erfüllt, dadurch des Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und weil es nun erfüllet ist durch den, ders konnte halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens Art und Walten. Sprich nichts, als: Lieber Herre mein, dein Tod wird mir das an; etan, Besetz hal⸗ No vom der ringt ver⸗ Wahn ge⸗ elber eben; zart, Art, 6. diese isen ward, aßen; zebot, Tod, oren; Sohn wor⸗ U er Zorn alle. füllet Iten, hrist Uten. Herre das fület Leben sein; du hast für mich be⸗ zahlet! 7. Daran ich keinen Zweifel trag; dein Wort kann nicht be⸗ trügen. Nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, dem ist der Himmel schon erkauft, daß er nicht wird verloren. 8. Gerecht vor Gott sind die allein, die dieses Glaubens leben; doch wird des Glaubens heller Schein durch Werke kund sich geben; der Glaub ist wohl mit Gott daran, und aus der Nächsten⸗ lieb sieht man, daß du aus Gott geboren. 9. Die Sünde, durchs Gesetz erkannt, schlägt das Gewissen nieder; das Evangelium kommt zu Hand und stärkt den Sünder wieder; es spricht: Komm nur zum Kreuz herzu, du findest doch nicht Rast und Ruh in des Ge⸗ setzes Werken! 10. Die Werke kommen sicher her aus einem rechten Glauben; denn das kein rechter Glaube wär, dem man die Werk wollt rauben. Doch macht gerecht der Glaub allein; die Werke sollen Früchte sein, dran wir den Glau⸗ ben merken. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit; was Gottes Wort zusaget, das wird geschehen uns zur Freud, wenn Gott es auch Gnade, Glaube, Rechtfertigung. 237 RI vertaget. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List; des solln wir ihm vertrauen. 12. Und schien es auch, als wollt er nicht, so laß dich das nicht schrecken; es wacht ob dir sein Angesicht, kannst dus auch nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein, und spräch dein Fleisch gleich lauter Nein, so laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Güte willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist; der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns begonnen hat zu Ehren seiner Macht und Gnad; geheiligt werd sein Name! 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd gscheh wie im Himmelsthrone, das täglich Brot uns heute werd; Gott unsrer Schuld verschone, wie wir auch unsern Schuldnern tun; laß uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Übel. Amen. Paul Speratus. 4 1551. 366. „Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich ꝛc. Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du der Sünder Heiland bist, und daß dein unschätzbares Blut an unsern Seelen Wunder tut. 2. Gelobet sei des Vaters Rat, der dich der Welt geschenket hat, 238 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. und weil er viel Erbarmen hegt, dir alle Schulden aufgelegt. 3. Gelobet sei der heilge Geist, der uns zu dir, o Jesu, weist, zu dir, du Arzt, der jedermann durch seine Wunden heilen kann. 4. Gottlob! daß ich nun weiß, wohin; ich, der ich krank und unrein bin, den Furcht und Scham und Zweifel quält, dem alle Kraft zum Guten fehlt. 5. Der Kranke wird nicht erst gesund, er macht dem Arzt die Seuche kund. So komm ich, Gottes Lamm, zu dir; ich weiß, du tust dein Werk an mir. 6. Vergebung heilt mein gan⸗ zes Herz, sie tilgt die Furcht, sie stillt den Schmerz; sie macht mich ruhig, leicht und licht, und voll von süßer Zuversicht. 7. Die Seele wird von Ban⸗ den frei, sie lobt und singt und spürt dabei, daß eines neuen Geistes Kraft sie neu belebt und Früchte schafft. 8. So macht der Glaub an Christi Blut in armen Sündern alles gut; und was noch Böses übrig bleibt, ist Not, die uns zum Helfer treibt. 9. Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du der Sünder Hei⸗ land bist, und daß du, hocher⸗ habner Fürst, der Sünder Hei⸗ land bleiben wirst. Ernst Gottlieb Woltersdorf. 1761. 367. Mel. 64: Herr Christ, der einig ꝛc. Luk. 17, 5. Herr, stärke mir den Glauben! er ist ein Werk von dir; so kann kein Feind mir rauben, was du selbst schaffst in mir. Bis an die Todespforte halt ich dir deine Worte, die teuren Worte für. 2. Wenn ich bei meinen Feh⸗ len mich fast zu glauben scheu, mach mir in meiner Seelen die Glaubensgründe neu: des Geistes Gnadentriebe, des Sohnes Blut und Liebe, des Vaters ewge Treu. 3. Im Beten lehr mich trauen, daß du mir gnädig bist; im Wandel laß mir grauen vor dem, was eitel ist. Und stell mich dar im Kämpfen, des Satans Pfeil zu dämpfen, mit Glauben ausgerüst. 4. Wenn ich auch oft nichts fühle von froher Zuversicht, ent⸗ zieh nur bis zum Ziele mir deine Gnade nicht! Gib mir nur ein Verlangen, an dem doch stets zu hangen, was mir dein Wort ver⸗ spricht. 5. Gib, daß auch in dem Sterben mein Glauben Kräfte hat; alsdann mach mich zum Er⸗ ben in deiner Gottesstadt. Hier müssen wir noch dürsten; bei dir, dem Lebensfürsten, wird man im Schauen satt. Philipp Friedrich Hiller. 1769. deine ir ein ts zu t ver⸗ dem Träfte n Er⸗ Hier i dir, in im 1769. 368. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Röm. 8, 31—39. Jch bin bei Gott in Gnaden durch Christi Blut und Tod; was kann mir endlich schaden? was acht ich alle Not? Ist er auf meiner Seiten, gleichwie er wahrlich ist, laß immer mich be⸗ streiten auch alle Höllenlist. 2. Was wird mich können scheiden von Gottes Lieb und Treu? Verfolgung, Armut, Lei⸗ den und Trübsal mancherlei? Laß Schwert und Blöße walten; man mag in tausend Pein mich für ein Schlachtschaf halten, der Sieg bleibt dennoch mein. 3. Ich kann um dessen willen, der mich geliebet hat, gnug mei⸗ nen Unmut stillen und fassen Trost und Rat. Denn das ist mein Vertrauen, der Hoffnung bin ich voll, die weder Drang noch Grauen mir ewig rauben soll: 4. Daß weder Tod noch Le⸗ ben, noch eines Engels Macht, wie hoch sie möchte schweben, kein Fürstentum, kein Pracht, nichts dessen, was zugegen, nichts, was die Zukunft trägt, nichts, was da hoch gelegen, nichts, was die Tiefe hegt, 5. Noch sonst, was je ge⸗ schaffen, von Gottes Liebe mich soll scheiden oder raffen. Denn diese gründet sich auf Jesu Blut Gnade, Glaube, Rechtfertigung. 239 und Sterben. Ihn fleh ich gläu⸗ big an, der mich, sein Kind und Erben, nicht lassen will noch kann. Simon Dach. 1659. 369. Mel. 136: O daß ich tausend Zungen ꝛc. Ich bin gewiß in meinem Glau⸗ ben, der mich in Christum ein⸗ verleibt. Wer kann mir dieses Kleinod rauben, das mir sein Blut und Tod verschreibt? Sein teures Wort bekräftigt dies, drum sagt mein Glaub: Ich bin gewiß. 2. Ich bin gewiß in meiner Liebe, die nur für Jesum lebt und webt, daß, wenn ich mich im Glauben übe, mein Jesus in dem Herzen lebt. Sein Lieben ist mein Paradies. Er liebet mich: Ich bin gewiß. 3. Ich bin gewiß in meinem Leben, daß Jesu Gnade bei mir ist, die hilft mir allen Jammer heben; wenn sich mein Herz an seines schließt, so achte ich kein Hindernis; Gott sorgt für mich: Ich bin gewiß. 4. Ich bin gewiß in meinem Leiden; kein Engel und kein Fürstentum mag mich von mei⸗ nem Jesu scheiden, er ist mein Heil, mein Teil, mein Ruhm. So schadet mir kein Schlangen⸗ biß, Geduld sagt doch: Ich bin gewiß. 5. Ich bin gewiß in meinem 240 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Hoffen; was gegenwärtig ist, ver⸗ geht; was künftig ist, steht mir noch offen, dahin sich auch mein Geist erhöht. Die Hoffnung macht das Leiden süß, weil sie stets singt: Ich bin gewiß. 6. Ich bin gewiß in meinem Sterben, daß mich der Tod nicht töten kann; er macht mich nur zu einem Erben von dem be⸗ glückten Kanaan. Ein ander Le⸗ ben folgt auf dies; mein Jesus lebt: Ich bin gewiß. 7. Ich bin gewiß, so soll es heißen, bis aus dem Glauben Schauen wird; es soll mich nichts von Jesu reißen, ich bin sein Schaf, er ist mein Hirt. In Ewigkeit folgt hier kein Riß, die Losung bleibt: Ich bin gewiß. Benjamin Schmolck. 4 1737. 370. Mel. 84: Ich will dich lieben, meine ꝛc. OIch bin im Himmel angeschrie⸗ ben, ich bin ein Kind der Seligkeit; was kann die Sünde mich be⸗ trüben und alles Leiden dieser Zeit? Ich weiß, daß ich von Anbeginn in Christo auserwählet bin. 2. Das Lamm hat mich mit seinem Blute gezeichnet in das Lebensbuch und mir erlanget alles Gute, Erlösung von dem Tod und Fluch. Was ists doch, was mein Herze quält? Ich bin zum Himmel auserwählt 3. Was schreckt mich des Ge⸗ setzes Wetter? Ich seh ins Lebens⸗ buch hinein, wo Christi heilges Blut die Blätter gezeichnet mit der Gnade Schein; hier les ich, was mir Tröstung gibt: Dich hab ich je und je geliebt. 4. Obgleich im schwarzen Buch der Sünden viel Schulden auf⸗ geschrieben stehn, läßt Jesus mich doch Gnade finden und mich ins Buch des Lebens sehn; da schau ich meine Gnadenwahl und steh in seiner Kinderzahl. 5. Auf Jesum will ich fröh⸗ lich sterben, ich will des Glau⸗ bens Hochzeitkleid nur in des Lammes Blute färben, so geh ich ein zur Seligkeit und zu dem großen Abendmahl; o freuden⸗ volle Gnadenwahl. 6. Kein Teufel soll den Trost mir rauben, daß ich erwählt von Anbeginn, daß ich aus Gnaden durch den Glauben an Christi Blut erlöset bin! So leb ich denn und sterbe drauf, auf Christum schließ ich meinen Lauf. Salomo Franck. 4 1725. 371. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott ꝛc. Q+ ö Och habe nun den Grund ge⸗ funden, der meinen Anker ewig hält. Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der Ge⸗ bens⸗ eilges t mit eswich, Dich Buch auf⸗ mich ch ins schau d steh fröh⸗ Glau⸗ n des o geh u dem euden⸗ Trost lt von maden Christi hdenn ristum 17•5. zott ꝛc. nd ge⸗ ewig Jesu or der d, der Gnade, Glaube, unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbar⸗ men, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll ge⸗ holfen sein; deswegen kam sein Sohn auf Erden und nahm her⸗ nach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Tür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod ver⸗ schlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden; da findet kein Verdammen statt; weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläu⸗ big senken, dem will ich mich ge⸗ trost vertraun, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unend⸗ liche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre wegge⸗ rissen, was Seel und Leib er⸗ quicken kann; darf ich von keinem Troste wissen und schein ich völlig ausgetan, ist die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barm⸗ herzigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja häuft sich Kummer Rechtfertigung. 241 und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß; werd ich dadurch oft sehr zerstreut, so hoff ich doch Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit be⸗ merken, so fällt wohl alles Rüh⸗ men hin; doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barm⸗ herzigkeit. 9. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbar⸗ men ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es dies nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barm⸗ herzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt. Das will ich denken, tun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einst auch nach der Zeit: O Abgrund der Barmherzigkeit! Johann Andreas Rothe. 4 1758. 372². Mel. 182: Wer weiß, wie nahe mir ꝛc. Ich weiß von keinem andern Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Rat, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schoß. 16 * 44 I 149 242 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufge⸗ nommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Teil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleibe Christo nun ver⸗ bunden und bin in ihm gerecht und rein; werd ich in ihm nur treu erfunden, so kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an, wer ists, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Vor Christo such ich stets zu stehen und seh in allem ihn nur an, nach seinem Wink ein⸗ herzugehen, daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sei. 6. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn; da kann mein Wachstum vor sich gehn. 7. Ich bleib im tiefsten De⸗ mutsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im all⸗ gemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn, und hang an Christo ganz allein; dies soll mein Grund auf ewig sein. 8. O Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. Karl Heinrich von Bogatzty. 4 1774. 373. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. Luk. 15, 1—7. Vesus nimmt die Sünder an! Saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgetan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder; Jesus rufet euch, und er macht meiner Shristo Grund in dir du in st mich n folge m und ts den 1774. sicht. er an! t allen, hn auf Hier Jesus d wir Worte Sehet ist hier nimmt erloren Hirte; „suchet es nicht umt die iet her, zünder; r macht Gnade, Glaube, aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts; ob die Sünden blutrot wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen quält mich nicht, Moses darf mich nicht ver⸗ klagen; der mich frei und ledig spricht, hat die Sünden abgetra⸗ gen, daß mich nichts verdammen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an! Mich hat er auch ange⸗ nommen und den Himmel auf⸗ getan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister. 1 1756. 374. Eigene Melodie. 116. Mein Jesu, dem die Seraphinen im Glanz der höchsten Majestät selbst mit bedecktem Antlitz dienen, wenn dein Befehl an sie ergeht; wie sollten blöde Fleischesaugen, Rechtfertigung. 243 die der verhaßten Sünden Nacht mit ihrem Schatten trüb ge⸗ macht, dein helles Licht zu schauen taugen? 2. Doch gönne meinen Glau⸗ bensblicken den Eingang in dein Heiligtum, und laß mich deine Gnad erquicken zu meinem Heil und deinem Ruhm; reich deine Gnade meiner Seele, die sich in Demut vor dir neigt, dir Lieb und Dankbarkeit bezeigt; sprich: Ja, du bists, die ich erwähle. 3. Sei gnädig, Jesu, voller Güte, dem Herzen, das nach Gnade lechzt! Hör, wie mein sehnendes Gemüte: Gott sei mir Armen gnädig! ächzt. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen. Wie könntest du un⸗ gnädig sein mir, den dein Blut von Schuld und Pein erlöst, da es so reich geflossen? 4. Ich fall in deine Gnaden⸗ hände, und flehe glaubensvoll zu dir: Gerechter König, wende, wende mit deiner Gnade dich zu mir! Ich bin gerecht durch deine Wunden; es ist nichts sträflich mehr an mir; bin aber ich ver⸗ söhnt mit dir, so bleib ich auch mit dir verbunden. 5. Ach laß mich deine Weisheit leiten und nimm ihr Licht nicht von mir weg; stell deine Gnade mir zur Seiten, daß ich auf dir beliebtem Steg beständig bis ans Ende wandle, damit ich hier in dieser Zeit in Lieb und Herzens⸗ 16* 244 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. freudigkeit nach deinem Wort und Willen handle. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch deine Macht, daß ich im Glauben sieg und stehe, wenn Stärk und List der Feinde wacht. So wird dein Gnadenreich auf Erden, das uns zu deiner Ehre führt und endlich gar mit Kronen ziert, auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja ja, mein Herz will dich umfassen; erwähl es, Herr, zu deinem Thron! Hast du aus Lieb ehmals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron, so würdge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Himmel sein, bis du, wann dieser Bau fällt ein, mich wirst in deinen Himmel heben. 8. Ich steig hinauf zu dir im Glauben, steig du in Lieb herab zu mir; laß mir nichts diese Freude rauben, erfülle mich nur ganz mit dir! Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang in mir das Herz sich regt; und wenn dasselb auch nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. Wolfgang Christoph Deßler. 4 1722. 375⁵. Eigene Melodie. 127. Ephes. 1, 3—7. Nun freut euch, lieben Christen gmein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat, und seine süße Wundertat; gar teur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein; die Sünd hat mich besessen. 3. Mein gute Werk, die galten nicht, mit ihnen wars verdorben; der freie Will haßt Gotts Gericht, zum Guten ganz erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, da nichts denn Sterben bei mir blieb; zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewig⸗ keit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir sein Vaterherz; es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließs sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn:'s ist Zeit, mich zu erbar⸗ men, fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sün⸗ den Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater ghorsam ward; er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart, er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner blei ingen, et hat, t; gar fangen rloren; Nacht boren; drein, mein; n. galten Horben; Hericht, mn; die trieb, dei mir sinken. Ewig⸗ zen; er keit, er wandt es war erz, er lieben merbar⸗ herzens eil dem er Sün⸗ ᷑bittern leben. Vater zu mir ungfrau Bruder ührt er meiner Gnade, Glaube, armen Gstalt, den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen. Ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zugut, das halt mit festem Glauben; den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich getan hab und gelehrt, das sollst du tun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren. Und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz. Das laß ich dir zur Letze. Martin Luther. 1 1546. 376. Mel. 179: Werde munter, mein Gemüte. nverwandt auf Christum sehen, bleibt der Weg zur Seligkeit; Rechtfertigung. 245 allen, welche zu ihm flehen, ist gewisses Heil bereit. Siehet man im Herzen an, was er für die Welt getan, und man glaubt daran mit Beugen, so bekommt man es zu eigen. 2. Wenn doch alle Seelen wüßten, wie es dem so wohl er⸗ geht, welcher in der Zahl der Christen, wahrer Glieder Jesu steht. Da geht man in seinem Glück immer fort und nie zurück; man ist auf dem Lebenspfade und nimmt immer Gnad um Gnade. 3. Bring uns völlig in die Schranken, die dein Liebesrat ge⸗ setzt; weder Worte noch Gedanken werden sonst für gut geschätzt. Herr, nur wer auf deiner Spur geht als neue Kreatur, kann dich lieben und erhöhen und in deine Freud eingehen. Johann Andreas Rothe. 1 1758. 377. Eigene Melodie. 172. Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch; wer will mir den nehnien? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn bei⸗ gelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Bo⸗ den, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem; nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 246 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin; ich will ihn dennoch fröh⸗ lich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wen⸗ den; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt, sollt ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier tun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zuschanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten; schließt das Tor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zur Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergötzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu ver⸗ schwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns schei⸗ den. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zugut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich ewig werd umfangen. Paul Gerhardt. 1676. 378. Mel. 141: O Gott, du frommer Gott. * Was kann ich doch für Dank, o Herr, dir dafür sagen, daß du mich mit Geduld so lange Zeit getragen, da ich in mancher Sünd und Übertretung lag und dich, o frommer Gott, erzürnte alle Tag? 2. Sehr große Lieb und Gnad erwiesest du mir Armen: ich fuhr in Bosheit fort, du aber in Er⸗ barmen; ich widerstrebte dir und schob die Buße auf, du schobest auf die Straf, daß die nicht folgte drauf Welt ver⸗ ebens Sand, Dort, n/ da Hmich Brunn in, ich schei⸗ u dein zugut ch dich Licht, mich, u mich angen. 1676. r Gott. Dank, aß du e Zeit Sünd dich, o Tag? Gnad h fuhr in Er⸗ ir und chobest nicht Friede und Freude in dem heiligen Geiste. 247 3. Daß ich nun bin bekehrt, hast du allein verrichtet; du hast des Satans Reich und Werk in mir zernichtet. Herr, deine Güt und Treu, die an die Wolken reicht, hat auch mein steinern Herz zerbrochen und Wrr 4. Selbst konnt ich allzuviel beleidgen dich mit Sünden; ich konnte aber nicht selbst Gnade wieder finden. Selbst fallen konnte ich und ins Verderben gehn; ich konnte selber nicht von meinem Fall aufstehn. 5. Du hast mich aufgericht und mir den Weg gewiesen, den ich nun wandeln soll; dafür sei, Herr, gepriesen! Gott sei gelobt, daß ich die alte Sünd nun haß und willig ohne Furcht die toten Werke laß. 6. Damit ich aber nicht aufs neue wieder falle, so gib mir deinen Geist, dieweil ich hier noch walle, der meine Schwachheit stärk und darin mächtig sei, und mein Gemüte stets zu deinem Dienst erneu. 7. Ach leit und führe mich, so lang ich leb auf Erden; laß mich nicht ohne dich durch mich geführet werden. Führ ich mich ohne dich, so werd ich bald verführt; wenn du mich führest selbst, tu ich, was mir gebührt. 8. O Gott, du großer Gott, o Vater, hör mein Flehen! O Jesu, Gottes Sohn! laß deine Kraft mich sehen! O werter heilger Geist, regier mich allezeit, daß ich dir diene hier und dort in Ewigkeit! Justus Gesenius. 1 1673. 379. Mel. 124: Nun bitten wir den ꝛc. W as uns mit Frieden und Trost erfüllt, was unsre Seelen alleine stillt, was wir immer müssen im Herzen finden, ist die Versöhnung für unsre Sünden durch Jesu Blut. 2. Wer auf das Opfer des Lam⸗ mes vertraut, der hat gewiß nicht auf Sand gebaut, sondern auf den Felsen, der ewig stehet; denn wenn die Welt auch zugrunde gehet, so bleibet er. 3. Verachtet man Gottes eingen Sohn, so ist es ja der verdiente Lohn, daß man unterm Zorne muß liegen bleiben; denn denen nur, die an Jesum gläuben, ist Heil bereit. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. + 1760. C. Friede und Freude in dem heiligen Geiste. 380. Eigene Melodie. 4. Ach mein Herr Jesu, dein Nahe⸗ sein bringt großen Frieden ins Herz hinein; und dein Gnaden⸗ anblick macht uns so selig, daß 248 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unsre Seele kanns schon gewahren, du kannst dich fühlbar gnug offen⸗ baren, auch ungesehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohn Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, gedul⸗ dig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, stillen, trösten, erfreun und segnen, und unsrer Seele als Freund be⸗ gegnen, ist deine Lust. 5. Ach gib an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommnen Teil, und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. So werden wir bis in Himmel hinein mit dir vergnügt wie die Kindlein sein. Muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen, wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen kann! 7. Du reichst uns deine durch⸗ grabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor. 4 1801. 381. Mel. 136: O daß ich tausend Zungen ꝛc. ch sagt mir nichts von Gold und Schätzen, von Pracht und Schönheit dieser Welt; es kann mich ja kein Ding ergötzen, was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Fleisches Schönheit dauert nicht; die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschen⸗ hände zugericht. Drum lieb ein jeder, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Er ist allein mein Licht und Leben, die Wahrheit selbst, das ewge Wort; er ist mein Stamm, ich bin sein Reben, er ist der Seelen Fels und Hort. Ein jeder liebe, was er will; ich bleib bei Jesu, meinem Ziel. 5. Er ist der König aller Ehren, er ist der Herr der Herr⸗ lichkeit; er kann mir ewges Heil gewähren und rettet mich aus allem Streit. Ein jeder liebe, was er will; nur Jesus ist und bleibt mein Ziel. 6. Sein Schloß kann keine ungen ꝛc. Gold meine is mein was er in Ziel. it ihren hönheit n alles nschen⸗ ieb ein ) liebe 1 Licht selbst, t mein ben, er )Hort. vill; ich Ziel. g aller r Herr⸗ es Heil ich aus r liebe, ist und n keine Friede und Freude in dem heiligen Geiste. Macht zerstören, sein Reich ver⸗ geht nicht mit der Zeit, sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewig⸗ keit. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen; sein hoch und heilig Angesicht, und was von Schmuck um ihn zu finden, verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 8. Er will mich über alles heben und seiner Klarheit machen gleich; er wird mir so viel Schätze geben, daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 9. Muß ich gleich hier sehr viel entbehren, so lang ich wandre in der Zeit, so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum lieb ich billig in der Still nur Jesum, meines Herzens Ziel. Johann Scheffler. 4 1677. 382. Mel. 91: Jesu, meine Freude. llgenugsam Wesen, das ich hab erlesen mir zum höchsten Gut, du vergnügst alleine, völlig, innig, reine, Seele, Geist und Mut. Wer dich hat, ist still und satt; wer dir kann im Geist anhangen, darf nichts mehr verlangen. 249 2. Wem du dich gegeben, kann im Frieden leben, er hat, was er will; wer im Herzensgrunde lebt mit dir im Bunde, liebet und ist still. Bist du da und innig nah, muß das Schönste bald erbleichen und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein, was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben, du ver⸗ gnügst allein. Was ich mehr als dich begehr, kann mein Selig⸗ sein nur hindern und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag werden droben und auf Erden, alles reicht nicht zu; Einer nur kann geben Freuden, Ruh und Leben; Eins ist not, nur du. Hab ich dich nur wesentlich, so mag Leib und Seel verschmachten, ich wills doch nicht achten. ö 5. Komm, du selges Wesen, das ich mir erlesen, werd mir offen⸗ bar; meinen Hunger stille, meinen Grund erfülle mit dir selber gar. Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirst in jenem Leben dich mir völlig geben. Gerhard Tersteegen. 1 1769. 383. Eigene Melodie. 44. Koloss. 3, 3. 4. Es glänzet der Christen in⸗ wendiges Leben, obgleich sie von 250 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. außen die Sonne verbrannt. Was ihnen der König des Himmels gegeben, ist keinem, als ihnen nur selber, bekannt. Was niemand verspüret, was niemand berühret, hat ihre erleuchteten Sinne ge⸗ zieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie scheinen von außen oft arm und geringe, ein Schauspiel der Engel, ein Ekel der Welt; doch innerlich sind sie voll herr⸗ licher Dinge, der Zierat, die Krone, die Jesu gefällt; das Wun⸗ der der Zeiten, die hier sich be⸗ reiten, den König, der über die Himmel gegangen, mit brennenden Lampen dereinst zu empfangen. 3. Sonst sind sie noch Adams natürliche Kinder und tragen das Bildnis des Irdischen auch; sie leiden am Fleische wie andere Sünder, sie essen und trinken nach nötigem Brauch. In leiblichen Sachen, im Schlafen und Wachen sieht man sie vor andern nichts Sonderlichs machen, nur daß sie die Torheit der Weltlust verlachen. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; es lodert in ihnen die himmlische Flamme, entzündet von oben, ge⸗ nähret von dort. Die Engel sind Brüder, die ihre Loblieder mit ihnen gar fröhlich und wonniglich singen; das muß dann ganz herr⸗ lich, ganz prächtig erklingen. 5. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, sie bleiben ohn⸗ mächtig und schützen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, sie kriegen, die Arm⸗ sten, was ihnen gefällt; sie stehen in Leiden, sie bleiben in Freuden; sie scheinen ertötet den äußeren Sinnen, und führen das Leben des Glaubens von innen. 6. Wann Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wann er sich einst dar in der Herrlichkeit stellt, dann werden sie mit ihm als Herren der Erden auch herr⸗ lich erscheinen zum Wunder der Welt; sie werden regieren, mit ihm triumphieren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren; da wird man die Freude gar offen⸗ bar spüren. 7. Frohlocke, du Erde, und jauch⸗ zet, ihr Hügel, dieweil du den göttlichen Samen geneußt! Denn das ist des Ewigen göttliches Siegel, zum Zeugnis, daß er dir noch Segen verheißt. Du sollst noch mit ihnen aufs prächtigste grünen, wann einst ihr verborge⸗ nes Leben erscheinet, wonach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 8. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du heimliche Zierde der inneren Welt, laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, wenngleich das verachtete Kreuz uns entstellt! Hier wenig geken⸗ net und übel genennet, hier Gut Her; Frer an! dich schei Weg mein und hilff auf. mein ich f 2 nem schlo bring wun daß gelin rauh dort dein der Chri Beg sein 3 Denn tliches er dir sollst htigste borge⸗ 0 sich reinet. Leben Zierde deinen ählen, Kreuz geken⸗ hier Friede und Freude in dem heiligen Geiste. 251 heimlich mit Christo im Vater gelebet, dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet! Christian Friedrich Richter. 4 1711. 384. Mel. 72: Herzlich lieb hab ich dich ꝛc. Psalm 73, 23—26. Herr Jesu Christ, mein höchstes Gut, mein Seelenschatz, mein Herzensmut und aller Sinnen Freude! ich bleibe dennoch stets an dir; so ist auch nichts, das dich von mir und unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Lebenslauf und hilfst auch meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, du bist mein Licht, ich folge dir, so irr ich nicht. 2. Du leitest mich nach dei⸗ nem Rat, der anders nichts be⸗ schlossen hat, als was mir Segen bringet. Gehts gleich zuzeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach voll Begier, ach voll Begier sehnt sich mein Herz, zu sein bei dir. 3. Mein Alles ist auf dich gericht; hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auch nicht auf Erden sein; denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das mir, wie du, gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten; dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle wär, mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest stets mein Heil und meines Herzens Trost und Teil; so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, ich hoffe fest, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht und liebt die Welt, wer nicht bestän⸗ dig Glauben hält, muß freilich wohl verderben, und kann, weil er die Lust und Pracht des Flei⸗ sches hier zum Himmel macht, den Himmel dort nicht erben. Wer Satan folgt und ärgerlich in Sünden lebet wider dich, und denkt an wahre Buße nicht, den bringst du um durch dein Gericht, 252 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Herr Jesu Christ, und bist da⸗ bei, und bist dabei dem, der dir treu ist, ewig treu. 6. Drum halt ich mich getrost zu dir; du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuver⸗ sicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud und auch im Leide. Dein Tun soll alles und allein in meinem Herz und Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn. Ach möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, komm, mein Schatz, und nimm mich auf! Erdmann Neumeister. 4 1756. 385. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Röm. 8, 31—39. Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich. So oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei; und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir brin⸗ get Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht. Wenn der nicht in mir wäre, könnt ich bestehen nicht. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gericht mehr scheuen, wie sonst ein Sün⸗ der tut. 5. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Mut; die Höll und ihre Flammen löscht meines Heilands Blut. Kein Urteil mich er⸗ schrecket, kein Unheil mich be⸗ trübt: weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 6. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmer⸗ zen, nimmt allen Kummer hin, gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller mei⸗ ner Kraft. 7. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwach— heit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind zwar mir und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, mich sein finde n mir ts auf 5mir wert. Ehre, Licht. wäre, yn ihm einen Gericht Sün⸗ mich it mir id ihre ilands ch er⸗ ich be⸗ Flügeln rmich mir im Sinn, öchmer⸗ er hin, n dem, lft mir er mei⸗ meinem chwach⸗ spricht rechlich meinem hewußt, Friede und Freude in dem heiligen Geiste. der an des Herzens Grunde er⸗ siehet seine Lust. 8. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh; und wie er hab erbauet ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 9. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht, wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Tränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 10. Die Welt, die mag zer⸗ brechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hungern und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn des großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 11. Kein Engel, keine Freu⸗ den, kein Thron, kein Herrlich⸗ keit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid; was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 12. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht trau⸗ rig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnen⸗ schein; die Sonne, die mir lachet, 253 ist mein Herr Jesus Christ; das was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt. 1 1676. 386. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. eine Seele senket sich hin in Gottes Herz und Hände, und erwartet ruhiglich seiner Wege Ziel und Ende, legt sich still und sorgenlos in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohlzufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts geden⸗ ken, was gleich spitzen Dornen sticht und den Frieden nur kann kränken. Sorgen kommt dem Schöpfer zu; meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden. Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden; wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not ver⸗ gnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, denn sie weiß von keinen Nöten, hangt an Gottes Angesicht, auch noch dann, wenn er will töten. 254 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Wo sich Fleisch und Blut be⸗ klagt, wird der Freudengeist ver⸗ jagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt ge⸗ bunden. Also hab ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer, voll von Gottes Preis und Ehr. Johann Joseph Winckler. 4 1722. 387. Mel. 118: Mein Salomo, dein ꝛc. Mein Friedefürst, dein freund⸗ liches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschwert. Wenn sich zu dir mein blödes Herze kehrt, so läßt sich bald dein Friedensgeist verspüren; dein Gnadenblick zerschmelzet meinen Sinn und nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund gibt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht gewähren kann. Schau an die Welt, schau ihren Reich⸗ tum an; er kann ja nicht die müden Seelen laben. Mein Jesus kanns, er tuts im Über⸗ fluß, wenn alle Welt zurücke stehen muß. 3. O Seelenfreund, wie wohl ist dem Gemüte, das im Gesetz sich so ermüdet hat, und nun zu dir, der Lebensquelle, naht und schmeckt in dir die wundersüße Güte, die alle Angst und alle Not verschlingt und unsern Geist zur sanften Ruhe bringt. 4. Wenn sich in mir des Her⸗ ren Klarheit spiegelt und seines Angesichtes milder Schein, dann wird das neue Leben recht ge⸗ deihn; der Weisheit Tiefen wer⸗ den mir entsiegelt; es wird mein Herz in Gottes Bild verklärt, und alle Kraft der Sünde abgewehrt. 5. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Armen, du selbst sollst mir mein ewger Friede sein. Ich hülle mich in deine Gnade ein, mein Element ist einzig dein Er⸗ barmen; und weil du selbst mir eins und alles bist, so ists genug, wenn dich mein Herz genießt. Christian Friedrich Richter. 1711. 388. Eigene Melodie(zehnzeilig). 184. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh. Ich steige aus der Schwermut Höhlen und eile dei⸗ nen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so angenehmen Freu⸗ den die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag schmähen oder preisen, es sei also, ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will n Geist 2 Her⸗ seines , dann cht ge⸗ n wer⸗ d mein rt, und ewehrt. in Heil, st sollst n. Ich de ein, ein Er⸗ bst mir genug, eßt. 17¹¹. Lieb erweisen bei einem freund⸗ lichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; du bist mein Freund, den ich erwähle, du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärk⸗ sten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blitzt auf mich des Ge⸗ setzes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh in deine heilgen Wunden; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil; wer will ver⸗ dammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich. Du gibst mir aus den Wolken Speise und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen; sie enden sich in Lieb und Segen; genug wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zie⸗ ren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verlässest keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen macht des Heiligung und gottseliger Wandel. 255 Weges End erzittern, wenn aus Gefahr und Ungewittern er ein⸗ geht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freu⸗ den aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unumschränk⸗ ten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost: Mein Freund ist mein! Wolfgang Christoph Deßler. 4 1722. D. Heiligung und gottseliger Wandel. 389. Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht ꝛc. ch Gott, gib du uns deine Gnad, daß wir all Sünd und Missetat bußfertiglich erkennen, und glauben fest an Jesum Christ. Zu helfen er ein Meister ist, wie er sich selbst läßt nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben im⸗ merfort, zu Ehren deinem Namen, daß uns dein guter Geist regier, 256 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. auf ebner Bahn zum Himmel führ, durch Jesum Christum. Amen. Samuel Zehner. 1 1635. 390. Mel. 140: O Gott, du frommer Gott. Psalm 38, 22. Ach Gott, verlaß mich nicht, gib mir die Gnadenhände; ach führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit. Sei du mein Lebens⸗ licht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz; ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, regiere du mein Wallen; ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen. Gib mir den guten Geist, gib Glaubenszuver⸗ sicht, sei meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzensgrunde; ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde. Wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, ach laß dich doch bewegen, ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu tun was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Not und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Salomo Franck. 1 1725. 391. Mel. 85: In dich hab ich gehoffet, Herr. Ach komm, füll unsre Seelen ganz, du gnadenreicher Liebes⸗ glanz, du väterlich Erbarmen; von deiner Glut laß Herz und Mut recht inniglich erwarmen. 2. Du willst den Tod des Sün⸗ ders nicht, du gehst mit uns nicht ins Gericht; wie dürften wir denn richten? Laß immer mild des Bruders Bild durch unser Wort sich lichten. 3. Das ist der Liebe freund⸗ lich Amt, daß sie zurecht bringt, nicht verdammt. Ach wer steht unbescholten, und was sind wir, Herr Gott, vor dir, daß wir ver⸗ dammen sollten? 4. Herr, leucht in uns mit deiner Gnad, wenn uns des Nächsten Wort und Tat bringt Kränkung, Leid und Schmerzen; laß ganz und rein uns ihm verzeihn in Wahrheit und von Herzen. 5. Du reicher Geber aller Hab, all unser Gut ist deine Gab, o hilf das Herz erschließen; laß sie deu 2 et, Herr. Seelen iebes⸗ rmen; z und en. Sün⸗ nicht denn d des Wort eund⸗ dringt, steht d wir, r ver⸗ deiner chsten kung, ganz n in Hab, ab, 0 uß sie Heiligung und gottseliger Wandel. 257 gemein durch Liebe sein und reich der Armut fließen. 6. Ach komm, füll unsre Her⸗ zen ganz, du gnadenreicher Liebes⸗ glanz, du väterlich Erbarmen; von deiner Glut laß Herz und Mut recht inniglich erwarmen. Viktor von Strauß. 4 1899. 392. Mel. 163: Unter Lilien jener Freuden. uf! was willst du hier ver⸗ weilen? Du mußt eilen, wenn du willst gekrönet sein. Du mußt mutiger eindringen; denn ohn Ringen geht man nicht zur Freude ein. 2. Auf! du mußt nicht lässig werden; denn auf Erden findest du gewiß nicht Ruh. Richt dein Herze vom Getümmel zu dem Himmel unverrückt und einzig zu. 3. Wenn du wirst anhaltend flehen, wirst du sehen, wie der Helfer zu dir eilt, wie er dein Herz wird umfassen und nicht lassen, ob er anfangs gleich ver⸗ weilt. 4. Kostet es gleich langes Sehnen und viel Tränen, werde nur darob nicht matt. Ringe bis aufs Blut und Leben, Gott wird geben, was sein Sohn erwor⸗ ben hat. 5. Und wenn dann die Ketten springen, wirst du singen Preis, Lob, Ehr, Dank, Macht und Kraft. Du, o Jesu, du bleibst meine, ich der Deine, der du mir hast Heil verschafft. 6. Herr, so will ich nicht ver⸗ weilen, sondern eilen, bis in mir das Abba klingt. Du wirst selbst mir Kräfte geben zu dem Leben, das ins Himmelreich eindringt. Unbekannter Dichter. 393. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich zu ꝛc. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Tor und Tür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Tür, ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel, dei⸗ nem Haus. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend An⸗ gesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunngquell unerschöpf⸗ ter Güt! 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Se⸗ gen reich, gib Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigen⸗ tum, und dieses achten für Ge⸗ winn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinrich Georg Neuß. 4 1716. 17 258 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 394. Mel. 189: Wo Gott zum Haus ꝛc. rneure mich, o ewges Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet sein. 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sünden⸗ wust! Ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Ge⸗ horsam leist und nichts sonst, als was du willst, will. Ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sinne gehn, laß sie nach dem, was dro⸗ ben, stehn, bis ich dich schau, o ewges Licht, von Angesicht zu An⸗ gesicht. Johann Friedrich Ruopp. 1708. 395. * Eigene Melodie. 47. Es kostet viel, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immer⸗ dar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht, das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die leicht ihr Gift in unsre Fersen bringen: da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht das Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh; die Gnade aber macht, daß mans nicht acht. 4. Du sollst ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte; wie wirst du da so stark, so hell und rein, so herrlich sein, verklärt im Angesichte; dieweil da Gottes wesentliche Pracht so schön dich macht. 5. Da wird das Kind den Vater sehn, im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; ein lautrer Strom wird von dem Throne gehn und es mit Gott zu Einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? 6. Was Gott genießt, wird uns erfreun, was Gott bereitet, wird uns da gegeben; des Him⸗ mels Schätze werden unser sein, wie lieblich werden wir mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, als Gott allein. 7. Auf, auf, mein Geist, er⸗ sut zu nn in mans it der Mühe st die piglich „der nlische h; die mans dq des KHanz, e; wie l und ärt im Gottes n dich d den ird es autrer Throne Einem 5, was Wer wird ereitet, Him⸗ r sein, t Jesu rd an 3 Gott st, er⸗ müde nicht, der Macht der Finster⸗ nis dich zu entreißen! Was sor⸗ gest du, daß dirs an Kraft ge⸗ bricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen! Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn; wie wohl wirds tun! Christian Friedrich Richter. 4 1711. 396. Mel. 47: Es kostet viel, ein Christ ꝛc. Ys ist nicht schwer, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kind⸗ lein sein, du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr; es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit seiner Gnade fülle; der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, die Unlust schafft in dir dein eigner Wille; drum übergib ihn willig in den Tod; so hats nicht not. 4. Wirf nur getrost den Kum⸗ mer hin, der nur dein Herz ver⸗ geblich schwächt und plaget; er⸗ Heiligung und gottseliger Wandel. 259 wecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an! so ists getan. 5. Erhalt dein Herz nur in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hilfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; so wirds ge⸗ wiß mit seiner Hilf erfreut zu seiner Zeit. 6. Laß nur dein Herz im Glau⸗ ben ruhn, wenn dich will Nacht und Finsternis bedecken. Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir tun, vor keinem Wind und Sturm darfst du erschrecken; ja, siehst du endlich ferner keine Spur, so glaube nur. 7. So wird dein Licht aufs neu erstehn, und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn, drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ so selig ist. 8. Auf, auf, mein Geist! was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, genieß die füße Ruh, in Frieden sollst du vor dem Vater schweben; die Sorg und Last wirf nur getrost und kühn allein auf ihn. Christian Friedrich Richter. 4 1711. 17³ 260 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 397. Mel. 139: O Ewigkeit, du ꝛc. Gott, der du Herzenskündger bist, Herr, dem die Falschheit Greuel ist, und jede Lüg Ver⸗ brechen! Kein Wort spricht je ein falscher Mund, das dir, All⸗ wissender, nicht kund; du Heiliger wirsts rächen! Laß jederzeit mein Ja und Nein, wies Christen ziemt, aufrichtig sein. 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, dir in dein heilig Antlitz seh, die Hand zum Himmel hebe, wenn ich zum Zeugen feier⸗ lich anrufe, Hocherhabner, dich, durch den ich bin und lebe: dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge freil! 3. Wenn Freoler dich auch da noch schmähn und frech mit Lügen vor dir stehn, dann laß mein Herz erschrecken! Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Gott mit Zittern an, der Seel und Leib verderben kann! 4. Gott! wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Him⸗ mel nicht mein Erbe; wenn mich beim Leiden dieser Zeit kein Trost vom Himmel mehr erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe; wenn Gott und Jesus nicht mehr mein: dann besser, nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut Hund Geld, kein Fürstentum und keine Welt soll mich so weit ver⸗ führen! Um alle Leiden dieser Zeit will ich doch Gott und Selig⸗ keit mutwillig nicht verlieren. Wie klein mein Glück auch immer sei: nur Gott und reines Herz dabei! 6. Gott! lehre mich bei jedem Eid aus Furcht vor deiner Hei⸗ ligkeit die Wahrheit pünktlich sprechen. Beschwör ich heilig Amt und Pflicht, so laß mich auch im kleinsten nicht die teure Zusag brechen! Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein: Erhalt mich ewig, ewig dein! Johann Daniel Karl Bickel. 1809. 398. Mel. 150: Ringe recht, wenn Gottes ꝛc. eilge Einfalt! Gnadenwunder, tiefste Weisheit, größte Kraft, schönste Zierde, Liebeszunder, Werk, das Gott alleine schafftl 2. Alle Freiheit geht in Ban⸗ den, aller Reichtum ist nur Wind; alle Schönheit wird zuschanden, wenn wir ohne Einfalt sind. 3. Wenn wir in der Einfalt stehen, ist es in der Seele licht; aber wenn wir doppelt sehen, so vergeht uns das Gesicht. 4. Einfalt ist ein Kind der Gnade, die bei uns sich Wohnung baut, und auf schmalem Pilger⸗ ht Gut und it ver⸗ 2110 uch im Zusag schwur hewig, T 1809. Bottes ꝛc. Hunder, Kraft, zunder, schafft! n Ban⸗ Wind; handen, ind. Einfalt e licht; hen, s nd der ohnung Pilger⸗ pfade nicht nach dem und jenem schaut. 5. Einfalt denkt nur an das Eine, in dem alles andre steht, Einfalt hängt sich ganz alleine an den ewigen Magnet. 6. Einfalt quillt aus Jesu Wunden mit dem teuren Opfer⸗ blut; wer sie da nicht hat gefun⸗ den, der ist fern von diesem Gut. 7. Wen sonst nichts als Jesus letzet, wen nichts außer ihm er⸗ quickt, wessen Ohr nur er ergötzet, wessen Aug auf ihn nur blickt; 8. Wer nur lebt aus Jesu Fülle, wer nur will, was ihm beliebt, wer nur kann, was Jesu Wille, wer nur hat, was Jesus gibt; 9. Wer nur geht auf seinem Pfade, wer nur sieht bei seinem Licht, wer nur stets verlangt nach Gnade und mag alles andre nicht; 10. Wer ihn so mit Inbrunst liebet, daß er seiner selbst ver⸗ gißt; wer sich nur um ihn be⸗ trübet und in ihm nur fröhlich ist; 11. Wer allein auf Jesum trauet, wer in Jesu alles findt: der ist auf den Fels erbauet und ein selig Gnadenkind. August Gottlieb Spangenberg. 4 1792. 399. Mel. 169: Wachet auf! ruft uns ꝛc. eilger Jesu, Heilgungsquelle, mehr als Kristall rein, klar und Heiligung und gottseliger Wandel. 261 helle, du lautrer Strom der Hei⸗ ligkeit! Aller Glanz der Cheru⸗ binen und Heiligkeit der Sera⸗ phinen ist gegen dich nur Dunkel⸗ heit. Ein Vorbild bist du mir, ach bilde mich nach dir, du mein alles! O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich mag heilig sein, wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war, also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelassen, ach stille meinen Willen gar! Mach mich dir gleich gesinnt, wie ein gehorsam Kind, fromm und stille! O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich fein ttille sei, wie du. 3. Wacher Jesu, ohne Schlum⸗ mer, in großer Arbeit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht; mußtest täglich viel aus⸗ stehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen und hast gebetet und gewacht. Gib mir auch Wach⸗ samkeit, daß ich zu dir allzeit wach und bete. O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich stets wachsam sei, wie du. 4. Gütger Jesu, ach wie gnädig, wie liebreich, freundlich und gut⸗ tätig bist du doch gegen Freund und Feind. Dein Sonnenglanz, der scheinet allen, dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich nicht dankbar sind. Mein Gott, ach lehre mich, damit hierinnen 262 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. ich dir nacharte. O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich auch gütig sei, wie du. 5. Sanfter Jesu, warst un⸗ schuldig, erlittest alle Schmach ge⸗ duldig, vergabst und übtst nicht Rache aus. Niemand kann deine Sanftmut messen, bei der kein Eifer dich gefressen, als der um deines Vaters Haus. Mein Hei⸗ land, ach verleih mir Sanftmut und dabei guten Eifer. O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich sanft⸗ mütig sei, wie du. 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deiner Ehre wenig und wurdest niedrig und gering, du wandeltest ganz arm auf Erden in Demut und in Knechts⸗ gebärden, erhobst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr mich auch je mehr und mehr stetig üben! O Jesu du, hilf mir dazu, daß ich demütig sei, wie du. 7. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allem dir ergeben und deinem heilgen Vorbild gleich. Dein Geist und Kraft mich ganz durchdringe, daß ich viel Glaubens⸗ früchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach zieh mich ganz zu dir, behalt mich für und für, treuer Heiland. O Jesu du, laß mich, wie du und wo du bist, einst finden Ruh. Bartholomäus Crasselius.(E) 4 1724. 400. Mel. 133: Nun sich der Tag geendet hat. err, der du einst gekommen bist, in Knechtsgestalt zu gehn, des Weise nie gewesen ist, sich selber zu erhöhn; 2. Komm, führe unsre stolze Art in deine Demut ein; nur wo sich Demut offenbart, kann Gottes Gnade sein. 3. Der du noch in der letzten Nacht, eh du für uns erblaßt, den Deinen von der Liebe Macht so treu gezeuget hast; 4. Erinnre deine kleine Schar, die sich so oft entzweit, daß deine letzte Sorge war der Glieder Einig⸗ keit. 5. Du opfertest die Jünger noch dem Vater im Gebet; o würden unsre Herzen doch oft im Gebet erhöht! 6. Der du um unsre Seligkeit mit blutgem Schweiße rangst und tränenvoll im bangen Streit des Todes Macht bezwangst; 7. Bezwing doch unsern stolzen Sinn, der nichts von Demut weiß und führ ihn in die Liebe hin zu deiner Liebe Preis. 8. Gekreuzigter, den seine Lieb in Not und Tod geführt, ach würd auch unsrer Liebe Trieb treu bis zum Tod verspürt! 9. Drum leitauf deiner Leidens⸗ bahn uns selber an der Hand, we we pndet hat. ommen n, des selber e stolze nur „kann letzten üßt, den dacht so Schar, 5 deine Einig⸗ ger noch würden 1 Gebet deligkeit igst und reit des stolzen lut weiß hin zu ine Lieb rt, ach ieb treu Zeidens⸗ Hand, weil dort nur mit regieren kann, wer hier mit überwand. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. + 1760. 401. Mel. 192: Zeuch meinen Geist, triff ꝛc. ier legt mein Sinn sich vor dir nieder, mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; laß dein er⸗ freuend Angesicht zu meiner Ar⸗ mut sein gericht. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; laß mich in deinem Tode sterben. O möchte doch in deiner Pein mein alter Mensch ertötet sein! 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; und doch ist von Unlauter⸗ keit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbeweglich stehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten, hier gelten nicht der Menschen Taten; wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 6. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben; du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. Heiligung und gottseliger Wandel. 7. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und mich aus solchen Netzen ziehst. 8. In Hoffnung kann ich fröh⸗ lich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 9. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach drücke tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 10. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke und mich in dein Er⸗ barmen senke, so werd ich von dir angeblickt, und mein Herz wird von dir erquickt. 11. So wächst der Eifer mir im Streite, so schmeck ich schon die süße Beute und fühle, wie es Wahrheit ist, daß du, mein Gott, die Liebe bist. Christian Friedrich Richter. 4 1711. 402. Mel. 37: Durch Adams Fall ist ꝛc. Hif mir, mein Gott, hilf, daß nach dir von Herzen mich verlange, und ich dich suche mit Begier, wenn mir wird angst und bange. Verleih, daß ich mit Freuden dich in meiner Angst bald finde; gib mir den Sinn, daß ich forthin meid alle Schand und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu 264 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. und Schmerz mich deiner Gnad ergebe, hab immer ein zerknirschtes Herz, in wahrer Buße lebe, vor dir erschein, herzlich bewein all meine Missetaten. Mein Trost und Licht, ach laß mich nicht in ewgen Tod geraten. 3. Die Lust des Fleisches dämpf in mir, daß sie nicht überwinde; rechtschaffne Lieb und Lust zu dir im Herzen mir entzünde, daß ich in Not bis in den Tod dich und dein Wort bekenne, und mich kein Trutz noch Eigennutz von deiner Wahrheit trenne. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, mein Herz mit Sanftmut ziere, auch alle Hoffart von mir nimm und mich zur Demut führe. Was sich noch findt von alter Sünd, laß mich hinfort ablegen; laß allezeit Trost, Fried und Freud in mir durch dich sich regen. 5. Den Glauben stärk, die Lieb erhalt, die Hoffnung mache feste, daß ich von dir nicht wanke bald; Beständigkeit ists beste. Den Mund bewahr, daß nicht Gefahr durch ihn mir werd erwecket. Gib Brot dem Leib, doch daß er bleib von Wollust unbeflecket. 6. Gib, daß ich treu und fleißig sei in dem, was mir gebühret, daß ich auch nicht von Heuchelei und Ehrgeiz werd verführet. Leicht⸗ fertigkeit, Haß, Zank und Neid laß von mir ferne bleiben; ver⸗ stockten Sinn und Diebsgewinn wollst du von mir vertreiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rat, von falscher Meinung trete, den Armen helfe mit der Tat, für Freund und Feind stets bete, dien jedermann, so viel ich kann, das Böse haß und meide nach deinem Wort, an allem Ort, bis ich von hinnen scheide. Johann Heermann. 4 1647. 403. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. Himmelan geht unsre Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Va⸗ terland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck er⸗ lesen. Ein von Gott erleuchtter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Hab ich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon auf⸗ wärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist euem trete, Tat, bete, kann, enach rt, bis 1647. icht. n, wir is wir Wüste unser er Va⸗ „mein imlisch irdisch eck er⸗ Icht ter ng hin. nir zu, e; das ih, wo ab ich ch eine Hlaube 3 von n auf⸗ Mond cht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren; Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan! ach himmelan! das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Him⸗ melan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck. 1 1737. 404. Mel. 163: Unter Lilien jener Freuden. Hüter, wird die Nacht der Sün⸗ den nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zer⸗ rinnen, davon ich umhüllet bin? 2. Möcht ich, wie das Rund der Erden, lichte werden. Seelen⸗ sonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist; und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht ent⸗ nommen, da du kommen, aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. Heiligung und gottseliger Wandel. 265 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Stãärke in der Finster⸗ nis vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demut lieben und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Ach daß länger meine Seele sich nicht quäle, zünd dein Feuer in mir an! Laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein reines Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gib gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an; denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedrich Richter. 4 1711. 405. Mel. 154: Seelenbräutigam. VSesu, geh voran auf der Lebens⸗ bahn, und wir wollen nicht ver⸗ weilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn, und auch in den schwersten Tagen niemals über 266 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang; führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nötge Pflege; tu uns nach dem Lauf deine Türe auf. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. + 1760. 406. Eigene Melodie. 88. Oesu hilf siegen, du Fürste des Lebens! sieh, wie die Finsternis dringet herein, wie sie ihr hölli⸗ sches Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zu sein! Wütet die Sünde von außen und innen, laß mir, Herr, niemals die Hilfe zerrinnen. 2. Jesu hilf siegen! Ach wer muß nicht sagen: Herr, mein Ge⸗ brechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für. Ach laß mich schmecken dein kräftig Versühnen, und dies zu meiner Demütigung dienen. 3. Jesu hilf siegen! Wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Last der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt; so hilf, daß ich vor mir selbst mag erröten und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch töten. 4. Jesu hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gib, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, auf⸗ wärts sich schwingend durch hei⸗ ligen Trieb. Laß mich eindringen ins himmlische Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele ge⸗ nesen. 5. Jesu hilf siegen, damit auch mein Wille dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt, und ich mich stets in dein Wollen verhülle, wo sich die Seele zur Ruhe hin lenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, daß ich mich zählen kann unter die Deinen. 6. Jesu hilf siegen und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meister; lehre mich kämpfen und prüfen die Geister! 7. Jesu hilf siegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du beim Vater Fürsprecher willst sein. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst pfinde, derben or mir ch dein töten. d lege te des ei mir „auf⸗ ch hei⸗ ringen wird ele ge⸗ it auch änzlich mich e, wo lenkt. le dem n kann id laß ich die n und ihrheit heller Steh g und n und Zachen ja und dein treten, recher Nacht wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 8. Jesu hilf siegen! Wenn alles verschwindet und ich mein Nichts und Verderben nur seh, wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich bin wie ein verschüchter⸗ tes Reh; ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jesu hilf siegen und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang; so will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! 10. Jesu hilf siegen, wenn ich einst soll scheiden von dieser jam⸗ mer⸗ und leidvollen Welt; wenn du mich rufest, gib, daß ich mit Freu⸗ den zu dir mög fahren ins himm⸗ lische Zelt. Laß auch zuletzt mich im Kampf nicht erliegen, reiche die Hand mir, o Jesu, hilf siegen. Johann Heinrich Schröder. 4 1699. 407. Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht ꝛc. Matth. 11, 28—30. Kommt alle zu mir, kommt zu mir, und fürchtet euch doch nicht, die ihr mit Sünden seid beladen; kommt her, ich bin der gute Hirt, der euer Herz erquicken wird, kein bel soll euch schaden Heiligung und gottseliger Wandel. 267 2. Nehmt in Geduld auf euch mein Joch, seht nur auf mich und lernet doch, wie ihr euch sollt er⸗ zeigen. Seid fein sanftmütig wie ich bin, liebt Demut, laßt nicht euren Sinn zur Hoffart sich ver⸗ steigen. 3. So werdet ihr zu jeder Zeit für eure Seel in Freud und Leid Trost und Erquickung finden. Mein Joch ist sanft, leicht ist die Last; wer sie geduldig auf sich faßt, dem helf ich überwinden. 4. Ich komm zu dir, Herr Jesu Christ, der du mein heilig Vor⸗ bild bist, das laß mich stets be⸗ trachten, daß ich mich selbst, und was die Welt an eitler Lust mir vorgestellt, mög gegen dich ver⸗ achten. 5. Gib, daß ich wahre Demut üb, den Nächsten stets mit Sanft⸗ mut lieb, dein Joch trag bis ans Ende, für meine Seel hier Ruh erlang und dort die Ehrenkron empfang, wann ichs durch dich vollende David Denicke. 1680. 408. Mel. 168: Von Gott will ich nicht lassen. ommt, Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei, es ist ge⸗ fährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 268 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad, wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen in jedem sauren Tritt, er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken; ach ja, wir habens gut. 4. Ein jeder munter eile, wir sind vom Ziel noch fern, schaut auf die Feuersäule, die Gegen⸗ wart des Herrn. Wir gehen Hand in Hand, kommt, laßt uns munter wandern, eins freuet sich am an⸗ dern in diesem fremden Land. 5. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu, man trag, man helfe allen, man pflanze Fried und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; ein jeder sei der Kleinste, und auch zu⸗ gleich der Reinste auf unsrer Pilgerbahn. 6. Kommt, laßt uns munter wandern, der Weg kürzt immer ab; es folgt ein Tag dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, vor allen Dingen freier gewandt zum ew⸗ gen Gut! 7. Es wird nicht lang mehr währen, harr noch ein wenig aus, es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn. Wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen, wie wohl, wie wohl wirds tun! Gerhard Tersteegen. 4 1769. 409. Mel. 160: Straf mich nicht in ꝛc. Mark. 14, 38. Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unvermerkt betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden un⸗ vermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten! Wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten. Denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf umstricke, weil er sonst behende ist, daß er dich berücke; und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge oder, wenn sie sich verstellt, wie⸗ der an sich bringe; wach und sieh, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Netze stellen. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, da⸗ mit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herr nur kann dich frei von dem allen machen, was dich drückt und be⸗ strickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er ver⸗ langet unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch getrost! es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir gläubig bitten. 10. Drum so laßt uns immer⸗ dar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. „JIohann Burkhard Freystein. 4 1718. Heiligung und gottseliger Wandel. 410. Mel. 133: Nun sich der Tag geendet hat. Sprüche 23, 26. Mein Gott, das Herz ich bringe dir zur Gabe und Geschenk; du forderst dieses ja von mir, des bin ich eingedenk. 2. Gib mir, mein Sohn, dein Herz! sprichst du, das ist mir lieb und wert; du findest anders auch nicht Ruh im Himmel und auf Erd. 3. Nun du, mein Vater, nimm es an, mein Herz, veracht es nicht, ich gebs, so gut ichs geben kann, kehr zu mir dein Gesicht. 4. Zwar ist es voller Sünden⸗ wust und voller Eitelkeit, des Guten aber unbewußt und wahrer Frömmigkeit. 5. Doch aber steht es nun in Reu, kennt seinen Sündenstand und trägt vor allem nunmehr Scheu, daran es Lust sonst fand. 6. Gott heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein, ergieß um Jesu willen dich tief in mein Herz hinein. 7. Dein göttlich Licht gieß in mich aus und Glut der reinen Lieb, lösch Finsternis, Haß, Falsch⸗ heit aus, schenk mir stets deinen Trieb. 8. Hilf, daß ich sei von Herzen treu im Glauben meinem Gott, daß mich im Guten nicht mach scheu der Welt List, Macht und Spott. 270 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 9. Hilf, daß ich sei von Herzen fest im Hoffen und Geduld, daß, wenn du mich nur nicht verläßt, mich tröste deine Huld. 10. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, ohn alle Heuchelei, da⸗ mit mein ganzes Christentum dir wohlgefällig sei. 11. Nimm ganz, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. 12. Dir geb ichs ganz zu eigen hin, brauchs, wie es dir gefällt. Ich weiß, daß ich der Deine bin, der Deine, nicht der Welt. Johann Kaspar Schade. 1 1698. 411. Mel. 78: Ich bin ja, Herr, in ꝛe. ein Leben ist ein Pilgrim⸗ stand, ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt auf Bundesblut gegründet hat; da werd ich Jakobs Hirten loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, ich reise nach dem Vaterland. 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, so schnell läuft auch mein Stundenglas, und was vor⸗ bei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit; Herr Jesu, mach mich nur bereit und öffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Unge⸗ mach, der Lebensweg hat auch sein Ach. Man wandelt nicht auf weichen Rosen; der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich ableiten von dem Ziel. Ich muß mich oft an Dornen stoßen, ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die mit Gnadenlicht in unverfälschte Her⸗ zen strahlet; Wind, Regen stür⸗ men auf mich zu, mein matter Geist hat nirgend Ruh. Doch alle Müh ist reich bezahlet, wenn ich mir schon die Himmelstür im festen Glauben stelle für. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast ange⸗ nommen, zeig mir im Worte deine Tritt; laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben flieht, ach eile du, mein Herr, zu deinem Knecht herzu. 6. Durch deinen heilgen Geist mich leit, gib in Geduld Be⸗ ständigkeit, vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf; zieh mich, damit ich dir nachlauf; sei mir ein Schirm in Trübsalshitze, laß deinen süßen Gnadenschein in Finsternis nicht ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst nach dir Unge⸗ auch ht auf t eng, leiten ich oft durch kann ir oft mit eHer⸗ stür⸗ natter Doch wenn elstür ir. Hrist, bist, ange⸗ deine jeden näher t, ach einem Geist Be⸗ einen dlich, it ich chirm üßen nicht z, o 9 dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und schließ ich meine Augen zu, so bring mich zu der wahren Ruh, da Streit und alle Müh ver⸗ schwinden. Laß mich da sein in Abrams Schoß dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem Pilger⸗ land der blinden Welt schon un⸗ bekannt; dort sind die Freunde, die mich kennen, dort werd ich mit der Himmelsschar dir jauch⸗ zend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Bräutigam, komm, bleib nicht lang; hier in der Wüste wird mir bang. Friedrich Adolf Lampe. 4 1729. 412. Mel. 110: Machs mit mir, Gott ꝛc. Matth. 16, 24. 25. Mir nach! spricht Christus, un⸗ ser Held, mir nach, ihr Christen alle; verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle, nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben. Wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schwe⸗ ben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wan⸗ deln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütig⸗ Heiligung und gottseliger Wandel. 271 keit, voll Liebe meine Seele. Mein Mund, der fließt zu jeder Zeit von süßem Sanftmutsöle, mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schäd⸗ lich ist, zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich ver⸗ lieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott ein⸗ führen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nach⸗ gehen und wohlgemut, getrost und gern bei ihm im Leiden stehen. Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler. 4 1677. 413. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Nicht Opfer und nicht Gaben, auch Ruhm und Ehre nicht, noch, was sonst Sünder haben, befreit uns vom Gericht. Nur Jesu 272 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. Liebe bleibet, sie ist von Ewigkeit; was außer ihr uns treibet, ver⸗ schwindet mit der Zeit. 2. Sie gibt uns Kraft und Leben, reißt jeden Bann entzwei, lehrt helfen, trösten, geben, macht von der Lüge frei; sie muß ge⸗ recht uns machen und los von Sündenlust, zum Beten und zum Wachen bewegen unsre Brust. 3. Sie ist die höchste Zierde, des Christentumes Kern, sie gilt als schönste Würde und Krone vor dem Herrn. Was hilfts, mit Engelzungen hoch reden ohne Herz? Wen Liebe nicht durch⸗ drungen, der ist ein totes Erz. 4. Geheimnisvolle Lehren und starker Glaubenssinn stehn nicht bei Gott in Ehren, wenn Liebe nicht darin. Der treibt nur arm Geschwätze, wer kalt und liebeleer der größten Weisheit Schätze dar⸗ leget um sich her. 5. Der Vater ist die Liebe, der Sohn ist Lieb allein, des heilgen Geistes Triebe sind Liebe heiß und rein. Das ist die Lebens⸗ quelle vom Vater und vom Sohn! Mach unsre Seelen helle, du Strom von Gottes Thron! Johannes Rothen. 1 1876. 414. Eigene Melodie. 138. Micha 2, 13. O Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist; übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis uns, Herr, dein Angesichte führet aus dem Ker⸗ ker hin. 2. Ists doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es aus der Unruh führest zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns voll⸗ enden, willst und kannst ja an⸗ ders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, wie die Welt uns auch verachte hier in dieser Pilgerzeit und mit Hochmut uns betrachte ob des Kreuzes Nie⸗ drigkeit. 4. Schaue denn auf unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, um Erlösung beten von der sündigen Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, ob auch unser Geist zuzeiten sich auf etwas Bessres schickt. 5. Ach erheb die matten Kräfte, reiß die Bande doch entzwei, daß auch unterm Weltgeschäfte unser Sinn stets himmlisch sei. Weg mit Menschenfurcht und Zagen, Zweifel und Bedenklichkeit, fort mit Scheu vor Schmach und chande t; übe unsern b, dein u Ker⸗ Vaters Werk; Fülle Stärk, lierest, und es zu der 8 voll⸗ ja an⸗ nd in rz ist Welt dieser ut uns Nie⸗ unsre reatur n von dem r uns auch auf räfte, „ daß unser Weg agen, fort und Plagen, weg des Fleisches Zärt⸗ lichkeit. 6. Herr, zermalme, brich, ver⸗ nichte alle Macht der Finsternis; ach, entnimm uns dem Gerichte, mach des Sieges uns gewiß. Heb uns aus dem Staub der Sünden, treib die Weltlust von uns aus; laß uns wahre Freiheit finden droben in des Vaters Haus. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in diesem Streit; wie dus nötig findst, so tue noch vor unsrer Abschiedszeit. Aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 8. Herrscher, herrsche! Sieger, siege! König, brauch dein Regi⸗ ment, führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End, denn die Last treibt uns zu rufen, alle flehen wir dich an: Zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 9. Laß, die teuer du erworben, nicht der Menschen Knechte sein. Denn bist du für uns gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz voll⸗ kommen, ähnlich deinem heilgen Bild. Der hat Gnad um Gnad genommen, welchen deine Füll erfüllt. 10. Liebe, zieh uns in dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann Heiligung und gottseliger Wandel. 273 ererben; führ ins Paradies uns ein. Doch, wohlan! du wirst nicht säumen, werden wir nicht lässig sein; wirst uns wecken wie aus Träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold. 4 1714. 41⁵5. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott ꝛc. O großer Gott, du reines Wesen, der du die reinen Herzen dir zur steten Wohnung auserlesen, ach schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das von der argen Welt sich vein und unbefleckt erhält. 2. Vor allem mache mein Ge⸗ müte durch ungefärbte Buße rein, und laß es, Herr, durch deine Güte und Christi Blut gewaschen sein. Dann mache mich zur Rei⸗ nigkeit des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich nach deinem Geiste, der mein getreuer Bei⸗ stand sei und mir erwünschte Hilfe leiste. Gott, stehe mir in Gna⸗ den bei und gib mir einen solchen Geist, der neu, gewiß und willig heißt. 4. Doch weil ich meine Schwach⸗ heit merke, mein Vater, so ver⸗ wirf mich nicht und stoß mich wegen meiner Werke ja nicht von deinem Angesicht. Laß mich hier in der Gnade stehn und dort in deinen Himmel gehn. 18 274 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für. Ja führe du mich durch die Zeit hin zu der reinen Ewigkeit! Johann Olearius. 4 1684. 416. Eigene Melodie. 150. 90 Luk. 13, 24. Ringe recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt vum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an; laß dich keine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht getan. 6. Hast du dann die Perl er⸗ rungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse hast bezwungen; denn es ist noch viel zu tun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste; halte männlich, was du hast. Recht beharren ist das beste; Rückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe träge Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gib der Lust den Zügel nicht; willst du die Begierden stil⸗ len, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Wahre Treu führt mit der Sünde bis zum Grab beständig Krieg, gleichet nicht dem Rohr im Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 12. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schatz doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 13. Dies bedenket wohl, ihr Streiter! streitet recht und fürchtet euch; dringet alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 14. Denkt bei jedem Augen⸗ blicke, obs vielleicht der letzte sei; bringt die Lampen ins Geschicke, holet neues Ol herbei. 15. Liegt nicht alle Welt im Bösen? steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich er⸗ lösen? Eilen, eilen ist hier gut. 16. Eilet, zählet Tag und ittern eshöhle fahr. e feste; Recht stückfall tgaffen bleibe „fliehe icht den Zügel den stil⸗ denlicht. mit der eständig Rohr Kampf mt dem mals zu in dem v Her hl, ihr fürchtet weiter, elreich. Augen⸗ tzte sei; eschicke, Zelt im in der dich er⸗ ier gut. g und Stunden, bis des Bräutgams Ruf erklingt, der, wenn ihr nun über⸗ wunden, euch zum Schauen Gottes bringt. 17. Eile, gehe ihm entgegen! sprich: Mein Licht, ich bin bereit, meine Hütte abzulegen, mich dürst nach der Ewigkeit. Johann Joseph Winckler. 4 1722. 417. „Mel. 169: Wachet auf! ruft uns ꝛc. Lüstet euch, ihr Christenleute! die Feinde suchen euch zur Beute; ja Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten; besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Ritterschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel! Da ist Freude! Wohlan, so seid zum Kampf bereit! so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wengen Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Heiligung und gottseliger Wandel. 275 Toten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gottlob! wir sind versöhnt. Daß uns die Welt verhöhnt, währt nicht lange; und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mach aus ihnen Überwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, da⸗ durch die Liebe fleußt in die Herzen; so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilhelm Erasmus Arends. 1 1721. 418. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine Seele. Philipp. 2, 12. Sqaffet, schaffet, Menschen⸗ kinder, schaffet eure Seligkeit! bauet nicht wie sichre Sünder nur auf gegenwärtge Zeit; sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög ge⸗ schehen, so bekämpfet Fleisch und Blut, und der Welt zu widerstehen, rüstet euch mit Kraft und Mut. Gottes Wille soll allein eures Lebens Richtschnur sein, mag es 18* 276 eure schwachen Herzen nun er⸗ freuen oder schmerzen. 3. Ihr habt Ursach zu beken⸗ nen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnaden⸗ kraft nur allein das Gute schafft; ja, daß außer seiner Gnade in euch nichts, denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf be⸗ steht, wer des Fleisches Lüste dämpfet, selig, wer die Welt ver⸗ schmäht! Unter Christi Kreuzes⸗ schmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will er⸗ erben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein; ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; nur den Siegern wird die Krone beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, hat bei Christen keine Statt; an dem Fleisch Gefallen tragen, macht des Geistes Kräfte matt; unter Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wollte tun und scherzen. 7. Furcht muß man im Herzen tragen, denn Gott kann mit Leib und Seel uns zur Hölle nieder⸗ Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. schlagen; Gott ists, der des Geistes Ol und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. O so laßt zu ihm uns gehen, ihn um Gnade anzuflehen! 8. Und dann kreuzigt eure Glie⸗ der, drin die Sündenlust sich regt, kämpft den alten Menschen nieder, bis ihm seine Macht gelegt; was euch ärgert, hauet ab, was euch hindert, senkt ins Grab; denket stets an diese Worte: Gehet durch die enge Pforte! 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht; gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen meinen Kampf zu Ende führ. Er ver⸗ leihe Kraft und Stärk und re⸗ giere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. Ludwig Andreas Gotter. 1 1735. 419. Mel. 169: Wachet auf! ruft uns ꝛc. Matth. 5, 8. Selig sind die reinen Herzen, die ihre Krone nicht verscherzen; sie werden Gottes Antlitz sehn. Geistes beliebt, gibt. n, ihn e Glie⸗ th regt, nieder, t; was 8 euch denket t durch dor der Jesum o finde, Ach cht mit ib mir meine Amen! r, auf meinen 5r ver⸗ ind re⸗ daß ich so zum 1735. Alle Keuschen, Unbefleckten, vom Herrn zum guten Kampf Er⸗ weckten, die in der Reinigkeit be⸗ stehn, sie sehen einst im Licht sein strahlend Angesicht voller Gnaden. Herr, wir sind dein, behalt uns rein und lehre uns dir ähnlich sein! Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. + 1760. 420. Mel. 89: Jesu, komm doch selbst zu mir. Psalm 133. Sich, wie lieblich und wie fein ists, wenn Brüder im Verein friedlich miteinander gehn und in Herzenseintracht stehn. 2. Diesen ja verheißt der Herr reichen Segen nach Begehr, hier das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. 3. Aber ach, wie ist die Lieb so erloschen, daß ein Trieb, der das Herz für andre rührt, nur so selten wird gespürt. 4. Ach so viele gehen hin in der Welt nach ihrem Sinn, den⸗ ken an die andern nicht; wo bleibt da die Liebespflicht? 5. O Herr Jesu, Gottes Sohn, schaue doch von deinem Thron, schaue die Zertrennung an, die ein Mensch nicht bessern kann. 6. Sammle, großer Menschen⸗ hirt, alles, was sich hat verirrt; laß in deinem Gnadenschein alles ganz vereinigt sein. Heiligung und gottseliger Wandel. 277 7. Bind zusammen Herz und Herz, laß uns trennen keinen Schmerz, knüpfe selbst durch deine Hand fest das heilge Bruderband. 8. So, wie du, Herr Jesu Christ, Eins mit deinem Vater bist, sei vereinigt treu und wahr deine ganze Jüngerschar. 9. Kraft, Lob, Ehr und Herr⸗ lichkeit sei dir jetzt und allezeit, o Herr Jesu; laß uns dein, ewig in dir Eines sein. Michael Müller, 4 1704, und Johann Christian Nehring, 4 1736. 421. Mel. 110: Machs mit mir, Gott ꝛc. 1. Joh. 4, 20. 21. So jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz da⸗ nieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich 278 Der dritte Artikel: Gott der heilige Geist. versühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen; ich aber sollte nicht Ge⸗ duld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du ver⸗ gibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier getan, dem Kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Christ noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Christian Fürchtegott Gellert. 1769. 422². Mel. 10: Alles ist an Gottes Segen. Lut. 12, 19. 20. Wenn ich mir auf viele Jahre einen großen Vorrat spare, wes wird sein mein Überfluß, wenn ich einst gesammelt werde in ein Räumlein kühler Erde, oder heute sterben muß? 2. Herr, bewahr mich vor den Stricken, wenn der Geiz mich will berücken; das, was da ist, sei ge⸗ nug! Gib mir Vorsicht auf mein Scheiden und mach auf die Ewig⸗ keiten mich durch deine Gnade klug. 3. Lehr mich bei den irdschen Gaben Mangel oder Fülle haben, hungern oder satt zu sein. Jesus ist für uns gestorben; was am Kreuz er uns erworben, bleibt im Sterben uns allein. 4. Könnt er auch die Welt ge⸗ winnen, führ er dennoch arm von hinnen, wer nicht teil am Him⸗ mel hat. Wer an Jesum Christum glaubet, dem wird nichts im Tod geraubet; reich in Gott sein, das macht satt. 5. Herr, ich glaube, laß im Sterben mich mit deinen Kin⸗ dern erben; dort ist unser wahrer Schatz. Was wir opfern um dein Lieben, dafür hast du uns ver⸗ schrieben einen himmlischen Ersatz. Philipp Friedrich Hiller. 1769. 423. Mel. 174: Was mein Gott will ꝛc. Wer sich auf seine Schwachheit steift, der bleibt in Sünden liegen; und wer den Heiland nicht er⸗ greift, wird sich gewiß betrügen. Den Himmelsweg und schmalen Steg hat er nie angetreten; er weiß auch nicht in Gottes Licht, was kämpfen sei und beten. 2. Was jetzt die Welt nur Schwachheit heißt, ist ihrer Bos⸗ heit Stärke; dadurch vermehrt der böse Geist sehr mächtig seine Ewig⸗ e klug. dschen haben, Jesus 5 am ribt im elt ge⸗ m von Him⸗ ristum Tod n, das aß im Kin⸗ vahrer dein 8 ver⸗ Ersatz. 1769. II ꝛc. ichheit iegen; ht er⸗ zügen. malen n; er Licht, nur Bos⸗ mehrt seine Werke. Auf, Seele, auf! richt deinen Lauf zur Allmacht, die dich rettet; des Heilands Hand zerreißt das Band, womit du an⸗ gekettet. 3. Der erste Schritt im Christen⸗ tum macht von der Sünd uns scheiden; bei einem wahren Glau⸗ bensruhm muß man die Weltlust meiden. Wenn Christi Geist die Seel entreißt von ihren Todesban⸗ den, spürt sie die Kraft, die Jesus schafft, mit dem sie auferstanden. 4. Mein Heiland, fördre selbst dein Werk, laß mich gekräftigt werden; es ist Gerechtigkeit und Stärk mein bestes Teil auf Erden. Du machst gerecht uns, dein Ge⸗ schlecht, und willst zugleich uns stärken, daß wir in dir des Glau⸗ bens Zier, die Macht der Gnade merken. 5. Brich durch, o starker Gottes⸗ sohn, damit auch wir durchbrechen, uns freudig nahn dem Gnaden⸗ thron, nicht mehr von Schwach⸗ heit sprechen, wenn deine Hand Heiligung und gottseliger Wandel. 279 das teure Pfand des Geistes uns gegeben, dadurch wir, frei von Heuchelei, im Streit stets sieg⸗ reich leben. 6. Gib Kraft, wo keine Kraft mehr ist, gib Kraft, das Fleisch zu dämpfen. Gib Kraft, wenn Satans Macht und List uns schwächen will im Kämpfen. Wenn uns die Welt viel Netze stellt, gib Kraft, sie zu vernichten; so wird in Not, ja selbst im Tod uns deine Kraft aufrichten. Bernhard Walter Marperger. 1746. 424. * 9: Alle Menschen müssen sterben. Wir sind dein, Herr, laß uns immer unter deinen Flügeln ruhn, laß dein Licht und Gnadenschim⸗ mer strahlen über unser Tun; schaff in uns, was dir beliebet, tilge, was dein Werk betrübet; mach, was alt ist von Natur, zur erneuten Kreatur! Valentin Ernst Löscher. 1749. IV. Gebet⸗, Lob⸗ und Danklieder. J. Das Gebet im allgemeinen. 42⁵. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. Bete nur, betrübtes Herz, wenn dich Angst und Kummer kränken, klag und sag Gott deinen Schmerz/ er wird endlich an dich denken; Gott wird dein Gebet und Flehn, ist es ernstlich, nicht verschmähn. 2. Gott wird dein Gebet und Flehn dir zur rechten Zeit ge⸗ währen; glaube nur, es wird ge⸗ schehn, was die Frommen hier begehren, denn Gott kennet dei⸗ nen Schmerz; bete nur, betrübtes Herz! 3. Bete nur, betrübtes Herz, bete stets in Jesu Namen, wirf die Sorgen hinterwärts; Gott spricht schon das süße Amen, deines Jesu Tod und Blut macht dein Beten recht und gut. 4. Deines Jesu Tod und Blut stillt die hell entbrannten Flam⸗ men; bete mit beherztem Mut, Gott kann dich nun nicht ver⸗ dammen; sei getreu bis in den Tod, beten hilft aus aller Not. 5. Beten hilft aus aller Not, ei so bete ohne Zweifel. Bist du arm, Gott schenkt dir Brot; schreckt dich Hölle, Welt und Teufel, bete nur, so wirst du sehn, Gott wird dir zur Seite stehn. 6. Gott wird dir zur Seite stehn, vor wem sollte dir nun grauen? Mußt du hier auf Dornen gehn, endlich sollst du Rosen schauen, denn Gott kennet deinen Schmerz; bete nur, betrübtes Herz. Johann Gottfried Krause. 4 1746. 426. Mel. 160: Straf mich nicht in ꝛc. Betgemeinde, heilge dich mit dem heilgen Ole, Jesu Geist er⸗ gieße sich dir in Herz und Seele. Laß den Mund alle Stund von Gebet und Flehen heilig über⸗ gehen. 2. Das Gebet der frommen den Ot. Not, ist du chreckt „bete wird Seite nun ornen Rosen einen Herz. 746. Schar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet; und da ist Jesus Christ Priester und Ver⸗ sühner aller seiner Diener. 3. Kann ein einiges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Her⸗ zen Gottes geht, seines Zwecks nicht fehlen: was wirds tun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten? 4. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen, wie muß das erschallen! 5. O der unerkannten Macht von der Heilgen Beten! Ohne das wird nichts vollbracht, so in Freud, als Nöten. Schritt für Schritt wirkt es mit, wie zum Sieg der Freunde, so zum End der Feinde! 6. O so betet alle drauf, betet immer wieder! Heilge Hände hebet auf, heiligt eure Glieder! Hei⸗ liget das Gebet, das zu Gott sich schwinget; betet, daß es dringet! 7. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sehe; stim⸗ met ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen! 8. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und das Das Gebet im allgemeinen. 281 ist der Heilgen Kunst: beten, wie ers liebet, daß gescheh je und je, wie ers vorgenommen, auf sein endlich Kommen. 9. Dies Verlangen muß vor⸗ her in der Seele glimmen, so macht aus den Bitten er Donner, Blitz und Stimmen; die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben. Christoph Karl Ludwig von Pfeil. 4 1784. 427. Eigene Melodie. 35. Dir, dir, Jehova, will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lie⸗ der bringen; ach gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es tu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinnen und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht getan, so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor V * 282 Das Gebet im allgemeinen. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Her⸗ zen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab getan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird ge⸗ wiß von dir erhöret, weil deines Sohnes Name für mich spricht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeug⸗ nis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die gibst du und tust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rech⸗ ten selbst vertritt! In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Bartholomäus Crasselius. 4 1724. 428. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen her. 1. Könige 3, 5—14. Gott deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Überfluß und Schätze dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich,‚ Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigen⸗ tum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem An⸗ gesichtund frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Ze⸗ baoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Christian Fürchtegott Gellert. 4 1709. enkest 17²4. en her. weit, du it und meine Hort, k auf or dir erfluß laß nach bmir „dich, sandt, . rund ischen igen⸗ ieren. neine An⸗ Liebe. r Ze⸗ eben. Not, In Zeit; igkeit 1709. Das Gebet im allgemeinen. 283 429 heit spotten, biet allen Wider⸗ ö sachern Trutz. Mel. 40: Erhalt uns, Herr, bei ꝛe. 3. Gib du getreue Lehrer unnd err Gott, der du mein Vater unverdroßne Hörer, die beide bist, ichruf im Namen Jesu Christ Täter sein. Auf Pflanzen und zu dir, auf sein Wort, Eid und Begießen laß dein Gedeihen flie⸗ Tod, hör, Helfer treu, in Angst ßen und reichlich Segen ernten ein. und Not. 4. Den König hoch beglücke, laß 2. Laß uns dein Wort, stärk deine Gnadenblicke auf all die uns im Geist, hilf, daß wir tun, Seinen gehn, schütz ihn auf seinem was es uns heißt; gib Frieden, Throne und lasse seine Krone in Schutz und täglich Brot, behüt segensvollem Glanze stehn. das Land, du treuer Gott. 5. Laß alle, die regieren, ihr 3. Errett von Teufel, Sünd Amt getreulich führen, hilf jeder⸗ und Tod, aus Leibes und der mann zum Recht, daß Fried und Seelen Not, ein selig Stündlein Treu sich müssen in unserm Lande uns bescher; dein ist das Reich, küssen; ja segne gnädig Herrn Kraft, Preis und Ehr. und Knecht. 4. Auf dein Wort sprech ich 6. Ach wende, Herr, in Gnaden Amen, Herr; aus Gnaden meinen Krieg, Feuer, Wasserschaden, treib Glauben mehr. Du bist allein Sturm und Hagel ab. Bewahr der Vater mein, laß mich dein des Landes Früchte und mache Kind und Erbe sein. nicht zunichte, was deine milde Johann Mathesius. f 1565. Hand uns gab. 7. Laß alle giftgen Seuchen von 430 unsern Grenzen weichen, verleih gesunde Luft. Laß Not und teure Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. Zeiten sich nicht bei uns aus⸗ err höre! Herr erhöre! breit breiten, da man umsonst nach deines Namens Ehre an allen Brote ruft. Orten aus. Behüte alle Stände 8. Die Leidenden erquicke, und durch deiner Allmacht Hände, bringe die zurücke, die in der Irre beschütze Kirche, Thron und gehn. Die Witwen und die Haus. Waisen wollst du mit Troste 2. Ach laß dein Wort uns allen speisen, wenn sie zu dir um noch ferner reichlich schallen zu Hilfe flehn. unsrer Seelen Nutz. Bewahr uns 9. Ach segne jede Ehe mit vor den Rotten, die deiner Wahr⸗ Frieden, Herr, und stehe den 284 Das Gebet im allgemeinen. Müttern gnädig bei. Zeuch unsre zarte Jugend zur Frömmigkeit und Tugend, daß sie der Eltern Freude sei. 10. Hilf als ein Arzt den Kranken und, die im Glauben wanken, laß nicht zugrunde gehn. Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der Verfolgten Stütze, die Reisenden beschütze, die Sterbenden begleit mit deinen Engelscharen, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herr⸗ lichkeit. 12. Nun Herr, du wirst er⸗ füllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsers Jesu Namen; so ist uns unser Wunsch gewährt. Benjamin Schmolck. 4 1737. 431. Hi 143: O Jesu Christ, meins ꝛc. Ich komme vor dein Angesicht; verwirf, o Gott, mein Flehen nicht, vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Geduld. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht zu dir, ein Herz voll De⸗ mut, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Leben lang. 3. Sei mein Beschützer in Ge⸗ fahr, ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Übel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand, von dir empfing ich den Verstand; erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein; laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe tätig sein. 6. Was du mich lehrst, das ist mein Heil, dir folgen sei mein bestes Teil. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß, Herr, mich trachten allezeit. 7. Ich bin zu schwach, aus eigner Kraft zu siegen über Lei⸗ denschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg er⸗ langen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel als dir gefällt; gib deinem Knecht ein mäßig Teil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Uberfluß, so gib mir Weisheit im Genuß, und laß, die Dürftgen zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nütz und dank⸗ bar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft meiner Pflichtentzieh. Das Gebet im 11. Erwecke mir stets einen mein Kraft, sagt mir dein Wort, allgemeinen. 285 Freund, ders treu mit meiner mein Hilf, mein Heil, mein Leben, Wohlfahrt meint, mit mir in dei⸗ mein starker Gott in aller Not: ner Furcht sich übt, mir Rat und wer mag mir widerstreben? Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel, so bleibe meine Zu⸗ versicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. 432. Eigene Melodie. 85. Psalm 31, 1—6. Dn dich hab ich gehoffet, Herr, hilf, daß ich nicht zuschanden werd, noch ewiglich zu Spotte. Dies bitt ich dich, erhalte mich dir treu, dem treuen Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhöre mich und tritt herfür, eil bald, mich zu erretten. In Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in meinen Nöten. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei meine Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob noch so sehr der Feinde Heer mich dräng auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, 5. Mir hat die Welt oft zu⸗ gericht mit argem Lug- und Trug⸗ gedicht Netz und geheime Stricke. Herr, nimm mein wahr in der Ge⸗ fahr, schütz mich vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände; o wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende. 7. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Vater, Sohn und Geist bereit, Lob seinem heilgen Namen! Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Chri⸗ stum. Amen. Adam Reusner. um 1575. 433. Mel. 180: Wer nur den lieben Gott ꝛc. Mein Gott, ich klopf an deine Pforte mit Seufzen und mit Bitten an, ich halte mich an deine Worte: Klopft an, so wird euch aufge⸗ tan. Ach öffne mir die Gnaden⸗ tür, in Jesu Namen steh ich hier. 2. Wer kann was von sich selber haben, das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, bei dir ist immer Rat und Tat. Du bist der Brunn, der immer quillt, und bist das Gut, das immer gilt. 286 Das Gebet im allgemeinen. 3. Drum komm ich auch mit meinem Beten, das voller Herz und Glauben ist. Der mich heißt freudig vor dich treten, ist mein Erlöser, Jesus Christ; und der in mir das Abba schreit, ist, Gott, dein Geist der Freudigkeit. 4. Gib, Vater, gib nach dei⸗ nem Willen, wes ich, dein Kind, bedürftig bin; du kannst mir mei⸗ nen Hunger stillen, in dir muß aller Segen blühn. Doch gib, du Geber, allermeist, was mich dem Sündendienst entreißt. 5. Verleih Beständigkeit im Glauben, laß meine Liebe brünstig sein; will Satan mir das Kleinod rauben, so halt mit der Versuchung ein, damit mein armes Fleisch und Blut dem Feinde nichts zu Willen tut. 6. Das Kreuz, ich darf dich wohl nicht bitten, daß es mich ganz verschonen soll; hat doch mein Jesus selbst gelitten, und also leid ich billig wohl. Doch wird Geduld gar nötig sein, die wollest du mir, Herr, verleihn. 7. Das andre wird sich alles fügen; ich möge arm sein oder reich, an deiner Huld laß ich mir gnügen, die macht mir Glück und Unglück gleich; kommt zeitlich Gut nicht reichlich ein, wirds doch genug zur Notdurft sein. 8. Ich bitte nicht um langes Leben, nur daß ich christlich leben mag; laß mir den Tod vor Augen schweben und meinen letzten Sterbetag, damit mein Ausgang aus der Welt den Seligen mich zugesellt. Benjamin Schmolck. 1 1737. 434. Mel. 182: Wer weiß, wie nahe mir ꝛe. Mein lieber Gott, gedenke mei⸗ ner im besten jetzt und allezeit; denn außer dir ist nirgends einer, der mich mit Rat und Trost er⸗ freut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir, du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache durch die Himmelslehre mein Herz zu deinem Heiligtum; so wird dein Wort in mir ge⸗ deihn und reich an guten Früch⸗ ten sein. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und neig dein Vaterherz zu mir; weil ich in Christo vor dich trete, so dringt mein Flehn gewiß zu dir. Doch gib mir nichts, als das allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne hin. Weil ich, so lang ich hier noch walle, zum Guten schwach und träge bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand. 5. Gedenke meiner, wenn ich ezeit; iner, st er⸗ mich r, du n ich und lehre tum; vge⸗ rüch⸗ n ich rz zu dich ewiß „als gut n ich im g ich zuten ördre hurch and. n ich leide. Wen hab ich sonst, als dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Doch hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn auch die Welt mir Böses tut. ö 6. Gedenke mein auch in dem allen, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mich mit Wohl⸗ gefallen in meinem ganzen Leben an; denn gibst du mir, was dir gefällt, so ists um mich gar wohl bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe und wenn mich alle Welt vergißt; versetze mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist; denn bleibst du nicht im Himmel mein, so möcht ich nie geboren sein. 8. Ich will mich über nichts betrüben. In deine Hände hast du mich zu Heil und Segen an⸗ geschrieben, drum sieht die Hoff⸗ nung bloß auf dich und weiß, daß, wie du alles lenkst, auch mein im besten du gedenkst. Erdmann Neumeister. 4 1756. 435. Eigene Melodie. 140. O Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Das Gebet im allgemeinen. 287 Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich tu mit Fleiß, was mir zu tun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ichs tue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs tu, so gib, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in mei⸗ nem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen; gib einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen. Gib, daß ich mei⸗ nen Feind mit Sanftmut über⸗ wind, und wenn ich Rats bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so⸗ weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gib auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauern Tritt hindurch ins Alter dringen, so gib Ge⸗ duld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End 288 Das Gebet im allgemeinen. auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, wollst du auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm, und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. Johann Heermann. 1647. 436. Mel. 104: Liebster Jesu, wir sind hier. ende, Vater, deinen Geist, da ich vor dein Antlitz trete, daß, wie es dein Wort mich heißt, ich im Geist und Wahrheit bete. Lehre mich, dich recht erkennen und dich Abba, Vater nennen. 2. Liebster Jesu, hilf du mir, daß ich bet in deinem Namen, daß, was Gott verheißt, in dir mir auch werde Ja und Amen. Sprich für mich und laß mich sehen dich zur Rechten Gottes stehen. 3. Heilger Geist, erleuchte mich, und entzünde mein Verlangen, daß ich Gottes Huld durch dich voller Inbrunst mög empfangen. Brich die Trägheit, zeuch die Sinnen aus der Welt zu dir von hinnen. 4. Heilige Dreieinigkeit, Ur⸗ sprung aller guten Gaben, laß mich wahre Freudigkeit und im Herzen Zeugnis haben, daß du stets nach deinem Willen wollest meine Bitt erfüllen. Johann Hermann Schrader. 1 1737. 437. Eigene Melodie. 165. Matth. 6, 9—13. Vater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an, willst, daß wir bitten und emp⸗ fahn, gib, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein; dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm, ver⸗ führte Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden, wie im Himmelreich. Gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid; wehr und steur eich, gleich an, emp⸗ llein von Rame hilf leben amen Herr, ver⸗ zu h in uns aben Zorn vor Herr ie im duld n in steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen tut. 5. Gib uns heut unser täg⸗ lich Brot und was bedarf des Leibes Not. Behüt uns, Herr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn und nicht in Geiz und Sorgen gehn. 6. All unsre Schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht be⸗ trübe mehr; wie wir auch unsern Schuldigern vergeben Schuld und Fehle gern. Zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Ver⸗ suchung nicht; wenn uns der böse Geist anficht zur linken und zur rechten Hand, hilf uns tun star⸗ ken Widerstand, im Glauben fest und wohlgerüst und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem ÜUbel uns erlös; es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten kot; bescher uns auch ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen! das ist: es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, dies Beten dring zu dir hinan auf dein Wort, in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen fein. Martin Luther. 4 1546. Das Gebet im allgemeinen. 438. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine Seele. Wenn dich Unglück hat betre⸗ ten, wenn du liegst in Angst und Not, mußt du fleißig zu Gott beten; Beten hilft in Not und Tod, daß du Gottes Angesicht, auch im Kreuz auf dich gericht, kannst aus seinem Wort erblicken und dein Herz mit Trost erquicken. 2. Keiner wird jemals zu⸗ schanden, der sich seinem Gott vertraut. Kommt dir gleich viel Not zuhanden, hast du auf ihn wohl gebaut; obs gleich scheint, als hör er nicht, weiß er doch, was dir gebricht. Deine Not mußt du ihm klagen und in keiner Not verzagen. 3. Rufen, Schreien, Klopfen, Beten ist der Christen beste Kunst; allzeit gläubig vor ihn treten findet Hilfe, Gnad und Gunst. Wer Gott fest vertrauen kann, ist der allerbeste Mann; der wird allzeit Rettung finden, kein Feind wird ihn überwinden. 4. Lerne Gottes Weise merken, die er bei den Seinen hält; er will ihren Glauben stärken, wenn sie Unglück überfällt. Unser Gott, der lebt ja noch, schweigt er gleich, so hört er doch; schrei getrost, du mußt nicht zagen, dein Gott kann dirs nicht versagen. 5. Laß dich Gottes Wort re⸗ gieren, merke, was die Wahrheit 19 290 Das Gebet im allgemeinen. lehrt; Satan wird dich nicht ver⸗ führen, der die ganze Welt ver⸗ kehrt; Gottes Wahrheit ist dein Licht, dein Schutz, Trost und Zu⸗ versicht. Trau nur Gott, der kann nicht lügen; bet, du wirst gewiß obsiegen. 6. Lob sei Gott für seine Gnade! Seine große Güt und Treu macht, daß mir kein Feind nicht schade; sie ist alle Morgen neu. Drum will ich mein Leben lang immer sagen Lob und Dank, meinem Gott in allen Dingen fröhlich Halleluja singen. Johann Olearius. 1684. 439. Mel. 84: Ich will dich lieben, meine ꝛc. Wenn ich vor meinen Schöpfer trete und hier in heilger Einsam⸗ keit zu ihm aus voller Seele bete, was fühl ich da für Selig⸗ keit! Ganz werd ich Geist, und alles flieht, was mich zur Erde niederzieht. 2. Dann lach ich jenen falschen Freuden, ich lache jener eitlen Pracht, um die sich Menschen oft beneiden, und die sie nur zu Sklaven macht, und fühle: Gott vereinigt sein, das, das sei wahre Freud allein. 3. Dann weichen auch die schwersten Sorgen, das bängste Leiden, das mich drückt; ich weiß, sie sind dem nicht verborgen, der in des Herzens Tiefen blickt. Der Gutes seinen Kindern gibt, bleibt Vater, wenn er sie betrübt. 4. Drum bitt ich nicht in meinen Leiden: o Vater, nimm du sie von mir; auch bitt ich nicht in meinen Freuden: erhalte, Vater, diese mir; nur um ein Gott ergebnes Herz bet ich in Freuden und im Schmerz. Freifrau Elise von der Recke. 41833. 440. Mel. 35: Dir, dir, Jehova ꝛc. Wer ist wohl würdig, sich zu nahen zu Gottes hocherhabner Majestät? Wie darf der Mensch sich unterfahen, den Ewgen an⸗ zurufen im Gebet? Die Finsternis erbebet vor dem Licht, das Herz will beten und vermag es nicht. 2. Doch Christus hat uns aus⸗ gesühnet, als er für uns vergoß sein teures Blut; er hat uns Gottes Huld verdienet und uns gebahnt den Weg zum höchsten Gut. Das Heiligtum ist uns jetzt aufgetan, in Christi Namen dürfen wir uns nahn. 3. Er selbst ist uns voran⸗ gegangen, vertritt beim Vater seine Gläubgen nun. Seht, wie er brennet vor Verlangen, was sie in seinem Namen flehn, zu tun; in reicher Fülle beut er ewig dar des Heiles Güter, groß und wunderbar t. Der bleibt . cht in nimm ch nicht erhalte, m ein ich in 6· 1833. 20. sich zu Hhabner Mensch zen an⸗ nsternis 8 Herz nicht. ns aus⸗ vergoß at uns nd uns höchsten ist uns Namen voran⸗ Vater ht, wie n, was hn, zu beut er r, groß Gebetslieder. 291 4. Nun kann und darf ich nimmer zagen, mein Sündenelend machet mich nicht scheu; im Glau⸗ ben will ichs fröhlich wagen, Gott selber steht durch seinen Geist mir bei. Und ruf ich Abba gläubig in dem Herrn, so höret und er⸗ höret Gott mich gern. 5. Stets lehre du mich also beten, wie es, o Gott, dir wohl⸗ gefällig ist; laß mich nie anders vor dich treten, als daß ich hab im Herzen Jesum Christ. Ach mache mich nur von mir selber frei, daß Christus alles mir in allem sei. 6. Sein Nam sei mir ins Herz geschrieben; mein Werk sei nichts, das seine nur sei groß. In Christi Schmuck mußt du mich lieben, ohn ihn steh ich vor dir beschämt und bloß. Bring ich ihn mit, steht offen mir dein Haus, ohn ihn werd ich von dir gestoßen aus. 7. Nun, Vater, fülle meine Hände, so oft ich sie in Christo hebe auf; aus seiner Fülle mir zusende, was mächtig ist, zu för⸗ dern meinen Lauf. Hier ist mein Geist dir im Gebete nah, einst schaut mein Auge dich. Halleluja. Johann Anastasius Freylinghausen. + 1739. 2. Gebetslieder. A. Morgenlieder. Am Anfange der Woche. 441. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott ꝛc. Ein neuer Tag, ein neues Leben geht mit der neuen Woche an, Gott will mir heut aufs neue geben, was mir sonst niemand geben kann; denn hätt ich seine Gnade nicht, wer gäbe mir sonst Trost und Licht? 2. Ich grüße diesen lieben Morgen und küsse Gottes Vater⸗ hand, die diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir ab⸗ gewandt. Ach Herr, wer bin ich Armer doch? Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun, das erkenn ich, Herr, und gebe mich freudig dir zum Opfer hin; doch weil ich hier, so lang ich lebe, mit Not und Tod umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir, denn meine Hilfe steht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn. Ach, laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch und Blute ziehn. Gib deinen Geist, der mich regier und nur nach deinem Willen führ. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer essen, so laß es doch 19* 292 gesegnet sein; und was du sonsten zugemessen, das richte mir zum besten ein. Ich bitt um keinen Überfluß, nur was ich nötig haben muß. 6. So tue nun, mein Gott, das Deine und laß mich auch das Meine tun; behüte beides, Groß und Kleine, laß sie in deiner Liebe ruhn, damit ein jedes diesen Tag mit dir ver⸗ gnügt beschließen mag. Benjamin Schmolck. 442. Mel. 141: O Gott, du frommer Gott. OIch will die neue Woch mit dir, o Gott, anheben, du wollst mir deinen Geist und deinen Segen geben. Im Anfang steh mir bei und weiche nicht von mir, daß ich am Ende noch vereinigt sei mit dir. 2. Ohn deinen Segen kann, mein Vater, nichts gedeihen; drum wir, o Segens⸗Gott, um Segen zu dir schreien. Ach komme selbst zu uns und greif das Werk mit an, weil es durch dich allein Gedeihen haben kann. 3. Ach ja, es ist umsonst, am Morgen früh aufstehen und mit Bekümmernis an seine Arbeit gehen, wenn du nicht selbst mit⸗ gehst und stehest mit dabei, daß Anfang und auch End von dir gesegnet sei. + 1737. Gebetslieder. 4. Drum komm, o Gott, zu mir und gib mir deinen Segen; denselben wollest du in meine Arbeit legen. Ach segne all mein Tun, ach segne meine Tritt und geh als Kraft und Rat durch alle Tage mit. 5. Laß mich in Frömmigkeit die ganze Woch hinbringen, laß bei der Arbeit auch mein Beten zu dir dringen; bewahre mich vor Sünd und aller Missetat, und wenn ich Buße tu, so schenk mir deine Gnad. 6. Mein Gott, begleite mich auf allen meinen Wegen, und willst du diese Woch ein Kreuz mir auf⸗ erlegen, so reich mir deine Hand und steh mir kräftig bei und trage selber mit, daß mirs erträglich sei. 7. Nun, was du Gutes wirst mir diese Woch erweisen, dafür soll dich, mein Gott, mein Mund und Herze preisen. Ach laß mich als dein Kind dir stets empfohlen sein, bis ich durch Jesu Blut geh zu der Freude ein. Johann Friedrich Starck. 1756. 443. Mel. 164: Valet will ich dir geben. uf, auf, den Herrn zu loben, erwache, mein Gemüt! Dem großen Vater droben erschall ein frommes Lied! Denn wer erhielt mein Leben in der vergangnen Nacht? Der Herr, der mirs t, zu pegen; meine mein t und ch alle igkeit „laß Beten ich vor „ und schenk ich auf willst ir auf⸗ Hand d trage lich sei. wirst dafür Mund 5 mich fohlen lut geh 175⁵6. geben. loben, Dem all ein erhielt angnen gegeben, der hat es auch be⸗ wacht. 2. Beschützer aller Welten, wie dank ich würdig dir? Wie soll ich dir vergelten, was du getan an mir? Mein Opfer ist geringe, ein dir ergebner Sinn ist alles, was ich bringe: Nimm du es gnädig hin. 3. Verzeihe mir die Sünde, die ich bisher verübt, weil ich mit Reu empfinde, daß ich dich so betrübt; verzeihe mir und dämpfe die sündliche Begier, mit der ich täglich kämpfe, ja, hilf du selber mir! 4. Send auch auf meinen Wegen mir deinen Engel zu, und sprich du selbst den Segen zu allem, was ich tu. Verleihe du mir Kräfte aus deines Himmels Höhn, daß des Berufs Geschäfte erwünscht von statten gehn. 5. Gib mir vor allen Dingen getrosten Mut und Geist, das freudig zu vollbringen, was mein Beruf mich heißt. Laß mich in guten Tagen nicht übermütig sein und nicht kleingläubig zagen, dringt gleich ein Kreuz herein. 6. Hilf, daß in meinem Stande ich tu, was dir gefällt; auch laß mich nicht in Schande geraten vor der Welt. Richt, Herr, mein ganzes Leben nach deinem Willen ein, und laß mein Haus daneben von dir gesegnet sein. 7. Vor allem hilf mir sorgen, Morgenlieder. 293 wie ich so leben mag, daß ich an jedem Morgen denk an den letzten Tag; und wird er einst anbrechen, so gib, daß ich erfreut von Herzen könne sprechen: Komm, Herr, ich bin bereit! Nach Johann Franck. 4 1677. 444. Eigene Melodie. 19. Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren, durch Christum, unsern Herren, dein eingebornen Sohn: 2. Daß du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Gfahr und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vor Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur⸗ und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Leib, mein Seel, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind sei dir, Herr, übergeben, dazu mein Hausgesind, als dein Geschenk und Gab, mein 294 Gebetslieder. Eltern und Verwandten, Ge⸗ schwister und Bekannten und alles, was ich hab. 5. Dein Engel laß auch blei⸗ ben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der Feind allhier in diesem Jammertal sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, denn er all Ding vermag; er segne meine Taten, mein Vor⸗ nehmen und Sach! Ihm hab ich heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben, und was er mir gegeben; er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen! und zweifle nicht daran, Gott nimmt es allzusammen mit Wohl⸗ gefallen an. Drauf streck ich aus die Hand, greif an das Werk mit Freuden, das Gott mir ließ bescheiden in meinem Amt und Stand. 1592. 445. Mel. 153: Schwing dich auf zu deinem ꝛc. Christe, wahres Seelenlicht, dei⸗ ner Christen Sonne, o du klares Angesicht, der Betrübten Wonne! Deiner Güte Lieblichkeit ist neu alle Morgen; in dir bin ich recht erfreut, lasse dich, Herr, sorgen. 2. Wecke mich vom Sünden⸗ schlaf; der du bist das Leben, neues Leben in mir schaff; denn hast du gegeben dieser Welt das Sonnenlicht, welches all erfreuet, wirst du mich ja lassen nicht täg⸗ lich unerneuet. 3. Kehre zu mir deine Güt, freundlich mich anblicke, daß mein innerstes Gemüt sich in dir er⸗ quicke an dem hellen Himmelstau deiner süßen Lehre. Drum, Herr Christe, auf mich schau und dich zu mir kehre. 4. Laß ja ferne von mir sein Hoffart, Augenweide; Fleisches⸗ lust und allen Schein, Jesu, mir verleide, damit sich die Welt er⸗ götzt, ach, nur zum Verderben, denn was sie fürs beste schätzt, macht auf ewig sterben. 5. Nun so bleibe stets mein Licht, Jesu, meine Freude, bis der frohe Tag anbricht, da nach allem Leide ich in deines Reiches Pracht Lob und Preis dir bringe und, daß Gott es wohl gemacht, ohn Aufhören singe. Christoph Prätorius. 1713. 446. Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre. Dank sei Gott in der Höhe zu dieser Morgenstund, durch den ich jetzt aufstehe vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte fest gebun⸗ den mit Finsternis die Nacht, ich hab sie überwunden durch den, der mich bewacht. denn t das reuet, Güt, mein ir er⸗ lotau Herr d dich r sein isches⸗ „mir elt er⸗ derben, schätz, mein e, bis a nach teiches bringe macht, 17¹3. Herre. öhe zu den ich sch und gebun⸗ cht, ich en, der 2. Nun komm ich, dich zu bitten, o Schutzherr Israel, du wollest auch behüten den Tag mir Leib und Seel. All unsre Obrigkeiten, die Schulen, die Gemein, laß jetzt und alle Zeiten dir, Herr, befohlen sein. 3. Erhalt durch deine Güte uns bei gesunder Lehr, vor Irr⸗ tum uns behüte, streit für dein Wort und Ehr, daß wir und unser Same immer in einem Geist bekennen: Herr, dein Name sei groß und hoch gepreist! 4. Dem Leibe gib daneben Nahrung und guten Fried, ge⸗ sund und mäßig Leben, dazu ein froh Gemüt, daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit lieben und Fleiß drauf wenden als echte Christenleut. 5. Gib deinen milden Segen, daß wir auf dein Geheiß wan⸗ deln auf guten Wegen, tun un⸗ ser Amt mit Fleiß, daß jeder⸗ mann sein Netze auswerf und auf dein Wort sein Trost mit Petro setze; so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren und der Gemein zu Nutz, das will der Satan wehren mit List und großem Trutz. Doch kann ers nicht vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, herrschest in allen Dingen und unser Bei⸗ stand bist. 7. Wir sind die zarten Reben, der Weinstock selbst bist du, aus Morgenlieder. 295 dessen Kraft wir leben und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben und wachsen immer mehr; laß deinen Geist uns treiben zu Werken deiner Ehr. Johann Mühlmann. 1613 447. Mel. 189: Wo Gott zum Haus ꝛc. VDas walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Him⸗ melsthron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht; wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Mor⸗ gen früh in rechter Andacht meine Knie, und ruf zu dir mit heller Stimm; dein Ohren neig, mein Flehn vernimm. 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig hast behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zuge⸗ bracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mir Wächter und Gefährten sein. 5. Dein Geist mir Leib und Seel regier und mich mit seinen Gaben zier; er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gib, daß ich meine Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag verricht; behüt mich heut 296 Gebetslieder. und allezeit vor Schaden und vor Herzeleid. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich, vom Bösen abgewandt, das Herz mit Sün⸗ den nicht beschwer und mein Ge⸗ wissen nicht versehr. 8. Mein Aus⸗ und Eingang heut bewahr, daß mir kein Ubel widerfahr; behüte mich vor schnel⸗ lem Tod und hilf mir, wo mir Hilf ist not. Martin Behm. 4 1622. 448. Mel. 35: Dir, dir, Jehova ꝛc. ich, dich, mein Gott, will ich erheben, du warst mein Schirm in der verfloßnen Nacht, erquick⸗ test mich, erhieltst mein Leben und schafftest, daß ich fröhlich bin erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? 2. Auch über mir ist deine Güte noch immerfort an jedem Morgen neu. Mit dankbar freu⸗ digem Gemüte fühl ich die Größe deiner Vatertreu. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun, auch er soll deinem Dienst ge⸗ heiligt sein. 3. Vor deinen Augen will ich wandeln und redlich tun, was dir, mein Gott, gefällt; gewissen⸗ haft in allem handeln und weis⸗ lich fliehn die schnöde Lust der Welt. O stärke selbst durch deine Gnade mich, denn was vermag ich Schwacher ohne dich? 4. Laß diesen Tag mich so vollbringen, daß ich ihn ohne Reu beschließen kann. Soll guter Vorsatz mir mißlingen, so nimm als Tat den Vorsatz gnädig an. Auch dieser Teil von meiner Übungszeit sei mir Gewinn noch für die Ewigkeit. 5. Gib mir auch heute, was mir nützet, vor allem aber gib ein ruhig Herz, das sich auf deine Weisheit stützet und dir vertraut auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht, und dies versagst du meinen Bitten nicht. 6. In diesem kindlichen Ver⸗ trauen will ich an des Berufs Geschäfte gehn, auf deinen sichern Beistand bauen und deiner Fü⸗ gung still entgegensehn. Ich weiß, du führst mich stets auf rechter Bahn und nimmst mich einst gewiß zu Ehren an. Joh. Samuel Diterich. 1 1797. 449. Eigene Melodie. 31. Die güldne Sonne, voll Freud und Wonne, bringt unsern Gren⸗ zen mit ihrem Glänzen ein herz⸗ erquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen danieder; aber nun steh ich, bin Freud ren⸗ herz⸗ Nein lagen „bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Ver⸗ mögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hin⸗ kommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Ga⸗ ben; was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter; dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergötzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barm⸗ herzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Seelenfeinds Bande, Fallen und Tücke treib ferne zu⸗ rücke; laß mich auf deinen Ge⸗ boten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nächsten Haus. Morgenlieder. 297 Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von mei⸗ nem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ists? Gewesen! In einer Stunde geht es zugrunde, sobald die Lüftlein des Todes drein wehn. Alles in allen muß brechen und fallen; Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie ge⸗ wesen vor ihrem Entstehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, vergib und schone! Laß meine Schul⸗ den in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein abgewandt. Sonsten regiere mich, lenk und führe, wie dirs gefället; ich hab gestellet alles in deine allmäch⸗ tige Hand. 10. Willst du mir geben, wo⸗ mit mein Leben ich kann er⸗ nähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste, Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, mit Galle tränken, und soll von 298 Gebetslieder. Plagen ich auch was tragen, Fleiß gereich zu deinem Lob wohlan! so mach es, wie dir es und Preis. beliebt. Was gut und tüchtig, Nikolaus Hermann. 1 1561. was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, 451 hast niemals einen zu schmerz⸗ lich betrübt.— 12. Kreuz und Elende, das s hat uns heißen treten, o nimmt ein Ende; nach Meeres Gott, dein lieber Sohn mit herz⸗ Brausen und Windes Sausen lichen Gebeten vor deinen hohen leuchtet der Sonne gewünschtes Thron, und uns mit teurem Gesicht. Freude die Fülle und Amen Erhörung zugesagt, wenn selige Stille soll ich erwarten im man in seinem Namen nur bit⸗ himmlischen Garten; dahin sind tet, fleht und klagt. meine Gedanken gericht. 2. Darauf komm ich gegangen Paul Gerhardt. 4 1076. in dieser Morgenstund; ach laß mich doch erlangen, was ich aus 4 50 Herzensgrund von dir, mein Gott, begehre im Namen Jesu Christ, Mel. 65: Herr Gott, dich loben alle ꝛe. und gnädig mir gewähre das, Die helle Sonn leucht jetzt was mir nützlich ist. herfür, fröhlich vom Schlaf auf⸗ 3. Nicht aber mir zu geben stehen wir. Gott Lob, der uns bitt ich aus deiner Hand Geld, in dieser Nacht behütet hat vor Gut und langes Leben, noch Ehr Feindes Macht. und hohen Stand; denn dieses 2. Herr Christ, den Tag uns ist nur nichtig und lauter Eitel⸗ auch behüt vor Sünd und Schand keit, vergänglich, schwach und durch deine Güt. Laß deine flüchtig und schwindet mit der lieben Engelein unsre Hüter und Zeit. Wächter sein; 4. Ich bitte, mir zu schenken 3. Daß unser Herz gehorsam ein frommes, keusches Herz, das leb und deinem Wort nicht wi- nimmermehr mag denken auf derstreb, daß wir stets gehn auf Sünd und losen Scherz, das stets deiner Bahn in allem, was wir mit Liebe flammet zu dir, Gott, fangen an. himmelan und alle Lust ver⸗ 4. Laß unser Werk geraten dammet der breiten Sündenbahn. wohl, was jeglicher ausrichten 5. Hernach laß mich gewin⸗ soll, daß unsre Arbeit, Müh und nen nach deiner großen Kraft — Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre. re. n, o herz⸗ johen rem venn bit⸗ ingen 9 laß gaus Gott, hrist, das, geben Geld, Ehr dieses Eitel⸗ und t der enken „das auf stets Gott, ver⸗ bahn. ewin⸗ Kraft Kunst, Weisheit, kluge Sinnen, Verstand und Wissenschaft, daß all mein Tun und Handeln dir mög gefällig sein; laß vor der Welt mein Wandeln sein ohne falschen Schein. 6. So wird von jenen allen, Stand, Leben, Ehr und Geld, auf meine Seite fallen, so viel dir, Gott, gefällt. Man muß die Seel erst schmücken, so wirst du allgemach den Leib auch schon beglücken; Glück folgt der Tu⸗ gend nach. Georg Neumark. 4 1681. 452². Mel. 27: Den die Hirten lobten sehre. Frih am Morgen Jesus gehet und vor allen Türen stehet, klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun, so lasset ihn nicht dorten, tut ihm auf des Her⸗ zens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: Kehre, Jesu, bei uns ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein; 4. Weiden uns auf grüner Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen! Jesus wird heut mit uns gehen, Morgenlieder. 299 und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. Gerhart Chryno Herman Stip. 1 1882. 453. Eigene Melodie. 58. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Missetat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; nirgends, als bei dir allein, kann ich recht bewahret sein. 300 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert. 1651. 454. Mel. 179: Werde munter, mein Gemüte. ott, du Licht, das ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsternis vertreibet, der du blei⸗ best, wie du bist, ich verlasse meine Ruh; rufe: werde licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht verkläret werde. 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf, gib ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, weil ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und ge⸗ währe, was die arme Seele stillt; ach erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch Gebetslieder. auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in meiner Pflicht, bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht. Laß mein Lebensziel allein deines Namens Ehre sein; hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 5. Führ mich einst zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die ver⸗ klärte Seele steht, heller, als der Sonnenschein, schön, unsterblich, engelrein; laß sie sein mit dir vereinet, wenn mein letzter Tag erscheinet. Salomo Franck. 1 1725. 45⁵. Mel. 80: Ich dank dir schon durch ꝛe. Ich danke dir durch deinen Sohn, o Gott, für deine Güte, daß du mich hast in dieser Nacht so gnädiglich behütet. 2. Ich bitte dich aus Herzens⸗ grund, du wollest mir vergeben all meine Sünd, die dir ward kund an mir im ganzen Leben; 3. Und wollest mich auch diesen Tag in deinem Schutz erhalten, und, daß kein Feind mir schaden mag, mit deiner Gnade walten. 4. Regier mich nach dem Willen dein, laß mich in Sünd nicht fallen, auf daß dir mög das Leben mein und all mein Tun gefallen. 5. Denn ich befehl dir Seel und Leib und alls in deine Hände; in meiner Angst, Herr, bei mir bleib, mir deine Hilfe sende, 6. Auf daß der Fürste dieser Welt kein Ursach an mir finde; denn wo nicht deine Hand mich hält, bringt er gar schnell in Sünde. 7. Ich hab es all mein Tag ge⸗ hört, daß Menschenhilf verloren, drum steh mir bei, o treuer Gott, zum Helfer mir erkoren. 8. Allein Gott in der Höh sei Preis samt seinem eingen Sohne in Einigkeit des heilgen Geists, der herrscht im Himmelsthrone. 9. Er herrschet so gewaltiglich vom Anfang bis zum Ende; Gott Vater, Sohn und heilger Geist, gib mir ein selig Ende! ss. 456. Mel. 80: Ich dank dir schon durch ꝛc. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank, erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lob⸗ sing ihm, meine Seele. 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicher⸗ heit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? Morgenlieder. 301 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber tun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zu⸗ versicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig tue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten bei⸗ zustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohl⸗ ergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht ge⸗ nieße und meinen Lauf mit Freu⸗ digkeit, wenn du gebeutst, be⸗ schließe. Christian Fürchtegott Gellert. 41769. 302 Gebetslieder. 45⁵7. Mel. 182: Wer weiß, wie nahe mir ꝛc. Mein Gott, nun ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wachen alle meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin, ich sehe wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich zwar immer älter werde, doch nimmer rein von Missetat. Ich kenn, o Gott, dein heilig Recht, und bin doch kein getreuer Knecht. 3. Vergib mir, Vater, alle Sünden, die ich von Kindheit auf getan; laß früh vor dir mich Gnade finden und nimm mein reuig Bitten an. Ist deine Gnade nur mein Teil, so fehlt mir nichts zu meinem Heil. 4. Hilf du in allen Sachen raten, denn wo wär ich mir selbst genug? bewahre mich vor Übeltaten, vor böser Menschen List und Trug; laß mich den Tag wohl wenden an und Gutes schaf⸗ fen, wo ich kann. 5. Bewahre mir Leib, Seel und Leben, Verwandt und Freunde, Hab und Gut. Willst du mir Kreuz zu tragen geben, so gib dabei auch Trost und Mut; und willst du Freuden mir verleihn, so laß sie mir zum Segen sein. 6. Du gabst mir Kraft, jetzt aufzustehen; dein Aufsehn ists, was mich erhält. Ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen; doch schick es, Herr, wie dirs gefällt. Schließ mich in deine Obhut ein, so bin ich tot und lebend dein. Kaspar Neumann. 4 1715. 458. Eigene Melodie. 121. Morgenglanzder CEwigleit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strah⸗ len zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und er⸗ weck uns Herz und Mut bei er⸗ standner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht auf⸗ stehn. 4. Ach du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und, entfernt von aller Plage, sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Tränenfeld in das Land der süßen Wonne, nim soll mir scha dir; nur mid deir Her mei mid du ich als nac deir Ru onne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Christian Knorr von Rosenroth. 1 1689. 459. Mel. 26: Christus, der ist mein ꝛe. 496 läßt der Herr mich leben! Mit fröhlichem Gemüt eil ich, ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir getan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir; du forderst nur Vertrauen, nur Lieb, o Gott, von mir. 5. Sa will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. 6. O Tilger meiner Sünden, mein Mittler Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du so gnädig bist. 7. Dir hab ich mich ergeben, ich freue mich in dir; erfreuender, als Leben, ist deine Güte mir. 8. Laß mich am ersten trachten nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achten, als allen Ruhm der Welt. Christoph Friedrich Neander. 1 1802. Morgenlieder. 460. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich zu ꝛe. O heilige Dreifaltigkeit, o hoch⸗ gelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr, und mich der Satan nicht verletz, noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Weisheit mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei; o mein Erlöser, hilf mir frei; o Tröster wert, weich nicht von mir, mein Herz mit werten Gaben zier. 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte mich, Herr, gnädiglich, Herr, heb auf mich dein Ange— sicht und deinen Frieden auf mich richt. Martin Behm. 1 1622. 461. Eigene Melodie. 145. VLicht, geboren aus dem Lichte, o Sonne der Gerechtigkeit: du schickst uns wieder zu Gesichte die angenehme Morgenzeit; drum will sichs gehören, dankbarlich zu ehren solche deine Gunst. Gib auch 304 unsern Sinnen, daß sie sehen können deiner Liebe Brunst. 2. Laß deines Geistes Morgen⸗ röte in unsern dunkeln Herzen sein, daß sie mit ihren Strahlen töte der eitlen Werke toten Schein. Siehe, Herr, wir wanken; Tun und auch Gedanken gehn auf falscher Bahn: du wollst unserm Leben deine Sonne geben, daß es wandeln kann. 3. Verknüpfe mit des Friedens Bande der armen Kirche schwache Schar. Halt fern von unserm Vaterlande Verfolgung, Trübsal und Gefahr: laß uns ruhig blei⸗ ben, unsern Lauf zu treiben diese kleine Zeit, bis du uns wirst bringen, wo man dir wird singen Lob in Ewigkeit. Martin Opitz v. Boberfeld. 462. Mel. 141: O Gott, du frommer Gott. + 1639. Jesu, süßes Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich um⸗ fangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier zu dir sich aus⸗ gestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenken mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer Gebetslieder. sein, weil ich sonst nichts ver⸗ mag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele; sie sei dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft. Da hast du meinen Geist, da⸗ rinnen wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus. Ach allerliebstes Leben, ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich; so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget; laß meiner Seele sein dein Bildnis einge⸗ präget im güldnen Glaubens⸗ schmuck, in der Gerechtigkeit, die allen Seelen ist das rechte Ehren⸗ kleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Geduld durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angetan. 7. Gib, daß doch diesen Tag mir stets vor Augen schwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgebe; auf daß mein ganzes Tun, durch Herz, durch Sinn und Mund, dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich tu, ja rede Geif lenke dein ich u tum. mich; ib mit ttzt die neiner einge⸗ ubens⸗ it, die Ehren⸗ e mich he, mit durch ich mit kleide ckt und n Tag be, daß vie die ganzes Sinn niglich, d. tu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigen⸗ tum. Joachim Lange. 1 1744. 463. Mel. 65: Herr Gott, dich loben alle wir. Vor deinen Thron tret ich hier⸗ mit, o Gott, und dich demütig bitt, wend doch dein gnädig An⸗ gesicht von mir, dem armen Sün⸗ der, nicht! 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht nach deinem Eben⸗ bild, durch dich bin, web und lebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft ganz wunderbar und unver⸗ hofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben 555 4. Verstand und Ehr hab ich von dir, des Lebens Notdurft gibst du mir, dazu auch einen treuen Freund, ders treu in Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du hast auch mir zugut vergossen dein so teu⸗ res Blut und für mich das Gesetz erfüllt, dadurch des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn mein Gewissen mich verklagt und meine bange Seele zagt, so kann dein Mittlertod Morgenlieder. 305 allein mir Trost und Freudigkeit verleihn. 7. Du bist mein Fürsprach allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud; ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott heilger Geist, du höchste Kraft, des Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich alles dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erkenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sakrament behalt und lieb bis an mein End. 10. Daß ich fest in Anfechtung steh und nicht in Trübsal unter⸗ geh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuletzt mit Freuden überwind. 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Morgenstund für alle deine Treu und Gnad, die meine Seel emp⸗ fangen hat; 12. Und bitt, daß deine Gna⸗ denhand bleib über mir heut aus⸗ gespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schutz ich dir befehl. 13. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, damit mein ganzes Christentum aufrichtig und recht⸗ schaffen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sünden⸗ schuld und hab mit deinem Knecht 20 306 Geduld; zünd in mir Glauben an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gib. 15. Ein selig Ende mir be⸗ scher, am jüngsten Tag erweck mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich. Amen, Amen, erhöre mich! Bodo von Hodenberg. 1 1650. 464. Mel. 130: Nun laßt uns Gott dem ꝛc. ach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. 2. Heut als die dunkeln Schat⸗ ten mich ganz umgeben hatten, hast du, o Gott, gewehret, daß mich kein Leid versehret. 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, trotz dem, der dich be⸗ trüge! schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, das ist ge⸗ schehen, ich kann das Licht noch sehen, von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch, Farr und Widder sind mein Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen, du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Bessres habe. 7. So wollst du nun vollenden Gebetslieder. dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Taten, hilf selbst das Beste raten, den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt. 1 1676. 465. Mel. 179: Werde munter, mein ꝛc. enn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh und, von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Mor⸗ gen seh: o dann wach ich anders auf, schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, mich dereinst vor dir verklage, daß er ganz von mir entweiht. Auch noch heute wacht ich auf. Dank dir, Herr! Zu dir hinauf führ mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage; 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr letzter nun er⸗ scheint, wenn zum dunklen Tal ich gehe, und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann nden, auf aten, den Herr, hütte, dein 5 ich 1676. in ꝛc. jenem heißt, yebens Mor⸗ nders mein ilgers einem neiner chkeit, klage, weiht. auf. hinauf Tage, r mir n er⸗ Tal danun dann Tischlieder. des Todes Pein und laß mich Hand, behüte uns vor Sünd und den Stärksten sein, mich, der ihn Schand, gib Frieden uns und gen Himmel weise und dich, Herr Einigkeit, bewahr uns auch vor des Todes, preise. Friedrich Gottlieb Klopstock. 4 1803. B. Cischlieder. a) Vor Cische. 466. Mel. 143: O Jesu Christ, meins ꝛc. esegn uns, Herr, die Gaben dein, die Speis laß uns zur Nah⸗ rung sein; hilf, daß dadurch er⸗ quicket werd der dürftge Leib auf dieser Erd. 2. Doch dieses zeitlich Brot allein kann uns nicht gnug zum Leben sein; dein göttlich Wort die Seele speist, hilft uns zum Leben allermeist. 3. Drum gib uns beides, lieber Gott! hilf endlich auch aus aller Not; so preisen deine Gütigkeit wir hier und dort in Ewigkeit. Um 1560. 467. Mel. 189: Wo Gott zum Haus nicht ꝛc. err, Gott Vater im Himmel⸗ reich, wir, deine Kinder allzu⸗ gleich, bitten dich jetzt aus Her⸗ zensgrund, speis uns alle zu dieser Stund. 2. Tu auf, Herr, deine milde teurer Zeit. 3. Laß uns hier leben seliglich, dein Reich besitzen ewiglich. Das sei heut und zu aller Frist Amen im Namen Jesu Christ. Kaspar Huberinus. Um 1540. 468. Mel. 152: Schmücke dich, o liebe Seele. peise, Vater, deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir end⸗ lich zu den Frommen an die Him⸗ melstafel kommen. Johann Heermann. 1647. b) Nach Tische. 469. Eigene Melodie. 130. Nun laßt uns Gott dem Herren danksagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein gegeben; die⸗ selben zu bewahren, will er nie etwas sparen. 3. Nahrung gibt er dem Leibe; daß auch die Seele bleibe, hat er 20* 308 Gebetslieder. der Sünde Wunden durch seine Gnad verbunden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben: Christus, für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Un⸗ fall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben; im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß sie hinfort behüte die Großen mit den Kleinen; du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gib ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen, durch Jesum Chri⸗ stum. Amen! Ludwig Helmbold. 4 1598. 470. Mel. 65: Herr Gott, dich loben alle wir. Wir danken Gott für seine Gabn, die wir von ihm empfangen habn, und bitten unsern lieben Herrn, er woll hinfort uns mehr beschern. 2. Er woll uns speisn mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort; ach, lieber Gott, du wollst uns gebn nach dieser Zeit das ewge Lebn. 1550. C. Abendlieder. Am Sonntage 47¹. Mel. 148: O Welt ich muß dich lassen. Der Sabbat ist vergangen, ich habe mein Verlangen nach Herzenswunsch erfüllt. Gott hat mich unterweiset, mit Lebensbrot gespeiset und meiner Seele Durst gestillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen, drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh. Denn allen Sündenschaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpurmantel zu. 3. O du dreieinig Wesen! mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin. Ich habe Licht vom Lichte, dein leuchtend Angesichte treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonn⸗ tag ist erschienen, der alle Nacht zuschanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnüget, denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel, es träumt mir nur vom Himmel. Ach, wer doch nur bald droben wär! Benjamin Schmolck. 1737. lassen. ngen, nach tt hat isbrot Durst ;rt im ohne ib zur haden n mit Lesen! „weil )habe chtend ernisse i mir nachen t, bis Sonn⸗ Nacht nüget, et, da stört träumt h, wer 1737. Abendlieder. 309 47². „Mel. 133: Nun sich der Tag geendet hat. Nun bricht die finstre Nacht herein, des Tages Glanz ist tot; jedoch mein Herz, schlaf noch nicht ein, geh, sprich zuvor mit Gott. 2. O Gott, du großer Herr der Welt, den niemand sehen kann, du siehst ja mich in deinem Zelt, hör auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders dein, drum hätt er auch bis in die Nacht dir sollen heilig sein. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschehn; denn ich bin Fleisch und Blut und pfleg es öfters zu versehn, ist gleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gnaden⸗ thron, sieh meine Schuld nicht an und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug getan. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, in unsre Herzen ein und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam sein. 7. Erhalte ferner noch dein Wort und tu uns immer wohl, damit man stets an diesem Ort dir diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh; o Vater, steh mir bei und gib mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. 9. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein; da wird in deiner Herrlich⸗ keit mein Sabbat ewig sein. Kaspar Neumann. 1 1715. 473. — Eigene Melodie. 21. Chyrist, der du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag. Du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Obschon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker sein, halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 3. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsern Seelen tracht, daß er an uns hab keine Macht. 4. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein teures Blut; das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. 5. Befiehl deinm Engel, daß er komm und uns bewach, dein Eigentum, gib uns die lieben Wächter zu, auf daß wir haben Fried und Ruh. Erasmus Alberus. 1 1553. 474. Eigene Melodie. 28. Der lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Lauf voll⸗ 310 Gebetslieder. führet, die Welt hat sich zur Ruh gemacht, tu, Seel, was dir ge⸗ bühret: tritt an die Himmelstür und bring ein Lied herfür, laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl und glänzt mit euren Strah⸗ len, ihr macht die Nacht des Lichtes voll, doch noch zu tausend— malen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schutz, mein Schatz, mein Eigentum. 3. Verschmähe nicht dies arme Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an; es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seelen Freund. 4. Mit dir will ich zur Ruhe gehn, dir will ich mich befehlen, du wirst, mein Hüter, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, auch selber nicht den Tod, denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 5. Nun, matter Leib, gib dich zur Ruh und schlaf fein sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille; schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! so ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, liebster Jesu, gute Nacht. Christian Seriver. 4 1693. 475. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jam⸗ mer verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wis⸗ sen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs bauen, nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns voll Einfalt werden und vor dir hier auf Erden wie Kin⸗ der fromm und fröhlich sein. 6. Wollst endlich sonder Grä⸗ men aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod. Laß, wenn du uns genommen, uns in den Himmel kommen, du, unser Herr und unser Gott! issen. n, die am Wald und weiße tille lle so stille Jam⸗ sollt. dort sehen So ie wir lugen kinder wis⸗ innen viele ——— Abendlieder. 311 7. So legt euch denn, ihr Brü⸗ der, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch. Matthias Claudius. 1 1815. 476. Mel. 146: O Traurigkeit, o Herzeleid. er Tag ist hin. Mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da. Sei du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen, treib der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonne Licht uns jetzt gebricht. O unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht hervor mir zur Freud und Wonne. 4. Was sich geregt, was sich bewegt, ruht jetzt von seinen Werken. Laß mich, Herr, in stiller Ruh dein Werk in mir merken. 5. Ein jeder will bei solcher Still der süßen Ruhe pflegen. Laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen. 6. Halt du die Wach, damit kein Ach und Schmerz den Geist berühre; sende deiner Engel Schar, die mein Bettlein ziere. 7. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? Wann der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 8. Wann diese Welt in Trüm⸗ mer fällt und du heimführst die Deinen, sollen heller siebenmal Mond und Sterne scheinen. 9. Alsdann wird nicht der Sonne Licht Jerusalem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 10. Halleluja! ei wär ich da, wo alles lieblich klinget, da man ohne Unterlaß Heilig, heilig! singet. 11. O Jesu du, mein Hilf und Ruh, laß mich dahin gelangen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. Johann Anastasius Freylinghausen. + 1739. 477. Eigene Melodie. 29. Der Tag ist hin; mein Jesu, bei mir bleibe. O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; geh auf in mir, Glanz der Gerechtig⸗ keit, erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen! Dir sei die Ehr, daß alles wohl⸗ gelungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur Eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständigkeit 312 Gebetslieder. im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, du Herzenskün⸗ diger, ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergib es, Herr! Mir sagt es mein Gewissen, der Sünde Lust hat mich von dir gerissen. Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein; da ist die Hand: du mein, und ich bin dein. 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte. Bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen, ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen. O Lebenssonn, erquicke meinen Sinn. Dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin. Joachim Neander. 1 1680. 478 (8. Mel. 108: Lobet den Herren alle, die ꝛc. ie Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen. Gott walts zu Frommen nach seinem Gefallen, daß wir uns legen, unter seinem Segen der Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister, halt die Nachtwache, sei selbst unser Schutz⸗ herr; schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel! 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich auf—⸗ wachen und von dir nicht wan⸗ ken; laß uns in Züchten unser Tun und Dichten zu deinm Preis richten. 4. Pfleg auch der Kranken als deiner Geliebten, hilf den Ge⸗ fangnen, tröste die Betrübten; pfleg auch der Kinder, sei selbst ihr Vormünder, des Feinds Neid hinder. 5. Vater, deinm Namen sei Lob in der Höhe, dein Reich zu—⸗ komme, dein Will, der geschehe, gib Brot, vergib, und die Ver⸗ suchung wende, erlös am Ende. Petrus Herbert. 4 1571. — 479. „Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. Vo ist die Nacht gekommen, in Dunkel ist verglommen der Sonne lichter Schein. Herr, Gut und Leib und Seele ich deiner Hut befehle; denn was ich hab, ist alles dein. 2. Wenn sich die Augen schließen, so laß mich dein genießen im Herzen unverwehrt. Wenn schlummern alle Hüter, so wahre du die Güter, die deine Gnade mir beschert. 3. Sei du mein Stab und Stecken, so kann mich nicht er⸗ schrecken des Todes finstres Tal; ja in der Nächte längsten kann nmit auf⸗ wan⸗ unser deinm en als Ge⸗ übten; selbst Neid en sei ch zu⸗ schehe, Ver⸗ Ende. 1571. h lassen. ꝛen, in Sonne t und r Hut lb, ist Augen nießen Wenn wahre Gnade und cht er⸗ Tal; kann ich mich nimmer ängsten, ich steh im Lichte allzumal. Du hast ja, die da saßen in Todesschatten, lassen, o Herr, dein Licht erschaun; wie könnten gehn verloren, die du zum Licht erkoren und führst auf deinen Friedensaun! 5. Hast du mit hellem Sterne das Morgenland, das ferne, nach Bethlehem geführt, so gib, wenn mir es dunkelt, daß mir der Stern dann funkelt, der mit der Gnade Strahl mich rührt. 6. Nun Herr, dir seis befohlen, was, meinem Aug verhohlen, die dunkle Nacht deckt zu. Herr, es will Abend werden; so gib der bangen Erden im Schatten deiner Flügel Ruh! Adolf Harleß. 1 1879. 480. Mel., 83: Ich weiß, mein Gott, daß ꝛc. ür alle Güte sei gepreist, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich bringe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut an mir getan, mir mein Gebet ge⸗ währet; hast väterlich mein Haus und mich beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüte, Abendlieder. 313 was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sei auch nach deiner Lieb und Macht mein Schutz und Schirm in dieser Nacht, vergib mir meine Sünden; und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden. Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. 481. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. Oerr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir getan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen: nach deines Worts Befehlen ein⸗ her im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen, dein ö 1 4 +. . 4 314 Gebetslieder. Name sei gepreist; mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist! Christian Fürchtegott Gellert. 1769. 482. Mel. 179: Werde munter, mein ꝛc. err, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin. Lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht getan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden, in Gedanken, Wort und Tat, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund ach, so schnell und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld; ich bin freilich schwer beladen, doch vergib mir alle Schuld! Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will ich auch dei⸗ nen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, und dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus und be⸗ wahre sonst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses tun. Sollte man etwas bereiten, uns zu scha⸗ den, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die Tat; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig mun⸗ ter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund er⸗ wachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann. 1 1715. 483. Mel. 40: Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. Dinunter ist der Sonne Schein, die finstre Nacht bricht stark herein: leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Not, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel nicht euten, Sollte scha erstöre re die indern kann t nicht Abend ö mun⸗ Hirt, Nacht Darum „ daß nd er⸗ t wird Sachen er hast immet dir am deine 171⁵. ꝛc. Schein, stark Christ, us im hu uns r und Engel hast behüt aus Gnad und väter⸗ licher Güt. 3. Womit wir habn erzürnet dich, dasselb verzeih uns gnädig⸗ lich und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns heut, o lieber Gott! Nikolaus Hermann. 1 1561. 484. Mel. 91: Jesu, meine Freude. irte deiner Schafe, der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, drum vergib die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tief geschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben, sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir, und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf im Frieden. Abendlieder. 315 4. Komm, verschließ die Kam⸗ mer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein. Deck uns zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind erschrecken. 5. Wie? wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? wie bald rot, bald tot! Drum, hast du beschlossen, daß mein Ziel ver⸗ flossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; hab ich Heil in dir gefunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich tue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter du. Gute Nacht, nimm mich in acht! und erlebe ich den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmolck. 1737. 485. Mel. 85: In dich hab ich gehoffet ꝛc. Mit meinem Gott geh ich zur Ruh und tu in Fried die Augen zu; denn Gott im Himmelsthrone mich wohl bewacht bei Tag und Nacht, auf daß ich sicher wohne. 2. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, der du allein mein Helfer bist: laß kein Leid widerfahren, durch deinen Schutz vors Teufels Trutz dein Engel mich bewahren. 316 3. Befiehl du deinen Engelein, daß sie stets um und bei uns sein; all ÜUbel von uns wende. Gott heilger Geist, dein Hilf uns leist an unserm letzten Ende. 4. Herr, meinen Geist befehl ich dir; mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände. O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende. 5. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Vater, Sohn und Geist bereit, Lob seinem heilgen Namen! die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum. Amen. V. 1 von Cornelius Becker, 4 1604. V. 2 u. 3 von unbekanntem Verfasser. V. 4 u. 5 von Adam Reusner, um 1575. 486. Eigene Melodie oder Mel. 89: Jesu, komm doch selbst zu ꝛc. üde bin ich, geh zur Ruh, schließe meine Augen zu. Vater, laß die Augen dein über meinem Bette sein. 2. Hab ich unrecht heut ge⸗ tan, sieh es, lieber Gott, nicht an. Deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; alle Menschen groß und klein sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, nasse Augen schließe zu; Gott im Himmel, halte Wacht, gib uns eine gute Nacht. Louise Hensel. 4 1878. 487 * Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, auf! ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelssaal. Also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammertal. 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe, legt ab nun Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit. Die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zu Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glie⸗ Gebetslieder. lassen. Vieh, er, es aber, sollt höpfer ieben? n, die Fahr Jesus, einem ingen, angen Also mich tt aus Ruhe, chuhe, Die ristus r und und un zu sei. herden d von Glie⸗ Abendlieder. der, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt. Es kom⸗ men Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn ver⸗ drossen, im Nu sind sie ge⸗ schlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gna⸗ den, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, so laß die Eng⸗ lein singen: Dies Kind soll un⸗ verletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben ein Un⸗ fall, noch Gefahr. Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schar! Paul Gerhardt. 1 1676. 488. Eigene Melodie. 133. Nun sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, wachst allezeit, du schläfst noch schlum⸗ merst nicht; vor dir ist keine Dunkelheit, weil du selbst bist das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch 317 an mich in dieser schwarzen Nacht, und schenke du mir gnädiglich die Obhut deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünde Schuld, die mich bei dir klagt an; doch hat ja deines Sohnes Huld genug für mich getan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vor Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf tu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin und endet euren Lauf! Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammertal, so führ mich, Herr, zum Himmel ein zu der Erwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du starker Zebaoth; im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Johann Friedrich Herzog. 489. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. Nun sich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich. Dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, er⸗ leuchte und entzünde mich. + 1699. 318 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein. Die sündlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich herzlich liebest, daß du mich stets umgibest und rufst zu dir hinein, daß du ver⸗ gnügst alleine so wesentlich und reine, laß allezeit mir heilig sein. 4. Ein Tag, der sagts dem andern, mein Leben sei ein Wan⸗ dern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhne! mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerhard Tersteegen.— 1769. 490. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. Treuer Jesu, wache du! denn jetzt geh ich einzuschlafen; gib mir und den Meinen Ruh. Bleib, o Hirt, bei deinen Schafen, schließ die Türen selber zu; treuer Jesu, wache du! 2. Treuer Jesu, weiche nicht! sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, das oft samt der Nacht einbricht, uns mit Ach und Weh erwecken; bleib bei uns mit dei⸗ nem Licht, treuer Jesu, weiche nicht! 3. Treuer Jesu, steh uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und Gebetslieder. der Feind uns ihn nicht raube. Deine Hilfe mach uns frei, treuer Jesu, steh uns bei! 4. Treuer Jesu, sorge du, wenn es einmal kommt zum Sterben. Bring mich dann zu meiner Ruh, mache mich zum Himmelserben; schließ mir selbst die Augen zu, treuer Jesu, sorge du! 5. Treuer Jesu, nimm zu dir endlich mich und all die Meinen! Wenn dein Tag nun bricht herfür, da du selber wirst erscheinen, führ uns durch des Himmels Tür, treuer Jesu, ein zu dir! Um 1690. 491. Mel. 165: Vater unser im Himmelreich. V V ollendet hat der Tag die Bahn, sein Licht der Abend ausgetan, und überall die dunkle Nacht die Zeit der Ruhe hergebracht; o reicher Gott, nun segne du uns diese Nacht zu guter Ruh. 2. Was du uns Gutes hast beschert, wie du uns heut ver⸗ sorgt, ernährt, in aller Fährlich⸗ keit beschützt, uns zugewendet, was uns nützt, wir danken dafür inniglich, und Herz und Lippen preisen dich. 3. Was aber Übels wir ge⸗ tan, das rechn aus Gnaden uns nicht an; wir klagen dirs mit Reu und Schmerz und zeichnen unser Haus und Herz mit deines lieben raube. treuer wenn terben. Ruh, erben; en zu, zu dir einen! herfür, einen, mmels dir! 1690. zelreich. Bahn, getan, cht die reicher Nacht 3 hast t ver⸗ hrlich⸗ bendet, dafür Lippen ir ge⸗ n uns it Reu unser lieben ** Abendlieder. Sohnes Blut zu Glaubenstrost und Glaubensmut. 4. Nun gib uns Ruhe, die erquickt, nach der das müde Auge blickt. Des Wächters Hut und Wachsamkeit, der Tor und Riegel Festigkeit, das Lager weich und warm und dicht, das alles gibt die Ruhe nicht. 5. Hältst du nicht selbst im Herzen auf der Sorgen und Ge⸗ danken Lauf, so fährt es auf⸗ geregt einher wie ein vom Sturm bewegtes Meer, und manche Stunde stiller Nacht wird Ruhe suchend hingebracht. 6. Drum bring du unser Herz zur Ruh und schließ uns bald die Augen zu. Mit deiner Güte decke uns, zur rechten Zeit er⸗ wecke uns. Dann sei dir unser Dank gebracht für dein Geschenk, die gute Nacht. Karl Johann Philipp Spitta. 4 1859. 9² 492. Eigene Melodie. 179. A Werde munter, mein Gemüte, und ihr Sinnen, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat getan an mir, da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag hat behütet und in Gnaden abgewendet allen Schaden. 2. Lob und Dank sei dir ge⸗ sungen, Vater der Barmherzig⸗ 319 keit, daß mir ist mein Werk ge⸗ lungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich hast bewahrt, auch den Feind hinweggetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Misse⸗ tat, die mein armes Herz be⸗ laden und sogar vergiftet hat. Des Versuchers List und Tück treib durch deine Macht zurück; du allein kannst mich erretten, strafe nicht mein Übertreten! 4. Bin ich gleich von dir ge⸗ wichen, stell ich mich doch wieder ein; hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich allzeit in mir finde. 5. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewig⸗ keit, dir will ich mich ganz be⸗ fehlen diese Nacht und alle Zeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel hier; daß kein Unfall mich betrübe, decke mich mit deiner Liebe. 6. Laß mich diese Nacht empfin⸗ den eine sanfte, süße Ruh; alles Übel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen sein in deinen Schutz beschlossen. 320 7. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu, des ich stets begehre, bleibe ja mein Schutz und Rat! Und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja es soll geschehen! Johann Rist. 4 1667. Am Schlusse der Woche. 493. Mel. 79: Ich dank dir, lieber Herre. ie Woche geht zu Ende, nicht aber Gottes Treu, denn wo ich mich hinwende, da ist sie immer neu. Die Zeit kann wohl ver⸗ schwinden, nur Gottes Güte nicht; sie läßt sich täglich finden und gibt mir Trost und Licht. 2. Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget; ja meine Lebens⸗ zeit vom Anfang meiner Pfade bis diesen Augenblick rühmt deine Wundergnade im Unglück wie im Glück. 3. Allein mein Herze bebet, wenn es zurücke denkt, wie übel ich gelebet und dich, mein Gott, gekränkt. Je mehr du mich ge— liebet und meiner hast verschont, je mehr ich dich betrübet, mit Undank dir gelohnt. 4. Ach strafe nicht im Grimme Gebetslieder. gehäufte Missetat! Weil deine Vaterstimme mich selbst gerufen hat, so schrei ich: Herr, erbarme, erbarm dich über mich! ich fall dir in die Arme, ach schone gnä⸗ diglich! 5. Mein Glaube heißt mich hoffen, es sei durch Christi Blut ein neuer Bund getroffen und alles wieder gut. Drum will ich dir geloben, auf ewig treu zu sein; dein guter Geist von oben wird mir die Kraft verleihn. 6. Ich bin dein Kind aufs neue; drum gib, daß diese Nacht mich auch dein Schutz erfreue, der alles sicher macht. Ich werde gleichsam sterben, der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht verderben, du lebst in mir, mein Gott. 7. Du wirst auch die ver⸗ sorgen, die mein sind und auch dein; so werden wir uns morgen in deiner Kraft erfreun. Wir werden Opfer bringen mit Her⸗ zen, Mund und Hand und dir ein Loblied singen, wie du uns bist bekannt. 8. Soll das in meinem Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben und mich im Geiste freun auf einen Feierabend, den Christi Tod gemacht, und diese Hoffnung habend sprech ich nun: Gute Nacht! Benjamin Schmolck. 4 1737. auf deine rufen irme, fall gnä⸗ mich Blut und ll ich u zu oben . aufs Nacht freue, verde af ist nicht mein ver⸗ auch orgen Wir Her⸗ d dir uns Leben l ich hãim bend, und ch ich Lieder auf die vier Jahreszeiten. D. Lieder auf die vier Jahreszeiten. 1. Frühling. 494. Mel. 164: Valet will ich dir geben. ie lieblich ist der Maien aus lauter Gottes Güt, daß sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht. Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grü⸗ ner Weid, die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud. 2. Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben dein, die Blüt zur Frucht vermehre, laß sie er⸗ sprießlich sein. Es steht in dei⸗ nen Händen, dein Macht und Güt ist groß; drum wollst du Segen spenden uns aus der Erde Schoß. 3. Herr, laß die Sonne blicken ins finstre Herze mein, damit sichs möge schicken, fröhlich im Geist zu sein, die größte Lust zu haben allein an deinem Wort, das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels Pfort. 4. Mein Arbeit hilf verbringen zum Lob dem Namen dein, und laß mir wohl gelingen, im Geist fruchtbar zu sein. Die Blümlein laß aufgehen von Tugendmancher⸗ lei, damit ich mög bestehen und nicht verwerflich sei. Martin Behm. 1622. — 2. Sommer. 495. 4 Volksweise oder Mel. 101. Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommer⸗ zeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide. Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an, als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleugt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder, die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Tal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völk⸗ lein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälb⸗ lein speist die Jungen, der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich und ihren Rand mit schattenreichen Myrten, die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz von Lust⸗ geschrei der Schaf undihrer Hirten. 6. Die unverdroßne Bienen⸗ 21 322 Gebetslieder. schar zeucht hin und her, sucht hier und dar die edle Honigspeise, des süßen Weinstocks starker Saft kriegt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt, darüber jauchzet jung und alt, und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hie so schön, und läßt dus uns so lieb⸗ lich gehn auf dieser armen Erden, was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Him⸗ melszelt und güldnen Schlosse werden? 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein? wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit eingestimmtem Mund und Stimm ihr Halleluja singen? 11. O wär ich da! o stünd ich schon, liebreicher Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen! So wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf nur und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe. Gib, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seelen früh und spat viel Glaubensfrucht erziehe. 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, und laß mich Wurzel treiben. Verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gar⸗ tens schöne Blum und Pflanze möge bleiben. 15. Erwähle mich zum Para⸗ deis und laß mich bis zur letzten Reis' an Leib und Seele grünen; so will ich dir und deiner Ehr allein, und sonsten keinem mehr, hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt. 1 1676. 3. Berbst. 496. Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht ꝛc. Hes Jahres schöner Schmuck entweicht, die Flur wird kahl, der Wald erbleicht, der Vöglein Lieder schweigen. Ihr Gotteskinder, schweiget nicht und laßt hinauf zum ewgen Licht des Herzens Opfer steigen! ieses stille sich d an igen. einen mmel lühe. einer und ziehe. einem werd mich „daß Gar⸗ flanze Para⸗ letzten ünen; rEhr mehr, 1676. richt ꝛe. chmuck hl, der Lieder kinder, hinauf erzens Lieder auf die vier Jahreszeiten. 323 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn, wir greifen zu, wir holen ein, wir sammeln seinen Segen. Herr Jesu, laß uns gleichen Fleiß an deiner Liebe Ruhm und Preis mit Herzensfreude legen! 3. Der Weinstock gibt die süße Kost, aus voller Kelter fließt der Most, die Herzen zu erfreuen. Du rechter Weinstock, höchstes Gut, laß deine Reben durch dein Blut sich freudiglich erneuen! 4. Was Gottes Hand für uns gemacht, das ist nun alles heim⸗ gebracht, hat Dach und Raum gefunden. So sammle dir zur Gnadenzeit, o Seele, was dein Herr dir beut für deine Kreuzes⸗ stunden! 5. Denn wie die Felder öde stehn, die Nebel kalt darüber⸗ wehn, und Reif entfärbt die Matten; so endet alle Lust der Welt, des Lebens Glanz und Kraft zerfällt, schnell wachsen seine Schatten. 6. Es braust der Sturm, der Wald erkracht, der Wandrer eilt, um noch vor Nacht zu flüchten aus den Wettern. O Jesu, sei uns Dach und Turm, wenn nun des Lebens rauher Sturm uns will zu Boden schmettern! 7. Es fällt der höchsten Bäume Laub und mischt sich wieder mit dem Staub, von dannen es ge⸗ kommen. Ach Mensch, sei noch so hoch und wert, du mußt hinun⸗ ter in die Erd, davon du bist genommen! 8. Doch wie der Landmann seine Saat ausstreuet, eh der Winter naht, um künftig Frucht zu sehen, so, treuer Vater, deckest du auch unsern Leib mit Erde zu, daß er soll auferstehen. 9. Indes, wie über Land und Meer der Störche Sug, der Schwalben Heer der Sonn ent⸗ gegenstreben, so laß zu dir die Seelen fliehn, zu deinem Para⸗ diese ziehn, an deiner Sonne leben! Viktor von Strauß. 1 1899. 4. Winter. 497. Mel. 89: Jesu, komm doch selbst ꝛc. Hn der stillen Einsamkeit findest du dein Lob bereit; großer Gott, erhöre mich, meine Seele suchet dich! 2. Der du alle Sterne führst und der Jahre Lauf regierst, un⸗ veränderlich bist du, nimmer still und doch in Ruh. 3. Diese kalte Winterluft kräf⸗ tig in die Herzen ruft: Seht, wo ist der Sommer hin? nur der Herr erwecket ihn! 4. Reif, wie Asche, nah und fern streuet aus die Hand des Herrn; wer kann bleiben vor dem Frost, wenn es weht von Nord und Ost? 21* 324 Gebetslieder. 5. Gleich wie Wolle fällt der Schnee und bedecket Land und See; wehet aber Gottes Wind, so zerfließet er geschwind. 6. O Beherrscher der Natur, allen zeigst du Zeit und Spur; Frühling, Sommer, Herbst und Eis nahn und fliehn auf dein Geheiß. 7. Folgte deines Worts Be⸗ fehl auch so willig meine Seel! O daß, Jesu, deine Lieb in mir lenkte jeden Trieb! 8. Friert da draußen alles ein, soll mein Herz doch brennend sein; leuchte, o mein Heil, in mir, o so glüht und lebt es dir! Joachim Neander.„ 1680. E. Witterungslieder. a) Bei dürrer Zeit und nach geschenktem Regen. 498. „Mel. 2: Ach Gott, vom Himmel ꝛc. Ach Herr, Herr, du gerechter Gott, wir habens wohl verdienet mit unsrer Sünd und Missetat, daß unser Feld nicht grünet und Mensch und Vieh in Trauer gehn; läßt du nicht deine Hilfe sehn, so müssen wir verschmachten. 2. Herr, unsre Sünd bekennen wir, du wollst sie uns verzeihen; all unsre Hoffnung steht zu dir, wollst Hilf und Trost verleihen. Gib Regen und den Segen dein zu deines Namens Ehr allein,‚ Herr, unser Gott und Tröster! 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund um deines Namens willen; wir bitten dich von Herzensgrund, doch unsre Not zu stillen. O kehre doch mit Regen ein; denn du bist ja der Herr allein, bei dir steht unsre Hilfe. 4. Verschmäh doch unser Fle⸗ hen nicht, laß deine Gnade wal⸗ ten; das Weltall hast du zugericht, als Herrscher drin zu schalten. Allmächtig ist der Name dein; nichts, nichts kann dir unmöglich sein, Herr unser Gott und Tröster! 1592 499. Nel. 45: Es ist das Heil uns kommen ꝛc. M Galobet seist du, treuer Gott, von Herzen und Gemüte, daß du gewendet unsre Not und zeigst uns deine Güte. Wir sehen, daß du uns erhört, weil du uns gibst, was wir begehrt, den längst er⸗ wünschten Regen. 2. Ach Vater, das bleibt den⸗ noch wahr: wenn Christen zu dir schreien, so hilfst du frei und offenbar, daß sie sich wieder freuen Wir riefen dich um Regen an, und sieh, er tröstet jedermann, er kömmt mit reichem Segen. 3. Du tränkest nun mit reichem Naß die Gärten, Wiesen, Felder, erfrischest alles Laub und Gras n0 — mit gleie Sor doch uns — unse — brei weil und Seg Arn will 2 und dein wir nmen ꝛc. Gott, aß du zeigst „ daß gibst, gst er⸗ t den⸗ zu dir und reuen an, inn, er 2* Witterungslieder. 325 und die versengten Wälder, läßt regnen, daß die matte Saat, ja alles, was das Leben hat, frisch, grün und fruchtbar werde. 4. Drum singen wir auch hoch⸗ erfreut: Gottlob! wir sind er⸗ höret, die Hilfe kam zur rechten Zeit, Gott selbst zu uns sich kehret; gottlob! die Wolken ge⸗ ben Naß, gottlob! nun trinket Laub und Gras, Gott sei Lob, Preis und Ehre! Michael Schernack. 4 1675. b) Bei Nässe und nach Abhilfe solcher Not. 500. Mel. 20: Aus tiefer Not schrei ich ꝛc. O Gott, der du das Firmament mit Wolken kannst bedecken, in⸗ gleichen wiederum behend das Sonnenlicht erwecken, ach halt doch mit dem Regen ein und gib uns wieder Sonnenschein, daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe sind beladen. Dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Armen, sich zur Erde neigt und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Missetat und ganz verkehrtes Leben, so deinen Zorn entzündet hat, daß wir in Nöten schweben; weil wir verachtet deine Huld und nicht be⸗ weinet unsre Schuld, so muß der Himmel weinen. 4. Doch denke, Herr, an deine Treu, laß deinen Zorn sich legen, wohn uns in Gnaden wieder bei, sei unser Trost und Segen. Wie hält so hart sich dieser Zeit dein Herz und deine Freundlichkeit! Du bist ja unser Vater. 5. Gib uns von deinem Him⸗ melssaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. Michael Schirmer. 1 1673. 501. e. 18: Auf meinen lieben Gott. Nun ist der Regen hin; wohl⸗ auf, mein Herz und Sinn, sing nach betrübten Leiden Gott, dei⸗ nem Herrn, mit Freuden! Gott hat sein Herz gekehret und unsre Bitt erhöret. 2. Sein Zorn war sehr ent⸗ brannt auf uns und unser Land. Er sprach: Ihr Menschenkinder, ihr seid und bleibet Sünder, wollt von der Bosheit Straßen euch gar nicht wenden lassen. 3. Drum soll mein Himmels⸗ licht sein klares Angesicht in schwarze, trübe Decken und dunkle Wolken stecken, und für das helle 326 Gebetslieder. Scheinen der Himmel auf euch weinen. 4. Bald aber fiel sein Grimm durch unsers Seufzens Stimm; sein väterlich Gemüte dacht an sein ewge Güte und ließ auf unser Schreien ihn seinen Zorn gereuen. 5. Die Wolken flohen weg; der feuchten Winde Steg, daher die Wasser flossen, nahm ab und ward verschlossen, des hohen Himmels Tiefen, die hörten auf zu triefen. 6. Steh auf, du mattes Feld, aus deinem Trauerzelt! steh auf und laß uns wieder die süßen Sommerlieder zu deines Schöp⸗ fers Ehren mit Lust und Freuden hören. 7. Sieh her: der Sonnen Zier geht wieder schön herfür, bringt uns nach langem Regen den lie⸗ ben warmen Segen auf Höhen und im Tale mit wunderreichem Strahle. 8. Die Erde wird erquickt, und was durch Näß erstickt, das wird nun wieder leben und reife Früchte geben, die Äcker gut Getreide, die Wiesen Gras und Weide. 9. Die Bäume werden schön in ihrer Fülle stehn, die Berge wer⸗ den fließen und Wein und Ol ergießen, das Bienlein wird eintragen bei stillen, warmen Tagen. 10. Davon wird unsern Teil das ewge Gut und Heil uns allen⸗ samt zumessen, wir werdens sehn und essen und mit dem Gut der Erden zur Gnüg ersättigt werden. 11. Nun, Gott ist fromm und treu, sein Huld ist immer neu und läßt sich leicht versühnen, gibt, was wir nicht verdienen, läßt gnädig sich erfinden, straft nicht nach unsern Sünden. 12. Darum, so richte nun, o Mensch, auch du dein Tun zu Gottes Lob und Liebe, daß dein Herz nicht betrübe mit mehrerm Zorn und Schmerze das aller⸗ frömmste Herze. Paul Gerhardt. 1 1676. c) Beim Gewitter und Danklied nach demselben. 502 ** Mel. 71: Herr, wie du wibllst, so ꝛc. Ach lieber Herr, du großer Gott, den alle Welt muß ehren, auf dessen mächtiges Gebot der Donner sich läßt hören; es zucket feurig Blitz auf Blitz herab von deinem Wolkensitz, der Regen fällt in Strömen. 2. Wir hören deines Himmels Zelt dumpf donnerndwiderhallen; der Sturmwind brauset durch das Feld, die Wasserwogen wallen; die Felsen bücken sich vor dir, die hohen Berge zittern schier vor deines Zornes Schelten. 3. O Herr, vor dem der Him⸗ 20. Bott, auf nner eurig inem t in mels illen; h das Ullen; Ddir, vor Him⸗ Witterungslieder. Beim Beginn und während der Ernte. 327 mel bebt, wenn du zur Erde blickest, wenn unter dir der Che⸗ rub schwebt, und du dein Feuer schickest; wohin mit unserm schwa⸗ chen Sinn, o Herr, wo fliehn wir Armen hin, wenn du willst mit uns zürnen? 4. Willst du nach unsrer Misse⸗ tat die Straf ergehen lassen, so können wir nicht Trost und Rat vor großer Trübsal fassen; denn alles Fleisch ist sündenvoll, und keiner, wie er werden soll. Wie können wir bestehen? 5. Doch, großer Gott, erbarme dich, gedenk an deine Gnade! Wend ab das Wetter väterlich, daß uns der Blitz nicht schade. Du Vater voller Huld und Treu, ach steh uns armen Sündern bei, deck uns mit deinen Händen! 6. Bewahre Menschen, Vieh und Kraut, die Bäum und Frucht der Felder, und was zur Woh⸗ nung ist erbaut, dazu auch Gras und Wälder. Hilf uns, daß nicht mit einem Mal von oben her ein Feuerstrahl uns jämmerlich ver⸗ derbe. 7. Laß deinen Donner, Sturm und Blitz, o Herr, ins weite ziehen, daß wir vor deinem Gna⸗ densitz mit froher Seele knieen und dich im hellen Sonnenlicht lobpreisen, dessen Angesicht uns mild in Christo segnet. Nach Johann Rist. 4 1667. 503. Mel. 168: Von Gott will ich nicht ꝛc. as Wetter ist vertrieben durch deine Gnad und Kraft, du bist stets bei uns blieben, hast Sicher⸗ heit verschafft; wie dein Sohn Jesus Christ das wilde Meer be⸗ dräuet, die Jünger bald erfreuet, der Helfer du stets bist. 2. Haus, Hof, Gut, Leib und Leben hat deine Gnadenhand be⸗ hütet und daneben beschützet unser Land. Dein gnädig Angesicht läßt du uns wieder schauen, die wir uns dir vertrauen mit starker Zuversicht. 3. Dankopfer wir dir bringen für das, was du getan; von deiner Macht wir singen, nimms, Vater, gnädig an durch Christum, deinen Sohn, um seins Verdienstes willen, der deinen Zorn kann stillen, der wahre Gnadenthron. 4. Ach Herr, am jüngsten Tage, wenn der herein nun fällt, daß er mit Donnerschlage anzündet diese Welt, so streck aus deine Hand und zeuch uns, die wir gläuben an dich und treu ver⸗ bleiben, hinauf ins Vaterland. Johann Heermann. 4 1647. F. Beim Beginn und während der Ernte. 504. Mel. 71: Herr, wie du willst, so ꝛc. Herr Gott, der du deiner Schar hast zugesagt auf Erden, daß sie von dir soll immerdar im Kreuz getröstet werden, und daß du unser täglich Brot, samt Rettung aus der Angst und Not, uns freundlich willst bescheren! 2. Gib reine Luft und Sonnen⸗ schein, fruchtbaren Tau und Regen, damit die Früchte wohl gedeihn durch deinen milden Segen, die hierzulande früh und spat der Ackermann geworfen hat auf dein Wort in die Erde. 3. Umsonst ist alle unsfre Müh im Pflanzen und Begießen, wenn du nicht lässest spat und früh des Regens Ströme fließen. Nur du regierst des Wetters Lauf, durch dich wächst jede Pflanze auf, durch dich nur bringt sie Früchte. 4. Herr, straf uns nicht in deinem Zorn, gedenk an deine Güte; den Weinstock und das liebe Korn uns gnädiglich behüte vor hartem Frost und Hagelschlag, vor Dürre und was sonst noch mag den Früchten Schaden bringen. 5. Gib gnädig, was uns deine Hand so reichlich jetzo weiset, auf daß damit im ganzen Land werd arm und reich gespeiset. So wird dich loben groß und klein, die Alten und die Kinderlein und was auf Erden lebet. 6. Wir trauen dir, o großer Gott, laß deine Gnade walten! Du weißt gar wohl, was uns ist not, hast lange hausgehalten und wirst regieren ferner so, daß Gebetslieder. man durch deinen Segen froh wird deinen Namen preisen. Bartholomäus Ringwald. 1 1598. G. Bergwerkslieder. Vor der Einfahrt. 505. — ⁵7— 109: Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. Mit dir, Allmächtger, fahr ich an und voll Vertraun auf dich; nicht schreckend ist die dunkle Bahn, wenn du begleitest mich. 2. Ein jeder Schritt auf steiler Fahrt erinnert an den Tod; ich wandle sie, von dir bewahrt, ge⸗ trost und froh, mein Gott. 3. Dein Wille war, daß meine Hand oft schmerz⸗ und wunden⸗ voll und nahe an des Grabes Rand das Brot verdienen soll. 4. So folg ich denn und fürchte nicht Gefahr und was mir droht; du, Herr, bist meine Zuversicht; ich tue dein Gebot. 5. Der Welt zum Nutzen opfre ich mein Leben, meinen Schweiß und dabei trau ich fest auf dich, du segnest meinen Fleiß. 6. Dir, dir will ich mein Leben weihn mitchristlich frommem Sinn. Dein Beifall sei, o Gott, allein mein Ruhm und mein Gewinn. 7. Bis jetzt verließ dein Schutz mich nicht bei drohender Gefahr; gesund vollbracht ich meine Schicht, so schwer sie oft auch war. froh 598. sten ꝛe. ic dich; Zahn, steiler d; ich t, ge⸗ meine nden⸗ rabes soll. ürchte droht; rsicht; opfre hweiß dich, Leben Sinn. allein winn. Schutz efahr; chicht, Bergwerkslieder. 8. So sei auch ferner noch bei mir auf meinem Arbeitspfad, mit deiner Hilfe, die von dir sich oft mein Herz erbat. 9. Fahr ich zur Grube froh heraus, dann dank ich dir, daß du mich zu den Meinen führst nach Haus und gibst uns Brot und Ruh. 10. Doch sollt ein widriges Geschick mir in der Teufe drohn, so bist du, Herr, der Meinen Glück, ihr Trost, ihr Schild, ihr Lohn. 11. Ich lege sie in deine Hand, du wirst ihr Vater sein; dir ist kein Unfall unbekannt, der plötz⸗ lich bricht herein. 12. So komme denn die letzte Schicht auf meiner Pilgerbahn. Glück auf! Glück auf! ich zage nicht, du nimmst dich meiner an. Nach der Ausfahrt. 506. Jesu, meine Freude ꝛc. Gnädigster Erbarmer, zu dir komm ich Armer nach vollbrachter Fahrt. Du hast heut aus Gnaden mich vor allem Schaden als dein Kind bewahrt. Keine Not, kein Leid, kein Tod hat, o Vater, mich berühret, weil du mich ge⸗ führet. 2. O, wie war mein Leben von Gefahr umgeben in der tiefen Rel. 91: 329 Kluft! Wetter, Bruch und Wände drohten mir das Ende in der finstern Gruft. Doch du hast bei aller Last deinen Schutz an mir erneuet und mich nun befreiet. 3. Herr, auf meinen Wegen hab ich deinen Segen überall ge⸗ spürt. Du hast meine Tritte und all meine Schritte gnädiglich re⸗ giert. Nun kann ich mit Freuden dich, meinen Hort und Helfer, preisen und dir Dank erweisen. 4. Ja, ich will dich loben hier und einst dort oben und mich deiner freun. Stets soll mein Gemüte für die große Güte fromm und dankbar sein. Doch, mein Licht, verlaß mich nicht! Schütze ferner Leib und Seele, die ich dir befehle! 507. Mel. 19: Aus meines Herzens Grunde. Gort dem Erzschöpfer droben sei Ehr und Preis gesagt. Wir Bergleut billig loben sein große Gottesmacht, daß er, der höchste Hort, so mancherlei Metallen nach seinem Wohlgefallen geschaffen durch sein Wort. 2. Gold, Silber, Kupfer, Eisen, auch Wismut, Zinn und Blei ist alles hoch zu preisen als Gottes Gaben frei, die er noch allezeit läßt wachsen aus der Erden, daß wir erhalten werden durch sein Allmächtigkeit. 14 330 Gebetslieder. 3. O Gott, zu dir wir schreien; du treues Vaterherz wollst uns Bergleut erfreuen. Heiß wachsen reiches Erz, tu Gäng und Flöze auf und gib uns deinen Segen, daß wir gewinnen mögen gut Erz ein ganzen Hauf. 4. Halt uns bei reiner Lehre durch deine große Güt! Reich Ausbeut auch beschere, vor Scha⸗ den uns behüt, damit wir sicher sein! So laß der Engel Scharen ein und aus mit uns fahren, daß sie uns schützen fein! 508. Mel. 183: Wie schön leuchtet der ꝛc. Mit Freuden will ich heben an und einen Bergreihn klingen lan dem höchsten Gott zu Ehren. Auf, auf, ihr christlichen Berg⸗ leut, rühmt Gottes groß All⸗ mächtigkeit, helft mir sein Lob vermehren! Lieblich, fröhlich ju⸗ bilieret, triumphieret, singet alle und lobt Gott mit großem Schalle! 2. Zuvörderst lasset uns mit Fleiß dem Höchsten sagen Dank und Preis, daß er uns hat ge⸗ schenket sein reines Wort, das höchste Gut, das Leib und Seel er⸗ quicken tut, so oft man sein ge⸗ denket. Lieblich, fröhlich ꝛc. 3. Glück, Heil und Segen mannigfalt, Nahrung dazu für jung und alt hat er nach Not⸗ durft geben. Sein Gnade währt noch immerdar, sie hat noch lange Zeit und Jahr gefristet unser Leben Lieblich, fröhlich ꝛc. 4. Wenn wir ausfahren oder ein, sendt er uns seine Engelein, die himmlischen Heerscharen und tut denselbigen Befehl, sie sollen unser Leib und Seel vor allem Leid bewahren. Lieblich, fröh⸗ lich ꝛc. 5. Herr Jesu Christ, du edler Hort, erhalt uns nur dein reines Wort, drum wir dich herzlich bitten; tu auf dein reiche milde Hand und segne unser ganzes Land, all Bergwerk und Schmelz⸗ hütten! Hilf Herr, bescher Glück auf Erden, bis wir werden zu dir kommen in den Himmel auf⸗ genommen. Matthäus Wieser, um 1658. H. Reiselieder. 509. Mel. 43: Erschienen ist der herrlich ꝛc. In Gottes Namen fahren wir, sein heilger Engel geh uns für, wie dem Volk in Agyptenland, das entging Pharaonis Hand. Kyrieleis. 2. Herr, du wollst unser Gleits⸗ mann sein und mit uns gehen aus und ein und zeigen alle Steig und Steg; wehre dem Unfall auf dem Weg! Kyrieleis. 3. So wird kein Berg noch tiefes übera unsert hilfest 4 rechte einge ins V an ur M —3 n der se als at ist ko 2. tut, und raten werde 2. Fuß, wend aus wird 4. mich begle abwe lich an d ich g schen 6 lange unser oder elein, und ollen allem fröh⸗ edler eines rzlich milde zes melz⸗ Glück n zu auf⸗ 65⁵8. lich ꝛc. wir, für, land, hand. leits⸗ gehen Steig l auf noch Reiselieder. tiefes Tal, kein Wassr uns irren überall; fröhlich kommn wir an unsern Ort, wenn du uns gnädig hilfest fort! Kyrieleis. 4. Herr Christ, du bist der rechte Weg zum Himmel und der einge Steg; hilf uns Pilgrimn ins Vaterland, weil du dein Blut an uns gewandt! Kyrieleis. Nikolaus Hermann. 1 1561. 510. Mel. 21: Christ, der du bist der ꝛc. oIn Jesu Namen zieh ich aus, der selbst aus seines Vaters Haus, als aus dem höchsten Freudensaal, ist kommen in dies Jammertal. 2. Was man in Jesu Namen tut, das macht uns freudig Herz und Mut, es muß in ihm ge⸗ raten wohl und seines Segens werden voll. 3. Du, Jesu, richtest meinen Fuß, daß nichts von dir mich wenden muß. Du führst mich aus und wieder ein, durch dich wird alles heilsam sein. 4. Befiehl den Engeln, daß sie mich auf allen Wegen sicherlich begleiten, und durch ihre Wach abwenden alles Ungemach. 5. Treib meine Sachen glück⸗ lich fort und bringe mich selbst an den Ort, dahin zu kommen ich gedenk; den Sinn der Men⸗ schen zu mir lenk. 6. Laß sie mich willig nehmen 331 an, wenn ich nicht weiter reisen kann. Zu solchen Leuten führemich, die recht von Herzen lieben dich. 7. In deine Hand ergeb ich dir Leib, Seel und was ich hab bei mir, an allen Orten, nah und weit, bei jedermann, zu jeder Zeit. 8. Behüt in Gnaden Weib und Kind, Verwandte, Freunde, Haus, Gesind und was ich mehr verlassen hab; davon wend alles Unglück ab. 9. Und wenn ich glücklich dann vollbracht, was zu vollbringen ich gedacht, so führe mich selbst in mein Haus, wie du mich hast geführet aus. 10. Und laß mich finden un⸗ versehrt, was du aus Gnaden mir beschert. Für solchen Schutz und stark Geleit, o Gott, dank ich in Ewigkeit. Nach Johann Heermann. 1647. 511. m. Mel. 169: Wachet auf! ruft uns die ꝛc. HDieht in Frieden eure Pfade; mit euch des großen Gottes Gnade und seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, gehts unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! er sei euch nimmer fern spät und frühe. Vergeßt uns nicht in seinem Licht, und wenn ihr sucht sein Angesicht. Gustav Friedrich Ludwig Knak. 4 1878. 332 Gebetslieder. IJ. Krieg und Friede. 512. Mel. 176: Wenn mein Stündlein ꝛc Psalm 85. Herr, der du vormals hast dein Land mit Gnaden angeblicket und Israel aus Feindes Hand er⸗ löset und erquicket, der du die Sünd und Missetat, die dein Volk sonst begangen hat, hast väterlich verziehen; 2. Herr, der du deines Eifers Glut zuvor oft abgewendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Huld gesendet: ach frommes Herz, ach unser Heil, nimm weg und hebe auf in Eil, was uns so schwer jetzt kränket. 3. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben? und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach geuß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 4. Ach daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede sollt an allem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach daß uns Gott doch sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende! 5. Ach daß doch diese böse Zeit jetzt wiche guten Tagen, da⸗ mit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz verzagenl Doch ist ja Gottes Hilfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 6. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Not nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall recht werd erkannt, ja stetig bei uns wohne. 7. Die Güt und Treue werden schön einander grüßen müssen, Gerechtigkeit einher wird gehn und Friede wird sie küssen. Die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 8. Der Herr wird uns viel Gutes tun, das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird den⸗ noch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt. 4 1676. 51¹3. A Eigene Melodie. 166. Verleih uns Frieden gnädig⸗ lich, Herr Gott, zu unsern Zeiten! es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Martin Luther. 1546. 9 Go edle nunm und Woh! deine land, Chor danke Gna ewig! 2. als Zorn grün dorn schla und Wer sind und unsl 3 men gab! Fror sich senke wer drüc Leid Uny kerz 3 bess agen! nah, a all sind, er zu d alle und yr in recht i uns erden üssen, gehn Die Freud tigkeit wen. 5 viel wird einem davon den⸗ hollem seines 1676. nädig⸗ zeiten! nicht, „denn 1546. Krieg und Friede. 514. 5 Mel. 131: Nun lob, mein Seel, den ꝛc. ottlob! nun ist erschollen das edle Fried⸗ und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutsch⸗ land, singe Lieder im hohen vollen Chor. Erhebe dein Gemüte und danke Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2. Wir haben nichts verdienet, als schwere Straf und großen Zorn, weil stets bei uns noch grünet der freche, schnöde Sünden⸗ dorn. Wir sind fürwahr ge⸗ schlagen mit harter, scharfer Rut, und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße tut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Sei tausendmal willkom⸗ men, du teure, werte Friedens⸗ gab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Beiunswohnen in sich hab. In dich hat Gott ver⸗ senket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Leides in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freuden⸗ kerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz 333 hinein, als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein; ihr vormals schönen Auen, mit frischer Saat bestreut, jetzt traurig anzuschauen, gleich einer wüsten Heid, ihr Gräber voller Leichen und tapfrer Helden Blut, die treu und sonder Weichen ge⸗ kämpft um edles Gut. 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch und laß den Tränenbach aus beiden Augen rinnen! geh in dein Herz und denke nach! Was Gott bisher gesendet, das hast du nicht geacht; nun hat er sich ge⸗ wendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Drin⸗ gen zu deinem Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutestun. 6. Ach laß dich doch erwecken! wach auf! wach auf! du harte Welt, bevor der letzte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muts; der Friede, den er gibet, be⸗ deutet alles Guts. Er will die Lehre geben: das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in Fried und ewger Ruh. Paul Gerharbt. f 1676. K. In Seuchen und Krankheiten. Mel. 21: Christ, der du bist der helle ꝛc. Ach hilf, o Helfer Jesu Christ, weil Hilfe hoch vonnöten ist, be⸗ 334 Gebetslieder. wahr uns, Herr; ach Herr, be⸗ wahr bei so viel Krankheit und Gefahr. 2. Schon viele sind hinwegge⸗ rafft inmitten ihrer Pilgerschaft, und viele liegen auf den Tod in bittrer jammervoller Not. 3. Du fährst, Herr, auch an diesem Ort mit deiner scharfen Strafe fort und mahnest, daß wir deine Huld verscherzt durch schwere Sündenschuld. 4. Ach ja, wir selbst gestehn es frei, daß gar nichts Gutes an uns sei, und daß wir alle, jung und alt, dich, Herr, erzürnt so mannig⸗ falt. 5. Doch reuets uns von Herzens⸗ grund, wir bitten dich zu dieser Stund: Laß Gnade walten doch für Recht ob diesem sündigen Ge⸗ schlecht. 6. O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, dieweil du unser Mittler bist und hast genug für uns getan, nimm unser dich beim Vater an. 7. Vertritt du aus Barmherzig⸗ keit uns all in dieser bösen Zeit; die Seuche nimm von unserm Ort und fahre nicht mit Strafen fort. 8. Noch hast du viele, Herr, be⸗ schirmt, daß sie die Krankheit nicht bestürmt; sei doch auch ferner Schild und Wehr, daß keinen mehr ihr Gift versehr. 9. Laß keine Plag in unser Haus einbrechen, wenn wir gehen aus; und wenn wir im Berufe stehn, so laß den Tod vorübergehn. 10. Gib, daß die Seuche, die da schleicht im Finstern, wieder von uns weicht; laß deiner Engel starken Schutz uns all umstehn zu Hilf und Trutz. 11. Dann wollen wir dir all⸗ zumal Lobopfer bringen ohne Zahl, wenn deine Lieb und große Treu wird alle Morgen wieder neu. 12. Wir wollen auch in Heilig⸗ keit vollbringen unsre Lebenszeit, bis auf dein Wort des Todes Hand uns heimführt in das Vaterland. Nach einem älteren Liede bearbeitet von Albert Knapp. 1 1864. 516. Eigene Melodie. 57. Gott, den ich als Liebe kenne, der du Krankheit auf mich legst und des Leidens Glut erregst, daß ich davon glüh und brenne: o ver⸗ brenne doch in mir, was den Geist bisher gehindert und der Liebe Regung mindert, die mich ziehen will zu dir. 2. In der Schwachheit sei du kräftig, in den Schmerzen sei mir süß; schaffe, daß ich dich genieß, wenn die Krankheit streng und heftig. Denn was jetzt den Leib erregt, was mein Fleisch und Mark verzehret, was den Körper jetzt beschweret, hat die Liebe auferlegt. erufe gehn. e, die Hieder Engel hn zu r all⸗ ohne große rneu. eilig⸗ izeit, Todes das Hdeitet enne, legst „ daß o ver⸗ Geist Liebe iehen ei du i mir enieß, und Leib und örper Liebe In Seuchen und Krankheiten. 335 0 3. Leiden ist jetzt mein Ge⸗ schäfte; andres kann ich jetzt nicht tun, als nur in dem Leiden ruhn. Leiden müssen meine Kräfte, leiden ist jetzt mein Gewinst; das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille; leiden ist mein Gottesdienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an; denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden. Auch die Labung, die man mir zu des Leibes Notdurft gibet, kommt von dir, der mich geliebet; alles kommt, mein Gott, von dir. 5. Laß nur nicht den Geist er⸗ müden bei des Leibes Mattigkeit, daß er sich zu aller Zeit in dich senk in Lieb und Frieden. Laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seelen Auffahrt hindern und die Ruhe in mir mindern; unterstütze du das Herz. 6. Hilf mir, daß ich ganz be⸗ scheiden, ganz in Ruh mit Freund⸗ lichkeit, stille mit Gelassenheit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, wird errettet von den Sünden, so den Körper oft entzünden, und an seinem Geist erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben und dem Kreuze meinen Leib; gib, daß ich mit Freuden bleib an dich völlig übergeben. Denn so weiß ich festiglich, ich mag leben oder sterben, daß ich nicht mehr kann verderben; denn die Liebe reinigt mich. Christian Friedrich Richter. 1711. 917. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. Ja hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeit⸗ lich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade ver⸗ trau ich deiner Gnade; du, Herr bist bei mir in der Not. 6. Ich will demKummer wehren, 336 Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird alles lenken; und, was mir gut ist, wird geschehn. Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. L. In allerlei gemeiner Not. 518. Mel. 165: Vater unser im Himmelreich. imm von uns Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal. Be⸗ hüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht; wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Tun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein; beweis uns deine große Gnad, straf nicht nach unsrer Missetat; wohn uns mit deiner Güte bei und sprich von unsrer Schuld uns frei. 4. Gedenk an deines Sohnes Tod, an seine bittre Kreuzesnot; die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld. Des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. Martin Moller. 1 1606. Gebetslieder. 519. Mel. 156: Singen wir aus Herzensgrund. Treuer Wächter Israel, des sich freuet meine Seel, der du kennest alles Leid deiner armen Christen⸗ heit; o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt dein hilfreiches Angesicht. 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jetzt überall; täglich wird der Trübsal mehr. Hilf, ach hilf, schütz deine Lehr. Wir verderben, wir vergehn; nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in das Heiligtum zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns ver⸗ söhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Höllen Glut, wiederbracht das höchste Gut, 4. Sitzest nun in Vaters Reich ihm an Macht und Ehren gleich, unser einger Gnadenthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnadentür; wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigentum: Herr, dich gnädig zu uns wend, mach des Vaters Zorn ein End, der wie lauter Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt, Sgrund. sich ennest risten⸗ nicht uns icht. t und erall; mehr. Lehr. gehn; sehn, stehn. Shrist, n das dein 8 ver⸗ elöscht bracht Reich gleich seine den er ie sich em er zu dir, wir, m dir r, dich ch des r wie heßt In allerlei gemeiner Not. als ein Jesus Hilfe leist! Hilf mit deiner starken Hand; Menschenhilf hat sich gewandt. Eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, der mit Zittern sie anschau. 7. Liebster Hort, Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit! Trutz dem, der uns tu ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 8. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm! Laß jetzt sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Bündnis trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 9. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft; deine Christen traun auf dich, auf dich traun sie festiglich. Laß sie werden nicht zuschand, bleib ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch wohlbekannt. 10. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zu⸗ nicht, der die Wagen gar ver⸗ brennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 11. Friedensfürst voll Macht und Tat, der der Schlange Kopf zertrat an dem Kreuz durch seinen 337 Tod, Frieden wiederbracht bei Gott: gib uns Frieden gnädig⸗ lich, so wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. Johann Heermann. 1647. 520. Eigene Melodie. 177. Wenn wir in höchsten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen ins⸗ gemein dich rufen an, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not; 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und flehen um Begna⸗ digung und aller Strafen Linde⸗ rung, 4. Die du verheißest gnädig⸗ lich allen, die darum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Für⸗ sprach ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Not; weil wir jetzt stehn ver⸗ lassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei; sieh nicht an unsre Sünde 2² 338 groß, sprich uns davon in Gna⸗ den los, 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken Lob- und Danklieder. dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber. 1 1569. 3. Lob⸗ und Danklieder. 521. Eigene Melodie. 66. Te deum laudamus. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Dich, Vater in Ewigkeit, ehrt die Welt weit und breit. All Engel und Him⸗ melsheer, und was dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Sera⸗ phim singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit geht über Himml und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl und die lieben Propheten all, die teuren Märtrer allzumal loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werte Christenheit rühmt dich auf Erden allezeit. Dich, Gott Vater im höchsten Thron, deinen rechten und eingen Sohn, den heilgen Geist und Tröster wert mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewger Sohn du bist, hast nicht verschmäht der Jungfrau Schoß, zu machen und von Sünden los. Du hast dem Tod zerstört sein Macht und all Christen zum Himmel bracht. Du sitzst zur Rechten Gottes gleich mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist alles, was tot und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, die durch dein Blut erlöset sein. Laß uns im Himmel haben teil mit den Heilgen am ewgen Heil. Hilf deinem Voll, Herr Jesu Christ, und segne, was dein Erbteil ist. Wart und pfleg ihr zu aller Zeit und heb sie hoch in Ewigkeit. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich und ehrn dein Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd und Misse⸗ tat. Sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller Not. Zeig uns deine Barmherzig⸗ keit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nim⸗ mermehr. Amen. Martin Luther. 4 1546, Mach dem Ambrosianischen Lobgesange) 1569. uns tdem d all Du gleich Reich. g bist ist. „den Blut immel n am Volk, e, was pfleg e hoch , wir Namen treuer Misse⸗ Herre aller herzig⸗ zu dir lieber 8 nim⸗ 1546. sange) 522. Mel. 45: Es ist das Heil uns ꝛc. is hieher hat mich Gott ge⸗ bracht durch seine große Güte, bis hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte, bis hieher hat er mich geleit, bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank für alle deine Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen stets aufs neue; in mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat Großes mir getan, bis hieher mir geholfen. 3. Hilf fernerhin, mein treuer Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden; damit ich rühme bis zum Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, er hilft, wie er geholfen. Amilia Juliana Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt. 1706. 523. Mel. 65: Herr Gott, dich loben alle ꝛc. Kerumt, Menschenkinder, rühmt und preist Gott Vater, Sohn und heilgen Geist, die allerhöchste Ma⸗ jestät, vor welcher Augen ihr jetzt steht. 2. Ihr Lippen, hebet freudig an, die Zunge folge, was sie kann, Verstand und Wille stim⸗ Lob- und Danklieder. 339 men ein, das Herz soll nicht ent⸗ fernet sein. 3. Er ist es, ja er ist es wert, der König Himmels und der Erd, daß nicht ein Tag vorübergeh, da man nicht dankbar vor ihm steh. 4. Dies ist der Engel edles Amt, die Gottes Feuer ange⸗ flammt, und wollen wir einst Engel sein, so schicken wir uns bald darein. 5. Die Welt, die gar im argen liegt und uns mit ihrem Schein betrügt, hält zwar von Gottes Lob nicht viel, weil Eigenlob ihr eitles Ziel. 6. Wir selbst, die wir im Fleische sind, wenn uns nicht treibt des Herren Wind, vergessen Gottes Ruhm gar sehr, die Klagelieder hört man mehr. 7. Denn unser unvergnügtes Herz macht ohne Not sich man⸗ chen Schmerz und denkt indes gar wenig dran, was Gott ihm hat zugut getan. 8. Doch Herr, es soll nun besser gehn, weil Mund und Augen offen stehn; im Schmuck des Glaubens bringen wir die Opfer unsrer Lippen dir. 9. Nimm an den schwachen Preis und Ruhm von deinem Volk und Eigentum, hör unserm Lied in Gnaden zu, du treuer Gott und Vater du! 10. Wann kommt die Zeit, wann kommt der Tag, da man, 22 340 befreit von aller Plag, dir tau⸗ send Halleluja bringt und Heilig, heilig, heilig! singt? Valentin Ernst Löscher. 1749. 524. Eigene Melodie. 106. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lob⸗ gesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber ge⸗ fällt. Hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künst⸗ lich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freund⸗ lich geleitet. In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet! 5, Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abra⸗ hams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht! Lo⸗ bende, schließe mit Amen! Joachim Neander. 1680. Lob⸗ und Danklieder. 525. Eigene Melodie. 107. Psalm 146. Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod. Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel ge⸗ geben hat, werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Halle⸗ luja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Ja⸗ kobs ist; welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und Tat. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden, und was da⸗ rinnen ist, gemacht; alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halle⸗ luja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die un⸗ recht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft. Hungrigen will Lob-⸗ und Danklieder. 341 er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundenen macht er frei, seine Genad ist mancherlei. Halle⸗ luja, Halleluja! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tiefge⸗ beuget gehn; wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist der Fremden Trutz, Witwen und Waisen hält er Schutz. Halle⸗ luja, Halleluja! 7. Aber der Gottvergessenen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen ver⸗ kehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder tut. Alles, was Odem hat, rufe Amen! und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Halle⸗ luja, Halleluja! Johann Daniel Herrnschmidt. 1 1723. 526. Mel. 108: Lobet den Herren alle ꝛc. Psalm 147. L Tobet den Herren, denn er ist sehr freundlich; es ist sehr köst⸗ lich, unsern Gott zu loben, sein Lob ist schön und lieblich anzu⸗ hören. Lobet den Herren! 2. Singt umeinander dem Herren mit Danken, lobt ihn mit Harfen, unsern Gott, den werten; denn er ist mächtig und von großen Kräften. Lobet den Herren! 3. Er kann den Himmel mit Wolken bedecken, und gibet Regen, wann er will, auf Erden; er läßt Gras wachsen hoch auf dürren Bergen. Lobet den Herren! 4. Der allem Fleische gibet seine Speise, dem Vieh sein Futter väterlicherweise, den jungen Ra⸗ ben, wenn sie ihn anrufen. Lobet den Herren! 5. Danket dem Herren, Schöp⸗ fer aller Dinge; der Brunn des Lebens tut aus ihm entspringen gar hoch vom Himmel her aus seinem Herzen. Lol et den Herren! 6. O Jesu Christe, Sohn des Allerhöchsten! gib du die Gnade allen frommen Christen, daß sie dein Namen ewig preisen, Amen. Lobet den Herren! Nikolaus Selnecker.(2) 1 1592. 527. Mel. 131: Nun lob, mein Seel, den Herren. Psalm 65, 2—5. Man lobt dich in der Stille, du hocherhabner Zions⸗Gott; des Rühmens ist die Fülle vor dir, du starker Zebaoth. Du bist doch, Herr, auf Erden der Frommen 342 Lob- und Danklieder. Zuversicht; in Trübsal und Be⸗ schwerden läßt du die Deinen nicht: drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und jauchzen schnell, die unaufhörlich schreien: Gelobt sei der Gott Israel! Sein Name sei gepriesen, der große Wunder tut und der auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut: Nun, das ist meine Freude, zu hängen fest an dir, daß nichts mich von dir scheide, so lang ich lebe hier. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget, nun, wie vergelt ichs dir? ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich, Herr mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Rist. 7 1667. 528. Mel. 189: Wo Gott zum Haus ꝛc. Mein Gott, ich danke herzlich dir für alle Güte, die du mir von Kindheit bis auf diese Stund so überflüssig hast gegönnt. 2. Du hast durch deine große Macht mich an das Tageslicht gebracht, mit Leib und Seele schön geziert, und in die Christenheit geführt. 3. Die böse Lust, die in mir haft, hat zur Verdammnis keine Kraft, weil du mich wieder in der Tauf zu deinem Kind genommen auf. 4. Wiewohl sich leider Schwach⸗ heitsünd an mir noch immer häufig findt, so hast du doch durch deinen Sohn dieselbe mir vergeben schon. 5. Viel tausend Gnade hast du mir auch sonst erwiesen für und für. Ich spür es stets und überall, drum sag ich billig noch einmal: 6. Mein Gott, ich danke herz⸗ lich dir für alle Güte, die du mir von Kindheit bis auf diese Stund so überflüssig hast gegönnt. 7. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, welch ihm auch also sei bereit von nun an bis in Ewig⸗ keit! Unbekannter Dichter 529. Eigene Melodie. 125. Sirach 50, 24—26. Nun danket alle Gott mit Her⸗ zen, Mund und Händen, der große Dinge tut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zugut und noch jetzund getan. licht schön nheit mir keine n der men wach⸗ äufig einen schon. hast 1für und noch herz⸗ u mir tund d dem einem so sei Swig⸗ chter Her⸗ große allen terleib zählig getan. Lob⸗ und Danklieder. 343 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmelsthrone, dem drei⸗ einigen Gott, wie es im Anfang war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rinkart. 4 1049. 530. Mel. 109: Lobt Gott, ihr Christen ꝛc. Sirach 50, 24—-26. Nun danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge tut. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch uns helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch⸗ betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld ver⸗ gibt und tut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland, er gebe Glück zu unserm Tun und Heil zu allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, wenn wir von der Erd ab⸗ scheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt. 4 1676. 531. Mel. 65: Herr Gott, dich loben alle wir. Psalm 100. Nun jauchzt dem Herren, alle Welt! kommt her, zu seinem Dienst euch stellt, kommt mit Frohlocken, säumet nicht, kommt vor sein heilig Angesicht. 2. Erkennt, daß Gott ist unser Herr, der uns erschaffen ihm zur Ehr, und nicht wir selbst; durch Gottes Gnad ein jeder Mensch sein Leben hat. 3. Er hat uns ferner wohl be⸗ dacht und uns zu seinem Volk gemacht, zu Schafen, die er ist 344 bereit zu führen stets auf grüner Weid. 4. Ihr, die ihr bei ihm wollet sein, kommt, geht zu seinen Toren ein mit Loben durch der Psalmen Klang, zu seinem Vorhof mit Gesang. 5. Dankt unserm Gott, lob⸗ singet ihm, lobsinget ihm mit lauter Stimm, lobsingt und danket allesamt; Gott loben, das ist unser Amt. 6. Er ist voll Güt und Freund⸗ lichkeit, voll Treu und Lieb zu jeder Zeit, sein Gnade währet dort und hier, und seine Wahr⸗ heit für und für. 7. Gott⸗Vater in dem höchsten Thron und Jesus Christ, sein einger Sohn, samt Gott, dem werten heilgen Geist, sei nun und immerdar gepreist! David Denicke.(2) 4 1680. 532. Eigene Melodie. 131. Psalm 103. Nun lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein. Sein Wohltat tut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit reichem Trost beschüttet, verjsüngt dem Lob-⸗ und Danklieder. Adler gleich. Der Herr schafft Recht, behütet die Leidenden im Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein herrlich Recht und sein Ge⸗ richt, dazu sein Güt ohnmaßen; es mangelt an Erbarmung nicht. Sein Zorn läßt er bald fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad tut er nicht sparen, den Blöden ist er hold. Sein Güt ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen ob ihrer jungen Kindelein, so tut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm Geschlechte und weiß, wir sind nur Staub, dem Grase gleich Gemächte, ein Blum und fallend Laub. Der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein End, das ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner liebn Gemeine, die steht in seiner Furcht bereit; die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel waltet seins Lobs und dient zu⸗ gleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilges Wort. Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Johann Gramann 1541. V 533. Eigene Melodie. 136. O daß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund! so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir getan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf! braucht allen euern Fleiß und stehet mun⸗ ter im Geschäfte zu Gottes, mei⸗ nes Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehilfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Lob sei dir, allerliebster Lob- und Danklieder. 345 Vater, für Seel und Leib, für Hab und Gut; Lob sei dir, mildester Berater, für alles, was dein Lieben tut, das alles in der ganzen Welt zu meinem Nutzen hat bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sei ge⸗ priesen, daß dein erbarmungs⸗ volles Herz sich mir so hilfreich hat erwiesen, daß es durch Blut und Todesschmerz mich von des Satans Joch befreit und dir zum Eigentum geweiht. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heilger werter Gottes⸗ geist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt; denn wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth. Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Ich hab es ja mein Lebe⸗ tage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 11. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend 346 Lob- und Danklieder. einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 12. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich noch mit Seufzen ein. 13. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich wie Engel Gottes“) bin; da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halle⸗ luja vor.) Matth. 22, 30. Johann Mentzer. 4 1734. 534. Mel. 45: Es ist das Heil uns ꝛc. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder tut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmels⸗ heer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir, gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Voll geschieden; er bleibet ihre Zuver⸗ sicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilf er⸗ mangeln muß, die alle Welt er⸗ zeiget, so kommt, so hilft der Überfluß, der Schöpfer selbst und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh,. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, o Gott, den Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehrel Ihr, die ihr Gottes Macht be⸗ kennt, gebt unserm Gott die Chrel at mit einem recht, Gott rn in nimm mein d ließ dank, 9 dir; it mir, el ha und Volk Zuver⸗ rieden. er die Gebt hilf er⸗ elt er⸗ ft der st und en zu/ Ruh, hre! Leben ehren; gesang Mein Lob- und Danklieder. Die falschen Götzen macht zu Spott, der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein An⸗ gesicht mit jauchzenvollem Sprin⸗ gen, bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht, und alles, alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! Johann Jakob Schütz. 1 1690. 535. Mel. 170: Walle stets, o Christ ꝛc. Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott; denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend⸗, tau⸗ sendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Ge⸗ müte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht, da von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend-, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 3. Wahrlich, wenn ich über⸗ lege, wie mit Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, weiß den Grund nicht zu ergründen. Tau⸗ 347 send⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 4. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, um mein Herze zu be⸗ reiten, ganz sich zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. Wie ein Vater nimmt und gibet, wies den Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenns aufs höchste war gekommen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 6. Du hast mich auf Adler⸗ flügeln oft getragen väterlich, in den Tälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich; schiens, daß alles auch zerrinne, ward ich deiner Hilfe inne. Tausend⸗-, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 7. Fielen tausend mir zur Seiten und zehntausend um mich her, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöten, die mich drangen, ich durch deinen Schutz entgangen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; du auch hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, und durch 348 Lob⸗ und Danklieder. dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tau⸗ send⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Tausendmal sei dir ge⸗ sungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bis⸗ her gelungen. Ach laß meines Lebens Gang ferner noch durch Jesu Leiten gehen in die Ewig⸗ keiten. Da will, Herr, ich für und für ewig, ewig danken dir. Ludwig Andreas Gotter. 1 1735. 536. Eigene Melodie. 191. Wonderbarer König, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen! Deine Gnadenströme hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch, stärk uns doch, laß die Zunge singen, laß die Stimm erklingen! 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Taten mehr, als aller Menschen Staaten! Großes Licht der Sonne, sende deine Strahlen, die das große Rund bemalenl Lobet gern! Mond und Stern, seid bereit zu ehren einen solchen Herren. 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glau⸗ benslieder! Was den Odem holet, jauchze, preise, klinge, wirf dich in den Staub danieder! Er ist Gott Zebaoth, er ist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet! Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir! glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander. 7 1680. deines aller Licht ahlen, nalen! Stern, olchen singe Glau⸗ holet, dich Er ist loben rden herren singe, sich O ndlich d ihn 1680. Standes⸗ und Berufslieder. 1. Vaterland und Obrigkeit. 537. Eigene Melodie. 56. Gib unserm Fürsten und aller Obrigkeit Fried und gut Regi⸗ ment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben füh⸗ ren mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen. 1566. 538. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. ott woll uns hoch beglücken, mit steten Gnadenblicken auf unsern König sehn, ihn schützen auf dem Throne, auf seinem Haupt die Krone lang uns zum Segen lassen stehn. 2. Gott woll uns hoch be⸗ glücken, mit seinen Gaben schmücken das ganze Königshaus, darüber mächtig walten, den teuren Stamm erhalten bis in die fernste Zeit hinaus. 3. Gott woll uns hoch be— glücken, sein festes Siegel drücken auf jede Königstat, daß Freud aus ihr die Fülle und Heil und Segen quille zum Wohl, das keinen Wandel hat. 4. Gott woll uns hoch be⸗ glücken, mit Lieb und Treue schmücken den Fürsten und das Land, auf daß der Zwietracht Sünde fern sei, und uns um⸗ winde des goldnen Friedens Himmelsband. Klaus Harms. 1855. 539. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine ꝛc. Vater, kröne du mit Segen unsern König und sein Haus, führ durch ihn auf deinen We⸗ gen herrlich deinen Ratschluß aus! Deiner Kirche sei er Schutz, deinen Feinden biet er Trutz. Sei du dem Gesalbten gnädig, segne, segne unsern König! 350 Vaterland und Obrigkeit. Kirche und Schule. 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, reich ihm deines Geistes Schwert; daß Gerechtigkeit und Milde ihm des Friedens Heil gewährt! Mach ihm leicht die schwere Last, die du auferlegt ihm hast. Sei in Jesu du ihm gnädig, schütze, segne unsern König! 3. Sammle um den Thron die Treuen, die mit Rat und from⸗ mem Flehn fest in deiner Strei⸗ ter Reihen für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron eine Burg, o Got⸗ tes Sohn; sei du ihm auf ewig gnädig, leite, segne unsern König! 4. Nähre du die heilge Flamme, die das Herz des Volks erneut, daß es unserm Königsstamme Treue bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht hast du über ihm gewacht und ihn uns erhalten gnädig; segne, segne unsern König! 5. Fürchtet Gott, den König ehret! das, o Herr, ist dein Ge⸗ bot, und du hast es selbst be⸗ währet, warst gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir; drum so beten alle wir: Vor Empörung schirm uns gnädig, segne, segne unsern König! 6. Gib uns Mut in den Gefahren, wenn der Feind uns ernst bedroht, daß wir Treue dann bewahren, gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier! Gott mit uns! so singen wir. Deine Treuen krönst du gnädig; segne, segne unsern König! 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden auch in unserm Lande aus, daß wir deine Bürger wer⸗ den, ziehen in dein Vaterhaus Frieden und Gerechtigkeit gib uns, Gott, zu aller Zeit. Sei du deinem Volke gnädig, segne, segne unsern König! Wilhelm Hülsemann. 1 1865. 2. Rirche und Schule. A. Bei Einführung eines Predigers oder Lehrers. 540. Mel. 35: Dir, dir, Jehova, will ich ꝛc. ich, Jesu, preisen unsre Lie⸗ der, dich, Herr, der seine Kirche stets regiert; du gabst uns einen Hirten wieder, du hast ihn dieser Herde zugeführt. Heil uns, daß du so treu die Deinen liebst und fromme Hirten deiner Herde gibst. 2. Sei auch mit diesem deinem Knechte, mach offenbar durch ihn dein teures Wort, dein Licht und deine heilgen Rechte, und wie du hilfst den Deinen hier und! er we des r 3. Geist from seiner verw bild schen Hoffe 4. uns die werd gen, lich o He Lohr uns, nsern Reich ande wer⸗ haus gib Sei segne, 1865. „daß liebst herde inem h ihn Licht und hier Bei Einführung eines Predigers oder Lehrers. 351 und dort, so wird die Herde, die er weiden soll, durch seinen Dienst des wahren Glaubens voll. 3. Verleih ihm Mut und Geistesstärke, erhalt in ihm den frommen Hirtensinn, daß er in seinem Amt und Werke seh un⸗ verwandt, Herr, auf dein Vor⸗ bild hin. Ihn rühre weder Men⸗ schengunst noch Dräun, sein Hoffen gehe stets auf dich allein. 4. Verleih, daß tief ins Herz uns dringen des Lebens Worte, die sein Mund uns lehrt, so werden wir viel Früchte brin⸗ gen, so wird durch ihn dein gött⸗ lich Reich gemehrt. Sei hier, o Herr, sein Schild und großer Lohn, dort preis er dich, samt uns, vor deinem Thron. Samuel Christian Gottlieb Küster. + 1838. 541. Mel. 183: Wie schön leuchtet der ꝛc. Jesu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Herden! Du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werden. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft von gött⸗ lich tiefer Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hir⸗ ten laß den Seelen niemals feh⸗ len und die Herden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von dei⸗ ner Hand den Lehrer, den du uns gesandt. Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm tun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, laß ihn sein Amt mit Freuden tun; nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Ge⸗ meinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir ent⸗ gegenführen. Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein Unterpfand; laß keine ihn ver⸗ lieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Herde treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht 352 Kirche und Schule. des Herrn! Du kommst im Na⸗ men unsers Herrn, in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand; führ uns zum ewgen Vaterland! Gott mit dir! Amen, Amen! Mit dir gehr— wir durch die Leiden dieser Zei⸗ ten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Johann Daniel Karl Bickel. 1 1809. B. Kinder⸗ und Schullieder. 542. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich zu uns ꝛc. ch lieber Gott, behüte mich und meine Eltern gnädiglich; auch mein Geschwister vor Gefahr mit deinem starken Arm bewahr. 2. Und alle, die uns sind verwandt, beschütz durch deine rechte Hand. Behüte mich vor aller Sünd, hilf, daß ich werd ein frommes Kind. Amen. Johann Heermann. 1647. 543. Mel. 143: O Jesu Christ, meins ꝛc. Nun hilf uns, o Herr Jesu Christ, der du einst hier gewesen bist ein freundliches und frommes Kind, ohn alle Schuld, ohn alle Sünd! 2. Wir Kinder bitten Eines nur, versags nicht, Herr der Kreatur: Hilf uns in deinem Willen ruhn, lehr uns nach dei⸗ nem Vorbild tun. 3. Gib deinen Geist in unsre Brust, hilf lernen uns mit Kin⸗ deslust, damit wir legen rechten Grund und ewig stehn in deinem Bund. Böhmische Brüder. 1531. 544. Mel. 138: O Durchbrecher aller Bande. Vdu Vater über alles, was auf Erden Kinder heißt, den auch frohen Muts und Schalles unsrer Herzen Danklied preist, laß uns immerdar recht kindlich deiner Lieb und Güt uns freun, laß uns aber auch empfindlich jede Sünde schnell bereun. 2. Laß uns dir zum Preise werden Pflanzen der Gerechtig⸗ keit, die wohl wachsen hier auf Erden, aber für die Ewigkeit. Laß uns unter deiner Pflege, Herr, in deinem Weinberg stehn, unsre guten Triebe hege, unsre argen laß vergehn. 3. Fülle du uns früh mit Gnade, zeige allen früh dein Heil, früh uns freundlich zu dir lade, hüt uns unser gutes Teil. Ach für Leben und für Sterben laß uns dir befohlen sein; führe uns nur einst als Erben in das ewge Leben ein. Karl Johann Philipp Spitta. 1 1859. —— Def je un Himu eigen allein 2. das daß d uns Ehsta gehei 3. bist, lieber Frist undee der inem dei⸗ unsre Kin⸗ ochten inem 531. Hausstand. 353 545. (Schulweihe.) „Mel. 45: Es ist das Heil uns ꝛe. Wie haben dieses Haus gebaut, o Herr, durch deine Güte. Dir, Höchster, sei es anvertraut, du selber wach und hüte! Wend allen Schaden gnädig ab und sei der Stecken und der Stab für alle, die drin wohnen. 2. Ach zeuch mit ein, Herr Jesu Christ, du holder Freund der Kleinen, und laß, weil du ein Helfer bist, die Gnadensonne scheinen auf das dir werte Arbeits⸗ feld und segne, die du hast be⸗ stellt zu Hirten deiner Herde. 3. O heilger Geist, du höchstes Licht, leucht uns mit deiner Klar⸗ heit; laß allezeit uns sein gericht auf dich und deine Wahrheit. Erfüll mit deines Lichtes Glanz die Herzen und die Häuser ganz, und gib uns deinen Frieden. Christian August Bähr. 1 1846. 5. Bausstand. A. Brautstand. 546. Mel. 114: Meinen Jesum laß ich nicht. Hesu, Seelenbräutigam, der uns je und je geliebet und in reiner Himmelsflamm uns sein Herz zu eigen gibet, ach laß uns in dir allein treu und fest verbunden sein. 2. Laß dir wohlgefällig sein das Gebet vor deinem Throne, daß dein heller Gnadenschein unter uns in Segen wohne, denn der Ehstand muß allein durchs Gebet geheiligt sein. 3. Der du selbst die Liebe bist, liebster Heiland, lehr uns lieben, daß dein Bild zu aller Frist sei in unser Herz geschrieben, und auch nicht ein Wink geschieht, der nicht stets auf Liebe sieht. 4. Hast du unsern Bund ge⸗ stift, ei so wollest du ihn zieren, daß man nichts an uns antrifft, was kann deine Huld verlieren; bringt die Eh auch Weh mit sich, führ uns du nur seliglich. 5. Nun so gehn wir zum Altar, es geschieht in deinem Namen, stelle dich zum Segen dar, sprich zu unserm Ja dein Amen. Unser Ehstand grüne hier, bis er dorten blüh vor dir. Nach Benjamin Schmolck. 4 1737. B. Trauung und Ehestand. 547. W. Volksweise oder Mel. 178. Ein getreues Herze wissen hat 8 ze wissen h des höchsten Schatzes Preis. Der ist selig zu begrüßen, der ein 23 354˙4. Hausstand treues Herze weiß. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. 2. Läuft das Glücke gleich zu⸗ zeiten anders, als man will und meint, ein getreues Herz hilft streiten wider alles, was ist feind. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. 3. Sein Vergnügen steht alleine in des andern Redlichkeit, hält des andern Not für seine, weicht auch nicht bei böser Zeit. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. 4. Gunst, die kehrt sich nach dem Glücke, Geld und Reichtum, das zerstäubt, Schönheit läßt uns bald zurücke, ein getreues Herze bleibt. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze 5. Eins ist: da sein und geschieden, ein getreues Herze hält, gibt sich allezeit zufrieden, stehet wieder auf, wenns fällt. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. 6. Nichts ist süßer als zwei Treue, welche Eins sind sonder Schein. Dies ists, des ich mich erfreue, Jesus gibt sein Ja auch drein. Mir ist wohl bei höchstem Schmerze, denn ich weiß ein treues Herze. Paul Flemming. 1 1640 548. Mel. 189: Wo Gott zum Haus nicht ꝛc. ott, Schöpfer, Stifter heilger Eh, schau auf dies Paar aus deiner Höh, das vor dir steht, den Ehebund zu schließen jetzt mit Hand und Mund. 2. Mit Gnade schau auf sie herab, daß sie zusammen bis ins Grab, geduldig, liebreich, fromm gesinnt, in Christo dir gefällig sind. 3. Laß sie einander inniglich sich lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu fern, im Herzen rein, auch recht inWort undWandel sein. 4. Und wenn ein Kreuz sie niederdrückt, laß sie dabei nicht unerquickt; gib heitre Tage nach dem Leid und segn es für die Ewigkeit. 5. Laß uns zusammen dir ver⸗ traun, zusammen unsre Seel er⸗ baun, zusammen deine Hilf erflehn, zusammen auch dein Lob erhöhn. Johann Adolf Schlegel. 4 1793. 549. Mel. 183: Wie schön leuchtet der ꝛc. Josua 24, 15. Ich und mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebens⸗ zeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gib deinen Segen nur dar⸗ ein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Haus⸗ geme soll 2 Wor und es lé licht, nicht Reick zur? daß 8. das wohr verbi zeit berei linde keine den, 4. sein und uns deine licher selbst zen Gedi 5. ins die 2 böse an eitle das? Gna einer icht ꝛc. heilger r aus steht, tzt mit uf sie dis ins romm g sind. niglich 5 dich; rein, jel sein. uz sie i nicht e nach ür die ir ver⸗ eel er⸗ rflehn, rhöhn. 1793. er ꝛc. ir sind ebens⸗ dienen. Hause ir dar⸗ dienen. Haus⸗ Trauung und Ehestand. gemeine mach aus allen! dir nur soll:sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns wie das Sonnen⸗ licht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, daß wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe alle⸗ zeit zum Dulden, Tragen sein bereit, voll Demut, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit kind⸗ lichem Gemüte; selig, fröhlich, selbst mit Schmerzen in dem Her⸗ zen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 355 6. Und endlich flehn wir aller⸗ meist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohl bestellt, der gute Zucht und Ord⸗ nung hält, der alles lieblich ziere. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim, und droben dich in deinem Hause loben. Karl Johann Philipp Spitta. 1 1859. 550. 104: Liebster Jesu, wir sind hier. VDesu, bester Menschenfreund, schönster Bräutigam der Seelen, der es treu mit allen meint, die den rechten Weg erwählen; reich uns deine Gnadenhände und bring alles wohl zu Ende. 2. Ohne dich gerät es nicht, drum erteile du den Segen. Laß dein holdes Angesicht mit uns sein auf unsern Wegen; laß den Himmel offen stehen, wenn die Seufzer aufwärts gehen. 3. Sende deiner Liebe Pfand, deinen Geist in die Gemüter; mach uns täglich mehr bekannt mit den Schätzen deiner Güter Deinen Tau laß uns befeuchten und dein Antlitz uns erleuchten. 4. Du sollst Kranz und Krone sein. Deine Wahrheit, Kraft und Leben soll mit hellem Gnadenschein über unserm Haupte schweben; deine Wahrheit soll uns führen, deine Treu soll uns regieren. 23* 356 5. Nimm die Herzen, nimm sie hin, die sich dir zum Opfer bringen. In dir ruhet Mut und Sinn, hilf und laß es wohl gelingen. Herr, wir trauen deinem Namen, sprich zu unserm Ja dein Amen! Johann Gottfried Herrmann.„ 1791. 551. Mel. 157: So führst du doch recht ꝛc. selig Haus, wo man dich aufgenommen, du wahrer Seelen⸗ freund, Herr Jesu Christ; wo unter allen Gästen, die da kom⸗ men, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir ent⸗ gegenschlagen, und aller Augen freudig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen, und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glau⸗ bensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir han⸗ gen, in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten, wie am bösen Tag. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutter⸗ Hausstand. liebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu, und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach dei⸗ nem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und un⸗ verdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei kei⸗ ner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist, bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. Karl Johann Philipp Spitta. 1 1859. 552. Mel. 183: Wie schön leuchtet der ꝛc. 8 die schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehel Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an d Alte, einig 2. wohl samn Treu volle der 6 sich Wur zerne Paar komn man fließ Gedi Gott schlie weni hend wend 5 herzi Nöte und Ruh singe sie zu nmeln Rede )b mit deiner du! Knecht und uf sie einem ch dei⸗ n; als nossen, be frei, ud un⸗ Dingen du die bei kei⸗ O selig heilest Tröster igewerk lich alle er der graße + 1859. der ꝛc. rr Jesu Segen Wie ne Gab rab aus mn sich an dich fleißig halten Jung und Alte, die im Orden Eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und unverrückt bei⸗ Dunmen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück im vollen Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Sei gutes Muts; wir sind es nicht, die diesen Orden auf⸗ gericht, es ist ein höhrer Vater. Der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 4. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Tränen lässet fließen. Jedennoch, wer sich in Geduld ergibt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Meide, leide nur ein wenig; unser König wird be— hende machen, daß die Angst sich wende. 5. Wohl her, mein König, nah herzu! gib Rat im Kreuz, in Nöten Ruh, in Angsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis; wir wollen singen besterweis und danken Trauung und Ehestand. 957 alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen! Paul Gerhardt. 1676. 553. A 143: O Jesu Christ, meins ꝛe. Wohl einem Haus, wo Jesus Christ allein das All in allem ist! Ja wenn er nicht darinnen wär, wie finster wärs, wie arm und leer. 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib und Kind im rechten Glau⸗ ben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottes⸗ dienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet beständig in die Höhe geht, und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offen⸗ bart! 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück! Dann bleibet ihrer keins zurück. 358 7. Wohl solchem Haus! denn es gedeiht; die Eltern werden hocherfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: Wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn. Christoph Karl Ludwig von Pfeil. 4 1784. C. Geburtstag. 554. Mel. 84: Ich will dich lieben, meine ꝛc. Dies ist der Tag, dies sind die Stunden, die mich ans Licht der Welt gebracht. Wie vieles Gute hab ich funden, was hat mir Gott zum Ziel gemacht! Ich geh mit gottergebnem Sinn zu diesem Ziel allmählich hin. 2. Gott, du allein bist Herr der Zeiten, mein Schöpfer, dem ich schuldig bin ein freudig Opfer zu bereiten mit einem frommen Kindessinn Nimm, Herr, mit Gnadenaugen an, was Dankbar⸗ keit dir bringen kann. 3. Durch deine Macht bin ich geboren, bin Mensch, ich, der ein Nichts sonst war; durch deine Huld ward ich erkoren zu der er⸗ lösten Christenschar. Ich war in deiner Liebeshand, eh ich noch, Vater, dich gekannt. Hausstand. 4. Du hast bis hierher mich geführet, bald über Berg, bald durch ein Tal; du hast mit Weis⸗ heit mich regieret und warst mein Leitstern überall; selbst wenn mich Angst und Not gedrückt, hat deine Treue mich erquickt. 5. Ich bin zu schwach, dir Dank zu sagen; o mache mich von Ban⸗ den frei, die ich zu lange schon getragen; hilf, daß ich wie du heilig seil Verschmäh, o Herr, nicht das Gebet, das um Erneurung zu dir fleht. 6. Laß deine Treue für mich sorgen, die Treue, die für alle wacht, und schaffe freudenreiche Morgen aus jeder kummervollen Nacht! Schließ, Herr, mich in dein Sorgen ein, dann werd ich wohl versorget sein. 7. Du wollest mir die Gnade geben, daß ich fromm ende meinen Lauf, und mich nach diesem Prü⸗ fungsleben zu deinem Himmel nehmen auf; dort will ich ewig sein bereit, zu preisen deine Her⸗ lichkeit. Joachim Weickmann. f 1736. 555. Mel. 141: O Gott, du frommer Gott. Mein Gott, was hab ich doch in den verfloßnen Jahren bis diesen Tag von dir für Lieb und Treu erfahren! Ich stelle nun mich heut auch dankbar bei dii mich bald Weis⸗ mein wenn drückt, ickt. Dank Ban⸗ schon bie du , nicht urung r mich ir alle nreiche rvollen rich in erd ich Gnade meinen n Prü⸗ himmel h ewig e Herr⸗ 1 1736. ner Gott. ich doch ren bis ieb und lle nun bei di Geburtstag. ein; o laß mein ganzes Herz von Dank durchdrungen sein. 2. Es müss aus Herz und Mund nur stets dein Lob erschallen; doch müss ich auch mit Reu, dir, Herr, zu Fuße fallen. Was nun ver⸗ gangen ist, vergib und decke zu; und was noch künftig folgt, regier und führe du. 3. O laß mich auf dich traun und keine Schuld mehr haben; laß sie in Jesu Tod und Grabe sein vergraben. Auch fülle mich mit Kraft der Glaube an sein Blut und zieh mich heut aufs neu in deine Huld und Hut. 4. Du hast von Jugend auf mich schon zu dir gezogen; nur daß ich deinen Zug so oft nicht recht erwogen. Drum hast du meinen Weg mit Dornen über⸗ deckt und mich durch Not, mein Heil zu suchen, oft erweckt. 5. Ja, kräftig hast du mich, mein Gott, hierdurch erwecket, auch, wenn ich rückwärts wich, die Hand nach mir gestrecket, mich Wankenden aufs neu als Vater angefaßt und mich gestärkt, er⸗ quickt bei aufgelegter Last. 6. Es hat zwar manche Not mir allzuschwer geschienen; doch hat mir alles noch zum besten müssen dienen. Mir prägte jede Not dein Bild nur tiefer ein und machte mich stets mehr von allem Weltsinn rein. 7. Du weißt es schon, mein Eltern und Kinder. 359 Gott, wie du mir sollst begegnen, wie du mich führen sollst und Leid und Freuden segnen. Du weißt es, was mir nützt, auch was mir schaden kann, und nimmst dich meiner Seel am allerbesten an. 8. Du wirst, o treuer Gott, mich noch recht selig führen und nicht aus deinem Aug und von der Hand verlieren. Drum geb ich mich aufs neu auch diesen Tag dir hin und sag aufs neu dir zu, daß ich der Deine bin. 9. Zu diesem Vorsatz wollst du selbst mir Kräfte geben, im neuen Lebensjahr dir, Gott, nur dir zu leben. Dann fehlt mir weiter nichts zu meinem wahren Heil; dann bist und bleibest du mein Herzenstrost und Teil. 10. O mache mich nur dir recht kindlich, treu und stille; mein Ziel, mein Augenmerk, sei nur, o Gott, dein Wille; dein Auge leite mich hier immer aus und ein; hilf mir bis in den Tod beständig treu zu sein. Karl Heinrich von Bogatzty. 1774. D. Eltern und Kinder. 556. „Mel. 71: Herr, wie du willst, so ꝛc. Ach Gott, laß dir befohlen sein zu diesen bösen Zeiten den teuren Schatz, die Kinderlein; wollst sie zum guten leiten. Gar bald die Jugend wird verführt, wohl auch 360 Hausstand. ein Alter sich verirrt; drum stehe du zur Seiten. 2. Dein Vatertreu sie mir be⸗ hüt, dein Gnad sie mir regiere; dein guter Geist leit ihr Gemüt, daß niemand sie verführe. Halt, Jesu, ihre Herzen rein, laß deine Engel um sie sein, daß sie kein Unfall rühre. 3. Und weil man dir, Herr, dienen soll allhier in allen Stän⸗ den, so mach sie deiner Weisheit voll und laß sie Wege finden, zu dienen dir in der Gemein; du, Herr, am besten weißt allein ihr Tun zu Nutz zu wenden. 4. Dir, meinem Gott, erzieh ich sie in deiner Furcht und Treue; schaff, daß nicht Arbeit, Sorg und Müh in Zukunft mich gereue, daß ich vielmehr in Ewigkeit mich meiner Kinder Seligkeit vor dei⸗ nem Throne freue. Josua Wegelin. 1 1640. 557. Mel. 189: Wo Gott zum Haus ꝛe. ilf Gott, daß unsre Kinder⸗ zucht geschehe stets mit Nutz und Frucht, daß aus dem Mund der Kinder dir ein Lob ertöne für und für. 2. Laß sie den Eltern insge⸗ mein, den Obern auch gehorsam sein und meiden all ihr Leben lang Lug, Eigensinn und Müßig⸗ gang. 3. Gib ja, daß ihnen mangle nicht heilsame Lehr und Unter⸗ richt, damit aus deinem Wort und Mund ihr Glaub erhalte festen Grund. 4. Erleuchte sie mit deinem Schein, laß sie zum Lernen willig sein; gib Gottesfurcht in ihren Sinn, die aller Weisheit An⸗ beginn. 5. Behüte sie vor Argernis, mach sie des rechten Wegs gewiß, wenn ihnen ein Verführer naht mit giftgem Reiz zur Missetat. 6. Durch deine Weisheit, Macht und Güt vor allem Un⸗ fall sie behüt; führ du sie selbst auf rechter Bahn, damit ihr Fuß nicht gleiten kann. 7. Hilf Gott, daß sie dich über⸗ all vor Augen haben allzumal und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Ehrbarkeit. 8. Und wo sie gehen aus und ein, da laß du sie gesegnet sein, auf daß sie ihre Lebensjahr zu⸗ bringen christlich immerdar. 9. Vollende sie in dieser Zeit zum Erbteil in der Ewigkeit; den Kindern, Heiland, sprichst ja du so liebevoll den Himmel zu. 10. Und schließt sich dann ihr Erdenlauf, so nimm sie, Herr, zu dir hinauf; gib, daß mit ihnen wir zugleich dich preisen dort in deinem Reich. 11. Gott⸗Vater, Sohn und heilger Geist, von dem ein Meer der wir für He spri⸗ weh⸗ zu i Lieb 9 Him auf Wel ein 2 nim brin will ten 5 si auf Sch glär der! Chr der sein gro der Go: für r Zeit igkeit; chst ja ꝛel zu. nn ihr rr, zu ihnen ort in und Meer der Gnade fleußt, wir loben dich, wir danken dir mit unsern Kindern für und für. David Denicke. 4 1680. 558. Mel. 68: Herr Jesu Christ, dich zu ꝛc. Horet, ihr Eltern, Christus spricht, den Kindern sollt ihr wehren nicht, sondern sie lassen zu ihm nahn, er nimmt sie voller Liebe an. 2. Er nimmt sie auf ins Himmelreich und was ist dem auf Erden gleich? Mit aller Weltlust, Gut und Ehr hats bald ein End und ist nicht mehr. 3. Das Himmelreich kein Ende nimmt, darein uns Jesus Christus bringt durch seine Lehr, dazu er will, daß man die Kinder hal⸗ ten soll. 4. Gehorchet ihm und bringt sie her, daß man von Jugend auf sie lehr in Kirchen und in Schulen wohl, wie man Gott gläubig ehren soll. 5. Wers gut mit seinen Kin⸗ dern meint, gewiß sie zum Herrn Christo sendt. Wer anders tut, der ist ihr Feind, wie groß auch seine Liebe scheint. 6. Was hilft den Kindern nur groß Geld, viel Ehr und Lust der eitlen Welt? Wer sie von Gott recht lehren läßt, der tut für sie das Allerbest. Nach Ludwig Helmbold. 1 1598. Eltern und Kinder. 361 559. Mel. 133: Nun sich der Tag geendet ꝛc. Nun schlaf, mein liebes Kinde⸗ lein, tu deine Auglein zu, denn Gott, der will dein Vater sein, drum schlaf in guter Ruh. 2. Dein Vater ist der liebe Gott und wills auch ewig sein, der Leib und Seel gegeben hat dir durch die Eltern dein. 3. Er schenkt dir seinen lieben Sohn, den gibt er in den Tod, der kam zur Erd vom Himmels⸗ thron, half dir aus aller Not. 4. Er schickt auch seine Enge⸗ lein zu Hütern Tag und Nacht, daß sie bei deiner Wiege sein und halten gute Wacht. 5. Dem Vater und der Mutter dein befiehlt er dich mit Fleiß, daß sie dir treue Pfleger sein, ziehn dich zu Gottes Preis. 6. Der heilge Geist, der segne dich, bewahr dich allezeit, sein heilger Nam behüte dich, schütz dich vor allem Leid. Nach Johann Mathesius. 560. Mel. 83: Ich weiß, mein Gott, daß ꝛe. O frommer Gott, ich danke dir, daß du so liebe Eltern mir aus Gnaden hast gegeben und noch zurzeit sie mir zur Freud er⸗ halten bei dem Leben. 2. Verzeihe mir die Missetat, + 1565. 362 Hausstand. die dich und sie beleidigt hat, laß mich es nicht entgelten, daß ich, mein Gott, auf dein Gebot ge⸗ achtet hab so selten. 3. Gib mir ein Herz, das dankbar sei und meiner Eltern Eifer scheu, nichts tu, was sie verletzet, auch nimmermehr sich ihrer Lehr aus Bosheit wider⸗ setzet. 4. Laß oft mir kommen in den Sinn, wie sauer ich der Mutter bin vom Anfang her geworden, und wie für mich der Vater sich bemühet aller Orten. 5 Gib meinen Eltern Fried und Ruh, es decke sie dein Segen zu, ihr Kreuz hilf ihnen tragen, behüte sie doch spat und früh vor Trübsal, Angst und Plagen. 6. Und wenn dahin ist ihre Zeit, so führ sie aus der Sterb—⸗ lichkeit hinauf zum Reich der Ehren, ich bringe dir viel Lob dafür, wenn du mich wirst erhören. Unbekannter Dichter. 561. Mel. 179: Werde munter, mein ꝛe. orge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugetan und durch deines Sohnes Blut gleich⸗ wohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschützen und beraten. 2. Sie sind dir von Kindes⸗ beinen und von ihrer ersten Stund übergeben als die Deinen; und durch deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Rei⸗ ches Erben. 3. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätt in Angst und Not gestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Va⸗ tertreue spendest täglich du aufs neue. 4. Sollt ich nicht für solche Güte immer dir verpflichtet sein und mit dankbarem Gemüte sol⸗ chen Glücks- und Segensschein rühmen und vor jedermann deine Wohltat zeigen an, ach so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. 5. Sammeln andre große Schätze, daß ihr Haus in solchem Heil sich an Geld und Gut er⸗ götze, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, lasse sie in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 6. Schütze sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß sie ihre Lebensjahr in der Tugend bringen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins kühle indes⸗ tund und d hast terlich nnu sie 8 Rei⸗ ähret cksfall t, der itt in a das e Va⸗ aufs solche et sein te sol⸗ Sschein deine müßt neines große olchem ut er⸗ Teil. Gott, ind in bis sie Leuten Schar, leiten; in der du sie kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 7. Können sie in diesem Leben hier und wo es dir gefällt, was zu deinen Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Tun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 8. Endlich, wenn die Zeit ver⸗ flossen, daß sie diese Lebenszeit haben christlich hier genossen und sie in die Ewigkeit sollen ihren Eintritt tun, so laß alle Schmer⸗ zen ruhn und laß sie in ihrem Sterben glaubensvoll den Him⸗ mel erben. 9. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag, nach so vielem Kreuz und Leide, ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt bescheret. Ewig sei dein Nam geehret! Ludwig Heinrich Schlosser. 1723. E. CTreue im Beruf. 562. Mel. 43: Erschienen ist der herrlich ꝛe. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort, drum ist auch dies mein erstes Wort: das walte Gott! Treue im Beruf. ö 363 2. All mein Beginnen, Tun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht, drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und tut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch gutes Muts: das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein da⸗ für; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist, drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzensgrund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück: unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Tun ein Ende hat; er gibt und nimmt, machts, wie er will; drum sprech ich fein auch in der Still: das walte Gott! 364 9. Gott steht mir bei in aller Not und gibt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vaterbrauch tut er mir Guts, drum sprech ich auch: das walte Gott! 10. Ohn ihn all mein Tun umsonst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott 90985 fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: das walte Gott! 1. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; mag hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: das walte Gott! 2. Tu ich denn was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: das walte Gott! 1+17²2. Johann Betichius. 563. Mel. 90: Jesu Leiden, Pein und Tod. ang dein Werk mit Jesu an, Füus hats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds vollenden. Steh mit Jesu mor⸗ gens auf, geh mit Jesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen. 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends Hausstand. und bei Nacht woll er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu be— streiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten; er wird dich vor ihrer List schützen und behüten; setz nur das Ver⸗ trauen dein ganz in seine Hände, und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben, endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben, es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Na⸗ men, laß es doch sein wohlgetan! Darauf sprech ich Amen! Um 1700. 564. Mel. 168: Von Gott will ich nicht ꝛc. Gewagt in Jesu Namen! so ist es wohl gewagt, denn das heißt Ja und Amen, was er uns zu⸗ gesagt. Der Heldi in Israel, der kann uns nicht belügen, sein Wort kann nimmer trügen, ihm traut von ganzer Seel. n zur 5 List be⸗ it dir n; er hützen Ver⸗ ände, ein er ch mit so hat Zweck Glück eben, Teil mein 3nach n Tod k greif n Na⸗ getan! 1700. licht ꝛc. so ist heißt 18 zu⸗ I, der Wort traut 2. Von ihm kommt aller Segen aus seiner treuen Hand; gehn wir auf unsern Wegen nach Pflicht, Beruf und Stand, so fällt sein Gnadentau auf unsre Weg und Werke, so gibt er Kraft und Stärke zum Grund und weitern Bau. 3. Oft will es sauer werden; doch, weil es Gott gefällt, daß wir hier baun auf Erden mit Arbeit unser Feld, so lassen wir den Schweiß vom Angesichte fließen, weil wir den Trost schon wissen: Gott segnet Müh und Fleiß. 4. Zwar drückt der Fluch die Erde, die Dorn und Disteln trägt; doch hat man die Beschwerde an Gottes Herz gelegt, kann seine Gnadenhand den Fluch in Segen kehren und Rosen da gewähren, wo Dorn und Distel stand. 5. Drum gehen wir mit Frie⸗ den an unser Amt und Pflicht, wie Gott es uns beschieden; ein Träger erntet nicht. Mit Arbeit und Gebet sei es frisch ange⸗ fangen; der wird den Schatz er⸗ langen, der wachet, kämpft und fleht. 6. O selig ist zu schätzen, wer mit Gott alles tut! Kein Neid mag ihn verletzen, weil Segen auf ihm ruht, dem niemand weh⸗ ren kann. Wohlan! Gott wird ihn geben, denn unsre Hände heben in Gottes Namen an. Benjamin Schmolck. 1737. Treue im Beruf. 565. Mel. 36: Du Lebensbrot, Herr Jesu ꝛc. n Gottes Namen fang ich an, was mir zu tun gebühret; mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen tut, ist allent⸗ halben recht und gut und muß uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk ge⸗ lingen, daß uns ein reicher Zug entsteht und dergestalt zur Nah⸗ rung geht, daß wir die Fülle haben. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen We⸗ gen, der wird auch leiblich reich gemacht durch Gottes milden Segen. Da wird der Fromme täglich satt, daß er von seiner Arbeit hat, auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden, der bösen Welt Haß, Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt und Land und füllet sie mit Freuden. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken. Laß du mit deiner Gnade 366 Hausstand. dich bei meiner Arbeit merken. Gib dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich tu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu mei⸗ den, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freu⸗ den. Ach daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe! 7. Nun Jesu, komm und bleib bei mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und hilf, daß ich zur Abendzeit er⸗ wünschten Lohn empfange. Salomo Liscow. 1 1689. 566. Mel. 140: O Gott, du frommer Gott. Romm, Segen aus der Höh, gib, Herr, mir Lieb und Stärke, daß ich nur wachsam geh an jedes meiner Werke! Arbeitsam sein ist süß; nur hilf auch du dabei, daß Martha dieser Leib, der Geist Maria sei. 2. Laß alles freundlich sein, voll Demut, was ich sage, es sei groß oder klein, und daß ich lieber trage, als meinem Nächsten werd aus eigner Schuld zur Last, auf daß du Ruhm dabei von deinem Kinde hast. 3. Wo meine Füße gehn, was meine Händ arbeiten, da will ich auf dich sehn, als stündst du mir zur Seiten. Dein Geist regiere mich, bis alles, was du willt, in meinem Herzen ist und durch mein Tun erfüllt! Benigna Maria Gräfin von Reuß⸗Ebersdorf. 7 1751. 567. Mel. 18: Auf meinen lieben Gott. o tret ich demnach an, so stark ich immer kann, mein Amt, Beruf und Wesen, dazu mich Gott erlesen; der wird mir seinen Segen auch wissen bei⸗ zulegen. 2. Dir, Vater, sag ich Dank, daß du mein Leben lang so reich⸗ lich mich ernähret und manche Gnad bescheret; laß deine Güt und Gaben mich heut und ferner laben. 3. Ach mein Herr Jesu Christ, der du mein Helfer bist, gesegne meine Werke und mich vom Him⸗ mel stärke, damit ich deinen Willen in allem mög erfüllen. 4. Behüte Seel und Leib, und alles von mir treib, was meine Nahrung hindert und deinen Segen mindert. Ja laß in Fried und Freuden mich einst von hin⸗ nen scheiden. Johann Heinrich von Hippen. Um 1676. N Ach keit 1 diewe so eil Herz muß kann 2. lichke die f Freu erwie Kreu vor! Welt Der hält, den. Sche Treu 4 schar mein was ill ich u mir egiere willt, durch ott. n, so mein dazu wird n bei⸗ Dank, reich⸗ ianche Güt ferner Shrist, ·segne Him⸗ Heinen len. „ und meine einen Fried hin⸗ 1676. Witwer, Witwen und Waisen. 367 F. Witwer, Witwen und Waisen. 568. „Mel. 176: Wenn mein Stündlein ꝛc. ch Gott, ich muß in Traurig⸗ keit mein Leben nun beschließen, dieweil der Tod von meiner Seit so eilends hat gerissen mein treues Herz, der Tugend Schein; des muß ich jetzt beraubet sein, wer kann mein Elend wenden? 2. Wann ich an ihre Freund⸗ lichkeit gedenk in meinem Herzen, die sie mir hat zu jeder Zeit in Freud und auch in Schmerzen erwiesen ganz beständiglich, mein Kreuz und Weinen mehret sich, vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt rechtschaffne Liebe finden? Der meiste Teil nicht Glauben hält, die Treu will gar verschwin⸗ den. Ich glaub und red es ohne Scheu, die best ist die getraute Treu, der muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr, mir geht ein scharfes Schwert jetzund durch meine Seele, die abzuscheiden oft begehrt aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, o Herr Jesu Christ, in solchem Kreuz mein Tröster bist, muß ich in Leid verzagen. 5. O treugeliebtes, selges Herz, zu dir will ich mich wenden in diesem meinem großen Schmerz, ob sich mein Angst möcht wenden: ich will betrachten deinen Stand, wie Gott dir alles Kreuz gewandt in höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst und Trübsal, Weh und Not kann dich hinfort verletzen; im Himmel tut der fromme Gott mit Liebe dich er⸗ götzen; die Seele schaut mit Lust und Freud die heilige Dreifaltig⸗ keit mit allen Auserwählten. 7. Dein Gott hat dich in sei⸗ nem Schoß und wischt ab alle Tränen, erfüllet dich mit Freu⸗ den groß danach wir uns noch sehnen; du sitzest bei der Engel Schar, lobsingest Gott, frei von Ge⸗ fahr, mit süßem Ton und Schalle. 8. Du kommst nicht wieder her zu mir in dies betrübte Leben, ich aber komm hinauf zu dir, da werd ich mit dir schweben in höchster Freude, Wonn und Lust, die deine Seele täglich kost, drauf ich mich herzlich freue. 9. O wie mit großer Freudig⸗ keit wolln wir einander kennen! Da wird uns dann zu keiner Zeit der bittre Tod mehr trennen. Ach welche Freude wird dann sein, wenn ich dich, die ich jetzt bewein, mit Freuden werd umfangen. 10. Dies will ich stets in mei⸗ nem Leid mir zu Gemüte führen, erwarten in Geduld der Zeit, wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes, steh bei mir und mich durch deinen Geist regier zu deines Namens Ehre! Zoh. Heermann. f 1647. 368 569. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine ꝛc. Nichts Betrübtres ist auf Erden, nichts kann so zu Herzen gehn, als wenn arme Witwen werden, wenn verlassen Waisen stehn, ohne Vater, ohne Mut, ohne Freunde, ohne Gut. Witwen sind ver⸗ laßne Frauen; wer wird auf die Waisen schauen? 2. Witwen sind in Gottes Armen, Waisen sind in Gottes Schoß; ihrer will er sich erbar⸗ men, wär die Not auch noch so groß. Ein solch ungerechter Mann tastet Gottes Augen an, der die armen Waisen drücket und der Witwen Herz bestricket. 3. Wenn sie bleiben in den Schranken, darein Gott sie hat gestellt, und von seiner Treu nicht wanken, weil er sich zu ihnen hält, sollen sie im Himmelsschloß werden alles Kummers los; da soll nicht mehr wie auf Erden Witwennot gehöret werden. Michael Hunold. 4 1672. G. Alter. 570. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. ott hat in meinen Tagen mich väterlich getragen von meiner Jugend auf; ich sah auf meinen Wegen des Höchsten Hand und Se⸗ gen, er lenkte meines Lebens Lauf. Hausstand 2. Sein Weg war oft verbor⸗ gen; doch, wie der helle Morgen aus dunklen Nächten bricht, so hab ich stets gespüret: der Weg, den Gott mich führet, bringt mich durchs finstre Tal zum Licht. 3. War Menschenhilf verge⸗ bens, so kam der Herr des Lebens und half und machte Bahn. Wußt ich mir nicht zu raten, so tat Gott große Taten und nahm sich meiner mächtig an. 4. Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen und dein Erretter sein! Dies hat mir Gott versprochen, der nie sein Wort gebrochen; ich werde sein mich ewig freun. 5. Er wird mir schwachemAlten, was er verheißen, halten, denn er ist fromm und treu; bin ich gleich matt und müde, er gibt mir Trost und Friede und steht mit Mut und Kraft mir bei. 6. Noch wenig bange Stunden, dann hab ich überwunden, ich bin vom Ziel nicht weit; o welche große Freuden sind nach dem letzten Leiden vor Gottes Thron für mich bereit! 7. Ich harre froh und stille, bis meines Gottes Wille mich nach dem Kampfe krönt. An meiner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, der mich dem Vater hat versöhnt. Jakob Friedrich Feddersen. 1788. verle du 1 ich 9 Vate Jah: 3 von deine Mer 4 Aug daß sei 37¹. Mel. 26: Christus, der ist mein Leben. erwirf mich nicht im Alter, verlaß mich nicht, mein Gott! bist du nur mein Erhalter, so werd ich nie zu Spott. 2. Wie oft hab ich erfahren, der Vater sei getreu; ach mach in alten Jahren mir dieses täglich neu. 3. Wenn ich Berufsgeschäfte von außen schwächlich tu, leg deines Geistes Kräfte dem innern Menschen zu. 4. Wenn dem Verstand, den Augen die Schärfe nun gebricht, daß sie nicht viel mehr taugen, sei Jesus noch mein Licht. Alter. 369 5. Will mein Gehör verfallen, so laß dies Wort allein mir in dem Herzen schallen: Ich will dir gnädig sein! 6. Wenn mich die Glieder schmerzen, so bleibe du mein Teil und mache mich im Herzen durch Christi Wunden heil. 7. Sind Stimm und Zunge blöde, so schaffe du, daß ich im Glauben stärker rede: Mein Hei⸗ land spricht für mich! 8. Wenn Händ und Füße beben, als zu dem Grabe reif, so gib, daß ich das Leben, das ewig ist, ergreif. Philipp Friedrich Hiller. 4 1769. VI. Trostlieder. Kreuz⸗ und 572. Mel. 20: Aus tiefer Not schrei ich ꝛe. ch treuer Gott, barmherzig Herz, des Güte sich nicht endet, ich weiß, daß mir dies Kreuz und Schmerz dein Hand hat zugewen⸗ det; ja Herr, ich weiß, daß diese Last du mir aus Lieb erteilet hast und gar aus keinem Hasse. 2. Denn das ist allzeit dein Gebrauch; wer Kind ist, muß was leiden, und wen du liebst, den stäupst du auch, schickst Trauern vor den Freuden; führst uns zur Höllen, tust uns weh und führst uns wieder in die Höh, und so geht eins ums andre. 3. Du führst ja wohl recht wun⸗ derlich die, so dein Herz ergötzen. Was leben soll, muß vorher sich ins Todesdunkel setzen; was stei⸗ gen soll zur Ehr empor, liegt auf der Erd und muß zuvor sich in dem Staube wälzen. 4. Das hat, Herr, dein geliebter Sohn selbst wohl erfahrn auf Erden; denn eh er kam zum Ehren⸗ thron, mußt er gekreuzigt werden. Er ging durch Trübsal, Angst und Not, ja durch den herben, bittern Tod drang er zur Himmelsfreude. 5. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig sich ergeben, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwider streben? Er ist der Spiegel der Geduld; und wer sich sehnt nach deiner Huld, der muß ihm ähn⸗ lich werden. 6. Ach liebster Vater, wie so schwer ists der Vernunft zu gläu⸗ ben, daß du demselben, den du sehr betrübst, sollst günstig bleiben! Wie macht doch Kreuz so lange Zeit; wie schwerlich will sich Lieb und Leid zusammen lassen reimen! 7. Was ich nicht kann, das gib du mir, o höchstes Gut der Frommen! Gib, daß mir nicht des Glaubens Zier durch Trübsal werd entnommen. Erhalte mich, o starker Hort, befestge mich in hren⸗ rden. t und ittern reude. „der g sich armer wider el der t nach ähn⸗ vie so gläu⸗ en du eiben! lange Isich lassen „das ut der nicht rübsal mich, ich in Kreuz⸗ und deinem Wort, behüte mich vor Murren. 8. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite treten; hilf, daß ich unverdrossen sei zum Rufen, Seufzen, Beten. So lang ein Herze hofft und gläubt und im Gebet beständig bleibt, so lang ists unbezwungen. 9. Greif mich auch nicht zu heftig an, damit ich nicht ver⸗ gehe; du weißt wohl, was ich tragen kann, wies um mein Leben stehe. Ich bin ja weder Stahl noch Stein; wie bald doch geht ein Wind herein, so fall ich hin und sterbe. 10. Ach Jesu, der du worden bist mein Heil mit deinem Blute, du weißt gar wohl, was Kreuze ist und wie dem sei zumute, den Kreuz und großes Unglück plagt; drum wirst du, was mein Herze klagt, gar gern zu Herzen fassen. 11. Ich weiß, du wirst in dei⸗ nem Sinn mit mir Mitleiden haben und mich, wie ichs bedürftig bin, mit Gnad und Hilfe laben. Ach stärke meine schwache Hand; ach heil und bring in bessern Stand das Straucheln meiner Füße. 12. Sprich meiner Seele herz⸗ lich zu und tröste mich aufs beste; denn du bist ja der Müden Ruh, der Schwachen Burg und Feste, ein Schatten vor der Sonnenhitz, Trostlieder. 371 ein Hütte, da ich sicher sitz im Sturm und Ungewitter. 13. Ach laß mich schauen, wie so schön und lieblich sei das Leben, das denen, die durch Trübsal gehn, du dermaleinst wirst geben; ein Leben, gegen welches hier die ganze Welt mit ihrer Zier durchaus nicht zu vergleichen. 14. Daselbst wirst du in ewger Lust gar freundlich mit mir han⸗ deln, mein Kreuz, das dir und mir bewußt, in Freud und Ehr ver⸗ wandeln. Da wird mein Weinen lauter Wein, mein Achzen lauter Jauchzen sein. Das glaub ich; hilf mir! Amen. Paul Gerhardt. 1 1676. 573. Mel. 156: Singen wir aus Herzensgrund. Auf den Nebel folgt die Sonn, auf das Trauern Freud und Wonn, auf die schwere, bittre Pein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor sank bis zu dem Höllentor, steigt nun bis zum Himmelschor. 2. Der, vor dem die Welt er⸗ schrickt, hat mir meinen Geist er⸗ quickt, seine hohe, starke Hand reißt mich aus der Höllen Band; alle seine Lieb und Güt überströmt mir mein Gemüt und erfrischt mir mein Geblüt. 3. Hab ich vormals Angst ge⸗ fühlt, hat der Gram mein Herz 24* 372 Kreuz⸗ und zerwühlt, hat der Kummer mich beschwert, hat der Satan mich betört: ei so bin ich nunmehr frei, Heil und Rettung, Schutz und Treu steht mir wieder treu⸗ lich bei. 4. Gott läßt keinen traurig stehn, noch mit Schimpf zurücke⸗ gehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Herze senkt; wer auf Gott sein Hoffnung setzt, findet endlich und zuletzt, was ihm Leib und Seel ergötzt. 5. Kommts nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig still; ist doch morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt; wann die kommt, kommt unsre Bitt und die Freude reich⸗ lich mit. 6. Ach wie oft schon dacht ich doch, da mir noch der Trübsal Joch auf dem Haupt und Nacken lag und mir fast das Herz zer⸗ brach: Nun ist keine Hoffnung mehr, auch kein Ruhen, bis ich kehr in das schwarze Totenmeer. 7. Aber mein Gott wandt es bald, heilt und hielt mich der⸗ gestalt, daß ich, was sein Arm getan, nie genugsam preisen kann. Da ich weder hier noch da eingen Weg zur Hilfe sah, hatt ich seine Hilfe nah. 8. Als ich furchtsam und ver⸗ zagt mich selbst und mein Herz geplagt, als ich manche liebe Trostlieder. Nacht mich mit Wachen krank gemacht, als mir aller Mut ent⸗ fiel, tratst du, mein Gott, selbst ins Spiel, gabst dem Unfall Maß und Ziel. 9. Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunderschein stets vor meinen Augen sein; ich will all mein Leben lang meinem Gott mit Lobgesang dafür bringen Preis und Dank. 10. Allen Jammer, allen Schmerz, den des ewgen Vaters Herz mir schon jetzo zugezählt oder künftig auserwählt, will ich hier, in diesem Lauf meines Lebens, allzuhauf frisch und freudig neh⸗ men auf. 11. Ich will gehn in Angst und Not, ich will gehn bis in den Tod und will gehn ins Grab hinein und doch allzeit fröhlich sein; wem der Stärkste bei will stehn, wen der Höchste will er⸗ höhn, kann nicht ganz zugrunde gehn. Paul Gerhardt. 4 1676. 574 4. Eigene Melodie. 18. Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not. Der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten; mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd an⸗ rank ent⸗ elbst Maß der und chein ich nem ngen llen Aters zählt l(l ich bens, neh⸗ Ingst 8in Grab hlich will Ier⸗ unde 676. trau kann ibsal, glück in an⸗ Kreuz⸗ und sicht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen, ihm hab ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem hab ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworben, das Himmel⸗ reich uns allen, die wir auf Er⸗ den wallen. 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß selig ich ab— scheide zur ewgen Himmels⸗ freude. 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund; du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, damit wir deinen Namen auf ewig preisen. Amen. Sigismund Weingärtner. Um 1600. 575. Mel. 74: Herzlich tut mich verlangen. Psalm 37, 5. Befiehl du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der aller⸗ treusten Pflege des, der den Him⸗ mel lenkt. Der Wolken, Luft und Trostlieder. 373 Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege fin⸗ den, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zustand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein. Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst tun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zu⸗ rückegehn. Was er sich vorge⸗ nommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Haff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken, erwarte nur die 374 Kreuz⸗ und Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf! gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht! laß fahren, was das Herze be⸗ trübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regi⸗ mente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß tun und walten, er ist ein weiser Fürst, und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunder⸗ barem Rat das Werk hinausge⸗ führet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und tun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich be⸗ geben, und solltst du für und für in Angst und Nöten schweben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst. Er wird dein Herze lösen von der so schwe⸗ ren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg, die Ehrenkron. Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freu⸗ denpsalmen dem, der dein Leid gewandt. Trostlieder. 12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not, stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit dei⸗ ner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt. 1 1676. 576. Mel. 88: Jesu hilf siegen, du Fürste ꝛc. hristen erwarten in allerlei Fällen Jesum mit seiner allmäch⸗ tigen Hand; mitten in Stürmen und tobenden Wellen sind sie ge⸗ bauet auf felsiges Land. Wenn sie die Nächte der Trübsal be⸗ decken, kann doch ihr Grauen sie wenig erschrecken. 2. Jauchzen die Feinde zur Rechten und Linken, drohet und hauet ihr blinkendes Schwert, lassen doch Christen die Häupter nicht sinken, denen sich Jesus im Herzen verklärt. Wüten die Feinde mit Schnauben und To⸗ ben, schauen sie dennoch voll Trostes nach oben. 3. Geben die Felder den Sa⸗ men nicht wieder, bringen die Gärten und Auen nichts ein, schlagen uns Schloßen die Früchte danieder, brennen die Berge vom hitzigen Schein; kann doch ihr Herze den Frieden erhalten, weil es den Schöpfer in allem läßt walten. Kreuz⸗ und 4. Viele verzehren in ängstlichen Sorgen Kräfte, Gesundheit und Kürze der Zeit, da doch im Rate des Höchsten verborgen, wann und wo jedem sein Ende bereit; sind es nicht alles vergebliche Schmerzen, die ihr euch machet, o törichte Herzen? 5. Zweifel und Sorgen ver⸗ derben die Frommen; glauben und hoffen bringt Ehre bei Gott. Seele, verlangst du, zur Ruhe zu kommen, hoffe der Angst und dem Zweifel zum Spott. Ob auch die göttliche Hilfe verborgen, traue dem Höchsten und meide die Sorgen. 6. Gutes und alle erbetenen Gaben folgen dir, bis man dich leget ins Grab; ja du wirst sel⸗ ber den Himmel noch haben; ei warum sagst du den Sorgen nicht ab? Werde doch in dir recht ruhig und stille, das ist des Va⸗ ters, des ewigen, Wille. 7. Freue dich, wenn du statt freundlichen Blicken mancherlei Jammer erduldest und Not; wisse, was Gott will erhöhn und er⸗ quicken, muß erst mit Jesu durch Leiden und Tod. Willst du mit⸗ leben, so mußt du mitsterben, anders kann keiner den Himmel ererben. 8. Völlige Wonne, verklärete Freude, himmlische Güter, un⸗ denkliches Heil werden dir dort auf der ewigen Weide unter Trostlieder. 375 den Engeln und Menschen zuteil, wenn Christus prächtig am Ende wird kommen, um sich zu sam⸗ meln die Herde der Frommen. 9. Seine allmächtige Stärke beweiset in den Ohnmächtigen mächtige Kraft; dann wird alleine sein Name gepreiset, wenn er den Zagenden Freudigkeit schafft. Darum, o Jesu, gib, daß ich dir traue, wenn ich die Hilfe nicht sichtbarlich schaue. Christian Ludwig Edeling. 4 1742. 577. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. Psalm 73, 23. Daunoch bleib ich stets an dir, mein Erlöser, mein Vergnügen! Mich verlanget, dort und hier nur an deiner Brust zu liegen. Meines Lebens schönste Zier, dennoch bleib ich stets an dir. 2. Suchet die verderbte Welt mich aus deinem Arm zu reißen, will sie Ehre, Lust und Geld mir nach ihrer Art verheißen; o so sprech ich bald zu ihr: Dennoch leib ich stets an dir. 3. Bricht des Kreuzes Sturm herein, überfällt mich Angst und Leiden, so vermag doch keine Pein mich von meinem Haupt zu schei⸗ den, und ich schreib in mein Pa⸗ nier: Dennoch bleib ich stets an dir. 4. Selbst im finstern Todes⸗ tal bleibt die Freundschaft un⸗ 376 Kreuz⸗ und getrennet. Ich empfinde keine Qual, wenn der Lebensfürst mich kennet. Sterbend ruf ich mit Begier: Dennoch bleib ich stets an dir. Johann Jakob Rambach. 1 1735. — 578. „Mel. 173: Was Gott tut, das ist ꝛc. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Drum laß dichs nicht betrüben, wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, je ernster sind des frommen Vaters Schläge. Schau, das sind Gottes Wege. 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein, Gott wills nicht anͤ⸗ ders haben, auch dieses Lebens Not und Pein sind deines Va⸗ ters Gaben. Solls denn so sein, so geh es ein, es kommt von Liebeshänden; Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das Kreuz lehrt fleißig beten, zieht ab vom eitlen Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin mit sprödem Sinn, wenns nun zu dir gekommen; es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das muß uns immer wecken; wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir er⸗ Trostlieder. schrecken, wenn unbereit die Ewig⸗ keit und der Posaunen Schallen uns würde überfallen. 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Es lehrt die Sünde hassen und unsern lieben Gott allein mit rechter Lieb umfassen. Die Welt vergeht, und Gott be⸗ steht. Bedenks und laß dich üben, das ewge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein; was Gott schickt, will ich tragen. Schickts doch der liebste Vater mein, sinds doch nur kurze Plagen und wohlgemeint! Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuden. Ich will mit Christo leiden. David Nerreter. 4 1726. 579. Eigene Melodie. 55. Gis dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens. In ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gib dich zufrieden. 2. Er ist vall Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten treuen Herzens. Wo er steht, tut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Hän⸗ den. Gib dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft er⸗ gehe, borgen der H Sorge heißen all un frieden 4. auf Er trauen Treust Besten Leid u weiß e Gib d 5. Seeler Klagen erzähl kühnli steht und Gib d 6. bezwir du sie umrin unterl zu hoe Fürst, zufried 70 armes wollst Leben Unter Hand sei ens. ülle, ens. eine iner rost auen dir des ngst den, hän⸗ t er⸗ Kreuz⸗ und gehe, ist ihm wahrlich nicht ver⸗ borgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Tränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gib dich zu— frieden. 4. Wenn gar kein Einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gib dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzüählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten dich umringen wirst du doch nicht unterliegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat die Hand voll aller Gaben, da See Trostlieder. 377 und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden. 8. Sprich nicht: ich sehe keine Mittel, wo ich such, kann nichts mich trösten; denn das ist Gottes Ehrentitel, helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da greift er zu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden 9. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen. Macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man ge— wisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden. 10. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden. Was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Not wird sich nicht enden bis in den Tod; da wird sichs wenden. Gib dich zufrieden. 11. Es ist ein Ruhetag vor⸗ handen, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns alle bringen. Gib dich zufrieden. 12. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden heimgefahren, sich auch nun im 378 Kreuz⸗ und Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gib dich zufrieden. Paul Gerhardt. 1 1676. 580. Mel. 91: Jesu, meine Freude. Psalm 37, 5. Gott, der wirds wohl machen, dem ich meine Sachen allzeit heim⸗ gestellt. Er hat mich erkoren, eh ich noch geboren bin auf dieser Welt; hat mir auch nach seinem Brauch, was vonnöten, stets ge⸗ geben hier in diesem Leben. 2. Gott, der wirds wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Lust geschenkt; der mich nie vergessen, der mit Kleid und Essen täglich mich bedenkt. Oft, wenn fast die Kreuzeslast seine Kinder niederdrücket, hat er mich erquicket. 3. Gott, der wirds wohl machen. Laß das Wetter krachen und die Stürme gehn; wenn mit großem Grausen alle Wellen brausen, will er bei dir stehn. Nur Geduld, trau seiner Huld! schlägt dich Unglück gleich danieder, Gott er⸗ hebt dich wieder. 4. Gott, der wirds wohl machen; er wird selber wachen über deiner Not. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt Trostlieder. die Angst geschwinde, wie der Rauch im Winde. 5. Gott, der wirds wohl machen; mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der sich Gott erwählet in dem Herzeleid? Drum mein Herz, ver⸗ giß den Schmerz; alles steht in seinen Händen, Gott kann alles wenden. 6. Gott, der wirds wohl machen, wenn des Todes Rachen gleich ist aufgetan; wenn die Lebens⸗ jahre enden an der Bahre, führt er himmelan. Sei bereit zu Freud und Leid; Gott befiehl nur deine Sachen, Gott, der wirds wohl machen. Ernst Stockmann. 1 1712. 581. — Eigene Melodie. 61. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hilf auf Erden tut, der mit Kraft und starken Armen machet alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir denken, alle Not zum besten lenken. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch. 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt er schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht? Der die Ohren hat erschaffen, sollte er denn hören nicht? Gott ist Gott, der hört und sieh geschieh lebt dos 3. G verzagst kreis v weit ur Welt er fern un dem wii an alle denke d gott no 4. C verzagst mit Kre nur dei und rei Schwac Gnade vergehe denke d gott no 5. G verzagst deine S brechen Gott, Sünder der An zufriede denke d verzags Welt r aus no dich ur enken. t doch Seele, ollt er er das Ohren hören hört Kreuz⸗ und und siehet, wo den Frommen Weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erden⸗ kreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. Seele, so be⸗ denke doch: lebt doch unser Herr⸗ gott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so be⸗ denke doch: lebt doch unser Herr⸗ gott noch. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Ver⸗ brechen quält dich sehr, komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufriedenstellen. Seele, so be⸗ denke doch: lebt doch unser Herr⸗ gott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei Trostlieder. 379 dir sein. Gott ists, der es herz⸗ lich meinet, wo die Not am größten scheinet. Seele, so be⸗ denke doch: lebt doch unser Herr⸗ gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn, es ist Gottes Wohl⸗ gefallen, dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jammer⸗ leben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! Johann Friedrich Zihn. 4 1719. 582. —— Eigene Melodie. 63. Gott sorgt für dich, was willst du dich viel plagen mit deiner Sorg, o Mensch, und gar ver⸗ zagen? Du bist sein Kind, er wird dich nicht verlassen; trau nur auf ihn, so wirst du Sorgen hassen. 2. Kein Vöglein sorgt für seines Lebens Speise, es steht früh auf und singt nach seiner Weise ein Morgenlied; dann fleugt es in die Wälder, bald ander⸗ wärts durchsucht es alle Felder. 3. Es weiß noch nicht, wo ihm hab hingeleget ein Körnlein Speis der Gott, der alles träget durch seine Macht; doch findt es alle Morgen sein Speis und Trank, läßt Gott noch ferner sorgen. 380 Kreuz⸗ und 4. So, Menschenkind, mach es in deinen Sachen, laß Gott für dich nur immer sorgen, wachen. Arbeit und bet! Er wird dir alles geben, was nötig ist zu deinem ganzen Leben. 5. Vertraue Gott und ehre seinen Willen, so wird er dich mit Gnad und Gut erfüllen; er sorget schon, wie er dich mög er⸗ halten, laß du nur Gott noch ferner für dich walten. Simon Bornmeister. 4 1688. 583. — Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. Gon verläßt die Seinen nicht. Nach dem Seufzen, nach dem Weinen, lässet er das schöne Licht seiner Gnadensonne scheinen, und wir werden aufgericht! Gott ver⸗ läßt die Seinen nicht! 2. Gott verläßt die Seinen nicht. Sollt es gleich auf dieser Erden, wann die Trübsal uns anficht, bis zum Tod uns bange werden, ein getrostes Herze spricht: Gott verläßt die Seinen nicht! 3. Gott verläßt die Seinen nicht. Ja, er läßts in allen Dingen, wie er selber sich ver⸗ pflicht, uns zur Seligkeit ge⸗ lingen. Glaube, Hoffnung, Liebe spricht: Gott verläßt die Seinen nicht! Unbekannter Dichter. Trostlieder. 584. Mel. 150: Ringe recht, wenn Gottes ꝛe. Matth. 8, 23—27. Gott wills machen, daß de Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen immer schwellen, wenn du nur bei Jesu bist. 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter! Gott, dein Wächter, schläfet ja noch schlum⸗ mert nicht. Zu den Höhen auf⸗ zusehen, wäre deine Glaubens⸗ pflicht. ö 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken in Ge⸗ danken, faß dich in Gelassenheit Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 7. Gottes Hände sind ohn Ende, sein Vermögen hat kein Ziel. Ists beschwerlich, scheints gefährlich! Deinem Gott ist nichts zu viel 8. Wenn die Stunden sich ge⸗ funden, bricht die Hilf mit Macht herein; und dein Grämen zu be⸗ schämen, wird es unversehens sein. 9. Nun so trage deine Plage fein get das Lei seiner 10. Träner wird d ihres 5 41. Namen es gese wann Johar Mel err. betend wie ei endlich endlich Vater, 2. kehrst, lest,‚ u schwers füllest; Rir, e mir. 3. merts wird nicht l du doc frei V endlich tes ve. am ist. wellen, st. veil er Schlaf lagen, af. t, dein chlum⸗ in auf⸗ ubens⸗ N Eilen rʒ5 laß n, dein chmerz. aß das en sei. t stille, er frei. in Ge⸗ senheit norgen reud. Ende, l. Ists hrliche u viel. sich ge⸗ Macht zu be⸗ s sein. Plage uß die Kreuz⸗ und fein getrost und mit Geduld. Wer das Leiden will vermeiden, häufet seiner Sünden Schuld. 10. Aber denen, die mit Tränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone vor dem Throne ihres Heilands werden noch. 11. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, wie und wann und was er will. Johann Daniel Herrnschmidt. 4 585. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. err, ich lasse nicht von dir, betend will ich mit dir ringen, wie einst Jakob rang mit dir; endlich muß mirs doch gelingen, endlich muß mein heißes Flehn, Vater, dir zu Herzen gehn. 2. Ob du dich auch von mir kehrst, mir dein Angesicht verhül⸗ lest, mich mit neuem Leid be⸗ schwerst, mich mit neuer Angst er⸗ füllest; dennoch ruf ich, Herr, zu dir, endlich, endlich hilfst du mir. 3. Wann und wie? was küm⸗ merts mich! weiß ich doch, es wird geschehen. Läßt du mich, nicht laß ich dich, endlich hörst du doch mein Flehen, machst mich frei von aller Not, wärs auch endlich durch den Tod. Julius Sturm. 1723. + 1896. Trostlieder. 586. Mel. 47: Es kostet viel, ein Christ ꝛc. Oerr, meine Seele seufzt zu dir, ach komm und hilf um deiner Güte willen und neig in Gnaden dich herab zu mir, mein Herz mit deinem Troste zu erfüllen; du bist mein Gott und deine Güt und Treu sind ewig neu. 2. Du hast mit deiner starken Hand mir tiefe Wunden in das Herz geschlagen; ach laß in mei⸗ ner Schmerzen Feuerbrand mich nur an deiner Liebe nicht verzagen und mich aufs Kreuz mit festem Blicke schaun und dir vertraun. 3. Am Kreuze starb nach deiner Wahl dein eingeborner Sohn für meine Sünde, damit ich ledig aller Angst und Qual auf deine Gnade meinen Glauben gründe und dir getrost, vom Eigenwillen frei ergeben sei. 4. So laß mich deine Wege gehn, bis ich einst rufen darf, der Welt entnommen: Kein Ohr vernahms, kein Auge hats gesehn, und ist in keines Menschen Herz gekommen, was Gott dem Volke, das ihn treu geliebt, im Himmel gibt. 381 Julius Sturm. 587 * Eigene Melodie. 71. Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Ster⸗ + 1896. 382 Kreuz⸗ und ben; allein zu dir steht mein Be⸗ gier, laß mich, Herr, nicht ver⸗ derben. Erhalt mich nur in dei⸗ ner Huld, sonst wie du willst; gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu ver⸗ leih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtig⸗ keit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum. Amen. Kaspar Bienemann. 1591. 588. Mel. 182: Wer weiß, wie nahe mir ꝛc. Jak. 1, 12. De größer Kreuz, je näher Him⸗ mel! Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; bei Sündenlust und Welt⸗ getümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, je bessre Christen! Gott streicht uns an den Probestein; wie mancher Garten lieget wüste, fällt nicht ein Trä⸗ nenregen drein. Das Gold wird Trostlieder. auf dem Feuerherd, ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube! Die Palme wächset bei der Last, die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Mut, wie Perlen in ge⸗ salzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe! Der Sturm bläst nur die Flamme auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Und wie das Ol die Flamme nährt, wird Lie⸗ besglut durchs Kreuz vermehrt. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete! Geriebne Kräuter duften wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen! Im Tale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findetz hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben! Man freut sich recht auf seinen Tod; denn man ent⸗ gehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuz, das Christengräber ziert, bezeugt, sie haben triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schöme Krone, gelegt, Thron trägt. macht, nicht 6 2. Kreuze sein! nicht 2 Herzer Hoffn1 Kreuz den H kann Dinge lingen und 2 2. um all ist um Sache chen, i 3.0 als we mir se gibet, dassel 4. die m allem seinen hrist in tärkrer yset bei üßt aus wohl wächset in ge⸗ größre rur die gleich et doch die das rd Lie⸗ ehrt. e mehr duften iff kein te man kämen enn er e mehr jet man sten oft h nac findetz 8 nach lieber h recht un ent⸗ stirbt Kreuz, ezeugt, schönre Kreuz⸗ und Krone, die Gott den Seinen bei⸗ gelegt, und die einmal vor seinem Throne der Überwinder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein! Daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmolck. 4 1737. 589. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. Hn allen meinen Taten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl ge— lingen, selbst geben Segen, Rat und Tat. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen ma⸗ chen, ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat versehen und was mir selig ist; ich nehm es, wie ers gibet, was ihm von mir geliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt; leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts Trostlieder. 383 verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durch⸗ streichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein teures Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn. Kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, deine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rat. Auf der Reise. 10. Ich zieh in ferne Lande, zu nützen einem Stande, zu dem er mich bestellt; sein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, fassen, zu dienen treulich seiner Welt. 384 Kreuz⸗ und 11. Bin ich in wilder Wüsten, so bin ich doch bei Christen und Christus ist bei mir; der Helfer in Gefahren, der kann mich doch bewahren, wie dorten, ebenso auch hier. 12. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her; Ge⸗ sundheit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben und alles, was ich noch begehr. 13. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Schutz, den frommen, sind wir soweit nun kommen und wissen selber fast nicht wie. 14. Gefällt es seiner Güte und sagt mir mein Gemüte nicht was Vergeblichs zu, so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Ruh. 15. Indes wird er den Meinen mit Segen auch erscheinen, ihr Schutz wie meiner sein; wird bei⸗ derseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten können überein Paul Flemming. 590. Mel. 74: Herzlich tut mich verlangen. + 1640. Keinen hat Gott verlassen, der ihm vertraut allzeit; ob mich drum viele hassen, so bringt mirs Trostlieder. doch kein Leid. Gott will die Seinen schützen, zuletzt erheben hoch und geben, was da nützet hier zeitlich und auch dort. 2. Allein ichs Gott befehle; er machs, wies ihm gefällt, zu⸗ nutz für meine Seele! In dieser argen Welt ist doch nur Not und Leiden und muß auch also sein; denn eitle Erdenfreuden bringen uns ewge Pein. 3. Treulich will ich Gott bitten und nehmen zum Beistand in allen meinen Nöten, ihm bessr als mir bekannt. Wie könnt er mich dann lassen der treue Vater mein; wenn meine Not am größten, so will er bei mir sein. 4. Mein Unglück und mein Glücke das kommt ja nur von Gott; ich weiche nicht zurücke, wank nicht in meiner Not. Ge⸗ duld will ich erbitten in allen Nöten mein; er wird mich wohl behüten und mein Nothelfer sein. 5. Auf Reichtum und auf Schätze, was sonst der Welt ge⸗ fällt, ich meinen Sinn nicht setze; das bleibt doch in der Welt; ein Schatz hab ich im Himmel, der Jesus Christus heißt, ist über alle Schätze, schenkt uns den heil⸗ gen Geist. 6. Ihn hab ich eingeschlossen in meines Herzens Schrein; sein Blut hat er vergossen für mich arm Würmelein, damit ich los soll werden von ewger Angst und Mel. Taß änder ist de in sei 2. ergrü glaub gehst 5. du trͤ es doe aller 4. dein deines hellen (l die heben nützet fehle; „ zu⸗ dieser t und sein; ingen bitten rd in sr als mich mein; n, so mein von trücke, Ge⸗ allen wohl sein. auf lt ge⸗ setze Welt; nmel, über heil⸗ lossen sein mich h los t und Kreuz⸗ und Pein; wie könnt auf ganzer Erden doch größre Liebe sein! 7. Nun will ich mich erzeigen dankbar für seine Gnad; ich geb mich Gott zu eigen mit allem, was ich hab! Wie ers will weiter machen, hab ich ihm heimgestellt; er lenke meine Sachen, wie es ihm wohlgefällt. 8. Amen, nun will ich schließen dies arme Liedelein! Herr, durch dein Blutvergießen laß mich dein Erben sein! So hab ich alls auf Erden, was mich erfreuet schon; im Himmel soll mir werden die ewge Gnadenkron. Um 1610. 591. Mel. 26: Christus, der ist mein Leben. TDaß fahren deine Sorgen, du änderst nicht dein Los; das Heut ist dein, das Morgen trägt Gott in seinem Schoß. 2. Und wie ers wird gestalten, ergründen kannst dus nicht; doch glaubst du an sein Walten, so gehst du auch im Licht. 3. Und was er dir mag senden, du trägst es still und gern; kommt es doch aus den Händen des besten aller Herrn. 4. Nie kann dein Morgen trübe, dein Abend dunkel sein; denn deines Gottes Liebe gibt ihnen hellen Schein. Julius Sturm. 1 1896. Trostlieder. 385 592. Eigene Melodie. 112. Meine Hoffnung steht auf Gott; Gott, mein Heiland, mein Erret⸗ ter, Stiller aller Trübsalswetter, steh bei mir bis in den Tod; meine Hoffnung steht auf Gott.: 2. Meine Hoffnung steht auf Gott, der mir Leib und Seel ge⸗ geben und mich durch mein gan⸗ zes Leben hat erhalten in der Not. Meine Hoffnung steht auf Gott. 3. Meine Hoffnung steht auf Gott; Gott, mein Heiland, hilft mir Armen, kann und will sich mein erbarmen, steht bei mir bis in den Tod; meine Hoffnung steht auf Gott.: 4. Meine Hoffnung steht auf Gott; Hoffnung läßt mich nicht verderben, Hoffnung läßt mich selig sterben, gibt mich nicht dem ewgen Tod; meine Hoffnung steht auf Gott. Aus dem Dresdner Gesangbuch von 1731. 593. * Mel. 91: Jesu, meine Freude. Meine Seel ist stille zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht. Mein Herz ist vergnüget mit dem, wies Gott füget, nimmts an, wie es geht. Geht die Bahn nur himmelan, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 25 386 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten, und mag keinen leiden, der ihr redet ein; von der Welt, Ehr, Lust und Geld, wonach viele sind be⸗ flissen, mag sie nichts mehr wissen. 3. Nein, ach nein! nur Einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt. Jesus, der Ge⸗ treue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergibt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe, dem ich einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß. Lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele schweiget, har⸗ ret aus und neiget sich an Jesu Brust. Sie wird stark durch Hoffen; was sie je betroffen, sie erträgts mit Lust; fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste: am End kommt das Beste. 6. Amen! es geschiehet. Wer zu Jesu fliehet, merket Gottes Art, wie er seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück aufspart bis zu End; als⸗ dann sich wendt das zuerst so bittre Leiden, und angehn die Freuden. Johann Kaspar Schade. 1698. Kreuz⸗ und Trostlieder. 594. Mel. 193: Zion klagt mit Angst ꝛc. Meine Sorgen, Angst und Pla⸗ gen laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr allein nur kennt, wird, gottlob! nicht ewig sein; nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich gesäet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen abgemähet, trä⸗ get man die Frucht nach Haus. Wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. 3. Wenn man sich will Rosen brechen, muß man leiden in der Still, daß uns auch die Dornen stechen; alles geht, wie Gott es will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist be⸗ setzt; hier muß man sich nicht entfernen, ist er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin sonder Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle From⸗ men, die des Himmels Klarheit Nũ mein Gott so v vorlt Gott 2 kind, Wel. sind zst ꝛc. 0 Pla⸗ End; a,‚ das wird, nach in von neinen gesäet, aus; et, trä⸗ Haus. i, wird nach treiten iten. Rosen in der Dornen zott es gezeigt, rreicht; finden, den. ich den ist be⸗ 9 nicht itt Blut oß der sch hin Salems n ihre From⸗ Warheit Kreuz⸗ und sehn, aus viel Trübsal herge⸗ kommen; und nun siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen schön gezieret, weil sie glücklich trium⸗ phieret. 6. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unverrückt; seine Freund und Hochzeitsgäste werden nach dem Streit beglückt. Israel erhält den Sieg nach geführtem Kampf und Krieg, Kanaan wird nicht gefunden, wo man nicht hat überwunden. 7. Darum trage deine Ketten, meine Seel, und dulde dich, Gott wird dich gewiß erretten, das Gewitter leget sich; nach dem Blitz und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag, auf den Abend folgt der Morgen und die Freude nach den Sorgen. Aus Freylinghausens Gesangbuch v. 1708. 595. Eigene Melodie. 123. Nicht so traurig, nicht so sehr, meine Seele, sei betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr nicht so viel wie andern gibt. Nimm vorlieb mit deinem Gott: hast du Gott, so hats nicht not. 2. Du, noch sonst ein Menschen⸗ kind, hast ein Recht in dieser Welt; alle, die geschaffen sind, sind nur Gäst im fremden Zelt. Trostlieder. 387 Gott ist Herr in seinem Haus, wie er will, so teilt er aus. 3. Bist du doch nicht darum hier, daß du Erde haben sollst. Schau den Himmel über dir, da, da ist dein edles Gold; da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn End, Ehr ohne Neid. 4. Der ist töricht, der sich kränkt um ein Handvoll Eitelkeit, wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständigkeit. Bleibt der Zentner dein Gewinn, fahr der Heller immer hin. 5. Schaue alle Güter an, die dein Herz für Güter hält; keines mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt; alles bleibet hinter dir, trittst du in des Grabe Tür. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Erden⸗ gut zerfällt und bricht, Seelengut, das schwindet nicht. 7. Wüßte der im Himmel lebt, daß dir wäre nütz und gut, wonach so begierig strebt dein verblendet Fleisch und Blut, würde seine Frömmigkeit dich nicht lassen unerfreut. 8. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu. Wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei; ist dirs gut, so geht ers ein, ists dein Schade, spricht er nein. 25* 388 Kreuz⸗ und Trostlieder. 9. Unterdessen trägt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, ziert und schmückt es herrlich aus. Ja, er wählet, dir zum Heil, dich zu seinem Gut und Teil. 10. Ei so richte dich empor, du betrübtes Angesicht! laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht! Das be⸗ halt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht. 11. Setze als ein Himmels⸗ sohn deinem Willen Maß und Ziel; rühre stets vor Gottes Thron deines Dankens Saitenspiel, weil dir schon gegeben ist mehr, als du nur würdig bist. 12. Führe deinen Lebenslauf allzeit Gottes eingedenk. Wie es kommt, nimm alles auf, als ein wohlbedacht Geschenk; geht dirs widrig, laß es gehn: Gott und Himmel bleibt dir stehn. Paul Gerhardt. 1 1676. 596. Eigene Melodie. 135. Nur frisch hinein! es wird so tief nicht sein; das rote Meer wird dir schon Platz vergönnen. Was wimmerst du? Sollt der nicht helfen können, der nach dem Blitz gibt heitern Sonnenschein? Nur frisch hinein! 2. Der Himmelsheld hat einen Weg bestellt, den niemand weiß. Eh sein Volk sollte sinken, muß selbst das Meer auf dieses Helden Winken zur Mauer sein. Er herrscht im Flutenfeld, der Himmelsheld. 3. Die Zentnernot zerbricht der kalte Tod. Hindurch, hindurch! und folge deinem Führer! Dein Jesus ist der Erd⸗ und Meer⸗ regierer; der winket nur, da weicht auf sein Gebot die Zentnernot. 4. Er ist dein Hirt, der dich nicht lassen wird, er wird sein Schaf auf seinen Achseln tragen; es wartet schon auf dich der Engel Wagen zum sichern Schutz! und ob du dich verirrt, er ist dein Hirt. 5. Auf, schwacher Sinn, wirf allen Kummer hin und schicke dich, die Tiefe zu durchschreiten. Kommt schon ein Sturm, dein Jesus wird dich leiten und helfen aus, der Tod ist dein Gewinn. Auf, schwacher Sinn! 6. Herr Jesu Christ, wenn du nur bei mir bist, so will ich auch mit dir mein Leiden enden; zu dir, mein Gott, will ich mich gänzlich wenden und tragen, was mir auferleget ist, Herr Jesu Christ. Michael Kongehl. 1 1710. 59. Mel. 179: Werde munter, mein Gemüte. O mein Herz, gib dich zu⸗ frieden, o verzage nicht so bald! Was dein Gott dir hat beschieden, ů winn. un du auch n; zu mich was Jesu 1710. Hemüte. h su⸗ bald! ieden, —— Kreuz⸗ und nimmt dir keiner Welt Gewalt. Keiner hindert, was er will; harre nur, vertraue still, geh des Weges, den er sendet; er begann, und er vollendet. 2. Hüllt er dich in Dunkel⸗ heiten, so lobsing ihm aus der Nacht; sieh, er wird dir Licht be⸗ reiten, wo dus nimmermehr ge⸗ dacht. Häuft sich Not und Sorg umher, wird die Last dir allzu⸗ schwer, faßt er plötzlich deine Hände und führt selber dich ans Ende. 3. Wär die ganze Welt dir feindlich, rottete sich wider dich, dank ihm; o der Herr ist freundlich, seine Huld währt ewiglich. Sind auch Trauer, Angst und Leid seines Segens dunkles Kleid, dank ihmz er schickt seinen Segen auf geheimnisvollen Wegen. 4. Endlich wird dein Morgen grauen; kennst du nicht sein Morgenrot? Darfst du zagend rückwärts schauen, wenn dich Glut und Sturm bedroht? Denn auch Feuerflamm und Wind Boten seines Willens sind; und kanns nur ein Wunder wenden, auch ein Wunder kann er senden. 5. O so laß denn alles Bangen! wirke frisch, halt mutig aus! Was mit ihm du angefangen, führet er mit dir hinaus; und ob alles widersteht, im Vertraun und imGe⸗ bet bleib am Werke deiner Hände, so führt ers zum schönsten Ende. Viktor von Strauß. 4 1899. Trostlieder. 389 598. Mel. 177: Wenn wir in höchsten Nöten ꝛc. Luk. 7, 11—17. O süßes Wort, das Jesus spricht zur armen Witwe: Weine nicht! Es komme nie aus meinem Sinn, zumal wenn ich betrübet bin. 2. Es wird geredt nicht leis ins Ohr, vielmehr ganz laut am freien Tor, so daß es höret jeder⸗ mann und sich darüber freuen kann. 3. Er redets aber zu der Zeit, da Tod und Leben war im Streit; drum soll es auch erquicken mich in Tod und Leben kräftiglich. 4. Wenn Not und Armut mich anficht, spricht doch mein Jesus: Weine nicht! Gott ist dein Vater, trau nur ihm, erhört er doch der Raben Stimm. 5. Bin ich sehr kraftlos, krank und schwach, und ist nichts da denn Weh und Ach, so tröstet Jesus mich und spricht: Ich bin dein Arzt, drum weine nicht! 6. Raubt mir der Feind mein Gut und Hab, daß ich muß fort mit meinem Stab, sagt Jesus wieder: Weine nicht! denk, was dem Hiob dort geschicht. 7. Vertreibt mich des Ver⸗ folgers Hand, gönnt er mir keinen Sitz im Land, ruft Jesus in mein Herz und spricht: Dein ist der Himmel, weine nicht! 8. Wenn um mich Band und 390 Kreuz⸗ und Ketten schon, wenn Feind und falsche Freunde drohn, spricht Jesus: Weine nicht und glaub! dir kann nicht schaden Asch und Staub. 9. Reißt mir der Tod das Liebste hin, sagt Jesus: Weine nicht! ich bin, ders wieder gibt; gedenke dran, was ich zu Nain hab getan. 10. Muß ich selbst ringen mit dem Tod, ist Jesus da, ruft in der Not: Ich bin das Leben, weine nicht! wer an mich glaubt, wird nicht gericht. 11. O süßes Wort, das Jesus spricht in allen Nöten: Weine nicht! Ach klinge stets in meinem Sinn, so fähret alles Trauern hin! Johann Höfel. 1683. 599. Eigene Melodie. 153. Schwing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du, Gott zum Spott, in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Hab ich was nicht recht ge⸗ tan, ist mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen. Denn das ist das Lösegeld meiner Misse⸗ taten; damit ist der ganzen Welt und auch mir geraten. Trostlieder. 3. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, darin frei ich wohne, als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 4. Stürme, Teufel, Welt und Tod! was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden; der Gott, der mir seinen Sohn selbst ge⸗ schenkt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 5. Was ist in dem Himmels⸗ zelt, was im tiefsten Meere, was ist Gutes in der Welt, das mir gut nicht wäre? Für wen brennt das Sternenlicht? wozu ist ge⸗ geben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben? 6. Meine Seele lebt in mir durch die süßen Lehren, so die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat meinen Geist und Sinne, daß sie seines Geistes Gnad freu⸗ dig werden inne. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von ge⸗ liebten Händen; schnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will enden. 8. Kinder, die der Vater soll trau endlt sie st die brin, und Sin 1 alle fröh Tro meh Nar Ehr o die Tage und zinne, freu⸗ tt ist eide? herein iß es Nn gé⸗ bricht Gott r soll ziehn zu allem Guten, die ge⸗ deihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will aufs Gute ziehen? 9. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen. Wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen; sondern hat vollkommnes Heil dort in Christi Garten, wo ist aufbewahrt sein Teil, endlich zu gewarten. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Tränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben bringen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Singen. 11. Ei so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen; wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr; gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr. Er wird helfen! Amen. Paul Gerhardt. 11676. 600. tel. 91: Jesu, meine Freude. Seele, sei zufrieden, was dir Gott beschieden, das ist alles gut. Treib aus deinem Herzen Un⸗ geduld und Schmerzen, fasse Kreuz⸗ und Trostlieder. 391 frischen Mut. Ist die Not dein täglich Brot, mußt du weinen mehr, wie lachen, Gott wirds doch wohl machen. 2. Scheint der Himmel trübe, stirbt der Menschen Liebe dir auch ganz dahin; kommt das Mißgeschicke fast all Augenblicke und quält deinen Sinn: nur Geduld! Des Himmels Huld sirht auf alle deine Sachen, Gott wirds doch wohl machen. 3. Ungeduld und Grämen kann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich widersetzet, wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! Wirf, mein Sinn, die Sorgen hin! Drücket gleich die Last die Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt; so muß auf das Weinen lauter Freude scheinen, die das Herz erquickt. Laß es sein, wenn Angst und Pein mit dir schlafen, mit dir wachen, Gott wirds doch wohl machen. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich ausgehalten und Gott lassen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen, Gott wirds doch wohl machen. 6. Dabei soll es bleiben, ich 392 will mich verschreiben, Gott ge⸗ treu zu sein. Beides, Tod und Leben, bleibet ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohl machen. Benjamin Schmolck. 4 1737. 601. Eigene Melodie. 158. Sollt es gleich bisweilen schei⸗ nen, als verließe Gott die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel; er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich ge⸗ trösten, wenn die Not am aller⸗ größten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Will mir Satan bange machen, ich kann seine Macht verlachen. Trotz dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Laß die Welt nur immer neiden; will sie mich nicht länger leiden, ei so frag ich nichts danach, Gott ist Richter meiner Sach. 7. Will sie gleich mich von sich Kreuz⸗ und Trostlieder. treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Ge⸗ winn, geb ich gern das andre hin. 8. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, acht ich keiner andern Gabe; legt man mich gleich in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tietze. f 170. 602. Mel. 5: Ach was soll ich Sünder ꝛe. ollt ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt so väter⸗ lich, der so herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nicht verläßt? 2. Er weiß alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Not, steht mir bei bis in den Tod. Er weiß, was mein Herz erquicket; seine Lieb und Vater⸗ treu bleibt mir jetzt und ewig neu. 3. Der die Vögel all ernähret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet schön ohn Unterlaß, der uns alles Guts bescheret, sollte der verlassen mich? Nein, ich trau ihm sicherlich. 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte und des Reichs Ge⸗ rechtigkeit, find ich meine Selig— keit. Wenn des Mammons ich nicht achte, segnet mein Gott früh und spat Wort und Werke, Rat und Tat. 5. Ei, so sorg ich nicht für mmel n Ge⸗ e hin. dich ndern n das dich 1703. Her 206. nicht väter⸗ t für Fels leibet rläßt? mich meine n den Herz Vater⸗ g neu. zähret, Gras 3, der sollte n, ich Reich Ge⸗ Selig⸗ ns ich tt früh e, Rat ht für Kreuz- und morgen; das, was noch zukünftig ist, irrt mich nicht; ich bin ein Christ, ich laß meinen Gott ver⸗ sorgen alles, weil doch aller Zeit ihre Sorg ist schon bereit. 6. Gott sei Lob, der mich er⸗ freuet, daß ich glaube festiglich: Gott, mein Vater, sorgt für mich. Gott Lob, der den Trost erneuet, daß ich weiß: Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. Johann Olearius. 4 1684. 603. Eigene Melodie. 168. Von Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand; den Abend wie den Morgen tut er mich wohl ver⸗ sorgen, sei, wo ich woll im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohltat all verkehrt, so findet sich gar balde sein Macht und Gnad bewährt; er hilft aus aller Not, erlöst von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit. Es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimge⸗ stellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn er⸗ geben. Er schaffs, wies ihm gefällt. Trostlieder. 393 4. Es kann ihm nichts ge⸗ fallen, denn was mir nützlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, den eingebornen Sohn; durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret; lobt ihn im Him⸗ melsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, die er uns beide schenkt! Das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt; sonst ist all unsre Zeit verdorben hier auf Erden; wir sollen selig werden hier und in Ewigkeit. 6. Denn wenn die Welt ver⸗ gehet mit ihrer stolzen Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht; ja wenn wir nach dem Tod, tief in die Erd begraben, fein sanft ge⸗ schlafen haben, will uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren, geführt in Abrams Schoß, der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, wird heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren. Daran muß uns nicht irren des Teufels listge Art. 8. Darum, ob ich schon dulde hie Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, die, aller Freuden voll und ohne Maß und Ende, durch Christi treue Hände mir wider⸗ fahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, 394 Kreuz⸗ und Trostlieder. der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben uns aus Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold. 4 1598. 604. Eigene Melodie. 171. Warum betrübst du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trä⸗ gest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding er⸗ schaffen hat. 2. Er kann und will dich las⸗ sen nicht; er weiß gar wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd ist sein. Mein Vater und mein Herre Gott, der mir beisteht in aller Not: 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz! Ich Erd und Asche habe hier doch keinen Trost, als nur in dir. 4. Der Reiche baut auf irdisch Gut, ich aber will dir traun, mein Gott; ob ich gleich werd veracht, so weiß ich und glaub festiglich: Wer dir vertraut, dem mangelts nicht! 5. Ach Gott, so reich bist du noch heut, als du es warst von Ewigkeit, mein Trauen steht zu dir; mach mich an meiner Seele reich, so gilt mir andrer Reich⸗ tum gleich. 6. Zeitlicher Ehr will ich ent⸗ behrn, willst du das Ewge mir gewährn, das du erworben hast durch deinen herben, bittern Tod: das bitt ich dich, mein Herr und Gott. 7. Alles, was ist auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit, und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christe, Got⸗ tes Sohn, daß du mich dies hier lässest schon erkennen durch dein Wort; verleih mir auch Be⸗ ständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gebracht, daß du es immer wohl⸗ gemacht, und bitt demütiglich, du wollst von deinem Angesicht mich nicht verstoßen ewiglich. Um 1565.(Hans Sachs. 4 1576.)2 605. Mel. 172: Warum sollt ich mich ꝛce. Matth. 6, 25—34. N Warum willst du doch für morgen, armes Herz, immer⸗ wärts als ein Heide sorgen? Wozu dient dein täglich Grü— men, weil Gott will in der Stil sich der Not annehmen? 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel und Leib; darum bleib ferner verläf essen? soviel sich ke indes 4. sollst Sorg den. den 75 stehn 5. Zwei und f gen, kenꝰ folgt 6 Erder was Gott deren von i 7. tracht über lich 1 Tran erlan 8. mühe soll; geber unver . Reich⸗ h ent⸗ e mir n hast Tod: r und dieser roder h Gut, Zeit, ligkeit. „Got⸗ h dies durch ich Be⸗ Seelen sei dir wohl⸗ itiglich ngesicht lich. 1570.) ich ꝛe. och für immer⸗ sorgen? Grä⸗ er Still inkt das darum Kreuz⸗ und bleib ihm allein ergeben. Er wird ferner alles schenken; traue fest, er verläßt nicht, die an ihn denken. 3. Sage nicht, was soll ich essen? Gott hat dir schon allhier soviel zugemessen, daß der Leib sich kann ernähren; übriges wird indes Gottes Hand bescheren. 4. Sorgst du, wie du dich sollst kleiden? Jesus spricht: Sorge nicht, solches tun die Hei⸗ den. Schau die Blumen auf den Feldern, wie so schön diese stehn und die Bäum in Wäldern. 5. Sorgt ein Vogel auf den Zweigen, wenn er singt, hüpft und springt, wer ihm werde zei⸗ gen, was er essen soll und trin⸗ ken? Nein, ach nein, ganz allein folgt er Gottes Winken. 6. Ach, der Glaube fehlt auf Erden; wär er da, müßt uns ja, was uns not ist, werden. Wer Gott kann im Glauben fassen, der wird nicht, wenns gebricht, von ihm sein verlassen. 7. Wer Gerechtigkeit nach⸗ trachtet und zugleich Gottes Reich über alles achtet, der wird wahr⸗ lich nach Verlangen Speis und Trank lebenslang wie im Schlaf erlangen. 8. Laß die Welt denn sich be⸗ mühen immerhin; ach, mein Sinn soll zu Jesu fliehen. Er wird geben, was mir fehlet, ob ers oft unverhofft eine Weil verhehlet. 9. Nun Herr Jesu, meine Trostlieder. 395 Freude, meine Sonn, meine Wonn, meiner Seelen Weide, sorge nur für meine Seelen, so wird mir auch allhier für den Leib nichts fehlen. 10. Alles sei dir unverhoh⸗ len was mir fehlt, was mich quält, großer Gott, befohlen. Sorge du, so will ich schweigen und vor dir nach Gebühr meine Kniee beugen. 11. Ich will dir mit Freuden danken, fort und fort, hier und dort, und will nimmer wanken. Lob und Preis sei deinem Na⸗ men! Sei mein Teil, Hilf und Heil, liebster Jesu! Amen. Laurentius Laurenti. 4 1722. 606. Mel. 43: Erschienen ist der herrlich ꝛc Was Gott gefällt, mein from⸗ mes Kind, nimm fröhlich an; stürmt gleich der Wind und braust, daß alles kracht und bricht, so sei getrost, denn dir geschicht, was Gott gefällt. 2. Der beste Will ist Gottes Will, auf diesem ruht man sanft und still; da gib dich allzeit frisch hinein, begehre nichts, als nur allein, was Gott gefällt. 3. Der klügste Sinn ist Gottes Sinn; was Menschen sinnen, das fällt hin, wird plötzlich kraftlos, müd und laß, tut oft, was bös, und selten das, was Gott gefällt. 396 4. Der frömmste Mut ist Gottes Mut, der niemand Arges gönnt noch tut; er segnet, wenn uns schilt und flucht die böse Welt, die nimmer sucht, was Gott gefällt. 5. Das treuste Herz ist Gottes Herz, treibt alles Unglück hinter⸗ wärts, beschirmt und schützet Tag und Nacht den, der stets hoch und herrlich acht, was Gott gefällt. 6. Ach könnt ich singen, wie ich wohl im Herzen wünsch und billig soll, so wollt ich öffnen meinen Mund und singen jetzo diese Stund, was Gott gefällt. 7. Ich wollt erzählen seinen Rat und übergroße Wundertat, das süße Heil, die ewge Kraft, die allenthalben wirkt und schafft, was Gott gefällt. 8. Er ist der Herrscher in der Höh, auf ihm steht unser Wohl und Weh; er trägt die Welt in seiner Hand, hinwieder trägt uns See und Land, was Gott gefällt. 9. Sein ist die Weisheit und Verstand, ihm ist bewußt und wohl⸗ bekannt sowohl wer Böses denkt und übt, als auch wer Gutes tut und liebt, was Gott gefällt. 10. Sein Häuflein ist ihm lieb und wert; sobald es sich zur Sünde kehrt, so winkt er mit der Vaterrut und locket, bis man wieder tut, was Gott gefällt. 11. Laß andre sich mit stolzem Mut erfreuen über großes Gut, du aber nimm die Kreuzeslast Kreuz⸗ und Trostlieder. und sei geduldig, wenn du hast, was Gott gefällt. 12. Lebst du in Sorg und großem Leid, hast lauter Gram und keine Freud, o sei zufrieden! trägst du doch in diesem sauren Lebensjoch, was Gott gefällt. 13. Mußt du viel leiden hier und dort, so halte fest an deinem Hort; denn alle Welt und Kreatur ist unter Gott, kann nichts, als nur, was Gott gefällt. 14. Der Glaub ergreift des Höchsten Huld, die Hoffnung bringt und schafft Geduld; schleuß beid in deines Herzens Schrein, so wird dein ewges Erbe sein, was Gott gefällt. melsthron, hier ist dein Zepter, Reich und Kron, hier wirst du schmecken, hören, sehn, hier wird ohn Ende dir geschehn, was Gott gefällt. Paul Gerhardt. 1676. 607. Eigene Melodie. 173. 5. Mos. 32, 4. 2— Was Gott tut, das ist wohl⸗ getan; es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan; er wird mich nicht 15. Dein Erb ist in dem Hin⸗ betrüs rechtet begnü hab glück Händ wohlg beden Wund Gift Gott auf i trauer 4. wohle und; gönne ergebe komm ersche meine 5. wohle gleich nach! doch r letzt i Trost Schm 6. wohle bleibe rauhe treibe väter! Drun hast, und Gram ieden! sauren illt. n hier heinem reatur 8, als ft des bringt 5 beid in, so „ was Him⸗ Zepter, irst du rwird 8 Gott 1676. wohl⸗ t sein Sachen stille. in der halten; lten. das ist ) nicht Kreuz⸗ und betrügen. Er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab Geduld; er wird mein Un⸗ glück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich wohl bedenken. Er, als ein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei. Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott tut, das ist wohlgetan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken; weil doch zu⸗ letzt ich werd ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan; dabei will ich ver⸗ bleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten. Drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast. 4 1708. Trostlieder. 608. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. Was ists, daß ich mich quäle? Harr auf den Herrn, o Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nützet; Gott weiß es und Gott schützet, er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hilfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem ja nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir gewähret; Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schätzet, das sei, mein Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, ist Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott; so harr ich und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, 397 19—9f 398 Kreuz⸗ und Trostlieder. dein Wille nur Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und du, mein Gott, bewahrest mich. Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. 609. Eigene Melodie. 174. Was mein Gott will, gescheh allzeit, sein Will, der ist der beste; zu helfen dem ist er bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben. Was mein Gott gescheh, o will, daß mir geschicht, will ich, nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet; er hüt und wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Und muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott; wenns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden. O frommer Gott! Sünd, Höll und Tod hast du mir über⸗ wunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Feind anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen! Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf sprech ich fröhlich: Amen! Markgraf Albrecht von Brandenburg.() + 1557. 610. Mel. 160: Straf mich nicht in ꝛc. eine nicht, Gott lebet noch, du betrübte Seele; drückt dich gleich ein hartes Joch in der Trauerhöhle, nur Geduld, Gottes Huld sendet nach den Leiden wie⸗ der Trost und Freuden. 2. Weine nicht, Gott denkt an dich, wenn dein ganz vergessen. Es hat seine Treue sich dir so hoch vermessen, daß die Welt eh zerfällt, eh er dich wird hassen oder gar verlassen. 3. Weine nicht, Gott siehet dich, scheint er gleich verstecket; wenn du nur geduldiglich seinen Kelch geschmecket, setzt er dir Lab⸗ sal für und läßt nach dem Weinen seine Sonne scheinen. 4. Weine nicht, Gott höret dich, wenn du dich verirret. Hast du dich gleich wunderlich in die M geba den; Chri werd nun⸗ set Tro Schr 2 Teu wide üb er⸗ ill ich nicht r böse— Herr, ir und rr, zu er das drauf burg.( in ꝛc. t noch, kt dich in der Gottes in wie⸗ enkt an gessen. dir so Zelt eh hassen siehet stecket; seinen ir Lab⸗ Veinen höret Hast in die Kreuz⸗ und Not verwirret, ruf ihn an, denn er kann deinen Unglückswellen ihre Grenzen stellen. 5. Weine nicht, Gott liebet dich, wenn der Feind dich sichtet und so manchen Schlangenstich auf dein Herze richtet. Wen Gott liebt, nichts betrübt; will gleich alles krachen, er kann doch nur lachen. 6. Weine nicht, Gott sorgt für dich. Ei, was kann dir fehlen, was willst du dich stetiglich mit den Sorgen quälen? Wirf auf ihn alles hin, er wird deine Sachen gut und besser machen. 7. Weine nicht, Gott tröstet dich nach den Tränengüssen. End⸗ lich wird der Kummer sich in das Grab verschließen. Durch den Tod stirbt die Not, und wenn der er⸗ scheinet, hast du ausgeweinet. Benjamin Schmolck. 4 1737. 6¹11¹. Mel. 174: Was mein Gott will ꝛc. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Er⸗ den; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoff⸗ nung ich ganz fest und frei will setzen. Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todesnot und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zu⸗ wider, dennoch so bist du, Jesu Trostlieder. 399 Christ, der sie all schlägt da⸗ nieder; und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mir wohl geben, was mir ist not, du treuer Gott, hier und in jenem Leben. Gib wahre Reu, mein Herz er⸗ neu, errette Leib und Seele! Ach höre, Herr, dies mein Begehr, und laß mein Bitt nicht fehlen. V. 1 von Joachim Magdeburg. 1 1583. B. 2 und 3 später. 6¹². Eigene Melodie. 180. Psalm 55, 28. Sirach 11, 11—24. Wer nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn alle⸗ zeit, den wird er wunderbar er⸗ halten in aller Not und Trau⸗ rigkeit. Wer Gott, dem Aller⸗ höchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gna⸗ 400 denwille und sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freu⸗ denstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei; wenn er uns nur hat treu befunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drang⸗ salshitze, daß du von Gott ver⸗ lassen seist, und daß der Gott im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit ver⸗ ändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen arm und klein zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den ver⸗ läßt er nicht. Georg Neumark. 1 1681. 6¹3. Mel. 71: Herr, wie du willst, so ꝛc. Wie Gott mich führt, so will ich gehn ohn alles Eigenwählen; Kreuz⸗ und Trostlieder. geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt für Schritt in kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehrn und wenden, sei ihm hiermit ganz heimgestellt; er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vater⸗ willen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht ge⸗ bracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir wider⸗ fahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken. Kann ichs auch an⸗ rsehn, Wie t und öchritt so bin eiten, onwill Wie bereit, Higkeit n. t, bin seinen t und kehrn iermit ch es, Leben rt, so Vater⸗ rnunft wird be hat cht ge⸗ eigen. rt, so Hoffen, Kraft n ihm geduld wider⸗ besten rt, so Dorn ich an⸗ Kreuz⸗ und fangs nicht verstehn, einst wird er mirs aufdecken, wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat. Dies sei mein Glaubensanker. Lampertus Gedicke. 6¹⁴4. „Mel. 174: Was mein Gott will ꝛc. Wies Gott gefällt, gefälts auch mir, und laß mich gar nicht irren. Will mich der Feind verschlingen schier, und mögen sich verwirren all Sachen gar, ich glaub für⸗ wahr, Gott wird doch Gnad be⸗ scheren! Ja, fest ich weiß: solls sein, so seis! wer ist, der Gott kann wehren? 2. Wies Gott gefällt, laß ichs ergehn, gar still ich mich drein schicke;: wer seinem Rat will widerstehn, fällt in des Satans Stricke. Die Hoffnung mein setz ich nur drein, auf diesen Grund zu bauen, weil fest ich weiß: solls sein, so seis! dem Herrn ist gut vertrauen. 3. Wies Gott gefällt, so nehm ichs an, will um Geduld nur bitten. Er ist allein, der helfen kann, und wenn ich schon wär mitten in Angst und Not, läg gar im Tod, kann er mich wohl erretten. Ja, fest ich weiß: solls sein, so seis! ich gwinns, wer nur will wetten. Nach Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen(2) 4 1554. 1 1735. Trostlieder. 61⁵. Mel. 179: Werde munter, mein ꝛc. Psalm 46. Din, gib dich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin; du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch; das ist sein beliebter Brauch. Zion, lerne dies bedenken, warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meeres⸗ wellen in der wilden tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen Ach und Weh, schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schlief er sanft in Ruh: Zion, laß dich nicht be⸗ wegen, diese Flut wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja, die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergehn. Den⸗ noch hat es keine Not in dem Leben und im Tod. Zion, du kannst doch nicht wanken aus des Gottesbundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Tränen oft dein Trank und Speise sein, mischt das Seufzen und das Stöhnen sich in deine Lieder ein, muß dein Purpur sein das Blut und der Mangel Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst dei⸗ nem Gott vertrauen. 26 401 402 Kreuz⸗ und Trostlieder. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid, dennoch wirst du nicht zuschanden, denk nur an die Ewigkeit, sei nur fröhlich, wohl⸗ gemut, denn der Herr ists, der es tut. Zion, Gott wird dich schon stärken, auf den Herren mußt du merken. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon her⸗ bei; gib dich nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen, drum so laß die Welt nur machen. 7. Halleluja! Deine Wonne, liebes Zion, wird nun groß; Christus, deine Gnadensonne, nimmt dich auf in seinen Schoß, gibt dir einen Freudengruß und den rechten Friedenskuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freuden sagen. 8. O ihr Engel, Himmelserben, freuet euch mit Zion hier. Denn die jetzt hat wollen sterben, soll nun leben für und für und sich freuen ohne Zahl in dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Jdachim Pauli. Um 1670. 616. Eigene Melodie. 193 Jes. 40, 14—16. Zion klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er sich erwählet hat⸗ Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich verlassen in der Not, und so hart läßt er mich pressen! meiner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat ver⸗ sprochen seinen Beistand jederzeit, der läßt sich vergebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für so gar grau⸗ sam zürnen mir? kann und will er sich der Armen jetzt nicht, wie vorhin, erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein! wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier; du hast mir mein Herz besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schre nen schrie ande denk ich b ansck 6 Erbe und werte einem t hat. mein Not, ꝛessen! en. it ver⸗ erzeit, en jetzt , will grau⸗ d will t, wie eliebte, Mund, trübte, wundt; in! wo die ihr nd aus nöchtest tersinn, vinden, ch bin. „Zion, ast mir r kann Satan ts als Kreuz⸗ und Trostlieder. 403 schrecken kann; siehe hier in mei⸗ nem Schoß, wie ein Kind in nen Händen hab ich dich ge⸗ Mutterarmen; meine Treu zu schrieben an. Wie mag es denn dir ist groß. Dich und mich anders sein? Ich muß ja ge⸗ kann keine Zeit, keine Not, Ge⸗ denken dein; deine Mauern muß fahr noch Streit, ja die Hölle ich bauen und dich fort und fort selbst nicht scheiden. Bleib ge⸗ anschauen. treu in allen Leiden! 6. Stets sieht auf dich mein 032 ö Johann Heermann. 1 1647. Erbarmen, du liegst mir in mei⸗ VII. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 61⁷. Eigene Melodie. 6. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Leben. Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rin⸗ nen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröh⸗ lichkeiten. 4. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftchen wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 5. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Prangen! Der in Purpur hoch vermessen ist als wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 6. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Flut ent⸗ stehen, dadurch, eh wir uns ver⸗ sehen, alles muß zu Trümmern gehen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Sachen. Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen; wer Gott fürcht, bleibt ewig stehen. Michael Franck. 1667 618. Mel. 74: Herzlich tut mich verlangen. Ade, ich muß nun scheiden, ihr Freunde, gute Nacht! In Freuden und in Leiden gar schwer ist mirs gemacht, in Kummer und in Tränen, in Arbeit und in Not; drum ruft mein heißes Sehnen: O komm, mein Herr und Gott. 2. O komm und schließ dem Matten die müden Augen zu, bett ihm im kühlen Schatten dis stille, sanfte Ruh, bett ihm im kühlen Grabe den letzten weichen Pfühl, die einzge letzte Gabe vom ganzen Weltgewühl. Aue alles was! es at Leib, er at große men 2 — Leben belieb geben Denn hab i und 1 des K 3. ben, h wie chätzel t ent⸗ 5 ver⸗ nmern ch wie dachen. n, das 1; wer stehen. 1667 langen. en, ihr rreuden st mirs ind in n Not; dehnen: 9 Gott. eß dem zen zu, tten die ihm im weichen abe vom Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 3. Ade, ihr sollt nicht weinen, ihr Freunde lieb und fromm; das Licht wird bald mir scheinen, das ruft dem Schläfer: Komm! Das klingt in seine Kammer: Steh nur vom Schlummer auf, steh auf aus Erdenjammer, der Him⸗ mel tut sich auf. 4. Ade, ihr sollt nicht klagen, daß ich von hinnen muß; die Nacht wird wieder tagen mit Freudenüberfluß. Der große Held der Frommen wird mit der Krone stehn, und Engel werden kommen und mich zu Gott erhöhn. Ernst Moritz Arndt. 4 1860. 619. Eigene Melodie. 9. Au⸗ Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib, der muß verwesen, wenn er anders soll genesen zu der großen Herrlichkeit, die den From⸗ men ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, wann es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestor⸗ ben, und sein Tod ist mein Ge⸗ 405 winn, er hat mir das Heil er⸗ worben, drum fahr ich mit Freud dahin, hier aus diesem Welt⸗ getümmel in den schönen Gottes⸗ himmel, da ich werde allezeit schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das Freuden⸗ leben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz um⸗ geben, dienen Gott vor seinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sitzet der zwölf Boten Zahl, wo in so viel tau⸗ send Jahren alle Frommen hin⸗ gefahren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzest du! ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne! Jetzund gehet auf die Sonne, jetzund gehet an der Tag, der kein Ende neh⸗ men mag. 7. Ach ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit! Jetzund werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid; mit der güldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Johann Georg Albinus. 1679. 406 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 620. Mel. 128: Nun komm, der Heiden ꝛc. Aler Gläubgen Sammelplatz ist da, wo ihr Herz und Schatz, wo ihr Heiland Jesus Christ und ihr Herze hier schon ist. 2. Eins geht da, das andre dort in die ewge Heimat fort, un⸗ gefragt, ob die und der uns nicht hier noch nützlich wär. 3. Aber wenns nun schon ge⸗ schehn, und Gott kann nie was versehn, hat man nichts dabei zu tun, als zu schweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, geht uns freilich gar sehr nah; aber, Herr, du bist uns mehr, als das eigne Leben wär. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. + 1760. 621. Mel. 127: Nun freut euch, lieben ꝛc. Am Grab des Christen singet man vom Sieg mit lauter Freu⸗ den. Er hat vollendet seine Bahn, geendet seine Leiden, gekämpfet einen guten Streit, sich durchge⸗ drängt durch manches Leid; die Kron ist ihm beschieden. 2. Drum singen wir Viktoria! beim Tode dieses Christen, dem wir ein Ehrengrabmal da zu sei⸗ ner Ruhe rüsten. Dann weinten wir um ihn mit Recht, wenn wir nicht, daß der Gottesknecht nun überwunden, wüßten. 3. Nicht seine Hand, nicht seine Kraft hat es getan, die Rechte des Herrn hat ihm den Sieg ver⸗ schafft, die Krone seinem Knechte. Die legt er ihm zu Füßen hin, singt: Jesu, das ist dein Gewinn; ich bin ein arm Gemächte. 4. Er wusch in dem Versöh⸗ nungsblut die Kleider rein und helle. In ihm, in Gottes Frieden ruht sein Leib an dieser Stelle, bis daß ihn der getreue Hirt einst wieder auferwecken wird, der Herr, des Lebens Quelle. 5. Weg ist nun alles Leid und Schmerz, die Tränen abgewischet, getröstet ewiglich sein Herz, ge⸗ stärket und erfrischet. Nun wohnet er in einem Licht bei Christo dort, das nimmer nicht in Ewigkeit verlischet. 6. Der Geist, zur Ewigkeit ge⸗ reift, ist heim zum Herrn gegangen, hat nur die Hülle abgestreift, die ihn allhier umfangen; und hat aus Jesu Christi Hand ein ander neu und hell Gewand vor seinem Thron empfangen. 7. Drum singen wir Viktoria! Denn ihm ist wohl geschehen Wie gegenwärtig und wie nah kann er den Herrn nun sehenl Wir sehn ihm nach, er sieht herab auf uns, die wir bei seinem Grab ihm nachzukommen flehen. Christoph Karl Ludwig von Pfeil. 1 1784 nun seine Rechte g ver⸗ nechte. u hin, winn; ersöh⸗ und rieden Stelle, t einst Herr, id und vischet, rz, ge⸗ vohnet o dort, wigkeit keit ge⸗ angen, ift, die nd hat ander seinem iktoria! schehen ie nah sehen! t herab n Grab 117⁸⁶ Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 407 622. Mel. 74: Herzlich tut mich verlangen. Psalm 90, 12. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke deinen Tod. Der Tod kommt oft behende; wer heute frisch und rot, kann morgen und geschwinder hinweg gestorben sein. Drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht; es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen, ein jeder muß heran und wird den Lohn bekommen, nachdem er hat getan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien. Ach Sünder, hüte dich. 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke doch die Zeit, daß ja dich nichts abwende von jener Herrlichkeit, damit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt. Dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richter⸗ stuhl, laß mich auch nicht ver⸗ achten der Hölle Feuerpfuhl. 6. Hilf Gott, daß ich in⸗ zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und täg⸗ lich sterben mag! Im Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. Salomo Liscow. 4 1689. 623. Eigene Melodie. 26. — Philipp. 1, 21. Christus, der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, auf daß ich zu ihm komme und ewig bei ihm sei. 3. Ich hab nun überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr spre⸗ chen, Herr, nimm mein Seufzen auf! 5 Wenn mein Herz und Ge⸗ danken zergehn als wie ein Licht, das hin und her tut wanken, wenn ihm das Ol gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, 408 Herr, laß mich schlafen ein nach deinem Rat und Willen, wenn kommt mein Stündelein. 7. An dir laß gleich den Reben mich bleiben allezeit und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Um 1608. 624. Mel. 28: Der lieben Sonne Licht ꝛe. Die Christen gehn von Ort zu Ort durch mannigfaltgen Jammer und kommen in den Friedensport und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf in seine Arme auf; das Weizenkorn wird in sein Beet auf Hoffnung schöner Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist; gelobt sein eure Schritte, du friedevoll befreiter Geist, du jetzt verlaßne Hütte! Du Seele, bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch Glieder deckt mit sanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassen⸗ heit der großen Offenbarung; in⸗ dessen bleibt das Pilgerkleid in heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß in Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn, so tief hinab, so hoch hinan! Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. + 1760. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 625⁵. Mel. 9: Alle Menschen müssen sterben. Eitle Welt, ich bin dein müde, meine Seele sehnet sich nach des Himmels Ruh und Friede; ach mein Gott, wann rufst du mich? Rufe mich, mit allen Freuden will ich aus der Trübsal scheiden, denn ich weiß, durch Christi Blut machest du mein Ende gut. 2. Mir macht gar der Tod nicht bange, denn ich bin des Lebens satt; wer das Jammertal so lange, als wie ich, gemessen hat, wird wohl alle Stunden zählen, bis die Freiheit seiner Seelen und der Abschied aus der Welt sich erwünscht hat eingestellt. 3. Zwar ich bin nicht unge⸗ duldig, daß mich Kreuz und Elend drückt, ich bin mehr zu leiden schuldig, als mir Gott hat zu⸗ geschickt; weiß ich doch, daß mich kein Leiden kann von seiner Liebe scheiden, sondern daß das Kreuz ein Kuß seiner Gnade heißen muß. 4. Aber darum will ich sterben, daß ich Jesum möge sehn und sein ewig Heil ererben; möcht es heute noch geschehn! O wie selig sind die Stunden, da ich, aller Angst entbunden, auf der müden Lebens⸗ bahn meinen Lauf vollenden kann. 5. So ist mir der Tod ein Segen und das Sterben ein Ge⸗ winn; kommt, ihr Engel, kommt entgegen, traget meine Seele hin! Es meine hin, gema Sinn sehne lich 1 2. der Falle des zertal iessen mden seiner 8 der stellt. unge⸗ lend eiden t zu⸗ mich Liebe Kreuz muß. erben, id sein heute sind Angst ebens⸗ kann. od ein n Ge⸗ ommt e hin! Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 409 Ach mir wird von jenem Leben jetzt der Vorschmack schon gegeben; darum wünsch ich dies allein, auch im Schauen da zu sein. 6. Alle, die mich hier geliebet, alle, denen ich bekannt, die mein Abschied nun betrübet, die befehl ich Gottes Hand; Gott versorget, Gott beschützet, Gott bescheret, was euch nützet. Also ist mein Haus bestellt; gute Nacht, du eitle Welt. Erdmann Neumeister. 1 1756. 626. Eigene Melodie. 46. 1. Könige 19, 4. Es ist genug; so nimm, Herr, meinen Geist zu Zions Geistern hin, lös auf das Band, das all⸗ gemach schon reißt, befreie diesen Sinn, der sich nach seinem Gotte sehnet, der täglich klagt und nächt⸗ lich tränet. Es ist genug!: 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt; von Adams Falle bleibt der Sünde Gift, das mich fast gar erstickt, mir jetzt noch einverleibt. Was mich von meinem Gott abdränget und stets mit Angst und Furcht beenget, es ist genug!:: 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund ge⸗ macht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich schwemme manche Nacht die Lagerstatt mit meinen Zähren. Ach Herr, wie lange soll es währen! Es ist genug!: 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will. Er kennet ja mein Herz; ich harre sein und halt in⸗ dessen still, bis er mir allen Schmerz, der in der siechen Brust mir naget, zurücke legt und zu mir saget: Es ist genug!:: 5. Es ist genug. Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus. Mein Jesus kommt; nun gute Nacht, o Welt! Ich fahr ins Himmels Haus; ich fahre sicher hin in Frieden; mein großer Jammer bleibt danieden. Es ist genug!:: Franz Joachim Burmeister, um 1670. 627. Eigene Melodie. 50. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammertal. Aus der Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr jemals gehöret, die in Ewig⸗ keit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich ge⸗ rufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wan⸗ dersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewünschet 410 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornenspitzen gar, also auch die Christen gehen durch viel Not, Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unsre Wallfahrt voll Beschwerden. 4. Welt, Tod, Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz sind unsre Tag; wenn wir nur geboren werden, findt sich Jammer gnug auf Erden. 5. Wenn die Morgenröte leuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher schleichet, Müh sich findt an allem End. Unsre Tränen sind das Brot, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn auf⸗ hört zu scheinen, ist nur lauter Klag und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei von mir jetzund nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fah⸗ ren heut; ach sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 7. Ob mir schon die Augen brechen und mir das Gehör ver⸗ schwindt, meine Zung nicht mehr kann sprechen, der Verstand sich nicht besinnt, bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort, wirst in Gnaden mich regieren, auf der rechten Bahn heimführen. 8. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, führt aus diesem Jammertal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewig— keit, mit den Engeln jubilieren und auf ewig triumphieren. Um 1615. 628. Mel. 67: Herr, ich habe mißgehandelt. Jes. 26, 20. Gehe hin in deine Kammer, Gottes Volk, geh in das Grab; geh mit Freuden, deinen Jammer legst du dann auf einmal ab. Sei getrost, auf allen Seiten wollen Engel dich begleiten. 2. Geh, wenn deine Zeit ver⸗ flossen, denn die Türe wird nach dir fest und eilend zugeschlossen; Engel halten Wach dafür, und die Zeit wird bald vergehen bis zum frohen Auferstehen. Christian August Freyberg. 4 1742. 629. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. Geht nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns mehr d sich mein g und naden rechten meine ot und ristus, diesem d und Ewig⸗ ilieren n. 1615. indelt. immer, Grab; ammer al ab. Seiten n. it ver⸗ d nach lossen; ir, und jen bis 1742. sicht. t mein inderns Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 411 müde! Von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab! Meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wan⸗ derstab hin, wo alles Irdsche endet; lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Tale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach! ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr verschwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauer geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde. Weint nicht ob dem eitlen Schein; droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus den Schatten, aus den Schemen, aus dem Eitlen, aus dem Nichts, hin ins Land des ewgen Lichts! 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzenswun⸗ den, woraus einst sein heilig Blut floß der ganzen Welt zugut. 9. Weint nicht! Mein Erlöser lebt. Hoch vom finstern Erden⸗ staube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube; und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt. 4 1860. 630. Mel. 165: Vater unser im Himmelreich. Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir deins Vaters Huld erwarbst! Ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nichts mehr spricht, und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 3. Wenn mein Verstand sich nichts besinnt, und mir all mensch⸗ lich Hilf zerrinnt; so komm, Herr Christe, mir behend zur Hilf an 412 Sterbe- und Begräbnislieder. meinem letzten End und führ mich aus dem Jammertal, ver⸗ kürz mir auch des Todes Qual. 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leibe trennt; so nimm sie, Herr, in deine Händ, der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis naht der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn ver⸗ leih, am jüngsten Tag mein Für⸗ sprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnaden mir das Leben schenk. Wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er gleich hie zeitlich stirbt, mit⸗ nichten er drum gar verdirbt. 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich; da soll er dann mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich! Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach Herr, vergib all unsre Schuld, hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei; auch unser Glaub stets wacker sei, deinm Wort zu trauen festiglich, bis wir einschla⸗ fen seliglich. Paul Eber. 1569. 631. Eigene Melodie. 74. Herzlic tut mich verlangen nach einem selgen End, weil ich hier bin umfangen mit Trübsal und Elend. Ich hab Lust, ab⸗ zuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll, es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vor Teufel, Tod und Sünd? Weil ich auf dich darf bauen, bin ich ein selig Kind. 3. Wenngleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, willig zu sterben dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin, des freu ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden von Würmern wird verzehrt, doch auferwecket werden durch Christum schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in Himmelsfreud und Wonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auchreizet, länger zu leben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Gut und alle Zier; doch ich das gar nicht achte, es währt nur kurze Zeit, das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. angen eil ich rübsal t, ab⸗ Welt, uden; et von 28 hat mein lt mir Tod f dich Kind. das r mir, willig ß ein fährt eben, Erden t, doch ristum in als e Not zonne; reizet, d mir it und nicht Zeit, e, das Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 413 6. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, ihnen und mir zuleide; doch tröstets meinen Mut, daß ich in größern Freuden dereinst mit ihnen wohn, wo uns nichts mehr kann scheiden vor Gottes Gnadenthron. 7. Ob ich auch hinterlasse be⸗ trübte Waiselein, deren mich über Maßen jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er läßt sie nicht verderben, reißt sie aus aller Not. 8. Was wollt ihr so sehr zagen, ihr armen Waiselein? Sollt euch Gott Hilf versagen, der speist die Raben klein? Frommer Witwen und Waisen ist er der Vater treu, trotz dem der sie beleidigt, das glaubt ohn alle Scheu. 9. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Ab⸗ schied mein! Beständig bleibt im Glauben! es währt nur kurze Zeit, bis wir uns wieder schauen dort in der Ewigkeit. 10. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ allein, gib mir ein selig Ende, send mir dein Engelein; führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast, da du dich hingegeben für meine Sündenlast. 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ, den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mag fröhlich singen: Gottlob! es ist vollbracht! Christoph Knoll. 4 1621. 632. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. eute mir und morgen dir! so hört man die Glocken klingen, wenn wir die Verstorbnen hier auf den Gottesacker bringen. Aus den Gräbern rufts herfür: Heute mir und morgen dir! 2. Heute rot und morgen tot! Unser Leben eilt auf Flügeln, und wir haben täglich Not, daß wir uns an andern spiegeln. Bald ergeht des Herrn Gebot; heute rot und morgen tot! 3. Mensch, es ist der alte Bund! und der Tod zählt keine Jahre; bist du heute noch gesund, denk an deine Totenbahre. Morgen fällt, der heute stund; Mensch, es ist der alte Bund! 4. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe, so wird mir die letzte Not, wenn sie kommt, doch nicht zu herbe. Rüste mich dazu, mein Gott. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 5. Selig, wer in Christo stirbt! Christi Tod wird ihm zum Leben. Wer in ihm sich Gnad erwirbt, kann den Geist getrost aufgeben, 414 Sterbe- und Begräbnislieder. weil er also nicht verdirbt. Selig, wer in Christo stirbt! Benjamin Schmolck. 1737. 633. In Sterbensnot. „Mel. 177: Wenn wir in höchsten ꝛce. Hilf Helfer, hilf in Angst und Not; erbarm dich mein, du treuer Gott! Ich bin ja doch dein liebes Kind, trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott, mein Herr; wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ; du mein Gott und Erlöser bist. 3. Des freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muts und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein Namen; hilf Helfer, hilf! Drauf sprech ich Amen. Nikolaus Selnecker. 4 1592. 634. Mel. 74: Herzlich tut mich verlangen. Ebr. 11, 13—16. Och bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand, der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reis ich zu dem Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; manch Wetter kam entgegen und hat mir Angst erweckt; Verfol⸗ gung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Ge⸗ duld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich haͤlten, wenns fehlt an gutem Rat. Wie mußten sie sich plagen, in was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und Zagen sank oft ihr armes Herz! 5. Die frommen heilgen Seelen, sie gingen fort und fort und än⸗ derten mit Quälen den erstbe⸗ wohnten Ort; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß. 6. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid, was will ich besser leben in dieser letzten Zeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohlgerungen, geht nicht zur Freude ein. 7. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Stras da m Vater 8. ben, großer ganz träget auch ihmer 2. langer mein wann mein ich d nmer ieder en in will etzten ngen, nicht t zur eiben doch iesem neine Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 415 Straßen, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 8. Mein Heimat ist dort dro⸗ ben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, wie es ihm wohlgefällt. 9. Zu dem steht mein Ver⸗ langen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das meist ist Herzeleid. 10. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wann dein Herz will; komm, mach ein selig Ende in meiner Wander⸗ schaft, und was mich kränkt, das wende durch deines Armes Kraft. 11. Was ich bisher besessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus; und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 12. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freuden⸗ voll gleich als die helle Sonne mit andern leuchten soll. 13. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du aus⸗ geschmücket hast. Da will ich herrlich singen von deinem großen Tun und frei von allen Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt. 4 1676. 635. Eigene Melodie. 78. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben; du kennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammertal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, alles wohl. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seelen an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann und ich muß mit dem Tode ringen, wenn allen Sinnen Kraft gebricht? Tust du es Gott, mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, ich liege schon dahier in großer Hitz, ohn Kraft, ohn Zier mit höchster Herzens⸗ angst befallen, die Augen finster wie das Grab, Gehör und Rede nehmen ab; doch kränkt die Sünde mich vor allen, des Satans An⸗ 416 klag hat nicht Ruh, setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Herr Jesu Christ, dein eignes Blut zeugt, daß ich bin dein teures Gut, daß ich der Sünde nicht gehöre; darum kann mich der Bösewicht nicht schrecken mit dem Zorngericht. Komm, rette deines Leidens Ehre! du gibst mich nicht in fremde Hand, da du so viel an mich gewandt! 5. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du lässest mich mein wahres Teil in deinen offnen Wunden finden. Ich siege über Angst und Not! Laß kommen Hölle, Fluch und Tod, sie sollen mich nicht überwinden. Dieweil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines andern sein. Simon Dach. 1 1659. 636. Eigene Melodie. 81. Ich hab mein Sach Gott heim⸗ gestellt, er machs mit mir, wies ihm gefällt: ob ich allhier noch länger leb, nicht widerstreb, seinm Willen ich mich ganz ergeb. 2. Und ob mich schon mein Sünd anficht, dennoch will ich verzagen nicht: ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod sein liebsten Sohn gegeben hat. 3. Derselbe mein Herr Jesus Christ für all mein Sünd gestorben ist: hat, auferstanden mir zugut, Sterbe-⸗ und Begräbnislieder. der Höllen Glut gelöscht mit seinem teuren Blut 4. Dem leb und sterb ich alle⸗ zeit, der Tod von ihm mich nimmer scheidt; leb oder sterb ich, bin ich sein, er ist allein der einge Trost und Helfer mein. 5. Das ist mein Trost zu aller Zeit, in allem Kreuz und Traurig⸗ keit: ich weiß, daß ich am jüngsten Tag ohn alle Klag werd aufer⸗ stehn aus meinem Grab. 6. Mein lieben Gott von An⸗ gesicht werd ich anschaun, dran zweifl ich nicht. In ewger Freud und Seligkeit, die mir bereit: ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit. 7. O Jesu Christe! Gottes Sohn, der du für uns hast gnug getan, ach schleuß mich in die Wunden dein, du bist allein der einge Trost und Helfer mein. 8. Amen, mein lieber frommer Gott, bescher uns alln ein selgen Tod: hilf, daß wir mögen allzu⸗ gleich bald in dein Reich kommen und bleiben ewiglich. Joh. Pappus. f 1610. 2608 637. ** 74: Herzlich tut mich verlangen. Ich hab mich Gott ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist kein Immer⸗Leben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Ge ich m 2 o We Himu ich h belad In 6 fahr 3 hält Christ und doch Christ und( dahin 4. nen, i mein hätte Schöp geben. 2. ich im mächti inem alle⸗ mmer in ich Trost raller murig⸗ igsten aufer⸗ n An⸗ dran Freud t: ihm Bottes gnug in die in der ein. mmer selgen allzu⸗ mmen 1610. langen. u, dem st kein hieden nicht winn; Sterbe⸗ und Begräbnislieder. in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin! 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber; da trachte ich hinein, darf mich nicht sehr beladen, weil ich wegfertig bin. In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin! 3. Ach selge Freud und Wonne hält mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit! Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin! 4. Gesegn euch Gott, ihr Mei⸗ nen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt ja mit Fleiß in acht! In Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach! Johann Siegfried. 1 1637. 638. Mel. 132: Nun preiset alle Gottes ꝛc. oder Mel. 20 des Anhangs: Wie sie so sanft ruhn ꝛc. Jo hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt, und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hinge⸗ geben.: 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn! Du bist all⸗ mächtig, drum ist dein Licht so 417 schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen!: 3. Nur bin ich sündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.:: 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das ent⸗ deckt. Ich will mich noch im Lei⸗ den üben und dich zeitlebens in⸗ brünstig lieben.: 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn; und ohn Ermü⸗ den will ich ihr näher gehn, und ihre hellen, goldnen Gassen lebens⸗ lang nicht aus den Augen lassen. Johann Timotheus Hermes. 1821. 639. Mel. 180: Wer nur den lieben Gott ꝛr Ich sterbe täglich, und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her; ach wer nur immer fertig wär! 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft un⸗ angemeldt und fordert uns ins Land der Toten. Wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn 27 418 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 3. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag! 4. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war. Den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Totenbahr; ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 5. Ein einzger Schlag kann alles wenden, und Fall und Tod beisammen sein. Doch schlage nur mit Vaterhänden und schleuß in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 6. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Ver⸗ schließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. 7. Kann ich die Meinen nicht mehr segnen, so segne du sie mehr, als ich. Wenn lauter Tränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Ver⸗ laßnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf: so wird mein Ab⸗ schied keine Pein, zwar eilig, den⸗ noch selig sein. Benjamin Schmolck. 4 1737. 640. Mel. 143: O Jesu Christ, meins ꝛc. On Christi Wunden schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein; Christi Blut und Gerechtig⸗ keit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid. 2. Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn; mit Fried und Freud fahr ich dahin, ein Gottes⸗ kind ich allzeit bin. 3. Dank hab, o Tod, du för⸗ derst mich, ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glau⸗ ben mein! Paul Eber. 1 1569. 641. Mel. 164: Valet will ich dir geben. On Gottes Rat ergeben, ver⸗ laß ich gern die Welt; ich geh zum bessern Leben, so bald es ihm gefällt. Was wärs, das mich betrübte? Dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch 8. Dringt mir der letzte Stoß eh ich ihn gesehn. den des Ab⸗ den⸗ 20. ich inden chtig⸗ und Gott immel und ottes⸗ u för⸗ handre einigt Glau⸗ 15069. ben. / ver⸗ ch geh ald es is mich Kewig e, noch Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 419 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: Kommt, ihr beladnen Herzen, zu mir und findet Ruh! Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, auch mich erfreun und in der letzten Stunde mir Geist und Leben sein. 3. Mit dir muß mir es glücken, den Kampf zu überstehn. In gläubigem Entzücken laß meine Seele sehn, wie du, o Heil der Sünder, einst mit dem Tode rangst, und wie du, Überwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: wo ist dein Stachel, Tod? stärk mich, daß ich nicht wanke in mei— ner Todesnot; so ist, ob ich gleich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein; dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen sein. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, der du die Liebe bist. Christoph Friedrich Neander. 4 1802. 642. —⁰0 50: Freu dich sehr, o meine Seele. Lasset ab, ihr meine Lieben, lasset ab von Traurigkeit! Was wollt ihr euch mehr betrüben, weil ihr des versichert seid, daß ich alle Qual und Not überwunden und bei Gott mit den Aus⸗ erwählten schwebe voller Freud, und ewig lebe? 2. In des Herren Jesu Wun⸗ den hab ich mich geschlossen ein, da ich alles reichlich funden, wo⸗ durch ich kann selig sein. Er ist die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt jederzeit. Wer dieselb er⸗ greift im Glauben, dem kann nichts den Himmel rauben. 3. Niemand sag, ich sei um⸗ kommen, ob ich gleich gestorben bin; mein Gott hat mich hin⸗ genommen, Sterben ist jetzt mein Gewinn. Vor dem Unglück hat er mich hingerafft so väterlich. Jetzt kann mich kein Trübsal pressen, aller Angst ist nun ver⸗ gessen. 4. Mein Leib schläft in seiner Kammer ohne Sorgen sanft und wohl, und entgeht dem großen Jammer, dessen jetzt die Welt ist voll. Meine Seele schauet an den, der nichts als lieben kann, ihn, der mich zu Ehren setzet und mit höchster Freud ergötzet. 5. Euch wird, meine liebsten Freunde, die ihr weinet in der Welt, schützen wider alle Feinde Gottes Sohn, der starke Held. Seid und bleibt ihm nur getreu, seine Gnad ist täglich neu; wer Betrübte will betrüben, der muß wie die Spreu zerstieben. 6. Nun, ich will euch dem be⸗ 27 420 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. fehlen, der sich euren Vater nennt, der die Tränen pflegt zu zählen, dem sein Herz vor Liebe brennt; der wird euch in eurem Leid trösten und zu seiner Zeit zu dem Ort, da ich bin, führen und mit höchster Klarheit zieren. 7. Da wird uns der Tod nicht scheiden, der uns jetzt geschieden hat; Gott selbst wird uns als⸗ dann weiden und erfreun in seiner Stadt. Ewig, ewig werden wir in dem Paradies allhier mitein⸗ ander jubilieren und ein selig Leben führen. Johann Heermann. 4 1647. 643. Mel. 34: Die Tugend wird durchs ꝛc. Vaß mir, wenn meine Augen brechen, Herr, deinen Frieden fühlbar sein; komm, deinen Trost mir zuzusprechen, und segne du mein matt Gebein. Gib Ruhe mir in deinen Armen, darin ich Gnad und Frieden fand, und trag mich vollends mit Erbarmen sanft zu dir heim ins Vaterland. Christian Renatus Graf von Zinzendorf. 1 17⁵2. 644. Eigene Melodie. 110. Mochs mit mir, Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden! Ruf ich dich an, versag mirs nicht: wenn sich mein Seel will scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ! Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, lieber Herr, du wirst mirs nicht ver⸗ derben; denn du bist ja von mir nicht fern, ob ich gleich hier muß sterben und lassen meine lieben Freund, dies mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deiner Hand sie un⸗ versehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Tränental, Angst, Not und Trüb⸗ sal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; an dir, o Herr, ich Ret⸗ tung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein eigner Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Warum sollt ich denn traurig sein, weil ich so wohl bestehe, be⸗ kleidt mit Christi Unschuld rein, wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt; bei Gott zu leben mir gefällt. Johann Hermann Schein. 1630. 645. Mel. 95: Jesus, meine Zuversicht. Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil ich zu dem Grabe, und ich u Men nicht 2 wün Güte den, wird Güte liebt, das wird diese⸗ im 2 will „ in venn ieber ver⸗ mir muß ieben gut ift in sich e un⸗ Leben rein Trüb⸗ Welt mehr Ret⸗ deiner n aus ezahlt aurig e, be⸗ rein, Hehab tʒ bei 1630. icht. reicht, Hrabe, Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 421¹ und wie wenig ists vielleicht, das ich noch zu leben habe! Denk, o Mensch, an deinen Tod; säume nicht, denn Eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Wür⸗ den, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugnis gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 5. Überwind ihn durch Ver⸗ traun; sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun; denn er weckt mich aus dem Staube. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 6. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein ver⸗ senken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. 646. Mel. 182: Wer weiß, wie nahe mir ꝛc. * Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig in der Welt besteht. Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin, wie bald zerbricht doch eine Scherbe, die Blume kann gar leicht verblühn. Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält; dem einen wird das Scheiden herbe, sanft geht ein andrer aus der Welt. Doch wie du willst; nur gib dabei, daß, Herr, in dir mein Ende sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mein Grab verdeckt; doch wenn ich dieses nur erwerbe, daß deine Hand mich auferweckt, so nehm ich gern ein Räumlein ein; die Welt ist allenthalben dein. 5. Nun lieber Gott, wenn ich denn sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe; und hab ich Jesum nur bei mir, so gilt mirs gleich und geht mir wohl: wann, wie und wo ich sterben soll. Benjamin Schmolck. 4 1737. 647. 7995 73: Herzliebster Jesu, was ꝛc. N Uein Jesus kommt; mein Ster⸗ ben ist vorhanden, ich werde frei von dieses Leibes Banden. Wie soll ich aber wohl und selig ster⸗ ben, dein Reich ererben? 2. Wie du, mein Jesus, bist am Kreuz gestorben und hast da⸗ durch das Leben uns erworben; so laß auf deinen Tod mich auch abscheiden zu deinen Freuden. 3. Und was du noch zuletzt hast ausgesprochen und deines Vaters Herz damit gebrochen, das will ich dir, indem die Augen brechen, getrost nachsprechen. 4. Vergib, o Vater, denen, die mich hassen, die wider mich Neid, Eifer ausgelassen; vergib doch, weil die Feinde nicht ver⸗ stehen, was sie begehen. 5. Vergib auch mir, o Vater, alle Sünde und was ich jetzt noch Böses an mir finde; ich bin von Fleisch und Blut oft übereilet, von dir geeilet. 6. Ich habe, Jesu, Seele, Leib und Leben in meinem Testa⸗ ment dir übergeben, du wirst die Meinen auch heut oder mor⸗ gen hier wohl versorgen. 7. Ich übergebe sie zu deinen Handen; behüte sie vor Sünden, Schmach und Schanden. Du wirst, o Vater, diesen meinen Willen an mir erfüllen Sterbe-⸗ und Begräbnislieder. 8. Drauf wendet sich mein Herz von dieser Erden; dein Paradies, das soll mir eigen werden. Ins Paradies, das schöne, laß mich heute eingehn zur Freude 9. Ach Jesu, zeige mir jetzt deine Güte; gib mir ein him⸗ meldringendes Gemüte, daß ich ergreife dort zum Gnadenlohne die schöne Krone. 10. Zwar Höll und Teufel fangen an zu quälen und streben mir nach meiner armen Seelen, weil ich dein Wort in dieser Sündenhütten hab überschritten. 11. Ich aber will die Seufzer tiefer fassen: Mein Gott! mein Gott! du wirst mich nicht ver⸗ lassen, dieweil du selbst von Gott verlassen hingest und mich um⸗ fingest. 12. Mein Herze dürstet nach dir, und ich ächze, ich seufze nach dem Himmel, ach! ich lechze nach dir, nach dir, mit großem Durst, ich Armer, du mein Erbarmer! 13. Ach laß mich nicht in meiner Not versinken, laß mich die Kraft aus deinen Wunden trinken. Ich dürste, wie ein Hirsch; laß dich erblicken, mich zu erquicken. 14. Jetzt kommt der Trost; mein Herz hat sich gelabet, Jesu, mit deinem Blut bin ich begabet. Es ist vollbracht, was übrig ist ge⸗ wesen; ich bin genesen. 1 Leide mein in se mein dein igen das gehn jetzt him⸗ ich lohne eufel reben eelen, dieser itten. ufzer mein Vver⸗ Gott um: ö nach nach nach Durst, mer! ht in mich unden e ein mich Trost; Jesu, gabet. ist ge⸗ Sterbe-⸗ und Begräbnislieder. 423 15. Nun ist vollbracht mein Leiden, Kreuz und Jammer; mein schwacher Leib schläft sanft in seiner Kammer und wartet nur, bis Jesus diese Glieder mir gibet wieder. 16. Ich gebe dir den Geist in deine Hände; o Jesu, komm und mach ein selig Ende! Ich blei be dir, ichsterbe deinem Namen; Jesu sprich Amen! Michael Hunold. 1 1672. 648. Eigene Melodie. 119. Luk. 2, 29—32. Mit Fried und Freud ich fahr dahin in Gottes Wille; getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille. Wie Gott mir verheißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, hast lassen sehn, und machst bekannt, daß er sei das Leben und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zu erleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks 2 Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Martin Luther. 1546. 649. N Eigene Melodie. 120. Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchen wir, der Hilfe tu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Misse⸗ tat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott! heiliger starker Gott! heiliger, barmher⸗ ziger Heiland, du ewiger Gott! laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not. Kyrie eleison! 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Höllen Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das tust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott! heiliger, starker Gott! heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gottl laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllenglut. Kyrie eleison! 3. Mitten in der Höllen Angst unsre Sünd uns treiben. Wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde tut. Heiliger Herre Gott! heiliger, starker Gott! heiliger, barmherziger Heiland, 424 du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrie eleison! Martin Luther. 1546. 650. Eigene Melodie. 129. Die Gemeinde. Nun laßt uns den Leib begraben und daran kein Zweifel haben, er werd am jüngsten Tag aufstehn und unverweslich hervorgehn. Der Chor. 1. Begrabet mich nur immer⸗ hin, da ich so lang verwahret bin, bis Gott, mein treuer Seelenhirt, mich wieder auferwecken wird. Die Gemeinde. 2. Erd ist er und von der Erden, wird auch zu Erd wieder werden und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gotts Posaune wird angehn. Der Chor. 2. Ja freilich werd ich durch den Tod zu Asche, Erde, Staub und Kot; doch wird das schwache Fleisch und Bein von meinem Gott verwahret sein. Die Gemeinde. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der sie allhier aus seiner Gnad von aller Sünd und Misse⸗ tat durch seinen Sohn erlöset hat. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Der Chor. 3. Mein Leib wird hier der Würmer Spott; die Seele lebt bei meinem Gott, der durch seins Todes Bitterkeit sie hat erlöst zur Seligkeit. Die Gemeinde. 4. Sein Arbeit, Trübsal und Elend ist kommen zu einm guten End; er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet noch. Der Chor. 4. Was hie für Trübsal hat verletzt, wird nun mit Himmels⸗ lust ersetzt; die Welt ist doch ein Jammertal, dort ist der rechte Freudensaal. Die Gemeinde 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, an welchem Gott ihn verklären und ewger Freud wird gewähren. Der Chor. 5. Wenn alle Welt in Trümmer bricht, und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib ver⸗ kläret stehn und in das Himmel⸗ reich eingehn. Die Gemeinde. 6. Hier ist er in Angst ge⸗ wesen, dort aber wird er genesen, in ewiger Freud und Wonne leuchten wie die helle Sonne. 7. schlaf Straf allem uns +. Ruh: zu; e Tag, der lebt seins erlöst und zuten Joch, lhat mels⸗ h ein rechte alle zum Gott Freud mmer sein ver⸗ nmel⸗ st ge⸗ nesen, Zonne ne. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Der Chor. 6. Wie manche Widerwärtig⸗ keit betraf mich in der Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt denn ewigliche Himmelslust. Die Gemeinde. 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen und gehn all heim unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß, denn der Tod kommt uns gleicherweis. Der Chor. 7. So laßt mich nun in meiner Ruh und geht nach euren Häusern zu; ein jeder denke Nacht und Tag, wie er auch selig werden mag. Die Gemeinde. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst vons Teufels Gwalt und ewger Pein; ihm sei Lob, Preis und Ehr allein! Michael Weiße, 4 1540, Chor: Georg Neumark. 4 1681. 651. Eigene Melodie. 143. O Jesu Christ, meins Lebens Licht, mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis' zu dir ins Himmels Para⸗ deis; da ist mein rechtes Vater⸗ 5 425 land, daran du hast dein Blut gewandt. 3. Zur Reis' ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat, doch meine Seele seufzt in mir: Herr, hol mich heim; nimm mich zu dir! 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein in meiner letzten Todespein; dein Durst und Gallentrank mich lab, wenn ich sonst keine Stärkung hab. 5. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in meinem Herzen schrei. Hilf, daß mein Seel den Himmel find, wenn meine Augen werden blind. 6. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir im Tod das Herze bricht, dein Kreuz laß sein mein Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heilig Grab. 7. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf ich meine Heim⸗ fahrt bau; tu mir die Tür des Himmels auf, wenn ich beschließe meinen Lauf. 8. Am jüngsten Tag erweck den Leib; hilf, daß ich dir zur Rechten bleib; daß mich nicht treffe dein Gericht, das aller Welt ihr Urteil spricht. 9. Alsdann den Leib erneure ganz, daß er leucht wie der Sonne Glanz und ähnlich sei deinm klaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. 10. Wie werd ich dann so 426 fröhlich sein, werd singen mit den Engeln dein, und mit der aus⸗ erwählten Schar dein Antlitz ewig schauen klar! Martin Vehm. f 1622. 6⁵2. Mel. 74: Herzlich tut mich verlangen. Mensch, gedenk ans Ende, willst du nicht Übels tun; der Tod bringt oft behende das aller⸗ letzte Nun. An einem Augen⸗ blicke hängt ewig Wohl und Weh; drum denke wohl zurücke, wohin dein Leben geh. 2. O Mensch, gedenk ans Ende. Wer weiß, ob nicht noch heut der Tod sich zu dir wende; drum mache dich bereit, wenn du sollst Rechnung geben von dem, was du getan, damit dein eignes Leben dich nicht verklagen kann. 3. O Mensch, gedenk ans Ende, stirb stets den Sünden ab, gib dich in Gottes Hände und fürchte nicht das Grab. Sei fertig alle Stunden, halt dich an Christi Blut; stirb du in Jesu Wunden, so ist dein Ende gut. Benjamin Schmolck. 4 1737. 6⁵3. Eigene Melodie. 148. O Welt, ich muß dich lassen; ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein Geist will ich aufgeben und legen Leib und Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Leben in meines Gottes gnädge Hand. 2. Mein Lauf ist nun vollendet, der Tod das Leben endet; Ster⸗ ben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud fahr ich dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott gezogen durch Sünden mancherlei, will ich doch nicht verzagen, vielmehr mit Glau⸗ ben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Ver⸗ trauen, sein Antlitz will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der auch für mich gestorben, des Vaters Huld erworben, mir auch der Mittler worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden, umsonst durch Jesu Blut. Kein Werk kommt mir zu Frommen, so will ich zu ihm kommen; allein der wahre Glaub es tut. 6. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mirs hält bereit. Hier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod mag mich vertreiben, mein Seele sich vom Leibe scheidt. 7. Damit fahr ich von hinnen; o Welt, wollst dich besinnen, denn du mußt auch mir nach. Aufl dich zu Gott bekehre und von ihm Gnad begehre; o werde nicht im Glaͤuben schwach. nädge endet, Ster⸗ Kein Ewge d und rogen durch doch Glau⸗ Sünd Ver⸗ chauen st, der „ des r auch nicht naden, Kein mmen, allein röhlich rerben, Hier N, der mein dt. innen; „ denn Auf ·n ihm icht im Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 427 8. Die Zeit ist schon vor⸗ handen; hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen; sonst alle irdschen Sachen laß fahrn und gib sie willig dran. 9. Das schenk ich dir am Ende: Ade! zu Gott dich wende, zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein Abschied zu Herzen; meins Blei⸗ bens ist jetzt hie nicht mehr. Johann Heß. 4 1547. 654. Eigene Melodie. 149. O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid ent⸗ gangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben. Was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Tränen, ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was durch keines Ohr allhier gedrungen. 5. Ach wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hier bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen, lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach. 1659. 6⁵⁵. Mel. 67: Herr, ich habe mißgehandelt. elig, selig sind die Toten, die am Ende wohl bestehn, und mit welchen Gottes Boten, Engel selbst zu Grabe gehn; die von Christo, wenn sie sterben, Woh⸗ nung, Heil und Leben erben. 2. Ihre Seligkeit und Freude hat den Anfang, wenn der Geist von dem Leibe, von dem Leide zu den reinen Geistern reist, wenn er auf Elias Wagen wird in Abrams Schoß getragen. 3. Arbeit, Elend, Angst und Klage, Jammer, Wehmut, große Not, alle Morgen neue Plage, Kreuz, das schwerer als der Tod, droht uns täglich noch hienieden; doch die Toten sind im Frieden. 4. Nur die Leiber ruhn in Höhlen, denn Gott schafft den Seelen Lust; Gott entdeckt den frommen Seelen, was kein Aug und Ohr gewußt, und belohnt 428 ihr Kämpfen, Ringen, das er selber half vollbringen. 5. Selig, selig sind die Toten, die am Ende wohl bestehn, und mit welchen Gottes Boten, Engel selbst zu Grabe gehn; die von Christo, wenn sie sterben, Woh⸗ nung, Heil und Leben erben. Christian August Freyberg. 4 1742. 65⁵6. Eigene Melodie. 163. Unter Lilien jener Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleug be⸗ hende, Jesu Hände öffnen schon das Perlentor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu den Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon be⸗ dienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiffleins; laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich mich in diesen Wüsten länger fristen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, schenke Glauben, festen Glauben, der durch alles siegreich dringt. Nach dir sehnt sich meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei. Du kannst durch des Todes Türen träu⸗ mend führen und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen; Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt danieder; meine Glieder werden fröhlich auferstehn. 8. Gottes Lamm, dich will ich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben; hole, Heiland, mich zu dir! Johann Ludwig Konrad Allendorf. + 1773 6⁵⁷. Eigene Melodie. 164. Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt; dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier; da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Her⸗ zen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon; verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut; laß selig mich ab⸗ scheiden, setz mich in dein Erbgut! 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Ze ich fr in der Not,: geblut 4. Gnade rück f deiner hier Himm genese Schoß beste binden bünde grünet so wi treu d W. den is so leit mit ô Mein End b du we 2. kränke mich wie E ich m Herr, u es inser mnst räu⸗ Hauf Straf muß Tod, neine tehn. ll ich der dich eben; dorf. „ du idlich nicht gut gier; hnen Her⸗ Soll hilf rkürz einen h ab⸗ bgut! unde inkelt Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 429 all Zeit und Stunde; drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Not, wie du dich, Herr, so milde geblutet hast zu Tod! 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden bei dir vor allem Leid; rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins Himmels Schloß; und ewig ist genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam aufs beste ins Buch des Lebens ein, bind meine Seele feste ins Lebens⸗ bündelein der, die im Himmel grünen und vor dir leben frei; so will ich ewig rühmen, daß treu dein Herze sei. Valerius Herberger. 1 1627. 658. Eigene Melodie. 176. Wenn mein Stündlein vorhan⸗ den ist, zu fahren meine Straße, so leit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ; du wollst sie mir bewahren. 2. Mein Sünde wird mich kränken sehr, mein Gwissen wird mich nagen, denn ihr ist viel wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen, will denken Herr, an deinen Tod, an deine letzte Pein und Not; die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen! Von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewges Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstan⸗ den bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Todsfurcht kann sie vertreiben. Denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. Nikolaus Hermann. 1561. 659. * Eigene Melodie. 182. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich 430 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. einstens sterben muß, die Seel in Fesu Wunden seneen und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 5. Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer diese Welt; gib, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck all meine Sinde mit dem Verdienste Christi zu, worauf ich meine Hoffnung gründe; das gibt mir recht er⸗ wünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg die Hand in seine Seite und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf, und darum bist du mir gewogen, nahmst mich zu deinem Kinde auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 9. Ich habe Jesu Fleisch ge⸗ gessen, ich hab sein Blut getrunken hier; nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 10. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, weil sein hochzeitlich Kleid mich schmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christ Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 11. Ich leb indes in Gott vergnüget und sterb ohn alle. Kümmernis. Mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut. Amilia Juliana Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt. 1706. 660. Mel. 81: Ich hab mein Sach Gott ꝛc. Wie flieht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeitl Wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt hievon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald 1 gleichn mir de dir. L hin; n allein 4. letzter tum it du lär denk e⸗ zu wa 5. Lust! bewuß bleibet Jesu, 6. ich did Thron lehre klugem M Wie der S fallend chelt e Todes 2. Greise seiner vielen nimmt nur ge⸗ nken nicht und bitt nur heut mirs bleib sein nückt. hristi inem Gott alle wie glaub durch Blut e gut. 1706. Zott ꝛc. schen igkeit! Stund weigt 9 wie leerer lick es Sterbe⸗ und Begräbnislieder. bald vergeht und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, Jehova, bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin; mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 4. Was hilft die Welt in letzter Not? Lust, Ehr und Reich⸗ tum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu; be⸗ denk es nu, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh! 5. Weg Eitelkeit, der Toren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir! 6. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. Joachim Neander. 661. Mel. 177: Wenn wir in höchsten ꝛc. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmei⸗ chelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrtum wahr. + 1680. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Not im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben für die Ewig⸗ keit, zu tun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens kleinster Teil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; da bringt Gott alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, den Rat der Herzen offenbar. 6. Drum da der Tod dir täglich dräut, so sei stets wacker und bereit; prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe tätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Not, ein Wunsch, durch des Er⸗ lösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt; ein gläubig Herz, von Lieb erfüllt, dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh, du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Wie oft vergaß ich diese Pflicht, Herr, geh mit mir nicht ins Gericht; drück selbst des To⸗ 432 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. des Bild in mich, daß ich dir lebe würdiglich; 11. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, er⸗ forschen mag, ob Liebe, Demut, Fried und Treu die Frucht des Geistes in mir sei; 12. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh und endlich in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: Es ist vollbracht! Christian Fürchtegott Gellert. 1769. 662. Eigene Melodie. Siehe Anhang Nr. 20. ie sie so sanft ruhn, alle die Seligen, von ihrer Arbeit, die sie in Gott getan, und ihre Werke folgen ihnen nach in des ewigen Friedens Hütten. 2. Von ihren Augen wischt er die Tränen ab, sie kommen freudig, bringn ihre Garben ein, die weinend gingen, edlen Samen trugen in Hoffnung, in Lieb und Glauben. 3. Wenn einst die Stimme wieder sie auferweckt des Men⸗ schensohnes, die durch die Gräber dringt, dann wird, was irdisch und verweslich, himmlisch und jugendlich auferstehen. 4. Preis, Ruhm und Ehre sei dir, o Gott, gebracht für deine Werke, die du an uns getan, daß, wie in Einem alle sterben, also in Einem sie wie⸗ der leben. David Samuel Roller. 1 1850. 663. Mel. 183: Wie schön leuchtet der ꝛe. A Wie wird mir dann, o dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm ent⸗ schlafen werde; von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde. Freu dich, Seele; stärke, tröste dich, erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde, nie⸗ der. Der Herr erleichtert mir mein Joch, es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich sterben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist; er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Tale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; ins Allerhei⸗ ligste führt dich der Weg im finstern Tale. Gottes Ruh ist unvergänglich, überschwenglich, die Erlösten wird sie unaus⸗ sprechlich trösten. 4. Stun mein samm ihre? vollbr stamn fehle deiner 5. viel; vom schim Ziel Sterb zertrü gute gleite keiten 6. dann ganz dort Sünd genoß der 3 heilig bringe war 1 Fri alle wie⸗ 350. * ꝛc. dann Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Toten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausge⸗ stammelt. Vater, Vater, ich be⸗ fehle meine Seele deinen Händen, deinen treuen Vaterhänden. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert, laß mich, Vater, gute Taten, gute Taten mich be⸗ gleiten vor den Thron der Ewig⸗ keiten. 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde; von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mit⸗ genoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig! singen wir dir, bringen Preis und Ehre, dir, der war und sein wird, Ehre. Friedrich Gottlieb Klopstock. 1803. 664. A. Mel. 81: Ich hab mein Sach Gott ꝛc. Sohlauf, wohlan zum letzten Gang! kurz ist der Weg, die Ruh ist lang; Gott führet ein, Gott 433 führet aus! Wohlan, hinaus! kein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wander⸗ zeit, gehab dich wohl und laß dein Leid. Schließ nur getrost die Pforte zu! Was trauerst du? dein Gast geht hin zur ewgen Ruh! 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach; ihr Lieben, folgt ihm segnend nach. Hab gute Nacht; der Tag war schwül im Erdgewühl. Hab gute Nacht; die Nacht ist kühl. 4. Ein Festschmuck ist der Särge Tuch, ein Siegeszug der Leichen⸗ zug. Triumph! der Herr macht gute Bahn! Sein Kreuz voran, das winkt und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken, tönt hoch— festlich drein und läutet hell den Sabbat ein, der nach des Werk⸗ tags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vor⸗ handen ist. B. 6. O selig, wer das Heil er⸗ wirbt und in dem Herrn, dem Mittler, stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist not! Die Welt beut ihre Güter feil; denk an dein Heil und wähl in Gott das beste Teil. 28 ö Ri 434 Sterbe-⸗ und Begräbnislieder. 8. Was sorgst du bis zum Kleinod in der Fern und kämpfet Gott i letzten Tritt? Nichts brachtest du, gern und harrt der Zukunft seines ich nie nichts nimmst du mit. Die Welt Herrn. Not ve vergeht mit Lust und Schmerz; C. sein lo schau himmelwärts! Da, wo dein 15. Nun Tor des Friedens, 3. Schatz da sei dein Herz. öffne dich! Hinein! hier schlieft lüßt 9. Mit Gott bestell dein Haus die Wallfahrt sich. Ihr Schlun. diesem beizeit, eh dich der Tod an mernden im Friedensreich, gönnt und se ö Tote reiht. Sie rufen: Gestern allzugleich dem Staub ein Räum⸗ glückli⸗ wars an mir, heut ists an dir; lein neben euch! mels( 265. kein Stand, kein Blei⸗ 16. Viel Gräber hier im Ruhe⸗ 4. eir oter ort, viel Wohnungen im Him⸗ mich r 10. Vom Freudenmahl 5 W dort! bereitet die Stüt Wur Wanderstab, 1 Wieg und Bett schon am Gnadenthron, bereitet wer k N in Sarg und Grab. Wann, wie uns durch Gottes Sohn. Christi und wo⸗ ist Gott bewußt; schlag 17. Sein ist das Reich mit vollkon an die Brust, du mußt von dan⸗Allgewalt; er zeugt und spricht: 5. nen, Mensch, du mußt! Ich komme bald! Ja komn, sett, d 11. Da ist kein Sitz zu reich, Herr Jesu, führ uns ein! wir trübt s . kein Haupt zu hoch, harren dein; Amen, dein laß uns ihrs r kein Herz zu warm, da blüht ewig sein! Gott 1 zu schön kein Wangenrot; im Cpristan Friedrich Heinrich Sachse bald li N Finstern droht der Tod und überall 1 1860. 6.6 der Tod. 988—— shlägt 12.Ach banges Herz im Leichen⸗ Beim Tode und Begräbnisse kennet tal, wo ist dein Licht, dein Lebens⸗ von Kindern. mals g MMN strahl? Du bists, Herr, der mit geseher Gottesmacht aus Grabesnacht das 66 5 getan. Leben hat ans Licht gebracht. 7. 5 Ru 13. Dein Trostwort klingt so Mel. 148: O Welt, ich muß dich ꝛc. den 90 hoch und hehr: Wer an mich ottlob! die Stund ist kommen, in wei I glaubt, stirbt nimmermehr! Dein da ich werd aufgenommen ins gen Kreuz, dein Grab, dein Aufer⸗ schöne Paradeis! Ihr Eltern und mi stehn, dein Himmelgehn läßt uns dürft nicht klagen; mit Freuden und R den Himmel offen sehn. sollt ihr fagen: Dem Höchsten sei 8. 6 14. Wohl dem, der, Herr, Lob, Ehr und Preis. 63 wir mit dir vertraut, schon hier sich 2. Kurz war mein irdisch Le⸗ ihr eu⸗ ewge Hütten baut! Er sieht das ben; ein bessres wird mir geben der Gr Sterbe⸗ und Begräbnislieder. Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not verderben; mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Er eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Tränental. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Him⸗ mels Ehrensaal. 4. Die Welt mag Netze stellen; mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir tun kein Leid. Denn wer kann den verletzen, den Christus will versetzen ins Schloß vollkommner Sicherheit? 5. Zuvor bracht ich euch Freude; jetzt, da ich von euch scheide, be⸗ trübt sich euer Herz. Doch, wenn ihrs recht betrachtet und, was Gott tut, hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 6. Gott zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Wunden, er kennet jedermann. Nichts ist je⸗ mals geschehen, was er nicht vor⸗ gesehen; und was er tut, ist wohl⸗ getan. 7. Wenn ihr mich werdet fin⸗ den vor Gott, frei aller Sünden, in weißer Seide stehn und tra⸗ gen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm erhöhn: 8. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu 435 erfüllen und ihm sich in Geduld ergibtl 9. Ade, nun seid gesegnet! Was jetzund euch begegnet, ist andern auch geschehn; viel müssens noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Johann Heermann. 666. Mel. 140: O Gott, du frommer Gott. 23 7 Ihr Eltern, gute Nacht! Nun geht es an ein Scheiden; ich fahr zu Jesu hin in seine Himmels⸗ freuden, zu Jesu, dessen Huld in Ewigkeit mir lacht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern! gute Nacht! 2. Ihr Eltern, gute Nachtl Hört auf, um mich zu klagen, da jetzt mein zarter Leib wird in das Grab getragen; wißt, daß die Seele ist zur Himmelsruh ge⸗ bracht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern! gute Nacht! 3. Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ists, zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die Gott den Frommen hat aus Gnaden zu⸗ gedacht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern! gute Nacht! 4. Ihr Eltern, gute Nacht! Muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzens⸗ lust umfassen, wenn Gott mit euch 28 + 1647. 436 Sterbe⸗ und Begräbnislieder. und mit der Welt ein Ende macht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern! gute Nacht! 5. Ihr Eltern, gute Nacht! Die Angst⸗ und Marterstunden, die sind in dieser Welt nun völlig überwunden; mein Leib schläft sanft, bis daß er wiederum er⸗ wacht. Ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern! gute Nacht! Gotthard Schuster. 4 1761. 667. Mel. 46: Es ist genug; so nimm ꝛc. O selig Kind, so führt dich nun der Tod zu deinem Jesus hin! Dein Schmerz entflieht, dein Schlaf wird Morgenrot, dein Sterben ein Gewinn. Dein Jesus ruft dir zu:„Ich lebe, ich bin der Weinstock, du die Rebe“; o selig Kind! 2. O selig Kind! die Taufe pflanzte dich in diesen Weinstock ein; jetzt zieht er dich liebend hinauf zu sich in Zions Sonnen⸗ schein. Dort pflegt er ewig dich als Rebe, daß eines in dem an⸗ dern lebe; o selig Kindl:: 3. O selig Kind! Gott rufe dieses Wort auch deinen Eltern zu: „Wie selig ist nun euer Kindlein dort in stiller HDimmelsruh! O lernet Gott das Seine geben! Kein Weinstock lässet seine Reben. O selig Kind!“ 4. O selig Kind! so sehen wir dir nach und preisen deinen Tod; wer überwindt, dem wird dort tausendfach versüßt die Erdennot. Dein zarter Geist, er blüh und lebe, an Christi Weinstock eine Rebe! O selig Kind!:: Benjamin Schmolck. 1 1737. 668. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. Wenn kleine Himmelserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, dumit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Christum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu sich entbeut? 3. O wohl auch diesem Kindel es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Johann Andreas Rothe. T 1758. 669. Mel. 46: Es ist genug; so nimm ꝛe. euch hin, mein K ind denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich, doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klager sagen: 2. Schöp Welt darum fortzuz es so das m mein 3. Himme Welt r ist wal Schme müssen dort ka Zeuch indel Hzinde. Du eibest insers 1758. Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind!:; 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus, darum befiehlt er dir jetzt wieder fortzuziehn. Zeuch hin! Gott hat es so versehen; was dieser will, das muß geschehen. Zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, kein Schmerz mehr, der uns plagt. Hier müssen wir in Angsten schweben; dort kannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kindl: Sterbe⸗ und Begräbnislieder. 437 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, sobald es Gott gefällt. Du eilest fort, eh dir das Ungemach verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind!:: 5. Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl; die Seele ist entbunden, du hast im Herren überwunden. Zeuch hin, mein Kind!:: Gottfried Hoffmann. 4 1712. VIII. Wiederkunft des Herrn, Auferstehung, jüngstes Gericht und ewiges Leben. J. Wiederkunft des 670. : Valet will ich dir geben. Matth. 25, 1—13. Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein; der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf! betet, kämpft und 290 bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertis und füllet sie mit Ol und seid des Heils owärhe, bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, begegnet ihm im Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Ier zum frohen Engelchor. Die Tür ist Mel. 164 aufgeschlossen, die Hochzeit ist be⸗ reit; auf, auf! ihr Reichsgenossen, der Bräutgam ist nicht weit. Herrn. 4. Wer wollte denn nun schla⸗ fen? Wer klug ist, der ist wach. Gott kommt, die Welt zu strafen, zu üben Grimm und Rach an allen, die nicht wachen und die, von Wahn umhüllt, den fliehen und verlachen, der doch ist Sonn und Schild. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freu⸗ digen Gebärden und seid nicht mehr betrübt; es sind die Freuden⸗ stunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freu⸗ den sonder Leid mit leben und regieren und vor des Lammes Thron mit ren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Siegespal⸗ men, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Weizenhalmen im Jauchzen triumphie⸗ daß C in sein richten wird wenn wie P 2 gehn dann 8/ . schla⸗ wach. rafen, ch an d die, liehen Sonn yrden, freu⸗ nicht Auden⸗ Braut n, die tragen lt nun Freu⸗ nund immes mphie⸗ zespal⸗ Kleid; sen im Wiederkunft des Herrn. 439 Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen; hier grü⸗ nen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier schenkt man Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden; hier ist der sichre Port, hier sind die güldnen Gassen, hier ist das Hochzeits⸗ mahl; hier soll sich niederlassen die Braut im Freudensaal. 9. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf. Geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf. O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurenti. 1 1722. 671. Mel. 127: Nun freut euch, lieben ꝛc. 8 ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kommen in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Fromme. Dann wird das Lachen werden teur, wenn alles wird vergehn im Feur, wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende; dann werden alsbald auferstehn die Toten gar behende. Die aber noch am Leben sind, die wird des Herren Wort geschwind verwan⸗ deln und erneuen. 3. Ein Buch wird dann gelesen bald, darinnen steht geschrieben, was alle Menschen, jung und alt, auf Erden je getrieben; da dann gewiß ein jedermann wird hören, was er hat getan in seinem ganzen Leben. 4. O weh dem Menschen, wel⸗ cher hat des Herren Wort ver⸗ achtet und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut ge⸗ trachtet! Der wird fürwahr gar schlecht bestehn und mit dem Sa⸗ tan müssen gehn von Christo in die Hölle. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit durch deine heilgen Wun⸗ den, daß ich im Buch der Selig⸗ keit werd eingezeichnet funden; daran ich denn auch zweifle nicht, denn du hast ja den Feind ge⸗ richt und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Fürsprecher sei, wenn du nun wirst erscheinen, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen; auf daß ich samt den Brüdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns hast erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage; den Menschen wird auf Erden bang von vieler Not und Plage. Komm doch, komm doch, du Richter groß, und mach uns bald in Gnaden los von allem Übel! Amen. Bartholomäus Ringwald. 1 1598. —— 17 N 440 Auferstehung und jüngstes Gericht. ö 672. Eigene Melodie. 169. Matth. 25, 1—13. Wachet auf! ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde! Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt; steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Zion hört die Wächter sin⸗ gen; das Herz will ihr vor Freu⸗ den springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gna⸗ den stark, von Wahrheit mächtig; ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Ho⸗ sianna! Wir folgen all zum Freu⸗ densaal und halten mit das Abend⸗ mahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen⸗ und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Tore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gesehn, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für! Philipp Nicolai. 1608. 2. Auferstehung und jüngstes Gericht. 673. Eigene Melodie. 16. Auferstehn, ja auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät; der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns, die wir starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freu⸗ dentränen Tag, du meines Got⸗ tes Tag! wenn ich im Grabe ge⸗ nug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein; mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligtume zu seines Namens Ruhme. Halleluja! Friedrich Gottlieb Klopstock 4 1803. 674. Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht ꝛc. Qunẽ siehest, Mensch, wie fort und fort der eine hier, der andre Auferstehung und jüngstes Gericht. dort uns gute Nacht muß geben; der Tod hält keinen andern Lauf, er sagt zuletzt die Wohnung auf uns allen, die wir leben. 2. Bedenk es weislich in der Zeit und flieh den Schlaf der Sicher⸗ heit, sei augenblicklich wacker; denn wiß, es bleibet dabei nicht, daß man dich hin aus diesem Licht trägt auf den Gottesacker. 3. Wir werden aus den Grä⸗ bern gehn und alle vor Gerichte stehn, das Christus selbst wird hegen, wann auf der Engel Feld⸗ geschrei die Glut das große Welt⸗ gebäu wird in die Asche legen. 4. Alsdann wird erstlich aller Welt Vergeltung werden zuge⸗ stellt; die Sünder sollen büßen und ohne Trug und ohne Schein sich selber Kläger, Richter sein, verdammt durch ihr Gewissen. 5. Ach Gott, kommt mir dies Urteil vor, so steigen mir die Haar empor, mein Herz fühlt Angst und Schrecken. Ihr hohen Hügel, heb ich an, ihr Berg und was sich stürzen kann, fallt her, mich zu bedecken. 6. Herr Jesu, meine Zuversicht, ach laß dein strenges Zorngericht, ach laß es mir nicht schaden! Zeig an dem Vater den Vertrag, da⸗ mit ich freudig hören mag den süßen Spruch der Gnaden. 7. Gib, daß ich mich bei gutem Sinn, und weil ich noch bei Kräften bin, zu sterben fer⸗ 441 tig halte und nicht, verstrickt in böser Lust, des ewgen Lebens un⸗ bewußt, zum ewgen Tod erkalte. Simon Dach. 7 1659. 675. Mel. 45: Es ist das Heil uns ꝛc. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, das soll mir niemand neh⸗ men. Er lebt, und was ihm widerstrebt, das muß sich endlich schämen. Er lebt fürwahr, der starke Held; sein Arm, der alle Feinde fällt, hat auch den Tod bezwungen. 2. Mein Heiland lebt; ob ich nun werd in Todes Staub mich strecken, so wird er mich doch aus der Erd hernachmals auf⸗ erwecken; er wird mich reißen aus dem Grab und aus dem Lager, da ich hab ein kleines ausgeschlafen. 3. Ich werde dann in seinem Licht ihn sehn und mich er⸗ quicken, mein Auge wird sein Angesicht mit großer Lust er⸗ blicken; ich werd ihn sehen mir zur Freud und werd ihm dienen ohne Zeit, ich selber und kein Fremder. 4. Trotz sei nun allem, was mir will mein Herze zittern machen. Wärs noch so mächtig, groß und viel, kann ich doch fröhlich lachen; und drohen Tod und Hölle noch, Triumph! rrtmt..—5. 442 Auferstehung und jüngstes Gericht. Triumph! es bleibet doch Gott, mein Erlöser, leben. Paul Gerhardt. 4 1676. 676. Eigene Melodie. 139. O Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz er⸗ bebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird auf⸗ gehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben. Ja, wie mein Heiland selber spricht, ihr Wurm und Feuer sterben nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig ist zu lang, hier gilt fürwahr kein Scherzen! Drum, wenn ich diese lange Nacht und ihre große Pein be⸗ tracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht im heißen Pfuhl der 11 Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt. Ach nimm dies wohl zu Herzen und merke drauf, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, wach auf vom Schlaf der Sünd, ermuntre dich, verlornes Kind und bessre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß, wie man noch sterben mag. 6. O Ewigkeit, du Donner⸗ wort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Trau⸗ rigkeit nicht, wo ich mich hin⸗ wende. Nimm du mich, wann es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Johann Rist. 4 1667. 677. Eigene Melodie. 161. Röm. 2, 5. 32— W7— LTag des Zorns, o Tag voll Grauen, da die Welt den Herrn soll schauen, nach dem Wort, dem wir vertrauen! 2. Zittern in der Erde Grün⸗ den wird des Richters Nahn verkünden, der die Herzen will ergründen. 3. Wunderbar Posaunenhal⸗ dient 7. sagen wage zager 8 Köni gnãd ledig ange dies auf, Zeit, vom dich, bald ist eran Lohn t der man mer⸗ die nder ohne rau⸗ hin⸗ vann dein 667. Auferstehung und jüngstes Gericht. 443 len wird durch jedes Grab er⸗ schallen, auf zum Throne! rufend allen. 4. Erd und Tod wird sehn mit Beben das Geschöpf der Gruft entschweben, Antwort sei⸗ nem Herrn zu geben. 5. Und ein Buch wird sich entfalten, drin die Schuld der Welt enthalten, über dir Gericht zu halten. 6. Wenn er nun sitzt auf dem Throne, kommt alsbald vor Gottes Sohne alles zum ver⸗ 56. O. Lohne. 7. Was soll dann ich Armer sagent wer mich zu vertreten wagen, wo selbst die Gerechten zagen? 8. Furchtbar hoch erhabner König, Quell der Liebe, Heiland gnädig, mache mich der Sünde ledig! 9. Jesu, deiner Lieb gedenke, daß du für mich kamst, bedenke, darum einst mir Gnade schenke. 10. Bist voll Schmerz mich suchen gangen, hast am Kreuz für mich gehangen, nicht umsonst sei Tod und Bangen. 11. Richter der gerechten Rache, deiner Huld mich teilhaft mache, eh der Tag des Zorns erwache. 12. Gleich Verworfnen fühl ich Bangen, Schuld macht glühen meine Wangen, mein Gebet laß Gnad erlangen. 13. Du, der lossprach einst Marien und dem Schächer hast verziehen, hast auch Hoffnung mir verliehen. 14. Gar unwürdig ist mein Flehen, laß du Heiland Gnad mich sehen, nicht ins ewge Feuer gehen. 15. Wollst mich von den Böcken trennen und den Schafen zuerkennen, Platz zu deiner Rech⸗ ten gönnen. 16 Ruf, wenn in die ewgen Flammen sinken, die du willst verdammen, mit den Deinen mich zusammen. 17. Sieh, nach dir streck ich die Hände, zum Zerknirschten, Herr, dich wende, o gib mir ein selig Ende. 18. Tag der Tränen, wo mit Grauen Gott die Kreatur soll schauen, aus dem Grabe zitternd steigen, wollst dann allen Huld erzeigen. Frommer Jesu, Heiland du, schenke alln die ewge Ruh. Amen! Nach Thomas von Celano, 4 um 1250, von Christian Karl Josias von Bunsen. 4 180⁰. 444 Ewiges Leben. 5. Ewiges Leben. 678. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Vin Tröpflein von den Reben der süßen Ewigkeit kann mehr Erquickung geben, als dieser eitlen Zeit gesamte Wohlgenüsse; und wer nach jener strebt, tritt unter seine Füße, was hier die Welt erhebt. 2. Wer von dir möchte sehen nur einen Blick, o Gott, wie wohl würd ihm geschehen! Die Welt wär ihm ein Spott mit allem ihrem Wesen; so herrlich und so rein, so lieblich, so erlesen ist deiner Augen Schein. 3. Du reichlichste Belohnung der auserwählten Zahl, wie lieb⸗ lich ist die Wohnung, da deiner Gottheit Strahl sich offenbarlich zeiget! O herrlich edler Tag, dem diese Sonne steiget und ihn erleuchten mag. 4. O Licht, das ewig brennet, dem keine Nacht bewußt, das keinen Nebel kennet! Gesellschaft, reich an Lust, da Gott und Engel kommen mit Menschen überein, und ewiglich die Frommen ge⸗ segnet werden sein. 5. Vollkommne Liebe bringet dort immer neue Freud; aus ewger Lieb entspringet ein ewge Fröhlichkeit. Gott selbst ist solche Wonne, ist solcher Liebe Preis, ist seiner Blumen Sonne im bunten Paradeis. 6. Was wünschest du für Gaben? Du wirst sie finden dort und in dir selber haben den Reichtum fort und fort. Denn Gott, vor welchem Kronen und Perlen Staub und Spott, wird selber in uns wohnen, und wir in unserm Gott. 7. Wann werd ich einmal kommen zu solchem Freuden⸗ quell? Wär ich doch aufgenom⸗ men und schon bei dir zur Stell! Herr Christe, nimm mein Flehen so lang indessen an, bis ich dich selber sehen und ewig schauen kann. Erasmus Finx. 1694. 679. Mel. 184: Wie wohl ist mir, o Freund ꝛe. Ebr. 4, 9. Es ist noch eine Ruh vorhanden; auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen Banden, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last und eil herzu. Bald ist der schwere Kampf geendet, bald, bald der s. du ei 2. erkor nimn Menf uns s lamm diese es lo müde versät zu m 3. Seele Bürd Kumr seufze des 2 Ewiges Leben. 44⁵ der saure Lauf vollendet; so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott aus⸗ erkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gottes⸗ lamm, es wollte sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr seufzend und gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen; dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein. Ihr seid mein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet ein. 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen müden Wanders⸗ mann? Wo jener nur ein Lager haben und sanft von Schmerzen ruhen kann; wenn dieser sich darf niedersetzen, an einem frischen Trunk ergötzen: wie sind sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhestunden; es ist noch eine Ruh erfunden, da man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freuden⸗ garben bringen; denn unsre Tränensaat ist aus! O welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden den Erlöser sehn; er wird beim Brunnquell uns erfrischen, die Tränen aus den Augen wischen; wer weiß, was sonst noch soll geschehn? 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen; denn die Erquickungszeit ist da. Die Sonne wird uns nicht mehr stechen; der Herr ist seinem Volke nah. Er will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Ge⸗ beine grünen; der große Sab⸗ bat ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgen⸗ los. Ach fasset dieses Wort, ihr Müden, legt euch dem Heiland in den Schoß! Ach, Flügel her! wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen; dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort mein Geist, zum Jubilieren, begürte dich zum Triumphieren! Auf, auf! es kommt das Ruhejahr. Johann Sigismund Kunth. 7 1779. 446 Ewiges Leben. 680. Eigene Melodie. 86. Offenb. Joh. 21. Herusalem, du hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnend Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Tale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier? da ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland? 3. Im Augenblick wird sie er⸗ heben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Ele⸗ ment; fährt auf Eliä Wagen mit großer Engelschar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, sei nun ge⸗ grüßet mir, tu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kom⸗ men fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, welch eine edle Schar kommt dort ge— zogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war von ferne in meinem Tränenland. 6. Propheten groß und Patri⸗ archen hoch, auch Christen ins⸗ gemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Ty⸗ rannen Pein, schau ich in Ehren schweben, mit Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich an⸗ gelanget bin im schönen Para⸗ deis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine man singt in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewig⸗ keit. 8. Mit Jubelklang, mit In⸗ strumenten schön, auf Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudensaal; mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, wie von Anfang gesungen die Himmel und ihr Heer. Johann Matthäus Meyfart. 1 1642. 681. N Eigene Melodie. 122. 9 Cach einer Prüfung kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttlic die Tr Welt 2. schmed selgen den, d ein u bleibt nimmt 3. pers räusche in sein der öf sinkt er in Kur 4. leidet, ist, we Hort, ze in Ewiges Leben. 447 göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freu⸗ den, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Kör⸗ pers Schmerzen, bald das Ge⸗ räusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen be⸗ neidet und des Bekümmerten ver⸗ gißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Wert empfinden, den un⸗ aussprechlich hohen Wert; den Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird des Vaters heilger Wille mein Will und meine Freude sein; und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich er⸗ freun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich selig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, heilig, hei⸗ lig! singen dem Lamme, das er⸗ würget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauch⸗ zen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, fromm mit den From⸗ men umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem auch Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu millionen Malen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höch⸗ sten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir, denn du hast das Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß das Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlich⸗ keit, die offenbart an uns soll wer⸗ 448 Ewiges Leben. den von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! Christian Fürchtegott Gellert. 4 1769. 682. Mel. 139: O Ewigkeit, du Donnerwort. O Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewig⸗ keit, Freud ohne Leid, ich weiß vor Herzensfröhlichkeit gar nichts mehr vom Elende, weil mir ver⸗ süßt die Ewigkeit, was uns be⸗ trübet in der Zeit. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß ver⸗ gehen; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, bleibt unverändert stehen; ja wie der heilge Petrus spricht: ihr Erbe, das verwelket nicht. 3. OEwigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß dies aufhöret. Drum wenn ich diese lange Zeit erwäge samt der Seligkeit, die gar nichts mehr zerstöret, so acht ich alles Leiden nicht, das mich nur kurze Zeit anficht. 4. Was ist doch aller Christen Qual, die Pein der Märtrer all⸗ zumal, so vieles Kreuz und Lei⸗ den? Wenn man es gleich zusam⸗ menträgt und alles auf die Wage legt, sodann zur andern Seiten dort jenes Lebens Herrlichkeit, wie wird es überwogen weit! 5. Im Himmel lebt der Chri⸗ sten Schar bei Gott viel tausend tausend Jahr und werden des nicht müde; sie stimmen mit den Engeln ein, sie sehen stets der Gottheit Schein, sie haben güld⸗ nen Frieden, da Christus gibt, wie er verheißt, das Manna, das die Engel speist. 6. Ach wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Be⸗ gier, du überselges Leben! Wann komm ich doch einmal dahin, wo⸗ hin mein schwacher, blöder Sinn sich allzeit übt zu streben? Ich will der Welt vergessen ganz, mich sehnen nach des Himmels Glanz. 7. Fahr hin, du schnöde Sucht und Pracht, du Augenlust und eitle Tracht, fahr hin, du sündlich Wesen; fahr hin, du falsche Lie⸗ besbrunst, du armer Stolz und Geldesdunst und was die Welt erlesen gleich als ihr einig höch— stes Gut! Das Ewge macht mir bessern Mut. 8.OEwigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende! O Ewig⸗ keit, Freud ohne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich zu dir mich wende. Herr Jesu, gib mir solchen Sinn beharrlich, bis ich komm dahin. Kaspar Heunisch. 4 1690. deiten t, wie Chri⸗ susend ndes it den 8 der gibt, a, das h nach it Be⸗ Wann n, wo⸗ Sinn Ich 3„ mich Blanz. Sucht st und ündlich he Lie⸗ lz und Welt höch⸗ cht mir nwort, d fort, Ewig⸗ h weiß enn ich Jesu, harrlich, 1690. Ewiges Leben. 683. Mel. 9: Alle Menschen müssen ꝛe. O wie fröhlich, o wie selig werden wir im Himmel sein; dro⸗ ben ernten wir unzählig unsre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, dort, wo man nach Tränen lacht. 2. Ach wer wollte sich nicht sehnen, dort in Zion bald zu stehn und aus diesem Tal der Tränen an den Freudenort zu gehn, wo sich unser Kreuz in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig währt. 3. Da wird unser Aug erblicken, was ganz unvergleichlich ist; da wird unsern Mund erquicken, was aus Gottes Herzen fließt; da wird unser Ohr nur hören, was die Freude kann vermehren; da emp⸗ findet unser Herz lauter Labsal ohne Schmerz. 4. Ach wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Antlitz schau? Werd ich nicht bald auf— genommen in den schönen Him⸗ melsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht Goldesglanz zunichte macht? 5. Nun so stille mein Verlan⸗ gen, o du großer Lebensfürst! Laß mich bald dahin gelangen, wo du 449 mich recht trösten wirst. Unter⸗ dessen laß auf Erden schon mein Herze himmlisch werden, bis mein Los in jener Welt auf das aller⸗ schönste fällt. Benjamin Schmolck. 4 1737. 684. Mel. 169: Wachet auf! ruft uns die ꝛc. elig sind des Himmels Erben, die Toten, die im Herren ster⸗ ben, zur Auferstehung eingeweiht! Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh. Hosiannal Vor Gottes Thron zu seinem Sohn begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Versöhner, Jesu Christ! Ihr, der Überwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sank wie wir ins Grab, wischt unsre Tränen ab, alle Tränen! Er hats voll⸗ bracht; nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein! 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du hell uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern! 29 450 Ewiges Leben. Nun weinen wir nicht mehr; das Alte ist nicht mehr! Halleluja! Er sank hinab, wie wir, ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm! Friedrich Gottlieb Klopstock. 4 1803. 685. Mel. 164: Valet will ich dir geben. Wann wird doch einst erscheinen die angenehme Zeit? Komm Jesu, führ die Deinen in deine Herr⸗ lichkeit! Ach laß auch uns an⸗ brechen den schönsten Sommertag, da man wird freudig sprechen: Weg Tod, weg Not, weg Plag! 2. Es kann nicht lang mehr werden, drum hebt das Haupt empor; ach neigt es nicht zur Erden, denn seht, es bricht her⸗ vor der Tag, da ihr sollt sehen, was die Erlösung sei, der Tag, da ihr sollt stehen vor Jesu sündenfrei. 3. Ach Jesu, meine Liebe, mein Teil in jener Welt, ach hilf, daß ich mich übe, so wie es dir ge— fällt; gib, daß ich stets bedenke, der Tag sei nicht mehr weit, da⸗ mit sich ja nicht lenke mein Herz zur Eitelkeit. 4. Ach lehre mich stets beten und stehn auf meiner Hut, laß mich einst vor dich treten mit un⸗ verzagtem Mut; und wenn ich soll erscheinen und kommen vor Gericht, so trenn mich von den Deinen ein strenges Urteil nicht. 5. Du Freude meiner Seele, verleide mir die Welt; hilf, daß ich das erwähle, was droben mir bestellt; gib, daß mein Herz sich finde in dir, mein treuer Hort, und zeige deinem Kinde den ewgen Friedensport. 6. So ist wohl aufgehoben mein allerbestes Teil; nicht unten, son⸗ dern oben im Himmel ist mein Heil. Gehts dann, o Welt, zu Ende mit deiner Lust und Last, so tragen Jesu Hände mich heim zur süßen Rast. 7. Nun komm erwünschtes Leben, komm schönste Sommerzeit, komm, Tag, der mir wird geben die süße Ewigkeit. Komm Jesu, Lebenssonne, komm, führe mich hinein ins Haus der Freud und Wonne, da werd ich selig sein. Johann Job. 1 1736. 686. Mel. 100: Komm, o komm, du Geist ꝛc. Offenb. Joh. 7, 9—17. Wersi ddie vor Gottes Throner Wer sind die vor Gottes Throne? was ist das für eine Schar? Tragen jeder eine Krone, glänzen wie die Sterne klar; Hallelujal singen all, loben Gott mit frohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, welcher seinen Feind ge⸗ schlagen, hingestrecketin den Sande Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? daß mir sich Hort, wgen mein son⸗ mein t, zu Last, heim schtes erzeit, geben Jesu, mich d und sein. 1736. eist ꝛc. hrone? Schar? länzen lelujal frohem zalmen in der ind ge⸗ Sand? r Krieg ů Ewiges Leben. 3. Wer sind die in reiner Seide göttlicher Gerechtigkeit, angetan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmer⸗ mehr; wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl ge⸗ rungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod bezwun⸗ gen, folgend nicht dem sündgen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel erlitten, Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stam⸗ mes, der uns Huld und Heil ge⸗ bracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht, sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets er⸗ schienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern. Nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Wie ein Hirsch am Mittag lechzet nach dem Strom, der frisch und hell, so hat ihre Seel geächzet nach dem rechten Lebensquell. Nun 451 ihr Durst gestillet ist, da sie sind bei Jesu Christ. 9. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gebet ich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit. 10. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht danieder liegen, wenn ein Sturm mich über⸗ fällt. Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott. 11. Gib, daß ich, aus dir ge⸗ boren, an dir als ein grünes Reis wachse und sei auserkoren, durch dein Blut gewaschen weiß, meine Kleider wahre rein, meide allen falschen Schein; 12. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähn⸗ lich sind, und auch ich, der Not entnommen, als dein dir getreues Kind dann, genahet zu dem Thron, nehme den verheißnen Lohn. 13. Welches Wort faßt diese Wonne, wenn ich mit der heilgen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leucht auch wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinrich Theobald Schenck. 4 1727. Geistliche Volkslieder. 1(687. des Herrn. Und wer erst seinen Wert erkannt,: der trägt es D* Vanket dem Herrn! Ja, dan⸗ froh und gern:· ket dem Herrn, denn er ist 2. Man nimmts mit Demut, freundlich und seine Güte wäh⸗ trägts mit Lust und achtets für ret ewiglich. Gewinn, doch trägt man es 2. Lobet den Herrn! Ja, nicht auf der Brust, o nein, 4 3 drin lobe den Herrn auch meine trägt es drin. 3 Und wenns auch schmerzt Dan en 12 nie, was er und wenns auch drückt, bleiht guts getan! 3. Sein ist die MPacht! All⸗ man doch glaubensvoll; man cacht! All⸗ weiß ja wohl, wers uns geschickt mächtig ist Gott, sein Tun ist und was es wirken soll. weise, und seine Huld ist jeden 4. Man trägt es auch 1 Morgen 43 5 kurze Zeit bloß als ein Unter⸗ 4. Groß ist der Herr! Ja, pfand für das zukünftge Ehren⸗ groß ist der Herr; sein Nam kleid iß im lieben Vaterland. ist heilig und alle Welt ist sei⸗ Philipp Spitta. t 1859. ner Ehre voll. 5. Singet dem Herrn! Lob⸗ singet dem Herrn in frohen 3(689). Chören, denn er vernimmt auch Die Sach ist dein, Herr Jesu unsern Lobgesan-hrist, die Sach, an der wir Karl Friedr. Wilh. Herrosee. 1 1821. stehn; und weil es deine Sache ist, kann sie nicht untergehn. 2(688). Allein das Weizenkorn, bevor es fruchtbar sproßt zum Licht Des Christen Schmuck und empor, wird sterbend in der Ordensband, das ist das Kreuz Erde Schoß vorher vom eignen einen gt es emut, 8 für n es nein, merzt bleibt man schickt oll.: 9nur Inter⸗ Shren⸗ md.: 1859. v Jesu er wir Sache rgehn. bevor 1 Licht in der eignen Geistliche Volkslieder. 453 Wesen los, im Sterben los, vom eignen Wesen los. 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt, durch Leiden himmelan, und führest jeden, der da glaubt, mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, so führ uns allzu⸗ gleich zum Teil am Leiden und am Reich; führ uns durch dei⸗ nes Todes Tor samt deiner Sach zum Licht empor, zum Licht empor durch deines Todes Tor. 3. Du starbest selbst als Wei⸗ zenkorn und sankest in das Grab; belebe denn, o Lebensborn, die Welt, die Gott dir gab. Send Boten aus in jedes Land, daß bald dein Name werd bekannt, dein Name voller Seligkeit. Auch wir stehn dir zum Dienst bereit, in Kampf und Streit zum Dienst bereit, zum Dienst im Kampf und Streit. V. 1—2 von Samuel Preiswerk. 4 1871. V. 3 von Felician Zaremba. 4 1874. 4(690). Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart; wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art und hat ein Blüm⸗ lein bracht mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesaias sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ew⸗ gem Rat hat sie ein Kind ge⸗ boren, wohl zu der halben Nacht. 3. Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß, mit sei⸗ nem hellen Scheine vertreibts die Finsternis. Wahr Mensch und wahrer Gott, hilft uns aus allem Leide, rettet von Sünd und Tod. 4. O Jesu, bis zum Schei⸗ den aus diesem Jammertal laß deine Hilf uns gleiten hin in den Freudensaal, in deines Va⸗ ters Reich, da wir dich ewig loben: o Gott, uns das verleih! Altes Volkslied aus der Gegend von Trier. 1599. 5(691. Auch nach 6 Choralmelodie Walet will ich dir geben“ zu singen. Es kennt der Herr die Seinen und hat sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land; er läßt sie nicht verderben, er führt sie aus und ein;:: im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein.:: 2. Er kennet seine Scharen am Glauben, der nicht schaut und doch dem Unsichtbaren, als säh er ihn, vertraut; der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt iund vor 454 dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt.: 3. Er kennt sie als die Sei⸗ nen an ihrer Hoffnung Mut, die fröhlich auf dem Einen, daß er der Herr ist, ruht, in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und kühn,: die wunderbare Pflanze, die immerdar ist grün.: 4. Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht, und die mit lautrem Triebe ihm zu ge⸗ fallen sucht; die andern so be⸗ gegnet, wie er das Herz bewegt; die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt.: 5. So kennt der Herr die Seinen, wie er sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land, am Werk der Gnadentriebe durch seines Geistes Stärk,: an Glauben, Hoffnung, Liebe, an seiner Gnade Werk.: 6. So hilf uns, Herr, zum Glauben und halt uns fest da⸗ bei; laß nichts die Hoffnung rauben, die Liebe herzlich sei. Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn!:: Philipp Spitta. 4 1859. 6(692). Großer Gott, wir loben dich, Herr wir preisen deine Stärke! Geistliche Volkslieder. Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphi⸗ nen, stimmen dir ein Loblied an, alle Engel, die dir dienen, rufen dir in selger Ruh: Heilig, heilig, heilig! zul 3. Heilig, Herr Gott Zebaothl Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Notl Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm, alles ist dein Eigentum. 4. Der Apostel heilger Chor, der Propheten große Menge schickt zu deinem Thron empor neue Lob⸗ und Dankgesänge. Der Blutzeugen große Schar lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erden⸗ kreis loben Große und auch Kleine dich, Gott Vater; dir zum Preis singt die heilige Ge⸗ meine; sie verehrt auf seinem Thron deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heilgen Geist, welcher uns mit seinen Lehren und mit Troste kräftig speist, der, o König aller Ehren, der mit dir, Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist. 7. Sieh dein Volk in Gna⸗ den an, hilf und segne, Herr, dein Erbe; leit uns auf der rechten Bahn, daß der Feind uns wir im dich dein sich Auf uns Nach Her er d bald neut ter in uns nicht verderbe. Hilf, daß wir durch Buß und Flehn dich im Himmel mögen sehn. 8. Herr, erbarm, erbarme dich! Auf uns komme, Herr, dein Segen! Deine Güte zeige sich allen der Verheißung wegen. Auf dich hoffen wir allein; laß uns nicht verloren sein. Nach dem Ambrosianischen Lobgesang. 1779. 7(693) rre, meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehl e, hilft er doch so gern. Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folgt dem Win⸗ ter nach. In allen Stürmen, in aller Not wird er dich be⸗ schirmen, der treue Gott. 2. Harre, meine Seele, harre des Herrn; alles ihm befehle, hilft er doch so gern. Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott. Friedrich Räder. 4 1872. 8(694. Oerbei o ihr Gläubigen, fröh⸗ lich triumphierend, o kommet, o kommet nach Bethlehem! Geistliche Volkslieder. 455 Schauet das Kindlein, uns zum Heil geboren.:: O lasset uns anbeten,:: o lasset uns anbeten den König. 2. O König der Ehren, Herr⸗ scher der Heerscharen, verschmähst nicht zu ruhn in Mariens Schoß, du wahrer Gott, von Ewigkeit geboren.:: O lasset uns an⸗ beten,: o lasset uns anbeten den König. 3. Kommt, singet dem Her⸗ ren, o singt ihm, Engelchöre; frohlocket, frohlocket, ihr Seligen. Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden.:f O lasset uns an⸗ beten,: o lasset uns anbeten den König. 4. Dir, Herr, der du bist heute Mensch für uns geboren, o Jesu, sei Ehre und Preis und Ruhm, dir Wort des ewgen Vatersl: O lasset uns anbeten,:: o lasset uns anbeten den König. Nach adeste fideles von Friedr. Heinr. Ranke. 4 1876. 9(695). 5 laß dein Sorgen sein, Sorgen schafft Angst und Pein und frommt doch nicht; vertrau auf Gott den Herrn, sein Hilf ist dir nicht fern, Gott schlum⸗ mert nicht. 2. Sieh nur die Lilien an, wer hat sie angetan mit solcher 456 Geistliche Volkslieder— Zier? Gott webt zu aller Zeit ihnen das Feierkleid, webt es auch dir. 3. Nimm doch der Vöglein wahr, die aller Sorgen bar, so fröhlich sind; Gott nährt sie spät und früh, bist du nicht mehr als sie, nicht Gottes Kind? 4. Gottes Kind, hörst du nicht, wie so vernehmlich spricht dein Jesus Christ:„Herz, laß dein Sorgen sein, trachte nach dem allein, was droben ist.“ Julius Sturm. 4 1896. 10(696). Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesu offen⸗ bart, ich geb mich hin dem freien Triebe, mit dem ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so zart gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und tief gezogen neigt sich mein alles auch zu dir; du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich und ich dich erlesen. 3. Ich fühls, du bists, dich muß ich haben; ich fühls, ich muß für dich nur sein; nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Platz, der ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Ver⸗ gnügen, drum folg ich deinen selgen Zügen. 4. Für dich sei ganz mein Herz und Leben, Erlöser, du mein einzig Gut, für dich hast du mirs nur gegeben, in dir es nur und selig ruht. Hersteller meines schweren Falles, für dich sei ewig Herz und alles. 5. Ehr sei dem hohen Jesus⸗ namen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der Selgen Schar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände! 6. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein; möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein. Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen. Gerhard Tersteegen. 4 1769. 11(697). Ich will streben nach dem Leben, wo ich selig bin; ich will ringen einzudringen, bis daß ichs gewinn. Hält man mich, so lauf ich fort; bin ich matt, so ruft das Wort: Fort⸗ gerungen, durchgedrungen bis zum Kleinod hin! 2. Als berufen zu den Stu⸗ fen vor des Lammes Thron Geistliche Volkslieder. 457 will ich eilen, das Verweilen bringt oft bösen Lohn. Wer auch läuft und läuft zu schlecht, der versäumt sein Kronenrecht. Was dahinten, das mag schwin⸗ den; ich will nichts davon. 3 Jesu, richte mein Gesichte nur auf jenes Ziel; lenk die Schritte, stärk die Tritte, wenn ich Schwachheit fühl. Lockt die Welt, so sprich mir zu; schmäht sie mich, so tröste du. Deine Gnade führ gerade mich aus ihrem Spiel. 4. Du mußt ziehen; mein Bemühen ist zu mangelhaft. Wo ihrs fehle, spürt die Seele, aber du hast Kraft, weil dein Wort ein Leben bringt und dein Geist das Herz durchdringt. Dort wirds tönen bei dem Krö⸗ nen: Gott ists, der es schafft! Philipp Friedrich Hiller. 4 1769. 12(698) 4 dir ist Freude, in allem Leide, o du süßer Jesu Christ! Durch dich wir haben himm⸗ lische Gaben, du der wahre Heiland bist; hilfest von Schan⸗ den, rettest von Banden; wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben, Hallelujal Zu deiner Güte steht unsr Ge⸗ müte; an dir wir kleben im Tod und Leben, nichts kann uns scheiden, Halleluja! 2. Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod; du hasts in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not. Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle zu dieser Stunde, Halleluja! Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Macht dort oben mit Herz und Munde, Halleluja! Johann Lindemann. um 1630. 13(699). Kommei ihr Hirten, ihr Män⸗ ner und Fraun, kommet, das liebliche Kindlein zu schaun! Christus, der Herr, ist heute geboren, den Gott zum Heiland euch hat erkoren. Fürchtet euch nicht! 2. Lasset uns sehen in Beth⸗ lehems Stall, was uns verheißen der himmlische Schall; was wir dort finden, lasset uns künden, lasset uns preisen in frommen Weisen. Halleluja! 3. Wahrlich, die Engel ver⸗ kündigen heut Bethlehems Hir⸗ tenvolk gar große Freud: nun soll es werden Friede auf Erden, den Menschen allen ein Wohl⸗ gefallen; Ehre sei Gott! Altböhmisches Christlied. 458 14(700). O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachts⸗ zeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachts-⸗ zeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen: freue, freue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachts⸗ zeit! Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: freue, freue dich, o Christenheit! Johannes Falk. 4 1826. 15(70). O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Welt lag in Banden. Christ ist er⸗ standen: freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Tod ist bezwungen, Leben errungen: freue, freue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Kraft ist gegeben, laßt uns ihm leben: freue, freue dich, o Christenheit! + 1826. Johannes Falk. Geistliche Volkslieder. 16(702). O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Christ, unser Meister, heiligt die Geister: freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade: freue, freue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Uns, die Erlösten, willst du, Geist, trösten: freue, freue dich, o Christenheit! Johannes Falk. 4+ 1826. 17(703). Schönster Herr Jesu, Herrscher aller Enden, Gottes und Marien Sohn! Dich will ich lieben, dich will ich ehren, du meiner Seele Freud und Kron. 2. Schön sind die Wälder, schöner sind die Felder in der schönen Frühlingszeit: Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leuchtt die Sonne, schön leuchtt der Monden und die Sternlein allzumal: Jesus leuchtt schöner, Jesus leuchtt reiner als alle Engl im Himmelssaal. sen doch 5 mels in d den allrf S. dein escher arien eben, einer ilder, 1der Jesus r, der onne, id die euchtt r als . 4. Schön sind die Blumen, schöner sind die Menschen in der frischen Jugendzeit; sie müs⸗ sen sterben, müssen verderben, doch Jesus lebt in Ewigkeit. 5. Alle die Schönheit Him-⸗ mels und der Erden ist verfaßt in dir allein. Keiner soll wer⸗ den lieber auf Erden als der allrschönste Jesus mein. Westfälisches Volkslied aus dem 17. Jahrhundert. 18(704). Seone und behüte uns durch deine Güte! Herr, erheb dein Angesicht über uns und gib uns Licht! 2. Schenk uns deinen Frieden alle Tag hienieden! Gib uns deinen guten Geist, der uns stets zu Christo weist! 3. Amen, Amen, Amen! Ehre sei dem Namen Jesu Christi, unsers Herrn, denn er segnet uns so gern. 1825.(Nach 4. Mose 6, 24—26. 19(705). So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich. Ich mag allein nicht gehen, nicht Geistliche Volkslieder. 459 einen Schritt; wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit. 2 In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz. Laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind; es wird die Augen schließen und glauben blind. 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Julie Hausmann. + 1901. 20(706). Siile Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht nur das traute, hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar, schlaf in himmlischer Ruh!:. 2. Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kundgemacht durch der Engel Halleluja, tönt es laut von fern und nah:: Christ, der Retter ist dal 3. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund, Christ, in deiner Geburtl:: Joseph Mohr. 4 1848. 460 Geistliche Volkslieder. A(707). Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir, ja, er kommt, der Friedefürst. 2. Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk! Gründe nun dein ewig Reich, Hosianna in der Höh! 3. Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild! Ewig steht dein Friedensthron, du, des ewgen Vaters Kind! Friedrich Heinrich Ranke. 4 1870. 22(708). Was hätt ich, hätt ich Jesum nicht auf ewig mir erkoren? Für flüchtge Freuden ewgen Schmerz! Ach, ohne Jesum, armes Herz, t hättst du dich selbst verloren,:: verloren. 2. Was könnt mir doch die ganze Welt für meinen Jesum geben? Und wär die ganze Welt auch mein, nein, sollt ich ohne Jesum sein, da möcht ich auch nicht leben,:: nicht leben. 3. Wer wär mein Tröster dann im Schmerz? Wer auf dem Sterbebette? Wer einst am Tage des Gerichts? Ach, hier und dort hätt ich ja nichts, wenn Jesum ich nicht hätte,: nicht hätte. 4. Ich hätte nichts als ewge Pein für stundenlang Ergötzen! Ach, ohne Jesum dort und hier — Gedanke, weiche fern von mir,:: Gedanke voll Entsetzen,:: Entsetzen. 5. Nun aber, da ich Jesum hab, o welch ein reiches Leben! Ist Erde doch und Himmel sein, drum ist auch alles, alles mein, weil er sich mir gegeben,: gegeben. Adolf Moraht. t 1884. 23(709). Wer ist ein Mann? wer beten kann und Gott dem Herrn ver⸗ traut; wenn alles bricht, er zaget nicht;:: dem Frommen nimmer graut.: 2. Wer ist ein Mann? wer glauben kann inbrünstig, wahr und frei; denn diese Wehr trügt nimmermehr,:; die bricht kein Mensch entzwei.: 3. Wer ist ein Mann? wer lieben kann von Herzen fromm und warm; die heilge Glut gibt hohen Mut:; und stärkt mit Stahl den Arm 4. Dies ist der Mann, der streiten kann für Weib und lie⸗ bes Kind; der kalten Brust fehlt Kraft und Lust, z3 und ihre Tat wird Wind. Geistliche Volkslieder. 461 5. Dies ist der Mann, der sterben kann für Freiheit, Pflicht und Recht; dem frommen Mut deucht alles gut,es geht ihm nimmer schlecht.:: 6. Dies ist der Mann, der sterben kann für Gott und Vater⸗ land, er läßt nicht ab bis an das Grab it mit Herz und Mund und Hand. 7. So deutscher Mann, so freier Mann, mit Gott dem Herrn zum Krieg, denn Gott allein mag Helfer sein, à von Gott kommt Glück und Sieg!: Ernst Moritz Arndt. 1813. 24(710). A Wie könnt ich ruhig schlafen in dunkler Nacht, wenn ich, o Gott und Vater, nicht dein ge⸗ dacht! Es hat des Tages Trei⸗ ben mein Herz zerstreut; bei dir, bei dir ist Friede und Seligkeit. 2. O decke meine Mängel mit deiner Huld; du bist ja, Gott, die Liebe und die Geduld. Gib mir, um was ich flehe: ein rei⸗ nes Herz, das dir voll Freuden diene in Glück und Schmerz. 3. Auch hilf, daß ich vergebe, wie du vergibst, und meinen Bruder liebe, wie du mich liebst. So schlaf ich ohne Bangen in Frieden ein und träume süß und stille und denke dein. Agnes Franz. 1 1843. 25(71¹. Auch nach der Choralmelodie „Christus, der ist mein Leben“ zu singen. Wie lieblich ists hienieden, wenn Brüder treugesinnt: in Eintracht und in Frieden ver⸗ traut beisammen sind.: 2. Wie Tau vom Hermon nieder auf Gottes Berge fließt, zalso auch auf die Brüder der Segen sich ergießt.. 3. Und einstens wird erneuet durch sie die heilge Stadt; was Knecht ist, wird befreiet, und rein, was Flecken hat.: 4. Und alles Volk der Erde geht nun zum Lichte ein; dann wird nur eine Herde und nur ein Hirte sein.:: Friedrich Gottlob Wetzel. + 1819. 26(712). Wie mit grimmgem Unver⸗ stand Wellen sich bewegen, nir⸗ gends Rettung, nirgends Land, vor des Sturmwinds Schlägen! Einer ists, der in der Nacht, einer ists, der uns bewacht. Christ Kyrie, du wandelst auf der See! 2. Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Ruder bricht, wo dann Rettung finden? Keine Hilf als bei dem Herrn, 462 Geistliche Volkslieder. er ist uns der Morgenstern! Christ Kyrie, erschein uns auf der See! 3. Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob erschallen; lobet ihn mit Herz und Mund, lobet ihn zu jeder Stund! Christ Kyrie, ja dir gehorcht die See! 4. Einst in meiner letzten Not, laß mich nicht versinken! Soll ich von dem bittern Tod Well auf Welle trinken, reiche mir dann liebentbrannt, Herr, Herr, deine Glaubenshand! Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! Johannes Falk. 4 1826. 27(713). Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand, der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn; drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn. 2. Er sendet Tau und Regen und Sonn und Mondenschein und wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein, und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot; es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn;:: drum dankt ihm, dankt: und hofft auf ihn. 3. Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her, der Strohhalm und die Sterne, das Sandkorn und das Meer. Von ihm sind Busch und Blätter und Korn und Obst, von ihm das schöne Frühlings⸗ wetter und Schnee und Un⸗ gestüm. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrnl! drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn. 4. Er läßt die Sonn auf⸗ gehen, er stellt des Mondes Lauf, er läßt die Winde wehen und tut die Wolken auf. Er schenkt uns so viel Freude und macht uns frisch und rot; er gibt dem Vieh die Weide und seinen Menschen Brot. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn; drum dankt ihm, dankt:: und hofft auf ihn. Matthias Claudius. 1 1815. 28(714). — Wir treten zum Beten vor Gott, den Gerechten; er waltet und haltet ein strenges Gericht. Geistliche Volkslieder. Er läßt von den Schlechten die Guten nicht knechten, sein Name sei gelobt, er vergißt unser nicht. 2. Im Streite zur Seite ist Gott uns gestanden; er wollte, es sollte das Recht siegreich sein; da ward, kaum begonnen, die Schlacht schon gewonnen. Du, Gott, warst ja mit uns, der Sieg, er war dein! 3. Wir loben dich oben, du Lenker der Schlachten, und flehen, mögst stehen uns fernerhin bei, daß deine Gemeinde nicht Opfer der Feinde Dein Name sei ge⸗ lobt; o Herr, mach uns frei! Niederländisches Dankgebet. 29(715). Wo findet die Seele die Hei⸗ mat, die Ruh? wer deckt sie mit schützenden Fittigen zu? Ach, bietet die Welt keine Freistatt uns an, wo Sünde nicht herr⸗ schen, nicht anfechten kann? : Nein, nein; nein, nein; hier ist sie nicht; die Heimat der Seele ist droben im Licht. 2. Verlasset die Erde, die Heimat zu sehn, die Heimat Bekenntnislied. 463 der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde erbaut, ist dieses die Heimat der Seele der Braut?: Ja, ja; ja, ja; dieses allein kann Ruhplatz und Heimat der Seele nur sein.: 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht. Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang be⸗ willkommt die Seele mit süßem Gesang.: Ruh, Ruh; Ruh, Ruh; himmlische Ruh im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu!:: Ludwig Jörgens. 4 1837. Bekenntnislied. 30(716). Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. Du treuer Gott, sei hoch⸗ gepreist, hast uns dein Wort gegeben! Gott Vater, Sohn und heilger Geist, du unser Lust und Leben. Wir glauben und bekennen dich und unsre Seele hofft auf dich; stärk uns den Glauben. Amen. Heinrich Aug. Ludw. Thiele. 4 1886. Verzeichnis der Liederdichter. 123 Amilia Juliana, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt, geboren 1637, + 1706. 244. 522. 659. Agricola, Johann, geb. 1492 in Eisleben, 4 1566 als Hofprediger in Berlin. 348. Ahlfeld, Friedrich, geb. 1810 in Mehringen(Anhalt), 1851 bis 1881 Pfarrer zu St. Nicolai in Leipzig, 4 1884 als Geh. Kirchen⸗ rat daselbst. 221. Albert, Heinrich, geb. 1604 zu Lobenstein im Vogtlande, 4 1651 als Organist zu Königsberg in Preußen. 453. Alberus, Erasmus(Alber), geb. um 1500 in der Wetterau, Freund Luthers, + 1553 als Super⸗ intendent zu Neubrandenburg (Mecklenburg). 473. Albinus, Johann Georg, geb. 1624 in Unternessa bei Weißenfels, + 1679 als Pfarrer zu Naum⸗ burg. 358. 619. Albrecht, Markgraf von Branden⸗ burg⸗Kulmbach, geb. 1522, 1 1557. 609. Allendorf, Johann Ludwig Konrad, geb. 1693 in Johbach bei Mar⸗ burg, 1 1773 als Pastor und Scholarch zu Halle. 195. 312. 656. Altenburg, Michael, geb. 1584 in Alach bei Erfurt, 4 1640 als Pastor zu Erfurt. 204. Ambrosius, geb. um 340 in Trier, + 397 als Bischof von Mailand. 25. 521. Anna Sophie, Landgräfin von Hessen-Darmstadt, geb. 1638, + 1683 als Abtissin des Stifts Quedlinburg. 227. 230. Arends, Wilhelm Erasmus, 4 1721 als Pastor in Halberstadt. 417. Arndt, Ernst Moritz, geb. 1769 in Schoritz auf Rügen, 4 1860 als Professor der Geschichte zu Bonn. 35. 252. 316. 618. 629. 709. Arnold, Gottfried, geb. 1666 in Annaberg, 1714 als Pfarrer und Inspektor zu Perleberg. 299. 414. Arnschwanger, Johann Christoph, geb. 1625 in Nürnberg, 7 daselbst 1696 als Senior und Archidia⸗ konus. 88. 218. Asschenfeldt, Christoph Karl Ju⸗ lius, geb. 1792 in Kiel, 4 1856 als Oberkonsistorialrat und Propst in Flensburg. 309. Assig, Hans von, geb. 1650 in Breslau, 4 1694 als Schloß⸗ hauptmann zu Schwiebus. 217. . Bähr, Christian August, geb. 1795 zu Atterwasch bei Guben, 1821 bis 1834 Pfarrer zu Oppach (Oberlausitz), seit w1834 Pfarrer zu Weigsdorf bei Zittau, wo er 1846 starb. 118. 545. Verzeichnis der Liederdichter. 465 Bahnmaier, Jonathan Friedrich, geb. 1774 zu Oberstenfeld in Württemberg, +1841 als Dekan in Kirchheim unter Teck. 214. 215. Barth, Christian Gottlob, geb. 1799 in Stuttgart, Pfarrer in Möttlin⸗ gen bei Calw, unermüdlicher För⸗ derer der Heidenmission, + 1862 zu Calw(Württemberg). 207. Becker, Cornelius, geb. 1561 in Leipzig, Diakonus in Rochlitz, später Professor der Theologie und Pastor zu St. Nicolai in seiner Vaterstadt, wo er 1604 starb. 223. 485. Beda, genannt Venerabilis, d. h. der Ehrwürdige, geb. 674 in England, Mönch im dortigen Klo⸗ ster Jarrow, + 735. 138. Behm, Martin, geb. 1557 zu Lau⸗ ban, 1 daselbst 1622 als Pastor prim. 70. 447. 460. 494. 651. Benigna Maria, Gräfin von Reuß⸗ Ebersdorf, Schwägerin des Gra⸗ fen von Zinzendorf; geb. 1695, + 1751. 566. Betichius, Johann, geb. 1650 zu Steckby(Anhalt), + 1722 als Diakonus in Zerbst. 562. Bickel, Johann Daniel Karl, geb. 1737 zu Altweilnau in Nassau, + 1809 als Konsistorialrat in Usingen. 397. 541. Bienemann, Kaspar(Melissander), geb. 1540 in Nürnberg, 4 1591 als Generalsuperintendent in Altenburg. 587. Birken, Sigismund von(Betulius), geb. 1626 in Wildenstein bei Eger, Prinzenerzieher, + 1681 als Privatgelehrter in Nürnberg. 84. 87. Bogatzky, Karl Heinrich von, geb. 1690 zu Jankowe in Schlesien, +1774 als Privatmann im Wai⸗ senhause zu Halle. 205. 297. 372. 555. Böhmische Brüder, aus der Hus⸗ sitischen Bewegung hervorgegan⸗ gene Gemeinden, welche bereits um die Mitte des 15. Jahrhun⸗ derts im Gegensatze zur herrschen⸗ den Kirche die Heilige Schrift für die Norm des Glaubens erklärten, später zum Teil der lutherischen Kirche sich anschlossen, und aus denen die herrnhutische Brüder⸗ unität entstanden ist. Vgl. Weiße, Michael. 20. 543. Bonaventura, eigentlich Johann Fidenza, geb. 1221 in Italien, Ordensgeneral der Franziskaner, 7 274. 74. 110. Bornmeister, Simon, geb. 1632 in Nürnberg, 4 daselbst 1688 als Rektor. 582. Bruiningk, Heinrich von, geb. 1738 in Riga, 4 1785 in Herrnhut als Bischof der Brüdergemeinde. 77. Bunsen, Christian Karl Josias von, geb. 1791 zu Korbach in Waldeck, Kgl. Preußischer Gesandter, ver⸗ dienstvoller Hymnolog, + 1860 in Bonn. 677. Burmeister, Franz Joachim, um 1670 Prediger in seiner Vater⸗ stadt Lüneburg. 626. C. Claudius, Matthias, geb. 1740 in Reinfeld bei Lübeck, der„Wands⸗ becker Bote“, 4+ zu Hamburg 1815 als Privatgelehrter und Revisor der schleswig-holsteinischen Bank in Altona. 475. 713. Clausnitzer, Tobias, geb. 1618 in Thum bei Annaberg, + 1684 als Kirchenrat zu Weiden in der Ober⸗ pfalz. 12. 81. 263. Cramer, Johann Andreas, geb. 1723 zu Jöhstadt in Sachsen, + 1788 als Professor der Theo⸗ logie in Kiel. 267. 296. 30 466 Verzeichnis der Liederdichter. Crasselius, Bartholomäus, geb. 1667 in Wernsdorf bei Glauchau, + 1724 als Pfarrer in Düssel⸗ dorf. 157. 399. 427. D. Dach, Simon, geb. 1605 in Memel, + 1659 als Professor der Dicht⸗ kunst zu Königsberg i. Pr. 368. 635. 654. 674. Decius, Nikolaus, latinisierter Name des Nikolaus Hovesch, der, aus Braunschweig stammend, seit 1523 in Stettin als evangelischer Geist⸗ licher wirkte und daselbst 1541 als Prediger an St. Nicolai starb. 1. 92. 98 V. 1. Denicke, David, geb. 1603 in Zittau, + 1680 als Konsistorialrat in Hannover. 229. 356. 407. 531. 557. Derschow, Bernhard von, geb. 1591 in Königsberg, 4 daselbst 1639 als Konsistorialrat und Professor der Theologie. 249. Deßler, Wolfgang Christoph, geb. 1660 in Nürnberg, daselbst 1722 als Konrektor. 374. 388. Diterich, Johann Samuel, geb. 1721 in Berlin, 4 daselbst 1797 als Oberkonsistorialrat. 346. 448. Drese, Adam, geb. 1620 in Thü⸗ ringen, 4 1701 als Kapellmeister zu Arnstadt. 332. E. Eber, Paul, geb. 1511 zu Kitzingen in Franken, Freund Luthers, + 1569 als Generalsuperinten⸗ dent und Professor der Theologie in Wittenberg. 66. 520. 630. 640. Edeling, Christian Ludwig, geb. 1678 in Löbejün bei Halle, Hof⸗ meister des Grafen von Zinzen⸗ dorf, 4 1742 als Oberpfarrer und Inspektor zu Schwanebeck bei Halberstadt. 576. F. Falk, Johannes, Legationsrat in Weimar, 1 1826. 700. 701. 702. 712. Feddersen, Jakob Friedrich, geb. 1736 in Schleswig, 4 1788 als Hauptpastor und Propst des Kon⸗ sistoriums in Altona. 570. Finx, Erasmus, geb. 1627 in Lübeck, + 1694 als Privatgelehrter in Nürnberg. 678. Fischer(Vischer), Christoph, geb. zu Joachimsthal in Böhmen, + 1600 als Generalsuperintendent und Hofprediger in Celle. 277. Flemming, Paul, geb. 1609 zu Hartenstein in Sachsen, 1640 als praktischer Arzt in Hamburg. 547. 589. Flittner, Johann, geb. 1618 in Suhl, Diakonus zu Grimmen bei Greifswald, 4 1678 auf der Flucht in Stralsund. 340. Franck, Johann, geb. 1618 in Guben, +daselbst 1677 als Bürgermeister. 2. 25. 72. 257. 319. 343. 443. Franck, Michael, geb. 1609 in Schleusingen, + 1667 als Lehrer in Koburg. 240. 617. Franck, Salomo, geb. 1659 in Wei⸗ mar, 4 daselbst 1725 als Ober⸗ konsistorialsekretär. 101. 112. 272. 370. 390. 454. Francke, August Hermann, geb. 1663 in Lübeck, +1727 als Professor der Theologie und Pastor zu Halle; Gründer des Waisenhauses da⸗ selbst. 65. Franz, Agnes, Vorsteherin einer Armenschule in Breslau, 4 1843. 710. Freyberg, Christian August, geb. 1684 zu Stolpen in Sachsen, 11742 ebeck Verzeichnis der Liederdichter. in Dresden als Rektor der Annen⸗ schule. 628. 655. Freylinghausen, Johann Anasta⸗ sius, geb. 1670 zu Gandersheim in Braunschweig, August Her⸗ mann Franckes Schwiegersohn und Gehilfe, 4 1739 zu Halle als Pastor und Direktor der Francke⸗ schen Stiftungen. 45. 336. 360. 440. 476. 594. Freystein, Johann Burkhard, +1718 als Hof⸗ und Justizrat in Dres⸗ den. 409. Fricker, Johann Ludwig, + 1766 als Pfarrer zu Dettingen(Würt⸗ temberg). 213. Füger, Kaspar, Hofprediger der Her⸗ zogin Katharina von Sachsen(der Witwe Heinrichs des Frommen) zu Torgau; 4 1592 als Diakonus an der Kreuzkirche zu Dresden. 52. Funck, Friedrich, Kantor in Lüne⸗ burg um 1686. 141. Funk, Gottfried Benedikt, geb. 1734 zu Hartenstein in Sachsen, 4 1814 als Konsistorialrat und Direktor des Domgymnasiums zu Magde⸗ burg. 121. G. Garve, Karl Bernhard, geb. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, 4+ 1841 zu Herrnhut als Prediger der Brüdergemeinde. 222. Gedicke, Lampertus, geb. 1683 in G Gardelegen, + 1735 als Feld⸗ propst in Berlin. 613. Gellert, Christian Fürchtegott, geb. 1715 zu Hainichen in Sachsen, + 1769 in Leipzig als Professor der Moral. 33. 36. 57. 82. 125. 179. 225. 250. 268. 270. 276. 280. 282. 284. 341. 421. 428. 431. 456. 480. 481. 517. 608. 645. 661. 681. Gerhardt, Paul, geb. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 467 + 1676 als Archidiakonus in Lübben. 31. 32. 40. 44. 53. 61. 69. 79. 105. 106. 109. 113. 142. 150. 155. 278. 285. 288. 289. 291. 293. 294. 300. 302. 377. 385. 449. 464. 487. 490. 501. 512. 514. 530. 552. 572. 573. 575. 579. 595. 599. 606. 634. 675. Gersdorf, Henriette Katharine von, geb. 1648 zu Sulzbach in Bayern, Großmutter des Grafen von Zin⸗ zendorf, 4 1726 zu Großhenners⸗ dorf in Sachsen. 55. Gesenius, Justus, geb. 1601 zu Es⸗ beck in Hannover, + 1673 als Oberhofprediger und General⸗ superintendent in Hannover. 96. 128. 378. Gotter, Ludwig Andreas, geb. 1661 in Gotha, 7 daselbst 1735 als Hofrat. 345. 418. 535. Gramann, Johann(Poliander), geb. 1487 zu Neustadt in Bayern, Freund Luthers, Rektor der Tho⸗ masschule in Leipzig, + 1541 als Pastor zu Königsberg i. Pr. 532. Gregor, Christian, geb. 1723 zu Diersdorf in Schlesien, 4+ 1801 zu Berthelsdorf als Bischof der Brüdergemeinde. 380. Gryphius, Andreas, geb. 1616 in Großglogau, daselbst 1664 als Landschaftssyndikus. 172. ünther, Cyriakus, geb. 1650 zu Goldbach bei Gotha, + 1704 als Gymnasiallehrer in Gotha. 314. H. Hagenbach, Karl Rudolf, geb. 1801 in Basel, 4 daselbst 1874 als Professor der Theologie. 206. Hardenberg, Friedrich Freiherr von (Novalis), geb. 1772 in Wieder⸗ stedt in der Grafschaft Mansfeld, + 1801 als Assessor in Weißen⸗ fels. 124. 335. 30² 468 Harleß, Gottlieb Christoph Adolf, geb. 1806 in Nürnberg, Pro⸗ fessor und Pastor in Leipzig, 1850— 52 Oberhofprediger in Dresden, 41879 als Oberkonsisto⸗ rialpräsident in München. 479. Harms, Klaus, geb. 1778 zu Fahr⸗ stadt in Süderdithmarschen, +1855 als Hauptpastor und Propst in Kiel. 538. Hartmann, Thomas, um 1604 Dia⸗ konus in Eisleben. 132. Hausmann, Julie von, Erzieherin in St. Petersburg, 4 1901. 705. Heermann, Johann, geb. 1585 zu Raudten in Schlesien, Pastor in Köben bei Glogau, bis ihn an⸗ dauernde Krankheit nötigte, dem Amt zu entsagen, 4 1647 zu Lissa (Posen). 85. 103. 120. 189. 198. 201. 203. 328. 342. 359. 402. 435. 468. 503. 510. 519. 542. 568. 616. 642. 665. Held, Heinrich, um 1650 Rechts⸗ anwalt zu Guhrau in Schlesien. 21. 148. Helmbold, Ludwig, geb. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, 4 da⸗ selbst 1598 als Superintendent. 469. 558. 603. Hensel, Louise, geb. 1798 zu Linum bei Fehrbellin, Tochter eines evan⸗ gelischen Pfarrers, dichtete, 18 Jahre alt, das Abendlied„Müde bin ich ꝛc.“, + 1876 in Pader⸗ born. 486. Herberger, Valerius, geb. 1562 zu Fraustadt in Posen, 4 daselbst 1627 als Pfarrer. 657. Herbert, Petrus, + 1571 als Kon⸗ senior der Brüder⸗Unität zu Eibenschütz. 478. Hermann, Nikolaus, geb. am Schluß des 15. Jahrhunderts, Kantor zu Joachimsthal in Böhmen, 1 1561 daselbst. 47. 119. 450. 483. 509. 658. Verzeichnis der Liederdichter. Hermes, Johann Timotheus, geb. 1738 in Petznick(Pommern), + 1821 in Breslau als Pastor und Inspektor der dortigen Kir⸗ chen und Schulen. 638. Herrmann, Johann Gottfried, geb. 1707 zu Altjeßnitz bei Bitterfeld, + 1791 als Oberhofprediger in Dresden. 283. 550. Herrnschmidt, Johann Daniel, geb. 1675 in Bopfingen(Württem⸗ berg), + 1723 in Halle als Pro⸗ fessor der Theologie und Mit⸗ direktor der Franckeschen Stif⸗ tungen. 525. 584. Herrosee, Karl Friedr. Wilhelm, Superintendent in Züllichau. + 1821. 687. Herzog, Johann Friedrich, geb. 1647 in Dresden, 4 daselbst 1699 als Rechtskonsulent. 488. Heß, Johann, geb. 1490 in Nürn⸗ berg, + 1547 als Pfarrer in Breslau. 653. Heunisch, Kaspar, geb. 1620 in Schweinfurt, 4 daselbst 1690 als Superintendent. 682. Hiller, Philipp Friedrich, geb. 1699 zu Mühlhausen in Württemberg, Pfarrer in Steinheim bei Nörd⸗ lingen, wo er 1769 starb, nach⸗ dem er schon 18 Jahre zuvor wegen andauernder völliger Hei⸗ serkeit sein Amt niederzulegen ge⸗ nötigt war. 30. 298. 306. 307. 321. 364. 367. 422. 571. 697. Hippen, Johann Heinrich von, geb. zu Wohlau in Schlesien, war 1676 Limburgischer Hofmarschall. 567. Hodenberg, Bodo von, geb. 1604, + 1650 als Landdrost zu Oste⸗ rode am Harz. 463. Hofel, Johann, geb. 1600 zu Uffen⸗ heim, 4 1683 als Rats⸗ und Stadt⸗ konsulent in Schweinfurt. 598. Hoffmann, Gottfried, geb. 1658 zu Löwenberg in Schlesien, 41712 Verzeichnis der Liederdichter. 469 als Rektor des Gymnasiums zu Keymann, Christian, geb. 1607 zu Zittau. 669. Homburg, Ernst Christoph, geb. 1605 in Mihla bei Eisenach, + 1681 als Rechtskonsulent in Naumburg. 86. 135. Hopfensack, Johann Christian Wil⸗ helm August, geb. 1801 zu Schloß⸗ Vippach in Sachsen⸗Weimar, Pro⸗ fessor am Gymnasium zu Cleve, wo er 1874 starb. 104. Horn, Johann, 4 1547 in Jung⸗ bunzlau als Vorsteher der böh⸗ mischen Brüder⸗Unität. 20. Huberinus, Kaspar, lebte um 1540 in Augsburg. 467. Hubert, Konrad, geb. 1507 zu Bergzabern im Elsaß, 4 1577 als Diakonus zu Straßburg. 184. Hülsemann, Wilhelm, geb. 1781 zu Soest in Westfalen, + 1865 als Superintendent in Elsey bei Iserlohn. 539. Hunold, Michael, geb. 1621 zu Leisnig, + 1672 als Archidiakonus zu Rochlitz in Sachsen. 569. 647. J. Jacoponus, ein Franziskanermönch, + 1306. 107. Job, Johann, geb. 1664 in Frank⸗ furt a. M., + 1736 als Ratsherr und Baumeister in Leipzig. 685. Jörgens, Ludwig, Prediger in Amerika, 4 um 1837. 715. Johann Friedrich I., der Groß⸗ mütige, geb. 1503 in Torgau, Kurfürst von Sachsen 1532 bis 1547, gefangen gehalten 1547 bis 1552, + 1554. 614. K. Kern, Christian Gottlob, geb. 1792 in Söhnstetten(Württemberg), +1835 als Pfarrer in Dürrmenz⸗ Mühlacker bei Pforzheim. 261. Pankraz in Böhmen, + 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau. 22. 39. 326. Klopstock, Friedrich Gottlieb, geb. 1724 in Quedlinburg, der Sänger des„Messias“, + 1803 in Ham⸗ burg. 247. 465. 663. 673. 684. Knak, Gustav Friedrich Ludwig, geb. 1806 in Berlin, Pastor daselbst, 4 1878 auf einer Reise zu Dünow bei Stolpmünde. 323. 511. Knapp, Albert, geb. 1798 in Tü⸗ bingen, + 1864 als Stadtpfarrer in Stuttgart. 78. 138. 208. 210. 216. 220. 515. Knoll, Christoph, geb. 1563 in Bunzlau, + 1621 als Diakonus in Sprottau. 631. Knorr von Rosenroth, Christian, geb. 1636 zu Altrauden in Schle⸗ sien, + 1689 als Geheimer Rat zu Sulzbach in der Pfalz. 458. Koitsch, Christian Jakob, geb. 1671 in Meißen, + 1735 als Rektor des Gymnasiums zu Elbing. 329. Kongehl, Michael, geb. 1646 zu Kreuzberg(Ostpreußen), + 1710 als Bürgermeister zu Königsberg in Pr. 596. Kramer, Moritz, geb. 1646 zu Ammerswort in Holstein, +4 1702 als Pfarrer zu Marne in Süder⸗ dithmarschen. 143. Krause, Johann Gottfried, geb. 1685 zu Greußen in Schwarz⸗ burg, + 1746 als Superintendent zu Dahma. 425. Krause, Jonathan, geb. 1701 in Hirschberg, + 1762 als Super⸗ intendent in Liegnitz. 7. Krummacher, Friedrich Adolf, geb. 1767 zu Tecklenburg in West⸗ falen, + 1845 als Pfarrer in Bremen. 209. 470 Verzeichnis der Liederdichter. Kunth, Johann Sigismund, geb. 1700 in Liegnitz, + 1779 als Oberpfarrer zu Baruth in der Provinz Brandenburg. 679. Rüster, Samuel Christian Gottlieb, geb. 1762 in Havelberg, Super⸗ intendent in Berlin, + 1838 zu Neustadt⸗Eberswalde. 540. CL. Lampe, Friedrich Adolf, geb. 1683 in Detmold, 4 1729 als Prediger in Bremen. 411. Lange, Joachim, geb. 1670 in Garde⸗ legen, + 1744 als Professor der Theologie in Halle. 462. Laurenti, Laurentius(Lorenz Lo⸗ renzen), geb. 1660 in Husum, + 1722 als Musikdirektor und Kantor in Bremen. 38. 130. 605. 670. Liebich, Ehrenfried, geb. 1713 in Propsthayn bei Liegnitz, + 1780 als Pastor zu Lomnitz bei Hirsch⸗ berg. 144. 311. Lindemann, Johann, Kantor in Gotha, 4 um 1630. 698. Liscow, Salomo, geb. 1640 zu Niemitzsch in der Niederlausitz, + 1689 als Diakonus in Wurzen. 330. 565. 622. Löscher, Valentin Ernst, geb. 1673 in Sondershausen, vierzig Jahre lang Superintendent an der Kreuz⸗ kirche in Dresden, auch Oberkon⸗ sistorialrat, 4 daselbst 1749. 13. 187. 255. 260. 424. 523. Löwenstern, Matthäus Apelles von, geb. 1594 in Neustadt bei Oppeln, 4 1648 als Staatsrat in Breslau. 194. 273. Louise Henriette, geb. 1627 im Haag, Gemahlin des Großen Kur⸗ fürsten von Brandenburg, 4 1667 in Berlin. 126. 349. Luther, Martin, geb. 1483 in Eis⸗ leben, 4 daselbst 1546. 41. 50. 51. 115. 146. 149. 171. 173 178. 185. 193. 197. 224. 262. 375. 437. 513. 521. 648. 649. M. Magdeburg, Joachim, geb. 1525 in Gardelegen, nach 1583 als Prediger in Osterreich. 611. Major, Johann(Große), geb. 1564 zu Reinstedt bei Orlamünde, 41654 als Professor der Theologie zu Jena. 339. Marperger, Bernhard Walter, geb. 1682 in Hamburg, + 1746 als Oberhofprediger in Dresden. 423. Mathesius, Johann, geb. 1504 zu Rochlitz in Sachsen, 4 1565 als Pastor zu Joachimsthal in Böh⸗ men. 429. 559. Mayer, Johann Friedrich, geb. 1650 in Leipzig, kurze Zeit Superinten⸗ dent in Leisnig und in Grimma, dann Professor in Wittenberg, Pastor in Hamburg, zuletzt Pro⸗ fessor in Greifswald und General⸗ superintendent von Pommern, + 1712 in Stettin. 253. Megander, Veit Ludwig, aus Schweinitz in Sachsen, 7 daselbst 1719 als Amtsinspektor. 357. Mentzer, Johann, geb. 1658 zu Jahmen in der Oberlausitz, 38 Jahre lang Pfarrer in Kemnitz bei Bernstadt, wo er 1734 starb. 99. 177. 533. Meyfart, Johann Matthäus, geb. 1590 zu Wahlwinkel in Thüringen, + 1642 als Professor und Pastor in Erfurt. 680. Mohr, Joseph, kathol. Priester in Wagram bei Wien, 1848. 706. Moller, Martin, geb. 1547 in Krop⸗ städt bei Wittenberg, + 1606 als Pastor prim. in Görlitz. 308. 518. Moraht, Adolf, Pfarrer zu Mölln in Lauenburg, 1 1884. 708. 73 62. 49. 525 als 564 6⁵⁴ zu geb. als 423. zu als Böh⸗ 650 iten⸗ ima, derg, Pro⸗ eral⸗ iern, aus selbst 57. zu „38 nnitz tarb. geb. igen, astor er in 706. drop⸗ 1606 örlitz. Nölln 8. Verzeichnis der Liederdichter Mühlmann, Johann, geb. 1573 in Pegau, + 1613 als Professor und Archidiakonus in Leipzig. 446. Müller, Johann Georg, geb. 1651 zu Jauer in Schlesien, 47 Jahre lang Pfarrer in Limbach bei Chem⸗ nitz, wurde, 83 Jahre alt, Propst zu Schkölen bei Naumburg und + 1745 im Pfarrhause zu Lim⸗ bach bei seinem Sohn. 258. Müller, Michael, geb. 1673 in Blankenburg am Harz, + 1704 als Kandidat der Theologie zu Schaubeck in Württemberg. 420. Münter, Balthasar, geb. 1735 in Lübeck, 1 1793 als Pastor der deutschen Kirche in Kopenhagen. 196. 266. N. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich, geb. 1624 in Halle, 4 1685 als Pfarrer in Koburg. 37. 46. 94. Neander, Christoph Friedrich, geb. 1724 in Kurland, 7 daselbst 1802 als Propst. 459. 641. Neander, Joachim, geb. 1650 in Bremen, daselbst 1680 als Prediger. 333. 477. 497. 524. 536. 660. Nehring, Johann Christian, aus Gotha, 4 1736 als Pastor zu Morl bei Halle. 420. Nerreter, David, geb. 1649 in Nürnberg, 4 1726 zu Stargard in Pommern als Generalsuper⸗ intendent. 578. Neumann, Kaspar, geb. 1648 in Beeslau, daselbst 1715 als Pastor prim. 6. 139. 169. 181. 246. 457. 472. 482. Neumark, Georg, geb. 1621 in Langensalza, 4 1681 als Biblio⸗ thekar in Weimar. 451. 612. 650. Neumeister, Erdmann, geb. 1671 zu Uchteritz bei Weißenfels, 41756 471 als Hauptpastor in Hamburg. 68. 234. 373. 384. 434. 625. Neunherz, Johann, geb. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien, 4 1737 als Oberpfarrer in Hirschberg. 134. 165. Neuß, Heinrich Georg, geb. 1654 in Elbingerode am Harz, 4 1716 als Konsistorialrat in Wernige⸗ rode. 202. 303. 393. Nicolai, Philipp, geb. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, + 1608 als Hauptpastor in Ham⸗ burg. 337. 672. O. Olearius, Johann, geb. 1611 in Halle, 4 1684 als Hofprediger in Weißenfels. 5. 9. 29. 80. 156. 354. 415. 438. 602., Olearius, Johann Gottfried, geb. 1635 in Halle, ein Bruderssohn des vorher Genannten, 4 1711 als Konsistorialrat in Arnstadt. 24 Opitz, Martin(von Boberfeld), geb. 1597 in Bunzlau, 4 1639 in Danzig als Kgl. Poln. Historio⸗ graph. 461. p. Pappus, Johann, geb. 1549 in Lindau, 4 1610 in Straßburg als Professor und Präsident des Kirchen⸗Konvents. 636. Pauli, Joachim, geb. um 1636 in Wilsnack, noch 1674 Hauslehrer in Berlin. 615. Pfeil, Christoph Karl Ludwig von, geb. 1712 zu Grünstadt in Bayern, + 1784 als Kgl. Preuß. Minister in Deufstetten bei Anspach. 426. 553. 621. Prätorius, Benjamin, aus Weißen⸗ fels, Pastor zu Lissa bei Delitzsch, +nach 1668. 129. 239. 472 Verzeichnis der Liederdichter. Prätorius, Christoph, geb. 1631 in Stendal, 7 daselbst 1713 als Ratskämmerer. 445. Preiswerk, Samuel, Pfarrer in Basel, 4 1871. 689 v. 1—2. Puchta, Christian Heinrich Rudolf, geb. 1808 zu Kadolzburg in Bayern, 1 1858 als Pfarrer in Augsburg. 56. 180. 186. R. Räder, Friedrich, Kaufmann in Elberfeld, 4 1872. 693. Rambach, Johann Jakob, geb. 1693 in Halle, 4 1735 als Pro⸗ fessor der Theologie in Gießen. 238. 242. 254. 274 281. 304. 305. 322. 577. Ranke, Friedrich Heinrich, Ober⸗ konsistorialrat in München, 11876. 694. 707. Recke, Elise Freifrau von der, geb. 1754 in Kurland, 4 1833 in Dresden. 439. Reimann, Georg, geb. 1570 zu Leobschütz in Schlesien, 4 1615 als Professor der Beredsamkeit zu Königsberg. 167. Reuß, Eleonore Fürstin, geb. Gräfin zu Stolberg⸗Wernigerode, geb. 1835 zu Gedern, lebt zu Jänken⸗ dorf in der Oberlausitz. 63. Reusner, Adam, geb. 1496 in Mündelheim bei Düsseldorf, Geheimsekretär des Feldhaupt⸗ manns Georg von Frundsberg, +um 1575 in seiner Vaterstadt. 432. 485. Richter, Christian Friedrich, geb. 1676 in Sorau, 1 1711 als Arzt am Waisenhaus in Halle. 49. 383. 387. 395. 396.401.404. 516. Rieger, Magdalena Sibylla, geb. 1707 in Maulbronn, Gattin des Stadtvogts von Stuttgart, da⸗ selbst 1786. 352. Ringwald, Bartholomäus, geb. 1530 in Frankfurt a. O., 4 1598 als Pfarrer zu Langfeld in der Neumark. 344. 504. 671. Rinkart, Martin, geb. 1586 in Eilenburg, daselbst 1649 als Archidiakonus. 529. Rist, Johann, geb. 1607 in Otten⸗ sen bei Hamburg, 1 1667 als Pastor zu Wedel bei Altona. 18. 59. 71. 111. 243. 256. 492. 502. 527. 676. Rodigast, Samuel, geb. 1649 in Gröben bei Jena, 4 1708 als Gymnasialdirektor in Berlin. 607. Roller, David Samuel, geb. 1779 in Heynitz bei Meißen, + 1850 als Pfarrer in Lausa bei Dresden. 662. Rothe, Johann Andreas, geb. 1688 in Lissa bei Görlitz, Zinzendorfs Patronatspfarrer in Berthelsdorf, 1758 als Pfarrer zu Thommen⸗ dorf bei Bunzlau. 371. 376. 668. Rothen, Johannes, geb. 1797 zu Neueneck(Kanton Bern), früher Armenschullehrer in Basel, 41876 daselbst. 413. Rückert, Friedrich, geb. 1789 in Schweinfurt, Professor der orien⸗ talischen Sprachen zu Berlin, + 1866 als Preuß. Geheimrat auf seinem Landgut Neuseß bei Koburg. 19. Ruopp, Johann Friedrich, aus Straßburg, 4 1708 als Inspektor am Waisenhaus in Halle. 394. 5. Sacer, Gottfrird Wilhelm, geb. 1635 in Naumburg, 1699 als Kammeradvokat in Wolfenbüttel. 64. Sachs, Hans, geb. 1494 in Nürn⸗ berg, 4 daselbst 1576 als Schuster und Meistersinger. 6042 Sachse, Christian Friedrich Hein⸗ rich, geb. 1785 zu Eisenberg in Verzeichnis der Liederdichter. 473 Sachsen⸗Altenburg, 4 1860 als Hofprediger und Konsistorialrat in Altenburg. 176. 664. Schade, Johann Kaspar, geb. 1666 in Kühndorf bei Meiningen, 1 1698 als Diakonus in Berlin. 361. 410. 593. Schalling, Martin, geb. 1532 in Straßburg, 4 1608 als Pfarrer in Nürnberg. 315. Scheffler, Johann, geb. 1624 in Breglau, Herzoglicher Leibarzt in Ols, 1 1677 als geistlicher Rat des Fürstbischofs zu Breslau. 83. 133. 147. 317. 325. 381. 412. Scheidt, Christian Ludwig, geb. 1709 zu Waldenburg in Württem⸗ berg, + 1761 als Hofrat und Bibliothekar in Hannover. 362. Schein, Johann Hermann, geb. 1586 zu Grünhain in Sachsen, + 1630 als Musikdirektor in Leipzig. 644. Schenck, Heinrich Theobald, geb. 1656 zu Heidelbach bei Alsfeld in Hessen, + 1727 als Stadt⸗ pfarrer in Gießen. 686. Schenk, Hartmann, geb. 1634 in Ruhla bei Eisenach, + 1681 als Pfarrer in Ostheim vor der Rhön. 17. Schenkendorf, Max von, geb. 1783 in Tilsit, 4 1817 als Regierungs⸗ rat in Koblenz. 34. Schernack, Michael, geb. 1622 in Treuenbrietzen, 4 1675 als Pre⸗ diger in Wittenberg. 499. Schirmer, Michael, geb. 1606 in Leipzig, + 1673 als Konrektor in Berlin. 28. 151. 500. Schlegel, Johann Adolf, geb. 1721 in Meißen, + 1793 als General⸗ superintendent in Hannover. 245. 548. Schlosser, Ludwig Heinrich, geb. 1663 in Darmstadt, 4+ 1723 als Prediger in Frankfurt a. M. 561. Schmidt, Johann Eusebius, geb. 1670 in Hohenfelden bei Erfurt, + 1745 als Pastor in Siebleben bei Gotha. 174. Schmolck, Benjamin, geb. 1672 zu Brauchitschdorf in Schlesien, + 1737 als Pastor prim. und Inspektor in Schweidnitz. 11. 14. 23. 58. 60. 67. 108. 117. 123. 127. 131. 154. 160. 164. 168. 182. 190. 228. 232. 235. 236. 275. 290. 295. 310. 369. 403. 430. 433. 441. 471. 484. 493. 546. 564. 588. 600. 610. 632. 639. 646. 652. 667. 683. Schneegaß, Cyriakus, geb. 1546 in Buffleben bei Gotha, + 1597 als Pastor zu Friedrichroda in Thüringen. 54. Schraͤder, Johann Hermann, geb. 1684 in Hamburg, + 1737 als Konsistorialrat und Propst in Tondern. 265. 436. Schröder, Johann Heinrich, geb. 1667 zu Hallerspringe(etzt Springe) in Hannover, + 1699 als Pfarrer zu Meseberg bei Magdeburg. 313. 406. Schuster, Gotthard, geb. 1673 in Langenhessen bei Zwickau, + 1761 als Archidiakonus in Zwickau. 666. Schütz, Johann Jakob, geb. 1640 in Frankfurt a. M., 1 daselbst 1690 als Rechtsanwalt. 534. Schwedler, Johann Christoph, geb. 1672 zu Krobsdorf in Schlesien, + 1730 als Pfarrer zu Nieder⸗ wiesa in der Oberlausitz. 98. Scriver, Christian, geb. 1629 in Rendsburg, 4 1693 als Hof⸗ prediger in Quedlinburg. 320. 474. Selnecker, Nikolaus, geb. 1530 in Hersbruck bei Nürnberg, Hof⸗ prediger in Dresden, Professor und Superintendent in Leipzig, 474 Verzeichnis der + daselbst 1592. 10. 191. 526. 633. Senitz, Elisabeth von, geb. 1629 zu Rankau im Fürstentum Brieg, 1 1679. 90. Siegfried, Johann, geb. 1564, + 1637 als Superintendent in Schleiz. 637. Sinold, Philipp Balthasar, gen. von Schütz, geb. 1657 auf Schloß Königsberg bei Gießen, 4 1742 als Gräfl. Solmscher Geheimrat zu Laubach. 324. Spangenberg, August Gottlieb, geb. 1704 zu Klettenberg in Han⸗ nover, Bischof der Brüderge⸗ meinde, 4 in Berthelsdorf 1792. 398. Spangenberg, Johann, geb. 1484 zu Hardegsen in Hannover, + 1550 als Superintendent in Eisleben. 158. Speratus, Paul(von Spretten), geboren 1484 zu Rottweil in Schwaben, 4 1551 in Marien⸗ werder als Bischof von Pome⸗ sanien. 365. Spitta, Karl Johann Philipp, geb. 1801 in Hannover, 4 1859 als Superintendent in Burgdorf (Hannover). 152. 159. 231, 237. 279. 292. 350. 491. 544. 549. 551. 688. 691. Starck, Johann Friedrich, geb. 1680 in Hildesheim, 4 1756 als Kon⸗ sistorialrat in Frankfurt a. M. 233. 442. Stegmann, Josua, geb. 1588 in Sulzfeld bei Meiningen, 4 1632 als Professor der Theologie und Superintendent in Rinteln. 192. Stier, Ewald Rudolf, geb. 1800 zu Fraustadt in Posen, 1862 als Superintendent und Ober⸗ pfarrer in Eisleben. 212. Stip, Gerhart Chryno Herman, geb. 1809 zu Norden, Heraus⸗ Liederdichter. geber des„unverfälschten Lieder⸗ segens“, 4 1882 zu Potsdam. 452. Stockfleth, Heinrich Arnold, geb. 1643 in Alefeld bei Hildesheim, + 1708 in Mönchsberg als Bran⸗ denburg⸗Bayreuthischer Oberhof⸗ prediger und Generalsuperinten⸗ dent. 301. Stockmann, Ernst, geb. 1634 in Lützen, 4 1712 als Oberkonsisto⸗ rialrat in Eisenach. 580. Stolshagius, Kaspar, um 1591 Pearrer zu Igel in Mähren. 122. Strauß, Viktor Friedr. v., geb. 1809 in Bückeburg, Schaumburg⸗ Lippescher Wirkl. Geh. Rat, 4 1899 in Dresden. 166. 391. 496. 597. Sturm, Christoph Christian, geb. 1740 in Augsburg, 1 1786 als Hauptpastor in Hamburg. 188. 286 Sturm, Julius Karl Reinhold, geb. 1816 in Köstritz(Reuß⸗ Gera), seit 1857 Pfarrer daselbst, + 1896 zu Leipzig. 585. 586. 591. 695. T. Tersteegen, Gerhard, geb. 1697 in Mörs, 4+ 1769 als Band⸗ macher in Mülheim an der Ruhr. 3. 42. 140. 200. 269. 355. 382. 408. 489. 696. Thiele, Heinr. Aug. Ludw., Hof⸗ und Domprediger, Abt in Braun⸗ schweig, 4 1886. 716. Thilo, Valentin jun., geb. 1607 zu Königsberg i. Pr., 4 daselbst 1662 als Professor der Beredsamkeit. 27. Tholuck, Friedrich August Gott⸗ getreu, geb. 1799 in Breslau, + 1877 in Halle als Professor der Theologie und Konsistorial⸗ rat. 259. Thomas von Celano, Franzis⸗ kanermönch, 4 um 1250. 677. essor rial⸗ nzis⸗ 677. Verzeichnis der Liederdichter. 475 Tietz, Christian Friedrich, ein Preuße, gab 1836 geistliche Lieder heraus. 259. Tietze, Christoph, geb. 1641 in Wilkau bei Breslau, 4 1703 als Pastor in Hersbruck bei Nürn⸗ berg. 347. 351. 601. W. Wegelin, Josua, geb. 1604 in Augsburg, 1 1640 als Pfarrer in Preßburg. 136. 170. 556. Weickmann, Joachim, geb. 1662 in Danzig, daselbst 1736 als Pastor. 95. 554. Weingärtner, Sigismund, um 1600 Prediger in Heilbronn. 574. Weiße, Michael, aus Neiße in Schlesien, 1 1540 in Neutomischl als Vorsteher der Böhmischen Brüder, von deren Liedern er viele verfaßt oder doch bearbeitet hat. 91. 650. Weissel, Georg, geb. 1590 zu Domnau in Preußen, 4 1635 als Pfarrer in Königsberg i. Pr. 26. 334. Werner, Georg, geb. 1589 in Preuß.⸗Holland, 4 1643 als Dia⸗ konus zu Königsberg i. Pr. 110. 116. Wetzel, Friedr. Gottlob, Arzt in Bamberg, 1 1819. 711. Wieser, Matthäus, um 1658. 508. Wilhelm II., Herzog zu Sachsen⸗ Weimar, geb. 1598 auf Schloß Altenburg, 4 1662 in Weimar. 8. Winckler, Johann Joseph, geb. 1670 zu Lucka in Sachsen-Alten⸗ burg, 4 1722 als Konsistorialrat in Magdeburg. 386. 416. Wolf, Jakob Gabriel, gev. 1684 in Greifswald, 4 1754 als Pro⸗ fessor der Rechte in Halle. 331. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, geb. 1725 in Friedrichsfelde bei Berlin, + 1761 als Pfarrer in Bunzlau. 4. 251. 366. B. Zaremba, Felician, Missionar, + 1874 in Basel. 689 v. 3. Zehner, Samuel, geb. 1594 in Suhl, 4 1635 als Superintendent in Schleusingen. 389. Ziegler, Kaspar, geb. 1621 in Leipzig, 1690 als Professor der Rechte und Appellations⸗ gerichtsrat in Wittenberg. 43. Zihn, Johann Friedrich, geb. 1650 in Suhl, 7 daselbst 1719 als Archidiakonus. 581. Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von, geboren 1700 in Dresden, Stifter der Brüdergemeinde, + 1760 in Herrnhut. 199. 226. 363. 379. 400. 405. 419. 620. 624. Zinzendorf, Christian Renatus Graf von, Sohn des vorher Ge⸗ nannten, geb. 1727 in Herrnhut, Presbyter der Brüdergemeinde, + 1752 in London. 76. 89. 643. Lieder unbekannter Dichter. 48. 62. 73. 93 V. 2. 3. 100. 102. 114. 137. 145. 162. 175. 211. 219. 241. 264. 271. 277. 287. 318.. 338. 353. 392. 444. 455. 470. 485 V. 2. 3. 490. 505. 506. 507. 528. 537. 560. 563. 583. 590. 592. 611 v. 2. 3. 623. 627. 690. 692. 699. 703. 704. 714. Anhang. I. Die Sonn⸗ und Festtags⸗Perikopen d. h. die als Predigttexte und zu den kirchlichen Vorlesungen zu verwendenden Abschnitte der h. Schrift nach den vier Jahrgängen. 1. Sonntag d. Advents. I. Matth. 21, 1—9. II. Röm. 13, 11—14. III. Luk. 1, 67— 79. IV. a) Psalm 100. b) Jerem. 31,31—34. c) 1. Timoth. 1, 15. 2.Sonntag d.Advents. I. Luk. 21, 25—36. II. Röm. 15, 4—13. III. Matth. 3, 1—10. IV. a) Jesaia 40, 1—5. b) Maleachi 4, 1.2. c) 1. Thessal. 5, 1-11. 3.Sonntag d.Advents. I. Matth. 11, 2—10. II Kol. 1, 12—15. III. Luk. 3, 15—17. IV. a) Jesaia 42,1—4. b) Hagg. 2, 7—10. c) 1. Tim. 2, 4—6. 4.Sonntag d.Advents. I. Joh. 1, 19—27. II. Philipp. 4, 4—7. III. Joh. 3, 27—30. IV. a) Jesaia 12,2—6. b) Ap.⸗Gesch.3, 22—26. c) 1. Joh. 1, 1—4. 1. Weihnachtsfeiertag. I. Luk. 2, 1—14. I. Tit. 2, 11—14. III. Luk. 2, 1—14. IV. a) Jesaia 9, 6. 7. b) Joh. 3, 16—21. c) Tit. 3,4—7. 2.Weihnachtsfeiertag. I. Luk. 2, 15—20. II. Hebr. 1, 1—6. III. Luk. 2, 15—20. IV. a) Micha 5, 1—3. b) 1. Timoth. 3, 16. ch 1. Joh. 4,911. Sonnt. n. Weihnacht. I. Joh. 1, 1—5. II. Gal. 4, 1—7. III. Joh. 1, 6—14. IV. 3) Ps. 103, 1—18. b) Jes. 40, 27—31. c) 1. Kor. 1, 30. Neufahrstag. I. Luk. 2, 21. II. Röm. 8, 24—28. III. Luk. 12, 4—9. IV. a) Psalm 121. b) Joh. 4, 34-38. c) Hebr. 10,35.36. Sonntag n.d. Neufahr. I. Luk. 2, 33—40. II. 1. Petri 4, 12—19. III. Matth. 2, 13—23. IV. a) Jesaia 45, 5—7. b) Joh. 1, 15—18. c) Röm. 14, 7—9. Cest d. Ersch. Christi. I. Matth. 2, 1—12. II. Jesaia 60, 1—6. III. Luk. 2, 25—32. IV. a) Jesaia 42,5—8. b) Joh. 12,20—23. c) Röm. 10,13—18. 1. Sonnt. n. d. Ersch. I. Luk. 2, 41—52. II. Röm. 12, 1—8. III. Matth. 3, 13—17. IV. a) 1. Mose 28, 10—117. b) Ps. 139, 1—12. c) Gal. 3, 23—29. 2. Sonnt. n. d. Ersch. I. Joh. 2, 1—11. II. Röm. 12, 9—17. III. Joh. 1, 35—43. IV. a) 1. Mose 50, 15—21. b) Psalm 8, 2—10. c) 1. Tim. 6, 11-16. I. Die Sonn⸗- und Festtags⸗Perikopen. 477 3. Sonnt. n. d. Ersch. I. Matth. 8, 5—13. II. Röm. 12, 17—21. III. Joh. 1, 45—51. IV. à) 2. Mose 34,4-10. b) Psalm 19. ch Matth. 9, 35-38. 4. Sonnt. n. d. Ersch. I. Matth. 8, 23—27. II. Röm. 13, 8 10. III. Luk. 4, 16—30. IV. a) Josua 1, 7—9. b) Psalm 12,2—6. c) 1. Joh. 4, 1—4. 5. Sonnt. n. d. Ersch. I. Matth. 13, 24-30. II. Ephes. 1, 3—6. III. Mark. 6, 20- 29. INV. a) Jos. 24, 14. 15. b) Jerem. 2, 19. c) Röm. 2, 12—16. 6. Sonnt. n. d. Ersch. I. Matth. 17, 1—9. II. 2. Petri 1,16—18. III. Joh. 5, 5—18. IV. a) 1. Sam. 3, 1-10. b) Jesaia 6, 1—7. c) Röm. 6, 16—18. Septuagesima. I. Matth. 20, 1—16. II. 1. Kor. 9, 24—27. III. Matth. 5, 1—12. IV. a) 1. Sam. 18, 1-4. b) Jerem. 9, 23.24. c) 1. Kor. 6, 19. 20. Seragesima. I. Luk. 8, 4—15. II. 2. Kor. 11,21-30. III. Joh. 4, 5—15. IV. a) 2. Sam. 12, 1-7. b) Ezech. 33, 10-16. c) 2. Kor. 12, 1-10. Estomihi. I. Luk. 18, 31—43. II. 1. Kor. 13. III Joh. 4, 19—30. IV. a) 1. Kön. 2, 1—4. b) Pred.Sal. 7,3-5. c) 1. Kor. 1, 18-25. Invocavit. I. Matth. 4, 1—11. II. 2. Kor. 6, 1—10. III. Matth. 16, 21-26. IV. a) 1. Mose 3,1—6. b) Jesaia 58,6—9. c) Hebr. 4, 14-16. Reminiscere. I. Matth. 15, 21-28. II. Hebr. 12, 1—6. III. Luk. 9, 51—56. IV. a) 1. Kön. 3, 5-15. b) Ezech. 33, 7—9. c) Röm. 8, 31-39. Oculi. I. Luk. 20, 9—20. II. Ephes. 5, 1—9. III. Joh. 11, 1—16. IV. a) Psalm 77, 8-14. b) Micha 6, 3—8. c) Hebr. 12, 11-15. Lätare. I. Joh. 15, 17—25. II. Röm. 5, 1—6. III. Joh. 11, 32 46. IV. a) Psalm 23. b) Jesaia 54, 7-10. c) 2. Kor. 5, 19-21. Zudica. I. Joh. 8, 46-59. II. Hebr. 9, 11—15. III. Joh. 11,47-57. IV. a). Psalm 43, 1—5. b) Jes. 43, 24. 25. c) 1. Joh. 3, 1—6. Palmarum. I. Joh. 12, 1—13. II. Philipp. 2, 5—11. III. Mark. 11, 1—10. IV. a) Sacharja 9, 9. b) Joh. 12, 27-33. C) Hebr. 5, 7—9. Gründonnerstag. I. Joh. 13, 1—15. II. 1. Kor. 11,23—29. III. Mark. 14, 17—26. IV. a) Psalm 111, 1-5. b) Luk. 22, 14— 20. c) 1. Kor. 10,16.17. Karfreitag. I. Luk. 23, 33—48. II. 1. Petri 1,18—21. III. Joh. 19, 14—30. IV. a) Jesaia 53, 1—7. b) Mark. 15, 22-37. c) 2. Kor. 5, 14. 15. 1. Osterfeiertag. I. Mark. 16, 1—8. II. 1. Petri 1,3—9. III. Matth. 28, 1—10. IV. a) Ps. 118, 16-24. b) Luk. 24, 1—9. c) Joh. 11, 25. 26. 2. Osterfeiertag. I. Luk. 24, 13—35. II. Ap.⸗Gesch. 10, 34.43. III. Joh. 20, 11—18. IV. a) Luk. 24, 36-40. b) Joh. 14, 19. c) 1. Kor. 15, 17-20. Quasimodogeniti. I. Joh. 20, 24- 29. II. 1. Joh. 5, 1—6. III. Joh. 20, 19—23. IV. a) Joh. 14, 1—6. b) 1. Kor. 15, 50-57. c) Kol. 3, 1—4. 478 I. Die Sonn- und Festtags-Perikopen. Misericord. Domini. I. Joh. 10, 12—16. II. 1. Petri 2, 20—25. III. Joh. 21,15—17. IV. a) Psalm 127. b) Matth. 18, 1-7. c) Ephes. 6, 1—4. Zubilate. I. Joh. 16, 16—23. II. 1. Petri 2,11—17. III. Joh. 21, 18—23. IV. a) Ps. 73, 23—26. b) Joh. 12, 24.26. c) 2.Kor. 4, 7—11. Cantate. I. Joh. 16, 5—15. II. Jak. 1, 13—18. III. Matth. 28, 1820. IV. a) Psalm 98. b) Joh. 5, 25—29. 0) 1. Kor. 15, 35-44. Rogate. I. Joh. 16, 23—33. II. 1. Timoth. 2, 1—3. III. Matth. 6,9—13. VV. a) Ps. 104, 27-35. b) Matth.7, 7—11. c) Jak. 5, 7—10. Himmelfahrt Christi. I. Mark. 16, 14—20. II. Ephes. 1, 20—23. III. Ap.⸗Gesch. 1, 1-11. IV. a) Psalm 110. b) Luk. 24, 50-53. c) Joh. 17, 11-17. Eraudi. I. Joh. 15, 26-16, 4. II. Ephes. 2, 4— 10. III. Ap.⸗Gesch. 1,15-26. IV. a) Joh. 7, 37—39. b) Joh. 14, 12-17. c) Hebr. 6, 17— 20. 1. Pfingstfeiertag. I. Ap.-Gesch. 2, 1-13. II. Ephes. 2, 19—22. III. Ap.⸗Gesch. 2, 1-13. IV. a) Ps. 51, 12—14. b) Matth. 16, 13.-19. c) 1. Kor. 12,3—7. 2. Pfingstfeiertag. I. Ap.⸗Gesch. 2, 14-18. II. Ephes. 1, 15—19. III. Ap.⸗Gesch. 2,14-18. IV. a) Ezech. 36, 26.27. b) Luk. 13,18—21. c) 2. Timoth. 1, 7. Trinitatisfest. I. Joh. 3, 1—15. II. Röm. 11, 33—36. III. Ap.⸗Gesch. 2,38. 39. IV. a) 4. Mos. 6,22-27. b) 1. Joh. 4, 12-16. c) 2. Kor. 13, 13. 1. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 16,19—31. II. 1. Joh. 4, 16—21. III. Ap.⸗Gesch. 2,42-47. IV. a) Psalm 78, 1—7. b) Joh. 15, 1—10. c) Röm. 10, 8-12. 2. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 14, 16—24. II. 1. Joh. 3, 13—18. III. Ap.⸗Gesch. 3, 1-10. IV. a) Jerem. 7, 25-28. b) Matth. 22, 1-14. ch Jak. 1, 21—25. 3. Sonnt. n. Trinit. J. Luk. 15, 1—10. II. 1. Petri 5, 5—11. III. Ap.⸗Gesch. 4, 8-22. IV. a) 1. Mose 1,26.27. b) Luk. 9, 57—62. c) 1. Joh. 2, 1—6. 4. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 6, 36—42. II. 2. Kor. 4, 13.—18. III. Ap.⸗Gesch. 4,23-31. IV. a) Ps. 112, 5—7. b) Matth. 7, 24.27. c) Röm. 8, 18—23. 5. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 5, 1—11. II. 1. Petri 3, 815. III. Ap.⸗Gesch.5, 34-42. IV. a) Ps. 34, 12—23. b) Matth. 13, 4.-46. c) 1. Tim. 6, 6-10. 6. Sonnt. n. Trinit. I. Matth. 5, 20—26. II. Röm. 6, 3—11. III. Ap.⸗Gesch. 6, 1—7. IV. a) 1. Mose 4, 3-13. b) Matth. 5, 44-48. c) 2. Tim. 3, 15-17. 7. Sonnt. n. Trinit. I. Mark. 8, 1—9. II. 1. Petri 2, 5—10. III. Ap.⸗Gesch. 6, 8-15 und 7, 55—59. IV. a) Psalm 85, 8-14. b) Joh. 6, 47—51. c) Hebr. 13, 8. 9. 8. Sonnt. n. Trinit. I. Matth. 7, 15—23. II. Röm. 8, 12—17. III. Ap.⸗Gesch.8, 26-39. IV. a) Psalm 1. b) Matth. 21, 28-31. c) Röm. 8, 6—9. 9. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 16, 1—9. II. 1. Kor. 10, 12. 13. III. Ap.⸗Gesch. 9, 1—9. IV. a) 1. Mose 39, 1-5. Luk. 12,42—48. c) 1. Petri 4, 8-11. 228- 7 8 ½ J. Die Sonn⸗ und Festtags⸗Perikopen. 479 10. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 19, 41—48. H. Röm. 2, 1—11. III. Ap.⸗Gesch.9, 10-22. IV. a) Klagel. Jer. 3,37.-44. b) Luk. 13,31—35. c) Röm. 11, 25-32. 11. Sonnt. n. Crinit. I. Luk. 18, 9—14. II. Röm. 1, 16—25. III. Ap.⸗Gesch. 10, 25-33. IV. a) Psalm 32. b) Luk. 15, 11-32. c) 1. Joh. 1,8 10. 12. Sonnt. n. CTrinit. I. Mark. 7, 31—37. II. 1. Kor. 4, 1—5. III. Ap.⸗Gesch.12,1-11. IV. a) 1. Kön. 19, 7-13. b) Matth. 5,33-37. c) Jak. 3, 5—10. 13. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 10, 23—37. II. Röm. 7, 18—25. III. Ap.⸗Gesch. 14, 11.22. IV. a) Hiob 5, 17—19. b) Matth. 6, 1—8. e) Jak. 2, 13—17. 14. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 17, 11—19. II. Philipp.3, 12—16. III. Ap.⸗Gesch. 15,6-12. IV. a) Psalm 92. b) Matth. 11, 16-24. c) Jak. 1, 5—8. 15. Sonnt. n. Crinit. I. Matth. 6, 24—34. II. Gal. 5, 25—6, 5. III. Ap.⸗Gesch. 16,9-15. IV. a) Psalm 37, 4 6. b) Matth. 19, 16-24. c) Röm. 14, 17-19. 16. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 7, 11—17. II. Ephes. 3, 14—21. III. Ap.⸗Gesch. 16, 22.34. IV. a) 1. Kön. 17, 17·24. b) Matth. 11, 25-30. c) 1. Petri 1, 22-25. 17. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 14, 111. II. Ephes. 4, 1—6. III. Ap.⸗Gesch. 17, 16.-31. IV. a) 1. Mose 37,4-11. b) Matth. 20, 20-28. c) 1. Thess. 4,9-12. 18. Sonnt. n. CTrinit. I. Matth. 22,34—46. II. Hebr. 10, 38-11, 6. III. Ap.⸗Gesch. 19, 23.40. IV. a) Psalm 42, 1—6. b) Matth. 5, 17.19. c) Röm. 3, 23-28. 19. Sonnt. n. CTrinit. I. Matth. 9, 1—8. II. Ephes. 4, 22—28. III. Ap.⸗Gesch. 20, 17.38. IV. a) Jesaia 55, 8. 9. b) Joh. 9, 1—5. c) Hebr. 13, 15. 16. 20. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 13, 6—9. II. Kol. 3, 12—17. III. Ap.⸗Gesch.2 1, 8-14. IV. a) 1. Mose 18, 20-32. b) Matth. 19,3—8. c) 2. Petri 1,19-21. 21. Sonnt. n. Trinit. I. Luk. 10, 38—42. II. Ephes. 6, 10—17. III. Ap.⸗Gesch. 24, 10-16 IV. a) Ruth 1, 15—17. b) Matth. 12, 46-50. c) Ephes. 5, 22-33. 22. Sonnt. n. Trinit. Matth. 18,21—35. II. Philipp. 1, 3—11. III. Ap.⸗Gesch. 24, 24.27. IV. a) 1. Sam.3,11-13. b) Luk. 7, 36—50. ch 1. Tim. 1, 18.19. 3. Sonnt. n. Trinit. I. Matth.22, 15—22. II. Philipp. 3, 17—21. III. Ap.⸗Gesch. 26, 24.32. IV. a) Spr. Sal. 23,26. , b) Mark.12,41-44. c) Röm. 13, 1—7. 24. Sonnt. n. CTrinit. I. Matth. 9, 18—26. II. Gal. 6, 7—10. III. Ap.⸗Gesch. 28, 16-31. IV. a) Psalm 126. b) Joh. 10, 23-30. c) Phil. 1, 20. 21. 25. Sonnt. n. Trinit. I. Matth. 25, 1—13. II. 2. Kor. 5, 1—10. III. Offb. Joh. 3, 1-6. IV. a) Matth. 10, 16.22. b) Luk. 13, 23-25. c) Jak. 1, 12. 26. Sonnt. n. Trinit. I. Matth. 25, 31-46. II. 2. Petri 3, 3—14. III. Offb. Joh. 7, 9-17. IV. a) Matth. 13, 47.50. b) Matth. 25, 14.:30. c) 1. Kor. 15, 58. 27. Sonnt. n. Trinit. I. Matth. 24,37—51. II. Offb. Joh. 3, 19-22. III. Offb. Joh. 22, 12.17. IV. a) Matth. 24, 15-28. b) Luk. 12, 54-57. c) 2. Thess. 2, 16. 17. 480 UI. Die allgemeine Beichte mit der Absolution. I. Die allgemeine Beichte mit der Absolution. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender, sündhafter Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missetat, womit ich dich jemals erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewiglich verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich durch deine grundlose Barmherzig⸗ keit und durch das unschuldige, bit⸗ tere Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, Jesu Christi, du wollest mir armem sündhaften Men⸗ schen gnädig und barmherzig sein, mir alle meine Sünden vergeben und mir zu meiner Besserung deines Geistes Kraft verleihen. Amen. Auf solches euer Bekenntnis ver⸗ kündige ich, nach Befehl unsers Herrn Jesu Christi, als verordneter Diener seines Wortes, euch, die ihr eure Sünden herzlich bereuet, an Jesum Christum glaubet und den guten ernstlichen Vorsatz habt, durch Bei⸗ stand Gottes, des heiligen Geistes, euer sündliches Leben forthin zu bessern, die Gnade Gottes und die Vergebung eurer Sünden im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. MI. Gebete. A. Allgemeines Rirchengebet. Herr Gott, himmlischer Vater, wir loben und preisen dich für alle die unzähligen Wohltaten, die du uns im Geistlichen und Leib⸗ lichen ohne alles unser Verdienst und Würdigkeit erwiesen hast, und bitten dich im Namen Jesu Christi, deines lieben Sohnes, unsers Mittlers und Fürsprechers, um deinen ferneren Segen. Segne deine Kirche und erhalte sie bei der reinen Lehre deines Evangeliums; laß dein Wort viel Frucht bringen und dein Reich ge⸗ bauet werden unter uns und allent⸗ halben auf Erden. Segne alle Regenten und Länder, laß dir besonders unsern König befohlen sein. Erfreue ihn durch deine Güte, leite ihn durch deine Weisheit, stärke ihn durch deine Kraft. Breite über ihn und alle Glieder des königlichen Hauses die Fülle deiner himmlischen Seg⸗ nungen aus. Sei mit unserm deutschen Vater⸗ land. Beschi zu V einige des d durch laß und 6 und 6 Gil des H deiner wissen förder De Lande unsert vorsta Bestes und S treu gefälli daß si erzieh Bat Vater ein He wir a vor de wir n deinen wohl r Sünde und d des S zu dei bittend der S aller vielme losen keit. ge⸗ ent⸗ ider, önig urch eine eine alle uses Seg⸗ Iter⸗ III. Gebete. 481 land. Segne Kaiser und Reich. Beschütze die deutsche Kriegsmacht zu Wasser und zu Lande. Ver⸗ einige alle Fürsten und Stämme des deutschen Volkes immer inniger durch das Band des Friedens und laß Glauben und Treue, Kraft und Einigkeit unsers Volkes Schmuck und Ehre sein. Gib allen Räten und Dienern des Königs und allen Obrigkeiten deinen Geist, daß sie treu und ge⸗ wissenhaft das Wohl des Landes fördern. Deiner Gnade befehlen wir unsre Landeskir che und die sie regieren, unsern Kirchenpatron und Kirchen⸗ vorstand, daß sie der Gemeinde Bestes suchen, die Lehrer in Kirche und Schule, daß sie das Evangelium treu verkündigen und dir wohl⸗ gefällig wandeln. Segne die Eltern, daß sie die Kinder in deiner Furcht erziehen. Erbarme dich des ganzen Landes und aller seiner Bewohner. Gib zur treuen Arbeit in Wissenschaft und Kunst, in Handel und Gewerbe gnädiges Gedeihen. Segne den Acker⸗ und Bergbau. Gib ersprießliche Witterung zum Wachstum der Früchte des Landes und laß sie uns mit Danksagung in Frieden genießen. Bewahre uns vor schweren Heim⸗ suchungen und Nöten. Hilf den Hilfsbedürftigen, tröste die Trau⸗ rigen, gib Geduld und Kraft den Kranken und Schwachen, Gedeihen den Müttern und Säuglingen. Sei der Witwen und Waisen Vater. Erhalte uns auch im Leiden in festem Glauben und demütigem Ge⸗ horsam und hilf uns, wenn unser Stündlein kommt, durch deine Gnade selig sterben. Gelobt sei dein heiliger Name immer und ewiglich, durch Jesum Christum. Amen. B. Betstundengebet. Barmherziger, ewiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, ein Herr Himmels und der Erden, wir arme elende Sünder bekennen vor deinem heiligen Angesicht, daß wir mit unsern Vätern gesündigt, deinen Zorn und allerlei Strafen wohl verdienet haben. Solche unsre Sünden aber reuen uns von Herzen, und da du nicht Gefallen hast an des Sünders Tod, so fliehen wir zu deiner Barmherzigkeit demütig bittend, du wollest nicht gedenken der Sünden unsrer Jugend, noch aller andern Übertretung, sondern vielmehr eingedenk sein deiner grund⸗ losen Güte, Gnade und Barmherzig⸗ keit. Verstoße uns nicht von deinem Angesicht. Erbarme dich über uns, wie sich ein Vater erbarmet über seine Kinder. Mache dich auf,‚, Herr, zu richten und hilf allen Bedrängten! Laß es gelingen denen, die da treiben dein Werk und mache zunichte den Rat deiner Feinde! O lieber Herr und Gott, breite aus, mehre und stärke dein Reich auch in diesen Landen, darin wir wohnen. Erhalte uns und unsre Nachkommen bei der reinen, ge⸗ sunden Lehre und gib Frieden deinem Volke. Sei uns gnädig, o Herr Gott, sei uns gnädig in aller Not! Zeige uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Erleuchte unsre Herzen, daß wir die Sünde 31 482 III. Gebete. meiden und dein heiliges Wort stets cher mit dir und dem heiligen Geiste vor Augen haben. lebet und regieret in gleicher Ma⸗ Das alles wollest du tun, o jestät und Ehre, wahrer Gott und treuer, barmherziger Vater, um Mensch, hochgelobet in Ewigkeit. des teuren Verdienstes deines lieben Amen. Sohnes, unsers Herrn willen, wel⸗ C. Besondere Gebete. 1. Um die Gnade, recht zu beten. Ich danke dir, mein Herr und mein Gott, für die unaussprech⸗ liche Wohltat, daß du uns nicht allein befohlen hast, deinen hilf⸗ reichen Namen in allen Nöten anzurufen, sondern auch so gar väterlich und holdselig verheißen, daß du uns gewißlich erhören und immer geben wollest zur rechten Zeit, was uns heilsam und gut ist an Leib und Seele. Ich bitte dich, mein Gott, gieß aus über mich deinen heiligen Geist, den Geist des Gebetes, daß ich allezeit Lust und Liebe zum Gebete habe, täglich ge⸗ trost und mit aller Zuversicht im Namen meines Herrn Jesu Christi hinzutrete, meine Kniee vor dir beuge und in allen Nöten als ein liebes Kind dich anrufe, mein lieber Vater, der du der rechte Vater bist über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Gib, daß ich allezeit heilige Hände zu dir auf⸗ hebe ohne Zorn und Zweifel und festiglich traue, daß alle meine Ge⸗ bete, ja alle Seufzer, die aus mei⸗ nem Herzen kommen, gewiß erhöret werden. Verleihe mir auch, wenn die Hilfe verzieht, daß ich Geduld trage, dir nicht Zeit noch Maß vor⸗ schreibe, sondern harre und warte auf deine Stunde; denn du hast Wohlgefallen an denen, die dich fürchten und auf deine Güte hoffen. Endlich, mein Gott, regiere und erinnere mich durch deinen heiligen Geist, daß ich täglich an mein Ende denke, mich alle Stunden in guter Bereitschaft halte und um einen se⸗ ligen Abschied von Herzen dich bitte. Amen. 2. Morgengebete. Am Sonntage. 4. Herr Gott, heiliger Geist, öffne mir die Tür zum Leben durch Er⸗ leuchtung meines Gemütes, daß ich die Weide deiner göttlichen Lehre und deines Trostes finde, die Stimme meines Erzhirten Jesu in mir höre, durch den Glauben zu ihm eingehe, durch die Liebe ihm gehorche, folge und zu meinem Nächsten ausgehe und den Glauben beweise, damit ich allhier im Reiche der Gnaden bis ans Ende bleibe und ins ewige Reich der Herrlichkeit aufgenommen werde, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Id Vater lieben vor 6 hütet mich Sünd all n denn und Händ mir, an m Her lichkei ich de mich d schaue der 6 nem Glanz und dich d lichte O tiger ren, X Ach Herzer stern leuchte wahrl schen gekom Mense und unver sie al Gotte— in der nis w und 6 igen Inde uter se⸗ itte. jehe, olge gehe t ich bis Reich erde, errn. III. Gebete. 483 An den Wochentagen. 2. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr be⸗ hütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag 1 6 behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Tun und Leben gefalle; denn ich befehle mich, meinen Leib und meine Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 3. Herr Jesu, du Glanz der Herr⸗ lichkeit deines himmlischen Vaters, ich danke dir von Herzen, daß du mich das fröhliche Sonnenlicht wieder schauen lässest. O du helle Sonne der Gerechtigkeit, geh auch in mei— nem Herzen auf, damit ich in deinem Glanze als ein Kind des Lichtes und als am Tage wandeln und dich dermaleinst im ewigen Freuden⸗ lichte selig schauen möge. Amen. 4. O du einiger, wahrer, allmäch⸗ tiger Gott und Herr der Heerscha⸗ ren, Vater, Sohn und heiliger Geist! Ach gib, daß in aller Menschen Herzen aufgehe der rechte Morgen⸗ stern und in eines jeden Gewissen leuchtend und scheinend werde das wahrhaftige Licht, welches alle Men⸗ schen zu erleuchten ist in die Welt gekommen, und daß in eines jeden Menschen Gemüt möge sprechen und reden das ewige Wort der unvergänglichen Wahrheit, auf daß sie alle Wohnungen und Tempel Gottes sein und bleiben mögen und in der Liebe, Weisheit und Erkennt⸗ nis wachsen und zunehmen in Zeit und Ewigkeit. Amen. 5 Allmächtiger Gott, von dem alle gute und alle vollkommene Gabe herabkommt, dir befehle ich heute und allezeit Leib und Seele, Gut und Blut, Weib und Kind, Vater und Mutter, und alle meine Ge⸗ danken und Reden, mein Herz, Sinne und Anschläge. Ich befehle dir noch⸗ mals meinen Mund und alle meine Worte. Ich befehle dir alle meine Werke, daß sie zu deines Namens Ehre gereichen und zu Nutz meines Nächsten. Mache mich heute zum Gefäß deiner Barmherzigkeit, zum Werkzeug deiner Gnade. Segne all mein Tun und laß meinen Beruf glücklich fortgehen und wehre allen denen, die ihn hindern. Erhöre mich um Jesu Christi willen. Amen. 6. Herr Jesus Christus, der du mir armem, verlorenen Sünder durch dein heiliges, unschuldiges Leiden Gnade bei deinem himmlischen Vater erworben und das ewige Leben wie⸗ der gebracht hast, ich danke dir aus Herzensgrund für deine Liebe, deine Angst und Not und deinen selig⸗ machenden Tod und bitte dich, er⸗ halte mich ewig in der Liebe und im Lobe deines Leidens und gib mir Gnade, die ewige Wohltat der teuren Erlösung mit dankbarem Her⸗ zen zu erkennen und zu preisen. Laß mich dadurch im Glauben stärker, in der Hoffnung fröhlicher, in der Liebe heißer, in der Geduld ge⸗ troster, im Gehorsam williger und beständiger werden und meinen Sünden absterben. Hilf auch, daß ich an meinem Ende deines blutigen Todes mich zur ewigen Seligkeit freue und tröste. O Herr Jesus Christus! Amen. 31* 484 III. Gebete. 7. O du seliger und allein gewaltiger Gott, du König aller Könige und Herr aller Herren, der du allein Unsterblichkeit hast, du Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, zu dir erhebe ich mein Gemüt mit schuldiger Dankbarkeit. Deine Ge⸗ rechtigkeit will ich nicht verbergen in meinem Herzen, von deiner Wahrheit und von deinem Heil will ich reden. Denn es ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Abends deine Wahrheit verkündigen. Darum prei⸗ set dich meine Seele, daß du mich in dieser Nacht durch deine über⸗ schwengliche Barmherzigkeit beschützet hast. O Herr, lehre mich bedenken, daß ich sterben muß und daß mein Leben ein Ende habe, daß ich täglich geschickt sei, aus dieser Welt ab⸗ zuscheiden. Darum erhalte mich in deiner Furcht und Erkenntnis. Be⸗ hüte mich vor den Werken der Un⸗ gerechtigkeit, und so ich etwa wider dich aus Schwachheit würde sün⸗ digen, so bitte ich dich, du wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden und deine Hilfe mir nicht entziehen. Herr, auf dich hoffe ich; leite meinen Fuß auf rechter Straße, daß ich nicht wandle im Rat der Gottlosen, noch trete auf den Weg der Sünder, noch sitze, da die Spötter sitzen, sondern daß ich all meines Herzens Lust und Liebe habe zu deinem Wort und deinen Geboten und in denselben mich übe Tag und Nacht durch Jesum Christum. Amen. 3. Abendgebete. Am Sonntage. 1 Nun danket alle Gott, der uns von Mutterleibe an lebendig erhält und tut uns alles Gute. Er gebe uns ein fröhliches Herz und verleihe immerdar Friede zu unsern Zeiten, auf daß seine Gnade stets bei uns bleibe und uns erlöse, so lange wir leben. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns in alle Ewigkeit. Herr, allmächtiger Gott, himm⸗ lischer Vater, ich danke dir von Grund meines Herzens für alle deine Güte und Wohltat, die du mir heute so väterlich erzeigt hast. Insbesondere danke ich dir dafür, daß du dein seligmachendes Wort mir nicht ent⸗ zogen, sondern es mir hast wieder verkündigen lassen in deiner Ge⸗ meinde zu meines Herzens Freude, Trost und Ermunterung. Ich bitte dich als dein liebes Kind, du wollest mich bei deinem selig⸗ machenden Worte bis an mein letztes Seufzen gnädig erhalten und mein Herz mit deinem heiligen Geiste er⸗ leuchten, daß ich möge erkennen, was gut oder böse ist. Du wollest auch alle meine Sünde, die ich heute wissentlich oder unwissentlich getan habe, auch die verborgenen Fehler, durch deine Barmherzigkeit vertilgen und durch die Ruhe der zukünftigen Nacht mich stärken, daß ich frisch und gesund zu deinem Lobe wieder auf⸗ stehe. Hilf auch, lieber Vater, daß ich durch deine Gnade ein neues, dir wohlgefälliges Leben anfange, zu meiner Seelen Seligkeit in Jesu Christo, deinem lieben Sohne, un⸗ serm einigen Helfer. Amen. Vate nen! Tag bitte alle getar III. Gebete. 485 An den Wochentagen. 9 — Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, dei⸗ nen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht getan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten; denn ich befehle mich, meinen Leib und meine Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 3. Barmherziger Gott und gnädiger Vater, ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mich diesen Tag bis auf gegenwärtige Stunde vor allem Unglück Leibes und der Seele gnädig behütet hast, und bitte dich um Jesu Christi, deines lieben Soh⸗ nes, willen, du wollest mir aus Gnaden vergeben alle meine Sün⸗ den, so ich heute abermal mit Ge⸗ danken, Worten und Werken wider dich getan habe, und wollest der⸗ selbigen in Ewigkeit nicht gedenken. Und weil ich mich nun will zur Ruhe legen, so wollest du mich diese Nacht vor allem Übel Leibes und der Seele auch väterlich behüten, daß ich sicher ruhen und schlafen und zu deinem Lobe frisch und gesund wieder erwachen möge. In deine göttliche Hand befehl ich mich ganz und gar. Du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Amen. 4. Herr, du Hüter Israel, der du weder schläfst noch schlummerst, sorge auch in dieser finstern Nacht für die lieben Meinigen und für alle Men⸗ schen; dein Auge wache für sie, deine Hand bedecke sie, dein Engel be⸗ schirme sie. Erhöre jetzt, mein Gott, aller frommen Christen Abendgebet. Schone nach deiner großen Güte derer, die dich heute beleidigt haben. Erbarme dich auch derer, die dich noch nicht kennen und ohne Andacht und Gebet sich niederlegen. Erquicke nun alle Menschen, so diesen Tag über sind müde geworden. Stärke die, so aus Not auch in der Nacht noch arbeiten müssen. Laß keinen fallen, der im Finstern wandelt. Hilf den Reisenden zurecht, die viel⸗ leicht jetzt noch auf der Straße wan⸗ dern. Schaffe denen ihr Bleiben, die heute keine Herberge haben. Labe die, die sich hungrig müssen nieder⸗ legen. Wache selbst bei den Kran⸗ ken, pflege der Kinder und stehe mit deinem Trost allen Leidenden bei, welche heute eine elende Nacht haben werden. Endlich behüte un⸗ sere ganze Gemeinde in dieser Nacht vor Lärmen und Aufruhr, vor Not und Gewalt, vor Mord und Tot⸗ schlag, vor Feuers- und Wassers⸗ gefahr, vor allem Schaden und Un⸗ glück; hilf, daß alle, die für uns wachen, treulich auf ihrer Hut stehen, und erhalte einem jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir end⸗ lich aus dieser Finsternis werden kommen zu dem ewigen Licht, durch Jesum Christum. Amen. 5 Ich sage dir, o treuer Gott, Lob, Ehr und Dank für deine Güte und Wohltat, die du mir diesen Tag erzeigt hast, wiewohl ich ein armer Sünder und nicht wert bin, dein Kind genannt zu werden. Aber ich weiß, daß deine Barmherzigkeit sehr groß ist und viel größer, denn meine und der ganzen Welt Sünde. Darum bekenne ich dir alle meine Sünde und Missetat, die ich heute, ja von 486 III. Gebete. Jugend auf wider dich begangen habe, und bitte dich, du wollest mir dieselbe vergeben und dich meiner, als deines lieben Kindes, aus Gnaden erbarmen. Gib mich in den Schutz deiner heiligen Engel, daß sie mich diese Nacht und alle künftige Zeit vor allem Unglück Leibes und der Seele gnädig be⸗ hüten. Dir ergebe ich mich ganz zu eigen im Tod und Leben. Laß mich ewig bei dir sein und bleiben. Solches verleihe mir, gnädiger Gott und Vater, um Jesu Christi willen. Amen. 6. O allmächtiger, ewiger, gnädiger und barmherziger Gott, der du ge⸗ sagt hast:„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten,“ ich bitte dich, erbarme dich mein und vergib mir meine Sünde. Gib mir deinen heiligen Geist, der mein Herz allezeit mit himmlischem Troste erfülle. Ich schlafe oder wache, ich liege oder stehe auf, so hilf mir, wie du weißt, daß mir am besten geholfen wird an Leib und Seele. Du vermagst alles, du bist Gott und Herr über alles, es steht alles in deinen Händen. Gedenke an deine Barmherzigkeit und Verheißung, ja gedenke des vollkommenen Gehor⸗ sams deines geliebten Sohnes Jesu Christi, durch welchen ich dir gänz⸗ lich versöhnt bin. Um deswillen sei mir heute und allezeit gnädig. Und wenn es ja sein sollte, daß ich nach deinem väterlichen Willen mit Gefahr, Kreuz und Unglück oder auch mit dem Tode sollte heimgesucht werden, so wollest du mich auch heimsuchen mit deinem göttlichen Troste, Segen und Gnade. Ohne deinen Willen, o Herr, kann mir nichts widerfahren. Ob ich schon wandle im finstern Tale, so bist du doch bei mir; dein Stecken und Stab trösten mich. Auch alle meine Haare auf meinem Haupte hast du gezählt. Wovor sollte mir grauen? Ich lebe oder sterbe, so bin ich dein und darum nicht verloren, sondern ewig selig durch Jesum Christum. Amen. 7 Barmherziger Gott und Vater, ich sage dir von Herzen Lob und Dank, daß du dich meiner die Zeit meines Lebens so väterlich ange⸗ nommen und mich diesen Tag über und sonderlich die ganze Woche bis auf diese Stunde vor allem Unglück Leibes und der Seele gnädiglich behütet hast. Ich bitte dich ferner, du wollest alle meine Sünden, die ich heute und die ganze Woche wider dich und meinen Nächsten wissentlich oder unwissentlich getan und die mir herzlich leid sind, durch deine Gnade, welche alle bußfertigen Sün⸗ der bei dir haben, zudecken und ihrer nimmermehr gedenken. Hilf gnädiglich, daß ich aus der alten Woche in ein neu christlich Leben trete, dir und allen Auserwählten im Himmel gefallen möge, und laß mich diese angehende Nacht in deinen gnädigen Schutz befohlen sein, daß ich sicher ruhen und schlafen, frisch und gesund zu deinem ferneren Lobe wieder aufstehen möge, und wenn mein Stündlein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ, denn ich bin dein und du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd um⸗ fangen. Amen. All Herr, zu sein Hand da lel Her segne die w unsen unserr Koꝛ und hast. Se⸗ Wohl III. Gebete. 487 4. Cischgebete. Vor dem Essen. 1. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine milde Hand auf und erfüllest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 2 Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast. Amen. 3. Segne, Vater, diese Speise uns zum Wohl und dir zum Preise. Amen. Nach dem Essen. 1. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Wir danken dir, Herr Gott, himm⸗ lischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn, für alle deine Gabe und Wohltat, der du lebest und regierest in Ewig⸗ keit. Amen. 9 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Gast gewesen bist, und bitten dich, du Lebensbrot, hilf uns gnädig aus aller Not. Amen. 3. Herr Gott, himmlischer Vater, wir sagen dir Lob und Dank für alle deine Gaben und bitten dich, du wollest, wie du unsern Leib gespei⸗ set hast, gleich also unsere Seelen allezeit im wahren Glauben gnädig⸗ lich erhalten. Amen. 5. Beicht⸗ und Kommuniongebete. Vor der Beichte. 4. Heiliger und gerechter Gott, du erforschest mich und kennest mich, ich sitze oder stehe auf, ich gehe oder liege, so weißt du es, du verstehest meine Gedanken von ferne und siehest alle meine Wege; es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest. Wo soll ich hin⸗ gehen vor deinem Geist und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Spräche ich: Finsternis möge mich decken, so muß die Nacht auch Licht um mich sein, weil dein Licht auch unsere unerkannten Sünden vor dein Angesicht stellet. Darum will ich mich nicht bedecken und nicht ent⸗ schuldigen, sondern mit dem ver⸗ lorenen Sohne bekennen: Vater, ich habe gesündiget im Himmel und vor dir. Kein einziges deiner heiligen Ge⸗ bote habe ich gehalten, wie ich hätte sollen. Alle habe ich wenigstens in Gedanken und Begierden oft über⸗ treten. Ich habe andere Götter ge⸗ habt neben dir. Ich habe dich nicht geliebt als das höchste Gut aus allen Kräften, mich nicht an dich ge⸗ halten als meinen Herrn und Gott. Auch habe ich mein Vertrauen nicht auf dich allein gegründet, sondern oft Fleisch für meinen Arm gehalten. Deinen heiligen Namen habe ich un⸗ nütz geführt. Im Gebet bin ich viel zu träge und schläfrig gewesen und mit deinem Wort und dessen Predigt 488 III. Gebete. gleichgültig umgegangen. Ich habe dich nicht geehrt durch echtes Be⸗ kenntnis in Wort und Wandel. O mein Gott, wie groß ist meine Schuld gegen dich, wie zahllos sind meine Übertretungen und Versäum⸗ nisse, wie kalt meine Liebe, wie tot mein Glaube; wie schwach und be⸗ fleckt ist auch das wenige Gute an mir! Wie habe ich in allem mich, nicht dich und deine Ehre gesucht! Und wie vieler Sünden können meine Nebenmenschen mich anklagen? Gegen Eltern, Lehrer und Vorgesetzte bin ich nicht gehorsam und treu genug, nicht so gewissenhaft gewesen, daß man in all mein Tun und Lassen, in alle meine Worte und Gedanken mir hätte hineinsehen dürfen, ohne mich da oder dort lieblos, nachlässig, träg, untreu und ungehorsam zu finden. Und wie sehr fehlt es mir an der brüderlichen und an der allgemeinen Menschenliebe! Wie oft sind Zorn und Rachsucht, Haß und Bitterkeit in mir aufgestiegen! Ich habe nicht vergeben, wo ich sollte, und nicht alles getan, um den Frieden herzustellen. Anstatt dem Nächsten mit Trost und Rat zu helfen und für sein leibliches und geistliches Wohl zu sorgen, habe ich nur an mich und meinen Vorteil gedacht. Und wie befleckt ist oft mein Wesen durch unreine Lüste und Begierden gewesen! In Fleischeslust, Augen⸗ lust und hoffürtigem Wesen habe ich der Eitelkeit gedient. Auch wie mancher Unredlichkeit und Untreue in Anwendung deiner Gaben muß ich mich schuldig bekennen! Die Kräfte meines Leibes und meiner Seele, die edle Zeit und was du mir von Gütern gegeben hast, habe ich nicht so benutzt, wie es einem treuen Haushalter gebühret; ja selbst des Nächsten Eigentum war mir nicht so heilig, daß ich von aller Untreue mich freisprechen könnte. Auch des Nächsten Name war mir nicht teuer genug. O wie viele Zungensünden zeugen wider mich, wie manche Verleumdung, wie vie⸗ les lieblose Richten, wie viele Ver⸗ kleinerungssucht und Schadenfreude! Ich habe überhaupt tausendfältig mich des Bösen gelüsten lassen. Ach, mein Gott, wie groß ist meine Not! Du lässest mir sagen: Ungnade und Zorn, Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses tun. Ach, Gott, erbarme dich mei⸗ ner! Verwirf mich nicht von deinem Angesicht. Du hast ja deinen ein⸗ gebornen Sohn auch für mich dahin⸗ gegeben. Um Jesu willen sei mir gnädig, sein Verdienst laß mir gelten, seine Fürsprache laß für mich reden, um seinetwillen erfülle deine Ver⸗ heißung: Ich vertilge deine Misse⸗ tat, wie eine Wolke, und deine Sünde, wie den Nebel. Mein Gott, ich hoffe auf dich, laß mich nicht zu⸗ schanden werden. Amen. 2. O du allwissender, heiliger Gott, du Herzenskündiger, der du Herzen und Nieren prüfest, vor dem mein Inwendiges bloß und entdecket ist, von dir kommt alle gute und voll⸗ kommene Gabe, von dir stammt alle wahre Weisheit; auch alle gründ⸗ liche Selbsterkenntnis kommt von dir. Denn das Herz ist ein trotzig und verzagt Ding, du allein kannst es ergründen. O mein Gott, so lehre mich doch mich selbst erkennen, offenbare mir, wie mein Herz zu dir steht, mache es mir klar, ob ich im lebendigen Glauben stehe und also dein Kind bin oder nicht, be⸗ wahre mich vor allem groben und feiner nicht ich te und und daß kannt sterni Lichte Führ hin, sam Wand Auge die m nicht meine ich Li scher Jamꝛ mit rette. deine meine ich dr stelle ziehe Ungle erfass und! zur 2 stand des K jedem in de hinab Gebet mit A damit nützer wisser gerech Tuge spiege Herr das nehm III. Gebete. 489 feinen Selbstbetrug, daß ich mich nicht für lebendig halte, während ich tot bin. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe mich und erfahre, wie ichs meine. Hilf, daß ich mich erkenne, wie ich er⸗ kannt bin von dir. Laß alle Fin⸗ sternis in meinem Innern vor dem Lichte deines Geistes sich zerstreuen. Führt mein Weg zu einem Abgrund hin, o so laß mich ihn sehen und heil⸗ sam erschrecken. Ist mein Sinn und Wandel nicht angenehm in deinen Augen, so nimm die Decke hinweg, die mir dies verbirgt, und laß mich nicht eher zur Ruhe kommen, bis meine Wege dir wohlgefallen. Habe ich Lust an der Sünde oder an fal⸗ scher Lehre, so enthülle mir doch die Jammergestalt meines Innern, da⸗ mit ich eile und meine Seele er⸗ rette. Stehe ich in Verleugnung deines Namens, schände ich durch meinen Wandel deine Wahrheit, die ich durch deine Gnade erkannt habe, stelle ich mich der Welt gleich und ziehe ich an einem Joche mit den Ungläubigen, Herr, mein Gott, so erfasse mich mit deiner rechten Hand und bringe mich, den Verblendeten, zur Besinnung. O entsetzlicher Zu⸗ stand des Selbstbetrugs, da man des Himmels sich tröstet und mit jedem Schritt und Tritt weiter in den Abgrund des Verderbens hinabsinkt! Mein Gott, der du Gebet erhörest, salbe meine Augen mit Augensalbe, daß ich sehen möge, damit ich nicht gehöre zu den un⸗ nützen Knechten, die des Herrn Willen wissen und nicht tun, zu den selbst⸗ gerechten Pharisäern, die in ihrer Tugend und in ihren Gaben sich spiegeln, zu jenen Betrogenen, die Herr Herr sagen, aber dereinst das Urteil der Verdammung ver⸗ nehmen müssen. Ach, wie fürchter⸗ lich ist es, vor dir und den Menschen als ein Christ gelten zu wollen und doch keiner zu sein, sondern den Gräbern zu gleichen, die auswendig übertüncht sind, aber inwendig voll Moder und Totengebeine, deine Gnade zum Leben erfahren zu haben und doch wieder erkaltet und er⸗ storben zu sein, gleich einem kahlen, unfruchtbaren Baume. Herr, meine Seele erbebt in ihrem Innersten, wenn ich daran gedenke und an mir jenes Feuer der ersten Liebe zu dir, jene Inbrunst des Geistes, jene An⸗ dacht des Gebetes, jene Sehnsucht, auch andern Seelen zu ihrem Heile nützlich zu werden, vermisse, wenn ich erwäge, wie wenig ich deinem Geiste in mir Raum gegeben habe, wenn ich mir sage, daß ich ohne ernste Umkehr von dir gänzlich ge⸗ schieden werden könnte. Herr, gib mir den Sieg in diesem innern Kampfe der Gedanken, die sich gegen⸗ seitig verklagen und entschuldigen, laß mich deine Stimme hören, da⸗ mit ich erkenne, ob ich in deiner Gnade stehe oder aus ihr gefallen bin. Siehe, ob ich auf bösem Wege bin und leite mich auf ewigem Wege. Meine Seele ist sehr unruhig, wie ein stürmisch bewegtes Meer, und ich werde von allerlei trüben und beängstigenden Gedanken umherge⸗ trieben. Gib du mir einen festen Halt und laß mich nicht der Wahr⸗ heit verfehlen, wenn ich mich prüfe nach deinem Worte. Löse mir alle Zweifel, gib du mir Antwort auf meine Fragen, mache meine Finster⸗ nis licht. Laß das Blut meines Heilandes Jesu Christi nicht ver⸗ loren an mir sein; laß mich er⸗ kennen, wo es mir fehlt, damit ich aus seiner Fülle Gnade um Gnade nehme. Herr, erfülle mein Sehnen, stelle mich unter die Zucht deines 490 III. Gebete. heiligen Geistes und züchtige mich hier zeitlich, damit ich nur nicht ewig verloren gehe. Amen, in Jesu Namen. Amen. 3 Allmächtiger, ewiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, der du deinem heiligen Worte Kraft gibst, du hast mir mein Herz mit deinem Gesetz gerühret, daß ich nun meine Sünde erkenne, bereue und nach gnädiger Vergebung derselben ein herzliches Verlangen habe. Darum hast du auch neben dem gepredigten Wort die Beichte verordnet, daß ich armer, sündhafter Mensch zum Reich⸗ tum deiner himmlischen Gnade kom⸗ men soll. So gehe ich nun meine Sünde zu bekennen und niederzu⸗ legen, dagegen Trost und Vergebung zu empfangen. Ich bitte daher, du wollest in mir eine rechte Andacht, Begierde und Verlangen nach deiner Gnade entzünden und mir einen festen Glauben an deine Verheißung geben: daß, ob ich wohl schwach, krank und verzagt bin, ich dennoch mich solches nicht irren lasse, son⸗ dern die Vergebung der Sünden mit starkem Glauben ergreife. Dazu verhelfe mir das teure Verdienst Christi Jesu, meines Erlösers und Seligmachers. Amen. Nach der Beichte, vor der Feier des heiligen Abendmahls. 1 Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde be⸗ decket ist, wohl dem Menschen, dem der Herr die Sünde nicht zurechnet, in des Geist kein Falsch ist. Ich Uoerte Ich will dem Herrn meine bertretung bekennen. Da vergabest du mir die Missetat meiner Sünde. Du, o Herr, bist mein Schirm, du wollest auch ferner mich vor aller Angst behüten, daß ich errettet ganz fröhlich rühmen könne. Ja, freuet euch des Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten, und rühmet, alle ihr Frommen. Der Herr hat Großes an uns getan, der da mächtig ist und des Name heilig ist, und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er will nicht immer hadern und nicht ewiglich Zorn halten. Er han⸗ delt nicht mit uns nach unsern Sün⸗ den und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Über⸗ tretung von uns sein. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Darum soll mein Mund des Herrn Lob sagen und seinen heiligen Namen preisen immer und ewiglich. Amen. 2 Lieber himmlischer Vater, dir sei Preis und Dank, daß du durch deinen eingeborenen Sohn Jesum Christum auch mir armem Sünder die große Hoffnung gegeben hast, daß mir alle meine Sünden vergeben sind aus lauter Gnade, und daß du mich um Jesu willen für fromm und gerecht und für dein liebes Kind willst halten, auch mich zum Erben machen aller deiner himmlischen Güter. O Herr, laß mich nimmer⸗ mehr aus dieser Gnade fallen und entzünde mein Gemüt mit heiliger Liebe zu dir, daß ich dein eigen sei und du samt dem Sohn und hei⸗ ligen Geist in mir Wohnung machen könnest ewiglich. Dazu segne mir nun auch dein teures Abendmahl, in dem du dich mit mir verbinden wollest auf ewig. Bereite meine Seele vollends ganz zu, daß sie offen hoffe niede Uler anz euet lich, ihr ofßes ist seine für ten. und han⸗ Zün⸗ nsrer n ist Iber⸗ ein met, die, mein und nmer r sei durch esum nder „daß geben 5 du und Kind rben schen mer⸗ und liger n sei hei⸗ achen mir ahl, nden eine offen stehe als ein reines Gefüß, in das du den ganzen Reichtum deiner Gnade niederlegen kannst. O komm zu mir, mein Jesu, gib dich mir und nimm mich hin, daß ich nach Leib, Seele und Geist dein heiliges Eigentum sei und du dich an mir verherr⸗ lichen könnest auf ewig. Amen. 3. Halleluja! Lobe den Herrn, meine Seele! Dies ist der Tag, den der Herr macht, laßt uns freuen und fröhlich darinnen sein. O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Hosianna in der Höhe! Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Du bist mein Gott, und ich danke dir, mein Gott, ich will dich preisen. Du bist gütig allen, die auf dich hoffen, und richtest auf alle, die niedergeschlagen sind. Darum er⸗ hebet dich meine Seele, und mein Geist freuet sich deiner, meines Hei⸗ landes. In deinem heiligen Mahle wollest du nun bei mir einkehren und diesen Tag zu einem Gnaden⸗ und Segenstag auf Zeit und Ewig⸗ keit für mich machen. O allmäch⸗ tiger Gott, laß deine Gnadensonne mir in vollem Glanze aufgehen, ver⸗ treibe alle Nacht meiner sündlichen Natur und allen Nebel irdischer Ge⸗ danken und Zerstreuungen. Laß die Himmelslust deiner Liebe und Gnade mich durch und durch erfrischen und neu beleben und mich inne werden, daß ich dein versöhntes Kind und ein Erbe deiner himmlischen Güter sei. Fülle mich an deinem Gnaden⸗ tische mit den reichen Gütern deines Hauses. Versiegle mir die voll⸗ kommene Vergebung aller meiner Sünden, wie du durch das Amt, das die Versöhnung predigt, sie mir zugesprochen. Stärke meinen Glau⸗ ben, befestige meine Liebe, gib mir III. Gebete. 491 deinen Frieden und durchdringe mich mit himmlischen Lebenskräften, daß ich einen Vorschmack der Herrlich⸗ keit bekomme, die einst an uns soll geoffenbaret werden. Ja, erfülle an uns allen, die wir zu deinem Tisch treten, deine Verheißung:„Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibet in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage.“ Amen. Während der Kommunion. Jetzt komme ich betrübter Sün⸗ der, Herr Jesu, richte dein lieb⸗ reiches Auge zu mir, erquicke mich und verstoße den nicht, der zu dir kommt, wie du verheißen hast: „Wer zu mir kommt, den will ich nicht hinausstoßen.“ Amen. Sei mir willkommen, Herr Jesu, mit der edlen Speise deines heiligen Leibes, den du mir jetzt unter dem Brote zu essen gibst, wie du ihn für mich in den Tod gegeben hast. Das laß mir gedeihen zum ewigen Leben. — Herr Jesu, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich in rechtem Glauben zum ewigen Leben. Amen. Sei mir willkommen, Herr Jesu, mit dem edlen Tranke deines teu⸗ ren Blutes, das du mir jetzt unter dem Weine zu trinken gibst, wie du es am Kreuze für mich vergossen hast zur Vergebung der Sünden. Das laß mir gedeihen zum ewigen Leben.— Herr Jesu, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich in rechtem Glauben zum ewigen Leben. Amen. Danksagung nach Empfang des heiligen Abendmahls. 4. Wir bitten, o Herr, von Herzen, daß wir auch mit reinem Gemüte 492 III. Gebete. annehmen, was wir mit dem Munde empfangen haben, und daß uns diese zeitliche Gabe gedeihe zur ewigen Arzenei, durch Christum, unsern Herrn. Amen. 2 O allmächtiger Gott, himmlischer Vater, dir sei Lob, Ehr und Dank, daß du mich nicht allein zum Abend⸗ mahl des Lammes berufen und zur himmlischen Hochzeit eingeladen hast, sondern daß du mich auch jetzt so herrlich gespeiset und bewirtet. Du hast mich mit deinen himmlischen Gütern erfüllet und mit Christi, meines Erlösers, Leib und Blut ge⸗ speiset und getränket. Nun ist mein Herz genesen, meine arme Seele ist getröstet, und alles, was an mir ist, das ist durch diese heilsame Gabe erquicket und aufgerichtet worden. Ich war müde und schwach, aber nun bin ich gestärkt; ich war ver⸗ wundet, aber nun bin ich geheilt; ich war voller Schmerzen und Krank⸗ heit, aber nun bin ich getröstet. Alle meine Sünden sind zurückgeworfen in die Tiefe des Meeres, und ich bin gewiß, daß mich nunmehr nichts wird scheiden von der Liebe Gottes, die da ist in Christo Jesu, unserm Herrn. Denn durch diese köstliche Speise und Trank ist Christus mein eigen worden mit allen seinen Wohl⸗ taten, die er mir durch sein Blut und Tod erworben hat: so bin ich ihm auch einverleibet und durch den Glauben mit ihm fest und stark ver⸗ bunden, daß uns nichts voneinander scheiden soll. Gib Gnade, o lieber Vater, daß ich nimmermehr von dir weiche, sondern mein Gelübde treu⸗ lich bezahle. Vollführe das gute Werk, das du in mir angefangen hast, bis auf den Tag Jesu Christi und laß mich endlich sitzen an deinem Tisch in dem Reich deiner Ehre und Herrlichkeit, daß ich dich mit allen Auserwählten ewiglich mag rühmen und preisen durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 3. Barmherziger Gott und Vater, der du überschwenglich tust über unser Bitten und Verstehen, dich preist meine Seele am Schluß des Gnadentages, den deine grundlose Liebe mir heute geschenket hat. So ist es denn wahr und gewiß, daß du mich nicht lassen willst im Tode, sondern hast dich meiner Seele herz⸗ lich angenommen, daß sie nicht ver⸗ dürbe. O mein Jesu, was hast du mir erworben! So gewiß ich deinen Leib gegessen und dein Blut ge⸗ trunken habe, so gewiß ist es, daß du mich liebst und mir alle meine Sünden vergeben hast und willst, ich soll ein Kind deines und meines Vaters, ja ein Miterbe deiner Herr⸗ lichkeit sein. O mein Jesu, du in mir, ich in dir! Dieses unaus⸗ sprechliche Gnadenwort verstehe ich noch lange nicht, wie ich auch den Segen deines Abendmahls erst in der Ewigkeit recht einsehen werde. Aber des bin ich gewiß, daß diese innige Vereinigung mit dir mehr ist, als aller Welt Weisheit, Hoheit, Lust, Ehre, Freude und Herrlichkeit. O Herr, mein Gott, du in mir, ich in dir! Laß es ewig so bleiben. Behalte mich in dir, sonst bin ich bald wieder außer dir. So leicht nehmen die irdischen Dinge und Kreaturen mich wieder gefangen, ob⸗ gleich ich weiß, daß sie mich niemals sättigen und befriedigen können. Nur du gibst Leben und volle Genüge. Darum lasse mir allenthalben bange werden, wo ich dich nicht finde, und bewahre mich, daß ich das hochzeit⸗ eröffne ewig g leihe Gnade reich 2 Feinde Herrlie nung schließe Schlaf. und S Lieb ist deit gehe ie Netz a es ger danebe das G Mei weiß liche Kleid deiner Gerechtigkeit nicht mit neuen Sünden beflecke. Deine Liebe werde mir täglich süßer, als alle Süßigkeit der Welt. Ach mache mich los auch von ihren feinsten Banden; hilf mir auch von dem flatterhaften und zerstreuten Sinn und führe mich so in dich ein, daß mein ganzes Wesen in dir ruhe und in dir lebe. O Jesu, dein Geist besitze mich nun ewiglich! Deine Gnadensonne durchleuchte mich ohne Unterlaß, dein heiliger Leib erhalte mich, dein teures Blut durchdringe mich. Dein Leiden heilige mich, dein Tod erwecke mich zum ewigen Leben, deine Gerechtigkeit zeuge für mich vor dem Vater. Deine Auferstehung verkläre meinen nichtigen Leib, daß er ähnlich werde deinem verklärten Leibe. Deine Himmelfahrt versetze mich in das himmlische Wesen und eröffne mir das Allerheiligste. Dein ewig gültiges Hohepriestertum ver⸗ leihe mir alle deine himmlischen Gnadengüter. Dein herrliches König⸗ reich rette mich von allen meinen Feinden und erhöhe mich in deine Herrlichkeit. In dieser seligen Hoff⸗ nung will ich fröhlich meine Augen schließen, einst im Tod, jetzt im Schlaf. Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Dein Name III. Gebete. 493 ist ein festes Schloß, der Gerechte läuft dahin und wird beschirmet. In dieser Burg laß mich und all die Meinen ruhen in dieser Nacht und allezeit. Du bist das Licht, das alle Finsternis erleuchtet, in deine Hände befehle ich meinen Leib und meine Seele, du wollest über mich wachen und treulich für mich sorgen nach allen meinen Bedürfnissen. Ich werfe alle meine Sorgen auf dich. Bei dir ist Freude die Fülle und liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Laß auch die Sabbatfreude, die du mir heute geschenkt hast, alle⸗ zeit in meinem Herzen forttönen und entzünde mich mit deiner Liebe, daß ich täglich deines Preises voll sei und ewig rühmen könne, wie freundlich du bist. So bereite mich auf den großen Tag deiner Zukunft, da du herrlich erscheinen wirst mit deinen Heiligen. Da laß mich freudig stehen in deiner Gegenwart unter den klugen Jungfrauen, deren Ol in den Lam⸗ pen helle brennet und die du auf⸗ nimmst in deinen herrlichen Hochzeit⸗ saal. O komme bald, Herr Jesu! Wir sehnen uns nach deiner Erscheinung in dieser letzten betrübten Zeit. Der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es höret, der spreche: Komm, ja komm, Herr Jesu. Amen. 6. Um Glück und Segen im Berufe. 1. Lieber Gott, in meinem Berufe ist dein Wort und Befehl. Darauf gehe ich hin und werfe heute mein Netz aus und lasse dich sorgen, wie es geraten werde. Ich bitte allein daneben, gib deinen Segen und das Gedeihen dazu. Amen. 9 Mein Herr und mein Gott, ich weiß ja, daß des Menschen Tun nicht steht in seiner Gewalt, und steht in niemandes Macht, wie er wandle und seinen Gang richte. Regiere mich allezeit durch deinen heiligen Geist, daß ich in meinem Berufe stracks vor mich hinsehe und des Meinen treulich warte. Leite mich allezeit auf rechtem Wege, daß ich nicht wanke weder zur Rechten, noch zur Linken. Mache meinen Gang gewiß nach deinem Wort und laß kein Unrecht über mich herrschen. 494 III. Gebete. Regiere mich allezeit nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott, dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Ich weiß ja, mein Gott, daß ich auch berufen bin in deinen Weinberg und dir Arbeit zugesagt habe. Ich bitte dich, verleihe mir gesunden Leib bis an mein Ende und stärke mich, daß ich die Last und Hitze meines Berufs willig trage und dir, mei⸗ nem Herrn, allezeit treu und ge⸗ wärtig sei. Weil mir aber die Stunde mei⸗ nes Feierabends verborgen ist, so lehre mich, daß ich alle Stunden und Augenblicke fertig sei, einen seligen Abschied machen, die Welt willig lassen, mit Fried und Freuden ein⸗ schlafen und mit dir und allen Aus⸗ erwählten den ewigen Ruhe⸗ und Feiertag halten möge. Amen. C. Um beständigen Glauben. Herr Jesu Christe, ich weiß ja, daß der wahre christliche Glaube und das herzliche Vertrauen auf deinen Namen eine edle, lautre Gabe Gottes ist, die gegeben wird denen, die deinem Worte gehorchen. Ich danke dir, daß du dies heilige Licht auch in meinem Herzen angezündet und mir gegeben hast, daß auch ich, ob⸗ wohl noch mit großer Schwachheit, jedoch mit solchem schwachen Glauben all meine Zuversicht auf dich allein setze. Mein Heiland, erhalte und mehre in mir meinen Glauben! Ich glaube ja, aber hilf du meiner Schwachheit allzeit auf! Laß das zerstoßene Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht aus⸗ löschen bis an mein Ende, auf daß ich dich mit gläubigem Herzen alle Augenblicke fest halte, mit herzlicher Zuversicht auf dich gänzlich traue, mich an deinen himmlischen Gnaden⸗ schätzen allzeit ergötze, Fried und Trost daraus empfinde, und alle meine Lust und Freude täglich an dir haben möge bis an mein Ende. Amen. 8. Gebete für Kranke und Sterbende. 1 O Herr Jesu Christe, du mein treuer Heiland, Erlöser und Selig⸗ macher, der du gesprochen hast: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“, auf dieses dein Wort komme ich zu dir, beladen mit großer Schwachheit des Leibes und der Seele. Ich bitte dich von Herzen, erbarme dich meiner und erquicke meine Seele mit deinem Troste. Herr Jesu, dir gebe ich meinen Leib und meine Seele und alles, was ich habe. Du bist mein treuer Heiland, du hast mich durch dein teures Blut erlöset. Dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich tot und lebendig. Laß mich mit Geduld deiner Hilfe warten, auf daß ich deinen Namen loben und dich ewig preisen möge. Amen. 2. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, weil du uns geboten hast und gesprochen:„Ruse mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen“, so rufe ich auch zu dir in meiner großen Not durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, und bitte, du wollest mich armen sündigen Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krank⸗ heit nicht ist zum Tode, so hilf mir auf, daß ich genese, um deiner Barm⸗ erhalte mich a den T nimms lisches ein gn meine sondern keit J wahrer mich d ben un werden Gnade Ob i Tale, du bis Stab Chr ben ist herzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft verkündige und preise. Ist es mir aber nützlicher, aus diesem Leben zu scheiden, so geschehe, Herr Gott, dein gnädiger guter Wille. Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allezeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich fest im christlichen Glau⸗ ben und wahrer Erkenntnis bis an mein Ende. Laß mich von dir nim⸗ mermehr abgeschieden werden, son⸗ dern nimm meine Seele zu dir in dein Reich, durch deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 3. O mein Gott und Vater, nach dem meine Seele verlanget, ich danke dir mit demütigem Herzen für alle deine Wohltaten, mit welchen du mich in meinem Leben überschüttet hast, und daß du mich als ein Glied deiner Kirche bei deinem heiligen Wort und Sakramenten so gnädig erhalten, behütet und beschirmt hast, mich auch jetzt durch Krankheit und den Tod allgemach bei der Hand nimmst, um mich in dein himm⸗ lisches Haus einzuführen. Sei mir ein gnädiger Gott und rechne mir meine vielfältigen Sünden nicht zu, sondern rechne mir zu die Gerechtig⸗ keit Jesu Christi, welche ich mit wahrem Glauben ergreife und laß mich durch ihn, der für mich gestor⸗ ben und auferstanden ist, ewig selig werden. Dir und deiner väterlichen Gnade befehle ich alles, was ich bin III. Gebete. 495 und habe, wie denn auch alles dein ist und ich alles von dir empfangen habe. Ich befehle dir meinen schwa⸗ chen Leib, daß du die Schmerzen desselben linderst und ihm helfest zu seiner Ruhe. Ich befehle dir meine seufzende und kämpfende Seele, daß sie von allem Bösen befreit, von den Engeln getragen werde in Abra⸗ hams Schoß. Ich befehle dir auch alle die Meinigen; sei du ihr Gott und führe sie zu seiner Zeit auch in dein seliges Reich. Erhöre mich, mein Gott, um Jesu Christi willen. Amen. 4. O mein himmlischer Vater, Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, du Gott alles Trostes, ich danke dir, daß du mir deinen lieben Sohn Jesum Christum geoffenbaret hast, an den ich glaube, den ich bekannt, den ich geliebet und gelobet habe. Ich bitte dich, Herr Jesu Christe, laß dir meine Seele befohlen sein. O himmlischer Vater, ob ich schon diesen Leib lassen und aus diesem Leben hinweggerissen werden muß, so weiß ich doch gewiß, daß ich bei dir ewig bleibe und aus deinen Händen mich niemand reißen kann. Denn also hat Gott die Welt ge⸗ liebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Amen. 9. Sprüche, einem Sterbenden zuzusprechen. Ob ich schon wanderte im finstern Tale, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23, 4. Christus ist mein Leben und Ster⸗ ben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21. Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, 1. Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aushelfen zu 496 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers ꝛc. seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 2. Tim. 4, 8. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. Joh. 11, 25. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, du treuer Gott. Psalm 31, 6. 10. Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Herr Gott, himmlischer Vater, wir, deine Kinder, legen diesen Sterbenden an dein väterliches Herz. Tilge alle seine Sünden um deines Sohnes willen. Laß ihn der kräftigen Fürbitte Jesu genießen in der Stunde seines Todes. Sei du sein Stecken und Stab im finstern Tale des Todes. Erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und stärke ihn wider die Anläufe des Teufels. Offne ihm die Tür des Himmels und führe ihn aus allem Jammer zur ewigen Freude, durch den Tod ins ewige Leben. Herr Jesu, du Sohn Gottes, wir legen diesen Sterbenden in deinen Schoß, an dein treues Hirtenherz, führe ihn zur ewigen Freude und Weide. Die Seele, die du mit dei⸗ nem Blute erkauft hast, bringe zum Erbteil der Heiligen im Licht. Du bist allein die Tür zum Leben, laß sie durch dich eingehen und selig wer⸗ den. Sättige sie nun mit ewigem Leben und zeige ihr dein Heil. O heiliger Geist, breite deine Flügel aus über diesen deinen Er⸗ lösten. Bezeuge ihm die Kindschaft in seinem Herzen und versiegle in ihm das Erbe des ewigen Lebens. Heilige ihn durch und durch und bringe ihn ins Allerheiligste, das droben ist. Heiliger dreieiniger Gott, wir arme Sünder bitten, du wollest diesem Sterbenden alle Schmerzen verkürzen und ihm nach diesem Elende ein Leben in der Ewigkeit geben. Erhöre uns! Erlöse ihn! Erbarme dich! Nimm ihn zu dir in deine Herrlichkeit, daß er bei dir bleibe und dich preise und rühme in Ewigkeit. Amen. IM. Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers mit der Haustafel. Das erste Hauptstück. Die zehn Gebote. Das erste Gebot. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und ver⸗ trauen. hören u Du si Mutter gehe un Wir lieben, Herren zürnen halten, sie lieb Du s Wir lieben, d seinem Leid t und för Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers ꝛc. Das zweite Gebot. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnützlich führen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen miß braucht. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zau— bern, lügen oder trügen, son⸗ dern denselben in allen Nöten an⸗ rufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot. Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, son⸗ dern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohl gehe und du lange lebest auf Erden. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch er— zürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben. Das fünfte Gebot. Du sollst nicht töten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöten. 497 Das sechste Gebot. Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Das siebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lie⸗ ben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, afterreden oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn ent⸗ schuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lie⸗ ben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen und mit einem Schein des Rechts an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich sein. 498 Das zehnte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist. ö Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lie⸗ ben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh ab⸗ spannen, abdringen oder abwen⸗ dig machen, sondern dieselben an⸗ halten, daß sie bleiben und tun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich, der Herr dein Das zweite Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers ꝛc. Gott, bin ein eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, tue ich wohl bis ins tausendste Glied. Was ist das? Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten. Darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht wider solche Ge⸗ bote tun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne tun nach seinen Geboten. Hauptstück. Der Glaube. Der erste Artikel. Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott ge⸗ schaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch er⸗ hält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter; mit aller Notdurft und Nahrung dieses Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Fährlichkeit beschirmet und vor allem Übel behütet und bewahret; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit ohne all mein Verdienst und Würdigkeit; des alles ich ihm zu danken und zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Der zweite Artikel. Von der Erlösung. Ich glaube an Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, un⸗ sern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder⸗ auferstanden von den Toten, auf⸗ gefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Chri⸗ stus, wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahr⸗ haftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, ge⸗ wonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels; nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit; gleichwie er ist aufer⸗ standen vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Der dritte Artikel. Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers ꝛc. 499 die Gemeine der Heiligen, Ver⸗ gebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben er⸗ leuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten; gleich⸗ wie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, sammelt, er⸗ leuchtet, heiliget und bei Jesu Christo erhält im rechten einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täg⸗ lich alle Sünden reichlich vergibt und am jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in Christo ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Das dritte Hauptstück. Das Vaterunser. Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehrt wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes da⸗ nach leben; das hilf uns, lieber Vater im Himmel. Wer aber an⸗ ders lehret und lebet, denn das 32* 500 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers ꝛe. Wort Gottes lehret, der ent⸗ heiliget unter uns den Namen Gottes; davor behüte uns, himm⸗ lischer Vater. Die zweite Vitte. Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist gibt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Him⸗ mel, also auch auf Erden. Was ist das? Gottes guter, gnädiger Wille ge⸗ schieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rat und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht hei⸗ ligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende; das ist sein gnädiger, guter Wille. Die vierte Vitte. Unser täglich Brot gib uns heute. Was ist das? Gott gibt täglich Brot, auch wohl ohne unsere Bitte, allen bö sen Menschen; aber wir bitten in die⸗ sem Gebet, daß ers uns erkennen lasse und mit Danksagung emp⸗ fangen unser täglich Brot. Was heißt denn täglich Brot? Alles, was zur Leibesnahrung und motdurft gehört, als Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Ge⸗ mahl, fromme Kinder, fromm Ge⸗ sinde, fromme und treue Ober⸗ herren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schul⸗ digern. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünden, und um der⸗ selben willen solche Bitten nicht versagen; denn wir sind der keines wert, das wir bitten, habens auch nicht verdienet; sondern er wolle es uns alles aus Gna⸗ den geben, denn wir täglich viel sündigen und wohl eitel Strafe ver⸗ dienen. So wollen wir wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohltun denen, die sich an uns versündigen. Die Wass in Ge Gotte .... — N Die sechste Bitte. Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und er⸗ halten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Mißglau⸗ ben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster; und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Übel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet als in der Summa, daß uns der Vater Das vierte Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers ꝛc. 501 im Himmel von allerlei Übel Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse, und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges En de beschere, und mit Gnaden von die⸗ sem Jammertal zu sich nehme in den Himmel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret. Denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns will erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, es soll also ge⸗ schehen. Hauptstück. Das Sakrament der heiligen Taufe. Zum ersten. Was ist die Taufe? Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht Matthäi am letzten: Gehet hin in alle Welt, lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Zum andern. Was gibt oder nützet die Taufe? Sie wirkt Vergebung der Sün⸗ den, erlöset vom Tode und Teufel und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. Welches sind solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht Marei am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. 502 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers ꝛc. Zum dritten. Wie kann Wasser solche große Dinge tun? Wasser tuts freilich nicht, son⸗ dern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Worte Gottes im Wasser trauet; denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Worte Gottes ists eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist; wie Sankt Paulus sagt zu Tito im dritten Kapitel: Gott macht uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er aus⸗ gegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Das fünfte Zum vierten. Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäufet werden und ster⸗ ben mit allen Sünden und bösen Lüsten; und wiederum täglich her⸗ auskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Sankt Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind samt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist von den Toten auf⸗ erwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. Bauptstück. Das Sakrament des Altars oder das heilige Abendmahl. Was ist das Sakrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinken von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evan⸗ gelisten Matthäus, Markus, Lukas und Sankt Paulus: Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brachs und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches tut zu meinem Gedächtnis. Desselbigengleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus; dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden; solches tut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis. Was nützet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns diese Worte: Für euch gegeben und ver⸗ gossen zur Vergebung der Sün Sakr Leben Wort gebur Leber Wie Trir f nicht, steher verg Sün dem als ment Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers ꝛc. 503 Sünden; nämlich, daß uns im Sakrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird; denn wo Ver⸗ gebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge tun? Essen und Trinken tuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden; welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sakra⸗ ment. Und wer denselben Worten glaubt, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich: Vergebung der Sünden. Wer empfängt denn solch Sa— krament würdiglich? Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht, aber der ist recht würdig und wohl geschickt, wer den Glau⸗ ben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubt oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn das Wort: Für euch fordert eitel gläubige Herzen. Das Lehrstück von der Beichte. Was ist die Beichte? Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: eines, daß man die Sünde bekenne, das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfahe als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünden soll man beichten? Vor Gott soll man sich aller Sünden schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater⸗ Das Lehrstück vom Was ist das Amt der Schlüssel? Das Amt der Schlüssel ist die sonderbare Kirchengewalt, die Chri⸗ unser tun; aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden be⸗ kennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welche sind die? Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht, Magd seist; ob du ungehor⸗ sam, untreu, unfleißig, zornig, un⸗ züchtig, hässig gewesen seist; ob du jemand Leid getan hast mit Worten oder Werken; ob du gestohlen, ver⸗ säumet, verwahrloset oder Schaden. getan hast. Amt der Schlüssel. stus seiner Kirche auf Erden hat gegeben, den bußfertigen Sündern die Sünde zu vergeben, den unbuß⸗ 504 Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers ꝛe. fertigen aber die Sünde zu behalten, solange sie nicht Buße tun. Wo stehet das geschrieben? So schreibt der heilige Evangelist Johannes im zwanzigsten Kapitel: Der Herr Jesus blies seine Jünger an und sprach zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden er⸗ lasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Was glaubst du bei diesen Worten? Ich glaube, was die berufenen Diener Christi aus seinem göttlichen Befehl mit uns handeln, sonderlich wenn sie die öffentlichen und unbuß⸗ fertigen Sünder von der christlichen Gemeinde ausschließen und die, so ihre Sünden bereuen und sich bessern wollen, wiederum entbinden, daß es also kräftig und gewiß sei, auch im Himmel, als handelte es unser lieber Herr Christus mit uns selber. Dr. Martin Luthers Haustafel etlicher Sprüche für allerlei christliche Stände. Den VBischöfen, Pfarrherren und Predigern. Ein Bischof soll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, sittig, mäßig, gastfrei, lehrhaftig, nicht ein Weinsäufer, nicht beißig, nicht un⸗ ehrliche Hantierung treiben, son⸗ dern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Worte halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersacher. In der ersten Epistel zu Timoth. am dritten Kapitel. Von weltlicher Obrigkeit. Jedermann sei untertan der Obrigkeit; denn die Obrigkeit, so allenthalben ist, ist von Gott ge⸗ ordnet. Wer aber der Obrigkeit widerstrebet, der widerstrebet Gottes Ordnung; wer aber widerstrebet, wird sein Urteil empfahen. Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Räche⸗ rin zur Strafe über die, so Böses tun. Zun Römern am dreizehnten Kapitel. Den Ehemännern. Ihr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft und gebet dem weiblichen als dem schwächsten Werkzeuge seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens; auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. In der ersten Epistel Petri am dritten Kapitel. Und seid nicht bitter gegen sie. Zun Kolossern am dritten Kapitel. Den Ehefrauen. Die Weiber seien untertan ihren Männern, als dem HErrn; wie Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers ꝛce. 505 worden seid, so ihr wohl tut und nicht so schüchtern seid. In der ersten Epistel Petri am dritten Kapitel. Den Eltern. Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zu Zorn, daß sie nicht scheu werden, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zu dem Herrn. Zun Ephesern am sechsten Kapitel. Den Kindern. Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem HErrn; denn das ist billig. Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Ver⸗ heißung hat, nämlich, daß dirs wohl gehe und du lange lebest auf Erden. Zun Ephesern am sechsten Kapitel. Den Knechten, Mägden, Tage⸗ löhnern und Arbeitern. Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren, mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Her⸗ zens, als Christo selbst, nicht mit Dienst allein vor Augen, als Men⸗ schen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes tut von Herzen mit gutem Willen. Laßt euch dünken, daß ihr dem HErrn und nicht den Menschen dienet; und wisset, was ein jeglicher Gutes tut, das wird er empfahen, er sei Knecht oder frei. Den Hausherren und Hausfrauen. Ihr Herren, tut auch dasselbige gegen ihnen und lasset euer Dräuen und wisset, daß ihr auch einen HErrn im Himmel habt und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Ephes. 6. Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen, seid den Alten un⸗ tertan und beweiset darin die De⸗ mut; denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. In der ersten Epistel Petri am fünften Kapitel. Den Witwen. Welche eine rechte Witwe und einsam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott und bleibet am Gebet Tag und Nacht. Welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig tot. In der ersten Epistel zu Ti⸗ motheo am fünften Kapitel. Der Gemeine. Liebe deinen Nächsten als dich selbst. In dem Wort sind alle Ge⸗ bote verfasset; zun Römern am drei⸗ zehnten Kapitel. Und haltet an mit Beten für alle Menschen; in der ersten Epistel zu Timotheo Kap. 2. Ein jeder lern sein Lektion, So wird es wohl im Hause stohn. 506 Die 21 Artikel des Glaubens ꝛc. V. Die 2 Artikel des Glaubens und der Lehre der Augsburgischen Ronfession. Der I. Artikel. Von Gott. Erstlich wird einträchtiglich ge⸗ lehret und gehalten, laut des Be⸗ schlusses Concilii Nicaeni, daß ein einig göttlich Wesen sei, welches genannt wird und wahrhaftiglich ist Gott, und sind doch drei Personen in demselbigen einigen göttlichen Wesen, gleich gewaltig, gleich ewig, Gott Vater, Gott Sohn, Gott hei⸗ liger Geist; alle drei Ein göttlich Wesen, ewig, ohne Stück, ohne End, unermeßlicher Macht, Weisheit und Güte, ein Schöpfer und Erhalter aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und wird durch das Wort Persona verstanden nicht ein Stück, nicht eine Eigenschaft in einem an⸗ dern, sondern das selbst besteht, wie denn die Väter in dieser Sache dies Wort gebraucht haben. Derhalben werden verworfen alle Ketzereien, so diesem Artikel zuwider sind, als Manichaei, die zween Götter gesetzt haben, einen bösen und einen guten. Item Valentiniani, Ariani, Eunomiani, Mahometisten, und alle dergleichen, auch Samosa- teni, alte und neue, so nur Eine Person setzen und von diesen zweien: „Wort und heiligem Geist“, Sophi⸗ sterei machen und sagen, daß es nicht müssen unterschiedene Personen sein, sondern Wort bedeute leiblich Wort oder Stimme und der heilige Geist sei erschaffene Regung in Krea⸗ turen. Der II. Artikel. Von der Erbsünde. Weiter wird bei uns gelehrt, daß nach Adams Fall alle Menschen, so natürlich geboren werden, in Sün⸗ den empfangen und geboren werden, das ist, daß sie alle von Mutterleib an voller böser Lust und Neigung sind und keine wahre Gottesfurcht, keinen wahren Glau⸗ ben an Gott von Natur haben können; daß auch dieselbige an⸗ geborne Seuche und Erbsünde wahr⸗ haftiglich Sünde sei und verdamme alle diejenigen unter ewigen Gottes Zorn, so nicht durch die Taufe und heiligen Geist wiederum neu geboren werden. Hieneben werden verworfen die Pelagianer und andere, so die Erb⸗ sünde nicht für Sünde halten, da⸗ mit sie die Natur fromm machen durch natürliche Kräfte, zu Schmach dem Leiden und Verdienst Christi. Der III. Artikel. Von dem Sohne Gottes. Item es wird gelehrt, daß Gott der Sohn sei Mensch worden, geboren aus der reinen Jungfrau Maria, und daß die zwo Naturen, göttliche und menschliche, in Einer Person, also unzertrennlich vereinigt, Ein Christus sind, welcher wahrer Gott und Mensch ist, wahrhaftig ge⸗ boren, gelitten, gekreuziget, gestorben und begraben, daß er ein Opfer wäre nicht dern Gotte Ite abgest am d aufersf mel, f er ew und 2 glaub heilig ihnen und 6 Teufe und l Ite endlic richter Toten lorun gerech Chri Glar Chrif daß 1 verge Leben Glau keit wie am 3 ²r Die 21 Artikel des Glaubens ꝛe. 507 nicht allein für die Erbsünde, son⸗ dern auch für alle andere Sünde und Gottes Zorn versöhnete. Item, daß derselbige Christus sei abgestiegen zur Hölle, wahrhaftig am dritten Tage von den Toten auferstanden, aufgefahren gen Him⸗ mel, sitzend zur Rechten Gottes, daß er ewig herrsche über alle Kreaturen und regiere, daß er alle, so an ihn glauben, durch den heiligen Geist heilige, reinige, stärke und tröste, ihnen auch Leben und allerlei Gaben und Güter austeile, und wider den Teufel und wider die Sünde schütze und beschirme. Item, daß derselbige Herr Christus endlich wird öffentlich kommen, zu richten die Lebendigen und die Toten ꝛc. laut des Symboli Aposto- lorum. Der IV. Artikel. Von der Rechtfertigung. Weiter wird gelehrt, daß wir Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit vor Gott nicht erlangen mögen durch unser Verdienst, Werk und Genug⸗ tun, sondern daß wir Vergebung der Sünden bekommen und vor Gott gerecht werden aus Gnaden, um Christus willen, durch den Glauben, so wir glauben, daß Christus für uns gelitten hat und daß uns um seinetwillen die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird. Denn diesen Glauben will Gott für Gerechtig⸗ keit vor ihm halten und zurechnen, wie St. Paulus sagt zun Römern am 3. und 4. Der V. Artikel. Vom Predigtamt. Solchen Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt ein⸗ gesetzt, Evangelium und Sa⸗ kramente gegeben, dadurch er, als durch Mittel, den heiligen Geist gibt, welcher den Glauben, wo und wenn er will, in denen, so das Evan⸗ gelium hören, wirket, welches da lehret, daß wir durch Christus Ver⸗ dienst, nicht durch unser Verdienst, einen gnädigen Gott haben, so wir solches glauben. Und werden verdammt die Wie⸗ dertäufer und andere, so lehren, daß wir ohne das leibliche Wort des Evangelii den heiligen Geist durch eigene Bereitung, Gedanken und Werke erlangen. Der VI. Artikel. Vom neuen Gehor sam. Auch wird gelehrt, daß solcher Glaube gute Früchte und gute Werke bringen soll, und daß man müsse gute Werke tun, allerlei, so Gott geboten hat, um Gottes willen, doch nicht auf solche Werke zu vertrauen, dadurch Gnade vor Gott zu verdienen. Denn wir emp⸗ fahen Vergebung der Sünde und Gerechtigkeit durch den Glauben an Christum, wie Christus selbst spricht: So ihr dies alles getan habt, solltihr sprechen: Wir sindun⸗ tüchtige Knechte. Also kehren auch die Väter. Denn Ambrosius spricht: „Also ists beschlossen bei Gott, daß wer an Christum glaubt, selig sei, und nicht durch Werke, sondern allein durch den Glauben, ohne Verdienst, Vergebung der Sünden habe.“ Der VII. Artikel. Von der Kirche. Es wird auch gelehrt, daß alle⸗ zeit müsse Eine heilige christ⸗ liche Kirche sein und bleiben, welche ist die Versammlungaller —..—.— 508 Die 21 Artikel des Glaubens ꝛc. Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut des Evangelii gereicht werden. Denn dieses ist genug zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, daß da einträchtiglich nach reinem Ver⸗ stand das Evangelium gepredigt und die Sakramente dem göttlichen Worte gemäß gereicht werden. Und ist nicht not zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, daß allent⸗ halben gleichförmige Zeremonien, von den Menschen eingesetzt, ge⸗ halten werden, wie Paulus spricht Ephes. 4: Ein Leib, Ein Geist, wie ihr berufen seid zu einer⸗ lei Hoffnung eures Berufs, Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe. Der VIII. Artikel. Was die Kirche sei? Item, wiewohl die christliche Kirche eigentlich nichts anders ist, denn die Versammlung aller Gläu⸗ bigen und Heiligen, jedoch dieweil in diesem Leben viel falscher Christen und Heuchler sind, auch öffentliche Sünder unter den Frommen blei⸗ ben, so sind die Sakramente gleich⸗ wohl kräftig, obschon die Priester, dadurch sie gereicht werden, nicht fromm sind, wie denn Christus selbst anzeigt: Auf dem Stuhl Mosis sitzen die Pharisäer ꝛc. Derhalben werden die Donatisten und alle anderen verdammt, so anders halten. Der IX. Artikel. Von der Taufe. Von der Taufe wird gelehrt, daß sie nötig sei und daß dadurch Gnade angeboten werde; daß man auch die Kinder taufen soll, welche durch solche Taufe Gott überant⸗ wortet und gefällig werden. Derhalben werden die Wieder⸗ täufer verworfen, welche lehren, daß die Kindertaufe nicht recht sei. Der X. Artikel. Vom heiligen Abendmahl. Vom Abendmahl des Herrn wird also gelehrt, daß wahrer Leib und Blut Christi wahr⸗ haftiglich unter der Gestalt des Brots und Weins im Abendmahl gegenwärtig sei und da ausgeteilt und ge⸗ nommen wird. Derhalben wird auch die Gegenlehre verworfen Der XI. Artikel. Von der Veichte. Von der Beichte wird also ge⸗ lehrt, daß man in der Kirche pri- vatam absolutionem erhalten und nicht fallen lassen soll; wiewohl in der Beicht nicht not ist, alle Missetat und Sünden zu erzählen, dieweil doch solches nicht möglich ist, Psalm 19: Wer kennet die Missetat. Der XII. Artikel. Von der Buße. Von der Buße wird gelehrt, daß diejenigen, so nach der Taufe ge⸗ sündigt haben, zu aller Zeit, so sie zur Buße kommen, mögen Ver⸗ gebung der Sünde erlangen und ihnen die Absolution von der Kirche nicht soll geweigert werden. Und ist wahre, rechte Buße eigentlich Reu und Leid oder Schrecken haben über die Sünde und doch daneben glauben an das Evangelium und Absolu⸗ tion, daß die Sünde vergeben und durch Christum Gnade erworben sei; welcher Glaube wiederum das Herz tröstet und zufrieden macht. lehren, fromm sonderr Vom( Vom wird g eingese daß sie äußerli sonderr Zeugr lensg ben d zu ste Glaube gebrau Glaube dadurd 1 Von gelehrt öffentli Sakrar dentlic er⸗ Die 21 Artikel des Glaubens ꝛc. 509 Danach soll auch Besserung fol⸗ gen, und daß man von Sünden lasse; denn dies sollen die Früchte der Buße sein, wie Johannes spricht Matth. 3: Wirket rechtschaffene Früchte der Buße. Hie werden verworfen die, so lehren, daß diejenigen, so einst sind fromm worden, nicht wieder fallen mögen. Dagegen werden auch verdammt die Novatiani, welche die Absolution denen, so nach der Taufe gesündigt hatten, weigerten. Auch werden die verworfen, so nicht lehren, daß man durch Glau⸗ ben Vergebung der Sünde erlange, sondern durch unser Genugtun. Der XIII. Artikel. Vom Gebrauch der Sahramente. Vom Brauch der Sakramente wird gelehrt, daß die Sakramente eingesetzt sind, nicht allein darum, daß sie Zeichen seien, dabei man äußerlich die Christen kennen möge, sondern daß es Zeichen und Zeugnisse sind göttlichen Wil⸗ lens gegen uns, unsern Glau⸗ ben dadurch zu erwecken und zu stärken; derhalben sie auch Glauben fordern und dann recht gebraucht werden, so mans im Glauben empfähet und den Glauben dadurch stärkt. Der XIV. Artikel. Vom Kirchenregiment. Vom Kirchenregiment wird gelehrt, daß niemand in der Kirche öffentlich lehren oder predigen oder Sakramente reichen soll, ohne or⸗ dentlichen Beruf. Der XV. Artikel. Von Kirchenordnungen. Von Kirchenordnungen, von Menschen gemacht, lehrt man die⸗ jenigen halten, so ohne Sünde mögen gehalten werden und zu Frieden, zu guter Ordnung in der Kirche dienen, als: gewisse Feier, Feste und dergleichen. Doch ge⸗ schieht Unterricht dabei, daß man die Gewissen nicht damit beschweren soll, als sei solch Ding nötig zur Seligkeit. Darüber wird gelehrt, daß alle Satzungen und Tradition, von Men⸗ schen dazu gemacht, daß man dadurch Gott versöhne und Gnade verdiene, dem Evangelio und der Lehre vom Glauben an Christum entgegen sind. Derhalben sind Klostergelübde und andere Tradition von Unterschied der Speise, Tag ꝛc., dadurch man vermeint, Gnade zu verdienen und für Sünde genug zu tun, untüchtig und wider das Evangelium. Der XVI. Artikel. Von dem weltlichen Regiment. Von Polizei und weltlichem Regiment wird gelehrt, daß alle Obrigkeit in der Welt und geord⸗ nete Regimente und Gesetze, gute Ordnung, von Gott geschaffen und eingesetzt sind, und daß Christen mögen in Obrigkeit⸗, Fürsten⸗ und Richter⸗Amt ohne Sünde sein, nach kaiserlichen und andern üblichen Rechten Urteil und Recht sprechen, Übeltäter mit dem Schwert stra⸗ fen, rechte Kriege führen, strei⸗ ten, kaufen und verkaufen, auf⸗ gelegte Eide tun, Eignes haben, ehelich sein ꝛc. Hie werden verdammt die Wieder⸗ täufer, so lehren, daß der Oban⸗ gezeigten keines christlich sei. 510 Die 21 Artikel des Glaubens ꝛc. Auch werden diejenigen verdammt, so lehren, daß christliche Vollkom⸗ menheit sei, Haus und Hof, Weib und Kind leiblich verlassen und sich der vorberührten Stücke äußern, so doch dies allein rechte Voll⸗ kommenheit ist: rechte Furcht Gottes und rechter Glaube an Gott. Denn das Evangelium lehrt nicht ein äußerlich, zeitlich, sondern innerlich, ewig Wesen und Gerechtigkeit des Herzens, und stößt nicht um weltlich Regiment, Polizei und Ehestand, sondern will, daß man solches alles halte, als wahrhaftige Gottesordnung, und in solchen Ständen christliche Liebe und rechte gute Werke, ein jeder nach seinem Beruf, beweise. Der⸗ halben sind die Christen schuldig, der Obrigkeit untertan und ihren Geboten gehorsam zu sein, in allem, so ohne Sünde geschehen mag. Denn so der Obrigkeit Gebot ohn Sünde nicht geschehen mag, soll man Gott mehr gehorsam sein denn den Men⸗ schen. Actor. IIII. Der XVII. Artikel. Von der Wiederkunft Christi zum Gericht. Auch wird gelehrt, daß unser Herr Jesus Christus am jüng⸗ sten Tage kommen wird, zu richten, und alle Toten auferwecken, den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Strafe verdammen. Derhalben werden die Wieder⸗ täufer verworfen, so lehren, daß die Teufel und verdammten Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden. Item, hie werden verworfen etliche jüdische Lehren, die sich auch jetzund ereignen, daß vor der Auferstehung der Toten eitel Heilige, Fromme ein weltlich Reich haben und alle Gott⸗ losen vertilgen werden. Der XVIII. Artikel. Vom freien Willen. Vom freien Willen wird ge⸗ lehrt, daß der Mensch etlichermaßen einen freien Willen hat, äußerlich ehrbar zu leben und zu wählen unter denen Dingen, so die Vernunft begreift. Aber ohne Gnad, Hilfe und Wirkung des heiligen Geistes vermag der Mensch nicht, Gott gefällig zu werden, Gott herzlich zu fürchten, oder zu glauben, oder die angeborne böse Lust aus dem Herzen zu werfen, sondern sol⸗ ches geschieht durch den heiligen Geist, welcher durch Gottes Wort gegeben wird; denn Paulus spricht 1. Kor. 2: Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes. Und damit man erkennen möge, daß hierin keine Neuigkeit gelehrt werde, so sind das die klaren Worte Augustini vom freien Willen, wie jetzund hiebei geschrieben aus dem 3. Buch Hypognosticon: „Wir bekennen, daß in allen Men⸗ schen ein freier Wille ist; denn sie haben je alle natürlichen, angebornen Verstand und Vernunft, nicht daß sie etwas vermögen mit Gott zu handeln, als: Gott von Herzen zu lieben, zu fürchten; sondern allein in äußerlichen Werken dieses Lebens haben sie Freiheit, Gutes oder Böses zu wählen. Gut mein ich, das die Natur vermag, als: auf dem Acker zu arbeiten oder nicht, zu essen, zu trinken, zu einem Freunde zu gehen oder nicht, ein Kleid an⸗ oder aus⸗ zutun, zu bauen, ein Weib zu nehmen, ein Handwerk zu treiben Voꝛ bei un der 2 gescha doch Sünd tern C Will welche abgete gewan Joh. d aus Vom Der heit a verbie Zehn daß si den 2 Berick haben wenig in a unnöt Heilig fahrte dersch unnöt Wider als v gelern reden 10 in Die 21 Artikel des Glaubens ꝛc. 511 und dergleichen etwas Nützliches und Gutes zu tun, welches alles doch ohne Gott nicht ist, noch bestehet, son⸗ dern alles aus ihm und durch ihn ist. Dagegen kann der Mensch auch Böses aus eigner Wahl vornehmen, als vor einem Abgott niederzuknien, einen Totschlag zu tun ꝛc.“ Der XIX. Artikel. Von Ursach der Sünden. Von Ursach der Sünden wird bei uns gelehrt, daß, wiewohl Gott der Allmächtige die ganze Natur geschaffen hat und erhält, so wirket doch der verkehrte Wille die Sünde in allen Bösen und Veräch⸗ tern Gottes, wie denn des Teufels Wille ist und aller Gottlosen, welcher alsbald, so Gott die Hand abgetan, sich von Gott zum Argen gewandt hat, wie Christus spricht Joh. 8: Der Teufel redet Lügen aus seinem Eigenen. Der XX. Artikel. Vom Glauben und guten Werken. Den Unsern wird mit Unwahr⸗ heit aufgelegt, daß sie gute Werke verbieten; denn ihre Schriften von Zehn Geboten und andere beweisen, daß sie von rechten christlichen Stän⸗ den und Werken guten nützlichen Bericht und Ermahnung getan haben, davon man vor dieser Zeit wenig gelehrt hat, sondern allermeist in allen Predigten auf kindische, unnötige Werke, als Rosenkränze, Heiligendienst, Mönchewerden, Wall⸗ fahrten, gesetzte Fasten, Feier, Brü⸗ derschaften ꝛc. getrieben. Solche unnötige Werke rühmt auch unser Widerpart nun nicht mehr so hoch, als vorzeiten; dazu haben sie auch gelernet, nun vom Glauben zu reden, davon sie doch in Vorzeiten gar nichts gepredigt haben; lehren dennoch nun, daß wir nicht allein aus Werken gerecht werden vor Gott, sondern setzen den Glauben an Chri⸗ stum dazu, sprechen: Glauben und Werke machen uns gerecht vor Gott, welche Rede mehr Trostes bringen mag, denn so man allein lehrt, auf Werke zu vertrauen. Dieweil nun die Lehre vom Glau⸗ ben, die das Hauptstück ist im christlichen Wesen, so lange Zeit, wie man bekennen muß, nicht ge⸗ trieben worden, sondern allein Werk⸗ lehre an allen Orten gepredigt, ist davon durch die Unsern solcher Un⸗ terricht geschehen: Erstlich daß uns unsere Werke nicht mögen mit Gott versöhnen und Gnade erwerben, sondern sol⸗ ches geschieht allein durch den Glauben, so man glaubt, daß uns um Christus willen die Sünden vergeben werden, welcher allein der Mittler ist, den Vater zu versöhnen. Wer nun vermeinet, solches durch Werke auszurichten und Gnade zu ver⸗ dienen, der verachtet Christum und suchet einen eignen Weg zu Gott wider das Evangelium. Diese Lehre vom Glauben ist öffentlich und klar im Paulo an vielen Orten gehandelt, sonderlich zu den Ephesern am 2.: Aus Gnaden seid ihr selig worden, durch den Glauben, und das⸗ selbige nicht aus euch, sondern es ist Gottes Gabe, nicht aus Werken, damit sich niemand rühme ꝛc. Und daß hierin kein neuer Verstand eingeführt sei, kann man aus Augustino beweisen, der diese Sache fleißig handelt und auch also lehrt, daß wir durch den Glau⸗ ben an Christum Gnade erlangen und vor Gott gerecht werden, und 512 Die 21 Artikel des Glaubens ꝛc. nicht durch Werke, wie sein ganzes Buch de Spiritu et Litera aus⸗ weist. Wiewohl nun diese Lehre bei un⸗ versuchten Leuten sehr verachtet wird, so befindet sich doch, daß sie den blöden und erschrockenen Gewissen sehr tröstlich und heilsam ist. Denn das Gewissen kann nicht zu Ruhe und Frieden kommen durch Werke, sondern allein durch Glauben, so es bei sich gewißlich schließt, daß es um Christus willen einen gnädigen Gott habe, wie auch Paulus spricht Röm. 5: So wir durch den Glauben sind gerecht worden, haben wir Ruhe und Friede mit Gott. Diesen Trost hat man vorzeiten nicht getrieben in Predigten, son⸗ dern die armen Gewissen auf eigne Werke getrieben und sind mancherlei Werke vorgenommen. Denn etliche hat das Gewissen in die Klöster gejagt, der Hoffnung, daselbst Gnade zu erwerben durch Klosterleben; etliche haben andere Werke erdacht, damit Gnade zu ver⸗ dienen und für Sünde genug zu tun. Derselbigen viel haben er⸗ fahren, daß man dadurch nicht ist zu Frieden kommen. Darum ist not gewesen, diese Lehre vom lauben an Christum zu predigen und fleißig zu treiben, daß man wisse, daß man allein durch den Glauben ohne Verdienst Gottes Gnade ergreift. Es geschieht auch Unterricht, daß man hie nicht von solchem Glau⸗ ben redet, den auch die Teufel und Gottlosen haben, die auch die Historien glauben, daß Christus ge⸗ litten habe und auferstanden sei von den Toten, sondern man redet vom wahren Glauben, der da glaubt, daß wir durch Christum Gnade und Vergebung der Sünde erlangen. Und wer nun weiß, daß er einen gnädigen Gott durch Christum hat, kennt also Gott, ruft ihn an und ist nicht ohne Gott, wie die Heiden. Denn der Teufel und Gottlose glauben diesen Artikel„Vergebung der Sünde“ nicht; darum sind sie Gott feind, können ihn nicht an⸗ rufen, nichts Gutes von ihm hoffen. Und also, wie jetzt angezeigt ist, redet die Schrift vom Glauben und heißet nicht Glauben ein solches Wissen, das Teufel und gottlose Menschen haben. Denn also wird vom Glauben gelehrt zu den Hebräern am 11., daß Glauben sei nicht allein die Historien wissen, sondern Zuversicht haben zu Gott, seine Zusage zu empfahen. Und Augustinus erinnert uns auch, daß wir das Wort Glauben in der Schrift verstehen sollen, daß es heiße Zuversicht zu Gott, daß er uns gnädig sei, und heiße nicht allein solche Historien wissen, wie auch die Teufel wissen. Ferner wird gelehrt, daß gute Werke sollen und müssen geschehen, nicht daß man darauf vertraue, Gnade damit zu verdienen, sondern um Gottes willen und Gott zu Lob. Der Glaube ergreift allzeit allein Gnade und Vergebung der Sünde. Und dieweil durch den Glauben der heilige Geist gegeben wird, so wird auch das Herz geschickt, gute Werke zu tun; denn zuvor, dieweil es ohne den heiligen Geist, so ist es zu schwach, dazu ist es ins Teufels Gewalt, der die arme menschliche Natur zu viel Sünden treibt, wie wir sehen in den Philosophen, welche sich unterstanden, ehrlich und un⸗ sträflich zu leben, haben aber den⸗ noch solches nicht ausgerichtet, son⸗ dern sind in viel große, öffentliche Die 21 Artikel des Glaubens ꝛc. 513 Sünde gefallen. Also geht es mit dem Menschen, so er außer dem rechten Glauben ohne den heiligen Geist ist und sich allein durch eigne menschliche Kräfte regiert. Derhalben ist die Lehre vom Glauben nicht zu schelten, daß sie gute Werke verbiete, son dern viel⸗ mehr zu rühmen, daß sie lehre, gute Werke zu tun, und Hilfe anbiete, wie man zu guten Werken kommen möge. Denn außer dem Glauben und außerhalb Christo ist menschliche Natur und Vermögen viel zu schwach, gute Werke zu tun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im Leiden, den Nächsten zu lieben, befohlene Amter fleißig auszurichten, gehorsam zu sein, böse Lust zu meiden. Solche hohe und rechte Werke mögen nicht geschehen ohne die Hilfe Christi, wie Er selbst spricht Joh. 15: Ohne mich könnt ihr nichts tun ꝛe. Der XXI. Artikel. Vom Dienst der Heiligen. Vom Heiligendienst wird von den Unsern also gelehrt, daß man der Heiligen gedenken soll, auf daß wir unsern Glauben stärken, so wir sehen, wie ihnen Gnade wider⸗ fahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist; dazu, daß man Exempel nehme von ihren guten Werken, ein jeder nach sei⸗ nem Beruf, gleichwie die kaiserliche Majestät seliglich und göttlich dem Exempel Davids folgen mag, Kriege wider den Türken zu führen; denn beide sind sie in königlichem Amt, welches Schutz und Schirm ihrer Untertanen fordert. Durch Schrift aber mag man nicht beweisen, daß man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen soll; denn es ist allein ein einiger Versöhner und Mittler gesetzt zwischen Gott und den Menschen, Je— sus Christus, 1. Tim. 2, welcher ist der einige Heiland, der einige oberste Priester, Gnadenstuhl und Fürsprecher vor Gott, Röm. 8. Und der hat allein zugesagt, daß er unser Gebet erhören wolle. Das ist auch der höchste Gottesdienst nach der Schrift, daß man denselbigen Jesum Christum in allen Nöten und Anliegen von Herzen suche und anrufe. 1. Joh. 2: So jemand sündiget, haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der ge⸗ recht ist, Jesum ꝛc. 3³ 514 Gottesdienstordnung. VI. Gottesdienstordnung. 1. Eingangslied.“) 2. Spruch.(Siehe Seite 505.) A. An Sonntagen. Geistl.: Herre Gott, Gem.: Erbarme dich. Geistl.: Christe, Gem.: Erbarme dich. Geistl.: Herre Gott, Gem.: Erbarme dich. 3. Bittruf. B. An den hohen Festen. Geistl.: Kyrie, ele⸗ison, Gem.: Herr, erbarme dich. Geistl.: Christe, ele⸗ ison, Gem.: Christe, er⸗ barme dich. Geistl.: Kyrie, ele⸗ison, Gem.: Herr, erbarme dich über uns. C. An besonderen Festtagen. Geistl.: Herre Gott, Gem.: Erbarm dich unser. Geistl.: Christe, Gem.: unser. Geistl.: Gem.: unser. Erbarm dich Herre Gott, Erbarm dich 4. Gnadenspruch und Lobpreis. Geistl.: Meine Gnade soll nicht von dir weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. Gem.: Amen. Geistl.: Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist. Gem.: Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Geistl.: Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab. Gem.: Amen. Geistl.: Ehre sei Gott in der Höhe, Gem.: Und Friede auf Erden und den Men⸗ schen ein Wohlge⸗ fallen. Oder: Vers 1 des Liedes: „Allein Gott in der Höh sei Ehr“—. Geistl.: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Gem.: Amen. Geistl.: Ehre sei Gott in der Höhe, Gem.: Und Friede auf Erden und den Men⸗ schen ein Wohlge⸗ fallen. Oder: Vers 1 des Liedes: „Allein Gott in der Höh sei Ehr“—. ) An Bußtagen folgt auf das Eingangslied ein Bußgebet, vom Geistlichen an den Altarstufen knieend gesprochen. . 2 ** tt, üur ott auf en⸗ ge⸗ es: der Om Gottesdienstordnung. 515 An Bußtagen statt des Gnadenspruches und Lobpreises: Geistlicher: Nimm von uns, Herr Gott, all unsre Sünd und Missetat, Gemeinde: Nimm von uns, Herr, du treuer Gott, all unsre Straf und große Not. 5. Gruß. Geistlicher: Der Herr sei mit euch, Gemeinde: Und mit deinem Geiste. 6. Gebet. Gemeinde: Amen. 7. Vorlesung der Epistel. Geistlicher: Halleluja. Gemeinde: Halleluja. In der Passionszeit und au Bußtagen: Geistlicher: Gelobt sei Gott. Gemeinde: Amen. 8. Glaubensbekenntnis. Geistlicher: Lasset uns vor Gott treten mit dem Lobopfer und dem Bekenntnis unsres christlichen Glaubens! Gemeinde:„Wir glauben all an Einen Gott“, oder ein anderes ge⸗ eignetes Bekenntnislied. 9. Vorlesung des Evangeliums. Geistlicher: Gelobt seist du, Herr Jesu. Gemeinde: Lob sei dir, o Christe. 10. Hauptlied.— 11. Predigt.“)— 12. Allgemeine Beichte mit der Absolutian.— 13. Allgemeines Kirchengebet.— 14. Für⸗ bitten, Danksagungen und andere Abkündigungen.— 15. Das Daterunser.— 16. Ein oder einige Verse eines Liedes.(Abend⸗ mahlsfeier siehe Nr. 261.)— ) An Bußtagen: Nach dem Vers eines Bußliedes folgt die Litanei(Nr. 183), dann das knieend gesprochene Vaterunser. Die Ge⸗ meinde singt: Amen. Absolution. Hierauf: Schluß des Gottesdienstes. 35* 516 Gottesdienstordnung. 17. Spruch. 18. Gebet. Gemeinde: Amen. Oder: A. An Sonntagen. B. An ben hohen Festen. C. An besonderen Festtagen. Geistl.: Lasset uns Geistl.: Lasset uns Geistl. Lasset uns danksagen dem Herren. danksagen dem Herrn. danksagen dem Herren. Halleluja. Gem.: Gott sei ewig⸗ Gem.: Gott sei ewig⸗ Gem.: Gott sei ewig⸗ lich Dank. lich Dank. Halleluja. lich Dank. 19. Segen. Gemeinde: Amen. 20. Schlußvers. ns m. Sprüche für Eingang und Schluß des Gottesdienstes. 517 VI. Sprüche für den Eingang und Schluß des Gottesdienstes. (Ontonationen und Responsorien.) 1. Für die Feste und Festzeiten des Kirchenjahres. 1. Advent. 1. Geistlicher: Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, Halleluja, Gemeinde: Daß der König der Ehren einziehe, Halleluja. Geistlicher: Christus wird kommen in seiner Herrlichkeit, Halleluja, Gemeinde: Und alle heiligen Engel mit ihm, Halleluja. 3. Geistlicher: Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja, Gemeinde: Machet seine Steige richtig, Halleluja. 4. Geistlicher: Freue dich sehr, dein König kommt, Halleluja, Gemeinde: Sanftmütig und ein Helfer, Halleluja. 5. Geistlicher: O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen, Halle⸗ luja, Gemeinde: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, Halleluja. 6. Geistlicher: Jetzt ist die ange⸗ nehme Zeit des Heils, Halleluja, Gemeinde: Jetzt ist der Tag des Heils, Halleluja. 7. Geistlicher: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, Hal⸗ leluja, Gemeinde: Denn er hat be⸗ suchet und erlöset sein Volk, Halleluja. 8. Geistlicher: Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes, Halleluja, Gemeinde: Unser Gott kommt und schweiget nicht, Halleluja. 2. Weihnacht. 9. Geistlicher: Euch ist heute der Heiland geboren, Hal⸗ leluja, Gemeinde: Welcher ist Chri⸗ stus, der Herr, in der Stadt Davids, Halleluja. 10. Geistlicher: Uns ist ein Kind geboren, Halleluja, Gemeinde: Ein Sohn ist uns gegeben, Halleluja. 11. Geistlicher: Also hat Gott die Welt geliebt, Halleluja, Gemeinde: Daß er seinen eingebornen Sohn gab, Halle⸗ luja. 12. Geistlicher: Das Wort ward Fleisch, Halleluja, Gemeinde: Und wohnete unter uns, Halleluja. 13. Geistlicher: Gott ist die Liebe, Gemeinde: Und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. 14. Geistlicher: Gelobet sei unser Herr, Jesus Christus, Gemeinde: Hochgelobet in Ewigkeit. 518 Sprüche für Eingang und Schluß des Gottesdienstes. 3. Neujahrsfest.* 15. Geistlicher: Herr, hebe an zu segnen dein Volk, Gemeinde: Denn was du seg⸗ nest, das ist gesegnet ewiglich. 16. Geistlicher: Sein Name soll Jesus heißen, Halleluja, Gemeinde: Denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden, Halleluja. 17. Geistlicher: Jesus Christus gestern und heute, Halleluja, Gemeinde: Und derselbe auch in Ewigkeit, Halleluja. 18. Geistlicher: Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für, Gemeinde: Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. 19. Geistlicher: Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände, Gemeinde: Ja, das Werk un⸗ srer Hände wolle er fördern. *Sprüche zum Jahresschluß siehe unter 3, 6. S. 513. 4. Epiphaniaszeit.““ 20. Geistlicher: Das Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, Halleluja, Gemeinde: Und über die da wohnen im finstern Lande, scheinet es helle, Halleluja. 21. Geistlicher: Die Heiden wer⸗ den in deinem Lichte wandeln, Halleluja, Gemeinde: Und die Könige im Glanze, der über dir auf⸗ geht, Halleluja. 22. Geistlicher: Lobet den Herrn, alle Heiden, Halleluja, Gemeinde: Preiset ihn alle Völker, Halleluja. * Für die Epiphaniaszeit können auch andre geeignete Sprüche, z. B. Nr. 134, 135, 136, 143, 144, 147 verwendet werden. 23. Geistlicher: Mache dich auf, werde Licht, Halleluja, Gemeinde: Denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Iuia gehet auf über dir, Halle⸗ uja. 5. Passionszeit. 24. Geistlicher: Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet, Gemeinde: Sondern ihn für uns alle dahingegeben. 25. Geistlicher: Christus ist um unsrer Missetat willen ver⸗ wundet, Gemeinde: Und um unsrer Sünde willen zerschlagen. 26. Geistlicher: Fürwahr er trug unsre Krankheit, Gemeinde: Und lud auf sich unsre Schmerzen. 27. Geistlicher: Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, Gemeinde: Und durch seine Wunden sind wir geheilet. 28. Geistlicher: Christus hat unsre Sünde selbst geopfert an sei⸗ nem Leibe, Gemeinde: Auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Ge⸗ rechtigkeit leben. 29. Geistlicher: Christus hat ge⸗ liebet die Gemeinde, Gemeinde: Und hat sich selbst für sie gegeben. 30. Geistlicher: Christus hat ge⸗ litten für uns und uns ein Vorbild gelassen, Gemeinde: Daß wir sollen nachfolgen seinen Fußstapfen. 31. Geistlicher: Lasset uns auf⸗ sehen auf Jesum, Gemeinde: Den Anfänger und Vollender unsers Glaubens. — meisf bild 32. 33. 34. 35. 36. 37. 38. S 8* Sprüche für Eingang und Schluß des Gottesdienstes. 519 Außerdem können auch folgende, zu⸗ meist die Anfänge der alten Introiten bildende Sprüche gesungen werden: 32.(Estomihi) Geistlicher: Sei mir ein starker Fels und eine Burg, daß du mir helfest, Gemeinde: Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. 33.(Invocavit) Geistlicher: Er ruft mich an, so will ich ihn erhören, Gemeinde: Ich will ihn heraus⸗ reißen und zu Ehren machen. 34.(Reminiscere) Geistlicher: Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit, Gemeinde: Und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist. 35.(Oculi) Geistlicher: Meine Augen sehen stets zu dem Herrn, Gemeinde: Denn er wird mei⸗ nen Fuß aus dem Netze ziehen. 36.(Laetare) Geistlicher: Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über sie alle, die ihr sie lieb habet, Gemeinde: Freuet euch mit ihr alle, die ihr über sie trau⸗ rig gewesen seid. 37.(Judica) Geistlicher: Richte mich, Gott, und führe meine Sache wider das unheilige Volk, Gemeinde: Und errette mich von den falschen bösen Leuten. 38.(Palmarum) Geistlicher: Ho⸗ sianna dem Sohne Davids, gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, Gemeinde: Hosianna in der Höhe. 6. Gründonnerstag. 39. Geistlicher: Christus hat ge⸗ stiftet ein Gedächtnis seiner Wunder, Halleluja, Gemeinde: Der gnädige und barmherzige Herr, Halleluja. 40. Geistlicher: So oft ihr von diesem Brot esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, Gemeinde: Bis daß er kommt. 7. Karfreitag.* 41. Geistlicher: Siehe, das ist Gottes Lamm, Gemeinde: Das der Welt Sünde trägt. 42. Geistlicher: Sterben wir mit, so werden wir mit leben, Gemeinde: Dulden wir mit, so werden wir mit herrschen. 43. Geistlicher: Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke, Gemeinde: Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit. * Andere Sprüche für den Karfreitag siehe unter 5, S. 506. 8. Ostern. 44. Geistlicher: Der Herr ist auf⸗ erstanden, Halleluja, Gemeinde: Der Herr ist wahr⸗ haftig auferstanden, Halleluja. 45. Geistlicher: Christus ist um unsrer Sünde willen dahin⸗ gegeben, Halleluja, Gemeinde: Und um unsrer Gerechtigkeit willen auferwecket, Halleluja. 520 Sprüche für Eingang und Schluß des Gottesdienstes. 46. Geistlicher: Christus hat dem Tode die Macht genommen, Halleluja, Gemeinde: Und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht, Halleluja. 47. Geistlicher: Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Halleluja, Gemeinde: Er lebt und wir sollen auch leben, Halle⸗ luja. 48. Geistlicher: Christus ist die Auferstehung und das Leben, Halleluja, Gemeinde: Wer an ihn glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe, Halleluja. 49. Geistlicher: Der Tod ist ver⸗ schlungen in den Sieg, Halle⸗ luja, Gemeinde: Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat, durch unsern Herrn Jesum Christum, Halleluja. Osterzeit. An den sechs Sonntagen nach Ostern köͤnnen auch folgende, zumeist den alten Intro⸗ iten entnommene Sprüche gesungen werden: 50.(Quasimodogeniti) Geistli⸗ cher: Gott hat uns wieder⸗ geboren zu einer lebendigen Hoffnung, Halleluja, Gemeinde: Durch die Auf⸗ erstehung Jesu Christi von den Toten, Halleluja. 51.(Misericordias Domini) Geist⸗ licher: Ich will singen von der Gnade des Herrn ewiglich, Halleluja, Gemeinde: Und seine Wahr⸗ heit verkündigen mit meinem Munde für und für, Halleluja. 52.(Jubilate) Geistlicher: Jauch— zet Gott alle Lande, Halleluja, Gemeinde: Lobsinget zu Ehren seinem Namen, Halleluja. 53.(Cantate) Geistlicher: Sin⸗ get dem Herrn ein neues Lied, Halleluja, Gemeinde: Denn er tut Wun⸗ der, Halleluja. 54.(Rogate) Geistlicher: Bittet, so werdet ihr nehmen, Gemeinde: Daß eure Freude vollkommen sei. 55.(Exaudi) Geistlicher: Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe, Gemeinde: Sei mir gnädig und erhöre mich. 9. Himmelfahrt. 56. Geistlicher: Christus ist auf⸗ gefahren über alle Himmel, Halleluja, Gemeinde: Auf daß er alles erfüllete, Halleluja. 57. Geistlicher: Christus ward auf⸗ gehoben gen Himmel, Halleluja, Gemeinde: Und sitzet zur rech⸗ ten Hand Gottes, Halleluja. 58. Geistlicher: Lobsinget, lob⸗ singet Gott, Halleluja, Gemeinde: Lobsinget unserm Könige, Halleluja. 59. Geistlicher: Suchet, was dro⸗ ben ist, da Christus ist, Gemeinde: Sitzend zur Rech⸗ ten Gottes. 10. Pfingsten. 60. Geistlicher: Siehe, spricht der Herr, ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, Halleluja, Gemeinde: Und soll geschehen, wer den Namen des Herrn an⸗ rufen wird, soll selig werden, Halleluja. 63. 64. 66. 67. 68. 61 Gemeinde: 63. 64. 66. 68. 69. Sprüche für Eingang und Schluß des Gottesdienstes. „Geistlicher: Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet, Halleluja, Gemeinde: Schmücket das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars, Halleluja. „Geistlicher: Der Vater im Himmel wird seinen heiligen Geist geben, Halleluja, Denen, die ihn bitten, Halleluja. Geistlicher: Gelobet sei der Geist des Vaters und des Sohnes, Gemeinde: Hochgelobet in Ewigkeit. Geistlicher: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, Gemeinde: Und gib mir einen neuen gewissen Geist. 5. Geistlicher: Wir haben einen kindlichen Geist empfangen, Halleluja, Gemeinde: Durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater, Halleluja. Geistlicher: Tue wohl an Zion nach deiner Gnade, Gemeinde: Und baue die Mauern zu Jerusalem. 11. Trinitatisfest. „Geistlicher: Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist, Halleluja, Gemeinde: Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit, Halleluja. Geistlicher: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, Halleluja, Gemeinde: Alle Lande sind seiner Ehre voll, Halleluja. 12. Marientage. Marin Beinigunge Geistlicher: Opfere Gott Dank, Halleluja, 70 — ⁰ — — —4 75 1 76 521 Gemeinde: Und bezahle dem Höchsten deine Gelübde, Halle⸗ luja. Marii Verkündigung. „Geistlicher: Siehe, eine Jung⸗ frau wird einen Sohn gebären, Halleluja, Gemeinde: Den wird sie heißen Immanuel, Halleluja. Marii Heimsuchung. „Geistlicher: Meine Seele er⸗ hebet den Herrn, Halleluja, Gemeinde: Und mein Geist freuet sich Gottes, meines Hei⸗ landes, Halleluja. 13. Johannistag. „Geistlicher: Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, Gemeinde: Denn er hat be⸗ suchet und erlöset sein Volk. „Geistlicher: Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja, Gemeinde: Machet seine Steige richtig, Halleluja. 14. Michaelistag. „Geistlicher: Lobet den Herrn, ihr seine Engel, die ihr seinen Befehl ausrichtet, Halleluja, Gemeinde: Lobe den Herrn, meine Seele, Halleluja. „Geistlicher: Der Herr hat sei⸗ nen Engeln befohlen über dir, Gemeinde: Daß sie dich be⸗ hüten auf allen deinen Wegen. 5. Schluß des Kirchenjahres. „Geistlicher: Der Name des Herrn sei gelobet und gebene⸗ deiet, Gemeinde: Von nun an bis in Ewigkeit. 522 Sprüche für Eingang und Schluß des Gottesdienstes. 2. An Sonn⸗ und Wochentagen. 77. Geistlicher: Betet an den Herrn im heiligen Schmuck, Halleluja, Gemeinde: Es fürchte ihn alle Welt, Halleluja. 78. Geistlicher: Lobe den Herrn, meine Seele, Gemeinde: Und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat. 79. Geistlicher: Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, Gemeinde: Lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein. 80. Geistlicher: Es segne uns Gott, unser Gott, Gemeinde: Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn. 81. Geistlicher: Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, Gemeinde: Allen, die ihn mit Ernst anrufen. 82. Geistlicher: Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Gemeinde: Und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat. 83. Geistlicher: Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, Gemeinde: Und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 84. Geistlicher: Hilf uns, Gott unsers Heils, um deines Na⸗ mens willen, Gemeinde: Errette uns und vergib uns unsre Sünde um deines Namens willen. 85. Geistlicher: Heiliger Vater, heilige uns in deiner Wahr⸗ heit, Gemeinde: Dein Wort ist die Wahrheit. 86. Geistlicher: Herr, zeige uns deine Wege, Gemeinde: Lehre uns deine Steige. 87. Geistlicher: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte, Gemeinde: Und ein Licht auf meinem Wege. 88. Geistlicher: Rufe mich an in der Not, spricht der Herr, Gemeinde: So will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. 89. Geistlicher: Herr, wir hoffen darauf, daß du so gnädig bist, Gemeinde: Unser Herz freuet sich, daß du so gerne hilfst. 90. Geistlicher: Siehe, der Herr kommt mit viel tausend Hei⸗ ligen, Gemeinde: Gericht zu halten über alle. 91. Geistlicher: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja, Gemeinde: Und seine Güte währet ewiglich, Halleluja. 92. Geistlicher: Herr, erhalte uns dein Wort, Gemeinde: Dein Wort ist unsers Herzens Freude und Trost. 93. Geistlicher: Herr, wohin sollen wir gehen? Gemeinde: Du hast Worte des ewigen Lebens. 94. Geistlicher: Schaffet daß ihr selig werdet, Gemeinde: Mit Furcht und Zittern. 95. Geistlicher: Nehmet das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzet ist, Gemeinde: Welches kann eure Seelen selig machen. 96. Geistlicher: Selig sind, die reines Herzens sind, Gemeinde: Denn sie werden Gott schauen. 10 10 10 10 10 Sprüche für Eingang und Schluß des Gottesdienstes. 97. Geistlicher: Herr, lehre mich tun nach deinem Wohl⸗ gefallen, denn du bist mein Gott, Gemeinde: Dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. 98. Geistlicher: Wachset in der Gnade und Erkenntnis unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi, Gemeinde: Demselben sei Ehre nun und zu ewigen Zeiten. 99. Geistlicher: Selig sind, die Gottes Wort hören und be⸗ wahren, Gemeinde: Und bringen Frucht in Geduld. 100. Geistlicher: Selig sind, die da Leid tragen, Gemeinde: Denn sie sollen getröstet werden. 523 101. Geistlicher: Der Herr gebe uns ein fröhlich Herz, Gemeinde: Und verleihe im⸗ merdar Frieden zu unsern Zeiten. 102. Geistlicher: Der Herr behüte deinen Ausgang und Ein⸗ gang, Gemeinde: Von nun an bis in Ewigkeit. 103. Geistlicher: Der Herr wird mich erlösen von allem Ubel, Gemeinde: Und miraushelfen zu seinem himmlischen Reiche. 104. Geistlicher: Siehe, der Herr Herr kommt gewaltiglich, Gemeinde: Siehe, sein Lohn ist bei ihm und seine Ver⸗ geltung ist vor ihm. 5. Für besondere Feste und Gelegenheiten. 1. Bußtag. 105. Geistlicher: Herr, wir liegen vor dir mit unserm Gebete, Gemeinde: Nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. 106. Geistlicher: Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir, Gemeinde: Herr, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. 107. Geistlicher: Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn, Gemeinde: Züchtige mich nicht in deinem Grimm. 108. Geistlicher: Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, Gemeinde: Und tilge meine Sünden nach deiner Barm⸗ herzigkeit. 109. Geistlicher: Christus hat unsre Sünde selbst geopfert an seinem Leibe, Gemeinde: Auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Ge⸗ rechtigkeit leben. 110. Geistlicher: Bekehre du mich, Herr, so werde ich bekehret, Gemeinde: Hilf du mir, so ist mir geholfen. 111. Geistlicher: Bei dem Herrn ist die Gnade und viel Er⸗ lösung, Gemeinde: Und er wird Israel erlösen aus allen sei⸗ nen Sünden. 112. Geistlicher: Barmherzig und gnädig ist der Herr, Gemeinde: Geduldig und von großer Güte. 524 Sprüche für Eingang und Schluß des Gottesdienstes. 113. Geistlicher: Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, Gemeinde: Dem die Sünde bedecket ist. 2. Reformationsfest. 114. Geistlicher: Der Herr hat Großes an uns getan, Halle⸗ luja, Gemeinde: Der Herr hat Großes an uns getan, des sind wir fröhlich, Halleluja. 115. Geistlicher: Herr, dein Wort bleibt ewiglich, Halleluja, Gemeinde: Deine Wahrheit währet für und für, Halle⸗ luja. 116. Geistlicher: Herr, erhalte dir im Bau deinen Weinstock, den deine Rechte gepflanzet hat, Gemeinde: Und den du dir festiglich erwählet hast. 117. Geistlicher: Fürchte dich nicht, du kleine Herde, Gemeinde: Denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben. 3. Erntefest. 118.Geistlicher: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja, Gemeinde: Und seine Güte währet ewiglich, Halleluja. 119. Geistlicher: Gott, du krönest das Jahr mit deinem Gut, Halleluja, Gemeinde: Und deine Fuß⸗ stapfen triefen von Fett, Halleluja. 120. Geistlicher: Opfere Gott Dank, Halleluja, Gemeinde: Und bezahle dem Höchsten deine Gelübde, Halle⸗ luja. 121. Geistlicher: Das Land gibt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott, Halleluja, Gemeinde: Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn, Halleluja. 122. Geistlicher: Die Güte des Herrn ists, daß wir nicht gar aus sind, Gemeinde: Seine Barm⸗ herzigkeit hat noch kein Ende. 4. Kirchweihfest. 123. Geistlicher: Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Ze⸗ baoth, Halleluja, Gemeinde: Meine Seele ver⸗ langet und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn, Halleluja. 124. Geistlicher: Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, Gemeinde: Und den Ort, da deine Ehre wohnet. 5. Feier zum Gedächtnis der Verstorbenen. 125. Geistlicher: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an, Halleluja, Gemeinde: Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach, Halleluja. 126. Geistlicher: Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Gemeinde: Auf daß wir klug werden. 127. Geistlicher: Sei getreu bis an den Tod, Gemeinde: So will ich dir die Krone des Lebens geben. 128. Geistlicher: Leben wir, so leben wir dem Herrn, Gemeinde: Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Sprüche für Eingang und Schluß des Gottesdienstes. 6. Schluß des bürgerlichen Jahres. 129. Geistlicher: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Halleluja, Gemeinde: Und seine Güte währet ewiglich, Halleluja. 130. Geistlicher: Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, Gemeinde: Die du an dei⸗ nem Knechte getan hast. 131. Geistlicher: Der Herr behüte unsern Ausgang und Ein⸗ gan g, Gemeinde: Von nun an bis in Ewigkeit. 132. Geistlicher: Siehe an, Herr, unsern Jammer und Elend, Gemeinde: Und vergib uns alle unsre Sünde. 133. Geistlicher: Das Verlangen der Elenden hörest du, Herr, Gemeinde: Ihrhterz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket. 134. Geistlicher: Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, Gemeinde: Eine Hilfe in den großen Nöten, die uns ge⸗ troffen haben. 135. Geistlicher: Gelobet sei der Herr täglich, Halleluja, Gemeinde: Er legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch, Halleluja. 136. Geistlicher: Wir haben einen Gott, der da hilft, Halleluja, Gemeinde: Und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet, Halleluja. 137. Geistlicher: Gott, gib Fried in deinem Lande, Gemeinde: Glück und Heil zu allem Stande. 138 Geistlicher: Deine Hand, o 525 Herr, schütze das Volk deiner Rechten, Gemeinde: Und die Leute, die du dir festiglich erwählet hast. 139. Geistlicher: Kommet her und schauet die Werke des Herrn, Halleluja, Gemeinde: Der den Kriegen steuert in aller Welt, Halleluja. 140. Geistlicher: Der Herr ist meine Stärke und mein Lobgesang und mein Heil, Halleluja, Gemeinde: Der Herr ist der rechte Kriegsmann, Herr ist sein Name, Halleluja. 141. Geistlicher: Lasset das Wort Christi unter euch reichlich woh⸗ nen in aller Weisheit, Halleluja, Gemeinde: Lehret und ver⸗ mahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geist⸗ lichen Liedern, Halleluja. 142. Geistlicher: Herr, dein Wort ist eine rechte Lehre, Halleluja, Gemeinde: Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich, Halleluja. 143. Geistlicher: Saget unter den Heiden, daß der Herr König sei, Halleluja, Gemeinde: Und habe sein Reich, soweit die Welt ist, bereitet, Halleluja. 144. Geistlicher: Herr deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, Halleluja, Gemeinde: Und deine Wahr⸗ heit, so weit die Wolken gehen, Halleluja. 145. Geistlicher: Ach, daß die Hilfe aus Zion käme über Israel, Gemeinde: Und der Herr sein gefangen Volk erlösete. 146. Geistlicher: Unsere Hilfe steht im Namen desHerrn, Halleluja, Gemein de: Der Himmel und Erde gemacht hat, Halleluja. 526 Sprüche für Eingang und Schluß des Gottesdienstes. 147. Geistlicher: Der Herr ist mein Hirte, Halleluja, Gemeinde: Mir wird nichts mangeln, Halleluja. 148. Geistlicher: Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen, Gemeinde: Und der Gläu⸗ bigen ist wenig unter den Menschenkindern. 149. Geistlicher: Laßt uns Gutes tun an jedermann, Gemeinde: Allermeist aber an des Glaubens Genossen. 150. Geistlicher: Lobe, Zion, dei⸗ nen Gott, Halleluja, Gemeinde: Der sein Wort gab mit großen Scharen Evangelisten, Halleluja. 151. Geistlicher: Herr, der König freuet sich in deiner Kraft, Halleluja, Gemeinde: Und wie sehr fröhlich ist er über deiner Hilfe, Halleluja. 152. Geistlicher: Herr, tue wohl an Zion nach deiner Gnade, Gemeinde: Baue die Mauern Jerusalems. 153. Geistlicher: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, Gemeinde: Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid. 154. Geistlicher: Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre, Gemeinde: Um deine Gnade und Wahrheit. 155. Geistlicher: Herr, hilf deinem Volk und segne dein Erbe, Gemeinde: Weide sie und erhöhe sie ewiglich. 156. Geistlicher: Gott, gib Fried in deinem Lande, Gemeinde: Glück und Heil zu allem Stande. 4. Das heilige Abendmahl. Nach dem Abendmahl. 157. Geistlicher: Danket dem Herrn, denn er ist freund⸗ lich, Halleluja, Gemeinde: Und seine Güte währet ewiglich, Halleluja. 158. Geistlicher: Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist, Gemeinde: Wohl dem, der auf ihn trauet. 159. Geistlicher: Lasset uns ihn lieben, Gemeinde: Denn er hat uns erst geliebt. 160. Geistlicher: Gelobet sei unser Herr Jesus Christus, Gemeinde: Hochgelobet in Ewigkeit. 161. Geistlicher: Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, Gemeinde: Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. 162. Geistlicher: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, Gemeinde: Wie es war am Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. —* —* Sprüche für Eingang und Schluß des Gottesdienstes. 527 5. Die heilige Caufe. 163. Geistlicher: Es sollen wohl Gemeinde: Was vom Geist Berge weichen und Hügel hin⸗ geboren wird, das ist Geist. fallen, 165. Geistlicher: Fürchte dich nicht, Gemeinde: Aber meine Gnade denn ich habe dich erlöset, soll nicht von dir weichen. Gemeinde: Ich habe dich bei 164. Geistlicher: Was vom Fleisch deinem Namen gerufen, du geboren wird, das ist Fleisch, bist mein. 6. Ronfirmation. 166. Geistlicher: Erforsche mich, Gemeinde: Lasset uns freuen Gott, und erfahre mein und fröhlich darinnen sein. Herz, 169. Geistlicher: So man von Gemeinde: Prüfe mich und Herzen glaubt, so wird man erfahre, wie ich es meine. gerecht, 167. Geistlicher: Es ist ein köst⸗ Gemeinde: Und so man mit liches Ding, daß das Herz fest dem Munde bekennt, so wird werde, man selig. Gemeinde: Welches geschieht 170. Geistlicher: Sei getreu bis durch Gnade. an den Tod, 168. Geistlicher: Dies ist der Tag, Gemeinde: So will ich dir den der Herr gemacht hat, die Krone des Lebens geben. ꝰ. Crauung. 171. Geistlicher: Gott, gib Fried 172. Geistlicher: Wohl dem, der in deinem Lande, den Herrn fürchtet und auf Gemeinde: Glück und Heil Gemeinde. Warl dir, Ii zu allem Stande. hast es gut 8. Begräbnis. 173. Geistlicher: Selig sind die 174. Geistlicher: Ich weiß, daß Toten, die in dem Herrn mein Erlöser lebt, Halle⸗ sterben, luja, Gemeinde: Ja, der Geist Gemeinde: Er lebt und spricht, daß sie ruhen von wir sollen auch leben, Halle⸗ ihrer Arbeit. luja. 528 Sprüche für Eingang und Schluß des Gottesdienstes. 175. Geistlicher: Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Gemeinde: Auf daß wir klug werden. 176. Geistlicher: Christus ist die Auferstehung und das Leben, Gemeinde: Wer an ihn glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. 177. Geistlicher: Leben wir, so leben wir dem Herrn, Gemeinde: Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. 178. Geistlicher: In deine Hände befehle ich meinen Geist, Gemeinde: Du hast mich er⸗ löset, Herr, du treuer Gott. 179. Geistlicher: Sei getreu bis an den Tod, Gemeinde: So will ich dir die Krone des Lebens geben. 180. Geistlicher: Christus ist um unsrer Sünde willen dahin⸗ gegeben, Gemeinde: Und um unsrer Gerechtigkeit willen aufer⸗ wecket. 181. Geistlicher: Christus ist mein Leben, Gemeinde: Und Sterben mein Gewinn. 182. Geistlicher: Tröste du uns, Herr, so sind wir getröstet, Gemeinde: Hilf uns, so ist uns geholfen. 183. Geistlicher: Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, Gemeinde: Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. 184. Geistlicher: Der Herr wird mich erlösen von allem Übel, Gemeinde: Und mir aus⸗ helfen zu seinem himmlischen Reiche. 185. Geistlicher: Der Herr hats gegeben, der Herr hats ge⸗ nommen, Gemeinde: Der Name des Herrn sei gelobet. 186. Geistlicher: Lasset die Kind⸗ lein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, Gemeinde: Denn solcher ist das Himmelreich. 187. Geistlicher: Des Herrn Rat ist wunderbar, Gemeinde: Und führt es herrlich hinaus. Als Verfasser haben bei der Bearbeitung dieses Gesangbuchs mit⸗ gewirkt die Mitglieder des Evangelisch-lutherischen Landeskonsistoriums: Oberhofprediger D. Kohlschütter 4 1889, Oberkonsistorialrat D. Jentsch + 1896, Oberkonsistorialrat D. Anacker + 1887, Oberkonsistorialrat D. Rüling + 1896, Oberkonsistorialrat D. Franz 4 1899, Oberhof⸗ prediger D. Meier 4 1897, Oberkonsistorialrat D. Löber, Ober⸗ konsistorialrat D. Dibelius. * * 0 6 1——— 2— . 7 + 7 2 7— 4 .. 5 ——————— SS